Uriv-Bidi. Giessen —— G 4 8 1 1 1 1 Pb11l os o ph der lebenden Natur für Naturforscher und Aerzte, Von Erster Band. A EN RS TETFREEED Enz: Göttingen, bey Johann Friedrich Röwer, 1802 | m| De DE 4 ni Eu_ A ZZ= 73= nn nn nn nn OU 170 Falten N RE—> um nn in une 2 rn ne ein RE Re 5 EEE NE nn Vorrede a nenn. v7 Dia N ur die Anwendung, nicht der Besitz, macht den Werth des Reichthums. Eine geringe Anzahl aus einem obersten Grundsätze abge- leiteter, und zu einem consequenicn Ganzen verbundener Sätze ist schätzbarer, als alle un- zusammenhängende Kenninisse des gröfsien Vielwissers. Jede Wissenschaft, deren Leh- zen blos nach einem willkührlichen System ger ordnet sind, ist ein Schatz, der erst Zinsen tragen soll, aber noch keine trug. Eine sol- che Wissenschaft war bisher die Naturge- schichte. Länge standen ihre’ Lehren so iso- lirt, wie die Pyramiden in den Wüsten Ae- gyptens. Als die Menge ihrer Erfahrungen sich mehrte, fühlte man die Nothwendigkeit, durch ein gewisses System die Uebersicht der- selben zu erleichtern. Man suchte ein solches, fand aber desto gröfsere Hindernisse bey der Ausführung desselben, je mehr man mit der Natur vertraut wurde. Diese Schwürigkeiten 3 reıtz- \ IV RETTEN reitzten den Wetteifer der Naturforscher. Je- der sahe jetzt die Aufstellung einer. fehler- freyern Ordnung, als die seiner Vorgänger waren, für die höchste Stufe in seiner Wis- senschaft an; jeder schuf jetzt eine neue, und verwarf alle ältere. Dies dauerte fort, bis Linn®& mit einer Classifikation der Naturpro- dukte auftrat, die den Forderungen Aller gröls- tentheils ein Genüge leistete, und die Keiner ganz zu verdrängen sich getrauen durfte. Von seiner Zeit an richtete sich alles auf die Aus- feilung und Erweiterung dieses Systems. Je- der suchte von nun an das Nehmliche für ein- zelne Theile der Natur zu leisten, was LINN& für das Ganze gethan hatte. So entstanden neue Systeme einzelner Zweige der'Thier- und Kräuterkunde in zahllöser Menge, und zahllose Beschreibungen neuer Geschlechter und Arten, und dieses Drängen und Treiben um einerley Punkt währt bis auf den heutigen und wird fortwähren, bis die Frage ge- rn 1 a 0} d oO o) nugsam beherzigt seyn wird, was der'eigent- liche Zweck dieses Drängens und Treibens 2£ seyn soll, und, ob das Alles der Menschheit wahrhaft frommen könne. i war Er._ ' Zwar gab es immer schon Männer, und Lınns selbst gehörte zu diesen, welche ein- sahen, dafs alle jene künstlichen Systeme, ohne Beziehung auf höhere Zwecke, nur schwerer Tand seyen. Allein sie erhoben sich nicht zu dem höchsten dieser Zwecke, und darum blieb alles, was sie in Beziehung auf diesen lieler- ten, blofses Stückwerk, Das letzte Ziel aller Naturforschung aber ist die Erforschung der Triebfedern, wodurch jener grofse Organis- mus, den wir Natur nennen, in ewig reger 'Thätigkeit erhalten wird, und zu diesem Ziele sine jene künstlichen Systeme, an denen so Vie- le ganze Lebensalter hindurch ihre Kräfte ver- schwenden, noch nicht der erste Schritt. Wir haben erst ein blofses Register, noch keine Wissenschaft der Natur, so lange wir-ewig nur an diesen Systemen kleben, und nicht auf die Erreichung jenes Ziels ausgehen. Ein Werk, worin die vielen Thatsachen, die ın den Schriften der Naturforscher zerstreut lie- gen, in Beziehung auf jenen Zweck zu einem Ganzen verbunden wären, würde einen hö-. hern Werth haben, als aile Beschreibungen neuer T'hiere und Pllanzen, die uns weiter # ei nichts vT mmmmmeraenmn Nichts sagen, als dafs diese so oder.anders| gern aussehen,:und in diesem oder jenem Winkel| stal der Erde zu finden sind. i| be Von der ersten Zeit an, als sich der Ver- ss fasser dem Studium der Natur widmete, war sch es eine seiner liebsten Ideen, ein solches Werk von für die lebende Natur einst zu liefern. Sein® Or Lust an diesem Gedanken wuchs, je mehr er N wir mit der Natur vertraut wurde, und je erhabe- de ner er von ihr denken lernte. Jene Idee wur-| dor de endlich der einzige Gegenstand seiner Be- as schäftigung in Stunden der Mufse, Zwar fühl 8} ie er die Last seines Unternehmens, Aber der Gedanke hoh ihn wieder, dafs es ehren- Ri || voller sey, in der Ausführung eines grofsen| er Plans zu scheitern, als einen kleinen zu been- hi digen, und dafs Fleifs, Beharrlichkeit und Lust| ke an der Arbeit, wenn auch nicht Werke des N Genies liefern, doch Werke des Genies Vor e bereiten. In dieser Ueberzeugung gieng er Da schon vor acht Jahren an die Ausführung sei-| ix nes Vorhabens, weihete demselben von dieser ler Zeit an jede geschäftsfreye Stunde, und ergriff ü jede Gelegenheit, die ihm zur Erweiterung sei- Ye ner blicke in das Wirken der Natur behülflich in IS seyQ \ re EU ig u— P “B seyn konnte. Jetzt glaubt er, seinen Gegen- stand von allen, Seiten genug erwogen zu ha- ben, und genug vorbereitet zu seyn, um die Resultate seiner Arbeiten nach und nach er- scheinen zu lassen. Ueber die Grundsätze, von denen er ‚ausgegangen ist, und über die Ordnung, die er in diesem WVerke beobachten wird, giebt die folgende Einleitung hinreichen- ; de Auskunft. Nur über einige Dinge, die dorthin nicht gehörten, und die dem Leser doch zu wissen nützlich sınd, wird hier eine Erklärung nicht überflüssig seyn, Der Verfasser kennt kein traurigeres und geisttödtenderes Geschäft, als das Schreiben und Lesen bloiser Compilationen. Schon das bisher Gesagte wird auch hofientlich den Leser keine solche Arbeit hier befürchten lassen. Was jenen zur Unternehmung dieses Werks reitzte, war der Wunsch, den Reichthum al- ler Zeitalter an reinen Erfahrungen unter all- gemeine Gesichtspunkte zu bringen, und was der Lieser hier finden wird, sind also vielleicht wankende Systeme, unhaitbare'I’heorien, und voreilige Meinungen. Darum mögen die, die blos nackte Erfahrungen, enikleidei von allem 2 Ge- ee u u a au ern ce Me.'__- vIm menu Gewande. der Meinungen suchen, immerhin dieses Buch nur gleich wieder bey Seite legen; für sie wurde es nicht geschrieben. Aber für die, die mit dem Verfasser glauben, dals nur der Geist, den wir der Erfahrung einhauchen, der Erfahrung Werth giebt, sey Folgendes gesagt. Der Verfasser wird, wie gesagt, der'Theo- vien und Meinungen in diesem Werke manche aufstellen. Aber er ist weit von dem Dünkel jener ‚entfernt, die ihre Träume und Visionen für Wirklichkeiten halten, und ihren Behaup- tungen eine Dauer, wie den Sätzen der Eukli- des und Archimedes, zutrauen. Er glaubi, dafs kein menschlicher Verstand die Subtilität der Natur in irgend einem Stücke erreichen kann, dafs alles, was Sterbliche über die Na- tur dachten, denken, und denken werden, ver- schwinden mufs, wie der Schnee an den Strah- len der Frühlingssonne, so wie jene immer mehr von ihrem Innern offenbaren wird, und er zweifelte nie, dafs, auch seiner Gedanken dasselbe Schicksal warte. Aber er hoffte den- noch, seinem Werke einen Werth geben zu können, der es auf einige Zeit vor dem Unter- gange een IX gange aller Meinungen schützen dürfte, wenn er nicht den Strohm leitete, sondern sich von diesem leiten liefse, nicht die Natur seinen Mei- nungen, sondern seine Meinungen der Natur anpafste. Und diesem Grundsatze hat er sich auch bemühet und wird er sich ferner bemü- hen, ın diesem Werke treu zu bleiben. Der Leser erwarte also, hier die Natur mit einem Gewande bekleidet zu finden, das der Verfas- ser ihr angepafst hat. Aber er hefürchte nicht, sie in ein Gewand eingezwängt zu schen ‚„ das dieser für sie verlertigt hatte, ehe er sie kannte, Dieses Gewand wird manche Lücken ha- ben. Der Verfasser wird sich auch keine Mü- he geben, diese zu verbergen. Es ist Wahn und Dünkel, zu glauben, dafs Flitterstaat der Beredsamkeit, oder Blendwerke der Dialektik, oder ein heiliges Dunkel die Blöfsen eines Sy- stems auf immer den Augen der Welt sollten entziehen können. Die, welche diesem Wah-. ne huldigten, zogen Sektirer und wurden von diesen vergöttert,, Aber der Weihrauch ver- brannte bald, und die unverblendete Nachwelt setzte sie in die Classe derer, die der Wahr- *5 heit x mussen 2—— heit-eben so viel, wo nicht mehr, geschadet, als genützt haben. Nur der Ruhm derer blieb unbeileckt, die sich nicht anmaafsten, das gan- ze unermelsliche Gebäude der Natur erleuch- ten zu wollen, sondern ihren Zeitgenossen und der Nachwelt zuriefen: diese Seiten glauben wir erleuchtet zu haben; aber trauet auch dem Lichte nicht zu viel, dafs es euch nicht blende; dort hingegen ist noch völlige Dunkelheit, und dahin Licht zu bringen, wird euer Geschäft seyn! Diese nutzten ihren Zeitgenossen und der Nachwelt selbst durch ihre Irrthümer. Und zu dieser letztern Classe wünschte der Verfas- ser zu gehören. Von diesen Seiten hat also der Leser hof- fentlich nichts zu besorgen. Was er aber wirk- lich zu befürchten hat, ist leider! ein grofses Werk, also freylich ein grofses Uebel. In- zwischen, wir müssen grofse Bücher haben, um kleine zu erhalten. Eines der erstern hofft der Verfasser über den Gegenstand, woruber er zu arbeiten sich vorgesetzt hat, einst zu be- endigen. Aber zu einem kleinern hält er seine ebenszeit nicht für hinreichend. Doch wird er auch nicht durch überflüssige Citate, oder | durch nn ee cu ne—— Gesumwoauge xI durch weitläuftige Erörterung alles dessen, was Andere vor ihm gemeint und gesagt ha- ben, seine Schrift ohne Noth ausdehnen, In einem Zeitalter, wo so oft Thatsachen nach vorgefafsten Meinungen gemodelt werden, in der Hoffnung, dafs Niemand sich die Mühe geben werde, jehe an der Quelle zu untersu- chen, ‚scheint es dem Verfasser Pilicht zu seyn, die Schriften, woraus er seine Beweise nahm, immer bestimmt und treulich anzugeben. Aber er hält es auch eben so sehr für Pflicht, hierin die Mittelstrafse zu gehen, und nicht zehn Gewährsmänner da anzuführen, wo der einzi- ge, aus welchem alle übrige schöpften, hin- reichend gewesen wäre. Er glaubt ferner, dafs einer, der einen eigenen Weg geht, sich nicht um das Thun und Lassen Anderer auf dem ihrigen zu bekümmern hat, und dafs es unrecht ist, von einem solchen hierüber Aus- kunft zu verlangen. Ihm gehen nur die an, die entweder schon vor ihm Theile des Weges, den er eingeschlagen hat, bahnten, oder die seinen\Veg zu versperren suchten, um den ih- rigen desto weiter und bequemer zu machen; und nur solcher Vorgänger wird in. dieser Schrift Erwähnung geschehen. Dies xir nn Dies ıst es, was der Verfasser vorläufig zu erinnern hatte. ir fügt noch hinzu, dafs er seinem Werke das Loos beklatscht zu wer- den eben so wenig, als das entgegengesetzte,| aber wenn eines von beyden seyn sollte, noch licber das letztere, als das erstere wünschen wurde. Ausgepfiffen wurden nicht immer nur ihoren, sondern auch wohl Weise, die nicht mithinkten ım Lande der Hinkenden. Aber beklatscht wurden immer nur Gaukler und Possenreisser, niemals die Wahrheit, so we- nig wie die Sonne, wenn sie heraufkömmt, um Licht und Leben auf Erden zu verbreiten, Uebersehen zu werden von dem grofsen Hau-| fen der’ Sektirer aller Art, nur die Aufmerk- samkeit der wenigen ächten Wahrheitsforscher auf sich zu ziehen, und bey diesen zu blühen und Früchte zu tragen; ein solches Loos wünscht der Verfasser seinem Werke, und er| wird sich glücklich schätzen, wenn dieser Wunsch in Erfüllung geht. Bremen, im May 1802!| Enhalte; t ET u nn nn a ann a fü Inhaltsverzeichnifs. sn Einleitung. Ueber die Interpretation der lebenden Natur. Erstes Capitelı Gegenstand und Wichtigkeit der Biologie. S. 3.| Zweytes Capitel. Tundamentalsätze der Biologie. S. 16. Drittes Capitel. Mögliche biologische Systeme, S. 83. Viertes Capitel.‘Plan des empirischen Theils der Biologie. S$. 103. Fünftes Capitel. Anhang. Ueber den Gebrauch der Hypothesen in der Biologie, und über die Schran- ken der praktischen Heilkunde, S$. 119. Geschichte des physischen Lebens, Erstes Buch. Gränzen der lebenden Na- tur— Classifikation der lebenden Orga- nismen nach der Verschiedenheit ihrer Organisation— Gradationen der leben- den Natur. Erster Abschnitt. Gränzen der lebenden Na- tur... 8,46%: Zweyter Abschnitt. Classifikation der le- benden Organismen überhaupt, S$, 160, Dritter Abschnitt, Tiere, Erstes SINN BERRTERTE Erstes Capıi tel. Thiere überhaupt S. 175 Zweytes Capite l. Säugthiere. S. 184. Drittes Capitel. Vögel. S$. 223. Viertes Ca pitel. Amphibien. 5.247. Fünftes Capitel. Fische. 8. 266. Sechstes Capitel. Mollusken. S. 304. Siebentes Capitel.. Crustaceen. 5. 34% Achtes:Capitel. Insekten. S. 3 Neuntes Capitel. Würmer 5. 38% Vierter Abschnitt. Zocphyten. Erstes Capitel., Classen der Zoophyten. 5.399. ı r Zweytes Capite l. Thierpflanzen., S. 405. Drittes Capite l. Pflauzenthiere. S. 4ı5. Fünfter Abschnitt. Pflanzen. Erstes Capitel. Allgemeine Bemerkungen über die Organisation der Pflanzen. S. 426. Zweytes Capitel, Classen der Pflanzen.$. 433. Sechster Abschnitt. Gradationen der leben- den Natur. S. 447. Zusätze und Verbesserungen. 9.477: Hınleı- ur Finleitön:. Ueber die Interpretation der lebenden Natur. At illud de nobis'ne dubitare quidem fas sit, utrum nos philosophiam, et artes et scientias, quibus utimur, destruere et demoliri cupiamus: contra enim, earum et usum et cultum et honores libenter amplectimur. Neque enim ullo modo ofheimus, quin istae, quae invaluerunt, ‚et disputationes alant, et sermones oment, et ad profes- 'soria munera, ac vitae civilis compendia adhibeantur et valeant; denique tamquam numismata quaedam consensu inter homines recipiantur. Quin etiam significamus aper- ie, ea quae nos adducemus'ad istas res non multum idonea futura, cum ad vulgi captum deduci omnino non possunt, nisı per eflectus et opera tantum, Baconı Nov. Organ, 1. II. B———— nu m Erutestung. Erstes Capitel. Gegenstand und Wichtigkeit der Biologie. \V ir finden die sichtbare Natur in zwey grolse KReiche geschieden, in die leblose und in die leben- de. Die erstere wurde schon sehr früh zum Gegen- stande einer eigenen Wissenschaft gemacht, die man mit‘ dem zu viel umfassenden Namen Physik oder Naturlehre belegte. Die letztere blieb dage- gen immer verwaiset, und nur einzelne Theile von ihr wurden in andern Wissenschaften, wo ınan ihrer nicht entbehren konnte, als Gegenstände beyläufiger Untersuchungen behandelt. Man frage nicht, woher diese Vernachlässigung? Der Zufall gebahr die Wissenschaften, und ihre Eintheilung hel daher eben so regellos aus, wie der Zufall selbst. Wohl aber mag man fragen, wie diese Vernachlässigung auch da noch fortdauern konnte, nachdem schon richtigere Begriffe über die ver- schiedenen Zweige des menschlichen Wissens in Umlauf gekommen waren? Erst in den neuesten Az Zeiten 4 un Zeiten fieng man an zu ahnden, dafs die Lehre von der lebenden Natur mit eben dem Rechte, wie die von der leblosen, zum Range einer eigenen Wissenschaft erhoben zu werden verdiene, Meist aber blieb es noch bey der blelsen Ahndung. Erst Wenige versuchten es, jene Lehre als eine eigene Wissenschaft zu behandeln, und diese Versuche wurden immer nur einseitig in Beziehung auf die Heilkunde gemacht. Unsere Absicht ist, einen neuen Versuch der Art zu wagen, wobey wir keine Rücksicht auf die Anwendungen nehmen werden, die sich von den Resültaten unserer Untersuchungen in irgend einer Kunst oder andern Wissenschaft machen lassen. Die Gegenstände unserer Nachforschungen werden die verschiedenen Formen und Erschei- nungen des Lebens seyn, die Bedingun- gen und Gesetze, unter welchen dieser Zustand statt findet, und die Ursachen, wodurch derselbe:bewirkt wird. Die Wissenschaft, die sich mit diesen Gegenständen beschäftigt, werden wir mit dem Namen der Bio- logie oder Lebenslehre bezeichnen. ‚Wir unternehmen hiermit ein Werk, wozu die Materialien bisher in den ‚verschiedensten Wissenschaften, vorzüglich aber in der. Natur- geschichte und in der theoretischen Heilkunde, zerstreut lagen. Aus„der Naturgeschichte, einer : Wissen- w— m un nn en gen | 5 Wissenschaft, deren Gegenstand und Umfang nie gehörig bestimmt war, gehören hierher die Botax nik und Zoologie, so wie die Mineralogie einen Theil. der Physik ausmacht. Was jene beyden Fä- cher uns zu unserm Zwecke Dienliches liefern können, betrifft indefs meist nur die verschiedenen Formen, unter welchen sich das Leben äussert. Den Bedingungen, Gesetzen und Ursachen des Lebens forschten bisher fast allein die Aerzte nach, und aus deren Schriften werden wir daher die Materialien zu'diesem Theile unserer künftigen Untersuchungen sammeln müssen, 8‘ Also nur bekarnte Dinge unter einer neuen Form! ruft man uns entgegen. Aber gesetzt wir lieferten auch weiter nichts, als dies, so könnte doch auch blos die neue Form schon von wichtigem Nutzen seyn. Rechnet ihr es denn für nichts, grolse Wahrheiten unter einen allgemeinen Ge- sichtspunkt zu bringen? Leben ist das Einzige auf Erden, was Heitz für den Menschen hat, das Einzige, was den Sinn für Einfalt, Schönheit und ‚Erhabenheit nährt und erhält, das Einzige, was dem Verstande immer neuen Stoff zum Denken giebt, und. zugleich für, die Einbildungskraft eine unerschöptliche Quelle der lieblichsten Bilder ist, Bey dem Leblosen weilt der Meusch nur, insofern er in ihm einen Abglanz des Lebens, oder Lösun- gen der vielen Räthsel zu finden glaubt, die ihm A3 bev a——— 6 | bey seinen Betrachtungen über die lebende Welt aufstöfsen. Tod und öde Stille Et Chaos, et Phlegeton ‚'loca nocte silentia late, sind für ihn schauderhäfte' Vorstellungen. Und es sollte ein so ganz verdienstloses Werk seyn, das, was Erfahrung und Nachdenken uns über diesen erhabenen Gegenstand gelehrt haben,‘ und was bisher in den verschiedensten Fächern zerstreut lag, zu einem Ganzen zu vereinigen? Es ist eine längst anerkannte, aber noch nie gehörig angewandte Wahrheit, dafs der Mensch nur durch eine gleich- förmige Entwickelung aller, seiner Geisteskräfte, und nicht durch eine einseitige, wenn auch noch so weit getriebene Gultur zur höchsten Stufe der Humanität gelangt. Der blofse Geometer, der immer nur mit den reitzlosen Bildern des Raums beschäftigt ist, erreicht diese eben so wenig oO? der. blo[se Dichter, der nie das Zauberland der als Phantasien verläfst. Aber wo ist eine Wissenschaft, die den Verstand und zugleich die Einbildungskraft so sehr in Thätigkeit erhält, und daher der Erzie- hung des Menschen zur Humanität so angemessen ist, als diejenige, die wir in diesem Werke zu bearbeiten«uns vorgesetzt haben? Ihr werdet doch nicht das, was man bisher Naturgeschichte nannte, dafür annehmen, es müfste denn seyn, dafs ihr die bunten Farben der Blumen und Schmetterlinge für Mittel zur Cultur der Phantasie hieltet, und Schärfung des Verstandes durch Erlernung will- \ kühr- ee a a nn elt Tührlicher, mit fragmentarischen Beobachtungen vermischter Systeme zu bewirken glaubtet? Aber man betrachte-auch den Einfluls, den die Ausführung unsers Vorhabens auf mehrere der wichtigsten Wissenschaften haben muls, und man wird diesem seinen Beyfall nicht versagen können. Was waren Zoologie und Botanik bisher, als trock- ne. Namenregister, vermischt mit unzusammen- hängenden Erfahrungen, und geordnet nach Syste- men, die nicht, wie es seyn sollte, zum Miitel, sondern zum Zweck gemacht wurden? Welcher Mensch, der den Sinn für das Höhere noch nicht verlohren hatte, konnte an diesem Gedächtnis wer- te Geschmack finden? Betrachtet man dagegen jene Wissenschaften als Theile der Biologie, so erscheinen beyde in einem ganz andern Lichte. Wir erkennen dann die Nothwendigkeit der Syste- me in ihnen an; aber. wir behandeln diese nur als höhern Zwecken wntergeordnet, legen ihnen nicht mehr Wichtigkeit bey, als sie wirklich verdienen, und vermehren ihren Werth, indem wir sie nicht blos in der Absicht entwerfen, um, die Benennung der Thiere und Pflanzen, und die Auffindung der schon ertheilten Namen zu erleichtern, sondern auch um als Leitfaden ‚bey unsern biologischen Untersuchungen zu dienen. Die Beobachtungen über die Lebensweise der Thiere und Pflanzen, die bisher in der Näturgeschichte okne Zusammenhang AA umher f 8 namen |. ‚ umher lagen, erhalten dann ihre gehörige Stelle|, ie und vereinigen sich zu einem Ganzen, worin der| Da 'Geist Einheit und Harmonie erblickt.| au | 7 Noch mehr Werth erhält die Biologie, wenn j N wir ste-in Beziehung auf Oekonomie und Heilkun-| He ‘ de betrachten. Es giebt keine Runst, die von jeher| ne ‚nach einer rohern Empirie getrieben wurde, als die| n Landwirthsehaft.e. Noch nie versuchte man es,|: Li ihren Regeln eine vernünftige Theorie unterzule- N Mt gen, und die edelste unter allen Beschäftigungen| ii des Menschen auch dem Geiste, und nicht blos| di dem Herzen des Mannes von Bildung schätzbar zu| q machen. Der Gegenstand der Landwirthschaft| 1 aber ist die Erhaltung und Beförderung des vege-| ei tabilischen und animalischen Lebens. Die Biologie hi muls ‚also die Grundzüge zw einer Theorie jener„ Kunst enthalten; bios mit ihrer Hülfe können wir N 6; zu entdecken hoffen, was dem Landwirthe zu wis- N\ sen Noth thut, x)\ Quid faciat laetas segetes, quo sidere terram N: Vertere;——— ulmioque adjungere vites| y Conveniat; quae cura boum, qui cultus habendo| Sit pecori,| der und aus ihrer Erweiterung müssen dem Ackerbau| Bit | Il und der Viehzucht die wichtigsten Vortheile zu- Bi flielsen. Sa AN \ U f Die Biologie endlich ist auch die Basis al- sie ler Heilkunde, und ihrer Vernachlässigung sind nie unzäh- nn_ a nn u nn euren————r Tr ın ——— 9 L L] unzählige Irrthümer der Aeızte zuzuschreiben. Der Zweck der Medicin ist Erhaltung der Ge- sundheit und Heilung der Krankheiten. Ihre Theorie beruhet alsö auf der Kenntnis des gesun- den und kranken Körpers. Aber um uns diese Kenntnifs zu erwerben, müssen wir vorher wissen, was Gesundheit und was Krankheit ist? Beyde Zustände nun sind verschiedene Modifikationen des Lebens. Um jene Frage zu beantworten, müssen wir also erst ausmachen, was Leben ist, und also die Biologie um, Rath fragen. Diesen Weg hätten die Aerzte gehen sollen, um eine philosophische Theorie ihrer Kunst zu begründen. Aber wie verfuhren, sie dagegen? Sie stellten Erklärungen von Gesundheit und Krankheit auf, die nicht aus höhern Vordersätzen geschöpft, und darum man- gelhaft waren, baueten hierauf zwey Wissenschaf- ten, wovon sie die eine mit einem ganz unpassen- den Namen Physiologie, die andere Pathologie nannten, und füllten die erstere mit Dingen an, die für den handelnden Arzt von geringem oder gar keinem Nutzen seyn konnten. Um sich von der Wahrheit dieser unserer Behauptung zu über- zeugen, durchgehe man nur mit. einem flüchtigen Blicke die Schriften der vornehmsten praktischen Aerzte von GALEn an bis auf das letzte Jahrzehnd, und halte sie gegen die ‚gleichzeitigen physiologi- schen Lehrbücher. Man wird finden, dals diese nie einen bedeutenden Einflufs auf die Handlungs- AS5 weise De Ge ee DENN re, Io——\ weise jener ‚Aerzte hatten,'und dafs da,. wo die blolse Empirie am Krankenbette nicht ausreichte, das Verfahren derselben immer durch Dosmen bestimmt wurde, die man in den damaligen Com- pendien der Physiologie vergeblich sucht. Nur Staus Physiologie macht hiervon eine Ausnahme, und ist bis auf die neuern Zeiten die einzige, die- sen Namen führende Schrift, die, wenn auch nicht in der Ausführung, doch in dem Plan für eine Grundlage der Heilkunde gelten kann. Aber STAHL war auch der Erste und der Einzige, der den Begriff von Leben als den Punkt ansahe, wo- von alle Untersuchungen der theoretischen Medicin ausgehen müssen(a). Nicht (a) Cum ars medica vitam atque sanitatem corporis humanı conseryare, laesiones illi impendentes, mo- nendo atque consulendo, quin etiam obsistendo, prae- occupäre, labefactatam etiam sanitatem er periclitan- tem qualitercungue vitam integritati atque libertati sul Testituere, pro vero sno objecto habeat: necesse proinde utique est, ut Medicus recte certus sit uni- versae constitutionis atque indolis harum rerumn, quarum ita curam gerere debet, ut secundum hanc notitiam, quid ita constitutis rebus quadret, atque tali rerum indoli conveniat, per rectam rationem comparare atque eolligere possit. Necessaria Medico est haec scientia non solum propterea, ut mox a priori intelligere possit, quid hujusmodi indolis con- stitutioni prodesse, aut nocere possit; sed etiam ad quem nn m min nn un nat ann ni Trennen nm nn en ie )U- IL Nicht weniger auffallend zeigt sich der Mangel höherer Principien in der Heilkunde bey allen Ge- legenheiten, wo es nothwendig war, zu bestim- men, ob eine Erscheinung Resultat des Lebens, oder Wirkung lebloser Agentien sey. Hätte man früher eine Wissenschaft gehabt, deren Zweck die Untersuchung der Formen, Bedingungen, Gesetze und Ursachen des Lebens gewesen wäre, so würde man eingesehen haben, dafs erst im Allgemeinen ausgemacht werden müsse, was Leben sey, ehe man über die Vitalität einzelner Erscheinungen ur- theilen könne. Statt aber diesen Weg zu gehen, disputirte man über die Vitalität einzelner Phäno- mene,. ohne mit Leben überhaupt einen bestimm- ten Begriff zu verbinden, und disputirte immer fort, ohne guem statum restituendae sint, gquando a sua vera atque debita constitutione defecerunt: cenjüus ipsius etiam defectus gradum necunde aguoscere aut metirk possit, nisı veram atque debitam constitutionem in se ipsa recte cognitam atque perspectam habeat. An- te omnia itaque seite convenit, quid sit illud, quod vulgata appellatione Vita dicitur? ‚In quo consistat formaliter? eirca.qu1d ‚versetur et, Oclupetur..tam materialiter seu subjective, quam fina- "liter et objective? cui usul, imo cuı n« Gessitati, in Corpore serviat? quid cor- pori praestet? an et guando utilis sit eorpori,.vel absolute necessaria?(GE Staus Theoria med, vera. p. 255). N RE STEE a un 12 Fe ohne am Ende über den streitigen Punkt etwas Ge- wisses ausgemacht zu haben. Einen Beweis dieser Behauptung, der selbst ei- nem in. der Theorie der Heilkunde wenig Bewan- derten auffallen muls, giebt der bekannte Streit über die Vitalität des Bluts. Der Erste, welcher dieser Flüssigkeit Leben beylegte, war Harvey(b). Derselbe gründete seine Behauptung auf den Undu- lationen, die er in dem Rlute des rechten Herzohrs bey scheinbarer Ruhe des Jetztern wahrgenommen hatte. BLumEnBAacH(c) widerlegte diesen Grund, indem er fand, dafs jene Bewegung von der innern Fläche des Herzens herrühre, und eben so gut er- folge, wenn das rechte Herzohr mit einer Auflösung von Hausblase, als mit Blute gefüllt wird. Allein er hätte immerhin jene Undulationen für Wirkun- gen einer dem Blute selbst beywohnenden Kraft an- nehmen, und dennoch den Schhufs daraus auf die Vitalität dieser Flüssigkeit so lange für voreilig er- klären können, als es nicht bewiesen ist, dafs nicht auch vom Leben unabhängige Kräfte die nehmliche Erscheinung zu bewirken vermögen.‘ Aber woher dieser Beweis, so lauge wir nicht wissen, was Le- ben ist? Einen Exerc, de cenerat. anımal. in Opp. ex ed. Arsını. 5 PP (ec) In commentat, Soc. Reg.[ct Gotting. phys. Vol. IX. pas: v 1 nn ee BRETT nee nn nn s Je el» an- k——— 13 Einen andern Grund für die Vitalität des Bluts nahm Hunter(d) von den Blutgefäfsen her, die sich in gerinnendem Blute erzeugen. Ihn trifft der- selbe Einwurf, den wir gegen den Harveyschen Beweis‘gemacht haben,, Zudem,«der Dianenbaum und andere metallische Vegetationen besitzen eine Struktur, welche dem Aeussern nach der des vege- tabilischen Organismus ganz ähnlich ist. Und was fehlt jenen zum Leben? Etwa die Mischung der le- benden Körper? Aber diese kennen wir ja nicht, und wenn wir sie kennten, so würde doch noch zu beweisen seyn, dals gerade diese und keine andere zur Hervorbringung des Lebens tauglich sey. Et- wa das Vermögen durch Intussusception zu"wäch- sen? Allein dafs der Dianenbaum durch Ansatz von aussen wachse, ist eine unbewiesene Voranssetzung. Kurz, wir sind nicht einmal im Stande darzuthun, dals der Dianenbaum aus der metallischen Auflö- sung durch andere Kräfte, als die Gefälse aus dem Blute, gebildet werde, und wir halten uns für be- rechtigt, diesem Vitalität beyzulegen, und jener Auflösung dieselbe abzusprechen! Aber wenn die bisherigen Gründe für die Vita- lität des Bluts unhaltbar waren, so waren es die für ‚die gegenseitige Behauptung nicht minder. So wen- det BLumEnBAcH gegen den obigen Huntearschen Grund ein, dals die erwähnten Gefälse nicht dem Blute, (d) Veber das Blut, B. 1. I4— Blute, als Blute, sondern der plastischen Lymphe nach ihrer Absonderung von den übrigen Bestand- teilen des erstern ihr Entstehen verdanken(e). Allein wenn gerade die: nach der Trennung vom übrigen Organismus aufhörende Verbindung dieser Bestandtheile zu einer homogenen Masse Wirkung der Vitalität des-Bluts wäre, so würde dieser Ein- wurf seine Kraft verliehren.-Und wendete man hiergegen ein, dafs auch die Einwirkung todter Kräfte auf das gelassen® Blut jene Verbindung un- terhielte, so lielse sich das Beyspiel der Muskeln entgegensetzen, die im lebenden Organismus durch den vitalen Reitz der Nerven in Thätigkeit gesetzt werden, obgleich auch Kräfte der leblosen Natur auf sie als Reitze wirken. Aus dem Angeführten erhellet hinlänglich, dafs nur die Beantwortung der Frage, was Leben ist? uns die Data zur Entscheidung des Streits über die Vitalität des Bluts an die Hand geben kann. Aber nicht blols dieser Punkt erwartet von jener Beant- wortung seine Aufklärung; bey jedem Blicke in die theoretische Medicin zeigen sich Dunkelheiten, die nur vondhr Licht erhalten können. Wir gehen da- her an die Ausführung unsers Unternehmens in der festen Erwartung, dafs schon der Entwurf unsers Werks, wenn auch nicht die Vollendung desselben von den nützlichsten Folgen seyn wird. Um’uns aber (e) BLumsssacH 22. 0. ne Ne 15 aber vor Einseitigkeit zu hüten, werden wir, wie schon einmal erinnert ist, in demselben keine Rück- sicht auf die Anwendungen nchmen, die sich von unsern Lehren auf Ackerbau und praktische Heil- kunde machen lassen. Der Gesichtskreis dessen verengert sich, der alles nur in Beziehung auf kör- perliche Bedürfnisse betrachtet. Erhabene und srolse Wahrheiten zu finden, ist nur dem vorbehal- ten, der sich über die beschränkte Sphäre der all- täglichen Welt erhebt, und die Wahrheit nicht in Beziehung auf diese Sphäre, sondern ihrer selbst wegen aufsucht. WUebrigens kann auch Wahrheit nie ohne Einfluls auf das Wohl der Menschen blei- ben. Gelingt es uns, sie zu entdecken, so werden sich ihre Anwendungen ohne unser Zuthun erge- ben. Zweytes 16 emsammugz, SEELE Te the ser Zweytes Gapitel. ne Fundamentalsätze der Biologie, 5 ————)£l du D. Gegenstand unserer Untersuchungen ist das im physische Leben. Der erste Schritt hierin muls al- so die Beantwortung der Frage seyn: Was ist Le- ben? Gerade dieser ist aber der schwerste unter al- sch len. Noch keinem Schriftsteller glückte es, jene| nis Frage befriedigend zu beantworten. Dies soll in- sich defs unsern Muth nicht niederschlagen. Vielleicht U gelingt es unserer Aleinheit, was gröfsere Männer is umsonst versuchten. Finden wir übrigens eine be-\ geu friedigende Erklärung des Lebens, so wird uns da-|| zwi mit auch der Gang bey unsern weitern Untersu- chungen vorgezeichnet seyn. Unter Leben denken wir uns einen Zustand von Thätigkeit. Wir nennen ein Thier, eine Pflan-|'ü ze lebend, so lange wir noch Spuhren von Wachs- I thum und Bewegung, also von Tätigkeit, bey ih- nen antreffen. Allein zugleich denken wir uns die-| i se Thätigkeit als etwas in dem Körper, dem wir| un Leben zuschreiben, von Innen, nicht von Aussen\ ts hervorgebrachtes. Das Meer, das vom Sturme be-| wor wegt wird, ist, auch in Thätigkeit. Dennoch aber| Bi schreiben wir ihm kein Leben zu: wärum? weil| He ihm jene Bewegung durch äussere Kräfte mitge- hey theilt theilt ist. Jede Bewegung nun, welche von äus- sern Kräften herrührt, welche mitgetheilt ist, nen- nen wir eine mechanische, und diejenigen Bewe- gungen, wodurch sich das Leben äussert, unter- scheiden sich von den mechanischen, folglich da= durch, dafs sie nicht durch äussere,sondern durch innere Ursachen hervorgebracht werden. So leicht nun auf den ersten Anblick die Unter- scheidung der Lebensbewegungen von den mecha- nischen zu seyn scheint, so unzureichend findet sich bey genauerer Untersuchung der angegebene Unterschied. Wäre der lebende Körper ein ganz isolirtes Wesen, das jeden Grund seiner Bewegun- gen nur in sich selbst enthielte, so wäre die Gränze zwischen diesen und den mechanischen Bewegun- gen freylich ‚leicht zu ziehen. Aber alle Aeusse- rungen seiner’Thätigkeit sind Produkte einer Wech- selwirkung zwischen ihm und der Aussenwelt, und eben dies sind auch alle mechanische Bewegungen. Die durch einen Sto[s in Bewegung gesetzte Masse reagirt nicht minder gegen den stolsenden Körper, als die Muskelfaser gegen den Reitz, der Contrak- tionen in ihr veranlalst. Welches ist nun. der un- terscheidende Charakter jener Wechselwirkung, woraus die mechanische Bewegung entspringt, von der, welche die vitale Bewegung hervorbringt? Hier liegt die erste der Schwürigkeiten, womit wir hey der Erklärung des Lebens zu kämpfen haben. I. Ba. B Eins 18 m nn) Eine zweyte, noch grölsere Schwürigkeit macht hör die Unterscheidung der vitalen Bewegungen von\ sch den chemischen und physischen. Zu diesen gehö- heil ret z.B. das Aufbrausen, welches aus der Vermi- ee schung der Alkalien und Säuren entsteht, das Gäh-| derW ren verschiedener Pflanzensäfte, die Bewegung der| tersch Magnetnadel nach Norden u.s.w. Hier ist wieder| aufhö eine Wechselwirkung. Um zwischen ihr und der-| verli jenigen ‚„ woraus die vitalen Bewegungen entstehen,| stehe eine Gränzlinie ziehen zu können, mülsten wir jene| weiß chemischen und physischen Bewegungen von allen| diese Seiten kennen. An einer solchen Kenntnifs dersel- Bey ben fehlt uns aber noch vieles. Wir sind bey wei-; Ab tem noch nicht mit allen Modifikationen der durch Erf die Elektricität, den Magnetismus, die chemische| barer Wahlanziehung, und so viele andere physische und|| welch chemische Kräfte hervorgebrachten Bewegungen| nu bekannt. Bis diese Lücken in unserm Wissen aber|| stalt ausgefüllt. sind, werden wir auch auf eine solche| 1 Erklärung des Lebens, worin gewisse physische|| den oder chemische Bewegungen als empirische Merk-|| For inale dieses Zustandes aufgenommen sind, Verzicht| unte thun, bis dahin jede Definition der Art als unbrauch- Verb: bar ansehen müssen.| darch ) Unbrauchbar ist daher z. B. die Erklärung| STAHLS, nach welcher Leben derjenige Zu-|(t) Stand eines, vermöge seiner Mischung, N zur baldigsten Verderbnils geneigten Ä Kör- Te RER Do Eretr . man ann nn nn nn cht von ehü- Tmı- äh- Ar ng ten üre m———| 19 Körpers seyn soll, in welchem jene Mi- schung unverändert bleibt(f). Offenbar heifst dies eine dunkele Sache durch eine noch dun- kelere erklären. Denn was sind Mischungsverän- derungen? Chemische Processe. Und wodurch un- terscheiden sich diese von denjenigen, welche un- aufhörlich im lebenden Körper vorgehen? Hier verläfst uns die Erfahrung, und blofs Hypothesen stehen uns zu Gebote. Ferner, wie lälst sich be- weisen, dafs die Mischung des lebenden Rörpers dieselbe noch ist, die wir nach dem Tode finden? Bey dieser sehen wir freylich Hang zur Fäulnifs. Aber dafs auch jene sich dazu neige, ist nicht mehr Erfahrung, ist blofse Meinung. Noch unbrauch- barer ist von HumßoLprs ältere Erklärung, nach welcher belebte körper diejenigen sind, die des ununterbrochenen Bestrebens ihre Ge- stalt zu ändern ohngeachtet, durch ei- ne gewisse innere Kraft gehindert wer- den,,.-ihre erste ihnen eigenthümliche Form zu verlassen(g). Versteht man hier unter Gestalt blofs die Grölse, Figur, Lage und Verbindung der Theile, so wird diese Erklärung durch die Metamorphose der Insekten widerlegt, und (£) Sraurıı Theor. med. vera p. 254. (8) Vsn Humsorors Aphorismen aus der chem, Physiol, der Pflanzen,$.ı. B2 2o rm und begreift man unter jenem Ausdrucke zugleich die Mischung der Theile, so ist die obige Definition einerley mit der StTAHrtischen, und daher denselben Einwürfen,, wie diese, ausgesetzt. Ausser den beyden angeführten Schwürigkeiten giebt es nun noch ein Drittes, was der Auffindung einer zureichenden Erklärung des Lebens Hinder- nisse in den Weg legt. In allen Sprachen nehmlich wird Leben nicht blofs von der Körper-, sondern auch von der Geisterwelt gebraucht(h). Auch in den Häusern des Orkus, ruft schon Homer aus, ‘lebt die Seele noch, obgleich kein Leichnam dahin kömmit! Hierdurch verführt, verwechseln wir ge- wöhnlich leben und beseelt seyn mit einan- der. ‚Der Ursprung dieser Verwirrung ist leicht zu entdecken. In uns selbst finden wir ein gewisses Etwas, das wir Seele nennen, dessen Wesen im Empfinden, Denken und Wollen besteht,«das vom Körper aflıcirt wird, und wieder zurück auf den Körper wirkt. Wir nehmen ferner wahr, dafs die Wirkungen desselben auf den Körper gewisse Be- a We- (h) Sehr richug sagt schon VArer: Vita est vocabu- lum nimis ambiguum, et tribuitur spirinbus non minus ac corporibus(VArerr physiol. experim. p, 348). Seine gleich darauf folgende Erklärung des Lebens aber, quod sit motus intestinus et automati- cus, quo Corpora generata et viventia hutriuntur et augmentantur, enthält, wie man leicht sieht, einen Cirkel im Erklären. a m a= ( neit umzmuun 21 wegungen zur Folge haben, die wir, wenn eine freye Wahl dabey statt findet, willkührliche nen- nen.:Aehnliche Bewegungen nun treffen wir auch bey den Thieren an. Wir sehen ausserdem bey die- sen ähnliche Organe, wie die sind, die uns jene Emptindungen zuführen, wodurch wir zu unsern willkührlichen Handlungen bestimmt werden.- her halten wir uns nach der Analogie für berechtigt, auch den Thieren eine Seele zuzuschreiben, die Worte lebend und beseelt seyn für einerley anzunehmen, und den Hörper nur für eine todte Wohnung, die Seele aber für den lebenden Bewoh- ner derselben zu halten, der durch drückende Fes- seln an jenen Kerker ‚gekettet ist, und erst nach Lö- sung dieser Bande sein eigentliches Leben in schö- nern Welten, einem Eden, Elysium, oder Walhal- lah zu führen anfängt. Ein Blick auf das partielle Geben, das in, den meisten thierischen Organen noch eine ‚ Zeitlang nach, der Trennung derselben vom übrigen Orga- nismus fortdauert, muls uns aber. bald von dem Ungrunde dieser Meinung überführen, Indefs ist jener Doppelsinn des Worts Leben geblieben, und giebt noch immer zur Verwirrung ganz verschiede- ner Begriffe Anlals. So behauptet Jacos(Gi), dafs nichts Leben heifsen könne, als wo Vorstellungen die Bewegungen verursachen,“Alle übrige Er- [®) 4) De « sc) (4) Empirische Psychologie. S. 46. B5 a | h A 7 ee rn e nz 22 was scheinungen”, sagt er,“sind nur ein Analogon, „nur ein scheinbares Leben, Uns ist kein inneres „‚reelles Princip bekannt, als die Vorstellungen, an „denen unsere Sinne nichts Aeusseres wahrnehmen, „undan denen sie doch was Wirkliches vorstellen”. Allein wir sehen, dafs der Herzschlag, die wurm- förmige Bewegung der Gedärme, und überhaupt jede thierische Bewegung eine Zeitlang unter Um- ständen fortdauert, wo keine Einwirkung von Vor- stellungen auf dieselben mehr statt finden kann. Sind jene Bewegungen nur ein Analogon des Le- bens, so frägt sich: was ist denn dieses Analogon? und so ist das Bedürfnils einer Erklärung nur auf- 5 geschoben, nicht weggeräumt, Inzwischen sollte grade jener Doppelsinn uns nicht zum Leitfaden dienen können ‚ eine richtigere Erklärung des Lebens zu finden? Der schlichte Menschenverstand, der die Bedeutung und den Ge- brauch der Wörter festsetzte, belegte nie zwey ver- schiedene Subjekte mit einerley Prädikat, wenn sich ihm nicht Analogien zwischen beyden, ob- gleich freylich meist nur in dämmernder Ferne, zeigten. NHlären wir also jene Dämmerung auf! Vielleicht finden wir auf diesem Wege, was wir suchen. Der Charakter des geistigen Lebens ist Will-' kühr. Ist also das physische Leben ein Analogon des geistigen, so muls sich in den Erscheinungen dessel- ne nn ne= desselben ein Schein von Willkühr finden, und diesen treffen wir ‚wirklich bey ihm an. Denn war- um schreiben wir den abgeschnättenen und zucken- den Muskeln noch Leben:zu, als weil wir in ihren Bewegungen noch eine Art von Willkühr erblicken? Willkühr ist aber nur in Beziehung auf zufällige Einwirkungen. der Aussenwelt möglich, und der Zweck derselben besteht darin, diese Einwirkun- gen so zu modifiziren, dafs sie dem Zustande des von ihnen afhicirten Wesens angemessen werden, und also den Schein der Nothwendigkeit erhalten. Bey dem geistigen Leben ist daher das Gesetz von der Gleichheit der Einwirkung und Gegenwirkung aufgehoben. Der Spiegel der Seele wirft die Bilder des Weltalls nicht so zurück, wie er sie empfan-. gen hat, sondern, verändert sie, und bildet sich aus ihnen eine andere Welt, die ihm angemessener ist, als die der. Urbilder. So mufs es auch bey dem physischen Leben seyn. Auch:der lebende, aber seelenlose Körper steht unter zufälligen Ein- flüssen, und er giebt dem Zufälligen bey diesen Einwirkungen den Schein der Nothwendigkeit. Das physische Leben ist daher ein Zustand, den zufällige Einwirkungen der Aussenwelt hervorbringen und unterhalten, in wel chem aber, dieser Zufälligkeit ohnge- achtet, dennoch eine Gleichförmigkeit der Erscheinungen herrscht, BA Aber Enter 24 Ger areen Aber ‚woher die Gründe für diese Erklärung? Ist sie richtig, so hat uns blos eine dunkele Ahn- dung der Wahrheit-auf sie geführt, und ehe wir Gebrauch von ihr machen dürfen, liegt es uns ob, ihre Wahrheit aus höhern Gründen zu beweisen. Soviel ist ohne weitläuftige Erläuterung ein- leuchtend, dafs die Einwirkungen der Aussenwelt auf den lebenden Körper zufällig sind. Denn alle lebende Körper sind mittel- oder unmittelbar den Einflüssen geistiger Naturen, deren Charakter Freyheit ist, ausgesetzt. Wo aber Freyheit herrscht ist Nothwendigkeit beschränkt ’ ‚ oder ganz aufge- hoben. Einleuchtend ist es auch, dals, dieser Zu- fälligkeit der äussern Einwirkungen ohngeachtet, die Erscheinungen, wodurch sich das Leben äus- sert, doch einen gleichförmigen Gang behaupten. Der Mensch und mit ihm jeder andere lebende Körper wächst, pflanzt sein Geschlecht fort, und verrichtet mit einem Worte alle vitale Funktionen bey den verschiedensten Graden des Lichts und der Wärme, bey den verschiedensten Nahrungs- mitteln u. s. w. Es ist freylich wahr, dafs diese Gleichförmigkeit allerdings gestört wird, jene Zufälligkeit wenn gewisse Gränzen überschreitet. Aber dies schränkt unsern Satz nur ein, ohne ihn aufzuheben. Es ist uns also nur übrig,.zu:beweisen, dafs in der leblosen Natur. keine Gleichförmigkeit der Erschei- nn Ten u, nn a a Pe a nn nn lich ein en bestel halten oder A m—. 25 Erscheinungen bey zufälligen äussern Einwirkun- gen statt finden kann, und dafs daher der von uns angegebene Charakter des Lebens zur Unterschei- dung desselben völlig zureichend ist. Zu diesem Be- weise giebt es nur Einen Weg. Wir müssen von dem Begriffe der Materie alles Unwesentliche absondern, ihn so entkleidet zergliedern, bis wir die letzte zur Möglichkeit der Materie überhaupt erforderliche Grundkraft finden, und nun versuchen, ob sich blos aus dieser Grundkraft eine Welt bilden läfst, deren Erscheinungen bey veränderlichen äussern Einwirkungen dennoch einen gleichförmigen Typus beobachten. Nehmen wir nun von dem Begriffe der Mate- rie alles Unwesentliche hinweg,’ so erscheint sie uns, als das Bewegliche, in so fern es einen Kaum erfüllt. Diese Eigenschaft kann der Materie nur ver- möge einer eigenen bewegenden Kraft zukommen, Denn Erfüllung eines Raums und Undurchdring- lichkeit sind identische Begriffe. Das Eindringen einer fremden Materie in einen gewissen Raum besteht in einer Bewegung derselben, und das Auf- halten jenes Eindringens in einer Verminderung oder Aufhebung dieser Bewegung. Eine Bewegung aber kann nur durch eine andere, jener entgegen- gesetzte Bewegung derselben Materie vermindert oder aufgehoben werden. Nun ist die Ursache B5 Einer nen. er a ee En A a 26 RRESTEERNTEETT einer Bewegung eine bewegende Kraft. Folglich erfüllt die Materie ihren Raum durch eine bewegen- de(repulsive) Hraft. Alle Theile der Materie müssen diese repul- sive Kraft besitzen, weil sonst der Raum der er- stern nicht ganz erfüllt seyn würde. Alle Theile der Materie müssen also einander fliehen, und unaufhörlich bemüht seyn, den Raum, den sie erfüllen, bis ins Unendliche zu erweitern. Folg- lich würde die Materie durch ihre repulsiven Rräf- te allein sich ins Unendliche zerstreuen, und in keinem anzugebenden Raume würde eine anzuge- bende Quantität Materie anzutreffen seyn. Mithin ist ein zweytes Erfordernils zur Möglichkeit der Materie eine der repulsiven Kraft entgegenwirkende zusammendrückende, oder attraktive Hraft, Diese von Kanr(k) zuerst aufgestellten Schlüs- se sind Anwendungen der reinen Verstandesbegriffe auf den Erfahrungsbegriff von der Undurchdri ıglich- keit der Materie. Nun aber kennen wir keine Mate- sie anders, als in Verbindung mit andern Materien. Wir dürfen daher bey jenen Schlüssen die Materie nicht als isolirt, sondern nur als einen Theil der gan- zen Sinnenwelt betrachten. Hierdurch aber wird die Annahme zweyer. verschiedener Grundkräfte, der Regel (k) Metaphysische Anfangsgründe der Naturlehre. S. zı u.52.| BE TESTER Regel ignil hinr! nem ihren werde übrige als sie werde Kralt kend m 27 Regel zufolge, nicht mehr Ursachen natürlicher Er- eignisse anzunehmen, als zur Erklärung der letztern hinreichend sind, überflüssig gemacht. Widersteht nemlich jede Materie dem Eindringen der übrigen in ihren Raum vermöge ihrer repulsiven Kraft, so werden dieser durch die repulsiven Kräfte, jener übrigen Materien eben so gut Schranken gesetzt, als sie durch eine eigene attraktive Rraft begränzt werden würde, und umgekehrt wirkt die repulsive Kraft jeder. einzelnen Materie wieder als beschrän- kend auf die repulsiven Kräfte aller übrigen. Un- richtig ist es also, wenn RanT(l) behauptet:“Die „attraktiven Kräfte könnten nicht ursprünglich „wieder in der Entgegenstrebung einer andern Ma- „terie gesucht werden; denn diese bedürfte, damit „sie Materie sey, selbst einer zusammendrückenden „Lraft”(m). Wenn die einzelnen Theile der Materie sich bis ins Unendliche zu nähern streben, so können diesem Bestreben eben so wohl durch eine Anzie- hung. von Aussen, als durch eine Zurückstolsung van Innen Gränzen gesetzt werden. Besälsen also alle A) A. a.©. 5.54. (m) Die nehmliche Erinnerung gegen Kant hat auch schon Scuever(Elementarlehre der organischen Na- tur. Th.ı. S. 21 ff.) gemacht, ohne indels die Fol- gerungen daraus zu ziehen, welche sich aus dersel« ben herleiten lassen. 8 eummencer alle Materien blos attraktive Rräfte, so würde die anziehende Kraft jeder einzelnen auf die anziehen- den Kräfte aller übrigen, und umgekehrt würden die anziehenden Kräfte ailer übrigen auf die gleich- namige Kraft jeder einzelnen als repulsive Kraft wirken. Da es nun gleichgültig ist, welche von zweyen entgegengesetzien Grölsen für die positive angenommen wird, so ist es einerley, ob wir uns die zur Möglichkeit der Materie erforderliche Grund- kraft als attraktive, oder als repulsive Kraft denken. Aus dieser Annahme einer einzigen Grundkraft ergeben sich zwey für den Verfolg unserer Unter- suchungen wichtige Folgerungen, die sich bey der Voraussetzung zweyer Grundkräfte nicht erweisen lassen. Erstens ergiebt sich daraus die Unendlich- keit des Universums. Ist nehmlich jede Ma- terie nur dadurch. Materie, dals’ andere. Materien auf sie einwirken, so kann das Weltall nirgends Gränzen haben, weil sich sonst alle Materien ins Unendliche zerstrenen würden. Eine zweyte Folgerung aus jener Vorausse- tzung ist: dafs keine particlle Bewegung im Universum vorhanden seyn kann, ohne dafs das Ganze daran Theil nimmt. Denn Bewegung ist Stöhrung des, Gleichgewichts entgegengesetzter Hräfte. Diese Stöhrung aber ist nur dadurch möglich, dafs die eine der leiztern wächst, Geemmeseze 29 wächst ‚ indem die andere abnimmt. Folglich kann keine Bewegung’ der Materie vorgehen, ohne dals die zu ihrer Existenz erforderliche Grundkraft zu- oder abnimmt, indem"diejenigen ‚Kräfte,. wovon diese begränzt wird, eirie entgegengesetzte Verän- derung erleiden. Nun wird. ‚die Grundkraft jeder einzelnen Materie durch die Grundkräfte aller übri- gen begränzt. Also kann keine Bewegung in jener statt finden, ohne dafs auch diese daran Theil nehmen. Ehe wir von diesen beyden Folgerungen wei- teın Gebrauch machen, ist es nothwendig, zur Rechtfertigung der erstern etwas beyzufügen. Die Anwendung der Bedingungen der Erfahrung auf den empirischen Begriff von der Undurchdringlich- keit der Materie scheint uns hier auf einen Satz zu führen, wohin wir mit Hülfe der erstern allein nicht gelangen können. Inzwischen die Richtig- keit dieser Folgerung ist nur scheinbar. Wir ge- ben euch zu, kann man uns entgegensetzen, dals das Interesse der Naturforschung es erfordert, zur Möglichkeit der Materie nur eine einzige Grund- kraft anzunehmen. Aber ist es darum auch erlaubt, mit dieser Grundkraft über die Gränzen der Sinnen- welt hinauszugehen? Hann nicht jenseits des Ster- nenhimmels, wohin die Erfahrung nicht mehr reicht, eine Kraft vorhanden seyn, die dem Inbe- griffe aller repulsiven Kräfte Schranken setzt? Dieser 309—————n Dieser Einwurf setzt ung ın eine ähnliche jesel Lage, ‚wie die ist, worin sich der Philosoph in| die U Betreff des Daseyns Gottes, der Unsterblichkeit, finde ünd der menschlichen Freyheit befindet. Jener|| finde sieht sich von allen Mitteln zum Beweise der letz-| im 3 tern gänzlich verlassen,‘Aber es giebt auch keinen mul Weg, worauf ihm das Gegentheil bewiesen wer- dessell den könüte. Er folgt daher blos dem Interesse[| st nu der Sittenlehre, und nimmt diese Meynungen an,| setzter weil die Moral ihrer nicht entbehren kann. So kat ı auch hier. Es läfst sich nicht darthun, dafs nicht| haben die Kette der repulsiven Kräfte, welche die sicht-| Bam bare Welt bildet, durch eine gegenwirkende Kraft scha irgendwo beschränkt ist. Aber es lälst sich auch I eben so ‚wenig beweisen, dals diese Kette sich f nicht ins Unendliche erstreckt. Es giebt hier also en keinen andern Ausweg, als der Voraussetzung zu| DDpien folgen, die dem Interesse der Naturwissenschaft|| nun 2 se r| ben\ am angemessensten ist, und dieses geht offenbar auf die einfachere Voraussetzung von einer Be| ten gen Grundkraft und von der Unbeschränktheit des| Ken Weltall. Wir müssen auch hier, wie bey den| dern oben erwähnten Gegenständen, ohne Beweis glau- Der ı ben, oder auf alle Naturphilosophie Verzicht thun. perph; ich g: el) So weit unser Blick reicht, finden wir ewig dern ill rege Thätigkeit im Universum. Wenden wir auf Veltse: 1| diesen Erfahrungssatz die letztere der beyden obi-|\ ; IN gen Folgerungen an, so ergiebt sich, dafs auch| Thäi wi jenseits| Mi| Hl \ & En 31 jenseits der Gränzen unsers Gesichtskreises bis in die Unendlichkeit hin unaufhörliche Bewegung statt finden muls. Bewegung aber kann mur. da'statt finden, wo entgegengesetzte Kräfte mit einander im Streite sind. Soll dieser Streit fortdauern,, so mufs etwas vorhanden seyn, was den Uebergang desselben zum Gleichgewichte verhindert. Was ist nun jenes Etwas, das dem Streite entgegenge- setzter Kräfte, wovon die unaufhörliche Thäug- keit im Universum abhängt, Fortidauer giebt? Wir haben hier eine Frage aufgeworfen, ohne deren Beantwortung jeder Schritt in der Naturwissen- schaft wankend und ungewils ist. Schon in der Kindheit des Menschengeschlechts forschte man nach der Lösung dieses Problems, obgleich keiner sich dasselbe bestimmt dachte. Aber auch hier gieng der menschliche Geist densel- ben Weg, wie bey allen Nachforschungen nach den Ursachen natürlicher. Ereignisse. Gottheiten, Heroen und Dämonen waren für ihn die Triebfe- dern der. ewig regen Thätigkeit im Universum. Der reifere Verstand schränkte die Zahl dieser hy- perphysischen Wesen ein. Doch nie gelang es ihm, sich ganz von ihnen los zu machen. Immer blieb es der unmittelbare Einflufs der Gottheit, oder eine Weltseele, worauf er endlich zurückkam. Allein den letzten Grund der fortdauernden des Weltalls in dem unmittelbaren Ein- flusse 32 m flusse der Gottheit zu suchen, ist dem Naturfor- scher. nur. dann erlaubt, wenn: ihm alle übrige Auswege abgeschnitten sind. Ob. dies hier der Fall ist, werden folgende Betrachtungen zeigen. Kraft können wir uns nur als-etwas Endliches denken. Endlich aber ist ihrer Natur nach keine Hraft, als insofern: sie. durch eine entgegengesetzte beschränkt wird.: Wo wir daher Kraft-denken, da müssen wir auch eine ihr entgegengesetzte Kraft annehmen. Zwischen entgegcengeseizten Kräften aber kann nur ein doppeltes Verhältnis statt finden: entweder sie sind im relativen Gleichgewichtie, wo sie als ruhend gedacht werden; oder man denkt sie im fortdauernden, nie entschiedenen Streite, da die eine wechselseitig siegt und unterliegt. Im letztern Falle aber muls wieder ein Drittes da seyn, das diesem Streite Fortdauer giebt. Dieses Dritte nun kann nicht selbst wieder Kraft seyn, denn sonst kämen wir auf die vorige Alternative zurück. Es muls also etwas seyn’, das höher ist, als selbst Kraft. Allein Rraft-ist das letzte, worauf-alle unsere physische Erklärungen zurückkommen: also mülste jenes Dritte etwas seyn, was ganz ausserhalb den Gränzen der Näturforschung liegt.