8— 1 5 3 3 . 1 Vorſt b Nachrichten über die Königliche Landwirthschafs- Schule Weihenstephan, und über das dort einge führte Thaersche Acker system. Herausgegeben 1 ö ö S ĩ.— N von. Max Schönleutner Vorstand der vormaligen königlichen Landwirthschafts- Schule und dermaligen Administrator der dortigen könig⸗ lichen Landwirthschaft. Mit einem Plan. —FTT—T—T—T—T—T—T—T—T—T—.—. München, 1810. Gedruckt mit Hübschmann'schen Schriften. 2 ö 0 N De m Königlichen Preussischen Herrn geheimen Rathe und königlichen großbrittanischen Leib-Arzte Dr. Albrecht Thaer Erbherrn auf Mögelin, gewidmet zum öffentlichen Denkmal der innigsten Verehrung und der reinsten Dankbarkeit vom Verfasser. Hochwohlgebohrner Herr geheimer Rath! Mit immer regem Dankgefühle erinnere ich mich jener unvergeßlichen Tage, welche ich in Euerer Hochwohlgebohrn menschenfreundlichem Zirkel ver— lebte, wo Sie mir Freund, Rathgeber, Lehrer waren.— Die Grundsäze Ihrer weisen Lehre so begreif— lich dargestellt, und durch den Anblick Ihrer klei— nen Schöpfung zu Zelle zur unumstößlichen That— sache bewiesen, konnten Ihren Zöglingen nicht entschlüpfen. Ob ich diese Lehren so aufgefaßt habe, wie ich wünschte und mich bemühte, kann Niemand besser als Sie entscheiden. Euer Hochwohlgebohrn sey daher die erste Frucht meiner Bemühungen geweiht, wozu Sie so menschenfreundlich die Kei— me legten. Nehmen Sie sie als einen schwachen De Mundn Beweis meiner unbegrenzten Dankbarkeit, und zei— 5 0 gen Sie mir durch Ihre fortgesezten Belehrun⸗ chen gen, daß ich Ihrer Aufmerksamkeit nicht unwür⸗ 5 1 bon de 5 2 halle Leben Sie noch lange, recht lange zum Beß— 0 se ten der Menschheit und zum Troste Ihrer Verehrer. a Met. Weihenstephan den 1. Februar 1809. ig über wurd num bie Grade um ö Fhsin der Verfasser. 5 5 rz fing Vorbericht an den E e. Die gegenwärtigen Nachrichten über die königliche Landwirthschafts-Schule in Weihenstephan und über das dort eingeführte Thaersche Ackersystem waren eigentlich nicht zum Drucke bestimmt. Der erste Zweck dieser Schrift war, das königliche Ministerium von den Fortschritten der Landwirthschaft und den erhaltenen Bewirthschaftungs-Resultaten in Kenntniß zu sezen. Nur unter der Voraussezung, daß der Inhalt der offentlichen Bekanntmachung werth wäre, bat ich das königliche Ministerium, diese Schrift dem Drucke übergeben zu dürfen. Meine allerunterthänigste Bitte wurde genehmiget; noch mehr, das königliche Ministe— rium hat durch die Abnahme von 300 Exemplarien die Herausgabe gesichert.— Diese allerhöchste Gnade gab mir Muth, mein Werkchen dem Publi— kum zu übergeben, das ohne diese wohl nicht er— schienen seyn würde⸗ Daß bei der Oekonomie in Weihenstephan in kurzer Frist Vieles geschehen sey, beurkunden alle die— jenigen, welche den vormaligen und den nunmehrigen ——— Zustand dieses Gutes gesehen haben; auch der gemeine Landmann wird dieses Zeugniß abgeben, nur sind ihm die eigentlichen Mittel, durch welche diese wohlthätige Aenderung hervorgebracht wurde, dermal noch unbe— kannt. Ich kann es frei und offen gestehen, daß die alles dom belebende Wechselwirthschaft diese glückliche Aenderung bewirkte; ihr verdankt die Landwirthschaft in W eihen⸗ stephan den Wohlstand, in welchem sie sich in den ersten Jahren der Gründung schon befindet, und welcher im Verlaufe der Jahre immer bemerkbarer und grösser 0 werden wird. Be. un Sollte ich so glücklich seyn, durch die unverfälschte Angabe des bisherigen Bewirthschaftungs-Erfolges, unternehmenden Landwirthen meines lieben Vaterlandes zur Einführung dieses lohnenden Ackersystemes Muth zu machen, vielleicht gar dagegen obwaltende Vorur— theile zu heben, so ist meine Absicht erreicht, und mir die Belohnung geworden, nach der ich geize. 1 Weihenstephan den 1. Februar 1809. at M5 Der Verfasser. ihm r oer ng. Gründe, welche das königliche Ministerium bestimmen ales konnten, eine Oekonomie Schule zu errichten. derung l 1 99 J. Abschnitt. in den. I. velcher Die Oekonomie-Musterschule wird mit der theoretisch— grösser praktischen Forstschule nach Weihenstephan, einer vormaligen Benuediktiner-Abtei, versezt, und derselben die dortigen Gründe zum Wirkungskreise eingeräumt. äschte F. 2. olges, Lage Weihenstephans. landes F. 3. Muth Zustand des Lokals zur Zeit der Uebernahme. Vorur⸗ F. 4. mir die Verbesserung desselben.— Die innere Eintheilung der Wirthschafts⸗Gebäude wird angegeben. §. 5. Auflösung der Institute zu Weihenstephan; Uebertritt der Landwirthschafts-Schule in die Kathegorie einer königlichen Administration. 5 II. Abschni tt. S* Grund und Boden des Oekonomie- Gutes. F. 2. Bewirthschaftungsart des Gutes während dem Bestande des Klosters. 8 §. 3 Das Thaersche System oder die Wechselwirthschaft wird eingeführt.— Charakteristische Merkmale dieser Wirthschafts— weise. 8. Rotationsplan.— Vom neunjährigen Turnus wird in den siebenjährigen eingetreten. F. 5. Die Erfahrungen, wie sie sich anbegeben haben, werden Jahr für Jahr angeführt. 8 Die Resultate werden verfolgt, und gezeigt, daß die Ackerfläche bei der Wechselwirthschaft wenig oder gar nicht sich mindere, daß im Gegentheile durch das vermehrte Befruch— tungsmaterial der Körnerertrag bedeutend sich mehre, und das ganze landwirthschaftliche Gewerbe einen grössern Umschwung erhalte. Auszüge aus den Registern der königlichen Admini⸗ stration werden als Belege geliefert. 8 2 Widerlegung der Einwürfe, welche gegen die Behauptung: daß das Thaersche Ackersystem die Ursache der jahrlichen Auf— nahme der Landwirthschaft Weihenstephan gewesen ist, und in der Folge noch seyn wird, gemacht werden können. 5§. 8. Nachrichten von der gepflogenen Bearbeitung des Bodens, und insbesondere von der Bearbeitung der Brachfrüchte. Vortheilhafter Gebrauch der Brachinstrumente. §. 9. Nachrichten über das bei der königlichen Administration bestehende Arbeits- und Nuzvieh. — itd 0 u Vorerinnerung. werden Fi. das Königreich Baiern, dessen vorzüglichstes Ver— mögen in Grund und Boden besteht, und welches die N Zunahme seiner inneren Kraft bloß in der vermehrten 1 f Produktion seines Bodens zu suchen hat, kann nichts 5 von größerer Wichtigkeit seyn, als alle jene Mittel ud das 5 f Aa aufzusuchen, welche vermögend sind, den Ackerbau in schung mum eine bessere Aufnahme zu bringen, um hiedurch die Summe der Produktion und durch diese das reine Vermögen des Staates selbst erhöhen und vergrößern zu können. . Baierns Ackerbau befindet sich allerdings in ei— 5 1 nem vortheilhaften Zustande, und in vielen' Gegen⸗ 5 den werden sogar Beispiele einer hoheren Bewirth⸗ schaftungsart angetroffen. Es ist wahr, die Drei— n felderwirthschaft ist hier, wie überall, das herrschende Ackersystem des Landes; man hängt aber nicht pedan⸗ tisch an dem Wesen dieser Wirthschaftsweise, sondern zwingt selbes, je nachdem es die Ortsverhältnisse er— lain fodern, in ganz abweichende Formen, welche unter denselben Verhältnissen vielleicht das einzige Mittel zur Aufnahme des Ackerbaues bilden. A —— 2 Diese abweichende und wohlberechnete Bewirth⸗ schaftungsart, wovon schöne Beispiele auf adelichen Gütern, deren Besitzer den Feldbau ihrer Aufmerk- samkeit würdigen, in Ackerbau treibenden Städten und Märkten, und auch auf arrondirten Bauerngütern angetroffen werden, ist freilich noch zu beschränkt, als daß hieraus ein bemerkbarer Unterschied für die Pro- duktion des ganzen Landes hervorgehen konnte. Man muß aber auch dem nach seiner Urahnenweise handeln— den, an Gewohnheit und Schlendrian klebenden Land— manne, deren Anzahl die größte und gewichtigste ist, doch die Ehre lassen, daß er sein Feld mit vorzügli⸗ chem Fleiße bearbeitet, nach Kräften und mit Sorg— falt befruchtet, und auf diese Art in dem ihm möglichst großen Zustande der Fruchtbarkeit zu erhalten sucht. Trägheit, diese von vielen Ausländern dem gemeinen baierischen Landmanne ungerechter Weise zur Last gelegte Eigenschaft besteht nur als Ausnahme des allgemeinen Fleißes, welcher durch erhöhte Produktion, durch Urbar— machung unzähliger Strecken vorhin dde gelegener Gründe, im ganzen Lande sich kennbar macht.— Ein, mit Aufmerksamkeit und mit dem nöthigen Be⸗ obachtungsgeiste reisender Landwirth wird sich ohne Mühe von der Wahrheit dieser Behauptung überzeu⸗ gen konnen; wenn nicht der Beweis schon genügen sollte, daß Baiern, welches länger als andere Länder Teutschlands die Bürde verheerender Kriege trug, nicht nur an den ersten Lebens bedürfnissen nicht Mangel litt, sondern meistens noch von seinem Ueberflusse an benach⸗ barte Staaten überlassen konnte, und daß zu eben diesen — — 3 th trüben Zeiten die Kultur im Lande beträchtlich sich er— gen weiterte. Grund und Boden, welcher bei Vergleichung erk des innern Werthes mit anderen Provinzen Teutsch— ten lands wohl nichts zum Voraus haben mag, kann die lein Ursache dieser auffallenden Wohlhabenheit des Landes als für sich allein wohl nicht seyn, sie muß vielmehr in Pro- der vermehrten Produktion, welche nur Folge einer Mn besseren Bewirthschaftung, oder Folge der durch Kul— deln⸗ tur dͤder Gründe erweiterten Ackerfläche seyn kann, Land: gesucht werden. Unübersehbare wüst gelegene Strecken, ist, welche vorhin schlechtes Vieh nur kümmerlich ernährten, ugli⸗ sind in lohnende Felder und Wiesen umgeschaffen; die 'org⸗ Gemeindetheile größten Theils aus dem Stande ihrer lichst Verwahrlosung gehoben, und dem Frucht- und Fut— ucht. terbaue angeeignet. Wenn daher Baiern schon in den einen vorigen Zeiten, wo der Kultursgeist noch ruhig in lezte seiner Hülle schlummerte, des ausgedehnten und gut inen betriebenen Ackerbaues wegen einen jährlichen Ueber— har schuß an Getreide hatte, so mußte dieser durch den gener Ertrag des nun neugeschaffenen und in voller Kraft 10 8 stehenden Ackerlandes um ein sehr Bedeutendes ver— Be: größert werden. ohne zeu⸗ Die königliche Regierung, welche durch ihre weisen gen Anordnungen, vorzüglich aber durch den freigegebenen der Getreidehandel, durch die Aufhebung der dem Acker— icht baue schädlichen Servituten— und durch die Aufld⸗ litt, sung der Gebundenheit der Gemeinheiten, dieses rege ach⸗ 5 Weben und Streben des baierischen Landmannes, wie ese durch einen Zauberschlag hervorgebracht hatte, berech— W 2 —— 4 nete in ihrer Weisheit die Folgen, welche aus diesen Ereignissen in den Betrieb der alten Wirthschafts— weise übergehen konnten, und trachtete, denselben nicht nur in seinem Geleise nicht zu stören, sondern auch die hervorgebrachten Verbesserungen für die Folge zu erhalten. Die freigegebene Kultur der Gemeinde-Weiden, welche mit raschem Schritte im Lande sich verbreitete, griff die bisher bestandene alte Wirthschaftsweise am empfindlichsten an. Der gemeine Landwirth, welcher für sein Vieh die nothdürftige, obgleich meistens sehr kärgliche Nahrung aus diesen gemeinen Huthplätzen ge— zogen hatte, und mit derselben Vertheilung diese Quelle versiegen sah, mußte sein Augenmerk auf das weit vorzüglichere Surrogat— auf den Futtergewächs⸗ bau richten. Hier öffnete sich der landwirthschaftli— chen Spekulation ein weites Feld, welches durch zweck— mäßige Behandlung eben sowohl der Grundpfeiler des wachsenden Wohlstandes, als durch planloses Tändeln die Mine des Verderbens werden konnte. Der ge— meine Landwirth, unerfahren in diesem ihm unbe— kannten aber so wichtig gewordenen Theile der Land— wirthschaft sollte und mußte Belehrung erhalten. Es ist eine ihm unauflösliche Aufgabe, den Futtergewächs— bau mit dem Frucht- oder Getreidebaue in eine solche Vereinigung zu bringen, daß lezterer im Ertrage nicht nur nicht gemindert, sondern sogar erhöhet werde; überhaupt den Futtergewächsen einen solchen Standpunkt anzuweisen, in welchem sie, weit entfernt gegen obi— 2 —ůͤ— 5 5 gen Zweck zu wirken, das Land auszusaugen, oder 5 unrein zu machen, vielmehr dazu beitragen, dasselbe ic rein zu erhalten, zu verbessern, und im Ertrage nach— uch haltiger zu machen. Eine solche spekulative Bewirth— a schaftungsart ist nicht das Werk eines Augenblickes; hiezu wird Wissenschaft, guter Wille und Ausdauer erfodert: lauter Dinge, die man bei dem gemeinen del, Manne nicht präsumiren kann. Ja wenn man vor— tet, erst nicht einmal so weit gehet, dem gemeinen Manne e an keine Ummodelung seiner alten Wirthschaftsweise zu— cher muthen will, wozu er sich in der Folge wohl von scht selbst versteht; so ist es doch nöthig, daß derselbe mit u ge⸗ dem Baue der für ihn unentbehrlich gewordenen Fut— diese tergewächse, der Luzerne, der Esparzette und vorzüg— f das lich des rothen Klees bekannt werde, daß man die che allenfalls dagegen noch bestehenden Vorurtheile hebe, saftl⸗ und daß man ihn den wenigst kostspieligen Bau der weck Kartoffeln, Runkeln, Dorschen ꝛc., diesen vortreffli— r des chen Futtersurrogaten, so wie die Anlegung künstlicher deln Wiesen und ihre Behandlung kennen lehre. l gl⸗ unbe⸗ Anerkannt bezwecken hier Bücher, schriftliche Be— land; lehrungen, und selbst Prämien nur wenig oder gar Ei nichts. So viel Nüzliches erstere auch immer enthal— chs; ten mögen; so können sie von dem größten Theile ent— salch weder gar nicht gelesen werden, oder wenn dieses auch nicht der Fall ist, so geschieht es gewöhnlich nicht mit der erde; nöthigen Aufmerksamkeit, um den Sinn der Schrift auf punkt zufassen, wozu entweder beschränkte Verstandes-Kräfte i obi fehlende Vorkenntnisse oder Mangel an Muße die Ursache ö —— K—* a 3—————— 6— liefern. Denkt man sich hiezu nun noch die dem ge— meinen Landmanne angebornen Vorurtheile gegen alle Neuerungen, die Unlust, auf Kosten seines Beutels Versuche zu wagen, von deren gutem oder schlechtem Ausgange er nicht überzeugt ist; so verschafft man sich bald die Ueberzeugung, daß schriftliche Belehrungen auf den gemeinen Landwirth nicht wohl wirken konnen.— Soll dieses geschehen, so muß es unmittelbar durch Beispiele seyn. Diese sezen ihn in den Stand, ein vorgenommenes ihm noch unbekanntes landwirthschaftliches Geschäft vom Anfange bis zum Ende mit der ndͤthigen Aufmerksamkeit zu verfolgen: er beobachtet alle hiebei vorkommenden Erscheinungen selbst: paßt die Moglichkeit der Ausführung seinen Wirth— schaftsverhältnissen an: er sieht den Erfolg, vergleicht ihn mit dem geschehenen Aufwande an Zeit, Kraft und Vermdgen; ist ersterer günstig, der Fruchtfolge seines Systems für die ersten Jahre wenigstens nicht hinderlich, so darf man sicher seyn, daß der auch über alle fremden Erfahrungen sich erhaben dünkende Land— wirth, angezogen durch die Kraft des eigenen Interesse, bald Nachahmer seyn werde. Ein lebendiges Muster einer in allen ihren Theilen veredelten Wirthschaft, welche vorzüglich den künstli⸗ chen Futterbau betreibt, und wo alles, was auf Ver— besserung des Ackerbaues Bezug hat, geprüft und der offentlichen Beurtheilung dargelegt wird, ward für Baiern nach Aufhebung der Gemeindeweiden ein weit dringenderes Bedürfniß als jemals.— Auch diesem —— D— 7 wollte die königliche Regierung abgeholfen wissen, und beschloß die Errichtung einer landwirthschaftlichen Musterschule. Eine gedrängte geschichtliche Darstellung der Schick— sale dieser Schule in ihrem kurzen Bestande, so wie eine genaue Angabe über die Fortschritte des dortselbst eingeführten verbesserten Ackersystems sind Gegen— stände, deren Erörterung in nachfolgenden Paragra— phen ich mir zur Pflicht und zum Gegenstande der gegenwärtigen Schrift gemacht habe. 8 2 Erster Abschnitt. Weihenstephan als Schule betrachtet. 8 Schon seit vielen Jahren bestand in Baiern eine eigene theoretische Lehranstalt in dem Fache der Forst⸗ wissenschaft, welche ihren Sitz in der königlichen Re⸗ sidenzstadt München hatte. Mit den ndthigen Lehrern sowohl über die Haupt- als über die Nebenfächer versehen, traten aus ihrer Mitte viele geschickte junge Männer hervor, welche an ihrer vollendeten Ausbil— dung nur den einzigen Wunsch übrig ließen, eine gleich geschickte Bildung im Fache der ausübenden Landwirthschaft erhalten zu haben. Das kbönigli⸗ che Ministerium, dessen Scharfblicken nichts entgeht, was auf Staatswohl und Volksbildung Bezug hat, sah nicht so bald diesen wesentlichen Man⸗ gel an dem bestehenden theoretischen Forstlehrinsti⸗ tute, als dasselbe eben so bald auf Abhülfe bedacht war, demselben eine neue, in allen seinen Theilen er⸗ schöpfende Organisation gab, und solches in ein Lokal versezte, wo mit der Theorie die nicht leicht zu tren— nende Praktik in schwesterlicher Eintracht fortschreiten konnte. 5 292... 8 — 1— 22 Weihenstephan, eine vormalige Benediktiner-Ab— tei, nur sieben Stunden von der königlichen Resi— denzstadt München, und eine Viertelstunde von der vormaligen bischöflichen Residenzstadt Freising entle— gen, wurde als Siz dieser Schule ausgewählt, die benachbarten Kloster- und Freisingischen Waldungen einem königlichen Forstamte übergeben, und der Vor— stand dieses Amtes als praktischer Lehrer der Schule eingeweiht. Zum bleibenden Wohnorte für die Schule, für die Lehrer und für einen Theil der Zöglinge wurde das eigentliche Kloster- oder Konventgebäude an— gewiesen. Mit dieser Schule nun wurde eine Musterland— wirthschafts-Anstalt in Verbindung gesezt und derselben die dortige Klosterdkonomie zum Wirkungs— kreise eingeräumt:„Damit diese— wie ausdrücklich das allerhöchste Konstitutions-Reskript enthält— für die Erfahrungen und Ausübungen einer in der Bebauungsart und in den Geräthschaften veredelten Wirthschaft zu dem Ende benüzt werde, damit die für diesen Zweck immer zu unfruchtbare Lehre einer Universität oder Gesellschaft durch anschauliche Bei— spiele und praktische Unterweisung und zwar für die eigentliche Klasse der Kultivatoren allmählich belebt, und unter diesen eine reinere Wirthschaftseintheilung, die besseren Saamen der Getreidarten und Futter— kräuter, und der Gebrauch der verbesserten Ackerwerk— zeuge auf dem jedes Kulturmandat hinter sich lassen— den Wege des Beispiels und der Belehrung verbreitet werden konnen.“ 10 Ich bin es dem allerhöchsten Vertrauen meines al⸗ let lergnädigsten Königs, Allerhöchst welcher mir die Aus⸗ 1d führung dieses wichtigen Geschäftes nach den vorgezeich⸗ und neten allgemeinen Grundlinien übertrugen, schuldig, hie⸗ Mir mit doffentliche Rechenschaft abzulegen, in wie ferne ich wil. demselben entsprochen, und was ich in einem Zeit— so raume von 4 Jahren, der widrigen Verhältnisse und sint Hindernisse ungeachtet, zur anbefohlenen Gründung einer Mi in ihren Theilen veredelten Landwirthschaft beige— sie tragen habe.— Die in dem zweiten Abschnitte fol—⸗ genden Bewirthschaftungs-Resultate mögen hierüber zu Belegen dienen; vorerst glaube ich aber noch den Lg. Zustand des Lokals und die Begebenheiten der Schule lach im Kurzen angeben zu müssen. uuf dies §. 3 i J. Weihenstephan, der kumulative Siz der kö⸗ l niglichen Landwirthschaftsschule und der königlichen 1 Forstschule ist seiner Lage wegen einer der vorzüg⸗ 90 lichsten Orte von Baiern zu dem vorgesetzten Zwecke. 1 Nur sieben Stunden von der königlichen Residenzstadt f München und eine Viertelstunde von der dermaligen 6 Provinzialstadt Freising entfernt, in unmittelbarer Be⸗ 10 rührung mit einer vortreflichen Chaussee und in der 1 Nähe des Isarstromes ist diese Lage dem produziren⸗ 0 den Landwirthe zum Absaze seiner Produkte höchst f willkommen. Da nebenbei die Stadt Freising und i die in der Nähe gelegenen Dorfschaften eine hinrei⸗ 9 chende Anzahl arbeitender Hände verschaffen, welche bei 5 einer raschen Ummodelung des alten Wirthschaftssystems und bei Einführung einer neuen in der Bebauungsart, und zum Theile in den Geräthschaften noch unbekannten Wirthschaftsweise wegen der gesicherten Auswahl der willigeren und geschickteren Arbeiter sehr nöthig sind; so glaube ich nicht zu irren, wenn ich eben hierin einen Mitbeweggrund finde, welcher das königliche Ministerium bestimmen konnte, den Siz der Schule hieher zu verlegen. So angenehm und willkommen die geographische Lage Weihenstephans ist, eben so angenehm und noch weit überraschender ist dessen örtliche Lage. Auf einem isolirten nicht unbedeutenden Hügel liegt dieses, wegen seines Alters ehrwürdige, große Gebäude, links an der Hochstraße, welche von München nach Freising führt, und gewährt von hier aus einen wahrhaft imposanten Anblick. Besteigt man diesen angenehmen Hügel selbst, tritt man bei schönem reinem Himmel an die Orte, welche dem freien oder bewaff— neten Auge die Aussicht öffnen, welche herrliche Scene stellt sich dann nicht dar! Das im Thale liegende Städtchen Freising, welches mit einem Blicke übersehen wird; der Anblick der königlichen Residenz— stadt mit ihren stolzen Thürmen; der in vielfachen Krümmungen durch grünende Auen dahin eilende Isar— strom; die vielen in mahlerisch schönen Gegenden sich darstellenden Dorfer und Ortschaften; das unendlich Weite des Ueberblickes, welches mit jedem Tage neue Schönheiten der Natur entdecken macht, und das nur ——— 12 durch die fernen majestätischen Tyroler-Gebirge be— 93 schränkt wird, welche aber eben durch ihr Neues und du Erhabenes das Aug sowohl als das Herz entzücken; Ale mit einem Worte, das Gesamte dieser Gegenstände er— Jah weckt Empfindungen, welche sich wohl fühlen, aber M nicht beschreiben lassen. das ehe Die Spize dieses interessanten Berges ist ganz von 50 den vormaligen Kloster- und Oekonomie-Gebäuden ein— 3 genommen. Gegen Hsten und zum Theile gegen Süden, be von wo aus die schönste Aussicht sich offnet, steht das ste drei Stockwerk hohe Konventgebäude. An dieses schließt Nʃii sich unmittelbar in gerader Linie gegen Westen hin ein Hie Theil der Oekonomie-Gebäude an, welcher die Woh— un nung für den königlichen Administrator der Landwirth— fen schaft, Getreidespeicher, Bäckerei, Schmiede, Schäf— 09 lerei und einige Remisen enthält; die Westseite schließt nn die Wohnung für das Dienstpersonal der Oekonomie, und Del ein Theil der Nuzviehstallung, welche in unmittelbarer du Verbindung gegen Norden zu sich noch mehr ausdehnt, die dann aber an die Scheuern und die Stallungen für 1 das Arbeitsvieh sich anreihet: den Schluß von Osten an gegen Norden machen die Bräuhaus-Gebäude und die dot Kloster-Kirche. Sämtliche diese Theile sind von Zie— 00 gelsteinen massiv gebaut und mit Dachziegeln bedeckt. m J. Gleich hinter den Gebäuden fangen die Abdachungen Gi des Berges an. Gegen Osten ist der Abhang nicht be— nme deutend, hier bildet sich noch vor der Fronte des Klo— 0 sters ein mit einer massiven Mauer umgebener Obst⸗ e und Gemüsegarten; weiter hin ist noch ein Stück Feld, durch welches zwischen einer erst angelegten Obstbaum— Allee der Fußweg nach Freising führt, und erst ganz nahe an dieser Stadt wird der Abhang etwas steiler. Auch gegen Westen verliert sich der Berg ganz sanft in das am Fuße desselben liegende Dorf Vötting, welches ehevor mit Grund- und Gerichtsbarkeit zum Kloster ge— hört hatte, nunmehr aber dem Institute nur noch die nöthigen Taglöhner gegen Lohn liefert. In diesem Dorfe befindet sich das Wasserdruckwerk, welches Weihen— stephan mit dem nöthigen Wasser versieht.— Gegen Norden wird die Abdachung schon bedeutend stärker. Hier fangen die Felder der Schule an, gehen durch die ganze Länge des Berges bis zu einem schmalen, mei— stens mit fremden Realitäten besezten Thale; steigen gegen Norden eine weitere jedoch weniger gähe Anhöhe hinan, und verlieren sich in unbedeutenden Höhen und Vertiefungen bis an einige Waldhügel des königlichen Forstes, welcher mit einigen fremden Besizungen von dieser Seite die Grenze bildet.— Am gähesten und wirklich sehr steil ist dieser Berg an der Südseite. Hier am Fuße des Berges fließt das kleine Flüßchen Mosach vorbei, welches das Instituts-Brunnwerk, die Mühlen von Vötting und Freising mit Wasser versieht, und dann eine kleine Strecke ausser Freising in die Isar fällt. Der ganze Abhang des Berges gegen Süden ist mit wildem Gesträuche und mit wilden Bäu— men bewachsen; und es ist wirklich Schade, daß diese schöne Lage zum Obst- oder Weinbau nicht benüzt werden kann, weil hier jede Lockerung des Bodens die 14—— durch das Ausrotten des Gesträuches und der Bäume ld entstehen müßte, wegen des starken Abfalles, und da ae die innere Schicht des Berges meistens aus Sande der. besteht, gefährlich werden könnte. Wirklich zeigen sich lche jezt die schlimmen Folgen einer gleich ausserhalb dem pat Kloster-Gebäude vor nicht zu langen Jahren vorge— wat nommenen Baumpflanzung; denn eben an diesem Plaze fan hat sich ein starker Bergsturz gebildet, welcher den bei baldigen Ruin eines Theiles des Konventgebäudes nach St sich ziehen dürfte. ind ge Das Klima ist übrigens mild und gemässigt; die glei Gebirge haben hieher keinen Einfluß mehr; und der dem Eintritt der Aernte ist nur wenige Tage später als in iu dem gemässigten Theile der ehemaligen Provinz Baiern. sung Der ausserordentlichen Regengüsse giebt es sehr wenige, z und die Gewitter sind hier selten gefährlich; ja die und Lage Weihenstephans ist so glücklich, daß nur ile sehr wenige Gewitter ihren Lauf hieher nehmen, son— fiel dern getheilt entweder die Waldkette an der Nordseite kur verfolgen, oder gegen Süden über das weite Isarmoors 81 den Gebirgen zueilen. Seit vielen Jahren hat hier kein Hagel die Saaten verdorben, und derjenige, welcher im Jahre 1805 in der Nähe wüthete, so wie mehrere da verderbende Regengüsse haben Weihenstephan nie wet erreicht. fan . len K. 3. bal Die unvergleichlich schöne Lage des Lokals, welche 1 jeden Naturfreund mit innigem Vergnügen erfüllen a wird, soll uns jedoch nicht hindern, den inneren Zustand der Gebäude, so wie diese aus den Händen der Kloster-Administration an die errichtete könig— liche Landwirthschafts-Schule übergiengen, mit un— partheiischem Auge zu durchspähen.— Ach wie schlecht war derselbe! und wie wehe that es dem unbe— fangenen Forscher, die schönen Gefühle, welche sich bei dem weiten Anblicke der erhabenen Natur der Seele aufdrangen, auf einmal durch düstere, schmuzige und in jeder Rücksicht höchst verwahrloste Gebäude gestört zu sehen!