„ — Eh buch d er Landwirthschaft na ch Theorie und Erfahrung bearbeitet vo n 8 Dr. K. C h. G. St ur m, Hofrath, ordentlichem Professor der Landwirthschaft und Cameralwissenschaf— ten zu Jena, Director des ökonomischen Instituts zu Tieffurth, der G. H. S. W. Landes Güterverwaltungs Commission und mehrerer gelehrten Gesellschaften Ehren und correspondirendem Mitgllede. BIBLAO TEE p. KONIC IIc hE NN CSD EIK. Ds I. DEA ES 20 MO ECLIN — 1% 1 Erster Theil. Specielle Landwirthschaft— Erster Bin d. Ackerbau. Mit Kü p fert a fe hn. a de, Sch mn d. 2 N 9 ö . U N N N Seinem geliebten Bruder G. Chr. Friedr. Sturm, hochfürstlich Reußischen Rathe zu Köstritz 8 aus inniger Liebe gewidmet Lom Verfasser. Vr r e de. Iden ich dem landwirthschaftlichen Publicum den ersten Band des ersten Theils meines Leher— buchs der Landwirthschaft übergebe, finde ich nichts weiter zu erinnern, als dieß Wenige. Der Zweck, welchen ich bei der Herausgabe dieses Lehrbuchs beabsichtigte, war eines Theils der, mei— nen Zuhörern einen Leitfaden in die Hand zu geben, woran ich den mündlichen Vortrag knüpfen konnte, der auf dem ökonomischen Institut immer ausführ— licher ist, als es auf Academien geschehen kann; andern Theils aber glaubte ich dadurch dem An— fänger in der Landwirthschaft überhaupt ein Werk zu verschaffen, aus welchem er sich von dersel— ben, wie ste gegenwärtig steht, unterrichten könnte, ohne deßhalb eine Menge voluminöser Werke durch— zulesen. Ich habe daher weniger auf Eleganz der Schreibart, als auf Kürze des Ausdrucks gese— hen, und hoffe wenigstens den Vorwurf der Weit— schweifigkeit nicht besorgen zu dürfen. Der zweite Band wird die Viehzucht im weitesten Umfang und möglichst vollständig behandeln; der zweite Theil die allgemeinen Lehren der Landwirthschaft 1. ngeben, welche von einigen die höhere Landwirth— schaft, von andern die Landhaushaltungskunde oder Oekonomie genannt worden sind. Wegen einiger Druckfehler muß ich 8 Leser im Voraus um Verzeihung bitten. Die wesentlich— sten sind am Ende ben 15 worden und ich bab ein berichtigtes Verzeichniß aller lateinischen Ramen hin⸗ ten angehängt, um diese darnach zu verbessern. Der 2te Band ist' bereits im Druck und erscheint zur Mi— chaelis⸗Messe. Zum Schluß muß ich hier dem angehenden Land⸗ wirthe noch ein Werk empfehlen, was ich für ihn in jeder Hinsicht für das brauchbarste und belehrendste halte. Ich hoffe das jenes Werk und das gegenwär— tige einander zur Ergänzung gegenseitig dienen kön— nen. Ich meyne: Schmalz, Erfahrungen im Gebiete der Landwirthschaft. III Bde. Leipz; 1815 u. f. Der Verf asser, —.. ¹wü.— —— —— Jen h a l des ersten Bandes, Finleitung 8 5 8 1 5 Begriff der Landwirthschaft. 4. Umfang der Landwirthschaft. 1 4 Geist der Landwirthschaft nach ihrem Betrieb Vollendung der Landwirthschaft 5 5 * * * Wesen der Landwirthschaft und Verhältniß derselben Hülfswissenschaften der Landwirthschaft. Naturwissenschaften. 1 8 3 Mathematik Nebenwissenschaften. 8 1 5 5 Eintheilung der Landwirthschaft im Allgemeinen Geschichte der Landwirthschafte. 5 8 Literatur der Landwirthschaf tt Erster Theil. * * * Specielle Landwirthschafk.“ Erste Abtheilung. Ackerbau. Seite. 1 1 1 2 3 4 4 5 5 8 9 9 20 Von der Kenntniß des Bodens und seiner Bestandtheile (Bodenkunde— Agronomie) Ackerkrume 5 5 5 5 4 Dauernde Bestandtheile der Krume. * * Grunderden 8 0 2 5 Thon 8 0.. 5 Aeußere Kennzeichen des Thon's Lehm. 5 5 8 1 Letten 5 2 8 2 Ortstein(Eisenthon). 5 8 Thonige Bodenarten. 3 Kleyboden. 8 0 8 8 Lehmboden 2 8 5 8 Wirkung des Thons im Boden Chemisch-reine Kieselerden. 5 Sandige Bodenarten 5 5 Chemisch reine Kalkerde. 8 Mergel 8. 5 5 5 Kalkartige Bodenarten.. Talkerde. 0 5 5 5 Humus oder Fruchterde 8 Grundbestandtheile des Humus Salze 8 5 8 5 4 Tiefe der Krume Untergrund 5 e 5. Physikalische Eigenschaften des Bode Gewicht des Bodens. 5 Zusammenhalt(Cohäsion) 7 Wasserhaltende Kraft„ Farbe, Geruch und Geschmack. Temperatur. 8 3 8 Practische Eintheilung des Bodens Chemisch reine Thon- oder Alaunerde Eigenschaften der chemisch- reinen Thonerde 5 * „ * — * * „ 0 Von den äußern zufälligen Eigenschaften 0 5 * — Eigenschaften der chemisch- reinen Kieselerde 0 * Eigenscheften der chemisch-reinen Kalkerde — „ * Veränderliche Bestandtheile der Ackerkrume * * Wirkungen der Grunderden auf den Humus „ des Bodens * 5 ortheile und Nachtheile des Sandes im Boden * 0 „ — Vortheile und Nachtheile des Kalkes im Boden „ 5 * — * * * Wirkung des Bodens bei der Vegetation der Pflanzen 2 0 * 21 2 e e R 2 A 2 —— — 44 49 40 50 51 52 52 53 50 58 60 01 62 64 64 65 ———' Dor b Seite. Pflanzen die zum Theil die Beschaffenheit des Bodens anzeigen. 8 5 5 5 5 8 3 76 Verfahren bei Untersuchung des Bodens 79 Bestimmung des specifischen Gewichts. 8 8 78 Bestimmung der Feuchtigkeit. 5 8 5 5 70 Bestimmung der gröbern Bestandtheile.. 8 80 Bestimmung des Sandes. 5 2 5 4 8 81 Bestimmung des Kalk's, Talk's und Eisen's. 5 82 Bestimmung des Humus.. 83 Bestimmung der Thon- und Kieselerde besonders 94 Bestimmung der Salze und des Extractivstoffs 5 84 Zweiter Abschnitt. Von der Ackerbestellungskunde(Agricultur). 5 5 80 Erstes Kapitel. Vn de Düngungss 87 Nahrungsstoffe der Pflanzen. 8 5 8 a 87 Atmosphärische- oder LuftdüngFun g 98 Wassern. 0 2 0 8 5 8 901 Eigentlicher Bungngnm 02 Mist oder vegetabilisch-animalischer Dünger.. 05 Vegetabilische Beimischung 5 8 5 8 8 oa Utin 2 5 5 8 2 8 5 5 0⁵ Behandlung des Düngers o 95 Mists tas, 88 00 Anwendung des Düngers oder Behandlung des Düngers auf dem Acker. 8 8 2 5 8 5 101 Compost. 8. 5 5 8 5 8 4 104 Hordendung ens. Med rreneee Verbesserung des Bodens durch Grunderden„ 4 116 Zweites Kapitel. Von der Bearbeitung des Bodens.% 117 Hacken und Graben. 5 4 2 5 1 117 Pfüiignsnss‚s Werkzeuge zum Pflügen Allgemeine Anstcht vom Pflug Einzelne Theile des Pflugs 0 * * — — X— Sei Eigenschaften eines guten Pflugs. N.„ 1286 Das Pflügen selbst e, 5 5 8 1 8 0 132 Tiefe des Pflügens„ 4... 5 5 134 Wiederholung des Pflüg en? 2 13⁵ Ackerbeete. 0 5... 5 4 130 Allgemeine Bemerkungen über das Pflügen 9 8 138 Das Eggen 5 0 5. 9 7 150 Das Walzen d 5 1 1 5 5 5 140 Von der Urbarmachung noch nicht bebaut gewesener Län— dereien 0 5 5 5 5 5 5 141 Drittes Kapitel. Vestellung des Ackers 5 Vom Säen J)VVVVVVVVVVT Das Säen mit der Hande... 1 5 3 149 Das Säen mit Maschienen 8 5 5 8. 150 Vortheile der Drillkultur.. 8 1 8 151 Ncthel deren 151 Quantität des Saamens. l 5 a 5 a 152 Bedeckung des Saamens. f 8 5. 153 Saatzeit. 5 5 5 5 5 8 5 5 154 Entwässerung des bestellten Acketr sz„ 1235 Befriedigung des e 5 5. 5 5 b 150 Behandlung der Feldfrüchte während der Vegetation 157 Lockerung des Bodens(Reizmitie der Vegetation). 100 Dritter Abschnitt. Einerntung und Aufbewahrung der Feldfrüchte 5 8 162 Art und Weise des Abbringens des Getraides. g 103 Allgemeine practische Regeln, welche bei und vor der Ernte zu beobachten sind, 1 5 5 50 166 Dreschen. 5 5 5. 1 1 a 2 108 Das Reinmachen 5 a 8 a 5 8 1 170 Allgemeine practische Regeln, welche beim Dreschen zu beobachten. 5 5 8. 1 5 8 171 Von der Aufbewahrung des Getraides„ 173 Vierter Abschnitt. Pon der spetiellen Kenntniß und Behandlung der agronomi— schen Pflanen,. 2.. 0 174 ——&: ——— sssrrSy%õ00¹** Erstes Kapitel. chte* 8 8 0. 0.* 175 Bon de t Weizen 5 2 2.. N 9 177 rten des Weizens. 5 3 5. 8 l 178 Dinkel. 5 2 5 8 5 5 5 2 182 8 1 3 87 Spe— N 0 5— 0** 18 Emmerkorn, Einkorn 5.. 5 i 6 185 Roggen 5 5 0 4 4 5 N 5 1 18 Arten des Roggens. 5 N f 5 1 5 185 Gerste 5. 5 f 8 5 5 8 8 180 Arten derselben. 5 5 1 5 3 5 5 188 Hafer 5 5 a.„ 8. 5 189 Arten des Hafers 8 5 05 5. 8 9 101 Allgemeine Bemerkungen über den Halmfruchtbau n. 102 Huülsenfrüchte 8 5 5 5 5 5 5 5 193 Die Pferdebohne 7 a. 3 5 2 f 103 Arten derselben 4 8 8 5 i 5 5 194 —— 1 Er 810 mhm 8 Die Schminkbohne 4„—— 2* 0 9 2 8 Dio le Eroje**—**——** 195 . 6 wWile Linse 5*. 0 0***. 197 1 Arten der Linse 5. 1. 5. 4 19 0 5 9 Die ile— 5 0*—— 7 5 198 3. Die er. 0 5— N 1 5 10 Arten erfelben— 9** 0—* 200 6 11. N Neri 01 her den Hsseyfre 14 0 1 Augemeine Bemerkungen über den Oülfenfruchtbau⸗ 200 (Einige andere Mehsgehende Nys 10 8 Einige andere Nehlgebende Früchte. 8 9 5 201 — 2 2 5 Der Buchweizen 55* 1. 0* 2 201 9 FNosfolko 5 Arten desselben. 1 5 8 8 55 3 0 202 5 D*— 0 0** 0 203 —* 4** 7 0 204 0* Ia S ee Irie r 5 Der Mays oder tuürkisch Korn. 5 1 4 0 204 Meta SS Felgen 8 Arten desfelben. 5 8 5 5 2 8 8 206 * 0* 0 200 raides. 8 5 20 2— Bor e über die Getraidearten 271 ihle der jungen Saat.. 212 Seite. Zweites Kapitel. Von den Brach oder Hackfruchten n 2135 Knollenartige Wurzelgewächse... 8 8 215 Die Kartoffel. 8 4 8 8 8 0 8 215 Fortpflanzungsmethoden der Kartoffeln. 8 8 219 Arten der Kartoffeln. 8 8 2 5 8 8 222 Die Erdbirn. 5 5 a 8 1 5 223 Die Rüben.. 3 2. Mängold öder Nünfelfgken 22 Arten derselben. 8 5 2 8 5 g 226 C d Schwedische Turnips oder Rutabaga 5 8 a 227 CCITT Spindelförmige Wurzelgewächse„ Die weiße Rübe 5 5. 8 228 Arten derselben. 8 5* 5 2 5 8 220 Mohren(Moorrüben) FFCCCCCCCCCCC e Pastinaken 5 4 5 5 5 3. 233 Allgemeine practische Bemerkungen über Wurzelgewächse 284 n e Der Kohl, Weißkraut, Kraut. f 5 f 256 Arten des Kohl's 5 8 5 8 8 5 8 237 Drittes Kapitel Vom Handel- und Manufacturkräuterbauu. 2238 Oelgewächse).. Rübsen, Rübsaamen, Wintersaamen„„ JI 20 Sommerrübsen.„ Sommerraps e f 8 i a 8 8 242 Der englische Schnittkohle. 8 8.. g 242 Der Mohn 0 5 ä„„ Chinesischer Oelrettig e.. 5 0 5 8 5 243 Der Senf 5 5 5 5 5 5 5 5 24 Die Dotter oder Schmalz. 8 a. 0 5 244 Spinnpflanzen oder Bastpflanzen.. 4 b 245 Der Hanf. 5 5 8 5 0 f 245 Der Flachs oder Lein 5 2 * * 1 9 N g D 0 9 9 6 8 2 2 8 0 1 0 ö 1 5 7 N. 7 B — XIII Seite. Der Sibyrische Flachs 8 3 2 3 251 Allgemeine Bemerkungen über Spinnpflanzen. 252 Farbekräuter. 1. l. 253 Der Waid. 5 8 4 8 8 5 253 Safflor 8 5 8 8 5 8 8 5 54 Krapp, Färber rothe 2⁵⁵ Waun. 8 4 8 0 5 5 5 2 250 Gewürzkraäu ter„ 250 Der Kümmel.. 5 5 3 8 257 Der Anis. 5 5 5 5 8 2 5 258 Der Koriander. 5 5 2 1 5 1 250 Der Schibarzküͥmm enn. 259 Siebenzeiten 2 5 2 5 4 200 Saffran 8 4 5 8 5 5 8 200 Hopfen 2 8 5 5 5 8 5 5 201 Arzneikräuter.. 5 5 204 Süßholz. 5 5 5 0 8 8. 204 Einige andere Arzeneikräuter. 5 20 Technische Pflanzen. 1 8 8 5 260 Kanariensaamen 8 5 g 5 2 20 Weberdis tel„„ 207 Eigentliche Hanbelspftunzen 5 5 4 8 208 Cichorie 8 0 1 8 4 8 8 95 208 Lupine 55.— 8 5—* 8 270 Taback 5 2 4 8 Allgemeine Bemerkungen über Bau Fünfter Abschnitt. Bearbeitung der Wiesen. * 0 der Handelsfrüchte 273 * — Vom Futterkräuterba u ü 274 Erstes Kapitel. Natürlicher Futterbau 5 1 27³⁴ Wiesenbau. 8 e 5. 275 Behandlung oder Eultür 955 Wiesen 0 29 Düngung der Wiesen? 200 Bewässerung der Wiesen„„ 281 285 Nachtheile, welche der Wiesencultur entgegen. 5 287 Ernte der Wiesen 5. 5 8. a 5 289 —— 0 1 5 697. Weidewirthschaft 33) f Feldweide n.. a g 5 5 5 5 b 202 Wiesenweide 5 5 4 8 0 8 4 8 204 Anger- und Leeden oder Nasenweide N 1 Waldweide B c Schwemmwiesen, 2323 Zweites Kapitel. Künstlicher Futtebn eng Der spanische Klee.. 8 5 5 5 5 298 Luzerne 1******** 307 Esparsette 5 5 4 0 8 5 5 85 311 Der Spörgel V 313 Gräser)JJ)VJV%CVVVVVCTVCVJVVVGCVC0. WWW Ace) 0 Achi 5 5 d Al Asre Aer N— Ai. Al 4¹0 All * Ane Aue Ant Ant * — 5 Verzeichniß der lateinischen Pflanzen- und Thiernahmen, Acer campestre 4 8 Achillea Millefolium. Adonis 5. 5 5 — pernalis. 5. — aàestivalis. 5 Agrostema Githago. 5 Agrostis stolonifera. 4 — I[pica venti.. — capillaris 5 a Aira cespitosa.. 5 Allium arenosum 4 Alopecurus pratensis. Alline media. 8 Anethum Foeniculum — graveolens Angelica Archangelica. Anthemis arvensis 5 — tinctoria — Cotula. 0 —— nobilis 5 b Anthoxanthum odoratum 278. Seite. Artemisia Absinthium e 5 0 5 8. 200 Cinnabie Arundo arenaria 8 5 8 e 8 a 5 5 144(arluns Asclepias[y riaca 5 0 5 8 8 g e 8 251 Carex v Astragalus Cicer 8 8 2 8 5 5 8 8 277 1 Avena 5 8 8 5 8 1 2 8 g 189 Carpim — fatua 8 5 0 8 8 8. 0 159. 187 Carthal . ee 8 8 2 8 8 4 5. 101 Cirum — lat iy A alba* 0 5 8 8 0 8* 191 Caucalls — anglica 5 8. 8 2 5 8 9 191 5 — praeco&„.... 8 5 191 Centaur —flava 8 8 5 8 1 5 8 8 5 191— — nuda 8. 5. 4 8 0 5. 192 Ckenope eller 5 8 5. 5 8 278. 302. 814— —— pubescens 8 8 g 4 8 5 5 85 278 8 — flavéscens 8 2 e 0 0 8 5 278 ure Alnus glutinosa 8 5 8 5 4 8 8 8 200 ö 7 18 2 1 57 2 5 Berberis vulgaris 5 8 5 8 8 8 5 157 210 üer! Beta Cicla 0 5 8. g. 224. 220 2 — altillima 5 0 5. 0 0 0 220— — vulgaris rubra. 5..... 220 8 Bralsica oleracea 5. 5 5 8 8 8 5 242 Gicher 77. gengylode 8 8 8. 3 27 a Sent ylodes 227 bib ——— capitata 8 8 2 0 8 5 30 B l f 9 CLoulchi ——.— Botrytis 8 5 2 5 5 5 238 0 5 e Collum —— Napo-Brallica 1 8 a 0 2. 220 R Convo — Apa—. 8 0 0 8 0 8 28 5 0 1—ç Coria — ap us.— 0 8 8 8. 8 5 5 0 8 1 8 250 Corn .—— aestiva... 5. 5 241 0 1 2 0 Corp — campeltris 5 5. 0 0 8 5 24 ö P 0 3 Coron —— Gel 8 8 5 8.* 242 8 5 8 Cratze Briza media 5 5 5 5 8 5 8 f 278 0 f . 5 kocus Bromus sterilis.. 8 5. e 5 5 144. 313 bl 1 8 cu —fleeslinns 1. 5 5 8 5 8 159 — arvenlsis. 5 5 5 3 5 150 1 N 8 Chöcu een, 8 1 2 4 5 5 278 i 5 Cynol — giganteus 8 8 5 8 8 8 278 f 5 8 f Carus Bupleurum rotundifolium 0 0 8 8 159 1 8 3 80 det Cannabis lativa 8 i 8 8 8 8 245 N Duc 55 XVII— 5 5 Seits 200 Cannabis chinensis. a. 5 l. 5— 27 16 Carduus 5 8 2. 0 5 8 a 158 2 Carex uliginosa 6 5 a f i 77 *— arenaria 8 5 8. 5... 144 100 Carpinus Betulus 5 8 5 5 5. 157. 187 / Carthamus linctorius 5 a 2 5 d 8 8 254 190 Carum Carvi 5 5 5 a 8 5 a. 257 95 Caucalis grandiflora 5 5 8. J. 150 5— daucoides 8 f. g 0 e 159 2 Gentanrea CVyanilss. 150 10¹— benedicta. 5 5 2 ö. g 200 102 Chenopodium viride 8 5 5. 5 77. 159 —¹⁴ f— album 5 5 5 0. 5. 150 218— Bonus Henricus 5 5 5 a f 300 275 Chrysanthemum segetum 8 8. 5 5 5 150 200— Leucanthemum. 5 a 2 158. 500 „ A0 Cicer sativum 5 5 a 5 0 5 f 5 199 4. M0—— nigrum 5 5 5 5 5. 200 220—— rubrum 8 2 5 8 5 2 8 200 2²⁰.— album 4.. e. 2 200 242 N Cichorium Intybus. g 5 5 b. 208 2⁷ Cicuta virosa... 5 g. b. 270 230 N Golchicum autumnale 5 8 g 5 8 5 279 236 Columba domestica. 8 2. 8 8 g 5 158 20 Convolvolus arvensis 5 5 5 5 i 8 156 W 5 Coriandrum sativumm. 0 5 8 5 a 250 90. Cornus languinea 4. 8 N 8 a 157 24¹ Corvus Cornix 8 5 2 N 2 5 5 158 240 f Coronilla varia 5 5 8. 5 8 5 5 277 2 Crataegus Oxyacantha 8 g.... 157 278 Crocus slativus. 2. 5 8. 8 5 20 315⁵ Curculio granarius. 5 1 5.... 174 159— frumentarius 8 N 8 8 ö 174 150 Cuscuta europaea. g 8 8 5 249. 278 278 Cynosurus cristatus.. g 0 8. 278. 315 278 Clavus 5 5 8 g. f. 5 321 150 ‚ Dactylis glomerata. f a... 77. 278. 515 2⁴⁵ Daucus Carota. 1 i 5 8 5 1 2 5 230 — XVIII Delphinium Consolida, 8 Dipfacus fullonum 5 — sylvestris.. 5 Elymus arenarius 5 l Equisetum arvense 2 — palustre. 5 Erica vulgaris... 0 Eriophorum vaginatum. 8 Ervum Lens 5 Euphorbia Cyparissias. Festuca ovina 5 5 5 — duriuscula. 8 — fluitaus l 5 — elatior. 8 8 Fraxinus excelslor 4 5 Formica nigra. g.. — cespitosa 8. — rubra 5 8 Fringilla domestica l . montana 8 5 Fumaria officinalis 5. Geranium pratense 5 Glycyrrhiza glabra. g Gryllus migratorius 5 5 Hedysarum Onobrychis. Helianthus tuberosus 5 5 — annuus 5 MHeracleum Sphondylium e Hesperis matronalis 5 5 Holcus lanatus 8 — N 8. Hordeum 4 8 0 8 — vulgare 5 5 —. nigrum 5 » eren.. — kteirastichon 5 0 — eocriton. 5 3 — nudum 0 4 5 1 5 5 159 5 207. 208 1.. 208 5 76. 144 5 8 158. 279 . 0 5 279 8 5 76. 145 5 0 77 5 5 8 197 5 5 279 76. 14. 278. 315 70. 278. 315 4 8 278. 314 5 8 8 314 5. i 200 5 5 0 288 8 5 0 288 8 5 298 . 5 8 158 2 0 4 158 . 8 77. 150 5 5 320 ... 204 3 0 6 158 8 5 e 0„ f 225 5. 8 2.5 5 5. 279 a. 245 0 8 278. 815 a„ 5 278 .. g 186 8 6 5 188 „ 0 0 0 188 0„ f 188 0 5 e 188 5 5 189 4—-— Hordeum coeleste — frutescens Humulus Lupulus. Hyosciamus niger Inula Helenium 5 Ilatis kinctoria 2 Lathyrus pratenfis. — tuberosus Ledum palustre 8 Leontodon Taraxacum Ligustrum vulgare Limax agrestis. Linum usitatislimum — perenne 5 Lithospermum arvenfe Lolium temulentum —— perenne 5 Lonicera Xylosteum Lotus corniculatus Lupinus albus Medicago sfativa 8 — lupulina. — falcatkaa Melampyrum arvenke Melica nutans 8 Melisla officinalis. Mentha crispa.. — piperita — ar vensis Mus Cricetus — agrestis 5 Musca hordei. 2 Myagrum sativum Nicotiana Tabacum — Ata — glutinosa — paniculata — fruticola, „ Seite. . 180 5 189 251. 201 270 2 66 25 1 5 277 . 27 771 . 309 5 157 188 247 251 5 159 8 150 5 314 8 157 f . i N 270 ö 307 5 78 5 266 2 20 5 200 5 279 2 . 1357 . 157 . 158 244. 249 270. 272 . 272 5 22 0 272 2722 FF. Seite. Nigella sativa. 8 0 g.. 9- 250 100 Noctua gamma 5 5 8 8 8. 5 8 242 15 Ononis spino la g 8. 5 5 0. 150. 278 5 — arxvensis 9 e. 5 g.. 150 8 Panicum miliaceum 5 N 1 5 5. 203. 204 f 7 — sanguinale 5 5 5 8 5 20 apf — italicum 5 8 8. 8 5 5 5 204 0 — germanicum g g. 5„„ 20 Reed — indicum 5 8 5 8 5 5. 8 204 Men Papaver somniferum 5 5 8 5 5 8 245 ina — Rhoeas 8 5 8 8 5 5 8 77. 1509 5 Pastinaca sativa 5. 55 faba Phalaena margaritalis. 1 5 5 2 8 232 fubus — nictitans 5 4 b 0 0 5 5 158 5 — secalis 5 8 8 0 1 4 5 1 158 Nubig — Tinea granella 5 5 8 8 8 174 f Tata — graminis 5 a 5 3 5 2 0 288 Hall Phalaris canariensis 5 e 5 5 5 5 5 200— Phaseolus nanus 8 5 8 8 5 5 5 8 104 ö— Phormium tenax 8 g 8 2 g 4 8 252— Phleum pratense 8 2 5 f 8 278. 315 dali Pimpinella Anisum 5 8 5 8 2 0 8 258 Kapo Pisum sativum g 5 5.... 105 dar Plantago lanceolata 8 2 5 8 8 f. 277 Seta — media 55 8. 5 3 5 5 277. 300 Hert⸗ Poa annua 5 0 5 5 5 5 e 0 8 309 — trivialis 0 8 8 8 5 5 f 315 ding — pratensis 5 8 8 8 8 8 8 0278 f — aquatica 9 5 8 8 8 8 278. 315 Polygonum Persicaria 5 8 5 5 8 5 279 Hun — Fagopyrum 8.. 8 8 201. 202 Holen — Convolvulus N 5. 150 0 Halid — aviculare. 5. 8 8 5 8 77 N Populus nigra 0..... 206 u Potentilla anserina 8. 0 5 8„ 8 hen — reptans 8 g 5..„ 5 77 2 Poterium Sanguisorba. 8.. 77. 14d. 277. 314 Hp Quercus Roburt. 8 8 8 5 8 187 usb Ranunculus arvensis.„. 150 Un —ů—— ͤ ͤ—— Seite. 250 202 278 150 „ 0g 2⁰⁴ 00 20 2⁵ 150 2³³ 17⁴ 315 Ranunculus Flammula. — acris 8 — Lingua 8 — bulbosus Raphanus chinensis 8 — Raphanistrum Reseda luteola 8 8 Rheum Rhabarbarum RAhinanthus Crista galli — Alectorolophus RAubia tinctorum Rubus fruticosus 2 — caesius g 8 Rubigo 2 Ruta graveolens. 5. Salix arenaria — alba. 5 8 — fragilis 8 — vitellina 8 Salvia pratensis Saponaria Vaccaria 5 Scirpus cespitosus Secale cereale* 8 Serratula arvensis 8 — tinctoria 8 Sinapis arvensis f — nigra. — alba 5 8 Sium latifoliunmnmn Solanum tuberosum 8 Solidago canadensis 5 Sonchus arvensis 8 Spartium[eoparium Spergula arvensis 5 — nodosa 1 Symphytum officinale Scarabaeus Melolontha Talpa europaea 9 XXI Seite. 5 279 270 * 279 0 279 . 245 5 150 77. 256 . 206 159. 270 1 159 5 255 „ 159 159 0 200 200 „ 70 . 200 8 200 5 200 5 278 245. 514 77 184. 185 8 150 — 25⁰ 139 . 244 „ 244 . 279 . 215 0 256 150 . 251 70. 144. 313 14 —— ö——w]Ä——— Thlalpi arvense 5. 0 2 7 2 f 2 150 Tenthredo flava 8 8 8 5 8 5. 5 242 Tilia cordata 8 0 l 2 8 5 8 5 187 0 Trifolium pratense. 5 8 5 8 8 5 f 277 ——— satiyum.. 8 0 g 5 208 — hy bridum 5 f g 8 g„277. 506 i — fragiferum g g. a 277. 300 — repens 0 5 g 0 f 277. 301. 306 — montanum a 5 8 2 5 277. 806 — agrarium 5. 5 0. 5 277. 300 —— alpestre. 8 8 5 5 b f g 306 — rubens 8 a 2. a 5 a 300 — aulreum. 0 5 2 5. 1 306 — filiforme 5 5 5 5 5.. 300 Trigonella Foenum graeeum.. 5. 5 200 Triticum 5 5 5. 5. 8 5 176 — repens 8 8 5 0 5 144. 159 ö — satliyum 0 g 5 5 179. 180. 182 ——— aestivum 5 5 5 8 179 — hybernum 8. 5... 170 — alternans 8 0 5 f 5 8 5 170 di. compositum 5 5 5 5 2 181 10% — tiurgidum. 2 5 5 5 5 0 181 ö — polonicum 8 5 9 8. 8 181 i man — Spelia. 8.. 5 5 5 182 15 —— aestiva 5 5 8 5 8 183 amyleum. 8. 5 5 5. 183 solben — monoceccum. 8 5 5 5 g 183 oh, gu. Tussilago Farfara 2 5 5 n. 5 77. 158 fare — Petasites 5 5 5 5. 0 5 279 g e rxedo segetum 8 5 e 5 8 5 8 5 207 math Irtica dioica. 8: 5 8. 5. 5 251 En Neis Gees 8. 5 2 8 5 8 8 158 — Faba 5 5 7 5 a f g 105. 10a — 3 01 C —— egquina.. 8. 5 i 5 104 Ils Ee — lativ a 5 N 5.. n a 198 e e „„. 5 0 5 8 g 5 8 108 1 10000 — pisiformis 5 5 5 8 199 eh — biennis— 5 5 5 5 8 g 109. 277 shrun — narbonensis 5 a a.„-. 100 505 U — slepium 5 i 5 5 5 8 e 5 277 g Zea Mays 1 a 5 5 5 8 8 204. 200 en ag 963 ch; nden o gur; 77. 300 77. 500 01. 300 Erklärung der Kupfertafeln. EE Taf. I. Fig. 1. stellt den Grundriß und Durchschnitt der stätte dar, wie solche gegenwärtig in Tieffurth eing 1 und für sehr zweckmäßig befunden worden ist. aa sind zwei bedeckte Kanäle, welche den- Urin in den vor dem Stall liegenden Urinfang aus dem Kuhstall leiten, von wo aus er durch eine Pumpe in ein Faß gebracht und weggefahren werden kann. b ist ein ähnliches Reservoir, in welches das ablaufende Regenwasser und das, was vom Miste abläuft, gesammelt wird nd woraus der Mist nach Belieben begossen werden kann. Im Durchschnitt nach Linie ab ist bei c' die Rinne 5 bar, die um die ganze Miststätte herumgeht, um das Re egenwaf ser abzuhalten und nach den Reservoir b zu führen. Die Misiscätte ist übrigens mit einem Geländer eingefaßt, so, daß die Kühe am Tage auf dem Miste f stehen können. N Fig. 2. ist die Seitenansicht vom Thüringer Pfluge, so wie ich solchen verbessert habe und wie er alle Bedingungen erfullt, die man mit Recht daran machen kann. Das Streichbret ist nicht wie bei den gewohnlichen, gerade, sondern gewunden und das Schaar ist gewölbt, aber weniger groß, auch ist die Verbindung des Schaars mit dem Streichbrete ganz anders, wie beim gewohnlich en und mehr so wie die am Smallischen Pfluge, das Sech habe ich so eingerichtet, wie Small, weil ich diese Form für die beßte hielt. Uebrigens fehlt die Schneideschraube nicht und kann in vielen Fällen die Stelle des Sechs ersetzen. Das Vorgestell ist so eingerichtet, daß die feinsten Stellungen dadurch möglich werden. Die Leier i der gewöhnlichen ganz verschieden aber sehr bequem, wie die Er— fahrung seit 3 Jahren gelehrt hat. Jig. 4. zeigt die vordere Ansicht des Vorgestells. Die Räder laufen an einer Spille, was offenbar besser ist als eine Achse. Fig. 3. ist die Ansicht von unten. Uebr igens ist diese Zeich⸗ nung nicht dazu entworfen, um einen Pflug darnach zu bauen, sondern nur um eine Idee von seiner Einrichtung zu erhalten. — —— 2 eee e eee .. 7 N 1 — XXIT— Fig. 5. die Seitenansicht des Sechs. Fig. 7. u. g. ist die Seiten- und untere Ansicht vom höl⸗ zernen oder Stockpflug, wie er im Voigtlande und andern Ge— genden üblich ist. Fig. 6. ist der gewöhnliche sächsische Ruhrhaaken, den wir bereits hier mit Vortheil gebrauchen. Taf. II. Fig. 9. ist der siebenschaarige Exstirpator, dessen Schaare aber anders geformt und befestiget sind, als dieß im Sandbo— den nöthig. Mehr als 7 Schaare halte ich in schwerem Boden nicht für rathsam und demungeachtet ist er doch von großer Wirkung und erspart beim Bestellen viel an Arbeit. Fig. 10. ist der sächsische Kartoffelpflug mit beweglichen Streichbretern. Er kann allein zum Anhäufeln oder auch in Verbindung mit der Thaerischen Kartoffelhacke gebraucht werden, die man einige Tage vorher gehen läßt. Fig. 11. ist der Schaufelpflug mit 5 Schaaren, ein nach meiner Einsicht nicht zu entbehrendes Instrument beim Hack⸗ fruchtbau im Großen. Nur muß er in schwerem Boden sehr fest construirt werden. Fig. 12. die verschiebbare Egge. Fig. 14, 15, 16. die Schneide, Zahnsichel und das Sichet. Fig. 13. der Feldgeier, wie er gewöhnlich construirt zu wer⸗ den pflegt. — —— g un e Wan d ken, n g ssen chen im Sanoöbo⸗ erm Boden von große sebeglichen auch in st werden, ein nach um hac doden sehr Sichel. zu per Einleitung. 5§. 1. Begriff der Landwirthschaft. Die Landwirthschaft, als Wissenschaft betrachtet, lehrt die Grundsätze und Mittel, zur nachhaltigen Hervor— bringung gewisser nutzbarer Naturproducte in größ⸗ ter Menge und Güte und mit dem verhältnißmäßig mindesten Aufwande von productiven Kräften, kennen. 3 §˖. 4 Umfang der Landwirthschaft— Im weitesten Sinne des Worts würden allerdings auch die Producte des Mineralreichs hieher gerechnet wer— den können, indeß werden sie von der eigentlichen Land— wirthschaft im engern Sinn um so mehr ausgeschlossen, als die Mittel, deren man sich zu ihrer Hervorbringung 1 bedient, von ganz anderer Art sind. Man beschränkt daher die Land wirthschaft schlechthin nur auf die Production der wichtigsten, dem menschlichen Leben un— lll. entbehrlichen Pflanzen und nutzbaren Hausthiere. 0 . 3. unf Geist der Landwirthschaft nach ihrem Vetrieb. unn Die Landwirthschaft kann man auf zweifache Art Nit behandeln. Einmal bloß als Handwerk, dann aber 605 auch als Wissenschaft, oder wissenschaftliche llt Kunst. Der bloß handwerksmäßige Betrieb der Land— 167 wirthschaft unterscheidet sich nicht von irgend einem an— gun dern Handwerk. Er besteht in der bloßen Nachahmung Gew der Handgriffe und Verfahrungsarten anderer, ohne wei— N tere Prüfung noch Aufsuchung der letzten Gründe. 1 Er ist also nichts, als eine Erlernung sinnlich wahrzuneh⸗ mender Dinge. §. 4. Ganz etwas anders ist der wissenschaftliche Betrieb. n Dem wissenschaftlichen Landwirth sind die mechanischen a Handgriffe nicht unbekannt, er ahmt sie aber nicht blind⸗ en! lings noch ohne Prufung nach, sondern er thut dieß nur, Hach nachdem er die Gründe aufgesucht, auf welchen diese oder x0 jene Verfahrungsart beruht. Die wissenschaftliche Erler⸗ fen 9. nung setzt keine als die allgemeinen Grundregeln der ich fe Wissenschaft überhaupt fest, sondern der wissenschaftlich Ane gebildete Landwirth findet diese Regeln für jeden bestimm⸗ U ten Fall und giebt sie dann als normales Gesetz für diesen 0 . fel, Fall. 5 lun 2 — 3— eschränkt 8 auf die 8 5 0 chen un; Der handwerksmäßig gebildete Landwirth kennt f 0 ur das Gewerbsprincip der Landwirthschaft, das des 4 höchsten Geldgewinnes, ohne alle Rücksichten auf andere Umstände. Auch bei der wissenschaftlichen Behand— 6 ö g 1 i* g 2 f 17 lung der Landwirthschaft wird die Vollkommenheit der 0 ache Ar. 5„ 0 ö 1 Wirthschaft zuletzt beurtheilt nach der Große des reinen f ann abe f i b 5 f Gewinnes, demungeachtet ist dem wissenschaftlichen Land— ö 1 wirth dieser nicht das höchste Princip, sondern ihm gilt 0 e es: durch die Benutzung eines gegebenen Terrains die ö e Kunstidee zu realisiren, wovon zuletzt der höchste reine N 10*„* e Gewinn immer Folge seyn wird. 1 lle soei⸗ An merk. Dieser Unterschied ist aber nicht einerlei, mit pra— 1 Hräͤnde. ktisch und theoretisch, als welche sich nicht entgegen stehen. 9 z uneh— 0 4 90 65 b Vollendung der Landwirthschaft. N Das wichtigste Bestreben des Landwirths geht da— ö ettieb. hin: die Erde und das Thierreich, so wie die f lischen bei der Production wirkenden Kräfte seinem Wil⸗ 1 blind/ len möglichst zu unterwerfen und von ihm abhängig zu 5 nur, machen, und je weiter es der ausübende Landwirth hier— b e oder in gebracht hat, desto unabhängiger wird er von äu⸗ Erler; ßern Verhältnissen und Einflüssen seyn und desto freier n det wird seine Wirthschaft sich bewegen. aftlich Anmerk. Daß das Bestreben des Landwirths darauf gerich— 1 tet ist, die Natur, in sofern sie ihm zum Gegenstand dient, sinm⸗ sich möglichst unterthänig zu machen, leidet keinen Zwei— diesen fel; und daß er dann am höchsten steht, eben so wenig. Denn, wenn er z. B. durch eine vorzüglich gute und dem Local angemessene Bestellung seine Aecker behandelt, wer— 1* —— 4— den sie jeder Witterung besser widerstehen und ungünstige äußere Einflüsse weniger empfinden und man kann in diesem Fall sagen: daß er sich frei von den nachtheiligen Einflussen der Natur gemacht habe u. s. w. Eben so ge— wiß ist es, daß die vollendeiste Wirthschaft weniger Miß— ernten ausgesetzt ist, als eine schlechigeführte. 9. 7. Wesen der Landwirthschaft und Verhältniß derselben. Die Landwirthschaft gehört zu den Naturwissen⸗ schaften und ist in der That die angewandte Naturlehre im weitesten Sinne. Sie ist die kehre von der Thä— tigkeit der Natur und tritt dann ein, wo die reinen Naturwissenschaften schließen. Sie beruht daher wie alle empirischen Wissenschaften, wohin philosophisch betrachtet die Naturwissenschaften gehören, auf Erfah— rungen, d. h. auf durch Versuche oder Beobachtungen gefundene Wahrheiten. §. 8. Die Erfahrung aber erlangt man entweder durch Versuche oder durch Beobachtungen; im ersten Falle setzt man die Natur in Stand Resultate zu geben, im zweiten bemerkt man die freiwillig wiederkehrenden Nesultate. Anmerk. Comparative Versuche sind vorzüglich geeignet das Gebiet der Landwirthschaft zu erweitern. ö. 9. Hülfswissenschaften der Landwirthschaft. Wenn wir die Landwirthschaft zu den angewandten Naturwissenschaften mit Recht zählen können, so geht 2 ungünsige kann in chlheiligen en 0 ge⸗ suger Riß, lhen. urwissen, aturlehte r Thä wo die ht daher saphsc Erfah- schtungen t durch n ersten zu gebeß, chenden gnet das f. vandten so geht — 3— — schon daraus hervor, daß sie die reinen Naturwissen⸗ schaften voraussetzt— aber diese auch nicht allein be; darf sie, um Sätze zu entlehnen oder zu gränden, son⸗ dern noch mehrere andere, welche sich unter folgende Abtheilungen bringen lassen: „8. IJ. Naturwissenschaften. Die Natur ist die große Werkstätte des Landwirths, er muß daher alles Materielle nicht nur, was sich darin be— findet, kennen lernen, sondern er muß sich auch mit den in derselben stets wirkenden Kräften, sie betreffen das Or— ganische oder Anorganische, bekannt und vertraut machen. Der Reihe nach hat er sich mit folgenden Theilen der Na— turwissenschaften zu befreunden: 1) Naturgeschichte.— Sie zeigt ihm im Allge⸗ meinen gleichsam die Bildung aller Naturkörper(Ge— nesis), ihre Eintheilung und Beschreibung u. s. w. Als vorzügliche Theile von ihr sind im Einzelnen für den Landwirth nothwendig: Bechstein, gemeinnützige Naturgeschichte Deutsch⸗ lands. N. Aufl. a Bde. 1901. . 11. 2) Mineralogie oder Erd- und Steinkun⸗ de. Sie lehrt ihn nicht bloß die einzelnen Steinmassen und Erden nach ihren äußeren Kennzeichen kennen(Oriktognosie), sondern sie macht ihn auch mit der Bildung der Gebirge, 2 . 0 0 g FFT 8 c——— ů ů——— ¶—— — 6— mit den Gesetzen bekanut, wie solche vor sich N 6 gegangen(Geognostie) u. s. w. Offenbar ist f dieser Theil noch viel zu wenig cultivirt und 5 namentlich ist die Geognosie noch zu wenig auf die 0 Bodenkunde oder Agronomie angewandt, wor— aus sich aber gewiß sehr wichtige Resultate erge— ben würden. f Richter, Taschenbuch für Geognosie. Freiberg 1918. 0 Ein Werk über agronomische Mineralogie fehlt ganz. 90 b) Pflanzenkunde oder Botanik, theils im Allgemeinen, theils vorzüglich in Beziehung 5 auf den Gebrauch und Anwendung der Pflanzen, g i 5 (okonomische Botanik). Whistling, ökonomische Pflanzenkunde. a Bde. Leipzig 1805— 7. 1 E 8838 c) Thierkunde, Zoologie. So wie Pflanzen, eben so sind auch Thiere ein Gegenstand der öko— nomischen Production; alles was daher in der 50 Viehzucht über die Natur, Beschaffenheit und Lebensweise der Thiere gesagt wird, ist aus der Thierkunde entlehnt und wird daher aus dieser 1 1 9 vorausgesetzt. 5 1 Oken, Naturgeschichte. Ir Thl. Jena 1818. 4 Meyer, Naturgeschichte der Hausthiere. Göttingen 1702. 8. 135 2) Naturlehre, Physik.— Die Lehre von den äußeren Eigenschaften der Körper und ihren E lachpir bor sich bar ist irt und uf die / por⸗ le erge⸗ reiberg lo in chung inzen, deipüg Grundkräften. Auch diese sind zum Theil so innig mit der Landwirthschaft verbunden, daß sie oft Sätze daraus entlehnen muß. Ein Werk fehlt darüber in Beziehung auf Landwirthe. Es sind daher zu erwähnen die Lehrbücher von: Gren, Kastner, Meyer u. a. 3) Chemie.— Die Lehre von den innern Eigen— schaften oder Bestandtheilen der Körper. Hermbstädt, Cameralchemie N. A. Berlin 1817. Davy, Agriculturchemie. Aus dem Engl. v. Wolf. Berl. 1814. 4) Physiologie der Thiere und Pflanzen, oder die Lehre von den Gesetzen des organischen Lebens. Eine noch zu wenig von den Landwirthen beachtete Wissenschaft. Kieser, Grundzüge zur Anatomie der Pflanzen. Jena 1815. Sprengel, über die Natur und den Bau der Gewächse. Halle 1812. . 14. 5) Meteorologie oder die Lehre von der Wit— terung. 5 Voigt, Witterungskunde. Weimar 1811. 6) Heilkunde der Thiere und Pflanzen. Busch, System der theoret. und prakt. Thierheilkunde. 3 Thle. Marburg 1800— 15. 5 II. Mathematik. So innig wie irgend eine Wissenschaft mit der Landwirthschaft verbunden; denn fast alle Unternehmun— — — ————..—— F U 3 gen des Landwirths setzen die Ausmittelung bestimmter 05 Srößenverhältnisse voraus und die Mathematik ist die 1 Wissenschaft, welche ihn daruber unterrichtet. Sie zer⸗ f 2 fällt in: 9 1) Reine Mathematik. i 3 §. 16. 2 2) Angewandte Mathematik. Von dieser 40 vor allen wichtig: Statik, Hydrostatik, Mechanik 90 und Hydraulik, weil sie sämmtlich in steter Bezie⸗ hung auf die Landwirthschaft stehen. Busch, Versuche einer Mathematik. à Thle. 1798— 1802. „ a 1 1 0 7 3) Praktische Geometrie und Nivellir— sc kunst e 5 3 und Meyer, prakt. Geomet. 5 Thle. Göttingen 1802—9. N. A. b ch. 4) Oekonomische Baukunst. Sie muß über Fu jede Anlage der verschiedenen landwirthschaftlichen Nh Gebäude den gehörigen Aufschluß geben. f Gilly, Handbuch der Landbaukunst. 5 Theile. N. A. 1805 0 vis 1811. Braunschweig und Halle. „ 18. b Nebenwifsenschaften. Nicht gegründet, aber befreundet ist die Landwirth⸗ schaftswissenschaft noch mit folgenden, womit sich der gebildete andwirth allerdings bekannt zu machen hat⸗ bash imer st die Sie er dieset cchanif Bezie; 550 1902. lis- N. A. über ichen 10⁰⁵ 1 der — 9— 1) Enchklopädie der Kameralwissenschaften. Sturm, Grundlinien einer Encyclopädie der Kameralwis— senschaften. Jena 1807. 2) Handlungslehre. Büsch, Darstellung der Handlung. 2 Thle. Hamb. 1808. 3) Technologie. Weise, Oekon. Technologie. Erf. 1802. 4) Landwirthschafts- Recht und Polizey. Hagemann, Handbuch des Landwirthschafts-Recht. Han— nover 1907. §. 19. Eintheilung der Landwirthschaft im Allgemeinen. Man bedient sich bei Erzeugung der landwirth— schaftlichen Producte entweder besonderer, oder allgemei— ner Mittel. Jene gehören einer bestimmten Branche zu und können theilweis vorhanden oder nicht vorhanden seyn; diese beschäftigen sich mit den hervorbringenden Kräften nicht nur, sondern auch mit dem Material, d. i. dem Landgute. Dadurch entsteht: 1) die specielle, 2) die allgemeine Landwirthschaft, oder die landwirthschaftliche Gewerbslehre und die Landhaushaltungskunde, . 20 Geschichte der Landwirthschaft. Die Geschichte der Cultur überhaupt ist auch die Geschichte der Landwirthschaft, denn beide sind eine Folge . 10——— der Vereinigung der Menschheit in ein gesellschaftliches Verhältniß. Während des Nomadenlebens dachte der Mensch nicht an die Bearbeitung des Bodens, sondern er begnügte sich mit dem, was er ihm und seinem Vieh freiwillig gab. Als er sich aber an eine feste Wohnung band, der ersten Aeußerung des Culturzustandes, und ihm nur ein bestimmtes Stück Land zu Gebote war, mußte er durch Arbeit und Fleiß die Natur unterstützen und so entstand die Bearbeitung des Bodens oder der Feldbau, der sich nur vergrößerte und vervollkommnete mit der Vermehrung der Bedürfnisse. S 2 Offenbar ging die Viehzucht dem Ackerbau voran. Denn man hatte sich längst mehrere Thiere unterthänig und zu Gesellschaftern gemacht, ehe man das Feld baute, was erst Folge einer höhern Thätigkeit und selbst der Industrie seyn konnte. Die Viehzucht konnte aber nur so lange der einzige und alleinige Zweig der Landwirth— schaft bleiben, so lange die vorhandenen Menschen andere Bedürfnisse als diese nicht kannten. §. 22. Wenn es wahr ist, daß der Anfang der Cultur in Indien zu suchen, so muß auch der Anfang der Land— wirthschaft dort gesucht werden. Was wir indeß histo⸗ risch davon wissen, ist höchst unvollständig; nur aus dem jetzigen Zustande dürfen wir schließen, daß die alten Judier ziemlich weit im Technischen der Landwirthschaft ip der! Alerding Anne ui dle 9 sehtete! taßfaßg sche dun len über lach lich iheg u aber bol bot, dag Eie sche eseß zu ies Ale Loth. E Khun shitt un faut ln. E uuf die N cht und aftlicheg chte der sondern en Bach Johhung , und wat, rstͤzen er der mnete voran. hänig zaute, der hut ikth⸗ dere waren. Sie kannten den Pflug und andere Instrumente und der Grad der Bevölkerung, auf dem sie standen, setzt allerdings einen bedeutenden Getraidebau voraus. Anmerk. Ueber die Landwirthschaft der Indier findet man, wiewohl nur wenig, in: Ehrman, Darstellung von In— dien. Weimar 1800. §. 23. Mehr wissen wir von dem alten Aegypten, das mehrere Gelehrte noch bis auf den heutigen Tag für den Uranfang aller Cultur halten, wenigstens so weit histori— sche Data reichen. Nichts ist von aegyptischen Schrif— ten über den Ackerbau auf uns gekommen, wir wissen auch nicht, ob irgend etwas Handschriftliches darüber bei ihnen vorhanden war; aus allen Nachrichten die ir aber von diesem Volke haben, geht mit Gewißheit her— vor, daß sie die Landwirthschaft mit Industrie betrieben. Sie scheinen die Erfinder der Bewässerungsanstalten ge— wesen zu seyn und die Benutzung des Nils zum Vortheil ih— res Ackerbaues, setzt eine ungemeine technische Fertigkeit voraus. §. 24. So wie bei den Indiern, so wurden auch bei den Aegyptern die Landwirthschaft und ihre Pfleger hochge— schätzt und um dem Volke die Nützlichkeit des Ackerbaues darzuthun, zog man denselben in das Gebiet der Reli— gion. So wurden die wohlthätigen Elemente und die auf die Vegetation wohlthätig wirkenden Kräfte göttlich verehrt und nützliche Hausthiere waren den Göttern heilig. Sr E — 2 . 3 — — 9 — 12— Anmerk. Nachrichten hierüber in: Herodot, Strabo, f 100 0 ö —* 1 40 10 4 1 4 11 1 1* 10 14 1 10 4 1 J e Plinius. U K 25. Wie hoch die Landwirthschaft bei den morgenländi— f 9 schen Völkern getrieben wurde, wissen wir zum Theil 1 aus der heiligen Schrift. Denn die meisten Volksstämme ei de * N beschäftigten sich bei ihnen, vom König bis zum Armen auc de 0 herunter, lediglich mit dem Ackerbau und der Viehzucht PDiößhi 1 und verdankten die Einfalt ihrer Sitten nur dieser Be— Auedle 5 schäftigung. Auch bei den nicht jüdischen Stämmen des hel, 4 Morgenlaudes stand die Landwirthschaft in hohem Anse— bud 0 ö hen, so wie z. B. die Perser den fleißigen Anbau des rssa 1 Landes für einen Dienst hielten, den man Gott erweise. eth 104 Paulsen, über den Ackerbau der Morgenländer. ach 0 5. 26. s Bei den Griechen ward auch die Landwirthschaft, 1 0 wie alle Künste und Wissenschaften hochgepflegt. Von 1 6 ihnen sind uns noch Schriften geblieben, woraus zu be— fk 8 weisen steht, daß sie selbst theoretisch darüber zu raisoni⸗ del ö ren wußten. Und wie sollte auch ein Volk von so poli⸗ t tischer und wisseuschaftlicher Ausbildung, von so großem 1 geistigem und physischem Umfange nicht dieß Gewerbe u vorzugsweise begünstigen, was allein die Quelle der phy— fc sischen Existenz ausmacht. Schon in den frühesten Zei— Wxchl ten der Griechen erhob sich bei ihnen der Ackerbau, indem fat sie früh in ein gesellschaftliches gemeinsames Verhältniß He traten. Ihre Bevölkerung zeigt deutlich wie weit sie es fehal in der Production gebracht. ind cg genländie im Theil fostämme 1 Nen ziehzucht eser Be⸗ nen des n Me, hau des etweise. schaft, Von zu be⸗ aisont, so poli⸗ großen ewerbe r phh⸗ n Zeit inden jallniß fee es Von ihren Schriftstellern über den Ackerbau ist bloß Hesio— dus auf uns gekommen. §. 27˙ Was die frühern Völker begannen, bildete sich bei den Römern in seinem ganzen Umfang aus. So auch der Landbau. Er ward bei ihnen eine hochgeachtete Beschäftigung und sie fühlten gar bald, daß er nur die Quelle alles Heils und alles Wohlstandes der Nation war. Er wurde, bevor dieses Volk vom Eroberungs— schwindel ergriffen ward, und ehe es das Nauben und Pressen anderer Völker gelernt hatte, so gut und mit solchem Erfolg getrieben und die römischen Landwirthe verfuhren so systematisch, daß man noch lange darauf ihre Schriftsteller über den Ackerbau bei uns als Muster wissenschaftlicher Behandlung dieser Kunst ansah. In den spätern Zeiten, wo sich der Luxus in einem nie er— hörtem Grade des Volks bemächtigte, drang er bis in die Hütte des einfältigen Landmanns und da, wo vor— mals üppige Kornfelder prangten, erhoben sich jetzt Lust— wälder und Gartenanlagen, wo vormals einfache Woh— nungen, Scheuren und Ställe auf den Villen standen, erhoben sich später Palläste, welche alle übrigen Gebäude verschlungen zu haben schienen. Die nutzbaren Haus— thiere wurden vermindert und an ihrer statt seltene Thiere und Fische aus allen bekannten Welttheilen un— terhalten. So wurde die Landwirthschaft ein Gegen— stand des Luxus in Rom und die unterjochten Völker Africa's und Asien's so wie Europas mußten die Bedürf⸗ 55 . .——— — —— rr——— e 3 5 722 1 — 14— nisse von Außen liefern. Das Volk aber und mit ihm die Landwirthschaft giengen so bald zu Grunde. Ueber römischen Landbau: Virgil's Georgica üͤers. v. Voß; ferner die Schriften von Cato, Varro, Columella und Palladius zus. herausg. unter dem Titel: Scriptores rei ruslicae ron Geßner, neuerlich von Schneider. §.„ 28. Wichtiger für uns ist die Geschichte der teutschen Landwirthschaft, obgleich nicht weniger schwierig. Ob wir uns schon zum Theil, durch die übertriebenen, fabel⸗ haften Berichte der Römer veranlaßt, eine gewiß sehr falsche Vorstellung von den alten Teutschen machen, so scheint doch nicht ohne Grund angenommen werden zu können, daß zur Zeit, wo sie die Römer kennen lernten, ihre Landwirthschaft eben nicht auf einer hohen Stufe der Vollkommenheit stand. Lebensart, Sitten und Clima waren nicht geeignet, jene stille sittliche Kunst, dem Krieg wie der Jagd gleich fremd, empor zu heben. Daß aber jenes alte Germanien, das wir nicht mit dem heuti⸗ gen Teutschland verwechseln dürfen, schon mehrere selbst wildwach sende Pflanzen enthielt, die den Römern sehr erwünscht waren, erfahren wir aus Plinius; dieß waren: Pastinake, Spargel und Nik tiz. Auch scheint die Viehzucht zu jenen Zeiten nicht unbedeutend gewesen zu seyn, was um so wahrscheinlicher ist, da aller landwirthschaftliche Betrieb zunächst mit der Vieh⸗ zucht beginnt und die vielen Weideplätze an den Ströh⸗ men, so wie die bedeutenden Wälder mußten sie begünsti⸗ gen. Schon früh trieben die alten Germanen Pferde— — nit ihn ella und ores rei zucht, aber nach Cäsars Bericht war die Rage derselben schwerfällig und zum Reiten kaum brauchbar. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß das jetzige brabanter das alte ursprüngliche teutsche Pferd ist. Später indeß fin⸗ den wir ungleich mehr Aufmerksamkeit auf dieses edle Thier verwand, und Vegetius, ein römischer Schriftstel— ler über Thierheilkunde, empfiehlt seinen Landsleuten vor— züglich die thüringer Pferde. Das Rindvieh damaliger Zeit schildert man als klein; die Schweinezucht wurde am stärksten betrieben, wozu die Eichen- und Buchenwäl— der wohl sehr behülflich waren. Auch der Schaafzucht widmete man schon einige Jahrhunderte vor Carl dem Großen viele Aufmersamkeit. Vom Federvieh waren die Gänse wegen ihrer Größe besonders berühmt. §. 29. Auch der Ackerbau war den Germanen in der frü⸗ hern Periode nicht unbekannt. Sie kannten bereits den Pflug und andere Ackerinstrumente. Unter den Getraide— arten scheint der Hafer ihnen am frühesten bekannt ge— wesen zu seyn; später aber auch der Roggen, Waizen und andere. §. 30. Wenn die Landwirthschaft sich bei den alten Ger— manen verhältnißmäßig später erhob als bei andern freyen Völkern, so lag der Grund einmal in dem Mangel der übrigen Gewerbe, welche nur allein die dem Landbau günstigen Consumenten verschaffen, andern Theils aber 6 auch vorzüglich in dem nachtheiligen Umstande, daß alle Feldarbeiten den Sclaven übergeben wurden, während die größern Eigenthümer, das Beispiel der Griechen und Römer nicht nachahmend, der Jagd, dem Krieg oder müssigen Vergnügen sich hingaben und die Feldarbeit als etwas niedriges verachtend den Sclaven überließen. §. 31. Wenn auch vor Carl dem Großen schon viele wich— tige landwirthschaftliche Einrichtungen bestanden, wenn man bestimmte Landgüther hatte und das Land theilte, wenn man sich in Dörfer vereinigte und dadurch ein Beisammenwohnen erreichte, so kömmt mit ihm dennoch erst Licht in die Geschichte der Landwirthschaft. §. 32. Er selbst, dieser seltene Mann, bewährte sich als einen verständigen Oekonomen in den Wirthschafts-Ver— ordnungen, die er den Verwaltern seiner Güter ertheilte unter dem Titel: Capitulare de villis vel curtis imperatoris. Diese Verordnung, so wie die Auf— nahme des Inventarii, zeigt den Zustand der Landwirth— schaft damaliger Zeit sehr genau und beweißt, daß Carl der Große mit der Bewirthschaftung eines Guts sehr wohl bekannt war. §. 33. Obgleich vor Carl dem Großen auch alle einzelnen Zweige der Landwirthschaft bekannt und betrieben wur— 1 .——— . * 7 2 A Heggugeg 0 ug . daß al ihre di Mechen und Kriz ih clonzgt scher hieke vic , wenn d theilte, Nurch eig u dengoch t sch als ts/ et, katheilte curtis die Mf fo with 6 Carl seht aeg wu den, so beginnt doch mit ihm gleichsam der Anfang der Landhaushaltung, denn sein Capitulare enthielt eigent; lich die Vorschriften dazu. Nach ihm breitete sich die Landwirthschaft in al len ihren Zweigen mehr und mehr aus. Mit der Be— völkerung nahm die Consumtion zu, durch die sich mehr ausbreitende Cultur vervielfältigten sich die Bedürfnisse und es entstand mehr und mehr Reiz zur Production. Der Begriff über den Besitz und das Eigenthum wurde mehr fixirt; es wurden ferner fester bestimmt die Gesetze der Freien und Leibeigenen und der Unterschied zwischen großen und kleinen Besitzungen. Aber demungeachtet verweilt das Auge des fühlenden Menschen, trotz Carl's vermeintlicher Größe nicht gern auf den Gefilden des glücklichen Sachsens, die er mit dem Blute seiner Be— wohner düngte, indem er sie zur Annahme des Christen— thums, nicht im edlen Sinne dessen Stifters mit Liebe und überzeugend, sondern mit dem Schwerdte beredete. Was daher dieser Fürst, dem der Zunahme des Großen wohl mit Recht gebührt, auf der einen Seite für Teutschlands Landwirthschaft erbaute, riß er auf der andern nieder; denn die immerwährenden Kriege, die sein Ehrgeiz und sein Streben nach der Weltherrschaft ansponnen, konnten nicht anders als nachtheilig auf den nördlichen Theil Teutschlands wirken und mußten das Gewerbe der Landwirthschaft in seinem Innern erschüt, kern. §. 34. Aber wenn auch die äußern Verhältnisse günstiger gewesen wären, große Fortschritte in der Landwirth— schaft waren weder unter Carl, noch unter seinen Nachfol— gern zu erwarten, weil sie noch immer nur als etwas verächtliches, dem freien Mann unanständiges in den Händen der Sclaven sich befand. So lange dieß dauerte, und es dauerte lang, war an nichts Großen zu denken. §. 35. So wie die Geschichte der Cultur einer jeden Na— tion dem wogenden Meere gleicht, das sich bald über seine Ufer in tobenden Wellen erhebt, bald wieder zurück tritt, so auch die Geschichte der Landwirthschaft, die so innig mit der politischen und moralischen des Volks zu— sammenhängt. Wenn die Landwirthschaft Teutschlands unter Carl und den Carolingern im Ganzen sich erhob, wenn Wäl— der gerodet, Sümpfe ausgetrocknet und Einöden urbar gemacht wurden: so verdarb auf der andern Seite die Unterjochung der Slawen, jenes kunst- und gewerbflei— bigen Volks, in der Folge wieder, was dort gut ge— macht ward. Die Teutschen trachteten nach dem Eigen— thum ihrer Nachbaren und um sich dessen zu bemeistern bedurfte es der wüthendsten Kämpfe, wodurch das auf— blühende Teutschland verlohr, das cultivirte Slawenland aber und vorzüglich das Gewerbe der Landwirthschaft zu Grunde gerichtet wurden. ˙¹¹ꝛAA geößte öden Weste 11 9 df Duc Nuts Mittel tea sechter fe Wirf Vea aug den! ache ff ten U Aa, a Un, Shit guysiger§. 36. moith, Während durch die Unterjochung der Slawen der Nachsal größte Theil ihrer schönen Ländereien zu Wüsten und Ein; li etpag öden wurden, gieng der teutschen Landwirthschaft aus in den Westen ein neuer Stern auf. Es fügte sich nemlich, daß dauert, zu Anfange des 12ten Jahrhunderts in den Niederlanden denken, die fürchterlichsten Orkane schreckliche Ueberschwemmungen; Durchbrüche der Dämme und Zerstöhrung der Gebäude verursachten. Die armen Bewohner muthlos und ohne en Nu; Mittel sich wieder anzubauen, suchten sich ein neues Va— 3 terland in den verwüsteten und öden Fluren der unter— zutück jochten Slawen. Diese neuen Ankömmlinge, gewerb— de so fleißig uud erzogen in der Schule der gediegendsten Land⸗ l wirthschaft, zeigten ihre Geschicklichkeit vorzüglich in der Bearbeitung wüster Ländereien. Sie trockneten Sümpfe aus und erweckten Fleiß, Thätigkeit und Industrie. In 1 Cul den meisten Gegenden wurden diese nützlichen Feldbauer Wit nachdem man ste hatte kennen gelernt, mit offenen Armen 6 aufgenommen und ihnen vorher nicht gekannte Freihei— 9 0 ten gestattet. Durch sie wurde der Grund zu freien 5 1 Grundbesitzern von kleinerm Umfange gelegt. Und was 05 man der Geistlichkeit damaliger Zeit auch mit Recht zur a 9 Last legen mag, so ist es doch faktisch, daß gerade sie es 400 war, welche jenen heilsamen Fremdlingen den sichersten 10 Schutz angedeihen ließ. Alf n§. 37. haft Judem auf diese Art fremde und bessere Ideen und Verfahrungsarten auf teutschen Boden verpflanzt wur— * den, hatte die Anlage don Städten' unter Heinrich J. vorzüglich dazu beigetragen das landwirthschaftliche Ge— werbe zu beleben. Denn nur da kann die Landwirth— schaft empor kommen, wo sich Menschen befinden, die andere Gewerbe treiben und dem Landbauer seinen Ueber— fluß abnehmen; und dieser Zweck konnte durch die An lage von Städten am gewissesten erreicht werden. §. 88. Unstreitig würde die teutsche Landwirthschaft un— ter diesen günstigen Verhältnissen fröhlich fortgeblüht ha⸗ ben, wenn nicht unter Carl dem Großen schon die Ein— richtung der Klostervögte getroffen worden wäre, die aber in späterer Zeit statt Recht zu handhaben, die ar— men Landbauer drückten und zu Sclaven machten, preß⸗ ten, wo sie befördern; unterdrückten, wo sie erheben sollten. Während früher diese Armen die Früchte ihres Fleizes doch großtentheils genießen konnten, erlaubte ih⸗ nen die Habsucht dieser unersättlichen Vögte kaum den dürftigsten Lebensunterhalt und hielt den armen Land— mann durch die Anwendung aller Arten von Qualen zur strengsten Arbeit an. Woher sollte unter solchen Umstän⸗ den eine freie ungezwungene Thätigkeit kommen? §. 39. Sie, die Klöstervögte, diese Quälgeister der armen Landbauer, drückten daher die Landwirthschaft nieder, indem sie ihre Pfleger gleichsam vernichteten. Sie wa— ren es aber auch, welche die Entvölkerung Teutschlands duch f „0 K Gele und wenn gen 0 gol, 10 f iel Mitt 0 beso speh llt fh übe rich J. sche Ge⸗ with; de, di en eher, die J aft un⸗ ͤht ha⸗ ie Ein die die ar, preß⸗ theben Vihtes ble ih⸗ nden Lund n zur an; durch jene bekannten, in der Geschichte der Menschheit ewig merkwürdigen Kreuzzüge zu befördern suchten. Vielleicht würden weniger der heiligen Fahne gefolgt und dem Tod im heiligen Lande entgegen geeilt seyn, wenn sie nicht, die friedlichen Bauer des Landes, in fer⸗ nen Gegenden, geheiliget durch die Entstehung der Reli— gion, wozu sie sich bekannten, ein besseres Loos erwar— tet hätten, als ihnen der grausame Vogt zu Hause be— reitete. 5§. 40. Wenn der Krieg überhaupt als das unseeligste Mittel das landwirthschaftliche Gewerbe zu zerstöhren angesehen werden kann, so trifft dieser Vorwurf ganz besonders die Kreuzzüge. Denn bei ihnen wirkten mehr als bei jedem andern Krieg, die eben begonnene Cultur und mit ihr die begonnene Landwirthschaft zu zer⸗ stöhren. Herrlich sagt Anton in seinem classischen Werk über die Geschichte der teutschen Landwirthschaft:„Den Landleuten war es vorzüglich eine erwünschte Gelegen— heit, sich ihrer Obliegenheit und dem Druck der Vögte und Verwalter zu entziehen und gleich dem Heerbann, zu dem sie sonst nur als Troß gehören konnten, in fremden Landen rauben und plündern zu können.“ Und weiter: „Der Liederliche folgte dem Kreuz um ungestrafter schwel⸗ gen zu können; der Schuldner um seinen Gläubiger nicht befriedigen zu dürfen u. s. w.“ Daß auf diese Art eine sehr große Entvölkerung in Teutschland eintreten mußte ist begreiflich, und daß diese dem Landbau den größten Schaden brachte folgte von 7 119 felbse i 1b lat . 41. 5 Az os Aber auch die Kreuzzüge, so verderblich sie von 0 der einen Seite waren, hatten dennoch mannichfaches Gute zur Folge. Durch die Betrachtung fremder Län— der, fremder Wirthschaften brachten viele der Krieger. neue Ideen in ihr Vaterland, neue nützlichere Verfah⸗ i rungsarten verbreiteten sich und sie lernten neue nützliche U 6 Pflanzen und Thiere kennen, die ihnen vorher unbe⸗ 10 kannt waren, wodurch der Ackerbau unstreitig gewinnen fich mußte. f Das war aber nicht allein die Lichtseite der Kreuz⸗ a züge, sondern ein anderer Vortheil, den sie dem Land— de bau brachten, war die Milderung der Leibeigenschaft t und selbst die gänzliche Freiheit mancher Leibeigenen. u dh 9. 42. die Fast bis zu Ende des 18ten Jahrhunderts scheint e die Landwikthschaft sich sehr gehoben zu haben. Zwei mächtige Hebel waren es, die dazu dienten. Einmal die fernere Ausbildung eines dritten und freien Stan⸗ des, des Bürgers, ein bestimmteres System im städti⸗ u schen Wesen und gewiß mit diesem die Bildung des Han⸗ a featischen Bundes. Durch ihn vergrößerten sich Teutsch⸗ t lands Städte, der Bürgerstand als Consument ver— Je mehrte sich und der in- und ausländische Handel herrlich et aufblühend, führte den inländischen Ueberfluß leicht 17 0 te hon fie hon hfaches T Lan; rieger erfaß⸗ liche unbe⸗ innen reuzz Land; chaft . 83 den auswärtigen Consumenten zu und vermehrte dadurch den Reiz zu produziren. Auch wurde von jetzt an, wenn nur langsam fortschreitend, das Verhältniß der Leibeige— nen von Zeit zu Zeit milder und dieser Umstand ist einer der wichtigsten. 8. 43. Schon zu Ende des Taten Jahrhunderts entstan— den in Teutschland mehrere Universitäten, mehrere noch im Tsten Jahrhundert. Noch dachte man aber freilich bei ihrer Stiftung nicht an einen Lehrstuhl der Land⸗ wirthschaft, welche sich in den Händen der niedrigsten, rohesten Volksklasse noch als ein bloßes Gewerbe befand. Aber mit der Stiftung der Hochschulen ward dennoch die wissenschaftliche Behandlung der Landwirthschaft mittelbar gegründet. Man fing nemlich an die Natur; wissenschaften mehr zu schätzen und stiftete ihnen eigene Lehrstühle und so konnte es nicht fehlen, daß dadurch die praktische Anwendung derselben wenigstens eingelei— tet wurde. §. 44. Im röten und 17ten Jahrhundert war aber noch immer nicht an eine wissenschaftliche Behandlung der Landwirthschaft zu denken, vielmehr blieb sie auch hier noch in den Händen der Leibeigenen und nur wenige Freie machten sie zu ihrer Beschäftigung. Demungeach— tet ist es gewiß, daß die Landwirthschaft zu Anfange des 1yten Jahrhunderts schon bedeutende Fortschritte als — 24— Gewerbe machte, man hatte es in der Veredlung der Nutzthiere in der That schon weit gebracht; man kennte mehrere Handelskräuter in Thüringen, besonders Farbe⸗ kräuter und Gewürzkräuter und der Getraidebau stand auf einer bedeutend hohen Stufe, wie sich aus der Be völkerung und dem Handel des eigentlichen Teutschlands schließen läßt. In vielen Gegenden Teutschlands ver— minderte sich die Zahl der Leibeigenen durch persönliche Befreiung. Und was im vorigen die Hussitenkriege und in diesem der Zojährige Krieg für die Landwirthschaft und die ganze Bevölkerung Teutschlands nachtheiliges wirkten, wurde theils durch jene Befreiung, theils aber auch dadurch, daß der freie Bürger in den Städten sich zum Theil dem landwirthschaftlichen Gewerbe widmete, wieder gut gemacht, §. 43% f Nach dem westphälischen Frieden, in der Mitte des 17ten Jahrhunderts, lag allerdings das Gewerbe der Landwirthschaft, sehr darnieder, weil das arme Landvolk während des schrecklichsten aller Kriege nicht nur Haus, Hof und Habe, sondern mit ihnen sogar den Muth sich von neuem anzubauen verlohren hatte. Ganze Dörfer standen verwüstet und leer und vieles Land, was früher cultibirt war, wurde jetzt zur Wüste und blieb aus Mangel an Menschenhänden in diesem Zustande geraume Zeit liegen. 5 Die Seegnungen des Friedens indeß traten bald an die Stelle der Verwüstungen des Kriegs. Schon zu Ende des ung 90 in fennt⸗ the, ben dad b den Be ische inds ont ksonlich iege und ihschaft heiliges ls aber ken sich idnete, le des e der bol Haus, ch ber her aus ume bie des 9 23 8 — 17ten Jahrhunderts wurde in! vielen Gegenden Teutsch⸗ lands der Bauer frei und Eigenthümer seiner Besitzung, wahrend er früher bloß Knecht seines Edelmanns war. Wir finden zu Ende dieses Jahrhunderts selbst größere Eigenthümer sich dem landwirthschaftlichen Ge— werbe widmen und schon dämmert ihr ein wissenschaftli⸗ ches Licht; denn man fing jetzt an über dieses Gewerbe zu schreiben. 8. 