‘ Nun wis- sen wir aber nichts Höheres, für welches Kräfte überhaupt da seyn könnten, als den Geist: denn nur ein Geist vermag Kräfte, und Gleichgewicht, oder Streit von Kräften sich vorzustellen. Mitkin kann rm EN 2 ZERERTTEREE a ee<< N Te nn ee kann gend Unter! Kritt nehn geil te se) irre m kebt; j KR q & IB, ———— 33 kann nur ein Geist dem Streite wechselseitig sie- gender und unterliegender Kräfte Fortdauer geben. Dies sind.die Gründe, woraus der Neueste un- ter den Vertheidigern einer Weltseele auf die Iden- ttät von lebend und beseelt schliefst, und ähnliche sind es auch, womit er die Nothwendig- keit der Annahme einer Weltseele zur Erklärung der fortdauernden Thätigkeit im Universum zu be- weisen: sucht(n). Keiner vor ihm setzie jene Gründe mit so ‚vieler Alarheit und Bestimmitheit aus einander. Aber auch hier bestätigt es sich, dafs das Irrige einer Meynung desto eher in die Augen fällt, je deutlicher die Schlüsse, worauf sich dieselbe stützt, dargestellt sind. Die Voraus- setzung der Unendlichkeit des Weltalls überhebt uns der hyperphysisehen Hypothese von einer Welt- seele, Denn was hindert uns jetzt,-für jenes zur Unterhaltung des Streits zweyer entgegengeseizten Kräfte erforderliche Dritte. wieder eine Kraft anzu- nehmen? Wir kommen freylich hierbey auf die vori- ge Alternative zurück. Aber da keine Kraft dieletz- te seyn darf, so darf uns diese Alternative nicht irre machen. Eine Kraft ist es, die dem Streite jedes Paars entgegengesetzter Kräfte Fortdauer giebt; jene Dritte wird wieder durch eine vierte ihr entge- (n) Schertincs Ideen zu einer Philosophie der Natur, S. LVYIIIL— Ebenderselbe von der VVeliseele. I. Ba. G Aa 34 mama SEE| entgegengesetzte in Thätigkeit erhalten; rind so er-| sen, streckt sıch diese Reise von Ursachen und Wirkungen| die! in die Unendlichkeit. Aber von jenem ersten Paar|| dert entgegengesetzter Kräfte ist auch jede wieder das IR ‚ee i für zwey andere entgegengesetzte Kräfte, was die! hing Dritte der obigen für sie ist; und so geht diese Ret- sphär tie nicht blos von Einer, söndern auch von alleu stoff: Seiten in die Unendlichkeit über.| ei Jede einzelne Kraft in dieser unermelslichen| Art Schaar, die der Verstand nicht mehr zu fassen ver- uam mag,'ist also durch alle übrige, und alle übrige| würd sind durch jede einzelne. Jede ist Ursache und ns zugleich Wirkung, Mittel und zugleich Zweck, The jede ein Organ, und das Ganze ein gränzenloser| most ;\ Organismus.(I Sticks :; elektr Aber nicht nur das Ganze, sondern auch jede ; e F;: die U endliche Zahl von Kräften bildet einen Organismus. a Denn keine Kraft erleidet Veränderungen, ohne| a we re dafs nicht atıch jede andere daran Theil nimmt. u Je mehr sich unser Blick in die Natur erweitert,| a. desto mehr Beweise dieses Satzes liefert uns auch| 6a die Erfahrung. Unsere Erde, und das System,| dals wozu diese gehört, zeugen laut für ihn, und jedes| Athn Atom. würde für ıhn zeugen, wenn unser Auge letzter nicht zu blöde wäre, um das zu Kleine, wie das| hat zu Grolse fassen zu können. vm B & R% x Safe Wäre hier der Ort, diese Zeugnisse, die uns! u|: ir Et mad | die Erfahrung für unsern Satz liefert, zu verfol-| we aufs YE gen, fi id \ N EB*3 = $en, so würden wir zeigen, dals das Wasser ünd die Athmosphäre unserer Erde die Mittel sind, von deren unaufhörlichen Zersetzungen und Zusammen: setzungen alle Thätigkeit auf diesem Planeten ab» hängt; dafs das Wässer den Stickstoff der Athmo- sphäre erhält, so wie die gehörige Menge Sauer- stoff in derselben durch däs Ausathmen der Pflan- zen unterhalten wird; und dafs umgekehrt die Athmosphäre wieder die Erhalterin der gehörigen Quantität und Mischung des Wassers ist: Wir würden zeigen, dals das Mineralreich die Gewässer in Stickgas ümwändelt, indem es diesen einen Theil ihres Sauerstoffs entzieht, und dals die Ath: imosphäre wieder in Wassei übergeht, indem der Stickstoff derselben mit ihrem Sauerstoff durch den elektrischen Funken verbunden wird. Wir würden die Ursache dieser elektrischen Materie in dem Einflusse der Sonne und des Mondes auf unsern Luftkreis finden, ünd beweisen, dals die Einwir-: kungen jener beyden Himmelskörper auf die Erde Galvanische Processe sind. Wir würden därthun, dals die Erde auch wieder Rückwirkungen auf die Athmosphäre des Mondes äussert;, Das Daseyn der letztern würden uns aber sowohl Schrörsns Beo: bachtungen, als die Gegenwart des Feuers auf die: sem Begleiter unserer Erde, welche ohne Säuer: stoffgas nicht statt finden könnte, wahrscheinlich machen, und der Mangel an Flüssen und Meeren auf seiner Oberfläche würde uns vermuthen lassen; 63 dafs = “. en ’ dafs jene Athmosphäre desselben entweder weniger ..-:& E Sauerstoff, oder weniger Stickstoff als die unsrige enthalten. Wir würden bemerken, dafs ausser der Erde und dem Monde auch alle übrige Körper un- sers Sonnensystems nicht nur in. ihrem Laufe und: in ihren Bahnen sich wechselseitig stöhren und er- halten, sondern auch auf die Organisation ihres Innern gegenseitig einwirken, und dafs ‚hierin die Ursache des beträchtlichen Unterschieds zwischen den Höhen der nördlichen und südlichen Gebirge des Merkurs, der Venus und des Mondes zu su- chen ist. Wir würden endlich einsehen, dals un- sere Sonne nebst ihren Planeten nur ein Planet mit seinen Trabonten für ein gröfseres Sonrensysiem ist, ja, dals das ganze Weltall nur, ein einziges gränzenloses System ausmächt. So würde die ganze sichtbare Welt bis in die Unendlichkeit hin den Satz beweisen, dafs alles organisirt ist, ‚alles von allem in Thätigkeit erhalten wird, und wir würden einige Materialien zu einem schon von LAMBERT(0) unter die desiderata gerechneten Wer- ke geliefert haben, das auf den Titel Geist der Naturgesetze Anspruch machen Hürfte, an des- sen Volleudung aber nur Männer von dem Range der Baco, NewTon, Leisnitz und Kant sich wagen dürften,; Wır (0) In einer Stelle seines gelehrten Briefwechsels, ee Eee u a havı mon Verl ger satıo Sm wu y Pal Ar « "Wix; kehren von dieser Ausschweifung zu un- serm Gkenstande zurück, Jeder einzelne Orga- nismus ist/abhängig von dem Universum. Wird die Einwirkung. des letztern auf ihn verändert, so mufls sich eine gänzliche Umwandelung, mit ihm ereignen, und ein neuer, dem vorigen nicht mehr ähnlicher Organismus ınufs aus seinen Trümmern hervorgehen— Da possim figere pedem, terram moönebo! Gesetzt, einem Afchimed vürde dieses Verlangen gewährt, und die Erde aus ihren Angeln gerissen, was würde erfolgen? Ihre jetzige Organi- sation würde eine totale Revolution erleiden; keine Spur derselben würde übrig bleiben; dennoch aber würde sie zu einem neuen, obgleieh dem vorigen ganz vnähnlichen Ganzen organisirt werden. Soll also jedes einzelne, einen Theil des all- gemeinen Organismus ausmachende or- ganische System unverändert bleiben, so darf dieEinwirkung von aussen nicht verändert werden, und der Willkühr freyer Wesen kein Einflufs auf dasselbe gestattet seyn. Mit diesem Satze ist nun die Absicht unserer bisherigen Untersuchungen erfüllt, und unsere obige Erklärung des Lebens gerechtfertigt. Wir giengen auf die Beantwortung der Frage aus: ob sich aus der Grundkraft, worauf uns der Begrilt von der Undurchdringlichkeit der Materie führt, C 3 eine Mil W 2 Na \ R eine Welt bilden lasse, in welcher bey zufälligen und daher veränderlichen äussern Einwirkungen doch eine Gleichförmigkeit der Erscheinungen statt fände? Durch den eben gefundenen Satz wird die- se Frage verneinend beantwortet, und hiermit ist es also aus höhern Gründen bewiesen s was der schlichte Menschenverstand schon längst aus Analo- gien ahndete, und was uns schon oben die nähere Beleuchtung dieser Analogien lehrte, nemlich, dals Gleichförmigkeit der Erscheinungen bey ungleichförmigen Einwirkungen der Aussenwelt den unterscheidenden Charakter des Lebens ausmacht. Das Ziel, das wir erreicht haben, ist der letzte Zweck alles Philosophirens über die ersten Gründe der menschlichen Erkennt- nils. Der Mensch kannte diese, ehe noch Philo- sophen waren. Aber er kannte sie nur in dunkeln Begriffen. Das Geschäft des Philosophen ist, diese Begriffe aufzuklären. Stellt er euch am Ende sei- ner Arbeit ein Bild auf, ganz unähnlich ist, das dem, was ihr ahndetet, so seyd versichert, dafs er euch, oder sich selber getäuscht hat. Ehe wir von der gefundenen Erklärung weitere Anwendungen machen, wird es nicht überflüssig seyn, vorher noch auf die Erklärungen, die man bisher vom Leben gab, einen Rückblick zu thun. Wir haben schon oben der Sraurschen und Hunpororschen Erklärungen gedacht, und Bewei- se u nr nn," m a te ne EEE u3 se von der Unbrauchbarkeit derselben geliefert, Von dem Standpunkte aus, den wir jetzt erreicht haben, ist die Unrichtigkeit derselben augenschein- lich. Beyde Männer ahndeten, dals in der Art der äussern Einwirkungen und der Reaktionen ge- gen diese der unterscheidende Charakter des Lebens liegen müsse. Aber beyde vermogten ihre Begriffe darüber nicht zu entwickeln, und nahmen daher zu unerwiesenen ihre Zuflucht, Nach Kant(p) heifst Leben das Vermögen einer Substanz, sich aus einem innern Princip zum Handeln, einer endlichen Substanz sich zur.Veränderung, und einer materiellen Substanz sich. zur Bewegung oder Ruhe, als: Veränderun- gen ihres Zustandes, zu bestimmen. “Nun kennen wir”, sagt er,“kein anderes Princip „einer Substanz, ihren Zustand zu verändern, ais „das Begehren, und überhaupt keine andere in- „nere Thätigkeit, als Denken ‚ mit dem, was da- „von abhängt, Gefühl der Lust ader Unlust, und „Begierde oder Willen. Diese Bestimmungsgrün- „de aber und Handlungen gehören gar nicht zu den „Vorstellungen äusserer Sinne, und also auch nicht zu (p) Metaphysische Anfangsgründe det Naturwissen« schaft, S. 120. CA 40 m— „zu den Bestimmungsgründen der Materie, als „Materie. Also ist alle Materie als solche leblos”. Man sieht, dals diese, Erklärung einerley mit der oben erwähnten Jaxogschen, und also denselben Einwürfen ausgesetzt ist, die wir gegen die letz- ı tere gemacht haben. Blos von uns selber können wir mit völliger Gewilsheit behaupten, dafs wir uns aus einem innern Princip: zum Handeln bestim- men, nicht aber von irgend einem andern, ausser uns befindlichen Wesen. Nun ist jedes Thier und jede Pflanze den Einwirkungen unserer Wällkühr,| also zufälligen und veränderlichen Einflüssen aus- gesetzt, und doch lehrt die Erfahrung, dals, trotz der Veränderlichkeit dieser Einwirkungen,. jene Körper in der ihnen eigenen Thätigkeit unverändert} beharren. Der Stempel der Eigenthümlichkeit ist also jenen Körpern zu tief eingedrückt, als dafs sie sich der leblosen Natur beygesellen liefsen. Wir müfsten sie folglich mit einem neuen Namen bele- gen, und als Mittelglieder zwischen uns, dem ein- zigen Wesen im Universum, das wir lebend nen- nen dürften, und der leblosen Natur ansehen. Und was wäre hiermit gewonnen? Die Naturlehre wür- de sicher nicht dabey gewinnen, und der schlichte Menschenverstand sich dagegen empören. Nicht weniger unrichtig erklärt Schmp(g) das| Leben, als die Wirksamkeit der Materie nach (4) Physiologie B, 2,$, 274 u. 374 " u > u 5 m m m Te= Tr ern zn un au nach Gesetzen der Organisation. Organi- sation aber ist ihm mit Kanr die Einrichtung eines Körpers, wo jeder Theil sich zw. “gleich als Mittelund- als Zweck zu allen übrigen verh ält.° Nach Uen oben erwiesenen Sitzen bedarf es kaum mehr der Erinnerung, dafs diese Erklärung viel zu weit, und nicht nur auf das ganze Universum, sondern auch auf jedes ein- zelne System desselben, z.B. auf unser Sonnensy- stem, anwendbar ist. Unrichtig ist es daher auch, wenn‘Schmıp mit mehrern andern Schriftstellern die leblose Natur unter dem'Namen der unorga- nischen der lebenden entgegerstellt. Unorga- nisch ist nichts in der ganzen Natur. Nur unsern eingeschränkten Blicken verdankt dieser Name sein Entstehen. Die nehmliche Erinnerung trifft die ERHARD- sche Erklärung(r), nach welcher der Charakter des Lebens in dem Vermögen der Bewe- gungen zum Dienste des Bewegten liegt. Die Bewegung der Sonne um ihre Axe ist zum Dienste des Bewegten; die Bewegung der Planeten um sich selber und um die Sonne ist zum Dienste des Bewegten, und so gilt mit Einem Worte diese Definition, gleich der vorigen, so gut von dem Sonnensystem, als von den Thieren und Pflanzen. Auf (x) Röscnraup’s Magazin der Heilkunde B.:. St S. 69. 05 Be Ze ET ee Ze num ARE 42 sammen Auf eben so unrichtigen Voraussetzungen, als dieschon oben getadelte Erklärung von Humsornr’s ist auch die gebauet, die er in der Folge an die Stelle jener ältern gesetzt hat, Dieser zufolge ist glerjenige Stoff belebt, dessen willkührlich getrennte Theile, nach der Trennung unter den vorigen äussern Verhältnissen ihren Mischungszustand ändern.«Ein „Metall, oder ein Stein”, sagt von H.“kann ge- „trennt werden, und bleiben die äussern Bedingun- „gen dieselben, so werden die zertrennten Stücke „auch die Mischung behalten, welche sie vor der „Irennung hatten, Nicht so jedes Atom der be- „lebten Materie, es sey starr- oder tropfbar flüs- „sig(s). Schon ein flüchtiger Blick auf diese Er- klärung entdeckt einen Widerspruch in derselben. Wird ein Theil vom Ganzen getrennt, so können die äussern Verhältnisse desselben nicht mehr die nehmlichen, wie vor der Trennung bleiben, und jede Materie, die leblose sowohl, als die lebende, muls dann eine Aenderung ihrer Mischung erleiden. Auch der Stein kann hiervon keine Ausnahme ma- chen, und nur die Eingeschränktheit unserer Sinne ist Schuld daran, wenn wir diese Mischungsverän- derung bey ihm nicht wahrnehmen. Endlich (s) Von Humsornr’s Versuche über die gereizte Mus« kel- und Nervenfaser. B.2, S. 453. E tigen Die „‚der: „al| „Iheil „aete( „jeber wire q Gränze sen N: unser nen‘ leben aber n Di aller I sen, ung Der ist fe Sätze der) Lebens werden ud M \irans ‚® Muss Brmmam a3 Endlich giebt auch ScH£Lver(t) einen unrich- tigen Charakter des, Lebens an, wenn er sagt: “Die ganze Natur ist organisch, aber nur ein Theil „derselben ist es als Phänomen, d. h. erscheint uns „als ein vollendetes organisches Ganzes. Diese „Theile der organischen Natur, die uns als vollen- „‚dete Organisationen erscheinen, nennen wir die „lebenden Körp er”, Nach dieser Erklärung wäre also Leben ein blos relativer Begriff, und die Gränze, die wir zwischen der lebenden und leblo- sen Natur ziehen, verdankte ihren Ursprung nur unserm engen Gesichtskreise. Die oben erwiese- nen Sätze aber widerlegen diese Behauptung. Jeder lebende Körper ist zwar ein organisches Ganzez aber nicht jedes organische Ganze ist auch lebend, Dies mag zum Beweise der Unzulänglichkeit aller bisherigen Erklärungen des Lebens genug seyn. Wir gehen jetzt zur Anwendung des von uns aufgestellten Charakters dieses Zustandes über, Der Weg, den wir hierbey einschlagen werden, ist folgender. Wir werden zuerst aus denjenigen Sätzen, worauf uns die Zergliederung des Begriffs der Materie führt, und. aus dem Charakter des Lebens die Möglichkeit der letztern darthun; wir werden hieraus die verschiedenen Erscheinungen und Modifikationen des Lebens ohne empirische Voraussetzungen herzuleiten und zu erklären su- chen, (t) Elementarlchre der organischen Natur. Th. 1. 5.35% 44 a— chen, und in diesem Versuche fortfahren, bis wir zu einem Punkte gelangen, wo wir. die Erfahrung werden zu Hülfe nehmen müssen.: Ehe wir uns aber dieser Hülfe bedienen, werden wir vorher die Probleme, die uns die Erfahrung auflösen muls, und die möglichen Antworten, die uns die- se‘geben kann, festsetzen. Zu diesen Untersu- chungen bedürfen wir indefs noch einiger, die Or- gänisation des Universums betreffender Sätze, die wir hier erst entwickeln werden, bevor wir zu jenen übergehen. Der erste dieser Sätze ist: dafs alle ur sprüngliche, im: Weltalle stattfindende Thätigkeit in Veränderungen der Dich- tigkeitsgrade der Materien und in Be- wegungen der’letztern besteht. Der Be- weis liegt in der Natur der repulsiven Kraft, die keine andere Veränderungen der letztern, als Er- weiterung oder Beschränkung ihrer Wirkungssphä- re, und Veränderung ihres Mittelpunkts im relati- ven Raume zulälst. Erweiterung jener Sphäre aber giebt das Phänomen der verminderten, Be- sehränkung derselben, das der vermehrten Dichtig- keit der Materie, und Veränderung ihres Mittel- punkts im relativen Raume erscheint uns als Bewe- gung. Folglich läfst sich,.. wie gesagt, alle ur- sprüngliche Thätigkeit im. Universum auf diese Veränderungen zurückfuhren. Vermin- Ve wir E selber ter| Die I Kräfte zischt sprün theils änder denen jene dı Urver untersc ‚She Kraft Kraft heilst, Veränd oder Cr sich wed tern, N) Kuftg, in\ EN entiem min- — 45 Verminderte Dichtigkeit; einer Materie nennen wir Ex p ansion,, und vermehrte Dichtigkeit der- selben OGontr aktion. Beyde begreifen wir un- ter dem Namen chemischer Veränderungen. Die Veränderungen der Mittelpunkte repulsiver Kräfte im relativen Raume aber heissen mechx nische Veränderungen. Also sind alle ur sprüngliche Veränderun gen im Weltalle theils chemische, theils mechanische, und jene bestehen entweder in Expan- sionen, oder in Contraktionen, Mit diesen chemischen und mechanischen Ver- änderungen sind aber noch andere verbunden, von denen unten die Rede seyn wird. Wir werden jene durch den Namen der p rimitiven, oder Urveränderungen von diesen secundären unterscheiden. i Bey allen mechanischen Veränderungen einer Kraft L wird der Raum, den sie mit einer andern Kraft M einnimmt, erweitert oder verengert, das heifst, es finden bey denselben zugleich chemische Veränderungen, und zwar entweder Expansionen oder Contraktionen statt. Die Kraft L aber kann sich weder von M entfernen, noch sich dieser nä- hern, ohne dafs sich schon vorher eine ändere Kraft K, womit sie auf der entgegengesetzten Seite in Wechselwirkung steht, im erstern Falle von ihr entfernt, und im leiztern ihr genähert hat. Eben 9 46 u so kann auch M sich von der Kraft L nicht enitfer-|| ep nen, oder sich derselben nicht nähern, ohne eine| andere Kraft N, womit sie atıf der entgegengesetz-| tion ten Seite in Wechselwirkung steht, zu verrücken| osion und den Wirkungskreis derselben zu verändern.| ken, So-mufs nun überhaupt diese Reihe von Ursachen| berul und Wirkungen von beyden Seiten ins Unendliche| Antaz fortgehen, und hieraus folgt also:| von! ı) Dafls jede mechanische Urverände-| rung eine chemische, und jede che:|; mische eine mechanische heryo»: gi bringt; vunda Paaı 2) Dafls bey jeder Expansion und Con- rep traktion einer repulsiven Kraft eine setzt unendliche Reihe von Kräften die u nehmliche Veränderung erleidet; Een In dieser unendlichen Reihe mufs aber doch Kraft eine Kraft seyn, die ihren Wirkungskreis zu: reise erst verengert oder erweitert:, Dicse Verenge- gege rung und Erweiterung nun lälst sich nur daraus It diem erklären, dafs im erstern Falle irgend eine Kraft| allen aus einer andern Reihe von repulsiven Kräften her- so weı austritt, und in jene erstere eindringt, im letztern Linie| Falle aber umgekehrt eine Kraft aus der werden Y Reihe heraustritt und in die letztere eindringt. In Kräfte ; beyden Fällen mufs in der einen Reihe eine Expan- dm\ 2 sion erfolgen, indem die andere contrahirt wird.| einst j Bey jeder Gontraktion einer Reihe von I The 7| vrepuk h r 4 | \ IT m och ZU* nge ralls iraft her- ern ein In Dan“ wird: von puF ww —— 47 repulsiven Kräften wird also eine an- dere expandirt, und bey jeder Contrak- tion der letztern entsteht eine Expan- sion der erstern, oder mit andern Wor- ten, alle Urveränderungen des Weltalls beruhen auf der Sympathie und dem Antagonismus verschiedener Systeme von repulsiven Kräften. Ausser diesen primitiven Veränderungen giebt es aber, wie schon vorhin bemerkt ist, noch se- cundäre.e Erstens nehmlich bildet jedes Paar miteinander iin Conflikt stehender repulsiver Kräfte eine zusammenge- setzte-FlächHenkräft,"deren. Richtung und Stärke verschieden ist, nach der verschiedenen Intensität der einen HKraft gegen die andere, und nach der verschiedenen Lage ihrer Mittelpunkte gegen den relativen Raum. Denn da jede dieser beyden Kräfte, gleich dem Lichte, nach allen Richtungen hin Wirkungsstrahlen aussendet, so werden nur zwey dieser Strahlen in eine gerade Linie fallen und einander aufheben. Alle übrige werden sich scheiden, und also zusammengesetzte Kräfte bilden, deren Richtung und Stärke von dem Winkel, den die beyden Wirkungsstrahlen einschliessen, und von dem Verhältnisse des Stär- ke- Grades der einen Kraft gegen den der andern abhän gt. abhängt, Jener Winkel aber hängt von der Lage der beyden Punkte, woraus die Wirkungsstrahlen entspringen, in relativen Raume ab. Folglich be- stimmt diese Lage und.das erwähnte Verhältnifs die Richtung und: Stärke der zusammengesetzten Kräfte. Da nun dieses Verhältnifs für jedes Paar einander. entgegengesetzter Wirkungsstrahlen das nehmliche ist, so werden. die Richtungen aller jener zusammengesetzten Kräfte in einerley Fläche fallen, und diese werden also vereinigt eine. einzige Flächenkraft ausmachen. Man setze jetzt mit den beyden vorigen Kräften noch eine Dritte in Conflikt, so werden die Wir- kungsstrahlen der letztern mit denen der beyden erstern ebenfalls Flächenkräfte bilden; diese werden sich mit der, welche aus dem Oonilikte der beyden erstern entstand, zu einer neuen Flächenkraft von einer dritten noch höhern Ordnung vereinigen, und diese dritte Kraft wird verschieden seyn nach der verschiedenen Stärke jener Kräfte und nach der verschiedenen Lage ihrer Mittelpunkte gegen einander. Man vermek:e die Zahl der repulsiven Kräfte ins Unendliche, und man wird eine unend- liche Menge unendlich zusammengesetzter Flächen- kräfte erhalten. Hieraus folgt-also zweytens: dafs in. der Natur, ausser den primitiven, nach allen Richtungen hin wirkenden Rräften, auch noch secundäre Flächen- kräf- kräft men: werd gun dieF alles at losen] stet ur cular- sprün: einem lasse jener Wir h wir be fen, de D der T Stärk werd: Sich d befinde eines N) Verände W jede na wert 1. Bd rt 49 kräfte vorhanden sind, deren Zusam- mensetzung ins Unendliche geht. Durch die Richtungen dieser Flächenkräfte werden die Gränzen der repulsiven Hräfte be- stimmt, und von diesen Gränzen hängen drittens die Formen der Körper ab. Hiermit ist also alles abgeleitet, was wir zur Construktion der leb- losen Natur bedürfen. Unsere‘ Voraussetzung lei- stet uns folglich dieselben Dienste, die der Corpus- cular- Philosoph‘aus seiner Hypothese von ur- sprünglichen körperlichen Elementen zieht, ohne einem der Einwürfe, die sich gegen diese machen lassen, ausgesetzt zu seyn. Zu einem Versuche jener Construktion ist hier indels der Ort nicht. Wir begnügen uns, nur noch zwey Sätze, deren wir bey unsern folgenden Untersuchungen bedur- fen, den bisherigen beyzufügen. Die Flächenkräfte, und daher auch die Formen der Körper sind abhängig von der verschiedenen Stärke der repulsiven Kräfte, wodurch sie gebildet werden, und von der verschiedenen Lage, worin sich die Mittelpunkte dieser Kräfte gegen einander befinden. Nun ist jede Expansion und Contraktion eines Systems von repulsiven Kräften mit einer Veränderung jener Lage verbunden, und zugleich ist jede derselben sowohl Ursache als Wirkung ei- ner mechanischen Urveränderung. Folglich werden bey jeder chemischen und me I. Ba. D cha- so I | chanischen Urveränderung neue Flä| N chenkräfte und neue körperliche For-% unser men gebildet,| gwa jener Die Ursachen, wodurch diese primitiven und| lich i secundären Veränderungen beständig unterhalten| werden, entspringen aus der Unendlichkeit. Jede| W Ursache kann daher nur einmal und nicht wieder I undu statt finden. Jedes materielle System durchläuft|| dals al also eine unendliche Reihe von Veränderungen,|| ändert ohne je zu dem Punkte, wovon es ausging, ZU-| die&ı rückzukehren. In jener Reihe kann folglich keine| erren absolute Gesetzmälsigkeit herrschen: Denn diese| kein ist nur da, wo ein Kreislauf herrscht. Nun aber| nisme zwingt uns dennoch ein Bedürfnifs der Vernunft, Wer Gesetzmälsigkeit in der Natur anzunehmen. Diese hen kann daher nur relativ seyn. Die Reihe von| eprech Veränderungen, welche jedes materielle a nn System durchläuft, muls so beschaffen| ar seyn, dafs dieses nach gewissen Revolu- Bi tionen irgend einem Zustande, worin es| En sich vorher schon einmal befand, wieder m dien aahe kömmt, ohne doch mit demselben a Bere ganz zusammenzutreffen, oder jene muls Kenn sich unter dem Bilde einer Spirallinie I dem al darstellen lassen, worin sich ein beweg- Ihende ter Körper jedem beliebigen Punkte im- ah mer wieder nähert, um sich immer weır-.| Glad ter von demselben zu entfernen. der. Nach Nach diesen Voraussetzungen kehren wir zu unserm eigentlichen Gegenstande zurück, und zwar wenden wir uns zuerst zu der Frage: wie jener Zustand, den wir Leben genannt haben, mög- lich ist? Wir haben gezeigt, dafs alle Materie organisirt und unaufhörlichen Veränderungen unterworfen ist, dals aber in jener Organisation und in diesen Ver- änderungen nur so lange etwas Bleibendes ist, als die äussern Einwirkungen, wodurch die letztern erregt werden, unverändert bleiben. Keine Ma- terie, und also auch nicht die der lebenden Orga- nismen, kann hiervon eine Ausnahme machen, Wer diesen Satz läugnet, muls der Materie des lebenden Organismus die Undurchdringlichkeit ab- sprechen, und also zu einer Absurdität seine Zu- flucht nehmen. Die Ausnahme, welche die Mate- rie der lebenden Rörper von dem obigen Satze zu machen scheint, kann folglich nur scheinbar seyn, Es mufs ein Damm vorhanden seyn, woran sich die Wellen des Universums brechen, um die le- bende Natur in den allgemeinen Strudel nicht mit hereinzuziehen. Dieses Mittelglied nun zwischen dem allgemeinen Organismus und der Materie der lebenden Organismen, wodurch die veränderliche absolute Stärke der äussern Einwirkungen relative Gleichförmigkeit erhält, kann nicht einerley mit der zur Möglichkeit der Materie erforderlichen D 2 Grund. Bemnan rg nn a 21 s2— Grundkraft seyn, weil sie in diesem Falle entweder zum lebenden Organismus, oder zur Aussenwelt gehören, und also die Schwürigkeit nicht gehoben seyn würde. Wir nennen sie daher Lebens- kraft(vis vitalis), um sie von jener Grundkraft zu unterscheiden. Immer erregt es, wie schon im. Vorigen erinnert ist, ein günstiges Vorurtheil für philosophische Untersuchungen über die ersten Gründe der menschlichen Erkenntnils, wenn die Resultate derselben mit den Ahndungen des gemeinen Men- schenverstandes zusammentreffen. Auch zu un- sern Untersuchungen wird man also um so mehr 'Zutrauen fassen,‘wenn man sieht, dals wir den Grund des Lebens ın einer Ursache suchen, die man schon in der Kindheit der Biologie unter dem Namen eines evopwsöv, Lebensgeistes, oder Archeus ahndete, Zwar verwirft unser jetziges Zeitalter diese Ahndung, nennt sie eine hyperphysische Hypothese, und setzt an die Stelle derselben die blofse Form und Mischung der Materie. Allein jede Grundkraft ist ein hyperphysisches Wesen. Es ist Zweck der Naturwissenschaft, die Zahl dieser hyperphysischen Wesen so viel, wie möglich, zu vermindern... Aber.der‘Zusatz, so. vıel, wie möglich, schlielst auch alle willkührliche Voraus- A setzungen bey dieser Vereinfachung aus. Dafs übrigens die blofse Form und Mischung der Mate- rie yie de entha Sätze Natı md. kam wirku bracht verän serer nie V einer diese Mög I Deine tigkeit das E Aber Grun hin Qual zuleit anzieh te ebeı It nic it, Ru leblo der welt oben en$ raft Nerk sche der Itate len- un- nehr den die lem. US alter ische 1 die llein sel. eser zu. wie -aus- Dals Mate- 116 | 53 vie des lebenden Organismus den Grund des Lebens enthalten sollte, widerstreitet, wie aus den obigen Sitzen erhellet, den metaphysischen Lehren der Naturwissenschaft.© Keine Materie, ihre Form und Mischung mag beschaffen seyn, wie sie will, kann für sich gleichförmig reagiren, wenn die Ein- wirkungen, wodurch diese Reaktionen hervorge- bracht und unterhalten werden, zufällig und also veränderlich sind.’ Jene Hypothese fällt mit un- serer Erklärung des Lebens, und sie würde gewils nie vorgebracht seyn, wenn man sich erst nach einer Bestimmung der unterscheidenden Charaktere dieses Zustandes umgesehen hätte, ehe man die Möglichkeit desselben zu erklären unternahm, Ich weils, was man mir entgegensetzen wird. Deine Schlüsse, wird man sagen, haben ihre Rich- tigkeit, sobald eine repulsive, oder attraktive Kraft das Einzige Agens in der leblosen Natur ist. Aber wo ist dies bewiesen? Dafs eine einzige 'Grundkraft zur Möglichkeit der Materie überhaupt hinreicht, berechtigt dies, auch alle speciliquen Qualitäten der Materie von dieser Grundkraft ab- zuleiten? Sind nicht vielleicht auch chemische Wahl- anziehung, Elektricität und Magnetismus Produk- te eben so vieler verschiedener Grundkräfte, und ist nicht vielleicht das, was du Lebenskraft nen- nest, ein Resultat des Zusammenwirkens jener Kräfte im lebenden Organismus, da sie in der leblosen Natur immer nur isolirt wirken? D3 Die- 54 Dieser Einwurf würde freylich von Gewicht seyn, wenn der Vorwurf, den ScHELLINnG(n) der Kanrischen Hypothese von einer attraktiven und repulsiven Kraft, als Grundkräften der Materie, mit Recht macht, dafs sie blos die verschiedenen Dichtigkeitsgrade der Körper, nicht aber die spe- ceifiquen Qualitäten und Formen derselben erkläre, auch unsere Voraussetzung von einer einzigen Grundkraft träfe, Es ist aber oben gezeigt worden, dals sich aus dieser eine unendliche Mannichfaltig- keit von zusammengesetzten Kräften und Formen herleiten lälst. Und bey diesem Reichthume an Erklärungsgründen haltet ihr euch für berechtigt, noch andere Grundkräfte ausser der repulsiven in die Natur einzuführen? Gesetzt aber, es wäre auch aufs strengste dar- gethan, dafs zur Erklärung mancher Phänomene, die wir gewöhnlich als Wirkungen lebloser Agen- tien betrachten, noch eine andere Grundkraft aus- ser der von uns angenommenen nothwendig sey, so hättet ihr noch zu beweisen, dafs jene zweyte Grundkraft nicht einerley mit unserer Lebenskraft sey, und dafs jene Erscheinungen nicht zu denen der lebenden Natur gerechnet werden können, ehe ihr einen Einwurf davon gegen uns hernehmen dürfte: Aber wie diesen Beweis führen? Wir kön- (m) Erster Entwurf eines Systems der Naturphilosophie, S. 206, Te m wirhl weit Wah epu Kr ven Grun kräft Prodı Verst den ı det ein and ursp nism Einric Dicht Ar\ | Gm dies lar- ne, ‚en- aus- sey, reyto kraft nen en, können eben so wenig bestimmen, wo der niedrig. ste Grad des physischen Lebens ist, und wo dieses zum Leblosen übergeht, als wir die höchsten Stu- fen des Lebens anzugeben und zu behaupten ver- mögen, dals nicht über dem Menschen Wesen von einem noch höhern Grade Jder Vitalität stehen, Noch mehr! Erklärt eure Hypothese auch wirklich mehr, als die unsrige? Lalst sehen, wie weit wir mit ihr ausreichen. Sind chemische Wahlanziehung,, Licht u. s. w. nicht Produkte der repulsiven Grundkraft, sondern Wirkungen eigener Kräfte, so müssen diese entweder mit der repulsi- ven Kraft Modifikationen einer und, derselben Grundkraft, oder, wie die letztern, eigene Grund- kräfte seyn. Ist ferner der lebende Organismus ein Pıodukt eines besondern Zusammenwirkens jener verschiedenen Kräfte, so. frägt sich: wodurch wer- den dieselben zu dieser eigenen Zusammenwirkung determinirt? Nehmt ihr sie für Modifikationen einer und derselben Grundkraft an, so ist keine andere Beantwortung dieser Frage, als aus der ursprünglichen Einrichtung des allgemeinen Orga- nismus möglich? Aber woher diese ursprüngliche Einrichtung? Hier liegt ein Knoten, den ihr ohne Dichtungen nicht zu lösen im Stande seyd. Nehmt ihr jene Kräfte für eben so viele verschiedene Grundkräfte an, so entsteht wieder die Frage, was diese Grundkräfte in der lebenden Natur an einander D4 bin- 56 en bindet? und ihr seyd auch bey dieser Voraussetzung gezwungen, aus dem Lande der Fiktionen einen Weltgeist zu Hülfe zu rufen. Eure Hypothese ver- steckt also das grofse Räthsel, aber löset es nicht. Nach dem bisher Gesagten sind also zwey Grundkräfte, die repulsive Kraft und die Lebens- kraft, die einzigen, deren wir zur Möglichkeit der materiellen Welt bedürfen. Jene bildet die leblose, diese in Verbindung mit jener die lebende Natur. Ausser diesen beyden Welten kennen wir aber noch eine Dritte, die der geistigen Naturen, und zwar kennen wir diese nur in Verbindung mit dem physischen Leben. In welchem Verhältnisse steht nun jene geistige Welt gegen das letztere? Ist nicht vielleicht die Lebenskraft einerley mit dem denken- den Princip, und der gemeine Glaube, nach wel- chem leben und beseelt seyn für einerley angenommen wird, gegründet? Wir müssen auf diese, schon oben berührte Frage hier noch einmal zurückkommen, um einem Mifsverständnisse vor- zubeugen. Wer nach der Identität von leben und beseelt seyn fragt, verlangt entweder zu wissen, ob alle Erscheinungen des physischen Le- bens ursprünglich willkührliche Handlungen sind? oder er wünscht zu erfahren, ob jene Phänomene insgesammt unmittelbare, doch nicht mit Bewufst- seyn verbundene Wirkungen der Seele auf die re- pulsiven Kräfte ihres Körpers ohne Vermittelung einer ————— iin eine ten dals eine ange und| Schul Beant sie W einer als.b wort der nen Orpaı Einwi Organ berrif Ver welt mög denh Biolo Ai Mater are wäh aisl ung inen ‚ Ver» ht, wey ens- der 0SE, tur, aber und dem ‚teht icht en- vel- ley auf nmal vor- ben zu Le- d? ene lst- e Te lung einer einer Dritten, von ihr und diesen repulsiven Kräf- ten verschiedenen Grundkraft sind? Man sieht, dals in beyden Fällen lebend und beseelt für einerley, doch in einem ganz verschiedenen Sinne angenommen werden könne. Beyde sind aber oft, und besonders von mehrern Schriftstellern aus der Schule Staus mit einander verwechselt. Die Beantwortung der erstern Frage mag ausfallen, wie sie will, so wird doch dadurch die Hypothese von einer eigenen Lebenskraft so wenig umgestolsen, als bewiesen. Dals sie indels verneinend beant- wortet werden mufs, erhellet aus der Fortdauer der Lebenserscheinungen in den thierischen Orga- nen nach der Trennung der letztern vom übrigen Organismus, wobey niemand eine fortdauernde Einwirkung von Vorstellungen auf die getrennten Organe annehmen wird. Was die letztere Frage betrifft, so liegen die Gründe zur Bejahung oder Verneinung derselben ganz ausserhalb der Sinnen- welt, und es ist also gar keine, Antwort darauf möglich. In diesem Sinne aber kann die Verschie- denheit oder Idzntität von lebend und beseelt dem Biologen auch ganz gleichgültig seyn. Aus den obigen Sätzen folget, dafs Leben der Materie etwas durchaus Fremdes ist, Die Bewe- gungen, die wir an dem lebenden Organismus wahrnehmen, sind theils mechanische, theils.che- mische. Sie unterscheiden sich in keinem Stücke Di si von, en u un eh z von denen, die wir in der leblosen Natur finden, als blos darin, dafs die äussern Anläfse, denen sie ihr Entstehen verdanken, nicht unmittelbar, scn- dern durch die Lebenskraft modifizirt, auf die Materie des lebenden Körpers einwirken. Geht z. B. der Sauerstoff, wie man sagt, in dem thie- rischen Organismus mit dem Kohlenstoff wirklich eine Verbindung ein, so geschieht dieser Procels hier bey einer Temperatur, wobey sich derselbe nie in der leblosen Natur ereignet(v). Aber nichts desto weniger ist jene Verbindung im thierischen Körper so gut ein chemischer Procefs, wie in der leblosen Natur; nur ist das, was sich in jenem mit dem Hohlenstoff zur Kohlensäure vereinigt, nicht mehr Sauerstoff, sondern ein Drittes, welches blos in der lebenden Natur existirt. Da also die Materie des lebenden Körpers den- selben Gesetzen folgt, denen die leblose Natur un- terworfen ist, so muls ı) jeder Theil desselben Mittel und zugleich Zweck für das Ganze seyn. 2) Da aber die Lebenskraft zwischen dem leben- den Körper und der übrigen Natur eine Schei- dewand zieht, die wir bey keinem lehloseh Körper finden, so mus jener den Charakter der Organisation weit deutlicher als dieser an sich tragen. In der leblosen Natur macht jede belie- (v) Baanoıs über die Lebenskraft,$, 72. f. beliebige Zahl von repulsiven Kräften einen Organismus aus. Hingegen bey dem lebenden. Körper ist diese Zahl aufs genaueste bestimmt, und nichts in ihr der Willkühr überlassen. 3) Weil der Zweck sowohl des lebenden Orga- nismus überhaupt, als aller seiner Theile von dem aller leblosen Organismen verschieden ist, so mufs die Organisation des erstern vor der der letztern etwas Ausgezeichnetes haben. 4) Eben diese Sätze müssen endlich auch von dem lebenden Organismus in Rücksicht seiner primitiven und secundären chemischen. und mechanischen Veränderungen gelten. Jede che- mische Urveränderung mufls auch in ihm eine mechanische, und jede mechanische eine che- mische hervorbringen. Auch in ihm mufs bey diesen Veränderungen das Gesetz des Antago- nismus und der Sympathie herrschen. Auch in ihm muls jede dieser Urveränderungen Bil- dungen neuer zusammengesetzten Kräfte und neuer Formen nach sich ziehen. Aber alle diese Veränderungen müssen sich von denen der leblosen Natur theils darin, da[s sie weit deutlicher, als diese, in dem Verhältnisse von Mittel und Zweck stehen, theils darin, dafs sie bey aller Ungleichförmigkeit der äussern Einwirkungen, wodurch sie hervorgebracht werden, einen gleichförmigen Gang behaupten, auffallend unterscheiden.; Die 6o Vz Die drey erstern Sätze zusammengenommen zuch lassen sich kürzer dadurch ausdrücken, dafs| pert nicht nur der lebende Körper, gleich al| gire len leblosen, organisirt. ist, sondern|(ii dafs auch die Organisation desselben| abe weit deutlicher, als die,der-letztern, ın| gend die Augen fällt. Und hieraus erhellet, wie I] Feinne man darauf verfallen konnte, Organisation für ein gs di ausschliefsliches Eigenthum der lebenden Körper| Ansna zu halten, und sie als ein charakteristisches Renn-| daher zeichen derselben aufzustellen.|„iric Der vierte Satz zeiget, in wie fern sich die and Thätigkeiten der lebenden Organismen, unter dem| In Namen der Funktionen, denen der leblosen Bit Körper, unter dem Namen der Actionen ent-| pen gegensetzen lassen. Ein Gegensatz findet'nur in| Bidet, so fern unter ihnen statt, als diese ganz abhängig,|| a jene aber mehr oder weniger unabhängig von den| Mil äussern Einwirkungen sind, Hingegen in Rück-| Dei sicht des Verhältnisses von Mittel und Zweck fin-| ha det unter ihnen nur ein relativer Unterschied statt,| in und es ist unrichtig, wenn man dieses Verhältnifs| di zum charakteristischen Merkmale der erstern Yu: macht. Aus dem vierten Satze läfst sich ferner abneh-| men, was davon zu halten ist, wenn die Biologen| seit GAUTIER’S(w) Zeiten, ausser der Organisation, a auch| (w) De irritabilitatis notione, natura et morbis, p. 55(1) $. 9\| £| | RN me 61 auch das Vermögen, äussere Eindrücke zu percipiren, und gegen dieselben zu rea- giren, unter dem Namen der Reitzbarkeit Grritabilitas) oder Erregbarkeit(incitabilitas), als etwas dem lebenden Körper ausschliefslich Ei genes angeben(x). Es bedarf hier kaum mehr der Erinnerung, dals dieses Vermögen eben so wohl, als die Organisation, einer jeden Materie ohne Ausnahme zukömmt. Einige Aerzte(y) suchen daher dasselbe durch den‘ Zusatz,»“äussere Ein- „drücke auf eine eigene A rtotzar., percipiten, „und auf eine eigen« Art zu reagiren”, auf den lebenden Körper einzuschränken. Aber woher lilst sich das Eigenthümliche dieser Art zu percı- piren und zu reagiren erkennen? Doch nur aus der Erfahrung. Nun aber soll jene Erklärung uns wieder als Leitfaden bey der Erfahrung dienen, Mithin gerathen wir in einen Cirkel, der jene Deiinition ganz unbrauchbar macht. Soll Reitz- barkeit eine dem lebenden Körper ausschliefslich zukommende Eigenschaft seyn, so kann sie nur das Vermögen bedeuten: Einwirkungen der Aussenwelt so zu percipiren, dals die reta- (x) Reır, in dessen Archiv f. d. Physiol. B.ı. H.ı. S. 82.{.ı2— Röschzaug’s Pathogenie. Th.i. S. 234% $- 287. (y) Z.B. Ernuann in RöscnzAup’s Magazın der Heil- kunde. B. 1. St. ı. S. 7& 62 Gumanım relative Stärke derselben, ihrer absoln- ten Verschiedenheit ohngeachtet, un- verändert bleibt. Die Reaktionen gegen jene Einwirkungen können in dieser Erklärung nicht mit in Anschlag kommen, da in ihnen nichts enthalten zu seyn braucht, wodurch sie sich von den Reaktionen der leblosen Natur unterscheiden. h Die Gleichförmigkeit jener Reaktionen ist der Maalsstab, wonach wir den Grad der Reitzbarkeit zu schätzen haben. Je gleichförmiger jene bey ungleichen äussern Einwirkungen, desto höher, je ungleichförmiger, desto niedriger ist der Grad der letztern. Nach dem ehemaligen Begriffe von Reitzbarkeit wurde der Grad derselben durch die Leichtigkeit bestimmt, mit welcher jene Reaktio- nen erfolgen. Die Reitzbarkeit war daher höher bey dem Kinde, als bey dem Erwachsenen, und höher bey dem Weibe, als bey dem Manne. Nach unserm Begriffe von Reitzbarkeit kann bey einem hohen Grade derselben ein geringer Grad von Empfänglichkeit für die Einwirkungen der Aussen- welt, und umgekehrt bey einem hohen Grade der letztern ein geringer der erstern statt finden. Um Verwirrungen zu vermeiden, werden wir diese Empfänglichkeit des lebenden Organismus für äus- sere Einwirkungen unter dem Namen der Recep- tivität von der Reitzbarkeit in Zukunft unter- scheiden, und das Vermögen desselben, den Ein- wir- a m a ze keit% fiairt aufd dukte der A leben \ absı Die a er An des le die Re diejen Yon mit( ten Ve tiefer dert wi Li sıhau ' der y gern| olu- Un ı jene nicht ichts von a& wirkungen der Aussenwelt eine mehr oder weniger gleichförmige Thätigkeit entgegenzusetzen, mit dem Namen des Reaktionsvermögens be- zeichnen. Reitze sind unserer Erklärung von Reitzbar- keit zufolge: durch die Reitzbarkeit modi- fizirte Einwirkungen der Aussenwelt auf den lebenden Organismus, mithin Pro- dukte einer Wechselwirkung der Reitzbarkeit und der Aussenwelt. Der Einfluls der Reitze auf den lebenden Körper heifst Reitzung. Die Stärke eines Reitzes lälst sich in die absolute und in die relative unterscheiden, Die absolute Stärke desselben ist diejenige, die er nsüben würde, wenn er auf die Materie des lebenden Organismus einwirkte, ohne durch die Reitzbarkeit modifizirt zu seyn; die relative diejenige, die er besitzt, wenn er diese Modifika- tion erlitten hat. Die relative Gewalt eines Reitzes steht also mit der absoluten Stärke desselben im umgekehr- ten Verhältnisse. Je höher die letztere steigt, desto tiefer sinkt die erstere, und je mehr jene vermin- dert wird, desto mehr nimmt diese zu. Lalst uns jetzt versuchen, auszumachen, was sich aus den bisher erwiesenen Sätzen in Betreff der verschiedenen Modifikationen des Lebens fol- gern lälst, Die 64——— Die Einwirkungen der Aussenwelt auf den| I lebenden Organismus sind, wie wir gesehen haben,| went zufällig, und die Fortdaner und Unveränderlichkeit|| Eis der durch diese Einwirkungen veranlafsten Thä-|| ke tigkeit bey jener Zufälligkeit macht den unterschei-| der! denden Charakter des Lebens aus. Jeder lebende| ben, Körper aber reagirt auch wieder auf die Aussen- Grän welt. Mithin, wenn die Einwirkungen der letz-| Orga tern auf jenen zufällig sind, so müssen es die Reaktionen des erstern auf die Aussenwelt für| j ' diese ebenfalls seyn. Nun ist gezeigt worden,| ai dafs nichts in der leblosen Natur bleibend ist, so-| ven, bald zufällige und daher veränderliche Einwir- 1, jede kungen auf dieselbe statt finden. Wie reimt sich|| hohl hiermit der unveränderliche Typus, den wir den-|| Allen noch in den Bewegungen des Weltalls wahr-|| gms nehmen?|| Ereart | Then Sollen nicht Dämonen diesen Hınoten lösen, Was und die Stöhrungen,, die der freye Wille der leben-'| nahr den Körper in der Maschine des Universums un-| Das aufhörlich verursachen würde, wieder ausgleichen,| das? so giebt es nur noch einen Ausweg zur Beantwor- Ueber tung dieser Frage. Wir müssen annehmen, dafs| Ds 7 die Stöhrung, die aus den Reaktionen| planat eines Theils der lebenden Individuen| ht, s.an,.demsallsemeinen Organismus entste- Karen hen würde, durch die Reaktionen der| um übrigen verhindert wird,| Ehe Die-| IR | IS| | den \aben, ichkeit ha, schei- ende Ssen- letz- 5 die t für rden, , 80 inwi- t sich den- yahr- Ösen, leben- 18 Un- chen, ıwor- dals nen uen tste- ‚ der Die- 65 Diese Voraussetzung macht eine zweyte noth- wendig. Die Zufälligkeit der äussern Einwirkungen, bey welchen die Thätig- keit der lebenden Organismen unverän- dert fortdauert, mul[s ihre Gränzen ha- ben, und jede Ueberschreitung dieser Gränöen mulfs. die Zerstöhrung jener Organismen nach sich ziehen. Beyde Voraussetzungen haben die Erfahrung auf ihrer Seite. Belege zu der letztern anzufüh- ren, ist überflüssig. Für die erstere liefern uns die Funktionen der Ernährung‘und des Athem- hohlens in den beyden lebenden Reichen die auf- fallendsten Beweise. Die Nahrungsmittel der Pflan- zen sind Luft, Wasser und vielleicht auch einige Erdarten, also Stoffe der leblosen'Natur. Das Thierreich, bedarf zwar auch der Luft und des Wassers zu seinem Unterhalte; aber seine Haupt- nahrung erhält es zugleich von den Vegetabilien, Das Pflanzenreich ist also die erste und niedrigste, das Thierreich die zweyte und höchste Stufe des Ueberganges der leblosen Materie zum Leben. Das Thier, nachdem es sein Geschlecht fortge- pflanzt und den Zweck seines Daseyns erfüllt hat, stirbt, vermodert, und seine Bestandtheile kehren zurück zum Luftmeere und zur Erde, um von neuem zu Pflanzen und aus diesen zu Thieren gebildet zu werden, und so jenen Ueber- I. Ba. E gang 665’ urn gäng ewig zu beginnen, zu vollenden, und vou So w neuem anzufangen. Jedes der drey Naturreiche ist yeich folglich Mittel und. zugleich Zweck, jedes ein vers Glied einer in sich Kette von de Veränderungen, worin das mittlere. immer Wir- der ı kung des vorhergehenden und: zugleich Ursache kohle des folgenden ist. Ferner äussern alle Erdarten| Kohle eine Anziehung gegen. den Sauerstoff des Lufi- kreises, der sich mit dem Kohlenstoff derselben| j verbindet, und so das Hauptnahrungsmittel der kn url Pflanzen bildet. Das Thierreich aber, zu dessen| der ä Unterhalte der Sauerstoff ein nothwendiges Erfor-| thüm dernifs ist, würde aussterben müssen, wenn die-| ver ser Stoff unaufhörlich der Atmosphäre entzogen| bert würde, ohne wieder ersetzt zu werden. Dieser| Öigar Ersatz geschieht durch die Ausdünstung der Pilan-|| end zen während der Tageszeit, wodurch die Atmo-| Seiten sphäre mit jenem, zum Athmen der Thiere erfor-|| schon derlichen Bestandtheile wieder versehen wird(z).| Unor So| aucı /| sich (z) Man hat hiergegen den Einwurf gemacht, dafs die| men Luft: im Sommer mehr Sauerstoffgas, als im Winter| den enthalten mülste, wenn die Pflanzen wirklich einen des bedeutenden Beysrag zur Erhaltung des Oxygene ın Thir, der Atmosphäre lieferten, dafs aber eudiometrische| Untersuchungen von dieser Folgerung das Gegentheil lehrten.. Aber man vergilst bey diesem Einwurfe, ı dals der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre im Som-| mer vielleicht noch geringer‘; seyn würde, wie er in | | | | | 5 67° ‘ \ von. So wie endlich die leblose Natur dem Pflanzen- ‘he ist reiche, und dieses dem Thierreiche seine Nahrung a verschafft, so versorgen auch die Thiere wieder € von die Vegetabilien mit Nahrung, indem sie ‚statt. Wir der eingeathmeten atmosphärischen Luft beständig sache kohlensaures Gas ausathmen, dessen Basis, die larten Kohlensäure, zum Unterhalte der Pflanzen dienet. Luft- selben Die beyden obigen Voraussetzungen aber be- a] der antworten noch nicht Alles. Hat die Zufälligkeit lessen der äussern Einwirkungen, bey welchen die eigen- Erfor- thümliche Thätigkeit der lebenden Organismen un- n die. verändert fortdauert, Gränzen, und zieht jede Ue- tzopen'bertretung dieser Gränzen die Zerstöhrung jener a Organismen nach sich, so ist zwar keine fortdau- Pilan- ernde Stöhrung. des allgemeinen Organismus von \tmo- Seiten eines lebenden Individuums möglich, Allein Are schon die erste Uebertretung dieser Gränzen wird Aa). Unordnungen in dem erstern nach sich ziehen, und So auch hierauf mufs doch gerechnet seyn. Wie läfst sich diese. Schwürigkeit heben? Wir müssen anneh- Jafs die men, dafs jede Abweichung eines leben- Winter den Individuums von der zur Erhaltung Meden des allgemeinen Organismus nöthißen ene In Thätigkeit eine entgegengesetzte Verän- trische de- entheil er in der That ist, wenn nicht die Pflanzen zur Er- Ah haltung desselben beytrügen. Doch hiervon in der BR: Folge umständlicher. in E 2 m un 68|— oe rung desselben nach sich zieht, und dals Hi die auf die Uebertretung der erwähnten en Gränzen folgende Zerstöhrun g eines In- a dividuums immer durch diese entgegen- gesetzte Veränderung geschieht. Ein Ue-|| ''bermaals von Thätgkeit muls durch ein Minus, I dem| ein Minus durch ein Plus, und eine anomalische I I chi Abweichung derselben durch eine andere nach ent-| ne an gegengesetzter Richtung gehende anomalische Ab- R|| Wen ' weichung wieder gut gemacht werden.| gen} ; wend Aus der ersten dieser drey Voraussetzungen folgt, dals das ganze Reich der lebenden um Organismen ein Glied des allgemeinen ei Organismus ausmacht, und dafs jedes|| I lebende Individuum zur Erhaltung die|| ni ses Gliedes das Seinige beytragen muls.|| a | einan Aus der zweyten Voraussetzung ergiebt sich,| ghe dals, je weitere Gränzen die Zufällig- keit der äussern Einwirkungen auf er| nen lebenden Organismus hat, desto hö- an ' her der Grad des Lebens dieses Körpers| Ola ist. Fortdauer desselben bey absoluter Zufällig- nich keit der erstern würde der höchste Grad des Le- ität bens(vita maxima) seyn. Ein solches Leben aber hung existirt nicht, und kann nicht existiren, weil die kung Schrankenlosigkeit desselben unaufhörliche Revo-| su lutionen im Universum hervorbringen würde. Je-| die des Leben ist nur Näherung zu jener Gränze. So| Vai viele dals Inten e$ In- egen- n Ue- inus, lische 1 ent- e Ab- ingen nden inen edes die ıuls. sich, ällig- uf ei to hö rpers ‚fällig- 5 Le- ı aber il die Pevo- le, Je- ze, SO viele ——— 69 ji viele verschiedene Stufen dieser Näherung denkbar sind, so mannichfaltig ist auch der Grad des Le bens. Die niedrigste. Stufe.(vita mimima) macht den Uebergang zur leblosen Natur.\ Wären aber alle lebende Organismen nur nach dem Grade ihres Lebens unterschieden, so würde auch in’ihren Einwirkungen auf die Aussenwelt kei- ne andere Verschiedenheit, als in dem Mehr oder Weniger statt finden.’ Allein die Erhaltüng der gan- zen Natur macht es, wie vorhin gezeigt ist, noth- wendig, dafs die Einwirkungen eines Theils jener . Organismen auf die Aussenwelt die entgegengesetz- ten von denen sind, die ein‘anderer /äussert. Es mufs-also eine’ Mannichfaltigkeit des Lebens nicht nur der Quantität, sondern auch der Modalität nach vorhanden seyn, oder es muls verschiedene einander entgegengesetzte Formen des Lebens geben. Diese Formen sind nicht anders denkbar, als unter der Voraussetzung, dals die verschiedenen Classen und Ordnungen von lebenden Körpern eine nicht blos dem Grade, sondern auch der Moda- litit nach verschiedene Receptivität für die Einwir- kungen der Aussenwelt haben, und diesen Einwir- kungen eben so verschiedene Reaktionen entgegen- setzen. Die Verschiedenheit jener Receptivität und dieses Reaktionsvermögens kann aber nur in der Verschiedenheit der Organisation ihren Grund.ha- E 3 ben. 79———| ben. Folglich giebt es in der lebenden Natur eben| so viele verschiedene Organisationen, wie sie ver- ‚ Ral schiedene Formen des. Lebens aufzuweisen hat,| I und einem Gegensatze dieser Formen entsprechen sch immer auch entgegengesetzte Organisationen.