— Schmerzlich fiel dieses jedem gleichgültigen Zuschauer, gewiß aber weit schmerzlicher demjenigen, dessen Geschäft es war, aus diesen Höhlen des Schmuzes und der äussersten Verwahrlo— sung den Wohnsiz einer Landwirthschafts-Musterschule zu bilden. Noch schweben mir diese Bilder des Eckels und Kummers zu lebhaft vor Augen, als daß ich mich einer gerechten Rüge gegen die vorhergegangene klö— sterliche Verwaltung enthalten konnte.— Nachstehende kurze Schilderung mag entscheiden, ob dieser Unwille Grund habe, oder nicht. Das Aeussere der Gebäude war schon von der Art, daß es jedes Auge beleidigen mußte; der Anwurf war größten Theils abgefallen, und da wo er noch be— stand, von schmuzig kothiger Farbe; an manchen Stel— len entdeckte man Spuren schlechter Mahlerei und halb verschwundene abentheuerliche Figuren. Dieses an sich widerliche Aeussere der Gebäude wurde durch schlechte, verfaulte Thüren, kleine schmuzige Fenster an 16——— den Ställen, welche nur wenige und undurchsichtig gewordene Gläser enthielten, und durch die größte Unflätigkeit des Hofes noch mehr vermehrt. Dem widerlichen Bilde der ersten Ansicht entsprach das Innere der Gebäude vollkommen, und wer sollte es glauben in einem noch weit höheren Grade;— Unrath aller Art war zur unglaublichen Masse hier angehäuft; die Gänge waren durchlöchert; die Boden und Wände der Pferdestände gänzlich ver⸗ fault; die Fensterstdcke klein, meistens ohne Beglasung und größtentheils gänzlich ausgefallen; die Futterkrip⸗ pen, welche die Wohlthat der Reinigung wohl nie em—⸗ pfunden hatten, waren in Verwesung übergegangen, und von Mäusen und einer ungeheuren Menge der häßlichsten Arten von Insekten bewohnt, die wohl nir⸗ gends ungestörter wie hier ihr Wesen treiben konnten. Unordnung, Unsauberkeit und Zerstdrung bezeichneten jeden Gegenstand, und es ist unndthig und wirklich eckel⸗ haft in ein näheres Detail hierüber einzugehen. So wie die Ställe war die Wohnung für das Oe— konomie⸗Dienstpersonal beschaffen, und es hatte wahr- haft das Ausehen, als konnten Menschen und Vieh hier nur im Kothe Leben und Vergnügen finden.— Die Heulagen welche sich ober den gewölbten Stallungen befinden, waren nicht weniger schlecht; es fehlte den— selben an dem Wesentlichsten— an einem guten Bret⸗ terboden.— So gieng es durch die Reihe, und das was an Oekonomie-Gebäuden das beßt Verwahrte seyn sollte— die Dachungen, waren gerade der ver— wahr⸗ 55 einer Hals stens N ö Sum Gun ——— 17 wahrlosteste Theil. Jeder nur etwas ordentliche Haus— wirth wird es übertrieben oder gar unglaublich finden, wenn ich ihm sage, daß ein Theil der Stalldachung eine geraume Zeit gänzlich ohne Decke gewesen ist.— Selbst das Bräuhaus war sehr vernachlässiget und zu— rückegekommen und es ist auffallend daß die Mönche nicht einmal auf diese Quelle, woraus ihnen doch das unentbehrlichste Getränk floß, mehr Sorgfalt verwen— deten. Den Leser wird der angegebene schlechte Zustand der Gebäude vielleicht weniger befremden, wenn ich die Summen anführe, welche auf Reparation derselben erlaufen sind, und die zusammen bei 14000 Gulden betragen.*) §. 4. Der höchst elende Zustand des zur Begründung einer Landwirthschafts⸗ Musterschule angewiesenen Lo— kals war in doppelter Rücksicht sehr unangenehm. Er— stens mußte auf Verbesserung desselben eine bedeutende Summe verwendet werden, welche weit füglicher als Grund-Kapital für die neu einzuführende, in der Be—⸗ *) Im Jahre 1804 war der Betrag der Baureparations— Kosten 0 5 4 3294 fl. I3 1.2 kr. —— 1804565. 7,745 23 34 ⸗ —— 1805.6. f 1,723 38— —— 1806. 5 8 90-=— Total⸗Summa. 13,663 fl. 15 IJ kr. B 18—— Bebauungsart und in den Geräthschaften veredelte Wirthschaftsweise hätte angelegt werden konnen. Zwei⸗ tens wurde dadurch die wirkliche Aufnahme und das Ansehen dieser bald nach dem Entstehen wegen der Wich⸗ tigkeit des Zweckes von vielen Fremden besuchten An— stalten, eben so viele Jahre zurückgesezt, als ndthig waren die Gebäude dem Zwecke gemäß herzustellen.— Denn wem ist es möglich, eine Oekonomie musterhaft zu nennen, bei welcher die Gebäude in dem größten Verfalle, in der widrigsten Disharmonie sich befinden. So war der Zustand, als im Dezember des Jahres 1803 die Forstschule bereits erdffnet war, und obgleich in ein ebenfalls ruinoses Gebäude gesezt, den Unter⸗ richt ohne Aufenthalt begonnen hatte, ohne widrige Eindrücke befürchten zu müssen; weil bei einem Insti⸗ tute dieser Art die Gebäude bloß als momentaner Auf— enthalt, nicht aber als nothwendige Theile des Ganzen, wie dieses bei einer jeden Oekonomie und um so mehr bei einer Oekonomieschule der Fall ist, zu betrachten sind.— Die Landwirthschafts- Schule, welche mit dem forstwirthschaftlichen Institute vereiniget war, und von diesem die nöthigen Lehrer über die Hülfswissen— schaften entlehnen mußte, war verbunden mit demsel— ben gleichen Schritt zu halten. Der theoretische Un— terricht über Landwirthschaft wurde daher mit der Forst⸗ schule erdffnet,*) über den übeln Zustand der Ge— „) Dieser Unterricht umfaßte die Lehre: 1) von der Kenntniß des Bodens— 2) von der Befruch— tung— 3) von der Bearbeitung— und 4) von der Be⸗ ente nöths in dt die 9 ech Wen — Nate bäude aber zur königlichen allerhöchsten Stelle umfas— zwei⸗ sender Bericht erstattet. das 5 Vich⸗ Man konnte mit Grunde hoffen, daß das könig⸗ An- 1. 0 8 M liche Ministerium, welches das Institut unter hi seinen besonderen Schuz genommen hatte mit . allem Willen die entsprechende Abhülfe gestatten würde; aha und wirklich wurde von demselben anbefohlen, daß we⸗ cope gen des schlechten Zustandes der Kloster-Oekonomie-Ge— den. bäude und in Anbetracht der unvortheilhaften Lage der— 1 75 selben auf einem ziemlich steilen Hügel, und ganz an der leich äussersten Kante der Gründe, unverzüglich der Plan lie über neue Wirthschafts ⸗Gebäude welche ihren Stand— drige punkt in der Mitte der Besizungen zu nehmen hätten, gui entworfen werden sollte. Dieses geschah; die zum Baue ß ndthigen Gelder waren bei der königlichen Kasse 110 in Freising bereits angewiesen, und es fehlte nur noch Ii die Prüfung der Plane und die lezte königliche aller a höchste Entschliessung, welche auch gewiß erfolgt wäre; U wenn die in der Zwischenzeit veränderte Bestimmung des „ und. 5 185 nüzung desselben. Dem zweiten Theile ward die Lehre fl; von der Behandlung, Wartung und Erziehung des land— emsel wirthchaftlichen Nuz-Viehes; dem dritten Theile gleiche e Un⸗ Lehre von dem landwirthschaftlichen Arbeits-Vieh ange— Forst⸗ hängt. Das Lehrgebäude selbst stüzte sich auf Grundsäze Ge⸗ die ich meinem unvergeßlichen großen Lehrer dem k. Preu⸗ ßischen Herrn geh. Rathe Thaer verdanke. Zur Erläuterung des Ganzen, besonders der ersten zwei etch Theile, ward zugleich das Unentbehrliche aus der agronomi— er Be: schen Chemie abgehandelt. B 2 20——2—— Kloster-Bräuhauses, welches ehevor zum Verkaufe oder zur Verpachtung gewidmet, mithin ausser aller Verbin— dung mit der eigentlichen Oekonomie gesezt war, keine Aenderung des ganzen Planes hervorgebracht hätte. Denn eben dieses Bräuhaus wurde durch eine erfolgte weitere allerhöchste Entschliessung nun ebenfalls der Landwirthschafts-Schule beigegeben: damit die land— wirthschaftlichen Zöglinge Gelegenheit fänden, sich mit dem Praktischen des Brauwesens in allen seinen Theilen bekannt zu machen. Eine Trennung der Oekonomie— Gebäude war nun nicht mehr thunlich; und es übrigte nichts, als auf eine radikale Verbesserung, und auf eine reine und ordentliche innere Eintheilung der vorhandenen Gebäude anzutragen; was die königliche allerhöchste Stelle auch vollkommen genehmigte. Drei ganze Jahre verflossen, ehe man die nöthigen Reparations-Bauten beendigen konnte, und wenn schon manches Unschickliche des Lokals nicht zu vermeiden war; so standen die Oekonomie-Gebäude mit dem Jah— re 1806 doch in einem Zustande da, welcher für die Reinheit und Festigkeit der einzelnen Theile wenig mehr zu wünschen übrig ließ. §. 5. Nachdem es endlich, freilich vermittelst Aufwandes bedeutender Kosten und eines dreijährigen Zeitbedarfes dahin gekommen war, daß eine Oekonomie-Musterschule mit Ehre ihren Aufenthalt in dem ihr angewiesenen Lo— kale aufschlagen konnte; nachdem inzwischen eben so der man den 110 Get hat cher gutt satit dem gen — 21 90 Grund zur Verbesserung des wie die Gebäude höchst bir verwahrlosten Bodens gelegt, und der Uebergang e in ein mehr produktives Ackersystem, als die Drei— ätte. felderwirthschaft ist, begründet war nachdem gte man sich endlich auch hinreichende Kenntniß über da den Bedarf der Schule und über die mogliche Er— bah trägniß der beiden zur Wirkung ihr eingewiesenen nit Gewerbe, des Ackerbaues und der Bräuerei erworben hein hatte, um nach derselben Vergleichung auf eine entspre⸗ om chende Deckung des Abganges an dem Fonde der Schule rü antragen zu können; eine enen Konnte mit Grund auf eine endlicheh feste Organi— chste sation der Schule gedacht werden„deren Entwurf in dem königlichen Konstitutions-Reskripte mir aufgetra— gen war. 1 Ich überreichte demnach am Schlusse des Jahres chen 1806 bei dem koniglichen Ministerium des Innern 925 einen detailirten Plan, in welchem die Bahne welche I die Schule sowohl als theoretische als als praktische r de Lehranstalt zu folgen hätte, bezeichnet, und das darauf ct Bezug habende rücksichtlich des Lehrpersonals, der Zög— linge und der Guts-Administration aus einander ge⸗ sezt war. des Es war nicht zu zweifeln, daß dieser Plan einer arfes genauen Prüfung unterworfen und der Landwirthschafts— chule Schule eine endliche Organisation werden würde, welche 1Lo⸗ die wohlthätigsten Einflüsse auf den Ackerbau des Lan— o der des hervorbringen müßte, und dieses war um so eher 22—— 5 zu glauben, als damals alle Hoffnung vorhanden war, Kathe daß dem verheerenden Kriege der goldene Friede folgen, puld und mit diesem der Genius des Ackerbaues, der Künste Firat und Wissenschaften rückkehren würde. dahin 8 es Allein eben dieser Krieg hatte schon beim ersten dem Ausbruche eine bedeutende Veränderung in den Insti⸗ gest tuten zu Weihenstephan hervorgebracht. Die hier ver⸗ dess sammelten jungen Männer eilten, von edler Vaterlands— zur liebe beseelt, in die Reihen der Krieger, aus welchen sie Ne auch nach dem Eintritte des Friedens nicht wieder zu— rücke kehrten. Dieses Austreten des ungleich größten Theiles der forstwirthschaftlichen Eleven versezte diese he Schule in eine Art unwillkührlicher Ruhe, aus welcher Nel sie sich auch nach dem Abschlusse des Friedens, indem Aude sich nur sehr wenige Individuen zum Unterrichte wie— im der einfanden, nicht heben konnte. Dieser Umstand, e und vielleicht noch mehr die vielen Baufälle des Insti⸗ u tuts⸗Gebäudes, dessen Verfall sich immer mehr und mehr Au aufdeckte; der sich in der Zwischenzeit gebildete Berg— sturz, welcher den Einfall eines grossen Theiles der Gebäude befürchten machte; die Summe dieser widrigen Vorfälle bewog das königliche Ministerium im April des Jahres 1807 die Forstschule gänzlich auf— losen und durch eine Anstalt auf der königlichen Univer— sität zu Landshut surrogiren zu lassen. Die königliche Landwirthschafts-Schule, welche die Lehrer über die Hülf⸗ wissenschaften aus der Mitte der Forstschule entnehmen mußte, und ohnedieß noch keine fixe Organisation hatte, traf gleiches Loos, und diese Anstalt trat vorerst in die ar, Kathegorie einer königlichen Administration über. Es en, wurde aber durch das königliche Ministerium der ite Finanzen der Wirkungskreis derselben ausdrücklich dahin bestimmt, zu sorgen, daß durch Einführung ei— nes verbesserten und mehr produktiven Ackersystems sten dem eigentlichen Landmanne ein lebendes Beispiel auf— sti gestellt, überhaupt auch durch praktische Prüfung alles bel⸗ dessen, was auf Verbesserung des Ackerbaues Bezug hat, nds; zur Aufnahme der vaterländischen Industrie auf dem n sie Wege des Beispieles gewirkt werde. zu⸗ ten Dieses ist die kurze geschichtliche Darstellung der iese Begebenheiten der königlichen Landwirthschafts-Schule in cher Weihenstephan als theoretische Lehranstalt betrachtet. dem Was dieselbe als praktische Musteranstalt— eine Be— wie⸗ stimmung welche auch die königliche Administration der— nd, mal noch zu befolgen hat— gewirkt habe, mögen die sti nachfolgenden Daten und gewissenhaft angegebenen Re— lehr sultate über die dort bestehende Wirthschaftsweise zeigen. derg⸗ a deb seset um auf⸗ ber⸗ liche ilfs⸗ men ite, die 24 Zweiter Abschnitt. Weihenstephan als praktische Oekonomie⸗ Anstalt betrachtet. 8.*. Der von dem Kloster Weihenstephan an die Landwirth— schafts⸗Schule zur praktischen Ausübung übergewiesene Grund und Boden besteht: 1) aus Ackerboden und 2) aus Wies boden. Der Ackerboden grenzt unmittelbar an die Oekono⸗ mie⸗Gebäude und dehnt sich, nur durch wenige fremde Besizungen unterbrochen in einer hügeligen Lage gegen Nord-West zu aus. Der Flächeninhalt desselben be— steht jezt, nachdem mehrere Wiesflecke und ein bedeuten— der Theil der Feldlegden unter den Pflug gelegt wurden, in beiläufig 20 bis 265 Morgen, jeden Morgen zu 40000 Quadratfuß gerechnet. Diese Angabe ist aber nur approximativ, da nicht alle Gründe vermessen sind. Die Wiesen kann man in drei Theile theilen: 1) in gute; welche ihrer Lage, besonders ihrer Nähe am Gute wegen, in gutem Stande erhalten wer⸗ den können, tie ———— 25 2) in mittelmässige; welche wegen Entlegen— heit nicht wohl unterhalten werden können„oder ihrer Bodenmischung wegen nur mittelmässigen Er— trag geben, und 3) in schlechte Moos- oder Moorwiesen. Die guten Wiesen, welche nach einer ohngefähren Schäzung 18 Morgen halten mögen, liegen zwischen den Feldern in einem engen Thale, wo sie bei starken Regengüssen zum Theile überschwemmt werden. Auf den einen Theil dieser Wiesen werden auch die Ausflüsse aus dem Bräuhause und den Ställen geleitet, welche durch einen angebrachten Zuleitungsgraben nach Will— kühr dahin gebracht oder abgeleitet werden können. Zu der Klasse der guten Wiesen kann man auch die zu 20 Morgen angegebenen Feldlegden oder sogenannten Feldlohen zählen. Ein grosser Theil davon ist aber dem Pfluge schon anheim gegeben; das Uebrige wird dem— selben noch zugegeben werden, wenn erst die nöthigen Wasserableitungs-Gräben werden hergestellt seyn. Die zweite Art der angegebenen mittelmässigen Wie⸗ sen liegt in einzelnen Flecken zu einem und mehreren Mor— gen in dem Isarthale unter den Besizungen der Freisin— ger Bürger vermengt, in einer Entfernung von 4 Stun⸗ den bis zu 2 Stunden vom Hofe. Diese weite Entfer— nung macht die Düngung höchst lästig, und bei vielen Geschäften auch manchmahl unmdöglich, daher sie im Ertrage ziemlich weit zurückestehen; wozu schon die Bo— denart viel beiträgt, indem sie nur ohngefähr einen hal— 26— 2 ben oder einen Fuß tiefen aufgeschwemmten sandigen Letten, unter demselben aber eine reine Kieslage von mehreren Schuhen enthalten. Der größte Theil dieser Wiesen ist der Ueberschwemmung der Isar ausgesezt. An sich wäre diese Bewässerung dem Boden sehr will— kommen, wenn nur nicht manchmahl eine ganze Aernte durch Verkothung verdorben würde.— Der Flächenin— halt dieser Wiesen beträgt bei 30 Morgen; der ganze Betrag der besseren Wiesen ist demnach, wenn der noch bestehende Theil der Feldlegden hinzugeschlagen wird, zwischen 55 und 60 Morgen. Die schlechten oder die Moorwiesen machen den größten Theil der Wiesenfläche aus, und enthalten ohn— gefähr 104 Morgen. Sie liegen in zwei Hauptflächen vertheilt; ganz nahe am Gute in dem Moore welches durch das am Fuße des Berges vorbeifliessende Flüßchen Mosach gebildet wird, und in einer Entfernung von mehr als 5 Stunden in dem Isarmoore jenseits dieses Flusses. Beide Theile geben nur sehr schlechtes, und der Antheil im Mosachermoore gar nur schilfiges Heu, welches bloß zur Streu benüzt werden kann. Der An—⸗ theil im Isarmoore ist mehr trocken, und zur besseren Kultur ja selbst zum Ackerbau wohl geeignet; um diese Kultur aber mit Nachhaltigkeit betreiben zu können, wäre die Anlage einer eigenen Maierei das erste Erfoder— niß, und ich bin überzeugt, daß diese auf einer Fläche von beinahe 50 Morgen nach einem passenden Frucht— wechsel bewirthschaftet, sich wohl befinden würde. D. de, unt dehnt] Vest! tagt stͤcke dern in ett der A delt us se in die nnen. neht e denn dachur sen die 7 wider ten J und Berge genom stumm dieser werden klage Uegetg ——U— 2 — Der Ackerboden grenzt, wie schon gesagt wur— de, unmittelbar an die Oekonomie-Gebäude an, und dehnt sich von da in einer hügeligen Lage gegen Nord— West zu aus. Die weiteste Entfernung vom Hofe be— trägt ohngefähr eine starke halbe Stunde. Die Grund— stücke bilden zwar kein zusammenhängendes Ganzes, son— dern sind durch dazwischen liegende fremde Besizungen in etwas unterbrochen, die Störung ist jedoch nicht von der Art, daß die Felder nicht nach freier Willkühr behan— delt werden könnten, und diese bestehen größten Theils aus sehr beträchtlichen Breiten, welche die Bearbeitung in die Länge und in die Breite nach Gefallen erhalten können.— Zu wünschen wäre es, daß die Felder eine mehr ebene Lage hätten als sie wirklich nicht besizen; denn bei einigen sehr bedeutenden Strecken ist die Ab— dachung von der Art, daß bei etwas starken Regengüs— sen die Ackerkrumme leicht weggespült wird. Der Boden besteht aus Lehm, und zwar von der widerspenstigen bis zur milden und mit Grand vermeng— ten Art herunter, Kalktheile enthält derselbe nur wenig; und Mergel wurde, einige unbedeutende Lagen auf dem Berge, dessen Erdetheile überhaupts kalkhaltiger sind, aus— genommen, noch gar nicht angetroffen. So wie die Acker— krumme besteht auch die Unterlage vorzüglich aus Lehm, und dieser ist gewohnlich so fett, daß er zu Ziegeln gebraucht werden kann; nur an einigen Stellen ist Kies die Un— terlage, und diese Flecken werden durch die geringere Vegetation dem Auge schon von Weitem kennbar. 8 28 Die Bodenmischung der Ackerkrumme sowohl als die Unterlage machen die wasserhaltende Kraft dieses Bodens ziemlich bedeutend, und in dieser Rücksicht ist die abhängende Lage der Felder der leichteren Entwäs— serung wegen in etwas willkommen. Den Unkräutern ist dieser Boden ziemlich günstig; die lästigsten darunter sind: die Quecke, der kriechende Hahnenfuß, das Kannenkraut und mehrere Arten Di— steln; auch Saamenkräuter, und darunter vorzüglich Hederich findet sich, aber nur auf einigen Feldern, in bedeutender Menge ein. Die Tiefe der Ackerkrumme war bei der Uibernahme des Gutes nicht bedeutend, und erreichte im Durch— schnitte wohl nicht volle 5 Zoll; die sorglose Bearbei— tung durch die Klosterknechte, noch mehr aber durch die Frohn Dienste mag hieran die meiste Schuld ha— ben. Nun hat sich aber der Boden auch in dieser Rück— sicht durch fleißige Brach- Bearbeitung und durch den Brach-Früchtebau schon merklich gebessert. Die vielen wuchernden Hecken von Weiß- und Schlehdorn, von Berberizen und anderem Gesträuch, welche einen grossen Theil der Felder ohne Zweck belä⸗ stigten, und manchen Schaden verursachten, sind wegge⸗ räumt, dadurch ein bedeutender Strich Landes gewon— nen, und den Feldern, welche ohne dieß sehr zur Nässe geneigt sind, der so wohlthätige freie Luftzug verschafft worden. 5 0 ausse steuer ben ez meht! schehe schen sullat hier et, Kloster nie z lasen nen; bo st söspit Passiv-Servituten haften auf dem Gute nicht; und ausser der neu eingeführten Grund- und Gewerbe— steuer dann dem Malz-Aufschlage werden keine Abga⸗ ben entrichtet. Aktiv- Servituten sind ebenfalls nicht mehr vorhanden, und die Arbeiten bei den Gewerben ge⸗ schehen durch gebrödete Diener und Taglöhner.“) 2 Bevor ich zur Erörterung des eingeführten Thaer— schen Ackersystems und Aufzählung der erhaltenen Re— sultate übergehe, scheint es mir nothwendig zu seyn, hier etwas Weniges von der vorigen Wirthschaftsweise der Kloster-Verwaltung und von dem Zustande der Oekono— mie zur Zeit der Errichtung der Schule einfliessen zu lassen, um den Leser nach Angabe der dermal erhalte— nen Wirthschafts-Resultate in den Stand zn sezen, von selbst über den Werth der gemachten Verbesserungen absprechen zu können. Das Ackersystem des Klosters war die hier in der Gegend ausschliessend herrschende Dreifelder-Wirthschaft mit reiner Brache, welche in den späteren Jahren et— was Klee enthielt. Die Brache wurde nach der land— ) Der Preis des Taglohnes ist von Michaeli bis Georgi für den Mann 20 kr. und für das Weib 20 kr.; von Georgi bis Michaeli bezieht der Mann 24 kr., in der Aerntezeit wird dem Manne und dem Weibe jedem zo kr. bezahlt. Im Winter wird 8 Stunden, im Sommer 9, und in der Aernte 10 Stunden und darüber gearbeitet. 30—— üblichen Weise behandelt. Zu Ende Maies oder Anfangs Juni wurden die Stoppeln des Sommerfeldes einge— pflügt; Anfangs Juli die zweite Furche, und in der lez⸗ ten Hälfte des Augustes die dritte Furche dem Brach— lande gegeben. In der Mitte oder Ende Septembers wurde mit der vierten Brach-Furche der Saame des Wintergetreides aufgesäet und eingeegget.— Bei der Bearbeitung des Brachfeldes klebte man so wie bei der Saatfurche, an den abergläubischen Vorurtheilen des gemeinen Mannes, welcher sein Feld nicht nach dem Bedarfe oder der günstigen Witterung, sondern nach den Tagen gewisser Heiligen oder gewisser Wochen zu bear— beiten pflegt; und so geschah es denn öfters, daß die dazwischen kommende Heu- oder Getreid-Aernte die dritte Brachfurche nicht mehr geschehen ließ, und man begnügte sich dann gleichwohl in die dritte Furche den Saamen werfen zu konnen. Wie wenig bei dieser me—⸗ chanischen und oft noch dazu schlechten Bearbeitung der einzige Zweck der reinen Brache, Vertilgung des Un— krautes und Lockerung des Bodens, bezweckt wurde, läßt sich wohl denken.— Der Dünger welcher im Win— ter erzeugt wurde, wurde nach der ersten Furche, und jener der im Sommer gewonnen wurde nach der dritten Furche in der Regel auf das Land gebracht. So weit das Land Dünger erhielt, baute man ohne Unterschied des Bodens Winterweizen; das nicht gedüngte Land trug Winterroggen. Das Weizenfeld wurde im folgenden Jahre mit Gerste, das Roggenfeld aber mit Haber be— baut. Der Bau dieser Sommer-Früchte geschah eben— falls nach der hergebrachten, Weise. Haber wurde im 2560 Jehle und ei bel in wende len. gesch das? ——— 3 1 198 Frühjahre in die umgerissenen Roggenstoppel eingesäet ge⸗ und eingeegget; zur Gerste pflegte man die Weizenstop— 0 pel im Herbste einzupflügen, im Frühjahre das Feld zu iche wenden und mit der zweiten Furche die Saat zu bestel⸗ ers len. Sollte statt reiner Brache Klee gebaut werden, so des geschah die Saat immer unter Gerste, was hier wohl det das Räthlichste war. Wie bei dem gemeinen Landwirthe, det so war auch hier ohngeachtet eines ziemlich ausgebreite— des ten Brachklee-Baues die Stallfütterung gänzlich unbe— dem kannt. Man trieb das Vieh auf die Brach-Aecker den oder in die Kloster-Waldungen; Mittags und Abends ar⸗ kehrte dasselbe in die Stallungen zurück, und mußte die dort, wenn es anders nicht verkümmern sollte, stets die gefüllte Krippen finden. Zu diesem Ende verwendete gan man den größten Theil des gebauten Klees, oder bei den Mangel desselben, Gras von den nahe gelegenen Aengern. ne⸗ Das Nuzvieh verzehrte somit die lezten Kräfte des der Brachfeldes aus keinem anderen Grunde, als um Kräfte Uu⸗ zu bekommen, die davon abfallenden befruchtenden Ex— ide, kremente auf der undankbaren Weide verschleudern zu Vin⸗ können. und itte Der Düngerhaufe gewann hiebei nichts, und war welt wie bei jedem anderen Dreifelderwirth mager und klein; chied er reichte in keinem Jahre hin, die Hälfte des Brachlandes (and zu befruchten. An Wiesen-Düngung war ganz und nden gar nicht zu denken, wenn man das Ackerland nicht be⸗ ganzlich entnerven wollte.— So wie die Bearbeitung ben⸗ und Düngung, so war auch die Aernte kleinlich und 150 wenig ergiebig. Von 62 bis 65 Schäffel Ausbau, 32 welche im Durchschnitte für die beiden Felder im Jahre angenommen werden können, wurden, wenn der Er⸗ trag der günstigste war, nicht volle 400 Schäffel, mit⸗ hin nie mehr als sechsfache Ausbeute gewonnen. Dieses war aber nur bei sehr fruchtbaren Jahren der Fall, in mittelmässigen Jahren kam der Ertrag eher unter als über fünffachen Saamen zu stehen. Was man oft mit Grund gegen den Brachkleebau einzuwenden pflegt: daß nämlich das Land verwildere, und der Boden doch wenig an Befruchtungsmaterial gewinne, habe ich bei Weihenstephan vollkommen bestätiget gefunden. Die Felder waren voll von Un⸗ kraut jeder Art, vorzüglich aber mit einem ungeheueren Wuste von Quecken angefüllt; und immer waren die „Klecäcker die verwildertsten. Freilich muß ich zur Be⸗ ruhigung der Dreifelderwirthe hier sagen, daß mehr die schlechte Bearbeitung, als der Klee in der Brache die ungeheuere Menge Quecken auf den Feldern entstehen machte. Die dem Kleebaue vorausgegangene Brache war gewohnlich schlecht besorgt, die Keime des Un— krautes waren nicht vertilgt; die darauf folgenden zwei Getreidefrüchte gaben denselben Zeit und Kraft sich zu verstärken; die Kleepflanzen konnten sie nicht verdrän— gen; und mit den folgenden zwei Getreidesaaten wur— den sie Meister der ganzen Ackerkrumme.— Wer wird sich nicht überzeugt halten, daß wenn nun im sechsten Jahre auf demselben Acker statt reiner Brache eben falls Klee hätte gebaut werden wollen, man nicht eine Klee⸗, sondern eine Queckensaat erhalten haben würde? ran vur⸗ vird sten ben⸗ eine de? —— —— 22,——— 22 33 — Der Dreifelderwirth kann sein Brachfeld nie ganz em Kleebaue widmen; höchstens kann derselbe, wenn r seine Aecker nicht verwildern lassen will, den dritten heil davon mit Klee bestellen. Die inzwischen folgen— n zwei reinen Brachen müssen dazu dienen, das in der Kleebrache sich gesammelte Unkraut wieder zu zer⸗ stören und unwirksam zu machen. Klee auf dem dritten Theil der Brache gebaut wird aber nie zureichen, eine voukommene Sommerstallfütterung einführen zu können. Das Nuzvieh wird wie zuvor auf die Weide gehen müssen; der Düngerhaufe wird wenig vermehrt werden, und für den Feldbau überhaupt wenig Vortheil hervor⸗ gehen.) 