46. Dem 18ten Jahrhundert war es aufbehalten, daß die Landwirthschaft in ihm zur Wissenschaft erhoben wurde. Schon zu Anfange desselben entstanden Lehr⸗ stühle für diese Wissenschaft auf teutschen Universitäten. Es bildeten sich gelehrte Gesellschaften und meh—⸗ rere gebildete Männer vom Reiz des Landlebens angezo⸗ gen, verließen das geräuschvolle Stadtleben, begaben sich aufs Land und übernahmen zum Theil die Bewirth⸗ schaftung ihrer Güter selbst. Aufhebung der Leibeigen— schaft in den meisten und fruchtbarsten Provinzen Teutsch— lands, die Zerschlagung der Domainen wirkten wohl⸗ thätig auf den praktischen Betrieb. Schon in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts beginnt die Landwirthschaft in ihrer wissenschaftlichen Behandlung. Man findet zwar schon im 16ten Jahr- hundert Schriften über Landwirthschaft, man kann aber nicht sagen, daß sie die Wissenschaft zu begründen ge— dient. Aber Schriften die schon in der Mitte jenes Jahrhunderts erschienen, zeigen ein offenbares Bestreben der wissenschaftlichen Behandlung. Es traten Männer 14 unh hervor wie v. Eckart, Reichart, v. Münchhau— Nn sen und andere. I ch Jetzt kam auch der Zeitpunkt wo man Theorie und uf! Praxis verband. Vorzüglich reich ist die 2te Häͤlfte des id letztverflossenen Jahrhunderts an Vortheilen, die der Land⸗ dagen wirthschaft wurden. Vel Mehrere Fürsten fingen an der Landwirthschaft Un Aufmerksamkeit zu schenken; man fing an durch Aufmunz i l terungen aller Art eines Theils den praktischen Betrieb, Ich d andern Theils das wissenschaftliche Studium der Land⸗ Clan wirthschaft zu begünstigen.„elf Eine entschiedene Wendung erhielt die teutsche d; Landwirthschaft und namentlich die sächsische durch Sch u⸗ du bart von Kleefeld, welcher den Kleebau verbrei— mit tete und eine Menge anderer Futterkräuter im Großen zu bauen anfing. Eine Folge davon war die Stallfütterung, 1nd jene rein teutsche Erfindung, die gleichsam eine neue 1 Epoche gründete. Später erhob sich in Teutschland unter allen nörd— lichen Ländern fast zuerst die Zucht der Merinos, wo⸗ 0 durch ebenfalls eine neue Periode der Landwirthschaft be⸗ so gründet wurde. f 5 8. 47. dies Das wissenschaftliche Studium wurde zu Ende Land des vorigen Jahrhunderts ganz besonders begründet. Mehrere gelehrte Männer in den Naturwissenschaften u wohl erfahren, widmeten ihre Bestrebungen der Land— 115 —————V— Wümme wirthschaft und zündeten so in ihr ein neues Licht an. hau, Man verband Theorie und Praxis gleichmäßig uud be⸗ i förderte so die Wissenschaft bedeutend. Den Unterricht e auf Universitäten fand man sehr bald nicht zureichend tr des und es bildeten sich in mehrerern Ländern Teutschlands bud, eigene Justitute, auf welchen Theorie und Praxis in Verbindung gelehrt wurde. Es trat jetzt der günstige hschtf Umstand ein, daß auch bessere Köpfe, Männer von Ge nun nie und Bildung sich der Landwirthschaft widmeten und trieb, daß der größere Theil der Gutsbesitzer aus den höhern Land; Ständen nicht für zu gering hielt, seine Wirthschaft selbst zu besorgen. Als einen vorzüglichen Beförderer ulsche und zum Theil als Gründer des wissenschaftlichen Stu; chu; diums der Landwirthschaft wird der Name Thaer stets erbrei⸗ mit Achtung und Dankbarkeit genannt werden müssen, en zu So weit die Momente der äußern Geschichte der ung, Landwirthschaft. neue §. 48. lid Betrachten wir nun die äußere Geschichte und 95 wenden sie auf das innere, oder das Gewerbe selbst an, 1 b so bieten sich uns vier Hauptperioden der Geschichte der Landwirthschaft dar. In der ersten, oder Entwickelungsperiode, war die Viehzucht dem Ackerbau noch weit überlegen, ja die de Landwirthschaft bestand fast einzig in Viehzucht. det. Die zweite Periode ist die, wo Ackerbau nnd Vieh— ten zucht in ein richtiges Verhältniß kamen, so daß Gras⸗ nd⸗ und Weideland just so viel war um das nöthige Vieh zu . 28—— halten und dadurch den nachhaltigen Dünger zu erzeu— fl gen. Dieß war der vollkommenste Zustand. gehe In der dritten Periode wurde der Ackerbau der Viehzucht wieder eben so überlegen, wie in der ersten die Viehzucht dem Ackerbau; denn mit der steigenden Be— with völkerung stieg die Cultur und die Bedürfnisse und man verwandelte von Zeit zu Zeit mehr Weide und Grasland in Acker als daß Verhältniß der Viehzucht zum Ackerbau ertragen konnte, und dieß brachte den Verfall des natür⸗ lichen Verhältnisses der Landwirthschaft hervor. 16 Nach diesen drei natürlichen Perioden tritt die Ate oder künstliche ein. Sie enthält die Aufgabe der Wissenschaft, deren Bestreben dahin gehen soll die 2te vollkommenste Periode durch die Kunst wieder herzustellen. —— N 2 — 2 2„—* N —— 2 8——— —— 8——— 1 ——— 8 F— 8.—— 1 — — Der Anmerk. Ueber die Geschichte der teutschen Landwirthschaft im weitesten Sinne haben wir ein classisches Werk, des— sen sich keine Nation rühmen kann, schade daß es nicht 1 vollendet ist. Der Titel ist: Anton, Geschichte der teutschen Landwirthschaft. 5 Thle. §. 49. Literatur der Landwirthschaft.* Die neuere Zeit ist reich an Schriften über die Landwirthschaft, doch mehr der Zahl als dem Geiste nach. Man hat auch in dieser Wissenschaft bald gelernt mehr um des Geldes, als um der Sache willen zu schrei— ben, und dadurch sind eine Menge Schriften entstanden, deren Nichtexistenz keine Lücke in der Literatur verur- sacht hätte. Es kann nicht unsere Absicht seyn ein voll— 00 Pe. — er zu% su elseh, d a i 5 ständiges Verzeichniß hier zu liefern, vielmehr sollen nur die wesentlichsten Schriften kurz hier verzeichnet werden. 1 60 l der der Min de 55 22 1 gig die Diejenigen Schriften, welche die gesammte Land— (genden gs. Lal di wirthschaft umfassen: e und ag 5 0 gal J. B. von Rohr, Einleitung zur allgemeinen Land— nA und Feldwirthschaft der Teutschen u. s. w. Leipz. des galli⸗ e J. G. v. Eckart, Experimental Oekonomie über das litt die mineralische, vegetabilische und animalische Reich ushabe der u. s. w. N. A. von Suckow. Leipzig 1782. ol die ate. n Der Hausvater, eine ökonomische Schrift von Münch⸗ wich hausen. 6 Thle. gr. 8. Hannov. 1782— 84. 1 e l Germershausen, der Hausvater in systematischer 1 Ordnung. 5 Bde. gr. 8. Hannov. 1783— 86. 8 Thlr. 12 gr. Walther, Lehrbuch der Landwissenschaft. gr. 8. 17 Gießen 1808. N. A 4 Thlr. ler die Gee Weber, praktisches Handbuch der Feldwirthschaft. 2 Bde. gelernt gr. 8. Frankf. 1807. 4 Thlr. 16 gr. sch Dessen chebret. praktisches Handbuch der größern Vieh— finde, fucht, gr. 8. Leipz 1810. 1 Thlr. 12 gr. 1 Thaer's Einleitung zur Kenntniß der engl. Landwirth—⸗ l schaft. 3 Thle. gr. 8. Hannov. 18016. 9 Thlr. e AA — 30* Thae'rs Grundsätze der rationellen Landwirthschaft 4 Thle. gr. 4. Berlin 1809— 10. 20 Thlr. Schwerz, Anleitung zur Kenntniß der belgischen Land— wirthschaft. 3 Thle. gr. 8. Halle 1807— 14. 5 Thlr. 8 gr. Trautmann, Versuch einer wissenschaftlichen Anlei— tung zum Studium der Landwirthschaftslehre. 2 Bde. gr. 8. Wien 1814. 5 Thlr. 12 gr. Gericke, praktische Anleitung zur Führung der Wirth⸗ schaftsgeschäfte. N. A. 3 Thle. gr. 8. Berl. 1808 bis 16. 12 Thlr. 20 gr. a Eine vollständige Kenntniß der ökonomischen Lite⸗ ratur gewährt: Weber, Handbuch der dͤkonomischen Literatur. Leipz. 1806- 1813. 4 Bde. Berlin und Breslau. 6 Thlr. 20 gr. ————— 1081. Thle. N land; II. Anlei, 88 Mile Erster Theil. 2 Bde. ö 5 4 Specielle Landwirthschaft. Birth; 5. 30. 755 Die ökonomische Gewerbslehre oder specielle Land⸗ wirthschaft hat es theils mit der Production gewisser g Ute, nutzbarer Pflanzen, theils mit der Production gewisser nutzbarer Thiere zu thun. In sofern diese Pflanzen auf 1 Aeckern gezogen werden, sind sie der Gegenstand des 10 Ackerbaues und in sofern die Thiere dökonomisch—⸗ elan. nutzbare Hausthiere sind, machen sie den Gegenstand der Viehzucht aus. Sie zerfällt daher in zwei Theile— den Ackerbau und die Viehzucht. Erste Abtheilung. A ck e r ib a U. §. 51. Er begreift nicht bloß die Kenntniß des Bodens und seiner Bearbeitung, sondern auch die Kenntniß und Cultur aller Pflanzen, welche Gegenstände der Land— wirthschaft überhaupt sind, daher auch der Futterpflan; zen. Der Ackerbau ist zwar, in sofern er vorzugsweise zur Erzeugung unentbehrlicher menschlicher Nahrungsmit⸗ tel bestimmt ist, der wichtigste Theil der Landwirthschaft; da er aber, einzelne höchst seltene Fälle ausgenommen, nicht ohne die Viehzucht bestehen kann, so ist er von die— ser nicht zu trennen. Seine Behandlung zerfällt in meh— rere Abschnitte wovon nun gesprochen werden soll. Erster Abschnitt. Von der Kenntniß des Bodens und seiner Bestand— theile.(Bodenkunde— Agronomie.) 8.82. Der Boden oder der Acker, als der eigentliche Ge— genstand des Landwirths, ist sehr verschieden, einmal nach seinen Bestandtheilen oder innern Eigenschaften, ferner nach seinen äußern Eigenschaften, zu letztern ge⸗ hören seine Lage und überhaupt alle Beziehungen auf andere Gegenstände. Bei seiner Betrachtung fallen zu— nächst zwei Haupttheile in die Augen, nämlich: 1) die Ackerkrume, 2) der Untergrund. §. 33. Ackerkrume. So nennt der Landwirth die obere lockere Erd⸗ schicht des Ackers, so tief derselbe gepflügt wird, d. i. also Ein Vos Fo Lon dene Eide den, 1 der gan der obere Theil des Bodens so weit er in Cultur ist— Aktepffag, Man nennt sie vorzugsweise auch nur Boden. Sie ist sahgsgeis zu betrachten: rungsmit; 1) Nach ihren Bestandtheilen, welche man in chat; Haupt- und Neben- Bestandtheile ones, oder dauernde und veränderliche bon dit theilen kann. in nah 2) Nach ihrer Tiefe. 01. f 3) Nach ihren allgemeinen Eigenschaften. §. 54. Dauernde Bestandtheile der Krume. d Hieher gehören vor allen Dingen die gewöhnlichen j Erden, die überhaupt in verschiedenen Mischungen den Boden bilden. Man kann sie, da sie eigentlich den Boden bestimmen, Grunderden nennen. liche Ge; einmal K. 33, schatet Grunderden— e Obgleich die neuere Chemie mehrere, bis jetzt an 1 a 10 verschiedene Erden kennen lehrt, so können uns als len Landwirth doch nur diejenigen interessiren, die in verschie— 1 denen Verhältnissen und Mischungen aller Orten die 1 Erdoberflache und deren Untergrund also den Acker bil— f den. Diese bestehen nun in folgenden vieren: 1) In der Tho nerde, 2)—— Kieselerde, f 3),—— Kalkerde, Erd; 4)—— Talks oder Hittererde. 0 . also 5 g ä ů ů—— ů————— Keine von diesen vier Erden findet sich in der Na, tur rein vor, sondern entweder sind sie unter sich verbun⸗ den oder mit Säuren oder mit andern Stoffen. So ist die Thonerde gewöhnlich in Verbindung mit Kieselerde und Eisen, wie im Thon; die Kieselerde mit Thonerde im Kiesel; die Kalkerde mit Kohlensäure im gewöhnli— chen Kalk; mit Schwefelsäure im Gyps; die Talkerde mit mehreren Säuren. d. 36. Um über die Eigenschaften jeder dieser Erden, auch in ihren reinem Zustand entscheiden zu können, ist es nothwendig sie in reinem Zustande kennen zu lernen, in welchem sie aber nur vermittelst der Chemie dargestellt werden können. ö. Chemisch-reine Thon- oder Alaunerde. Sie macht einen Bestandtheil jeder Art von Thon aus, worin sie mit Kieselerde und oft mit Eisen und andern Substanzen gemischt vorkommt. Nächst der Kie⸗ selerde ist sie offenbar am weitesten über die Erde verbreitet. Sie scheint recht eigentlich die Grundlage alles zur Vegetation geschickten Bodens zu seyn, indem wir sehen, daß jeder Boden dem die Thonerde ganz ab⸗ gehet, zuweilen ohne alle Vegetation ist. Auch ruht die ganze praktische Eintheilung des Bodens mehr oder we— niger auf dem Gehalt des Bodens an Thonerde. Wenn man annehmen kann, daß jede der drei Grunderden einem * —— di d 15 der N 0, eigenen Naturreich entspreche, so ist es ohne Zweifel, berbun; daß die Thonerde dem Mineralreich entspricht. A 48 Ob ist FN Wieseledde Thogerde 2 5 5 55 a i a Cigenschaften der chemisch-reinen Thonerde. 0 Sie ist farbenlos, geruch und geschmacklos, 8 an der Zunge, in reinem Wasser ist sie nicht loslich; Feuer erhärtet sie im hohen Grade, mit Säurn erzeugt sie füßlich zusammenziehende Salze. 90 Man kann e chemisch reine Thonerde am leich⸗ 195 testen aus dem Alaun darstellen, wenn man nämlich ei⸗ . nen Theil reinen Alaun im Wasser löst und im Wasser ebnen, 8 . gelöstes Kali hinzusetzt bis kein Niederschlag mehr er— gestellt 8 i— N folgt, so mischt sich das Kali mit der Schwefelsäure und die Thonerde scheidet sich ab. Diese chemisch reine Thonerde, welche in der Natur nie so vorkömmt, ist nicht mit dem Thone zu ver⸗ 5 wechseln, ob zwar dieser sie in der Natur am meisten dar⸗— 0 bietet N und tr Kiez§. 39. s Erde T h o n. ah Er ist eine Mischung aus Thonerde und Kieselerde, dem denen nicht selten Eisenoryd beigesellt ist. Der Thon i ab, scheint durch die Verwitterung des Feldspaths und Thon— iht die schiefers, so wie anderer thonartigen Steine entstanden be zu seyn. Venn Häufig ist aber die Kieselerde der Quantitat nach, inen die Thonerde aber nach den Eigenschaften überwiegend. 3 Aeußere Kennzeichen des Thons. Der Thon kömmt vor: gewohnlich erdig und zer— reiblich; von Farbe weiß, gelb, röthlich, blau, schwarz und grau. Er hat einen eigenthüwlichen Fettglanz, eben so einen eigenthümlichen erdigen Geruch, der viel; leicht von der Verbindung mit dem Eisenoxyd herrührt. Er hängt stark an der Zunge, und saugt das Wasser schnell und begierig ein. Er ist in beträchtlicher Quan— tität vorhanden. Im Feuer ist er für sich unschmelzbar, verhärtet betrachtlich darin; in der Luft schwindet er, und bekömmt bei trockener Witterung Risse. Aus der Atmosphäre nimmt er nach Humbolds Versuchen befruchtende Theile an sich, vorzüglich absor⸗ birt er Sauer- und Kohlenstoff. Mit dem Humus vereinigt sich der Thon chemisch, obgleich noch nicht erklart ist auf welche Art. Daher ein Thonboden, welcher einmal Humus enthält, anhaltend fruchtbar ist. Auch scheint die Fruchtbarkeit des Thon— bodens darauf zu beruhen, daß sich in ihm in Verbin— dung mit animalisch- vegetabilischen Stoffen Salpeter erzeugt. §. 61. Nach den Graden seiner Reinheit kommt der Thon in der Natur unter folgenden Benennungen und For— men vor:(am reinsten in einigen orientalischen Edel— steinen) 6— — 4) Als sogenannte reine oder Hallische Thon⸗ erde, ist aber nach neuern Untersuchungen kei— Wie neswegs chemisch rein; ehh 2) als Porzellanthon, ist nächst diesem die eg reinste Thonart; det gil 3) Pfeifenthon, hat schon beträchtlichere Bei— hettüht, mischungen, und bisweilen sogar brennbare Ma— Mute terien, die ihm mitunter ein dunkles Ansehen lun geben. 4) Töpferthon, ist eine der zähesten Thonar⸗ gahlttt ten, welche von verschiedenen Graden der Rein— län heit vorkommt. Je leichter er überhaupt im Wasser zerfällt, desto weniger Thonerde enthält lde er. Je härter er im Feuer wird, desto reiner 0„ ist er alsdann. Die chemischen Bestandtheile eines gewöhnlichen 1160 Töpferthons bestanden in: I fl Kieselerde 40 p. C. A0 Thonerde 30— a Eisen 6— bi Kalk 3 en„ 8. 62 E e h dan Der Lehm ist eine Art Thon, der sich von dem 1 10 Thon selbst aber durch eine Beimischung von Kalk, 9 90 mehr Sand und Eisenoxyd unterscheidet. Die Kieselerde 9 ist in ihm immer überwiegend. 5 0 .. ie chemischen Bestandtheile eines Lehm's waren: Kieselerde 50 p. C. Thonerde 40— Eisen* Kalk 449 Verlust 1— 100— §. 63. S a So nennt man die magerste von allen Thonarten. Sie macht den Bestandtheil vieler Aecker aus. Schickli— cher nennt man ihn leichten Lehm, thonigen Mergel nennt man in vielen Gegenden gewöhnlich so, weßhalb der Name sehr uubestimmt ist, denn jener ist sehr reich an Thon. N 4. Ortstein(Eisenthon). Ein Thon, welcher sehr viel Eisenoxyd enthält und selbst Phosphorsäure. Er ist der Vegetation mehr nach— theilig als vortheilhaft, findet sich in der Regel in sum—⸗ pfigten Gegenden und wird auch Raseneisenstein genannt. Er hat die Eigenschaften an der Luft sehr stark zu er⸗ härten. Oft kömmt er als Untergrund vor, und in die— sem Fall muß man sich sehr hüten ihn mit der Krume zu vermischen. ö. 65. Der Thon findet sich in ganzen Lagen, mehren— aeg; —— theils in der Nähe großer Gewässer und noch häufiger ße der Gebirge, besonders solcher, die thonartige JJ e ee Gesteine 101 ihrem Innern enthalt N. Nicht felken ber wo er dann sehr stark mit Kalk gemischt ist und in gel zum Theil übergeht. Er bildet aufgeschwemmte Ge 7—„ FT 111 17 3„ birge von späterer Formation und scheint häufiger in Norden als Süden anzutreffen zu seyn. §. 66. abten. Thonartige Bodenarten. id 5 05 Von den thonigen Bodenarten kann man 2 Haupt Mora egi klassen machen: eßhalb A. Kleyboden; r keich B. Lehmboden. .. A. Kleyboden. So nennt man jeden thonartigen Boden, wenn and er von 60— 80 p. C. abschwemmbaren Thon und an— nach dere Substanzen und drüber enthält. Er hat 2 Abstu— sun, fungen und ist: fannt. 1) starker Kley, wenn er von 70— 80 p. C. lu e; abschwemmbare Materie enthält; die, 2) schwacher Kley, wenn er von 60— 70 p. C. he j abschwemmbare Substanz enthält. Der starke Kley giebt sich durch folgende Merk— mahle zu erkennen: rel, Farbe gewohnlich grau und dunkel, wenn er viel * 7 a—— — 2 0 ——.— Humus hat; röthlich und braun, wenn er viel Eisen⸗ oxyd enthält; Geruch thonartig; bei trockner Witte⸗ rung ist er fest, bekommt Risse, und ist schwer zu bear⸗ beiten; bei nasser Witterung schmierig und stark wasser⸗ haltend. 5 Er äußert einen starken Zusammenhang; beim Zer— fallen der größern Schollen nach Regen oder Frost zeigt er mehr oder weniger blätterige oder würflige kleine Stücken; ersteres ist mehr bei dem schwachen, letzteres bei dem starken der Fall. Beim schwachen Kley treten alle diese Eigenschaf— ten in minder hohem Grad ein. Der Kleyboden ist wegen seiner schweren Bearbei— tung sowohl bei nasser, als zu trockner Witterung unbe— quem. Man macht ihn milde durch öͤfteres Bearbeiten, besonders im Herbste, wenn er dem Winter hindurch in rauhen Furchen liegen bleibt und durch starke Düngungen mit frischem Mist, am besten Schafmist. s. B. Lehmboden. Lehmboden heißt jeder, der von 40— 60 p. G. abschwemmbare Substanz enthält. Man bringt ihn unter 3 Klassen, nämlich: 1) starken Lehm, wenn er 30— 60 p. C. ab schwemmbare Substanz enthalt; 2) schwachen Lehm, wenn er nur 40— 50 P. C. abschwemmbare Materie hat. d. 3 Eisen, andi i el, 3) sandigen Lehm, wenn er bis zu 28 p. C. A(5! Wltte— 8 enthalt, aber nicht weniger. 05 Der Lehmboden zeigt folgende Merkmale: Farbe ae gewöhnlich gelb, röthlich, grau, braun oder schwarz. ö Bei anhaltender Dürre wird er fest; doch ist er 6 a0 leichter zerreiblich als der Kley, bekommt auch selten cht Risse. f leine Beim Bearbeiten zeigt er sich milde, zerkrümelt bleleg mehr vor dem Pflug, und hat im Ganzen weniger Zu— sammenhalt. schaf Geruch wie beim Kley, jedoch in minderm Grad. Bei gehöriger Bearbeitung und Düngung ist der Lehm atbei⸗ der fruchtbarste von allen. Kein Ackerboden kömmt ei— uube; nem guten Lehmboden gleich, der alle Früchte trägt. Die an sich fruchtbarsten Länder bestehen gewöhnlich beiten, daraus. ilch in hungen§. 69. Wirkung des Thons im Boden. a. Der Thon wirkt vortheilhaft, indem er den Humus chemisch und physisch festhält. 0 b. Indem er aus der Atmosphäre befruchtende Theile 5 annimmt, welche den Pflanzen mitgetheilt werden können. 56 0. Indem er die Abwechselung der Temperatur den Pflanzen weniger empfinden läßt, und die Wirkung 55 der Luft auf die Wurzeln hindert. d. Indem er die Wurzeln der Pflanzen festhält. ————— 5 Als Nachtheile des Thons im Uebermaaß sind fol gende anzuführen: — a. Daß er bei trockener Witterung zu sehr erhärtet, und das Eindringen der Wurzel hindert, und daß er bei anhaltender Nässe das Wasser zu lange anhält, so daß die Wurzeln am Ende faulen; daß aber auch nur ein geringer Regen fast keine Wirkung auf ihn hat. b. Daß er im Sommer bei Dürre, im Winter bei Frost Risse bekommt, wodurch eine nachtheilige Wirkung der Luft auf die Wurzeln entsteht; c. Daß er die düngenden Theile lange gebunden hält, weßhalb eine schwache Düngung auf ihm wenig nutzt, er anch schwer wieder in Stand zu setzen ist, wenn er einmal entkräftet; d. Daß er fast in jeder Witterung schwer zu bearbeiten, und deßhalb solche bei seiner Bestellung sehr abge⸗ wartet werden muß. 9a e Chemisch- reine Kieselerde. Sie findet sich bei vielen Steinen als Hauptbestand— theil und ist offenbar am häufigsten über die Erde ver— breitet. Im Acker liefert sie vorzüglich der Sand. Auch sie findet sich nie rein in der Natur vor, sondern immer mit andern Substanzen gemischt. fer ul sicht — ld fol 9. 71. Eigenschaften der chemisch- reinen Kieselerde. et/ und a Sie ist völlig geschmack und geruchlos, im Was— Jag 3.. daß er.. 1 5 ü. 5 ser unauflöslich, und hat zu demselben wenig anziehende anhalt, Kraft. Sie kann von solchem nicht leicht über 1 ihres Gewichts in sich aufnehmen. Angeseuchtet läßt sie sich nicht zu einem Teig kneten. An der Luft leidet sie keine aß aber Birkung I Veränderung, noch nimmt sie befruchtende Theile aus derselben an. Im Feuer bleibt sie unveränderlich, mit Alkalien 1 aber schmilzt sie zu Glas. Keine Saure, die Flußspath⸗ säure ausgenommen, hat auf sie eine Wirkung. g halt, 2 wenig. gen ist, In der Natur enthalten die Kieselerde, wiewohl nicht rein, folgende Fossilien in größter Menge: 1) Alle sogenannte Edelsteine, welche zum Kieselge— beiten, schlecht gehören. c abge⸗ 2) Der Quarz, Horn- und Feuerstein; 3) der Sandstein, aus dessen Verwitterung der Sand größtentheils entstanden zu seyn scheint; d 4) der Sand, unter welcher Form sie vorzüglich in Aeckern vorkommt. sstand⸗ Man unterscheidet hier: de bet; 1) Grand, wenn die Körner von der Größe einer Fand, Erbse bis zu der einer Nuß gehen. dern 2) Sand, Quellen- und Perlensand. 3) Flugsand, ist der feinste. —.—————— — 44— §. 73. Die Natur liefert 4 Arten von Sandsteinen, welche sich eigentlich durch das Bindungsmittel unterscheiden, nämlich: a. kieselartigen, wo Kieselmaterie das Bindungs— 90 mittel, b. thonartigen, wo es Thonmasse, 3 c. kalkartigen, wo es Kalkmasse, 7 d. eisenschüssigen, wo es Eisenoxyd ist. Je nachdem nun der Boden durch irgend eines Ver—⸗ gehe witterung entstanden, zeigen sich verschiedene Nebenbe— feu standtheile darin. fach §. 74. neht Sandige Bodenarten. einig Jeden Boden, welcher 80 p. C. abschwemmbaren Sand und drüber enthält, nennt man einen Sandboden. Er findet sich auf der Höhe und Tiefe, häufig in der Nähe des Meeres und großer Flüsse, und scheint daselbst geber aus der Verwitterung des Sandsteins und Granits ent— standen zu seyn. ee Vom Sandboden kennt man nach der Größe der 5 8 einzelnen Sandkörner 2 Arten, namlich: und; 1) grandigen Boden, wenn die einzelnen Sand⸗ 00 körner bis zur Größe einer Haselnuß und drüber sind; 1 1 2) sandigen, wenn sie nicht die Größe eines Raps⸗ korns übersteigen. ede r 111 —— §. 78. welch In Hinsicht des Sandgehalts theilt man den Sand— sheden, boden: 1) in lehmigen Sandboden, wenn er von dungs, 80- 90 p. C. Sand enthält; 2 1 eigentlichen Sand, wenn er von 9— 95 p. C. Sand enthält; 3) in Flugsand, wenn er nur wenig Lehm und fast lauter kleine Sandkörner enthält. Der lehmige Sand ist im Ganzen, besonders bei s Der, gehöriger Wartung und nicht zu trockener Witterung cbenbe⸗ ziemlich fruchtbar, wenn er nicht über 80 p. C. Sand enthält. ö Dagegen ist der eigentliche Sandboden und noch mehr der Flugsand, fast nur durch künstliche Mittel zu einiger Cultur zu bringen. baren a boden. 5. 8 n der Als Kennzeichen des Sandbodens kann man an— aselbs geben: ts ent⸗ Eine weißliche, grauliche, gelbliche, röthliche, selten schwarze Farbe. Er fühlt sich sehr mager an, äußert den bekann— der ten Thongeruch nur gering, ist überaus leicht zerreiblich, und giebt, wenn es nicht lehmiger Sand ist, gar keine Sand; Schollen. Auch dem Pfluge leistet er wenig Widerstand sub; und nach gefallenem Regen trocknet er leicht wieder ab. ps Fruchtbar kann ein bloßer Sandboden gemacht werden durch eine Vermischung mit Kley und Lehm, . cc———— durch eine öftere Düngung mit wohl verrotteten Kuhmist und vorzüglich durch Straßenkoth, der neben dem Dün⸗ ger noch viel Erde enthält. §. 77. Vortheile und Nachtheile des Sandes im Boden- Als Vortheil gilt: 1) daß er einen schweren Kleyboden milder und lock— rer macht, und dessen zu große wasserhaltende Kraft mindert; 2) daß er den schweren Kleyboden nicht minder mehr Wärme ertheilt, indem er die Fe uchtigkeit durch⸗ seihet. 78. Als Nachtheile des Sandes im Uebermaaß kann man angeben: 1) seine geringe wasserhaltende Kraft; daher bei trockner Witterung die Pflanzen auf ihm verderben; 2) daß er sich nicht mit dem Humus verbindet und aus der Atmosphäre keine befruchtenden Theile annimmt; 3) daß er vielen Unkräutern, besonders solchen mit rankenden Wurzeln, sehr günstig ist, und deßhalb eine öftere Bearbeitung bedarf, die ihm auf der andern Seite nachtheilig ist; 4) daß er alle nachtheilige Wirkungen der Atmo sphäre auf die Wurzeln zuläßt il del Daf uke in Is„ f 7* 5 3 5 f 1 Chemisch- reine Kalkerde. 8 Sie kommt in der Natur eben so wenig rein als ie Thon- und Kieselerde vor, sondern immer mit Säurn 5. in Verbindung, die nur durch Kunst von ihr getrennt werden können. 1 lock Ir% in NMNeyßind 11 Or 74 Ist sie in Verbindung mit Kohlensäure, so bildet de Kraf. N i. Mat sie den Kalk— in Verbindung mit Schwefelsäure den Gyps. Sie macht den Hauptbestandtheil vieler er mehr Gebirge aus und findet sich auch häufig in der Acker— durch⸗ krume. In der organischen Welt findet sie sich vorzüglich in den thierischen Körpern und scheint hier ein Product kaun der thierischen Vegetation zu seyn. §. 80. Eigenschaften der chemisch- reinen Kalkerde W Sie ist geschmack- und geruchlos und löst sich in 4 her bei Nause derben; det ud allen Säuren mit Brausen auf. Für sich ist sie un— Thale schmelzbar. Der kohlensaure Kalk aber verliert im Feuer seine Kohlensäure, und heißt dann gebrannter oder en mit lebendiger Kalk. In diesem Zustand erhitzt er sich deßhalb mit Wasser, zertheilt sich darin, und erhärtet wieder auf det nach Verdunstung desselben. 5 Die Kalkerde kann die Hälfte ihres Gewichts an Wasser in sich aufnehmen. ——.—————— §. 81. Der kohlensaure Kalk besteht nach Buchholz in hundert Theilen, aus: 40 p. C. Kohlensäure; 8 Ko 36 p. C Kalkerde; Nndtaus 4 p. C. Wasser. Maschuf Folgende Gesteine liefern den kohlensauern Kalk den Te in der Natur am reinsten und in größter Menge; 10 1) der Kalkspath oder krystallisirte Kalk; al Hel 2) der Marmor; 100 3) der dichte Kalkstein. Feb. 0 b. 82. Der Ist die Kalkerde mit Schwefelsäure verbunden, so Nad, entsteht der Gyps. Er enthält nach Buchholz in aa u hundert Theilen: n 33 p. C. Kalkerde; Wiz i scht ben 43 p. C. Schwefelsäure; 24 p. C Wasser. th n K Durchs Brennen verliert er zwar seine Schwefel; saure nicht, wohl aber sein Krystallisationswasser und hat die Eigenschaft, sich mit Wasser schnell zu er—⸗ warmen und an der Luft dann schnell zu erhärten. 9 ö daß 40 . 88. a hide ⸗ In der Natur liefern ihn folgende Steine: Sag 1) am veinsten das Fraueneis, elch 2) Alabaster, 9·C. 3) faßriger und schuppiger Gyps, in 5 * 01h in§. 84. Mergel. Kommt Thon mit Kalk vermischt vor, so entsteht daraus eine Erde, welche man Mergel nennt. Das Mischungsverhältniß aber ist sehr verschieden. Auch ist dem Thon und Kalk bisweilen noch Sand beigemischt. Ist der Kalk vorwaltend, so nennt man den Mer— gel Kalkmerge!; ist es der Thon, so heißt er Thon— mergel und ist der Sand sehr bemerkbar, Sandmer— gel. Gyps findet sich selten dem Mergel beigemischt. Der Mergel kömmt theils als Stein in dichtem N st Zustande,(verhärteter Mergel, Mergelschiefer) theils U in erdig vor. Von ihm wird weiter unten die Rede seyn, hier nur so viel, daß ein Boden, der ganz aus Mergel besteht in der Regel sehr unfruchtbar, ja zu Acker gar nicht brauchbar ist, so vortheilhaft er dem Acker, dem es an Kalk fehlt, in schicklicher Quantitat seyn kann. * n Kalk wefel⸗ §. 857 hasser 0 af Kalkartige Bodenarten. ju et, ü g Der Kalk kommt nie so häufig im Ackerboden vor, daß er der vorwaltende Bestandtheil wäre, wenigstens würde ein solcher Boden der Vegetation nie günstig seyn. Selten steigt in einem Boden der Gehalt des Kalks über etliche 20 p. C. Oft ist er nur zu 1, 2, 3 bis 9 p- C. darin enthalten, oft gar nicht. Wenn der Kalk dem Boden unter 4 p. C. zugemischt ist, so ist seine Wirkung nicht immer sogleich wahrzunehmen. Um den Kalkgehalt im Boden anszudrücken, macht man folgende Klassification des Landes: 1) kalkiger Kleyboden, wenn der Kley von 3— 20 p. C. Kalk enthält; 2) kalkiger Lehmboden und 3) kalkiger Sandboden desgl. Da der Kalk mehr die chemischen als die physischen Eigenschaften des Bodens bestimmt, so ist er auch durch den äußern Augenschein nicht leicht wahrzunehmen. §. 86. Folgende Eigenschaften zeichnen den stark kalkhal⸗ tenden Boden aus: Farbe gewöhnlich weißlich, selbst ins bläuliche übergehend; doch kömmt er auch von allen Farben vor wie die übrigen Bodenarten. In feuchtem Zustande ist er zäher als der gewöhnliche Kley, wird aber milder, nachdem er trocken und der Luft und Witte⸗ rung ausgesetzt. In diesem Zustande läßt er nicht wie jener Schollen zuruck, sondern alle zerfallen beim Eggen in Pulver und der Boden, welcher heute nach dem frischen Pflügen im Frühjahre in lauter Balken liegt, bildet nach wenigen Tagen eine ganz lockere ebene Oberfläche. Geringe Regen wirken auf ihn, wenn sie auf eigentlichen Kley ohne Kalk gar keine Wirkung haben. ö. 87. Vortheile und Nachtheile des Kalks im Boden. 4 Vortheile. a) Er macht den schweren Thon milder und befördert dessen Zerfallen an der Luft, c) Fley pon hystschen ch durch . kalkhal, llbst ins n allen feuchten wird Witte; cht wie Eggen ftischen bildet erfläche. lichen utdert b) Indem er das Anhalten der Feuchtigkeit mindert, ertheilt er dem Boden mehr Wärme. c) Er befördert die Zersetzung der animalischen und vegetabilischen Theile im Boden. d) Er widersteht der Erzeugung der Säure im Boden. e) Befördert er bei den meisten Getraidearten und Hülsenfrüchten eine größere Mehl- und geringere Hülsenbildung, was indeß nicht immer von ihm al— lein abzuhängen scheint. 1) Er scheint aber endlich selbst düngend auf die Pflanzen durch seine Zersetzung im Boden zu wirken. Nachtheile. f 2) Daß er wegen der schnellen Zersetzung aller dün⸗ genden Theile die Pflanzen leicht übertreibt und den Boden für die Folge erschöpft. b) Daß er die Feuchtigkeit zu wenig anhält und da— durch das zu starke Austrockenen des Bodens be— fördert. Uebrigens ist der Kalk im Boden immer sehr vor, theilhaft und erhöht seinen Werth. 9. 865 Talkerd e, Sie fühlt sich fett und schlüpfrig an. Im Wasser ist sie unauflöslich. Sie kömmt immer mit Säuren ge⸗ bunden vor. In Schwefelsäure löst sie sich vollkommen auf, und erzeugt damit das gemeine Bitter salz. Im Boden kommt sie höchst selten vor und wenn sie vorhan— den ist, so ist sie es nur in geringer Menge und in ih⸗ * ren Wirkungen mit dem Kalke so übereinstim mend, daß sie keiner besondern Erwähnung bedarf. In der Natur liefern sie alle zu diesem Geschlecht ge⸗ hörigen Steine, z. B. Serpentin, Asbest, Speckstein u. s. w. §. 89. Veränderliche. der Ackerkrume. Unter diese Art von Bestandtheilen rechnet man au— ßer dem Humus, noch einige Salze, metallische Theile und Säuren. Sie sämmtlich sind von der Beschaffenheit, daß sie nicht wie die Grunderden unver, änderlich sind, sondern daß sie vielmehr nach und nach durch die Vegetation selbst im Boden vermindert werden, und dieß ist namentlich mit dem eigentlichen Humus der Fall. Es scheint noch gar nicht ausgemacht, ob durch die Vegetation die veränderlichen Bestandtheile wirklich der Masse noch consumirt werden, oder ob sie bloß eine Veranderung erleiden. Nur durch fortgesetzte compa⸗ rative Versuche, die indeß schwer anzustellen, wird sich dieß aufklären lassen. Was wir bis jetzt darüber haben kann uns nicht wohl befriedigen. §. 90. Humus oder Früchterde. Rein dargestellt versteht man darunter ein dunkles, feines Pulver, welches locker, in trocknem Zustande staubig, in feuchtem aber sanft und fett anzufühlen ist. Er ist der Rückstand der vegetabilischen und animalischen Körper nach der Fäulniß. Zwar ist er nach den Köͤr— daß pern, woraus er entstanden ist, und nach den Umstän⸗ den, wie er entstand, verschieden; im Wesentlichen aber ccht ge; doch übereinstimmend. f u. s. w. Man kann ziemlich gewiß schließen, daß der Humus von thierischen oder ihm ähnlichen Substanzen herrͤhrt, wenn er beym Glühen einen Geruch wie verbrannte Haare oder Federn giebt. Zeigt sich aber eine bläuliche Flamme 10 15 wahrend dem Glühen, so beweist diese das Entstehen iche desselben aus Vegetabilien. b det Im Boden kündigt er sich theils durch seine schwarze 151 Farbe, theils durch eine gewisse Mildigkeit, theils durch d nach die Beförderung einer lebhaften Vegetation an. Nicht erden, minder theilt er dem Boden einen eigenthümlichen Ge— us der ruch mit, dem man im gemeinen Leben die Benennung des fruchtbaren beilegt. ch die h der§. 91. eine Die Grundbestandtheile des Humus sind: pas Kohlen- d sch Wasser⸗ Haben Stick- Sauer- Schwefel- und Phosphorstoff. lle, Der Humus kann entstehen: fue 1) Unter dem Zutritt der freien Luft; . 2) bei Uebermaß oder zu wenigem Wasser; 3) in Vermengung mit den Grunderden des Bodens; schen 8 8 N 1 3) ohne Vermengung mit denselten. 7 ——̃———— 8. 92. 1 Wenn organische Körper sich in Humus verwandeln, 1 so wird der Kohlenstoff im Rückstand immer mehr her— 1 vorragend. In größter Menge entweicht der Wasserstoff. 1005 Der Kohlenstoff liegt nicht frei im Humus, sondern in Verbindung mit andern Stoffen. Schwefel- und Phos— phorstoff finden sich im Humus nur dann, wenn er aus animalischen Korpern entstanden. Er kann sein Afaches Gewicht an Wasser einsaugen. 4 §. 93. 21 ce Der schon gebildete Humus leidet noch immer Ver— W qänderungen; vorzüglich steht er mit der atmosphärischen 0 Luft in steter Wechselwirkung. Verschlossen zieht er 0 Sauerstoffgas an und verwandelt es in kohlensaures Gas. Dieß verrichtet die Natur auch im Großen. Denn der Humus im Acker saugt Sauerstoff, ein und dieser er— zeugt mit dem Wasserstoff, Wasser und mit dem Kohlen⸗ ö u stoff, Kohlenstoffsäure. 1 0 §. 94. 9 Der wichtigste Bestandtheil im Humus ist der Ex— tractiv- oder Seifenstoff, eine Substanz, welche 0 durch Wasser vom Humus gelöst, und beim Verdunsten ö fut als eine braune, schleimige Materie zurückbleibt. Sie); besteht aus Kohlen- Wasser- und Sauerstoff. Der extrahirte Humus bildet an der atmosphärischen Luft diesen Stoff aufs neue, aber ohne Zutritt derselben thut er es nicht. Der Extractivpstoff wird durch anhaltende fich :E:: fe]. Nässe unauflöslich, aber durch zugesetzte Alkalien wieder deln, auflöͤslich; daher anhaltende Regen schädlich; daher das het; Entstehen der Sauren in nassen Wiesen. stof. Daraus erklart sich auch der Vortheil der Ruhe und ern in des öftern Bearbeitens der Brache. Phos⸗ k aus§. 95. ache An der Luft verändert sich der Extractivstoff; es 6 entsteht ein dickliches Häutchen, welches zuletzt als Flocke im Wasser niederfällt und wahrscheinlich ein modificirtes Eyweiß ist. Der Extractivpstoff scheint ganz vorzüglich Vet⸗ die Bildung der wichtigsten Bestandtheile der Pflanzen schen zu bewirken. Er ist überhaupt wahrscheinlich das ei⸗ ht er gentliche Lebensprincip im Humus. Gas, denn L 105 Humus, der in der Tiefe vor der atmosphärischen ler, Luft verschlossen liegt, zeigt ganz andere Beschaffenheiten. Er verkohlt sich allmählig gänzlich und wird fast reine Kohle, ist von dunkel schwarzer Farbe und compacten Zustande; z. E. die untern Torflager. E Ein solcher Humus wird erst wirksam gemengt mit 2 frischem Mist, mit Kalk oder Asche und damit der Luft sten ausgesetzt. Es giebt indeß Fälle, wo nur das Verbren⸗ Sie nen desselben als einziges Mittel dient. off. 1 8. 97. a In niedern Gegenden nimmt der Humus selbst 99 nicht selten eine saure Beschaffenheit an und häuft sich zu starken Lagen, besonders bei Ermangelung des Kalks im Boden. Die Säure, die sich darin befindet ist theils Essig-, theils Phosphorsäure, seltner Schwefel— säure. Der Torf ist bisweilen von dieser Beschaffenheit. Der saure Humus ist immer unfruchtbar. Er wird ver— bessert durch Trockenlegen, durch Kalk, durch Asche, am schnellsten durchs Abbrennen. §. 98. Der adstringirende Humus entsteht aus einigen Pflan⸗ zen, welche eine beträchtliche Menge Gerbestoff enthalten, 3. B. Heide(Erica vulgaris.) Auf ihm scheinen nur die Pflanzen zu gedeihen, aus denen er entstanden. Da— her die unfruchtbaren Heiden. Durch Kalk, Asche und vor⸗ züglich durch Abbrennen können sie indeß doch verbessert werden. Ich gestehe, daß ich, so viel ich auch Heideerden untersucht, nie viel Gerbestoff darin gefunden habe. Der Humus wird im Boden erschöpft, je anhaltender und stärker die Vegetation ist. Thaer, rationelle Landwirthschaft. Thl. 2. Hermbstädt, Kameralchemie. Davy, a. a. O. ö. 99. Wirkungen der Grunderden auf den Humus. Physisch wirkt Thon und Sand auf ihn; jener verbindend, dieser lockernd. Chemisch wirkt der Thon indem er ihn bindet, weßhalb der meiste Humus in Thonboden gefunden wird. Er geht dort bis zu 20 und S Kalt mehrerern p. C. Doch ist ein Thonboden schon fruchtbar, der ift wenn er 8 bis 10 p. C. Humus hat. Sand äußert ef, keine chemische Wirkung gegen den Humus. Diesem ist saheit. selbst eine zu große Beimischung desselben nachtheilig, 1 bet, indem sie ihn zu locker macht. Sand mit 20 p. C. Hu— , an mus ist zur Bestellung ungeschickt. 6 bis 10 p. C. ist hier die schicklichste Beimischung. Einen Boden aus klarem Sand und vielem Humus bestehend, nennt man Flugboden. Er findet sich in lan; vielen Gegenden Thüringens haufig, ist aber zur Bestel⸗ alten, lung nicht sehr geschickt. n nur 928 80 2 a. 65 Am stärksten auf den Humus wirkt der Kalk, stär— 25 ker der ätzende als der kohlensaure. 100 Der Kalk bewirkt durch seine Verbindung mit dem Humus die Auflösung seiner Theile und die Entwickelung der Nahrungstheile für die Pflanzen. Er verbindet sich der mit Kohlen- und Sauerstoff und läßt die übrigen Ele— mente in einem solchen Verhältniß zurück, daß sie den Sauerstoff der Atmosphäre stärker anziehen. Er zerstört übrigens den Humus ganz und gar nach und nach. Da— her wirkt er im Boden nur so lange als er Humus findet. §. 101. Es fragt sich ob nicht auch die Erzeugung des Hu— ener mus der Kalk durch seine Verbindung mit der Kohlen— fon säure befördert? in Höchst wirksam ist der kohlensaure Kalk; er nimmt die ind Säuern des Humus auf, die Kohlenstoffsäure wird frei und ————— der fäurende Humus fruchtbar. Die Wirkung der Talk fab erde ist, so weit solche bekannt, der des Kalks ganz be ahnlich. frag 8 Fuge §. 102. 5 u Die Bestimmung des humosen Bodens ist wie bei 301 dem Kalkboden. Hat ein Boden über 20 p. C. Humus, Ek! so ist er schon Humus zu nennen. dan hat einen hu— mosen Kleyboden wenn der Kley von 10 bis 20 p. G. Humus enthält, so wie humosen Lehm, Sand u. s. w. 1 gl §. 103. n Salze. bolt Von diesen kommen folgende bisweilen im Boden fi vor: 1 1) Gyps. Er befördert das Wachsthum einiz 0 ger Pflanzen sehr; besonders wirkt er bei einigen als i Reizmittel. In einigen Bodenarten findet er sich in be, ft trächtlicher Menge und äußert sich daselbst nach Regen und erfolgtem Sonnenschein als ein weißer Anflug auf der Oberflache des Landes. 1 §. 104. in 2) Küchen- oder Kochsalz, theils als Stein- w salz theils im Wasser gelöst. In kleinern Ouantitäten N er ) In der Chemie versteht man unter Salzen eine Mischung, a welche durch eine Erde, Alkali oder Metalloxyd und eine 9 Säure entsteht. 0 ::. Talk, kann es der Vegetation zuträglich seyn; in größern ist es, 00 einige Pflanzen ausgenommen, schädlich. Fast alle ganz unfruchtbare Wüsten, besonders in Africa bestehen außer Flugsand aus Kochsalz. Auch ist es hinreichend bekannt, i lg daß man auf Rasenstücken die Vegetation auf geraume unn Zeit durch einen bedeutenden Antheil von Salz unterdrü⸗ 5 cken kann. 1§. 105. Sand 3) Kalksalpeter. Er findet sich vorzüglich in einem mit Kalk vermischten Thonboden. Er wird hier erzeugt, indem der Stickstoff aus den gefaulten Pflan⸗ zen mit dem Sauerstoff aus der Atmosphäre zusammen— tiitt, Salpetersäͤure erzeugt und mit Kalk dann den Kalk doden salpeter. Welche Wirkung dieses Salz habe, ist noch nicht entschieden: doch kann sie in nicht zu großen Quan⸗ eini⸗ titäten nicht anders als vortheilhaft seyn. Ich erkläre als mir lediglich aus diesem Umstande die große Wirksamkeit be, alter Lehmwände. 1§. 106. 00 4) Eisenvitriol. Auch dieses findet sich nicht selten im Boden vor. Neuere Erfahrungen scheinen ziemlich dahin zu gehen, daß er im gehörigen Verhält⸗ 10 niß allerdings als- nützlicher Stoff zur Nahrung der 15 Pflanzen angesehen werden kann. Auf jedem Fall wird er es aber erst durch seine Zersetzung. Lampadius, vermischte Schriften. zr Bnd. Versuche über 9 die Wirkung einiger Salze auf die Vegetation. int Davy, Agriculturchemie. Hermbstädt, Kameralchemie. ————— §. 107. Sowohl von der Mischung der Grunderden, als auch der veränderlichen Bestandtheile hängt nun der Werth und die Güte des Bodens ab. Am entscheidend— sten hierauf ist die Quantität des Humus. Streng ge— nommen sollte jedoch der Grundwerth des Bodens eigent— lich nur nach den Grunderden bestimmt werden, weil von diesen wiederum die Wirkung des Humus abhängt. §. 108. Wirkung des Bodens bei der Vegetation der Pflanzen. Es ist bekannt, daß die Beschaffenheit des Bodens vom wesenstlichsten Einfluß auf die Vegetation selbst ist. Noch ist es aber nicht bestimmt, wie der Boden dabei wirkt; ob nämlich als Instrument oder materiell d. i. selbstthätig. In frühern Zeiten schrieb man den Grunder— den nur eine materielle Wirkung zu, und je nachdem das Verhältniß der Grunderden den darauf zu ziehenden Pflanzen angemessen war, desto mehr hielt man den Bo— den für mehr oder weniger fruchtbar. Der Dünger, be— hauptete man, ersetze dem Boden die verzehrten Erden wieder. Dieser Meinung war vorzüglich Rückert. S. dessen Schrift: der Ackerbau chemisch untersucht. Erlangen 1789. §. 109. Neuere Phystologen betrachten auf der andern Seite den Boden bloß als Instrumeut, welches den Pflanzen— wurzeln nur zum Festhalten dient, und schreiben alle :!!! N 4— 61— 7 Fruchtbarkeit dem Humus im Boden, dem Wasser und 1 f einfachen chemischen Stoffen zu. Diese Meinung hat Ah, das für sich, daß die Schradeeschen Versuche ziemlich ge— * wiß dargechan Weh daß die Erden in 1 en f nicht von außen hinein kommen, sondern wahrend der 20 Vegetation darin erzeugt werden. hängt,§. 118. Die Erscheinung bei der Vegetation scheint uns zu f berechtigen, anzunehmen, daß die Wahrheit zwischen jenen Meinungen liege und daß die Grunderden nicht ganz un⸗ 105 thätig bei der Vegetation seyen; auch nicht bloß instru— bt 1 mental, sondern zum Theil auch materiell wirken; daß c aber allerdings der vorzüglichste Theil der Fruchtbarkeit des Wc Bodens von den veränderlichen Bestandtheilen abhän ge, a weßhalb man auch seine Fruch ytbarkeit mit Recht nach sei— n das nem Gehalt an Humus, aber im Verhältniß zu den 75 Grunderden schätzt. 8 Bo, u bes§. 111. Erden Tiefe der Krume. Die Tiefe der Krume ist nach ihren Bestandtheilen ift. eines der wesentlichsten Stücken bei dem Boden; denn je beträchtlicher sie ist, desto mehr Kraft hat der Boden und desto geschickter ist er alsdann alle Arten von Pflan⸗ zen zu produciren. Wenn man 5— 6 Zoll als eine Elite mittlere Tiefe der Krume annimmt, so steigt der Werth wen, des Bodens allerdings mit der Tiefe wenigstens im All alle gemeinen mit; aber es läßt sich hierüber kein bestimmtes —————. Gesetz angeben und die Annahme von Thaer in der ra⸗ tionellen Landwirthschaft beruht auf keinem sichern Grund. §. 112. ö Außer der größern Fruchtbarkeit hat die Vertiefung der Krume noch folgende Vorzüge: 1) Indem das Wasser gleicher darauf vertheilt wird und tiefer eindriagt, leidet die Krume weniger von Feuchtigkeit; 2) indem sich die Feuchtigkeit in den untern Schich⸗ ten der Krume länger verweilt, leidet die Pflanze weniger bei Dürre; 3) indem die Wurzeln sich weiter verbreiten können, auch die einzelnen Halme stärker werden, sind sie mehr vors Lagern geschützt; 4) indem die Vertiefung der Krume die Einwirkung der Atmosphäre auf den Boden befördert, kann sie einen rauhen Boden milder machen. Daher ist ein sehr schwerer, bindender Boden vorzüglich durch tiefes Pflügen zu verbessern. §. 113. Untergrund. Hierunter begreift man diejenigen Schichten von Erden und Steinen, die sich unmittelbar unter der Acker⸗ krume befinden. Er ist wegen seiner Wirkung auf die Krume bei Beurtheilung des Bodens von großer Wich— tigkeit, und bestimmt sehr oft die physicalischen Eigen— schaften desselben. —..—— 1 — 353— de 0 Er ist aber überhaupt von Wichtigkeit, denn: Gun. 1) Giebt es eine Menge Gewächse, welche mit ihren Wurzeln weit tiefer eindringen als in die eigent⸗ 5 liche Krume und gut oder schlecht gedeihen, je fclefung nachdem der Untergrund ihnen angemessen ist oder nicht, z. B. Luzerne, Esparsette u. s. w. 150 2) Kann durch den Untergrund 5 Krume sehr ver⸗ bessert werden, wenn er Erdschichten enthalt, die 5 jener fehlen und durch deren Beimischung sie ent⸗ Schich⸗ weder mehr Zusammenhalt, oder mehr Lockerheit N N Pan erhalt, z. B. Thon und Sand. 3) Bestimmt die Unterlage die wasserhaltende Kraft konnen, sud se des Bodens. „ 114. hirkung Man kann den Untergrund überhaupt eintheilen ann sie in durchlassenden und nicht durchlassenden, ist ein in warmen und kalten. Ersterer ist bei einer durch kleyartigen Krume und nassen Lage, dieser bei einer sandigen und trocknen vortheilhaft. In Hinsicht der Materie besteht der Untergrund aus Steinen oder blo— ßen Erden. Im ganzen hat der letztere immer Vorzüge vor den erstern; doch kommt es sehr auf die Beschaffen— von heit des Steins an. So geben Kalk und Gyps, wenn Ackel die Krume nicht zu flach über ihnen ist, keinen übeln uf de Untergrund ab. Unter den Erden findet sich Thon und Nich; Mergel am meisten. igen, Anmerk. Verhältniß der verschiedenen Steinarten als Unter⸗ grund. „rc rr §. 115. Physicalische Eigenschaften des Bodens. Bisher ist nur von den Eigenschaften des Bodens die Rede gewesen, welche mehr oder weniger aus seiner Grundmischung folgen. Unter den phystcalischen ver- stehen wir diejenigen, welche der Krume ohne Verände— rung ihrer chemischen Grundmischung eigen sind. Es gehört dahin: 1) Sein Gewicht; 2) Zusammenhang oder Consistenz; 3) wasserhaltende Kraft; 40 Farbe, Geruch und Geschmack; 3) Temperatur. §. 116. Gewicht des Bodens. Man versteht darunter die Differenz des absoluten Gewichts, welches gleiche Umfänge oder Volumina ver⸗— schiedener Bodenarten gegen einander, oder gegen reines Wasser behaupten. Es hängt davon allerdings viel ab; denn man kann aus diesem Gewicht auf die Gemengtheile des Bodens mit einiger Gewißheit schließen. Dieses Gewicht kann auf mehrere Arten be— stimmt werden. Am einfachsten geschieht es, wenn man ein bestimmtes cubisches Maß der Ackererde z. B. 1 oder 2 Efß. im trocknen und auch im feuchten Zustande wiegt und mit dem Gewicht eines oder eines halben Cfß. destil⸗ lirten Wassers vergleicht. . Anmerk. Wir haben über die physischen Eigenschaften der Er— den von Schübler(Blätter von Hofwyl. 5. Heft. 1817) eine Abhandlung, die nichts zu wünschen übrig läßt, woraus wir auch das Weseltlichste hier beibringen wollen. Bodens Gewicht der Erden. feiner 2 Gewicht eines Gewicht eines hen 6 Spezif. Pariser Kubik— Hariser Kubik⸗ eln her⸗ Gewicht zolls. schuhes. erände⸗ d. Wasner im im trösmnaf⸗ 1 Erdarten. sers. sckenen 5 iassensckenen ssen Zu⸗ „ Es feinen! Zu— feinen stand. a ton stand. Zu⸗ stand. i 15 Gr. Gr. Pf. Kalksand 2,822 505] 628 435 188,5 Quarzsand 27753 495 605 148,518, Gypserde 2,358 408] 5730(122, 6170, 2 Lehmartiger Thon 2,652 393 551/118, 0163, 5 Klayartiger Thon 2,6030337 531¼107% 1139, 5 Reiner Thon 2,5910334 515100, 3184, 8 Humus 27225 154 3460 46, 4109, 0 Talkerde 22320 750 339 27/1107 Gartenerde 2,3321 3640457 91,7137, o uten Die Resultate aus diesen Versuchen ergeben, daß ber; Kalk- und Quarzsand am schwersten, thoniger Boden let vorzüglich reiner Thon leichter, noch leichter Humus, am a ab; leichtesten aber Talkerde. Wie man aus dem Gewicht heile auf die Bestandtheile des Bodens schließen kann ist im 2ten Hft. des II. Bandes des Landwirths u. s. w. angegeben worden. l man D Zusammenhalt,(Cohäsion). oder Auch sie ist sehr verschieden und hat sowohl auf wiegt die Bearbeitung des Bodens, als auf das Wachsthum estil⸗ der Pflanzen einen wesentlichen Einfluß. Sie hängt 5 „ theils von den Gemengtheilen des Bodens, theils von seiner bisherigen Bearbeitung ab. §. 118. Im gemeinen Leben nennt man jeden Boden fest oder hart, wenn er dem Pflug bei der Bearbeitung star— ken Widerstand leistet; doch nimmt man auch hier ver⸗ schiedene Gradationen an, als: zäher, strenger, lo— ckerer, loser Boden. Anmerk. Schübler a. a. O. giebt sehr sinnreiche Verfahrung s arten an, die Cohäsion des Bodens zu untersuchen. Um in trocknem Zustande diese Eigenschaft zu untersuchen, machte er gleichlange Parallellepipeda 6 Linien breit und dick und bemerkte, nachdem sie ausgetrocknet waren, unter welchem Gewicht sie brachen. Im feuchten Zustande aber bestimmte er die Zähigkeit durch Tafeln von Eisen und Holz 18 groß, diese brachte er abwechselnd auf die Erde und oben befestigte er sie an einem Wagbalken, an dessen andern Arm Gewichte angebracht waren. Festigkeit und Konsistenz des Bodens nach Schübler. Im trocknen Im nassen Justand. An⸗ Justand Fe-shängen an Ackerwerkzeuge, stigkeit oder Adhasion an eine Fläche Erd arten. Cohäsion diesvon einem Pariser Qua- des feinen dratschuh. . von Eisen.] von Holz. Quarzsand o mit 3,1 Pf. 5/7 Pf. Kalksand 2 3/5 5,9 Kalkerde 3/0 19/1 20/8 Gipserde 773 1473 13/8 Humus 877 11/8 12/5 Talkerde 11,3 7/8 97/3 Lettenartiger Thon 3773 10,6 11/9 Lehmartiger Thon 6378 14/1 13/2 Kleyartiger Thon 83/3 23/0 25/3 Reiner feiner Thon 1oO/o 36/0 39/0 Gartenerde 776 8,6 10% I 2 — S 2 1 S — 67— ils von F. 119. Wasserhaltende Kraft. en fest Sie besteht in den Vermögen der Erden eine ge⸗ cg sar⸗ wisse Menge Wasser in sich aufzunehmen und sie an sich ier ver; zu halten ohne sie tropfenweis fahren zu lassen. Diese t, lo Eigenschaft hängt einzig und allein von den Gemengthei—⸗ len des Bodens ab und sie hat einen sehr wesentlichen rung Einfluß auf das bessere oder schlechtere Gedeihen der 38 Pflanzen. Das Verhältniß der verschiedenen Erden zeige fk und die untenstehende Tabelle von Schübler. elchem stimmte 7 N f 11 05 Wasserhaltende Kraft der Erden nach Schübler. e 15 3 100 Ideelle Ein partgzer Kubikschuh U Wasser f a5 4 2 andern e act der 5 55 übler an Wafer. an Erde. 2 Prozent. Pf. Pf. „ Al Quarzsand„ 3 145,2 zeuge, 1 2 5 Fläche Gipserde 2 36% 13470 Qus⸗ Kalksand 29 42,4 146,1 1 8 Lettenartiger Thon 40 49/1 122,9 2 1 Lehmartiger Thon 30 53/2 110, 7 f. Kleyartiger Thon 61 60%, 99/0 9 Reiner Thon 70 64,5 900 + Feine Kalkerde 85 63,4 74/6 3 Humus 190 73/5 30,5 5 Talkerde 456 83/5 18,2 3 Gartenerde 89 64/6 72,4 9 3 5 f 3 5 12 Als Resultate ergiebt sich aus dieten Versuchen: 3 daß Sand am wenigsten, der Humus aber am meisten 5 Wasser in sich aufnehmen kann 9 53 Ob nun schon die Erden in dem angegebenen Ver— hältniß das Wasser in sich aufnehmen, so ist doch die Fähigkeit es wieder zu verdunsten in gewissen Zeiträumen, oder das Vermögen es längere oder kürzere Zeit an sich zu halten davon sehr verschieden, wie die untenstehende Tabelle zeigt. Beide Eigenschaften der Erden können an und für sich im Acker sehr wichtig und wohlthätig seyn, am wohlthätigsten in Verbindung. So ist eine Mischung von Kley und Sand vortheilhaft, weil der Sand der stark anhaltenden Kraft des Kleys, der Kley dem starken Verdunstungsvermögen des Sandes entgegen wirkt. Fähigkeit der Erden in verschiedener Zeit auszutrock— nen nach Schübler. Fähigkeit guzzulrocknen. Von 100,0 Thei] Von 100,0 Theilen S len absorbirten aufgenommenen Was⸗ . Wassers verdun⸗sers verdunsteten 90, steten bei 15 Theile bei einer Tem⸗ R. Temp. in a] per. von 15 R. Stunden. 8 Theile.[Stunden Minuten. Quarzsand 88,74 in 4 4 Kalksand 75/9 4 44 Gipserde 7177 3 1 Lettenartiger Thon 32,0 6 5 Lehmartiger Thon 45/7 7 32 Kleyartiger Thon 34/9 10 19 Reiner Thon 31/9 11 17 Feine Kalkerde 28/0 12 51 Humus. 20,5 157 33 Talkerde 10,8 3 20 Gartenerde 24/3 14 49 n Ver 8 ch die Auf die wasserhaltende Kraft, worauf der Unter— aunen, grund beim Acker einen so wesentlichen Einfluß hat, an ssch gründen sich mehrere praktische Benennungen des Bodens, sehende als: dürrer, trockner, feuchter, nasser Bo, g seyn 8 22 . 8. 2 schung Außer diesen Eigenschaften kömmt aber auch hier nd der die Fähigkeit der Erden in ihrem trocknen Zustand aus starken der Atmosphäre Feuchtigkeit zu absorbiren in Betracht. 5 Sie ist höchst wichtig und man kann vielleicht mit Recht behaupten, daß diese Fähigkeit, welche wohl durch die utrock⸗ verschiedenartige Mischung der Erden im Boden bedingt wird, ganz besonders auf die Fruchtbarkeit des Bodens * wirkt. Schübler hat auch hierüber Versuche angestellt, . 5 een welche die untenstehende Tabelle nachweist. n Waß⸗ f* f e 125 Absorbtion von Feuchtigkeit nach Schübler. Lem o R. Fahigkeit, Feuchtigkeit zu absorbiren. 1000 Gran Erde in eine Fläche von duleh, Erdarten. 50 Quadr. Zoll verbreitet absorbiren. 4 n 12 n.24 in 18 n 72 4 Stunden.] Stunden.[Stunden. Stunden. 44 Quarzsand 0 0 0 0 1 Kalksand 2 Gr. 3 3 3 Gr. 35 Gipserde 1 1 1 1 52 Lettenartiger Thon 21 26 28 28 19 Lehmartiger Thon 23 30 34 35 17 Kleyartiger Thon 30 36 48 51 Reiner Thon„ 48 49 33 Feine Kalkerde 12 31 35 33 20 Talkerde 69 76 80 82 49 Humus 80 97 E10 20 Gärtenerde 3 45 — ä——— ꝛ ꝛ ꝛ y—e k— §. 123, Endlich kann hier noch bemerkt werden, das Ver— mögen der Erden ihr Volumen durch das Austrocknen zu vermindern, was ebenfalls nach den verschiedenen Er— den sehr verschieden und für den Acker sehr wichtig ist, weil das Rissigwerden nach trockner Witterung davon abhängt. Die untenstehende Tabelle zeigt Schübler's Versuche. Volumens verminderung der Erde durch das Aus— trocknen nach Schüͤbler. 1000 Kubiklin.] 1000 Theile Erdarten. ee e hn i bis auf lumen um Kubiklinien. Theile. Feine kohlensaure Kalkerde 930 58 Lettenartiger Thon 940 60 Lehmartiger Thon 911 89 Kleyartiger Thon 886 114 Reiner Thon f 817 183 Kohlensaure Bittererde 846 154 Humus 800 200 Gartenerde 851 149 12 Jarbe, Geruch und Geschmack. Die Farbe hängt theils vom Humus, theils vom Eisenoxyd ab. Nur in sofern alle schwarze Stoffe mehr Licht einsaugen, solches zerlegen und Wärme daraus ent— wickeln als andre von heller Farbe, vermehrt das Schwarze 22—— e die Temperatur des Bodens. Schwarz und grau ver— Ver; ursacht in der Regel der Humus; grau, grünlich, braun nen und gelblich das Eisenoryd. Wenn das Schwarze vom n Et; Humus herrührt, so wird die Erde durch's Glühen ig ist weiß; wenn es aber vom Eisen, roth. dab 5 g 5 10 Geruch und Geschmack ist selten bedeutend, nur er's bei Thon und Humus ist Geruch; ersterer erdig, letzte— rer eigenthümlich. lus⸗§. 125. Temperatur. * Sie ist natürlich im Boden sehr verschieden. Deß— 150 halb spricht man im gemeinen Leben von warmen und 2 kalten Boden, wodurch man allerdings ein verschiedenes . Temperaturverhältniß auszudrücken pflegt. Die mittlere Temperatur der Erde bei einer Tiefe von 12 Fuß beträgt 10“ R. oder 542 F. Winter und Sommer, aber nicht so ist die Temperatur der Oberfläche oder Krume. . Man kann die Wärme hier in mehrerer Hinsicht betrachten. So versteht man z. B. unter specifi— scher Wärme, die Menge von Wärme oder Wärme— stoff welche die Krume erfordert, um bis auf einen ge— wissen Grad erwärmt zu werden. re bolt feht Ferner ist die wärmeleitende Kraft in Be⸗ ent tracht zu ziehen oder die Eigenschaft den Wärmestoff in atze stärkerem oder geringerem Magße anzunebmen. 4c—————— „ Endlich kömmt hierbei auch die warmehaltende Kraft, oder die Eigenschaft der Erde die empfangene Wärme längere oder kürzere Zeit anzuhalten, in Betracht. Alle diese Eigenschaften sind theils nach den Gemengthei— len des Bodens, theils nach ihrer Farbe verschieden. Im gemeinen Leben nennt man den Boden kalt, kühl, hitzig, warm und bezeichnet damit verschiedene Grade seiner Temperatur. Eine niedere Temperatur, also ei— nen kalten Boden kann veranlassen: 1) Viel Feuchtigkeit; 2) wärmeleitende Kraft des Untergrunds. Dagegen wirkt auf Erhöhung der Temperatur vor— züglich der Humus, auch frische Düngung, wobei sich beim Gährungsproceß immer Wärmestoff entwickelt. Anmerk. Auch hierüber hat Schübler treffliche Versuche ange stellt, wovon die folgenden Tabellen die Resultate enthalten. 2 2 J 2 K„% ˙! tende sungene gatacht. engkhei; hieden. kühl Grade so ei; Kraft Ir bor⸗ ei sich ange halten. Mittlere höchste Tempera tur nach Schübler. 2 Erdarten. Mittlere höchste Temperafur der obersten Erdschichte im Sommer bei einer Wärme von 209 R. naturlich ge⸗ färbte Ober⸗ trockene Erde. flache. 