| aid Aber nicht nur unter den Organismen von ver: A] schiedenen, sondern auch unter denen von einerley ben, Formen des Lebens müssen Gegensätze in der Re-| inte ceptivität und dem Reaktionsvermögen statt finden,| finde indem alle Individuen in der Natur und also auch| folgt diese in dem Verhältnisse von Mittel und Zweck| eh gegen einander stehen... Jene Gegensätze nun kön- mit nen nicht in der entgegengesetzten Modalität der het beyden erwähnten Vermögen gegründet seyn, ‚weil; I den, sonst die Organismen, denen sie angehören, nicht schhe von einerley, sondern von verschiedenen Formen| Dies des Lebens seyn würden, Sie müssen daher in 4 in. dem Verhältnisse der Receptivität zum Reaktions-| Nr vermögen ihren Grund haben. Dieses aber kann| Pi, von vierfacher Art seyn:| En 1) Geringe Receptivität mit starkem Reaktionsver< ei mögen, et 2) Grolse Receptivität mit schwachem Reaktions lich vermögen. der 3) Geringe Receptivität mit schwachem Reaktions- vermögen.: he 4 Grofse Receptivität mit starkem Reaktionsver- los mögen. Le Die- 15 VEr« [on$ sm———n 71 Diese vier Verhältnisse der Receptivität zum Reaktionsvermögen machen das aus,. was man Temperamente nennet. Aufihnen und den ver- schiedenen Formen des Lebens beruhet die Man- nichfaltigkeit der lebenden Natur. Jede Form des Lebens ist, wie wir gesehen ha- ben, beschränkt. Diese Schränken aber können in intensiver undin protensiver Hinsicht statt finden. Dals jedes Leben intensive Schranken hat, folgt unmittelbar aus den obigen Sätzen. Eben die- se intensive Beschränktheit derselben, verbunden mit einem, die Organisation der gesamten Natur betreffenden Satze, den wir oben vorgetragen ha- ben, beweiset.aber auch, dals der Protension des- sclben ebenfalls Gränzen gesetzt seyn müssen. Dieser Satz war nehmlich der, dafs jedes System von repulsiven Kräften eine unendliche Reihe von Veränderungen durchläuft, die sich von jedem Punkte ihrer Bahn immer weiter entfernt, indem sie sich demselben immer wieder nähert. Hiernach mufs für jeden lebenden Körper, die Energie seiner "Lebenskraft sey so grols, wie sie wolle, doch end- lich eine Zeit eintreten, WO seine Organisation mit der der Aussenwelt nicht länger bestehen kann. Dies zum Grunde gelegt, so findet ein drey- facher Uebergang des lebenden Organismus zur leb- losen Natur, oder auch zu andern Formen des Lebens statt; E4 ı) durch 72 ı) durch übermäfsige Heftigkeit der äussern Ein- wirkungen, 2) durch zu geringe Stärke, und 5) durch zu lange Dauer derselben. Das Uebergehen eines lebenden Organismus zur leblosen Natur, oder zu andern Formen des Lebens nennen wir Sterben, und alles Aufhören des Le- bens überhaupt, ‚oder einer bestimmten Form des- selben Tod. Folglich ist jedes lebende Individuum einer dreyfachen Todesart ausgesetzt, Die beyden erstern aber sind zufällig, und nur die letztere ist nothwendig, Diese ist den Absichten der Natur ge- mäls, jene sind derselben zuwider, Der Sprachge- brauch setzt daher die letztere Art, unter dem Na- men des natürlichen Todes, den beyden erstern widernatürlichen, mit Recht entgegen, Beyde Ausdrücke sind verschiedentlich, und besonders von RöscuLaug(a), angefochten. Indefs beruhet alles, was man dagegen eingewendet hat, blos auf der ' Verwechselung von widernatürlich mit unnatürlich und übernatürlich— Ob übrigens das Sterben Ue- bergang zur leblosen Natur,‘oder zu andern For- men des Lebens ist, müssen wir’ unentschieden lassen, da die Organisation der Natur mit beyden Voraussetzungen bestehen kann. Nach dem Gesetze der Stetigkeit kann in kei- nem der drey obigen Fälle jener Uebergang, den wir (a) Pathogenie. Th. ı. S.»ı. ff. U nn nn nenn nn l Ein- —— 73 wir Sterben nennen, anders als allmählıg erfolgen. Der lebende Organismus müfs sich stufenweise der 1} 'leblosen Natur, oder einer andern Form des Lebens nähern, und in eben dem Verhältnisse muls er im- mer unvermögender werden, in dem zur Eırrei- chung der Zwecke seines Lebens nothwendigen Bezirke der Zufälligkeit äusserer Einwirkungen zu existiren. Dies führt uns auf.eine Erklärung von Gesundheit und Krankheit. Gesundheit ist das Vermögen, Krankheit das Unvermö- gen eines lebenden Hörpers in der zur Erreichung der Zwecke seines Daseyns nothwendigen Sphäre der Zufälligkeit äusserer Einwirkungen sein Leben fort zusetzen, Da jeder Uebergang vom Leben. zur leblosen Natur, oder: zu einer andern Form des Lebens durch jene Gränze geschieht, die wir vita minima genannt haben, so ist jede Krankheit, absolut be- trachtet, ein niederer Grad der Vitalität in einer ger wissen Form des Lebens. Aber Krankheit ist ein relativer Begriff, und als ein solcher involvirt er nicht nur einen niedern, sondern auch einen sol- chen Grad des Lebens, der dem Zwecke des Orga- nismus, wobey er statt findet, nicht angemessen ist. So können folglich Gesundheit und vita mi- nima vollkommen mit einander bestehen. Das Le- ben des Embryo nähert sich der vita minima. E35 Aber Te ae oh 74 Aber krank ist dieser erst dann, wenn er auch im den engen Gränzen der Zufälligkeit äusserer: Ein- wirkungen, worin er lebt, den Zweck seines Le- bens nicht zu erfüllen vermag. Der Uebergang des lebenden Organismus zur leblosen Natur, oder zu einer andern Form des Lebens kann ohne Krankheit nicht statt finden: dies ist eine unmittelbare Folge der obigen Sätze. Nun ist gezeigt worden, dafs jener Uebergang auf eine dreyfache Art herbeygeführt werden kann. Folglich mufs auch Krankheit eben so viele ver- schiedene Ursachen haben. So wie ferner die To- desart, die aus der zu langen Dauer der äussern Einwirkungen entsteht, noihwendig ist, so muls auch für jedes lebende Individuum aus dieser Quel- le eine nothwendige Krankheit entspringen, die sich mit dem natürlichen Tode endigt. Eben we- gen ihrer Nothwendigkeit aber betrachten wir diese nicht als Firankheit, sondern nennen sie Alter, Daher die Berrennung des natürlichen Todes, mors sine morbo. Die beyden übrigen Arten von Krank- heiten hingegen, die aus zu grolser und zu gerin- ger Stärke der äussern Einwirkungen entstehen, sind zufällig, wie die Todesarten, worin sie über- gehen, und eben so wenig, als diese, den Zwecken der Natur’ gemäfs. Nur diese betrachten wir da- her als Krankheiten,‘und zugleich als widernatür- liche Zustände. Daher die Association der Begriffe von Hrankheit und widernatürlich. Die Die Lehren, die wir bisher über Tod und Krankheit aufgestellt haben, sind Folgerungen aus den beyden Voraussetzungen: ı)»dafs die Stöhrung in dem allgemeinen Organismus, welche aus den Reaktionen. eines Theils der lebenden Individuen entstehen würde, durch die Rückwirkungen der übrigen verhindert wird; 2) dals die Zufälligkeit der äussern Einwirkungen, bey welchen die eigen- thümliche Thätigkeit der lebenden Organismen un- verändert fortdauert, beschränkt ist, und dals jede Uebertretung dieser Schranken die Zerstöhrung jener Organismen nach sich zieht. Die letztere geschieht, wie wir gesehen haben, immer durch ein Herabsinken von einer höhern Stufe des Le- bens zur niedrigsten, und das Unvermögen eines lebenden Individuums während dieser Näherung zur vita mirima in der zur Erreichung der Zwecke seines Lebens nothwendigen Sphäre der Zufällig- keit äusserer Einwirkungen sein Leben fortzuset, zen, ist’ es, was man Hrankheit nennet. Ausser den beyden erwähnten Voraussetzungen haben wir aber noch eine dritte angenommen. Nach dieser geschieht die Zerstöhrung eines lebenden Indivi- duums, welche auf die Uebertretung seiner Schran- ken folgt, immer durch eine Thätigkeit, welche der, wodurch diese Gränzen überschritten wurden, entgegengesetzt ist. Hieraus folgt, dals mit jeder Krankheit eine Abweichung des lebenden Körpers von seiner naturgemälsen Wirkungsart verbunden ist, N 76 zum ist. Allein diese Abweichung kann nicht selber Iirankheit seyn, denn vor ihrer. Entstehung mulste schon eine Abweichung des lebenden Körpers von seiner..naturgemälsen Wirkungsart. ‚vorhergehen. Nur da, wo sie mit eiriem Unvermögen des leben- den Organismus, in der zur Erreichung der Zwecke seines Lebens nöthigen Sphäre der Zufälligkeit äus- serer Einwirkungen sein Leben fortzusetzen, ver- bunden ist, findet Krankheit statt, nur dieses Un- vermögen ist Krankheit, und von diesem ist jene Abweichung blos ein Symptom. Der Uebergang der lebenden Individuen zur leblosen Natur,‘oder zu andern Formen des Lebens würde eine Stöhrung des allgemeinen Organismus nach sich ziehen, wenn dem Zuwachse, den im erstern Falle die leblose Natur, im letztern eine andere Art von lebenden Organismen dadurch er- hält, nicht ein gleicher Verlust, und dem Verluste, den die Gattung dadurch erleidet, nicht ein gleicher Zuwachs das Gleichgewicht hielte. Dieses Gleich- gewicht kann nur dadurch erhalten werden, dafs jeder lebende Organismus ‚ ehe er zu leben aufhört, ein Individuum seiner Art zurückläfst, oder mit andern Worten, dals er sein Geschlecht fortpflanzt. Bey keinem. lebendem Körper tritt daher das Ziel seines Lebens ein, bevor er nicht sein Geschlecht fortzupflanzen im Stande ge- ‚wesen ist, Das m er mens men or ge hitt 2en| fe de Kt Tel Inc elber tulste Ss von 'ehen, eben- ecke Aaus- ver- Un- jene - — 77 Das hierbey entstehende neue Individuum ver- dankt seinen Ursprung entweder der Verwandelung lebloser Materie in lebende, oder dem Uebergange einer gewissen Form des Lebens zu einer andern. So wenig als derjenige Uebergang der lebenden Or- ganismen zur leblosen Natur oder zu einer andern Form des Lebens, den wir Sterben nennen, kann aber auch jener entgegengesetzte Uebergang nach dein Gesetze der Stetigkeit anders, als stufenweise, erfolgen. Nur durch die vita minima kann das neu erzeugte Individuum allmählig zu höhern Gra- den des Lebens gelangen. So hat jeder lebende Organismus eine Periode der Jugend, wo er sich der höchsten Lebensstufe nähert, und eine Periode des Alters, wo. er zur niedrigsten zurückkehrt; so geht jeder bey seinem Austritie aus dem Leben die nehmlichen Stufen wieder herab, die er bey seinem Eintritte hinaufstieg. Senes bis pueri sagten die Alten in moralischer Hinsicht, und eben dieser Spruch gilt auch von der ganzen lebenden Schöp- fung in physischer Bedeutung. Soll das nen entstandene Individuum den Aus- tritt des vorigen aus der Kette der Wesen zu erset- zen im Stande seyn, so mufs es auf derselben Stu- fe des Lebens stehen, worauf sich das letztere be- fand. Diese Stufe aber kann es nur allmählig er- reichen, und bis diese erreicht ist, muls das vorige Individuum noch fortdauern, um das Gleichge- wicht wicht im allgemeinen Organismus zu erhalten. In- defs würde dieses dennoch leiden, wenn das ältere Individuum bey der Näherung des neu erzeugten zur vıla maxima dieselbe Energie des Lebens be- hielte, ‚die es beym Entstehen des letztern hatte. Folglich muls' sich das ältere in eben dem Verhält- nisse der niedrigsten Lebensstufe nähern, in wel- chem das jüngere zur höchsten hinaufsteigt. Da, her liegt das männliche Alter, die Zeit der Geschlechtsvermehrung, zwischer‘den Perioden der Jugend und des eigentlichen Alters; daher lälst die Natur das Individuum sinken, sobald sie das Geschlecht gesichert hat. Gesundheit, Krankheit, Jugend, Mannheit, Alter und Sterben sind also verschiedene Modilika- tionen des Lebens, die Fortpflanzung des Ge-' schlechts ist Bestimmung desselben. Diese zweckt zunächst auf die Erhaltung der lebenden Natur, mittelbar auch auf die Erhaltung des allgemeinen Organismus ab; ohne jene Modifikationen des Le- bens war dieser Zweck nicht erreichbar. Hieraus erhellet nun, wie die Erhaltung der lebenden Natur und des allgemeinen Organismus mit dem natürlichen Tode bestehen kann. Die un. gestöhrte Fortdauer derselben bey. der intensiven Beschränktheit des Lebens bleibt indefs hierbey noch unerklärt. Folgende Voraussetzungen lösen aber endlich auch dieses Problem: ı) Nicht ! I sen schri statt .> nn”9 In ı) Nicht jede Uebertretung derintensi- ältere ven Schranken des Lebens darf die eugten völlige Zerstöhrung des lebenden TSSDer 5 Organismus, nach sich ziehen. Es hatte, mufs’bey der Tendenz zur Zerstöh- hält rung bleiben, und der letztere muls wel» das Vermögen besitzen, von der nie- Da dern Stufe des Lebens, worauf ihn t der jene Uebertretung zurückwarf, sich ioden zu. der höhein, worauf er vorher älst stand, wieder zu erheben, Krankheit e das wieder in Gesundheit zu verwandeln, kurz wieder zu genesen. heit: Aber dieses Vermögen muls so gut beschränkt lika- seyn, als das Leben selber. Denn, ohne diese Be- Ger schränktheit könnte auch der natürliche Tod nicht Salt statt finden. Es mufs daher abur,%) auch bey der Fortpflanzung des. Geschlechts einen hierauf gerechnet seyn, und jeder leben- 5 Le- de Organismus muls nicht blos ein einzelnes Individuum zum äürsatze Ak seiner selbst, sondern eine desto a gröfsere Anzahl von Nachkommen er- A zeugen, je mehr die Gattung, wozu E er gehört, widernatürlichen Todes- nn arten ausgesetzt ist. So finden wir es er auch wirklich in der Erfahrung. Die Zahl der ) Nachkommen eines Thiers steigt, je wehrloser es Nicht es ist, und je mehr Feinde es-hat. Sie ist am grölsten bey den völlig wehrlosen Pflanzen. Es würde uns jetzt obliegen, von den verschie- denen Modihikationen des Lebens und-der Ge schlechtsvermehrung, deren Nothwendigkeit wir aus dem Begriffe des Lebens abgeleitet haben, auch die Möglichkeit zu erweisen, Allein hier ist der Punkt, wo wir ohne Huülfe der Erfahrung nicht weiter kommen können. Um nehmlich den Beweis jener Möglichkeit führen zu können, mülste vor- her das Problem aufgelöset seyn: wie die Lebens- kraft einem System repulsiver Kräfte einen gewis- sen Grad der Unabhängigkeit von den Einwirkun- gen der Aussenwelt ertheilen könne? Diese Frage läfst sich nun zwar durch die Voraussetzung be- antworten, dals der Charakter der Lebenskraft in absoluter Thätigkeit und gänzlicher Unabhängig- keit von den Einwirkungen der Aussenwelt bestehe; dals aber jene absolute Thätigkeit derselben durch ihre Verbindung mit den repulsiven Kräften, deren Charakter. absolute Trägheit und gänzliche Abhän- gigkeit von den äussern Einflüssen ist, beschränkt wird, und dals diese Beschränkung den mittlern Zustand zwischen absoluter Thätigkeit und abso- luter Trägheit, den: wir Leben nennen, hervor- bringt. Allein dann entsteht wieder. die Frage: Was die Lebenskraft nur an gewisse Systeme von repulsiven- Kräften bindet, und; warum Leben nicht v ein ein Ä nacl pro kei yir der] verst einer erstel tung her ı deis uns eine lösen plie, ausset Grun der} Wen; Weiler ge du diene IR ist am ZEN, erschie- er Ge it wir ‚auch st der nicht Deweis e vol- ‚ebens- gewis- ırkun- Frage 5 be- alt in ingig- stehe; durch ‚ deren Abhän- hränkt ‚etlern abso- yVOoT- tage: ge von n. nicht ein mu St ein Attribut der ganzen Sinnenwelt ist? Diese Frage nach dem ersten Ursprunge des Lebens, das Grund- problem der ganzen Biologie, läfst sich nun auf keinen Fall ohne Hülfe der Erfahrung beantworten, wir mögen Lebenskraft und die zur Möglichkeit der Materie überhaupt erforderliche Grundkraft als verschiedene Grundkräfte, oder als Modifikationen einer und derselben Grundkraft ansehen. Bey der erstern Voraussetzung würde eine solche Beantwor- tung auf der Auflösung des Problems beruhen: wo- her das Universum ursprünglich so und nicht an- ders organisirt ist? Aber jene Grundkraft ist für uns, was die Farbe für den Blindgebohrnen, und eine Philosophie, welche diese Aufgabe a priori zu lösen sich unterfängt, ist also nicht mehr Philoso- phie, sondern Schwärmerei. Bey der letztern Vor aussetzung sind wir gezwungen, noch eine dritte Grundkraft anzunehmen, welche die Grundkraft der Maäterie an die Lebenskraft bindet. Allein jene dritte Grundkraft ist wieder für uns ein unbekann- tes Etwas, worüber sich nur dichten, nicht philo- sophiren lälst. Hier tritt also auch für uns dieselbe Schwürigkeit ein, welche dem im Wege steht, der die Form und Mischung der lebenden Materie für den einzigen Grund ihrer Vitalität ansieht. Aber wenn auch gegen die Hypothese des.Letztern keine weitere Einwürfe statt finden, so würde die unsri- ge doch schon dadurch vor dieser den Vorzug ver- dienen, dafs sie uns gleich die Gränzen zeigt, die I. Ba, F unser 82 Be anzu unser Erkenntnifsvermögen nicht überschreiten kann, und uns nicht mit Hoffnungen schmeichelt, um uns früh oder spät desto empfindlicher zu täuschen, Wäre eine Beantwortung der obigen Frage a priori möglich, so würde sich eine von den fol- “ E& genden drey Voraussetzungen müssen deduciren lassen. ı) Lebenskraft ıst nur da, wo lebens- fähige Materieist; die letztere ist ein Pro- dukt von Kräften der leblosen Natur; sobald sie gebildet ist, verbindet sich mit ihr Lebens- kraft, und diese Verbindung weckt die Lebens- kraft aus ihrem Schlummer, 2) Lebensfähige Materie istnur da, wo Lebenskraft ist; jene isttein Produkt von dieser, und keine Kräfte der leblosen Natur vermögen lebensfähe Materie hervorzubringen. 3) Lebensfähige Materie und Lebens. kraft sind wechselseitig durch einan- der. Von Anbeginn des allgemeinen Organis- mus umschlang beyde ein unauflösliches Band. Lebenskraft war nie ohne lebensfähige Materie, und diese nie ohne jene. Wir werden aus jeder dieser Voraussetzungen die Fölgerungen entwickeln, die sich aus ihnen herleiten lassen, und so uns die Aufgaben verschaf- fen, [; tionel Ausst ind Gla nan ben wol kraft diese mul Nng mid geh tun ß hreiten eichelt, her Zu Fra ge en fol- uciren bens- in Pro- sobald Lebens- ‚ebens- 4 W 0 t von Natur ringen, cbens einall« Ir oanls« Ü Band. ıteriey ‚ungen Ihnen erschal- fen’ fen, die wir der Natur vorzulegen haben. Dex Erfolg dieser Arbeit wird beweisen, dafs die Frage, welche der obigen drey Voraussetzungen die rich- tige ist? mit Recht das Grundproblem der Biologie von uns genannt ist. ar 27 nn Sr Drittes Capitel. Mögliche biologische Systeme. Erstes System, Sn Is besteht in der Gleichförmigkeit der Reak- tionen bey ungleichförmigen Einwirkungen der Aussenwelt. Was. dieser absoluten Verschiedenheit in der Stärke der äussern Einwirkungen relative Gleichförmigkeit giebt, haben wir Lebeuskraft ge- nannt. Wir haben ferner gezeigt, dafs jedes Le- > ben beschränkt ist,-und zwar in protensiver so- wohl, als intensiver Rücksicht, Ist nun Lebens- kraft da, wo lebensfähige Materie ist, und verdankt diese Kräften der leblosen Natur ihr Entstehen, so mufs jeder intensiven Vermehrung oder Verminde- rung der Lebenskraft eine Vermehrung oder Ver- minderung der Lebensfähigkeit der Materie vorher- gehen. Zunahme der’ Lebenskraft aber ist Nähe- rung zur vita maxima; Abnahme derselben nähert Fa den \ 34 den lebenden Organismus der vita minima, oder x bringt Krankheit hervor: folglich setzt jede dieser verschiedenen Modifikationen des Lebens eine Form- und Mischungsveränderung der lebensfähi- gen Materie voraus. Allein die Materie bleibt un- verändert, solange die Einwirkungen der Aussen- welt auf dieselbe sich gleich bleiben. Geschähen nun diese Einwirkungen blos durch das Medium der Lebenskraft, so würde keine relative Ungleich- heit in denselben, und daher auch keine Verände- rung in der lebensfähigen Materie statt finden kön- nen. Um diese Veränderungen möglich zu machen, müssen wir also Kräfte der Aussenwelt annehmen, welche unmittelbar und ohne vorher durch die Le- benskraft gebrochen zu seyn, auf die lebensfähige Materie einwirken. [4 Diese Einwirkungen können die Lebensfähig- keit der Materie entweder vermehren, oder vermin- dern. Zunahme der Lebenskraft und also auch der der Materie findet in der Periode der Jugend, Abnahme der erstern, und daher auch der letztern in der Periode des Alters statt. Wären diese Perioden zufällig, wie Krankheiten, so hätte die Erklärung derselben keine Schwürigkeiten. Aber beyde sind für jeden lebenden Organismus durchaus nothwendig. Die Voraussetzung, dals von dem Ursprunge: desselben an bis zu seinen männlichen Jahren nur Potenzen, welche die Le- bens- a Se ne un ers die dum \ ande Ant An ) oder : dieser $ eine ensfähr- bt un ussen- hähen edium gleich- erände- n kön- nachen, >hmen, lie Le- fähige sfähig- -ermill- ıch der Periode r auch Wären , hätte ‚eiten. ISMUS dals seinen die Le ben, ’ gumuny 85 bensfähigkeit der Materie vermehren, und von den letztern an bis zum Tode.nur solche, welche diese Fähigkeit vermindern, auf ihn wirken, wäre un- gereimt. Ausser dieser Hypothese. bleibt uns aber nichts übrig, als anzunehmen, dafs die erstern Potenzen nur bis zur Periode des männlichen Alters auf den lebenden Organismus einwirken, dafs hier- auf ihr Einflufs durch irgend eine Ursache verhin- dert wird, und dafs den jetzt erfolgenden Ueber- gang zur vita minima lebenswidrige Potenzen ver- ursachen, die zwar auch schon vor jener Periode auf das lebende Individuum wirkten, deren nach- theiliger Einflufs aber damals durch die Einwir- kung der erstern, die Lebensfähigkeit der Materie vermehrenden Potenzen wieder gut gemacht wurde. Jene Ursache, wodurch die fernere Einwirkung der dem Leben günstigen Potenzen im Alter ver- hindert wird, kann keine andere, als die Fortpflan- zung des Geschlechts seyn. Diese Potenzen müs- sen, gleich allen übrigen Kräften, ihrer Extension und Intension nach beschränkt seyn. Indem die erstere zunimmt, mufs die letztere sinken; indem die Lebensfähigkeit der Materie des einen Indivi- duums erhöhet wird, mufs die der Materie eines andern Individuums darunter leiden. Bey dieser Hypothese ist der höchste‘ Grad der intensiven Wirkung jener belebenden Potenzen der Anfang ihrer extensiven Aktion, und das Produkt F3 der s“—— der letztern ist die Erzeugung eines neuen Indivi- duums,. Aber warum steigt nun dieses Individuum zur vita maxima herauf, indem das, wovon es erzeugt wurde, zur. vita minima zurückkehrt? Wodurch wird der Einfluls der belebenden Poten- zen von dem ältern abgelenkt, und auf das jungere geleitet? Hierauf lälst sich blos bey der Knalieae der Evolutionstheorie antworten, und man sieht also, in welches System der Biologie, diese gehört. Die Thätigkeit der belebenden Potenzen ist immer auf die Produktion eines neuen Individuums gerich- tet. Jeder lebende Organismus ist nur die Schaale, die ein künftiges Geschlecht einschlielst, Jene lebt nur durch dieses, Aber dieser Kern ist nur ein Kern in Beziehung auf jene Schaale. Auch in ihm ar« beitet schon die Natur auf d lie Produktion eines neu- en Kerns, und in Beziehung auf den letztern ist er wieder nur eine Sc} haale, und so geht diese Involu- tion ins Unendliche. Soll hierbey eine Evolution möglich seyn, ohne dals die belebenden Potenzen mit gleicher Intension immerfort extensiv wirken, so darf die Thätigkeit derselben nur bis zu einem gewissen Zeitpunkte mit auf die Schaale gerichtet seyn. Das neue Individuum muls diese durchbre- chen, sobald es eine bestimmte Stufe der Ausbil. dung erreicht hat, und von dieser Zeit an muls jene Thätigkeit sich von der Schaale abwenden| und ausschlielslich dem Kerne widmen. Diese Theorie beantwortet indels nur das Warum? Das Wie? ndiyi. \duum von eg kehrt? Foten. ingere ahme sieht ehört, immer erich- Ile, die bt nur kern N are nell« ist er \volu- lution teNZEN nıken, einem richtet ‚hbre=| ısbil« muls nden, Diese 2 Das Vie? gun 87 Wie? bleibt hierbey noch völlig dunkel, und mufs es bleiben, da uns die Natur der belebenden Poten- zen unbekannt ist. Fine andere Art von Potenzen, welche auf die Materie des lebenden Organismus unmittelbar ein- wirken, ohne durch die Lebenskraft modifzirt zu werden, sind diejenigen, welche die Lebensfähig- keit der Materie vermindern. Diese Verminderung kann relativ, older absolut seyn. Auf die er stere Art wirken diejenigen Potenzen, welche die Einwirkung der belebenden Potenzen auf die Ma- terie beschränken, oder ganz aufheben; auf die letztere Art diejenigen, welche die Lebensfähigkeit der Materie gradezu zerstöhren. Die Wirkung der erstern kann nur in dem Zeit- punkte statt finden, wo der Organismus noch im Fortschreiten zur vita maxima begriffen ist, und sie mufs sich dureh einen Süllstand in diesem Fort- schreiten äussern. Es werden hier also dieselben Erscheinungen erfolgen, welche das Alter beglei- ten, nur mit dem Unterschiede, dafs in jenem Fal- le das lebende Individuum die Stufen des Lebens, die es seiner Bestimmung gemäls vor dem Eintritte des Alters ersteigen mufste, noch nicht erreicht hat, Die leiztern Potenzen, welche die Lebensfähig- keit der Materie'gradezu zerstöhren, können in jeder Periode auf den lebenden Organismus einwir- ken. Aber die Folgen dieses Einflusses werde F4 ver- 58 ea, verschieden seyn, je nachdem sich der Organismus im Fortschreiten zur vita maxima, oder in der Pe- riode des, Alters befindet. Im erstern Zeitpunkte wird jede Verminderung der Lebensfähigkeit der Materie durch den Einfluls der belebenden Poten- zen wieder gut gemacht, so lange jenejnur nicht eine gewisse Gränze überschreitet. In der letziern Periode hingegen findet keine Einwirkung der be- lebenden Potenzen weiter statt, Jeder Verlust, den die Materie an Lebensfähigkeit erleidet, ist hier un- ersetzbar. Der Organismus steigt desto schneller zur vita minima wieder herab, je mehr er sich den lebenswidrigen Potenzen aussetzt, desto langsa- mer, je mehr er sie vermeidet. Er würde ein ewi- ges Alter leben, wenn er sich ihnen ganz entzie. hen könnte. ‚Allein wenn auch einzelne Einwir- kungen der Aussenwelt für den lebenden Organis- mus zufällig sind, so ist doch keine Möglichkeit für ihn, sich allen ganz zu entziehen. Seine Frey- heit ist beschränkt, und daher auch jene Zufällig- keit. Er kann den Einfluls der lebenswidrigen Potenzen einigermaalsen vermeiden, und sein Alter verlängern, aber nicht jenen ganz aufheben, und nicht dem Tode ganz entfliehen. Nimmt man die natürliche Krankheit des Alters aus, so giebt es nach diesen Voraussetzungen zwey Quellen von Krankheiten: die von verminderter, oder aufgehobener Einwirkung der belebenden Po- tenzen um| 8 mus ‚ tenzen auf den Organismus, und die vom Einflus- er Pe. se lebenswidriger Potenzen auf denselben. Jene Punkte kann nur während der Näherung zur vita maxima ct. der: statt finden, und nur in dieser Periode ist Heilung Poten- von Krankheiten möglich. Bey der erstern Ursa- nicht che geschieht diese durch Wegräumung der Hinder- ziern nisse, welche den Einilufs der belebenden Potenzen x be- auf den Organismus verminderten, oder aufhoben; ‚ den im zweyten Falle durch Entfernung der lenbenswi- T UN- drigen Potenzen.> neller h den Allein diese letztern Potenzen sind, wie vorhin angsa- bemerkt ist, nicht absolut zufällig. Der lebende | eWi-; Organismus kann sich ihnen nur zum Theil, aber ıtzie» nicht ganz entziehen. Auch in der Jugend ist er Wir» also ihrer Einwirkung nicht minder, als im Alter anis- ausgesetzt. Soll daher jene Periode nicht in einem| ıkeit beständigen Wechsel von Verminderung der Lebens- Frey- fähigkeit der Materie, und Heilung der hieraus ent- fällig- springeuden Krankheiten bestehen, so muls etwas rigen vorhanden seyn, was die Einwirkungen der le- Alter benswidrigen Potenzen auf den lebenden Organis- und mus beschränkt. Dieses Etwas nun ist die Lebens- | kraft, deren unser gegenwärtiges System zwar bis- her entbehren konnte, deren Annahme aber von ters| jetzt an nothwendig wird. Sie nimmt an extensi- wey ver und intensiver Stärke zu, so wie die Lebens- EL fähigkeit der Materie wächst, und in eben dem Ver- ‚De hältnisse nimmt die Zahl der lebenswidrigen Poten- Fs zen 99 mem zen ab. Ihre gröfste Stärke erreicht sie gegen die Zeit der Fortpflanzung des Geschlechts. Sobald aber diese Funktion vollzogen ist, findet keine Zu- rahme derselben weiter statt. Die lebenswidrigen Potenzen fangen jetzt an, die Lebensfähigkeit der Materie wieder zu vermindern; mit dieser Vermin- derung nimmt auch die Lebenskraft wieder ab; hier- durch wird die Menge und Stärke der lebenswidri- gen Potenzen vermehrt, und diese führen endlich den Organismus zu dem Punkte wieder herab, wo- von er bey seinem Entstehen ausging. Zweytes System. Nach der zweyten Voraussetzung ist die Form und Mischung des lebenden Organismus blos ein Produkt der Lebenskraft. Jede Veränderung in je- nen setzt daher eine Veränderung in dieser voraus, und alle Einwirkungen der Aussenwelt auf die er- \ stern geschehen durch das Medium der letztern, Das Wesen der Lebenskraft besteht in dem Vermögen, der absoluten Ungleichförmigkeit der äussern Einwirkungen relative Gleichförmigkeit zu ertheilen. Wir können dieses Steigen und Fallen der relativen Gewalt des Irritaments bey der Ab- und Zunahme der absoluten Gewalt desselben ent- weder aus einer Vermehrung oder Verminderung der Lebenskraft bey unverändertem Reitze, oder aus einer Vermehrung oder Verminderung des Rei- tzes n die Sobald ne Zu- drigen it der rmin- hier- widri- adlich F] wo. ent erung oder og Rei tze$ gI tzes bey unveränderter Lebenskraft ableiten. Neh- men wir blos das Letztere an, so ist keine Erklä- rung des Ueberganges von niedern Stufen des Le- bens zu höhern möglich. Hingegen wird diese erklärbar bey der erstern Hypothese durch die Vor- aussetzung, dafs der lebende Organismus nicht blos gereitzt wird, sondern auch auf andere lebende Körper als Reitz wirkt, und zwar als ein desto stärkerer Reitz, je niedriger die Stufe der Vitalität ist, worauf er steht, und dals er aufhört, ihnen Lebenskraft zu entziehen, sobald er einerley Stufe des Lebens mit ihnen erreicht hat, Der lebende Organismus aber steht nicht blos mit der lebenden Natur, sondern auch mit dem übrigen Universum in Wechselwirkung. Auch durch die leblose Natur wird ihm also unaufhörlich Lebenskraft entzogen. Geht diese für die lebende Natur verlohren, so ist der Untergang der letztern unvermeidlich. Nur dann ist die Fortdauer der- selben bey jener Entziehung- von Lebenskraft mög- lich, wenn jede Reitzung auf den Reitz als bele- bend wirkt. Dieser Satz nun schlieist sich an die vorige Hypothese, dafs die Materie als ein desto heftigerer Reitz wirkt, je geringer ihre Vitalität ist, Zugleich erhellet, dals die Gleichförmigkeit der Re- aktionen nicht blos von der Vermehrung oder Ver- minderung der Lebenskraft, sondern auch von der Umänderung der einwirkenden Potenz abhängt, und 92 i De und dafs keine dieser Voraussetzungen allein, son- dern erst beyde zusammengenommen, eine hin- reichende Erklärungsart abgeben. Aber in den Einwirkungen der leblosen Natur auf das lebende Individuum ist nichts Bleibendes. Die Materie, die in dem einen Augenblicke auf das letztere als Reitz agirt, wird in dem folgenden durch eine andere verdrängt. Die Fortdauer der, lebenden Natur würde also auf keinen festen Ge- setzen, sondern auf einem regellosen Ohngefähr beruhen, wenn’die leblose Aussenwelt unmittelbar auf die Lebenskraft einwirkte. Ueberdies darf die Fortpflanzung des Geschlechts erst dann erfolgen, wenn der lebende Organismus sich schon bis auf einen gewissen Punkt der vita maxima genähert hat. Wir entgehen dieser Schwürigkeit, wenn wir annehmen, dals jeder lebende Organismus von sei- nem Ursprunge an mit einer gewissen Quantität lebloser Materie in Verbindung steht, und dafs die übrige leblose Natur nur durch dieses Medium auf die Lebenskraft einwirkt. Hierbey stofsen wir indefs auf eine.neue Schwürigkeit. Wir haben nehmlich angenommen, dals eine Materie einer andern lebenden desto mehr Lebenskraft entzieht, je geringer die Vitalität der er- stern in Vergleichung mit der der letztern ist. Eine leblose Masse wird also einem lebenden Körper wo nicht mehr, doch eben so viel Lebenskraft rauben, als satıı keit dert, wenn ent Aler Re nes , Son» ® hin- Natur ndes, das nden Y der n Ge- ‚efähr telbar te die olgen, s auf ähert | wir 1 sei- ntität [s die m auf als dieser einem andern, auf einer höhern Stufe der Vitalität stehenden Individuum entzieht, und so wird für jenen Körper kein Fortschreiten zur vita maxima möglich seyn. Diese Schwürigkeit aber fällt weg, wenn man annimmt, dafs die leblose Masse, womit jeder lebende Organismus in Verbin- dung steht, und vermittelst welcher alle Potenzen der leblosen Natur auf diesen einwirken, sich mit ihm zu Einem lebenden Ganzen vereinigt, sobald sie durch die ihm entzogene Lebenskraft selber in lebende Materie verwandelt ist, Bey jeder Reit- zung leidet also der lebende Organismus zwar einen Verlust an Lebenskraft; aber dieser Verlust wird ihm durch einen gleich darauf folgenden Gewinn an lebender Materie wieder ersetzt. Wären diesem Zuwachse an lebender Materie keine Gränzen gesetzt, so würde sich alle in der Natur vorhandene Lebenskraft endlich in einem einzigen Organismus concentriren, Der Grund, warum dieses nicht geschieht, liegt in der Organi- sation des Universums, welche eine Mannichfaltig- keit von Individuen in der lebenden Natur erfor- dert. Jene Gränzen aber sind nur dann möglich, wenn ein Zeitpunkt für jedes lebende Individuum eintritt, wo es aufhört, Lebenskraft zu empfangen, aber fortfährt ‚ dieselbe zu verliehren. Eine solche Revolution ist nur auf folgende Art erklärbar. Je- nes Medium von lebloser Materie, wodurch alle Poten- 94—— Potenzen der leblosen Natur auf den lebenden Or- ganisnnus einwirken, und auf welche jede Reitzuig als belebend wirkt, verbindet sich nach ihrem Ue- bergange zum Leben nur so lange mit diesem Or- ganismus, als derselbe eine gewisse Stufe der Vita+ lität noch nicht erstiegen hat. Sobald derselbe sich der vita maxima bis auf einen gewissen Punkt ge- nähert hat, hört sie auf, sich mit ihm zu Einem Ganzen zu vereinigen, organisirt sich zu einem eigenen Individuum, und' giebt das Phänomen der Fortpflanzung des Geschlechts. Dieses neue Individuum soll nun ebenfalls ei- nen gewissen Grad der Vitalität erreichen, um auch einst sein Geschlecht fortpflanzen zu können. Zu dem Ende muls es eine Quelle haben, woraus es Zuwachs an Lebenskraft erhält. Eine solche Quelle sind, wie gezeigt ist, andere lebende Organismen, und es entzieht ‚diesen Lebenskraft, indem es auf dieselben als Reitz wirkt. Die letztern aber können keine Organismen seyn, welche nöch im Forschrei- ten zur vita maxima begriffen sind, weil dieses Fortschreiten mit Verluste an Lebenskraft unver- einbar ist. Es müssen also Organismen seyn, wel- che die Periode der Jugend schon zurückgelegt haben, und wir müssen voraussetzen, dafs bey die- sen keine Restauration aer Lebenskraft weiter statt findet, weil die Quelle dieses Ersatzes doch endlich irgendwo aufhören muls. Bis zur Vollziehung der Ge- n Or zug m Üe: m Or 7 Vitas e sich kt g8- Üinem einem en der ılls er auch Zu 18 es uelle men, s auf Önnen schrei- dieses ınVel- wel- 1 eiegt y die- j statt ndlich Ss———— 95 Geschlechts- Funktion empfängt also der lebende Organismus nur Lebenskraft, ohne dafs ihm diesel- be wieder entzogen wird; nach jener Periode wird ihm nur Lebenskraft geraubt, und keine wieder ersetzt, Um zu zeigen, wie bey diesem System Rrank- heiten und deren Heilung möglich sind, müssen wir die Zeiten der Jugend und des Alters unterschei- den. In der erstern Periode kann ein"doppelter widernatürlicher Zustand des lebenden Individuums statt finden: der Zuwachsıan Lebenskraft kann ent- weder geringer, oder gröfser seyn, als zur Er- reichung des Zwecks, den es in der lebenden Natur zu erreichen hat, nothwendig ist. In jenem Falle wird die Erreichung der Stufe des Lebens, auf wel- cher die Fortpflanzung des Geschlechts erfolgt, ver- zögert, in dieser beschleunigt. In beyden Fällen entsteht ein Unvermögen des lebenden Individuums, auf eine solche Art thätig zu seyn, wie es die Or- ganisation der lebenden Natur erfordert, d.. h. Krankheit. Zuwachs an Lebenskraft aber erhält der lebende Organismus nur dadurch, dafs er auf andere lebende Körper als Reitz wirkt, und diese Einwirkungen desselben werden durch Einwirkun- gen der Aussenwelt bestimmt. Folglich können Krankheiten in der Periode der Jugend einen drey- fachen Grund haben; i) ein 95—— ı) ein Uebermaafs in der Stärke der äussern Eir- wirkungen auf den lebenden Organismus; 2) zu geringe Stärke derselben; und 3) verhinderte Einwirkungen des lebenden Orga- nismus auf die übrige Natur. In den beyden erstern Fällen ist die Heilung aur dadurch möglich, dals die reitzenden Potenzen auf einige Zeit unter oder über ihr naturgemälses Maals vermindert oder vermehrt werden, und dafs also eine der zu heilenden entgegengesetzte Rrank- heit hervorgebracht wird. Im letztern Falle ist das erste Erfordernils zur Heilung Wegräumung der Ursachen, welche die Einwirkung des lebenden Organismus auf die übrige lebende Natur ver- hinderten. Aber so lange dieses Hindernils statt fand, war der Organismus in seinem Fortgange zur vita maxima aufgehalten. Ein zweytes Erfor- dernils zur Heilung. ist daher eine temporäre Erhö- hung der reitzenden Potenzen über ihr mittleres Maals. In der Periode des Alters lebt der Organismus nicht mehr für sich, sondern nur für andere. Nur in Beziehung auf andere lebende Individuen kann hier also ein widernatürlicher Zustand desselben eintreten, und dieser kann entweder in stärkerer, oder geringerer Entziehung von Lebenskraft beste- hen, als zur Erhaltung anderer Organismen erfor- derlich ist. Der erste Fall hat seinen Grund in Ue- ber- n Ein- 2) Orga. 1 ung eNZEen nälses A dals ırank- st das 5 enden der Vel- state ange ‚ıfor- Erhö- tileres ismus Nur kann ben erel; yestee erfor- in le ber- en 97 bermaafs an Reitzungen. Diese aber können entwe- der von Reitzen der leblosen Natur, oder von Ein- wirkungen lebender Organismen herrühren. Ist je- nes, so ist die Heilung nur durch eine temporäre Verminderung der reitzenden Potenzen unter ihr naturgemälses Maafs, und hierauf durch Erhöhung derselben bis zu diesem Mittelmaals möglich. Die zweyte Ursache setzt schon eine Krankheit eines andern Organismus voraus, und die Heilung beru- het hier also auf der Wiederberstellung des letz- tern— Im andern Falle, wo dem Organismus we- niger Lebenskraft entzogen wird, als die Organisa- tion der lebenden Natur erfordert, liegt die Schuld ebenfalls an einem andern Organismus, welcher we- niger reitzt, wie er seiner Bestimmung gemäfs soll- te, und die Heilung wird auch hier durch Wegräu- mung der Ursachen bewerkstelligt, welche die Ein- wirkung des letztern auf den erstern aufhielten, oder ganz aufhoben. ı Drittes System. Sind lebensfähige Materie und Lebenskraft wechselseitig durch einander, so ergiebt sich gleich eine Folgerung, die unsern fernern Untersuchun- gen den Weg bahnet. Wirklicher Uebergang der lebenden Materie zur leblosen Natur kann alsdann nicht statt finden; Sterben kann nur Verwandlung einer gewissen Form des Lebens in eine andere, oder dasselbe für das physische Leben seyn, was I. Ba, G die 98 gasmnnna die Seelenwanderung des Pythagoras für das geisti- ge seyn würde. Jeder lebende Organismus steigt also in einer gewissen Form des Lebens von der vita minima her- auf zur vita maxima, und kehrt zurück zur vita minima, und beginnet und vollendet hierauf diesen Kreislauf in einer andern Form des Lebens. . Wir müssen folglich in diesem System mit NEEDHAM und Bürron gewisse Formen des Lebeiis annehmen, worin alle lebende Organismen, sowohl der Schimmel und das kleinste Insekt, als die Eiche [2 und der Mensch nach dem Tode übergehen, =——-— defunetague corpora vita Magnanimum heroum, pueri innuptaeque puellae, Impositique rogis iuuenes ante ora parentum. Die lebende Materie muls daher an sich formlos, und jeder Form. des Lebens fähig seyn. Eine be- stimmte Form mufs sie nur durch die Verbindung mit Stoffen der todten Natur erhalten, und jene Form mufs verschieden seyn nach der Verschieden- heit dieser Stoffe, i Eine andere Folgerung aus der obigen Voraus- setzung ist, dals die Gleichförmigkeit der Reaktio- nen des lebenden Organismus bey ungleichen äus- sern Einwirkungen in diesem System’ nicht, wie in dem. vorigen, von: einer Entziehung der Lebens- kraft abgeleitet werden kann, sondern in einer durch ‚durch wirke get Einw Verscl mögli zur fi mögen Leber wirk übni mus gebro D mini stinm ner] nem der| an de lißt s geisti- In einer ma heı- ır vita diesen m mit Lebens sowohl e Eiche ae, ımlos, ine be- yindung nd jene chieden- Voraus- eaktio- 7) AUS- wie ın Lebens jn einer durch —= 99 ‚durch diese Kraft bewirkten Neutralisirung der ein- wirkenden Potenzen seinen Grund haben mufs. Die Natur des Lebens besteht in dem Vermö- gen der absoluten Ungleichförmigkeit der äussern Einwirkungen. relative Gleichförmigkeit zu geben. Verschiedene Formen des Lebens sind also nur dann möglich, wenn jede Art von lebenden Organismen nur für gewisse'äussere Einwirkungen jenes Ver- mögen besitzt, oder mit andern Worten, wenn die Lebenskraft desselben sich nur gegen gewisse ein- wirkende Potenzen thätig zeigt, und wenn-+alle übrige Potenzen die Materie des lebenden Organis- mus afficiren, ohne durch die Lebenskraft vorher gebrochen zu seyn. Das Fortschreiten des Organismus von der vita minima zu höhern Stufen der Vitalität in einer be- stimmten Form des Lebens läfst sich weder aus ei- ner Zunahme der Lebenskraft allein, noch. aus ei- nem Anwachse der blofsen Materie erklären. Nur in der Verbindung des Organismus mit einer andern, än derselben Form des Lebens befindlichen Materie läfst sich der Grund hiervon aufsuchen. Eben so kann auch der Uebergang von höhern Stufen des Lebens zur vita minima nicht von Ver- minderung der Lebenskraft, oder der Materie allein abgeleitet werden, sondern nur eine Trennung des Ganzen, wobey aber jeder Theil nach wie vor sel- G2 nen e\| 100 tersiennie) nen ursprünglichen Antheil von Lebenskraft behält, als! kann diesen bewirken. schie ®: 2 Lässı Intensive und extensive Vermehrung oder Ver-| minderung der Lebenskraft sind also immer mit einander verbunden. Vom Entstehen des lebenden Ile Organismus an bis zu seinen männlichen Jahren, au wo die Lebenskraft im Wachsen begriffen ist, ver-| Mate grölsert sich auch seine Masse; in der Periode des| uM Alters, wo die Lebenskraft sinkt, wird auch diese Veh Masse vermindert.| sim! | Drnurne Vom Entstehen des lebenden Organismus an Er muls folglich ein Vermögen in ihm vorhanden seyn,| in fremde lebende Materie seiner eigenen zu verähn- I\ lichen und zu eigen zu machen, und dieses Vermö-| MR gen muls bis zu den männlichen Jahren thätig seyn,| N i nach dieser Periode aber seine Wirksamkeit ver- 2 liehren. in aher Ehe dieses Aufliören der Thätigkeit jenes Ver- Anus mögens eintritt, erfolgt die Fortpflanzung des Ge-| ins schlechts. Dals also das letztere entweder Ursache also des erstern, oder Mitwirkung desselben ist, leidet ten keinen Zweifel. Aber welches von beyden der Fall W 1) ist, und wie die Fortptlanzung des, Geschlechts, at oder die Ursache, worin dieses seinen Grund hat,| od die erwähnte Veränderung, nach sich zieht? hier- N über läfst sich sö wenig bey dem gegenwärtigen 5|; wie bey den vorhergehenden Systemen, etwas a priori bestimmen. Nur so viel ist einleuchtend, .- dals Fr ler Ver- ıer mit benden ahren, L, ver- de des h diese mus an n seyn, verähn- Vermö- 1es Ver- des Ge- Ursache t, Jeidet der Fall lechts ,» d bat, I hiel- rugens etwas 4 uchtend, dals —| or dafs bey dem gegenwärtigen System von den ver- schiedenen Zeugungstheorien blos die Epigenese zu- lässig ist. Wir haben vorhin'gezeigt, dafs die lebende Materie in einer bestimmten Form des Lebens sich "zur vita maxima erhebt, indem sie fremde lebende Materie ihrer eigenen assimilirt. Da nun die leben- de Materie an sich gestaltloc ist, und.erst durch die Verbindung mit Stoffen der leblosen Natur eine be- elimmte Form erhält, so kann diese Verähnlichung ‚ur darin bestehen, dafs der assimilirende Organis- mrs die zu verähnlichende Materie erst von den-= jenigen Stoffen trennet, welche dieser eine von der seinigen verschiedene Form des Lebens gaben, und sie nachher mit denen wieder verbindet, wodurch die ihm eigene Form des Lebens bestimmt ist. Ei- ne solche Decomposition und Composition erfordert aber eine Thätigkeit des assimilirenden Organis- inus, und jede Thätigkeit des letztem. setzt eine äussere Einwirkung voraus. Hiermit ergeben sich also dreyerley ihren Ursachen nach verschiedene Ars ten von Krankheiten: ı) von Mangel an Reitzungen. Hieraus entsteht aufgehaltenes Fortschreiten zur ‚vita maxima; oder beschleunigte Rückkehr zur vita minima. 2) Von Uebermaals an Reitzungen. Dieses be- schleunigt den Fortgang zur vita maxima, aber eben dadurch auch die Rückkehr zur vita mlıma 63 3) Von TOR en} 3) Von Mangel an assimilationsfähiger Materie. Ohne einen hinlänglichen Vorrath von dieser findet bey einer mittlern Summe von äussern Einwirkungen eben so wohl, als bey einem Mangel, oder Uebermaals der letztern Krank- heit statt.\ Dagegen läfst sich nicht blofses Uebermaals an assimilationsfähiger Materie ohne Uebermaals an Reitzungen-als eine Krankheitsursache betrachten, indem jeder Assimilation, wie vorhin bemerkt ist, Reitzungen vorhergeben müssen. Jene drey Rrank- heitsursachen würden sich übrigens auf zwey zu- rückführen lassen, wenn die Erfahrung zeigte, dafs jede assimilationsfähige Materie das Reaktions- vermögen des lebenden Organismus zur Thätigkeit erweckt. ı Ausser dieser Classe von Krankheitsursachen giebt es aber noch eine dritte. Verschiedene For- men des Lebens nehmlich sind nur dann möglich, wenn es ausser den eigentlichen Reitzen noch an- dere Potenzen giebt, die unmittelbar und ohne durch die Lebenskraft vorher gebrochen zu seyn, auf den lebenden Organismus einwirken, und wenn diese.Potenzen verschieden sind bey verschiedenen ‚Organismen. Die Einwirkung solcher Potenzen auf den lebenden Körper aber kann blos in Decompo- sitionen seiner Materie bestehen, und diese können dreyerley Veränderungen nach sich ziehen: Exal- tation. Taterie, \ dieser Aussern einem Krank- als an als an ıchten, kt ist, Rrank- vey ZU- zeigte, ktions- tigkeit sachen 1e For- ‚öglich, och an- 1 ohne ' seyn | wenn denen en auf compO- konnen tation mm 103 tation der Lebenskraft, oder Dep ression der- selben, oder Umwan delung.der Form des Le« bens, Bey jeder dieser Veränderungen vollendet der lebende Körper den ihm vorgezeichneten Rreis- lauf früher, als er den Absichten der Natur gemäls sollte, und jede derselben ist also krankhaft. Die Art der Heilung bey diesen verschiedenen Krankheiten übrigens ıst aus der Entstehung dersel- ben leicht abzunehmen, Mn in28 nn Viertes Capitel. Plan des empirischen Theils der Biologie. [) Au eines der drey Systeme, die wir im vorigen Capitel skizzirt haben ,.muls'sich jedes, das auf höhern Principien gebauet und consequent ist, ZU- rückführen lassen. Diese Reduktion werden wir in-der Folge anstellen, und dort wird auch man- ches, was an jenen Skizzen noch dunkel ist, seine Aufklärung finden. Jetzt sey unser nächstes Ge= schäft, den vortheilhaftesten Weg zu finden, um die drey aufgestellten Systeme mit der Erfahrung zu vergleichen. Ob die Summe unserer Erfahrun- gen schon so beträchtlich ist, dafs diese Verglei- G4 chung JIO4 em chung entscheidende Resultate liefern kann, wird sich am. Ende unserer Untersuchungen zeigen., Dafs aber unzählige Hindernisse fast jeden unserer Schritte erschweren werden, wärd schon dieses Ca- pitel lehren.|“ Das erste jener Hindernisse legt uns schon gleich die Ordnung in den Weg, worin wir unsere Untersuchungen anzustellen haben. Wir haben hier mit einem Gegenstande zu thun, worin alles ein ewiger Cirkel ist, und\wie wir es auch anfan- gen mögen, so werden wir es doch nie dahin brin- gen, die Regel, nichts als erklärt oder bewiesen 4 vorauszusetzen» was erstim Folgenden seine Erkl!