22 8 S 2 ) Der dritte Theil der Brache mit Klee bebaut, reicht nie zu, die Stallfütterung einführen zu können, welche für den größten Theil der bakerischen Landwirthe wegen Auf⸗ hören der Gemeinde-Weiden in der Folge doch nothwen— dig werden dürfte. Da es nicht wohl rathsam ist, den Kleebau bei der Dreifelderwirthschaft auf einen grösseren Theil der Brache wegen der zu befürchtenden Vergrasung des Bodens auszudehnen, der Landmann aber Futter haben muß, und vorerst von dem hergebrachten Systeme nicht abgehen kann; so würde ich vorschlagen, die Brache, in 3 Theile zu theilen. Ein Theil würde rein gebracht, ein Theil trüge Klee, und ein Theil Wicken zum grü— nen Futter. Es entstünde demnach folgende neunjährige Fruchtfolge: 1) Reine Brache gut gedüngt und gut bearbeitet. 2) Wintergetreid; Weizen oder Roggen; 3) Sommergetreid, Gerste oder Haber in die zweite Frühjahrsfurche, mit untergesäetem Klee. C 34 Weihenstephan hatte in den leztern Jahren einen ziemlich ausgebreiteten Kleebau; man konnte es ————————* 3) Klee; nach 2 Schnitten umgepflügt und in die dritte Furche 5) Winterroggen eingebaut. 6) Haber. 7) Wicken gedüngt; und in Zwischenräumen von 14 und mehreren Tagen nach dem Bedarf der Wirehschaft gebaut. 8) Wintergetreid. 9 Sommergetreid. Bei dieser Fruchtfolge glaube ich, dürfte der Drei— felderwirth wohl bestehen können. Der Klee- und Wicken⸗ schlag wird sein Vieh den ganzen Sommer hindurch reichlich ernähren, und noch Futter für den Winter lie— fern. War er im Stande— was doch jeder Dreifelder— wirth sollte— vorhin die Hälfte der Brache zu düngen; so wird er nach hergestellter Stallfütterung ohne Mühe zwei Drittheile bedüngen können.— Auch für die Reinheit seines Feldes hat er nichts zu befürchten, vorausgesezt, daß es nicht an Willen und Kraft gebricht, den Brach⸗ und Wickentheil mit Fleiß zu bearbeiten. Bei dem Wickenbaue bleibt hinreichende Zeit, das Feld eben so gut und rein, wie bei der reinen Brache bearbeiten zu können. Im vorausgehenden Herbste wird die Sommergetreide-Stoppel gestürzt, und im folgenden Frühjahre zu Ende März oder Anfangs April der erste Theil Wicken gebaut; zu Ende Mai's oder Anfangs Juni wird die Aernte geschehen seyn, und der Wirth hat noch beinahe volle 4 Monate das Feld zu bearbeiten. Dem später zu besäenden Wickentheile kann vor der Saat um eine oder zwei Furchen mehr gegeben werden. Verl besteh frockhe 1 * lber 0 eisez 0— 3 hren aber nie dahin bringen, die Sommerstallfütterung ein⸗ 322 zuführen, und ungeachtet des bedeutenden Zuflußes an Streumaterial aus dem eingescheuerten Zehentgetreide, lütte wurde nie eine grössere Düngungsmasse erzeugt als nothwendig war, zur Noth die Hälfte der Brache be— fruchten zu konnen. Freilich muß es immer auffallen, daß das Kloster bei den Zuflüssen an Zehentstroh nie auf Einführung der halben Stallfütterung hinarbeitete, da dasselbe den Abgang an Klee aus der bedeutenden Wiesenfläche hätte ersezen konnen. Allein die Wieser waren schlecht besorgt, und gaben vielleicht nur für Drei wenige Jahre so viel Heu und Grummet, als für das iken⸗ Arbeitsvieh, und einen geringen Theil des Jungviehes durch erfoderlich war. Das Melkvieh, welches im Winter nicht das Geringste von den Wiesen erhielt, konnte um felder. so weniger auf Nahrungszuflüße während der Sommer— hen; monate Anspruch machen. Die wirthschaftliche Ein— e richtung blieb daher bei dem Brach-Kleebaue dieselbe; und für das Nuzovieh giengen keine weiteren Vortheile hervor, als daß dasselbe während der Sommermonate bei der Weide durch die erhaltenen Kleeportionen besser 105 bestehen, und im Winter durch Zutheilung etwas ge⸗ 9 trockneten Klees einige Festtage haben konnte. und 7— enden Der Arbeitsstall war zu Klosterzeiten wirklich sehr Theil übersezt, indem gewohnlich bei 18 bis 20 Pferde, und itd die 12 Zugochsen zur Beschlagung einer Wirthschaft gehalten einahe wurden, welche in ihrer dermaligen mehr ausgedehnten Bewirthschaftungsart, und wo sie aller fremdartigen Beihülfe beraubt ist, mit 12 Pferden und 12 Ochsen C 2 wohl fertig werden kann. Dieser Ueberfluß an Arbeits⸗ vieh und die wenige Sparsamkeit der Klosterknechte . eine Menge Futter i N weit iglicher für das Nuzvieh hätte verwendet werden kön⸗ baz und blos dieses Mißverhältuiß 10 die wenig shaltung konnten Ursache seyn, daß die Vernte der bet deutenden obgleich ziemlich zurückegekommenen Wie— senfläche nicht einmal zur Ernährung des Arbeitsviehes zureichte, sondern jahrlich um mehrere hundert Gulden Heu erkauft werden mußte. Ungeachtet der mehr als zureichenden Anzahl des Alrbeitsviehes wurde doch immer ein Theil des Acker⸗ zodens durch Roßfrohndienste bestellt, und man kann ch wirklich nicht genug wundern, wie die Klosterregie diese schlechte Arbeit gedulden, und das eigene 1 55 olle Arbeitsvieh müssig im Stalle lassen konnte. Man muß das Wirken dieser an gutem Willen und an Kräften gleich armen Fröhner gesehen haben, um sich einen Begriff von 15 schlechten Arbeit, die durch ihre Dienste hervorgebracht wird, machen zu können. Das Land wurde nicht gepflügt, sondern nur oberflächlich wegge— krazt; alle Vortheile einer guten, zweckmässigen Bear— beitung schwanden hier, der Boden verwilderte, d Unkräuter häuften sich, und die edlen Früchte fanden weder Kraft noch Raum zum fröhlichen Gedeihen.— Wenn man diesen Umstand, und die geringe Düngung welche dem Boden zu Theil wurde, in Erwägung zieht; so wird es wahrhaft Niemanden auffallen, daß diese betrachtliche Oekonomie, ungeachtet der v ielen Resourcen, 62 sie le — 2— 27 4 d seselbe aus dem Zehent- und Dienstgetreide flos— 5 sen, nichts in die Kloster-Kasse lieferte, sondern derselben jahrlich noch eine bedeutende Summe entzog. Es sind mir zwar keine Rechnungen zugekommen, um hierüber mit Gewißheit etwas bestimmen zu können; nach der Aeufserung einiger Individuen aber, welchen der Inhalt derselben wohl bekannt seyn konnte, war das jährliche 05 Deficit auf 1200 fl. und darüber anzunehmen. Man gel Gllen an Aufficht, an einer ordentlichen und verständ digen Lei⸗ tung, schwache Befruchtung, die äusserst schlechte Be— arbeitung des Bodens, und das dadurch sehr verringerte Produktions-Vermbögen desselben waren wohl die— Acker⸗ zige Ursache dieses bedeutenden Abgangs, und ich bin kann überzeugt, daß bei einer ordentlichen Wirthschaftsfüh— terregie rung derselbe nicht nur nicht statt gehabt hätte, sondern ein Ueberschuß erzielt worden wäre. Der Boden war aber nun einmal im Ertrage einen schon sehr zurückegekommen; er war verwildert und f Dienste nete zur schnellen Einführung einer musterhaften Be— 15 Land wirthschaftung nicht die frohesten Aussichten. Man weghe⸗ wird sich noch des oben angegebenen schlechten Zustandes Begl⸗ der Gebäude erinnern; Grund und Boden entsprach i, die demselben in seiner Verwahrlosung vollkommen. fanden . An diesem höchst traurigen Zustande des Lokals und sugung des Bodens reihte sich bei Uebernahme des Guts usch g zebt; der gänzliche Mangel an Vieh, Fahrniß und Natural 5 dee vorräthen. Wei henstephan, welches nicht unmittel— souen, bar nach seiner Auflösung, sondern eine geraume Zeit 2 8—. ͤ— nach derselben an die errichtete Landwirthschaftsschule übertrat, war mit den übrigen Klöstern zum Verkaufe bestimmt. Man pflegte bei den Kloster— Oekonomien iejenigen Stücke am ersten zum Kaufe hinzugeben, welche auf Erhaltung oder Einbringung Kosten verur— sacht hätten. So geschah es auch hier, daß das vor— räthige Arbeits-und Nuzvieh am ersten feil geboten wurde; die Getreid-, Heu-, und Grummet-Aernte wurde auf dem Felde versteigert, und von dem Ge⸗ treide nur allein die Gerste eingescheuert, wei sie zu dem damals noch auf eigene Regie geführten Bräuhause verwendet werden konnte. Bei Uebernahme des Guts war mithin ein gänzlicher Mangel an allem, was zur Fortführung einer jeden Oekonomie wesentlich erfoder— lich ist. An Speis- und Futtergetreide, an Heu und Grummet wurde nicht das Geringste übergeben; der Strohvorrath war unbedeutend; der Nuzviehstappel auf zehn Stücke zusammengeschmolzen; im Arbeitsstalle standen 12 alte ausgediente Pferde, welche keinen Käu— fer fanden, und 4 eben so schlechte Ochsen. Da dieser zerrüttete Zustand über sieben Monate gedauert hatte, so war beinahe gar kein Dünger vorhanden; ein Mangel den die neue Administration am empfindlichsten fühlte, und dem wie immer durch äussere Mittel abgeholfen werden mußte. Das kdͤnigliche Ministerium ließ es hier ebenfalls nicht an Vorschüssen fehlen, um das Fehlende beischaffen zu können. Das nöthige Speis- und Futtergetreide wurde mithin angekauft; der Nuzviehstappel, so weit I ung zum tige Die sch net. nen sond Erfg haft ade send ach fung schule die Umstände erlaubten, vergrössert; den untaug— kaufe den Pferden Kraftvolle substituirt; der Zugochsenstall omen 8 mehreren und besseren Stücken besezt; und selbst eben, dem Abgange an Dünger durch Erkauf zum Theile berut⸗ geholfen.— Diese Gegenstände des unverschieblichen 5 00 Bedarfes foderten jedoch eine Summe, welche im geboten schlage zu derjenigen Summe, die auf Herstellung ente»Gebäude erfoderlich war, ein schönes Gründungs— em Gt pital die Schule gebildet hätte; und welche se zu hingegeben werden mußte, blos, um die Wirthschaft juhaufe in ihrem vorigen Geleise zu erhalten. Guts us zur g. 3· cfoder⸗ 8 Das königliche allerhöchste Konstitutions-Reskript u und der Schule bestimmte die praktische Thätigkeit derselben n; der ausdrücklich, dahin zu sorgen, daß eine in der Bebau— fel auf ungsart und in den Geräthschaften veredelte Wirthschaft testalle zum Muster und zur Nachahmung, und zwar für die u Küu⸗ eigentliche Klasse der Kultivatoren aufgestellt werde.— g diese Die Wahl der einzuführenden Wirthschaftsweise war nicht e halk, schwer, und zum Theile durch das Gesez schon bezeich— Nang net. Denn gewiß ist nur jene Wirthschaft veredelt zu fülle, nennen, welche nicht nach hergebrachten Gewohnheiten, cholfen sondern nach den Grundsäzen geltender und geprüfter Erfahrungen geführt und den Ortsverhältnissen ange⸗ paßt wird; welche die Produktion der einen oder der fle andern Art der Wirthschaftserzeugnisse nicht ausschlies— send der guten Mutter Natur überläßt, sondern diese nach Grundsäzen, welche sie sich aus ächten Beobach— W tungen und untrüglichen Erfahrungen gesammelt und h wel — 40—— zur Folgungsweise geordnet hat, thätig unterstüzt, und eben dadurch zur Mehrerzeugniß empfänglicher macht;— bei welcher ferner kein Theil des tragbaren Grundes und Bodens in dem irrigen Wahne einer nöthi⸗ gen Ruhe der Produktion entzogen, sondern bei welcher derselbe in stäter Thätigkeit erhalten, und durch eine wohlgeordnete Folge-Ordnung der verschiedenen Arten der Gewächse im Ertrage sogar erhöhet wird;— mit einem Worte das Thaersche Ackersystem oder die Wechselwirthschaft war es, deren Einführung der ko⸗ niglichen Landwirthschafts-Schule in Weihenstephan oblag.“) Die Einführung dieses Systems war hier um so wünschenswerther, als es in Baiern das erste Muster einer Bewirthschaftungsart seyn sollte, über welche „) Herr geheime Rath Thaer ist zwar nicht der Erfinder dieses Systems. Dieses ist in England zu Hause, und wurde auch schon in Deutschland durch Reichart mit Vortheil beschrieben. Herr Thaer ist jedoch der erste und einzige, der dieses System näher prüfte, auf Grundsäze zurückführte, und demselben in ganz Teutschland Eingang verschaffte. Durch ihn und seine Schüler hat sich dieses wohlthätige Ackersystem schon beträchtlich und mit un⸗ läugbarem Vortheile in Teutschland ausgebreitet und Muster gebildet, welche bald neue Nachahmer finden werden.— Ist es daher nicht billig, diesem Systeme von seinem Lehrer und Verbreiter den Namen zu schöpfen, damit selbst noch die Nachwelt dem Manne huldigen möge, der um die Menschheit sich so verdient gemacht hat?— drei Run der R Ge 11 beseht uch 8 41 t schon viele hierländische Oekonomen für oder wider ge— iche sprochen, sich aber nie wirklich überzeugende Erfah— 0 rungen geholt haben. üchtt Aus verschiedenen Aufsäzen, die von hierländischen de Landwirthen über Wechselwirthschaft in öffentlichen Blät— fn tern erschienen sind, überzeugte ich mich, daß dieselben mt nicht immer den richtigsten Begriff von dieser Wirth— de it schaftsart hatten; ich halte es daher für nicht über— der k flüssig, die charakteristischen Merkmale, welche diese han Wirthschaft bezeichnen, hier anzugeben. um so 5 1 Diese Wirthschaft hält nie reine puster Brache; sondern baut statt derselben solche Gewächse, Ra welche unbeschadet ihres Wachsthumes in Abständen von zwei und drei Fuß zu stehen kommen, und in diesen N Zwischenräumen durch eigene Instrumente eine Bear— 7710 beitung erhalten, welche der reinen Brachbearbeitung in 10 keinem Falle nachsteht. Die auf diese Art gebauten ele und behandelten Früchte werden Brach f rüchte ge— nannt. Hiezu eignen sich alle Gewächse, welche ohne Nachtheil für ihr Gedeihen in Abständen von zwei bis 0 dieses drei Fuß gebaut werden konnen: als Kartoffeln, Kohl, nit un⸗ Runkeln, Dorschen, Saubohnen, u. d. gl. m. et und ö finden 2) In der Rotation dieser Wirthschaft folgen in Fysteme i i der Regel niemals zwei Halmtragende oder höpfen j ö 0 f j 1170 Getreid-Früchte hintereinander, sondern es huldiger 5.. 5 5 7 at besteht ein fortlaufender Wechsel zwischen diesen und gemacht zwischen Früchten anderer Art; welche nun hauptsächlich 10 ö 0 1 42——— Futtergewächse, zum Theile auch Handlungsgewächse seyn können. Es ist Thatsache der Erfahrung, daß ein Boden, welcher zwei Getreideärnten in einer Folge nicht getra— gen haben würde, diese hervorzubringen wohl im Stande ist, wenn inzwischen eine Frucht anderer Art, welche nicht zur vollen Reife kam, gebaut wurde, und daß hiebei die zweite Getreidfrucht immer noch besser geräth, als ohne diese Zwischenfolge würde geschehen seyn. Die Erklärung macht sich leicht, wenn, wie es wohl wahrscheinlich ist, angenommen wird, daß Früchte der—⸗ selben Art auch dieselbe Qualität der Nahrungsstoffe erfodern, welche durch die wiederholte Folge dieser Früchte dem Boden nothwendig entzogen werden muß. Folgen aber Früchte anderer Art dazwischen; so bedürfen diese eine eigene Mischung der Nahrungsstoffe, welche sie sich gewöhnlich aus einer tieferen Schichte des Acker⸗ bodens als die Getreid früchte thun, hervorholen. Die erstere in dem Boden noch vorräthige Mischung wird durch diese Gewächse wenig oder gar nicht angegriffen; ja es ist wohl zu vermuthen, daß während des Wachs— thumes dieser zweiten Art der Gewächse durch Abfälle und durch äussere Einwirkung der Atmosphäre das an der Mischung allenfalls noch fehlende ersezt, oder diese in einen solchen Zustand gebracht werde, in welchem sie durch die Lebensthätigkeit der nachfolgenden Ge⸗ treidfrucht zur wirklichen Nahrung verarbeitet werden kann. Werden diese Früchte, wie es bei der Wechsel— wirthschaft gewöhnlich geschieht, nicht zur vollen Reife hen hen u. gesich Frucht — 43 4 gelassen, sondern beim Eintritte der Blüthe g geärntet, so bedürfen 15 nicht der wesentlichsten Nahrungsstoffe, g die ihnen der Boden geben muß, da ihr Gedeihen durch 1 die in diesem vorräthige und in der Atmosphäre befind— 5 liche Feuchtigkeit gesichert ist. Der Rückstand an Wur— 1 zeln, Stricken und Blättern, welche diese Früchte dem 00 f Boden hinterlassen, ist für die in demselben schon be— 0 findliche Masse der Befruchtung reiner Gewinn. Diese , Gewächse sind daher im eigentlichen Sinne verbessernde 1 Früchte zu nennen, weil sie den Boden nicht entkräften, oh sondern vielmehr zur Hervorbringung der Getreidefrüchte 3 empfänglicher machen, und weil sie zur Unterdrückung 10 der Unkräuter, die, wenn sie auch keimen, doch noch 15 vor dem Ansaze des Saamens gemäht und unschädlich . gemacht werden, beinahe eben so gut, wie reine Brache N wirken. ace 3) Das erste Futtergewächs dieser der Wirthschaft ist der Klee. Dieser erhält hier ei— Die nen Standpunkt, in welchem desselben richtiges Gedei— wic hen und zugleich alle wohlthätigen Folgen des Kleebaues fen, gesichert sind. Indem nämlich der Klee mit der ersten Frucht nach den Brachfrüchten ausgesäet wird, bekommt fall er ein reines, lockeres in guter Dungkraft stehendes 5 an Land, welches derselbe haben muß, wenn er gut ge— diese rathen, und das Land in einem der nachfolgenden Ge— chem treidfrucht zuträglichen Zustande hinterlassen soll.— Klee Ge⸗ ist aber nicht das einzige grün abzumähende Futter-Ge— erden wächs dieser Wirthschaft. Sie baut Wicken in Zwischen— chsel⸗ räumen von 14 und mehreren Tagen nach dem Be— Neffe darfe der Wirthschaft berechnet; füttert dieselben grün, 44 3 oder macht sie wie einen Theil des Klees zu Heu eg Mieter orst im vollen 5„„ Ist diese Wirthschaft erst im vollen Gange; so sucht sie dem Boden doppelte Vernten ab ewinnen, wovon die eine immer ein e zu seyn pflegt. Sie bestellt zu diesem Ende die Stoppel der Winter— getreidfrucht mit Herbstrüben, das zum Brachfrüchte— bau bestimmte Land mit Rocken oder Repps, um im folgenden Frühjahre vor der Kartoffelsaat zur ersten grünen Fütterung zu dienen; der junge Klee, der in seiner Lage nicht anders, als gut gerathen kann, giebt in demselben Jahre nach der Gersten-Ernte eine noch ergiebige Ausbeute. So wird diese Wirthschaft aus eigenen Quellen jährlich reicher, ergiebiger und im Er— trage nachhaltender. Ihr ist es ein leichtes, das wichtigste Problem jeder Bewirthschaftung— das richtigste Verhältniß des Viehstandes zum Ackerbau— aufzulbsen und bei sich geltend zu machen, da es in * ihrer Willkühr steht, den Futterschlägen jene Ausdeh— nung zu geben, welche ndthig ist, um das erfoder— liche Vieh reichlich ernähren zu konnen.— Vollkom⸗ mene Stallfütterung ist die erste und wichtigste Folge dieses Wirthschaftssystems; und der damit verbundene Vortheil einer ungleich großeren Düngererzeugniß be— wirkt nicht nur, daß der Körnerertrag auf einer, ob— gleich im Vergleiche mit der Dreifelderwirthschaft ge— ringeren Fläche nicht nur nicht zurückschlage, sondern sogar sich mehre: selbst das ganze Gewerbe erhält durch die erhöhte Produktion, durch die Nebengewächse aus Mastung, Handlungsgewächsen u. dgl. einen gr rö⸗ ßeren Umschwung zum Vortheile der allgemeinen Land⸗ I 2 . 2 guess 2 2 — — — — nacht Sie 1 — efrüe treid 5 0 * genden Ge — 46 nisse, Anzahl und Zustand der natürlichen Wiesen, ja selbst politische Ereignisse, so weit sie 5 den Ackerbau des Landes Einfluß haben, geben die Daten, nach welchen die Rotation der Saaten bestimmt wer— den muß. Ueberhaupt wird Kenntniß, Ueberlegung und unermüdete Thätigkeit in der Ausführung erfo— dert, wenn diese Wirthscha ftsweise mit Wirkung fort⸗ schreiten und die Vortheile bringen soll, welche bei richtiger Behandlung und Leitung stets zu erwarten W sind. N 4. Die königliche Landwirthschaftsschule wählte sich einen neunjährigen Turnus, wie er in der Nebenlage enthalten ist. Nach diesem folgen: 1) Brachstücke in vollster Düngung; 2) Gerste mit Klee; 3) Klee; zwei Schnitte benüzt, den dritten ein— gepflügt; 4) Weizen; 5) Wicken zum grünen Futter, halb gedüngt; 6) Roggen; 2) Bohnen und Erbsen gedrillt und behackt; halbe Düngung, 8) Weizen oder Roggen; 9) Haber. Sämtliches Ackerland, so wie die nach und nach erfolgenden Zuwüchse aus Aufbrüchen werden nach die⸗ — Zur Seite 46. F. 4. Peta n des Uebertrittes der Königl. Landwirthschaftsschule Weihenstephan aus der Dreifelderwirthschaft in die Wechselwirthschaft nach ojährigem Turnus. f Sen Brad che. a Win ker feld. „ Steinbreite 12 Mrgan. Erbsenbreite 13 Mrgn hriorfeld M̃ ö 1 5 85— b 2 N. b 8 Erb N 9 0 2 8 2 r 65 5 0 ö* 2 2 Winkelbreite 21 Mrg. 85 8 N 8 f 1 2 Scharwerksbreite 20 M. Marke 1 ee 8 5 Lange Point 14 Mrg. Untere Länge 22 M. 5 Mühleracker Wegbreite 8 Kreubreite- Plärerseld von dem Eingrabfeld 25 Mrg. 1 N 9 Obere Länge 24 Mrg. 8 50 2 9 8 2 5 Or 0 7 ö 8 ö 4 Heiglgereut 8 Krautacken J- 5 Eingrabfeld 10 3 dee r— f— 2 8 Morgen der Winkel- 9 Morgen der Stein- 13 Mg. Brachfrüchte, 1 7 Mg. Gerste, mit 1805 breite.— Klee. Uebri- breite Wicken statt rei-[7- Rüben, 8 5 Weizen, Klee. Wintergetreid. Wintergetreid. Sommergetreid. Sommergetreid. Sommergetreid. gens reine Brache. ner Brache gedüngt.[5: reine Brache, 812 Roggen ohne Klee. 20 Mg. Gerste) mit Klee und Wicken lez⸗ 3! 1 5 N 1808 Wintergetreid. Wintergetreid. q g a Sommergetreid.„„ Behackte Früchte ge— a 8 i 9 5 Roggen) Klee. tere gedüngt. 0 Seeed düngt. Weine Wi Neehe Reine Brache, ein Theil 95 1809 Brachfrüchte gedüngt. Sommergetreid. Klee. Wintergetreid⸗ f 5 5 8 Reine Brache Geerste mit Klee Wintergetreid Wintergetreid g Wicken gedüngt. 5 8 Klee, 9 a 9 5 2 7 4 8 8 7 7 0 n: 8 2 7 2„ 0 1805 Gerste mitͤlee. Brachfrüchte gedüngt. Wintergetreid. Wicken gedüngt. Wintergetreid. Wintergetreid. 0 Klee. Sommergetreid. Sommergetreid. 9 ö 0 g 0 288 10 8„ 11 1 1 7 e— 7 2 7 1 2 1805 Klee. Gerste mit Klee. Sommergetreid. Wintergetreid. Wicken gedüngt. Sommergetreid. Wintergetreid. Brachfrüchte gedüngt. Reine Brache. Bohnen und Erbsen be— 5 Behackte Früchte ge 1807 intergetreid. Klee. N Sommergetreid. Wintergetreid. h„ ic l. it Kle Wintergetrei g e hackt und gedüngt. 5 Weng dungt. Wicken gedüngt. HGerste mit Klee. Wintergetreid. ————— 8 8 0 Bohnen und Erbsen 18041 Wicken gedüngt. inte reid Wintergetreid Brachfrüchte gedüngt.. it Kl Wintergetreid. S. i 1 1 Wẽ᷑ g 9 Wintergetreid. Wintergetreid. te g 9 behackt und gedüngt. Gerste mit Klee. 0 W̃ ge Klee. Sommergetreid. J b i f f f 5 N Bohnen und Erbsen be-. 5 Beh rüch L⸗ 18012 Wintergetreid. Wicken gedüngt. Sommergetreid. GBeerste mit Klee. Wintergetreid. Klee. a. Wintergetreid. Vebgcht l achte g hackt und gedüngt. düngt. . 0 2 6. 5 9. 2. 8. 35 108 4. 1. — 4 ser Folgeordnung behandelt; nur 34 Morgen Feld— gründe liegen wegen ihrer entfernten und zerstückelten Lage dermahl noch in der Dreifelder-Folge, sind aber für die Zukunft zu einer Art Koppelwirthschaft mit künstlichem Wiesenbau bestimmt. Die neunjährige Rotation schien mir für den oft sehr widerspeustigen und höchst unreinen Boden in jedem Betrachte die wirksamste zu seyn. Der Bräch— früchteschlag und der Bohnenschlag, welche beide durch die Brachinstrumente bearbeitet werden, sind im Stande, diesen Boden durch die sorgsame und fleißige Bearbeitung, die er erhält, in einen vorzüglichen Zu— stand der Lockerung und Reinheit zu versezen und darin zu erhalten. Außer 30 Morgen natürlicher oder künstlicher Wie— sen, welche hier vorausgesezt werden, muß diese Wirthschaft vollkommen aus ihren eigenen Mitteln be— stehen, wie aus der nachfolgenden anschlägigen Berech— nung des Bedarfes dieser Wirthschaft hervorgeht. Bei Gründung einer jeden Bewirthschaftungs— weise ist die erste Aufgabe: das Verhältnjß des Ar— beits- und des Nutzviehes zum Ackerbaue aufzufinden. Der Bedarf des ndͤthigen Arbeitsviehes berechnet sich nach der treffenden Frühjahrsbestellung, zu deren Vollendung, abgerechnet die Hindernisse, welche Wit— terung und andere äußere Zufälle herbeiführen können, 21 Tage angenommen werden. Bei der eingeführten 45—— Wechselwirthschaft nach neunjährigem Turnus sind nun im Frühjahre zu bestellen: 1) der Brachfrüchteschlag; 2) der Gersteschlag, 3) der Wickenschlag, 4) der Bohnenschlag und 85) der Haberschlag, sohin wenn jeder Schlag zu 25 Morgen gerechnet wird, eine Fläche von 125 Morgen. Die Gerste erhält zwar zwei Pflugarten; man läßt hier aber den Anschlag bei einer bewenden, weil der Wickenschlag nicht auf einmal bestellt zu werden braucht, und wohl die Hälfte erst nach der Frühjahrs— bestellung unter die Bearbeitung genommen werden kann. Zur Bearbeitung dieser 125 Morgen inner der angesezten Frist von 21 Tagen braucht man nun, wenn man annimmt, daß ein Gespann in das andere täglich einen Morgen bearbeitet— bei fleißiger Arbeit kann wohl etwas darüber geschehen— sechs Gespann, und auf 2 Pflüge ein Gespann Eggen; zusammen 9 Gespanne oder 18 Pferde.— Weil aber auch eilf Morgen von dem in der Dreifelderwirthschaft liegen— den Antheile mit zur Berechnung der Frühjahrsbestel— lung kommen; so werden dreimal 12 Pferde und 12 Stücke Ochsen gehalten, wobei den lezteren in den wärmeren Tagen des Sommers noch die Wohlthat der Wechslung zu Theil wird, wenn nicht außerordentliche Arbeiten zum Behufe des Bräuhauses, das ununter— ——— iste und Nag fel m En nichl her nö 10 0 huge un intet⸗ —— 49 brochene Arbeiten derselben nothwendig machen. In der Regel aber reichen zur Bearbeitung von 225 Morgen Wechselwirthschaftsgründe und 35 Morgen Dreifelder— wirthschaftsgründe, woraus das Ackerland der könig⸗ lichen Landwirthschaftsschule zu Weihenstephan be— steht, 12 Pferde und 12 Ochsen vollkommen zu. Die Anzahl des zu haltenden Nuzviehes findet sich aus dem Inhalte der jährlich auszudüngenden Ackerfläche.— Bei der angenommenen neunjährigen Rotation trifft zur jährlichen Düngung: a) der Brachfrüchteschlag mit 25 Morgen; b) der Wickenschlag und e) der Bohnenschlag jeder mit halber Düngung oder nach ganzer Düngung gezählt, ebenfalls 25 Morgen; dann kömmt hiezu noch der Brachtheil der in der Dreifelderwirthschaft liegenden 35 Mor, gen mit 11 Morgen. zusammen mit 61 Morgen. Die Düngung muß ergiebig seyn, dieses ist der erste und wichtigste Vortheil der Wechselwirthschaft, und das kann ich nur dann annehmen, wenn der Morgen 14 starke Fuder, wie sie von hier über Hü⸗ gel mit 4 Pferden geführt werden konnen, erhält.