— 84 — 5—————ꝭ—ꝭ—F——-/——,ÿ—————————— erw ln 3 ?/ 7 ®®/ Biologie, oder Ph; los ophıe der lebenden Natur für Naturforscher und Aerzte. Von Gottfried Reinhold Treviranus. BIRLIOTHERN D.RONIGEN RN\ u 5 ES DES LANDD 25] Dritter Band. A OEGLIN 7.| EEE EBLTIEBErRE Göttingen, bey Johann Friedrich Röwer| 1.30% >„mes“ nn|== une} Lem 1 BE En ee P<4 et fe]=} 2-->=© 5 ee Fa]> Fr E> 7 2m[=>] SI== = pe £> et u / En nn. nn a uenma. F ‘ EN Inhaltsverzeichnifs. Geschichte des physischen Lebens. Drittes Buch. Revyolutionen der lebenden Natur..$S,ı. Viertes Buch. Erzeugung, Wachsthum und Abnahme der lebenden Körper. 3.2227. Erster Abschnitt. Erzeugung. S. 231. .. I” Erstes Kapitel. Keime der lebenden hötrper— [} Eintheilung der letztern nach der Verschieden- heit ihrer Erzeugung. S. 231. Zweytes Hapitel, Erzeugungsart der ersten Classe.., S. 256. Drittes Kapitel. Erzeugungsart der zweyten Classe.. S. 271. Viertes Kapitel, Erzeugungsart der dritten Classe. S. 342. ie Fünf IV Cr " Fünftes Kapitel. Bemerkungen über die Er- zeugung nach vorhergegangener Befruchtung. $. 366. Zweyter Abschnitt, Wachsthum und Ab» nahme der lebenden Körper. S. 463. Dritter Abschnitt. Versuch einer Ablei- tung der bisherigen Erfahrungssätze aus den obersten Sätzen der Biologie. S. 54% Vierter Abschnitt. Bedingungen des Wachs- thums und der Abnahme der lebenden Kör- pa. S. 566. Geschich- u ne en u nn EEE eis nie 3 Ener nen i die Er- T Kir uchtung, und Ab» 3. r Ablei- aus den des;| 54 Wachs. physischen Lebens. en Kör- Geschichte Drittes Buch. — 11. Ba; A ‚chich- 1 kei In I kin € A dh l 15 ’ I) | & ‘ FEED BEER Rn SERATTE GE ELN IR TREE PTR NCHFGEU FERNER ARE ENT FETT TIIFETETET CHÄTEE EN ze Drittes Buch. Revolutionen der lebenden Natur. — ER IETme———n 9:5 Weievetören einen dunkeln, nur durch schwa= che Lichtstrahlen erhellten Pfad. Unser Zweck ist, zu wissen, welche Verwandlungen die leben- de Natur erlitt, ehe sie ihre jetzige Bildung er- hielt. Was kann uns hier führen, was unsern Weg erleuchten®? Mündliche Ueberlieferungen reichen nicht an die Zeiten der Urwelt, Nur die Trummer der jugendlichen Erde, und die Hie. roglyphen, welche die Natur diesen eingrub, können uns belehren. Aber wer kann sagen, er verstehe die Sprache dieses Lehrers? Nur muthmalsen können wir ihren Sinn, und der Spielraum für diese Muthmalsungen ist unend- lich, weil er nicht dutch Versuche beschränkt ist. Es giebt daher in diesem Abschnitt der As Bio- 4 a Biologie nur wenig Sätze, worauf wir mit u Sicherheit bauen dürfen. Blos auf diese be-| nu schränken wir unsere gegenwärtigen Untersuchun- mi gen, und überlassen künftigen, reichlicher mit uni Beobachtungen versehenen Zeitaltern die vollstän- jetzt digere Darstellung der Art und Weise, wıe die und die Urkeime der. lebenden Welt sich entwickelten und| 1 en = die letztere diejenige Bildung erhielt, die wir| ihr ||]! in den beyden vorigen Büchern geschildert haben.| Pa =| 2 Jedes materielle System durchläuft eine Reihe| n | von Veränderungen, die so beschaffen ist, dafs| an ih i jenes nach gewissen Revolutionen irgend einem N ;.| h Zustande, worin es sich vorher schon einmal be- N Tape fand, wieder nahe kömmt, ohne doch mit dem-| selben ganz zusammenzutreffen. Die Natur läfst sich daher unter dem Bilde einer Spirallinie dar- D: stellen, worin sich ein bewegter Hörper jedem der Fri beliebigen Punkte immer wieder nähert, um sich sy immer weiter von demselben zu entfernen, ind, vergröl: Auf diesen Satz führten uns die metaphysi- ie ;{ RE die Me schen Untersuchungen, die wir im zweyten Ka- kl pitel der Einleitung über die Organisation der ge- En sammten Natur anstellten(a), und von ihm wer- Hi den wir hier ausgehen. Wir werden daher er- Nr ID sin stens auch die lebende Natur für ein Ganzes an-| sehen, das in beständigen Umwandlungen von jeher mit be- un- mit tän- die und wir ven. eihe dals nem | be» em- läfst dar- dem sich 1ySl- ‘ Ra- -ge- wer- ' er an- von jeher m— S jeher begriffen gewesen ist, noch begriffen ist, und stets begriffen seyn wird,‘aber auch zwey- tens in diesen Verwandlungen einen festen, ge setzmälsigen Gang annehmen. Jetzt lalst uns’ zuerst Thatsachen sammeln, und diese ordnen; lafst uns dabey von den spä- testen Zeiten zu den frühesten, wovon Denkmä- ler übrig sind, aufsteigen, und von diesen wie- der zu jenen zurückkehren; last uns aus jeder dieser Thatsachen die Resultate ableiten, die sich aus ihr ziehen lassen;‘die letztern unter einan- der vergleichen, ınd uns so zu immer höhern Folgerungen erheben, E2 Das Meer naget unaufhörlich an den Festen der Erde, und verändert die Gestalt derselben. Es vermindert in einigen Gegenden das feste Land, indem es in andern Gegenden dasselbe vergrölsert. Städte prangen jetzt da, wo einst die Meereswellen schäumten, und wo vormals der Fischer seine Netze warf, weidet jetzt der Hirt seine Heerden. Aber Städte und Wälder wurden auch vom Wasser verschlungen. Schon Ovın singet: Tluctibus ambitae fnerant Antissa Pharosque Et Phoenissa Tyros, quarum nune insula ılla est. Leucada continuam veteres habuere coleni: A3Z Nunc 6% a yrh durch Nune freta eircumeunt. Zancle quoque juncta fuifle| Kam Be | zigeasten a Dicitur Italiae, donee confinia pontus Abftulit, et mediam tellurem reppulit unda. R> Oft sinket Metamorphos. I. XV. v. 26. ynieridischeim So war auch noch am Ende des siebenzehnten Yen, Bor Jahrhunderts da Meeresboden, wo nun die Stadt Norrenen, Hudwikswall liegt, und bey Tanum, Fellbaka, on non Fall in Leksand, bey Biörkö und Wasa mähet man ‚di jm Ele jährlich Gras, wo man im siebenzehnten Jahr- un ne! in der Dreite, dert fischte. ingeg ist di tadt I- hundert fischte. Hingegen ist die Stadt Done dr wich in der Grafschaft Suffolk mit dem angrän- AN =\ und an| Meilen im| | dies war das zenden Lande jetzt gröfstentheils vom Wasser be- deckt, und bey Landscron flielst die See über einem ehemaligen Buchenwalde(b). : Inseln, weld Achnliche, aber schnellere Veränderungen Sundenels zı werden durch Ausbrüche von Vulcanen und Erd- i Iren, und a . P.(aka! Si beben hervorgebracht. Die Erdrinde zerreilst, sinket an einigen Stellen, und erhebt sich in an- Winde, dern Gegenden; ncene Inseln gehen aus dem Mee- ö f' 2 ändern eben re hervor, und alte verschwinden in der Tiefe en 3: ie athmosp des Oceans. Thera, Therasia, Delos, Rohdus a; Anaphe, Nea, Halope, Hiera, Thia, und viele andere Inseln wurden auf diese Art erzeugt,() Benonan Aber Chıyse sank bey demselben Zufalle, der zu der mach ' | Hiera hervorbrachte, und, Trinidad wurde im gen Ueber, &|| Jahre(l) Beronm j N“ D) Penn), \(b) BerncmAnn’s physikal. Erdbeschreibung. zte Aufl.“ak | 8.2. 5.196 fE 4 ET ER an Den Se en u en nenn a een et Teresa fuilfe ngen Erd- silst, n an- Mee- Tiefe dus, viele eugt, ‚ der » ım Jahre e Aufl, EINRETTETER ig Jahre 1766 durch ein Erdbeben so verändert, dafs die höchsten Berge zu Ebenen herabsanken(c); Oft sinket auch der Boden, untergraben von interirdischem Wasser, ohne Spuhren eines Erd- bebens. Borge, ein Ort bey Friedrichshall in Norwegen, sank im Jahre 1702 zu einer Tiefe von ı00o Faden, und hinterliels einen Sumpf von 5 bis 400 Ellen in der Länge, und ohngefähr 200 in der Breite. Die Insel Pontico bey, Negroponte verschwand mit vielen andern benachbarten Inseln im Jahre ı758 ohne Merkmale von Erdbeben, und ein Stück'der Insel Banda Necra von 5 Meilen im Umkreise im Jahre ‚1763(d). Eben dies war das Schicksal der neuen Goubermanns Inseln, welche etwa 4 Französische Meilen von Sandenefs zwischen Patrixfiorrd und Cap Nord lagen, und alle plötzlich versanken(e), Winde, Regen und Ueberschwemmungen ver- ändern ebenfalls die Oberfläche der Erde. Selbst die athmosphärische Luft verwandelt alles, was ihrem (c) Bencmann a.a.0. 8.19. Lvrorr’s Einleitung zu der mathem. und physikal. Kenntnils der Erdku- gel. Uebers. von Kästner. S.ı51 fl (d) BerncmAnn a.a. 0. 5.245 (e) PERNANT's Thiergesch. der. nördl. Polarländer, Tl 2::$460. 61% A4 8 gms ja Wiese j in, Gin zihindet Sch von dem(nel and dieses tüC Trlen und St ihrem Einflusse ausgesetzt ist. Alles Oxydirbare wird früh oder spät von ihr gesäuert; alles ver-; wittert und zerfällt, und dafs selbst die Felsen| diesem Schicksale nicht entgehen, sieht man in Finnland an der Landstrafse, die von Äbo nach Wiborg führt, wo es grolse, mit Steinbrech(Sa- xifraga) bewachsene Hügel giebt, die ganz aus it, Die a einer ‚verwitterten Art von Feldspath bestehen(f). Waser mil ent, un Bedarf es nach diesen Thatsachen noch wei- ee terer Gründe, um darzuthun, dafs nichts auf Er- auf dem Bo den ruhend, alles in ewigen Verwandlungen be- j 2 yoe 8\ gehlichbrat griffen ist? Und ist es nöthig, zu zeigen, dals = stärker un durch diese Veränderungen auch die lebende Na- en Bil stein bildet tur verändert werden muls?| aus, SO er nd geht in ra Hart . vormaliger E ; E x s N Aber die lebende Natur verändert wechselsei-| 7, eunaen tig die Gestalt und Beschaffenheit des leblosen Moris Theils der Erde. Myriaden von Thieren, Zoo. a=}$ slich in dem in fütes L oO phyten und Pilanzen vermodern tä Schoofse dieser Mutter alles Lebendigen, und hender Ge | schwängern die Luft, das Wasser und die Erde| Nymphar, .- 1.> ce- tor ia 7, mit neuen Stoffen ,„-und diese Stoffe verbinden| die Zu sich zu neuen Körpern und Formen. Ein Bey-| Cinferyen u B Ä-: P:\ ren| spiel giebt die Entstehung. des Sumpfeisensteins Negung des und \$) Anonsr; (f) AsırcAArp, Abhandl. der Schwed. Akad. 1757. S :"n Warn S.215. TırAs ebendas.'S. 219. nen ei ET Su re nn \sei- Dsen 700. lem und ‚rde den jey- eins ind Bin 1/9/* 9 und des Wiesenerzes. Aus den abgestorbenen und in Gährung übergehenden Pilanzentheilen entbindet sich eine vegetabilische Säure, welche von dem Quell- und Regenwasser aufgelöset wird, und dieses tüchtig macht, die Eisentheile aus den Erden und Steinen, worüber es flielst, auszulau- gen, Die aufgenommenen Eisentheile führt das Wasser mit sich in die Sümpfe, worin es sich ergielst, und läfst dieselben hier beym Verdün- sten wieder fallen. Auf diese Art sammelt sich auf dem Boden stehender Gewässer eine Schichte gelblichbraunen Eisenokers an, welche immer stärker und fester wird, und den Sumpfeisen- stein bildet. Trocknet endlich der Sumpf ganz aus, so-erhärtet dieser Eisenstein noch mehr, und geht in Wiesenerz über(g). So bildet ein vormaliger Bestandtheil vegetabilischer Organismen einen neuen Körper des Mineralreichs, Moräste und Sümpfe werden durch Pflanzen in festes Land verwandelt. An den Ufern ste- hender Gewässer wachsen verschiedene Arten der Nymphaea, Typha, des Sparganium, Potamoge- ton, die Zanichellia palustris, Stratiotes aloides, Conferven und Ceramien,. Diese brechen die Be- wegung des Wassers, nehmen den angespühlten Schlamm (g) HKronstränr’s Vers. einer Mineralogie. Uebers. von Werner. B.ı, Th.ı.$.7. A535 10°’ emrmasum Schlamm auf, und verfaulen endlich. Hierdurch platt bildet sich allmählig Land, welches anfangs mit zer, ae Erlen, Weiden u.d. gl. in der Folge mit grölserm ae; Ahre St Holze bedeckt wird. So geht endlich der ganze hen ebenfalls Sumpf in einen mit Büschen bedeckten Boden zuch an der über. Asıt.GAArD erwähnt einer Gegend in Nor-* jichen und wegen, welche ehedem aus lauter kleinen Seen in bestand, und jetzt ganz in ein Torfmoor verwan- sing AU 8 delt ist, tungen hei Sogar Inseln verdanken lebenden Körpern ihr der Zeit, Entstehen. Ein grofser Theil der Inseln des stil- schalt star len Meers wurde durch die üppige Vermehrung| von Ban und Ausbreitung der Corallen erzeugt(h). Mu- eine Sch scheln trugen ebenfalls und tragen noch heut zu| Verbrenne Tage zur Bildung neuer Küsten und Inseln bey. zu verbie ScHöpr sahe bey York in Virginien eine mit et- ein Wind was Sand und Letten vermischte Muschelbank thelig wi unter einem Sandbette von ohngefähr 50 Fuls Küng n Tiefe. Die Muscheln waren nicht versteinert und versicher es fanden sich keine Arten darunter, welche Ise Feuer nicht jetzt noch an der östlichen Küste von Ame- durch ein rika beynahe überall angetroffen werden(i), Aehn- ı lichen Sch liche Muschelberge, die sich in Bohus finden, mweilen beschreibt Linn& in seiner Westgothischen Reise. nicht Wahr Diese liegen auf dem festen Lande an manchen der eben: Orten king wich (h) Biol, Bd.2. S. 155. 437. (1) Scuörr’s Reisen in den vereinigten Nordamerikan. kr Staaten. Th.2. 8.127. () Ton alls IL Orten fast eine viertel Schwedische Meile von der See, aber gleich unter der seichten Damm- erde; ihre Schaalen sind unverändert, und beste- hen ebenfalls aus solchen Arten, deren Originale noch an der Schwedischen, Norwegischen, Eng- lischen und Französischen Küste leben. In dem Clima können Ursachen, welche ge- ring zu seyn scheinen, sehr. wichtige Verände- rungen hervorbringen. Baco erzählt, dals zu der Zeit, als Gascogne unter Englischer Herr- schaft stand, dem Könige von den Einwohnern von Bourdeaux und den umliegenden Gegenden eine Schrift mit der Bitte übergeben sey, das Verbrennen der Heiden in Sussex und Hampton zu verbieten, weil daraus am Ende des Aprils ein Wind entstände, der ihren Weinbergen nach- theilig wäre(k). Die Geschichtschreiber des Kriegs zwischen den Venetianern und Uscochen versichern, die Einwohner von Zeng hätten gro- fse Feuer in den Wäldern angezündet, und da- durch einen heftigen Wind erregt, der die feind- lichen Schiffe verhinderte zu landen, und sie zuweilen zu Grunde richtete(l). Ist es also nicht wahrscheinlich, dafs das Clima auch von der lebenden Natur sehr abhängig ist, und dafs keine wichtige Revolutionen in der letztern ohne gleich- (k). Bacosı hist. vent. d) Forrıs Reise in‘ Dalmatien. Th.2, 5.159. 12 men - Se„Römer& gleichzeitige Veränderungen des erstern statt finden?| sul! 4 = fg Winter, Diese Vermuthung wächst fast bis zur Ge- Auen. zerba wifsheit, wenn man erwägt, was das Clima Ita- zetbeilt we liens und der Gegenden am. schwarzen Meere em Beweis noch zu den Zeiten des August und seiner Nach- sat der kun folger war, und was dieses jetzt ist. VırsıL' gomlıl die N spricht von den Flüssen Galabriens und Juvenar. gender oe von der Tiber als zugefroren. Laurentinum am Austlusse der Tiber hatte zu den Zeiten des Prı- Holzun nıus keinen so gelinden Winter, um Myrthen,| Auls auf d Oel- und Lorbeerbäume zu beherrbergen, da doch dem auf die letztern jetzt in England ausdauern. Vırcıv| bados die giebt Mittel an, das Vieh vor dem Schnse und| beraubt sin Eise zu schützen, und Arrıan, den Aal unter macht, dem Eise zu fangen, Mittel, die jetzt in Italien| augen ni Ee| ganz überflüssig sind. Ovıp beschreibt das| desen eine = schwarze Meer als so stark im Winter gefroren, S dafs die Sarmater darüber fuhren; in dem jetzi- | i gen Temeswar fror, seiner Beschreibung nach, = der Wein, und man theilte ihn stückweise aus, Veräna | Alles dies pafst jetzt nicht mehr auf jene Gegen- genseiig Al den(m). Aber woher diese Veränderungen, als Nalır äuss | von dem: Aushauen der grolsen Waldstrecken, dichte üb i dem Austrocknen der vielen Sümpfe, und der| Cultur der Wüsteneien, woraus zu den Zeiten| der Des (m)-Vergl. Mann, Hist. er commentat. Acad. scient. Ne “len, PB, Tlieodoro-Palar. Vol. VI physicum. 0) ray en Er Sn ein ea nn tatt en, 13 der Römer gröfstentheils das nördliche Enropa bestand? Frankreich hatte noch im Jahre 1543 so harte Winter, dafs der Wein, nachdem er mit Aexten zerhauen war, den Soldaten in Körben zugetheilt werden konnte(n). Einen noch neu- ern Beweis giebt Pensylvanien, in welchem schon seit der kurzen Zeit, da es urbar gemacht ist, sowohl die Winterkälte, als die Sommerhitze weit gelinder geworden ist(o). Holzungen äussern auch einen grofsen Ein- flufs auf die Menge des fallenden Regens, Seit- dern auf den capverdischen Inseln und auf Bar- bados die ehemals bewaldeten Höhen ihrer Bäume beraubt sind, regnet es dort oft in mehrern Jah- ren nicht, und von eben diesem Mangel an Hol- zungen rührt es auch her, dafs in Aegypten der Degen eine so grolse Seltenheit ist. RE Veränderungen des Clima müssen wieder ge- genseitig den wichtigsten Einfluls auf die lebende Nafur äussern, Hiermit stimmt auch die Ge- schichte überein. Jurıus Cäsar erwähnt eines Thiers (n) De Serrrs inventaire general de l’Hist. de France. Vol.2. p.251. ZimMERMANN’s geogr. Gesch. des Men- schen. B.3. 5.210. (0) BERGMANN a.a. O, S.210, 14 : 5 Renntl Thiers unter dem. Namen Urus(p), der ältere. (u) I. Cazsar L.c, OXXVI. PLinsvs eines Bison(9), und ÖOprıan eines Pi- ja ston(r), die nichts anders als Auerochsen(Bos huron 0 taurus) oder Bisonten(Bos Bison) gewesen seyn pn dem en können, Der Urus des Cäsar lebte im Hercini-| Juni, al schen Walde, der Bison des Prıinıus ebenfalls in| im Willen Germanien, und der Piston des Oprran bey den| In vo Pistonern in Thracien. Aber jetzt giebt es in| Iis jene diesen Ländern keine Auerochsen und keine Bi.| üinselhe he sonten mehr. Polen und Litthauen sind die ein-|| zigen Gegenden von Europa, wo dieselben noch us mer mehr gefunden werden(s). ; entlent, Ein anderes Thier, das jetzt keine andere Nee, Theile von Europa als Liefland, Preussen, Cur- gem land, Polen und Litthauen bewohnt(t), das sich yon Grat aber zu den Zeiten des Jurius Cäsar ebenfalls “| im Hercinischen Walde aufhielt(u), ist das Elenn a i|(Cervus Alces).| 1| südlichen ) Ferner beschreibt Cäsar ein Thier, das zu dem he | 1| seiner Zeit in den grolsen Waldungen von Deutsch-'(Sphin ; land einheimisch war, und welches kein anderes dropos L, a als| N(p) J. Cazsar de bello Gall. L.VI. C.XXVIIT. MIC R;(q)-E’Prınız\nat, hisu LIVIM C.XV(m) Lay |(r) OrrıAan. Cyneget. L.LD. 1. 160. lan \(5) Zimmermann a.a. O0. B.ı. 8.155. B.2. 8.84 on |(t) ZımMmErnMAnNN ebendas. B.ı. S. 263. 264. Zn (p) AN Te3 als nemanzaresm 15 als das Rennthier(Cervus Tarandus) seyn kann(v). Ja, noch vierzehnhundert Jahre nachher spricht Gaston Pnor sus, der Verfasser eines Jagdbuchs, von dem Rennthiere unter dem Namen Rangier oder Ranglier, als einem Wildprett, welches damals in den Wäldern von Frankreich einheimisch war(w). Und wo ist jetzt der Aufenthalt dieses Thiers? Erst jenseits dem Gıten Grade der Breite fängt derselbe heut zu Tage in Europa an(x). In neuern Zeiten haben sich die Bieber im- mer mehr aus den Ländern der wärmern Zone entfernt. Ehedem fand ‚man sie am schwarzen Meere, in Italien, Aegypten und ‚Persien, Jetzt gehen sie nicht weiter nach Süden, als bis zum Azten Grade nördlicher Breite(y) So wie sich diese Thiere von Süden nach Norden zurückgezogen haben, so sind andere aus südlichern Gegenden nach den nördlichen Län- dern herübergewandert, Der Liguster- Sphinx (Sphinx ligustri L,) und der Todtenkopf(Sphinx atropos L.), zwey Arten von Schmetterlingen, die (v) J. CAazsar lc, C.XXVI (w) La venerie de Gaston Puorsus, imprime a Ir suite de: celle de Jacques DuroırLı.oux, Paris. 1614» pP. 97- (x) ZımmermAann 2.2.0. B.ı. S.260. (y) Zımmenmänn a,a. O. 5.272. 16— v die eigentlich die südlichen Theile von Europa nd di und Nordafrika bewohnen, scheinen seit der Mit- inaben u te des vorigen Jahrhunderts in Deutschland weit ger, der m gemeiner geworden zu seyn(2). Eine ähnliche Ih, seilde Veränderung hat sich in Nordamerika mit dem sinn jene Aufenthalte des Virginischen Beutelthiers ereignet, Thalzu ne das sich in neuern Zeiten auf der südlichen Seite des Delaware in Neu-Yersey eingefunden hat(a). Ehe w G-- 5+ Schwürigk Aber nicht nur die lebende und die leblose| hegrüumer Natur verändert sich wechselseitig; auch die ein-|. vie Did zelnen Arten und Individuen der lebenden Orga-|“ 1 nismen stehen in einer Wechselwirkung, bestim- Theile de men und beschränken einander bey ihrer Verbrei-| War met tung. Vögel folgen der Cultivirung und werden Isle, in neuen Gegenden einheimischh Der Kreutz- 1 gend, schnabel(Loxia curvirostra) folgte dem Apfel nach| Be England, Glenco in den Hochländern von Schott- diese A e land hatte keine hebhühner, und Siberien keine Fon meh Sperlinge, bis in jener Gegend Korn, gebauet, zum Wohn und Diese ist Ti Yüherten si i(z2) Zimmermann a.a.0. B.5. S.2ı2.— Die Blatta le eis Il Orientalis L. soll ebenfalls aus dem Orient nach Eu- 1 Mit very ‚ ropa gekommen seyn, Ich weils aber nicht, wor- } auf sich diese Behauptung stützt. Schon MATTH1o- I dar E N) Pakpır zus, der vor mehr als 200 Jahren schrieb, erwähnt| 3 sun . mL: 8 jenes Thiers.) (e) h ung (a) Biol. Bd,2,$. 175 Inn ropa Mit- weit liche dem Ignet, Seite at(a), eblose je Ein« Orga- estim- erbrei- verden ‚reutz- | nach Schott. keine auet, und Blatta h Eu- wor* "THIO“ wähnt — 17 und in diesem Lande die ungeheuren Wüsten desselben urbar gemacht wurden. Der Reisam- mer, der zu Cuba einheimisch ist, verlälst jähr- lich, seitdem in Carolina Reisfelder sind, in My- riaden jene Insel, um an der Erndte in Carolina Theil zu nehmen(b). N: 6: Ehe wir jetzt weiter gehen, müssen wir eihe Schwürigkeit, die uns im Wege zu stehen scheint, wegräumen. Bey den Thatsachen nehmlich, die wir bisher zum Beweise der Abhängigkeit des Clima von der lebenden Natur und einzelner Theile der letztern von andern angeführt haben, war immer der Mensch die erste T'rriebfeder. Al- les aber, was von diesem der Natur aufgedrun« gen wird, ist unbeständig und von kurzer Dauer, Es giebt eine Insel, die einem irdischen Para- diese glich, so lange die Spuhren des Fleisses von mehr als 30000 Menschen, denen sie einst zum Wohnplatze diente, auf ihr übrig waren. Diese ist Tinian. Krankheiten und Barbarey ent- völkerten sie, und schon nach dem vierten Thei- le eines Jahrhunderts war dieses Eden in eine Wüste verwandelt(c.. So kehrt alles in die Hand (b) Pensasts Thiergesch. der nördl. Polarläuder, Ne eS0g: (e) E. MarcuAanp’s Reise um die Welt, B.2, Kap. 7» 111. Ba, B iM 18 em| | Hand der, Natur zurück, sobald die Thätigkeit az des Menschen zu erschlaffen anfängt, Dafs also| yore| Veränderungen der lebenden Natur Einfluls auf ie wel = das Clima äussern, dals dieses wieder auf die sihlch, We lebende Natur einwirkt, dals der Aufenthalt und In Sa die Verbreitung einzelner Arten von Thieren und gain die Pflanzen durch andere Arten verändert wird, tr Im Tor folgt allerdings aus den angeführten Thatsachen. geraden Allein es lälst sich in Zweifel ziehen, ob diese awar 90, Ab Veränderungen auch ohne Zuthun des Menschen we erfolgt seyn würden, und dem Gange der sich(N selber überlassenen Natur gemäls sind. ara ist wohl Diese Schwürigkeit ist indels gehoben, so-; Om m. bald sich zeigen lälst, dals ähnliche Veränderun- wen, gen, wie der Mensch in dem Organismus der 1° Danke Erde hervarbringt, endlich auch ohne seine Hül-| ll .fe erfolgen. Dieser verändert das Clima durch| kan Austrocknen der Sümpfe und Aushauen der Wäl- EN \ der. Aber dals die Natur, sich selber überlas- a URERR: den sono sen, ebenfalls stehende Gewässer in Land ver-| M ; Nahrung n wandelt, haben wir schon oben gesehen, und m IR ;; R.:| Mile ers dals auch die Vegetation der Wälder ein gewisses| : I Maptnsche Ziel hat, beweisen die Orkneys-Inseln, und die= i: r. keıd Scheitländischen Inseln. In dem Kirchsprengel EU ir J St. Andrew auf den Orkneys, in North Maven N Timer 1 und zu Foela auf den Schettländischen Inseln, kn au | wo jetzt gar kein Holz mehr gezogen, und selbst | niedriges Gebüsch nur ınit grolsen Schwürigkei- hyım 3 ten Hulp, u nn nn nn En a nn ini en ner. I nn keit 1lso auf die und und ird, 1en. iese hen sich SO- run- der Hül- urch Wäl- rlas- Ver und 155e3 die ngel aven seln, ‚elbst ighei- ten ten unterhalten werden kann, werden oft ansehn- liche Strecken Landes mit Ueberbleibseln grofser Bäume angefüllt entdeckt, und dies geschieht ge- wöhnlich, wenn ein heftiger Sturm die darauf liegenden Sandschichten weggeweket hat. Sie lie- gen in einem morastigen Boden, oft ıo Fuls un- ter dem Torf. Einige stehen aufrecht, wie'sie gewachsen sind, andere liegen horizontal, und zwar so, als ob sie alle durch einen Sturm, oder durch eine Ueberschwemmung umgeworfen wä- ren(d). Warum ist die Vegetation jetzt nicht mehr so kraftvoll in jenen Gegenden? Zum Theil ist wohl der Grund in einer Veränderung des Clima zu suchen. Aber diese Ursache allein ist zur Erklärung jener'T’hatsachen nicht hinreichend. Denn Norwegen und Notka- Sund sind kälter, als jene Inseln, und doch wachsen in diesen Ländern Bäume von einer ungeheuren Höhe und Dicke(e), Ich glaube daher, dafs der Boden eben sowohl durch Wälder, wie, der täglichen Erfahrung nach, durch den Anbau des Getreides endlich erschöpft wird, und dafs hierin die Hauptursache der erstorbenen Vegetation mancher Gegenden zu suchen ist. Ferner bringt die Natur ohne Zuthun des Menschen auch in dem Aufenthalte und der Ver= brei- (d) Pennant a.a.O. Th.2. S.38. :(e) Biol, Bd.2. 8.408, Ba En Sn in Se ET a nn un nn a g v7 r RE RR ZUR" 2 Re R 29 ru breitung einzelner Arten von lebenden Körpern Veränderungen hervor, indem sie die Wohnorte anderer Arten verändert. Durch den Golfstrohm von Mexico werden die Saamenkörner der Mi- mosa scandens, Dolichos urens, Guilandina Bon- duc und Bonduecella, und anderer Westindischer Gewächse, Amerikanische Schildkröten und Ue- berbleibsel von Schiffen bis nach den Hebriden, ja bis nach Norwegen und dem nördlichen Asien getrieben(f). Es ist leicht einzusehen, wie auf diese Art die Verbreituug der Pflanzen, und also auch die der Thiere, die von jener abhängt, ohne Hülfe von Menschenhänden sich verändern kann, $. 7: Als ausgemacht können wir also jetzt den Satz annehmen, dafs der Organismus der leben- den Natur eben so wohl, als alles Uebrige, was im Raume und in der Zeit existirt, wunaufhörli- chen Verwandlungen unterworfen ist. Alle That- sachen, die wir bisher zum Beweise dieser Meta- morphosen angeführt haben, betrafen indels nur die Verbreitung der lebenden Körper. Aber soll- te nicht auch die Organisation dieser Körper sich ver- (f) Sroane, Phil. Trans. n.222. Pesnant Voyage to the Hebrides. p. 232. 233: Linser amoen. acad. Vol. VII. p.477. Scnörr’s Reisen durch die vereinigten Staaten von Nordamerika. Th.2, S, 399 fl. N ya ud el Ohne In Doniub\ Pi au Yı des Kanye un Flucht einen yıl}\ {is dem Bi Inien konn Yaıne W auch Den Beschreih Iensaptn ber tt Despile Die Gattung Schw et ses Thie y nicht mehr Dal(Di erchwunden (} Ansmer: iv Li han] \insrar! N) Oyeypı sk, den ben- was örli- 'hat« [eta- nur soll- sich vere ge to Vol, uigten er 2X ‚verändern? Sollten nicht ganze Arten unterge- hen, und neue ihre Stelle einnehmen? Ohnstreitig verhält es sich so. WOo ist jetzt der Bonasus der Alten, ein Thier, das sich in Päonien aufhielt, die Gestalt des Ochsen, die Mähne des Pferdes und einwärts gebogene, zum Kampfe untaugliche Hörner hatte, und auf der Flucht einen brennenden Unrath weit von sich warf(g)? Wo das Scandinavische Thier Machlis, das dem Elenn ähnlich war, aber nicht nieder- knien konnte, und deswegen gelehnt an einem Baume schlief(h)? Doch, warum snchen wir auch Beweise in den Schriften der Alten, deren Beschreibungen freylich zum Theil blos auf Hö- vensagen beruhen, da selbst die neuere Geschich- te Beyspiele von untergegangenen Arten enthält? Die Gattung des Alpensteinbocks hat sich in der Schweitz seit 200 Jahren so vermindert, dals die- ses Thier vielleicht in einigen Jahrhunderten dort nicht mehr vorhanden seyn wird(i); die des Dudu(Didus ineptus L.) ist wahrscheinlich schon verschwunden(k), Unter den Pflanzen sind ver- n.u:ha (g) Arıstoreris hist, anim. L.M. C.5. Prınız nat hist. L. VIII. C. 15. (h) Prinuvs 1. ce. (i) Saussure’s Reisen dureh die Alpen. Th:32 8.1296 (k) Brumensach’s Abbildungen naturbhistorischer Ge senstände. H.4. n,59. o B35 ze.-’ BE nei neh, ee en er. nn nenn mr gen Bay muthlich die Disa longicornis, Serapias tabularis, Wr h das Origanum Tournefortii und die Fagraea Cey- en ‚ lanica im Begriffe, sich zu verliehren, Die bey- iu den ersten wurden von TuunserG blos auf einem Bu einzigen Fleck des Tafelberges am Vorgebirge der un I guten Hoffnung entdeckt; das dritte fanden Tour- ‚is NEFORT und SıBTHoRP nur auf einem einzigen un, ON Felsen der kleinen Insel Amorgos im Archipelagus tage des mittelländischen Meers; die vierte traf Tuun- nit er BERG nur einmal an einer einzigen Stelle auf Jun nicht Ceylon, und sonst nirgends, an. Die Fagraea Irit und. Ceylanica war auch den Einwohnern von Cey- em lon so unbekannt, dals sie keinen inländischen vn. Da Namen dafür anzugeben wulsten(l). Keine Gat- og tung aber kann aus der lebenden Natur verschwin- wült, abe den, ohne dals die Organisation der letztern da- und von di durch verändert wird; der Untergang einer Art zach dem mnuls nothwendig die Entstehung einer andern sk, und zur Folge haben. So werden vielleicht neue Lirpen sin Thiere und Pilanzen erzeugt, die wir als neu hend; die 4 entdeckte in unsere Verzeichnisse der Natur- Wis kann a produkte eintragen, denen aber eigentlich der| Getalk all “| Name neu entstandene gebührt, fe Bildın \ l Solche Arten, die schon in den ersten Zeiten Se || der Menschengeschichte vorhanden waren, und 1 el ;| sich bis auf den hentigen Tag fortgepflanzt ha- | ben, sind zum Theil von ihrer ehemaligen Ge- | 1 stalt Be || Plan \l (1) Neue Abhandl. der Schwed. Akad. Th.z. 5.125. Be er Ka aris, Cey- bey. inem e der 'OUR- zigen lagus ‚HUN- auf 2raea Cey- schen - hwin- n da- r Art ndern neue neu \ature der Zeiten und ‚t ba- n Ge stalt ‚195. — 23 stalt beträchtlich abgewichen. Selbst der Mensch hat nicht mehr ganz dieselbe Bildung, die er in dem Zeitalter besals, aus welchem die Aegypti- schen Mumien herrühren. An vielen dieser äls testen Ueberbleibsel des frühern Menschenge- schlechts sind die Schneidezähne nicht, wie bey uns, einem Meisel, sondern einem abgestumpf- ten Kegel ähnlich, und gleich den Backenzähnen mit einer platten Krone versehen, Die Eckzähne haben nicht eine Spitze, sondern sind oben so breit und platt, dafs sie-sich blos durch-ihre Lage von den Backenzähnen unterscheiden las» sen. Das Gesicht ist länglicht, aber nicht ma» ger; die Stirne niedrig, klein, vorne rund ge- wölbt, aber auf den Seiten ganz flach gedruckt, und von den Backenknochen und den Schläfen nach dem Scheitel conisch zulaufend; die Nase grols, und unten breit; der Mund klein; die Lippen sind wulstig aufgeworfen und hervorste- hend; die Ohren grofs und hochliegend(m). Was kann der Art nach abweichender von der Gestalt aller jetzigen Menschenracen seyn, als diese Bildung? Würde ein Naturforscher, der eine solche Abweichung zwischen andern Thieren von einerley Geschlechte anträfe, Bedenken tra- gen, y N (m) Brumerracn im Göttingischen Magazin von Lichtengene u. Forster. Jahrg.ı. S.2. S.10g fr B4 24— gen, diese zu einer specifischen Verschiedenheit pin! zu erheben?| an | Give de Pi 0.08, je He Diese Veränderungen können indefs seit je- Paz Gun ner Zeit, wovon Denkmäler menschlicher Thä- ze, I tigkeit ubrig sind, nicht das Ganze der lebenden fin Dex Natur betroffen haben. Man findet in Aegypten dar Indes nicht nur Mumien von Menschen, sondern anch dl, de von Crocodilen, Ichneumon, Ibis und andern Bi Sn Thieren, die vor zwey. bis dreytausend Jahren, sul) oder vielleicht noch früher, balsamirt sind. Aber en die nehmlichen Thiere leben noch jetzt in Aegyp- ten, und haben in diesem langen Zeitraume keine so grofse Veränderungen in ihrer Struktur|(Anl erlitten, dafs sie ihren Vorfahren ganz unähnlich| le geworden wären(n). Ereigneten sich also einst| Sm totale Verwandlungen aller Arten der lebenden bunpen, Körper, so müssen diese in weit frühern Perio- vH den, als die sind, zu welchen die Geschichte| Na, reicht, gesucht werden,() Rai Die Denkmäler dieser frühern Zeiten sind an Fossilien und Versteinerungen, uud diese treffen|| N a wir ın allen Weltiheilen, und selbst auf den Gi-| hat) pfeln der höchsten Berge an. De Lvc(0) fand 1 Mi sie auf der Spitze des Grenairon, welche 7844| Ei Fuls Bl N (n) Annales du Museum d’Ilist. nat. T.ı. p.235.| ik (0) Reisen nach den Eisgebirgen von Faucigny in| Kr Savoyen. S.63. Br ıheit Fuls über dem Weltmeere erhaben ist; Ra- moxp(p) auf dem Montperdu, der höchsten Spitze der Pyrenäen; UrLoA(q) auf einem Berge in der Kette der Andes,, in der Peruanischen Provinz Guanca-Velica, ı3200 Fuls über der Mee- resfläche; Morına(r) auf dem Gipfel des gro- [sen Descabesado, welcher mitten in der Kette der Andes steht, und, wie jener Schriftsteller glaubt, dem Chimborasso an Höhe nichts nach- giebt; ScHöpr(s) im nördlichen Amerika; Scnovs- BOE(t) und Hornemann(u) im nördlichen, und PaArrerson(v) im südlichen Afrika(w). Jene (p) Annales da Mus. d’Hist. nat. T.III. p.76. (a) Le Genrtir’s Reisen in den Indischen Meeren. S.137. 138, in der Neuen Samml. von Reisebeschrei- bungen, Th.2. Mem. de l’Acad. des sc. de Paris, 1770. Hist. p.25. (1) Nat. Gesch. von Chili. S. 48. (s) Reisen durch die vereinigten Nordamerikan. Staa- ten. Th.ı.$.287, und an mehrern andern Stellen. (t) Beobachtungen über das Gewächsreich in Marocko, Th: 1°°*S: VIE (u) Tagebuch seiner Reise von Cairo nach Murzuck, an mehrern Stellen. (v) Reise in das Land der Hottentotten. Uebers. von, FoRsSTER.$.1ı10. (w) Viele ältere Beobachtungen der Art sind in Bupr- " Fon’s Supplem. a P’Hist. nat. T.V. p.288, und B5 Berc- 965—— Jene Denkmäler der Vorwelt finden sich aber in nicht nur auf der Oberfläche, sondern auch im er Innern der Erde. Zu Paraguay, ohnweit dem jan Plataflusse, traf man hundert Fufs tief in einem Ch sandigen Boden das Gerippe eines unbekannten ie\keel vierfüfsigen Thiers an, worauf wir unten zu- i rückkommen werden. Nach Ramazzını s Berich- un te(x) erblickt man zu Modena beym Brunnen- wie graben von der Oberfläche der Erde an bis zur Im ml Tiefe von ı4 Fuls Ueberbleibsel einer alten Stadt; dm Al ‚dann. folgt ein weisser, fester Boden, hierauf La eine schwarze, mit Snmpfrohr vermischte Erde, til sch und so wechseln Schichten von schwarzer und den Il weisser Erde, worin Aeste, Blätter und Rinden über de von Bäumen vorkommen, mit einander ab, bis haupt ın| "man in einer Tiefe von 28 Fuls zu einer Mrei- Werten Wi denlage gelanget, die eine Dicke von ıı Fufs hat und eine Menge Muschelschaalen enthält; diese ruhet wieder auf einer zwey Fufs dicken Schichte von Sumpferde voll Binsen, Zweigen und Blät- Alk} tern; dann kömmt von neuem eine Lage von Nemn der Kreide, die sich bis zur Tiefe von 52 Fuls er- Sa ans ven streckt; und so wechselt noch einmal eine Schich- an Beste te von Sumpferde mit einer Rreidenschichte, und| I doppe | diese wieder mit Sumpferde ab, bis man endlich ch Sch a zu einem, mit Meeresprodukten vermischten 1 Mike di 3| Sand- Münden a | BercmAnn’s physikal. Erdbeschreibung. zte Aufl.“ie BE hair B. rt. 8.247 ff. gesammelt. (x) In Opp. p. 251. aber im dem nem ıten ZU- rich- nen- zur adt; rauf de, und nden bis rei- hat liese ichte Blät- von er- Jich« und dlich ‚hten jand- Auf). } mm 27 Sandboden kömmt, worin zuweilen auch grofse Thierknochen und Holzkohlen gefunden werden, In den Steinkohlengruben von Whitehaven zu Cumberland sind sogar mehr als 2000 Fuls unter der Meeresfläche Pflanzenschiefer ausgegraben(y). Diese Thatsachen beweisen, dafs die Ueber- bleibsel der lebenden Natur, die wir auf den Hö- hen und im Innern der Erde finden, von glei- chem Alter mit der Oberfläche des jetzigen festen Landes seyn müssen, und hieraus foiget weiter, dals sich über die frühere Geschichte der leben- den Natur nichts bestimmen läfst, so lange wir über die Entstehung und Bildung der Erde über- haupt in Ungewilsheit sind. Von diesem Punkte a werden wir daher jetzt ausgehen. $. 9. Alle Beobachtungen über die Struktur des In- nern der Erde kommen darin überein, dafs die- ses aus verschiedenen Lagen von Stein- und Erd- arten besteht. Diese Lagen können nur auf ei- nem doppelten Wege gebildet seyn: entweder durch Schmelzung, oder durch Niederschläge. Welche dieser Entstehungsarten aber auch statt gefunden haben mag, so ist es doch gewils, dafs die untere Schichte früher vorhanden gewesen seyn (y) Brumengach’s Handb. der Nat. Gesch, ne TE Eee: EEE 98 sn |. a ‚hrel l seyn muls, als die obere, wenn nicht locale Ur- u || N Abe sachen eine gänzliche Umkehrung derselben be- ig| 1|( \ Th wirkt haben. Mit Hülfe dieses Satzes wird sich s®{\ N daher das relative Alter der verschiedenen Erdla» ‚nl, 1 en gen bestimmen lassen, jn, selle „und pr un Alle jene Beobachtungen kommen ferner in Flin de dem Resuliat uberein, dafs die Grundlage, gleich- dit sam das Gerippe der Erdrinde, aus Steinarten un Qnib besteht, die keine Spuhr von Ueberbleibseln le- Yichn we | beuder Körper enthalten(z). such allen | B Ih | Diese Steinarten sind: der Granit, Gneis," |\ | Glimmerschiefer, ursprünglicher Thonschiefer und| Ahr Te Kalkstein, Urtrapp, Serpentin, Quarz, Topas, he £ s; enöhrlit -arsprünglicher Rieselschiefer, und Urgyps.' j ine, Der älteste von diesen ist der Granit. Ihm I Such gebührt daher vor allen andern der Name des tele | Urgebirges. Da, wo die erste Anlage dessel- Rn, || ben unverändert geblieben ist, findet man ihn in 1 Schichten oder Bänken gelagert(a). Die Gipfel E. 5 der pi |£ der Chor al(z) Saussure’s Reisen durch die Alpen. Th.2. S. 355. I il kn, Par | Fersen, Mem. de l’Acad. des sc, de Berlin. 1790' ERBE, et 91. p.ı51. 1553. Ri | Tin Br; (2) PArrAs Reise durch versch. Provinzen des Russi« ea durch schen Reichs. Th.3.$S.227. Saussure’s Reisen durch Unesın r AMESON 3 ; die Alpen. Th.ı.$.1ı14. Th.2. S. 322. ScuAcn- Match .” bi N! MANN’s Beobacht. über die Gebirge bey Königsheim, In o IN p00 es Äe du er nn en nn nn ee ER en a en en 2 run nn aaennnn n nn n ean ussi« \urch ACH“ heim. &8. erg 29 der Berge, die aus ihm gebildet sind, machen die erhabensten, aber auch zugleich die dürre- sten Theile der Erdfläche aus, ragen mit ihren schroffen, ewig beeisten Gipfeln und ihren nack- ten, steilen Wänden hoch über die Wolken em- por, und enthalten die Quellen der gröfsten Flüsse des Erdbodens.. Im manchen Gegenden, z. B im Königreiche Kaschimir bey Tibet, und um Quito im südlichen Amerika, bilden ihre Rücken weite, unwirthbare Ebenen, von welchen nach allen Seiten Zweige ausgehen. Auf und an den Granitgebirgen liegen die übrigen genannten Steinarten in grofsen, doch gewöhnlich sanften, mit Wäldern Ge- birgen. Ihr Hauptbestandtheil ist Thon. Sie bil- den Schichten, die meist sehr mächtig sind, und seltener horizontal, als senkrecht fallen. Gewils ist es, dals sie nach dem Granit entstanden sind, da 8.9. 9. ıı. CuArrentıeRr’s mineralog. Geographie der Chursächsischen Lande, an verschiedenen Sitel- len. Parasseau Mineralogie des Pyrenees. p. 155. Ferser, Act. Acad. sc. Petropol. 1782. P.2. p.201 Von Bven’s geognostische Beobachtungen auf Rei« sen durch Deutschl. u, Italien angestellt, B.ı. S.245. Jameson’s mineralog. Reisen durch Schottland u. die Schottischen Inseln. Uebers. von Meuner. S. ıg. Lınx’s geolog. u. mineralog. Bemerkungen auf einer Reise durch das südwestl. Europa. S. 25. 39 m „uf de da sie allenthalben, wo nicht locale Ursachen, wen 2. B. Umsturz eines Berges, die Ordnung der na Schichten. verändert haben(b), auf diesem, nie In unter demselben gefunden werden(c). Wahr- er scheinlich ıst es, dafs sie bald nach der Entste- hs& hung des Granits, als dieser noch nicht ganz ale ' erhärtet war, erzeugt wurden, weil man Gneis einer mit eingemischtem Granit, und Granit mit ein- ja h E gemischten Schieferstücken findet, und weil der I© Granit oft so unmerklich in den Gneis übergeht, u Ti dals sich keine genaue Gränzlinie zwischen ihnen ah wit angeben lälst(d). Ikete, k die Base ‚„Die angeführten Gebirgsarten bestehen aus gem Rieselerde, Thonerde, Bittersalzerde, Ralkerde, Ik] Metallkalken, besonders Eisenoxyd, und einigen dr Kalk Säuren. Unter diesen Säuren kömmt häufig die ad Hohlensäure vor. Keine jener Steinarten aber Gain enthält flüchtiges Laugensalz und Phosphorsäure, rk Diese zeigen sich erst in den Erden und Steinen,| die von späterer Entstehung sind.| Umstände| | Aus den bisherigen Thatsachen würde sich| Lr Di jetzt schon ein merkwürdiges Resultat in Bezie- Niue | hung| It gegen (b) Fersen, Nov. Act. Petropol. T.ı. p. 297 sq.| Minden (2) SAussune’s Reisen durch die Alpen. Th.z. S. 117. 0 eh 114: Terzer, Act. Petropol. 1782. P.2. p. 208."ice Jh (4) Haııneer in den. physikal. Arbeiten der ein- trächtigen Freunde in Wien, zten Jahrg, 2tes Quart,(un 8. 42.| Ca, | - elle Quart, Gramammaner, at hung auf den frühern Zustand der lebenden Na- tur ziehen lassen, wenn wir darüber in Gewils- heit wären, ob die angeführten Gebirgsarten dem Wasser, oder dem Feuer ihr Entstehen verdan- ken. Fände nehmlich das Erstere statt, so wür. de folgen, dafs bey der Entstehung jener Gebirge entweder noch gar keine lebende Wesen, oder nur erst Infusionsthiere vorhanden waren, und liesse sich darthun, dafs auch diese microscopi- sche Thierwelt damals noch fehlte, so würde sich weiter schliessen lassen, dafs ‚ Kieselerde, Kalkerde, Bittersalzerde, Thonerde, Metalle und die Basen aller Säuren, nur den Phosphor aus- genommen, früher waren, als lebende Körper. Dals alle blättrige Felsarten, und namentlich der Kalkstein, durch Crystallisation im Wasser entstanden sind, ist eine, keinen vernünftigen Zweifeln ausgesetzte Meinung. Nur über die Entstehungsart des Granits können Zweifel statt finden. Doch kommen auch bey diesem mehrere Umstände vor, welche für die Bildung desselben durch Präcipitation aus dem Wasser sprechen. Wir haben gesehen, dals er ebenfalls in Schich- ten gelagert ist. Er geht in manchen Gegenden, wo er dem Gneis zur Unterlage dienet, so un- merklich in diesen über, dals sich keine Gränze zwischen ihm und dem letziern angeben lälst(e); man (e) Cuarrentien’s mineralogische Geographie der Chursächsischen Lande. S, 390, 32— al de man findet Gneis mit eingemischtem Granit(f)3 Hr td Jaset le der Gneis aber ist häufig mit Ralk vermischt, und der Kalk mit Gneisadern durchzogen(g}; iin überhaupt gehen fast alle Gebirgsarten, nur den wi k Porphyr und die Trappformation ausgenommen, Gi allmählig in einander über(h). Räumt man also zu ei die Entstehung des Kalks durch Niederschläge chen der Dr aus dem Ocean der Vorwelt ein, so lälst sich of Massert | auch eine gleiche Entstehungsart des Gneis und wie des Granits nicht läugnen. Noch einen andern ven ne Umstand, welcher diese Meinung bestätigt, ent- ln deckte Saussure in der Gegend von Valorsine. tukıgeh Ia dem dortigen Hornsteine befanden sich an de- einen N nen Stellen, wo er dem Granit am nächsten ist, bebrzes Spalten von verschiedenen Breiten, die mit einem achtet a, Granit angefüllt sind, ‚der in ihrem Innern er- der That v zeugt und geformt seyn muls. Aehnliche Beob- Auch ummÖ achtungen machte eben dieser Naturforscher auch Teuer herr zu Lyon und zu Saumur in Auxois(i). Der Granit jener Spalten konnte unmöglich anders, Die ı als durch das Eindringen eines granithaltigen ee sol Wassers gebildet worden seyn, Da nun die Be- Entehung stand- itsen\ | fü Yers )(f) CHARTENTIER a.a. O, Ihre Deren |(8) CHARPENTIER, 9.85. 127. 174 und an mehrern 1° Sitten el andern Stellen. kn li (h) Von Bucn’s geognostische Beobachtungen. B. ı. RB u IH (1) Saussure 2.2.0. Th. S. 317£E In, nn iin ie ee RER Du ann' 3 3 standtheile des Granits der Crystallisirung durch das Wasser fähig sind, warum tragen wir denn Bedenken, den ersten Ursprung jener Gebirgsart aus eben dieser Ursache zu erklären? Zu diesen Gründen kömmt endlich noch der Umstand, dafs man in einer der einfachen Steinarten, aus wel« chen der Granit zusammengesetzt ist, dem Quarz, oft Wassertropfen eingeschlossen findet(k). Wie wäre dies möglich, wenn sich der Granit: auf ei- nem andern, als dem nassen Wege, gebildet hät- sie? Ich weils zwar, dals FErser in den Chalce- donkugeln, die sich, nach seinem Vorgeben, in einer vulcanischen Schichte des Euganäischen Gebirges befinden sollen, ebenfalls Wasser beob- achtet hat.. Aber wenn auch diese Schichte in der That vulcanischen Ursprungs ist, so können doch unmöglich die Chalcedonkugeln durch das Feuer hervorgebracht seyn. Die ursprünglichen Gebirge wurden also auf eine solche Art gebildet, dals, wenn bey. ihrer Entstehung schon lebende Körper ae ge= gewesen wären, viele von diesen nothwendig hätten versteinert werden, oder doch Merkmale ihrer Gegenwart zurücklassen müssen. Alle jene Steinarten enthalten aber keine Petrefakten.’ Die Zeit kann die Spuhren derselben nicht verwischt haben: (k) Act. Hafnıens..Vol.V. p.200. 111. Ba. G N 34 Ganzen haben: denn in jenen Felsarten sind dünne Stei- gu in ne, zarte Schichten und Crystalle von der Fein- ya, heit der Seide aufs vollkommenste erhalten; um ‚nen so mehr hätten also ‚starke Muscheln der Zer- Anke stöhrung widerstehen müssen(}). Bey der Bil- Recke: ER Ih dies dung der ursprünglichen Gebirge existirten folg- Je |) lich entweder noch gar keine lebende Wesen, In oder nur erst Infusionsthiere,' von.deren Daseyn id I keine‘ Spuhr zurückbleiben konnte. Doch auch irn Infusionsthiere können damals: schwerlich schon| Oi vorhanden gewesen seyn. Es mülste sich flüch- BE tiges Laugensalz in den frühern Gebirgsarten fin- mant gen den, wenn dies der Fall gewesen wäre, Wir Ber: können daher schliessen, dals Kieselerde, Kalk- lichen I erde, Bittersalzerde, Thonerde, und, ausser dem Ipen und Phosphor, die Basen aller übrigen Säuren, na-| geringer Ik mentlich Kohlenstoff, früher waren, als lebende| Äinie, hörper.| shieene | mit dem\ G. 20, I haben| Wir gehen jetzt weiter in der Betrachtung der| el Gebirgsschichten, und wenden uns zu den Ueber-:| Aa gangsgebirgen, den Flötzgebirgen und den aufge- nu i schwemmten Erdlagen. Zu den ersten gehören: die Ne li Grauwacke, der Grauwackenschiefer, der Ueber-- inabn, gangskalkstein, der Uebergangstrapp und die neue- Ih üe re Formation des Kieselschiefers; zur zweyten der Sand- AN li (l) Saussure a.a. OÖ. Th.2.$.60£."na En Det er Se le nee en 25 ann - Fein- um Zer. Bil- folg- esen, aseyn auch chon lüch- - Wir Ralk- dem na- ende Sandstein,. der Flötzkalk, die Kreide, der Gyps, das Steinsalz, die Steinkohlen und der Flötztrapp; zu den letztern der Thon, Sand, Halktuff, die Braunkohlen und der Torf. Alle diese Substanzen tragen die deutlichsten Merkmale der Entstehung durch Niederschläge an sich, Ihre Schichten sind unter einander parallel, aber nicht nach ihrer specifiquen Schwere geord- net. Oft liegen sie horizontal, oft aber sind sie auch unter jedem andern Winkel gegen den Ho- xizont geneigt. Die ältesten, welche aus Ralk- stein bestehen, der unmittelbar auf den ursprüng« lichen folget, enthalten Versteinerungen von Po- Iypen und Schaalthieren, doch nur erst in sehr geringer Menge(m), Zwischen ihnen findet sich diejenige, von den uranfänglichen merklich ver- schiedene Art von Thonschiefer, die wir oben mit dem Namen des Grauwackenschiefers belegt haben, Hier fangen nicht nur ebenfalls Ueber- bleibsel von Thierpflanzen und Mollusken, son: dern auch von Farrnkräutern und andern Phyto- zoen an, sich zu zeigen. Die Zahl dieser Orga- nismen mehrt sich in den Gebirgsarten der Flötz- formation, doch auch hier nur erst stufenweise, Der älteste Flötzkalk, welcher entweder unmit- tel: (m) Fersen, Mem: de l’Acad. des sc, de Berlin, 1790 ei 91. P.155 sv; er-) ‘ 36 garmin .; ga telbar auf die Grauwacke folgt, oder von dieser| He blos durch die erste Sandsteinformation getrennt j ist, enthält auch noch erst wenig Versteinerun- Ai gen. In demselben liegt aber oft ein kupferhal- ia tiges Flötz,- worin Skelette von Fischen mit an- id IN dern wirbellosen Seethieren vorkommen. Nach wu der Bildung dieser Gebirgsarten erfolgte der Nie- Nine In derschlag eines Gypsflötzes, und einer Sandstein- inlsche lage, dessen Ursache zugleich grolse Veränderun- hende Nat gen in der lebenden Natur bewirkte, indem viele geacht, der frühern Arten von Meerthieren in den folgen- aber hl den Schichten von Muschelkaik und Kreide jetzt ku, verschwanden, und an deren Stelle neue erschie- nen, welche nicht in den vorhergehenden Schich- i n ten gefunden werden. Hierauf trat eine Periode Bi i aber Ände ein, in welcher eine zahllose Menge zertrümmer- R ter Phytozoen und Pflanzen auf den Meeresboden"la kam. Jetzt bildeten sich die Steinkohlenflötze, Ir 1 k zwischen welchen Schiefer mit Abdrücken von Ian Pflanzenthieren und Vegetabilien befindlich sind, Bed {n allen diesen Schichten kömmt aber noch keine sank Spuhr von Landthieren vor. Grols ist dagegen" erste die Menge von Kuochen vierfülsiger Thiere, die| Kl| man in den letzten Erdlagerın von Sand, Mergel Dich die und Kalktuff antrifft. Ihmen, Ä It fe, ll Hier ist eine neue, an Folgerungen sehr 3 I) fruchtbare“Reihe von Thatsachen, Wir sehen N 4) jetzt, dafs die Bildung der lebenden Natur von| Mi; :|| Poly- n Bl*| \ S ieser ennt run- hal- all« Nach Nie. ;tein- TUn- viele gen- jetzt| ‚chie- hich- ode mer- oden ötze, von sind, eine ergel sehr ‚chen - z0on Poly- Polypen und Mollusken,‘also von den untersten Stufen der Organisation anfıng, von diesen zu den Pflanzen, und erst dann zu den Landthie- ren fortschritt. Ein ähnlicher Fortgang vom Ein- fachern und Zusammengesetztern findet aber noch heut zu Tage bey der Erzeugung aus formloser Materie in Aufgüssen von vegetabilischen und änimalischen Substanzen statt(n), Die ganze le- bende Natur wurde also durch eine Kraft hervor» ‚gebracht, die noch jetzt auf gleiche Art: wirksam, aber freylich in ihren Wirkungen weit beschränk- ter ist, als in den Zeiten der Urwelt,, Jene Kraft ist die Lebenskraft, Keine Kraft lilst sich als absolut unwirksam denken, Nun aber finden wir keine Spuhren von Wirkungen der Lebenskraft im Granit und den übrigen Urge= birgen. War also etwa jene Kraft bey der Bil dung dieser Gebirge noch nicht vorhanden? Oder befand sie sich damals in einem gebundenen Zu- stande? Diese Fragen führen auf das Problem vom ersten Ursprunge alles Lebens, Um das- selbe zu lösen, müssen wir den, im zweyten Buche dieses Werks(0) bewiesenen Satz zu Hüls fe nehmen, dafs mehrere, bis jetzt ‚noch unzer- legte Stoffe, namentlich Kohlenstoff, Eisen, Kies seh (n) Biol. Bd,2., (0) S. 483 Ef. 3 38 Bo 'y.pt selerde, Halkerde und Bittererde, im lebenden Mr Körper blos aus Wasser und athmosphärischer Luft| ar erzeugt werden. Wir müssen uns ferner erin- AT nern, dafs eben diese Stoffe in den Urgebirgen ai N enthalten sind, und also früher vorhanden gewe- weh sen seyn müssen, als Thiere, Zoophyten und Kinn Pflanzen waren. Wir müssen endlich annehmen, sum I dals der Kohlenstoff, die Metalle und Erden, kn, Bie die sich in den Urgebirgen befinden, nicht von kin mi jeher als solche vorhanden gewesen sind, sondern ya dam aus einfachern Grundstoffen zusammengesetzt wor- Chrakle den, indem die entgegengesetzte Voraussetzung ah N auf die Hypothese eines allgemeinen Auflösungs- angeln mittels, worin alle Bestandtheile der Gebirgsarten zwischen vor ihrer Präcipitation zu gleicher Zeit enthalten dise en waren, also auf eine, mit chemischen Gesetzen von der] ganz unvereinbare Meinung führt.. Aus diesen geschlose Sätzen folgt nun, dals die Erde in ihrem ur- yoch td sprünglichen Zustande gleiche Produkte hervor- brachte, wie in spätern Zeiten, als sich lebende Körper auf ihr erzeugten, von diesen gebildet| Be wurden, Aber gleiche Wirkungen setzen gleiche|“ Ursachen voraus. Da wir also keine andere| Ki: Hıraft kennen, welche Kohlenstoff, Metalle und| Hi Erden aus einfachern Stoffen zusammenzusetzen| Ei vermag, als die Lebenskraft, so ist es- a 4 scheinlich,, dafs: diese es auch war, welche den a ı ) Grundstoffen der Urgebirge ihr Entstehen gab, ie Man So nden Luft erin- rgen ewe- und men, den, von ıdern wor- zung ungs arten alten tzen jesen N ur ervor- bende bildet eiche ndere und setzen wahr- e den gab, So So wie es für die Wärme einen gewissen Zu- stand giebt, den wir mit dem Namen des Ge- bundenseyns derselben bezeichnen, so fand daher auch für die Lebenskraft in den frühesten. Zei- ten der Erde ein ähnlicher Zustand statt. Aber Gebundenseyn der Wärme ist nicht aufgehoben, sondern nur anders modificirte Thätigkeit dersel- ben. Eben diese Bewandnifs mufs es in jenen Zeiten mit der Lebenskraft gehabt haben. Leben war damals ein Attribut der ganzen Erde; der Charakter dieses Zustandes war damals vielleicht auch in der Struktur der Erde noch deutlich ausgedrückt(p); es fand noch keine Trennung zwischen dem Lebendigen und Leblosen statt; diese entstand erst,‘als sich einzelne Organismen von der Erde losrissen, und kleinere, in sich geschlossene Welten darstellten. Aber auch jetzt noch ist der Gegensatz des Lebendigen und des Lebla- (p) Metallurgi passım vulgari ratione venas pro trun- cis ramısque habent, quası vegetatione crevissent: scilicet quia delineatas a mensoribus hanc speciem aliguando praebere vident. Nec dubium est, cum prima telluris tenerae stamina duceret sapientissimus conditor, aliquid formationi anımali aut plantae simile contigisse, sed incendüs et eluvionibus ac ruinis nunc ita detortum perturbatumque in hac superficie et velut cente,’ ut aegerrime nosci possit, Lerısnırsı Protog, p. 17. 18. es a jo Ser Be nn ST ee . nn nen ee ee 40 en Leblosen nur für unsern Gesichtspunkt, nicht aber für die Natur vorhanden. Alles, das Uni- selber, besitzt Leben: denn wie ist es sonst eerklärbar, dals in der Thätigkeit des Welt- alls, welche durch Einwirkungen unterhalten wird, die aus der Unendlichkeit kommen, und in die Unendlichkeit übergehen(q), dennoch Gesetzmälsigkeit herrscht(r)? Der erste Ursprung des Lebens überhaupt verliehrt sich also in dem Ursprunge des Univer- sums. Das aber, was uns als lebende Natur er- scheint, war ein Produkt der Erde, und das Ente stehen und die Stulenfolge in der Entwickelung derselben erfolgte nach demselben Gesetze, nach welchem jedes Individuum, das für unsern Stand- punkt lebend ist, Perioden der Erzeugung, des Wachsthums, der Metamorphose und Fortpflan- zung durchläuft. (Nasa Dies sind die allgemeinern Resultate, die sich aus der Ordnung ergeben, in welcher die Ueberbleibsel ehemaliger lebender Körper in den verschiedenen Gebirgs- und Erdschichten vorkom- men. Lalst uns jetzt diese Ueberbleibsel näher unter- (9)--Biol. Bd. r, 5.57, (r) ‚Biol. Bd. ı.$. 50; parte Pan 1 ai, a jun IN gi indes de Zus zul, v Min chen Zust gr von Kg Der DB u'h Dur ' I sind, nicht Uni- tes Velt- alten und noch aupt Iver- r er- Ent, lung nach and- des flan- die v die ‚ den 'kom- näher ınter- m 41 ’ untersuchen, die Familien, Geschlechter und Ar- ten, zu welchen sie gehören, ‚bestimmen, und sehen, auf welche Folgerungen diese Betrach- tungen uns führen werden. Vorläufig müssen wir indels einige allgemeine Bemerkungen über den Zustand machen, worin sich jene Reste ‚x zeizen. Män trifft diese Reliquien in einem dreyfa- chen Zustande an: sie sind entweder durchdrun- gen von einer fremden Substanz; oder man fin- det sie in dieser eingeschlossen; oder es ist ein ‚blofser Abdruck ihrer Form, was von ilınen übrig ist, Durchdrungen von einer fremden Substanz sind: ı) die wahren Petrefakten, ehemalige lebende Körper, welche in steinartige Massen verwandelt sind; 2). ‚die metallisirten hör p£r.,rdie:amit erzhaltiigem Stoff durchzogen sind; 5) die blos calcinirten Körper, öder Fossilien im engern Sinne, Ueberbleib- sel von Thieren, die blos ihre Gallerte ver- lohren haben, und dagegen von fremden Erd. theilen durchdrungen sind; C5 Zu | || 42 Gummmnın ||: Br pin Zu den Substanzen, worin ehemalige lebende |' Körper eingeschlossen vorkommen, gehöret vor- aan züglich der Bernstein,| io eg: Blofse Abdrücke von Thieren, Pflanzen und le Zoophyten findet man häufig im Sandsteine, Thon-| a schiefer und andern Steinarten. Sie sind von m doppelter Art: Be ı) Steinkerne, Abdrücke der innern Höh-| 0 liche lung von Muscheln, Schnecken und Gehäu- der sen der Würmer und Zoophyten; I mal 2) Spuhrensteine, Typolithen, Abdrük-| ai ke der. äussern Oberfläche ehemaliger leben-)D der Organismen in weichen Steinmassen, die vle, | nachher erhärtet sind,| A hache || 6. 12.| welch r Untersuchen wir jetzt zuerst diejenigen Reste" von lebenden Wesen, die in den ältesten Flötz-" gebirgen vorkommen, und also früher als alle® übrige Thiere, Zoophyten und Pflanzen entstan- il den sind, so ergeben sich mehrere, höchst merk- je würdige Resultate. Ehe wir diese aber mitthei- nl len können, müssen wir ein Verzeichnils der nl verschiedenen Geschlechter jener Körper voraus- a schicken, N Anon Von Thierpflanzen gehören hierher: El! . alch ı) Die An | | F Aal___ € nr en ten ee u nee a u u anni 43 | ende ı) Die Encriniten, Zoophyten, welche zu- YORF nächst an die heutige Familie der Seefedern, und zwar vorzüglich an das Geschlecht En- u crinus gränzen, und aus einem einfachen ge- Ka gliederten Stiele, und einfachen, artikulirten, Een der Länge nach gespaltenen, auf ihrer in- nern Seite mit Flossen versehenen, auf dem Gipfel des Stiels rings um eine gemeinschaft- Töh- liche artikulirte Basis sitzenden, und, bey häu- der gemeinen Art, zusammengeschlagen einer unaufgeblühten Lilie ähnlichen Organen be- rük- stehen, ben- 2) Die Pentacriniten, Thierpflanzen, wel- die che ebenfalls dem jetzigen Geschlechte En- crinus verwandt sind, auch aus einem ein- fachen, gegliederten Stiele bestehen, auf welchem gegliederte, aber vielästige Arme um einen gemeinschaftlichen Mittelpunkt u sitzen, und an das vorige Geschlecht durch Um den Encrinus coralloides(s) gränzen, eine alle seltene Art von Versteinerungen, deren Stiel ae aus einer Reihe sehr breiter Glieder(Trochi- er ten) besteht, und deren Kopf dem der gemei- hei- nen Encriniten ähnlich ist, nur dals die der Aeste aus- (s) Anpreä’s Briefe aus der Schweitz. 2ter Abdruck. 5.4. Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher Merkwürdigkeiten der Landschaft Basel. Die=...867..Tab.7.. 8. hi, k.lım. ar a TEE EL Ie enge Tee ME ern e aan 44 uzmnaee . A, 2 u Aeste nicht so regelmäfsig, wie bey den letz. mM x.| und nie tern, sondern unordentlich unter einander = hedecht verschlungen sind, nat 3) Die Echiniten, Asteriten, Madre-| De poriten u.s. w. Polypen aus den jetzigen onisch Geschlechtern Echinus, Asterias, Madrepora I unde U.8. w.(t). ven(I : age E n) De Hierher gehörige Mollusken sind:| ten,| 1) Die geraden Tubuliten, gerade, glatte, g; E z E| er mit ringförmigen Absätzen, aber keinen 3 I Scheidewänden versehene Röhren. : mul | 2) Die Doppelröhren(u), zwey gerade, cy- hi lindrische, parallele Röhren, die in einer ge.| meinschaftlichen Scheide eingeschlossen sind, I De :\ FR it 3) Die Dentaliten, pyramidalische, ge-| hitr krümmte, der Läuge nach gestreifte Körper mitt mit einem Canal ohne Scheidewände. Int i i i| lien 4) Die Belemniten, conische, vielkamme-| ; ee£: N Ges richte, mit einer dicken Rinde, in deren Ä Bicat Queerbruche Strahlen aus dem Mittelpunkte| e i x bratıl nach der Peripherie laufen, umgebene Röh- L ren. he 5) Die () Zu den Thierpflanzen der Vorwelt müssen ohne Zweifel auch die sogenannten versteinerten Schwäm- me(Fungiten) gerechnet werden. Ulde (1) Bitubulites problematicus. BrumEnBAcH“ao specimen archaeologiae tellurisetc. p. 25. Tab.II. fig. 9. My den, :\ \ RE een ER ein nn a een nn ee 2 Tine u nn mama| 4) letz. 5) Die Orthoceratiten, ebenfalls conische ander und vielkammerichte, aber mit keiner Rinde bedeckte Röhren. ur 6) Die Ammoniten und Lituiten, lange, Se conische, vielkammerichte, spiralförmig ge- ER wundene Röhren mit abgesonderten Windun- gen(v). 7) Die Lenticuliten, Linsensteine, Helici- atte,/ ten, Phaciten, vielkammerichte, spiralförmig : gewundene, auf beyden Seiten der. Fläche, in welcher sich die Windungen befinden, mit einer nach aussen convexen Schaale be- Eu deckte Gänge. ae eg ind, 8) Die Nautiliten, Turbiniten, Strom- . biten, Bucarditen, Pectiniten, Cha- miben, Terenratimliten,. Soleniten, us Mytüliten, Telliniten u, s. w. Conchy- lien der Vorwelt, die sich zu den jetzigen une Geschlechtern"Nautilus, Turbo, Strombus, ein Buccinum, Cardium, Pecten, Chama, Tere- nkte bratula, Solen, Mytilus, Tellina w. s, w, \öh- bringen lassen. ) Die 9) Die ohne wäm«|.(v) In diesem letztern Zusatze unterscheiden sich die Ammoniten und Lituiten von den Nautiliten, de- BACH ren äusserstes Gewinde die innern umfalst und mit fg.9 diesen verwachsen ist; A “ ER,# m 2 Re” nn NS FE SEEN RZ na en. erinnern 46 mer 9) Die‘ Pantoffelmuschel(w), schel aus der Familie der Austern, von de- eine Mu ren beyden ungleichen Schaalen die eine co- nisch ist, eine stumpfe umgebogene Spitze, Eine platte Seite und der Queere nach ge- hende Aippen hat, die andere, oder der . Deckel, chen Rippen flach, halbcirkelförmig, mit ähnli- versehen, und am Hande ge- zähnt ist, 10) Die beyden Delucschen Bivalven vom' Berge Saleve(x). Die eine der- selben, welche sich der Form der Herzmu- scheln nähert, zeichnet sich vorzüglich durch zwey sehr ungleiche Klappen, durch ein grö- fseres und stärker.artikulirtes Schlofs, wie man. bey irgend einer bekannten Art der noch lebenden Muscheln antrifft, und darin aus, dafs das Innere der kleinen Klappe dem menschlichen Ohre sehr ähnlich ist. Die an- dere hat in der Textur der Schaalen einige Aechnlichkeit mit den Schinkenmuscheln(pin- aber entfernet sie sich Rlap- pen sind nicht symmetrisch; die eine ist con- na). In der Form gänzlich von diesen. Die beyden VEexX (w) Von Hüprscn’s neue ın der Nat, Gesch. des Nie« der-Deutschland’s gemachte Entdeckungen. S.40. u (x) Saussune’s Reisen durch die Alpen.‘ Th.ı. 8.215. Tab. Il, ven der- /MU- lurch grö- wie der larin dem vex und mit groben Höckern besetzt; die andere hingegen ist plattgedrückt, erhebt sich aber doch gegen das Schlols hin, von welchem kleine Rinnen, die sich in Aeste zertheilen und den Rippen eines Blatts ziem- lich gleich kommen, bis ohngefähr über zwey Drittheile der Oberfläche hinlaufen, Diesem Verzeichnisse müssen wir aber noch eine Bemerkung beyfügen. Wir haben hier die Tubuliten, Doppelröhren, Dentaliten, Belemni- ten, Orthoceratiten, Ammoniten, Lituiten, und Lenticuliten zu den Mollusken gerechnet.. Inde!s scheint es mir, aus Gründen, die weiter unten vorkommen werden, sehr zweifelhaft zu seyn, ob diese Eintheilung richtig ist, und jene Kör- per nicht vielmehr zu den Thierpflanzen, oder gar zu einer ausgestorbenen Classe, welche, gleich den Würmern, zwischen den Mollusken und Thierpflanzen in der Mitte stand, aber doch von den Würmern sehr verschieden war, ge- zählt werden müssen. Folgendes sind nun die Resultate, die sich aus einer genauern Untersuchung der Struktur und Verbreitung der angeführten Körper ergeben: ı) Alle gehören, wie schon gesagt ist, entwe- der zu den Polypen und Schaalthieren, oder doch zu einer Classe, die zwischen diesen in der Mitte stand. 48—— % N 2) Manche derselben sind von höchst wunder- up 2 barer, fremdartiger Struktur, wovon sich rl nichts Aehnliches unter den letzigen Bewoh-| al nern der Erde mehr findet, und viele zeich- y, In di nen sich durch eine ausserordentlich grolse seine de Menge von Artikulationen aus. Nullen, sche, St Höchst fremdartig ist zuerst die Struktur der Aurehbolnt Ammoniten,. BorLTen(y) löste von einem Am- zur einen monshorne den sSteinartigen Thon ab, wodurch Kanmern: die Windungen dieser Thiere an einander gekit- Vertindun tet sind, worauf das ganze Horn, wie eine anf- ch au gewundene und wieder losgelassene Uhrfeder, allen Se sich von einander gab, und so beweglich, wie fee s die Schwanzspitze einer Klapperschlange, wurde, den Nhntı Die Ammoniten sind also Ueberbleibsel eines aus mi vielen Gelenken bestehenden, und mit einer har- tung die s ten Schaale gleichsam gepanzerten Thiers, das um Ti seinen Körper ausstrecken und spiralförmig zu- sehr vchr sammenlegen konnte. Wo findet sich etwas Aehn-| nung, da liches unter den jetzigen Polypen oder Mollusken? m nn Eben diese Frage ‚läfst sich bey den Lenti- ie {: N{eelben e culiten aufwerfen. Zwischen den beyden kreis- Ai % ä. P 5 ch An förmigen, inwendig concaven Schaalen, womit I di diese Körper bedeckt sind, findet man einen spi- el ralförmigen Gang, dessen Centrum mit dem Mit-"Amer di tel: Ne der Gr N (y) Beschäftigungen der Berlinischen Gesellschaft, B. nach N IV. S.5ı0 ff, In 'nder. sich woh- eich- rolse r der Am- lurch ekit- auf- eder, wie ırde, aus har- das 7, ZUe Aehn- ken? ‚enti- irels- vomit 1 Spie Mit. tel. aft, B — 49 \ telpıınkte der Schaalen übereinkömmt, und wel- cher durch zahlreiche queerliegende Scheidewän- ‚de in eine grolse Menge kleiner Zellen abgetheilt ist. In dieser Struktur sind also die Linsen- steine den Nautiliten verwandt. Allein bey den Nautiliten, und selbst den kleinsten microscopi- schen, sind die Scheidewände der Kammern durchbohrt, und jede Schnecke dieser Art hat nur einen einzigen Bewohner. Zwischen den Kammern der Lenticuliten aber findet gar keine Verbindung statt. Nur die äussersien Zellen sind nach aussen offen; alle übrige hingegen von allen Seiten verschlossen. In dieser Struktur ent- fernen sich die Linsensteine ganz und gar von den Nautiliten, und nähern sich den Thierpfian- zen. Es ist unmöglich, dafs bey dieser Einrich- tung die sämmtlichen Rammern von einem ein. zigen Thiere können bewohnt gewesen seyn; sehr wahrscheinlich ist hingegen Saussure’s Mei- nung, dals jede der äussersten Zellen einen eige- nen Bewohner gehabt habe; dals sich dieses Thier fortpflanzte, indem aus dem obern Theile desselben ein neues Thier hervorsprolste, wel- ches sich dann ebenfalls eine neue Zelle bauete; dafs unterde[ls das alte Thier starb, und seine Kammer durch eine Wand verschlossen wurde, welche der Wohnung des neuen Thiers zur Grundlage diente; und dals sich auf diese Art nach und nach immer nene Thiere erzeugt ha- 111. Ba. D ben, so| ber, welche ihre Wohnungen in der Gestalt einer Be) Spirallinie an einander bauten(z). gr dm ::;[mut Die Belemniten wurden vermuthlich auch von einer Thierpflanze bewohnt, die sich in der wi äussersten Zelle dieser vielkammerichten, coni- Bir schen Röhre aufhielt. AnprzeÄ(a) sahe eine u Versteinerung dieser Art, deren Schaale an dem N spitzen Ende weggebrochen war. Dadurch war nnd ein Körper entblöfst worden, der sich mit ver- he schiedenen Furchen oder Falten in eine Spitze in endigte. Diese war bey einigen etwas abgerun- ih det. Die Falten bildeten an dem Ende, wo sie Mike zusammenliefen, kleine Erhöhungen, meist acht| ihre an der Zahl, und schlossen eine sternförmige Bin Oeffaung ein. Nicht unwahrscheinlich ist An- hs A DREÄ’S Vermuthung, dals jene polypenartigen fen ® I Körper die Einwohner der Belemniten waren, Mn = Von eben so wunderbarer, dem Baue der une cr jetzigen Thierarten ganz unähnlicher Struktur ten, d i sind die Orthoceratiten. Sie gränzen aber von dr Se | manchen Seiten so nahe an die Ammoniten und hate | Lenticuliten, dafs sie ohne Zweifel mit diesen ce;} i| in einerley Classe gesetzt werden müssen. Er- Mary | i wägt man nun die gänzliche Verschiedenheit der N mi 4 angeführten Körper von allen heutigen Organis- S men,\ |(N Ahr (2) Saussure’s Reisen. Th.2. 8.84 E. N ap (a) Anppeä’s Briefe aus der Schweitz. 8.31. an Den en ee ne nn einer auch der coni- eine dem war ver- itze Tun: I sie acht mige Än- igen >» der uktur von und 1esen Er- it der sanis- men, SI men, und diese nahe Verwandtschaft, die sie un- ter einander haben, so wird man unsere obige Vermuthung, dafs sie zu einer ausgestorbenen Classe gehört haben, die, gleich den jetzigen Würmern, das Mittel zwischen den Mollusken und Thierpflanzen hielt, jedoch von den heuti- gen Würmern sehr verschieden war, nicht un wahrscheinlich finden. Bey denjenigen Organismen der Urwelt, wel- che mit Zoophyten oder Mollusken der jetzigen Erde zu einerley Familie oder Geschlecht gehört haben, und wovon also noch analoge Formen übrig sind, erstreckt sich diese Analogie doch meist nur auf das. Ganze der Organısation, In einzelnen Theilen zeigt sich dagegen auch hier die auffallendste Abweichung von allen heutigen Gestalten der lebenden Natur. So giebt es zwar unter den ältern Petrefakten sehr zahlreiche Ar- ten, die mit dem noch vorhandenen Geschlechte der Seeigel(Echinus) übereinkommen. Aber alle heutige Gattungen dieses Geschlechts haben Sta- cheln; hingegen unter den Seeigeln der Vorwelt waren viele mit Organen von ganz anderer Struk- tur, mit den sogenannten Judensteinen, besetzt(b). Als (b) Anoreä a= O. S.262. Tab. ı4. fig. d. Tab. ı% fig.a. De Luc, Mem. presentes ä l’Acadı des ss; a Paris. T.IV, 1765. pP. 467: De. 2 OO emunn 7 Als einen andern merkwürdigen Charakter P der ersten lebenden Produkte der Erde haben wir hi slie ausserordentlich grofse Menge von Artikula- mel tionen genannt, womit viele derselben versehen h: sind. In diesem Stücke zeichnen sich vorzüglich Alm die Encriniten und Pentacriniten aus. Bey ihnen ni besteht zuerst der Stiel aus lauter scheibenförmi- meer I gen Wirbeln,(Trochiten, Asterien) die mit wun- yı derbarer Kunst durch zahlreiche Hervorragungen, Vor womit sowohl die obere, als die untere Fläche en eines jeden Wirbels besetzt ist, und welche aufs R genaueste in Einschnitte der beyden anliegenden N Wirbel passen, unter einander verbunden sind.|! Bey den Encriniten artikulirt ferner der Stiel mit| hi den Armen durch mehrere Hnochen, die eine ganz. ähnliche Verbindung unter einander haben, Von wie die Äncchen der Handwurzel des Menschen. Thlere Aber noch weit zahlreicher sind die Glieder jener allen a Arme, die aufs regelmäfsigste von der Basis bis Linden zur Spitze an Grölse abnehmen. Jeder der Arme artikulirt wieder nach innen an beyden Seiten- b rändern mit einer höchst zart gefiederten Flosse,() An und von diesen Flossen sind endlich noch die i einzelnen Fäden aufs feinste gegliedert(c), un (Senf 3)() Tre (e) Vergl. Rosını tentaminis de lithophytis etc. pro-| Indisch dromus. HotLmAnN pentacrinorum etc. descriptio,| Nor ‘im Eiusd. Commentat, sylloge altera. BrumengacH Mn in Voıcr’s Magazin f. d. Neueste-aus der Physik| nl u. w. B.VI S1448. m nn en een einen 2 akter wir ula- hen lich Inen YMie Yun« sen, iche ufs den ind. mit ine =) Viele sind von einer Riesengrölse, wozu keine ähnliche Organismen heutiges Tages mehr gelangen. So giebt es Nautiliten, die bis 2 Fufs(d), und Ammonshörner, die mehrere Ellen im Durch» messer haben(e). 4) Manche zeichnen sich durch eine sehr weite Verbreitung aus, und zugleich beweisen mehs rere Umstände, dafs sie an denjenigen Orten, wo sie in jetzigen Zeiten gefunden werden, ursprünglich gelebt haben müssen, und nicht aus fremden Welttheilen durch Meeres- fluthen dahin gebracht seyn können, Von der ausgedehnten Heimath mancher Thiere der Vorwelt geben vorzüglich die Ammo- niten einen Beweis, die fast in allen bekannten Ländern entdeckt sind(f), Es zeugen dafür die Encru (d) Anpreä’s Briefe aus der Schweitz. 8.23. 265. (e) Eines‘Ammoniten von 42 Fuls erwähnt EsrzR (Schriften der Berlin. Gesellschaft, B.V. S.57.). (f) Unter andern findet sich an der Mündung des Indischen Flusses Gandica eine eigene Art von Ammoniten,(Ammonites sacer. BLUMENBACH specimen archaeolog. telluris etc. p. 21. Tab,M. fg: 7.) die’bey den Indiern heilig istı 4 eusereug Encriniten, welche ebenfalls in dem wursprüngli- ya chen Ocean sehr gemein und sehr weit verbreitet gi N gewesen seyn müssen, wie die Menge einzelner| m Glieder von ihnen beweiset, die man an so vie- fie sel len Orten antrifft(g). gm Fl die FI Dafs aber die Gegenden, wo man jene Thie- Ann! re versteinert findet, auch ihr ursprünglicher es Aufenthalt gewesen sind, erkellet daraus, weil neh diese Petrefakten an ihren jetzigen Lagerstäten dire eben so in Coionien und Familien vorzukommen eh pflegen, wie die Mollusken und Polypen heut zu a Tage auf dem Boden des Meers leben. Von die- Nic ser Bemerkung findet man unter andern einen A Beweis im Luzerner Gebiete, wo eine eigene Art) ad von Dentaliten in einem aschgrauen, festen Kalk- we, WACH steine in grölster Menge und ohne mit irgend: Buceinit einem andern Petrefakt vermengt zu seyn, dicht hen beysammen liegen(h); an der Menge von Lilien- Sn steinen, die oft in einem kleineh Raume zusam- a mengedrängt sind, und an den ungeheuren Mas-% sen von Gliedern der Encriniten, die man in so. a. vielen Gegenden antıifit(i), und welche häufig N in einer Versteinerungsschichte ruhen, wodurch a der ältere Sandstein und der auf ihm ruhende u Kalk- Di (g) BrumensgAch in VoıcT’s Magazın f. d. Neueste| kim, aus der Physik u.s. w. B. VI.'St.4. S. 16.© (h) Brumenpach a.a. OÖ. B.V. St.ı.$.14. Mi (i) Brumengach a, a0. B.VI. St. 4. 5.16. ı7. ingli- reitet lner Vie- "hie, icher weil äten einen > Art talk- send Iicht lien» 15aM- Mas- 150 iußg urch ‚ende halk- eueste Kalkstein von einander getrennt sind(k). Nir- /. a gends aber giebt es so einleuchtende Belege zu jenem Satze, als in dem Thale von rento. Hier sieht man von der Fläche des Thals an bis 500 Fufs hoch am Abhange der Berge, welche diese Fläche begränzen, nichts als Tausende von Ammoniten, die ıX Fuls und darüber im Durch- messer haben, Alle liegen wie mit Kunst geord- net neben einander, alle mit der Fläche der Win- dungen parallel auf der geneigten Fläche der Schichten; nie steht einer von ihnen den Schich- ten entgegen; auch bedecken sie nur die Ober- fläche der Lagen; fast niemals sieht man sie in der Mitte, oder am Boden, Höher hinauf ver- schwinden diese Körper völlig, und man erblickt dagegen ein zahlloses Heer von Belemniten, Bucciniten, Volutiten, Echiniten und andern un- kenntlichen Versteinerungen, die in wilder Ver- wirrung durch einander liegen. Ganz oben cr- scheint wieder eine neue Familie, die der Leutis ciliten, die so dicht an einander gedrängt die Schichten erfüllen, dals kaum noch eine Spuhr des sie bindenden Kalksteins zu sehen ist(}). Noch eine andere Erscheinung, welche ebenfalls für den obigen Satz spricht, sieht man in den Thonm- (&) Vow Bucn#’s geognostische Beobachtungen. Bir S.. 140. d) Vox Bucn a.a. O. 3.303. EEE rn 6 gms Thonhügeln von Toscana, besonders in der Ge- m | ä Bet gend von Siena, wo von benachbarten Hügeln,| ja zuweilen von an einander stolsenden Flächen| am eines und desselben Hügels einige so voll von| en versteinerten Muscheln sind, dafs das Erdreich aut de weils davon ist, indem die anliegenden keine si Spuhr von Petrefakten enthalten(m). Diese ges In Thatsache würde. unerklärbar seyn, wenn jene it N Muscheln durch Meeresfluthen, oder auf eine de wi andere zufällige Art in ihre jetzige Lagerstäte Schon gebracht wären. hunde \ 5) Grofs ist die Mannigfaltigkeit der Arten und die| die Zahl der Individuen dieser Organismen. Io fat Die Menge der letztern, welche in manchen der Er Gegenden vorkömmt, übersteigt alle Vor-|. nedae ei stellungen selbst der kühnsten Einbildungs- Ieren| a kraft, und zeugt von der üppigsten Frucht. um £/.'.. e SS E barkeit der jugendlichen Erde. zum T ; S| ter Sch ch Sehr reich an Arten sind vorzüglich die Ge- de Br x schlechter der Jincriniten, Pentacriniten, Echini- x) s ae.“P | ten und Ammoniten. Von den Encriniten und ) Er vn; n! Pentacriniten findet man selten vollständige Exem- I N: Ey 1) Rn j| plare, aber desto häufiger die scheibenförmigen. a=; 5 h h I | Glieder ihrer Stiele, die sogenannten Trochiten,( er R h N ar.> x N ul E Entrochiten, und Asterien, und diese variiren| M <||\) Mr | aus-| \ #!| (m) Saussure’s Reisen, Th. ı. 5.50.$.65. Sg Si= a Ha Rn nn a ET En. nn in r Ge geln, chen von ‘eich eine )iese jene eine stäte und men, chen Vor- ngs- ıcht- Ge- linl- und {eMe igen iten, ren aus- |——n: 57 ausserordentlich in ihrer Gröfse und Gestalt(n), Eben so grols ist die Mannichfaltigkeit der Echi- niten, und gerade diejenigen müssen zu den zahl- reichsten dieses Geschlechts gehört haben, die statt der Stacheln mit den sogenannten Juden» steinen besetzt sind, und wovon nichts Analo- ges in der jetzigen Schöpfung mehr vorhanden ist. Nichts kömmt aber der Verschiedenheit bey, die wir unter den Ammonshörnern antreffen. Schon Jussteu(0) zählte blos in Frankreich über 1} hundert Arten derselben. Von der unendlichen Menge der Individuen, die den Ocean der Vorwelt bewohnten, enthält fast jedes Land Beweise, Es giebt ganze Theile der Erdrinde, die fast blos aus ihnen zusam- mengesetzt sind. Unzählbare Schaaren. derselben liegen in den Höhen um Paris und um Bour- gogne. Bey Chaumont bestehen die Hügel, die zum Theil von ansehnlicher Höhe sind, aus lau- ter Schnecken. Bey Rheims findet sich ein sol- ches Bett, das viele Meilen lang und breit ist(p). In Touraine liegt eine Schichte von lau- ter (n) Rosınus de lithophytis. Tab. IV sg. Warcn’s Nat. Gesch. der Versteisierungen. Th.2. Rap. XI. S, 69 F. P- 319. (pP) Beromann’s physik. Erdbeschreibung. B.ı. S.248. D5 nn sg m m ter Conchiten, die einen Raum von mehr als 130 Millionen Cubikfaden einnimmt(q). In den Pyrenäen tritt man fast bey jedem Schritte auf Lenticuliten(r). In’ den Gegenden von St-Go- bain in. der Picardie sind ganze Kalkfelsen mit dieser Petrefaktenart angefüllt(s).. In England giebt es Steinkohlengruben, wo die Arbeiter in einer Tiefe von g bis ıo Fuls, und in ei ner Weite von mehrern Englischen Meilen oft nichis als eine gewisse Art von Conchiten fin- den(t). 6) Unter allen Petrefakten der Uebergangsge- birge und der ältesten, Flötzgebirge kömmt keine Art vor, die noch in der jetzigen le- benden Natur zu finden wäre Alle diese Erstlinge der Erde gingen unter, und neue Geschlechter folgten ihnen. Hier (g) Hist, de l’Acad. ‚des sc..de Paris. 1720. Ed.&. DaB. (r) Ramonp, Annales du Musdum d’Hist. nat. T. III. p. 82. (s) SAaussure’s Reisen. Th.2. S.86. () Rıcnarnnp Rıcnarpson in Lurpir Lithophyl. Bri- tann. p. 209.— Eine Menge anderer Thatsachen der Art haben Bercmann(Physik. Erdbeschr. B.ı. 5.247.$.57) und Horsmann(Commentat. sylioge altera. p.45.{.12) gesammelt. EERETEREREN, u nn ae en ni ni una nn Zinn Im [ante Yes I Yon der obigen per u aber d Gleich! Vesch zur Habı Di schon| erinuS, fe in von Y erinug tern de In), Bardado bey ein 150 den auf G60- mit land tin el oft fin. sg: nme le: 1ese eue Hier 1.8. IL Brie achen Bl ylloge Hier ist der wichtigste unter den bisherigen Sätzen. Von Belemniten, Orthoceratiten, Lituiten und Lenticuliten ist noch nie auch nur etwas Achn- liches in der jetzigen Natur entdeckt‘ worden. Von den übrigen Zoophyten und Mollusken des obigen Verzeichnisses giebt es zwar analoge hör- per unter den heutigen Bewchnern der Erde, aber die Aehnlichkeit ist entweder eine blofse Gleichheit des Geschlechts(genus) bey gänzlicher Verschiedenheit der Art(species); oder es ist gar nur eine schwankende Uebereinkunft in dem Habitus. Die Encriniten und Pentacriniten sind, wie schon gesagt ist, dem heutigen Geschlechte En- erinus, und zwar die erstern dem, aus der Tie- fe des Grönländischen Meers hervorgezogenen, von Mryrıus(u) und Errıs(v) beschriebenen En- crinus radiatus(Vorticella Enerinus L.), die letz- tern der Guerrarnschen Encrinus Asteria(Isis Aste- yia L.), wovon ein Exemplar an der Küste von Barbados gefunden ist(w), ähnlich. Allein sehon bey einer flüchtigen Vergleichung der Beschrei- bun- (u) Schreiben an den Herrn von Haller. London. 1753. (v) Essais sur l’Hist. nat. des Corallines. p. 110, (w) Mem, de l’Acad. des sc, de Paris. 1755. ad ä e] 5 4 3 A | E 69 run bungen des Encrinus radiatus mit einem voll. ständigen Encriniten, oder mit den Beschreibun- gen und Abbildungen, welche Rosınus(x), Ha- RENBERG(y), HotrLmann(2) und BLUMENBACH(a) . von dieser Petrefaktenart geliefert haben, zeigen sich grolse Verschiedenheiten, worunter die wich- tigste diese ist, dals der Stiel des letztern nicht aus artikulirten Gliedern besteht, wie der der sämmtlichen Encriniten. Nicht weniger verschie- den ist die Guerrardsche Seepalme von allen be- kannten Arten der Pentacriniten. An jener hat der Stiel wirtelförmige Seitenäste, welches bey keinem der letztern statt findet(b), ausser bey einem, von AnpreäÄ(c) abgebildeten Entrochi- ten, der aber vielleicht erst von neuerer Entste- hung ist. Die (z):A: 2: O, (y) Encrinus s. lilium lapideum. Wolfenb, 1729. (2) 2720, (a) Voısr’s Magazin f. das Neueste aus der Physik. B. VI. S.4. (b) Vergl. E. F. Hırmerr Caput medusae, utpote no- vum diluvii universalis monumentum. Stuitg. 1724. ECorrını in Commentat. Acad. Theodoro- Palat. Vol..3. phys. p. 69. AnnerreÄ’s Briefe aus der Schweitz. Tab.6. Brumensacn’s Abbildungen na« turhistorischer Gegenstände. H.YII. Nro. 70, (c) A.a. 0. S.8. Tab.I, fig... En En un ann m nen 1) je nei | Ih i Inge ine Al darüber Nollck fndet) Aumon dafs be u gt weiter Und bewei | Jumi Ba nd, W yıllımı and di \ die: Iitult ı mussen Reunpen Ehen % Deut sik, 110. 1724. alatı der na: eimmarstunenn 6L Die Verschiedenheit der Ammonshörner von den neuern Meeresprodukten hat pe Lamanon durch eine umständliche Vergleichung beyder dargethan(d). Diese läfst sich aber noch auf einem andern Wege beweisen. Man ist allgemein darüber einverstanden, dafs es unter den jetzigen Mollusken keine Lituiten mehr giebt. Nun aber findet kein anderer Unterschied zwischen den Ammoniten und Lituiten, als nur dieser, statt, dals bey den erstern die ganze Röhre spiralför- mig gewunden, bey den letztern hingegen der weitere Theil derselben gerade ausgestreckt ist, Und dafs dieser Unterschied blos zufällig ist, beweiset die oben erwähnte Beobachtung von BorLren, nach welcher die Ammonshörner Ue- berbleibsel des gegliederten Panzers eines T'hiers sind, welches seinen Körper ausstrecken und spis ralförmig zusammenlegen konnte. Die Lituiten sind daher ausgestreckte Ammonshörner, so wie diese zusammengelegte Lituiten. Da also kein Lituit in der lebenden Natur mehr existirt, so müssen auch die Ammonshörner zu den unter gegangenen Thieren gehören. Eben dieses Resultat ergiebt sich, wenn man die Dentaliten, Echiniten, Madreporiten u. s. ws der (d) LA Prrovuse’s Entdeckungsreise. B.2. 5.346. dex Uebersetzung von SPRENGEL u. TOoRsSTER, 62 gumrmmemu| gun Zl der Uebergangsgebirge und der ältesten Flötzge- as birge mit den jetzigen Arten der Geschlechter oh ji Dentalium, Echinus, Madrepora u. 5. w._ver- din gleicht. Inzwischen würde eine solche Verglei- ine chung uns hier zu weit führen, Es läfst sich aber ein allgemeiner Grund für den Untergang Aber aller jener Arten anführen. Dieser ist die grolse Mannichfaltigkeit derselben und die zahllose Men- peu ge ihrer Individuen. Wie könnten so viele Arten Me und Individuen Jahrhunderte hindurch unentdeckt Frpic geblieben seyn, wenn ihre Nachkommen noch De il in gleicher Menge vorhanden wären? Giebt es nerten noch Abkömmlinge derselben, so können deren Im nur noch sehr wenige seyn, und diese wenige nit müssen blos in den unergründlichsten Tiefen lien des Oceans leben, indem sonst doch zuweilen Küsten| einige derselben von Stürmen und Meereswellen auten| an die Küsten mülsten verschlagen werden, ı ml) Aber in diese Tiefen könnten sie sich doch nur| sei allmählig, nicht plötzlich, zurückgezogen haben,| hohen Es mülsten sich also Nachkommen derselben in| und wo den jüngern Flötzgebirgen, und in dem aufge- An eine schwemmten Lande finden. Nun trifft man frey- Cadıx ei lich auch in manchen von diesen Gebirgen Am- wmonshörner, Belemniten und andere Versteine-| rungen der ältern Gebirge an. Aber die Höhlung I Te dieser Körper ist dann immer mit einer Materie| UM et angefüllt, die von der Gebirgsart ihrer Lager-|(Ran stäte gänzlich verschieden ist, Es leidet also kei-(ei nen Iankı: >. Ö2 Te nn itzge. chter ‚ver- 'glei- sich gang rolse Men- Arten leckt noch It es deren enige efen len len den, nur ıben, n in fge- frey- Am eine lung terie agel- , kei- nen UmEzEnTE En 63 a nen Zweifel, dafs sie erst lange nach ihrer Ver- steinerung aus ältern, jetzt zerstöhrten Gebirgen in die jüngern Erdschichten gerathen sind(e), und längst nicht mehr existirten, als diese sich bildeten. Aber giebt es denn nicht Zeugnisse von auf gefundenen jetzigen Conchylienarten, welche mit versteinerten Schaalthieren völlig übereinkommen? Freylich giebt es deren, und zwar in Menge. Der ältere BArtTram bemerkte, dals die verstei- nerten Seethiere, die man in grolser Menge auf den KNordamerikanischen Bergen findet, zwar nicht dieselben sind, die jetzt unter dem nehm- lichen Grade der Breite an den Amerikanischen Küsten leben, dafs sie aber in den wärmern Cli- maten von Süd-Carolina und Florida vorkom- men(f),. Vox Hüpscn(g) versichert, eine ver- steinerte Schnecke zu besitzen, welche auf einem hohen Berge in Lothringen gefunden worden, und wovon das Original im Indischen Meere lebt. An einer andern: Stelle erzählt er, dafs er aus Cadix eine glatte und eine gestreifte Bohrmuschel (Tere- (e) Vergl. Fersen, Mem, de l’Acad. des sc. de Berlin, 1790 et gı. p.ı62. (f) Kaım’s Reise, B.2.. S.28ı. (g) Neue in der Nat. Gesch. des Nieder- Deutsch- lands gemachte Entdeckungen. S. 14. 64 ren | ° er N (Terebratula) erhalten habe, welche in allen a 4 a A Yehirg Stücken den glatten und gestreiften Terebratuli-| la 2. y|„fer h ten ähnlich waren, die in der Eifel und im Ber-| je . N; r Ik isch gischen gefunden werden(h). Die Taschenmu- uk am schel eben dieses Schriftstellers, die in der Eifel za 06 zwischen Terebratuliten vorkömmt, soll von For- Ani N Tıs aus der Tiefe der See von Sebenico, einer defeken U Stadt in Dalmatien, herausgezogen seyn(i). ten Kalk Fausas-Sr-Fonn hat ein ganzes Verzeichnils von gr Wohl fossilen Conchylien geliefert, welche noch lebend, Champagn und zwar meist in der südlichen Erdhälfte, zum mit Vers Theil auch in Neu-Seeland, vorhanden sind(k). Cabikaal L; i? Parıelah Doch alle diese Zeugnisse widerlegen nicht un- i eh N Echiniter sern Satz. Hier nehmlich ist nur von den Verstei- keine An nerun- en| und üben (1) So sagt vom Hürscn(Nat. Gesch. des Nieder-| in den il Deutschland’s. Th. ı. S. ı5.).. Forrıs selber aber| kommen drückt sich nicht so entscheidend aus.“Obschon”, 1 deielaen. sagt dieser,“die von mir gefischte Terebratul nicht GAARD'S „völlig mit seiner(des Baron von lHlürsch) Figur| hie(n „(der Taschenmuschel) übereinkömmt, so bin ich| Meine r””=’\ „doch geneigt, sie für das Original der seinigen zu hf a x ebenfalls} „halten, da ich beobachtet, dafs auch unter den\ ei I, Ä; nl „Exemplaren, die ich besitze, und die alle von in, On „gleicher Art sind, einige Verschiedenheit in der| it, Ab „Bildung herrscht.”(Fortis Reise in Dalmatien,\ Th.ı.. 8.233: ur () Anda (k) FAusas-Sr-Fowp Hist. nat. de la Montagne de|(Mh S Ih St-Pierre de Maestricht. p. 50. Essai de Geologie.| ©| al sen 1. p-58 IA en Re en een ae) nm 1 I anne allen atulie Der. ImUu- Kifel For- einer (i. tun- 'stel- run- eder- aber hon”, nicht Figur ı ich n zu - den von ı der atien, ne de plogie. mu 65 nerungen der Uebergangsgebirge und der ältesten Flötzgebirge, nicht der jüngern Erdschichten, die Rede. Unzählige Erfahrungen aber beweisen, dals zwischen den Versteinerungen der ältern und neuern Gebirgsarten ein grolser Unterschied statt findet. Man darf nur die Petrefakten der Krei- defelsen untersuchen, und sie mit denen der äl- tern Kalkgebirge vergleichen, um sich von die» ser Wahrheit zu überzeugen. Zu Courtagnon in Champagne giebt es eine Kreidenschichte, die mit Versteinerungen so angefüllt' ist, dafs ein Cubikzoll dieser Kreide gewöhnlich an hundert Petrefakten enthält. Man findet hier Muscheln, Echiniten und deren Stacheln. Aber. es giebt hier keine Ammonshörner, Belemniten, Gryphiten und überhaupt keine von denen Gattungen, die in den ältern Gebirgen der Flötzformation. vor= kommen(l). Eben dies ist der Fall in den Rrei- defelsen von Stevens Hlint in Seeland. Aus AbBıL-» GAaarn’s Verzeichnils der Petrefakten dieses Ge- birges(m)-erhellet, dals auch hier Echiniten, Pectiniten, Anomiten u, d. gl. in Menge, aber ebenfalls keine Encriniten, Pentacriniten, Ammo- niten, Örthoceratiten und Belemniten zu finden sind. Aber einen noch auffallendern Beweis der Ver: (1) Anpreä’s Briefe aus der Schweitz. 5.15. ı7. (m).In dessen Beschreibung von Stevens Alıns 8, 21 fi| III. Ba: 1 i| 66 ‚— Verschiedenheit, die unter den Versteinerungen| Ya der verschiedenen Gebirgsarten statt findet, giebt ah eine Beobachtung, die Sauvasks(n) auf zwey| sacapl benachbarten Bergen der Gegend von Alais mach- waren,| te. Auf dem Gipfel des niedrigern dieser Berge schen N fand er Schnecken und Muscheln, die noch jetzt vorge) an'der Französischen Küste leben. Auf dem hö- geht ı hern aber lagen Ammoniten, DBelemniten, und scheln| eine, von ihm beschriebene Conchitenart, wel-| naht che ebenfalls von ganz fremdartiger Struktur ist, ein Kir hillle Der erstere von diesen Bergen gehöret ohne Zweifel zur Classe der angeschwemmten, und N in solchen Gebirgen findet man häufig Gehäuse nun von Thierpflanzen und Mollusken, deren Origi- und F nale noch vorhanden sind. Sie liegen hier ver-| han = mischt mit Ueberbleibseln von Landthieren, und| la ı 1 gehören theils solchen Arten an, die in benach-| Tall i) barten Meeren leben, theils aber auch solchen, nl 33 II die heut zu Tage erst in fernen Gegenden vor-| Jihke al kommen. Dergleichen Muscheln findet man un- Aldi ui ter andern auch an den Küsten des Caspischen geren a| Meers, und auf den Hügeln von Piemont, Die u | der erstern Gegend sind dieselben, die sich noch ku | jetzt im Caspischen Sce aufhalten(0); in der ii | letz I: | Are y (n) Mem. de V’ Acad, des sc.. de Paris. 1743. Ed, 4. uch”, g p- 408:| (0) S. G. Gmerin’s Reise. durch Rufsland. Th. 4.()k >. 49. x || Tin men Sie ee ee a ae lee ungen giebt zwey nach- erge jetzt n hö- und wel. Ir ıst, ohne und 'häuse Origi- ver und nach. chen, 1 Vor- n un- schen Die noch ı der letztern Gegend sammelte pe Luc(p) Kammmu- scheln, Gienmuscheln, Zwiebelmuscheln(Ano- mia cepa) und Meereicheln, die so gut erhalten waren, als ob sie erst eben aus dem mittelländi- schen Meere, wo sich ihre Arten aufhalten, her- vorgezogen wären; er fand aber auch ebenda- selbst und in demselben Zustande Compalsmu- scheln(Ostrea pleuronectes) und Anomien, die nicht in den Europäischen Meeren leben, und ein Rinkhorn, das jetzt nur in der südlichen Erd- hälfte einheimisch ist. Solche Muscheln jüngern Ursprungs waren nun gewils die, wovon BarTRAMm, von HürscH und Fausas- St-Fonp. die Originale entdeckt ha- ben wollen. Ich sage entdeckt häben wol- len’, nicht entdeckt haben: denn öb das Letztere wirklich statt fand, läfst sich mit Recht in Zweifel ziehen, Der Fälle, wo blofse Aechn- lichkeit für völlige Gleichheit ausgegeben ist, sind in der Petrefaktenkunde so viele, dals man gegen alle solche angebliche Entdeckungen mifs- trauisch zu seyn grolse Ursache hat. Es sey mir erlaubt, hierüber die Worte eines Naturforschers anzuführen, dessen Zeugnils in dieser Sache ohn- streitig von Gewicht ist,“Es ist fast unbegreif- „lich”, sagt derselbe,“wie weit die Nachlässig- „keit (p) Gren’s Journal der Physik. B. VI. 5.304. E2 68 mmmmanmen „keit mancher Schrifisteller in diesem Punkte” oil (der Beobachtung des Unterschieds zwischen blos| ‚ut ähnlich und wirklich gleich)“gegangen| „ist. So hielt der seel, Baumer die platten klei- iR „nen Ostracitenschaalen, die so häufig an grolsen Al) „Ammoniten aufsitzen, geradezu für die BDlatta„Ient 2 2»byzanlına. So hielt man vulgo die herrliche„dla „Bivalve mit den glühenden hohen Goldfarben„der 0 „im sogenannten opalisirenden Muschelmarmor„wohl „aus Kärnthen für Ostrea ephippium, oder den„dense „Linneischen Helmintholithus diluvianus für My-„pen, „tulus-erista galli ww, 8. w.2.:._.. 2Gegen. solche ANNE „Vergehungen sichert scharfsichtige präjudizlose|„ach „Vergleichung, die mir oft Dinge als specilisch-|.„ll „verschieden gezeigt hat, die ich anfangs auf den 1 schen „ersten Blick, der Aehnlichkeit wegen, für| „völlig gleich gehalten hatte. Nur ‚gleich ein| „Paar interessante Beyspiele der Art statt vieler. l „Ich erhielt vor kurzen aus dem Westphälischen ul „eine wegen ihrer ansehnlichen Grölse und Schön- a „heit auffallende Art von Terebratuliten, die gro- ande „fse Aehnlichkeit mit SoLAnDER’s Anomia venosa us de „von den Falklands- Inseln zeigte, Aber freylich Damen „blieb es auch nach genauer Vergleichung bey| berhlebe „der bloisen Aehnlichkeit, So ähnelt ein Muri- min Z„cit.unter den vulcanisirten Conchylien aus Valle\ „di Ronca, die Hr. Abb. Forrıs und Hr. Prof. WM „Hacguxr beschrieben, dem neuerlich entdeckten ud „Murex hexagonus aus der Südsee. Aber in bey-()& „den /| % nie Se En een ee ne een. Siena. nn nn ne ınkte’ blos allgen klei- 'olsen Dlatta rliche farben armor r den r My. solche dizlose ihısch- f den für ı ein ieler, \schen Schön- 8 grO- venosa eylich g bey Muri- ; Valle Prof. \jeckten in bey- „den |- 6 9 „den Fällen ist das jetzige Original von dem Pe- „trefakt ganz und gar specifisch verschieden”(q). Eben so sagt Moperr:“Gemeiniglich hat „man sich vorgestellt, dals die Originale der „Versteinerungen nicht weit zu suchen waren, „dals z.B. das Original des Nautili orthocerae in „der Ostsee zu Hause seyn sollte; aber man hat „wohl dabey sich sehr betrogen. Von den auf „demselben Nautilo angewachsenen Versteinerun- „gen, als Lepadibus quibusdam und Asteriae mi- „uutae gleichenden, die gar nicht! in der Ostsee „sich befinden, ist deutlich zu schliessen, dafs „diese Nantili in originali in der Ferne zu su- „chen sind”(r). (2733 Während der Periode, wo die im vorigen erwähnten Polypen und Mollusken lebten, ent- standen zugleich noch andere Meeresbewohrer aus der Abtheilung der wirbellosen Thiere, und namentlich Crustaceen. Indels kommen der Ue- berbleibsel dieser Arten nur wenige vor, und sie müssen daher entweder erst in geringer Anzahl VOre (4) BrumensacH in Voıcr’s Magazın f. d. Neueste aus der Physik etc. B.VI. St.4. S.5. G) Schriften der Berlin. Gesellsch, B. VI. 8.249, Ba ele)| / - v Yard vorhanden gewesen, oder, ehe sie versteinert AN werden konnten, zerstöhrt worden seyn. Die h wenigen, noch übrigen, sind aber ebenfalls, wie| ne die damaligen Thierpflanzen und Mollusken, sehr Bun verschieden von den jetzigen Seethieren. Zu ih- se nen gehören z, B. die Trilobiten(Entomoli- ei thus paradoxus L.), eine Thierart, die von so Im m : fremdartigem Baue ist, dals man sogar über ihre We Stelle im Naturreiche lange gezweifelt hat, die ungen jedoch ohne Zweifel zur Classe der Crustaceen in den zu rechnen ist, Man fand sie zuerst zu-Dud- in de ley in Staffordshire(s), nachher aber auch mit Ve einigen Abänderungen ih mehrern andern Gegen- Dis den von Europa, z.B. in Schweden(s*), in schon der Gegend von Leipzig(t), in Böhmen(t*), Be: und zwar in dem letztern Lande bey Ginez in| gi einem schiefrichten Thone, der von hohem Alter| Ion zu seyn scheint(u). Indefs gehören nicht. alle| Ver- I (5) Lıirtrerow, Philos. Toten 1750. P.598. Morrı- a men ebendas. p.600. DA CostA. 1753. p. anisch 286. hränter, (s*) Lınne, Abhandl. der Schwed. Akad. 1759. S.20. (!) Genen de quibusdam rarioribus agrı Lipsiensis ie pewilicatis specim. TI. i An il(iX) Von Kınsky, Abhandl. einer Privatgesellsch. in| IM l Böhmen. B. ı. 8. 246. EntAachen ebendas B.V. hin | 0 hin ||(u) Von Born ebendas. B.ı. 8.257 ff.— Merkwiär- Hu N dig Dt ‚20. ensis om B. V« wire dig Versteinerungen hierher, die bey den Schriftstel- lern unter dem Namen Entomolithus paradoxus vorkommen.' So ist das von MoneEeEr in den Schriften der Berlinischen Gesellschaft(v) be- schriebene Petrefakt von ganz anderer Art, und entweder eine Cassida, oder doch den Schildkä- fern nahe verwandt. Weniger selten sind Abdrücke oder Versteine- rungen von Fischen. Man findet diese aber nie in den ältern Flötzgebirgen, sondern immer erst in denen, die von späterer Entstehung sind, Jene enthalten blos Zoophyten und Schaalthiere, Das Meer war also mit wirbellosen Thieren schon bevölkert, ehe sich Fische in demselben bildeten. Sehr häufig sind die Steine, in welchen sich Ueberbleibsel von Fischen befinden, kupferhaltig I a) In einigen Gegenden, z.B. in den Kalkbrü- chen des Monte Bolca von Vestena Nova, liegen zwischen den Resten dieser Thiere auch Farrns kräuter, Mimosen und andere Gewächse(w). Meist dig aber ist es, dafs diese Versteinerung noch nie in der Schweitz gefunden ist. Anpreä’s Briefe aug der Schweitz. S. 3539. (v) B.VI, S. 247. (w) Tausas-Sr-FonD, Annales du Museum d’Hist. Yar Ip EA , 1 Meist bestehen die versteinerten Ueberbleib- sei von Fischen nur in Hinochen und Zähnen. Es hält daher bey ihnen weit schwerer, als bey deh Thieren, die wir im vorigen() untersucht haben, über ihre Verwandtschaft mit den jetzigen Thierarten etwas Gewisses auszumachen, und zıoch schwerer ist es, die Zeit ihrer Existenz mit einiger Gewilsheit anzugeben, da fast alle bisherige Schriftsteller die Lagerstäten dieser Ver- steinerungen entweder gar nicht, oder doch nur sehr oberflächlich beschrieben haben. Doch ergiebt sich so viel aus einer Vergleichung jener Reste mit, den heutigen Fischen, und einer Untersu- chung der Gebirgsarten, worin sie enthalten sind: ı) Dals mehrere jener Fische, gleich manchen Polypen und Mollusken der ‚Vorwelt, eine Riesengrölse besalsen, wozu keine verwandte Fischarten der heutigen Natur mehr gelangen. 2) Dafls von solchen, die nicht(ganz neuern Ursprungs sind, entweder überhaupt, oder doch in denen CGlimaten, wo sie versteinert gefunden werden, heut zu Tage nichts Aehn- liches mehr vorhanden ist, 3) Dals viele von denen, welche vollständig . erhalten sind, in einem Zeitraume gelebt ha- ben müssen, in welchem schon Pflanzen vor- handen waren; dals aber manche von denje- nigen, ud a oder hern Ir funkrei schen(X so) nerte F Schlag Diese ı hsche, dem wand bey he init() aullaler einen B IANv: men, I Al peites bhble Cr bleib. hnen, bey ucht igen und tenz alle Ver nur iebt este :TSU- ‚lten hen eine ndte Igen, ıern der nert hn- dig ha« vor- enje- on, > Ä nigen, wovon sich nur einzelne Knochen oder Zähne finden, vielleicht aus einer frü- hern Periode herrühren, In verschiedenen Gegenden von Deutschland, Frankreich und Italien, z. B. im Lüneburg- schen(x), bey Litskau in Böhmen(y), bey Pa- zis(2) und auf Malta findet man grolse verstei- nerte Fischzähne, die unter dem Nahmen der Schlangenzungen(glossopetrae) bekannt sind. Diese nähern sich den Zähnen der jetzigen Hay- fische. Allein die meisten sind den letztern. bios dem Geschlechte, nicht aber der Art nach ver- wandt, und zeigen Eigenthümlichkeiten, die man bey keiner bekannten Art der jetzigen Hayen an- trifft(a). Viele unterscheiden sich von diesen ganz auffallend durch ihre Grölse, und geben dadurch einen Beweis des ersten obigen Satzes. So schätzet LA Cer&pe(b) die Länge eines Hayfisches, wo- von (x) Reısue de glossopetris Luneburgensibus. (y) Maver, Abhandl. einer Privargesellsch. in Böh- men. B. VI, S.265. (z) Favsas-St-Fonp aa. 0. T.ı. p.105%. (a). Il se trouve, sagt schon Jussıeu, des Glosso- petres d’une infinite de figures tout-a-fait dissem- blables des dents de la Lamie, du Marteau et du Carcharias.(Mem,"de l’Acad.’ des sc, de Paris, 1723. Ed.$. p.302. (b) Hist. nat. des poissons. T.ı. p.205, E5 BI 74|— Ni al von ein Zahn zu Dax in Frankreich gefunden wi würde, der 3 Zoll 3 Linien lang war, auf 70 wi Fuls 9 Zoll. Dieser Berechnung liegt nun zwar ji die Hypothese zum Grunde, dafs sich von der= Grölse der Zähne auf die Gröflse des Thiers Hl schliessen läfst, eine Voraussetzung, deren Un- hi richtigkeit schon von Camper(c) dargethan ist. ii Aber so viel erhellet denn doch, dafs es im Ocean ir a . der Vorwelt eine Fischart gab, die weit gröfsere ii Zähne hatte, als der grölste unter den jetzigen ia Fischen, Au sont, Zu den versteinerten Fischzähnen gehören m auch die sogenannten Bufoniten. Diese haben Fr viele Aehnlichkeit mit den Zähnen des Klipp- ii fisches(Anarrhichas lupus). Aber unrichtig_ ist." N es, sie blos dieser Aehnlichkeit wegen für Ueber- in, bleib- Seapenz: ge Tut (c) Dentes, sagt dieser, in omnibus, quotquot novi, um, animalibus rationem nullo modo habent ad corporis Röngre vastitatem, sed ad naturam alimentorum, quae usur- matien( pant. Elephas molares decuplo majores habent dam Ber Rhinocerote, forte decies quinquies majores, licet decuplo majus non sit animal. Equus quamguam(1): minor Camelopardali, dentes majores habet. Apri(4, aethiopici similiter ingentes habent molares, etiamsi\ N nostratibüs aequale, immo minus habeant corpus. a De exsertis idem pronuntiandum.(Nov, Act. Acad. in | sc. Petropol. T.II. p.263.) Wir werden in der Fol. ge auf diese Bemerkung zurückkommen. in an St. ce ie nen ae nee Zinn aan nn ınden f 70 zwar der hiers Un- ist, cean 'sere igen \ören aben hpp- ist ber- \eih- novi, poris ISur- ‚bent licet juam Apri amsi rpus, Acad, r Fol« m 25 bleibsel des letztern zu halten, indem auıch meh- rere Arten des Sparus mit ähnlichen Zähnen ver- sehen sind, wie schon Scırua(d) und Jussteu(e) bemerkt haben. Vollständige Abdrücke und Versteinerungen von Fischen finden sich in der Thüringischen Kupfergrube bey Suhla(f), in der Gegend von Coburg(g), zu Eisleben in der Grafschaft Mans- feld, zu Eichstädt in Baiern, bey Aix in der Provence, zu Grandmont bey Beaune in Bour- gogne, zu Montmartre und Nanterre bey Päris, zu Devey-Lou-Ranc bey Privas im Departement Ardeche, zu Vestena Nova im Veronesischen, zu Schio, Monteviale und Salzeo im Vicentinischen, zu Tolmezzo in Friaul, zu Alessano an der äus- sersten Spitze von Italien, Corfu gegenüber, zu Scapezzano, Monte Alto und auf dem Vorgebir- ge Focara im Herzogthume Urbino, zu Pietra- Roya in Campanien, zu Stabia, zu Gifon im Rönigreiche Neapel, auf der Insel Lesina in Dal- matien(h), auf Cerigo im Archipelagus, und auf dem Berge Libanon(i). Die (4) De corporibus marinis lapidescentibus. (e) A. a. O:,p. 206. (f) Seener, Miscellan. Berolinens. T.ı. p. 104 sq. (5) Zınke in Voıcr's Mag. f. d. neuesten Zustand der Naturkunde. B.VIT. St.6. S, 512. (h) Forrıs Reise in Dalmatien, Th. 2.$. 247 F. (1) Fausas-Sr-Fonn Essai de Geologie. T.ı. p. 109. 76 ramuung| ] gi Die merkwürdigsten von diesen sind die von gt Vestena Növa, die in einem Kalkbruche am Fu- ya [se des Monte Bolca liegen. Mau sieht hier,| un sagt Fausas-St-Fonp(k) Fische von jeder Grö-| at [se und jedem Alter. Die kleinsten sind einen| a Zoll, die grölsten viertehalb Fufs lang. Alle lie- ze gen der Länge nach und in der Richtung der hen hat Steinschichten ausgestreckt; keiner ist gekrüm- n met. Im Pariser Museum der Naturgeschichte befindet sich ein Esox aus jenen Steinbrüchen, ne s der einen kleinern Fisch seiner Art halb ver-| Ant schlungen hat. Einige dieser Ichtyolithen sind| 5 so glücklich gespalten, dals ihre beyde Hälften= sich von einander getrennt haben und ihre innern Ni Theile entblölst worden. sind. Von solehen ent- a halten manche im Magen kleine, noch unverdau- in te Fische, die ihnen zur Nahrung gedient haben. ei Fausas-5t-Fonnd sehliefst aus diesen Umständen Sue mit Recht, dafs alle jene'Fhiere äusserst schnell Alk getödtet seyn müssen. Zwischen ihnen kommen hingeg auch Seekrebse, Phytozoen und Pflanzen vor. Fisches Nach Fausas-Srt-Fonp erkennet man unter ihnen Fo(o eine Japanische Fistularia, einen Pegasus des In- der in dischen und Brasilischen Meers, und drey Indi- IR, nf sche Chaetodonarten, LA ÜETEDE(1) spricht der Ohe e gar| | £k) Ara: 0. Pro, BY (ME (1) Hist. nat. des poissons. T.2. Diseours prelimin. ER |. A- > 2 ts nm Det ASS een u EEE ann je von n Fu- hier, Grö- einen e lie- ‚ der rum- ichte hen, ver- sind älften ınern ent» ‚dau- ben. nden hnell ımen vor, ınen ; In- Indi- richt gar min. gar von dreylsig Arten der Meere von Asien und Afrika, und der Küsten des heissen Amerika, die er unter den lIchtyolithen von Vestena Nova entdeckt haben will. Forrıs fand manche der- selben den Abbildungen sehr ähnlich, die Brous- sonner. von ÖOtaheitischen Fischen herausgege- ben hat(m). Was von diesen Behauptungen zu halten ist, müssen wir dahin gestellt seyn lassen. Aber so viel läfst sich doch als ausgemacht annehmen, dals wenigstens in den Europäischen Meeren nichts, den versteinerten Fischen von. Vestena Nova Aehnliches vorhanden ist, und dieses Re- sultat bestätigt sich auch bey den Ichtyolithen, die in andern Gegenden vorkommen. Jussızu(n) erhielt aus der Gegend von Montpellier eine, ver- steinerte Rinnlade eines Fisches, die zu keiner Art der Europäischen Meere gehört haben konnte, hingegen mit der Hinnlade eines Chinesischen Fisches einigermaaflsen übereinkam. Faujas-ST- Fon(0) hat einen fossilen Fisch beschrieben, der in den Steinbrüchen von Nanterre bey Pa- ris, 7 Fuls unter der Erde und ı0 Fuls unter der Oberfläche des Steins gefunden wurde, und wel- (m) Favsas-Sr-Fonn a.a. OÖ. p.