ä- rung oder seinen ‚Beweis findet, immer streng zu befolgen. Wie leicht sind hier also nicht Trug- schlüsse, und Cirkel in den Beweisen möglich! Um indels eine Ordnung zu finden ‚ die an je- nen Mängeln so wenig als möglich leidet, lalst uns annehmen, ein Wesen aus einer andern Welt, das in geistiger Hinsicht eben so beschränkt wäre, wie der Mensch, aber nicht die körperlichen Fesseln trüge, womit dieser beladen ist, beträte die Erde und machte denselben Gegenstand, womit wir uns in diesem Werke beschäftigen, zum Vorwurfe sei- ner Untersuchungen: nach welchem Plane würde dasselbe bey. seinen Nachforschungen verfahren 2 Es würde zuerst eine Gränzlinie zwischen der le- benden und leblosen Natur zu ziehen suchen ‚ dann die EZ ser wird zeigen, Unserer ses(a. o schon Insere haben n alles anfan- 1 brin- wiesen Erklä- ng zu Trug- ! an je- st uns It, das €, wie Fesseln Erde ir ung & sei- würde hren? er le , dann die — 105 die lebenden Organismen nach dem Beharrlichen, was es an ihnen anträfe, classiliciren, hierauf die ganze lebende Natur als einen einzigen grolsen Or- ganismus betrachten, und sehen, in welchen Ver- hältnissen die verschiedenen Classen, Ordnungen und Gattungen, woraus derselbe zusammengesetzt ist, gegen einander und gegen die lebiose Natur stehen, und nun in den Ruinen der Vorwelt den Veränderungen nachforschen, welche diese Verhält- nisse und jener Organismus selber erlitten haben. Von diesen Untersuchungen würde es sich zur De- trachtung der Lebens-- Erscheinungen wenden, dıe wir bey den verschiedenen Classen und Familien der lebenden Körper antreifen, dieselben durch alle verschiedene Modilikationen des Lebens verfolgen, und die Bedingungen und Gesetze derselben bestim- men. Es würde versuchen, diese Erscheinungen aus den Eigenschaften der letzten Grundtcheile, worin sich der lebende Organismus durch mechani- sche Hülfsmittel zerlegen lälst, zu erklären, und wäre dieser Versuch gelungen, so würde es endlich noch sich bemühen auszumachen, welchen Antheil die verschiedenen Grundstoffe, woraus die organi- sirten Körper zusammengesetzt sind, an der Ent- stehung und Fortdauer der verschiedenen Lebens- Erscheinungen haben. Dies ist nun auch der Weg, den wir bey un- gern künftigen Untersuchungen einschlagen werden. G5 Wir 106 Greene, Wir werden zuerst unsere Erklärung des Lebens auf Gegenstände der Erfahrung anwenden, oder die Frage zu beantworten suchen: welche Rörper ‘zur lebenden und.welche zur leblosen Natur zurechnen sind? Hierbey aber stolsen wir auf eine nicht geringe Schwürigkeit. Wir kön. nen jene Erklärung nur da. anwenden, wo wir schon eine hinreichende Menge von Erfahrungen haben. Allein wie viele Körper giebt es nicht, wo- bey uns diese noch fehlt, ja, woran nicht einmal Beobachtungen möglich sind. Vielleicht existiren daher manche Körper, ‚die wir als leblos betrach- ten, welche aber in der That zur lebenden Natur gehören. Der zweyte Gegenstand unserer Untersuchun- gen wird das Beharrliche in den Erschei- nungen des Lebens, oder die Organisa- tion der lebenden Körper seyn. Wir begreifen aber unter Organisation dreyerley: ı) Die Struktur, oder die Gestalt der Organe, und deren räumliche Verhältnisse. e)-Die Textur, oder die Beschaffenheit der Grundtheile, und die Zusammensetzung der-, 5) Die Mischung, oder die Grundstoffe, wor- aus diese Grundtheile bestehen. Dieser Theil unsers Werks würde also eine Classıfikation der Thiere und Pflanzen nach der Ver- Lebens der die Lörper losen stolsen ir kön. 0 wir ungen L, W0- einmal istiren etrach- Natur chun- shei- n15a- reifen rgane, it der der- woI« , eine ch der Va m——) 107 Verschiedenheit ihrer Struktur, Textur und Mi- schung, oder eine vergleichende Anatomie und Che- mie der lebenden Natur enthalten, Allein um das Ziel unserer Untersuchungen nicht so weit hinaus- zusetzen, dals wir die Erreichung desselben nicht hoffen dürfen, sehen wir uns genöthigt, von die- sem Theile der Biologie nur das Allgemeine zu be- rühren, und in Betreff des Speciellen auf die Schrif- ten unserer Vorgänger zu verweisen. Wir betrachten hierauf die Organisation der lebenden Natur, oder’ die Verhältnisse, worin die lebende Natur, als ein einziger grofser Organismus,»gegen das übrige Universum und je- der Theil derselben gegen die übrigen steht. Bey diesem Gegenstande, dessen ausführliche Bearbei- tung ohnehin ‚weit mehr Raum erfördern würde; als uns hier vergönnet ist, fehlt es uns aber fast noch ganz an Vergängern, und wir glauben daher auf Nachsicht Anspruch"machen zu dürfen, wenn unsere Darstellung desselben dem Ideale nicht ganz entspricht, das man sich davon zu machen berech- tigt ist. Die Organisation der lebenden Natur ist eben so wohl, als die eines jeden lebenden Individuums, einem beständigen Wechsel unterworfen. Wir wer’ den einen kurzen Abrifs dieser Revolutionen der lebenden Natur entwerfen, und dann zur Unter- 108 Gm Untersuehung der einzelnen Lebenserscheinungen übergehen, Die Lebenserscheinungen lassen sich überhaupt in solche eintheilen, die blos dem Indivi- dunm angehen, und in solche, welche auf die Fortpflanzung des Geschlechts ab- zwecken. Die erstere Classe theilen wir weiter: 3) in solche, die im Raume und der Zeit geschehen, und Gegenstände der äussern Sinne sind;’ 2) in solche, welche blos in der Zeit vor sich gehen, und nur von dem innern Sinn wahrgenommen werden. Zu denjenigen Lebenserscheinungen, welche blos dem Individuum angehen, und Gegenstände der äussern Sinne sind, gehört die Erzeugun g, in- sofern sie den erzeugten Organismus be- trifft; das Wachsthum, nebst der Meta- morphose und Reproduktion; die Ernäh- rung, und diejenigen Lebenserscheinungen, die zunächst von der Ernährung abhängen, nehmlich der bestimmte Grad von Wärme der leben- den Organismen, das Leuchten verschiedener Thiere und Pflanzen, und die Leben ssphäre derselben. Erzeugung, Wachsthum und Ernährung sind Erscheinungen, die allen lebenden Körpern ohne Aus- nn Inpen haupt divi. auf ab- Zeit ssern SNOR Sinn a 109 Ansnahme zukommen. Nicht so allgemein sind schön die drey letztern‘der obigen Phänomene. Auf eine noch geringere Anzahl von Organismen sind aber diejenigen Lebenserscheinungen einge- schränkt, die nicht wie die vorigen im Raume und in der Zeit, sondern blos in der Zeit geschehen, die wir nur an uns selber durch den innern Sinn wahr- nehmen, und andern Organismen blos nach der Analogie beylegen. Diese innern Lebenserschei- nungen zeigen sich entweder als Vorstellungen, oder als Bestrebungen. Zur Lehre von den erstern' gehört mit die von den äussern Sinnen. ‚Die Lehre von den letztern begreift die von den Trie- ben, Instinkteu, Leidenschaften und will- kührlichen Handlungen, Die zweyte Classe der Lebenserscheinungen enthält diejenigen, welche die Gattung betrellen, und auf die Fortpflanzung des Geschlechts abzwek- ken. Zu diesen gehört lie monatliche Rei- nigung, die Begattung„ Empfängnils, Schwangerschaft, Geburt und das Säugen. Alle Lebenserscheinungen finden wir auf ver- schiedene Art modifizirt, und diese Modifikationen sind Temp erament, Geschlechtsv erschie- denheit„ Wachen und Schlaf, Jugend und Alter, Gesundheit und Krankheit, Die Betrachtung derselben wird den letzten Theil un- 110. ern arm serer Untersuchungen des ungetrennten leben- ‚den Organismus ausmachen, Bey diesen Untersuchungen betrachten wir die Lebenserscheinungen als Wirkungen der Kräfte des lebenden: Organismus, insofern er ein Körper von einer eigenen Struktur, Textur und Mischung ist. Diese Ansicht ist die älteste von allen und die ein- zige, die in dem grölsten Theile der ehemaligen physiologischen Lehrbücher herrscht. An Erfah- rungssätzen ist daher auch dieser Theil der Biolo- gie unter allen der reichhaltigste. Indels fehlt noch vieles, dafs jene Erfahrungen so benutzt sind, wie sie seyn könnten. Ein fruchtbares regulatives Princip bey der Anwendung derselben liefern uns die im zweyten Capitel dieser Einleitung bewiese- nen Sätze. Da nehmlich jede materielle Verände- rung aus dem Uebergewichte einer Kraft A über ei- ne ihr entgegengesetzte B entsteht, so muls, wenn dieses Uebergewicht nicht, fortdauern und nicht Ruhe das Produkt jener Veränderung seyn soll, ei- ne dritte Kraft C vorhanden seyn, welche das Ue- bergewicht wieder auf Seiten der Kraft B bringet. Wir sind daher‘ berechtigt, zu jeder Wirkung sowohl einer Clässe lebender Organismen auf die übrige- lebende Na- fir und sau: Was Universum, als eines jeden Organs, oder Systems von Orga nen auf den übrigen Organismus eine eni- entg ses P ande! die\ Frud Bi fort,| aussen und$ nach Lebei That Lebi und zufor: same Grund ao, So W den: seyn ] Seiten I est 5 Chung rachh hun such: eben- 2° eINn- ligen trfah- Biolo- fehlt t sind, alives uns 1ese- inde- er el- wenn nicht ll, ei- las Ue- ringelo eder nder Na ines Org% eine ent — III 5, entgegengesetzte aufzusuchen. Eben die- ses Princip findet man. in SCHELLINGS Werken aus andern Vordersätzen abgeleitet, dessen Schrift über die Weltseele(S. 179. ff.) zugleich Beweise von der Fruchtbarkeit der Anwendung desselben enthält. Ein ausgerissenes Herz fährt noch eine Zeitlang fort, zu pulsiren; der Darmcanal äussert noch ausserhalb dem Körper peristaltische Bewegungen, und so setzen mit Einem Worte die meisten Organe nach ihrer Trennung vom übrigen Organismus ihre Lebenserscheinungen noch einige Zeit fort. Diese Thatsache giebt uns ein Mittel an die Hand, den Lebenserscheinungen der Grundiheile des Körpers, und den Gesetzen und Bedingungen derselben nach- zuforschen. Nun sind die Eigenschaften des Zu- sammengesetzten Resultate der Eigenschaften seingg Grundtheile und deren Verbindung. Gelingt es uns also, die Eigenschaften der letztern zu enidecken, so werden wir auch die Eigenschaften der verschie- denen Organe des Körpers zu erklären im Stande seyn. Diese Ansicht der lebenden Organismen von Seiten ihrer Textur und. Mischung ist bekanntlich erst seit HALLERN ein Gegenstand der Untersu- chung geworden, und daher noch weit weniger reichhaltig an Erfahrungssätzen, als der vorige, Inzwischen liegen auch in der Natur dieser Unter- suchungen Schwürigkeiten, die bey den vorigen weg-, 372, mememenn Y wegfallen. Erstens nehmlich sind in allen Organen die verschiedenen Grundtheile so innig mit einan- der verbunden, dafs in den meisten keine Abson- derung der letztern möglich ist. Das Hirn- und Nervenmark ist allenthalben mit Zellgewebe und Gefälsen, der Muskel mit Zellgewebe, Gefälsen, Nerven und Fett, und das Zellgewebe mit Gefälsen und Fett durchwebt und.umgeben. Bey Versuchen über das Hirn- und Nervenmark wird es also in den meisten Fällen ungewils seyn, ob die Resulta- te derselben ihnen, und nicht vielmehr dem Zell-: gewebe und den Gefälsen, die man in ihnen an- trifft, zugeschrieben werden müssen. Dieselbe Bewandnifs wird es mit Versuchen an den Muskeln und am Zellgewebe haben. Hier müssen wir also zu. Schlüssen unsere Zuflucht nehmen, die uns Aber meist nur Wahrscheinlichkeit, selten Gewils- heit verschaffen können. Eine zweyte Schwürig- keit bey diesen Untersuchungen macht der Um- stand. dafs wir von manchen Organen die Grund- theile noch nicht kennen. Wir wissen z.B. nicht mit‘: Gewiflsheit, ob der Üterus und die Iris aus Zellgewebe oder Muskelfasern bestehen. Ja, bey einer grolsen Anzahl lebender Organismen reichen nicht einmal unsere Sinne hin, um hierüber zu entscheiden. ‚ Wer z.B. vermag zu bestimmen, ob der Körper des zarten Polypen aus Muskelfasern, oder aus Zellgewebe zusammengesetzt ist? 1 Fer- ge: den Solang War ıı; Im All Erklin Leha: bleibe Ib: tganen L einan- Abson- = und be und fälsen, ofälsen suchen also in vesulta- n Zell- en an- )ieselbe uskeln r also uns ewils- würig- r Im- Grund \, nicht rs aus ja, bey reichen er ZU 'n, 0b Faser, %) fir 113 Ferner geschehen alle Versuche des Biologen in der atmosphärischen Luft, also in einem Medi- um, das beständigen Veränderungen unterworfen und immer mit einer Menge fremdartiger Substan- zen angefüllt ist, welche den wichtigsten Einflufs auf den lebenden Körper haben, und die Reinheit der Versuche trüben. In dieser Hinsicht hat der Biologe noch ein weit schlimmeres Schicksal, als der Chemiker, und jener sollte daher bey jeder sei- ner Beobachtungen zugleich die Temperatur der Luft, den Barometer- und Hygrometerstand, und mit Einem Worte alle veränderliche Eigenschaften der Atmosphäre, die wir zu erforschen im Stande sind, mit einer noch weit grölsern Genauigkeit, als der letztere, angeben. Ich kenne aber keinen Be- obachter, der diese Regel befolgt hätte, und eben daher rühren gewils die vielen Widersprüche, die sich"vorzüglich in der Lehre vom Galvanismus. finden. Endlich macht noch die Beantwortung der Fra- ge: Was Lebenserscheinungen sind? bey den erwähnten Untersuchungen Schwürigkeiten., Solange es an einer Erklärung des Lebens fehlte, war man nicht im Stande, diese Frage auch nzr im Allsemeinen zu beantworten. Unserer obigen Erklärung zufolge können nur solche Phänomene Lebenserscheinungen heissen, welche gleichförntizg bleiben, obgleich sie durch ungleichförmige und WE BR H yes 114——— veränderliche Einwirkungen veranlalst sind, solar ge nur diese Veränderlichkeit eine gewisse Gränze richt überschreitet. Die Hraft, wodurch jene Gleichförmigkeit bewirkt wird, haben wir Lebens- kraft genannt. Folglich ist nur das Lebenserschei- nung, wobey Lebenskraft mit im Spiele ist. So leicht nun aber auch die Bestimmung des Charakters der Lebenserscheinungen vermittelst un- serer Erklärung des Lebens im Allgemeinen ist, so wird doch die Anwendung hiervon auf einzelne Fälle immer noch äusserst schwürig bleiben. Ein Beyspiel giebt das Zellgewebe. An diesem und an den gröfstentheils aus ihm allein gebildeten Orga- nen, z. B. der Bauchhaut, dem Hodensacke u. s. w. bemerkt man zuweilen Contraktionen. HALLER sa- he einen Kranken, dessen Unterleib und Oberschen- kel ganz steif waren, und wobey diese Steifheit ‚endlich in eine Beugung desselben überging, ohne dals sich eine andere Ursache, als eine Zusammen- ziehung des Zellgewebes jener Theile entdecken liels(c). Selbst in den harten, aber auch aus Zell- gewebe bestehenden Knochen zeigen sich zuweilen solche Contraktionen. Nach dem Ausfallen der Zähne im Alter schlielsen sich die Zahnhöhlen, und bey der Nekrose zieht sich der neu erzeugte Knochen, nach der Herausnahme des vorigen ab- gestorbenen, bis zu seiner natürlichen Grölse zu- sam- (ec) Harzer EI Physiol. T.IV. L.XT.$S.11, 2. pP 443. # ser,\ spren] ange feuch alle\ aus: biep S munge Frage el, loser stan der | durd den L Bewe; het au Beyer Solar Gränze h jene ebens- erschei- 'g des Ist un- Ist, so inzelne 1. Ein und an 1 Orga 5 W. ER SA schen- eifheit ‚ ohne mmen- tdecken us Zell- ıweilen 7 der len; ‚eugie en ab- [se zu sarl- z, pt sammen. Trennen wir Zellgewebe von dem übri- gen lebenden Organismus, und reinigen dasselbe von dem Blute und andern fremdartigen Dingen, so äussert dasselbe keine Zusammenziehungen, oder sonstige Bewegungen, solange keine äussere Einwirkungen auf dasselbe statt finden. Jene Con- traktionen erfolgen aber, wenn es mit kaltem Was- ser, verdünnter Salpeter- oder Schwefelsäure be- sprengt wird, und zwar lassen sich dieselben so- lange hervorbringen, als das Zellgewebe noch feucht ist. Auch erfolgen sie'noch, wenn gleich alle übrige Organe keine Spuhren des Lebens mehr äussern, und der Leichnam nur noch weich und biegsam ist(d). Sind diese Contraktionen nun Lebenserschei- nungen? Mehrere Schriftsteller verneinen diese Frage, und berufen sich auf die Zusammenziehun- gen, welche die Kälte und jene Säuren auch in leb- losen Körpern hervorbringen. Allein dieser Um- stand kann hier nichts entscheiden.‘ Nicht die Art der Reaktionen, sondern die Art, wie dieselben durch äussere Einwirkungen erregt werden, macht den Unterschied zwischen den vitalen und leblosen Bewegungen. Die Beantwortung jener Frage beru- het auf der Entscheidung des Punkts: ob.bey jenen Bewegungen des Zellgewebes Lebenskraft mit im Spie- (d) Harrer ibid. p. 444. Hs I16 geanzann em Spiele ist? Das Criterium hiervon ist die Abnahme der relativen Stärke der äussern Einwirkungen bey der Zunahme ihrer absoluten Stärke, und die Zu- nahm der erstern bey der Abnahme der letztern. Allein die Zusammenziehungen des thierischen Zell- gewebes geschehen so langsam, dals es schwer hält, dieses Criterium darauf anzuwenden. Schnel- ler gehen die Contraktionen vor sich, welche ver- schiedene Vegetabilien,=. B. die mimosa pudica äussern. Wäre es ausgemacht, dals der Körper dieser Organismen blos aus Zeligewebe besteht, so ‚ würde sich jener Punkt durch Versuche an diesen entscheiden lassen. Aber dann entstände wieder die Frage: ob sich von dem vegetabilischen Zellgewebe auch auf das thierische schliessen lälst? Und se kommen wir hier von einer Schwürigkeit auf die andere. In den festen Theilen des lebeyden Organis- mus hören alle-Lebenserscheinungen auf, sobald die Textur desselben zerstöhrt ist. Ueber die Mi- schung der lebenden Organe können wir also keine Versuche anstellen, ohne ıhre Textur mit in An- schlag zu bringen, und bey unsern empirischen Untersuchungen über die erstere müssen wir uns also begnügen, nur durch Schlüsse auszumachen, welchen Antheil die Textur und welchen die Mi- schung an der Hervorbringung der Lebenserschei- | 1 nungen hat. Nur die Aktionen der flüssigen Thei- le le sit an A die wie Leb erste frage oben nung mein jede gen ach gen etwa gegen ganis dies {em kai chu turg "k in kıfal auch fall ‚Ber, Nühne en bey die Iu- tztern, n Zell. chwer chnel- e ver- udica rörper ht, so diesen der die ‚ewebe nd so ıf die |ganis- sobald die Mi- o keine in An- ischen r uns (chen, ie Mi- yschei- n The le SS le sind Resultate ihrer blolsen Mischung, und nur an diesen lassen sich daher direkte Versuche über die letztere machen. Aber hierbey kommen wir wieder auf die Frage: ob jene Phänomene auch Lebenserscheinungen sind? Hierher gehört die im ersten Capitel. dieser Einleitung berührte Streit- frage über die Vitalität des Dluts. Vermittelst des oben angegebenen Charakters der Lebenserschei- nungen läfst sich diese l'rage jetzt leicht im Allge- meinen beantworten. Das Blut, und überhaupt jede Flüssigkeit ist belebt, wenn die Erscheinun- sen, die wir an demselben wahrnehmen, ohnge- achtet der Veränderlichkeit der äussern Einwirkun- gen, wodurch dieselben erregt werden, dennoch etwas Bleibendes und Unveränderliches haben; hın- gegen ist sie leblos, und nicht zum lebenden Or- ganismus, sondern. zur Aussenwelt gehörig, wenn dies hicht der Fall ist. Die Anwendung dieses Cri- teriums aber wird freylich noch groisen Schwürig- a keiten unterworfen bleiben, Hier endigen sich unsere empirischen Untersü- chungen der Lebenserscheinungen, oder die Na- turgeschichte des physischen Lebens. fe ärmer dieser analytische Theil der siologie an Erfahrungssätzen ist, desto schwankender mufs auch der folgende synthetische Theil derselben aus- fallen; hingegen je reicher jener, desto fester die- ‚ser. Der Weg der Erfahrung, erleuchtet durch N13 Phi- 118 uremn.oe Philosophie der Natur, ist also der einzige, den wir gehen dürfen, wenn sich die Biologie, und nit ıhr andere der wichtigsten Fächer des mensch- lichen Wissens ihrer Vollendung nähern sollen, Er ist dornicht, und von nnabsehbarer Länge. Aber mögen wir das Ende desselben erreichen, oder nicht; schon unsere Bemühungen, zu diesem Ziele zu gelangen, werden belohnend genug seyn. “Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgend ein „Mensch ist, oder zu seyn vermeinet, sondern die „aufrichtige Mühe, die er angewandt hat, hinter „die Wahrheit zu kommen, macht den Werth des „Menschen. Denn nicht durch den Besitz, sondern „durch die Nachforschung der Wahrheit vermeh- „ren sich seine Kräfte, worin allein seine immer „wachsende Vollkommenheit besteht. Der Besitz „macht ruhig, träge, stolz— Wenn Gott in seiner „ltechten alle Wahrheit, und in seiner Linken den „einzigen immer regen Trieb nach Wahrheit, ob- „schon mit dem Zusatze, mich immer und ewig „zu irren, verschlossen hielte, und spräche zu „mir: wähle! Ich fiele ihm mit Demuth in seine „Linke, und sagte: Vater gieb! Die reine Wahr- „heit ist ja doch nur für dich allein”.— So sprach ein Weiser, und dieser Wahlspruch sey auch der unsrige. Fünf- Veb der. D. und w en} von rung ne W vong jeder Ist 4 den ‚ und pensch- chen, tesem seyn, d ein m die hinter th des ondern rmeh- nmer jesitz einer n den t, ob- | ewig he zu | seine Wahr- prach h der Fin. — I1lg Fünftes Capitel. Anhang. Ueber den Gebrauch der Hypothesen in der Biologie, und über die Schranken der praktischen Heilkunde. D.- Geist strebt nach Einheit im Mannichfaltigen, und er verschafft sich diese durch Vermuthungen, wo sie ihm die Erfahrung nicht liefern kann."Jede empirische Wissenschaft ist aber noch sehr.weit von jener Stufe entfernt, wo das Feld der Erıfah- rungen nicht mehr unangebaute Stellen hat, und kei- ne weiter als die Biologie. Erwägen wir die im vorigen Capitel aufgezählten Hindernisse, die sich jeder biologischen Erfahrung entgegenstellen, so ist es sogar unwahrscheinlich, dafs diese Wissen- schaft jene Stufe von Vollkommenheit jemals errei- chen wird. Was ist hier also zu thun? Sollen wir die Lücken, die uns in dem empirischen Theile der Biologie fast bey jedem Schritte aufstolsen, durch Vermuthungen ausfüllen, oder sollen. wir sie unergänzt lassen? Im Allgemeinen ist die Antwort auf diese Fra- ge leicht zu finden. Ist Einheit im Mannichfaltigen ein Bedürfnifs des menschlichen Geistes, so macht n4 ent- 120 se entweder eure Schüler mit keinen Gegenständen bekannt, bey denen Wahrscheinlichkeit die Stelle der Gewilsheit vertreten muls, oder stillet ihnen jenes Bedürfnifs. Und würden sie es auch am En. de nicht selber befriedigen s wenn ihr es nicht thä. tei? Zudem, Vermuthungen und Hypothesen aus Erfahrungswissenschaften verbannen, heilst den Weg zu allen weitern, Erfahrungen versperren. Um zu beobachten, müssen wir wissen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit zu richten haben. Aber woher. dies wissen, ohne Erwartung eines möglichen, oder wahrscheinlichen Erfolgs, das heilst, ohne Vermuthungen und Hypothesen? Die Natur. Wissenschaften würden geistlose Namenre- gister seyn, wenn man sich blos anf das Sammeln von Thatsachen eingeschränkt hätte, Sie wurden das, was sie sind,“nur dadurch, dafs man das Sichtbare an ein höheres Unsichtbares knüpfte, ihm dadurch Sinn und Deutung gab, und so in das Mannichfaltige der Erscheinungen Einheit brachte, Von dieser Seite sind also Vermuthungen und Hypothesen in der Biologie nicht nur zulässig, son- dern auch nothwendig. Allein es giebt hierbey noch einen andern Gesichtspunkt, und aus diesem erscheint die obige Frage in einem ganz andern Lichte. Die Biologie nehmlich ist die Grundlage der praktischen Heilkunde. Indem ihr also., ruft manuns zu, Thatsachen in jener mit blofsen Wahr- schein- heb häul durd also euch Art tigk mis tinden e Stelle tlınen am En, ht thäl n aus t den yerren, worauf haben, ; eines s, das 1? Die MEenre- ımeln urden n das ‚ Ihm in das achte, en tınd 7, son- ierbey iesem ndern ndlage „zul Wahr. scheine rmmeen 121 scheinlichkeiten vermischt, macht ihr die Stützen der letztern wankend, und diese selber zu. einer gefährlichen Kunst. Ihr wendet freylich ein, dafs der Mifsbrauch den rechten Gebrauch nicht auf- hebt; aber mit Unrecht. Denn wo der Mifsbrauch häufiger, als der rechte Gebrauch ist, wird jener durch diesen allerdings aufgehoben. Haltet euch also mit uns an die reine Erfahrung, und huütet euch vor allen schimmernden Hypothesen, die den Arzt, unter dem Versprechen einer grölsern Leich- tigkeit in der Ausübung seiner ARunst, zum Gift- wmischer und Meuchelmörder machen!(e). So (e) Noua indies prolata, quae examen non sustinent, pestes sunt in schola medica, tum quod discere et dediscere temporis irreuocabilis iactura sit; tum quod sysiema docere, idque mutare, aliud forsitan ineptius adoptare, Teiicereque, docentibus turpe sit, et no- xium discentibus. Uinam demum foecunda fingen- di ingenia Systematum suorum inanitate defatiga- ti, deque eorumdem nocumento conuicti eo demum usque saperent, ut caducae inuenti systematis glo- ziolae abnegantes, ad salutare Naturae studium, qua vnico Hippocrates, quo solo, quotquot magni viri Hippocratem seguuti sunt, elaruerunt, aeternumgqne clarebunt, animos nobiscum intenderent, Artisque pomoeria more Hıppocratieo extendere satagerent! (De Harn rat. med. T. VIII. p. 201.) Aechnliche Er- eiferungen gegen alle medicinische Systeme s.'beym Sypenuam(opp. med. P. I! p. 8, 407), BAcrıv Hs’(Prax. 122 rs Sa sprechen alle jene Aerzte, die sich vorzugs: weise rationelle Empiriker nennen, und. es lälst sich ihnen nichts entgegensetzen, wenn ihre Kunst, wie sie behaupten, wirklich auf reiner Erfahrung berulet— Lafst uns unpartheyisch untersuchen, was an dieser Behauptung Wahres ist! Es giebt zwey Wege für den praktischen Arzt, den der Empirie, und den des Dogmatismus. ‚ Medicinische Eimpirie nenne ich die Kunst, ei- nen gegenwärtigen individuellen Fall einem andern, zuvor beobachteten, in welchem gewisse Arzneyen die Gesundheit wieder herstellten, anzupassen. Ihre Theorie besteht in einer Sammlung getreu- er Beobachtungen über die Wirkungen der Arzney- mittel in den verschiedenen Krankheiten, und in einer genauen Bestiramung der Kennzeichen dieser Tırankheiten. Mit völliger Gewifsheit kann der Empiriker nur dann die Wirkung, welche ein gewisses Arz- neymittel hervorbringen wird, vorherwissen, wenn der gegenwärtige Fall mit dem schon sonst beobach- teten in allen Stücken übereinstimmt. Sobald diese Uebereinstimmung nicht statt findet, mufs er über den Erfolg seiner Bemühungen mehr oder weniger in Ungewilsheit seyn. Hier giebt es für ihn nur zwey Auswege: ı) Der Prax. med. L.T.'C.XI. L.IL: C.II), und De Ha: Er T.XoU CI). “> rzU 28 5\älst Kunst, ah rung chen, Arzt, mus st, ei. ndern, zneyen 0. retreu- zney- ıd in lieser iriker s Arz- ‚ wenn »obach- 1 diese " über iger \ nur ) Der e Hıen | ! 123 '1) Der gegenwärtige Fall stimmt mit dem schon sonst beobachteten zwar nicht in allen, aber doch in vielen Stücken überein, Diese Stücke, worin ein vorhandener Fall mit einem schon sonst beobachteten übereinkömmt, ma- chen zusammengenommen das aus, was man In- dikation nennet. Je mehr solcher Stücke zuge- gen sind, desto gröfser ist die Indikation zum Ge- brauche des Mittels, welches in dem schon ehedem beobachteten Falle eine bestimmte Wirkung her- vorgebracht hat, desto mehr hält sich der Empiri- ker für berechtigt, zu schliessen, dafs dieselbe Wirkung auch in dem vorhandenen Falle erfolgen wird. Je mehr solcher Stücke, welche die Indika- tion zum Gebrauche eines gewissen Wittels ausma- chen, der Empiriker aufzufinden weils, desto grölser ist sein praktisches Genie; je weniger, desto mehr nähert er sich dem groben Quacksalber. 2) Die Kennzeichen, wodurch sich der gegen- wärtige Fall auszeichnet, bestehen aus den Kennzeichen zweyer oder mehrerer schon ehe- dem beobachteter Fälle. Hier hat der Empiriker einen doppelten Weg: er wendet entweder eine Mischung der verschiede- nen Mittel an, welche in jedem der beobachteten Fälle, aus deren Kennzeichen die Merkmale des ge- genwärtigen Falls zusammengesetzt sind, die er- wünsch- 124 anmeswanm wünschte ‚Wirkung.hervorbrachten; oder er wen- det sie nach einander an. Die Grundlage der Empirie besteht also in Be- obachtungen der iuuantia und nocentia. Je getreuer und, zahlreicher diese Beobachtungen sind, desto mehr Gewifsheit erhält der theoretische Theil der- selben, dessen Ideal eben so wahr und ungezwei ‚felt ist, wie irgend ein Theil der Mathematik. Der medicinische Dogmatismus lehrt, ans dem Wesen einer Rrankheit die zur Heilung derselben ‘erforderlichen Mittel’ finden, Das Wesen einer Krankheit lälst sich nur aus den sinnlichen Merkmalen. derselben erkennen. Mithin bedarf der Dogmatiker eben sowohl einer henntnils dieser Merkmale, wie der Empiriker. Nur schliefst dieser unmittelbar. aus jenen Merkma- len auf die erforderlichen Arzneyen, jener hinge- gen zuvor auf das Wesen der Krankheit, und erst hieraus auf die nöthigen Mittel. Der Weg des Empirikers ist also kürzer, als der des Dogmatikers. Aber wozu denn einen Um- weg nehmen, wenn wir in grader Richtung zu demselben Ziele gelangen köunen? Allerdings kann der praktische Arzt des Dog- matismus ganz entbehren, wenn medicinische Er- fahrung möglich und anwendbar ist. Wir werden also zu untersuchen haben, ob und in wie fern dieses der Fall ist. Eıfah- gen ku wei end) uns Unst schei mung erst füh sch mil ur————ı t Bel x m—- } T wen- Erfahrung ist das anerkannte, Verhältnils von Ursache und Wirkung zweyer Erscheinungen ge- o inbe gen einander. Es giebt zwey Wege zur Entdek- eireuer kung dieses Verhältnisses. Wir erkennen es ent- desto weder daraus, dafs wir jene Erscheinungen oft mit der- einander verbunden sehen; oder wir verschaffen ezwei uns in Betreff desselben Gewifsheit, indem wir die n Umstände abändern, unter welchen die eine Er- er scheinung erfolgt, und sehe, ob diese Abände- s dem rung Einfluls auf das andere Phänomen hat. Der erstere Weg ist der der Induktion, und dieser führt selten zur Gewifsheit, meist nur zur Wahr- ayır ayıE E on> ä ar scheinlichkeit, und dies häuäg erst nach langen und ne mühsamen Untersuchungen. Der letztere Weg ist | einer der des Experimentirens, und der ist der ein- viker, zige, auf dem sich zur völligen Gewifsheit; ‚ıkma« lülst. Von diesen beyden Wegen nun ist der letz- hinge- tere dem Arzte verschlossen, und blos der erstere ad erst steht ihm offen. Hieraus ergiebt sich° erstens: dafs alle medicinische Erfahrung meist er, als nur auf Wahrscheinlichkeit, selten auf ‚en Um- Gewilsheit Anspruch machen kann. “2 Z ; Aber auch der Weg der Induktion ist dem Arz- io te in sehr vielen Fällen versperrt. Erscheinungen s Dog- nehmlich, bey denen wir ein Causalverhältnils muthmafsen, folgen entweder auf einander, oder sind coexistirend. In beyden Fällen lälst sigh auf in me 2 ein solches Verhältmifs nicht eher schliessen, als bis darpe- rc[k 126 _ dargethan ist, dafs jene Phänomene nicht Coeffekte irgend einer dritten Ursache sind. Im erstern Fal- le, wo die beobachteten Phänomene der Folge nach mit einander in Verbindung stehen, läfst sich die» ser Beweis auf dem Wege der Induktion nur daraus führen, dafs bey dem Gleichbleiben oder der Veır- änderung des einen Phänomens auch ein Gleichblei- ben oder eine Veränderung des andern statt findet. Nun beziehen sich die meisten Beobachtungen des Arztes auf die Frage: ob zwischen gewissen Ein- wirkungen der Aussenwelt auf den menschlichen hörper und gewissen Erscheinungen des letztern eine Causalverbindung statt findet? Der Arzt kann also nur da auf eine solche Verbindung schliessen, wo diese Erscheinungen und jene Einwirkungen so mit einander verbunden sind, dals bey einer quan- titativen oder qualitativen Veränderung der letztern eine ähnliche Veränderung der erstern eintritt. Der Natur des lebenden Organismus gemäls, die in der Gleichförmigkeit der Erscheinungen bey, ungleich- förmigen Einwirkungen der Aussenwelt besteht, findet aber bey ihm nie ein gleiches Verhälinils zwi- schen den Einwirkungen und Gegenwirkungen statt, als nur da, wo jene gewisse Schranken über- schreiten. Hier ist also durch Induktion zu keinen auch nur wahrscheinlichen Resultaten zu gelangen. Um diese zu erhalten, mülste der Arzt jene Einwir- kungen nach Gefallen verstärken, schwächen und verändern, also ‚Versuche mit dem menschlichen Hör: körf ten( | sche Ih einige vucht nen, Ueh: Jeffekte en Fal- ge nach ich dies daraus er Ver chblei- findet, sen des en Ein hlichen letztern zt kann liessen, gen 50 quan- tztern „Der in der ngleich- besteht, ils zwi. kungen n über- keinen angen. ‚inwir- en und ohlichen hör. Körper anstellen können, welches, wie gesagt, sel- ten oder gar nicht angeht.: \ Noch unsicherer aber ist der Weg der Induk- tion im zweyten Falle, wo die beobachteten Phäno- mene coexistirend sind. Dieser Fall tritt am häu- figsten da ein, wo es darauf ankömmt, zu entschei- den, ob eine Thätigkeit des thierischen Organismus mit einer andern in Causalverhältnisse steht, Hier ist es nicht, wie im ersten Falle, hinreichend, dieses Verhältnils aus dem Nicht- Vorhandenseyn einer dritten Ursache, wovon beyde Phänomene Coeffekte seyn könnten, zu beweisen; es muls auch ausgemacht, werden, welche von diesen Er- scheinungen Ursache und, welche Wirkung ist, Sind aber nun jene Phänomene Thätigkeiten eines und desselben Organismus, so ist hierüber keine ‚ Entscheidung durch die Erfahrung als auf dem 5 Wege des Experimentirens möglich, folglich wieder auf einem Wege, den der Arzt nicht einschlagen darf. Aus dem Gesagten folgt also zweytens, dals es Fälle giebt, wo gar keine medicini- sche Erfahrung möglich ist. Inzwischen läfst sich nicht läugnen, dafs in einigen Fällen diese Schwürigkeiten durch lange und vielfältige Beobachtungen überwunden werden kön- nen. Aber ihre Ueberwindung schafft meist nur dem Ueberwinder selber, und keinsm Andern Vortheile. Je- 1 123 Jede Erfahrung nehmlich,, die Andern nützen soll,| Ausd muls sich durch Worte, womit jeler einen bestimm-| N ten Begriff verbindet, mittheilen lassen, mufs ob-| das jektiv seyn. Objektive Begriffe verschffat,uns aber Kıa blos der Sinn des Gesichts. Alle übrige Sinne geben Pils uns mehr oder weniger subjektive Begriffe. Am| grin meisten. objektiv sind noch die, des Getastes und I Gehörs, an wenigsten die des Geruchs und Ge-| dich schmacks. Das.Gemeingefühl ist ganz subjektiv, I[Wan und känn zu gar keinen objektiven Erfahrungen| führen. Wie wenige medicinische Erfahrungen| giebt es aber, die sich ganz objektiv machen lic-| a (sen! Die Kennzeichen, wodurch sich eine be- 2 obachtete Krankheit von andern unterscheidet, be- Hi ruben immer zum Theil auf subjektiven Empfin-| I; dungen des Kranken und des Arztes, und alle noso- leg logische Systeme sind daher mehr oder weniger ei- kann nen Natursystem ähniich, worin die Pflanzen nach| u ihrem Geruche, Geschmacke, der Rauhheit oder| er Glätte ihrer Blätter, und die Thiere nach den Tö-| ii nen, die sie hervorbringen, classifizirt wären.| den Man nehme die Kennzeichen der ersten Krankheit,| die einem beyfällt, und man wird sich von der es Wahrheit unserer Behauptung bald überzeugen. ter K Pathognomonische Charaktere des Fauläiebers z. B. Anne sind: eine brennende Hitze(calor mordax); ein ge- ehr, schwinder, kleiner, vreicher und schwacher Puls; ders dumpfe und drückende Schmerzen im Hinterhaup- jekt te; ein eigener widriger Geruch.des Aihems, der| Stim Aus- 13 en soll, destimm. nuls ob. uns aber 1e geben e. Am es und ind Ge- bjektiv, hrungen hrungen chen lie- ine be- det, be- Empfin- e N080- iger ei- on nach eit oder den Tö- wären. ankheit, von der teyhaup- av ms,(& Aus (RR LDUHTERTER, ı 129 Ausdünstung, des Harns und des Stuhlgangs; u. s. w. Ist unter diesen Kennzeichen ein einziges, das anf andern, als subjektiven Empfindungen des Kranken, oder des Arztes beruhet? Wäre Borpeu’s Pulslehre auch, was sie nicht ist, in der Natur ge- gründet, so würde sie doch, eben weil sie blos auf subjektiven Erfahrungen sich gründete, für die me- dicinische Praxis von geringem oder gar keinem Werthe seyn. Hieraus läfst sich die Behanptung der empiri- schen Aerzte erklären, dals der Anfänger in der medicinischen Praxis gezwungen sey, die Lehren der Schule zu vergessen, und aus der Praxis selbst die Regeln der Praxis zu erlernen. Entweder es liegt in dieser Behauptung gar kein Sinn, oder es kaun nur der seyn, dafs die Grundsätze der Heil- kunst grölstentheils subjektiv sind, und durch kei- nen Unterricht objektiv gemacht werden können, sondern blos aus eigener Erfahrung geschöpft wer- ‘den müssen. Die obigen Sätze zeigen auch die Richtigkeit des Satzes: dafs der Arzt mehr als irgend ein ande- rer Künstler gewisser Anlagen zur Ausübung seiner Kunst bedarf, und dafs auch die ausgebreitetste Ge- lehrsamkeit und der grölste Scharfsinn den Mangel derselben nicht ersetzen kann. Die Benutzung sub- gleiche jektiver Erfahrungen setzt nehmlich eine Stimmung der Empfindungsorgane bey dem, der I. Ba. I sie 1308 m sie zuerst machte, und dem, der sie wiederhohlet, also etwas voraus, das sich. weder durch geistige Cultur, noch durch Uebung erwerben läfst.— Eben dieses Erfordernifs aber macht es unmöglich, über die Tauglichkeit eines Menschen zur Ausübung der Heilkunde, und über die Grölse eines Arztes zu urtheilen. Aus der Menge der Kranken, die unter- der Behandlung des letztern genesen, läfst sich die Gröfse desselben nicht schätzen: denn jene ist ab- hängig vom Zufalle. Aus dem Grade seiner geisti- gen Cultur gilt eben so wenig ein Schlufs auf seine Talente als Heilkünstler, da diese Folgen der Orga- nisation sind, und mit jener nichts gemein haben. Blos er selbst könnte über seine Talente ein Ur- theil fällen; aber wer schmeichelt sich nicht, der begünstigte Liebling der Natur zu seyn! Aus dem Subjektiven der medicinischen Erfah- rungen läfst sich ferner der grofse Werth erklären, den die empirischen Aerzte auf ihr sogenanntes praktisches Gefühl setzen. Dogmatiker ha- ben diesen Ausdruck als nichtssagend darzusiellen gesucht, Aber versteht man darunter eine ange- bohrne, durch Uebung vermehrte Fertigkeit in der Auffindung und Anwendung subjektiver Erfahrun- gen, so erhält er eine sehr reelle Bedeutung, und so erscheint er allerdings als ein nothwendiges Er- fordernils zu einem geschickten empirischen Arzte, Aus den obigen Sätzen erhellet endlich, in wel- ehen Theilen der Heilkunde objektive Erfahrung mög- dal der nich gan nich! gen ad serer gest [9 “ anste] eelber win hesi! fahr: 'hohlet, geistige — Eben h, über ung der zies zu e Unter... sich die e ist ab. er geist auf seine ler Orga- n haben, ein Uir ht, der , Erfah. klären, onanntes iker ha zustellen ine ange it in der rfahrun- 1g, und iges Er- n Ärzte, ‚in wel „fahrung mög" ausm me I3L möglich, und in welchen dieselbe unmöglich ist. Möglich ist sie bey den meisten örtlichen Krankhei- ten, deren Entstehung, Verlauf und Symptonie sich durch den Sinn des Gesichts beobachten las- sen, also bey den meisten chirurgischen Uebeln. Unmöglich, oder doch äusserst schwürig ist sie bey allen ‚übrigen Krankheiten, die keine Gegenstände des Gesichts sind, also bey den innerlichen, oder ausschlielslich sogenannten medicinischen Krank- heiten. Daher die Vorzüge der Chirurgie vor der Medicin in Hinsicht ihrer Gewilsheit. Das Hauptresultat der bisherigen Sätze aber ist, dafs blofse Empirie zur Richtschnur in der ausübenden Heilkunde dürchaus nicht zureicht. Findet man übrigens die obi- gen Gründe zum Beweise dieser Behauptung noch nicht zulänglich, so nehme man hierzu noch fol- gende, und man wird an der Richtigkeit derselben nicht mehr zweifeln können. Die leblose Natur steht grölstentheils unter un- serer Herrschaft."Wir können über die meisten Ge- genstände derselben Beobachtungen und Versuche anstellen ‚ wenn und wo wir wollen, und jede die- selben betreifende Frage, die wir auszumachen wünschen, nach Gefallen beantworten. Und doch besitzen wir über die leblose Natur der reinen Er- fahrungen noch so wenige, und wandeln noch in 1-8 den 132 guumrmmen den Vorhöfen derselben, und haben kaum noch eine Ahndung von dem, was ihr Heiligthum ver- schlielst! Wie läfst sich also erwarten, dafs Beo- bachtungen des lebenden menschlichen Organis- mus, wobey tausend Schwürigkeiten statt finden, die dem Physiker nicht im Wege stehen, eine so grolse Anzahl reiner Erfahrungen, wie der Empiri- ker zur Ausübung seiner Kunst bedarf, liefern können? Jeder Mensch, er gehe mit noch so reinem Herzen an das Studium der Natur, hat gewisse Lieblingsmeinungen, die seinem Beobachtungsgei- ste Fesseln anlegen. Wer sich mit Gegenständen beschäftigt, worüber objektive Erfahrungen mög- lich sind, kann diese Ketten abwerfen; ja, sie müssen ihm endlich abfallen, wenn er nicht schon von Voruftheilen ganz verblendet ist. Aber wer mit Beobachtungen umgeht, die nur zu subjektiven Erfahrungen führen können, bleibt ewig den Ge- fahren der Täuschung ausgesetzt, Sieht er Dinge, die mit seinen Lieblingsideen übereinstimmen,’ so kann er gefunden haben, was er finden wollte; ‘ist er eben dieser Ursache wegen milstrauisch ge- gen seine Beobachtungen, und glaubt er nach öf- . terer Wiederhohlung derselben eine Täuschung in ihnen entdeckt zu haben, wer bürgt uns, dafs gera- de dieses Milstrauen nicht die Quelle einer ent- gegengeseizten Täuschung geworden ist? Die Ue- berein- bere der ebe let der ten den erfor emn mt he un M noch UM ver- als Beo- Organis- finden, eine so Empiri- liefern reinem gewisse ungsgel- ständen ı mÖg- ja, sie t schon er wer jektiven den Ge- ı Dinge, men, 50 wollte; isch ge- ach öf- jung in [5 gerad ner enl- Die l* herein bereinstimmung, oder Nicht- Uebereinstimmung der Beobachtungen Anderer mit den seinigen ist ebenfalls ziim Beweise oder zur Widerlegung der letztern nicht immer hinreichend: denn diese An- dern sind ebenfalls der Täuschung aus vorgefals- ten Meinungen unterworfen, und überdies kann den Sinnen derselben die zu jener Beobachtung erforderliche Stimmung fehlen. Hier ist also nicht einmal bey einem und demselben Menschen, und noch viel weniger bey verschiedenen Personen Ue- bereinstimmung zu erwarten.— Dies übrigens giebt den Schlüssel zur Erklärung der bekannten That- sache, dals auch die unsinnigsten Meinungen und Systeme sich den medicinischen Erfahrungen an- passen lassen, und es zeigt zugleich, dals keine Widerlegung derselben aus der Erfahrung möglich ist. Wenn Hermonr die Seele in den Magen ver- setzte, und sich dabey auf sein Gefühl berief, wer konnte ihn widerlegen? Und wenn der Arzt, der dem Blutlassen hold ist, da einen harten und. vollen Puls fühlet, wo der Freund von reitzen- den Mitteln Schwäche und Weichheit im Schlage der Arterien findet, wer vermag den Zwist auszu- gleichen? l Gesetzt aber auch, diese Schwürigkeiten stän- den dem beobachtenden Arzte nicht im Wege, wo- her wissen wir, dals er seine Beobachtungen uns unverfälscht überliefert hat? Die Erfahrungen des 1% Phy- 134 een) hysikers lassen sich wiederhohlen und prüfen, und er darf daher nicht verfälschen ‚„ wenn er auch dazu aufgelegt ist. Aber den Arzt drückt nicht die Furcht vor der Entdeckung eines Betrugs. Er kann bey gehöriger Vorsicht täuschen, ohne Ge- fahr,_der gläuschung je überführt zu werden.' Zwar sagt man: die Natur hat ein Gepräge der Wahrheit, das keine Kunst nachahmen kann, Aber angenommen, dals_ diese Behauptung auch ihre Richtigkeit hat, so wird doch jenes Gepräge schwer aufzufinden, und noch schwerer zu entzif- fern seyn, und kein Menschenalter wird hinrei« chen, um diese Arbeit mit jeder Erfahrung vor- zunehmen. Jede Erfahrung, wovon wir Gebrauch machen wollen, muls aber dieser Prüfung unter worfen werden, und zwar von uns selbst unter. worfen werden: denn nur auf unser eigenes Ur- theil, nicht auf die Aussagen Anderer, die von Vor- urtheilen und Leidenschaften verblendet seyn kön- nen, dürfen wir uns hierbey verlassen, Endlich, wenn wir auch diese Schwürigkeit bey Seite setzen, und dem Empiriker einen noch so grolsen Reichthum an reinen objektiven Erfah- rungen zugestehen, so bleibt doch bey allem dem die Anwendung dieser Schätze für ihn höchst be- schränkt. Um nehmlich mit der Gewilsheit eines glücklichen Erfolgs eine Ärzney ‚ die in einem beo- bachteten Falle heilsame Wirkungen hervorbrachte, im prüfen, er auch ‘kt nicht ugs. Er hne Ge- werden.' äge der ı kann, ng auch Gepräge uentzik | hinrei Ing Vol- ebrauch unters unters es Ur- yn Vor- yn kön- rürigkeit en noch m dem hst be- t eines m beo» prachte, D au 135 in einem andern Falle anwenden zu können, müs- sen beyde völlig mit einander übereinstimmen. Aber in der lebenden Natur giebt es keine zwey Fälle, wobey eine solche Uebereinstimmung statt findet. Sie wechselt unaufhörlich ihre Gestälten, und nimmt nie die vorigen wieder an, und nir- gends thut sie dies mehr, als in Krankheiten. Der Empiviker kann daher blos nach dem Grundsatze handeln, dafs einerley Ursache iu Fällen, die ın ei- nigen Stücken übereinstimmen, ähnliche Wirkun- gen hervorbringen wird, das heifst, sich blos durch Analogie in seiner Praxis leiten lassen. Analogie kann indefs nie unmittelbar, sondern nur mittelbar durch entscheidende‘ Versuche, die sie veranlafst, zur Gewifsheit führen. Aber der Arzt soll und darf keine Versuche anstellen; er soll Ge- wifsheit haben, um zu handeln, und nicht han- deln, um Gewifsheit zu erhalten. Was bleibt also von der Kunst des Empirikers übrig? Ganz anders ist es mit dem Dogmatiker. Zwar bedarf auch er, so gut wie der Empiriker, einer Kenntnifs der Symptome der Rrankheit, die er hei- len soll; zwar stehn auch ihm bey Erwerbung die- ser Kenntnils die nehmlichen Hindernisse im We- ge, womit dieser zu kämpfen hat. Auch er muls sich auf das trügliche Zeugnils des Kranken und des. Gefühls verlassen. Aber, und dies ist der Hauptvorzug des Dogmatismus vor der rationellen I4 Em- 136—— Empirie, er braucht sich doch nur zum Theil dar- auf zu verlassen; er kann jenes Zeugnils berichti- gen. Die Rrankheitssymptome sind Gegenstände der sinnlichen Wahrnehmung; was ihnen zum Grunde liegt, oder die Krankheit’ selbst, entzieht sich den Sinnen, und dies ist das Unbekannte, was der Dogmatiker sucht; die veranlassenden Ur- sachen der letztern lassen sich wieder durch Beobach- tungen ausmachen. Die Krankheitssymptome, die Krankheit selbst, und deren veranlassenden Ursa- chen machen also eine Keite von Ursachen und Wirkungen aus, worin der Dogmatiker das erste und letzte Glied kennt, oder wenigstens zu er- kennen im Stande ist, und das mittlere aufsucht, Ist das erste Glied anders, so muls auch das letz- te anders seyn, und umgekehrt. Mangelhafte Henntnils des erstern kann tolglich der Dogmatiker durch genauere Untersuchung des letztern, und mangelhafte Kenntnifs des letztern durch sorgfäl- tigere Erforschung des erstern berichtigen. Uebri- gens muls auch das grölste Genie bey der Empirie unter der Last der unzähligen zerstreuten'Thaisa- chen erliegen. Nur dann assimilirt sich das Man- nichfaltige dem Geiste, nur dann bleibt es ihm im- mer gegenwärtig, wenn er Einheit darin erblickt, Und diese Einheit findet er nur beym Dogmatismus. Nach dem bisher Vorgetragenen lälst sich nicht weiter zweiieln, dafs ınedicinische Praxis ohne al- len len Und die di Sr Ver. sehr sehr Em m 137 h el dar. len Dogmatismus schlechterdings unmöglich ist. 5 berichti. Und wirklich spricht auch für diese Unmöglichkeit enshi a N- ne genstinde die ganze Geschichte der Medicin. Man durchgehe nen zum die Schriften der SypenHuam, Bacrıv, De Hazn, ‚ entzieht SToLL u. Ss. w., und man wird finden, dafs.ihr bekannte, Verfahren doch gröfstentheils dogmatisch war, so den Ur. sehr sie auch gegen allen Dogmatismus eiferten, so Beobach- sehr sie sich auch bestrebten, blos die rationelle ome, die Empirie zur Grundlage der praktischen Heilkunde den Ursa- zu machen. Teste Plinio, sagt z. B. Bacııv, ig- ‚hen und nota sunt, per quae vivimus; sed si quid ipse iu- das erste dicare valeo, ignotiora sunt, per quae aegrotamus; s.zu e- nam minimum illud primo- primum et immedia- aufsucht, tum, quod morbos producit, a nobis profecto est las: letz- incomprehensibile. Undenam igitur in tanta rerum gelhafte asperitate hauriendae sunt indicationes curativae in ‚matiker morbis? Fateor in hisce angustiis ad sola sensuum nm, und testimonia esse refugiendum; id est postquam diu et patienter observaverimus, quo pacto natura se . Vebrt gerat in morbi productione, nec non in concoctio- v Empinie ne separalioneque humoris peccantis, stabiliamus 1 Thaist tandem doctrinam eosdem curandi, naturae vesti- das Mau: giis ad amussim respondentem, et prae oculis sem- ihm im- per habeamus invantium et laedentium. observatio- erblickt nem; qua tandem in re ratio a Medicis tantopere jtismus. ostentata oportet ut famuletur Empiricae, sed Em- pivicae litteratura expolitae, per plures observatio- .: num processus vexatae, ei mentis lumine acuatae; ich nicht adıninicula nempe quae a theoria sumuniur, inflant ohne a; len 15 Pi 138 gem un prim6 spem nostram, postea destituunt,— Aber ‘wie contrastirt mit diesen Lobsprüchen der Einpirie die gleich darauf folgende dürftige Regel: Fac igitur utin tanta rerum caligine et incostantia, theoria tua te manuducat ad solide hauriendas indicationes„.nisi per cynosuram observationum, quae varios morbo- rum mottus et inclinationes nobis duntaxat manife- stant, genium illorum prius didiceris, et exinde cu- ratıivas indieationes deprompseris(£)1 Was ist es auch anders, als ein Bekenntnifs des Dogmatismus, wenn unsere Schulen, die immer nur das Wort Erfahrung im Munde führen, alle ‚symptomatische Curen verwerfen, und so sehr auf Erforschung und Hebung der Ursache dringen? Was ist die von ihnen der empirischen Heilung ent- gegengesetzte methodische Cnrart anders, als ein dogmatisches Verfahren? Alle Aerzte, die sich ra- tionelle Empiriker nannten, gingen eben so wohl, als die erklärten Dogmatiker auf höhere Principien in der Theorie ihrer Kunst aus, und liessen sich durch die gefundenen in ihrer Praxis leiten. Sie ‚unterschieden sich von diesen blos in dem Wege, den sie zur Aufiindung dieser Principien einschlu- gen. Diese eilten von einer gewissen Anzahl rei- ner, oder wenigstens als rein von ihnen angenom- menen Erfahrungen zu allgemeinen Grundsätzen, zogen hieraus Folgerungen, und brachten mit den letz- S (£) BAsrıvı prax, med. L.II. C.X. — Aber ' Eimpirie Fac ıaitur 2eoria tur nes, nisi ; morbo- manife- inde cu- tnils des e immer ren, alle sehr auf hingen? ıng ent- o wohl, tincipien ssen Sich jten. Sie m Wege, einschlu- zahl rei- ngenom- dsätzen, mit den letz- 139 letzten Sätzen, worauf sie kamen, die übrigen Erfahrungen, die sie vor sich hatten, in Harmo- nie. Jene hingegen gingen stufenweise; sie ver- glichen jede Erfahrung mit den übrigen; hielten die Schlüsse, worauf diese Vergleichung sie geführt hatte, gegen einander, und suchten so zu den obersten Principien zu gelangen. Die rationellen Empiriker gingen also den Weg, den Baco als den einzig richtigen in der Naturforschung empfahl, und ihnen wird immer der Ruhm bleiben, die rei- nen Erfahrungen, welche die Heilkunde wirklich aufzuweisen hat, entdeckt zu haben. Aber sie über- ‘sahen den in der Medicin so wichtigen Unterschied von subjektiver und.objektiver Erfahrung; sie übersahen, dafs Sätze, die auf subjektiven Erfah- rungen gebauet sind, auch nur subjektive Realität haben; sie bemerkten nicht, da[s der Weg, den sie einschlugen, zu keinen allgemein gültigen Princi- pien führen konnte. Daher stimmten sie meist nur in ihren Worten, selten in ihren Handlungen überein; daher stie[lsen sie bey der Ausübung ihrer Kunst allenthalben‘auf Lücken, die sie mit Hü!fe des Dogmatismus auszufüllen gezwungen waren; und daher findet man in den Schriften aller Empi- siker Spuren des Einflusses, den irgend eine dog- matische Sekte auf ihr Verfahren hatte. Ohne Dog- matismus, wir wiederhohlen es noch einmal, ist also keine medicinische Praxis möglich, und es ist lecre Prahlerey, das Gegentheil zu behaupten. Hat 140 Hat dies aber seine Richtigkeit, wozu denn jenes Sträuben gegen alle neue biologische Vermu- thungen und Hypothesen? Es giebt nur Eine ver- nünftige Antwort auf diese Frage. Man kann uns erwiedern: der praktische Nutzen unserer Vermu- ‚thungen und Hypothesen ist durch vieljährige Er- fahrungen erprobt, aber nicht so der der eurigens Allein man vergilst hierbey unsern obigen Beweis von der Trüglichkeit aller medicinischen Erfahrun- gen; man vergifst, dafs von den ältesten Zeiten her alle medicinische Sekten auf ihre Erfahrungen trotzten, dals die Anhänger des GALENs von ArGER- TIER, FERNEL und der Sylvischen Schule, die letz- tern von BoErHAvE und Horrmann, alle Dogma- tiker von den Empirikern SypEnHam, BacLıv, De Haen u. s. w., und diese wieder von den Brownischen Aerzten des Irrthums: beschuldigt wurden, und dals jede Sekte die Wahrheit aus der Grube des Democrits endlich zu Tage gefördert zu haben sich rühmte. Man sage nicht, dals die me- dicinischen Theorien der vormaligen Zeiten mit den unsrigen nicht verglichen werden, weil uns sd viele Wahrheiten aus den Hülfswissenschaften der Heilkunde zu Gebote stehen, die unsern Vorgän- gern fehlten. Mit jeder neuen Wahrheit keimen auch hundert neue Irrthümer auf, und gerade so dachten auch SyLvius, BAGLIv u. s.:w. von ihren eigenen medicinischen Theorien in Beziehung auf die ihrer Vor- | | | | unter hatt ı Lehre sieht weg Grär diese Wir u \ | kunde ul logie zu denn 1e Vermu- Eine ver kann uns T Vermu. hrige Er- eurigen, ı Beweis ‚rfahrun- »n Zeiten ahrungen ‚n ÄRGEN- , die letz« e Dogma Bacııv, ron den ;chuldigt t aus der jrdert zu is die me- n mit den il uns 50 jaften der ı Vorgän- nen auch , dachten | eigenen die Ihrer Vor — 141 Vorgänger(g). Die Erzählung des weisen Nathan beym Lessing pafst nicht blos auf.den wahren ıheo- logischen Glauben. Auch jede medicinische Sekte glaubte sich. im DBesitze des ächten Riuges, und doch waren bisher alle noch mehr oder weniger Getäuschte. Aber sollen denn die Regeln einer Kunst, die unter allen für den Staat und die ganze Mensch- heit die wichügste ist, dem Winde jeder neuen Lehre überlassen werden? Dies können und sollen sie freylich nicht. Es giebt noch einen andern Aus- weg, nehmlich die praktische Heilkunde in engere Gränzen einzuschliessen, als sie bisher hatte, und dieser Weg ist es, den wir einschlagen müssen. Wir wollen uns deutlicher hierüber erklären. Wir haben bewiesen, dals alle praktische Heil- kunde nur auf dem Wege des Dogmatismus möglich ist. Die Grundlage des Dogmatismus aber ist die Bin- logie, und dals diese kein vollendetes System ist, und (g) Theoria Recentiorum'mylto certior est Theoria Ga- lenicorum. IDlius nempe fundamenta jacta'sunt in experimentis sedulo et coaceruatim factis, e naturalig philesophiae penu, depromptis; morborumque causas et symptoma non ‚per incertas coniecturas, sed per mathematicam veritatem, tamquam per radios solis delineat et demonstrat, quaeque olim apud Barbaros barbara evaserant, et apud Doctos in dubium revoca- bantur, nunc clara luce corruscant, discussa ambigui- stis nebula(Bacııvı Prax, med. L.I. C. XI.