— 8 Beschreibung und Abbildung einer neuen und einfachen JRS S NATeA welche auf die ausdauernde Kraft und den gewöhnlichen Schritt zweier mittelstarker Pferde berechnet ist, und zu ihrer Be- dienung zwei Menschen erfodert, so wie sie im Jahre 1823 von dem Ehrenverweser der landständ. ök. Lehranstalt M. Stecker Dr. der Phil. und k. k. ordent. öffent. Professor der Landwirthschaftswissenschaft an der Hochschule zu Lemberg erdacht, im Jahre 1825 auf dieser Anstalt ins Grosse erbaut, und seither in ersprisslichen Gang gesetzt wurde. ———-—-:-G—Vn————— Auf Kosten des Verfassers. Prois 4 Groschen M. W. V 8 ö 1 ö 18 5 8 — gie, tue, iel, 888 5 N „ 7 ö a a Sehritt„weier nuitelotarlier Pferde berechnet ist und zu ihrer Bedienung Zwei llenschen exlodert nahe N von den B Ser dler Iamdds tend. Gk. Lehranstalt A. Secker D d. Phil. und Kk. or dent. Gfent. Profess Ur der Landwirts chats vis senSCHaft an der Hochschule zu Lenuberg erdla lt im Jahre 4825 auf dieser Anstalt ins Grosse erb: aul, uncl seither in er sprisslichen Gang gesetzt wurde. 5588 3 3 2 3 * 2— N . Leine N00 00 ————. ——„ 8 2 5 f ) Geoͤruclet und Wichographirt 8 Pier 5 2.—— 65 eis 2¹ Croschen!l M. ö . * e —— „— 8 EFT welehhe aul die e 1 rat und den gewöhnlichen n e e D. Anzahl der bis nun erfundenen Dreschmasehinen ist wirklich nicht unbe- dentend. Weber zühlt ihrer in seinem praktischen Handbuche der Feldwirth- schaft 4d auf, welche Zahl seit einigen Jahren her noch höher angewachsen seyn dürfte. Ihrer viele hatten kaum die Geburt erreicht, als sie der Unzweck- dienlichkeit wegen wieder in Vergessenheit verfielen. Es ist wirklich auch kei- ne kleine Aufgabe, wenngleich nur den grössten Theil der Foderungen zu er- füllen, welche man an ein gutes und brauchbares landwirthschaftliches Geräthe stellt; denn es soll nicht nur wohlfeil, möglichst einfach, dauerhaft und zu ver- schiedenen Zweeken leicht abänderlich seyn, sondern man fodert noch eine leichte und kunstlose Behandlung, und dabei eine möglichst vollkommen verriehtete Arbeit. Zwar rühmen die Erfinder die Wirkung ihrer Werkzeuge und Maschi- nen gewöhnlich sehr hoch, allein dib wirkliche Anwendung beweiset nicht selten gerade das Gegentheil. Ist der Ersinder nur praktischer Landwirth, dann fehlt es ihm gewöhnlich an richtigen Kenntnissen in der Mechanik, und die Berech- nungen sind gewöhnlieh unrichtig, so wie die Beschreibungen dunkel und unver- ständlieh. Hiezu kömmt noch der Umstande, dass sie fast immer nur ibre Lokali- tät, ihre Wirthsehaftskräfte, und die Willfährigkeit nebst der Geschiehlichkeit ihres Dienstgesindes, oder ihrer Fröhner ver Augen haben, und dlaher die Allge- meinheit nicht berücksichtigen. Ist der Erfinder ein wahrer Mechaniker, dann ist wohl die Berechnung richtig, die Theile der Maschine erscheinen wohl geord- net, aber der Zweck ist gewöhnlich einseitig, oder da er das Gewerbe der Land- wirthschaft zu wenig, oder gar nicht kennt, oft auch ganz verfehlt. Zu Erfin- dern landwirthschaftlieher Maschinen scheinen daher nur wissenschaftlich gebildete, und zugleich praktische Landw,irthe berufen zu seyn. Allein wie ihrer wenige haben Zeit und Gelegenheit zur wirklichen Ausführung und Erprobung ihrer Er- findung. 5 3. Kleine Dreschmaschinen, besonders noch wenn sie durch Mensehenhän- de in Bewegung gesetzt werden müssen, sind zu unwirksam, und gewähren we⸗ der eine Ersparung an Zeit, noch an arbeitenden Kräften. Grössere sind in der Erhaltung zu kostspielig, und in der Anschaffung oft so theuer, dass die aller- meisten Landwirthe eine soiche Vorauslage nicht ersehwingen können, ja oft mit den blossen Linsen des Ankaufskapitals den Drusch dureh Menschenbhände zu be- streiten im Stande sind. Viele dieser Maschinen wirken gar zu stark, verderben daber das Strok gänzlich, und zerschlagen die Körner, viele wirken zu schwach, und dreschen daber nicht rein aus. Es ist somit gewiss, dass eine gute Dreschmaschine in ih- rer Wirkung, wobei es nicht so sehr auf die Gewalt der Schläge ankömmt, als auf die prellende und zitternde Bewegung, in welche die Halme versetzt wer- den sollen, sich möglichst der Wirkung des Handdrusches mit Ersparung an Zeit und Kosten nähern müsse. 4 — 2 * Zweckdienliche Dreschmaschinen sind für grosse Güter in wenig be⸗ wobnten Gegenden, so wie für solche, welche an Fröhnern und Arbeitern Man- gel leiden, und auch für kleinere Wirthschaften, welche mit Taglöbnern arbei- 3 f ten, und daher mit letzteren in keine Konkurrenz treten können, böchst wich- 2 tige landwirthschaftliehe Erfindungen. Sind sie wohlfeil und einfach, so steht 9 auch hein Hinderniss im Wege, sie auf grösseren Wirthschaften in mehreren N Exemplaren aufgestellt. N Unter den mir hekannten Dreschmaschinen könnte wohl die Rutzendor- fer als die einfachste aufgestellt werden; allein sie dürfte besonders für nörd- liche Gegenden; wo in den meisten Jahrgängen keine ganz vollkommene Ausrei- fung und Trochnung, besonders der Winterfrüchte erfolgt, zu unwirksam seyn. Am entgegengesetzten Ende steht nach meiner Ansicht die schottische Dreschma- schine als eine der wirksamsten, aber auch ungemein kostspieligen, und eben ö daher von geringerer allgemeiner Anwendung. 5 N ö Die vorletzt jüngste unter den Dreschmaschinen, die ich jedoch nicht kenne, dürfte wohl die im Königreiche Pohlen von einem Uhrmacher, Herrn Kuhdjebahit, erfundene, und unter dem Namen der polnischen bekannt gewor- den seyn. 80 weit meine Privatnachrichten reichen, wurde sie auf gemeinsame Kosten erbaut, scheint aber zu keiner Anwendung gekommen zu seyn. Die spä- terhin zu beschreibende könnte man nach ihrer Bauart die Haspel-Dreschmühle, f 4 oder nach dem Lande, wo sie zuerst aufgestellt und in Anwendung gesetst wur- ö de, die galizische nennen. Ist eine Dreschmaschine in ihrer Nebeneinrichtung noch so gebaut, dass sie nicht an eine Art bewegender Kraft gebunden ist, sondern bald durch Wasser, bei Mangel dessen, oder bei Frostweiter durch Zugthiere, oder durch eine Dampfmaschine u. s. W. in Bewegung gesetzt werden kann, so wird öhr Werth, da sie dann für verschiedene Lokalitäten und Umstände passt, noch mehr erhöht. Als mir im Jahre 1822 von höchsten Orten die Leitung der landst. ök. prakt. Anstalt als Ehrensache, neben meinem eigentlichen Amtsgeschäfte, anver- traut wurde, sah ich mich vorerst veranlast den bisher auf dieser Wirthschaft üblichen gemeinen hölzernen Pflug, als das erste und nothwendigste Ackerwerk- zeug, welches nach der bestehenden Wirthschaftsordnung von den Knechten stets auf eine erbärmliche Weise zusammen gestoppelt und geflicht wurde; in einen, 5 aus einem Stücke gegossenen eisernen mit gewundenen Streichbrett umzuwandeln, und bei der Wirthschaft einzuführen, bevor ich bei meiner beschränkten Musse, meiner gleichzeitig gefasten Idee eine Dreschmaschine zu bauen Gehör geben 3 konnte. 