2 dei bei beine! bei nasser]trock-[ wei- schwar⸗ Erde.] ner ßer zer Erde. Ober⸗ Ober⸗ flache. fläche. Quarzsand, hell gelblichgrau Kalksand, weißlichgrau Gips, heller weißgrau Lettenartiger Thon, gelblich Lehmartiger Thon Kleyartiger Thon, gelblichgrau Reiner Thon, bläulichgrau Kalkerde, weiß Talkerde, schneeweiß Humus, schwärzlichgrau Gartenerde, grau heller schwärzlich⸗ Grad. Grad.[Grad. Grad. 29/80 35/80 34/6 40, 29/9 35/60 34/6 40% 29/0 34/9 34/80 417/0 29/4/3580 33/9 39/8 29/8 35/66 33,7 39% 29/9 35/7 33/80 39,3 30,0 36,0 33/0 39/1 28/50 34/4/34/30 40/4 28/10 34/1 34/10 39/7 31/81 37/9 34/0639/%5 30/0 36/21 33/91 40% — 4 5 1 0 19 1115 1 1 1 1 1 1 1 1 1 5 1 9 9 10 1 Ar rr ̃»ecg r— 1 *———— N — Wärmehaltende Kraft der Erden nach Schübler. Erd arten. Wärmehal⸗ tende Kraft, die des Kalks — 100,0 ge⸗ setzt. Länge der Jeit, welche 3 Kübikzoll der Erde nö— thig hatten, um von 300 R. bis 17% R. zu erkalten bei einer Temperatur der Luft von 130 R. Kalksand Quarzsand Gipserde Lettenartiger Thon Lehmartiger Thon Kleyartiger Thon Reiner Thon Feine Kalkerde Humus Talkerde Gartenerde 1 00,0 95/6 7378 76/9 71/8 68/4 66,7 61,8. 49/0 38/0 64/8 §. 128. Stunden. Minuten. in 3 30 5 27 34 41 30 24 19 10 43 20 SSS 16 Auf noch andere physische Eigenschaften des Bodens hat Schübler auch Rücksicht genommen, da sie indeß für den ausübenden Landwirth nicht bedeutend sind, so über⸗ gehen wir sie hier; vom Sauerstoff unten. §. 129. Bon den äußern zufälligen Eigenschaften des Bo— dens. Hier kommen in Betracht als wesentliche Einflüsse: 1) Die flache oder abhängige Lage des Bodens. abhängige. Im ganzen ist eine ebne besser als eine Es fragt sich indeß bei einer abhängi— gen, gegen welche Himmelsgegend sie gerichtet ist. — 29 es die 2 b— 76— ler. Immer verdient im allgemeinen ein östlicher oder LI süd⸗östlicher Abhang Vorzüge vor einem nördlichen, 1 obgleich Fälle eintreten konnen, wo jener vorgezogen nale wird. aue 2) Die Lage, im Verhältniß mit der Gegend beson⸗ mul. ö ders mit dem Wasserspiegel benachbarter Ströme 30 und Seen. 1 7 3) Das Localclima, worunter man den jäährlich ge— N wöhlnichen Regenfall, den Zug der Gewitter und 0 Winde und den Eintritt des Winters und Frühlings 4 versteht. Ohne Rücksicht auf die geographische La— 0 ge, können hier verschiedene Gegenstände große Ver— z schiedenheiten hervorbringen; z. B. Gebirge, Wäl— 0 der, Wasser u. s. w. 9 §. 130. Practische Eintheilung des Bodens. dens Im gemeinen Leben theilt man den Boden nach sei— füt nem physischen Erscheinen, ohne besondere Rücksicht auf ber, die Grunderden, in: 1) Schweren Boden, auch fester, strenger Bo— den genannt, wohin alle thonartigen Boden, be sonders der Kley zu rechnen ist. Er heißt kalt, wenn er feucht, fett wenn er reich an Humus ist. ser 2) Mittelboden, wenn er bei der Bearbeitung 1 weder zu fest noch zu locker sich zeigt. Dahin ge— hört der Lehm mit seinen Abstufungen. 00 3) Leichten Boden, wenn er wenig Zusammen— fl. hang äußert; z. B. Sand und Flugboden. Er —.— 76— heißt hitzig oder warm bei trockner Lage, vorzüglich aber wenn er Kalk enthält. 4) Losen Boden, Humus und Flugsand. An— dere Benennungen des Bodens beziehen sich immer auf gewisse Eigenschaften desselben; z. B. sauer arm, reich, unrein u. s. w. e 131. pflanzen die zum Theil die Beschaffenheit des Bodens anzeigen. Alle wildwachsende Pflanzen kann man in Bezie— hung auf den Boden in 2 Klassen theilen: 1) In solche, die allgemein über eine gewisse Gegend verbreitet sind, und 2) in solche, die im wilden Zustande nur auf gewis— sen Bodenarten fortkommen. Zwischen diesen letz— ten und den Bodenarten findet allerdings mehr oder weniger ein Verhältniß statt. Crome, der Boden und seine Verhältnisse zu den Gewächsen. Hannover 1312. 9. 132. Dem zu Folge kann man aus der Gegenwart man— cher Pflanzen auf die Beschaffenheit des Bodens schließen. So zeigt z. B. 1) Sandboden an: Sandwerfte, Salix arenaria L., Schafschwin— gel, Festuca ovina, harter Schwingel, F. du- riuscula, Knötrich, Spergula arvensis, Sand⸗ lauch, Allium arenolum, Heide, Erica vul- garis. Elymus arenarius u. s. w. — U 0 E 2) Thonboden zeigen: täglich Ackermohne, Papaver rhoeas, Gänserich, Po- tentilla reptans und P. anserina, Huflattig, 5 Tullilago farfarra, Knaulgras, Dactylis glo- e merata u. s. w. Wer 3) Kalk und Gyps. Wau, Releda luteola, Bimbernelle, Poterium Sanguilorba, Esparsette, Hedyfarum ono— eh brichis, Adonis, Medicago falcata u. s. w. 4) Moor und Torf. Bezie, ö Binse, Scirpus caelpitolus, Riedgras, Carex aliginola, Wollkraut, Eriophorum vagina- gend tum, Bast, Ledum palustre. ö 5) Humus. geri/ Melte, Chenopodium viride, Erdrauch, Fu— n letz maria officinalis, Vogelknötrich, Polygonum mehr aviculare, Mausedarm, Alline media. §. 133. cen. Verfahren bei der Untersuchung des Bodens. Es findet bei der Untersuchung des Bodens ein gro— ßer Unterschied statt zwischen einer feinen und genauen und einer bloß oberflächlichen, welche für die Landwirth— 730 schaft in den meisten Fällen hinreicht. Wir wollen hier 8. das Verfahren, was wir selbst häufig gewählt haben, N angeben; es unterscheidet sich im Ganzen wenig von dem 17 was Davy a. a. O. angegeben. . 8. 134. 1 Wenn die allgemeine Beschaffenheit einer Acker— ul⸗ krume untersucht werden soll, nimmt man von verschie— —( denen Stellen des Ackers, ein paar Zoll unter der Ober⸗ fläche die Erde in beliebiger Quantitat heraus und ver— gleicht sie hinsichtlich ihrer Eigenschaften. Findet aber auf der ganzen Oberfläche. keine Abwechselung statt, so ist es hinreichend von einer Stelle die Erde zu nehmen. Die schicklichste Menge ist die von 2 Pf., bei we— niger ist es sehr schwer die feinern Stoffe richtig lzu fin— den. Ueberhaupt ist es besser eine möglichst große Quan— tität zu nehmen. Uebrigens muß man die Erde so lange der Luft oder der Stubenwärme aussetzen, bis sie völ— lig trocken ist, §. 135. 1) Bestimmung des specifischen Gewichts. Man kann sich hierzu verschiedener Methoden be— dienen die immer gleiche Resultate gewähren. Die sicherste ist folgende: Man fülle ein Glas mit eingeriebenen Stöpsel von beliebiger Größe mit destillirten Wasser und wiege es auf einer feinen Wage, man leere das Glas, bringe eine abgewogene Menge vorher getrockneter Erde hinein und fülle den übrigen Theil des Glases mit Wasser an und verstopfe es. Dabei sorge man dafür, daß keine Luftblasen sich im Glase befinden. Jetzt wiege man das Glas abermals und bemerke wie viel Gewicht nöthig ist, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Wird nun das zugelegte Gewicht, vom Gewicht der Erde abgezo— gen, so zeigt die Differenz, wieviel Wasser die Erde aus dem Gefäß verdrängt hat. Dividirt man dann das n halt fies cher n fig fer gern ahh bis ide silker 0 r Ober Gewicht der Erde durch das Gewicht des verdrängten n ver Wassers, so erhält man das gesuchte specifische Ge et aber wicht der Erde. it, so Anmerk. Z. B. die zu untersuchende Erde wog 200 Gr. Das hen. Gefäß mit Wasser gefüllt 300 Gr. Das Gefäß mit Erde und 10 Wasser gefüllt 600 Gr. Die Zunahme des Gewichts durch el we⸗ die Erde betrug daher 600— 500 100 Gr.; es wurden da⸗ zu fin, her 200— 100 100 Gr. Wasser durch die Erde verdrängt, Qa, dder 200 Gr. Wasser nehmen so viel Raum ein als 100 Gr. N ö Erde und das gesuchte specisische Gewicht der Erde ist daher lalige 2 5. 8 5 l= 2 wenn das Gewicht des Wassers— 1 gesetzt wird. e böl⸗ 99 e 2 3 In einem allgemeinen Ausdruck steht die Rechnung in die 200 fem Fall also 50 7 200 090 2 2. N§. 136. . 20 Bestimmung der Feuchtigkeit. Die Alle Erde, wenn sie auch an der Luft oder in ei— nem warmen Zimmer noch so gut getrocknet worden, ent— pon hält dennoch Feuchtigkeit, welche ohne Anwendung ei— vige nes beträchtlichen Grads von Hitze nicht davon getrennt ange werden kann und deren Erforschung gleichwohl bei der Ile Untersuchung nothwendig ist. Man findet die Feuch— 1 70 tigkeit, wenn man eine Menge genau abgewogener, vor— bn her getrockneter Erde, entweder in einem ganz reinem ble— das chernen Spasfen, oder in einer Porzellanenschaale über i Kohlen Wer archantische Lampe so 95 erhitzt, 159 bis sie eine Temperatur von 300“ F. annimmt. Auch findet man den schicklichen Wärmegrad, wenn man einen hölzernen Span auf den Boden der Schaale bringt, so bald dieser anfängt sich von der Hitze schwarz zu färben, 777 ccc ccc—ß7§5—+ ist es Zeit, die Erwärmung zu sistiren. Der Gewichts— verlust, welchen nach gehöriger Erkaltung die Erde er— litten, zeigt die Menge von Feuchtigkeit die sie enthielte. Anmerk. Z. B. wenn 400 Gr. Erde so behandelt wurden und der Verlust ertrug 40 Gr., so enthielt die Erde 10 p. C. Feuchtigkeit. In diesem Fall kann man vorzüglich auf Thongehalt schließen, auch auf Humus, wenn aber der Verlust nicht uber 5 p. C. betrug, macht die Kieselerde in der Regel den Hauptbestandtheil aus. §. 137. 3) Westimmung der gröbern Bestandtheile. Die meisten Bodenarten enthalten lose kleinere Steine, Grand und unzersetzte gröbere Pflanzenfasern. Sämmtliche Stoffe sind oft sehr absorbirend, daher trennt man sie nicht früher bis die Feuchtigkeit bestimmt ist. Kan thut dieß theils durchs Auslesen, theils durchs Sieb, indem man vorher die Erde gelinde zer— rieben. Man bestimmt nun das Gewicht der groben Pflanzenfasern und der Steine besonders. Die Beschaf- fenheit der letztern untersucht man. Bestehen sie aus Kalk, so brausen sie mit Scheidewasser auf, bestehen sie aus Kiesel, so ritzen sie in Glas und brechen in scharf— kantigen Bruchstücken, sind sie thonartig, so sind sie weich und geben am Stahle keine Funken. Talkartige Steine äußern sich durch ihr fettiges Wesen. Die Pflanzenfasern bestehen aus unzersetzten Wur— zeln, Stroh u. s. w. 11 2 2 0 — 81— Hevicht 6 . 4) Bestimmung des Sandes. Um den gröbern abschwemmbaren Sand zu erhal— 15 0 ten, bringt man die Erde in ein Zuckerglas, übergießt 1 a sie mit dem drey- oder vierfachen Gewichte destillir— n ale der ten Wassers, rührt die Erde um, wo sich dann der kickt i Sand zu Boden setzt, die übrige Masse sich aber in dem Wasser zertheilt. Man schlämmt den Sand mehrere Male mit frischem Wasser nach bis alle erdigen Theile von ihm getrennt sind, hierauf wird er getrocknet, ge— ile. wogen und sein Antheil bestimmt. f Anmerk. Auf diese Art erhält man den gröbern Sand, der leinere nur allein im Ackerboden als solcher in Betracht kömmt. Will enfasern, man aber den feinern Sand erhalten, so darf man nur das Abschwemmwasser eine Zeitlang kochen, wo sich dann der V dahe feinere Sand abscheidet. Je öfter man das Kochen wieder— betimmt holt, desto mehr und feinern Sand kann man äbscheiden. theils a nde get 9. 139. groben Der Sand selbst kann von verschiedener Beschaffen— Beschaf heit seyn, ob er gleich größtentheils aus Quarz oder sie aus Kiesel besteht. Häufig ist es aber auch Kalksand uud in iehen si diesem Falle wird er sich schnell in Salzsäure mit Brau— scharf⸗ sen lösen; bisweilen besteht er zum Theil aus Gyps, was ind sie aber selten der Fall ist. lkattige §. 140. Ist der Sand gänzlich von den übrigen Substanzen Put, geschieden, so filtrirt man das Abschwemmwasser durch, sammelt das Filtrum mit den darauf gebliebenen erdigen 6 — 82— Theilen, trocknet und wiegt sie. Das Abschwemmwas⸗ ser wird aber aufbewahrt, denn in demselben sind die salzigen und überhaupt alle auflöslichen Theile enthalten. 5 S 141. 0 6) Bestimmung des Kalks, Talks und Eisens. 10 Um den ersten zu bestimmen, prüft man eine kleine 0 Portion der Erde mit Salzsäure, braust solche, so kann 8 man auf die Gegenwart einer beträchtlichen Menge des Kalks schließen. Jetzt nimmt man die obenerhaltene 1 feine Materie, bringt sie in eine Abdampfschaale und 1 übergießt sie mit 2 Theilen Salzsäure, welche man mit 4 dem doppelten Antheil von Wasser dem Volumen nach verdünnt. Die Mischung laßt man 1 bis 1 Stunde stehen, indem man sie öfter umrührt. Wenn Kalk- und Talkerde darin waren, so haben sie sich in der Salzsäure gelost. Man filtrirt jetzt die Flüssigkeit, sammelt die feste Substanz, wäscht sie mit reinem Wasser aus, trock⸗ net und wiegt sie. Der Gewichtsverlust zeigt wieviel die Salzsäure davon gelöst hat. f d. 142. Das Aus waschwasser thut man der Auflösung hinzu, welcher man, wenn sie zu sehr verdünnt seyn sollte, frische Saure zuschüttet bis sie sauer schmeckt. In N 0 diese Wäßrigkeit tröpfelt man eine Auflösung von blau⸗ 90 sauerm Kali. Erfolgt ein dunkelblauer Niederschlag, so 9. ist dieß Eisenoryd. Um sein Gewicht zu bestimmen, fil— i trit man das Ganze und erhitzt es dann bis zum Roth⸗ 60 glühen. Das Product ist Eisenoxyd. 10 emma snd die 6. 143. Anhalten, e e f 3 Jetzt schütte man in die von Eisen freie rückstän⸗ dige Auflosung eine Losung von kohlensaurem Kali 5. bis alles Aufbrausen nachläßt. Der Niederschlag der g 1 g a 5 8 g ine late sich hier findet ist ö Kalkerde. Sie so kann wird gesammelt, getrocknet und ihr Gewicht bestimmt. enge des Wird die jetzt rückständige Flüssigkeit r Stunde lang ge⸗ chaltene kocht, so fält die kohlensaure Talkerde nieder, 0. 2 5 5 95 deren Gewicht man auf dieselbe Art bestimmt. nan mit Anmerk. Wenn die fein zertheilte Erde einen sehr bedeuten— den Antheil von Kalkerde enthält, so kann man diese durch b nach folgendes Verfahren bestimmen. Die kohlensaure Kalkerde Stunde enthält nämlich immer 43 p. C. Kohlensäure. Man bringe alk/ und 2 Theile Salzsäure und 1 Theil der zu untersuchenden Erde 8 in 2 besondere Flaschen abgewogen und gieße die Säure alzsäure sehr langsam auf die Erde bis alles Aufbrausen nachgelas⸗ jelt die sen hat. Der Unterschied im Gewicht vor und nach dem c, Versuch zeigt die Menge der entwichenen Kohlensäure an. e Auf jeden Gewichtsverlust von a: Gran muß man 10 Gran wieviel kohlensaure Kalkerde rechnen. b §. 144. ö lung 60 Bestimmung des Humus. n sollte Um den Gehalt an Humus zu bestimmen, bringe 90 man die noch rückständige Erde oder einen Theil dersel— blau, ben in einen Schmelztiegel über Kohlen und glühe die lag fe Masse unter stetem Umrühren, bis keine schwarzen Theile 1 fil⸗ mehr an derselben bemerkt werden. Der hier erfolgte Roth⸗ Gewichtsverlust zeigt den Gehalt an Humus. Will man ietzt nur Thon, d. h. eine Verbindung von Thon- und 6* — ö 0 10 0 1 Kieselerde nebst Eisenoxyd bestimmen, so darf man den Rückstand nur wiegen, und er zeigt den Antheil von diesem §. 145. 7) Bestimmung der Thon- und Kieselerde besonders. Um diese beiden von einander zu scheiden, kocht man die feste Substanz 2 bis 3 Stunden lang mit 1 Theil Schweselsäure und 4 Theilen Wasser. An Säure rechnet man auf 1 Theil Erde 12 Theil. Die Sub- stanz, welche nach der Einwirkung der Säure übrig bleibt ist kieselartig. Lan scheidet sie ab und nach— dem man sie ausgewaschen und getrocknet, bestimmt man das Gewicht, diefes von dem vorhergehenden der gan— zen Substanz abgezogen, giebt die Thonerde an. Sollte noch Eisen- oder Manganoxyd mit der Thonerde ver⸗ bunden gewesen seyn, so sind sie mit aufgelöst. Um sie zu trennen setzt man im Ueberschuß bernsteinsaures Amo⸗ nium zu, dieß schl ägt das Eisenoxyd nieder. Durch Kalilauge löst man die Thonerd de, und das Manganoxyd bleibt zurück. §. 146. 9) Bestimmung der Salze und des Extractivstoffs. 0 Diese finden sich jetzt, da sie sämmtlich im Wasser auflöslich, in dem Wasser vor, womit man den Sand ausgewaschen hatte. Man lasse das Fluidum bis auf die Hälfte abdunsten. Hat es eine wasserhelle Farbe so enthält es keinen Extractivstoff, eine gelbe oder braune r—— 2 — 8 55— man den Farbe zeigt ihn aber an. Die Salze bestimmt man durch Heil von die gewohnlichen Reagentien. 1) Bringt ein Zusatz von mildem Kali eine Trü— bung hervor, so zeigt dieß Salz, dessen Basis der, Kalk- oder Talkerde ist; 2) bringt Gallustinktur eine rothe oder violette oder n, kocht blauschwarze Farbe hervor, so zeigt es auf gelo— g nit 1 — K— N10 18 4 D n Säure stes Eisenoxyd; 3) bringt schwefelsaures Silber einen käsigten Nieder⸗ schlag darin hervor, so zeigt dieser das e von Kochsalz, oder salzsauerm Kalk, oder salzsau— rer Talkerde; e Sub- e übrig ind nach; bestimmt a 4) bringt salpetersaurer Baryt eine Trübung vor, so 4 1 zeigt dieß die Gegenwart von schwefelsauern Sal— Sollte zen, als Gyps u. s. w. an; 5) erzeugt kleesaures Kali eine Trübung, so sind es Salze, welche Kalk 15 Basis haben; 5 6) wird ein Theil der Flüssigkeit bis zur Trockne ab⸗ 10 gedampft und der Ru Wend verbrennt auf glühen—⸗ Um sie s Amo⸗ 13 den Kohlen mit Knistern, so zeigt dieß Salpe— ter an. ö§. 147. Wasser Durch diese Prüfung erfährt man diejenigen Sub— End stanzen, welche das Wasser im Stande ist aufzulösen. 6 auf Endlich verdunste man das ganze Fluidum bis zur Farbe Trockne und wiege es. Folgende Versuche geben nun die Bestandtheile an: braupe 6—QUQ!UNRXR ˙ m ꝛ˙ ů——— a) Ist die Substanz geschmacklos und zwischen den Zähnen zähe und zieht sie keine Feuchtigkeit aus f der Luft an, so ist es Gyps. b) Ist der Geschmack scharf, zieht sie Feuchtigkeit aus der Luft an und verpufft dieselbe auf glühenden Kohlen, so enthält sie Salpeter oder salzsauren Kalk eingemengt; c) besitzt sie außer diesen Eigenschaften einen bittern Geschmack, so ist es salpetersaure oder salzsaure Talkerde; d) ist der Geschmack tintenartig, so zeigt dieß Eisen⸗ vitriol. 6) Besitzt aber der Rückstand eine dunkelbraune Farbe und eine klebrige Beschaffenheit, so zeigt dieß das Daseyn von Extractivstoff an. Anmerk. Bei der olerflächlichen Untersuchung ist es hinrei— chend nur den Gehalt summarisch anzugeben und die Natur desselben anzuführen. Davy a. a. O. Hermbstädt a. a. O. Zweiter Abschnitt. Von der Ackerbestellungskunde(Agricultur). Unter Ackerbestellung versteht man alles dasjenige im Allgemeinen, was auf den Acker an Arbeit, Dünger u. s. w. gewendet wird um Früchte auf ihm zu produzi— ren. Sie umfaßt daher folgende Gegenstände: . ü. e.. rr. — 9 de 1) Die Lehre vom Dünger. keit gut 2) Von der Bearbeitung des Bodens. 8 3) Von der Bestellung oder Besäung. 10 aus 4) Von der Pflege der Früchte während der Vegeta 4 hen tion.. alsauten 4 bitten Erstes Capitel.* a0 9 We Von der Dün gung. Eisen;§. 148. Im weitesten Sinne des Worts versteht man unter 0 3 Düngung jeden Körper der vermögend ist den Pflanzen dieß dat Nahrungstheile zuzuführen und den Boden zu befruchten. Alle Köper, deren Grundbestandtheile mit denen der s himti Pflanzen mehr oder weniger übereinstimmen, gehören da— N hin, doch sind sie verschieden, indem einige materiell, an— dere instrumental wirken. Ehe wir indeß vom Dünger urtheilen können, müssen wir uns mit den Nahrungs— stoffen der Pflanzen bekannt machen. 8. 149. Nahrungsstoffe der Pflanzen. 0 Die Nahrungsstoffe der Pflanzen bestehen nach che⸗ mischen Untersuchungen theils aus flüchtigen, theils aus ente festen oder feuerbeständigen. dülger Zu den ersten gehören der Sauerstoff, Koh— Muzi⸗ lenstoff, Wassserstoff, Stickstoff und andere einfache Stoffe. Unter die festen rechnet man Erden, Alkalien, phosphorsaure Grundlagen, u Metalle, besonders Eisen und Braunstein u. s. w. 0 §. 130. dun, Alle diese genannten Grundstoffe sind in Verbin— nd dung mit vielen andern in mehreren Körpern enthalten tr und entwickeln sich unter gewissen Umständen aus ihnen. Diese Körper und somit die Düngung läßt sich auf 3 verschiedene Stoffe reduziren. 1) Auf die atmosphärische Luft,(Atmosphäre) 2) Auf das Wasser; an 3) Auf den eigentlichen Dunger, wohin eine Menge aaf fester und selbst flüssiger Körper gehören. 10 0 §. 151. 0 Atmosphärische oder Luftdüngung. 0 Die atmasphärische Luft ist aus 3 verschiedenen Luft— f arten gemischt, nämlich aus 78 bis 79 p. C. Stickgas, f. aus 21 bis 22 p. C. Sauerstoffgas und einem un—⸗ f bestimmten Theil kohlen sauren Gas. Sie bietet daher 5 bei ihrer Zersetzung 3 wichtige Nahrungsstoffe den Pflan⸗ zen dar, wozu noch das Wasser kömmt, das sich als f Wasserdampf immer in der Atmosphäre befindet. Noch 0 weit reicher an Kohlenstofffäure ist aber der eigentliche ö 0 Dunstkreis, d. h. die Luftschichten, die uns zunächst f umgeben; denn bei allen Processen, welche in der Natur 6 vorgehen, z. B. Gährungen, das Athmen u. s. w. ent⸗ N wickelt sich Kohlensäure. Sie steigt in der atmosphäri— i schen Luft auf, fällt aber bald wieder nieder und verbin— 1 9 E KT..... agen, det sich mit andern Stoffen, aus denen sie den Pflanzen . zugeführt wird. Die Mittel, durch welche die Atmosphäre und der Verl Dunstkreis für die Pflanzen wirksamer gemacht werden, nihaln sind: der Sonnenschein, der Wind, die Ele; 1 etricität und andere Naturerscheinungen. auf 3 Se 1 phäre) Hochst wahrscheinlich ist das Licht das Medium, wodurch den Pflanzen das überflüssige Sauerstoffgas Menge entführt wird. Seine Nothwendigkeit bei der Vegeta— tion sehen wir daraus, daß Pflanzen im Dunkeln er⸗ wachsen, schwächlich und bleich sind und daß die Pflan⸗ zen schon vermöge einer innern Tendenz das Licht suchen. Die Nothwendigkeit der Warme eeklärt sich schon dar— n kuft⸗ aus, daß ohne einen gewissen Grad derselben kein Kei— gas, men des Saamens möglich ist. Bei gänzlicher Ermange— em un⸗ lung derselben hört alle Vegetation auf und sie wird wie—⸗ t daher der befördert, wenn Wärme eintritt. Außerdem be— Pffan, wirkt sie in der Atmosphäre die Zersetzung und Verdun— ch als stung der Luft und des Wassers. Wie die Electri— Noch cität auf die Vegetation wirke, ist noch nicht entschie⸗ utliche den; höchst wahrscheinlich aber macht sie die Pflanzen unäͤchf fähig, jene Nahrungsstoffe in sich zu ziehen, in ihren 115 Gefäßen umherzutreiben, sie zu zersetzen, nit einem i ent, Wort, die Nahrungsstoffe theils zu präpariren, theils ohäti⸗ in sich zu nehmen. Aehnliche Wirkungen haben die Winde erb und andere Naturerscheinungen. = 90. Anmerk. Aus diesen Grunden erklärt sich der alte Glaube: daß Winde zu gewissen Jahreszeiten wehend, gute Ernten vermuthen lassen, auch die Erfahrung: daß Gewitterreiche Jahre in der Regel fruchtbare sind. §. 133. Unmittelbaren Gebrauch von der atmosphärischen Düngung kann der Landwirth zwar nicht machen, wohl aber mittelbaren, indem er nämlich seinen Acker so bear— beitet, daß die Atmosphäre die größt mögliche Wir⸗ kung darauf äußern kann. Auch wird er die Bearbei— tung zu einer Zeit vornehmen, wo diese Wirkung am stärksten ist, z. B. das Aufbrechen im Herbste u. s. w. Anmerk. Die atmosphärische Düngung ist übrigens wirksa— mer auf einen an sich fruchtbaren als unfruchtbaren Acker. Ein großer Theil der Wirksamkeit der Athmosphäre besteht wohl in der Fähigkeit der Erden die Lebensluft aus dersel— ben zu absorbiren. Auch hierüber hat Schübler Versuche an— gestellt, wesche aus der nebenstehenden Tabelle sich ergeben. 7 Glaubt: 0 Absortion der Lebensluft durch die Erden nach Schübler. Lebensluftge⸗ Er dar ten befe ächten.. fiche Fruchtbare Gartenerde—— 104 Proz. wohl Dieselbe vom auflöslichen Humus rein 1770— so bear; Dieselbe zuvor geglüht—— 209— M Gewöhnlicher gelblicher Lehm— 18/1— b Derselbe zuvorgeglüht—— 2170— earhei⸗ Weiße feine Thonerde—— 165,3— 3 am Dieselbe zuvor geglüht—— 21/1— w. Gewöhnliche weiße Kalkerde— 17/71— f Weißer cararischer Marmor— 209— W Derselbe zuvor geglüht—— 21/0— 0 Gewöhnliche weiße kohlensaure Bittererde[ 1358— 17 Dieselbe zuvor geglüht— 21/1— 5 Gewöhnlicher weißer Gips, etwas cena 1 tig F 19/8— Derselbe zuvor geglüht—— 20/9— §. 154. aer. Das Wasser besteht aus 8s Theilen Sauerstoff und 15 Theilen Wasserstoff. Es macht zwar nach genauen Beobachtungen nicht einen alleinigen Nahrungs- stoff der Pflanzen aus, dem ungeachtet einen sehr wesent— lichen. Es geht materiell in die Pflanzen über uud wird durch die Vegetation in selbigen zersetzt. Es wirkt aber auch instrumental, indem es die Zersetzung anderer Stoffe befördert und den Boden zur Annahme mehrerer fruchtbarer Theile geschickter macht. ———————— Anmerk. Ausführliche Versuche mehrerer Pflanzenphystolo— fc gen haben bewiesen, daß mehrere Pflanzen in reinem Was— 0 ser zwar bis zur Blüthe, nie aber bis zum Saamentragen ge— bracht werden konnten, außer den eigentlichen Wasserpflanzen. a 1 §. 133. Die Formen, unter welchen das Wasser in der Natur vorkommt und in welchen es mehr oder weniger fruchtbar auf die Pflanzen wirkt, sind: Regen, Gewitter, Nebel, Höhenrauch, Thau; in festem Zustande Eis, Schnee. Der Thau enthält besonders viel Koh— lensäure, auch Stickstoff und Salze. Nach Hassenfratz enthält Regen- und Schneewasser bedeutend viel Sauer— de stoff, während andres weniger davon hat. Daher kömmt es auch daß schneereichen Wintern fast immer fruchtbare Sommer folgen. Die Benutzung des Wassers kann der be Landwirth mehr bei Wiesen durch Wässerung handhaben, fa als bei dem Acker. Hier ist aber auch der Nutzen des ei Wassers, besonders des Schneewassers im Frühjahre un— D. verkennbar. N 8 0 §. 136. 50 Eigentlicher Dünger. 0 Hierunter begreift man alle der Fäulniß fähigen 1 oder schon in dieselbe übergegangene organischen Körper, ö lat und selbst unorganische, in sofern sie einer Zersetzung N fähig sind. Alle diese Substanzen geben sowohl während. ihrer Fäulniß durch die sich entwickelnden flüchtigen e Theile, als auch nach derselben, durch den gebildeten 80 Humus Nahrungostoffe an die Pflanzen ab. So man⸗ a0 ——T—T—T—T7T7T7T—T—T—T—T—T—T—T—T—————————————— 5 nichfaltig die vegetabilisch-animalischen Körper sind, so wann ge verschieden sind auch die Arten des Düngers und man Munz. kann ihn im Allgemeinen eintheilen: 1) In Mist, oder vegetabilisch⸗ animali— rh schen Mug ene tuch(2 In Nebendünger⸗ ittet, ustande 8. 157. Loh 1) Mi st oder vegetabilisch⸗ animalischer Dünger. enfratz Dieser besteht aus Excrementen der Thiere und ve— Sauer; fgetabilischen Beimischungen. Seine Güte hängt ab: kömmt 1) Von der Art des Viehes; chtbare 2) Von dem Zustand, in welchem sich die Thiere n der befinden und der Fütterung. Thiere im gesunden Zu— haben, stand und im Feistigkeitszustande geben verhältnißmäßig n des einen bessern Dünger als kranke und schlecht genährte. e un⸗ Der Darmschleim, welcher bei jenen besonders in größter Quantitat mit abgeht, giebt dem Mist eine vorzügliche Güte. So wie der Zustand, so hat auch die Fütterung der Thiere den wesentlichsten Einfluß. Je nahrhafter das Futter ist, desto kräftiger wird der Dünger. Da— bien her nach Körnerfutter und vom Mastvieh der reichste, rper, nach bloßem Strohfutter der ärmste Mist erzeugt wird. gung Nach angestellten Versuchen fand Young in der hend Starke folgende Stufenreihe: Hühner- und T auben⸗ inn mist, Kaninchen mist, Schaf mist, Rindvieh, en Schweine- und dann Pferdemist. Nach Kirwan dan, enthalten 108 Pf. 1 Schafmist——— 23,o Kohlenstoff;. Kuhmist, frischen—— 3/73— 5 — gefaulter—— 10/0— ö 0 Pferdemist, frischer—— 10% 5 s — gefaulter— 18/75 2 f 0 An schwerer, brennbarer, gekohlter Wasserstoffluft b hatten in sich ros Pf.: Gefaulter Kuhmist— 1360 C. Zoll. Pferdemist—— 164 C. Zoll. Anmerk. Ueber den Dünger findet man viel Lehrreiches in Hermbstädt und Davy a. a. O. dd §. 158. i schs Vegetabilische Beimischung. N Theils um den Mist besser transportiren zu können, 100 theils um die thierischen Flüssigkeiten aufzufangen, theils scht um weiter damit zu reichen, theils um die Thiere reinli— 1 cher zu halten, theils endlich um die Zersetzung zu beför— fen dern, vermischt man ihn mit andern Stoffen, wozu das de Stroh in jeder Hinsicht der beste ist. Wo es an Stroh Eis fehlt, bedient man sich statt dessen noch folgender Surro— Mt gate zur Einstreu, die aber immer demselben nachstehen: der 1) des Moses; 950 2) der Hai dez 1 3) des Laubes; ö 4) der Hakstreu und Nadeln. Wo es ganz an Streu fehlt, bringt man zur Auf— nahme der Flüssigkeit wohl auch einige Zoll hoch Sand in die Ställe, der von Zeit zu Zeit heraus- und auf a die Aecker gebracht wird, oder auch trockne gute Erde. fach — erstoffast konnen, dheils reinli befdt⸗ u das Stroh Butro⸗ chen: uf Sind auf de. Anmerk. In Holland findet man häufig gar keine Einstreu, sondern die Ställe sind gedielt und hinter den Kühen ist ein Kanal angebracht, in welchen die Excremente fallen, die täglich ausgekehrt werden. Die Quantitat der täglichen Ein— streu läßt sich allgemein nach Pfunden nicht wohl bestimmen, sie muß soviel betragen, daß die Thiere reinlich liegen und daß alle Flüssigkeit möglichst aufgenommen werde. Mehr über diese Mat. im II. Thle. §. 139. EF Der Urin ist ebenfalls reich an düngenden Theilen und deßhalb als Düngungsmittel zu bemerken. Indeß scheint es doch zweckmäßiger und vortheilhafter zu seyn, den Urin nicht besonders aufzufangen, sondern ihn viel lieber mit dem Miste zu vermischen; denn 1) läßt er sich schwerer transportiren, 2) wirkt er auch nicht so stark. Will man ihn indeß allein gebrauchen, so wird er in Fäs— sern transportirt, welche so eingerichtet sind, daß er gleichmäßig verbreitet wird. Auch kann er gefroren als Eis aufgefahren werden. Auf unbestellten Acker bringt man die Jauche selten, wenigstens thut sie hier keine son⸗ derliche Wirkung. Am besten kömmt sie auf Futterstücke, wo ich sie stets sehr wirksam gefunden, wenn die Witte— rung nicht zu trocken war. §. 160. Behandlung des Düngers. Diese hat allerdings Einfluß auf seine Wirkung. Noch ist die Frage allgemein nicht entschieden: ob es zweckmäßiger sey den Dünger in frischem, ungefaultem Zu— stand auf den Acker zu bringen, oder ob vielmehr eine vor— hergegangene Gährung in ihm nützlicher sey? Ein Anfang der Gährung auf dem Hofe scheint aber mehr schädlich, als vortheilhaft zu seyn, indem sich auf diese Art die Gährung im Acker wenn sie unterbrochen worden, schwe— rer fortsetzt, da die Entwickelung der Wärme fehlt. Aus— gemacht bleibt es, daß eine zu weit getriebene Gährung auf dem Hofe in vieler Hinsicht Nachtheile hervorbringt und zwar: a 1) Daß die bei der Gährung sich entwickelnden flüchtigen Theile ganz unnützer Weise auf dem Hofe ver— loren gehen, die bei der Gährung im Acker den Pflanzen als Nahrungsstoffe dienen oder sich dem Boden verbinden. 2) Daß man weit weniger mit gefaultem Mist als mit frischem reicht, da er an Volumen? verliert. 3) Daß die wohlthätige Erwärmung des Bodens durch den Anfang der Gährung ganz verloren geht, die doch z. B. bei einer späten Saat im Herbste, so wie bei einer frühen Saat im Frühjahre den Keimungsproceß gar sehr befördert. Anmerk. Mich haben vielfache Erfahrungen belehrt, daß in den meisten Fällen das Auffahren vom frischen Dünger Vorzüge verdiene. Jeder praktische Wirth wird besonders diese Bemerkung beim Schafdünger gemacht haben. Ich habe daher immer die sorgsame Bereitung des Düngers auf dem Hofe wenigstens der vielen Kosten nicht werth geachtet, die man darauf verwendet hat, ob ich gleich nicht läugnen will, daß aus vielen andern Gründen eine wohleingerichtete Miststatte auf einem Oekonomiehof nicht fehlen darf. eh §. 161. Folgende Regeln dürften bei der Beantwortung der eine vu u Anfang scädli. 8 101 ic oben berührten Frage entscheiden: ft l die 1) Auf schwerem, bindendem Kleyboden verdient en, 7 f 9 0 2 0 1 ganz frischer, seine Gährung kaum angefangener Dünger A. Aus, den Vorzug. Besonders ist hier der hitzige an seinem Göhrung Orte wehr 2) Auf einem leichten, gar sandigen Boden wird deßhalb ein gefaulter Dünger Vorzüge haben, weil sol— icelnden cher Boden wegen seiner Trockenheit die Gährung oft daft ver ganz aufhalten, auch ein frischer Dünger den ohnehin flaczet lockern Boden noch lockerer machen würde. erbinden, Anmerk. Und dennoch habe ich selbst auf einem sandigen Lehm ganz frischen Dunger vortrefflich wirken sehen, ob ich Mf ale ihn gleichwohl dort nicht allgemein empfehlen will. Es scheint b hier allerdings auf die Witterung und auf den Umstand: 5 t. ob dieser Boden schon an sich hitzig war, viel anzukommen. Bodens F. 162. c. Findet die Auffuhr ganz frischen Düngers statt, so 1 5 muß es immer unter den Umständen geschehen, daß im l Acker eine förmliche Fäulniß, nicht aber eine bloße Ver— wesung vor sich geht, welches letztere wohl häufig gesche— 1 d k hen könnte und wodurch der größte Theil des Düngers Dünger unwirksam verloren wäre, da sich bei der Verwesung ganz 1 andere Verbindungen und Bildungen neuer Stoffe zei⸗ 7 9 if gen, als bei der Fäulniß. i geaclel, sagnen F. 103. . Die Behandlung des Mists zerfällt: — — 08— 98 7 1) in die im Stalle und auf dem Hofe; 2) in die Behandlung auf dem Acker. Wenn es darauf ankommt, sich gefaulten Dünger zu verschaffen, was ich indeß nur in wenigen Fällen als gut billigen möchte, so muß man dahin sehen, die Fäͤulniß sobald und vollständig als mög⸗ lich zu machen. Dazu gehört aber, daß man die Zersetzungen gehörig leite und gleichförmig zu machen suche. Dieß wird erreicht: 1) Wenn man den Misthaufen feucht, aber nicht naß erhalt; denn zu große Nässe widersteht der Fäulniß so gut als zu große Dürre. Dazu kömmt noch, daß das Wasser die auflöslichen Theile des Düngers in sich aufnimmt und fortführt, wenn es ohne aufgefangen zu werden, frei wieder abfließen kann, wie wir dieß so häufig sehen. 8 2) Wenn man den Misthaufen fleißig umsticht, so daß die in verschiedenen Graden der Fäulniß begriffenen Düngerschichten möglichst unter einander kommen. Frischen Dünger, wenn man solchen nicht sogleich aus dem Stalle auf den Acker fährt, muß man gegen die eigentliche Fäulniß schützen, besonders indem man ihn trocken erhält; denn ihm ist ein Anfang einer un— vollkommenen Fäulniß offenbar nachtheilig. Anmerk. An der Methode der Belgier, den Dünger zum Theil bis zu seiner Ausfuhr im Stalle zu lassen(Schwerz, Beschr. der belgischen Landwirhtschaft. Thl. II.) oder die Miststätte gleichsam im Stalle hinter dem Vieh anzulegen, e ö gofe; 1 kann ich deßhalb keinen Gefallen finden, weil die Gesund * heit des Viehes dabei durchaus leiden muß. Fur den Mi inge mag es indeß immer vortheilhaft seyn. fallen gls 5. 164. eh, die Mel st st ät te. s nög⸗ 4 Wenn es darauf ankömn 1 den Dünger auf dem dee Hofe zu präpariren, ist die Anlage einer Miststätte er— 5 forderlich. Man wählet dat am besten eine Vertiefung, doch so, daß die Flüssigkeiten besonders gesammelt und aber dem Miste willkührlich zugetheilt werden können. Auch seht der muß alles Regenwasser von der Miststätte abgehalten ut noch, werden können. Man gräbt zu dem Ende den Platz dazu gers in nach seiner ganzen F läche einige Fuß, etwa 3, tief aus, je⸗ gefangen doch mit Rampen zur Ein- und Ausfahrt. Entweder in dieß so der Mitte oder an einer der schmalen Seiten, wenn die Miststätte ein Oblongum bildet, legt man ein Basin für a die Jauche an, welches mit einer Pumpe versehen und 0 K mit Bohlen bedeckt wird, so daß man die Jauche her— Ma aus und leicht auf den Mist pumpen kann. Das Regen— wasser muß abgehalten werden, indem der Rand der sogleich Grube etwas erhöht wird. S. Taf. 1. Fig. 1. und 2. gegen Bei Anlage einer Miststätte sind übrigens folgende fan Puncte zu beobachten: n 1) Sie muß den Ställen möglichst nahe seyn; noch bequemer ist ein eigner Misthof, auf welchem das ger lun Vieh am Tage sich aufhalten kann. 1 1 5 2) Mit ihrer breiten Seite muß sie von Westen nach legen, Osten, oder doch etwas wenigstens gegen Süden * ——ié-ꝛ r Vä. ———— geschützt sen. Dieß geschieht am besten, wenn es durch ein stehendes Gebäude möglich ist. Eigene Mistschuppen aufzuführen scheint mir Sache der okonomischen Spielereien, deren wir leider so viele haben. 3) Sie muß die überflüssige Feuchtigkeit ableiten kön⸗ nen. Deßhalb muß sie von allen Seiten nach den Basin hin abfallen. S. Taf. 1. F. 2. 4) Der Boden muß so beschaffen seyn, daß er die Feuchtigkeit nicht zu stark leitet. Wäre dieß der Fall, so muß die Sohle mit Thon ausgeschlagen werden. Das Pflastern ist selten nöthig. 5) Sie muß, wenn sie ganz im Freien liegt, Schutz gegen die Sonne erhalten, entweder durch Gebäude oder durch Umpflanzungen mit Bäumen. §. 165. Das öftere Umstechen des Düngers ist gewiß, wenn er auf dem Hofe wirklich gahren soll, sehr nützlich und gewährt zugleich den Vortheil, daß der Düngerhaufen ein moglichst ordnungsmäßiges Ansehen erhält. In vie— len Gegenden weiß man auf diese Art den Misthaufen so zu gestalten, daß er wirklich einen angenehmen Anblick gewährt. Daß man, wenn es irgend möglich ist den Mist von sämmtlichen Thieren zusammen auf der Mist⸗ stätte vermischt, ist ohne Zweifel sehr vortheilhaft. Den Schafmist läßt man aber vortheilhafter im Stall bis zu seiner Ausfuhr liegen. r————— ——————— — 101—.—— wenn ez§. 166. Eigene Anwendung des Düngers oder Behandlung des Düngers auf Lite det dem Acker. der so diele Hier ist zu bemerken: 1) Die Art und Beschaffenheit des Mists im Ver hältniß zu den verschiedenen Arten von Boden. 1 5 Auf schweren Boden ist der hitzigste und reich ste Dünger zu bringen, als Schaf- und Pferdemist; e auch frischer, strohiger Mist vortheilhafter als verrotte⸗ 1 er die ter, jedoch immer mit der Vorsicht: einen kalten binden⸗ dieß der den Boden auf einmal so stark wie nur möglich zu düngen, geschlagen da eine schwache Düngung fast gar keine Wirkung thut. Schutz§. 167. 9 Gebäude 2) Die Zeit des Mistfahrens. Sie richtet sich zunächst nach dem Wirthschaftssy— stem und nach der Vertheilung der ökonomischen Arbei— ten. Bei der Wechselwirthschaft, wo keine reine Bra— 6 meln che statt findet, fallen die Mistfuhren im Frühjahr und dag un Herbste; bei der Dreifelderwirthschaft, wo reine Brache 1 statt findet, im Sommer zwischen der Frühjahrbestellung n und Ernte vor. Nur der Theil der Brache, der be— * 8 sömmert wird, wird am schicklichsten im Winter oder 6 0 Frühjahre gedüngt. uebrigens versteht es sich wohl von 8 0 selbst, daß jeder verständige Oekonom sich so einrichten * 4 wird, wie es seine Arbeitsvertheilung verlangt. Bei de ß schlechtem Wege und entfernten Feldern mag selbst bei 775 reiner Brache das Mistfahren im Winter statt finden, ob Ie ich gleich weder das Auffahren des Mistes in grobe U. ͤãꝗ¶²v¹àU1n— 71-L— ͥLU--ñ eee ———— . —— 7 rep . Haufen auf dem Acker, noch überhaupt das Düngen zu lange vor dem Bestellen des Ackers im Allgemeinen billi⸗ gen mag. §. 168. 3) Die Quantitat des 9 Nists. Diese hängt zum Theil von der Beschaffenheit des Mistes, dem Zustande des Ackers, der zu bauenden Früchte, dem bestehenden Fruchtwechsel und endlich von der Menge des erzeugten Düngers ab. Bei der Dreifel— derwirthschaft sind 8 Fuder à 16 Ctr. p. M. z. 140 Jeine Düngung, wobei der Acker in Kraft erhalten wird, aber 10— 12 dergl. Fuder eine sehr gute Düngung. Jede Besömmerung verlangt eine um die Hälfte stärkere Dün— gung, als die reine Brache. Anmerk. Je stärker der Landwirth düngen kann, desto mehr hat er Gelegenheit von seiner Brache zu bestellen, wenn andere Wirthschaftsverhältnisse dieß gestatten. §. 169. 4) Die Art und Weise, wie und wenn er mit dem Boden in Vermischung gebracht wird. Dieß kann nun auf doppelte Art geschehen, entweder wird der Mist untergepflügt, oder man düngt über die Saat her, wenn der Acker bereits bestellt ist, was die Eng⸗ länder Popdrelling nennen. Bei ersterm Verfahren wird der Dünger bei Sommer- und Winterfrüchten unmittelbar vor der Saat, oder doch einige Wochen auch noch länger vorher untergepflügt. Bei der reinen Brache, wenn sie —— 70—T—T—T—T—T—T—T—T—TTF—————————— — 2 ö* Ni. he 1 Zmal gepflügt wird, ist es am besten, den D ünger unter zu 0 570 fen bils⸗ brachen, bei 4maligen Pflügen aber unter zu ruh ren, 8 Wenn der Dünger frisch ist, so ist es vortheilhaft, e bei etwas leichtem Boden, unmittelbar nach dem Unterpflügen ihn einzuwalzen, indem hier die Feuch— enheit des 1 1 bleibt und der Dünger ungleich besser bauenden „reifel, 0 5 Ein guter Landwirth wird beim Düngerfahren N die nöthige Aufficht nicht unterlassen. Er hat folgendes zu Ae beobachten. ird, aber 1) Um das Geschäft zu befördern stelle er nicht mehr Arbeiter beim Aufladen an, als wirklich nöthig sind und rechne dabei auf Wechselwagen. 20 Er lasse die Haufen auf dem Felde möglichst gleich schlagen, damit der Dünger aller Orten gleich vertheilt werde. Auch d sehe er beim Aufladen dahin, daß nicht auf einem Wagen 5 bloß das obenliegende Stroh, auf den andern Mist komme, bestellen, i. 2 sondern daß beides gleichmäßig verbreitet werde. 0) Beim Streuen halte er genau darauf, daß der Mist ganz gleich geworfen werde, so daß er die Oberfläche des Bodens überall gleichmäßig bedecke. 3) Wenn der Mist lang und strohig, so lasse ker beim Pflügen denselben hinter dem Pfluge in die Furche werfen, damit er 3. Jede tere Dun r nit den gut beikomme. Eine Arbeit die sich gut bezahlt. entweder Die Frage, ob es vortheilhafter sey: den Dünger über dit zerstreut eine Zeit lang auf dem Acker liegen zu lassen, l die Eg oder ob es besser sey, ihn gleich unter zu ackern? kann allgemein nicht entschieden werden. Nur so viel ist ge— wiß, daß eine Luftaussetzung des Düngers in vielen Fällen von Vortheil seyn kann, und daß der Dünger, wenn er gestreut auf dem Acker liegt, das nicht an Kraft ihren hyrd mittelbar länger wenn ste verliert, was man bisweilen glaubt. Ja daß er selbst dabei gewinnen kann. Allerdings kömmt dabei auch sehr viel auf die Lage des Ackers an. Ist diese so, daß der Regen den Mist ab- und ausschwemmen kann, dann ist es unb dingt nicht zu rathen. Es scheint dabei überhaupt auch viel auf die Witterung an zu kommen. Versuche, welche ich darüber anstellte, haben mich gelehrt, daß es we— nigstens nicht schädlich sey. Ob bedeutend nützlicher? kann ich nicht sagen. Schädlich ist's ihn in kleinen Haufen lange stehen zu lassen. Beim Obenaufdüngen ist der Compost am ge— schicktesten, indeß kann wohl verrotteter Dünger ebenfalls dazu gebraucht werden. Dieses Ueberdüngen ist beson— ders bei Hülsenfrüchten sehr gut gefunden worden. Anmerk. Einige Bemerkungen, welche mir meine Erfah— rung hierüber an die Hand gegeben, darf ich hier nicht ver— schweigen. Es sind folgende: 10 Bei Erbsen und Wicken habe ich das Ueberdüngen vortrefflich gefunden, da es aber nur mit längern Schafmist geschehen konnte, fand ich bei der Ernte, besonders wenn die Wicken zu Heu gemacht wurden, daß sehr viel Dünger mit zusam— mengeharkt wurde, was nicht zu vermeiden war, und daß dann die Schafe das Wickheu und selbst das Erbsenstroh un— gern fraßen. 2) Bei später Winterbestellung habe ich es immer sehr gut ge— funden, wenn der Mist nicht zu lang und keine Mäuse vor— handen. Immer aber besser auf Roggen als Waizen. Letztrer scheint diese Verfahrungsart nicht wohl zu vertragen. F. 17 Ed m; g ft Unter dieser Benennung versteht man eine Mischung von gewöhnlichem Mist, Erde und Kalk. Man be— er sehh reitet ihn auf dem Hofe oder auf dem Acker, indem man lach sehr etwa gleiche Theile Erde und gleiche Theile frischen daf der Dünger und etwas gebrannten, ungelöschten Kalk in Hau— dan it fen schichtet und diese Haufen bei trockner Witterung kbechaut fleißig mit Mistjauche begießt. Nach einigen Wochen Versuch, kann der Haufen schon umgestochen werden, was man so aß es wi oft wiederholt bis die ganze Masse gleichförmig geworden. er? fam Auf die Saat im Frühjahre, oder auf Wiesen, Klee, Haufen Luzerne und Esparsette gestreut, thut er selbst in geringer Quantitat sehr gute Wirkung. Auch kann er mit der am ge⸗ Saat eingeeggt werden. ebenfalls f besol, 5. 172. 1. Horden dünger. ine Grsal⸗ Zu dem thierischen Dünger ist noch der Horden— nigt vun schlag der Schafe zu rechnen. Da, wo man hinreichen⸗ orlresslich des Stroh hat, kann es vortheilhaft seyn, die Schafe geschehen im Stall zu lassen, wo dieß aber nicht der Fall, ist je Bien offenbar der Hordenschlag sehr vortheilhaft. Er wird 1 am besten auf die Brache gegeben und zwar auf die ent— oh un; ferntesten Felder; wenn er aber gehörig wirken soll, so muß die Brache vorher gepflügt seyn und eben so muß N nach dem Pferchen derselbe schnell wieder untergepflügt Baizen. werden, daher muß das Horden Strichweis geschehen. ertragen, Bei nasser Witterung darf das Pferchen durchaus nicht statt finden. Sehr nützlich beweißt sich der Pferch, wenn er auf die eben bestellte Wintersaat geschlagen wird, chung besonders auf sehr leichtem Boden oder Winterfrucht an be in Kleestoppeln. Die Wirkung des Pferchs reicht übri⸗ —— 2 ꝛ˙ tf———— — 106— gens nicht viel über eine Ernte hinaus, weil er mehr durch die flüchtigen Theile wirkt und wenig Humus zu— rück läßt. Anmerk. Der Pferch so wie Schafdünger überhaupt wirkt am vortheilhaftesten auf Oelgewächse und dazu sollte man ihn auch verwenden. Eine Beobachtung, die ich im Som— —ꝛñ——— ͤ +U— 1 mer 1818 Gelegenheit zu machen hatte, überzeugte mich, daß der Pferch, in welchen ohne eine andere Düngung Sommerrübsen gesäet worden, noch bei dem darauf gesäe⸗ ten Roggen gegen Hofmist sichtbar war. Daß Pferchge— traide weder vom Bäcker noch Brauer und Brenner gern gekauft wird ist eine bekannte Sache. Da dergleichen Getrai— de beim Gährungsproceß vielmehr Kohlenstoffluft entwickelt als anderes, so schreibe ich diesen Umstand dem bedeutenden Antheil an Kohlenstoff zu, welchen der Pferch enthält. 8 2 Neben dünger. Außer dem eigentlichen Hofmist oder den thierischen Excrementen hat man noch aus allen 3 Reichen der Na⸗ tur verschiedene Surrogate statt des Mistes, und zwar: A. Aus dem Thierreich. 1) Hornspäne, Abgänge von Horn und der— gleichen. Sie sind vorzüglich reich an Kohlen: und Stickstoff, und thun in geringer Quan, tität große Wirkung. Sie müssen aber erst in gro⸗ ßen Haufen vermittelst Feuchtigkeit und Kalk in Gährung gesetzt werden. Man streut sie auf die Aecker dünn wie den Compost. 2) Faulende thierische Körper und Blut sind fast jenen gleich und durch Zusatz von Kalk befördert man deren Verwesung schnell. — 107— er ncht umus zu §. 174. 3) Menschliche Exeremente. Sie sind beson; ders gut als Compost zu gebrauchen und könnten 5 5 bei rechter Behandlung fast allen andern Dünger ent— en behrlich machen. In Asien, Japan und selbst in ugte mich, vielen Gegenden Teutschlands wird fast kein andrer Lirgun Dünger gebraucht. Am besten wird dieser Dünger 7 8 mit Kalk versetzt. Dieser setzt ihn schnell in Ver⸗ nner gern wesung und verhindert den üblen Geruch. Es Seta entsteht ein sehr guter Compost aus 10 Theilen Erde, 0 5 Theilen reinen Mist und 1 Theil Kalk. 10 An merk. Nach Berzelius enthält der Menschenkoth in 00 Thln: 73/3 Wasser, 5, in Wasser auflösliche Substanz, als Galle, Eiweißstoff u. s. w., 7 unauflösliches Wesen, 14,0 ein Gemenge von Galle und einen eigenthümlichen animalischen Stoff. In Frankreich und England pflegt man den Men— jerischen schenkoth zu trocknen und ihn in Pulvergestalt zu verkaufen als Dunger, unter dem Nahmen Poudrette. der Na, zwar:§. 175. Unter die thierischen Dünger-Surrogate kann noch ud de der Thran gerechnet werden, dessen man sich in Eng⸗ ohlen⸗ land, besonders im Fall, wenn er verdorben ist, be— Quan, dient. Er ist indeß nur nährend, wenn er durch Kalk in gro⸗ in wirkliche Gährung gesetzt wird. Bei uns möchte alk in diese Düngung wohl etwas zu kostspielig werden. Auch uf die gestoßene Knochen können sehr wirksam seyn. Auf kalkigtem Boden lösen sie sich von selbst auf;, auf andern Blot muß man sie vorher mit Kalk versetzen. Gebrannte Kalk Knochen wirken wie Kalk und man kann sich ihrer an Orten wo es an Kalk fehlt, statt dessen bedienen. Anmerk. In Nordamerika bedient man sich einer Art klei— ner Fische zum düngen, die man mit den Maiskörnern zu— gleich in die Erde legt. Ueberhaupt könnte man hier eine ganze Mustercharte von Düngerarten aufführen wenn es darum zu thun wäre. . B. Aus dem Pflanzenreich. Dahin gehören: 1) Pulverisirte Oelkuchen. Sie werden über die Saat gestreut und auf schwerem Boden mit etwas Kalk vermischt. Bei ihnen wirkt höchst wahrscheinlich der Pflanzenschleim und Eyweißstoff; denn auch diejenigen beweisen sich wirksam, die gar keine Oeltheile mehr enthalten. Da indeß diese Düngung kostspielig ist, so wird es vortheil— hafter seyn, sie erst durch das Vieh in Dünger ver— wandeln zu lassen. §. 177. 2) Eben so wie der Oelkuchen kann man sich auch des Malzstaubes d. h. der abgetretenen Malz keime als Dünger zum Ueberstreuen der Saaten oder des Rasens bedienen. Auch dieses Dün— gungsmittel gebraucht man lieber als Futter, als welches es sehr gut, und verwandelt es so in ei⸗ gentlichen Mist. 3) Das Unterpflügen grüner Saaten oder ausgewachsener Rüben. Die meisten Pflanzen ent⸗ halten eine beträchtliche Quantitat Eyweißstoff und 0 . 109— r Art fle . werden dadurch geschickt, die thierischen Stoffe zum ihr tine Theil zu ersetzen. Alle Pflanzen also, welche den Ey— 98 weißstoff in größter Quantitat enthalten, konnen als Stellvertreter des Düngers angesehen werden. §. 178. Am meisten nähern sich viele Arten von Rüben hierin pathen den thierischen Körpern. Die Runkelrübe, die Hbden weiße Rübe, die Kohlrübe und auch das Kar— höchs toffelkraut. f i wf; Da diese nicht wohl anwendbar sind, so bediens 1. di man sich anderer und zwar zunächst des Buch waizens, 1 l der Erbsen, Wicken, des 9 und Spörgels. urhel. Letzterer ist in seiner Wirkung am kräftigsten, da er am meisten Eyweißstoff enthält. Man pflügt diese Gewächse, e wenn sie in voller Blüthe stehen, unter, nachdem man sie vorher niedergewalzt und wenn es dem Boden ange⸗ messen seyn sollte, mit Kalk bestreut hat. Dieß Unter⸗ pflüsen muß aber nicht gar lange vor dem Bestellen ge— 9 auch schehen. Nach Versuchen soll der Morgen mit Buchwai— n Malz zen gedüngt, in seiner Wirkung gleich einer halben Mist⸗ Saaten düngung seyn. Dün⸗ Anmerk. Ich gestehe, daß ich eine große Wirkung von dieser als Düngung nie bemerkt habe, das kann indeß an Umständen gele— gen haben. Ich weiß aber auch, daß Jemand einen leichten in eh 5 i, 8 Boden 12— 15 Jahre hinter einander bestellte, indem er alle⸗ zeit in der Brache Erbsen und Wicken unterpflügte und seine 1 ck Früchte waren sehr gut. i ent⸗ Seine größte Wirkung leistet diese Düngung auf und leichtem Boden; auch darf das Land an sich nicht zu arm ——————— ———— . * 1 f 10 1 0 1 1605 10 0 ö 1 10 1 3 ö 1 1 1 10 N 1 1 0 1 1 0 1 N 1 1 1 1 7 1 e Nn 1 19 100 1 0 1 0 e Nh 11600 5 0 * 10 11 . ö 1 1 45 IM 10 1 0 ö 1 1 1 9 1 1 N * 0 170 1 10 1 . 5 7 140 ö 6 seyn. Natürlich muß man dazu solche Pflanzen wahlen, 0 die mehr Nahrungstheile aus der Atmosphäre ziehen. §. 179. 4) Ruß mit Kalk und Erde vermischt. Dieser enthält die Bestandtheile des ganzen Pflan— zenreichs in concentrirter Gestalt und deßhalb ist er mit Erde und Kalk vermischt von außerordentli— cher Wirkung, besser aber auf Wiesen und Futter⸗ plätzen, als auf dem Acker. 8 §. 180. 5) Asche von Holz und Torf. Die 1 wird besonders wegen ihres Gehalts an Kali, sowohl auf einem kalten Acker als auch auf nassen und sauern Wiesen gebraucht. Die letztere ist jedoch mit vieler Vorsicht anzuwenden, weil sie nicht sel— ten Nebenbestandthei le enthalt, die der Vegetation mehr nachtheilig als vortheilhaft sind. Die Seifensiederasche leistet ebenfalls gute Dienste, aber sie scheint mehr durch den Kalk zu wirken, der sich noch darin befindet, als durch ihren erdigen Rückstand, obgleich auch dieser Rückstand nicht ohne Wirkung bleibt. Sie schickt sich, wie die Asche, auf einen thonigen, nas— sen Boden, kann aber auch auf leichtem Lehm vortheil— haft wirken. Anmerk. In vielen Gegenden, namentlich in Thüringen ist man erst seit kurzem mit der Wirkung dieser Asche bekannter geworden und seit der Zeit ist sie sehr im Preise gestiegen, während sie vorher fast niemand haben mochte. —————— wahlen§. 181. gen. 6) Schlamm und Modder. So nennt man ei⸗ nen schwarzen, erdigen Rückstand von verfaulten Vegetabilien, mit etwas feiner Erde, feinem Sand Wight und in den meisten Fällen abgespülten animalischen J en Theilen vermischt, wie er sich sehr häufig in tief⸗ Hab i liegenden, fruchtbaren Teichen und andern Wasser⸗ orden löchern anhäuft. Gewöhnlich findet man darinn Jute eine Menge kleiner Conchilien und in diesem Fall ist der Modder in der Regel fruchtbar und hat dann selten eine saure Beschaffenheit. Man fährt ihn im Spätsommer, Winter oder Sed am besten e witd auf große Haufen, läßt ihn den Winter durchfrie— sowohl ren und fährt ihn dann im künftigen Sommer auf sen und die Brache, in gleicher Quantität und auf dieselbe sedoc Art wie den Mist. Seine 6 05 ist anhalten⸗ cht sel der als die des Mistes. Sollte er Säuren enthal—⸗ etation ten, so vermischt man ihn vor dem Gebrauche mit Kalk oder Holzasche. gute 1 der§. 182. tand Bloßer Teichschlamm verdient vor seinem Gebrauch bleibt. eine genaue Untersuchung, weil er oft mehr schadet als gas⸗ nutzt. Wo die Erde in der umliegenden Gegend un— heil fruchtbar und hinein geschlämmt wird, ist er selten fruchtbar und ich habe häufig bemerkt, daß man den Acker in solchem Falle längezeit damit verdorben hat. lat Anmerk. Außer den hier genannten vegetabilischen Düngun— gell gen, kann auch die Braunkohle und der Torf hierherge— —— 2c ˙ Acc — 3 . 5— 8 8———ů—.—— 5 8 4 rechnet werden. Letzterer thut vorzüglich gute Dienste, wenn er eine zeitlang mit Kalk vermischt in Haufen gesetzt und dann wie Modder angewendet wird. L. 183. C. Aus dem Mineralreich. Streng genommen kann man mineralische Korper nicht als Düngung ansehen, indem sie wahrscheinlich in den meisten Fallen mehr reizend als nährend wirken. Doch scheinen einige allerdings auch unmittelbar an die Pflanzen Nahrungsstoffe abzugeben. Es gehoren hierher: 1) der Kalk, sowohl im rohen als gebrannten Zu⸗ stande. Er wirkt chemisch und physisch. Nützli⸗ cher ist er auf einem schweren, weniger vortheil⸗ haft auf einem leichten Boden. Nothwendig ist es mit dem Kalk zugleich Düngung zu geben, es sey denn, daß der Boden an sich sehr reich wäre. In Absicht seines Gebrauchs merke ich folgendes an: a) Man soll mit dem Kalk nicht zu oft kommen, höchstens alle 9— 12 Jahre. Auf kalkigen Boden viel; leicht noch seltener. p) Man soll nicht zuviel zehrende Früchte nach ihm nehmen. An merk. Dieser Umstand richtet sich sehr nach dem, was man darauf ziehen will. c) In Hinsicht der Quantitat ist zu bemerken: ob man rohen oder gebrannten Kalk anwenden will. Im ersten Fall giebt man mehr/ im zweiten weniger. 6— 8 Dresdn. Schffl. auf 1 Acker à 1409 reichen hin. Man streut ihn kurz vor der Saat und egget oder exstirpirt ihn unter. 1 4 — 113— enste, enn Anmerk. Es ist hier die Rede vom gebrannten; ungebrann— ten kann man noch einmal so stark auffahren und noch scär— ker. Seine Wirkung ist viel schwächer und sie entstehn bloß während er sich zersetzt. Schlamm von Chausseen, welche von Kalksteinen construirt sind, hat sich ebenfalls wirksam bewie— sen. Ich hatte einst einen Acker, welcher eine überaus große 90 ki Menge kleiner Kalksteine enthielt, um sie wirksamer zu ma— 1 9 chen begoß ich versuchsweise einige Q. R. mit verdünnter Schwe— und dann heinlich in felsaure, was eine außerordentliche Wirkung that, aber na— ) pitken türlich zu kostspielig war, um es praktisch anzuwenden. 11 Anmerk. 2. Die Wirkung des Kalks ist äußerst auffallend und sie ist keineswegs bloß instrumental, sondern vermöge hierher: der Kohlensäure materiell. Wenn er gebrannt auf den Acker men Zu, gebracht worden, so legt man ihn in kleine Haufen und bedeckt ihn mit Rasen oder feuchter Erde einige Zoll hoch, worunter ar an die Natz, er sich selbst löscht und bald in Staub zerfällt. vortheih vendig it§. 184. eben, k 2) Mergel. ich wär, Ist eine Mischung des Thons und Kalks, denen bis— des an! weilen auch Gyps und Sand beigesellt sind. Seine Wir— kommen, kung ist von doppelter Art. den bieh a) Wird er ein Verbesserungsmittel der Grunderden. 8 b) Ist er ein Düngungsmittel wie der Kalk. Der ach Mergel ist auf dem größten Theil der Erde verbreitet, be— sonders findet er sich da, wo das Terrain hüglich am em, wat Fuße der Berge und Hügel, oder mehrere Fuß unter der 3 Oberflache. Oft bildet er selbst Hügel in lehmigen Feldern. en: b .. 8. 185. 18 Bei seiner Anwendung ist zu bemerken: sustteut 1) Daß man damit nicht öfterer als 10— 12 g unte. Jahre kommen müsse, als so lange seine Wirkung dauert. 8 ä ꝓ PJJJJJJF—————— 2) Daß man dabei immer düngen müsse, wenig⸗ stens alle 6 Jahre. 3) Daß man die Natur des Mergels der Natur des Bodens anpasse; daher Kalkmergel auf Thonb Thonmergel auf leichten Boden bringe. 4) Daß man ihn den Sommer über auf die reine Brache bringe, dort ausgestreut einige Wochen liegen lasse und dann wie den Mist unterpflüge. Ist er sehr bindend, so ist es vortheilhaft, ihn den Sommer auf die Brache zu bringen und den Winter hindurch liegen zu lassen. oden, §. 186. Rücksichtlich der Quantitat rechnet man so viel, als von einer guten Mistdüngung. In Holstein fährt man ihn so stark auf, daß er die ganze Fläche des Bo⸗ dens oft nur 2 hoch Zoll bedeckt. Die Kosten betragen selten soviel als eine Mistdüngung, wenn man den Mist nach seinem Werthe berechnet. Tha ers Annalen des Ackerbaues 1803. St. 1. Köhler, Anleitung zum Mergeln u. s. w. Anmerk. Der Mergel wird gewöhnlich und am besten in Schuttkarren aufgefahren. In vielen Gegenden, besonders in Niederteutschland ist das Mergeln jetzt sehr an der Tages— ordnung und man scheint es zum Theil gleich jeder Mode oft zu übertreiben, wenigstens oft ohne hinreichende Gründe an— zuwenden. Wo an sich viel Kalk im Boden, wie hier, ist die Wirkung gering, ja oft nachtheilig. §. 