$.4.). ) 142 en} und es noch lange nicht werden kann, sahen wir in dem vorigen Capitel. Jede auf dogmatischen Grund- sätzen beruhende medicinische Praxis, das heilst, je- de medicinische Praxis überhaupt, mufs sich also auf einem Gemisch von Wahrheiten und Irrthümern stützen, wird gegen eine Anzahl Kranker, die sie rettet, vielleicht eine eben so grolse aufopfern, und läfst sich eben deswegen im Allgemeinen als verwerflich ansehen. Aber mag sie immerhin im Allgemeinen noch so verwerilich seyn, bey dem jetzigen Zustande des Menschengeschlechts wird doch jeder Vernünfüge ihre Unentbehrlichkeit ein- gestehen müssen. Der Leidende sucht Hülfe, und hierzu treibt ihn nicht kaltes Räsonnement,. son« dern ein unwiderstehlicher Instinkt. Würde auch alle Medicin ausgerottet, so würde doch dieser Trieb bleiben, und nur eine gröfsere Anzahl von Schlachtopfern würde der kühnen Unwissenheit überliefert werden. Der Arzt verhütet also wenig- stens grolse Uebel, wenn er auch nicht viel posi- tiven Nutzen stiftet, und Aerzte müssen daher seyn und bleiben, so lange jener sülse Traum, dafs die Erde ein grofser Garten und das Menuschenge- schlecht, entfesselt von den Retten der Vorurtheile, des Aberglaubens und der Tyranney, eine Gesell- schaft von Brüdern und Weisen werden soll, nur noch ein Traum seyn wird. Ja, auch dann wird man ihrer nie ganz enibehren können, [e) Allein h Nutz | darf unst auf Jahrh unauf uns b Grun der] ‘ yicht ven, oda sche Dien: richt möglı Nat deln den zus spie) ı aber Regel Datiet diege abson de| macl Arzn en Wi in en Grund. heilst, je. sich also rthümern ‚ die sie fopfern, meinen immerhin bey dem hts wird hkeit ein. ülfe, und ont,- SON« (de auch ı dieser zahl von issenheit so wenig. viel posl sen daher aum, dal nschenge- rurtheile, e Gesell- oll, nur nn wird en 143 Allein ist es vorzüglich nur dieser inegative Nutzen, worauf die Heilkunde Anspruch machen darf, was ist denn nachtheiliger, als die Gränzen unserer Kunst immer mehr erweitern, da wir dar- auf hinarbeiten sollten, sie bis auf erleuchtetere Jahrhunderte zu verengern; was verwerllicher, als unaufhörlich nach neuen Arzneyen haschen, da wir uns bemühen sollten, unserer Kunst erst eine feste Grundlage zu verschaffen? Jener negative Nutzen der Mediein mufs von dem Schaden, den sie an- richtet, überwogen werden, so lange wir fortfah- ren, mit Hülfe einer unzureichenden Empirie, oder eines mangelhaften Jogmatismus, Beherr- scher, oder, was vielleicht eben so schlimm ist, Diener der Natur seyn zu wollen; so lange wir uns nicht begnügen, unermüdete, aber, so viel wie möglich, müssige Beobachter der Autokratie der Natur oder des Todes zu seyn, und blos da zu han- deln, wo unser Handeln nur nützen, nicht scha- den kann. Gelegenheiten dieser Art, um thätig zu seyn, werden.sich noch genug finden. Ein Bey- spiel giebt die venerische Rraukheit. Ueberhaupt aber gehören hierher alle Fälle, in welchen sich Regeln, die auf reinen objektiven Erfahrungen ge- bauet sind, anwenden lassen. Eine Schrift, welche diese Fälle genau bestimmte, und, sie von denen absonderte, wo alles Handeln schaden kann, wür de ihren Verfasser einer Bürgerkrone. würdiger machen, als die Entdeckung von Hunderten neue Arzneymittel, Ju ‚144 en Juvenis! tua doctrina non promittit Opes. Plebs amat remedia. So rief einst ein Anhänger des Syrvıus eimem Schüler STAuLs zu, und dies wird auch der Zuruf seyn, den meine Lehre von Mauchen zu erwarten hat. Aber mag es seyn! Nur euch, in deren Herzehı der Hunger nach Gold das Gefühl für das Wohl der Menschheit noch nicht erstickt hat, nur euch wünsche ich zu Lesern, und euch fordere ich auf, zu beherzigen, ob nicht schon deshalb ‚meine Lehre Beyfall verdient, weil sie Moralität unter den Aerzten selbst, verbreitet, und unmoralische Handlungen in der Praxis der- selben verhütet! Sahe man, die Priester ausge- nommen, je eine Classe von Gelehrten, die sich pöbelhafter gegen einander betrug, unter welcher Mifsgunst, Neid und Cabalen aller Art gemeiner waren, als unter den Aerzten? Sahe man je Ma- tliematiker sich so verläumden und verfolgen, wie es die grölsten unter den Aerzten thaten, je ihre Werke mit scichen nichtswürdigen Zänkereyen an- füllen, wie Ausıns Annotat. academ., gegen HALLER enthalten? Und müssen diese Rriege nicht fortdau- ern, so lange der Glaube an den positiven Nutzen der Heilkunde noch in dem Maalse, wie es bisher der Fall war, herrschend bleibt? Ferner, was si- chert uns bey dem jetzigen Zustande dieser Kunst gegen die Immoralität eines Arztes? Nichts, durch- aus nichts! Beschuldigt ihr den Arzt von Kopf ei- nes Fehlers gegen die Erfahrung, so setzt er euch Ssel- ten 1 | theort | ger Se | tische Ang wend weil die sold sche | und b | tung einen | aobalı Aran der ind | und den, die ai | Nachk t opes, her des nd dies hre von s seyn! h Gold hnicht seserl, »b nicht t, weil breitet, xis der- "ausge. lie sich velcher meiner je Ma- n, wie je Ihre, eyen Al- Haızer fortdau- Nutzen ‚ bisher was$l- Kunst - Kopf ei er euch jel« erer—n 145 seine Theorie entgegen, und klagt ihr ihn eines Fehlers gegen die Theorie an, so schützt er sich mit seiner Erfahrung. Betrachtet man endlich meine Lehre von Sei- ten ihres Einflusses auf die Vervollkommnung der theoretischen Medicin, so lassen sich auch yon(lie- ser Seite ihre Vorzüge nicht verkennen, Die prak- tische Heilkunde war bisher ein Bley, das jeden Flug der Theorie hemmte. Man schenete jede An- wendung der Physik und Chemie auf die letztere, weil man hiervon einen nachtheiligen Einfluls auf die erstere befürchtete. Statt seinen Scharfsinn an solchen Anwendungen zu üben, häufte man clini- sche Beobachtungen auf clinische Beobachtungen, und brachte durch alle diese Tausende von Bevbach- tungen weder die Theorie, noch die Praxis um einen Schritt weiter. Jene Furcht: wird aufhören, sobald wir von dem Wahne zurückkommen, jede Krankheit bekämpfen zu wollen... Die Lehre von der lebenden Natur wird mit Physik iind Chemie in den engsten Bund treten; jene wird durch diese, und diese wercen durch jene vervollkommnet wer- den, und ist eine praktische Heilkunde möglich, die auch positiv nützen kann, so werden unsere Nachkommen sie einst auf diesem Wege erhalten. Dieser‘Weg ist es nun auch, den wir bey un- sern künftigen Untersuchungen einschlagen werden. Unbekümmert, welchen Eintluls die Theorien, die I. Bd, R wir 146 r amgrmemuna wir aufstellen werden, auf die praktische Medicin haben könnten, werden wir nur danach fragen, ob sie mit den Regeln der Interpretation der Natur übereinstimmen. Diese Vorschriften hinterliels uns Baco, und nur diese lafst uns stets vor Augen ha ben. Vor allen andern aber lalst uns folgende zwey beherzigen, denn in ihrer Vernachlässigung liegt vorzüglich der Keim zu den vielen Irrthümern, welche die Geschichte der Biologie aufzuweisen hat. Fast jeder Mensch hat gewisse Ideen, oder ir- gend eine Wissenschaft, die er vorzüglich liebt, entweder weil er sich für den Erfinder derselben hält, oder weil er durch ein langes Studium sehr vertraut mit ihnen geworden ist. Aber so wie der Liebende allenthalben seine Geliebte sieht, so ge- wöhnt sich der, in dessen Seele irgend eine Lieb- lingsidee oder Lieblingswissenschaft einmal herr- schend geworden ist, alles nur in Bezichung auf diese zu betrachten. Sie wird ihm endlich ein ge- färbtes Glas, wodurch ihm alles in einem ganz an- dern Lichte erscheint, wie jedem andern Menschen, wodurch er Analogien entdeckt, die ausser ihm kein Vernünftiger sieht. So beziehi der Philosoph alles auf sein philosophisches System, der Mathe- matiker auf seine Grölsenlehre, und der Scheide. künstler auf seine Chemie, So erklärte Xenopha- nes, verblendet durch die mystischen Lehren des Pythagoras und Plato von der Kraft der Zahlen in der üns in k En kli auch fußs, bötte, kuate: mel ein eben unter einsal hoch€ kuss Stemsı Junge aus| ; leiten : Medicin 'azen, oh ler Natur rliels ung ugen ha ıde zwey ing liegt hümern, eisen hat, ‚ oder ir ch liebt, derselben um sehr wie der so ge ne Lieb- ‚al herr Yung aul h ein ge | ganz All Tenschen, sger Ihm hilosoph - Mathe- Scheider Kenopba hren des Zahlen in der „leiten im Stande gewesen wäre. Erst die ’ mern 147 ‘der Natur, die Seele für eine Zahl, der Musiker Aristoxenus für eine gewisse Harmonie, und der Stoiker Zeno, in dessen philosophischem System das Feuer eine Hauptrolle spielte, für ein wahres Feuer. Diese Einseitigkeit nun war auch von jeher eine Hauptquelle aller itrigen biologischen Meinungen, wie eine kurze Skizze der letztern und ihrer Urheber beweisen wird. In den frühesten Zeiten der griechischen Medi- cin standen Biologie und praktische Heilkunde noch in keiner Verbindung. Die Träume der Leukipp, Empedokles, Demokrit, Anaxagoras und Hera» klit über die Natur des Menschen hatten daher auch auf die damalige Medicin eben so wenig Ein» fluls, wie ihre Speculationen über das Wesen der Götter und der Seele auf die Volksrelision, Hippo-= krates war der Erste, der die big dahin zerstreuten medicinischen Bruchstücke zu einem Ganzen vers einigte. Dennoch erhielt unter ihm die Biologie eben so wenig Einflufs auf die Arzneykunde, als unter seinen Vorgängern, und obgleich er zuerst einsahe, dals ausser der Seele und dem Organismus noch ein evopawy nothwendige Bedingung des Le- bens sey, so war er doch theils zu sehr von Sy-’ stemsucht entfernt, und theils waren seine Vorstel- lungen von der Sache zu dunkel, als dafs er da- > a;“ BEER N aus Schlüsse für die praktische Heilkunde herzu« - m en © a » = (er jet @ HR 2 der 148—— der Dogmatiker bauete ein System der ausübenden Meilicin auf biologischen Grundsätzen. Indels ha- ben wir so wenig genaue und zuverlässige Nach- richten von den Lehren dieser Sekte, und ihre An- hänger wichen so sehr von einander ab, dafs sie sich hier nicht als Beyspiel anführen.lassen.- Be- kannter sind wir mit dem System des GALEens. Er- zogen in der Schule der Nachfolger des Plato und Aristoteles, deren Philosophie in der Vereinigung der verschiedensten und entgegengesetztesten Mei- nungen ihrer Vorgänger bestand, bildete sich in ihm ein Hang zum Syncretismus, den er, seines wahrhaft grolsen Genie’s ehngeachtet, auch da nicht verläugnen konnte, als er der Schöpfer eines neuen, auf biologischen Dogmen sich stützenden Systems der Heilkunde wurde. Durch diesen Hang verleitet, suchte er ängstlich und sklavisch die Phi- losopheme des Plato und Aristoteles mit den Mei- nungen der Dogmatiker und der übrigen zu‘seiner Zeit in der Arzneykunde herrschenden Partheyen zu verbinden. Dieser Hang untergrub seine Ori- ginalität, hemmte jeden Flug seines Geistes, und brachte ein System hervor, worin alles von dem Genie seines Urhebers zeugt, das aber dennoch voll von Widersprüchen und Inconsequenzen ist, '- Anderthalbtausend Jahre hindurch blieb dieses System herrschend.: Erst im sechszehnten Jahrhun- dert wurden die Grundfesten desselben durch Ar- GEN- Gent lem der Ent Zeit (er I 4.for linalı kund \Gesi für Röpte [CAIRN held gäng enis biolc sübenden indels ha ige Nach. | Ihre An. dals sie sen,- Ns. Er. lato und einigung sten Mei e sich in er, Seins auch da fer eines itzenden en Hang die Phi- den Meı zu'seinet Partheyen seine Ol: istes, und von dem ‚noch voll st, ‚eb dieses - durch AR- GEN- Teen 149 GENTIER, Ferner und Vesar erschüttert. Nach dem Sturze desselben erhielt die Scheidekunst aus der trüben Onelle der Alchemie eine Menge neuer Entdeckungen. So wichtig diese für die damaligen Zeiten waren, so blieben sie doch nur, um mich der Worte des Baco zu bedienen, pauca experimen- ta fornacis. Inzwischen hielt sie Syıvıus für hin- länglich, um auf ihnen eine neue Theorie der Heil- kunde zu bauen, worin er alles aus chemischen Gesichtspunkten ansahe, alle Lebenserscheinungen für Wirkungen chemischer Hıäfte erklärte, Eine andere Wissenschaft, die in den damali- gen und nächst folgenden Zeiten eifrig getrieben wurde, war die Gröfsenlehre mit ihren Zweigen, der Mechanik und Hydraulik. Mehrere eingeilige Köpfe unter ihren Bearbeitern, vorzüglich Pır- i 3=) CAIRN, REıL und BORELLI, glaubten durch die Fak- kel dieser Wissenschaften Licht in den dunkeln Irr- gängen der Medicin verbreiten zu können, und so entstand die Sekte der’Jatromathematiker, in deren biolosischem System mechanische Kräfte die Haupt- 5 J rolle spielten. Alle Kräfte der leblosen Natur waren jetzt schon versucht, ohne dals die praktische Mediein feste Principien dadurch erhalten hätte, Nur die Geisterwelt‘war noch wnangetastet geblieben. Srasır. nahm endlich auch diese zur Erklärung der Lebenserscheinungen zu Hülfe, Bey der Prüfung Rz lex der Systeme seiner Vorgänger fand er, dafs in die- sen zu wenig’hücksicht auf den Antheil genommen war, den die Seele an der Hervorbringung jener Erscheinungen hat; er fand, dals sich mehrere Phänomene in der thierischen Oekonomie weit zu- reichender aus dem Einflusse dieses Agens, als aus mechanischen und chemischen Kräften erx.ären liessen, Jetzt wurde die Idee, dafs die Seele ein- zige Ursache alles Lebens sey, bey ihm herrschend; sie wurde das gefärbte Glas, wodurch er alles an- sahe, und das Resultat dieser Ansichten wurde ein System, welches consequenter als irgend eines der vorigen, und reich an grolsen Wahrheiten, aber auch reich an den ungereimtesten Behauptungen ist, worauf nur ein Mensch verfallen kann, Es ist überflüssig, diese Reihe von Beyspielen weiter fortzusetzen., Man wird immer finden, dafs eine Hauptquelle aller biologischen Irrihümer die war,. dals die Urheber derselben durch gewisse Lieblingsideen oder Lieblingswissenschaften:ver- führt wurden. Vielseitigkeit ist das Mittel, uns vor dieser Klippe zu bewahren, Der einseitige Kopf ist zum Wahrheitsforscher verdorben. Jene aber erlangen wir nur dadurch, dafs wir uns einen Ueberblick über das ganze Feld des menschlichen Wissens zu erwerben, den Zusammenhang der ein- zelnen Theile desselben einzusehen, und den ge- Eryeeilipen Einflufs der letztern auf einander zu erfor- {num wort Bi wel woll füre Leh | chen | nem. könne | matie Don gen Ka tom | wahı nen& Iafst, Syeter Syste Han auch ls in die. Fenommen ung jener 1 mehren ° weit zu, S, als au erklären jeele ein- wurde ein eines der ten, aber uplungen yspielen \en, dals ümer die 1 gewisse ıfien ver ittel, uns et einseitige en, Jene ms einen ;chlichen ; der ein | den g& ander Al erior- mn m IST erforschen suchen. Durch jene Vielseitigkeit wur- den die Baco, DescArtzs, Leisnitz, NewTon und HanTt das, was sie waren und sind, und nur mit Hülfe derselben läfst sich die Biologie.ihrer Vollendung näher bringen. Eine zweyte Hauptquelle aller biologischen Irr- thümer ist, dafs man sich mit dunkeln und ver- worrenen Begriffen statt klarer und disünkter be- gnügt, und Dinge zu wissen glaubt, die man nicht weils. Wer Belege zu dieser Behauptung sammeln wollte, und das genus irritabile medicorum nicht fürchtete, dürfte aus manchem physiologischen Lehrbuche nur den anatomischen Theil wegstrei- chen, und der ganze übrige Inhalt würde zu sei- nem Zwecke dienen können. Doch, dieser Mühe können wir überhoben seyn. Schon jene Decla- mationen über den Vorzug der Empirie vor dem Dogmatismus, die man täglich zu hören gezwun- gen ist, geben einen Beweis unserer Behauptung. Keiner der Declamatoren ahndet, dafs er ein Phan- tom bekämpft, ein Phantom vertheidigt, und den wahren Feind, gegen den er sich eigentlich waff- nen sollte, ruhig im Hinterhalte auf sich lauern lälst. Reine Erfahrungen ohne, Hypothesen nnd Systeme sind Undinge, so gut wie Hypothesen nnd Systeme ohne Erfahrungen. Man betrachte die Handlungsweise jener Declamatoren! Sind nicht auch ihre Führer an den Kırankenbetten Hypothesen 14 4: und I i 1} ] | N l N l 152 1 und Systeme, und ist nicht geringere Consequenz das Einzige, was die ihrigen von denen der erklär- ten Dogmatiker unterscheidet? Wir alle, Empiri- ker und Dogmatiker, irren in dämmerndem Hell- dunkel von wandelnden Gestalten umgaukelt.. Wer diese Erscheinungen für das hält, was sie wirklich sind, für zusammengesetzt aus Täuschung und Wahrheit, und die. letztern von einander zu son- dern sucht, und zu dem Ende jene Gestalten mit der Fackel der Philosophie beleuchtet, und sie von so vielen Seiten betrachtet, wie er auffassen kann, wird immer mehr von den wahren Urgestalten er- kennen, wenn er auch nie dahin gelanget, sie von aller Täuschung befreyet zu erblicken. Aber wer die Dämmerung für helles Mittagslicht und die nächtlichen Schatten für Wirklichkeiten hält, und nie das Zeugnils der Sinne zu berichtigen sucht, irret ewig betrogen umher und umarmet jeden Au- eine Wolke statt einer Juno. Jener ist der Dogmatiker, und den lasset unangetastet, oder ihr verewigt die Kindheit des Menschen! Nur gegen diesen richtet eure Declamationen: denn dieser hat den Dünkel des Wissens, da er nichts weils, und glaubt sich im Besitze klarer Begriffe, da ihm alles dunkel und verworren erscheint. Ge- — nn nn 18equeny er erklär ) Eimpiri em Hell It. Wer wirklich ng und Geschichte ZU Son ılten mit des | sie von en kn, physischen Lebens. talten er- . urn ‚sie von ber wer nd die Eirstes Buch. t, und r enge sucht, den Au- Y ist der oder ihr ur gegen lieser. hat ls, und Ihm alles h er Ge- x= ae z- Si 3 CE ae FR ET hl je==J Sure Er En E Dee er ee=>> 2= ISS1 3>=}= >. SE ee BP) be=] BD= Erstes Buch. Gränzen der lebenden Natur— Classifikation der lebenden Körper nach der Verschiedenheit ihrer Organisation— Gradationen der le- benden Natur. a= und deren Theile eine ungleichartige Textur und . Aber Siruktur haben. u” Zum zweyten Reiche gehören diejenigen Kör- le giebt, per, in deren Mischung der Stickstoff ebenfalls herr- rigen Or.- schend ist, aber deren Theile von gleichartiger aher zur Textur und Struktur sind. irlichen B. sind Das dritte Reich begreift diejenigen Organis- erz, die men, deren Theile, gleich denen der vorigen, in sem ihrer Textur und Struktur unter einander und dem Ganzen ähnlich sind, unter deren Grundstoffen aber n wir da Systems der Kohlenstoff das Uebergewicht hat. ssen uud 7:..: a Wir nennen die Organismen des ersten Reichs sn wir ne... un Thiere, die des zweyten Zoophyten, und die mus des dritten Pflanzen. rauch zu Ausser jenen von der Mischung und Textur her- genommenen Hauptcharakteren geben uns lie Tex- ‚anismen tur und Struktur noch folgende untergeordnete hung u15 Kennzeichen dieser drey Reiche: er bet: k L3 ı. Der ER 3 Jain; 166 enauug ı. Der Körper aller Thiere, deren Gröfse eine ‚Zergliederung gestattet, lälst sich durch das anato- mische Messer in drey verschiedene Bestandtheile zerlegen, woraus alle Organe zusammengesetzt sind: in Zellgewebe, Muskelfasern und Nerven- mark. Mit dem ersten sind alle Organe, wie des Menschen, so auch aller übrigen T'hiere bis zu den Eingeweidewürmern durchwebt und umhüllet. Ge- Yinger, als die Menge dieses Bestandtheils, ist die der Muskelfasern. Aber auch sie zeigen sich im, ganzen Thierreiche, so weit die Kunst des Zerglie- derers reicht. Unter andern fand sie SWAMMER- DAMM(d) in der Schnecke, Lxyonner(e) in der Raupe, Werner, ZEDeER und Ruvorenr(f)in den Eingeweidewürmern. Und bey allen diesen Thie- ven, wo Muskelfasern entdeckt sind, nur wenige ausgenommen, fanden sich immer auch Spuren von Nervensubstanz, Das Nervensystem der Schnecken, der Käsemade, des Holzkäfers, der Seidenraupe, Bremse, Biene, Ephemera und Laus bildete Swamwernamm(g), der Weidenraupe Lvon- NET (d) Bibel der Natur. 8.44 f. (e) Traite deıla chenille du saule. p. 427. (f) Wıepemann’s Archiv für Zoologie und Zootomie, Bian0.rS. 5 EA. OL- LIVE EHT VE DKL, 9. T.XLIIL Er, ee HET wul oh [se eine a8 amako- andtheile ngesetzt Nerven wie des zu den et, Ge- ‚ist die sich im, . NANNER- ) in der ') in den n Thie- wenige Spuren m der 1S, der ind Laus pe Lyon: NEL gotomie, TxLM — 167 Regen- ner(h), des Blutigels Repı(i) und des wurms MancıLı(k) ab. Bey den Zoophyten hingegen ist noch kein Anatom im Stande gewesen, diese drey Grundtheile des thierischen Körpers von einander abgesondert darzustellen. Von Nervensubstanz findet sich auch bey den gröfsten unter ihnen keine Spur. Muskel- fasern haben nur diejenigen, die zunächst an die Thiere gränzen(). In dem Körper der übrigen, unter andern der Hydern, zeigt selbst die stärkste Vergröfserung nichts als gelatinöse Kügelchen(m), und giebt es also auch bey diesen Muskel- und Net- vensubstanz, so mufs wenigstens jene aus unend- lich zartern Fasern bestehen, und dieses nicht sol- che eigene Organe bilden, wie bey den Thieren. Die Pflanzen enthalten Zellgewebe und Fasern ohne Spuren von Nervensubstanz. Aber diese Fa- sern dh) A. a.©. G) De animalcnlis vivis etc. Tab. XIV. f.9 (k) De syst. nerveo hirudinis. f. 2. d) Z.B. die Holothuria Phantopus. Vow STRUSSENFELD, Abh. der Schwed. Akad. 1765. T.X.£.5.£ (m) Nach meinen eigenen Beobachtungen, womit die von ABILGAARD, in von Mumsorprs Aphorismen ans der chemischen Physiol. der Pf;.:8.°52. angeführten, übereinstimmen. L4 Po Du ee u tar Fri San nung un. Fee ı 168 yermmnrmamn sern sind mehr denen des Asbests, als den Muskel- fasern der Thiere ähnlich, und haben ausser ihrer äussern Gestalt nichts mit den letztern gemein. 2. Alle Thiere haben in ihrem Innern wenig- stens zwey Organe, deren Haupttheile nur einfach vorhanden sind, nehmlich ein Herz, oder ein stell- vertretendes Gefäls, und einen Darmcanal. Jenes fand schon Harvey(n) in mehrern Mollusken und Insekten, Repi(o) in den Schnecken, und BAkER(pP) in den Läusen. Diesen’ entdeckten schon Lister(9) Repı(r) und SwAMMERDAMM(s) in den Mollusken, MaArrıcHı(tl), SWwAMNMERDAMM(u) und ‚ScHäÄr- FER(v) in den Insekten, Wırrıs(w), Revı(x) Vanperrı(y) und Tyson(z) in den Würmern, Hinge-| (n) Exerc. de motu cordis I. cap. 17. ko).B2.c. P-3135 312, Zı9. (p) Employement for the microscope. p. 376. (q) Exerc. anat. II. p. 9, 26, 55. Idem de cochleis. px 7% (7). 1.6. ,p..330, 519, () Aa. 0.8. 7 69, 70, 72, 551.& (ti) De bombyce, (u) A. a. O. S. 55, 98, 106. etc. (v) Der krebsartige Kiefenfufs. ‚5.76. (w) De anim. brut. in opp. ex ed. Brasın. pP: 19, 20, (&) L. c. p. 308, 310, 314, 315 etc. (y) De nonnullis insect. terrestr, etc, P- 125. (2) Philos. Transact. n. 144. ı kei \ Muskel. sser ihrer nein, 1 wenig. - einfach ein stell. . Jene ken und AKER(p) STER(9), ollusken, | ScHär- EDI($), In, Hinge- eis, Pı 73% —— 169 Hingegen die Zoophyten haben mur ein einzi- ges System von innern Organen, dessen Theile nur einfach vorhanden sind, nehmlich das der Verdau- ungswerkzeuge, So findet sich z.B. bey den Ho- lothurien und Seeigeln, Geschlechtern von Thier- pflanzen, deren innere Organisation der der Thiere noch am nächsten kömmt, doch keme Spur von Herzen(a), und noch weniger zeigt sich etwa diesem Organe Aehnliches bey den Hydern, Alcyo- nien und Infusionsthieren. Das Innere der letztern ist ganz Darmcanal(b). Bey den übrigen Organis- men dieses Reichs, den Conferven, Tremellen, Meergräsern u. s. w., die wir nebst dem grölsten Theile der'unter dem Namen der cryptogamischen Gewächse bisher als Pflanzen betrachteten Organis- men zu den Zoophyten rechnen, verliehren sich auch die Spuren von einem Darmcanale, und ihr Inneres ist blos Eyerstock. An den Pflanzen endlich beobachten wir gar keine innere, einfach vorhandene Organe mehr. Ihre (a) Von Strussenrern a. a. O.'S. 268. GUNNERUS ebendas. J. 1767. S.ı22. Monro Bau und Physiol. der Fische. Cap. 13. S. 88. (b) Harzer EL Phys. T.I. L.IY. S.2.$.ı. p: 298. T. VI. L.XXIV. S.ı.$.1. p.1. L5 BERERRERE f Ze Fe u nen ing 179 ernennen Ihre ganze innere Organisation ist ein Gewebe von ı Fasern und Gefälsen: 3. Die meisten Organe der Thiere sind doppelt vorhanden, und jeder dieser gleichnamigen Theile stimmt mit dem andern sowohl in seiner Mischung, Textur und Struktur, als in der Art seiner Verbin- ung mit dem übrigen Organismus völlig überein. Es giebt daher eine Fläche, und zwar nur eine ein- zige, die jeden thierischen Körper in zwey, gröls- tentheils congruente Hälften theilt. Hingegen der Körper der Zoophyten hat immer gewisse gleichar- tige Organe, deren Menge die Zahl zwey übersteigt, und diese bilden unter einander eine strahlenför- mige Figur. Es giebt daher keine Ebene, die den Körper in zwey congruente Hälften theilt, im Fall jene Zahl ungerade ist, oder es giebt ihrer mehrere, 5 wenn dieselbe gerade ist, Bey den Pflanzen findet sich noch eine grölsere Anzahl gleichartiger Organe, als bey den Zoophyten. Von diesen aber giebt es zwey Classen, die sich in ihrer Struktur und in ih- rer Verbindung mit dem übrigen Organismus von einander unterscheiden. Die zur einen Classe ge- hörigen Theile sind beständig so gestellt, dafs ihre obere Fläche nach dem Lichte, die untere nach der weniger erleuchteten Seite hingekehrt ist, und dafs die obere Fläche des einen Organs nie von der un- tern des andern bedeckt wird. Bey den Organen der zweyten Olasse findet sich immer, wie bey den Zeo- Wehe y an d doppek n Theil: lischung, r Verbin überein, eine ein. ey, gröls Degen der e gleichar- ibersteigt, ahlenför- die den im Fall mehrere, en findet r Organ, r giebt& und in it mus vol lasse ge dals ıhre nach der ind dals ‚, der un Organen ‚ bey den Ir ——— 171 Zoophyten, ein Bestreben zur strahlenförmigen Bildung. Q Die erwähnte Symmetrie der rechten und lin- ken Hälfte des thierischen Organismus ist schon auffallend an der Oberfläche: desselben und den Or- ganen,„wodurch diese vorzüglich gebildet wird, nehmlich dem Skelett, den locomotiven Muskeln, den Haaren, den äussern Sinnesorganen, den Drü- sen der Brüste, den Hoden, und den Nerven und Blutgefälsen, welche diesen Theilen angehören, [o} Noch ähnlicher aber, und.zwar an der Öber- fläche sowohl, als im Innern, sind sich.beyde Hälf- ten des Hirns und Rückenmarks(c), und hier sind zugleich‘ Abweichungen von dieser Symmetrie weit seltener(d), als bey den vorhin genannten Thei« len Ce). Die nächste Stufe nach diesen Organen nehmen die Geschlechtsorgane und die harnbereitenden Theile in Hinsicht des symmetrischen Baues ein. Hierauf folgen die Respirationsorgane, und auf der untersten Stufe stehen die Verdauungswerkzeuge, bey denen jenes Ebenmaals ganz verschwindet. So (ce) Sömmering’s Hirn- und Nervenlehre.$.23. (d) Sömmering ebendas.$. 22. (e) Isenrramm’s und Rosenmürzrr’s Beitrüge für die Zergliederungskunst. B.ı. H.ı. 8.7 fi Po er m ke en ie ren Rn nase e 172| So istes bey den Säugthieren,. Dafs aber eben diese Sätze auch von den übrigen Thierclassen gel- ten, lehrt schon eine oberflächliche Betrachtung der Tafeln, welche ScarpA, COMPARETTI, HARwOooD, Monro, RöszetL, SWAMMERDAMM, BoHADscH, Pouı, MarricHti, Lyronnet, Mancıtr und Andere von .dem innern Baue der Vögel, Fische, Amphibien, Mollusken, Insekten und Würmer geliefert haben. Selbst das unvollkommene Skelett der Sepia giebt eine Bestätigung jener Symmetrie(f). Bey den In- sekten, die keine Blutgefäfse haben, vertreten die Bronchien die Stelle dieser Theile, und vertheilen sich eben so symmetrisch in alle Organe, die der Verdauung ausgenommen, wie die Arterien und Venen der höhern Thierclassen(g). Nur ein einziges Thiergeschlecht, das der Schollen,(Pleuronectes), macht im äussern Baue eine Ausnahme von dieser Regel. In der Struktur des Gehirns, der Nieren und der Zeugungstheile aber herrscht bey jenen Fischen dieselbe Symmetrie, wie bey den übrigen Thieren(h). Von (f) IseneLamm’s und Rosenmürrer’s Beiträge. B. ı. H.4:- 7.0129, 2 (g) Lxronner tr. de la chenille du saule, (h) Autenrieru in WırptmAann’s Archiv für Zool, u. Zoot. B.ı, St. 2, S.Af. \ gewi wäh dun Seel strech häuse. dieses wäch jene wie sern der gl den noch (i aber ehen lassen gi. tung der Tarwoon, ca, Porı, dere von nphibien, rt haben, epia gieht >y den Iı. treten die vertheilen , die der rien und das der ern Baue Struktur ungstheil ynımelil Von 56 B. h ir Zool I :— 173 Von den Zoophyten zeigen diejenigen, die man gewöhnlich unter diesem Namen begreift, die er- wähnte strahlenförmige Bildung immer in der Bil- dung ihrer Fangarme, Bey manchen, z. D.-0en Seeigeln(Echinus), Asterien und Madreporen, er- streckt sich dieselbe auch auf ihre kalkartigen Ge- häuse. Bey mehrern von denjenigen Organismen dieses Reichs,. die bisher als cryptogamische Ge- wächse zu.den Pflanzen gerechnet wurden, ist zwar jene strahlenförmige Bildung nicht so auffallend, wie bey den erstern; die meisten unter ihnen äus- sern mehr eine Tendenz zur blätterartigen Bildung der Vegetabilien. Aber an manchen ihrer Organe, z. B. an den Hüthen der Blätterschwämme und an den Büchsen der Laubmoose, ist. sie.doch immer noch sehr deutlich. Bey den Pflanzen sind diejenigen Organe, die ihre obere Seite immer dem Himmel und die untere der Erde zukehren, die Blätter, diejenigen aber, welche zur strahlenförmigen Bildung neigen, die Befruchtungstheile. Jene Stellung der Blätter bringt die Natur meist dadurch hervor, dafs sie dieselben in Schraubengängen um die Aeste und Zweige ord- net(i). Die straklenförmige Bildung der Befruch- tungstheile erstreckt sich meist sowohl auf den Kelch und die Blumenblätter,, als auf die Staubfäden und Grifel. G) Bonner’s Untersuchungen über den Nutzen der Blät- ter bey den Pflanzen, 2. Abtl, 174 am enen Griffel. Am auffallendsten ist sie bey den Salat- pflanzen(Cichorareae), den Corymbiferis und den 'Schirmpflanzen(Umbellatae). Da, wo die Blu- menblätter und die Geschlechtstheile jene Stellung nicht beobachten, wie bey den Pflanzen mit rachen. förmigen Blumen, findet sie.sich doch noch an dem Relche. Lalst uns jetzt sehen, durch welche Krüm- mungen sich der Strohm des Lebens in diesen drey Reichen windet, wie er bald von seiner Quelle sich entiernt, bald zu ihr wieder zurückkehrt, sich ihr nähert, und selbst mit ihr verbindet, und wie er endlich nach allen diesen Krümmungen in die leb- iose Natur übergeht, Drit- ten Salat. s und den die Blı. 2 Stellung it rachen, han dem 1e Krum esen diey Juelle sich ‘, Sich Ihr nd wie et n die leb- Dritter Abschnitt. Thier& u Erstes Kapıtel. Thiere überhaupt(k) Nr N. Astronom rühmt sich des Vortheils, dafs der Planet, den er bewohnt, der tauglichste unter al- len zur Betrachtung der himmlischen Welten ist, Der Biologe kann von sich nicht das Nehmliche sa- gen. Sein Körper ist der zusammengesetzteste unter allen jenen kleinern Welten der Erde, die den Ge- genstand seiner Nachforschungen ausmachen, und bey diesen Untersuchungen ist er gezwungen, vor seinem &) C. A Linne Syst. nat. Ed. XI. Idem cura J. F. Gmerin. J. R. Forster enchiridion hist. Kor J. F. BrumensAcn’s Handbuch der N. G. 6te Ausg, J. HERRMANN tabula afhnitatum anımalium, A. v. Hııırr elementa physiol. c. h. G. Cuvızr Tableau elementaire de 1’ Hist. nat, des anı«- maux, G. Cuvıer Vorlesungen über die vergl, Anatomie, Ue- bersetzt von FıscHeR, gr 4 y I» | \ seinem eigenen Organismus auszugehen, Er mufs also von dem zusammengesgtztern auf das Einfa- chere schliessen, und kann nicht, wie er eigentlich sollte, den entgegengesetzten Weg einschlagen. Daher modelt er alle lebende Wesen nach sich sel- ber, und bringt Einförmigkeit, statt Einfachheit in die Natur. Hier ist wieder eine von den vielen Klippen, die uns bey unsern Untersuchungen aufstofsen, und zwar eine Rlippe, die sich nur umgehen, nicht wegräumen lälst! Es ist nichts damit gewonnen, von dem Einfachsten zu dem Zusammengesetzte- sten in der Biologie fortzugehen: denn jenes hat nur Sinn für uns durch das letztere. Unser Vortrag wird: auf diesem Wege nur dem Scheine nach den hegeln der Naturforschung anpassend.»Blos da- durch lassen sich die Täuschungen vermeiden, wo- zu uns die Schlüsse, die wir von uns selbst auf die übrige lebende Natur zu machen gezwungen sind, verleiten können, dafs wir diese nur als Probleme betrachten, die noch ersi durch entscheidende: Er- fahrungen gelöset werden müssen, und auf keinem derselben weiter bauen, so lange solche Erfahrun- gen noch nicht vorhanden sind. Wir werden daher in diesem. Abschnitte bey der Classifikation der Thiere den Menschen zum Muster nehmen, und von ihm zu den einfachsten Thie- Thie den wü den lich ob d seinig dann entst jene dies thaı Er mil; das Einh,. T eigentlich inschlagen, ch sich sel Einfachheit n Rlippen, tolsen, uni en, nicht gewonnen, jengesetzie- jenes hat 1 Vortrag nach den Blos da iden, Wo bst auf-die ngen sind, s Problene eidendeilr auf keinen Erfahrun- nitte bey ‚hen zu sinfachsten The würde, von diesen zu ihm heraufstei an: 177 Thieren fortgehen, nicht, wie es dem Scheine nach den Regeln der Naturforschung angemessener seyn gen. Wir wer- den die Organe der übrigen T'hiere nach ihrer Aehn- lichkeit mit den seinigen benennen, unbekimmert, ob die Funktionen jener Organe auch mit denen der seinigen völlig übereinsiimmen. Aber wir werden dann auch diese Olassilikation nur als Leitfaden zu entscheidenden Erfahrungen betrachten, und auf jener Aehnlichkeit nicht eher Schlüsse bauen, bevor dieselbe nicht aus anderweitigen Gründen darge- than ist. Dies vorausgesetzt, so können wir mit CuVvIER das Thierreich in zwey Hauptclassen eintheilen: ı. In Thiere mit einem innern artikulirten Skelett und rothen Blute. 2. In Thiere, welche weisses Blut und entwe- der gar kein Skelett, oder wenigstens nur ein un- gegliedertes, oder auch ein artikulirtes, aber äusse- res haben. Die zur ersten Abtheilung gehörigen Thiere ha- ben ausser den beyden angegebenen Merkmalen auch noch insgesammt ein Gehirn, das in einem ei- genen knöchernen Behälter, dem Schädel, einge- schlossen ist. Bey allen findet sich die Abtheilung dieses Eingeweides in zwey Hälften; ein doppelter I. Bd, M Sehe- 178 mens Sehehirgel; ein kleines Gehirn; eine doppelte vor- dere und eine unpaare dritte und vierte Hirnhöhie; eine Wasserleitung; ein Trichter; gestreiite Körper mit gewölbten Anhängen; vor dere: und" hintere Commissuren des Gehirns nebst einer Hirnklappe; eine Zirbel- und Schleimdrüse; und die ee des kleinen Gehirns durch'zwey, Queerschenkel mit dem übrigen Theile des Gehirus, c den Queerschenkeln des verlängerten Marks. ent- tens:drey Ar- steht(1). Man findet bey ihnen wenig = ten von Sinnesorganen, nehmlich die des Geruchs, Gesichts und Gehörs, und(diese sind immer am 3 Schädel angebracht. Der Geruchsnerve entspringt bey allen aus der I Marksubstanz der vordern Hirnhälften, und ausser ihm verbreiten sich bey allen zugleich Hülfsner- ven vom fünften Paare auf der Schleimhaut der Nase(m). 0 He or ne, E EEE Pr 1 Das Ause enthält immer wälsrise Fe uchtig keit, eine Crystallinse, einen Glaskörper und eire lris; T ee Ban AR OR Der Augapiel ist immer beweglich. Im Ohre finden sich drey halbtirkelförmige knö- nn cherne, oder cartilaginöse Canäle, und in diesen sind d) Cuvıen, Bulletin de la Soc. philomzth." An YIL 3% - 27: Pr 28. (m) ScarrA de auditu et olfactu. S. III. c.4:(12 une ar ha im j} andı (u te Körper (' hintere nklappe; einigung enkel: mit den ber DALRTE alas elle mmer an aus der d ausser Tülfsner- u) N naut dt Ki ıchtiekeil, eine his: wem 179 sind eben so viele häutige Canäle von derselben Fi- gur eingeschlossen. Die letztern schwellen an den Stellen, wo sich der Gehörnerve in ihnen vertheilt, zu einer schlauchförmigen Erweiterung an, und sind sowohl von dem Labyrinthwasser umgeben, als mit demselben angefüllt(n). Alle haben durch Zellgewebe vereinigte Mus- kelfasern. Das Herz liegt bey allen unterhalb dem Gehirne und oberhalb den Verdauungs- und Zeugungs- Or- en RG END ie 1 DR vnerkzenoe:i"a ganen, zwischen den kespirationswerkzeugen. Es hat eine oder zwey Kammern, die im letztern Falle immer nur durch eine blolse Scheidewand von ein- ander abgesondert sind, Das aus einer Ader gelassene Blut trennt sich bey allen ın einen roihen Blutkuchen und in ein gelbliches Serum. Bey allen enthält dasselbe Ey- weilsstoff, der durch mineralische Säuren und Alco- hol. aus demselben niedergeschlagen wird. Mit Weinessig, zerilossenem Weinsteinsalze und Kü- chensalze vermischt, erzeugen sich in demselben schleimige Membranen. In der Mischung mit Wein- essig lölst sich zugleich ein Theil des Cruors auf; hingegen ist dies nicht der Fall in der mit zerflosse- nem Weinsteinsalze und HKüchensalze. Die erstere ver- (n) ScArrA lc. S.ILc.4.$:9 M 2 an Be ze_ ae HEEEZGEE ZT TE EEE 180 verbreitet immer einen starken Dintengeruch.: Der Cruor geht‘ über ‚einem gelinden. Feuer in eine Schlackenartige Masse über, die vom Magneten an- gezogen wird(0). ... wi... Die Kinnladen dieser T'hiere liegen horizontal, öffnen sich von oben nach unten, und entblöfsen beym die zwischen ihnen befindliche Zunge. Der Darmcanal geht ununterbrochen vom Mun- de bis zum After längs der Wirbelsäule fort. Alle haben eine eigene Membran(das Bauch- oO fell}, welche die Verdauungswerkzeuge einschlielst, und eine’Leber; die meisten auch eine Milz und ein Pancreas. Endlich finden sich bey allen zwey Nieren, ge- trennte Geschlechter, und zwey Hoden beym männ- lichen Geschlechte. Zu dieser ersten Abtheilung der Thiere gehören die Säugthiere, Vögel, Amphibien und Fische. Die Säugihiere und Vögel zeichnen sich vorzüg- lich durch ein Herz mit zwey Kammern, und durch Blut o) So lehren es mich eigene Versuche mit dem Blute [o) von Hühnern, Fröschen, Eideohsen und Stören(Acı- penser sturio). uch, Der 12 Am ein gneien au 1orızontal entblölsen efindliche vom Mun TE, las Bauch nschlielst, Milz und jeren, ff ym mänl. re gehören Jen und ı vorzUg- nd durch Blut dem Blute Ü p Air Stüren(+ euren IST Blut von einer Temperatur aus, die dem 96° des Fahrenheitschen Thermometers nahe kömmt. Sie haben überdies hohle Knochen; sehr gefälsrei- che und daher rothe Muskeln; ein zarteres Zellge- webe, als alle übrige Thiere; ein Gehirn, welches die Schädelhöhle völlig ausfüllt; gewundene Kno- chen(Muschelbeine) in den Nasenhöhlen; einen Ci- liarkörper im Auge; einen äussern Gehörgang, ein Trommelfell, eine Eustachische Röhre und eine Schnecke im Ohre; compakte Lungen; eine Milz und ein Pancıeas. Den unterscheidenden Charakter der Säugthiere h- machen die Brüste(mammae), womit sie ihre Jun- gen säugen, und Lungen aus, die von allen Seiten verschlossen sind. Die Vögel unterscheiden sich von ihnen durch das negative Aennzeichen des Mangels der Brüste, und durch das positive der Verbindung, worin ihre Lungen mit häutigen Lufibehältern und den grolsen markleeren Höhlen ihrer Knochen stehen. Unter den gemeins schaftlichen Charakteren der Amphibien und Fische sind die vornehmsten: ein Herz mit einer einzigen hammer, oder mit mehr rern, die unter einander in unmittelbarer Ver- bindung stehen, und Blut, dessen Wärme von der Temperatur des Mediums, worin sie sich aufhalten, M3 wenig n 182 mar wenig verschieden ist. Ausserdem zeichnen sie sich noch durch folgende Merkmale aus: durch Tinochen, die in ihrem Innern blos Zellen, aber keine grölsere Höhlen und kein Mark haben; ein laxes Zellgewebe; wenig blutreiche und daher blasse Muskeln; ein Gehirn, welches die Schädelhöhle niemals ganz ausfüllt; die Abwesenheit des Lebens- baums im kleinen Gehirne; ‚die Rleinheit der den gestreiften Körpern analogen Theile(p); den Man- gel des runden Lochs und der Schnecke im Innern des Ohrs(q). Die Amphibien haben überdies wahre Lungen, hingegen die Fische statt dieser Organe Riemen. Weit weniger gemeinschaftliche positive Cha- raktere, als bey dieser ersten Abtheilung der Thiere, finden wir bey der zweyten, welche diejenigen ent- hält, die weisses Blut und entweder ein inneres, aber unartikulirtes Skelett, oder ein artikulirtes, ‚aber äusseres, oder auch gar keine Knochen haben. Die Fühlfäden und Fühlhörner sind die einzigen Or- gane, die noch am weitesten unter ihnen verbreitet sind. Indefs giebt es vier Classen unter ihnen, de- ren Geschlechter in mehrern wichtigen Punkten übereinkommen, Es (pP) Cvviıer a. a O. (9) ScArPA a. a. O, Chnen sie 18% durch len, aber aben; ein her blasse ädelhöhle $ Lebens. it der den den Mir- ım Innern e Lungen, Men, ive Cha r Tiere, digen en n Inneres, tikulirtes, en haben. zigen 0r- verbreitet nen, de- Punkten Es — 183 Es giebt nehmlich erstens eine Classe, die ein Jerz mit Arterien,und Venen, Kiemen wie die Fi- 3= ackten Körper Ale s sche, einen nackten Körper, und»in ihrem Innern einige wenige ınartikulirte Knochen hat. Diese be- steht aus den Mollusken, Eine zweyte Classe, welche die CGrustaceen begreift, hat ebenfalls ein Herz mit Arterien und Venen, und athmet auch, wie die vorice, durch Kiemen; aber sie hat ein’äusseres artikulirtes Zur dritten Classe‘gehören die Insekten. Diese sind, wie die vorigen, mit einem äussern artikulirten Panzer bedeckt. Ste unterscheiden sich aber von jenen durch ein Herz ohne Arterien und Venen, und durch bloise Luftröhren ohne Lungen. Bey den Würmern endlich, welche die vierte Glasse ausmachen, finden wir Arterien und Venen [@) e © 1 ohne ein Herz und entweder Kiemen Luftröhren ohne Lungen, eder auch gar keine Ke- spirationsorgane. & M4 Zwey- 184 mann Zweytes Kapitel. Suaugihiere‘(r), W., können den Menschen als den Prototyp in Rücksicht der Bildung bey den Säugthieren betrach- ten. Alle haben gleich ihm auf jeder Seite des Kopfs ein Ohr, mehr nach innen ein Auge mit zwey Augenliedern, zwischen und unter den beyden Au- gen eine. nach hinten in den Rachen sich öffnende Nase, und gleich unter dieser einen Mund, an wel- chem blos die untere Rinnlade beweglich ist. Bey den meisten Geschlechtern dieser Classe ist ferner, wie bey dem Menschen, der Kopf durch einen Hals, welcher wenigstens sechs und höchstens neun Wir- belbeine enthält, mit dem Kumpfe verbunden, und der letztere mit vier ätıssern Bewegungsorganen versehen, wovon zwey zu beyden Seiten des obern und die zwey übrigen zu beyden Seiten des untern Endes desselben befestigt sind. Man (1) Burron et D’Avgenton, Histoire nat. generale et particuliere. T.II-XY., Quadrupedes, J. C. P. Ernxtesen Systema mammalium. J. C. D. Schregen’s Säugthiere. Tu. Pennant’s allgemeine Uebersicht der vierfülsi- gen Thiere, Uebersetzt von BecHstEin, Men End sen dies Win und phin Linie summer 185 Man kann überhaupt annehmen, dafs sich die Figur des Menschen in die eines jeden andern Säug- thiers blos durch Verkürzung oder Verlängerung einzelner Theile verwandeln läfst. So besteht der Unterschied des Menschenschädels von denen der übrigen Säugthiere gröfstentheils nur darin, dafs diese mehr abgeplattet sind, und dafs eine von der ototyp in Nasenwurzel zu den Enden der vordern Schnueide- n betrach. n r E E rach zähne, oder zu der Gegend, wo diese Zähne beym Seit. BR e des Menschen sitzen, gezogene Linie, welche beym NZ WeY Menschen auf der Ebene, worin sieh die untern eyden Au- Enden der Zähne des Oberkiefers befinden, fast ı öffnende senkrecht steht, bey den übrigen Säugthieren mit| ‚an wel dieser Fläche einen mehr.oder weniger schiefen ist, Bey Winkel macht; am wenigsten beym Elephanten t ferner, und Orang-Utang, am meisten beym Hirsche, Del- ven Hals, phin und Ameisenbären, bey welchem letztern jene ein Wir Linie mit dieser Ebene fast zusammenfällt. den, unl gsorganen Nimmt man das Cervical- Ligament und den des oben Schwanz aus, so giebt es auch keinen Theil, den les untern die übrigen Säugthiere zusammen vor dem Men- schen voraus hätten. Einzelne unter ihnen haben Man indefs freylich Theile, die der Mensch nicht hat, der Ochse, die Antilope u. s. w. Hörner, der Ele- ‚nerale et phant ‚einen Rüssel, der Bieber, das Ziebetthier, das Nabelschwein u, S. w. eigene Behälter am Af- ter, Nabel u. s. w, vier ifst N M 35 Die- 'z ' } f j % I 7 h I | IN an ui Kl Pa Dieser letztere Satz gilt auch von den Säug- thieren in Ansehung ihres innern Baues. Das Ge- hirn zeigt nur bey einzelnen Familien Eigenthüm- lichkeiten, die der Mensch nicht hat. Hechnet man diese wenigen Ausnahmen ab, so läfst sich aller- dings mit ARNEMANN(s) behaupten, dals im thieri- schen Gehirne kein Theil vorhanden ist, den der Mensch nicht auch hätte, dafs aber der Mensch viel Eigenthümliches besitzt, was die Thiere nicht ha- ben. Der unterscheidende Charakter des Gebirns der Säugthiere, den Menschen mit eingeschlossen, besteht übrigens in der Gegenwart des Hirnbalkens, des Bogens, der Ammonshörner und des Hirnkno- tens; in der Lage der vier Hügel über der Sylvi- schen Wasserleitung, zwischen den Sehehügeln und dem kleinen Gehirne; im dem gänzlichen Mangel einer Höhle der Sehehügel; in der Lage dieser Hü- gel innerhalb der Hirnhälften; und in den grauen und: weissen Streifen der gestreiften körper(t). Das äussere Organ des Geruchs ist bey den übrigen Säugthieren nicht so hervorragend, wie beym Menschen. Bey allen aber ist die innere Höhle desselben durch eine Scheidewand in zwey Hälften getheilt, die nach hinten mit dem Rachen, ‘nach oben und unten mit Höhlen des Stirnbeins und (s) Vers. über das Gehirn und Rückenmark. S.92. (t) Cuvier a. a. O. Men einen eine| (9) (w, den Sinn. 5. Das Ge. Eigen nthim. echnet ma ©, den der Tensch viel e nicht ha es Gelirns eschlossen, irnDalkens, s Hirnkno- der Sylvı- igeln und ı Mangel jeser Hi en granen er(Ü). he innete in zwey , Rachen, timbeins und I, 92 | 187 und des Oberkiefers Gemeinschaft haben, Zu bey- den Seiten-jener"liegen en vundene oder ästige Rnochen, auf deren häutigen I ekleidun- gen sich die Zweige des Geruchsnerven, nachdem sie durch die Oelfnungen des Siebbeins gelangt sind, verbreiten(u). Der ei ist bey allen Säugthieren, wie beym Menschen, fast kugelförmig. Alle haben eine convexe Hornhaut, eine Sklerotika, Chörioidea, Retina, eine cirkelförmige, flockenartige und vön der Traubenhaut fast unzertrenvliche Lris, viel wälsrige Feuchtigkeit, einen grofsen Glaskörper, i} und eine weit kleinere Orystallinse, die vorne bey- nahe fach ist. Alle haben einerley Augenmuskeln mit dem Menschen, ausgenommen den Bulbosu der dem letztern fehlt(v). Keines aber, ausser et 7[2 Affen, hat mit ihm den gelben Fleck in der Netz- haut gemein(w). Die meisten Säugthiere haben, gleich dem Menschen, ein äusseres Gehörorgan(auricula) und einen äussern Gehörgang, alle ein rommelfell, eine Eustachische Röhre, einen Vorhof mit drey Gehör- (u) Harwoop’s vergl. Anat, u. Physiol, H.ı. Abschn, 5,6. (v) HAırer opp. min. T.II. p. 2353. (w) Home, Phil, Trans. 1798. Gehörknöchelchen, und ein Labyrinth, worin sich, I ausser den halbzirkelförmigen Bogengängen und meht häutigen Canälen, eine spiralförmige Schnecke be- höhl findet. Das äussere Gehörorgan ist aber bey den letz, meisten Säugthieren nicht flach und oval, wie beym 1 Eafl Menschen, sondern einem halben, inwendig ausge-| det: höhlten Regel ähnlich; ihre häutigen Canäle sind Kehld kleiner, als die des Menschen, und der Raunr der 5 Schnecke ist viel grölser ‚„ als der des Vorhofs und der Bogengänge, da er beym Menschen dem letztern. gen gleich kömmt(x).: über erst Die Zunge aller Säugthiere ist, gleich der leg menschlichen, fleischigt. Die Nervenwärzchen der- dem selben aber sind weit grölser, als die der letztern, Ieibe ‚ schwammicht, und mit einer dicken, breyartigen, des] bey verschiedenen Thieren an einigen Stellen knor- Brust pelartigen Epidermis überzogen. ten{| ! Die Nervenwärzchen an den äussersten Enden der äussern Bewegungsorgane, worin der Sinn des übr Tastens beym Menschen seinen Sitz hat, finden sich bey blos bey den Affen und Maki’s. Sie fehlen aber,| und wenigstens an dieser Stelle, allen übrigen Säug-| wie. thieren(y). Aorta Die cn pl hend (x) ScARPA de auditu et olf. p. 43. 9.4| bey auf (y) Brumensach in Commentat. soc, Reg. sc. Gotting. phys. Vol.IX. p. 123. u u a m Norin sich Ingen und hnecke h. T bey den wie beyn dig ausp. inäle sin Raum de Yhofs und m letzter gleich der chen der letztern, yartigen, len knor- ‚ten Enden r Sinn de finden sich hlen aber, en Säuß- Die sc, Got: 189 ‚Die Lungen der Säugthiere, die fast immer in mehrere Lappen abgetheilt sind, füllen die Brust- höhle völlig aus, ohne an der innern Fläche der letztern befestigt zu. seyn. Am obern Ende der Luftröhre, gleich hinter der Zungenwurzel, befin- det sich nur ein einziger hehlkopf mit einem Hehldeckel. In der Struktur des Herzens kommen die übri- gen Säugthiere niit dem Menschen grölstentheils überein. Aber die Lage dieses Organs ist bey den erstern anders, als bey dem letztern. DBey jenen liegt dasselbe so, dafs die Basıs fast gerade nach dem Kopfe, die Spitze aber gerade nach dem Unter- leibe hin gerichtet ist, und dafs eine durch die Mitte des Brustbeins gelegte vertikale Ebene, wie die Brusthöhle, so auch das Herz in zwey gleiche Hälf- ten theilt. Die Vertheilung der Aorta ist ebenfalls bey den übrigen Säugthieren etwas verschieden von der beym Menschen. Die beyden Schlüsselbeinärterien und die linke Garotis entspringen bey jenen nicht, wie bey diesem, unmittelbar aus dem Bogen der Aorta, sondern der letztere spaltet sich in zwey grolse Aeste, wovon sich der eine aufwärts ge- hende in die rechte Schlüsselbeinarterie und in die beyden Carotiden, der andere herabsteigende aber auf ähnliche Art wie beym Menschen theilt. Die 190 gesmizerncmen Die Brusthöhle ist von der Bauchhöl hle bey al- len: Säugihieren durch ein müskulöses Zwerchfell geschieden. Nach unten wird'diese durch die Bek- ren Sau Os kenknochen begränzt, die bey den übrigen! . ö ae thieren nach eben‘einander näher, nach unten abeı entfernter.von einander, sind, als bey dem NMen- ‚en einen muüskulösen Darm- canal, der den an ‚Weite machsteht,: Die a) Ausführungsgänge der.Galle und. des pank + tischen Safies Ölfnen sich in demselben neben einander. Aus den Gedärmen entspringen Gefäfse, die ei- nen milchigen Saft aus dem obern Theile desselben os aufnehmen(Milchgefälse), und bey ihrem Fort- sange im Gekröse eine Menge Drüsen durch- kreutzen. Der Darmcanal ist nach vorne mit einer an dem Mageaı und den benachbarten Theilen befestigten Haut, dem Neize;,. bec Die Milz liest immer in der linken. Seite zwi- schen dem Magen,(en Rippen und dem Zwerch- felle. Von (zZ) AUTENRIETH und TıscHhrr in IsenfLAMmMm's und Ro- SENMÜLLER’S Beiträg ei für die Zei; gliederungskunst. B.2.,H.2. 5.190 7 \ (an halt hle bey al lem Men. sen Darm (ieht, Die renatsen] reatischen inder, se, die ei. desselben em Fort- ı durch- er an den befestigten Seite zwi. Zwerch- Von s und Ro oskunst ungsk un 391 Von jeder Niere geht bey allen Säugibieren ein Canal(der Harnleiter) zu einem muskulösen Be- hälter-(der Urinblase), und von diesem eine Röhre (die Harnröhre) zur Eichel des männlichen Gliedes beym männrlichen, und zur Scheide beym weibli- chen Geschlechte, wo sie sich nach aussen öffnet. Alle männliche Säugthiere haben eine mit einer Tichel versehene Ruthe, Die Ausführungsgänge des Saamens öffnen sich immer in die Harnröhre. Das weibliche Geschlecht hat zwey Eyerstöcke und eben so viele Fallopische Röhren, Dies sind die wichtigsten Punkte, worm die Säugthiere unter sich und-mit dem Menschen über- einkommen. Bey der Aufzählung derselben haben wir schon mehrerer Eigenheiten erwähnt, weiche dex letztere vor den übrigen Tieren dieser Classe voraus hat. Wir finden ausserdem, dafs der Mensch das einzige, blos zum aufrechten Gange bestimmte Thier ist.: Seine ganze Struktur beweiset diesen Satz. Ferner hat nur der Mensch zwey Härde, Bey keinem Thiere finden sich so geordnete und so gestaltete Zähne, und solche Rinnladen. Er hat in flacheres Becken, als alle übrige Fhiere. Ey ist das einzige Thier, das Hinterbacken besitzt, Die Axe der weiblichen Scheide weicht bey ibm von der des Beckens weit mehr ab, als bey allen andern Thieren. Nur bey ihm hat das Weib im jungfräu- lichen 192| mn, lichen Zustande ein Hymen(a). Diese und die übrigen schon oben erwähnten Eigenbeiten, denen sich leicht noch mehrere minder wichtige beyfügen liessen, berechtigen uns, bey der Eintheilung der Säugthiere, die wir jetzt entwerfen werden, den Menschen in eine besondere Ordnung zu setzen, und die übrigen_Familien nach der geringern{oder grölsern Abweichung ihrer Organisation von der sei- nigen zu bestimmen, Wir setzen dieser Regel gemäls in die zweyte Classe die Affen, welche die Struktur des Men- schen mit folgenden Ausnahmen haben: ein behaar- ter Körper mit vier Händen; ein weniger gewölbter Schädel; mehr hervorstehende Kinnladen, und ein weiter nach hinten liegendes Hinterhauptsloch, als beym Menschen; kein vorderer Nasenstachel; grölsere Zähne; eine bogenförmige,, nicht, wie beym Menschen, wellenförmige Wirbelsäule; Schen- kelbeine, die gerade, nicht nach vorne sanft gebo- gen sind, und deren auswendige Gelenkknöpfe nicht kürzer, sondern eben so lang, als die inwen- digen sind; e'n Knie, das tiefer, als breit ist; zum Theil Backentaschen und an der Vorderseite des Halses liegende membranöse Luftbehälter, die sich in den Kehlkopf öffnen; eine gröfsere Clitoris, wie beym Weibe; zwey Muskeln am männlichen Gliede, die (a) BLUMENBACH de varietate gen. hum, nativa. Ed. 3. e und die ten, denen e beyfüge teilung der rden, da zu setze, gern loda on der sc die zweyte r des Men- ein behaar- gewölbter len, und auptsloch, enstache]; icht,. ale; Scher sanft gebe »lenkknörl , die inwel! bist; ZUM srseite des +, die sich toris, Wi hen Glielt di tiva: BA die dasselbe in die Vorhaut zurückziehen, wie bey allen vierfülsigen Thieren, und ein Knochen in der Ruthe, wie bey der Familie der Hunde(b). Des Vorzugs der Hände entbehren alle übrige Familien. Einige von diesen haben statt der Fin- ger Krallen, und bey den übrigen finden sich ent- weder Zehen, die mit stumpfen hornartigen Ueber- zügen bedeckt sind, oder äussere Gliedmaafsen, die mit den Flossen der Fische übereinkommen. Die erste jener Familien mit Krallen ist die der Hunde. Diese haben drey Arten von Zähnen, wie die vorigen, aber kürzere, stärkere und zahlrei- chere Schneidezähne, gröfsere und spitzere Eck- zähne, und schärfere Backenzähne. Ihre Kinnla- den und Kaumuskeln sind stärker, und ihre Glied- maalsen in Vergleichung mit der Länge des Rumpfs kürzer, wie bey dem Menschen und den Affen. Einige Theile, die bey.andern Thieren membranös sind, haben bey ihnen eigene Rhnochen. So liegt eine eigene knöcherne Scheidlewand zwischen den grolsen Seitenblättern der harten Hirnhaut, wodurch das kleine Gehirn vom grolsen abgesondert ist, und so ist auch die Harnröhre bey ihnen, wie bey den meisten (b) WıepemAnn’s Archiv für Zool. u. s. w. B.ı. St. ı. S,28f. CAmrer’s N. G. des Orang- Utang. S. ı1ı fl I. Bad, N a Fan nee wa 194| oo meisten Affen, von einem Röhrenknochen umgeben: Das Strnbein hat sehr grofse und zahlreiche Höh- len(c). Der Darmcanal ist sehr kurz und der Un- terschied zwischen dem dünnen und dicken Darm geringer, als bey den übrigen Säugthieren. Der Blinddarm fehlt entweder ganz(Mustela, Lutva, Phoca, Meles, Ursus, Talpa, Sorex, Erinaceus), oder er ist wenigstens sehr klein. Die Brüste hän- gen bey allen unter dem Bauche. Die meisten ha- ben zwey Drüsen am After, die eine starkriechende Feuchtigkeit absondern, und die drey Geschlechter Talpa, Sorex und Erinaceus den Mangel der Win- dungen des Gehirns mit den Thieren der folgenden Ordnung gemein. Die beyden Geschlechter Lutra und Phoca zeichnen sich durch die Verwandtschaft ihrer Organisation-mit der der Wallfische, besonders des Wallrosses( Trichecus rosmarus), aus. Die zweyte Familie der Säugthiere mit Rrallen besteht aus, den Nagethieren, Auch mehrere von diesen haben, wie die vorigen, eine knöcherne Scheidewand zwischen dem grofsen und kleinen Gehirne, einen Kinochen: in dem männlichen Zeu- gungsgliede, und Brüste, die unter dem Bauche hängen. Aber es fehlen ihnen die Eckzähne, und die langen Schneidezähne sind von den Backenzäh- nen durch einen weiten Zwischenraum getrennt. Die () BrumenvAcH de sinibus frontalibus. p. 17. Die v tern, Mu Wi Abt der 1 Weite gen b bey ı hin bur ähn! zwis fanil Ale Sie| ih Te ı Starke m Indel Rn machen, reiche Hil: ind der Un. cken Dam eren, Der la, Luth Ninacens) jrüste hät meisten lı- 'kriechend: seschlechier ] der Win- r folgenden ‚hter' Lutra andtschalt besonders 15. mit Rralaa ch mehrer & knöchent ınd klein lichen Zei m Bauche hne, und ackenzäl- getreunl Di Die vordern Gliedmaafsen sind kürzer, als die hin- tern. Der Schwanz ist meist lang und mit starken Muskeln versehen. Am grofsen Gehirne fehlen die Windungen. Der Magen hat bey einigen mehrere Abtheilungen.