ı12. PLY. VI. (n) Mem. de l’Acad. des sc..de Paris. 1721.. Ed. p. 95. 419.; (0) Annales du Museum d’Hist. nat. T.ı. P.353. 78 sem, H welcher zu den Coryphänen gehörte, also zu ei-| u nem Geschlechte, das sich'in jetzigen Zeiten vor-| Hin züglich in den Meeren der heissen Climate auf- ai hält. Von eben diesem Geschlechte sollen auch KEN Arien bey Schio und Monteviale im Vicentinischen Si gefunden seyn(p). Die Fischskelette, die zuLe- ni sina in weilslichtem Ralkschiefer liegen, welcher den dor auch Abdrücke von Zoophyten und'versteinerte mil Miefsmuscheln enthält, sind ebenfalls, nach der ac Versicherung von ForTıs(g), zuverläfsig nicht in| in Bap denı Meere von Dalmatien zu Hause. Ile von\ Wir haben schon bemerkt, dafs die Ichtyoli- vohte then von Vestena Nova mit Kräuterabdrücken Tom vermischt sind. Eben so verhält es sich mit de- hrs nen, welche bey Vey-Lou-Ranc in einem mer- an gelartigen, mit vulcanischen Produkten bedeckten huge Gesteine vorkommen. Die von Monteviale lie- Be gen in einem Schiefer, welcher an eine Steinkoh- lengrube stölst, die von Salzeo unter einer Schichte, welche Spuhren von Pflanzen und ver- kohltes Holz enthält, und die von Eisleben über u einem Steinkohlenflötze(r). Diese Thatsachen My sind es, worauf wir uns stützten, als wir oben ' behaupteten, dals die vollständigern Ichtyolithen N A(Hl (mi (p) Faujas-Sr-Fonn Essai de Geologie. T.ı. p. 113. vn, (9) Reise in Dalmauen. Th.2. S. 244.“ (rt) Favsas-St-Fonn a a0. T.ı, p.115. 114. 118. Br € nn Sn ee en een ie ee nn zu eı. N vor auf. auch schen u Le cher inerte ı der ht in tyolie ücken it de- mer- kten lie. nkoh- einer vel- über chen oben ithen zum pP. 125. M 118: = 79 zum Theil in einer Periode gelebt haben müs- sen, 3n welcher die Erde schon Pflanzen her- vorgebracht hatte. Manche Petrefakten von Fi- schen rühren aber aus weit spätern Zeiten her. So giebt es bey Oeningen einen Stinkschiefer, welcher Süfswasserfische, die man noch jetzt in den dortigen Gewässern findet, besonders Aale, enthält(s), und ähnliche Ichtyolithen finden sich auch im Canton Glarus(t) und bey Sohlenhofen im Pappenheimischen. Eben diese Schiefer ent- halten überdem Versteinerungen von Krebsen(u), von Libellenlarven und einer Menge anderer In- sekten(v). Bey Sohlenhofen wurde auch der Limulus gigas Mürr. versteinert gefunden(w). Aber diese Petrefakten sind offenbar erst in ganz neuern Zeiten gebildet, wie aus der Beschrei- bung erhellet, die‘ Anpreä in seinen Briefen von. dem Oeninger Steinbruche geliefert hat(X). $. 14. (s) BLumenzacH in Vorcr’s Mag. f. d. Neueste aus den Physik. B.Y. St.ı. S. 1 f. (t) Anprrä’s Briefe aus der Schweitz. S.5 (u) Anprei a.a. O. S.55. (v) Ebendas. S, 52. (w) Ebendas. S.32. Tab.4. (x) Der Oeninger Steinbruch liegt auf einem Berge bey dem Dorfe Wangen am Bodensee, Bey Bestei- gung dieses Berges findet man einen weichern und 80 ne— Gay Es ist merkwürdig, dafs in allen den. Stei- nen, worin die Encriniten, Pentacriniten, Am« mons- und einen festern Sandstein, welcher in einigen Gegenden voll Süfswasser- Museuliten stecket, deren perlmutterähnliche Schaale ganz verschiefert ist. lin und wieder findet sich auch Granit, doch nur in losen Stücken, die abgerollet sind, Oben auf 1 dem Berge ist die Dammerde tlhonig, an bedecket den Bruch nur sparsam, unter dieser kömmt ein weisser, nicht sehr harter, etwas schiefriger Mergel, welcher viele Blätter von allerley Bäumen enthält, die aber schlecht erhalten sind. Diese Lage ist einige Lachter dick. Hierauf folgt ein weilsgrauer Schiefer, der sich in ziemlich dünne und grolse Blätter spalten lälst, und hierin finden sich oft In- sckten und Sülswasserschnecken, aber nur selten Blätter-und noch seltener Fische. Unter dieser, einige-Zolle- mächtigen Schieferlage zeigt sich der graue Stinkstein in mächtigen Lagen. Er liefert cine Menge Dendriten, die aber nicht schön sind, und in ihm kommen auch. die schönsten Blätter- und Fischabdrücke, doch nicht“häufig, vor. Von Süfswassermusculiten trifft man oft‘ ganze Nester darin an. Die Fische sind ıinsgesammt solche, die in dem Bodensee gefunden werden. Alle liegen gerade. ausgestrecket, Sıe scheinen tod gewesen zu seyn, als sie in den Schlamm gekommen sind: denn man sieht deutlich, dals einige vor der Ver- stell1l6=s en. Ster. 1, Ame mons- einigen ‚ deren It ist, ch nur en Auf :decket at el ergel, enthält, ge ist sgrauer grolse oft In- selten dieser, ich der liefert sind, lättel- Von Nester le, die liegen esen ZI ‚sind: der Ver steinge en| 8: monshörner, Lenticuliten, und überhaupt die ältesten Polypen und Mollusken vorkommen, noch keine Spuhren von Phytozoen und Pflanzen, und selbst nicht einmal von Tangen, gefunden werden. Zwar versichert PonTorriDpAnN in seiner Naturgeschichte von Dännemark, zu Faxoe in den dortigen Ralksteinen den Sargasso haufen wei- se gesehen zu haben. Allein auf diese Angabe läfst sich schwerlich viel bauen, und von eben so geringem Gewichte ist es, wenn Forrıs(y) etwas dem Seegrase sehr Aehnliches in Dalmatien versteinert gefunden haben will, indem. dieser hinzusetzt, der Stein, worin die Petrefakten vor- kämen, enthalte keine Ueberbleibsel von Seethie- ren, welches schwerlich der Fall seyn könnte, wenn diese Versteinerungen wirklich Tange wä- ren. Gleich nach denjenigen Gebirgsarten aber, welche Seethiere enthalten, zeigen sich in vielen Gegenden Lagen von Substanzen, welche offen- bar vegetabilischen Ursprungs, und oft mit Steine arten bedeckt oder vermischt sind, worın sich zahlreiche Abdrücke von Phytozoen und Pflanzen befinden. Zu steinerung schon angefauler gewesen sınd. Ausser= dem giebt es in jenem Stinksteine auch Schilf und Saamenkraut(Potamogetoh). AnprEA a OÖ, S. 56. (5) Reise in Dalmatien. Th.2.$. 106; 111. Da. FE 82[——eeseianun Zu jenen Substanzen gehören vorzüglich die en! Steinkohlen,, die bituminöse Holzerde( Cölnische deal Erde, Umbererde, Braunkohlen), die Holzkohlen| ‚dat und das fossile Holz. Diese bilden weit ausge- jet dehnte, mächtige Flötze. Es giebt aber auch füte bi Substanzen, welche von Phytozoen und Vegeta- hen(in bilien der Vorwelt entstanden sind, die jedoch yertie meist nur einzeln vorkommen. Solche sind das senslin, versteinerte Holz, das mineralogische Federharz, gertiisch der Gagat und der Bernstein, hingen€ tumindst Von jenen erstern Substanzen,‘welche schich- ienweise gelagert sind, entstanden die Steinkoh- ei “Jen und die bituminöse Holzerde am frühesten. N: ; 3 Hılı; Denn jene ruhen in manchen Gegenden unmit- s telbar auf Uebergangsgebirgen, und erstrecken a sich in Tiefen, worin keine Spuhren von andern a Jebenden Wesen zu linden sind; diese zeigen einen Grad von Zersetzung, der nur in einer Di langen Reihe von Jahrhunderten herbeygeführt nn seyn kann, Ursprungs sind die Holz- Ya kohlen nnd das fossile Holz, die noch deutliche I. Spuhren ihres vegetabilischen Ursprungs an sich und Spa tragen. an Abk Doch auch die Steinkohlen rühren nicht alle aus einerley Periode her. Nach Werner’s Beob-,| ll achtungen giebt es überhaupt vier verschiedene ii Formationen der Steinkohlen und der verwand- N ten härzichten Körper des Mineralreichs, Zur Ai ersten h die nische ohlen usge- auch egeta- edoch 1 das harz, hich- nkoh- esten, ınmite ecken ndern eigen einer ‚eführt Holz- ıtliche ı sıch nt alle Beob- iedene wand Zur eısten ersten und ältesten gehören die Steinkohlenlager der Sanelstein- und Flötzkalkgebirge. Diese finden sich aber‘ nur theilweise. Die zweyte ist die eigentliche Steinkohlenformation, welche weite Flötze bildet, die mit mürbem Sandsteine, gro- bem Conglomerat, Schieferthon, Brandschiefer, verhärtetem Thon, Kalkstein, Mergel, Thonei« senstein, und der letzten Formation des Porphyrs vermischt sind. Die dritte ist den Flötztrappge- birgen eigen, und besteht aus Braunkohlen, bi- tuminösem Holze und Pechkohlen. Endlich die vierte, welche in den aufgeschwemmten Gebir- gen vorkömmt, enthält Holzkohlen und fossiles Holz; sie macht den Uebergang zu den Torfmoo- ren, die man als das fünfie Glidd dieser Forma- tionsfolge ansehen kann. Die Steinkohlen, die bituminöse Holzerde und das versteinerte Holz haben eine sehr weite Verbreitung. Steinkohlen giebt es fast allenthal- ben in Europa von Norwegen bis Portugal(z) und Spanien(a), Man findet sie in Siberien am Abakan im Berge Ysik, am Jenisei in der Ge- (z) Linx’s geolog. u. mineralog. Bemerkungen auf einer Reise durch das südwestl. Europa. S$. 45. 5% 84: 167. (a) Fıscnzr’s Gemählde von Valencia. Th. 2, S. 67. Fa 84 gun Gegend von Krasnojark(b), am Magdalenfluls,\ hi nordwärts von Quito auf einer Höhe von 2000 ji Toisen(c), und in Chili(d). Nur in den nie- in drigen Gegenden der heissen Zonen scheint diese du! Substanz nicht vorhanden zu seyn. Ani Zwar seltener, aber auch in sehr verschiede- lin nen Gegenden kömnit die bituminöse Holzerde nn vor, Man trifft sie in mehrern Gegenden von Ye Deutschland, z.B. im Cölnischen, Bergischen, mh Jülichschen, Sächsischen, Coburgschen u.s. w, in Kid Schweden, England, der Schweitz, Italien, Ae- hl gypten und im Orient an(e). kein Den Bernstein findet man nicht nur in ver- Du schiedenem Gegenden von Europa, z. B. in Bi Östpreussen, bey Grolswieg Öhnweit Pretsch, bey‘ Schmiedeberg nicht weit von Torgau in()H Sachsen, in der Mark Brandenburg, bey Öster- ING holz im Bremischen(f), in dem Mizuner Erzge-(1)} birge I (i) Eh (b) PArrAs Reise durch versch. Provinzen des Russi-()n) schien Reichs. Th, 2; S. 406. 410. Melk (ce) Tounal, de Phys. T.XXXVII, p- 30&() Yo (d) Morına’s Nat. Gesch. von Chili. 8.67.(m) Pı (e) Von Hürscn ın Voict’s Magazin f, d. Neueste Mi ans der Physik, B.IX, St.2. S.57.| Mn (D Von Berorvıncen’s Beobachtungen u. s. w. die| ki Mineralogie u. s. w. betreffend. Vers, ı. 2te Aufl, h 8.547 IR. wi | nn-.. 2 S fluls, 2000 Die. diese iede- zerde von hen, Yin Ae- eueste m en} S5 birge von Galizien(g), in. der Provence(h), bey Marseille(i), in Sicilien(k), im Modenesischen und in Asturien(l), sondern auch in Siberien an den Küsten des Eismeers neben grofsen Stük- ken Steinkohlen, die von der See gerollet sind(m), und in der südlichen Erdhälfte auf Madagascar, wo er von vorzüglicher Schönheit ist(n). I Versteinertes Holz ist vorzüglich häufig in den Afrikanischen Sandwüsten, wo ganze, mit Kieselerde durchzogene Baumstämme vorkommen, Dals es auch in Europa. und im. nördlichen Asien gefunden wird, dürfen wir als bekannt voraussetzen(0). Im südlichen Asien sahe Son- nerar(p) auf den mittelmälsig hohen Ber- gen, (g) Hacovrr’s neueste physikalisch- politische Reisen durch die nördlichen Karpathen. Th.3. 5.72: (h) Hist, de l’Acad. des sc. de Paris. ı700, Ed,& p- 14: (1) Ebendas. 1705. p. 17. (k} Ebendas. 1705. p. 54. Barroone’s Reise durch Malta. u.. Sicilien, ‚Th\2, ‚$, 225, (1) Vow BerorLnıncen a,a. O, S.358. (m) Parras Reise durch versch, Provinzen ‚des Rus= sischen. Reichs. Th.3, S.30. (n) Brumensach’s Handb, der Nat, Gesch. (0) Fausas-Sr-Fonn Essai de Geologie. T.ı. P.38% (p) Reise nach Indien und Gkind. Bii,$Si22: 23. E3 R Li ;\ | al) u) ’ u N | Br: 1 i >|| il I) = 2 Ri. j u ei | | Il Inh | N ET 7 I ee Et en en a een ann 33 en ann 86 zur gen, die sich bey Trevikarre, einem nicht weit won Pondichery gelegenen Flecken befinden, und welche in jetzigen Zeiten so unfruchtbar sind, dals aus gänzlichem Mangel an Erde auch das Kleinste Gras noch nie dort hat Wurzel schlagen können, sehr dicke Bäume an der freyen Luft liegen. Die Steinkohlen, die bituminöse Holzerde und. das fossile Hola kommen, wie gesagt, in sehr weiten Flötzen vor. Faust versichert von dem fossilen Holze des Meifsner zwischen Allen. dorf und Almerode im Hessischen, alle hessische Wälder enthielten jetzt nicht so viel Holz, wie sich unter dem einzigen Meifsner fände. Eine gleiche Ueppigkeit der Vegetation giebt es heut zu Tage nur noch in den heissen Zonen, und besonders im wärmern Amerika, wo der Missi- sippi, der Amazonenfluls und andere Ströhme oft eine so grolse Menge Holz mit sich führen, dals sie zuweilen blos dieser Ursache wegen un. schiffbar werden. Jene Thatsachen beweisen also, dals die ersten Phytozoen und Pflanzen, welche dem Schoolse der Erde entkeimten, nicht min- der fruchtbar waren, als die ersten Thierpflanzen, Wir haben ferner gesagt, dals auf und zwi- schen den Steinkohlenflötzen häufig Schiefer mit Abdrücken von Phytozoen und Pflanzen gefun- den de geden m seht s0 N zaton VOT ton der Hlumnös sten liege wöhnlich fitze au chen Rot \n Fark ge 4 zicht au Fonsn Grunnba cn var, wirklich Seltenlıe geben N duch kei ht weit y und sind, 'h das hlagen n der lzerde st, in 't von Allens :ssische , wie Eine ; heut ,‚ und Missi- tröhme führen, en Uns n also, welche t min lanzen. d zwi. fer mit gefun- den urn 37 den werden. Am reichsten’ an diesen Abdrücken sind die Steinkohlen der zweyten Formation; nicht so viele kommen in denen der ersten For- mation vor; noch weniger finden sich in der For- mation der Trappgebirge, und gar keine in den bituminösen Holz- und Erdlagern(g). Die mei- sten liegen in dem Schieferthone, welcher ge- wöhnlich das unmittelbare Dach der Steinkohlen- flötze ausmacht, und in dem darüber befindlis chen Kohlensandsteine(r). Unter jenen abgedruckten Phytozoen sind Farrnkräuter die häufigsten, oft auch die einzi- gen. Zwar läfst sich nicht läugnen, dals es nicht auch versteinerte Flechten und Moose giebt. Fersen erwähnt eines weissen Achats aus dem Grummbachschen, worin eine Flechte eingeschlos- sen war. Zugleich bemerkt er, dals wenn auch wirkliches, in Achat eingeschlossenes Moos eine Seltenheit ist, und das Meiste, was dafür ausge- geben wird, nur eingeschlossene Erden sind, doch kein Grund vorhanden sey, das Daseyn der- (g) Von Schzorueım's Beschreibung merkwürdiger Kriuterabdrücke und Pflanzenversteinerungen. H. 2, S. 19. (1) Ferser’s Versuch einer Oryktographie von Der« byshire.$.22. Von SCHLOFTHEIM a. a. Ö. 5.20. E4 \ 88— re derselben gänzlich zu läugnen(). Das Nehmli- jr ehe erinnert D’AusEnTon, und dieser versichert um auch, neun Arten von Gewächsen, worunter a sich ein Wasserfaden(t) und ein Laubmoos mit ei Kapseln befand, mit Hülfe des Microscops im Eihlrung Achat entdeckt zu haben(u). Indels bleibt so gm viel gewils, dals diese Abdrücke und Versteine- in en rungen, die immer nur im Achat vorkommen, Sen 0! zu den Seltenheiten gehören, und von weit spä- ya a terer Entstehung sind, als diejenigen, die in den ans Stein Steinkohlenflötzen gefunden werden, An Erl yuliım Es war also die Familie der Farrnkräuter, Be welche unter den vegetabilischen Gebilden zu- ke{m erst erzeugt wurde. Warum‘die Natur diesen Mh Weg einschlug, würde sich erklären lassen, wenn aid “! man annähme, dafs das Clima der Gegenden, in ae welchen jene Farrnkräuter entstanden, dem der andere T INA Verl (s) Ferger’s bergmännische Nachrichten von den Vornel merkwürdigsten mineralogischen Gegenden der Her- mil engl zogl. Zweybrückischen u.s.w. Länder. S. 75. Mem. alln jene de l’Acad. des sc. de Berlin. 1790 et 91. P.152. heise 7 (t) D’Augenton giebt diesen für Conferva rivularis ten, und E:.saus: Allein es ist schwer zu glauben, dafs eiras Ai sich die innere Struktur dieser Conferve, worin| doch blos ihre unterscheidenden Merkmale liegen,| A x ın eımer Versteinerung erhalten haben sollte, und darin zu: erkennen gewesen wäre. (u) Mem. de l’Acad. des sc. de Paris. 1782. p. 667. a nn En. een cm 03 I mins IDEE—-. ehmli. ichert unter s mit Ss im bt so teine- men, spä- den \ der jetzi- den Her- Men, Jlarıs dals yorin gen, und m, uam 59 jetzigen heissen Zonen ähulich gewesen wäre, Man weils nehmlich,.dals in diesen: Gegenden Farrnkräuter die häufigsten, ‚oder gar die einzi- gen Phytozoen sind(v). Ausserdem ist bey der Erklärung jener T'hatsache der Umstand in Erwä- gung zu ziehen, dafs der Boden, aus welchem die ersten Landgewächse hervorkeimten, blos aus Steinen ohne alle Dammerde bestand..So wach- sen sauch noch heut zu Tage die Farrnkräuter als Steinritzen hervor, in denen oft nicht ein Atom Erde haftet, und manche, z.B. das Poly- podium filix mas,"verdrängen da, wo sie häung sind, alle übrige Pflanzen, und sogar alle Moo- se(w). Mit unserer obigen Meinung von dem Cli- ma, in. welchem die ersten vegetabilischen For- men erzeugt wurden, stimmet auch noch eine andere T'hatsache überein, die sich bey einer Vergleichung der Farrnkräuter aus den Zeiten der Vorwelt mit den jetzt lebenden Arten dieser Fa- milie ergiebt. Es’ zeigt sich nehmlich, dafs von allen jenen Phytozoen heut zu Tage nur in den heissen Zonen ,- nicht aber in den gemälsig- ten, und noch weniger in den kalten Ländern, etwas Achnliches existirt. Diese Bemerkung mach- (v) Biol. B.2. 8. 182: (w) Sırevoct in Voısr’s Magazin’ f. d. neuesten Zu- stand der Naturkunde. B. VI. S.477. l E 5 90———— machte schon Leısnıtz an den Farrnkräutern, die man in der Gegend von Osterode, von Eis- leben, und an mehrern andern Orten von Deutsch- land findet(x). Jussıru bestätigte sie nachher an den Abdrücken, die in den Steinkohlengruben von Saint- Chaumont vorkommen, und welche gend zum Tkeil so vollkommen erhalten sind, dafs permeht sich noch die tiefen Eindrücke der auf der Rük- möchte kenseite der Blätter sitzenden Saamencapseln un- hört ei terscheiden lassen. Ich glaubte, sagt dieser Na- Pine, turforscher, unter jenen Trümmern der Vergan- ng genheit in einer andern Welt zu botanisiren(y). ml Sie wurde ferner von Ferser an den Abdrücken plre und Versteinerungen gemacht, die an dem Peak Tere 3 von Derbyshire in einem schwarzen Thonschie- zu ve fer, der gleich unter der Dammerde über den scheinli dortigen Steinkohlen liest, und in den thonich- diesen ten und mergelartigen Schiehten, die zwischen und über den eigentlichen Kohlenbetten an verschie- denen Orten die Stelle jenes Schiefers einnehmen, de ı befindlich sind(z). Endlich fanden Briper, um sic Grimm und von SCHLOTHEIN bey einer Verglei- chung der Abdrücke von Farrnkräutern mit den heu- (x) Hist. de I’Acad. des sc. de Paris. 1706. Ed. g$.)Y, Ä p- 11. 1 N(y) Mem. de l’Acad. des sc. de Paris. ı7ı18. Ed. 8. Ti p- 366. (2) Ferzer’s Versuch einer Oryktographie von Der- byshire. S.22. { z ee ine nenne nenn un nn Sn ni 'utern, n Eis- utsch- ichher ruben welche ‚ dals ' Rük- In un- ‚er Na- 'ergan- en(y) rücken Peak schie- - den nich- n und rschie- hmen, IDEE, rglei- t den heu- Ed.$. Ed. 8, n Der: | m| 91 heutigen Gewächsen dieser Familie die Behaup- tung ihrer Vorgänger, dafs jene Ueberbleibsel, einige wenige ausgenommen, bey welchen ‚noch Zweifel statt finden, offenbar Produkte eines wärmern Himmelsstrichs sind, so vollkommen gegründet, dafs dieser Satz, ihrer Meinung nach, nunmehr als ganz entschieden anzusehen seyn möchte(a). Zu diesen zweifelhaften Arten ge- hört eine der Hippuris vulgaris L. sehr ähnliche Pflanze, die unter den Farrnkräuterabdrücken schr häufig vorkömmt(b). Allein die Grölse und Dicke der Stengel bey verschiedenen Exem- plaren und der Umstand, dafs sich zuweilen meh- rere Aeste aus einem gemeinschaftlichen Staımme zu verbreiten scheinen, machen!es doch wahr- scheinlich, dafs eine Verschiedenheit zwischen diesen Gewächsen statt findet(0). Was die übrigen jener Abdrücke betrifft, so ist es in der That schon hinreichend, auf man- che derselben nur einen Blick zu werfen, um sich zu /überzeugen, dals sie blos in er nem wärmern Himmelsstriche entstanden seyn kön- (a) Von ScurorHeim a.a. 0. 5.18. (b) Schevcuzer MHerbar. diluvian. Tab. I. fig. 3.& Tab.II. fig.ı. ‚Warch’s Nat. Gesch. der Versteine- rungen. Tab. 10. fig. 2. Tab; 10. 12: fie, 2, WON SCHLOTHEIM 2. 2,0. Tab.]. fig.ı.2. Tab.II, fig.3. (2) Von ScHLoTHEIM a. A. 0, 553% 92; NW ‘ hat ul BU können. Viele sind von einer solchen ‚baumarti- il zu“r. 4 z Ex% nu od gen Gröfse, wie. unter den heutigen Farrnkräu- ie ir tern die Zamia, Cycas, das Polypodium medul- Rn lare Forst., Equisetum gigantenm und andere Ku = Fauilie de den Inseln Westindiens, des Indischen. Oceans und des stillen Meers eigene Pflanzen. Iald Eine Vergleichung jener Abdrücke mit den| Pamnhrät heutigen Farrnkräutern zeigt aber nicht nur, wahre P dals jene blos in einem wärmern Clima erzeugt gern, In seyn können; sie beweist auch, dafs jene Ab- finden$ drücke, gleich den Zoophyten und Mollusken der doch ın Uebergangsgebirge und der ältern Flötzgebirge, shit sich von den Körpern der jetzigen lebenden Na- tung r tur merklich unterscheiden. Zwar giebt es eini- Burtsörte ge, welche heutigen Farrnkräutern ähnlich sind, dals sehr 2.B. eine Art, die sich der Pteris aquilina L. nä- arten vo hert(d), eine andere, die mit dem Polypodium tallın Oreopteris EurH. Aehnlichkeit hat(e), eine drit- I genda te, welche den Polypodium fragile L. verwandt kräutern ist(f), und eine vierte, worauf die Charaktere von Pal des Adianthum Chusanum L. zu passen schei- Sind fen nen(g). Allein von keiner dieser Arten lälst ser Ahad a vn (d), Von ScHLrorueim a.a.O. Tab.IV. fig.7.8. 8. 34.| (e) Ebendas. Tab.IV. fig.ı2. S.yo. un (f) Ebendas. Tab.X. fig.1ı7. 5.47. n (g) Ebendas. Tab.X: fig. 18. S.49.: a DE ii sei aaa marti. ıkräu- iedul- udere ceans den nur, ‚eugt Ab- ı der irge, Na- einll- ind, nd- lium drit- andt tere hei« älst sich — 93 sich behaupten, dals sie jetzigen Farrnkräutern wirklich gleich,-und nicht. blos ähnlich sind; hingegen von vielen leidet es keinen Zweifel, dals sie unter dem, was uns von der heutigen Familie der Farrnkräuter bekannt ist, nichts Ana- loges haben. Bald nach der Periode, in welcher diese Farınkräuter erzeugt wurden, bildeten sich auch wahre Pflanzen: denn in den meisten Flötzla- gern, in welchen jene Phytozoen enthalten sind, finden sich auch VUeberbleibsel der letztern, je- doch in weit geringerer Menge. An.diesen be- stätigt sich nun ebenfalls unsere obige Vermu- thung von dem Clima und dem Boden der Ge- burtsörter jener Pflanzen. Viır finden nehmlich, dafs sehr häufig unter diesen Gewächsen Palmen- arten vorkommen. Ueberbleibsel von Palmen traf Jussıeu zu Saint-Chaumont in derselben Ge- gend an, wo die erwähnten Abdrücke von Farrn- kräutern vorkommen(h). Versteinerte Stämme von Palmen, die in Frankreich entdeckt wurden, sind ferner in den ältern Abhandlungen der Pari- ser Akademie beschrieben(i). In der Gegend von Eschweiler, wo man auch artikulirte, gerei- felte (h) Mem. de T’Acad. des sc. de Paris. 1718. Ed. g. p- 367. G) Mem. de l’Acad. des sc. de Paris avant 1699. T, 2. p-ı40. T.ıo. p. 140. felte Versteinerungen antrift, die dem Equise wi tum giganteum L. ähnlich sind, fand man einen| N! groisen Theil eines versteinerten starken Baums,| welcher, der Rinde nach, zum Geschlechte der in Palmen gehörte(k). Zu Brühl und Liblar, ohn- mm Din weit Cöln, giebt ‚es in. den dortigen Gruben, gen ’ welche die Cölner Erde liefern, Blöcke verkohl- ka ten Holzes, die oft einen Durchmesser von zwey| aid Fufs und eine Länge von funfzehn Fuls haben, an dal nie aber mit Wurzeln und Zweigen versehen mencaps sind, und Nüsse, die von einer Palmenart her- Pilanze, rühren müssen, und grofse Aehnlichkeit mit de- ml | nen der Areca Cathecu L. haben(I), Alle Pal- Ahr men nun sind Bewohner der wärmern Himmels- Orig striche, und wachsen dort in dem trockensten, drücke dürresten Boden, Wir haben also an diesen komneı Thatsachen einen neuen Beweis, dals die Vege- byshire tation in den wärmern Zonen ihren Anfang nahm, sches fo und dafs die ersten Gewächse, welche die Erde lich ist # hervorbrachte, solche waren, die keiner Damm- ne(30 erde und keines feuchten Bodens zu ihrem Fort- cirkeln, kommen bedürfen. Zugleich sehen wir, dafs Mine bj die Bildung der Vegetabilien von den Farrnkräu- 0 Meamiloli tern zu den Palmen, also zu derjenigen Familie des a)(k). Von CasıL, Schriften der Berlin. Gesellsch. B. I, 3| IV. S. 416; kn, | I(I) Favsas-Sr-Fonp, Annalesı du Museum d’Hist.() || nat. T.2. P.445. br 1| au 3 SA \ quise einen uns, ° der ohn- üben, 'kohl. Zwey jaben, sehen t her- it dee : Pal- mels- sten, jesen [ege- ahm, Erde amm- Fort dals räll- milie des eb: "Hıst, rn 95 des Pälanzenreichs, welche mit jenen Phytozoen zunächst verwandt ist, fortschritt, Die übrigen Abdrücke und Versteinerungen\ von Pflanzen, die von älterer Entstehung sind, gehören ebenfalls solchen Familien und Geschlech- tern an, deren Heimath blos die heissen Climate sind. Jussıeu fand unter den Pflanzenabdrücken von Saint-Chaumont eine Figur, die der Saa- mencapsel der Nyctanthes arbor tristis L., einer Pflanze, die im heissen Asien wächst, sehr nahe kam(m). Ueberhaupt traf er unter allen jenen Abdrücken nicht einen einzigen an, wovon das Original in Frankreich vorhanden wäre(n).:©Ab- drücke und Versteinerungen fremder Gewächse kommen ferner unter den Phytolithen von Der- byshire vor(0), und hier giebt es auch ein elasti- sches fossiles Harz, das dem Caoutchouk sehr ähn- lich ist, da dach alle Gewächse, wovon das gemei- ne Caoutchouk kömmt, nur zwischen den Wende: cirkeln, theils in Indien(Cecropia peltata, Hippo- mane biglandulosa‘, Ficus religiosa, Artocarpus in- tegrifolia), theils in Madagascar(Vahea LAMARcK.), und (m) Mem. de l’Acad. des sc. de Paris. ı721, Ed.$, P. 89. (u) Ebendas, 1718. p- 567: (0) Ferser’s Versuch einer Oryktographie von Der- byshire,:S.22. 96 emrmeuem und theils im südlichen Amerika(Hevea Gui- anensis, Castilla elastica Cavanırı.)#einheimisch sind(p). Bey Landshut in Schlesien findet man versteinerte Blätter, welche den ‚Blättern der Opuntie sehr ähnlich sind(g), und in einem grauen Schiefer unter den Steinkohlengruben zu Weisstein ohnweit Liegnitz in Schlesien ein sehr breites, gestreiftes Rohr, welches Aehnlichkeit mit dem Zuckerrohre hat(r).. Im mehrern Schie- ferbrüchen und Steinkohlengruben von Deutsch- land und England liegen sehr grolse, oft ästige, mit Schuppen bedeckte Pflanzenabdrücke,, die mit keinem bekannten Gewächse ganz überein- kommen, auf jeden Fall aber Erzeugnisse eines warmen Clima seyn müssen(Ss). Diese grölsern rohrartigen und ästigen Ab- drücke kommen gewöhnlich mit den baumartigen Farrnkräutern‘in dem Kohlensandsteine vor, wel- cher über dem Schieferthone liegt, der das un- mittelbare Dach der Steinkohlen ausmacht, Oft stehen sie aufrecht, und ragen aus dem Schie- fer- (p) Favsas-Sr-Fonn a.2.©. p. 261. (4) VoLkMANN Silesia subterranea. P.ı. p.ı06. Tab, Xu Chen (rt) VorkmAnn a.a. O. P.I. p.ı10. Tab. XI. fig.7. (s) Vorkmanm, P.I. Tab. XV. fig.4. P. III. Tab. IV. fig. 6. DA-Costi HF Pliil- Transı" Vol Lu,- PL Tab. V. 7 ee ee Berl sie N hi nuusen,| Jutwelle sin Ende wenioslen des hohlı Bey und Aeste Kirnig, eben A Hole s furbrand zen Los auf Island Pelsenstüc dünnen wie Hol sind die tische Ai () Von (M Byı Im, ı Gul imisch [man ı der einem en zu n sehr ichkeit Schie: sutsch- ästige, ‚ die JereIN- eines Ab- gen ‚ wel- 5 un Oft schie« fer- Tab, ferthone und dem Kohlenlager selbst in den Sand- stein so hinauf, als ob sie an Ort und Stelle ge- wachsen, und mit Sand überschüttet worden wä ren(t.. Haper(u) sahe in der Sandgrube bey Duttweiler einen solchen Stamm, der am unter- sten Ende beynahe ı Fuls im Durchmesser hatte, wenigstens einige 40 Fuls durch die Schichten des Hohlendachs hervorragen. Bey manchen dieser versteinerten Stämme und Aeste ist der Queerdurchschnitt nicht cirkel- förmig, sondern zusammengedrückt(v), und eben dies findet auch bey manchem bituminösen Holze statt, besonders bey dem Isländischen Su- turbrande, einem schweren, harten und schwar- zen fossilen Holze, welches in grolser Menge auf Island, ziemlich tief in der Erde, zwischen Felsenstücken oder grolsen Steinen, in breiten, dünnen und langen Stücken liegt, und sich ganz wie Holz bearbeiten lälst(w). An diesem Holze sind die Jahrringe noch kenntlich. Statt concen- trische Ringe zu bilden, laufen sie aber parallel, und (t) Von ScHLoTHEIM a. a. 0. S. 20. 21. (u) Beyträge zur Nat. Gesch. der Nassauischen Lin. der. S,3ı. 2 (v) Von ScHLoTHEm a. 2.0. S.2:. in (w) Horresow’s Nachrichten von Island.$. 19. 95. 96. III, Bd.\ G 98 vn und sind am Ende durch Krümmungen mit ein-| hl ander verbunden(x). Vielleicht rührt jene Fi- ah gur von der Last der Gebirgsschichten her, die julb über dem Holze liegen; vielleicht aber ist sie Jinen an auch ursprünglich, und in diesem Falle würde hilien, W sich hiervon ein neuer Beweis für die Verschie- zen bes denheit der fossilen Pflanzen von den jetzigen te au Gewächsen hernehmen lassen, indem keines der bir, wa letztern eine solche Struktur hat. Doch ist die gi nic erstere Ursache um so wahrscheinlicher, da auch kommen die Orthoceratiten, die in Ralksteinlagern voll- kommene Hegel vorstellen, im Thonschiefer zu R dreyeckigen Flächen zusammengedrückt sind(y). Ni selzuı Selten oder nie findet man unter den Ver- ee steinerungen der ältern Flötzgebirge Nadelhöl- gingen zer(2), und diese Thatsache schlielst sich eben-_ Substanz falls dann in von (x) Bercmanm Opuseul. T.IlI. p. 279. Anton: (y) Bercmann aa. 0.| Steinko (z) Henxtr'Tlora saturnizans. p.515. WwAaLcn’s Stein-| hin ma reich. Th.ı. 8.126.— Bey VoızmAnn(Siles. sub- hatten a] terran. P.I. Tab. XXII. fig.4.) ist zwar eine Verstei- dune de nerung abgebildet, die allerdings von einem Tan- N senzapfen zu seyn scheint. Aber es sind bey ihm, Ei wie bey allen Schriftstellern seiner Zeit, keine 2(ie Merkmale angegeben, woraus sich das Alter dieses Bin Peirefakts beurtheilen läfst.—- Die versteinerten Hölzer(Tab. VII. VIH. IX.), die er für Nadelhöl-()Y „ zer ausgiebt, sind gewils etwas ganz Anderes, | | EEE SEE Feen unE Te it ein- ne Fi. T, die ist sie würde Tschie- eizigen 1es der ist die ı auch voll- fer zu I). n Ver- lelhöl- eben- falls s Stein- s, sub- Verstei- n Tan- ey ıhm, ‚ keine r dieses einerten 'adelhöl- A) mem. 09 falls an die bisher erwähnten an, Man weifs nehmlich, dafs in jetzigen Zeiten die Fasinilie der Nadelhölzer fast blos’ den kalten und gemäfsigten Zonen angehört. Wenn also die ersten Vereta- bilien, welche die Erde hervorbrachte, unter ei- nem heissen Himmelsstriche erzeugt würden! so ist es aus der Analogie der jetzigen Natur erklär- bar, warum Nadelhölzer selten, oder vielleicht gar nicht unter den frübern Phytolithen vor- kommen. Die angeführten Farrnkräuter und Pflanzen waren es, aus deren Zusammenhäufung und Zer- setzung die Steinkohlen und die bituminöse Holz- erde ihren Ursprung nahmen. Wahrscheinlich gingen jene Gewächse zuerst in eine torlartige Substanz, hieraus in bituminöse Holzerde, und dann in Steinkohlen über, indem manche Arten von Torf so nahe an jene Erdart, und manche Arten der bituminösen Holzerde so nahe an die Steinkohlen gränzen, dals es zweifelhaft ist, wo- hin man sie zu recunen hat(a). Vermuthlich hatten aber auch unterirdische Feuer an der Bil- dung der Steinkohlen Antheil: denn erstens kom- men in der Nähe der Steinkohlen so häufig war- me Quellen vor, dals zwischen jenen und den letztern nothwendig eine Causalverbindung statt finden .(a) Wiepemann’s Handb. der Mineralogie,$. 650, Ge io un——|\ | finden mufs. ‚Aber eben diese Quellen entsprin-| n gen in manchen Gegenden aus dem Granit, Sie ma können also nicht, wie man gewöhnlich glaubt, ji und von einem unterirdischen Brande herrühren, son- Syirkahe dern müssen eine weit tiefer liegende Ursache Jaxihru haben, wovon die Steinkohlen Nebenwirkungen indem ma sind(b). Unsere Meinung erhält zweytens auch| hat, I dadurch eine Bestätigung, dals man höchst sel-| erkennen ten unter den Kräuterabdrücken, die in dem| Item, Dachgestein der Steinkohlenflötze enthalten sind,| ver jez Versteinerungen von Muscheln und Schnecken mehrere findet. Dafls sich dergleichen Körper anfangs han 6 mit unter jenen Gewächsen befunden häben, lälst bey H sich schwerlich bezweifeln, wenn man nicht zu Hola, sehr unwahrscheinlichen Voraussetzungen seine Zu- zu erle i flucht nehmen will. Diese Conchylien aber muls- con() ten sich, ihrer Schwere wegen, zu den untern Sammy Schichten herabsenken, wo sie durch die Er- tan Sa hitzung, welche diese Schichten erlitten, calci- versteh nirt und ihrer Struktur beraubt wurden.— Ein dd Nebenprodukt des chemischen Processes, wo- Yen durch die Formation der Steinkohlen bewirkt nahe wurde, war übrigens die Naphtha, wovon das| Alk Bergöl, Bergtheer, Erdpech und der Asphalt,| dam da vielleicht auch der Gagat, blo[lse Modificatiönen zu seyn scheinen(c). a NM (b) Link’s geolog. u. mineralog. Bemerkungen auf ger einer Reise durch das südwestliche Europa. S. 53.(dh (e) Hartcnere in Scnheren’s allgem, Journal der Che- hr mie, B.1V, S.262. 5| .| | 'tsprin- ' Sie laubt, ‚ son. 'rsache tungen $-auch st sel. | dem sind, ıecken nfangs alst cht zu ne Zu- muls- intern ie Er- - - Ein ‚ Wo ewirkt n das phalt, tionen Von zen auf 5.55 er Che Von neuerer Entstehung als die Steinkohlen und die bituminöse Holzerde sind das bituminöse. Holz und. die Holzkohlen, die sich von den Steinkohlen durch einen weit geringern Grad von Zerstöhrung ihrer Organisation. unterscheiden, indem man an den meisten noch Wurzeln, Stamm, Aeste, Jahrwüchse, und sogar oft die Holzart erkennen kann. Als diese Substanzen sich bil. deten, näherte sich die lebende Natur schon ih- rer jetzigen Gestalt: denn unter ihnen trifft man mehrere Holzarten an, die noch jetzt in dersel- ben Gegend wachsen. So finden sich in dem bey Holzheim liegenden. Holzkohlenflötze Stücke Holz, welche deutlich für Kiemen oder Fichten zu erkennen sind(d), So sahe von DEROLDIN- GEN(e) in Turgau einen Baum, wovon der Stamm verkohlt, die Wurzeln aber in einem har: ten Sandstein eingeschlossen und grölstentheils versteinert waren, und in diesem Sandsteine fan- den sich verschiedene Blätterabdrücke, unter de nen ein Blatt: der Plantago latifolia L. deutlich zu erkennen war. Ja, in manchen Flötzen von Holzkohlen und bituminösem Holze, z. B. in dem des Meifsner zwischen Allendorf und Alme- rode, (4) Rıes mineralogische u. bergmännische Beohach.« tungen über einige hessische Gebirgsgegenden. (e) Beobachtungen, Zweifel uw Fragen die Minera- logie u. s.w. betreffend. ıter Vers. 2te Aufl.'S. 9: 63 \ 102 St| >. Be rode, in dem won St. Agnes bey Lons-le- Sonnier, fi und in dem von Ratoiskoi Ostrog am Uralischen N Gebirge, giebt‘es Holzstücke, die schon von u Menschenhänden bearbeitet zu seyn scheinen(f). aan Unter den Holzarten der Flötze von St. Agnes las- Bil sen sich*Eichen, Hagebuchen, Buchen und Espen in ben erkennen. Ein fossiles Holz, das man bey Han-| ia növerisch Münden findet, hat zıemlich viele Aehn-| Blätter lichkeit mit dem der Rofscastanie(g). In eini-| aut) gen Schichten von fossilem Holze kommen aber u de auch Ueberbleibsel von Gewächsen vor, die in zum 5 keiner benachbarten Gegend mehr gefunden wer- Reel den, Dies ist z.B. der Fall mit demjenigen, Int welches in ÖOstpreussen neben dem Bernsteine Jnen liegt._ Zwischen diesem trifft man Nüsse an, han welche die Figur von Mandelschaalen haben, in- un wendig aus kleinen, den Bienenwaben ähnlichen vun de Fellen bestehen, und von keinem Europäischen Ayın Baume herzuleiten sind(h). In‘die Periode, worin sich die Holzkohlen N: bildeten, fällt ohne Zweifel die Entstehung der pa meisten Versteinerungen von Pflanzen, wovon On die IR DIN (iD) Von BeroLvincen a. a. O. S. 97.» HerMmAnn’s Beschreibung des Uralischen Erzgebirges. S. 181.(JA Rurrex, Mem..de l’Acad.‘de Dijon.-T.ı. p.47 hi; e(g) Brumengacn’s Handb. der Nat. Gesch, (h) Von BERoOLDINGEN a. a. O. 9.348. 349- nn rn nee EEE Te re u Onnier, ischen n von en(f). es las- Espen y Han. : Achn- n ein. n aber die in n Wer- enigen, nsteine e an, N, Ins lichen schen kohlen g der wovon die MANN’S $. 181. m „Aie die Originale noch jetzt in den Gegenden der La- gerstäten dieser Petrefakten leben, z.B. der Ab- drücke von Buchen- und Erlenblättern im Eisen- ocker bey Mizun in Galizien(i); der versteiner- ten Blüthen von Ranunkeln und ganzer Zweige des Bergahorns(Acer montanum L.) mit daran hängenden Blättern im Oeninger Schiefer(k); der Blätter von Buchen, Weiden, Aepfelbäumen und andern einheimischen Bäumen, die bey Berlingen an der südwestlichen Seite. des Bodensees in ei- nem Sandsteine vorkommen, der mit kleinen Kieseln, Glimmer, vielen Versteinerungen von Landschnecken, z. B. Helix citrina, arbustorum, lucorum u. dgl. und Fragmenten von Hirschgewei- hen vermischt: ist(1); der versteinerten Wallnüs- se von Lamorra in Piemont(m); der Abdrücke von der Anemone hepatica, Anemone sylvestris, Asperula odorata und andern Waldpflanzen bey St, (i) Hacgqver’s neueste Reisen durch die nördl, Kar- pathen. Th.3. 8.63. 64. (k) BLumensAcn in Voıscr’s Mag. f. d. Neueste aus der Physik u. s. w. B.V. Stı. 5.24. Von Berots DINGEN a. a. OÖ. 5.242. (I) Annneä’s Briefe aus der Schweitz. 5.59 (m) AnpreÄi a. a, O.. 5.42. 53. 58: Tab.z. fig.lh GA 104 um| | St. Imbert(n); und der Frankenberger KRornähren| ein! in: Fahlerz(o).|: : ini€ Aber manche soicher Abdrücke und Verstei-| yo wat nerungen sind von noch neuerer Entstehung:| kuft de denn auch in heutigen Zeiten fährt die Natur N mllen, noch fort, Steinschichten und Petrefakten zu er- U ge Ve zeugen. Ich habe, sagt Saussure:, am Ufer des kehrt m mittelländischen Meers auf dem Faro di Messina, Ion nahe am Schlunde der Charybdis, Sand gesehen,| selben; welcher noch beweglich ist, wenn ihn die Wel- ein san len am Ufer anhäufen, der aber, durch den ya vom Meere hinein filtrirten kalkarligen Kütt,| nach und nach bis zur Festigkeit eines Mühl-| h steins verhärtet. Diese Thatsache ist in Mes-| ee sina bekannt; man nimmt täglich vom Ufer Stei-| ai ne hinweg, ohne dafs der Vorrath erschöpft, oder dus das Ufer niedriger würde. Die Wellen werfen ‚ See wieder Sand in die leeren Plätze, und in wenig| Pas Jahren küttet sich dieser so zusammen, dafs die!| velhe neu gebildeten Steine von den alten nicht zu un-| dere an terscheiden sind(p). Eine ähnliche Thatsache 1 Degen erzählt Morına, Dieser versichert, dals man| nme, in Chili nicht weit von Valparaiso einige vier- IE | eckige,| Abdrück R| ll(n) Von BEroLDıncEn a. 2.0. S. 120. h|(0) Warnın’s Frankenberger Versteinerungen. Tab. ı. IM S| Be.) Mt I(p) Saussure's Reisen durch die Alpen“ Th... 8, Mi A | ee eh ne nähren ersteis hung: Natur wenig [s die ı un- sache man vier- kige, ab. 1. SR — ı IOos eckige, ganz versteinerte Bäume in seiner Ge- genwart ausgegraben habe, woran noch ganz ‚deutlich die Hiebe Europäischer Beile zu erken- nen waren, und die also erst lange nach der An- kunft der Spanier in Chili angefangen haben muflsten, versteinert zu werden. Der Chilesi- sche Weidenbaum, fährt MorınA fort, ist viel- leicht zu dieser Versteinerung am geschicktesten; überall findet man Petrefakten von Zweigen des- selben; man darf nur das Holz dieses Baums in ein sandiges und feuchtes Erdreich graben, so wird es gleich versteinert(q). Noch müssen wir einer merkwürdigen Er- scheinung erwähnen, welche, nach dem Zeug- nisse des Abbe nz SauvAses(r), in einem bey Alais liegenden Flötze statt findet, In dieser Gebirgsart, die vorzüglich aus Sand und Ocker besteht, trifft man neben solchen Phytolithen, welche einheimischen Gewächsen angehören, an- dere an, deren Originale nirgends in der dortigen Gegend vorhanden sind. Es giebt hier Baum- stämme, welche theils versteinert, theils in Stein- kohlen verwandelt sind, und nicht weit davon Abdrücke von Farrnkräutern und von mehrern Arten (9) MorınA’s Nat. Gesch. von Chili. 8.97. (r) Mem. de I’ Acad. des. sc. de Paris. 1743. Ed, 4. P- 407. 65 5 E:} | W A | | IOoGS gamumazemn Arten der Iris, des Galium, der Öentaurea und des Geranium, die zum Theil noch Blumen tra- gen, und insgesammt mit einheimischen Pflanzen übereinkommen, Nahe dabey liegen aber auch Abdrücke sehr grofser Blätter, von welchen die grölsten 8 Zoll breit, üher 6 Fuls lang und mit tippen versehen sind, die sich nicht zerästeln, sondern von der Basis bis zur Spitze des Blatts fast parallel mit einander fortgehen, und in un- gleichen Zwischenräumen knotige Artikulationen haben. Alle diese Abdrücke befinden sich in ei- nem grauen Schiefer; alle sind vollkommen aus- gebreitet; kein Blatt hat Biegungen und Falten; jedes ist mit den Schieferlagen parallel, und die ausländischen Arten liegen dicht neben den ein- heimischen. Jedoch sind diese nie mit jenen vermischt, sondern haufenweise von einander abgesondert, Zu den jühgsten Ueberbleibseln der grolsen Revolutionen, welche die Erdfläche erlitten hat, gehören endlich noch die vielen verschütteten Wälder, die in vielen Gegenden des nordwestli- chen Europa, besonders in Holland, Ostfriesland, im Bremischen und in Dänemark unter den dortigen Torfmooren vorkommen(s). Die Wur- zeln dieser Bäume stehen alle im Sandboden, und'sind mit 8 bis ı8 Fuls hohen Torfschichten be (s) Leıesırir Protog. P.80. 84 thals niher und Cinbn vor Nordse schwer der reich, seyn Dı ter Jeha welche Annp R Qu Ge a und n tra. anzen auch n die d mit isteln, Blatts n un ionen in ei- | AUS alten; d die 1 eine jenen ander rolsen ı hat, tteten vestli- sland, den Wur- oden, ichten be —. 107 bedeckt. Gewöhnlich sind die Stämme abgebro- chen. Oft hat der: fallende Stamm die Hälfte der Wurzeln aus dem Sande gehoben. In Ost- friesland sind die meisten dieser, Bäume Nadel- hölzer und Eichen. Der letztern giebt es aber nicht so viele, als der erstern. In einigen Ge- genden findet man auch unterirdische Wälder, die ebenfalls in sandigem Boden eingewurzelt, aber blos mit Damm- und Thonerde bedeckt sind. Diese Bäume stehen fast alle noch aufrecht, sind von niedrigem Wuchse, und theils abgebrannt, theils abgehauen. Dem Zeugnisse einiger Chro- niken zufolge, war die Ursache des Umsturzes und der Verschüttung jener Wälder die grolse Cimbrische Wasserfluth, wodurch im Jahre 540 vor Christi Geburt ganz Holland und der an die Nordsee gränzende Theil von Deutschland über- schwemmt, Schonen vom festen Lande gerissen, der Sund entstanden, und England von Frank- reich, so wie Seeland von Flandern getrennt seyn soll(t). Das bisher Angeführte ist die Summe unse-, rer jetzigen Kenntnisse von den Umwandlungen, welche die Flora der Vorwelt seit ihrer Entste- hung erlitten hat. Sie ist noch zu gering, um mit Genauigkeit die verschiedenen Perioden die- ser ({) Weis in den Schriften der Berlin. Gesellsch. ‚BD. V. 5.37% 108 use| | MIT ser Veränderungen schildern zu können. ‚So viel Mas scheint indels aus den erwähnten Thatsachen| ai hervorzugehen, dals sich vier Hauptformationen i Bat jener Flor annehmen. lassen. Die erste ist gleich-| in h zeitig mit der Steinkohlenformation der Sandstein- nit und Flötzkalkgebirge. Diese besteht ganz aus win untergegangenen Farrnkräutern. Die zweyte ge- aldm hört in diejenige Periode, in welcher sich die im eigentlichen Steinkohlenflötze bildeten. Diese En enthält, ausser Farrnkräutern, schon wahre Pflan- Thon| zen, worunter vorzüglich palmen- und rohrar- oe tige vorkommen. Vielleicht giebt es unter die- bis sen auch einige Arten, die noch jetzt vorhanden de| sind. Alle aber sind Produkte eines wärmern Hab | Himmelsstrichs. Die dritte Formation entstand Bas | | zu gleicher Zeit mit den Flötztrappgebirgen. In| 18 ihr finden sich Erzeugnisse der kältern Climate u in wel neben solchen, die nur aus einem Palmenclima\| zeılom herstammen können, Zu dieser müssen ohne| des Aı Zweifel die von SauvaAges bey Alais entdeckten var, Abdrücke und Versteinerungen gerechnet werden.| fast al Endlich die vierte Formation gehört den ange- den Al schwemmten Gebirgen an, und enthält einheimi- ı ndda sche Gewächse, die sich zum Theil bis auf den he fm heutigen Tag erhalten haben, wo ein || ir, Die dritte dieser Formationen zeichnet sich Kunden | noch. durch einen merkwürdigen Umstand aus, | der uns vielleicht Aufschlufs über die grolse Uep-(1); Il| pig- I a ! Tin u nn en nn nn DR Den nn at EEE nun rin u 0 viel ‚achen ionen eich Istein« aus te ge- h die Diese Pflan- hrar- die» anden mern stand ———— 109 pigkeit der ehemaligen Vegetation geben kann. Auf dem Habichtswalde bey Cassel nehmlich liegt ein Holzkohlenflätz, das, nach der Versicherung von Rırs, vulcanische Laven zur Unterlage hat, und mehrere Lachter hoch mit'vulcanischer Lave be- deckt ist. Eine ähnliche Erscheinung zeigt sich auf dem Meifsner bey Allendorf. Von dem.dor- tigen Flötze von bituminösem Holze ist das Lic- gende ein"Conglomerat von Kalkstein, Sand, Thon und Bitumen, das Dach aber ein, die obere Hälfte des Berges ausmachender Basalt(u). Liesse sich‘ nun als ausgemacht annehmen, dafs die Unterlage und das Dach der Holzkohlen des Habichtswaldes wahre vulcanische Lave und der Basalt des Meifsner vulcanischen ÄUrsprungs wä- re, so würde hieraus folgen, dafs die Periode, in welcher die dritte der oben erwähnten Pilan- zenformationen statt fand, zugleich die Periode des Ausbruchs der vielen ausgebrannten Vulcane war, die sich, mehrern Schriftstellern zufolge, fast allenthalben in Europa, besonders aber in den Rheingegenden und in Frankreich finden, und daraus würde sich dann die ehemalige gro- [se Fruchtbarkeit der Gegenden erklären lassen, wo eine so ungeheure Menge Holz verschüttet liegt. Alle, von vulcanischen Ausbrüchen ent- standene Erde nehmlich ist von ausserordentli- cher (u) Rıes mineralogisch- bergmännische Beobachtungen über einige hessische Gebirgsgegenden. S.69 f. IIO muy cher Fruchtbarkeit. Man sieht dies an. dem Fufse des Aetna, wo der Weitzen in guten Jah- ren, die dort sehr gemein sind, heut zu Tage das: sechszigste Korn abwirft, und ehemals, wo der Feldbau in jenen Gegenden emsiger betrieben wurde, gar das hundertste lieferte(v)._ Die ge- fallene Asche dieses Vulcans befördert so sehr die Vegetation, dals Erbsen, die in einem Teller voll solcher Asche gesäet wurden, schon am. drit- ten Tage keimten, und besser fortwuchsen, als sonst in dem fruchtbarsten Boden(w). Auch der Meifsner im Hessischen ist noch jetzt von ausgezeichneter Fruchtbarkeit(x). Indefs gegen den vulcanischen Ursprung des Basalts und ande- rer verwandter Gebirgsarten der Flötztrappforma- tion lassen sich freylich noch Zweifel erheben, obgleich der Umstand, dafs der Basalt, der doch auf dem nassen Wege nicht anders als im Meere erzeugt'seyn kann, so höchst selten Versteine- rungen enthält, immer ein wichtiger, und noch von keinem Neptunisten widerlegter Grund für die vulcanische Entstehung desselben ist. G. 1% (v) Von Sarıs Beyträge zur Henntnils beyder Si-| cilien, (w) LicHtengere’s physikal, u. matliemat, Schriften, B.2, 5.302. (x) Rızs. 2.2 0.8.70; w Te nl Be jede Im Bil in eb finde si Nır det per, di aut we och 1 zoch 1 Schal kem erhob fen de Vor steing Meist bende Micke Arten( Müssen it 5, schten je I Vene Bin Man ı 1: dem n Jah- 1 ‚Tage Is, wo trieben Die ge. hr die Teller 1 drit- 1, alg Auch t von gegen ande- orma- eben, doch \leere steine- noch I für j. 125» er Si« rilten, Ehe Pflanzen waren, gab es noch keine Landthiere: denn in keiner der Gebirgsarten, die der Bildung der Steinkohlenflötze und der älte- sten Ueberbleibsel von Gewächsen vorhergingen, findet sich irgend eine Spuhr dieser Organismen, Nur der Ocean enthielt damals lebende Bewoh- ner; das feste Land bestand aus öden Felsen, auf welchen noch kein Grashalm keimte, die noch keinem Thiere zur Wohnung dienten, wo noch nichts begraben lag, als Thierpflanzen, Schaalthiere und Fische, Nachdem aber die Ur- keime des Pflanzenreichs sich entwickelt hatten, erhob sich auch das Thierreich zu höhern Stu- fen der Organisation, Von dieser Epoche an finden sich im Bern- steine die ersten Spuhren von Landinsekten. Meist lassen sich dieselben zu einem noch le benden Geschlechte, z.B. zu dem der Ameisen, Mücken und Spinnen, bringen. Ob es auch Arten darunter giebt, die noch vorhanden'sind, müssen wir unentschieden lassen, Gewils aber ist es, dals man niemals unter ihnen Wasserin- sekten antrifft, und wahrscheinlich ist es, dafs jene Insekten selber, und besonders die Ameisen, vermöge der Säure, die sie excerniren, an der Bildung des Bernsteins Antheil gehabt haben, da man noch jetzt in ‚einigen Gegenden, z.B. in den 112 m—— den Nadelholz-Waldungen des Galizischen Gebir- ges Pisani hamieni, Iuchen von. einem strohgel- ben Harze ündet, welches ‚die Ameisen in ihren Haufen verscharrt halten(y). Die Art, wie der Bernstein gelagert ist, und die Beschaffenheit verschiedener anderer Hörper, die in demselben eingeschlossen sind, machen es aber auch glaub- eh, dals die Lebenszeit jener Insekten und die Entstehung dieser Substanz in eine spätere Pe- riode fällt, als die ıst, in welcher diejenigen Farrnkräuter und Pflanzen lebten, wovon entwe- der gar keine Originale, oder doch keine in der gemälsigten und kalten Zone des Nordens vor- handen sind. Die Lagerstäte des Bernsteins nehm- lich ist meist zwischen Trümmern von Pflan- zen, die noch keinen hohen Grad von Zerset- zung erlitten haben, z.B. zwischen Torf und faulen Holzstücken, unter einer oft nur wenig Schuhe tiefen-Sandschichte(z). Schon dieser Umstand deutet also auf eine neuere Entstehung jener Substanz hin. Dann aber kömmt auch oft in dem Bernsteine schwarze Moor- oder Pflan- zenerde- vor(a), woraus erhellet, dals schon lange (y) Hacauver’s neueste Reisen durch die nördl. Kar- pathen. Th.z.$. 21.— Vergl. GırTAnner in LicH- TenbeRng’s Mag.f. d. Neueste aus der Physik u. s. w- B:IV. St.2. 8.38. (2) Von BEROLDINGEN 2. a. O. 98.547 f. (a) Evendas, S. 363. = ee En ca en ern ann en) nn er Do lanıt urbe Pin vl je 1 imadeln, kr) f nile, die nuthlch| iin det cher das kerstammı In ten, die halten si handen, in Steinsch tiode, ans drücke iv sind,) NER(6) "t7n, we der Thür) zehn Lach at, Worin It, der 1 Gebir. tohgel. \ ihren vie der Fenheit 1selben glaub- ind die Te Pe. jenigen entwe- in det s vor nehm» Pflan- erset- und wenig dieser ehung auch Pflan- ;chon lange ‚ har- LicH® 1 9. Wi zararenEmen 113 lange vorher, ehe sich der Bernstein bildete, Pilanzen vorhanden gewesen seyn müssen. End- lich findet man in ihm auch Tannen- und Fich- tennadeln, und den Tannenzapfen ähnliche Kör per(b), folglich Ueberbleibsel einer Pflanzenfa- milie, die erst von späterer Entstehung ist.‘Ver- muthlich gehöret daher der Bernstein, und mit ihm diejeni gen Insekten, die in ihm einge- schlossen sind, in diejenige Periode, aus wel- cher das bituminöse Holz und die Holzkohlen herstammen., Um eben die Zeit, als jene Landinsekten leb- ten, die als natürliche Mumien im Bernsteine ent- halten sind, waren auch:schon Amphibien vor- handen, Wir finden Ueberbleibsel dieser Thiere in Steinschichten, die ohngefähr in derselben Pe- rıode, aus welcher die Steinkohlenflötze und Ab- drücke fremder Gewächse herrühren, entstanden sind. Von der Art scheinet z.B. die von Spr- NER(c) beschriebene crocodilartige Eidechse zu seyn, welche vor ohngefähr hundert Jahren in der Thüringischen Rupfergrube bey Suhla vier- zehn Lachter tief gefunden wurde. Die Stein- art, worin sie lag, war ein kupferhaltiger Schie- fer, der zugleich ziemlich vollständige Versteine- run- (b) Ebendas. (ec) Miscellan. Berolinens, T.ı. p. 99. fig. 24. 25 5 111. Da. nA iI4 mu rungen von Fischen enthielt. Die Knochen des Crocodils waren ebenfalls, und- noch mehr als der Stein selber, mit Kupfer geschwängert, Einige Theile desselben, unter andern die Wirbeibeine, ragten einen Zoll hoch über die Oberfläche des Schiefers hervor. Seine ganze Länge betrug ohngefäkr drey Rheinländische Fulsr Indem Profil des Kopfs hat er Aehnlichkeit mit dem Nilcrocodil, hingegen so wenig mit dem Gavial, dafs es schwer zu begreifen ist, wie Faujas-ST- Fonp(d) von Srener’s Abbildung und Beschrei- bung behaupten kann: qu’un homme, un peu exerce dans l’Anatomie comparce, ne sauroit s’em- pecher de reconnaitre qu’elle convient parfaite- ment a un crocodile de l’espece du Gavial. Drey solche fossile Crocodile wurden auch in den Marmorbrüchen von Altdorf entdeckt. Merk gedenkt ihrer in seinen Briefen(e), und erklärt sie für Gaviale. Einen derselben, welcher sich im Churfürstlichen Cabinet zu Mannheim befin- det, hat Courını(f) beschrieben, aber unrichtig für einen Ichtyolithen gehalten. Ein- (4) Essai de Geologie. T.ı. p. 157. {e) Lettres sur les os fossiles d’elephans et de Eben. ceros qui se trouvent en Allemagne. £f) Commentat, Acad. Theodoro-Palatin. Vol. V. phys. p-758. N ee EEE EEE LTE ln ien des als der Einige !beine, he des betrug n dem it dem Gavial, JAs-ST- SER eschrei- un peu it S’em- arfalte- uch in Merk erklärt er sich befin- richtig Ein- - T, phy% Einzelne Knochen eines Crocodils wurden fer- ner zu Rozzo an der Tyroler Gränze in einem mergelartigen Steine, der zugleich Skelette von Pflanzenblättern enthält(g), und die Rinnladen eines solchen Thiers in dem Felsen bey Honfleur gefunden. Cuvıer, der die letztern untersuchte, erklärt sie für Ueberbleibsel einer Art, die dem Gavial verwandt, aber doch von demselben durch auffallende Charaktere leicht zu unter- scheiden ist(h). B.ben dieser Naturforscher er- wähnt (g) Favsas-Sr-Fonn a. a. O. p.165 (h)“Die Kiefer dieses Crocodils von Honfleur”, sagt er,“gleichen ihrer Verlängerung nach denen des Ga= „vial’s, nur sind die Zähne minder gleich, und „die Näthe der Kopfknochen anders gebilden Der „auffallendste Unterschied liegt in den Halswirbeln, „Bey allen übrıgen bekaunten Crocodilarten ist die „vordere Fläche des Körpers der Halswirbel concav, „und die hintere convex; bey der von Honfleur „findet gerade das Gegentheil statt. Auch sind die „Fortsätze der Halswirbel verwickelter, als bey den „gewöhnlichen Crocodilen. Das Thier scheint ı8 „Fufs Länge gehabt zu haben. Die Knochen sind „versteinert und geben am Stahle Funken, Das „schwammige Gewebe derselben ıst mit Schwefel- „kies ausgefüll. Sie liegen in einem sehr verhär- „teten sraulichen mergelartigen Steine, woraus sie „sich nur mit Miühe losmachen lassen”(Bulletin des sc. de la Soc. philomath. n. 44.). Ha REN RE FR HELD AT DENE "Ih ai B 116 uunmn wähnt eines, in seiner Sammlung befindlichen Stücks eines fossilen Kopfs aus den Steinbrüchen von Montmartre, das von einer dem Crocodil verwandten Eidechsenart herrührt(i). Die merkwürdigsten fossilen Rnochen croco- dilartiger Thiere sind aber diejenigen, welche in dem Petersberge zu Mastricht zwischen Corallen, Madreporen, Alcyonien, Echiniten, Belemniten, Muscheln und versteinerten Hölzern gefunden sind, und wovon BucnHoz(k), PETER Camper(l), und Fausas-Sr-Fonn(m) Abbildungen und Be- schreibungen geliefert haben. PETER CAMPER hielt‘sie für Ueberbleibsel einer unbekannten Caschelotart. Hingegen Fausas-Sr-Fonp und Aprıan CAmPEr(n) erklärten sie für Reste eines Crocodils, und in der That kann man auch def Meinung des ältern Camper schwerlich beystim- men, wenn man erwägt, dals die untere Rınr- lade des Thiers von Mastricht, wie bey allen Thieren aus der Familie der Eidechsen, aus mehrern Stücken besteht, da bey den Wallfi- schen, wie bey allen Säugthieren, an jeder Seite nur (1) Annales du Museum d’Hist. nat. T.III. p. 385. (k) Dons de la nature. Pl. 66. 68. (l) Sämmtliche kleine Schriften. B.5. S.ı. Tataıs 2. (m) Dar; nat, de la montagne de St. Pierre.— Es- sai de Geologie. T.ı, p. 168. Pl. VIIT. (n) Bulletin des sc. de‘la Soc. philomath. n, 42 en TREE en a een Scan ne en en in cl Andet, jdn$ In wallse gt steht, dr Gründe ge, al elite, 6 gensche Vi en Crob Tihne, dicht; a Zähne a Jen fehlen, In a nicht selte das den$ı Thiere be gend. yon getroffen, Von eı ton Sande Ment einer 11 al Nldıne \ ung ıdlichen rüchen ‚rocodil Cr0C0- :Iche in ‚oralen, nniten, funden PER(I), nd Be- CAMPER kannten p und e eines ch det eystim- e Rinn- y allen 1, aus Wallt- r Seite nur z——— 113 - nur Ein Stück vorhanden ist, und dafs sich bey jenem, eben so wie beym Crocodil, ein Nasen- canal findet, welcher von der Kehle bis zum Ende der Schnauze geht, da dieser Canal bey den Wallfischen auf der Achse des Schädels senk« recht steht.'Indefs beweisen allerdings manche der Gründe, worauf sich der ältere CANPER stützte, als er jenes Thier für eine Cäschelotart erklärte, eine specifische, und vielleicht gar'ge- nerische Verschiedenheit desselben von allen heu-» tigen Crocodilen, Diese haben insgesammt hohle Zähne, bey jenem aber sind die Zähne durchaus dicht; ausserdem hat das Thier von Mastricht Zähne am Gaumen, die allen übrigen Crocodis len fehlen. Ein anderes Amphibiengeschlecht, wovon nicht selten fossile Ueberbleibsel vorkommen, isk das der Schildkröten. Man hat Knochen dieser Thiere bey Burgtonna, bey Mastricht, in der Ge» gend von Brüssel, bey Paris und bey Ailx anı getroffen. Von einem bey Burgtonna in einer Mischung von Sande und blauem Thone gefundenen Frag: ment einer Schildkrötenschaale hat Voıcr(o) eine Abbildung geliefert. (0) Mag. f. d. Neueste aus der Physik us.w. B.& St. 4. Tab.I., fig. 3. Hz 118 pummuunen ‘Die in dem Petersberge bey Mastricht ent. deckten Knochen von Schildkröten zeichnen sich eben so auffallend, wie die dortigen Crocodil- knochen, vor allen heutigen Amphibien aus. Camper besals aus diesem Berge den ganzen HRückenschild einer Schildkröte, der bey einer Länge von. vier Fuls die so sehr geringe Breite von sechszehn Zoll hatte(p). Zwey andere, im Petersberge gefundene Arten, die ebenfalls sehr wunderbar gebildet sind, hat Fausas-Sr-Fonn(q) abgebildet und beschrieben. Beyde haben nach vorne auf jeder Seite einen) aus drey Stücken bestehenden Vorderarm, der wie ein Ermel ge bildet ist, und nach jeder Seite des Kopfs einen ovalen Ausschnitt, Von den fossilen Schildkröten, die in den Kalkbrüchen von Melsbroek bey Brüssel vorkom- men, findet man Zeichnungen bey Burrın(r) und Bucnoz(s). Lackerene und Favıas-Sr- Fon (pP) CAmrer’s sämmtl. kl. Schriften. B.3. 5512. FApv- JASST-Fonn(Essai de Geologie. T.ı. p. 180) führt eben dieses Faktum aus den Philosophical Trans- actions an, läfst aber Camrenr’n hier die Breite der Schaale gar nur auf sechs Zoll angeben. (9) Hist. nat., de la montagne de St-Pierre, Pl. XI. PAS RE AI p- 99. PI.XIV, p. 101, (1) Oryctographie de Bruxelles, (s) Dons de la Nature: as EEE Bee= ee Te a ne Fon Ir di u IK J je A je liche\ In Exem alte an| Zoll, aber bekannte yo betr In erst ein rite gef Thies sc Yhr hehndan die 90 Verstein Art sind sn, dal 1e Zeiten cht aut, nen sich ‚rocodil. N aus, ganzen y einer ® Breite ere, ım Is sehr OND(q) ı nach jtücken mel ger 5 einen pl. XI nn Foxp{t) versichern, keinen Unterschied zwischen diesen und der Riesenschildkröte bemerkt zu haben. i Bey Aix in der Provence giebt es eine fos- sile Schildkrötenart, welche durch die ausseror- dentliche'Wölbung der Schaale merkwürdig ist. Ein Exemplar, das pe LAmanoN(u) ausmals, hatte an der Basis eine Breite von nur sechs Zoll, aber eine Höhe von fast sieben Zoll. Keine bekannte Art der heutigen Schildkröten hat eine so beträchtliche Wölbung. In der Gegend von Paris ist bis jetzt nur 8 elnes Fragment einer fossilen Schild- us sich die Art dieses erst ein einz kröte gefunden(v), wora Thiers schwerlich beurtheilen lälst. Sehr vollständige Petrefakten von Amphibien befinden sich auch in den Oeninger Steinbrüchen, die so reich an den schönsten Abdrücken und Versteinerungen von Thieren und Pflanzen aller Art sind. Man weils aber schon aus dem Obi- dafs die Entstehung jener Schiefer in neue Die dortigen Amphibien sind dahex gen, re Zeiten fällt. (1) Essai de Geologie. T.I. P.17% (u) Journal.de Phys. T.XYVI. p. 368. (v) Tausas-St-TonD, Annales du Museum a’ Rıst rs rn nat, 4.1. P.100. | | 1 | | | | 1 | i en 120 men daher die nehmlichen, die noch jetzt in der dasigen Gegend leben,'z,B, gemeine Kröten(w). [4 15...10. Das Merkwürdigste aber, was aus der Periode übrig ist, aus welcher der Bernstein und das bi- tuminöse Holz herrührt, sind die fossilen Reste von Säugthieren, die sich fast allenthalben ın. Eu- ropa, Nordasien und Amerika finden, jene meist colossalischen Gebeine, welche Thieren angehö-. ren, die gröfstentheils mit den jetzigen Elephan-. ten, Nashörnern, Nilpferden und Tapirn von einerley Familie und selbst von einerley Ge- schlechte sind,.die aber meist mit keiner Jetzi- gen Thierart ganz tibereinkommen, und eben so wohl aus der lebenden Natur verschwunden sind, wie die Encriniten und übrigen frühern Erzeugnisse der Erde. Fast alle, bis jetzt entdeckte fossile Ueber- bleibsel von Säugthieren, die aus der Periode herrühren, womit wir uns hier beschäftigen, gehören zu den Familien der Schweine, Rinder, Wallfische, Faulthiere und Hunde. Wir werden zuerst diejenigen untersuchen, die schweinearti- gen Thieren angehören. © I. Fos- (w) Anopreä’s Briefe aus der Schweitz. XV. fig.b. (n D 07. Hat. a nn rn nen ren in= hun by a schen I Abdrück Auretonn umermueg 121 ge 1. Fossile Ueberbleibsel schweinartiger ” Thiere. Eu ı, Elephanten. ’eriode Schon zu THEorHrAST’s Zeiten war es eine 35 bi. bekannte Sache, dafs es gegrabenes Elfenbein Reste und fossile Elephantenknochen ausserhalb dem u Eu. Vaterlande der Elephanten gebe(x). meist 1gehö. Man fand diese Fossilien in neuern Zeiten: plan. In mehrern Gegenden von Deutschland, z.B. an bey Canstad in Schwaben(y), im Eichstädti- y 68 schen über dem Ralkschiefer, welcher die vielen Jetzi. Abdrücke von Krebsen und Fischen enthält(z), bey eben Burgtonna in Thüringen(a), in dem Leimgrunde unden der ühern (x) Prinss nat,"hist, L,XXXVN C.ı8, Be(y) Sreeissıır Oedipus osteologicus. Scaphus. 1701; & Harenserg de lilio lapideo s. Encrino. Guclpher- eriode bit. 1729. J. S. Carr lapis Lydius philosophico-py- tigen, rotechnicus ad ossium fossilium docimasiam analy- inder, tice demonstrandam adhibitus. Francof, ad M, 1704. erden(z) Esrer, Schriften der Berlin. Gesellsch, B. V. earli- Ss. 97. (a) Hocer in Miscell. Nat, Cur, dec. 5. ann. 7.&. p-294. obs.175, Tentzeris epist. de scelet, elephant. a ad Anton. Magliabecchium. Gotting. 1606. Phil. Tal Traus. Vol. XXIY. n.234.- Voıst ın dessen Mag. 4 45£.d% 122——— der-Oberneustadt von Cassel(b), bey Potsdam an einem hohen Ufer der Havel in einem dahin absetzenden Sandflötz, welches Thon zur Unter- lage hat(c), an den Ufern der Elbe in. Böh- men(d), vorzüglich aber in der Gegend des Rheins, Merk versichert, in der obern Graf- schaft Katzenellenbogen, und in den benachbar- ten Ufern des Rheins und Neckars, in einem Umfange von ı5 bis 2o Stunden, mehr als 50 Exemplare von Elephanten angetroffen zu ha- ben(e). Im ehemaligen Polen und in Ungarn.- schreibungen und Abbildungen von Elephanten- zähnen, die an verschiedenen Orten dieser Län- der ausgegraben wurden, haben Gonrap Ges- WER(f) und MarsıcLı(g) geliefert. Fossilen Elfen- f. d. Neueste aus der Physik u. s. w. B.IIT. St. 4. 5.1. Brumensacn specimen Archaeolog. telluris. p- 15 (b)-RAsre’s Beytrag zur Historie von Hessen. S.6. (c) Fucus in den Beschäftigungen der Berlin. Ge- sellsch. B.3. Ebenders. in den Schriften der Ber- In. Gesell. B.3. S.ı52. B.4. 8.254. (4) MAyer in den Abhandl. einer Privatgeselisch. in Böhmen. B.6. S..260. (e) Deutscher Mereur. 1784. Januar. (f) De fig. lapid. p. 157. g) Dannub. Pannon. Mysic. Vol.2..P.z2. p,75. Tab. 28-31. ee ee un yl Is N HN ei 1 ‚jm Drache Alu) j oda Ktantenzib Norm Il In Ga Ircka hat ma zon Ehplan Yinsen von Tinte(m), chm Geheine ulm tsdam dahin Unter: Böh- | des Graf. hbar- inem Is 50 ha Tab, — 123 Elfenbeins, das sich bey Danzig, an der Weich- sel nicht weit von Warschau, und in der Unga- rischen Drachenhöhle fand, gedenken Kreın(h) und Rzaczınskı(I). In Podolien. Hacqurr(k) erwähnt dortiger Elephantenzähne und Seethierschaalen in_weissem Mergel. In Galizien. In den Salzwerken von Wie- liczka hat man Backenzähne und andere Anochen von Elephanten, nebst vielen Muscheln und Ge- häusen von andern Seethieren, angetroffen(l). In Italien. Am Ende des sechszehnten Jahr- hunderts fand man fossile Elephantenknochen zu Viterbo(m). In neuern Zeiten wurden. derglei- chen Gebeine von Forrıs(n) und dem Duc DE LA ROCHEFOUCAULT(0) bey Rom, und zwar von dem (h) Büst. nat. pisc. Miss. II. p. 29 sq. (1) Hist. nat. cur. Polon., p.ı.&. (k) Neueste ‚Reisen durch die nördl. Karpathen. Th. 1. 5.53. (I) Vox Bonn Catalogue de la collection des fossiles de Madem. de Raab. T. U. (m) LancemAanter in Miscell, Acad. Nat. Cur. dec. 2. ann. 7. P.446. obs. 234. (0) Me&m. pour servir& l’Hist, nat. de P’Italie. T.II. pP: 503. (0) FAausas-Sr-Fonn Essai de Geologie. T.T. p.2g1. 124 Guunrumnann ;:: ı flın dem letztern ein Eckzahn in vulcanischer Tuffa ‚ig® entdeckt,(gr NUN ‚In Buche In der Schweitz. Eines Backenzahns von"3 ; A i 5 wir ul einem Elephanten aus der Birse nicht weit von gn th Basel gedenkt AnprREA(p). ie In Frankreich. Unter Kaiser Carl VII im «land : c Q Iran Jahre 1456 wurden nicht weit von Valence VUe-|| ul wurden 1 gehe A gen, watt berbleibsel eines Elephanten° ausgegraben(q). Nerere Beyspiele von fossilem, in Frankreich gefundenen Elfenbeine erzählt Burron(r), Einen Elephantenzahn, welcher zu Darbres im Depar- ge| tement Ardeche gefunden wurde, hat FaujJas- Ih St-Fonn beschrieben(s). Bihanken In Holland, Ein von CAmPrEr untersuchtes Igel, Stück eines Elephantenschädels, das von einem ke Dim jüngern Thiere zu seyn schien, wurde in der Ya Ye Gegend von Herzogenbusch(t), und ein Hüft-| bein mit einem Wirbelknochen von einem ältern Thiere im Bommeler- waard gefunden(u). A In B: (p) Briefe aus der Schweitz. S. 31. ul (g) SroAne, Mem. de l’Acad. des sc. de Paris. 1727. an Ed.8. P.454|(Nam (r) Hist. nat, Vol. XI,}| ig (s) Annales du Museum d’Hist. nat. T.II. p. 23. Mn (t)- Acta Acad. sc. Petropol. 1777. P.2. p.203.| m (u) Verhandel, van het Maatsch. te Haarlem. D. ı2. Al Bl. 373. ES EEE SEES FE Tufh von von II im 7 Ue- (9). reich inen epar- ‚UJASe ‚htes nem \ der Hüft- iltern In 1727. D. 1% 125 In England, Zu Northampton traf man Fragmente von Eckzähnen, und uicht weit da- von den Backenzahn eines Elephanten im Sande an(v). In Staffordshire fand sich die Kinnlade eines’ Elephanten in Mergel(w), und bey Lon- don fossiles Elfenbein(x). In Irland. Im westlichen Theile dieser In- sel wurden vier Fuls unter der Erde grofse zer- reibliche Knochen mit vier grolsen Backenzäh- nen, wahrscheinlich von einem Elephanten, aus- gegraben(y). In Rufsland entdeckte man Backenzähne von Elephanten am Bache Usen, der sich in den Ik ergielst, und in den kupferhaltigen Schichten bey Djoma(z); ferner in den Kupfergruben am Bache Sfensa, und am Flusse Ufa(a), In (v) Morton Nat. Hist. of Staffords. p.78. (w) R. Pror Nat. Hist. of Staffords. p.78. (x) SroAne a.a. O. P.430. (y) Nevirze et Ta. MorLıneux Nat. Hist. of Ireland. p- 129. (2) Rrrscnkow Tagebuch über seine Reise ‚durch verschiedene Provinzen des Russischen Reichs. (a) Lerecnın’s Tagebuch seiner Reise durch versch. Prov. des Russischen Reichs, I26 pemmarn | gr fen In Island. Barrtuorın hat Nachricht von| a N fossilem Elfenbeine gegeben, welches in dieser gan Insel gefunden war(b). za, sun „hie In Siberien. Von den dortigen Elephanten- a knochen handeln, nebst mehrern andern Schrift- e. stellern, vorzüglich Yserann Inzs(c), Tarır- 1 Pine au SCHow(d), Breyne(e), der ältere GweLın(f) z ; sin ausland und PaAr.ras(g). Dem. Berichte des letztern zu-| .. RER 12. her N folge giebt es im ganzen nördlichen Asien vom H ...: in der Be Flusse Tanais an bis zum äussersten, Amerika N =: 2 2 ych Süden gegen über liegenden Ende der alten Welt keinen yuhhil | Me grölsern Fluls, in dessen Bette‘oder Ufern nicht au Knochen von Elephanten und andern grolsen Ni db fremdartigen Thieren gefunden wären und noch il angetroffen würden. Doch gilt dies besonders kl MN von denjenigen Flüssen, die ihren Weg durch Ne Steppen nehmen: denn im Allgemeinen läfst sich in ul behaupten, dals die Siberischen Gebirgsketten ac i ‚ 8 5 die sich mit ihren uranfänglichen Felsen durch Are, ganz Asien erstrecken, eben so wenig Ueberbleib- prülerer sel hl es se Be ö Thiren ıh (b) Act. med. et philosoph. Hafn. T.I. obs. 46. Kl olelen Ing (c) Reise nach China. ni :;- Tin een (d) Aet. litterar. et sc. Sueciae. Vol.II. p. 36. Be! KUNeEn a (e) Phil. Trans. 1757. p.1ı24. B| St, und N...} (1) Reise durch Siberien. 278 au Sich, (g) Nov. Commentar. Acad. sc. Petropol. T. XIII. p. I ak u 456. T.XVII. p.576. Reise durch versch, Provin- zen des Russischen Reichs. Th,5. S. 409, E von dieser Intene hrift« ATIT® vom erika nen nicht olsen noch ders ırch sich \ten, urch leib- sel . p- pyite — 127 sel von fremden Landthieren,, als von Seekörpern enthalten. Man findet auch nie, oder doch nur sehr selten diese Fossilien in sehr niedrig gele- genen, sumpfigen Gegenden, Aber allenthalben, wo sich die letzten Hügel der Siberischen Alpen in Ebenen verliehren, und vorzüglich, wo wei- te, sandige Steppen folgen, sind die Ufer der Flüsse auch reich an Knochen und andern Re- sten ausländischer Tiere. Sie finden sich in gleicher Menge unter allen Graden der Breite von der Bergzone an, die das nördliche Asien nach Süden begränzt, bis zu den Küsten des Eis- meers. Ja, das beste Elfenbein wird in der Nähe des nördlichen Polarcirkels und in den al- leröstlichsten Gegenden von Asien, die weit käl. ter sind als Europa, obgleich sie mit diesem Welttheile unter einerley Graden der Breite lie- gen, und deren Boden blos im Sommer und auch dann nur an der Oberfläche aufthaut, aus- gegraben. An einigen Orten liegen Knochen grölserer und kleinerer Thiere beysammen, s» dals es scheint, als ob hier ganze Heerden von Thieren ihr Grab gefunden hätten. An andern Stellen hingegen trifft man nur die Ueberbleibsel von einigen Thieren, oder auch nur von einem einzigen an. Fast immer aber liegen sie zer- streut, und wie von den Wellen umhergeworfen, mit Schichten von angeschwemmtem Sande be- deckt, und oft mit Ueberbleibseln von Meerthie- TieR 128 erzmsnume ren vermischt: Am Irtisch fand ParrAas sogar zwischen den Knochen von Flephanten, Büffeln und Nashörnern Fragmente von andern Knochen, die der Form tnd. Textur nach blos von den Schädeln grölserer Meerfische seyn konnten, Hingeget unterhalb Krasnojarsk am Jenisei, wo auch einzelne Elephantenknochen ziemlich häufig sind, trifft man keine Spuhr von Seekörpern, ‚wohl aber Stücke von Weiden- und Rnüppelholz an, welche offenbar im Wasser vorher gerolit und abgenutzt worden sind, ehe sie ın der Erd. lage, welche sie versteinert hat, ihr Lager ge- funden haben, Nach der Erzählung des ältern Gmerın kom. men in der Gegend von Swiatoi- Nöfs auch Ele- phantenknochen in Torflande vor. Unter andern traf man einen ganzen Schädel mit einem noch daran sitzenden, und einem daneben liegenden Fangzahne, und nicht weit von. dieser Gegend, ebenfalls im Torfe, einen fossilen Ochsenkopf an. Ines erzählt, dals einer seiner Reisegefähr- ten, der jährlich auf das Sammein von fossilem Elfenbeine, ausging, in gefrornem. Erdreiche ei- nen ganzen Elephantenkopf mit dem Fleische, das aber sehr verlorben war, mit den Hauzäh- nen, die noch so fest in der KRinnlade safsen, dals sie nur mit vieler Mühe davon getrennt werden konnten, und mit den Halswirbeln, die noch je In nördl 1 debenaal Ian. coll gfinde, U zit den Zah ı am ıh art erkannt In Amen hundert Jahre senden. Wl lan net Auen AUT 2 an der() se auch ı Mesork a I) Dtıas Stillen Mm (Kama ED 129 soga noch wie mit Blute gefärbt waren, und dane- Bülfeln ben einen Fufls, der so dick war, wie der Leib ochen, eines Menschen von mittelmälsiger Statur, gefun- 1 den den habe. nten, Y Fe In.der Tartarey(h),£: häufig Im nördlichen Afrika. Bey Tunis wurde pern, im siebenzehnten Jahrhundert, unter mehrern an- holz, dern colossalischen"Knochen, ein Backenzahn erollt gefunden, und an Prıresc geschickt, der ihn ‚Erd, mit den Zähnen eines lebenden Elephanten ver- ae glich und ihn für ein Ueberbleibsel dieser Thier- art erkannte(i). ‚ kom. In Amerika. Am Öhioflusse sind schon seit ul hundert Jahren viele einzelne Elephantenknochen ndern gefunden worden(k). Der Ort, wo diese Fos- noch silien dort zuerst in grolsen Haufen beysammen enden liegend entdeckt wurden, ist ein niedriger Hügel egend, an der Östseite des Ohio. Nachher traf man pf an. sie auch in Nordcarolina, in Pensylvanien und ofähr Newyork an. Auch erwähnt CaTesBy eines in silem Südca- e'd-(h) ParrAs Bemerkungen auf einer Reise in die südl, sche, Statthalterschaften des Rüssischen Reichs ın den J äh 1793 u. 1794 Th.ı. S.36. 83. 89. ifsens(i) Prinescıı vita‘ per Perrum GAssennum. L.IV. p 256. 265. trennt la(k) MAruer, Phil, Trans. 1714. p. 62. Sn III. Bd. ı |» 130 nn Siidcarolina ausgegrabenen Eckzahns vom Ele. je phanten, und Karm eines im Lande der Illinois| 1 ach gefundenen ganzen Gerippes(l). Von diesem Anal letztern ist indels nichts Näheres bekannt gewor-° ur er den. Ein vollständiges, von PEALE zusammen. Camp de gebrachtes Gerippe aber hat Donzıer(m) be- Tılen be schrieben. Dieses wurde im Jahre ıS0ı zu New- und nach e york, in der Nachbarschaft von Newburgh, ohn- tm de 1 weit deım Hudsonflusse, olıngefähr 67 Englische| Knochen A Meilen von der Stadt Newyork entdeckt. Die ; oberste Lage der dortigen: Gegend ist Torf; dann I 1 folgt eine mit langen gelben Baumwurzeln ver- fndlich 2 mischte Schichte vegetabilischer Erde; darunter wichtig liegt eine andere, zwey Fuls hohe Schichte von wie il | grauem Mergel; die folgende besteht aus Schaal- nen der ’ thieren, und unter dieser werden kleine Steine und ten! Di ;# Schiefer gefunden, welche auf Thonerde ruhen. Afrika I Die mehresten Knochen sind in der zweyten und tenchail 2 dritten Lage gefunden worden, undin der letztern COnvEN am vollständigsten erhalten, so dals, wenn ein auf de Knochen in beyden Schichten lag, er in der zwey- die de ten verweset, in der dritten aber gut erhalten war. Sir, Die Nachbarschaft dieser Gegend soll mit verstei- deren R nerten Schaalthieren ganz bedeckt seyn. Aber (t) An Ren e ERS{ Gıtze; (1) Scuörr's Reisen in den vereinigten Nordamerikan. nr Staaten. Tlı,ı. 8.412. I j() Ey (m) Neue Schriften der Berlin. Gesellsch, B. IY. a ol, man 131 m F m Aber nicht nur das nördliche Amerika, son- Niosen dern auch die südliche Hälfte dieses Welttheils Bone enthält Ueberbleibsel von Elephanten,. Von Hum- en BorLprT erhielt solche Fossilien von der Höhe des nn Campo de Gigante bey Sante-Fe, welche 13550 N a Toisen beträgt, aus Timana, Ibarra und Chili(n), er und nach der Erzählung des Azara(0) hat man RAT oft an der Mündung des Platallusses riesenartige Biache Knochen von Landthieren gefunden. h Die ; dann Es war nöthig, diese Thatsachen so um- In ver- ständlich darzustellen, da sie uns in der Folge larunter wichtig seyn werden. Jetzt entsteht die Frage, hte von wie sich jene fossilen Elephantenknochen zu de« Schaal. nen der noch lebenden Elephantenarten verhal- neund ten? Der letztern giebt es bekanntlich zwey, die ruhen. Afrikanische und die Asiatische, Die un- en und terscheidenden Merkmale der erstern sind: eine letztern convexe Stirn, und Backenzähne, deren Rronen Ban ein auf den Endflächen mit Queerrauten besetzt sind; Y zwey- die der letztern: ein höherer Kopf, eine Hachere on War. Stirn, kleinere Fangzähne, und Backenzähne, verstei-‘deren Kronen auf den Endflächen wellenförmige Queer- Aber(n) Annales du Museum His nat TH pı7m Girsernt’s Annalen der Physik. B. XVI 8.47% nerikan, 475. '(0) Essais sur l’Hist. nat. des quadrupedes du Para= DW. guay. TI. p. LI Iea TE EEE ) au | Queerstraifen haben._ Von fossilen Elephanten| ae sind schon mehrere Arten entdeckt worden, Die| niit Jäufigsten sind der Mammouth und das Ohio- Ah thier, Bey dem Mammouth(Elephas mam- nach monteus Cuv.) ist der Schädel nach oben spit-| zer, und. das Verhältnils der Höhe zur Länge Helme gröfser, wie bey irgend einer andern Elephanten- 140 art; die hervorstehenden Wände der Fangzahn- u höhlen sind länger, die Cavitäten selber weiter, 5 und das schnabelförmige Ende der untern Rinn- Ne lade stumpfer, als bey den übrigen Gattungen; N" die Backenzähne simd mit zahlreichen und gera- R u den Queerstreifen bezeichnet. Endlich das Ohio- on Pr thier(Elephas Americanus PznnanT. et Cuv.) Hi, hat an den Kronen der Backenzähne mehrere nu \ parallele Reihen von conischen Spitzen, und, Mich, ohne höher zu seyn als der Afrikanische Ele. Nr phant, stärkere und dichtere Knochen(p). Ant genss Von dem Mammouth sind die meisten der Bun(I Knochen, die in Asien und Europa vorkommen; von dem Ohiothiere die mehresten derer, die in N Amerika und besonders am Ohio gefunden wer- il den. Doch giebt es auch Ueberbleibsel der er- HM stern Art in Amerika, und der letztern in der Men | alten wen UN (pP) Cuvier, Men. de I’Institut National. Sc. ma- kan ıhem. et phys. T.If. p.ı. Domezier, Neue Schrif-(w)} ten der Berlin, Geselisch. B.IV. S.79. a ne nen un nn Bine ZI einen hanten 3:4Die 0 h 1 0- mam- spit- Länge antenl- ‚zahn- veiter, Kinn- ngen; gera- Ohio- Cov,) ehrere und, Jc, mir Schrif- men 433 alten Welt, z. B. bey. Siena(g), und auf der westlichen Seite des Ural an dem in den weis- sen Fluls(Bielaja) fliefsenden Bache Schebysy wo auch versteinertes Holz vorkömmt(r). Der Mammouth lebte, gleich den heutigen Elephanten, ohne Zweifel blos von Vegetabilien. Das Ohiothier nähert sich, durch die schneiden- den Hervorragungen der Backenzähne, einiger- maalsen den fleischfressenden Thieren. Wenn aber Wırnerm Hunter(s) und Remgrann Pea- LES(t) hieraus folgern, dafs diese Art ein wirk- liches Raubthier war, so streitet dagegen, wie schon Camper erinnert hat, der Umstand, dals sie offenbar nicht anders, als vermittelst eines tüssels, ihre Nahrung zu sich nehmen konnte, Von einer andern fossilen Elephantenart, die dem Ohiothiere- nahe verwandt, aber seltener gewesen zu seyn scheinet, rühren die von REAv- mur(u), Lommer(v) und MavEr(w) beschrie- benen (g) BArpassarı, Atti di Siena. T.III. p. 243. (1) PaArras, Act, Acad. sc. Petropol. 1777. P.2. pP. 21384. (s) Phil. Transact. Vol. LVIH. 1768. p- 54 (1) Philosophical Magazine. 1802. Novembre. n.46. (ü) M&m. de I’Achd. des sc. de Paris. 1715. Ed.8. p.230. (v) Abhandl. einer Privatgesellschaft in Böhmen. B.2, STD, (w) Ebendas. B.6. S. 264. 134 w——— benen Zähne und Knochen her, die sich bey der Stadt Simore in Nieder-Languedoc und bey Les- sa in Böhmen finden, und vermittelst des Feuers in eine, dem ächten Orientalischen Türkis ähn- liche Materie verwandeln lassen. Die Zähne, die man in jenen Gegenden antrifft, sind von verschiedener Art. Einige, welche offenbar Backenzähne sind, haben die Grölse einer ge- ballten Hand, und ähnliche conische Hervorra- gungen, wie die Backenzähne des Ohiothiers(x). Diese zeigen, wenn sie abgenutzt sind, die Fi- gur eines NHleeblatts, und solche sind es, die Burron in seinen Epochen der Natur abgebildet, aber unrichtig für Zähne des Nilpferdes gehalten hat. Ausser diesen giebt es noch zwey kleinere Arten von Backenzähnen. Bey der einen ist die Krone mit vier(y),. bey der andern mit zwey kegelförmigen Zacken(z) besetzt. Deyde haben an der Wurzel vier Höhlungen, die sich bis in die Zacken erstrecken. Bey denen, die nur mit zwey Zacken versehen sind, sieht man ausser- dem noch zwey Höhlungen unten am Anfange dieser Hervorragungen. Ferner trifft man auch Hauzähne, welche die Form eines gekrümmten Hegels haben(a), und HRnochenstücke an, wo- von (x) Reaumur aa. O. Pl.7.8. fg.1 2. 17. 18. (y) Ebendas. Pl7. fig.3. 5 (2) Ebendas. fig. 6. (a) Ebendas. fig. 7. Var et, Zen Natın diesen Al Elephant Frage I tungen, yon u phante 0 “u Eis kuoche schen aus ei bey der y Les- Feuers 5 ähn- ,ähne, d von Fenbar pr: ge- VOTTA-» 3.(8): lie Fi- , die ebildet, ehalten einere st die zwey haben bis in ur mit JUSSET- fange auch ımten ‚ W0- von z——— 135 von einige hundert Pfund gewogen haben sollen. Aber die Knochen sind so weich und zerreiblich, dals. sie nur bey einzelnen Stücken aus ihrem Lager gezogen werden können. . Es gab also mehrere Elephantenarten der Vorwelt, die nicht mehr in der jetzigen leben- den Natur vorhanden sind. Aber existirten mit diesen auch schon die heutigen Gattungen des Elephantengeschlechts? Zur Beantwortung. dieser Frage fehlt es noch an hinreichenden Beobach- tungen. Doch versichern Aurtsscıere(b) und von Humsoror(c), Zähne des Afrikanischen Eie- phanten in Amerika gefunden zu haben. o. Nashörner. Fast eben so häufig, wie fossile Elephanten- knochen, sind fossile Gebeine von Nashörnern. Horrmann erhielt theils von einem,| zwi. schen Harzfeld und Osterode gelegenen Hügel aus einem Lager von Mergel, theils aus der ; Schar» (b) Cuvier a. a. O. (c) Girzenr’s Annalen der Physik. B.XVF. 8.474. An einer andern Stelle(Ebendas. 8.485)‘ sagt aber von Humsornpr, dafs die Zähne, die er gefunden hätte, von der Afrikanischen Art etwas verschie= den seyen. 4 i’ | v | | ; | I | | l 136 nn Scharzfelder Höhle eine Menge Rhinozeroskno- chen, die von vier erwachsenen und einem jün- gern Thiere herrührten(d). In der Gegend von Burgtonna, welche durch das im Jahre 1695 daselbst ausgegrabene Elephan- tengerippe berühmt ist, wurde auch ein Zahn aus dem Oberkiefer eines Rhinozeros gefunden(e). berge bey Quedlinburg, wo sich auch im Jahre 1663 das Gerippe fand, dessen Leısnıtz in sei- ner Protogaea gedenkt, und für ein Einhorn hielt, ausgegraben wurden, hat ZückeErt be- schrieben(e*), Eines Theils der obern Kinnlade mit zwey Zähnen, gefunden in der Gegend des Dorfs Issel bey Montagne Noire, eines Zahns der untern Rinnlade von Avignonnet, und einiger Backen- zähne von Canstadt, erwähnt Cuvier(f). In einer Torfgrube der Schweitzerischen Land- schaft Turgau wurden ehedem fast täglich Nas- horn- (d) Commentar. Soc. Reg. sc. Götting. T.II. p. 215. 242. (8) Voror in Licutengens’s Mag. f. d, Neueste aus der Physik. B,III. St.4. S.8. (e*) Beschäfug. der Berlin. Gesellsch. B.2. S. 340. (f) Annales du Museum d’Hist. nat, T.IIT. PLY. fig. 2. 3. 5& Nashornknochen, welche in dem Zauniken- Ihiers, gi gl vehende eher v0 his dies der wa gan Ri In schäl ten roskno. m Jün- durch lephan- hn aus 1(6), niken- Jahre n sel» inhorn ıT be- zwey Issel Intern acken- Land- Nas- horn- ), 215, te aus V. ig 137 hornzähne gefunden. Der Chorherr Gessner er- hielt aus derselben ein ziemlich grofses Stück eines Unterkiefers und beyde Felsenbeine dieses Thiers. Der Kinnbackenknochen war beym Aus- graben$o feucht, so weich, und dem ihn um- gebenden Torf so ähnlich, dafs man ihn nicht eher von dem letztern unterscheiden konnte, als bis dieser vollkommen trocken war, wobey sich der wahre Torf von dem etwas festern. torfarti- gen Kiefer meist von selbst ablöste(g). In Rufsland wurde ein Stück eines Nashorn- schädels am Bache Tschelna, zwischen den Städ- ten Neu-Scheschminsk und Staro-Scheschminsk,, gefunden(h). Kein Land aber ist reicher an fossilen Nas- hornknochen, und keines enthält so vollständige Gebeine der Art, als Siberien. Hier war es, wo im Jahre 1771 zu Irkutz am Ufer des in die Lena sich ergiessenden Flusses Willui unter'ei- nem Sandhügel das merkwürdigste unter allen Ueberbleibsela der untergegangenen Thierwelt, ein (g) Vow BEROLDINGEN Beobacht. Zweifel u. Fragen die Mineralogie u. s. w. betreffend. Vers. ı. 2te Aufl. S. 46. 47. (h) Rrrscuxow’s Tagebuch über seine Reise durch versch, Prov. des Russischen Reichs. 15 i | | | 1383 gem ein fast vollkommenes, noch mit der Haut und den Haaren bedecktes Rhinozeros-Gerippe von Ja- kutischen Jägern entdeckt wurde. Parras erhielt von demselben den Kopf und die Fülse.. Der übrige, sehr verdorbene Leichnam war von den Jakuten zurückgelassen. Nach dem Kopfe zu urtheilen, mufste das Thier noch jung und kei- nes von den gröfsten gewesen seyn. Dem Be- richte der Finder zufolge, hatte man das Gerip- pe auf der Stelle gemessen, und die Länge 33 Russische Ellen befunden, die Höhe aber auf 23 Ellen geschätzt. Ausser der Haut und den Haa- ren fand sich an dem Kopfe auch noch ein Theil der Sehnen und Ligamente. Sogar die Augen- lieder schienen nicht völlig ausgefault zu seyn. Unter der Haut, um die Knochen, und in der Hirnhöhle lag eine leimartige Materie, welche vermuthlich von verwesten weichen Theilen her- rührte. Die Haare waren weit länger und zahl- reicher, wie sie Parzas an lebenden Nashör- nern gesehen hätte(1). Die meisten dieser Ueberbleibsel scheinen ei- ner Art des Rhinozeros angehört zu haben, wel- che mit zwey Hörnern versehen waren. An den Sibe- (i) Parras, Nov. Comment. Acad,.sc, Petropol. T. XTM. p. 445. T. XV p.585 sg. Ebendesselben keise durch versch, Prov. des Russischen Reichs. h23.9.97 en ee nn könnt» Ieizlern Afıkanl al der der Ro delhöhl ud kuorf Mögl Bet sich I Intels ung der IR Art] be aı ähnli Schne ut und von Ja. erhielt Der N den fe zu d kei. m Be- Gerip- Be 53 auf of 1 Haa- Theil lugen- seyn, n der velche 1 her- \, zahl- ashör- n el- wel- n den Sibe- ol. sselben Reichs, Siberischen Schädeln wenigstens sind immer deut- liche Spuhren von zwey Hörnern zu bemerken, und oft findet man auch noch die Hörner selber. Obgleich aber jenes Thier in diesem Stücke mit dem jetzigen Afrikanischen Nashorne überein- kömmt, so unterscheidet es sich doch von dem letztern in mehrern Stücken. Der Schädel der Afrikanischen Art ist höher, breiter und stärker, als der des fossilen Rhinozeros; bey diesem hat der Kopf eine mehr länglichte Form. Die Schä- delhöhle ist gröfser bey jener, als bey diesem, und die Scheidewand der Nase bey der erstern knorpelartig, bey dem letztern knöchern(k). Möglich ist es, dafs jene mit der neuen, von Bert.(l) beschriebenen zweyhörnigen Art, die sich in Sumatra aufhält‘, mehr übereinkömmt. Indefs, wenn man sich auf. Berı’s Zeich- nung verlassen darf, so weicht doch diese in der Form des Schädels von dem fossilen Nashor- ne ab. Wäre es ausgemacht, dafs die fossile Art keine Schneidezähne hatte, so würde diesel. be auch darin dem Rhinozeros von Sumatra un- ähnlich seyn: denn dieses hat zwey deutliche Schneidezähne in jeder Kinnlade. Aber Parnas glaubt, auch bey einem fossilen Nashorne vorne : in (k) Camrer, Act. Acad. sc. Petropol. 1777. P.2 p. 1095 SQ. '(1) Philosophical Transactions, 2795. P.I. p.5 149; ERTEETZER, in der untern Kinnlade Spuhren von Zahnhöhlen bemerkt zu haben, und bey dem. zu Quedlin- burg entdeckten Oberkiefer, wovon ZückErT in den Beschäftigungen der Berlinischen Gesell- schaft(m) eine Zeichnung geliefert hat, sicht man ebenfalls auf jeder Seite des vordern En- des bey b eine Oeffnung, die eine Zahnhöhle zu seyn scheinet, Es giebt aber ohne Zweifel noch andere Art ten von fossilen Nashörnern. ZuyEw hat ein Horn beschrieben, welches in Siberien gefunden wurde, an der Wurzel etwas gekrümmt und mit Jahrringen versehen, nach der Spitze hin conisch, der Länge nach gefurcht, auf der einen Seite er- haben, auf der andern etwas concav ist(n). Vielleicht rührt dieses Horn ebenfalls von einer eigenen Art des Rhinozeros her. 3. Paläsötherien. Eine an fossilen Knochen von Säugthieren sehr reiche Gegend sind die Gypsbrüche von Montmartre bey Paris. Sie ruhen auf einer Thonschichte, in welcher Holzkohlen gefunden werden. Fast alle Fossilien dieser Steinbrüche kommen in den Backenzähnen mit den schwein- arli- (m) B.2. Tab.X. fig. 3. (n) Nov. Act. Pewropol, T.IIL, p.275. nee en a ee rin nn nn dena nondlort Pnckenz“ zit hen gan Hun ten, UL Ichen| welche mit d dem gem in der N ıhöhlen uedlin- RT in Gesell- sieht n En- lle zu e Art it ein unden nd mit onisch, ite er- m), einer hieren » von einer ınden rüche wein- arli- 141 artigen Thieren überein. Es gab ein Geschlecht unter ihnen, welches 28 Backenzähne, ı2 Schnei- dezähne und 4 Hundszähne hatte, dessen untere Backenzähne aus zwey bis drey einfachen halb- mondförmigen Stücken bestanden, dessen obere Backenzähne viereckig und auf der obern Fläche mit hervorragenden Leisten besetzt waren, des- sen Hundszähne nicht aus dem Maule hervorrag- ten, und dessen Hinterfülse wahrscheinlich drey Zehen hatten. Cuviıer hat dieses Geschlecht, welches völlig ausgestorben zu seyn scheint, mit dem Namen Palaeotherium belegt. In der Zahl und Gestalt der Zähne nähert es sich theils dem Rhinozeros, theils dem Tapir. In” der'all- gemeinen Form des Unterkiefers, und besonders in der hintern Krümmung desselben, so wie in der Gestalt des Schädels, und vorzüglich der Nasenknochen, welche kurz sind und einen Rüs- sel getragen zu haben scheinen, und in der Ge- stalt und Zusammensetzung der Knochen des Hinterfulses ist es mehr dem letztern ver- wandt(0). Es sind drey Arten dieses Geschlechts, die sich in der Grölse und in den Hinterfüfsen un- terscheiden, von Cuvıer bestimmt worden. Die (0) Cuvıer, Annales du Museum d’Hist. nat. T. IM. P- 275. 442. 142 Die mittlere Gattung(Palaeotherium medium| Cuv.) scheint die Statur eines gewöhnlichen| Schweins gehabt zu haben. Ihr Rüssel‘ kann nn nicht so zusammengesetzt gewesen seyn, wie f E beym Elephanten, sondern mufs blos in einer Mi häutigen Verlängerung des Nasencanals bestanden De N haben, wie beym Tapir: denn die Zwischen- wen kieferbeine sind nicht so gestaltet, wie beym Janahn| Elephanten, und die Oeffnung, durch welche der, na gl : zum Rüssel gehende obere Maxillar- Nerve dringt, Wen ei ist eben so klein und hat eben die Lage, wie| At, wel beym Tapir, da sie beym Elephanten ausseror- NG dentlich grofs ist. Die Gelenkfläche der oöbern Dine, Kinnlade, in welcher sich der Condylus des Un- sts s terkiefers bewegt, kömmt mit keiner eines heu-| Ei tigen Thiers überein. Am meisten noch nähert Ki sie sich der des Tapirs. Bey einem der Exem- ehi plare dieses Thiers, das Cuvıer untersuchte, Mn war die innere Höhlung des Schädels mit Gyps Im angefüllt, und. der Schädel selber so mürbe, hath dals er sich von diesem Abgusse, welcher die vom 6 Form der obern Flächen beyder Halbkugeln des grolsen Gehims aufs genaueste darstellte, ab-|{ sondern liels. Hiernach war das Gehirn von| IM verhältnifsmälsig geringem Volumen und horizon- Te tal abgeplattet; statt der Windungen fand sich auf jeder Halbkugel blos eine der Länge nach It fortgehende, schwache Vertiefung(p)., Me Die| bp" (p) Cuwvier a.2.0. T, II. p.275. 5() Ih medium hnlichen el kann N, wie n einer standen vischen- e beym che der dringt, €, wie USSErOr- les Un- 5 heu- nähert Exem- uchte, nürbe, r die 1 des 143 Die grolse Art(Palaeotherium magnum Cov.) hat ganz ähnliche, aber doppelt so grolse bak- kenzähne, wie die mittlere, CuvIEr schätzt die Grölse derselben auf die einer gewöhnlichen Kuh, oder eines kleinen Pferdes(q). Die kleinste Art hält Cuvıer für so grols, wie ein mittelmälsiges Schaaf. Der erste Bak- kenzahn der untern Kinnlade ist bey dieser et- was spitzer, wie bey der mittlern Gattung(r). Wenn ein ganzes, ziemlich vollständiges Ske- lett, welches bey Pantin gefunden wurde, wirk- lich, wie Cuvier glaubt, diesem Thiere ange- hörte, so hatte dasselbe auf jeder Seite wenig- stens sechszehn Rippen(s). Einige Zähne und Hnochen eines Thiers, das den Paläotherien verwandt zu seyn scheint, erhielt Cuvıer auch aus der Gegend von Orle- ans. Wegen des Mangels der Schneidezähne und Eckzähne konnte er aber nicht mit Gewils- heit bestimmen, ob dasselbe in der That zu die- sem Geschlechte gehörte(t). 4. Anoplotherien. In derselben Gegend, wo die Knochen und Zähne der Paläotherien vorkommen, finden sich auch (g) Ebendas. p. 365. (1) Ebendas. p. 367. (s) Ebendas. T.IV. p. 66. (t) Ebendas. T.III p. 368. 144 nn auch die Ueberbleibsel eines andern Geschlechts der Schweinefamilie, das sich von allen, sowohl lebenden, als ausgestorbenen Geschlechtern die- ser Familie vorzüglich darin unterscheidet, dals die Eckzähne fehlen, und die Reihe der Backen» zähne sich bis zu den Schneidezähnen erstreckt. Die untere Rinnlade enthält auf jeder Seite neun Backenzäbne; die sechs vordern sind sehr ver- schieden von den drey hintern, und noch ver- schiedener von den Backenzähnen des Paläothe- rium(u). Man findet auch Knochen von Hinter- füfsen, die wahrscheinlich Thieren dieses Ge- schlechts zugehört haben. Diese Hinterfülse ha- ben drey Zehen, und nähern sich in der Form und Zusammensetzung theils den Hinterfülsen der schweineartigen Thiere, theils denen.des Ka- meels(v). Von diesem Geschlechte entdeckte Cuvier vier Arten: eine, die etwas grölser als ein Schwein war(Anoplotherium magnum)(w);’ eine zweyte, welche die Statur eines gewöhnlichen Schweins hatte(Anoplotherium medium)(x); eine dritte, die nur etwas grölser als ein Hase war, und sich nicht nur in der Grölse, sondern auch (u) Ebendas. T.III. p. 371, (v) Ebendas. p. 442. (w) Ebendas, (x) Ebendas. p. 379. da Cur yon Ihr Die ale ei ser Schw vorkot mehr aicht I nach, nach vi persti sich, der Ai hier | Merkur Thlerg (pi chlechts sowohl ın die- t, dals Backen» streckt, e neun Ir ver. 'h Vera läothe- Iinter- s Ge [se ha- Form fülsen s Ra- ‚UVIER Is ein ‚eine ichen (x); Hase ıdern auch gmmmmmın 14$ auch in den Kronen der drey letzten Backen- zähne und in der Form der untern KRinnlade von den vorigen unterscheidet( Anoplotheriumi minus)(y); endlich eine vierte, die etwas klei» ner als ein Kaninchen gewesen seyn muls(z). Von dieser letztern Art ist es aber zweifelhaft, ob sie wirklich zu diesem Geschlechte gehört, da Cuvırr blos erst die hintern Backenzähre von ihr gesehen hat. Die Paläotherien und Anoplotherien geben uns also ein Beyspiel von wenigstens sechs Arten fos- siler Thiere, welche insgesammt zur Familie der Schweine gehören, die alle in einerley Gegend vorkommen, und wovon keine Nachkommen mehr übrig sind. Diese Thatsache läfst sich nicht in Zweifel ziehen. Aber zweifelhaft ist es noch, ob jene Arten die Grölse hatten, dıe wir nach Cuvıer’s Schätzung angegeben haben. Co- vırr hatte von mehrern jener Thiere blos sehr verstümmelte Fragmente der untern Kinnlade vor sich. Diese waren allerdings zur Bestimmung der Art hinreichend, Aber wir hier noch einmal die schon oben angeführte Be- merkung von Camper, dafs sich die Grölse eines Thiers nicht blos nach der Grölse der Zähne, und (y) Ebendas. (z) Ebendas. S.38% 111. Ba. k 146 eunizzruum und also auch ‚nicht der' Rinuladen ,‘ schätzen| läfst, Zweifelhaft ist es auch, ob jede Art wirk-| cn! lich solche Hinterfülse hatte, wie Cuvier ihr| jun zuschreibt. Die Gründe, nach welchen dieser| dei Naturforscher verfuhr, als er unter den vielen Tail Knochen von Hinterfülsen, die man in den Pa- riser Gypsbrüchen neben den Zähnen und Kinn- Di laden der Paläotherien und Anopiotherien antrifft, Kilmme diejenigen aufsuchte, die zu einerley Individuen| m Da und mit diesen Zähnen und Riefern zu einer-| ind In ley Art gehören,'sind allerdings sehr scharfsin-| die Fo nig.: Indels geben sie immer nur Wahrschein-| sechs: lichkeit, nicht Gewifsheit,| dem | aa 5.'Tapire dezih Fossile Tapire kommen vorzüglich in Frank- sel reich vor. Bis jetzt sind zwey Arten dersel- nu ben entdeckt worden, eine kleinere und eine in grölsere. hi Da Von der kleinern Gattung fanden sich zwey mit Bruchstücke der untern Rinnlade am schwarzen Ir, Berge(Montagne Noire) beym Dorfe Issel in Lan- Eier] guedoc. So viel sich hieraus schliessen lälst, nä- gar herte sich diese Art in der Gröflse und Gestalt acht. dem heutigen Tapir. sind bey dem letz- - tern die Kronen der sämmtlichen Backenzähne in zwey gleich breite Queerhügel getheilt; bey der DJ erstein aber haben die drey ersten Backenzähne 02 ZWey nen Re Ne a se Te nn nn en m— —— 147 Schätzen zwey pyramidalische Erhabenheiten, von wel: tt wirk. chen die vordere breiter als die: hintere ist; "TER ihr Auch ist bey jener fossilen Art der vordere Theil 1 dieser der Rinnlade schmaler und länger, als bey dem ' vielen Tapir(a). den Pr. 1 Kinn. Die sröfsere Art, wovon nur eist sehr ver» antik, stümmelte Fragmente der Rinnladen bey Vienne ividuen in Dauphine, bey ‚Saint- Lary in Comminge, einer- ünd in Italien gefunden sind, nähert sich durch arlsin- die Form der Backenzähne, deren sie wenigstens ‚schein, sechs auf jeder Seite gehabt haben müuls, sowohl dem Manati und Kängurul, als dem Tapir: Da aber an allen jenen Bruchstücken die Schnei- dezähne und Eckzähne fehlten, so läfst sich das Fat Geschlecht, zu welchem jenes Thier zu rechnen SR ist, mit Gewilsheit nicht bestimmen, Nach Cu« a vıerr’s Schätzung muls aber auf ‚jeden Fall die Gröfse desselben sehr beträchtlich gewesen seyn: Denn, sagt er; hatte es einerley Verhältnisse 1 zwey mit dem Tapir, so war es um ein Viertel grö: warzen[ser, als das Rhinozeros, und gehörte es zu Lan einerley Geschlechte mit dem Manati oder Kän- st, nie guruh, so übertraf es jenen fünfmäl und diesen Gestalt achtmal an Gröfse(b)}: Wir müssen aber duch m letz- hier ne(4). CuvırR 2.3.0. 2.6 9.17% er in(b) Cuvier aa: O: p:158% nzähne he zwey 148 game hier an die angeführte CAampersche Bemerkung erinnern, 6. Flulspferde. In Frankreich und andern Ländern hat man Zähne und Fragmente von Rinnladen gefunden, die, nach Cuvıerr’s Versicherung, in allen Stük- ken mit dem Hippopotamus übereinkommen(c). Nach einer andern Anzeige von CuvıEr zeig- te ein Sandstein, welcher wahrscheinlich aus der Gegend von Orleans herrührte, beym Zerspren- gen eine ziemliche IMenge von Zähnen und an- dern Knochen, die mit den analogen Theilen des . Flufspferdes völlig übereinkamen, aber nur halb so grofs waren, und, wie jener Naturfor- scher glaubt, einem Thiere gehört haben müs- sen, welches, obgleich völlig ausgewachsen, nicht viel grölser als ein Schwein gewesen seyn kann(d). II. Fossile Ueberbleibsel von Rindern. 1. Ochsen. Vermischt mit den Knochen von Elephanten und Nashörnern liegen in den kalten und gemä- [sig- (c) Bulletin des sc. de la Soc. philomath. An. VI. n.19. p. 157. (d) Bulletin des sc, etc. An. VIIL n,42. p. 142. ai nenn a ee en can> Zeraiamine vr. ZI anime nn nn m (ie he Insel, Is grß Zum Al teden, Yhnmo zien WM ws Th sen Dr. av hönner sen, Nordı den, Danzig erk ung It man unden, n Stüh- n(c), | Zeig« us der Spren- nd an» en des nur urfor- müs- sen, 1 seyn — 149 (sigten Ländern der nördlichen Erdhälfte unge- heure Schädel, Hörner und andere Gebeine von Ochsen, die selbst den Amerikanischen Bison, das grölste unter den heutigen Landthieren nächst dem Rhinozeros und Nilpferde, an Grölse über- treffen. Am häufigsten kommen sie, gleich dem Mammouth und dem fossilen Nashorne, in Sibe- rien und selbst noch im äussersten Norden die- ses Theils von Asien vor(e). Bırrınas traf sie in der Nähe des Eismeers unter 69° 35' N, Br. zwischen Elephantenzähnen und Rhinozeros» hörnern an, Aber auch in Deutschland, Preus- sen, Frankreich, Italien und zu Kentuckey in Nordamerika sind diese Fossilien gefunden wor- den. Einen bey Dirschau in der Gegeud von Danzig ausgegrabenen Schädel hat Rreın(£), Sein Horn mit einem Theile des Stirnbeins aus der Gegend zwischen Liboch und Melnik in Böhmen Maver(g), und ein Horn, welches in Frank. reich entdeckt wurde, Burrox(bh) beschrieben. Im Eichstädtischen wurde ein ziemlich vaollstän-. diger (e) ParrAs, Comment. novi Acad, sc, Petropal, T. XIII. p.461 sg. (f) Philos. Transact, Vol. XXXVI. 1732. p. 427: (z) Abhandl, einer Privatgesellsch. in Böhmeu, B.VI, S. 261. (b) Hist. nat, Iso a) diger Kopf in demselben Lager gefunden, worm die dortigen Elephantenknochen vorkommen(i). Mel | pas Es giebt mehrere Arten dieser fossilen 1 mel 1 Ochsen.| nina N Bey. der einen Art sind die Hörner rück- Hal wärts und nach innen gekrimmet, eckig und ih ON sehr runzlich; der obere Theil des Schädels ist Anchen glatt, die Stirne sehr breit und flach; die Au- ul genhöhlen stehen röhrenförmig hervor, und der il S Oberkiefer ist sehr breit. Diese Art ist die von legen: Kreım und Parras in den angeführten Abhand-| al lungen beschriebene, welche so häufig in Siberien| oo wa vorkömmt. An einem, von dem leiztern ans- von] gemessenen Schädel hatte der knöcherne Kern der Deten Hörner ı4 Zoll im Umfange, da diese Periphe- durch ie bey dem grölsten Auerochsen kaum über$ BE Zoll ist(k). ı Ab Bey der zweyten Art nehmen die Wurzeln Ä der Hörner fast die ganze Stirne ein, sind blos sm durch einen engen Canal, der kaum die Breite eines kleinen Fingers hat, von einander getrennt, MM und haben an der Aussenseite einen sehr starken; eonischen Fortsatz, welcher fast vertical an der I). Schläfe herabgeht. Diese, ebenfalls von Par- on LAS un (1) Esrer, Schriften der Berlin. Gesellsch. BY.() 597:|[N (k) Parras l.c. p.465.| \ worm MM. Ossilen rück« > und els ist e Aus d der e von ‚hand. 'berien n der iphe- ber$ gemarurmem ysı 1.1s(1) beschriebene Gattung kümmt an. der Mündung des Ob in der Nähe des Eismeers vor. Panvas(m) und Canrer(n) erklären sie für einerley mit dem Moschus-Ochsen. Hier hätten wir also ein Beyspiel von Fossilien, deren noch lebende Originale im ‚äussersten Norden von Ame- rika einheimisch sind. Indels gehören diese Knochen, nach der Versicherung von PaArras, keinesweges in Eine Classe mit den übrigen fos- silen Säugthieren des nördlichen Asiens, Sie liegen an der berfläche der Erde, sind noch ganz frisch, und blos von der Athmosphäre ‚et- was angegriffen. Wahrscheinlich also rühren sie von Moschus- Ochsen her, die erst in neuern Zeiten an der West-Küste von Nordamerika durch irgend einen Zufall ins Meer‘gerathen, und von dorther nach der Siberischen Küste her- übergeführt sind(o). Eine dritte, von Fausas-Sr-Fonn(p) be- stimmte Art unterscheidet ‚sich darin, dafs die Hör- () Nov. Commentar. Acad. se. Petropol. T. AV. p. 601. (m) Aet. Acad. sc. Petropol. 1777. P.2. p. 245. (n) Nov. Act. Acad. sc. Petropol. T. II. p. 252. (0) Parzas, Nov. Act. Acad, Peiropol. T:II. p.232. (p) Annales du Museum d’Hist. na T.H. p. 188. Essai de Geologie. T.I. P.543 Ka Fe ne na een nen) Ten en— 152 nen Hörner von der Wurzel an bis zu der Länge von einem Fuls drey Zoll fast horizontal liegen, und die Stirne zwischen den Hörnern mit einer knö- chernen Hervorragung besetzt ist. Der Schädel, wovon FAusas-ST-Fonn diese Charaktere herge- nommen hat, befindet sich im Pariser Museum der Naturgeschichte ohne Anzeige des Orts, wo er gefunden ist. PeaAres soll aber ein Horn von derselben Art in Kentuckey angetroffen, und Pa- TRın ähnliche in Siberien gesehen haben(q). 2. Hirsch e Ausserordentlich grofse Geweihe hirscharti- ger Thiere, die häufig in Irland ausgegraben werden, hat Morıneux beschrieben(r): Unter andern gedenkt er eines 2 Fuls langen Schädels, dessen Geweihe sich ı0 Fuls ıo Zoll weit aus- breiteten, mit zwey Seitenästen und einem sehr breiten, handförmigen Ende versehen waren. Aehnlicher, in Lancashire und Yorkshire ge- fundener Geweihe erwähnen Horkıns(s) und KNowLTon-(t). 