187. 3) Gyps. Der Gyps wirkt auf den Boden unmittelbar, am besten in besondeis er Tagti⸗ Tobe oft inde an⸗ „ ist die 7* — 115—— meisten jedoch auf die Pflanzen und bei ihnen mehr auf Blätter und Stamm als auf die Wurzeln. Ueber die Wirkung ist zu bemerken, daß er: a) auf solche Pflanzen am meisten wirkt, welche unter die Klasse der Schmetterlingsblumen d. i. in die 17te Klasse gehören und vorzüglich ein fettes Blatt und Stengel haben; b) daß seine Wirkung am vollkommensten ist bei Hi% ma 19 feuchter W kerung. W* FE 592 1 14* 71 19*. 31** Weun kann bei der Anwendung gebrannten oder Un- gebrannten oder auch Mehlgyps nehmen.“ Der unge— brannte und Mehlgyps scheinen in den meisten Fällen Vorzüge zu verdienen. Es fragt sich bei der Anwen— dung, ob der Boden oder die Pflanzen gegypst werden sollen?— Im ersten Fall wie bei dem Kalk; im zwei⸗ ten Falle streut man ihn über die Pflanzen, wenn die Vegetation anfängt und zwar um ein Viertel mehr als man Roggen auf gleiche Fläche säet. Anmerk. Ueber die Wirkung des Gypses hat man eine Men— ge Theorien wovon keine noch vollkommen gnügend ist. Auf Klee und Hülsenfrüchte ist seine Wirkung auf die Pflanzen unmittelbar sehr bedeutend und mir scheint er durch die Zer⸗ setzung zu wirken, indem dadurch die Schwefelsäure und die Kalkerde frei wird und beide können durch weitere Zersetzung, besonders vermöge des Sauerstoffs, sehr wirksam werden. Sturm, Jahrbuch der Landwirthschaft 1ten Bnds. tes Heft. §. 188. Außer andern gehören hierher noch folgende Kunst⸗ producte: Pfannen und Dornstein aus den Salinen. 8* ä————ů—ů — 116— Beide enthalten Gyps und Salze und sind unter dem Namen Düngesalz bekannt. Sie sind in ihren Wirkungen mehr oder weniger dem Kalk und Gyps gleich. Andere künstliche Düngersalze können zwar gute Dienste leisten, sind aber in der Regel zu kostbar. Lampadius, Vermischte Abhandlungen. II. Weimar 180. Kirwan, Ueber die paßlichen Düngungsmittel für die verschiede— nen Arten des Bodens. Aus dem Englischen, Göttingen 1700. Fischer, Von der Düngung und zweckmäßigen Behandlung der⸗ selben, Göttingen 1805. Davy ä. a. O. §. 189. Verbesserung des Bodens durch Grunderden. Im Fall ein Boden vorhanden ist, in welchem eine Grunderde vorwaltet, die andre fehlt und doch in der Nähe zu haben ist, so kann man ihn sehr verbessern, wenn man die fehlende darauf bringt; z. B. leichter Sand überfahren mit Kley; schwerer, bindender Kley überfahren mit Sand. Das Ueberfahren des Ackers mit alten Lehmwänden gehört mehr zur Düngung als Verbesserung des Bodens, indem hier der Salpeter die größte Wirkung thut. Das— selbe gilt auch von gebrannten Erden. Anmerk. Das im Altenburgischen und Sachsen ubliche Er⸗ defahren ist theils hieher, theils zur Düngung zu rechnen, indem die Erde öfters aus Schlammfängen gefahren wird, wo sie eine Menge thierischer Stoffe enthält. Häufig werden aber auch die Vorarten abgefahren. In vielen Fällen ist es ein sehr nützliches Verfahren, oft geschieht es aber auch aus bloßer Mode. n dem Zweites Capitel. ihten Von der Bearbeitung des Bodens. 1 a 5 g Die Mengung, Auflockerung u. s. w. des Bodens hat gute ist um so nothwendiger, je gewisser es ist, daß sie auf die Fruchtbarkeit desselben den wesentlichsten Einfluß hat. N Man kann überhaupt folgende Arten von Bearbeitungen 185 annehmen. ber 1) Das Hacken und Graben, 2) das Pflü— gen und Haaken, 3) das Eggen und Exstirpi— ren, 4) das Walzen. §. 190. en. Hacken und Graben. n eine Diese Bearbeitung des Bodens ist offenbar die äl— in der teste indem sie die einfachste ist. Man kannte gewiß die en, Hacke und den Spaten, wenn auch in sehr einfacher eichter Form, früher, als man den Pflug erfunden hatte. Die Kley Bearbeitung des Bodens mit diesen Juen ist dem Pflug gewichen und nur in besondern Fällen bedient man 90 sich derselben im Kleinen noch jetzt. Daß sie aber Vor— züge vor dem Pflügen sehr häufig haben könne, ist nicht odens/. 14. D zu läugnen, nur ist sie guch kostbater. §. 191. he Er⸗ ef l u g en. echtb, Der Zweck des Pflügens ist verschieden und je nach⸗ 75 dem einer oder der andere erreicht werden soll, wird es zu Ii st verschiedenen Zeiten und unter verschiedenen Umständen auch vorgenommen. Das Pflügen kann bezwecken: 1) Die Auflockerung des Bodens; 2) die Luftaussetzung der Erde in den möglich klein— sten Elementen; 3) die Zerstörung des Unkrauts; 4) die Unterbringung des Mistes; 5) die Unterbringung des Saamens. §. 192 Werkzeuge zum Pflügen. Der Pflug ist eins der ältesten Instrumente, jedoch mehr in Form des Haakens, als unsers jetzigen Pflugs. Die neuern Pflüge kann man überhaupt unter folgende 3 Klassen bringen: 1) Wendepflüge; 2) Lockerungs; und Mengungspflüge; Reinigung sspflüge. 72 — 8. 193. Allgemeine Ansicht vom Pflug. Die Theorie des Pflugs, so weit wir solche bis jetzt kennen, ist noch äußerst unvollständig und wird und muß es auch so lange bleiben, so lange wir nicht alle Bodenarten einander gleich machen können. In der Idee giebt es allerdings eine Theorie des Pflugs für ei⸗— nen bestimmten Fall, aber bei jedem andern Boden, wo ein anderer Widerstand eintritt, muß auch die Theorie ver— ändert werden. Daher kömmt es, daß wir so verschiedene Ansichten darüber haben. te leihe Der Zweck des Pflugs ist: einen Streifen Erde in. Winkel abzutrennen, sol;: chen an die Seite zu schieben und herum zu legen. Dieß bewirkt der Pflug als ein halber Keil im Allgemeinen. Die Theorie desselben beruht daher auf der Lehre vom Keil, wobei es wenig Unterschied macht, ob die Kraft durch Schlagen von oben, oder durch Ziehen von vorne darauf wirkt. §. 194. Bei einem zweckmäßigen Pflug ist es Bedingung: daß die gerade Seite desselben in ihrer Richtung mit der Direction des Zugs übereinstimme. Wäre dieß nicht, so würde die Spitze entweder in das feste Land hinein ge— hen, oder nach der Furchenseite heraus und es würde der Widerstand betrachtlich vermehrt, der Erdenstreif nicht rein abgeschnitten und umgelegt werden. Hieraus folgt: daß die flache, gerade Landseite des Pflugs eine vollig ebene Fläche bilden muß, die mit der Bewegung dessel⸗ ben in gleicher Richtung steht, so daß eine von den äu⸗ ßern Enden gezogene gerade Linie bis zum Punkte, wo das Zugseil angehangen wird, jeden Theil der Landseite genau berührt. §. 195. Da der Pflug ein halber Keil ist, der nicht auf beiden Seiten spaltet, sondern nur auf der linken ab⸗ trennt und auf die rechte lezt, so trifft der Widerstand nur die rechte Seite des Pflugs; denn der Pflug wird dadurch in das feste Land eingedrückt. Hierdurch wird die linke Seite die Richtschnur seiner Bewegung und es folgt hieraus, daß sie um den Pflug eine gerade Dire— ction zu geben, eine möglichst ebne Fläche haben und al— les an dieser Pflugseite vermieden werden müsse, was das Ebne dieser Fläche unterbrechen und eine von der Richtung des Zugs abweichende Tendenz geben könnte. Thaers Abbildung und Beschreibung der Ackergeräthschaften. gr. 4. Hannover. Bailey, Der bestmöglichste Pflug. A. d. EC. 4. Berl. 1805. §. 196. Einzelne Theile des Pflugs. Der Pflug wie er in den meisten Gegenden Teutsch— lands gefunden wird, besteht aus zwei Theilen, nämlich dem eigentlichen Pflug und dem Vorgestell. Da letztres indeß nicht ganz wesentlich ist, so kann es auch an einigen Pflügen ganz fehlen oder durch eine andere Vorrichtung ersetzt werden. Hinterpflug. Er enthält. 1) Das Sech, Colter oder Messer. Der Zweck desselben ist, dem Schaar den Weg zu bahnen und dadurch demselben die Arbeit zu erleichtern, indem es das senk— rechte Abschneiden des Erdstreifens bewirkt. Aus dem er— sten Grunde muß das Sech vollkommen die Gestalt eines halben Keils haben, wie der ganze Pflugkörper. Die Zu— schärfung geschieht daher blos auf der rechten Seite, widrigenfalls würde es zuviel Widerstand haben. Um aber die Neigung des Pflugs an das Land zu vermehren, muß das Sech um seine eigene Stärke über die Schaar— 0 ich wi spitze nach der Landseite vorstehen. Bei einem gewöhnli— und es chen Pflug bewirkt man das durchs schiefe Keilen des a dir Sechs, dabei kratzt aber dasselbe und vermehrt die 1055 ls Friction bedeutend. Smal het diesem Uebel dadurch se/ pat abgeholfen, daß er seinem Sech oben unter dem Grindel e ein Knie giebt, wodurch der angegebene Zweck erreicht unt wird und die Nachtheile dennoch nicht eintreten. Uchaftn Anmerk. Ein so geformtes Sech muß aber mit einer Schraube 1 befestigt werden. S. die Abbildung. §. 197. . Die größte Wirkung leistet ferner das Sech, wenn Lutsch, es nach vorn schräg steht, so daß es mit dem Perpen— nämlich dickel von der Spitze in die Höhe einen Winkel von 30“ II. Da macht. Die Befestigung desselben ist nach der Smali— es auch schen Art die beste. Denn der eigentlich schiefe Stand andere darf durchs Keilen nicht bewirkt werden. Die geradli— nige Form ist immer besser als die säbelförmige, doch kann letztere in sehr verquecktem Lande von Nutzen seyn. K Zweck Am eisernen thüringer Pflug vertritt zum Theil die dadurch Schneideschraube das Sech, jedoch nur unvollkommen. a8 senl Indeß lehrt die Erfahrung, ob es gleich für das Zug— dem er; vieh und den Pfluger leichter, daß das Sech nicht abso— t eines lut nothwendig, ja es kann Fälle geben, wo der die Zu Mangel desselben vortheilhaft ist, z. B. in schwerem Bo⸗ GE, den, wenn er beim Reißen der Kleestoppel naß u. s. w.; „ In denn hier schneiden sich bei weitem weniger Balken und cen die Erde wird mehr vor dem Pfluge zerkrümelt ohne char Sech als mit dem selben. t Anmerk. Der thüringer Pflug wird höchst selten mit einem Sech versehen und wenn er gut eingerichtet, so kenne ich kei— nen, der besser arbeitete und zugleich leichter gienge. Ich werde davon hinten eine ausführliche Beschreibung liefern. 9. 198. 2) Das Schaar. Der Zweck desselben ist: den Erdstreifen horizontal abzuschneiden und zu heben, so daß er von dem Streichbrete weiter gehoben und gewen— det wird. Seine hintre Breite richtet sich theils nach der Art des Pflügens, theils des Bodens. Ist es zu breit, so schneidet es einen zu breiten Streifen ab, der nicht gewendet werden kann; ist es zu schmal einen zu schmalen, daher ist eine mittlere Breite die zweckmäßzigste. Die beste Größe ist die, wenn die Schneide eine Länge von 12— 13 Zoll hat und vorn mit der Landseite einen Winkel von 35— 40 macht. §. 199. Die Form des Schaars ist verschieden. Die convexe Gestalt des thüringer Schaars hat den Nachtheil, daß die Friction stärker auf das Schaar wirkt und daß die Erdmasse nicht gleichmäßig gehoben, sondern zum Theil nur an die Seite geschoben wird, weil die Wölbung zu stark. Diesem Nachtheile hilft man allerdings durch ein concaves Schaar nicht ganz ab, sondern nur durch die ganze Construction des Pflugs, der so beschaffen seyn muß, daß der ganze Pflug körper nur eine Fortsetzung des Schaars zu seyn scheint. Anmerk. Eine richtige Form zeigt die Abbildung des verbes— serten thüringer Pflugs. Die Erfahrung hat gelehrt, daß dieser Pflug alle Vortheile gewahrt. Ich bin doch für ein mehr gewölbtes als Hohle Schaar. — be Tel mit einen ie ich kei I perde ist: den eben, so ) geweng §. 200. Die Spitze des Schaars muß vorn ungefähr um: Zoll nach unten gerichtet seyn, damit der Pflug dadurch eine Tendenz in den Boden erhalte. Eben so muß die Spitze des Schaars auf der Landseite über die Direction des Zugs eine Abweichung haben, wodurch das Angehen des Pflugs befördert wird. Diese Abweichung der Schaar⸗ spitze betragt am besten 17 Zoll. Sowohl die Spitze des Schaars als des Sechs müssen verstählt werden. Man unterscheidet in Thüringen eiserne und Stock— pflüge. Jene haben keine eigentliche Sohle, sondern diese wird gebildet auf der Landseite von der Stade d. i. einer eisernen Schiene, auf der andern Seite von der un— tern Kante des Streichbrets; der Stockpflug hat aber eine hölzerne Sohle an welche das Schaar auf verschie⸗ dene Weise befestigt wird. Der eiserne Pflug hat ver— schiedene Vorzüge im Lehm- und Thonboden, der Stock— pflug in Sand und Grand. Ann merk. Der Unterschied wird genauer beschrieben in der Erklarung der Kupfertafeln. „ 28. 3) Das Streichbret. Die rechte Länge an einem gewöhnlichen Pflug ist 30— 36 Zoll, seine Höhe richtet sich nach der Breite des Schaars. Bei dem stark 3 gewölbten thüringer Pflug muß es vorn beträchtlich über die Griessäule hinausreichen, damit es den Erdstreifen zu rechter Zeit aufnehmen kann. Die untere Kante muß um etwas zurück, etwa 12 Zoll, damit es oben etwas vorsteht. Es darf daher nie nach einem gleich spitzigen Winkel gerichtet seyn, wie das Schaar, weil es sonst die Erde zu stark aufnimmt und nicht gehörig wenden kann. Der richtige Stand des Streichbrets bestimmt sich am besten dadurch, daß der hintere Abstand desselben von der Stade 1 Zoll mehr betragen muß, als die hintere Breite des Schaars. Das Verhältniß beim Smalischen Pflug ist eigentlich nur für Schwung: pflüge berechnet. Große Vorzüge vor den geraden Streichbretern haben die gewundenen, indem sie die Friction vermindern und den Erdstreifen vollkommener und leichter wenden. Die richtige, Naturgemäce Form des Streichbrets kann man am besten von alten abgeführ— ten Streichbretern entnehmen, denn sie zeigen, wo die Friction am stärksten und was man thun müsse, um sie zu vermindern. Am besten nimmt man zum Streichbret büchnes oder eichnes Holz. 5 Au merk. Wenn das Streichbret geschwungen werden soll, so muß man es aus einer starken Bohle arbeiten, wenn es nicht von Eisen gegossen wird, was allerdings besser ist. §. 292. 4) Die Griessäule verbindet die Pflugsohle oder das Haupt mit dem Grindel; oben auf dem Grin— del ist sie eingezapft und dieser auf ihr beweglich. Zweck- mäßiger ist es, wenn sie nicht in gerader, sondern in et— was schräger Richtung steht und mit dem Grindel einen Winkel von etwa 30 macht. Der Pflug erhält dadurch einen sichern Gang und das Sech geht gewisser. Nach „TT r pr—————7j—§7— ¶ u ——ů— ͤ P— 7 f010 face J bott schede 9 Huf 130 ft Ja d Auge ieh feilen! feibe 9 ff den Dult et er lech bade dat K det 9. 6 efen, d ich spizyn al eg 10 vorn muß sie eine halb keilförmige Gestalt haben. Beim 0— 5 7 r g bend thüringer Pflug steht sie gerade und ihre Scharfe bildet f 0 g i 2 beiin f das vortretende Streichbret und die daran befestigte N U g a„ 0 u f ‚ Schneideschraube. S. die Abbildung dieses Pflugs. ad desselden 5, als de 8 5 1 15 203 altniß ben Schwung 3) Der Pflugbaum oder Grindel. Ein Hauptstück des Pflugs. Seine Länge beträgt am besten 6— 8 Fuß. Da auf ihn die großte Last ruht und die meiste Kraft angewendet wird, so muß besonders zähes Holz dazu genommen werden, am besten Eschen und Jungeichen. Zuweilen ist solcher in den Sattelrüster hinten verzapft, so daß man ihn höher oder niedriger keilen kann, wodurch der Pflug auf eine bequeme und feine Art gestellt wird; vorn hingegen ruht er gewöhnlich auf dem Vordergestell, wenn der Pflug ein solches besitzt. Dort erhält er gewöhnlich eine kleine Abweichung nach i der rechten Seite, so daß die Schaarspitze nach der en geraden em sie die lkommener ace Forn F abgefüht, u wo die um se zu Slkeichbuet un es nich i Landseite etwas hervorsteht, wodurch das Angehn an das Land befördert wird. Wenn die Zuglinie zwischen der Abweichung des Grindels und der Schaarspitze ge— vaugsohle rade die Mitte hält, so geht 7 Pflug am ste— em Git testen. 1 Zoll Abweichung ist bei dem gewohnlichen 00 Pflug das sicherste. Bei dem thüringer eisernen Pflug ist außer der Verbindung der Griessäule und des Rü— dern in e 5 i: 5 sters, das Schaar noch vermittelst der Schneideschraube deen, 5 185 5 8 5 2 19 5 mit dem Grindel verbunden, wie die Abbildung zeigt. häducch 5 g Anmerk. Bei dem sogenannten Stockpflug hat man sehr ag verschiedene Arten der Befestigung des Schaars. Al 7 §. 204. 6) Die Stürtze oder Rüster, dienen um den Pflug in seiner Richtung zu erhalten, wozu eigent; lich der Sattelrüster oder linke hinreichend wäre; in der 7 1 Regel sind davon zwei. Bei dem Schwungpflug sind die Rüster sehr wesentlich, weil sie den Hebel bilden, wo— durch das Tief- und Flachpflügen befördert wird. Sie üssen indeß so angebracht werden, daß sie nicht weit von dem Schwerpunct entfernt sind. Der eigentliche Pflugkasten findet nur bei dem Stockpfluge statt, aber bei jedem Pfluge, selbst bei dem eisernen ist es vortheilhaft die Landseite bis an den Grindel zu zuschlagen, wenn auch unten keine Sohle ist. §. 205. Vorgestell. Theils um den Pflug leichter und sicher gehend zu machen, theils um eine leichtere Stellung zu bewirken, wird er auf's Vorgestell mit dem Pflugbaum vorn gelegt, welches indeß keine wesentliche Bedingung des Pflugs ist. Es besteht: 1) Aus den Pflugrädern, welche an einer Achse oder mit einer Spindel laufen. Die Räder müssen nothwendig von verschiedener Größe seyn, indem das linke auf dem Lande gehende niedriger, das rechte in der Furche gehende höher seyn muß. Hierdurch wird allerdings die Friction vermehrt, indem das rechte im— mer eine Tendenz nach dem Lande hat, während das linke schleift, 5h elt J en ge und 1 Noch! ag f / daschg . Lnge der el eine a Mig 90 Oder gu — 127— Statt dem Vorgestell hat man andere Vorrichtun— pe gen vorgeschlagen, wie z. B. am beleischen Pflug die ehen un 1. Schleife oder auch nur ein Rad in der Mitte wie bei dem Kartoffelpflug, was allerdings 1 0 75 Was Thaer in der Beschreibung der Ackerwerk⸗ u fn 0 8 a.. zeuge vom Vorgestell sagt, ist allerdings richtig, aber bilden, 0 22 8 der Nachtheil desselben, wenn es vollkommen zweckmä⸗ wit! Ste ö* 1 1 1 ßig construirt, ist bei weitem nicht so groß als man glaubt. icht weit Ich werde mich übrigens nie überzeugen, daß die Schwung⸗ pflüge überall mit Vortheil anwendbar seyen. 2) Der Rumpf o der die Lade, ist derje⸗ nige Theil, worauf der Grindel ruht; am besten erhält sie eine Schiebleier, besonders in Gebirgsgegenden und wenn die Pflüge ein- und zweispännig gehen sollen. Noch vortheilhafter ist es, die Lade so einzurichten, daß man sie erhöhen und erniedrigen kann. Sehr nützlich ist es, wenn auf der Lade dem Grindel ein sicheres Lager verschafft wird. S. Abbildung des Pflugs. 3) Die Leier dient um dem Pfluge die Stel— lung vorn nach dem Lande zu geben. Sie bildet entwe— der einen Halben oder Viertelzirkel. Bei Pflügen welche einspännig gebraucht werden, ist die viertelzirklige vor— theilhafter, bei zweispännigen die halbzirklige. In der en, weng gehend zu bewirken, orn gelegt, des Pflugz iner Achse er müͤsse Abbildung ist zu sehen, wie ich solche eingerichtet habe, dem de⸗ 4) Die Zunge; sie steht entweder in der Mitte techte l. oder auf der rechten Seite der Pfluglade. dutch o 5) Die Grindelkette; ute im, 6) Der König oder Vorstecker. dend das Anmerk. Zu einem vollständigen Pflug gehört noch die Schleife nnd Reute, §. 207. Eigenschaften eines guten Pflugs. Diese sind: 8 1) Daß er nicht aus zu vielen Theilen zusammenge— setzt ist. 2) Daß er nicht theuer. 3) Daß er dauerhaft sey. Deßhalb ist er von gutem Holz und Eisen zu machen, so wie das Holz mit Oelfarbe anzustreichen. Dieß letztere ist eine Arbeit die sich bei allen Geräthen gut bezahlt. 4) Daß er leicht zu dirigiren, überhaupt ganz sicher gehe. 5) Daß er leicht zu ziehen, beim Tiefpflügen wohl ausstreiche und die Furche gehörig wende. Die schicklichste Lage des umgeworfenen Erdstreifens ist unter einem Winkel von 45— 305. 6) Daß er sich leicht wenden und umdrehen lasse. §. 208. Zu den Wendepflügen gehören noch die sogenannten Schwungpflüge ohne Vorgestell. Man hat zweierlei: 1) den Baileyschen, vorn mit einem concav-, hinten mit einem convex geschwungenen Streichbret. 2) Den Smalischen, er hat ein ganz concaves und hin⸗ ten herausgeschwungenes Streichbret, unstreitig die zweckmäßigste Form, besonders zum Tiefpflügen. Der Smalische soll leichter für das Zugvieh, der Baileysche leichter für den Pfluger seyn. Alle ful Wc 0 chwiet sem. ——— N 7 iche 7K ig Pflüge ohne Vorgestell gehen allerdings für das Zugvieh . wohl leichter, aber für den Pflüger schwerer und sind viel schwieriger in 8 Richtung zu erhalten, besonders amnengz in einem unebenen Terrain und steinigen Boden. 9 2009. 'on guten Außer den schon bemerkten Pflͤͤgen sind noch zu be— Hol nt merken: he Abeit 1) Die Doppelpflüge, sie machen 2 Furchen auf einmal, erfordern aber auch doppelt so viel g seche Kraft, indem es zwei Pfugkörper sind. 2) Der Hillische oder Arentische Saat⸗ gen weh pflug, an dem 5— 6 Schaare befestigt sind, . e so daß er eben so viel Furchen macht. Der Exstir⸗ pator übertrifft ihn jedoch. 3 Pflüge mit fliegenden Streichbretern sind vorzüglich in bergigen Gegenden herrschend keifens it sasse. d dort von guter Wirkung. Sie setzen aber ein doppelpflügliches Schaar voraus, wodurch ihre Kunfter Friction bedeutender wird. 4) Die Zoche in Ostpreußen und Litthauen üblich, ist gleichsam das Mittel zwischen Pflug und Haaken. Anmerk. Abbildungen von dergleichen Pflügen in: Man hal inten g 5„ 550 Mähler, Böhmische Landwirthschaft. J. et. Thaer, Beschr. u. Abbild. der vorzügl. Ackergeräthsch. III. Hfte. und hin Dickson's Lan dwirthschaft. 2 Thle. teitin de 5 210 ken, e e 5 be Die Manipulationen mit dem gewößnlichen Pflutze ö 15 bestehen: 1) In der richtigen Führung und Haltung dessel, ben. Um eine gute Furche zu machen, darf der Pflug nie breiter angehalten werden, als das Schaar bequem ab— schneiden kann; man bringt das tiefer Gehen des Pflugs hervor, wenn man den Vorstecker in ein vorderes Loch des Grindels steckt, also den Hebel verlängert; das flacher Gehen durchs Gegentheil. 2) In dem Breit- oder Schmalstellen des Pflugs, was vermittelst der Leier durch das An- und Ableiern be— wirkt wird. 3) Im Keilen, so daß des Schaares Spitze tiefer oder höher gerichtet wird. „ 21 5 2) Lockerungspflüge, dahin gehören: a) Der Haaken, er wendet den Boden nicht so— wohl, als er ihn durchgreift, bricht und auflockert. Ihm fehlt das Sreichbret und sein Schaar ist spadenförmig. Man unterscheidet den schlesischen ohne und den sñächsischen mit Vorgestell. Auch der meklen—⸗ burger ist ohne solches und wird vom Zugvieh an dem Grindel unmittelbar getragen. Im Erzgebirge hat man eine besondere Art von Haaken mit drei verschiedenen Schaaren, so daß man bei jeder Pflugart ein anderes ansteckt. Der Haaken ist ein sehr einfaches und höchst nützliches Instrument. In vie⸗ len Gegenden gebraucht man ihn ganz allein ohne Pflug zu jeder, selbst zun Saatfurche und Rasen- oder Dreesch⸗ reisen. Dazu mag ich ihn indeß nicht empfehlen, aber 3 —— 5 2. 2 lache! tler fi per 1 — 131— Aung Nh f Pflug g in Verbindu ing mit dem Pfl lug abwechselnd ist er höchst a1. e nütlich. Abbildung und Beschreibung weiter hinten. ba de d 1 9. länge k e die das Mittel zwischen Pflug ind Egge halten, und vorzüg lich zur Reinigung dienen, en des fa bw: e 5 Mlle 1) Der Exstirpator mit 7— 11 Schaaren. Eines der beßten und vorzüglichsten Ackerinstrumente, z Gpite l welche wir den Engländern verdanken. Sein verschiede— . ner Gebrauch wied an den gehörigen Orten gezeigt wer⸗ den. Die Zeichnung wird nachweisen in wie fern ich ihn zu verbessern gestrebt. Die Ver besserung von Fel- . lenberg hat in manchem Boden Vorzüge. Zum Ruh— . 5 ren, wozu er von vielen empfohlen wird, ist er weniger 1 7 1 nütlich als zur Unterbringung der Saat. 1 flockert. J 5 go f 2 1 0 I 2 8 v. Fellenberg Blatter von Hofwyl 3. 1814. spadenferm, ne und det 2) Der Altenburgische Feldgeier. Er de eker besteht in einer dreieckigen Egge, welche aber unten fuß⸗ zugdich förmige Zinken hat. Die Abbildung zeigt seine Con— zugdieh on struction, die sehr einfach ist. 3) Der Scarificator, ist diesem fast gleich 0 und eigentlich eine dreieckige Egge mit Rädern. Dickson, Ackerbau Thl. II. ndere Nu o daß maß Haaken ist gent. N. 4) Hobelpflüge, sie wirken blos au f die Ober⸗ an ihn f fläche des Landes und können vorzüglich zur Auflockerung . 07 Btsg einer sich gebildeten Kruste gebraucht werden. Es dient hen/ dh dazu der gewöhnliche Wiesenhobel. 8 Das Pflugen selbst. Es erhält verschiedene Benennungen, nachdem es zu verschiedenen Zeiten vorgenommen wird, und zwar: 1) Das Brachen(Brachfurche), Falgen beim Winterfelde, Dreeschpflügen heißt das erste Pflügen des Brachfeldes und überhaupt des abgetragenen Ackers, wenn er Weide war. Im Allgemeinen geschieht es besser im Herbst, als im Frühjahr oder Sommer, beson— ders wenn das Land den Winter hindurch in rauhen Furchen liegen bleibt. Wo man aber der Brache weniger Arten ge— ben kann, ist bei reiner Brache das Brachen im Frühjahre vorzuziehen. Schwerer und feuchter Boden wird vortheil— hafter im Herbste gepflügt; leichter im Sommer, damit er durch den Frost nicht noch lockerer werde. Wo die Krume vertieft werden soll, hat das Herbstpflügen unbe⸗ dingte Vorzüge, auch bei Dreesch und bei Aeckern, die im Frühjahre bald bestellt werden sollen. Z. B. bei der Besommerung mit Hackfrüchten u. s. w. 9 Einen sehr feuchten Boden kann man im Herbste mit Vortheil strecken, d. h. eine Furche um die andere pflügen und dazwischen einen Rücken stehen lassen, wel⸗ cher dann im Frühjahr ausgepflügt wird. Anmerk. Sehr viele Landwirthe sind der Meinung, daß der Herbstaufbruch der Brache höchst wichtig sey. Ich gestehe, daß mich comparative Versuche hinreichend belehrt haben, daß der Herbstaufbruch nicht so absolut vortheilhaft bei einer eingährigen Brache als man glaubt. Ja ich halte ihn für schädlich, wenn man im Sommer nicht Zeit und Gelegen— heit hat, die Brachegoft genug zu pflügen. Bei Dreesch dage— —— — 133— gen will ich die Nützlichkeit des Herbstpflügens nicht in Zwei— fel ziehen. Außerdem hat auch die Benutzung der Brache darauf Einfluß. Wo eine bedeutende Schäferei ist, ist die Weide gewiß mehr werth, als der frühe Umbruch. adm eh 105 1 d. 214. Juen 5 5 2 15 i l f Das Falgen oder das Pflügen der Win— das ef. 3 N terstoppel zur Sommerbestellung geschieht unbedingt get. 2 1 8 1 2 ö im Herbste vortheilhafter. Nur bei sehr feuchtem Lande, ge— 5„ N 2„ 1— b besonders wenn es viel Unkraut hat, wird vortheilhafter et, besn 16 ep flö 6 im Frühjahre gepflügt. n Fur 8 3 8 8 8 Anmerk. Viele Landwirthe sind der Meinung, das Falgen Arten) nüsse, da es im Herbst geschieht, recht tief geschehen, das Frs ah, a ist indeß gegen die Erfahrung. Wir sind vielmehr der 1 Meinung, daß es um 1 Zoll flacher geschehen müsse, als Vortheil das künftige Rühren, damit der Pflug neue Erde findet dalit und um so gewisser geht. Vo die ub§. 218. 1, die 2) Das Ruhren(Wendefurche) das zweite bei der Pflügen der Brache. Geschieht 4 Wochen, oft später l oft früher, nach dem Brachen. Wenn aber das Bra— Hubse chen im Herbste geschehen, so geschieht dieß im Frühjahre, 0 ande sobald das Land abgetrocknet. Beim Sommerfelde, be— 1 „ bel sonders wenn es nicht sehr austrocknen soll, oder wenn * ihm das Austrocknen zum Nachtheil gereicht, wie bei 0 2 7 9 1 5 daß d Bergfeldern und durchlassendem Untergrunde, kann es mit 9 gesteht, dem Exstirpator oder Feldgeier geschehen. 9 Anmerk. Ih kann nicht unterlassen hier zu bemerken, daß 0 N n es allerdings Falle geben kann, wo das Ruhren des Som 1 * merfeldes im Frühjahre mehr nachtheilig als vortheilhaft, 4 seges⸗ wie diet bei einem sehr austrocknenden Lehmboden der Fal 4 dag* 1 833 ist. Hier wird das Land bloß scharf geeggt, oder erstirpirt und Versuche haben gelehrt, daß das Ruhren nicht den min⸗ desten Vortheil gebracht hat. §. 216. 3) Die Vorart, das dritte Pflügen der Brache, geschieht immer 3— 4 Wochen vor der Bestellzeit, wenn indeß die Brache nicht vor dem Frühjahr aufgebrochen — worden, ist es selten nöthig. . 2 4) Das Saatpflügen(Saatfurche) un— mittelbar vor oder nach dem Säen, je nachdem man auf oder untersaet. Diese Art wird am seichtesten gegeben. Beim Untersäen wenigstens nicht über 3 Zoll tief; 22 Zoll ist hier selbst hinreichend. Wenn das Land rein und ge⸗ hörig vorbereitet, so kann das Unterpflügen der Saat besonders der Sommersaat, mit dem Exstirpator oder Feldgeier geschehen. 7 Anmerk. Ueber den Unterschied und die Vorzüge des Auf⸗ und Untersäens wird weiter unten die Rede seyn. d. 218. Tiefe des Pflugens. Die gewöhnliche Tiefe ist von 3—s auch 7 Zoll. Diese Tiefe ist hinreichend zu Halmfrüchten, obgleich nicht zu andern Gewächsen, die eine tiefe Krume verlangen. Beim Vertiefen der Krume, die vorher noch nicht an der Atmosphäre war, muß man folgende Rücksichten nehmen: 12 g— 136— etstimit den min 1) Es muß allmählig und bei jedesmaligem Brach⸗ feld etwa um 2 Zoll geschehen, vorausgesetzt, daß der Boden eine Vertiefung leidet und daß die Erde des Untergrundes für die Pflanzen geschickt ist. 1 Peas 0 2 53 4 8 1 2 Hache, 2) Das tiefer Pflügen muß im Herbste geschehen, da— elt, she. 8—.. / wenn mit die Luft auf dem Boden wirken kann. gebrochen 3) Die Vertiefung der Krume muß mit der Dünger⸗ masse in Verhältniß stehen. Anmerk. Neuere Landwirthe haben auf die Vertiefung der Krume unstreitig weit mehr Werth gelegt, als ihr zukommt, ob wir gleich keineswegs denselben bezweifeln wollen. N e) un⸗ Wenn ein Boden, der lediglich zu Cerealien bestimmt ist, an auf; eine Krume von s oder 6“ hat, so ist dieß vollkommen hin— gegeben, reichend. Eine Krume von 7—8“ aber trägt jede Frucht. 27 800 Diese Tiefe zu überschreiten halte ich in den meisten Fällen für ganz unnütz. und ge⸗ er Sagt§. 219 or oder. Wiederholung des Pflügens. Als Regel gilt: daß das öftere Pflügen, nur sel— des ̃uf⸗ tene Fälle ausgenommen, immer vortheilhaft sey und daß man es wiederholen müsse, so oft Unkraut das Land überzieht. Schwerer Boden kann wohl nicht leicht zu oft gepflügt werden, besonders in den Sommermonaten, eher möchte dieß bei sehr leichtem Lande geschehen können. Zoll. Sobald leichtes Land, wenn es wegen des Unkrauts ge— boleic pflügt werden muß, solches nicht gut verträgt, so thut langen, man wohl, es nach dem Pflügen zu walzen oder mit c iht Schaafen zu übertreiben. Nachtheilig ist das Pflügen schten des leichten Landes im Spätjahre oder in trocknen Früh— jahren kurz vor der Bestellung, indem es dadurch zu sehr austrocknet. Wenn hier noch eine Art erforderlich seyn sollte, so giebt man sie am besten mit dem Exstirpator. § 225. A er, dee e. Sie sind entweder breit und flach, oder schmal und gewölbt. Erstere sind vortheilhafter bei trockenem ebe— nem Boden; die schmalen, gewölbten Beete bei undurch— lassendem Untergrunde, sehr nasser Lage und Floßland. Im Ganzen ist die Erfahrung mehr für die breiten, fla— chen, als für die schmalen und gewölbten Beete. Ge— gen letztere kann man folgendes anführen: 1) wegen der vielen Furchen bleibt ein großer Theil Landes unbenutzt liegen; 2) werden die Düngertheile größtentheils vom Nücken nach der Furche zu geschwemmt, wo sie weniger Wirkung thun; 3.) wegen des verschiedenen Feuchtigkeitszustandes auf der Mitte und in den Furchen wird die Frucht, be— sonders Gerste, leicht zweiwüchsig. Für die schmalen Beete läßt sich anführen: daß sie das sicherste Mittel sind, auf einem nassen Terrain ei— nen zu großen Grad von Feuchtigkeit unschädlich zu machen. Anmerk. Es ist übrigens keinem Zweifel unterworfen, daß in den bei weitem meisten Fällen die gewölbten Beete ganz entbehrlich sind. In vielen Gegenden behält man sie nur aus leidiger Mode bei. ich say later.„ 221. Die Veränderung der schmalen gewölbten Beete in breite, muß mit größter Vorsicht und durchaus nur all⸗ mählig geschehen, weil man im Gegentheil die Krume leicht ar 0 lange Zeit verderben kann. Man pflügt daher al und im ersten Jahre nur 2 Beete zusammen, ohne die Wöl⸗ nem ebe; bung ganz abzuändern, im folgenden Jahre abermals unburc⸗ zwei und sofort, bis die erwünschte Breite erreicht wor— land. den. Bei der Anlage der Beete in bergigen Gegenden, „ fla⸗ ist es vortheilhaft die Furchen parallell mit dem Rücken zu Ge- legen. Nur bei sehr schwerem Boden und wenn die Er— höhung nicht bedeutend, kann es vortheilhaft seyn, die 1 Thel Beete bergan gehen zu lassen. Nüͤcken„ eniger Beim Pflügen wechselt man bei jeder Art, wenig— stens in den meisten Fällen, mit dem Zusammen— e auf und Auseinanderpfluüͤgen ab; bei diesem fängt 99 be man an den beiden Enden des Beets an und die Furchen werden nach außen gewendet, bei jenem fangt man in der Mitte des Beets an und legt die Furchen alle nach 1 5 der Mitte zu. Nur in seltenen Fällen ist es vortheilhaft, 5* in einer Art hinter einander zu pflügen. Wo es 0 ho thunlich ist abwechselnd nach der Länge und Quere zu pflügen, ist es äußerst vortheilhaft. Noch vortheil⸗ „ b hafter ist das Pflügen im Quare. Denn außerdem, daß 15 es die Erde sehr vermischt, erspart man viel Zeit durchs Einwenden. 88 Allgemeine Bemerkungen über das Pflügen. 289— Die Bearbeitung des Bodens, wovon das Pflügen E gewiß die wichtigste, ist ein so wesentlicher Theil, daß 8 der Landwirth alle seine Aufmerksamkeit aufbieten muß, fi um es gehörig zu bewerkstelligen. Im Allgemeinen dürf— in ten hier folgende präktische Regeln nicht am unrechten pe Orte seyn: 10 1) Jeder Landwirth sorge dafür, daß an einem Stücke b die Furchen sämmtlich gleich breit gehalten werden, 1 5 nicht aber ein Streifen schmal der andere breit ab— 0 geschnitten werde. 0 2) Ex sorge dafür, daß keine Balken stehen bleiben, 0 d. i. Stücken Landes, die der Pflug nicht abge— i schnitten und gewendet hat. Da dergleichen am 8 meisten da entstehen, wo Wege auf dem Acker oder b wo er überhaupt sehr fest getreten, so müssen der— 0 gleichen Stellen mit besonderer Aufmerksamkeit und 1 am beßten, wenn der Acker schwer, bei feuchter Witterung gepflügt werden. 3) Um möglichste Gleichheit der Furchen hervorzubrin— 0 gen, auch dann, wenn mehrere Pflüge hinter einan⸗ der gehen, müssen diese ganz gleich gestellt werden, sowohl hinsichtlich der Breite als Tiefe, damit nicht ein Pflüger die Furchen des andern zuwerfe. 1 Anmerk. Eine ausführliche Beschreibung der verschiedenen 1 Arten von Pflügen nebst Abbildung wird unten erfolgen. N — .. h—IA[E— rf—————————2———————————————————— ke ̃r—— 4 gen. Ffͤgen ell, daß en muß, en dur rechten Stücke erden, eit ab⸗ bleiben, ahge⸗ ram t oder nder; t und tuchtet brin⸗ inan; erden/ dam alt enen . §. 224. „FCFà Das Instrument, womit dieß geschieht, ist die Egge. Sie besteht aus dem Eggbalken, aus den Scheiden und den Zinken. In Nücksicht der Größe sind die Eggen ein- zwei- und selbst vierspännig; in Rücksicht des Materials eiserne oder hölzerne— wenn sie eiserne oder hölzerne Zinken haben; in Hinsicht der Construction sind die Eggen bewegli ch also verschiebbar, oder fest mit dem Balken und Scheiden verbunden. Die erstern haben den Vorzug, daß sie durch ihre Beweglich— keit stärker gegen die Schollen schlagen und daß sich das Land, worinn sich Dünger oder viel Unkraut befindet, nicht zu sehr vor der Egge zusammenschiebt. Bei unkrautigem Lande, besonders bei Quecken, sind säbelförmige Eggzinken vortheilhaft. Die Form der Egge ist gleichgültig; sie kann drei- oder viereckig seyn; im letztern Fall aber wird sie am besten nach der Diagonale gezogen. Anmerk. Die Construction der Eggen ist fast in jeder Ge— gend verschieden. Die in hiesiger Gegend gebräuchlichen, sehr zweckmäßigen Eggen findet man hinten abgebildet. Die Fellenbergische ist ebenfalls, besonders in schwerem Bo— den zu empfehlen. §. 225. Der Zweck des Eggens ist: theils die Zertheilung des Erdbodens, theils die Ebenung desselben, theils die Zerstöhrung des Unkeauts, theils die Bedeckung des Saamens mit Erde, theils endlich die Aufreißung der I., Oberflache, um die Vegetation zu befördern. Je nachdem der eine oder der andere dieser Zwecke erreicht werden soll, wird es zu verschiedenen Zeiten vorgenommen. Bei Boden, der nicht zusammenfließend ist, ist es un⸗ streitig am besten zwischen jeder Pflugart zu eggen. Bei fließendem Boden kann es aber nachtheilig werden und man thut in diesem Fall oft besser nicht zu eggen, weil nach starkem Schlagregen das Land wie eine Scheuntenne wird. Es hängt von Umständen ab, ob es unmittelbar nach der Pflugart, oder kurz vor der nächstfolgenden ge— schehen soll. Besonders hat hierauf die Art der herr⸗ schenden Unkräuter Einfluß. Das Eggen kann auf dreierlei Arten geschehen: 1) Nach der Länge, am besten zur Unterbringung des Saamens. 2) In die Quere(Quiren) sehr gut um den Acker klar zu machen und die Untrautswurzeln heraus zu bringen. 3) In die Runde sowohl zur Zertheilung des Bodens als auch zur Zerstohrung des Unkrauts. In Mek— lenburg ist diese Art zu eggen allgemein üblich und es geschieht dort immer in Trab. 9.226. D Dieses hat einen doppelten Zweck: nämlich den lockern Boden mehr Consistenz zu verschaffen, den schwe— ren scholligen aber zu zertheilen. Man hat glatte und Stachelwalzen; erstere sind bei sehr schwerem oder — hachden auch bei sehr leichtem Boden öfters von Stein; in 7 werden 8 5 0 der Regel aber bestehen sie aus einem eichenen Block. M eh.. 3 f 0 Bei schmalen Beeten darf die Walze nicht über 5 Fuß U 1 Un; 0 5 g 5 08 5 f, lang seyn, auf breiten kann ihre Länge 9 Fuß betragen. 0 5 Die Stachel walze hat entweder hh e oder g kleine eiserne Keile, wie solche Gericke in seinem ange— . führten Werke beschrieben hat und ist, besonders bei 157 sehr schwerem Boden so wie zur Bearbeitung der jun⸗ eher gen Saat wenn sie unkrautig, sehr nützlich. Das 5 Walzen geschieht theils vor der Saat, damit die Erd⸗ herr schollen zerfallen, theils nach der Saat, damit die Feuch— tigkeit im Boden bleibt, theils im Frühjahre, damit sich * die Erde an die entblößten Wurzeln der Winterfrucht an— ag des drucke, theils bei der Sommerfrucht, wenn sie schon 14— 20 Tage aufgegangen und die Lange eines Fin— n Ackkt gers erreicht hat, um die Erdschollen zu zerdrücken, theils heraus endlich bei der Unterbringung des Kleesamens. Bei sehr leichtem Boden wird das Walzen zwischen jeder Pflugart zodens vortheilhaft seyn, besonders aber bei eben untergepflüg⸗ Nek; tem Dünger. 00 und 88 Von der Urbarmachung noch nicht bebaut gewesener Ländereien. Grundstücke, welche bisher noch nicht bearbeitet und zu Acker benutzt wurden, können seyn: 9 det 1) Anger oder Lehden, welche mit einer schle⸗ Grasnarbe überzogen sind. Nachdem man im Herbste und oder Sommer die größern Steine abgelesen, wird die Grasnarbe im Spätherbste flach umgerissen und bleibt den Winter hindurch in rauhen Furchen an der Atmosphäre i liegen. Vortheilhaft scheint in vielen Fällen das Ver⸗ 1 brennen der Grasnarbe. Man schält zu diesem Behufe Kt den Rasen in viereckigen Stücken dünn ab, wozu man sich. gewöhnlicher oder auch eigen dazu bestimmter Instru⸗. mente bedient, trocknet ihn, setzt ihn in kleine runde bin Haufen, in welche man etwas Reißholz bringt und ver— 70 brennt ihn bei trockener Witterung auf dem Acker; die N Asche wird dann zerstreut und thut große Wirkung. In 100 auf diese Art abgebranntes Land kann Winterfrucht, Kohl dan und alles gefäet werden, was man sonst in frischen Dün⸗ hal ger bringt. Aber nicht die Asche allein, sondern das Brennen auf dem Lande selbst wirkt wahrscheinlich eben 0 dadurch, daß der darinn bef findliche Kalk mit gebrannt b und somit lebendig wird; daher gewährt das Brennen 1 einen so großen Nutzen auf Kalkboden. f Je weniger helle Flammen beim Verbrennen statt fin⸗ den, desto nützlicher ist es, wahr scheinlich weil sich bei dem bloßen Schmauchen viel mehr Kohlenstoff entwickelt. Moung's Pachter-Calender in Thaer's Annalen des Acker baues. 1800. e Anmerk. Wenn man nach Doung⸗ das Brennen fast auf allen Bodenarten, selbst auf Sand vortheilhaft gefunden i hat, so kann seine Wirkung in der That in nichts andern 90sl als in dem Verbrennungsproceß selbst bestehen. Bei thoni— Ng gem Boden und bei Kalk läßt sich die Erscheinung leichter erklären, als bei Sand. 50. S. landwirthschaftliche Mittheilungen von Koppe, Schmalz, dure Schweitzer, Teichmann. Bd. I. 1. 10 Wenn indeß die Verrottung des Rasens im Acker f N e 0 Atmosph e N 18 100 N as Vel, ele Nb e K 1 Oehufe vou nan sch r Jug inter Ju fleine uunde It und her duch, Kohl schen Dun; andern das kllich eben it gebrannt * 48 Okessen f statt fi ich bei dem 4 1 Ackek nicht schnell vor sich gehen soll, so scheint doch das Ver⸗ faulen der Grasnarbe für die Zukunft besser zu seyn. Läßt man die Grasnarbe faulen, so ist im ersten Jahre Hafer auf gutem Boden, Buchweizen auf schlechtem oder sandigem Boden zu säen. In den folgenden Jahren kann man alle Arten von Früchte bauen und zwar einige Jahre hinter einander ohne deßhalb düngen zu müssen. Daß das Brennen des Rasens schneller wirkt, mag seyn, ob aber anhaltender im Boden? ist sehr zu bezweifeln; denn alles, was sonst sich zu Humus bilden würde, wird hier durchs Feuer zerstöhrt. Finden sich auf dergleichen Lehden viele kleinere Steine, so kann man sich mit Vortheil des Steinrechens bedienen. Mähler's böhmische Landwirthschaft. I. Anmerk. Wenn übrigens dergleichen Anger aus gutem Bo— den bestehen, so ist die Arbeit nicht schwer und die Urbar— machung sehr lohnend. §. 229. 2) Flugsand. Er muß zuerst befestigt werden, wenn er in großen Strecken liegt, in welchem Fall er uberhaupt schwer zu cultiviren ist, oft gar nicht. Dieß geschieht entweder durch Flech te zäu ne, welche von Abend gegen Morgen parallell in einer Entfernung von 50— 60 Ruthen 13 bis 2 F. hoch angelegt werden, oder durch Gräben und aufgeworfene Wälle, welche man spä⸗ ter mit Kiefern bepflanzt. Flugsand mit schwerem Bo— den zu überfahren, ist das sicherste aber auch das kostspie⸗ ligste Mittel und kann höchstens nur im Kleinen ange— wendet werden. So wie der Boden durch künstliche Mittel zum Stehen gebracht worden, besäet man die Zwischenräume mit: Quecken, Triticum repens, Sandrohr arundo arenaria, Sandriedgras carex arenaria, Sandlolch elimus arenarius. Ist das Land mit einer Grasnarbe erst bedeckt, so kann man es in 5— 6 Jahren pflügen, mit kurzem Mist dün⸗ gen und das erste Jahr mit B uchweizen, das zweite mit Roggen bestellen. Man muß indeß keine sonder⸗ lichen Ernten sich davon versprechen, auch die Geduld nicht verlieren, wenn die Urbarung nicht sogleich gelingt. Folgende Pflanzen können später, wenn man Weide, oder Wiesen daraus machen will, sehr gut gedeihen: meh⸗ rere Agrostisarten, als: agroltis ltolonifera u. Ipica venti, Schwingel feltuca ovina, Trespe bro— mus sterilis, Bimbernelle poterium langui- lorba, Schaafgarbe achillea millefolium, Ackerspark lpergula arvensis u. nodola. Anmerk. Ich will hier übrigens nochmals bemerken: daß diese Arbeit sehr e und selten dankbar ist. §. 230. 3) Holzboden. Ist entweder noch mit Holz bestanden oder abgetrieben und es finden sich nur noch alte Stöcke, Wurzeln u. dgl. darinnen. Im ersten Falle, müssen die Bäume so gefält werden, daß mit dem Stamme sogleich Wurzeln und Stöcke herauskommen; andernfalls müssen letztere mit Maschinen oder durch flach ober t giten Am Beit Phte — N lu Jg e 2 5 fünf Menschenhände herausgenommen werden). Das erste Pflägen eines solchen Landes geschieht am besten mit ei— nem Zungenpflug, den man eigentlich einen Zun— genhaaken, was er in der That ist, nennen sollte, welcher die darinn befindlichen Wurzeln heraushebt und eck, bim die Arbeit fürs Zugvieh am leichtesten macht. Ein an— deres Instrument dessen man sich bedienen kann, wenn die Wurzeln nicht zu stark sind, ist eine Art Pflug, der aus 3— 4 in einem Balken neben einander befestigten det man di im lebens, driedgrat arenarius u Mist din das zeit eine sonder⸗ e Geduld ich gelingt, Sechen besteht. Da der Holzboden selbst viele vegetabi— lische Theile hat, so gewährt er zu jeder Zeit einen frucht— baren Acker, der in den ersten Jahren durchaus keinen Beide, oder Leide, Old 2* e f Dünger bedarf. hen; meh.„ 85 f Anmerk. In Norwegen und selbst in einigen Gegenden Nordamerika's, wo das Holz fast keinen Werth hat, es pe bro⸗ brennt man zum Theil die Wälder oder Büsche ab, um den Grund und Boden zu Acker zu benutzen. d u. IpIca 1 1 langul- 8 lefolium, 9 2 * 4) Heideland, was auf seiner ganzen Ober⸗ fläche mit mehreren Gattungen von Heide, vorzüglich aber mit Erica vulgaris überzogen ist. Solches Land wird am besten abgebrannt, wodurch zugleich der adstrin— girende Humus, welcher davon gebildet, zerstöhrt wird, nit Hof Am schicklichsten trägt nachher dieses Land Buchweizen. fur n Bei trockener Witterung und bei trockener Lage kann das 1 Abbrennen der Heide gleich im Stehen geschehen, in wel— f. merken: daß men; 9 Mehrere Projecte von dergleichen Maschinen entsprechen ent— der duth weder den Erwartungen nicht, oder sind zu kostspielig. 10 5 146— chem Fall aber Gräben zu machen sind, damit das Feuer nicht weiter gehe, als es soll. Sonst bedient man sich eigener Instrumente um die Heide abzuplaggen und so zu verbrennen. Hochst selten sind andere Mittel vorhanden, dergleichen Heideland in fruchtbaren Acker zu verwandeln. Anmerk. Eine der bedeutendsten Heiden im nördlichen Teutsch land, ist die Lüneburger. Man hat viele Versuche gemacht sie zu cultwiren, es ist indeß nur zum Theil gelungen und zwar an Stellen, wo es nicht an Wasser fehlte. §. 232. 5) Moorboden oder Bruchland erfordert unter allen die mühsamste Bearbeitung, ob es gleich in der Regel sehr ergiebig werden kann. Das erste vor der Trockenlegung ist die Untersuchung: woher die Nässe entstand: 1) ob von der Ueberschwemmung eines benachbarten Flusses; 2) ob von innern Quellen des Bruchs; 3) ob endlich von der kesselförmigen Lage. Im ersten Fall kann das Moor durch einen in der Mitte durchgeführten Hauptgraben und durch mehrere Seitengräben, wenn nur das nöthige Gefäll vorhanden, entwässert werden. Nächstdem ist durch Deiche oder Dämme das weitere Austreten des Wassers zu verhindern. Eine dergleichen Arbeit setzt aber eine genaue Berechnung der Kosten voraus, und eine Untersuchung, ob das neu⸗ gewonnene Land sich auch bezahlt. Woltmann, Hydraul. Architectur Thl. IV., welcher vom Deichbau handelt, N das Faun 9 0 187 7 +„ 5 Anmerk. Wir haben auf diese Art in Teutschland eine ent man sech große Menge höchst fruchtbarer Landstriche fast an allen ͤͤß gen und id fentlichen Ströhmen gewonnen, einer der wichtigsten Striche 1 der Art ist das Oderbruch im Preußischen. El börhande, u bete, 8 1 e Im zweiten Falle kann man sich folgender Mittel gelungen ul bedienen: . 1) offener Gräben, wodurch die Quellen abgefangen und abgeleitet werden; 2) verdeckter Abzüge, im Fall die Wassermasse in ge— d erfotden wissen Zeiten nicht zu groß ist, sonst kann man sich cs gleich i ihrer nicht mit Vortheil bedienen. Um sie anzulegen, erste vor de werden von der Quelle aus, nachdem sie gefaßt et die Nist worden, ein oder mehrere Gräben gezogen und diese unten 1“oder 18“ hoch mit kleinen runden Steinen benachbarte oder Faschinen ausgefüllt und oben auf 17 hoch mit Erde bedeckt. Das Wasser zieht sich hier durch die Steine oder Faschinen durch, ohne daß ein Graben bemerkt und ohne daß dadurch dem Bearbeiten des Landes die mindeste Schwierigkeit entgegen gesetzt wird. 3) Man bedient sich des Erdbohrers wohl auch um die nicht durchlassenden Erdschichten zu durchbohren und das Eindringen des Wassers zu befördern. eigen in dar urch meh borhande Deicht odr 1 vethindig e Berechnacz 8 7 23* cb d 7 Wenn der Sumpf endlich durch die kesselförmige . kage hervorgebracht wird, so giebt es nur wenige Mittel ö alchel* ihn zu verbessern. Wenn es lohnt, so ist das Durchgra— 10* — m 148—— 2 ben der Hügel das sicherste Mittel. Bei einem gewöhn— lichen ökonomischen Grundstück, wenn man andere Zwecke nicht erreichen will, ist dieses Verfahren aber zu kostspie⸗ lig. Vermindern kann man hier das Wasser im Moor, wiewohl dasselbe nicht ganz trocken legen, durch Schächte bohrer wie in No. 3. Von dieser Beschaffenheit sind die bekannten pontinischen Sümpfe in Italien, die Kaiser 7 Claudius auf eine sehr sinnreiche Art entwässern ließ. Weber's Handbuch der Landwirthschaft. J. Thaer's Einleitung u. s. w. Dess. Rat. Ldwirthsch. III. Drittes Capitel. Bestellung des Ackers. §. 235. Hierher ist zu rechnen: 1) das Säen, 2) das Unterbringen des Saamens, 3) der Schutz der jungen Saat. 230. B o m S en. Das erste Erforderniß hierzu ist ein guter vollkom⸗ mener Saamen. Diesen erhält man: a) wenn man die reinste und vollkommenste Frucht schon auf dem Felde dazu bestimmt; b) wenn man die Saamenfrucht gehörig reifen läßt; c) wenn man dazu nur den Vorsprung, mithin die schwersten und reifsten Körner nimmt, auch lasse die man hie und da anlegt, und selbst durch den Erd⸗ hollton⸗ Ftucht fen lit; 10 die ch lasse Gut ist es auch, um auch um die Ar— man überhaupt bald dreschen. die besten Körner zu erhalten und beit des cen zu beschleunigen, die Garben lagen,(vorscheln) d. i. nicht auf 1 Dreschen. d) Wenn man bei gekauft ale ter nicht erkennen kann, vorher Prüfung anstellt. oder auf dem Felde ausge— Saamen nehmen. 10 r vorzusch zb binden bein em Saamen, wovon man das e) Naß eingekommene, wachsene Frucht darf man nie zu Eine grünlich-graue Farbe und ein glatter Griff sind und eine hochgelbe bei Gerste ein Zeichen der Reife und Güte. Hornigen Weizen säet man nicht gern, weil er leicht forterbt und nicht sehr mehlreich ist. Anmerk. Sehr nützlich ist es, bisweilen mit dem Saatge— traide zu wechseln und es aus Gegenden zu nehmen, wo es besonders rein erwächset. bei Roggen 8 Die Art zu säen ist zweifach: 1) mit der Hand und zwar breitwürfig; 2) mit Maschinen, entweder in Reihen gedrillt, oder in engen Reihen gesäet, ohne weitere Bearbeitung. FS. 238. Das Säen mit der Hand. Hierzu gehört ein Mensch, der an gleichen Schritt gewöhnt ist und dessen Hände mit der Lange der Füße gehörig proportionirt, weil nur auf diese Art eine gleich förmige Aussaat zu Stande kömmt. Man unterscheidet das Säen auf einem und zwei Beinen.— — 150— 8. 239. Ein guter Säemann kann 8 Fuß breit werfen und im Durchschnitt in einer Stunde zwei Scheffel säen. Kleine Samereien, als Mohn, Lein, Rübsen, Klee u. s. w. werden nur mit 3 Fingern gesäet, größere mit voller Hand. Die Gewohnheit erstre mit Erde oder Sand vermischt zu säen, ist ganz unzweckmäßig. „Ad. Beim Säen überhaupt sind noch folgende Rücksich— ten zu nehmen: 1) daß man bei windigem Wetter entweder gar nicht säe, oder wenigstens den Wurf darnach einrichte. 2) Daß man nie bei großer Nässe, vorzüglich bei Win— terfrucht, am allerwenigsten aber bei Schnee säe; 3) daß man beim Säen selbst Obacht nehme, daß kein Wurf oder Gang versehen wird, daher sich der Säemann bestimmte Zeichen machen muß, und daß der Saamen aller Orten gleich ausgestreut werde. H. 241. Das Säen mit Maschinen. Man unterscheidet hier das Saen und Drillen. Eine Menge Säemaschinen hat die neuere Zeit gebracht. Auch hat man sich mehr und mehr derselben bedient, wäh⸗ rend man sie an andern Orten wieder ruhig auf die Seite stellte. Von Maschinen überhaupt, wird im zweiten Theil die Rede seyn. Hier nur soviel, daß die Säemaschinen nicht aller Orten auwendbar sind. Von den Säemaschinen der ersten Art scheint die Fellenbergi— fand in sche die vorzüglichste zu seyn. . Alige v. Fellenberg Blatter v. Hofwyl. St. 5. ist eine Abbild. ke U. s., Beim Drillen wird der Saame durch die Ma⸗ mit dollar schine in Reihen von bestimmter Entfernung gebracht, so der Eatd daß der Zwischenraum später mit der Pferdehacke bear⸗ beitet werden kann, wie bei den Kartoffeln und andern Gemüsen. f Der Erfinder der Drillcultur war Tull in England, in neuern Zeiten ist sie indeß sehr vervollkommnet worden. fückscch; Die Maschinen sind von Cook und Duket verbessert. har nicht 8. 242 intichte. Vortheile der Drillcultur. bei Win, 1) Man erspart à an Saamen; dee fat; 2) der Boden wird dadurch sehr reinlich gehalten und ne, daß die Einwirkung der Atmosphäre auf denselben be— sich det fördert; und daß 3) man erhält reinen und schönen Saamen und langes werde. starkes Stroh. §. 243. . tillel, 1) Die Maschine, ohne welche es nicht geschehen kann, chrucht ist theuer und leicht zerbrechlich, daher diese Art zu säen, sehr kostbar; 1 wah; 2) ihre Anwendung hängt lediglich von der Beschaf— auf de i 5 f 9 wild l. senheit Witterung und des Bodens ab. Bei 9 / die letzterem wird eine Gartencultur vorausgesetzt; N f ö i 55 b 325 25 5 Bon 3) wenn die Witterung die Bearbeitung der Zwischen⸗ 0 4 — —— räume nicht erlaubt, vergraßt das Land und die Eente wird schlechter als bei einer gewöhnlichen Saat; 4) es ist offenbar Verlust an Stroh, und wenn auch nicht an der Quantitat, doch in der Qualitat und ganz besonders verliert das Stroh zur Fütterung. Anmerk. Diese Nachtheile werden die eifrigsten Drillwirthe nicht läugnen können. §. 244. Als Resultat aller Beobachtungen über die Drill— cultur kann man annehmen: daß bei derselben auf einem leichten Boden und in Jahren, wo der Getraidepreiß hoch steht, durch die Ersparniß des Saamens die Kosten gedeckt werden. Dagegen ist auf einem Boden, welcher die Gartencultur nicht hat und der sehr bindend ist, die Drillcultur nicht anwendbar, ja sogar schädlich. Ueber Drillmaschinen: Thaer's Abbildung der Ackergeräthschaften. Heft z. §. 245. anti tät d Sa a me n Ueber keinen Gegenstand sind die Meinungen der Landwirthe so getheilt, als über diesen. Einer behaup— tet, daß man schwächer auf gutem, als auf schlechtem Boden säen müsse, der andere gerade das Gegentheil. Beide Meinungen können unter folgenden Modificationen richtig seyn, wobei allein in Betracht kommen muß: 1) die Beschaffenheit des Ackers. Gu— ter Acker kann dünn besäet werden, wenn er rein von Un— .— 153— 24 kraut; er muß 405 gegen die Regel stärker besäet 5 . a0 0 1 er 570 1 85 8. geneigt Ai en ist, weil solches leicht Herr über dünne Saat wird. Ge— 1. 1 traidearten, welche sich stark bestauden, wie z. B. Weizen, 80 Staudenkorn u. s. w. in Vergleich des Hafers u. a. kön⸗ Dnillonhe nen dünn gesäet werden. Auch auf die Große der Kör— ner muß man sehen, je kleinkörniger eine Frucht, desto weniger Saamen braucht man. E Oui, 3 Sa ame. Vollkommner, guter Saame feinen kann dünner gesäet werden, als schlechter.. 3) Die Saatzeit. Säet man früher, so geht addepreiß die Vegetation schneller, die Getraidearten bestauden sich e Kosten Welcee mehr und man kann daher etwas dünner säen. Im all⸗ i, de gemeinen aber wird der Grundsatz richtig seyn: guten leber Acker etwas dünner, schlechten etwas dicker zu be— säen, ob er gleich sehr bestritten wird. §. 246. Bedeckung des Saamens. Der Culturzustand der Pflanzen verlangt eine Be— gen der deckung des Saamens mit Erde. Es fragt sich aber, ob 7 es besser, oben auf oder unter zu säen? Im ersten Fall schtem pflügt man unmittelbar vor dem Säen und eggt den Saa— madbell men bloß ein; im zweiten säet man vorher auf das eben atioger geeggte oder gewalzte Land und pflügt nachher den Saa— 1 men in einer Tiese von 22 Zoll unter. 65 Bei der zweiten Methode ist außer der Tiefe noch n Uh zu bemerken, daß die Furchen sehr schmal und gleich ge— halten werden müssen. Die Gründe, ob auf oder unter zu säen sey, sind folgende: 1) Bei schwerem oder festem Boden ist das Unter⸗ pflügen der Saat fast immer nachtheilig, dagegen bei leich⸗ tem fäst immer erwünscht. 2) Bei nassen Jahren ist das Unterpflügen nicht selten schädlich, besonders in Boden ohne durchlassenden Untergrund; in trockenen Jahren kann es selbst bei dazu nicht passenden Boden vortheilhaft seyn. 3) Bei später Wintersaat kann das Unterpflügen ohne Rücksicht auf andere Umstände, doch nothwendig seyn, um dem Korn die nöthige Wärme zum Keimen zu verschaffen. Bei später Saat der Sommerfrucht hinge— gen kann ohne alle andere Nücksicht das Obenaufsäen vortheilhafter seyhn, um ein schnelleres Aufgehen zu be wirken. Das beste Medium zwischen Auf- und Unter⸗ säen erreicht man: wenn man den Saamen mit dem Ex⸗ stirpator unterbringt, besonders in einem Boden, in welchem die Winterfeuchtigkeit zu erhalten ist. Bei un⸗ gleichem und schwerem Boden ist es gut vor den Säen zu walzen, besonders bei feinen Sämereien. N N. Sa e Diese bestimmt sich allein durch Clima, Witterung und andere zufällige Umstände. In jeder Gegend kann man allerdings für jede bestimmte Getraideart eine be⸗ stimmte Saatzeit annehmen. Im Ganzen ist aber soviel gewiß, daß in einem nicht zu warmen Clima frühe Saat U dit 1 fu e a be ftucht het der unte immer Vorzüge vor der späten hat, vorausgesetzt, daß ar der Acker von allem Unkraut rein und kräftig sey. Doch en kann es auch genug Fälle geben, wo das entgegengesetzte gen be lech das beste ist. In hiesiger Gegend hat eine frühe Winter— frucht, so wie eine späte Sommerfrucht fast in jedem ügen ft Jahre Vorzüge gehabt. chlassendm bei da§. 