< Der Darmcanal ist sehr lang, und der Blinddarm so grols, dals er oft den Magen an Weite übertrifft. Die äussern Zeugungsglieder lie- gen bey mehrern Geschlechtern sehr nahe aın After, bey manchen in diesem ganz verborgen. Bey einigen Arten-aus dieser Familie sind die hintern Füfse mit den vordern durch eine Haut ver- bunden, welche den Sprung derselben einem Fluge ähnlich macht. Diese sind das Verbindungsglied zwischen den Nagethieren und der dritten Säugthier- familie mit Krallen, den Fledermäusen, unter deren charakteristischen Kennzeichen eines der her- vorstechendsten eine feine, zwischen den hintern und vordern Gliedmaalsen ausgespannte Haut ist, welche aber in ihrer übrigen Struktur mehr an die Affen und Hunde, als an die Nagethiere gränzen. Sie haben, gleich dem Menschen und den Affen, ihre Brüste am Thorax, und, gleich den Hunden, starke undsscharfe Zähne, nebst einem kleinen Ma- gen und kurzen Darmcanale. Einigen Arten fehlen. indels die Schneidezähne, entweder in der einen Rinnlade( Vespertilio cephalotes, lepturus), oder in beyden(Vesp, noneboracensis), uni Ein Ge- N a schlecht Gsuune er a | | ur— ee uni ren nu um_ | 196 schlecht(Galeopithecus) hat, gleich den Nagethie- ren, einen grofsen Blinddarm. Die letzte Familie der Säugthiere mit Krallen ist die der Faulthiere, Diesen fehlen entweder die Zähne ganz, oder sie haben höchstens nur Bak- kenzähne. Ihr Darmcanal hat keinen Blinddarm. Uebrigens finden sich bey jedem der wenig zahlrei- chen Geschlechter dieser Familie Eigenthümlichkei- ten, welche dieselbe zu einer der merkwürdigsten des ganzen Thierreichs machen, In mehrern Rücksichten schlielst sich an diese Familie die der Säugthiere mit flossenartigen Glied- maalsen, der Wallfische, an. Hier finden sich entweder nur Schneidezähne, oder nur Eckzähne, oder blos Backenzähne, oder statt der Zähne horn- artige Blätter. Der Magen ist vielfach, wie bey ei- nigen Gattungen der Nagethiere und Faulthiere; aber dem Darmcanale fehlt meist die Grimmdarms- klappe und der Blinddarm. Jede Niere ist aus einer grolsen Menge kleinerer Nieren zusammengesetzt. Die Hoden liegen innerhalb der Bauchhöhle, und die Brüste entweder beym Anfange des Schwanzes zu beyden Seiten der weiblichen Geburtstheile, oder an der Brust. Ihre übrigen Theile sind nach dem Mo- dell der Fischorgane gebildet. Ihre äussere Form ist ‚der der Fische'ähnlich. Der Kopf ist wie bey die- sen abgeplattet, und von dem humpfe durch kei- nen m dei In NT N au Nageihie mit Rralla en entweder ns nur Blinddan, nig zahlt: thümlıichk "kwürdieste sich an dies tigen Gliel r finden sich ur Eckzähne, - Zähne hort }, wie beri d. Faulthier; Grimmdarns a jst aus el! mmengeitl! öhle, und chwanzes 21 ‚eile, oder at ach dem N sere Form it wie De die e duch 1% zen a| 197 nen deutlichen Hals abgesondert. Die vordern Glied- maalsen haben fast die nehmlichen Knochen, wie die der übrigen Säugthiere; aber ihre äussere Struk- tıır gleicht der der Fischflossen. Die Lendenwirbel- beine bilden eine ununterbrochene Reihe, die sich hinten durch eine Flosse endigt. Ausserdem findet sich bey den meisten auch noch eine wahre Rücken- flosse. Das Ohr hat keinen äussern Gehörgang, ei- nen unbeweglichen Hammer, keine halbzirkelför- mige Canäle, aber eine geräumige Schnecke(d). Der Kehlkopf öffnet sich meist in die auf dem Schei- tel des Kopfs liegenden Nasenlöcher, nnd diese die- nen zugleich zur Ausleerung des mit den Nah- rungsmitteln verschluckten Wassers. Bey den Braunfischen feblen in den Nasenhöhlen'die Ge- ruchsnerven(e). Endlich sind noch bey ihnen, wie bey den Fischen, alle innere Höhlen mit einem flüssigen Oel angefüllt. x Unter denjenigen Thieren, deren Zehen stum- pfe, hornartige Ueberzüge, sogenannte Hufen, haben, giebt es einige, bey welchen an jedem Fufse mehr als zwey Zehen vorhanden sind; andere haben deren nur zwey,-und bey einigen findet sich nur eine (d) CAmrer’s kl. Schriften. B.ı. St. 2. B.2. st. 7. ‚(e) CAmrer in den Schriften der Berlin. Gesellschaft. B.3. 8.396. Cvvırr, Bulletin de la Soc. philomathi- que. 1797. n. 4 p.26. N3 198 ame eine einzige. Die erste Familie, die der Schweine, enthält Gattungen, die sowohl unter einander, als mit. den übrigen Säugthieren, so wenig verkettet sind, dafs sie mehr Ueberbleibsel einer untergegan- genen Thierwelt, als Glieder der, jetzigen lebenden Natur zu seyn scheinen. Sie sind grols, plump, cünnbehaart, und haben einen kurzen Schwanz. Die Struktur ihrer Zähne ist so anomalisch, dafs sich nichts Allgemeines darüber festsetzen läfst. Einigen(Elephas) fehlen die Schneidezähne, an- dern(Rihinoceros, Tapir) die Eckzähne. Die letz- tern ragen bey einigen(Elephäs, Sus) gekrümmt weit über die Rinnladen hervor. Der Magen hat entweder Verengerungen, und zuweilen überdies noch blinde Anhänge, wie beym Nilpferde(Hip- popotamus amphibius) und Nabelschweine(Sus Taiassu); oder es finden sich, wie beym Elephan- ten, grolse Erweiterungen, des dicken Darms, die sowohl ihrer Struktur, als Funktion nach eben so vielen Magen ähnlich sind. Der Blinddarm ist ge- wöhnlich von beträchtlicher Gröfse. Ü Mehr allgemein passende positive Charaktere finden. sich bey den Rindern, oder denjenigen Thieren mit Hufen, bey welchen an jedem Fulse nur zwey Zehen vorhanden sind. Die meisten von diesen haben Hörner oder Geweihe an der.Stirne. Ihre Stirnhöhlen sind grofs und zahlreich, wie bey den hwei W eine, ander, als ntergepan. lebenden plump, Schwanz, sch, dafs zen. lälst, ähne, ar- Die Ietz- gekrünnt Magen hat ı überdies ‚de(Hip- ine(Sus Elephar arms,& h eben» rn ist gt Jharaktere enjenigen m Fulse sten vol or ‚Stirne, , wie btf den essen 199 den Hunden(f). In der untern Kinnlade stehen gewöhnlich acht Schneidezähne; die, obere hinge- gen hat statt der Schneidezähne einen knorpelartigen Wulst. Die Eckzähne fehlen bey den meisten, Die Backenzähne sind bey allen wie mit sägeförmigen Queerfurchen ausgeschnitten, und die Kronen der- selben liegen nicht horizontal, sondern sie sind hräg ausgezähnelt, so dals an denen im Oberkie- fer die Aussenseite,: an denen im Unterkiefer aber die nach der Zunge hingerichtete innere Seite die höchste ist. Die untere Rinnlade ist schmal, und hat eine freyere Seitenbewegung, als bey den übri- gen Säugthieren. Es. giebt hier vier verschiedene, unter einander zusammenhängende Magen. Der erste( der Wanst, rumen) ist der weiteste von al- len, Er füllet den gröfsten Theil der linken Seite des Unterleibes aus, und ist auf seiner innern Fläche an mehrern Stellen mit langen dünnen Zotten be- setzt. Der zweyte(der Netzmagen, reticulum) liegt zwischen jenem und dem Mittelpunkte des Zwerchfells, und ist von dem Wanste nur durch eine Verengerung geschieden. Man findet auf der innern, Fläche desselben sitterförmige Erhöhungen, deren Zwischenräume Zotten haben. Der dritte Ma- gen(der Blättermagen, centipellio, omasus) liegt zur Rechten des. ersten, und mit seinem Vor- dertheile über dem zweyten. Seine äussere Gestalt ist (f) Brumensach de sinibus frontalibus. p. 18. N% 2808.— ist kugelförmig. Auf seiner innern Fläche trifft man viele halbmondförmige Falten an. Vom Schlunde bis zur Mündung dieses dritten Magens geht eine Rinne, welche gleich dem ersten und zweyten Magen mit Zotten besetztist. Der vierte Magen.(der Fett- magen, abomasus) liegt auch zur Rechten des Wanstes unter dem Vordertheile des dritten, und kömmt in seiner Struktur mit dem Magen der übri- gen Säugthiere überein. Der Darmcanal überhaupt, und besonders der Blinddarm, ist von ausserordent- licher Länge. Die Darmzotten sind ebenfalls sehr lang. Das Fett ist compakter, das Lellgewebe stär- ker und häufiger, als bey den übrigen Säugihieren. Das erstere erhärtet nach dem Erkalten zn einer bröcklichen Masse, Die Brüste liegen zwischen den Hinterfülsen, nicht weit von den weiblichen Ge- burtstheillen. Den meisten fehlen die Waden- beine(g). Manche haben keine Gallenblase. Bey zwey Geschlechtern(dem Ochsen und Hirsche) zeichnet sich das Herz durch#wey länglichte Knochen aus, von welchen der eine gröfsere, der nach der Krüm- mung des Einganges der linken Herzkammer gebo- gen ist, unter der sigmaförmigen Klappe liegt, die hinter dem rechten Herzohre ist, der andere klei- nere sich beym Eingange eben der Herzkammer un- ter der sigmäaförmigen Klappe befindet, die hinter dem linken Herzohre ist. Von (g) V. Correr de quadrupedum sceletis. C. 2. Canm- PER'S N. G. des Orang- Utangeetc,$, 103. trifft man I Schlund > geht eine yten Mas (der Fett echten dis tten, ul ı der ih überhaut sserordent nfalls sehr ewebe stir- ingihieren, zı einer scıen den chen Ge- W ader- Bey zn ) zeichnl ochen aus, der Krün- mer gebir liegt, die ‚dere kler- nmer Un ie hinter guureuee POL Von der. dritten Ordnung der’ Säugthiere mit Hufen, deren Fufs nur Eine Zehe hat, kennen wir nur erst ein einziges Geschlecht, nehmlich das Pferd. Schneidezähne in der obern und untern Kinnlade, und die in der untern etwas hervorra-' gend; isolirt stehende Eckzähne; stumple Backen- zähne; ein kleiner und einfacher Magen, aber ein sehr langer Darmcanal, ein Grimmdarm mit sehr weiten Säcken, und ein ausserordentlich grolser Blinddarm; Briste, die in der Schaamgegend lie- gen; Fett, das sich in Ansehung der Consistenz dem der Rinder nähert: dies sind die vornehmsten Ei genthümlichkeiten in der Organisation, dieser Fa- milie. .. Die Geschlechter, die zu den charakterisirten zehn Ordnungen der Säugthiere gehören, nebst>ei- nigen merkwürdigen Eigenheiten in der Struktur einzelner Geschlechter und Arten, und den vor- nehmsten Schriftstellern über die Zergliederung der- selben enthält das folgende Verzeichnils. Ordnungen und Geschlechter der Säugthiere. I. Der Mensch. Homo. IL: Affen.:Simiae, ı. Simia Brumenge. Meist Backentaschen. S. Satyrus. Camper’s N. G. des Orang-Utang. SE#Tar I; Nz5 Simia 202 wem 6) Sımia troglodytes. Orang-Utang, sive homo sylvestris, or the anatomy of a Pigmy.(VonE. Tyson. London 1699). S. longimana. D’ AugenTon, Hist. nat. T. XIV. Le Gibbon. p. 98. S. Ipuus. D’Ausenton, H.n. T.XIV. Le Ma- got. p. 117. S. Cynomolgus. Vıcg- D’Azyr,’ Mem. de V’Acad. Roy. des sc. a Paris. 1780. p.478.. D’Au- senton, H.n. T.XIV. Le Macagne. p. 196. Le Malbrouck. p.232. S,rıbra. D’Ausenton, H.n. T.XIV. Le Pa- tas. pP. 21% S. Aethiops. D’Ausenton, H.n. T.XIV. Le Mangabey. p.248. S,Mona. D’Augenton, H.n. T.XIV. La Mone. p- 264. S, Sabaea. Vıca-D’Azyr, Mem. de l’Acad. des sc. a Paris. 1780. p.478. D’Ausenron, H. n. T.XIV. be Gällitriche.. pP. 277. Simia Talapoin. D’Ausenton, Hist. nat. T.XIV. Le, Talapoin. p. 292. .Papio Brumene. Meist Backentaschen. P. Sphinx. D’Ausentoen, Hist. nat. T.XIV. Le Papion. p. 141. on P. Mandrill.. Vice-D’Azyr, Mem..de P’Ac. des sc. a Paris 1780. p.478.._ D’AugEenTon, Hist. nat, T. XIV. Le Mandhnill. p. 160.|| Papio 203 Se homo up apio Nemestrina.. D’Avzenron, Hist. nat. 'y.(NonE, T. XIV. Le Maimon. p. ı$1. 3. Cercopithecus BLumeEns, Ein längerer Blind- at. TAN, darm und zartere dicke Därme, wie bey den vo- rigen Geschlechtern. Keine Backentaschen. [V, Leit C. Paniscus.! D’Ausenton, H.n. T.XV, Le Coaita. p. 28. Men.& C. trepidus.:D’Ausenton, H.n. T.XV. Le 78. Die Sajou brun. p.42. j C. Morta. D’Ausenton, H.n. T.XV. Le Sai- ne. p- 1).® miri. P.72. W.Ie? C. Capucinus. D’Ausenton, H.n..T. XV. ‚ Lehr Le Sai. p. 56. | C. Jacchus. D’Augenton, H.n. T.XV. L’Oui- ‚XV, Le ee stiti. p. 102. | G.Rosalia.. DAvsBenton; Hia. TXV./TLe „a Mon, Marikina. p.ıı2. C. Oedipus. D’Ausenton, H!n’T.XV.'Le le YAcl Pinche. p. 118. non;" Lemur Cvuvıer. Ein Darmcanal, wie beym vorigen Geschlechte. Hist, na L. Catta. D’Ausenton, Hist. nat. T. XIII. Le Mococo. p. 187. L. Mongoz. D’AuBENToN, H. n. T.XIH?-Le I, EA. Mongous. p. 200. Ä L. Macaco. Eine trommelförmige Erweiterung de PAc an jedem der beyden Zweige der Luftröhre. 0x, Hi D’AuBenton, Hist. nat, T. XII." Le Var. p- 206. Lemur Pıpio 204\—— LemurLorı D’AuseEenton, H.n. T.XII. Le Loris. p. 219. II. Hunde. Canes. ‘ 1..Didelphis Cuvıer. Ein gröfserer Blinddarm, als bey den übrigen Thieren aus der Familie der Hunde. Aeussere Zeugungstheile, die so nahe am After liegen, dals sie fast in demselben ver- borgen sind. Eine gespaltene Eichel beym Männ- chen, und zwey Canäle der Mutterscheide beym Weibchen zur Aufnahme der beyden Zweige des männlichen Zeugungsgliedes. Eine Duplicätur der Bauchhaut unter den weiblichen Zitzen, die durch eigene Muskeln und Knochen geöffnet, ge- schlossen und den weiblichen Geburtstheilen ge- nähert werden kann, D. Opossum. Tvrson, Phil. Trans. 1698. p. 103. 1704. p. 1565. Cowrer, ibid. 1704. p. 1576. D’Außenton, Hist. nat. T. X, Le Sarigne. p- 316. D. murina. D’AusENToN, Hlısts-nat: 7X. La Marmose. p.341- D.Cay opollin. D’Ausenton, H.n. T.X. Le Cayopollin. p. 355. D. orientalis. D’AusEnTon, H.n., Le Phalan- ger. Pp.96, 106. [$) „Vanerraihb. V. zibetha. De ıA Perronnıe ,„ Mem. de l’Acad. —— 205 AL Le l’Acad. des sc. a Paris 1731. p. 443. D’Augen- Ton, H.n. T.IX. Le Zibet. p.319. V. civetta. BarrHorını obs. anat. Oent. 14, n.ı et Cent. V, n.49. ‚ PERRAULT etc, Abh. zur N. G. B.ı. S. 183.’Ausenton, H.n. T.IX. al La civette. p.'336. Bed V.genetta. D’Augenton, H.n. T.IX. La Ge- 50 nahe:; \ben ver- Re:. V. nasna.. MaAckenzıe, Phil. Trans. n: 450. ‚m Männ- PERRAULT.;etc: Abha: ZUrEN. GB: 3: 4182087. ide beyn D’Ausenton, H.n. T. VIII. Le Coati. p. 367. weige des V.tetradactyla. D’Ausenton, H.n. T. XI. Juplicatur Le Surikate. p. 77. itzen, die 5, FelisL. net, ge: F. catus. SEvERINI zootom,‘Democrit. p. Zıı. eilen ge: D’Ausenton, H.n. T.VI. Le Chat. F. Chaus. GÜLDENSTAEDT in Nov. Comm. Pe- d. P- 105. trop. T.XX. p. 487. p. 157%. F.Serval, D’AusEenTon, Hist. nat. T. XII. Le . Sarigne, Serval.- p. 237. Fr Caracal.°-AUBENTON, Hm: 1. XI Ge T.X. Di Caracal. p. 444 ‚rulyoaa, PErrRAULT etc. Abh. zur N. G. B. ı. T.X. Le S. 143. D’Ausenton, H.n. T.IX. Le Lynx. p- 283- ‚ Phalan- F. concolor,. D’AugBEnTon,, H.ın.. T.EX. Le Congonar. p. 223. F.leopardalis. PerrAuLT etc, Abh. zur N.G. Mem. de DB. 92225, JAnad, Felis 506 eumanoran unse FelisOnca,:D’AugBEnTon, Hist. nat. T.IX. Le Jaguar. p. 211. F-’pardus.‘ PerrävıTetc-Abh. zur N. G. B.2. S. 185. D’Augenton, H.n. T.IX. La Panthere. p- 179. 19 tigris. PErrAULT etc. Abh. zur N.G. B.a2. 167. E. leo. PerrAuuretc. Abh. zueN. 6. B. 1! S.3. Worr in Nov. comim, Peirop. T! XV. p. 517. D’AvsEenton; H.n. T.IX. Le Lion. p. 152. 4 Canäs! EL. C. hyaena: D’Ausenton, Hist. nat. T. IX. L’.Hyaene. p. 283. C. aureus. GÜLDENSTAEDT in Nov. comm. Pe- top. T.XX. p.466. C. lagopus. GmeLın in Nov. comm. Petrop. TEV.'p: 860: C. vulpes. D’Ausenton, H.n. T.VII. Le re- nard. p. 809. C.\ycaon. D’Ausenton, H.n, T.IX. Le loup noir. p. 366. GC. lupus.. Eph. Nat: Gur. 887239. 0b5. 74; Ibid. cent. 10. app. 450.° D’Ausenton, H.n. T. VII. Le loup. p. 58. £.famuliarıs,. DAUBENTON, H,n! EV. Le chien. 5. Mustela BLUMENB. PENNANT, M. martes. D’Ausenton, Hist. nat. T.VI: La Marte. p. 194. Muste- N 6. geumemem 207 TR Le Mustela Foina. D’AusEntTon, Hist. nat. T. VII. La Fouine.:p. 170.\ N. 6. Ba M. putorius. D’Ausenton, H.n. T.VIE Le Panther, putois. p. 204.\ M. Zibellina. PALras sp. zool. f. XIV. p. 79. GB M. furo. D’Ausenton, H.n. T. VII. Le Furet. ‚ p- 21» B.1 3.7, M. vulgarıs D Avugenton, H.n. T.VII. La V. pP. 517, belette. p. 252. p. 158. M. Sarmatica. GÜLDENSTAEDT in Nov. comm. Petrop. T.XIV. P.ı. p. 389. PaArras sp. zool. at. T.K, f. XIV. p. 84. M. Sibirica. ParLas sp. zool. f. XIV. p. 92. 6. Lutra Brumens. PEnNAnNT. omm. Pe. L. vulgaris. Pirraurr etc. Abh. zur N. G. . Petrop. B. ı. 5.175. Suse, Mem. presentes. T.2. p. 197. Home, Phil. Trans. 1796. p. 5385. D’AuBENTOoNn, “, 7 T re 7 11, Le Hist. nat. T. Vil. La Loutre. p. 141. L. minor. Paıas sp. zool. f. XIV. p. 50. i? L.marina. Eingeweide, wie bey der folgenden X. Lelon 5 y gende Gattung._STELLER in Nov. commı. Petrop. 9. obs. T.I.P:376. u„.Phoca L. Eine Sklerotika, woran der mittlere ON Are 4 E; z Gürtel dünn und biegsam, der vordere, an die TY. le Hornhaut gränzende Theil, und der hintere, der den Sehenerven umgiebt, aber unbiegsam und fast knorpelartig ist. Eine Traubenhaut, deren Yitle Gefälse ihrer Substanz nicht eingewebt sind, son- T.yi dern auf der vordern Fläche der Iris in netzför- miger Muste 7 208 mass miger Gestalt frey aufliegen. BrumEngach in Commentat. soc. Reg. sc. Gotting. Vo=VIl2p.45; 46.; Eın sehi: grofser und weiter Magen; ein sehr enger, aber ausserordentlich langer Darmcanal ohne Falten Und ohne den Unterschied von einem dünnen und dicken: Darm._ Eine sehr grofse Le- ber und grolse Nieren, die aus einer Menge klei- ‚nerer Nieren zusammengesetzt sind. Eine kleine Harnblase. Grofse Lungen und weite Venen, aber veghältnilsmälsig enge Arterien. Dicke Nerven, mit Ausnahme der Sehenerven; dünne Muskeln. Eine grofse, und auch nach der Geburt noch an Gröfse zunehmende Thymusdrüse. Eine erst spät nach der Geburt verwachsende ovale Oeffnung im Herzen, und ein erst spät sich schliessender Ver- bindungscanal zwischen der Lungenarterie und Aorta. Phoca vitulina. SCcHELHAMMER in VALENTINI amph. zoot. S.86. HKurtmus in den Breflslauer Samml. ıtes Supplement. PerrAurr etc. Abh. zur N..:G. B,. 1.$.:219.. Po&Tar,. de "Acad. Roy. des sc. a Paris. 1770. p. 413. Pro- cHaskA in den Abh. der Böhm. Gesellsch, 1785. Abth..2, 5.13. P. ursina. in Nov. comm. Petrop. 7.1 9.341: 9. Meles BLUMENEB.| M. gulo. BarrHorını obs. anat. Cent. 4. obs. 30. Pauras spic. zool.£. XIV. p. 39. Meles 209 ENBACH in- Meles taxus. Eph. Nat. C..d. 2. a.5. obs. 32. “V, 4 Ibid. d.5. a. 5. obs. 163.-D’AusEnTon, Hist. N, Ein sch nat. T. VII. Le blaireau. p. 115. Darmenl M. lotor. D’Ausenton, H.n. T.VIll. Le Ra- 1 von ein ton. p- 346. T grolsele 9. Ursus BLUMENEB. Menge Ik U. arctos. Perraurr etc. Abh. zur N. G.B. ı. Eine klein S.95. D’AugBEenrton, H.n. T,VIIIL L’Ours. p.266, Venen, aba U. marinus,. Parras sp. zool. f, XIV. p.22. ke Nerven, ı0., TalpaL.' ‚e Muskeh Ts Europaea. Ein Brustbein, wie bey den Vö- urt noch a geln. Keine äussere Ohren. Ein Augaäpfel, der ine erstspit länger, als breit ist, sich vorne in eine coni- efnung im sche Spitze endigt, und nicht in einer beson- ender Ver- dern Höhle, sondern zwischen den Muskeln terie und des Rüssels liegt. Ein langer und zarter Sehe- nerve, der aus einer gemeinschaftlichen Wurzel ’ 5 mit einem grofsen, zur Schnauze gehenden VALENTIN Brefslaue Nerven entsteht. Miscell. Nat, Cur. d.2,a. ı. metc, Ab p.323. Harperı apiar. obs. 24. D’AUBENTonN, Men,& H.n. T. VIII. La taupe. p, 90. Zinn in Com- nee ing, Die mentar. soc. Reg, sc. Gotting. T. IV. p. 248. ellsch, 17% ı1, Sotex-L. S, moschatus, GMmeELIN in Nov, Commeitar, 1, Petrop. Petrop. T.IV. p. 385. S, DAubentonii. D’AusEenton, Hist. nat. T. VIII. La musaraigne d’eau. p. 67. S..äaLanens,-DAvuzENTon, A, nr. Yu La musaraigne, p. 62. 1. Ba, 0 12, Eri- re . I obs. 50. Meles ı2. Erinaceus L. EB; Europaeus. Du Vernor in Commentar, Petrop. T. XIV. p. 200. PerrAurr'etc. Abh. zur N.G. B.ı.S.5ı9. D’AusenTon, Hist, nat, T. Vi D’Herisson, p. 40. IV. Nagethiere. Glires. j. Hystrix L. H. cristata, PerrAuLr etc, Abh, zur N.G,B. ı. $.305..° H. prehensilis. SArRAZIıN, Mem. de l’Acad, des sc. a Paris 1727. 2. Castor L. Ein dünner, an einigen Stellen häu- tiger, mit zwey Abtheilungen versehener, und auf seiner innern Fläche mit blasenförmigen Drü- sen besetzter Magen. C. Fiber. Eine gemeinschaftliche Oeffnung für den Mastdarm, die Zeugungstheile und die Be- hältnisse des Biebergeils. Eph. N. CO. d.ı. a». obs. 251. SAarrazın, Mem. de l’Acad. des sc. a Paris 1704. p. 48. PERRAULT etc, Abh. zur N,G.B,uS. 157. HKurmus in den Brefslauer Samml. ıtes Supplement. Morrımer, Phil, Trans. n. 450. GoTTwaLn’s anatomisch- phy- sikalische Anmerkungen über den Bieber. Nürn- berg 1787. D’Ausenton, H.n. T.VII. Le Oaästor. p. 312. C. zibethicus. Sarrazın, Mem,. de l Acad. des Zıı des sc. ä Paris. 1725.-D’Ausenton, H.n. T.X, Immentar, ki L’Ondatra. p. 17% His ok 3. Savia ERXxXLEBEN. S. cobaya,. D’Ausenton,. Hist, nat. T. VII, Le cochon d’Inde. p. 8. S. capybara. D’Ausenton, H,n, T, XII. Le Cabiai. p. 389. S. Capensıs. Eine grölsere Menge Rückenwir- Ch bel und Ribben, als bey irgend einem andern Säugthiere, Sehr grofse Arm-Nerven, Ein grolses Herz. Kleine Lungen. Ein kurzer, de Ad, aber ungewöhnlich weiter Blinddarm, Zwey blinde Fortsätze am Anfange des Mastdarms. ellen hät An jedem Hodengange(vas deferens) zwey er, und Nebenhoden. ParrAs miscell. zool. p. 38. gen Drü- Ejusd. spicil. zool.£. II. p. 25. Su S, Aguti. D’Ausenton, H,n. T. VIII. L’Agouti, nung Mur p- 385. die Be S. Paca. D’Avusenton, H.n. T.X.. Le Paca. udn p: 27% ad, des s 4 Marmota.(Mures soporosi Parrasır). Eine Abh, mi sehr grofse Thymusdrüse, und dieser ähnliche Breisiaun Glandeln auf beyden Seiten des Halses und der rn, Phil Brust unter dem gröfsern Brustmuskel. Ein isch- phy- sehr grolses und fettes Omentum mit zwey An- r, Nüm- hängen, die von den Lenden an beyden Seiten vl Le des Bauchs zum Nabel heraufgehen(omenta lumbaria), je 1A 0. Mar- dei 212| mung Marmota alpina. PerrAvrLT etc. Abh. zur N, G. B. 2. 5.205. D’Avsenton, Hist.nat. T. VII. La Marmotte. p. 231. M. Bobac. Parzas nov. species quadrupedum e glirium ordine, p. 115. M. citillus., GÜLDENSTAEDT in nov. commen- tar. Petrop. T XIV, P.ı. p.389. ParLasnov. spec. p. 146.| 5. Spalax(Mures subterranei Parrasır). S.typhlus. Augapfel ohne Oeffnungen der Haut in der Augengegend. Keine äussere Ohren; aber ein sehr weiter äusserer Gehörgang und sehr grolse innere Gehörorgane. GÜLDENSTAEDT in Nov. comm. Petrop. T. XIV. P.ı. p.389. Lere- cHın ibid. p. 504. PALLAs novae spec. p. 161. Orıvıer, Bulletin de la Soc. philomath, An «. YI.n38 S.talpinus. PALLAS nov. spec. p. 183. 6. Lemmus(Mures cunicularii PALLasır). L. migratorius(Mus lemmus L.) Barrno- Lını obs. anat. C. 2. p.301. PALLASs nov, spec, p. 202. .lagurus, ParLas nov, sp. p. 215. .„socialis. PALLAS nov. sp. p. 250. .oeconomus. ParLLas nov. sp. p. 236, . gregalis. Parras nov. sp. p. 246. ‚rutilus...PALLAS Nov. sp. p. 250. sl al a u re „alliarius. PALLAs nov. sp. p. 254. - 213 oh. zur N, Lemmus amphibius. D’Avugenton, Hist, nat. at Tv, T.VIL Le rat d’eau. p.352. 7. Cricetus.(Mures buccati Parr.). Backenta- drupedun schen. C. germanicus, J. G. Surzer’s Versuch einer commen- N, G. des Hamsters. Göttingen. 1774. D’Av- LLAS-nOY, BENTON, Hist. nat. T.X. Le Hamster. p. 128. C. phaeus. Parras nov. sp. p. 264. \; C.arenarius, ParrAs nov. sp. p. 268. on derHint C.songarus, PALLas nov. Sp. p. 270 ore-Ohren, 8. Mus.(Mures myosuri Parr.). Der Blind- und ng undsehr Grimmdarm bilden eine. Art von zweytem Magen, ee Der Leber fehlt die Gallenblase. '99. Lem M. caraco. /PALrLAas nov. sp. p.3359.| pin M. decumanus. D’Avusenton, O.n. T,VIU, at Le surmulet. p. 2ı1ı. M. rattus. D’Ausenton, H.n. T. VI, Le rat, : p. 286. M. sylvaticus. D’Ausenton, Hist. nat. T.VIl. m) Le mulot. p. 354. ER M.musculus. D’Ausenton, H.n.'T.VII. Le s.nov, Sp souris. p. 314. Merrenm’s vern, Abh, aus der Thiergeschichte. S, 58. M. agrarius. PaALras nov, sp, P. 539. M. minutus, ParrAs nov, sp. pP, 548: 256, 83. Glis.(Mures lethargici Paur,). Thymusähn- liche Drüsen am Halse und unter den Achseln, wie bey den Murmelthieren, 1 G. vagus. PALLAS nov. sp. p. 330- 03 Glis DIA Glis betulinus. ParLas nov. sp. p. 332. G. avellanarius. D’AugBEnTon, Hist. nat, T.VII. Le muscardin, p. 198. G. esculentus. PerrAutrt etc. Abh, zur N. G. B.2. 8.213, D’Ausenton, H,n. T.VII. Le loir. p. 169. G. quercinus. D’Ausenton, H.n. T. VIII. Le lerot. p. 185. G. tamaricinus. Partas noy. sp. p.326, G. longipes. ParrAs nov. sp. p. 319. 9. Jaculus Brumens, J. giganteus. Ein Magen mit drey Abiheilun- gen. Gleich dem Beutelthiere(Didelphis) eine gespaltene männliche Ruthe; zwey Canäle der Mutterscheide zur Aufnahme der beyden Zweige dieses Gliedes, die sich nach einer vor- hergegangenen Krümmung seitwärts in die bey- den Winkel des Grundes der Gebährmüutter ne- ben den Muttertrompeten öffnen; ein ähnlicher Beutel mit ähnlichen Muskeln und Knochen, wie beym Opossum,. In der Schwangerschaft entsteht eine Oeffnung nahe bey der Harnröhre, welche die Stelle des Muttermundes vertritt; im ungeschwängerten Zustande hingegen ist keine Spur davon vorhanden. La BıLLArDIiErE voyage a la recherche de la Peyrouse. T.I. Home, Phil. Trans. 1795. P.II. p. 221. J. Jerboa, Thymusähnliche Drüsen, wie bey den Murmelthieren und dem Geschlechte glis, und 10, 35 Bist, na, zur N, 6, „VII Le ‚ TV Abtheilun- Didelphis) rey Canäle er beyden einer vor: in die ber mutter It n ähnlicher | Knochen, angerschal Harnröhrt, es vertritt, ngegen ist LARDIERE 156, T I ‚wie Def lechte gli und — 215 und entweder gar kein eigentliches ÖOmentum, oder doch nur ein kleines und mageres, aber grolse und fette Lenden- Omente. PaArLAs nov. sp. pP. 298. Jaculus Sibiricus, Eine ähnliche Struktur, wie beym Jerboa. Gmerın in Nov. comm. Pe trop. T.V. p.358. Partas nov. sp. p-311. 10. Lepus u, Ein Blinddarm mit einer langen spiralförmigen Falte. L. timidus. Barrtnorını, Act. Hafn. 167: et 1672. p. 278. Miscell. N. C. dı:. a.5 p. 128. D’Avusenton, H.n. T.VL Le lievre. L.cuniculus. D’Avgenton,H.n. T.VL Lelapin. L. Ogotona. PaArras nov. sp. p- 66. L. alpinus. PArLas nov. sp. pP. 55. L. pusillus. Parras ‚in nov. comm. Petrop, T.XII. p. 531. Ejusd. nov. sp. p.4%. L. Tolai. Gmetin in Nov. comm. Petrop. TV; p- 358. Parrtas nov. Sp. P- 24% 11. Sciurus L. S. vulgaris, Eph. Nat. C. cent, 10. app. 449. D’Avussnton, Hist. nat. T. VU. L’ecureuil. p- 261. S. palmarum, D’Ausenton, H.n. T.X, Le Palmiste, p. 1354. S, volans Parr. Du Vernor in comm, Petrop, T.V. p.2ı8. Parras nov. sp. p. 36%. <, voluccella Parr. D’Ausenton, H.n. T.X, La palatouche, p. 106. O4 Ar Fle- 216 Baron, V. Fledermäuse. Verspertiliones. ı. Vespertilio L, Sehr grolse Lungen und Ner- ven bey einem kleinen Hirne und dünnen Mus- keln. Von Humsorpr über die gereizte Muskel- und Nervenfaser, 16.2; 5.103 V. vampyrus. Eine Zunge, deren obere Flä- che mit sehr grolsen, harten, spitzen, zum Theil dreyzackichten und nach hinten gerichte- ten Warzen besetzt ist. D’Ausenton, H,n, T.X.-La roussette, p. 69. V. soricinus. PaArtas spic. zool. f.1ll. p.29. V.n@actula,. D’AGBEnNTon; H.n; T. UI La noctule; p. 138, V. cephalotes, Parras sp. zool, f. IH. p. 16, 2. Galeopithecus. PArras, Act, Petrop, 1780. p- 208. VI. Faulthiere, Bradypoda, , Bradypus L, Brüste am Thorax, wie bey dem Menschen, den Affen und Fledermäusen; lange Vorderfülse, wie beym Orang-Utang und Gibbon; ein vierfacher Magen, wie bey den Rin- dern, doch ohne die Gitter und Falten, die sich in dem Magen der letztern finden; eine gemein- schaftliche Höhle(cloaca) zur Ausführung des Roths und Urins, wie bey dem Bieber und den Vögeln, Bra- nl An} i, 10neg, 1 und Nor nen Mus. e Muskel. bere Fli. On, ZUM \ gerichte. N, H, I, Il. p.29. ‚VM Ia l. p. 16, op, 1780. da, , wie ber ermäusen, Utang un den Rin- , die sich gemein- rung des und den Bra :— 217 Bradypus didactylus. D’Augenton, Hist, nat. T. XOI. L’Unan. p. 53. B. tridactylus. Eine Luftröhre, die vor ihrer Spaltung zwey Biegungen macht, eine gröfsere nach hinten, und eine kleinere nach vorne über dem Herzen. D’Ausenrton, H.n.!T. XI. LA], p. 62.= 2. Dasypus L. Hörnerne Reifen, gleich dem Ge- schlechte Lacerta unter den Amphibien, D. novemcinctus. D’AuBENTON, Est. nat, T.X. Le Cachicame. p. 239. 3. Manis L. Hörnerne Schuppen, gleich dem Ge- schlechte Scincus unter den Amphibien. M. pentadactyla. DanıLmann, Abh. der Schwed. Akad. 1749.$. 274. BURT, Asiatick Re- searches. Vol. 2. p. 355+ 4. Myrmecophaga L. M, pentadactyla. Der Darmcanal hat eine Menge Verengerungen, Statt des Blinddarms ist er mit zwey blinden Anhängen verschen, die aber weder in ihrer Organisation, noch in ihrem Sitze mit dem Blinddarme der übrigen Säugthiere übereinkommen, D’AvsBEenton, H.n. T.X. Le fourmiller. p. 168. 5. Ornithorynchus Brumrns,. O. paradoxus. Die Totalform der Meerotter; der Schwanz und die Fülse des Biebers; der Schnabel derEute, BrumengachH in Voıcr’s Ma- 05 gazin 218 gazin für den neuesten Zustand der Naturkun- de. B.24 91.1.,.,.215 VII. Wallfische Cetacea. ı. Delphinus L. D. Phocaena. Rar, Phil, Trans. 1671. p. 2274 Maror in Misc, Acad.’N. C. d. 1. a.3. p. 25. d. 1.2.9. p.4. Phocaena, or the Anatomy of a Porpus.(Von E. Tyson. London. 1697). Kurmvs in den Brefslauer Samml. ıtes Supple- ment, 2. Physeter L. 3. Balaena LE. 4 Monodon L. &.2brıcheceus: L. T. borealis. STeLLeR in Nov. comm. Petrop, T.II. p. 399. T. Manatus. D’Ausenton, Hist. nat. T. XIII. Embryon de lamantin de la Guiane. p. 425. T. Rosmarus. D’Avusenton, H.n. T. XII. Le Morse. p. 419. VII. Schweine. Porci. 3. Hippopotamus BLuMENB. H. amphibius. D’Avusenton, H.n. T.XU. L’Hippopotame. p. 54. 2. Rhinoceros L. Camrer’s N. G. des Orang- Utang. S. 28. A. unicornis, Leıcn Thomas, Phil. Trans. 1801. P.I. p. 145. 5. Ele- Natnrkun. eq, 1, pP: 227 3 Pe 25, natomy of on. 1697), tes Supple- n, Petrop, t, TAI, 428; TA) ————— 219 5. Elephas L. E. maximus. Ein Gehirn, das demmenschlichen sehr ähnlich ist. Eine Gallenblase, die am äus- sersten Ende des Leberganges liegt. BLAIR, Phil. Trans. n. 326, 327, 358.'G. STUKELEY, ihe spleen, its description, uses and diseases, and some anatomical observations made in the dissection of an elephant. London. 1723. Per- RAULT etc. Abh. zur N.G. B. 2. S.275. Can- per’s kl. Schriften. B. ı. St. ı. 5.50. 4. Tapir BLumene. 5: Sus'L. Ss, scrofa. D’Ausenton, H.n. T.V. Le cochon. S. Taiassu. TYrson, Phil. Trans. 1683. p. 3559. D’Augenton, Hist. nat. T.X. Le Pecari, p. 31. IX. Rinder. Pecora. ı. Moschus L. M. moschiferus. Gmerın in Nov.'comm. Pe- trop. T. IV. p. 393. Parras spicil. zool. f. XIII p- 55- 2. Cervus BLUMENB. C. capreolüs. D’Auzexton, H.n. T. VI. Le Chevreuil.| €. Elaphus. Perraurr etc. Abh. zur N. G. B.2. S.3. Eph. N. C. d.2. a.6. obs. 225. p.459% et obs. 117. p.241. D’AusBEnton, H.n. T. VL Le cerf. Ger: 220 Cervus Tarandus. Ein Luftsack am Kehl- kopfe, wie bey mehrern Affen. StEnonıvs in Act. Hafn. Vol. L._p. 274. Cameer’s N.G. des Orang- Ütang. S.7ı. C. Dama. D’Ausgenton, Hist. nat. T.V. Le Dain. C. Axis, D’Ausenton, H.n. T.XI. L’Axis. p- 408. C. Alces. PerrAuur etc, Abh. zur N.G. B.I. S. 207. ö 5. Giraffa BLuMEnNB. 4 BosL. B. taurus.‘ D’Avsenton, Hist. nat. TV. Le boeuf, B. buffelus Brumens, D’Ausenton, H.n. T.XI. Le buffle. p. 340. 5. Antilope Paıras. A. bubalis, Perrauurtetc, Abh. zur N.G.B.1I. 2.209: A. Saiga. Parras spicil. zool. f. X. p. 4ı. A, gutturosa. Gmerın in Nov. comm. Petrop. T,V. p. 349. Parras spicil. zool. fasc. XII. P-,87.| A. rupicapra. Perrauurt etc. Abb. zur N. G. B.l. 5.2535."Gmerin in Nov, comm. Petrop. T.IV.p.388. D’Ausenton, Hist, nat. T. X. p- 177. Le chamoıis. A. cervicapra, Praraurretc, Abh. zur N, G. B,1.8.109, Parras spicil, zool, f. I, p.32. _ Anti- am Kehl, ‚NONIUS In N. 6. de I.V..Jh ‚ L’ Axis, \.G. Bl Ti. Le N, H.n. N.G.B.l p-4. m, Petrop fasc, All zur N. 6. 1, Petrop. EA, zur N. 6; pR Antk zu 221 Antilope Kevella foemin. GVETTARD, Hist. nat, T.XI. La Corine. p. 263. 6. Capra BLuMmEnB. C. Ibex. D’Äusenton, H.n. T.XII. Le bou- quetin. p. 170. C.hircus. D’AusEnton, H.n. T.V. Le bouc. Es hircus Judaicus. D’Avsenton, H.n. T.XI. Le bouc de Juda. p. 190. C. Ammon. D’AusentTon, Hist. nat. T.XI. Le moufllon. p. 379. Pauras spicil. zool. f. XI. p- 28. C. ovis. D’Ausenton, H.n. T.V. Le belier. C.ovis polycerata L. D’Ausenton, Hist. nat. T:XI. Le belier d’ Islande. p. 390. C. Guinensis. D’AvusgEenton, Hist. nat. T. XI. Le belier des Indes. p. 395. 9. Camelus L. Fünf Magen, wovon einer blos zur Aufbewahrung des Tranks dienet. C. dromedarius. Perrav1T etc. Abh. zur N. G. B.1.'8.83. D’Augenton, Hist. nat. T. XI. Le dromadaire. p. 248. C. Bactrianus. PerrauLr etc. Abh. zur N. G. B. ı. S.83. Messerschmipr in Comm. Petrop. T.X. p.326. D’Ausenton, H.n. T. Al Le chameau. p.341. X, Pfer- 222 BE a X. Pferde. Equi. ı. Equus L. E. caballus. G. Br.asıı obs. anat. p.50. D’Au- BENTON, H.n. T.IV. Le cheval. E. asınus. D’Ausenton, Hist. nat. T. IV. L’asne. E. Hemionus. Parras in Nov. comm. BPetrop. TE, XIX ps 300 EiZebra.»D’AVBENTONS: Hin. T. XL: Le Ze- bre. p. ı7. Drittes — 50. Dir at. T, IV, m. Petrop. I. Le Ze. D XD vo Drittes Kapitel. Vögel(i) —_— ze—— D: Vögel haben gleich den Säugthieren einen Kopf, Hals, Rumpf und vier äussere Bewegungsor- gane. Aber der Kopf ist hier immer statt, eines Mundes mit einem hornartigen Schnabel versehen, dessen beyde Kinnladen beweglich sind; es fehlen ihm die äussern Geruchs- und Gehörorgane der Säugthiere,; er artikulirt immer nur durch. einen einzigen Gelenkkopf mit dem ersten Halswirbel, Die Anzahl der Halswirbel varirt von 6 bis 23. Die Brust ist gewöhnlich sehr ausgedehnt, und das Brustbein beynahe viereckig. Die Brusthöhle ist nicht, G) Brıssow Ormithologie. Burrosw Hist. nat. T.XVI-XXIY. Hist. nat. des 0 seaux. J. Larmam’s allgemeine Uebersicht der Vögel. Ue- bersetzt von BECHSTEIN. Vıcg-D’Azyr, Memoires pour servir A l’ Anatomie des oiseaux, in den Mem. de l’Acad. des sc. a Paris. 2772. P. II. p. 617. 1773. p.566. 1774. p-489. 1778- p- 381. BrumengAcH specimen physiologiae comparatae inter anımantia calidi sanguinis ovipara et vivipara, im Commentat. soc. reg. 56. Gotting. phys. Vol, IX, 224 Z— nicht, wie bey den Säugthieren, durch ein Zwerch- fell’von der Bauchhöhle geschieden. Die Hüfibeine machen mit den Lendenwirbeln und dem Kreutz- beine nur einen einzigen Knochen aus, und von ei- nem Becken finden sich nur noch Lineamente, Die vordern Bewegungsorgane sind blos zum Fluge ge- bauet, Der ganze Körper ist bis auf die Zehen mit Federn besetzt, wovon sich die stärksten in den Flügeln und dem Schwanze finden, Das Gehirn der Vögel ist grols in Vergleichung mit der Grölse ihres Körpers. Es fehlen an demsel- ben, wie an dem der Nagethiere, die Windungen (gyri). Das Mark liegt an den meisten Stellen nach aussen, und die Rinde nach innen, Die Quantität des erstern in Vergleichung mit der des letztern ist weit kleiner, als bey den Säugthieren. Ein eigen- thümlicher Charakter desselben ist eine mit Strah- len besetzte Wand, welche jede vordere Hirnhöhle an der innern Seite verschlielst. Uebrigens hat das- selbe: ı) weder Hirnbalken, noch Bogen, noch die von diesen abhängenden Theile; 2) mehr oder we- niger zahlreiche Hervorragungen, welche den vier Hügeln analog sind, aber zwischen den gestreiften Körpern und den Sehehügeln liegen; 3) Höhlen in den Sehehügeln, und diese selbst ausserhalb den Hirnhöhlen unter der Grundfläche des Gehirns lie- gend; 4) keine Hervorragungen zwischen den Sche- hügeln und dem kleinen Hirne, so wie auch keinen Hirn- Hi find Seh | dure Nein Ziverch, die Hüftbein dem Krent, ‚und vone; imente, Di: ım Fluge n e Zehen ni sten in dk Vergleichung n an densel- Stellen nacı e Quantität letztern ıst Ein eigen mit Strah e Hirnhöhl: ‚ens hat das n, noch di >hr oder We he den vikt gesireiften Höhlen in orhalb den jehirns lie den Sehe uch keinen Hin- m 225 Hirnknoten; 5) meist vier vor den Sehehügeln be- findliche Hervorragungen(k). Unter den Nerven der Vögel zeichnen sich die Sehenerven dadurch aus, dals sie sich deutlich durchkreutzen und auf dem Queerdurchschnitte ih- res Vereinigungsknotens abwechselnde Queerstrei- fen von grauer und markiger Substanz haben. Dem Geruchswerkzeuge der Vögel fehlen die beweglichen Nasenlöcher der Säugthiere. Die in- nere, sehr weite Nasenhöhle ist aber auch hier durch eine.Scheidewand in zwey Hälften getheilt. Zu beyden Seiten der letztern liegen gewundene, knor- pelartige oder häutige, den Muschelbeinen der Säugthiere ähnliche, und mit einer Schleimhaut be- deckte Organe, auf welchen sich die Geruchsner- ven nebst den Hülfsnerven vom fünften Paare eben so wie bey den Säugthieren verbreiien,, ausgenom- men, dafs die erstern nicht wie bey diesen durch mehrere, sondern nur durch zwey Oeffnungen zum Schädel hinausgehen. Uebrigens hat auch die Na- senhöhle der Vögel, gleich der der Säugthiere, mit zellenföürmigen Höhlen! des Oberkiefers und der (&k) Wırzısıı Anat. cerebri, in Opp. ex ed. BrAsıı. p.55- Cuvıer, Bulletin de la Soc. philomathique. An. VII n. 27. p- 18. 1. Bd, p 226 unsre der Anhänge desselben unmittelbare Gemein schaft(1). Im Innern des Auges der Vögel geht von dem Ursprunge der Netzhaut aus dem Sehenerven zur hintern Fläche der Crystallinse der sogenannte tamm(pecten), ein häutiges, gefälsreiches, schwarzbraunes, fächerartig gefaltenes Paralle- logramm, welches aus dem optischen Nerven zur Linse eben so viele Arterien und Venen, wie es Fal- ten hat, herüberführt. Der Eintritt des Sehener- ven ins Auge hat keine runde, sondern eine eckichte Gestalt. Die Retina ist nach aussen mit einem schwarzen Schleime überzogen, und die Hornhaut von einem Ringe umgeben, der aus ziegelförmig über einander"liegenden Schuppen, über welche sich die Sehnen der geraden Augenmuskeln aus- breiten, zusammengesetzt ist. Von einer Tapete und einem gestreiften Körper findet sich. keine Spur. Die Augenmuskeln sind sehr verschieden von denen der Säugthiere. Auch giebt es ausser denjenigen Muskeln, die zur Bewegung des Aug- apfels dienen, noch zwey andere, den Vögeln ei- genthümliche, wodurch die Blinzhaut, welche diese Thierclasse mit den meisten Säugthieren gemein hat, nach innen und nach aussen gezogen wird(m). Das (1) Scarra disqu. anat. p. 77. Cap. 4.'s vergl. Anat. und Physiol.'S.28 ff. (m) Haıter Opp. min. T. II. p. 249. Home, Phil, Trans, geht von den henerven yı T. SOBenannle gefälsreice, enes Parill. 2 Nerven or 1, wie esPil des Sehen | eine eckicht n mit einen die Hornhaut ziegeltörn: iber welcht uskeln aus iner Tapetı sich."keine verschieden bt es aussi ng des Auf om Vögeln welche dies ren gemeit n wird(M) Di Hanwoo) Home; Phil, Trans, —— 227 Das Ohr der Vögel ist einfacher, als das der Säugthiere. Ein äusseres Ohr ist nicht vorhanden. Doch wird dieser Mangel einigermaalsen durch die regelmäfsige Stellung der Federn in der Gegend der beyden Gehörorgane ersetzt. Der äussere Gehör- gang ist kurz und meist häutig, das Trommelfell von beträchtlicher Grölse(n). Der Vorhof steht mit der Trommelhöhle, wie bey den Säugthieren, durch eine ovale und durch eine runde Oeffnung in Verbindung. Von der ovalen Oelfnung geht aber nur ein einziger Gehörknochen zum Trommelfelle. Die runde Oeffnung ist durch eine Membran ver- schlossen. Das Labyrinth enthält drey knöcherne und in diesen eben so viele häutige halbzirkeltörmi- ge Canäle nebst einer Schnecke. Jene öffnen sich mit fünf Eingängen in den Vorhof, und haben das Eigene, dafs die eine Oeffnung immer eng, die ent- gegengesetzte weit ist. Die Schnecke ist ungleich einfacher, als bey den Säugthieren, und hat blos die Gestalt eines leicht gebogenen Regels(0). Die Zunge der Vögel hat inwendig einen RAno- chen, und äusserlich ähnliche Papillen, wie die der Säug- Trans. 1796. P.I. Schumipr, Phil. Trans. 1795. P. Il. Zınn in Commentat. soc, Reg. sc. Gotting. antiqu. T.1.-P:49. (n) ScArrAl.c. p.57. 2. (0) Scarra L.c. p.57.{. 2. hae) D 228| Säugthiere. Ausserdem ist bey einigen Arten auch der Gaumen mit solchen Papillen übersäet, Statt der Nervenwärzchen, die sich an den äus- sersten Enden der Bewegungsorgane einiger Säug- thiere finden, ist die Schnabelhaut verschiedener Vögel mit einer grolsen Menge von Zweigen des fünften Hirnnerven-Paars versehen(p). Die Luftröhre dieser Thiere hat an beyden En- den einen Rehlkopf; dem obern aber fehlt der Kehl- deckel(q). Bey mehrern Vögeln, vorzüglich den Gattungen Tetrao urogallus, Penelope marail, Pe- nelope cristata, Phasianus paraca, Crax alector, Crax pauxi, und den Geschlechtern Ardea, Anas, Mergus, erweitert sich jene entweder durch Verlän- gerung und Umbiegung, oder durch Anhänge, oder durch Erweiterung und Anhänge zugleich. Meist ist diese Struktur ein Vorzug des männlichen Ge- schlechts. Doch findet man sie auch bey dem Weib- chen der Penelope marail(r). Die (p) Brumengach specimen physiol. comp. p. 127. (9) Cuvier, Mag. encyclop. T.II. p. 350: (2) Parsons, Phil, Trans. Vol. LYI. D’Avsentorn, Mem. de l’Acad. des sc.& Paris. 1781. p. 569. Brocis, Beschäftigungen der Berlin. Gesellschaft. B.IV. 8.597. Ebenders. Schriften der Berlin. Gesellsch. B. 3.18.2370. LArHAm, Trans. of the Linnean Society, Vol.IY. N Ätten ac äet, an den äu: iniger Sin: Tschiedene: weigen da ı beyden Er. ht der Kell vzüglich dan 2 marail, Pe rax alecior, rdea, Anas ırch Verlär tänge, oder sich. Meist imlichen Ge y dem Wer Dis p.12 )’ AUBENTON 369. Broch, B. IV. 55% h. B. 3, 53% j» Yol I. Loch in dem auf der Bryst befindlichen. gro Die Lungen ‚sind kleiner und löckerer, als« der Säugthiere, und bestehen auf jeder Seile nur aus einen einzigen Lappen, der mit den Ribben zusammenhängt. Aus ihnen gehen Fortsätze der Bronchien zu grolsen und zarten häutigen Zellen, den sogenannten Luftbehältern, welche allent- halben’ unter der Haut, vorzüglich aber unter der Brust, unter den Achseln, und am Unterleibe ver- breitet sind.. Diese haben ferner mit den Spuhlen der Federn und den Höhlen der Kuochen, welche letztere hier gewöhnlich markleer sind, besonders denen der Armknochen, der Schlüsselbeine, des Brustknochens, der Ribben, Wirbelbeine, Hüftkno- chen und bey einigen auch der Schenkelbeine, Ge- meinschaft, so dafls-Luft, welche in die Luftiröhre geblasen wird, in die Lungen, in die Luftbehälter, in die Spuhlen der Federn und in die Knochenhöh- len übergeht(s). Das Gas, das sich in diesen Gavi- täten befindet, mufs specifisch leichter seyn, alsdi athmosphärische Luft, weil ein Vogel, dem ein grolser Knochen des Beins zerschi B] (s) Mery„ Hist. de Y’Acad. des sc. 4 Paris: 1692, CAM- ER ARE SQ\ s a per’s kl. Schriften. B.a. St.'1. 8.94 108 151. J- Hun- wer, Phil. Trans. VoLLXXIV. p. 205. MERREM In 7 De ScHnEIDER’Ss verm. Abhandlung. zur Aufklärung der Zool. etc. 5.323. BZEUMENBACH specimen plıys. comp. ‚ p 1 10% > pP. 230> a— behälter geschossen ist, jedesmal aus der Luft her- abfällt, wenn auch die Wunde sonst von geringer Bedeutung ist(t). Das Herz der Vögel, das oben in der Brust mit der Basis zwischen den Zweigen der Luftröhre und mit der Spitze zwischen der Leber liegt, weicht darin von dem der Säugthiere ab, dafs bey einigen Geschlechtern(den Sperlingen und Hühnern) die Ventrikel ganz glatt sind, und nicht solche Bündel von Muskelfasern haben, wie sich im menschlichen Herzen durchkreutzen. Bey diesen fehlen zugleich die dreyzackichten Valveln. Bey einigen Arten (dem Schwan und der Gans) befinden sich in der linken Herzkammer solche Bündel von Muskelfa- sern, die rechte hingegen hat eine ganz glatte innere Fläche. Bey allen Vögeln sind die Arterien von den Venen in Ansehung der Dicke ihrer Häute weniser 5 verschieden, als bey den Säugthieren(u). Das Blut der Vögel enthält weit weniger Serum, hat aber eine ungleich höhere Röthe, als das der übrigen rothblütigen Thiere,. Das Blutwasser zeigt eine schwache Spur von Alkali. Der Blutkuchen ist nicht so fest, wie bey den Säugthieren. Der (!) Forster in dessen Uebersetzung von VAILLANTS neuer Reise in das Innere von Afrika. B.ı.$. 344. (u) Harveı de motu cordis exerc, ı. cap. ı7. - von Beringer der Brustn; Luftröhre u! liegt, weht [s bey einig Hühner) di; solche Bind) menschlichn hen zugleit einigen Arte ı sich in der n Muskelh. glatte innere ien von den ute wenigtt N). niger Serum, ‚als das de twasser zeig Blutkuchei N, De n Varııand 1.8.54 7, j' - — 231 Der Schlund ist bey den meisten Vögeln weit, und der Magen bey vielen dreyfach. Erstens nehm- lich schwillet jener über der Brust, gleich unter der Haut, doch zu einem ovalen, sehr dehnbaren, häutigen, auch mit einigen Muskelfasern versehenen, drüsichten und vollsaftigen Sack, dem Kropfe (inglunies) auf, Der zweyte Magen liegt am un- tern Ende des Schlundes vor dem Hauptmagen: Er \eich dem letztern, doch schwächer oO ist fleischicht, 8 als dieser, eylörmig; und mit sehr vielen Drüsen besetzt. Der dritte Magen findet sich bey allen Vö- Aber die Nenge und Stärke dieser Muskelfasern ist sehr ver- geln, und bey allen ist er muskulös. schieden. Bey einigen Vögeln sind sie so dünn und Anzahl vorhanden, dafs der Magen in so geringer mehr die Gestalt eines membranösen, als eines fleischichten Sacks hat; bey andern hingegen sind sie stärker und zahlreicher, wie in irgend einem höhlen Muskel eines andern Thiers. Bey den letz- tern bilden sie zwey strahlenförmige Muskeln, wo- von der obere in: den Schlund, der untere in den Zwölfiugerdarm übergeht, und welche auf der hin- tern und vordern Fläche des Magens in zwey seh- nichten Mittelpunkten zusammenkommen. Die in- nere Höhle dieses Magens ist so klein, dals ihr Queerdürchmesser kaum der Dicke ihrer Wände gleich kömmt, und die innere Fläche desselben nicht zottig,, sondern knorpelartig. P4 Der Darmcanal der Vögel ist kürzer ınd weni- ger gewunden, als der der Säugthiere. Die innerste Haut des dünnen Darıns hat Falten, Drüsen und bey vielen auch Flocken(v), wie die der Säugthiere. Der dicke Darm, der hier weniger, als bey der vor- hergehenden Thierclasse, von dem dünnen verschie- den ist, hat meist zwey, oft sehr grolse blinde An- hänge, die gleich über dem Mastdarme liegen, und an der Gränze dieser Blinddärme eine der Grimm- darmsklappe ähnliche Valvel, Das Colon aber fehlt bey den meisten. Der Mastdarm ist ein weiter mus- kulöser Sack, in welchem sich zugleich die Harn- gäuge Öffnen. Am After liegen Drüsen, die eine ölichte Feuchtigkeit absondern, wie bey den meisten Säugthieren aus der Familie der Hunde und Na- gethiere.£ Den Milchgefälsen fehlen die Gekrösedrüsen. Die Lymphgefäfse haben blos Drüsen am Halse(w). Statt des Netzes haben die Vögel blofse-Fett- "'klumpen, die in häutigen Behältern eingeschlos- sen sind. Die (v) Diese fehlen bey Sterna hirundo, Fringilla dome- stica, Loxia curvirostra und Parus maior. Ruporrnı in Reırs Archiv fd. Physiol. B. IV. H. ı., 5.68. H.z. S. 346. (w) A. Monno State of facts concerning the paracente- sis of the thorax etc, Hewson, Phil. Trans. Vol, LXVIL p. 217 zwe klei po sich den Gall deueı Iso der Ki! sau aus setzt thiere ben (x Und weni. Die Innerste Drüsen Und er Säugthien S bey der yı; nen versch. se blinde I. liegen, und der Grimm on aber fehl weiter mi. ich die Hır. n, die ein den meisten : und Na ösedrüsen, ‚Halse(w), blofse ‚Felt: eingeschlis Di: sılla dome- RunoLrHl 5,68. H3 | paracent* Trans. Il Die Milz ist sehr klein, länglicht, sehr roih, oO und liegt in der Mitte des Gekröses. Das Pancreas ist sehr lang und hat bey den mei- sten Vögeln zwey bis drey Ausführungsgänge, die, wie bey den Säugthieren, ohnweit dem Pförtner in den Zwöälflingerdarm dringen. Eine Leber von beträchtlicher Gröfse, welche zwey bis vier. grölsere und ausserdem noch mehrere kleinere Lappen hat, füllet gröfstentheils beyde Hy- pochondrien aus. Bey den meisten Vögeln vereinigt sich der Ausführungsgang derselben nicht, wie bey dem Menschen, mit dem excernirenden Gang der Gallenblase, sondern beyde öllnen sich an verschie- denen Stellen in den obern. Theil des Darmcanals. Es giebt aber bey ihnen andere Canäle, welche von der Leber oder dem Lebergange unmittelbar zur Gallenblase gehen. Der Nieren, die zu beyden Seiten der Wirbel- säule von den Lungen bis zum Becken gehen, und aus länglichten gewundenen Lappen z zusammenge- setzt sind(x), giebt es zwey, wie bey den Säug- thieren. Aber die Harngänge gehen nicht in eime besondere Harüblase, sondern in den erwähnten muUsS- (x) GArvanı in Comm. Bonon. T.V. P. 2. p. 500. P5 234 ge muskulösen Sack über, der zugleich zur Ausfüh- rung des Roths dienet, Das Weibchen der Vögel hat nur Einen Eyer- stock, der durch eine dünne Haut am RKuückgrate be- festıgt ist. Die Eyer sind nicht mit so vielem Zell- gewebe umgeben, wie die der Säugthiere. Statt der Muttertrompeten geht ein trichterförmiges Or-‘ gan(infundibulum) zur Mutterscheide. Die äus- sere Oeffnung der letztern liegt nicht, wie bey der vorhergehenden Thierclasse, unter, sondern über dem After. Die beyden verhältnifsmäfsig sehr grofsen Ho- den des Männchens, denen die Nebenhoden fehlen, liegen an den Seiten des Rückgrats unter den Lun- gen und neben den Nieren. Ausihnen gehen zwey Saamengänge ohne Saamenbläschen in die kleine und kurze, bey den meisten Vögeln aber doppelte Ruthe, welche beym Anschwellen zum After her- austritt, Bey der Eintheilung der Säugthiere wählten wir den Menschen zum Muster. Wir werden auf ähn- liehe Art bey der Classitikation der Vögel verfahren, ‚und hierbey den Strauls zum Archetyp nehmen. Unter allen Vögeln gränzt nehmlich dieser zunächst an die. Säugthiere und namentlich an das Cameel. Die Aehnlichkeit seiner äussern Form mit der des letz- au Aust h sul= 5 letztern ist so auffallend, dafs er ın mehrern mor- genländischen Sprachen den Namen des Cameelvo- grölsten Theile des Kör- E: gels führt, Er hat auf dem In: pers mehr Haare, als Federn; der lange Hals biegt N i sich auf eben die Art, wie der des. Cameels; ‚seine Helen I Schenkel sind sehr dick und muskulös; seine ner- yi Si vichten Fülse haben nur zwey Zehen, wie die des rigen| Cameels; seine Flügel gleichen mehr Armen, als & Die äis Schwingen; seine obern Angenlieder sind beweg- wie. bey da lich, wie bey den Säugthieren, und besetzt mit ondern über langen Wimpern, wie beym Menschen und dem Elephanten; seine Augen haben iin äussern mehr Aehnlichkeit mit den menschlichen, äls mit A grolsen Hs der Vögel; er hat schwielichte Stellen ohne Haare den fehlen, und Federn am untern Ende des Brustknochens und } den Lun- in der Gegend des Schaambeins; das Männchen end- ‚ehen zwey lich hat eine Ruthe, die weit länger als bey den die kleine übrigen Vögeln und der der Säugthiere ähnlich ist, er doppelt? so wie das Weibchen eine Art von Clitoris. 1 After her Der Straufs macht also den Uebergang von den beyden letzten Familien der Säugthiere zu den Vö- wählten wi geln, und wir werden daher aus ihm, dem ver- en auf ähn- wandten Casuar und dem Amerikanischen Strauls die erste Ordnung dieser Thierclasse zusammen- verfahren, ‚ nehmen. setzen. Ausser den angegebenen Charakteren finden x zunächst sich übrigens im Innern des Straufses noch folgende as Gamell nit der des letz ‚Eigenheiten: Ein sehr weiter und muskulöser Schlund; zwey muskulöse Magen; zwey pankreati- sche 236 h sche Gänge, die sich nicht wie bey den meisten Vö-: —— Li geln in der Nähe des Leberganges, sondern weit da- von in den dünnen Darm inseriren; keine Gallen- blase; ein langer Darıncanal mit zwey grolsen Blind- därmen; und eine Harnblase. 4 Zunächst an die Familie der Stranfse gränzt die der Hühner., Diese hat einen convexen Schnabel, der an der Wurzel mit einer fleischichten Hanı über- zogen ist, und dessen obere Kinnlade zu beyden Seiten über die untere hervortritt; Nasenlöcher, die mit einer knorpelichten Membran zur Hälfte be- deckt sind; Flügel, die keinen hohen Schwung ge- statten; kurze Fülse; einen sehr weiten Kropf; ei- I nen sehr muskulösen Magen; und einen langen Darmcanal mit zwey grolsen Blinddärmen, Die dritte Ordnung enthält die Sperlingsge- schlechter, die einen conischen, zugespitzten Schnabel, ovale, offen stehende und nackte Nasen- löcher, und kurze schlanke Füfse haben. Von dieser ist der nächste Uebergang zu den Spechten mit ziemlich langem, geraden und pyra- midenförmigen Schnabel, wurm- oder fadenförmi- » ger Zunge und kurzen Fülsen. [| Die fünfte Ordnung ist die der Krähen, die einen gekrümmten, starken, zum Theil unförmlich grofsen 0 fi Strs sche I undı indel N Meisten Vi, ıdem weit dh. keine Gall. grolsen Bin! se gränntlh en Schnahil en Haut über. e zu beyie enlöcher,,(ir uw Hälfte he. Schwung gt | Kropf; ei: nen langen 1, rılın gsge ‚ugespitzien ckte Nasen: h ang zu den f cs n und pyr& "denförmi- ihen, de unförmlich großen grolsen Schnabel mit’ Auswüchsen in der Nähe des Stirnbeins,; und kurze Fülse haben./ Diese drey letztern Familien sind in anatomıi- scher Rücksicht noch wenig bekannt. Die meisten, und besonders mehrere Sperlingsgeschlechter, haben indels einen sehr fleischichten Magen, einen langen Darmcanal, und eine grölsere Anzahl eigener Mus- keln des untern Kehlkopfs, als alleübrige Vögel. Bey manchen( den Spechten) trifft man aber auch, wie bey den folgenden Familien, einen häutigen Magen und einen kurzen Darmcanal ohne Blinddärme an. An die letzte der bisher erwähnten Ordnungen schliessen sich zunächst die Habichte an, die in ihrer äussern sowohl, als innern Organisation mehr gemeinschaftliche und auszeichnende Charaktere, als die drey vorhergehenden Familien haben. Im Aeussern unterscheiden sie sich vorzüglich durch “einen starken krummen Schnabel, dessen obere Kinnlade hinter der Spitze an beyden Seiten eine zahnförmige Hervorragung hat, offen stehende Na- senlöcher,, eine sehr convexe Hornhaut, einen mus- kulösen Kopf und Hals, kurze und nervichte Füfse mit grolsen und scharfen Arallen, und durch eine zähe Haut. Unter ihren innern Organen zeichnet sich die Zunge durch ihre knorpelartige Struktur und der Schlund durch seine Weite aus. Der Kropf fehlt bey den meisten. Der Magen ist häutig und von 238 ng von beträchtlicher Grölse. Die Gedärme sind klein, und Blinddärme'häußg gar nicht vorhanden. Die Leber und Gallenblase sind, wie der Magen, von beträchtlicher Grölse, hingegen‘die Nieren nach Verhältnifs kleiner, wie bey’ den übrigen Vögeln. Mehr in der äussern Form, als in der innern Struktur unterscheidet sich von den Habichten die Familie der Reiher, ‚woran jene durch den Falco serpentarius gränzen. Auch hier findet sich ein mit- telmälsiger Darmcanal mit kurzen Blinddärmen. Aber ihr Schnabel ist nicht, wie bey jenen ge- krummt, eckig und spitz, sondern mehr gerade, cy- lindrisch und stumpf, die Zunge nicht knorpelartig, sondern fleischig, und der Magen muskulöser, wie der der Habichte, aber nicht so fleischig, wie der der Hühner. Bey mehrern Geschlechtern aus der Reiherfa- ‘“milie sind die Zehen durch Schwimmhäute verbun- den, und vorzüglich durch diese Geschlechter ist jene Ordnung mit der der Enten verwandt, bey welchen Schwimmfüfse ein allsemeiner Charakter sind. Die letztern haben ausserdem, wie jene, ei- nen stumpfen Schnabel und eine fleischige Zunge; aber der Schnabel ist nicht cylindrisch, sondern breit und platt, und die obere Kinnlade endigt sich meist in ein niederwärts gekrümmtes Häckchen. Alle sind sehr federreich; aber die Federn sind meist nur kurz, 1 sind klein, anden, Di Magen, yon Nieren natı ı Vögeln, der Innern bichten di h den Falu sich ein mit linddärmen, y jenen g: » gerade, y norpelartig, 1löser, wie ;, wie der ex Reiherla iute verbur ilechter® wandt, ber y Charaktet je jene, el. ge Zunge; ıdern breit sich meist Alle sind meist MI kur, kurz, und bey manchen(den Pinguinen) liegen sie schuppenartig über einander, Bey den letztern sind auch die Schwungfedern mehr den Flossen der Fische, als den Flügeln der übrigen Vögel ähnlich. Die am Schwanze sitzenden Drüsen, mit deren ölichten Feuchtigkeit diese Vögel ihr Gefieder wie mit einem Firnils überziehen, sind hier von vorzüg; licher Gröfse. Ihre äussere Organisation nähert sie also auf der einen Seite dem Schnabelthiere{ Orni- thorynchus paradoxus), und auf der andern den Fi- schen. Untersuchen wir ihre innere Struktur, so finden wir hier noch auffallendere Aehnlichkeiten. Der Schnabel jenes Säugthiers ist mit einer Haut überzogen, in welcher sich Zweige des fünften Ner- venpaars verbreiten. Wir haben aber bemerkt, dals eben diese Organisation bey mehrern Vögeln statt findet. Wir werden unten sehen, dals bey mehrern Fischen der Gaumen mit Zälinen besetzt ist, und das Nehmliche finden wir auch in der Familie der Enten. Die Struktur des Nahrungscanals kömmt übrigens bey den meisten mit der der Hühner, bey einigen aber auch mit der der Reiher überein. Ordnungen und Geschlechter der Vögel. I. Strau[lse. Struthiones. 