1 Im Jahre 1823 entwarf ich hiezu die Zeichnung, und liess ein genaues .. Modell verfertigen. Sowohl vom Modelle als von einer genauen Beschreibung ö 0 haben die betreffenden Behörden Kenntniss genommen. In so ferne sich die erfolgreiche Wirkung schon am Modelle hund f 8 that, konnte ich dem Drange, diese Dreschmühle in der Wirklichkeit zu erpro- a ben, um so weniger widerstehen, als mich auch mehrere Sachkundige hiezu auf- forderden, und einzelne allfällige Mängel bei der wirklichen Ausführung leicht zu heben wären, als ferner ein entsprechender und wohlfeiler Dreschapparat für die Lehransalt, welche den Drusch- durch Taglöhner versehen muss, wodurch alljährlich beinahe ein Viertheil des Erndteertrags aufgezehrt wird, höchst ent- 1 ———— — ———— 3 sprechend wäre, und als es endlich auch die Bestimmung dieser Anstalt ist, alle landwirthschaftlichen Neuerungen und Erfindungen, welche nur immer einige Wahrscheinlichkeit eines glüchlichen Gelingens an sich tragen, daselbst zur Förde- rung der land wirtschaftlichen Kultur zu prüfen, zu erproben, und zur allgemei- neren Kenntniss zu bringen. a Da ich jedoch kein Grundbesitzer bin, so konnte mich die Sache nur in streng wissenschaftlicher Beziehung interessiren, und so hart es mir fiel, bei meinem beschränkten Einkommen eine bedeutende baare Auslage fürs Allgemeine zu machen, besonders da mir die Leitung dieser Anstalt blos als Ebrensache zu- steht, war mein Entschluss zur Erbauung dieser Dreschmühle ins Grosse dennoch gefasst; allein durch mehrere unglückliche Ereignisse in meiner Familie wurde ich daran auf längere Zeit gehindert. 5 Erst zu Ende November des v. J. begann ich mit zwey gemeinen Zimmerleuten den Bau, wozu als Obdach ein Theil der auf dieser Anstalt vor- handenen Scheuer, ohne alle weitere Veränderung, verwendet wurde. Da je- doch ihr Breitenraum viel zu enge ist, und zwar beinahe um 3 volle Klafter, als dass die Mühle nach dem entworfenen-Massstabe hätte aufgestellt werden können, musste sie um eben so viel verkleinert werden, wodurch sie bei denselben be- dienenden Kräften in einer gegebenen Zeit kaum die Hälfte dessen leistet, was sle in ihrer wahren Grösse erbaut leisten könnte. Es wird späterhin Gelegenheit seyn, ein Mehreres hierüber anzuführen, und auch die Kosten der Erbauung darzustellen. 5 Sie wurde ganz nach dem oben berührten Modelle erbaut, und die im verflossenen Monathe d. J. gemachten Erstlings- Druschproben fielen nicht un- günstig aus. Jedoch zeigte sich hiebei, dass die Verkleinerung der Trommeln oder der Haspeln, woran die krummen Dreschelu hängen, bis auf 202% im Durchmesser, und die Vergrösserung der Stockräder, welche auf dem Kranze herumlaufen, bis auf 18“/ im Durchmesser eine noch grössere Wirksamkeit her- vorbringen würde, und dass sodann die eisernen Nägel auf dem Kranze, se wie die Triebe in den Stochrädern überflüssig werden. Die Haspeln und Stockräder wurden demnach abgeändert, und in diesem Zustande, in welchem sich die Dreschmühle gegenwärtig befindet, wurde die ganze vorjährige Kreszenz des klei- neren Vorwerk dieser Anstalt mit genugthuendem Erfolge, und gänzlicher Er- sparniss an Taglöhnern ausgedroschen, Sie fordert zu ihrer Bedienung, wenn die Arbeit nicht besonders be- schleunigt werden soll, nur zwei Arbeiter und zwei Pferde von mittelmässiger Stärke, die sich nur im gewöhnlichen Schritte zu bewegen haben.. Unterm 15. März d. J. geschah an das bochausebnliche landständische Ausschusskollegium die Anzeige, dass die bewusste Drechmühle nun wirklich ins Grosse erbaut, und in Anwendung gesetzt worden ist, und dass zur allgemeineren Bekanntmachung eine kurze Einrückung in die polnische and deutsche Lemberger Zeitung veranlasst wurde, welche es jedem gebildeten Landwirthe und Freund der Landwirthschaft frey stellt dieselbe in Augenschein zu nehmen. i Genaue Modelle im Zwölftheil- Maassstab, wornach der Bau ins Grosse sehr leicht bewerkstelliget werden kann, verfertiget der hierortige Universitäts- Mechanikus Herr Johann Jürgens um billigen Preis. Ein solches Modell ist auch in der Modellensammlung der landwirthschaftlichen Schule an der Universität zu sehen. 4 2 Beschreibung der Haspel- Dreschmühle. Als Obdach dient jedes hinreichend geräumige Gebäude, es sey vom Harten Materiale erbaut, oder eine offene Schoppe, eine Scheuer u. d. gl., denn da die Dreschmühle mit dem Gebäude in gar keiner Berührung und Verbindung steht, so hat man weder eine Erschütterung noch einen andern Unfall zu besorgen. Am besten ist es, wenn die Dreschs oppe unmittelbar mit der cheuer kommunizirt. Soll die Maschine in ihrer wahren und wirksamsten Grösse erbaut werden, 50 erfodert sie wenigstens einen gevierteten Rauin von 78, hiemit eine Fläche von 40[. Ein um einige Klafter zu schmales, schon vorhandenes Wirchschaftsge- bäude, läst sich hiezu sehr leicht durch beiderseitig angebrachte fliegende Dächer vergrössern. a Der ganze Raum wird nun zuerst vollkommen geebnet, und hierauf ge- nau aus der Mitte mit Hülfe einer Latte, in einem Halbmesser von wenigstens 2 ½ oder von höchstens 3, so gross als man nehmlich die eigentliche Dresch- tenne zu machen gedenkt, und es der Raum erlaubt ein Kreis gezogen, wobel jedoch noch rund um ein Platz für den Trippelweg der Pferde von wenigstens 5“ Breite übrig bleiben muss. Tig. 3 à à a. ui Miuelpunkt wird sodann ein dicker Eichenstamm so tief und fest in die Erde gegraben, dass er ganz unbe- weglich steht. Fig. 1. Von der Oberfläche der Erde a bis 5 beträgt seine Länge 4, 8, Man sehe zugleich Fig. 4. Bei o ist er mit einem eisernen Reifen be- schlagen, um das Zexreissen zu verhüten. Fig. a2 stellt den Centrums Nagel dar, welcher oben mitten in den Baumstamm senkrecht eingeschlagen wird. Seine Spitze à ist vierkantig und ein- gekerbt, damit er unbeweglich im HKlotze sitzen bleibe. Bei 6 hat er einen vier- eckigen Ansatz, und sein oberes Ende e, welches möglichst rund gearbeitet ist, dient als Centralpunkt für die Kreisbewegung der Haspeln. Die Länge und Stärke dieses Nagels ergibt sich von selbst. Der innere kleinere Kreis wird in Zirkelabschnitte von beiläufig 2 Länge abgetheilt, und an jedem dieser Punkte einé eichene Säule von 5% im Gevierte senkrecht, und fest in die Erde gegraben. ig. 5) hb. Von oben sind sie mit Zapfen versehen, auf welche der Kranz aufgezapft wird. Sie messen von der Erde aus 4, Vg. l und 5 bis zum Zapfen 5,/ 6%, Sie müssen alle 80 gestellt seyn, dass sie einen vollkommenen Zirkel um den Mittelpunkt bilden. Sind alle Säulen richtig aufgestellt, so legt man eichene Polsterhölzer Fig. 3, welche aus dem Mittel einer Säule, bis in das Mittel je der dritten reichen. Sie werden so tief, fest in die Erde gelegt, dass sie nur um 3 Zoll hervorsehen, Fig. Ic, und von der innern Seite durch in die Erde geschlagene eichene Pflöcke befestiget, dass sie nicht aus ihrer Lage weichen können. 