— Ein Stück Rindvieh, welches Sommer und Winter reichlich im Stalle gefüttert wird, und dem es an der nöthigen Streu nicht gebricht, liefert jährlich rich— tig 14 Fuder und darüber; und wenn ich für die ge⸗ haltenen 12 Pferde und 12 Arbeitsochsen nur die Hälfte D 50 annehme; so düngt das Arbeitsvieh 12 Morgen, 40 Morgen bleiben daher dem Nuzviehe noch zur Bedün— gung übrig. In der obigen Voraussezung, daß 1 Stück 1 Morgen ausdünge, wären noch 40 Stücke nöthig, man könnte aber immer bei reichlicher Streu— ung mit 40 Stücken fertig werden. Ich will aber in Anbetracht, daß auch noch die Hälfte der 50 Morgen Wiesen, welche diese Wirth— schaft haben muß, jährlich gedüngt werden soll, den Nuzviehstappel zu einer Anzahl von 48 Stücken an⸗ nehmen, so frägt sich, ob diese Wirthschaft, welche außer 50 Morgen natürlicher oder besser künstlicher Wiesen keine weiteren Futterquellen, als die des Fut— terbaues übrig hat, mit der Fütterung, welche die Stallfütterung erheischt, genugsam ausreiche. Nachste— stehende anschlägige Berechnung mag hierüber Auf— schlüsse geben. An Heu bedarf diese Wirthschaft: für 12 Pferde, für das Stück neben dem Körnerfutter täglich 12 Pf. gerechnet, das ganze Jahr 52500 Pf.; für 12 Zugochsen über ihren Genuß an Bohnenschrott ebenfalls täglich 12 Pf. für das Stück oder 52500 Pf. zusammen. 105120 Pf., oder in runder Summe 1000 Zentner Heu. Dreißig Morgen Wiesen, welche ich bei dieser Wirthschaft vorausseze, Ausdüngung in einem guten Zustande sich befinden können, reichen immerzu hin, den Bedarf zu sichern, da der Morgen in zwei Schnitten sicher 35 Zentner und darüber abwerfen wird. und die bei der zweijährigen 79 Das Futter für das Nuzvieh, welches wegen des jährlich auszudüngenden Brachantheils der Dreifelder— gründe auf 48 Stücke gesezt wurde, muß einzig und de allein aus dem Klee- und Wickenschlage dieser Wirth— el schaft genommen werden. Wir wollen sehen, in wie weit diese hiezu hinreichen. Wenn ein Stück Rindvieh täglich zum Nahrungs- antheil während der Wintermonate, 2 Metzen(25 Pfund in baierischem Gewicht) 10 Pf. Stroh zum Hecksel und noch 6 Pf. kräftiges Kleeheu erhält, so ist ace die Nahrung gewiß nicht kärglich zugetheilt, und das cher Melkvieh wird sich in einem der Milch und Dünger— du erzeugniß gleich vortheilhaften Zustande erhalten. die hste⸗ Nach diesem angenommenen Futterquantum wäre Juf— demnach der Futterbedarf auf 7 Wintermonate oder haft: 210 Tage für 48 Stücke utter an Kartoffeln. 0 8 840 Scheffel. f; an Stroh zum Hecksel. 1,008 Zentner. an Kleeheu b 5 0 60,480 Pfund. 5 Der Brachfrüchteschlag, wenn ich hievon nur 18 , bis 20 Morgen mit Kartoffeln und das Uebrige mit anderen Brachfrüchten, als Runkeln, Dorschen, schwe⸗ dischen Rüben ꝛc. bestellt annehme, wird bei der kräf⸗ eser 7 a a 17 tigen und ergiebigen Düngung, die er erhält, den Be— N darf von 3840 Scheffel nicht versagen. Zur Bepflan⸗ 0 zung von 20 Morgen Landes sind bey 80 Scheffel ern, Kartoffeln nöthig; den mittleren Ertrag von zehnfa— cher Wiedergabe angenommen, ist die Ausbeute 800 D 2 — 52——̃—-—— Scheffel. Es fehlen mithin noch 40 Scheffel, welche durch die Aernte von Runkeln und übrigen Brach— gewächsen auf einer Fläche von 5 Morgen wohl mehr als überflüssig ersezt werden, und wobei die Abfälle an Blättern, welche dieser Wirthschaft zu Gutem kom⸗ men, nicht einmal mit im Anschlage stehen; so wie man die weißen Stoppelrüben als Futterzugabe mit Stillschweigen übergehen will. Wie diese Wirthschaft den Strohbedarf erhalte, wird gleich gezeigt; voraus wollen wir den Bedarf an Kleeheu ausmitteln.— Das Winterfutter ist oben zu 60,480 Pfund angegeben. Die 5 Sommermonate hindurch bekommt das Vieh die Nahrung zwar grün: wir wollen aber zur leichteren Uebersicht den trockenen Bedarf hier berechnen. Erhält ein Stück täglich 20 Pfund gutes Kleeheu, welche immer 100 bis 120 Pf. im grünen Zustande gleich kommen, und welches das Maximum des anzunehmenden Futters ist; so berech— net sich für 5 Monate oder 150 Tage ein weiteres erfoderliches Kleequantum von 144,000 Pf. Der To⸗ talbedarf an Klee und Wickenheu ist demnach 204,480 Pf., oder in runder Summe von 2000 Zentner, wel⸗ cher durch den Klee und durch den Wickenschlag abge⸗ führt werden muß. Fünf und zwanzig Morgen mit Klee bestellt in einem reinen Boden und in einem Zu⸗ stande von Kraft, wie bei der angenommenen Folge⸗ ordnung der Fall ist, werden in zwei Schnitten rich— tig 50 Zentner per Morgen, sohin zusammen abwer⸗ fen: 1250 Zentner. Fünf und zwanzig Morgen Wik⸗ e 53 ken, wenn die Ernte zu Heu gemacht würde, gäben vom Morgen sicher 30 Zentner oder zusammen 750 Zentner. Der Betrag der gesammten Aernte giebt genau den oben berechneten Betrag von 2000 Zentner; und es wird sich da das Maximum des Bedarfes be— rechnet, der Ertrag aber nur mittelmäßig angenommen wurde, eher ein jährlicher Ueberschuß als Abgang be— zeigen. Da aber der beibehaltene Dreifelderwirthschafts— theil zur jährlichen Ausdüngung käme, ohne zu der— selben Er zeugniß mitzuwirken, so ist es billig, daß auch dieser Wirthschaftstheil eine Fläche von 10 Mor— gen natürlicher Wiesen zum Futter ausweise. Der Ertrag hievon ist nun jährliche Ersparniß oder Vor— rath für die Wirthschaft, wenn Mißjahre oder Zufälle die Klee- oder Wickensaat zurückschlügen, oder im Ertrage hinderten. Die Bohnenärnte von einer Fläche von 25 Mor⸗ gen hat die Wirthschaft nun noch zum Futter für die Zugochsen übrig, welche sie aber zu diesem Zwecke schwerlich ganz wird nöthig haben, und entweder zum Verkaufe oder zur Mastung wird verwenden können. Noch ist zu untersuchen, wie diese Wirthschaft mit dem Strohe zurechte kömmt, und ob dieselbe den Bedarf sich sichert, was der erste Zweifel der Gegner der Wechselwirthschaft ist. Zum Futter braucht die— selbe: N 1 0 I 54—— für 12 Pferde zum Hecksel täglich 50 Pf. oder i pl. für 12 Zugochsen täglich 120 Pf. oder 43,840 für 48 Stücke Melkoieh täglich 480 Pf.— für 7 Monate oder 210 Tage. 100,800 ⸗ Zusammen. 162,850 Pf. oder in runder Summe 1600 Zentner. Zur Streu, da sie reichlich seyn soll, kann man im Durchschnitte 8 Pf. täglich für das Stück ansezen; dieses beträgt für 72 Stücke sowohl Arbeits- als Nuz— vieh durch das ganze Jahr 210,240 Pfund, oder in runder Summe 2,100 Zentner; hiezu das Futterstroh mit 1,000 Zentner giebt einen Gesamt⸗Strohbedarf von 3,700. Diese Wirthschaft gewinnt von 8 Schlägen Win⸗ tergetreid jeden zu 25 Morgen, oder von 75 Morgen, von jedem Morgen 250 Garben, zusammen 18750 Garben, die Garbe nach dem Dreschen zu 15 Pf. ge⸗ rechnet— ein Strohgewicht von 281,250 Pfund oder in runder Summe von.. 2800 Zentner. Fünf und zwanzig Morgen Gerste geben, geringe gerechnet, 50 Fuder Stroh, à 12 Zentner jedes mit 600 Fünf und zwanzig Morgen Haber, etwa ein Drit⸗ theil weniger oder 5 8 a 400 ⸗ Zehn Morgen Wintergetreid des Dreifelderschlages— Die Aernte zu 240 Garben per Morgen angenom— men— kdönnen nach obigem Gewichte zu 18 Pf. die Garbe, abwerfen F 5— und 10 Morgen Sommergetreid 15 Fuder zu 12 Zentner.. 5.. 180 Zentner Der ganze Strohgewinn ist mithin. 4,340 Zentner, oder in runder Summe 4300 Zentner, und übersteigt mithin die Ausgabe um 600 Zentner. Dieser Vorrath kann noch beträchtlich vermehrt werden, wenn das Bohnenstroh zur Streu benüzt und hiedurch eine Er— sparniß an dem berechneten Streustrohe selbst bewirkt wird. Nach diesen auf gewiß billige Auschläge sich gründenden Kalkuln schafft sich diese Wirthschaft aus eigenen Quellen ohne fremdartige Beihülfe den Be— darf an Futter und Streu für das ndthige Nuz⸗ und Arbeitsvieh, und hat an beiden Artikeln bei richtiger Verwendung noch eher auf Ueberschuß als Abgang zu rechnen. Zu allen den Vortheilen, welche hieraus und durch die ihr mögliche Stallfütterung für die steigende Produktion des Bodens hervorgehen, bedarf sie nur 30 oder höchstens 40 Morgen Wiesen, sohin um bei— nahe 2 Drittheile weniger, als das Dreifelderwirth— schaftssystem, welches nebenbei dem Boden die hier mögliche innere Kraft zu geben nicht im Stande ist, nothwendig hat. Ob aber diese Wirthschaft an Körnern verliere, wie es einigen scheinen will, weil die mit Getreidfrüch⸗ ten bestellte Fläche im, Vergleiche mit jener der Drei— felderwirthschaft etwas vermindert wird: zur Beant— wortung dieser Frage mögen die nachfolgenden bisher sich ergebenden Wirthschafts-Resultate beitragen. Vorerst muß ich nur in Erinnerung bringen, daß 56—— Wechselwirthschaft die Moglichkeit herbeiführt, sämt— liche Weiden und den Ueberschuß an Wiesen in Acker— land umzuschaffen, dieses neue Ackerland nicht aus— saugend zu behandeln, und sich auf diese Art eine Quelle des Fruchtbaues zu öffnen, welche bei der Dreifelderwirthschaft immer geschlossen geblieben wäre. So z. B. kann die Landwirthschaft Weihenstephan bei der angegebenen Fruchtfolge alles, was über 40 Morgen Wiesen beträgt, dem Ackerbau widmen Da selbe nun bei 60 Morgen gute und mittelmäßige Wie— sen und über 100 Morgen Moorgründe hat; so könn— ten— vorausgesezt, daß leztere zum Getreidebaue sich schickten— über 120 Morgen zu Ackerland umgeschaf— fen werden. Würde dieser Zugang, wenn auch der treffende Betrag der Futterschläge abgezogen wird, nicht hinreichen, die im Vergleiche mit der Dreifelder— wirthschaft entzogene kleine Fläche zu ersezen?— Von den in dem Wechsel liegenden 225 Morgen treffen in der Dreifelderwirthschaft zwei Drittheile oder 150 Morgen, in der Wechselwirthschaft aber 5 oder 125 Morgen; der Unterschied ist mithin 25 Morgen, wel— che dem Fruchtbaue entzogen und dem Futterbaue übergeben sind. Dieses System sezt mich aber in den Stand, dem Ackerbaue eine Fläche anheim zu geben, welche mehr als das Vierfache des Entganges aus— macht. Abgesehen von dem Mehrertrage dieser Wirth⸗ schaft auf einer gleich großen Fläche mit jener der Dreifelderwirthschaft, wird es nicht schwer seyn, sich aus diesem Beispiele zu überzeugen, daß bei einer wohlgeordneten Wechselwirthschaft der befürchtete Ab— 1 P Zur Seite 57. F. 4. des Uebertrittes der königlichen Landwirthschaftsschule Weihenstephan aus der Dreifeld erwirthschaft in die Wechselwirthschaft nach 7jährigem Turnus. f Steinbreite mit Umriß 13 M. Winkelbreite. 21 Mrg. 8 f Lange Point. 14 M. 5 M. Obere i,, 9 b 8 Scharwerksbreite.. 20 M. 5 Untere Lange 22 M.. 255 Jahrgang. ö Möhler ackern, e— 5 1 5. Eingrabfeld n. Priorfeld 13 Gresgcker Lelhig tube 112 2 5**** Fr enbr 8 2 5— 2 72*— Wegacker incl. Umriß 6 7 1 i Erbsenbrei? a Unteres Hopfenfeld 1 12. Hochanger.. 4 ⸗ * 0 E*** ü 5 Steinbreite Sommetrge-⸗ Wintergetreid; Erbseun— Sommergetreid mit Klee, g i 5 5 or Brachfruchszgedüngk treid; Kraut- u. Kreuz- breite. Wicken ohne Dun- Brache, 2 Drittheile gedüngt. Priorfeld Brache; die Wintergetreid. Wintergetreid. breite. Klee. ger. Hälfte Wicken mit Dünger. 55 9. ö Brachfrüchte gedüngt; Kraut- f 106 Klee; riorfeld Winterge- Wicken und Rüben, 2/3 Theile 180? te mit K 5 5 u Haber; Erbsenbreite. fee Klee; Priorfe Be e Sommergetreid. 2 Gerste mit Klee. und Kreuzbreite. Win⸗ 17 15 Wintergetreid. 1918 gedüngt. 5 tergetreid. N Gerste mit Klee; Kraut- Wintergetreid; Priorfeld Brache gedüngt; mit einem 1808 5 5 1 da 5 e Wintergetreid; Priorf f 5 0 üngt; 9 Klee und Kreuzbreite. Ha⸗ Brachfrüchte gedüngt. Sommergetreid. in 99 Theile Wicken. ber. —— 3. 180755 Weizen. Klee; Kraut- u. Kreuz⸗ Gerste mit Klee. Brachfrüchte gedüngt. Wicken gedüngt. Sommergetreid. Wintergetreid. breite. Wicken gedüngt. 0 2 4. 18012 Wicken gedüngt. Wintergetreid. Klee Gerste mit Klee. Wintergetreid. Brachfrüchte gedüngt. Sommergetreid. 0 8 l Wintergetreid. Wicken gedüngt. Weizen. Klee. Haber. Gerste mit Klee. Brachfrüchte gedüngt. 1 2 8 3 0. 8 4. 8. 7. 2. 1. 55 57 gang an der mit Getreidfrüchten zu bebauenden Fläche im Allgemeinen schwerlich sich mindern, sondern eher mehren dürfte, und daß der Thätigkeit und dem Fleiße überhaupt ein weit größerer Wirkungskreis dargeboten werde. Ich habe oben die Gründe angeführt, welche mich bewogen haben, beim Uebertritte aus der Dreifelder— Wirthschaft in das Thaersche Ackersystem die neunjährige Rotation anzunehmen. Obgleich ich dieselbe noch jezt als geltend anerkenne, so bin ich doch von dem ersten Plane abgewichen und in eine siebenschlägige Rotation überge⸗ gangen: nach dieser folgen 1) Brach-Früchte in vollstem Dünger; 2) Gerste mit Klee; 3) Klee, zwei Schnitte benüzt, den dritten unter— gepflügt; 4) einfährig Winter-Weizen bestellt; 5) Wicken halb gedüngt; 6) Roggen, und 7) Haber. Bei dieser Rotation erhält der ziemlich wiederspen— stige Boden wohl nicht ganz die Bearbeitung, wie er sie bei dem neunjährigen Turnus, wo zwei behackte Fruchtschläge treffen, bekommen haben würde auch in der Düngung scheint er etwas zu kurz zu kommen, da dort der Kartoffelschlag, der Wicken und Bohnenschlag gedüngt worden wären, hier aber nur der Kartoffel⸗ 58— und der Wickenschlag die Düngung erhalten. Dieser leztere Umstand ist aber von keiner Bedeutung, weil der vorräthige Dünger dem Lande auf zweimal eben so gut wie auf dreimal gegeben werden kann; und auch die Bearbeitung wird nicht leiden, wenn der Boden vor— oder nach der Wickensaat gehdrig und mit Fleiße behan— delt wird.— Was mich hauptsächlich bewog, vom neun— jährigen Turnus in den siebenschlägigen überzutreten, war die bisherige noch bedeutende Wiesenfläche der Wirthschaft. Weihenstephan hat nämlich bei 60 Mor— gen guter und mittelmässiger Wiesen, sohin über 20 Mor⸗ gen mehr als die eingeführte Wechsel-Wirthschaft nach der vorausgeschickten Berechnung nothwendig hat. Die— ser Ueberschuß macht, daß ich nicht nöthig habe die Wi— cken aufzudörren, da der Kleeschlag und die Aernte von den natürlichen Wiesen den Heubedarf zur Genüge sichert. Weiter ist der Bohnenschlag bei den dermaligen Ver— hältnissen der Wirthschaft, wo die Zugochsen die Trä⸗ bern⸗Abfälle aus dem Bräuhause beziehen, die Bohnen selbst aber hier zu Land keine gangbare Waare sind, nicht an seinem Plaze. Ich dachte somit nach den bestehen— den Verhältnissen am besten zu handeln, die beide. Schläge miteinander zu vereinigen; und so entstand die siebenjährige Wechselfolge. Der Wickenschlag wird mit⸗ hin immer Wicken zum grünen Futter, aber nur zur Hälfte tragen, so viel nämlich erfoderlich ist, den Fut— ter⸗-Bedarf zwischen dem ersten und zweiten Schnitt des Klees, und den Bedarf in der lezten Hälfte des Au— gusts zu sichern; ein weiterer Theil trägt Bohnen und Erbsen gedrillt und behackt; und ein kleiner Rest wird die E meid treff Jahr alles dkelte heitun 9 vorm einge Gan; zählu sulta erster befol —2 Kö zu! ung 05 schen 9 ral shherte F 59 dem Tobackbau oder den Oelgewächsen gewidmet wer— den. Auf diese Art glaubte ich den Forderungen der Wirthschaft entsprechen zu können, ohne das Wesent— liche des Ackersystems angreifen zu müssen. Bei beiden Rotations-Planen war mein Bemühen die Einbuße einer Getreid-Aernte so viel möglich zu ver— meiden, und ich habe deßwegen immer aus der Brache die treffenden Schläge in den Turnus gezogen. Mit dem Jahre 1812 ist dieser vollends hergestellt, und dann ist alles Feld— 35 Morgen ihrer entfernten und zerstü— ckelten Lage wegen ausgenommen— unter steter Bear— beitung nach dem siebenjährigen Rotations-Plane. Nachdem nun dasjenige angegeben ist, was über die vormalige Kloster-Wirthschafts-Weise und über das eingeführte Thaersche Ackersystem zur Verständlichkeit des Ganzen vorausgeschickt werden mußte, kann ich zur Auf— zählung der bisherigen Erfahrungen und erhaltenen Re— sultate übergehen, und werde zur genaueren Ansicht den ersten Plan des neunjährigen Turnus, den ich bis 1802 befolgte, zu Grunde legen. 8. Ich sagte schon oben, daß bei Uebernahme des Gu— tes zu Anfang Jäners 1804 die Verhältnisse zur Fortfüh— rung der Oekonomie zu Weihenstephan wegen des gänz— lichen Mangels an Vieh, Futter, Dünger, Streuma— terial u. a. m. nicht die erwünschtesten waren; ich er— innerte aber auch, daß das Nothdürftigste, so viel es sich — 60———ͤ thun ließ, noch im ersten Jahre beigeschafft wurde. Das was aber nicht mit Geld erhalten werden konnte, und was bei dem damaligen Guts-Zustande doch so nöthig gewesen wäre,— war der gänzliche Mangel des grü— nen Futters, da nicht das Geringste an Klee in die Brache gebaut war, was doch sonst zu geschehen pflegte. Ich hatte den Viehstand von erhaltenen 11 Stücken gleich auf 33 Stücke Kühe vermehrt, 12 Zug-Ochsen und 12 kräftige Pferde angeschafft. Sämtliches Vieh sollte nun im Stalle genährt werden, denn die Weiden welche das Kloster in seinen Waldungen hatte, standen mir nicht mehr zu Gebothe; es würde zudem auch ei— nen schlechten Begriff von einer musterhaften Bewirth— schaftung gemacht haben, wenn das Vieh wie ehevor in die Wälder würde gejagt worden seyn. Wicken zum grünen Futter gesäet, zogen mich in et— was aus der Verlegenheit, und 7 Münchner Scheffel (42 Mezen) in Zwischenräumen von 14 zu 14 Tagen in das Brachfeld gebaut, die sehr gut geriethen, bewirkten doch so viel, daß ich vom Anfange Juni bis Ende Augusts die Stallfütterung behaupten konnte. Zur Weide im Frühjahre und im Herbste wurden dem Viehe einige nahe gelegene Aenger eingeräumt, auch wohl noch etwas Gras zum Futter in den Stall ge— bracht. So befand sich das Nuzvieh in dem traurigen Anfang des ersten Jahres der Bewirthschaftung, nach— dem ich dasselbe bis Ende Mai's mit Strohhecksel und we— nigen Malzträbern durchgebracht hatte, ziemlich wohl. um aber in dem kommenden Jahre nicht gleiche Ver— legenhe Vinke Dleife mußte nur u fleißi, chen zu m und nistet zieml lber Elen kante werde breite gel a. Gett ausse 10 N Nebel wurde cheff atof fit de auch, 90 il id ni legenheit zu haben, säete ich unter 10 Morgen der Winkelbreite(im Schlage 1) welche damals nach der Dreifelderfolge Gerste trug, Kleesamen. Das übrige Feld mußte bei seiner bisherigen Eintheilung gelassen werden, nur war man bedacht, das Sommer- und Brachfeld so fleißig als möglich zu bearbeiten. Lezteres erhielt 5 Fur— chen und einige Flecke auch sechs, um das Land mürbe zu machen und von dem ungeheueren Wuste von Quecken und anderen Unkräutern zu reinigen, die sich dort einge⸗ nistet hatten.— Mit der Düngung stand es dieses Jahr ziemlich schlecht, da ich beinahe gar keinen Dünger mit überkommen hatte, und überdieß das übernommene Streumaterial sehr wenig war; von dem Brachfelde konnte daher nicht vollends der dritte Theil ausgedüngt werden. Aus der Brache sollte dieses Jahr die Scharwerks⸗ breite im Schlage 4 in den Wechsel übertreten. Man— gel an Dünger; die Sorge in einem Jahre die Aernte einer Getreidart nicht zu sehr zu schmälern; noch mehr aber die ausserordentliche Verwilderung bewogen mich, nur s bis 10 Morgen dieses Feldes mit Brachfrüchten zu bestellen. Neben etwas Runkeln, Dorschen und weissen Rüben wurden 8 Scheffel Kartoffel ausgebaut, welche 66 Scheffel zum Ertrage wieder gaben. Die Saat der Kartoffel geschah nach dem Pfluge, die Bearbeitung mit den Thaerschen Brachwerkzeugen, von deren Ge— brauche ein Mehreres noch erwähnt werden wird.— Der übrige Theil dieses Schlages wurde rein gebracht, und mit Winter-Getreid bestellt, und zwar der gedüngte 62—— geringere Theil mit Weizen, der ungedüngte aber mit Roggen. Das bebaut übernommene Winterfeld(Schläge 7. 8. et 9.) trugen nicht am reichlichsten zu. Auf 24 Ju⸗ chart(Morgen) Landes wurden 87 Schober— jeden Schober zu 60 Garben gezählt, im Strohe gewonnen, und nach dem Dreschen nur 68 Schäffel 4 Mezen an Weizen erhalten, welcher mit Wicken so verunreiniget war, daß ihr Betrag wohl in einem Drittheile der Aernte mag bestanden haben. Der Roggen gab auf 512 Morgen von geärnteten 105 Schobern 90 Scheffel 12 Mezen.— Die geschehene Winteraussaat kann ich nicht bestimmen, weil ich keine Rechnungen extradirt erhielt; wenn ich aber das geringste Quantum nach dem dama— ligen Bestande der Felder annehme, und bei dem Wei⸗ zen 8 Scheffel, bei dem Roggen 17 Scheffel zähle; so war der Ertrag bei dem ersteren achtfach, bei dem Roggen nur fünffach. Auch der Weizen würde schwerlich so viel abgeworfen haben, wenn er nicht größten Theils auf ein Stück zu stehen gekommen wäre, welches zur Zeit der Klosterregie mehrere Jahre nach einander weisse Rüben getragen hatte; hier stand aber der Weizen wahrhaft schon.— Die Gerste gab auf 552 Morgen von 16 Scheffel 1 Mez. Einsaat 110 Scheffel Ausbeute, der Haber von 22 Schäffel auf 45 Juchart 108 Schäffel 5 Mezen wieder. Im Jahre 1803 hatten alle drei Schlä⸗ ge des damaligen Brachlandes zur Futtererzeugniß bei— zutragen. Zehn Morgen der Winkelbreite trugen Klee; 9 Morgen der Steinbreite im Schlage 2 Wicken zum grunen Cchlag Veh ich do kerung bon d 45 E dazu diesel berge hach konnten werder bid J halten geleit zu eit Nach Acker 0 in zw 6 30 men kg — J eite gen de —— 63 mit grünen Futter; und 10 Morgen der Erbsenbreite im Schlage 5 Kartoffel. Obgleich in diesem Jahre der Viehstand auf 45 Stücke sich vermehrt hatte; so war ge 7. ich doch schon im Stande beinahe vollkommene Stallfüt— J terung zu behaupten. Der Klee stand aber auch trefflich; den von dem ersten Schnitte dieser 10 Morgen fütterte ich e, 45 Stücke 40 Tage lang im Stalle, und machte noch gt dazu 80 Zentner Kleeheu; der zweite Schnitt nährte anget dieselbe Zahl Vieh nur 30 Tage. Ich muß aber nicht le der vergessen zu erinnern daß dieses Kleestück im Herbste 751K nach der Saat mit Pferdedünger, den man von der Ka— 1 serne zu Neustift bei Freising erkaufte, bedeckt wurde.— licht Der Ertrag an Wicken war geringer; von 9 Morgen elt; konnten 45 Stücke nur 20 Tage in dem Stalle ernährt sma⸗ werden. Zum ersten Frühjahrs-Futter von Mitte April Uei⸗ bis Mitte Mai wurde die erste Mahd eines 7 Morgen J 0 haltenden Angers verwendet, welcher durch die dahin agen geleiteten Ausflüsse aus den Ställen und dem Bräuhause 8 zu einen vierfachen Ertrag im Jahre gebracht ist. Zum af Nachfutter im Herbste dienten die abgeräumten Getreide— atbe Aecker und Wiesen. süben aft Was den auffallenden Ertrag des Klees, den ich 10 in zwei Schnitten nach der obigen Angabe geringe zu der 65 Zentner per Morgen in trockenem Zustande anneh— 13 men kann,*) hauptsächlich beforderte, war der Gips. la⸗ hei⸗) Eigentlich kann der Ertrag auf 70 Zentner von dem Mor— le; gen angegeben werden; denn wenn der oben angenomme— un ne gewiß billige Anschlag, wo das grün genossene Futter —— — 64—— ů———— Dieser thut auf dem hiesigen Lehmboden wahrhaft Wunderkräfte; ein in der Mitte des Feldes ungegipst ge— lassener Theil stach mit seinen magern kümmerlichen blaßgelben Pflanzen widerlich gegen die dichte, saftige strozende dunkelgrüne Saat ab, welche das übrige Feld bedeckte. Gewiß ist es, daß ohne dieses kräftige Dung ⸗- oder Reizmittel der Klee im Ertrage weit zurücke geblieben wäre. Auch die nachfolgende Getreid-Frucht — es war Sommerweizen— war an der ungegipst gebliebenen Stelle noch eben so kenntlich als es der Klee gewesen ist; ein Beweis daß das gute Gedeihen der Ge— treid-Früchte mit dem guten Gedeihen der vorhergegan— genen Futter-Frucht immer in gleichem Verhältnisse stehe.— Auf die Wicken welche ich ebenfalls mit Gips überstreuen ließ, äußert dieser einen beinahe unmerkli— chen Einfluß. In jedem Falle würden sie aber besser gerathen haben, wenn die ausserordentliche Nässe dieses Sommers dieselben nicht gelegt, und noch vor dem An⸗ saze der Blüthen zur Fäulniß gebracht hätte. Der Schlag Nro. 3. war bestimmt, dieses Jahr aus der Dreifelderwirthschaft in die Wechselwirthschaft im trockenen Zustande zu 20 Pfund für das Stück berech⸗ net ist, zu Grunde gelegt wird; so war der Ertrag des 10 Morgen haltenden Klee- Ackers: 80 Zentner 1) gewonnenes Heu g 8 2) 45 Stucke genährt 40 Tage 8 360— 3) 45— genährt 30 Tage 270— Zusammen 710 Zentner auf den Morgen träffe mithin 21 Zentner. werk in d beit Jufh lesen bie ff wollte einem dieses ich unge Nlaz nach tet h und! zeuge leben die Fu suchig hen in hauf Im kein deli hahrhaft 0 5. 0 überzutreten, und zwar war es die Erbsenbreite welche 1 85 mit Kartoffeln bestellt Werten sollte. Ich kannte dieses 10 Feld bereits als das widerspenstigste und unreinste der 11 ganzen Besizung; zudem hatte dasselbe im vergangenen 6 Jahre nach dem Herkommen der Dreifelderwirthschaft in 55 den umgerissenen Roggenstoppeln Haber getragen, bei 3 an cher Bearbeitung desselben Zustand unmoglich verbessert 5 werden konnte: auch lag es in diesem Frühjahre noch 1 5 in der unaufgebrochenen Haberstoppel, weil die viele Ar⸗ f 1109 beit und 8 Nässe im vorausgegangenen Herbste den 5 Aufbruch nicht gestattet hatte. Es wäre zwar räthlich ge⸗ fauthen wesen dieses Feld rein zu brachen, um demselben dadurch l die fehlende Reinheit und Lockerheit zu geben. Ich 4 1 wollte jedoch den guten Kredit der Brachwerkzeuge mit aamertu⸗ einem Male begründen, und legte deshalb denselben dieses schwere Stück Arbeit auf. Vollkommen würde ich auch meinen Zweck erreicht haben, hätte nicht die ungewöhnliche Nässe desselben Jahres und die vielen Plazregen die Arbeit sehr erschwert, und zum Theile nach der Vollendung wieder verdorben. Dessen ungeach— Ie e tet hat sich das Land ziemlich rein und locker gemacht, Ko ossoe der besser asse dieses * dom My— E dem An ichs und man kannte genau den Plaz, wo die Brachwerk— 170 zeuge nicht mehr gebraucht werden konnten. Hätte ich 91 90 nebenbei den Fehler nicht begangen, die Kartoffel in 5 die Furchen der Pifange— der hier landüblichen vier— zulle furchigen Beeten— zu legen, wodurch die Kartoffelrei— 5 hen in zu weite Entfernung kamen, als daß sie gehörig au— 2 gehäuft werden, und sich dicht genug verwachsen konnten, 7 5 um kein Unkraut zwischen sich aufkommen zu lassen, so wäre die Wirkung ohne Zweifel weit ergiebiger gewesen. Von 20 E 66 3 Scheffeln Einsaat wurden 104 Scheffel, oder etwas mehr als fünffacher Ertrag gewonnen. Ich zweifle nicht, daß die Ausbeute größer ausgefallen wäre, wenn die Schau— felarbeit nicht zu oft wiederholt und selbst noch zur Zeit da die Knollen sich schon gebildet hatten, hätte ange— wendet werden müssen, wobei denn durch zu nahes Hin⸗ arbeiten an den Stock die junge Brut losgerissen und vernichtet wurde. Wirklich zeigte sich bei der Aernte der Ansaz der Knollen da am stärksteu, wo das Schau— feln und das Behäufen frühzeitig beendiget werden konn⸗ te.