1 Nach (q) Fausas-Sr-Fonn Essai de Geologie, T. 1.5 p. 347: 348. (z) Nat. Hist.:of, Ireland. p. 137. (s) Philos. Transact. 1732. p.257. (t) Phil. Trans, 1746. p.124. il ji Den m inch hilen die Hirchgewe In wurde au seunden, Dr os abi die ganze Ende fe aische Höhe v Schädel ist, Dis ul, de N wühnl Mein, und na nge yon N, tund er kno- Schädel, : herge- Museum 5, wo In von nd Pa. (M. scharti- graben Unter Jädels, it aus m sehr ern 113 v Nach Arrtnur Young sind die Lagerstellen dieser Geweihe in Irland sehr oft Torfmoore, und nach der Erzählung des PonTorrıDan ent- halten die Dänischen Moore ebenfalls häufig Hirschgeweihe, Ein grofses und seltsam geformtes Geweih wurde auch im Rhein bey Worms im Jahre 1771 gefunden. Es wog 28 Pfund Fleischergewicht, Da es aber nicht die völlige Länge hatte, indem die ganze Iirone und nach Proportion noch ein Ende fehlten, so mufs das: Gewicht desselben zwischen 40 und 50 Pfund betragen haben. Die Höhe von der Stelle, wo jede Stange auf dem Schädel in gewissen Jahreszeiten festgewachsen ist, bis an deu Bruch belief sich auf 3 Fuls 4 Zoll, der Umfang jener Stelle auf, ı Fuls(u). Alle diese Geweihe haben ausser ihrer unge- wöhnlichen Gröfse noch dies mit einander ge- mein, dafs sie gleich von der Basis an ästig, und nach oben abgeplattet sind, Diese Charak- g der jetzigen hirschartigen Thiere. Jene Fossilien müs- tere passen aber auf keine bekannte Gattun sen daher einer untergegangenen Art des Hirsch- 5° (a) Ven Rocuow, Schriften der Berlin. Gesellsch, B.2. 5.388. R5 IS4 nn geschlechts zugehört haben(v). Inzwischen giebt es allerdings auch in eben den Gegenden, wo jene Geweihe vorkommen, fossile Knochen, die theils vom Elenn, theils vom ARennthiere zu seyn scheinen. Vom Elenn sind vermuthlich die von Kerr(w) beschriebenen Geweihe, die in Irland gefunden, wurden, und dafs auch Renn- thiergeweihe in Irland angetroffen werden, ver- sichert Morrıner(x). 53.:Antilopen, Ein fossiles, in Siberien gefundenes Horn, welches denen der Antilope Oryx Parr., die in Aegypten, der Levante, Arabien, Indien und am Cap lebt, sehr ähnlich ist, führt ParLLas(y) an, Auch giebt es, Esper’n zufolge, Antilopenhörner neben den Ueberbleibseln von Elephanten und Büffeln, die im Eichstädtischen vorkommen(z). 4. Giraffen. D’Auzenton fand in der Sammlung des Ga. sion von Frankreich, eines Bruders Ludwig XIII, einen Y (v) Parras, Nov. Commentar. cad. sc. Petrop.,;T. XIII. p. 468. CAmrern, Nov. Act. Acad. Petrop. T.H. p. 258. {w) Phil. Trans. n. 394- 1726..P.122, (x) Phil. Trans. n. 444." P. 380. GI 1.© P.466, (z). Schriften der Berlin.'Gesellsch,.B. 3, 85.97 ne ae em ie ‚am WR A tul Wv vu je satılb eunen UN na Ma MALEN Ih JUSEEN EEE as INH, ] N det(0), | nA Olsse ü olenbar Hom, die in nd am y) an, hörner \ und (2). 5 Ga« EN einen N. T. Petrop: me 155 einen Radius, der von keinem andern Thiere, . B: r3 als der Giraffe herrühren ‚konnte(a). Indels sagt D’AUBENTON nicht,. wo dieser Knochen ge- finden ist. ine merkwürdige, die fossilen Ueberbleib- sel von wiederkäuenden Thieren betreffende That- sache ist übrigens noch diese, lals eine so gro- se Menge de erselben auf dem Felsen von Gi- men braltar, und in den senkrechten Spalten der Schichten des Thals von Ruda auf der Insel Lissa bey Dalmatien(b) vorkömmt, und dafs sie in beyden,‘so weit von einander entfernten Gegenden auf eine gauz ähnliche Art gelagert sind. Sie liegen sowohl hier, als dort, in einem mit einen unrege elmälsigen Spath, Fragmenten eines blauen Marmors und Schaalen von Erdschnecken, die aber immer leer sind, vermischten Stalaktit, in kleinen Bruchstücken unordentlich unter einan- dern;(ec)... Doch, gehören,t;sie‘ inieht-3n einerley Classe mit den bisher erwähnten Fossilien: denn offenbar sind die kalkartigen Concremente, wor in sie sich belinden, Niederschläge aus dem Re- genwasser, und von ganz neuer Entstehung(d). Man (a) Möm. de l’Acad, des sc, de Paris. 1762. Ed, 4. pP. 224. (b) Forrıs Reise in Dalmatien. T.2. S. 230. (c) CAamrer, Nov. Acer Acad.. sc, Petzopol. T, H. (d)‘De Luc, Journal de Phys. az C.4. n.ı. 156— Man trifft daher auch unter jenen Fossilien noch wi lebende Arten an. Camper(e) besafs ein Stück ki des Stalaktits von Gibraltar mit vier Rinnladen| a von Raninchen, und Imrır fand in dieser Stein-| ri art den Kopf eines Schaafs mit allen zugehöri- ff nz gen Zähnen, deren Schmelz noch vollkommen gl, erhalten war(f). Aber merkwürdig bleibt es ya, von det immer, dals in so entlegenen Gegenden so viele 1 ale ähnliche, und auf eine so ähnliche Art gelagerte Vossilien vorkommen. MT lu hr III. Fossile Ueberbleibsel von Wallfischen. Kal Nach Rarm’s Erzählung wurde in der Nähe wurde ei von Quebeck, wo jetzt kein Seewasser ist, ein Sehne u ganzes Wallfischgerippe gefunden(g). Vielleicht| Anklam aber ist dieses erst in neuern Zeiten dahin gera-| dv, then. Aeltern Ursprungs war vermuthlich ein I fossiler Wallrolszahn, den BARTHOoLIN aus einer.. Gegend von Island erhielt, wo auch fossiles EI-| fenbein gefunden wurde(h). je ıy Hl, Fossile Knochen einer Walliischart, welche in A} Eh einer Tiefe von ı80 Fuls in dem Alaunschiefer() Mine von Whitby zu Yorkshire gefunden wurden, ha- Cini) ben In) Al I N an (e); A.a. O. () De Luc aa. OÖ, (g) Karm’s Amerikan. Reise. T.5.| (bh) Aet. medic, et philosoph, Hafı. T.E obs. 46. I P: 0% kunde}, 2 BEE EEE EEE EZ TE Te ien noch n Stück innladen T Stein- ugehöri. kommen leibt es so viele elagerte ‚chen, r Nähe st, ein elleicht 1 gera- ch ein 15 einer iles El- che in chiefer 1, ha- ben obs, 4b. ben Chuarmann(i) und WoourEer(k) beschrie- ben, aber unrichtig für Ueberbleibsel eines Ga- vials gehalten(I). Bey Paris an der. Seine wurde ein, über 4 Fufs langes Bruchstück eines Knochens in Thon gefunden, das, nach D’Ausenron's Untersuchun- gen, von der Basis. des Schädels eines Thiers aus der Familie der Wallfische herrührte(m). IV. Fossile Ueberbleibsel von Faulthieren. Zu Paraguay, in der Nähe des Plataflusses, hundert Fufs tief in einem sandigen Boden, wurde ein Gerippe entdeckt, das bis auf den Schwanz und einige Paare Knochen, die durch Modelle von Holz ersetzt werden konnten, voll- ständig war, im Museum zu Madrit aufgestellt, und von ABILGAARD(n), ÜCuviEr(0) und Gim- BERNAT(p) beschrieben ist, Die- (1) Phil. Transact. 1758. p.688. (k) Ebendas. p. 786. (l) Merx lettres sur les os fossiles d’elephans etc, CAmrer’s sämmtliche kl. Schriften. B.3. S.4. (m) Mem. de l’Acad. des sc. de Paris. 1782. p.2ıı. (nu) N. Saml. of det Danske Vedensk. Selsk. Skr. D.5. ‚9.402. (0) Magaz. encyclop. T.I. p.303. Wıevemann’s Ar chiv für Zool. u. Zoot. B.ı. St.2.$.208. (p) Voıct’s Mag. f. d. neuesten Zustand der Natuı- kunde. B.V. S.550, 5 EST HE are 158 sinn| -„Diesen Beschreibungen zufol ige beträgt die Länge. jenes Skeletts ı2.Fuls,.die Höhe 6 Fufs; Die Wirbelsäule hat 7 Hals-, 16 Rücken- und 4 Lendenwirbel, also ı6 Rippen,‘Das Kreutzbein ist kurz; die Darmbeine sind sehr breit; ihre Flächen siehen beynahe senkrecht gegen das Rückgrat; sie bilden daher ein sehr weites Bek- ken. chaam- und Sitzbeine fehlen an diesem a und man sieht auch keine Spuhr von einer ehemaligen Gegenwart derselben bey dem lebenden Thiere. Die Oberschenkel, und noch mehr die Knochen der Unterschenkel sind von ausserordentlicher Dicke, wie bey den Schuppen: ihieren. Die ganze Fulssohle berührt im Gehen die Erde, wie bey allen Thieren. aus der Fami:- lie der Faulthiere, Das Schulterblatt ist viel breiter, als lang: Es sind vollkommene Schlüs- selbeine vorhanden. Die beyden Knochen des Vorderarms sind deutlich abgesondert und' um einander beweglich. Die vordern-Gliedmaafsen übertreffen die hintern an.. und auch hier- in kömmt also dieses Thier mit der Familie der TDaulthiere überein. Aber die Gelenkhöhlen der Schenkelknechen liegen nicht, wie bey allen übrigen Thieren, schräg an der. Seite, sondern beynahe horizontal an der Stelle der Sitzbeine,; Der Schenkelknochen hat daher keinen schräg liegenden Hals, sondern der Kopf sitzt an der Spitze der Axe jenes Anochens, Die Gestalt der Nagel: fühen ihre di Nigel senlresser diesen VE vor, Sie chen Fa ud Sich q nep Dr 7, hie be vom Jo unten I Aus The, Eherinı der Ar, rägt die 6 Ful,, und 4 entzbein it; Ihre sen das tes Bek- ı diesem uhr von ey dem nd noch ind von huppen- ı Gehen " Fami: st viel Schlüs- ven des ud um maafsen ch hier- ‚lie der en der allen ondern „beine; schräg an der talt der Nagel: ee 159 Nagelgheder lälst vermuthen, dals die Nägel sehr grols und spitz gewesen seyn müssen, und am Grunde in einer knöchernen Scheide gesteckt haben, Es scheint, als wenn an den Vorder- fülsen ihrer drey, und an den Hinterfülsen nur ein einziger vorhanden gewesen sey, und dals die Nägel der übrigen Zehen unter der Haut ver- borgen gelegen haben. Diese Struktur findet ebenfalls bey den heutigen Faulthieren und Amei- senfressern statt; nur die Zahl der Nägel ist bey diesen verschieden. Am meisten aber zeichnet sich an jenem Ske- lett der Kopf aus. Das Hinterhaupt ist lang und platt, der Vorderkopf aber ziemlich gewälbt; die beyden Kinnladen treten schnabelförmig her- vor; sie haben, gleich den Ricfern der sämmtli- chen Faulihierzeschlechter, keine Schneidezähne fe) und Eckzähne; allein hinten im Maule befinden sich an jeder Seite, sowohl oben, als unten, zwey Backenzähne mit zweyspitzigen Kronen, Die Zweige des Unterkiefers sind sehr grofs, wie bey dem'Faulthiere und Elephanten, und vom Jochbogen geht ein langer Fortsatz nach unten herab, wie beym Rängzuruh, Aus dieser Beschreibung erhellt, dals jenes Thier, welches Cuvırr mit dem Namen Mega- therium Americanum belegt hat, nicht nur der Art, sondern auch dem Geschlechte nach von allen 160 gmmarunamuue. Inie | allen bekannten Gattungen der heutigen Thiere U | gänzlich verschieden ist, indem keines der letz- hat A tern drey Nägel an den Vorderfüfsen und einen sau =|| an den Hinterfüfsen hat, bey keinem die Sitz» bit 4 und Schaambeine ganz fehlen, bey keinem die ag di | Schenkelknochen ohne einen besondern Hals un- upeufe N mittelbar mit den Darmbeinen artikuliren, und Jude un a keines eine solche Organisation des ganzen Hör- ie u pers bey einer solchen Grölse besitzt. Man sieht Kin aber auch, dals es, der Beschaffenheit der Zähne An 1 und Nägel wegen, mit der Familie der Faulthie- I re am nächsten verwandt ist. N Landire (Ursus ı V. Fossile Ueberbleibsel hundeartiger une T’hiere. hr u. Bären, aM In verschiedenen Gegenden des mittlern Eu- IN ropa, und zwar blos in Höhlen, giebt es fos- im, sile Knochen, die ehedem für Drachenknochen| 3a galten, die aber in der That einem Thiere aus| DI. dem Geschlechte der Bären angehört haben. Man bes, fand sie in der Baumann’s- und Scharzfelder I 084 Höhle(gq), in mehrern Höhlen des Baireuther() En Ober- MAP AA (g) Mrrn memorab, Saxon. subterran. P,II. Leıs- Muth xtrır Protog.$. 34: 36. Tab. XI. fig.2.4. Sömme- I a nınc in Grosse’s Mag.& d. Nat: Gesch. des Mens Shy schen, B:3. Suı N. IN EEE EEEEEEEEEENEEREBEEEBEREEBREREBRRERRRFFRFRRRRRREE EHER Thier ler letz. | einen ie Sitze rem die lals un. n, und en hör- ın sieht r Zähne aulthie- ger ın Eu- es fos- nochen re aus Man zfelder ‚euther Ober: Leip* SOMME? jes Mette emanzmuninn ii Oberlandes, vorzüglich der Gailenreutber(r), bey Kahlendorf im Eichstädtischen(s), und in ver- schiedenen Höhlen Ungarns und Siebenbürgens(t). In der Gegend von Gailenreuth, die am meisten wegen dieser Fossilien berühmt ist, zeugt eine ungeheure Menge Conchylien, die auf der Ober: fläche und im Innern“der dortigen Berge ver: steinert liegt, von ehemaligem Meeresboden: Es giebt nur zwey Arten unter den heutigen Bären, womit diese fossile Art, ihrer Gröfse wegen, verglichen werden kann,‘ nehmlich den Landbären(Ursus arctos L.) und den Eishären (Ursus maritimus L.).. Aber von dem Ländbären unterscheidet sie sich schon anf den ersten Blick in der Form und Gröise des hopfs. Der Kopf des (1) J. F. Esrper’s ausführl. Nachr. von neuentdeckteni Zoolithen unbekaunter vierfülsiger Tluere. Eben: ders. in den Schriften der Berlin. Gesellsch, B. 5, 5:56. I. Hunter, Phslos5/Lraus;e Vol EXXXIV., PZT53:P.%4o7 J.©. RosSENMÜLTLER's Beiträge. zuf Gesch. und nähern Henntnils fossiler Knochen. St ı, S. 38. 59: (s) Esren a. a. O. (+ I. P. Haın an Miscell. Acad. Nat. Cur. Dee. I. ann. 3. 1672. pP. 257.366.: VoıtcnAD ibid. Dec. I. ‘ a.4 et 5. 1673 et 1674. p.226. BrückmAnn, Bress lauer. Samml. Wanterquartal. 1725. 8.509: Relat, XV, 5.628. Relat. XXYI. [4 Ill. Ba. L. 162 St— des fossilen Bären ist, von der Grundfläche ‚an I Ai gerechnet, am höchsten bey den Erhabenbeiten Ip des Stirnbeins, die sehr stark sind; eine von Pu| dieser Hervorragung auf den untersten Rand des und den Unterkiefers senkrecht gezogene Linie theilt den"Hhiren Längendurohmesser(von den Schneidezähnen bis da Schi zur Spitze des Hinterhauptknochens) in zwey> Di des fast gleiche Theile; die Länge dieses Durch- Hihe di messers beträgt 16° 11° und die Breite zwischen| An den Jochbogen 8 10’. Der Kopf des Landbären ik Cr hingegen hat seine grölste Höhe nicht bey den Tnein kaum sichtbaren Erhabenheiten des Stirnbeins, Dh sondern weiter hinten da, wo das Stirnbein an ne die Scheitelbeine anschlielst; ein Perpendikel von u dieser Gegend auf die Basis theilt den Längen- u durchmesser dergestalt, dafs ein Theil nach hin- Imk ten, zwey aber nach vorne fallen; die Länge des Hmm ganzen Kopfs ist 15% 8% und die Breite zwi- al schen den Jochbogen 7° 8"(u). ge Mehr Aehnlichkeit hat der fossile Bär mit| sh dem Eisbären. Allein in der Grölse des Kopfs ge sind beyde noch verschiedener, wie jener und| Mr der Landbär. Schon Camrser bemerkte, dafs| ale sich der Kopf des erstern zu dem des grölsten| ung m Landbären verhalte, wie 53 zu 2, und fast das- hu, et selbe Hesultat ergiebt sich, wenn man die ange- führ- Ni ; m (u) Vergl. Rosenmürıen a.a. O. 8.46 fi wo noch Yıy mehrere andere Verschiedenheiten angeführt sind, \ ne a ee en en äche an enheiten ne von and des ilt den nen bis ZWey» Durch- wischen ndbären yey den rnbeins, ıbein an ikel von Längen- ch hin- nge des te ZWI- Bär mit ; Kopfs er und In dals rölsten ist das- e ange- führ. wo noch sind, — 163 führten Rosenmürterschen Ansmessungen des fossilen Bären mit den, Zahlen vergleicht, die Parıas für den Längendurchmesser(ZZ 12 10%) und den Abstand der Jochbogen(= 6 gr) des Eisbären angegeben hat, Aber auck in der Form des Schädels weichen beyde von einander ab, Der des Eisbären hat zwar ebenfalls seine gröfste Höhe da, wo die Hervorragungen des Stirnbeins sind. Doch theilt eine von dieser Gegend auf die Grundfläche senkrecht gezogene Linie den Längendurchmesser so, dals ein Theil nach vor. ne, und zwey Theile nach hinten liegen(v). Inzwischen darf man nicht übersehen, dafs diese, von RosenmüLLER angegebene Unterschiede nur auf einer Vergleichung beruhen, welche zwischen dem Kopfe des fossilen Bären und der, von Parras gelieferten Beschreibung des Eisbären an- gestellt ist, auch dals manche der von ihm auf- gezählten Verschiedenheiten blos von der Ver- schiedenheit des Alters herrühren können, In der That zeigen sich auch Verschiedenheiten un- ter den Schädeln des fossilen Bären, wie aus ei- ner Vergleichung der Rosenmürrterschen Zeich- nung mit denen, welche Hunter(w) geliefert hat, erhellet, Möglich ist es, dals beyde Thie- Te (v) RosenMmütter& a. OÖ: (w) Phil, Transact: Vol. LXXXIV. P.IR, p. 407, Tab, AIX, T, 8 % 164 LS ze als blolse Varietäten erscheinen würden, wenn„an mehrere vollständige Skelette derselben unmittel-„nei bar gegen einander gehalten würden, und pro-| My blematisch bleibt die sjecifische Verschiedenheit a derselben, so lange beyde nicht auf eine solche hd Art mit einander verglichen sind,| Im ll | che dene 2.>Hünde,| That fin Cuvier fand unter den vielen Fossilien der a Ti Gypsbrüche von Montmartre, welche, wie wir Al geschen haben, schweineartigen Thieren angehö- kat ren, einen Unterkiefer, der ‚die Charaktere des EN Geschlechts der Hunde hatte, aber von den Rinn- sale laden des Wolfs, des Fuchses, der Varietäten MER des Hanshundes, des Virginischen Fuchses und vun des Chacals verschieden war. Nur mit dem hi Isatis und dein Capschen Chacal hatte CuviER al keine Gelegenheit, ihn zu vergleichen(x). un il den F Schädel, Kinnladen und Zähne von Hunden und Wölfen finden sich auch in den Gailenreu- ii ther Osteolithen-Höhlen(y). Von den leiztern en sagt Esper!“An Grüfse konnte ich von dem j N „Gewöhnlichen nichts Abweichendes finden; blos Natel „einzelne Zähne und Stücke von Hinnladen wie- „sen, le Sinn (x) Annales da Museum d’Hist. nat. T.IIT. p. 382. dı (y) Esrer in den Schriften der Berlin. Gesellsch. B. eh Vı S.75. 99 91. ne FT> » wenn nmiltel- 1d pro- :denheit solche lien der vie wir angehö- tere des en Kinn ırieläten es und it dem CuvieR ). Hunden ilenreu- letztern yn dem n; blos len wie- „sel, ‚ellsch. B- —— 165 „sen, dafs wahre Ungeheuer der gedachten Thie- 2 „re einzeln auch hier mit zu Grunde gegangen, Su. fedtzen, In den Scharzfelder und Gailenreuther Höh. len trifft man auch Schädel und Zähne an, wels che denen des Löwen und Tigers einigermaalsen ähnlich,‘und von mehrern Schriftstellern in der That für Ueberbleibsel eines katzeuartigen Thiers des Tropenclimas erklärt sind(2), Mir scheint es aber zweifelhaft zu seyn, ob sich diese Fossi« lien mit Sicherheit zum Katzengeschlechte rech.« nen lassen, Es giebt ein ganzes Thiergeschlecht, welches in osteologischer Hücksicht fast noch völ lig unbekannt ist, nebmlich das der Robben, Wir wissen nicht, ob nicht einzelne Arten dieser Thiere einen Schädel und Zähne haben, denen iene Fossilien ähnlicher, als den Schädeln und Zähnen- der katzenartigen T'biere sind, Auf je= den Fall ist so viel gewils, dafs sich jenes fossile Thier in dem Bau der HKinuladen, in der Be= schaffenheit der Schneidezähbne und in der Rlein. heit der Eckzähne von allen bekannten Arten der Yatzenfamilie wesentlich unterscheidet. G. 17. (z) Leisnırız Protog. Tab. XI, Esren a.2.0, 8.92% SömMerinG in Grosse’s Mag, fi d. Nat, Gesch, RB. St.ı. 5.60 ff. Tab.ı. 2. BEUMENBACH specimen ara ehaeologiag telluris. p, 14. Lu3 nn I ' | ar Tr 166— 8 Vene “ Ger ir In der Periode, die wir im vorigen(j ge- ul sehildert haben, lebten noch keine Menschen,| ii Sn und noch keines der Thiere, die dem Menschen| u unter allen am ähnlichsten sind, noch keine i. h +2" Aflen.” ; steinerten Alles, was man bisher für fossile Menschen-| gelunden knochen hielt, rührte entweder von ganz andern hit mit Thieren, oder aus einer weit spätern Periode o’unvo her(a), So waren es Elephantenknochen, was beweist, FeLıx Prater für Gebeine eines ıgfülsigen Rie- il in sen ansah(b); so war der Kopf des ScHEUucH- ern zerschen homo diluvii tesiis von einem grolsen nach v Wels(c), und so erkannte pe LAmAnon in einem Khe vermeinten Menschenkopfe, welcher, nebst meh- eine vern andern KJnochen, die auch anfangs für el Men. Ye jr (2) Convietus cum maxime sum, sagt Camper(Nov, Zeil Act. Petropol. T. If. p.251.) orbem nostrum variis «.. ac horrendis catastrophis fuisse expositirm ali- quot seculis, antequam homo fuit creatus: numquam N. enim hucusque, nec in ullo museo, videre mihi ML contigit verum os humanum petrefactum, aut fossile, a) etiamsi Mammonteorum, Elephantorum, Rhinocero- eine tum etc. aliorumque perplura viderim a et eo- le, zum haud pauca specimina in Museo meo eonser- Iiten veni.\ UR) (b) BrumensAch in Voıce’s Mag. f, d. Neueste aus ul der Physik.’ B} V,.:St{2:.8,16,[ON (c) BLumengAcH a, a. 0. 5.21, Be SET rn Te | j ge- schen, schen ‚ keine nschen. andern Periode 1, was on Rıer °HEUCH- grolsen einem t meh- Rn(Nov, m varlis tim alı- ımouam re mihr fossile, INOCETO- ‚et e0- ‚ eonsel« este aus ‚ Were 167 Menschenknochen galten, im Jahre 1760 bey Aix in der Provence"gefunden war, eine Schildkrö- tenschaale(d),. In neuern Zeiten behauptete zwar SpantLanzans, Menschenknochen in;der obersten Schichte eines Berges der Insel Cerigo, die in ihrer ganzen Dicke gröfstentheils aus ver- steinerten Knochen zusammengesetzt seyn soll, gefunden zu haben(e). Allein schon pe Lve(9 hat mit Recht erinnert, diese Beobachtung sey so‘unvollständig und mangelhaft, dafs sie nichts beweise, so wie überhaupt SrarLanzanıs Zeug- nils in dergleichen Sachen verdächtig sey, da er zu wenig geologische Kenntnisse besessen und nach wunderbaren, unerhörten Dingen gehascht habe. Wenn aber diese Beobachtung auch ge- gründet wäre, so würde sie doch nichts gegen unsere Behauptung beweisen. Die oberste Schich- te jenes Berges der Insel Cerigo ist nehmlich ohne Zweifel von einerley Art mit denjenigen, worin R man (d) Journal de phys. T. XVI. p.468.— GVETTARD (Mcm. de Y’Acad. des sc. de Paris. 1760. Ed.4. pı 209.) hatte den Irrthum derer, die jenen Hopf für einen Menschenschädel hielten, zwar schon eingesc- hen, aber diesen unxichtig für einen grofsen Nauti= liten gehalten. (e) SPALLANZANTS angestellte physikal. Beobachtungen auf der Insel Eythera. Strasburg. 1799. CD Journal de Phys. T.LV. C. 4. m. Ei 168 gun man auf Gibraltar und in Dalmatien die vie. kalt len Ueberbleibsel wiederkäuender Thiere findet, N Gleich den letztern, wurde sie erst in neuern il) Zeiten durch Niederschläge aus dem Regenwasser ic gebildet, und es wäre daher nicht zu verwun-| Gusve dern, wenn sie wirklich Menschenknochen ent- irn hielte. den wu Fossile Affenknochen giebt es eben so wenig apageb in dem Kalk- oder Gypstuff, welcher neuern| IefUNE Ursprungs ist, als in den früher entstandenen 1 Erdiagen. Auch die Affen entstanden also wahr- scheinlich mit dem Menschen erst nach jener he grolsen Catastrophe, in welcher das Ohiothier,' N der Mammonth u. s. w, ihren Ursprung fanden. Ki N 0ssl Aber gab es vor dieser Catastrophe noch I mh keine Vögel? Mir scheint es, dafs sich diese| nl Frage noch nicht mit Gewifsheit beantworten Tas läls. Zwar hat oe Lananon(g) eine Verstei-| auch nerung beschrieben, die er für einen Ornitholi- then hielt, Aber weder Camrer, noch Forriıs, ; 2%\ denk noch Fausas-Sr-Fonn(h) haben dieses Fossil| A für einen wahren Ornitholithen anerkannt.| Be Eine andere Abbildung eines Ornitholithen| hl findet sich im Journal de Physique, Thermidor.(II An(NY (g) Licntensene’s Mag. f. d. Neueste aus der Phy-(m) ik. B.12,8:.42 892 hi (h) Annales du Museum’ d’Hist. nat. T.III. p: 20. BEER u nn nn ne a die vie, findet, neuern Nwasser verwun« Ien ent. ) wenig neuern ndenen ) wahr- 'h jener iothier, anden, : noch 1 diese tworten Verstei- rnitholi- 'ORTIS, Fossil olithen rmidor. An jer Phy 204 169 An VII. Es ist aber keine Beschreibung beyge- fügt, und, nach Favsas-St-Fonn’s Versiche- rung(i), hat niemand das Original gesehen. Wichtiger ist Cuvırr’s Beschreibung eines in Gyps versteinerten Vogelfufses, der in den Stein- brüchen von Clignancourt bey Montmartre gefun- den wurde(k). Aber es sind keine Merkmale angegeben, woraus sich das Alter dieser Verstei- nerung beurtheilen lälst. DELAMETHERIE hat ebenfalls zwey Abbildun- gen von Knochen geliefert, die auf der nordwest- lichen Seite des Montmartre nicht weit von einem Orte gefunden sind, wo man auch eine kleine fossile Kinnlade antraf, die nur vier Backenzäh- ne hat, welche denen des Vespertilio serotinus vollkommen ähnlich sind(l), Allein bey diesen Fossilien findet auch der Zweifel statt, ob sie nicht von neuerer Entstehung sind. ScHEUCHZER(l*) und BLUmENBAcCH(m) ge- denken versteinerter Federn und Knochen von Sumpf- G) A. a. O. (k) Journal de Phys. Thermidor. An VII. (l) Joum. de Phys. T.LV. c.5. n, ı2. (i*) Vindiciae piscium. Tab. IT. (m), Handb. der Nat. Geschichte.— Voıcr’s Mag £, d. Neueste aus der Physik. B.V. St.ı.$.2:. L3 170 Sumpf- und. Wasservögeln im ÖOeninger Stink- al schiefer und im Pappenheimer Mergelschiefer.,- 1) Aber man weils schon aus dem ı4ten$ dieses I Buchs, dafs jene Steinarten von neuerer Bildung ‚il= sind, it 19 1 faylh An einer andern Stelle seines Handbuchs der| je Ve Waturgeschichte sagt Brumsnsach:“Ich besitze| Aelnlich „einen Östeolithen im ‚festen Kalksteine von un-| hen, u „serm Heimberg, den kein Renner, der ihn noch| hanlörn „gesehen, für etwas anders als für den soge-| Seitenh: „nannten Daumen am Flügel eines sehr grofsen|\ „Vogels hat halten können.” Diese Beobachtung| Ki würde allerdings entscheidend für das Daseyn| in von Vögeln in einem schr frühen Zeitraume seyn,| a: wenn es nicht gewagt wäre, auf die Achnlichkeit| ih eines einzelnen Knochenstücks etwas zu bauen. Relk- Kal) Fausas-ST-Fonn(n) hat zwey Versteine-; sungen beschrieben und abgebildet, die mitten jr in den Steinbrüchen von Vestena Nova unter hs den dortigen Ichtyolithen gefunden wurden, und i i die er für Vogelfedern hält.“Man kann”, sagt Ai er, sie nicht mit gewissen Tangarten verwech. On „seln, die einige Aehnlichkeit mit Federn ha- I hats „ben: denn bey ihnen sind die Haare der Fahne lag „mit andern kleinern Haaren besetzt(parceque ba „celle- BAM | det I (n) Annales du Museum d’Hist. nat. T.HI. p. au ken ı DIET her12072, | | nn ee ae ee Bin un 3 Zanker nn Tb“ . chiefer, dieses hildung ıchs der besitze 'on un. u noch | soge- grolsen achtung Daseyn e seyn, ichkeit len, rsteine« mitten unter ‚ und „sagt wech« n ha- Fahne rceque „celle- : P As — 171 „celle-ci a ses barbes garnies d’autres petites „barbes). Die Professoren Jussıru, LAmMARrcKk, „DesronTaınes und THovin, die sie aufmerk- „sam untersucht haben, halten sie für eine wah- „re Vogelfeder.” Diese Autoritäten sind nun freylich sehr wichtig. Allein- die Abbildungen jener Versteinerungen scheinen mir doch mehr Aehnlichkeit mit Meergräsern, als Federn zu ha- ben, und allerdings giebt es auch Tange, deren haarförmige Zweige gerade wie bey Federn mit Seitenhaaren besetzt sind. Man sieht also, dafs die Erfahrung uns noch keinen ganz entscheidenden Beweis für die Exi- stenz der Vögel in frühern Perioden geliefert hat. Um die Periode, wovon im vorigen() die Rede war, vollständig zu charakterisiren, müs- sen wir hier endlich noch auf eine Bemerkung zurückkommen, die wir schon im.ısten(; ge- macht haben. Wir, haben dort erwähnt, dafs in einigen Erdschichten der nördlichen gemäfsig- ten Erdzone Conchylien gefunden werden, deren Originale zwar noch jetzt vorhanden sind, aber heut zu Tage blos in der südlichen Erdhälfie ge- funden werden. Jene Erdschichten nun sind dieselben, in welchen die Gebeine der unterge- gangenen Landthiere begraben liegen, Man fin- det hier die letztern oft vermischt mit Schnek- ken und Muscheln des Indischen Oceans. Dies ist 'J WM —, 172— ist z. B. der Fall in den Hügeln von Piemont, geht Wir haben im ıcten( gesehen, dals pe Luc in Fur) diesen Anköhen unter andern ein Kinkhorn an- pi JM traf, das jetzt nur in. der südlichen Erdhälfte yn nebn lebt, Von den nehmlichen Hügeln bemerkt er jalen aber auch, dafs sie zugleich Gerippe von Am-| gen, IM phibien und Säugthieren enthalten(0).| jahrsch | dc, m | philoso] 39 Bi | bey So sind wir endlich zu jener Periode ge- Br kommen, wovon wir im Anfange dieses Buchs| n ausgingen, zu dem Zeitraume, in welchem der-; Mensch gebildet wurde und die lebende Natur Hi sich ihrer jetzigen Gestalt näherte. Aber in un- Kr sern bisherigen Untersuchungen findet noch eine ER grolse Lücke statt; wir haben noch nicht die. ir Fragen berührt: Welchen Aufenthalt und welche| kun Verbreitung jene Körper der Vorwelt hatten, die| Ds wir bisher blos in Beziehung auf ihre Örganisa- a tion und auf die Perioden, in welchen sie leb-|= ten, betrachtet haben? Ob ihre Heimath die| I nehmlichen Gegenden waren, wo wir jetzt ihre| Vic Gebeine finden; oder ob ihre Leichname durch| In Meeresfluthen aus fernen Gegenden in ihre jetzi- we ge Lagerstäten gebracht sind? Wie sich das| Mi Clima der Gegenden, in welchen jene Körper un gebohren wurden und lebten, zu dem jetzt da- lt, | selbst gännlı Unser (0) Grens Journal der Physik. B.VI. S.504. EEE Se CeeiRepESmeen en 2 dä” un nmmeserrmenggeen en nen 'iemont, Luc in om an tdhälfte erkt er on Am. de ge Buchs em der Natur in un- h eine it die, welche n, die "ganisa- sie leb- th die t ihre durch | jetzi- h das törper ıt da: selbst selbst herrschenden verhält? Wir liessen diese Fragen bisher unberührt, um nicht das Gewisse mit dem Ungewissen zu vermengen, Die Leh- ren nehmlich, die in den vorhergehenden(6 ent- halten sind, beruhen unmittelbar auf Erfahrun- gen, und haben daher einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit,- Auch sind sie wahrscheim- lich, weil sie mit den beyden Sätzen der Natur philosophie, die wir im ıten() aufgestellt ha- ben, völlig übereinstimmen. Wir werden, so sagten wir dort, die lebende Natur für ein Gan- zes ansehen, das in beständigen Umwandlungen von jeher begriffen war, noch begriffen ist, und stets: begriffen seyn wird; wir werden aber auch zweytens in diesen, Verwandlungen einen festen, gesetzmälsigen Gang annehmen. Diesen Sätzen ganz gemäls ist die Schilderung, die wir in dem gegenwärtigen Buche von der lebenden Natur entworfen haben. Sie erscheint uns als ein ewig sich verwandelnder,‘aber bey alleı diesen Ver- änderungen zu einer gewissen Stufe der Ent- wickelung regelmälsig fortschreitender Organis- mus. Einen gleichen Grad von Gewifsheit kön- nen wir aber nicht bey der Beantwortung der vorhin aufgeworfenen Fragen zu erreichen hof- fen, indem diese mit Problemen in Verbindung steht, bey deren Auflösung uns die Erfahrung gänzlich verläfst.e Indels lafst uns auch hierbey unsere Kräfte versuchen! Vorher aber wird es nöthig j BE En 3 7% ER nl! nöthig seyn, noch eines unmittelbaren Resultats u der bisher angeführten'Thatsachen zu erwähnen.|« nnile, |„ Natul Diese Folgerung ist, dals allen den grofsen| Verwandlungen, welche die lebende Natur seit nah ihrer Entstehung erlitten hat, immer grolse Re-| lee volutionen der ganzen Erde vorhergegangen sind,| Im M Unmittelbar vor der Bildung lebender Rörper| au erfolgten häufige Niederschläge der Kalkerde, und rel diese dauerten in jenem Zeitraume fort, in wel- ae chem die Eneriniten, Pentacriniten, Ammoniten, gie Or:hoceratiten, und die übrigen untergegangenen Thierpfianzen und Mollusken lebten. Eine neue Gestalt erhielt die lebende Natur, als sich die' Grauwacken- und HRupferschiefer erzeugten. Jetzt in al entstanden Fische und Farrnkräuter, Diese ver- ılh( lohren sich aber wieder bey einer Catastrophe, I hl wobey Gyps und Sandstein hervorgebracht wur-| wi de. Grols, doch nicht so allgemein war auch Sl der Einflufs, den die Ursache des Niederschlags| ben der Kreideschichten auf die lebenden Körper äus-| Ike serte, Ueberhaupt scheint die lebende Natur bey Lht jeder neuen TVräcipitation von Uebergangs- und| He Flötzgebirgen wesentliche Veränderungen erlitten| Mar, zu haben. Die letzte grolse Catastrophe des| NR Zeitraums der|Flötzformation war diejenige, in I welcher eine ungeheure Menge Pflanzen vom in den Meere bedeckt und in Steinkohlen verwandelt Tesla: wurde. Dann folgte endlich die merkwürdige| Bin, Revo- Resultan /ähnen, grolsen tur seit olse Re en sind, Körper le, und in wel. öoniten, ıingenen ne neue ich die ‚Jetzt se Ver rophe, t wur r auch rschlags er äus ur bey s- und rlitten e des Revolution, welche den Untergang der vielen Ohiotbiere, Elephanten und anderer Landthiere bewirkte, und dem Entstehen der jetzigen leben- den Natur vorherging. Die vielen Meereskörper, wischen welchen sich die Reste dieser Land: thiere befinden, zeugen von einer damaligen gro- {sen Wasserfluth, und die weite Verbreitung je- ner, in der Mitte des festen Landes befindlichen Meereskörper und Ueberbleibsel von Landthieren beweiset, dals diese Ueberschwemmung den grölsten Theil der jetzigen Continente betraf. Ge. 1Q, Wir haben gesehen, dafs es allenthalben in alien Welttheilen, und selbst auf den Gi. pfeln der höchsten Berge Meeresprodukte giebt. Es folgt hieraus, dals es eine Periode gab, wo der Ocean das feste Land, und selbst die Spitzen der höchsten Berge bedeckte. Wir ha- ben aber auch geseben, dals in vielen Gegenden Ueberbleibseil von Pflanzen und Thieren, be. deckt mit Meeresprodukten, vorkommen, und diese T’hatsache beweist, dals da einst festes Land war, wo Meeresboden jetzt ist, oder gewesen ist. Wir würden also anzunehmen berechtigt seyn, dals, so wie in unsern Tagen, so auch in den Zeiten der Urwelt, festes Land in Mee- resboden und Meeresboden in festes Land iüber- ging, wenn nicht dieser Voraussetzung die aus- ser- aa Fo 02 a b> | | e ; # W ; a A 3 4 [| ‘ll “|| = i | SEE WER 8 + EN nl 175 serordentliche Höhe der Berge, die einst vom Ocean bedeckt gewesen seyn müssen, entgegen zu stehen schiene. Doch können diese nicht durch irgend eine Kraft aus der Tiefe des Oce- ans hervorgehoben seyn? Sind nicht auch noch in neuern Zeiten alte Berge verschwunden, und neue aus dem Meere hervorgestiegen? Bestehen nicht alle ursprüngliche Veränderungen des Wellt- alls in Expansionen und Gontraktionen? Wird nicht bey jeder Oontraktion einer Reihe von re- puisiven Kräften eine andere expandirt, und bey jeder Expansion der ersteru die letztere con- trahirt(p}? i Ich weils, dals es der Einbildungskraft schwer fällt, sich Berge von der Höhe des Grenairon, oder gar der Andes, als hervorgeworfen aus den Tiefen der Erde zu denken. Aber nur der Ver- stand, nicht die Phantasie, kann. hier Richter seyn, und dessen Aussprüche müssen gelten, SO» bald sie Gründe auf ihrer Seite, und keine un- widerlegbare Einwürfe gegen sich haben. Und was läfst sich unserer Meinung entgegensetzen? Ich sehe nichts, als nur dieses, dals alle Berge, die einst unter der Meeresfläche gestanden ha- ben, Spuhren von Wirkungen des vulcanischen Feuers zeigen mülsten, wenn unsere Meinung gegründet wäre, Allein dieser Einwurf wird durch (p) Biol. B. 1. 5.44£ durch A finder| andern N) IM) und If zwin u hralt Shoolse It nicht s Wer kenn sich ausl es nicht Glimmer entspringt () niven\ {e}\ Il stehen\) Me FINN gr chen und 6, Werden‘ nst vom entgegen Se nicht les Oce. ch noch en, und Bestehen es Wellt- ? Wird von re- ind bey TE. Con» t schwer eNAITON, aus den ler Ver- Ruchter ten, 50» ine UN. Und setzen? Berge, en ha nischen leinung f wird durch durch die Vulcane von Südamerika widerlegt, deren Flammen oft eine Höhe von 3000 Fuls er- reichen, und welche noch nie einen Tropfen flielfsender Lava hervorzubringen vermogt haben, sondern blos Wasser, Schwefelwasserstoffgas,, Koth und kohlenstofhaltigen Thon auswerfen(g). Was zwinget uns auch, das Feuer für die ein- zige Kraft zu halten, wodurch Berge aus dem Schoofse der Erde hervorgehoben seyn könnten? Ist nicht schon blofse Wärme hierzu hinreichend? Wer kennet nicht die ungeheuren Wirkungen sich ausdebnender Gasarten und Dämpfe? Giebt es nicht warme Quellen, die aus Grauwacke, Glimmerschiefer, Gneis, und selbst aus Granit entspringen(r)? Ja, sind nicht meist nur dieje- nigen Quellen warm, die aus Urgebirgen ent- stehen(s)? Beweisen diese Thatsachen ‚nicht, dafs noch heut zu Tage im Innern der Urgebir- ge chemische Processe vorgehen, wobey Wärme und Gasarten entbunden, und Dämpfe gebildet werden? Als (9) Vos Humsorptr in Gırzerr’s Annalen der Physik. B. XVI. St.4. 8.479. (r) Von Bucn’s geognostische Beobachtungen. B. ı. S.240 ff. Lınx’s geolog. u. mineralog. Bemerkun- gen auf einer Reise durch das südwestl, Europa, S.21.. 51 fl. gı. (s) Von Buca a. a. O. 5.242. dII, Ba. M | 378 Als im Jahre 17853 den Sten Februar Messina bey einem Ausbruche des Aetna eine heftige Er- schütterung erlitt, wurde an demselben Tage das jenseits dem Adriatischen Meere gelegene Cala- brien noch weit heftiger als Messina selbst zer- rüttet, und zum Theil ganz zerstöhrt. Und doch entdeckte DorLomieu, welcher kurz nach dieser Catastrophe Calabrien bereiste, nicht nur keine Spuhr weder eines neuern, noch ehemaligen Vul- cans in dem ganzen Apulien, sondern er fand auch, dafs die, Italien der Länge nach trennen- de, von aussen ganz aus Kalk- oder Mergel- schichten bestehende Apenninen in Calabrien als Granitgebirge erscheinen, die sich in der soge- nannten Ebene auf einmal ganz entblölst dar- stellen, und in dieser Gestalt bis an die äusser- ste Spitze Calabriens ununterbrochen fortstreichen. Er beobachtete ferner, dafs in der Gegend dieser £bene auf den Stellen, wo sich die Flötzgebirgs- schichten an den Granit anlegen, die Wirkung des Erdbebens bey weitem am stärksten und hef- tigsten gewesen war, und zwar so heftig, dafs die auf dem Granit liegenden Flötzschichten zum Theil ganz von ihrer Granitunterlage waren ge- trennt worden. Wenn!’nun im Innern des Gra- nits Wärme, Gasarten und Dämpfe entwickelt werden, wenn Erdbeben weniger heftig in der Nähe der ausgebrochenen Vulcane, als in ent- fernten Urgebirgen sind, ist es dann nicht zu VvEr: Passen ui geht il dies in den ale hät im? Ist durch” je Dimpeı yorgeho D bey de keiten seyn M Inden| aan ı Ein funde wird; keiten sanmel Wirne, denn in der Erd und ap und Ti Höhe} Messin fige Ei Tage das ne Cala- Ibst zer. Und doch Ch dieser ur keine igen Vul- er fand trennen» Mergel- brien als ler soge- ölst dar- - treichen. nd dieser tzgebirgs- Wirkung und hef- tig, dals ten zum raren ge- des Gra ntwickelt 5 in der ; in enl- nicht zu ver" ne 179 vermuthen, dafs vulcanische Ausbrüche bloflse Nebenwirkungen von weit grölsern chemischen Processen sind, die im Innern des Granits vor sich gehen? Ist es dann nicht wahrscheinlich, dals diese Processe eine noch weit grölsere Rolle in den Zeiten der Urwelt gespielt haben, wo alle Kräfte der Erde freyer und energischer wirk- ten? Ist'es dann nicht glaublich, dafs einst durch jene Entwickelung von Wärme, Luft und Dämpfen grolse Erdstriche aus dem Meere her- vorgehoben sind? Doch wer wird auch läugnen können, dals bey der Bildung der Erdrinde elastische Flüssig- keiten in ausserordentlicher Menge entbunden seyn müssen? Wer wird es unwahrscheinlich finden können, dals der Granit und Gneis lang- sam verhärtet sind, und dals sich jene Rinde eine Zeitlang in einem teigartigen Zustande be- funden hat? Wer aber diese Sätze einräumt, wird auch zugeben müssen, dals jene Flüssig- keiten sich zum Theil ünter der Erdrinde an- sammeln, und, ausgedehnt von der entbundenen Wärme, diese emporheben mufsten. So konnten denn in den Zeiten der Urwelt Anschwellungen der Erdfläche ohne heftige Explosionen entstehen, und so sind auch noch in neuern Zeiten Ebenen und Tiefen zu Anhöhen emporgestiegen. Die Höhe Maklefield zu Herefordshire im westlichen Ms Eng- 180—— England wurde im Jahre 1751 gebildet, indem sich einige zwanzig Tonnen Landes von dem übrigen Felde trennten, sich binnen drey Tagen allmählig und ohne Geräusch 400 Schritte weit verrückten, und darauf schnell zu einer ansehn- lichen Höhe anschwollen(t). Im KRlaveezer See fand man den ı6ten August 1803, Morgens früh, da, wo die Fischer noch einige Tage vor- her ohne Hindernils das Netz gezogen hatten, einen Berg, der sich unter der Wasserfläche mit allmähliger Senkung nach jeder: Seite über 100 Fufls weit erstrecket, und welcher ohne die min- deste Spuhr einer Erderschütterung aus der Tiefe des Sees heraufgestiegen ist(u). Jene Entwickelung unterirdischer Gasarten dauerte noch fort, nachdem die Erdrinde schon erhärtet war. Jetzt aber wurden dadurch hef- tige Explosionen hervorgebracht, wovon nach den‘ Beobachtungen von Saussurk und Forrıs, noch heut zu Tage die Spuhren übrig sind(v). Jetzt (it) Bercmann’s physikal. Erdbeschreibung. äZte Aufl. B.2. 9.145. (u) Brevow in Vorcr’s Mag. f. d. neuesten Zustand der Naturkunde. B.VII. St.4. 8.364. (v) Jener fand unter andern auf der Hinterseite des kleinen Saleve unter Bänken von Sandsteine Lagen einer kalkartigen Breccie, welche die Bänke des so- liden indem n dem ' Tagen te weit ansehn- laveezer Morgens age vor- hatten, che mit ber 100 lie min- jer Tiefe rasarten ° schon ch hef- n nach Fortis, ind(v). Jetzt zte Aufl. Zustand seite des 1e Lagen e des S0- Jiden nn 181 Jetzt entstanden auch Vulcane, deren Produkte indels von denen der heutigen feuerspeyenden Berge sehr verschieden gewesen seyn müssen. Es liegt uns alles daran, unsere obige Mei- nung zu begränden, denn von ihr hängt der Sinn und die Deutung aller übrigen geologischen Thatsachen ab. Ich werde daher noch andere Gründe anführen, woraus die Wahrheit jener Hypothese aufs einleuchtendste erhellen wird. Wir liden und dichten Gesteins, woraus das Innere des Berges besteht, bedecken. Diese Beobachtungen, sagt er, scheinen zu beweisen, dals die Oberfläche der Erde vor dem gänzlichen Zurückziehen des Meerwassers ausserordentlich muls erschüttert wvor- den seyn; dafs hierdurch einige Felsen zum Ber» sten gebracht wurden, deren Bruchstücke sich wie- der vereinigten, und unter der Gestalt von Brec« cien, während noch das Meer auf diesem Theile der Erde stand, zusammenkitteten; dafs hierauf auch Sand herbeygeschwemmt und darauf ın Sand- stein verhärtet worden; und dafs nach diesem allen eine noch heftigere Erschütterung entstand, welche ganze Berge zerbrach und umstürzte, und jenen schnellen und gewaltsamen Rückzug des Meers ver« anlafste, durch welchen die grofsen Bruchstücke von Telsen fortgeführt wurden, die wir in unsern Thä- lern und auf unsern Bergen zerstreut antreflen, (Saussune’s Reisen durch die Alpen, Th.ı. S. 215. Th,2. 5,312.) M 3 ‚182 Fmouwenmuu Wir haben geschen, dafs es unter den höch- sten Bergen einige giebt, auf deren Gipfeln sich unverkennbare Beweise finden, dafs sie noch lan- ge nach ihrer Bildung vom Meere bedeckt gewe- sen seyn müssen. Es giebt aber auch andere Berge, auf welchen nichts anzutreffen ist, wor- aus sich auf spätere Wirkungen des Meers schlies- sen lälst, sondern welche seit ihrer Entstehung über die Fläche der Gewässer hervorgeragt zu haben scheinen. Wären die letztern Berge im- mer höher, als die erstern, so könnten jene Thatsachen blos mit Hülfe der Voraussetzung einer Abnahme des Meers erklärt werden. Aber nicht selten findet das Gegentheil statt. Auch manche Derge, die gar nicht zu den hohen ge- zählt werden können, bestehen aus uranfängli- chem, mit keinen spätern Meeresprodukten be- decktem Gesteine. Von der Art sind z.B. die in der Gegend von Dresden(w), um Dogorska im Bannat(x), und bey Rladrau und Pilsen(y) liegenden Granitkuppen. Jetzt sind nur noch zwey mögliche Wege zur Erklärung jener That- sachen übrig: man mufs entweder annehmen, dals alle die Berge, auf deren Gipfeln sich kei- ne (w) CHARPENTIER's mineralogische Geographie der Chursächsischen Lande, S.38. (x) Bonn’s Briefe. S.44., (y) Ferser’s Beyträge zur Mineralgeschichte von Böhmen.” S. 129. ge Diet vn and Yehmal si en b Jimelben liche de hatte, sunken begtrete ten be hear E cher a yehli kl 1 dal la sun rec stand en höch, feln sich 1och län- kt gewes h andere Ist, wor. 3 schlies- itstehung eragt zu erge im- ten jene Issetzung 1, Aber . Audc hen ge- anfängli- kten be- 2,.B, die Dogorska Pilsen(y) nur noch er That nehmen, sich kei- ne pbie der ichte von ——n 183 ne Meeresreste finden, ursprünglich höher gewe- sen sind, als diejenigen, deren Spitzen die Merkmale ehemaliger Ueberschwemmungen an sich tragen, und anfangs über die Fläche des Meers hervorgeragt haben, dafs aber mehrere derselben späterhin, nachdem das Meer die Ober- fläche des jetzigen festen Landes schon verlassen hatte, zu einer weit geringern Höhe herabge- sunken sind: oder man mufs unserer Meinung beytreten, nach welcher alle, mit Meeresproduk- ten bedeckte Berge aus der Tiefe des Oceans hervorgehoben sind. Es giebt noch einen zweyten Grund, wel cher auf eben die Alternative führt. Wir finden nehmlich Gebirgsschichten, die jetzt eine verli- kale Lage haben, deren Bildung aber beweist, dafs sie sich ursprünglich in einer horizontalen Lage befunden haben müssen, So traf aus.» sure bey Valorsine eine senkrechte Schichte von Breccien an, die unmöglich in dieser Lage ent- standen seyn konnte(y). Solche Gebirgsschich- (y)“Dafs sehr verdünnte Theile”,‘sagt jener Natur- forscher,“die in einem flüssigen Körper schwim.« „men, unter einander ankleben ,„ und senkrechte „Schichten bilden können, dies begreifen wir gar „wohl, und wir haben Zeugnisse davon an den „Alabastern, Agathen, und selbst am den kiünstlis M4„chen 184—— ten müssen also nach ihrer ursprünglichen Bil- dung sehr grolse Revolutionen erlitten haben. Und worin bestanden diese gewaltsaınen Verände- rungen? Sie können nur von einer doppelten Art gewesen seyn: entweder eine Mraft, die vom Innern der Erde aus nach deren Oberfläche wirkte; muls die ursprünglich horizontalen Schichten gehoben, und in ihre jetzige, oft senk- rechte Lage gebracht haben; oder es war ein Einstürzen der Ränder ungeheurer Erdschollen, wobey der mittlere Theil derselben seine ur- sprüngliche Höhe behielt, was die wagerechte Lage der Erdschichten in eine schiefe oder ver- tikale umänderte, Auf denselben Schlufs führt uns endlich auch der Umstand, dals in sehr vielen Gegenden Flötz- lager, „chen Crystallisationen. Dafs aber ein ganz gebildeter „Stein von der Gröfse eines Kopfs sich mitten an „einer senkrechten Wand angehängt, und dort ge- „wartet haben sollte, bis die kleinern Theile des „Steins ihn einzuwickeln und an dieser Stelle an- „zuleimen und zu befestigen gekommen wären, ist „eine unmögliche und absurde Voraussetzung. Man „muls es also für eine ausgemachte Sache anneh- „men, dafs diese Breccien in einer horizontalen, „oder wenigstens derselben nahe kommenden Lage „gebildet, und erst nach ihrer Verhärtung in diese „Stellung gebracht worden.”(Saussurer’s Reisen durch die Alpen. Tlı.z. S. 116.) Ya Mn i) gi Pin god ve ce; hin fü, I perungen dm na as Met denn sO Seeiluen sie dal oder€ folt, das jez de, ein vom N und d dur ander sel: runde beder) hen Bil. haben, Verände. Oppelten akt, die berfläche izontalen oft senk- war ein chollen, ine ur- gerechte der ver- 'h auch \ Flötz- lager, sebildeter nitten an dort ge- elle des elle an- ren, Ist „' Man anneh- ontalen; on Lage in diese ‚ Rasen nn 185 lager, die ganz mit Versteinerungen angefüllt sind, mit andern abwechseln, die keine Spuhr von Petrefakten enthalten. Manche der letztern sind vermuthlich Produkte vulcanischer Ausbrü- che; hingegen manche, und besonders die Gyps- flötze, in welchen die Abwesenheit von Verstei- nerungen fast allgemein ist, sind offenbar auf dem nassen Wege entstanden, Niederschläge des Meerwassers aber können sie nicht seyn: - denn sonst müfsten nothwendig Ueberbleibsel von Seethieren in ihnen vorkommen. Wir müssen sie daher für Niederschläge stehender Gewässer, oder der Athmosphäre annehmen. Daraus aber folgt, dafs noch vor- jener Periode, in’ welcher das jetzige feste Land vom Ocean verlassen wur- de, einzelne Theile der Erdrinde abwechselnd vom Meere bedeckt und wieder entblöfst sind, und dies konnte nicht anders geschehen, als da- durch, dafs entweder diese Theile selber, oder andere Erdstrecken sich hoben oder senkten. Wir befinden uns also wieder auf demselben Punkte, worauf wir schon zuvor standen. Wel- cher der beyden Wege, die vor uns sind, ist nun der richuge? Welchen sollen wir wählen? Ich glaube denjenigen, welcher von der Voraus- setzung ausgeht, dafs eine Hebung der Erd- rinde diejenigen Höhen, die einst vom Meere bedeckt waren, gebildet hat, und der Grund M5\ mei- 186 vum meines Glaubens ist die specifique Schwere der Erde. Diese nehmlich ist— 5,48, wenn die des Wassers zur Einheit angenommen wird(a). Sie steht also blos der der meisten Metalle nach; hingegen ist sie doppelt und dreymal so gröls, als die des Granit, Porphyr, Gneis, Ralkstein, Gyps. Alabaster, Marmor, Basalt, kurz der sämmtlichen Steinarten, woraus die Rinde der Erde besteht(b).. Hier haben wir eine That. sache,: die sich auf keine Weise erklären lälst, wenn man nicht im Innern der Erde einen Rern von Dichtigkeit annimmt, Die Voraussetzung eines solchen Kerns ist aber ganz unvereinbar mit der Hypothese, welche die Ent- stehung der Berge aus einem Einsinken der ursprünglich horizontalen Erdschichten erklärt, Denn erstens mülsten nach dieser Meinung die- jenigen Niederschläge des Meerwassers, woraus die jetzige Oberfläche der Erde entstanden ist, eine kappenförmige Rinde um die Erde gebildet haben, deren innere Höhlung blos mit Wasser angefüllt gewesen wäre. Allein wenn es einen festen Kern der Erde giebt, so mufste dieser schon vorhanden seyn, ehe die erwähnten Nie- derschläge eintraten, und so widerspricht es al- len (4) Biol. Bd.2. 8.448. (b) Musscnensrorx Introd. ad phil. nat. Deramr- Tueries Theorie der Erde, Uebers. von EscHen- sach. Tlıuı. 5.54 ehe SO phase sioontalı wurden gehracl benhe ölst „on „el ( were de | die des a), Sie e nach; 9 grols, alkstein, urz der nde der € Thats en lälst, en Kern it, Die ber ganz die Ent. ken der erklärt, ing die- woraus den ist, gebildet Wasser 3 einen dieser en Nie- tes dl. len Derane EscHEN“ — 187 len chemischen Gesetzen, dafs sich jene Rinde an der Oberfläche des Wassers, und nicht un- mittelbar auf dem Kern der Erde gebildet haben sollte. Aber zweytens, wenn man auch dies bey Seite setzt, so bleibt doch noch eine andere, eben so grofse Schwürigkeit übrig. Jener Hy- pothese zufolge zerrils endlich die bis dahin ho- rizontale Erdrinde, und durch ihr Einsinken wurden die Höhen und Tiefen der Erde hervor- gebracht. Wodurch wurden nun diese Erha- benheiten und Vertiefungen vom Wasser ent- blöfst? DE Luc, der Urheber und Vertheidiger je- ner Meinung, nimmt zur Beantwortung dieser Frage eine Staubmasse an, womit das In- nerste der Erde ursprünglich angefüllt war. Ein Schlamm, der mit Flüssigkeit durchzogen war, setzte sich zuerst auf dieser Rinde ab, und ver- ursachte daselbst ähnliche Einsenkungen, wie wir auf jedem, mit Wasser begossenen Sand- oder Staubhaufen entstehen sehen.“‘ Diese Staub- „theile”, sagt pe Luc(c),“waren von verschiee „dener Art, daher denn die eingeseigerte Flüssig- „keit hier und da besondere Verbindungen her- „vorbrachte, wodurch ebenfalls nach und nach „grolse, harte, und verschiedentlich gleichsam in „Zwei- (ce) Voısr’s Mag. f. d. Neuste aus der Physik u.s. w. B.IX. St.ı. 5.88.$. 24. 188 Gerne „Zweige sich vertheilende Massen entstanden, „dergleichen man in vieleriey lockern oder wei- „chen Substanzen, wie im Sande, im Thone „und in verschiedenen kalkartigen Erden u. s. w. „findet. Diese verhärteten Portionen, die im „Anfange der Einsenkung widerstanden, bildeten „‚Stützen für die Rinde von Erdlagen, die sich „folglich einige Zeit waagrecht erhalten konnte, „indels sich durch die Einsenkung der lockern „Staubtheile in ihren Zwischenräumen Höhlen „bildeten, in welchen sich ausdehnbare Fluida „sammelten,-.die durch die innern chemischen „Operationen hervorgebracht worden waren. Aber „wenn sich die Einsenkung der Staubtheile wei- „ter und bis unter die Grundfläche jener verhär- „teten Portionen erstreckte, die nun die Schei- „dewände der Höhlen bildete, so senkten sich „dann diese Scheidewände selbst, und da folg- „lich die obere Rinde(als die Decke der Höhlen) „nun ihre Stütze verlohren hatte, so brach sie „ein, und senkte sich nun selbst in einem wei- „tern oder engern Umfange. Da sich hierauf „ein Theil der Flüssigkeit in die Höhlen verlief, „so trieb er die ausdehnbaren Fluida, die sich „darin gesammelt hatten, heraus. Diese schwän- „gerten nun die obere Flüssigkeit mit neuen In- „gredienzen, und veränderten dadurch die chemi- „schen Verbindungen in selbigen, und da sich „hierauf von neuem ausdehnbare Fluida an der „Ober- ee TER nen nn en en nenn 4) ge v0 IX ANA) „lab „durct „wurd „eeblie „elüss utkt Dt, it( Up‘ 'Standen, der wei. - Thone USW, die im bildeten die sich konnte, ' lockern Höhlen : Fluida nischen n, Aber ile wei- verhär- Schei- n sich la folg- Höhlen) rach sie nm wei- hierauf ‚erlief, e sich ‚hwän- en In- chemi- la sich an der „Ober- nn) 189 „Oberfläche ‚derselben entbanden, so verursachte „dies wieder neue Arten von Niederschlägen. „Jene successiven Ergielsungen der Flüssigkeit „veranlalsten aber wiederum neue Höhlen, in- „dem sie neue Einsenkungen der Staubmassen „verursachten; dadurch ward aber die äussere „Menge der Flüssigkeit allgemach vermindert; „und da jene successiven Portionen von verschie- „dener Natur waren, weil die äussere Flüssig- „keit sich immer mehr durch neue Niederschlä- „ge von ihren uranfänglichen Ingredienzen ent- „blöfste, so entstand daraus jedesmal eine neue „Art von ausdehnbarem Fluidum im Innern, „und hierauf wieder neue Verbindungen in der „obern Flüssigkeit, wenn jene Fluida sich darin „verbreitet hatten.” Ferner sagt er(d):“Nach allerhand Cata- „strophen, die sich mit der Erdrinde zugetragen „haben, da sie noch mit Flüssigkeit bedeckt war, „und während welcher diejenigen Stellen, die „durch die Scheidewände der Höhlen unterstützt „wurden, in ihrer primitiven waagerechten Lage „geblieben waren, wo sie auf dem Boden dieser „Flüssigkeit Ketten von Erhabenheiten oder Ber- „gen bildeten, erfolgte endlich eine Epoche, wo- „bey, durch grofse Einsenkungen des Staubes „die Grundflächen der Scheidewände der Höhlen IR (d) A. a. O. 5,90.$. 26. 190 gmmmmmmarı D $ „in einem grolsen Theile der Erde zugleich un- „terminirt wurden, und sich daher die Erdrinde „in diesem ganzen Umfange einsenken mulste. „Diels ist die erste grolse Revolution, die einen „tiefen Eindruck auf unserer Erdkugel zurückge- „lassen hat. Denn sie ist es, wodurch sich die „Oberfläche derselben zuerst in Meer und festes „Land trennte, weil alle die Flüssigkeit, womit „sie damals von aussen umgeben war, in diese „eingesenkten Gegenden zusammenflols, und der „Rest der Rinde hingegen über ihr hinaus- „ragte.” So erklärt DE Luc den Ursprung der Berge und des festen Landes, und in der That ist die- se Erklärung die einzig mögliche für den, der Einsenkungen der ursprünglich horizontalen Erd- rinde für die einzige Veränderung annimmt, die sich seit ihrer Bildung mit ihr zugetragen hat. Aber wie roh, wie unwürdig der Erhabenheit, welche die Natur überall in ihrem Wirken zeigt, und wie unvereinbar ‚mit der grolsen specifiquen Dichtigkeit des Kerns der Erde ist die Voraus setzung einer uranfänglichen, im Innersten die- ses Weltkörpers befindlichen Staubmasse, worauf jene Erklärung führt! Da also nicht blofse Sen- kungen der Erdschichten diese aus Meeresboden in festes Land und Höhen verwandelt haben können, so bleibt nichts übrig, als Kräfte, die vom Ren nn a nen an ann BT a je Id ya Erhöhun zuch du leich u. Erdrinde mulste, ie einen urückge. sich die nd festes ‚ womit in diese und der hinaus- er Berge ist die- en, dex en Erd- mt, die gen hat, ıbenheit, n zeigt, ciliquen Voraus en die- worauf [se Sen- esboden haben fte, die von m IyI vom Innern der Erde nach aussen wirkten, für die Ursache zu halten, wodurch der ehemalige Meeresboden vom Wasser entblölst wurde. Man würde mich aber unrecht verstehen, wenn man glauben wollte, dafs ich alle Uneben- heiten der Erdoberfläche blos von diesen Kräften ableitete. Mir scheint es, dals man, wie schon Tıras sehr richtig bemerkt hat, die Wirkung der Erhöhungen des Landes nicht mit der eigent- lichen Gestalt der Berge verwechseln dürfe. Die Erhöhungen des Landes sind meiner Meinung nach durch unterirdische expandirende Kräfte her- vorgebracht. Für mich leidet es aber auch kei- nen Zweifel, dals die Erdrinde in ihrem ur- sprünglichen Zustande nicht, wie DE Luc und andere Naturforscher behauptet haben, aus lauter horizontalen Schichten bestanden hat, sondern dafs schon gleich bey der Crystallisation dersel- ben Berge und Thäler gebildet sind. Keiner, der unbefangen erwägt, welche Struktur der Granit und Gneis in solchen Gegenden hat, wo die ursprüngliche Anlage dieser Gebirgsarten noch nicht zerstöhrt ist, wird auch hieran zweifeln können. Dort sieht man den Granit in Schich- ten gelagert, die wie ein lateinisches$ gestaltet sind(e. Man sieht andere Urgebirge, worauf Bänke von einer gegen den Horizont perpendiku- lären (e) Saussune’s Reisen durch die Alpen, Th,2, S. 151. 192 lären Richtung in abwärts gehenden Bänken ein- geschlossen sind(f). Noch andere bestehen aus Schichten, deren vertikaler Durchschnitt sich mit einem offenen Fächer vergleichen lälst, und deren Rippen unten fast horizontal liegen, weiter hin- auf aber sich erheben, bis die obersten allmählig senkrecht stehen(g).» Wer wird es wagen, die- se regelmäfsigen Gestalten von einer andern Ur- sache, als der Crystallisation, abzuleiten? Zu- dem ist es offenbar, dafs die chemische Beschaf- fenkeit jeder Gebirgsart beym Entstehen der Ber- ge, sehr viel zur Bildung derselben beygetragen hat. Feuersteine und Porphyre geben hohe und steile, aber nicht lange, hornglimmerige und wellenförmige Arten auch höhe, aber nicht in die Länge sich erstreckende Gebirge(h). Wie könn- te dies seyn, wenn die Berge nicht Werke der Crystallisation, sondern Wirkungen mechanischer Ursachen wären? Für mich leidet es auch keinen Zweifel, dals auf die Crystallisation der Gebirge eine dem Magnetismus analoge Kraft Einfluls gehabt hat. Dieser Gedanke mufs sich auch jedem auf- drängen, dem bekannt ist, dafs die Richtung der (f) SaussuURe.a..a. O. S.14. (g) Ebendas. Th.5. S. 76. (h) Tıras, Abhandl. der Schwed. Akad. B. XIX. 9.220, ai de N ta) schichten, bestehen, zurlch WI Hu Man Frankre auf die ud Falk ken ein. hen. aus Sich mit (d deren iter hin- IImählig en, die- lern Ur. v9 Zu: Beschaf- ler Ber- etragen ohe und se und t in die - ke der nischer /weifel, e eine gehabt m auf- chtung der p, XIX, er 193 der Schichten des Gränits in den verschiedensten Gegenden mit der Richtung der Magnetnadel über: einkömmt. Nach Saussure(i) haben die, ‚ge: gen den Horizont senkrechten Gebirgslagen, die man häufig im Jurassus antrifft, fast alle ihre Flichken von Nordnordost gegen Südsüd: west, nach der allgemeinen Richtung dieser Bergkette, gerichtet. Er beobachtete eben diese Richtung auf dem Mole(k), so wie auf dem Buat(l), und auf dem Mont- Breven sahe er adrichte-Granite, deren fast senkrechte Schichten mit der Magnetnadel eine gleiche Richtung hat- ten(m). Parrzas fand, dals die dicken Granit: schichten, aus welchen die Daurischen Berge bestehen, fäst halbrechtwinklicht gegen Süden oder Südosten in die Tiefe sinken(n):. Voi- züglich wichtig aber sind in dieser Rücksicht vox Hunsorpr’s Beobachtungen, Schon bey seinen Reisen in Deutschland, Italien, dem südlichen Frankreich, den Pyrenden und Gälizien wurde er auf die Bemerkung geführt, dafs das Streichen und Fallen der Urgebirge einem allgemeinen Ge: Setzd 6) A. a 0. Th.2; 8.14; (k) Ebendas. Th.ı: S. 257. 25% (1) Ebendas. Th.s.$.249: (m) Ebendas. Th.3, 8.49: NE Be {n) Partas Reise dutch versch. Provinzen des Russi> schen Reichs. Th:5: 5.227: 228. III. Bd: N setze unterworfen sey, und dafs,(abgesehen von Hide den Ungleichheiten, die von kleinen Localursa- A chen herrühren) die Lagen des geschichteten| Ns ih grobkörnigen Granits, des Gneis, und ganz be- Hanne sonders des Glimmerschiefers und Thonschiefers, ala m insgesammt einen Winkel von 521° Südwest| skin oder Nordost mit dem Meridian des Orts vi machen, und dafs sie dabey nach Nordost sale einfallen. Alle Messungen, die er auf seiner| ih, ide nachherigen Amerikanischen Reise anstellte, ga- Hanse ben eben dieses Hesultat. WUeberall streichen Rah auch in Amerika die Gehirgslager von Nordost m nach Südwest unter einem Winkel von 50° mit Inh dem Meridian, und fallen nach Nordwest unter nike einem Winkel von 60 bis 80°(o). ind Wir behaupten also nicht, dafs alle Uneben- It m heiten der Erdoberfläche durch unterirdische ex- I a, pandirende Kräfte hervorgebracht sind, sondern kn N unsere Meinung ist nur diese, dals es solche Ei 1 Kräfte waren, welche grofse Theile der Erdrinde| e\ aus der Tiefe des Oceans hervorhoben und in| Am Ä| festes Land verwandelten. eig |'| und Them I g: ‚20 Br > Ay Ant | ii Reich an Folgerungen ist der Satz, den wir kg, || jetzt dargethan haben. Es ergiebt sich daraus, Ei ki | dals das feste Land einst auf ähnliche Weise ge- Ka hi ! bil- Be N Aue Lil (e) GizgerT’s Annalen der Physik. B.XVI. 8.427. = um ED ne nen nenn en ehen yon ‚ocalurs. hichteten ganz be. Schiefers, üdwest des Orts Vordost f seiner Ilte» ga streichen Nordost 50° mit est unter Uneben- sche ex- sondern 3 solche Erdrinde und in den wir daraus, eise ge bil. 1} bildet ist, wie noch in neuern Zeiten Inseln aus dem Boden des ÖOceans hervorgestiegen sind, Wenn also zu dem grölsten der geologischen Phänomene aus den Zeiten der Urwelt noch heut zu Tage analoge Erscheinungen vorhanden sind, so dürfen wir um so mehr bey Erklärung ande- rer geologischer Thatsachen die Analogie zu Hül- fe nehmen. Nun lehrt die neuere Geschichte, dals, indem neue Inseln entstanden, alte vom Wasser verschlungen wurden. Es erhellet fer- ner aus der Bildung mehrerer Küsten, dafs sie ehedem mit festem Lande in Verbindung gestan- den haben müssen, welches jetzt nicht: mehr vorhanden ist. Die Analogie führt uns also auf den Satz, dafs bey der Entstehung des jetzigen festen Landes ehemalige Continente verschwun- den sind, und dafs überhaupt seit der Bil. dung der Erde gleichzeitige Contraktionen und Expansionen in derselben statt gefunden haben. Hieraus folget weiter, dals wir keinesweges berechtigt sind, alle Ueberbleibsel des Pilanzen- und Thierreichs der Vorwelt für Erzeugnisse des Bodens zu halten, in welchem wir sie heut zu Tage antreffen, sondern dals manche derselben, die in Siberien und Canada begraben liegen, aus der südlichen Erdhälfte dahin geführt seyn können. Denn wenn es gewils ist, dafs einst ganze Länder versanken, indem andere aus dem N 3 Mee- g 196 en 1 di Meere hervorstiegen, so ist es auch unläugbar, ui dals ein grofser Theil der Thiere und Pilanzen Ei jener erstern Länder von den Fluthen, worin sie| in ihr Grab fanden, fortgerissen seyn mufs; und 1. se dals sie auf diese Weise bis in die fernsten Ge- Ben genden gelangen konnten, erhellet aus der Ana- u ei logie des Golfstrehms von Mexico, ‚welcher Er, I ıı zeugnisse des wärmern Amerika oft bis nach sehen Si Schottland ‚und Norwegen führt. In Art herlitet 8 Endlich folget noch, dals die fossilen Reste Inden sich von lebenden Hörpern der Vorwelt, die in dem | | B | | d dals jene" : heutigen festen Lande vorkommen, aus Ländern andem 7 dahin gebrächt seyn können, die heutiges Tages bracht se gar nicht mehr vorhanden sind,| “|| FIR) letzt ist es Zeit die Frage zu untersuchen:| Bu | Welche Organismen der Vorwelt in denjenigen| et A Gegenden lebten, wo ihre Ueberbleibsel jetzt zu unanı i| finden sind? Welche aus fremden Ländern her- Anl | rühren? Und welches das Vaterland der letz- ses ;; dern war? ru, d Be: sie Was die Encriniten, Pentacriniten, Ammoni- herien ten, Belemniten und die übrigen Versteinerungen| Struktur| von Zoophyten und Mollusken betrifft, die in Br den ältesten Flötzgebirgen vorkommen, so haben wir schon im ısten() gezeigt, dals diese an den| Kl Stellen, wo sie jetzt gelagert sind, einst gelebt der hir haben müssen. woran ir Eben en ec as RE Zn nn a nen u anna en lighe, il Eben dies läfst sich von manchen versteiner- Pflanzen ten Fischen, und namentlich von denen, welche worin si in der Gegend von Vestena Nova liegen, bewei- LS; und sen. Man hat unter diesen einen Esox gefun- usten Ge. den, der in dem Augenblicke versteinert worden, der Anı- wo er einen kleinern Fisch halb verschlungen Icher. Er. hatte.' Man hat grofse"Tafeln angetroffen, auf bis nach welehen sich Fische befanden, die von kleinern ihrer Art, wie eine Mutter von ihren Jungen, begleitet sind. Diese und ähnliche Umstände len Reste lassen‘sich nicht'mit der Voraussetzung reimen, in dem ; Ländern ges Tages dafs jene Thiere durch heftige Meeresströhme aus andern Zonen in ihre jetzigen Lagerstäten ge bracht seyn sollten, Wahrscheinlich ist es, dafs auch die von ysuchen! enjenigen Sprner beschriebene crocodilartige Eidecehse die er: KERN kt wurdeit | jetzt zu Gegend von Suhla, wo sie entdeckt wurde, zum Aufenthalte gehabt hat. Denn ihr conyulsivi- ıdern her ie)\ sches Ansehn und der geringe Grad von Zerstöh- der letz rung, den sie erlitten hat, FJassen vermulhben, dafs sie gleich nach jhrem Tode in ihrer nach- Ammon: herigen Lagerstäte versteinert worden, und ihre nerungen Struktur beweist, dafs sie nicht zu den'Secthie-» ‚ die in ven gehört haben kann. so habeı> se an den Es lebten also einst in der gemäfsigten Zone bt der nördlichen Erdhälfte Fische und Amphibien, ast geld t wovon jetzt nur in weit südlichern Gegenden Eben N3 ahn- 198 eu nen ähnliche Formen vorhanden sind. Läflst sich hieraus nicht schlielsen, dafs das Clima jener Zo- ne ehemals wärmer war, als in jetzigen Zeiten? Ist es daher nicht wahrscheinlich, dafs die Farrn- kräuter, die Ohiothiere, Elephanten, Nashörner und die übrigen Pflanzen und Thiere der Vor- welt, welche Erzeugnisse eines wärmern Him- melsstrichs zu seyn scheinen, und deren Ueber- bleibsel in den gemälsigten und kalten Ländern des Nordens begraben liegen, ebenfalls in diesen Ländern einheimisch waren? Wird diese. Mei- nung nicht dadurch unterstützt, dafs die baum- artigen Farrnkräuter und die grolsen rohrartigen Gewächse, die in manchen Steinkohlenflötzen vorkommen, oft so darin aufrecht stehen, als ob sie an Ort und Stelle gewachsen wären? Spricht für sie nicht der Umstand, dafs man die fossilen Ueberbleibsel von Säugthieren familien- weise gelagert findet, und dals es z.B. in Sibe. rien Elephanten, Nashörner und Ochsen, in der Gegend von Paris Anoplotherien und Paläothe- rien, in Nordamerika Öhiothiere u. s. w. sind, was man dort von Fossilien antrifft? Beweisen nicht die Flufsschnecken, womit das Lager der fossilen Elephanten von Burgtonna angefüllt ist, dafs diese Gebeine nicht durch Meeresfluthen da- hin gebracht seyn können, sondern in der Ge- gend, wo sie begraben liegen, gelebt haben müssen? Diese nn Rn nn a. nenn ann u Di f anne Jin, MO ge h Gagende anne I) Indie N Jiten ein südlichen nördlichen gen gem heutiges nehnlic sen bis: wie die Alligator Virginien die,{e ter wel codils Ebe mancher Te jet PR tn len () ii pm 199 älst x a Diese Fragen müssen wir aber mit Nein be- 1 Zeitint antworten. en in der Gegend von Vestena © Farın. Nova, von Thüringen u. s.w. sich vormals Fi- eh sche und Amphibien aufhielten, wovon jetzt nur “ Mr in Gegenden, die weit mehr nach Süden liegen, Or: analoge Formen gefunden werden, beweiset blos, 7 I A R dafs die Meere der nördlichen Erdhälfte in jenen Be Zeiten eine Fauna hatten, welche der heutigen ‚ade südlichen weit ähnlicher war, als der heutigen n Sesen nördlichen, nicht aber, dafs das Clima der jetzi- H Mei- gen gemälsigten Zone ehedem wärmer war, als $ Aal heutiges Tages. Die Fische und Amphibien Arartigen nehmlich sind in ihrer Verbreitung von der heis- enfötzen sen bis zur gemälsigten Zone nicht so beschränkt, en, als wie die meisten Säugthiere, Der Amerikanische wären? Alligator geht nordwärts bis zum Cap Henry in man die Virginien(p); also bis zu einem Himmelsstri- ‚amilien- che, der gewils nicht wärmer ist, als der, un in Sibe ter welchem die Lagerstäte des Spenerschen Cro= ‚in der codils liegt, aläothe- sid‘ Eben so wenig beweiset der aufrechte Stand en mancher grölserer Phytolithen, dafs diese in ih- per ner rer jetzigen Lagerstäte gewachsen sind. Derglei« lit; chen Fälle von aufrecht stehenden Pllanzenver- hen da- steinerungen gehören zu den seltenen, Die mei- Kr Ce sten liegen unordentlich, zerrissen und verstüm- haben u (p) Biol. Bd.2. 8.187. Diese| N4 IE| 208 ganmunrame melt durch einander; alles beweist, dafs sie yie durch eine äussere Gewalt in ihre jetzige Lage| wi gebracht sind(g). Dafs nun unter diesen Um- I Im ständen manche gröfsere Stämme eine senkrechte Mn. Kt Stellung erhielten, ist nichts weniger als son- fg derbar; wohl aber würde es sonderbar seyn, dem i wenn dies nicht der Fall wäre, und alle eine| | horizontale Lage hätten.\. ;| anlhren 1 So berechtigt auch der Umstand, dafs die{ikten u J Fossilien von Säugthieren meist familienweise zen an d | ‚gelagert sind, nicht zu dem Schlusse, dals die einst 9 | jetzige Lagerstäte derselben die vormalige Hei- Si math dieser Thiere war. Es folgt blos dar. eh aus, dals diese einst, einen gemeinschaftlichen a Aufenthalt gehabt haben müssen. Denn was m von einerley Stvohme ergrilfen und fortgerissen| Mr wurde, mufste auch in einerley Gegend abge-| Er setzt werden.| n zond Was endlich den Umstand betrifft, dafs die| Bil Mergeischichte von Burgtonna Elephantengerippe| a und zugleich Flufsschnecken enthält, so steht| nun diese Beobachtung so isolirt, dafs sich gar nichts Bi daraus schliessen läfst, Fast in allen übrigen Ir Ei Gegenden liegen neben den fossilen Säugthier- Ich knochen Meeresprodukte. Es ist daher weit na- lt türli- Be . Aber ei (9) Von Scnhrorueım’s Beschreibung merkwürdiger geläut Hräuterabdrücke und Pflanzenversteinerungen. S. 18.| lafs Sie e Lage n Um. Ikrechte Is son- seyn, a gı il; eine sm BOL türlicher zu glauben, dafs die Gerippe von Burg- ionna aus dem Meeresgrunde, worin sie anfangs lagen, in der Folge durch ausgetretene Flüsse wieder hervorgewühlt, m eine andere Gegend geschwemmt, und hier in einem Flufsbette wie- der verschüttet sind, Es lassen sich aber auch mehrere Gründe anführen, welche der Meinung, dals alle Petr fakten und Fossilien von Pflanzen und Lanäthie- ren an den Stellen, wo sie jetzt begraben liegen, einst gelebt haben sollten, ganz entgegen sind. Erstens nehmlich ist es gewils, dafs, wenn die- se Hypothese gegründet wäre, die Polargegenden ein ähnliches Clima‘wie die jetzigen heissen Zo- nen gehabt haben mülsten., Elephanten, Nas- hörner, Antilopen und ähnliche Thiere konnten so wenig vormals, als heutiges Tages, in der Eis- zone ausdauern, konnten so wenig ehedem, als jetzt, in diesen unwirtk:baren Gegenden Nahrung finden. Aber aus welcher Voraussetzung will man eine so totale Veränderung des Clima erklä- ren? Antwortet man, aus einer Veränderung der Erdaxe, so läfst sich weiter fragen, wo- durch diese hervorgebracht seyn soll? und dann bleibt nichis übrig, als einen Cometen, der mit der Erde zusammensiiels, zu Hülfe zu nehmen. Aber eine solche Hypothese ist unvereinbar mit geläuterten Begriffen von der Organisation der N5 Na- 20% Bememnuen Natur und dem regelmälsigen Gange ihrer Ver- änderungen. Die Lage der Erdaxe ist abhängig von der Organisation unsers ganzen Sonnensy- stems, und diese ist gegenseitig abhängig von jener. Eine plötzliche Verrückung der erstern würde eine eben so schnelle Zerrüttung dieses Systems nach sich ziehen. Aber wo hat sich je, seitdem das Firmament beobachtet ist, ein Bey- spiel von einer unregelmälsigen Veränderung in der Lage und Bahn eines Himmelskörpers ge funden 2 Auf eine andere Art hat von Humsoror(r) die obige Frage zu beantworten gesucht. Setzen wir, sagt dieser, das Daseyn eines ersten Nie. derschlags, einer einmaligen Abscheidung aus der chaotischen Flüssigkeit, worin sich die Erde einst befand, voraus, so liegt in dieser ersten Wir- kung selbst die Ursache aller folgenden. So oft ein Stoff aus dem flüssigen Zustande in den fe- sten übergeht, wird Wärme entbunden. Steigt nun das Thermoskop schon merkbar, wenn we- nige Kubiklinien Eis entstehen, werden die be- nachbarten Wasserschichten merkbar erwärmt, indem die zarten Salzcrystalle sich abscheiden, welche Erhöhung der Temperatur, welche Er- hitzung mulste nicht erfolgen, indem ungeheure Mas- (1) Versuche über die chemische Zerlegung des Luft- kreises.$. 177. |hminderut sitlbare I line, I stichte. I hung eint härtete, 0 schneller 1 Ilgen, Waren, Rest des Tenpent de, währe Grundst vn di des Ik Dinpl der Dun zene Set ige, S Nase yo über 5) Utler hrs Mahn, rer Ver. bhängig Nnensy. ig von erstern , dieses sich je, in Bey- ung in E13 ge ILDr(r) Setzen en Nie. ıus der le einst n Wir- So oft den fe Steigt nn We= die be- wärmt, 1eiden, he Er- ‚eheure Mas- es Luft 203 Massen erdiger Grundstoffe, mächtige Gebirgs- schichten sich niederschlugen! Diese entbundene Wärme ging in die noch übrigen Theile der Auflösung, und erregte in diesen Verdampfung, Verminderung des Menstruums, und, als un. mittelbare Folge der Verminderung, neue Nieder- schläge. Die Entstehung der ersten Gebirgs- schichte ist also selbst die Ursache zur Entste- hung einer folgenden. Je gröfser aber die er- härtete, oder niedergeschlagene Masse war, desto schneller mulste derselben ein neuer Niederschlag folgen. Je mehr Niederschläge vorhergegangen waren, desto erwärmter mulfste im Ganzen der Rest des Menstruums seyn. Während nun die Temperatur des Mediums allmählig erhöhet wur- de, während die aufgelösten, sich abscheidenden Grundstofe ihre Ziehkräfte gegen einander und gegen das Medium ausübten, wurde ein Theil des zersetzt, Es entwickelten sich Dämpfe, und mit diesen luftförmige Stoffe, und der Dunstkreis gewann eine neue Mischung und neue Schichten. Mit den aufsteigenden gasför- migen Stoffen ging endlich auch eine grolse Masse von Wärmestoff in den neuen Dunstkreis über. So konnte unter dem 70° der Breite, wie unter 20°, nur ein Palmenclima entstehen. Ohnstreitig liegt in diesen Schlüssen manches Wahre. Wahr ist es, dals bey jedem Nieder- schla- 204— schlage Wärme und gasförmige Stoffe entbunden werden mufsten, und wahr ist es, dafs hier- durch der erste Niederschlag zur Ursache aller folgenden wurde. Aber zweifelhaft ist es, ob jene entbundene Wärme eine bedeutende Erhö- hung der Temperatur bewirken konnte, und un- richtig ist die Folgerung, dafs auf diese Art in den Polarländern ein Palmenclima hätte entste- hen können. Denn entwickelten sich bey je dem Niederschlage zugleich Dämpfe und luft- förmige Stoffe, so mulste die Wärme, die bey jener Präcipitation entwickelt war, bey der Bil- dung der letztern wieder gebunden werden, und so konnte diese zur Erhöhung der Temperatur des Wassers und der Atlumosphäre nicht viel beytragen. Aber gesetzt diese wäre auch be- trächtlich dadurch erhöhet worden, so hätte doch nimmer auf diese Weise in den Polargegenden ein. Palmenclima entstehen können. Es ist ja nicht blos der hohe Grad von Wärme, es ist auch der senkrechte Fall der Sonnenstrahlen, die beständige Gleichheit der Tage und Nächte, die Regelmäfsigkeit aller meteorologischen Verän- derungen, kurz es sind noch eine Menge ande- rer, von der Temperatur unabhängiger Einflüs- se, wovon die Pflanzen und Tiere der Tropen- länder abhängen. Wäre dies nicht, warum wüchsen dann nicht in den warmen Quellen von Europa die Pistia Stratiotes, der Saururus, und ande» Dies 1, die ad Po Veberbl andy 1 on, licher den ı Jen, birge, nl wel der dur scher man diese Thien Ar} bunden [5 hier 1e aller es, 0b ° Erhö- und un. Art in entstie bey je d luft. lie bey er Bil. n, und peratur ıt viel h be e doch genden ist ja es ist rahlen, Yächte, Verän« ande- inlüs- ropen- yarıım n VON ymezemnsn 208 andere, den Ländern, die zwischen den Wende- kreisen liegen, eigene Wasserpilanzen? Diese Gründe lassen sich noch durch ande- Ye, die von den Lagerstäten der Versteinerungen und Fossilien, und der Beschaffenheit mancher Ueberbleibsel ehemaliger Thiere hergenommen sind, unterstützen. Der Bernstein kömmt an den Küsten des ‚Eismeers, im nördlichen und südlichen Europa und auf Madagascar vor. Ele- phantenknochen liegen in allen Ländern von Eu- ropa, in Siberien, in der Tartarey und im nörd- lichen Afrika. WUeberbleibsel des Ohiothiers wur- den nicht nur in Canada, sondern auch in Ita- lien, an der westlichen Seite des Uralischen Ge- birges, auf der Hühe von Santa-Fe, in Tima- na, Ibarra und Chili gefunden. Man nehme, welche Hypothese man will, eine Veränderung der Erdaxe, oder eine Erhöhung der Temperatur durch die Niederschläge, welche in der chaoti- schen Flüssigkeit statt fanden, bey keiner wird man wagen dürfen, zu behaupten, dals alle diese so verschiedene Länder den Pflanzen und Thieren, wovon jene Fossilien herrühren, einst zur Heimath gedient: haben, Ein zweyter Grund ist dieser, dafs es in mehrern Gegenden, z.B. in dem Petersberge von Ma- -\; ER NA NR S NISSERENENN ee en Le x) iM | R eh a£ ar E Ye Ei DE ER A Fe RAN SRETE EB ET,= er RER 0 DE ni 206 rmzreume Mastricht(s), und in mehrern von denjenigen Sandhügeln des flachen Landes von Rulsland, welche Ochsen- und Elephantengebeine enthal- ten(t), versteinerte Holzblöcke giebt, welche von allen Seiten und nach allen Richtungen von Pfahlwürmern durchbohrt sind, unordentlich zer sireut liegen, und also vor der Versteinerung lange ein Spiel der Meereswellen gewesen seyn müssen. Wenn nun diese ohne Zweifel aus fremden Gegenden in ihre jetzige Lagerstellen gebracht sind, warum tragen wir denn Beden- ken, die vielen andern Reste von Thieren und Pflanzen, die in den Ländern der gemäfsigten und kalten Zone des Nordens begraben liegen, ebenfalls für Fremdlinge anzunehmen? Giebt es nicht heut zu Tage noch etwas ganz Aehnliches an der ungeheuren Menge Treibholz, das in Da- vis-Sund, bey Island, und in Siberien zwischen dem Ob und Jenisey angeschwemmt wird, und welches nur aus sehr entfernten Gegenden ber- rühren kann(u)? Wir haben oben bemerkt, dafs die Steinkoh- lenflötze aus ehemaligen Torfmooren entstanden ZU (2) Fausas-Sr-Fonn Essai de Geologie. T.T. p.3gı1. (t) ParzAs, Physikal. Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. ıten Jahrg. ıtes Quartal,$.ıı ff, (1) Beromann’s physikal. Erdbeschreibung. B. 2, S. 200. En EEE En ann a=” m‘ yet [pe fire De ——— ga ji erzel | niligten konnten ar Kot | ‚keine Pa che Par die Tarl standen also vo nördlich bistand. Im las haben | gegen| 1 gelte einen m Alte a jenigen (stand, enthal. welche N von ‘h zer nerung 1 seyn | aus stellen jeden- \ und 'sigten iegen, bt es iches ı Da- schen und ‚ ber. koh. ıden zu 91[3 tigen fi D, 3 grmumm——n 207 zu seyn scheinen. Wenn diese Meinung ge- gründet ist, so folgt daraus ebenfalls, dals die Ueberbleibsel von Gewächsen, ‚die sich in’ jenen Flötzen befinden, aus wärmern südlichern Ge- genden herrühren müssen, Torfmoore nehm- lich erzeugen sich nur in den kalten und ge- mälsigten Zonen(v). Nur in diesen Gegenden konnten also auch Steinkohlen entstehen. Dort aber konnten keine baumartige Farrnkräuter, keine Palmen und keine, dem Zuckerrohr ähnli- che Pflanzen wachsen. Die Gewächse, denen die Torfmoore, woraus die Steinkohlenflötze ent-. standen sind, ihren Ursprung verdanken, müssen also von den Wendecirkeln hergeführt, in den nördlichern Gegenden angehäuft, und hier in den Zustand des Torfs übergegangen seyn,» Erwägt man ferner den geringen Grad von Zerstöhrung, den manche jener Fossilien erlitten haben, so wird man auch hierin einen Grund gegen die obige Behauptung finden. Ein Reise- gefährte des YsprAanD Ines entdeckte in Siberien einen mit dem Fleische noch bekleideten, mit Blute noch gefärbten Elephantenschädel, und PAr- (v) Jameson’s mineralog. Reisen durch Schottland. Uebers, von Meuper. 8.165.— Das südlichste, mir bekannte Land, wo sich noch Torf findet, ist Portugal(Linx’s geolog. u. mineralog. Bemerkungen auf einer Reise durch das südwestl, Europa. S. 79.) 208 game ParLas ein ganzes, mit Haut, Haaren ünd Liga: menten noch versehenes Rhinozerosgerippe. Wo anders,.als in einem stets gefrornen Erdreiche konnten die weichen Theile dieser Fossilien ‚so viele Jahrtausende hindurch. der Fäulnifs wider- stehen? Siberien mufste schon damals, als Ele: phanten und Nashörner auf den Steppen dessel= ben begraben wurden, ein sehr kaltes Clima ha: ben, md widersinnig ist es also, jenen Erd: strich für das ehemalige Vaterland dieser Thiere anzunehmen, indefs dürfen wir auch nicht alle fossile Res ste von Pflanzen und Säugthieren für ehemalige Bewohner fremder Gegenden ansehen, Einige giebt es allerdings, die an dem Orte, wo sie be- graben liegen, gelebt zu.haben scheinen. Aber geräde von diesen lälst sich wieder ein Beweis hernehmen, dafs die meisten der übrigen aus entfernten Ländern herstammen müssen: Zu je- nen gehört vieles fossile Holz und der fossile Bär. In der thonartigen Unterlage ausgeleerter Torfgruben kommen nicht selten noch senkrecht stehende Stämme von- Bäumen vor; deren Wur- zeiln sich in den Thon verbreiten, und welche zum Theil mit ihrer kennbaren natürlichen Rin- de umgeben sind, so dals sich die Geschlechter, zu welchen sie gehören, noch deutlich unters schei: - N Zn uw em jungen jeihliche A zu heut Ol| Jimskon® Thal Met VON EIN nichts Selen der Ühtechn nie dd I, ml oR dk mühe und Int| zeit wer ty Öterho Am versch Anke — 209 nd Lin. scheiden lassen(w). Diese Bäume sind ohnstrei- & ai tig an ihrer Geburtsstelle verschüttet. Sie gehö- Ei ren zu den Geschlechtern der Birken, Buchen, lien so Fichten, Eichen, und überhaupt zu solchen, die wider: noch heut zu Tage den gemälsigten und kalten ls Ele. Zonen eigen sind. Manche sind vielleicht auch dessel: auf ähnliche Art zusammengehäuft worden, wie ima ha: noch heut zu Tage in dem Nordamerikanischen u Erd: Athapuskow-See jährlich ungeheure Lagen von Thiere Treibholz gebildet werden. In dem Athapuskow- flusse, der sich in jenen See ergielst, ist nehm- lich das Aufbrechen des Eises im Frühjahre im- ssie Fer mer von einer so starken Fluth begleitet, dals es emalige nichts Seltenes seyn soll, ganze Landspitzen von Einige der Ueberschwemmung weggespühlt zu sehen, deihe: wobey dann die Bäume, die dicht am Ufer wach- Aber sen, in grofser Menge mit fortgerissen, nach Heels dem grofsen See geschwemmt, und an den Ufern u und Inseln desselben in unglaublicher Menge an- I in gehäuft werden(x). Aber in dem Torfmoore f bey Osterholz im Bremischen hat man neben sol- nn chen verschütteten Baumstämmen auch Bernstein BE gefunden. Man hat ferner, wie schon oben be- ıkrecht merkt : welche(w) Von Berornınoem Beobachtungen, Zweifel u. u. Fragen die Mineralogie u, s, w. betreffend. Vers. ı. Anl 192.37.039: echten,(x) HeArne’s Reise nach dem nördl. WYeltmeere, unter Uebers. von Srrencer. 8. ı86. I 111. Ba.(6) 210 m men merkt worden, in Torfmooren Elephanten- und in je IM Nashornknochen,, ausserordentlich grolse Geweihe me hirschartiger Thiere, und gigantische Ochsen- AL. hörner angetroffen. Nun sollte in dem Vaterlan-| Zeug de der Birken, Fichten, Buchen und Eichen zu- I in Bil gleich der Bernstein erzeugt seyn, der auch in| Am WO | Italien, ja selbst in Madagascar vorkömmt? Un- | Zi Gebein | ter jenen Bäumen sollten Elephanten und Nas- udron N 5 hörner gelebt haben? Wer wird dies zu behaup-| der Hühle 1] ten wagen’?| Aa het I| sie schwer Dafs auch der fossile Bär da gelebt baben BE.. | muls, wo die Ueberbleibsel desselben gefunden schieden | werden, erhellet daraus, weil diese blos in Höh- Kohiple | len vorkommen. Es ist ungereimt, anzuneh-| RL i men, dals sie durch Meeresströhme dahin ge- ua Ä bracht seyn sollten. Denn warum wären sie Ei 1 dann blos in Höhlen, und zwar in mehrern, ö).„ zum Theil weit von einander entfernten Höhlen begraben worden? Warum fände man sie nicht Nr auch in andern Gegenden? Man beruft sich| hal zwar zur Rechtfertigung jener Annahme auf die dr gül UVeberbleibsel von löwen- oder tigerartigen Thie- und Land ren, welche ebenfalls in der Scharzfelder und in| I jun einer der Gailenreuther Höhlen vorkommen. Al-| Ursache di lein wir haben schon gesehen, dals es zweifel- 18 ler haft ist, ob jene Fossilien nicht vielmehr von| einer Robbenart, als einem Thiere des Ratzen-| x N(7) Kit, geschlechts herrühren. Und geseizt, sie wären San in er = mn nn a ren ein Dann ZI ame nn nn nee er ten- un G u in der That, was sie gewils nicht sind, Kno- = Her: 3 Och chen eines Löwen oder Tigers, so ist es doch Chsen. 3. I y nicht von diesen Fossilien, wohl aber von denen . cl der ausgestorbenen Bärenart ausgemacht, dals sie tichen zı- blos in Höhlen vorkommen. Sie können also t auch in is. eben so wohl zufällig dahin gerathen seyn, wie Mt: I- 2 Mn die Gebeine von zahmen einheimischen Thieren und-Nas- i= he und von Menschen, die man in den Gailenreu- u behaup- f ö ? ther Höhlen antrifft(y), Jene Bärenart nun ist dern heutigen Eisbären so nahe verwandt, dafs sie schwerlich in einem Clima gelebt haben kann, ebt babeı; ee welches von der Heimatl des letztern sehr ver- gefunden e 5 5 s: . schieden war. Und in diesem Clima sollten 's in Höl: E e or auch Elephanten und Nashörner existirt haben? Aanzunel- B. r. E ; Noch einmal frage ich: Wer wird dies zu be- ahin ge:} ug ü ıaupten wagen: vären sie mehrern, Wr 8: en Höhlen- ach Wir haben also einen hohen Grad von Wahr. ] 16H! sic scheinlichkeit für uns, wenn wir annehmen, dals ruft sich nad: der grölste Theil der fossilen Reste von Pflanzen e auf die Thie und Landthieren aus den Tropengegenden in en Tbie- 1; ihre jetzigen Lagerstäten gebracht sind. Die r und n p Ursache dieser grolsen Revolution nun kann kei- nen, Al: x e ne andere gewesen seyn, als eine Ueberschwem- - mung, jehr von s Hatzen-(y) Esren, Schriften der Berlinischen Gesellsch. B, V, sie wären S, 68. 69. 93. in O2 2TE2 ns mung, welche von Mittag‘ nach Mitternacht ging,| ei alles mit sich fortrils, was ıhr an Pflanzen und den(mut Thieren in den Tropenländern aufstiels, und ih- ya ren Raub bis zur nördlichen Eiszone wegführte, u! fiosen Nur diese Voraussetzung erklärt uns befriedigend frau alle die Thatsachen, die wir in den vorigen uf der$ (phen angeführt haben, und ausserdem hat sie 1° el genak noch andere Gründe auf ihrer Seite. Alles nehm- Hüte erre lich beweist, dals der Ocean von den Zeiten in jener an, wo die Urgebirge gebildet wurden, bis zu Die Plntl der grolsen' Ueberschwemmung, die dem Ent-| at niede stehen der jetzigen lebenden Natur vorherging,| grheben. einen beständigen Zug gehabt hat, welcher an-|. ran fangs fast gerade von Süden nach Norden ge- richtet war, sich aber in der Folge mehr nach Di Westen lenkte, und vielleicht in dem Magnetis- inder f mus‘ der Erde seinen Grund hatte. Für diesen Menle Satz spricht die Struktur aller solcher Bergket- Were ten, die von Morgen nach Abend streichen, sind,| und der Gewalt jenes Strohms ausgesetzt waren. hal, Die grofse Reihe von Gebirgen, die ganz Asien des Gel bis zu dessen östlichen Küsten durchläuft, und Iirgare die südliche Gränze von ganz Siberien ausmacht, starrt allenthalben von nackten, zerrissenen, ur-| anfänglichen Felsen, ist häufig durch die Betten| N der Flüsse, die nach Norden fliessen, unterbro-= chen, und trägt überhaupt unverkennbare Spuh-| I reır von gewaltsamen Wirkungen an sich, die ne sie in der Richtung von Süden nach Norden m SH erlit- = Rn nn a een an rn Duni en nn en= a- nacht Bing anzen u [s, und ih. wegführte efriedigeng en vorigen lem hat sie Alles nehm den Zeiten n, bis zu dem Ent. vorherging, welcher ar- Norden gt mehr nach | Magnetis: Für diesen er Bergket streichen, selzt Warel, ganz Asıen läuft, und ausmacht, senen, Ur die Betten unterbro- bare Spul: sich, di ch Norden erlit erlitten haben mufs(z). Hier findet man auch den Granit in Schichten gelagert, die von Mit. tag nach Mitternacht streichen.— Besteigt man das Riesengebirge, so sieht man allenthalben Granit auf der Nordseite, und Glimmerschiefer auf der Südseite, und diese Gebirgsarten vech- seln genau dort, wo das Gebirge seine gröfste Höhe erreicht hat. Der Glimmerschiefer wurde an jener Bergkette sichtbar von Süden abgesetzt. Die Fluth, aus welcher sich diese neue Gebirgs- art niederschlug, konnte sich nicht weit genng erheben, um sich über den schon gebildeten Granit zu verbreiten(a). Dafs aber die Richtung jenes Strohms sich in der Folge mehr nach Westen lenkte, ist dar- aus offenbar, weil solche Länder, die gegen Westen durch uranfängliches Gebirge geschützt sind, keine Spuhr neuerer Flötzgebirgsarten ent- halten, indem sich das Land da, wo der Lauf des Gebirges in Westen aufhört, mit allen Ge- birgsarten der Flötzgebirgsformation bedeckt. So VET- (2) Parras, Nov. Commentar. Acad. sc, Petropol. T.XVIT. p.594 sg. Act. Acad. Petropol. 1777. P.ı. Hist. p. 21. (a) Von Bucn’s geognostische Beobachtungen, auf Reisen durch Deutschland u. Italien angestellt. B.ı. S. 56. 05 214 um verhält es sich in Schlesien, und. so an der Uralischen Bergkette. Man trifft keine neuere Flötzgebirgsarten weder in dem flachen Lande von Schweidnitz, noch von Breslau, weder in Brieg, noch Münsterberg oder Neisse an, weil auf der Westseite dieser Länder uranfängliche. Gebirge liegen; man findet sie aber im Fürsten- thum Jauer, in Troppau, Jägerndorf und den fla- chen Gegenden von Oberschlesien, weil diesen der Schutz jener Gebirge fehlt(b). Die Urali- sche Bergkette ist in ihrer ganzen Länge so be- schaffen, dals sie an ihrer Westseite sehr grolse und erzreiche Flötze hat, an der Östseite aber mit dem Ganggebirge bis ganz in das flache Land streicht und die Flüsse begleitet, so dals erst in der Ebene ganz flach streichende Flötze bemerkt werden(c). Für diesen Satz würde auch die Lage der umgestürzten Bäume zeugen, die in den Engli- schen, Dänischen, Friesländischen, Bremischen, Holländischen und andern Torfmooren des nord- westlichen Europa liegen, wenn es ausgemacht wäre, dals, wie von BEROLDINGEN(d) versi- chert, (b) Von Bucu a.a. O. S. 87. (ce) Parras, Physikal. Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. ıten Jahrg. ıtes Quart. S.7. (4) Beobachtungen, Zweifel u. s. w. Vers.ı. Aufl. 2. S. 37. 38. zit über Dals üb jener N 173 berschw Wasser Die de y Ai 14 (d$ı uarezeree oIs > al chert, die TYironen dieser Bäume immer nach De neuer Nordost, ihre Wurzeln aber gegen Südwest en Land gerichtet sind, und dals nicht eine blos partielle weder in Ueberschwemmung den Umsturz dieser Wälder an, wei bewirkt hat. Allein mit von BErRoOLDINGEN’S An- mfängliche gabe stimmen die Berichte anderer Schriftsteller n Fürsten. nicht überein. Nach Weıs(e) ist die Lage der d den fa. verschütteten Bäume durchgängig Nordwest und el diesen Südost, und die Kronen liegen nach der letztern, Die Urali- die Wurzeln nach der erstern Himmelsgegend. ge so be. Dafs übrigens auch die Ursache des Umsturzes ehr grolst jener Wälder vermuthlich keine allgemeine Ue- seite aber berschwemmung, sondern die grolse Cimbrische ache Land Waässerfluth war, ist schon oben bemerkt wor- [5 erst in den. bemerkt Erinnert man sich jetzt unsers obigen Sat- zes, dals bey der Bildung des festen Theils der Lage der Erde gleichzeitige Erhebungen und Senkungen len Engli der Erdrinde statt gefunden haben, se wird man emischen, die grofsen Catastrophen, welche die lebende des nord- Natur seit der Entstehung des festen Landes sgemacht erlitten hat, befriedigend zu erklären im Stande 1) vers gay chert, Die Länder der Tropengegenden waren, als die wärmern und der Erzeugung lebender Hör- per nträchtigen (e) Schriften der Berlinischen Gesellsch, B.V. S. 34% 04 216 Green per günstigern, die ersten, auf welchen Pflan- zen gebildet wurden. Allein in der Zeit des Entstehens dieser Organismen ‚ wo Berge zu Ab- gründen herabsanken, und Abgründe sich zu Bergen erhoben,‘ war alles Land von kurzer Dauer. Die ersten Wälder und Haine, welche die Erde hervorgebracht hatte, wurden vom Wasser verschlungen, indem der Boden, der sie trug, zu Meeresboden, und ein anderer Meeres- boden zu festem Lande wurde. Sie wurden fortgerissen von dem allgemeinen Strohme des Oceans, dessen Richtung nach Norden ging, in mitternächtliche Gegenden geführt, wo die Na- tur noch keine Pflanzen zu bilden vermogt hat- te, und hier in Steinkohlen verwandelt, In der Folge aber gewannen die Theile der Erdrinde, die sich aus dem Meere erhoben hat- ten, mehr Festigkeit und Dauer, und die bil- denden Kräfte der Natur Zeit, auf dem festen Lande ungestöhrt zu wirken, Jetzt erzeugten sich in der wärmern Zone das Ohiothier, der Mammouth, Nashörner, Tapire, Anoplotherien und Paläotherien, und in den kältern mitter- nächtlichen Ländern entstanden jetzt ebenfalls vegetabilische und animalische Organismen, von welchen unter andern der fossile Bär und’ man- ches fossile Holz Ueberbleibsel sind. Doch auch diese Ruhe der Erde war nicht dauernd. Jene Pe- Part eit ibn 0 ud one 4 unden,& nnezt| Diese ihre de ihrig sin gemeine Alles, w fa wi Manche entgegen weegeli Derraben Norden, Vleihrel so w dals de elsar, wohl au , gef Thiere, Inten, ten Zone Biden Y derban elima in Pan. Zeit des ge zu Al. sich zu In Kurzer €, welche den vom 1, der sie t Meeres. wurden 'hme des ging, in die Na mogt hat- elle der )ben hat- die bil. m festen rzeugten ier, der otherien mitter- benfalls n, von ıd’ man- ch auch Jene Pe 217 Periode erreichte ein Ende, indem sich im In- dischen Ocean ein grofses festes Land erhob, und eine allgemeine Ueberschwemmung der Ge- genden, die bis dahin über der Meeresiläche her- vorgeragt hatten, verursachte. Diese Fluth war es, in welcher die Säug- thiere der Vorwelt, wovon die Gebeine noch übrig sind, ihren Untergang fanden. Der all- gemeine Zug derselben ging nach Nordosten. Alles, was in den Tropenländern von ihr ergrif- fen war, wurde nach Mitternacht. geführt, Manches wurde von Bergen, die dem Sirohme entgegenstanden, ohnweit dem Orte, wovon es weggeführt war, aufgehalten, und auf diesem begraben, Vieles aber trieb bis zum äussersten Norden. Daher rührt es, dafs manche Ueber- bleibsel von Pflanzen und Thieren der Vorwelt so weit von Süden nach Norden verbreitet sind, dafs der Bernstein sowohl in Italien und Mada- gascar, als am Eismeere, und das Öhiothier so- wohl auf der Höhe von Santa.Fe, als in Cana- da, gefunden wird. Diejenigen Pflanzen und Thiere, die bis. in die nördlichen Gegenden: ge- langten, geriethen hier unter Produkte der kal- ten Zone, und wurden mit diesen in einerley Boden verschüttet. So entstand hier jenes wun- derbare Gemisch von Erzeugnissen eines Palmen- elima und eines kalten Erdstrichs, wovon allent- 05 hal- 218 em halben in Europa, Nordamerika und Nordasien Beyspiele vorhanden sind. Ferner, was in einerley Gegend von jenem Strohme ergriffen war, wurde auch in einerley Gegend abgesetzt. Deswegen finden wir noch jetzt solche Thiere, die eine gemeinschaftliche Heimath hatten, in gemeinschaftlichen Lagerstä- ten, und umgekehrt lälst sich schliessen,’ dafs Thiere, welche familienweise gelagert sind, in einerley Gegend gelebt haben müssen, und dafs ihre Verbreitung desto grüöfser war, je verschie- dener die Erdstriche sind, in welchen sie vor kommen. Wir werden daher annehmen dürfen, dafs der Mammouth, das Rhinozeros der Vor- welt, und der fossile Siberische Ochse eine ge- meinschaftliche und dabey sehr ausgedehnte Hei- math hatten, und dals die Paläotherien und Ano- plotherien sich ebenfalls in einem gemeinschaftli- chen, aber weit eingeschränktern Bezirke auf- hielten. Berge und andere locale Hindernisse bewirkten aber oft in der Richtung des Strohms, der diese Thiere aus ihrem Vaterlande entführte, eine partielle Ablenkung, und‘so gelangten zu- weilen einzelne Individuen einer Thierart in eine ganz andere Gegend, wie die übrigen. Daher dürfen wir auch nicht aus der Lagerstäte ein- zelner Ueberbleibsel einer Gattung auf den ehe- maligen Wohnort derselben schliessen, und dür- fen fen zult Yeah ze yı dene ip des Die (can W zülste| standen Ies On \en Ins ausıa Stellen Zusam sich fr Senkun Wiele die l Ien, Vordasien on jenem . einerley wir noch chaftliche Lagersti- en, dals sind, in und dals verschie- sie VOore ı dürfen, ler Vor- eine ge- nte Hei- ınd Ano- nschaftli- irke auf- ndernisse strohms, ıtführte, ten ZU- in eine Daher äte ein- len ehe nd dür- fen 219 fen nicht glauben, dafs das Ohiothier einerley Heimath mit dem Mammouth gehabt hat, weil einzelne Gebeine des erstern in der alten Welt an denselben Stellen gefunden sind, wo die Ge- rippe des letztern vorkommen, Die‘: Erhebung der Erdrinde im Indischen Ocean war aber von keiner langen Dauer, Der gröfste Theil des festen Landes, das hier ent- standen war, sank bald wieder unter die Fläche des Oceans herab, und es blieben nur die vie- len Inseln, die jetzt den Indischen Archipelagus ausmachen, und deren Küsten noch an vielen Stellen so deutliche Merkmale des ehemaligen Zusammenhangs mit einem andern Lande an sich tragen(f), von demselben übrig. Mit der Senkung dieses Continents sank auch der Ocean wieder zu seiner vorigen geringern Höhe herab; die Länder, die von ihm bedeckt gewesen wa- ren, wurden wieder vom Wasser entblölst, und es (f) Der Insel Ceylon sieht man es deutlich an, dafs sie mit Coromandel zusammengehangen hat. ,,Von Marave in Madure geht eine lange und hohe Sand- bank nach der Insel Manaar, die schon zu Ceylor gehört, Die Bewohner von Ceylon nennen sie die Budsobrücke, weil ihr grofser Lehrer Budso darauf nach ihrer Insel herübergekommen seyn soll. ZIMMERMANN’S geogr. Gesch, des Menschen etc. DB.z. S. 223. nn 220 en nn es erzeugten sich auf ihnen neue Thiere und Pflanzen. Indefs blieben noch lange nach dem Rück- zuge des Wassers. grolse Spuhren jener Ueber- 'schwemmung zurück, und langsam ging die neue Organisation der Erde von statten. Wir sehen ‘deutlich an den Ländern, von welchen das Cas- pische Meer und der Baikal-See eingeschlossen ist, dafs diese Seen noch lange nach jener gro- fsen Wasserfluth einen ungleich grölsern Erd- strich bedeckt haben, wie sie zu unsern Zeiten einnehmen(g), und sehr wahrscheinlich ist es, dals der Baikal-See ehedem mit dem Eismeere zusammengehangen hat. Eben diese ausgedehn- tere Herrschaft des Wassers fand ohne Zweifel noch in mehrern andern Gegenden statt, Viele Erdstriche, die jetzt nur durch Flüsse und klei- nere Seen unterbrochen sind, bestanden vielleicht noch viele Jahrhunderte nach der allgemeinen Ue- berschwemmung aus isolirten Inseln. Hingegen waren andere Länder, die jetzt durch Meere ge- trennt sind, z. B. das südliche Europa und das nördliche Afrika, und vielleicht auch das nördli- che Europa und Nordamerika, unter einander verbunden. So (ge) Parras Reisen durch versch. Provinzen des Rus- sichen Reichs. Thı.3.$. 286. 569. nn rt ie I Ai der{ yn demm funndth Iererde ji jenen und wo wärmere gendes| ma herr te die sich {hm start, Verinde Iatte ı tur, d Halen al ud i dung h enthif ere und | Rück. Ueber- ie neue t sehen las Cas- 'hlossen Ier gro» n Erd ı Zeiten ist es, ‚ismeere sedehn- Zweifel Viele nd klei- jelleicht nen Ue- ingegen ere ge- nd das nördli- nander So les Rus“ gussmmrunm DZ So verschieden die damalige Gestalt der Län- der von der jetzigen" war, so verschieden mufste auch der damalige Boden und das damalige Clima von dem heutigen seyn. Der Boden enthielt Bestandtheile, die jetzt längst zersetzt, oder mit Ackererde vermischt und bedeckt sind; da, wo in jenen Zeiten zusammenhängendes Land war, und wo jetzt nur noch Inseln sind, mulste ein wärmeres, und da, wo ein jetzt zusammenhän- gendes Land aus Inseln bestand, ein kälteres Cli- ma herrschen, als heutiges Tages; milder muls- te die Temperatur der Polargegenden seyn, wo sich noch nicht jene ungeheuren Eisberge aufge- thürmt hatten, von welchen jetzt diese Zonen starren; der damalige Gang der meteorologischen Veränderungen mulste ebenfalls sich von dem ge- genwärtigen sehr unterscheiden, und besonders mulfste dies der Fall in den gemälsigten ‚und kal- ten Zonen seyn, wo jene Veränderungen so ab- hängig von localen Ursachen sind, Eine andere Gestalt, als zu unsern Zeiten, hatte deswegen auch die damalige lebende Na- tur; doch lag in ihr schon der Keim zu ihrer jetzigen Beschaffenheit. Hing in jenen Zeiten das nördliche Europa mit Nordamerika zusammen, und ist ‚Island ein Ueberbleibsel dieser Verbin- dung, so ist es begreiflich, wie in dem noch un- entkräfteteen Boden und in dem mildern Clima f jener e AIOR Be) jener Insel einst grofse Wälder haben gedeihen können, so lälst sich einsehen, wie die Thiere und Pflanzen der kalten und gemälsigten Zone des Nordens sich zum Theil von Osten nach Westen und von Westen nach Osten über alle Länder jener Zone verbreiten konnten, und so ist es erklärbar, warum Europa und Nordame- rika noch in jetzigen Zeiten so viele Gewächse und Thiere mit einander gemein haben(h). Eben so läfst sich aus dem ehemaligen Zusammen- hange des südlichen Europa mit dem nördlichen Afrika die grofse Aehnlichkeit herleiten, welche in dem Thier- und Pflanzenreiche dieser Länder statt findet(1). War aber. Nordasien ehedem von den Armen grolser Landseen, deren einige mit dem Weltmeere Verbindung hatten, durch- schnitten, so lälst sich einsehen, wie der See- hund in die Siberischen Seen Baikal und Oron gekonimen ist(k), warum so viele Arten der Europäischen Flora und Fauna im nördlichen Asien fehlen(l), warum so viele, diesem Erd- strich eigene Pilanzen und Thiere auf so enge Bezirke eingeschränkt sind, und z.B. der Rham- nus Davuricus Parr. nirgends vorkömmt, als an (h) ‚Biol. Bd.,2..8:.88% 208. (1) Ebendas.$.97. 214. (k) Ebendas. S. 158. (l) Ebendas. S.gı. 209. EEE or— de— Une nn ne Zen ja „je sich gi im Se Ihn.&8 hin den fike ausst gen ist, und Argın uud farun in na! Landstr ' Pilnzen ı Nicht he SCHLRORNE | hl N un une 2u all verseed ds dire I) Par en Re (Rh Ri IK n\y DL ı) 2 Al vedeihen : Thiere n Zone n nach ver alle und so ordame- :wächse en(h), ammen- tdlichen welche Länder ehedem einige durch- er See- { Oron ten der rdlichen m Erd- 0 enge Rham- an den Ufern des Argun in Daurien(m), die tobinia ferox sich nirgends in allen Gegenden jenseits des Baikals, als in dem grolsen Thale, welches sich vom Temnik und Gusinoi Osero mit dem Selenga fast parallel bis an den Bach Ubukun erstreckt, und noch einigen Gegenden bis an den Orongoi findet(n), die schwarze Birke ausser Daurien in ganz Siberien nicht zu sehen ist, und auch da erst zwischen dem Onon und Argun anfängt(0), der Cricetus Songarus und furunculus sich blos in der Baraba aufhal- ten(p), und der an die Mongoley gränzende und an der Nordseite von Baikal eingeschlossene Landstrich so reich an eigenen Thieren und Pflanzen ist(q). Nichts würde aber unrichtiger seyn, als alle Aehnlichkeit des Thier- und Pilanzenreichs ver- schiedener Länder aus einer ehemaligen Verbin- dung‘dieser Erdstriche erklären zu wollen, und zu glauben, dals solche Organismen, die in ganz verschiedenen Gegenden einheimisch sind, sich blos durch Wanderungen so weit verbreitet ha- ben. (m) ParzAs Reise durch versch. Provinzen des Russi- schen Reichs. T.3. 5.423. (n) Ebendas. S. 279. (o) Ebendas. S. 224. (p) Biol. B.2. S.212. (g) PArıAs a.a. O. 5.270 224—— ben. Wäre diese Meinung gegründet, warum hätte dann das nordwestliche Enropa weit mehr‘ mit dem nordwestlichen, als dem nordöstlichen Amerika an Pflanzen gemein(r)? An jedem Orte der Erde, wo die bildenden Kräfte der Na- tur wirken konnten, haben diese Autochtonen hervorgebracht, lebende Körper, ——— qui rupto robore nati, Compositive luto, nullos habuere parentes, Da, wo ein gleiches Clima, eine gleiche Mi- schung des Bodens, des Wassers und der Ath- mosphäre, und eine ähnliche geographische Lage statt fand, waren auch diese Autochtonen sich gleich, und die Arten, die sich aus ihnen ent- wickelten, blieben sich ebenfalls gleich, so lange sich die Einwirkungen, denen sie ausgesetzt wa- ren, nicht veränderten. Welche Thiere und Pflanzen eines Landes Nachkommen solcher Au- tochtonen sind, und welche von eingewanderten Fremdlingen herstammen, lälst.sich indels schwer- lich bestimmen. Aber wie sind die mannichfaltigen Formen der lebenden Natur entstanden? Waren sie alle un- mittelbare Geburten der Erde(ynyevsis)? Gin» gen sie, gleich der Aphrodite des Fabellandes, aus dem Schaume des Meers hervor? Oder wur- den blos die einfachern Zoophyten auf diese Wei- (r) Biol. Bd.2. 