71g. 3& d d. 5 Dergleichen Polsterhölzer legt man auch in einem hleinern, und noch kleineren Kreise, und befestiget sie von innen und aussen mit eichenen Pflöcken. Fig. 5& und.. Auf diese Unterlagen oder Polsterhölzer wird die bretterne Tenne ge- legt, wozu weiche, aber bei 3% dicke Pfosten, Hg. Id dienlich sind. Diese werden durchgehends in Keile geschnitten, und so aufgelegt, wie es Fig. 3 bei 9.9 4 zeigt. Jeder Keil zwischen je zwei Säulen wird länger gelassen, und an die Unterlagen nicht angenagelt, um wenn zwischen ihnen Ritzen entstehen, die 5 losen Heile antreiben, und diese dadurch verschliessen zu können, damit kein Getreide durchfalle. Der Raum vom Ende der Keile bis zum Centrumsklotz Fig. 5 h, wird entweder mit Lehm ausgestampft, oder mit Brettern bedeckt, welche man auf Unterlagen und auf die Enden der Keile aufgenalt. Hiebei hat man je- doch Acht zu geben, dass der Nagel nie einen losen Keil treffe, weil sich dieser sonst nicht nachtreiben liesse. a Dieser mittlere Raum ñ, wohin die Schlegel nicht wirken, dient dazu, dass nach einer drei- bis viermaligen Druschauflage angesammelte Dreschgut in einen grossen Haufen um den Mittelklotz zusammen schieben und aufhaufen zu können, widrigens es sich auf der Tenne au hoch ansammelt, die Schläge nicht mehr so stark durehgreifen können, und dadurch die Arbeit verlängert wird. Die Bepfostung der Tenne gewährt den wesentlichen Vortheil, dass die Schläge ungemein prellend werden, und dadurch das Ausbringen des Getreides aus den Spelzen sehr befördert wird. Jedoch ist nicht zu zweifeln, dass eine mit guten Thon und Ochsenblut fleissig ausgeschlagene Tenne, nicht gleichfalls gute Dienste leisten würde, wodurch diese Mühse noch um ein Bedeutendes wohl- feiler zu stehen käme. Die Tenne auf der ök. Anstalt ist bepfostet. Nun schreitet man zur Auflegung des Kranzes. Dieser wird aus 7 dicken trockenen Eichenpfosten geschnitten, und jedem Segment eine Länge ge- geben, dass es von je einer Säule auf die vierte reicht. Die einzelnen Seg- mente werden blos über einander geplattet Yig. 4e und /, und mittelst Zapfen- löchern auf die Zapfen der Säule aufgelegt. Der Kranz bekömmt eine Breite von 8/, so dass er zu beiden Seiten um 1½/2% über die Dice des auf ihm herumlau- fenden Stockrades, welches nur% dick ist hervorsteht. Dieser Kranz ist wie gesagt die Bahn, auf welcher das Klotzrad im Kreise herumläuft, und den mit ihm in Verbindung stehenden Haspel in Bewe- gung; und somit die Schlegel in Wirksamkeit versetzt. Er ist nach aussen etwas ab gedacht Jig. 5 c, damit nehmlich die Stockräder, welche nicht vollkommen zylinderisch sind, sondern einen Theil eines Kegels darstellen,(von der Noth- wendigkeit dieser Figur wird später die Rede seyn) einen ungehinderten Lauf auf ihrer Bahn finden, und sie stels in allen Punkten berühren. Da wegen Mapgel an einen hinreichend geräumigen Gebäude auf der öh. Anstalt die Dreschmühle in den engen Raum der Scheuer; welche nur etwas über 4 preit ist, erbaut werden mussteso konnte man zwar den Schlegeln, den Has- peln und den Stockrädern die gehörige Grösse geben, allein der Durchmesser der Tenne, welcher zwisehen 5 bis 6 betragen sollte, beträgt kaum 38. Durch dieses Missverhältniss ist offenbar der Lauf der Stockräder, und für diese die Unterdrehung der Haspeln sehr erschwert. Es ist daber leicht einzusehen, dass wenn der Tennenkranz grösser ist, hiemit die Zirkellinie sich gleichsam mehr in eine gerade Linie neigt, die Umdrehungen der Klotzräder und Haspeln in eben dem Verhältnisse erleichtert und befördert werden. Um allfälligen aus diesem Missverhältnisse entstehenden Uibelständen und Hindernissen vorzubeugen, wurde der Kranz mit einer Zirkelreihe eiserner Nägel, deren Köpfe 1“ breit und zahn- artig sind beschlagen Fig. 4 g, und das Klotzrad mit übereinstimmenden eisernen Triebstöcken versehen Jg. 8. Dadurch bleibt die Bewegung immer gleichförmig, und es kann keine Stochung eintreten. Spätere Versuche haben jedoch gezeigt, dass selbst bei einem so klei- nen Durchmesser des Tennenkranzes diese eisernen Nägel und Triebstöcken nicht 6 5„ unumgänglich nothwendig sind, wodurch die Maschine um ein Bedeutendes wohl. fetler kömmt. Kann man aber der Tenne einen Durchmesser zwischen 5 und 6“ geben, so ist diese Vorkehrung noch entbehrlicher, und wollte man ja die mög- lichste Vollkommenheit und Gleichförmigkeit im Gange erreichen, dann könnte man auf dem Kranze Zähne vom guten Weissbuchenholz, wie man sie an den Mühlrädern macht einsetzen, und bloss die Klotzräder mit eisernen Triebstöchen verseben. 5 5 8 N Man wird sehr wohl thun, den Durchmesser des Tennenkranzes, er sey welcher immer, entweder um ein Paar Zolle zu vergrössern, oder zu ver- kleinern; so dass die Umwälzungen der Klotzräder von einem angenommenen Punkte bis wieder dahin, niekt eine gerade, sondern eine Bruchzahl geben, z. B. 20 1/5 oder 20 ½8 mal herumlaufen. Dadurch bewirkt man, dass die Schle- gel nicht auf dieselbe Stelle der Tenne auffallen können. Um diesen Zweck noch vollständiger zu erreichen, ist es nebstbei auch dienlich, das eine Klotzrad um höchstens einen Viertelzoll im Durchmesser kleiner zu machen, wodureh ein noch grösserer Wechsel in der Wirkung der Schlegel an beiden Haspeln erlangt Wird. Doch darf man das Klotzrad nicht um Vieles verkleinern, weil es sonst zu viel an Kraft zur Umdrehung des Haspels verlieren würde. Wie gross die Stockräder seyn sollen, wird später angegeben werden. Die innere Wandung der Tenne wird mit dünnen biegsamen Sofitbrett- chen ganz verschalt, dass nirgends eine Ritze bleibe, durch welche das Getreide durchspringen könnte. 11g. 4. E. ½. An beliebigen und geeigneten Stellen wird mit der Verschalung zwischen je zwei Säulen ausgesetzt, und die Oeffnung durch ein Thürchen, das blos mittelst hölzernen Kloben fest gehalten, und ganz abge- nommen werden hann, verschlossen. Durch diese Thürchen wird das schon zu sehr im Mittel der Tenne zusammen geschobene Getreide, durch eine aus schon zugerichteten Brettern zusammensetzbare hölzerne Rinne über den Trippelweg in irgend einen verschlagenen Winkel des Dreschgebäudes geschoben, und daselbst bis zur Reinigung aufgewahrt. In Fig. 3. sieht man bei 2 und F usolche Thürchen angebracht. Um den Pferden den Weg anzuweisen, und zu verhindern, dass sie nicht willkührlich vom Trippelwege abweichen können, sondern im stäts gleich- förmigen Gange bleiben, wird noch eine leichte 4“ hohe Barriere aufgestellet, ig,.. l. l. Um das Zuführen der Pferde und das An- und Ausspannen zu erleichtern, sind in dieser Barriere an verschiedenen Stellen öffen- und ver- schliessbare Eingänge, wie z. B. Fig. 5. in m. in. m. n. Der Trippelweg wird, um das Stauben zu vermeiden, nicht mit Sand, sondern mit Lehm beworfen. Die bisher beschriebenen Theile machen die nagelfesten Gegenstände der Dreschmaschine aus. Die fernern sind die Haspeln mit ihren Stochrädern, die eisernen Stangen sammt ihren Zugvorrichtungen, an welchen die Haspeln stecken, und die Drescheln mit ihren Pratzen, welche an den Haspeln befesti- get sind. ö Zu jeder Trommel oder Haspel gehören 5 Scheiben aus 3“ dichen ei- chenen Pfosten geschnitten. Jede Scheibe bekömmt 22% im Durchmesser. Da es jedoch schwer ist 80 breite Pfosten zu bekommen, so können sie auch aus zwei Stücken zusammen getippelt seyn. Ferner sind 8, sechs Fuss lange Leisten für eine Trommel erfoderlich. Sie werden aus denselben Pfosten geschnitten, und bekommen eine Breite von 4 //. An ihren Enden werden sie der Breite — 3 ˙² i „„ 7 nach schwalbenschweifformig eingeschnitten, Fig. 9. a. und in der Mitte ibrer Länge bis auf die Hälfte ihrer Breite eingesägt und ausgestemmt. Zu den Trom- meln muss vorzüglich gesundes und trockenes Holz gewählet werden. 