248. Entwaässerung des bestellten Ackers. erpflügen Da Quellen, oder sogenannte Naßgallen dem ihwendig Acker immer schädlich sind, so muß man solche bei einem eimen zu bestellten Lande trocken zu legen suchen. Dergleichen t hinge⸗ Quellen finden sich am meisten auf der Mitte von Hü— enauffäen geln oder am Fuße von Bergen. Ihre Entstehung kann physisch aber auch chemisch erklärt werden. Das Abgra— ben der Naßgallen geschieht entweder: 1) Durch offene Gräben; ist eine kostbare Methode en zu be⸗ ud Untet⸗ dem Ex⸗ den in und nur in Fällen zu empfehlen, wo das Wasser in gro— Hei un ßer Menge vorhanden ist. 2) Durch verdeckte Abzüge, d. i. durch Gräben, wel— che unten 1— 13“ hoch mit rundlichen Steinen oder mit Faschinen ausgefüllt sind und hierauf wieder mit 1— 13“ Erde bedeckt werden. Dergleichen verdeckte Abzüge füh— ren das Wasser gut ab, ohne ein Hinderniß im Ackern Sben zu zu verursachen. Züterung d kan Johnston, Abhandlung über das Austrocknen der Sümpfe u e 4 8 7 en und deren Entwässerung. Berlin 1709. Uebers. von Pode⸗ bin le⸗ wil's. e scviel Thaer's Einleitung. 2r Thl. 0 Sagt Dessen rationelle Landwirlhschaft III. rr.....—. 5 ö ö 3) Durch Wasserfurchen; diese dienen aber mehr das Regenwasser abzuleiten, als das Quellwasser. Man legt sie quer über die Beete nach der Bestellung von der höchsten nach der tiefsten Stelle an, und kann sie theils mit einem gewohnlichen, theils mit einem Wasserfurchen— pfluge machen. Ihre geschickte Anlage hangt von der Beurtheilung des Landwirths ab. So wie aber in der Landwirthschaft nichts unbedingt ist, so ist es auch mit den Wasserfurchen; es giebt allerdings Fälle, z. B. in gebirgigen Gegenden, wo sie mehr nachtheilig als vor⸗ theilhaft sind. §. 249. Befriedigung des Ackers. Da wo eine besondere Viehwirthschaft es fordert, wie in England, in Holstein, Mecklenburg u. s. w. findet eine Einhegung des Ackers statt. Sie besteht entweder aus trockenen Zäunen, oder aus bloßen Schregstangen, oder aus lebendigen Hecken. Letztere gewähren Vorzüge und Nachtheile. Als Vortheile für die lebendigen Hecken kann man angeben: 1) daß ihre Unterhaltung am wohlfeilsten; 2) daß sie durch das Holz, das sie geben, ihre Un⸗ terhaltungskosten mindestens bezahlen; 3) daß sie bei nasser und kalter Witterung dem Vieh einigen Schutz gewähren; 40 daß sie flache Gegenden, welche holzarm sind, sehr angenehm machen. ö aher ne a n Ä 8. 250, ag un det Als Nachtheile kann man bemerken: apt 1) daß sie sowohl durch ihre Wurzeln, als durch ih⸗ zaserfurgen ren Schatten sömmern; 8 5 ngt vin det 2) daß sie eine Herberge für Vögel, Raupen und aber in der andres Ungeziefer sind; s auch nt 3) daß sie bei einem schweren Boden schlechte Wege, „ B. in verursachen, indem sie das Austrocknen derselben als vor, 1 hindern. Zur Anlage von lebendigen Hecken gebraucht man am besten die Hainbuche, Carpinus Be tulus, Weiß⸗ dorn, Crataegus Oxyacantha, Maßhol der, Acer campestre,„Rheinweide, Ligultrum vulgare, Hart— es fordett, riegel, Cornus languinça, Heckenkirsche, Lonicera Xy- w. findet lostæum, u. s. w. Für nachtheilig hält man den Berberis— entweder strauch, Berberis vulgaris, wegen seines Saamenstaubs⸗ f igen, oder Schwerz belgische Landwirthschaft I. 1807. züge und §. 2 3 13 kann lin Behandlung der Feldfrüchte während der Vegetation. Während der Vegetation verlangt der Acker die häufigste Aufmerksamkeit des Landwirths, theils um die ihm drohend sen Gefahren abzuwenden, theils um das Wachsthum der Pflanzen zu befbrdern, soviel es in sei⸗ nen Kräften steht. Die Feinde, welche der jungen Saat und den jungen Pflanzen entgegen, sind: 1) Thiere. Dahin gehören Hamster, Mus Cricetus, Mäuse, Mus lylvaticus u., agrarius u. g. von ben Vierfüßigen. Sie können vermindert, aber shte du rc rr ̃ ꝗ—ves:?•;T nicht leicht ganz vertilgt werden. Die Mandel- krähe, Corvus cornix, Tauben, Columba do- mestica, Sperling, Fringilla domestica u. mon- tana u. a. von den Vögeln. Die Heuschrecke, Geyl- lus migratorius„Raupen, Phalaena nictitans, Phal., lecalis, Musca hordei, Käfer vorzüglich Scarabaeus melolontha, Würmer und Acker— schnecken Limax agrestis, von den Insekten und Würmern. Bezold, Die schädlichen Raupen. Oken, Naturgeschichte II. Reichart, Land- und Gartens. N. A. v. Volker. I. Erfurth 1810. 2) Pflanzen, welche man gewöhnlich mit dem Namen der Unkräuter belegt. Sie sind theils allgemein verbreitet, theils nur auf gewisse Bodenarten beschränkt. Der Natur nach kann man die Unkräuter in Sa a“ men- und Wurzelunkrauter eintheilen. Bei letz tern perennirt die Wurzel mehrere Jahre; erstere werden aber jahrlich aufs neue von ausgefallenen Saamen erzeugt. Es ist hier nicht der Ort ein Verzeichniß aller Un— kräuter aufzuführen, deren Zahl außerordentlich groß ist, doch wollen wir wenigstens die wesentlichsten nennen. Zu den dauernden oder perennirenden Unkräutern gehören: Kannekraut, Equiletum arvense, Huflat⸗ tig/ Tullilago farfarra, Ackerwinde, Convolvu- lus arvenlis, Vogelwicke, Vicia cracca, Cha— mille, Anthemis arvensis, Farbechamille, An- themis tinctoria, Gänseblume, Chrylanthe- mum Leucanthemum, Disteln, Caxduus, Acker⸗ — wandel distel, Serratula arvensis, Saudistel, Sonchus Me arvensis, Hauhechel, Ononis Ipinosa u. arvensis, een. Brombeere, Kubus fruticolus, Bocksbeere, 6 600 Kubus caellus, Quecke, Triticum repens, melt Straußgras, Agroltis Spica venti u. a, bogig d Acker,§. 252. ekten und Zu den einjährigen Unkräutern sind zu rechnen: Hederich, Raphanus Raphanistrum, Ackerz senf, Sinapis axvensis, Wucherblume, Chrylan- themum legetum, Klatschrose, Pepaver Rhoeas, urth 1610. Raden, Agroltemma Githago, Hundsblume, mit den Anthemis Cotula, Durchwachs, Bupleurum ro- algenen tundifolium, Bettellaus, Caucalis grandiflora eccrirt. u. Cauc. daucoides, Hahnefuß, Ranunculus 1 G44, arvensis, Steinsaamen, Litholpermum ar- Sa lch venle, Binde, Polygonum Convolvulus, Korn⸗— ede blume, Centaurea cyanus, Rittersporn, Del- sageugt phinium conlolida„ Pfauenauge, Adonis ver- ler Un nalis und aestivalis, Klitsch, Rhinanthus Crista 10 galli u. Alectoroloph. Täschelkraut, Thlaspi 153 arvenle, Kuhweitzen, Melampyrum arvenle, 1 8 Erd rauch, Fumaria officinalis, Melle, Che- i nopodium album und viride, Tresp, Bromus 1 00 lecalinus und arvensis, Lolch, Lolium temulen— 410 tum, Wildhafer, Avena fatua. 1 A. b. 233. uthe. Die Mittel die Unkräuter zu vernichten, bestehen 1 den: Acker in folgenden a 2 160— 1) Im Jäten, obschon dieses Verfahren etwas kostbar, so bezahlen sich doch die Kosten in den meisten Fällen durch einen höhern Extrag und reinere Frucht. Dazu kömmt, daß die meisten Feldunkräuter eine über⸗ aus milchreiche Fütterung gewähren, mithin besonders a bald im Frühjahre sehr vortheilhaft benutzt werden können. Anmerk. Einer meiner Freunde füttert fast den ganzen Sommer hindurch seinem Rindvieh auf dem Stalle Jätegras und steht sich sehr gut dabei. 2) Im Eggen. Dies leistet auch bei schon auf⸗ gegangener Frucht sehr oft gute Dienste. So übereggt man z. B. im Frühjahre die Lucern- und Esparsett⸗ stücken, die Kartoffeln, wenn sie eben anfangen zu lau⸗ fen und sich Unkraut zeigt; selbst bei Halmfrüchten kann es geschehen. 3) In dem Hacken. Dieß geschieht entweder mit der Hand oder mit Instrumenten, wozu der Scha u⸗ felpflug und die Pferdehacke zu gebrauchen. Da⸗ von weiter unten. ———— 8 §. 254. 8 Lockerung des Bodens Meizmittel der Vegetation. Die Gartencultur beweißt deutlich, daß die Bear— beitung des Bodens um die Gewächse herum, den Wachs⸗ thum derselben ungemein befördert. Dieselbe Wirkung bringt es auch beim Feldbau hervor. Es können sich dann nicht nur die feinern Faserwurzeln weiter ausbrei⸗ ten, sondern die Atmosphare selbst kann besser auf den Boden einwirken und den Pflanzen Nahrungsstoffe zufüh⸗ —(— — — 5 ren. Man erreicht diesen Zweck ches durch die Hand⸗ hacke, theils wohlfeiler und kürzer durch die obenerwähn⸗ ten eee und ahnliche Jysttumente. hren elshiz In den eistn elke druch, 1 ker eine üg 6 N 255. 3 hin besonden 5 9 erden Zu den Auflockerungsoperationen, Aber zu 1 den Reizmitteln der Vege tation rechne ich: 3) das ben gang Walzen der Wintersaat im Früh jahre, nachdem das lalle Jigraz gehorig abgetrocknet. Fast auf jedem Boden ist es von 15 erwünschtem Erfolg. Auch das Walzen der Sommer— schon auf frucht, wenn sie eine zeitlang aufgegangen, ist sehr nütz⸗ 50 überegg lich. b) Das Aufeggen gewisser Gewächse, beson— ) Esparsels ders der Luzerne, Esparsette und des alten Klees im igen zu lan Frühjahre zur Zeit, wenn die Vegetation beginnt. c) Das füchten fam Durcharbeiten mit dem Schaufelpflug aller in Reihen ge⸗ pflanzter Wurzel- und anderer Gewächse. t entpe der t Schau§. 236. chen, Da Zur Wartung der Feldfrüchte während der Vege— tation, kann man auch noch alle diejenigen Arbeiten re ch⸗ nen, welche nothwendig erforderlich sind, um einen zu starken Wuchs gleichsam zu hindern. Bei Halmfrüchten lim. wendet man dagegen das Schröpfen im Frühjahr an. Die— die Bear ses Verfahren erreicht seinen Zweck doch nie vollstän— en Wach dig, indem dadurch nicht selten das Wachsthum in die e Wirkusz Blätter vermehrt und in die Korner vermindert wird. önnen sch Eben so läßt man zu fette Saaten im Spätherbste bei „Ale trockner Witterung und im Winter bei trocknem Froste 10 den von Schafen abhüten, um ihnen einen Theil ihrer Kraft 11 —————————————ẽ .———— 7 — 162— zu benehmen. Aber auch hier wird selten der Zweck er⸗ reicht, weil die Schafe ungleich lieber den magern als zu fetten Stock abfressen. Eine passende Fruchtfolge auf sehr fettem Boden scheint diesem Umstande am sichersten entgegen zu würken. Dritter Abschnitt. Einerntung und Aufbewahrung der Feldfrüchte. 2 Die Ernte der Feldfrüchte als das Ziel aller agrono⸗ mischen Bemühungen, setzt folgende Bedingungen voraus: 1) daß jede Getraideart die gehörige Reife erlangt habe; 2) daß die Frucht trocken einkomme; 3) daß so wenig als möglich Körner ausfallen. §. 258. Ade 1. Nicht die gelbe Farbe des Strohes ist das sicherste Kennzeichen der Reife, sondern das leichte Lösen der Körner aus der Hülse und das Hartwerden derselben. Ad 2. Wenn das Getraide viel Gras enthalt, muß solches vor der Einbringung gehörig trocken werden, bei nasser Witterung muß man es fleißig wenden und nach dem Aufbinden in solche Haufen setzen, wo ihm die Nässe am wenigsten schaden und wo die Luft am beßten es besteeichen kann. 1 Zweck e wagen al Ad 5. Das Ausfallen des Getraides kann am be⸗ ag 1 sten vermieden werden, wenn man die Früchte in der so— i sches genannten Gelbreife abbeingt, d. h. dann, wenn die Körner vollkommen mehlig sind und anfangen hart zu werden, ohne es schon zu seyn. Sie trocknen dann theils auf dem Felde, theils in der Scheune vollkommen nach, sitzen aber fester in den Hülsen, so daß wenig oder nichts davon ausfällt. Außer diesen erreicht man dadurch noch den Vortheil, daß solches Getraide bedeu— icht. tend mehr Mehl giebt und beim Backen und in der Mühle sich besser behandeln läßt. Der Verlust an Kör— nern kann auch vermindert werden, wenn man bei schwe— r agrons, rer Frucht kleinere Garben macht, wenn man ferner N boraus; überreife Frucht, besonders aber Gerste nicht in der Mit— fe erlangt tagshitze, sondern früh und abends beim Thau eiaführt. Anmerk. Das Abbringen in der Gelbreife ist nach meinen Erfahrungen äußerst vortheilhaft. Auch ist es ein sicheres Mittel das Hornigwerden des Weizens und Roggens zu ver⸗ ch. mindern. §. 239. eb ist das Art und Weise des Abbringens des Getraides. te köse Das Getraide wird entweder mit der Sichel ge— derselen. schnitten, oder mit der Sense gemäht. Das erstere geht enthält zwar langsamer von statten und verursacht höhere Stop— werden, peln, es wird aber auch dadurch die Arbeit reinlicher und den* das Ausfallen der Körner geringer. Wo es daher nicht o ih de an Menschen fehlt und auf das Stroh nicht so sehr an⸗ an Hen kömmt, dürfte es bei der Winterfrucht und überhaupt bei überreifen Früchten wenigstens von Vortheil seyn. Das 1 . ͤ——— TTTT0T0TCTCTTTT—T0TTCTTCTTT Schneiden setzt allerdings mehr Menschen voraus, da die Arbeit langsamer geht, es findet aber auch der Vortheil statt, daß Weiber dazu gebraucht werden können. Man unterscheidet zweierlei Sicheln, die Zahnsichel und die glatte. Letztere hat Vorzüge. S. die Abbildung. Mehr über diesen Gegenstand im II. Thl. Die Haufen in welche der Schnitter die abgeschnittene Frucht legt/ heißen hier Gelege. §. 260. Wenn die Winterfrucht gemäht wird, so geschieht es mit einer bloßen Grassense, welche hinten am Sen⸗ senbaum einen einfachen Bügel hat. Am besten hauet man es an, in welchem Fall jedem Mäher ein Abraffer folgt, welcher die abgehauene Frucht in Schwaden legt. Die Sommerfrucht wird mit einem Gestell oder Ge; rüst gemäht und zwar sogleich in Schwaden. Das Si- chet, dessen man sich in einigen Gegenden bedient, steht gleichsam zwischen der Sichel und der Sense innen. Es wird von vielen gelobt, von andern getadelt. Mir scheint es keinen wesentlichen Vorzug zu haben. Was von der Smithischen Erntemaschine zu halten, muß die Erfahrung lehren. Ich habe kein sonderliches Vertrauen darauf. S. Landwirthschaftliche Zeitung Jahrgang 1817. 8, 261. Nachdem das Getraide gehörig trocken ist, wird es 0— N Abra* n Adrasser vaden legt. 0 oder Ge⸗ Vertrauer wird es in Garben gebunden,) wozu man sich entweder Korn— oder Strohseile oder auch Weiden bedient, sehr vor⸗ — theilhaft ist das Binden mittelst des Knebels, da das Band viel stärker zusammen gezogen werden kann. Die Garben werden entweder in Mandeln oder Stiege gesetzt, jene enthalten 15, diese 20 Garben. Wintergetraide setzt man am besten in Kreuzmandeln, oder auch in lan— gen Reihen mit den Aehren gegen einander. Ist das Getraide geschnitten, so ist das Nachharken der Gelege nicht nothwendig, bei gemähten muß es aber geschehen und zwar entweder mit der Handharke oder mit der gro— ßen Hungerharke, die zum Theil von einem Pferde gezogen wird. f §. 262. Das Einscheuern des Getraides geschieht dann, wenn es seine gehörige Trockniß auf dem Acker erhalten hat. Es ist hierbei nöthig, solches gehörig einzubansen und vorzüglich darauf zu sehen, daß es der Scheune nicht an Luftzug fehle, wobei horizontale Züge immer den Vorzug vor senkrechten, in Form der Schornsteine geführten, haben. Auch ist es nothwendig für jede Frucht, entweder eine eigene Scheune oder wenigstens eigene Ban— sen zu haben, damit sie nicht zu sehr vermischt werden. In einigen Gegenden wird es sogleich hinter der Sense ge— bunden und auf Sturzeln aufgestellt; wenn gar kein Gras darunter und das Stroh nicht gebraucht werden soll, da mag dieß zu billigen seyn, sonst nicht. — 166— Anmerk. Ueber die Einrichtung der Scheunen haben wir sehr viele Vorschläge, wovon im 1. Theil ausführlicher ge⸗ redet werden soll, wohin die Lehre von den landwirthschaft— lichen Gebäuden gehört. In vielen Fallen können Mieten die Stellen der Scheunen vertreten, wie dieß in England häufig der Fall ist. Thaer, Einleitung zur Kenntniß der Engl. Landw. II. §. 268. Allgemeine praktische Regeln, welche bei und vor der Ernte zu beobachten sind. 1) Vor allen Dingen ist dem Landwirthe zu rathen, sich der gehörigen Arbeiter schon vor der Ernte zu ver— sichern, damit er nicht in Gefahr komme zur Erntezeit daran Mangel zu leiden. Er mache daher einen gehöri⸗ gen Ueberschlag seiner Erntearbeiten in Verhältniß der dazu zu verwendenden Zeit und darnach wähle er solche aus. So wenig den Frohnen sonst das Wort zu reden seyn möchte, so nützlich sind sie doch zur Zeit der Ernte, wo es darauf ankommt, über eine große Masse von Ar— beit gebieten zu können. 2) Zu Vorschnittern oder Vormähern wähle er die tüchtigsten und fleißigsten Leute. Der Vormäher muß zugleich die Direction der Arbeiter, unter Aufsicht des Wirthschafters fuhren. Bei Zehentschnittern heißt er der Jahnmeister. Auch untersuche der Wirthschaf— ter die Werkzeuge der Leute, ob sie tüchtig und scharf. 3) Bei der Arbeit des Schneidens und Mähens me haben wi 4 i a 10 5 selbst sehe der Wirthschafter dahin, daß die Arbeit mög— wah, lichst sauber verrichtet werde und daß keine zu hohen un Ran Stoppeln stehen bleiben, auch daß durch unvorsichtiges England 1 f in Enza oder ungeschicktes Benehmen der Arbeiter nicht zu viel f Körner ausgerührt oder Aehren abgestoßen werden. w. II. f 4) Eine besondere Vorsicht verlangt das Einfahren des Getraides, weil bei einem unstatthaften Verfahren m zu dabei sehr großer Verlust seyn kann. Hier kömmt sehr viel auf gehörig eingerichtete Erntewagen und auf ein ge— schicktes Laden des Fuders an. Am besten ist das ge— 5 115 rade Fuder, das mit einem Baum gebäumt wird; auch enteel das runde oder Kesselladen; doch verlangt letzteres mehr 0 Geschicklichkeit und hält selten ganz fest zusammen. ltniß det 5 g i a 5) Das Abladen erfodert gleichfalls viel Vorsicht er solche 3 8 und besonders hinreichende Langer und gute Banser, da— . mit das Getraide nicht zu sehr herum geworfen werde 1 und nicht zu viele Garben zerreißen. Auf 10 Fuß Tiefe een le der Bansen muß ein Langer angestellt werden. Das Saamengetraide bringt man an einen Ort, wo man es beim Dreschen leicht erhalten kann. Ist die Scheune ble ek N oder Banse feucht, so wird die untere Schicht der Gar— her muß ben gestellt oder man legt einen Rost von alten Bauholz. ssicht des heißt ke duthsth, 264. d shu, Vor der Ernte hat der Wirthschafter sein Augen— ü merk auf die gehörige Anzahl von Strohseilen zu richten, Nähe „7 r iirrrTT0T0T0T00T0TTT—TCT0TCT0TT—TCT0TTTTTT —!...——————————.—— ———— 2— 1— ——————— — 8——.— „ — 168— wenn es in der Gegend anders nicht üblich ist, in Korn— seile zu binden. Er muß dazu schon im vorhergehenden Jahre die Schütten bestimmen und solche in dem Hahne— balken aufbewahren, damit sie die Mäuse nicht ausfres⸗ sen. Die gehörige Anzahl von Seilen muß vor der Ernte angefertiget seyn, damit kein Aufenthalt entstehe. Von 1 Schütte A 20 Pf. kann man 1 Schock Seile rechnen. Auch die Reinigung der Bansen und die Aus- besserung der Dächer und Scheuntennen ist eine Arbeit, wesche der Ernte vorhergehen muß. Anmerk. Daß über die Ernte ein gehöriges Ernteregi— ster geführt werden muß, versteht sich von selbst. Die Ein⸗ richtung desselben wird im II. Theil gelehrt werden. Anmerk. 2. Ein Landwirth, welcher der Direction einer Wirthschaft gehörig vorsteht, wird sein Augenmerk auch auf den Umstand richten, daß er seine Ernteleute, wenn schlechte Witterung einfällt, anderweit nützlich beschäftiget. §. 265. 72S Dieß geschieht auf der Scheuntenne, seltener aber auf dem Acker, und zwar entweder sogleich nach dem Einfah— ren oder dann nicht eher, bis nach einigen Wochen, wenn das Getraide gehörig geschwitzt hat. Fest in der Hülse sitzende Getraidearten, wie z. B. Weizen, drischt man am besten im Winter bei starkem Froste, oder sogleich vom Acker weg, wenn die Witterung recht trocken. Das Dreschen geschieht entweder durch Menschenhände vermittelst des Dreschflegels, eines bekannten Instru— — 169— in Kot, 8 5 in Non ments, oder durch Thiere, vermittelst des Austre— 5 tens oder Ausfahrens mit einem Wagen oder auch durch Maschinen; die erste Methode verdient vor allen den Vorzug. Der Stiel des Dreschflegels muß aber dem Drescher in der Lange angemessen seyn und muß ihm bis an das Kinn reichen. Der Flegel ist ge— wohnlich 3— 4 Pf. schwer und 2— 24 F. lang. Er ist mit dem Stiel vermittelst der Kappe, einem Stück Leder hne bei, so verbunden, daß er sich nach allen Seiten bewegen läßt; am besten macht man ihn von Weißbuche. ethehenden en Hahte⸗ cht guafteß ß bt der it entsehe, Ga Ga hock Oki 9 0 Bei der zweiten Art zu Dreschen bedient man sich . f eigener Wagen mit breiten Blockrädern und mit Steinen lion ei beschwert, womit über das angelegte Getraide hingefah—⸗ ft auch auf ren wird, oder auch des bloßen Austretens, wie im Mor— cht genlande. Vaon allen bis jetzt bekannten Dreschmaschinen lei— stet keine was sie verspricht; die eine drischt entweder nicht rein aus oder verdirbt das Stroh, andere dagegen Jeraber auf sind zu sehr zusammengesetzt und erfordern daher einen zu m Einfaß⸗ großen Aufwand, ohne ihn wieder zu erstatten. Ueber⸗ en, wenn haupt sind selbst die vollkommensten Maschinen nur da der Hülfe anwendbar, wo die Arbeit sehr theuer, oder wo es ganz t man an an Menschenhänden fehlt. leich bol 5 1 06 Eine der brauchbarsten Maschine ist die curländische „ände Dreschwalze. Sie besteht aus einer gewöhnlichen, etwas Mn schweren Walze, um deren Fläche herum schmale Latten — angenagelt sind, so daß sie dadurch im Durchschnitte wie gezahnt erscheint. Anmerk. Nachricht über verschiedene Drechmaschinen findet man in folgenden Werken: Beckmann's Grundsätze der teutschen Landwirthschaft. 6. Afl. Weber, Bemerkungen gesammelt auf ökonom. Reisen. 1810. Ein geschickter englischer Brauer in Norwich versichert, daß er nie gern Gerste zu Malz kaufe, welche durch die Maschine gedroschen, denn es wurden dadurch mehrere Körner zerschla— gen, die dann im Malze statt zu wachsen, modrig würden. §. 266. Das ein; Nach dem Dreschen folgt das Reinmachen des Ge— traides und die Sonderung des guten vom geringen. Das beste Mittel dieß zu bewerkstelligen ist zunächst das Wurfen, wobei sich die Spreu am vollständigsten von den Körnern sondert. Schon vor dem Wurfen, ehe das ausgedroschene Getraide auf einen Haufen zusam— men geschoben wird, werden die abgedroschenen Aehren vermittelst eines groben Siebes, der Ritter genannt, gesammelt und zu Viehfutter verwendet, auch kehrt man sie beim Wurfen ab— ueberkahr. Nächstdem wird es gerollt und wenn es sehr unrein ist, durch Siebe gefegt. Vortheilhaft sind die Fegmaschinen, jedoch werden sie besser nach als vor dem Wurfen statt des Rol— lens gebraucht. Die Spreu sondert sich auf diese Art ab, indem sie hinten liegen bleibt; das vordere Ge⸗ tralbe fer Nu fair n traide ist das beste und schwerste, dann folgt das mitt⸗ lere und zuletzt das geringe oder Afterkorn. chintn fzg scaft. l A.§. 267. tisen. kg Allgemeine prattische Regeln, welche beim Dreschen zu beobachten. ert, daß a 1) Jeder Landwirth versichere sich fürs ganze Jahr 1 die hinreichende Anzahl von Dreschern, damit er beson⸗ 1 0 0 ders im Herbste wegen des Saatgetraides nie in Verle, genheit komme. Er kann sich darüber leicht einen Ueber⸗ schlag machen, wenn er rechnet, daß 2 Mann läglich 1 Schock Frucht dreschen und reinmachen können. An⸗ dere Annahmen hierüber, sind folgende: Auf ein Stroh, so nennt man jede Anlage, von 8 Garben 1 Stunde; dez 6e von 12 G. 14 St.; von 20 G. 2 St. zum Aus dreschen geringen. von 2 Dreschern. Das, was zu erst gedroschen wird, ist zunächst gewöhnlich das Saatgetraide. In Ländern, wo viel indigten Bier consumirt wird, drischt man auch die Gerste bald, fen/ ehe weil sich die Brauer zum Malzmachen gern bald damit b ua versehen. n Aehten genannt, 2) Beim Dreschen selbst stelle er nie zu viele Dre⸗ et nan scher auf einer Tenne an, weil sie sich mehr hindern als em witd sie nützlich ind. 3— 4 mochte die schicklichste Zahl seyn. 9 Siehe Sie sollen aber auch die gehörige Stärke und Geschick⸗ doch lichkeit besitzen. a des Joh hy Ait 3) Eine besondere Aufmerksamkeit von Seiten des d Gez Wirths muß darauf gerichtet werden, daß die Leute ganz ———————— ——————— e— — 172— rein dreschen. Daher hat er das Stroh fleißig zu un, tersuchen, und darauf zu sehen, daß die Drescher gehörig zuschlagen, den richtigen Takt halten dabei jedoch ihre Kräfte zu rechter Zeit mäßigen und gebrauchen, nicht zuviel auf einmal anlegen und das Stroh oft genug, we— nigstens Zmal, wenden und mit der Schüttgabel aufschüt⸗ teln. Nie muß das Stroh höher als 8— 9 Zoll ange⸗ legt werden. Bei feuchtem Wetter, feuchter Frucht, oder solcher, die nicht gut aus dem Strohe geht, sind 6 Zoll Höhe hinreichend. 4) Wenn er im Herbste zu Saamenkorn bloß hat vorschlagen(Vorscheln, d. i. die Garben ohne sie aufzubinden dreschen) lassen, so muß er die Vorschläge wieder an einem besondern Ort aufbewahren, weil sie die Drescher, besonders, wenn sie um einen bestimmten Scheffel dreschen, gern unter das Stroh werfen, um des weniger lohnenden Dreschens in der Folge überhoben zu seyn. 5) Eine gehörige Absonderung des Strohes ver— dient ebenfalls berücksichtiget zu werden. Bei Winter⸗ frucht, besonders beim Roggen, erhält man dreierlei Ar— ten von Stroh: a) Schütten oder Richtstroh, wel— ches die längsten ausgeschäbten Halmen enthält und wie die Garben mit dem Knebel gebunden wird, etwa bis 20 Pf. schwer. b) Einschläge, was nicht aus— geschäbt worden und wo die Aehren und Sturzelenden unregelmäßig liegen und daher von beiden Seiten einge⸗ schlagen werden. Man macht sie gern, wenn das Stroh sehr futterig ist. c) Wirrbund, darunter begreift man das kurze ausgeschäbte Stroh. heilt beige Mint 1 set e Pro ih e i159 bunt ech hötg wel dach iht: auchen, fich ft genug, gh gabel gufchit 9 30 ah t Frucht t/ sind 0 0 elya 18 icht aus! urzelender eiten einge das E 1 Hit ser controlliren zu können, Wahrend 2 Drescher das Stroh bearbeiten, ist der dritte damit beschäftiget das Getraide auf den Kamm zu bringen, oder es an den großen Haufen zu schieben. Das Reinmachen oder Aufheben geschieht am besten wöchentlich. 6) Einige Landwirthe lassen, um die Drescher bes— gewohnlich anfangs einige Probedrusche machen und schlietzen von diesen dann auf ihren ganzen Aufhub. Dieß Verfahren ist aber sehr unsicher, da die Frucht ehe sie ganz trocken, viel mehr ins Maaß giebt als später und da auch die Ergiebigkeit von verschiedenenen Aeckern gar verschieden ist. 7) Daß die Scheunen an jedem Abend gehörig ver— schlossen werden müssen, daß ein richtiges und genaues Scheunen- und Dreschregister zu führen und mit den Dreschern ein Scheunenbuch, bedarf keiner weitern Ausführung. §. 268. Von der Aufbewahrung des Getraides. Die Aufbewahrung geschieht entweder in eigenen Kornhäusern oder auf den gewöhnlichen Kornböden. Bei der längern Aufbewahrung des Getraides hat man vorzüglich darauf zu sehen, daß es sich nicht erhitzt, was am besten dadurch vermieden werden kann, wenn man es nicht in zu großen Scheiben über einander schüttet, so daß die Luft durchstreichen kann. Anfangs schüttet man es höchstens 1 Fuß hoch, später 2 Fuß. Von Zeit zu Zeit muß das Getraide umgestochen werden. Besonders im Sommer bei warmer Witterung muß es wenigstens alle Woche einmal geschehen. Denn so wie ssch dasselbe er⸗ hitzt, verdirbt es auch leicht. 0 §. 269. Die größten Feinde des aufzubewahrenden Getrai— des sind die Kornwürmer. Es giebt 2 Arten, näm— lich den rothen, curculio frumentarius und den schwarzen, curculio granarius. Sie sind beide sehr schädlich, indem sie die Körner ausfressen und die Hülsen leer zurücklassen. Weniger schädlich ist die Made von phalaena tinea granella. Sie geht mehr die Hülse als den Mehlkern an und spinnt die Kornscheiben in ein seidenartiges Gewebe ein. Das sicherste Mittel dagegen ist die Zugluft unmittelbar über die Getraide— scheiben hinweg, man sorge daher so gut wie möglich für diese; auch soll das Aufschütten von Buchweizen schützen, so wie das Aufschütten von Flachsknotten auf verschiedenen Stellen des Bodens. Vierter Abschnitt. Von der speciellen Kenntniß und Behandlung der agronomischen Pflanzen. §. 270. Unter agronomischen Pflanzen verstehen wir hier alle diejenigen, welche den Gegenstand des Ackerbaues im weitesten Sinn ausmachen, mit Ausschluß der Futter— kräuter. 90 Wir theilen solche unter folgende Gattungen: 50 deß E Aue 0 enft men, Geiter 1 eine engt. duselbe 1) Getraidefrüchte. 2) Brachfrüchte(Gemüßpflanzen). 3) Handels- und Manufacturkräuter. Von jeder Gattung soll jetzt besonders geredet werden. nden ern Irten, nag e Erstes Capitel. e sind heidi g a 8 etre id t sen und die N die Made§. 271. wehr di Die Getraidearten, worunter man theils Fornscheibe Gräser, theils andere Pflanzen versteht, welche sich erte Mitte vorzüglich durch einen mehlreichen Saamen ous⸗ je Gettaidt zeichnen, der entweder Thieren oder Menschen zur Nah, vie möglich rung dient, theilt man: Buchweizen 1) in Halm- oder Stengelfrüchte. lotten auf 2) in Hülsen- oder Schotenfrüchte. 3) in uneigentliche Halmfrüchte. §. 272. Die Halmfrüchte treiben einen aufrecht stehen— dlung der den Stengel und ihre Körner sitzen in Aehren oder in Rispen, in einer bloßen Hülse weniger fest; die Hül⸗ senfrüchte treiben dagegen, nur wenige ausgenom— men, mehr einen rankenähnlichen Stengel mit mehreren wit e Seitenästen und ihr Saamen liegt zu mehrern Körnern Ackthalct in einer gemeinschaftlichen Umgebung, weche man Schote yx fitter nennt. Hungen: 2———— — 176— §. 273. 15 Von den Halmfrüchten. A. Weizen(Triticum III. 2. L.) stammt, wie unsere Getraidefrüchte wohl alle, aus dem Orient. Ob die Getraidearten schon von der Natur aus, oder nur durch die erhohte Cultur mehlreich sind, ist schwer zu entscheiden; das letztere scheint fast wahrscheinlich. Der Weizen verlangt einen fetten, starken, nicht zu lockern und wohl zubereiteten Boden, der wo mög— lich dem Sonnenschein mehr, als zu vielem Schatten aus— gesetzt ist. In tiefen Gegenden, besonders in eigentlichen Thälern am Wasser, gedeihet er weniger vortheilhaft, weil er dort der Lohe oder dem Mehlthau und andern Uebeln zu sehr ausgesetzt ist. Er scheint den Kalk sehr zu lieben und kömmt daher auf schlechterm Boden, wenn er nur Kalk enthalt, wie in Thüringen sehr gut fort. Starker Kley bis zu leichtem Lehm tragen ihn.) Zum Anbau desselben in einem vollkommnen Boden, ist das Ueberkalken des Ackers oder das Mergeln, wenn der Boden selbst keinen Kalk enthalt, vortheilhaft. In Thüringen verfährt man mit dem Weizenbau ganz anders als an allen andern Orten. „) Ein guter Weizenboden, welcher bei gehöriger Düngung das 12 und 1ate Korn gewährte, bestand nach meiner Un— tersuchung: aus 40 p. C. Sand und 60 p. C. abschwemmbarer Materie, in welcher sich außer dem Thon, 4,5 Kalk und 6 p. C. Humus befand. Eisenoryd im Boden scheint dem Weizen weniger nachtheilig als andern Getraidefrüchten. Ein hiesiger Acker, der stark damit versehen, trägt immer guten Weizen, während andere Früchte schlecht darauf gedeihen. Mah die y ger hcgt Luft nach eit A; iht 1 folgt gli welche den ka den 5 toffel Wehl keiner mit. Et ber graute kann; pchen 450 1 in mach de 8 1 8 Man bringt ihn nämlich hier auf die schlechtesten Aecker, 15 die man zu Roggen nicht für gut genug hält, sie haben L. simnt, aber dann alle einen beträchtlichen Antheil Kalk. dem Duet f Us, Oder gut st schun z. inlich. de Bei der Dreifelderwirthschaft bestellt man den Weizen nicht p entweder in die reine Brache, die man gern Amal der wo mög pflügt, oder in Kleestoppel, die vorher gewöhnlich ge⸗ haften aus düngt oder gepfercht war. Der Klee ist eine der besten tägentlicher Vorfrüchte und man bestellt den Weizen in der Regel dar— eälhaft, wei nach einfuhrig; doch ist es in einigen Bodenarten nothwen⸗ dern Uebel dig ihn 2 Fuhren zu geben. Bei der Wechselwirthschaft folgt er ebenfalls nach Klee, in schwerem Boden ganz vor— züglich nach Pferdebohnen und nach Rübsamen oder Naps, welcher Wechsel selbst bei der Dreifelderwirthschaft statt fin den kann. Er geräth überhaupt nach allen Früchten, die dem Boden rein zurücklassen, wiewohl sehr selten nach Kar⸗ toffeln und Kohl. Eine frühe Saat hat bei reinem Lande Vorzüge, etwa von der Mitte bis Ende Septbr. Bei un— reinem Lande ist eine späte Saat aber vortheilhafter, da⸗ mit nicht schon im Herbste das Unkraut überhand nehme. Er verträgt ubrigens unter allen Winterfrüchten doch die chr zu liebe et nur Kal cker Kley bis desselben in n des Acketz feinen Kal iht man nit ndern Orien zer Duüngun späteste Saatzeit, indem er noch im Nov. gesäet werden b miner l. kann; überhaupt dann, wenn er nur noch vor Winters auf— 1 gehen kann. Wenn man alten vorjährigen Saamen säͤet, 0 U was hinsichtlich des Brandes Vorzüge haben kann, so muß ec Ein man immer früh säen. Auf kräftigem, starkem Boden darf er lie man den Weizen nicht zu dick säen, weil er sich hier sehr be⸗ 6 geihen. 12 staudet; etwa 1 Schffl. pro Morg. zu 140 Q.* Das Land wird gut bereitet, d. h. die Brache 3— Amal ge— pflügt und eine gute Düngung gegeben. Das Jäten im Frähjahre ist nicht zu versäumen, wenn sich viel Unkraut zeigt; nach Bohnen und Klee ist es selten nothwendig. Droht er im Frühjahre zu fett zu werden, so schröpfe man ihn, oder lasse ihn abhüten. Seine Vegetation tritt in der Regel erst Ende April und Anfangs Mai ein, früher kann man über seinen Zustand nicht sicher urtheilen. Er hat 2 Hauptfeinde: den Rost und den Brand, wovon wei— ter unten die Rede seyn wird. Das Einkalken des Saamens soll man wegen des Brandes nie verabsäumen. Um das Glaßig⸗ oder Hornigwerden des Weizens zu verhindern ist es vortheilhaft ihn in der Gelbreife zu den. Bei der Ernte ist Vorsicht nöthig, damit er bei nas⸗ ser Witterung nicht auswachse. Er wird gewöhnlich erst 14 Tage nach dem Roggen reif. §. 278. Arten des Weizens. 7 Die verschiedenen Varietäten des Weizens kann man nicht anders bestimmen, als wenn man sie von verschiede, nen Gesichtspunkten aus betrachtet und nach diesen ein— theilt, und zwar: In diesem ganzen Werke wird unter Schffl. immer der Wei— marische verstanden, der sich zum Berliner verhält wie 2:1 und zum Dresdner wie 2: 5. Unter Morgen begreifen wir ebenfalls den Weimarischen, der 140 16schuhige ORuthen enthalt. — — — 2— * 0 N. 179— 17% Da 9* 1 ae 3 chal g, A. Nach der Zeit der Reife. dat Jun in 1) Winterweizen(T. hybernum,) der im biel Nuk Herbste gesäet wird und also 2jährig ist. Ist der rothen oben abgehandelte. 8 S 5 F 2 schtöpf an 2) Sommerweizen(T. lativum aestivum). N 3 W̃ 5 e 1. Iter! 8 on tritt n 3) Wechselweizen(T. alternans). früher kun Der Sommerweizen unterscheidet sich vom „ er het! en durch e rundlichere Körner. Die wovon wei. Behandlung, 5 so wie den Boden hat er fast ganz Alen de mit der Gerste gemein, nur säet man ihn etwas früher, Wee etwa Anfangs April, um ihn früher zu ernten, da ihm 1 0 die Aequinoctialwinde sehr schaden. Auf passenden Bo— 8 15 den ist er eine sehr vortheilhafte Frucht, besonders zu Gelbr Malz und zum Brennen, weniger zu Brod. Er steht 5 im Werthe dem Winterweizen um 3 auch 3 nach. Zu ncht feinem Backwerk ist er aber nützlich, da er einen sehr kurzen Teig giebt. Beider Gattungen Werth für die Bäcker wird vermindert, wenn er in frischem Pferch ge— baut worden. Sehr gern kaufen dagegen die Bäcker den Weizen, der auf Bergäckern oder in Kleestoppel gewach— ts kaun fn sen. In Thüringen erzeugt die Finne, ein nicht be— u berschied deutendes Gebirge, den besten Weizen. Der Boden be— diesen ei steht dort aus einem sandigen Lehm und Lehm. Der Wechselweizen hat die sonderbare Eigen⸗ schaft, daß er in einem Jahre als Winterfrucht, im an— 1 dern als Sommerfrucht gebraucht werden kann. Aus 1 611 diesem Grunde ist er allerdings in vieler Hinsicht für jede 1 1 5 5 5 5 5 3 8 f nh Wirthschaft in gewissen Fällen sehr nützlich. In seinem M Werthe aber übertrifft er den Sommerweizen nicht, Er, 5* 12 rr ̃ ͥ??... ̃⅛—tvt.. — rr... ̃— — geworden. der Aehren. zen). sen Form. 1) Gelb, bräunlich, letzterer am dünnhülsigsten. 2) Mehr rundlich oder längliches Korn. D. Nach dem Vaterland. Indem derselbe au— ßer dem nördlichen Europa in allen cultivirten Landern angebaut wird, hat man hier sehr verschiedene Arten. Ueberhaupt kann man folgende als Species annehmen, während die andern bloße Varietäten sind: 1) Der gemeine Weizen(T. lativum). Da⸗ von sind besonders durch Fischers Bemühungen bekannt und cultivirt worden: 180 §. 276. — so wie jener sind erst in neuern Zeiten bei uns üblich B. Nach der Form und Beschaffenheit 1) Begrannt oder unbegrannt. Beide schei⸗ nen jedoch in einander überzugehen. Gewiß ist es übrigens, daß der begrannte sich mit weit gerin⸗ germ Boden begnügt als der unbegrannte. Auch wird er weniger vom Wilde angegangen, ist aber nach meinen Beobachtungen dem Brande mehr unterworfen, als der unbegrannte. 2) Glatt- oder sammtartig(Sammtwei⸗ 3) In einfachen oder vielfachen Aehren. C. Nach der Farbe des Korns und des— hellgelb, weißlich, — 1171— W g a) Provenzer W. ö üble 8 15 0 b) Burgundischer W. c) Candischer W. d) Englischer W. verschiedene Arten. ien e) Rother und weißer Haarweizen. Affenhest 5 2555 ) Sizilianischer W. 1 g) Wallachscher W. Beide schel 9 d 1 . h) Tuneser W. u. s. w. ewiß ist ez 5 2 a 0 1 2) Der Vielährige Weizen(T. compo- peit gerin; f f n 5 538 litum). Davon giebt es einige Arten. Sie sind „ A 1 5 5 i a ergiebig, aber nicht geschätzt als Mehl. ist abe 1 55 5 1 3) Der Heckweizen(T. turgidum). Davon de meht ö 2 hat man: a) begrannten. Aten b) nnbegrannten. 4) Der Pohlnische Weizen(T. polonicum) eh ren. Dem Anschein nach sehr schön wegen des großen und des Korns, aber doch nicht sonderlich nutzbar. Nach Sinhofs Auntersuchung besteht der Weizen weißlich, aus: Hülse 125 p. C.; Feuchtigkeit 95 p. C.; Zucker- sto C. 3 Kleber 195 Eiweißstoff 122 p 180555 H Stärke 5 P- 7 7 Kott, 60 p. C. erselbe al⸗ Anmerk. Tessier hat mehrere Versuche über das Verhältniß ändern mehrerer Dungerarten zu den Bestandtheilen des Weizens 1 Ade angestellt. S. Hermbstädt a. a. O. e Arten, 6. 277. aunehne, Der Weizen gestattet einen sehr mannigfaltigen Ge⸗ brauch, und zwar: * II f„ 0 3 85 33 im), Da, 1) Zu Mehl, woraus in den südlichen Ländern fungen Brod, bei uns Semmeln und das feinste Backwerk . bereitet wird. Die Kleie ist allen andern vor— zuziehen. 2) Zum Brauen sowohl des Bieres als Es⸗ sigs,„ des Broihahns. 3) Zum Brennen des Brantweins, er giebt viel und guten Spiritus. 4) Zur Bereitung der Stärke, wozu er die ein⸗ zig paßliche Getraideart ist. Anmerk. Der Weizen(Tritioum sativum) gehört wie die meisten Gräser in die 3. Cl. 2. Ordn. des Linns. Wir wer⸗ den dieß in der Folge jedesmal bezeichnen, wie es hier ge— schehen. Fischer, Ueber Acclimatistrung fremder Getraidearten. 1 u. 2. Whistling, Oekonomische Botanik J. Seringe, Monograph. d. Cereales ete. Berne 1819. B. Dinkel, gedeiht auf dem Boden, wo der Wei— zen wächst und hat vieles mit ihm gemein, begnügt sich selbst mit einem schlechtern Boden. Sein Mehl ist weiß und enthalt 2 p. C. mehr Stärke, als das des Weizens. Die Körner sitzen zu 2 fest in einer Hülse und müssen erst durch Mühlen(Gerbemühlen) davon getrennt werden; doch kann dieß auch auf einer gewöhnlichen Mahlmühle geschehen. Arten davon find: a) Spelt(T. Ipelta III. 2. L.) Sommer- u. Winterfrucht glatt und begrannt. Der Winter⸗ spelt wird in Franken, in der 5 weiz, in Schwa— ben und uberhaupt im südlichen Teutschland gebaut und vertritt dort die Stelle des Weizens. Sein Anbau ist l ell , kr echt er die eh ir wer— ces hier ge⸗ arten. 1 U. ne 1810. vo der Weiß egnügt sich 0 ist weiß 5 Weizens. müssen erst nt werden; mühe g J ne!„ umer“! e Wine in Sch u und Achau is weniger Schwierigkeiten, als der des Weizens ausgesetzt, indem er auf geringem Lande fortkömmt und dennoch ei— nen sehr starken Ertrag giebt. Man bestellt ihn wie den Weizen, doch stärker 14— 12 Schffl. P. M., und auch zu gleicher Zeit. Sein Ertrag ist sehr bedeutend; man kann das 15 und 20 te Korn rechnen. In unserer Gegend hat er sehr wohl gethan und ich finde mich veranlaßt ihn wei⸗ ter zu empfehlen. Sein Gebrauch ist mannichfaltig. 1) Ist das Mehl noch schöner als vom Weizen, das sogenannte Kraftmehl kömmt davon. 2) Kann er zum Brauen und Brennen verwendet werden. 3) Ist er ein treffliches Pferdefutter. Man hat außer dem gemeinen noch Varietäten: 1) den Russischen blauen Dinkel(T. ayleum); den Asiatischen Prachtspelt. Des Sommerspelt(T. Ipelta aestiva) wird wie der Sommerweizen behandelt, ist aber ebenfalls eine sehr brauchbare Frucht. §. 279. b) Das Emmerkorn, Einkorn,(T. mono- coccon) wäͤchst fast auf jedem Boden, wo Hafer wächst und da, wo zur Winterfrucht vielleicht nicht gedüngt werden kann. In hiesiger Gegend bringt man ihn auf die schlechtesten Bergfelder, gewöhnlich ohne Düngung in reine Brache und läßt Hafer darauf folgen. Der Er⸗ trag ist oft bedeutend. Sein Stroh hat wie das vom Spelt wenig N e weil es spröde und holzig ist. Schon um Jacobi und Anfangs August muß er gesäet werden und Ende Septbr. des künftigen Jahres reift er erst. ———— 2— — 184— Das Land dazu wird wie zum Korn und Weizen bearbei— tet. Brod davon ist kurz und trocken, die Graupen aber sehr gut. Er ist ein gutes Pf der Hälfte Hafer vermischt, gefüttert werden. Sonst braucht man ihn auch wie den Spelt. Für geringe Aecker halte ich ihn für sehr nützsich. Man säet ihn wie dei Spelt zu 14— 12 Schffl. p. Morgen. ferdefutter, muß aber mit §. 280. C. Roggen(Secale cereale III. 2. L.) soll nach Mouray aus Candia stammen und macht bei uns die Hauptwinterfrucht aus. Er liebt mehr einen leichten und Mittelboden, als zu schweren Klei. Alle Grada— tionen von Lehm sagen ihm zu.) Dreifel-⸗ derwirthschaft folgt er nach gedüngter reiner Brache, nach Erbsen, Bohnen, Wicken, aber nicht in jedem Boden mit Vortheil nach Kartoffeln, oder Kraut, doch gut nach Raps, Winter- und Sommerrübsen, wenn zu diesem reichlich genug ge⸗ düngt worden. Alle Oelgewächse sind meist eine gute Vor⸗ frucht. Eben diese Früchte gehen ihm auch am schicklich⸗ sten bei der Wechselwirthschaft voraus. Das Land muß zum Roggen gut u. locker bereitet werden, daher man die reine Brache 3— Amal pflügt. Nach dem Bestellen aber verträgt er das Walzen und Festtreten des Bodens In der 1 5 sehr guter Roggenboden enthielt folgende Bestandtheile: 0 p. C. Sand, 32 p. C. abschwemmbare Materie, die unter andern 3 p. C. Kalk und 52 p. C. Humus enthielt, das übrige war Thon. W beatz ehr gut. In e d. i. auf einem leichten Lehm, dun abt habe ich nie schönern Roggen gesehen, als im Jahr 1807 m an uf auf Aeckern; rde gleich nach d e Belelune m a Sf Herbste gestanden und das Feld wie eine Tenne zusammen⸗ r gernnge ch getreten war. VBesömmertes Land muß man etwas später iet ihn n bestellen als Brache. Nach Klee in schwerem Boden ver, dient die 2fuhrige Bestellung oft den Vorzug. Sehr vor⸗ theilhaft ist es, wenn man hier, auf das bestellte Land die Horde bringt, was er uberhaupt sehr gern verträgt. Die I. 1 5 7 He 1 4,7) f Bestellzeit ist von Mitte Sptbr. bis Ende Octbr., je nach⸗ dem das Clima ist. Man säet 15— 14 Schffl. auf den eiten leicht Morgen, je nachdem es bald oder spät geschieht. kabt§. 281. reife Arten davon sind: ger beitet 1) der 5 Roggen(S. cereale vulgare), icken, abe davon Sommer- und Winterfrucht. Ersterer ittoffeln, wird im März und April gesäet. Er unterscheidet sich utet und in der Regel durch einen niedrigern Stengel, durch kürt ich genug ge, zere Aehren und kleinere Körner. ine gute di In Gebirgsgegenden, oder auf sehr sandigen Bo— am schichic den ersetzt er den Win e 1. Er ist natürlich nicht so Dat dan ergiebig wie der erstre, verlangt aber auch keinen so fet⸗ daher maß ten Boden. iu Bestellen 5 Staudenroggen, Arten welche sich durch des Boden eine große Bestockung auszeichnen. Man hat in neuerer 0 a) das Archangelische Staudenkorn. Das Bestande:, Korn hat eine hellere Farbe, als das gemeine und — r ̃rNTtl28̃§·ÜD e — 2— b) Norwegisches Staudenkorn. Korner dunkler und kleiner, die Aehren aber länger. c) Wallachisches Staudenkorn. Nicht verschieden. 3) Johannisroggen. Er wird um Johannis gesäet und im Herbste 1 auch 2mal zu Futter abgegraßt und im folgenden Jahre erst geerntet. Ich vermuthe, daß sich jeder Roggen bald dahin bringen läßt. Bestandtheile nach Finhof: Hüͤlse 20, Feuch— tigkeit 10, Zuckerstoff 9, Kleber und Ei— weißstoff 64, Stärke 54 p. C. 9. 282. Die Anwendung des Roggens ist im nördlichen Teutschland sehr wichtig und man kann ihn hier fur ganz unentbehrlich halten. Auch sein Stroh ist dem Weizen⸗ stroh vorzuziehen, so wie es uberhaupt unter das beste gehört. Man gebraucht ihn: 1) Zu Mehl, wo er im ördlichen Teutschland we— nigstens, das Brod fast allgemein liefert. 2) Zum Bren⸗ nen des Brantweins. 3) Zu Futter für Pfer⸗ de und andere Thiere. Seine Güte besteht in der Große und Vollkommenheit des Korns, in seiner Schwere und mehr grünlichen als braunen Farbe desselben. Außer dem Mutterkorn und der Lohe hat er wenig Fein— de. Nassen Boden und nasse Witterung verträgt er nicht wohl. Zu fetter Roggen kann bei paßlicher Witterung im Herbste und Winter ohne Nachtheil behütet werden. d. 283. D. Gerste(Hordeum III. 2. L.) Sie ge⸗ hört unter die wichtigsten, aber auch unter die mißlich⸗ if, jhe Aube . fen 9 ale Di it! det wer dunkle t 10 ch het, um erm 0 ermuth 0 0 * 377145 foro lscheg ier fr a4 n Ar ganz sschland we— zum* t eh für Pfet⸗ 17 1, Nuß enig Fein, gt er nicht Ir N 50 Wittetun et wet del, — el ge lich Jh 5 sten Getraidearten. Sie liebt etwas Feuchtigkeit, doch verträgt sie weder eigentliche Nässe noch Trockenheit. gedeiht sie weniger sicher als auf einem guten Lehm in trockner Lage, welcher überhaupt iK Meden it S Jad beinat e 1% Sarktia Fort D ihr Bogen ist. and bringt sie nur dürftig sort. Da 1 22 1 2 2**„ der Gerstenacker vor allen Dingen rein und locker seyn 1 3 8 6ʒ!ů soll, so ist es nothwendig ihn im Herbste zu falgen und im Fruhjahre zu eggen und vor der Bestellung zu ruhren. 5 N Hes fate Fe 7 1 20 Bei der Wechselwirthschaft wird sie am zweck⸗ mäsigsten nach behackten Früchten, als: Kartoffeln, Kohl, Rüben oder Bohnen, oder auch nach N bei der Dpeifelde⸗wirthschaft nach Roggen, oder Wei— zen bestellt. Die Saatzeit ist von Wie April bis Mitte Mai; doch hat hier eine späte Saat immer Vorz züge, vor allem in Lande das Wildhafer(avena fatua) enthält. Die sichersten Zeichen mit der Gerstensaat anzufangen, ist das Ausbrechen der Eiche(quercus robur), der Winterlinde(tilia cordata) und des 7500 baums(carpinus betulus). Alle diese Hölzer näm⸗ 7 3 r lich treiben nur dann hervor, wenn Warme im Boden ist. Je kräftiger der Bode n, desto dünner muß sie ge⸗ säet werden, weil sie stark staudet p 1 Schffl. auf den Morgen ist e Um bei unreinem e 8 r „ Ein vorzüglicher Gerstenboden, den wir untersuchten, ent⸗ eile Sand und 35 Theile abschwemmbare Erde, worunter 0 p. C. Humus und 5,5 p. C. Kalk, das andere Thon und wenig Eisen. —— . e— 8 7„„ 5—— * 7 5 Wasser oder Mistjauge einzuweichen gerathen. Auf leich⸗ term Boden kann man sie mit Vortheil unterpflügen, auf schwerem ist es nachtheilig. Nässe und zu große Dürre machen die junge Saat gelb. §. 284. Arten derselben sind verschieden: 1) Nach der Bestellzeit und Reife: a) Wintergerste(H. vulgare) wird bis Ende des Sptbrs, bestellt und im Juli des andern Jahres geerntet. 4 und 6zeilig. Sie ist eine nützliche und sehr ergiebige Frucht, die bei uns aus mehreren Grün⸗ den einen weitern Anbau verdient, denn ihre zeitige Reife gewährt früh Stroh und Brod und erlaubt noch eine Bestellung von Herbstfutter. Die Hasen stellen ihr aber ungemein nach. Man hat 2 2— die russische blaue(hordeum vulg. nigrum — und die gewöhnliche 6zeilige. b) Sommergerste und zwar:; aa) die zweizeilige, großkörnige(hor- deum distichon); bb) vierzeilige, kleinkörnige(Bordeum tetrastichon). Auf Sandboden vortheilhaft, sonst sehr flach und kleinkörnig. 2) Nach der Form der Aehre, besonders in Hin⸗ sicht der Stellung der Grannen und Korner. a) Pfauen 9 erste(hordeum zeocriton). Sehr ergiebig und in England geliebt. 30 W der Form der Körner. Hier macht einen tunterschied, die nackte Gerste. Man hat ——— 2 Arten, die große zweizeilige(hordeum nudum) und die kleine vierzeilige(bor— deum coeleste). Beide sind ergiebig und sehr 9 0 And 1 ne U große ** brauchbar. iedeg; 4) Nach dem Blatte. Schmal, breit und e: vielblättrig. pird bis ki Die Blattgerste(hordeum frutescens); ist andern in Thüringen üblich, verträgt die späteste Bestellung und ie nützen ist ergiebig. e Bestandtheile nach Einhoff sind: Hulse 19, Feuchtigkeit 115 Kleber und Eiweißstoff 45/ Zuckerstoff 6, Starke 392 p-. C. Der Nutzen der Gerste ist sehr bedeutend und zwar; 1) Zum Bierbrauen vorzüglich. 2) Zu Mehl. 3) Zu Graupen und Grütze. 4) Zu Futter. Ihre Güte besteht in einem vollen Korn, dünner Hülse und hellgelben Farbe. Feinde der Gerste sind vor züglich der Staubbrand, seltener das Mutterkorn. 16 Fischer a. a. O. oe Whistling a. a. O. Seringe, Monogr. d. a. O. ts in Hinz§. 283. ö E. Hafer(Avena III. 2. L.). Er verlangt an sich einen guten und etwas schweren Boden, vorzüglich ge— deiht er in neuaufgebrochenem Graßland, Esparcette— und f Luzernestoppel, nimmt aber auch mit schlechterm Boden 154 0 4„ 6„ 0 7 ! als andere Getraidearten vorlieb, und wird gewöhnlich en fach — 2 rr—•⁵ũꝗ—„!CCKTʃ—:?ñ,,ß dahin bestellt.) In der Dreifelderwirthschaft folgt er nach Roggen, Weizen, oder er kommt in Gras⸗ aufbruch. Die Erfahrung lehrt, daß es hier gut sey, ihn auf die frisch aufgebrochene Grasnarbe zu säen, damit ihm die natürliche Feuchtigkeit zu gute komme. Der Bo— den, wenn es geschehen soll, darf jedoch nicht zu schwer und fest seyn. Ob er schon weniger vom Unkraute leidet, als die Gerste und deßhalb einfuhrig bestellt werden kann, so ist es dennoch besser ihn 2 Fuhren zu geben, wenn es irgend die Zeit erlaubt. Auf leichtem Boden ist es vor— theilhaft im Herbste zu falgen und die Saat mit dem Exstirpator oder Feldgeier im Frühjahre unter— zubringen, wodurch die Winterfeuchtigkeit im Boden erhalten wird. Die Saatzeit ist vom Anfang Aprils bis Ende Mais. Er muß unter den Getraidearten am stärksten gesaet werden, weil er sich am wenigsten bestau— det. Auf den Acker 14 Scheffel. um das Unkraut in der jungen Hafersaat zu vertilgen, dient vorzüglich das Eggen, wenn sie aufgegangen, auch das Walzen mit der Stachelwalze, wenn die Saat fingerslang ist. Auch das nochmalige Unterpflügen der Saat, wenn sie vorher blos eingeegget und im Boden anfängt einen Graskeim zu ent; 9 Auf einem starken Klei, überhaupt mehr thonigem als san⸗ digem etwas feuchtem Boden, gedeiht der Hafer oft außeror— dentlich. Dagegen bestellt man ihn auch auf den schlechte⸗ sten Sand und hungrigsten Boden, aber freilich sein Er⸗ trag ist dann an Stroh und Körnern gering. In Thürin⸗ gen bringt man ihn gewöhnlich auf Bergäcker, die selten gedüngt werden. i 1 cht zu shng kraute leide werden fam, u, wenn ei it es vol at wit der Jahte une, t im Bode ang Apkilz aidearten an ten bestau Unkraut in tzüglich daz lien mit det „ Mah das borhet ble fei zu en gem als ger oft außen f den schach flich fal Er, 75 rin „dee seller wickeln, hilft sehr das Unkraut zu zerstöhren, gelingt in⸗ deß nicht immer ganz. 0 g. 286. Arten des Hafers sind: 1) Nach der Form der Rispe. a) gemeiner Rispenhafer(avena lativa); b) Fahnenhafer, wo die Rispe auf einer Seite, ist sehr ergiebig; 2) Nach der Form und Farbe des Korns. I) mit weißen Saamen. a) der gemeine weiße oder glatte Hafer (a. Iativa alba); b) der schwere englische Hafer(avena anglica); c) August- oder Frühhafer(avena precoz). 2) mit schwarzen oder dunkeln Saamen. a) der glatte schwarze Eichelhafer; b) der graue oder Sandhafer; c) der blaue; d) der Ungarische blaue Fahnenhafer;: e) der braune; ) der rauhe schwarze. 3) mit gelben Saamen. a) der gelbe(avena flava); b) der orientalische. Andere Arten sind nach dem Vaterlande benennt. —— rr ̃œ n]³ V 1 §. 287. Der nackte oder Tatarische Geützhafer (avena nuda) macht eine besondere Species aus und ist mehr als Mehlpflanze denn zum Futter zu gebrauchen. Er bildet eine naturliche Hafergrütze, wozu er auch ge— braucht wird. Die Anwendung des Hafers ist: 1) vorzüglich zu Pferdefutter; 2) zu Hafergrütze; 3) zum Brauen und Brodbacken. §. 288. Allgemeine Bemerkungen über den Halmfruchtbau. 1) Unsere Halmfrüchte machen wohl ziemlich in je⸗ der Wirthschaft das wesentlichste Erzeugniß des Acker⸗ baues aus und auf ihren Anbau hat man um so mehr zu sehen, da sie das Hauptnahrungsmittel des Menschen bilden. Viele dieser ausländischen Getraidearten sind bei uns eines Anbaues fähig, doch zeichnen sich nur wenige bei fortgesetztem Anbau, wie mich eigene Erfah⸗ rung gelehrt hat, vor den unsrigen aus. 20 Man kann sie, und dieß ist der gewohnliche Fall, breitwürfig säen, doch werden sie auch gedrillt und zwar in Reihen von 8— 9 Zoll Entfernung und dann einigemal, bis sie zum Schossen kommen, mit der Pferdehacke bearbeitet. Letztres läßt sich aber nicht zu jeder Witterung bewerkstelligen und ist detzhalb nicht im⸗ mer möglich wodurch die gedrillte Frucht leidet. §. 289. Stithafel 2 Hülsenfrüchte. cses dus und A. Die Pferdebohne(Vicia faba. XVII. 1 gchrauhes, 4. L.). Eine wichtige Hülsenfrucht. Sie liebt einen schwe— er auch ren und etwas feuchten, mehr kleiartigen als lehmigen Bo— den; einen leichten und trocknen verträgt sie nicht. Bei der Dreifelderwirthschaft als Besömmerung in gut bearbeiteten und gedüngten Boden; bei der Wech sel— wirthschaft die beste Vorfrucht für Weizen, Roggen und Gerste. Sie scheint vermöge ihrer röhrenartigen Wur— zel sehr auf den Boden zu wirken. Man säet sie breit— würfig; vortheilhafter aber in Reihen zu 18 Zoll bis 2 F. mit dem Bohnendriller, einer überaus nützlichen Säe, 10 maschine. Man darf damit nur immer in der dritten Furche lach in j⸗ fahren. Sie werden, wenn sie Fingerlang, mit dem Schau— des Nen felpflug und der Pferdehacke ein- auch zweimal bearbeitet. n so ncht Vor der Bestellung muß das Land schon im Herbste gedüngt Menschen werden. Man pflügt es, wegen der baldigen Bestellzeit karten find selten öfter als zweimal, dann hinterläßt die Bohne nach i sch kur der oben angegebenen Art behandelt nie viel Unkraut. Das gene Efah⸗ Köpfen in der Blüthenzeit, wobei die obern Spitzen abge— schnitten und zu Viehfutter verwendet werden, befördert wöhnlich die Saamenreichheit ungemein und schützt zum Theil ge— gen Mehlthau. Die Saatzeit ist von Ende März bis 9 gedrillt 8 Anfang Aprils. Säet man sie breitwürfig, so braucht nung und a 8 5. e. 5 mit der man auf den Acker E 14 Schffl., gedrillt 1 Schffl. 9 7 Sollen die Bohnen der Körner wegen gebaut werden, so et nich/ f 5 5 18. 5 5 1 hat das Drillen unbestrittene Vorzüge. Wir haben in 0 ich. N diesem Fall mehreremal das 18— 22te Korn erbaut und 13 —* Sr ̃ꝗ öò[-ʃO—L ̃/ĩ/Ä ̃ꝗ³ ⁵⁰˙ AR— w — 194— nie durch Mehlthau gelitten. Wenn man aber die Bohnen als Futter benutzen will, ist die breitwürfige Saat vor— zuziehen, theils weil das Stroh dünner und zärter wird, theils weil man sie in diesem Fall mit andern Früchten mischt; z. B. 4 Theile Bohnen, 1 Theil Erbsen, 1 Theil Wicken, auch wohl etwas Hafer. §. 290. Arten find: 1) die gemeine Sau- oder Pferdebohne (v. faba equina) hat ein schwärzliches rund— liches Korn; 2) die Buffbohne(v. faba), ein größeres und breiteres Korn von grünlicher Farbe. Wird in Gärten gezogen und in Thüringen häufig genossen; 3) die englische oder Windsorbohne, die größte Sorte zum Vorspeißen. Die Bestandtheile der Bohnen sind nach Einhoff: Feuchtigkeit 184, Hülse 164, Zuckerstoff 9, thierisch⸗ vegetabilischer Stoff und Eiweißstoff 123, Stärke und Faserfubstanz 464 p. C. Der Nutzen der Bohne erstreckt sich vorzüglich nur aufs Futter, dazu ist sie aber für alle Thiere sehr brauch⸗ bar. Das Stroh lieben die Schafe, wenn es gut einge⸗ erntet worden. Sehr gefährliche Feinde der Bohne sind der Rost und Mehlthau. de 291. B. Die Schminkbohne(Phaleolus nanus XVII. 4. L.) gebraucht man nur zu Gemüß. Sie liebt einen guten Lehm- auch sandigen Lehmboden, muß aber 0 von Unkraut rein gehalten e 1 H fe in Gär⸗ 5 ten, doch auch auf dem Acker; übrigens wird sie wie 110 alle Hülsenfrüchte ebend 5 5 25 10 18 Sie enthält ch f ok, 5. C. Seuchtigktit, f 8 Hülse, 21 Pflanzenschleim, 16 thierische vegetabilische Substanz, 39 Stärke und Fasersubstanz. In der Ge— gend von Erfurt wird sie sehr im Großen gebaut, theils 50 auf eigenen Aeckern, theils in Reihen zwischen den Kar— debt toffeln. Als Futter würde sie zu kostbar seyn. liches und 9. 292 cößeres und C. Die Erbse 1 05 sativum NV II. J. L.). Ad i Sie liebt vor allen einen Mit telboden, d. h. einen J gaisaß Lehm und sandigen Lehm, der locker, reich und mäßig opge/ de feucht ist; auf sehr schwerem Boden wächst sie selten gut, doch eher noch auf diesem als auf ganz leichtem Lande. Et⸗ inhoff: was Kalk in Boden scheint ihr zuträglich zu feyn, auf einem thietisch Boden aber, der viel Kalk enthalt, habe ich sie nie recht tätfe und gedeihen gesehen. In der Regel ist es vortheilhaft, wenn sie früh bestellt werden, sie einfuhrig zu bestellen, weil auf glich nur diese Art das Unkraut nicht zu sehr emporkömmt und die chr brauch Winterfeuchtigkeit im Boden bleibt, Ein Hauptunkraut uf einge⸗ in dem Erbsenacker ist in hiesiger Gegend der Wild— et Bohne hafer, Wenn er sich in beträchtlicher Menge einstellt, so bleibt oft nichts übrig, als die Erbsen zu mähen und zu Futter zu machen. ius Lias Soll das Erbsenfeld mehrere Arten erhalten, fo müs⸗ e lieb sen sie spät bestellt werden, was aber nie gut thut. Die suß db Bestellzeit ist im März und Anfang Aprils. Bei der 12 9 2—— * Dreifelderwirthschaft kommen die Erbsen als Besömmerung in die Brache, oft auch ins Sommerfeld. Bei der Wechselwirthschaft am besten vor Halm⸗ früchte, gewohnlich vor Roggen. Auf nicht zu schwe— rem Boden pflügt man die Erbsen unter und zwar zu⸗ gleich mit dem Dünger, um solchen aber nicht durch die Egge wieder herauszureißen, walzt man bloß das Land. So sehr ich bei den Bohnen für das Drillen bin, so we— nig finde ich es bei den Erbsen vortheilhaft. Vielmehr hat hier die breitwürfige Saat Vorzüge. Sie unterscheiden sich theils nach der Größe, theils nach der Farbe des Korns. Man hat Garten, und Feld— erbsen, von diesen letztern ist hier nur die Rede. §. 