1. Struthio(y). Stru- (y) Wir glauben, hierher blos den Struthio camelus L., der 240 Struthio camelus. Varriısnierr Notomia dello Struzzo. Hansey, Phil. Trans. n. 386. Warren, Phil. Trans. n. 394. PERRAULT etc. Abh. zur N. G. B.2. S. 61.| 2. Casuarius. C. Asiaticus.(Struthio casuarius Lınn.). Per- RAULT etc. Abh, zur N. G. B..2. S. ııı. I, Hühner. Gallinae. 1. Oti: O. tarda. Happerı apiar. obs. ı9. Per- RAULT etc. Abh. zur N. G- B. 2, S.45. BrocH Schriften der Berlin. Gesellsch. B. 3. S. 376. 2. Pano. P. cristatus. Brocn, Beschäftigungen der Ber- lin. Gesellsch. B. 4. S. 616. 3, Pemelope. pP. Marail. Lartuam, Trans. ofthe Linnean So- ciety. Vol. IV. P. cristata. Laruama. a. O. 4. Numida. N. Meleagris. Perraurt etc, Abh. zur N. G. 5:28,12. bCraX: C.salector.. PERRAULT etc.. Abh.:zur. N. G. BD. ı..S.259. Lartmwam 2. 2.0. Grax den S$. casuarius und S. Rhea L, aber, mehrerer Ab- weichungen in ihrer Struktur wegen, zu einem eige- nen Geschlechte( Casuarius) rechnen zu müssen. nn sa©== — 243 rn Notaniı Crax Pauxi. Larnam a. a. 0, Trans. ng 6. Phasianus. PERRAULT EL P, Parraca. LATHAM 2 2. O. 7. Tetrao. T. urogallus. BrocH a... O. S. 589. Lixn.). Di'T, arenaria, Partas in Nov. comm. Petrop. Ir, T. XIX. p-418 8. Columba. 16, C. oenas. Barrnouinı act. Hafn. Vol. ı. obs, 96. p- 185: 5. 10, Par $, 45. Buon III. Sperlinge. Passeres. 5. 9.570,». Alauda. 8. Fringilla, so. Sturnus, 9. Muscicapa. gen der Ber 3. Turdus. 10. Motacilla 4. Ampelis. ER, ii. Pıpra 5. Loxia. ı9. Parus. ‚ Linneat$% 6. Emberiza. 13. Hirundo. 7, Tanagra. 14. Caprimulgus. IV. Spechte. Picı jh. zur N 6 ı. Trochilus o. Certhia. En 3. Upupa. 4. Merops. Ci 5. Alcedo. 6. Todus , mehrer?! Ah 7. Sitta. zu einem 1, Ba.» O&. Jyax Zu müsse ar 242% I 8 Ivn 9. Picus, P. Martius, Eph. N.C, cent, 7 er$. p- 335. P. viridis, Eph. N.C. cent. 9 et 10. P.452. V, Krähen. Coraces. 1, Oriolus, 8%, Cuculus. C. canorus. BrocnH, Beschäftigungen der Berl, Gesellsch. B. IV, 9.58%. Bucco, Trogon. Paradisea. Gracular Coracias, euoazu Corvus, CG. corax, BrocnH aa. O. S.606. C. corone, Brocn a.a.©. SchnEIDER’s Samm- lung verm, Aufsätze zur Aufklärung der Zoole- gieretc, S:157. 9: Crotophaga, 10. Buphaga, +1. Buceros, "a2. Ramphastos. 33. Psitiacus, PD...„ BartHouını act. Hafn. Vol. 2. p. 314 VI. Ha- em 243 VI. Habichte. Accipitres. |„. N 2 - P-335, 1 Länzus, . De, 3: OILREX, 5, Bub 0>-4,MBa N. C..4.2, 27, 7.13% ZUVatur V. fulvus. PerrauLT etc, Abh, zur N. G.B.=. S..363. 4. Falco. en der Be F. glaucopis. Merrem’s verm. Abh. aus der Thiergeschichte.$. 116. Ei: Chryaaetus;: Misc, N.©; d.- 37322.:pı 3385 Barrtnorını act. Hafn, Vol. ı. p.6. F. Melanaetus. Marsırı Danubius. T. VI D..9 F. Naennius. PrarAvuur etc, Abh. zur N, G. B.’2\ 8,29. F. Milvus. Miscell, N.C, d.ı. a»2| p.552. 's Samm- er Zoole- VI Reiher. Ardeae, ı. Psophia. P.crepitams. ParLas misc. zool. p.70. Ejusd, spicil. zool.£. IV. p.8$. 2. Rallus, pP arra, ‚Zi 4. Vaginalis Forsteri,© 5. Kubica, F. atra, Schntiper’s Samml, verm. Abh,$. 149. y Hi Q2 Fulı- Fulica Porphyrio. P&rRAULT etc. Abh. zur N: 6; B:237$2275 6. Glareola Brisson, 7. Haematopus. 8. Recurvirostra, g. Charadrius, 10. Tringa. 11. Scolopax. ı2. Tantalus, T. Ibis, PerravuLrTetc. Abh. zur N, G. B.:. $. 2537. 13. Ardea, A. stellaris. Misc. N. C.d.s. a.2. p. 60. A. virgo, PeRRAULT etc, Abh, zur N. G. B.ı. S. 271. LAaTHama.a.0. A. panonina. PerrAuLT etc, Abh, zur N. G, B. 2. S. 355. A. ciconia. Act. N.C, Vol. 2. obs. 98. Psr- rauLTetc. Abh. zur N.G. B.e. S.237. Brocn, Beschäftigungen der Berl, Gesellsch. S. 605. A. grus. Brocan, a.a. O. S.586. SCHNEIDERS Samnl, verm. Abh. S. 137. ı4. Cancroma n 15. Mycteria. 16. Palamedea. 17. Platalea. P.leucorodia. PERRAULT etc. Abh. zur N. G. B.2. S.193. 18. Abh, zur ‚60. % 51 r N.G, 9. Par Brock, 5. 605. HNEIDERS Ay N. 6. I— 245 ‚8. Phaenicopterus. P.ruber. Perraurr etc. Abh. zur N. G. B.:. $. 819. VII. Enten. Anseres. 1. Rynchops. 2, Sterna. 3. Larus. L. hirundo. Scaneıper’s Samml, verm. Abh, S. 151. 4: Colymbus. C. cristatus. Schneider’s Samml. verm. Abh, S. 145- 5. Phaeton. 6. Plotus. rn. Pelecanus. P. carbo. PerrAurr etc. Abh. zur N. G. B. ı. S.247. Schriften der Berlin. Gesellsch. B. 7. S. 441. P. onocrotalus. PerrAurretc. Abh, zur N. G. B.2. 5.341. Marsırıı Danubius. T. v1. p- 9. 8. Diomedea. 9. Procellaria. 10. Anas. Brocn a. a. 0. S. 599 ff. Ebendere. Schriften der Berl. Gesellsch. B. 3. S. 371. La- THAM a. a. 0.| Q3 Anas 246 U Gm— Anascygnus. Wıroemann’s Archiv für Zoolo- gie etc. B. 2. St. ı. S. 110, St.2. 3.68. A. clypeata. Schneipder’s Samml. verm. Abh. S. 152. A. clangula. Eph.N.C. cent.9 etıo. p. 431. A. ruficollis. Parras spicil, zool.£. VI. P- 24. ı1. Mergus. BrocH aa. O. ı2. Alca. A. tetracula. Parras spicil. zool. f. V. p. 26. A. cirrhosa. Pauvas spicil. zool.£, V. Bız :5. Aptenodyta Forsteri, Viertes u! 247 em. Abh, j Viertes Kapitel. Pad, Amphibien(z) vl, N) PR ne FT D: Körper der Amphibien ist entweder blos mit Schleime, oder mit knöchernen Panzern, Reifen, V. pe, Y- an Schildern, oder Schuppen, nie aber mit Haaren oder Federn bedeckt. Beyde Rinnladen sind bey den mei- sten beweglich, und die untere ist mehrentheils(a) von der obern so bedeckt, dafs sie wie eingelegt in diese aussieht. Ausser ‚der Bewegung von oben { nach unten gestatten dieselben bey manchen(z.B. dem (z) J N. LAurentr Synopsis reptilium emendata. Hist. nat. des quadrupedes ovipares et des serpens, par DE LA ÜrPpeDe. BLuMmEnBACH specimen physiologiae comparatae inter anımantia calidı et frigidı sanguinis, in Commen- tat. soc. Reg. sc. Gotting. phys. Vol. VII. J. G. Scuneıper hist. amphibiorum mat. et litteraria, Fasc.I et Il. (a) Doch nicht immer. Eine Ausnahme macht dex Ma- bouya(LA Crrene a.a. O. T.ı. p.578), und es ist also unrichtig, wenn ScueLver(\WIEDEMANNS Ar- chiv für Zoologie etc. B.2. St.2. 8.155) hiervon den einzieen unterscheidenden Charakter der Amplubien Oo hernimmt, Viertes Q4 248 rs vum dem Crocodill) auch noch eine Seitenbewegmng. Die Wölbung des Schädels ist geringer, als bey den Säugthieren und Vögeln. Bey einigen ist der Kopf von dem übrigen Körper durch keinen Hals getrennt, und da, wo diese Trennung statt findet, varlirt die Anzahl der Halswirbel, so wie überhaupt die Struk- tur der ganzen Wirbelsäule, mehr als bey den Vö- geln und Säugthieren. Nur der kleinere Theil hat Ribben und ein Brustbein. Die übrigen haben ent- weder jene ohne dieses, oder dieses ohne jene. Die, äussern Bewegungsorgane ‚fehlen mehrern Thieren dieser Classe ganz. Die übrigen haben vier, oder zwey, meist sehr kurze Fülse; von diesen aber er- halten einige dieselben erst in einer gewissen Periode ihres Lebens, Das Gehirn der Amphibien hat das Eigenthüm- liche, dals die Sehehügel hinter den Hirnbälften liegen, Dies ausgenommen kömmt es mit dem Ge- hirne der Vögel in den vier ersten der bey dieser Thierclasse angeführten und mit Zahlen bemerkten Eigenschaften überein(b), Unter den Nerven der Amphibien zeichnen sich die des Geruchs und Gesichts durch ihre vorzüg- liche Dicke aus. Jene entspringen, wie bey den übri- (b) Cuvien, Bulletin de la Soc. philomath. An, VII. n.27. pı& | SC Wegung, ) bey den der Kopf gelrennt, Yarlirt die lie Struk- ' den Vo- Theil hat Jaben ent- ene, Die | Thieren ier, oder aber er- Periode nthum- ‚hälften lem Ge: y dieser merkten nen sich vorzug- ey den ubır- An iR — 249 übrigen rothblütigen Thieren, mit distinkten weis- sen Fasern aus den vordern Hirnlappen(c), diese aus Sehehügeln, welche, wie bey den Vögeln, in- wendig hohi sind. Der eigentliche Gehörnerve (porkio mollis) entspringt neben dem Antlitznerven (portio dura) aus dem verlängerten Marke, wie bey den Säugthieren und Vögeln, und beyde Nerven- paare verhalten sich auch in ihrem Fortgange, wie bey den letztern Thierclassen(d). Ausser diesen Nerven erkannte Cuaras(e) bey der Viper auch noch ein Paar, welches mit den Zungenschlundner- ven( glossopharyngaei) übereinkam; eines, den Stimmnerven(par vagum) analoges, und noch mehrere andere, welche aus der Basis des Gehirns hervorkamen, und durch den Schädel drangen, die er aber, ihrer Feinheit wegen, nicht verfolgen konnte. An den Bewegungsnerven dieser Thiere, besonders denen der hintern Gliedmaalsen, sieht man sehr deutlich die von MoLineLLı, FonrTana und Monro beschriebenen Runzeln und Falten, Nie aber habe ich an den Nerven der Amphibien Ganglien gefunden, und sie fehlen ihnen also wahr- scheinlich, wie den Fischen. In (c) ScarrA de auditu et olfactu. p. 75 9.3 (d) ScarrA|. c. p.75 3. (e) Penraurretc. Abh. zur N. G. B.3. 5.7. 05 250 In Ansehung des Geruchsorgans nähern sich die Amphibien‘den Säugthieren wieder durch die be- weglichen Nasenlöcher, die bey den Vögeln ver- schwunden waren. Die sehr weite Nasenhöhle ist auch bey ihnen durch eine Scheidewand in zwey Hälften getheilt, die durch sehr grolse Öeffnungen mit dem Rachen in Verbindung stehen. Zu beyden Seiten jener Scheidewand liegen gröfsere und klei- nere Riechknorpel. Eine dunkeischwarze Riech- haut bekleidet diese Knorpel, und auf ihr verthei- len sich, wie bey den vorigen Thierclassen, die pinselartigen Filamente der dicken und harten Ge- zuchsnerven, die,. wie bey den Vögeln, nur durch zwey‘ einfache Oeffnungen in die Nasenhöhle ge- a N langen(f). Die Augen mehrerer Amphibien haben eine durchsichtige unbewegliche Augendecke, hinter wel- cher sich der bewegliche Augapfel nach allen Rich- tungen herumdreht. Bey dem Chamäleon findet sich die Eigenheit, dafs jene Decke an dem Augapfel be- festigt,, chagrinartig und vor der Pupille durch eine horizontale Spalte getheilt ist, Zugleich können beyde Augapfel bey diesem Thiere unabhängig von einander nach verschiedenen Richtungen, und zwar, nach BArTHotın’s Versicherung, blos durch Zu- saım- (£) ScAarrA 1.c. p.75. cap.35. HArwoon’s vergl. Anat, und Physiol. 8.36. Abschn. 9. sa Au sich die | die be. eln ver- höhle ist n zwey nungen beyden ıd klei- - verthei- en, die rien Ge- ır durch hle ge n eine er wel- n Rich- det sich pfel be- ch eine können ig von zwat, h Zu saı- 1. Anal RITTER 2sı sammenziehungen der erwähnten Augendecke, ohne Augenmuskeln, bewegt werden..Die Frösche ha- ben drey Augenmuskeln, wovon einer den Augapfel in den Grund der Augenhöhle hinabzieht, und die beyden übrigen jenem entgegenwirken, Ausser die- sei beyden entgegen gesetzten Bewegungen Jndet 1 keine weiter statt, und diese gehen, wie beym Cha- mäleon, in dem einen Auge vor sich, indem das andere in Ruhe bleibt(g). Der Augapfel ist bey allen Amphibien verkältnilsmäfsig grofs, und fast ganz kugelförmig. Die Pupille ist gewöhnlich nicht so rund, wie bey den meisten Säugthieren und Vö- geln, bey einigen, z. B. dem Gecko, blos eine ver- tikale Spalte. In dem Gehörorgane der Amphibien trifft man eine merkwürdige Gradation von dem zusammen- gesetztern Baue der Vögel zu dem einfachern der folgenden Thierclasse an. Einige(die Schildkröten, Eidechsen, Schlangen, Frösche und Rröten) haben über dem. Gelenke der untern Rinnlade eine trich- terförmige Vertiefung, in deren Boden ein knorpel- artiges Trommelfell- sitzt. Die hinter diesem be- findliche Trommelhöhle ist sehr geräumig, und öf- net sich in eine Eustachische Röhre. Von dem Mittelpunkte des Trommelfells geht ein cyiinäri- sches Gehörknöcheichen zu der ovalen Oelfnung des Vorhofs. In dem Labyrinih beiinden sich drey halb- (g) Perıt, Mem. de l’Acad. des sc,& Paris, 1737. 2:2— halbzirkelförmige Canäle mit fünf Oeffnungen, wie bey den Vögeln, aber statt der Schnecke ein mem- branöser, durch eine häutige Scheidewand getheil- ter Sack, dessen obere Hälfte eine kreidenartige Ma- terie, die untere ein klares Wasser enthält. Auf diesem Sack ruhet ein länglichter Schlauch, in wel- chem sich die drey häutigen halbeirkelförmigen Ca- näle vereinigen(h). Andere Amphibien(die Sala- mander) kommen in der Struktur derer Organe, die hinter der ovalen Oeffnung liegen, mit jenen ganz überein. Aber es fehlt ihnen das Trommelfell, aie Trommelhöhle, die Eustachische Röhre und das Gehörknöchelchen. Ein knorpelartiger Deckel, der das ovale Loch verschlielst, vertritt bey ihnen die Stelle aller dieser Theile(i). Die Zunge der Amphibien zeichnet sich darin aus, dals sie vorne befestigt, hinten aber frey, und an diesem Ende bey mehrern Amphibien gespal- ten ist, . Das Herz scheint bey einigen Tihieren dieser Classe dem ersten Anblicke nach zusammengesetz- ter, als bey den Säugthieren und Vögeln zu seyn. Dieser Schein aber verschwindet bey näherer Unter- suchung. Bey einigen Arten aus der Familie der Schildkröten besteht es aus drey Ventrikeln und zwey (h) Scarra l. c. p. 24.$.5 sq. (1) ScArrA ll. c. p.23.{. 3 sq. en, wie N mem. | getheil. tige Ma- t. Auf ‚in wel. gen Ca- lie Sala- Organe, nit jenen nmelfell, und das kel, der nen die . darin y, und gespal- n dieser ngesetz- u seyn, Unter- lie der In und zwey zwey Vorkammern. Aber jene machen in der That nur Eine Herzkammer aus, indem sie alle unter einander Verbindung haben, Die sämmtlichen Ve- nen nehmlich ergielsen sich in einen weiten Venen- sack; dieser geht in das rechte Herzohr über, und hieraus findet ein Zugang zur rechten Herzkammer statt. Die letztere öffnet sich nach oben in die Aorta, welche alle Theile des Körpers, die Lungen ausgenommen, mit Blute versorgt, und ausserdem auf der linken Seite mit zwey Oeffnungen nach hin- ten in den linken, nach vorne in den dritten vor ‘dern Ventrikel übergeht, Aus diesem dritten Ven- trikel entspringen die Lungenarterien. Die Venen der Lungen aber endigen sich in der linken Vor- kammer, und diese geht endlich in den linken Ven- trikel über. Die Verbindung dieser Theile ist ver- mittelst Valveln so eingerichtet, dafs sich das ve- nöse Blut der Lungen durch das linke Herzohr und durch den linken Ventrikel, das des tibrigen Rör- pers aber durch den Venensack und durclı das rechte Herzohr in die rechte Herzkammer,"und hieraus theils durch den vordern Ventrikel und durch die Lungenarterien in die Lungen, theils durch die Aorta in alle übrige Organe ergielsen muls(k). Aehnlich diesem ist das Herz der Eidechsen; nur sind die drey Ventrikel bey dem letztern nicht so (k) Du Verner, Mem, de l’Ac. des sc.& Paris. 2099. MoroAsnz adn, anat, V, 18. p. 20 sq. 2f4— so deutlich, wie bey jenem, von einander geschie- den. Bey den Schlangen und Fröschen aber ergielst sich das Blut des ganzen hörpers in ein einziges Herzohr, und wird auch nur durch einen einzigen Ventrikel wieder ausgetrieben. Das Blut der Amphibien enthält mehr Serum, als das der Vögel, aber weniger, als das der Säug- thiere. Der Blutkuchen bildet nur eine weiche Gal- lerte, und keine so feste Masse, wie der der waım- blütigen Thiere. Nach einigen Versuchen, die ich mit Froschblute angestellt habe, scheinen mir Alco- hol und mineralische Säuren aus demselben weni- ger Eyweilsstoff, Hirschhorngeist und zerflossenes Weinsteinsalz, aber mehr Faserstoff, als aus dem der Säugthiere, Vögel und Fische niederzuschlagen. Die Lungen dieser Thjere befinden sich in ei- nerley Cavität mit mehrern von denjenigen Einge- weiden, die bey den Säugthieren und Vögeln die Bauchhöhle einnehmen, und jene Cavität ist von der letztern bey einigen blos durch eine Verdoppe- lung des Bauchfells, bey den meisten aber gar nicht geschieden. Die Lungen sind ungetheilt, netzför- mig, von'zarter, durchsichtiger, etwas gerunzel- ter Substanz, und die Zellen derseiben ungleich grölser, als die der Säugthiere und Vögel. Die Luftröhre hat nur Einen Kehlkopf ohne Kehldeckel. Die Stelle der letztern wird durch das hintere | hinte beyn yolz Bauc wen glei aotteı geschie« Tergielst Einziges einzigen Serum, v Säug- che Gal- Y waım- die ich nir Alco- n wenl- lossenes lem der ‚en, in e- - geln de ist von erdoppe- rar nicht netzlöt- »runzel- f ngleich „E ohne of obı rch das hintere hintere bewegliche Ende der Zunge erseizt, welches beym Schlingen die Stimmritze bedeckt, Bey allen Amphibien trifft man unter der Haut, vorzüglich unter dem Halse, der Brust und dem Bauche, ein sehr lockeres Zellgewebe an, das wahr- scheinlich bey einigen, z. B. dem Chamäleon, mit den Lungenzellen in Verbindung steht, gleich den Luftbehälterna der Vögel während des Einathmens mit Luft angefüllt wird, und hierdurch den hörper dieser Thhiere in Turgescenz versetzt(l). Andere (einige Frösche) haben zwey grolse muskulöse Luft- behälter unter dem Halse, die sich auf der untern Kinnlade vor der Stimmritze auf eine solche Art öff- nen, dais die ausgeathmete Luft in diese Oeffnun- gen dringt und jene Behälter ausdehnt(m). Der Schlund zeichnet sich durch seine Kürze und ausserordentliche Dehnbarkeit ans. Der Magen istlang, aber nicht vie! weiter, als der Schlund und Darmcanal, und gleich dem der Vögel drüsicht. Der Darmcanal ist kurz, wie der Schlund, und nur wenig gebogen. Der dünne Darm hat viele Falten, gleich dem der Säugthiere und Vögel. Die Darm- zotten fehlen wenigstens bey den meisten Amphi- bien, A) PrraAurr etc. Abh. zur N. G. B.ı,$. 62, Swam- MERDAM’S Bibel der Nat. S. 168, 169. (m) CAmrer’s kl. Schriften. B. ı. St. 1, 5, 141. [3 256 a bien, wenn auch nicht bey allen(n). Das Nehn- liche gilt von dem Blinddarme und dem Colon. Es findet sich jedoch eine Klappe, die der Valvel des Colons analog ist. Der unterste Theil des Darmca- ‚ nals erweitert sich, wie bey den Vögeln, und dienet auch hier mit zur Ausführung des Urins und der Eyer. Am After liegen bey mehrern Thieren dieser Classe, wie bey den Vögeln, Drüsen, die einen ölichten Saft absondern. Das Netz fehlt den Amphibien, wie den Vögeln, Den Milch- und Lymphgefäfsen fehlen durch- aus die Drüsen, die sich bey den Vögeln doch noch am Halse finden(0). Eine Milz ist ebenfalls bey mehrern Amphibien nicht vorhanden. Bey den übrigen ist sie klein, und liegt in der Mitte des Gekröses, Die Leber liegt in der Mitte, der Lungen, und das Pancreas neben der Gallenblase. Jene ist in zwey bis vier Lappen getheilt, und mit der Gallenblase durch Leberblasengänge(ductus hepaticocystici) ver- bunden. Dieses ist bey mehrern Amphibien sehr grols. Einige, z. B. der Crocodil, haben zwey, andere z. B. die Natter, nur einen einfachen Aus- füh- (u) Ruporrur in Reır's Archiv f. d. Physiol. B. IV. S. 72, 348 (0) Hewson, Phil, Trans. Vol. LXIX. p. 198. \ Iwie| Irleich (die Ne | entwe Spur gen gesp l} as Nehm. ln, Es Valvel des 3 Darm. ind dienet und der en dieser ie einen N Vögeln, [en durch. loch noch phibien je klein, gen, un st in zwe) ‚allenblast ‚stich) ver bien sehr cn ZWey; en Aus- füh- ol. BT ges, 257 führungscanal dieses Eingeweides, und bey den leiziern verbindet sich derselbe mit dem Lebergange, bey den erstern aber dringen die beyden Canäle des Pancreas, abgesondert von dem der Leber, in den Darmcanal. Der Harn sammelt sich ‚bey einigen Amphibien vor seiner Ausleerung durch den After vorher in ei- ner Blase, bey andern tlielst er aus den Harngän- gen unmittelbar in den Mastdarın, Die Eyerstöcke der Weibchen liegen sehr hoch, in der Nähe der Lungen. Unmittelbar aus ihnen gehen zwey sehr lange, den Fallopischen Röhren ähnliche Gänge mit unzähligen Krümmungen bey einigen Amphibien unmittelbar in den After, bey andern vorher in einen häutigen Uterus über. Bey mehrern der erstern endigt sich jeder von jenen Gän« gen vor seiner Verbindung mit dem Mastdarme in einer Mutterscheide,‘ Die Hoden der männlichen Amphibien liegen, wie bey den Vögeln, in der Nähe der Nieren, und, gleich den Hoden der letztern, fehlen auch ihnen die Nebenhoden. Von Saamenbläschen ist ebenfalls entweder gar keine, oder doch nur eine schwache Spur vorhanden. Die männliche Ruthe ist bey eini- gen kurz, bey andern länger, und bey manchen gespalten. Bey den letztern hat das Weibchen zwey 1. Bd, R Mut- a 258 MUEEREREHETE Mutterscheiden. Einige haben gar kein männliches Zeugungsglied. Dies sind die vornehmsten Eigenthümlichkei- ten, welche alle, oder wenigstens die meisten. Am- phibien in ihrer Organisation Mit einander gemein haben. Wirhaben schon bey der Schilderung der Gehörwerkzeuge, des Herzens und der Zeugun Er organe dieser Thiere einer unter ihnen statt finden- den Gradation vom Zusammengesetztern zum Ein- fachern erwähnt. Obgleich sich bey allen in der That nur: Eine Herzkammer findet, so hatten doch einige drey: Abtheilungen derselben und zwey Vor- kammern. Bey andern aber war nur Eine Abthei- lung des Ventrikels, ‚und Eine Vorkammer vorhan- den. Parallel mit dieser Verschiedenheit des Her- zens geht nun auch die der Gehörwerkzeuge, der Zeugungsorgane, und überhaupt des gröfsten Theils der Organisation. Wir würden hiernach also zwey Ordnungen der Amphibien erhalten. Die erste von diesen enthält indels drey Abtheilungen, die in meh- rern andern Stücken zu sehr von einander abwei- chen, als dals sie sich in Eine Familie bringen las- sen. Die Trennung derselben giebt also vier Ord- nungen, und von diesen enthält nun die erste die Schildkröten, die zweyte die Eidechsen, die dritte‘ die Schlangen, und die vierte die Frösche. Die Die wölbte che W bein 0! | mern; ı phibeen, | Darmeaı | männlı D oder maals: zwey | Männch | | Da 2eIL, male nicht ben R | mr E | Milz sı Ihe ha | gungsel nnliches imlichkei. isten Am. 1 gemein rung der KUgungs att finden zum Ein en in der ıtten doch zwey Vor: 'e Abthei - des Her- uge, der en Theil; also Zwei erste vol je in mel: ler abwe- ingen las vier Ord- die erste chsen, ‚jerte die per 259 Die Schildkröten haben einen mit einem ge- wölbten Schilde bedeckten hörper; Kinnladen, wel« che meist statt der Zähne mit einem hornartigen schneidenden Ueberzuge bedeckt sind; eim Brust- bein ohne Ribben; ein Herz mit zwey Vorkam- mern; einen weitern Magen, als die übrigen Am« phib'en’; einen mit einem Blinddarme versehenen Darmcanal; eine Harnblase; eine Clitoris; und eine männliche HKuthe(p). ‘ & Die Eidechsen haben Panzer von Schuppen oder schaalenartigen Platten und äussere Glied- wmaalsen; ein-Brustbein; Hibben; ein Herz mit zwey Vorkammern; und eingekeilte Zähne. Das Männchen hat ein äusseres Zeugungsglied. Der Körper der Schlangen ist ebenfalls gepan- zert; aber es fehlen ihnen die äussern Glied- maalsen. Die Sehnen ihrer Muskeln inseriren sich nicht in das Skelett, sondern in die Haut, Sie ha- ben Ribben, aber kein Brustbein. Das Herz hat nur Einen Ventrikel und Eine Vorkammer. Eine Milz scheint nicht vorhanden zu seyn. Das Männ- chen hat ein äusseres, und zwar doppelites Zeu- gungsglied. Die (p) CaAroest osserv. anat. intomo alle Tartarughe, Schneiman's allgem. N. G. der Schildkröten. Rz 260 Gear Die Frösche haben einen nackten und schlüpfri- Te gen Körper mit vier Gliedmaalsen, ohne Ribben Be und Brustbein; ein Herz mit Einer Kammer und T Einer Vorkammer; eine ziemlich grolse Milz. Das 2 Männchen hat kein äusseres Zeugungsglied. Die L\ Jungen kommen als wahre Fische aus dem Ey und tel gehen erst nach mehrern Verwandlungen zur Form| DE der Amphibien über, 3 Ordnungen und Geschlechter der Am- phibien(g). 6 dei I. Schildkröten. Testudines, M 1» Chelonia, Meerschildkröten, mit langen, un- eine gleichen, platten, durch Membranen verbunde- eine nen Zehen, a, C.... SEVERINI zootom. Democrit. P, IV. N p- 321.| t C.... Gassennı vita Peirescii. L.IL p.ıı2.| C.(caretta?) C,GorTrwarpr’s physikalisch- anatomische Bemerkungen über die Schild- kröten. C. carettae var, Warsaum’s Chelonographia, Y $..23. an 2.Testudo. Flufs- und Landschildkröten mit| Me kurzen und gleichen Zehen, i B N Testu- 2.1: (g) Meist nach Bnocnisarr’s Besiimmung. Bulletin de in la Soc, philomath. An VIH. n. 35, 56. | schlüpfri. ne Ribben mer ul Milz, Day iede Di n Ey uni ‚ur Form Am. es en, UN- rbunde- pP, W pn ‚sikalisch Schild en mit Testi ulletin da Testudo..„. zootom. Democrit, PAV.'pP.32l% T, Indica Schneideri. PerrAurt etc. Abh, zur N. G-B. 2. 5. 321. T. tessellata Schneid. StosArus in Act. lit- terar. et scient. Sueciae, 1730. P.595q. WIE- DEMANN’S Archiv für Zoologie etc, B, 2. St.©. 9..177:. UI. Eidechsen, Lacertae, 1. Crocodilus, Eine kurze, fast bis an die Rän- der festgewachsene Zunge; ein enger, zum Theil knorpelartiger Magen; kurze, an der Wurzel durch eine Haut verbundene Zehen; bey einigen Arten eine gebogene Luftröhre. ©, Niloticus, Or. BorrıcHıvs de Hermetisetc, sapientia. p.272(2). J. Vestinsır obs, anat. c.5. Hasserquisr’s Reise nach' Palästina. C. 2. Perrautretc. Abh. zur N. G. B. 3. 5.53. GC. 3% PerrAuLTt etc. Abh, zurN.G. B.3. S.93. C. alligator. SLoAnE Voyage to the islands Madera etc. Vol, 2.' PLumıer in Schneideri hist, amph, nat. et litt. fasc. s. C. Gangeticus. Merck, Hessische Beiträge, Su5,78.7 s. Tgnana. Eine kurze, ungetheilte, am“Ende freye Zunge; fünf lange, ungleiche, getrennte B#z Zehen, ie] Zehen; ein ausgezeichnet gröfser erweiterungsfä- higer Sack unter der Kehle; bey den meisten, eine gefranzie oder gezackte Haut auf dem Mücken, 3. Draco.‘Eine kurze, am ‚Ende freye. Zunge; flügelähnliche Häute zwischen den Hinter- und Vorderfulsen, 4. Stellio. Eine kurze, am Ende freye und zuge- rundete Zunge; eine Kehle ohne Lufisack; ein platigedrückter Körper; ein Schwanz, welcher höchstens so lang, als der übrige Körper ist, 5. Gecko. Eine kurze, freye,‘am Ende etwas ausgeschnitiene Zunge; fünf fast gleiche, am En- “ de’werdickte und.an der: untern Fläche’mit über einander liegenden Platten versehene Zehen; keine Augenlieder. SrzA ihesaur. T. II p. 125, 126. 6. Chamaeleo: Eine walzenlörmige, verlänge- rungsfähige Zunge; keine äussere Gehöröffnung; Pfoten mit fünf Zehen, wovon zwey den übrigen entgegengestellt sind. Varuısnierı Istoria del Gamaleonte Africano. GAssEnDus in vita Peires- cl. L.V. pP. 345° Tu. Bartaorını hist, med. cent. 2. cap. 62. Hasserquist’s Reise nach Palä- stina. 5.348.. Abh. zur N.G.B.ı. S.31. Swammerpamm’s Bibel der Nat, S, 168. 7. Lacerta. Eine lange, zurückziehungsfähige, tiefgespaltene Zunge; ein unten mit Schildern be- deckter Körper; fünf lange und sehr ungleiche Zeiien an den Hinterpfoten, Lacer- terunpsfä ungsfä 1 Meisten, auf den je Zunge: ıter- unl und zuge sack; ein , welcher r ist, ıde etwas ‚am En mit über 1; keine 26. erlänge- oinung; \ übriger ‚toria di ta Peites ist, mel, ‚ach Pal GB ‚168. ‚sfähige, dern be ın gleiche Lacer Lacerta(vulgaris?). HaARDERL apiar. ob- serv. 21. 8. Scincus., Eine kurze, am Ende.etwas dusger schnittene Zunge; Körper und Schwanz überall mit gleiehen, ziegelförmig über einander liegen- den, und an den händern abgerundeten Schup- pen bedeckt. 9: Chalcides. Eine kurze, am Ende ausgeschnit- tene Zunge; ein langer cylindrischer hörper; sehr. kurze, kaum sichtbare Pfoten. C. apoda. Partas in Nov. comm, Petropol, T. XIX. p.455- 10. Siren. Kiemen und zugleich Lungen. S. lacertina. J. Hunter, Phil. Trans. Vol, EVR p- 307- Cuvıer, Bulletin de la Soc. philomath. An VlI.n.38 S, anguina. SCHREIBER, Phil. Trans. 1801. P.IL, p. 241. IH. Schlangen.'Serpentes. ı. Anguis L. "A. fragilis. Scuneiper hist. amph. fäsc. II, p- 32135- 2. Amphisbaena L, 3. Angaha., 4 Crotalus L. C. horridus. Tyson, Phil. Trans.:1683. p- 25+ Ramgy, ibid.'1ı728. p. 377. DBARTRAM, ibid. 1740. P. 358. nA 5. Vi 264| mann 5. Vipera. Giftzähne; eine Reihe halbzirkelför- miger Schuppen unter dem Bauche; zwey Rei- hen von Schildern unter dem Schwanze; einer- ley Schuppen auf dem Kopfe und auf dem Rücken, V. Aspis. PERRAULT etc, Abh. zur N, G.:B: 7. $.7. Mem, de l’Acad, de Montpellier, 1732, 6.Coluber. Keine Giftzähne, Bauch-Schuppen und Schwanz- Schilder, wie bey den Vipern; aber die Ropi-Schuppen verschieden von den Rücken- Schuppen, C. Natrix. BLUMENBACH in Voısts Mag. f.d. Neueste aus der Physik etc, B,V, St. ı. 3 7,Boa L, 8. Caecilia L. 9 Acrochorda, IV. Frösche. Ranae, 1. Rana Schneideri, BR. temporaria. Swammernamn’s Bibel der Nat. S.3ı2. Röseı hist, nat. ranarum nostra- tium. SH. c,2, R,esculenta. Röser hist, nat. ran. SM. Ci R. paradoxa. SzsA thesaur, T,I, p- 1277 5q. 5, Bufo Schneideri. B. cinereus. Röser hist. nat. ran. S.V, c.2. B. fuscus. Röskr hist, nat, etc, S.IV. c. 2 B, igneus, Röser hist, nat. etc, S.VI.c.». 3. Hyla bzirkelfi, Zwey Re, NZe, einen | auf dem N. G.B.; 1732, Ä Schuppen bern; aber 1 Rücken Mag. fd 1047, Bibel de m nosit Il, c& 12750. mn 265 3. Hyla Laurentii. : H. virrdıs.© Böserihist."natsietck SL 4. Salamandra Schneideri. S. terrestrio. Wurrsaınır Salamandrol. c.$. p: 66. act. Hafn, Vol. IV. P. ı. obs..2."PERRApLTFetC HF Abh.- zur N.,G,B..2, $. 237. Zınn, Götting. Anzeigen von gel.$a- chen441759:.2:127: S. taeniata. Du Far, Mem. de l’Acad. des sc. a Paris. 1729. R5 Fünftes f / 266 Aemarermunenen : TEEN aan ee; ber; dert z Kıen Fünftes Kapitel. En Eis.che(r). kulırt en Larven | men,€ D. Fische haben einen ungleich plattern Kopf,| Koplse wie die bisher betrachteten Thierarten. Es fehlen| muske demselben, wie dem der Vögel, die äussern Ge- mige, ruchs- und Gehörorgane. Beyde Kinnladen gestatten ei nicht nur eine Bewegung von oben nach unten, und umgekehrt, sondern lassen sich bey manchen auch I hervorstolsen und zurückziehen. Sie sind nicht,| gedrü wie bey den Säugthieren, die einzigen Organe, wel-| Keine che Zähne haben, sondern bey manchen Fischen ist all d auch der Gaumen, der Schlund und die Zunge da- den Ar mit besetzt. Der Kopf geht geradezu in den Rumpf terleib über, dep sen( (r) A. Govan historia piscium. Im Iı M.E. Brocu’s ökonomische N. G. der Fische Deutsck- k, zen: lands.;| Brust M. E. Brocn’s N. G. der ausländischen Fische. Hist. nat. des poissons, par LA Cerepe. N M. Vıca-D’Azyr, Mem. pour servir a P’Histoire| anatomique des poissons. Mem. presentes. 1773. st p. 18, 223. Man A. Monro Vergleichung des Baues und der Physio- che, logie der Fische mit dem Baue des Menschen und seit der übrigen Thiere. in Kopf, {5 fehlen ssern Ge gestatten nten, und hen auclı ıd nicht, ne, wel- chen ist inge da- \ Rump! über e Deutsch he, "Histoire (65, 3775 y Physio ‚chen un? emnaenuuz 267 über, ohne von diesem durch einen Hals abgeson- dert zu seyn. Gleich hinter jenem befinden sich die Kiemen(branchiae), welche allein ‚den Fischen unter allen übrigen Thieren mit einem innern arti- kulirten Skelett, nur das Geschlecht Siren und die Larven der Frösche unter den Amphibien ausgenom- men, eigen sind. Sie liegen zu beyden Seiten des Kopfs entweder frey, und blos von einem Schliels- muskel umgeben, oder durch eine halbmondför- mige, mit Muskeln versehene Schuppe, den Hhie- mendeckel(oyerculum branchiale) bedeckt. Der Rumpf ist bey den meisten Fischen platt- gedrückt, und der Schwanz, so wie der Kopf, durch keine genaue Gränze von ihm getrennt, Die An- zahl der Wirbelbeine variirt eben so sehr, wie bey den Amphibien. Zwischen der Brust und dem Un- terleibe dindet äusserlich keine Trennung statt, £ Bey denen Fischen, welche Ribben haben,’ schlies- sen diese sowohl die Brust- als die Bauchhöble ein, Im Innern ist indels jene von der letztern bey meh- rern durch ein häutiges Zwerchfell geschieden.'Ein Brustbein findet sich nur bey wenigen Arten. Statt der äussern Gliedmaalsen besitzen die Fi- sche Flossen(pinnae), oder knorpelartige, durch Membranen verbundene Anochen, wovon die, wel- che die Stelle der. vordern Gliedmaalsen vertreten, seitwärts an der Brust(Brustflossen, pinnae pecto- 205, u mann pectorales), und die, welehe statt der untern oder hintern Gliedmaalsen dienen, unter dem Bauche vor, unter oder hinter den Brustflossen(Bauch- flossen, p. ventrales) sitzen. Ausser diesen Flos- sen finden sich noch eine oder mehrere auf dem Rücken(Rückeuflossen, p. dorsales), eine am Schwanze(Schwanzflosse, p. caudalis), und eine unter dem Schwanze,(Afterflosse, p analis). Die Muskeln der Fische inseriren sich mit ihren Sehnen, gleich denen der Schlangen, in die Haut, Die Fasern derselben haben das’ Eigene, dafs sie nicht rund, sondern platt sind. In Ansehung der Bedeckungen des Körpers las- sen sich die Fische in drey Familien eintheilen. Ei- nige sind nackt, gleich den Fröschen, und blos mit einem dünnen Schleime überzogen; andere sind mit Schuppen, und noch andere mit hornartigen Schil- dern bedeckt.: Sowohl auf der äussern Fläche dieser, Bedeckungen, als in allen innern Cavitäten des Kör- pers der Fische, vorzüglich denen des Zellgewebes, findet sich eine grolse Menge eines ölichten Saftes, welcher auf der Oberfläche des Körpers durch zahl- reiche Ausführungsgänge mehrerer, zwischen der Haut und den Muskeln liegenden Canäle excernirt wird. Bey verschiedenen Fischen enthalten die Zwi- schenräume zwischen der harten und weichen Hirn- haut. seiner | schen, | 1 | harmon | Vögel. dunge von( gen? | Hime falls F log sit | und der | hier he unter beträc tität rakte ı nen( | 2 | Rückgı item oder m Bauch (Bauch. esen Flo; auf dem eine am $),. und sse, p mit ihren die Haut, ‚ dals si pers las len, Er blos mit sind nl gen Sch! (che diese n des Kör IIgewebti en Saftes rch zahl- chen der excernil n die Zw: hen Hin haut, —| 269 haut, dem Herzbeutel und dem Herzen, dem Bauch- felle und den Gedärmen auch eine Menge salzichtex Feuchtigkeit. Inter den innern Organen zeigt das Gehirn in seiner Struktur mehr Abweichungen bey den Fi- schen, als bey irgend einer andern Thierclasse. Es harmonirt indels in mehrern Stücken mit- dem der Vögel. Wie diesem, so fehlen auch jenem die Win- dungen(gyrl), der Hirnbalken, der Bogen, die von diesem abhängenden Theile, die Hervorragun- gen zwischen den Sehehügeln und den kleinen Hirne, und der Hirnknoten. Es hat dagegen eben- falls Hervorragungen, welche den Vierhügeln ana-. log sind, aber zwischen den gestreiften ‚Körpern und den Sehehügeln liegen. Die letztern sind auch hier hohl, und liegen ausserhalb den Hirnhöhle; unter der Basis des Gehirns(s). Von Rinde ist eine beträchtliche, von Mark aber nur eine geringe Quan- tität vorhanden(t). Einen unterscheidenden Cha- rakter desselben machen gewisse, hinter dem klei- nen Gehirne liegende Hervorragungen aus(u). Das Rückenmark liegt nicht in der Höhle des Rückgrats, sondern auf demselben, zwischen den obern (3) Cuvıer, Bulletin de la Soc. philomath. An VI. n. 27. p. 19. (t) Wiırrısır anat. cerebri. p.35, in Opp. ex ed. BrAsır. (a) Cuvien a. a, 0. 2709 u obern Fortsätzen der Wirbelbeine. Der innere Ca- nal des Rückgrats ist mit einer gelatinösen Masse angefüllt. Das ganze Nervensystem der Fische hat das Ei- gene, dafs blos der Geruchsnerve, und auch dieser nicht bey allen, zu einem grolsen Knoten anschwillt, keiner der übrigen Nerven aber Ganglien hat. Di, wo jener Rnoten am Geruchsnerven fehlt, ist dieser Nerve weit dicker und härter, als bey denen,'wel- che mit dem erstern versehen sind GR)- Die Sehenerven der Fische haben mehrere Ei- genheiten in ihrem Laufe und ihrer Struktur. Bey verschiedenen Fischen mit Gräten gehen diese Ner- ven nur über einander hin, ohne sich zu durch- kreutzen; hingegen bey mehrern Knorpeläschen spaltet sich der Nerve des linken Auges und lälst durch diese Spalte den Nerven des rechten Auges durchgehen(y). In dem Sehenerven mehrerer grölseren Fische, unter andern des Schwerdt- und Thunfisches, ist das Mark in lauter wurmförmige, mit der weichen Hirnhaut bekleidete Fortsätze ver- einigt, welche bald parallel mit der Axe des Nerven gehen, (x) ScarpA de audıtu ei olf. p. 67.$.9, 10. (y) Harzer, Mem. de l’Acad. des sc. a Paris. 1762. p. 76. CAmrer’s kl. Schriften. B.-2.$.14. SöMMERING in den Hessischen Beyträgen. 1781. St, 2. oehen; yereit yerve( | schen | Hinze tenns Gehir men Ried haut Class | schen | chen ı | nen ein innere Ch. ösen Mas hat das Eı ıch dieser nschwillt, hat, 1a ist dieser nen, wel ehrere Eı- tur, Bey iese Ner- ı durch- ellischen und lälst ten Auges mehreret ‚erdt- unl mförmige, Isätze Vel- 5 Nerven gehen, 1702. p Wi MERING IM man 21 gehen, bald’sich in Schlangenlinien unter einander vereinigen(2). Der Gehörnerve(portio mollis) ist bey allen Fi- schen kein eigener Hirnnerve,. sondern: ein: Blofser Ası des fünften Taars der Hirnnerven! Der Antlitz- nerve(portio dura) entspringt bey. den Knorpelf- schen unmittelbar aus dem: verlängerten Marke. Hingegen bey den mit Schuppen versehenen Grä- tenhschen ist auch Jdieser nur ein Ast des letzten Gehirnnerven, der nach der Speiseröhre, den Kie- men und den Präcordien geht(a). Der Sitz des Geruchsorgans der Fische sind zwey vor den. Augen, oder auch auf der untern Fläche des Ropfs ohnweit dem Maule liegende Höh- len, deren Eingänge sich gleich, den Nasenlöchern der Säugthiere und Amphibien erweitern und- ver- engern lassen(b). Höhlen haben- weder Riechbeine, noch Riechknorpel.. Aber die Riech- haut erhebt sich bey den meisten Thieren. dieser Classe in eine Menge Falten. Bey‘ den Knorpelfi- schen sind diese in zwey Reihen paralleler Plätt- chen vertheilt, von welchen jede, gleich den Zäh- nen eines doppelten hammes, an eine mittlere knor- pelige (2) Marrıcnr de cerebro, in Opp. p. 120, (a) Scarra l.e. p.ı2.(.ı8sq. p.ı9.$.5sq- (b) ScAaurA l.c. p.70.%.2. 2:72: 9 P-65:$. 2:3, Ber 272 nn pelige Scheidewand. befestigt ist(0). Bey den Grä- tenlischen mit Schuppen bilden die Falten Strahlen eines Cirkels, indem sie sich von einem in der Mitte der Nasenhöhle‘beiindlichen Ligamente nach dem Umkreise derselben ausbreiten(d). Bey den erstern hat überdies noch jedes Plättchen wieder eine‘ Menge kleinerer, sehr zarter Falten, welche strahlenförmig vom gemeinschaftlichen Bande nach dem Umkreise jedes Plättchens laufen(e). Die Ge- ruchsnerven der runden HKnorpelüsche vertheilen . sich vor ihrem Eintritte in die Nase in viele kleinere Filamente, die durch kleine Oeffnungen häutiger Scheidewände, welche die Nasenhöhlen von der Schädelhöhle trennen, in jene Cavitäten dringen(f). Bey den platten Knorpeltischen, denen jene mem- branöse Scheidewand fehlt, bildet die‘harte Hirn- hant eine scheidenartige Bekleidung für jeden ein- zelnen Faden der Geruchsnerven bey deren Zeräste- "lang in den Geruchshöhlen(g). Bey den Gräten- oO fischen mit Schuppen endlich vertheilt sich der Ge- ruchsnerve ohne diese Hülfsmittel in strahlenförmi- ger Gestalt auf dem Nasenboden(h). Uebrigens erhält (©) Scarra lc. p. 70.$. 4 pP. 7% 9.20, HArwoon’s vergl. Anat, u. Physiol. 5.34. (d) Scarra l.c. p.65.{. 4. HäArwooo a. a. O. 9,55. (e) ScanrA l.c. p 73. 9.12, 15. (f) ScarrA pP. 71. 56. (g) ScarrA p. 71.6.5 6. (bh) Scarra p. 66. p. 6 5q. erhält der de chen Hülßs | D: Bi; Es ist: fischen | ö [carula schen haut | haut, | Grube, den Fi rien A Nerv. derei verthi | einem dem sc de soRt \her zw. prachı ON I Da ’ den Grä 1 Strahlen em in der 1ente nadı Bey den en wieder 1, welche ande nadı . Die vertheile le kleinere n häutiger von dk ingen(h) ne mIeM- te Hirn- len ein 1 Zeräste n Gräte -h der 6i hlenförn! Vebrigens erhält- [Ar WOOD$ ur 273 erhält auch die Nase der sämmtlichen Fische, gleich der der Säugthiere, ausser diesen von den eigentli- chen Geruchsnerven herrührenden Fäden nech Hülfsnerven vom fünften Hirnnerven-Paare(i). Das Auge der Fische nähert sich dem der Vögel. Es ist bey den meisten flach, nur bey den Raub- fischen convex,. Die Sklerotika ist dick und fast carülaginös. Der Sehenerve durchbohrt in Zwi- schenräumen die Sklerotika, Chorioidea, die Gefäls- haut und die Ruyschische Membran. Jene Gefäfs- haut, welche die Chorioidea von der Ruyschischen Membran trennt, ist eine zarte, den Fischen ei- gene Haut, welche zur Unterstützung einer aus der Ciliar- Arterie entspringenden Ramilikation von Ge- fälsen dienet. Die Ruyschische Membran hat eine Grube, in welcher ein sehr rother, ebenfalls nur den Fischen eigener Muskel liegt, der seine Arte- rien aus der Gefälshaut erhält. Aus dem optischen Nerven kömmt eine Arterie mit zwey Äesten, wovon der’eine sich auf der hintern Fläche des Glaskörpers vertheilt, der andere um die Netzhaut herum zu einem von der letztern zur Crystallinse gehenden, dem schwarzen Fächer der Vögel analogen Organe, der sogenannten campanula läuft, nachdem er vor- her zwey Aeste abgegeben hat, welche eben so viele prachtvolle Cirkel um die Glashaut bilden. Jene cam- (i) ScARPA p. 69.$.ı2. p.72.$.8. d. Bd, F) / 274 campanula ist bey dem Hechte und der Forelle eine gefleckte, inwendig weisse, gefäls- und nervenrei- che, glockenförmige Membran, wovon die Spitze mit der Crystallinse, das breite Ende aber mit der Tran- benhaut zusammenhängt. Bey dem Karpfen ist sie ein Fortsatz der Ruyschiana und der Netzhaut, der anfangs die Form eines Beutels hat, nachher aber die eines breiten Bandes annimmt, und in dieser Gestalt zur hintern Fläche der Linse geht. Der Glaskörper ist bey den Fischen klein, aber sehr con- vex, die Menge der wälsrigen Feuchtigkeit gering, und diese zähe. Eine Tapete und ein Ciliarkörper ist nicht vorhanden. Die Netzhaut ist mit einem schwarzen Schleime überzogen, und leicht in zwey Lamellen, eine fibröse und breyartige zu trennen. Die Iris entspringt aus der Chorioidea, ist aber un- beweglich. Die Traubenhaut ist mit der Glashaut verwachsen(k). Das Ohr der Fische ist von noch einfacherm Baue, als das der Amphibien. Von einem äussern Gehörgange, Trommelfelie, einer Trommelhöhle und Eustachischen Röhre ist keine Spur vorhanden. Bey den Knorpelfischen, wo es noch am zusam: mengesetztesten ist, liegt gleich unter den allgemei- nen Bedeckungen des Kopfs eine ovale, durch eine gespannte Haut verschlossene Oeffnung, und unter dieser die Höhlung des-Vorhofs. In der letztern beiin- (k) Haızzr opp. min. T. III. p. 26. hefind sen N tiger halbe komm übereii hingen Inmm: (ovale habaı dünn abge: Stein trikt. an(m I noch d {hlere: che( rung und dern verei orelle eine | nervente Spitze nit : der Trau- fen ist si: haut, der hher abe in dieser seht, ‚Der r sehr cot- teit gering, liarkörper mit einen tin zwej trennen, aber un- ‚Glashaut einfachen em Aussen mmelhöll vorhandeı m zusant ‚allgemei urch ein und untl gr Jeizen bein befinden sich drey Steinsäckchen mit einer gelatinö- sen Masse, woran hinten ein Steinchen von kalkar- tiger Substanz hängt, und die Zugänge zu den drey halbcirkelförmigen cartilaginösen Canälen. Diese kommen in ihrer Struktur mit denen der Amphibien überein. Die in ihnen enthaltenen häutigen Canäle hängen mit den Steinsäckchen durch Zellgewebe zu- sammen(l). Den übrigen Fischen fehlt sogar das ovale Fenster und der Vorhof. Statt des letztern haben sie eine blofse Vertiefung, die durch eine dünne, mit Gefälsen durchwebte Haut vom Gehirne abgesondert ist. In dieser Grube befindet sich ein Steinsaek mit zwey Steinchen, und über diesem trifft man Spuren von halbeirkelförmigen Canälen an(m). DBeyde Classen von Fischen haben auch noch das Eigene, dafs sich nicht, wie bey den Säug- ibieren, Vögeln und Amphibien, blos der eigentli- che Gehörnerve an den schlauchförmigen Erweite- rungen der halbcirkelförmigen membranösen Canäle und an den Wänden der Steinsäcke vertheilt, son- dern dals sich mit ihm auch Fäden des Antlitznerven vereinigen(n). Die Zunge der Fische ist cartilaginös oder knö- chern, und bey mehrern am Boden des Mundes be- festigt. aus S» d) Scarrı lc. p.8. c.2 (m). ScARPA p. 18. c. 2. (mn) ScARPrA 2. P.8 8q..5.$.5 3. 276—_—— festigt. Bey einigen fehlt sie ganz, und da, wo sie vorhanden ist, finden sich an ihr keine Nerven- wärzchen(o). Zum Organe des Tastens dienen wahrscheinlich mehrern Thieren dieser Ulasse die langen Bartfasern (cirri), an deren Wurzeln sich ein Ast des fünften Hirnnerven-Paars verbreitet(p), und welche bey einigen Fischen(z. B. dem Geschlechte Silurus) eine auffallende Aehnlichkeit mit den Fühlfäden der Mollusken, bey andern(verschiedenen Lophien) mit den Antennen der Crustaceen und Insekten, vor- züglich mehrerer Tagschmetterlinge(9), haben. Die Lungen fehlen, wie schon bemerkt ıst, al- len Fischen, und mit ihnen auch die hintern Oeff- nungen der Nasenhöhlen, die Luftröhre und der Hehlkopf. Die Riemen, die ihnen zum Ersatze die- ser Organe dienen, sind bey den meisten Fischen aus mehrern über einander liegenden und mit einer sehr'grolsen Menge von Blutgefälsen durchwebten Blättern, zwischen welchen ein freyer Durchgang vom ‚Rachen zur äussern Riemenöffnung statt fin- det, zusammengesetzt. Die einzelnen Blätter be- stehen (0) FrAcAssATı epist. de lingua, in MANGETL Bibl. anak IEAnR P- 461, 4062. (p)'ScArpA 1. c.p.72.(.$. (9) ComMERsoNn in LA Cerene’s Hist, nat. des poissons. TR ‚p.328. stehen Kamme nen 61 auf de mit de der Kie | Haut be Ichen s0\ chen de: | Plätten und ın aus de gemeit Gewöl | von We | ten hat, noch ei chta), steht, deckel zusam nur dj Be Abtheil da, wo sie ine Nerven ırscheinlil Bartfaser: les fünfte welche br te Sılarıs) hlfäden de n Lophien) sekten, vor ), haben. orkt ist, al tern Oefl: e und der \isatze di en Fisch d mit ein urchwebld Durchga; g statt hir Blätter be stehei L Bibl. ai des poisor! rer 277 stehen aus Filamenten, die wie die Zähne eines Hammes geordnet und nach dem Maule hin an klei- nen Gräten befestigt sind. Die letztern artikuliren, auf der einen Seite mit dem Schädel, auf der andern mit dem Zungenbeine. Der entgegengesetzte Rand der Kiemen ist entweder an der innern Seite der Haut befestigt, und dann giebt es an diesem Rande eben so viele besondere Oeffnungen zum Durchstrei- chen des Wassers, als Zwischenräume zwischen den Blättern vorhanden sind, oder er ist unbefestigt, und in diesem Falle wird das eingeathmete Wasser aus den Zwischenräumen der Kiemen durch eine gemeinschaftliche Oeffnung wieder ausgetrieben(r). Gewöhnlich giebt es vier hiemen an jeder Seite, von welchen jede eine doppelte Lage von Filamen- fen hat. Mehrere Fische besitzen ausser diesen nöch eine fünfte einfache Kieme(Pseudobran- chia), die nur aus Einer Lage von Filamenten be- steht, an der innern Seite des vordern Kiemen- deckels liegt, bis an ihren äussern Rand mit diesem zusammenhängt, und bald grofs, bald klein, bald nur ein blofser Ansatz ist(S). Bey einer kleinern Anzahl von Fischen aus der Abtheilung der HKnorpelfische liegen, statt dieser blätter- (r) Duverner, Mem. de V’ Acad. des sc, a Paris. 1701. 3ROUSSONET, ebendas: 1785. |%, (s) Brocn’s' ausländische Fische. Th.4. S.IY. 3 blätterförmigen Riemen, sechs bis sieben membra- nöse Beutel an beyden Seiten des Rörpers, von wel- chen jeder Eine Mündung hat, die nach aussen scht, und Eine bis zwey andere, wodurch er mit dem Schlunde in Verbindung steht. Zugleich haben diese Fische, wie die Wallfiische, einen Canal, des- sen eine Oeffnung am Gaumen, die andere am Ko- pfe liegt, und wodurch sie Wasser, das von aussen durch die Kiemen in den Schlund gekommen ist, wieder aussprützen. z Ausser den Riemen hat ein Theil der Fische, zum Ersatze der Lungen, auch ‚noch eine Schwimmblase ‚oder einen häutigen, weissen, durch einen besondern Ganal, den Lu figang, mit dem Schlunde oder Magen in Verbindung stehenden Sack, der mit vielen und grolsen Blutgefälsen durchwebt ist, und sich am Rückgrate herunter bis tief in die Bauchhöhle erstreckt. Er hängt nahe unter dem Zwerchfelle an dem aweyten Wirbelbeine fest-an, und bedeckt die hinter ihm liegenden Nie- ren. Bey einigen Fischen ist er einfach, bey andern doppelt, und in diesem Falle stehen die beyden Stücke, woraus er besteht, durch einen Canal mit einander in Verbindung(t). Die Beschaffenheit des in ihm enthaltenen Gas ist wahrscheinlich veränder- lich. (1) Fıscuer’s Versuch über die Schwimmblase der Fische, tich, F Karpfe gem Fi in deı Sauers einigen Bey jschlecht | der Sc älnlie Körpe den Vi Tetro | dieinn findet z | men Jie Behälte durch. pen v voni ausgel N membra- , von wel. Ussen geh, I mit den ich. habın sanal, dee. re am Kr on aussı men it, ler Fisch, noch eine 1, weisse, ang, mi stehenden ıtgefälsen runter bi ängt naht 'jrbelbein enden Nit bey anden lie beydan Canal mit enheit des veränder lich ublase d# nn— 279 lich. Fourcroy(u) fand in der Schwimmblase des Karpfen Stickgas, PriestLe£y(v) in denen von meh- rern Fischen unreines Sauerstofigas, BRODBELT(w) in der Schwimmblase des Schwerdtfisches unreines Sauerstoffgas, und La CerEpe(x) in denen von einigen Schleihen-Wasserstoffgas., Bey mehrern Fischen, vorzüglich den Ge schlechtern Balistes und Tetrodon, finden sich, statt der Schwimmblase, unter den äussern Bedeckungen ähnliche Luftbehälter, vermittelst welcher sie ihren Körper in Turgescenz versetzen können, wie bey den Vögeln und Amphibien. Bey dem Geschlechte Tetrodon wird der grölste dieser Luftbehälter durch die innere Membran des Bauchfells gebildet, und es findet zwischen ihr und. der Höhle, worin die Kie- men liegen, eine Verbindung statt. Das in diesen Behältern angesammelte Gas wird wahrscheinlich durch zwey neben dem After liegende und mit Rlap- pen versehene Oeffnungen, die einen Durchgang von innen aber nicht von aussen gestatten, wieder ausgelassen(y). Z Wie (u) Annales de Chjmie. T.I. p. 47. (v) Versuche und Beobacht. über verschiedene Theile der Naturlcehre. B.2. Cw) Duncan’s med. Annalen für das J. 1709. S. 205. (x) Hist. nat. des poissons. T.I. p. CH. (y) Monno(Vergl. des Baues und der Physiol. der Fi- 54 sche 280—— Zwischen dem letzten KRiemenpaare vor dem Brustbeine liegt das Herz, das cylindrisch, prisma- tisch, kurz von sehr mannichfaltiger Gestalt ist, Aus der einfachen Kammer desselben entsteht nach oben und vorne ein grolser Sack, der einem ZWey- ten Ventrikel ähnlich ist, und ,' indem er allmählig enger wird, in die Riemenarterie übergeht. Diese theilt sich gleich nach ihrem Ursprunge in vier Zweige, die zu den Riemen gehen, wnd sich auf deren Blättern verbreiten, nach dieser Vertheilung aber sich wieder zu einem gemeinschaftlichen Stam- me, der Aorta, vereinigen, us welchem die Arte- rien aller übrigen Organe entspringen. Die des vor- dersten Riemenpaars vereinigen sich aber mit die- sem Stamme erst, nachdem sie sich im Gehirne und in den Sinnesorganen verbreitet haben. Ei- nige, die man mit den Lungenvenen der Säugthiere und Vögel vergleichen kann, ergielsen sich auch unmittelbar in die Hohlvene ‚ ohne ihr Blut andern Orga- scheetc. 