3 Die zwei Scheiben, welche die Enden der Trommel bilden sollen, be- kommen 8, in gleichen Abständen am Umkreise, mit den schwalbensehweifförmi- en Enden der Leisten übereinstimmende 4 1/2“ tiefe Ausschnitte, die mittlere Scheibe aber bloss senkrechte, und nur 80 tiefe, dass die im Mittel gleichfalls ausgeschnittenen Leisten sich ganz versenken könne. Man sehe Fig. b, 9 und 10. Die 3 müssen, wenn sie aushalten sollen, besonders fleissig gearbeitet seyn. Damit die einzelnen Leisten nicht zurück weichen können, wird über jede Scheibe ein starker eiserner Reifen gezogen. Fig. 10 4 4 4. 5. gede Scheibe wird ferner nach ihrer ganzen Dicke mit einer starken eisernen Buchse versehen. Fig. 6 4. Jede Scheibe behömmt auch noch 4 viereckige Löcher, deren Grösse und Abstand vom Mittelpunkte die sechste Eigur in 5% zeigt, und welche durch alle Scheiben auf einander fallen müssen. Durch diese werden eben so viele aus Eichenholz gehobelte Stakettenstangen durchgetrieben, und mit eisernen Nägeln und hölzernen Keilen befestiget. Die Stakettenstangen sind um 15% länger als die Trommel ig. 10 b, und ausserdem gibt mau noch einige Zolle zu, so dass zie an einem Ende der Trommel um ein Paar Zolle vorstéhen, und an ihrem entgegengesetzten Ende in das Klotzrad eingesetz werden können. Ig. 10 c. Die Klotzräder werden aus einem gesunden und trockenen Eichenstamm über Hirn geschniuen. Sie bekommen 70 Dicke. Sie bilden jedoch kein voll- kommenes Rad, sondern einen Kegelabschnitt. Der grösste Umkreis muss 18/ im Durchmesser haben. Den kleineren Durchmesser für den entgegengesetzten Um- kreis findet man, wenn man den Halbmesser der Tenne bis an den äusseren Rand den Tennenkhranzes in einem Abstande von 18/ zweimal aufträgt, Wo sodann die Convergenz der Halbmesser an der inneren Kante des Tennenkranzes gemessen, den Durchmesser für den kleinern Umkreis des Klotzrades angegeben wird. Diese Figur der Klotzräder ist desshalb nothwendig, weil ein Zylinder auf einer Ebene stets nur in einer geraden Linie fortzurollen sich bestrebt, und nur mit Mühe und bedeutender Reibung auf einer Kreisbahn bewegt werden kann. Allein selbst die Kegelfigur muss sich, wie schon angegeben wurde, wenn die möglichste Leichtigkeit der Bewegung erreicht werden soll nach dem Halb- messer der Kreisbahn richten. An den beiden Seiten im Mittelpunkte werden die Klotzräder gleich- falls mit eisernen Buchsen, welche eben so stark unde so gross sind als jene in den Scheiben der Haspeln versehen, und bekommen gleichfalls an der Seite des kleineren Durchmessers vier übereinstimmende viereckige, einige Zoll tief ausge- stemmte Löcher, in welche die schon bewussten Stakeltenstangen eingesetzt wer- den, um sie somit mit den Haspeln zu verbinden. Man sehe Jg. 7 und 8. 5 An den beiden Umkreisen werden die Stockräder mit starken eisernen Reifen beschlagen, damit sie nicht zerklüflen. Diese Reifen müssen aber ein- gelessen seyn, damit sie nicht über das Klotzrad vorstehen, und das vollkommene Aufliegen auf den Tennenkranz hindern. Die achte Figur zeigt ein solches Klotzrad, welches wie jene auf der ök. Anstalt, rund um mit einer Nuth und eisernen Triebstöchen versehen ist, damit 8 die auf dem Tennenkranze eingeschlagenen Nägel breiten Köpfen einsenken können. 25 Doch ist wie schon oben erinnert, diese Vorrichtung besonders bei einem grossen Tennendurchmesser nichts weniger als nothwendig. Vg. 10 bei d. Stellt ein ganz glattes, und blos mit eisernen Reifen beschla agenes Klotzrad dar. An den Haspeln ist noch die Eintheilung für die auzuheftenden Pratz en, und daran zu befestigenden Schlegel zu bemerken. Jeder Haspel bekömmt 8 Pratzen. Diese Eintheilung muss an jedem Haspel dergestalt geschehen, dass ein Schlegel den andern mieht beirre, dass ihre Last möglichst gleichförmig auf der Länge des Haspels vertheilt sey, und dass ihrer nicht Zwei zugleich schlagen. Es kömmt nehmlich auf jede Leiste nur eine Pratze„ und sämmtliche sind 80 ver- setzt, dass in gleichen Abständen alle geraden Numern der Pratzen in die eine, die ungeraden aber in die andere Hälfte des Haspels fallen. Man sehe Hg. 10. No,% 2 5 l u. 8. W. Dieselbe Eintheilung befolgt man auch am zweiten man sie von der linken Seite um zwei Zoll entfernter an, beiden Haspeln sich in ihren Sehlägen nicht decken. a Um den Pratzen mehr Festigkeit zu geben, werden die Leisten an den entsprechenden Stellen etwas eingelassen, wie in Fig. 10 bei Nro. 2 und 3 2u sehen ist. i „sich mit ihrem zahnartigen, 1/ Haspel, nur fängt damit nehmlieh die Die Pratzen werden aus gesunden, jungen und trockenen Eichen- oder Weissbuchenhelze gearbeitet, die fte Figur zeigt eine Pratze von vorne, und die ate von der Seite. Sie sind 1“ lang, 6/ breit, und 4 1/2“/ dick. Mittelst des Ausschnittes 3. werden sie auf die eingelassenen Stellen der Leisten am Ha- spel aufgesetzt, und dureh ein Bohrloch mittelst einer eisernen Schraube 6. fest angeschraubt. Der Ausschnitt c. dient zur Aufnahme des Schlegels. Er geht nieht senkrecht durch die Dicke der Pratze, sondern schief, so dass er nach rückwärts um einen guten Zoll tiefer ist. Fig. 12. d. und Fig. 18. a. Dadurch kann sick der Schlegel vollkommen zurücklegen, und während seiner Unthätigkeit auf der hinter ihm befindlichen Leiste aufruhen, ohne seine Pratze zu sehr zu belästi- en. Dieser Ausschnitt ist auf zwei Drittheil seiner Tiefe mit einem eisernen Nagel Fig. 11 e. versehen. Er hat an der einen Seite einen runden Kopf, an der andern Seite befindet sich ein, an die Pratze angenageltes eisenblechernes Unterlagblättehen, und eine dureh den Nagel gezogene eiserne Schliesse, 2 Zur grössern Dauerhaftigkeit können diese Löcher auch ausgebuchst, Fig. 12 g. und die Pratzen mit eisernen, Schleifen umgeben werden. ig. 11 und 12.½, N. Die kostspieligsten Theile an dieser Dreschmühblfe sind die eisernen Stangen, welehe aus guten Sehmiedeeisen, und 50 dick gearbeitet seyn mitssen, dass sie sich durch die Last und Erschütterung der Trommel nicht biegen. Bei einem Durchmesser der Penne von 50 muss eine solche Stange an jenem Theile, woran der Haspel steckt, 2/ im Durchmesser haben. Wegen Mangel an Raum ist eine solche Stange in 3 Theile gebrochen Fig. 13. dargestellt. Mit ihrer gan- zen Länge muss sie vom Mittelpunkte der Tenne, bis beiläufig um 4% über die Miue des Trippelweges reichen, wie dieses aus der dritten Figur ersichtlich ist. N Von 4 bis 5 Fig. 15. ist die Stange gleich diek. In à ist sie mit ei- nem Ansatze versehen, damit der Haspel nicht welchen könne, von da aus wird sie dicker, und endet in e in eine 2 1/4, dicke platte Figur, in welcher sich ein Loch befindet, um sie auf den Nagel des Zentrumsklotzes auflegen zu können Bei b hesindet sich eine angesteckte Stossscheibe, und vor dieser 218 längliches Loch, um die Schliesse Fg. 15, durchstecken zu können. 