293. Arten sind: 1) die gemeine gelbe Früherbse, wird zei⸗ tig bestellt und reif; 2) die gemeine gelbe Späterbse, wird mit dem Weizen reif; 3) die Golderbse; 4) die grüne Erbse, vortrefflich zu Gemüße; 5) die graue und braune Erbse, nur zu Futter. Bestandtheile nach Einhoff: Feuchtigkeit 14, Hülse oz, Schleim 9 thierisch-vegetabilische Sub— stanz 173, Stärke und Fasersubstanz 483 p. C. Der Gebrauch der Erbsen ist mannichfaltig. Sie dienen für Menschen und Thiere zu Nahrungsmitteln und das Stroh ist für die Schäferei unschätzbar. Feinde derselben sind der Mehlthau und eine Made. deen lz serfeld. „ot Hal, qu schr wat zu, dutch de das land, u so we Melmeht theils ind Feld, . witd zei wird mit nüße; u Futle, keit 14, he Suh, 9 E nen einde K. — 197— §. 294. D. Die Linse(Ervum lens XVII. 4. L.) be⸗ darf einen mehr leichten als schweren Boden, vorzüglich sandigen Lehm, der locker und gut bearbeitet ist. Besonders günstig ist ihr ein Kalkboden, wenn er auch steinig oder grandig ist. Ueberhaupt ist diese Frucht in Hinsicht des Bodens sehr gnügsam. Nur nassen und zu schweren Boden will sie nicht gern. Auch verlangt sie reines Land, daher muß man solches so sorgsam wie zur Gerste bereiten. Man säet sie breitwürfig auf 1 Mor— gen 1 Schffl., gewöhnlich Ende Aprils und Anfangs Mai. Ihr Bau wird selten ins Große getrieben. Den frischen Dünger verträgt sie nicht gut. Da sie einzig nur zu Gemüß dient, wird sie nur auf Außenfeldern gebauet. Die Behandlung ist wie bei den übrigen Hülsenfrüchten. §. 295. Arten sind: 1) die gemeine Linse; 2) die Pfennig- oder Hellerlinse. Bestandtheile nach Einhoff: Feuchtigkeit 15, Hülfe 11, Schleim 83, thierisch-vegetabilische Sub— stanz 232, Starke und Fasersubstanz 414 p. C. Die Linse ist übrigens ein sehr brauchbares Gewächs. Als Gemüße giebt sie eine nahrhafte Speise für Men— schen. Ihr Korn wirkt bei allen Thieren ungemein stark auf die Milch, wenn es vorher gekocht und dann gefüt— tert wird. Das Stroh ist ein gutes Futter, doch den — DS,, ̃ ũͤ- rn7—77........ Schafen nicht so e als e Ihr Haupt; feind ist der Rost. §. 296. E. Die Wicke(Vicia lativa XVII. 4. L.) ver⸗ tragt fast jeden Boden, am besten aber Lehm und san di⸗ gen Lehm. Das Land muß möglichst gelockert und gerei⸗ nigt seyn. Man benutzt sie als grünes Futter, als Heu oder auch die Körner. Zu Heu werden sie am besten, wenn sie Schoten ansetzen, gemäht. Sollen sie grün gefüttert werden, so fängt man damit an, wenn e in die Blüthe treten. Für unreines Land sind sie ein sehr gu— tes Reinigungsmittel. Sie können deßhalb zum Theil die Brache ersetzen; daher erscheinen sie in der Wechsel— wirthschaft statt behackter Früchte; bei der Drei felderwirthschaft als eine vortheilhafte Besömme⸗ rung. Da sie die Fröste nicht vertragen, muß man sie nicht früher als die Gerste säen. Man kann sie einfuh⸗ rig oder auch wie die Gerste bestellen. Die Wicke bleibt immer eines unserer besten Futter— kräuter. Aber auch die reifen Körner sind mit andern vermischt und allein ein sehr gutes Futter. Zum Brode wozu man sie bisweilen gebraucht, ist sie wegen ihres herben Geschmacks nur im Nothfalle zu gebrauchen. Man säet 85 Morgen 1 Scheffel. 9. 297. Arten sind: 1) die gemeine Sommer wicke(vicia lativa) die gewöhnlichste, sie ist schwarz von Korn. 2) die gemeine weiße Wicke(v. lativa alba) eh 9 — 199— haust hat ein weißes Korn und wird jetzt haufig ange⸗ baut. Ich ziehe sie der erstern vor, da sie sehr er— giebig und ein zärteres Stroh liefert. Seit s Jah⸗ L) ren hat sie sich immer vorzüglich bewiesen. Fi— ar scher a. a. O. hat sie unter dem Namen weiße ind ga Provencer Wicken bekannt gemacht. Viele als Hen Landwirthe in hiesiger Gegend besitzen sie jetzt und u beste ziehen sie auch der schwarzen weit por. sie grün 3) Die Erbsenwicke(v. biliformis); be in 4) die zweijährige Wicke(v. biennis); eht gu; 3) die Narbonische Wicke(V. narbonenlis); Theil die echsel,§. 298. t Drei Die englische Winter wicke scheint mir eine Besomme; bloße Varietät von der gemeinen Wicke zu seyn. Ich er—⸗ man si hielt sie unmittelbar aus Norwich, habe sie aber, einfuh⸗ durch andere aufmerksam gemacht, nicht im Herbste, sondern im Februar gesäet, trobei sie sich trefflich hielt Futte und schon frühzeitig als Futter benutzt werden konnte. andern Einen harten Winter hält sie wohl schwerlich aus, aber n Brdde es wäre schon genug gewonnen, wenn man sie um diese en ihtes Zeit säen könnte, da die gemeine Wicke so empfindlich „ Man gegen den Frost ist. Fortgesetzte Beobachtungen werden zeigen, ob diese Frucht noch andere Vorzüge hat. de 299. F. Die Kicher(Cicer lativum XVII. 4. L.) ist mehr ein Eigenthum wärmerer Climaten, als des unsri⸗ 1 lbe) gen, doch wird sie in den wärmern Gegenden Teutschlands Fr ² ͤũͤ—— 2= ̃ ·ꝗ—v——— ⏑0§⏑%ß«— — 2 ˙ auch hie und da gebaut. Sie liebt einen mehr feuch— ten als trocknen Boden der mürbe und lehmig ist, doch verträgt sie auch einen schlechten Boden und giebt dar- auf oft einen bedeutenden Körnerertrag. Die Behand— lung und Bestellung ist wie bei den Wicken. Man säet auf 1 Acker 1 Schffl., oft auch nur 3 Schffl. Das Korn ist für Menschen und Thiere eine gute Nahrung, das Stroh ist aber dem Erbsen- und Wickenstroh an die Seite zu setzen. Man bauet hie und da folgende Arten: 1) die schwarze Kicher(cicer nigrum); 2) die rothe Kicher(cicer rubrum); 3) die weiße Kicher(c. album); davon große und kleine. ö. 300, Allgemeine Bemerkungen über den Hülsenfruchtbau. 1) Alle Arten von Hülsenfrüchte werden in der Regel als Besömmerung in der Brache bei der Dreifel— derwirthschaft erbaut, und wenn der Boden nicht sehr kräftig, dazu gedüngt. Bei der Koppelwirthschaft, so wie bei der Vierfelderwirthschaft machen sie bisweilen die letzte oder abtragende Frucht aus. Bei der Wechsel— wirthschaft gehen sie immer einer Halmfrucht vorher. 2) Ihr Anbau hängt zwar vom Boden und andern Verhältnissen ab, aber gewiß ist er sehr nützlich, beson— ders in Fällen wo Schäfereien vorhanden, schon um des Strohes willen. Bei Düngermangel dürfte indeß nicht „ 4 feuch dazu zu rathen seyn, wenigstens dürfte ihr Gebrauch . bloß als Futter dann nur statt finden können. 11 60 3) Alle Hülsenfruchtstoppeln müssen nach der Ab— e erntung so schnell wie möglich umgepflügt werden, weil 1 55 in vielen noch die Lebensthätigkeit fortwirkt und den pfl. doe Boden auszehrt und auch das Land mit Unkraut überzo— gen wird, was bisher unterdrückt war. sttoh au 4) Will man die Hülsenfrüchte als reinigende Früchte bauen, so muß das Land vorher gut zubereitet und gereiniget werden, damit die Früchte üppig wach— im); sen. In diesem Falle setze ich eine grün gemähte Wicken⸗ ö; saat einer reinen Brache ganz gleich. e Nanu gon gteg§. 301. 3) Einige andere Mehlgebende Früchte. Die Gewächse, von denen eben die Rede ist, kön— nen nicht wohl zu den eigentlichen Getraidefrüchten ge— zahlt werden, ob man sie gleich in vielen Gegenden stark anbauet. Wir rechnen dahin: hau. in der A. Den Buchweizen(Polygonum fagopy— 1 Dtiäfel, rum VI. 2. L.). Sein eigentlicher Boden ist ein lehmi— nig schr ger Sand und selbst Sandboden, wenn er nicht bedeuten— schaft/ fs den Antheil an Kalk enthält, den er nicht vertragen kann; eilen die auch geräth er auf Lehmboden, wiewohl seltener, und auf Vechsel⸗ umgebrochenem Graslande. Im Durchschnitt giebt er alle het. 4 bis s Jahre eine vollkommen gute Ernte. Das Land ud ander muß gut und locker zugerichtet worden seyn, dann „ Han reiniget er dasselbe sehr vom Unkraute, indem er nichts vnde unter sich aufkommen läßt und den Boden sehr stark be— ge nich brütet. Wenn sich in der jungen Saat Unkraut zeigt, .— 202— so kann man sie übereggen, doch muß es mit Vorsicht ge— schehen. Die Aussaat, wenn das Land wie zur Gerste bereitet ist, geschieht im Mai bis Ende Juni. Frühe Saat leidet oft vom Froste, späte vom Mehlthau. Man säet 1 Schffl. ein. In 24 Monat oder 10 Wochen reift er; wenn der größte Theil der Körner reif ist, muß man ihn ernten, unbekümmert der unreifen Blüthen. Wegen des Abfallens der Körner, pflegt man ihn oft abzustreifen; ist eine sehr gute Methode. Bei mäßig großen Stücken kann dieß von Frauen und Kindern geschehen. Im Durchschnitte rech— net man das 5 und öte Korn; in guten Jahren aber giebt er bis zum 25s und 30 Korn. Man braucht ihn grün für die Milchkühe, die gut darnach milchen; die Körner dienen zu Grütze, als Mehl beigemengt zu Brod und zur Mastung des Rind- und Federviehes; er dient endlich auch zum Unterpflügen als grüne Düngung. Er geht am besten dem Roggen in der Brache voraus, durch die abfallenden Blätter und durch seine Bebrütung ver⸗ bessert er wirklich den Boden. Auf wirklichem Sande kann man abwechselnd immer Buchweizen und Roggen bauen, in welchem Fall man immer zum Roggen, nicht aber zum Buchweizen düngt. §. 302. Arten sind: 1) der gemeine Buchweizen(p. fagopyrum) auch Heidekorn. Ist unstreitig die nützlichste Art. Er stammt auf jedem Fall aus einem sehr peißen Clima her; n 10. 2) der tatarische oder sibirische Buchweizen 00 15 hat einen rauhen Saamen, ist aber sehr ergiebig; 0 75 3) der perennirende Buchweizen ist zu Futter N sehr anwendbar und dauert mit seinen Wurzeln mehrere Jahre. Selbst kenne ich seine Cultur nicht, „ Auf Sandboden und Heideland ist der Buchweizen ihn en ein unschätzbares Geschenk der Natur. 8 Apfallet e ft eine sch de 3032 dieß vun B. Die Hirfe(Panicum milleaceum II. 2. lütte rech, L.). Ein sandiger Lehmboden oder auch lehmiger Sand en aher bringt sie am besten fort in der Brache, oder statt Gerste, im an bttucht Sommerfelde. Am besten gedeiht sie in umgerottetem Land chen; die und ausgetrockneten Teichen. Frischen Dünger t zu Brod verträgt sie durchaus nicht, indem sie dadurch er dient von einer ihr gefährlichen Made in ihren Knoten befallen ing. Er wird. Uebrigens aber liebt sie einen reichen Boden, man 180 durch bereitet diesen durch mehrmaliges Pflügen sorgsam vor tung bet⸗ und reiniget ihn ganz besonders von Unkraut. Die Saat- n Sande zeit ist vom Anfange bis Ende Mai. Wenn sich Unkraut 9 Roggen zeigt, so muß sie gejätet werden, was oft 2 auch Zmal 1, sigt geschehen muß, denn nichts ist ihr gefährlicher und nach theiliger als dieses, Ungleiche Reife macht die Ernte mühsam und man muß sie daher auf 2 bis 3mal nach und nach ernten, indem man nur die obern rei— nm fen Rispen abschneidet. Sind die Rispen abgeschnitten, 0 so bringt man sie in Haufen auf die Scheuntenne, läßt l sie 14 Tage liegen, damit sie schwitzen und dann werden sie gedroschen und die Hirse, die man nicht zu Sgaamen —— ͤ—.—. Fr%...—— 8 braucht, genauet, d. h. von den Hülsen auf Stampf⸗ mühlen befreiet. Sie ist manchen Unfällen unterworfen; besonders im Herbste zur Zeit der Reife den Vögeln. Um diesen zu entgehen, muß man Hanf darunter säen, so daß auf jedem U] Fuß etwa ein Hanfstengel zu stehen kömmt. Sturms Jahrbuch der Landwirthschaft I. Bd. 1. St. §. Zoo. Die Arten unterscheiden sich in Rispen- und in Kolbenhirse. Von der ersten Gattung hat man: g 1) gemeine Hirse(p. milleaceum) wird am häufigsten auch hier in der Gegend um Jena, be— sonders im Rodagrund, gebauet; 2) große weiße glanzende Hirse; 3) Bluthirse(p. languinale). Von der Kolbenhirse: 1) die Italienische Hirse(p. italicum); 2) die teutsche Kolbenhirse(p. germani- cum); 3) die Indianische Kolbenhirse(p. indi- cum) hat nicht selten Kolben von s bis 7 Zoll Länge. Sie ist zwar kleinkörnig, ich habe sie aber immer sehr ergiebig gefunden. §. 301. C. Den Mays oder türkisch Korn(Zea mais XXI. 3. L.). Wächst auf jedem fruchtbaren Boden, sic Ae Das wit des f f Stau onder n die so daß u konnt. 1. Sl. pen un ttung hal wird ay Jena, be um); ni zerma (p. ind. bis 7 gol habe f un Bode — 203— ausgenommen auf zu nassem und schwerem; ein fruchtbarer Lehm, selbst sandiger Lehm, sagt ihm ungemein zu und besonders wenn er sich in warmer Lage befindet. Man be— handelt ihn am besten wie die Bohnen, d. h. man bringt ihn auf wohlbearbeitetes und gut gedüngtes Land in Reihen gedrillt, beschaufelt und behäufelt ihn mit dem Schaufel— pflug und der Pferdehacke. Die Saatzeit ist von Ende April bis Mitte Mai. Breitwürfig würde ich den Mays nie zu säen rathen, wenigstens muß er dann sehr fleißig ge— jätet werden. In der Dreifelderwirthschaft kommt er als Besömmerung in die Brache, bei der Wechsel— wirthschaft statt behackter Früchte in Brachfrucht— schlag. Da der große Mays in nassen und kalten Jah— ren nicht wohl reif wird, so zieht man den kleinen vor, der in 3 Monaten reift. Mau baut ihn vorzüglich in Schwaben, in Mähren, in Oesterreich und in Ungarn. In Ungarn hat man gegen 10 Arten. Die Körner geben nicht nur ein vorzügliches Mehl, sondern auch eine dem Reiß ahnliche Grütze und sowohl ganz als geschroten ein vortreffliches Futter zum Mästen, da von allen Thie— ren das Fett darnach sehr schön gelb und dicht wird. Das Stroh und die Spindel des Kolbens sind sehr reich an Zuckerstoff und können zum Brantweinbrennen, so wie zur Syrupbereitung gebraucht werden. In Gegen— den, wo der Mays in beträchtlicher Menge gebaut wird, hat man hölzerne Raspeln, um die Körner von der Spindel zu lösen, was durchs Dreschen nicht wohl geschehen kann. Im Kleinen kann diet aber mit der bloßen Hand geschehen. FFFrvrrn,̃̃ BV ꝗ¶⁰-.]§m]—. p ̃ jp — 2065— Grün giebt das Kraut eine ganz vorzügliche Fütte⸗ rung ab, die ich jeder andern vorziehe. Die unreifen Aehren geben, wie Essiggurken eingemacht, eine vorzüg⸗ fh lich angenehme Speise. bab §. 306. 0 Hauptarten davon sind: 1 1 1) der große Mays(zea mays) bon verschiede⸗ 15 nen Farben; 0 2) der kleine oder Quarantino. Er ist kleiner von Korn, reift aber in 3 Monaten und paßt da— her sehr gut für eine mehr nördlichere Gegend. D. Burger, Ueber die Cultur des Mays. 0 Thaer, Annalen des Ackerbaues. F. 108. N F. 307 Mengfrüchte(Gemischte Früchte). Die Erfahrung lehrt, daß es sehr vortheilhaft in man— chen Fallen sey, verschiedene Getraidearten gemengt auszusäen, da verschiedenartige Gewächse auch verschie— denartige, oder doch verschiedenartig modificirte, Bestand⸗ Is theile aus dem Boden ziehen. Der Fall kömmt sehr oft In vor, daß in einer Gegend eine Frucht für sich gesäet, 1 nicht wohl gedeiht und gleichwohl mit einer andern ge— mengt gesäet, den vorzüglichsten Ertrag giebt. Bei den Anbau dieser Früchte hat man darauf zu sehen: 1) daß man nur solche menge, die ihrer Natur nach verschied en; 2) solche, welche zugleich reifen(Spelt und Korn); 3) solche, welche man vermengt gut anwenden kann. iche Ful Es schicken sich zusammen: Mule A. Roggen und Weizen, Mangkorn ge— an wi nannt und in Thüringen häufig und mit Vortheile ge— baut; so wie Roggen und Spelt. B. Gerste mit Wicken oder Linsen(Wick— gerste, Linsengerste) Trödel in Thüringen. Eine überaus vortheilhafte Mischung auf einem Boden, der reine Gerste nicht sicher trägt. In Thüringen wird die— ses Gemenge fast auf allen Gütern gebaut. ert C. Hafer mit Wicken und Bohnen(in Thu; 80 1 ringen). t Gegen D. Bohnen, Erbsen und Wickeg, Gericke a. a. O. Thale na a. O. Der Haus vater in systematischer Ordnung 2. u. f. Thl. : d, 308, t in fan Von einigen Krankheiten des Getraides. . Die meisten der genannten Getraidearten sind oft sehr 10 Baud gefährlichen Krankheiten unterworfen, wovon folgende die wesentlichsten find: nt schr e f N 1) der Brand(Urede segetum). Weizen, ö 5 0 5 5 50 Gerste, Hafer und Hirse sind demselben un— 1 andel. 0 2 N 50 d. terworfen. Weniger, fast nie, der Roggen. ei d a n Man unterscheidet zwei Arten von ihm: en: 1) Staub- oder Flugbrand, auch Ruß; 2) Steinbrand, auch Schmierbrand. Der Steinbrand, welcher meistentheils nur beim Wei⸗ zen und Spelt vorkömmt, ist schon beim Blühen des t Matut U 7** 100 For) aden ann ——— ä ᷑ nꝗ,]⅛. ˙ m—.:—.. ——— —————————— Weizens kenntlich, durch eine dunkel⸗gras-grüne Farbe der Aehren und durch sperrige Hülsen an der Hauptähre. Man hat über die Entstehung des Brandes unend⸗ lich viel Muthmaßungen, und eben soviel Mittel ihn zu verhindern vorgeschlagen, wovon aber noch keines uni⸗ versal ist und auch nie werden wird. Ueber die Natur desselben sind wir ganz aufs Reine. Wir wissen nämlich, daß er zu den Kryptogamen und zwar unter die Pilse gehört. Um über ihn vollkommen urtheilen zu konnen, müssen wir die Ursache seiner Entstehung aufsu⸗ chen und diese sind von doppelter Art. Er kann namlich entstehen: 1) Aus innern Ursachen, welche in der Un⸗ vollkommenheit des Saamenkorns, überhaupt in der Kränklichkeit desselben liegen; daher unvollkommene, un— reife oder ausgewachsene Saamenkörner, oder auf dem Felde vor der Ernte naßgewordener Weizen am häufigsten im folgenden Jahre Brand hervorbringen. Rührt der Brand von innern Ursachen, d. h. von der Unvollkommenheit des Saamens her, so werden alle Mittel, welche die Vegetationskraft vermehren, oder die die Krankheit des Korns heben, gute Dienste leisten. Daher das Einkalken des Saamens, das Einweichen des— selben in ätzenden Laugen, das Aussäen von alten, vor jährigen Saamen. Ersteres kann den Brand vermin— dern, indem es die Lebenskraft des schwachen Korns er⸗ höht, es ist daher in jedem Fall anzurathen. Letzteres kann den Brand dadurch einigermaßen verhindern, daß gras rh 8 25 die unvollkommenen Körner, während sie 1 Jahr liegen, ihre Keimkraft ganz verlieren und nun gar nicht aufge— hen, mithin auch keine krankhaften Pflanzen hervorbringen. Hlsen andes unenz Anmerk. Gewöhnlich kalken mehrere Landwirthe den Wei— zen in der Meinung ein, um den Saamenstaub des Bran— h keinez unh des dadurch zu tödten, das ist aber keineswegs der Fall, son⸗ dern der Grund dieses Verfahrens liegt in dem oben Ange— 0 gebenen. In England hat man den Saamen deßhalb sogekt en fänd mit Arsenik impregnirt. Der Brand pflanzt sich wenigstens ar unter die auf diese Art nicht durch Saamen fort, sondern erzeugt sich, wenn das organische Leben der eigentlichen Pflanze zerstöhrt ist. Ueber die Natur des Brandes. S. mein Jahrbuch der hung aufsu Landw. 1. 1. und Ueber das Naturhistorische desselben: Den Landwirth u. s. w. III. 1. Abhandlung vom D. Schmidt. Nittel ig 1 die Malt urtheilen zu in det li 2) Aus äußern Ursachen, und' zwar: thells aupt in der durch den Boden, theils durch die Witterung zur und nach ien; un der Bestellzeit, theils durch andere zufällige Umstäͤnde, er auf den die man bei weitem noch nicht alle kennt; überhaupt kann 1 haufgster alles Brand erzeugen, wodurch die Vegetation gestöhrt wird. Alle Bestandtheile des Brandes lassen sich der den, d. h Quantitat nach chemisch darstellen, indeß sehr verändert. „so werde Der Kleber ist nicht ganz ausgebildet und giebt vorzüg— lehren ddt lich mit dem Eyweißstoff das stinkende, olige Wesen, wel⸗ enste leisen ches den üblen Geruch verursacht— weichen de alten de§. 309. and beim! 2) Der Rost(rubigo) zeigt sich zuerst an den gen Kent el Blattern als ein dunkelbrauner, rostartiger Ueberzug und . Alt erbreitet sich nach und nach über den ganzen Halm, so hen; 5 daß er zuletzt den ganzen Stengel tödtet. Bei trockner 14 Witterung ist er schnell um sich greifend und ein sehr ge; fährlicher Feind des Weizens, Noggens und Hafers, auch der Hülsenfrüchte. Er gehört ebenfalls zur Gat⸗ tung der Bilze. Merkwürdig ist es, daß ihn die Nähe des Berberitzenstrauchs(berberis vulgaris) sehr beför⸗ dert. Ich habe mich seit mehreren Jahren vollkommen davon überzeugt. Uebrigens kann er noch durch sehr verschiedene Ursachen erzeugt werden und ist den Getrai⸗ dearten immer höchst nachtheilig. Mittel dagegen sind mir nicht bekannt. 6 §. 340. 3) Mehlthau. Besteht seinem Wesen nach in einem klebri e 1 Ueberzug auf den Blättern, später aber in einem flockigen, lockern Wesen, auf welchem sich, vor⸗ g züglich zuletzt, Blattläuse erzeugen; die Pflanze stirbt ab und er wird dadurch sehr vielen Getraidearten und Hülsen⸗ früchten sehr nachtheilig. Am meisten sind ihm ausgesetzt: der Buchweizen und die Bohnen. Man nennt ihn auch das Befallen und fäͤlschlich auch die Lohe, welche letztere aber eigentlich der Rost ist. Seine Ent stehung ist wohl Folge einer unterdrückten Ausdünstung der Pflanzen, daher er auch am häufigsten zu der Zeit entsteht, wo die Tage sehr heiß und die Nächte kalt sind, wie im Juli und August. Honigthau ist et⸗ was ähnliches und scheint mehr aus den zuckerartigen Stoffen zu entstehen, welche die Blätter ausschwitzen. — §. 311. 4) Das Gichtkorn(rachitismus) eine Krank, Hor .— 2 1 1— n scht 1 5 1.. 8 8. im die heit des Weizens, die darin besteht, daß das Korn zusam— * 0 menschrumpft, schwindet und in der Regel eine gräuliche ll für Utz i ihr de Farbe annimmt. Die Ursache davon ist ein kleines Insekt, A Oe Nah 5 8 9 bebe 4 eine Made, welche sich gewöhnlich in dem Stengel, oft doll auch in der Spindel der Aehre befindet. : Fontana, Rordham u. a. haben darüber Beobachtungen durch cc. duch sch gemacht. den Gera 5 a 32 gegen ed N 3) Das Mutterkorn(Clavus) besteht aus ei— nem leichten, dunkelgrauen, oft bis zu einem Zoll langen Korn, welches in der Hülse sitzt. Es ist leicht, hat aber sen nach in anders modificirte Bestandtheile, als das später abet gesunde Korn. Es scheint die Folge eines ed zu m sich, 90h seyn,. es in nassen Jahren bei fett stehendem Korn me stirbthab am häufigsten gefunden wird, 4 5 beim spätern Nach— 1 wuchse. 35 unvollkommene Befruchtung, welche bei sausgesezt: vielem Regen in der Blüthenzeit statt findet, scheint eine Man nennt Hauptursache desselben zu seyn. Es scheint homogen mit die Lohe, den sogenannten Narren oder Taschen bei den Zwetz⸗ Sale Ent schken. Vorzugsweise kömmt es nur beim Roggen, sel— tener bei der Gerste vor. Mittel dagegen giebt es nicht. Ueber die verschiedenen Krankheiten der Getraide— arten findet man Nachrichten in den meisten Handbüchern der Physiologie der Pflanzen. us dünstung iu der Zet e falt sind au ist eh Crome, Naturgeschichte für Landwirthe III. uckerartih Raffe, Pflanzenphysiologie. A. d. Dänisch. v. Markussen. schwitze, §. 313. Einige allgemeine Bemerkungen über die Getraidearten. ae Keaßl 1) Die Bestandtheile der Getraidearten sind mei— 1 3—. l... 7˖˙.—·˙ 22 ĩðVd ß e * 1 — e e e e 1 chung davon hat. aber das Clima, der Boden, die Düngung und selbst die Witterung einen sehr wesentlichen Einfluß darauf hat, Von der Beschaffenheit der Be standtheile hängt auch das Gewicht des Getraides mehr Da solches nicht unwichtig, so wol⸗ len wir das mittlere Gewicht eines Weimarischen Schef⸗ fels hier angeben, es wiegt: ist außer allem Zweifel. oder weniger ab. 212— nes Erachtens sehr wichtig und deßhalb habe ich sie im⸗ mer da speciell angegeben, wo man eine genaue Untersu⸗ Bei einigen fehlt diese noch. Daß Schffl. Weizen — 2 — —— S . — — 3 r Roggen Gerste Hafer Bohnen Erbsen Wickgerste Wicken Linsen Buchweizen Spelt Einkorn §. 314. 2) Eine sehr wichtige Sache für den Anfänger in der Landwirthschaft sind die unterscheidenden Merkmahle der jungen Saat, die nicht immer sehr in die Augen 112 110 90 68 126 135 110 132 125 90 60 58 Der Ertrag ist gehörigen Orts nach Durchschnitt angegeben. einem mittlern h se im fallen. Eine öftere Vergleichung kann jeden darüber am E lktsu⸗ deutlichsten belehren. Roggen und Weizen unterscheiden . di sich in verschiedenen Vegetationsperioden durch folgende und sals deutliche Kennzeichen: der Roggen zeigt sich beim Aufge⸗ arauf ah hen mit einem röthlichen Blatt, daß sich nach wenigen it det Zu Tagen unten grün färbt, aber die braune Blattspitze ides niht bleibt doch fast den ganzen Herbst durch sichtbar; der so wol Weizen zeigt gleich beim Aufgehen ein grasgrünes Blatt. n Ehe Das Blatt des Roggens ist breiter, oben e des Weizens schmal, spitz und etwas rauher. Die F des Roggens im Frühjahre ist mehr stahlgrün, des Wei— zens grasgrün. Wenn beide anfangen zu spindeln, d. h. sich in Stengel zu bilden; so ist das Stengelblatt des Roggens mit einer bloßen Blattscheide versehen, das des Weizens umfaßt aber den Stengel, Sind erst die Aehren entwickelt, dann ist der Unterschied sehr leicht. Gerste und Hafer haben auch sehr auffallende Merkmahle. Die Gerste zeigt sich beim Aufgehen mehr gelblich, der Hafer mehr grasgrün, auch ist das Blatt bei ihr breiter und an der Spitze mehr abgerundet. Die Farbe der Gerste, wenn beide auf gleichem Boden, ist immer mehr hellgrün, die des Hafers dunkler, auch ist das Blatt des letztern rauher. Beim Spindeln zeigt sich das Stengelblatt nillen bei der Gerste umfassend, beim Hafer ist es bloß mit ei⸗ ner Blattscheide versehen. §. 315. 3) In Betreff der Beurtheilung der jungen Saat, i von ihrer Bestellung bis durch ihre Vegetationsper riode pan hindurch, hat man folgendes zu beobachten: Lagen r rr; wꝛQAA—Å᷑—. p — 214— a) die bestellte Saat, es sey Winter“ oder Som— merfrucht, muß soviel wie möglich gleich und gleich— zeitig aufgehen. Ein ungleiches Aufgehen ist, beson⸗ ders bei der Gerste, höchst nachtheilig und kann aus ver— schiedenen Ursachen entstehen. b) Jede junge Saat, wenn sie etwas versprechen soll, muß eine dunkle Farbe haben und starke Stöcke zei— gen; je dunkler, glänzender und mastiger die Blätter, desto mehr ist im Herbst und Frühjahre von der Saat zu er; warten. c) Im Frühiahre leidet die Wintersaat am mei⸗ sten, besonders im März bei anhaltend trocknen Frö⸗ sten ohne Schnee. Auf gutem Boden hat dieß aber so leicht nichts zu sagen, und es ist nicht selten unklug, wenn man zu schnell ans Umpflügen der Wintersaat geht. Sehr oft erholt sich eine solche Saat und giebt, wenn auch weniger Stroh, doch eine reiche Kornernte. d) Jeder Anfänger ist übrigens zu warnen, daß r sich im Frühjahre nicht durch eine übersäete Saat täuschen laßt, ein Kunstgriff, der von abziehenden Wirthschaftern oft im letzten Jahre geübt wird. Auf einem solchen Acker steht die Saat im Frühjahre oft sehr üppig, bei näherer Untersuchung zeigt sich aber, daß es nur einzelne Pflanzen, statt bestaudeter Stöcke sind, die später nur dünnstenglich in die Höhe gehen und kleine, leichte Aehren geben. §. 316. 40 Die wichtigste Periode während der Vegeta— tion ist das Blühen. Trockne, etwas windige Wit— — ͤ ä äũä—' der Som aer terung ist dabei die erwünschteste, auch ist etwas kühle glei 7 8 8 f l 1 0 Witterung vortheilhafter als feuchte Wärme, weil bei des 1 5 85 j einer läͤngern Blüthezeit eine vollständigere Befruchtung in dus be von statten geht, als bei einer ganz kurzen. Das La— gern der Saat vor der Blüthe ist immer höchst nach⸗ theilig; einige Zeit nach derselben schadet es oft mehr dem 4 Stroh als den Körnern, ob es gleich nie ohne Nach 8 Blätter, theil ist. 5 bersprechen Stöcke ze, Zweites Capitel. Von den Brach ⸗ oder Hackfrüchten. knen Ftd 5 g aber so f 8 f a unflg, Diese begreifen hier vorzugsweise Wurzel- und 1 Butt Kohlfrüchte in sich. Wir theilen sie daher 1) in 1 inn g Wurzel- 2) in Blattgewächse. Erstere geben 0 e durch ihre Wurzeln, letztere durch ihre Blätter den ten diß Hauptvortheil. e theilt die Wurzelgewächse wieder ir Saat nach der Form ihrer Wurzeln, in knollige und in sehenden spindelförmige. d. Auf ost sch 8. 318. er, daß I. Knollenartige Wurzelgewächse. cke sind⸗ 5 A. Die Kartoffel(Solanum e V. 1. L.). Eine höchst wichtige Frucht für Menschen und 2 durch deren Verbreitung aus Amerika der teutsche Landbau ungemein gewonnen hat. Der wahre r Hh Boden fur sie ist ein guter Lehmboden und san⸗— % Vit diger Lehm; doch geräth sie auch auf Sand und Klei, 5 rrrrrrPrArer—... ̃—. 7⅛˙ꝓ—?̃¶ ⁰— — 216— Ein mehr kühler als hitziger Boden scheint ihr erwünscht, ein beträchtlicher Antheil an Kalk im Boden ist ihr wenig— stens in Hinsicht der Quantität nicht günstig. Ausge⸗ macht bleibt es aber, daß Kartoffeln auf trocknem Boden erwachsen, ungleich mehlreicher und schmackhafter sind als auf nassem. Man bringt die Kartoffel fast immer in die Brache, oder bei der Wechselwirthschaft ins erste Feld, das die Brache vertritt. Oft zieht man sie auch in gerißnem oder aufgebrochenem Grasland, ESsparsett;, Luzern oder Kleestücken mit großem Vortheil. Kar— toffeln ohne Dünger zu bestellen, dürfte nur auf den eben angefuhrten Grundstucken zu billigen seyn, sonst nie, wenn man einen guten Ertrag haben und das Land nicht ganz erschöpfen will. Meine Erfahrung hat mich ge— lehrt, daß man fehr wohlthue, den Mist nicht gar lange vor dem Bestellen unterzubringen, ja ihn mit den Kartoffeln zugleich unterzuackern. Man kann 3 derschiedene Methoden, die Kartoffeln zu bestellen, an⸗ nehmen. 1) Man pflügt das Kartoffelland im Herbste, am besten, wenn es der Boden verträgt, 7— 8 Zoll tief, ruhrt es im Frühjahre und düngt dasselbe entweder zur Ruhr, oder man bringt den Dünger mit den Kartoffeln zugleich unter. Im Frühjahre zur Zeit, wenn die Kartoffeln gelegt werden sollen, wird das Land vorher geeggt(in diesem Fall ist es besser den Mist schon bald unterzuruhren) und dann in der Quer einem Marquer überzogen, der Linien von etwa 20 Zoll Entfernung beschreibt. Ist dieß gesche⸗ hel, fu n d f seh dest 0 d uf m Ibn Hut der. gens pesst die daun ken but und uch Land Mar n ——— ning hen, so stellt man Pflüger und Einleger an. Die 0 wenig Kartoffeln kommen in die dritte Furche und zwei blei⸗ 9, Muze, ben dazwischen leer. Um weniger Irrungen ausgesetzt an dong zu seyn, stellt man 3 Pflüger an und läßt die Kartoffeln fie stdeg jedesmal hinter dem zten einlegen und zwar an der Stelle, ume n de wo die Furche die Linie des Marquers durchschneidet. ere fag Auf diese Art kommen die Kartoffeln ins Quadrat und se auch i können dann von vier Seiten mit den Instrumenten bear Csbanet, beitet werden. l. Kar, den eden 1§. 319. souft nit, 2) Nach der zweiten Methode bearbeitet man Land nich das Land im Herbst und Frühjahr eben so, wie nach i mich g der ersten, ziehet aber kurz vor der Zeit des Einle⸗— nicht gut gens in einer Entfernung von 18— 20 Zoll mit dem Dop⸗ w ihn nit pelstreichbretspfluge Furchen, bringt den Mist auf, legt n aun 3 die Kartoffeln nebst Dünger in die Furchen und spaltet gelen, an, dann mit demselben Pfluge die dazwischen gebliebenen Rü— cken und bedeckt auf diese Art die Kartoffeln in beiden herbe, Furchen; bei schwerem Boden ist diese Methode sehr gut 8 Zoll und die Arbeit geht schnell. Man kann sich dazu aselbe auch des bloßen Ruhrhaakens bedienen. ger mit hre zut. 9 205 uf witd 3) Nach der dritten Methode bereitet man das lese dan Land wie bei der ersten, bezeichnet es dann mit dem der 2 Marquer in Linien, die sich durchschneiden, oder zieht Schnuren, worauf die Entfernung durch Knoten oder un ewa a Farben angegeben und stellt dann Arbeiter mit Spaden 5 gesche⸗ — 218— an, die in jeden bezeichneten Punkt die Saamenkartoffel einlegen. Diese letzte Methode verdient keine Nachah⸗ mung, weil sie im Großen zu langsam geht. 8 Wahrend der Vegetation verlangt die Kartoffel eine besondere Aufmerksamkeit, theils um das Unkraut zu zerstöͤhren, theils um das Wachsthum zu befördern. Zuerst, nachdem sie aufgegangen, werden sie scharf geeggt, wobei die Kartoffelpflanzen nicht leiden; dann ein, oder zweimal beschaufelt mit dem dreischaarigen, sehr zweckmäßigen Schaufelpflug, dessen Beschreibung man hinten sehen kann, und endlich kurz vor der Blüthe mit der Pferdehacke behäufelt. Dieß kann zweimal geschehen, zuerst mit einem schmälern und dann mit einem breitern weiter aufwerfenden Pfluge. Man hat sehr verschiedene Arten von Kartoffelpflügen, einer der besten ist hinten abgebildet. Daß die Bearbeitung übers Kreuz geschieht, versteht sich von selbst, wenn die Kar— toffeln auf die in No. 1. beschriebene Art gelegt sind, so daß dieß möglich ist. Im Kleinen legt man die Kartoffeln eine Furche um die andere, und behackt sie bloß mit der Handhacke. Die Kartoffeln sind für Gerste, Hafer und Sommerweizen die beste Vorfrucht. Roggen und Weizen gerathen nur selten nach ihnen. Bei sehr kräftigem Lande wird übrigens die Gerste nach Kartoffeln zu fett und legt sich leicht. Die Einlage der Kartoffeln wird verschieden an— mittler soll b. wenn bebe e gegeben und richtet sich freilich nach der Pflanzungsme— gage thode, die man eben wählt; bei der oben angegebenen N reichen, wenn die Kartoffeln in Stücke geschnitten wer— den, 6 Schffl. p. Acker vollkommen hin und 60 Schffl. p. Acker ist nur ein geringer Ertrag; 90 Schffl. ein ie Kan mittlerer auf gutem Boden. Der Ertrag der Kartoffeln das Unfnut soll vermehrt werden, wenn man die Blüthen abnimmt befördern, wenn sie sich zeigen, mir hat aber der Unterschied nicht see scharf bedeutend geschienen. Das frühzeitige Abschneiden en; dann des Krauts ist immer nachtheilig, aber doch nicht so haarigen, schädlich, wie manche glauben. Es bringt aber keinen eschreibung Schaden, sobald sich die Saamenknollen gebildet haben. der Blüthe Man füttert es den Kühen, kann es aber auch trocknen, u zweinal was indeß sehr schwer zu bewerkstelligen ist. dann nit Nan hit 9. 322. einer dit Die Fortpflanzungsmethoden der Kartoffeln sind unz übets sehr mannichfaltig und es sind in den neuern Zeiten die Kat; darüber viel comparative Versuche angestellt worden. sd, so Wir wollen die wesentlichsten durchgehen. Es geschieht: 1) Durch Saamen, geht sehr langsam und un— ue Furche bequem im Großen und ist nur gut, wenn man ausgeartete Kartoffeln wieder verbessern, oder neue ziehen will. andhacke, Hafer ö Roggen 2) Durch das Legen ganzer Knollen. Ist Be dh unnöthig und gewährt nicht einmal einen beson⸗ Cartoftl dern Vortheil. Man wählet in diesem Fall immer Knollen von mittlerer Größe. 3) Durch das Legen zerstückelter Kartof⸗ 22 ³¹ ww. d — 220 cee feln, dabei erspart man wenigstens J an Aussaat. Ist offenbar die vortheilhafteste Methode, nur muß man darauf sehen, daß jedes Stück einige Keim— augen enthält, was durchs vorsichtige Schneiden bewirkt wird. Große Kartoffeln schneidet man in 4/ kleine in 2— 3 Stücken. 4) Durch ausgeschnittene Keimaugen, unter gewissen Bedingungen die beste Methode, wenn man den Hauptkeim von besonders großen Kartoffeln richtig trifft, der immer an der einen zugerundeten Spitze sitzt. Bei sehr nasser und sehr trockner Witterung ist aber diese Methode gefähr— lich, sonst aber doch sehr lohnend. 3) Durch die bloßen Keime, im Großen nicht wohl anwendbar, aber, wie mich Versuche ge lehrt haben, sehr lohnend. 6) Durch schon abgeerntete Kartoffel- st öcke, die man noch einmal pflanzt. §. 323. Die sicherste Ernte der Kartoffeln tritt ein, wenn das Kraut anfängt gelb zu werden. Man pflügt sie im Großen entweder mit dem Kartoffelpflug, oder mit ei— nem gewohnlichen Pflug aus, dieß ist die kürzeste und deste Methode. Will man sie bloß durch die Hand aus— nehmen, so bedient man sich eines Karsten's, einer Mist⸗ gabel oder eines eigenen in England üblichen Kartoffel— heber's. Man bedient sich bei der Ernte am besten eige— ner Kastenwagen oder Karren, die ein bestimmtes Maaß alte ernlt. fa, 5 Haufe werde in gugh 1* halten, um so eher bestimmen zu können, was man ne bun erntet. 8 r Shu Die Aufbewahrung der Kartoffeln geschieht in Kel⸗ abet un lern, in Gruben, am besten aber in Mieten oder großen g Haufen über der Erde, die mit Stroh und Erde bedeckt nein werden. Sturm, Etwas über den Kartoffelbau zu Tieffurth. 1818. ie Mithoh det große 5. 324. n iu eng Außerdem, daß die Kartoffeln zu Speise und d seh Futter im natürlichen Zustande dienen, ist auch ihre ade gen Verwendung zu Starke, Brod und Brantwein 1 sehr wichtig. f aßen nig 33 Scheffel Kartoffeln sind in der Ergiebigkeit auge gu gleich 1 Schffl. Roggen an Brantwein. Das Futter verliert gegen die rohen Kartoffeln aber bedeutend am rtoffel, Werthe. Beim Trocknen geben 100 Pf. Kartoffeln 28 p. C. nahrhafte, feste Substanz. Wenn der Roggen 70 p. C. giebt, so hat man dadurch das Verhältniß derselben. kän/ went Das Kartoffelmehl ist in der Haus wirthschaft äußerst lügt se in brauchbar. Ein sehr gutes Verfahren, es durch Frost r mit el. zu gewinnen, hat Albert vorgeschlagen. reste un! Thaer's Annalen Zter und 11ter Bd. Hand aut ur M. 8. 325. Tanfel Nach Sinhoff enthalten rothschälige Kartoffeln han eige in 32 Loth roher Masse: 4 Lth. 3 Quent. 13 Gr. Amy: 10 Naas lum, 1 O. 4 Gr. Eyweißstoff, 1. 1 N. 12 Gr. FF ‚==. rr— ˙ey=—— ͤ—ôa!A—̃]§¶... ̃¶³.l: ee 7rÿ—.ů[᷑. ̃—tCoæ1!1iX1IX!! Schleim, 2 L. 1 Q. faserige Substanz, die Aehnlichkeit mit dem Amylum hatte. Weitere Untersu— chungen findet man in: Hermbstädt, Kameralchemie. N. A. §. 326 Arten der Kartoffeln. Wir haben gegenwärtig eine überaus große Menge Spielarten von dieser nützlichen Frucht. Ich kenne selbst, an 30 verschiedene. Es ist indeß schwer etwas bestimmtes darüber zu sagen, so lange wir die eigentliche Urkartoffel nicht kennen. Gewiß ist es, daß der Boden auf Farbe und Bestandtheile einen sehr wesentlichen Einfluß hat. Man kann sie bestimmen: a A. Nach der Form der Knollen. 1) Ganz rund. 2) Nierenförmig. 3) Laäͤnglich rund. 4) Wurst- und Hornförmig. B. Nach der Farbe der Haut. 1) Weiß. 2) Gelblich. 3) Röthlich. 4) Blau. 5) Violet. 6) Schwarz. 7) Grau und weiß gesprengt. C. Nach der Farbe des Fleisches. 1) Weiß und gelblich. Munz, 2) Nöthlich. adh ter. 3) Weiß mit röthlichen und schwarzen Ringeln. D. Nach der Reife. 1) In frühe Jacobis oder Bartholomäuskar⸗ toffeln. a 2) In mittelreife Michaeliskartoffeln. große Men 3) In Martins kartoffeln. c kene selh Soll die Kartoffel bloß als Futter gebaut werden, bestimmtt so verdient die weiße, glattschalige große Viehkartoffel, Uukortoss neulich peruvianische genannt, wegen ihrer Ergie— uf Farbe un bigkeit den Vorzug. Zu Speisekartoffeln haben alle hat. rauhschäligen den Vorzug. Ueber Kartoffelbau und Benutzung derselben findet 6h. man alles zusammengestellt, in folgendem, sehr schätzba— rem Werke: D. Putsche, Versuch einer Monographie der Kartoffeln u. s. w. Mit illum. Kupfern. Weimar 1819. Anmerk. Die Verschiedenheit der Blüthe und des Krauts ist ebenfalls zu bemerken. Den Nahmen nach will ich nur folgende Sorten anführen: Die weiße Kartoffel, die rothe, die Wurstkartoffel, die Lerchenkartoffel, die Zwiebelkartoffel u. s. w. §. 327. B. Die Erdbirn(Helianthus tuberolsus (XIX. 3. L.) ist erst aus Brasilien zu uns gekommen. Sie verträgt allen Boden, worauf die Kartoffel gedeiht und wird auch wie diese durch Knollen fortgepflanzt. Man pflegt sie jetzt lediglich nur in Gärten oder auf besondern 0 Krautländern zu ziehen, nimmt im Herbste die Knollen —. ,. ̃7˖⅝ßtM,xęx——— — FK—˙·1] ⁵æw,77r L. — 224 S heraus und laßt die, welche zur Fortpflanzung dienen sollen, im Lande, die durch Frost nicht den mindesten Schaden leiden. Diese Frucht verdient unsern ubrigen Ge— wächsen der Art keines wegs an die Seite gesetzt zu werden. §. 328. C. Die Rüben. Von diesen sind hier zu be⸗— merken: a 1) Mangold oder Runkelrüben(Beta ci- ela V. 2. L.). Der Boden, der die Runkelrüben vollkommen fortbringt, ist ein fruchtbarer, etwas feuchter Lehm. Sand, uberhaupt zu leichten Boden mögen sie nicht, eher gedei— hen sie auf Kley. Das Land wird mehreremale gepflügt und im Herbste schon gedüngt. Im Frühjahre erhält es noch 2 Arten, damit es möglichst locker wird und der Mist sich gut damit vermischt. Bei der Dreifel⸗ derwirthschaft kann man die Runkeln in die Brache oder in das Krautland, bei der Wechselwirthschaft in das erste Feld bringen. Man hat zwei Arten die Runkeln zu cultiviren. Nach der ersten säet man in der ersten Halfte des Aprils den Saamen auf den Acker, entweder in Reihen oder breitwürfig, in wel⸗ chem letzten Falle man die zu dick stehenden Pflanzen dann auszieht, oder man zieht die Pflanzen auf eigenen Beeten in Gärten und pflanzt dieselben dann Ende Juni oder Anfangs Juli in das wohlbereitete und eben geeggte Land in Reihen. Man kann die Pflanzen auch einpflügen. Die 2ꝛte Methode scheint bei den Knollen entschiedene Vor; züge zu haben. Die Pflanzlinien bestimmt man am besten durch den Marquer, etwa 18 bis 20 Zoll weit. . 3 85 el en bf — 225— n dient Später werden die Pflanzen mit dem Schaufelpfluge be— inen arbeitet, aber nie dürfen sie angehäufelt werden, was anne sie nicht vertragen kö nen. ht zu pedyn b. 329. nd hier g Als Nachtheil der ersten Methode, gegen das Ver— pflanzen, kann man annehmen: u(Beu c 1) daß der Boden zu fest und unkrautig werde; en bollkomne 2) daß der Reiz zum Wachsthum wegfalle, welcher ehm, San 1 durchs Verpflanzen von neuem erregt wird. eher gedit Der Ertrag der Runkeln ist fehr bedeutend und ale gepfig gewiß, da sie wenigen Unfällen ausgesetzt sind. Unbe— jahre ersil schadet ihres Ertrags können sie im Spätsommer geblattet er wird un werden, nur muß man darauf sehen, daß es anfangs der Drei nicht zu stark geschehe. Die Blätter sind ein sehr gutes, die Brac stark auf die Milch wirkendes Futter. 230 bis 300 tihschaft n. Ctur. und drüber kann man immer auf dem Morgen an Er⸗ later dit trag rechnen. Sie scheinen unter allen Wurzelgewächsen n sält nan das vortheilhafteste zur Schafmast zu seyn, auch geben m auf den sie ein gutes Futter für Schweine und Rindvieh. End—⸗ , in wel lich ist ihr Gebrauch zu Syrup und Zucker wichtig. 1 Pfanne(Achard, Göttling u. A. über die Fabrication des uf eigen Runkelsyrups und Zuckers). Man hat bemerkt, daß Ende dun die Runkeln den meisten Zuckerstoff enthalten, wenn sie ben geg nicht auf Pferde: Wr Schafmist gewachsen sind. ale Nach Hermbstädt gaben 100 Theile der get ieder Jan wöhnlichen Runkelrüben: un in 80 Thl. Wäßrigkeit, 4 kristallisirba; 30 f ren sucker, 3,8 Schleimzucker, 1/23 Pflan- 15 —— e ̃—NPa mi ˖ .—— 2 — 226— zene iweiß, ½35 gummiartigen Schleim, „so ätzenden Stoff und Salze, 6,5 trock; ne Faser und o, 5 Verlust— §. 330. Arten dieser Ruben, giebt es sehr versche dene, die indeß bloße Varietäten sind: 1) Rothe Rübe(Beta vulgaris rubra); 2) Runkelrübe(B. cicla). Von dieser giebt es nun der Farbe nach, weiße, gelbe u. s. w. 3) Gukelrübe(B. cicla altisfima), sie hat die Eigenschaft in beträchtlicher Höhe uber die Erde her— auszuwachsen. Sie erlangt eine ungemeine Große, ist aber viel wäßriger als No. 2. und daher hält sie sich nicht so gut. §. 331. 2) Kohl rübe(Brallica napo- bralliea XV. 1. L.) Boden und Bestellung hat sie mit der vorigen gemein, nür mit dem Unterschiede, daß sie mit einem leichtern Bo⸗ den als die Runkelrübe vorlieb nimmt. Auch verträgt ste das Anhäufeln nicht wohl. Das Land muß aber ganz gut gedüngt werden; magerer Boden will ihr nicht zu⸗ sagen. Als Futter hat sie große Vorzüge vor der Run⸗ kel, nur ist sie sehr zärtlich und theils den Erdflöhen, theils den Raupen ausgesetzt; auch leidet sie mehr als die Runkel, wenn sie vorher stark geblattet wird. Da ihre ganze Behandlungsart mit der der Runkel und des Kohls gleich ist, so ist es unnöthig hierüber mehr zu sagen. Auf 1 Acker rechnet man 200 Schock Pflanzen und erntet 230— 300 Entr. Eine sehr gute Abart des — 227— Schleig, ban track ist die gelbe oder spanische Kohlrübe, die als m troch Gemüße allen übrigen vorzuziehen ist. Bestandtheile nach Hermstädt in rod Theilen: 78 p. C. verdunstbare Wassertheile, seht bershi 5 5 l f 9 Schleimzucker mit Glycion und einem g scharfschmeckenden Wesen gemengt, 2/30 Ei— n weißstoff, 3,30 gummiartigen Schleim, dirser gil ù„ falzige Materien, 6 Pflanzenfaser be l. bn. mit Amylum,% Verlust. sie hat di ie Erde het§. 332. aint Gif 3) Schwedische Turnips oder Rutabaga— daher hic In jeder Hinsicht wie die Kohlrübe, nur mit dem Unter— schiede, daß sie mit schlechterm Boden vorlieb nimmt und ein etwas rauheres Klima verträgt. Als Gemüß sica XV. f. ist sie noch angenehmer als die erstere, doch ziehe ich ihr igen gemein, die gelbe Varietät vor. eichtern Bos Beständtheile nach Hermbstädt in 100 Theilen: h berträgt se 80 p. C. Wasfertheile, 9 Schleimzucker g aber gag mit Glycion, 2 Eiweißstoff, 3 gummiarti— iht nicht zu ger Schleim, eine nicht zu bestimmende Menge der Ruf flüchtiges Wesen, o/ salzige Stoffe, 5/3 Erdflohen, Pflanzenfaser mit Amylum, o Verlust. e mehr dl Thaers Annalen, Dec. 1800. id. Allgemeines Garten magazin. 1. St. 1807. der Run ä in 9. 338.4 100 Mun 40 e e N gongylo- 10, den des). Sind mehr Gegenstand der Garten? als Feld⸗ 22* 23 —.. L ̃—5ꝗtr:.. ̃— ͥ.. — 228— cultur und werden als Gemüß gebaut. Ihre Behand—⸗ lung ist wie die der bisher abgehandelten. Sie gehört zu den Kohlrüben, unterscheidet sich aber dadurch, daß sie die Knolle über der Erde ansetzt. Allgem. T. Gartenm. 1. St. 1307. 8. 334. II. Spindelförmige Wurzelgewächse. Hierher gehören zunächst: 1) Die weiße Rübe(Brallica rapa XV. I. L.) ist einer großen Veränderung nach Boden, Kli⸗ ma, Witterung und Wartung unterworfen. Sie gedeihen am besten auf leichtem Lehm und Sandboden. Kley ist ihnen zuwider und sie nehmen hier sämmtlich an Wassertheilen zu. Sie müssen an dem Orte gesäet wer— den, wo sie stehen sollen, da sie das Verpflanzen nicht vertragen. Man bricht das Land dazu im Spätherbste tief auf, düngt es mit kurzem Dünger und giebt ihm im Frühjahre so viel Furchen, daß das Land ganz klar und rein wird. Sehr vortheilhaft sind sie in einem Bo— den, der vorher eine reinigende Frucht getragen, als Lein, Möhren, Kartoffeln u. dgl. Man bringt sie in die Brache und bestellt sie dann im Juni, zur Zeit, wo die Erdflöhe nicht mehr zu haufig sind, die der jungen Saat unendlich schaden. Sie können breit⸗ würfig und auch in Reihen gesäet werden, in welchem Falle man sich des Rübendrillers(eine eigen dazu be— stimmte Säemaschine) bedient. Sqͤet man sie breitwürfig, so muß man sie später, —ͤ ä— u Fehand wo sie zu dick stehen, ausziehen und behacken, wodurch el gehör ihr Ertrag sehr vermehrt wird; aus diesem Grunde hat dduth diz das Drillen entschiedene Vorzüge. Man nimmt auf 1 Acker 14 Nösel ganz guten Saamen. Der Ertrag beträgt 30— 40 Cntr. Die reifen Rüben nimmt man gewöhnlich mit Gabeln heraus und bewahrt sie in Kellern oder Gruben auf. 9. 335. a NJ. I. Arten derselben sind: 1) die gemeine Wasserrübe, mit spindelför— miger langer Wurzel; davon: Sandbodeh, i 18 1 a) die ganz weiße, 25 5 b) die rothköpfige, n c) die grünköpfige, gen i d) die gelbs; Sehe 2) die DTellerrübe oder plattgedrückte, d giebt ihn wovon ebenfalls verschiedene Arten; d gun flat 3) die Guke hrübe, ebenfalls mehrere Arten; cen de 4) die kleine dunkle oder Märkische. augen, db Nach dem Ort, wo man sie zieht, theilt man sie an bringt auch in Brach- und Stoppelrüben. juni,. Sie sind sämmtlich von verschiedenem Gebrauch. sud⸗ 1 Die meisten werden als Gemüße genossen oder dienen als nen btel Viehfutter sehr vortheilhaft. Man muß sie indeß bald in welche verfüttern, weil sie sich nicht sehr lange halten. Ei— n d 0 nige Arten sind hart und dauern selbst nicht selten in unserer Gegend den Winter hindurch im Acker. Ich er— rr] ü12J— e.—§—ꝗÜ—“, hielt eine Art rothköpfiger Tellerrübe aus England, die fast nie im Lande vom Froste litt. Bestandtheile der Stoppelrübe nach Herm bstä dt: 79 p. C. Wäßrigkeit, 8 Schleimzucker mit Glycion, 2,3 gummiartigen Schleim, 2, Eiweißstoff, eine unbestimmte Menge eines flüch⸗ tigen riechbaren Stoffes, 1/0 salzige Ma— terien, 7ù Pflanzenfaser mit Amylum ver⸗ bunden,„3 Verlust. §. 336. 2) Möhren(Moorrüben)(Daucus carota. V2. L.). Ein reicher Lehm oder sandiger Lehm, tief und mehr feucht als trocken, ist für sie der schicklichste Boden. Bei der Dreifelderwirthschaft kommen sie in die Brache, bei der Wechselwirthschaft als Mit⸗ telfrucht zwischen Cerealien. Am besten giebt man ihnen Land, was sie ohne Dünger trägt, da sie eine frische Düngung nicht vertragen, indem sie rostig und wäßriger davon werden. Verlangt der Boden ja Dunger, so muß das Düngen schon im Herbste geschehen, und zwar mit ver⸗ rottetem Mist oder besser Compost. Ein Kleyboden ist dem Möhrenbau nicht günstig, doch kann nach Versuchen von 9 dung, ein fortgesetzter Bau der Möhren auf dem selben ihn dazu geschickter machen. Der Möhrenbau ist deß— halb vortheilhaft, weil er den Boden auflockert und wegen des nöthigen Jätens das Land sehr reinigt. Mit Vortheil bringt man die Möhren nach gedüngten Kar⸗ toffeln; oder Kohl und andern Hackfrüchten. Man a säet sie um sie gegen Unkraut zu sichern, auch wohl un— ter andere Früchte, besonders Mohn und Früh— tft lein, weil sie sich erst nach Aberntung derselben am 55 nit meisten ausbreiten. In Belgien säet man sie unter ein, 1 Rübsen und Raps und wenn jene abgeerntet, bearbeitet nes fluch; man die Möhren. Das Land derselben muß wenigstens lige Nu 9—12%é tief bearbeitet werden, entweder mit einem „lun pen Spaden, oder mit einem passenden Pflug oder mit zwei hinter einander gehenden Pflügen. Im Frühjahre wird der Boden geeggt, abermals gepflügt und das Land be— stellt, sobald man in Boden kann. Der Saame liegt 4s carots. lange, ehe er aufgeht, daher ist eine frühe Bestellung i, tief und nothwendig. 3 Ddsnr. Kannen reichen hin auf 1 Acker. ste Boden, Hauptbedingung ist, das Land nach der Saat so fest als men sie in möglich zu machen, wozu man sich im Kleinen eines t als Mit Brets bedient, vermittelst welchen man durchs Treten man ihnen den Boden befestiget, in Großem braucht man die Walze. ane fach Ist die Saat aufgegangen und es zeigt sich Unkraut, so d wißtiger können die Möhren ohne Nachtheil geeggt werden, spä— en do muß ter muß man sie jäten. par it bet f den is den Man hat empfohlen die Möhren in Reihen zu dril— suchen bon len, um das Unkraut desto besser vertilgen zu können; demselber weit besser ist aber Reichart's Methode, welcher die— au if d selben breitwürfig säet und sich später eines Instru⸗ daten u ment's, von ihm das Jätehäcklein genannt, bedient, niht At womit er die Pflanzen Reihenweis abschneidet, so daß die Möhren wie in Reihen gesäet erscheinen. Die ent iu fai a„ stehenden 6 Zoll breiten Zwischenräume werden behackt. 1 Mah §. 337. Die Ernte der Möhren tritt ein, wenn das Kraut gelblich wird, man kann solches einige Zeit vorher ab— schneiden, wo man dann am vortheilhaftesten die Moh; ren mit Mistgabeln herausnimmt. Sie zehren bedeu— tend stark, weßhalb man nach ihnen düngen muß. Gerste geräth besser nach dieser Frucht, als Roggen und Wei⸗ zen. Ihre Aufbewahrung geschieht in Kellern oder Gru— ben, kann aber auch in Mieten geschehen. Sie dauern bei gelindem Winter selbst im freien Lande. §. 338. Arten der Möhren sind: 1) die gemeine gelbe, 2) die weiße, 3) die röthtliche und orangenfarbene, Letz⸗ tere ist sehr gut zum Anbau im Großen. Der Gebrauch der Möhren ist sehr verschieden: 1) dienen sie den Menschen zu einer angenehmen und gesunden Speise; 2) geben sie eine herrliche Fütterung für Kühe, Pferde, Schweine und Schafe ab. Bei Mastschweinen werden sie in der ersten Zeit mit Kartoffeln ver— mischt gefüttert. Bei Pferden kann man bedeu— tend durch sie an Hafer ersparen. 6 5 3) Liefern sie einen Syrupähnlichen Saft und selbst Zucker. In Thüringen werden sie häufig als Kaf⸗ feesurrogat vera⸗ beitet. J Bestandtheile nach He er m b st äd t: 80 p. C. ih raut Wäßrigkeit, 6,30 Schleim zucker, 1,75 gum⸗ 1 miartiger Schleim, 110 Eiweißstoff, 35 en die h gerinnbar ätherisches Oel, 850 Mann a— ren bid ähnliche Substanz, 9% Fasersubstanz die uh. Gurt Amylum und Pflanzeneiweiß enthielt. und Veh Ueber Wurzelgewächsbau: oder Gruß Reicharts Land- und Gartenschatz. N. A. von Völker. Sie dauern Thl. II. Allgem. T. Gartenmagaz. Bd. IV. V. VI, §. 339. 3) Pastinaken(Pastinaca lativa V. 1. L.). Ist eine in Teutschland längst bekannte Wurzel, die man aber mehr in Gärten als auf den Aeckern gezogen hat. Sie 14(0 verlangen einen guten Lehmboden, der gehörig feucht und reich an düngenden Theilen. Ihre Behandlung ist wie die der Möhren. Das Kraut ist ein sehr gutes Futter 8 für Kühe und die Wurzel ist hart gegen den Frost, wird chen und aber nach meinen Beobachtungen oft sehr holzig, wenn man sie im Winter in der Erde läßt, wenn sie gleich e, Merde sonst vom Froste nicht leidet. Die vielen Empfehlun— sschweinen gen, die man ihr neuerdings in Frankreich und England uffn vet gegeben hat, mag ich nicht unterschreiben, da ich ihren un bedel Ertrag meist sehr gering gefunden habe. Ihre Bestandtheile sind nach Crome(Hermbstädt 1 101 Archiv IV. 2.): 49% p. C. Wassertheile, 1/76 1 Amylum von grauer Farbe, 209 Eiweißstoff-. W 3/47 Schleim zucker, 3,57 Schleim- und Sei 3 r ⁵˙ U—U. ̃7‚7FKEE/!— ̃¶ p. 7§ßꝗ—jßðf».]⁵˙. fenstoff, 856 Faser,(unter welcher noch 2,84 Gummi- und Extractiostoff). Das Kraut hat Crome ebenfalls untersucht, (Hermbstädt, Archiv VI. 2.) und folgendes darinn ge— funden: 79 p. C. Wassertheile mit etwas ätheri⸗ schem Oel, 3,22 grünes Satzmehl, ,60 Ei— weißstoff, 7 mit Faser durchdrungene, wachsähnliche Substanz, 785 Extractiv— stoff mit Schleim und Schleimzucker verbun— den, 9/06 Pflanzenfaser. §. 340. Allgemeine practische Bemerkungen über Wurzelgewächse. 1) Welche Arten von Wurzelgewächsen der Land— wirth vorzüglich bauen soll? muß sein Boden und seine Lage bestimmen. Ob viel oder wenig? hängt von seinem Bedarf an Futter, von der Fähigkeit seines Bodens und von seinem Wirthschaftssystem ab. Die Wechselwirthschaft befördert den Bau dieser Gewächse allerdings vorzüglich, weniger die Dreifelderwirthschaft, es sey denn auf einem guten Boden. 2) Eine große Aufmerksamkeit bei den hier genann⸗ ten Wurzelgewächsen verdient die Erziehung des Saa—⸗ mens. Bei den meisten Arten ist derselbe so ahnlich, daß man sich von der Aechtheit bloß überzeugen kann, wenn man ihn selbst gezogen hat, was ich daher jedem Landwirth dringend anempfehle. Dabei hat er folgende Stücke besonders zu beobachten: a) Er wähle zu Saamen von jeder Gattung die schön, doch 20 c dg es darin y twas hen 9/00 Ei run geg ttattig et berhun, ggewächse. n det Land odeß und sig? hangt gkeit seines ah. Die Gewöͤchss witihschaft, ier genan des Saa⸗ so ahnlich, ugen kan dahet fee der file de sa sten, vollkommensten und gesündesten Rüben im Herbste aus und sorge dafür, daß die Wurzeln beim Herausnehmen nicht beschädiget werden. Die Faserwurzeln und Blätter werden abgeschnitten; letztre etwa 13 bis 2 Zoll über den Kopf der Rübe. Dann hebt man die Saamenrüben in einem trock— nen Keller im Sande bis zum Frühjahre auf. b) Im April pflanzt man die Saamenrüben im Gar— ten oder auf Krautländer an eine recht sonnige und wohlgedüngte Stelle, so daß jede Wurzel 4 Fuß Raum erhält. Man bewahrt den Saamen jeder Gattung am besten in den Kapseln auf, diese Saa— menarten halten sich auch ziemlich lange. Nach Reichart's Beobachtungen halten sich: Möhrensaamen 4 Jahre. Kohlrabi 3— 6 Jahre. Kohlrüben 3— 6 Jahre. Pastinaken 2—3 Jahre. Weiße Rüben 3 Jahre. Runkeln 3 Jahre. 3) Ueber die Nahrhaftigkeit, so wie über den Er⸗ trag der verschiedenen Wurzelgewächse sind die Meinun— gen der Landwirthe verschieden und das ist sehr begreif⸗ lich, weil bei ihnen mehr, als bei allen andern Gewäch⸗ sen, so viel vom Boden und selbst von der Witterung abhangt. Die Nahrungsfähigkeit bloß nach chemischen Bestaudtheilen zu bestimmen, würde sehr täuschend seyn. rr ̃ ͤ—?⁊w:̃̃ ,., ,...]. — Folgendes Verhältniß stimmt mit Versuchen überein: 100 Pf. Kartoffeln sind gleich 90 Pf. Kohlrüben. 80— Runkeln. 70— Möhren. 90— Wasserrüben. 80— Pastinaken. Ueber die beste Erziehung der Pflanzen siehe weiter unten. a 0 §. 341. Blattbrachge wach se. Von diesen ist der nutzbare Theil vorzüglich das Kraut, d. i. der Stengel, das Blatt oder der geschlos— sene Kopf. 1) Der Kohl, Weißkraut, Kraut(Bral- lica oleracea capitata XV. 1. L.). Kleybo den ist ihm am angenehmsten, auch ein starker Lehm bringt ihn hinreichend gut fort, wenn er reich und besonders auch gut gedüngt ist. Die Bereitung des Landes, ist wie bei Kartoffeln und eben so die Düngung. Man setzt die Pflanzen, welche man an schattigen Orten in Gärten erzogen, von Mitte Juni bis Mitte Juli in Reihen von 2 Fuß und pflanzt sie am besten nach Ent— fernung der Linjen, die man mit dem Marquer gezogen. Während der Vegetation werden die Pflanzen einigemal beschaufelt und zuletzt behäufelt. Am vortheilhaftesten folgt nach ihm Gerste, selten ist Roggen und Weizen vortheilhaft. Das Krgut zehrt sehr stark und zwar um so mehr, je größer die Köpfe sind. Die Ernte tritt 8 — — e übtteh, iche Ende Octbrs. ein, wo man die Köpfe ausschneidet und ö Jug die Blätter verfüttert. Die Strünke bleiben auf dem ihn Acker, es sey denn, daß man Strunkkraut, wie in eini⸗ gusta gen Gegenden Sachsens, baut, von diesem benutzt man Wee die Strünke wie Rüben. Das Abblatten darf nicht zu E früh geschehen. siehe weil §. 342. Er kann als Sommer und Winterfrucht gebaut werden, in welchem letztern Fall er im Jul ge— säet und im August verpflanzt wird, wo er dann im fol— genden Jahre bald brauchbar ist. Seine Benutzung be— dhügläch doe der gesch steht in Gemüße und Viehfutter, zu dieser Ab— sicht wird er im Herbst, indem man die Köpfe in Vier— 1 l tel schneidet, in große Fässer mit Salz, wie Sauer— leybode kraut eingemacht und den Milchkühen wöchentlich 1 bis hm being zmal gegeben. Sonst können die Olätter und Köpfe o besonderß. auch grün gefuttert werden, da sie sich ziemlich lange länder, if halten, wenn sie gut eingekommen. ing. Mat en Otten i Saas 0 tte Juli i Die am häufigsten vorkommenden Arten sind: ach Ent, 1) Weißkraut, a er gezogen, a) mit großen platten, oft auch hohen Köpfen, n einigen Braunschweiger, Erfurter, Straß heilhafteset burger; und Mien b) mit kleinen spitzigen Köpfen, Zuckerhutkohl, 0 un u kleiner Russischer. Jute tri 2) Rother Kopfkohl, ebenfalls verschiedene Sorten. 