— Das Uebrige dieses Schlages wurde mit Rüben bebaut oder rein gebracht und im Herbste mit Winter— roggen bestellt. Die Düngung wurde diesem ganzen Schlage so wie einem Theile des ersten und zweiten Schlages zu Theil. Die Scharwerksbreite im Schlage 4 welche voriges Jahr zum Theile schon in die Rotation eingetreten war, trug dieses Jahr, so weit daselbst Kartoffel gestanden hatten, Gerste mit untergesätem Klee; auch auf den mit Winterweizen bebauten Theil wurde Klee eingesäet, und so hatte ich mir für kommendes Jahr ein Kleefeld von 13 Morgen zu rechte gerichtet. Die Gerste gerieth hier vorzüglich, und stand auffallend schöner als auf den nach der Dreifelder-Ordnung nach Weizen bebauten Feldern. Um wie viel sie aber diese im Ertrage über— stiegen hat, weiß ich nicht zu bestimmen, da in der Scheuer wegen Enge des Raumes die verschiedenen Sorten Getreides nach Feldern nicht abgetheilt wer⸗ den konnten. mehr Die Getreidärnte war in diesem Fruchtjahre an , daß Stroh und Körnern gleich ergiebig, ja der Betrag der chau⸗ lezteren würde noch bedeutender gewesen seyn, wenn i geit die vielen starken Regen einen großen Theil der Saa— nge; ten nicht schon vor dem Eintritte der Blüthe nieder— ts hin: geworfen hätten. Von 204 Morgen Feld erhielt ich 132 sen und Schober Weizen, und diese gaben an gutem Getreide Vente 00 Scheffel von 72 Scheffel Aussaat. Ein und fünf⸗ Schu zig Morgen Roggen gaben von 15 Scheffel 1 Meze 155 Einsaat, 158 Schober im Strohe und 1553 Scheffel Rüben im Korne. Von 16 Scheffel 4 Mezen Gerste wurden znr: 155 Scheffel 2 Mezen, und von 21 Scheffel 6 Mezen aer Haber 141 Scheffel und 1 Meze gutes Getreid geärn— Nelken tet, und von ersterem 6s schwere Fuder, von dem lez— teren aber 55 Fuder zum Strohvorrathe beigetragen. Voriges Im Jahrgange 4805 wäre ich wegen des Klees en wit, bald in Verlegenheit gekommen; denn auf dem Theile stunden der Scharwerksbreite, welcher nach Brachfrüchten un— auf der ter Gerste Klee gesäet erhalten hatte, blieb dieser , gänzlich aus, woran einzig und allein der schlechte efeh Same, den ich von einem ansehnlichen Manne bestellt geriet erhalten hatte, und welcher so wenig wie ich Miß— 0 auf trauen in den Abgeber gesezt haben mag, die einzige hauen Ursache war. Dieses ist um so wahrscheinlicher, als ser⸗ der Klee unter dem Winterweizen, womit ein weite— i det. rer Theil dieses Feldes bebaut war, und wozu ich denen den vom vorigen Jahre übriggebliebenen Samen ge⸗ wer: braucht hatte, ohngeachtet der sehr dichten Weizen⸗ E 2 saat vollkommen gerieth*). Dieser Fleck enthielt aber nur ohngefähr 4 Morgen; 9 Morgen Klee, wor— auf ich so sicher gezählt hatte, waren gänzlich ver— loren. Diesem höchst unlieben Abgange mußte ich nun gleichwohl damit abhelfen, daß ich von dem vor— jährigen Kleefelde ohngefäht 4 Morgen noch stehen ließ. Ich hatte mithin 8 Morgen Klee; diejenigen o Morgen der Scharwerksbreite, wo der Klee ausge— blieben war, wurden mit grün zu verfütternden Wik— ken bebaut. Die Ziegelbreite des nämlichen Schlages von 8 Morgen, welche unmittelbar an die Schar— werksbreite stieß, und nun mit dieser verbunden wur— den, bekam ebenfalls Wicken zum grünen Futter zu tragen, wovon ich die Hälfte, welche etwas Dünger erhalten hatte, Anfangs Mai, die andere Hälfte ohne Dünger aber Anfangs Juni bestellte. Mein Futter— schlag hestand daher in beiläufig 8 Morgen Klee und 16 Morgen Wicken. Der Nuzviehstappel zählte dieses Jahr 45 Stücke, welche den ganzen Sommer hindurch reichlich im Stalle erhalten werden konnten. Der Klee auf der Schar— „) Ich säe Klee unter Gerste so bald diese Fingerlänge erhal— ten hat, ohne ihn durch Dornbüsche oder dergleichen un⸗ terzueggen. Freilich trachte ich die Saat bei Regenwetter vorzunehmen, ich habe aber auch schon bei trockenem Wet⸗ ter, welches noch längere Zeit nachher anhielt, Klee auf diese Art säen lassen, und doch immer eine gleich gute Kleesaat erhalten. werksbreite, welcher nach der Aernte des Weizens ziemlich dünn stand, und da, wo sich dieser gelagert hatte, gänzlich unterdrückt zu seyn schien, wuchs im Herbste doch noch so heran, daß er dem Viehe zur Herbstweide diente. Im folgenden Frühjahre erhielt dieses Kleefeld die gewöhnliche Gipsung; und der Klee wuchs so trefflich, daß von den beiden Seiten dieses etwas mehr als 4 Morgen haltenden Stücks 45 Stücke Rindvieh 30 Tage genährt, und nebeubei noch 50 Zentner Kleeheu eingescheuert werden konnten. Hier gerieth also der Klee, welcher mit der ersten Frucht nach der Brachbearbeitung ausgesäet wurde, noch besser, als der nach der Dreifelderfolge in die Gerste gesäete Klee des vorigen Jahres, ob er gleich die Wintermistdecke nicht bekommen hatte, die diesem zugetheilt war.— Die 4 Morgen des zweijährigen Klees wurden zum Theile verfüttert, größten Theils aber zu Heu gemacht. Auch hier war der Klee noch ganz vorzüglich; der zweite Schnitt ließ aber merklich nach, und im Ertrage stand er wohl um ein gutes Drittheil geringer, wie im vorigen Jahre. Ob diesem Felde das diesjährige Gipsen nothwendig war, be— zweifle ich sehr, da auf einem Stücke desselben der Klee, welchen ich zur Samenerzengniß bestimmte und nicht gedupet hatte, eben so mast und freudig wuchs, wie der gegipste Theil, so daß er zum Samenansaze gar nicht kommen konnte. Dieses macht mich glauben, daß der Gips mehrere Jahre auf den Klee seine wohlthätige Wirkung äußere.— Das Wickenfeld von 15 bis 10 Morgen gab dem Nuzviehstappel von 48 0—.— 70 0 Stücken 48 Tage reichliches Futter; auch von diesen 5 ließ ich einen Theil mit Gips bestreuen: ich konnte 0 ö N aber eben so wenig, wie das erste Jahr, die auffal— 4 1 lende Wirkung wahrnehmen, welche derselbe auf den 0 Klee hervorzubringen im Stande ist. Im Herbste desselben Jahres 1806 wurde die ganze Scharwerksbreite, welche Klee und Wicken zum 0 Futter getragen hatte, mit Winterweizen bebaut. 0 Ich gestehe es, diese Saat war wirklich zu sehr und g 1 selbst gegen die Grundsäze der Wechselwirthschaft ge— 0 110 wagt, indem ich den Weizen nicht nach Klee, welcher 1 5 doch anerkannt die beste Mutter desselben ist, folgen 5 ließ, und selbst da, wo dieser vorher gegangen war, 1 14 dadurch gefehlt habe, daß ich in einer zu schnellen fn Folge, und zwar von zwei Jahren demselben Flecke 1 0 zwei Weizenärnten abnöthigen wollte. Die mehrfa— f ö chen Resultate dieses außerordentlichen Wechsels werde 0 ich erst unten angeben, wenn überhaupt von dem 0 11 Jahrgange 1805 die Rede seyn wird. Hier muß ich 5 1 nur noch erinnern, daß was den größten Theil dieses f 0 Schlages, die Scharwerksbreite von 12 Morgen be⸗ ft 0 1 trifft, im Jahre 1804 die volle Düngung, die Hälfte b 500 der Ziegelbreite im Jahre 1806 nur die halbe, und die le 14 übrige Hälfte dieses Feldes gar keine Düngung erhal⸗ 8 .. ten habe. Da dieser Theil selbst in dem lezten Brach— le 11 1 jahre der Klosterregie nicht gedüngt worden war, so een 0 g ö ist ja nicht zu vergessen, daß demselben die schwere. 5 14 Auflage ward, im sechsten Jahre nach einmaliger i 0 Düngung Weizen zu tragen, nachdem hierauf ehevor seh 0 — 2— 7 1 een schon Roggen, Haber, dann nach reiner, ungedüngter inte nur mit etwas Koth überfahrener Brache ebenfalls fal Roggen und endlich grün gemähte Wicken gestanden Un hatten. Ich mußte jedoch dieses geschehen lassen, weil ich mir vorgenommen hatte, das ganze Feld mit einem Male in den Turnus zu bringen. e dee un Aus dem Brachfelde trat dieses Jahr die lange halt Point aus dem Schlage 7 in die Rotation über und 1 wurde mit Brachfrüchten bestellt. Durch die vorjäh— g rige Erfahrung klüger gemacht, war ich nicht mehr 170 Willens, die Kartoffel in die Pifange— in vier— gen furchige Beeten— zu bauen, sondern ich ließ im Herbste 17 die Gerstenstoppel auf die Art einpflügen, daß 4 Pi⸗ An fange zusammengeworfen wurden. So hatte ich nun et ziemlich breite Beeten. Im Frühjahre wurden bei der heft; Saat ebenfalls zwei Beeten zusammengepflügt und die 100 Kartoffel nach dem Pfluge in die dritte Furche ein— 1 gelegt. Hiedurch gewann ich jene Distanz, die nöthig ist, um vermittelst der Brachinstrumente dem Lande 0 eine Bearbeitung zu geben, welche bei dem Bau der— selben Gewächse durch Menschenhände schwerlich her— vorgebracht, und vielleicht durch reines Brachen nicht 1 bezweckt werden kann. Man muß diese Arbeit selbst 0 gesehen, und mit der Reinheit und Lockerheit des Bodens 4 bei der Bestellung der Gerste im folgenden Frühjahre b betrachtet haben, um diese Angabe nicht für übertrie— 0 ben zu halten. Man kann sich aber bei der königlichen 1 Administration zu Weihenstephan alle Jahre die— get selbe Ueberzeugung verschaffen, und ich bin sicher, daß 72— 28—ů jeder unpartheiische Landwirth die Wirkung dieser ein— fachen Instrumente bewundern wird. Das Feld wurde, wie es bei Brachfrüchten ge— schehen muß, stark ausgedüngt, und erhielt 197 Fu— der Mist, wovon auf den Morgen 14 Fuder, mithin gerade so viel treffen, als ich oben zur vollen Aus— düngung des Bodens angenommen habe. Von 26 Scheffeln Aussaat hatte ich den bedeutenden Ertrag von 400 Scheffeln Kartoffel, ohne den gewiß nicht gerin— gen Betrag zu rechnen, welcher beim Auspflügen der Aernte auf dem Felde zurückblieb und durch die Ar— men von Freising aufgesucht wurde. Die Getreidärnte war in diesem Jahre, so wie es wegen des ungemein nassen Jahrganges durch ganz Teutschland gewesen ist, auch hier wenigstens im Strohe sehr mittelmässig. Von 8 Scheffeln, 2 Mezen Weizen wurden 64 Schober im Strohe eingebracht, und 90 Scheffel, 1 Mezen gutes Getreid ausgedroschen; von 11 Scheffeln 2 Mezen Roggen wurden zwar nur 48 Schober eingescheuert, im Korne aber dennoch 80 Scheffel r Mezen gewonnen. Der Körnerertrag war für diesen Jahrgang immerhin ergiebig genug, da ich beim Weizen nicht vollen 11fachen, beim Roggen aber fachen Samen bekommen hatte, was wohl bei we— nigen Wirthen der hiesigen Gegend der Fall gewesen seyn mag. Der Strohabgang fiel mir zwar ziemlich schwer, hinderte mich aber nicht in der bestehenden Stallfütterung, da ich noch einen bedeutenden Vorrath von dem vorhergegangenen strohreichen Jahre hatte, —— —ͤ——u— 2 el; und die Ausbeute an Stroh bei dem dießjährigen Som— mergetreide ziemlich bedeutend war. Von 21 Scheffeln g 2 Mezen Gerste hatte ich 82 vierspännige Fuder und 17 in Korne 203 Scheffel 5 Mezen gewonnen. Zu diesem 1 schönen Ertrage trug die Erbsenbreite im Schlage 3, ll welche nach Kartoffeln Gerste getragen hatte, wohl das a 1 Meiste bei; wie viel sie aber die übrigen Gersten— ut felder im Ertrage mag überstiegen haben, kann ich 101 nicht bestimmen, weil die Taglöhner während des 15 Bannsens des Getreides die Aernte dieses Feldes von 15 der übrigen durch eingelegte Stangen zu unterscheiden vergessen hatten. So viel ist aber gewiß, daß dieses Feld, welches ehevor nur sehr mittelmässiges und gar es oft sehr schlechtes Getreide getragen hatte, dieses Jahr ganz mit der schönsten Gerstensaat prangte, die meine Tag— ttohe löhner, welche die magern Saaten zu Zeiten des Klo— eien sters hierauf zu sehen gewohnt waren, nicht genug be— 5 ch wundern konnten. Ich glaube wohl, daß die Gerste 91 noch besser gerathen seyn würde, wenn die Kartoffel- 1 46 Bearbeitung im vorhergegangenen Jahre nicht so oft durch 9 00 Regengüsse unterbrochen und in der bezweckten Wirkung ur gestört worden wäre. 1 ler Die rein brachliegenden Felder wurden, wie in den he; vorigen Jahren fleißig, und so oft sie zu grünen anfien— gn gen, gepflügt, und bei der dritten Furche die Ackerkrümme 9 zur vollen Tiefe herausgehoben, so daß immer etwas n todter Lehm über der Furche lag, ohne von diesem th tiefen Pflügen den geringsten Nachtheil, sondern im e, Gegentheile den Vortheil gefunden zu haben, daß die — 74 darauf folgende Getreidfrucht immer vorzüglich gerieth. Von dem Brachlande wurden zwei Drittheile vollends ausgedüngt. Mit dem Jahre 1807 gehen für die Wechselwirth— schaft schon wichtige Erfahrungen hervor. Ich sprach oben von der Scharwerksbreite im Schlage 4, daß dieselbe im Herbste 1806 wider die eigentlichen Grund— säze der Wechselwirthschaft mit Weizen bebaut wurde. Niemand wollte mir ein gutes Gedeihen versprechen, und bei der Saat hörte ich einen meiner Arbeiter den schönen Samen bedauern, der, nach seiner Mei— nung, hier unnüz verworfen werden sollte. Die Saat gedieh jedoch gut, und wuchs im Frühjahre 1807 so freudig heran, daß sie größten Theils geschröpft werden mußte. Nicht durchaus war aber der Stand des Weizens sich gleichförmig geblieben, sondern merk— lich nach der vorausgegangenen Behandlung verschieden. Die Saat stand da am schönsten, wo im Jahre 1804 Kartoffel im Dünger, dann Gerste und nachher grün gemähte Wicken gestanden hatten. Ich bin überzeugt, daß der Weizen noch schöner hier gewesen seyn würde, wenn der Klee, welcher anstatt Wicken hätte stehen sollen, nicht mißrathen wäre. Denn anerkannt äußert der reine Kleestoppel einen weit vortheilhafteren Ein⸗ fluß auf die nachfolgende Weizensaat, als die Wicken⸗ stoppel.— Nach diesem Flecke war die Saat da am schoöͤnsten, wo das Land zu Wicken etwas ge— düngt worden war; ziemlich merklich unterschied sich hievon jener Theil, welcher bereits im Jahre 1805 5 75 nach vorausgegangener reiner und stark gedüngter Brache schon Winterweizen getragen hatte. Hier habe ich nebenbei die Bemerkung gemacht, daß gerade eben da, wo der Klee dünn gestanden hatte, auch die Wei— zensaat dünner war.— Da nun eben dieser Fleck der beste des ganzen Feldes ist, so unterliegt es kei— nem Zweifel, daß das Land die zu schnelle Folge des Weizens nicht vertrage, und daß bloß der inzwischen gefolgte Klee demselben die Fähigkeit in Zeit von drei Jahren zwei Weizenärnten zu geben erhalten habe.— Am wenigsten schön, jedoch immerhin nicht schlecht, war die Weizensaat da, wo das Land im Jahre 1804 zur Zeit der reinen Brache nicht gedüngt, sondern nur mit etwas Erde überführt worden war; dieses ist denn auch kein Wunder, wenn man bedenkt, daß dieser Theil schon seit 6 Jahren keine Düngung erhal— ten hatte. Die ganze Breite hält bei 10 Morgen, wohin 7 Scheffel 3 Mezen Samen einsielen, welche 80 Schober im Strohe, im Korne aber 68 Scheffel, sohin etwas mehr, als fachen Ertrag abwarfen.— Ich hatte in demselben Jahre ein gut bearbeitetes, durch Smaliges Pflügen gereinigtes und gelockertes Brachland von beiläufig 18 Morgen, welches bei 200 Fuder gut verrotteten Rindviehmist erhielt, ebenfalls mit Winterweizen bestellt, und hievon 5 Scheffel 1 Meze eingesäet. Zur Aernte bekam ich im Strohe 57 Scho— ber, und reines Korn 38 Scheffel 3 Mezen, sohin nicht ganz 72fachen Samen. Die Aernte nach der oben angegebenen, obgleich ungeeigneten Wechselfolge überstieg diese beinage um 2 Samen. Wäre nun die 4 Fruchtfolge richtiger gewählt gewesen, hätte auf dem einen Theile statt Wicken Klee gestanden, und wäre der an— dere durch zu langes Entbehren des Düngers nicht zu sehr erschopft gewesen; so würde es nicht schwer ge— halten haben, den Unterschied des Ertrages der beiden Felder noch kennbarer zu machen. Was aber ein gut gewählter Wechsel vermöge, zeigte vorzüglich die diesjährige Gerste, welche auf der langen Point im Schlage 7 nach Brachfrüchten— Kartoffeln— gebaut war. Dieses Feld von 14 Mor— gen wurde mit 32 Mezen Gerste besäet, welche so vortrefflich wuchs und eine solche Höhe erreichte, daß ich es für vortheilhafter hielt, bei der Aernte statt der Sense die Sichel zu wählen, weil meine Arbeiter das Anmähen der Gerste, oder das Mähen mit dem Senserechen nicht verstehen, und durch das Mähen der Gerste wie Gras Verwirrung und Verderben ent— steht. Ich ärndtete 42 Schober, die nach dem Dre— schen 405 Mezen, oder 77 Scheffel 1 Meze, mithin 14zfache Wiedergabe abwarfen. Die Saat, so wie der Ertrag, war in dieser Gegend einzig und bewun— derungswerth, da in diesem Jahre der außerordentli— chen Trockne wegen die Gerste in der hiesigen Gegend im Durchschnitte nur sehr mittelmäßig gerieth, und gewiß nicht über fünffacher Same gewonnen wurde. — In dem nämlichen Jahre habe ich noch ein Feld von 16 Morgen in der Dreifelderfruchtfolge nach Wei— zen und zum Theile nach Roggen, denen stark ge— düngte reine Brache vorausgegangen war, ebenfalls 7 4 nen mit Gerste bebaut. Die Saat war nicht zu tadeln; an⸗ sie wuchs freudig, erreichte eine schne Höhe, und zu die Aehre ward voll und gewichtig; im Vergleiche mit ge⸗ ihrer Schwester auf dem Kartoffelfelde stand sie je— den doch auffallend zurück. Ich gewann im Strohe 21 Fuder, im Korne aber von 51 Mezen Aussaat nur 448 Mezen, welches nicht volle fache Wiedergabe ist. söge, Im Ertrage ist ihr mithin ihre Nebenbuhlerin um 155 6 Samen zuvorgekommen. Ein schöner Beweis, wie 175 trefflich Gerste mit Kartoffeln, nach einer gut gewähl— lian ten und richtig behandelten Vorfrucht gerathe.— b so dß Die Brachfrüchte standen dieses Jahr auf der t Winkelbreite im Schlage 1. Von 21 Morgen, welche 05 dieses Feld enthält, hatte ich aber nur 18 Morgen 1 mit Kartoffeln, das übrige hingegen mit Saubohnen in und weißen Rüben bestellt. Die Einsaat an Kartof— 15 feln betrug 60 Scheffel, oder 360 Mezen; zur Aus⸗ da beute erhielt ich 500 Scheffel, oder 5000 Mezen. Die ih ungewohnliche Trockne und Hize des Sommers war 0 dem Ertrage dieser Früchte nicht günstig; denn erst Anfang Augusts, nach dem Eintritte einiger Regen fiengen die Pflanzen, welche schon stark in das Kraut i getrieben hatten, an zu blühen, und Knollen an dem ästigen Wurzelbusche anzusezen, welcher sich statt der . Knollen im Boden gebildet hatte. Bei der Aernte 10 fanden sich die Kartoffel gewiß um die Hälfte kleiner, 90 als sie in anderen Jahren gewesen waren, wodurch 5 der Ertrag natürlich bedeutend geschmälert wurde. An der Zahl der Früchte fehlte es nicht, indem ich 78 5 an mehreren Pflanzen bei 50 Knollen und darüber zählte; aber alle waren nur klein, und einige hatten wohl nicht die Große von Haselnüssen, welche im Bo⸗ den zurückgelassen werden mußten. Die Bearbeitung der Kartoffel geschah auch die— ses Jahr ausschließend vermittelst der Brachinstrumente, nachdem das Land im Herbste aus den Pifangen in breite Beete gepflügt und die Saat nach dem Pfluge in die dritte Furche gelegt worden war. Die Arbeit machte sich, wie in dem vorigen Jahre, trefflich schön, und überstieg alle Erwartungen. Gegenwärtiges Jahr trägt dasselbe Feld nach der treffenden Fruchtfolge Gerste, welche ich der Reinheit des Bodens wegen größten Theils in die erste Früh— jahrsfurche säen ließ. Diese steht sehr schön und läßt eine eben so gute Aernte, wie im verflossenen Jahre, hoffen. Gegenwärtig, wo ich dieses schreibe— am 10. Junius 1808— steht die Gerstensaat so dicht und mast, daß ich dieselbe aus Besorgniß, sie möchte sich lagern, wohl werde schröpfen lassen*). Mein Kleefeld bestand aus 12 Morgen. Ich er— nährte hievon in zwei Schnitten 50 Stücke Rindvieh — hierunter 12 Zugochsen begriffen— 56 Tage lang und gewann 300 Zentner Kleeheu. Wenn ich das im reichlichen Maaße grün genossene Futter für das Haupt *) Von 8 Scheffel Aussaat erhielt ich 1oo Scheffel vorzüg⸗ lich gute Gerste wieder. ———— 2 9 rüber zu 20 Pf. in trockenen Zustande annehmen, und den 10 eingescheuerten Heubetrag hinzuschlage; so wurden von 12 Morgen 360 Zentner, sohin vom Morgen mehr als 71 Zentner gewonnen. Hiezu ist nun aber der Vor— 5 ee. wuchs dieses Kleestücks, welcher im vorigen Herbste nt, zum Abweiden für das Melkvieh verwendet wurde, en in keineswegs hinzugezählt*). Sechzehn Morgen Wik— lug ken gaben für 50 Stücke Rindvieh 52 Tage reichliches Atbet Futter; welches für den Morgen, wenn das oben an— schhl, genommene Futterquantum zu Grunde gelegt wird, etwas mehr als 32 Zentner im trockenen Zustande ab— wirft. Dieses ist auch der gewohnliche Ertrag der h der Wicken, auf den ich in jedem Jahre ziemlich sicher heit zählen kann. Fräͤh⸗ Vüßt Sechs Morgen des nach der Wechselwirthschaft Jaht, bebauten Kleefeldes wurden im Herbste 1807 mit — am Winterweizen bestellt, welcher sich durch freudigen dicht Wuchs, noch mehr aber durch seine Reinheit bedeu— noche tend vor dem in die reine Brache gesäeten Weizen Ich er;) Der Kleeertrag bleibt sich in jedem Jahre so ziemlich vieh gleich. In diesem Jahre 1808 ernährten 14 Morgen lang Klee auf der langen Point 60 Stücke Rindvieh 40 Tage s im mit 480 Zentnern, und gaben noch 500 Zentner Kleeheu, haupt zusammen 980 Zentner, wovon auf den Morgen 70 Zent⸗ ner treffen. Hiebei muß ich aber nicht vergessen zu er— innern, daß der Klee durch die schneidenden Ostwinde orzüg⸗ und Froste im Monate März außerordentlich gelitten hat. 80—— auszeichnet“). Vier Morgen tragen Tuneser Som— merweizen, der herrlich steht; 2 Morgen habe ich aber mit Winterroggen bebaut. Diese zwei Morgen sind von der Erbsenbreite, welche im Jahre 1805 Kartof— feln trug, nachhin Gerste erzeugte, und nun Klee hätte tragen sollen. Ich erinnerte aber schon, daß der damalige nasse Sommer die Bearbeitung der Kar— toffeln mit den Brachinstrumenten nicht nach Wunsch gestattete, wodurch dieses Feld, das gröbste und un— reinste der ganzen Besizung, nicht die Bearbeitung er— hielt, wie ich sie wünschte; ich bestimmte daher im Frühjahre 1806, obwohl die Gerste sehr wohl gerieth, nur 2 Morgen zu Klee, das Uebrige sollte Wicken zum grünen Futter tragen, um dem Lande die ndͤthige Bearbeitung noch geben zu können, und wurde dann im Herbste 1807 mit Winterroggen bestellt. Ich sehe nun aber wohl, daß ich etwas zu bange war, und daß ich Klee ohne Scheu hätte bauen konnen. Nicht genug, daß der Theil, wo Klee gestanden hatte, bei dem Baue eben so rein und gewiß noch mürber, wie *) Der Körnerertrag entsprach der Erwartung.— Von 13 Mezen Ausbau wurden 29 Scheffel oder 174 Mezen, sohin nicht vollends 13 10. ꝛfacher Same gewonnen. Der nach der Dreifelderwirthschaft in stark gedüngte reine Brache gebaute Winterweizen gab von 21304 Mezen Aussaat nur 228 Mezen wieder, was nicht gar 10 12 Aus beute abwirft. Der in der Wechselfolge in ungedüngten Kleestoppeln folgende Weizen ertrug mithin um 3 Samen mehr, wie dieser. Zudem ist auch der Same viel reiner und vollkommener. — 81 Son- das Uebrige war, so zeichnet sich auch noch der Rog⸗ aber gen auf dem Kleestücke durch Mastigkeit und Höhe sind bedeutend vor dem Uebrigen aus, so daß der Un⸗ tf. terschied selbst von Weitem schon wahrgenommen wer— 1 den kann*). Ein neuer Beweis, wie wohlthätig der „ 5 gegipste Klee als Vorfrucht auf die nachfolgende Ge— 1 n treidfrucht würde. Au Die übrigen Futterwicken hatte ich in die gedüngte 1 Brache gebaut, und das Feld im Herbste mit Win— 10 5 terroggen und zum Theile mit Tuneser Winterweizen 11 besäet. Diese Saaten stehen sehr schön, und scheinen 110 die im reinen Brachlande an Mastigkeit übertreffen zu 1 wollen. 5 Der Winterroggen gerieth im Jahre 1807 vor⸗ G iche züglich gut; erreichte eine Höhe von 6 Fuß und dar— 10 über, und gab im Durchschnitt mehr als 10 fachen g Samen. Der Strohertrag war gleich vorzüglich und , lt bestand beim Wegführen der Aernte in 185 Schobern, , oder 11,100 Garben. 80 1) Der Ertrag an Roggen war zehenfach; für dieses sonst 11 0 verwahrloste und widerspenstige Land immerhin genug. 7 Bei der Saatbestellung, welcher ich wegen Abwesenheit gut nicht beiwohnen konnte, ward die Arbeit sehr schlecht be— 1 sorgt; denn bei meiner Rückkunft konnte ich nicht unter— 1 scheiden, ob die Saat in Pifange oder breite Beete. 7 welche ich bei den Wicken gehabt hatte, geschehen sey— 140 Diese schlechte Arbeit, und noch dazu bei nasser Zeit ge⸗ 100 than, hat der Roggensaat sehr geschadet, welche bei gu⸗ e ter Bestellung wohl noch reichlicher getragen hatte. F F. 6. Die bisherigen Erfolge der Bewirthschaftung der königlichen Oekonomieanstalt zu Weihenstephan mögen zum Theile bewiesen haben, daß die Einfüh⸗ rung des Thaerschen Ackersystems, ungeachtet der bei der Uebernahme des Gutes bestandenen Hindernisse und Mängel möglich war, und daß dasselbe in den er⸗ sten Jahren der Begründung schon genügende Beweise der ihm moglichen höheren Produktion des Bodens und der Aufnahme des landwirthschaftlichen Gewerbes gegeben habe. Man kann der königlichen Landwirthschaft Wei— henstephan den Vorwurf nicht machen, daß bei Gründung dieses Systems die landwirthschaftlichen Verhältnisse so geordnet waren, daß der Einführung dieser neuen Ackermethode nicht nur keine Hindernisse im Wege standen, sondern denselben sogar begünsti— gende Umstände zu Hülfe kamen. Man beliebe nur dasjenige in das Gedächtniß zurückzurufen, was oben von dem Zustande der Oekonomie zur Zeit der Ueber— gabe gesagt wurde, und man wird finden, daß we⸗ der der gute Zustand und die innere Kraft der Felder, weder angehäuftes, vorräthiges Befruchtungsmaterial, noch vorhergegangene richtige und zweckmäßige Bear⸗ beitung des Bodens diese neue Ackermethode begün— stigten, im Gegentheile derselben gerade entgegen und so beschaffen waren, daß sogar die Fortführung der damals bestandenen Dreifelderwirthschaft nicht ohne 83 große Vorschuß⸗Kapitalien geschehen konnte; welche, wenn man sie auch zur Disposition gehabt hätte, den— der noch nicht im Stande waren, das Land mit einem an Male aus dem Wuste zu ziehen, in dem man es ge⸗ „ funden hatte. 