5.03, 5eı. zpesetzie siheln(9) {a Natur€ ge vom Bi ychniten mut von. den höhe dhrch jene dis anders 1 Üne {on Immer tal A? und die firmen 5 hüten(\ entstanden » Warum veit mehr löstlichen In jedem der Na. tochtonen 3» iche Mi. der Ath- che Lage nen sich nen ent: r so lange etzt wa- re und cher Au vanderten ; schwer- nen der alle un- 2? Gin llandes, er wul- f diese Wer Guam 225 Weise erzeugt, und entstanden die zusammen- gesetztern Organismen, indem sich jene Grund- formen von Generation zu Generation immer mehr ausbildeten? Sieht man, wie sich in Aufgüssen von thie- rischen und vegetabilischen Substanzen zusam- mengesetztere Organismen aus einfachern ent- wickeln(s), erwägt man, dafs die ganze leben- de Natur ebenfalls bey ihrer Bildung. stufen wei- se- vom Einfachern zum Zusammengesetztern fort- geschritten ist, so ist es klar, dafs alles Leben nur von den niedern Stufen der Organisation zu den höhern gelangen kann. Diese müssen also durch jene bedingt seyn. Aber wie können sie dies anders seyn, als dadurch, dals der einfache- re Organismus sich von Generation zu Genera- tion immer mehr ausbildet? Wir glauben daher, dafs die Encriniten, Pentacriniten, Ammoniten, und die übrigen Zoophyten der Vorwelt die Ur- formen sind, aus welchen alle Organismen der höhern Classen durch allmählige Entwickelung entstanden sind. Wir sind ferner der Meinung, dals jede Art, wie jedes Individuum, gewisse Perioden des Wachsthums, der Blüthe und des Absterbens hat, dals aber ihr Absterben nicht Auflösung, wie bey dem Individuum, sondern Dege- (s) Biol, Bd.2. S.264 f. IIL BR pP | 226 gunussasraurnen Degeneration ist. Und hieraus scheimt uns zu folgen, dals es nicht, wie man gewöhnlich an- nimmt, die grolsen Catastrophen der Erde sind, was die Thiere der Vorwelt vertilgt hat, sondern dals viele diese überlebt haben, und dafs sie vielmehr deswegen aus der jetzigen Natur ver- schwunden sind, weil die Arten, zu welchen sie gehörten, den Kreislauf ihres Daseyns vollendet haben und in andere Gattungen übergegangen sind. So ist alles auf Erden flüchtig und vor- übergehend, die Art wie das Individuum, und das Geschlecht wie die Art, Selbst der Mensch wird vielleicht einst vergehen und verwandelt werden, Aber regelmälsig war von jeher der Gang der Natur bey allen ihren Veränderungen; regelmälsig wird er bleiben bis ans Ende der Zeiten, und nicht ohne Grund läfst sich vermu- then, dafs die Natur noch nicht die höchste Stufe der Organisation in dem Menschen erreicht hat, sondern in ihrer Ausbildung noch weiter fortschreiten und noch erhabenere Wesen, noch edlere Gestalten einst hervorbringen wird. En a EEE ann en 3 cube E uns hnlich au Erde sind, t, sondern d dals sie Natur ver. velchen sie > vollendet Geschichte eTgegangen des um physischen Lebens. um, und ler Mensch Er verwandelt jeher der Viertes Buch. derungen;———— Ende der ‚ch vermu- ie höchste en erreicht ch weiter en, noch ird. Ge p D [neug der lichen sten| udn wich Natur h pt Körper Viertes=Dbuch: Erzeugung, Wachsthum und Abnahme der lebenden Körper, N W.: der Inbegriff aller lebenden Organismen der Erde aus dem Schoosse dieser gemeinschaft. lichen Mutter hervorging, sich von den niedrig- sten Stufen. des Lebens zu immer höhern erhob, und nach mannigfaltigen Verwandlungen endlich seine jetzige Gestalt erhielt, sahen wir im voria gen Buche. Der nächste Gegenstand, der uns jetzt zu untersuchen obliegt, ist die Frage: Wie jedes lebende Individuum erttsteht, sich eni- wickelt, altert, und endlich aus der lebenden Natur wieder verschwindet? Es giebt aber über haupt eine doppelte Enistehungsart der lebenden Körper: entweder sie entkeiinen ohne Mitwin kung ähnlicher Wesen der Erde, oder ihre Er zeugung geschieht auf dem Wege der Fortpilan« zung. Jene erstere Entstehungsart ist schon Im zweyten Buche dieses Werks(a) untersucht wors den, (a) Biol. Bd. 2. S.264 P3 2309 nn den. Hier wird uns daher blos die letztere be- Ei schäftigen. Wir werden zuerst die Keime be- trachten, aus welchen die lebenden Organismen hervorgehen; wir werden die verschiedenen Er-| zeugungsarten dieser Keime unter allgemeine Ge- sichtspunkte zu bringen suchen; wir werden fer- ner trachten, die Gesetze zu bestimmen, nach welchen jene Keime sich ausbilden und wieder zu niedern Stufen der Vitalität zurückkehren; und endlich werden wir uns bemühen, die in- Keine nern und äussern Bedingungen des Wachsthums jun und der Abnahme der lebenden Individuen mit den höchsten Sätzen, wovon unsere biologi- schen Untersuchungen ausgingen, in Ueberein- stimmung zu bringen. le | sukei, | tem\ Ihm ’ nem| Ikı | ma de | lichen I verdank DEM An Entsth ähnlich diesen Erster 'ztere ha EARTH ime he. ganismen r lenen Er. Heine fe Erster Abschnitt. erden fer. Erzeugung. en, nach d wieder— kkehren: Sa a Erstes Kapitel. ‚ die in. Han Keime der lebenden Körper— Einthei- hsthunis een lung der letztern nach der Verschi« er, denheit ihrer Erzeugzgun. - a B 5 Veberein. Fon lebende Körper entsteht aus einer Flüs- sigkeit, und erst mit dem Uebergange der letz- tern in einen festen Körper bemerken wir an ihm Aeusserungen des Lebens, wird er zu ei nem Keime(germen), Jene Flüssigkeit, die wir künftig mit dem Na- men des weiblichen Saamens, oder weib- lichen Zeugungsstoffs bezeichnen werden, verdankt bey den meisten lebenden Körpern ei- nem andern Organismus von derselben Art ihr Entstehen, welcher letztere ebenfalls von einem ähnlichen Wesen hervorgebracht wurde, Von diesen Körpern machen alle, welche waren, v4 sind 232 un, sind und seyn werden, eine Kette aus, die eich von beyden Seiten in die Vergangenheit und Zu- kunft erstreckt. Blös von diesen“ wird in dem 0.-. gegenwärtigen Buche die Rede seyn. Es giebt zwey Hauptarten von Keimen. Zur einen gehört das Saamenkorn und das Ey, zur andern die Sprosse und die Rnospe, Das Saamenkorn ist ein Keim der Pflanze, das Ey des Thiers. Durch Knospen vermehren sich die Pflanzen und Zoophyten; durch Sprossen vervielfältigen sich sowohl die beyden letztern, als die Würmer. Saamenkörner und Eyer entstehen in einem eigenen System von Organen, nehmlich dem der weiblichen Zeugungstheile. Die Erzeugung der Knospen und Sprossen aber ist auf keinen beson- dern Theil des Organismus eingeschränkt, Das Saamenkorn und Ey enthält die mate- riellen Bedingungen der Entwickelung in sich selber. In. demselben bildet sich daher die Frucht, getrennt:von der Mutter, und das Gan- ze stellt eine, in sich geschlossene Welt vor, die es auch durch seine Tendenz zur kugeliörmi- gen Gestalt ausdrückt. Die formellen Bedin- gungen der Entwickelung liegen zwar ausser JE» nem Ganzen. Aber diese können lange fehlen, ohne Solen\ diesen I ebenf ausser] D: banti tere dies auch “ fi; die ich ohne dafs das Vermögen desselben sich zu ent- ja I wickeln darum verlohren geht. Die Entwicke- in dem lung der Sprosse und Tnospe hingegen ist von Stoffen und Potenzen abhängig, die sich ausser an diesen Keimen, und zwar zum Theil in der 1; E Mutter befinden. Sie sind daher ähnlicher Or- en gänen der Mutter, als selbstständigen Ganzen, und ihr Entwickelungsvermögen erlöscht sehr Pflanze, bald, wenn die Bedingüngen der Thätigkeit des- ehr selben aufgehoben sind, Sprossen Die Saamenkörner werden im Eyerstocke er- letztern, zeugt, und kommen auch an eben diesem Orte zur Reife. Die Eyer hingegen entstehen zwar ebenfalls in den Eyerstöcken, aber reifen erst 1 einem ausserhalb diesen Organen. ern Der erste Anfang aller Organisation des Le- ung der bendigen ist ein Aggregat von Bläschen, die un. all ter einander keine Verbindung haben(b),. Aus il diesen entstehen alle lebende KHörper, so wie auch alle darin wieder aufgelöset werden(c). lie mate:= in sich Unter aher die(b) Worr Theor. generat. Ed. nova. p. 2. 3. 16. 93.— das Gan- Ich habe diese Bläschen nirgends so deutlich gese- vor, die hen, als in den Knospen der Ranunculus Ficarıia L. »elförmi« Fine zarte Scheibe derselben in WVasser unter das Vergröfserungsglas gebracht, läfst sich mit der Spitze Bedin- einer Nadel in lauter Bläschen zertheilen. usser Je , fehlen,(c) Bio). Bd.2. S.272. 277.321. ohne Unter den Zoophyten giebt es Körper, in deren Textur jene Bläschen beständig sichtbar bleiben, und keine andere Veränderung erleiden, als dals sie mehr Zusammenhang unter einander bekommen, Dies ist z.B. der Fall bey den Arm- polypen. Bey den Pflanzen und Thieren aber bilden sich aus ihnen schon in dem Reime Fi- bern und Gefälse. Das Erste, was an dem Saamenkorne und Ey sich bildet, ist eine doppelte äussere Hülle, von welchen die äussere härtere den Namen des Chorion, die innere zariere den des Amnıon erhalten hat. Diese Membranen zeigen sich schon, wenn das Innere des Saamenkorns und Eys noch eine flüssige Substanz ohne sichtbare Organisation ist, An dem organisirten Saamenkorne entdeckt man den äussern und innern Nabel, den Embryo, den weissen Stoff und die Saa- menblätter. Der äussere Nabel ist eine Oeffnung oder Narbe des Chorion, aus welcher sich Bündel von Gefäfsen in alle Theile des Saamenkorns ver- breiten. Da, wo diese Bündel in das Amnion dringen, bilden sie den innern Nabel, an wel- chem gewöhnlich eine farbige Stelle und eine etwas erhabene Härte(Chalaza) zu bemerken ist. Der nl kant, it EL Im, aus{ Heinen DI Sinzel de „|(Rat yet ein! Tschen,|] handenen lung der Kup, > ki Der Embryo ist derjenige Theil des Saamen- Ba korns, welcher die Grundlage der künftigen "ieh Pflanze ausmacht. Er besteht aus zwey Thei- inander len, aus der Blattfeder(plumula), einem mit ‚n Am kleinen Blättern versehenen Organ, welches zum 2 aber. Stengel der Pflanze heranwächst, und der Wur- ime Fi- zel(Radicula, Rostellum), einem spitzigen, meist einfachen, bey einigen Grasarten aber viel- fachen, jedoch nicht bey allen Gewächsen vor- ne und Hal handenen(d), und auch nicht zur Entwicke- ülle, lung der Blattfeder durchaus nothwendigen(e) en. des Ten$ s x Ee Körper, der beym Keimen ın die Erde dringt, mnion en sich Den Embryo umgiebt bey den meisten Pilan- ns und zen ganz oder doch zum Theil der weisse chtbare Stoff(f), eine bald mehlichte, bald fleischichte, bald horn- oder holzartige Substanz. Zwis ntdeckt le(d) Wiırrpenow’s Grundrifs der Kräuterkunde. 2t6 Ne u Ausg. 5.291. ie Sad he;- (e) Vaster in VoıoTs Mag. f. d. neuesten Zustand der Naturkunde. B. VII, St.3. 5.202. 203. e oder() Liqueur de la secondine. Grew Anat. des pl. p- 208. Bündel} Placenta seminalis. GLEICHEN Neuestes aus NER dem Reiche der Pfl. mnıon Cotyledon. Mersz method. pl. BöHmeR sper= n wel- matol. p. 556. d eine Perispermum. Jussıev gen. pl. Ed, Uster. ken if p- AXYI, Der Albu- 236 mem Zwischen diesem weissen Stoff und dem Em. bryo liegt der Dotter(g), welcher eng mit dem letztern verbunden, und bey den verschiedenen Pflanzen von verschiedener Gestalt ist, Die Saamenblätter(h) sind die Theile des Saamenkorns, welche, verbunden mit der Wur- zel des Embryo, die ersten Blätter der aufkei- menden Pflanze bilden. Es giebt ihrer zwey bey den Dicotyledonen, aber nur eines bey den Monocotyledonen. Saamenkörner, welche_ die- ser Blätter beraubt sind, wachsen zwar, aber nur bis zu einer geringen Höhe(i). Auf eine theils ähnliche, theils verschiedene Art organisiren sich. die Eyer der Thiere. So lauge sich diese in den Eyerstöcken befinden, sind sie mit einer gefälsreichen, vom Övarium herrührenden Haut umgeben, und mit einem klaren, oft röthlichen oder gelben, in Alcohol und am Feuer gerinnbaren, und in weisse, star- ke Fäden übergehenden Safte angefüllt. In den Eyern der Vögel und der Knorpeltische giebt es ausseT- / Albumen. Gärtner de fruct. et semin, pl. ü p- 138. (8) Scutellum cotyledoneum. Gärrser 1. c. (b) Lobi seminales. Merse l.c. Bönmerl. c. (1) Bonser über den Nutzen der Blätter bey den Pilanzen.$.138. VAsterL a.a. O0. S.201. 202. user den nel Aus di (ehährmul Singihere ld eine ine gel tige,| igen Ge delt, A eine WEN tie Da nem Fi sich mit Membran feet, dem En. ausserdem noch eine gelbe, ölichte Feuchtigkeit, , mit dem den sogenannten Dotter(vitellus)(k). schiedenen Aus dem Eyerstocke gelanget das Ey in die Gebährmutter, und hier entwickelt sich bey den "heile de Säugthieren aus der Oberfläche desselben sehr der Wur. bald eine flockenartige Substanz(l), die sich in er aufkei« eine gelbliche, weiche, schlüpfrige, gleichsam ter awey fettige, leicht zerreifsbare, aus einem fadenar- bey den tigen Gewebe bestehende Membran(m) verwan- Iche die- delt. Aehnliche Flocken, welche ebenfalls in ar, aber eine weiche, breyartige, poröse und fast netzar- tige Haut(n) übergehen, wachsen aus der in- nern Fläche der Gebährmutter hervor, vereinigen u sich mit denen des Eys, und bilden eine einzige HR N Membran(0), welche das Ey in dem Uterus be- efinden, Festigt. Ovarium it einem N un(k) Harzer El Phys. T.VII. L.XXVIO. p.113. 114. o R d) Harıen ibid, T. VII. L.XXVII. p.62.$.8. p- 188.$.2. giebt es(m) Chorion. Harzer|. c. p. 792. Auen: Caduca ler ar G. Hunter Anat. uteri gra- er vidi. Tab. XXXII. fig. 1-4. m.(n) Membrana exterior ovi. Harzer\.c. p. sl, 190.$. 3. Tunica crassa. Hunter 1. c. Tab. XXXIV. TER|.©. fig. 3-6. bey den(0) Tunica caduca s. decidua Hunrtear. )2, 238 ennas Al Nachdem sich die Oberfläche des Eys mit der ya BU erwähnten flockenartigen Substanz bedeckt hat, jarke, bildet sich in demselben das Chorion, das pe Amnion mit dem Schaafwasser, der Mut- aan terkuchen mit den Nabelgefäfsen, der Kubro Embryo, und die Allantois mit dem Ura- 1 chus.| In( der Ein Das Chorion(p) und die Schaafhaut vlleich (Amnion) sind bey dem Menschen gefälsiose,| ee hingegen bey den übrigen Säugthieren mit Blat-| gefälsen versehene, von allen Seiten verschlos-| NE sene Membranen. Die erstere aber ist weils,| Theile undurchsichtig und ziemlich dick, die letztere Öbenll durchsichtig und dünn, doch dabey sehr fest.| Gehähn Zwischen beyden findet in den ersten Zeiten der| überzieh Schwangerschaft ein ziemlich weiter, mit einem menge crystallhellen Wasser angefüllter Zwischenraum| hin statt. Während dieser Zeit schwimmt das Am-| Io nion in der Flüssigkeit des Chorion, wie eine| Annit kleinere Blase in einer grölsern. Jener Zwischen- teils raum verschwindet aber in der Folge, indem das Otza, Amnion schneller. wächst als das Chorion, und tung 4 sich mit der äussern Fläche an die innere des en letztern anlegt.; Das Amnion ist mit dem Schaafwasser ange-| N füllt, einer klaren, farbenlosen, von Geschmacke\ etwas hi ;\ 5( (pP) Membrana medıa Harzer| ec, p. 194. Gb| VE: afhaut fälslose, nit Blut- verschlos: st weils, letztere ehr fest, iten der it einem henraum das Am- wie eine wischen« dem das n, und ere des er ande chmacke etwas 104 98 239 etwas salzigen, von Geruche dem frisch gelas- senen Blute ähnlichen, aus Wasser, coagulabler Lymphe, Kochsalz, Salmiak und Ralkerde be- stehenden Flüssigkeit(q), dessen Quantität in einem kleinern Verhältnisse, als die Grölse des Embryo, zunimmt. In der Mitte dieser Flüssigkeit erzeugt sich der Embryo, und zugleich mit demselben, oder vielleicht schon vor ihm(r), der Mutterkuchen mit der Nabelschnur. Der Mutterkuchen bildet sich aus einem Theile jener flockenartigen Substanz, welche die Oberfläche des Eys und die innere Fläche der Gebährmutter im Anfange der Schwangerschaft überzieht. Er zeigt sich als ein rundes, zusam- mengedrücktes, dem Hute eines Blätterschwamms einigermaalsen ähnliches, auf seiner, dem Em- bryo zugekehrten Seite mit dem Chorion und Amnion überzogenes, theils aus Blutgefälsen, theils aus Zellgewebe bestehendes, nervenloses Organ, dessen Gefälse in strahlenförmiger Rich- tung aus einem gemeinschaftlichen Mittelpunkte hervorgehen. Diese Gefälse sind vorzüglich dem- jeni- (q) Scneer de liquoris amnıi asperae arteriae foetuurm humanorum natura et usu. MHafniae. 1799. App: pP-3$.2: P.79 (x) Haıter]. c, p.280,.$.14, nenn. 240 grasmmmung jenigen Theile desselben eigen, welcher aus der flockenartigen Substanz des Eys entsteht. Sein anderer, durch die Flocken des Uterus gebildeter Theil ist mehr von schwammichter Textur. In diesem fand man oft eine milchartige Feuchtig- keit(s). Bey den Tbhieren aus der l'amilie der Rinder bilden sich ‚in jeder Schwangerschait sehr viele kleinere Mutterkuchen; die übrigen Säug- thiere aber haben deren meist nur einen einzi- gen gröfsern(t). Das Verbindunrgsorgan zwischen dem Mut- terkuchen und der Frucht ist die Nabelschnur, ein Strang, welcher aus mehrern, neben einan- der fortgehenden, schraubenförmig gewundenen Blutgefälsen besteht, die mit einer elastischen, fast knorpelarligen, aus dem Amnion entstehen- den Scheide, und innerhalb dieser Bedeckung mit. einem Zellgewebe, das eine gallertartige Flüssigkeit enthält, überzogen sind. Jener Ge- fälse giebt es drey bey dem Menschen, zwey dünnere Arterien,(die Nabelarterien) deren jede ein Fortsatz der Beckenschlagader(arteria hypo- gastrica) des Foetus ist, und eine dickere Vene, (die Nabelvene) welche theils in der Leber des Embryo aus der Pfortader, theils durch einen kleinern Ast(ductus venosus) aus der Hohlader des- (s) Haızer'l. c. p. 220.$.15. (1) Haızer l.c. p. 251.(.30. Jess® ai Ka Inebe| ji dan ID gie Nabe krünrtei der Nıbelt Auch tbeil am 2W trennt, chen fort Um sind die ten, und( chem sch chen tt Aıs hält das Allantons, Dilter, Anion| und aus Centnsche aus der Sein ebildeter ur. Ih euchtig. lie der alt sehr n Säug. n einzi- m Mut. elschnur, en einän» undenen tischen, itstehen- deckung lertartige Jener Ge- on, ZWey leren jede ria Dypo- ere Ven, ‚eher des ch einen Hohlader des desselben entspringet. Sowohl die erstere, als die letztere gehen durch den Nabelring aus dem der Frucht in den Nabelstrang über, Säugthieren giebt es noch eine Unterleibe Bey den übrigen dritte Nabelarterie, welche aus der obern Ge- krösarterie entsteht, und noch einen dritten Ast der Nabelvene, welcher zur Gekrösvene geht. Auch theilt sich hier die Nabelvene vom Nabel an in zwey Aeste, welche, von einander ge- trennt, durch den Nabelstrang zum Mutterku- chen fortgehen,(u). Unmittelbare Fortsätze dieser Nabelgefälse sind diejenigen, wovon oben bemerkt ist, dals sie sich aus einem gemeinschaftlichen Mittelpunk- te strahlenförmig in dem Mutterkuchen verbrei- ten, und dieser Mittelpunkt ist der Ort, in wel- chem sich der Nabelstrang mit dem Mutterku- chen verbindet. Ausser«den bisher erwähnten Organen ent- hält das Ey der vierfülsigen Säugthiere noch die Allantois, einen sehr weiten, fast cylindrischen Behälter, welcher zwischen dem Chorion und Amnion liegt, sich in zwey Fortsätze theilt, und aus einer dünnen, glatten, in centrische Membranen trennbaren, mit deutlichen Blut- zwey con- (u) Haızer 1..c. p. 227. 111. Ba. QO DAZ Euren Blutgefälsen versehenen Haut besteht. In ihn zaelln| flielst der Urin des Embryo durch den Urachus, zit mo] einen sehr grolsen Canal, der aus der Harnblase hl(Y) durch den Nabelstrang in ihn übergeht(v), Ein gg sich Urachus findet sich auch in dem Ey des Men- fin der$ schen, aber von einer Allantois trifft man in die-| yner dies sem nur bis zum dritten Monate der Schwanger- na), da schaft etwas Aehnliches an, nehmlich das soge- geht, eine nannte Nabelbläschen, eine Blase, deren Grölse zen ig mit der Grölse des Embryo im umgekehrten Ver- ustern be u- er ;| hältnisse steht(w), und nach deren Verschwin Ditter( siekat, i den sich die Oeffnung des Urachus schlielst. Auf eine andere Art organisiren sich die was) Eyer der Vögel. Statt der flockenartigen Sub- zul stanz, womit die Eyer der Säugthbiere sich gleich za u nach ihrem Eintritte in die Gebährmüutter über- Ion ziehen, werden jene in dem Uterus mit Eyweils pn da und einer kalkartigen Schaale bedeckt. Die wei-| tern Veränderungen der Vögeleyer ereignen sich erst ausserhalb dem Körper der Mutter während ia des Brütens,. Gleich nach der Geburt findet| man in dem Ey unter der Schaale eine dop- m pelte, äusserst zarte Membran, deren beyde La- ai mel- ee |(5) Nien (v) Harzer L c. p.215, Dur (w) Aısını annotat. academ. L.T. Tab. L fig. 12, c. I fm Zınn in epist..ad Hallerum script. Vol. IV. p. 195. P2 SÖMMERING Icones foetuum humanorum. Tab, I.|(*) Hr nn ne tı ıh> N ie mellen an an Ende des Eys einen r Harahlı, mit athmosphärischer Luft(x) angefüllten Sack ht(v), hi bilden y. Ta der re” Membranen ’ des Im, erzeugt sich eine Haut, die sich mit dem Cho- man in di rion der Be vergleichen Jäfst(z), und Schwange unter dieser befindet sich das Eyweifs(albu: ie men), das aus einer doppelten Substanz be- v steht, einer dünnern und flüssigern, welche nach eren Gröfse o Y aussen liegt, und einer dickern, welche von der ehrten Ver erstern bedeckt wird. Die letztere umgiebt den Verschwin. 5. 5&/ ' Dotter(vitellus), eine gelbe, etwas zähe ‚Flüs- hlielst, RE r sigkeit, aus deren beyden Polen zwey kleine, 1 sich di weisse, länglichte, mit Eyweils angefüllte Säck- tigen Sul chen(chalazae) hervorgehen, die durch eine sehr ich gleich zarte und gekräuselte Haut gebildet werden, und ee wovon das eine gegen das stumpfe, das andere gegen das spitze Ende des Eys gerichtet ist(z*). it Eyweil End- Die wei. eignen sich "(x) J. C. L. Hensw observata de natura et usu aeris, er während i: ovis avium inclusi. Tubing. 1796.— Nach Gir= yurt findet, a i U: TANNERS unwahrscheinlicher Behauptung ı1st dieser eine. dop Behälter mit Wasserstoffgas angefüllt.(GıarAanner’s beyde x antiphlogistische Chemie. S. 255.) me. (y) Nseopnam de formato foetu. p. 199: (z) La membrane ombilicale HALLER sur la formation du coeur dans le poulet. Mem, 2. fig. 12, 6 2,25% IV. p: 1% 2:38 1 Tabl(z*) Hazızr ebendas, Mem.ı. p.24 Nem, 2; p. 139, Q'a 244— Endlich zeigt sich noch auf der Haut des Dot- ters ein doppelter farbiger Riug(a), und in des- sen Mittelpunkte die sogenannte Narbe cb), ein runder, warzenförmiger Körper, welcher mit einer weissen, gekräuselten Haut bedeckt zu seyn scheinet, Von dieser Narbe gehen die Veränderungen aus, die sich in dem Ey während des Brütens ereignen. Sie selber, die sich zuvor in der Mitte des Eys befand, steigt herauf zu dem breitern Ende desselben(c), Die Ringe, wo- von sie umgeben ist, werden immer breiter, und es erzeugen sich noch andere, welche wie-- der verschwinden und von neuen ersetzt wer- den(d). Ein Theil des innersten dieser Ringe verwandelt sich in einen perlartigen Körper, in welchem späterhin der Foetus, umgeben von.ei- ner crystallhellen, dem Schaafwasser ähnlichen Flüssigkeit, und einer dem Amnion analogen Membran erscheint(e). Die äussern Ringe ge- hen in ein rundes Netz von Blutgefälsen über, wel- (a) Harzer Mem.ı. p.24, (b) Cicatricula. HaArveıı de gen. anım. exerc.ı2. Le follicule du jaune Harzer Mem.ı p. 25.-Mem. 2.4. (c) Lancısr de motu cord, et aneurysm. p. 89. (d) Harrer Mem.2. p. 18. (e) Harzer Mem.ı. p. 23-47. Gelile, Ihe\ Arterien ses Net den Ärter tere, un der Lelen is erw; an bild rechten. F =—— 245 des Dir ER n welches bey dem’ Embryo: der‘Vögel die Stelle in de. 5 des Mutterkuchens: vertritt(f). e(b), el& elcher ni A n an Dieses Netz von Blutgefälsen erscheint zu- ‚edech erit erst an dem breiten Ende des Eys in der Nähe der Narbe, also in derselben Gegend, ‚wo sich och der Luftbehälter befinde. Von hieraus verbrei- gen s Bri tet sich dasselbe immer weiter zu dem spitzen e5 Drutens Ende des Eys, so dals zuletzt die ganze innere Fläche des Chorion mit demselben bedeckt wird. Gefälse, die sich-mit dem Nabelstrange der Säug- thiere vergleichen lassen, und worunter. drey or ın der zu den inge, Wı er breiter Bar Arterien und zwey Venen sind, verbinden die- Kt ie ses Netz mit den Eingeweiden des Foetus. Von A den Arterien ist die eine ein Ast der Gekrösar- AR terie, und von: den Venen die eine ein Zweig örper, in x x: Bi der Lebervene, Diese Blutgefälse vertheilen sich en von d:; auf der Haut des Dotters(g). Die zweyie ähnlichen Schlagader entsteht aus der linken Hüftarterie n analogen$ e::: ö(Iliaca sinistra), und diese ist es, welche mit ‚Bis bt der andern Vene, die in die Hohlvene übergeht, älsen über, das erwähnte Netz von Gefälsen auf dem Cho- we Tion bildet. Die‘ dritte Schlagader, die aus der rechten Hüftarterie entspringet, verbreitet sich? Im, exert.1l nicht Mem. 1] ($) Harrer Mem. ı. p. 41. Mem. 2."p.1ı8. 22.. WoıFr M Theoria generat. p. 99.$. 175°9. p. Y (5) Harrer Mem.2. p- 142» 05 | x£, 3 x E a a ET re 246 En nicht viel weiter, als bis zur Scheide der Na- belschnur(h). Mit diesen Gefälsen geht zugleich ein häutiger Canal, welcher von dem Dotter sei- nen Ursprung nimmt,(Ductus vitelli) zum diün- nen Darme des Embryo(i). Sowohl dieser Dot- tergang, als die erwähnten Gefäfse und die Ge- därme, sind gegen das Ende‘des Brütens in einer cylindrischen, am Dotter befestigten Haut eingeschlossen(k). In gleichem Verhältnisse mit dem Wachsthu- me der Frucht steht die Zunahme der Nabelge- fälse und der athmosphärischen Luft, welche in dem breiten Ende des Eys eingeschlossen ist. Um die Zeit, wo das Huhn die Schaale zer- bricht, nimmt dieses fast den dritten Theil des Eys ein. Der Umfang des Dotters vergrölsert sich ebenfalls, aber dieser wird zugleich flüssi- ger und grünlich(l). Das Eyweils hingegen ver- min- (h) HArırr Mem. 2. p.4o. Ejusd. Elem. Physiol. T.VUr. L.XXIX. p. 227. (4) Neenuam de form. foetn. p. 95. Stenonis de musc. et gland. observ. speeimen. p. 74. (k) HAızer:Mem. 2 p. 4ı. d) Harrer Mem.2. p.142. Vıcqa-D’Azyr in Voıot’s Magazin‘f. d. Neueste aus der Physik. B. IX, St. 3. S:3 1 welch Anshried Srmpton Aehı Ampkibı Tideche aus de wichtig So habe isch n viererk sen| nicht Darm, Ri lune de li der wann aumng 247 der N; t zugleich Dotter sei. mindert sich, und verschwindet endlich ganz(m). Der Dotter aber tritt kurz vor dem Auskriechen des Küchleins aus dem Ey in den Unterleib des- n dns selben, und hier nimmt er ebenfalls immer mehr dieser Dot. an Gewichte ab, so dals er nach ohngefähr d die Ge drey Wochen ganz aufgezehrt ist(n). Thiere, jrütens in in welchen er in den ersten Tagen nach dem sten Haut Auskriechen vertilgt wird, sterben mit allen Symptomen der Auszehrung(0). Aehnlich den Eyern der Vögel sind die der Vachsthu- N ee; 5 Amphibien aus der Familie der Schildkröten, a Eidechsen, Schlangen, und der Knorpeliische welche in aus der Ordnung der Hayen. Nur in minder ssen ist, SR:: wichtigen Punkten weichen diese von jenen ab. A Sr So haben z.B. die Eyer der Rochen und Hay- "heil des fische nicht eine runde kalkartige, sondern eine ergrölsen viereckige, cartilaginöse Schaale, und bey eini- ch His gen Hnorpelfischen öffnet sich der Dottergang zegen ver nicht, wie bey den Vögeln, in den dünnen m. Darm, sondern in den Magen(p).| Einfacher scheint die Bildung und Entwicke- ee lung der Eyer bey den Amphibien aus der Fami- lie der Frösche, den Grätenfischen, und allen vonis de denen (m) Haıter a. a, O. p. 156. (u) Ebendas. p.ı59. Vıco-D’Azır a. a. O. S.& a Vorer’s(0) Vice-D’Azyr a. 2.0. 5.6. E IX. 85(p) Vico-D’Azxn. SS 7« 04 ie 248 as = gro denen Thieren zu seyn, die kein inneres artiku- Kr lirtes Skelett haben, Doch fehlt es hier noch in an Untersuchungen. Nur von den Eyern ver- sich vC schiedener Frösche, Kröten und Salamander(g),| Dıls des Blei(Cyprinus Brama)(r) und des Nashorn- Embr käfers(s) ist die Entwickelung einigermaalsen tell) verfolgt worden. So viel ergiebt sich aus diesen ist(N Beobachtungen: Unge ı) Dafs die Eyer aller dieser Thiere, gleich ein wi denen der Vögel, mit: Eyweifls versehen sind, in und dasselbe erst beym Durchgange durch Mutteh die Muttertrompeten erhalten(t). num| 2) Dals sie ein mit Schaafwasser angefülltes| einige Amnion besitzen, in dessen Mitte sich der| Spansan Embryo erzeugt(u). frosche, 3 Nabelsch 3) Dafs die Quantität des Schaafwassers beym j Wachsthume der Frucht zunimmt, die des Anh Eyweils aber vermindert wird, und dals von a dem letztern endlich blos eine membranöse, N eyför- Un deren( (g) Swammerdpamm’s Bibel der Nat. S.319. Rössr N hist.. ranarum nostratium. SPALLANzZANTs Versuche über die Erzeugung der Thiere u. Pflanzen. Abth. ı.| S.14. 25. 39 49. 70 1) 95 (r) Brocn’s Fische Deutschlands. Th.ı. S.117£. m (s) SWAMMERDAMM a.a. O. 8.127. in (t) SwAmMEnDAMM ebendas. S.5Zı18.|(5) (u) Harrer El. Phys. T.VII L.XXIX, p.197. —|. 249 es artıkı. eyförmige Substanz übrig bleibt, die sich der hier noch ueere nach in zwey Hälften theilt, und | 7.4 jern ver sich von dem Amnion absondert(v). ander Ee} n n 4) Dafs wahrscheinlich in dem Darmcanal des Nashorn::- Embryo eine, dem Dottergange(Ductus vi. Sermaalsen telli) der Vögel analoge ÖOeffnung vorhanden aus diesen ä ist(w). Ungewils aber ist es, ob auch jene Eyer v 'e, gleich 8.... einen wirklichen Dotter haben, und. ungewils, hen sind ob der Embryo Nabelgefäfse und;das Ey einen E ge durch ä& Mutterkuchen besitzt. Zwar glaubt SwamMER- DAMM(x) in einem Froscheye dicht an der Frucht ngefülltes einige weisse Adern gesehen zu haben, und ;< SE| sich der SpaLLanzanı(y) schreibt dem grünen Wasser-| frosche, so wie der stinkenden Erdkröte, eine| N Nabelschnur zu, die in der Gegend des Kopfs li 15 beym..#| Rn anhängt. Allein diese Beobachtungen bedürfen| die des>=| noch einer genauern Prüfung, ehe man darauf| | dals.von&| bauen darf.| mbranöse, [}[| eyfür- Unter den Eyern der Insekten giebt es viele, deren Gestalt sehr verschieden von der Form # . Rösst ist, welche die Eyer der übrigen Thiere haben. Versuche So* , Abth. ı. j(v) Sparranzant a.a. OÖ. S. 26. 27. Tab. I. fig. VI. nf(w) SwWAMMERDAMM a A. O. S.322. I (x) Ebendas.$.321. (y) A. a. 0. S.17. 50. Tab. I. fig. 4. 05 2509—— So sehen z. B. die der Landlibelle(Hemerobius perla) ganz wie gestielte Pilze aus(z). Diese abweichende Bildung rührt indels blos von dem leimichten oder gummösen Safte her, womit die Insekteneyer beym Durchgange durch den Uie- rus befeuchtet werden(a). Im Eyerstocke habe ich sie immer, wie die Eyer der meisten übri- gen Thiere, von sphärischer oder elliptischer Ge- stalt gefunden. Auf diese Art bilden und entwickeln sich die Saamenkörner der Pflanzen und die Eyer der Thiere. Eine ähnliche Gattung van Keimen giebt es auch bey den Zoophyten. Es ist aber, wie sich in der Folge zeigen wird, zweifelhaft, ob diese nicht vielmehr Knospen, als Saamen- körner oder Eyer sind, Die Entstehung und Ausbildung der Spros- sen lälst sich vorzüglich an dem Armpolypen be- obachten. Man sieht hier aus irgend ‚einem Theile des Körpers zuerst eine warzenförmige, inwendig hohle Erhabenheit hervorkommen, de- ren Höhlung sich in den Darmcanal der Mutter öffnet, und mit diesem, wie der Ast eines Bhut- gelälses mit dem Stamme zusammenhängt. Am zwey- (2) ReaAumun Mem. pour servir a P’Hist, des Ins. PC. L.UL,PEO SpA (a). Biol. Bd, ı.$.368, ziherrot: dien zu, Jen Yrnenal sh der$ Inser(ar der Junge sich seine jeilst sic ich mit sich fort Ehen Änospen, vere Eih: welche Plane von me ttscher, lrkt ist Ast, 1 Ten Dlätte Uunückhje Im,\ D) SET ah N) ik nn 251 merohius zweyten oder dritten Tage kommen an jener ). Die: Erhabenheit sechs bis sieben Spitzen zu gleicher von dem Zeit hervor. Am vierten und fünften Tage er- womit die scheinen diese als die Arme eines neuen Poly- den Ur. pen, Jetzt wird auch das hintere, mit dem ocke habe Darmcanal der Mutter verbundene Ende des Ca- sten übri- nals der Sprosse immer enger. Die Verbindung scher Ge- dieser Cavitäten höret endlich ganz auf, wenn der. junge Polyp weit genug ausgebildet ist, um sich seiner Arme bedienen zu können, und nun sich die veilst sich derselbe von der Mutter los, setzt Eyer der sich mit dem hintern Ende fest, und versorget | Reimen sich fortan selber(b). ist aber, eifelhaft, Eben so einfach ist die Entwickelung der Sa Knospen. Die Blattknospe erscheint als eine con- vexe Erhabenheit,(Punctum vegetationis Worr.), er Spros welche nach innen mit der Marksubstanz der rer Pflanze in Verbindung steht, nach aussen aber ie von mehrern Reihen schuppenförmiger, concen- e. trischer, dicht auf einander liegender Blätter be- re deckt ist. Die äusserste Reihe. entwickelt sich men, de- R ER, zuerst,. und in eben dem Verhältnisse, wie de- Be ren Blätter sich entfalten, und, indem sie sich nes Biut- 3 Ä| zurückbiegen, von dem Vegetationspunkt ent- 4 A fernen, wächst aus dem Umkreise der Basis die- a ser Erhabenheit eine neue Reihe von Schuppen | des Ins, her- (b) Röser’s Insektenbelustigung. B.5. 9.478. 252 gun ..... A) hervor, so dals die Zahl dieser Reihen immer! | Ku .-- 1 ert N die nehmliche bleibt(c). Be | go el So entstehen die verschiedenen Keime der| fehlen, lebenden. Körper. Aber nur die Sprossen und| gedehnli Knospen bedürfen zu ihrer Entwickelung keiner Aatandth äussern Einflüsse, als der Wärme und anderer;horsaure f Potenzen der leblosen Natur. Die Saamenkör- re ent ner und Eyer hingegen bilden sich meist nur| Hıtwass bis auf einen gewissen Punkt aus, wenn nicht| Flüssigke | 6 ein männliches Individuum eine eigene Einwir- Be: kung entweder auf sie selber, oder auf das we weibliche Individuum äussert, aus dessen Zeu-| fa he .”...| d gungsstoff sie gebildet sind, wenn sie nicht be- hellen, f{ruchtet werden. Diese Einwirkung geschieht en || durch den männlichen Saamen, eine Flüssigkeit, dt()) welche bey den Thieren in den Hoden und Saa- Ei menbläschen erzeugt, und während der Begat. Ye tung entweder unmittelbar auf die Eyer, oder AN in die Mutterscheide des Weibchens ausgeleert ‚nen wird, bey den Pflanzen aber in den Antheren Zeug enthalten ist, und als Blüthenstaub der Narbe zu Wı des Pistills zugeführt wird. Sie ist gelblich- I. Aeltım weils, halbdurchsichtig, dick und klebricht, von I game einem eigenen ‚durchdringenden Geruch, und ei-| | ner-grolsen specifiquen Schwere, und enthält : r:,| k eine eigene Art von Infusionsthieren,(die Saa- N E:: Ta menthiere) die fast bey jeder T'hierart von eige-| er Up ner N em (c) Worr Theoria generat. p. 22.(45-53.() A 283 ihen j: x BA en Immer ner Figur, überhaupt aber von denen, die sich in andern vegetabilischen und animalischen Aufgüs- Beinen sen erzeugen, sehr verschieden sind. In ihrem & der; Verhalten gegen chemische Reagentien zeigt sie eini«- Prossen und 2:> x ge Aehnlichkeit mit dem Schleime. Ihre nähern elung keiner Bestandtheile sind Eyweilsstoff, Faserstoff, phos-, und anderer phorsaurer Ralk, und ein eigener flüchtiger Stoff; ./ " ihre entferntern die nehmlichen, wie die des meist nu N ie x ‚ Blutwassers(d). Ohne die Einwirkung dieser wenn nicht Flüssigkeit entstehen.in den meisten Fällen aus ene Einwir\ ee: dem Zeugungsstolf der weiblichen Geburtstheile er auf das..{ nur Windeyer(ova subventanea), die man häu- dessen Zeu: fig bey den Pflanzen und Vögeln, doch nicht e nicht be selten auch bey den Insekten und Fischen(e), 3 geschieht und ‚zuweilen selbst bey dem Menschen fin- Flüssigkeit, det(f). ı und$aa. der Bepat. Bezeichnen‘ wir also diejenige Flüssigkeit, Ever,-oder aus welcher der Keim sich bildet, mit dem Na- yely " ausseleert men des weiblichen Saamens, oder weiblichen 1 Antheren Zeugungsstoffs, ohne jedoch hiermit behaupten zu wollen, dals dieser Stoff immer eine Flüssig- der Narbe t gelblich- keit von eigener Art ist, so können wir die richt, von ganze lebende Natur in Ansehung der Einwir- |, und er kun- nd. enthäl(4) Hasıer El. Phys. T. VII. LXXVI. p.517. S.IT. (die Sad Vavoverın,: Annales du Chimie. T.IX. p. 64. von eige:(e) Harveıı de gen. anım. exerc.V. p. 668,4 in Man- ne cerı Bibl. anıt. T.I. (f) Harzer El, Phys. T. VII. L.XXIX. p.65. 254, kungen, deren dieser Stoff bedarf, um in einen Reim überzugehen und sich zu entwickeln, in drey Classen eintheilen: 1) In lebende Körper, deren weiblicher Saa- men der Einwirkung des Zeugungsstoffs ei- nes männlichen Individuums zu seiner Ent- wickelung bedarf. 2) In solche, deren weiblicher Saamen sich blos nach gewissen Einwirkungen der leb- losen Natur zu einem eigenen Individuum ausbildet, 53) In solche, die sich sowohl auf die erstere, als auf die letztere Art fortpflanzen. Diese drey Arten der Erzeugung werden jetzt der Gegenstand unserer Untersuchungen seyn. Doch werden wir sie hier nur in so fern betrachten, als sie den erzeugten Organismus an-, gehen. Die Beziehung, worin der erzeugende ‚Körper zu ihnen steht, wird uns erst in der Folge beschäftigen können. Das letzte Ziel die- ser unserer Untersuchungen wird aber die Beant- wortung folgender Fragen seyn: Warum pflan- zen sich nicht alle Organismen durch Sprossen fort? Warum bedarf es bey einigen zur Ge. schlechtsvermehrung der Begattung? Was ist Begattung? Warum entsteht nicht bey jeder Zeu- Zum und geil zertafe( ie weil ua scheint tu, die Da lindwen 1 In Einen Zeugung eine gleiche Anzahl von männlichen ckeln, in und weiblichen Individuen, sondern ohne be- merkbare Ordnung bald eine männliche, bald u eine weibliche Frucht? Woher bleibt sich, die- cher Sa. ses scheinbaren Mangels an Ordnung ohngeach- sstoffs ei. tet, die Zahl der männlichen und weiblichen In- einer Ent: ER B\; er Ent dividuen im Ganzen doch immer gleich? men sich der Ieh. dividuum e erstere, werden chungen \ so fern smus an zeugende st in der Ziel die je Beant- mn pflan- Sprossen zur Ge Nas ist y jeder Br: Zwey- 256— Zweytes Kapitel. Erzeugungsart der ersten Classe. nn D. erste der Classen, worin wir die leben- den Organismen nach der verschiedenen Entste- hungsart ihrer Keime eingetheilt haben, enthält alle Säugthiere, Vögel, Amphibien und Fische, mehrere Mollusken, die Crustaceen und Insek- ten(g). Der weibliche Zeugungsstoff stirbt bey diesen unentwickelt, wenn nicht der belebende Geist des männlichen Saamens auf ihn einwirkt. So verschieden aber diese Thiere in ihrer Orga- nisation sind, so sehr weichen sie auch in ihrer Fortpflanzungsweise von einander ab, obgleich sie alle darin mit einander übereinkommen, dals sie-sich nicht anders, als nach vorhergegangener Befruchtung, vermehren, Die erste dieser Verschiedenheiten betrifft die Art der Befruchtung. Bey ‚den Säugthieren= Vögeln, Amphibien, Fischen und Insekten(h) ist (g) Von den Insekten s. m. pe Grrr’s Abhandl, zur Geschichte der Insekten. B,2. Q.ı. 9.31. (h) De Gsir a. a. O,. sup der il Yan hen St Jıllısten I bef Jiesen sind Herma ziht bey Ihen und Ieles aber sung dient Belruchtin Bonapsch lans, wi ist Ber Deurungsn ud hat] Theile, de chen Leu geren 9 be, und in Verbin Irerstöch, () Mitn BA, (N Bil (hm AN (m) dar IND, ist der männliche und weibliche Zeugungsstoff in verschiedenen Individuen vertheilt, Eben so verhält es sich in der Classe der lasse. Mollusken mit den Sepien. Anders aber ist es bey diesen Thieren mit den Schnecken. Dicse sind Hermaphroditen, und jedes Individuum voll- dia Toben zieht bey der Begattung die Funktion des männ- li ibli C ER este chen und weiblichen Geschlechts zugleich(ji). al Jedes aber befruchtet sich selber, und die Paa- 1, enthä: el rung dienet wahrscheinlich blos dazu, um die d Fische, en Befruchtung möglich zu machen. So lehren eg ınd Insek ieh Bonuansch’s Untersuchungen der Aplysia depi- stirbt ber Ä 5 lans, wie schon im ersten Buche(k) bemerkt belebendt N;: es ist. Bey dieser Schneckenart sitzt das männliche einwirkt,= ä Zeugungsorgan am Kopfe, ist undurchbohrt, hrer Orga. und hat keine Verbindung mit irgend einem :£ 13 F e«> dı hd.. ge in ihre Theile, den man für die Quelle eines männli N Zeugunesstofis a 76 in- obeleic chen Zeugungsstofis annehmen könnte(]). Hin gegen giebt es einen solchen Theil im Unterlei- men, dals be, und dieser steht mit einem andern Organ gegangen! 8° in Verbindung, zu welchem ein Canal von den Eyerstöcken geht(m). Eben diese Struktur fin- hetrifft die det ıgthieren,(i) Müırer vermium terrestr. er fluviat. hist. Vol.II, Cr ekten(h) rn (k) Biol. Bd.ı. 9.317 fi, (l) Bomapscn de quibusd. animal, marın, Cap.L.$. XVIL (m) BoHapsch ibid.(.XII-XIV. III. Bd. R ist ‚handl, zu m En mn Ten eier EET AERET aT nn as8 Gumznunnune det aber überhaupt bey allen Mollusken aus der Familie der Schnecken statt(n). Die (n) Von der Bulla aperta sagt Cuvıer(Annales du Museum d’Hist. nat, T.T. p.ı62.): Les organes des deux sexes sont absolument separes, et, me&me la verge n’a aucune communication interieure avec le testicule; und von der Tritonia Hombergu(Ibid. p- 495.): La verge est longue d’un A deux pouces, cylindrique, faisant beaucoup de replis serpentins, et se terminant par une pointe mousse et arrondie, qui n’est pas plus percce que dans le limagon or- dinaire. Bey der Bulla aperta‘ setzt er hinzu: Si la semence est versee par la verge d’un des indivi- dus dans le vagin de l’autre, elle ne peut arriver a cette verge que pär la rainure qui joint exterieu- rement les orifices des deux sexes. Ein solcher Uebergang des Saamens ist aber deswegen unwahr- scheinlich, weil bey vielen, Schnecken gar keine Rinne der Art vorhanden ist. Cuvıer scheint diese Unwahrscheinlichkeit in der Folge auch selber ge- fühlt zu haben, indem er in einem spätern Auf- satze bey der Beschreibung der Aplysia fasciata (A,= OÖ. T.1. P. 507.) fragt:"Cette Faimure'sert elle i conduire la liqueur seminale d’une Laplysie dans le corps de l’autre? C'est de cette question que depend l’explication de la maniere dont ces animaux se fecondent. Mais pourquoi une telle rainure n’existe-t-elle pas dans tant d’autres ga- steropodes qui n’ont pas non plus de communica- tom interieure entre leur verge et leur testcule? pi oh f pin? job: gig Deha Grunde,© yer Thiert Fine Beo malsen\ ken, wie theile ın und dals sh jede des N einem( nes Im} wense befanden von an Hh zungsN darin, 259 Traus;de Die Anstern, Pholaden und Balanen sollen ebenfalls Herinaphroditen seyn, aber ohne Paa- Die rung sich selber befruchten. Inzwischen ist dies eine Behauptung, die sich auf keinem andern (til, Grunde, als blos darauf stützt, dals mehrere die- ZEN ser Thiere ausser Stande sind, sich zu begatten. organes de 3 5 Br ne Eine Beobachtung von BasrtEr macht es einiger- eure avec k maalsen wahrscheinlich, dafs bey diesen Mollus: bergü(Ibid, ken, wie bey den Fischen, beyderley Geschlechts: EUX pouces, theile in verschiedenen Individuen vertheilt sind, ‚ serpetins, und dafs sie sich wechselseitig befruchten, ohne et artondie, sich.jedoch zu paaren. Von mehrern Individuen limacon or des Mytulus edulis, die jener Naturforscher in / Ar einem Glase voll Seewasser aufbewahrle, gab ei: Fe Be nes im Anfange des Aprils durch den After eine Rh ‚weisse Flüssigkeit, worin sich Infusionsthiere En befanden, und ein anderes im Mai junge Brut en unwalı: von sich(0)! n gar kein Eine zweyte Verschiedenheit in der Fortpflan= scheint die zungsweise der erwähnten Thierclassen besteht A sener 5" darin, dafs bey einigen die Befruchtung inner» a halb, bey andern ausserhalb dem Körper der sia fasciatı h: Mi Mutter geschieht. Jenes ist der Fall: Taınure seit ı) Bey allen Säugthieren und Vögeln. ine Laplyit te quest 2) Bey den Amphibien aus der Familie dei se dont n Schildkröten, Eidechsen und Schlangen. n une“ 5) Bey ie,(0) BAster opüscul. ac T.I. L.III:$, 105 59; S testioule? 260 Gumrssusne 3) Bey den Grustaceen, und den meisten, wo nicht allen, Insekten. 4) In der Classe der Mollusken bey den Schnecken. Ausserhalb dem Körper der Muiter geschieht die Befruchtung: ı) Bey den ‚Amphibien aus ‚der Familie der Frösche(p). Der Wassersalamander sprützt seineh Saamen ins Wasser, und mit diesem vermischt, zieht sich dieser zu den, noch im After des Weibchens befindlichen Ey- ern:(p})}- 2) Bey den meisten Fischeh. Dafs bey diesen ‘die Befruchtung nicht durch unmittelbare Einsprützung des Saamens in den Körper des Weibchens geschehen kann, erhellet sowohl aus dem Mangel eines Zeugungsgliedes bey dem Männchen, als aus HeLanrt’s(q), Gıs- LERS(tr) und ARGILLANDER’s(Ss) Beobach- tungen über das Zeugungsgeschäft des Lach- ses, (p) SrAarranzants Vers. über die Erzeugung. ıte Abtheilung. (p*) SPALLANZANI a. a. 0. 8.61 ff. (q) Abhandl. der Schwed. Akad. B. VII. 8.271. (r) Ebendas. B. XIII.$S.126. B.XV, S. 206, (s) Ebendas.-B. XV. 8.77. eine| chen| 16 scheit meist Att, Min der eisten W- ses, Siks und Hechtes. Die entgegengesetz- ten Beobachtungen von GRANT(t) sind durch bey Aa neuere Erfahrungen von Ferrıs(u) wider- lest. Nur die Chimacra arctica wird hiervon eine Ausnahme"machen, wenn das Männ- er geschich chen derselben wirklich eine Ruthe hat, wie LA Cerepe’s Beobachtungen(v) zu ‚beweisen Familie der scheinen. Ohne Zweifel geschieht bey den Dar meisten Fischen die Befruchtung auf ähnliche Art, wie bey den Wassersalamander..Das mit diesem Männchen nehmlich giebt seinen Saamen in 2 k der Nähe der weiblichen Geburtstheile von we sich, und diese Flüssigkeit dringet, mit dem Wasser vermischt, in den After des Weib- bey diesen chens zu den Eyern.‘Gründe für diese Ver- nmittelbare muthung geben die lebendiggebährenden Fi- körper de sche, und einige Fälle, wo man Fische in let sowohl einer Art von Paarung begriffen fand, wohin sliedes be} die merkwürdige Beobachtung von STEIN« 5.(q), 61 BucH(w) gehört, der eine männliche und ) Beobach- weibliche Quappe mit an einander liegenden des Lach- Afteröffnungen durch ein häutiges Band, das ses, bey» (1) Ebendas. B.XIV, S. 142. ugung, I(u) Licutengerc’s Mag. f. d. Neueste aus der Phy- #4: BT. St.18:.107: (v) Hist. nat. des poissons. T.T. p. 398: TI(w) Analekten neuer Beobachtungen u. Untersuchuu- gen für die Naturkunde. S.ı fl R3 262 mm beyder Körper aufs engste umschlols, ver- bunden fand. 3) In der Classe der Mollusken bey den Se- pien, und, wenn die angeführte Beobach- tung von BASTER zuverlässig ist, auch bey den Austern. 4) In der Classe der Insekten vielleicht bey den Bienen(x). Eine dritte Verschiedenheit der Fortpflan- zungsart der erwähnten Thiere betrifft die Zahl der befruchteten Keime. Je weiter wir uns im Thierreiche von dem Menschen entfernen, desto gröfser wird die Menge der Reime, welche durch eine einzige Befruchtung zugleich erzeugt wer- den. Bey dem Menschen wurd nach einer fruchtbaren Begattung meist nur Eine Frucht ge- bildet; grölser ist schon die Zahl der Früchte in jeder Schwangerschaft bey den übrigen ‚Säug- ıhieren; noch grölser ist sie bey den Vögeln; diese werden in Ansehung jener Zahl von den Amphibien übertroffen; bey den meisten Fi- schen(y), Mollusken(z) und Insekten(a) end- lich geht sie hinaus über die Tausende. Eine (x) Desraw, Philös. Trans. Vol. LXVII. (y) HArmer, Phil. Trans. 1767. p.28o0. (z) Srrııt hist. teredinis marinae, (a) DE'GEER A..a, 0.8.39 f. ne ji ut schung ie IKemorbrt chend ist ie Belt Schon W Arten, ser We und Re Wocher bähren los, vn Eine‘noch merkwürdigere Verschiedenheit" aber zeigen die Organismen dieser Classe in An- bey den$ı sehung der Zahl der Generationen, zu deren rte Beohich. Hervorbringung eine einzige Befruchtung hinrei- St, auch bey chend ist. Bey den Säugthieren erstreckt sich jede Befruchtung nur auf eine einzige Generation. iellih ey Schon unter den Vögeln aber finden sich einige Arten,‘die nach einer einzigen Begattung meh- rere' Wochen hindurch Eyer legen. Harvey(b) und Reaumur(c)' sahen Hühner drey bis fünf °. Br die Au Wochen nach der Paarung fruchtbare Eyer ge | bähren(d), Auf eine nach weit längere Zeit wir uns im g behält rnen, dest elche durch zeugt Wer. (b) Exerc, de gen. animal, VI, in Mancrrı bibl. anat. T.J. p. 600. (c) L’Art de faire Eclore des oiseaux domest. T. 2. ach einer p. 269. 327. (d) Nach FABrıcrus AB ÄQUAPENDENTE(De gen. ani- Frucht ge. iin, Euch mal. L.3. c,ı.) bleiben Hühner sogar noch, ein Jahr brigen Säuf nach einer einmaligen Paarung fruchtbar. Eben den Vögel; dieser Naturforscher fand in dem After der weibli= ahl von den chen Vögel, ausser den Oeffuungen des Mastdarms, meisten Fı der Mutterscheide und der Harnröähre, noch eine ten(3) end vierte Höhlung, in welche, seiner Meinung nach, 1 der Saame des Hahns bey der Begattung dringt, N und worin derselbe zur Befruchtung der Eyer auf« ie bewahrt wird. d.& Liz /ea). Diese Hypothese ist aber schon von Harvey 1.2.0. ‚exere.V. p. 606.) widerlegt, der jene Cavität eben so wohl bey dem Hahn, als bey der Henne fand. RA 264—— behält eine einmalige Befruchtung ihre Wirksam- pi keit bey dem Salamander, nach den Beobach- Bu tungen von WurrsBasın(e) und Brumengach(f), ji Jin Der Letztere erhielt von einem weiblichen Thiere fuchtlure der Art vier nnd drey[sig ‚lebendige muntere yon Oi] Junge, nachdem es schon seit fünf Monaten ohne zen Glast alle Gemeinschaft mit einem andern. Thiere in dm Aus einem Glase eingeschlossen gewesen war. Bey beobachte der Bienenkönigin äussert sich die befruchtende yon Alm Kraft des männlichen Saamens noch nach einem zum WR \ gauzen Jahre(g). sn, D | om N Noch wunderbarere Erscheinungen trifft man siches, bey verschiedenen Insekten und Crustaceen an. der Es giebt in diesen Thierclassen Arten, wobey Ware, vielleicht Enkelinnen, Urenkelinnen und noch tue spätere Generationen durch dieselbe Begattung, N wodurch die Stammmntter trächtig wurde, mit NHL befruchtet werden, Vorzüglich gehören hierher| Yan die Blattläuse, die, nach Bonne£T’s Versuchen(h), Ä| im Herbste sich begatten, und Eyer legen, hin- Ä MB: gegen iin Frühlinge und Sommer ohne Paarung| ni bis| ay (e) Salamandrolog. p. 83.| M] (f) Specimen Physiol. comp. inter anim. calidi et fri- RS gidi.sanguinis. p-XXXIV. In) A, (g) ReAumur Mem. pour servir a l’Hist. des Insec-(N) In tes. T.V. P.II. Mem. IX. Ed.8. p.166. Swammer-|(1 DAmMm’s Bibel der Natur. Im (h) Traite d’Insectolog. P.T,| ermmusrera 265 Win;. Iran. bis in das neunte lebendige Junge gebähren. n B\ i R s eobih, Brancarn(i) sahe aber auch eine Spinne vier ENB: 3 x Ach), Jahre hindurch ohne Zuthun eines Männchen chen Thiere fruchtbare Eyer legen. ALBRECHT(k) erhielt An.. i.. SL von einem Schmetterlinge, dessen: Puppe in ei- Onalen ohne nem Glase verschlossen gewesen war, gleich nach Thiere in dem Auskriechen fruchtbare Eyer. Pauras(l) war, Bey beobachtete eben diese Erscheinungen an den efruchtende von ihm unter dem Namen Phalaena Xylophtho- nach einen rum und"Phalaena casta beschriebenen Nachtvö- geln, Bastrer an der Phaläne, die von Reav- Mur(m) unter dem Namen Paquet de feuilles 1 trıfft man x seches, und von Röseı(n) unter der Benennung taceen an,. ä= en der grolsen haarichten und mit vielen 1, wobe) Warzen und Zapfen bewachsenen Gras. ind noch raupe vorkömmt, und BernouLLı an der Pha- segattung, lane,.die: bey: Reaumur:a. 3.0.°T,L. P-TPL urde, mit XVIN. fig. 1.3. 9. mem.7. und bey Röser a.a. O0, en hierher No.1ı5. vorkömmt(0). Nach den Erfahrungen ‚ suchen(h), von legen, hin(i)> Ephem., Acad.:»Nat. Cur: An::z.i Dec. 3. obs. 55. ie Paarung p- 62. bi(k) Miscell. Acad. Nat. Cur. An.g et ı0. D.z. obs. 32. P. 20. (l) Nova Act. Acad.-Nat. Cur.. T. III. p.43e. (m) Asia, 0.-T-H. BI: Men 7. Ed8R9r Zr. alidi et Fi ad(n) Insektenbelustigung. Nachtvögel. II. No. 4ı. es Inser 5”(0) Bernovrrı, Hist! de P’Acad. des''sc, de Berlin. WAMMEN 3772 P- 24 R5 266 na von LANGE(p) und ScHirach(9) sind die Bie- nenköniginnen bis in die zweyte und dritte Gene- ration ohne“alle Drohnen fruchtbar. Etwas Aehn- liches ist endlich noch von ScHÄrFER(r) und Jurise(s) an dem Wasserfloh(Daphnia pulex M.) wahrgenommen. Wir dürfen indefs nicht unbemerkt lassen, dals es bis jetzt nur noch blofse Vermuthung ist, wenn man die zahlreichen, im Frühlinge und Sommer entstehenden Generationen jener Insekten von der im vorigen Jahre vor sich gegangenen Befruchtung ableitet. Die reine Thatsache ist nur diese, dafs es Thiere giebt, die blos zu gewissen Zeiten der Paarung bedürfen, um ihr Geschlecht fortzupflanzen, zu andern Zeiten aber ohne vorhergegangene Paarung Wesen ihrer Art hervorbringen. Alles Uebrige ist eine Hypothese, die wir auch nur mit dem Zusatze eines viel- leicht vorgetragen haben. Endlich lassen sich diejenigen, zur gegen- wärtigen Classe gehörigen Organismen, bey wel- chen (p) Gemeinnützige Arbeiten der Sächs.' Bienengesellsch. D.1.:5559. (q) Ebendas. S. 155. (r) Der Wasserfloh. 8.65. 66. (s) Salzburger med. chirurg. Zeitung. ı801. No. 76. S. 444 chen ie Il sit imerh zuch in ey} gende ent bohren, W Janselben Frucht Inn und das hurt, od Foetus d den hierh meisten. welches die mit und enth gen Kein als nur b (Bat), eine St game 267 d die Ri. Iritte Gen, ‚twas Achı- RT) und ia pulex|) chen die Befruchtung des weiblichen Zeugungs- stoffs innerhalb dem Körper der Mutter geschieht, noch in eyerlegende ‚und lebendig gebäh- rende eintheilen. Bey jenen wird das Ey ge- bohren, und die Frucht erst nach der Geburt in demselben ausgebildet; bey diesen wird die TE Nast Frucht innerhalb dem Körper der Mutter gebildet, hun und das Ey wird entweder schon vor der Ge- uthung ist, hi f burt, oder auch erst nach derselben von dem aunge un Lj lo)° ch Foetus durchbrochen. Eyerlegende sind„unter er Insekteı den hierher gehörigen Thieren alle Vögel und die gegangeneı ö BR: e;- meisten Thiere der niedern Classen. Jedes Ey, hatsache ist; i; a N welches diese Thiere legen, ıst von den übrigen,. lie blos zu=:/ ı die mit demselben gebohren sind, abgesondert, ), um ihr En i h ee A ı und enthält in der Regel immer nur einen eınzi- eiten aber.- a A: gen Keim. Es giebt hiervon keine Ausnahme, ne als nur bey einer gewissen Gattung von Schaben Hypallu(Blatta), die, dem Grafen von FrAuLA zufolge(t), eines vikl eine Schote legt, in deren Fächern die Eyer ent- halten sind, Lebendig gebährende Thiere sind; zur gegen ı) Alle Säugthiere. , bey we 2) Unter den Amphibien Chalcides Seps, die chen Salamander(u), und die Vipern(v). Un- onengesellsch 3) (t) Memoires de Bruxelles. T,III. p. 219. (u) Nach den Beobachtungen von CorLumnA und Marrerruss. La Cerepe Hist. nat. des quadr, BER ovip. p. 439. 467. g01 No. N 3 (v) La Crrepe Hist. nat, des Serpens. p.23. 24. 268 em 2 I( 5) Unter den Fischen der Aal(w), einige Arten N 2 °. ie Mi ne des Blennius und Silurus, Cobitis anableps,| ni ; i((pecus Syngnathus acus(x), die Geschlechter Raia 12 und Squalus(y).| Di Di | Inge U 4) Unter den Mollusken Helix vivipara(z).| sie ep 5) Unter den Crustaceen und Insekten einige Dar! | er Arten von HKiemenfülslern(a), die Hellere- und s.: en un sel(Oniscus asellus L.)(b), die Skorpione(ec),| Wi RN r tınzer W) mehrere zweyflüglichte Insekten(d), die| 8 - in der 0 Blat- aber un (w) Arırn, Phil. Trans. 1697. p. 664. DaAır, ibid. se 1698. P- 90. FAnrgers, Abhandl. der Schwed.| bis zur Akad. B.XII. 1750.$.ıg9. Brocn, Schriften der| ach din Berlin. Gesellsch._B.ı. S.255 ff. kuchen ve (x) CAvorını’s Abh. über die Erzeugung der Fische den. ar ussuwWw. Sızı den as | n (y) Porrtrock's Reise u. s. w. 5. 77.| in‘. FoRsTer’s| mn Gesch. der Reisen. B. 3. von gr (z) Swammenpamm’s Bibel der Nat. S.73. (a) Cyelops quadricornis M. und Daphnia pennata M. 6) Di De. Geer’s Ablu zur Gesch. der Ins. B.2. Q.ı.| $. 37. die grünen Armpolypen u. s. w.| wu 1724, 5.58.|” : E em, (b) Fravenporrren in Misc, Acad. Nat, Cur. D.>. un I A.3. 1695 et 1696.-p. 5. HN (c) Revı opuscul. p.72. HB (d) Reaumur a.a O. T.IV. P.2. mem. ı0. p. 155. Dat DE Geir a. a. O. 5.358. ieh, gem 269 j nize Arten Dlatta Orientalis L.(e), die Blattläuse(f), , und vielleicht auch eine Art von Schildläusen chter Rai(Coccus), die sich auf den Ulmen aufhält(g). Die Blattläuse gebähren aber nur im Früh- linge und Sommer lebendige Junge; im Herb- ira(2), ste legen sie Eyer. ten einige ie Kellere Der Unterschied zwischen lebendiggebähren- pione(e) den und eyerlegenden Thieren ist indels. von ger CR ringer Wichtigkeit, wenn man diese Worte blos lat in der obigen Bedeutung nimmt, Man kann aber unter lebendiggebährenden Thieren auch m ahil solche verstehen, deren Früchte ihre Nahrung en bis zur Geburt nicht blos von dem Ey, sondern hriften der auch durch einen Nabelsirang und einen Mutter- kuchen von der Mutter erhalten, unter eyerlegen- dee fsche den aber die, deren Embryo bis zum Auskrie- chen aus dem Ey blos von dem Ey genährt wird, und in dieser Bedeutung ist jener Unterschied FORSTER Ss von grölserer Wichtigkeit, Alsdann sind die ein- pennata M.(e) DE GEErR a.a. O. S. 37. 99. 0uh(f) Grorrrov, Mem. de Y Acad. des. sc. de Paris. n us W 1724. Ed.g. p.462. Reaumurn a. 0. T.III.P.2. mem.g. p.61. DE Gern a. a. OÖ. S.28 fl. SEMIER Car. Di} in Lıcurenzerne’s Mag. f. d. Neueste aus der Phy- sik. B.2. St.ı. 8.73. (g) Reaumur a. a. O. T.IV. P.ı. mem. 2. p.105. . Doch widerspricht diesem Georrrovy(Hist, des Ins, 10. 3% de Paris. T.I. p.513.). 3 a a en u SE 270 mm einzigen Thiere, die lebendige Junge gebähren, blos die Säugthiere, vielleicht nur das Schnabel- thier(Ornithorynchus paradoxus) ausgenommen, dessen Zeugungsiheile von denen der übrigen Mammalien so sehr abweichen, und mit denen der Hayfische, Rochen und der lebendig gebäh- renden Amphibien so sehr übereinkommen(h); alle übrige Thiere aber sind dann eyerlegende. (h) Home, Phil. Trans. 1802. Drittes Erzeug Y giebt wahrnehin einer Ges gen einfa yermuih forscher obachtete üige Jung planen, W ara Ab gungstl Grund, au setz: im Stan gieht, dl Krisen ee Ri sich au mm a7 ' gebähren, 15 Schnabll. genommen, ler übrigen Drittes Kapitel. mit. denn Erzeugungsart der zweyten Classe. ndig gebäh. E mmen(h); Flegende, FE s giebt Organismen, an welchen sich nichts wahrnehmen lälst, was Zeugungsorganen, oder einer Geschlechtsverschiedenheit ähnlich wäre, de- ren einfacher Bau auch keine Geschlechtstheile Tr EEE vermuthen läfst, hey welchen noch kein Natur- forscher etwas, einer Befruchtung Aehnliches be- obachtete, und die sich durch Sprossen, leben- dige Junge, und Eyer oder Saamenkörner fort- pflanzen. Diese Körper sind es, die zur gegen- wärtigen Classe gehören. Aber ist das Nichtwahrnehmen von Zeu- gungstheilen und Befruchtung ein hinreichender Grund, um jene Körper in eine eigene ‚Classe zu setzen? Ja, ist überhaupt die Erfahrung im Stande, zu entscheiden, ob es Organismen giebt, deren weiblicher Zeugungsstoff blos nach gewissen Einwirkungen der leblosen Natur in einen Keim übergeht? Diese Fragen werden sich jedem gleich beym Eingange dieses Kapitels aufdrängen. Wir wollen indels, ehe wir sie ) u end m anne u ae rn VE| 272 gun erörtern, zuvor eine Reihe von Thatsachen auf. stellen. Bey den Insekten scheint das weibliche Indi- viduum schon mehr, als bey den höhern Thier- classen, der Hülfe des männlichen zur Fortpflan- zung entbehren zu können, wie das erwähnte Beyspiel der Blattläuse beweist. Die nächste Stufe nach den Insekten nehmen. die Würmer ein, und diese machen den Uebergang zu. derje- nigen Classe von Organismen, die noch keinem Beobachter eine Spuhr von Zeugungstheilen und von Paarung gezeigt hat. Bey den Naiden(i) und der Nereis prolife- ra M.(k) dehnt sich das letzte Gelenk ohne vor- hergegangene Befruchtung allmählig aus, und sondert sich nach einiger Zeit vom KHörper ab. Vorher aber treibt es selber erst andere Junge durch die Ausdehnung seines letzten Gelenks hinten hervor. Eben so pflanzt sich der Lumbricus variega- tus durch junge Brut fort, die wie Sprossen aus demselben hervorwäckst(}). Für (i) O. F. Mürzer von\Vürmern. des sülsen u. salzi- gen\Vassers.$.33 fi. (k) O. F. Mürrer Zool. Dan. Vol..2. p. 34. (D Bonner Traite d’Insectolog. T.U. Obs. ı. 50. fir nen gen! für ie It warn(Ds Jung ein N Inzwist dich eigen yir die le fenhait- Il Yon dem macht, di nung Ye (n) Hau yıll 4 (9) Hi LiRS obaclı nenme te di der 0 Fe 273 sa h Ay A...». achen aul, Für eben diese Thiere(m), für den gemei- nen Kegenwurm(n), für den Biutigel(0) und hche I für die Intestinalwürmer, besonders den. Band« dlicne Indı. ! hern Thier. t Fortpflan. wurm(p), ist ferner jede gewaltsame Zerstücke- lung ein Mittel zu ihrer Vermehrung, 5 erwähnte Inzwischen gehören manche dieser Thiere )ie nächste doch eigentlich in die dritte der Classen, worin . a= 4"00% cr= T’£- ie Würmer wir die lebenden Organismen nach der Verschie FT a En se s 3 zu derig denheit ihrer Fortpilanzung eingetheilt haben. ch keinem Von dem Regenwurme wenigstens ı15t.€5 ausIe- macht, dafs er sein Geschlecht auch durch Paa- heilen und rung vermehrt(q). N Erst is prolif SR RN y- R B eis prolii(m) SpAaLLAanzants physik. u. imathem. Abhandlı ohne vor- S, ı5.. Müııen von Würmern u. s. w. a.a. O. aus, und(n) Harızrr EI. phys. T.VII. L.XXIX. 8.2.$. 52 hörper ab, p.ı64: Mira vermium etc. hist, VoLL PRILn \ere Junge P- 9: nn edenk(0) Hazıer 1, c. Doch ist dies. sowohl nach Mür= ı£r’s Versuchen,(A: a. O.) als meinen eigenen Be: obachtungen noch zweifelhaft, Von mehrern Span- 15 variegae nenmessern,(Hirudo geometra) die ich in der Mit- a te durchschnitt, starben die Vordertheile gleich näch r0S5 der Operation, und die hintern Hälften nach weni: gen Tagen. indefs habe ich diese- Versuche ım Fur October angestellt. Vielleicht würden sie ın der Mitte des Sommers günstiger ausgefallen seyn. on u, salz(p) Harrer 1. c p.158 (g) Pouranrt, Hist. de l’Acad. des sc. de Paris. 1699: Ed.8. Pp- 40: 111. Ba; IS % 1 30 DIR wmrenunne Erst mit den fängt sich ei- gentlich die zweyte jener Classen an. Die Hy- der pflanzt sich während des ganzen Sommers durch Keime fort, die aus ihrem Körper her- vorsprossen, sich zu einem der Mutter ähnlı- chen Individuum entwickeln, sich von dieser trennen, sobald sie einen gewissen Grad von Ausbildung erreicht haben, und nun abgesondert ihr Leben fortsetzen. Eben diese Thiere aber bringen im Herbste, statt der vorigen knospen- artigen Reime, Eyer hervor, welche den Winter hindurch unentwickelt bleiben, und erst im fol- genden Jahre durch die Frühlingswärme ausge- brütet werden(r). Hier ist kein Verdacht,von Befruchtung durch männlichen Saamen. Die Fortpflanzung geht in das sechste Glied fort, auch wenn die Hyder ganz abygesondert von ei- nem ähnlichen Individuum aufbewahrt wird(s). Auf ähnliche Art vermehren sich die übri- gen Polypen. Die Fortpflanzung der Eschara pilosa des Parras geschieht durch Auswüchse aus den äussersten Zellen, welche ebenfalls in vollständige Zellen übergehen, aus denen ein jun- ger Polyp hervorkömmt(t). Die Jungen der Ser- (X) Parras Elench. zooplyt. p. 28. (s) Haıfenl.oc 54, p. 173. (t) Lörrzinc, Abhandl. der Schwed. Akad, B. XIV. 1752. 8118. Berl ve} cds)() hllen sich| forms, U ger werde in zwey An is und st shlemigen sellschaft h yon diesem zu einer und eine menpoljpe Durch auch die Z meisten Yt ist der$ setzt(w) Wit bey] ticht selte (W) Parzas (N) Prıas A de D (9) Yan By: st: sich ai Die H. ı Sommer; örper her utter ähnli von dieser Grad von abgesondert 'hiere aber 1 knospen- len Winter st im fol me ausge rdacht ‚von nen. Die jlied fort, ert von ei wird(s). h die übr- 'er Eschara Auswüchse benfalls in nein jun ingen der Ser d BA Sertularien, der Cellularia eburnea und Cellula. ria falcata P. entstehen aus blasenartigen Aus wüchsen(u). Die Blumenpolypen(Brachionus) bilden sich entweder in Eyern,(wie der B. caly= ciformis, capsulillorus, tubifex und rotatorius P.) oder werden durch Theilung eines Individuum’s in zwey andere erzeugt,(wie der B. campanula- tus und stentoreus P.) oder wachsen aus dem schleimigen Mittelpunkte eines Büschels in Ge- sellschaft hervor, trennen sich nach einiger Zeit von diesem Büschel, und vereinigen sich hierauf zu einer neuen Colonie,(wie der B, socialis P, und eine von Corumso beschriebene Art Bilu« menpolypen)(v). Durch Sprossen und Eyer pflanzten sich auch die Zoophyten der Vorwelt fort. An den meisten vollständigen Exemplaren von Encriniten ist der Stamm an der Basis mit Sprossen be setzt(w), und auf der Hube bey Einbeck, so wie bey Brügge ohnweit Hannover, findet man nicht selten neben Encriniten eine gröfse Menge kugel- (u) Paızas 1. cc. p. 60. 110. (v) Parzas 1, c. p. 90. Voror’s Mag. f. d. Neueste aus der Physik u. s. w. B. VI. St. 2. 8.48. (w) Vorsr’s Magazin f. d. Neueste aus der Physik, BVL St.4 Tab.l. fig. ı. S2 rn ai mn AENTEAE dn n mlnt Ten a a u ee er ram rn en e_ 276 ee kugelförmiger Körper, welche die Eyer dieser Thierpflanzen zu seyn scheinen(x). 4 Noch einfacher, als die Fortpflanzung jener Polypen, ist die der Infusionsthiere. Dey dem Kugelthiere(Volvox globator L.) spaltet sich der Körper der Mutter, und aus der entstandenen Oelfnung tritt die Nachkommenschaft hervor, die man schon im Leibe der Erwachsenen bis in das vierte Glied erkennt(y). Der NHleisteraal gebährt lebendige Junge durch peristallische Bewegungen seines VUle- rus(2). Ein von Mürrecrr entdecktes Infusionsthier, das Gonium peciorale, das aus sechszehn, durch eine viereckige Membran unter einander ver- bundenen HRugeln besteht, vermehrt sich, indem sich diese Kugeln eine nach der andern von der Mutter losreissen(a). Am (x) Brumengachn specimen Archaeologiae telluris etc. p.24. Tab. III. fig. ıı. (y) Röser’s Insektenbelustigung. B.IIT. 8.619. De Geen, Abhandl. der Schwed. Akad. B.XXIII. 1761. 5.312.>PArLAsl E27 pl4ıG (2) HALBER: Ic Er RRKIK 8. Ep. (a) Neue Abhandl, der Schwed, Akad, B. 2. 1792. ©. 21 Ih In en a Dat hr Saamenl silige The Auch| ges jene| Jer Deobac gene Bei “hat. man „hen, U „als eher „einen\l „so habe Lssunen? in Bauen( tungen de län dir schon N setzt, d ihiere dı sehr leic Beratung je war, mm 9-7 Pet h Eyer dit Am einfachsten aber ist die Vermehrung der zur Gattung Monas gehörigen Infusionsthiere und nZUng jene der Saamenthiere, Sie geschieht durch eine frey- Boyd willige Theilung derselben(b). tet,sich& Auch bey den Infusionsthieren erfolgt übri- entstanden.. i gens jene Fortpflanzung nach dem Zeugnisse al- hervor, di- SER ‚di ler Beobachter von Gewichte ohne vorhergegan- 1 bis in di 22 i sin du gene Befruchtung.“Niemals”, sagt BonneT, “hat man dergleichen Thiere sich begatten gese- ao„hen, und. wenn man‘sowohl Eyer legende, dire Jung 3 x>. E’„als lebendige Junge gebährende von ihnen im geineg Ur, Be „einen völlig abgesonderten Zustand gebracht hat, „so haben sie sich allemal fortgepflanzt.” Dlos naher LEEUWENHOER und in neuern Zeiten, ein Physiker in Rouen(e) wollen Beobachtungen von Begat- ‚ehn, durd/ 5 A. tungen der Infusionsihiere gemacht haben, Al. nander vi| O sr lein der'Lezuwennuosrschen Beobachtung hat sl) u& x \ schon Mürrer(d) die Bemerkung entgegenge- dern von dit SS setzt, dafs, wer die Vermehrung der Intusions- f thiere durch Theilung nur oberflächig betrachtet, ı sehr leicht verführt werden kann, sie für eine A Berattunge zu halten, und dals es vermuthlich iae telluris€ D ö jene war, was LEEUWENHOER für die letztere all» 1, 5.619.|) BXKIIL,(b) Mürrer vermium etc. hist. Vol.I. P.x. p.$. (c) Voıct’s Mag. f. d. Neueste aus der Plıysik. B.YV. r SE2..9. 108% 3° Ba MW(4): Lie;aps10.532: 278 u ansahe. Die Beobachtung des Physikers in Rouen trifft zwar dieser Einwurf nicht, aber doch ein anderer eben so wichtiger, nehmlich dals man bey keinem Gegenstände in der Natur- lehre so leicht sehen kann, was man sehen will, als bey den Infusionsthieren, An die Thierpflanzen, schliessen sich unter den Pflanzenthieren die Familien der Wasserfäden, Tange und Pilze, wie in ihrer Organisation, so auch in ihrer Fortpflanzungsweise zunächst an. Die Brunnenconferve(Conferva fontinalis L. C. limosa DıLLwvn.) vermehrt sich durch ein eyförmiges Knöpfchen, wozu die Spitze des zar- ten Fadens, aus welchem jenes Gewächs besteht, anschwillt. Dieser Knopf trennt sich nach eini- ger Zeit vom Faden, setzt sich am nächsten Or- te fest, und treibt bald eine Spitze, die sich zu einem vollkommenen Wasserfaden verlängert(e). Auf eine ähnliche einfache Art geschieht die Fortpflanzung aller von Rornu zur Gattung Üe- ramium gerechneten Arten... An der Oberiläche ihres Stamms oder ihrer Zweige erzeugen sich zu gewissen Zeiten, und‘zwar meist im Früh- linge, beerenartige Hörper, welche ‚gewöhnlich ein oder zwey kleinere Körner enthalten, und bey (e) BrumengAcHh im Götting. Mag. von LicHTEn- BERG U. FORSTER. Jahrg.2. St.ı. S.80. har fen und Eben| m(eram chospermu schen den Glieder d halten ei leicht die Bey \, der Rirnlart die Org des Gewi ter Art, gelnälsı schon demsell als grö inne| Durchm Lebenspe Iene denen Ar () im dass h si N’ yeiken ı bey ‚völliger Reife entweder abfallen, oder sich\ nicht, ah= N- ae Al öffnen und sich ihres Saamens entledigen(f). ‘, nehmlich N der Nitır. man sehn chospermum moniliforme. Sie sitzen hier zwi- schen den büschelförmigen Zweigen, womit die I sich. unter Glieder dieses Gewächses besetzt sind, und ent- Wasserfäden, halten eine Menge dunkler Körper, die viel« anisation, st leicht die Saamenkörner sind. d nächst an, Bey den eigentlichen Conferven(Conferva fontinalis L R.), dem Wassernetze(Hydrodictyon R.), den ı durch eı Rivularien und vielen Tremellen befinden sich tze des zan die Organe der Fortpflanzung in der Substanz chs besteht des Gewächses, und zwar sind sie von doppel- ı nach ein ter Art. Sie bestehen entweder in kleinern, re- gelmälsig an einander gereiheten Körnern, die schon bey der ersten Bildung des Gewächses in demselben vorhanden sind; oder sie zeigen sich Jächsten 0r die sich z erlängert(1) als gröfsere, eyerartige Körper, die mit dem geschieht Ü innern Schlauche der Conferven einen gleichen Gattung(+ Durchmesser haben, und erst in einer gewissen r Oberlli Lebensperiode dieser Phytozoen entstehen. zeugen sich st im Fi Jene kleinern Körner sind bey den verschie. gewöhnlil denen Arten der Conferven auf verschiedene Art halten, uf gene: bey(f) Rorm catalecta botan, fiı. P.15S. Ebenders, über Lioser das Studium der cryptogam. Wassergewächse, S. 38. yon a | S4 280 grzzenamm geordnet. Bey einigen, z, B. Conferva setifor- mis(decimina Mürr.), und spiralis R.(quinina Mürr.) sind sie in einem Zickzack, oder in ei- ner Spirallinie an einander gereihet; bey der Con- ferva bipunctata R,(stellina Mürr.) bilden sie sternförmige Figuren, und bey der Conferva di- varıcata AR, machen sie rechtwinklichte Parallelo- gramme aus. Bey der Rivularia endiviaefolia R., die aus einer schlüpfrigen, knorpelartigen, mit keiner äussern Haut bekleideien Masse besteht, ist diese Masse aus einer doppelten Substanz zusammengesetzt, aus einer homogenen, halb- durchsichtigen Materie und aus kleinern Körnern. Diese Körner sind in ästiger Gestalt an einander gereihet, und die Aeste sitzen wirtelförmig um einen gemeinschaftiichen Stamm, Die Tremella pruniformis(g) findet man in einem doppelten Zustande. Die schleimartige Masse der ganz jungen Tremellen enthält kleine gegliederte Röh- ren, die ganz das Ansehn von Conferven haben. Mit zunehmendem Alter erzeugen sich in oder neben diesen Röhren zugleich kleine runde Hörner, Diese kleinern Körner. sind diejenigen, wo- von ich im zweyten Buche dieses Werks(h) be- (g) Linckia pruniformis. Rorn’s Neue Beyträge zur Botanik. B.ı. (k) Biol, Bd,2. 8.585 If. 507. 508, hehan! zude S der Herau Penis| Körner a den, I jpg si merkbart trennen; das Ge find,€ Vermöge dem Mut dncren, neuen hatte eines Iustan jene Kl Fliche chen 2 ind, 4 Watser Ta| Mehren den si id ca DU ölsern oVa-(1) Vaucuer Hist. des Conferves d’eau douce. it der Bil(k) Mem. de l.-Acad.,, des. sc;»de Parıs. 1767. Ed. 4. ferve ihre p- 568. durchsich-(l) Meine frühern, im Juny und July ı803 über in jedem diese merkwürdige Conferve gemachten Beobachtun- t enthält gen habe ich im aten Bande der Biologie S$. 205. »löset. ist beschrieben. Im MHerbste eben dieges Jahrs fand y bee ich eine Varietät derselben, welche auf der Erde uhen Al;- und an Mauern, zwischen der Dirrwrnschen nach; x 2 n s 2- Re ch; Conferva muralis, in der Gestalt eines Teils wächst, A»; \ von 254 serwerserenn “«-«. yeicht IN eyförmige Finospen fortpflanzen sahe, theilt sich, ..» es x. ie ınuer® wenn sie ihre grölste Länge von 3 Linien er- Mut ; yirhst AD reicht A den und von schwarzgrüner Farbe ist, und sich durch die| ehnliche \ i) HI ausserordentliche Schnelligkeit ihres Wachsthums eLinen auszeichnet. Ein Stück jenes Tells, das ich in u: Wasser gelegt hatte, trieb binnen wenig Stunden Ic 2 Fäden, die mehrere Linien lang waren, und sich von allen Punkten des Umfangs jener Substanz Bewei Ä strahlenförmig ausbreiteten. In ihren Bewegungen ash kam diese Art oder Varietät mit derjenigen überein, Schnt die ich in den Sommermonaten 1893 beobachtet hen habe. Borsm scheint diese Conferve, die man| ie Oscillatoria terrestris nennen könnte, im 2ten Ilefte niet seiner Catal. botan.(p. 192.) als eine Varietät seiner| die Conferva amphibia, unter dem Namen Conferyva Ei, amphibia atra, angeführt zu haben. Sie hat aber de mit der Conferva amphibia nichts weiter gemein,| dh als dafs sie auch auf der Erde wächst, Sir Noch eine andere Art oder Varietät, die grölste,| I: und schönste, die mir bis jetzt vorgekommen 1StH di fand ich im März 1804 in Gräben bey Bremen, wo| de sie Haufen von verfaulten Blättern, die an einander ter klebend auf dem WVasser schwammen, bedeckte. nel Ihre Farbe war von dem schönsten, ins Blaue fal- jede lenden Dunkelgrün, Ihre, dem blolsen Auge auto sichtbare Fäden waren halp so diek, wie die der Ina Conferva spiralis R. und zeigten unter einer stär-| Ware kein Vergröfserung eine zahllose Menge, der Quee-| Int re nach liegender, paralleler, nur durch enge Zwi-| sch schenräume von einander abgesonderter Ringe. Die An Bewe- N messe 285 theilt vi, reicht hat,-in zwey ungleiche Hälften.- Die Linien«, kleinere, von der Länge einer halben Linie, reicht wächst an ihren beyden Enden fort; diese wer- ich durch di, den rund, und sie selber. theilt sich auf die Wachsthun, nehmliche Art, wie die vorige, sobald sie auch “das ich 3 Linien grols geworden ist. Die Mutterpflanze venig Stunden ersetzt unterdels ihren Verlust ebenfalls wie- en, und sıh: der| Auer. Sub Bewegungen dieser Fäden waren weniger lebhaft, a als die der beyden oben erwähnten Arten. In der gen here Schnelligkeit ihres Wachsthums kamen sie aber de- 05 beobadlta nen der vorhin erwähnten Oscillatoria terrestris völ- 7e, die mm lig gleich. Sogar unter einer Loupe, die nur ei- Br h:; E; im oteu Hei nige mal im Durchmesser vergrölserte,, konnte ich arıgtät seiner die Verlängerung der Fäden deutlich wahrnehmen. en Conferva— Ich legte diese Conferve in ein gläsernes Gefäls, Sie hat aber das einige Pfund Wasser enthielu, Hier trieb sie ıter gemein, dicke, mehrere Zoll lange Bündel von Fäden, die von der Oberfläche des Wassers herahhingen. Von He ori Zeit zu Zeit sonderten sich einzelne Fäden von , die grölß diesen Bündeln ab, und sanken im Wasser zu Bo«s ekommen Ist i 5 an den. Vor ihrer Absonderung machten sie Oscilla» Bremen, wo‘€ a tionen, die sich schon mit der blofsen Loupe wahr- ie an einander 5: i: bulel nehmen liessen Man muls sich aber hüten, nicht on, Dedecilt E55£& RE f jede Bewegung dieser und ähnlicher Conferven für ins Blaue Kl 3; Ss automatisch zu halten, Ich beobachtete an einigen plofsen Aug 5 5- x: n jener Fäden, die zur Hälfte mit Schlamm bedeckt wie dıe el e- 5 waren, sehr heftige Oscillationen. Bey genauerer F einen stil e, der Quer | ‚e Iwi- h enge ZW Untersuchung aber fand ich, dafs diese durch eine sehr grolse, meines Wissens noch unbeschriebene Art von ‚Infusionsthieren verursacht wurden, die - Ringe: Die Dewe' sich in dem Schlamme aufhielt, Ten en EEE EEE can sen ans ripisae 286 Bun nen der(m). So sahe VavcHer(n) auch an dem Wassernetze(Hydrodictyon, utriculatum PR.) die einzelnen Seiten der Pentagone, woraus dasselbe zusammengesetzt ist, sich von einander trennen, und nach der Absonderung sich zu einem eige- nen. Wassernetze entwickeln(o). Endlich finden wir an der Tremella prunifor- mis auch noch ein Beyspiel von Fortpflanzung durch Knospen. Jenes Gewächs nehmlich sieht man. im Mai mit grünen: Punkten besetzt, die sich immer mehr vergröfsern,' bald darauf als gleichartig mit der ursprünglichen Tremelle zei- gen, und sich wahrscheinlich von dieser tren- nen, (m) Apansow a.a. O. (m) 3A. 0; (0) Vielleicht theilen sich unter gewissen Umständen auch noch diese einzelnen Seiten wieder. Ich er- hielt im Anfange des August 1805 von meinem Bru- der einen Haufen WVassernetze, woran jede Seite des Pentasons nicht, wie gewöhnlich ,. einen Cy- linder bildete, sondern aus zwey oder drey, durch diinne Fäden zusammenhängenden ovalen Schläuchen bestand. Vermuthlich würden sich diese Schläuche au dem natürlichen Standorte jener Gewächse von einander getrennt und zu eigenen\Vassernetzen or- 8 wandten Sorgfalt- olıngeachtet, bald ın Fäulnils ganisirt haben. Mir gingen sie indels, aller ange- über. Wenige yöhnten P und Tang zu finden bisherigen Jeobachtu und, ur hlos einfa ders um (p) Re 1m] in Alt Karte, nem SID) krä Zwei Neu Roru ler ı merkte u em ei Schnf di e schied, namen 287 han dem nen, wenn sie eine gewisse Grölse erreicht ha- m R.) die ben(p)- US Casselhe ler trennen, Weniger Mannigfaltigkeit, als bey den. er- einen ei wähnten Pflanzenthieren, scheinet bey den Ulven und Tangen in Betreff der Fortpflanzung statt zu finden, so viel sich wenigstens nach den I prime bisherigen, freylich noch sehr eingeschränkter ...ıd. Den ıtplanzung Beobachtungen, die über diese Körper gemacht Sulrehn ch sind, urtheilen lälst. Bey den Ulven sind es en di blos einfache, in der Substanz derselben, beson- es r Kan ders um den Rand,‘ohne eine gewisse Ordnung A‘ ZEeT- 'emelle zei: ieser frei(p) ReAumur’n(Mem. de l’Acad. des sc. de Paris. un 1722. Bd.$.-(P-165;) gelang es auch, diese Finospen in Plumentöpfen, worin er sie auf Sand oder‘Erde N säete, aufzuzichen, Er erinnert aber, dals er sie niemals auf dem eigentlichen Nostoch, sondern auf einer andern Art gefunden habe, die er den ge- 1 Umständen RN kräuselten Nostoch nennet, und. welche ohne ler. Ich er:; ER=:: ja Zweifel mit demjenigen Körper einerley ist, den Lıin- meinem Bru- ne ne unter dem Nahmen Ulva pruniformis beschrieben, n jede veite Rortn aber anfangs unter die Tremellen, und nach- ‚.einen(-: a€: And her unter die Linckien versetzt hat. Zugleich be- drey, dureh£ 5=:: a Ä merkte er, dafs, die gesäeten Hnospen nie wieder zu einer Tremella pruniformis, sondern immer zu se Schliuc einer Tremella Nostoch wurden, und als solche nie wächse, 00 wieder Knospen ansetzten. Diese, von neuern ernetzen 0" Schriftstellern übersehene Beobachtung beweist, dafs aller ange ’ die Tremella pruniformis und der Nostoch nicht ver- in Fäulus schiedene Arten, sondern blolse Varietäten sind. u Fr nen- EEE Er Tre u ann en TEE nn nee nee Zu Ta ee mr TEE nn© 288 mem zerstreute Hörner, was sich für Keime annch- men lälst. Bey den Tangen findet man auf der Oberlläche derselben warzenförmige Erhabenhei- 'ten, die an ihrer Spitze mit einer Oeffnung ver. sehen und mit einem gelatinösen Safte angefüllt sind. Unter ihnen liegen Bläschen, welche Kör- ner enthalten, die zur Zeit der Reife aus den Oefinungen der warzenförmigen Körper ausflies- sen. Bey den Ulven berechtigt uns indel[s blos noch die Analogie, die erwähnten Körner für Keime zu halten. Dafs aber die Körner, die man in. der Substanz der Tange antrifft, wahre Keime sind, ist durch SrtackHuovsz(g) bewie- sen,‘der sie mit der schleimigen Feuchtigkeit, worin sie eingehüllet sind, auf Felsensiücke strich, diese abwechseind in Seewasser tauchte und wieder der Luft aussetzte, um die Ebbe und Fluth nachzuahmen, und bey diesem Verfahren binnen einer Wuche aus jenen Körnern kleine Tange erhielt. ‚Sehr nahe verwandt mit den Algen, tınd besonders mit den Ceramien, sind, dem äussern Ansehn nach, die Staubpflanzen(Byssus).“Auch geschieht wahrscheinlich ihre Fortpflanzung auf ähnliche Art, wie die der Ceramien, Man fin- det nehmlich auf ihrer Oberfläche pulverartige Hör- (4) Nerxeis. Britannica, Fasc, Il, Praefat, Kürnet N ya I eh yon Dep I auf beyde Bltersch chen, We hlls zu z0en pik So wie il tere fort wird mi WorAUS Ani ien und scher eb Gesch den Ta le, die een ga ame nnd Körner, welche vielleicht dasselbe für sie sind, an auf de was für die Ceramien die beerenförmigen Hör- Erhabenhi per, womit deren äussere Fläche besetzt ist. elfnung ver ifte angelil Bey den Pilzen entdeckte schon MichELt(r) welche Kür auf beyden Seiten der Lamellen des Huts der eife aus dan Blätterschwämme ausserordentlich kleine Kügel- rper auslies chen, welche, nachdem sie gesäet waren, eben- 5 indels bias falls zu Pilzen wurden,‘Manche dieser Phyto- Körner fir zoen pflanzen sich auch durch Knospen fort Körner, di So wie ihr oberer Theil vergeht, wächst der uns trifft, wahr tere fort, dringet tiefer in den Boden ein, und ;(g) bewis wird mit kleinen kugelförmigen Körpern besetzt, nl ni ‚oraus neue Pilze hervorkeimen(s). feuchtigkelt, w Ssne|(s) tücke strich,“ et An den Thierpflanzen, Wasserfäden, Uera: Ebbe un n Verlahre mien und Ulven beobachtete noch kein Naturfor- scher etwas, das sich mit Wahrscheinlichkeit für MM Geschlechtsorgane hätte annehmen lassen. An rnern Klein 2;$ den Tangen und Pilzen hingegen fand man Thei- le, die man für Zeugungsorgane halten zu müs» sen glaubte, Algen, tnd Der dem äussern sus): ‚ui er) Gen. pl. P.135; Danzung&'(s) Buxzaum in Commentar. Detrop. T. HI p. 263, , Man In N. J. Jacovın collectaneorum supplementum. p: 160; pulveratt Henwıo theor. generat, et fructif: plant, eryptogam fir'Ed.2. p, 228: III. Bd»% YET Baia En 2 AT at a a RE a VE Tu A 290 gms Der Erste, der die Tange genauer untersuch- te, Beaumur(l), sahe auf den Blättern des Fu- cus serratus ‚L/ eine Menge sternförmiger, aus unzähligen sehr zarten Fäden bestehender Bü- schel, wovon diejenigen, welche zu einerley Bü- schel gehörten, aus einerley Oefinung des Blatts hervorkamen. Zugleich beobachtete er, dals ge- gen die Zeit des Abfallens dieser Fäden die En- den der Blätter anschwollen, und dafs sich in der angeschwollenen Substanz die oben beschrie- benen saamenartigen Körper erzeugten. Gestützt auf diese Beobachtungen erklärte er jene Fä- den für die männlichen Geschlechtsorgane der Tange, ‚An den Blätterpilzen(Agaricus) beobachtete Hepwiıc(u), in der ersten Zeit des Entstehens derselben, auf der obern und untern Fläche der Haut, wodurch während jener Zeit der Hut mit dem Stiele verbunden ist, eine violette Masse, welche bald röthlich braun wurde. Brachte er hiervon einen Theil behutsam unter das Micro- scop, so zeigten sich ihm durchsichtige saftige Fäden, an welchen ‚unzählige hellbraune Kügel- chen befestigt waren. Diese sind, seiner Mei- nung nach, die männlichen Befruchtungstheile. Den (t) Mem. de F’-Acad. des sc, de Paris. 1711. Ed. 8. p. 371. 1712. p. 26. (a). le.&.. pP. 231 8q, Den mie ad N geil An pl Die Bläschen, hener als Toren hi Sub, de lnglichte Blätter hi schwarzen Aehnliche (Hyd Befruchti Haut an, die, anı fndlichen anzusch: scheiden Wis h Betref männliche üie Antırg ma ler 1) Nach die er Men, en 291 7 untersuc, t Den untern Rand der Blätter des Huts fand er ern des Fi, Örmiger,; mit sehr vielen zarten, cylindrischen Fäden be- er, an tehender J; setzt. An einigen derselben hingen kleine Ku- i 1 veinerlen geln. Die Blättchen selbst bestanden aus lauter „al ng des Dh Bläschen, von welchen einige grölser und ern: Ran bener als die übrigen waren. Nach vierzehn ' Ss le> de. N 1 Tagen fiel aus den Blättchen em Schwarzer äden die Fı D dals sich ü ben beschris Staub, der unter dem Vergrölserungsglase kleine länglichte Kugeln bildete. Die Bläschen der Gar Blätter hielt Hepwıc für die Fruchtknoten, den en, Gestüht en: es schwarzen Staub aber für den reifen Saamen, er jene Hi.:; Aehnliche Beobachtungen machte er an den Lö- ıtsorgane de i 1tsorzane(i cherpilzen(Boletus). Bey den Stachelpilzen (Hydnum) traf er die von ihm für männliche heohachten Befruchtungstheile angenommenen Rörper in.der Raistehen Haut an, welche den Hut bekleidet. Ob aber Fläche di die, an den Blättern oder Röhren der Pilze be- firdlichen’Fäserchen für Griffel oder Narben der Hut nı j anzusehen sind, getraute er sich nicht, zu ent- olette Mass, scheiden, Brachte& r das Niere Was ist von diesen Behauptungen zu halten? ichtige all In Betreff der ReAumuzschen Meinung von den braune Rüge männlichen Zeugungstheilen der Tange wird sich seiner N die Antwort auf diese Frage leicht ergeben, wenn chtungsthelt man folgende Thatsachen erwägt: Da ı) Nach Baster’s Beobachtungen finden sich 1, EdB} die erwähnten Büschel da, wo sie vorkom- men, immer nur an gauz jungen Pflan- 48 zen AA N | i | H ‚ | | | 292— zen(v). Bey allen Thieren und Pflanzen aber entwickeln sich die Zeugungstheile erst in der Periode des vollkommnern Lebens (vita maxima), Der Analogie nach können also jene Büschel keine Geschlechtstheile seyn. 2) Wir haben gesehen, dals die Saamenkörner der Tange in der Substanz der Blätter und zugleich in einer gallertartigen Materie liegen. Wie kann also der männliche Zeugungsstoff aus jenen Büscheln zu diesen Rörnern ge- langen? 53) STAckHoUsE(w) bemerkte, dafs jene Bü- schel sich blos zur Zeit der Ebbe auf den Tangen finden, und verschwinden, wenn diese eine Zeitlang im Wasser gewesen sind. “ Hiermit fällt die Reaumursche Meinung gänz- lich, und es bleibt nichts übrig, äls anzu- nehmen, dafs die pinselförmigen Härchen, die man auf der Oberfläche der Tange an- trifft, blos eine schleimichte, zur Zeit der Ebbe an der freyen Luft verdickte Substanz sind. Eben so unrichtig ist auch Hepwıc’s Mei- nung von den männlichen Geschlechtstheilen der Pilze Die Filamente, die er auf der obern und (v) BAaszer opuscul. subcesiv, T.I, L.3. w)leo nd ie Blieseh Fnetehens serhnnden sind nicht yodirch( gg mit d Sıamende der Rand Stiele ent den öl klebriee weiterus auspezon bemerkt, auch di den At malische dem Ver ssen si Chen(es, {ln und en 293 Ind Plans, ngstheile or; inern Leben, nach können htstheile it, und innern Fläche der Haut, wodureh bey den Blätterschwämmen, während der ersten Zeit des Entstehens derselben, der Hut mit dem Stiele verbunden ist, in einer violetten Masse antraf, sind nichts weiter, als Reste der feinen Fäden, Saamenkörne wodurch die Ränder der Lamellen dieser Schwänm- r Blätter;;: 3 r Blätter u me mit der zottigen inwendigen Öberiläche der Materie lien, Saamendecke so lange zusammenhängen, bis sich Zeugungsti der Rand des Huts bey seiner Ausbreitung vom hörnernn i Stiele entfernt, so wie die Filamente, die er bey den Löcherschwämmen fand, Ueberbleibsel der hs; klebrigen Masse, welche die Löcher derselben in dals jene Bi 2 En ihrer ersten Jugend incrustirt, und bey der Er- Ebbe auf dk; Pe weiterung des Huts und der Röhren in Fäden , vell T a ausgezogen wird. Dies hat schon Tone(x) ewesen sSını= Fi} Br R bemerkt, und ich kann noch linzusetzen, ‚dafs einung gän:\}" | auch die Kügelchen, die Hepwıc an jenen Fä- &, als anzı: 5 Ä; i; rd den ‚hängen sahe, gar keine Beziehung auf die ven Härche 2 j\ ; Fortpflanzung des Geschlechts haben. Sie sind \er Tange u: 3- i i= Es dieselben, die man in allen gallertartigen, ani» zur Zeit ke£ I. s malischen und vegetabilischen Substanzen unter a n ickte Substau| A; i : dem Vergröflserungsglase wahrnimmt. Uebrigens lassen sich einer jeden Hypothese von männli- epwie's Ih chen Geschlechtsorganen der Schwämme die Trüf- EDWIGS -htstheilen di uf der oben nl feln und der Bovist entgegensetzen. Bey jenen findet (x) Schriften der Berlinischen Gesellschaft. B. VI. S, 71 ik 7. T3 A er u a i ı a a FE 5 ER u ee BE Pe Ph Ba AR 294——— findet man, wie schon Georrror(y) beobach- tete, nichts Saamen- Aehnliches, ausser schwar- zen Körnern, die in dem Fleische derselben ver- borgen liegen. Wie ist hier eine Befruchtung möglich? An dem Bovist ist das Einzige, was sich für Zeugungsstoff annehmen läflst, der in dem Hute desselben enthaltene Staub. Ist dies männlicher Zeugungsstoff, was soll er befruch- ten? Ist es weiblicher, wodurch kann er be- fruchtet werden? Das Resultat unserer bisherigen Untersuchun- gen ist, dafs bey einigen Würmern, bey allen Thierpflanzen und bey den Pflanzenthieren aus den Familien der Pilze, Wasserfäden und Tange keine männliche Zeugungstheile wahrzunehmen, und allem Vermuthen nach auch nicht vorhan- den sind. Geschieht also die Entwickelung des weiblichen Zeugungsstoffs dieser Organismen ohne alle vorhergegangene Befruchtung? Diese Frage drängte sich uns schon im Anfange des gegen- wärtigen Kapitels auf, und jetzt ist es Zeit, sie näher zu beleuchten, Es giebt viele Naturforscher, die sich für berechtigt halten, auf die Analogie der zusam- mengesetztern Organismen des Thier- und Pilan- zen» (y) Mem, de I’Acad, des sc. de Paris. 1711. Ed.&. pP. 29, 1he zenrelli® Fre ofen d N Aenlich of Anlgie| Organismn Iyer for yendiges Sollte si zen, Bil Die Gründe fragen; nicht. au und Pl vorberge Samen bewenl die B] fruchth und da Ist, we sen Pa gende 6 noch hi Ob nich einen; sen der (Y) bank ierselben yır zenreichs eine verneinende Beantwortung jener Frage zu bauen. Die Vermehrung der Thier- pilanzen durch Sprossen, sagen diese, geschieht Befrucht ra i i Ch freylich ohne vorhergegangene Paarung, wie die Einzige, y B; 0% 1 Analogie der Pflanzen beweist, Aber bey allen al: n Ä Bu& St, der i Organismen, die sich durch Saamenkörner oder Ib. Ist din Eyer fortpflanzen, ist die Befruchtung ein noth- er befruch wendiges Erfordernils zur Bildung dieser Reime, kann er be Sollte sie es also nicht auch bey den Thierpflan- zen, Pilzen, Wasserfäden und Tangen seyn? Untersuchur i;; ß Br Dieser Meinung lassen sich indels wichtige , bey all REP lan Gründe entgegensetzen, Man ‚kann erstens i N;: ithieren a fragen: ob es so ganz ausgemacht ist, dals sich und Tangı nicht auch auf den höhern Stufen des Thbier- zunehmen, und Pflanzenreichs Körper finden, welche ohne ht yorhar vorhergegangene Paarung fruchtbare Eyer ader ckelung& Saamenkörner erzeugen? Wir haben schon oben nismen ohtt beinerkt, dals manche Insekten, und! besonders Diese Frag die Blattläuse, mehrere Generationen hindurch des gegen fruchtbare Eyer oder lebendige Junge gebähren es Zeit,&t und dafs es eine ganz unbewiesene Hypothese ist, wenn man bey diesen Thieren einer einzi- gen Paarung das Vermögen zuschreibt, alle fol- die sich fü gende Generationen zu befruchten. Wir können sat 2: 5 der zu noch hinzusetzen, dals es sehr zweifelhaft ist, i a::; x: und BI ob nicht sogar einzelne Arten der höhern, mit zen einem artikulirten Skelett versehenen Thierclas- sen der Begattung zur Fortpflanzung entbehren ‚2ß an LA kön- f4 296 mare können, Vielleicht sind die Meernadeln(Syn« ac m gnathus) solche Arten. Parras fand‘ niemals Pia| unter diesen Thieren ein Männchen. Alle, und Tod selbst die jüngern, waren im Monat July mit Jagungs Brut angefüllet(2), Im folgenden Kapitel: wird gu Fin sich hi schen 2 (2) Pinnarum ventralium, sagt ParrAs(Spicıl. zool. zur Bile Fasc. VIII. p-532.) von der Fistularia paradexa, in hergenn pisciculo nostro situs, magnitudo, cohaesio sunt ns ejusmodi, ut ad peculiarem necessario usum desti- j natae videri debeant. Forte in sacco, quem effor- en mant, ova sua circumfert pisciculus donec excludan- EN Zur ut Yidelphis imperfectissimos catulos intra Gründ saccum abdominalem maturare solet. Sie in Syn» gnatho(mi fallor, non enim bene notavi) pelagico Au ova rupto longitudinaliter abdomine protrusa et se- usgele Tiatim maternae alvo adhucdum inhaerentia vita, im al Sed anne tune maseulis Fistulariae nostrae eadem hihrm erit constitutio sacci ventralis? Ft guanam ratione anseel sperma masculi ad ova laxo sacco latentia perve-| Natır nıt? Haec. dificillime explicantur! Imo ne in Syn-| ur „gnathis nostratibus(Acu et Typhle) viviparis“. ni guidem, adhucdum scimus, anne masculi ope, per|" intromissionem spermatis, foetura foecundatur, quum N aestate In Omnium matrum alvo copiose yivam re- Een. perimns. Nemo circa hane rem curiosior fuit. Eyo fere dubitare coepi, an dentur in horum pisciculo- rum specie masculi, quum nuper(Mens. Jun. 1767) Al ad Holsatiae littora, inter Squillas copiose captas etiam hujusmodi pisciculos omnes foeminini sexus esse et| gesuuzuseg 297 1adeln{ü. |(9m sich auch zeigen, dafs man von verschiedenen Pflanzen ebenfalls fruchtbare Saamenkörner unter Alle, and“‘ en PL Umständen erhalten hat, wo kein männlicher at July nit 3 Zeugungsstoff auf die weiblichen Geschlechtsor-. Kapitel: vi) gane Einfluls gehabt haben konnte, sich Ja, was noch mehr ist, sogar bey dem Men- (Spiel m schen zeigt sich in manchen Re eine De Bde zur Bildung von Früchten, die durch keine vor- ? Fr 7 Y 2} r 12 n Gahacaih? hergegangene Begattung verursacht seyn kann Diese Behauptung klinget zwar befremdend. 0 usum dest: 1 quem el Aber man erwäge folgende Erfahrungen, und onec exeludn man wird eingestehen müssen, dals sie wichtige catulos int Gründe auf ihrer Seite hat, Sio ın Sm R Aus den Eyerstöcken wird eine Flüssigkeit v2) pelagic S AN ausgeleert, von den Franzen der Muttertrompe- erenkia vi ten aufgenommen, durch diese Röhren zur Ge- Lostrae'eadn bährmuiter geführt, und hier zu einer Frucht Wanam Taf ausgebildet. Dies ist der gewöhnliche Gang der latentia jerre Natur bey der Erzeugung des Menschen und der mo ne inSpie übrigen Säugthiere. Aber es giebt auch Fälle, le) virr wo man Embryonen in dem Eyerstacke, in der culi ope, Ft Fallopischen Röhre und in der Bauchhöhle fand, ndatar, qui Einen Fall der erstern Art, wo ein Foetus, der sa yıram I die ‚or fit, Ep ım piscieuli s. Jun. v0) ypiose cap etiam jnniores foetura repletos repererim, negue unicum masculum. Disquirant alij rem ‚omni' certe attentione dignissimam. oxus esse& Rx etialll men nun nn nam ne en mnenunter nn m dr ei RE tn 298 u die Länge von drey Linien. hatte, in einer Bla- se des linken Eyerstocks lag, hat Lırrae be- schrieben(a). Eben dieser Schriftsteller(b) und Duveaner(c) trafen auch Früchte in den Mot- ‘tertrompeten an, und Marrın(d) fand bey der Leichenöffnung einer Schwangern in der rechten Seite der Bauchhöhle ein Kind von 9 Monaten, das mit dem Gesichte auf der Leber und Gallen- blase, und mit dem Hinterkopfe auf dem Pylo- rus lag, und dessen Mutterkuchen an den drey ersten Lendenwirbeln befestigt war. Mehrere ähnliche Fälle haben Harrer(e) und Joszrar(f) gesammelt. Der letztere hat zugleich die Ge- schichte einer funfzehnjährigen Schwangerschaft geliefert, wobey das Kind in der Harnblase lag. Die Gebährmutter und der linke Eyerstock wa- ren natürlich beschaffen, von dem rechten Eyer- stocke aber blos noch ein dünner Strang übrig. In der Harnblase, die widernatürlich dick, an eini- (a).; de: l’Acad. des sc. de Paris. 1701. Ed. 8. p- 149 (b) Ebendas. 1702., p. 277. (ce) Ebendas. p.398- (d) Ebendas. 1716. Hist. p. 32, (€) Elem. Physiol, T,VIM. L.XXIX: S.1.$.2ı1. 22. (f) Ueber die Schwangerschaft ausserhalb der Gebähr- mutter und: über eine höchstmerk würdige Harubla- senschwangerschait insbesondere. S,25f. einige! s ihrer Inn ichse, U sney 0ef Jer recht Es anen VO chen, 2 der Eye nungen ken Ey Vier dı denen: Einer ıs Keiner h einem| n dm diesen Analog sch b (Nelic und zn ander vı tan B N V..\ De. einigen Stellen knorplicht und scirrhös, und auf Be: ihrer innern Fläche voll schwammichter Aus- | n wüchse und zottiger Büschel war, fanden sich m den Ar zwey Oeffnungen, eine am Grunde und eine an fand bey der rechten Seite(g). der rechter 9 Monaten, Es giebt noch andere Fälle, wo man nicht und Gall. einen vollständigen Foetus, sondern blos Kno- [ dem Pr, chen, Zähne und Knäuel von Haaren in einem in den drey der Eyerstöcke fand. BrumEnBAcH hat Zeichh- Mehrer nungen von acht Knochen geliefert, die im lin- 1 Joszenı() ken Eyerstocke einer Bäurin gefunden. wurden. ich die Ge Vier derselben sind mit Zähnen besetzt, welche vangerschi denen eines zwanzigjährigen Menschen gleichen. ‚nblase lag, Einer ist 10 und ein anderer 7 Pariser Zoll lang. rocken Keiner hat die mindeste Aehnlichkeit mit irgend onen einem Menschenknochen. Die Zähne hängen rang hr in denselben so unordentlich, dals zwischen ae diesen Knochen und den Kinnladen gar keine eill. Analogie statt findet. Der Eyerstock,, worin sie sich befanden, war in eine Honiggesch wulst in(Meliceris) von ungeheurer Grölse verwandelt, RN und zwischen ihnen lagen sehr viele, unter ein- ander verwickelte Haare, die keine Wurzeln hat- ten. BLumEnBAcH, sagt in seiner Beschreibung, die Massen seyen Ueberbleibsel einer Frucht, die ein und zwanzig Jahre lang in Eyerstocke gele- gen? gen hätte; er fügt aber hinzu: quantum scil. ex der Gebilt rela- ge Harubl« (g) Josernz a.a. 0, S.182 fl. mn ET nn en en TTrnins meinen m nem nn mn una wa Ze ER ne ; 300 wersmmuse, schläi® velatione et viso reperto, crassiore quidem Miner- It va consignato, maxima cum probabilitate hariola-| ei; vi licet(h).— Eine ähnliche Beobachtung mach- nn te CresHorn(i). Die Haare, Knochen und a Zähne lagen in einem grolsen Sack des linken no Eyerstocks. Die Knochen waren auch hier, wie in in allen ähnlichen Fällen, keinem menschlichen Bi Knochen ähnlich, einen einzigen ausgenommen,| Do der mit Zähnen besetzt war, und einem Stück| In der obern Kinnlade glich. Man fand 44 Zähne,| Balages worunter einige Milchzähne, die meisten aber so| ches h waren, wie sie im ı4ten oder ıöäten Jahre zu recht seyn pflegen.— Provcaurr(k) fand in einem Haare ähnlichen Gewächse des rechten Eyerstocks bey Be . einer 22jährigen Frau Haare, Häute, verschiede- net() ne Knochen und dreyhiundert Zähne. STAarrarr| ne VAN DER Wier(1) fand einen einzelnen Knochen| E und Haare in dem rechten Eyerstocke eines funf- e zehnjährigen Mädchen, das noch nie die monat-" liche Reinigung gehabt und seit einem Jahre am| u schlei-\ Bı (h) Brumesgacn de nisu formativo et generationis mm negotio nuperae observat. PeXIX. Tab,E HM; Hi; () Duncan Medical Commentaries, 1790. ‚Dec. 2. Ha VolV2n.7: sen (k) Diss. sistens memorabile Physconiae ovaricae, nec ie non Östeogoniae et Odontogeviae anomale exemplum,| al quam praeside 6.6. PLovequet defendet T.T. Bravs,| Mm Tubing. 1708. in (1) Observ. rar. Cap. 2. obs. 37.|() 301 idem Minsr schleichenden Fieber und hysterischen Uebeln ge- tate hariol. litten hatte. Zugleich Jagen hier in der rechten tung mach: Niere mehrere Steine.— Jom. Bartist DE 1ochen ni LAMmZwEERDE(m) hat einen Fall von einem eilf- des Jinkm jährigen Mädchen, deren Eyerstock in eine knor- h hier, wi pelartige, ı5 Pfund schwere Masse verwandelt, nenschlichen und mit fleischartigen, knöchernen und haarich- sgenommen, ten Concrementen angefüllt war. inem Stück In noch andern Fällen traf man in einer 14 Zähne n 4 Balggeschwulst des Eyerstocks, und zwar, wel- ten aber so» 5 Mi ches beachtet zu werden verdient, meist des n Jahre 2 n N rechten Eyerstocks, blos Conglomerate von 1 in einem Haaren an. Solcher Beobachtungen sind sehr . l-. e°C rstocks bey viele in den Schrilten der Aerzte aufgezeich- verschiede net(n). Baırtıe(0) erzählt einen Fall von ei- STALRART nem ız bis ı5jährigen Mädchen, bey welchem n Knochen n Knoe alle eines fun:;; |(m) Traetat. de molis uteri. Cap.2. fol. 15. die monkt: (u). Ruovıı obs. med. Cent. z, cap. 44. pP. 166. m Jahre au ar CAsp., Bavnaını Theatrum“anatom. L.T]J. fi cap. 55 schl BrAancArpı Anatom, pract. Cent. 2. obs.27. J. BAv- Ei eratial pıınus in ScHencxkı observ. med. L.IY. p- 556, or Ä 3: 3 A. Hist. de I’Acad. des sc. de Paris, 1700. Ed.g, P- 49. HAıtLer opuscul, patholog. obs. LI. In allen die- 79% Deu! N 7 sen Fällen war es der rechte Eyerstock, worin die Haare befindlich waren, Ich begreife daher varicae, NE nicht, wie Bose(Progr. de praeternaturali ptlorum exemplun, proventu. Lips. 1776.) sagen kann, dafs vorzügliol [, F, BaavN, im linken Eyerstocke Haare gefunden seyen. (0) London med. Journal. X. zıı. n.Q. 302 alle Zeichen des jungfräulichen Zustandes, keine der Schwangerschaft, und doch solche Haare im Eyerstocke vorhanden waren. Man hat endlich Beyspiele von, Knochen, Haaren, Ligamerten und andern Organen, die sich ausserhalb den Eyerstöcken, und selbst aus- serhalb den Zeugungstheilen, an ganz ungewöhn- lichen Stellen erzeugt hatten. G. Horsrıvs(p) fand Haare, die mit einer fetten Materie ver- mischt waren, in der Gebährmutter— Rovs- SET(g) traf in der Substanz des Uterus fleisch- artige Auswüchse und Concretionen von Membra- nen, Sehnen, Knochen und andern Dingen an, deren Gewicht 40 Pfund betrug— Wiıen- HoLT(r) entdeckte bey der Leichenöffnung eines Frauenzimmers, das an einem krebsartigen Ge. schwüre der innern Geburtstheile starb, zwischen dem Mastdarme und der Mutterscheide ein unor- dentliches rundes Geflecht von Haaren, die von derselben Farbe wie das Haupthaar waren; auch war hier der rechte Eyerstock in zwey ovale, mit einer honigartigen Materie angefüllte Körper übergegangen, wovon der grölsere ebenfalls ein Geflecht von Haaren enthielt— STALPART van DER (p) De morbis ınfmi ventris. Obs. 53. p- 249. (49) De part, caesar. sect. V. cap.4. (1). Heilkraft des thierischen Magnetismus. Th.ı. 8, 495 FI. DER m zug Frl ine B Haren an sin Fülle zn(l) wellhes€ das letate gehabt hi 188 gesio ielle, an Nuskel€ sw Di ven Kin über den den beyde welcher ı schen Ih die ein Hälfte, Vorderzä Dichenz; backen nı {ezähne ee sich Dr Un (s) Oh () Ab, nen 303 ndes, kai, DER Wıer(s) gedenkt eines Falls, wo bey ei te Haare j) neın Frauenzimmer ein Geschwür des Unterleibs, das eine Hand breit unter dem Nabel safs, mit Haaren angefüllt war— Einer der merkwürdig- 1 Anochh, sten Fälle dieser Art ist aber der, welchen Scaür- gänen, di ZER(t) beschrieben hat. Bey einem Mädchen, d selbst aus welches erst zweymal das Monatliche, und zwar , das letzte mal einige Wochen vor ihrem Tode, Tonsruus N) gehabt hatte, und an einer Zerreissung des Net- Materie yon zes gestorben war, fanden sich an dem Bauch- t— Roı felle, am Gekröse und über dem linken Psoas- erus fleisch Muskel eine Menge harter Rlumpen und Gewäch- on Membr. se. Das gröfste, welches an Gröfse einem klei- Dingen an, nen HKinderkopfe glich, befand sich im Gekräse - Wink. über den beyden letzten Rückgrathswirbeln und ung eines den beyden obersten Lendenwirbeln. Die obere rigen Ge Hälfte dieses Gewächses bestand aus einem Sack, ‚zwischen welcher ein bräunliches Wasser enthielt. Zwi- =. R«== Genen schen ihr und dem Bauchfelle lagen einige Haare, en die eine halbe Elle lang waren. In der untern y älfte, welche weils und dicht war, lagen arenz auch Hlällte,.'w- cht war, lagen zwey| ey oral Vorderzähne, ein oberer und ein unterer, acht W ab, Ilte Körpe Backenzähne, zwey Eckzähne, ein oberer Kinn- falls ei backen mit seinen Zahnhöhlen, worin zwey Schnei- enfalls ei u dezähne salsen, und mehrere kleinere Kuchen PART YA) m die sich mit keinem andern versleichen liessen, DER g Die Zähne waren so grols wie bey Rindern um 249, die (8) Observat. rar. Cent. I. obs. 95. Thun sd(t) Abhandl, der Schwed, Akad. B.XX, S, 173: 304| die Zeit des Wechselns der Zähne, und an eini» gen zeigten sich neue an der Wurzel, Die Ge- burtstheile der Verstorbenen hatten alle Kennzei«- chen der unverletzten Jungfrauschaft, In denjenigen von diesen Fällen, wo eine vollständige Frucht an ungewöhnlichen Stellen gefunden wurde, fand wahrscheinlich eine vor- hergegangene Befruchtung statt, Die Flüssigkeit, die gewöhnlich bey der Empfängrils aus dem Ey- erstocke durch die Muttertrompeten zum Üterus gelanget, blieb in dem Eyerstocke oder in der Fallopischen Röhre zurück, oder gerieth zufällig in die Höhle des Unlerleibs.. Aber auf diese Art lassen sich nicht die übrigen Fälle erklären, wo man einzelne Knochen, Zähne, Haare und son- stige Organe in den Eyerstöcken und in andern Theilen antraf. Solche Erzeugnisse sind nicht, wofür man sie gewöhnlich hält, Ueberbleibsel eines einst vollständigen Foetus. Denn wie ist es denkbar, dafs in den Fällen, welche van Der Wısr und LAMZWEERDE beobachteten, eine Be fruchtung und Empfängnils bey Mädchen statt ge- funden haben sollte, die ‚noch nicht mannbar waren? Wie lälst sich diese in den Fällen, die Baıırıe und Sckürzer beschrieben haben, bey Mädchen annehmen, deren Zeugungstheile noch ganz im jungfräulichen Zustande waren, und wovon die eine erst zweymal kurz vor ihrem Tode Tode di sich, ne gan m kind, di hat waren ls der de angel {enheit di hen Ano che des E Wie konn son bescl mente 1 bey der macht wi dem Eyer Nastdarne Mehr Blick di Massen, wurden, der in e wovon si e entwic dom, N Ci Klein UN Da, und an eh Tode das Monatliche gehabt hatte? Wie hätten h Die. sich, wenn hier auch eine Befruchtung vorherge- “ Keunzei gangen wäre, in so kurzer Zeit Zähne bilden r können, die ganz, von der Grölse und Beschaffen- heit waren, wie sie sonst um die Zeit des Wech- 1, WO cin selns der Zähne sind? Woher rührte in allen chen Stell den angeführten Fällen dre gänzliche Verschie- ich eine vor denheit der meisten Knochen von den menschli- E Flüssigkel chen Knochen, wenn eine Befruchtung die Ursa- aus dem Ey che des Entstehens jener Knochen gewesen wäre? zum Ütens Wie konnten sich dann in dem Falle, den Rouvs- oder in dr sET beschrieben hat, Knochen, Haare und Liga- rieth zufalie mente in der Substanz der Gebährmutter, und uf diese Ar bey der Beobachtung, die von WIENHOLT ge- klären, w macht wurde, Knäuel von Haaren nicht nur in re und son dem Eyerstocke, sondern auch zwischen dem | in anderı Mastdarme und der Motterscheide finden? sind nicht Mehr Wahrscheinlichkeit hat auf den ersten Jeberbleibst Blick die Meinung derer, welche die fremdartigen )enn wie it Massen, die in den erwähnten Fällen gefunden (che van ıi wurden, für Ueberbleibsel eines Foetus halten, on, eine Di der in einem andern eingeschlossen war, und chen statt gt wovon sich blos einige Haare, Knochen und Zäh- ‚ht mannt ne entwickelten. Solche Früchte giebt es aller- ı Fällen, de dings. Man trifft häufig Vogeleyer an, in wel. haben, bi chen kleinere Eyer enthalten sind(u), und eben stheile 00 so (u) Miscell. Acad. ‚Nat. Curios, Dec. A.