80 Von h aus verjüngt sich die Stange unmerklich. An ihrem Ende ist sie verjüngt viereckig, um die Zug vorrichtung Eig. 1 aufstecken zu können. Ihr zusserstes Ende d ist in eine Schraube geschnitten, auf welche eine Mutter auf- geschraubt wird. * Die Zugvorrichtuug Fig. 14 besteht aus einem 4, langen, und hinrei- 5 chend dicken Stück einer Eisenschine. Sie hat ein viereckiges verjüngtes Auf- steckloch, und einen gedrehten Hacken um das Trittel einhängen zu können. Da die eisernen Stangen mit dem Boden der Tenne parallel liegen müssen, und die auf den Nagel des Mittelhlozes über die erste aufgelegte zweite eiserne Stange daselbst höher wäre, so muss sie, um die wagrechte Lage zu be- kommen, zwischen a und e etwas nach abwärts gestaucht werden. Dasselbe gilt, wenn man einen dritten oder wohl gar einen vierten Haspel anbringen wollte, widrigens sich die Haspeln immer nach dem niedrigeren Punkte, nehmlich nach dem Tennenkranz zu drängen würden, wodurch der gleichförmige und leichte Gang verhindert würde. s Zur Ersparung an Kosten wäre es vielleicht wohl auch möglich, nur den Theil der Stange vom Ansatze bis an das Ende der Zugvorrichtung aus Ei- sen zu machen, und den übrigen Theil aus Holz zu verfertigen; allein die Schwie- rigkeit einer möglichen festen und dauerhaften Verbindung dürfte das Mehr der Kosten für eine ganz eiserne Stange nicht aufwiegen. N Die Stangen ganz aus Holz zu machen, scheint durchaus unthunlich zu seyn, denn diese müssten, um sic gen, zu dick seyn, als dass nicht eine, den Gang ausserordentlich erschwerende, und sehr hemmende Reibung entstünde. Die Schlegeln oder Drescheln werden aus guten trockenen, und in der erforderlichen Biegung krumm gewachsenen Birken- oder Weissbuchenholz gear- beitet. Aus Buchenholz macht man sie wegen der grössern spezisischen Schwere desselben verhältnissmässig dünner. Die Birkenholzschlegel auf der ök. Anstalt wiegen jeder ohne Beschläge zwischen 7 ½ und 8 Wien. Pfund. Jeder Schle- el, der aus zu wenig krumm gewachsenen Holz gehauen wird, wo sodann die Holzfibern an einer oder der andern Stelle über die Querre laufen, taugt nichts, denn er hält die Gewalt der Schläge nicht aus, und bricht sehr bald. Auch das zu Schlittenkufen verwendbare Holz, welches gewöhnlich der untere Theil des Stammes und der Auslauf der Wurzeln ist, kann verwendet werden. Junges Holz aber kiezu über Feuer zu biegen, welehe Methode man in einigen Gegen- den anwendet, um aus einem Stücke bestehende Radfelgen daraus zu arbeiten, geht zur Verfertigung der Dreschflegeln nicht an, weil, das Holz mag noch so lange im Zwinger gehalten werden, und noch so trocken geworden seyn, sieh durch die Stärke der Schläge albnählig wieder gerade biegt, wodurch der Schlegel den entsprechenden Schlag verliert. Stehen Forsten zu Gebothe, 80 ist es sehr leicht, junge Bäume mittelst eines Baststrickes, und eines in die Erde befestigten Pflock es zu spannen, und im Verlaufe von zwei Sommern beliebig krumm 2u ziehen, uin h bei der erforderlichen Länge nicht zu bie- tend äussern kann, während die Wurfkraft 10 n sich einen gewünschten Verrath an brauchbaren Schlegeln zu verschaffen. Da die Lehranstalt bei Erbauung der Dreschmühle nur wenige natürlich genau gekrümmte Stämme erhalten konnte, wurden daher die meisten der erforderlichen Schlegel aus zwei Theilen, nehmlich einer grössern Radfelge, und einem geraden Stück Holz zusammengesetzt. Auch diese sind sehr dauerhaft, und leisten vollkommen gute Dienste. 82 5 9 8 5 5 i 5 Die erfoderliche Krümmung bei der bestimmten Länge der Schlegel Fig. 16 von a bis b mit 4/ findet man, wenn eine Pratze der Trommel nach ab- wärts 80 gestellt wird, dass sie durch einen angehaltenen Stab verlängert mit dem Boden der Tenne einen Winkel von beiläufig 45 Graden bildet. Der in die 80 gestellte Pratze befestigte Schlegel wird dann die richtige Biegung haben, wenn der Theil von e bis d, welcher 18“ lang ist, die Tenne in seiner ganzen Länge berührt. 1 i Am Anheftungsende Fig. 16 und 17 ist der Schlegel dünner, aber breit, um ihm daselbst mehr Stärke und Dauer zu geben, und um ihn durch das Bohrloch nicht zu sehr zu schwächen. Gegen die Mitte e ist er um vieles dün- ner, aber am Schlagende von e bis d in seinem ganzen Umfange doppelt so dick als in der Mitte. Sein äusserstes Ende 5, d bildet einen nach aufwärts gerich- teten Wulst, um das Zerklüften mehr zu hindern, und ihm mehr Gewalt zum schlagen zu geben. Diese Dimensionen sind für die gute Wirkung der Schlegel wesentlich, und zwar desshalb, weil sie dureh die grössere Schwere am Schlagende auf der hinter ihnen befindlichen Leiste länger in Ruhe bleiben, und hiedurch nicht 80 leicht der Centrifugalkraft folgen, welche die Kraft des Schlages vermindert, son- dern sich dann erst erheben, wenn die Pratzen, in denen sie beweglich ange- macht sind, durch die Umdrehung des Haspels jene Neigung gegen den Boden erreicht haben, in der sich die Wirkung der Centrifugalkraft nur mehr unbedeu- gegen den Boden schon die grösste Wirksamkeit erlangt hat. Der untere Theil des Schlagendes, welcher auf die Tenne aufschlägt, ist zu einer rundlichen Schneide zugehauen, dadurch werden nehmlich die Schlä- ge zum Ausdrusche noch wirksamer. Aus der 17ten Figur wird das Gesagte er- sichtlich, 8 a Zur längern Dauer, damit die Schlegeln nicht so leicht zerreissen, sind sie oben mit einer eisernen Schinenkappe, welche durchgeniethet ist, und an ihren Enden etwas nach den Seiten greift versehen, und das Bohrloch deshalb auch mit einer Buchse ausgefüttert. Fig. 16 und 17. N 5 Auf Verlangen mehrerer geehrter Besucher, um die Dreschmühle in Augenschein zu nehmen, wurden gebrochene Drescheln von derselben Schwere, deren zwei Theile wie bei den Handdrescheln verbunden waren versucht; allein es zeigte sich dass sie der Centrifugalkraft zu sehr folgen, sich daher grössten- theils in der Luft befinden, und kaum mit einer halb so starken Wirkung auf die Tenne aufschlagen. Einige Zolle unter dem Bohrloche sind lichen, weiten viereckigen Ringe versehen. einen Nagel befestiget. Fig 10, f In den leer bleibenden Raum des Ringes wird ein starker Keil g, von Weissbuchenholz, man könnte ihn vielleicht die Pe- dex nennen eingetrieben, und bei u mit einem Nagel an den Schlegel angenagelt. die Schlegel mit einem läng- Dieser ist von beiden Seiten durch 3 —— 11 Diese Feder verhindert, dass der Schlegel nicht zufällig früher über- fliege, gegen die Tenne falle, und sich auf selber spiesse, wo dann nothwendi- ger Weise durch diese Stemmung die Frommel in ihrer Bewegung aufgehalten, und sehr leicht an ihr etwas zerreissen würde. Man betrachte Fig. 18. Uebri- gens ist es wohl sehr leicht, falls die Anbringung dieser Federn nicht beliebig wäre, denselben Zweck durch eine andere einfache Vorrichtung zu erreichen, z. B. durch eine eiserne Halbschleife am untern Ende der Pratze u. d. gl. In dieser Art sind sie auf dem Institute angefertigt. g Die 181e Figur stellt einen in die Pratze gesetzten, aus zwei Theilen zusammen gefügten Schlegel dar. Die Radfelge ist bei b viereckig ausgestemmt; und mit einem eisernen Ringe umgeben. Das gerade Stück ist daselbst fest ein- getrieben, und dureh einen Nagel befestiget. Das Anmachen der Schlegel in die Pratzen geschieht durch einen ei- sernen Nagel Fig. 17. An der einen Seite hat er einen runden Kopf, an der andern wird ein Unterlagsblech aufgesteckt, und an die Seite der Pratze