642 W In gewisser Hinsicht wirkten diese Umsftände doch 9 immer etwas, zwar nicht zur leichteren Einführung der cee Wechselwirthschaft, wohl aber die Wirkung derselben ce merkbarer und auffallender zu machen. Die Landwirth— dals schaft Weihenstephan war bei ihrer Gründung als Schule, ohne Dünger, ohne Vieh, ohne Nahrungs- und Futterungs⸗ Material; die Felder waren verwildert, Bei und sehr zurückegekommen, und ungeachtet des verdor— bei benen Zustandes der ganzen Wirthschaft faßte die Wech— lüchen sel-Wirthschaft doch festen Fuß, und schreitet zwar Ahnung nicht mit einem zu raschen doch sicherem Gange dem demie Ziele zu, welches sie erst im 9. Jahre vollends zu er— guat reichen im Stande ist. Eben dieser langsame Uebergang be nut ist es aber, den ich jedem Landwirthe, der diese Wirth⸗ e chen schaft einführen will, anrathe. Nicht genug daß er liber durch allmäliges Eindringen in das Wesen und in die aß be: Vorzüge dieser Handlungsweise sich und sein Dienst— Felder, Personal hiefür empfänglicher macht: er erspart auch gerl, Vorschüsse und Ausgaben, welche durch den momenta— Bear⸗ nen Verlust verkäuflicher Früchte, oder durch ungeschickte begin; Ausführung wegen noch zu geringer Bekanntschaft mit n und dem Wesen und den Manipulationen dieser Wirthschaft, 9 det für ihn hervorgehen können. ahnt F 2 84—— Wenn man bei Einführung dieses Systemes trach— tet, die zum Uebertritt in die Wechsel-Wirthschaft be— stimmten Stücke nach und nach aus der Brache zu neh— men, und statt rein zu brachen mit Brach-Früchten zu bebauen, wobei sie vermittelst der Brach- Instru⸗ mente eine der reinen Brache gleichkommende Bearbei— tung erhalten; und wenn man bemüht ist, in den er⸗ sten Jahren des Ueberganges die zur grünen Fütterung erfoderlichen Wicken zum Theile ebenfalls dem Brach⸗ lande abzugewinnen, was ohne Nachtheil geschehen kann, weil Wicken beim Ansaze der Blüthen gemäht das Land nicht im geringsten aussaugen, und hinreichende Zeit zur Bearbeitung lassen; so kann man getrost und sicher seyn, daß man an der dem Baue verkäuflicher Früchte bestimmten Fläche keine Schmälerung leide, oder wenn dieses in dem einen oder anderen Jahre der Fall seyn konnte; so wird die in der Zwischenzeit mit dem Vorrücken der neuen Wirthschafts-Weise eingetretene Verbesserung des Landes durch vermehrten Körner-Er⸗ trag das zur Genüge ersezen, was die entzogene Fläche hervorgebracht haben würde. Die anliegende Tabelle zeigt den Stand der mit Getreid-Früchten bebauten Felder der königlichen Admi— nistration Weihenstephan von dem Zeitpunkte der Ue— bernahme bis zu dem gegenwärtigen Jahr 1808. trach⸗ luft be⸗ nu neh— Jun zu 9 Istru⸗ J urbei⸗ den et⸗ ittenung (Brach In kann, dns Land de Zeit t und yflicher Wer Fal aut dem etretene Tier- Et e Fäche der nit In Ami der Ue⸗ 85 Beb e Fläche. eee e Total der Jahrgang Weizen. Roggen. Gerste. Haber.] Morgen. Morgen. Morgen. Morgen.] Morgen. 1804 24 513 352 43 152 1803 204 51 324 472 175 1805 262 34 462 322 1392 1802 5 e e, 1803 252 51 40 404 15062 Hieraus sieht man, daß bei dem Uebergange aus der Dreifelder-⸗ Wirthschaft in die Wechselwirthschaft die dem Getreidbaue bestimmte Fläche nur in den Jahren 1803 und 1805 sich etwas minderte. Der Zugang im Jahre 1805 rührt meistens von neuen Aufbrüchen her, die auf den Feld⸗ legden und einigen schlechteren Wiesen gemacht wurden. Mit dem vollendeten Bestande der Wechsel— Wirthschaft werden noch bedeutendere Flächen dieser Rubrik dem Pfluge gegeben werden können. Die Folgen, welche aus dem künstlichen Futterbau, den die Wechsel— Wirthschaft in sich schließt, hervorge— hen, sind die wohlthätigsten, und bilden die einzigen Mittel zur Emporhebung des Ackerbaues. da ist die Aufnahme desselben, und die möglichst grosse Denn nur 86— Produktion zu hoffen, wo auf der möglichst kleinen Fläche die größte und beste Quantitat Viehnahrung er— zielt, und diese so verwendet wird, daß durch die er— folgten thierischen Abfälle die möglichst große Ackerfläche reichlich ausgedüngt werden kann. Der Wechselwirth überläßt nun aber die Erzeugniß der Viehnahrung nicht ausschliessend der Natur, sondern er baut dieselbe da, wo der größte und beste Ertrag zu erwarten steht, und sichert sich auf diese Art eine Ausbeute, die er im an— deren Falle nur auf einer ungleich größeren Fläche er— zielt haben würde. Mit dem Vortheile einer auf einer kleineren Fläche erzielten grösseren und besseren Ouan— tität Futters verbindet derselbe den eben so wichtigen Vortheil der richtigsten Verwendung. Wenn der Dreifelderwirth verbunden ist wegen des geringen Er— trages der Weiden sein Vieh selbst dahin zu treiben, um sich den Bedarf zu suchen, weil das Abmachen und Nach— hausebringen nicht der Mühe lohnte, und in jedem Falle den Werth des Eingebrachten überwiegende Kosten ver⸗ ursachen würde, sammelt der Wechselwirth die Fülle seiner Futter-Erzeugnisse mit unbedeutendem Aufwande an Kosten und Zeit, und theilt sie seinem Viehe im reichlichen Maße zu. Ohne hieran durch Treten und die Auswürfe des Viehes, wie es beim Weidegehen ge— schieht, das Geringste zu verderben, verbindet er den für jede Wirthschaft wesentlichsten Vortheil der Dünger— gewinnung in größter und bester Menge. Da er nur nahr— hafte Gewächse verfüttert, und diese dem Viehe vorlegt, geht ihm nichts von dem Dünger verlohren, welcher aus der kräftigen Nahrung reichlich erfolgen muß, er mag . kleinen ing er⸗ ie er⸗ eäche Lehnt Inch lbe da, t, und im an⸗ che el⸗ f einer Ouan⸗ tigen der 1 Er⸗ fen, um Mah im dale len be sie File Afwande 87 nun das Vieh im Stalle, oder in Einfängen auf seinen Feldern füttern, was immer Stallfütterung, obgleich in zwei verschiedenen Formen, ist und bleiben wird. Welche wohlthätigen Folgen auf Dünger-Vermeh⸗ rung die Wechsel-Wirthschaft bei der königlichen Land— wirthschaft Weihenstephan schon in den ersten Jahren ihrer Gründung hervorgebracht hat, kann nebenstehende Düngungs⸗Tabelle zeigen. —— F Jahrgang. 1804. 180. 1805 1809 Zahl Zahl Zahl Zahl Pferde 16 Pferde 16 Pferde 13 Pferde 5 Ochsen 8 Ochsen 8 Ochsen 12 Ochsen 12 Mastvieh 8 415] Mastv. 10 512[ Mastv. 16 757[ Mastv. 19 260 Kühe 35 Kühe 32 Kühe 30 Kühe 22 Jungvieh 4 Jungv. 11 Jungv. 13 Jungv. 17 Schweine 40 Schweine 35 Schweine 45 Schweine 40 iin n r 1 — * 33 —— 99 Nach dieser Tabelle hat sich die Düngungsmasse in den Jahren 18032 und 1809 im Vergleiche mit den vor— hergegangenen Jahren 180 und 1805 sehr bedeutend vermehrt. Der Strohabgnng in den ersten beiden Jah⸗ ren hat allerdings zur Minderung etwas beigetragen; die Haupt- Ursache der in den beiden leztern Jahren er— folgten Mehrung ist aber in der vollkommenen Stallfüt⸗ terung zu suchen, welche in den ersten zwei Jahren nur zur Hälfte bestanden hatte. Ich bemerkte in der Tabelle den jährlichen Viehstand, um ermessen zu konnen, daß dieser die Ursache der Mehrung nicht wohl seyn konnte, indem die Zahl der Stücke in allen 4 Jahren so ziemlich sich gleich geblieben ist; nur das Mastvieh hat mit dem Fortschritte der Jahre an der Zahl etwas zugenommen. Diese Zunahme wird aber von Jahr zu Jahr bedeutender bis die neue Wirthschafts-Weise hergestellt ist; auch die abfallende Düngungsmasse wird sich mehren, und in der Folge gewiß mehr abwerfen, als zur reichlichen Ausdüngung des Bodens nothwendig ist. Diese Be⸗ hauptung ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern grün⸗ det sich auf nachfolgende Berechnung. Nach dem angenommenen siebenjährigen Rotations— Plan treffen zur jährlichen Ausdüngung: ohngefähr 55 Morgen Brachfrüchte; f 35 Morgen Wicken; von den der Felderwirthschaft gebliebenen 38 Mor— gen jährlich 11 Morgen(auß diese soll sich nämlich die 90—— 2— Wohlthat der jährlichen Ausdüngung erstrecken) dann von den 40 Morgen Wiesen, welche die Wirthschaft nach der oben aufgestellten Berechnung nothwendig hat, jähr⸗ lich die Hälfte mit 20 Morgen Zusammen 97 Morgen. Erhalten nun die 85 Morgen Brach⸗Früchte und die 11 Morgen Brachland die angenommene volle Dün— gung zu 14 Fuder per Morgen, so macht dieses 616 Fuder. Für den Wickenschlag zu 35 Morgen, und 20 Morgen Wiesen kommen auf den Morgen nur 10 Fuder in Berechnung, welches weiters 550 Fuder Mist erfo— dert, so daß der jährliche Düngerbedarf in 1144 Fuder bestünde. Man wird mir wohl zugeben, daß ich bei dieser Berechnung das höchste Quantum der erfoderlichen Düngungsmasse angenommen habe, und daß die Felder wenn sie den Turnus einmal durchgelaufen haben, die angesezte Zahl zu 14 Fuder per Morgen nicht mehr be⸗ dürfen, weil das Land wohl zu reich und die Vegeta⸗ tion zu kräftig werden dürfte, um nicht immer Lagerung der Früchte befürchten zu müssen. Die Ersparniß welche auf diese Art gemacht werden kann, wird wohl zu 140 Fuder angenommen werden konnen, so daß mit⸗ hin der eigentliche jährliche Dünger-Bedarf 1000 Fuder wäre. 00 8 85 8 5 Wie die Dünguns-Tabelle zeigt, habe ich freilich 15 dieses Quantum noch nicht erreicht, ich hoffe demselben aber dieses Jahr 1803 schon ziemlich nahe zu kommen. Von beinahe derselben Stückezahl Vieh wie sie 1809 be⸗ stand, nur mit dem Unterschied daß statt 19 Stücken 20 Stücke Ochsen ausgemästet wurden, sind bis Ende Aprils dieses Jahres schon 560 Fuder Dünger auf die 1 5 gebracht worden. Wenn ich nun für die noch 35 übrigen 5 Monate(das Oekonomie-Jahr fängt sich mit 100 dem Oktober eines jeden Jahres an) noch 300 Fuder rechne, so erhalte ich 860 Fuder, und es fehlen mir 0 nur noch 140 Fuder um die Zahl von 1000 vollzu— 0 machen.*) rfo⸗ der *) Ich hatte beim Schluße des Jahres 18078— 852 Fuder 15 Mist wirklich auf die Felder gebracht, und mich daher in die meinem obigen Kalkul wenig betrogen.— Der Viehstand flchn war 13 Pferde, 12 Zug-Ochsen, 28 Stück Melkvieh— Felder 13 Stück Jungvieh— 26 Stück gemästete Ochsen, und i, die 48 Schweine. br Mit dem Anfange des Jahres 1808s0(gegenwärtig am cgett⸗ 20 Jänner 1809) stehen hier: 13 Pferde 12 Zug-Ochsen, kkung 28 Kühe— 13 Stücke Jungvieh,— 50 Schweine— 20 ech Stücke Schafe spanischer Abkunft— und 20 Mast-Ochsen; zu wle diese mast seyn werden, treten frische 12 Stücke an mit⸗ ihren Plaz. Da es nicht an Futter, nicht an Streu- Ma— 1 terial fehlt, so hoffe ich dieses Jahr gewiß looo Fuder Dünger zu gewinnen. 92— ͤ— Mit dem kommenden Jahre 1803 werde ich dieses ohne Mühe können, in dem ich da den vollen Kleeschlag zu 50 Morgen habe, den ich bisher nicht hatte, und welcher mich in den Stand sezt, auch im Sommer Mast— vieh aufzustellen, das bisher nur den Winter hindurch gehalten wurde.— Es unterliegt wohl keinem Zweifel daß ich in der Folge nach dem vollendeten Bestehen der Wechselwirthschaft die berechnete jährliche Düngermasse, indem mit der fortschreitenden Verbesserung der Felder der Befruchtungs-Bedarf sich mindert, das Futtermaterial sich aber mehrt, um ein Bedeutendes übersteigen werde. Dieser Ueberschuß wird mir aber dann um so willkommener seyn, als vermittelst desselben die bedeutende Fläche Moorgrundes nach hergestellter Entwässerung die ihr ge— eignete Kultur erhalten kann.— So geschieht es, daß die wohlthätigen Ausflüsse dieser Wirthschaftsweise sich auch auf Gründe erstrecken, auf deren radikale Verbesse— rung der Felderwirth schwerlich je würde denken können. Fülle, Kraft, Wohlhabenheit und Thätigkeit bezeichnen den Gang der Wechselwirthschaft, und wo sie mit Wohl— wollen aufgenommen wird, äussern sich sogleich die wohlthätigsten Folgen ihres Vermögens. Wenn es der königlichen Landwirthschaft Weihen— stephan möglich war, in der kurzen Zeitfrist von 4 Jah— ren durch Hülfe der Wechselwirthschaft die Masse des Vieh- Futters in der Art zu vermehren, daß schon im özten Jahre vollkommene Stallfütterung bestand; wenn eben hiedurch das jährliche Dünger-Quantum sich ver— 422 dieses eschlag , und u Mst⸗ huducch werde. mener Fläche hr ge⸗ Meihen— 10 4 Jah⸗ 1 se des b 5 ö 1 hon im wenn ch ber⸗ . 93 mehrt, wie vorstehende Düngungs-Tabelle gezeigt hat, so läßt sich nicht ohne Grund schliessen, daß in demsel⸗ ben Verhältnisse auch der Ertrag des Fruchtbaues oder der Getreid-Früchte zugenommen haben müsse. Nachstehende jährliche Ertrags- Liste mag hierüber Aufschlüsse geben. E Jahrgang. Fläche. Aussaat. Morgen.] Scheffel. Mezen. Weizen 24 8 8 Roggen 513 17 2 2 0 2 a 18 Gerste 352 10 1 Haber 435 22 2 152 5 Weizen 204. 7 2 1802 J Roggen 5¹ 15 1 8 Gerste 82 16 4 Haber 1 7 21 6 157 61 1 Weizen 202 8 2 1803 Roggen 5 11 2 Gerste 402 21 2 Haber 32¹ 15 2 1302 50 2 (Weizen 35 12 4 1805 Roggen 443 17 4 ]Gerste 30 13 5 Haber 3 12 2 1552 50 3 Weizen 254 8 14 7 Roggen 81 19 8 1805) Gerste 18 5 5 Haber 40 18 8 1504 6899 *) Die wegen eingetretenen Kriegsereignissen verspätete den Ertrag des Fruchtjahres 180 7/8 hier anzugeben. 1881 95 1. Sämtlicher] Durch⸗ Strohe Korne Kornerbetrag schnitts-Er— Garben. Fuders Scheffel. Mez. Scheffel Mez. trag. 5,211— 686 42 6,2117-[90 12 565 Sechsfacher — 554 445 5 Ertrag. — 18 11,422 89[ 383 4 7,040— 960— 9,500 55 155 3 520 Mehr als gfa⸗ 8 3 er Ertrag. — 5527 141 1 ch 9 17,440 1202 5260— 4,210— 90 1 5,000—[ 80 1 408 Mehr als 8z⸗ — 285 acherErtra 75800 109[488 5 8,000— 109 1 11,100— 180— 6 520 Mehr als gfa⸗ — 4 cher Ertrag. —— 20 70 4. 19,100 80] 520 4 6,354— 94 2 12,020— 254 24 0 Mehr als 114 eee 3 acher Ertrag. — es 5 18,363 155 ö Herausgabe dieser Schrift sezte mich in den Stand, auch 96 5 Die successive vermehrte Produktion des Bodens, welche obige Tabelle darthut, ist die Folge der eingeführ— ten bessern Agrikultur. Was diese in der Folge noch zu leisten vermöge, getraue ich mir nicht zu bestimmen; es würde Einigen Uebertreibung und vielleicht eitle Prahlerei scheinen, wenn ich den Kalkul als richtig annehmen wollte, der sich mir bei dem vorgenommenen Vergleiche heraus— wirft.— Es mag aber dem seyn wie ihm wolle; wenn es möglich war, in einem Zeitraume von 4 Jahren den Ertrag des Bodens, der erst die Hälfte der ihm zuge⸗ dachten Behandlungsweise erhalten hat, im Gegenhalte der vorigen Bewirthschaftungsart um die Hälfte zu ver— mehren; so wird der Schluß keineswegs übertrieben seyn, wenn ich nach vollendeter Einführung der neuen Wirthschaftsweise geringe das Doppelte des vormaligen höchsten Ertrages annehme. Dieser kann um so weni— ger befremden, wenn man die Tabelle genauer durchsieht und findet, daß die Haberärnte allein die Schuld trägt, daß in den lezteren Jahren der Ertrag des Ganzen nicht bedeutender ausfiel. Diese Frucht konnte bisher nur nach der Dreifelderwirthschaft in die im Frühjahre um—⸗ gebrochene Roggenstoppel gebaut werden; wie kärglich bei dieser Bestellung aber, wo der Boden 6 oder 9 Jahre keine Düngung erhält, die Saat bestehen müsse, brauche ich wohl nicht anzuführen, da der tägliche Augenschein eine weit kräftigere Ueberzeugung geben kann. Bei dem angenommenen Rotations-Plan fällt frei⸗ lich auch bei der hiesigen Landwirthschaft die Habersaat in die Stoppel der vorausgegangenen Roggensaat. Wer 0 2 2 2 22 28 8 * Vodend, würde aber wohl behaupten können, daß bei dieser Fol⸗ efihr⸗ ge, wo das Land in Zeit von 7 Jahren zwei kräftige Dün— och zu gungen und die sorgfältigste Bearbeitung erhält, der Ha— nz es ber nicht besser wie bei der Dreifelderwirthschaft gera⸗ Anlrei then solle?— Ich habe schon dieses Jahr die Be— Nanilt, weise zur vollen Ueberzeugung vor Augen, ohne aber de le das Resultat des Erfolges angeben zu konnen, da die le; em Aernte noch nicht geschehen ist. Ich habe nämlich die Aten den Scharwerksbreite im Schlage 4, eben dieselbe welche Ihm zug zuerst in den Wechsel trat, und nach vorausgegangener negenhale Düngung, im Jahre 1802 im dritten„ und da wo zu ber: Brachfrüchte gestanden hatten, im vierten Jahre Win— Artrieben terweizen trug, dieses Jahr 1808 mit Haber bestent. * neuen Dieser steht ganz vortreflich, und zeichnet sich an Ma— maligen stigkeit und Reinheit vorzüglich vor demjenigen aus, wel— q so wen cher in der Dreifelderfolge nach Roggen, wozu das Land murchset in der vorhergegangenen Brache noch dazu gedüngt wor— ud tüägt, den war, gebaut wurde Nach dem bisherigen Stande zen nic zu urtheilen mag jener geringe um 3 Samen mehr ge— nisher ur ben als dieser.“) Fahre um⸗ kuh*) Meine Vermuthung hat tein zugetroffen. Der Haber auf 9 der Scharwerksbreite gab von 9 Scheffeln 2 Mezen— 65 N Mezen— Einsaat, 98 Scheffel 5 Mezen= 691 Mezen— 1, brauche oder mehr als 1 ½ fache Ausbeute. gagenscen Der übrige Haber in der Dreifelderfolge, wozu das Land 0 im Herbste gestürzt, und im Frühjahre neuerdings gepflügt worden war, gab von 61 Mezen Aus saat 457 Mezen oder ffilt frei⸗ 71/2 fache Ausbeute. Habersaat Was wird erst der Wechsel vermögen, wenn er mehr gt. Wel vassend als der auf der Scharwerksbreite seyn wird! G ——2ͤ—ä— 98 Sollte ich nun wohl nicht, wenn die Habersaat, die einzige Ursache, daß der jährliche Durchschnitts-Er— trag nicht noch bedeutender ausfiel, den ihr zugedachten Standpunkt erhält, auf einen grösseren Ertrag zählen konnen? und werde ich nicht ohne den Vorwurf, die Sache übertrieben zu haben, befürchten zu müssen, den gewöhnliche; mittelmässigen Körner-Ertrag auf 12 fache Wiedergabe im Durchschnitte in der Folge annehmen konnen?— Wir lassen jedoch alle Muthmassungen und voreiligen Schlüsse, und halten uns an die Resultate des Geschehenen. Sind diese nicht schon sehr befriedi— gend? und ist es nicht Aufnahme des Ackerbaues, wenn der Frucht-Ertrag mit dem Fortschritte der Jahre sich mehrt, und schon im Aten Jahre der Bewirthschaftung über die Hälfte im Mehr-Ertrage gebracht ist? Sechs— fache Wiedergabe des Samens wie sie im ersten Jahre der Uebernahme des Gutes nach der Tabelle ausgewie— sen ist, ist kein unbedeutender Ertrag, der nach allen erhaltenen Nachrichten zu Klosterszeiten nur in sehr gu— ten Jahren, und auch in der ganzen hiesigen Gegend in mittelmässigen Jahren im Durchschnitte nicht gewonnen wird. Hiezu kömmt noch, daß die Witterung im ersten Jahre weit günstiger als in den folgenden war. Im Jahre 18053 hatte die ausserordentliche Nässe, und im Jahre 1809 die ungewöhnliche Trockenheit und Hize den Saaten viel Schaden gethan, und sie im Ertrage zu— rückegeschlagen. Der jährliche Strohgewinn steigt beinahe im glei⸗ chen Verhältnisse mit dem Gewinn an Kdrnern; nur ersaat, das Jahr 1803 hat hieran sehr weit zurückgestanden t Er⸗ und sich gänzlich aus dem Paralelle gesezt. Dieses wi— Jachten f drige Ereigniß ist aber ganz allein auf die seltene Nässe hen desselben Jahres zu schreiben, und macht daher wie uf, die billig eine Ausnahme.. len, den f gfiche Aus dem Ganzen geht jedoch so viel hervor, daß annehmen ich in Zukunft vollkommen auf den Stroh-Ertrag rech⸗ ingen und nen kann, den ich oben bei der Berechnung des Stroh- Meseltatt Bedarfes für die Wirthschaft angenommen habe. Die leftiedi dortselbst gesezte Ausgabe werde ich schwerlich nöthig 6, wenn haben, indem ich jezt schon, obwohl ich kein Stroh über— are sich nahm, und das Stroh- arme Jahr 1805S hatte, einen haftung sehr bedeutenden Vorrath hieran zähle, der für ein vol⸗ Sechs; les Jahr zur Noth hinreichen konnte.— Es ist aber besser n Jahre bei landwirthschaftlichen Anschlägen das Minimum des usgenie⸗ Ertrages und das Maximum des Bedarfes zu sezen, ach alen um bei widrigen Ereignissen desto weniger in Verlegen— schr gi heit zu kommen. egend in ran b. 7. im ebsten . In Dieses sind die Resultate des wohlthätigen Ein— All im flusses, welchen das Thaersche System auf die Erträg— he den nisse des Bodens in einem Zeitraume von 4 Jahren her— 1 zu⸗ vorgebracht hat. Kein Mensch, selbst der neidische und vorurtheilsvolle gemeine Mann kann die wohlthätigen Folgen dieser Wirthschaftsweise abläugnen: jeder gesteht, n glii⸗ daß die jezigen Saaten der königlichen Administration n; nut mit jenen der vormaligen Klosterwirthschaft in keinen — 100——— Vergleich zu stellen seyen, da diese gewöhnlich nur sehr mittelmässig und in vielen Jahren gar unter aller Kritik schlecht gestanden hätten. Man erkennt die Vortheile des Futterbaues, und dieser fängt an Eingang zu fin— den. Viele trauen aber der Gegenwart noch nicht, und wollen sich erst überzeugen, ob dasjenige was sie sehen auch nachhaltend sey; daher ihr Schluß-Urtheil: „Wir wollen sehen wie es in zehen Jahren steht.“ Der größte Theil der Beurtheiler bemüht, die vermehrte Produktious-Kraft gerne abzusprechen, aber doch nicht fähig, selbe abläugnen zu können, schließt damit: daß es keine Kunst sey, beim Ueberflusse an Dünger schöne Saaten zu ziehen; und bedenken nicht, daß eben dieses der Stein der Weisen einer jeden Bewirth— schaftung ist, welcher allein einer jeden derselben den höchsten Grad der Vollkommenheit zu verschaffen ver— mag.— So lauten die gewöhnlichen Urtheile und Ein— wendungen, welche von dem gemeinen Manne gemacht werden, und die sich wohl von selbst in der Folge ver— lieren werden. Viele andere und vielleicht der größte Theil der sich klüger dünkenden mögen aber denken, und in der Ueber— zeugung leben, daß diese Bewirthschaftungs-Art mehr koste als sie je in der Folge einzubringen vermöge, daß mithin ihre allgemeine Einführung durchaus verwerflich sey.— Diesen kann ich auf keine solidere Art begegnen, als daß ich den bisherigen reinen Jahrs-Ertrag der Wirthschaft, wie er aus den Rechnungen, welche bei der königlichen allerhöchsten Stelle hinterliegen, gezogen sehr ritik heile . fin⸗ und sthen hel: Der mehtte 9 nicht damit: Anger daß virth⸗ den der: d Ein; gemacht ze ber⸗ ist, hier vorlege. Das Jahr 1804 kann hiebei wohl nicht mit in den Anschlag kommen, weil ich nicht die vollen 12 Monate, sondern nur 9 Monate vom Anfange Jänner 1804 bis Ende September desselben Jahrs be— rechnen könnte, und auf diese Weise die Kosten der Be— stellung von den bebaut übernommenen Feldern, welche nothwendig zur Ausmittelung des reinen Ertrages ge— zogen werden müssen, nicht mit in die Berechnung kä— men. Zudem war bei der Uebernahme das Gut der we— sentlichsten Bedürfnisse entblößt, welche nothwendig zur Fortführung der Wirthschaft gehörten und angeschafft werden mußten. Diese Ausgabe, welche nicht auf die Rechnung des einen Jahres zu schreiben war, vermehrte das Defizit beträchtlich, welches durch die Einnahme des— selben Jahres nicht gedeckt werden konnte. Ich habe daher nur 3 Jahrgänge von welchen ich den jedesmaligen reinen Ertrag ansezen kann. Im Jahre 1804 war er 5 1036 fl. 32 kr. „10 1 2550 fl. 45 kr. Summe 7876 fl. 32 kr. oder im Durchschnitte auf ein Jahr 2025 fl. 30 kr. Diese Ertrags-Summe ist gewiß nicht unbedeutend, und wird um so mehr auffallen, wenn man sich erin—⸗ nert, daß die Oekonomie zur Zeit der Klosterregie bei den vielen fremdartigen Resurcen an Zehend- und Dienst⸗Getreide, an Hand- und Roßdiensten in der Re— gel keinen reinen Ertrag abwarf, sondern im Gegentheile —. 102——— eine bedeutende Summe jährlich darauf bezahlt wer— den mußte. Der vorstehende Mehr-Ertrag des Jahres 1805 rührt von den damaligen sehr hohen Getreid-Preisen her, welche im Jahre 1805 schon merklich sich senkten, und endlich im Jahre 1805 zu einer Tiefe herabfie— len, bei welcher schwerlich mehr die Kosten der Er— zielung bezahlt werden. Die geringen Getreid-Preise werden jedem Landwirthe um so beschwerlicher fallen, als der Werth seiner Bedürfnisse noch auf jener Höhe steht, auf der derselbe zur Zeit der Theurung der Getreid— Preise gestanden hatte.— Obgleich auch die königliche Landwirthschafts-Administration dieses unangenehme Miß— verhältniß fühlen muß, so wird es ihr doch weniger drü— ckend, da sie durch Hülfe der Wechselwirthschaft dem landwirthschaftlichen Gewerbe eine Richtung geben kann, die sich den Zeit-Ereignissen und Bedürfnissen mehr an— schmiegt, als es bei der Dreifelderwirthschaft möglich ist. Es ist ihr ein Leichtes, den Bau der Oelgewächse, des Tabacks und anderer Handlungs-Gewächse zu be— treiben, ohne dem Futter- oder Fruchtbaue eine bedeu— tende Strecke zu entziehen. So kann statt einen Thei— les Kartoffel füglich Taback gepflanzt werden, welcher bei der starken Düngung und fleissigen Bearbeitung, die er hier erhält, ohnmöglich mißrathen wird; ein Theil des Wickenschlages kann Sommerreps, und ein anderer Theil des Winter-Getreidschlages nach Wicken, wozu der Boden gedüngt und hinlänglich bearbeitet werden kann, Winterreps tragen. In keinem Falle werde ich ———— ek⸗ Ife; Er⸗ lresst len, Höhe keid⸗ sche liß⸗ dri den kam, hr an nögich vächse, zu be: n Theis welcher 0, die Theil deter wozu werden kde ich ——— 1 O3 aber den Bau dieser Gewächse auf zu grosse Strecken ausdehnen, sondern nur so weit gebrauchen, als nö— thig seyn wird, durch den höheren Preis dieser Produkte den allenfalsigen Abgang an dem vorigen baaren Ertrage weniger fühlbar zu machen. Abgang an Futter, Ab— gang an Stroh, durch Schmälerung der Futter-und Fruchtschläge darf aus dem Baue der Handlungs-Gewächse in keinem Falle hervorgehen, sonst geht die Wirthschaft anstatt des Gewinns dem Verderben entgegen. Ich habe dieses Jahr ausser einigen sehr kleinen Pflanzungen von Reps und Taback, welche bloß dazu dienen, erst Samen zu gewinnen, und meine Leute an die Behand— lungsart zu gewöhnen, noch nichts von Handlungs— Gewächsen gebaut; die Wirthschaft besteht, wie ich sie nach dem siebenjährigen Rotations-Plan bezeichnet habe; die Getreidfrüchte sind zu den geringen Preisen grossen Theils verkauft, und ich kann dennoch behaup— ten, daß der dießjährige reine Ertrag der oben ausge— wiesenen Durchschnitts- Summe von 2000 fl. so ziem— lich nahe kommen werde.“) Die Ursache findet sich Theils in dem vermehrten Ertrage der Früchte, Theils in der Menge und in der richtigen Verwendung der Fut— tergewächse, indem ich den Gewinn aus Mastung, welcher andere Jahre nicht viel über 400 fl. ab⸗ warf, dieses Jahr auf 1000 fl. und darüber bringen werde.“)— Eine schöne Ertrags-Quelle, aus welcher *) Der diesjährige reine Ertrag der Oekonomie ist nach bereits abgelegter Rechnung 1981 fl. 4 1/4 kr. *) Der Gewinn aus Mastung, bestand in 1015 fl. einigen Kreuzern. 