ı.‘1670. p. 320. Ibid. Au2, 1671. pP: 548: Ibid. ‚A, 5 1672. p- 50% III, Bd. nr Ibid. varen, und ‚ vor Ihrem Tode —_ BE a I EN ET Di REEL DE 2 5 3 306 Panne so oft kommen dergleichen Beyspiele im Pflan- zenreiche, vorzüglich bey den ‚Citronen, vor(v). Man hat Menschen gesehen, an deren Brust oder Unterleibe der Ober- oder Untertheil eines andern Menschen herabhing, oder die einen Sack mit auf die Welt brachten, der mit ihnen verwachsen ‚war, und in welchem Ueberbleibsel eines andern Foetus lagen(w). Indels auch diese Meinung wird man bey genauerer Untersuchung unbefrie- digend finden. Denn wie will man aus ihr den von Provcovrr beobackteten Fall erklären, in welchem ein Gewächs des Eyerstocks dreyhundert Zähne enthielt? Unmöglich konnten diese Ueber- bleibsel einer Frucht seyn, Mir scheinen diese Gründe keinen Zweifel übrig zu lassen, dals sich sogar bey dem Men- schen Ibid. A.6 et 7.1675 et 1676.-. p>116."Ibid,. Dee, 2. A'1. 3692.°p1 58. 122. Ibid. Genr.a, 2. App; p:108. Act. Acad, Nat. Curios. Vol.VI. p.295. Hist. de VAcad. des sc. de Paris. 1706. Ed.g. p.28. Ibid. 1742. p-59. Ibid. 1745. p-40. Ibid. 1775.: p.24.. Journal des Scav. 1696. Janv. (v) Mistell. Acad. Nat. Curios. Dec, ı. A. 3.. 1672. p- 432. Ibid. Dec. 3. A.ı. 1694. p.ı25. Ibid. A.4. 1696. p. 66. Abhandl. der Schwed. Akad. 1745. 8. 286. (w) Harzer Opp. min. T.HT. p.77 sq. The Londor med. Journal.’ Vol.X. P. IV. No.6. schen If Fricl, ı Ganzen, on ah die| ente beit krukhafte und folgeı Neinung mer naue Wa len| )hs nen Sl mater le Gen hery auch dene 5) Man de, I Welche (N) Ian nat, dh MN mn 307 le im Pr, !: 3. TE nen, vor schen in gewissen Fällen, zwar nicht vollständige ann Früchte, aber doch Bruchstücke eines lebenden eines‘; Ganzen, ohne Befruchtung bilden können. Was 160 Anden .“ Tre\ 4 nen Sack aber die Ursache der Erzeugung solcher Frag- en mente betrifft, so glaube ich, dals sie in einer Vaclıseı s ee krankhaften Beschaffenheit der Eyerstöcke besteht, 165 ander a an und folgende Beweise sind es, worauf ich diese oe MEINUN’ ” Meinung baue: ung undein [o) Hukily 0 aus ihr da ı) In den angeführten Beobachtungen waren erklären.; unter den fremdartigen Substanzen fast im- 5 dreyhunda mer Haare. Man weils aber, in wie ge- ae nauem Consensus die Entstehung und das Wachsthum der Haare mit den Zeugungsthei- len steht. nen Zweift 2) In sehr enger Verbindung mit diesen Orga- v dem Meı nen steht auch die Erzeugung der Knochen- ich materie, wie bey den Thieren aus der Fami- lie der Rinder erhellet, deren Hörner und Ibid, Des: Geweihe erst zu den Zeiten der Mannbarkeit 2. App pl hervorwachsen. Aber nächst Haaren waren Bist auch Knochenmassen die häufigsten, die in og. Ihid. v2 den erwähnten Fällen gefunden wurden, Bar 3) Man hat Haasen, Schweine, Katzen, Hun- de, Pferde und sogar Menschen beobachtet, uk} welche Hörner trugen(x). Eine solche ge- «, Jhid, höfn- Akad(x) Harzer Opp. min, T.II. p.5. Essais sur l’Hist, nat. des quadrupedes du Paraguay par Don F. D’Aza- The Las 26 2.12.’92312 U2 hörnte Hündin wurde in England zergliedert, Man fand den Eyerstock der. einen Seite scirrhös. Aber auch nur auf dieser Seite des Kopfs hatte sie ein Horn gehabt, welches völlig dem eines dreyjährigen Hirsches glich. Auf der andern Seite hingegen, deren Eyer- stock gesund war, fand sich keine Spuhr ei- nes solchen Auswuchses(y). Bey den Hir- schen sind Monstrositäten der Geweihe, nach der Erfahrung aller Jäger, immer mit Feh- lern der Zeugungstheile verbunden(z). Da nun in diesen Fällen die widernatürlichen Auswüchse an der Stirne von einer krankhaf- ten Beschaffenheit der Geschlechtsorgane her- xühren,,: warum sollte die nehmliche Ursache nicht eben so wohl knochenartige Concremen- te im Innern des Körpers hervorbringen kön- nen, wie sie dort solche Auswüchse ausser- halb dem Körper bildet? Alles dies beweist, dals sich nicht einmal von den Thieren und Pflanzen, und also noch viel weniger von den Zoophyten, die unbeding- te Nothwendigkeit der Begattung zur Fortpflan- zung des Geschlechts behaupten läfst. Aber zweytens, wenn auch der Satz bewiesen wä- re, (y)-Göttinger Taschenbuch von 1796. (z) Vow Rocnow in den Schriften der Berlin. Ge- sellsch., B.2. S. 294, ei des Tier Tygr. oder „a mini Samen E\ zwileln, fichern ‚lich n zeigen 1 der Ents Holnun: obachtu zeug Seite nich hilt noch Satz, dal \iche At seine A lich, da die ohne fung ihr Man Ünjenigr Chen die thele in det kein Hier is — 399 d zerplieden einen Seik eser Seite d re, dafs bey den zusammengesetztern Hörpern des Thier- und Pflanzenreichs niemals fruchtbare Eyer- oder Saamenkörner ohne Einwirkung ei. A nes männlichen Zeugungsstoffs auf den weiblichen. 'irsches gl a dereh I Saamen gebildet werden, so läfst sich doch be- » deren Lye,;; 5; h : zweifeln, dals hiervon ein Schlufs auf die ein- eine Spuhr di. Bey den Hi. eweihe, nad fachern Organismen des Reichs‘ der Zoophyten gilt. Man kann sagen: Unsere bisherigen, ob- gleich noch sehr eingeschränkten Erfahrungen mer mit Pi. den(z).)ı dernatürlihe zeigen uns schon so viele Mannichfaltigkeit in der Entstehung der lebenden, Körper, dals die Hoffnung, bey noch grölserm Reichthum an Be- iner krankhl. Ä Ans’ 2 al obachtungen. einst alle mögliche Formen der Er- 44 fl.. N hi} 7. sorgane Ir zeugung erschöpft zu finden, schon von dieser iche Ursat Seite nicht ohne Grund ist. Diese Hoffnung er : Coneremt hält noch mehr Wahrscheinlichkeit, wenn der bringen ki Satz, dafs im allgemeinen Organismus alle mög- üchse aust: liche Arten des Daseyns wirklich vorhanden sind, seine Richtigkeit hat. Ist es also nicht glaub- lich, dafs sich die Natur auch in Formen ergofs, nicht enmd die ohne Geschlechtsverschiedenheit und Befruch- nd also nod tung ihr Geschlecht erhalten? lie unbedigr ur Man kann ferner sagen: Bey mehrern von Jäfst, Ah denjenigen Mollusken und Pflanzen, bey wels yewiesen Wi chen die männlichen und weiblichen Zeugungs- 1) theile in Einem Individuum vereinigt sind, Äin- det keine Geschlechtsverschiedenheit mehr statt, ne Hier ist es nicht mehr eine eigene Art von Ein- r Berlin, be 5: U3 wir« 310— wirkung eines Individuums auf ein anderes, son- dern blos eines Organs auf ein anderes Organ, wodurch die Fortpflanzung des Geschlechts ge- schieht. DBeyde Organe sind hier freylich so- wohl in ihrer Bildung, als in ihren Funktionen von allen übrigen Theilen des Organismus, woran sie sich befinden, ganz verschieden. Aber die nehmlichen Zwecke, wofür bey der einen Clas- se von lebenden Körpern verschiedene Organe vorhanden sind, erreicht die Natur bey einer an- dern Classe durch einerley Mittel. Das Athem- hohlen, die Verdauung und'die Ausleerung der zu excernirenden. Stoffe geschehen bey den mei- sten Thieren durch verschiedene, hingegen bey den Pilanzen durch einerley Organe. Nach die ser Analogie könnte‘es aber auch‘wohl Orga- nismen geben, bey welchen die verschiedenen Geschlechtstheile, die wir bey mehrern Mollus ken und den meisten Pflanzen in einem Indivi- duum beysammen, obgleich'blos noch zur Fort- pflanzung des Geschlechts bestimmt finden, eben- falls in Einem Individuum vereinigt wären, aber zugleich noch andern Funktionen, z.B. der Er- nährung,'vorständen, Gesetzt nun, die Zoophy- ten wären solche Organismen, was liesse sich gegen die Meinung von der Fortpflanzung dersel- ben ohne vorhergegangene Begattung dann noch einwenden? Eine pi‘ der Tat} eds Un ger eins konnten, entsageN» 6 werdeı ind Tan einfachstt Orten, angewies Pefruch Auf eir auch di jenen Pi letztern\ sehr vie Familer met, in gew Wasser herstell an dem sondert, Pruchtke Ikt der besiinm () N anderes, son deres Oren, eschlechts Re freylich%9 n Funktion ISMUS, Won n. Aber de Tr einen(ih dene Organs bey einem. Das Attın usleerung dt bey den ni hingegen bt Nach di wohl Org: serschiedent ırern Mollu einem Indin och zur For finden, et t wären, al! „.B. dal: die Zooplr is liesse si nzung ders an ul 14 daı Ein a 311 "Fine solche einfache Befruchtungsart ist in ‘der That auch die, wozu mehrere Naturforscher, die das Ungereimte.der Meinungen ihrer Vorgän- ger einsahen, und sich doch nicht entschlielsen konnten, der Liwneıschen Sexualhypothese zu entsagen, bey den Algen ihre Zuflucht nahmen, So werden, nach Rorn(a), bey den Conferven und Tangen die nackten Fruchtkeime auf dem einfachsten Wege an gewissen dazu bestimmten Orten, und in einer, einem jeden Individuum angewiesenen Ordnung gebildet, und nach ihrer Befruchtung bis zur völligen Reife aufbewahret, Auf eine eben so einfache Weise scheinet ihm g des männlichen Saamens in Mit dem letztern wird aber, seiner Meinung nach, bey auch die Erzeugun jenen Phytozoen bewirkt zu werden, sehr vielen Pflanzenthieren aus den erwähnten Familien zugleich eine schleimige Substanz er- zeugt, die ihn umgiebt und beschützet, oder in gewissen Fällen das Gleichgewicht mit dem Wasser, herstellet, worin sich jene Organismen befinden, Bey einigen soll derselbe unmittelbar an dem Orte, wo die Fruchtkeime sitzen, abge- sondert, bey andern an besondern, von den Fruchtkeimen getrennten Orten erzeugt, und zur Zeit der Befruchtung entweder durch eigen dazu bestimmte Canäle, oder durch ein Anziehungs« vermö- (a) Neue Beyträge zur Botanik. Th.ı. 8.24 ff. U4 a LE BE RE ee j | 312 Be vermögen, mit Hülfe einsaugender, auf der Ober- fläche des Gewächses. befindlicher Gefälse, den Fruchtkeimen. zugeführt werden. Aehnliche Ideen äussert Taomas VerLtey(b) Es ist aber ein- leuchtend, dals eine solche Befruchtungsart, wie hier vorausgesetzt wird, gar kein Gegenstand der Erfahrung mehr seyn würde, und dafs sich mit Hülfe einer ähnlichen Hypothese auch bey der Fortptlanzung durch Knospen und Sprossen, ja selbst bey der Regeneration eine vorhergehende Befruchtung annehmen liesse, Endlich drittens, wenn es auch dargethan wäre, dals zur Bildung eines Eys oder Saamen- korns immier eine Befruchtung erforderlich ist, so liesse sich doch von den Vertheidigern der obi- gen Meinung der Beweis verlangen, dafs dasje- nige, was sie für Eyer oder Saamenkörner der Zoophyten halten, nicht vielmehr Knospen sind, Man kann zu ihnen sprechen: Ihr selber erklärt die (b) Cum hacc contemplemur, clarius fortasse patebit, quod, dum harum structuram Algarum moliretur natura, paululum deflexerit ab usitata sua operandi Tatione et quod nullis prolauis de florescentia ha- zum plantarum testimoniis,, verosimillimum duce- Tetur, in his propagandı modum simplicem esse, ut sibi ipsis vi insita restrictum, ab ullo exteriori adıumento nequaguam pendentem et a principiüis, quibus sexuum distinctio asseritur, prorsus alienum, Römer’s Archiv f. d. Botanik. B.ı.$t.3. S.106, | die ent‘ Jon di entlchen, Aber ihr diese von| Zuphyten te, womit pen haltet Zyer und Js Knosf diese unst führen,( der Ulve Menıcus cher Plan ur Erzen untüchtig tung(| wo es il (e) Nnl vestign per ge NER in nbus' Mntır, auf der Ohr Gefälge, din ehnliche Ile ist aber ee ULUngsart, iin Tegenstand de dafs sich ni uch bey d; Sprossen, 1 rorhergehenb ich dargetin oder Saamen rderlich. ist, ern der obi- dals dasje nkörner: der nospen sind, selber erklärt die ortasse patebt, rum \ sı1a operand Iorescentia Ir llimum die mplicem et, ullo extenin a principi \rsus alienut ; 5: 5, 100, \ die Keime solcher Körper, an welchen ihr nicht hoffen dürfet, männliche Geschlechtstheile zu entdecken, z. B. der Ulven(c), für Knospen. Aber ihr gebt keine Charaktere an, worin sich diese von den saamenartigen Reimen der übrigen Zoophyten unterscheiden. Mit eben dem Rech- te, womit ihr die Keime der Ulven für Knos- pen haltet, können wir auch die vermeinten Eyer und Saamenkörner der übrigen Zoophyten als Knospen betrachten. Ja, wir können für diese unsere Meinung Gründe der Analogie an- führen, da ihr zu eurem Geständnisse in Betreff der Ulven blos durch die Noth gezwungen seyd, Mepvıcus fand, dafs die Geschlechtstheile man- cher Pflanzen nur ein scheinbares Daseyn haben, zur Erzeugung von Saamenkörnern aber, ganz untüchtig sind’(d). Nach Smırtn’s Beobach- tung(e) trägt.das Lilium bulbiferum zu der Zeit, wo es sich durch Knospen fortpflanzt, unfrucht- bare (ce) Nullum hucusque observatum est in ulvis sexus vestigium, nec ejusmodi aliquid iis inesse puto, sed per gemmas potius simplicissimas, quas b. GÄRT- NeR in opere suo pretiosissimo de fructibus et semi- nibus plant. introd. p.5. gongylos appellat, propa* gantur. Rorn Tent. fl. German. T.UT. P.I. p. 553. (4) Act. Acad. Theodoro-Palat. Vol. VI. phys. no. 23. (e) Bey ne Luc in Voıcr’s Mag, f. d. Neueste aus der Physik. B.XT. St.ı. S.26. U5 Fin nun nn mern A En Sen en BEE TELTNIETFETEENE ' | | | 314 wenn bare Blüthen. Läfst sich nach diesen Erfahrun: gen nicht vermnthen, dals es Organismen giebt, denen auch die scheinbaren Geschlechtsorgane feh- len, und welche blos durch Knospen nnd'Spros- sen ihr. Geschlecht erhalten? Und ist es nicht glaublich, dals sich diese Organismen auf den untersten Stufen der thierischen und vegetabili- schen Organisation und in der Classe der Zo0- phyten finden müssen? Wer die bisherigen Gründe und Gegengründe unbefangen gegen einander abwägt, wird gewils eingestehen, dals das Uebergewicht auf Seiten de- rer ist, die bey den einfachern Organismen der lebenden Natur eine Fortpflanzung ohne Begat- tung annehmen. Ehe wir indels ein entscheiden- des Urtheil zu fällen wagen, müssen wir eine Thatsache in Erwägung ziehen, welche die Ver- mehrung der Conferven betrifft. Wir haben gesehen, dafs bey mehrern ge- gliederten Conferven im Frühlinge und im An- fange des Sommers die grünen Massen, womit das Innere derselben angefüllt ist, verschwinden, dafs sich dagegen in ihnen grölsere eyer- oder bee- renartige Körper bilden, die mit dem innern Schlau- che jener Wasserfäden einen gleichen Durchmesser und eine bräunliche Farbe haben, und dafs aus diesen im folgenden Herbste oder Frühlinge Con- fer- ferven) di sind, wid ale al zerkwürdig oder Cop“ gi die Ze hilden WO und aus ven an di hervor, jener Wa ebenfalls dergesta pau an diesen ve eine Verbi beyder N eopuliıte ri(f), findet n diese Aı vor sich chen grü mälsige$ Ni diese sen Erfahnın nismen gieh, htsorgane fi n nnd Sp ist es nid smen auf da nd vegettil lasse der Zu: , wird geil auf Seiten dt anismen de ohne Begat entscheiden en wir eilt Iche die Ve mehrern ff und im Jr assen, WOll ‚erschwindtı yer- oder be innern Schlau Dürchmes#! ind dals at ‚jhlinge 00 fr "sind, wieder hervorwachsen. ferven, die mit den vorigen von gleicher Art Der Bildung die- ser Eyer oder Saamenkörner nun geht ein höchst merkwürdiges Phänomen, die Conjugation oder Copulation der Conferven, vorher. Ge gen die Zeit nehmlich, wo sich jene Fruchtkeime bilden wollen,'schwillt die Conferve etwas an, und aus‘den einzelnen Gliedern derselben schies- sen an den Seiten kurze, offenstehende Röhren hervor.:‘Vermittelst dieser Röhren vereinigt sich jener Wasserfaden mit einer andern Conferve, die ebenfalls. mit solchen Seitencanälen versehen ist, dergestalt, dafs die Mündungen der erstern ge- nau an die Oeffnungen der leiztern stolsen, mit diesen verwachsen, und Gefäfse bilden, wodurch eine Verbindung zwischen den innern Schläuchen beyder Wasserfäden bewirkt wird. Eine solche copulirte Conferve ist Rorn’s Conferva scala- ris(f), die also keine eigene Art ausmacht. Oft findet man auch mehr als zwey Conferven auf diese Art vereinigt. Nachdem die Verbindung vor sich gegangen ist, behalten die ursprüngli- chen grünen Massen noch eine Zeitlang ihre regel- mäfsige Stellung(g). Bald darauf aber verlassen sie diese, und ballen sich zu unregelmäfsigen grünen (f) Rorn Catal. botan. fasc. 2. p. 196. (g) M. vergl. Hepwıc Theor. generat, et, fructif. pl. erypt. Ed.2. Tab. XXXVI.£. 5. EBENE ET EN a A H 2 } i ı ı ı i b E 3 EP 2 Re EP. FE WETBIR 7 0 u ER De en a ei 346: warmem grünen KRlumpen:zusammen. Diese Verände- rung tritt indels nicht in allen Gliedern zu glei- cher Zeit ein. Früher ereignet: sie sich in de- nen, die sich früher copulirt haben, und gar nicht in denen, welche keine Verbindung einge- gangen sind, Zuweilen findet man auch ganze Haufen von Conferven, die sich gar nicht ver- einigt haben, und den ganzen Sommer hin- durch unverändert bleiben. Mit jener. Verbin- dung höret zugleich die Absonderung des Schleims auf, der die Fäden vorher einhüllte, und diese bekommen jetzt eine gewisse Sprödigkeit. Setzt man die Beobachtung noch weiter fort, so wird man nach einiger Zeit wahrnehmen, dals die erwähnten grünen Massen das Glied der einen Conferve, worin sie sıch vorher befanden, ganz verlassen haben, und durch die Verbin- dungsröhre, vermittelst welcher sich jenes Glied mit einem Gliede eines andern Wasserfadens co- pulirt hat, in das letztere übergegangen sind, Ich will der Kürze halber in Zukunft das erstere Glied das ausgeleerte, und das letztere das angefüllte nennen. In der Struktur dieser beyden Glieder läfst sich kein wesentlicher Un- terschied entdecken. Nur einmal habe ich bey zwey copulirten Fäden der Conferva setiformis R. gesehen, dafs die nach Art von Perlenschnüren an einander gereiheten Körper,. womit diese Con- ferve farre nmel gegen ih nicht zafllg wa nem und grünen M: hin, und haben(h) In de grünen M zu einem menköm gesagt ferven he ner nimm sen Anfan gegengese eine Mil rundet, unförmli Körner y Pulirten' Iose äusse Füden in verührt se Verind ferve inwendig besetzt ist, in beyden Fäden ent- dern zu ol, gegengesetzte Windungen machte, Ich kann a © sich in dh aber nicht sagen, ob dieser. Unterschied nicht E en, und zufällig war. Oft findet man auch, dals in ei- 3 indung ein, nem‘und demselben Faden einige Glieder ihre(@ n auch Ban grünen Massen an den copulirten Faden abgege- v ar nicht ver ben, und andere die des letztern aufgenommen hi Sommer hi haben(h). i jener. Verl. i | In dem angefüllten Gliede verliehren die des Schlein;= e, und dies grünen Massen ihre grüne Farbe, und schmelzen kei zu einem von jenen bräunlichen Eyern oder Saa- okeit, 5 i inenkörnern zusammen, aus welchen, wie schon gesagt ist, in der. Folge wieder ähnliche Con- weiter fort;: ER ferven hervorwachsen. Die Bildung dieser kör- ehe ner nimmt von einem Punkte der Peripherie ih- Glied der ren Anfang, und geht von diesem zu dem ent- r belandei gegengesetzten Punkte fort. Oft ist daher die die„Verbin eine Hälfte der Kugel oder der Ellipse schon ge- ‚jenes Gliel ründet, indem die andere Hälfte noch einen R erladens cr unförmlichen Klumpen vorstellet. Sobald jene angen Si Körner völlig ausgebildet sind, ist von den co- UL un u m mg | t das erst pulirten Wasserfäden nichts mehr, als die farben- letztere di lose äussere Haut übrig(i)., Wer zwey solche| ktur diese Fäden in diesem Zustande erblickt, kann leicht| ntlicher Ur verführt werden, sie für die beyden Hälften be ich bey einer les"(h) Eben dies beobachtete Vaucuer(Hist. des conf. enschnurt! d’eau douce.) diese(ur G) Hepwie Il, c, fig.4 ferve A 1 | | . | RER REF an ER BE | 318 einer und derselben, mit reifen Saamenkörnern angefüllten Conferve zu halten, deren Röhre sich durch einen, mit der Axe parallelen Rifs geöff- net hat. Er wird aber von dieser Meinung zu- rückkommen, wenn er andere Fäden aufsucht, die sich erst seit kurzer Zeit vereinigt haben, und am deutlichsten wird er die beschriebenen Veränderungen an der Conferva setiformis R. be- obachten können.- Die Fruchtkeime bleiben so lange in der äussern Haut der Conferve, bis diese aufgelöst ist, und sinken dann im Wasser zu Boden. Ein einziges mal habe ich unter mehrern verbundenen Fäden der Conferva scalaris R. ei- nen angetroffen, in welchem die Bildung der Fruchtkeime ihren Anfang genommen hatte, ob- gleich der Faden mit keinem andern copulirt wär; Er war aber von schwarzer Farbe, und es fand hier also ohne Zweifel eine krankhafte Beschaffenheit statt. Indefs giebt es allerdings eine Art von Conferven, welche ohne Copulation Saamenkörner hervorzubringen scheint, Diese ist die Conferva annulina, eine neue, von mei« nem Bruder entdeckte Art, die man bey Bremen in Gräben und stehenden Wassern findet, und in deren langen einfachen Fäden die grüne Mate- rie parallele, durch leere Zwischenräume getrenn- te Ringe bildet. Der Grund dieser Anomalie liegt fg vl der ge he wöhulich hı Vehrige feren. sich Saitenröhre ıh unter umR,, d ind andeı angesch we bilden an Seitenröh sich co der einen wachsen.\ indliche( Was von. Iragilis a leicht fin rern(on in einer die in de Wasıı NEL pesaı Betachn, (k) Ca aamenkörg, en Röhre si en Rüls pet ‘-Meinuns I den aufsucı, reinigt haben beschrieben iformis R, he ne bleiben y Conferve, I; an im Wassı ter mehren calarıs R, ei Bildung der | hatte, ob ern copulir Farbe, un ne krankhalt es allerding: ye Copulain eint, Diet je, von mi bey Brem findet, un grüne Mate ıme geirent er Anomalk leg! 319 liegt vielleicht darin, dals jene Conferve entwe- der gar keine Scheidewände, oder doch unge- wöhnlich lange Glieder hat, Uebrigens vermuthe ich, dafs manche Con- ferven sich noch auf eine andere Art, als durch Im Juny ı804 fand ich unter einem Haufen des Ceramium cespito- Seitenröhren,.copuliren, sum R., der Conferva bronchialis R., spiralis R, und anderer Wasserfäden einige, in deren etwas angeschwollenen Gliedern sich Saamenkörner zu bilden angefangen hatten, die aber mit keinen Seitenröhren versehen waren, sondern dadurch sich copulirt zu haben schienen, dafs das Ende der einen mit dem Schlauche der andern ver- wachsen war. Eine, in diesem Zustande be- findliche Conferve war es ohne Zweifel auch, was von Rora(k) unter dem Namen Conferva fragilis als eine eigene Art beschrieben ist. Viel- leicht findet diese Art von Conjugation bey meh- rern Conferven statt, und manche mögen daher in einer gewissen Periode als ästig erscheinen, die in der That einfach sind. Was ich bisher über die Copulation der Confer- ven gesagt habe, ist das Resultat meiner eigenen Beobachtungen, Vor mir ist sie von O, F, Mir. LER (k) Catal, botan, fasc. 2. p. 204, EN ER a \ 320 mamma LER(1), Hedwic(m), Born(n) und Vav- CHER(0), doch weniger umständlich, beschrie- ben. Frägt man diese Schriftsteller, was man von jener Erscheinung. zu denken hat, so erhält man von allen eine wunbefriedigende Antwort. Alle gestehen ein, dafs die Conjugation der Was. serfäden auf die Bildung der Fruchtkeime einen Einfluls haben müsse, aber keiner wagt es, sie für eine wahre Begattung zu erklären. Nun ist freylich auch jenes Phänomen von allen be. kannten Arten der Begattung ganz verechieden. Wir finden keinen Unterschied zwischen denjeni- gen Gliedern, die sich ausleeren, und denen, welche die ausgeleerten Massen der conjugirten aufnehmen; ja, wir treffen an einem und dem- selben Individuum ausgeleerte und Glieder an. Inzwischen, sobald wir unsere Begriffe erweitern und unter Begattung die Ver- einigung zweyer Individuen zur Bildung einer eigenen Art von Fruchtkeimen verstehen, so müssen wir auch die Copulation der Conferven für eine wahre Begattung halten. Denn aus welchen Gründen lälst sich behaupten, dafs Ho. den oder Saamenbläschen und Eyerstöcke, Anthe- ren und Narben nothwendige Bedingungen die- ; ses (}) Flora Dan, (m) 1. ce... p.220. (n) ScnrAnzu’s Journal für die Botanik. (0) A.a. OÖ. ya Al yo dust qui L pefen Auge (onferren, Joch nicht yir diese ind? Un hey den| Jurch eine stoffs zum gegengese Bıtı zwey Fol den berihr gattung Zu körnern 3 Erst fachsten troffen hz gener De vorbringt se Ärt vor Immer ni chen Saa gebllity derer, y: ges Eıly III BA, 1) und Yı, Ch, besch er, Was mn hat, so erh nde Ant, tion der Way htkeime ein wagt es, sh klären, Nun von allen h, ; verschieden, schen dena; und dena, r conjugirten m und dem. | angefüllte wir unser ng die Ver jildung, einkt erstehen,&0 er Confersa Denn au ten, dals Hi öcke, Anke ngungen die Hd | zat ses Acts sind? Wer kann sagen, dafs, bey der so äusserst zarten, auch dem scharfsichtigsten und mit dem besten Vergröfserungsglase bewafl: neten Auge verborgenen Struktur des Innern det Conferven, zwischen den copulirten Individuen doch nicht eine Verschiedenheit statt findet, wenn wir diese auch nicht zu entdecken im Stande sind? Und was hindert uns anzunehmen, dals bey den Conferven die Begattung‘eben so wohl durch einen.Uebergang des weiblichen Zeugungs stoffs zum männlichen Saamen, als auf dem eit« gegengesetzten Wege geschieht? % Hat dies nun seine Richtigkeit, so ergeben sich‘ zwey Folgerungen, wodurch der im Vorhergehen- 3...“’ 5 s’ den berührte Streit über die Nothwendigkeit der bes gattung zur Erzeugung_von Lyern und Saamene körnern seiner Entscheidung genähert wird: Erstens nehmlich, da wir jetzt unter den eins "fachsten der lebenden Körper ein Geschlecht ange- troffen haben, welches nicht anders als nach vollza- gener Begattung eine gewisse Art von Keimen her- vorbringt, so ist es höchst wahrscheinlich, dals die- se Art von Keimen in der ganzen lebenden Natur immer nur nach erfolgter Einwirkung eines männ- lichen Saamens auf einen weiblichen Zeugüngsstof gebildet wird. Mithin liegt die Wahrheit auf Seiten derer, welche die Befruchtung für ein nothwendi- ges Erfordernils zur Erzeugung von Eyern und III. Bd. X Sau- 322| Saamenkörnern ansehen, wenn wir unter diesen Benennungen jene Keime verstehen. Deswegen aber lälst sich keinesweges behaupten, dals bey allen lebenden Körpern ‚eine Geschlechtsverschie- denheit und Begattung statt findet: denn es ist ja nicht bewiesen, dals alle diese Organismen Eyer oder Saamenkörner bilden, im Gegentheil ist es nach den oben erwähnten Gründen sehr wahrscheinlich, dals sich manche blos durch Tinospen oder Sprossen fortpflanzen. Zweytens, da die Begattung der Confer- ven aufieine so ganz eigene Art geschieht, so lälst sich schliessen, dals sie auch bey den übri- gen Zoophyten auf eine, von der Paarung der Thiere und Pflanzen ganz verschiedene Art voll- zogen wird. Sehr wenig Erfolg ist daher von allen Untersuchungen zu erwarten, wobey man zur Absicht hat, ähnliche Geschlechtsorgane bey den Zoophyten, wie bey den Thieren und Pflan- zen, zu entdecken. In der That haben auch die bisherigen Nachforschungen der Art die un- gereimtesten Hypothesen zu Resultaten gehabt, Selbst Henwıc’s so hoch gepriesene Meinung von der Befruchtung der Moose hat der Gründe mehr gegen, als für sich, und würde schwerlich den Beyfall erhalten haben, den sie gefunden hat, wenn nicht die Begierde des grolsen Hau- fens derer, für welche die Natur blos ein syste- ımati- ah ser de Lissel Finzang V Behauptun nn höre the! Wır duls man autrilt, sind, U Leberm sich in Lzubuoo, sich öfte Zeiten h Kapseln Moose( indem (p) Bio (9) Bo ungeöl me, X unter diene N, Dosen pten, dal hr hlechtsvenghi t: denn ai se Organisn: im Gegenh; Gründen 4 he blos dur D, g der Con geschieht, v bey den ih * Paarung lene Art vo ist daher vo , wobey m chtsorgane I ren und Plı jat haben al er Art die u ıltaten geht :sene Mein jat der Grin irde schwenll sie gefunla‘ grolsen Hu Jlos ein sp" mil | 328 matisches Wörterbuch ist, alles, was nur eini- germaalsen einer Pilanze gleicht, unter das Joch des Liwneischen Sexualsystems zu bringen, ihr Eingang verschafft hätte, Vielleicht wird diese Behauptung manchem gewagt scheinen. Allein man höre unparteyisch meine Gründe, und ur- theile! Wir haben im ersten Buche(p) gesehen, dafs man an den Moosen verschlossene Behälter antrifft, welche mit kleinen Körnern angefüllt sind, und in einer gewissen Periode bey den Lebermoosen dadurch, dals sie der Länge nach sich in mehrere Theile spalten, bey den meisten Laubmoosen aber durch Abwerfung eines Deckels sich öffnen(g). Seit DirLen’s und Micaerı’s Zeiten hielten die meisten Naturiorscher jene Yıapseln für die männlichen Geschlechtstheile der Moose(r). indem er, nach dem Vorgange von Rörreuv- Hepwıs widerlegte diesen Irrıhum, TERN (p) Biol. Bd.ı. 8.418, 419. (9) Blos das Geschlecht Phascum, dessen Kapseln ungeöffnet abfallen, macht hiervon eine Ausnah» me. (r) Micnetit nova gen. pl. p: 108 Ditrenit tatalo« gus plantarum Giessensium in app. p: 7% Ejusd. hist. muscortum in praefat. Lenser syst, plant Harzer hist. stirpium Helvet. T.IIl. p.42, xg m 324 wanzezer TERN(8), durch mehrere Versuche bewies, dafs Cie Körner, die in jenen Kapseln enthalten sind, vorsichtig ausgesäet, keimen, und also nicht für männlichen Zeugungsstoff, sondern für Saamen- körner angesehen werden müssen(t). Zum Ran- ge männlicher Geschlechtsorgane erhob er dage- gen gewisse ovale oder cylindrische Körper, wel. che aus kleinen blasenförmigen Körnern beste- hen, bey den Laubmoosen'gestielt sind, bey vielen Lebermoosen aber unmittelbar an den Ober- flächen der Blätter sitzen, und bey den erstern von eigenen Blättern, welche die Form einer Scheibe, eines Sterns, oder einer Rose bilden, ( Perigonia Hzpw..) umgeben, bey den letztern aber unbedeckt sind(u). Als Gründe für diese Hypothese gab er, ausser der blasenförmigen Textur jener Körper, welche derjenigen, die man an den männlichen Geschlechtstheilen der Apocineen antrifft, nicht unähnlich ist(v), fol- gende Beobachtungen an: ı) Bey mehrern Moosen sahe er jene Körper unter Wasser sich Öffnen, und eine Masse aus ihnen hervorkommen, welche der Form und (s) Das entdeckte Geheimnils der Cryptogamiıe. ({) Heopwıc tlıeor. generat. et fructif. plant. cerypt. retractata et aucta. p.152 Sg. 171, 179. 194. (u) Hrpwiıe 1. c. p. 129. 154 sq. () Ibid. p. 135. ul var,| ph dringt Narı itanı din bewies, dafs nthalten sin, also nicht fi Für Sag. ). Zum Ra. hob er dar | Körper, Wl ‚örnern best, It sind, he " an den Ole. y den ersten e Form ei Rose bilden den letzten de für dies asenförmiger jenigen, di tstheilen dr ist(m), r jene Könt d eine Max che der Fo ul togamie, , plant, Of 194 und Coönsistenz nach derjenigen ganz ähnlich war, die unter gleichen Umständen aus dem Blüthenstaube(pollen) der Pflanzen hervor» dringt(w). 2) An der hölzernen Einfassung eines Fisch- teichs fand er einen Rasen der Marchantia polymorpha, welcher ausgezeichnet grolse und mit sehr zahlreichen weiblichen Blüthen besetzte Individuen enthielt, In keiner diex ser Blumen waren aber Fruchtkeime zu ent« decken. Verwundert über die Unfruchtbar« keit derselben durchsuchte Hepwıs die um« liegenden Plätze. Allein nirgends traf er ein Individuum an, worauf sich die Organe, die er für die männlichen Zengungstheile der Marchantien hiel«, gezeigt hätten, Deerant itaque, setzt er dieser Erzählung hinzu, his diphytis mares, quorum venere frui potuis- sent, ut inde perpetuo quasi lasciviantes il« lae, vires proli foecundando impendendas, impenderent promotioni thalamorum genitas lium(x). Diese Gründe lassen sich indels widerlegen, Eine blasenförmige Textur ist nicht blos den An« the: (w) Ibid. p. 132. 162. (x) Hevwıc|]. c. p.178. ech nn. Ai sn ne sinn an a he Bee nee en rn ur RE Aa au ee NEL ET are 326 Gau iheren der Pflanzen, sondern überhaupt jeder zarten vegetabilischen und animalischen Substanz im Anfange ihres Entstehens eigen(y). Hiervon läflst sich also gar kein Beweis für Hepwics Meinung hernebmen. Es ist aber auch gar nicht ausgemacht, ob nicht jedes vegetabilische oder animalische Bläschen, in Wasser gelegt, unter gewissen Umständen zerspringet, und den Stoff, der in ihm enthalten ist, ausleert. Sahe doch StäneLın sogar den elastischen Ring des Saa- menbehälters eines Farrnkrauts sich öffnen, und aus der Oelfuung eine gelbliche Materie hervor- dringen(z). Ehe also die erste der obigen Hep- wısschen Beobachtungen für beweisend gelten könnte, müfste vorher dargethan seyn, dals je- nes Zerspringen und diese Exkretion blos dem Blüthenstaube der Pflanzen eigen sey. Bey der zweyten seiner angeführten Beobachtungen schlielst Hepwıs folgendermaalsen: die weiblichen Indi- viduen der Marchantien waren unbefruchtet ge- blieben, daher ihre Unfruchtbarkeit und ihr üp- piges Wachsthum. Aber was hindert uns die- sen Schluls umzukehren, und anzunehmen, dafs die Unfruchtbarkeit jener Individuen nicht von der Abwesenheit der angeblichen männlichen Zeu- gungs- (y) Biol. Bd.ı. S, 428. (z) Hist. de l’Acad. des sc. de Paris. 1750. Ed. 8. P. J. p. 97. gungeof Yale Fslils pr, die R ıhaie der yen, SON von nos ı) im hältn erhaupt ih chen Subst (y). Hier für Heoyg auch gar nid tabilische ok gelegt, un und den Stk, » Sahe dad Ring des Su h öffnen, un laterie henir- er obigen Dir eisend gelt eyn, dals| on blos de y. Bey di Ingen schliel siblichen Int befruchtet# it und ihr ir dert uns nehmen,& en nicht ännlichen 2 gun yzzo. Ed h gungsorgane, sondern von ihreni zu üppigen Wachsthume herrührte? Es läfst sich’ aber auch zeigen, dafs die Kör- per, die Hepwıs für die männlichen Geschlechts- iheile der Moose hielt, dieses, nicht seyn kön- nen, sondern wahrscheinlich eine gewisse Art von Tinospen sind. Nehmlich ı) im Pflanzenreiche sind nur bey einer, ver- hältnilsmälsig sehr kleinen Anzahl von Arten die männlichen und weiblichen Geschlechts- theile in verschiedenen Blumen, und bey ei- ner noch kleinern in verschiedenen Gewiäch- sen vertheilt. Und doch hat hier schon die Natur bewunderungswürdige Einrichtungen getroffen, um die Befruchtung möglich zu machen, indem sie in solchen Zwitterblumen, wo beyderley Geschlechtstheile sich zu glei- cher Zeit entwickeln, diesen Organen das Vermögen ertheilte, sich zur Zeit der Reife einander zu nähern und zu berühren, und den übrigen Blumen eigene Insekten zu Be- wolnern gab, welche den männlichen Blü- ıhenstaub zur weiblichen Narbe zu überbrin- gen bestimmt sind, wie im folgenden Rapi- tel umständlicher gezeigt werden wird! Bey den Moosen hingegen müfste der Hermaphro- ditismus zu den seltenen Erscheinungen.‚ge- hören, wenn die von Hebw3is entdeckten X 51 Nör- 328 m Körper wahre Antheren wären. Die meisten ie i würden zur Linneischen Classe der Dioeci- I sten gezählt werden müssen(a). Und doch y) Ganz! gab die Natur den Moosen keine Insekten, genen| welche die Befruchtung möglich machen könn- erscheit ten! Sie traf zur Erreichung dieses Zwecks\ Blume keine andere Anstalten, als dafs sie jenen| öffnen, Organismen ein gesellschaftliches Leben zu| längst führen vorschrieb(b), und jeder weiblichen| ste, Blume eine grolse Menge von Griffeln gab tc). mache Alles Uebrige wurde dem Winde und dem, Wurf Zufalle überlassen! Wer vermag, dies mit gen richtigen Begriffen von der Natur zu vereini- ms gen? Hierzu kömmt noch, dafs bey meh- A rern Arten des Hypnum, der Neckera und RR Leskia die weiblichen Individuen eigene, von uns den sogenannten männlichen Stämmen weit NR entfernte Rasen bilden(d). Wie äusserst hal selten mülsten also jene Individuen mit rei- Pe fen Saamencapseln vorkommen, wenn diese Ihe Stämme wirklich das wären, wofür Hrepwıc= sie ausgiebt? Und doch sind die fruchtba- ii. ren Saamencapseln bey ihnen nicht seltener, ai als bey andern Arten, deren weibliche Blü- then ran latum (a) Brrmer muscolog. recent. T.ı. p. ı$- N (b) Hepwis.l, ec. p: 140, (6) Tbid. p.1ag.. ee u. (d)-Brıner]. c. p.68, Die Meisten se der Din; a), Und doch eine Tnseh, | machen kin, dieses Zued; dals sie em hes Leben n der weiblich rilfeln gab ll ude und den nag, dies nl Ir zu verein: als bey meh Neckera uni eigene, von ämmen weil Wie Aussen duen mit rel ‚ wenn diet ‚ofür Heowi die fruchtbe icht seltener, yeibliche Bli then 329 then sich in der Nähe der männlichen be- finden! 2) Ganz unmöglich aber mufs jedem Unbefan- genen die vermeinte Befruchtung der Moose erscheinen, der erwägt, dals die sogenannten Blumenblätter der Laubmoose erst dann sich öffnen, wenn die angebliche Begattung schon längst vollzogen seyn mülste. Unbegreiflich ist es, wie Hepwıc selber diese Beobachtung machen, und doch den unwiderlegbaren Ein- wurf übersehen konnte, der sich von ihr ge- gen seine Meinung hernehmen läfst, Si a masculis floribus terminalibus recesserimus, sagt er. selber(e), omnium Perigonia etiam inter ipsum actum-florescen- tiae connivent Occurrunt vero inter illos haud pauci, quorum foliola perigonalia latiuscula, adeo--de sui summitate ab invi-' cem tandem recedunt atque in horizontalem directionem reponuntur, ut quasi" aliquam rosulam seu stellulam repraesentent, hincque ab auctoribus rosaceae aut stellatae saluten- tur. Horum exempla evidentissima exhibent, praeter Mnium hornum, cuspidatum, undu- latum, fontanum, etiam Polytrichorum spe- cies, nec non Barbula ruralis, muralis cet. Sed (e) le. p- 128. x%5 330 nn Sed teneamus oportet, tum officium suum explevisse intus contenta ge- nitalia, antea vero etiam istos flo- res magis ad capituli formam acces- sisse. 5) Bey den Laubmoosen haben die vermein- ten männlichen Genitalien fast einerley Bil- dung mit den ersten Anfängen der weibli- chen Zeugungstheile(f). Diese haben eben- falls eine cylindrische, oder ovale Form, und eine blasichte Textur; sie öffnen sich auch zuweilen an ihrer Spitze, und geben eine körnichte Materie von sich(g); sie haben, gleich jenen, neben sich gewisse artikulirte saftige Fäden(h), Hat man also nieht mehr Grund, (f) Ante actum, ipsius(zenitalis foeminei), sagt Hev- wıs selber(l. c. p.ı36), seu plenariam adaptatio- nem suscipiendi vim masculam, ratione coloris nec non structurae stylı aligquo modo convenire viden- tur cum genitalibus masculis. Cf. ejusd. Tab. XI. XI. fig. 3. (5) Heopwis lc. p. 137. Ejusd. fundam. hist. nat. musecor. frondos. Tom.I. Tab, X, fig. 6. (h) Heopwıc tleor. generat. et fructif. etc. p- 132. 1537.— Diese Fäden sind indefs nichts anders, als zarte Haare. Ich finde einen ganz ‚ähnlichen Bau ın den Haaren, womit ‚die Blätter und Blattstiele der Stachelbeeren(Ribes grossularia) besetzt sind. Gund, nel, w ähnlich I organe| j) Die D chen( geben Form, zur B wahrs Anfan schor zwar zu männlı Knosp konde ten N Offichun Ontenta Br N istos|, mam acce die vermii, einerley}} ı der weil haben eh. le Form, ul en sich aut | geben ein sie haben, e artikulirt nieht mehr Grund, ), sagt Hm jam adaptatio ine colorıs nt nvenire vider- jusd, Tab.Al am, hist, mL ‚ etc'P» ın s anders, ıb Inlichen Bu nd Blatstik osetzt sind — 331 Grund, bey jenen eine Funktion anzuneh- men, welche der der weiblichen Genitalien ähnlich ist, als sie für männliche Geschlechts- ‚organe zu halten? 4) Die Blätter, wovon die angeblichen männli- chen Geschlechtstheile der Laubmoose um- geben sind, haben aber auch ganz dieselbe Form, wie diejenigen, welche den Knospen zur Bedeckung dienen, Ist es also nicht wahrscheinlich, dafs jene Organe die ersten Anfänge von Knospen sind? Gegen diese, schon von Andern geäusserte Meinung sucht zwar Briper(i) die Hepwicsche Hypothese zu vertheidigen, indem er behauptet, die männlichen ‚Blumen wären gröfser, als die Knospen, säfsen nicht so frey, wie diese, sondern zwischen den Blättern versteckt, hät- ten eine andere Farbe, und hingen fester mit dem Stamme zusammen. Aber wie un- bestimmt und schwankend sind diese Merk- male! Und kann es denn nicht eben so wohl bey den Moosen, wie bey den Pflan- zen, verschiedene Arten von HKinospen ge- ben? 5) Ich habe seit mehrern Jahren im Anfange des Sommers das gemeine Haarmoos(Poly- trichum commune) untersucht, und immer um G) lc. p. 7% a— A um diese Zeit in: den scheibenförmigen Blu- ni men desselben neue Schölslinge gefunden. za alt So traf auch Hepwıs(k) an einer Junger- BuamnoO mannia asplenioides L. eine neue Verlänge- ga,& rung an, die mitten aus einer sogenannten hen A männlichen Blume hervorgekommen war. sind, Hier sind nur zwey Fälle denkbar: entwe- Pilanzt der jene Sprossen sind aus den sogenannten Dioeck männlichen Geschlechtsorganen selber entstan- viel W den; oder sie sind neben diesen hervorgewach- männl sen. Das Letztere behauptet Hepwıc. Al- 6) Mer lein er selber fand mehrere Individuen des Yahe Polytrichum undulatum, aus deren männli- ni chen Blumen weibliche Fortsätze, von wel- Moos chen einige schon Früchte angesetzt hatten, Du hervorgewachsen waren(l), und Mezse traf ai, ganze Hasen des Haarmooses an, deren a männliche Blumen insgesammt weibliche, a hapseln tragende Blüthen aus ihrem Mittel-"x punkte hervorgetrieben hatten(m). Bey Hen- N wiG’s durc (k) 1. c. p.158. CA. Tab.XVT. fig.2. d. (dl) Heowıc]. c. p. 141.£ fruchtn (m) Verhandelingen van het Maatschappy te Haar-| dal lem. D.X. St.2..p.171..— Herowıc.(a.a, 0.) ver| Blühe muthet zwar bey dieser Beobachtung von MeeseE ei-| Ihnden nen Irrthum. Er glaubt, die weiblichen Indivi- Nersg duen wären anfangs niedriger, als die männlichen, schul und unter diesen verborgen gewesen. nach der Be-(n) Ih fruch»|(0) An, | Semi, wıs’s Hypothese‘streiten diese Thatsachen & Set, mit aller Analogie des Pflanzenreichs. Das reich Haarmoos gehört zu denjenigen Laubmoo- Dr Very, sen, deren weibliche und männliche Biü- ",,sogenann then auf verschiedenen Individuen vertheilt kommen, yı sind. Nie aber sahe man eine männliche nkbar; enti; Pflanze aus der Liınneischen Classe: der #[14 Ike.... r. ea Dioecie weibliche Knospen treiben, und noch selber ent viel weniger solche Knospen mitten aus den hervorgend männlichen Blumen entstehen. Hepwic, Il:.* a 6) Meese bedeckte die abgeschnittenen männ- ; 3 lichen Blumen eines Haarmooses mit Erde, deren min und sahe sie, gleich Saamenkörnern, zu RR Moosen heranwachsen(n). Es ist ein schlech- setzt hatten ter Nothbehelf, die Beweiskraft dieses Wer- Meese tr;:£ EL suchs durch den Einwurf schwächen zu wol- an, dert len, dals wohl Saamenkörner aus den Rap- : weiblich seln in jene Blumen gefallen seyn könn- ihrem Min ten(0). Aus demselben Grunde liesse sich ), Bey Hu den Pflanzen das Vermögen absprechen, sich wi durch lebendiggebährende Knospen(gemmae vivi- fruchtung aber über diese hervorgewachsen, und darauf von Meese für Sprossen der männlichen appy te Hut (a. A 0.) Ye von Megse& Blüthen angesehen. Allein es ist kein Grund vor- handen, einen so scharfsichtigen Beobachter, wie MezsE war, einer so groben Täuschung zu. be- lichen Ind Eee :& männlich I der B(n) Mexse a. a. O. nach der D* a(0) Brıpeı lc. p.ııı. | j | | | j Y a | Br u 3 BES BEER EE ui DE md Le MED ra eh a ne ARE EL el I et a TE 334 viviparae) fortzupflanzen. Zudem glückte es bisher noch keinem Naturforscher, das ge- meine Haarınoos. aus Saamenkörnern aufzu- ziehen(p), Wie sonderbar müfste also der Zufall gespielt haben, wenn die Moose, die in Meese’s Versuchen aus gepflanzten männ- lichen Blüthen hervorwuchsen, aus Saamen- körnern, die zufällig in diese Blumen gefal- len wären, entstanden seyn sollten? Soiche Schwürigkeiten stehen der Hepwiıc- schen Meinung von der Befruchtung der Moose im Wege! Und diese Hypothese hat unter allen denen, welche bisher über die Begattung der so- genannten cryptogamischen Gewächse vorgebracht sind, noch das Meiste für sich! Ist es also nicht wahrscheinlich, dafs bey denjenigen Phytozoen, die sich wirklich befruchten, dieser Akt vielmehr auf eine Art, welche der Copulation der Confer- ven ähnlich ist, als nach der Analogie der Pflan- zen geschieht? Es finden sich in der That mehrere Erschei- nungen bey den Zoophyten, welche dieser Ver- muthung günstig sind. Zuerst gehört hierher jener Uebergang mancher Conferven in Tremellen, Rivularien und ähnliche Körper, welche oben im zwey- (p) Briver 1, c, p.70. zuoen D darge h dis Buch gr dem Di Ahart den tet habe, nip sich nehmlich, im Wasse zu einer. woraus$ und welc zechnet' haupt di ge Fiden ner Phyto: gen Zust eine schle Knorpeln her nic) Tremell wirklich haben, bey den bey den U seiner 1 eh, KoB3N em plüiche, zweyten Buche(q) durch mehrere Erfahrungen cher, ta dargeihan ist, und den ich seit der Herausgabe Öörnern ul, dieses Buchs noch häufig an der, schon oben un- ülste al ter dem Namen Oscillatoria terrestris erwähnten ie Moose, Abart der Lınneischen Brunnenconferve beobach- fanzten hi, tet habe. Die zarten, horizontalen, strahlenför- aus Sarnen mig sich ausbreitenden und oscillirenden Fäden Binnen M nehmlich,,: die aus dem Umkreise dieser Substanz Iten? im Wasser hervorwachsen, vereinigen sich bald zu einer ähnlichen Membran, wie diejenige ist, woraus sie ihren Ursprung genommen haben, der Heom und welche ohne Zweifel zu den Rivularien ge- 1 der Me rechnet werden: muls. Eben so werden über- at unter al haupt die Rivularien durch zarte, confervenarti- ttung der s ge Fäden gebildet, welche aus der Oberfläche je- vorgebrach ner Phytozoen hervorwachsen, denselben im jün- s also nich gern Zustande ein behaartes Ansehn geben, und Ihyn+>“.... Phytozoe, eine schleimartige Materie ausschwitzen, die eine Akt vielni knorpelartige Härte bekömmt. Ich zweifele da- n der Conle her nicht mehr, dafs die Rivularien, Linckien, gie der Pia Tremellen und alle ähnliche Körper Aggregate wirklicher Conferven sind, welche das Eigene haben, dals der Schleim, den sie excerniren, ırere Erscht bey den Rivularien in eine cartilaginöse Masse, dieser Ver bey den übrigen jener Algengeschlechter aber hört hierht an seiner Oberfläche in eine Membran über- n Tremele geht. oben in che Wor- uw! (g) Biol, B.2. S.38ı f. a nn mn sense we nr u ne et ER ET mean 336 um Worauf zweckt nun dieser Uebergang der Conferven in Rivularien, Tremellen u. s. w. ab? Meiner Ueberzeugung nach auf die Begattung der- selben. Bey den Rivularien und Linckien bilden die Haarröhren, woraus ihr Inneres zum Theil besteht, in einer gewissen Periode deutliche Ana- stomosen, und bald darauf erzeugen sich in oder an diesen Röhren die kleinern Körner, die man für die Fruchtkeime jener Phytozoen annimmt. Ist es daher nicht glaublich, dafs diese Confer- ven sich in dem Schleime, worin sie eingehüllet sind, oder zwischen der Haut, die sie umgiebt, auf ähnliche Art, wie die Conferva setiformis, spiralis u. 5. w. copuliren? Aehnlich dem Uebergange der Wasserfäden in Rivularien, Tremellen u.d.gl. ist die Verwand- lung der Tubularier in Alcyonien un. Spongien(r), Da man nun niemals in den Tubularien, wohl aber in den Alcyonien Eyer antrifft, so ist zu vermuthen, dafs sich die Tubularien auf ähnliche Art, wie die Conferven, copuliren, und bey dieser Begattung in.der Gestalt von Alcyonien ‚erscheinen, Eine andere Art von Erscheinungen, welche vermuthlich auch der Copulation mancher Con» ferven analog ist, zeigt sich bey der Conferva floccu- (2) Biol, Bd.2. 5.379. 5393. \ jest Aloceuos pen,) gjgh jo UN Iugen an| Die Co Jige usic Yagölsenn jühre, die zwischen: Zeit niema Wesen an zungsplase solche Fä ander und eck hängt ter Winkel anderet Ah tem It y Winkels fünften 1 diese Par fockenart Die] dem Ufer; eneckte Cine (9 Rom I; BA, nn 337 r? Jebere=. Bi Nocculosa Rorsu., den Bacillarien und den Sal- USW 2 a ne N: sw! pen, Diese Körper haben das Eigene, dals sie en h i n 2% gattung de sich in wunderbaren, höchst regelmäfsigen Stel- Anckien bil, \ lungen an einander reihen. 68 Zu| en Die Conferva flocculosa ist eine, dem blolsen kkökieht© Auge unsichtbare, sehr kurze, gerade, unter dem u n Vergröfserungsglase viereckicht erscheinende Haar-| Mi röhre, die man in den Monaten Juny und July| % Er zwischen andern Wasserfäden, jedoch um diese nn u Zeit niemals einzeln, sondern als ein flockichtes PR ee Wesen antrifft,« welches unter dem Vergrölse- : Sie umgklı rungsglase folgendes Ansehn hat: Zwey oder drey va setifom solche Fäden liegen der Länge nach dicht an ein» ander und bilden ein Rechteck; ein solches Recht- eck hängt mit den Spitzen zweyer entgegengesel2- ısserfäden| ter Winkel an den Spitzen der Winkel zweyer ie Verwan! anderer ähnlicher Rechtecke; von jedem der letz- ‚Spongien( tern ist wieder die Spitze des entgegengesetzten larien, wi Winkels mit einer der Spitzen eines vierten und ft, so ist fünften Rechtecks verbunden, und so bilden alle, 1 auf ähnlich diese Parallelogramme ein Zickzack, welches jene n, we° Materie ausmacht(s). on Aleyonkt Die Bacillarien, eine von OÖ. F. Mürrer an dem Ufer von Kopenhagen auf der Ulva latissima entdeckte Art von Infusionsthieren, die mit der yeltt.: 1gen, Conferva flocculosa viele Aehnlichkeit zu kaben nancher(it der Content fett" scheint, (s) Rorzt Catal. botan. Fasc.I. Tab. V. fig. 6. III. Bd. X 338 Basen scheint, besieht aus länglichten, cylindrischen, sieif ausgestreckten Körpern, die immer einzeln neben einander und in einer parallelen Stellung liegen, und sich dergestalt bewegen, dals der äAusserste Körper über. den zweyten, dieser über den dritten, der letztere über den vierten u. s. w- der Länge nach fortgleitet, wodurch dann bald die Figur einer geraden Linie, bald die eines Bhombus, bald die eines Zickzacks u. s. w. ent- steht(t). In noch wunderbarern Ordnungen gruppiren sich die Salpen, vermitielst Saugwarzen, die sich auf ihrer Aussenseite finden(u). Von der Salpa pinnata Forsz. vereinigen sich mehrere In- dividuen mit den Spitzen ihrer Hossenartigen hük- kenanhänge in einem gemeinschaftlichen Mittel- punkt, so dafs sie eine sternförmige Figur aus- machen(v). Die Salpa confoederata F. bildet zwey Reihen, wovon jede aus parallel neben ein- ander liegenden, mit den Seiten unter sich ver- bundenen und mit den vordern Enden alle nach vorne, so wie mit den hintern Enden nach hin- ten () O. F. Mürrer’s kleine Schriften aus der Naturhi- storie. B.ı. S.ı fh (u) CuviER, Annales du Museum d’Hist, Nat. T.IY. P- 280. [6) v) FonskAL descript. animal. pP. 119..0. 51: Ejusd. Icon. rer. nat. Tab, XXXV, fig.B. b, 2. ten ge den ei ken eines] din Duuch ferner der einen Reihe Rücken zu fndet, un hervorragt milsige\ Salpa max und poly Bi Verbindun Art von Be sind, wird weil sie dl ter dere nicht ale inden, — en Cylindrigche, Immer ein, ten Berjeliuenen Individuen besteht, und diese bey- Melen Std den Reihen liegen so an einander, dafs der Rük- zen, da ken eines jeden Gliedes derselben nach innen, RN cs Bauch aber nach aussen gerichtet ist, dals Be B ferner der Rücken eines jeden Individuums der ie,"a einen Reihe sich zwischen den Seitentheilen der de Bu Rücken zweyer Individuen der andern Reihe be- u Ba findet, und dafs die eine Reihe über die andere un hervorragt(w). Noch andere, eben so regel- mälsige Verbindungen gehen.die Individuen der gen erupi Salpa maxima(x), democratica(y),"mucronata(z) on ek lunk und polycratica(a) ein. jgwarzen, Üt u) Vont Es ist unbegreiflich, welchen Zweck jene h mehrere! Verbindungen haben können, wenn sie nicht eine nartigen Ri Art von Begattung sind. Dafs sie diels wirklich lichen Mitt sind, wird auch dadurch um so wahrscheinlicher, ge Figur a weil sie ohne Zweifel erst in einem gewissen Al- rata F, bil ter der erwähnten Organismen eintreten, und llel neben ei nicht gleich vom Entstehen der letztern an. statt unter sich ıt finden,« Die Conferva flocculosa zeigt sich in nden alle m dem den nach bi ö ara (w) Forskar descr. p:i15. 1.35 Icon, Tab. XXXYI, fig. A.& (&) Ejusd, descr, p: 113 1506 Icon: Tab, XXXYV, fig: A. a: 2. 177] us. der Na n(y) Ejusd: desch, pP. 113. n.38%; ist, Nat. 1{ (z) Ibid. p- 114: 2: 33: Eis(a) Ibid. pP: 116, n; 49! 2.54 9 y a 2 dem beschriebenen Zustande um dieselbe Zeit, wenn die sich conjugirenden Conferven ihre Co- pulation eingehen, und von der Salpa pinnata be- merkt Forszkir, däls er in dem Bauche grölse- rer Individuen kleinere gefunden habe, die sich darin frey herumbewegt hätten, und welche also noch nicht copulirt waren(b). Man sieht, dals hier noch ein weites Feld zu neuen Untersuchun- gen ist, dessen Bearbeitung die merkwürdigsten Resultate verspricht, Die Copulation der Conferven, Baeillarien und Salpen verdient übrigens noch in anderer Rücksicht unsere Aufinerksamkeit. Was ist es, das die Individuen der Conferva setiformis, spi« ralis und verwandter Arten‘ von Wasserfäden zwinget, in einer bestimmten Periode ihres Da- seyns sich gegenseitig aufzusuchen, und durch Seitenröhren unter einander zu verbinden? Was itt es, das die Conferva flocculosa, die Bacilla- rien und Salpen bewegt, sich in so regelmälsigen Figuren zu ordnen? Öhnstreitig ist es keine mechanische, sondern eine höhere, nicht an die gröbere sichtbare Materie gefesselte, dem Magne- tismus und der Elektricität analoge Kraft, welche diese Erscheinungen hervorbringt, Hier finden wır (b) Quid? quod inter Salpas ventricösas, sagt Fors- a xat(l.c. p.113.), visae mihi sint parvulae libere natantes, Casu, nescio quo, ingressae, ai ab© uns sehn ide| Einwirkung Ihren wi woraus W Ingen! I Rüthsel g yu lösen (d) Biol, lieselbe lat, ven ihre(. pa Pinnata h; Bauche gti habe, dies ıd. welche al an sieht, dil 1erkwürdiesta n, Baeillan ch in andat Was ist ö tiformis,$ı Wasserfädt ‚de ihres): ‚ und dur! binden? Ni 1, die Bat ‚ regelmälsge ist es keit ‚nicht aut ‚ dem Nagt Kraft, welt Hier{inte m as, sagt paryulae Ik wir also einen neuen Beweis des Satzes, worauf uns schon oben(c) andere Thatsachen führten, dafs der lebende Organismus eine dynamische Einwirkung auf die übrige Natur äussert. Ver- liehren wir diesen woraus wir ihn gefolgert haben, nicht aus den Augen! Er wird uns in Zukunft Aufschlufs über Räthsel geben, die keine andere Voraussetzung zu lösen vermag, (c) Biol. B.2. 5.453. mem. Satz, nebst den Gründen, | pe er ee ee zer SE 341 Vıer- 7 | Vi u ran. Da EEE BE 342 I Viertes Kapitel. Erzeugungsart der dritten Classe, irren N: den Untersuchungen, die wir im vorigen Kapitel angestellt haben, giebt es keine Art von lebenden hörpern, wovon sich behaupten liesse, dafs nicht unter gewissen Umständen eine Begat- tung bey derselben einträte, Aller Unterschied, welcher unter den Organismen der lebenden Na- tur in Hinsicht auf die Fortpflanzung nach vor- hergegangener Befruchtung statt findet, besteht nur darin, dafs bey einigen diese Art der Ge- schlechtsvermehrung zu den ungewöhnlichen, bey andern zu den gewöhnlichen Erscheinungen ge- hört, Wir werden daher von jetzt an die Be- stimmung der zweyten und dritten jener Classen, worin wir im ersten Rapitel dieses Buchs die leben- den Körper eingetheilt haben, abändern, und in die zweyte diejenigen Organismen, bey welchen die Fortpflanzung nach vorhergegangener Befruch- tung die seltenere, die aber, welche ohne Paa- rung geschieht, die häufigere ist, in die dritte hingegen diejenigen, bey welchen die erstere Art der Geschlechtsvermehrung eben so häufig, oder häufiger als die letztere vorkömmt, setzen müssen, Aus ud jan(It yu0, Pu Ju, Apl verschieder. lieger Tin en Unter dnitten, U zweyten| Von dals sıe und dur letztere ı Von ı pitel bem durch TI einige planzeı he mat n Class, Pin hm vor keine Aıt Im hanpten li en eine Da r Unterschkd, 1 ebenda ung nach tt indet, best! Art der| hnlichen, h heinungen} zt an die| jener(law: uchs die Ihe ndern, uni bey welt gener Befrut he ohne Di in die drit lie erstere A häufig, odkt mt, a Aus Aus dem Thierreiche gehören zu dieser drit- ten Classe die Wurmgeschlechter Lumbricus, Hi- rudo, Planaria, Serpula, Dentalium, Nereis, Nais, Aphrodite, Terebella, Ampbhitrite, und verschiedene Eingeweidewürmer. Dey mehrern dieser Thiere bedarf es indefs noch einer genau- ern Untersuchung, ob. sie wirklich zu dieser dritten, und nicht vielmehr zur vorhergehenden zweyten Classe zu rechnen sind. Von den Regenwürmern ist es ausgemacht, dals sie sich durch Sprossen, durch Theilung, und durch Eyer fortpflanzen, und zwar auf die letztere Art nach vorhergegangener Befruchtung. Von den Blutigeln ist schon im vorigen Ra- pitel bemerkt worden, dafs sie sich vielleicht durch Theilung vermehren. Zugleich gebähren einige Arten lebendige. Junge(d), und einige pflanzen sich durch Eyer fort(e). Aber nie sa- he man bisher noch ihre Begattung(f), und es ist (4) Z. B. Hirudo depressa fusca,'margine laterali flas vo. Lınneı Faun. Suec. 1272. (e) BERGMANN, Abhandl. der Schwed. Akad. 1756. B« XVII. 8.197. 1757.'B.XIX. 5.296. BERKENMEYER, Nene Abhandl. der Schwed. Akad. 1784. B.V. 5.80%, (f}“Nach dem gewöhnlichen Gesetze der Natur”, sagt Bencmann(a. a. O. B.XIX. 8.296.),“ sollten diese „Würmer, ob sie gleich Zwitter sind, sich doch Y4 zur | | Zee= nd 1 ET EEE wann vn EA he I f I 15 2 5 I 344 ensunmunz,| N| ist blofse Vermuthung, wenn man eine kaum| Blunt merkliche Oeffnung am Bauche für das weibli- ii che, und ein fadenförmiges Organ, das sich in liaks der Nähe dieser Oeffnung befindet, für das männ- Ahnen liche Zeugungsorgan dieser Thiere annimmt(g). jrürmern un Von ein Noch zweifelhafter ist es, ob auch die übri-'| a dagegen gen der erwähnten Würmer in die dritte Classe heil denheit un gehören, Bey der gezüngelten Naide(Nais pro- Ri n E e 3 ey den di, boscidea) kam dem unermüdeten MüLtEr(h) nie Bi: : 5 brieoides, die mindeste Spuhr von Zeugungsgliedern oder e- 2 RR man deutl Paarung vor. Zudem gränzen jene Thiere in ih- a © e | ) 5 | | u Y rer Struktur so nahe an die Polypen, dafs man| ni u | sehr in Versuchung geräth, sie auch in Betreff en zugl ; ihrer Fortpflanzungsweise mit diesen in Eine| ra u | Classe zu setzen, und die Paarung für eine, bey Bermaphroi | ihnen sehr seltene Erscheinung zu halten. Man dem andern 1 vergleiche z.B. Müruers blinde Naide(i), dessen tung sen Q | Re: fand sie gm, 9 „zur Fortpflanzung paaren. Aber ich bin nie so gekrümmt „glücklich gewesen, das geringste Zeichen davon „zu sehen, ob ich gleich viel, und auch von un- (k) Ebend „terschiedenen Arten gesammelt, und genau darauf() Ehen r: da „acht gegeben habe, nichts desto weniger haben Km) Een :; M) Lben „sich verschiedene vermehrt.” (N) Gorze! (g) Benomann a, a O.“N inmer t (h) Von Würmern des süfsen u. salzigen WVassers,| en Aupor S, 42. 4 Zu}, (1) Ebendas, Tab. V.£. 2. N eine} N N e A Sn han Blumenthier(k), die buschichte(l) und’ nieren- IT das wein- E: Mel förmige(m) Amphitrite mit den letztern, und m Si man wird eben so viele Gründe finden, sie den Ki da in Holothurien und Afterpolypen,‘als den Regen- ul, würmern und Blutigeln, beyzugesellen. auch die ih. Von einem Theile der Eingeweidewürmer ist € dritte Ch es dagegen gewils, dals eine Geschlechtsverschie- ide(Nai m| denheit und Begattung bey denselben statt findet. lörzer(h)ub Bey den eigentlichen Spuhlwürmern(Ascaris lum- seliedern od bricoides, Gigas und teres Goezır) unterscheidet > Thiereih, man deutlich männliche und weibliche Geburits- ven, dalsmı theile(n).. Manche Würmer dieses Geschlechts, Ren sind zugleich lebendiggebährend(0). Goxze’s N breite Plattwürmer(Fasciola hepatica L.) sind Mirene Hermaphroditen, und jedes Individuum leiht Falk dem andern, wie die Schnecken, bey der Begat- de(), dee Kann sein Geschlecht. Dicht an einander klebend Ah fand sie jener Naturforscher oft in den Lebergän- gen, so dafs das männliche, wie ein Posthorn En gekrümmte Glied des einen in dem weiblichen Ich bin mei! Zeichen dıru Ds auch von ır(k) Ebendas., f. 5. d genau daral(l) Ebendas. Tab, XV.: weniger Jun(m) Ebendas. Tab. XV. f. 1. (n) Goeze’s Vers. einer Nat. Gesch, der Eingeweide- würmer thierischer Hörper. S. 88. igen Ware(0) Ruporruı in WıEeDremAnN’s Archiv für Zool. u. M I 2006 B.22 St. 5.20. Y5 346 a des andern, und umgekehrt, steckte(p). Das- selbe sahe er auch bey den Fadenrundwürmern und Pfriemenschwänzen in dem frisch zergliederter Wasserkröten(q). Bey diesen Eingeweidewürmern tritt indefs wieder ein ande- rer Umstand ein, der es zweifelhaft macht, ob sie nicht vielmehr zur ersten, als zur dritten Classe in Betreff ihrer Fortpflanzungsweise zu rechnen sind. Wir haben nehmlich keine Be- weise, dals sie sich, gleich den Regenwürmern, auch durch Theilung, oder auf andere Art ohne Paarung vermehren, und schwerlich sind auch entscheidende Erfahrungen hierüber möglich. So ungewils aber die ÖOlassifikation der er. wähnten Würmer ist, so wenig ist es die der Pilanzen. Jeder dieser Organismen vermehrt sich, wie die tägliche Erfahrung lehrt, durch Saamenkörner, durch Knospen und durch Thei- lung. Die beyden letztern ‚Fortpflanzungsarten geschehen ganz ohne alle vorhergegangene Be- fruchtung. Nicht so aber ist es mit der erstern, Ueber einer weiblichen Zwergpalme(Chamaerops humilis L.), die schon alt aus Holland gekom- men war, schon länger als. 50 Jahre in einem Treibhause zu Berlin gestanden hatte, und bis dahin immer nur kleine unreile Früchte getragen / halte, (p) Gozze a.a. O. 5.17% (q) Ebendas. 5. 433- hate, MO? chslN R N we yyy al Art ot I Nihe der 1 vlg reile pe Früchte, tern. entfer mreife Fri Jahren 170 gleichem£ yayy erhl L) wd keine Prür von den W te; das Ge zusammenb Schon Zweifel a zur Erzeı auch noch züglich di die rielen in, Um d ite DB Di } hatte, hing der Königl. Preussische Gärtner Mı- rund wur Mu CHELMANN auf GrevıTscn’s Veranlassung im Jah- } Darm Ih R a re 1749 zwey männliche Palmen von derselben ) Dey dar,. a I: Art auf, Diejenigen Blumen, die sich in der eder ein a, r ss;; m Nähe der männlichen befanden, lieferten jetzt alt macht, ı es 2: i völlig reife und mit fruchtbaren Kernen versehe- 13 zum dt ne Früchte; hingegen die, welche von den letz- Ungsweie ıı Ä tern entfernt waren, trugen so wie sonst nur lich kein N.=. R fie I unreife Früchte. Dieser Versuch wurde in den ri Jahren 1750. 175ı und von KöLrREUTERN 1767 mit dere Ant gleichem Erfolge wiederhohlt, Eben der MicHEr- ich sind ad MANN erhielt auch von Mastixbäumen(Lentiscus * möglich L.) und Terpenthinbäumen( Terebinthinus L.) keine Früchte, wenn er die männlichen Pflanzen ation der; von den weiblichen während der Blüthe entfern-| st es die te; das Gegentheil aber erfolgte, wenn er beyde| i haste zusammenbrachte(r). ui lehrt, du 11 | Iyduril TE Schon diese Beobachtungen lassen keinen| Hanzungsatt Zweifel an der Nothwendigkeit der Befruchtung| i zegangene I zur Erzeugung reifer Saamenkörner übrig. Aber II it der erst auch noch eine Menge anderer Thatsachen, vor-|| (Chamacit) züglich die Erzeugung der Bastardpflanzen, und ü land gelut die vielen Anstalten, welche die Natur getroffen| re in ei hat, um die Einwirkung des Blumenstaubs auf| h tte, und! die| chte getti Ir} ball(r) Grevirscn, Mem. de l’Acad. des sc. de Berlin. 1749. p.103. 1767. p.3.- Körreuver, Act. Acad, Theodoro-Palar. T.II. phys. p. 36 sq. en Re N PTR N 348 Sem die Narben der Stigmate möglich zu machen, bestätigen diese Wahrheit. Durch Befruchtung der Pistille verschiedener Vegetabilien mit dem Blumenstaube von andern Pflanzen gelang es KÖLREUTERN(Ss), Hepwiıc(t) und einem ungenannten Schriftsteller(u) aus ver- schiedenen Arten der Nicotiana, der Lychnis und des Cucubalus, der Digitalis, Lobelia, des Ly- cium, Verbascum,‘der Datura, Malva, des Li« num, Dianthus, der Jalappa und Aquilegia wah- re Varietäten-hervorzubringen. In Betreff der Art, wie der männliche Saa- menstaub auf die Narbe der weiblichen Geschlechts- theile einwirkt, lassen sich alle Vegetabilien mit SPRENGEL(v) in homogamische und dicho- gam 1- (s) Körreurter's vorläufige Nachricht von' einigen Versuchen, das Geschlecht der Pflanzen betreffend. Idem in Nov. Commentar. Acad. Petrop. T.XX.p. 431.. Act. Acad. Petrop.' 1777. Dez P.215.„Ibid, 17793-P.2. p.261. Ibid. 1777: 2.2. Px185>. Ibid. 1778, Par. P.219.. 161,479: 2.18 Pr249 1 Abıdaaggı! P. 2 p-305. Ibid. 1782. P.2. p.251. Nov. Act. Acad. Pe- tröpe REP. 739 Ibid> ST. IM.5P2 2778. Ibikt T. XI p-389. Ibid. T.XI. p. 378- (t) Theor. generat. et fruetif. plant. crypt. Lips. 1789. p- 56. (u) Beschäftigungen der Berliner Gesellsch. B. ı. 5.380. (v) Das entdeckte Geheimnils der Natur im Bau und in der Befruchtung der Blumen. S,ı7. gamlil henderk] v8 " zu vet Bey vie yo.sich be Jet entwic Cactus Opu aureus, Po Auta grave Fabago, 9 Irana rida Eupatona und der$ männlichen fe sich zu Narben der ten, und. ven(w); ricana, P hexagonu usw (w) Men; Yıys, p der Boten aus der EONTAın der Pl Bi; 4 ZU Mache, gamische unterscheiden. Bey jenen kommen beyderley Geschlechtstheile zu gleicher, bey die- verschi rerschiedener Zeit zur Reife. verschiedene sen zu Ve iedene 4 > von anl nr Ih Keim Bey vielen von ‚denjenigen Zwitterblunien, er(U) aus ve wo sich beyderley Geschlechtstheile zu gleicher I“ Zeit entwickeln, sieht man entweder, wie bey li Be Cactus Opuntia, Fritillaria Persica, Hyosciamus )"sl aureus, Polygonum Orientale, Tamarıx Gallica, alva, del. Ruta graveolens und Chalepensis, Zygophyllum quilegia Fabago, Sedum Telephium und reflexum, Saxi- fraga tridactylites, Geum urbanum, Agrimonia nännliche$a Eupatoria, verschiedenen Arten des Ranunculus n Geschlett und der Scrophularia, Rhus Coriaria u.s.w., die retabilien ı. männlichen Zeugungsorgane zur Zeit ihrer Kei- und dich fe sich zu den weiblichen hinbewegen, auf die gan) Narben der letztern ihren Blumenstaub ausschüt- A ei ten, und dann in ıhre vorige Lage zurückkeh- A N 5: a T® Bear en zen. betrehiel ren(w); oder, wie bey Nigella sativa, Sida Ame- twop. Tel} ricana, Passiflora, Oenothera, Hibiscus, Cactns 22 Ih, hexagonus und grandiilorus, Turnera ulmifolia 185. Ibid.ım u. s. w. das Pistill zu den Staubfäden wan- Ibid. a7.: dern Act. Acad Tr Jbid, TI(w) Mepvıcus, Act. Acad. Theodoro- Palat. T. II. phys. p.ı17. Vow Humsorpr in Usterrs Annalen le LE E ibendesselke Mi Lips. der Botanik. St.3. 8.7. Ebendesselben Aphorismen aus der chem. Physiol. der Pflanzen. S.57. Drs- FONTAINES in LicHTenseng’s Mag. f. d. Neueste aus f der Physik. B.III. St.4.$. 37-43. SmitH ebendas, an RE BYE S4.2.8:54 1,B. 1 8 une.- nr nd ee ES An ns MEN ) | u | I j ' A a ei Si a 1.8. Jet Ne Fu dern(x); oder endlich, wie bey der Boerhaavia diandra und den sämmtlichen Arten der Malva, Lavathera, Althea und Alcea beyderley Ge- schlechtstheile sich wechselseitig zur Begattung aufsuchen(y). Andere Homogamisten, bey welchen eine solche Näherung der Narben und Antheren we- gen der gegenseitigen Stellung der männlichen und weiblichen Geschlechtstheile unmöglich ist, werden durch Insekten befruchtet, so die Aristo- lochia Clematites L. durch die Tipula pennicornis Fast. Die zungenförmige, unten runde, und auf ihrer innern Fläche mit Haaren, die nach innen gerichtet sind, versehene Blumenkrone je- ner Pflanze erlaubt diesem Insekt den Eingang in ihr Inneres, aber versperrt ihm den Rückweg, und zwingt es, durch Herumkriechen in seinem 1} Kerker den Blumenstaub abzustreifen, und auf die Narbe zu tragen, Sobald diese Befruchtung vollendet ist, verschrumpfen die Haare, legen sich an die innern Wände der Blumenkrone, und verstatten dem Insekt wieder den Ausweg(z). Diejenigen Zwitterblumen, bey welchen die männlichen Zeugungstheile nach den weiblichen, oder (x) Mevıcvs 1. c. p.125. Desronsanmes a a0. 5, 45. 44 (y) Menicvs 1, c. p.ı26. DesrontArnes a a OÖ. (z) SPrRENcEL a. a. O. 5.418 ft. ger Are ben uweder Jischten anloı je fehl br geschieht bl folrende Ar Die we hey diesen chen(Diche ge nach je Beyspiel d \obium ar dieser Pil lamente en! dem andern ihre Anther zur Beitnd ser Zustar Vertliessur mehr habı schiedene| ist, da Vele hefn Und Kier si selben Aa {heren ein |— 351 Tr Boerhan; 1 den Nalh, eyderley(5 oüler diese nach jenen zur Reife kommen, ha ben, entweder eine, durch ihren Honigsaft die Insekten anlockende Blumenkrone, oder eine sol- RL Degatıy che fehlt ihnen. Die Befruchtung der erstern geschieht blos durch Insekten, und zwar auf Eee. welchen h folgende Art. Antlieren y; N Die weiblichen Zeugungstheile entwickeln sich r männlich 1 nmöglic: bey diesen Pflanzen entweder nach den männli- Yöglich it [e)) 5... Ra chen(Dichogamia androgyna Spr£enGEL.) oder die» so die Art,: x N | Ha se nach jenen(Dichogamia gynandra$.). Ein 11a penntns E R 5 Fr | Beyspiel der Dichogamia androgyna giebt das Epi- ı runde, ul IR:; en lobium angustifoium L. Nachdem die Blume en, die nt\.;: 1: dieser Pflanze sich geöffnet hat, erhalten die Fi-- imenkrone}: i; lamente entweder alle zugleich, oder eines nach den Eingu: I: ei dem andern eine bestimmte Stellung, in welcher jen Rückw;& 5 h:: \ ihre Antheren sich entwickeln, und ihren Staub en in sein: 5 rn zur Befruchtung darbieten. Unterdessen befindet en, und al , Befruchtu; Haare, kg sich das Stigma an einer von den Antheren ent- fernten Stelle, und ist noch unentwickelt. Die. ser Zustand währt eine gewisse Zeit. Wenn nach enkrone, wi Veriliessung derselben die Antheren keinen Staub Isweg e) mehr haben, so gehen mit den Filamenten ver- elchen di schiedene Veränderungen vor, deren Resultat die= w weibliche, oder ses ist, dafs sich nun die Narbe gerade an der Stelle befindet, wo vorher die Antheren waren, 1: und hier sich ebenfalls ausbreitet, oft auch den- q : a a vv- D» D ” selben Raum einnimmt, welchen vorher die An- N theren einnahmen, Von den letztern kann aber is A, Ar vi RT nun a A nen ne a KT il j | I I u Ei 1 | a [2 nun jene keinen Biumenstaub mehr erhalten, weil diese keinen mehr besitzen. Die Stelle, wo sich anfangs die reifen Antheren befanden, und nachher das reife Stigma gefunden wird, ist aber in jeder Blume so gewählt, dafs das Insekt, für welches die Blume bestimmt ist, nicht anders zum Honigsaft gelangen kann, als indem es zu- gleich mit einem Theile seines hörpers in der jüngern Blume die Antheren, und in der ältern die Narbe berührt, den Staub von jenen auf die- ses überträgt, und auf solche Art die ältere Blu- me durch den Staub der jüngern befruchtet(a). Zur Dichogamia gynandra gehört z. B. die Euphorbia Cyparissias. Sobald eine Blume die- ser Pflanze aufgebrochen ist, sieht man die Stig- mate aus derselben hervorkommen, gerade in die Höhe stehen, und sich ausbreiten. Nach_ eint- gen Tagen kömmt das ganze Pistill, welches auf einem eigenen Stiele sitzt, aus der Blume hervor, verliehrt nach und nach die aufrechte Stellung, und kehrt endlich die Stigmate der Erde zu. Als." dann erst kommen die Staubgefälse eines nach dem andern aus der Blume zum Vorscheine, und die Antheren nehmen jetzt eben die Stelle ein, welche vorher die Stigmate einnahmen. Insek- ten, welche die ältere Blume besuchen, müssen also noihwendig den Staub der Antheren abstrei- fen, (a) SPRENGEL a,a.0. 9.17, 18. fen, und d hindet un sell gerlast (eh sie| ge mol fürper die Art die jü tern beiruc Bey(i mischung vorgehen, Blume zu dern, bä der Pilanı ziren Blut dies nicht nur djelem hen Nun bey der tung der die Blum dieses be blüthen ı rührt Iass Hahnenful ehr erhal, die Stell, 1, fanden, m wird, ist las Insekt, nicht. ander ; indem en, vörpers in dh in der äl jenen auf d die. ältere}lı peruchtk() hört Ri je Blume ü man die}; gerade in! Nach& ‚ welches& Blume het ‚Stellung, ul de zu, Hi se eines nl rscheine, un e Stelle& men,„net hen, must! jeren abs fe, fen, und eben deswegen, damit sie dieses unge- hindert thun können, hat das Pistill seine vorige Stelle verlassen, und sich der Erde zugekehrt., Gehen sie hierauf zur jüngern Blume, so müs- sen sie nothwendig wieder mit ihrem bestäubten Körper die Narben berühren, und auf solche Art die jüngere Blume mit dem Staube der äl- tern befruchten(b). Bey dieser Einrichtung würde aber eine Ver- mischung der ungleichartigsten Zeugungsstoffe vorgehen, wenn die Insekten ohne Auswahl von Blume zu Blume flögen. Um dies zu verhin- dern, bält sich entweder jedes, zur Befruchtung der Pilanzen dienende Insekt nur auf einer ein- zigen Blüthenart auf, oder besucht doch, wenn dies nicht der Fall ist, den ganzen Tag hindurch nur diejenige Art, worauf es sich zuerst am frü- hen Morgen setzte. Jenes findet unter andern bey der Tipula pennicornis, welche zur Befruch- tung der Aristolochia Clematitis dienet, und blos die Blume dieser Pflanze zum Wohnorte hat(c), dieses bey den Bienen statt, die z.B. Quendel- blüthen und andere aromatische Kräuter unbe- rührt lassen, wenn sie einmal auf dem scharfen Hahnenfulse zu sammeln angefangen haben(d). Die- (b) Srrenorr a. a. O. 9. 18. 19. (c) Ebendas. S. 427. (4) Arıstorerıs hist, anim. L.IX. 0.64. ScuRAnx’s 111, Ba, y4 Prie- ni a nen” men re ee er A ae un BR % Diejenigen Blumen, welche weder eine ei- gentliche Krone, noch einen ansehnlichen und gefärbten Kelch haben, also die Gräser, Pap- peln, Kiefern, Haselstauden u. s. w. werden blos durch den Wind befruchtet(e). Diese Pflanzen haben deswegen eine weit gröfsere Menge Blu- menstaub, als diejenigen, welche durch Annähe- rung der Antkeren zur Narbe, oder durch In- sekten befruchtet werden, und ihre Zeugungs- organe liegen nicht versteckt, wie die der letz- tern, sondern unbedeckt, und sind von ansehn- licher Girölse(f). Die Fortpllanzung der Gewächse durch Saa- menkörner ist im Allgemeinen die fruchtbarste bey den Kräutern. Sie geht häufig mit der Cul- tur verlohren, und es bleibt dann blos das Fort- pflanzungsvermögen durch Sprossen zurück(g). Bey der ersiern finden wir, wie schon zum Theil aus dem Gesagten erhellet, eben so viele, ja in manchen Stücken noch mehr Mannichfaltigkeiten, wie bey der Geschlechtsvermehrung der zur er- sten Classe gehörigen Organismen. Wir finden hier Briefe naturhistorischen, physik, u, oekonom. In- halts an Nau. 8.126, (e) SrrEenceL aa. O. S.29 (f) Ebendas. g) Fonsten’s Bemerkungen auf einer Reise um die Welt,$. 156. ı57, hier de mi gait eye vl, Anph yilnen wert Jusken und Idinidaum Individuen cinerley P dene Blum L). Bey beyderley einigt an. diesen, blos männ Aber n beiruchten welchen A Stigmaten ihrer Bel ten Gesch männliche In keiner Staub. ihre durch den Bınen be Ch) Lim () Nu ———— 355 der eine A) inlichen MM hier die männlichen und weiblichen Zeugungsor- Gräser, Pr gane entweder, wie bey den Säugthieren, Vö- » werden Ih; geln, Amphibien u. s. w. in verschiedenen Indi- Diese Pflnen viduen vertheilt, oder, wie bey manchen Mol- : Menge Al. lusken und Würmern, in einem und demselben Jurch Annähe Individuum vereinigt. Ferner sind die erstern ler durch Ih Individuen: entweder verschiedene Blumen auf > 2- s re Zeugun, einerley Pflanzen(Monoecia L.), oder verschie- die ‚der It dene Blumen auf verschiedenen Pflanzen(Dioecia Ton ana L.). Bey den meisten Pflanzen treffen wir aber beyderley Geschlechtsorgane in Einer Blume ver- einigt an, und zugleich enthalten mehrere von ;e durch Sa. diesen, ausser den Zwitterblumen, auch noch : fruchtbar blos männliche, oder blos weibliche Blüthen(h). mit der(il Aber nur die homogamischen Zwitterblumen DB dan IM befruchten sich selber. Die dichogamischen, bey zurück(I) \ welchen der:Saamenstaub durch Insekten zu den an zum Ti Stigmaten überbracht wird, sind in Rücksicht viele, je ihrer Befruchtung den Blumen mit halbgetrenn- chfaltigkeit, ten Geschlechtern ähnlich. Im Anfange sind sie der zur& männlichen, in.der Folge weiblichen Geschlechts, Wir finde In keiner derselben wird das Stigma durch den hie Staub ihrer eigenen Antheren, sondern immer durch den männlichen Zeugungsstoff von fremden Blumen befruchtet(ij). Auch sind bey ihnen, 50 oekonom. Ir (h) Lınner Philosophia botan. p, 94 54: (1) SPrEngGEL a. a. OÖ. S, 18. 45- 23 Neise um dt _<- er rn. mn A EL. nn mine nn a Ten nee ee wi u re Sa a AED ec sn 356 ame so wie bey den Monoecisten, immer einige Blu- men unfruchtbar. Weil nehmlich die letzten Blumen der zur Dichogamia androgyna gehörigen Pflanzen ihren Staub den nächst vorhergehenden Blumen mittheilen, so können sie keine Früchte ansetzen. Und weil die ersten Blumen eines Di- chogamisten aus der Olasse der Dichogamia an- drogyna ihren Staub den nächst folgenden Blu- men mittheilen, ihre Narben aber keinen Staub von andern Blumen erhalten können, so müssen sie ebenfalls unbefruchtet bleiben(k). Nirgends finden wir dagegen bey den Pilan- zen, wie bey einigen Amphibien, den Fischen u. s. w. Beyspiele von Befruchtungen des weib- lichen Zeugungsstoffs ausserhalb dem Körper der, Mutter.: Das Saamenkorn ist schon vor der Be- fruchtung im Fruchiknoten enthalten, Aber bey keiner bekannten Pflanze trennt es sich von der Mutter, ehe nicht der männliche Zeugungsstoff. auf die Narbe des Stempels gewirkt hat. In Ansehunrg der Zahl der Keime, welche durch eine einzige Befruchtung zu gleicher Zeit hervorgebracht werden, kommen die Pflanzen mit den Fischen und Insekten überein. Rar er- hielt aus einer Tabackspflanze 360000 Saamenkör- ner, und nach Grew’s Berechnung kann ein ein- ziger Mohnkopf deren 520000 enthalten. Man- (k) SprEnser S. 19. Yanct Yun, nl Trmögen, gepange Keimen he ter Begattı zney Art Basılicum hlätter eir auszubreil Blumenst überliels Schichsa zen die ihre gehö dies auch nachdem Erlole hi le) RER(M) (I) Spa Thier (m) J ROM da,} Gerne 357 einige Bl, Manchen Insekten, und besonders den Blatt» die la.; ae: © et läusen, nähern sich einige Pflanzen auch in dem ‚na eehürn 5;&& | gehörig Vermögen, unter gewissen Umständen ohne vor- Orhergeherden hergegangene Befruchtung eine ähnliche Art von keine Früch Keimen hervorzubringen, wie sonst nach erfolg- men eines Di ter Begattung entsteht. Srarranzanı öffnete bey ichogania a zwey Arten von Zwitterblumen, dem Ocymum genden Bir Basilicum und Hibiscus Syriacus, die Blumen. keinen Stab blätter einige Zeit vorher, ehe sie anfıngen, sich , so müsse auszubreiten, schnitt alle Staubfäden ab, ehe der h). Blumenstaub zur Reife gekommen war, und in di überliels die weiblichen Geschlechtsorgane ihrem ey den Kilan den Fische en des wel Schicksale. Die Folge war, dals bey vielen Pilan- zen die Saamenkörner nicht reif wurden, oder ihre gehörige Grölse nicht erreichten, oder, wenn n Körper;:- ? dies auch der Fall war, doch nicht aufkeimten, vor der];=% Speer un nachdem sie gesäet waren(l). Einen ähnlichen D,„/Aberk Erfolg hatten schon frühere Versuche von CamE- sich, von. RER(m), Georrror(n), Bropy(0), Minzer(p) Zeugungsil| kt hat, 5 2: dl) Srarranzans’s Versuche über die Erzeugung der eime, wel Thiere u. Pflanzen. Abth.2. 8.378.$, 26-19.| gleiche M(m) J: G. Gmeiım serm, acad. de novor, NORD, 1:0 Pflne exortu. Tubing. 1749. Misc, Acad, N, C. Ann IX. die Fiat BER Rurt d.2. p.2ı2. Ann.X. p.90. ein, Au! - K(n) Mem. de l’Acad. des sc. de Paris. 1722. Ed. 0 Saamenk' en P- 295. kann ein€" 5 Br en ü (0) New Improvements of Gardening. P.I. p. 28. zu M(p) Gärtner- Lexicon, Th.2. 5.545. 544 Nr 7 23 a se ET es 318 mazenmn und LoGan(g) gehabt. Mit besserm Glücke wiederhohlte diese Versuche Austox(r).- Pflan- zen, die er eben so, wie SPALLANZANI, behan- delte, trugen nicht nur reife, sondern auch eben so viele Saamenkörner, als wenn ihnen die männ- lichen Geschlechtsorgane nicht wären genommen gewesen. Denselben Erfolg hatten nachherige Versuche von SPALLANZANI mit Gewächsen. aus der Classe der Monoecie. Hürbispflanzen, deren männliche Blüthen er zerstöhrte, sobald sie sich sehen liessen, trugen Früchte, die nicht nur in ihrer Farbe, ihrer Struktur und ihrem Geschmack denen von ähnlichen Pflanzen, wovon die männli- chen Blüthen unzerstöhrt geblieben waren, nichts nachgaben, sondern auch reife Saamenkörner ent- hielten, die in der Folge keimten und Blüthen hervorbrachten. Aber noch mehr! Auch von diesen Blüthen streifte SpaLLAnzAnı die männli- chen gleich nach ihrer Erscheinung ab, und doch gaben die weiblichen Blumen wieder reife Kür- bisse, deren Saamenkörner zu eben so vollkom- menen Pflanzen, wie im ersten Versuche, heran- wuchsen(s). Ferner stellten SrarLanzanı und Foucerovux noch ähnliche Versuche mit Pilanzen aus (4) Experimenta et meletemata de plantarum genera- tione. Lond. 1747. (r) Essays and observat. physical and litterary. Vol. ı. p- 205. (s) SpAaLzanzanı 2.2, 0, 9.384.$.20-22. Mi „ei H w ii N I Tind, ode var, und A een SO£ yıt männl gen(Ü)ı weiblicher annna)» chen Pia Saamenkt erhielt a zen, WO habt habe wurden in tig, Deka und sat (t) Ehe de phy (u) Spar (1) Spec zum fu en 359 s I; 2 Dich aus der Classe der Dioecie an. Sie brachten Ka Bin weibliche Hanfstöcke und Spinatpllanzen an Orte, Ant, ehr wo die Möglichkeit einer Befruchtung durch den ui Puch Wind, oder durch Insekten gänzlich aufgehoben nen die in, war, und doch erzeugten alle diese Weibchen EN Fenommen eben so gut reife Saamenkörner, als wenn sie en nachherige mit männlichen Blumen wären umgeben gewe- ewächsen a sen(t). Hingegen milslang dieser Versuch mit lanzen,, deren weiblichen Stöcken des Bingelkrauts(Mercurialis obald sie sich annua). Diese mufsten in der Nähe von männli- nicht nur I chen Pflanzen ihrer Art stehen, wenn sie reife m Geschnick Saamenkörner hervorbringen sollten(u). Endlich n die männl; erhielt auch Herrer(u*) von weiblichen Pflan- varen, nicht zen, worauf keine männliche Blume Einflufs ge- :nkörner eu: habt haben konnte, keimende Saamen. Doch ınd Blutheı wurden in dessen Versuchen die Reime bleichsüch- Auch vor tig, bekamen keine Blätter, wuchsen schnell, die männl: und starben in der ersten Kindheit. b, und doch Was er reife Aur- so vollkom-| || S Ebendas. S. 391.$. 25732. Fovorroux, Journal c] heran.| uche, Mal ER Be Ba ‚ANZANI UN (u) SpALLANZANI a. A. O. 5.406.$.33- 36. mit Pllanzet (u*) Specimen inaugurale bot. sistens organa planta= rım functioni sexuali inservientia. Würzburg. 1801. Allgem. botan. Bibliothek des: ıgten Jahrhunderts Herausgegeben von der botan. Gesellsch. in Regeus- terary. Vohh burg. ı803. H.3. S. 199. 24 360 mn Was lälst sich‘aus diesen Beobachtungen schlielsen? Mit Smeruıe(v) darans gegen Lınne eine völlige Geschlechtslosigkeit der Pflanzen zu folgern, ist zu weit gegangen, da die Sexual- Hypothese zu viele sonstige Gründe auf ihrer Seite hat. Es sind aber auch keine hinreichende Gründe vorhanden, an der Genauigkeit jener Be- obachtungen zu zweifeln. Mithin bleibt nichts übrig, als anzunehmen, dafs das Vermögen der Blattläuse und mehrerer anderer Insekten, unter gewissen Umständen ohne Paarung sich durch Heime fortzupflanzen, die den befruchteten Ey- ern ähnlich sind, den Pflanzen ebenfalls eigen ist, Es zeigt sich ferner bey den Pflanzen etwas Aehnliches von dem, unter den Organismen der ersten Glasse statt findenden Unterschiede zwi- schen eyerlegenden und lebendiggebährenden. Die reifen Saamenkörner der Nymphaea Nelumbo ent- halten schon griine Reime, und die Rhizophora Mangle bringt Saamen hervor, in denen sich schon der Anfang der Wurzel und des Stamms befindet. Manche Gewächse aus der Familie der Hül- senpflanzen besitzen auch die merkwürdige Eigen- schaft, (v) Philosophie der Nat. Gesch. Uebers. von Zım- MERMANN. Th. 2, cha, ih der Frde zu Arch AyP kimnt unl neigt sich da Pistill richst, 1 {rey Saar Aber menkörne yhora M bey alle Malvenf: durch si Sträucher gen der T tern eh der Mu auch di Frucht gleich de von der Nahrung mr 361 bacht Ongen schaft, ihre Saamenbehälter vor der Reife unter epen Ir. xü E S, 2 Un der Erde zu vergraben. Besonders thut dies die Anzen y, i} ö£ A Arachis hypogaea. Die Blume dieses Gewächses die Sen! ls kömmt unten am Stengel zum Vorscheine, und auf ihm neiget sich tief gegen den Boden, in welchem ngeichene das Pistill sich vergräbt, unter der Erde fort- It jener Be. wächst, und zu runden Schooten mit zwey bis leibt nich drey Saamen reift(w). y mögen der ten, unter Aber mit noch mehrerm Rechte, als die Saa- ’ ul sich durch menkörner der Nymphaea Nelumbo und Rhizo- -hteten Fi. phora Mangle, lassen sich die Knospen, die sich kalt a bey allen Vegetabilien, nur manche Arten der talig eigen Malvenfamilie ausgenommen(x), finden, wo- durch sich jedoch vorzüglich die Bäume und zen etwas Sträucher fortpflanzen, mit den lebendigen Jun- ismen der gen der Thiere vergleichen. Die Eyer der letz- iede zwi. tern bleiben noch lange nach ihrer Trennung von Kan. Di der Mutter fähig, sich zu entwickeln, und so Inmbo ent- auch die Saamenkörner der Pflanzen. Aber die Rhizophora Frucht des lebendig gebährenden Thiers stirbt, ah sich gleich der HRnospe, sobald sie nach der Trennung .. Stamms von der Mutter auch nur auf kurze Zeit der Nahrung entbehren muls. In dem Ey und dem Saa- der Hil.: I: Bde(w) Scnörr’s Reisen durch die vereinigten Staaten ige e von Nordamerika. Th. ı. S.545- schall, (x) Apanson, Mem, de I’Acad. des sc. de Paris. Zi\ ı7bı1. p. 227. von ZN ı 25 Se a A a a er ei ein nie mt it te. ee AU we N 362 a menkorne wird durch die Befruchtung blos erst die Fähigkeit zur Entwickelung begründet; hin- gegen bey den lebendig gebährenden Thieren ent- wickelt sich der männliche Zeugungsstoff, sobald der männliche Saamen auf ihn gewirkt hat, und so findet man auch schon bey dem ersten Ent- stehen der Knospe die Rudimente des künftigen Blatts oder Zweiges in ihr eingeschlossen(y). Die Pflanzen lassen sich daher als Organismen betrachten, welche ohne Befruchtung lebendige Junge gebähren, hingegen nach der Begattung Eyer hervorbringen, und sie gränzen also.auch von dieser Seite an die Blattläuse, mit denen sie, wie schon oben erinnert ist, noch in an+ dern Stücken bey ihrer Geschlechtsvermehrung übereinkommen. Diese Insekten bringen im Frühjahre und den ganzen Sommer hindurch be- ständig lebendige Junge zur Welt. Allein die Blattläuse der letzten Generation des Jahrs, die man bey Annäherung, des Winters antrifft, sind eyerlegende,, und um diese Zeit wird man die Männchen unter ihnen gewahr, welche sich blos mit den eyerlegenden paaren(zZ). Es giebt bey den Pflanzen zwey Hauptarten von Knospen: die Zwiebel(bulbus) und die eigent- (y) Harrer El. Phys. T. VII. L.XXIX, 5.2. 9.7. p.81. (z) Dr Grer Abh. zur Gesch. der Ins, B.2. Quart. ı, S. 29. A ge ailı ‚ Jen as MN ginder ie Feim der der ersteih der letzter Die 7 gen. Sk bald in d }attstiele der Fit bey mel Die bein trag Spamenkön wenn die hen zers Von Vermöge ben her: dicht an Löschpap men Orte Wem ner ni (*) Bü yeN run 363 g blos ent eigentliche Knospe(gemma). Beyde beste- na hin hen aus concentrischen, gleich Dachziegeln über hieren ent einander liegenden Schuppen, in deren Mitte der Of, ‚sobalt Keim der künftigen Pflanze verborgen liegt. Bey t hat, und der erstern Art aber sind diese fleischicht, bey ersten Ent der letztern holzicht., $ künftieen hlossen(m Die Zwiebeln sind den Monocotyledonen_ ei- Organismen gen. Sie wachsen bald oben an der Wurzel, # Jebendire bald in dem Winkel zwischen dem Stengel und En Blattstiele, wie beym Lilium bulbiferum(a) und oe der Fritillaria vegia, bald in den Blumen, wie bey mehrern Arten des Allium, hervor, mit denen 2 och in ar Diejenigen Pflanzen, deren Wurzeln Zwie- -rmehrung beln tragen, erzeugen gewöhnlich.unfruchtbare De IM Saamenkörner. Diese werden aber fruchtbar, durch be wenn die Zwiebelbrut gleich bey ihrem Entste- Allein di hen zerstöhrt wird. Jahrs, die ifft. sid Von der Fritillaria regia hat jedes Blatt das | man die Vermögen; auch abgesondert vom Stamme, Zwie- e sich bios beln hervorzubringen.: Ein solches, im Herbste dicht an der Zwiebel abgeschnitten, zwischen Löschpapier mälsig gedrückt, und an einem war- Hauptartei men Orte aufbewahrt, treibt am untersien Ende, ) und dit wo es mit der Wurzel vereinigt gewesen ist, eigen! neue Zwiebeln, und in eben dem Verhältnisse, Ku wie o, Qual)(a2) Bönmer diss, de plantis caule bulbifero. Lips. 1749. - EZ un San an ET A ne. A E= rrz 364 mm wie diese sich entwickeln, stirbt dasselbe nach und nach ab(b). Bey manchen von denen Pflanzen, deren Zwiebeln in den Winkeln der Blätter, oder an den Stengeln hervorkommen, sondern sich diesel- ben zuweilen freywillig von dem Mutterstamme ab, und treiben, getrennt von diesen, Wurzeln und Blätter. Solche Gewächse verdienen vorzüg- lich den Namen der lebendig gebährenden, Bey dem Lilium bulbiferum, der Poa bulbosa, und mehrern Arten des Allium erfolgt diese Erschei- nung ohne Zuthun der Kunst. Bey der Tulipa Gesneriana, Eucomis punctata und mehrern an- dern saftigen Monocotyledonen läfst sie sich mit Hülfe der Kunst hervorbringen, wenn man die- sen Gewächsen die Blume vor der Befruchtung nimmt, und den Stengel mit den Blättern an ei- nen schattigen Ort setzt. Durch eigentliche Knospen pflanzen sich die Dicotyledonen fort. Diese Keime trennen sich zwar nie freywillig von der Mutterpflanze. Ver- suche von Jurıus PonTEDErRA(c) und Ackıco- LA(d) haben indels bewiesen, dals sie vorsichtig abge- (b) Branpıs über die Lebenskraft. S. 105. (ec) Anthologia in diss. 2da, p. 23. (d) Versuch der Universal- Vermehrung aller Bäume, Stauden u. Blumengewächse. Regensb. 1716. age meshine Die ari it die dur Mt bey l fen. St oler Zufa Wege zu Iandsia us der Fami Theil die und vor so schlä © gut, schossen\ Vegetahili Kunst de —| 365 sselbe: nach abgesondert und ausgesäet, ebenfalls gleich Saa- menkörnern aufkeimen. \ dar..” zen, dm Die dritte Fortpflanzungsart der Gewächse' Er, Oder u ist die durch Theilung. Diese aber geschieht n sich dies, nie bey ihnen, wie bey den Zoophyten, von Lutterstamn freyen Stücken, sondern immer durch Kunst N, Wurzel oder Zufall. Das Vermögen, sich auf diesem nen vorig, Wege zu vermehren, besitzt vorzüglich die Til- enden, By landsia usneoides, eine parasitische Pflanze aus ılbosa, un! der Familie der Bromelien, Wird irgend ein ese Erschi Theil dieses Gewächses vom Winde losgerissen, der Tl und von den Zweigen der Bäume aufgefangen, mehrern at so schlägt er sogleich Wurzeln, und wächst eben ie sich mi so gut, als wenn er aus dem Saamen aufge- ‚ man die- schossen wäre(e), Auf der Fortpflanzung der efruchtun Vegetabilien durch Theilung beruhet übrigens die tern an&i Kunst des Oculirens, Pfropfens u. s. w. (e) Barrnam’s Reisen in Nordamerika, im Mag. en sich di von merkwürdigen neuen Reisebeschreibungen. B.X. M S. 89. rennen sil 89 lanze, Ve nd Acsıch ern e vorsic, at ) aller Bäuntı Fünf- 1710 na nn Re nn m a a Th nn nn ie Le ne ET im Sn 366 gem Fünftes Kapitel. Bemerkungen über die Erzeugung nach vorhergegangener Befruchtung, W. haben im Anfange dieses Buchs erinnert, dals die Erzeugung hier nur in so fern ein Ge- genstand unserer Untersuchungen seyn würde, als sie den erzeugten Körper beträfe. Indefs- ist es unmöglich, bey diesen Betrachtungen die Ver- hältnisse ganz bey Seite zu setzen, worin der er- zeugende Körper zur Erzeugung steht. Wir wer- den daher jetzt die Ordnung des Vortrags etwas unterbrechen, und einige Sätze aus der Zeu- gungsgeschichte, in so fern diese die erzeugen- den Individuen angeht, anticipiren müssen. Die Gegeustände aber, die uns jetzt beschäftigen wer- den, sind: das Verhalten des weiblichen Zeu- gungssiolls vor und nach der Befruchtung, und die Einwirkung, die der männliche Saamen auf denselben äussert. Sowohl bey allen, zur ersten und dritten Classe gehörigen eyerlegenden Organismen, als bey denen, deren weiblicher Saamen ausser- halb dem Körper der Mutter befruchtet wird, zeigt ijkm Natu hy den Sit hit die b af. den E der künftig zihmen 2 doch. klein die Behäl sattung 2 aber fehl yon fand fe nicht ı irzend. ei dahin mn Schleim, schon vor dere in d Was älte nach Har hafte Hy. hlls bey l () Boray N, Y%’ (d) Hau (h) Ai N) 4} 367 "Torte zeigt sich dieser schon vor der Befruchtung in der Gestalt eines Eys. Der Meinung mehrerer ältern Naturforscher zufolge ist das Nehmliche bey den Säugthieren der Fall. REGNIER DE GRAARF sung auch hielt die blasenförmigen Erhabenheiten, die man un auf den Eyerstöcken findet, für die Rudimente der künftigen Eyer. Marrıckı und VALLISNIERE nahmen zwar nicht jene Erhabenbheiten, aber 4 Sc doch kleinere, in diesen befindliche Bläschen für Sehr die Behälter an, worin. die Frucht nach der Be-| i De gattung gebildet würde(f), Beyden Meinungen! Indel j aber fehlt es ganz. an Erfahrungsgründen. Har- 8 | Peg LER fand in der Gebährmutter befruchteter Schaa-| .. WAR fe nicht vor dem ı7ten Tage nach der Begattung| rin der er:: 4 x. BrIB, irgend einen begränzten Körper, sondern bis dahin immer nur unregelmäfsige Massen von ags etwas; Ä RS 2 Schleim. Eine ähnliche Substanz trafen auch 11 Ka j 3 [e Be | der Zeı schon vor ihm Harver, Jacog SyLvıus und An-| En dere in den Muttertrompeten und im ‚Uterus an. nn Dh Was ältere Beobachter für Eyer hielten, waren HEN Ne: nach Harters Meinung nichts weiter, als krank- ichen“ hafte Hydatiden(g).- Haısraon(h) sahe eben- u falls bey Kaninchen nie vor dem sechsten Tage aamen au einen (0) BorruAAvir praelect. acad. Vol. IV. P. IT. p. 83. = n08.15*). HAizLer’EIl phys."TVINLXXIX, Slı. nd. drin$.18. P.40.$.25. p. 24 u(g) Harzer 1. c.$.ıg, P-44- 9.26. P.58. N=(h) Philosoph. Trans. 1797. P.]. p.ı59. Reır’s Archiv f. d. Physiol, B. III. H.ı. 5.71. 72. zeigt ne a a a en eh eat EEE rn AT ine wen En. ne u e) ee] 368——n einen begränzten und regelmälsigen Körper in der Gebährmutter, ‚und um diese Zeit war die Sub- stanz erst mit einer so zarten Haut umgeben, dafs sie kaum Festigkeit genug hatie, ihre runde Gestalt zu erhalten. Vor dem sechsten Tage fand er nichts in dem Uterus, als eine unregelmälsige schleimige Masse, Endlich traf auch GruıksHAann bey Kaninchen nie vor dem sechsten Tage nach der Begattung weder in den Muttertrompeten, noch im Uterus Eyer an(i), und selbst dann waren in einigen Versuchen noch keine vorhan- den(k). Wahrscheinlich also findet zwischen den eyerlegenden und den lebendig gebährenden Thieren die Verschiedenheit statt, dals die Hülle der Frucht bey jenen schon vor der Befruchtung vorhanden ist, hey diesen aber erst nach der letz- tern gebildet wird. Der männliche Saame zeigt sich dagegen bey allen lebenden Organismen in der Gestalt einer Flüssigkeit, und zwar einer Flüssigkeit, die so- gar bey den Pflanzen eine ähnliche Farbe, ei- nen ähnlichen Geruch und ähnliche Bestandthei- le, G) Phil. Trans. 1797. P.I. p. 197. Reır’s Archiv f. d. Physiol. B.III. H.ı. 8.78» Vers. 2. 5.88, Vers. 25 5.89, Vers. 27. (k) Reır’s Archiv a. a.©. 5.78, Vers 2, 9.84, Vers 17. 9.85, Vers. 20. je, m i eich dal nel l ja den let chen Zengü et, De nehmlich& ten eingest | tung trenn den und| erst hier| as eine 1 hörneun! ner Hülle Do Hinz achlungen, ser Haut; Die auf den Derattun; der körp Thier, u ——— 369 örper in I } le, wie bey dem Menschen besitzt(l). Nur var die Sıh ig; weichen die Pllanzen darın von den Thieren ab, ıt Umgehe= i 3 ann) dals jener Zeugungsstof bey ihnen nicht, wie ', Ihre mn e: . bey den letztern, ohne Hülle von den männli- en Tage hy! s RD= O chen Zeugungsorganen zu den weiblichen über- nreeelmälsn: A Saae) geht. Der Saamenstanb der Pflanzen besteht ERuIKsRAN nehmlich aus-schleimichten, in gefälsreichen Häu- en Tage nu: Tage u ten eingeschlossenen Massen, Dey der Befruch- tertrompekn tung trennen sich diese Körper von den Staubfä- selbst din den und gehen zur Narbe des Pistills über, und eine vorba erst hier zeigt sich der weibliche Zeugungsstoff Iet zwisce als'eine Flüssigkeit, indem er entweder, nach gebährenie HÖLREUTER’n(m), durch feine Oeffnungen sei- ıls die Bü ner Hülle dwrchschwitzt, oder, nach NEEpHuAm’s Befruchtu Du Hamer’s, Jussıeu's und Henwiıc’s(n) Beob- ch der Icı achtungen, durch ein plötzliches Aufspringen die- ser Haut ausgeleert wird. N Die Einwirkung des männlichen Zeugungsstoffs Susan auf den weiblichen geschieht durch den Akt der, u Begattung. Sie wird von dem höchsten Grade heit, dt der körperlichen Wollust‘ begleitet, deren das Ian Thier, und vielleicht auch die Pflanze, fähig Bestanil# ish k (I) Fourcrov, Annales du Museum d’Hist. nat. T.T. 4 Archir| Pr ag, V5(m) Vorläufige Nachricht von einigen, das Geschlecht der Pflanzen betreffenden Versuchen.$.2 ff. (m(n) Theor. generat. et fructif. plant. cryptog. p. 65. 1 e III. Ba. Aa 570 u ist. Vielleicht hat diese Wollust einen Einfluls auf die Organisation der künftigen Frucht. Doch ist sie keine nothwendige Bedingung der Erzeu- gung überhaupt. Eben das, was die Natur durch die Vereinigung der heyden Geschlechter bewirkt, läfst sich auch künstlich durch Ueber- tragung des reifen männlichen Saamens auf den reifen weiblichen Zeugungsstoff bewirken, In Betreff der Pflanzen erhellet die Richtig- keit dieses Satzes aus den schon im vorigen Ra- yitel erwähnten HRörLeeurerschen Versuchen über i ‚die Bastarderzeugung dieser Körper, Unter den Insekten sind die Seidenwürmer die einzigen, deren künstliche Befruchtung bis- her von Erfolg gewesen ist(0). Doch sind auch erst wenig Versuche der Art bey dieser Thier- classe angestellt. Fische brachte Jacosı(p) durch künstliche Vermischung des männlichen und weiblichen Zeu- gungsstoffs dieser Thiere hervor. Er liels den reifen, aber noch unbefruchteten Rogen eines Salms und einer Forelle ins Wasser fallen, und schüttete darauf so viel aus einem männlichen Fische (0) SPALLANZANTS Versuche über die, Erzeugung Abth.ı. S.245 X. (p) Grepitsen, Mem, de l’Acad, des sc. de Berlin, 1764. P:55. Fice 2 das se Janf von für Diser Vers vor vier T den weibli Die m Pefruchtun macht,$ı Eyern der der Laub ung, in blischen genommen SPALLA künstliche Stande bi der Race au engs sie Zeiche sie sehr punkte ver Ichtune| (9 SAL (r) Eenl, (9) Ehen, B1 un, che Fische genofhmene Saamenfeuchtigkeit hinzu, bis | ni a das Wasser weils zu werden anfing. Nach Ver- ; Ye Im lauf von fünf Wochen’ äusserten die Eyer Leben. u Ma Dieser Versuch gelang sogar mit den Eyern eines ' Geschli vor vier Tagen gestorbenen und schon stinken- durch Ueh, den weiblichen Karpen. mens auf di 3| virken, Die meisten Erfahrungen über die künstliche die Riht Befruchtung sind aber an den Amphibien ge- en macht, SratLanzanı brachte viele Tausende von 5 Be Eyern der Kröten(gq), der W assersalamander(r), der Laub- und Wasserfrösche(s) zur Entwicke- lung, indem er sie mit dem aus den Saamen- eidenwün: bläschen oder Hoden von gleichartigen Thieren nchtune I genommenen Saamen befeuchtete, ch sind au SPALLANZANI war auch der Erste, der eine lieser Thx künstliche Befruchtung bey einem Säugthiere zu Stande- brachte, Er sperrte eine Hündin von ch künstlich der Race der Pudel und von mittlerer Grölse eiblichen Zu aufs engste ein. Nach dreyzehn Tagen äusserte Er Jiels& sie Zeichen von Brunst. Am soten Tage schieu Rogen eıt sie sehr hitzig zu seyn, und in diesem Zeit- fallen, ut punkte versuchte Sparranzanı die künstliche Be- M männlict fruchtung an ihr auf folgende Art, Er hatte ei- Fisch nen , Ener(g) SrarzanzAnı a. a. O. S.139.8, (r) Ebendas. S. 156 ff. RN(s) Ebendas. S. 176&. en Dane u WE? ET Ai net Mer nein nn en Er- a nn£#. = ai nn mn m Lu. Seen A et var 372| nen Hund von der nehmlichen Art, wozu die Hündin gehörte. Von diesem bekam er ı9 Gran Saamen, die er vermittelst einer bis zu 30° Reaum. erwärmten Sprütze sogleich in die Ge- bährmutter sprützte. Zwey Tage nach dieser Operation hörte die Hündin auf, länfisch. zu seyn, und nach 20 Tagen schwoll ihr der Unter- leib, Nach s6 Tagen wurde die befruchtete Hün- din in Freyheit gelassen. Der Unterleib nahm immer ‚mehr zu, und am 6G2ten Tage nach ge- schehener Einsprützung warf das Thier drey Junge, zwey Hunde und eine Hündin, welche sehr leb- haft, und nach ihrer Gestalt und Farbe nicht nur der Mutter, sondern auch dem Hunde, ven welchem SpaLrAanzanı den Saamen genommen hatte, völlig ähnlich waren(t). Eben dieser Versuch wurde in der Folge von Rossı mit dem.- selben Erfolge wiederhohlt(u). Dey den Vögeln, Mollusken und Würmern fehlt es noch an künstlichen Befruchtungsversu. chen. Indefs leidet es wohl keinen Zweifel, dafs sie auch bey, jenen Thieren von glücklichem Er- folge seyn würden. Diese Versuche übrigens ge- ben uns ein Mittel'an die Hand, der Einwirkung des männlichen Zeugungsstofs anf den weibli- chen, und den Veränderungen, welche hierdurch in ' (1) Ebendas. S.24g9 ff. (u) Ebendas. S.343°H: in dem kl forscht it aber die Jin hier VO son gedtd eineN sed Ueber Plinzen| selben Ste Haupt- En fulgende, In di fand er 4 wären 10 menen Del uiger al Reite, ın angewan waren d den, au lchn Kö ser Blum geschahe in dem letztern hervorgebracht werden, nachzu- forschen. Nur bey den Pflanzen und-Amphibien ist aber dieses Mittel erst angewandt. Wir wer- den hier von den Resultaten dieser Anwendungen einen gedrängten Auszug liefern. Ueber die Einwirkung des Blumenstaubs der Pflanzen auf den weiblichen Zeugungsstoff der- selben stellte Körreurer Versuche an. Seine Haupt- Entdeckungen über: diesen Gegenstand sind folgende. In den Staubbeuteln des Hibiscus Syriacus L. fand er 4863 Körner Blumenstaub. Von diesen waren nicht mehr als 50 bis 60 zu einer vollkom- menen Befruchtung nölhig. Nahm er aber we- niger als 50, so kamen nicht alle Körner zur Reife, und zwar desto weniger, je geringer die angewandte Quantität Blumenstaub war. Doch waren die Saamenkörner, welche gebildet wur« den, auch in diesem Falle ganz vollkommen, Zehn Körner war das Wenigste, was er bey die ser Blume brauchen konnte; unter dieser Zahl geschahe keine Befruchtung mehr(v). Zu (v) Körreuten’s vorläufige Nachricht von einigen Versuchen, das Geschlecht. der Pflanzen betreilend, g.11.5.g9 ME Aaz Zu einer spätern Jahreszeit und bey kälterer Witterung wurde eben so wohl zu einer vollkom- menen, als zu einer, sich nur auf eine gewisse Anzahl Saamenkörner erstreckenden Befruchtung, eine weit grölsere Menge Blumenstaub, als die . oben erwähnte, erfordert(w). Die Mirabilis Jalappa hatte in Einer Blume 295 Körner Blumenstaub, Mirabilis longiflora 321. Bey diesem Ueberflusse an männlichen Saamen bedurften doch beyde Pflanzen nur zwey bis drey Körner zu ihrer Befruchtung(x). Um zu erfahren, ob bey solchen Blumen, die mehrere Griffel haben, jeder besonders be- fruchtet werden müsse, schnitt KöLREurTEr die- selben bey verschiedenen Pilanzen alle bis auf einen ab. Die Befruchtung geschahe aber den- noch eben so vollkommen, als wenn alle Griffel mit Blumenstaub wären bestreuet worden(y). Zahlreicher, als diese Körrevrerschen Ver- suche an Pflanzen, sind SranLanzanıs Erfahrun- gen über die Befruchtung und Entwickelung der Eyer von Amphibien._ Die Thiere, deren er sich zu diesen Versuchen bediente, waren die Art von Kiröten, welche RöseL die Erdkröte mit rothen (w) Ebendas. 