ange- nagelt; durch die daselbst vorhandene Oeffnung im Nagel wird eine Schliesse durchgesteckt. Weder ganze Ochsenzimer, noch trockene, die zu Fäden geschlagen und zu Stricken gedreht wurden, weder rohes Eeder, noch aus frischem Hasel- holz geschnittene Nägel hielten die Gewalt der Schlegel aus. Alle diese wurden theils zu Fasern zerrieben, theils durch die zunehmende Erhitzung der heftigen Bewegung gleichsam abgebrannt. g Dass man übrigens alle beweglichen Theile der Maschine, besonders des beim Dreschen entstehenden Staubes wegen, zeitweise schmieren müsse, bedarf wohl keiner Erinnerung. Eine Mischung aus sehr fein gestossenen Reissblei mit Schweinfett und etwas wenigen Baumöl leistet sehr gute Dienste, doch kann auch jede andere Schmiere hiezu verwendet werden. Die Behandlung dieser Dreschmühle ist einfach und Runstlos. Die Garben werden in zwei Zir- Relreihen angelegt, so dass die eine mit den Sturzenden hart an die Wand der Tenne stosst, die zweite aber mit den Sturzenden gegen die Mitte der Tenne sieht, und somit die Aekren beider Reihen mitten in den Zirkel, den sie bilden, zu liegen kommen. Man hat biebei nicht zu besorgen, dass die Schlegel nicht überall hinwirken werden. Die einzelnen Garben werden nach ihrer Grösse, je eine von der andern so weit angelegt, dass wenn sie aufgebunden und auseinan- der gebreitet werden, was sogleich nach dem Anlegen geschieht, die Tenne gleichförmig einen halben Fuss hoch bedeckt sey. Viel höher soll man das Ge- treide nioht auflegen, besonders nicht, wenn sich schon Dreschgut(Spreue und edroschene Körner) auf der Tenne befinden, weil sonst die Schlegel nicht ge- körig durchgreifen, und die Arbeit unnützerweise verlängert wird. Bei einem Tennendurchmesser von 5% dürften 1 Bis 1/ Schock mittelgrosser Gerben auf- gelegt werden können. Auf der 6k. Anstalt, wo die Tenne zu Beschränkt ist, nur 3“ im Durchmesser Hat, und die Garben gross sind, wurden ihrer nur zwischen 2 bis 30 aufgelegt. Die 19te Figur stellt die in der Arbeit begriffene Dreschmülle vor. Hat sie nur zwei Haspeln, 30 bedarf sie nur zwei Pferde und zwei Menschen zu. B 2 —*** 3. 2 8 9. N e 2 2 3 3— 8 5 8 rr r— erer—— 1 0 4 5 * N 1 ihrer Bedienung. Der eine Arbeiter befindet sich auf der Tenne, und ist damit„ beschäftiget, das sich allfällig verschiebende Getreide mit einer Forke wieder in die gehörige Lage unter die Trommeln zu bringen; der audere hält die Pferde im gleichfôrmigen Schritte. 8 3. ü 5 Ist die Anlage auf der einen Seite ausgedroschen, was nach Beschaffen heit des Getreides durch einen 6 bis 10 maligen Umgang bewirkt wird, so wird das Zugvieh angehalten, beide Arbeiter wenden mit den Händen das Getreide, und legen es in derselben Richtung, in der es sich vorher befand. Man lässt sodann die Pferde um einige Schritte weiter gehen, um auch das unter den Ha- speln befindliche Getreide wenden zu können. Hierauf beginnt die Arbeit vom Neuen durch einen abermaligen Drusch von 6 bis 10 Umgüngen. Will man lan- ges oder Richtstroh haben, so geschieht das Wenden, Umlegen und Ausbeuteln auch zum Sten und zum Aten mal mit den Händen. Will man aber blosses Ritt- stroh, welches durch die Lindigkeit, die es bekömmt, zur Streue und zum Füt⸗ tern sehr dienlich ist, dann geschieht das öte und ate Wenden, Lüften und Rüt- teln, ohne dass die Maschine still steht, von dem auf der Tenne befindlichen Ar- beiter mit der Forke, indem er der zweiten Trommel immer nachgeht, und die- se Arbeit verrichtet, wobei er sich aber zu beeilen hat, weil ihm sonst die erste Trommel auf den Rücken kömmt, und mit Schlägen bedienen würde. Die bei- 8 den Arbeiter wechseln in diesem Geschäfte. Ist alles rein ausgedroschen, so wird f das Stroh ausgerüttelt, hinweggeshafft, und die Arbeit beginnt von vorne. Nach einem drei- bis viermaligen Abdrusch wird es nöthig, das schon zu hoch angehäufte Dreschgut vom Umkreise der Tenne zu entfernen, um die Wirkung der Schläge nicht zu sehr zu vermindern. Man schiebt es daher einst- weilen in die Mitte der Tenne, und häuft es um den Mittelklotz in einen Hau- fen, um es Abends durch die in der Tennenwand befindlichen Thürchen, mit- telst einer aus Brettern zusammenstellbaren Rinne, an einen gelegenen Ort der Scheuer schieben und aufbewahren zu können. 5 Die Schnelligkeit der Maschine ist nach dem natürlichen Schritt mittel- f grosser Pferde berechnet, und sie dürfen nicht über diesen Schritt angetrieben 8 werden, weil sonst die Schlegel zu sehr der Centrifugalkraft folgen, und weni- ger kräftig schlagen. Gehen hingegen die Pferde gar zu träge, dann ist die Wurfkraft der Haspeln zu wenig thätig, und die Schlegeln wirken fast nur durch ihre Fallkraft allein, wodureh der Schlag zu leicht ausfällt. Schon durch das blosse Gehör lässt sich beurtheilen, ob die Pferde den gehörigen Schritt halten. Gut abgerichtete Pferde bedürfen keines Führers, weil sie durch blosses Zu- rufen gelenkt, angetrieben und zum Stehen gebracht werden können. Die Abrichtung der Pferde ist jedoch bei dieser Dreschmühle etwas schwieriger, und muss mit aller Gelassenheit geschehen. Die auf dem ök. Insti- tute befindlichen Ackerpferde wollten anfangs in dieser Dreschmühle durchaus nicht gehen, denn sie wurden sowohl durch das grosse Gepolter der 16 Schle- gel, als dadurch, dass diese sich unmittelbar hinter ihnen in die Luft erheben, und gleichsam zu schlagen drohen, scheu gemacht. N Die Pferde wurden daher vor allem mit Scheublenden versehen, und mit dem Geschirre angethan, jedoch unangespannt, eines hinter dem andern, von zwei Knechten durch ein Paar Tage eine halbe Stunde auf dem Trippelweg herumgeführt. Sie mussten sodann den ganzen Tag daselbst zubringen, bekamen 5 daselbst auch ihr Mittagsfutter, und wurden erst Abends wieder in den Stall ge- 8 2 1 1 1 5— 8 r 4 N 5 0 1 1 3 5 1 5 5 1 5 13 führt. Die folgenden Paar Tage wurden sie zwar angespannt, und eben 80 herumgeführt, allein sämmtliche Schlegel waren an den Haspeln festgebunden. Die ferneren Tage wurde dasselbe wiederhollt, etwas Stroh auf die Tenne ge- streut, und Anfangs an jedem Haspel nur ein Schlegel losgelassen; bei aberma- liger Wiederholung der Lektion 4, 6, 8. u. s. w. 80 dass die Pferde in 6 Tagen vollkommen abgerichtet waren. 