104— 2— die wohlthätigsten Folgen für den Ackerbau selbst fliessen, und welche unmittelbare Folge der Wechselwirthschaft ist. Es ist nöthig, daß ich am Schlusse dem lezten, und vielleicht dem Haupteinwurfe begegne, welcher von den Meisten gegen die aufgestellte Behauptung: daß das Thaersche Ackersystem die Ursache der bei der königlichen Administration Weihenstephan geschehenen und bewiese— nen Aufnahme des Ackerbaues sey, gemacht werden kann, und welche diese Aufnahme in den Ausflüssen des ausgedehnten Brauwesens finden wollen, welches die Abfälle an Träbern, Malzkeim u. dgl. der Oekonomie überläßt und auf diese Art die vorzüglichste Quelle zur Mastung und Düngermehrung liefert. Ich will mich nicht begnügen, zur Widerlegung das Beispiel großer Oe— konomien des Landes, welche beträchtliche Bräuhäuser an ihrer Seite haben, nebenbei noch andere Resurcen an Zehenden, Frohndiensten und anderem geniessen, und wo dennoch der Felder-Ertrag im Vergleiche mit jenem des gemeinen Bauers nichts zum Voraus hat, hier an— zuführen; die vormalige Klosterregie allein wäre ein ge— nügendes Beispiel, sondern ich will diesem Einwurfe im Detail begegnen. Richtig ist es, die Oekonomie kann die Abfälle aus dem Bräuhause beziehen, und hat sie bisher auch bezogen. Diese Abgänge sind aber bloß die Malzträbern und der Keim; das Nahrhafteste des Rück— standes, der Teig wird zur Brandwein-Erzeugniß ver— wendet, das hievon bleibende Brenntrank, welches ich dem Melkviehe sowohl als den Schweinen, für die ich hinreichende bessere Nahrung habe, nicht zuträglich fin⸗ Sr—— de, wird in der Oekonomie ganz und gar nicht ge— braucht.— Es sind mithin Träbern und etwas Malz— keim, was die Oekonomie von dem Bräuhause übernimmt und bisher wegen Mangels eines anderweitigen vortheil— haften Absazes auch übernommen hat. Wie wenig Nahr— haftigkeit aber diese Abfälle, und hierunter die Trä— bern, welche außer den leeren Hülsen nur sehr wenige Mehltheile mehr enthalten, haben, ist jedem Sachverständigen bekannt, und sie dienen hauptsäch— lich nur dem Viehe das Heckselfutter aus Heu und Stroh angenehmer zu machen; die Hauptnahrung muß immer aus Heu oder anderen Früchten erfolgen. Ich habe hierüber redende Beweise: andere Jahre, wo die Kartoffel zu hohen Preisen weggiengen, verkaufte ich den größten Theil, und mästete das Vieh mit Hecksel aus Grummt und Stroh mit Träbern-Aufguß und dem nöthigen Nachfutter an Heu. Zur Ausma— stung brauchte ich immer volle 6 Monate und darüber. Dieses Jahr, wo die Kartoffel wenige Käufer fan— den, bestimmte ich sie zur Mastung; ich habe hiebei das Vieh immer in Zeit von 3 höchstens 4 Monaten mast erhalten.“)— *) Die Kartoffel werden nicht gekocht, sondern durch eine Schneidmaschine klein geschnitten dem Viehe unter dem übrigen Futter von Heu- und Strohhecksel, mit etwas Träbern vermengt, vorgelegt. 15 bis 20 Pfund mochte das Stück täglich im rohen Zustande erhalten haben.— Das Rindvieh liebt die Kartoffel so sehr, daß es Als Nahrung, vorzüglich als Freßlust erregendes Mittel, haben die Malzträbern immer ihren Werth. In denselben aber die Ursache der Aufnahme des Ackerbaues finden zu wollen, ist unrichtig, da sie nicht das ganze Jahr, sondern nur einen Theil desselben, und dann nicht zum Haupt-, sondern nur zum Neben— futter dienen, welches bei den beträchtlichen Vorräthen an Wurzelgewächsen, an Klee- und Wiesenheu gänz— lich entbehrt werden kann; weil auch ferner der in— nere Gehalt und die Quantität dieses Futters zu ge— ringe ist, als daß daraus eine solche vermehrte Dün⸗ gungsmasse hervorgehen konnte, welche im Stande wäre, ohne fremdartige Hilfe den Ackerbau auf eine höhere Stufe der Vollkommenheit zu sezen. Auf den reinen Ertrag der Wirthschaft hat die Ueberlassung der Träbern ebenfalls keinen Einfluß, indem diese, nach dem laufenden Werthe berechnet, der Bräuhaus⸗Kasse aus jener der Oekonomie vergütet werden. Dagegen werden aber auch alle Fuhren, welche die Oekonomie dem Bräuhause leistet, von diesem bezahlt und der Oekonomie verrechnet. Dieser Umstand scheint der Vermehrung des reinen Ertrages der Wirthschaft günstig zu seyn, da so viele andere Wirthschaften ihr Zugvieh im Winter gewöhnlich ohne alle Beschäfti— ein anderes auch besseres Futter, worunter keine Kar— toffel sind, gar nicht mehr fressen will; selbst Absaz— kälber erhalten sie als Zuspeise und befinden sich trefflich dabei. ndes gung lassen müssen. Bei der ersten Ansicht sollte man eth. dieses allerdings glauben; der vermuthete Vortheil ds verschwindet aber, wenn man erwägt, daß die Oeko— icht nomie ohne die Fuhren, welche sie zum Bräuhause zu en, machen hat, ein Gespann Pferde weniger halten, und len; durch die weit weniger kostspieligen Ochsen ersezen konnte. führ Ein Vortheil geht für die Wirthschaft hieraus immer gang hervor, der nämlich: daß die Arbeiten beim Drange det il; durch hinlängliches und kräftiges Zugvieh mehr beför— zu g dert werden können; ein Umstand, der beim Acker— Di- bauer allerdings von Gewicht ist.— An diesen und dtande zwar den Hauptvortheil, welcher aus der Verbindung F eine des Bräuhauses für die Oekonomie hervorgeht, schließt sich noch ein zweiter, für beide Gewerbe aber gleich 5 wichtiger, Vortheil an, welcher darin besteht, daß 8 N ein Gewerb dem andern zur Zeit des Bedarfes die ß, nöthigen Geldvorschüsse zu machen im Stande ist, it, dt wodurch das Kapital oft mit dem besten Vortheile wah plazirt, und durch schnelles Umwenden zu ergiebigen ch d Interessen gebracht werden kann. Der Absaz ent der landwirthschaftlichen Produkte fällt in den Zeit— o sche punkt, in welchen das Sudwesen zum Ankaufe des asg Braumaterials große Summen ndthig hat; hingegen fen it liefert das Braugewerbe in den Sommermonaten die eschift⸗ fließenden Renten, der Oekonomie zur Deckung der vorkommenden vielen Geldauslagen. ge Kat⸗ Abt) Die Renten des Bräuhauses, worüber zur Zeit des Klo— den sech sterbestandes keine reine Rechnung geführt wurde, oder mir wenigstens keine zu Gesicht gekommen ist, sind, 108 1 Außer diesen beiden angegebenen Vortheilen, wo— g . von der lezte für beide Gewerbe derselbe ist, kann 1 ö kein weiterer angeführt werden, welcher aus dem 0 Braugewerbe für jenes der Landwirthschaft hervor— d gienge. 1 9 5 1§. 8. 6 Einen Hauptantheil an der Verbesserung der Fel— f der und überhaupt an der Aufnahme der Agrikultur hat anerkannt eine zweckmäßige Bearbeitung des 9 ungeachtet des fehlerhaften Lokals, und der unschicklichen l inneren Eintheilung, wobei das Wasserdruckwerk schon 1 bedeutende jährliche Ausgaben erheischt, zu einem schönen f jährlichen Ertrag gebracht worden. 0 1 Im Jahre 180 4fs war der reine Ertrag 7,311 fl. 30 kr. 1 9: 189 566 1 8„ erer 000000 V 9 0 g g 17,39 21. 1 Der Durchschnittsertrag eines Jahrs sohin 5,7790- 47. et 1 Dieser sehr bedeutende Ertrag, der, wenn jener der s 0 Oekonomie hinzugeschlagen wird, die Summe von 8,405 fl. 6 10 17 kr. für ein Jahr auszeigt, würde noch größer aus— we . U gefallen seyn, wenn es nicht an Kellern fehlte, um hin— 1 reichendes Lagerbier zu sezen, das gewöhnlich schon in der Mitte Juli zu fehlen pflegt. Hiebei kann das 10 Brauwesen jene Ausdehnung nicht erhalten, welche durch den Kredit und die Abnahme des Fabrikats wohl gesichert wäre. wo⸗ Grundes und Bodens. Diese ist demselben so noth— ann wendig, als hinreichendes Befruchtungsmaterial, das dem ohne jene dem Boden nie in der Art zugetheilt wer— woor⸗ den kann, welche erfoderlich ist, die Vegetation am wirksamsten zu machen. Auch muß hauptsächlich durch gute Bearbeitung bezweckt werden, daß auf dem Bo⸗ den nur jene Pflanzen wachsen, welche man zu er⸗ zielen Willens ist. Unkräuter benehmen den edeln r fl Pflanzen Raum und Nahrung, und schaden denselben flu in doppeltem Betrachte. 1 Ich habe schon angeführt, in welch schlechtem Zustande der Ackerboden zur Zeit der Uebernahme der lichen Kloster-Oekonomie sich befunden habe. Unkräuter aller fon Art, und vorzüglich die Quecken hatten in großer Menge südven sich angehäuft; durch immer seichtes Pflügen hatten sie die ganze Ackerkrumme durchdrungen, und schienen f. zoll, unvertilgbar zu seyn. Reine Brache war höchst nö— * thig, und die Arbeit mußte mit Fleiß und Ueberlegung N: geschehen, wenn man das vorgesteckte Ziel, Reinigung, 15 Lockerung und die nöthige Vertiefung der Ackerkrumme fe erreichen wollte. Es dürfte nicht am unrechten Orte seyn, hier das Verfahren der Bracharbeit anzugeben, . wodurch ich den Endzweck auf dem hiesigen Lehmboden, 5,405 fl. 5 17 185 welcher Lehm zur Unterlage hat, zu erreichen suchte. um hin⸗ cen in Im Frühjahre, so bald das Land genug ausge⸗ un das trocknet ist, wird die Sommergetreidstoppel mit Fleiß he durch eingepflügt, und das Feld in rauher Furche liegen ge— gesshert lassen, bis die Unkräuter zu keimen anfangen; dann wird scharf geegget, und bald darauf das Feld neuer— dings zur vollen Tiefe der Ackerkrumme herumgepflügt. Sobald sich wieder Unkraut zeigt und die Oberfläche des Bodens überzieht, wird geegget, und dem Lande einige Zeit nachher die dritte Furche gegeben. Bei dieser Pflugart ließ ich die Ackerkrumme jedesmal un— tergreifen, das ist, der Pflug wurde so tief gestellt, daß alle artbare Erde und mit dieser auch immer etwas todter Lehm zu Tage kam. Nachdem das Land die gehdrige Zeit in rauher Furche liegen geblieben, und scharf geegget ist, wird der Dünger aufgebracht, und nach dem Bedarfe des Bodens demselben noch eine oder zwei, ja auch noch drei Furchen gegeben. Das Pflügen wie das Eggen muß stets bei trockenem Wet— ter geschehen, wenn es fruchten soll; am besten ge— schieht es einige Tage nach einem mäßigen Regen, wo dann der lehmigte Boden gewöhnlich bei der drit— ten Furche schon wie Asche zerfällt. Das tiefere Pflügen, noch mehr aber das Unter— greifen der Krumme bei der dritten Brachfurche fand sehr viele Tadler, welche aus demselben das Verder— ben der Felder verkündigten. Ich konnte aber nicht nur keinen Nachtheil verspüren, sondern ich fand im Gegentheile, daß auch auf jenem Boden, der keine Düngung erhielt, ungeachtet des tieferen Pflügens die Saaten gut gedeihen. Immer bezweckte ich aber da— durch, daß die Quecken zu Tage gebracht und ver— tilgt werden konnten. Zur schnelleren Vertreibung dieser lästigen Gäste eignen sich die hier zu Land übli— 111 euer⸗- chen vierfurchichen Beete, welche Pifange genannt lugt. werden, ganz vorzüglich. Diese Beete fodern eine lache weit größere Genauigkeit im Pflügen, als die brei— unde teren Beete; es können keine zu breite Furchen abge— Dei schnitten werden, und wenn bei dem Brachpflügen die A un: beiden lezten Furchen— die Raine— recht aufgetrie— elt, ben werden, so wird nicht allein eine größere Ober— etuag fläche der Einwirkung der Atmosphäre ausgestellt, son⸗ ud die dern eben diese öftere Unterbrechung der Ackerkrumme „ und bringt den Quecken den meisten Schaden, die durch , 5 fleißiges Eggen auch leicht aus der wellenförmigen b elde Furche gehoben werden können*). Das Wet⸗ ) Die Pifange sind von vielen Oekonomen getadelt und ohne Rücksicht verworfen worden. Ich kann dieser Meinung nicht ganz beistimmen. Plfange eignen sich sehr gut zur er del Bracharbeit und Unterdrückung der Quecken, und sind da— her für den Felderwirth immer von Werth, besonders auf bindenden Feldern; sie fodern eine weit genauere Bear— I ge: egen, Unter beitung, als breite Beete, und jeder Fehler entdeckt sich 0 80 schon von weitem. Für stark abhängende Lagen, für 1 0 5 ebene Gründe mit seichter Krumme und nasser Unterlage Vein geben sie wohl die schicklichste Art der Bearbeitung. l nic Selbst das Säen erleichtern sie, oder machen wenigstens fand im die Erlernung leichter, was bei dem Wurfe auf breite er keine Beeten schon mehr Uebung und Fertigkeit erfodert. Die ens die Besorgniß, daß in den Furchen der Pifange die Saat ber da⸗ schlechter stehen möge, habe ich nie realisirt gefunden, d ver⸗ wenn bei der Bestellung die Furchen rein, nicht zu tief 1abung ausgepflügt, und in gleicher Höhe nebeneinander gelegt v ill werden. Das seichte Auspflügen der Pifange zur Saat⸗ id Ubil⸗ —————— 112 Vor Winter das Brachland zu pflügen, habe ich bisher wegen des Dranges der Arbeiten nicht thun können. In diesem Falle würde ich aber das Land gleich zur vollen Tiefe herauspflügen lassen, damit zeit ist auch deswegen nöthig, damit die Saat gleichför⸗ mig auf denselben zu liegen komme, welche, wenn sie zu spiz angetrieben sind, durch das Eggen leicht in die Fur— che geschleppt werden kann. Sehr genaues Eggen ist hier so nothwendig, wie genaues Pflügen.— Was ich bei Pifangen bemerkt zu haben glaube, ist, daß sich die Saa— ten leichter lagern, als auf breiten Beeten, weil auf Pifangen bei nicht sehr genauem Eggen leicht mehrere Körner auf einen Fleck geschleppt werden, die hier zu ganzen Büschen aufwachsen und bei Regengüssen sich nie— derwerfen. Bei breiten Beeten wird die Saat gleich— förmiger vertheilt, und kann auch nicht wohl durch das Eggen in seiner Lage gestört werden. Bei den in der Dreifelderwirthschaft liegenden Fel— dern bediene ich mich der Pifange; bei den in dem Wechsel liegenden Gründen aber Sfurchiger Beete. Nach den geärnteten Brachfrüchten lasse ich das Land im Herbste jedesmal tief in Pifange aufpflügen; im Frühjahre zur Gerste werden 2 Pifange zusammengeworfen und die Saat in achtfurchige Beete bestellt, welche durch die ganze übrige Folge bis nach den Brachfrüchten beibehalten werden. Ich halte diese Abänderung meinem Boden sehr zuträglich, und sie muß auf eine gewisse Art mir das ersezen, was ich bei einer günstigeren Lage der Fel— der durch das Pflügen in die Länge und Breite erhalten würde. ——— 113 0 be ich dasselbe durch die Winterfeuchtigkeit und durch den ihn Frost eher zur Lockerheit gebracht, und die herausge— Land brachte todte Erde früher tragbar gemacht würde.— mit Aber auch auf die gegebene Art habe ich meinen End— zweck erreicht; die Quecken sind beinahe gänzlich ver— schwunden, und die Felder befinden sich in einem Zu⸗ et. stande von Reinheit, den ich bei der Uebernahme des 0 fe Gutes nicht so bald erreichen zu können glaubte. die uk; . Haber wird hier gewöhnlich in die Roggenstoppel 110 gebaut z ich lasse diese aber dermal im Herbste 4 einpflügen, und baue den Haber in die erste Früh⸗ a jahrsfurche bei den noch bestehenden Felderschlägen bier zu sowohl, als bei der Wechselwirthschaft.— Zur Gerste scc wie: wo dieselbe nach Weizen gebaut wird, wird die 1 geit; Stoppel im Herbste eingepflügt, im Frühjahre pdurg dab das Land gewendet und mit der zweiten Furche die Saat bestellt. Gerste in der Rotation nach Kartof— den fe feln pflege ich ebenfalls in die zweite Frühjahrsfurche in ben zu bauen, nachdem im vorhergehenden Herbste nach ne. Ng der Aernte der Kartoffeln das Land aus den breiten in Hadse Beeten wieder in Pifange aufgepflügt ist. Dieses Jahr Jahre zur habe ich aber einen Theil Gerste gleich in die erste Früh— 9 die Sat jahrsfurche gesäet; die Saat steht derjenigen in der die gaze zweiten Furche im Geringsten nicht nach, im Gegen⸗ elch theile scheint sie mir noch vollkommener zu werden. 4 0 Das zum Wickenfutter bestimmte Feld wird, wenn 105 0 Zeit übriget, im Herbste eingepflügt, und der erste ehille Theil der Wicken mit der ersten Furche im Frühjahre unter die Erde gebracht. Da diese schon in der Mitte H Juni gemäht werden, so ist noch zureichende Zeit übrig, das Land durch weitere zwei oder drei Furchen der reinen Brache gleich zu bearbeiten. Dem später zu besäenden Wickentheil werden vor der Saat eine oder zwei Furchen mehr gegeben. Bei diesem Ver— fahren habe ich dem Boden immer einen vorzüglichen Grad von Lockerheit und Reinheit verschafft; in jedem Falle befindet derselbe sich so gut, wie bei der reinen Brache, und die Samenunkräuter, welche mit den Wicken keimen, und vor sie zum Samenansaz kom— men, gemäht werden, sind dem Boden nicht im Geringsten gefährlich. Der Kleeschlag wurde bisher nach genommenen zwei Schnitten zu Anfang Augusts eingepflügt, Ende desselben Monats, oder Anfang Septembers noch ein— mal gerührt, und zu Ende dieses Monats auf eine gege— bene neue Furche der Weizen eingebaut. Dieses Jahr gehe ich von diesem Verfahren ab; ich werde dem Klee Zeit lassen, sich zum dritten Male zu bestocken, den Nachwuchs einpflügen, und in die erste Furche Weizen einbauen. Zu dieser Bebauungsart schicken sich aber die Pifange nicht vorzüglich, weil die Fur⸗ chen nicht flach niedergelegt, sondern größten Theils nur angelehnt werden konnen, wodurch der Klee wie— der keimen und der Weizensaat schaden kann. Ich habe bei den Kleeäckern gewöhnlich schon zfurchige Beete, oder ich lasse zu dem Ende bei dem Einpflügen des Klees zwei Pifange zusammen werfen.— Diese achtfurchigen Beete sind es auch, welche ich denjenigen, — I e geit die in Gegenden, wo Pifange üblich sind, breitere hurchen Beete haben wollen, einzuführen anrathe, weil diese später dem auf Pifange zu säen gewohnten Landmann keine u eine Beschwerniß im Säen machen, da derselbe ohne sei— in Ner⸗ nen gewöhnlichen Wurf ändern zu müssen, das Beet ichen auf zwei Gänge nehmen kaun. l 0 f Ich komme nun zur Beschreibung der 5 1 mit Brachinstrumenten; ich 1 mich bemü⸗ 9 hen, das Verfahren etwas umständlich anzugeben, weil diese Arbeit hier zu Lande beinahe noch gänzlich i unbekannt ist, und doch bei allen Feldsystemen mit dem besten Vortheil eingeführt werden kann. nenen Es ist bekannt, daß die Brachinstrumente zur Erde Bearbeitung derjenigen Gewächse und Pflanzen gehö— och ein; ren, welche unbeschadet ihres Wachsthumes und Er— ine gege⸗ trages in Abständen von zwei und drei Fuß gebaut ses Jaht werden. Hier sollen sie die Zwischenräume vom Un— rde dem kraute reinigen, die Erde lockern, die Pflanzen nach bestocken, Bedarf behäufen, überhaupt dem Boden eine Bear— e Furche beitung geben, die man sonst bei der reinen Brache t schicken bezweckt. Die Wechselwirthschaft nennt diese Gewächse die güt⸗ aus eben diesem Grunde Brachfrüchte; wozu nun 1 Tells Kartoffel, Kohl, Runkeln, Dorschen oder schwedische fle wi⸗ Rüben, Saubohnen, auch Handlungsgewächse: als 1. 400 Tabak, Repps u. dgl. gewählt werden konnen. fürchige wstägen Die königliche Administration baut vorzüglich Kar— Dee toffel; das Verfahren, welches bei allen übrigen 5 Brachfrüchten beinahe dasselbe ist, ist hiebei folgendes: nenigen, enn 9 2 Im Herbste wird das zu Kartoffeln bestimmte Feld aus den Pifangen in breite Beete zusammenge— pflügt, geegget und dann unberührt bis zum Früh— jahre liegen gelassen. Im Winter wird der Dünger in Haufen aufgeführt, und im Frühjahre, kurz vor der Saatzeit, auseinander gebracht. Das Feld im Frühjahre vor der Saat noch einmal zu pflügen, ist nicht nöthig; wohl aber muß getrachtet werden, daß das bis zu diesem Zeitpunkt keimende Unkraut zerstört werde, was durch den Extirpator am besten geschieht; zu Ende Aprils oder Anfangs Mai kann dann zur Saat selbst geschritten werden.“) Das Legen der Kartoffeln geschieht nach dem Pfluge, und um die gehdrigen Abstände zu erhalten, jedesmal in die dritte Furche. Zum Einlegen der Sezlinge sind in nicht zu beträchtlichen Entfernungen Weiber oder Kinder angestellt, welche dieselben nach dem dritten Pfluge Stück für Stück von 6 bis 8 Zoll Entfernung in die Furche legen; um die Leger in der Arbeit nicht aufzuhalten, sind eigene Männer zum Zu— tragen der Kartoffel beigegeben. Dem dritten Pfluge, nach welchen die Kartoffel gelegt werden, folgt ein Mann mit einem Rechen(Harke), welcher den zu— *) Wenn in der Folge das Brachfrüchteland Repps oder Roggen zur ersten Frühjahrsfutterung trägt, so kann weder die Rührfurche, noch der Extirpator Statt finden; sondern nach der Aernte dieser Gewächse wird der Dün⸗ ger auseinander gebracht und die Kartoffel mit Dünger und Stoppeln eingepflügt. ————ͤ—ũ—t.— 1 7 1 nächst liegenden Dünger in die Saatfurche zieht, ohne „ zu achten, ob dieser über oder unter den Sezlingen zu - liegen kommt. Ist das ganze Feld auf diese Art bestellt, 1 so wird dasselbe gleich, oder einige Tage später stark 4 durchegget, und ruhig liegen gelassen, bis das keimende 5 Unkraut neue Beschäftigung giebt. Die Kartoffel lie— 1 0 gen nämlich 4 bis 5 Wochen im Boden bis sie keimen; ain das Feld überzieht sich in der Zwischenzeit mit Unkräu— , tern, deren Vertilgung 5 sich angelegen seyn lassen 1 muß. Zu diesem Ende kann man sich nun entweder des Extirpators bedienen, den man aber seicht führen muß, um die Saatkartoffel nicht herauszureissen, oder dem man kann durch scharfes Eggen, im Falle man den Ex— ten, tirpator nicht hat, dasselbe zu vertilgen suchen. Ich iu det thue dieses noch, wenn das Kartoffelkraut schon zum dungen Vorscheine kommt, ohne der Saat hiedurch einen Scha— en nach den zu bringen; im Gegentheile wächst dieselbe nach g Zul dem Eggen auffallend emsiger und üppiger. t in det zum zu⸗ Sind die Pflanzen so weit herangewachsen, daß die fg, Reihen genau unterschieden werden können, so wird das fllt 0 Schaufeln der Kartoffeln angefangen. Hiezu bedient den zy man sich eines sehr einfachen Instruments— der Kar⸗ toffelschaufel, welche mit einem Pferde bespannt ane det und durch einen Mann geführt, in den Zwischenräumen 0 kaun die Erde lockert ohne zu haufen, das Unkraut an den i fnden; Wurzeln abschneidet und zerstdret. Diese Arbeit muß det Dün⸗ aber, wie es sich wohl von selbst versteht, nur bei schöͤ⸗ t Dünger nem Wetter geschehen, und kann auch in der Folge noch einmal wiederholt werden. Ich verrichte dieses doppelte 118 N Schaufeln gewöhnlich auf einmal, indem ich in jeder Reihe die Schaufel zweimal hintereinander durchgehen lasse. Auf diese Art lockert sich der Boden mehr, die Wurzelunkräuter als Quecken, Disteln u. d. gl. welche zuerst unbeschädigt durchgekommen sind, werden eher aus dem Boden gehoben, und dadurch, daß man an die Kartoffelreihen selbst besser hinarbeiten kann, da an der einen Reihe hinauf, an der andern aber herunter gear— beitet wird, wird auch mehr Unkraut vernichtet.— Nach dem lezten Schaufeln lasse ich die Zwischenräume eggen, um das abgeschnittene und vom Boden los ge⸗ machte Unkraut an Tag zu bringen, und der Verdor— rung preis zu geben. Zu dieser Arbeit eignen sich unsere doppelten Pi⸗ fangseggen ganz vortreflich; die vordere Verbindungs— Kette darf nur gelöset und die hintere etwas weiter ge— stellt werden, so schleift jede Egge in der geschaufelten Furche, die Kartoffelreihe selbst aber zwischen den bei⸗ den Eggen durch. Auf diese Art leidet das Kartoffel— kraut nicht den geringsten Schaden, und keine Pflanze wird aus dem Boden gerissen. Haben die Kartoffel-Pflanzen eine Höhe erreicht, daß sie das Häufen ertragen können, so geschieht dieses durch die Kartoffelhacke. Dieses Instrument ist sehr einfach und kann so wie die Kartoffelschaufel wohl in jedem Dorfe verfertiget werden; es besteht größten Theils, aus Holz, hat zwei bewegliche Streichbreter und kein Vordergestell; die Anspannung geschieht an ei— n„ jeder nem eisernen Bügel der am Ende des Grindels ange⸗ ehen bracht ist, und durch dessen hohere oder tiefere Stellung „die der Pflug tiefer oder seichter in den Boden gebracht wer— uche den kann. Dieses hat aber auch der Führer in seiner hee Gewalt, indem er den Pflug nur etwas zu heben oder n de zu drücken braucht, um ihn mehr oder weniger eindrin— nr gen zu machen. Ein Pferd genügt vollkommen zur Be⸗ gent; spannung, weil dieses erste Häufen nur ganz seicht zu 1 geschehen pflegt.— Dieser Arbeit lasse ich das Jäten une folgen. In den Kartoffelreihen selbst, wohin weder os g⸗ Schaufel noch Hacke kommen kann und darf, gedeiht erdor⸗ manche Unkrautspflanze welche durch Menschen ausge⸗ zogen werden muß; Kinder, Greise, Weiber können diese Arbeit verrichten. N M* 1 Nach dem Jäten folgt das zweite Behäufen. Zu ir ge dieser Arbeit hat man auf schwerem Lehmboden, wie gufellen hier der Fall ist, einen eigenen Pflug mit doppeltem be— den bir weglichen Streichbrete, dessen ganzen Körper von ge— fam gossenem Eisen ist. Dieses vortrefliche Instrument, das 15 wie die Hacke ohne Vordergestell ist, und nur vermittelst 5 eines eisernen Bügels die Anspannung und Stellung er— hält, wird durch 2 Pferde, denen ein Knab zur Leitung 1 0 dienen kann, in Bewegung gesezt und durch einen Mann 1 0 geführt. Die Ackerkrumme n durch diesen Pflug zur 1 vollen Tiefe aus den Zwischenräumen gehoben, und auf 950 N eine so saubere Art an die Pflanzen gehäuft werden, fl wil daß diese Arbeit durch Menschenhände, wenn auch der 15 beste Fleiß angewendet wird, nie so gut wird geschehen sschbte konnen. Wirklich man muß die Wirkung dieses Instru— ht an ei ments gesehen haben, um sich einen Begriff machen zu können.— Um durch den Tritt der Pferde die Pflanzen nicht zu beschädigen, werden dieselben vermittelst eines an dem Zaume befestigten Stockes in solcher Entfernung gehalten, daß sie in den beiden Nebenreihen, der Pflug aber in der Mittelreihe geht. Bei sehr widerspenstigem Boden können auch wohl 5 Pferde welche nebeneinauder gehen, vorgespannt werden. Dieses ist das einfache, leichte und wenig kostspie— lige Verfahren bei Bearbeitung der Brachfrüchte, wo— durch der Boden in einen Zustand von Lockerheit und Reinheit gesezt werden kann, den reine Brache nie bes— ser zu geben im Stande ist. Wie wenig kostspielig diese Arbeit aber sey, und wie viele Menschenhände und Ausgaben dadurch erspart werden können, mag aus nachstehendem Auszuge aus dem hiesigen Feldbestellungs-Register über die im vori— gen Jahre auf Bearbeitung eines Kartoffelfeldes von 10 Morgen erlaufenen Arbeiten beurtheilet werden. 121 — 18 9¹ 10 — 10 9 101 — 1 9 12 — 21 15 15 — U 8 5 Jg 14S e Je οον‚ nde upon usbod ustuvb pn —— nugqib od ipuro . 9 1% vag og und'g'n 2 1 0 o nch un un m un p 901 ung Od 30 61 81 ue o ꝓ au% ᷣ um u jn y 9911 ujen vp 9015 ung 21 9 81 11 6 g ud jallo gay 100 u nv p 90 n zu nzen eines mung Mug * ander spfe⸗ „b t und bese „ und erspart e due es bol n boti⸗ q. 9 122 Wenn nach dieser Tabelle vermittelst 201 Pferd— und 15 Knechte- dann 84 Taglöhners Tagsarbeiten eine Flache von 10 Morgen zweimal geschaufelt und gehäu— felt werden konnte; so sieht man von selbst, wie sehr eine Arbeit, wozu geringstens 400 Tagloöͤhners Tagsarbeiten erforderlich wären, ohne die Arbeit so gut zu machen wie sie hier geschieht, befördert werden konne. Die 84 Tag— löhnungen rühren vom Pferdeführen her, wozu Knaben von 14 Jahren und darunter gebraucht werden. Wollen wir die Arbeit wie sie sich nach der Tabelle auf Bearbeitung der Kartoffel berechnete, zu Geld anschlagen; so ergeben sich folgende Kosten: 204 Pferdtagsarbeiten à 1 fl. 20 fl. 15 kr. 15 Knechte à 24 kr. f 0 6 fl.