8.10. ıı, (x) Ebendas. S. ıı: (y) Ebendas,$. 12. S.ıı fi. voten A) Wan Jin Nas an ul Di: küns nit rohen\ eden SO scht ntirlichen\ Auch gt mit solchen ter. genonmm das Weiheh te(ı). Befändeı Nachharschaf sich die mei Saamen helk che dem E der Röhrer rück ware se mit mi den(b),| auch. bey d (} Srarıaı K Ehendas () Ehenta; URS: I bey Ki einer yolllı. E eine pay, \ Befruchn taub, Einer Blın 1 1,‘N longifora ı lichen Sa Vell zwey bis ih hen Blum: besonders| LREUTER alle bis he aber d ın alle Gri orden(j) ‘4 Re RN IN rothen Augen und warzigem, Rücken nennet, der Wassersalamander, Röszer’s stinkende Erdkröte, und der Wasserfrosch. Die künstlich befruchteten Eyer der Erdkröte mit rothen Augen und warzigem Rücken krochen eben so schnell aus, als die, welche auf dem natürlichen Wege waren befruchtet worden(z). Auch gelangen diese Versuche eben so wohl mit solchen Eyern, welche aus der- ter genommen als mit solchen, welche 8 das Weibchen freywillig von sich gegeben hat- te(a). Befanden sich die Eyer ganz nahe in der Nachbarschaft der Gebährmutter, so entwickelten waren, sich die meisten’ von denen, die mit männlichem Saamen befeuchtet waren; diejenigen aber, wel« che dem Eyerstocke näher in dem engern Theile der Röhren, der nach dem Herzen hin liegt, zu- rück waren, entwickelten sich nicht, obgleich sie mit männlichem Saamen waren beneizt wor- den(b). Eben diese Beobachtung bestätigte sich auch bey den Eyern des Wassersalamanders(£). Spät (z) SpALLANZANI a.a. 0. S. (a) Ebendas. (b) Ebendas. 5. 147. (c). S. 156 f. Aa a a. EESBE© SE 202 SPALLANZANI leitet diesen Unterschied von dem klebrigen Schleime her, der zur Nahrung der sich entwickelnden Eyer dienet, und womit die- selben erst bey ihrem Eintritte in die Gebähr- mutter überzogen werden. Zum Beweise die- ser Meinung führt er die Erfahrung an, dals von solchen Eyern, denen er den Schleim genommen hatte, keines zum Leben kam, obgleich sie mit männlichem Saamen waren befeuchtet wOr- den(d). Eben so wenig entwickelten sich Eyer der erwähnten Erdkröte, die durch eine Oeffnung des Bauchs in den Eingeweiden der Mutter wa- ren befruchtet worden, obgleich sie das Weib- chen nach dieser Befruchtung freywillig von sich gegeben hatte(e). Wurde das Weibchen der stinkenden Erd. kröte getödtet, und blieben dann die Eyer vor der Befruchtung noch einige Zeit in der Gebähr- mutter, so verlohren sie das Vermögen sich zu entwickeln nicht gleich, jedoch desto eher, je wärmer, desto langsamer, je kälter"das Medium war, worin sie sich befanden CE}: Frü- Friber belt zu u ee| Noch Eier der I serfrosches renn sie gelassen Yy Setzte ihrer Beg sie sich eine Deti nach ein erhohlten«: und bepatt sie über ı NAT würdie\ wickelun nicht de Äraft(i) Wurd durch in hied von dm Nahrıny m nd WOnIt di, n(die Gehihr I Beweis le any dalsn eim FEnOmnI: obaleict “ira dj efeuchter Mr Sich Eyer de eine Och, r Mutter ı ie das W illız von; nkenden FH die Ever N n der Gebähı — 377 Früher verlohren die Eyer ihre Fähigkeit, belebt zu‘ werden, wenn sie vor ihrer Befruch- tung einige Zeit im Wasser lagen(g). Noch weit länger, als die unbefruchteten Eyer der Kröten, behielten die des grünen Was: serfrosches ihre Fähigkeit, sich zu entwickeln, wenn sie in der Gebährmutter des todten Thiers gelassen wurden(h). Setzte SPALLANnzAnI Wasserfrösche während ihrer Begattung in'eine Eisgrube, so sonderten sie sich sogleich von einander ab, und fielen in eine Betäubung. DBrachte er aber diese T'hiere nach ein Paar Tagen wieder in warme Luft, so erhohlten ‚sie sich sogleich von ihrer Betäubung, und begatteten sich alsdann aufs neue. Liels er sie über ıo Tage in der Eisgrube, so nahmen sie zwar ihre Begattung wieder vor; aber merk- würdig war es, dals älsdann die Eyer ihre Ent- wickelungsfähigkeit- verlohren hatten, hingegen nicht der männliche Saame seine befruchtende Rraft(i). Wurden befruchtete Eyer einige Stunden hin- durch in eine Eisgrube gesetzt, so kamen sie sehr Ten wre Lat ee pn A ee en TE- 4 Fr Sr— sehr gut fort, wenn sie SPALLANZANI dann nur gleich wieder ins Wasser legte. Liels er sie aber etliche Tage hinter einander in der Räl- te, so verlohren sie die Fähigkeit, belebt zu werden(k). Befruchtete Eyer, welche in die Wärme des menschlichen Bluts gebracht wurden, erlitten darin keinen Nachtheil, sondern entwickelten sich sehr geschwind(]). Der Dampf von Schwefel, von Lichtern, verbranntem Tuche, Papier und Tabacksblät- tern brachte in vielen Fällen den Froscheyern keinen Nachtheil(m). Luft war zur Belebung dieser Eyer kein noth- wendiges Erfordernils. Sie entwickelten sich auch in einer, ganz mit Wasser angefüllten und zugeschmolzenen gläsernen Röhre, wenn nur der Raum, worin sie sich befanden, hinrei- chend war(n). Unbefruchtete Eyer, die eine Viertelstunde in verdünnter Luft standen, verlohren dadurch nichts von ihrer Fähigkeit, sich zu entwickeln(0). So N wel Je ll za Li Jihen Saal tungel» Durch Frdkröte ken mit SC thiere. entl ins Leben chem dies Auch jenes Th eben so ti menbläsche Die f mander, in der( gesprützt werden, unvermis tet word Torher mi U dann yır& ve 3 ef So weit SratLanzanı’s Erfahrungen über lels er M 2 ir i SL: den weiblichen Zeugungsstoff der erwähnten‘ Am- In der Hil k 5 has' phibien, Ueber die befruchtende Rraft des männ- ) eiedt Al lichen Saamens machte er folgende Beobach- tungen. Wirne da D aus Un. z | Durch die Befruchtung der Eyer von der en’, erliten iS Ä$ S; ie Erdkröte mit rothen Augen und warzigem Rük- ickelten sid s ie ken mit solchem Saamen, welcher keine Saamen- thiere enthielt, wurden dieselben eben so wohl ne Lehen ins Leben gebracht, als mit solchem, in wel-| Tabackstir chem diese Infusionsthiere befindlich waren(p).\ Froscheyen Auch war der, aus den zerschnittenen Hoden|| jenes Thiers ausgeprelste Saft zur Befruchtung RR eben so tauglich, als derjenige, der aus den Saa- sc menbläschen genommen war(g) elten sic üllten un! Die Eyer des Weibchens vom Wassersala- wenn. IE mander, die, wie schon oben bemerkt ist, noch m, hin: in der Gebährmutter durch den, in das Wasser gesprützten Saamen des Männchens befruchtet an werden, entwickelten sich nicht, wenn sie mit telstunde ın unvermischtem männlichen Saamen waren befruch- Iuırrh nichts LUTLI Dia In(0). tet worden, wohl aber, wenn dieser Saamen vorher mit Wasser war verdünnt worden({r). — Der (p) S. 146. (q) S. 157. (r) S. 158. 159: in ne men uk mi nei Ltr nme EEE" ne wenn 380 ensmmen Der männliche Saamen der stirkenden Erd- kröte behielt seine- befruchtende HKraft noch sie- ben Stunden nach dem Tode des Thiers{s). Auch behielt der Saamen dieses Thiers noch eine Zeitlang seine befruchtende Kraft, wenn er schon aus den Saamenbläschen herausgenommen war, und zwar desto länger, je kälter, eine desto kürzere Zeit, je wärmer die ihn umgebende Luft war(t), Er verhielt sich also in diesem. Stücke ganz wie der weibliche Zeugungsstoff. Noch länger, als der in den Saamenbläschen befindliche Saamen behielt derjenige, welcher in den Hoden der stinkenden Erdkröte enthalten ist, seine befruchtende Kraft(u). Die Hoden besalsen sogar diese Kraft noch nach dem Austrocknen, so lange nur noch etwas von dem Safte in ihnen übrig war(v). Der Saamen der Kröten blieb ferner unge- schwächt, wenn er auch mit Blut, Galle, und Urin von Kröten, Urin und Speichel von Men- schen, Wasser und Weinessig vermischt wur- de(w). Noch ($) 5: 162 fl. (t) S. 162. (u) S. 165. (v) S. 166. (w) 5. 168 E. u Te Ni hial der{ Fahne jr henabı ji dem el Statt€ suchen, 4 LANZANI| Flüssigkeit letztern"w eben 50 Saamen\ Sogar benetates| mit jener| rung bracl Yung Qul Noll zarter 2; mehren Schleimfa hielt er d Nührle das Un eı finge ern 381 Noch länger, als der Saamen der Kröten, be- ihr ri) u Ri hielt der des grünen Wasserfrosches seine be- A fruchtende Hraft ausserhalb des Körpers. Jenem Thiers u aber benahm eine grolse Hitze diese Kraft eher, alt, wenn als dem letztern(x). AUSFENOMmE Ma Statt die Eyer, wie bey den bisherigen Vex- TUR suchen, ganz in Saamen zu baden, bestrich Spar- a LANZANI nur einen Theil derselben mit dieser dee ge Flüssigkeit, So gering aber auch die Menge des P letztern"war, so erfolgte doch die Befruchtung amenbläxtn eben so gut, als wenn die Kügelchen ganz mit N Saamen wären benetzt worden(y). nthalten i‘: Sogar wenn SPALLANZANI ein mit Saamen benetztes Ey mit zwey andern Eyern, die nicht u mit jener Flüssigkeit befeuchtet waren, in Berüh- Schein rung brachte, so wurden oft durch diese Berüh- rung auch die letztern befruchtet(z). TR Me Noch mehr! Mit den feinen Spitzen sehr Galle, zarter Zangen zog SpALLAanzanı den Schleim von RR" mehrern Eyern‘ab. Als er hierdurch einen ak Schleimfaden von etwa einem Zoll erhalten hatte, Er hielt er denselben wagerecht angespannt, und be- Ni rührte das eine Ende mit der Spitze einer in Saa- men eingetauchten Nadel. Der Erfolg war, dafs oft (x) S..178. (VS 179 f. (2)08:7388. m an A ai mn a ee ee re eni Sa ze 382 Bm won oft die Eyer verdarben, oft aber auch sich ent- wickelten(a). Diesem Versuche ist aber auch der folgende ähn- lich. SPALLANZANI schüttete in eine Glasröhre, die an dem einen Ende zugeschmolzen war, und eine perpendikuläre Stellung hatte, ohngefähr 50 Eyer. Auf diese legte er eine, etwa einen Zoll dicke Schleimmasse, die er von andern derglei- chen Kügelchen genommen hatte, und liels dar- auf einen kleinen Tropfen Saamen fallen. Nach- dem sich derselbe verzogen hatte, legte er die Eyer ins Wasser. War nun der Saamentropfen nicht zu klein gewesen, so wurden fast alle Eyer belebt, sonst aber entwickelten sich nur wenige, Nälin SrarLanzanı statt des Schleims Eyweils, so erfolgte keine Befruchtung(b). Drey Gran Froschsaamen, die mit einem Pfunde Wasser vermischt waren, hatten von iha rer befruchtenden. Rraft noch nichts verlohren, Wurde aber die Menge des Wassers über ı8 Un- zen vermehrt, so nahm die befruchtende Kraft des Saamens allerdings ab. Doch entwickelten sich noch immer einige Eyer, wenn auch die Menge des Wassers 22 Pfund gegen 53 Gran Saa- menfeuchtigkeit betrug(c). Wur- (a) Ss 1317 192, (b) S. 182. (ce)$. 186. Hırde sazuie un ge ‚l er kaum entwickelte M geschwi nen ganz Von! nach ein Froschsaa waren,€ ten eben eingebrat Esha ob die Ey Wasser ai Die! Wasser: unvermi: Mit durch Ab fährt mar Namen N uch sich enh . ne Glasrühr, Ohngefähr 5 wa einen Zi] dern derehi and liels dir ıllen, Nach legte erde Jaamentionle fast alle Byı nur weni; ns Eyweil w—————— 383 Wurde in eine Mischung von 53 Gran Frosch- saamen und ı8 Unzen Wasser eine Nadelspitze getaucht, und mit diesem nur an Einem Punkte, der kaum„5 Linie betrug, ein Ey berührt, so entwickelte sich dieses in vielen Fällen doch eben 80 geschwind, als wenn es in unvermischten Saa- men ganz wäre eingetaucht worden(d). Von 50 verschiedenen Haufen Eyern, welche nach einander in eine Mischung aus 3 Gran Froschsaamen und ı Pfund Wasser eingetaucht waren, entwickelten sich die zuletzt eingetauch- ten eben so schnell, als die, welche zuerst her- eingebracht waren(e). Es hatte keinen Einfluls auf die Befruchtung, ob die Eyer in jenem, mit Saamen vermischtem Wasser eine lange oder kurze Zeit lagen(f). Die befruchtende Kraft hielt sich in dem mit Wasser vermischtem Saameu länger, als in dem unvermischten(g). Mit Saamen vermischtes Wasser verliehrt durch Abrauchen seine befruchtende Kraft, Ver- fährt man auf eben die Art mit unvermischtem Saamen, so behält dieser länger jene Kraft(h). Ge- (4) S. 187. (e) S. 188. (f) S. 188. (8) S. 189. (h)$. 331. —- ai nn sa AT nn ine re Mr NE ze ET Een Getrockneter und wieder angefeuchteter Saa- men war zur Befruchtung untauglich(i). Besaamtes Wasser, da$ eine Viertelstunde in verdünnter Luft gestanden hatte, war noch zur Befruchtung tauglich. Hatte es aber eine halbe Stunde darin gestanden,‘so schien es von seiner befruchtenden Kraft verlohren zu haben(k). Eyer, die mit einer bis zu 530° ReAum. er- wärmten Mischung aus ı Unze Wasser, und 2 Gran Froschsaamen befeuchtet waren, krochen ı0 Stunden früher aus, als solche, die mit dersel' ben, aber vorher abgekühlten Mischung ange- feuchtet waren(l). Zu grofse Rälte und zu grolse Hitze waren aber der Kraft des Saamens nachtheilig(m), Besaamtes Wasser, mit einer mälsigen Quan- Molken, Infusion, Oliven- und tität Indigo, einer schwachen Safran- Nufsöhl vermischt, be hielt seine befruchtende Kraft. Milch benahm ihm einen Theil derselben. Durch Branntewein, Küchensalz, Dinte, Grap-Tinktur, verschiedene Arten von Rauch, z. B. von angezündetem Pa- pier, Taback und einem Lichte, durch starkes Schüt- Schükte,| yersthn h) rel$ Iinchseihen Wasser aus die byer be Befruch yickelten$ waren elek Im a zen ausser tung tang] fruchtete| sie in Blut die Salamar reitet. werd nd in ve hafte His Urin mön, Byer zum ih er si lssen kon etwas Saar sen sey q aben(h) O Reaun&. isser, und; , Kkrochen ı ie mit ders f schung a 0=% rn 385 Schütteln, und durch Filtriren wurde sie ganz zerstöhrt(n). Prelste SpatLanzanı das Papier, das er zum Durchseihen des Saamens gebraucht hatte,“im Wasser aus, so liessen sich mit diesem Wasser die Eyer befruchten(0). Befruchtete und nachher elektrisirte Eyer ent- wickelten sich früher, als solche, welche nicht waren elektrisirt worden(p). Um zu erfahren, ob auch andere Substan- zen ausser dem männlichen Saamen zur Befruch- tung tauglich seyen, setzte SFALLANZANI unbe- fruchtete Eyer der Elektricität aus, und tauchte sie in Blut, Galle, in den milchichten Saft, den die Salamander von sich geben, wenn sie ge- reitzt werden, in Limonien- und Citronensaft, und in verschiedene andere saure und laugen- hafte Flüssigkeiten, aber olıne Erfolg. Nur der Urin männlicher Frösche brachte einige male die Eyer zum Leben. Doch gesteht SparrLanzanı, dals er sich nicht ganz auf diesen Versuch ver- lassen konnte, weil er ungewils blieb, ob nicht etwas Saamen mit dem Urin vermischt gewe- sen sey(9). Hier (n) S. 337 ff. (0) S. 342. (pP) S. 237. (q) 5. 258 If. 358 M. III. Da. Bhb nur nn un TEE N re NEE LE. hen. ehe tere eier wre re a ET in un TE BE 386 ern Hier ist eine Reihe fragmentarischer Beobach- tungen, die zum Theil vielleicht immer Bruch- stücke bleiben- werden, und zum Theil erst in der Folge sich an analoge Thatsachen werden an- reihen lassen. Aus einigen derselben lassen sich indels hier schon Folgerungen ziehen, und die- se sind SPALLANZANIsS Erfahrungen über das Vermögen des männlichen Saamens durch ein langes Medium von Schleim, nicht aber durch ein Medium von Eyweils, seine befruchtende Kraft zu äussern, Läfst sich hieraus nicht schliessen, dals der männliche Saamen nicht durch seine ponderabeln Bestandtheile, sondern durch eine, diesen beywohnende Kraft, welche, gleich der Elektricität und dem Magnetismus, ihre Con- dukteren und Isolatoren hat, seine befruchtende Wirkungen äussert? Zwar will SPALLANZANI(r) unter dem Microscop in jenem Schleim Poren entdeckt haben, wodurch seiner Meinung nach der Saamen bis zum Mittelpunkte der Eyer ge- langet. Allein gesetzt, solche Canäle existirten, so bleibt es doch unbegreiflich, wie ein kleiner Tropfen Saamens durch eine zolldicke Schleim- masse und durch 50 über einander gelegte Eyer bis zum untersten Eye durchdringen sollte. Unsere Meinung hat dagegen das Vermögen des Saamens, einer an Gewichte 2880 mal grö- [sern (ı) A. a. OÖ, S. 202. der Panzel Gunans| ahnlich 8 in der N arb Ciile, di söben, kn zen Grill geht, und uotanglich des Blum hürper a kann, un eine 50 äl Beiruchtun; scheinlich Action de chen sat Dies gewinnen bey denje Iruchtung Fe 38," her Betz; dach. 2% [sern Menge Wassers(s) seine befruchtende Kraft nmer Br: W na ungeschwächt mitzutheilen, und die Analogie > Me der Pflanzen für'sich, Nach Hepwıc’s und ee Schranz’s(t) microscopischen Untersuchungen a nehmlich finden sich zwar bey einigen Gewächsen in Br in der Narbe der weiblichen Geschlechtstheile hohle e he iM Canäle; diese aber endigen sich in einem fesien, x k u a gelben, knorpelartigen Körper, der durch den gan-| t 1% durch zen Griffel bis zur Nabelschnur der. Saamenkörner e befructe geht, und zur Fortleitung einer Feuchtigkeit ganz| hieraus il untauglich zu seyn scheint. Da nun der Saft F u nicht des Blumenstaubs nicht anders als durch jenen F ndern dur Körper auf den weiblichen Zeugungsstof wirken 'elche, gei kann, und da nach Körrzvurer’s Beobachtungen| 15, Ihre( eine so äusserst geringe Quantität dieses Safts zur F befruchtei Befruchtung hinreichend ist, so findet wahr-& LLANZANI scheinlich bey den Pflanzen keine unmittelbare hleim Por Action des männlichen Saamens auf den weibli- I leinung nl chen statt. S a Diese Gründe würden noch mehr an Gewicht " Be gewinnen, wenn sich zeigen liesse, dafs auch Kr bey denjenigen Organismen, bey welchen die Be: Eu Km fruchtung innerhalb dem Körper der Mutter ge- BT schiehe sollte, (s) Nehmlich 3 Gran Saamen auf»8 Unzen(= 8640 as Vermgt Gran) Wasser gerechnet. I) mal 1(1) Briefe naturhist. physikal. und oekonom. Inhalts [m an Nav.'S.43 fi Bb> ne AR ee ae a ei 7 u ven msn nr wine Zus me en EEE ne 288 ungen schieht, der männliche Zeugungsstoff zu dem weiblichen nicht unmittelbar gelanget. oder ge- langen kann. Ehe wir uns aber auf die Unter- suchung dieses Gegenstandes einlassen, ist es nü- thig, einige Sätze aus der Lehre von der Begat- tung vorauszuschicken. Der erste dieser Sätze ist: Dafls die Aus- leerung des weiblichen Zeugungsstoffs aus den Eyerstöcken ohne Zuthun des männlichen Saamens blos durch die Wollust bey der Begattung bewirkt wird. Von den Vögeln erhellet dies schon aus der bekannten Erfahrung, dals weibliche Thiere der Art nach dem blofsen Ritzeln des Rückens Wind- eyer legen. Harvey(u) sahe sogar dasselbe bey einem Casuar nach dem Anblicke der Begattung zweyer Straulse erfolgen. Von den Säugthieren ist dieser Satz durch HaısrHnon’s Versuche gleich- falls erwiesen. Haninchen, denen die Mütter- trompete der einen Seite durchschnitten wurde, hatten nach einer fruchtbaren Begattung an bey- den Seiten Zeichen von ausgeleertem weiblichen Saamen, aber nur an der unverletzten Seite Früchte. Der Canal der verletzten Muttertrom- \ pete (u) Exerc. de generat, animal. 5. pele fund 8 yöli ver Wahrsd Ausleerü tung, 80 her gesc Bey e LENANN 4 nichts. wei mit einem dern Thi erst ande Stunden n sten(w) chen fände dar ent ragen ur Ausg tertrom bern,( der letz Men, un (N Arır!, af (wlan () Aa of zu den Rain. pete fand sich an dem Orte der Durchschneidung die Ihr völlig verschlossen(v). MM, ist en er$- EN Wahrscheinlich ist es ferner: Dafls diese on der hanıt... Ba Ausleerung nicht während der Begat, tung, sondern erst einige Zeit nach- her geschieht, [s die Au Ä Bey einem Schaafe fanden Harzer und Run- ungsstolh 2 SR LEMANnN 45 Minuten nach der Begattung noch Zuthur;- ß 2 nichts weiter, als ein angeschwollenes Bläschen durch{ UM i: a mit einem rothen Mittelpunkte. Bey einem an- 5 ben dern Thiere der Art war ein solches Bläschen erst anderthalb, und bey einem dritten drey Stunden nach der Begattung im Begriffe zu ber- hon aus| sten(w). Bey HaısrHon’s Versuchen an Ranin- e Thiere& chen fanden sich die Bläschen der Eyerstöcke ickens Wii gar erst 48 Stunden nach der Begattung hervor» dasselbe kr ragend und dem Platzen nahe(x). der Begatlur j j 1 . Ausgemacht ist es drittens: Dafs die Mut. n Säugkbieren f s$ f e tertrompeten sich den Eyerstöcken nä- rsuche gi | j hern, den ausgeleerten Zeugungsstoff ı die Muttr Nr. d der letztern mit ihren Franzen aufneh- itten wur& ie IR men, und zur Gebährmutter führen. tung an i BT Diese m weiblich ‚letzten Set(v) Reır’s Archiv f. d. Physiologie. B.III. St. a.$, Muttertrot pet sı, fh (w) Harzer El. Phys. T. VIII. L.XXIX. S.t.$.ı5. p.29. (x) A. a. O. 5.69. x Bb3z3 330 2 u Diese Bewegung der Muttertrompeten leidet nach den vielen Beobachtungen, welche Har- LER(y) gesammelt hat, und denen man noch die von CrviksHank(z) gemachten beyfügen kann, keinen Zweifel mehr. Die von mehrern ältern Schriftstellern(a) zum Beweise des Gegen-, theils vorgebrachten Erfahrungen sind zur Ent- kräftung der erstern, ungleich zahlreichern nicht hinreichend, und lassen sich auch, wie wir gleich sehen werden, mit diesen sehr gut ver- einigen. Endlich viertens ist es ausgemacht: Dafls jene Bewegung der Muttertrompeten, so wie die Ausleerung des weiblichen Zeugungsstoffs, nicht während der Be- gattung, sondern erst einige Zeit nach diesem Akt geschieht. HaıstHon(b) traf die Franzen der Mnütter- trompeten bey einem Kaninchen einige Minuten nach (y) BorruAAvE prael, acad. Vol.IV. P.IT. 6.658. not. 78.202)... HALLER DI. Ehys.aT.yIH. L. XXIX. S: 1. $. 14. P- 27. (2). Reims, Archiv f. d.. Ehysiol.. IM. ıSt..1. 8.76; Vers. ı. (a) BorrmAAve prael. acad. Vol.IV. P.TI.$.658. not. 21. 9.72.$.670. not.2.$.671. not.ı. Harrer El. Phys, T. VIII. L.XXIX. S.1..$.14. p.28. (b) Aral©... 8.57. Eyestöcken nund LA sen und 2) ken entlern sen in Ban Deswig jet Tag arolg Hier achtungen ten nach Lage geblieb se\ierdurel nicht Hat Iahrungen für natün] rend der den, als ı bewegende Eyerstöcker keiner. Meır yetan|, Fu ii nach der Begattung noch in ihrer natürlichen Br n Lage an. Bey einem Thiere von eben der Art © Mi sahe ps GrAArF die Franzen der Muttertrompeten Ba, sich 20. Stunden nach der Beywohnung den | von n Eyerstöcken nähern. Bey Ratzen fanden ScHU- Ei Cs U rıc und Lange die Fallopischen Röhren am er- ae an ı sten und zweyten Tage noch von den Eyerstök- reichern ni ken entfernt, und erst am dritten Tage mit die- ch, wie nt sen in Berührung. Bey einer jungen Ruh sahe sehr gut m Deswıs jene Näherung erst gegen den sechsten Tag erfolgen(c). macht: Dil Hieraus würden sich nun die obigen Beob- trompelt achtungen erklären lassen, wo die Muttertrompe- weiblich ten nach der Begattung in ihrer gewöhnlichen nd der! Lage geblieben waren, und zugleich würden die- Zeit nı se hierdurch ihre Beweiskraft verliehren, wenn nicht Harrer(d) die zuletzt angeführten Er- fahrungen in Zweifel gezogen hätte. Er hält es n der te für natürlicher, dafs die Muttertrompeten wäh- inige Mat rend der Begattung in Bewegung gesetzt wer-: nie den, als dals sie sich erst nachher, wenn keine p.Ir. 6.65" bewegende Kraft mehr vorhanden ist, zu den [, LXAN. Eyerstöcken begeben, und er führt zum Beweise seiner Meinung das Beyspiel der Vögel an, de- IT, Stu 87 ren (6) BorRHAAVE prael. acad.! Vol.: IV. PIE 19.658 ‚ng not. 20. un(a) El, Phys. T. VIII. L.XXIX. 8.T.$.14. p.29. Bb4 392— ren Weibchen Eyer legen, wenn ihnen blos der Rücken gekitzelt wird. Hic enim, sagt er, so- lus stimulus sentientium oviductuum et ovariis eos admovet, et ova per eosdem in cloacam du- cit. Gegen diese Einwürfe haben wir indels Fol- gendes zu bemerken: Was natürlich(simplex) und nicht natürlich ist, lälst sich selten bestim- men, und am wenigsten bey einem Gegenstande, der in ein so tiefes Dunkel gehüllt, ist, wie die Erzeugung. Dafls die Bewegung der Mutter- trompeten zu den Eyerstöcken Wirkung des Or- gasmus bey der Begattung ist, beweiset das Bey- spiel der Vögel freylich; aber es beweiset nicht, . dals es eine unmittelbare Wirkung desselben ist. Endlich würde sich durch eben die Argumente, deren sich Harrer bedient, auch beweisen las- sen, dals sich der Zeugungsstoff der Eyerstöcke schon während der Begattung ergielsen mülste, Da aber dieser Satz mit so vielen Erfahrungen im Widerspruche steht, so sind wir auch berech- tigt, an der Richtigkeit jener Argumente zu zwei. feln, und wir haben hierzu um so mehr Grund, da es höchst wahrscheinlich ist, dafs die Ergies- sung des weiblichen Zeugungsstoffs aus den Ey- erstöcken und die Bewegung der Muttertrompe- ten zu diesen Organen durch einerley Ursache bewirkt werden, und also auch zu einerley Zeit geschehen. Aus Ay de yyenn dit yadlihen$ ri, w die der Mutter fi it, Oi pen, odeı N[rägt D hey der be wenigstens Beobachtur er bey ei gleich na fen mänı Eben so w Hauer(e) ten mach( n mehren nicht, H Vlerus€ Ülerus ur Rursch(| Muttertron () Exere, hnen hin; " Aus den angeführten Thatsachen folgt, dals, , sagt: A. 7\ Sue) wenn eine Vermischung, des männlichen und UM ek onarı Oraı weiblichen Saamens auch bey denjenigen Thie- in Cloacan d>- Ä“ tal ren, wo die Befruchtung innerhalb. dem; Körper m indel h der Mutter geschieht, zur Erzeugung nothwen- High(pl dig ist, diese erst entweder in den Muttertrom- selten bein peten, oder in der Gebährmutter vorgehen kann. 1 Gegenstn Es frägt sich also: Ob der männliche Saamen t. ist, wie_ bey der Begattung in die Muttertrompeten, oder der. Mut. wenigstens in den Uterus gelanget? Harverv’s(e) kung des 0} Beobachtungen sprechen nicht dafür. Nie traf veiset das Br. er bey einer Menge weiblicher Thiere, die er yeweiset nich gleich nach der Begattung öffnete, einen Trop- desselben ı fen männlichen Saamens in dem Uterus an. e Argumen Eben so wenig fand ihn REGNIER DE GrRAArF(f) beweisen| Haurer(g) fand ihn ein einziges mal 45 Minu- er Eyerstü ten nach der Begattung in der Gebährmutter; elsen miült in mehrern andern Fällen. fand: er ihn ebenfalls \ Erfahrung nicht. Hingegen sahe ihn VErHErEn(h) in dem r auch bh Uterus einer Kuh, LEEUWENHOoER(ij) in dem vente zu m Uterus und dessen Hörnern bey Kaninchen, und. RuvyscHh(k) in dem Uterus und zugleich in den ‚ mehr 6mul, fs die Ere Muttertrompeten zweyer Weiber, | en Hier aus den 3}(e) Exerc. de gen. anim. 48. 66. 67. Muttertronp(f) Opp- omn. p. 305. erley Uri‘(g) El. phys. T. VIII. L.XXIX. S.T.$.ı1. p.19. 22. einerley Zul(I) Corp. human. Anat. P.II. p. 514. (1) Anat. p. 166. 170. 171. (k) Thes. anat, VI. p.13. n.21. Advers.I..n.ı. T.2. fz iu Bb5 394 m Hier kämpfen also Erfahrungen gegen Erfah- fungen.© Auf den ersten Anblick scheinet das Uebergewicht auf Seiten der letztern, indem den erstern der Einwurf im Wege steht, dafs die Begattung in den beobachteten Fällen vielleicht unfruchtbar gewesen seyn würde, wenn die THie- re am Leben geblieben wären. Allein untersucht man die letztern Beobachtungen genauer, so wird man sehr bald finden, dafs keine. derselben mit hinlänglicher Genauigkeit angestellt ist, um den Zweifel zu heben, ob die in den Mutter- trompeten oder im Uterus gefundene Feuchtig- keit auch wirklich männlicher Saamen war. VERHEYEN versichert blos, in dem Uterus der Kuh, die er nach der Begattung öffnete, eine beträchtliche Menge eines, dem männlichen Saamen dem Augenscheine nach gleichen Saftes angetroffen zu haben. Im propria cavitate uteri, dies sind seine eigenen Worte, inveniebam notabi- lem quantitatem seminis, nempe humorem illi, quem alias ex tauri vesiculis seminalibus expres- seram, ad oculum plane similem. Aber der blo- fse Augenschein kann hier nichts entscheiden. Die Erfahrung lehrt, dafs die Absonderung des Schleims in den äussern Geburtstheilen und der Mutterscheide bey der Begattung sehr vermehrt wird. Bey Organen von so engem Consensus, ; wie diese Theile und der Uierus sind, kann aber keines heine Te de ng „fichei führmutter bey der Be jet, welch nf, nut nen wär, theilen, SC mische Veı Noch nork's D chen, die scheinen ih lichen Saau sahen Dürr in dem du Russ seyn, ob mutter ıu lich männ yitas ante bene cock kemini y INT Tele en gegen Erf, h keines Veränderungen erleiden, ohne dafs auch Scheinet|; SE N: ii die übrigen daran Theil nehmen, nnd aller Wahr- N, indem der a:;: Be. scheinlichkeit nach findet ‚daher auch in der Ge- 'eht dafs} Er.. als bährmutter eine vermehrte Schleimabsonderung illen vielen= RT Teich bey der Begattung statt. Ob nun jene Flüssig- venn die Th. keit, welche VerkeyEen in dem obigen Falle an- hei ein untersurh.. PR. Antersuct traf, nur dieser Schleim, oder männlicher Saa- genauer, ı men war, darüber konnte nicht das Auge ur- eine, dersehn theilen, sondern dies hätte sich nur durch che- stellt ist, ın mische Versuche entscheiden lassen. | den Mitte nF Noch weniger Beweiskraft haben LEEuUwen- a Horr’s Beobachtungen. Blos die Saamenthier- chen, die er in der Flüssigkeit des Uterus antraf, dem to scheinen ihn veranlafst zu haben, diese für männ- ung öffhel lichen Saamen zu halten. Aber ähnliche Thiere aha sahen Burron, D’Ausenton und Nezpuam auch REN in dem Safte der weiblichen Eyerstöcke(1). eichen Salk cavitate ua) Ruvscu scheint selber zweifelhaft gewesen zu iebam mtb seyn, ob die Flüssigkeit, die er in der Gebähr- umoren li mutter und den Fallopischen Röhren antraf, wirk- alibus ei lich männlicher Saamen war, wenn er Sagt: Ca- Aber der bt vitas autem(uteri) referta erat semine albo et entscheiden bene cocto, aut saltem subsiantia, quae onderung di semini virili ad colorem et visum simi- len und de lis erat. Utrague tuba eodem liquore quoque hr vermet referta erat(m).. Noch zweifelhafter aber wird Consenst, dies ‚kann 4(1). Hist, nat;«DL.0.6: (m) Thes, anat. 1],©, en Een nenn. in ae as ein-. nn isn m ar ne Le ee ET 396 Gamer dies durch einen Fall’ in seinen anatomisch- chi: rurgischen Beobachtungen, wo er auch in dem Cadaver einer Wassersüchtigen die Muttertrompe- ten mit einer, dem männlichen Saamen ähnlichen Materie angefüllt fand(n), und durch gleiche, von BArTHorın(0) und Santorını(p) an Wöch- nerinnen gemachte Erfahrungen. Auch in den weiblichen Geburtstheilen. werden also gewils Flüssigkeiten erzeugt, deren Unterscheidung von dem männlichen Saamen sehr schwer hält, und ich sehe daher nicht ein, wie Harrer(q) sagen kann: Ruyschium semen a muco non distinxisse dura est suspicio. Noch weniger aber begreife ich, wie eben dieser Schriftsteller noch eine Menge anderer Aerz- te, z.B. FALrLorıa und Poster, als Gewährsmän- ner für die Gegenwart des männlichen Saamens in dem Uterus und den Muttertrompeten anfüh- ren kann(r). Farrorıa(s) spricht in der Stel- le, worauf Harrer sich beruft, blos von einem weiblichen Saamen, den er in den Moütter- trom- (n) F. Ruysenır obs. anat. chirurg. XLV. p- 60. (0) Anat. p.2509. (p) Istoria d’un feto etc. C.XTI. n.ı$. (g) El. Phys- T.VIIL:IL.XXIX. ST, 11. pieı. (r), BorruAAve prael. acad. Vol. IV.$. 672. p. 101. not.6. Harzer El Phys. 1. c. p.ı$. (s) Opp. omn. T.T.'p. 106. qrompel Vorgänge! di und PosteL pl yon ein Iibe, der yoll von ein fir weibl; giner Mein trompeten Nebenhoder Gegen Saamens 2 peten spre lich so yie derselben ft setzt auch, bährmutter wäre win könnte de Harzer sigkeit ni die Bepat en seyn, den hätte, Von di fung der R (') Ban Ma, 1atomisch.ch; trompeten gefunden haben will, statt dafs seine auch in dk Vorgänger diesen in den Eyerstöcken suchten, Muttertrong, und Poster(t) erzählt weiter nichts, als einen men ähnlh Fall von einem mit der Nymphomanie behafteten durch gleich, Weibe, deren Eyerstöcke und Muttertrompeten 1(P) an Wi voll von einer Flüssigkeit waren, die er ebenfalls Auch ih in für weiblichen Saamen hält, und für welche, also‘ peni seiner Meinung nach, die Eyerstöcke und Mutter- scheidung‘_ trompeten eben das sind, was die Hoden und el Nebenhoden für den männlichen Saamen. LER(9) u Gegen alle, für den Zutritt des männlichen non distiniy Saamens zum Uterus, oder zu den Muttertrom- peten sprechende Beobachtungen lassen sich folg- lich so viele Einwendungen machen, dals keine 1, wie eh derselben für beweisend gelten kann. Und ge- ınderer Aeı setzt auch, die Flüssigkeit, die man in der Ge- Gewährsmi bährmutter oder in den Fallopischen Röhren fand, hen Saantı wäre wirklich männlicher Saamen gewesen, so ıpeten anfıh könnte doch in den von HaArvEY, DE GRAAF und t in derSteh Harrer gemachten Beobachtungen, wo diese Flüs- 08 von einem sigkeit nicht bis zu jenen Theilen gelangt war, den Nittr die Begattung vielleicht eben so fruchtbar gewe- ton sen seyn, als wenn das Gegentheil statt gefun- den hätte, V. p.60 Von dieser Seite ist folglich keine Beantwor- tung der Frage, ob bey den Säugthieren eine 1. pe Vermi- $, 6724 PM(t) Baxze Nouvelles de la Republique des letires. Mars. 1686. p. 173. 398 men Vermischung des männlichen und weiblichen Saa- mens zu einer fruchtbaren Begattung nöthig ist? möglich, Eben so wenig entscheidend sind die von Einigen für die negative Beantwortung die- ser Frage angeführten Fälle von ungewöhnlich kurzen, oder nicht vorne, sondern hinten perfo- rirten, und dennoch zur Zeugung fähigen männ- lichen Gliedern(u), so wie die Beobachtungen von Schwängerungen ohne Einlassung des männ- lichen Gliedes, oder ohne Zerreissung des Hy- mens(v). So lange die schon von HALLeEr ange- führte, und durch die Beobachtungen ‚von Na- deln, die in der Gebährmutter gefunden wurden, unterstützte Möglichkeit eines Einsaugungsver- mö- (u) Loper’s Journal f. d. Chirurgie. B.ı, St.4, 5.675. HARTENnKEIL’s med. chirure.! Ara,.1992: B. 4,5. 525. Merzscer’s verm. med. Schriften. B.ı.$.195. SCHWEICKHARD in HurerAnn’s Journal der prakti- schen Arzneykunde B.XVII. St. ı. (v) HATLERSEL phys., 3. VMT.-L, XXIX. Ss]. NR p- 20°. HaAcen’s Versuch eines neuen Lehrbuchs der prakt. Geburtshülfe. B.2. S.ır7. Rıcurter’s chirurg. Bibl. B. VI. 8.742. Waırenr’s Betrachtungen über die Geburtstheile des weibl. Geschlechts.$.13. Prr’s Aufs. und Beobacht. aus der gerichtl. Arzneywissen- schaft. B. VIII. St. 2. N.4. Osıanver’s Denkwür- digkeiten für die Heilkunde u. 8. w. B.2. S. ı ff. Josernr über die Schwangerschaft ausserhalb der Ge- bährmutter etc.$.ı9, Sersuche(X Si heweise chen Saamıe Ausleerung zicht aber, kung des Auf d die von( sache, da terscheide, Thiere(die nommen)| Qoppelte m Grölse de der Sch steht(z) Der End die Vern gung des IM) Bora Gag (9) Au {) Born () Hin gueresmen, 399 weibliche“o ER 0 j lichen$, mögens des Uterus(w), unwiderlegt ist, läfst Lu sich auf jene Fälle keine verneinende Beantwor- dend; tung der obigen Fragen bauen. Ferner sind die Alwortung li schon verschiedentlich erwähnten Haısrtmonschen Ungewöhlh Versuche(x) nichts weniger, als entscheidend. n hinten pe, Sie beweisen blos, dafs der Zutritt. des männli- fähigen min, chen Saamens zu den Eyerstöcken unnöthig zur Beobachtun Ausleerung des weiblichen. Zeugungsstoffs ist, Ing. des mi nicht aber, dafs dieser ohne unmittelbare Einwir- ssung des I kung des erstern befruchtet werden kann, Harrer Ben or Auf der andern Seite aber entscheidet auch a ser die von CowPEr und HALteEr’n angeführte That- a sache, dafs das Opossum für eine doppelte Mut- ‚nsaugunpsme Ei terscheide, so wie die Familie der eyerlegenden Thiere(die Fische und einige Amphibien ausge- nommen) für einen doppelten Uterus auch eine doppelte männliche Ruthe hat(y), oder dals die ii Ri Gröfse der männlichen Ruthe mit der Capacität r der Scheide bey allen Thieren in Verbältnifs =# steht(z), nichts für die gegenseitige Meinung, EIEN Der Endzweck beyder Einrichtungen kann blos en die Vermehrung der Wollust bey der Befriedi- ur gung des Geschlechtstriebs seyn, und dafs dies HTE E wirk- gu, Pi(w) BorrnAAve prael. acad, Vol. IV. P.II.$.673. nor. Arzne 6. p- 103.' n’s Denkmit(x) Reır’s Archiv£. di Physiol. B.III. St. 2, S.zı£. B,2» (y) BorrmaAve prael. I. c. (z) Harzer El. phys. l.c. p.22.' 400—— wirklich so ist, erhält sehr viele Wahrscheinlich- keit, wenn der Hauptsitz der Wollust, wie Har.- LER Selber bemerkt(a), der Muttermund ist. Ein wichtiger Entscheidungsgrund würden hier Fälle seyn, wo, bey einer völlig verschlosse- nen Mnttertrompete, eine Frucht ausserhalb der Gebährmutter auf der Seite dieser Fallopischen Röhre gefunden wäre. Versuche hierüber aber sind schwer, und bisher auch noch von Nieman- den, ausser von GrASMEYER’n(b), angestellt, aus dessen Beobachtungen sich indels wenig schlies- sen lälst. Zufällige, und zugleich sichere Erfah- rungen der Art sind meines Wissens noch nie gemacht worden, und für den entschlossenen Skeptiker bliebe bey diesen immer noch ein Aus- weg offen, wenn er annähme, dafs die Verschlies- sung der Mhuttertrompeten erst nach der Em» pfängnils entstanden wäre. Eben dieses Einwurfs bedient sich HAaLter(c), um die Fälle von Con- ceptionen bey verschlossener Mutterscheide oder verwachsenem Muttermunde zu schwächen, In- zwischen findet man bey den Schaafen den in- nern Muttermund durch Knorpel und durch Schleim fast ganz verschlossen(d), und dieser Um- (2)-%©. p.21, (b) De conceptione et foecunditate hum. p.48- (eeLrer pr22. (d) Kuntemann obsery.. circa negotium generat. p. 7. Saaneis al din hiergei‘ iin, Auch \ vun Hansen ven Einfluls (hulus gig terscheide, Männchen€ eine solche ter verbund keine Weist » Feiner spri cassen, be wie. bey den per der Nut die Wirkung weiblichen ist, Sie ı gehn, wel Derattung hierzu nun DANZANTS| vie} und Sikr de PR al | den Manzeı . Sunamemensen 401 "ahrscheinlin,::. URS n Umstand ist allerdings ein wichtiger Gegengrund na gegen den unmittelbaren Einfluls des männlichen mund ist, Saamens auf den weiblichen Zeugungsstoff, in- Und Wi dem hiergegen jener Haruersche Einwurf weg- Tape fällt, Auch sind gerade bey dem Opossum, das aueh von HALreEr’n und andern für diesen unmittelba- a Pape ren Einfluls angeführt ist, und dem Känguruh Mierahe(Jaculus giganteus) die beyden Canäle der Mut- BRRR terscheide, die dem doppelten Zeugungsgliede des — Männchen entsprechen, so gekrümmt und auf Ba. eine solche Art mit dem Grunde der Gebährmut- ia ter verbunden, dafs der männliche Saamen auf sichere Ei keine Weise zu den Eyerstöcken gelangen kann(e). MIR: MOCLEN Ferner spricht die Analogie der übrigen Thier- entschlossen classen, bey welchen die Befruchtung ebenfalls, ıoch ein A wie bey den Säugthieren, innerhalb dem Kör- Jie Verschli per der Mutter geschieht, für die Meinung, dafs ich der Hı die Wirkung des männlichen Saamens auf den eses Einwor! weiblichen bey der Befruchtung eine mittelbare älle von Cor ist. Sie ist ohne Zweifel mittelbar bey den Vö. erscheide oder geln, welche Wochen lang nach einer einzigen hwächen I Begattung fruchtbare Eyer legen. Nehmen wir aafen den Ir hierzu nun auch die Gründe, die uns oben SrAL- und durd LAnzANıs Versuche an Amthibien, so wie Hep- , und dies! wıc’s und Scaranxk’s Beobachtungen über die Un Struktur der weiblichen Geschlechtsorgane bey den Pflanzen für jene Meinung lieferten, so ist es p#(e) Biol. Bd.ı. S. 214. III. Bd. Ge r EEE TEE am nn scanner see Zen men RT tl 402— es allerdings sehr wahrscheinlich, dafs der männliche Saamen seinen Einfluls auf den weiblichen Zeugungsstoff nicht durch seine ponderabeln Bestandtheile, sondern durch eine diesen beywohnen- de Kraft äussert, welche durch gewis- se hörper fortgeleitet und durch ande- re aufgehalten wird. Mehrere von den Gründen übrigens, wel- che uns bestimmt haben, eine mittelbare Ein- wirkung des männlichen Saamens auf den weib- lichen anzunehmen, veranlalsten auch schon ähn- liche Ideen bey andern Naturforschern. In der Erklärung jener mittelbaren Einwirkung wichen aber diese ganz von uns ab. In ältern Zeiten nahm man hierzu einen befruchtenden Dunst des männlichen Saamens(aura seminalis) an(f). Neuere setzten an die Stelle desselben eine Ein- saugung des männlichen Zeugungsstoffs durch die Saugadern der Mutterscheide, und Absetzung desselben in den Eyerstöcken(g). Die erstere Meinung aber ist durch SpraLLanzanı’s Versuche wider- (f) Borrnaave prael. 1. c. not.ı14. p.ı08. Parsons philos. observat. C.n. Kunutemann].c. p.32. (g) Grasmeyen 1. c. Betrachtungen über die Schwän- gerung und über die verschiedenen Systeme der Er- zeugung. Aus dem Engl. übersetzt von MıcuAzrıs. Zittau u, Leipzig. 1791. wider Ä gef ‚1b dent eis kleine iehrigkeit| Theile des ne Glas 5 Hhlung a0 ver Lage b „ stioker 5 Stunden ger Zeit W yerdünstete Dessen ol derselben( Gliser eine wurden(I), verschieden zurüchgeil gesammt den noch zbgeinder ky mit ı Meinung, telbare W. mem 403 h, dals dh Einfluf, m SStoff nic, estandthejl. widerlegt. Dieser schüttete in ein Uhrglas ohn- gefähr ı1 Gran männlichen Saamens aus verschie- denen stinkenden Erdkröten, und in ein anderes ME etwas kleineres Uhrglas 26 Eyer, die wegen der an Yi Rlebrigkeit ihres Schleims an dem innern hohlen a Theile des Glases hängen blieben. Dieses klei- durch und nere Glas setzte er wie einen Deckel mit seiner Höhlung auf das erstere, und lies beyde in die- ser Lage bey einer Temperatur von ı8° Reaum. übrigens, yı) li i 5 Stunden hindurch stehen. Nach Verlauf die- Blei. ser Zeit waren die Eyer von einem Theile des 2 h a verdünsteten Saamens ganz feucht geworden. a; Dessen ohngeachtet aber entwickelte sich keines RE ß derselben(h). Der Erfolg war derselbe, als die wirkung wii Gliser her grölsern Wärme von 25° ausgesetzt n ältern Ik wurden(i). Befeuchtete hierauf SPALLANzanı nden Dunst! 2;\ verschiedene Eyer mit dem in dem untern Glase iinalis= a% A inalis) an zurückgebliebenen Saamen, so kamen diese ins- ben ni|! DET A gesammt zum Leben(k). Diese Versuche wur- ıngsstofs dır den noch auf verschiedene Art von SPALLANZANL und Aber abgeändert. Aber das Resultat war immer einer- z). Die men ley mit dem der vorigen. Gegen die letztere zanı’s Versuch Meinung, die doch im Grunde auf eine unmit- wi telbare Wirkung des männlichen Saamens hin- P aus- 2,109 AN r(h) Searzanzanıs Vers. über die Erzeugung, Abthlg, N s; 1. 8.226. 227. her lie Schmi i i vr(i) Ebendas.$.227. 228. Systeme der I (k) Ebendas. S.228. von MicnsiH Cc2 Fe nun ne en en eier. a ae ha re 404—— ausläuft, streiten SPALLANZANTS Beobachtungen über das Vermögen dieser Flüssigkeit durch ein langes Medium von Schleim, wodurch, wie schon bemerkt ist, schwerlich eine Fortleitung der ponderablen Bestandtheile derselben statt fin. den kann, ihre befruchtende Wirkung zu äus- sern, und zugleich mehrere, theils schon ange- führte, theils noch in der Folge aufzuzählende Thatsachen, die sich ganz an unsere Meinung, nicht aber an die Grasmerersche Hypothese an- schliessen. Eine solche Thatsache ist die im zweyten Bu- che untersuchte Antipathie und Sympathie der le- benden Organismen, woraus wir eine dynamische Einwirkung der lebenden Hhörper auf andere fol- gerten(l). Eine solche Thatsache ist ferner die Copulation der Conferven, die uns im dritten Ka- pitel des gegenwärtigen Abschnitts auf den nehm- lichen Schlufs führte. Von ähnlicher Art ist nun auch der Einfluls, den, unserer Meinung von der Empfängnifs gemäls, der männliche Zeu- gungsstoff auf den weiblichen äussert. Zugleich aber glauben wir auch annehmen zu müssen, dafs dieser Einfluls nur bey denjenigen Organis- men, bey welchen die Befruchtung ausserhalb dem Körper der Mutter geschieht, unmittelbar auf den weiblichen Zeugungsstoff gerichtet, hin- gegen (1) Biol, Bd. 2. S. 455. g.4. i go I) de der Mutter tem wirksan yoranf sich Es giel in lebender hracht und ken, die N Hundswulh Die a Rrankheite terien. mill stöhren, B lichen Sam se Naterien wie für dem Was in einer| hält sich pocken- u beyde dur Vernichtet, Die er Blttenif brechen, y m——— AoS Beobachtunp, Be N KEIE durch ei gegen bey den übrigen, und besonders den Säug- kın ua Wodhrct thieren, mittelbar, durch eine zuvor im Körper \ U, HM ” der Mutter erregte Veränderung, auf. den letz- Ane Fortlehn 5= Ihe} tern wirksam ist, und folgende Gründe sind es, SEADEN Statt I il worauf sich diese Meinung stützt, UNE zu jur= ls Schon an Es giebt Kirankheiten, die nur durch einen, in lebenden Körpern erzeugten Stoff hervorge- Isere Mein bracht und fortgepflanzt werden, z.B. die Pok- Hypothes u ken, die Mäsern, die Pest, die Lustseuche, die Hundswuth u. 5. w. m zweytet Die ansteckenden Stofe, die sich in diesen mpathie de Krankheiten entwickeln, lassen sich einigen Ma- ine dynanist terien mittheilen, durch andere aber auch zer- uf andere| stöhren. Eben so verhält es sich mit dem männ- ist ferner‘ lichen Saamen, und merkwürdig ist es, dafs die- im dritten! se Materien zum Theil dieselben für den letztern, wie für jene Gifte, sind. So theilt der Saamen aut den nel her Artigin dem Wasser seine befruchtende Kraft mit, und Meinung von in einer gewissen Quantität dieser Flüssigkeit er» nl ER hält sich auch die ansteckende Kraft der Kuh- i‘ n pocken- und Blatternmaterie. Hingegen werden » 1: beyde durch den Rauch brennender Substanzen 1 ai= vernichtet. N| 1l el| ng, aus Die ersten Wirkungen der Ansteckung des| h unmilt Blatterngifts sind: Blässe, Schauer, Ekel, Er-||| serichtet, BE brechen, vage Schmerzen, Niedergeschlagenheit il gen und Fieberregungen. Aehnliche Symptome äus-|@ Cc3 sera 2 an in nie ai ne Zu ee ET a mn 406 Se sern sich auch bey dem Weibe nach erfolgter Befruchtung. Die letzte Wirkung der Ansteckung ist eine gewisse Art von Afterorganisationen, so genannte Exantheme, in deren Mitte sich eine Blase er«- zeugt. Diese füllt sich, indem sie gröfser wird, mit einer eiterartigen Flüssigkeit, und öffnet sich endlich, nachdem sie eine gewisse Grölse er- reicht hat. Die ausgeleerte Materie ist dann das Vehikel des ansteckenden Giftes. Die innere Höhlung der Blase aber füllt sich mit neu er- zeugtem Fleische wieder aus, Eben so entsteht bey den Säugthieren nach der Empfängnifs auf den weiblichen Eyerstöcken eine oberflächige Ent- zündung, und in deren Mitte eine Blase, wel-' che sich öffnet und sich des in ihr enthaltenen Zeugungsstoffs entledigt, worauf die leere Höhle mit Fleischwärzchen wieder ausgefüllt wird, und anfangs das Ansehn einer Drüse, dann einer Narbe(Corpus luteum) bekömmt(m), die aus- geleerte Feuchtigkeit aber zur Ursache einer glei- chen Wirkung wird, wie diejenige war, wo- durch sie selber hervorgebracht wurde. Es darf uns übrigens nicht befremden, dafs die letzte Wirkung derjenigen ansteckenden Materie, die wir mit dem Namen des männlichen Saamens be- zeich- (m) Harrer El, Phys, T. VIM. L. XXIX. p. 29 sq. $. 15. 16. zeichnf) ist: denn ü zudem ste sch ebenfall en Theilen dem Leisten Änochen. Jchen Zen welche Er fraft des Jeicht ist d andern O1 oder doch Geburtsth Zur W es einer Jahre Tane wandeln, dann abe Jich von den, ‚D: fruchtend Iene Ararkheite und auch dersehen mens ih nach erfin ECkUng ist, en, 0 Fenanıta eine Bley. ie grölser ni, JAHE SINN mpfängnils u jerflächige N e Blase, ı hr enthalte ie leere Hi: ullt wird, Il! >, dann ent ache einer gl jge war, W Materie, n Saamens® zeich XIX 9" | 407 zeichnen, blos auf die Eyerstiöcke beschränkt ist: denn die Afterorganisationen, welche von andern ansteckenden Giften entstehen, äussern sich ebenfalls vorzugsweise an gewissen einzel- nen Theilen, z.B. das der Lustseuche zuerst an den Leistendrüsen und am Halse, zuletzt in den Kinochen. Ich glaube auch nicht, dals die weib- lichen Zeugungstheile die einzigen Organe sind, welche Empfänglichkeit für die befruchtende Kraft des männlichen Saamens besitzen. Viel. leicht ist die Befruchtung eben so wohl an jedem andern Orte, an welchem die Epidermis fehlt, oder doch sehr dünn ist, als in den weiblichen Geburtstheilen möglich. Zur Wirkung der ansteckenden Gifte bedarf es einer gewissen Anlage. Man sahe Menschen Jahre lang unter Pocken- und Pestkranken herum: wandeln, ohne sich eine Ansteckung zuzuziehen, dann aber, bey einer neuen Veranlassung, plötz- lich von den Blattern und der Pest befallen wer« den..Das Nehmliche ist der Fall mit der be& fruchtenden Wirkung des männlichen Saamens. Jene Anlage ist bey mehrern contagiösen Krankheiten an gewisse Jahreszeiten gebunden, und auch hierin kömmt die ansteckende Kraft derselben mit der befruchtenden Kraft des Saa- mens überein, indem alle Thiere, ausser dem Cc4 Men- nenn, Tr ee Fee FE 408 ausm Menschen, nur in gewissen Jahreszeiten brün- stig werden. Auffallend und nicht zu verkennen ist also die Aehnlichkeit in der Wirkungsart der anstecken- den Gifte und des männlichen Saamens.- mand aber zweifelt, dafs die Afterorganisationen, welche durch die erstern hervorgebracht werden, Wirkungen einer allgemeinen Affektion des gan- zen Organismus- sind. Warum tragen wir denn Bedenken, die Empfängnils aus einer ähnlichen Ursache abzuleiten? Der männliche Saamen kömmt aber auch in manchen Stücken mit andern thierischen Giften, welche ebenfalls vermittelst einer, im ganzen Organismus bewirkten Veränderung locale Krank- heiten hervorbriugen, z.B. den Schlangengiften‘, überein. SCHÖPF(n) erzählt,. dafs ein Larml- mann, der bey Fredericktown in Nordamerika im Monat Julius von einer Rlapperschlange ge- bissen wurde, jährlich um dieselbe Zeit von ei- nem Fieber befallen, und zugleich über den gan- zen Körper blau und gelb, gefleckt wurde. Auch schon Carver(0) führt es als eine gewöhnliche Wir- (n) Reisen durch die vereinigten Staaten von Nord- amerika. Th. ı. 8. 484. (0) Reisen durch. die innern Gegenden von Nordame- zika. Hamburg. 1780.$.399. 400. 7 wird dersele len is Ihe jk gen st kehr der I: ige eintra cononl von mens, die Frucht der weiter unle Vermögen ten, Ing tung von Es gie man. dieser männliche aussert, ı Amphibie lusken 1 Iruchtung des männ] per, Di it also aı übrigen Ich ink fen gungstof sobalt xl Anal 409 reszeiten h;: In Wirkung des Bisses der Klapperschlange an, dafs derselbe allenthalben auf der Hant' die verschie« kennen is L denen‘Farben der Schlangen hervorbringt, und rt der Rn als gewils spricht er von einer jährlichen Rück- Saamens, R kehr der Zufälle, die zum ersten mal nach dem Ba, Bisse eintraten. Ist hier nicht etwas Aehnliches Se, sowohl von dem’ Vermögen des männlichen Saa- eD cht w Akon. mens, die durch den Einflufs desselben erzeugte s Tdebn m Frucht dem Vater ähnlich zu machen, wovon m; weiter unten die Rede seyn wird, als von dem Vermögen mancher Vögel, Amphibien und Insek- ten, lange Zeit nach einer einmaligen Befruch- 1t aber and tung von neuem fruchtbare Eyer zu legen? rischen Gilk r, im gan Es giebt nur Einen erheblichen Grund, den ‚ Jocale Kra man dieser Meinung von der Art, wie der chlangenfifh männliche Saamen seine befruchtende Wirkung Ai a ir äussert, entgegensetzen kann, Bey manchen Nor Amphibien, den Fischen und verschiedenen Mol- RR lusken nehmlich geschieht doch offenbar die Be- he en f fruchtung durch einen unmittelbaren Einfluls ” des männlichen Saamens auf die schon gelegten R Eyer, Die Analogie, kann man uns einwenden, 2 ist also auf Seiten dessen, der auch bey den eu mm übrigen lebenden Körpern ein unmittelbares Ein- ä wirken jener Flüssigkeit auf den weiblichen Zeu- 2 gungsstoff annimmt. Dieser Einwurf fällt aber, sobald sich zeigen lälst, dafs die angeführte Analogie unrichtig ist, und'dals sie dies wirk« Cc5 lich ne et ie ren ME eh se N 410 ersumen lich ist, wird jeder eingestehen müssen, der er- wägt, dals der weibliche Zeugungsstoff derjeni- gen Thiere, bey welchen die Befruchtung aus- serhalb dem Körper der Mutter geschieht, schon vor der Begattung in der Gestalt von Eyern vor- handen, hingegen bey den Säugthieren vor der Empfängnils eine blolse Flüssigkeit ist. Dort besitzt also jener Stoff das Vermögen, sich: ohne Hülfe der Begattung bis auf einen gewissen Grad zu organisiren, hier aber bleibt derselbe ohne den Eintluls des männlichen Zeugungsstoffs eine ganz unorganische Masse, Und woher diese Ver- schiedenheit? Ohne Zweifel rührt. sie von der- selben Ursache her, vermöge welcher die Thiere der niedern Classen im Stande, die Säugthiere aber ausser Stande sind, durch eine einzige Paa- rung auf mehr als Eine Geburt fruchtbar zu wer- den. Möglich ist es, dafs bey den niedern Thierclassen die Befruchtung nicht sowohl zur Belebung der schon vorhandenen Eyer, die sich vielleicht auch ohnehin entwickeln würden, als vielmehr dazu dienet, um diejenigen dieser Eyer, welche weiblichen Geschlechts sind, tüchtig zu machen, in der‘ Folge selber wieder fruchtbare Eyer zu erzeugen. Aus diesem Gesichtspunkte wäre dann auch die Hypothese, dals bey den Blattläusen und andern Insekten die befruchten- de Wirkung einer einzigen Begattung sich bis auf Enkelinnen, Urenkelinnen und noch spätere Gene- ratio- van cha, 9 then, al sn SpaLb wohl ohne jsmch 8 ben würde verlöhren Wend nomenen, angener wieder e uns behz Zusammen benden Na wunderbar Zahl der eine Ort beym M Mädchen Änaben; lich eine wenn ma Tanischen Müssen, dir 1Bsstoff derin, efruchtung a eschieht, gi von Eyern m, thieren vor dr keit ist, Dh gen, sich ch I gewissen(ul derselbe ol gungsstoßi ei 'oher dies Ik. rt. sie von it ‚her die Thr die Säugthk 1e einzige} chtbar zu w r den nieln ht sowohl zı Eyer, die sch n würden, al en diese! bye, 1d, tüchtig m der fruchtbar Gesichtspunt dals bey ie befrucht y sich bis spätere beit gall m ATE rationen erstrecken kann, nicht ohne Wahrschein- lichkeit. Zugleich aber wäre dann zu vermu« then, dals in den oben angeführten Versuchen von SpauLanzanı manche Eyer sich eben so wohl ohne den Einfluls des männlichen Saamens, als nach geschehener Befruchtung entwickelt has ben würden, und verschiedene jener Versuche verlöhren dann also ihre Beweiskraft, Wenden wir uns jetzt zu den übrigen Phä- nomenen, welche die Erzeugung nach vorherge-' gangener Befruchtung darbietet, so finden: wir wieder einen neuen Beweis des schon oft von uns behaupteten Satzes, dals ein dynamischer Zusammenhang zwischen allen Individuen der le- benden Natur statt findet. Wir sehen dann eine wunderbare Ordnung im Grofsen zwischen der Zahl der männlichen ‚und weiblichen Individuen, eine Ordnung, die so genau bestimmt ist, dals beym Menschengeschlechte im Ganzen gegen zo Mädchen 2ı Knaben, oder gegen 25 Mädchen 6 Hinaben gebohren werden(p). Man wird vergeb- lich eine Erklärung dieser Thatsache aufsuchen, wenn man nicht die lebende Natur als einen dy- namischen Organismus ansieht. Ver- (p) Süssmızcn’s göttliche Ordnung in den Verän- derungen des menschl. Geschlechts. Zte Ausg. Th.2. 5. 241, Trennen= n nme Be ei te ne ET en er 412 urn, Vermöge dieses festen Verhältnisses in der Zahl der männlichen und weiblichen Individuen, welches ohne Zweifel eben so wohl bey allen übrigen Arten der lebenden Körper, als bey dem Menschen, statt findet, bleibt sich die lebende Natur, ihres unaufhörlichen Wechsels ohngeach- tet, doch im Ganzen immer ähnlich. Hierzu kömmt noch, dafs die Einwirkung des männli- chen Zeugungsstoffs auf den weiblichen nicht blos im Allgemeinen die Thätigkeit des letztern erregt, sondern auch die Richtung dieser Thätigkeit be- stimmt. Jeder, aus der Vermischung zweyer ver- schiedener Individuen entstandene Organismus ist sowohl dem Vater, als der Mutter ähnlich, und diese Aehnlichkeit erstreckt sich sogar auf Feh- ler der Organisation(q). Der Wechsel der leben- den Natur wird endlich auch dadurch in Schran- ken gehalten, dafs jeder Organismus meist nur mit einem Individuum seiner Art sich begattet, und dafs Vermischungen zwischen Thieren von verschiedener Art in den meisten Fällen unfrucht- bar sind, oder wenigstens unfruchtbare Bastarde liefern. Inzwischen leidet der letztere Satz doch auch manche Ausnahmen. Dafs Maulesel, so wie Ba- starde von Füchsen und Hunden nicht immer une (g) Hasıer El. phys. T.VOL L XXIX 52 6 p: 96. Be< nf peu B9 Geshecht Ihrer‘ M Naturkund sind in di Findbuch Finen Fal ein Fuchs welcher« in Vorsr! ik und. [en und schen Be tung eine Hessetv: durch mel barer Par kanische gemeine SPARRMA 413 “1’ altnısses\. ı...= DUSSES in dp unfruchtbar sind, ist eine bekannte Sache. Ein a Indiriton, neueres Beyspiel von einem Maulthiere, das sein wohl ber ill Geschlecht fortgepflanzt hat, erzählt Lınk in Er, als bey Voısr’s Magazin für den neuesten Zustand der sich die lebe Naturkunde(r). Aeltere Beobachtungen der Art Chsels cheat sind in der 6ten Ausgabe des BrumengachHschen hnlich, Hi Handbuchs der Naturgeschichte(s) angeführt. ng des min) Einen Fall von einem Bastarde, den in Schottland ichen nicht}, ein Fuchs mit einer Hündin erzeugt hatte, und ‚ letztern em welcher sein Geschlecht fortpflanzte, findet man Thätipkei in Voısr’s Magazin für das Neueste aus der Phy- Ine Zweyern sik und Naturgeschichte(t). DBastarde von Wöl. Organismus fen und Hündinnen sind in den Neuen Nordi- r ähnlich, U schen Beyträgen(u) beschrieben. Aus der Begat- oear auf Ri tung einer Rehkuh und eines Schaafbocks erhielt alas ih Hertenıus(v) eine Nachkommenschaft, die sich ra En durch mehrere Generationen fortpflanzte, Frucht- an eiarg barer Bastarde, die ein Bauer in Afrika von Afri- nus MEISI.I kanischen Waldschweinen(Sus Aethiopicus) und af 3 gemeinen Schweinen erhalten hatte, erwähnt ER SPARRMANN(w). ällen ar Er htbare Dat(1) B.2.. Sr.1.,$.22. (s). S.24.& ($) B.IX. St. 4.$.176. Satz, doch a(u) B.I. 8.153. 154: o], so wie Bi(v) Neue Ablh. der Schwed. Akad. B.XI. J.ı790. S. nicht Immt! 269. Ruporrnr’s Schwed. Annalen der Med. u. Nat. Dr Gesch. B.I. St.2. 9. ı90. (w) Reise nach dem Vorgebirge der guten Hoffnung. XIX, 923 S. 352. TE a ee A nn ri ei en De en 414 em So. sahe man auch Bastarde von einem Tiut.' hahn und einer Henne, von einem Hahn und ei- ner Ente, Ein Beyspiel der erstern Art trifft man im ersten Theile der Physikalischen Belustigun- gen, ein Beyspiel der letztern Art in Tause’ns Beyträge zur Naturgeschichte des Herzogthums Zelle(x) und in ScHörr’s Reisen durch die verei- nigten Staaten von‘Nordamerika an(y). Dals solche Vögel ebenfalls nicht immer uhfruchtbar sind,‘beweisen SPRENGER's Versuche(z). Seltener sind Beyspiele von Bastarderzeugun- gen bey den Amphibien. Eine Beobachtung von KuUNDMANN(a) macht es imdels wahrscheinlich, dals sie auch unter diesen Thieren zuweilen statt finden. Nach einer Wasserfluth, so erzählt jener Schriftsteller, wodurch im Jahre 1736 ein grolser Theil von Schlesien überschwemmt wurde, er- schienen in den Sümpfen, die von dem Wasser zurückgeblieben waren, unzählige geschwänzte Thiere, welche anfangs für Eidechsen angesehen wurden, bey genauerer Untersuchung aber sich als geschwänzte Frösche zeigten, deren Schwanz zweymal. so lang war, als der übrige Körper. Viel- (z)B.2. S.257- (y) Th.ı. 8.138: (2) Opusc. phys. math. p.27 sq- (a). Rariora naturae et artis.$.2. Ärt.3. p.402 sg. Act. Acad. Nat. Cur, Val. V. 1740. p.366. | Yipleicht schen ud$ Inter di yinlich. hal hen und Rat au der Ra zu Zeiten Giswen, 4 ver, MA Unter den weilen eine anszeichne sich hat, Bley gem stand vom throphtalmu ter dem N: leicht nun Lisß,), wenn der Milch des Die ni In Rüicksie () Schrifte h, N} IN () Bro (d) Broca — 415 IM einen T u Vielleicht waren’ diese Thiere Bastarde von Frö- \ı Hahn Unde, schen und Salamandern. D Art tif IM ven Belkin. Unter den Fischen sind Bastarderzeugungen rt in Tan ziemlich häufig. Einen Bastard von einem Bar- ; nn ben und Karpen hat DeraAry(b) beschrieben. Dals aus der Karausche, der Giebel und dem Karpen an(y) I zu Zeiten Bastarde entstehen, bemerken schon Sr GESNER, AÄLDROVAND, SCHWENCKFELD, SCHONE- he(2), VELD, MarsıcLi, WırLucHugr und Kreın(c), Unter den Bleyen(Cyprinus Brama) giebt es zu- astarderzem:. weilen einen, der sich durch seine schöne Farbe ht auszeichnet, immer ein starkes Gefolge hinter sich hat, weswegen er von den Fischern Leit- wahrscheinli Si Bley genannt wird, und vermuthlich ein Ba- u IN ai stard vom Bley und der Plötze(Cyprinus ery- ) ua I\ B 2 cn throphtalmus) ist. Eine andere Art, welche un- JY n gt e 1 ter dem ‚Namen der Bley-Güster bekannt ist, it wurde, gleicht zum Theil der Güster(Cyprinus Plestya Lesk.), zum Theil dem Bley, und entsteht, am Wars n dem Na e geschwinzt wenn der Rogen des einen dieser Fische von der Milch des andern befruchtet wird(d), nn nn ET TEE TE TEE 1.2 annötohh bsen auzes - Is; leren Schwan Die niedern Thierclassen sind noch zu wenig 4 jbrige Aörpf in Rücksicht ihrer Erzeugung untersucht, als 8 “ a I N dals 3 m (b) Schriften der Berlin. Gesellsch. naturf. Freunde, B.7. S.490. (e) Brocn’s Fische Deutschlands. Th.ı. S.98. ‚pH i(d) Brocn a.a. O. S.8ı. ”- TE ne base m te La Tr ne en EEE meter A 416 niaiiäe dafs sich bey diesen viele ähnliche Beobachtun- gen erwarten lassen. Indels sahe Rossı ein Männ- chen der Cantharis melanura mit einem Weibchen des Elater niger so eng durch die Begattung ver- bunden, dals es eine geraume Zeit währte, ehe jenes das an der Wurzel sehr kugliche männliche Glied auch nur halb herausziehen konnte, ob- gleich ihm völlige Freyheit dazu gelassen wur- de(e). Was endlich das Pflanzenreich betrifft, so sind in diesem nicht nur Bastarde überhaupt, sondern auch fruchtbare Bastarde häufiger, als in irgend einer Classe von Thieren. Man erhält sie fast von allen Gewächsen, die getrennte Ge- schlechter haben. Bey dieser nicht ganz geringen Anzahl von Beyspielen, wo aus der Vermischung verschie- denartiger Individuen fruchtbare Abkömmlinge hervorgingen, ist es eine sehr natürliche Vermu- thung, dals die Bastarderzeugung einen- wichti- gen Antheil an der Entstehung der jetzigen le- benden Natur gehabt haben möchte. Es lälst sich auch zur Unterstützung dieser Hypothese dies anführen, dals'sie uns ein Mittel an die Hand giebt, die grolse Mannichfaltigkeit der Ge- stalten, die wir heut zu Tage in der lebenden Welt (e) Memorie della Societa Iraliana. T, VIII. p. 119. Welt znref nigel[rform Wer, at ei die vuderba sten Formen vun, ‚die\ nehmen, U einen befrie Allein sten Anblic sie eine ge wils, dal: Bastarde bi zur Art des zurückkehrt, von der Art gende Gene die Vermis licher Art, der Mutter de mit Bast dien wiede Stammmutte nit dem ers Min hatten, che über Wer, Aier Mischung N IM, ———— 417 'e Beoba, Welt antreffen, aus der Voraussetzung sehr we- OSST ei Min niger Urformen, also auf einem sehr einfachen mia Wele Wege, zu erklären. Man kann sich ferner auf Begattun die wunderbare Vereinigung der verschiedenartig- et währt, sten Formen in einem einzigen Individuum be- liche ı rufen, die wir bey so vielen Organismen wahr- n konnt, ı) nehmen, und welche in der Bastarderzeugung gelassen nı einen befriedigenden Grund findet. Allein so scheinbar diese Gründe beym er. h betr sten Anblicke seyn mögen, so wenig vertragen le über sie eine genauere Prüfung. Es ist erstens ge- e häulige wils, dafs die Nachkommenschaft fruchtbarer n. Man Bastarde binnen einigen Generationen ganz wieder getrennte| zur Art des Stammvaters oder der Stammmntter zurückkehrt, Vermischen sich jene mit Individuen von der Art des Vaters, so nähert sich‘die fol- a Anzahl gende Generation wieder dem Vater; geschieht a AR die Vermischung mit einem Individuum mütter- bkönn licher Art, so werden die Nachkommen wieder rliche Jet der Mutter ähnlich; begatten sich endlich Bastar- ‚eine de mit Bastarden, so gehen die erzeugten Indivi- er jetzigen! duen wieder zur Art des Stammvaters oder der te, Bl Stammmutter über-, je nachdenı die Bastarde mehr i ser Hypult mit dem erstern, oder mehr mit der letztern ge-|| Mittel an mein hatten, So lehren es KöLrEuTEr’s Versu-# igkeit der che über die Bastarderzeugung der Pflanzen, j der Jebendt Wer, dieser Erfahrungen ohngeachtet, der Ver- Wi mischung ungleichartiger Individuen doch einen IE Da. Dd An. Ir N Tin ne ee u 1 Zr EN ehe men 418 gamentiaraum 3 Antheil an der Bildung der jetzigen lebenden Na- tur zuschreibt, mufs zu der Voraussetzung, dals die Rückkehr der Bastardgenerationen zu ihren Urformen in ehemaligen Zeiten nicht statt gefun- den hat, also zu einer Behauptung, die durch keine Gründe unterstützt wird, seine Zuflucht nehmen, Aber wenn man auch diese Voraussetzung gelten läfst, so bleibt doch gerade das durch jene Hypothese unerklärt, was am meisten der Erklä- rung bedarf, Die Vereinigung verschiedenartiger Formen in einem einzigen Individuum ist nir- gends häufiger, als in Neubolland. Und wo sind die Uhrformen, durch deren Vermischung diese Individuen gebildet wurden? Sie sind nicht in Neuholland und nicht auf den übrigen Südsee- inseln. Nur, in Südamerika, im südlichen Asien und in Afrika finden sich Thiere, die mit jenen in einzeinen Stücken übereinkommen. Aber wer wird die Neuholländischen Thiere von Südame- sika ableiten wollen? Und warum finden sich denn in Neuholland nur noch Bastarde, nicht mehr ursprüngliche Thiere? Sind diese unterge. gangen? Aber Neuholland ist‘von zu neuer Entstehung, als dafs hier die lebende Natur schon viele Revolutionen erlitten haben könnte. Und gerade in jenem Erdstriche, mit dessen Thieren die von Neuholland manches gemein haben, in " Süd- Siam gan dis A08 ae Sa zigends, al fm Welt exi Guanuco, und Camele schn des Es hisuleus M zum, eine mit der Mi aber hat u le, keine. Thiere un chen Erdhä letzten fü Thiere und Eine 2 se ist die Thieren ur dem Rehb und Augus tember und Ätemone al ten Felgen ı die de hi ZU verhlih het im en en 419 N lebenden j UoSetZUnn} Südamerika, giebt es ebenfalls Organismen, die ul IE: jöhen san ganz das Ansehn von Abkömmlingen verschieden- su lin l icht stat i% artiger Stammeltern haben, deren Urformen aber Ing, de nirgends, als in den nördlichen Gegenden der al- seine Zul ten Welt existiren. Hier wohnen das Llama und e Guanuco, Mittelglieder zwischen den Schaafen und Camelen, hier ein Thier, das ganz das An- sehn des Esels, aber gespaltene Klauen hat(Equus bisulcus Morın.), und hier das Mniarum biflo- an MER rum, eine Pflanze, die bis auf die Blume völlig AN mit der Minuartie übereinkömmt. Ganz Amerika A: aber hat ursprünglich keine Schaafe, keine Came- viduum isn le, keine Esel und keine Minuartien. Alle diese — Und wi Thiere und Pflanzen sind Bewohner der nördli- nischung& chen Erdhälfte.e Wer wird es also wagen, die sind nid letztern für Stammeltern jener Amerikanischen brigen Sie Thiere und Pflanzen anzusehen? südlichen ii , die mit Eine andere Schwürigkeit bey jener Hypothe- men, Aber m se ist die verschiedene Zeit der Brunst bey den e von Sidne Thieren und des Blühens bey den Pflanzen. Bey um finden su dem Rehbocke fällt die Brunstzeit in den Julius Bastarde,, ni und August, bey dem Hirsche erst in den Sep- | diese unter tember und October. Anemone narcissiflora und Anemone alpina wohnen oft auf ganz benachbar- ten Felsen der höhern Alpen beysammen, aber von zu nik de Natur ei könnte, 1 die eine blühet erst auf, wenn die andere schon zu verblühen anfängt. Die Gentiana verna blü- sin haben,# het im ersten Frühlinge, und die Chironia cen- Ki Did: taı- jessen Thtt a a A a et ee ee ie 2 u) 420 mn tanreum, die mit ihr gleiche Standörter hat, im späten Sommer und Herbste. Es ist also nicht einmal zwischen manchen Arten, die in ihrer Struktur einander nahe verwandt sind, und ei- nerley, sowohl physische, als geographische Verbreitung haben, eine Vermischung möglich(f), Endlich giebt es ja eine Classe von lebenden Körpern, die sich ohne Begattung fortpflanzen, und bey welchen doch eben sowohl, als bey den übrigen, Verwandtschaften in einzelnen Theilen zwischen den verschiedensten Arten statt finden. Solche Körper sind die Zoophyten. Können aber die formenden Potenzen des Lebensstoffs bey die- sen Organismen dergleichen Verwandtschaften oh- ne Mitwirkung der Bastarderzeugung hervorbrin- gen, so ist nicht einzusehen, warum sie nicht auch bey den Thieren und Pflanzen dazu im Stande seyn sollten, Diese Gründe sind es, worauf wir uns stütz- ten, als wir im letzten Kapitel des zweyten Buchs der Bastarderzeugung allen Antheil an der Bil- dung der jetzigen lebenden Natur absprachen. Alles rechtfertigt dagegen unsere in jenem und dem vorigen Buche geäusserte Meinung, dals De- generation, oder eine erst nach der Erzeugung ‘durch den veränderten‘ Einfluls der Aussenwelt her- (f) Vergl. Scurane’'s Briefe an Nav. S, 119. Gerber angemesset fahren, die: Jatır hervo ulay Arten je, wel di ganze| Ursachen halte oder zanismen, gen Ver: Die: tere, um cher die D der äussern Zahl dieser er Verbin zen Natı Veränden, rungen dı 3 Sich m Wet, D; mit der() und daher Ale Verän. Lebnanei Einzehen| hierdurch — 421 dörter har: An x a ine) herbeygeführte und dem Zustande der Gesundheit > 15 als) IN f r angemessene Abweichung von der Gestalt der Vor- En ‚rs en Ihn n> s la} fahren, die mannichfaltigen Formen der lebenden Sind, ulg, N ‚ Natur hervorgebracht hat. Man mufs aber zwey- ; geographı e/ApiNg erley Arten der Degeneration unterscheiden: die- ung möolich/!.. wa?» | enige, welche blos Individuen, und die, welche oO’ die ganze Gattung betrifft. Jene tritt nur localer se von] ak Kor Ursachen wegen, z.B. bey verändertem Aufent« iR": halte oder veränderter Lebensweise einzelner Or« 4 ganismen, ein; diese aber wird durch die ewi« No gen Verwandlungen des ganzen Weltalls bewirkt, ten stal‘ Rönne;- ir. ar Die erste Art ist beschränkter als die letz. au, Y tere, und zwar desto beschränkter, je zahlreis indtschafte cher die Berührungspunkte eines Organismus mit ing hervor%> ö i N ing hervo der äussern Welt sind. Je gröflser nehmlich die ar sie! a= z e An SU Zahl dieser Berührungspunkte ist, in desto enge- 8°} B inzen daul rer Verbindung steht der Organismus mit der gan- zen Natur, und desto weniger sind wesentliche Ei Veränderungen seiner Organisation ohne Verände= e wir un sule z er rungen der letztern möglich, Anders aber verhält 5 zweyten Dutl s Ä R ER ! es sich mit den einfachern Körpern der lebenden il ar I Welt. Die Organisation dieser ist weniger eng tur aba mit der Organisation des Universums verkettet, in ieh und daher abhängiger: von einzelnen Einflüssen, f 1.[s[k nung, GEF Alle Veränderungen in dem Aufenthalte und der 1 un! 5. Si® der Erzti; Lebensweise ziehen aber nur Veränderungen in der Ausseil' einzelnen Einflüssen nach sich. Daher können 3 hierdurch wohl unter den Zoophyten,. Pilanzen R Ddz und ‚9119 422 m| und einfachern Thieren, aber nicht unter den„ui m Thieren der höhern Classen neue Arten entste- a hen. In der That zeigt auch die Erfahrung, äh dals Säugthiere und Vögel, die unter einen an- At dern Himmelsstrich, oder aus dem Zustande der ‚oe S Wildheit in den der Sclaverey versetzt sind, blos„ode Aut oberflächige Veränderungen der Haut, des Haars ‚ai und der Federn erleiden, im Wesentlichen aber uhelangene \ ihren Voreltern immer ähnlich bleiben(g). Hin- Ibe Ranın gegen dafs auf den niedern Stufen der Organisa- schen zwey tion durch Veränderungen des Climas, des Bo- Rechte zu| dens und der Nahrungsmittel neue Arten entste- Wich hen, läfst sich nicht mit Grunde in Zweifel zie- a hen. Viele Pflanzen, die gewöhnlich für eigene| hi | nen die ganz hat, Durch wird alles fo Arten gelten, sind gewils blolse, durch den Ein- flufs des Climas und Bodens bewirkte Varietäten, Ein Beyspiel giebt die Asiatische Dotterblume (Trollius Asiaticus L.), die vermuthlich nichts u.! anders als eine Abart der gemeinen Europäischen pl ist. Parras fand im östlichen Siberien Exem- Een plare des Trollius, welche die Farbe und den eh Geruch der Asiatischen Art hatten, deren Necta- Salem rien aber nicht länger als an der gemeinen Dot- a ii terblume waren,“Dagegen aber”, sagt er,“ha-| Dr „be ich dieses Kraut von Schneegebirgen zwar in| it Loop „allen Theilen, auch der Blume nach, sehr klein, Sılkn der „aber mit den allerlängsten Honigblättern, ge- „habt; On (g) PArzAs, Act, Acad. Petropol. 1780. P.2. Hist. p. Rei 7 77 89; m be a ra a — 423 cht unter 4 Ä A„habt: und also möchte man fast den Trollius Arten ent ie„Asiaticus für eine durch das Siberische Clima IE rlahrnn Rn, „und die kältere Gebirgsluft entstandene Spielart Inter einen sr£ a= ve„des gemeinen erklären, welches auch die an der i Draae„Ostseite des Uralischen Gebirges häufige feuer- rat su,„gelbe Ausartung der gemeinen Dotterblume be- Aut, des Hay„stätigt”(h). Aehnliche Beyspiele werden jedem sentlichen unbefangenen Botaniker vorgekommen seyn. Ich ıben(). Hi habe Ranunkeln gefunden, die so das Mittel zwi- der Org schen zwey Arten hielten, dafs sie mit gleichena imas, de; Rechte zu beyden gezählt werden konnten, je Arten et. in Zweifdi Wichtiger aber ist die andere Art der Dege- ich Kür’ neration, die in den ewigen Umwandlungen, de BR ie nen die ganze Natur unterworfen ist, ihren Grund ey hat. Durch den Strohm dieser Veränderungen Done wird alles fortgerissen, das Höchste wie das Nie- en j drigste in der Reihe der lebenden Wesen. In a= jedem dieser Körper liegt die Fähigkeit zu ei. | Europäische ner endlosen Mannichfaltigkeit von Gestaltungen; jiberien Ein: 4 5: Ke | jeder besitzt das Vermögen, seine Organisation den Pe en Veränderungen der äussern Welt anzupassen, und nad ee dieses, durch den Wechsel des Universums in| gemeinen Thätigkeit gesetzte Vermögen istes, was die ein- sagt en” fachen Zoophyten der Vorwelt zu immer höhern irgen 2Wi Stufen der Organisation gesteigert, und eine 1, sehr kt zahl- ‚blättern,& | hab Ch) Parras Reisen durch versch. Proyv. des Russischen Reichs. Th. 3. 8.253. pP. Hi! j Dd4 = nee-—— nr mn nn menge nn nie De me 424 mm ‘zahllose Mannichfaltigkeit in die lebende Natur gebracht hat. Aber giebt es Beweise der Erfahrung für eine solche Biegsamkeit der Organisation? Aller- dings giebt es deren, und selbst auf der höch- sten Stufe der Organisation, bey deın Menschen, Hier sind es die Milsgeburthen, welche nicht nur aufs einleuchtendste beweisen, dafs der le- bende Körper ein Vermögen besitzt, seine Orga- nisation der Sphäre, worin er. sich befindet, selbst dann noch anzupassen, wenn auch der Zu- stand der Gesundheit mit dieser unvereinbar ist, sondern auch von noch andern Seiten unsere Mei- nung von dem Entstehen der jetzigen lebenden Natur unterstützen. Um dies aber zu zeigen, müssen wir einige allgemeine‘ Bemerkungen über Milsbildungen und deren Ursachen- schicken. Unter Mifsbildungen oder Mifsgeburthen ver- stehen wir krankhafte Abweichungen von der ur- sprünglichen Struktur, bey deren Entstehung der Organismus, an welchem sie vorkommen, sich selber thätig gezeigt hat. Sie unterscheiden sich von Degenerationen darin, dals sie dem Zustande der Gesundheit unangemessen, diese aber d»m- selben angemessen sind, und von blofsen, durch äussere Kräfte hervorgebrachten Verstümmelungen in dem Zusatze, dals der Organismus, dem sie eigen yon a il gerhal AM orinze zperälbneN. Nur m. Jingen mÖR nd sind de seinem Ursp Min ka ve und qu In der von der re Fälle zesebe Gedirme ın fele, and ı dem Diaphr die Speise geht, mad Inpt war, in die Bru ganz seltene weide, die trinken; Ale komm hen vn (1) My band. n lebende Yy, eigen sind, sich bey ihrer Entstehung nicht blos leidend verhalten hat. Indels giebt es keine ge- Erfahruns f, naue Gränze zwischen Milsbildungen und De. nisation?|! generationen. t auf h: vl:; Nur in der Periode der Jugend sind Miflsbil- Eh dungen möglich. Sie entstehen desto leichter, ei und sind desto grölser, je näher der Organismus life seinem Ursprunge ist. ıl, Se sich bei Man kann die Mifsgeburthen in qualitati- n auch del) ve und quantitative eintlheilen. unverein ne Zu den erstern gehören zuerst Abweichungen 54 iz; von der regelmäfsigen Lage der Organe. Es hat Fo: Fälle gegeben, wo der Magen und ein Theil der Hi ur Gedärme in der PBrusthöhle uber dem Zwerch- ie felle, und die Leber theils unter, theils über LED dem Diaphragma lag. In andern Fällen machte die Speiseröhre, die sonst gerade zum Magen har geht, nachdem sie schon in den Unterleib ge- Ale, langt war, eine Krümmung, und kehrte wieder Be in die Brust zurück. In noch andern, nicht FI,| ganz seltenen Fällen fand man sogar alle Einge- | Mi weide, die sonst in der rechten Seite liegen, in scheiden i He der linken; und umgekehrt(i). Aehnliche Bey- KEN spiele kommen auch an den Rnochen und Mus- jese auı keln vor,- Oft sind die äussern Gliedmaalsen 0% gänz- stummell; (4) Harzer Opp. min. T.TIIT. p. 15. 16. Dd5 Jam il mus, dem‘ ep 426 m, gänzlich verdreht, so dals z. B. das Innere der Hand, oder die Fufssohle nach oben gekehrt ‚ist(k). Merry sahe ein Kind, dessen Wirbel- säule so verdreht war, dals, wenn das Gesicht, die Brust und der Bauch von vorne angesehen wurden, die äussern Zeugungstheile, die Knie und die Fülse nach hinten gekehrt waren(I). Es gehören ferner zu den qualitativen Mifs- bildungen diejenigen Fälle, wo an Organen, die in der Regel verwachsen sind, eine Theilung, und an solchen, die in der Regel von einander abgesondert sind, eine Verwachsung statt fand. Eine der häufigsten Deformitäten dieser Art ist die Hasenscharte. Man sahe auch Menschen, de- nen der Gaumen oder die Nase ursprünglich ge- spalten war, bey welchen die Brust und der Unterleib offen standen, oder die eine gespaltene Ruthe hatten(m). Bey andern waren einige, oder alle Zehen der Hand ader des Fufses unter einander verwachsen, Eine ähnliche Milsbildung kömmt ziemlich häufig unter den Schweinen vor. Die beyden Augen verschmelzen ebenfalls sowohl bey dem Menschen, als bey den Thieren nicht"sel. ten zu einem einzigen, und in den Fällen dieser Art (k) Ibid. p. 16. 17. C.VIH. (l) Hist. de l’Acad. des sc. de Paris. 1700: Edi P- 54 (m) Härten]l.c, 2.566. XE IM An eitt füchen BU du an Auge ee nach. St „B,die Bo 1), die Aug Kürer, die keln, doppel in einer ein zuweilen die den Hirnhäl täten des 1 der Ietztern erwähnten. verdreht: Wa hier eine ein: trikel standen Lungen ya schrumpft, Stämme de der gemein: Ohren, und ein grölseres durch ein se Oekhung de Dr Langna det ken. MIChE ray (n) hi, if mm 427 tie x 5& 3 E h“ Art findet eine merkwürdige Stufenfolge vom Ein- Oben ngkl,= eriti fachern zum Zusammengesetztern statt. Oft ist dessen Wirk das eine Auge einfach, nur gröflser, wie es der E Cu Ge, Regel nach seyn sollte; oft sind einige Theile, ey; Ip 2. B. die Hornhaut, einfach, hingegen andere, eile, de Au z. B. die Augenlieder, die Crystallinse, der Glas- waren(), körper, die Augennerven, oder die Augenmus- INNERE: keln, doppelt; und oft finden sich zwey Augen ıtalıven ll..... er. in einer einzigen Augenhöhle. So flielsen auch Orga zuweilen die Luftröhre und der Schlund, die bey- 0 Ni. den Hirnhälften, die Nieren, ja sogar die Cavi- I von ei täten des Herzens zusammen(n). Einen Fall " An der letztern Art beobachtete Mery bey dem schon un Art erwähnten Kinde, dessen Wirbelsäule gänzlich ENSchen,! verdreht war. Die beyden Herzohren bildeten sprünelich>...“ r sprünglich hier eine einzige Höhlung, und die beyden Ven- tust und trikel standen mit einander in Verbindung. Die ine gespalt Lungen waren klein, welk und zusammenge- waren&ul schrumpft. Die Venen derselben und die beyden 5 Fulses ut Stämme der Hohlader hatten ihre Mündung in ye Milsbitng der gemeinschaftlichen Höhlung der beyden Herz- chweinen ıı' ohren, und aus dieser fand ein Uebergang durch venfalls sont ein gröfseres Loch in den rechten Ventrikel, und eren nicht se durch ein sehr kleines in die gemeinschaftliche Fällen dies Oeffnung der Cavitäten beyder Ventrikel statt- it Die Lungenarterie und die Aorta entstanden aus der linken Herzkammer, Ein ovales Loch war BER. nicht vorhanden. End- (n) Ibid. p,37 sq. 428— Endlich müssen hierher noch alle Verwand- lungen verschiedenartiger Organe in einander ge- rechnet werden. Vorzüglich reich an solchen Mifsbildungen ist das Pflanzenreich. Häufig ge- hen hier Staubfäden in Blumenblätter über, wo- durch dann gefüllte Blumen entstehen, und bey den Syngenesisten verwandeln sich zungenförmige Blumen in röhrenförmige, so wie diese in zun- genförmige. Zuweilen gehen auch Blumen, ja "sogar Früchte in Blätter über, und oft verändern die Blätter ihre Form, so dafs sie gekräuselt, zerschnitten u.s. w. werden(0). Bey den Thie- ren findet nicht selten eine andere, hierher gehö- tige Art von Mifsbildung in dem Ursprunge und der Insertion der Muskeln und Gefälse statt, z.B. dals sich der gerade Bauchmuskel bis an den obern Theil der Brust erstreckt, die Nabel- vene über dem Zwerchfelle in die Hohlvene über- geht, oder dals ein Verbindungscanal zwischen den beyden Hohlvenen vorhanden ist(p). Die quantitativen Mifsbildungen bestehen ent- weder in mangelhafter, oder in übermä- [siger Ausbildung des ganzen Körpers oder ein- zelner Theile. Man- (0), Ibid. p.126. Cap. XXXVII, (p) Ibid.. p. 142. C.X, Ynell hing De zu en de Jilsgebu gingener Th hinlosen Fr nur der obaı fehlt, und as aber st die auch€ Delormitäte von)% andere Fäl mehrere, 2 Misch(1), Iwincea(x) (9) Ih, (t) Anatoı (s) Abbild tlien,$ (1) Miscel, 1 (u) Ihn,? hid, D Mid,[ hd D), A) () Verka Ay, __—— 429 alle Vernmd Mangelhafte Ausbildung des ganzen Körpers | einands 2.=. ei i 5 ander m bringet Zwerge, so wie übermälsiges Wachsthum h EN A as r an Mk unter eben dieser Bedingung Riesen hervor. u Hin 7 tter über. Mifsgeburthen von mangelhafter Ausbildung hen. nıı, einzelner Theile des Organismus sind zuerst die ' ie} kun hirnlosen Früchte, Embryonen, denen entweder IR nur der obere Theil des Schädels und des Gehirns "veV au dl Kehle fehlt, und wo das Gesicht noch vorhanden ist, umen, | oft’ varie das aber sehr verunstaltet zu seyn pflegt, oder BERN die auch gar keinen Kopf haben(q). Diese ER Deformitäten gehören zu den häufigen. Sanpı- Bey den Ih iz Hin FORT(r) zählt 48, und Sömmerıng(s) noch 28 ‚ hierher gi Ir; andere Fälle der Art, denen sich leicht noch rSprunge ı\ 6 N mehrere, z.B. die von SPILENBERGER(t), JAE- yefälse iı kel NISCH(U), SCHELHAMMER(V), SCHELHASE(W), nuskel bi 3 i oe ZwINGeErR(x), Romsers(y), Van Lıs(z), Gt- kt, die N LI- Iohlvene anal zwisch(g) Ibid. p. ı2. 55. st(p)(x) Anatome infantis cerebro destituti. p.39 sq. 66. D) Y e A ur S. (s) Abbildungen u. Beschreibungen einiger Mifsgebur- ten. 8.9. bestehen? (WU Mliseell:\ Acad"Nat.-"Cur. Dec, a. A:3.23072:. pP: in Den! 178. pers oder&(u) Ibid. p.490. (v) Ibid. Dec.2. A.g. 1690. p. 258. (w) Ibid. Dec.2. A.5. 1684. p.305. (x) Ibid. D.2. A.ıo. 1691, p.586. (y) Ibid. D.5. A. get 10, 1701-1705. p. 197. (z) Verhand, van hes Genootsch, te Rotterdam. D. 6. Bl. 99. nn wre ie re en. EEE ne BE 439——_ LIBERT(a), SuE(b) und HKnAcksTEDT(c) be- schriebenen, beyfügen lassen. Es giebt aber überhaupt nicht ein einziges Organ, das nicht zuweilen gefehlt hätte. Oft fehlten einige oder alle Finger oder Zehen, oder einzelne Glieder derselben. Bey vielen Mifsgeburthen fehlten auch die Arme oder die Beine entweder ganz, oder doch zum Theil, Andere hatten keine Nase, oder keine Scheide- wand der Nase, keine Geruchsnerven(d), keine Ohren, keine Augen oder Augenlieder, keine obere oder untere KRinnlade(e), keine Zunge, keine Gaumenknochen und keinen weichen Gau- men(f), keinen Rehlkopf und keinen Pharynx, Man hat Fälle beobachtet, wo die Schulterblätter fehlten, wo keine Schlüsselbeine vorhanden wa- ren, wo der sch werdtförmige Knorpel vermilst wurde, wo keine Bedeckungen des Thorax oder keine Bauchmuskeln zu finden waren, Sogar das (a) Adversaria medico- practica, (b) Physiologische Untersuchungen u. Erfahrungen über die Vitalität. Uebers. von Harıezss.$.7. (ce) Anatomische Beschreibung einer Milsgeburth, wel- che ohne Gehirn und Hirnschädel lebendig gebohren wurde. Petersburg. 1791. (4) SÖMMERING a. a. O. S.26. (e) Ebendas, S.27. ($) Fracnsianp obsery. pathologico- anatomicae, du Ber I und dr oben den Magen{ jun, den A Hanbase, d Scham, die ie Byerstöt Hilfte des R Nabel hat n Fall der letz Foetus, der und keine hatte, hat Rumpf mi Unterleib wı Kindes hing, Körpers, au BE(k) bechn man eben zuweilen a oder die$ı Kerne fehle Veberm, Verursacht d Tom, 1 () Nıtızr Ar IM (Te, () Hay nn Zz3ı TEDT()}, das Herz, die Venen, die Arterien des Kopfs und der obern Gliedmaalsen, die Speiseröhre, den Magen, die Gallenblase, die Milz, den Mast. "Em ein darm, den After, ein oder beyde Nieren, die t hätte Harnblase, die männliche Ruthe, die weibliche oder Tehe, Schaam, die Mutterscheide, die Gebährmutter, Bey yil die Eyerstöcke(g), ja selbst die ganze obere rme oder di Hälfte des Körpers bis zur Brust oder bis zum ı zum Thil Nabel hat man fehlen sehen(h). Einen neuern reine Scheih Fall der letztern Art von einem fünfmonatlichen en(d), kn Foetus, der keinen Magen, keine dünne Gedärme lieder, his und keine untere Extremität der rechten Seite keine Zu, hatte, hat Sue(i), und einen andern, wo der weichen 6x Rumpf mit den Rückenwirbeln aufhörte, der nen Phanı Unterleib wie ein Sack an den Integumenten des chulterbüi Kindes hing, und, ausser der obern Hälfte des rhanden r Körpers, auch die Harngänge fehlten, Dinmo- rpel verm RE(k) beschrieben. Bey den Pflanzen beobachtet Thorax odt man ebenfalls diese Art von Milsbildung, indem aren, sg zuweilen an den Blumen derselben die Krone, w oder die Staubfäden, und in ihren Früchten die Kerne fehlen(I).| in Uebermälsige Ausbildung einzelner Organe a verursacht die auffallendsten Mifsbildungen, und be- (g) Forp, Medical Facts and Obseryations, YolV. (h) Haren]. c. p.50q. G) A.2.0. Sg. (k) The London medical Journal. 1790. P. IV, (l) HAsıer l.c, p. 229, L\ Se ea een FORTE 2 7 ap pomiutatı I} .) a en RT a un Ne EEE esse wii ie VE er EN ec seen 432— bewirkt Aehnlichkeiten zwischen den unähnlich- sten Arten. Es gab Menschen, deren ungewöhn- lich hervorragender Unter- oder Oberkiefer ih- rem Gesichte Aehnlichkeit mit dem Gesichte eines Fisches, einer Ente, oder eines Elephanten gab. Andere erhielten durch das hervorragende Steils- bein einige Aehnlichkeit mit den geschwänzten Thieren, Bey einem,. von Reaumur beschriebe- nen Karpen war die kegelförmige Schnauze in einen Schnabel verlängert(m). Üine andere merkwürdige Art der Mifsbil- dung von Uebermaals des Wachsthums machen diejenigen. Fälle ans, wo ein Excels in..der An- zahl der Organe statt findet. Diese Fälle bilden eine Stufenfolge, die von denen, wo nur min- der wichtige Organe, z.B. die Finger, überzäh- ‚lig waren, zu denen fortschreitet, wo der ganze Körper doppelt war, Fälle von überzähligen Fingern, Zehen, nnd andern Organen kommen sowohl bey dem Men- schen, als bey den Thieren vor. Man hat Be- obachtungen von Menschen, die sechs, sieben, oder acht Finger an Einer Hand hatten, von ei- nem Halbe, dessen Fufs in fünf Zehen gespalten war, von einem Schweine mit drey Rlauen, von einem Huhne mit fünf. Zehen, von einem mit Rral- (m) Ibid. p.& A, Hillen ver gehen die) an Neu,\ yjr Schwänze Ohren, von A yir, fünf,| zit drey H (eweihen, U Lingen. sel eine Verdopf wo zwey MI Hamblasen, scheilen, vorbanden W nis und Lirı drey Herzen(1 den Pilanzen Nettarien, B denen, dir t jedem Steng die der Ster Verwänd Thiere, die N) Dırzas 8 ot, Eu () Narıın L (ii yı IND, rm am 433 Krallen versehenen Schaafe, von einem Men- schen mit drey Brüsten, von einem andern mit TRIKE zwey Nasen, von Eidechsen mit zwey, drey ‚bis vier Schwänzen, von einer Fledermaus mit vier anien nl, Ohren, von Antilopen mit drey(n), Widdern mit ragende Stil, vier, fünf, oder sechs(0), und einem Ochsen gESChwinne mit drey Hörnern, von‘ einem Hirsche mit vier UR beschrich, Geweihen, und von einem Krebse mit doppelten Schnauze h Zangen. Selbst die wichtigsten Organe erleiden eine Verdoppelung. Es sind Fälle beobachtet, wo zwey männliche Glieder, drey Hoden, zwey der Mill Harnblasen, ein doppelter Uterus, zwey Mutter- ums mat scheiden, oder eine doppelte weibliche. Schaam ls in ‚der vorhanden waren. Ja Borerrı, Aupseck, De- e Fälle hi nıs und Lırrre fanden bey Menschen zwey und wo nut drey Herzen(p). Eine ähnliche Erscheinung bey ger, üben den Pilanzen ist die Vermehrung der Staubfäden,: Nectarien, Blumen- und Kelchblätter, und bey denen, die eine bestimmte Zahl von Blättern an jedem Stengel haben, z. B. beym Klee, auch , Zehn, und die der Stengelblätter(q). Verwandt diesen Fällen sind diejenigen, wo Thiere, die in der Regel getrennten Geschlechts sind, hen gespalt(n) Parzas Spicil. zoolog. Fascı XIL p. 55 (0) Ibid. Fasc. XL p.71 {p)_Haızer 1.c 9,27 GIX Klauen,' 1 einem Mi Kl(g) Ibid. p. 126 sqı III. Bd, Ee 434—— sind, Hermaphroditen waren. Solche Fälle sind ziemlich häufig unter den Fischen. Bey derglei« chen Tbieren liegt in der einen Seite der Bauch- höhle die Milch, in der andern der Rogen. Hin- gegen bey den Thieren der höhern Classen, und namentlich beym Menschen, findet der Herma- phroditismus nie, oder wenigstens äusserst selten statt(r). Nach den Hermaphroditen gebührt die näch- ste Stelle in der Reihe der Milsgeburthen denen, bey welchen der Kopf doppelt, der übrige Kör- per aber einfach ist; dann folgen diejenigen, die bey einem einfachen Kopfe und Leibe doppelte Glielmaalsen haben; hierauf die, bey denen der Kopf ebenfalls einfach ist, welche aber nicht nur überzählige Gliedmaalsen, sondern auch ei- nen doppelten Rumpf besitzen; und auf der letz- ten Stufe stehen diejenigen, deren ganzer Körper doppelt ist, Jede dieser Classen enthält ebenfalls Abstu- fungen vom Einfachern zum Zusammengesetztern. Von der Gradation, die unter denen Mifsgebur- then statt findet, welche einen doppelten Rumpf bey einem übrigens einfachen Körper haben, enthal- ten Sömmerıng’s Abbildungen und Beschrei- bungen einiger Milsgeburthen, die sich ehe- (r) Ibid. p.29. Yan seit hi yuhliche) Yerkmale WON file des R fiknder Ist gehurtl der in den Seite ein einziger| einern doppel das mittlere gewöhnliche Der Kopf dı vorgestellten. Dieyriertelges avey Zweydni Nas, ein ı aber auch, Ohren, Ai Doppelkopf Ohre, und I geht di 0 weit, dals ter Verwachs Mm MI Dev ı, ehemals auf dem anatomischen Theater | zu Cassel befanden, merkwürdige Beweise, Man sieht hier auf der zweyten Tafel eine inenschliche Frucht, woran noch keine weitere Merkinale von Duplicität sind, als dals die rechte Hälfte des Kopfs grölser wie die linke ist. Auf. fallender ist diese Duplicität schon auf der Mils- geburth der zweyten Tafel, deren beyde Köpfe an den Seiten so zusanımengewachsen sind, dals ein einziger Kopf mit zwey Ohren, zwey Nasen, einem doppelten Mund und drey Augen, wovon das mittlere aus zwey Zweydrittelstücken zweyer gewöhnlichen Augen besteht, entstanden ist(s), Der Kopf der folgenden, auf der fünften Tafel vorgestellten Milsgeburth besteht fast aus zwey Dreyviertelgesichtern, so wie die vorige ohngefähr zwey Zweydrittelgesichter zeigte. Hier sind zwey Nasen, ein doppelter Mund, und vier Augen, aber auch, wie bey der vorigen, nur noch zwey Ohren. Auf der sechsten Tafel#rscheint ein Doppelkopf mit zwey äussern und einem mittlern Ohre, und bey der Milsgeburth der siebenten Tafel geht die Trennung der beyden Köpfe schon so weit, dals beyde mittlere Ohren an dem Orte der Verwachsung hervorgetreten sind. Immer sind (s)'M. vergl. Opere diverse del Sign. VArzisnerr, P, r III. p:455: Tab. VI. Eeo a a A a le hr anne met ie sn U 436 puranssemmamie sind aber noch diese Köpfe an den Seiten unter einander vereinigt, und merkwürdig ist es, dafs ‚sie insgesammt zur Classe der hirnlosen Früchte gehören. Fälle von Doppelköpfen, die bey ei- nem einfachen Leibe zwey gänzlich von einander getrennte Köpfe haben, sind sowohl bey dem Menschen,-als bey den übrigen Säugthieren(t), und vorzüglich bey den Amphibien(u), nicht selten. Se ist im Journal de Medecine vom Jah- re ı76ı eine Beobachtung erzählt, die ein Mäd- chen betrifft, welches bey zwey Köpfen: lauter einfache Organe der Brust und des Unterleibs hatte,, nur dafs die Luftröhre, die Speiseröhre, der aufsteigende Ast der Aorta und die beyden Carotiden für die beyden Köpfe gespalten waren, ınd der Rückenwirbel aus zwey Wirbeln bestand. Es giebt aber unter den zweyköpfigen Mifsge- burthen noch manche andere Varietäten(v). So hat Houe eine menschliche Frucht beschrieben, deren Miflsgestalt in zwey Köpfen bestand, von welchen der obere umgekehrt auf den untern gesetzt war(w). Eine andere Classe der zusammengeszizten Miflsgeburihen enthält diejenigen, die bey einem ein- (1) Harzer]. c. p.83 sq. Cap. XXIHI-XXVI. (u) Ibid. p.ı20. C.XXXIM. (v) Ibid. p.46.©. XIM. (w) Philos, Transact. 1790. P-295. 1799. pP. 28. An ginfiht il fs HE| ger(se ge jym Past sen hrust di yıltın Könd nem, IM Ichenden dre yohlgebilde migem Äno einer unter sophischen zihlt(2), vier Hände handen(2) Je hänfiger b dem Mensch dieser Art yı gen, Ochs sanmelt, YAnO (y) VoLLX (d) Noch an Tlle find: IB ste dy Mnlosen Fri, Säugthiern( dien(n), lecine von]; he die ein N Köpfen|: | des Un die. Speisek espalten\ Yirbeln bt VI “ einfachen Kopfe und Rumpfe doppelte Glicedmaa- (sen haben. Einer der merkwürdigsten, zu die- ser Classe gehörigen Fälle ist das von Tromgerrı beym VALLISNERI(X) beschriebene Rind, an des- sen Brust die beyden untern Gliedmaalsen eines andern Kindes hingen. Ein neueres Beyspiel von einem, im Jahre 1788 auf dem Fort St., George lebenden dreyzehnjährigen, gegen 5 Schuh langen, wohlgebildeten Knaben, an dessen schwerdtför- migem Knorpel des Brustbeins eine Hüfte mit einer untern Extremität hing, ist in den philo- sophischen Transactionen vom Jahre 1789(y) er- zählt(2). Im andern Fällen waren drey Fülse, vier Hände, drey Schenkel, oder vier Arme vor- handen(a). Doch kommen dergleichen Beyspie- le häufiger bey den übrigen Säugihieren, als bey dem Menschen vor. Harrer(b) hat viele Fälle dieser Art von Hunden, Ratzen, Schaafen, Zie- gen, Ochsen, Pferden, Hasen und Vögeln ge sammelt. Von (x) A. a. 0. pP. 449. (y) Vol. LXXIX. p. 157. (z) Noch andere, aus ältern Schriftstellern gesammelte Tille finden sich in HaAızer’s angeführtem VVerke, p- 78 sq. (a) Harrer l.c. p.50. C.XIV. (b) Ibid. p.51. C.XV, Ee5 438 ss Von Mifsgeburthen mit einem einfachen Hopfe, aber mit einem doppelten Rumpfe und überzähligen Gliedmaalsen, giebt es sehr viele Beyspiele sowohl bey dem Menschen, als bey den übrigen Säugthieren. Doch sind darunter wenige, bey weichen sich nicht auch an dem Kopfe eine Spuhr von Duplicität gefunden hätte. Von den Organen der Brust und des Bauchs wa- ren einige einfach, andere doppelt(c). So zer- gliederte Mıcuacı HevLann(d) im siebenzehnten Jahrhundert ein Kind, welches vier Hände und vier Fülse, aber nur ein einziges Gesicht hatte. Der Kopf war sehr grofs.,‘Zwey Ohren befan- den sich an der gewöhnlichen Stelle, zwey an- dere, die nahe zusammenlagen, am Hinterkopfe. Ueber diesen lag ein Auge mit zwey Augenlie- dern. Drey andere wohlgebildete Augen salsen am Vorderkopfe, Der Hinterkopf, die Schleim- drüse(glandula pituitaria), das Rückenmark, die Rückenwirbel,"die Rippen, das Brustbein, das "Herz und die grolsen Gefälse des Herzens, die Lungen, das Zäpfchen, der KRehlkopf, die Spei- seröhre, die Thymus, die Leber, die Gallenbla- ‚se, die Nabelgefäfse, die Mils, und. die weibli- che Schaam, von welcher sich aber nur geringe Spuhren fanden, waren doppelt. Einfach war hin- (e) Tbid,. p.56 sq. C.XVI-XIX. (d) Monstri Hassiaci disquisitio medica. hingege?{ii und fie (a ner und enthalt I einen Sei gie jn ein singen, al Mr Niere cine versch eine hörper dere etwas Der Brust aul der an ren unvollh Di letzt endlich dieje it, Auch ersinnliche Nabel zwe) per, Hier Körper US: doppelte Ei kibs, aber uhren yor eine leugu then Aigen| Bechenhunch, solche Nils: N nem Einf Ü Rumpf„, LES sehr vi ischen, al;" l sind dar{ Auch An di Relunden hin des Bauch y; elt(d). pr m Siebenzh vier Händ s Gesicht I y Ohren bi telle, zuwer am Hinterk awey Auf e Augen s Einfach| h hingegen das Riechbein(os ethmoides), der Ober- und Unterkiefer, die Brusihöhle, der Magen und das Pancreass Der Darmcanal war sehr kurz, und allenthalben fast von einerley Struktur., Auf der einen Seite lagen zwey Nieren, deren Harn- ginge in einen, der Blase analogen Körper über- gingen; auf der andern Seite befand sieh nur Eine Niere mit einem Harngang, der sich in eine verschlossene Höhlung endigte. Nur der eine Körper hatte ein Zwerchfell, und der an- dere etwas, einer Gebährmutter Aehnliches, Der Brustwirbel waren auf der einen Seite eilf, auf der andern zwölf. Die Beckenknochen wa- ren unvollkonimen, Die letzte Classe der Mifsgeburthen enthält endlich diejenigen, deren ganzer Körper doppelt ist. Auch in dieser Classe finden sich fast alle ersinnliche Varietäten. Einige haben bis zum Nabel zwey von einander gänzlich getrennte Rör- per, Hier aber fliessen sie zu einem einzigen Körper zusammen. Solche Mifsgeburthen haben doppelte Eingeweide der Brust und des Unter- leibs, aber nur zwey Nieren, nur schwache Spuhren von einem After, gar keine Blase und keine Zeugungstheile Bey andern Milsgebur. then dieser Classe sind beyde Körper mit den Beckenknochen unter einander verbunden, Eine solche Milsgeburth zergliederie Duvernev, des- ke4 sen Tr icniinereen mine mer ur nr La meter. eh 4409—— sen Beschreibung unten folgen wird(e). Andere nähern sich den schon oben erwähnten Körpern, die einen doppelten Kopf haben, deren übrige Körper aber von der Brust an zu einem einzigen vereinigt sind. Manche von diesen hatten ZWwey Köpfe, zwey Fülse, und zwey Arme, oder auch nur Spuhren von Armen; andere hatten ebenfalls zwey Köpfe und zwey Füfse, aber drey oder vier Arme, von welchen oft zwey unter einan- der verwachsen waren; noch andere besalsen zwey Arme und drey Fülse, von welchen letz- tern einer aus der Vereinigung zweyer anderer ent- standen zu seyn schien, oder von welchen der eine sechs bis zehn Zehen hatte, Eine, von Turrıus(f) beschriebene Milsgeburth hatte einen einfachen Rumpf, zwey Köpfe, drey Arme, vier Hände und drey Beine. Die Lungen, das Herz, das Zwerchfell, der Magen, die Leber, Gebährmut- ter, und Harnblase sind bey diesen Milsgebur- then bald einfach, bald doppelt; Nieren sind bald zwey, bald drey und bald vier vorhanden; der Mastdarm ist aber gewöhnlich einfach(g). Oft sind einige Eingeweide zwar einfach, aber in einzelnen Stücken findet doch an denselben eine (e) Haren 1.c. P.81. CO: XXL. (D: Obs. med.. L. TII\€. 37: (8) Harzer lic. p.85 59. C.XXU-XXVII. eine Die einer A falıwat eink ilpkte(ce os Nilsgebu zur An einet pen bestehe der Brust ı gewöhnlich Geschlechts gend des U sige Theile und zwar ı meist auch dem Herzen se Nilsarbn pele Organ Fällen von denen, we haben; 44 ein gemein: Dlos überzäl — A4T ae), Ai hit e a eine Duplicität statt. So erwähnt Lrmerr(h) üten Men 3 5 i di einer zweyköpfigen Mifsgeburth, deren Zwerch- , deren Lnh Sehe E: A A hi fell zwar einfach war, aber zwey sehnichte Mit- einem an ucl ein Jen... " telpunkte(centra nervosa) hatt, Endlich giebt EN Datten zz; 2 Bine: es Milsgeburthen, die aus zwey vollständigen, TIME, Oder an: sh nur an einer einzigen Stelle verwachsenen Kör- ralten en]: pern bestehen. Meist findet die Verwachsung an der Brust und der Oberbauchsgegend statt, und gewöhnlich sind dergleichen Früchte weiblichen Geschlechts. Alle zum Kopfe, Halse, der Ge- gend des Unterleibs und den Extremitäten gehö- a) rige Theile sind bey diesen immer doppelt; von denen, welche zur Brust und zur Öberbauchs- gegend gehören, sind aber einige oft einfach, und zwar ist dies immer mit dem Nabel, und rey Arne meist auch mit der Leber, dem Zwerchfelle, ven, das dem Herzen und dem Herzbeutel der Fall. Die«= er, Gebit se Mifsgeburthen sind unter denen, welche dop- esen Milz pelte Organe haben, die häufigsten. Unter 165 Nieren it Fällen von monströsen ‚Früchten gehörten 64 zu vier vorhait denen, welche doppelte Köpfe, Arme und Beine h einfach( haben; 44 hatteu ebenfalls doppelte Köpfe, aber - einfach, 3 ein gemeinschaftliches Becken, und an 58 waren an denseh blos überzählige Gliedmaalsen zugegen(i). In ' sel- (h) Mem. de l’Acad, des sc. de Paris.” ı740. Ed, 8. P- 3505. 6) Harrer Opuseul. anat. p. 256. ka alR vn. Ee f5\ Ten nern he La De. en en Ei nane ween 442 seitenern Fällen fand die Verwachsung der beyden Körper auch an der Stirne, an den Hintern, oder an den Hinterköpfen und Rücken statt(k). Soviel von den mannichfaltigen Arten der Mifsgeburthen. Folgende Sätze sind es nun, worauf sich unsere obige Behauptung gründet, dals die ganze lebende Natur sich auf ähnliche Art aus wenigen einfachen Grundformen ent- wickelt hat, wie in jetzigen Zeiten Mifsbildungen entstehen. Erster Satz. Mehrere ganz verschiedene Ursachen können Milsbildungen hervorbrin- gen. Einige Mifsgeburthen rühren von zu- fälligen Einwirkungen, die erst nach der Empfängnis eintreten, und namentlich von mechanischen Ursachen, her; andere aber, die ich mit dem Namen der ursprüngli- chen bezeichnen werde, entstehen aus einer krankhaften Beschaffenheit des männlichen oder weiblichen Zeugungsstoffs, die schon vor der Empfängnifs statt findet(1). Für (k) Harrer Opp. min. T. IL p. 97 sq. C. XXVII- XXXI.; (l) Diesen und den folgenden Satz wird man auch in dem nachgelassenen zten Bande der Heilkraft des thierischen Magnetismus meines ver- ewig- Pie All zus allge gr de f che nur. Al Sinne, Jeich au der. Fern den ist, WE Zutstehung| fe, Dils d mit einandeı zur aus der sich. ganz te häufig dern auch und Huxrzi Theile von 1 von andern, auch unali Ist alo ein bildeten Or ter wird sı einander in Zeit des Rı noch ‚halbfii Mit Tr AUISONIE konn, hit m) Hit, — 443 ung der kn;"; er hl Für das Entstehen mancher Mifsgeburthen 1 IR He aus zufälligen mechanischen Ursachen sprechen Chen sat) erstens die Fälle von doppelten Mifsgeburthen, welche nur an einer einzigen Stelle, z. B. an der Stirne, leicht verwachsen waren, Man würde aus der Ferne. hohlen, was in der Nähe zu fin- den ist, wenn man eine andere, als mechanische Entstehung dieser Milsbildungen annehmen woll- te. Dals aber verschiedene lebende Individuen mit einander verwachsen können, erhellet nıcht nur aus der Analogie der Pflanzen, bey welchen sich ganz verschiedenartige Zweige und Früch- Be te häufig mit einander vereinigen(m), son« dern auch aus Erfahrungen von TasLıacoTıus und Hunter, nach welchen wund gemachte Theile von Menschen und Thieren mit Organen von andern, nicht nur gleichartigen, sondern auch ungleichartigen Thieren zusammenwachsen, Ist also eine solche Vereinigung noch bey ausge- bildeten Organismen möglich, um wie viel leich- ter wird sie bey Embryonen, die zufällig mit einander in Berührung kommen, in der ersten det() Zeit des Entstehens derselben seyn, wo diese noch halbflüssige, leicht in einander flielsende Mas. ewigten Freundes WıEenHoıt aus noch andern Ge- wird mal sichtspunkten, als woraus ich sie hier darstellen jer Heuä! konnte, entwickelt finden. (m) HAızer Opp. min, T.III. p. 156. ie an een> a un 444 en Massen sind! Und können auf diese Art doppelte Milsgeburthen entstehen, bey welchen die Ver- wachsung der beyden Körper nur oberflächig ist, warum sollten denn nicht manche von denen, die inniger mit einander verbunden sind, eben- falls einen ähnlichen Ursprung haben? In der That lassen sich auch. die Abweichungen vom res gelmäfsigen Bau, die man in der innern Organi- sation solcher enger verbundenen Milsgeburthen mit doppelten Körpern wahrnimmt, aus dem Drucke, den beyde Körper auf einander ausübten, zum Theil wenigstens, befriedigend erklären, wie LENERY(n) an einer von ‚ihm beschriebenen Frucht, bey welcher die untere Hälfte des Rör- pers einfach, die obere doppelt war, gezeigt hat, und bey manchen Mifsgeburthen mit doppelten Köpfen kann man sich kaum enthalten, nicht an eine mechanische Ursache zu denken, welche die Körper derselben an einander geprelst hat(o). Hierzu kömmt noch, dafs man bey einigen zwey- leibigen Milsgeburthen an der Stelle, wo beyde Hör- (n) Mem. de T’Acad. des sc. de Paris. 1740. Ed.g. p. 156. 299. 