0 8 f Die Anspannung ist die gewöhnliche, jedoch muss des Trittel viel brei- ter seyn als an einem Wagen, weil die Pferde sonst bei der stets hreisenden Be- wegung, die sie machen müssen, durch die Stränge an den Seiten zu stark ge- rieben und eingeschnitten werden. Uebrigens ist es gut die Pferde etwas kürzer als an die Wägen anzuspannen. g Bei mittelgrossen Pferden wird, vermöge der angegebenen Höhe des Tennenrandes und des Stochrades, die Zuglinie von der Brust gegen den An- spannungspunkt um ein Paar Zolle nach aufwärts steigen, wodurch allerdings von der Zugkraft etwas verloren geht; allein dieses ist von gar keiner Bedeutung, da die Last weit unter der Kraft des Pferdes ist, und höchstens ein Sechstheil der- selben in Anspruch nimmt, indem ein Mensch ohne besondere Anstrengung eine Trommel in Bewegung setzen kann. Im Gegentheile ist diese Richtung der Zug- Iinie sogar beabsichtiget, um das Stockrad mehr auf den Kranz zu drücken, und seine Umwälzung und die Mitbewegung der Trommel dadurch zu befördern. Das vodere Pferd ist mit einem Leitseile versehen, damit es der Füh- rer in jedem Augenblicke still halten könne. Damit das zweite, und falls eine zte und Ate Trommel angebracht ist, die folgenden Pferde immer in gleicher Di- stanz von einander bleiben, und die Schlegeln nicht in einander schlagen, sind sie durch hinreichend lange, leichte Stangen von einander getrennt, so dass das eine Ende mittelst eines etwas hängenden Strickes an der Trense des einen Pfer- des, das andere aber an der Eisenstange seines Vorpferdes angebunden ist. Man betrachte die 19te Figur. f 5 Den Pferden die Augen gänzlich zu verbinden, um das Schwövindlichwerden zu verhüten, halte ich für ganz überflüssig; erstens weil Ackergferde, die man zu höchst mannigfaltigen Arbeiten verwendet, dadurch leicht verdorben werden könnten, und man dadurch die Thiere überhaupt zu sehr beüngstiget; zweitens weil, wenn die Tenne 5% im Durchmesser hat, und auch der Trippelweg wenig- stens 5/ breit ist, wodurch den Pferden eine ungezwungenere Bewegung möglich wird, man den Schwindel nicht zu befürchten hat. Obgleich die Tenne auf dem ök. Institute nur 3 im Durchmesser, und der Trippelweg nur 4½“ Breite hat, gingen dieselben Pferde mit blossen Scheublenden durch mehrere Wochen tag täglich ohne allen Nachtheil in der Dreschmühle. 3 Da die erforderliche Bewegung der Pferde nur in ihrem natürlichen Schritte besteht, und die Last gar nicht bedeutend ist, ja ein Pferd auch 2 Trom- meln bewegen könnte, und da sie ferner bei jedesmaligen Auflegen und Abräu- men der Tenne still stehen und ausruhen, darf man nicht besorgen, dass sie zu sehr angestrengt werden, oder wohl gar in Schweiss gerathen. Befürchtet man aber, besonders bei nicht hinreichenden Luftzug im Dresch- schoppen, dass der Getreidestaub, vorzüglich wenn Pferde nicht rein geputzt werden, Hautkrankheiten erzeugen könnte, so überhänge man sie über. den Leib und Hals mit einer Decke von grober Leinwand. Auch wird es sehr dienlich 14 seyn, um das Einathmen des Staubes zu verhüten, der die Lunge angreifen könn- te, ihnen die Nase in ein, aus schütterer Leinwand gemachtes Säckchen zu stechen. Dass statt der Pferde auch Ochsen verwendet werden können, ist wohl nicht zu bezweifeln, nur müssen es noch jüngere und lebhaftere Thiere seyn, die einen noch raschen, jenem der Pferde gleichkkommenden Schritt haben. Neun jährige und noch ältere Ochsen sind schon nicht mehr tauglich, sie bewegen sich zu langsam, und folgen dem Rufe und der Peitsche zu wenig. Zu diesem Zwecke können aber die Ochsen nicht wie gewöhnlich an das Joch gespannt werden, weil die Erschütterung, welche die Frommel der Eisenstange mittheilt, sich auf das Jochbein, mit welchem die Ochsen ziehen, fortpflanzt, und sie zu sehr belästigen, ja auch leicht wund reiben Könnte. Dess- falls müssen sie wie die Pferde mit leichten, aus Leinwand verfertigten Komme ten angethan werden. Auch mit Ochsen wurden auf der öh. Anstalt Versuche an- gestellt, welche sehr befriedigend ausfielen. Somit dürfte auch bezüglich der An- spannung kein Hinderniss obwalten. Die Wir Ks am keit: dieser Dreschmühle ergibt sich theils in theoretischer Beziehung durch Bereck- unng, theils praktisch durch den Erfolg in der Anwendung. 5 . Nimmt man den Halbmesser des Tennenkranzes zu 2 1/2 an, welche 15/ oder 180/ machen; 80 beträgt der Umkreis das Sechsfache, nehmlich 2080% Da nun das Stockrad 9% im Halbmesser misst, ist folglich sein Umkreis 54. Nun ist aber 54 in 1060, zomal enthalten; es wird siek also das Stockrad sammt dem Haspel, wenn das Zugvieh 2 Umgang zurückgelegt kat, zomal auf dem Ten- nenkranze rollend um seine Achse gedreht haben. Da an einer Trommel 8 Schle- gel befindlich sind, so werden dadurch 8 malt 20 oder 160, bei zwei Tromneln 320, bei drei 480, und bei vier Trommeln 640 Schläge geschehen. 5 Nimmt man ferner den Halbmesser bis zur Mitte des Trippelweges zu 20 6 ½“ oder zu 17 1½“ an, dann beträgt der Umkreis, den das Pferd zu gehen hat, 105/ oder 1260% Setzt man nun einen Pferdschritt auf 15 Länge, so wird es bei einmaligen Herumgehen, da 15 in 1260, 84 mal enthalten ist„ eben 80 viele Schritte gemacht haben. Rechnet man 1 ½ Schritt auf 1 Sekunde, und dieses ist die grösste Geschwindigkeit, mit der sieh das Pferd in der Dreschmühle He wegen darf, 30 Rommen auf 1 Minute 60 mal 1 ½ oder 90 Schritte, und man Kann also als mitt- lere Geschwindigkeit annehmen, dass es obig ausgerechnete 84 Schritte, oder den Uinbreis im Trippelwege in 1 Minute 1 mal zurücklegen wird. ä Es wird demnach: 1 Trommel mit 8 Schlegeln in 2 Minute 160 u. in ro M. 1600 Schläge ausübem. * enen 0 d 50„3289 S n de n 4800 ö 0 ˙ 1 bc i 6400 Angenommen ein rüstiger Handdreseker übe in 1 Minute, wobei er sich gewaltig anstrengen muss 40 Schläge aus, und es werden demnach 4 Dre * scher erfodert, um in derselben Zeit 160, also eben so viele Schläge auszuüben, als eine Trom- mel an der Maschine. Auf 2 Trommeln entfallen daher 8, auf deren 5, 12, und auf 4 Trom- meln 10 Drescher. 5 n Dieses in der Voraussetzung, dass die Handdrescher 30 gut in der Arbeit aushalten als die Maschine, und ihre Schläge alle 30 wirksam ausfallen als jene der Trommeln. b Diese Berechnung stimmt mit der Ausübung auch zimlich überein. Es ist bekannt, dass ein fleissiger Drescher von kleinen Gebünden an Sommergetreide täglich 5 bis höchstens 11% Schock, vom Wintergetreide aber nur höchstens 1 Schock ausdreschen könne;(ob vollkommen rein ist eine andere Frage) von grössern Gebünden aber nur 35 oder 2 der angegebenen Zahl, und dass weniger fleissige Arbeiter, oft noch den halben Vormittag des nächsten Tages damit zu thun haben. e Da nun bei einer Maschine, welche mit 2 Trommeln arbeitet, die Anlage mit 50 Um- güngen rein ausgedroschen ist, 30 werden hiezu nach obiger Berechnung 50 Minuten erfodert, in welcher Zeit, 00 Schläge geschehen. Rechnet man die Zeit des Auflegens und Abräumens der Ten e, so wie die Zeit des Wendens nach je 10 Umgäugen zusammen pr. 15 Minuten dazu, und nimmt man ferner an, dass die Tenne 50 im Durchmesser habe, 80 dass füglich auf einmal 11 Schock aufgelegt werden könne, 30 drischt die Maschine mit 2 Trommeln in je 3 Stunden 11% Schock, und den Tag nur zu 8 Stunden gerechnet, wenigstens 10 Schock. Dabei braucht sie zu ihrer Bedienung nur 2 Menschen und 2 Pferde, und leistet daher so viel als 8 bis 10 recht fleis- sige Drescher nur mit Mühe leisten können. 