— kr. 84 Taglohn aà 12 kr. 8 8 f 1 fl. 39 kr. Summe. 2 fl. 54 kr. Auf Jäten waren erforderlich 50 Taglöhnungen kr.. 0 g 8 5 10 fl. 40 kr. die ganze Bearbeitungs-Summe macht mithin 44 fl. 34 kr. oder für einen Morgen 3 2 fl. 48 kress *) Dieses Jahr kam mir nach gleichen Anschlägen die Bear— beitung von 19 Morgen Kartoffel auf 74 fl. 30 kr., sohin etwas höher als oben berechnet ist, zu stehen. Dieser ge— ringe Mehrbetrag schreibt sich von dem Eggen der geschau— selten Zwischenräume, und einem dreimaligen Schau— feln des Ackers her. ——————: 123 ide Die Saubohnen lasse ich wie die Kartoffel in die 16 dritte Furche bauen, und sie werden eben so wie diese ge— 5 schaufelt und gehäuft. Man kann die Bohne wie „ die Kartoffel durch angestellte Personen in die Furche W legen lassen; vortheilhafter wird man sich aber des 1 Bohnendrillers— einer Säemaschine bedienen, welche D dem dritten Pfluge folgt, und durch 2 Männer wohl n fortgebracht werden kann. Die übrigen Brach-Gewächse welche aus dem Mistbeete erst auf das Feld verpflanzt werden, als: Kohl, Dorschen, Runkeln ꝛc. werden auf bele dem gut zubereiteten und rein geeggten Lande entweder 6.0 nach der Schnur in den geeigneten Distanzen gepflanzt, oder man bezeichnet die Linien, wo die Pflanzen zu ste— 5 k. hen kommen sollen, durch eine Art Rechen, dessen Zähne k. zwei oder drei Fuß, so viel nämlich die Abstände betra— 50 h. gen sollen, unter sich in Entfernung stehen. In Ho— b pfengärten, wenn sie in geraden Richtungen oder gar in mug Quadraten angelegt sind, können die Brachinstrumente 40 f. ebenfalls mit Nuzen gebraucht werden; ich bediene . mich aber hiezu noch des Kultivators, eines leichten Pfluges mit einem beweglichen Streichbrete, der durch I k. ein Pferd ohne Mühe fortgebracht wied, und durch wel— 40 ke chen die Erde nach Gefallen den Reihen ab- und zugepflügt werden kann. Dieses Instrument und die le Bett Kartoffelschaufel werden beim richtigen Gebrauche, aus— 1, bin ser dem Beschneiden und Abwarten der Ranken und An— ier ger häufen der Stöcke, alle andere Arbeiten, als z. B. das gescau⸗ Heindeln und Reinigen der Zwischenräume leicht entbehr— Schau lich machen. Auf die angegebene leichte Art bestelle ich dermal und in der Folge meine Brach-Früchte. Von dem Baue dieser Gewächse in Pifange bin ich deßwegen ab— gegangen, weil die Ackerkrumme noch zu wenig Tiefe hat, und nicht so viele lockere Erde aus dem Boden gehoben werden kann als ndͤthig ist, die Kartoffel und übrigen Brach-Gewächse gehörig mit Erde anzuhäufen. Wer aber tiefen lockeren Boden, und dabei keine zu breite Pifange hat, kann mit diesen wohl fertig werden, und wird sich hiebei noch leichter thun als wie bei breiten Beeten. Erstlich kann der Dünger gleich beim Anstreuen in die Furchen der Pifange, wohin die Kartoffel zu liegen kom— men, geworfen werden, ein Nachgeher beim Pflanzen um denselben in die Saatfurche zu ziehen, ist mithin überflüssig; zweitens kann das Legen der Kartoffel vor dem Einpflügen geschehen: die Arbeit wird dadurch im geringsten nicht aufgehalten, da weder Leger noch Pflü— ger sich hindern oder auf einander zu warten brauchen; auch wird in Gegenden wo Pifange bestehen, und wo die Leute an die oben beschriebene Methode noch nicht ge— wohnt sind, die Arbeit besser geschehen als bei jener, wo wenigstens die ersten Jahre ununterbrochene Aufficht nöthig ist; endlich wird auch drittens das Feld gleich— förmiger bestellt, indem keine Mittelfurchen entstehen, die entstehen müssen, wenn Pifange um breitere Beete zu erhalten, mehrmalen zusammengepflügt werden müssen. Wer hinreichend tiefen Boden hat, und die Kartoffel auf diese Art bestellen will, braucht nachdem das Land gedüngt und die Saatkartoffel in die Furchen gelegt sind, das Feld wie gewohnlich anrainen, das ist von 125 emal jedem der nächsten Pifange eine Furche abschneiden zu en lassen, ohne die Pifange selbst auszupflügen; gleich nach Lal⸗ der Saat wird geegget und so das Land ganz eben ge— cht, macht. Sind die Pflanzen zum Vorschein gekommen ibn so wird ganz nach der Art verfahren, wie so eben an⸗ bp gegeben ist: nur müssen, wie schon erinnert wurde, dr die Pifange keine zu breite Furchen haben, weil sonst die 1 hit Distanz zu beträchtlich würde, als daß die Pflanzen 1 0 auch bei tiefem Boden gehörig gehäuft werden konnten. Betten, in die 9 8 10 55 Das Arbeitsvieh der königlichen Landwirthschafts— 10 0 Administration Weihenstephan besteht aus Pferden und 17055 Ochsen, wovon von jeder Art 12 Stücke gehalten wer— 8 den. Die Pferde werden wegen Mangel an Weiden nicht 5 selbst erzogen, sondern in einem e von 5 und meh⸗ reren Jahren erkauft und sofort zur täglichen Arbeit ge— auch braucht, welche auch im Winter nicht zu fehlen pflegt, 1 da diese Jahreszeit zur Beiführnng des Holzes für das gt g Bräuhaus, und zur Ausbringung des Düngers auf das , Brachfrucht-Land und andere Schläge am besten sich luffh eignet. 0 gleich rfehe, Die täglich schwere Arbeit welche die Pferde leisten r Bete müssen, fodert eine gute und reichliche Ernährung der— misen selben. Zur Zeit der Klosterregie erhielt das Gespann sanrfel Pferde für 7 Tage 9 baierische Mezen Haber, und Heu 16 Land nach Gefallen. Ich fand diese Portion zu stark, und gelegt reduzirte dieselbe für 4 Pferde oder 1 Gespann täglich auf ö ist von 65 —— 3 1 ————— 126 1 Mezen Haber, und auf 48 bis 60 Pfund Heu. Un⸗ geachtet die Zahl der Pferde im Vergleiche mit jener welche zu Klosterszeiten gehalten wurde, merklich sich minderte, die Arbeiten sich aber mehrten, und das Bei⸗ führen des Holzes in den Wintermonaten beinahe aus— schliessend auf die Pferde fällt; so befinden sich diese Thiere doch in einem vorzüglichen Zustande von Kraft und guten äusserem Ansehen, was den Klosterpferden immer zu fehlen pflegte. Mag nicht wohl untreue Verwendung des erhaltenen Futters hieran Schuld gewesen seyn? Zur Besorgung der Pferde ist für jedes Gespann ein eigener Knecht angestellt; dieser füttert und wartet sie und macht die Fuhren welche zur Bespannung 4 Pferde erfodern. Ein eigener Stallknecht besorgt die Reini— gung des Stalles, das Vorgeben des Heues und die übrigen häuslichen Angelegenheiten; im Sommer besorgt derselbe zugleich den Bedarf an Klee und Wicken für das Nuzvieh und die Ochsen. Im Felde werden jedem Pfluge nur zwei Pferde vorgespannt; die fehlenden Arbeiter werden durch Tag⸗ löyner ersezt. Zu jeder Egge welche bei Pifangen zwei abgesdnderte und unter sich mit kleinen Ketten verbun— dene Stücke sind, braucht man ebenfalls nur zwei Pferde. Wie viel Arbeitsvieh zur Bespannung der Brachwerkzeuge nothwendig ist, wurde bereits oben an⸗ gegeben. Die Kartoffelschaufel, so wie die Kartoffel—⸗ hacke, welche nur 1 Pferd zur Bespannung bedürfen, be⸗ arbeitet jedes im Tage 3 Morgen ohne Naühe. Die —— 127 Un⸗ Arbeit mit dem schweren Kartoffelpfluge, welcher 2 ener Pferde und manchmal auch 3 Pferde erfodert, geht sch wegen des beschwerlichen Umwendens nicht so schnell; Heiß und mit diesem kann man in einem Tage nur einen und ne- einen halben Morgen behäufen. Weil ich diese Arbeit so dese rein und gleich, als es nur immer möglich ist, verlange, Akt so ist das Stellen der Streichbreter öfters nothwendig, net und dieses ist mit die Hauptursache, daß die Arbeit nicht endung sehr befördert werden kann. gn Am zweiten Plaze des landwirthschaftlichen Ar— nn ein beitsviehes stehen die Ochsen; diese müssen gleich den i si Pferden in den Zeiten des Dranges, als bei der Feld— ferde bestellung, bei der Aernte und bei Ausbringung des Wüi⸗ Düngers täglich arbeiten. Werden sie nicht überhizt, i die ordentlich und reichlich gefüttert, so können sie ihrer Ar— besorgt beit, welche im Sommer in der Regel 8 Stunden währt, fir das bequem nachkommen. Zwei Ochsen müssen den Pflug und zwei Ochsen die Egge ziehen, mit einem Worte sie haben vor den Pferden nicht das geringste voraus, Pfrde und wenn der langsame Schritt, zu dem ste mehr das 0 T Joch als ihre Natur bestimmt, nicht wäre; so würde 0 101 ein Paar Ochsen am Pfluge wohl eben so viel wirken, Jgerbul⸗ als ein Paar Pferde. Bedeutend bleiben sie hier nicht i zurück, und ich habe immer bemerkt, daß 6 Ochsen— un der pflüge das bestellen konnen, was s Pferdpflüge zu en an: thun im Stande sind. Wäre die sklavische Bespannung, Lauftle das Joch nicht, könnte ich die Ochsen wie die Pferde . be⸗ mit Kummeten belegen, so würden sie diesen an Schnelle Die wenig nachstehen: daß ich aber dieses nicht kann, daran 128—— hindern mich die bestehenden Wirthschafts-Verhältnisse. Die reichlich zugetheilte und kräftige Nahrung, welche im Winter aus Stroh- und Heuhecksel mit Malzträbern vermengt und aus 15 Pfund Heu, im Sommer aber aus geschnittenem grünen Klee- und Wickenfutter be— steht, mehrt in diesen Thieren die Fähigkeit zum Fleisch— Ansaze in dem Maße, daß ich im Jahre zweimal die Ochsenzüge absezen kann. Die im Frühjahre zum Zuge angekauften Stücke gehen mit dem Eintritte des Herb— stes, die im Herbste angestellten mit Anfange des Früh— jahres in den Maststall zur vollen Ausmästung über, wo sie in Zeit von 5, höchstens 4 Monaten auch vollends fett werden. Dieses öftere Wechseln macht, daß ich die Ochsen an die Bespannung mit Kummeten, welche in dem Di— strikte des Königreiches, wo die meisten und kräftigsten Ochsen gezogen werden, und von woher ich den Bedarf beziehe, unbekannt ist, nicht wohl gewöhnen kann. Ich muß denselben also gleichwohl das Joch belassen; die etwas langsamere Arbeit die sie dabei leisten, wird durch den Gewinn von 40 fl. und darüber, welcher nach der kurzen Mast über die Ankaufs-Summe vom Stücke im Durchschnitte gewonnen wird, hinlänglich ersezt. Dieser schöne baare Geldgewinn der sich als Zugabe zu der geschehenen Arbeit herauswirft, hat allerdings Anlockendes genug, die im Futter und im Ankaufe gleich kostspieligen, und zum Rückersaz des Anschaffungs-Ka— pitals wenig oder gar nichts leistenden, Pferde noch mehr zu vermindern, und den mehr nüzlichen Ochsen Plaz zu machen. Allerdings sollte man das, wenn nicht Lokal⸗ ——— 129 nsse. und andere Umstände oft eine Ausnahme machten; so che ist es bei Weihenstephan. Das erste was sich der bern gänzlichen Abschaffung der Pferde entgegenstellt, sind die nber Holzfuhren, welche größten Theils im Winter gemacht a be⸗ werden müssen, und die durch die Ochsen bei den oft Jesch grundlosen, oft holperig und eckig gefrornen Wegen nicht aal die gemacht werden können, ohne die armen Thiere, auch 1 Jige wenn sie beschlagen seyn sollten, zu Grund zu richten; herb ferner können zu den Brachinstrumenten nur Pferde mit 11 Vortheil gebraucht werden; zu einer ordentlichen richti— er, wo gen Auspflügung des Ackers, zur Umbrechung des Klee— de fit schlages, zur Forderung der Geschäfte in den Zeiten des ohen Dranges sind Pferde höchst nöthig; und was endlich Di hier zu Land der gänzlichen Abschaffung der Pferde in daten dem landwirthschaftlichen Haushalten die größten Hin⸗ Vaurf dernisse in den Weg sezt, ist der Mangel an geschickten, 1. 90 willigen und erfahrnen Ochsenknechten. Dieser Art Leute 1 de giebt es so wenig, daß eher hundert Pferdknechte als d duch ein einziger Ochsenknecht gefunden werden konnen hiezu nach det kommt nun auch noch die Abneigung der meisten Tag⸗ tͤcke im löhner, mit Ochsen zu arbeiten. Diese Umstände machen, daß ich Pferde nie ganz entbehren kann; und sie wer— den auch bei jeder etwas bedeutenden Oekonomie im Lan⸗ zulbe de aus dem einen oder dem anderen Grunde nie ganz labs entbehrt werden können. Jedoch wäre zu wünschen, daß lic in denjenigen Orten Baierns, wo die Ochsen für gänz⸗ 1115 lich untauglich zum Ackerbau gehalten werden, die Vor— G nehr theile, welche aus einer dem Lokale und den Bedürfnis— lz fu sen n Theilung der Feldarbeiten zwischen lol Pferden und Ochsen entstehen„mehr eingesehen würden, — Das Melkvieh ist bei der königlichen Landwirth⸗ schafts-Administration in Weihenstephan der erste und vorzüglichste Theil des landwirthschaftlichen Nuzviehes. Dieses besteht nicht aus Schweizer- oder Tirolervieh, und die wenigen Stücke von Gebirgsart welche das In— stitut von dem aufgelößten Kloster Inderstorf übernom— men hatte, wurden im Jahre 1805 die Beute der Lungenseuche. Seit dieser Zeit enthält der ganze Vieh— stappel nur inländisches Vieh, und Stücke von eigener Nachzucht; denn man wollte das Beispiel vor Augen legen, daß zur Erlangung eines schönen und kräftigen Schlages Vieh es nicht nöthig sey, fremde Racen um schweres Geld sich anzuschaffen, sondern daß man auch von eigenem Vieh, bei schicklicher Auswahl und Wartung eine vollkommenere und bessere Nachkommenschaft er— warten könne. Die königliche Administration kann hier— über gewiß nicht verwerfliche Beispiele vorzeigen, und diese werden in der Folge noch auffallender werden, wenn es ihr möglich seyn wird, die inländische Race durch Kreuzung mit Stieren eines grösseren und besseren Schla— ges noch mehr zu verbessern und zu vervollkommnern. Daß es bei der Stallfütterung möglich sey, ge— sundes, kräftiges und noch schöneres Vieh als bei dem Weidegange nachzuziehen, was von so vielen bezweifelt, und als erstes Hinderniß gegen die allgemeine Einfüh— rung der Stallfütterung angeführt wurde, hat die kö— nigliche Administration durch den erzielten Schlag zur Evidenz erwiesen. Von 30 Stücken welche in einem Zeitraume von 4 Jahren abgesezt, und zur Zucht bestimmt wurden, ist nicht ein einziges an Kälberkrankheiten zu Grunde gegangen; ausser dem Durchfall der jedesmal durch den Gebrauch eines frisch gelegten, und dem Thiere eingegebenen Eyes gehoben wurde, sind keine weiteren Zufälle zum Vorschein gekommen. Von der Drehkrankheit(hier zu Land der Stern oder das Tap⸗ pig werden genannt) an der die meisten Kälber in der Gegend umzukommen pflegen, hat sich bisher nicht die geringste Spur geäussert. Sollte dieser Umstand der guten Nahrung, oder der gehemmten Einwirkung der Sonnenstrahlen, denen die Kälber im Stalle nicht ausge- sezt sind, oder der bei der Stallfütterung wenig mög— lichen Erhizung der jungen Rinder zugeschrieben werden können?— Es ist zu wünschen, daß durch fortgesezte Beobachtungen und Erfahrungen über diesen Gegenstand mehr Licht verbreitet werden möge.“) 5 ) Schon glaubte ich der dem Rindviehe so wie den Schafen gleich verderblichen Drehkrankheit durch die Stallfütterung vorgebeugt zu haben, als mir im Dezember 180s ein ein— jähriges Mutterkalb, das nur wenige Stunden ausser dem Stalle zugebracht hatte, immer reichlich genährt und gut gewartet wurde, an dieser Krankheit umkam. Ich schlach— tete solches und fand leider die verderbliche Blase im Gehirne. Meine Zufriedenheit das Arkanum gegen dieses Uibel in der Stallfütterung gefunden zu haben, und alle Muthmassun— gen schwanden hie durch mit einem Male, und ich sehe uun in einer natürlichen Anlage die Quelle dieses Übels, wel— ches freilich bei guter Wartung im Stalle weniger, als auf der Weide zum Ausbruch kommen kann. Vor goder 12 Monaten kommen die jungen Kälber wenig aus dem Stalle, und wenn sie zu gewissen Zeiten auf den Hof oder den Viehplaz gelassen werden, so ge— schieht dieses nicht um zu weiden, sondern bloß um sich etwas die Beine zu vertreten. Sie wachsen aber den— noch ausserordentlich, gedeihen zusehends und gehen in einen Zustand von Wohlleben über, welcher von allen, die dieses Jungvieh sehen, bewundert wird. Die Behandlung der zur Aufzucht bestimmten Käl— ber von der Geburt bis zum Eintritte in das zweite Jahr ihres Lebens ist folgende: das zur Zucht ausge— wählte Kalb wird 6 und auch 8 Wochen bei der Mutter gelassen, unter 6 Wochen wird nie ein Kalb zurückge— stellt. In den ersten drei Wochen wird das Kalb des Tages dreimal, Morgens, Mittags und Abends los— gebunden und zum Eiter gelassen, der Kuh aber ne— benbei noch immer etwas Milch genommen, damit das Kalb auf einmal nicht zu viel zu sich nehmen könne, wovon gewöhnlich der Durchfall zu entstehen pflegt; in der vierten Woche ist aber diese Vorsicht nicht mehr ndͤ— thig, und dem Kalb steht es frei, nach Gefallen an der unberaubten Mutter zu trinken. Von dieser Zeit bis zu dem Zeitpunkte des Abnehmens bleibt dasselbe ganz seiner Willkühr überlassen; es mag springen, schlafen, an der Mutter trinken, oder mit in der Krippe naschen, gleich viel. Nach 6, 7 oder 8 Wochen wird das Kalb zurückgestellt, und in einem zwar abgesönderten, jedoch in dem nämlichen Stalle befindlichen Plaze unterge— bracht. Die Mutterkühe, welche nicht anders als froh alben seyn können, des langen ungestümmen Gastes los zu seyn, eiten äussern gewohnlich gar keinen oder nur geringen Schmerz oo ge⸗ über die Trennung. Auch manche Kälber ertragen diese n sich ganz willig; andere wollen sich aber in ihre neue Lage den; durchaus nicht finden, und da ist denn freilich kein an— che in deres Mittel, als sie so lange schreien zu lassen, bis den, ihnen die Stimme gleichwohl den weiteren Dienst ver— sagt. Ich bin wegen des Schreiens nie besorgt, da ich nie einen Nachtheil davon verspüret habe. In den en Kab ersten Tagen nach der Trennung erhalten die Kälber zweite die warme Milch ihrer Mutter, und in der Krippe fei— ausge; nes Heu vorgelegt; nach 8 oder 14 Tagen wird der Hutter Milch Molken beigemischt, und nach und nach gänzlich lückge⸗ sauere Milch zum Tranke gereicht. In der Zwischenzeit 0 des bekommen sie aber neben dem Heu schon etwas feinen 5 los: Hecksel aus Heu und Haberstroh, mit etwas schwarzem aber ne Mehle oder Schrott und ungebrochenem Haber vermengt, init dai und mit Molken angefeuchtet. Sind die Kälber an die— konne, ses Futter einmal gewöhnt, so wird denselben der Ha— legt; in ber gänzlich entzogen, und im Herbste statt diesem etwas neht nls Träber und geschnittene rohe Kartoffel untergemengt. 8 4 der Grundsaz ist es: den abgesezten Kälbern im ersten Jahre 3a bi ihrer Lebenszeit kein grünes Futter zu reichen; im zwei— be I ten Jahre bekommen sie aber mit den Kühen gleiches shlhn, Futter. Stücke welche im Wuchse und an Mastigkeit uten, zu sehr vorschreiten, werden mit 13 Jahre zum Stiere 18 Kall a gelassen, den geringeren und mageren Stücken wird der⸗ koch selbe erst im dritten Lebensjahre zugegeben. Bei dieser unketgt f Behandlungsweise habe ich nie ein Stück verlohren, und ls fich selbst in der traurigen Epoche der Lungenseuche wurde 10 1 134 W von 18 Stücken nur ein einziges, freilich das schönste, wofür schon 10 Karolins gebothen waren, von der Epi— demie hinweggerissen; die übrigen(zwei Stücke aus— genommen) wurden nicht einmal von der Krankheit befallen, welche doch vom ganzen Melkstande nur eine einzige Kuh unberührt gelassen hatte. Das Melkvieh besteht, wie gesagt, aus Stücken hierländischer Art. Von Wunderkühen, welche täglich 20 Maaß und darüber Milch geben, habe ich nichts im Stalle; ich bin zufrieden, wenn mir das Stück— und dieses gehört dann schon zu den beßten,— in den ersten Monaten nach dem Kälbern 10 bis 12 Maaß, und späterhin 4 bis 5 Maß abgiebt. Nach den bisher er— haltenen Milchquantitäten kann ich für eine Kuh jährlich 1000 bis 1100 Maaß Milch annehmen, hiezu ist aber dasjenige Quantum welches das Kalb, in einem Zeit— raume von wenigstens 4 Wochen im Durchschnitte von der Kuh zu beziehen hat, nicht mit eingerechnet. Hätte ich keine Gelegenheit, Milch zu verkaufen, sondern müßte dieselbe zur Buttererzeugniß verwendet werden; so würde die Kuh jährlich— da 12 Maaß Milch ein Pfund Butter geben— nicht mehr als 85 bis 90 Pfund But— ter abwerfen. Der Geldbetrag hiefür wäre per Pfund 20 kr. im Ganzen für eine Kuh 23 fl. bis 30 fl. oder im Durchschnitte 29 fl.; hiezu nun noch das Kalb mit dem berechneten Durchschnittswerth zu 10 fl. geschlagen, betrüge eine jährliche Rente von 30 fl. für das Stück. Nach dem verrechneten Ertrag des Molkenwesens ergiebt sich dieser etwas höher, und ich habe von der Kuh 135 ute bisher 50 fl. im Durchschnitte eingenommen. Diese 7 Verschiedenheit rührt nun allererst daher, daß ein gros— 0 ser Theil Milch verkauft wurde was bei vielen Oekono— kei mien 8 Mangel an Absaz nicht immer geschehen a kann.“) Das Futter des Melkviehes besteht im Winter, das t ist vom Oktober bis Mai, aus Hecksel von Stroh, und 110 Kleeheu, vermengt mit etwas Träber und Kartoffeln, 1 und aus ohngefähr 5 bis 6 Pfund Grummt oder Klee— d heu; im Sommer erhält das Vieh grünes Futter rein 0 und unvermischt. Um bei der Kleefütterung das Unan— 17645 genehme des Ueberfressens nicht zu haben, besteht die 1 Anordnung im Stalle, daß jede der drei Tagsmahlzei⸗ er ten wieder in drei Theile abgetheilt, und von einer Ga— hic be zur anderen eine halbe Stunde zugewartet wird. ö cher Eine Stunde vor dem Fressen wird das Vieh zur Tränke dit gelassen. Bei diesem Futterreglement habe ich noch nicht donde den geringsten Anstand erlebt, auch wenn der Klee noch Hate sehr jung und lange vor dem Ansaze der Blüthen ver⸗ ißt füttert wurde. Uebrigens wird das Vieh in jeder Woche 1 80 wenigstens einmal gestriegelt und gebürstet, der Stall fund des Tages zweimal gemistet, und dem Viehe nach jeder 0 Alk Mahlzeit frische Streue untergelegt. fund ober mt) Die Milchabfälle: als Molken, Käse und Buttermilch gen, sind in dem Ertrage nicht mit begriffen; diese sind in die fc. Dekonomie verwendet und in die Verechnnng gar nicht 8 1 aufgenommen wordeu. giebt Kub . ͤ—— 136 r Den zweiten Plaz des landwirthschaftlichen Nuz— viehes nehmen die Schweine ein. Hievon werden 6 bis 8 Mutterschweine gehalten; die erzielten jungen Schweine gemästet, gewöhnlich aber mager an Treiber verkauft. Im Durchschnitte hat die Schweinzucht bisher über 500 fl. jährlich abgeworfen. Die Nahrung der Schweine besteht ausser den Scheuerabfällen, im Winter aus gekochten Rüben, Dorschen, Runkeln und Kartoffeln mit abgeschöpfter Gerste aus dem Bräuhause vermengt, im Sommer aus Klee, grünen Wicken und etwas Getreid. Die jungen Schweine erhalten Getränke von schwarzem Mehl, Boh— nen- und Getreidschrott, und wenn sie etwas herange— wachsen sind, ebenfalls gekochte Wurzel- und Knollen— gewächse. Bemerkenswerth ist es, daß auch diese Thiere ungeachtet der bestehenden Zuzucht beinahe das ganze Jahr im Stalle leben müssen, indem sie nur einige Mo— nate im Herbste auf die abgeräumten Felder getrieben werden können. Sie befinden sich aber hiebei wohl; von epidemischer Krankheit habe ich nicht einen einzigen Fall gehabt; und die Mutterschweine bleiben eben so fruchtbar wie bei dem Weidegange, da auf 1 Stück der— selben immer 9 bis 10 Ferkel im Durchschnitte gefal— len sind. Schafe, diese so schäzbaren Theile des landwirth— schaftlichen Gewerbes, hat die königliche Administration noch nicht; es ist aber zu wünschen und zu hoffen, daß diese Lücke durch Einführung einer Heerde aus der edeln spanischen Race der Merinos ausgefüllt, und dem N 87 80 Nutz. gemeinen Manne auch in diesem, leider nur zu sehr ver— * j 2 f„„ f 5 195 bis nachlässigten Theile der landwirthschaftlichen Industrie mit Schweine u al einem belehrenden Beispiele voran gegangen werde. dauft. Weihenstephan eignet sich in mehrfacher Hinsicht zur dhe iber Ausführung dieses Gegenstandes; bei dem ausgedehnten Futterbau, bei den bedeutenden jährlichen Vorräthen dusst ger an Klee- und Wiesenheu, an Wurzeln- und Knollenge— en Riben, wächsen, ist die Winternahrung dieser Thiere im reich— hgeschufte a lichen Maaße gesichert; sollte es nicht möglich seyn bei mmer 00 der Schafzucht Stallfütterung einzuführen,— worunter de jugen ich aber keineswegs verstehe, daß die Schafe immer im gell, Boh, Stalle eingeschlossen bleiben, sondern auf bestimmten s herange⸗ Pläzen frei herum gehen, und nur im Ställe das vor— Vgholer⸗ gelegte Futter verzehren sollen— so bietet sich auf den ese Biete hügeligen und grandigen Brachfeldern der nahe liegen— dos gu den Gemeinden weite und gesunde Weide dar, oder reihe Re dieselbe kann, wenn diese Brachbehütung Schwierigkeiten finden sollte, durch Ueberlassung einiger wenigen angren— zenden Wäldhügel des königlichen Forstes gesichert wer— den, bis die abgeräumten Felder zur Behütung dienen konnen. Die Lämmer fänden an dem südlichen Abhange des Klosterberges, der mit Laubholz und Gesträuche be— wachsen ist, nahe und gesunde Weide. Was die königliche Administration durch diesen neuen Zweig der landwirthschaftlichen Industrie für sich, det getreben hiebei wehl; inen einpgen iben eben si Stück den hitte gf b landtitth und in der Folge das ganze Land durch successive Ver— ministration besserung der inländischen Race durch Kreuzung mit Wid— d zu hoffen, dern ächt spanischer Herkunft gewinnen könne und wer— 0 qus de de, läßt sich nicht berechnen; es ist aber vorauszuse— lt, und den hen, daß die Folgen nicht anders als segnend seyn können. K —— Verbesserung der Seite 0 Zeile 9: eingereiht — 12— 11 Stockwerke — 14— 8 von unten auf: Isarmoor — 17—? von unten auf: Betriebs-Kapital — 21— 11 von unten auf: Bahn — 38— 6 von unten auf: andere — 30 F. 3 Zeile 3 ausdrück⸗ lich dahin: zu sorgen ꝛc. — 40— 4 getrieben — 45— 6 Strünken — 44— 3 von unten auf: durch den Nebengewinn — 48— 5 von unten auf: dermal — 54— 8: 43800 — 57— 7 Haber, oder Erbsen — 68— 13 wurde — 609— 7 Schnitten — ö6 von unten auf: geduxet — 1— b don unten auf: und die Reinheit — 711— 6 von unten auf: die reine — 76— 4 von unten auf: hatte ich — 179— I im trocknen Zustande annehme „„ on — 90— 12 1146 — ds auf 90 ö — 102—— Getreid⸗ Früchte — 114— 10 und ehevor sie — 119— 12 von unten auf: dessen ganzer Druckfehler. statt eingeweiht. — Stockwerk — Isarmors — Grund ⸗-⸗Kapital. — Bahne — äussere — ausdrücklich, da⸗ hin ꝛc. — beschrieben — Stricken. — Nebengewächse. — dreimal. — 43840 — wurden. — Seiten — gedupet. — mit der Reinheit. — der reine — habe ich — in trocknen Zu⸗ stande annehmen — würde. — 1144 — Getreid-Preise. — ganzen. „ 0 „/ 57 0 66 1 ch, 7 70 6 7 5 . 5 f. s 3 2 55 4 8 NN 3 28. 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