8—— 3„22üäĩñ ̃]% ͤ&wnn—.——— — 2383— 3) Grüner Kopfkohl, Wirsingerkohl. 4) Gelber Kopfkohl, auch Savoyerkohl. Bestandtheile der Kohlarten sind noch nicht genau bekannt, die meisten enthalten an 70— 80 Thle. Wäß— rigkeit und 30— 20 p. C. feste Theile, die außer der Faser, aus Eiweißstoff und Pflanzenschleim bestehen. 8. 344. 2) Blattkohl, so nennt man jeden Kohl der Blätter treibt und keine Köpfe, und zu Gemüße benutzt wird. Es gehört dahin: 1) Kraußkohl, Braunkohl, Burgundi⸗ scher Kohl; 2) Blumenkohl,(Braslsica botrytis). Die meisten sind mehr Gegenstand der Garten- als Ackercultur. Anmerk. Alle übrigen, diesen ähnlichen Gewächse, sind mehr Garten- als Feldgewächse. Der Salat wird indeß in neuerer Zeit doch häufig auf Aeckern, statt des Kohls an— gebaut, weil man ihn für sehr vortheilhaft zu Futter für Mutterschweine gefunden. Ueber Kohlarten und ihren Anbau: Allg. T. Gartenmagazin. II. 1. Der Landwirth. II. 1. Drittes Capitel. Vom Handels⸗ und Manufacturkräuterbau. §. 345. Hierunter begreifen wir alle diejenigen Pflanzen, welche theils Stoffe für Manufakturen liefern, theils wohl, Gegenstände des ausländischen Handels sind, ohne un⸗ agg. ter die bisher abgehandelten Pflanzen gerechnet werden ach dig pg zu konnen. Wir theilen sie: 80 Fl N 1) In Oelgewächse. die alig y 2) Spinn- oder Bastpflanzen. n bisehe, 3) Färbepflanzen— 4) Gewürzkräuter. 5) Arzneikräuter. jeden Kal 6) Eigentliche Manufactur- und techni⸗ Gem enz sche Kräuter. 7) Eigentliche Handelskräuter, Jutgunh §. 3464 5 ee ee 0 A. Nübsen, Rübsaamen, Wintersaamen (Brallica napus XV. 1. L.). Wächst von leichtem Lehm ga fh bis zu schwerem Kley, verlangt aber eine reiche, tiefe in we Krume und ein wohl zubereitetes, gelockertes und gepflüg— det Kaslt an tes Land. Man bestellt ihn gewöhnlich im Anfang oder dun fi Mitte Augusts(Bartholomäi) und zwar fast immer in reine Brache, sonst kann er aber auch in fette Gersten— stoppeln oder nach Wicken, zweijährigen Klee u. s. w. bestellt werden. Einige haben ihn mit Vortheil unter die Gerste gesäet. Am besten folgt Weizen oder Rog— gen nach ihm, vorausgesetzt, daß das Land um die auterbel Hälfte mehr Dünger, als die reine Brache erhalten. Die Ernte ist gewöhnlich Ende Juni oder Anfangs Juli, wenn die Schoten anfangen gelb zu werden und die Aachen, 2 12 a 15 fe Körner braun. Am besten ist es, wenn man ihn ge— m, theilt 8 8 r ·³ü]222̃—ͤA1z7T—. ̃7—.. 7˙ rp ⁵²˙ q].—³¹n 1 1 mäht ungebunden auf große Haufen zusammenbringt, diese mit einer Strohdecke versieht, und sie 3— 4 Wo— chen auf dem Felde stehen läßt, wobei die unreifen Schoten vollkommen nachreifen. Auch ist es vortheil— hafter den Nübsen auf dem Felde auf großen Planen zu dreschen, und die Körner mit den Kappen in die Scheune zu bringen und dort rein zu machen. Alle Oelgewächse der Art säet man auf und zwar möglichst bald nach dem Pflügen und eggt sie bloß unter. Auf den hiesigen Acker à 140 UU Ruthen 14 Metze Aussaat. Der Ertrag ist 4— 6 Schffl. p. Acker. §. 347. B. Raps(Brallica campestris XV. 1. L). Die Körner sind bedeutend großer, als beim Rübsen, er wächst auf schwachem Lehm, so wie auf starkem Kley, in der Voraussetzung einer tiefen Krume, einer natür— lichen Fruchtbarkeit und einer gehörigen Düngung. Saatzeit wie beim Rübsen, doch ist es vortheilhafter ihn zu Anfang Augusts zu säen. Alles übrige hat er mit dem Rübsen gemein, mit dem Unterschiede, daß er einige Wochen später reift. * §. 348. Da er viele Seitenstengel treibt so hat man es für vortheilhaft gefunden, ihn in Reihen zu säen und wie die Kartoffeln zu bearbeiten. Noch ergiebiger wird er durch das Verpflanzen, man behandelt ihn dann wie Kohl, zieht die Pflanzen in eignen Beeten, wozu man aeltl eigen m elde berg sigle gut 15 der gal, sumenbe ä 5 5 8 10 den Saamen im July säet und verpflanzt ihn dann im August oder Anfangs September. Man säet auf den Morgen x? Metze und erntet 4— 8 Schffl. Schwerz, Belg. Landwirthschaft J. Anmerk. Das Drillen, so wie das Verpflanzen, sagt 3 42 i ukeife t ts zuthil hen Hang die Sten dem Raps ungemein zu; ich habe in mehreren Jahren Oelgepit sehr auffallende Wirkungen vom Auflockern und Behacken ng des Napses gesehen. Thär in der ration. Ldw. IV. 155. en hat die Unterscheidungszeichen des NRübsens und Rapses sehr den hiesen treffend angegeben. Sie sind folgende: Der Ert Der Raps ist eine Kohlrübenart; der Rübsen eine Wasserrübenart. Der Naps hat eine stärkere und längere Wurzel als der Rübsen. Der Stengel des Rap⸗ ses ist stärker und treibt oben Nebenäste; der Rübsen treibt diese schon von unten aus. Die Slätter des Napses sind glatt und gleichen denen der Kohlrabi und Kohlrüben; die des Nüb— NV. I. L) sens sind mehr runzlich, rauch und gleichen denen der 2„ weißen Rüben. Die Schoten und Körner des Naps sind im Rüben 15. 5 a. großer. Unrichtig ist es aber, daß der Raps weniger leicht urkem Kl auswintere als der Rübsen. einer natlt Düngung§. 349. thelhafte C. Der Sommerrübsen(Brallica napus ige hatte aestiva.). Ein bloßes Sommergewächs, welches auf te, daß einem guten fruchtbaren Lehm und Kleyboden, als Be— sömmerung in der Brache mit großem Vortheile gebaut werden kann. Für ihn, so wie überhaupt für die vor— hergehenden Oelgewächse ist der Schafmist ganz vor— züglich nützlich Man bestellt ihn in ein möglichst an Ir 1 gut gedüngtes und wohl zubereitetes Land vom Anfange ch vd bis Ende Juni und erntet ihn schon Ende August 1 oder Anfangs Septmbr. Roggen geräth nach ihm a gut, wenn das Land gehörig bearbeitet und gedüngt 16 8 r—:—ͤꝛr1 r.—cmmʒ K1½0ñ.ł war; weniger der Weizen. Unter allen Oelgewächsen ist der Sommerrübsen den meisten Feinden unterworfen. Nach dem Aufgehen den Erdflöhen, in der Blüthenzeit einer schwarzen Raupe, bei dem Reifen endlich dem Pfeiffer, einer kleinen Raupe, welche durch den Stich eines Insects in die Schote kömmt und solche gewöhnlich ganz ausfrißt. Man säet auf den Acker 1 Metze und erntet bis 5 Scheffel. Im übrigen wird er behandelt wie der Raps und Winterrübsen. Anmerk. Herr Rabe(ein Germar's und Zinken's Magazin der Entomologie ster Bd. 1818.) nimmt drei dem Rübsen schädliche Insecten an und zwar: Die grüne Raupe, woraus die Noctua gammina Fabr. entsteht. Sie kömmt im Juli und ist weniger gefährlich als die folgende. f Die schwarze Raupe, woraus zuletzt nach der Verwand— lung eine Blattwespe wird, die mit Fabr. Tenthredo flava Aehnlichkeit hat. Der Pfeiffer ist eine Raupe und keine Made, woraus zu— letzt ein kleiner schwefelgelber Schmetterling entsteht, nach Fab. ist es Phalae na margaritalis. §. 350. D. Der Sommerraps(Brallica campeltris aeltiva) verhalt sich in der Cultur wie der Sommer rübsen, nur daß er früher bestellt wird und länger zu seiner Reife bedarf, auch sind seine Körner etwas grö— ßer. Sonst ganz wie der vorhergehende. d. 351. Der englische Schnittkohl(Brallica olera- cea) ist sehr zum Anbau empfohlen worden und ist al— Jag Er geb chin Mgew ache 3 lerdings 1 ergiebiges e. säet 1 5 schon Nähen im Frühjahre 8 kann ihn. Isten Jahre 2* 5 end dr abschneiden; im folgenden giebt er oft eine reichliche a den kig Ernte. he iht 9. 382 1 Netze in E. Der Mohn(Papaver lomniferum XIII. er behaude 1. L.) verlangt einen tiefen, reichen Boden, und gedeiht am besten in trocken gelegten Teichen. Er wird ginken' vom April bis Mai gesäet, darf aber nicht zu dick stehen int diei din und wenn dieß der Fall seyn sollte, so muß man ihn . e überraufen. Aus diesem Grunde hat man ihn in Rei— zun giftig hen zu säen gerathen, wobei man ihn sehr gut mit In— strumenten bearbeiten kann. Das Behacken ist ihm 311 überhaupt sehr vortheilhaft. Vom Unkraute muß er durch Jäten befreit werden. Die Einsaat ist, weil die voraus su⸗ Körner sehr klein, unbedeutend. Man rechnet etwa W e 4 Loth p Acker, an Ertrag aber kann man 4 Scheffel rechnen. Das Oel ist sehr vorzüglich und wird, wenn man beim Schlagen etwas klein geschnittene Borsteräpfel campeltis darunter mischt, dem Provenzeröl gleich. Man rechnet Ebner vom Ctur. an 24 Maaß Oel. Nach der Reife werden die Köpfe abgeschnitten und gedroschen. Man baut vor— züglich 2 Arten; den groß- und kleinköpfigen. Ersterer ist der ergiebigste. Der Farbe des Korns nach, giebt es blauen und weißen. ) länger zu ttwas gro U 8. 353 „ 3898 cg ler- F. Chinesischer Oelrettig(Raphanus 100 st 00 chinenlis XV. 1. L.). Als Sot umerfr, ucht be! handelt, be— 1 —... 7˙˖*. 7—+—ðÜ e FP— 22! ̃7—ÜN.. — 244— stellt man ihn im April, als Winterfrucht im September. Boden und Bereitung desselben, wie bei den übrigen Oelgewächsen. Er hat viel Feinde, besonders stellt ihm die Kohlraupe sehr nach, weßhalb sein Bau im Großen nicht räthlich, auch hat er keine Vorzüge. §. 354. G. Der Senf(Synapis nigra u. alba XV. 1. L.) nimmt unter den genannten Oelgewächsen mit dem schlechtesten Boden vorlieb. Man säet ihn in die Bra⸗ che/ in das Sommerfeld oder in aufgerissenes Grasland, vom April bis Ende Mai; er kann überhaupt wie der Sommerrüͤbsen behandelt werden. Feinde hat er nicht. Sein Ertrag ist bedeutend, doch geben seine größern Körner verhältnißmäßig wenig Oel. Er hinterläßt viele Unkräuter, besonders ist der nach ihm entstehende Ackersenf sehr beschwerlich. §. 333. H. Die Dotter oder Schmalz(Mysgrum slativum XV. I. L.). Auch sie bedarf keines so guten Bo⸗ dens, als die Nübsenarten; man bringt sie als Besom; merung in die stark gedüngte Brache. Die Saatzeit ist vom April bis Ende Mai. Die Ernte tritt im Au⸗ gust ein. Sie leidet selten Unfälle und giebt einen be⸗— deutenden Ertrag. Der Saame ist nicht sehr ölreich, doch giebt er gutes Oel. Das Stroh hat wenig Werth. Dieses Oelgewächs hat vor vielen andern den Vorzug, daß es auf einem Boden gezogen werden kann, der an— —— 1 gene, dere Oelgewächse nicht fortbringt. Man säet auf den don ige Morgen gegen 2 Metzen und erntet 4— 5 Schefkel. onde felt Die Oelkuchen sind trächtigen Schafen und Kühen sehr in Bal in nachtheilig, weil sie Verlammen oder Verkalben verur— ge sachen. Anmerk. Außer diesen bekannten Oelgewächsen, giebt es mehrere, die aber nicht im Großen gebaut werden, und N. L eine Menge wilder Gewächse, die ebenfalls dazu gebraucht „ werden können, wir nennen davon nur noch: mit den 10 Buttersaamen Saponaria vaccaria). die Bra 2) Sonnenblume(Helianthus annuus). 8 b 1 30 Nachtschatten(Hesperis matronalis). Grasland, pt wie der 5 t wie de§. 356. it er nich.„ 90 a f 25 Spinnpflanzen oder Bastpflanzen. ne größen So nennen wir alle Pflanzen, deren Stengel einen Hin laßt 2 5 N Bast enthalt, welcher gesponnen und dann zu verschie— „ de 5 8 crtfched denen Geweben verwendet werden kann. Wir rechnen dahin: A. Den Hanf(Canabis lativa XXIII. 1. L.) männlicher und weiblicher, Hanf und Hän— Myagrum fin. Den Hanf fimmeln, heißt den männlichen aus— ziehen. Er liebt einen lockern, reichen und tiefgehen— den Boden, zehrt zwar stark, lockert den Boden aber auch auf und reiniget ihn, so daß doch auch wieder guten t l Beson, e Saatzelt b i in gute Ernten nach ihm folgen. Am besten geräth er in a chen ausgeteockneten Seen oder Teichen. Kömmt er in die ihr iel, Brache, als Besömmerung, so muß im Herbste schon a5 Ba stark dazu gedüngt werden. Man bestellt ihn im April n Ml und Anfangs May, indem das Land vorher wenigstens „ der al rr ⁵˙ ˙wtWUntʃ’·QMùNANAüAü T 8—ñ. ̃˙.. 7.. — 246— 3 bis mal gehörig tief gepflügt worden. Einige ziehen vor, das Hanfland zu graben, es ist indeß hinreichend, wenn es gehörig tief mit dem Pfluge bearbeitet wird. Während der Vegetation jätet man ihn, wenn sich Unkraut zeigt, sehr oft ist es aber gar nicht nothwen— dig, besonders wenn der Acker an sich nicht zum Un— kraute geneigt ist. 5. Die Ernte ist verschieden nach den Geschlechtern. Der männliche wird gerauft, sobald er verblüht hat und die Spitzen gelb werden, der weibliche aber dann erst, wenn die Körner vollkommen werden. Der Saa— me wird am besten durch die Riffeln, einer Art eiser— ner Kämme, abgemacht. Nach dem Riffeln werden beide Gattungen im Wasser oder an der Luft geröttet, getrocknet, gedarrt, gebrecht und dann weiter, wie der Flachs, behandelt. Einige haben den Hanf in Reihen gesäet und behackt, wodurch man äußerst starke, aber weniger nutzbare Stengel, jedoch bedeutend mehr Saa— men erhalten hat. Der Ertrag des Hanfes ist sehr bedeutend, man rechnet 3— 5 Etnr. vollkommen zubereiteten Hanf und 3— 4 Schffl. Saamen, der zu Oel verwendet wird, von 1 Acker als Mittelertrag. Nach Hanf geräth vor— züglich Gerste, Sommerweizen und alle Früchte, welehe ein reines Land verlangen. Schwerz a. a. O. Thl. 2. Anmerk. Der Hanf gedeiht immer am besten in einem et— was feuchten, humosen Lehmboden, wie er sich in Thürin— gen an der Unstruth u. s. w. und in andern Gegenden an den Ufern großer Ströhme findet. Dort wird er sehr stark — 247— due zi 606 iche gebaut, aber nicht von großen Wirthen selbst, sondern, diese wachen, geben das gedüngte und bereitete Land, den Acker oft zu tet pig. einem ungemein hohen Pacht, an Aermere, welche dann die 1 Hanfcultur besorgen. Außer den Rheingegenden und Thü⸗ wenn sch ringen wird er stark in Nußland gebaut. cht hothpg cht zun d§. 357. Eine Varietät ist der Riesenhanf(Canabis Heschlehten, slativa chinensis) vorzüglich in Italien bei Bologna erblüht gat gebaut. Er erreicht eine Höhe von 10— 13 Schuh, aber dan bei einer Stärke von 1— 1 Zoll im Durchmesser. Der Det Sag eigentliche Bast liegt aber zwischen der äußern Rinde t Mt eise und dem innern Holze, und wird, wenn er einige Tage seln werden im Wasser gelegen, abgeschält. Das innere Holz wird ift gttöttg zum Polliren des Messings benutzt. ter, wie det Anm erk. Dieser Hanf erreicht oft eine ungemeine Höhe 4% und Stärke. 1 besitze noch einen Stengel, den ich im in Aeihen Garten zog, welcher 13 Schuh hoch und unten 12 Zoll im sarke, aber Durchmesser 1 und 1 Nösel Hanfsaamen und drüber mehr Sa, lieferte. und/ um S u Hanf und B. Der Flachs oder Lein(Linum usitatil- simum IV. 4. L.). Der vorzüglichste Boden für ihn ist ein Lehm oder sandiger Lehm. Schweren, bindenden Boden liebt er nicht. Das Land muß reich an Humus, endet with, geräͤth bbk⸗ ite welch aber wo moglich nicht frisch gedüngt seyn, sonbern natürliche Kraft genug haben; höchstens verträgt er kur— n zen Dünger, auch muß das Land vorzüglich ren sen f in Man, Am besten paßt ein im Thal, etwas feucht liegender 00 e den, oder auch ausgetrocknete Teiche zum Flach sga e r ̃ꝗ— ä]——ᷣꝶ¶õ li. e,, —. ͤ 7577 7—— Zur Verminderung des Unkrauts bestellt man den Lein gern nach Kartoffeln, Kohl oder andern reinigenden Früchten, wozu stark gedüngt war. Ganz vorzüglich schickt er sich als 2te Frucht, etwa nach Hafer, in geris— senes Grasland. Reines Land pflügt man mit Vortheil im Herbste vollkommen und eggt den Leinsaamen im Frühjahre bloß unter, weil die Winterfeuchtigkeit dann im Boden bleibt und das Unkraut nicht von Neuem wie— der gereizt wird. Gewöhnliches Brachland muß vor der Saat so oft als möglich, und zwar tief gepflügt werden, theils um es locker, theils um es rein zu halten. Man thut dieß abwechselnd mit dem Pflug und Haaken. Bei der Dreifelderwirthschaft kömmt der Flachs in die Bra— che, jedoch darf er nicht früher als alle 6 bis 9 Jahre wiederkehren. In der Wechselwirthschaft würde ich ihn nach behackten Früchten oder auch nach Klee folgen lassen. Nach der Saatzeit ist der Flachs verschieden; Früh— flachs, wenn er vom April bis Ende Mai; Mittel- flachs, wenn er Anfangs Juni; Spätflachs, wenn er Ausgangs Juni gesäet wird. Man rechnet auf den Morgen 15— 14 Scheffel Aussaat und säet ihn über⸗ haupt nicht zu dünn. Ehe man säet wird das Land 3 eben geeggt und nach der Saat eggt man den Lein mit einer hölzernen Egge ein und walzt ihn dann. §. 359. So wie sich Unkraut zeigt, wird das Jäten noth⸗ wendig, was oft einigemal auf unkrautigem Lande wie— derhohlt werden muß. Ohne Gefahr kann man, wenn * 50 5 f 5 2 2 den den der Flachs einige Zoll hoch ist, die Lämmer hineinlassen, kh ohne demselben dadurch zu schaden. Sie fressen das N wich Unkraut heraus, ohne den Flachs selbst zu berühren. er f Vorzüglich sind es zwei Unkräuter, die sich unter dem mit Vorthal Flachse einfinden, nämlich die Dotter(Myagrum nsaamen in lativum) und Seide(Cuscuta europaea). Sehr igkeit dug vortheilhaft ist beim Leinbau das Verändern des Saa— Neuen witz mens. Vorzüglich thut in den warmen Gegenden nuß bor der Teutschlands der russische Lein sehr gut. igt werden, 23 Eine besondere Art den Flachs zu behandeln ist das n. Maat Landern in Flandern üblich. Man versieht dabei den alen, Va Flachsacker mit gabelförmigen Pfählen nach der Länge und n die Bea legt quer über dieselben Stangen, welche man abermals bis 9 Je mit dünnen Stöcken belegt, so, daß das Ganze ein Netz zu ide ich ihn bilden scheint, wo der Flachs durchwächset und vom Lagern gen lasse dadurch abgehalten wird. Diese etwas umständliche ; Feüh— Behandlung scheint nur da nothwendig, wo der Flachs Mittel- dem Lagern unterworfen ist, sonst dürfte sie schwerlich chs, kenn zu empfehlen seyn. et auf den t ihn über, 8605 dag land Die Erntezeit des Leins ist verschieden, je nachdem g Lein litt man mehr auf den Saamen oder auf den Vast Rücksicht nimmt, am besten ist es, wenn die Knoten vollkommen ausgebildet und der Stengel anfängt gelblich zu werden, ihn auszuziehen. Will man rechten guten Saamen er— halten, so muß man ihn so lange stehen lassen, bis der— selbe ganz reif ist; da dadurch aber der Flachs sehr an sei— ner Güte verliert, so läßt man zu diesem Behufe nur so— zäten wh Loch Ke In, weng rr%⏑ůä̃7½˙Dn....,..., ꝗ«⁵ͥ D ¾ Ü. viel etwas länger stehen, als man etwa künftig an Saa⸗ men bedarf, den übrigen aber rauft man, wenn die Stengel nur von unten anfangen zu gelben. Nach den Ziehen wird der Flachs geriffelt, d. i. durch eiserne Kämme, welche auf ein Querholz befestiget werden, ge— zogen, um die Köpfe oder Knoten abzubringen, getrock— net und entweder im Wasser geröttet oder auf einem freyen Platze an der Luft ausgebreitet, d. i. an der— selben vermittelst des Thaues geröttet. Durch dieses Rötten wird eine Fäulniß hervorgebracht, wodurch dann die Absonderung der äußern Schale und des Ba, stes befördert wird. Nach dem Rötten wird er an der Luft getrocknet, dann gedörrt, wozu eigene Flachsdarr— öfen am zweckmäßigsten sind, ferner geklopft, gebrakt, geschwungen und gehechelt. Neurer Zeit hat man eine Zubereitung des Flachses vorgeschlagen, wodurch man alle vorhergehenden Arbeiten erspart und durch eine Ma— schine den Flachs sogleich vom Acker weg bereitet. Christian, Maschine zur Bereitung des Flachs. Weim. 1819. f Der Ertrag an Flachs ist außerordentlich verschie— den. Man nimmt 2, 3 bis 4 Ctnr. zubereiteten Flachs und 3 bis 4 Schffl. Saamen auf den Morgen an. Wir haben davon zwei Arten, nämlich Klang und Dorsch. Bei erstern springen die Saamenkapseln von selbst auf, wenn er der Sonnenwärme ausgesetzt wird. Bei letz— tern werden sie, nachdem sie vollkommen trocken, ge— droschen. Im Ganzen giebt man hier mit Recht dem Wg an E f 1% G8 Van Su Klang den Vorzug, er erreicht zwar selten die Höhe des , penn di.; W Dorsch, ist aber feiner von Bast. „ Aah den dutch eee§. 361. kt we 90 3 1 1 Iden, Der Sibyrische Flachs(Linum perenne) gen, gettot ene; 7 iesi i gen, gern unterscheidet sich von dem hiesigen dadurch, daß seine er auf einen Wurzel einige Jahre dauert und der Stengel jährlich ab— geschnitten werden kann. Der Flachs selbst ist hart und grobfaßrig. baoducch Scherz d. a. D. II. nd des Baß ), i. an der Durch digte Breitenbach, Oelökonomie. 8. Berlin 1800. d ee an der Flachsdar 9. 362. ft, gebtakt Als Spinn? oder Bastpflanzen hat man noch meh— l hat snan eile rere, bei uns nicht selten wildwachsende Pflanzen vorge⸗ ö 'odurch maß schlagen, wovon aber nur wenige, oder vielleicht keine ch eine Ma⸗ eines weitern Anbaues verdient. Wir wollen nur fol zitet. gende hier dem Nahmen nach anführen: Heim. 1610. 1) die Brennessel(Urtica dioica) gedeiht aber doch nur auf einem guten, humusreichen Boden lich bach und wird immer dem Flachs nachstehen müssen. 2) Die besenartige Pfrieme(Spartium Ico— parium). Sie wächset auf sehr magern Boden und liefert einen groben Bast. seten Flachs nan. Wix N Dorsch, ö g selbst auf 3) Der Hopfen(Humulus lupulus) gehörig Da h gerdttet, hat er mir einen zu gröbern Seilerwag— ren sehr brauchbaren Bast geliefert. 4) Die syrische Seidenpflanze(Asclepias lyriaca) liefert in ihren Saamenkapseln ein baum— trocken, it Aal dl —— r]— Ä]ĩ•ix 77... ̃—.... ̃¼§—)pPP.]¼— Ü]¾ ̃ͤͤ—. ⁵˙ q—m ꝗ% W ,,, wollen oder seidenartiges Wesen, das man häu⸗ fig zu Gespinst verarbeitet hat. 3) Der Neuseeländische Flachs(Phormium tenax) ist für unser Clima nicht anwendbar. Whistling's ökonomische Botanik. III. Thle. gr. 8. Leipz. §. 363. Allgemeine Bemerkungen über Spinnpflanzen. 1) Da sich weder der Hanf noch der Flachs bestau— det, sondern beide aus einem Korn nur einen Stengel treiben, so muß man sich guten Saamen verschaffen und diesen auch in gehöriger Starke säen. Die Erfahrung lehrt, beim Flachse wenigstens, daß 2jähriger Saamen Vorzüge vor 1jährigen habe. Um bei gekauftem Saamen sicher zu gehen, muß man erst bei ihm die Keimkraft un— tersuchen. 2) Hanf- und Flachsbau im Großen, setzen gutes Land und reichlichen Dünger voraus. Wo es an diesen beiden fehlt, darf der Landwirth nicht daran denken, da diese Gewächse doppelt zehrend sind, einmal als Oel⸗ gewächse, dann als Bastpflanzen. 3) Für große Wirthschaften eignet sich der Bau die; ser Pflanzen selten, weil derselbe ungemein viel Arbeit erfodert, die sich nicht immer mit den andern ökonomi— schen Beschäftigungen verträgt. In den meisten Gegen— den, wo der Flachsbau bedeutend betrieben wird, ge— schieht dieß mehr von kleinern Wirthen, als von gro— ßen, die dadurch im Herbste und Winter die müssigen Hͤbe an fe ö Flecht hier blielste chunt e lebt w wachen lockt uz Gesät Jet s0 da Nan Jute den, Jäht; der Pd wetde fößt dieß Com Jeg. Hände beschäftigen konnen. Auf großen Gütern bauet man selten mehr, als den eigenen Bedarf. (Phomium vendbat důn.§. 264. k. gr. g. di 3 ar b e k r„% et Eine Menge wildwachsender Pflanzen, Moose und Flechten liefern zwar Farbestosse, von diesen kann aber pflanzen 5 a 8 g 2 N hier nicht die Rede seyn, sondern wir beschränken uns lachs beau vielmehr auf diejenigen, welche gewöhnlich im Großen en Etenge gebaut werden, und dahin gehort: schaffen un A. Der Waid(Ilatis tinctoria XV. I. L.) e Cxahrunt liebt wie die meisten Farbekräuter, einen tiefen, humus⸗ iger Saunen reichen, kalkhaltigen Boden. Das Land muß möglichst locker und tief bearbeitet werden, entweder mit dem Pfluge, oder man gräbt es oft besser mit dem Spaden. Gesäet wird er im August, oft früher, oft später. Im Frühjahre verdünnt man die Pflanzen durch Ausziehen, so daß eine jede 6 Zoll von der andern zu stehen kömmt. Man kann ihn auch in Reihen säen und dann mit den Instrumenten bearbeiten. Gejätet muß er immer wer— ftem Saanen eimktaft un, seten gutes ts an diesen dan denke, nal at di den, da er Unkraut nicht verträgt. Der Lehmboden er⸗ höht seinen Ertrag ungemein; Dünger bedarf er viel, be⸗ er Bau die sonders paßt für ihn ein wohl gerotteter Rindviehmist. iel Ardel Nachdem die untern Slätter im zweiten Jahre gelb zu en dkono werden anfangen und der Waid in die Blüthe tritt, eiten Gehe stößt man sie mit einem Eisen, dem Waideisen, ab, und n wird 9 dieß Abstoßen der Blätter wiederholt man den ganzen als n eo, Sommer hindurch, so oft sich wieder neue Blätter zei— 9 teh gen. Die abgenommenen Blatter kommen auf die Waid⸗ F— X11. ̃]§—ONUneee ˙ ũꝗ l.!!! 8 3 5 1— ̃. ̃ ͤ. 7—˖ç⏑%ðßÜð—5ß2—w mühle, wo sie vermittelst eines umgehenden Mühlsteins gequetscht werden, dann bringt man sie in Gruben, wo sie in Gährung gehen, wodurch sich der eigentliche Farbestoff erst bildet. Kömmt der Waid aus der Grube, dann ballt man die zerdrückten Blatter in runde Kugeln, und so kömmt derselbe in Handel. Im April und Mai gesäet, läßt sich der Waid schon in demselben Jahre benutzen, aber sein Ertrag ist unbedeutend, daher hat die Sommersaat immer bedeutende Vorzüge. Nach ihm kann man Gerste, Roggen und alle andere Früchte säen, welche gereinigtes Land erfodern, da er solches hinterläßt. In vielen Gegenden Thüringen's wächset der Waid wild auf Kalkboden. Man hat zwei Arten den teut— schen und languedoker, der letztere ist größer und blattreicher. Ehedem wurde er in Thüringen, in der Gegend von Erfurth, Gotha und Langensalza sehr stark gebauet, jetzt aber weniger. Der Ertrag p. Acker kann 160 Ctnr. frische Blatter betragen. Schreber, historische u. s. w. Beschreibung des Waids. Halle 1752. Tromsdorf und v. Resch, der Sieg des Waidindigs über den wirklichen. Weimar 1811. 0 N 5. 365. B. Safflor(Cartbamus tinctorius XIX. 1. L.) verlangt einen guten, mit Kalk gemischten Lehmboden, der entweder an sich reich genug, oder gut gedüngt worden. Das Land wird wie zur Gerste berei— IV.! in 1 Dae tr eig bai n Nühhseiz tet und Ende Aprils oder Anfangs Mai der Saamen se A grub gesäet. Zeigt sich Unkraut, so muß das Land gejätet der kaetch, werden; man verdünnt dabei die Pflanzen, so daß sie aus der Fraß, 8 bis 9 Zoll von einander stehen und daß man sie mit tunde Kaze einer Handhacke bearbeiten kann. Das Drillen ist hier Im April un wohl anwendbar und viele Landwirthe haben das Säen in demssele in Reihen schon mit Vortheil angewandt. Im August, tend, dn. wenn die Blätter dunkler werden, zieht man die Pflan— ug, Nach zen aus, liest die Blüthen ab, trocknet sie an der Luft alle andert und bewahret sie in leinenen Säcken auf luftigen Böden dern; da g auf, Das Stroh liefert ein gutes Schaffutter. Der Safflor giebt ein rothes Farbenpigment auf set der Bid Seide und Wolle. Ehedem wurde er in Thüringen sehr 1 den tell stark gebaut, jetzt ist die Ausfuhr aber gering. n größt un Reichart, Land- und Gartenschatz. III. 8. Erfurt. §. 366. det Gegend statk gebaues C. Krapp, Färberöthe(Rubia tinctorum IV. 1. L.) verlangt einen tiefgründigen, reichen und im Untergrunde nicht feuchten, sandigen Lehm. Da er bis ins dritte Jahr in der Erde steht, so verlangt er eigene Pflanzungen und läßt sich daher nicht gut in eine üͤbindigs übe bestimmte Fruchtfolge bringen. Wenn das Land tief und gut bereitet ist, wozu man sich des Spatens bedient, oder eines tief genug gehenden Pflugs, und tüchtig ge— düngt hat, legt man die Wurzeln in 2 Fuß Entfernung in 100 Cint. 9 des Volke grius N 5 2 l ö 2 1 0 und bearbeitet sie den Sommer hindurch mit dem Schau— lt gesichte 810 8.. 4 f 1 K gen 5 felpflug oder der Handhacken. Man kann die Wurzeln mit 10 Obel Gad W dem gewöhnlichen Pflug legen, oder man kann auch dazu Gee beten —., K rr W +§—!!!! ̃7½ę5c..... ̃ ͤN———— e, — 256— einen doppelten Streichbretspflug nehmen. Im 1 und 2zten Jahre mähet man das Kraut ab, welches ein be— sonders, auf die Milch wirkendes Futter ist. Im zten Jahre des Herbstes hebt man die Wurzeln mit Gabeln heraus, schneidet die jüngern zum Legen ab, die stär— kern aber trocknet man entweder auf dem Ofen oder an der Sonne, und dann kommen sie in den Handel. Sie wird zu allen Arten von Roth gebraucht, auf Seide, Baumwolle und Wolle. Vorzüglich berühmt ist die Le vantische. Der Ertrag an Krapp ist sehr bedeutend und über— trifft an Geldwerth noch bedeutend den Ertrag des be— sten Weizenackers. Ehedem wurde diese Pflanze sehr häufig in Thüringen, besonders in der Gegend von Er— furt erbauet. §. 367. D. Wau(Releda luteola VII. 2. L.) wird im Ganzen wie der Safflor behandelt, und liebt auch wie dieser einen fruchtbaren Boden, in welchem sich Kalk befindet, doch kömmt er auch auf einem Sandbo— den fort. Von ihm benutzt man den ganzen Stengel nebst den Blättern, als gelbes Farbenpigment, weßhalb er, wenn er verblüht, ausgezogen und getrocknet wird. Anmerk. Weniger cultivirt als diese Farbenkräuter, wird die Scharte,(Serratula tinctoria), die kanadische Gold— ruthe(Solidago canadensis) und mehrere andere. Mehrere s. in Whistling d. a. O, III. 3 5. 368 wagt b 2 1 g 9 f 1% ii i i e en ü er. i. J zg. In mit uu Auch von diesen Pflanzen, welche eine sehr man— m ab, die ii nichfaltige Anwendung gestatten, werden sehr viele in 1 Ofen oder u verschiedenen Gegenden im Großen gezogen. Die we— Handel. 8. sentlichsten sind: , auf Seid, fühnt if die A. Der Kümmel(Carum carvi V. 2. L.) gedeiht auf einem humosen, sandigen Lehmboden, der eine hinreichende Tiefe hat, am besten. Doch habe ich ad und ih auch auf einem starken Lehm sehr gute Ernten davon ge— tag deb be sehen. Man säet den Saämen Ende März und Anfangs Pflanze sch April entweder gleich auf das für ihn bestimmte Land, gend bon ki was durch Graben oder Pflügen aber sehr tief bearbeitet werden muß, oder man zieht die Pflanzen in Gärten auf eigenen Beeten und pflanzt sie Anfangs August auf das wie zu Kohl zubereitete Land, in Reihen von 1 bis 2 Fuß, je nachdem man ihn durch Menschenhände oder mit dem Pfluge behacken will. Wenn er gleich auf den Acker gesäet wird, so geschieht es am besten in Rei— 2. L.) wied id liebt auch welten se hen, so daß man die jungen Pflanzen gehörig bearbeiten um Sade kann und das Jäten nicht nöthig hat was jedesmal m Se sonst geschehen muß. Schon im ersten Jahr ist es vor— iet, weßhab theilhaft ihn zu bearbeiten, im folgenden muß es so oft wacht in geschehen, als sich Unkraut zeigt. Die Ernte desselben ul l erfolgt im Sommer des zweiten Jahres und er wird da— 15 halt her wie der Winterrübsen nach der Brache gebaut. Es aden ist selten vortheilhaft, den Kümmel länger als 1 Jahr 17 r rr ̃—˙UAQyQ222 ⅛— ˙—dgũñ. stehen zu lassen. In der Gegend um Halle und auch in Thüringen wird er gegenwärtig stark gebaut. Ir. Tiedemann in hannöverschen Nachrichten. zr Bd. §. 369. B. Der Anis(Pimpinella anifum V. 2. L.) Ein fruchtbarer Lehm oder schwacher Kley ist ihm am liebsten; er kömmt als Besömmerung in die Brache, da es aber kein Unkraut und keinen frischen Dünger verträgt, so muß man ihm reinigende Früchte voraus gehen lassen, oder den reinsten und natürlich kräftigsten Theil des Ackers dazu wählen. Kommt er in die Brache, so muß das Land schon im Herbste gegraben, oder wenig— stens 10 Zoll tief mit dem Pfluge bearbeitet werden. Im Frühjahre wird das Land geeggt, dann im März der Anis gesäet und mit einer hölzernen Egge oder mit einem bloßen Dornbüschel eingeeggt, und sogleich stark gewalzt. Wenn der Anis das dritte Blatt erhält und es zeigt sich Unkraut, so wird er gejätet, dieß wird 1 bis zmal wiederhohlt, weil ihm nichts nachtheiliger ist, als Unkraut. Im Juli tritt die Ernte ein, wenn die Körner anfangen hart zu werden; man rauft ihn, bindet ihn in kleine Bündel und stellt ihn sogleich auf luftige Böden zum Trocknen auf, dann wird er gelegent— lich gedroschen und gereinigt wie das Getraide. Man säet auf den Acker 1o bis 12 Pf. und erntet 3 bis 4 Ctnr. Das Land wird nach dem Anis gedüngt und Winter⸗ frucht gedeiht oft sehr gut nach ihm. Er hat 2 Haupt— feinde: erstlich eine kleine Spinne, welche den Stern 90 5 (ac botzü Grun ene Oel, seh 6 auf 0 f laldee each wein N. 1 J. fein in de Dean 15 1 L mittel Man Men i feat, Hehe YM u 1 gehal, b der Blume umspinnt und so das Taubblühen verursacht, Gan. 1.(fälschlich Pfeiffer genannt); zweitens die Lohe, kömmt vorzüglich auf fettem Lande häusig vor. Aus diesen Grunden kann man kaum alle 3 Jahre auf eine vollkom— mene Ernte rechnen. Das Anisböl ist ein ätherisches Oel, das aus der Spreu des Anis bereitet wird. Die— ses Gewächs wird ebenfalls in der Gegend um Erfurt häufig gebaut. Der Saame geht stark nach England, und in Schottland gebraucht man ihn, um, statt des Ge— traides, Brantwein daraus zu brennen; sonst ist er of— ficinell unnd wird auch bei uns als Beisatz zum Brant; wein gebraucht. 5 um V. z.]. ey ist im n ie Btache, du Inger benrigt gehen lassen, en Theil dez e Drache, s Ker weng Mein Jahrbuch der Landwirthschaft. J. 1. et werden. gt, dann it§. 370. gen Egge oder und sogleich Blatt tehalt i/ dieß wird 1 9 7 5 1 1 4 1 5 49 11 1 C. Koriander(Coriandrum lativum V. 2. L.) hat Boden und Behandlung mit dem Anis ge— mein, sein Ertrag ist aber gewisser. Er wird vorzüglich in den Apotheken verbraucht und in England in dem — D————— cshelige Brauereien, 1 ein, wess J u kauft Ih,§. 371. sogleic auf D. Schwarzkümmel(Nigella sativa VII. 1 ver gelegen 1. L.) verlangt zu seinem Gedeihen einen Boden von 1 lde. Mi mittelmäßiger Güte, am besten einen guten Lehmboden. 9 3 bis 4 el, Man pflügt denselben vor Winters und bestellt den Saa— 4 und P men im April. Auf 1 Acker rechnet man 1 Metze Ein⸗ 4 hat 2 Hall saat. Wenn sich Unkraut zeigt, muß die junge Saat J 6„ Ee gejätet werden und zwar so oft, so oft sich von Neuem 1 —. ̃]—7ꝙ%—ꝗð2᷑ct! em ˙. ůR e pr ̃¶ ¹nůn—p—pp.— ͤ Unkraut zeigt. Wenn die Saamenkapseln anfangen sich zu öffnen, wird er gerauft, auf einem luftigen Boden getrocknet und dann gedroschen. Seine Anwendung fin det er besonders in Apotheken. Reichart, Land- und Gartenschat. IV. 9. 372. E. Siebenzeiten(Trigonella foenum grae- cum XVII. 4. L.). Sowohl den Boden als auch die Bestellung und Bestellzeit hat er mit dem vorigen ge— mein. Lan erntet ihn ehe die kleinen Schoten ganz reif sind, um nicht zuviel Verlust zu haben. Sein An— bau wird vorzüglich in der Gegend von Erfurt betrieben und seine Anwendung findet er in der Thierarzeneikunde. F. 373. F. Saffran(Crocus lativus III. 1. L.) ge⸗ deiht nur in einem milden, warmen Clima, daher er nur im südlichen Teutschland gezogen werden kann; selten ge⸗ räth er im nördlichen. Ein tiefer Lehmboden an einem südlichen Abhange ist ihm vorzüglich günstig. Wenn das Land gegraben oder tief gepflügt, und vorher mit kurzem Dünger gedüngt, legt man die Zwiebeln Ende Augusts in solcher Entfernung, daß auf einem UO Fuß eine Pflanze zu stehen kommt. Im 2 oder zten Frühjahre sammelt man die Blumen mit dem Pistill, nimmt solches heraus und trocknet es an der Luft. Im zten Jahre nimmt man die Zwiebeln heraus und die jungen werden aber— mals gelegt. Der violet blühende ist der beste und ge—⸗ u wen U würzreichste. Im 2ten Jahre ist die Ernte am bedeu— luftgn dude tendsten; im 4ten schon sehr unbedeutend und man Mama fg, thut dann am besten, die Zwiebeln herauszunehmen. Petrak, Ueber den Saffranbau in Oestreich. 170. Anmerk. Der Saffran scheint doch sehr vom Clima abzu— hängen. Ich habe ihn öfter zu bauen versucht, er hat mir indeß nie einen bedeutenden Ertrag gegeben. In Oestreich hält man den Ertrag um Zmal soviel werth, als den vom benum gta Weizen. ei die 6. 374. botigen ge Sheen gu G. Hopfen nus lupulus XXII. 4. L.) 8 10 hängt wie viele Gewürzkräuter sehr vom Local ab. fut bench Franken, Böhmen, und Braunschweig sind ühmiilde die Hauptgegenden Teutschlands, wo guter Hopfen er— zeugt wird. Hinsichtlich der Lage des Hopfenackers ist es vortheilhaft, daß er von Flüssen und Landstraßen gleichweit entfernt sey, weil er feuchte Luft und Staub e durchaus nicht verträgt, und vorzüglich an einem sonni⸗ en gen Hügel liege, der den ganzen Tag Sonne hat und 1. vor den Nord, und Nordostwinden geschützt ist. Der Wen geschickteste Boden ist ein milder, lockrer, tiefgründiger Aa d Lehm, dem es nicht an Kalk fehlt, welcher letztre mir ganz nit fußt besonders dem Hopfen angemessen zu seyn scheint. Bei ade Maguft der Anlage eines Hopfengartens, ist es nothwendig das f fan Land im Herbste tief umzuackern, oder auch auf eine sohre fun andere Art 10 bis 12 Zoll tief umzubringen, entweder fois enn durch den Karst oder durch den Spaten; eben so ist es Jun dun vortheilhaft den Dünger, wozu man der Erfahrung ge— pe aber, mäß, den von Schweinen vortheilhaft gebrauchen kann, H nd ge r ͤ(22 ᷑̃ꝗ— m... ᷑̃ꝗͥ̃̃,,. ᷑̃ꝗ§ͤ ̃ꝗ⅛ͤ-. 7—7—˖]—o⁰ͥiwc]%— X....%]˙—mq]«6 ebenfalls im Herbste mit unterzubringen. Im Frühjahre legt man die Fechser entweder in gerade Reihen, die man in Rücken von 6 bis 8 Zoll Höhe aufgeworfen, oder in Verband, indem man die Erde in Hügel von 1 Fuß ins O zieht, so daß auf 4 U Fuß, je 4 Fechser ins Viereck gepflanzt werden und daß sie an eine in der Mitte gesetzte Stange angewiesen und hinanlaufen konnen. * N§. 375. Im ersten Jahre ist die Ernte unbedeutend, dage— gen tritt sie im September des folgenden Jahres ein und ist gewohnlich im Zten Jahre am bedeutendsten. Wenn die Zapfen anfangen bräunlich zu werden, schnei— det man die Ranken los, nimmt die Stangen heraus, windet die Ranken los und bewahrt erstere im Win— ker auf und die Zapfen werden abgepflückt, auf luftigen Boden getrocknet, dann aber in Fässer oder Säcke, so bald wie möglich, verpackt; denn nur dadurch, daß man ihn gegen den Zutritt der Luft schützt, erhält man ihn auf langere Zeit kräftig und gut. Eine Haupt— bedingung beim Hopfenbau ist die, daß er jahrlich gedüngt, wenigstens mit der Hälfte Dünger, wie man die Brache düngt und 1 bis 2mal zwischen den Reihen gehackt und vom Unkraute gereinigt werde. Uebrigens gereicht es ihm nicht zum Nachtheil, wenn man in die leeren Zwischenräume Kohl oder andres Gemüß pflanzt. §. 376. Die Arten des Hopfens unterscheiden sich nach ih⸗ 505 60 sc Jen Be und za hat ine borslg Zapfen Staub, ei z Jahte, bann ö dag i 2 9 Nn Ihe 1 * 900 0 i. aft Git Neit 6 Bebit 9 1 Mpihianz Nn, 9 ren Geburtsorten und in dieser Hinsicht findet ein Unter— , die. 5 8 5 5 1 chied statt, sowohl nach seiner Größe, als auch nach sei— aufgwvnfen 0 0 0 1 bi f nen Bestandtheilen. Der Unterschied zwischen wilden Age dog und zahmen Hopfen liegt bloß im Culturzustande. Auch N hat 5 frühen und späten. Seine n hängt 10 vorzüglich von dem Staube ab, welcher sich zwischen den Zapfen befindet. Alter unterscheidet sich durch den Staub; bei dem jungen ist derselbe mehr grünlich gelb, bei zweijährigen röthlich, bei altern braun. Der junge 1 0 Hopfen ist besser als der alte, doch bleibt auch dieser Ves ein brauchbar, wenn er vor dem Zutritt der atmosphärischen deuten Luft geschützt worden. i den, che Der Hopfen ist übrigens sehr viel Unfällen unter, den aug worfen, vorzüglich aber dem Roste und dem Mehlthau. te im Dit Sein Ertrag ist bedeutend, doch geräth er nicht alle auf luftgen Jahre, sondern giebt häufige Mißernten. Man rechnet Eicke, so etwa im Zten oder 4ten Jahre eine reichliche Ernte und hutch/ daß dann ist doch sein Ertrag im Durchschnitte dem des Wei— erhält nan zens gleich; man kann p. Acker 4— 5 Ctnr. rechnen. ane Haußtz Man kann den Hopfen 16 bis 20 Jahre stehen lassen, jahrlich ohne ihn durch neue Fechser zu ergänzen, dann ist es „ pie maß aber gut, ihn auf ein anderes Grundstück zu bringen. den Reihen Daß man die Ranken des Hopfens wie den Hanf Uebrigens zu Bast benutzen kann, ist schon vorn bemerkt worden. man in die Etter, Anweisung zum Anbau des Hopfens. Leipzig 1709. vüß Nan Reichart 4. a. O. III. §. 377. Einige, wenig oder selten im Großen angebaute, si a 10 Gewürzpflanzen, wollen wir nur namentlich hier anführen: 2 ̃¶— um—r...]§—0:•᷑;̃]⅛ꝛ̃ m ̃§ꝗ 6‚ 3 — 264— Fenchel(Anethum foeniculum V. 2. L.) eine zweijährige Pflanze, welche häufig gebauet und wie der Kümmel behandelt wird. N Dill(Anethum graveolens). §. 378. 7%%%FFFCCFCCCCCCCC. Von diesen wird eine sehr große Menge in Gärten gezogen, andere wachsen wild und bedürfen nur des Sammelns, den geringsten Theil baut man auf Aeckern im Großen. Von diesen letztern ist vor allen zu bemerken: Das Süßholz(Glycyrrhiza glabra). Blos die Wurzel ist nutzbar, sowie der daraus bereitete Saft(La— crizen) ebenfalls officinell ist. In England und Teutschland findet es seine Hauptanwendung in der Brauerei vorzüglich zum Ale. Der schicklichste Boden zum Süßholz ist der lehmige Sand oder sandige Lehm, der aber eine Tiefe von 12 bis 14 Zoll haben und reich an Humus seyn muß. Je angemessener der Boden, desto besser der Er— trag des Süßholzes. Der Boden darf nicht mit langem Dünger frisch gedüngt, muß aber sehr tief gegraben und wo möglich regolt werden. Dieß geschieht im Herbste, wo man zugleich sehr kurzen und wohl gefaulten Dünger oder Compost mit dem Boden vermengen kann. Im Frühjahre wird es wiederhohlt und vorzüglich dahin ge⸗ arbeitet, das Land recht klar zu bekommen. Im April werden die Sätzlinge nach der Schnur etwa 1? Fuß ent⸗ fernt, vermittelst eines eigenen Pflanzslockes gepflanzt, man nimmt dazu die jüͤngsten und dünnsten Wurzeln; im m. 2. I. caag gh ee. enge in Gun durfen nur de auf Aeckern n n zu benerfer zabra). Bl eitete Sist(ed ind Teutschlun lere borzgsih Süßholz ii de ber eine Lit b Humus sen hesser der Ey ict nit ungen f gegraben un t in Herls ulten Düng⸗ u kun. J gglh dohit; n. Ju n a0 1 uch Haft Bug — 263— Herbste bedeckt man die Pflanzen mit Dünger, welcher im Frühjahre weggenommen und in den Reihen untergehackt wird. Im folgenden Jahre muß es öfter behackt und rein von Unkraut gehalten werden; im Herbste des drit— ten Jahres folgt die Ernte, wo man die großen Wurzeln abnimmt und die kleinern Sätzlinge wieder zum Setzen aufbewahrt, 16, 879. Der Ertrag des Süßholzes ist oft sehr bedeutend, in⸗ dem man auf den Acker im Durchschnitt 10 Ctnr. rechnen kann. In Teutschland zieht man es sehr häufig in der Gegend um Bamberg und in mehreren Strichen von Franken. Seine Cultur ist einfach, paßt indeß doch nicht wohl in den Ackerumschlag, sondern muß mehr auf Krautländern betrieben werden. Der süße Stoff, wel— chen diese Wurzel enthalt, besteht nicht in Zucker, son⸗ dern in Mannastoff. Dickson, II. a. a. O. Mein Jahrbuch der Landwirthschaft. V. 1. 8. 380. Einige andere Arzeneipflanzen, die mehr in Gärten als auf dem Acker gezogen werden, will ich hier nur na— mentlich anführen. Sinen sehr bedeutenden Handel mit diesen Pflanzen treibt man in der Gegend von Jena und man rechnet, daß aus dem Saalthale jährlich für meh— rere tausend Thaler dergleichen Pflanzen ausgeführt wer⸗ den. Es sind die bemerkenswerthesten: — ˙—ü—. 7. ee. pp.. . 1) Rhabarber(Rheum Rhabarbarum). 2) Wermuth(Artemilsia Ablinthium). 3) Raute(Ruta graveolens). 4) Angelicawurzel(Angelica Archangelica), 5) Cardubenedicten(Centaurea benedicta.), 6) Welisse(Melilla officinalis). 7) Alantwurzel(Inula Helenium). 8) Chamillen(Arthemis nobilis). 9) Krausemünz(Mentha crispa). 10) Pfeffermünze(Mentha piperita). Anmerk. Man könnte dieses Verzeichniß sehr vermehren, wenn es darauf ankäme. Da indeß für den Landbau im Großen diese Cultur höchst selten paßt, so übergehen wir sie und empfehlen zum weitern Nachlesen Reicharts a. g. W., das an Hrn. Prof. Völker einen so wackern Bearbei— zer gefunden hat. §. 381. Techn i s ch! Aflenz en So nenne ich diejenigen, die unmittelbar Material zu Manufacturen und Fabriken liefern; oder selbst als Instrumente gebraucht werden. Es sind hier zu be— merken: A. Der Kanariensaamen(Phalaris cana- riensis III. 2. L.). Dieser gedeiht in jedem Boden, in welchem Gerste wächst. Auch wird das Land eben so dazu bereitet, wo möglich noch klärer. Nur muß der Boden, wenn er nicht an sich reich ist, mit kurzem Miste gedüngt werden. Man kann ihn in die Brache oder auch ins Sommerfeld bringen. Er hat sonst Alles mit dem Getraide, und besonders der Gerste gemein. Nur mit en wird/ fene 18 fine“ heike Nen ö 67 num aud fe Saane Decken Mitte leichte a f in hen if — 267— 2 1 8— „„ 55 8— 3 0 . dran dem Unterschiede, daß er dünner gesäet und gejätet um, wird, wenn sich Unkraut darunter zeigt, was dieser Pflanze sehr zuwider ist. angel Früher wurde er bloß zu Vogelfutter gebraucht, 2 benelicn) seine Hauptanwendung findet er aber jetzt in Linnenfa— 7 briken zum Steifen der Steifleinwand, weil er sehr viel 0 j Pflanzenschleim zu enthalten scheint, 9 f 82382 1 B. Weberdistel, Karde(Diplacus fullo— 13 ta) num IV. I. L.). Sowohl in Tuch als Strumpf⸗ 5 d buche, und mehrerern andern Wollenfabriken gebraucht man die 1 ndbau in Saamenkapsel von dieser Pflanze, zum Aufrauhen oder 1050 N 0 Decken des Tuchs, die man durch ein anderes künstliches 9 0 zul Mittel nirgends hat ersetzen können. Sie liebt einen leichten Lehm und scheint besonders auf einem solchen 5 gut fortzukommenn, der Kalk oder Mergel enthält. ö 5 Man säet den Saamen von den besten und reifsten Kö— L Matera pfen im April in ein wohl bereitetes, am besten gegra— t selhs l benes und mit kurzem Miste gedüngtes Land. Nachdem let zu bet die jungen Pflanzen das dritte Blatt erhalten, muß man sie sorgfältig vom Unkraute reinigen, dann läßt man die Pflanzen auf den Beeten stehen, rauft jedoch die zu dick stehenden aus. Im August werden dieselben auf das für sie be, stimmte und gegrabene Land verpflanzt und zwar in Rei— hen von 18 Zoll bis 2 Fuß Entfernung, die man ent⸗ weder durch gezogene Schnuren oder durch den Marquer bestimmt. Es ist nöthig ein Stück Land zu wählen, das eine tiefe Krume hat, aber es darf nicht zu fett Iris cana. n Boden, d chen so it muß det en Nit t oder auß 18/ V . nit ———— K F—.U(LĩL.]⅛§'JÑrlL]ꝗ rde——— 1 — 268— seyn, weil sonst die Köpfe weniger Stärke erhalten. Im künftigen Frühjahre, sobald man ohne Gefahr in den Boden kann, werden die Reihen bearbeitet und vom Un⸗ kraute gereiniget was entweder mit der Handhacke oder mit dem Schaufelpflug geschehen kann, man wiederholt dieß, so oft sich in den Reihen von neuem Unkraut zeigt. Im Juli und August tritt die Ernte ein, wo man die reifsten Köpfe nach und nach abschneidet und ihnen Stiele von 4 bis 6 Zoll lang läßt. Sie werden auf ei— nem luftigen Boden aufgehängt, getrocknet und dann zu weitern Gebrauch verwendet. Diejenigen Köpfe, wo⸗ von man Saamen ziehen will, läßt man recht reif und trocken werden, wo dann der Saamen von selbst außfällt. Wir haben zwei Species, nämlich die Diplacus fullonum mit Widerhaaken, und D. lylvestris, die häufig wild wächset, aber nicht zu gebrauchen ist. Die Karde wird häufig in Franken gebauet, könnte aber auch an andern Orten mit Vortheil gezogen werden. Allgemeine Haushaltung und Landwissenschaft. III. §. 383. 5 7) Eigentliche Handels pflanzen. Zu dieser Abtheilung rechnen wir alle Pflanzen, welche zu verschiedenen Zwecken dienen, aber einen Hauptgegenstand des Handels vorzugsweise ausmachen. Wir erwähnen davon nur: A. Die Cichorie(Cichorium Intybus XIX. 1. L.). Ein guter, tiefgründiger, fruchtbarer Lehm; boden, insonderheit, wenn er etwas Kalk enthält, ist der b daß da fuß. ft ei dan mit! leit! bist 1 hen, Oden fel, bedeu frau die bun Anf dich tn) an, dicke lichten, c Ce i 1 tet und vn. Hundhahz gn man pied in Unkraut fe te ein, vi na eidet und ie werden auf net und dan en Köpfe w. recht reif un x selbst cuffäll, die Diplacuz lylreltris, chen it. N. et, lönnte ahn werden. schafl. II fannt! alle Mantel cher eine ise dubmache ntybus N uch Ehn . 160 Il asill/ 269— der Cichorle sehr zusagend. Am schicklichsten gräbt man das Land, da es eine Tiefe von 10 bis 12 Zoll haben muß. Wenn der Boden an sich kräftig genug, dann ist eine frische Düngung überflüssig, wo aber nicht, dann dünge man im Herbste mit kurzem Mist, oder auch mit Compost, der dazu ungemein geschickt ist. Die Saat⸗ zeit des Cichoriensaamens ist von der Mitte des Aprils bis Ende Mais, und wenn das Land gut geebnet ist, kann er bloß eingeeggt oder auch flach untergepflügt wer— den. Man gebraucht 2 Pf. auf den Acker. Nach dem Säen ist es fast immer sehr vortheilhaft, sogleich zu wal— zen. Während der Vegetation ist die Bearbeitung nicht bedeutend. Man jätet die junge Saat, wenn sich Un— kraut zeigt und wenn sie einige Höhe erreicht haben und zieht die zu dickstehenden Pflanzen aus, so, daß der Zwischen⸗ raum zwischen jeder Pflanze 6 Zoll betragt. Um dieß einfacher zu bewerkstelligen, kann man den Saamen, wie dieß auch schon mit Vortheil geschehen, in 6 Zoll wei— ten Reihen säen. Ihn weiter zu säen, ist nicht rath— sam, weil er mehr ins Kraut geht und doch kurze, aber dicke Wurzeln bekommt⸗ 5. 384. Die Ernte der Cichorie tritt im Juli, August oder Anfangs September ein, wenn die untern Blatter anfan— gen gelb zu werden. Man nimmt die Wurzeln mit Spa— ten heraus und zwar von Zeit zu Zeit, weil sie nicht auf einmal zeitig werden. Die Blätter werden abgeschnit— ten, zu Viehfutter verwendet und die Wurzeln abge— — —————————ͤ „ 1 — 270— putzt. Man kann sie dann in eigenen Darren trocknen und zu Kaffee bearbeiten, oder an die Fabrikanten im grünen Zustande verkaufen. Als Futterkraut verdient die Cichorie keineswegs die Empfehlung, welche ihr A. Pung gegeben, da nur die Blätter, keineswegs der Stengel brauchbar ist. Ein großer Nachtheil beim Cicho— rienbau ist der, daß man sie nicht gut wieder aus dem Acker bringt, denn wenn auch nur ein kleines Würzelchen verbleibt, so pflanzt sie sich dadurch schon fort. Ich habe sie auf gut bereitetem Lande 3 Jahre immer wieder aus⸗ schlagen sehen. Gerste geräth ganz vorzüglich nach ihr. Ihre Hauptanwendung findet sie als Kaffeesurrogat. Miller, Ueber den Anbau der Cichorie u. s. w. Leipz. 1709. Thaer, Annalen des Ackerbaues J. 1807. III. §. 388. B. Lupine(Lupinus albus XVII. I. L.). Ein in neuern Zeiten sehr empfohlenes Kaffee— surrogat. Sie wächset auf einem lockern, nicht zu feuch— ten Lehm, oder sandigen Lehm und wird wie die Linsen und ähnliche Hülsenfrüchte behandelt. Ihr Anbau hat sich in Teurschland noch nicht weit verbreitet, in Italien baut man sie aber als Futterkraut und zum Unterpflügen statt des Düngers, §. 386. C. Taback(Nicotiana Tabacum V. 1. L.). Ein aus Amerika durch Nicot nach Europa zuerst ver— pflanztes Gewächs. Er setzt einen bedeutenden Dunger; 1 Porath! ß anzu cet un genomm Sand, eahmbor reich un tunzeffi stlocrwi hikthsche dugt we sowie an In. J krocken g Da idem m ger tor? cho Mn der olg Kale sch den die! Das fg den Jer Hand beg W ahl beh⸗ st in se N Dr kroch i Fechten 0 eerktau vg 3/ helcess! feineswegz 0 heil beim di wieder auz dn fort, J hab er wieder aut aach nach ih scesurrogat, ines Bütgech s XVII. lenes Kaffe nicht zu fuch wie die dissen iht Anbau he „ in Jtag Unterpflage 10 V. J. U) a zun bel un Hunde — vorrath voraus, oder Gelegenheit den Dünger von Au— ßen anzukaufen, da er allerdings den Boden stark aus— zehrt und nichts wieder in demlelben, die Strünke aus— genommen, zurück läßt. Er liebt einen lehmigen Sand, einen sandigen Lehm und überhaupt einen Lehmboden von allen Gradationen, wenn er humus, reich und etwas tief ist. Wie zu den meisten Sömme— rungsfrüchten, denn er wird auf der Brache in der Drei— felderwirthschaft, oder statt der Brache in der Wechsel— wirthschäft erbaut, muß um die Hälfte stärker dazu ge⸗ düngt werden, als zu reinem Brachkorn; der Roggen, sowie andere Früchte gerathen aber auch sehr gut nach ihm. Neubruch, wenn der Rasen gehörig zersetzt, sowie trocken gelegte Teiche geben einen vorzüglichen Ertrag. Das Land bereitet man wie zu andern Hackfrüchten, indem man es schon im Herbste tief pflügt und den Dün— ger vor Winters unterbringt. Den Saamen säet man schon Anfangs März, am besten in ganz kalte Mistbeete oder hölzerne Kästen, die man durch Strohmatten vor der Kälte sichern kaun. Ende Mai oder Anfangs Juni wer— den die Pflanzen auf den wohlbereiteten Acker verpflanzt. Das Pflanzen geschieht in Reihen, wenn man ihn mit den Instrumenten, in Verband, wenn man ihn mit der Hand bearbeiten will, in einer Entfernung von 2 Fuß. 8. 387. Während der Vegetation wird der Taback wie der Kohl behandelt; das Behacken und Lockern des Bodens ist ihm sehr günstig und daher kann es mehreremale ge— ———————-—!—ͤ— —— e ,,,, ⏑«ꝗꝙͤꝗͤ e.«˙—%¶ schehen. Alle Nebensprossen aus den Wurzeln werden weggenommen, so wie auch die Blüthenknospen, sobald sie sich zeigen, und dieß nennt man Geitzen. Im Au— gust und September werden die vollkommenen Blatter nach und nach abgenommen, ausgerippt und kommen auf eine Scheuntenne, wo sie über einander gelegt wer den und sich erhitzen und schwitzen, nach acht Tagen ist dieß gewöhnlich vollendet, worauf sie dann an Fäden gereiht und an den Häusern oder auf luftigen Böden zum Trocknen aufgehängt werden. Im Großen hat man dazu eigene Trockenhäuser. Die untersten Blätter ha— ben wenig Werth und heißen Sandblätter. Nachdem alle Blatter herunter sind, werden die Strünke abge⸗ hauen, damit sie nicht weiter ausschlagen. Als Feinde des Tabacks sind der Rost und die Engerlinge vom Maikäfer bekannt. §. 310. Arten des Tabacks sind sehr verschieden, viele sind nur Varietäten. Nach dem Vaterlande hat man Asia— tischen und Amerikanischen. Von erstern ist der bekannteste der Persisch e, von letztern, der Mary— länder, Pensilvanische, Virginische und Oronokko. In Teutschland bauet man vornemlich: a) den gemeinen Taback(Nicotiana Tabacum); b) Bauerntaback(N. rultica); c) Soldatentaback(N. glutinola); d) Jungferntaback(N. paniculata); e) Baumkanaster(N. fruticola). ö Abhandlung vom Tabacksbau⸗ Helmstädt 1780 176). —— g AMenein, . gend, deaktel funden! folgende 0 un l. * belt bot Johulgt Aus dit i 6090 tit hu deb erse Mußen dingt, als die bet Be ahteg! Dai wel 8 8 meh sah 8. 389. ißtn. 1 Allgemeine Bemerkungen über den Bau der Handels- und Ma⸗ g nufakturkräuter. menen Tit pt und fun Der Bau dieser Gewächse ist im Ganzen sehr loh— nder geg p nend, und oft weit lohnender, als der Bau der Getrai— h acht dun dearten und vieler andern Pflanzen, und demungeachtet dann ay dh finden wir ihre Cultur nur sehr wenig verbreitet, wozu luftigen 1 folgende Gründe das ihrige beitragen mogen: Großen hül 1) Sind die meisten sehr lokal, indem ihr Anbau ien Rüter 5 vom Clima und Boden abhängt. tler, Noth 2) Setzen sie eine bedeutende Quantitat von Ar— Sni ale beit voraus, die nur da möglich zu erhalten ist, wo die . Al fir Population sich auf einer bedeutenden Höhe befindet. Engel Aus diesem Grunde finden wir ihren Anbau immer nur in Gegenden, wo dieß der Fall ist. Besonders da, wo das Gründeigenthum sehr vertheilt. en vel 3). Setzen die meisten auch eine beträchtliche Quan— bat man /f tität von Dünger voraus, da sie dem Boden nichts wie— 0 eren it! der ersetzen; wo daher nicht Gelegenheit ist, solchen von , da Nn Außen zu erhalten, hält es sehr schwer ihren Bau mit sipische n Vortheil zu betreiben. Wir finden denselden daher im— bone mer mehr in der Nähe von bedeukenden Städten, oder in Tabac sehe fruchtbaren Landstrichen. 4) Endlich ist der Bau dieser Gewächse sehr be— 10 dingt/ durch die Nachfrage/ die weit beschränkter ist, f 55 als die nach Getraide, da die meisten nur Bedürfnisse 1 0 der Bequemlichkeit befriedigen und entbehrlicher sind, 1 2 wahrend dieß bei den Getraldegelen nicht ver Fall ist. 18 — . * — — — r 8 ̃—ͤ ͥ¶!??!?! p]—9—rcɼ:c 7 ꝛ⅛˙˙⅛m. — 274— Uebrigens muß jeder großere Landwirth erwägen: ob seine Verhältnisse von der Art sind, daß sie den An bau dieser Gewächse begünstigen. Fünfter Abschnitt. Vom Futterkräuterbau. §. 390. Die Futterkräuter, worunter wir hier alle Pflan⸗ zen verstehen, welche zur Ernährung der dͤkonomischen Hausthiere gewonnen werden, in sofern sie nicht schon in einem der vorhergehenden Abschnitte beschrieben wor— den, theilen wir in natürliche, in sofern sie frei— willig, ohne besondere Bestellung hervorkommen, nnd in künstliche, in sofern wir die Natur durch Kunst in Stand setzen, sie hervorzubringen. Erstes Capitel. Rat„ der Futter ad §. 391. Bei dem natürlichen Futterbau findet wieder ein Un⸗ terschied statt, zwischen Wiesen- und Weidewirth⸗ schaft. Unter Wiesen versteht man bekanntlich Grundstücke, welche zu Graswuchs bestimmt sind und jährlich eine regelmäßige Ernte an Heu, oder Heu und 1. Fein ten bett hilt 1 wich j N f in Grummt liefern; unter Weiden dagegen begreift man Grundstücke, welche ebenfalls Futteepflanzen auf ihrer Oberfläche hervorbringen, die aber nicht künstlich geern— tet, sondern vom Vieh unmittelbar durchs Abweiden ge⸗ daß si n nossen werden, . 8. Di Wie een b ag u. Die Wiesen, als eigentlicher Gegenstand der Wie— senwirthschaft, kann man aus verschiedenen Gesichtspunk⸗ ten betrachten und eben so verschieden eintheilen. So theilt man sie: 1) Nach ihrer Lage: a) in Moorwiesen, welche tief und sumpfig; b) in Thalwiesen, welche in fruchtbaren Thälern lie⸗ gen, ohne zu naß zu seyn; c) in Bergwiesen; bau, det ale Pfar r dlonomschen sie ficht schi schtieben poß sofeln se fia omen, nt) e d) in Feidwiesen, die gewohnlich hoch und zwischen Aeckern liegen; e) in Waldwiesen, die in Hölzern liegen. 2) Nach ihren politischen Verhältnissen: a) in Wiesen, welche der fremden Triftgerechtigkeit 105 unterworfen sind; b) in solche, welche Gartenrecht haben. eder ein 3) Nach ihrer Ergiebigkeit: oepirtl a) in einschürige oder Jacobiswiesen, wenn sie jähr n bekun lich nur einmal gemäht werden; 1 go 1h b) in zweischürige, welche eine Heu- und Grummt; „ ud ernte geben; 71 18 4 — f—./ ˖—˖+7§«ð«—« 8 r— r c) in dreischürige, welche dreimal gemäht werden können, wozu indeß eine sehr gute Lage und guter Boden gehört. §. 