5 5 a In der Dreschmühle auf der ök. Anstalt wurden im Durchschnitte täglich zwischen 5 und 6 Schok gedroschen, wobei nur die beiden Wirthschaftsknechte des einen Meyerhofes ver- wendet wurden. Nebst diesen hätten daher, um eben so viel zu dreschen noch 4 Tagwerker oder Handdrescher à 15 kr. oder zusammen 1 fl. M. M. gehalten werden müssen. Bringt man die Erhaltungskosten der 2 Wirtshchastspferde, welche dabei verwendet wurden, beiläufig so, wie sie der Wirtschaft zu stehen kommen, mit täglichen 20 Kr. M. M. in Abschlag, so entfällt für die Wirth schaft, nebst einem reineren Abdrusch, der tägliche nicht unbedeutende Gewinn von 40 kr. Silbergeld. Die Ursachen, warum auf der 6k. Anstalt täglich nur beiläufig 6 Schock, und nicht wie früher berechnet, 10 Schock gedroschen wurden, liegen darin: 5 1. Begann diese Arbeit immer erst nach 8 Uhr Morgens, weil die Knechte früher an- dere Haus- und Hofarbeiten zu verrichten hatten; weil, da mit den Pferden gar nicht gewechselt, und ihnen auch zu ihrem geschmälerten Winterfuiter nichts zugelegt wurde, man ihnen 2, auch 2 1. Stunde Mittagsruhe vergönnte. Weil ferner das Dreschen nur bis 5 Uhr Abende forigesetzt Wur- de, um die Knechte wieder zu andern Arbeiten verwenden zu können. Es entfällt daher auf 1 Ar- beitsstunde beiläufig 1 Schock. i f 2. Sind die Garben sehr gross gewesen, so dass bei dem so sehr beschränkten Raum der Dreschtenne, die nur 30 Durchmesser hat, nur 2 bis 30 Garben aufgelegt werden konnten, wodurch die oft wiederhollte Arbeit des Auflegens und Abräumens viel Zeit wegnahm. Zudem muss- ten die Garben während des Dreschens wegen Mangel an Raum in der Scheuer aus den Feimen vom Felde, oder aus den Nebengebäuden durch die Knechte zugetragen werden. 3. Bei dem kleinen Umkreise, den der Trippelweg bildet, war den Pferden das Herum- gehen sehr mühsam, daher man sie nicht so scharf antreiben konnte. A. Endlich beeilte man sich auch aus dem Grunde weniger mit dem Drusche, um ihn längere Zeit bis zu einer bessern Witterung hinaus zu ziehen, und der Bestimmung dieser Anstalt ge- mäss den Besuchern Gelegenheit zu geben, die Maschine in ihrer Wirksamkeit in Augenschein neh- men zu können. 5 Es wurde auf der 6k. Anstalt mit dieser Dreschmühle die gesammte Erndte des Ideineren Meyerhofes, welche aus Gerste, Heidekorn, Rocken und Weitzen bestand, gedroschen. Ungeach- tet der kräftigen Schläge, die sie ausübt, wurden gar keine Saamen zerschlagen, ja selbst die be- reits ausgedroschene Gerste wurde, von allem Stroh befreit, um die Grauen zu entfernen, ohne al- len Nachtheil scharf überdroschen. Geschieht das Wenden der Auflagen bloss mit den Händen und nicht mit der Forke, 80 erhält man eben s0 wie beim Handdrusche schönes Richtstroh. Uebrigens tritt der nehmliche Umstand wie beim Handdrusche ein, dass sich die Sommerfrüchte leichter als die Winterfrüchte dreschen, und dass die Arbeit beim Frostwetter leichter als bei feuchter Witterung vor sich geh'. Jede Auflage von Gerste wurde in 11 bis 14 Minuten, vom Heidekorn, welches sehr mit Gras durchwachsen war, in 12 bis 15 Minuten, vom Winterweitzen und Winterrocken in 15 bis 18 Minuten vollkommen rein ausgedroschen. Hafer zu dreschen wurde nicht versucht. Es gibt auch noch manche Umstände und Vorkehrungen, welche die Wirksamkeit der Maschine um viel vermehren können, wie z. B. 5 oder 4 angebrachte Haspeln, welche gleichzeitig wirken, und für grosse Höfe zwei oder mehrere solche Dreschmühlen, um den Drusch möglichab früh zu beenden. Wenn man ferner noch einen Arbeiter zugibt, der die Garben vorrichtet, und 1 * das hinausgeschaffte Stroh weiter bringt; wenn man mit den Pferden, um sie nicht zu stark anzu- strengen, allenfalls jeden dritten Tag wechselt, besonders wenn vom frühen Morgen bis spät Abends gedroschen werden soll. Wenn sich die Scheuer unmittelbar am Dreschschroppen befindet, um mit dem Zu- und Abtragen keine Zeit zu versäumen; wenn allenfalls unter der Mitte der Dreschtenne ein ausgezimmertes Loch und Kanal angebracht wäre, um das Stroh und Dreschgut alsogleich hinein schieben zu können, damit es andere Arbeiter entfernen, und die Maschine nicht längere Zeit still stehen müsse u. d. gl.. f a 4 5 f Die Kosten zur Erbauung einer solchen Dreschmühlle sind gar nicht bedeutend, und werden sicher allerorts noch geringer entfallen, als diess auf der 6k. Austalt der Fall war, Iu dieser Beziehung ist zu erwägen, dass die daselbst erbaute, die Erstlingsmaschine ist; dass alles hiezu erfoderliche Holz aus der zwei- ten Hand, nehmlich vom Juden erkauft wurde; dass alle Arbeit am Iolze und an den Kiscutlieilen nach dem Lemberger Stadtpreis hezalilt werden musste; und dass endlich, was in theoretischer Hinsiclit wohl nicht leicht voraus zu selien war, die Maschine in einzelnen Theilen abgeändert werden musste. Ohne die Kosten der Abänderungen in Anschlag zu bringen, ergeben sicht die Auslagen bei dieser Dreschmühle, deren Tenne 39 Durchmesser, und zwei Haspeln hat, wie folgt: a. Holz materiale.. fl. kr. 10 Stück krumm gewachsene Birkeustämme, um die Drescheln daraus zu schneiden, nebst Fuhrlouhn 5— 15 59 lange, 5“ dicke Eichenriegel zu den Säulen um die Tenne à 1 fl... 4— 4 lange Fichenriegel zu Polsterhölzern unter die Tenne à 1 fl. 12 kr. 5 7 1 18 30— Weiche Pfosten 3“ dick, 29 lang, zum Belegen der Tenne à 42 kr. 5. 6— Eichenpfosten 3“ dick, 29 lang, zum Tenuenkrauz à 1 fl. 30 kr. 5 5. 3 4— Eichenpfosten 3“ dick, 2% lang, à 1 fl. 15 Kr. die Hlafter, zu den Haspeln 10— 60 Sofitbretter zum Verschallen der Tenne à 8 k ra. 38— 1 Eichenstamm zur Mittelsäule und zu den 2 Stockräderrn. 5... 3— 20 Stück Dachsparren 29 lang, zur Barriere des Trippelweges, à 30 Kr...* 30 weiche, zöllige Breiter, 10“ lang, zum Verschlagen der Trippelwegbarriere, à 50 kr. 18— 2— Üweiche Bretter 30 lang, zur Rinne zum Abschieben des Dreschgutes v. d. Tenne à1 fl. 2— N Ausgabe für Holzmateriale 105 43 b. An Nägeln. 1000 Stück halbe Brettnägel. 2. 5... 8 5 1„ 5— 50 ganze detto 5. 1 4 8 f 8 3 5 5 8„— 30 4 30 50—— 5“ lange Nägel zur Tenne f 5 4 5 8 5— f 8 Ausgabe an Nägeln 10— c. An Taglohn. 2 Zimmerleute 1 Zimmermann ene„ — detto. 5.. 8„... 29 2 Ausgabe an Taglohn„ 108 54 a a d. An Eisenbeschläge. Für die beiden eisernen Stangen nebst Zugvorrichtungen, den Reif und grossen Nagel am Mit- telklotz; für das Bereifen der Trommeln, Stockräder und das Ausbuchsen; für 16 Schrauben zum Anmachen der Pratzen an die Leisten, und Ausbuchsen der Pratzeulöcher; dann für 26 Nägel zum Anstecken der Schlegel, und für den Beschlag und Ausbuchsen derselben 150— Anmerkung. Die grossen Nägel am Tennenkranze, und die eisernen Triebstöcken in den 5 Stockrädern kommen hier aus dem schon oben angeführten Grunde in kei- nen Anschlag. 5 8 Hiemit entfallen die Gesammtkosten mit... 3372 42 5 oder circa 140 fl. C. M. Es ist nun wohl gewiss, dass mau um nocli viel weniger, als um diesen Stadtpreis, um welchen diese nur 30 im Durchmesser haltende Dreschmühle erbaut wurde, andern Orts eine derlei von 5% im Durchmesser erbauen könne. Erwägt man ferner, dass aucht die Bepfostung der Tenne durch einen gestampften Boden ersetzt werden könne, und dass manchen Wirthschaften sowolil das Holz, als dessen Bearbeitung fast gar nichts kostet, so müssen die Erbauungskosten noch viel niedri- ger zu stehen kommen, und es ist nur das wenige Eisenwerk als eine wesentlichere Auslage zu be- streiten übrig. Lemberg im Monate May 1826. rt,,. u. 8 fenre. I. erfecr. art Sr.. 2 ftr, fett ati Sg.. —̃——— Hi, mm aii Sag. ge e., 5 — en. 5 ——— b V b — — Lemberg, ge druockt bei Peter Piller. 1 8 2 6. . ſſſſſſſſſſſſſſſſſſſſſſiſſſnnnſmnenennnſ ſſſſiſſiſſſiiſnſſffiſnſinſeanennmmnmnninʒ˖·papanm Oem 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 1 15 1 1 4 6 7 18 19 20 21