461. (0) In fetubus hominum et brutorum frequenter ca- put ex duobus capitibus coaluisse viderur—— Putes, Te manifesto causam videre, quae haec duo capita in unum redegit, modo propius; ad se invi- cem adpressisse, modo minus accurate et cum ma- jori intervall.. Harzer l.e. p.152. Körer ei Jich ed 1) hard höre! hr alen sole ‚oron. Joch Zuylingnils Aulge vorl dieser Umst erklären, d erlitten. hat mehren Be er andern dem ander ue des Lö manchen| besten, fi Oreane, die u zerstüh dert sind| So wı Gründen namentlich nach der F den Sind, eh. haben? dk Chungen yın H T Innern Or n Milseehrt, ev- einigen Int! telle, wort Körper in einander übergehen, eine Narbe, folg- lich einen Beweis für die ursprüngliche Trennung beyder,hörper findet(p). Es ist freylich währ, bey allen solchen Früchten fehlen manche Organe, wovon doch, wenn beyde Körper erst nach der Empfängnils mit‘einander verwachsen sind, die Anlage vorhanden gewesen seyn mufs. Allein dieser Umstand läfst sich ebenfalls aus dem Druck erklären, den der eine Körper von dem andern erlitten hat. Aelinliche Erfahrungen sind von mehrern Beobachtern an Zwillingen gemacht. Un- ter andern sahe HALLER(q) einen Fötus, der von dem andern vollständigen Zwilling bis zur Dün- ne des Löschpapiers zusammengedrückt war. An manchen Milsgeburthen, die aus zwey Leibern bestehen, findet man auch noch Ueberbleibsel der Organe, die bey der Vereinigung beyder Kör- per zerstöhrt, oder an. ihrer Ausbildung gehin- dert sind(r), So wahrscheinlich es aber nach allen diesen Gründen ist, dals manche Mifsgeburthen, und namentlich manche zweyleibige Früchte, erst nach der Empfängnils ‚entstanden sind, so ge wils ist es auch, dals nicht alle Mifsbildungen aus dieser Ursache abgeleitet werden können, son- (p) Lemerr a. a, O. 1738. p. 375. (9): Elem. Phys. T!VIIHT'L’XXIX.$. V.,$.17. p.461, (r) Lzmenv a,a. O. 1724, Ed.8. p. 84. a BERREEBBERg SE Se ee ET he 446 genen sondern dafs viele in der ursprünglichen Beschaf- fenheit des männlichen oder weiblichen Zengungs- stoffs ihren Grund haben. Wer kann die Fälle, wo alle Organe, die sonst in der rechten Seite liegen, in der linken gefunden wurden, und un.- gekehrt, für etwas anders als ursprüngliche Mifs. bildungen halten? Hier scheitern alle mechani- sche Erscheinungen(s), und eben so unzurei- chend sind diese in allen den Fällen, wo der übrige Körper wohlgebildet war, aber grolse Ab. weichungen vom regelmälsigen Bau in der Ver- theilung gröfserer Gefälse, oder in der Struktur einzelner Muskeln statt fanden, wo einzelne Or- gahıe, z.B. die Finger, überzählig waren, wo sich bey Menschen ein doppelter Uterus fand(t), oder wo beyderley Geschlechtstheile in Einem In.. dividuum bey Thieren vorhanden waren, die sonst getrennten Geschlechts sind. Wer solche überzählige oder fremdartige Organe, die mit dem in allen übrigen Stücken regelmälsig geform- ten Organismus, woran sie sich finden, aufs innigste vereirigt sind, für Ueberbleibsel eines andern Foetus hält, der bis auf diese Theile gänz- lich zerstöhrt ist, behauptet etwas, wovon sich, wie Maıran(u) gezeigt hat, die Unwahrschein- lichkeit mathematisch beweisen läfst, Doch (s) Harzer Opp. min. T.IU. p. 158. (t) Mem. de l’Acad. des sc. de Paris. 1705. Ed.8$. p. 504. (u) Hist. de l’Acad, des. sc, de Paris. 1743, Ed.$. p. 60. } k Doch a sepurlh( Mr zahan gene U ot unzurel hirlsen Fi Iiten den 1 Gewalt her Jeibe wirkt bemerkt, C hurthen un ben mit€ It, Einen die Existenz die Bastarde sind den 1 Sie entstehe lichen und eine wicht einer ähnli cher Milsh: Man h; Ihn einer Pasenen a (7) Ah, burche,{ 4 glichen Bau, Doch auch bey manchen von solchen Mifs- lichen Lenny, geburthen, deren Entstehung sich dem Anscheine kann die Ri, riach mechanisch erklären lälst, zeigt sich bey er rechten hy, genauerer Untersuchung diese Erklärungsart als irden, und. ganz unzureichend. So! verhält es sich mit den Spruneliche Ji hirnlosen Früchten. HALLER und SANDIFORT n alle neh, leiten den Ursprung derselben von einer äussern DEN SO urn Gewalt her, ‚die auf den Embryo im Mütter- Fällen, wm} leibe wirkte. Aber mit Recht hat Sömmerınc(v) aber erole! bemerkt, dafs die grolse Menge jener Milsge- Bau m nl burthen und die Beständigkeit im Baue_ dersel- in der Shl ben mit dieser Meinung schwer zu vereinigen wo einzel} ist, ig wal 3; k; Einen andern, noch wichtigern Grund für ua die Existenz ursprünglicher Deformitäten geben e in Em die Bastarde der Thiere und Pflanzen. Diese BT sind den Mifsgeburthen sehr nahe verwandt.\ , We Sie entstehen aus der Ungleichartigkeit des männ- lichen und weiblichen Saamens. Man hat also elmälsıg geiit eine wichtige Analogie für sich, wenn man ans 1 Anden, I einer ähnlichen Ursache auch den Ursprung a erbleibsel& cher Milsbildungen erklärt. se Theile ereig Man hat ferner Beyspiele von Milsgebur- PET then einer und derselben Art, die von mehrern , Personen aus Einer Familie, oder von Einer Dit Mut- (vy) Abbildungen u. Beschreibungen einiger Milsge- 5, Bag pi burthen.$. 84. „ja, Edh PP nn nn a nn nn isn un ee ne een EEE ee 448— Mutter bey mehrern Geburthen zur Welt ge- bracht wurden. So entband Narr eine Frau von einem monströsen Kinde mit zwey neben einander stehenden Köpfen, dessen Groflsmutter väterlicher Seite ebenfalls eine zweyköpfige Frucht gebohren hatte(w); und so hat FrachsLAanD(x) drey Milsgeburthen beschrieben, die einander ganz ähnlich waren, indem bey allen die Verun- staltung im Mangel der Vorderarme und Unter- schenkel bestand, so dals die Hände und Fü- fse mit den Oberarınen und Schenkeln unmittel- bar zusammenhingen, und welche in drey nach einander folgenden Jahren von der nehmlichen Mutter gebohren wurden, Zu diesen Mifsgebur- then mufs doch ohnstreitig der Grund schon vor der Befruchtung vorhanden gewesen seyn. Was aber endlich allen Zweifel an der Reali- tät ursprünglicher Mifsbildungen hebt, ist die Verwandtschaft der Miflsbildungen und Degenera- tionen, und die Erblichkeit mancher Deformitä- ten. Aehnliche Milsbildungen nehmlich, wie in einzelnen ungewöhnlichen Fällen durch unbekann- te zufällige Ursachen hervorgebracht werden, ent- stehen oft auch durch den Einflufs allgemein verbreiteter Ursachen, z. BD. des Climas, also durch (w) Osıanver’s neue Denkwürdigkeiten für Aerzte u. Geburtshelfer. ıten Bandes ıte Bogenzahl.$.9 (x) Observat. pathologico- anatom, Jusch Dig li gl j) oil one in I sind a Hier ware fi Schweit yjm nach bracht wut die auf ein oben ım© diese Abwe Degenera einer zul diesen Sch des. Climas bracht, der eintreten ke Milsbldung ben, ganz ropa wied Hörnern s formitäten unter den vier, finfi Yira- Antilo (Mn mi eber a} II. DA ze 449 zur Wil„; i ä BR wre durch Degeneration, und-wie Degenerationen, so “ ER sind auch Milsbildungen zuweilen erblich. Har- EUR ren(y) erwähnt eines Ochsen, dessen Hufen nach vorne in lange Fortsätze ausgewächsen waren. Hier waren diese Auswüchse Mifsbildung. Aber die ‚Schweine, die im Jahre ı509 von den Spa- nr niern nach der Westindischen Insel Cubagna ge- MODE bracht wurden, bekamen dort ebenfalls Klauen, ae die auf eine halbe Spanne lang waren, wie schon Jane. a oben im sten Buche(z) erzählt ist. Hier war eukeln um diese Abweichung von der ursprünglichen Bildung ie in dien Degeneration, ‚und was bey jenem Ochsen von ler nel einer zufälligen Ursache herrührte, wurde bey iesen Nly diesen Schweinen durch den allgemeinen Eintlufs rund'sch des Climas oder der Nahrungsmittel hervorge- sen seyl bracht, der doch nicht erst nach der Empfängnifs eintreten konnte, sondern jenen Ursachen der | Mifsbildung, die wir ursprüngliche genannt ha- Akt ben, ganz analog war. So kommen auch in Eu- ropa wiederkäuende Thiere mit mehr als zwey cher Dei Hörnern so selten vor, dafs sie hier zu Ken De- hmlich, formitäten gehören. Hingegen sind in Siberien jurch un unter den Kirgisischen Böcken Individuen mit ht werden vier, fünf und sechs Pörnern, so wie unter den is ale Saiga- Antilopen Individuen mit Einem Horne, | Glimss, wel- ü(Y):.Opp. mie, TIL. p:7. (z) Biol. Bd.2. S. 497. Durch einen Schreibfehler steht aber an dieser Stelle Elle für Spanne, III. Ba. Ff o 25 E TEEBEREE rennen an on mer mi ni nr Zu men ER) rt 450————| welches auf der Mitte der Stirne sitzt, oder mit drey Hörnern, so häufig, dafs sich hier diese Abweichungen vom sonstigen Bau fast als Dege:- nerationen betrachten lassen(a). Aber vorzüg- lich zeigen sich ähnliche Erscheinungen an der Gröfse des ganzen Körpers und an der Beschaf- fenheit des Haars. In einzelnen seltenen Fällen entstehen durch zufällige Ursachen Thiere, die ihre Stammeltern an Grölse weit übertreffen, Was in diesen Fällen Mifsbildung ist, wurde bey den Europäischen Schweinen, die von den Spa- niern nach Cuba gebracht waren, Degeneration. Die Abkömmlinge derselben wurden auf dieser Insel alle mehr a!s noch einmal so grols, wie ihre Europäischen Vorfahren(b). Behaarte Thie- re werfen zuweilen ein unbehaartes Junges. Aber unter den Hunden giebt es eine ganze unbehaarte Race, nehmlich die der Türkischen Hunde. Von der Erblichkeit der Deformitäten giebt es eine Menge Beyspiele bey dem Menschen und dessen Hausthieren. Ja, es sind sehr viele Fälle vorhanden, wo nicht nur angebohrne Verunstal- tungen, sondern selbst zufällige, erst lange nach der Geburth entstandene Verstümmelungen auf die Nachkommen übergingen. Man findet häufig En- (2) ParrAs spicil. zool. fasc.XT. p. 71. fasc. XII. p.35. b) Brumesgacn in Vorcr’s Mag. f, d. Neueste aus der Physik etc. B.VI, St.ı, S,g, 10. Enten, finse che Full un jeibehen yenelen iind zieht nur au hey den fol entlich ine zeimlich en lichte Masse hervorragen telbeine an, halbkugelßh masse Ausg Deformität kein hohes 4 Iung verlohre Topiern mac Schwanzlele auf die Na 14(e) ha Buchs gelie Theil der| der knöchen hildete, Fr Untilung er Saga asr Enten, Gänse, Hühner und Canarienvögel, wel- Sich. hier . N che Federbüsche tragen. Begatten sich Männchen Alan, H und Weibchen, die beyde mit diesem Schmuck PER versehen sind, unter einander, so geht derselbe TOR nicht nur auf die Jungen über, sondern er nimmt hi er bey den folgenden Generationen zu, und artet es endlich in eine wirkliche Krankheit aus. Erst ” u nehmlich entsteht unter der Kopfhaut eine schwie- Be Bi lichte Masse, welche den Scheitel nach aussen hervorragend macht. Dann schwellen die Schei- ie von a telbeine an, werden löchericht, und bilden eine » Degen halbkugelförmige Erhabenheit, welche mit Hirn- Irden ı masse ausgefüllt wird. Die Vögel, die an dieser nr. Deformität leiden, sind stupide, und erreichen Behant:!: kein hohes Alter(c).— Nach Crayron’s Erzäh- es Junges, lung verlohren die Hühner, die von den Eu- Yanze une ropäern nach Virginien gebracht waren, die en Hund. Schwanzfedern, und dieser Mangel pflanzte sich UNE auf die Nachkommen derselben fort(d).— Par.- formitätenjE Las(e) hat eine Abbildung von dem Kopfe eines 1 Mana Bocks geliefert, bey welchem der cartilaginöse’ sehr viek! Theil der Nase niederwärts gebogen war, und j ırne Vet der knöcherne Theil über dieser einen Höcker i erst lang! bildete. Er versichert zugleich, dafs diese Ver- I mmelungen unstaltung erblich geworden sey— SchHurz, der|\ an findet hit Ver-| k (ec) Parrzas 1l.c. fasc.IV. p.20. fe Xtp(d) Miscell. curios. Vol.IIf. p.330. Londin. 1727. 1, Jast Al DV (ey Kic. Yasc. XI, p.60. Tab IV. fe. d, Ef; u | | .d, Nena" a rn nee mut ie er: Mc zu 42 erumusauen ‚Verfasser der Bemerkungen über einen monströ- sen Canarienvogel, hatte eine Spanische Hündin, die von Natur ohne Schwanz war, So oft diese mehr als Einen Jungen warf, hatte unter densel- ben höchstens einer einen vollkommenen, die meisten aber einen um die Hälfte oder noch wei- ter abgekürzten, und: wenigstens ‚einer, gar kei- nen Schwanz— Dicsyr, HıcHMmorRE, DBurron, Masu. und Forster haben Beyspiele von Hunden und Pferden erzählt, denen die Schwänze und Ohren abgekürzt waren, und welche diesen Man- gel ganz oder doch zum Theil auf ihre Nach- kommen forterbten(f). Von der Erblichkeit je- ner Art von Deformität, wo sechs Finger an jeder Hand sind, führt schon Prinius(g) ein Beyspiel an. In neuern Zeiten sind mehrere ähn- liche Fälle beobachtet worden(h). Unter andern erwähnt BLumEnBach{i) eines Ofliciers, dem in seiner Jugend der kleine Finger der rechten Hand zerhauen und krumm geheilet worden war, und dessen sämnitliche Rinder ebenfalls den kleinen Finger der rechten Haud krummstehend auf die Welt (f) Brumengach a. a. 0. S.13 ff. (8) Hist.‘nat. L. XL. c.43. (h) Harzer Opp. win. T.IIT. p. 27. c. IX. Van Der Haar’s auserlesene med. u. chirurgische Abhandl. u. Beobachtungen. 2ter Band. ı7te Abh. BrumenBacH a. a. O. S.ı8. ebendas. B. VI. St.4. S.2$. (1) A. a. O. 5.22. Yale bi und hanndet vom Vater ch der fort at zichen tinnderselz we) ım Inn der Gr komm! Als Bel Duvenser( Nilspebanth Duran Knaben,( hiet ware intere Gl möglich be hatten, W tr die Na einen Mont nische f Welt brachten.— Dafs in allen diesen Fällen, So und besonders in denen, wo die Verunstaltung ET RR vom Vater auf die Rinder überging, die Ursa- ne che der fortgepflanzten Mifsbildung zu den ur- springlichen gehörte, bedarf keiner weitern Aus- buer ı une.. Pr i einandersetzung. r 13 einer p MORE, Di Zweyter Satz. Alle Mifsgeburfhen sind iele von H ım Innern so zweckmälsig organisirt, wie es e Schwänz der Grad der äussern Deformität nur immer Iche diese zulälst; bey allen zeigt sich ein Bestreben auf ihrelj der bildenden Kräfte, auch unter den nn- er Erblichk günstigsten Umständen, einen möglichst voll» sechs Fir kommenen Organismus hervorzubringen. Prixius(! Als Belege zu diesem Satze mögen die von n pen Duverner(k) und Kurmvs(l) beschriebenen She Mifsgeburthen dienen, )ticiers ler rechten& Duvernev’s Mifsgeburth bestand aus zwey vorden wall Knaben, die in den Becken mit einander verei- s den nigt waren, welche aber dennoch vollständige nstehend w untere Gliedmaalsen, und einen sa, wenig als möglich beschränkten Gebrauch dieser Organe hatten. Wie würde ein menschlicher Rünstier, der die Natur lebendig nachzuahmen vermögie, wo und (k) Mem. de V’Acad. des sc. de Paris. 1706. Ed.& ungN P- 538- (l) Descriptio foetus monstrosi, Fi3z a ER= JRR B 4 N _ EEE EZEEES EEE ZEEE ZE 414— und eine ähnliche Vereinigung zu bilden sich vorgesetzt hätte, hierbey verfahren? Man denke nach über diese Frage, beantworte sie, wenn man kann, und lese folgende Beschreibung, und man wird eingestehen, dafs auch milsgestaltete Werke der Natur erhabener sind über alle Men- schenwerke, wie die höchsten Ideale der Kunst über das Schnitzwerk und die Mahlerey tändeln- der Knaben. Die beyden Kinder, woraus die erwähnte Mifsgeburth bestand, waren bis zur Nabelgegend vollkommen wohl gebildet. Hier aber fing die Abweichung vom natürlichen Baue an. Die bey- den Schaambeine jedes Kindes hingen nicht, wie gewöhnlich, unmittelbar unter einander durch einen Knorpel zusammen, sondern das rechte Schaambein des einen war mit dem linken des andern, und das linke des letztern mit dem rech- ten des erstern durch ein kurzes, sehr starkes, aber auch sehr biegsames Ligament verbunden, und diese Kinochen bildeten mit den Darm-, Sitz- und KHreutzbeinen beyder Individuen ein einziges gemeinschaftliches Becken, welches, ver- mittelst der erwähnten Ligamente, in der Mitte dergestalt artikulirt war, dafs die dem einen Kinde gehörige Hälfte desselben sich um die an- dere Hälfte bis auf einen gewissen Punkt bewe- gen konnte. Festigkeit erhielt dieses Becken durch dureh an qyelches TON nd u dem Jr heastigt g miglich, Frichte, oh sung der ı hindern,$ tern Glied: lennoch ei trächtlicher ta, Na konnten| ihrer Rör sondern all semeinschf Durch de aber« chende$ı nothwend keln, die vom Brus konnten,| in der Mit zul Sch schen ne ADOnEnKOKT füllt Wr, zu bilden ı ME Pen durch ein anderes, sehr starkes und dickes Band, Me.:. welches von der einen Seite zur andern ging, VOrtE gie, 1 chrei und an dem untern Rande der Schaambeingelen- Schreidung ı- A 1 an:” ke befestigt war. Bey dieser Struktur nun war ICH mulssest NE x RB: ia es möglich,'dals jener Vereinigung der beyden Fe Früchte ohngeachtet, die nicht nur alle"Bewe- FRFARNN, AN gung der untern Hälften ihrer Körper zu ver- ahlerey Lin hindern, sondern auch keinen Raum für die un- tern Gliedmaalsen übrig zu lassen schien, diese dennoch eine schickliche Stelle und einen be- 15 die mi trächtlichen Grad von Bewegung erhalten konn- zur Nabe ten. Vermittelst des erwähnten Beckengelenks ier aber iy konnten beyde Kinder nicht nur die Obertheile ue.an, Di ihrer Körper nach allen Richtungen bewegen, ingen nic sondern auch einigermaafsen, sowohl einzeln, als einander gemeinschaftlich, fortschreiten. ern( dem linke Durch dieses gemeinschaftliche Becken wur- rn mit den de aber eine, vom Gewöhnlichen völlig abwei- 5, sehr ik chende Struktur der Eingeweide des Unterleibs ment ven nothwendig gemacht, Die geraden Bauchmus- it den Din keln, die hier nicht ihre gewöhnliche Riehtung Individ vom Brustbeine zu den Schaambeinen nehmen 1, welche konnten, theilten sich bey jedem der Zwillinge in de\ in der Mitte des Bauchs, und gingen seitwärts die dem! zu den Schaambeinen. Hierdurch entstand zwi« ich um del schen ilinen ein leerer Raum, der durch die 3 Punkt b Aponeurosen der, übrigen Bauchmuskeln ausge- Di Pe füllt war, und in dessen Mitte sich der gemein- Ff4 schaft- au HET We uni ne REEL ne. a a rn Fr r n— Venen ni ie ne. ah 456— schaftliche‘Nabel befand. Das Innere der Ober- theile beyder Körper war, gleich dem Aeussern derselben, und namentlich der Darmcanal bis zum Colon, natürlich gebildet. Das Colon aber war beyden gemeinschaftlich, und endigte sich in einen zweyten gemeinschaftlichen Darm, der zu beyden Seiten mit einem blinden Anhange ver- sehen war. Der letztere ging in einen Behälter über, welcher sich darin mit der Cloaca der Vö. gel vergleichen liefs, dafs sich in ihn auch die Harngänge und die Ausleerungsgefälse des Saa- mens Öffneten, aber darin von dieser abwich, dals kein After vorhanden war, sondern dafs aus ihm zwey Harnröhren zu den beyden männlichen Gliedern gingen, die zwischen den Hintern der Zwillinge au der Stelle des Afters nach hinten gerichtet lagen. Der dünne Theil des Darmca- nals hatte bey jedem Kinde sein eigenes Gekröse, Aber an dem gemeinschaftlichen Darm war auf beyden Seiten der Länge nach eine Fortsetzung des Gekröses jedes einzelnen Kindes befestigt, die ihre Blutgefälse von beyden Zwillingen er- hielt. Diese Gefäfse entsprangen sowohl aus der obern, als der untern Gekrösarterie, und die Vene jenes gemeiuschaftlichen Gekröses entleerte sich in die Hohlader unter den Nierenvenen. Die andere erwähnte Mifsgeburth, welche von Kurmus beschrieben ist, bestand aus weib- =; B; lichen Yichen In bis au N ya an di Jrstben, siot sind, he, Dies keulen Ri Ein Heiz Ursprunge Struktur€ aut der milhm di stand durc linken Sche tikel ın aber war ı ne eigen Lungenv Sich zwe nahme di dern ents mittlere| Vähnten( Veutike EINE, org die auch, 1 457 nere der(}, De-& RE lichen Zwillingen, die:von der Mitte der Brust ' GEM Aem. ko bis zur Nabelgegend verbunden waren. Alles war an diesen Kindern natürlich, bis auf das Bu Brustbein, die Muskeln, die am Brustbeine befe- chen Dim.—%;= u. ber. Diese Organe waren einfach, und gehörten en Anhane pr stigt sind, das Herz, das Zwerchfell und die Le- beyden Hindern zugleich an. Aber wie konnte n einen B:h;. SR SB BER Ein Herz den DBlutgefälsen zweyer Hörper zum Uloaca Ursprunge dienen?: Man höre, durch: welche Struktur die Natur dieses Problem gelöset hatte, dieser an! Jenes Herz hatte zwey Seheidewände, eine sondern(ı auf der rechten und eine auf der linken Seite, vden mär mithin drey Ventrikel. Der mittlere von diesen den Hinter stand durch eine weite Oeffnung, die sich in der rs nach linken Scheidewand befand, mit dem linken Ven- eil des D: trikel in Verbindung; die rechte Scheidewand igenes aber war undurchbohrt. Jeder Körper hatte sei- Darm wa ne eigene Aorta, Hohlvene, Lungenarterie und Lungenvene. Iu dem rechten Ventrikel fanden bel i sich zwey Oeffnungen; die eine diente zur Auf. ’ 9 nahme der rechten Hohlvene, und aus der an- dern entsprang die rechte Lungenarterie. Der mittlere Ventrikel hatte, ausser der schon er- wähnten Oeffnung, wodurch er mit dem linken Ventrikel in Verbindung stand, noch vier andere: eine, woraus die rechte Aorta entsprang; eine zweyte, worin sich die rechte Hohlvene inserirte, die auch, wie schon bemerkt: ist, in den rech- ha Fi5 tem ee De er nn a EEE ch Sun uacn 458 um ten Ventrikel überging; eine dritte, welche der linken Hohlvene angehörte, und eine vierte, woraus die linke Aorta enstand. Aus dem dtrit- ten Ventrikel ging blos die linke Lungenarterie hervor. Die beyden Lungenarterien waren mit den beyden Aorten durch arteriöse Canäle ver- bunden. Vier Aurikeln, zwey obere und zwey untere, dienten zur Aufnahme des Bluts der Lun- genvenen. Die beyden obern waren unmittelbar mit diesen Blutadern, und durch zwey andere Oeffnungen mit den beyden untern Aurikeln ver- bunden; die letztern aber standen durch einen weiten Canal mit einander in Verbindung, und öffneten sich auf eine, von Rurmvs nicht näher beschriebene Art in die Hohladern. So fanden hier Zugänge aus allen Organen beyder Körper durch die Lungenvenen und Hohladern zum Her- zen, und aus diesem durch die Lungenarterien und Aorten zu allen Organen statt, Aber die Natur ist unerschöpflich an Hülfs- mitteln. Auf eine noch andere Art, als bey der eben erwähnten Milsgeburth, hatte sie das Pro- blem, zwey HKörper aus Einem Herzen mit Blut- gefälsen zu versehen, bey einer von Harrer(m) beschriebenen Mifsgeburth, welche der von Kur. mus geschilderten im Aeussern völlig ähnlich war, auf (m) Opuseula anatom. de respirat. etc. p. 141. Opp. min. T.IIl. p.98. C.XXIX. fen) yereigll br iM N) jherhau jelem Paar kner Kör un, dies Di unter gem un nahe Nm zelnen, ı diene vergleich diese N gen, dal gen Bau 1er Org: Nisgehn Inttens a le, und Ca) Op (o) Il, — 459 ji ehe auf einem noch andern Wege bey MuL.EBANCHER’S EINE Yin vereinigten Zwillingen(n), auf eine dritte Art Aus den bey der Milsgeburth des MaAzzucnirrı(0), und © Lungeran 60 überhaupt fast immer auf eine neue Art bey TIeN Waren jedem Paare in der Brust unter einander verwach- se Can sener Körper gelöset. Doch der Raum verbietet Obere und am uns, dies hier umständlicher zu zeigen. Bluts der ln; RN Dritter Satz. Die Mifsgeburthen bilden RN unter sich ein ähnliches System, wie die re- “ Aurel gelmäfsig geformten Körper der lebenden Na- Pe tur. Wie diese, so machen auch jene keine Bine: einfache Stufenleiter aus, sondern jede Art Ag ist mit mehrern ganz verschiedenen Arten fa nahe verwandt, N. v0 beyder Ri Man nehme irgend eine Deformität eines ein- ıdern zur zelnen, und selbst des wichtigsten Organs, z. B. Lungenatt diejenige, wo zwey Köpfe vorhanden sind, und alt, vergleiche die Körper unter einander, woran sich diese Mifsbildung findet; es wird sich dann zei- lich an 1 gen, dafs mit dieser Abweichung vom regelmälsi- rt, als be gen Bau die verschiedensten Deformitäten ande te sie di! rer Organe verbunden seyn können, Es gab erzen mil Mifsgeburthen, die zwey Röpfe und zwey Fülse yn Haruen hatten; andere hatten zwey Köpfe und drey Fir , der von Ri fse, und noch andere zwey Köpfe und vier Fü- 7 ähnlich W[se. (n) Opere diverse del Sign. Varrıssenz, P.III. p.414. Pe(0) Ibid, p. 4. TE msn nenn nat en ne Zar meet RE naher 460 u fse. Eben so verschieden war bey den Doppelt köpfen die Zahl der obern Extremitäten, und oft waren auch von diesen nur einzelne Rnöchen vorhanden. Und selbst unter den Eingeweiden der Brust und des Unterleibs ist keines, welches nicht bey jener Art von Milsgeburthen in der Zahl und Struktur variirt hätte. Sogar’ das wichligste dieser Organe, das Herz, war bald einfach, bald doppelt, und bald auf diese, bald auf jene Art gebildet. So können mit der Dupli- cität des Kopfs die mannichfaltigsten Mifsbildun- gen des übrigen Körpers verbunden seyn; und eben so verhält es sich auch mit den verschiede- nen Formen einzelner Organe, die wir bey den verschiedenen Gattungen der lebenden hörper antrefen. Auch unter diesen ist keine, welche mit einer bestimmten Form des übrigen Organis- mus in nothwendiger Verbindung stände; und daher rührt.es, dafs jede Art mit mehrern ganz verschiedenen Arten in naher Verwandtschaft steht, und dafs keine einfache Gradation unter jenen Körpern statt findet, wie im sechsten Abschnitt des ersten Buchs dieses Werks umständlicher ge- zeigt ist(p). Diese Sätze sind es, worauf sich unsere obige Behauptung gründet, dafs die mannichfaliigen Formen der lebenden Natur aus wenigen einfa- chen (p) Biol. Bd.ı. S.446 f. ’ chen[hi Verne gr it, Jih ersten‘ selhit met plngnils milsige A dennoch befindet, annımml, der Fall ig, son Yersums nisatlon nicht, W gen. eis durch. ga ben also den Zaı chen in che Deft es auch schon IV &8 aber s Dewiesen Nat auf Kuren ter sh; hip 461 y den Dammik ehen Urfornien durch den ewigen Kreislauf vor täten, und Veränderungen,‘in welchem das Universum be- weine Rı tim griffen ist, entwickelt sind. Wir haben nehm- M Eingenh lich erstens gesehen, dafs bey zufälligen, und keines, well selbst mechanischen Ursachen, die nach der Em- Isgeburtten pfängnils auf den Heim wirken, und die regel- tie, Sogar mälfsige Ausbildung. desselben verhindern, dieser lerz, war; dennoch eine, den Verhältnissen, worin er sich auf diese| befindet, so angemessene Gestalt, wie möglich, mit der Ih annimmt, Um wie viel mehr wird dies also sten Mils der Fall seyn, wenn jene Ursachen nicht zufäl- Ta ans lig, sondern Resultate der Organisation des Uni- db Ka versums sind! Ursachen aber, die in der Orga- el nisation des Weltalls gegründet sind, wirken RR nicht, wie die zufälligen, wodurch Mifsbildun- EN gen entstehen, blos vorübergehend, sondern ve fr durch ganze Reihen von Generationen. Sie ha. RN ben also schon vor der Empfängnils Einfluls auf ö 2 den Zeugungsstof. Wenn folglich diese Ursa- NE chen in der Ihat denen analog sind, durch wel- er che Deformitäten hervorgebracht werden, so muls . En es auch Ursachen der Mifsgeburthen geben, die ısten Adscl | schon vor der Empfängnils wirksam sind. Dafs aständlicht es aber solche Ursachen giebt, ist ebenfalls oben bewiesen worden. Ferner, wenn die lebende ie Natur auf ähnliche Art entstanden ist, wie Mils- ae ii geburihen erzeugt werden, so müssen diese un- ter sich ein ähnliches System, wie die regelmä- [sig gebildeten Körper der lebenden Welt, aus- yenigen EI" cin N ma- 462 em machen; und dafs auch dies der Fall ist, du in dem dritten obigen Satze SEZERRN: So nn; die Analogie der Med Ba us 2 nung von dem Entstehen der TeeageR- je= Natur, ‚und wir beschliessen ae nn 5 der Ueberzeugung,, eines der schwürigsten Pr bleme der Biologie gelöset zu haben. Zwey- (uchstl ). ers neu erzei Wachsth Denennar haut, s zichts vor mögen, be gen denn grülern, über nie voraus w Wachsthu Eigenthin kchlen, n Untersuch, Itltr ge die Fall ist, Mi en sap gt,$$ UT Unsere Ih,. NOTEN Zweyter Abschnitt, ven Abi Wachsthum und Abnahme der leben- Pwärigi I. den Kö rper. ben, Geze D: erste Lebenserscheinung, die wir an dem neu erzeugten Individuum wahrnehmen, ist das Wachsthum. Versteht man indefs unter dieser Benennung jede Vergröfserung des Volumens über- haupt, so hat der lebende Organismus hierin nichts vor der todten Natur voraus, als das Ver- mögen, bey ungleichförmigen äussern Einwirkun- gen dennoch gleichförmig sein Volumen zu ver- grölsern, und so kann uns die Erfahrung hier- über nichts sagen, was sich nicht schon zum voraus wissen liesse. Aber wir treffen bey dem Wachsthume der lebenden Körper noch andere Eigenthümlichkeiten an, die der todten Natur fehlen, und diese sind es, die hier eine nähere Untersuchung verdienen, N: Jeder leblose Körper wächst, so lan- ge die Quelle seines Bildungsstoffs nicht Zwtf DT m innert Seinen ch an[u ne AED ih na EL a Fe Fe a 464 u nicht versiegts aber jedemrtrebenden Organismus ist eine Gränze gesetzt, die er bey seinem Wachsthume nicht über- schreiten kann, wenn ihm auch der Nahrungsstoff immer in gleicher Menge zufliefst. Gebt dem Dianenbaume und andern metalli- schen Vegetationen unanfhörlich neue Nahrung, und sie wachsen bis ins Unendliche. Aber selbst der fruchtibarste Boden verschafft dem Grashal- me, und die nahrhafteste Speise dem Menschen nicht die Gröfse der. Eiche. Indels ist jenes Ziel des Wachsthums bey den verschiedenen Arten der lebenden Organis- men sehr verschieden. Die meisten Thiere er- reichen es lange vor ihrem Ende. Hingegen die Crocodile, manche Wasserschlangen und Fische(a), so wie unter den Pflanzen die Adansonia digi- tata(b), der Ceiba(Bombax L.)(c), die Eiche und die Ceder des Libanons(d) nehmen bis zu ihrem Tode immer fort an Gröise zu, $. 3: (a) Harzer El, phys. T. VIIL L. XXX. S. III. 13 P- Ol.' (b) Apanson’s Reise nach Senegal. 8.64. Ebenders, in den Mem. de l’Acad. des sc. de Paris. 1761. p. 219. (c) Avanson familles des plantes. P.4. pP. 3590. .(d) Eine Eiche, deren. Umfang im Jahre 1530 vier Tufs betrug, Wider benden 0 ginelnen Jeiten UN le näh dem schu Doch leide zweyten N ala im. dri etwas Jane zum sechs an bis zu Unter Schädel in mehr, als\ betrug, 15 Tıls Sie nnlı an Dick hoch w; 6 Fu ı Transac, k) Sinmer; (f) Tu N, phyn, 1 IN Ba, mem 465 | 6.3 Weder das Volumen des ganzen le- benden Organismus, noch das seiner einzelnen Organe, nimmt in gleichen Zeiten um gleiche Theile zu. Je näher der Mensch seinem Ursprunge ist, desto schneller vergrölsert sich sein Volumen, Doch leidet anch dieser Satz Ausnahmen. Im zweyten Monat wächst der Embryo langsamer, als im dritten; im Anfange des vierten wieder etwas langsamer; von der Mitte des vierten bis zum sechsten wieder stärker, und von dieser Zeit an bis zum neunten wieder etwas langsamer(e% Unter den einzelnen Organen wächst der Schädel in"den nenn Monatenv vor der Geburth mehr, als in den zwanzig folgeuden Jahren(f). Die betrug, hatte im Jahre 1760 eine Circumferenz von 15 Tufs 245 Zoll, nd ı73ı von ı6 Fuls 575 ZN. Sie nahm folglich bis in ıhr 200jähriges Alter noch an Dicke zu. Eine Ceder, welche 1748 nur ı Fuls hoch war, hatte 1777 3 Fufs 1% Zull, und 1798 6 Fuls 175 Zoll im Umfangs Manrsuam, Phil Transact. 1707. (e) Sömmerına lcones embryonum human, In ex plicat. tabularum, ($) Tenos, Mem. de Institut natı Sc imatrhem, es phys. T.L p, 230 dil. Bd; üg ER nen nen Se ah an er nr entnsehnen seweiiren Ben 466 en Die Schirmpalme nimmt in den vier letzten Mo- naten vor ihrer Blüthe 45mal mehr an Gröfse zu, als in den gleichen Zeiträumen der vorhergehen- den 35 Jahre, (. 4 Die verschiedenen Organe des leben- den Körpers entstehen nicht gleichzei- tig, sondern nach einander, Bey dem Embryo des Menschen sieht man um die dritte Woche einen zwey Drittel des ganzen Körpers grolsen Kopf, und die Extre- mitäten als kaum bemerkbare Punkte(g). Ge- genvdie sechste Woche zeigt sich das Nabelbläs- chen(h). Kurz nach derselben erscheinen Spuh- ren vom Munde und von den Augen(i). Nach der siebenten Woche fängt die Bildung der Na- se(k), und bald darauf auch die der Ohren, der Finger, vielleicht auch des'Afters und der äussern Genitalien(I) an. Um die zehnte Woche zeigen sich an den Ohren der Helix, Tragus, Antitragus und Antihelix; an den Augen die ge- schlossenen Augenlieder; an der Nase der Rük- ken, (2) Sömmerine 1. c. fig.ı. (h) Ibid. fig. 2. G) Ibid. fig.= (k) Ibid. fig. 4. dl) fig. 5. | !| kon, f Munde je Geuhlehlumn Wiche unters Seel» und ribchen al Ohmuschel: und von d fippen, de das Scrotum Schlüsselben bene Stelle eine Spur tremitäten den Schenkels, am Fulse di Ueber mehr des$ Menschen ı noch an hi $HANK(0) ach der B | 467 M Vier Jetzten\{} f Bi: ken, die Flügel, und die Scheidewand; am A ED Munde die Lippen, und an den Genitalien der Be Geschlechtsunterschied(m). Um die zwölfte Woche unterscheidet man am Kopfe die Stirn-, Scheitel- und Schläfenbeine, die Augapfel, das Grübchen auf der Mitte der Oberlippe, und die gane des]; Ohrmuschel; am Rumpfe den genau vom Kopfe Icht leid, und von den Schultern begränzten Hals, die der, Rippen, den stark hervorstehenden Penis, und das Scrotum. Die obern Extremitäten haben ihre nschen sin Schlüsselbeine, einige durch die Muskeln erha- zwey Dit bene Stellen, an den Fingern die Gelenke, und „ und diel eine Spuhr von den Nägeln. An den untern Ex- Punkte(; tremitäten unterscheidet man die Hüftknochen, ich das Ni den grofsen Trochanter, die Gelenkköpfe des ı erscheint! Schenkels, die Kniescheibe, die Knöchel und Augen(i) am Fulse die Spuhren der Nägel(n). Ueber die Zeit des Entstehens, oder viel- mehr des Sichtbarwerdens der innern Organe des Menschen und der übrigen Säugthiere fehlt es noch an hinreichenden Beobachtungen. Crurk- SHANK(0) fand bey Kaninchen am dritten Tage in B” nach der Begattung bey allen das Chorion und r Nase GI! Am. (m) fig. 8. 9. (n) fig. ıo0. (0) Reır’s Archiv f. d. Physiologie. B.3. H.ı. 9.92 Taf. ı, Gg2 men EEE nn ne ni wie N ar ED re ee 468 m Amnion, und, wie er glaubt, auch bey einigen die Allantois, Am achten Tage wurden die er. sten Anfänge der Wirbelbeine, des Rückenmarks und der Hemisphärien des Gehirns sichtbar, wenn er einen Tropfen destillirten Weingeist darauf fallen lief. Am neunten Tage zeigte sich der Nabelstrang, doch noch- sehr kurz, Zahlreichere und genauere Beobachtungen ha- ben wir über die Zeiten des Sichtbarwerdens der Eingeweide bey dem bebrüteten Ey der Henne. Gegen die Tte Stunde zeigt sich in diesem der Dottersack(p); gegen die zwölfte das Amnion(g); um die zite das Gehirn und Ruckenmark(r); um die Zıte die figura venosa(s); um die 48te das Herz(t) und die Aorta(u); um die 70te die ersten Anfänge der Flügel und Beine /v); um die 7ste die Allantois(w); am Anfauge des Aten Ta- ges die Leber(x); am Ende des 5ten Tages die Rudi» {p) Harzer sur Ja formation du coeur dans le pou- let. Mem.ı. obs. ı. {qg) Ebendas. Obs. 5. (1) Obs. ı9. (5) Obs. 531. (t) Obs. 37 fE. (nu) Obs. 40. 43. 45. (v) Ebendas. Mem, 2. p. 47. s (w) Ebendas. Mem,ı, Obs.78. 79. (x) Obs. 102, Andiment dhr In en bei rim) erkent ter[e),. das hllmondförmi diese Stelle, 1 weglicher Pur sten Tage 0 tere Masse, wit dem anc Ende der letz erwähnten Pi doppelt wird, Eubryo, bewe Sreyen Ente, vermehren sic die Bewesun Tee nimmt (F) Ob, () Obs. up, 1) Obs.ı, eng 0% lennet] IM nen Kı Worde, ts Critafy, i nn} 469\ Rudimente der Lungen, des Magens, und des Mastdarms(y); am 6ten Tage die Gallenblase(z), die Nieren(a) und die dünnen Gedärme(b), In den befruchteten F.yern des Blei(Cyprinus Drama) erkennt man am ersten Tage den Dot- ter(c), das Weisse und zwischen diesen eine halbmondförmige Stellee Am sten Tage wird diese Stelle, in welcher von Zeit zu Zeit ein be- weglicher Punkt erscheint, etwas trübe. Am 5ten Tage erblickt man. an diesem Orte eine dich- tere Masse, die mit dem einen Ende frey ist, mit dem andern aber im Dotter festsitzt, Am Ende der letztern Stelle sieht man den Umrifs des erwähnten Punkts, dessen Bewegung jetzt ver- doppelt wird. Die angeführte Masse, oder der Embryo, bewegt sich von Zeit zu Zeit mit dem freyen Ende, oder. Schwanze. Am ä4ten Tage vermehren sich sowohl die Pulsschläge, als auch die Bewegung des ganzen Jörpers, Am ä5ten Tage nimmt man bey gewissen Lagen des Foetus den, (y) Obs. 133. 126. (z) Obs. 143. (2) Obs. 144, (b) Obs. 148. (c) So nennet Brocn diesen Theil, Fs ist aber schon E 1 4 i Be im ersten Kapitel des vorigen Abschnitts bemerkt worden, dafs es zweifelhaft ıst, ob die Eyer der Gritenfische einen Dotter besitzen, 685 4709,— den Umlauf der Säfte in den Gefäfsen wahr. Am 6Gten Tage lälst sich der Rückgrath mit den daran sitzenden Rippen unterscheiden. Am 7ten erblickt man mit blolsen Augen zwey schwarze Punkte im Ey, welche die Augen sind. Jetzt stellt sich schon der Fisch mit seinem ganzen Umrisse und die Wirbelsäule mit den Rippen so deutlich dar, dals man bey einer stärkern Ver- grölserung die Anzahl der letztern bestimmen kann. Da übrigens die Ausbrütung der Fische durch die Sonnenwärme geschieht, und diese in der Laichzeit das Wasser nicht allemal in glei- chem Grade erwärmt, so geschieht auch die Ent- wickelung der Eyer nicht immer in einerley Zeit- raume, und man nimmt daher die angeführten Erscheinungen bald einen Tag früher, bald spä- ter wahr(d). 25: Die Theile des lebenden Organismus wachsen nicht alle in gleichem Verhält- nisse. Einige sind schon ausgebildet und zu,uhrer gehörigen. Gröfse"gelan- get, indem andere in ihrer Ausbildung und in der Zunahme ihres Volumens noch begriffen sind, Der (d) Brocn’s Fische Deutschlands. Th. ı.$, 117. ı1$. jey alle faten Theile ungekehrten desto grüße desto kleine nehmendem vermindert Je jüng der Kopf( und desto di jungen Früch übrigen Rörn Ferner die Pyrami (ed) Sömmı (i) Sören (g) Shaneer (1) Ebendas () Utzer I (k) Ih, 1 () Sonnen — q7i Gele N Der Embryo der Säugthiere wächst nicht in KOT a gleichem Verhältnisse mit seiner Hülle. Je klei- Cheide, Ann ner jener, desto grölser dieser; und umge- IR ZWEy Ad kehrt(e). kugen si nit seiner Bey allen Thieren steht das Wachsthum der mit den festen Theile mit der Zunahme der flüssigen im einer; umgekehrten Verhältnisse. Je jünger sie sind, desto gröfser ist die Masse der letztern, und desto kleiner das Volumen der erstern. Mit zu- nehmendem. Alter nimmt dieses zu, indem jene ' vermindert wird, hieht auch Je jünger der Embryo ist, desto grölser ist er In Eintr der Kopf(f), desto gsölser das Gehirn(8). er die ande und desto dicker sind die Nerven(h). In ganz jungen Früchten übertrifft der Kopf den ganzen übrigen Körper an Grölse(i). Ferner erreichen am Kopfe die Augen(k), die Pyramiden der Schläfenbeine(l), und das Laby- (e) Sömmerıns Icon, embr. human, In expl. tab, (f) Sömmerıne|, c. Grölse:(g) Sösmerine’s Hirn» und Nervenlehre.$.26, er Ausll(lı) Ebendas,$. 173. G) Harzer El, Phys, T.VII. L,XXIX. S.IV.$. 58 p- 369. (k) Ibid. p.370. (l) Sömmering Icon. embr. human. In expl, tab, 4 [n 472 Fra Labyrinth des Ohrs(m); am Halte die Schild. drüse(n); in der Brust das Herz fo), die Thy- mus(p), und die Bronchialdrüsen(q); im Un- terleibe die Leber(r), das Pancreas, die Ge- krösdrüsen(s), die Nebennieren(1) und der wurmförmige Fortsatz des Blinddarms(u) frü- her, als die übrigen Organe, ihre bestimmte ‚Grölse und Bildung, Langsamer als alle übrige Organe gelangen hierzu die Genitalien, und beym weiblichen Ge« schlechte auch die Brüste, Selbst jeder einzelne Theil beobachtet jenes obige Gesetz bey seinem Wachsthume. Das äus- Stück des tinges der Iris bildet sieh früher, als das innere({v). Der Schädel wächst von der Geburt an bis zum sechsten Jahre mehr nach dem gröfsten Durchschnitte, als nach dem klei- nern, (m) Sömmerino’s Eingeweidelehre.$.54. S.42. (n) Auzını Icon. ossium foetus. Tab. III.£. 46. 5: (0) Eph. Nat. Cur. Dec. II. Ann.ı. p.305. (p) Haırzen l, c.$.39. p.371. (g) Ibıd. p. 372. (r) Ibid.$.40. p. 5372. 373. (s) Ibid.$. 39. p. 372. Sömmerıns's Eingeweidelehre, S. 1910. 6227. (t) Harrer|. c. (u) Sömmerınc a.a. O.$.239. S. 351. (v) Sommerıng Icon, embr. human, In expl, tab. g, vlt dem ei I Sch yutheil au nel yrlam Seite Phath geh uhr nach€ Ferner wäch lste Ling mehr, als d andern gebe zweyten die uch der pr gehende Du geDohmen] bey dem Ein Einige aD, oder das Wach dauert;( dem Wach ein Antag Ein sole Enhryo das (m) In, LT nn 4 pel, nern, welcher unter der Basis des Schädels von dem einen Jochfortsatze zum andern über den Schuppentheil- der Schläfenbeine und über die vordern Seiten der Hinterhauptsbeine bis zur Pfeilnath geht; hingegen nach dem sechsten Jahre mehr nach dem letztern, als nach dem erstern. ° Dim Ferner wächst in der ersten dieser Perioden die grölste Länge des Schädels von hinten nach vorne BER mehr, als der grölste von‘der einen Seite zur Mr wei= andern gehende Queerdurchmesser, und in der £= zweyten dieser mehr, als jener. Endlich liegt auch der gröfste horizontale, dnrch das Stirnbein | benbachıe gehende Durchschnitt des Schädels bey dem neu- gebohrnen Kinde fast um einen Zoll höher, als bey dem Erwachsenen(w), 6.6: s nach der Einige Organe nehmen sogar wieder ab, oder verschwinden ganz, indem das Wachsthum der übrigen noch fort- (ri. 5 dauert; oder mit andern Worten: in dem Wachsthume einiger Organe findet P-5% ein Antagonismus statt. Ein solcher Theil ist bey dem menschlichen Embryo das Nabelbläschen, welches desto mehr '; Eingeweil ab- (w) Tenor, Mem. de I’Institut Nat. Sc, matlıem, ete. T.I p.22ı, (ep) ag a h} I In exp), u abnimmt, je gröfser dieser wird, ‚und gegen die Mitte der Schwangerschaft ganz verschwindet(x). Gegen die Zeit der Geburth schwinden bey die- sem das obturacnalum meatus auditorii(y) und die membrana pupillaris(z); nach derselben der ductus venosus und arteriosus, die Nabelgefälse, die Eustachische Klappe(a) und die Thymus(b). Auffallender als bey dem Menschen, den Säugthieren und Vögeln aber bestätigt sich das obige Gesetz bey mehrern Amphibien und bey den meisten Insekten. Der braune Grasfrosch(Rana temporaria L.) zeigt sich bald nach seinem Entstehen aus dem Ey als ein länglichter Wurm mit franzenähnlichen Anhängen zu beyden Seiten des Ropfs(c). Mit zu- Grölse des Wurms verschwinden diese Anhänge, und statt derselben erscheinen Augen und eine (x) Lossteın Essaı sur la nutrition du foetus, im Neuen Journal der ausl. med. chir. Litteratur von HürEeLAND u. Harıes. B.]. St.2. S.20 ff. (y) Haızer El. phys. T.V. L.XV. 5.1.$.8. p. 198. (z) VVrısBers, Nov, commentar, s0c. reg. sc. Gotting. T.H. p. 108 sq. (a) Losstein de valvula Eustachii— Leverisc de valvula. Eustach. etc. (b) Hewsow experimental Inguiries. T. IM. (c) Röser’s hist, ranar. nostrat, Tab. II.£. 17. 18. p.$. vie Se ge ui ach N hunde 0 hüner, un solkommen Eine& Jendere gie schiedenen Organismu grünen\ Pina(N), duf e Verwandiu selbst. ganz und zwar. dem ande schwinden (N feat Iayten, () Inn Saul, N umumwon, 475 eine Schwanzflösse(d). So wie die Vorderfülse erscheinen, fällt der Leib zusammen(e), und so wie auch die Hinterfülse hervorwachsen, ver- schwindet der Schwanz, die Gedärme werden kürzer, und das Thier bekömmt die Gestalt eines vollkommenen Frosches(f). Eine ähnliche, und zum Theil noch auffal- lendere gleichzeitige Ab- und Zunahme der ver- schiedenen Organe beym Wachsthume des ganzen Organismus zeigt sich beym Laubfrosche(g), dem grünen Wasserfrosche(h), der Kröte(i), der Pipa(k), und der Rana paradoxa, Auf eben dem Gesetze beruhen auch alle Verwandlungen der Insekten. Ausdehnung, oder selbst ganz neue Erzeugung einiger Organe, und zwar innerer sowohl, als äusserer(l), in- dem andere sich verkürzen, oder völlig ver- schwinden, bewirkt diesen Zauber, Eine blofse Ver- (d) Ibid. f. ıg. 20. p.&. (e) Ibid. f,27. p.ı0. (£)-Ipid! piır (g) Ibid. Sect. II. p. 37. Ch) Ibid. Sect. III. p.53. (i) Ibid. S.IV. p.6g9. (k) Sraızanzanı über die Erzeugung der Thiere u. Pflanzen. Abth.ı.$.328. 329. (1) Lronner Tr. de la chenille, qui ronge le bois de saule. P.585. Verkürzung und Verlängerung findet bey- der zweyten' Classe: der Insekten, nach SwamMER- DAamm’s Eintheilnng(m), eine völlig neue- Erzen- gung und ein gleichzeitiges Verschwinden bey den zwey folgenden Classen statt(n). Indem die äussern Gliedmaalsen der Larve schwinden and ihre Länge abnimnıt, wächst ihre- Dicke, und durch jenes Schwinden und jene Verkürzung mit dieser gleichzeitigen Zunahme wird sie in eine Pnppe verwandelt. In der Nymphe ereignet sich dasselbe, wie in dem Ey der Sätgthiere und Vögel. Je jünger sie ist, desto gröfser ist die Menge der flüssigen, desto geringer die der festen Theile(0). Je mehr diese zunimmt, in- dem jene sich vermindert, desto mehr nähert sich die Nymphe dem vollkommenen Insekt. Eben so ist es endlich auch bey dem Wachs- thume der Pflanzen. Indem die junge Pflanze heranwächst, schwinden die Saamenlappen; in- dem die. Frucht ihrer Vollendung, entgegenreift, vertrocknet die Blüthe, und indem der Keim ei- nes nenen Blatts sich entwickelt, verwelkt das vorige, das ihn in seinem Schoolse erzeugte. Schon Lınne machte die Beobachtung am Hanfe, und # PT 76 59. Lessen Theologie des Insectes. P.I. p.ı52. not. BE (m) SwAammerpaAmiır Hist, insect. gener. S.1V. p- 0) SWAMMERDAMM a.2.0. 2.88 sa. p.ı2ı1 sq. Po? (0) SwAMMERDAMM ebendas. fi Jula yp,(u Dal MM nl nich I, al be So ist je nrphose, sich. nicht N dern auch Der Embryo dem erwach hende Orga tern fast el Pıppe und Dktamon tnd Insekten alen\kbende NEN der einar| und den il der, dıls der ocheim u oder zu all Fir die Individum Kinlere ist, de Kanzen Orig 7 h) Papa det ber;... re TR aind Briper bestätigte sie am Erysimum oflci- R nale, dals Pistillen, worauf der männliche Saa- ° En menstaub nicht gewirkt hat, sich weit länger er» Wen I halten, als befruchtete(p). T(n), tVe sch So ist jedes Wachsthnm unaufhörliche Meta- ihre-Jj4, morphose, und zwar eine Verwandelung, die ne Ver sich nicht nur auf den ganzen Organismus, son- “4 Ih c= wi dern auch. auf jedes seiner Organe erstreckt. oo Der Embryo ist in der ersten Zeit seiner Bildung Mpüe er ie der S dem erwachsenen Menschen, und jedes entste- er Sänzhr hende Organ des erstern den Organen des leiz- desto erüls© tern fast eben so unähnlich, wie die Raupe der erinper Puppe und die Puppe dem Schmetterlinge. 9 mehr nl) Metamorphose ist daher nicht den Amphibien ven Insekt und Insekten ausschlielslich eigen. Sie kömmt allen lebenden Körpern ohne Ausnahme zu, und y u ev dem enge: BR der einzige Unterschied zwischen jenen Thieren T A..* pe! und den ubrigen lebenden Organisınen ist nur eniappe der, dals sie bey diesen noch im Mutterleibe, 2 enizegtl der geheimen Werkstäte der Natnr, geschieht, heut oder zu alltäglich ist, um uns aufzufallen. verwen er Für dıe ganze lebende Natrır ist iedes lebende ne am Hal Individuum dasselbe, was jedes Organ für das mer o lat; GrT:] 4 fe) li) yyı 371 e 223 R w 3> 4 4 letztere ist. Metam YpiI1os kömmit daher auch der ganzen lebenden Natur als Einem erofsen Sn Organismus zu. Abnahme und Zunahme, Unter- 52. Dot) gäus BrEI!(p) Briper muscolog. zecent, T. I. p.54. ! nr ie Le een ED nl [; 478 gumenmamım gang und Entstehen ist auch in ihr. unzertrenn- lich verbunden. Keine Generation verschwindet, ohne dafs schon eine neue heranwächst, um ihre Stelle zu ersetzen. Indem die Bäume der einen Erdhälfte ihre Blätter verliehren, fangen die der andern wieder an, Schatten zu verbrei- ten. Das Blut der Erschlagenen düngt die Erde, und ein ‚schönerer Frühling sprolst auf den Schlachtfeldern. Dafs endlich auch sowohl die Erzeugung, als der Tod, nichts anders als Uebergänge gewis- ser Formen des Lebens zu andern sind, wissen wir schon aus dem zweyten Buche. So zeigt sich folglich Harmonie zwischen scheinbar ganz verschiedenen Phänomenen, und es eröffnet sich uns die Aussicht, Erzeugung, Wachsthum und Tod auf ein gemeinschaftliches Princip einst zu- rückzuführen. 27. Einige Theile hingegen haben kein anderes Zielihres Wachsthums, als den Tod des ganzen Organismus. Bey dem Menschen sind diese Theile: die Haare, die Nägel, und das Fett; bey den übri- gen Säugthieren und den Vögeln, ausser den Haaren, den Federn und dem Fett, die Hörner und und Ela; b jo; u I di Far at heoh Film ein UMU chen, welche dariber, gew eelenen Ersch Theile bingeg der Natur ge hen der Hin Wulst, oder pi der Klap den Gehäuse und an dem Ring, Ti ley den Haare Inden, wenn und nicht in würden, (ö) Haren BEROS Rei netten Reise () Doch sol Me machen. Geweihe 16 Med Vorig U RN 6) Donkey N 3, Mor und Krallen; bey den Schaalthieren die Schaa- IM Verschyin len; und bey den Pflanzen das Holz. Bey dem "ac, 1 Fett aber beobachten wir nur in krankhaften Fällen ein ununterbrochenes Wachsthum. Men- schen, welche vier- bis fünfhundert Pfund, und N ZU Ser darüber, gewogen haben(q), gehören zu den düngt de I seltenen Erscheinungen. Bey den übrigen jener prolst aut Theile hingegen ist das fortdauernde Wachsithum der Natur gemäls. An den Hörnern und Geweis hen der Rinder erzeugt sich jährlich ein neuer Wulst, oder ein neues Glied(r), an der Rlap- per der HKlapperschlange ein neuer Ansatz(s), an den Gehäusen der Schnecken eine neue Windung, und an dem Holze der Dicotyledonen ein neuer Ring. Vielleicht würde sich etwas Aehnliches bey den Haaren, Nägeln, Krallen und Klauen finden, wenn diese Theile genauer beobachtet, Princip ein! und nicht in ihrem Wachsthume aufgehalten würden. $. 8. (g) Harzer El: Phys."T.I, LT. S.IV..p.50.- Tuux- ‚ haben kt seRo’s Reisen. 5.74, im Mag. von merkwürdigen nenen Reisebeschreibungen. B. VII, (x) Doch sollen die Rennthiere hiervon eine Ausnah- me machen, und jährlich nach dem Abfallen ihrer se Theile:& Geweihe neue erzeugen, die nicht länger werden, Yon ih wie die vorigen. Horsren, Abh, der Schvred. Akad. 317742 BARRY TESTEN (s) Dosrızuorrers Geschichte der Abiponer. Th. 2, 1 S. 380. eine TE en hr u ic nt ee Venen es ARE mine won nn 480 men G.8: So wie nach dem fünften Gesetze ‘($. 6.) einige Organe bey ihrem Wachs- thume einen Antagonismus gegen ein ander aussern, so wachsen und verge- hen andere gemeinschaftlich mit einan- der, oder stehen bey"rhrer Entwicke- lung undihrem Absterben in einer Sym- patbie. Auf. diesem Gesetze bernhet die im ersten Buche(t) erwähnte ‚Symmetrie, welche in: der Organisation der rechten und linken Hälfte bey den sämmtlichen Thieren herrscht, Der ver- schiedene Grad dieser symmetrischen Organisation giebt eine Stufenleiter der Stärke jener Sympathie, Am stärksten ist also dieselbe bey den Hälften des Birn- und Kückenmarks; hiernächst bey den Rnochen, den willkührlichen Muskein, den Haa- ren, den äussern Sinnesorganen, den Drüsen der Brüste, und den diesen Theilen zugehörigen Ner- ven und Blutgefälsen der rechten und linken Hälfte; daun folgen die zur Bereitung des Urins und zur Fortptlanzung bestimmten Organe; und auf der untersten Stufe stehen die ZRespira- tonsorgane, So (t) Biol. Bd.ı. 5,170 fl, ji al be\ et! Spmpalh ziehen genüh zıch sich, D Hifi bey| ud Hoden, Ansser d äussern auch Hasre der A chen Geschle Grad von$ hen oder vers die Zeit der I vergehen sie Ir stration, Eine nem Bruchsac stöcke unter die Brüste z Die Zoopl schwache, ab Sympathie, 5 tt bey den( Cerihen eing Organen ir Wachsthung I IND, nften Gau, ihrem\r, 8 ga i por ab en 481 So wie diese Organe zu gleicher Zeit und nach einerley Muster gebildet wurden, so stehen sie auch bey Veränderungen ihrer Organisation in enger Sympathie. NHrankheiten des einen Auges ziehen gewöhnlich auch Krankheiten des andern nach sich. Dieselbe Erscheinung beobachtet man häufig bey den Brüsten, Nieren, Eyerstöcken und Hoden. Ausser den symmetrisch geformten Organen äussern auch die Zeugungsorgane, die Brüste, die Haare der Achselhöhlen, der Bart beym männli- chen Geschlechte, und der Rehlkopf einen hohen Grad von Sympathie Gemeinschaftlich entste- hen oder vervollkommnen sich diese Theile gegen die Zeit der Mannbarkeit, und gemeinschaftlich vergehen sie im hohen Alter, oder nach der Ca- stration. Einer Frau, welcher Porr die in ei- nem Bruchsacke zu beyden Seiten liegenden Eyer- stöcke unterband und’ abschnitt, fielen sogleich die Brüste zusammen. Die Zoophyten und Pflanzen zeigen zwar nur schwache, aber doch immer einige Spuhren von Sympathie. Selten bleiben Verderbnisse der Blät- ter bey den Gewächsen blos auf die eine Seite derselben eingeschräukt. Doch bedürfen diese Organismen in Betreff ihres sympathetischen Wachsthums noch näherer Untersuchungen. 111. Da. Hh$. O. a ee EEE BE ZEERE u) I. 9 482 Einige Organe sterben zu gewissen Zeiten von freyen Stücken ab, un zeugen sich nachher von neuem der. d er- wie- Unter den flüssigen Theilen giebt es keinen, der von diesem Gesetze der natürlichen Re- produktion eine Ausnahme macht. Das ganze Leben besteht in einem beständigen Verluste und Ersatze von Flüssigkeiten, \ Einen festern Typus aber beobachtet diese Veränderung bey den festen Theilen, und hier ist sie zugleich auffallender. Unter den festen Theilen des Menschen sind blos die Oberhaut nnd dis Zähne der natürlichen Reproduktion unterworfen, Die erstere aber son- dert sich zu unbestimmten Zeiten, und nur theil- weise vom Körper ab; bey den letztern hingegen ist jene Reproduktion an bestimmte Period bunden. Nach dem gewöhnlichen Laufe der en Ber Natur findet dieses Wechseln der Zähne nur einmal in der Jugend statt. In einigen seltenen Fällen aber ist auch im hohen Alter noch eine Wieder- erzeugung der Zähne beobachtet(u). Mit dem Menschen haben die bekanntern un- ter den übrigen Säugthieren die Reproduktion der (u) Haızer El. Phys. T.VII LXXX. S.1I.$ Epi- «11. Bpianl ld ai H si) gut day den' Aendukton {nphibien ib {m Fröschen gattung durt drüsigen Bat der Paarung Ein Bey hey den Pis und ihrer St demjenigen, findet, darin, diesen, schon Kinnlade ent Erletigung di gesen bey erst ein neue Iktztere. aus ()idt,; (m) Thid, W Rüset M; \) Ascher 1 It, B () de ie? Düsen, 7, Sn} 483 Epidermis und der Zähne gemein. Diejenigen, nz{r N Hirn welche mit Hörnern oder en versehen Nur i sind, reproduciren aber auch diese Organe(v). | Bey den Vögeln äussert sich die natürliche Reproduktion durch das Mausern(w); bey den M giebt er Amphibien überhaupt durch das Häuten, und bey atürliche) den Fröschen insbesondere gegen die Zeit der Ber macht, Da; gattung durch die Erzeugung einer schwarzen digen Verlun, drüsigen Haut an den Vorderpfoten, welche nach der Paarung verschwindet(x). x beobachts Ein Beyspiel von natürlicher Reproduktion Theilen, u bey den Fischen giebt das Wechseln ihrer Zähne und ihrer Stacheln. Jenes unterscheidet sich von demjenigen, welches bey den Säugthieren statt des Mensche findet, darin, dafs der neue Zahn nicht, wie bey ine der nal diesen, schon vor dem Ausfallen des alten in der e erstere ak Kinnlade enthalten ist, sondern sich erst nach en, undıu Erledigung der Stelle des letztern bildet(y), Hin- ‚ letztern hir gegen bey dem Wechseln der Stacheln entsteht mmte Peria! erst ein neuer an der Wurzel des alten, ehe der en Laufe de letztere. ausfällt(z).; Zähne nur© Bey net() Ibid..L.XXIX. S.I. 6.35; (w) Ibid. (x) Röser Hist. nat. ranarum nostrat. pP. 4. r{\.. EN(y) Fischer in Wıerpemann’s Archiy für Zoologie u. Y kanntzfl Zootomie. B.2. St. ı. 8.151. je bekanil: A anroduktin(z) Bey der Raia'aquula: LA Cerene Hist, nat, des Reprodunil! f poissons, T.I. p. 108: 7 Hhs gX, sat nn set ei seen ET eh 484—— Bey den Garten- und Waldschnecken findet sich ebenfalls eine hierhergehörige Erscheinung. Gegen die Paarungszeit erzeugt sich bey diesen in einer Oeffnung am Halse ein Pfeil von kalkar- tiger Substanz, den die eine der andern vor der Begattung entgegenwirft, und wahrscheinlich im folgenden Jahre reproducirt(a). Am stärksten zeigt sich die natürliche Repro- duktion unter den fünf obern Thierclassen bey den'Crustaceen und Insekten. Fast alle diese Thiere haben mit den Vögeln und Amphibien die Reproduktion neuer Bedeckungen gemein(b). Der Krebs wechselt jährlich im Anfange des Sommers seine Schaale(c), und die Raupe häutet sich zu wiederhohlten malen vor ihrer Verwandelung, Der Krebs aber erzeugt mit der neuen Schaale zugleich neue Häute des Magens, und die Raupe mit ihrer Haut neue Zähne, Kinnladen, Bron- chien, Luftlöcher, Gedärme, einen neuen Schlund, Schädel, und eine neue Hornhaut(d). Die (a) O. F. Mürrer in den Schriften der Berlin. Ge- sellsch. B. V. S. 394. (b) Harrer 1. c. L.XXIX. S.II.$.33. p. 268. (e) Corrınsow, Philosoph. Transact. Vol. XLVII. p. 40. Reaumur, Mem, de l’Acad. des sc. de Paris. 1712. „.Ed..8. p. 205. Leipziger oekonomisch- physikalische Abhandl. T. VI. 1753. 8.333. (dA): Hatier lic. gi it du det Pine über nu und W uciichstheile afallendsten licher Rep Unrecht, wi Ersatz der denden Cha Thieren hiel man ausser Zeugungsth Die Wi einerley Grad mögen mit wohl, al be gen nicht,\ zur Erhaltu zur Erhaltu Naiden, Zoc ist offenbar türlicher der Sen höhern 7 Kin anderer () ie $, u |—— 485 Schnecken I ige Erschein. Die fünf obern Thierclassen aber werden in sich kai Ansehung der natürlichen Reproduktion von den Tl fen ee Pfeil yını Pflanzen übertroffen. Die periodische Zerstöh- va All,, a E RL: 5 2 2 er ande rung und Wiedererzeugung der Blätter und Ge- Wahrschei; schlechtstheile bey den Vegetabilien ist eines der Bi auffallendsten unter allen Beyspielen von natür- licher Reproduktion. Doch hatte Hepwıc(e) natürliche Pi Unrecht, wenn er den periodischen Verlust und Thiercam} Ersatz der Zeugungsorgane für den unterschei- Fast all denden Charakter des Pflanzenreichs von den nd Amphihin Thieren hielt. Auch bey vielen Mollusken findet h en man ausser der Paarungszeit keine Spuhr von pe du Ne Zeugungstheilen. pe. bäntet Die Würmer und Zoophyten besitzen fast } Verwal einerley Grad von natürlichem Reproduktionsver- DEDEH N mögen mit den Pflanzen. Bey den erstern so- ‚und dielh wohl, als bey den letztern dienet dieses Vermö- innladen,} gen nicht, wie bey den obern Thierclassen, blos en neuen Jill zur Erhaltung des Individuums, sondern auch tt(d). zur Erhaltung der Art, Die Fortpflanzung der Naiden, Zoophyten und Pflanzen durch Sprossen ist offenbar nichts anders, als eine Art von na m der Bei türlicher Reproduktion, und zwischen ihnen und den höhern Thierclassen findet in dieser Hinsicht 5. 70 kein anderer Unterschied statt, als nur dieser, Vol.ALTI. dafs [) 2 (e) Leipziger Magazin zur Naturkunde, 1784. St. S. 215. Hhz ee re zu_ nie na. Te Te u Ze een en 1 SEEN NENNEN une ch Per 2 - mann u=” wies gr= 486 unizermmeracn dals die reproducirten Theile nach ihrer Tren- nung vom HRörper bey den letztern absterben, bey den erstern hingegen fortleben, und sich zu einem vollständigen Individuum entwickeln. Fort- pflanzung des Geschlechts und Reproduktion sind also wahrscheinlich Wirkungen einer und der- selben Rraft, und mit der Erklärung des einen dieser Phänomene wird ohne Zweifel auch die des andern gegeben seyn. Eine Vergleichung der bisherigen, über die natürliche Reproduktion vargetragenen Sätze mit einem im letzten Kapitel des ersten Buchs be- wiesenen Satze liefert uns eine Folgerung, die uns’ vielleicht einst zu dieser Erklärung führen kann. Wir haben nehmlich dort gesehen, dafs die Grölse des Gehirns gegen die Dicke des Rückenmarks. der Nerven und Ganglien desto mehr abnimmt, je weiter wir von den Säugthie- ren zu den Zoophyten herabsteigen(f), Die Säug- (f) Biol. B.ı. S.460.— Einer gewissen Veranlassung wegen finde ich für nöthig, bey dieser Gelegenheit zu bemerken, dafs die hier angeführte Stelle in mei- nem Manuscript folgendermaalsen lautete:“Wir „finden nehmlich erstens, dals die Gröfse des Gehirns „gegen die Dicke des Rückenmarks und der „Nerven desto mehr abnimmt u.s.w.” dafs aber die mit Cursivschrift gedruckten Worte beym Abschrei- ben Single hub FO AN /mph Induktion {is Gehirns Die des A jiem aber in mes Vermö dieses Verli Wären liche Repro That noch auch zeigen mit der Ab Orzane Zuna bunden ist, Can. ertkun zen, Sonde men und y schon die| Satzes, Fli auf Unkoste Der Hirsch. a augel % aseelas Sehe le h htm RN 487 nach ihrer Im On, Säugthiere haben aber auch weniger Reproduk- - m aust Ei « tionsvermögen, als die Vögel; diese weniger, n, und u, 3 als die Amphibien u. s. w. Folglich steht das entwickeln,}>:;; Reproduktionsvermögen mit der relativen Grölse Re roduktin| r we des Gehirns im umgekehrten, mit der relativen N einer y ? N Dicke des Rückenmarks, der Nerven und Gan- Klärung des-= e. b N glien aber im geraden Verhältnisse, und der Grad Zweifel: 2 5;} a. jenes Vermögens hängt von der Verschiedenheit dieses Verhältnisses ab. i berigen, ik Wären unsere Beobachtungen über die natür- tragenen Si liche Reproduktion zahlreicher, wie sie in der ersten But That noch sind, so würde sich ohne Zweilel auch zeigen, dafs, so wie bey der Metamorphose mit der Abnahme und dem Verschwinden einiger Organe Zunahme und Entstehung anderer ver- bunden ist, so auch hier, indem sich neue Or- ne Folgerun: Erklärung| ort geseher nn die Dice f: Oahal gane erzeugen, nicht nur die vorigen gleicharti- BR: gen, sondern auch andere ungleichartige abneh- ie NW men und verschwinden.° Doch liefern uns auch pr schon die bisherigen Erfahrungen Beweise dieses Satzes. Flüssige und feste Theile werden immer auf Unkosten anderer flüssiger Theile reproducırt. Der Hirsch magert ab bey der Wiedererzeugung Sei» NR ben ausgelassen, sind, und dafs sich blos auf die- ie Gröfse des er ” se ausgelassenen Worte die auf der folgenden 4bıten Seite eitirten ‚Schriften von HArzer und Barrura m” dals ah iR 1 beziehen, yrie beym if Hha id- en ne Le Ne et EEE a wa 488 mn seines Geweihs, der Vogel bey der Reproduktion seiner Federn, und das Insekt beym Wechseln seiner Häute, Im Magen des Krebses findet sich eine Art von Zähnen, die verzehrt wird und end- lich ganz verschwindet, indem sich ein neues Brustschild bildet(g). G. 10, Die meisten Organe stellen ihre vo- rige Struktur und Textur wieder her, wenn diese durch zufällige Ursachen verändert sind, Einige reproduciren sich gleich denjenigen, welche zu ge- wissen Zeiten von freyen Stücken ab- sterben, sogar dann, wenn'sie durch äussere Gewaltthätigkeiten einen Ver- lust an Substanz erlitten haben, oder auch ganz zerstöhrt sind. Verletzungen der blofsen Struktur finden bey einfachen Schnitt- und Hiebwunden, der Struktur und Textur zugleich bey gequetschten Wunden statt. In beyden Fällen erfolgt bey allen leben- den Organismen und allen Organen eine Red- integration der vorigen Struktur und Textur entweder durch einfache Vereinigung der getrenn- ten Wundlefzen(Reunion), oder durch Eite- rung, (g) Harzer|, c. Yılbzt mi yermmdele du Proplen, son, ‚Die 9 Wurzeln in Krallen ande bichts, die anderer Hal Riuchen de bekannten 1 mit dem de Bingeschr teeraion Ist| Säugthieren stanz, den Änciren,\ keine Gränz liche Repro baut, die Ärallen besı iıben Grade (W Hzer Hanne,| KBIr über Ihn ı 489 rung, wenn die Verletzung nicht so beträcht- vuuh, 2) lich ist, dals alle Funktionen des"Organismus - be dadurch zum Stocken gebracht werden. M sich ei m Selbst mit fremden Organen vereinigen sich verwundete Theile. Bey den Pflanzen giebt das Propfen, Oculiren u. s. w. einen Beweis da von. Die Schwungfedern des Habichts schlagen Wurzeln in den Wunden anderer Thiere, die tellen ih x; ellen ihn Krallen anderer Thiere in den Wunden des Ha- T wieder bichts, die Spornen der Hahne auf den Kämmen lige Urs: anderer Hahne, die Testikeln derselben in den Bäuchen der Hennen, und nach TacrıAacorr’s weiche ıı bekannten Versuchen wächst das Fleisch der Nase n Stücke mit dem des Arms zusammen(h). Eingeschränkter als das Vermögen der Redin- tegration ist bey dem Menschen und den übrigen Säugthieren das Vermögen, den Verlust an Sub- stanz, den feste Theile erlitten haben, zu repro- dueiren., Nur die Theile, deren Wachsthum keine Gränzen hat, und bey welchen die natür- liche Reproduktion statt findet, also die Ober- haut, die Nägel, die Hörner, Geweihe und Krallen besitzen auch dieses Vermögen in einem hohen Grade, und It Nächst m ıng Pi(h) Harırr El. Phys. T. VII. L.XXIX. S.II. Nenes Jer dureh Bi Hamburg. Mag. B. VI. St. 531. 8.157 f. Hunter run über das Blut. Tb. 2. Hhz ne we at ee ET ne 4909 Ban Nächst den. erwähnten Organen wird das Zell- gewebe am leichtesten reproducirt, und zwar um desto leichter, je lockerer und freyer es ist, um desto schwerer, je mehr es sich im compakten Zustande befindet(i). Schon das Fell(Cutis) wird daher nur unvollkommen ersetzt. Statt der weichen, elastischen, und mit Nervenwärzchen besetzten Membran erzeugt sich eine feste, an- klebende, harte, schwielige, nur hin und wie- der leicht gefurchte, und glatte Substanz, wor- suf die Nervenwärzchen gänzlich fehlen, und welche nur langsam mit Haaren bewächst(k). Nur unvollkommen wird daher auch die Bein- haut reproducirt, nehmlich durch eine harte, zä« he, und knorpelartige Membran(I). Gar keine Reproduktion findet bey der har- ten Hirnhaut und der Arachnoidea statt(in). Die Knochen aber machen von der obigen Regel eine Ausnahme, Die Schriften der Aerzte sind (1) Arwemann’s Versuche über das Gehirn u. Rücken- mark.$. 208. (k) Arsnemanm ebendas. Vers. 10.$.34. 206. () Körer exp. circa regenerat. ossium. Exp.$. p- 66. Exp. 17. p.ı01. ARNEMAnNN a. a. O. Vers. ı. 9.8. V.2. 8.13. V.g, 8.30.$.204. (m) Arnemann a.2.0. V.2. 813 V.4 819 VS 5.24. V.6. 8.26. V.14. 8.42. S.201. 202. gg vol ß Jens qnd nee U ; alt gAN rd(D)» sue an SAU katitigt, j) Stick: ahgesl her mit Char ip Tage mit Bey den ala fon, mehr und unvollk Tevon) 3 Trepanölkun naten nur die nach acht Di (n) Hans semhle p 0 18 Funds P:50. Dh obs, and in \) De noyi —— 491 NEN Wird dur, irt, er, sind voll von Beobachtungen, wo ganze, durch freyer un Zersplitterung, Beinfrafs, und andere äussere ich im Ro und innere Ursachen zerstöhrte Knochenstücke, Bi ja selbst ganze Röhrenknochen wieder ersetzt 2 das Fall ı., lee 5 wurden(n). Taosa’s(0) und Körer’s(p) Ver- ! N suche an Säugthieren haben diese Beobachtungen he; bestätigt. Die Speiche eines Hundes, wovon ein 5 Ye a Stück abgesägt war, und deren Markhöhle nach- Fr Hi udn her mit Charpie ausgefüllt wurde, fand sich nach “ en ı8 Tagen mit einem neuen Knochen umgeben(q). zlıch fehle Bey den platten Knochen erfolgt diese Regenera- RL tion, mehrern Beobachtern zufolge, langsamer und unvollkommener, als bey den cylindrischen. ich ‚eine hs Tenon(r) sahe an der Haut, wodurch sich eine Trepanöffnung geschlossen hatte, nach vier. Mo- naten nur die untere Lamelle knöchern, und erst det bey dk nach acht bis neun Monaten erfolgte die gänzli- lea statt(m) che ı von der(4 (n) Harzer 1. c. S.IV.$.34. p.356. VıoAaroux, As- semblee publ. de la Soc. roy. des sc. a Montpellier. -hriften der; 1780. p.85. Lunwısır advers. med. pract. Vol.IlT, P.1. p.45sq. Hist. de l’Acad. des sc. de Paris, 1770. hi INN p-50. Philos. Transact. Vol. LXIX.P.12P: 7. Med, obs. and inquiries. p.299. 3.34 20(0) De novorum ossium etc. regeneratione experi- sum, Expht menta. ‚0, Ven (p) In der angeführten Schrift, Kr(g) Ibid. exp.8. p.6ı. 9(x) Hist, de Y’Acad, des sc, de Paris. 1778: P-416. na nn en nenne mn ai Lat m mente. A 492 ‚che Verknöcherung. ARNEMANN(s) traf nach. ei- nem Vierteljahre diese Membran in einer Schädel- öllnung sehr compakt und solide, aber nie ver- knöchert an. Inzwischen fand doch Körer eine Trepanöffnung am Stirnbeine bey einem Hunde nach acht Wochen schon grölstentheils verknö- chert, und nur in der Mitte noch weich und nachgiebig(t).. Bey einem andern Hunde war die Substanz, welche das Loch im Stirnbeine ver- schlols, nach sieben Wochen an den Rändern fast schon knöchern(u). Ueberhaupt ist leicht einzusehen, dals Alter, Constitution, und an- dere Umstände den Erfolg dieser Versuche sehr abändern müssen. Gelenke werden nur unvoll- kommen durch unregelmälsige Rnochenmassen re- producirt(v), und zwar schwinden nach einiger Zeit immer die Ueberbleibsel des alten Gelenks(w). Uebrigens ist weder die Beinhaut, noch die Di- ploe zur Regeneration der Knochen nothwen- dig(x). Nur eine unvollkommene Regeneration findet auch bey den Gelenkbändern statt(y). Ob (s) A. a. 0. V.ıo. 8.55. V.ı14. S.41.$.201. 203. (1) Kören]. c. exp.17. p.101. (u) Ibid. exp.ı$8. p. 105. (v) Ibid. exp.ı4. p.89. exp. 15. p.94. (w) Ausını annotat. academ. L.V. Tab, 2. Sömme- aıng’s Knochenlehre.$.59. S. 40. (x) ARnEMmAnN a. a. O. S. 202. (y) Rözer lc. exp.14. p.89. exp. 15. p.94. gu den N sun durch€ sehr zlalsrei Iahartig, Wit athält(2). Durch A eine solide ye;lohme Se Gröfser: pien an Ihr gleich aber€ die Funktion ı nen übernelm schicht wahrst Venen((), Erleidet Substanz, d (e) Minnur ÄRNEMANN N Vıns, ( Krasyyay Name]. () Naray| MERINGGQ; ) Sana, fe 493 NN(s t rn) Pr. 4= N. rend, Ob die bleibenden Knorpel reproducirt wer- an In einer tı-= r einer den, bedarf noch einer nähern Untersuchung, Jiılde » Ader Ik} 1 d doch Ku. Bey den Muskeln wird ein Verlust an Sub- A it stanz durch ein Zellgewebe ersetzt, das anfanz3 ey einen IM o{es} rölstenthei sehr gefälsreich ist, in der Folge aber zähe und © Dochiwi lederartig wird, und keine wahre Muskeliasern. andern Hinz enthält(z). h IR 1.... ü Im Stirnb Durch Zellgewebe, das sich mit der Zeit in an den] eine solide Substanz verwandelt, werden auch eharhannı 3,|, enernanpt Ni vexlohrne Sehnenstücke ersetzt(a). fHtnllan ne} ISINUUON, u BE: Grölsere zerschnittene Arterien verschrum- “ ersuch pfen an ihren Enden, und schliessen sich, Zu- ge n ei: gleich aber erzeugen sich neue Arterien, welche Ka: die Funktion der vorigen, unbrauchbar geworde- FR er nen übernehmen(b). Auf die nehmliche Art ge allen Ur schieht wahrscheinlich auch die Reproduktion der JUN): DOG Venen(c). finochen mi Erleidet das grolse Gehirn einen Verlust ar Substanz, der jedoch gewisse Gränzen nicht über- Regeneration rer: (z) MunraAr de redintegrat, part. corp, anim. Tab. I, ı. 8.901,00 ARNEMANN a.a. O. V.5. 8.24. V.g. 8.31. V. ıo.; Bra 5.35. V.22. 8,58.:V.ı5. 8:43. S.204 fh (a) Krremann de redintegrat, part. C. H. Exp. 5. MurrAr l.c. exp.ıı. ı2, v Tabz Sr(b) MArsom bey Arnemann a.a. 0.$.207. Som MERING’S Gefälslehre. S.63.$. 52. (e) Sömmeriıng ebendas. S.361.$. 226. TTWnan messbar nein a ii Zu nee 494 mug schreiten darf, so rücken die verletzten Hirnwin- dungen einander näher, und aus der Wunde wächst allenthalben ein feines Zellgewebe hervor, welches den grölsten Theil der Lücke ausfüllt, und eine gelbliche, oder gelbbraune, der von GENNnaRoO und Sömmerıns entdeckten Hirnsub- stanz einigermaalsen ähnliche, weiche, lockere, und in concentrirtem Weingeiste auflösliche Mate- rie enthält. Oft ahmet diese neu erzeugte Sub- stanz auch die Gestalt der Hirnwindungen nach, und besonders wenn, wie, zuweilen geschieht, sich der Seitenventrikel der verletzten Hirnhälfte während der Regeneration erweitert. Immer blei- ben aber die Gränzen zwischen der reproducirten Materie und der vorigen Substanz noch sichtbar, Auch verwächst sie mit der harten Hirnhaut und der die Schädelöffnung verschliessenden Membran, Zuweilen erzeugt sich in der reproducirten Hirn- substanz eine zähe, solide, lederartige Masse, wovon aber immer die Epilepsie die Folge ist(d). Wunden des kleinen Gehirns, die nur eini- germaalsen beträchtlich sind, bringen theils we- gen der entstehenden Blutung, theils wegen des Einflusses jenes Organs auf alle thierische Funk- tionen, zu schnell eine Stockung im Organismus her- |(d) Arsemann 2.2.0. V.ı1. 8.8 V.2 8.15. V4 S.19. V.5 8.24. V.6. S.29. V.9. 9.52. V,ıo, 5. 5% V. 21. 5.3615 w. 9.187 fi hear, u Geringe Il ae ihr geht Verletzun des Kopf t0 nen durch enigung der telmälsig. g Rückenmarl wirbel durd de nach vie niit seinen eine unlörr Masse, Ihe Beyde Enden Anotig, und und wek m Bey de gen Zeıgn verlohrnen die reprodu mark, ande () Anyey \\ Sie: ) AAN Ran An sh In (h) Ana, verletzten Hin: 1 aus der\ | Zellgewehe Im entdeckten Fin, » Weiche, Ihr ste auföslich; neu erzeugt irnwindunge; zuweilen geil verletzten Hin! eitert, mm en der repro stanz noch i arien Hirnki „e\, 1Essenden At 495 hervor, als dafs eine Reproduktion möglich ist{e}. Geringere Verletzungen dieses Eingeweides schei- nen aber geheilt zu werden(f). Verletzungen des Rückenmarks in der Nähe des Kopfs tödten augenblicklich(g). Weiter nach unten durchschnitten, erfolgt zuweilen eine Ver- einigung der getrennten Theile. Bey einem mit- telmälsig grolsen Hunde, dem Arnemann das Rückenmark in der Gegend der letzten Rücken- wirbel durchschnitten hatte, war dieses Eingewei- de nach vier Wochen an der Stelle der Verletzung mit seinen Häuten verwachsen, und theils durch eine unförmliche, feste, röthliche, knorpelartige Masse, theils durch Zellgewebe neu vereinigt, Beyde Enden fanden sich mehr abgerundet und knotig, und das untere schien etwas aufgelöst und welk zu seyn(h). Bey den Nerven findet nach dem einstimmi- gen Zeugnisse aller Beobachter ein Ersatz der verlohrnen Substanz statt. Einige aber halten die reproducirte Substanz für wirkliches Nerven« mark, andere für blolses Zellgewebe. Zu jenen gehört (e) ARNEMARNN a. a.©. S.78. 79: (f) Sömmerıne’s Hirn- und Nervenlehre, S. 05. (DARNEMAnN“e.2. 0.8.88 Viır OnvisHäRs in Reır’s Archiv f. d. Physiol. B.2. H. 1.$, 64. V. 6. 5.65. V.7. (h) Arnnemann 22.0. V.2. 5.82. 8,194 ns wre et Ne zu ED ee 496 gehört zuerst Fontana(i). Dieser nahm aus einem doppelten Grunde eine wahre Reproduk- tion der Nerven an. Der erste ist, weil er in der regenerirten Substanz die spiralförmigen Run- zeln fand, die ein charakteristisches Eigenthum der Nerven sind. Der zweyte beruhet auf mi- croscopischen Untersuchungen, wodurch er in dem Nervenmarke eine Menge zarter, durch Zell- gewebe mit einander verbundener Cylinder ent- deckte, Diese Cylinder traf er auch in derjeni- gen Substanz an, wodurch die Enden getrennter Nerven nach einiger Zeit verbunden werden, und zwar in Continuität mit denen in diesen Enden befindlichen Röhren. CrvızsHank(k) zerschnitt bey Hunden das achte Nervenpaar mit dem Intercostalnerven. Die zerschnittenen Nervenenden schwollen hierauf an, wurden wie Ganglien abgerundet(l), in Einem Versuche mit einer Art callöser Substanz be- deckt(m), und durch eine Materie vereinigt, welche eben die Farbe wie der Nerve hatte, aber nicht so fasericht(n) und dünner(o) war. Cruık- SHANK Gi) Traite sur le venin de la vipere. 2.11: ‚P.377, (k) Philos. Transact. 1795. P.I. p.177. Reır's Archiv f.. d.:Pliysıol):B’2.:H. 1.5: 57. (l) Reır’s Archiv a.a.©. V.ıu.2. 8.60. V.5. 5, 62. (m) Ebendas. V.4u,5. 8.63. (n) V.ıu.2. S.60. V.4u.5. 5.64. () V.4w5. 5.64 | gpann DM die pre hill Fntschei wahre Aegen den, die W Nir bey( vereinigten einen Nerve hier schwol diese Ender SHANK, ZU Der ne des Nerven Dieser sucht Wer me dals die% die Scheide zerstöhrt, Nerven zu an Hunden aus dem isc (N) Philos, SHANK äussert sich indels nicht bestimmt, ob er Wahre Run, ie Bi, die regenerirte Substanz für wahres Nervenmark KR N* hält. Spiralförnige istisches Ein Entscheidender nimmt Haısruon(p) eine te beruhet uf; wahre Regeneration der Nerven an, aber aus Grün« » Wodurc r den, die wir hier noch nicht prüfen können, zarter, dur! Nur bey einem einzigen seiner fünf Versuche lener Cplinde vereinigten sich die durchschnittenen Enden des er auch; einen Nerven vom achten Paare wieder(9), und & Enden gen hier schwolien, nach der Figur(r) zu urtheilen, ir. diese Enden, wie bey den Versuchen von Cauik-/ RROTeL SHANk, zu rundlichen Wulsten an, Der neueste Vertheidiger der Regeneration Re. des Nervenmarks endlich ist I, C. H. Meyer(Ss). 7 Dieser suchte die Streitfrage auf einem neuen Aw Wege zu entscheiden, Reit nehmlich fand, Er Bm dals die Salpetersäure blos das Zellgewebe und an u BR die Scheiden, nicht aber das Mark der Nerven Öser Sub zersiöhrt. Um mit diesem Mittel die vereinigten Materie\ Nerven zu prüfen, stellte Meyer acht Versuche Nerve hal! an Hunden an. Bey fünf dieser Versuche wurde er(0) War, aus dem ischiadischen und dem Tibial- oder Ul. nar- Li(p) Philos, Trans. 1795. P. I. p. ı90. Reır’s Archiv, 77, Jet!“BE2H.. Ser (9) Reır!s Archiv a. a. OÖ. Vers.4.$,80, s.00 1:59(r) Ebendas. Taf. II. CCC, DDD,| (s) Ebendas. B,3. H.3. 5.449. IL. Ba. Ii EL E EEE FE ar BEE" ee ren En Le ne EEE ni in inne re En ar EEE ehe nn 498 qrumanamemeen nar-Nerven ein Stück herausgenommen; bey den übrigen wurden einer oder mehrere dieser Nerven blos durchschnitten. Im erstern Falle erfolgte keine Vereinigung der getrennten Nervenenden, wenn der Verlust über zwey Linien betrug(t); waren. hingegen nur ı bis 2 Linien herausgenom- men, oder war der Nerve blos durchschniiten, so wurden die getrennien Enden in einigen Fäl- len durch Nervenmark wieder vereinigt(u), in einigen Fällen aber geschahe dies nicht(v), und da, wo die Reproduktion bey einem Verluste von oe Linien erfolgt war, fand sich dech nur ein sehr dünner Vereinigungsfaden(w). In den bey- den getrennten Enden schwoll übrigens das Mark aller Markbündel zu einem Knoten an, der am obern Ende etwas weisser als die übrige Mark- substanz, am untern braungelblich war(x). Ganz andere Resultate gaben die Versuche von ARNLMANN(y) und SÖMMERING(z), vorzüg- lich die des erstern, welche ungleich zahlreicher sind, (ti) Ebendas. V.ı. 5.457. V.4. 8.459. {v} V.5. 6. S. 460 (w) V. 5. (x) V.ı. 8.457. V.2. 8.459. V.3.4. 5.459. (y) Versuche über die Regeneration der Nerven. S. S: 460. Faleye! er A490 (2) Hirn- und Nervenlehre,|. 176-179. sale sind, 3 i game). enol ober Zufe© Syjstanz erli gier. hellgra hedackt,$ Ihr, wird unten spilzl dem Messe in welcher tem Anseht ebenfalls ei schwindet, bänderte$ gen den Rn nat wird das glanzlose, b weisse, Wil schnitten. wälstige$ı Knoten’ stä Schnitte ein kleine weis jtzt an me !ng mehr, Shen den be kein Nenn Hl rk il ul al sind, als die der angeführten Schriftsteller zu« sammengenommen, Diesen zufolge wird das obere Ende eines Nerven, der einen Verlust an Substanz erlitten hat, bey der Heilung röthlich oder hellgrau, höckrig, und mit einer Kruste bedeckt. So wie aber die Entzündung sich ver- liehrt, wird er bleicher, glatt, glänzend, nach unten spitzig, und sehr hart; er knirscht unter dem Messer, und bildet eine Art von Knoten, in welchein sich selten eine Spuhr von gebänder- tem Ansehn zeigt. Das untere Ende bekömmr ebenfalls einen, doch kleinern Knoten,, schwindet,- und verliehrt zum Theil seine ge- bänderte Struktur, die am obern Theile nur ge- gen den Knoten hin vergeht, Nach einem Mose nat wird das Mark dieses untern Endes in eine glanzlose, bleiche, röthlichgrane, oder kreiden- weisse, wälsrige Masse verwandelt, und zer schnitten flielst eine gelblichgrane, milchige, wälsrige Substanz heraus. Späterhin werden die Knoten‘ stärker und fester, so dals sie auf dem Schnitte eine glänzende Flöche wie Knorpel, und kleine weisse Flecken oder Knoten zeigen. Von jetzt an merkt man keine bedeutende Verände- rung mehr. Was aber die Hauptsache ist, zwi- schen den beyden getrennten Enden erzeugt sich kein Nervenmark wieder, sondern sie werden blos durch einen röthlichen Zellstoff verbunden. Daund- do % Die- a ec ei un. ec en Soo—_—_ Dieses Resultat der Arnemannschen und Söm- MmERIınGschen Versuche ist nun auch das, welches ich für das richtige anerkennen zu müssen glau- be, und zwar erstens schon deswegen, weil bey Versuchen überhaupt, und vorzüglich bey Versu- chen an lebenden Thieren, die Aussprüche des geübtern Experimentators immer von grölserm Gewichte, sals die des minder geübten, sind. Nimmt man aber Fontana aus, so ist keiner unter den obigen Schriftstellern, der sich in die- ser Hinsicht mit ArNnEMmANnN vergleichen dürfte, Fonrana’s Beobachtungen aber beruhen auf mi- eroscopischen Untersuchungen, also auf den Aus- sagen eines Zeugen, dessen Unzulässigkeit in die- sem Stücke längst bewiesen ist. Die KHesultate der CruıksHankschen Versuche enthalten nichts, was denen der ArnzmAnnschen zuwider wäre. Haısruon schliefst blos ans den Wirkungen ver- letzter und wieder vereinigter Nerven, dals diese Wiedervereinigung durch wahres Nervenmark ge- schehe. Allein gesetzt auch, geheilte Nerven äusserten ganz ‚dieselben Funktionen, wie un- verletzte, was aber die Haıstaonschen Versuche gar nicht beweisen, so folgt hieraus doch noch keinesweges, dals die zwischen den getrennten Enden neu erzeugten Mittelstücke wirkliches Ner- venmark enthalten. Gegen die Mryverschen Ver- suche endlich hat schon ArnEemann selber(a) die sei- (a) Reır's Archiv. B.3. H.ı.$. 100 ff. | Enden durt yurden, De gukuon, W Di, wo N zınd mel jommen\ chen von wo wenlgt te eine Vei man aber Lage des lusts an$ gerten End auch diese| zurückführe Lallee stanz sind geweide a duktion de {ern statt, slanz bey Un dieses heile einen ken Lunge () Obsen, mwermnuen T TANNSChen uni: are BEjnIgeuL WIRLOPhER I PNpRhe NER. Die Owevane UL daS, ll, einer blofsen Durchschneidung des Nerven die Enden durch Nervenmark-wieder vereinigt EN ZU müsse deswere| ann wurden, beweisen nichts, da hier von- duktion, und nicht von Reunion, die Rede ist, Die, wo nur irgend ein beträchtlicher Theil von 2 und mehrern Linien aus dem Nerven wegge- v u; nommen wurde, stimmen ganz mit den Versu- chen von Arnemann überein. Blos bey denen, wo weniger Substanz ausgeschnitten war, erfolg« % te eine Vereinigung durch Nervenmark. Nimmt man aber an, dals hier, wegen einer günstigen ‚ Lage des Nerven und wegen des geringen Ver- a lusts an Substanz, das Mark der beyden verlän- ist, Die| gerten Enden in Berührung kam, so lassen sich che enthalte auch diese Erfahrungen auf eine blolse Reunion chen zuw zurückführen.£ r Nerven,( Zellgewebe, Muskelfasern und Nervensub- res Nervenn stanz sind die Grundtheile, worin sich alle Ein- geweide auflösen lassen. Findet also eine Repro- duktion des erstern, aber keine der beyden letz- tern statt, so kann auch kein Verlust an Sub- stanz bey den Eingeweiden reproducirt werden. x Und dieses ist wirklich der Fall. Turrıus(b) heilte einen Menschen, der ein Stück der lin- ken Lunge von 6 Lothen an Gewichte verlohren hatte, (b) Observ. med. L.II. C.ı2. 393 ” ee Te ee re Een ro hatte. Sechs Jahre nachher fand sich bey der Leichenöffnung die verletzte Stelle mit dem Brust- felle verwachsen. Dies ist auch der Weg, auf dem die Natur alle übrige verletzte Eingeweide der Brust und des Bauches heilt, Die Wunde vereinigt sich mit den umliegenden Theilen durch Zellgewebe; aber nie erzeugt sich wieder eine der verlohrnen gleiche Substanz. Wir haben im vorigen gesehen, dafs die festen Theile bey der natürlichen Reproduktion den flüssigen nachstehen. Dieselbe Bewandnifs hat es mit beyden bey der ausserordentlichen Reproduktion. Unter allen Theilen scheint das Blut am leichtesten reproducirt zu werden. Baro- nıus erzählt einen Fall von einem Kranken, der durch Blutbrechen nach und nach 202 Pfund Blut, und zwar bey jedem Anfalle ı5 bis 30 Pfund ver- lohr, und dennoch wieder hergestellt wurde. Ein Mädchen in Pisa verlohr mehrere Jahre hin- durch monatlich ı25 Unzen Blut, und liels dabey noch ı4 Monate hindurch entweder täglich, oder doch um den andern Tag zur Ader. Mehrere ähnliche Beyspiele aus ältern Schriftstellern hat HALLER(c): gesammelt. Die Edinburger Com- mentarien(d) enthalten die Geschichte eines Mäd- chens, welches in seinem funfzehnten Jahre wäh- rend (ce) Bl. Phys. T.IRE-D. yoasıızd.z (d) Th.5. Art.2o. Jin, ud\ [ihren dur Jshren abe Nise, dei halbes Pfr sechsten J trochne, die Blutu Aber die: heftigsten stark ans förnigen Im zweyte wehr so hi oder drey stanue be durch, mı den letzte nungen di heit war; len noch\ lchen Fall Anauipste anlan mu den Nınd kürzen] rend der monatlichen Periode durch einen Fall an‘ der linken Schulter schwer verwundet wur- de, in der folgenden Nacht seine Reinigung ver- lohr, und von dieser Zeit an in den ersten zwey Jahren durch Erbrechen, in den folgenden vier Jahren aber auch durch Hämorrachien aus der Nase, den Ohren und der Mütter täglich ein halbes Pfund Blut, und darüber verlohr. Im sechsten Jahre ihrer Krankheit hielt man durch trockne, auf den Rücken gesetzte Schröpfköpfe die Blutungen sieben Wochen hindurch zurück. Aber diese Unterdrückung verursachte ihr die heftigsten Sehmerzen in den Brüsten, welche so stark anschwollen, dafs man über dem schwerdt- förmigen Knorpel zu schröpfen genöthigt war, Im zweyten Jahre kamen die Blutungen nicht mehr so häufig, sondern nur alle vierzehn Tage, oder drey Wochen wieder, und in diesem Zu- stanie befand sich die Kranke sieben Jahre hin- durch, nur mit dem Unterschiede, dals in den bey- den letzten dieser Jahre. das Blut aus allen Oeffe nungen des hörpers flofs. Im Anfange der Krank- heit war auch noch alle acht Tage, und zuwei- len noch öfter ein Aderlafs gemacht. Einen ähn- lichen Fall, wo ein gewisser Ferriol von seinem zwanzigsten Jahre an dreyzehn Jahre hindurch anfangs nur alle zwey his drey Monate durch den Mund und After, nachher aber im immer kürzern Zwischenräumen. auch durch die Nase, kr y:l aus ca En aus den Augen, Ohren und mit dem Urin Blut verlohr, und dabey noch Kinder zeugte, beob- achtete FasreE(e). Nächst dem Blute wird auch der Speichel und der männliche Saamen sehr schnell reprodu- cirt, Bey heftigen Salivationen werden oft meh- rere Pfund Speichel in wenigen Tagen ausgewor- fen. Ich habe einen jungen Menschen zu be- handeln gehabt, der ein ganzes Jahr hindurch alle Nächte Pollutionen hatte. Bechnet man hier die Quantität des bey jeder Ausleerung verlohr- nen Saamens nur auf 2 Drachmen(f), so wur- den das Jahr hindurch über 90 Pfund jener Flüs- sigkeit ausgeleert und reproducirt. Je öfterer und in je kürzern Zwischenräumen eine Flüssigkeit aber ausgeleert wird, desto mehr entfernt sich die reprodueirte von ihrer gehörigen Mischung. Bey der in den Edinburger Commen- tarıen erwähnten Person war das aus der Ader gelassene Blut in der letzten Zeit so bleich, dafs es wie Wasser, worin Fleisch gewaschen ist, aussahe. Der männliche Saamen ist dick, zähe und undurchsichtig bey keuschen Personen, hin- gegen desta dünner und durchsichtiger, je häu- figer Nr (e) Untersuchungen über verschiedene Gegenstände der theoret. u. prakt, Arzneywissenschaft.$.ıo01. (#) Harzer El, Phys. T.VI. LXXYVI. S.H.$.2. her ef[I ai Ders che lich haufen The ur aweyt ur die 0 gülsern\\ die zuerst Butter, al Ik w Zoophyter Reprodul ker als I bey den über die] heilten die bald ohne den dies Auch wu [4 der abges (g) Ihid, (h) Preei lat, Se () Aruzı tark, fr (h) Khan SHus, () Ein: figer er verschwendet wird(g). PArmENTIER er und Dervsux(h) erhielten von einer Kuh, wel: che täglich dreymal gemolken wurde, den sie: beuten Theil mehr, als zu der Zeit, da man sie Ka ai nur zweymal molk. Allein im erstern Falle | war die Quantität Butter, nach Verhältnils der 7 grölsern Menge Milch, geringer. Auch fand sich die zuerst gemolkene Milch weit reichhaltiger an Butter, als die, welche zuletzt gemolken war.. Rechnet nı Je weiter wir von den Sängthieren zu den Ausleerunz 7 Zoophyten herabsteigen, desto mehr nimmt das hmen{f},; Reproduktionsvermögen im Thierreiche zu. Stär- Pfund je ker als bey den Säugthieren ist dasselbe schon dirt, bey den Vögeln. Bey Arnemann’s Versuchen über die Reproduktion des Gehirns an Vögeln heilten. die Hautwunden derselben immer sehr wird, dest bald ohne Eiterung(i), da hingegen bey Hun- n ihrer gt den diese Wunden immer stark eiterten(k). Jinbarger( Auch wuchsen bey einem Huhne die Federn an Ber abgeschnittenen'Stelle sehr bald wieder(). ‚eit so bleic Ueber -h gewasche(g) Toid. lich(h) Precis d’exper. et observ. sur differentes espäces de Dersone last;"Seet. ı. E(1) Arnemann’s Vers. über das Gehirn u. Rücken- N mark.- V.1,.8.68..V.2 8.70: V.1: 8.95. y (k) Ebendas., V.ı. 8.6. V.2. 8.12. V.4. 818 V.6. 5.25 u. w. (l) Ebendas. V.ı. S,68. Iı5 nn nn en Lee hen ED ne 506 pememuun Ueber die Reproduktion der Membranen, Muskeln, Sehnen und Bänder fehlt es bey dieser Thierclasse noch an Versuchen, Indels wird, nach einigen Versuchen von Hörer zu schlies- sen, die Beinhaut bey den Vögeln vollkommener als bey den Säugthieren reproducirt, So erzeug- te sich um die reproducirte Tibia einer Taube eine Membran, die in der Farbe und Dicke mit dem. Periosteum ganz übereinkam, Blos nach’ unten war sie dicker, und hing hier mit dem neuen Knochen fester zusammen, wie sonst bey der Beinhaut der Fall ist(m). Die harte Hirn- haut hingegen fand Arnemann bey Hühnern eben so wenig, wie bey Säugthieren, repro- ducirt(n), Eben dieser Beobachter traf bey Hühnern(0) und Tauben(p) Oeffnungen im Schädel nach acht bis zwölf Wochen blos noch mit einer festen Membran verschlossen an. Zerstöhrte Röhren- knochen von Vögeln aber wurden bey Tro- Ja’s(q) und Körer’s(r) Versuchen ‚sehr, schnell und vollkommen wiedererzeugt. Das (m) Kören exp. circa regenerat. ossium. Exp.ı. p.40. (n) ArRnEMmAnn. a. a. O. V.ı. S.69. V.2. S.70. (0) Ebendas. V.ı1. 8.68.'V.2.'S.70. (p) Ebendas. V. ı.' 8.72. (q) De novorum ossium etc. regenerat. exp. DER a Exp: 22 par, Exp. 2. p. 46. Exp.5. p. 52% Exp. 9. p. 73 etc. PREL und whleit hrückliches fein fe gihlt wi Nach yrodultio stärker,© Unterschi gtücke de Jahre 179 Heme, Kropf ver te, und. d scheinlich, grüßen sı Versuchen Von tieren u mögen be aur Knoc Nerven, N Schtn ARıs der nd$ı gr IT ' der Mennhnn Das erofse Gehirn der Hühner und Tauben an% ersetzt verlohrne Substanz auf ähnliche Art, wie Dam IeNit es} Ku, das der Säugthiere, durch eine gelbliche, lockere, WLER zuı Ei EEE und schleimartige Masse, die im Weingeiste ein VAEN Vollkım z. bröckliches, ungleiches Ansehn erhält, und bis auf ein feines zartes Gewebe zum Theil wegge- spühlt wird(s). kam, Bi Nach diesen Beobachtungen ist also das Re- hiog hier ı produktionsvermögen bey den Vögeln zwar etwas nen, wie sn stärker, als bey den Säugthieren; doch ist der Die hırı Unterschied nicht sehr beträchtlich. Im July- bey F stücke der neuen Berlinischen Monatsschrift vom | Jahre 1799(t) findet sich aber ein Fall von einer Henne,‘welche zweymal ohne Schäden. ihren Kropf verlohr, und ihn eben so oft repreducir- f bey Hill te, und. diese Beobachtung macht es mir wahr- Schädel ı scheinlich, dafs jener Unterschied doch. vielleicht grölser seyn dürfte, wie. er nach den obigen Zerstöhrte} Versuchen zu: seyn scheinet, Von weit gröfserer Stärke, als bey den Säug- thieren und Vögeln, ist das Reproduktionsver- mögen bey den Amphibien. Diese ersetzen nicht nur Kuochen und, Membranen, sondern auch 4 Nerven, Muskeln, ja ganze Gliedmaalsen wieder. Au Schon ArıstorTEres wulste, dals die Salaman- der und Schlangen abgehauene Schwänze repro- duct- (3) ARNEMANN a. a. O. 9.67-75 (HUS.-HFNE. Pr N 4 sog a duciren. Aber erst SparLanzanı stellte hierüber genauere Versuche an. Diesen zufolge reproduciren.alle Arten von Salamandern ,„ sie mögen alt oder Jung seyn, im Wasser oder ausser dem Wasser bleiben, nicht nur ihre Schwänze(u), sondern auch ihre Bei- ne{v) und Rinnladen(w) wieder, man mag die- selben lang oder kurz abschneiden. Die Gröfse des abgeschnittenen Stücks, die Art und das Alter des Thiers haben aber einen Einfluls auf die Reproduktion(x). Die Beine wachsen viel geschwinder bey jun- gen, als bey alten Salamandern, und unter be- reits völlig ausgewachsenen Salamandern zeigt sich der neue Anwuchs eher bey den kleinern, als bey den grölsern Gattungen(y). Die reproducirten Beine wachsen, wie die natürlichen, desto langsamer, je grölser und stär- ker sie werden(z). Schnei- (u) SpAarranzanıs physikalische w. mathematische Abhandl. S.35ı. ":(v) Ebendas.$.54. {w) 5.64. (z): S. 52. (y) 5. 55 (2) an ON [ey ° eben der! werden(t Der e in der 6 gen Reg Die] maalsen| tere Haut, lenhe, Ne tigen aus Nur an Unreseln End) einmal, der verse Anwuchs mess, sog AN stellte\: Win is..... “ Schneidet man die vier Beine dicht am Leibe weg, so zeigen sich ineist die vordern zuerst ren ‚alle An. wieder, Nimmt man blos die einzelnen Rlauen En des einen Beins, z.B des rechten, weg, so ge- schieht die Reproduktion so langsam, dals an dem zu gleicher Zeit weggeschnittenen ganzen linken Beine die hervorwachsenden RKlauen in eben der Zeit den Klauen des rechten Beins gleich eiden werden(a). ittenen Stil: Kr Der erste Anfang der Reproduktion zeigt sich $ haben ae: N'> in der Gestalt eines kleinen, anfangs gallertarti- (x). gen Hegels(b). srhwindaer h; R 5)«.. eschwinder Die Theile, woraus die wiedererzeugten Glied- To, und maalsen bestehen, nehmlich die obere und un- Salamander tere Haut, die Drüsen, Muskeln, Knochen, Ge- bey den ik lenke, Nerven und Blutgefälse sind von den vo- :n(y), rigen abgeschnittenen gar nicht verschieden(c). Nur an den Beinen zeigen sich zuweilen kleine Tg! Unregelmäfsigkeiten(d). \e gro£I Endlich erfolgt diese Reproduktion nicht nur einmal, sondern auch wenn man dem Salaman- der verschiedene male nach einander den neuen ee Anwuchs abschneidet(e), und bey dem letzten je 1, DAMM ! An- (a) S. 55. (b) Ebendas. (ec) 8. 52, 57. 59. 61. 64. (d) S. 62. me= Tune Bee u === Ss Se> sıo Anwuchse scheint das Reproduktionsvermögen noch eben so stark, wie bey dem ersten, zu seyn(f). BLUMENBACH(g) vermehrte diese Erfahrun- gen durch die- Entdeckung, dafs der Wasser- molch der grölsern Art(Salamandra lacustris) auch den Augapfel, nebst Hornhaut, Augenstern, Crystallinse, u. s. w. reproducirt, Ausser den Salamandern besitzen-auch die Raulquappen einen hohen Grad von Reproduk«- tionsvermögen. Schneidet man diesen Thieren den Schwanz ganz, oder fast ganz weg, so gehn sie im Wasser zu Grunde und sterben. Wird aber nicht zu viel weggeschnitten, so stirbt kei- nes, sondern der Schwanz wächst allen ohne Ausnahme wieder(h). Die Reproduktion scheint länger zu währen, wenn man ohngefähr den halben Schwanz weg- schneidet, als wenn das Stück grölser ist. Auch steht die Geschwindigkeit des Ersatzes, sowohl beym ersten Anfange, als beym weitern Fort- gange, mit dem Alter des Thiers in umgekehr- tem Verhältnilse(i), So- (&) 5.62, (g) Specimen physiolog. comp. inter anımantıa calıdi et frigidi sanguinis. p. XXXT. (h) SrarrAnzanı a. 0. 52% (i) Ebendas,$.23. 24. Small genen An zurzeit al, als sit zu sep sc {ken des Te findet abel By ı folgt auch kommene Jingt diese hier die aboeschni Die Fi Ihrer Flosse Broussonn Rande des nach acht ersetzt,| das nehm! cher loss der Repro Fisches, n it der F EerI Zu Sowohl die Membranen, als die Muskeln des neuen Anwuchses schliessen so genau an die des zurückgebliebenen Stücks vom vorigen Schwänze an, dals sie nur eine Verlängerung der letztern zu seyn scheinen(k). Zwischen den Blutgefä- [sen des reproducirten und des. alten Schwanzes findet aber einige Verschiedenheit statt(1). Bey den jungen Kröten und Fröschen er- folgt auch, wie bey den Salamandern, eine voll- kommene Reproduktion der Beine. Doch mils- lingt dieser Versuch zuweilen, und nie erfolgt hier die Reproduktion so schnell, wie an den abseschnittenen Beinen der Salamander(m). Die Fische reproduciren abgeschnittene Stücke ihrer Flossen. Bey Chinesischen Goldfischen fand BroussonneET(n) schon nach drey Tagen an dem Rande des Schüitts eine Ärt von Sprosse, und nach acht Monaten war der Verlust vollständig ersetzt. Das Hesultat dieses Versuchs ist immer das nehmliche, man mag ihn anstellen, an wel- cher Flosse man will. Nur ist die Schnelligkeit der Reproduktion verschieden nach dem Alter des Fisches, nach der Art desselben, und nach der Art der Flossen, Am schnellsten wurde die Schwanz- (k) 8.26: 07. (1)287°06: (m) S. 65. 66. (n) Mem. de l’Acad. des sc, de Paris, 1786. p. 684. nennen une ir. een A hal ee 512 Schwanzflosse, am langsamsten die Rückenflosse ersetzt. Ueberhaupt scheint die Reproduktion dieser Organe desto schneller von statten zu gehn, je nöthiger sie dem Fische zu seinen Bewegun- gen sind. Von der zunächst an die Fische gränzenden Gattung‘der Mollusken, von der Sepia, wufsten schon Prınıus und AEuıan, dals sie einen hohen Grad von. Reproduktionsvermögen besitzt, und ihre Arme, die ihr von Muscheln und Fischen oft abgerissen werden, bald wieder ersetzt(0). Bey den Muscheln werden Verletzungen der Schaalen ebenfalls reproducirt(p). Den auffallendsten Beweis von der Stärke des Reproduktionsvermögens bey den Mollusken geben aber die Schnecken. Schon ScHÄFFER(9); Waren(r) und.andere beobachteten, dals die Schnecken den Verlust des Kopfs lange überle- ben, und Liınne(s) wulste, dafs die abgeschnit- tenen Fühlfäden derselben ergänzt werden, SPAL- LAN- (0) Harzer El. Phys. T. VIII, L. XXIX. 5. IR‘(31. p- 163.| (p) Mayer, Abhandl. einer Privatgesellsch. in Böh- men..B.4. 9. 159. (g) Versuche mit Schnecken. S.8. (x) Gazette salutaire. 1768. nro. 56. (s) Amoen. acad. T.IT. p.58: yanzant aufs die si pop kpl abscht wieder; be} n find sid nl von R der Operat LER(v))( GAARD(7) chem Erto schnecken abgeschnitt der einen Spnhren ei in der Gesta Reproduktion (t) Span. Veberset der Yon Societa] (v) Journ, (v) Histor (m) Giorna \k Palingen (1) Praer's Und Arzney () um ı sery, url; IND, sten die Rück! I die Reyn LANzAnı war aber der Erste, welcher bewies, dals die Schnecken ihre abgeschnittenen Köpfe reproduciren.‘Von 423 Schnecken, denen er den Kopf abschnitt, bekamen 93 ihn vollkommen wieder; bey ı45 war er etwas milsgestaltet; an 52 fand sich nach einem Jahre noch kein Merk- mal von Reproduktion; die übrigen kamen nach der Operation{um(t). Lavoısıer(u), Mür.- LER(v), Granertı(w), Bonner(x) und AsıL- GAARD(y) wiederhohlten diese Versuche mit glei- chem Erfolge. Ich habe ebenfalls ı5 Garten- schnecken am Ende des Septembers die Köpfe abgeschnitten, Vierzehn derselben starben; an der einen aber fand ich nach vierzehn Tagen Spnhren eines neuen Kopfs und neuer Fuühlfäden in der Gestalt unregeimälsiger Regel. Gar keine Reproduktion beobachteten hingegen CoTTe(z), Bo- (t) Srarzanzanı a. a. O. S.59. Dessen Italiänische Uebersetzung von Bonner’s Contempl. de la Nat. in der Vorrede.'Memorie di Matematica e Fisica della Societa Italiana, TI. n. 15. (u) Journ. des sgav. 1770. Juin. p. 358. (v) Historia vermium. Vol.1I. Praef. p.30. (w) Giornale d'Italia. 1775. 7.1X.,9.312.73198 (x) Palingenesie philosophique. T.I. p. 334. (y) Prarr’s u. Schrer’s Nordisches Archiv für Natur- und Arzneywissenschaft. B.ı.$t.3. S. 566. (z) Journal des scav. 1770. Juin. p.357. Rozıer ob- serv. sur la physique etc. T.3- p- 370. 111. ba. Rk 5ı4| Bomare(a), ScHRöTEr(b) und Apanson(c). J. A. MurraAr(d) fand zwar, dafs die abgeschnit- tenen Köpfe wieder ersetzt werden, jedoch nicht mit der vorigen Vollkommenheit, Aus diesen negativen Erfahrungen folgt indels weiter nichts, als was auch schon SparLLanzanıs eigene Beob- achtungen lehren, dafs der Versuch häufig mils- lingt. Ueberdies wird jeder, der sich die Mühe geben will, jene negativen Versuche zu prüfen, finden, dafs die meisten sehr roh und oberflächig angestellt sind. So reitzte z.B. Murray(e) zwey Exemplare der Helix Pomatia L., denen er die Hhöpfe abgeschnitten hatte, schon acht Tage nach der Operation mit einem Federkiel, um sie aus ihrem Gehäuse hervorzulocken. Wie liels sich bey einem solchen Verfahren eine vollkommene Reproduktion erwarten? Uebrigens aber ist es, wie schon ABILGAARD(f) bemerkt hat, unrichtig, zu glauben, dafs bey jenen Versuchen auch das Gehirn der Schnecken mit den Köpfen abgeschnit- ten und reproducirt wird; denn dieses liegt bey den Mol- (a) Journal des sgav. 1770. Juin. p. 359. (b) Versuch einer systemat. Abhandl. über die Erdcon- chylien.$.50. (ce) Rozıer-Journ. de phys. 1777. T. 20. p. 175. (d) Opuscul. Vol.I. p. 350 sq- (e) Ibid. p. 334. ($) A. 2.0. Mollsken Speer Die Ort zen Repro zu gränzen ts(b),| Iisericea U Johmen B gen der| nauere Ui Bey des verlol chen, in testen aber lenke, vom nonmen Der ı eine röthl telbar am chenen 6 mählig ab a, gıy Und Adaykr: N x Mollusken nicht im Kopfe, sondern auf der dals die Abm 'erden, ud, Speiseröhre, ei Au Die Crustaceen und Insekten scheinen in ih- indels wei, rem Reproduktionsvermögen an die Amphibien NZANIS ein} zu gränzen. Die Krebse(g), der Oniscus aqua- Versuch ink, ticus(h), das Phalangium Opilio, die Aranea ho- der sich di); losericea und Libellula virgo(i) ersetzen ihre ver- Versuche nr lohrnen Beine wieder. Das Reproduktionsvermö- roh und ok gen der Insekten verdient indels noch eine ge- B. Monur(: nauere Untersuchung. a L., dem: Bey den Krebsen erfolgt die Reproduktion chon acht T: des verlohrnen Theils, man mag die Beine abbre- kige:: chen, in welchem Gelenke man will, am leich- er MM testen aber, wenn die Trennung im vierten Ge- x ha m lenke, vom Ende des Fufses an gerechnet, vor- iu udn genommen wird(k). nerkt hat, ı ER: Der Anfang der Reproduktion zeigt sich als . Könfenak eine röthliche Haut, welche das Fleisch unmit- telbar am Ende des abgeschnittenen oder gebro- n dieses Legt! chenen Gliedes bedeckt, anfangs flach ist, all- mählig aber sich erhebt, und hierauf eine ke- p-38 gel- uandl. über(g) Reaumur, Mem. de l’Acad. des sc. de Paris, 1712. Ed. 8. p- 29% 7.10, 7(h) Lınweı amoen. acad. T.2. p. 58. (i} Goerze im Naturforscher. St.zı.$. 221, (k) ReAaumun a, a. O. 5.3500. Auks a Fans Br nn RL HL ne A en niet a 516—— gelförmige Gestalt annimmt(l), also auf ähnliche Art, wie bey den abgeschnittenen Theilen der Salamander und Schnecken. Ausser den Deinen reproduciren die Krebse auch ihre Scheeren und Fühlhörner(m). Bricht man ihnen aber die Schwänze ab, so sterben sie binnen wenig Tagen(n), und hierin stehen sie also den Salamandern und Haulquappen nach, Ueber die Reproduktion der Würmer haben wir schon im vorigen Abschnitte dieses Buchs die vornehmsten Beobachtungen angeführt,. Wir fügen hier nur noch eine Anzeige der Erscheinun- gen bey, welche bey der Reproduktion des Erd- regenwurms statt finden, Der Erdregenwurm(Lumbricus terrestris L.) reproducirt den Schwanz und den Kopf. Jener wird wieder hergestellt, man mag ein langes oder kurzes Stück desselben abschneiden. Doch giebt es allerdings gewisse Gränzen, jenseits wel- cher keine Reproduktion mehr statt findet(o). In der Reproduktion des Kopfs beobachtet die Natur folgende Regeln: Schneidet man ein kur- zes (1) Ebendas.$.302. GRINS500; (n) S. zıı. (0) SrALLANZANI a. a. O. S.6. ges Stich duktion el als der An gegen zeigt ng$tü man nur V der reprot wieder gl ab, so pl ger zu ft als der a Schne weg, 0 zwar Zuel Das R wurms hö Nach aber erfolgt ei der weg, Nach produktior stärker, 4 Cassen,] (P) Thends ON N Mn 4 alto auf sh. ul All, MR; tenen 7" zes Stück des Kopfs ab, so erfolgt die Repro- u a: üt GB) s..*. are duktion sehr geschwind, und in kürzerer Zeit, als der Anwuchs eines neuen Schwanzes; hin- gegen zeigt sie sich langsam, wenn man ein ham). Icıren die R, F;. langes Stück vom HKopfe abschneidet. Nimmt hörner(m)},£? 2; " man nur wenige Ringe vom Kopfe weg, so wird aD,$0 Ken,--: jur a" der reproducirte Kopf dem verlohrnen ziemlich A. I hierin steh, | wieder gleich. Schneidet man aber viele Ringe “qwappen u ab, so pflegt der wieder anwachsende Kopf län- 1 ger zu seyn, und weniger Ringe zu bekommen, ee als der alte(p). Schneidet man beyde, Kopf und Schwanz, ge der Erst weg, so werden auch beyde reproducirt, und zwar zuerst der Kopf, nachher der Schwanz(g). roduktion& Das Reproduktionsvermögen des Erdregen- wurms hört nicht mit dem ersten male auf. Nach abermaliger Abschneidung des Anwauchses erfolgt ein anderer; nimmt man denselben wie- bricus terreii der weg, so entsteht ein dritter u.s. w.(Tr). zen, jense Nach diesen Beobachtungen ist also das Re- ir statt Ände produktionsvermögen bey den Würmern ungleich ‚stärker, als bey irgend einer der übrigen Thier- classen. Man sieht aber, dafs es auch bey den Wür- (p) Ebendas. 9,8. (9) S. 9. (7)25232, sı8 a Würmern noch beschränkt ist. Fast ganz schran- kenlos ist es dagegen bey den Thierpflanzen, Einer der zusammengesetztesten unter den Or- ‚ganismen dieser Classe, die Seeanemone(Acti- nia senilis L.) ersetzt nicht nur den Verlust ih- rer Arme in sehr kurzer Zeit wieder, sondern jede Hälfte derselben wächst auch wieder zu einer ganzen Thierpflanze heran, wenn man sie der Länge oder Breite nach zerschneidet. Dic- QUEMARE will sogar beobachtet haben, dals, wenn diese Tbierpflanze sich von einer Stelle des Felsens nach einer andern bewegt, kleine unregelmäfsige Stücke ihrer Basis an dem Steine kleben bleiben, aus welchen bald wieder andere vollständige Seeanemonen entstehen(Ss). Dieselben Erscheinungen zeigt der Seestern (Asterias)(t). Die Wunder des Armpolypen(Hydra) sind seit TREMmBLEY’s Zeiten so bekannt, dals es fast überflüssig ist, ihrer noch zu erwähnen. Sogar der funfzigste Theil dieser Thierpflanze entwik- kelt sich zu einer vollständigen Hyder, und diese Reproduktion findet nicht nur bey Queer- durchschnitten statt, sondern auch wenn man den (s) Philos. Transact. 1773. p. 361. 1775. p. 207. 