393. Güte der Wiesen. Bei der Beurtheilung der Wiesen kommt nicht bloß ihre Lage und die Beschaffenheit des Erdbodens, son— dern vorzüglich die Beschaffenheit ihrer Grasnarbe, d. h. die Kräuter und Gräser in Betracht, welche darauf wachsen und die Oberfläche bilden. Offenbar sind in Hinsicht der Lage Thalwiesen in der Regel sehr vorzüg— lich, indem es ihnen selten an Feuchtigkeit fehlt und! sie deßhalb eine lebhafte Vegetation haben, sie sind aber nicht selten, wenn sie an den Ufern eines Flusses oder Baches liegen, Ueberschwemmungen ausgesetzt, die ih— nen zwar zu rechter Zeit sehr günstig seyn können, aber auch sehr nachtheilig, wenn sie zur Unzeit eintreten. Bergwiesen, welche am Abhange eines Berges liegen, geben oft sehr gutes Futter, aber selten viel, können aber vermöge ihrer Lage sehr verbessert werden, wenn eine Bewässerung möglich ist. Waldwiesen gewähren selten ein sehr gutes Futter und sind oft sauer. 9. 394. Wiesengräser und Kräuter. Außer der Lage und natürlichen Fruchtbarkeit der Wiesen, kommen ganz besonders die Gräser und Kräu⸗ tt il indes und 6 sind 0 viel! fen let sche! en perde 8 ter in Betracht, welche darauf wachsen, so wie nicht dagen ut minder die Unkräuter. Da aber nur wenige Kräuter und Gräser allen Thieren gleich angenehm und nützlich sind, so kömmt bei der Beurtheilung der Wiesen sehr viel darauf an, für welche Art von Thieren sie Heu lie— fern sollen. Wir wollen jetzt die hauptsächlichsten Krau⸗ amt nicht baz ter nennen und dabei bemerken, für welche Thierart dbodens; gal jede vorzüglich passend ist.) aonatbe, ö. h. pesche darauf dead dd f 8.§. 395. eb cht unt Wi.üesenkräuter. it fehlt undlse sie sind abet es Flusses ode Der rothe Wiesenklee, Trifolium pra— tenle R.; der Bastardklee, T. hybridum R. . S. der Erdbeerklee, I. fraglerun N.; der esezt, die iy f f W kleine weiße Klee, T. repens S.; der Berg— 1 1 N konnen, abet klee, T. montanum S.; der Goldklee, T. agra- 1 Wit enten rium S.; Platterbse, Lathyrus pratensis und 9 Bages lege, tuberolus Pf. R. S.; Zaunwicke, Vicia lepium 5 cl, Wg pf. R. S.; Zweijährige Wicke, V. biennis 2 perden/ b desgl.; Kronwicke, Coronilla varia desgl.; Wil⸗ de Kicher, Altragalus Cicer R.; Hopfenlu⸗ 1 gutes Full jerne, Medicago lupulina S.; Schotenklee, Lothus corniculatus S.; Wegebreit, Planta- go lanceolata und media R. u. S.; Biebernelle, Porterium languilorba S. ute! gc de ie 100 Ata . ) Pf. bezeichnet für Pferde. R. für Nindvieh. S. fur Schafe. — §. 396. Wiesengräser. Wiesenhafer, Avena elatior Pf. und R.; A. pubescens R. und S.; A. flavescens S.; Wie— senrispengras, Poa pratenlsis Pf. u. R.; P. aquatica R.; Hundsgras, Dactylis glomerata Pf.; Thymotygras, Phleum pratenle Pf.; Sch wingel, Festuca elatior Pf. R. u. S.; F. flui- tans R.; F. duriuscula S.; F. ovina S.: Ruch gras Anthoxantum odoratum Pf. R.; Honig; gras, Holcus lanatus und mollis Pf. R.; Wie— senfuchsschwanz, Alopecurus pratenlis Pf. u. R.; Zittergras, Briza media S.; Kammgras, Cynosurus cristatus S.; Weicher Tresp, Bro- mus mollis Pf. R. S.; B. giganteus R.; Schmie⸗ le, Aira cespitola R. S.; Perlgras, Melica nutans R. S.; Strausgras, Agroltis capilla- ris R. u. s. w. §. 397. Unkräuter. Diese sind oft nachtheilig, indem sie andere nütz— liche durch ihren üppigen Wuchs verdrängen, oder ihr Genuß dem Vieh selbst schädlich wird. Wir rechnen zur ersten Art: f Hauhechel, Ononis spinola; Gaänserich, Potentilla Anlerina; Wiesensalbey, Salvia pra- tenlis; Flachsseide, Cuscuta europaea; Hah— 7 2. ö nekamm, Rhinanthus Crista galli; Bäten⸗ klaue, Heracleum Sphondilium; Storchschna— bel, Geranium pratenle; Huflattig, Tullila- go petalites; Ranunkelarten, Ranunculus; Acker mün ze, Mentha arvensis; Flöhkraut, Polygonum Perlicaria. Symphytum officinale. §. 398. Zur zweiten Art der Unkräuter zahlen wir: Kannekraut, Equiletum arvenle und pa- N 5E P lustre; einige Ranunkelarten, Ranunculus flammula; R. acris; R. lingua; R. bulbosus u. a.; Bilsenkraut, Hyosciamus niger; Schier⸗ ling, Cicuta aquatica; Zeitlose, Colchicum autumnale; Wolfsmilch, Euphorbia Cyparis- lias; Merk, Sium latifolium u. a. m. 8. 399. Behandlung oder Cultur der Wiesen. Wenn schon die Wiesen freiwillig, ohne eine beson⸗ dere Aussaat Futterpflanzen hervorbringen, so erfodern sie doch von Seiten des Landwirths eine Pflege und sie bezahlten sie in der Regel sehr reichlich. Wir rechnen dazu: 1) die Düngung; 4 2) die Bewässerung; 3) die Bearbeitung; 4) die Ernte. — 280— §. 400. Düngung der Wiesen. Wenn gleich tiefliegende, regelmäßigen, fruchtba— ren Ueberschwemmungen ausgesetzte Wiesen, einer Dün— gung nicht bedürfen, so ist sie dagegen höher und tro— cken liegenden, sehr vortheilhaft, ja unentbehrlich und bezahlt sich hier außerordentlich gut, indem schon im er— sten Jahre durch Güte und Menge des Futters der weni— ge Dünger wieder vergütet wird. Man kann auf den Wiesen jede Art von Dünger gebrauchen, der dem Acker auch zusagt. Die beste Zeit ist unstreitig das Frühjahr, nämlich die Monate Fe— bruar und März, vorausgesetzt, daß die Wiesen trocken und durchs Fahren nicht Schaden leiden. Bringt man langen, strohigen Dünger auf, so streut man ihn sogleich und harkt ihn etwa Ende April's wieder ab. Das lange Stroh kann man wieder auf die Miststatte bringen oder auf den Acker. Man bedarf hier nicht mehr als etwa J oder? soviel Dünger als man sonst auf einen Acker zu bringen pflegt. Sehr gut ist auch kurzer, wohl verrotteter Hofmist, noch vorzüglicher aber Tauben und Hühnermist oder auch Compost, der hier ganz besonders Anwendung fin⸗ det. Asche, Kalk, Gyps und Ofenruß können nach Beschaffenheit der Wiesen auch sehr wohl als Düngung gebraucht werden. Mistjauche, sowohl in flüssigem als gefrornem Zustande thut bei Wiesen vortreffliche Wir⸗ kung und ich glaube, daß sie kaum zu etwas vortheil, U tt ig, und tra lic und fin et, kt hen anger it deit e Fe⸗ Weesen Veingt a ihn ab. slätte licht f auf g= 281— hafter verwendet werden kann. Man giebt sie am beß⸗ ten im Frühjahre, .. 5. 401. Der Pferch ist endlich ebenfalls bei trocknen, et, was hoch gelegenen Wiesen eine ganz vorzügliche Dün— gung. Er kann im Herbste besser als im Frühjahre gege⸗ ben werden. Nachtheil kann er im Frühjahr verursachen, wenn sehr trockne Witterung darauf folgt, in diesem Fall verbrennt nicht selten die Grasnarbe; dieß riskirt man beim Herbstpferche nicht, dagegen ist der Frühjahrs⸗ pferch bedeutend wirksamer. Das Ueberfahren der Wiesen mit einer fruchtbaren Ackererde, ist von außerordentlich guter Wirkung, wenn man zugleich durch Eggen die Grasnarbe etwas aufreizt. Pohl, das Verjüngen der Wiesen u. s. w. Leipzig 1810. §. 402. Bewaäͤsser ung der Wiesen. Die Bewässerung der Wiesen ist eine Culturart, die dieser Art von Grundstücken sehr angemessen und in den meisten Fällen mit wenigen Kosten bewerkstelliget wer⸗ den kann. Sie ist sehr verschieden, nach der Lage der Wiesen. Wenn die Wiefen so liegen, daß die Bewässerung aus einem darüber liegenden Teich, Bach, oder ei— ner Quelle geschehen kann, so ist die Arbeit leicht und mit wenig Kosten verknüpft. Man führt dann, be— sonders wenn die Wiese etwa an einem Abhang liegt, ———— 1 1 —— ——j— N einen Hauptgraben längst der höchsten Stellen weg, aus welchem in geringen Entfernungen kleinere Nebengräben gehen, vermittelst deren man die ganze Fläche überrieseln läft. Um das Wasser in die Nebengräben zu leiten, wird es durch Rasenstücken da gestaut, wo man es über— fließend haben will. Sehr häufig bedient man sich in Waldgegenden in diesem Fall hölzerner Rinnen, bei welchen man durch angebrachte Zapfen die Leitung des Wassers mehr in seiner Gewalt hat. §. 403. Weit schwieriger wird die Bewässerung der Wie⸗ sen, wenn solche an einem großen Strohm mehr tief und flach liegen, der oft kein bedeutendes Gefälle hat. In diesem Fall sind oft sehr bedeutende und kostspielige Vorrichtungen nöthig, um das Wasser zu der erforderli— chen Höhe zu bringen, von wo aus es auf die Oberfläche der Wiese zu leiten ist. Hier wird die Wiese nicht so wohl überrieselt als vielmehr überstaut. Man kann sich folgender Mittel dabei bedienen: 2) Der Aufstauung des Wassers im Strohm durch Wehre, oder Schütze und der Schleußen, um es nach den Punkt hinzuleiten, wo man es zu benu— tzen gedenkt b) Der Maschinen, wodurch das Wasser zu der er— forderlichen Höhe gehoben werden kann. Sie be— stehen entweder in Schöpfrädern, wovon einige so eingerichtet sind, daß man sie willkührlich ins Was— ser bringen und herausnehmen kann, oder in Etauel le, daß sol Clelen den be ds er 5 del vorthe sen di kin 0 dcn rung kann sens de B. ten f. 1 2— 2—— 7——.. ä 35 Druckwerken oder andern Schöpfmaschinen, die 1 freilich nicht selten sehr W 1 U Ber dieser Art von Bewässerung wird die ganze 5 Oberfläche zu schicklicher Zeit unter Wasser gesetzt und hn zwar so hoch als es die Umstände ee S wenn 9 sich der Rasen vollgezogen hat, hält man mit dem 100 Stauen an und läßt den Boden wieder gehörig abtrock⸗; g de nen. Daß ubrigens alle Wiesen, welche bewässert wer⸗ den sollen, möglichst eben seyn müssen und keine tiefen Stellen haben dürfen, wo sich sonst Sümpfe bilden wür⸗ 0 den, versteht sich wohl von selbst. Diez tief 5§. 404. bi Nicht jedes Wasser ist zur Wässerung geschickt. selge Reines Quell- und Flußwasser, das mehr weich als a hart und vollkommen rein, ist allen Erfahrungen gemäß iche das beste und brauchbarste, dagegen taugt Wasser, 1 das viele mineralische Theile bei sich führt, selten dazu. un Eine Hauptvorsicht bei der Bewässerung erfodert die Zeit, wenn es geschehen soll, denn nicht zu jeder ist es 0 vortheilhaft oder auch nur anwendbar. Wenn die Wie⸗ 65 sen durch Stauwasser förmlich überflutet werden, so 0 kann dieß sowohl im Herbste als Frühjahre ge— f schehen. Nach allen Erfahrungen ist aber die Wässe, 0 rung im Frühjahre der im Herbste vorzuziehen, letztre 0 kann sogar häufig schädlich werden und erfodert wenig⸗— 0 stens sehr große Aufmerksamkeit. Im Frühjahre geht ö die Bewässerung an, sobald das Thauwetter eingetre— 5 ten ist. Bei der ersten Ueberstauung kann das Wasser nach Verhältniß der Witterung 6 bis 9 Tage auf den Wiesen bleiben, dann legt man die Wiese wieder trocken und giebt ferner eine zweite und endlich eine dritte Ueber— stauung die nur einige Tage dauern dürfen. Gewöhn— lich setzt man die Ueberstauung fort, bis das Gras wirk— lich hervor zu wachsen anfängt, d. i. bis Ende April, oft nur auch bis zur Mitte desselben. Ueberhaupt muß es eingestellt werden, sobald die Vegetation anfängt lebhaft zu werden, weil sonst leicht die Grasnarbe durch Fäulniß leiden kann. Daß Witterung, Lage und an— dere Verhältnisse darauf einen sehr wesentlichen Einfluß haben, versteht sich von selbst. §. 403. Wenn bei der Ueberstauung die Herbstüberschwem— mung auch statt finden kann, so ist bei der gelinden Ue— berrieselung der Frühling unbedingt die schicklichste Zeit, der Herbst aber fast immer nachtheilig. Es kann auch länger geschehen und ist haufig noch von Nutzen, wenn die Grasnarbe schon anfängt zu vegetiren. Zwischen der Heu- und Grummeternte können die Wiesen abermals gewässert werden, doch darf das Was— ser zu jener Zeit, wegen der Wärme nicht lange darauf bleiben. Dickson, Ackerbau II. Schreyer, Anweisung zur Bewässerung der Wiesen. Leir⸗ zig 1705. 2 cagzige och lasen det W. dieß a 1 Hernde bung d sungd Sum oft ge f ö jahre f eile fie zu bolthe frucht itt der nit tbgette Pee ner dete — 285— e auf 5 9. 406. u gc„ Beardeitung der Wiesen. e, Die Düngung und Bewässerung sind noch nicht die 5 einzigen Wankel der Wiesen, 1 85 1 deren i noch mehrere, welche ein guter Landwirth nie außer Acht 5 Aal lassen wird. Es gehört dahin das alljährliche Reinigen 5 eee der Wiesen von Gesträuchen, besonders wenn sie, wie n afin dieß an Flußufern häufig der Fall ist, mit Holz bepflanzt ate hurt sind, das Ausjäten einiger schädlicher, besonders wu— und aß, chernder Unkräuter und vorzüglich eine sorgfältige He— Eufuß bung der Gräben auf feuchten Wiesen. Die Unterlas⸗ sung dieser Vorsicht kann leicht die schönsten Wiesen in Sümpfe und saure Glasplätze verwandeln. Es muß so oft geschehen, als sich die Gräben zusetzen. Eine besondere Aufmerksamkeit verdient im Früh— achven jahre die Zerstöhrung der Maulwurfshügel. Sie sind den le⸗ in einem fruchtbaren Boden keineswegs nachtheilig, wenn ite ett, sie zu rechter Zeit geebnet werden, ja sie können sogar in auch vortheilhaft werden, indem die gute Erde die Wiese be— bent fruchtet. Ein vorzüglich vortheilhaftes Instrument dazu ist der Wiesenhobel, den wir seit mehrerern Jahren mit dem besten Erfolg im Frühjahre, wenn die Wiesen a die abgetrocknet sind, gebrauchen. Auch ist das Eggen der W 5 Wiesen im Frühjahre von sehr guter Wirkung. arauf §. 407. Ferner verdient das Aufbrechen trockner, hochgele— 1 gener und bemooster Wiesen, als eine Hauptverbesserung derselben angesehen zu werden. Es muß indeß nur bei — diesen geschehen. Wiesen, welche haufigen Ueberschwem— mungen ausgesetzt sind, würde man die ganze Krume be⸗ nehmen, wenn man sie aufgebrochen, dem Waffer preis gabe. Wenn übrigens die Wiese von der Beschaffenheit ist, daß eine schlechte Grasnarbe durch andere Mittel in eine gute verwandelt werden kann, muß immer der Aufbruch das letzte Mittel bleiben, es sey denn, daß man die Wiese zu Acker höher benutzen könnte; denn nichts ist schwieriger, als eine gerissene Wiese wieder zu Gras nieder zu legen, so daß sie eine vollkommen gute Grasnarbe erhält; in den meisten Fällen finden sich dann viel Unkräuter und Gräser von geringerem Werthe ein. Soll es aber geschehen, so bricht man die Wiese im Herb— ste um, besäet sie im Frühjahre mit Hafer oder irgend ei— ner andern Frucht, bestellt sie so einige Jahre und in— dem man sie zuletzt wieder mit guten Futterkräutern und Gräsern ansäet, giebt man ihr vorher eine hinreichende Düngung, so daß sie hinreichende Kraft erhalt, eine gute Narbe zu erzeugen. Man besäet die Wiese entweder mit guten Heusaa⸗ men, der von Wiesen gesammelt worden, die dieser ho⸗ mogen und der rein von Unkrautssaamen, oder mit ir— gend einem Futterkraute, dem man die passendsten Gras arten in gehöriger Menge beimischt. Wo der Umbruch wegen der Vertilgung einiger herrschenden Unkräuter ge⸗ schieht, kann auch das Brennen des Rasens von entschie— denem Vortheil seyn. Landwirthschaftliche Mittheilungen. I. Abhand⸗ lung von D, Schweitzer, zun muß. selbst feen ile! 15 ful lch er zwang zweck brofß g a6 lin dl 50 —————————— ů klage 8. 408. 1 J. 0 1 l r Hunne he Nachtheile, welche der Wiesencultur entgegen. U pri Die Nachtheile, welche hemmend auf die Wiesen— cultur wirken, sind von sehr verschiedener Art, und * 1) Politische, in sofern sie gewisse Servitute zwar: dach b nn 1 1 5 betreffen, welche auf den Wiesen ruhen. Dahin gehört 156 wan vor allen der lästige Hut- und Triftzwang. Zwar kann ener n es Fälle geben, wo das Behüten der Wiesen selbst im 0 h Frühjahre nicht schädlich ist, im Herbste schadet es ohne⸗ ichen hin nicht, aber es ist für den Eigenthümer einer Wiese 17. doch sehr drückend, wenn er den Ertrag seiner Wiesen en zum Theil von dem Vieh eines andern verzehren sehen d muß. Auch ist es in den meisten Fällen den Wiesen a id i selbst sehr nachtheilig und daher doppelt schädlich. Bei auen unh freiem Eigenthume hängt es vom Wirthe selbst ab, ob er face seine Wiesen behüten lassen will oder nicht, und er wird i es nur dann geschehen lassen, wenn er es für unschäd— lich erachtet. Wenn aber die Wiesen fremden Trift⸗ m hellt zwang unterliegen, so können die Nachtheile nur durch 2 zweckmäßige Polizeygesetze gemindert werden. Im 10 f Großherzogthum Weimar dürfen Triftwiesen nicht län— ü ger als bis zum 24. April behütet werden, was in vie— fd len Fällen noch immer zu lang ist. lun gh. 9.408. a 2) Natürliche. Dahin möchte ich rechnen: q a) Unzeitige Ueberschwemmungen der Wiesen, beson— e ders solcher, welche an großen Ströͤhmen oder Bä— ——= 7,7,]«. 7r˙—,——7—... chen liegen. So nützlich eine Ueberschwemmung zu rechter Zeit seyn kann, ja so sehr sie den Werth der Wiesen zu vermehren dient, so schädlich ist eine unzeitige Ueberschwemmung, besonders wenn sie zu einer Zeit eintritt, wo das Gras schon hoch und bald zu mähen ist. In solchen Fällen wird gewöhnlich das Heu verschlämmt und die ganze Heuernte vernichtet. Um dergleichen Ueberschwem— mungen abzuhalten, bleibt kein anderes Mittel als das Aufführen von Dämmen oder Deichen längst dem Wasser, was aber freilich eine sehr kost— spielige Sache ist. b) Maulwürfe(Talpa europaea). Man ver— mindert sie durch das Wegfangen, wozu man ver— schiedene Wege vorgeschlagen. Wenn übrigens, wie oben gelehrt die Maulwurfshaufen zu rechter Zeit f zerstöhrt werden, so sind sie oft mehr nützlich als schädlich auf den Wiesen. Reichart a. a. O. u. Gericke II. 1. c) Grasraupen(Phalaena graminis) sind oft bedeutend schädlich. d) Ameisen(Formica nigra, cespitola und rubra) werden es indem sie Hügel und Unebenhei— ten auf den Wiesen verursachen. Eine Menge anderes Ungeziefer lehrt die Naturge⸗ schichte kennen. getgo ditte seh U ist il echte gtößte ehen che 1 6 Jene sel, der der file diese fayn der N langs dende wache 8 wenn wen 2 8. 410. lch gene K Ernte der Wiesen. f b nm se Bekanntlich nennt man das durch den ersten Schnitt chen 0 gewonnene Futter Heu, das durch den zweiten oder Jilen uo) dritten Grummt oder Nachmaht. 0 die gan Die Heuernte tritt gewöhnlich bei 2schürigen Wie— chersc wen„ en e 1 bei einschürigen um Jacobi ein. Sie tes Miel ist indeß keineswegs an die Zeit gebunden, sondern der 1 Deaechen rechte Zeitpunct zum Mähen tritt dann ein, wenn der seht kost⸗ größte Theil der Gräser und Kräuter in voller Blüthe stehen. Früher gemäht, giebt es weniger Heu, später schlechteres. Man kann bei jeder guten Wiese h Nan ber lei Gräser unterscheiden, das Obergras und Grundgras. an bel ⸗ Jenes sind die langstenglichen in die Höhe gehenden Grä⸗ gert, wie ser, dieses die kleinen dichtern. Nach den letztern, als cer gal der Mehrzahl pflegt man sich mehrentheils zu richten. lich als Das Mähen muß möglichst gleich, eben und nahe an b der Erde weg geschehen, besonders dürfen die Mäher keine Kämme oder Bärte stehen lassen. Es geschieht diese Arbeit im 8 5 oder Tagelohn; ein guter Arbeiter d h kann täglich 12 Morgen mähen. ö 9. 41 la und 1 Das Trocknen des Heues hängt vorzüglich von Kah der Witterung ab. Es geht schnell bei anhaltend guter, langsam bei schlechter. Die beste 0 dabei ist fol⸗ srge; gende: So wie das Gras gehauen und der Thau abge— trocknet, werden die Schwaden gestreut und zwar mog 19 I—. ⁵ ůù¶ I f]—¹. ⁶. ²⁰mm ¾ůuuAul— — 290— lichst dünn und gleich. Wenn das Gras auf der obern Seite abgewelkt, wird es mit dem Rechen gewendet und dieß geschieht so oft, als die obere Seite wieder abtrock— net. Gegen Abend bringt man das Heu auf kleine Hau— fen(Windhaufen) die man am andern Morgen wieder zerstreut und wieder eben so verfährt, bis das Heu vollig trocken und in große Schober zum Einfah— ren gesetzt werden kann. Ein öfteres fleißiges Wenden befördert das schnelle Trocknen gar sehr, daher sagt man: das gute Heu müsse auf dem Harken trocknen. In vielen Gegenden streut man zwar die Schwaden am ersten Tage, oft aber mit Vortheil erst am andern, macht aber nicht an jedem Abend Windhäufchen, sondern läßt das Heu gebreitet liegen. Es verliert dadurch zwar die schöne grüne Farbe, aber an seinem Werthe wenig oder nichts; scharfe Gräser werden dadurch sogar verbessert. Bei sehr nasser Erntewitterung muß man die Zeit sehr in Acht nehmen und einmal getrocknetes Heu baldigst auf große Haufen bringen, wobei es weniger leidet. §. 412. Noch schwieriger ist die Grummternte, theils weil im Monat September, wo sie gewöhnlich eintritt, die Witterung an sich sehr ungewiß, theils die Tage kürzer und die Nächte langer sind. Man behandelt übri— gens das Grummt wie das Heu und sucht es durch dün— nes Ausstreuen an recht sonnigen, hochgelegenen Stellen und durch recht oftes Wenden, so schnell, wie möglich zu trocknen. Wenn es lufttrocken, dann wird es auf 2 — . dne Mg das inden wenn S — — mente hen u gtheit en, aht De — 291— 115 viereckige Scheiben Gagfeninte a 2 85 8 Zoll an lng hoch gebracht und 0 bis zur ee s bearbei, fen gu tet. Am Abend bringt man es ehnfalte in Windhau⸗ 1 fen. Sollte das Grummt noch etwas feucht einkommen, 1 un was oft nicht zu vermeiden ist, so schützt man es völlig „ 1055 vor dem Verderben, wenn man beim Einbansen auf jede 1 ei Schicht etwas Salz bringt. es Penden§. 418. daher sagt Andere Methoden, welche aber nach meinem Be⸗ Hen, Ju dünken, der gewöhnlichen nachstehen, hat man auch eine am ersten 5 Menge. So zieht man in vielen Gegenden der Schweiz nagt de das braune Heu vor, das diese Farbe annimmt, dern läßt indem man es sich auf großen, festgetretenen Haufen, zwar die wenn es luftrocken geworden, hat erbrennen lassen. eng oder Auch trocknet man langes Heu in vielen Gegenden, in— etheseet. dem man es über angebrachte Stangen schlägt, wobei geit seht alles Wenden und Bearbeiten erspart wird. Instru— baldigf mente, welche zum Wenden und Zusammenmachen die⸗ et, nen und oft von Pferden gezogen werden, zu dieser Bes arbeitung anzuwenden, halte ich nicht fur rathsam. Das Heu wird entweder auf Böden uber den Stäl⸗ 6 wel len, in eigenen Heuscheunen, oder in bloßen Feimen aufbe— itt wahrt, in welchem letzten Fall es sich besonders gut hält. Tage Weber, Handbuch des Futterbaues. Leipz. 161). t übti 9 din e Sul 2 Weidewirthscha ft. öglich Nicht alle Grundstücke, welche Futter liefern, sind 5 von der Art, daß sie gemäht werden können und daß 19* — 2 ————— N ——— — 2————kH—— man das Futter anders, als durch das Vieh unmittelbar benutzen kann. Aber wenn dieß auch nicht wäre, so können doch eine Menge Fälle eintreten, wo die Benu— tzung der Weide ökonomisch vortheilhafter als jede an⸗ dere ist. i Man kann die Weide aus gar verschiedenen Ge⸗ sichtspunkten betrachten, und darnach auch eintheilen,. Wir machen folgende Abtheilungen:, 1), 2) Wiesenweide. 3) Anger- und Leeden auch Rasen weide⸗ 4) Waldweide. f Die sämmtlichen Weiden können Koppel oder 000 Privatioweiden seyn. „ §. 415. F e b d e e d e Dahin gehört: a) Die Brachweide. Sie ist zwar für Rind- vieh selten von besonderem! Vortheil, dagegen gehört sie unter gewissen Bedingungen für Schafe zur besten. Ihre Güte hängt ab, von der Beschaffenheit des Grund und Bodens, vom Düngerzustand des Ackers, vom na— türlichen Graswuchs und endlich von den in der Gegend herrschenden Gräsern und Kräutern. Sie dient freilich nicht leicht länger als bis Johannis, wo gewöhnlich bei der Dreifelderwirthschaft die Brache gerissen wird. Spä⸗ ter kann die Ruhr nur mit Schafen benutzt werden, und giebt selten viel her. And e Fedde der e fann, eld faut bach I g eh, A5. det rech se i Sele lenb Klee wen de e ee 0 f b) Stoppelweide. Gehört in gutem Boden, hegen und auf trocknen, aber rene besonders 0 i Feldern, unter die besten Wei den, ob sie gleich erst nach der Ernte eintritt und nicht sehr lange benutzt werden an e kann. Dem Vieh kommen hier nicht bloß N unver⸗ 10 0% meidlich ausgefallenen Körner, sondern auch die Feld— . kräuter, von denen oft sehr viele unter dem Getraide wachsen, ohne ihm einen wesentlichen Schaden zu thun, f zu gute. 8 ide, 1§. 417. 8 c) D'reeschweide. Hierunter begreift man jede det guch Ackerweide, welche mehrere Jahre liegt und entweder durch natürlichen Graswuchs mit einer Grasnarbe überzogen ist, oder durch künstliche Besaamung. Ihre Güte ist sehr begreiflich e schaffenheit des Ackers, nach Clima, Lage und Düngerzustand, so wie nach der natürlichen Neigung des Landes zum Graswuchs, verschie⸗ Aid den. Sie findet vorzüglich bei der Schlag oder hir se Koppelwirthschaft statt. Man muß davon nach 1125 der Güte der Weide 1— 6 Morgen auf 1 Kuhweide 25 rechnen. Sehr verbessert wird diese Weide, wenn man n na sie nicht der Natur überläßt, sondern in der abtragenden gend Frucht mit passenden Weidepflanzen ansäet. In Meck— freilich lenburg pflegt man dazu Kopfklee und den weißen kleinen 0 Klee zu wählen. 5 0§. 418. und d) Saatweide, im Spätherbste, Winter oder — 294— Frühjahr auf der Roggen- und Weizensaat, nur mit Schafen anwendbar. Sie kann nicht als regelmäßige Weide betrachtet werden, da sie nur in den Jahren statt findet, wo sie eine zu fette Saat ohne Nachtheil verträgt. Sonst ist sie, da sie gewöhnlich zu einer Zeit vorkömmt, wo den Mutterschafen ein nahrhaftes Milch— gebendes Futter sehr günstig ist; von großem Nutzen. §. 419. ene dee Ist im Frühjahre und Herbste theils für Schafe, theils für Rindvieh in den meisten Fällen sehr erwünscht, und mit Ueberlegung gebraucht, den Wiesen nicht schäd— lich. Wenn sie in einer Berechtigung eines Dritten be— steht, so ist sie zwar für den Eigenthümer der Wiesen sehr lästig, für den Triftberechtigten aber sehr erwünscht. Ihre Güte hängt von der Lage und Güte der Wiesen ab. §. 420. Anger Leeden⸗ oder Rasenweide. Hierunter begreift man alle jene Grundstücke, wel— che zu Weide dienen und in der Regel immer als solche benutzt werden. Man nennt sie Anger, wenn sie in der Nähe der Dörfer oder Städte liegen und zu Weide für verschiedenartiges Vieh dienen; Riede, wenn sie an Flüssen liegen; Moore oder Brücher, wenn sie naß oder uinpfig; Leeden, wenn sie hoch und trocken, gewöhnlich auch unfruchtbar sind; Bergweiden, wenn sie an Ber— 4 * —8 wenig, rige Schafe, wüͤnscht, t schad⸗ itten he; Piesen unscht. sen ab. — 295— gen. Sie sind von sehr verschiedener Beschaffenheit, je nachdem ihr Grund und Boden gut oder schlecht ist. S8. 2 Wa lde id e Diese kann in Hoch- und Niederwaldungen statt finden. In vielen Fällen kann sie eine sehr gute Aus— hülfe gewähren, wenn sie aber die einzige Art von Wei— de ist, entspricht sie selten ganz den Wünschen des Land— wirths und muß überdieß mit Vorsicht benutzt werden. §. 422. Für die Weiden geschieht in der Regel leider sehr wenig, doch wird ein guter Landwirth für folgendes ge— hörige Sorge tragen: 1) Sie möglichst trocken zu legen, damit die Nässe dem Vieh nicht schaden kann und die Weiden nicht verdorben werden. 2) Sie nie so mit Vieh zu übertreiben, daß sie da— durch ganz ruinirt werden können. 3) Sie von allen schädlichen Unkräutern oder über haupt solchen Gegenständen zu befreien, die dem Vieh schädlich seyn können. 4) Sehr vortheilhaft ist es endlich, wenn die Wei— den in einen gewissen Turnus so gelegt werden, daß man sie von Zeit schonen kann und sich wieder er— holen läßt. ——̃——. ̃——.. 7 — 25 —— —— 2 e 8— 2 2 3 D e — 296.—— §. 423. Als eine Nebenbenntzung der Wiesen und Weiden ist das Kopfholz in vielen Gegenden, so wie in an— dern die Obstpflanzungen, nicht unbedeutend. Man pflanzt namlich mit Vortheil sowohl die Wiesen, als auch die Triften mit solchen Hölzern an, die das Köpfen vertragen und einen nicht unbedeutenden Vor— theil durch ihr Holz gewähren. Auf Wiesen können der⸗ e Pflanzungen zwar bisweilen nachtheilig werden, dem sie theils den Graswuchs hindern, theils das Trocknen beschwerlich machen, Triften aber, besonders an Bergen, können dadurch sehr verbessert werden. Von den Hölzern pflegt man anzupflanzen: Weide Salix alba; S. fragilis; S. vitellina; Esche, Fraxinus excellflior; Erle, Alnus 0 Pappel, Populus nigra u. s. w. on Obstbäumen schicken sich besonders die Zwetschen- und Kirschbäume auf Trif— ten. Das Kopfholz bringt man in gewisse Schläge, etwa in 3 bis 4, und befolgt einen bestimmten Turnus dabei. 8. 424. Sch wemmwiesen. Es ist hier der schicklichste Ort noch etwas über Schwemmwiesen zu sagen, eine neuere Erfindung, die zwar nicht aller Orten anwendbar ist, aber da, wo sie es ist, von großem Nutzen. Bei der Bildung der; selben wird die 5 welche aber aus Sand oder leh— — zen Sand bestehen muß,(bei Thonboden ist es nie vor⸗ aft) von einer Anhöhe durch Wasser, was man mie * 4 bon ele 16 ble tl daß die ballen tau, C dutch ⸗ id ö singell et Hun Vuset e 0 7 schi 141 Machte Tut* Futter klsetzt 1 75 Dleser. er N„ von einem hoher gelegenen Punkt herbeileitet, ab- und Wöenn in die tiefern, morastigen Stellen dergestalt geschwemmt, , daß die Anhöhe und die ausgefüllte Tiefe eine gelind cdüud. abfallende Ebene bilden, die später überrieselt werden Nin kann. die dd Es gehört dazu ein Hauptzuleitungsgraben, welcher dn NM durch einen Bach, Fluß oder ein stehendes Wasser gespeist pen der wird, es wird solcher auf der Stelle der Anhöhe hin— eden, eingeleitet, wo er das stärkste Gefälle hat. Man lei⸗ % bs tet nun aus diesem Graben vermittelst Durchstiche das der an Wasser auf die ausgestochene Erde, so daß solche in die Von Tiefe geschwemmt wird und diese nach und nach aus— ali füllt. Im Lüneburgischen trift man schöne Anstalten aunus der Art. ippel, Thaer, ration. Landwirthschaft. III. schick f f Lif⸗ ewe Zweites Capitel. dabei. Künstlicher Futterbau. §. 425. Je höher der Ackerbau stieg, je mehr Weideland ler schicklicher zu Acker verwendet wurde, desto dringender hung machten die Wirthschaftsverhältnisse den Anbau anderer „80 Futterkräuter, wodurch Weiden und Wiesen zum Theil g dh ersetzt werden konnen. Die Natur liefert eine Menge , dieser Futterkräuter, welche durch die Cultur an ihrem bor/ Werthe bedeutend gewonnen haben. Der Anbau und die Pflege der wesentlichsten soll jetzt gelehrt werden. ;—... v. 88——— * — 298— §. 426. 1) Der spanische Klee, Kopfklee(Trifo- lium pratenle lativum XVII. 1. L.). Ein un— schätzbares Futterkraut, durch dessen allgemeinere Ver—⸗ breitung die deutsche Landwirthschaft ungemein gewon— nen hat. Schubart von Kleefeld gebührt das Lob, wenigstens im nördlichen Teutschland dieses Futter— kraut weiter verbreitet zu haben. Er geräth unter ge— wissen Voraussetzungen fast auf jedem Boden, am schwer— sten aber ist er auf Sand und einem zu stark kalkhal— tenden Lande fortzubringen. Kleyboden, so wie Lehm und selbst sandiger Lehm, wenn sie fruchtbar und gehoö⸗ rig feucht, bringen ihn am besten fort. Ueberhaupt liebt der Klee Feuchtigkeit, das finden wir bei ihm schon in wildem Zustande, wo er nur auf feuchten Wiesen wächset. Man säet den Klee nie allein, sondern immer mit einer andern Frucht zugleich aus. Am gewöhnlichsten kömmt er unter Gerste, Hafer und Sommerweizen, we— niger vortheilhaft ist es, ihn unter Hülsenfrüchte zu säen, die durch ihren Schatten den Klee oft unterdrücken. Er kann auch im Frühjahre unter die Winterroggen- und Weizensaat gesäet werden und gedeiht hier oft sehr gut. Man säet ihn entweder gleich darauf, wenn die Som— merfrucht untergeeggt ist, indem man vorher walzt, und eggt den Kleesaamen mit einer leichten hölzernen Egge dann unter(was auf leichtem Boden das Beste) oder man säet den Kleesaamen, wenn die Sommerfrucht 2 Zoll lang, bei zu erwartendem Regen und walzt ihn bloß ein, was den Vortheil hat, daß die hervorkommende une d ba hr und Wit befugt Winterf dal l Men bn din klezerk feurglic uch i worfen, 4 140 file E Pini die dt flit det uf tei dels m bel Pin 0 sdbnme Fömmt Hackfr Auch mn Pflanze sogleich Schatten findet. Beide Methoden has dll ö ben ihr Gutes, doch hängt das meiste dabei von Boden eu, und Witterung ab. Säet man den Kleesaamen in Win— be N, terfrucht, so geschieht es im März oder April, wenn das gewog, Winterfeld abgetrocknet und er wird dann bloß einge— ft daß walzt. Die Herbstsaat des Klees ist nicht rathsam, Julnt- ter ge;§. 427. ih ueber die Quantität des Kleesaamens auf einen hal, Morgen, sind die Angaben sehr verschieden; einige zie— 0 hen dünne, andere dicke Saat vor. Offenbar ist das d letztere richtig, denn je dicker der Klee steht, desto dün— lebt stenglicher wird er und desto lieber genießt ihn das Vieh. 1 i Auch ist eine dicke Saat weniger dem Ausfrieren unter— ace. worfen. Wir säen 9— 10 Pf. auf den hiesigen Morgen t A 140[U Rthn. Der Kleesaamen wird nur, wie alle en kleine Sämereien mit drei Fingern gesäet, am besten bei be windstiller Witterung. Auch muß der Säer geübt seyn. sürn, Die Art und Weise, wie er durch Fellenbergs Säemaschine Er mit der Sommerfrucht zugleich gesäet wird, scheint mir 175 auf reinem Lande entschiedene Vorzüge zu haben, beson— uu ders weil durch eine geringe Vorrichtung die Saat selbst l bei Winden statt finden kann. d ge Bei der Dreifelderwirthschaft steht der Klee als Be— bez sömmerung statt der Brache; bei der Wechselwirthschaft 1 kömmt er in Sommerfrucht, die gewöhnlich nach 96 Hackfrüchten folgt. Auf dem geeignetesten Boden darf er de doch nur aller 6 Jahre auf dasselbe Land kommen, bei we⸗ niger passenden alle 9— 12 Jahre.) Nach Abern— ball ode tung der Gerste ist es auf sehr geeignetem Lande aller- 11 dings oft möglich den Klee noch im Herbste zu mähen, h 9 aber selten wächset er so hoch. Man hütet ihn daher W ab, was bei trockner Witterung selbst bei schwerem Bo— da gehe den nicht schadet, auf Sandboden aber offenbar nützlich galt ist. Nur bei nasser Witterung und sehr spät im Herb— 115 ste darf es nicht geschehen. 15 9. 428. a 5 Den Klee im Herbste mit Mist zu decken, ist in der D Regel mehr schädlich als nützlich, weil er bei warmer 900 sch Witterung nicht selten fault, oder die Mäuse darunter 1 beherbergt, e ist ihm, wenn er es bedarf, im iht zu Frühjahre das Uebergießen mit J Jauche, das Düngen mit nen wei Compost, selbst ganz kurzem Dünger, mit Ruß, Asche, fanden Taubenmist u. s. w. sehr gedeihlich, besonders wenn er Edle ge durch das Eggen zugleich etwas aufgereizt wird. Fast. pisen besser und einfacher ist aber das Düngen mit Gyps, Klee be wenn solcher in der Gegend zu haben ist. Man nimmt ehh dazu Stein- oder Mehlgyps, doch muß ersterer vorher I édaun d zu Pulver gestoßen werden. Wenn der Klee im April 2 bel der anfängt zu vegetiren, streut man den Gyps etwa 12 feht, Schffl. p. Morgen bei windstiller Witterung früh im ede ) Daß der Fruchtwechsel und die schickliche Bearbeitung des Bodens etwas dazu beitragen kann, den Klee schneller 7 wiederkehren zu lassen, wollen wir 3 ugeben, aber gewiß hier i „- e trägt es nicht soviel bei, als einige Wechselwirthe meinen. a unschät U Men qu fiche, ihn ghet eker B/ ar füblih in Hh 0 it der watmet runter, til L 14 ih —— 301 Thau oder nach einem gelinden Reg gen. Er ist auf se— dem Boden höchst wirksam, in der Voraussetzung, daß nicht ganz nasse oder ganz trockne Witterung darauf f Die Vorurtheile, welche man hie und da gegen das Gypsen noch hegte, sind längst durch die Erfahrung widerlegt. Mit sehr gutem Erfolg habe ich statt des Gypses auch kohlensauern Kalk oder einen erdi⸗ olgt. gen Kalkmergel gebraucht. ö. 420. Die Benutzung des Klee's kann von verschiedener Art seyn und zwar: 1) Zu Weide. In diesem F nicht zu stark und vermischt ihn sehr häufig mit dem klei⸗ nen weißen Klee(Prikolium repens). Ein gut be⸗— standener Weideklee kann der besten Grasweide Seite gesetzt werden und übertrifft solche sogar bei ge— wissen Thierarten. Aber nur selten säet man bloßen Klee bei uns zur Weide an, sondern man nimmt bei Mäheklee weg und giebt ihn 2 zall säet man ihn an die einjährigem einen Schnitt dann dem Vieh preis, oder wenn der Klee, wie dieß bei der Wechselwirthschaft häufig der Fall, zwei Jahre steht, läßt man ihn im ersten mähen, im zweiten ab, weiden. 5. 430. Grünfutter bei der Stallfütterung. Nindvieh fast unentbehrlich und ein ist aber bekannt, daß er un Hier ist er für das unschätzbares Milchfutter. Es — 302— anfangs mit Vorsicht gefüttert werden muß, indem er, besonders jung gefüttert, die Kühe stark aufblähet und oft schnell den Tod verursachen kann. Eine Mischung von Stroh oder Heu kann dem zwar vorbeugen, weit be— quemer ist es aber unter den Klee etwas Wiesenhafer, (Avena elatior) zu säen. Dieser geht schnell in Sten— gel und hat gewöhnlich schon verblüht, ehe der Klee in die Blüthe tritt und dadurch mindert er dessen Nach— theile. Unter 8 Pf Klee ist 2 Pf. Wiesenhafersaamen zu dieser Absicht hinreichend.„Man kann hier den Klee an— fangen zu mähen, ehe er in die Blühe tritt, damit er später nicht zu alt werde und besser nachwachse. Auf sehr geeignetem Boden kann man ihn oft Zmal mähen, doch ist dieß selten der Fall. Er kann den Kühen, den Pferden, Schafen, Schweinen und selbst den Gänsen in diesem Zustande ge⸗ füttert werden. de 3) Zu Heu. Auch dazu paßt der Klee sehr vor— züglich und dient in vielen Gegenden einzig den Wiesen— mangel zu ersetzen. Man mähet ihn zu diesem Behuf nicht gern früher, als bis er in voller Blüthe steht. Diese Periode tritt gewöhnlich in der Mitte Juni ein. Die gewöhnlichste und vielleicht die einfachste Methode, i Kleeheu zu bereiten, ist folgende: Wenn der Klee am Morgen gemäht, so läßt man ihn den ganzen Tag in Schwaden liegen, am andern Tage wendet man die Schwaden mit dem Rechenstiel so, daß je zwei und zwei m ben i bildet nan ihn ed nöthig Ale doll hlächt. focken fl wohlgeftt his auch Vesler wengi lungen det Erde gen läßt. tung und Ein echt det let. gen geger langerü zusammer 3 6670 susamen krhilten, Ethtzung Geruch Haufen g den bearb. guten W. — 303— cem g mit den Enden an einander zu liegen kommen und Käm— 1 f me bilden. Ist nun der Klee so abgetrocknet, so bringt 4 Mü man ihn auf lockere Windhäufchen, die man, je nachdem 0 bit he es nöthig ist, ein- auch zweimal umsetzt und wenn der 1 7 enhafu, Klee vollkommen trocken, wird er auf große Schober ge— ö iin Et bracht. Da es schwer ist die Stiele in kurzer Zeit ganz 1 Ke i trocken zu bringen, lo lassen ihn viele Landwirthe in 1 sin Nag, wohlgeformten Schobern auf dem Acker so lange stehen, 1 saufen zu bis auch die Stengel vollkommen trocken. Bei unsichenn 9 Kl a Wetter versehen sie solche wohl mit Strohhauben. Sehr 4 dann vorzüglich wird das Kleeheu, wenn man solches auf ö f „* Stangen, die auf hölzernen Gabeln, etwa 2 Fuß von 1 nahen, der Erde liegen, von beiden Seiten anlegt und so trock, 1 nen läßt. Hier bedarf er gar keiner weitern Bearbei— 1 Scise, tung und kein Blatt rührt sich ab. 1 57 90 Eine dritte Methode endlich ist die Klappmey— f er'sche. Sie besteht in folgendem Verfahren: Wenn 3 der Klee Heute Morgen gemäht, so bleibt er bis Mor— gen gegen Abend, 4 oder 5 Uhr, auf den Schwaden N unangerührt liegen. Dann zieht man ihn auf Kämme f 0% zusammen und trägt ihn in große Haufen, die gegen 9 00 3 bis 4 Fuder betragen 0 ier tritt man ihn fest cl zusammen, indem die Haufen eine kegelförmige Form 10 erhalten. So geht er in 1 Stunden unter starker 1 d, Erhitzung in Gährung, die sich durch einen süßlichen 5 1 Geruch ankündiget. Am andern Morgen werden die 106 Haufen aus einander gerissen, gestreut und durch Wen⸗ 0 den bearbeitet, bis der Klee ganz trocken, was noch bei f I gutem Wetter an demselben Tage oft geschieht. Bei 8 ˙·¹¹ e ——— 0„ schlechtem bedarf er mehr Arbeit, der Haufen darf aber auf keinem Fall auch hier zusammenbleiben, sondern man muß den Klee streuen und wenden. 5 Der Klee nimmt darnach eine ganz braune Farbe an und man erreicht dadurch den Vortheil, ihn viel schneller zu trocknen und weniger Blätter zu verlieren. Ob diese Gährung, die im Klee vorgeht, seine Eigen⸗ schaften als Futter verbessere, bezweifle ich und deßhalb mag diese Methode nur dann Vorzüge haben, wo es auf ein schnelles Trocknen ankömmt. Im Kleinen habe ich es alljährlich versucht, aber nie finden können, daß das Vieh dieses Heu lieber frißt, als das auf die gewöhn— liche Art getrocknete. Die Schafe gingen nur bei Hun ger daran und zogen dennoch gutes Stroh vor. §. 432, Beim Einfahren des Kleeheues muß Vonsicht ange, wendet werden, daß sich nicht zuviel Blätter abrühren. Wenn es daher sehr trocken, so geschieht dieß am beßten früh oder Abends im Thau. Da aber die Stengel des Klee's nie ganz trocken werden, als nach einiger Zeit, so muß man dieses Heu in Gebäuden möglichst luftig halten und es sind dazu offene Schober oder Heuscheunen mit Lattenwänden, sehr vortheilhaft, wo der Klee nach— trocknen kann. Der Ertrag an Kleeheu ist naturlich sehr verschie⸗ den. Als Mittel rechne ich in 2 Schnitten p. Acker 25 CEtur. Gegen den grünen verliert er ganz ausgetrocknet 5 Theile, also von 100 bleiben 20 Pf. * 0 seilhaft Dunger tteiben d so gut h ber besch Ten eigen u Saal techlih und ders mal den del gebut einem lu um Pit ken abt de Hang buubeltet 17 1 geerntet, * (Hern, 0 p. C. 2009 g Schlitz ker Kalf Di ige Ze — 308— uf ah 8 8. 433. un mag„ 4) Zu Sagamen. Ist im Ganzen eine sehr vor⸗ theilhafte Benutzung, wenn man aber nicht reichlichen ig dice Dünger und guten Boden hat, darf man sie nicht über— ihn g treiben da der Klee, wenn er Saamen trägt, den Acker lieren, so gut wie jede andere reifende Frucht aussaugt. Da; iu Eigen, ber beschränken sich die meisten Landwirthe nur auf ih⸗ oha) ren eigenen Bedarf. Man läßt gern den zweiten Schnitt oo eh uf zu Saamen stehen, weil der erste zes fett und daher selten babe i reichlich Saamen trägt. Wenn die Köpfe braun werden ub das und der Saame seine Vollkommenheit erreicht hat, mäht gerd, man den Saamenklee läßt ihn in Haufen oder in Bün— bi hun, del gebunden, recht trocken werden und bewahrt ihn auf einem luftigen Boden oder in den Hahnebalken auf, bis zum Winter bey starkem Froste, wo sich die Kappen ambeß⸗ ten abdreschen. Das Kleestroh ist eine gute Fütterung, tage, die Kap pen aber werden auf einer gewöhnlichen Oelmühle bühren, bearbeitet, wo sich der Saame leicht von der Hülse löst. 8 gelen Auf 1 Acker habe ich öfter 4 Ctur. Saamen und drͤͤber 1 ben geerntet, oft kann man mit der Hälfte zufrieden seyn. 4 get, Bestandtheile des Klee's nach Crome 1 fi(Hermbst. a. ä. O. S. 322) der Stengel und Blätter: 1 Alen 76 p. C. Wassertheile, 1,30 braungrünes Satzmehl, 4 at 5 2/09 grüner Eiweißstoff, 0,08 braunes Harz, 2/14 Schleimzucker, 3,53 Extractivstoff, ù98 phosphorsau— 1 U h- rer Kalk mit Eiweiß, 13,88 Pflanzenfaser. b 1 Die Blüthen gaben in 100 Theilen: 79 wä⸗ 5 net 0 13 ßrige Theile, 1,67 braunes Satzmehl, 1,67 Eiweißstoff/ 1 f 20 1 6 7 / 16 Harztheile, 1/25 Schleimzucker, 3/13 Extractiv, stoff, 1/12 phosphors. Kalk mit Eiweiß, 12/00 Pflan⸗ zenfaser. §. 434. Andere, auch zum Anbau empfohlene, doch weniger ergiebige, bey uns aber wildwachsende, Kleearten sind: a) Der Alpenklee(T. alpestre). Der Sten⸗ gel härter und weniger blattreich— er könnte in bergigen Gegenden vortheilhaft seyn, wenn er früh genug gemäht würde. b) Der röthliche Klee(T. rubens). Ist für Berggegenden ebenfalls empfohlen worden. c) Der Erdbeerklee(T. fragiferum). Gut zur Weide. d) Bergklee(T. montanum). Gut zu Schaf— weide auf trocknen Triften. Die Stengel end sehr hart und blattarm. i e) Gelber Klee(T. agrarium). Ebenfalls gut zu Weide, dahin auch T. aureum u. T. fi- liforme. J) Bastardklee(T. hybridum). Verdiente vielleicht einen Anbau. 6 g) Weißer Wiesenklee(T. repens). Wird schon sehr häufig als Weideklee angesäet für Rind⸗ vieh, Pferde und Schafe, allein, oder mit dem ro⸗ then vermischt. Er verdient allerdings dazu sehr empfohlen zu werden und ich kann aus eigener Er— fahrung versichern, daß ihn das Rindvieh und die pri uch elt Der il het zu Untere 154 salliget Mud ee daher süget glünsti habe f buli N e rg: traci Schafe lieben, wenn sie erst daran gewöhnt sind. aß Nur die Blüthenköpfe mögen die Schafe durchaus hier nicht fressen, daher kann man selbst bey der Weide davon oft Saamen ziehen, was mir wenig— stens gelungen ist. Wo der Boden etwas feucht, weniger ziehe ich aber doch den Bastard- und Erdbeer rd klee vor. En Die Bestandtheile desselben sind nach Crome: He Voi Stengel, Blätter und Blüthen? 8 p. C. Wasser⸗ enn er theile, 1,07 Satzmehl,„81 Eiweißstoff,„2 1 Harz— theile, 1,52 Schleimzucker, 2,83 phosphorsaurer Kalk, J fir 11,46 Fasertheile. Gut d ä§. 435. 2) Luzerne.(Medicago sativa XVII. 1). Schaf Ursprünglich mehr eine südliche Pflanze, die aber doch scht durch Cultur bey uns acclimatisirt worden ist. Sie ist weit mehr durch den Boden bedingt, als der Kopfklee. nfalls Der ihr am angemessenste ist ein guter Lehm, wel⸗ I. fi- cher zugleich einen lehmigen, mergelichen, oder thonigen 8 Untergrund hat, in welchen die Wurzeln wenigstens 3 diente bis 4 Fuß, ohne Hindernisse eindringen können. Kalk- haltigen Boden und Untergrund liebt sie besonders, nur Wid muß er trocken seyn. Grundwasser tödtet sie, Ninds daher gedeiht sie besser in etwas hoher, abhängiger, son⸗ m ro niger Lage, als in einer tiefen. Kalk scheint ihr deßhalb l sehe ö günstig, weil er in der Regel trocken zu seyn pflegt; ich 1E habe sie oft in sehr grandigen Kalkboden auf Weinbergen d die 0 herrlich gedeihen sehen, wo man sie nicht vermuthet hätte. 0 28 —— 308— Die Krume kömmt bey ihrem Anbau fast weniger in Be— tracht, als eben der Untergrund, sie wächset auf sandi— »ger und grandiger Krume, doch sah ich sie nie besser als auf einem guten Lehm, dessen Tiefe sich an 5 Fuß, stark mit Kalk vermischt, erstreckte. Ein Boden, wo die Lu— zerne schon im ersten Jahre 4 mal geschnitten werden konnte, bestand aus 60 p. C. abschwemmbarer Substanz und 40 p. C. Quarz- und Kalksand. Der Untergrund hatte beträchtlich viel Mergel. §. 436. Am beßten säet man die Luzerne wie den Kopfklee mit Gerste oder anderer Sommerfrucht in wohlgereinigtes, gut und tief bearbeitetes Land, was etwa vorher Hack— früchte in frischem Dunger getragen; auch kommt sie hier in Gerste, die auf Roggen folgt. Sie in reine Brache allein zu säen, wäre wohl eben so unökonomisch, als un— zweckmäßig es wäre sie zu drillen und zu bepferdehacken, oder zu pflanzen. Rein muß aber das Land allerdings seyn, weil sie in den ersten Jahren von perennixenden Unkräutern leicht unterdrückt wird; doch nur dann, wenn der Boden nicht günstig oder fruchtbar genug. Um aber diesen zu wehren, habe ich nichts besser gefunden, als das in Thüringen sehr gewönhnliche Mittel, nämlich mit dem Luzernesaamen etwa zu s Kleesaamen mit zu säen, dieser nimmt die leeren Stellen ein und verdrängt das Unkraut, geht aber aus, wenn die Luzerne in den folgenden Jahren sich bestaudet. Auch habe ich die kleine gelbe oder Hopfenluzerne, Medicago lupulina eden] fsitteln, post/ habe ich tet Jet loch wi Uebetege nüglich und N. duzerne delte fl sie bor; d N wie de 1 ugeme nahe cue, 309— als Beisaat sehr gut gefunden, die aber schon im 2ten 4 Jahre wieder verdrängt wird. In hiesiger, zum Theil 5 zur Luzerne sehr geeigneten, Gegend, sind in den ersten Jahren folgende Unkräuter ihr nachtheilig: Chenopo— dium Bonus Henricus, Leontodon Taraxacum, 5 Plantago media, Chrylanthemum Leucanthe- l mum, Poa annua u. dgl. §. 437. Die Düngung bezahlt sich hier, wie bei allem Fut—⸗ 4 terbau, sehr reichlich und kann in denselben Düngungs⸗ 1 mitteln bestehen, womit man auch den Klee düngt. Co m— 1 post, Federviehmist, Mistjauche und Gy ps, habe ich immer sehr wirksam gefunden, wenn sie zu rech— ter Zeit im Frühjahr angewendet wurden. Aber fast noch wirksamer, als das Düngen ist im Frühjahre das Uebereggen des Luzernefeldes. Man wählt dazu eine möglichst schwere Egge und überstreicht es nach der Länge und Quer, wodurch das Unkraut herausgerissen und die Luzerne zu vegetiren gereizt wird. Auf diese Art behan— delte Luzerne dauert 8— 12 und 20 Jahre. Doch darf sie vor 9 Jahren nicht wieder auf dasselbe Stück kommen. e ä 8 §. 438. Der Gebrauch der Luzerne ist eben so mannichfaltig, wie der des Klees und zwar: 1) Zu Grünfutter. Bey der Stallfütterung eine ungemein nützliche Anwendung. Man fängt sie hier an zu mähen 10— 14 Tage vorher, ehe sie in die Blüthe tritt, F——— 9 ö . e 310— — weil sie nach der Blüthe schon hartstenglich wird. Alles Vieh kann damit gefüttert werden und gedeiht sehr gut darnach. Man kann sie in guten, nicht zu nassen Jahren, von Ende May bis zum October oft 8 mal schneiden, und erhält jedesmal einen guten Ertrag. Sie ist auch grün gefüttert weniger blähend als der Klee. §. 439, 2) Zu Heu. In diesem Fall muß sie nicht frü— her gemäht werden, als bis sie anfängt in die Blüthe zu treten. Man behandelt ste am beßten wie das Klee— heu beym Trocknen. Uebrigens kann sie beym Trocken— machen höchstens nur 4 mal geschnitten werden. An Er— trag liefert sie 60— 80 Ctur. p. M. Zu Weide dient sie zwar auch, doch würde sie dazu zu kostbar seyn.: 8. 440. 3) Zu Saamen. Unbeschadet der Luzerne, wenn sie auf die oben erwähnte Art behandelt wird, kann der Saame im 2ꝛten oder Zten Jahre genommen werden. Aber ste giebt selten so viel wie der Klee. i Bestandtheile der Luzerne siud nach Crome(Hermb⸗ städt a. a. O. S. 321) Stengel, Blätter und Blüthen: Kalk mit Eiweißstoff,„37 gr. Pflanzenwachs, 14/35 P anzenfaser. In gerissene Luzernestoppel kann man Winterfrucht, e— chis! Aspi daß ab auf K wie e. der ah att. Gewi lußer beder deiht die h et; . 311 e Alle Hafer oder Kartoffeln bringen und gern 2 bis 3 Ernten ch gut ohne Dünger davon nehmen. g Je f heiden§. 441. if auc Bei uns und auf den meisten kalkigen Boden wach sen noch wild: a) Die Sichelluzerne(M. kalcata). Ist zum Anbau empfohlen worden, verdient ihn aber nicht, t stü⸗ weil ihre harten Stengel von keinem Vieh gern ge— the nossen werden. c f Ke. b) Die Hopfenluzerne, fälschlich Steinklee yocken;(M. lupulina). Zur Schafweide äußerstz vor, In Ef, theilhaft und daher sehr zu empfehlen. ent sie 5 5§. 442. 3) Die Esparsette(Hedylarum onobri- chis XVII. 1. L.). Ebenfalls wie die Luzerne ein went ursprünglich einem wärmern Clima angehöriges Gewächs, der das aber bei uns acclimatisirt ist; vielleicht ist sie selbst hier den, auf Kalk einheimisch. Nur ein kalkhaltiger Boden, so wie ein aus Kalk oder Kalksteinen bestehender Untergrund, ub, der aber durchaus ganz trocken seyn muß, bringen sie ben: fort. Auf den Kalkbergen Thüringens macht dieses Ei Gewächs die schönste Zierde aus, indem sie, die dem Seh äußeren Ansehen nach, sterilsten Bergäcker oft sehr üppig oll bedeckt und am schönsten in den trockensten Jahren ge; 135 deiht. Gewöhnlich säet man sie hier, wie erwahnt, auf ö die weitesten und schlechtesten Bergäcker, die nicht im— mer zur ersten Frucht gedüngt werden, unter Hafer. ———————— 8 R——. ——— 2 ——.——— 4 —— Offenbar aber wäre es weit vortheilhafter, sie unter eine Frucht zu saen, zu der man unmittelbar gepfercht hat, denn diese Düngung liebt sie vorzüglich. Bisweilen, wiewohl seltener, saet man sie auch im Herbste unter Weizen und Einkorn, jedoch kann dieß auch noch im Frühjahre geschehen. Man säet 12 Scheffel auf den Acker und eggt den Saamen unter, wenn der Hafer oder die Gerste vorher geeggt ist. 8 Ihre Behandlung während der Vegetation, ist wie die der Luzerne; Düngen, Gypsen und tüchtiges Durch— eggen hält sie in guter Vegetation. Ihr Gebrauch ist ebenfalls der der Luzerne gleich, doch wird sie lieber zu Heu gemacht als grün gefüttert, ob sie gleich ein herrliches Futter auch im grünen Zustande gewährt, denn theils baut man sie auf entle⸗ genen Feldern, wo sie bei der Stallfütterung mühsam herbeizuschaffen, theils aber ist ihre Blüthezeit sehr kurz und wenn diese vorüber, wird sie weniger gern vom Vieh genossen. Mehr als zwei Schnitte giebt sie nie und immer ist der zweite, wenn der Boden nicht gut, ungewiß. Hier nimmt man, wo Schäfereien sind, sel— ten den 2ten Schnitt, sondern überläßt diesen den Läm— mern zur Weide, die herrlich darnach gedeihen, so wie sie überhaupt die beste Weidepflanze für Schafe ist. In diesem Fall rechne ich aber auch die ökonomisch-wvortheil— hafte Dauer nicht über 5— 6 Jahre, sonst kann sie — wohl 10 Jahre dauern. Der Saamenertrag kann in 1 benen; 1 60 Cin seht assern d auf solche ollen; schr ben ihm mit wache be W. auf 1 Mon Ihn vom dings e und Eg Han in Khe. J nit be Anm rau kann dude reihe manchen Fällen sehr vortheilhaft seyn, es ist dabei zu ha, bemerken, was wir von der Luzerne erinnert haben. lieg f Ein sehr böses Unkraut bei dieser Pflanze ist der ter Eselshafer(Bromus sterilis). In die Stoppel der 9 1 Esparsette kann man Hafer oder selbst Weizen bestellen, f den der hier sehr gut darin geräth. ober §. 444. 4) Der Spörgel(Spergula arvensis V. 1. L.). Ein sehr schätzbares Gewächs auf Sandboden, wo die W. 1 bessern Futterkräuter minder gut gedeihen. Sein Anbau f ch, auf solchem Boden, wo andere bessere Futterkräuter fort⸗ kommen, ist aber nicht zu empfehlen, da er im Ganzen 5 cih, sehr wenig für die Sense giebt und das Land sich unter e ihm mit Unkraut überzieht. Man säet ihn in die Brache, en welche vorher gehörig klar bearbeitet worden, zu 6— 7 fle Pf. auf den Acker, eggt und walzt ihn ein. In 2 bis uam 23 Monat ist er schon zu benutzen und deßhalb kann man az ihn vom Mai bis August unsäen. Er giebt grün aller⸗ 0 dings ein sehr gutes Futter, so wie das Heu für Kühe fie und Schaafe sehr nützlich ist. Nach Schwecz benutzt 1 man in Belgien den reifen Saamen zu Futter für die 0 Kühe. 8 5 In gutem Voden haben mich gemachte Versuche 1 5 nicht bestimmen konnen, ihn weiter anzubauen. . Anmerk. Außer den hier genannten gewohnlichen Futte 0 kräutern, giebt es noch mehrere, die man dahin rechnen e kann und die theils wild wachsen, theils schon hie und da cultivirt worden sind z. B. — 314— Buktersaame(Saponaria vaccaria) eng eg und als Herbstfutter sehr zu empfehlen. Cichorie. S. oben. Biebernelle Poterium Sanguisorba) nur zu Weide brauchbar. Schotenklee(Lotus corniculatus) desgleichen nur zu Weide. In der Schweiz säet man selbst Löwenzahn an. Ueberhaupt dürften noch manche bei uns wildwachsende Pflanzen den An— bau verdienen. 758. In neueren Zeiten haben mehrere Schriftsteller, vielleicht mehr sich auf andre als auf eigene Erfahrung stützend, den Anbau mehrerer Gräser als ganz vorzüglich nützlich empfohlen. Ws indeß eines oder das andere der obengenannten Futterkräuter wächst, wird sich wohl schwerlich ein Landwirth entschließen, seinen Acker mit dergleichen Gräsern zu besäen. Wir wollen indeß 8 der bekanntesten und beliebtesten anführen: a) das englische Raygras(Lolium Bee e) nur zu Weide brauchbar, zum Mähen vielleicht ei— nes der schlechtesten, besonders, wenn es nicht zu rechter Zeit abgebracht wird. b) das Hafergras(Avena elatior). Eines der beßten zum Mähen, besonders unter Klee gesäet. e) Schwingel, davon ist zu empfehlen: Auf nassem Boden, der Mannaschwingel (Festuca fluitans). ö Auf feuchten oder Lehmboden, der Wie sen— schwingel(F. elatior). Gewiß eines der schönsten Gräser mit andern vermischt zu säen. Auf trocknem Boden und besonders zu Schafweide, Schafschwingel(F. ovina) und harter Schwingel (F. duriuscula). * ig u d) W iesenvieh gras(Poa trivialis) auf gutem Boden gewiß das beßte von allen. Auch lieben es alle Thiere, doch muß der Saamen nie allein ge— . säet werden, sondern am beßten mit feuchter Asche fur f oder Sand vermischt, weil er sonst nur in Klum⸗ pen bleibt. N berhaun In sehr nassem Boden ist das Wasserviehgras hn M(P. aquatica) sehr gut. e) Der Fuchs schwanz(Alopecurus pratensis). Vortrefflich auf gutem Boden, sonst aber gedeiht er nicht leicht. Versuche, die ich machte, ihn mit Klee, wie Raygras zu säͤen, sind mir nicht recht ö gelungen. sieller/) Thimothygras(Phl um pratense) oft em; rung 5 pfohlen, aber sehr unbedeutend, desgleichen 0 glich g) Honiggras i lahatus). andete h) Knaulgras(Dactylis glomerata). oh! 1) Ruchgras(Anthoxanthum odoratum) un; mt bedeutend. einige k) Kammgras(Cynokurus cristatus) desgl. Mauke, Grasbüchlein. NA. 1818. nne) 9.40 fe Wer eines oder das andere dieser Gräser mit Vor⸗ t zu theil zu bauen gedenkt, thut sehr wohl sich den Saamen selbst zu sammeln, weil er dann nur versichert ist, daß c dh er ihn ächt erhalt. Um den Saamen schnell zu vermeh— t. ren, faüet man ihn im August in Reihen auf ein gutes Land und gewinnt gewohnlich im folgenden Sommer gel eine bedeutende Quantität davon. a Ueber das Verhältniß der Nahrungsfähigkeit dieser en: Gräser: ten Davy a, a. O. 0 ber Futterbau überhaupt: 7 5 Weber, Handbuch des Futterbaues. Leipzig 1816, 5 ade gel P e Verbesserungen. 0 Seite 83. Zeile 1 von unten lies 4 Statt 3 1 i— 50.— 10——— dieser— dieses ö 0— 60.— 10 von oben— wesentlichsten S.— wesenstlichsten 0 — 18.— 0——— gewohnlichen— gewöhlnichen— 9 — 77.— 14 von u.— Melle— Melte — oi.— 1 von o.— Absorbuon— Absortion — 121.— 4——— Schmall— Schmal — 144.— 5——— Sandhaargras— Sandlolch — 1786.— 14 v. u.— schneiden— den — 183.— 14 v. o.— amyleum— ayleum 1 e Murray— Mouray — 104.— 14 v. u.— Verspeißen— Vorspeißen — 108.— 6——— Scheffel— Scheffe — 109.— 90 v. o.— pisiformis— bisiformis .„ be — 211.— 3 v. u.—— Raffn— Raffe — 2a.— 7 v. o.— Sinapis— Synapis 5 — 245.— 11 v. u.— Cannabis Canabis. — 270.— 15 v. o. virosa— aqualica. — 270.— 6 v. u. bezahlen— bezahlten. Nachricht an den Buchbinder: Die im Bogen 10 befindlichen beiden Blätter, Seite 157 bis 160 sind auszuschneiden, und die hier umgedruck⸗ ten dafür einzuheften.. Lag 45 Ai dit t ll. 6 — * 22. Jodi Citi . 2 A vc ont albu dll Ellie dl, d 66 AHuuus eil f. 22 Sigel 1 eg 6 3— D—— 0 f Ruchrhaak I. 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