1777: p- 56. (t) BAsTeR opuscul. subseciv. T.IJ. L,III. p. 118. den Ami Theil mi den, oder 1 yufern End entsteht eir Gchneidet gehen An Polypen V Iypen her Iypen mit sen die£ dem die grifen is ben unbe Fläche zu Die T so lange wenn au vernichtet und mit Sollte es auch nadl eiren? A leisuırz (ı Hure ih, } Far Fan Kr den Thiery,, sten Unter dh ® Seeanemn: nur den rl, E seit wieder, st auch wir, ran, Wenn m 1 Zerschneide,| chtet hab, b von ei iern Dewent, Basıs al bald wieder! tstehen(s), zeigt der! olypen(Hykn ekaunt, dal ‚u erwähnen, — 519 den Armpolypen der Länge nach zerstückelt. Theilt man ihn der Länge nach in sechs, sie- ben, oder noch mehr Theile, aber so, dafs die untern Enden derselben vereinigt bleiben, so entsteht eine Hyder mit eben so vielen Köpfen, Schneidet'man auch diese Köpfe ab, so ent stehen an ihrer Stelle neue, und die getrennten Polypen wachsen zu eben so vielen neuen Po- lypen heran. Durchschneidet man den Armpo- lypen mit einer Schlinge von Haaren, so wach- sen die getrennten Theile schon wieder an, in- dem die Schlinge noch im Durchschneiden be- griffen ist. Man kann ihn endlich, seinem Le- ben unbeschadet, umkehren, und seine innere Fläche zur äussern machen(u). Die Thierpflanzen sind also unzerstöhrbar, so lange blos ihre Struktur verletzt wird. Nur wenn auch ihre Textur durch Zerquetschung vernichtet wird, hören alle Lebensbewegungen, und mit diesen das Reproduktionsvermögen auf. Sollte es aber nicht Organismen geben, die sich auch nach Zerstöhrung ihrer Textur reprodu- eiren? Aus der Stufenleiter der Wesen schlofs Leiıenıtz auf das Daseyn der Thierpflauzen, und (u) Hırrer El. Phys.) TV. I. XXIXSSIIL. 6. 32. p. 166. Licutengerc’s u. Forster’s Göttingisches Magazin. Jahrg. 3. St.4. S.563 f., RkA nn set ee et, AED hehe rn ee 520 Eraurennasue, und TrEmgLEeY’s Entdeckungen bestätigten sei- nen Schlufs. Dieselben Gründe, womit Leıes- NITz seine Behauptung unterstützte, sprechen aber auch für unsere Vermuthung. Dürfen wir also nicht erwarten, dafs auch diese von der Erfahrung bestätigt werden wird? Es lälst sich i hieran um so weniger zweifeln, da es wirklich schon Erfahrungsbeweise für sie giebt. Wir ha- ben im zweyten Buche(v) gesehen, dals die Priestrevsche grüne Materie getröcknet, zu ei- nem feinen Pulver zerrieben, und in einem glä- sernen Gefälse voll Wasser der Sonne ausgesetzt, von neuem anflebt. Hiernach ist es wahrschein- lich, dafs die Pflanzenthiere der untern Ordnun- gen auch nach Zerstöhrung ihrer Textur sich re- ‚generiren, und daher unter allen lebenden Orga- nismen die dauerhafteste Existenz haben. Die Pflanzen unterscheiden sich in Anse- hung ihres Reproduktionsvermögens merklich so- wohl von den Thieren‘, als von den Zoophyten, Eine Wunde mit Verlust von Substanz wird bey diesen durch neue Substanz ausgefüllt, und ein verlohrner Theil an derselben Stelle ersetzt, wo er mit dem Ganzen in Verbindung stand. Nicht so ist es, bey den Pflanzen. Einschnitte in Bäumen bleiben immer unausgefüllt, und für einen abgeschnittenen Zweig treibt die Pflanze zwar (v) Biol. Bd.2. S.308. gwar bl das vo in dr Sir zu nich, Amplyp, ven Klst, Wir| des Anta; bey ihrer natürliche nehmlich serordent den mit! den die schnittene indem e€ duch(x) Armpolyp und din der hery Wir. liche Rep {R) Mem Ruuen (x) Boss (F) Brun S2t1 en bestiin, N ul zwar bald einen andern, aber nie an der Stelle » Won]; erst; des vorigen. Uebrigens stehen die Pflanzen anch Ilzte, on i in der Stärke ihrer Reproduktion den Thierptlan- zen nach, indem kein Gewächs sich, wie der Armpolyp, durch lougitudinale Theilung vermeh- ren läfst. sie giebt,| Wir haben oben gesehen, dafs jenes Gesetz gesehen,|, des Antagonismus, welches die meisten Organe getröcknet, ı bey ihrem Wachsthume befolgen, auch bey der ‚ und in eine natürlichen Reproduktion statt findet. Nach dem er Sonne au nehmlichen Gesetze geschieht aber auch die aus- 1 ist es wahr serordentliche Reproduktion. Indem sich Wun- er untern Üh den mit Verlust von Substanz schliessen, schwin- den die benachbarten Theile(w). Das abge- | schnittene Stück des Erdregenwurms magert ab, hr indem es einen neuen Kopf oder Schwanz repro- ducirt(x), und der verstümmelte Rumpf des sich in! Armpolypen wird in eben dem Maalse kürzer sens merk und dünner, wie er die verlohrnen Theile wie- der hervortreibt(y). Wir haben ferner gesehen, dafs die natür- liche Reproduktion bey den höhern Thierclassen blos Einschoitt(w) Mem. de l’Acad. de Chirurgie. Vol.IV. p.64. 106. Brumensacn über den Bildungstrieb, S$.23. (x) Bonser contempl. de la Nat. P.VI. C.$. dia} tr db 3 (y) BLUMENBAcCH a, a. O. S.2ı fl 522 m | blos zur Erhaltung des Individuums, bey den Würmern, Zoophyten und Pilanzen aber auch zur Fortpflanzung des Geschlechts dienet, und wir zogen hieraus den Schlufs, dafs Reproduk- tion und Propagation Wirkung einer und dersel- ben Kraft sind. Bey der ausserordentlichen Re- produktion bestätigt sich jener Satz noch auffal- lender, und mit ihm diese Folgerung. Die Erscheinungen der ausserordentlichen Re- produktion endlich beweisen noch einleuchtender, als die der natürlichen, dals mit der Abnahme des Gehirns und der Zunahme der Nerven und Nervenknoten das Vermögen, verlohren gegan- gene Theile zu ersetzen, zunimmt, und über- dies machen jene es wahrscheinlich, dals auch bey einem und demselben Thiere die Reproduk- tion um desto langsamer erfolgt, je nervenrei- cher das verlohrne Organ ist. Denn nur aus diesem Gesetze lälst es sich erklären, warum bey den Säugthieren Haare, Nägel, Zellgewebe, und Kprochen wiedererzeugt werden, aber nicht Muskeln und Eingeweide, Gar Wird das Wachsthum oder die Re- produktion eines Theils verhindert, so kömmt diejenige Substanz, die für ihn be- hestimi! übrige! pen Zi 6 ‚itweden forn, 0 einem al er kein Vorz Entstehur fern uns desselben Zwe nilsmäls) Winst Foetus, d bis ad länger Schenke] Hic fehlenden des Hinte 16 zwey sem, 23 vidnung, » Th 5 ' bestimmt war, entweder dem ganzen OT tr y; echt Ai übrigen Körper, oder einzelnen Org» OR®? nen zu Gute; oder jener Theil wächst 1,(als dem! 2% e ö ” entweder in seiner‘ursprünglichen Ng Einer und d- Form, oder in einer andern Gestalt an 18sETOTdentlice I 5> z! einem andern ungewöhnlichen Orte, wo er„Salz noch uf; F; R r er keine Hindernisse findet, hervor. [ Igerung, Vorzüglich auf diesem Gesetze beruhet die asserordentlih! Entstehung der Mifsgeburthen, und diese lie- noch einleuct fern uns daher auch die auffallendsten Beweise 5 mit der desselben. ne der Nem: urtail Zwerge haben fast immer einen unverhält- te nilsmälsig dicken Kopf. nimmt, un heinlich, di WınsLow(z) zergliederte einen monströsen hiere die Re Foetus, dem die ganze obere Hälfte des Körpers olet, je me bis auf den Nabel fehlte, und welcher nicht Denn ır länger als acht Zoll war, dessen Hüften und ı erklären, Schenkel aber eine ungeheure Dicke hatten, Nägel, 2 Hacauver(a) sahe ein Kind, das, statt der werden, alt:. ö waren, 1 fehlenden Seitenwandbeine(Ossa bregmatis) und des Hinterhauptbeins(Os occipitis), auf der Stir. ne zwey hoxnartige Erhabenheiten hatte. Unter m oder die|(z) Mem. de Acad. des sc. de Paris. 1740. Ed.&. verhindert‘ p- Sıı. ‚ie fir(a) Voıst’s Mag. f. d. Neueste aus der Physik u. s. w. ”[N“ B.VI St, 2 N 209; ER u ein nern Ten nnen isn m nn nn ru ee Let reinen SE na = m>===== m en=== Ve 524 Feen Unter allen monsirösen Früchten habe ich aber keine gefunden, die einen so überzeugen- den Beweis des obigen Satzes giebt, als ein Rind, ‚das im Herbste 1798 von einer Bäurin ohnweit Bremen, nebst einem vollständigen und wohlgebildeten Zwillinge gebohren wurde, und welches anf dem PBremischen Museum- wahrt wird. Hals und Kopf fehlen bey diesem ganz, Die allgemeinen Bedeckungen des Körpers gehen von der einen Schulter zur andern in gera- der Richtung fort, ohne dafs sich zwischen die- sen eine Erhöhung findet. Doch sieht man in diesem Zwischenraume einige Spuhren von Haa- ren. Die linke obere Extremität fehlt ebenfalls. Hingegen der rechte Arm, die untern Gliedmaa- fsen, und überhaupt alle unter den Präcordien befindlichen Theile sind dem Aeussern nach voll- ständig und natürlich gebildet. Die Hauptmerk- würdigkeit an dieser Frucht findet sich aber auf der vordern Seite der rechten Brust..In der Nähe des Oberarmgelenks ist hier, statt des Kopfs, eine halbkugelförmige Erhabenheit, und über dem Brustbeine sitzen, statt der fehlenden obern Extre- mität der linken Seite, fingerähnliche Auswüchse, Seltener als bey den festen Theilen der Lei- besfrüchte, sind solche Erscheinungen bey diesen Theilen nach der Geburth, Meist ist es nur Zu- nahme des Volumens im ganzen übrigen Orga- nismus, zismus, wi auf des Jerlu au Ihrer UST tin Kg, sin Arch zufall eu eine bek putalion gan I vollsäftig entstehen al Johrner Or; fernten Stel im vorigen einer Hünd man den E und welche Hirschgeweih Nicht so der Geburth duktion fi ungewöhnlı es verdienet Erscheinung monatlichen Wan nach d \üwächsen 1a) () Hi, anal (©) Heck ed, Dil) oter den Pr nismus, was bey dem schon ausgebildeten Thiere auf den Verlust von Organen folgt, die entweder an ihrer ursprünglichen Stelle keiner Reproduk- tion fähig sind, oder deren Wiedererzeugung hier durch zufällige Ursachen verhindert wird. So ist es eine bekannte Erfahrung, dafs nach der Am- putation ganzer Gliedmaalsen die Genesenen häu- fig vollsäftiger und fetter werden, Zuweilen aber entstehen auch nach der Geburth noch, statt ver- lohrner Organe, andere ungewöhnliche an ent- fernten Stellen des Körpers, wie ans der schon im vorigen Abschnitt erwähnten Beobachtung von einer Hündin‘ erhellet, bey deren Zergliedernng man den Eyerstock der einen Seite scirrhös fand, und welche auf derselben Seite am Kopfe ein Hirschgeweih hatte. Nicht so selten, als der letztere Fall, ist nach der Geburth derjenige, wo die gehinderte Repro- duktion flüssiger Theile die Bildung, neuer und ungewöhnlicher fester Theile nach sich zieht, und es verdienet bemerkt zu werden, dafs, sich diese Erscheinung am öftersten nach dem Aufhören der monatlichen Reinigung zeiget. Häufig beobachtet man nach dieser Periode bey Weibern das Her- vorwachsen von Barthaaren. Rıverıus, Bar- THOLIN(b), und Van Wr(c) sahen hornartige Excre- (b) Hist. anat. rar. Cent.]. Hist.78. Cent. V. H.27. (c) Heelkundige Mengelstoffen, in Brumensach’s med. Bibl, B.ı. 8.673. ine Lam nee Excrescenzen an der Stirne darnach entstehen. Ein genauerer Beobachter würde vielleicht auch in denen Fällen, wo ähnliche Auswüchse bey Kin- dern nach den Blattern entstanden(d), die Bil- dung irgend einer Flüssigkeit unterdrückt gefun- den haben. Die meisten unter das obige Gesetz gehörigen Erfahrungen liefern uns aber die flüssigen Theile, und Brannvıs(e) hat das Verdienst, diese Phä- nomene zuerst aus einem richtigen Gesichtspunk- te betrachtet zu haben. Hierher gehören zuerst die sogenannten Milchversetzungen. Wird die Bildung.der Milch in den Brüsten plötzlich unter- drückt, so übernehmen andere Theile die Funk- tion der Gefälse jener Organe, und bringen, statt der ihnen sonst eigenen Säfte, milchartige Flüs- sigkeiten hervor. Am häufigsten übernimmt jene Funktion der Brustdrüse das Zellgewebe, womit dieselbe bekleidet ist; hiernächst das Zellgewebe, das über und zwischen den Bauchmuskeln liest, das Zellgewebe an den breiten Bändern der Ge- bährmutter, das der Schenkel und der Lungen, der Darmcanal, die Speicheldrüsen, die Nieren, und selbst die Schleimhaut der Nase. So entste- hen Ergiessungen milchartiger Flüssigkeiten in der Brust- (d) Faunen’s Beyträge zur prakt. u. gerichtl, Arzney- kunde. B.ı. S.23. (e) Versuch über die Metastasen. Bist» und \| milehiche Di Blv fils eine: V drickung dam Theil geyen, D sind die F Aufd wälsrigen Wassersuc tion; Wi Ausleerun, file nach Gelbsucht ı ber, Veh Flüssigkeit Stehung€ Sich zieht Sigheiten dals wir: Als ei in wir| Ni haben (ben Theil Qle SELZE Werde Brust- und Bauchhöhle, milchichte Diarrhoeen, milchichter Speicheltluls u. s. w. © AUS wüchye ls; standen(d), Das Blut der monatlichen Reinigung ist eben- eit unterdri falls eine von jenen Flhissigkeiten, deren Unter- } drückung die Entstehung ähnlicher Säfte in an- dern Theilen nach sich zieht. Periodisches Blut. bige Gesetz pi speyen, Blutharnen, blutiger Stuhlgang u. s. w. ' die Büssipai) sind die Folgen davon, erdienst, di lien Cedi Auf dieselbe Art entsteht starker Abgang eines ler A wälsrigen Urins, die Harnruhr, Diarrhoe und ve Wassersucht nach Unterdrückung der Transpira- 2 h tion; Wassersucht, urinöser Speichelfluls, und wi Ausleerung von Harn durch Erbrechen und Durch- Ka, fälle nach gehemmter Absonderung des Urine; ER Gelbsucht nach aufgehobener Thätigkeit der Le- „ ur j ber. Ueberhaupt giebt es wahrscheinlich keine jeIrR DIN Flüssigkeit, deren Unterdrückung nicht die Ent- Lellgeweit stehung einer ähnlichen in andern Organen nach chst das Z& sich zieht, und nur die Verborgenheit jener Flüs- Bauchmuskt sigkeiten und dieser Organe ist Schuld daran, en Bänden& dals wir sie nicht immer wahrnehmen. | und del arösen, die Als einen Beweis unsers obigen Satzes kön- Nase Sm nen wir endlich noch die Pflanzen anführen, Flik Wir haben bey dem vorhergehenden Gesetze :%; h($. 10.) bemerkt, dafs bey den Pilanzen verlohrne Theile nie an der Stelle des Verlusts wieder er- je u, gen A setzt werden, und dals sich hierin das Reproduk- tlons- BR. ne eh wre te Ne, EEE ee en RE 528——— tionsvermögen derselben von dem der Thiere und Zoophyten merklich unterscheidet. Bey den Pilan- zen findet also eigentlich gar keine Reproduktion statt, sondern blos ein vermehrtes Wachsthum des übrigen Organismus, indem das Wachsthum einzelner Theile‘desselben unterdrückt ist, und so schliessen sich jene Organismen von dieser Sei- te an die höhern Thierclassen an, indem sie von der andern Seite an die Zoophyten gränzen, 1}. Nennen wir das Wachsthum fester oder flüs- siger Theile, auf dessen Unterdrückung ein ande- res in andern Theilen folgt, das ursprüngli- che, und dieses das vicariirende, so lälst sich!das obige Gesetz kürzer auf die Art. aus- drücken, dafs die Hemmung eines jeden ursprünglichen Wachsthums ein vica- riirendes nach sich zieht, und wir kön- nen nach den bisherigen Erfahrungen noch hinzu» fügen, dafs das Produkt des vicariiren- den Wachsthums dem des ursprüngli- chen bey den flüssigen Theilen meist ähnlich, bey den festen aber meist un- ähnlich ist. Durch diesen Zusatz unterschei- det sich das obige Gesetz von dem Gesetze des Antagonismus((.6.), von welchem es sonst eine blolse Folgerung seyn würde. Es ist einleuch. tend, dals wenn zwey Organe bey ihrem Wachs- thume einen Antagonismus gegen einander äus- sern, ll gam, ds! des, andern tr Sehei: st(I Inapl obireil, fihan Wach Man zieht, Jichkeit dies ursprünglich klären lälst Üehrge sich. das ob dals wir ni wöhnlicher unterdrückte sen dürfen, von ungehet Wachsthume Yung entlet Ausfuls de se zum D; der verbin Wespen ent derbare Ans tlrückten ı Wo aber q () Baknoi II Bd, men 295 Mm der There I tb Derde! sern, das unterdrückte Wachsthum des einen das “u des andern vermehren muls, und eben so klar| ist die Uebereinstimmung dieses Satzes mit dem obigen, dals die Hemmung eines jeden ursprüng- a lichen Wachsthums ein vicariirgendes nach sich zieht. Man sieht aber auch, dafs sich die Aehn-, lichkeit dieses vıcariirenden Wachsthums mit dem 1, indem at ursprünglichen aus jenem Äntagonismus nicht ei: JNeU BTauık, klären lälst, m fester ode Uebrigens müssen wir noch bemerken, dal Mi sich das obige Gesetz nicht umkehren läfst, und las ursori dafs ‚wir nicht immer aus der Entstehung unge: irende, u wöhnlicher fester oder flüssiger Theile auf ei I, unterdrücktes ursprüngliches Wachsthüm_ schlies- sen dürfen. Häufig bilden sich Speckgeschwülste von ungeheurer Grölse, oline dals sich in dem Br? Wachsthume der übrigen Theile irgend eine Stöh- rung entdecken lälst. und vermehrter Ausfiufs der Galle aus der Leber ünd Gallenbla- se zum Darmeanale sind nicht selten mit einai-= der verbünden{f). Nach dem Stiche der Gall: wespen entstehen an verschiedenen Pflanzen son- derbare Auswüchse, welche nicht voü einem un- satz Une=;;.. R terdrückten ursprünglichen Wächsthume herrühren, dem vi eil. fr. 4 wohl aber dieses oft nach sich zıelien, Ä hen) 65 5 f Es ist el 6: 19, rpI\ ey el“ x Pa‘(f) BrAndis ä. ä& OÖ:$. 50; D einanuv® z III. Bd. Li seh 5309 Ns4712. Nachdem wir die Gesetze des Wachsthums gefunden haben, würde der nächste Gegenstand unserer Untersuchungen der Weg seyn, den der lebende Organismus einschlägt, um die Form des Lebens, die er bey seinem Entstehen annahm, wieder zu verlassen. Diese Untersuchung setzt aber die Lehre von den verschiedenen Ursachen und Formen der Krankheiten voraus, womit wir uns hier noch nicht beschäftigen können. Wir müssen uns daher für jetzt begnügen, nur erst die allgemeinern Gesetze der Abnahme des Le- bens aufzusuchen. In der Einleitung ist gezeigt worden, dafs es zwey. Wege giebt, worauf der lebende Körper von der höhern Stufe des Lebens zu der niedern zurückkehrt. Der eine ist nothwendig, und die- sen betritt kein lebendes Wesen, ehe es nicht im Stande gewesen ist, sein Geschlecht fortzu- pflanzen; der andere ist zufällig, und diesen kann der lebende Körper in jeder Periode des Lebens einschlagen. Die Zufälligkeit des letztern aber findet nur für unsern Ge- sichtspunkt statt. In der Organisation des Weltails ist auf ıhn eben so wohl gerechnet, und er steht unter eben so strengen Gesetzen, als der erstere. HAaL- (limten WM nittel auf d fuls haben. die moralis Laster und d Arbeitsamkei den Sterbei Städten hert vermöge sein pern den me setzt ist, SO gen Organis Hinsicht au tbum, 0: ihres_ Tode stehen, Hier ha ih, eleich (E) Stun, derungen Kap, &, & Loc| Szt Harter’s, WARGENTIN’S, HERSEBOOM’s, Süss- mırc#’3 und mehrerer Anderer Untersuchungen über die Ordnung der Sterblichkeit unter den Menschen lehren, dafs wenn tausend Menschen sterben, überall eine meist gleiche Anzahl von MU 20, 50, 60,&$ojährigen darunter ist, dafs die | Climaten und die Verschiedenheit der Nahrungs- mittel auf diese Verhältnisse fast gar keinen Ein- voraus, n flufs haben, und dals blos die Lebensweise, igen Könre die moralischen Verhältnisse des Lebens,‘ das begnugen, Laster und die Tugend, der Müssiggang und die ' Abnahme Arbeitsamkeit einen kleinen Unterschied zwischen den Sterbenden auf dem Lande und in den Städten hervorbringen(gs). Da nun der Mensch ‚eiet wor vermöge seiner Freiheit unter allen lebenden Kör- er leber pern den meisten zufälligen Todesarten ausge- setzt ist, so müssen um so mehr noch die übri- vendie, gen Organismen der lebenden Natur, wie in Hinsicht auf ihre Erzeugung und ihr Wachs- Geschlecht thum, so auch in Betreff ihrer Abnahme und ihres Todes unter den strengsten Gesetzen ioder Ber stehen. Hier haben wir eine neue Thatsache, die sich, gleich manchen andern schon in den vo- rigen ter el8..(g) Süssmızen’s göttliche Ordnung in den Verän- srstert derungen des menschl, Geschlechts. Zte Ausg. Th. 2. Kap. 22. Lis nn eis ie a ee EU nn 532 a rigen Abtheilungen dieses Werks angeführten Er- scheinungen, nicht änders, als aus einer dyna- mischen Wechselwirkung, worin alle lebende Organismen gegen einander stehen, erklären läfst. Ein anderes Faktum, welches ebenfalls nur in dieser Voraussetzung einen befriedigenden Grund hat, ist das Verhältnils,. worin. die: Zahl der Nachkommen eines lebenden Rörpers gegen die Menge der zufälligen Todesarten steht, denen sie bey ihrem Entstehen ausgesetzt sind. Allge- mein gilt.der Satz,, dals beyde gegen ein. ander im-geraden Verhältnisse stehen, Die Säugthiere und Vögel hinterlassen nur eine kleine Nachkommenschaft. Aber die Jungen der erstern und die Eyer der letztern sind auch weit mehr vor zufälligen Zerstöhrungen geschützt, als die Brut aller übrigen lebenden Körper. Bey den eyerlegenden Amphibien und Fischen geht die Zahl der Nachkommen in die Hunderte und Tausende. Aber diese sind auch nach ih- rem Austritte, aus: dem Körper‘der Mutter ohne Schutz den Wellen und dem Heilshunger der Bewohner des Wassers Preils gegeben. Gehen wir endlich zu den Zoophyten und Vegetabi- lien über, so sehen wir hier die Nachkommen- schaft ganz dem Zufalle überlassen. Die Am- phibien und Fische sind wenigstens im Stande, einen tauglichen Ort zur Niederlage ihrer Eyer auszu ei nezumäblt fl hingegen desweren ab Frer ns Ü Ursachen, güllt werd Furpllanauı Ein dr ganismnen der Gebu beständii statt fin: wenn gle lebenden ' Lebens di verminde zur niel bey dies rung do tion bem Süssun siner Vor: U Serllichkeit, () Aıg E u 533 auszuwählen. Den Zoophyten und Pflanzen hingegen fehlet auch dieses Vermögen. Eben deswegen aber geht nicht nur die Zahl ihrer Eyer ins Unzählbare, sondern die nehmlichen Ursachen, wodurch die höhern Thierclassen ge- töltet werden‘, sind auch ein Mittel, zu ‚ihrer Dar Fortpilanzung. Ein drittes, die Abnahme der lebenden Or- endes Gesetz ist:-dals von Y A ganismen betrel der Geburth bis ın5 höchste Alter eine beständıge' Ebbe und Fluth des Lebens statt findet; oder mit andern Worten: dals, wenn gleich bey,der Annäherung. der lebenden Körper zur höchsten Stufe des Lebens die Sterblichkeit derselben sich vermindert,. und. bey. ihrer ‚Rückkehr zur niedrigsten Stufe. sich vermehrt, bey dieser: Verminderung und. Vermenh- rung doch immer eine gewisse Oscilla- tion bemerkbar ist, gegeden, SüssmircH(h) hat, nach seinen eigenen und seiner Vorgänger Tabellen über die Ordnung. deı Sterblichkeit, berechnet, wie viele von tausend Ge: Bor=(dh)' Aa, 0.-8.319,$..461. EEE a Kin. ET rs a nie-= nn eu ae a iu U an un Gebohrnen im’ ersten, zweyten, dritten, und den folgenden Wahren noch übrig sind. Vermit- telst dieser Tabelle ist es leicht, auszumachen, wie grols die Sterblichkeit von tausend einjäh- rigen Menschen, tausend zweyjährigen u.s. w. ist. Die Resultate dieser Berechnung enthält die fol- gende Tabelle, und auf dieser gründet sich un- ser obiger Satz. Die Columne A derselben zeigt die Anzahl der Jahre, die Columne B die An- zahl der Menschen an, welche von Tausenden in diesen Jahren sterben; das vorgesetzte Zeichen — bedeutet die Abnahme, das Zeichen+ die Zunahme der Mortalität, Fertig BEL Fre ‘ + +++ f Da j I 7 N esalz ++ u ne A B o60 109,1 60,6 9:08 9:08 10,08 10,18 10,28 10,39 10,50 10,61 — 10,72 10,04 10,08 11,08 11,27 11,51 11,46 HH HHHrHtHHH HH ++ ey ’ —— i ++ttHHHtHHtH tr [8 0 ie 9, m ©) b> Oo ‚Or a 01 © er N] 1 N OX.01 SI & fx OD u an O8 DD >I T v B 11,60 14,10 14,28 16,94 10,70 17,52 1785 Q 828 19,52 19:07 19,25 i 19,63 20,00 —— 62 43,36 03 45,22 64 52,63 65 55:59 Ns 535 A B 66| 58.82 67 62,50 68| 66,66 69| 71:42 70! 76,92 +7 r 71 75,00 72| 8108 73 1 8823 74| 86,02 % 75 94>}1 76| 105:89 77] 100,44 78| 112,90 67 109,0 79 N 81| 15955 82| 1355»"5 83' 125,00 84| 142,85 85 1 166,66 86| 142,85 87| 166,66 88 200,00 89| 35384 90| 181,81 4 94| 250500 95 ı 5335>33 06| 500,00 | 97 1000 mu FE HtHtH HH HH I IH IH HH Hr IH Aus 36 Serra Aus dieser Tafel ergiebt sich Folgendes: Von der Geburth an bis zum ı3ten Jahre findet eine schnelle Abnahme der Mortalität statt; doch steigt sie während dieser Abnahme etwas vom Ende des 5ten bis zum$Sten und im ııten Jahre, Vom ı4ten bis zum 37ten Jahre nimmt die Sterb- lienkeit wieder ununterbrochen, doch mit lang- samen Schritten, zu. Im 38ten Jahre bemerkt man wieder eine Abnahme derselben. Jenseits dieser Periode steigt sie wieder bis zum Arten Jahre, aber so langsam, dals sie\erst im 45ten Jahre um etwas wird, als sie im. 37ten war. Während dem Zeitraume vom 58ten bis zum Arten Jahre findet also ein Stillstand der Mortalität statt, Nach dem 47ten Jahre erfolgt wieder ein ununterbrochenes Wachsthum der Sterblichkeit bis zum 7oten Jahre, und zwär nimmt dieses von Jahre zu Jahre zu. Vom Yoten bis"zum g7ten Jahre tritt ein abwechselndes Steigen und Fallen der Sterblichkeit ein, doch so, dals das folgende Steigen das vorhergehende Fallen nicht nur immer übertrifft, sondern auch um so mehr übertriift, je näher man in der Scale der Morta- lität dem g7ten Jahre kömmt., ‘Das Minimum der Sterblichkeit. fällt in die Zeit vom ıSten bis zum zoten Jahre. Hier ist also die Periode des höchsten Lebens. Aber ® ben diese Zeit ist zugleich die der Mannbarkeit. Die pie Bill Eorwicke Jjeh in! thume de dieser ‚A Norawei tirliche förper, de blos und eine aber er V Geschlech welcher mus stän zen und sich geleb Dies Sanismen vem Abs welter Ya beschlinge Die Bildung des Zeugungsstoffs und die Entwickelung der Frucht stehen folg- lich im Antagonismus mit dem Wachs- thume des Vaters und der Mutter, und dieser, Antagonismus ist es, wovon die Nothwendigkeit des Alters und des na- türlichen Todes abhängt. Ein lebender Rörper, worin alles nur Sympathie wäre, wür- de blos dem zufälligen Tode ausgesetzt seyn, und einer ewigen Jugend ‚genielsen können; ten iu aber er würde auch nicht im Stande seyn, sein Geschlecht fortzupflanzen. Ein Organismus, welcher nur unter dem Gesetze des Antagonis- der mus stände, würde blos sein Geschlecht fortpilan- erlolgt v zen und sterben, ohne vor seinem Tode für ter sich gelebt zu haben. luca N 6. 17% Mi Dies sind die Gesetze, die alle lebende Or- ganismen bey ihrem Wachsthume und bey ih- . rem Absterben beobachten. 3ey der Erläute- rung derselben haben wir schon auf verschie- dene Schlüsse aufmerksam gemacht, worauf wir durch sie geführt werden. Wir wollen mit der Pi weitern Verfolgung der letztern diesen Abschnitt beschliessen. Ll;5 Aus 538— Aus den Gesetzen des oten und ııten( zo- gen wir den Schluls, dafs Fortpflanzung des Geschlechts, Wachsthum und Reproduktion. Wir- kungen einer und derselben, nur auf verschie- dene Art sich äussernden Kraft sind. Hieraus folgt weiter, dafs Fortpflanzung des Geschlechts ein fortgesetztes Wachsthum ist, und dafs wir jeden lebenden Körper mit seinen Nachkommen als einen einzigen Organismus betrachten kön- nen, dessen Stamm abstirbt, so wie sich seine äussersten Zweige entwickeln. Ist dieser Gesichtspunkt der richtige, so müssen die allgemeinern Gesetze des Wachs- thums auch die der Erzeugung seyn, und so verhält es sich wirklich, Diese allgemeinern Gesetze waren das der Sympathie und das des Antagonismus. Auf jenem beruhet die Aehn- lichkeit zwischen dem erzeugten Individuum und dem erzeugenden:; auf diesem die Abnahme des letztern bey der Bildung des erstern. Hier se- hen wir also zwey, dem Scheine nach ganz ver- schiedene Phänomene auf einerley Gesetze zu- rückgeführt, und wir dürfen nicht mehr zwei- feln, dafs mit Auffindung der Ursachen des einen auch die des andern entdeckt seyn werden. Eine zweyte Folgerung aus den erwähnten Gesetzen ist, dals Reproduktion eine partielle Erzeu- Erseugtt Je chen& Geschlecht fig Sc zrolakti hen, dal gehindert zivendes Hervorw haare, I nigung 2 solches ı sche Bl Reprodu findet;€ Anfang 5 Charakter leicht wı Schaamlı falls eı schaft zı Gegenst: Jede: Kanzen(0 von Gene und yle trachten m Erzeugung ist, oder sich zu dem einzelnen Thei- le eben so verhält, wie die Fortpflanzung des Geschlechts zu dem ganzen Organismus. Auch diesen Schlufs bestätigt die Gleichheit der Re- produktions- und Propagationsgesetze. Wir se- hen, dafs da, wo die Reproduktion eines Theils gehindert ist, an die Stelle derselben ein. vica- ziirendes Wachsthum tritt. Aber was ist das Hervorwachsen der Bart-, Achsel- und Schaam- haare, und die Entstehung der monatlichen tei- nigung zur Zeit der Mannbarkeit anders, als ein solches vicariirendes Wachsthum? Dieser periodi- sche Blutverlust dauert nur so lange, als die Reproduktion eines neuen Individuum nicht statt findet; er höret auf, so bald die letztere ihren Anfang genommen hat. Er hat also ganz den Charakter des vicariirenden Wachsthums.- leicht würde das Wachsthum der Achsel- und Schaamhaare beym weiblichen Geschlechte eben- “falls einen Stillstand während der Schwanger- schaft zeigen, wenn Beobachtungen über diesen Gegenstand möglich wären, Jedes einzelne Organ verhält sich also zum ganzen Organismus, wie dieser zu der NHeihe von Generationen, woraus er entsprungen ist, und welche ihm ihr Daseyn verdanken. DBe- trachten wir diese Reihe als einen einzigen Orga- nismus, so ist das Leben derselben die Summe aller nn rn mund ne ne ie mente le 540 kn aller einzelnen Leben der Individuen, woraus sie besteht. Eben so können, wir aber auch das Leben eines jeden dieser Individuen als die Summe aller einzelnen Leben seiner Theile an- sehen, und jedem Theile ein eigenes Leben (vita propria) zuschreiben. Das Leben des ganzen Organismus ist daher ein Produkt der Sympathie und des Antagonis- mus mehrerer anderer Organismen, die wir ge- wöhnlich als Theile betrachten, die wir aber auch gewissermaalsen als selbstständige Wesen ansehen können. Je geringer die Sympathie ist, desto grölser ist die Selbstständigkeit, und also auch das eigene Leben der eigenen Organe. Die erstere. aber ist desto geringer, je weniger Einfluls Verletzungen einzelner Theile auf den übrigen Organismus haben, also geringer bey den Zoophyten und Pflanzen, als bey den Thie- ren, und unter diesen geringer bey den, Wür- mern, Insekten und Amphibien, als bey den Vögeln und Säugthieren, Wir haben aber im sechsten Abschnitte des ersten Buchs gesehen, dafs das Volumen des Gehirns gegen die Dicke des Rückenmarks, der Nerven und Nervenkno- ten‘,.die Quantität von Blut, welche zum Ge- hirne geht, gegen die im übrigen hörper ent- haltene Blutmenge, die Quantität des im ganzen Körper eirculirenden Bluts gegen die Masse der festen fen Ti ven Oral IM zn! zu 0 haben wi Je Aboa den höhe selben b und P! und wel wirkung Zu nomene 7 il; zuna0me zurückzu schmtts schieden sen eo U Gehirn bildet Y | pr\ den er und nat verschie. fe| Und Gan { festen Theile, und die Menge der ungleicharti- gen Organe gegen die der gleichartigen desto mehr abnimmt, je weiter wir von den Säugthie- ren zu den Zoophyten herabsteigen(1). Hier haben wir also mehrere Phänomene, die mit der Abnahme des eigenen Lebens der Organe bey den höhern Thierclassen, und der Zunahme des- seiben bey den niedern Thierclassen, Zoophyten und‘Pflanzen unzertrennlich verbunden sind, und welche daher entweder Ursachen, oder Mit- wirkungen von diesen seyn müssen. Zur Beantwortung der Frage, ob jene Phä- nomene Ursachen oder Coeffekte dieser Ab- nnd Züänahme sind? ist'es nothwendig, auf die Sätze zurückzukommen, die wir im 4ten( dieses Ab- schmitts über die Zeit des Entstehens der ver- schiedenen Organe vorgetragen haben. Aus die- sen ergiebt sich, dals unter allen Organen das Gehirn dasjenige ist, welches am frühesten ge- bildet wird, und dafs hierauf das Herz nebst den grölsern DBlutgefäfsen folgt. Das Gehirn, und nach diesem‘das Herz, bestimmt"also den verschiedenen Grad des eigenen Lebens der Or- gane. Ein grolses Gehirn mit zarten Nerven und Ganglien bringt einen Organismus hervor, in welchem die Sympathie grols, das eigene Le- ben (G) Biol. Bd.ı. 8.446 FR. 542% m ben der Organe aber gering ist; ein kleines Ge- hirn mit grofsen Nerven und Nervenknoten ver- mindert die Sympathie und vermehrt das eigene Leben der ‚Organe. Hieraus flielst eine, das Nervensystem der Zoophyten und Pflanzen betreffende Folgerung, Das anatomische Messer zeigt uns bey diesen Organismen kein Gehirn und keine Nerven mehr, Wir sind aber dennoch gezwungen, bey ihnen ein Analogon von Nervensystem anzunehmen, weil sich bey allen noch Spuhren von Sympa- thie finden, welches ohne Nerven nicht der Fall seyn könnte. Jene Sympathie nun ist am gröls- ten bey den obern Ordnungen der Thierptlan- zen, in deren Struktur noch Symmetrie herrscht; sie nimmt ab, so wie sich diese Symmetrie ver- mindert, und ist also am geringsten bey den Pilanzenthieren; sie äussert sich wieder mehr bey den Pflanzen durch den symmetrischen Stand der Blätter, den man bey diesen Organismen überhaupt, vorzüglich aber bey denen mit gefie- derten Zweigen antrifft, Nach dieser Stufenleiter der Sympathie muls sich auch die Organisation des Nervensystems bey den Zoophyten und Pflan- zen richten. Die, zunächst an die Thiere grän- zenden Thierpilanzen haben also vermuthlich noch ein‘ Nervensystem mit einer Art von Gan- glien oder Vereinigungsorganen der verschiedenen Ner- Nervenzit pungel I gel der} N sten verwä 1e liche sich aber und vorz Zweifel 1 den Thie 543 Nervenzweige. Hingegen bey den niedern Ord- nungen der Zoophyten, und bey denen Ordnun- 3 fit gen der Pflanzenthiere, die mit ihnen am näch- sten verwandt sind, giebt es wahrscheinlich kei- ne solche Vereinigungsorgane mehr. Sie bilden ETVenspEn sich aber vielleicht wieder bey den Pflanzen, tende Fl, und vorzüglich bey den gefiederten, doch ohne uns bey ia Zweifel in einer ganz andern Form, wie bey ne Nerrennk den Tieren. er har „ur vu ‚ verschladt Ne Ali Dritter Tomte innen meiner uk a Ba sine ai 544 ummnzremann|| ne panda OR Warum en ; hen mg Dritter Abschnitt. ie me In eine Versuch einer Ableitung der bisheri- krnismu gen Erfahrungssätze aus den ober- h nicht sten Sätzen der Biologie. Ordnung | bohrnen? Was T der Lehre von der Erzeugung setzten wir tn in De uns als das letzte Ziel unserer Untersuchungen| hat sie u die Beantwortung folgender Fragen vor: Warum Jene Po pflanzen sich nicht alle Organismen durch Spros- unzere bi sen forı? Warum bedarf es bey einigen zur zu Iisen Geschlechtsvermehrung der Begattung? Was ist weitet geh Begattung? Warum entsteht nicht bey jeder lichkeit Zeugung eine gewisse Anzahl von männlichen Erzengmn und weiblichen Individuen, sondern ohne be. lebenden merkbare Ordnung bald eine männliche, bald begriffen eine weibliche Frucht? Woher bleibt sich, die-| Fraget ab ses scheinbaren Mangels an Ordnung ohngeach- Berriffel tet, die Zahl der männlichen und weiblichen In- unterfängt dividuen im Ganzeu doch immer gleich? kan, als Alkın wag So führt uns auch die Lehre von dem Wachs- I Ai Gute thume und der Abnahme der lebenden Körper Philosophie, auf folgende Probleme: Warum hat jeder le- zur Mysik a bende I | 545/ bende Organismus ein Ziel ‚des Wachsthums? Warum entwickeln sich nicht alle Organe dessel- ben zu gleicher Zeit und in gleichem Verhältnis- IE, se? Warum stehen einige bey ihrem Wachsthu- ler} me in einer Sympathie, und andere in einem An- tagonismus? Warum reproduciren sich nur eini- ge, nicht alle Organe? Woher die wunderbare or Ordnung in der Zahl der Sterbenden und Ge- bohrnen? Was uns die Erfahrung der bisherigen Zei- ten in Beziehung auf diese Fragen liefern konnte, r Unten hat sie uns geliefert. Lalst uns jetzt versuchen, jene Probleme aus den obersten Sätzen, wovon unsere biologischen Untersuchungen ausgingen, zu lösen. Diese Auflösung kann indels nicht weiter gehen, als die Nothwendigkeit und Mög- lichkeit der männichfaltigen Erscheinungen der Erzeugung, des Wachsthums und des Alterns der lebenden Körper bey den gegebenen Erfahrungs- begriffen der Materie und des Lebens zu zeigen. Fraget aber nicht nach der Nothwendigkeit dieser Begriffe! Wer diese Frage zu beantworten sich Bi unterfängt, hat keinen Grund, worauf er bauen | kann, als das ursprüngliche, unbedingte Seyn. Ro Allein was ist das unbedingte Seyn anders, als die Gottheit selber? Und wozu kann eine Natur- philosophie, die von dieser ausgeht, führen, als zur Mystik und Schwärmerei? Ne 111. Ba. Mm Ja,| 545 BZ Ja, es giebt ein absolutes, unbedingtes Seyn, und wer einzig und allein aus diesem Seyn alles Bedingte abgeleitet hätte, würde den Ruhm ver- dienen, der Schöpfer einer wahrhaften Wissenschaft gewesen zu seyn. Aber gerade das beweiset, dafs alle Construktion aus dem Absoluten ein eitles Blendwerk ist, dafs der Mensch sich nicht selber zum Gotte zu machen, nicht zum unbedingten Wissen zu erheben vermag, weil aus dem Ab- soluten nichts Bedingtes hervorgehen kann, wenn dasselbe nicht innere Bedingungen hat, und ein solches noch eben so wenig, als das von aussen Bedingte, den Namen des Absoluten verdient, weil! der Einbildungskraft in der Bestimmung die- ser innern Bedingungen freyes Spiel gegeben ist, und weil sich daher auf jenem vorgeblichen Un- bedingten mehrere ganz verschiedene Systeme gründen lassen, welche alle gleich wahr und gleich falsch sind. Bey den Anhängern jener Philosophie sind die innern Bedingungen des Absoluten die ur- sprünglichen Qualitäten. Aber dieser, aus der Leısnıtzischen Monadenlehre entlehnten En- telechien bedürfen wir nur, wie Leisyırz selber schon bemerkt hat(k), zur Erklärung der leben- digen Materie, nicht der Materie überhaupt. Ehe also (k) Leissitiz Opp, Studio L. Dusens T.II PT. p. 226. 231. ji von mul york Atlut e isne Philoso jet der. Na selber. Al Natur un welchem 1 tisch anne Anhängern Beantwort ser Einwu dals mit di weitere D) des das lilst si höhern No matischen mathennati sprünglich Maals, ur sind jene weitern Ph Beriffen u daher Jäfst Was Discar “Ihre Any „Geister, li unbedinnn i a also von ihnen Gebrauch gemacht werden darf, | Cıesem on N 4.>. dei a muls vorher dargethan werden, dals Leben ein ae ıen un:.. Pr Attribut alles Materiellen ist. Nun geht freilich Thaften Wi; x Jh: s R x Kr ig jene Philosophie von einer unbedingten Thätig- q das bewis; i. kr keit der Natur aus, und eine solche ist nıchts | a anders, als das absolute Leben, als die Gottheit Ch sich ai selber. Aber mit welchem Rechte läfst sich der da, Natur unbedingte Thätigkeit zuschreiben, mit weil aus dal welchem Rechte sich Gott und Natnr für iden- rgehen kan, tisch annehmen? Man sucht vergeblich bey den men hit, ı Anhängern jener Philosophie eine befriedigende als das vo Beantwortung dieser Frage. Doch träfe auclı die- Absoluten n ser Einwurf nicht, so würde sie der noch treffen, er Destinn dals mit der Annalıme ursprünglicher Qualitäten alle Spiel gert weitere Deduktionen aus dem blolsen Begriffe n vorgebli des ursprünglichen Seyns aufhören. Denn nur schiedene das läfst sich ohne Hülfe der Erfahrung aus einer eleich wi höhern Voraussetzung ableiten, was der mathe- j matischen Construktion und der Anwendung der mathematischen Analysis fähig ist. Aber für ur- r Philosop: sprüngliche Qualitäten giebt es kein Bild, kein Absoluten| Maals, und keine analytische Formeln. Daher Aber dies sind jene Philosophen gezwungen, bey, ihrem hre entle weitern Philosophiren zu dunkeln, unbestimmten ie Leit Begriffen und Wörtern ihre Zuflucht zu nehmen; vklärong der daher lälst sich von ihnen das Nehmliche sagen, bet was DesscAartzes von den Scholastikern sagte: «Ihre Art zu philosophiren ist ganz gemacht für ”„Geister, die tief unter der Mittelmäfsigkeit ste- PR Mm 2„ben, 48 A „ben. Die Dunkelheit ihrer Distinktionen und „Principien setzt sie in den Stand, von allen „Dingen mit der Miene des gründlichen Kenners „zu reden, verschafft ihnen Mittel, jede ihrer „Behauptungen zu vertheidigen, und sichert sie „gegen alle Widerlegungen. Sie gleichen einem „Blinden, der, um dem Sehenden im Zweykam- „pfe gleich zu seyn, diesen in ein unterirdisches, „dunkeles Gemach führt.” Dies sey vorläufig für diejenigen gesagt, die alle Geisteswerke nur nach ihren Grundsätzen würdigen. Und jetzt zur Sache. Leben besteht in der Gleichförmigkeit der Gegenwirkungen bey ungleichförmigen Einwirkun- gen der äussern Welt, in Erscheinungen, wel- che, obgleich veranlalst durch wandelbare Ein- flusse, doch bis auf einen gewissen Grad un- wandelbar sind. Lebend würde z,B. ein beweg- ter Körper seyn, auf welchen während seiner Bewegung ungleiche beschleunigende Kräfte wirk- ten, und welcher dennoch in gleichen Zeiten gleiche Räume zurücklegte. Auf den lebenden Körper wirkt innerhalb ge- wisser Gränzen alles, was auf ihn einen zerstöh- renden Einfluls hat, zugleich auch erhaltend. Deswegen ist der Magnet nicht lebend. Der ath- mosphärischen Luft ausgesetzt, wird er oxydirt, und nd mit Nagnetitl Onyaatin Yertärkumg Alles I Zustand ı worin’&$ lem Lebe ein Analı Beseelte' der Modi blos Leb fikation ı Schein rı umgiebt, wies ıl kungen| zweckmil benheit ı Kunst, Dies worden, Anwend un ben of leicht von Serm jetie erscheinen 549 Distickign, Stand, yı und mit dieser Oxydation verliehrt er seinen gründlichen Magnetismus. Wäre er lebend, so würde diese Mitte"m Oxydation für ihn ein Mittel zur Erhaltung oder "or. TA IN Verstärkung seiner magnetischen Kraft werden. \ en, und sche; Sie als v gleiche ei BT Alles Lebendige besitzt das Vermögen, seinen “ U int, £) Zustand nach der Beschaffenheit der Sphäre, n ein unten, i worin’es sich befindet, zu modifieiren. Bey al- es sey vorn | lem Leben ist daher ein Schein von Willkühr, isteswerke un: ER Cup uud ein Analogon des geistigen Princips. Aber das Beseelte vermag unter mehrern möglichen Arten der Modifikation seines Zustands zu wählen; das blos Lebendige hingegen folgt bey seiner Modi- ns; fikation‘der blinden Nothwendigkeit, und der PRBBEN Schein von Willkühr, der dessen Handlungen tscheinung umgiebt, rührt nur davon her, weil die Art, ch wande wie es sich in jedem Falle nach den Einwir- gewissen kungen der ‚Aussenwelt modificirt, immer die ezB« zweckmäfsigste von allen ist. Daher die Erha- en währen benheit der Naturprodukte über die Werke der iigende Kri Kunst. 10 gleichen# Dies alles ist schon in der Einleitung gelehrt worden. In der Folge bemerkten wir, dafs die wirkt inperi! Anwendung der angeführten Charaktere des Ee- ihn einen It bens grolse Schwürigkeiten hat, und dals viel- auch€ leicht von einem andern Standpunkte, als un- chend, Det serm jetzigen, die ganze Natur uns als lebend wird er of erscheinen würde. Indef[s setzten wir unsere Mm 353 Unter- Untersuchungen fort, unbekümmert, ob der Ge- gensatz zwischen dem Lebendigen und dem Leb- losen wahr oder nur scheinbar sey. Wir ahm- ten dem Astronomen nach, der in seiner Wis- senschaft von Erscheinungen ausgeht, ungewils, ‘ob diese Phänomene nicht Täuschungen sind, aber überzeugt, dafs diese Täuschungen auf ewigen Gesetzen beruhen, und dals er bey standhafter Verfolgung dieser Gesetze ‚endlich die Wahrheit erreichen wird. Unsere obige Vermu- thung'erhielt in der That auch durch die Un- tersuchungen, die wir im vorigen Buche über den Ursprung des Lebens anstellten, einen hohen Grad von Weahrscheinlichkeit, indem sich dort zeigte, dals Leben ein Attribut nicht blos einzel- ner Organismen der Erde, sondern der Erde sel- ber ist(1). Hieraus aber scheint ein Einwurf gegen die im zweyten Kapitel der Einleitung(m) aufgestellten Fundamentalsätze der Biologie zu flielsen, der erst gehoben werden muls, ehe wir auf diesen Lehren weiter bauen dürfen. Alle jene Sätze nehmlich beruhen auf dem Gegensatze des Lebendigen und des Leblosen. Hört die- ser Gegensatz auf, so ist jenen Sätzen ihre Stütze entzogen. Was läfst sich hierauf er- wiedern? Ich (Bol) Bd.rg.080%7 (m) Biol. Bd. ı. S. 16& jch a ben il, a und dm€ iu Ein Korps l zaynt hab gen die sie Theile yon diese mige Er die Kun: Daher di mung& Erde erz geologise aus chemi ägenthü oder mitt gesetzt, Handlun, die sich oder Rul des Lebe keinen B \ermöge aullligen gen anes kunft nt Üie ein t Ich antworte, dafs diese Schwürigkeit geho- ben ist, sobald man zwischen dem entlehnten und dem eigenthümlichen Leben unterschei- det. Ein entlehntes Leben besitzen diejenigen Körper, die wir in der Einleitung leblose ge- nannt haben. Diese reagiren nur gleichförmig gegen die Einwirkungen der äussern Welt, weil sie Theile eines lebenden Ganzen sind. Getrennt von diesem, erfolgen an ihnen neue ungleichför- mige Erscheinungen. Diese Trennung nimmt die Kunst bey allen chemischen Processen vor. Daher die Ohnmacht der Chemie in der Nachah- mung alles dessen, was sich im Schoolse der Erde erzeugt, und daher das Unerklärbare aller geologischen und meteorologischen Erscheinungen aus chemischen Grundsätzen. Hingegen was ein eigenthümliches Leben besitzt, ist unmittelbar oder mittelbar dem Einflusse der Geisterwelt aus- gesetzt. Es äussert entweder selber willkührliche Handlungen, oder ist abhängig von Organismen, die sich aus einem innern Princip zur Thätigkeit oder Ruhe bestimmen. Ohne diese Verbindung des Lebens mit der Geisterwelt würden wir gar keinen Begriff von Leben haben, weil es nur vermöge dieser Verbindung Körper giebt, die zufälligen und also ungleichförmigen Einwirkun- gen ausgesetzt sind. Verstehen wir nun in Zu. kunft unter lebenden Körpern blos diejenigen, die ein eigenthümliches Leben besitzen, unter Mm 4 leb- ss2 umummen;| [1 leblosen aber die, deren Leben entlehnt ist, so ai sieht man Jeicht ein, dafs alle in der Einlei- I tung aufgestellte Sätze völlig ungeändert bleiben. im puis a Unter diesen Sätzen verdienen hier vorzüg- ua lich die beyden folgenden unsere Aufmerksam- ms keit; tn 5 | mon! ı) Es giebt kein absolutes Leben des Indivi-| spec duums., Alles Leben des"Einzelnen ist be-| iu schränkt, alle Reaktionen desselben gegen ungleichförmige Einwirkungen der Aussen- kn welt sind nur innerhalb gewisser Schranken in gleichförmig, ee 2) Das lebende Individuum ist abhängig von| Intensität der Art, die Art von dem Geschlechte, die- gleich au ses von der ganzen lebenden Natur, und die| einige, 1 letztere vom Organismus der Erde, Das In- kann,\ \ dividuum besitzt zwar ein eigenthümliches Bette e Leben, ‚und bildet in so fern eine eigene fer er Welt, Aber eben‘ weil das Leben desselben Denn beschränkt ist,. so. macht es doch zugleich Abenden auch ein Organ in dem allgemeinen Organis-| ds ein mus aus. Jeder lebende Körper besteht durch Stufe de das Universum; aber das Universum besteht Min) auch gegenseitig durch ihn, Ein höherer Winde pi Verstand würde aus der gegebenen Organisa- übrig tion eines einzigen lebenden Individuums die Le hi Organisation der ganzen übrigen Welt ab- Sn Da zu eiten en e Nllehnt I 6 zuleiten im Stande ‚seyn. Von jedem dieser de ugeinh Individuen Jlälst sich dasselbe sagen, was DER Leısnırz von den Monaden sagte: Atque Bench, huic adaptationi rerum omnium creatarum ad ”r unamquamque, et uniuscuiusque ad caeterag re Aal omnes tribuendum, quod quaelibet substan- tia simplex habeat respectus, quibus expri- Leben da! muntur caeterae Ommes, et per consequens Irre speculum vivum, perpetuum universi exi- stat. Aus diesen Sätzen folgt nun erstens, dafs es einen quantitativen Unterschied zwischen den verschiedenen lebenden Organismen in Betreff der Intensität ihres Lebens giebt. Aber es folgt zu- gleich auch, dafs diese Stufenfolge sich nur auf en Natur, einige, nicht auf alle Funktionen erstreckeı er Erde,] kann, und dals, je höher ein Organismus in in eigenthis Betreff einer einzelnen Funktion steht, desto tie- fern eine& fer er in Hinsicht auf eine andere stehen mufs. s Leben de Denn wäre dies nicht der Fall, fände unter den es doch zu lebenden Körpern eine solche Gradation statt, zemeinen Üf dals einige in jeder Rücksicht auf einer höhern RT Stufe des Lebens ständen, als die übrigen, so PR BERIER“ würden jene bald alle übrige verdrängen; es würde nur ein einziges lebendes Individuum übrig bleiben, und auch dieses würde, weil das Leben desselben immer noch beschränkt wäre, wi sein Daseyn nur auf eine kurze Zeit behaupten Mm35 kön. ‘4 gummumes können. Wir sehen also, dafs, wenn eine le- bende Natur vorhanden ist, solche Gesetze in derselben statt finden müssen, wie wir im sech- eten Abschnitt des ersten Buchs(n) aus Erfah- rungen entwickelt haben. Warum aber eine le- bende Natur existirt? Diese Frage liegt nicht uns ob zu beantworten, uns, die wir das Daseyn der Materie und des Lebens als gegeben annehmen, und nur die Möglichkeit derselben zu erklären uns für verpflichtet halten. Diese Aufgabe löse der, welcher aus dem Begriffe des unbedingten Seyns die ganze Natur zu erschaffen sich ge- trauet, Verliehrt nun alles Leben auf der einen Sei- te eben so viel an Energie, wie es auf der an- dern gewinnet, und dies darum, weil sonst alle Mannichfaltigkeit der Formen aufhören, ein va- cuum formarum, um mich eines Ausdrucks äl- terer Philosophen zu bedienen, entstehen, und das Gleichgewicht im Organismus der Erde ge- stört seyn würde, so folgt, dafs eine Art von lebenden Körpern um desto beschränkter in der Fortpflanzung seyn muls, je mehr jedes Indivi- duum derselben auf die äussere Welt einwirkt, und je grölsere Veränderungen dieses in der Or- ganisation der übrigen Natur hervorzubringen im Stande ist, Das Einwirken eines Organismus auf (n) Biol. Bd. 1. S. 46 N. auf die i vielelig! seine 0190 zinnt IN Yon den& schen(0), listen, Mensch, den Kör Jede nichfalti drückt: dung de tionen€ die Organ eine aleic hierauf\ schnitts setz de Antı einander, stehen, Tunktione fair It, und ey| Wachshur (0) Bil ‘ fs, wenn in... “A auf die äussere Welt ist aber desto stärker und vr De vielseitiger, je ausgebildeter und mannichfaltiger ieh. seine Organe sind, und diese Mannichfaltigkeit Cs(m) m nimmt in einer ununterbrochenen Stufenfolge zu ATOM aber von. den einfachsten Zoophyten bis zu dem Men- Tage liegt, schen(0). Darum sind die Zoophyten die frucht- wir das Dani, barsten, die Säugthiere aber, und vorzüglich der zegeben an Mensch, die unfruchtbarsten unter allen leben- selben ne den Körpern, Diese A fe des un Jede Funktion hat ihr Organ, und die Man- erschaffen ii nichfaltigkeit und Vollkommenheit der Funktionen drückt sich in der Mannichfaltigkeit und Ausbil- dung der Organe aus. Wenn also gewisse Funk- auf der ex tionen einander beschränken, so müssen auch wie es auf die Organe, welche diesen Funktionen vorstehen, m, weil sü eine gleiche Wirkung auf einander äussern. Und aufhören, t hierauf beruhet das im 6ten(| des vorigen Ab- ines Aus schnitts aus Erfahrungsgründen hergeleitete Ge- |, entsteht, setz des Antagonismus, mus der Ei} et, Antagonistisch wirken nur solche Organe auf dals eune A ee einander, welche, verschiedenen Funktionen vor- RR stehen. Wo also keine Verschiedenheit der u Funktionen und keine Mannichfaltigkeit der Or- un gane ist, da findet auch kein Antagonismus statt, u und bey einem solchen Körper kann daher das ervornuhth Wachsthum des einzelnen Theils ins Unendliche eines Orga! gehen, (0) Biol. Bd. ı. S. 448. :T6 seem gehen. Doch kein Körper hat völlig homogene Organe, wohl aber nähern sich die Theile bey einigen mehr, bey andern weniger der Gleich- artigkeit. Jedes Organ hat also ein beschränktes Wachsthum; aber die Gränzen des letztern sind desto enger, je verschiedenartiger, und desto weiter, je heterogener die Organe des erstern sind. Die gleicharligsten Organe nun haben die Zoophyten und Pflanzen(p): daher die Unbe- stimmtheit, welche bey einem und demselben dieser Körper in der Gröfse der einzelnen Theile herrscht(q). Eben dies gilt aber auch von dem ganzen Organismus. Je mannichfaltiger und verschieden- artiger seine Organe sind, desto vielseitiger ist sein Eintluls auf die übrige Natur, und desto beschränkter muls sein Wachsthum seyn: daher werden die Varietäten in der Grölse desto selte- ner, je näher wir in der Reihe der. Naturpro- dukte dem Menschen kommen, und desto häu- figer, je mehr wir uns den untersten Ordnungen der Zoophyten nähern, Jener Antagonismus, durch welchen die.ver- schiedenen Organe eines lebenden Körpers sich wechselseitig bey ihrem. Wachsthume beschrän- ken, (p) Biol. Bd. ı. S. ı65. (g) Biol. Bd. 2. S, 36ff. 137. ken, M denn sOr Fukumeı sehen Or gisches 3 inigen satt find die von gen ein in enge Unt Sympat ein drit ‚selwirkı Sympathi vorhande deter,\ met al lehrte ı dessen Gröfse nimmt, Jene Welches CU Anem Stöhr ig alle Ren * völlig han ken, mufs aber auch wieder beschränkt seyn; ch die Thür, denn sonst wäre gar keine Mannichfaltigkeit der veniper dr 0 Funktionen und der Organe an einem und dem- ID ein be, selben Organismus möglich, könnte kein harmo- n des Jet nisches Zusammenwirken der Theile zu einem arliger, ui einzigen Zweck, also auch keine Organisation, Irgane des m, statt finden. Deswegen müssen eben die Organe, ane nun hy die von gewissen Seiten einen Antagonismus ge- daher del gen einander äussern, von andern Seiten wieder em und dem in enger Sympathie stehen. der einzelnen Unter antagonistischen Organen kann aber keine Sympathie statt finden, wenn diese nicht durch h von denn' ein drittes Organ, womit jene zugleich in Wech- er und ven-selwirkung stehen, vermittelt ist, Wo also at viel Sympathie herrscht, da ist auch dieses Organ Natur ou vorhanden, und dieses Organ ist desto ausgebil- hatte deter, je enger die Sympathie ist. Hiermit stim- Gröfse dan met auch die Erfahrung überein: denn diese eiheder. Mi lehrte uns, dafs das Gehirn der Theil ist, mit and de dessen zunehmender Grölse bey abnehmender ersten! Ordit Grölse des Nervensystems die Sympathie zu- AR nimmt. h wehkhen di Jenes Organ der Sympathie ist dasjenige, on Könen welches die verschiedenen Theile des Organismus P—n zu einem Ganzen vereinigt. Sobald dieses zer- hstbume MH Re\= i stöhrt ist, hört alle Wechselwirkung, und daher alle Reproduktion auf. Deswegen ist das Gehirn ein 558 ein absolut unersetzbarer Theil, und deswegen ist es wahrscheinlich, dafs in denen Fällen, wo man Fortdauer des Lebens, und selbst Ersatz des Verlohrnen nach dem Verluste eines Theils des Gehirns wahrgenommen haben will, jener Theil nicht durchaus nothwendig zur Vollziehung der Funktionen. dieses Eingeweides war. Es lassen sich Organismen als möglich den- ken, bey welchen zwar Ein Hauptorgan der Sympathie vorhanden wäre, wo es aber zugleich mehrere untergeordnete Organe der Art gäbe, die einzelnen Theilen angehörten, und diese bis auf einen gewissen Grad unabhängig von dem Gan- zen machten. DBey solchen Organismen würden diese Theile einen eigenen Typus in ihrer Ent- stehung, ihrem Wachsthume und ihrer Abnahme befolgen, und, getrennt vom Ganzen, noch eine längere oder kürzere Zeit sich als eigene lebende Ganze verhalten. Solche Organismen sind aber nicht blos möglich; jeder lebende Körper muls diese Eigenschaften haben. Denn nur bey einem Körper, dessen Leben unbeschränkt wäre, wür- den alle Theile ganz abhängig von dem Ganzen seyn, Da nun jedes Individuum ein beschränk- tes Leben hat, so müssen bey jedem lebenden Körper die einzelnen Theile untergeordnete Or- gane der Sympathie besitzen, vermöge welcher diese mehr oder weniger unabhängig von dem Gan- Ganzen“ Tre Ju geil re pi aber yon dem gig vorste nren, 1 müssen Die nach de linger s Orgene sind,& nen un helich a ten und nun it ähnlich; ner Fo daher, Kreislau den kön Aber ach zu Unter Fin ben di| der Indy nt 59 A, und du, A Ganzen‘ sind; sie müssen bey ihrem Ursprunge, * En Kl, ihrer Ausbildung und ihrem Absterben einen ei- Me, genen, von dem des Ganzen verschiedenen Ty-‘ u.“os pus haben, und, auch nach der Absonderung haben wi von dem letztern, diejenigen Funktionen, denen 5 SU Volk, sie vorstanden, als sie mit diesem in Verbindung 'eides wı waren, noch eine Zeitlang vollziehen; kurz, sie müssen ein eigenthümliches Leben haben, n als möglich, Hauptorgu Die Fortdauer dieses eigenthümlichen Lebens No€s aber my nach der Trennung von dem Ganzen wird desto der Art gik länger seyn, je unabhängiger die untergeordneten und diese I Organe der Sympathie von dem Hauptorgane vie von der sind, also je weniger Unterschied zwischen je- BR nen und diesem in der Grölse und Gestalt ist, u ui folglich am längsten bey den Würmern, Zoophy- " ihrer ten und Pflanzen. Bey eben diesen Organismen HERNE: aun ist zugleich jeder Haupttheil dem Ganzen RN! ähnlich; er besitzt also dieselben Mittel zu sei- ie ner Fortdauer, die das Ganze hat, und wird wo I daher, auch abgesondert von diesem, den er Kreislauf seines eigenthümlichen Lebens vollen- ae den können. ränkt wit yes Aber nicht blos als Theil wird er fortdauern; m ei auch zu einem lebenden Ganzen wird er sich er j unter günstigen Umständen erheben, Alles Le- niergeutt ben des Einzelnen nehmlich geht auf Erhaltung der Individualität gegen den Eintluls der äussern hängıg Welt, TE nn ee ee. Wan u tn A ne 560 Sem Welt. Diese Erhaltung aber ist auf eine zwey- fache Art möglich: das ‚Individuum modificirt sich entweder nach jenem Einfluls; oder es mo- dificirt, ihn selber. Das-Letztere aber kann nur dadurch geschehen, dafs durch jenen Einfluls in dem Individuum, welches von demselben ge- troffen wird, eine ihm entgegenwirkende Funk- tion geweckt, und z.B. durch die Einwirkung einer oxydirenden Substanz ein Desoxydations- Vermögen in Thätigkeit gesetzt wird. Diese Art der Modifikation nun setzt Mannichfaltigkeit der Funktionen und der Organe voraus; sie kann daher nur den Organismen der höhern Classen zukommen. Hingegen bey der andern Art von Modifikation verhält sich der lebende Körper mehr leidend; sie ist daher ein Attribut der ein- fachern Organismen, und durch sie können ein- zelne Theile dieser Körper, bey günstigen Ein- flüssen der äussern Welt, zu eigenen Individuen gebildet werden. Dieses Vermögen der Würmer, Zoophyten und Pflanzen, sich durch Theilung zu vermehren, läfst sich auch noch auf einem andern Wege als Folge der Beschränktheit des Lebens darthun. Es sind nehmlich zwey Hauptarten der Beschrän- kung des Lebens denkbar, Der erste ist: durch verminderte Dauerhaftigkeit bey vermehrter Frucht- barkeit des Individuums; der andere: durch ver- mehrte nehrte Dit harkelt dt Einmirkinge den körper nd die gel die der ne kin so€ diesen Ein Wie kann haftigkeit awey mög dieser, di aur Vervi sich arch Vernehrun 6esichtspun Körper, di mehren,| seyn müs Armpolyp Art zu y aber nur vorbringt, Der zu des Lebens Charicher Indhvihhu chen Bey Id en mn 561 mehrte Dauerhaftigkeit bey verminderter Frucht- barkeit desselben, Aber es giebt Eine Art von Einwirkungen, wogegen die Natur keinen leben- den Körper völlig zu schützen im Stande war, und die gerade eine der häufigsten ist, nehmlich die der mechanisch wirkenden Potenzen. Es ist kein so dauerhafter Organismus möglich, der diesen Einflüssen zu widerstehen im Stande wäre, Wie kann also mit diesen Einwirkungen Dauer- haftigkeit des Lebens bestehen? Es giebt hier zwey mögliche Auswege, und zwar ist der erste dieser, dals mechanische Zertheilung ein Mittel zur Vervielfäliigung des Lebens wird. So zeigt sich avch von dieser Seite die Möglichkeit der Vermehrung durch Theilung. Aber von diesem Gesichtspunkte aus erhellet zugleich, dals solche Körper, die sich vorzüglich durch Theilung ver- mehren, in anderer Rücksicht sehr! unfruchtbar seyn müssen; und, dies zeigt sich auch an dem Armpolypen, dessen Vermögen, sich auf jene Art zu vervielfältigen, unerschöpflich ist, der aber nur eine geringe Zahl von Eyern her- vorbringt. Der zweyte Ausweg, auf welchem Fortdauer des Lebens bey der Gegenwart zerstöhrender me chanischer Kräfte bestehen kann, ist, dals das Individuum mit dem Vermögen der willkührli- chen Bewegung begabt, und hierdurch in den Il. Da. Nn Stand 62 er ’ Stand gesetzt‘ ist, sich der Einwirkung jener Potenzen zu entziehen. Bey dieser Art von Dauerhaftigkeit des Individuums kann die Frucht- barkeit entweder dadurch beschränkt seyn, dafs jedes Individuum zwar sich selber zur Fortpflan- zung genug ist, aber nur eine geringe Anzahl von Nachkommen hervorzubringen vermag; oder dadurch, dals mehrere Individuen sich zur Fort- pflanzung vereinigen müssen. Hiermit ist also die Frage beantwortet: Warum bey einigen le- benden Körpern ein nothwendiges Erfordernils zur Fortpflanzung die Begattung ist? Sie ist es nehmlich als eine Schranke der Fruchtbarkeit jener Körper. Zwar sieht man nicht ein, warum diese Schranke nicht‘auch dadurch erreicht wer- den konnte, dals jene Organismen eine geringe Anzahl von Nachkommen ohne Begattung hervor- brächten.‘ Allein aus den empirischen Untersu- chungen, die wir im dritten Kapitel des ersten Abschnitts dieses Buchs angestellt haben, ergab sich in der That auch, dafs es sehr zweifelhaft ist, ob viele von denen Körpern, die sich in manchen Fällen durch Begattung vermehren, sich nicht auch ohne dieses Hülfsmittel fortzupilanzen im Stande sind, Aber giebt es nicht auch Körper, die sich auf beyderley Art, sowohl durch Theilung, als durch Eyer oder Saamenkörner fortpilanzen? Aller- Sllrdin h zuehrng I statt ne, zur zn vers welchem. be wien, WI heitzen,\ Natur beste sowohl du Sagmenkörı den unters! werden,| verschieden mehren, K: der Aussenn ist gezeigt untersten(1 äussere Bi rungen der hier bey vor sich. durch anch' durch zen. Aber Iingsarten€ Dir sind | Unlruhar, Vorrin, m PEN 563 Allerdings können diese beyden Arten der Ver- mehrung in einem und demselben Individuum statt finden, jedoch nie zugleich ,- sondern immier nur zu verschiedenen Zeiten. Ein Körper, bey welchem beyde Arten zu einerley Zeit vorhanden wären, würde eine unbeschränkte Fruchtbarkeit besitzen, welche nicht mit der Organisation der Natur bestehen kaun. Solche Körper, die sich sowohl durch Theilung, Saamenkörner fortpllanzen, müssen aber nur auf als durch Eyer nder den untersten Stufen der Organisation gefunden werden. Denn dals diese Organismen sich zu verschiedenen Zeiten auf verschiedene Art ver- mehren, kann nur in dem veränderten Einflusse der Aussenwelt seinen Grund haben, und oben ist gezeigt worden, dafs nur Individuen aus den untersten Ordnungen der lebenden Körper durch äussere Einwirkungen so bedeutende Verände- rungen der Form ihres Lebens erleiden, wie hierbey vorausgesetzt wird. Jeder Körper ,. der sich durch Theilung vermehrt, kann sich also auch° durch Eyer oder Saamenkörner fortpflan- zen. Aber sobald die eine dieser Vermeh-' rungsarten eintritt,. ist die andere aufgehoben. Daher sind die Blüthen des Lilium bulbiferum unfruchtbar, wenn diese Pflanze Knospen her- vorbringt, und daher erzeugt sie keine Knospen, wenn sie fruchtbare Blüthen trägt. Darum pflanzen sich die Hydern nur im Herbste durch Nna Eyer‘ 564 Eyer fort, nicht aber im Sommer, wo ihre Ver- mehrung durch Sprossen ‚statt findet. Mit den bisherigen Sätzen ist das Ziel, das wir im Anfange dieses Abschnitts zu erreichen uns vorgesetzt hatten, grölstentheils erreicht, Nur Eine Frage ist uns noch zu beantworten übrig. Wir sahen uns nehmlich bey unsern empirischen Untersuchungen gezwungen, zur Erklärung meh- rerer Erscheinungen ein dynamisches Einwirken der lebenden Körper auf einander anzunehmen, Läfst sich diese Hypothese aus den Fundamental- sitzen der Biologie rechifertigen? Die Antwort auf diese Frage ist in denen Sitzen enthalten, die wir über die Grundkraft der Materie in der Einleitung aufgestellt‘haben. Wir fanden dort, dafs eine zahllose Mannichfal- tigkeit von! repulsiven Kräften die materielle Welt ausmacht, dafs jede Kraft durch alle übri- ge begränzt ist, und dafs sie in diesen Gränzen als ein Körper von bestimmter Gröfse und Ge- stalt erscheint, dafs sie aber noch über diese Gränzen hinauswirkt, und mit den ihr entge- genwirkenden Kräften Flächenkräfte von.man- nichfaltiger Richtung und Intensität bildet(r). Diese Flächenkräfte geben das Phänomen imma- teriel- 0) Biol. Bd.:. 25 f, ; yrllr N zach all Köntt mi dir ebend Wirkungen ei, die\ Yir sind kungen 2 fe zu nel thig, ni leiten, w yielle Un Nmer, wo} Lıy van ER m Da, a beantworte y unsern em uber die V Ss antoaste Un aulnwin V, e zahllose A an 565 terieller Wirkungen, weil sie den Raum nicht nach allen Dimensionen erfüllen. Von jedem Körper müssen solche Kräfte ausgehen; auch die lebenden Organismen müssen immaterielle Wirkungen äussern. Diese Wirkungen aber sind es, die wir, oben dynamische genannt haben. Wir sind also allerdings befugt, solche Einwir- kungen zur Erklärung empirischer Data zu Hül- fe zu nehmen. Indels ist freylich Vorsicht nö- thig, nieht etwas aus einer solchen Action abzu- leiten, was in der That eine unmittelbare mate= rielle Ursache hat, Nn5 Vier- J i ER) ne ne 66 rn Vierter Abschnitt. Bedingungen des Wachsthums und der Abnahme der lebenden Körper.\ 0 „ achsthum beruhet auf einer Thätigkeit des lebenden Körpers. Alle Thätigkeit setzt von Seiten der Aussenwelt eine erregende Potenz, und von Seiten des thätigen Körpers Receptivi« 1ät und Reaktionsvermögen voraus. Die äussern Bedingungen des Wachsthums aufsuchen, beilst also,«den Potenzen, wofür der lebende Organis- mus Empfänglichkeit besitzt, und der Wirkungs- art dieser Kräfte nachforschen. Das Wachsthum ım allgemeinsten Sinne aber ist das Resultat der sämmitlichen Funktionen des lebenden Körpers. Die Bedingungen des erstern sind daher zugleich die der letztern, und der gegenwärtige Abschnitt wird folglich die allgemeinern Gesetze aller Le- bensthätigkeit enthalten. Der Weg hierzu ist uns schon durch die Untersuchungen gebahnt, die hyh je I de ri hal, Der E hnden Ri sie wirken quf: dense eine vorl aus, Au diese Art werden\ sern Ein Die er der absol Arten 9 des leben wendigen haben; 1 füsse, di Körpers e absolut äi üine relati Nigel — 67 die wir im letzten Kapitel des zweyten Buchs dieses Werks(s) über die äussern Bedingungen der verschiedenen Formen des Lebens angesteilt haben. Der Einfluls äusserer Potenzen auf den le- benden Körper geschieht auf eine doppelte Art: sie wirken entweder ohne Zuthun des letztern auf denselben ein; oder ihre Einwirkung setzt eine vorhergegangene Thätigkeit desselben. vor- aus. Auf jene Art agirt z. B. die Wärme; auf diese Art wirken die Nahrungsmittel. Vorerst werden wir den lebenden Körper bey allen äus- sern Einwirkungen blos als leidend betrachten. Die erwähnten Potenzen sind ferner entwe- der absolut, oder relativ äussere, Zu den letztern gehören die Actionen einzelner Theile des lebenden Körpers, in so fern sie einen noth- wendigen Einfluls auf den übrigen Organismus haben; Potenzeu der erstern Art sind alle Ein- $lüsse, die nicht in der Organisation des lebenden Körpers einen nothwendigen Grund haben. Eine absolut äussere Potenz ist z. B. das Sonnenlicht; eine relativ“ussere, die durch dasselbe erregie Thätigkeit des Gesichtsorzans. (5) ‚Biol. Bd. 2.-S. 407. 568 Bienen 2 Alles, was das Wachsthum beför- dert, beschleunigt auch die Abnahme des lebenden Körpers, und zwar ent- weder durch die Dauer, oder durch die Heftigkeit der Einwirkung. Es giebt daher ein gewisses Maximum der Erregung, über welches diese nicht erhoben werden kann, ohne sich ihrem Minimum wieder zu nähern, Thatsachen, welche dieses beweisen, sind folgende; Münzenpflanzen kamen in ıT Unzen Wasser, womit ı bis 2 Tropfen des stärksten Salpeter- geistes vermischt waren, dem Anscheine nach besser, als in blofsem Wasser, fort. Enthielt aber das Wasser mehr von dieser Säure, so gin- gen sie sehr bald ein(t). In ı% Unzen Wasser, worin'3 Gran Koch- salz aufgelöset waren, kamen Pflanzen besser fort und erhielten sich länger, als in reinem Wasser. Eine gleiche Menge Wasser, welche mehr Kochsalz, doch nicht über ı2 Gran ent- hielt, beförderte anfangs das Wachsthum, töd- tete (t) Priestrey’s Vers. u, Beobacht, über versch. Tbei- le der Naturlehre. Th. ı. S. 302, | ‚l yet hr in Al 1 Hl A zb(0) Saamenk j), die ich hegossen ha ieh schnell Mischnng n yon jenen| diesen, un nigen der süchtig, 1 Itzter() Ans dem wilerspreche che über des Camp erklären, fanden, da (u) Prise (v) Prarr‘ tur-und, \ (N) Troy t N DI WA (t) Grad, mu a| 569 tete aber bald darauf die Pflanzen. Waren mehr e Pe, als ı2 Gran in jener Quantität Wasser aufgelöset, ‚ so starben die Gewächse in demselben augen- dam,_ Blicklich(u). er, oder}, Äuwirkung j Saamenkörner der Kresse(Lepidium sativum es Maxim), L.), die ich mit einer‘ Emulsion von Mohnsaft hes diese ı) begossen hatte, keimten und wuchsen zum Theil Ohne sichj) vie! schneller, als andere, welche. mit dieser ähern, Mischung nicht waren befeuchtet worden, Aber von jenen blieben auch weit mehrere, als von ses beweim diesen, unentwickelt. Zugleich wurden dieje-. nigen der erstern, die gekeimt hatten, bleich- süchtig, und starben weit früher ab, als die n 15 Una letztern(v). stärksten em Änsche Aus dem obigen Gesetze lassen sich auch die ser, Sort, ii widersprechenden Resultate verschiedener Versu- ieser Säure. 3 che über den Einflufs mancher Mittel, z. B. des Camphers, auf das Wachsthum der Pflanzen erklären. Barton(w) und WıiLLDEenow(x) orin'5 Gra fanden, dafs der Campher die Vegetation beför- en Pflanzen# dert, ger, AU. ME(u) Priester a. a. O. S. 501. ve Wasser, 1 3 2.01:. u 0(v) Prarr's u. Scherr’s Nordisches Archiv für Na- aber ı Grat!. ae über 12 0 tur- und Arzneywissenschaft. B.ı. St.2.$.274 War et ud,\ x> Vachsthun(w) Trommsporr's Journal der Pharmacie, B. Vr St. 2. (x) Grundsifs der Hräuterkunde. 2te Ausg.$. 327. Nn5 1 Ms e, über ve ori r— mn nn nn ee en® le RE nn un RE 570 N—— dert. In mehrern, von mir!über diesen Gegen- stand angestellten Versuchen hingegen wurde das Wachsthum der Pflanzen von einer Emulsion jenes Mittels zurückgehalten, odex ganz aufge- hoben(y). Aus jenem Gesetze erhellet endlich auch, warum in SPALLANZANIs oben gedachten Versu- chen über die Erzeugung der Amphibien, die Entwickelung der Eyer dieser Thiere durch einen gewissen Grad von Wärme beschleunigt, durch Hitze aber aufgehoben wurde. Diese Versuche beweisen zugleich, ‚auch sowohl das Ent- wickelungsvermögen des noch unbefruchteten weiblichen Zeugungsstoffs, als die befruchtende Kraft des männlichen Saamens unter jenem Ge. setze steht. Beyde erhielten sich länger in einer mälsigen Kälte,. als in einer mälsigen Wärme, ohne Zweifel aus keiner andern Ursache, aäls weil die Erregbarkeit dieser Materien in einer wärmern Temperatur früher,. als in einer käl- teın, zu ihrem Maximum erhoben wurde, “ Wer Das erwähnte Maximum der Erre- gung ist verschieden nach der Verschie- den- (s) Prare's und Scneer’s Nordisches Archiv. B. ı. “) On 24 250. 274. 290. 297. jenheil a3 j ui ei ir Idenst! sach 1° {ur lernte! Es er enn das Te ze und Lid es durch Op Sıbstänen bi das Gewächs riode der Ab Alpenplanzen der\Tärme u Let, ab die Kreislauf Ihe bey die höchs Hingesen im tigkeit schon vegetabiische Stufe get Äurch. dest Ile fisse Nr sch, da Nalthum sus 71 T diesen Ce denheit der einwirkenden Potenzen. SEN Würde, pn Es giebt einige, die schon Abnahme U Emuls RB 2: * An der Lebensthätigkeit nach sich ziehen, au; 2 i It ehe noch verhältnilsmäfsige Zunahme der letztern bemerkbar geworden ist. Es erfolgen ganz andere Erscheinungen, wenn das Wachsthum einer Pilanze durch Wär- et u me und Licht befördert wird, als wenn man eu, es durch Opium und andere chemisch wirkende De He Substanzen beschleunigt. Im erstern Falle trägt das Gewächs Bluthen und Früchte, ehe die Pe- wohl das Ent vo riode der Abnahme des Lebens eintritt, wie die Qndelruchteten? ke Alpenpflanzen beweisen, welche, erregt durch - Delruchtende a einen höhern und schneller eintretenden Grad r jenem(8. Ä} 5 a Nr der Wärme und des Lichts, in weit. kürzerer anper I einer Bir Zeit, als die Gewächse des flachen Landes, den sigen Wärme, Ursache, il terien In einer Kreislauf ihres Daseyns vollenden, und doch da- 'bey die höchste Stufe ihres Lebens erreichen(2). Bu Hingegen im letztern Falle fängt die Lebensthä- I tigkeit schon an zu erschlaffen, ehe noch der m mul vegetabilische Organismus zu dieser höchsten Stufe gelangt ist. Roggenkörner lassen sich durch destillirtes kohlensaures, mit dem achten in der Im Theile flüssiger oxygenirter Salzsäure versetztes 1a Verschb Wasser sehr schnell zum Keimen bringen, und ger PEISCH! Tr das Wachsthum derselben lälst sich dadurch sehr beför- & Arch ji (z) Biol. Bd. 2. S. 37. 72% Ga befördern; aber ihre Halme sterben ab, wenn sie eine Höhe von 9 bis ı0 Zoll erreicht ha- ben(a). G. 4| Jenes Maximum der Erregung ist auch verschieden nach der Verschieden- heit der Organismen und der Organe, Saamenkörner, welche während dem Heimen vom Sonnenlichte beschienen werden, gedeihen nicht nur viel langsamer, als andere, ım Schat- ten liegende, sondern ein grolser Theil dersel- ben verdirbt sogar völlig, und die, welche auf- gehen, geben nur schwache Pflanzen(b). So- bald aber der Keim Blätter getrieben hat, er- reicht er nur beym Sonnenlichte die höchste Stu- fe seines Lebens, und stirbt vor der Zeit, wenn ihm dieses entzogen wird. Aber auch dann be- darf er nur eines gewissen Grades von Licht zu seiner weitern Ausbildung. Derselbe Grad, wel- cher Pflanzen, die auf freyen, dem Sonnenlichte von allen Seiten ausgesetzten Höhen wachsen, unentbehrlich ist, tödtet diejenigen, die in dun- keln Wäldern einheimisch sind, 6.5 (a) Scnrnapen im Neuen allgem. Journal der Che- mie. B. 35. S. 555. (b) Incenkovss in Vorsr’s Mag. f. d. Neueste aus der Physik etc. B.V. Su 2. 5.45. (den dent(} y; Im Papl gpiatel Er N auch Dt zentalsitzt de gende Sit il klären se 3) Di Aus verschieden ten und ak ın den desselben( Dieter Sa sur, Die N Kar, wel des Lebens n Recent I welt denkbar Antagnusmn, nes und des Me gesen cin (ne Wirkuns ale Verschi ER Bra ln, mmammrern 573 e Sterben h ß BR we Von den drey bisherigen Gesetzen haben\ wir das erste(f. 2.) schon in der Einleitung(c) aus den Begriffen des Lebens und der Materie ler Ertemn, abgeleitet. Ehe wir weiter gehen, ist es nö- BIREN ihig, auch die beyden letztern aus den Funda- PER FERN mentalsätzen der Biologie zu entwickeln.— Fol- nz gende Sätze sind es, woraus sich dieselben er- während den E: klären lassen: werden, gi ı) Die Receptivität für erregende Potenzen ist als andere, in verschieden sowohl in den verschiedenen Ar- ten und Individuen der lebenden Körper, und die, wei als in den verschiedenen Theilen eines und e Pflanzen(| desselben Organismus. t_ getrieben ichte die. hä Dieser Satz bedarf kaum einer Rechtferti- a gung. Die Wahrheit desselben erhellet schon Aber anch daraus, weil eine Verschiedenheit der Formen fra nor] des Lebens nur bey einer Verschiedenheit der ro he Dieceptivität für die Einwirkungen der Aussen- e% N“ welt denkbar ist. Sie erhellet auch aus dem Re Antagonismus, den die verschiedenen Theile ei- gi er nes und desseiben Körpers bey ihrem Wachsthu- PER me gegen einander äussern. Nur die verschie- “ dene Wirkungsart eines und desselben Keitzes auf die verschiedenen Organe igiebt eine befrie- ‚ug, Joumal& digende Erklärung dieses, sowohl aus Thatsa- chen, 4, Ne (ce) Biol. Bd.a,$. 71, 574: a chen, ais aus höhern Gründen in den beyden letzten Abschnitten bewiesenen Gesetzes. 2) Die Gewalt einer errezenden Potenz nimmt eo] ’ mit jeder Einwirkung immer mehr ab, Die Richtigkeit dieser zweyten Voraussetzung ist weniger. einleuchtend, als die der ersten. Man sieht auf den ersten Blick nicht ein, wie dabey die Erregung durch eine und dieselbe ET- regende Potenz erst bis'zu einem gewissen Ma- ximum gesteigert werden kann, ehe sie abzu- nehmen anfängt. Es scheint, dals das Maxi- mum der Erregung schon bey der ersten Ein. wirkung der erregenden Potenz eintreten mülste. Inzwischen sprechen doch für jenen Satz Gründe der Naturphilosophie und der Erfahrung. Die erstere lehrt, dals Erregung nur zwischen un- gleichartigen Körpern statt findet, und in dem wechselseitigen Bestreben besteht, sich in den Zustand der Gleichartigkeit zu versetzen, dals in der leblosen Natur das leizte Resultat dieses Destrebens ein Tausch der Qualitäten beyder Körper und Verwandelung derselben in eine drit- te homogene Materie ist, dafs hingegen der le- bende Organismus bey Erregungen seine eigen- ihumliche Form und Mischung behauptet. Aber wie kann der erregte lebende Körper. sich dem Bestreben des erregenden, ihn zu verähnlichen, anders entziehen, als dadurch, dafs er entweder die- „nee BR N funnlk „fg ul A [ce App nr 8 ne June nf(DK ig 6 A 1; Eitihnap OH 1. ff INN fie dem Ton. Lina ymül EEE EEE TRITT TE on diesen selber assimilirt, oder dafs seine Recepti- vität für den Einfluls des, letziern mit jeder Er- regung immer mehr abgestumpft wird? In bey- den Fällen mufs nun die Gewalt der erregenden Potenz desto mehr abnehmen, je öfterer, oder je länger sie auf den lebenden Körper einwirkt. Die Erfahrung spricht ebenfalls für diesen Satz. Wir wissen, dals manche Pfianzen und Thiere, die dem‘kalten Norden angehören, sich an das Tropen-Clima gewöhnt haben, ohne dafs ihre Organisation erhebliche Veränderungen erlitten hat(d). Aber wie wäre dies möglich gewesen, wenn die relative Gewalt der Wärme, des Lichts und der übrigen erregenden Potenzen, welche zusammengenommen das Clima ausmachen, nicht in eben dem Maalse abnähme, wie die absolute Gewalt derselben zunimmt. Bey allem dem würde aber jener zweyte Satz doch zweifelhaft bleiben, wenn sich die Schwürigkeit, mit ihm das allmählige Gelangen der Erregung zu einem Maximum zu vereinigen, nicht wegräumen liesse. Diese wird indels durch folgende Voraussetzung gehoben: 5) In jedem lebenden Körper giebt es einen Cirkel von Erregungen, der bis auf einen gewissen Grad von den Einwirkungen der Aussen- (d), Biol. Bd,2. S. 127. 155. 246£. EEE a een N ee 576 men, Aussenwelt unabhängig ist, jedoch durch die- sen verstärkt werden kann. Jener Cirkel von Erregungen besteht darin, dals die sämmtlichen Organe auf einander als relativ äussere, erregende Potenzen wirken, Um jene Voraussetzung zu rechtfertigen, ist es also nothwendig, zuerst die Frage, ob. es dergleichen Potenzen giebt? aus Erfahrungsgründen zu be- antworten, Wir sehen aber, dafs bey allen le benden Körpern gänzliche Ausleerung der Säfte den Tod nach sich zieht. Es ist also zu ver- muihen, dafs die flüssigen Theile relativ äus- sere, erregende Potenzen für die festen sind, Wir schen ferner, dafs in jedem Theile das Wachsthum und endlich alle Lebensthätigkeit auf. hört, wenn entweder die Nerven, oder die Blutgefälse desselben unterbunden, oder auf an- dere Art ausser Verbindung mit dem übrigen Organismus gesetzt werden(e). Die Erfahrung lehrt auch, dafs bey den Insekten ein ähnliches partielles Aufhören der Lebensthätigkeit nach dem Bestreichen der Luftlöcher einzelner Ringe mit Oel eintritt(f). Hier bringt also die Ent- ziehung (e) Srexonsı Elem. myolog. specimen. p.86. Har- LER in: Commentar. socy. Reg. sc, Gotting. T.IV. p 419. ARNEMANN über die Reproduktion der Ner- ven..$. 26. (f) Lrosser Trait& de la chenille da saule. p. 79 . zig der athndst hervor wel Aie der des Dluts, schenlich, den übrige die Antwot fallen müs Aber n die Erregu: Potenzen 1 auf einen der ‚ussenn ner, besond die an Ihre und in en hier zu de terlande au schen Pflar mit dem So fremde, na hier ihre B derkaigen]; Tanks über Ü aus Fan ten Hof; IN DA m ee 577 Ist, jedoch du kann," ziehung einer absolut äussern Potenz, nehmlich der athmosphärischen Luft, dieselbe Wirkung gungen best, hervor, welche dort aus dem aufgehobenen Ein- auf de flusse: der Nerven und der Blutgefälse, oder Potenzen wi. des Bluts, entsteht. Es ist daher höchst wahr- scheinlich, dafs diese Theile als erregend auf den übrigen Organismus wirken, und so wird . Be pr die Antwort auf die obige Frage bejahend aus- rr Auf Ne fallen müssen. Ausleerung Es ist ale ı Aber mehrere Thatsachen beweisen auch, dals Theile rektr die Erregungen, welche von diesen relativ äussern für die fee Potenzen herrühren, einen Cirkel bilden, der bis in jedem Th auf einen gewissen Grad'von den Einwirkungen oe Leber der Aussenwelt unabhängig ist. Viele Saamenkör- e Nerven, L ner, besonders der lilienartigen Gewächse des Caps, r die an ihrem Geburtsorte zur Reife gekommen, in und in eine andere Zone gebracht sind, keimen hier zu der nehmlichen Zeit, wo sie in ihrem Va- terlande aufgegangen seyn würden. Die Peruani- schen Pflanzen blühen bey uns im Winter, der mit dem Somimer von Peru gleichzeitig ist. Viele fremde, nach Europa versetzte Bäume verliehren gu hier ihre Blätter nicht im Herbste, sondern in derjenigen Jahreszeit, die mit dem Herbste ihres imen,}| Landes übereinstimmt. Eben so verhalten sich 1 Gong die aus Europa nach dem Vorgebirge der gu- dukun ten Hoffnung verpflanzten Gewächse; und das 111. Da. Oo Nehm- f EEE EERRETTUSTERTEO eg> er ei ee Eee A ee cn RE 78 nn Nehmliche findet auch beym Ausschlagen der Knospen statt(g). Man sucht vergeblich einen andern Erklä- rungsgrund dieser Erscheinungen, als einen sok chen Cirkel von Erregungen, wie wir vorhin angenommen haben, Doch müssen wir zu- gleich voraussetzen, dafs dieser Cirkel nur bis auf einen gewissen Grad von den Einwirkun- gen der Aussen welt unabhängig ist, Die er- wähnten Eigenthümlichkeiten fremder Gewächse nehmlich verliehren sich in eben dem: Verhält- nisse, wie diese in ihrer neuen Heimath mehr einheimisch werden. Bey Pflanzen, die binnen drey Monaten auigehen, wachsen und Früchte tragen, fangen sie nach drey bis vier Jahren an zu verschwinden. Eine längere Zeit bedarf es hierzu bey jährigen Pflanzen. In grolsen Bäu- men werden sie mit allen"Hülfsmitteln der Kunst kaum in Jahrhunderten zerstöhrt(h). Diese Gründe lassen sich noch durch an- dere, welche aus der Natur des lebenden Or- ganis- (g) Tuovıw, Annales du Museum d’Hist. nat. T. IT. p- 79. Tuunsgene’s Reisen. S,7, im Magazin von merkwürdigen neuen Reisebeschreibungen. Bd. 7. ı (bh), Tuouis 2% 0. nismis die wirken. alsc 2l, und| die letztem get sich al Ganzen W noch langt Jassenden sich zur muls denn wirkungeu sonst alle seyn würde vorhandene und durch seitig mot Eindrucke rem Entst für sein Bi de die Be; schon dure welchen sic den Ireup (i) Biol| m Ausschlim N einen andern} Ongen, als kim EN, WIE Wir müssen 7 dieser Cirkl y bis vier] ngere Zeit en zerstöhrt( nm! ich noch di ir des JeDenik AHıst, Di At ım Maga chresbungen Di 579 ganismus. abgeleitet sind, unterstützen. Jedes Organ desselben besitzt ein eigenthümliches Le- ben; für jedes Organ ist also der übrige Or- ganismus dasselbe, was für den ganzen Orga- nismus die übrige Welt ist. Auf jeden"Theil wirken also die übrigen als erregende Poten- zen, und jener wirkt wechselseitig eben so auf die letztern. Die Erregung des Theils verbrei- tet sich also über das Ganze, kehrt von dem Ganzen wieder zum Theile zurück, und dauert ‚noch lange nach Entfernung der ersten veran- lassenden Ursache fort. Aber bey dieser in sich zurückkehrenden Kette von Erregungen mufs dennoch die Empfänglichkeit für neue Ein- wirkungen der äussern Welt fortdauern, weil sonst alle Verbindung mit dieser aufgehoben seyn würde. Jeder neue Reitz trifft also schon vorhandene Erregungen an, die er modificirt, und durch welche dessen Einflufs auch gegen- seitig modihicirt wird. So hängt von dem ersten Eindrucke, den der lebende Körper bey sei- riem Entstehen empfängt, die Art der Existenz für sein ganzes künftiges Leben ab; und so wur- de die Beschaffenheit der jetzigen lebenden Natur schon durch diejenigen Einflüsse bestimmt, unter welchen sich vor Jahrtausenden die ersten leben- den Erzeugnisse der Erde bildeten(i). Durch (i) Biol. Bd.5. S. 225. Oo TOTER EEE EEE U er a a a N ee zn- Z——— Ta a a th EEE ERTEILT 4 nr er 580 ern Durch den obigen Satz ist nun die Schwü- tigkeit gehoben, die uns im Wege stand, als wir mit dem Satze,' dals jede erregende-Po- tenz bey wiederhohlter Einwirkung auf den lebenden Körper an Wirksamkeit verliehrt, die Thatsache vereinigen wollten, dals die Erre- gung durch den fortdanernden Einfluls einer und derselben Potenz allmählig bis zu einem gewissen Maximum verstärkt wird. Aus jenem Satze folgt nehmlich, dals nur dann: eine gra- duelle Zunahme der Erregung statt finden kann, wenn die Summe der erregenden Potenzen stufen- weise verniehrt wird.. Eine solche Vermehrung tritt: aber dann wirklich ein, wenn es relativ äussere Potenzen giebt, welche wechselseitig auf einander wirken, und in deren Cirkel eine ab- solut äussere Potenz eingreifen. kann. Diese letztere Potenz wirkt bey ihrem ersten Einflusse nur mit ihrer eigenen Gewalt; bey ihrem zwey- ten Einflusse aber wird sie durch jene relativ äussern Potenzen unterstützt: es ist daher be greillich, wie die erste Erregung. von der zweyten an Stärke übertroffen werden kann, wenn auch die absolut. äussere Potenz, für sich betrach- tet, bey der zweyten Einwirkung an Gewalt verlohren hat. I That glas ame Amen, d vor Ihrem| Vrminderur sch eine$ ganlamus,| Mischung, Nebanvirkı alles Leben kenlos wi jede, auf Kaupten, ‚t ähnlichte, zu werden, hen aher] machen, ı lichkeit zu Veränd Struktur n und de: ben. Dies Iktir seyn, sun Einiir I un | Gem sg ISE nun dien, M Wer, 6. 6. i jede errenni. Die Thatsachen, die wir im letzten Kapi- Inwirkung;y tel des zweyten Buchs(k) aufgestellt haben, mkeit Verl beweisen, dals jede absolut äussere Potenz, aus- en, dals u ser ıhrem Einflusse auf die Vermehrung und nden Einf. ‚ Verminderung der Lebensthätigkeit überhaupt, hlie biz noch eine specifique Nebenwirkung auf den Or- t wird, hr ganismus, hat, welche in Modifikationen der or ws Mischung, Textur und Struktur besteht. Diese 18 akt file Nebenwirkung ist eine Folge der Beschränktheit| fi ir alles Lebens. Ein Körper, dessen Leben schran-|| 202 kenlos wäre, würde seine Örganisation gegen Fe Yinse; jede, auf ihn wirkende Potenz unverändert be- ie En haupten, indem er diese augenblicklich sich ver- Ki; ähnlichte, ohne von ihr gegenseitig assimilirt ren Lirkel i ir# te zu werden, Der Körper von beschränktem Le- DENE ben aber kann nichts seiner Natur homogen TR RR machen, ohne einen Theil seiner Eigenthüm- Me]! lichkeit zu verliehren, * Veränderungen der Mischung, Textur und ng; von A Struktur müssen Veränderungen der Receptivität ı kann, und des«iReaktionsvermögens zur Folge ha- für su FF ben. Diese aber können quantitativ oder qua- yirkung an" litativ seyn. Dals die Empfänglichkeit für äus- sere Einwirkungen quantitativer Veränderungen fähig (k) Biol. Bd.2. S$. 407 fl. 005 I EEE TEE Dee 82 a— fähig ist, erhellet daraus, weil heftige Einwir- kungen alle Receptivität vertilgen. Qualitativ würden die Veränderungen der Receptivität dann seyn, wenn jede einwirkende Potenz diese Fä- higkeit nur für sich selber, nicht aber für an- dere Potenzen verminderte, oder sie für an- dere gar erhöhete. Solche ‚qualitative Verän- derungen der Receptivität giebt es wirklich. Es ist nehmlich ein Satz, der sowohl aus dem Begriffe der Reitzbarkeit folgt, als Erfahrungs- gründe auf seiner Seite hat, dafs die Recep- tıvität für eine erregende Potenz ver- mehrt wird durch Verminderung oder Aufhebung des Einflusses dieser Potenz. Veränderungen der Receptivität nun müssen in vorhergegangenen Veränderungen der Mischung und Form ihren Grund haben. Die letztern aber entstehen aus der Einwirkung äusserer Po- tenzen., Mithin haben alle Veränderungen der Receptivität ebenfalls, folglich auch Erhöhungen dieser Fähigkeit, hierin ihre Quelle. Allein oben haben wir. bewiesen, dals alle einwirkende Po- ienzen die Receptivität vermindern. Hier: ist also ein Widerspruch, der. sich nur unter der Voraussetzung heben lälst, dafs jede erregende Potenz durch ihre Einwirkung /auf die Recep- tivität diese blos in Beziehung auf sich depri- mirt, und zugleich sie in Beziehung auf andere Potenzen exaltirt. Bey By di PORN IN| setzt, i ein w iyInalel ı las Gesetz {rohlten Jissen gilt lie, Recepli Potenzen durch die] auf den Dr Exaltationen selben, od bens ‚ohne hervorbringe dritten Dapı sullıng de ches durch stehung un per begrün Potenzen h Diese} ten. In der Mr, von l Vnen Skizz UNE (m) Bil,} em 83 Bey diesen‘Schlüssen ist indefs vorausge- setzt, dafs alle einwirkende Potenzen die Re- ceptivität vermindern, und dieser Satz läfst sich in Zweifel ziehen. Man kann einwenden, dafs das Gesetz dss Sinkens der Receptivität bey wie- derhohlten Einwirkungen blos von solchen Ein- flüssen gilt, welche durch die Lebenskraft auf die Receptivität agiren. Aber kann es nicht auch Potenzen geben, welche unmittelbar und. ohne durch die Lebenskraft vorher gebrochen zu seyn, auf den Organismus Einfluls haben, und welche Exaltationen der Lebenskraft, Depressionen der- selben, oder Umwandelungen der Form des Le- bens ‚ohne vorhergegangene wvitale Reaktionen hervorbringen? Ja, haben wir nicht selber im dritten Kapitel der Einleitung(l) bey der Dar- stellung desjenigen biologischen Systems, wel- ches durch unsere Untersuchungen über die Ent. stehung und Verwandelungen der lebenden Kör- per begründet ist(m),-die Wirklichkeit solcher Potenzen behauptet? Diese Einwürfe lassen sich aber beantwor- ten.. In der Einleitung, wo unsere Absicht blos war, von den drey möglichen biologischen Sy- stemen Skizzen zu liefern, konnten wir freylich, ohne U)" Biol. Bd! T.:S. 102. (m). Biol. Bd. 2, S. 264. 004 EEE m a TREE nn ie Ta EEE EEE TEE IEEENEIT TTERERLEN, Er 584 game ohne uns in weitläuftige Untersuchungen einzu- lassen, die exaltirenden und deprimirenden Po- tenzen nicht anders, als verschieden von den eigentlichen Reitzen(dieses Wort in der,$.65 der Einleitung festgesetzten Bedeutung genom- men) ansehen. Allein hier, wo es uns obliegt, dasjenige von jenen Systemen, welches wir für das wahre anerkannt haben, weiter auszufüh- ren, müssen wir erinnern, dals die Wirkungen der erwähnten Potenzen nur Nebenwirkungen der Reitze sind. Ehe wir imdefs diese Be- hauptung rechtfertigen, werden wir vorher den Beweis eines Satzes liefern, den wir oben vor- ausgesetzt haben, ohne die Richtigkeit dessel- ben darzuthun. Wir haben nehmlich angenommen, dafs die Empfänglichkeit für eine erregende Potenz durch Verminderung oder Auf. hebung des: Einflusses der letztern'er- ‚höhet wird. Dieser Satz aber folgt unmit- telbar aus dem Begriffe der Reitzbarkeit, Sie ist, wie wir in der Einleitung(n) gezeigt ha- ben, das Vermögen lebender Körper, Einwir- kungen der Aussenwelt so zu percipiren, dafs die relative Stärke der letztern, ihrer absoluten Verschiedenheit ohngeachtet, unverändert bleibt, Allein dies heilst mit andern Worten nichts an- ders, (n): Biol, Bd..1.:.5668. Yu, wall mu ud zit, zug giebt hir und ru h ke erben, W acht werd den nicht( de, Nacht ohne den Himmel ar die Pilanne beschienen schmolzen 1 Gewichse,\ ud der N uigen Üie, \ werden(9 ist ohne 2 ceptivität| Höhe any; Grad yon| herrorbring Hitze nach Kin Urgge fo) Di A, de Par, ı (?) Eh, ersuchunn A | GEHT IMIrend} Wort in de ty Bedeutun m, wo es un '» welche m’ „ Weiter guy! dals die Wire 74 IT Nedenwiiu indels dis en wir vor Worten nu Genen s8s ders, als die Receptivität steigt, so wie die Ge- walt der einwirkenden Potenzen vermindert wird, und sinkt, so wie diese zunimmt. Die Erfah- rung‘ giebt uns ebenfall5 Beweise jenes Satzes. Thiere und Pflanzen, die einem gewissen Grade von R:lte eine Zeitlang ausgesetzt gewesen sind, sterben, wenn sie plötzlich in eine Wärme ge- bracht werden, die ihnen unter andern Umstän- den nicht den mindesten Nachtheil zufügen wür- de. Nachtfröste können ziemlich heftig seyn, ohne den Gewächsen zu schaden, wenn der Himmel am folgenden Tage umwölkt ist, und die Pflanzen nicht eher von den Sonnenstrahlen beschienen werden, als bis das Eis wieder ge schmolzen ist(0). Am meisten leiden von ihnen Gewächse, welche vor dem Nordwinde geschützt, und der Mittagssonne ausgesetzt sind, weit we- niger die, welche von dem Nordwinde getroffen werden(p). Die Erklärung dieser Erfahrungen ist ohne Zweifel darin zu suchen, dafs die Re- ceptivität bey der verminderten Wärme zu einer Höhe anwächst, auf welcher schon ein geringer Grad von Wärme eine eben so heftige Erregung hervorbringt, wie sonst pur eine übermäfsige Hitze nach sich ziehen würde Aus einer ähn- lichen Ursache verwelken Gewächse, die lange‘ unter (0) Du Hamer et Burron, Mem. de l’Acad. des sc: de Paris. 1737. Ed. 8. p. 404. (p) Ebendas. p. 396. he TEEERBE REN NER Er nern. u nie TEE a na ET TER, 2„2 ON= 586— [4 unter engen Behältern, z.B. unter Glasglocken, gestanden haben, sehr schnell, wenn sie plötz-: lich an die freye Luft gebracht werden. Diese Zunahme der Receptivität bey verminderter oder aufgehobener Erre- gung hat aber eine gewisse Gränze, Bey fortdauernder Verminderung oder Auf- hebung der äussern Einwirkungen sinkt sie:ebien ‚sowohl, wie bey übermäfsi- ger Heftigkeit der erregenden Potenzen, zu einer niedrigsten Stufe herab. So "'muls es seyn, wenn die ganze lebende Natur ein einziger grolser Organismus ist, in welchem alle einzelne Körper, wechselseitig für einander Mittel und Zweck sind. Verhielte es sich an- ders, so würde jedes Thier und jedes Gewächs von diesem Organismus sich loszureissen im Stande seyn, oder losgerissen, werden können, indem es in einen Zustand versetzt würde, wo, bey gänzlicher Unthätigkeit, die Lebensfähigkeit desselben dennoch fortdauerte. Bey jenem Ge- setze aber ist jede Trennung vom allgemeinen Organismus der Anfang des Uebergangs zu an- dern Formen des Lebens, mit deren Entstehen jene Trennung wieder aufgehoben wird. So ster- ben alle lebende Körper eben so wohl von zu geringer, als von übermäfsiger Wärme; und so wurde in SraLLanzanı’s Versuchen über die Er- ZEeUu- zeug' ve wickelt mise Gr gebt Hier is ingere Obi tationen UL alle Umwa Wirkungen wirkungen ser Von tern. obige zen, wel ZU Teilzen, yücht diese Weder mn verändert te, ohne end jene würde,\ altırende P dals er die ch vermi klne erhj) IMMER ur bieke, Copenen Ay nn een; 87 zeugung der Amphibien den Eyern ihr Ent- wickelungsvermögen, und dem männlichen Saa- men seine befruchtende Kraft durch. einen ze- wissen. Grad sowohl von Kälte, als von Hitze geraubt. Hier ist nın der Grund, auf welchem sich unsere obige Behauptung. stützt, dals alle Exal- tationen und Depressionen der Reitzbarkeit und alle Umwandelungen der Form des Lebens nicht Wirkungen eigener Potenzen, sondern Neben- wirkungen der Reitze sind, Denn nur bey die. ser Voraussetzung ist eine Erklärung des letz- tern obigen Gesetzes möglich., Gäbe es Poten- zen, welche die Receptivität erhöheten, ohne zu reitzen, so wäre nicht einzusehen, warum nicht diese Fähigkeit bey entzogenen Reitzen ent- weder immer fort steigen, oder sich doch un- verändert auf einer gewissen Höhe erhalten soll- te, ohne dafs das-Leben des Organismus wäh- rend jener Entziehung dadurch beeinträchtigt würde. Wirkt aber jeder Reitz zugleich als ex- altirende Potenz, und zwar auf eine solche Art, dafs er die Receptivität zwar in Beziehung auf sich vermindert, aber in Beziehung auf andere Reitze erhöhet, so findet bey entzogenen Reitzen immer nur eine: einseitige Erhöhung jener Fä- higkeit, nehmlich in Beziehung auf diese ent- zogenen Reitze, statt, Aber kein Körper kann III. Bd. Pp allen — REGEL RE TEAE e a a TEE EL RETTET Pr} 588 Gramm allen Einwirkungen. der Aussenwelt gänzlich ent- zogen werden, ‚und könnte er es auch, so wür« de der lebende ‚Körper doch immer noch dem Einflusse der relativ äussern Reitze ausgesetzt seyn. Auch sind es diese, bey jeder Reitzent- ziehung noch zurückbleibenden Irritamente, wel- che jene einseitige Erhöhung der Receptivität her- vorbringen. Indem sie aber eine solche Exalta- tion. bewirken, vermindern sie zugleich die Re- ceptivität für sich selber, und diese Minderung geht bald bis zur völligen Erschöpfung, weil, der. entzogenen Reitze wegen, kein Ersatz der Recepüvität in Beziehung auf die übriggebliebe- nen Irritamente möglich ist. Nun erhöhet jeder Reitz die Receptivität für andere Reitze nur da- durch; dafs er als Reitz wirkt."Allein wo keine Receptivität statt, findet, giebt es auch keinen| Reitz. Die erwähnte einseitige Erhöhung der Empfänglichkeit für die entzogenen Reitze dauert also nur so lange, als die übriggebliebenen Irrita- mente diese Fähigkeit in Beziehung auf sich noch nicht völlig erschöpft haben. Mit der völligen Erschöpfung höret auch jene Exaltation auf; das Zusammenwirken der sämmtlichen Organe zu ei- nem gemeinschaftlichen Zwecke wird ebenfalls aufgehoben, und der Organismus zersetzt sich, um sich zu andern Formen des Lebens wieder zusammenzusetzen. Y = S I jung al seitig hir gas) Ola zjedngiel kann aber weder da gonisisch andere Ur derung de des andem beyten Fi des Leirn yung sin stirbt die genem Li unverinde Nicht nieht abe güt gen ein von berg, dals der 7 OWelt pänlı MR 539 472 18 auch... a) N 5 h IMmMer ng; Alles naturgemälse Wachsthum,, folglich alle NOCH In> 1 Reitze, gesunde Lebensthätigkeit überhaupt, beruhet da- vn Aller) bey jeder hi her auf‘dem Gleichgewichte antagonistischer ln: Rn Iniumpg Reitze, welche bey ihrer Einwirkung auf den ! v I y der Ascepni n eine solch}, sie zupleich di nA Ass i uu alese linden® lebenden Organismus die HReceptivität in, Bezie- hung auf sich selber vermindern, aber wechsel- Alle Stöhrung die- ses’ Gleichgewichts nähert den Organismus der seitig für einander erhöhen, Er: niedrigsten Stufe des Lebens. Diese Stöhrung Mr de kann aber anf eine doppelte Art geschehen: ent- Kr FR weder dadurch, dafs der eine von zwey anta- Ba gonistischen Reitzen vermehrt wird, indem der‘ A andere unverändert bleibt; oder durch Vermin- NE derung des einen bey unverändertem Einflusse I... Mein des andern. Der Erfolg dieser Stöhrung ist in En. beyden Fällen Näherung zur niedrigsten Stufe Be des Lebens. Aber die Phänomene dieser'Nähe- genen helnil zung sind in beyden Fällen verschieden.$o stirbt die Pflanze eines andern Todes bey entzo- genem Lichte und unveränderter Wärme, als bey Mit der unverändertem Lichte und vermehrter Wärme. Exaltation au;& chen Org: Nicht jede Stöhrung jenes Gleichgewichts ke wird ih zieht aber sogleich Krankheit nach sich. Es giebt gewisse Gränzen, innerhalb welcher der I EETERTT EEE EEE ERSTER eine von zwey antagonistischen Reitzen das Ue- bergewicht über den andern haben kann, ohre ;? dafs der Zustand der Gesundheit dadurch aufge- Pp> hoben ER EEE REN FETTE ZT TEERETETEE TEE ET EETEE. 2 REEL LEE AT ORRRr F: | 590 hoben wird. Diese Thatsache würde sich durch folgende Voraussetzung erklären lassen: Gesetzr A und B wären zwey absolut äussere Reitze, und z.B. A eine oxydirende, B eine desoxydi- rende Potenz, so wie& und 2 zwey Systeme von. Organen, deren Lebensthätigkeiten wechsel- seitig auf einander als relativ äussere antagoni- stische Reitze wirkten; gesetzt ferner, das Sy, stem& besälse blos Empfänglichkeit für den Reitz der desoxydirenden Potenz B, und das andere B blos für den Reitz der oxydirenden Potenz A, doch wirkte ausser B auch die Lebensthätigkeit von ß8 mittelbar als erregende- Potenz auf a, so wie umgekehrt auf 3 ausser A auch die Le- bensthätigkeit von&; gesetzt endlich, die Lebens- tbätigkeit von& brächte ähnliche Veränderungen in 3, wie der absolut äussere Reitz A, und die Lebensthätigkeit von ß8 analoge Veränderungen in &, wie der Reitz B, hervor, jene wirkte also ebenfalls oxydirend und diese desoxydirend; so ist leicht einzusehen, wie in Ermangelung von A. die Lebensthätigkeit der Organe&, und in Ermangelung von B die Lebensthätigkeit von& die Stelle jener absolut äussern Potenzen bis auf einen gewissen Grad ersetzen könnte, Der le- bende Körper würde also im Stande seyn, sich die Bedingungen seines ‚Lebens einigermaalsen selber zu schaffen, Hat Hat N) ihrer 8° Fe I eat we Verögen 1, die Dr uf eine| Ines ken der A und Eril einen beit woran der Alks Leben ungen Üipe it em aufhörlich Eva mıl gen Wechs de der Ich derselhen 6 der zu en Ineifel ka Auch die el au nem di alk da Oi Verändel & würde sh; ” Gy Hat jene Voraussetzung die En: auf lat in bi ihrer Seite?: Man wird die Antwort auf diese Si Frage im folgenden Buche finden. Es wird dort Ha gezeigt werden, das der lebeude Körper das id) En Vermögen besitzt, Wärme, und mit Einem Wor- hätipkeiten yiy, te, die formellen Bedingungen seines Lebens bis FR uk, auf einen gewissen Grad selber zu erzeugen. tat ferner, chkeit für in)) „ und das ale 62-9; Airenden Po Jenes unaufhörliche Wirken und Gegenwir- die Lebershi; ken der Reitze, jene beständige Herabstimmung 1de> Boten ı und Erhöhung der Receptivität ist nicht ohne ser A audäh einen beständigen Wechsel der Stoffe möglich, endlich, dl woraus der lebende Körper zusammengesetzt ist, ıche Vera Alles Leben besteht also in beständigen Zerset- e Reitz 4, zungen und Zusammensetzungen; alles Leben. e Verändn: dige ist ein unaufhörlich, erlöschendes, und un-. jene wie aufhörlich sich wieder entzündendes Meteor, RR Etwas mufs aber allerdings in diesem beständi- Ermangelug i gen Wechsel bleibend seyn: denn wodurch wür- =. f ö de der lebende Organismus sonst bestimmt, in n kn derselben Gestalt, worin er unterging, sich wie- ur der zu erneuern? Jenes Bleibende ist nun ohne ; e: Zweifel kein anderes, als dasjenige Organ, wo- ' durch die einzelnen Theile des: lebenden Körpers an zu einem einzigen Ganzen verbunden werden, ns. eingerilt: u als das Organ der Sympathie. Doch absolut un- veränderlich kann dieser Theil eben so wenig, > E s un Pp35 wie EEE WE DNE EEEENEAZTENUECTETETET A TeE Zee. ERREICHTE TE DELETE ZIP UNTER a n a u N EEE EL TTTETBTEEEETENTRENEERETE EEE: EEE 92 Ka——— wie jede andere Materje, seyn; nur in Bezie- hnng auf die ilmigen Organe kann ihm das At» tribut der Unveränderlichkeit zukommen; er kann nur etwas Danerndes besitzen, in so fern er mit einer höhern Sphäre in unmittelbarer Verbindung steht, die in Beziehung auf das Individuum, wovon er ein Organ ausmacht, unveränderlich st. Danuernd in. Beziehung auf das Individnum 8 Indie ist aber zunächst die Art, und dann die ganze Natur. Das Organ der Sympathie, ist also das- jenige, wodurch‘ das Individuum mit der Art und der ganzen übrigen Natur in Verbindung steht. Diese Verbindung nun kann keine blos matbrielle seyn., Durch jenes Organ wird folg- lich der Zusammenhang des Individuums mit je- nem dynamischen Organismus, dessen schon bey mehrern Gelegenheiten erwähnt ist, vermittelt, Von dieser Verbindnng des Individuums mit dem allgemeinen Organismus hängt, wie wir in der Einleitung sahen(q), die Nothwendigkeit des Wachsthums und der Fortpflanzung ab. Wachsthum und Fortpflanzung aber setzen ein Einwirken des Individuums auf die äussere Welt, eine Aufnahme und Aneignung fremder Stoffe, kurz Ernährung, voraus. In dieser Funktion müssen sich daher die allgemeinen Gesetze aller Lebens- (a) Biol: Bd. ı. 8.76 F Eibmnbi sie SUN I pH Erecl Jihsthune aufden un Hier der 6t Slgenden IM zus den Fi durch der Wechelnirk darhieet, u Wirkunget a einge 2 u 2 a ö er eo PEN= TEUER en a ee ee ee REAL yr See TE ee) 593 nn, “n nr Lebensthätigkeit, die wir bisher aus den ober- z er“a sten Sätzen der Biologie abgeleitet, und blos erst FO| in den Erscheinungen der Erzeugung und des we Mn Wachsthums bestätigt gefunden haben, ebenfalls SUR jo aufünden und weiter verfolgen lassen. Sie wird auf das ätien daher der Gegenstand unserer Untersuchungen im acht, une folgenden Buche seyn. Dann aber werden wir auf das Ink aus den Erscheinungen, die jenes Organ,’ wo» nf durch der lebende Körper in einer dynamischen 627 Wechselwirkung mit der übrigen Natur steht, uum mit in darbietet, uns nähere Aufschlüsse über diese Natur in Veh Wirkungsart zu verschaffen suchen, Druck- a A EEE EEE TEE BEE EEE EEHEEREEN STREET TEE SEITE Bez: e: N EEE ER RER Druckfehler. S.3. 2.8. St. Trünmer 1. m. Trümmern. &: 74. Z.4 in der Anmerkung. St. habent 1. m. habet. S.g2. Z. 9. St. mineralogische l. m. mineralische. S.305. In dem Citat zu setze man nach Dec. hinzu: 1. 8.456. Z. ı6. St. der Rückenwirbel l. m. der erste Rük- kenwirbel.’ S. 505. 2.4. Nach mehr setze man hinzu: Milch. 5.540. Z. 14. St. ‚eigenen Organe]. m. einzelnen Organe. —— 1 — , — —— —— 8 ¼ 4 1 1 4 — — — — — — * EE111 — * 4 6 “ V 9„eeLa,„ALALALLNA, 1aanns7AoLons-SAsdeAnhn 1 1nanene'éHänannnitge mitühſtt i1Iiniſihiniſtghiji- WIIIIIIaIannn Oem 1 2 3 4 5 6] 8 9 10 11 12 13 8 L Coiour& Grey Cortrol Chart Blue Cyan Green Vellow HReod Magenta nen— Biack ,