8.19) und mit ihm mehrere andere Schrift-‘ steller schreiben diesen Oeffnungen einen andern Zweck zu, nehmlich ‚die salzichte Flüssigkeit, die in den Höhlungen des Schädels, der Brust und des Un- terleibs der Fische enthalten ist, einzulassen. Aber es ist gar nicht wahrscheinlich ‚ dafs diese Flüssigkeit von aussen eindringt, und wenn dies auch der Fall wäre, so könnte es doch unmöglich durch jene Oeff- nungen geschehen, wegen der Hla en, womit die 8 8 5 IE selben versehen sind, [} Organe nen tlı diese (sau geht| wieder | Qeiknun nie gel u T kömn hält: | der lei | mehr| | der Säı schütte den,| nigen oder ° vor dem ch, Drisıng Gestalt ie, steht nad nem zwer. " allmählı: ht. Dies se in vie d sich auf ertheilun chen Stan. n die Arte )ie des vor- r mit die ı Gehirne en, Ei- äugthiere sich auch ut anden Orga lere Schrift nen anden keit, dıe ın nd des Un- en. Aber Jüssigkeit h der Fıl jene Oct womit die — 281 Organen vorher mitzutheilen, Die simmtlichen Ve- nen tliessen zu drey grolsen Stämmen zusammen; diese vereinigen sich in einem sehr grolsen Bekälter (sinus venosus); die obere Oeilnung dieses Sacks geht.in das Herzohr über, und aus diesem iiefst wieder das Blut durch eine mit Rlappen versehene Oeifnung in den Ventrikel, woraus es gekommen war, um durch eine andere, ebentalls mit Rlappen versehene Mündung von neuem in die Kiemenarte- rie gelrieben zu werden. ‚Das Blut, das in diesen Gefälsen circnlirt, kömmt in der Farbe dem der Säugthiere gleich, ent- hält aber weniger Serum und mehr Cruor, als das der letztern. Beyde Bestandtheile haben auch weit mehr Verwandtschaft zu einander, als die des Bluts der Säugthiere, indem sie bey der geringsten Er: schütterung des Gefälses, worin sie aufbewahrt wer- den, sich wieder zu einer homogenen Masse verei- nigen, Das Serum zeigt keine Spur von Säuren, oder Alkalien, Der Nahrungscanal der Fische nähert sich dem der Amphibien. Der Pharynx fehlet hier ganz. Der, zuweilen mit Zähnen besetzte, Schlund ist kurz, dabey aber weit und membranös. Der Ma- gen ist lang, von dem Schlunde in der Weite wenig verschieden, wie‘ bey mehrern Vögeln entweder ganz häutig, oder doch nur zum Theil muskulös, S5 und x 222 em und bey einigen durch eine Verengerung in zwey Theile geschieden. ‚ Ueberhaupt liegt er, nicht der Queere, sondern der Länge nach. Seine innere Fläche ist mit Drüsen besetzt, wie bey deu Vögeln und Amphibien. Bey seinem Eintritte in den Darm. canal findet sich entweder eine Klappe, oder, wo diese fehlt, wird sie durch Verengerungen und Frümmungen des dünnen Darms ersetzt, An dem Pförtner einer grolsen Menge von Fi- schen findet sich eine Organisation, die man bey keiner der höhern T'hierclassen antrifft. Aus ihm entspringen nehmlich cylindrische, auf ihrer innern Fläche mit Drüsen besetzte, und mit einem schar- fen salzichten Schleime angefüllte Blinddärme(ap- pendices pyloricae), deren Zahl sich bey manchen auf. viele Hunderte beläuft. Bey diesen, wo die Anzahl derselben schr grols ist, vereinigen sich je- doch gewöhnlich mehrere zu einem einzigen Canale, so dals der Mündungen im Pförtner dech nicht sehr viele sind. Was aber vorzügliche Aufmerksamkeit verdient, ist dies, dafs alle Fische dergleichen blinde Anhänge haben, bey welchen das Pancreas fehlt, und dafs jene denen Fischen mangeln, bey welchen das letztere vorhanden ist, Der Darmcanal geht bey mehrern Fischen, und besonders bey denen, welche einen sehr länglichten Körper haben, fast in gerader Richtung zum After. Da, Di, N nur W Rörpe Jesse Beym kurze! | Darme: | Totten( ben d I beya Harn: der I von gerad EIsite hautı ner bis in Zwey | nicht der IE Innere eu Vögel len Dan, oder, wo gen und € von fr man bey Aus ihn fer innem em schar- rme(ap- nanchen wo die sich je n Ganalke, uicht sehr ksamkeit gleichen Pancreas sein, bey on, und glichten m Al tel, Di, m 283 Da, wo er;Windungen macht, sind dieser doch nur wenige, so dals seine Länge die des ganzen Körpers nicht viel übertrifft. Der unterste Theil desselben ist weiter und dicker, als der obere. Beym Anfange desselben liegt eine Klappe und ein kurzer Blinddarm. Der obere diünnere"Theil des Darmcanals hat viele und grofse Falten, ab& keine Zotten(z).‘Der untere dickere Theil, dessen Fi- bern der Länge nach laufen, und in welchem sich bey mehrern Fischen die Ausführungsgänge des Harns und der Eyer öffnen, kömmt mit der cloaca der Vögel und Amphibien überein. Bey einigen von denjenigen Fischen, deren Darmcanal fast in gerader Richtung vom Pförtner zum After fortgeht, erstreckt sich eine grolse Falte der innersten Darm- haut in der Gestalt einer Wendeltreppe vom Pfört- ner bis zum After, Die Stelle des Netzes wird, wie bey den Vögeln und Amphibien durch grofse Fettklumpen, so hier durch eine weisse, schmierige, über den dünnen Darın verbreitete Materie ersetzt. Den Milch- und Lymphgefäfsen, die bey den Fischen von beträchtlicher Gröfse sind, fehlen die Drüsen, wie denen der Amphibien, und zugleich die F (2) Runorrmı in Berırs Archiv& d. Physiol. B. IV. S. 75» 349. 284— die Klappen, ausser am Ende des ganzen Systems. Jene bilden zwischen den beycden innersten Häuten des Darmcanals unter.einander, und gegen ihre En- den mit denjenigen lymphatischen Gefälsen, die sich in der Leber, Milz und dem Pancreas verbreiten, zahlreiche Anastomosen, und diese Geflechte ver- einigen sich weiterhin mit Rn lymphatischen Ge- fälsen des übrigen Körpers in zwey Behältern, wel- che durch eben so viele mit Klappen versehene Mündungen bey den Knorpelfischen in die Schlüs- selbeinvene, bey den Fischen mit Gräten aber in die untere Hohlader übergehen. Die Milz der Fische ist der der Säugthiere ıh- rer Lage, Grölse und Struktur nach weit ähnlicher, als die, welche sich bey den Moseln und Amphi- bien findet. Von dem Pancreas ist schon oben bemerkt„dals nur diejenigen Fische damit versehen sind, welche keine Blinddärme am Pförtner haben. Eine Leber mit einer Gallenblase haben alle Fi- sche, und zwar sind beyde hier von beträchtlicher Grölse. Jene ist bey einigen Fischen so lang, wie der ganze Unterleib, und bey mänchen einfach, bey andern in zwey bis drey Lappen getheilt, Sie ist aber nicht immer, wie bey den vorhergehenden Thierclassen, braunroth, sondern bey einigen gelb, bey bey A mancl sich Theı zung | bey de l i | | | Gallen! den let durch wie( ea Bauc | einige als; öffnet welch liegt der 285 N Systems, j> bey andern bläulich, bey andern grün, und bey 'en Häuten E ea, ee manchen purpurtarben. Vorzüglich in ıhr findet Ben sich jene ölichte Flüssigkeit, womit alle innere er Theile der Fische getränkt sind(a). Ihr Ausfüh- RE rungsgang öffnet sich bey den meisten Fischen, wie on I bey den mehrsten Vögeln, abgesondert'von dem der güllen 65 Gallenblase in den dünnen Darm, aber, wie bey Me N den letztern, so steht auch hier diese Blase mit ihr versehene durch Leberblasengänge in Verbindung, die Sch IN en aber in Die schmalen und platten Nieren, die so lang‘ wie der ganze Unterleib sind, liegen parallel neben einander zu beyden Seiten des Rückgrats auf dem othiere ıh-: 2 5 es ei& Bauchfelle, Ihre Ausführungsgänge öffnen sich bey ihnlicher Be en; ER ns einigen Fischen in den untersten Theil des Darmca- ' Amphi ' Amphi- DE;; ! nals; einige aber haben eine, Harnblase, und diese öffnet sich nach aussen durch ein besonderes Loch, Er kaf welches zwischen der Afterflosse und dem After PEYKL,(als En liegt. Der Harn der Fische ist consistenter, als der (; weich: 3 R 3 2 der übrigen Thiere. z Die Zeugungstheile sind bey den meisten Fi- en alle Fi schen(den Grätenfischen) einfacher, wie bey irgend ächtlichet einer andern Thierclasse mit getrennten Geschlech- ang, WIE tern. Die des Männchen bestehen in einem einfa- 'ach,'bey chen, Sie ist gehenden(a) Bey dem Kochen ist mehr als die Hälfte der Leber ıl N el); te a 1gen 5 blofses Fett. Vauvaverin, Annales de Chimie. T.X, h; r D) p- 195- 286 Gumanenuunse: chen, oder doppelten, länglichten ‚ parallel mit den Nieren vom After bis zum Zwerchfelle herabgehen- den, und aus mehrern Lappen zusammengesetzten Körper, welcher zur Laichzeit mit männlichem Saa- men angefüllt, ausser dieser Periode aber kaum sichtbar ist. Die Ausführungsgänge, wodurch der Saamen excersirt wird; gehen der Länge nach durch den Hoden herunter zu den Saamenbläschen. Diese liegen am After und vereinigen sich in einen ge- meinschaftlichen Canal, der sich neben dem Ende des Mastdarms und der Mündung der Harnröhre nach aussen Öffnet. Verwickelter ist der Bau der männlichen Zen. gungsorgane bey einigen Knorpeläschen, Der Hode ist hier theils aus einer weissen Materie, wie der der Grätenfische, theils aus runden HKörperchen zu- sammengesetzt. Aus diesen entspringt ein Neben- hode, welcher gröfstentheils aus zusammengewun- denen Röhren besteht, die sich in ein schlangenför- nıiges ausführendes Gefäfs endigen, An dem letz- tern ist der untere Theil sehr erweitert, und nahe an der äussern Seite dieser Erweiterung liegt ein Beutel von ziemlicher Grölse, der mit einer grünen Feuchtigkeit angefüllt ist, und sich mit dem Saamen in den nehmlichen Trichter ergielst. Eine männliche Ruthe ist bey keinem Fische, ausser vielleicht der arktischen Chimäre, vorhan- y den. den. chen weld wurd der Be Di bey den pelten und stock Minn trom! nach Saame Einige Eyerst peten men Auch drüse eine enthä Mutter uanuunın. 287 ELSE ent den den. Die Anhänge am After, womit die Männ- herabpehen. chen der Rochen und Hayfısche versehen sind, und enregetzten Br. S.. -selaien welche ehedem für ein männliches Glied angesehen li her Gh,. 5 lichem a. wurden, dienen zur Umfassung des Weibchens’ bey aber kaum der Begattung(b). odurch det nach durdı Die Zeugungsorgane des Weibchens bestehen ten, Dies bey den Grätenfischen in einem einfachen oder dop- \ einen pr pelten, aus mehrern Lappen zusammengesetzten, dem Ende und zur Laichzeit von Eyern stratzenden Eyer- Harnröhre stocke, der fast dieselbe Lage wie der Hode des WMännchens hat, und unten in eine Art von Mutter- trompete übergeht,“die sich an derselben Stelle an Zen nach aussen öffnet, wo der Ausführungsgang des IcHen Zeil«= a Ba iihle Saamens bey dem Männchen seine Mündung hat, Einige Knorpelfische haben bey einem einfachen ‚ wie der BER Eyerstocke zwey lange und gewundene Muttertrom- ‘ dene peten, welche beym Zwerchfelle ihren Anfang neh- € et men und in eine doppelte Gebährmutter übergehen. ae Auch findet sich bey diesen an jedem Eyerleiter ein nn drüsenartiger Körper, der bey trächtigen Fischen Ba eine groflse Menge trüben und salzichten Wassers ug En enthält, und sich mit einer dicken Warze in die v jjept el Muttertrompete öffnet. er grünen m Saamen Wir haben oben gesehen, dafs die letztern Fi- sche auch unter allen die am meisten zusammenge- Betaz Kin(b) Broen in den Schriften der Berlinischer Gesellselaft. B. VL 5.377. B.R.S.g . setzten Geruchs- und Gehörorgane besitzen. Sie haben überdies ein knorpelartiges Skelett, in dessen Mischung die. Gallerte von: dem phosphorsauren HRalk überzogen wird, da sich das Verhältnifs die- ser Bestandtheile in den Knochen der übrigen Fische demjenigen mehr nähert, das wir bey den höhern Thierclassen antreffen. ‚Ferner haben jene entweder gar keine Ribben, oder doch meist nur Spuren der- selben. Ihre Brusthöhle ist geräumiger ‚„.der Darm- canal meist kürzer, weniger gewunden und weiter, und.das Gehirn in nicht so viele Lappen getheilt, als bey den Gräteniischen. Das Herz ist bey den mehrsten nicht, wie bey den letztern und den vor- hergehenden Thierclassen, in einem Herzbeutel ein- geschlossen. Die Classe der Fische zerfällt also in zwey Ab- theilungen: in Knorpelfische(P. cartilaginosi, chondropterygii) und KRnochen- oder Grätenfi- sche(P. ossei). Aus dem Öbigen erhellet, dafs die erstern In mehrern Punkten an die höhern Thierclassen gränzen. Liınne, welcher diese Ver- 8 wandtschaft bemerkte, und ausserdem mehrern un- ter ihnen unrichtig Lungen zuschrieb, setzte sie daher unter dem Namen der schwimmenden Am- phibien in die vorhergehende Thierclasse. Dieser Irıthum ist nun zwar längst widerlegt(c)., Man hat r () Camrer in den Schriften der Berlin. Gesellschaft. B. VII S. 197. hat ind als die Thiert glanb: men 2 der Bau Imıt der Iıs mit val si ten$ fische: | Zerei zwiscl | Zum] folgend che offe | pelüsch kulirte walne Skelet ; Mane: Gegen Mk phien; den La, ten, un Küchen D theilu I Ba res 289 sitzen, Sie hat indels seit Lınne doch immer die Knorpelfische In desgen als diejenigen betrachtet, welche in der Reihe der Sphorsauren Thiere zunächst auf die Amphibien folgen._ Wir hältnils die glanben aber diese Stelle den‘ Grätenfischen einräu- rigen Fisch, men zu müssen, und zwar theils deswegen, weil den höher der Bau der Knorpelfische noch mehr Verwandtschaft 1e entweik mit der Struktur“der Mollusken und. Crustaceen, Spuren dr. als mit der der Amphibien hat, und tleils darum, ‚der Dam- weil sich die Familie der Schlangen unter den, letz- und weite, tern so genau An die der Aale unter den Knochen- en setheil, fischen anschlielst, dals sich die Knorpelfische ohne ist. bew den Zerreissung eines von der Natur geknüpften Bandes zwischen diese Ordnungen nicht einschieben lassen. IE, Zum Beweise des erstern Grundes führen wir nur folgende Analogien an: Die Gattung Myxine, wel- che offenbar das Bindungsglied zwischen den Knor- Z wey Ab- ar 4 Io}<. pellischen und den Mollusken ausmacht; der arti- tilaginosi kulirte Panzer, womit die Gattung Syngnathus be- yrätenli waffnet ıst,’und der sich so auffallend dem äussern ellet, dal Skelett der Crustaceen und Insekten näher I den je höhen Mangel der Zunge bey eben dieser Gattung; die jese Ver Gegenwart wirklicher Antennen bey einigen Lo- jehrern un phien; die Aehnlichkeit der Riemenöffnungen bey setzte Sie den Lampreten und Schleimfischen mit den Stigma« nden Am- ten, und ihrer blasenärtigen Kiemen mit den Luft» Dieser säcken mehrerer Insekten, 0), May hit Die Grätenfische zerfallen ın zwey grölsere Ab- theilungen; in solche, die eine bewegliche Zunge zesellschal 1, Ba. pi‘haben, 299 Re game haben, und in solche, bey welchen’ dieses Organ unbeweglich ist, Jede von diesen Abtheilungen hat ferner entweder einen nackten schlüpfrigen Körper, oder Schuppen. Hieraus ergeben sich vier Familien der Grätenfische: die Aale miteiner freyen Zunge und einem schlüpfrigen Körper; die-Lachse mit einer freyen Zunge und mit Schuppen; die Welse mit einer unbeweglichen Zunge und einem schup- penlosen Körper; und die Seehähne mit einer un- beweglichen Zunge und mit Schuppen. Die Hnorpellische haben insgesammt weder eine bewegliche Zunge, noch Schuppen, und von diesen Organen lassen sich also bey ihnen keine Eintheilungsgründe hernehmen. Aber die Zähne geben uns bey ilınen ein Mittel, sie in zwey ziem« lich natürliche Familien zu theilen. Bey einigen nehmlich fehlen diese entweder ganz, und die nack- ten hervorstehenden Rinnladen vertreten die Stelle derselben, oder sie sitzen doch blos in den Rinnla- den. Bey den übrigen sind sie in weit gröfserer Menge vorhanden, und nicht nur die Kiefern, son- dern auch die Zunge und der Gaumen damit be- setzt. Jene Familie ist die der Störe, diese die der Hayen, In der Familie der Aale fehlen den meisten die Lippen und die Bauchflossen. Alle haben eine ein- zige, meist lange und niedrige Rückentlosse, Die || vor« yomeh tur sin besteh missui gahlrei Wirbel der, hen genmu macht keine Hanns D und Se ale Aiphias Stukt übereı züglic Meng nicht| Ibelbei Pfürtne It;€ men, dl eine} des H gerzneg 298 liess Otpan EI REERS hr vornehmsten Eigenheiten in ihrer innern Struk- Ellingen hit& x R ee Z | 5 i tur sind: ein Schädel, der aus einem einzigen Stücke gen Arper, Ra besteht; ein bewegliches Kinöchelchen in der Com- ier Famlla: Er: missur der Rinnladen, wie bey den Schlangen; eyen Zun; z. ’® zahlreiche und unmerklich abnehmende Ribben und achse ni;;;®: Wirbelbeine; eine enge Brusthöhle; ein langer, ge- lie Wels rader, mit der Länge des Thiers parallel gehender En nem schup Magen, ein Darmcanal, der neben dem obern Ma- Üt einer ur genmunde entsteht, mit dem Magen einen Winkel macht, und dann gerade zum After fortgeht; meist keine Harnblase; einerley Ausführungsgang des Re FR S mmt weder Harns und der Eyer, oder des Saamens. 1), und vol hnen. kein Die drey folgenden Familien der Lachse, Welse die Zähne und Seehähne haben meist Lippen, und, mit Aus- wey ziem nahme der beyden Geschlechter Stromateus und ey einigen Aiphias, insgesammt Bauchflossen. In ihrer innern d. die nack Struktur kommen sie gröfstentheils mit einander die Stell überein, unterscheiden sich aber von den Aalen vor- Jen Kinnlı züglich durch einen Schädel, der aus einer.gro[sen it grölsent Menge Knochen besteht; weniger zahlreiche und iefern, s0t nicht so unmerklich abnehmende Ribben und Wir- ‚ damit bt belbeine; einen runden Magen mit einem engen ‚ diese dik Pförtner; zahlreiche blinde Anhänge an dem letz- tern; einen ziemlich langen und vielfach gewunde- nen, aber meist schwachen und engen Darmcanal; neisten di eine Harnblase; und besondere Ausführungsgänge eine ei des Harns und der Eyer, odex des Saamens. \osser DW yore Ta Von 292 es Von den beyden Familien der Knorpelfische zeichnen sich die meisten Störgeschlechter entweder | durch eine Schwimmblase,.oder durch zellenartige 'Luftsäcke, vermittelst welcher sie ihren Körper in: Turgescenz setzen können, und durch einen. ge- “wundenen Darmcanal, unter den Hayen aber die meisten durch einen geraden Darmcanal und die Männchen mehrerer Geschlechter durch knorpelar- tige Anhänge zur Umfassung des Weibchens bey der Begattung aus. Der Spiegelroche(raia miraletus) und der Carcharias(Squalus carcharias) haben eine Art Augenlieder, die in der vordern Kammer der: wälsrichten Feuchtigkeit herabhängt, und ein, am obern Rande des Augapfels befestigter Fortsatz der Traubenhaut zu seyn scheint. Der knorvelichte Augenball hat hinten einen Knopf, mit welchem er sich auf einem unten in der Augenhöhle befindlichen Knorpel herumdreht. Vielleicht gehört auch diese Struktur zu den Eigenthümlichkeiten der Hayen. Ordnungen und Geschlechter.(d) der Fische(e),_ 1. Aale. Anguillae. 1.-erıchiurus 2. Ophidium. Oph: (d) Nach GovAn. (e) Zur Ersparung- des Raums sind von Brocn’s zahlrei- ‘ chen, ee (meer 295 normal! Rein i i; Npeihsche Oph idium barbatum, Die Schwimmblase ıten entwerk ist mit einem eigenen, an dem Fortsatze der ı zellenariy vierten Ribbe. festhängenden Knorpel verwach- en Körpern sen, und gestattet eine halbcirkelförmige Bewe- ch einen x gung. Broussoxzr, Phil, Trans. Vol. LXXI. yen aber! p- A446. nal und 3. Muraena. h Knorpel M. anguilla. Munpınus CAroLus in Comm. hens bey Bonon. T.VI, p. 406. ia miraletıs 4. Gymnotus. haben ei G. electricus. Vom Ropfe nach dem Schwanze Kammer der laufen 34 Faserbündel(erschütternde Organe), und ein. au velche an den Wirbelknochen befestigt und sehr nervenreich sind. Hunter, Phil, Trans. Vol: LXV. PIE G. carapo. GronovII museum ichtyol, I. n. 72. Fortsatz, det nor} elichte welchem e 11* o befindlichen p-°9- 1 5.). t aucch diese 5. Ammoödytes IR 6. Anarrhichas. ev Hayen, A. lupus. BroussonneET, Mem. de I’Ac. des se. A > Jarıc) x (d) der a Paris. 1735.’ p. 161. 7. Gep.ola, 9. Trachipterus. 9. Lepidopus.. 10. Blennius. 11. Le Opii a chen, aber zum Theil oberflächlichen Zergliederungen aus dessen beyden grölsern Werken nur die wichti« N gern hier angeführt, ‚0cH 9 ET T'z 2 ham al) Ve Gemurnung au. Lepadogaster. ı2: Echeneis, I. Lachse. Salmone.s. 1. Stromateus, 2. Chaetodon. 3. Perca, P. fluviatilis. Berlin. Gesellsch. B. ı.$S.280. re lucioperca, Gesellsch. B. ı, S. 285. P. Asper, Zindel et Schraetser. ScHÄFFER pisc. Bavar. p. 72, 67, 56. P. cernua, ScHÄrrer pisc, Bavar. p. 56. BrLoch, Schr. der Berl. Gesellsch. B. ı. S. 290, P. Acerina. GüLpensTAEDT in Nov. commen- ‚ ‚tar. Petropol. T. XIX. P- 455. P. Nilotica. Hassenquist’s Reise nach Palä- stina. S. 407.; 4. Sciäena, S. umbra, Hasserqvist’s Reise. S.400, 5. Labrus,| 6. Sparus. 7. heus, 8. Scomber. $. Thynnus. Eine Gallenblase, welche so lang,* als die Bauchhöhle, und am Darmcanale befe- stigt SCHÄFFER pisc. Bavarico-Ra- tisbon. pentas. p.27. Brock, Schriften der BLocu, Schriften der Derlin, es. Javarico-R: Schriften d n der Derli, , SCHÄREN 56. Broca, ) v. commel: nach Pal ‚Ip0. che so lang canale beit Alu sugt stigt ist, Broch’s Fische Deutschlands. Th. 2. S. 102. Scomber Trachurus. Hasserquist’s Heise, S..412. 9. Trachinus. 20, Gadus. Zwischen der harten und dünnen Hirnhaut, an der äussern Fläche des grofsen und kleinen Hirns, am obern Theile des Rucken- narks, an den Geruch- Sehe- uhd Gehörnerven, an einem Paare sehr grolser Nerven, welche dem fünften Paare des menschlichen Körpers analog sind, an dem Fortgange eines aus dem Gehirne entspringenden Nervenpaars, welches zu beyden Seiten des Körpers hinläuft, an den sämmtlichen Nerven des Rückenmarks, und zwischen den halb- cirkelfärmigen häutigen und knöchernen Canälen dieser Fische liegt eine Menge kugelförmiger Rör- per in einer hellen klebrichten Feucktigkeit. Die Nerven des Rückenmarks sind mit denselben von ihrem Ursprunge an bis zu ihrer Vertheilung wie mit einer Scheide bedeckt. Hier aber wird die Anzahl dieser Körper immer geringer, so dafs sie an den kleinsten Zweigen der Nerven ganz fehlen. . Die Körper selbst hängen unter einander und mit den Bedeckungen der Nerven durch Fasern und Blutgefälse fest zusammen, und bestehen aus ei- ner zähen durchsichtigen Membran, die eine schleimige, gleichfalls durchsichtige Feuchtigkeit mit einem weissen undurchsichtiigen Kerne ent 2 hält, hält, Monro über die Struktur und Verrichtun- gen des Nervensystems. Gap-90,'S2A3: Gadus M'erluccius, Der Magen hat, statt der Anhängsel(App. pyloricae), einen weiten Blinddarm. Brocw’s ausl. Fische. Th.2. S.98. G. lota,. KöLreiTter in Nov. commentar. Pe- trop.. T.XIX. p.424. Btoch, Schriften. der Berl. Gesellsch. B. ı. S. 263. G. Saida, LereEcHm in Nov, commentar. Pe- trop. T. XVIIL P.512, G. callariae var.(Nawaga). KRÖLREUTER in Nov. commentar, Petropol, T.XIV. P.I. p. 484. 11.,S.almo, S. Illanca et alpinus, WARTMmAnN, Schrif- ‚ ten der Berlin, Gesellsch, B. IV, S. 6773: S. Maraena, Broch, Schriften der Berl, Ges, B. IV. S.7g.| $: Davaretüset Albula. Köurkurer in Nov. comment, Petr. T.XV. p. 504. T. XVII. P- 5053. $. Lenceichtys. GÜLDENSTAEDT in Nov. com- mentar. Petrop, T. XVI. P: 538. 12. Clupea, C. Harengus. Ein doppelter Magen, Brocn, Fische Deutschl. T, ı. S. 20a. C. Alosa, HasseELquısT’s Reise. S, 433. 13. Argentina,| 14, COyprin us. ‚€. Idus et cultraius, Zwey Rinochen am An- fange des Magens und an jedem derselben zwey Reihen m 297 U Verrich, Nerichen, Reihen von Zähnen. Brocn’s Fische Deutschl, ü Rah Th. i. S.255,357. a Cyprinus carpio. Prrrr, Mem, de l!’Acad.jdes ie a sc;& Parisoi1733: P- 208. n Ba C. Rutulus. KöLREUTER in Nov. commentar, mei, IN\ Petrop. T.XV. p.494. chriiten de G: Chalcoides,; Capoeta..et' Mursa.. Gür-' : DENSTAEDT in Nov. commentar. Petrop. T.XVI, r p- 540. T.XVIL p. 508, 515. nmentar,]: ı5. Exocoetus, ÖLREUTER in:: E. volitans, GRronovır mus. ichtyol. FT, I, Re ln 1.57. PO. ı6. Atherina. NN, Schnil. m. A. Hepsetus, Hasserquist’s Reise. S.416, er 17. Elops. Berl, Ges,& 18. Esox. s E. lucius, CaAmper’s kl, Schriften. B. 2. St.=. "ER in Nor, 5.19: VIEL p. 505 ü E. Belone. Gronovır mus, ichtyol, T.I. n.30. ı Nov, com Di. 10 II.. Welse;$Silurı. on, BLoch, ı., Fistularia., F. paradoxa, Parras spicil. zool, fasc. VIII 2. Xiphias. X. eladius, Tu. Bartoorını hist. med. c. 2. h. 16. Hartmann in Eph. N.C.d.5. a. 2. app. en am An 2. app. ihan zuif pP. 1. SCHELLHANMER ibid. cent, ı et einen 2" ' T5 pP. 120 Reiben 2 BE Si 5. Silurus, 298 p. 120., Abh. der Schwed, Akad. 1770. 8.% 53. Gasterosteus, G. aculeatus. Broczh, Schriften der Berlin Gesellsch. B.ı. S. 295. 4. Cobitis. Y ©. fossilis. Eine knöcherne, mit der dritten und vierten Ribbe verwachsene und inwen- dig mıt Häuten ausgekleidete Schwimmblase, SCHNEIDER in dessen Ausgabe von Arrzpı Sy- non. piscium. p. 5, 337. C. anableps. Die Hornhaut jedes Auges bes steht aus zwey Kugelabschnitten, einem obern und einem untern. Jeder Abschnitt hat eine eigene hammer für die wälsrige Feuchtigkeit, eine eigene Iris und Pupille. Beyde aber haben einen gemeinschaftlichen Crystall- und Glaskör- per, und eine gemeinschaftliche Netzhaut.— Bey dem Männchen sind von den neuen Strah- len der Afterflosse nur drey sichtbar, und die. übrigen mit einer Röhre, worin sich sowohl der Saamen, als der Harn ergielst, in einer Haut eingehülit, mit Schuppen bedeckt, steif und vom Körper abstehend, Bioc#’s ausländi- sche Fische. Th.g. S. 9, 10. LAceErEDE, Mem. de Institut National, Sc, mathem, et physiques. T.1.'p. 373; Si er = — 299. Amel, Aka, Silurus glanis. Gronovır mus. ichtyol. T.L BED $. electricus. Der Schwanz hat eine dickere 1 der Beili, Haut, als der übrige Körper, und ein eigenes weisses und fibröses Gewebe,(das Organ der Erschütterung). BrRoussonnet, Mem. de l’Acad. tn des sc. a Paris. 1782. p. 696. end ie S. anguillaris. Hasserquist’s Reise, S. 416. wimmhlig S. cataphractus, Groxovır mus. icht. T.T. Sy ul 6. Gobins. G, Paganellus, Hasserquist’s Reise. S. 376. En 7. Cottus. einem ober: 8. Callionymus, itt hat eine suchtigkeit, a IV. Seehähne. Triglae. nd Glaskör 1. Scorpaena \etzhaut,- 2. Coryphaena. jeuen Stralt 5, Pleuronectes. AUTENRIETH in WIEDEMANN’S, ar, und di“ Archiv für Zoolog. und Zootomie. B. ı. St.©, sich. sowoll S: 47. t, in einer P. passer et flesus. Kötreuter in Noy, ‚deckt, steil R commentar. Petropol. PX; p. 327. "s zusländi« 4 Teuthis. pe, Mem, 5. Amia. 5 physigues 6. Mormyrus 7. Uranoscopus, 8. Mullus. 3 9. Tri .r. 7 x 300.—| i 9. Trigla.| wär 10. Loricariıa.; TA L. cataphracta, Gronovn mus. ichtyol. T.I. n. 69..P..27. A ı1. Polynemus, ı2. Mugil,[4 4] ‚.Störe. Acipenseres. ei 1. Balistes,[1% 2. Ostration,| 89 3. Betrodon. 5 T. lineatus. Hasserquist’s Reise, S. A445. ge 4 Diodon. Eine doppelte, zellichte, den Frosch: lungen ähnliche Schwimmblase, die sich sowohl durch die Oeffnung der Riemen, als durch den»| T Mund, aber nur in einer gewissen schiefen Rich- 1 tung aufblasen läfst. Broussonnet, Mem. de V’Acad, des sc, a Paris. 1780. Broc#’s ausl. Fi-| sche.:T'h.9, S. 80,| D. mola. J. Prancus in Comm. Bonon. T. I, BR. 2.5P. 207. 7.18. 9.371. i 5. Cyclopterus., n C. lumpus. SCHELLHAMMER in Eph. N, C. cent. ı et 2. app. p.ı26. BrocH, Schriften der u Berl. Gesellsch. B. ı. S. 247. i C. gelatinosus. Die Sehe- und Geruchsner- ven verbinden sich mit einander und bilden ei- 5 nen gemeinschaftlichen Knoten. Paras spicil. | zool. fasc. VII. p. 23.| | 6. Aci-| | ER| ıchtyol, T,] sich sowohl° durch den iefen\ich- Mem. de 's ausl, Fı- non, T, Il Eph. N, C. -hriften der eruchsner- | bilden ei Las spich 6, Au 301 6. Acipenser, A. sturio, p- 43- A: Huso; Gronovır mus. icht, T.II. n. 131. Marsırır: Danubius,. T.VI. p. 15. Körrevrer, Nov. ‚commentar. Petropol. T. XVIL pe. A. Ruthenus. HöLREUTER, Nov. commentar. Petrop. T.XVL,p. 511. 7, Centrisca®s 8. Syngnathus. S. acus. Act. med. Hafn, Vol.2, p. 149. 9. Pegasus, VI. Hayen. Squali. 1. Lophius. L. vespertilio. Eine Gallenblase, die am äus- sersten Ende der Lebergänge liegt, wie beym Elephanten. EnTIıuUs in CHARLETONI exerc, de differ, et nomin, animal. p. 73. cell. N, C. d.3..a. 2..p. 204. L. piscatorius. St.:2.:85202 Höxic in Mis- Camper’s kl. Schriften, B.>. s, Squalus. S. vulpes, PErrAvLT etc, Abh. zur N. G.B. ı. S. 135. S. catulus et spinax. GunneErus, Schriften der Drontheimischen Gesellschaft. B. 2. S. 216, 284. Squx 302| a——| Squalus carcharias. Srtenont myolog. spe» ® cimen. Günneres, Schriften der Drontheim, Gesellchaft. B. 2.$.299. 5: Raia R., clanata. ÖraArren’s und Poversen’s Reise durch Island. Th. 2.(.897. R. miraletus. Camrer’s kl. Schriften. B.»; St.’2. 5.2 R. torpedo. Zu beyden Seiten des Rückens gleich unter der Haut liegen zwey sichelähnli- che Organe, die von atssen einem netzartigen Gewebe ähnlich sind, inwendig aber aus Kö- chern von der Dicke einer Gänsefeder bestehen. Die letztern liegen dicht neben einander von dem Rücken nach dem Bauche zu. Jeder der- selben enthält der Länge nach ohngefähr drey- [sig Zellen, in denen sich eine weisse, weiche Materie befindet, und worin sich zahlreiche und grofse Nervenäste verbreiten, KÄMPFER ammoen, exot. fasc. 3. obs. 2. p.509. Loren- zını osservazioni interno alle torpedini. Flo- rent. 1678. ReAumur, Mem. de l’Acad. des sc. a Paris. 1774. Phil. Trans, Vol, LXI1H. N 4. Chimaera. C. monstrosa. Gunnervs, Schriften der Dronk heim, Gesellsch. B. 2.$. 248. 5. Petromyzon. Pr, fluviatilis. Warpscanumr in Misc. N. C, d.3.2.5 et6. p. 545. Petro- Pe Nyoloe, ine Drontheim, SEN’s Reise ften. B.& es Rücken sichelähnli netzartigen ber aus Ki- er bestehen, nander von Jeder der. efähr drey- se, weiche zahlreiche HämpFER y,, LoReN edini, Flo ‚cad. des&% I. der Diont Nisc. N, W Petit Gamer 303 Petromyzon marinus. Das Herz liegt unter dem Zwerchfelle in einer dicken, knorpelichten Kapsel. Brocn’s Fische Deutschl. Th. 3. S.40. Schriften der Berlin. Gesellsch. B. VIL. S. 441. 6. Myxine, M. glutinosa, Heine Augen. Statt der Kie- men an jeder Seite des Körpers sechs linsenähn- liche Bläschen, die durch einen einzigen ge- meinschaftlichen Canal mit Wasser angefuüllt werden, und durch einen andern einfachen Ca- nal dasselbe wieder ausleeren. GunneRrus, Schriften der Drontheim. Gesellsch. B. 2,$. 230, Bıocu’s ausl, Fische. Th.g. S. 67. Sechstes 304 Sechstes Kapitel. Mollusken(f). nn mmer, dunkler werden die Spuren von-der Orga- nisation des Menschen, je näher wir in der Reihe der Thiere den Zoophyten kommen. Aber der in-- nere Bau zeigt uns doch noch einige Verwandt- schaft, wenn auch der äussere nach einem ganz an- dern Modell, wie der des Menschen, geformt zu seyn scheint, Wer nie eine andere Organisation, als seine eigene, gesehen hätte, und einen Rugel- fisch erblickte, würde schwerlich eine.der seinigen ähnliche innere Struktur bey diesem ahnen. Noch mehr (£)M. Lister synopsis methodica-conchyliorum. Rec. HUDDEsForD.\; ADANSON coguillages du Senegal. D’ArcEenviıLLE zoomorphose.; O. F. Mürrrr historia vermium terrestrium et flu- vıatılıum. Ejusd. prodromus zoologiae Danicae. Fjusd. zoologia Danica. P. Forskar. Icones rerum naturalium etc. PoLı testacea utriusque Siciliae eorumque historia et anatome. LAmAnck Systeme des animaux sans vertebres. p- 51- 142. 2| « neh dere die ver, auf der 1 | men. |terleil | doch find bey u EEE mehr ist dies der Fall bey den Mollusken. Eine an- dere lebende Welt eröffnet sich für uns, sobald wir die äussere Form dieser T'hiere mit der unsrigen vergleichen, ohne auf ihre innere Organisation und auf die Zwischenglieder, wodurch sie in der Rette der Natur an uns geknüpft sind, Rücksicht zu neh- der 0 men. ‚Jener Unterschied von Kopf, Brüst und Un- von-der Ors ih terleib, wovon wir bey den Amphibien und Fischen in der Reil: doch noch einige, wenn auch nur schwache Spuren en ar ar finden, verschwindet hier ganz. Der Kopf lälst sich Mash! bey manchen nur aus der Gegenwart des Mundes Tim Br g noch erkennen, und selbst dieser ist zuweilen sehr AU BROTR.N verborgen. Nur wenige haben an demselben Au- Organisation, gen, und noch wenigere Ohren. KHeines hät ein einen Kuge: Organ, das sich seiner Struktur nach mit der Nase der seinigen der höhern Thierclassen vergleichen liesse, Statt des fehlenden Geruchswerkzeugs sind indefs jene Theile, die wir bey den Fischen Bartfasern(cirri) nannten, hier als sogenannte Fühlfäden(tenta- cula) desto mehr ausgebildet und zu desto mannich- faltigern Zwecken eingerichtet. Sie sitzen auch | hier, wie bey den Fischen, in der Nähe des Mun- s gestrium et des. Bey mehrern Mollusken aber vertreten sie die Stelle der äussern Bewegungsorgane, und bey.die- sen sind sie zugleich mit Säugdrüsen zum Festhal- ten versehen; bey andern tragen sie an ihren Enden augenähnliche Organe. Nur wenige haben ausser ‚aug hustom' diesen Fühlfäden auch Flossen, wie die Fische. Den meisten fehlen alle äussere Gliedmaalsen, und vertebres P% 1. Ba, U sie 205 ne Garne fe) sie bewegen sich entweder durch eine abwechselnde Zusammenziehung und Erschlafung ihrer Bauch- muskelü, oder sie sind einer fortschreitenden Be: wegung ganz unfähig. Der ganze Körper ist mit einer Menge Schleimdrüsen besetzt, wnd bey man- chen von allen, aktiven sowohl, als passiven Ver- theidigungsmitteln entblölst, bey mehrern aber an einem kalkartigen Gehäuse durch Muskeln befestigt, das entweder aus mehrern Klappen zusammenge- setzt ist, die von dem Thiere nach Wilikühr geöff- net und geschlossen werden können, oder welches nur aus einem einzigen Stücke besteht, das von dem Bewohner verlassen und wieder bezogen wird. Im letztern Falle zeichnet sich dasselbe gewöhnlich durch spiralförmige Windungen aus. Die Grund- lage desselben ist, wie bey den Skelett der roth- blütigen'Thiere, eine knorpliche,, membranöse, oder häutige' Substanz, die mehrere Gradationen von der zarten, kaum sichtbaren Gallerte an bis zu den vollkommen organisirten Häuten durchgeht. Aber der erhärtende Bestandtheil ist nicht, wie bey diesen, phosphorsaure, sondern kohlensaure Ralk- erde(g). Dieser äussern Verschiedenheit der Mollusken ryı] von den höhern Thierclassen ohngeachtet finden wir dennoch in ihrem Innern zum Theil die Orga-\ nisd- '(g) HaArchenr, Phil. Trans. 1799. P.II. Scherenrs allg. Journal der Chemie, B. VI. H.33. S\ 256. { ern ader \, Binde ein beiesun zusammen: ii tır de l Oder welcie t, Avon zoren W ceWOAn! Die Grunt att der rot nembranöst Gradationd rte an 0152 REN n dur icht, wie] ensaute Kal 'r Molluske chtet finda eil die Or rl3i Im ScueRERS'' rt um 307 nisation der letztern wieder. Wir sehen ein Ge- hirn; ein Herz mit Arterien und Venen;-in diesen Gefäfsen eine Flüssigkeit, welche eben so wohl, als das Blut der Säugthiere, Vögel u.s, w. Faserstoff (Fibrine) enthält; Riemen, wie bey den Fischen; einen Brüse: oder Rückenknochen; eine Art von Zähnen; einen gewundenen und bey einigen sogar [o) J[2) sen entspringenden Darm- I es rn aus einem muskulösen] €anal, und eine sel ır grolse Leber. Zum Theil aber entspricht allerdings auch jener Verschiedenheit des äussern Baues eine eben so grofse der innern Organisation. Die Lage aller innern Organe hat keine ‚Aehnlichkeit mehr mit der, die wir bey dem M enschen Antreffen. Das Gehirn z. B, ruhet auf dem Schlunde, blos durch eine Fettlage von diesem getrennt. Von manchen Organen der hö- hern Thierclassen findet sich nichts, Analoges, so von einer Milz und einem Pancreas. Dagegen fin- den sich Theile, wovon nichts Aehnliches bey den höhern Thierclassen vorhanden ist, so bey den Se- pien der Dintensack, bey mehrern Schnecken der Purpurbeutel u.s. w. Das Blut:ist von weısser oder bläulicher Farbe, und der Faserstoff bildet sich “nicht im Cruor, sondern seine Fäden schwimmen frey in dem Serum. Die männlichen und weibli- chen Geschlechtsorgane sind nur bey wenigen in verschiedenen Individuen vertheilt, und bey diesen ist der Bau jener Organe so eigen, dals sich ihre Bestimmung oft nicht einmal muthmalsen lalst, Us Dey 308 nenn Bey einer grölsern Anzahl von Mollusken sind bey- derley Zeugungsorgane in einem einzigen Individu- _ um vereinigt, und bey diesen ist die Bestimmung mancher jener Theile in ein noch gröfseres Dunkel gehüllt, wie bey den vorigen. Bey andern endlich ist gar keine Spur von männlichen Geschlechtsthei- len bemerkbar; ihre Zeugungsorgane scheinen sich blos auf einen Eyerstock zu beschränken, Die meiste Aehnlichkeit mit der Organisation der höhern Thierclassen treffen wir unter den Mol- lusken in der Familie der Sepien an. Ein musku- löser Sack; ein aus diesem hervorragender, dicker, mit einem hornartigen Schnabel und grofsen Augen versehener Kopf; neben diesem ein trichterförmi- ger Canal, der die Stelle des Afters vertritt; um den Kopf sitzende und mit Saugplatten versehene Fühl- fäden: dies'sind die vornehmsten unter den äussern_ Charakteren dieser Familie. Von den fünf zu ihr gehörigen Geschlechtern Sepia, Loligo, Octopus, Argonauta und Nautilus sind die beyden letztern mit gewundenen Gehäusen versehen, die übrigen aber schaalenlos. Die erwähnte Aehnlichkeit der Sepien mit den höhern Thierclassen zeigt sich vorzüglich im Innern derselben. Sie haben unter allen Mollusken die meisten Ueberbleibsel von einem innern Skelett. Das eigentliche Geschlecht Sepia hat knorpliche Kapseln, worin das Gehirn und die Augen liegen, einen omg 309 |.. hen sind ber. en Indivi einen Ring von einer ähnlichen Substanz, woran Ül die Fangarme befestigt sind, ein hornartiges, dem ee Bestimmung Schnabel des Papageyen ähnliches Gebifs, cartilagi- seres Dunkel nöse Säulen zu beyden Seiten der Leber, und einen dern endlid grolsen Rückenknochen von einer muschelartigen chlechtsthei Substanz: heinen sich 1 Das Gehirn liegt bey diesem Geschlechte zwi- a schen den Augen über dem Schlunde in einem fet- rpanina ten Schleime. Es gleicht einem Kegel, dessen Me den 3' Spitze und Grundfläche abgerundet sind. Die Basis Ein mul hat einen ringförmigen Fortsatz, der dem Schlunde nder, die, zum Durchgange dienet, und ruhet auf zwey Hü- olsen Aug geln(Sehehügeln?), von denen die beyden Ge- -ichterförm! 2. R: e KIT OrmN sichtsnerven ausgehen, die vor ihrer Vertheilung ın en: i tt; um den den Augen zu grofsen Ganglien anschwellen. Un- :hene Fühl ter diesen Hügeln zu beyden Seiten neben dem Aus- den Aussen tritte des Schlundes entspringen die Gehörnerven; fünf zu ih ferner ein Nervenpaar, das zur Leber geht; ein 0, Octopi anderes, das einen grolsen Plexus bildet und sich in ‚den letzten den Eingeweiden des Unterleibs vertheilt; und ein die übrige viertes, welches die äussern Theile des Unterleibs versorgt, nachdem es vorher ein grolses Ganglion ned gebildet hat. Aus dem obern Theile des Gehirnke- jen mit(U 7 gels, über den Augennerven, entstehen drey Ner- h im Innen ö Insken venpaare, die zu den Fangsarmen und den Frefs- llusken d# 3 ern Skelel: knorplid! werkzeugen gehen. Das eine derselben schwellet zu einem grolsen Knoten an, aus welchem die Ner- iR ven der Fangarme in strahlenförmiger Gestalt ent- gen liege'h, i. Re U35 sprin- ginel 3109 Lomlesieihiessinenie springen, einer Gestalt, die überhaupt allen Ner- venknoten der Sepien eigen ist. Die Augen sind grofs und haben breite Augen- lieder. Der Glaskörper hat die gewöhnliche Bil- dung.- Aber die Crystallinse ist hinten in eine wei- chere Materie eingeschlossen, und vorne, ohne die Zwischenkunft von einer Iris und wäfsrichten Flüs- sigkeit, an die Hornhaut geleimet. Das einfache Gehörorgan liegt an dem hintern Theile des Ropfs in einer knorpelartigen Erhaben- heit verborgen. In dieser Hervorragung belinden sich zwey ovale, durch eine Scheidewand getrennte Gruben, und jede der letztern enthält ein länglich- tes, mit einer wälsrichten Feuchtigkeit angefüll- tes Bläschen, in welcher an ihrem Grunde bey der Sepia oflicinalis ein muschelförmiges Knöchelchen, bey der Loligo vulgaris ein Steinchen von kreiden- artiger Substanz und kegelförmiger Figur befestigt ist. Der Gehörnerve durchbohrt gleich nach sei- nem Austritte aus dem Gehirne mit drey bis vier Fäden die knorplichte Wand, wodurch die Höhlung der Grube, welche die Gehörblase enthält, vom Ge- hirne abgesondert ist, geht hierauf durch die an jener Wand befestigte Spitze dieses Bläschens in das- selbe über, und breitet sich hier in eine blendend weisse breyartige Substanz aus(h). Die (h) ScArPA disqu. anat. de auditu. S. 1. C. 1.(. 9 5q. CoMrARETTI de aure interna comp. p.312. 314, mit wo al ge) nel N A hy iv: onne( ichten Flü: 1%+ , dem hinten ven Erhaber- 1] eit angeinl. nde bey der inöchelchen, von Kreldel: our beieshr ich nach: , vom be uch die a chens ın das ne blenden! Me TL) 1% 5 BB - Die. Kiemen. sind. ,zwey kegelförmige:, graue, r-e&7 Er; re, a gerälsen durchwebte Hörper, mit vielen weissen Blut wovon an jeder Seite ‚einer, inwendig an der losen musknlösen Scheide, zwischen. dieser und den Ein- fund oO geweiden des Bauchs liest, und deren jeder mit ei- nem.hesondern. Herzen versehen ist, Das Herz nehmlich ist dreyfach. Zwey Herzen liegen zu beyden Seiten des Körpers beym Anfange jeder Hiemenschlagader,, und eines in. der Mitte. Jene bestehen- aus: Einer Vorkammer und Einem Ventrikel, und.sind in einem srolsen Herzbeutel 1“ eingeschlossen. Die Vorkammer empfängt ihr Blut aus der Hohlader,, die sich nahe an der Rückenseite er Leber in zwey gleiche‘ Aeste theilt. Aus dem Ventrikel wird das Blut. durch eine, grolse Lungen- arterie in die nächste Kiieme geirieben, Und: hier- aus durch die Lungenvenen zu dem dritten mittlern Herzen geführt. Dieses ist muskulös und. hat: die Gestalt zweyer, ‚.mit der Basis zusammengelügter Regel. Aus dem vordern Ende desselben kömmt eine vordere,.und aus dem.hintern eine hintere Aorte hervor. Jene geht zu den; Armen, zum Hopfe, hu) zu der Leber, den auf dem Hhückenknochen liegen- den: Muskeln, der Speiseröhre und'den-Zeugungsor- So Br, 17 2= SS a ee nn F ET% t Zar ganeh; diese versorgt mit Ihren-Aweigen die beyden Kiemenherzen, den. Dintenbeutel,- den Schwanz und: den;untern Theil: der äussern muskulösen Scheide, ei 4 re en) m pen) 312 In der Höhlung des Schnabels breitet sich eine mit mehrern Reihen von Zähnen besetzte Haut aus, Der obere, breitere, umgebogene und bewegliche Theil besteht aus Knnorpeln, die sowohl unmittel- bar, als durch eine Membran an"einander befestigt sind, und dieser vertritt die Stelle der Zunge;“der untere verlängert sich in eine Röhre und bildet den Schlund, Der Schlund geht durch den Hirnring nach der Brust, ruhet hier auf zwey Speicheldrüsen, die mit ihm zusammenhängen, begiebt sich darauf in gera- der Richtung nach dem Bauche hin, und endigt sich dort in einem grolsen muskulösen Magen. Dieser hat am Pförtner einen grolsen gewundenen Blind- darm,"worin eine ähnliche Feuchtigkeit, wie in den Pförtner- Anhängen der Fische enthalten ist. Der Darmcanal ist kurz, macht einige Biegungen und endigt sich in die oben erwähnte trichterförmige Röhre, welche die Stelle des Afters vertritt. An der vordern Seite des Schlundes, der Länge des Körpers nach, liegt die Leber, die von zrofsem t 5 s 5 Umfange ist, und zwisehen dieser und dem Mast- to)’ darme der Dintensack, ein Behälter, welcher theils häutig, theils muskulös, mit Blutgefälsen durch- webt, und auf seiner innern Fläche von drüsichter Struktur ist, Die Dinte ist ohne Geschmack und gerinnbar. In t Zunge: nd bildet ci isen, dien rauf in gi: 1 endigt si gen, Diest enen Blind. it, wie ın thalten ist, jiegungen °hterförmigt ‚tritt, ;, der Länge von grolsen | dem Mast Icher theil: sen durch | drüsichter hmack un ee a Denn rn ee er Sue TE en gruen 313 In Ansehung der Zeugungstheile der Sepien wissen wir nur ‚soviel mit Gewilsheit, dafs beyder- ley Geschlechtstheile bey ihnen, wie bey den hö- hern Thierclassen, in verschiedenen Individuen vertheilt sind.‘Der Bau, die Lage und Verbindung dieser Theile aber: haben mit denen der letztern we- nig Aehnlichkeit. Die übrigen Mollusken lassen sich nach ihrer gröfsern oder geringern Aehnlichkeit mit den Sepien in fünf Familien abtheilen. Zuerst nehmlich zer- fällt diese ganze Thhierclasse in zwey gröfsere Ab- theilungen: in solche, die ein Analogon von emem Kopfe haben, und in solche, denen dieses fehlt. Jene haben entweder ein hornartiges Gebils, und diese sind die eben geschilderten Sepien; oderihr Mund ist fleischicht, und diese sind die Lernäen und Schnecken. Die Lernäen nähern sich den Sepien durch Fühlfäden, die zugleich als Bewegungsorgane dienen, da bey den Schnecken diese Organe blos zu Sinneswerkzeugen, zur fortschreitenden Bewegung aber blos die Muskeln ihrer scheibenförmigen Bauch- fläche geeignet sind. Beyde Familien haben gleich den Sepien entweder gar kein Gehäuse, oder nur ein einschaalichtes. Unter den kopflosen Mollusken haben einige blos fleischichte, andere aber artikulirte, den An- tennen der Insekten ähnliche Fühlfäden, Die letz- U.5 tern 3I4 tern sind dieBalanen. Die erstern, ungleich zahl- reichern, lassen sich weiter eintheilen in Austern, die einen aus zwey Hälften bestehenden Mantel ha- ben, weiche blos am Schlosse der zweykläppichten Schaale mit einander verbunden, an den entgegen- gesetzten Rändern aber frey sind; und in Phola- den, deren Mantel sackförmig oder cylindrisch, und an dem einen oder an beyden Enden offen ist. Die Lernien und Schnecken haben ausser dem angegebenen Unterschiede wenige allgemein pas- sende, positive Eigenthümlichkeiten. Die beyden Gattungen Aplysia depilans und Helix pomatia las- sen sich für die Muster annehmen, wonach beyde Familien gebildet sind, und von welchen die ünrı- sen Geschlechter und Arten meist nur in wenige bedeutenden Punkten abweichen, Ein eyförmiger Körper; ein. länglichter„ mit vier Fühlfäden besetzter Kopf, von‘ welchen‘ aber doch eigentlich nur die beyden obern diesen Namen verdienen; an der Basis dieser obern oder hintern Fühlfäden zwey dunkelschwarze, mit einem weis- sen Kreise umgebene Augen; ein auf der untern und rechten Seite‘des Halses enistehender fleischich- ter Mantel, der den übrigen Rörper umkleidet, von dem Thiere willkührlich zurückgezogen und aus- gespannt wird, und im’erstern Falle den Rücken entblöfst, den grölstentheils ein muschelförmiger, mit zwey Häuten bedeckter Knochen einnimmt, unter unter tern welo der Mut ter d | diese \ und ven It, ten, wel een 315 Ungleich za} Er E rg: unter welchem die Riemen liegen; neben dem hin- In A Uster AS Lern F4 tern Ende dieses Rückenschildes“eine Oeffnung; N welche die Stelle des Afters vertritt; an dem vor- dern Ende desselben eine zweyte Oeffnung, die’zur Senzenigenn Mutterscheide führt, und neben dem Munde eine din Phol dritte, mit jener zweyten durch eine Furche ver- cylindris bundene Oeffnung, aus welcher das männliche n oilen is Glied zur Zeit der Turgescenz nn endlich eine aus mehrern, nach verschiedenen Richtungen er laufenden Muskelsträngen zusammeng esetzte Bauch- Er fläche: dies ist es, was die Aplysia derise dem pe Aeussern mach charakterisirt. pomi: afee Im Innern dieses Thiers findet sich gleich un- ter den Bauchdecken oben am Munde der Schlund, Hear diesem zunächst der erste Magen, dann der zweyte, und an diesem ein Darmcanal, der sich mit meh- ichter, ı rerın Krümmungen in den After end ligt. Der Mund AIHLanLn zahnlos und der Schlund ohne Runzeln und Fal- weichen au osen Nat ten. Seine äussere Seite ist gegen’ die Regel, nach nen welcher alle weifsblütige Thiere weısses Fleisch ha- einem wet ben, mit verschiedenen Lagen von r othen Mus- ee keln umgeben. An seinem hintern Theile liegt ji tr u x aan eine Speicheldrüse. Der erste Magen hat eine kap- Be penähnliche Gestalt und ist ,häutüig,. Der zweyte IIhNibiM) Magen, welcher gleich unter ihm liegt, hat die Form 100 Mücke eines abgestumpften hegels ‚ besteht aus ringförmi- en Rücke as rmigel gen starken und, wie am RR ıde, rothen Mus- ‚eltormidtı Ka a kelfasern, welche auswendig von, einer zarten, ] einnlkir R niet durch- 316 amsune, durchsichtigen Haut umgeben, inwendig aber, gleich dem Magen der Hühner, mit einer festen, fast sehnichten Membran bedeckt sind, und enthält drey Reihen von knorplichten Zähnen. Ueber dem Schlunde liegt das Gehirn, wie bey allen übrigen Mollusken, in der Form zweyer Halb- kugeln, welche die Speiseröhre mit einem ringför- migen Fortsatze umfassen. Die unmittelbar aus ihm entspringenden Nerven schwellen an mehrern Stellen zu grolsen Knoten an, die sich, wie bey den Sepien, in strahlenförmiger Gestalt ausbreiten. Nach dem zweyten Magen folgt der Darmcanal, der, gleich dem ersten Magen, häutig ist, und mit mehrern Krümmungen durch die Leber zum After geht. Die Leber, welche alle Arümmungen des Darm- canals begleitet, besteht fast aus eben so vielen grölsern Lappen, als dieser Canal Krümmungen macht, und ist von einem so grolsen Umfange, dals sie der Grölse aller übrigen Eingeweide zusammen- ‚ genommen gleich kömmt."Sie hat aber keine Gal- lenblase., In einerley Höhle mit den Verdauungsorganen befinden sich die männlichen und weiblichen Ge- burtstheile, welche hier, wie überhaupt bey den Schnecken und Lernäen, die sich wechselseitig be- gatten, ohne sich jedoch ‚wechselseitig zu befruch- ten, ion, 1 genfö Turg Ruth theil die ol tn m E| Theil und hode gewe enth man) hs | I tersc tem gan, The ‚auss liest mige Dirm Gehir und Wendie ah - einer fest, ‚und enthij irn, wie h; ;weyer Hi nem ring! mittelbar | an mehreı i , wie bey da sbreiten, r Darmaı ist, und ı zum Afte 1 des Darı- n so viel ‚rummungt miange, dil or keine Gi: ilss lichen Gt pt bey der selseitig De zu befruch ten, a rn ne tr Seiser nn nen ee ne] 317 ten, in Einem Individuum vereinigt sind. Die zun- genförmige, undurchbohrte, aber zur Zeit der Turgescenz mit einer Rinne versehene männliche Ruthe liegt abgesondert von den übrigen Zeugungs- theilen in einer Scheide am Halse, woraus sie durch die oben erwähnte Oeffnung hervortritt. Die ubri- gen ‚männlichen Zeugungstheile sind ein herzförmi- ges, hodenähnliches Eingeweide, das am untern Theile des Darmcanals und der Leber befestigt ist, und ein schlangenförmig gewundenes, dem Neben- hoden analoges Gefäls, das aus der Mitte jenes Ein- geweides entspringt, und einen milchichten Saft enthält. Beyde Organe stehen aber nicht mit dem männlichen Gliede, sondern mit den weiblichen Ge- burtstheilen in Verbindung. Diese weiblichen Zeugungsorgane sind die Mut- terscheide, ein kugelförmiges Organ von unbekann- tem Nutzen(i), und der Eyerstock mit dem Eyer- gange. Die Mutterscheide ist ein gebogener, zum Theil drüsichter und muskulöser Canal, dessen äussere Oeffnung an der rechten Seite der Aplysia liegt. Sie endigt sich in dem erwähnten kugelför- migen Eingeweide, welches zum Theil unter den Därmen und in der Leber verborgen ist, eine dem Gehirne anderer Thiere nicht unähnliche Textur hat, und den erwähnten schlangenförmigen Nebenhoden auf- (1) BonApscan’s unrichtig sogenannte Gebährmutter. 318 aufnimmt. Der runde Eyerstock liegt fast in der Mitte des Körpers. Von ihm entsteht ein dünner ‚Canal(der Eyergang), der sich in die Spitze der Biegung, welche die Mutterscheide macht, inseritt, und zwar so, dals der Weg aus dem Eyerstocke in die Mutterscheide offen, der Rückweg aber ver- sperrt ist. Die Eyer der Aplysia werden also, wie aus die- ser Struktur erhellet, bey ihrem Uebergange in die Mutterscheide durch den Saamen desselben Indivi- duum’s befruchtet, der sich aus dem Hoden dureh den Nebenhoden in das kugelförmige Organ und daraus in die Mutterscheide ergielst, und die wech- selseitige Begattung dienet blos dazu, die- Auslee- rung des Saamens und der Eyer zu bewirken. Ausser diesen Eingeweiden enthält der Körper der Aplysien in einer besondern Höhle noch eine Giftdrüse, die Kiemen und das Herz. Die Riemen füllen den hohlen Theil des Rückenknochens aus, sind in zwey Lappen getheilt, ünd durch-zwey starke Bänder befestigt. Jeder Lappen gleicht einer halbmondförmigen Franze, Den innern glatten Bo- gen machen die erwähnten Bänder aus; der aus- wendige Bogen hängt frey, und besteht aus ver- schiedenen Aesten, wovon sich jeder wieder in klei- nere Zweige theilt. Zwischen beyden Lappen nach dem innern Bogen hin läuft die Riemenschlagader. » Unter wahre (die mit sehen DANN in de nich beyd ein den| enthä, hier e häuse Schne bey Glie at fast in: 2 RT ER Unter ihnen liegt das Herz, das nur einen einfachen An Ventrikel mit einer einzigen Vorkammer hat, einem ıe Spitze hohlen pyramidenförmigen Muskel ähnlich und mit ZWEY Gefälsen versehen ist, wovon das eine sich an der Grundfläche der Pyramide endigt, das an- veg aber y dere aus der Spitze derselben hervorkömmt. Dasselbe Muster, wonach die Aplysia gebildet ‚ wie ausd ist, finden wir auch in der. Hauptsache bey der rgange indi Weinbergschnecke( Helix pomatia), so wie bey al- selben Indirt len Lernäen und Schnecken, wieder. Nur in fol- Hoden dırc genden Stücken entfernen sich beyde von einander. e Org ınd die we Der Kopf der Weinbergschnecke trägt vier die- Auslee wahre Fühlfäden, zwey ‚grolse und zwey kleine, en die mit eigenen Muskeln und Nerven reichlich ver- sehen sind. Die beyden Augen, worin SWANMER- \er Könnt pam die nehmlichen drey Säfte entdeckte, die sich noch in den Augen der höhern Thierclassen finden ,„ sitzen Die hien nicht an den Wurzeln, sondern an den Spitzen der beyden grölsern Fühlfäden. Der Kücken trägt nicht Aurch avi ein Schild, sondern ein gewundenes Gehäuse, das M Mr den gröfsten Theil der Eingeweide dieses Thiers er enthält. Statt des Mantels ‚der Aplysia findet sich % Mi hier ein fleischichter Saum, der den Rand des Ge- A a 1 häuses umfalst, und dieses mit dem Rücken der in a Schnecke verbindet. Die Oelffnung am Halse, die vlel I I bey der Aplysia blos zur Scheide des männlichen iR Gliedes führt, enthält bey der Weinbergschnecke zugleich 320— zugleich den Eingang zur Mutterscheide, Der Af- ter liegt rechter Hand an dem Saume, der den Rand des Gehäuses umgiebt, und neben. diesem ist noch eine andere Oeffnung zum Athmen vorhanden, die sich nicht bey der Aplysia findet. N Unter den innern Organen unterscheiden sich zuerst die Frelswerkzeuge von denen der Aplysia. Zieht man nehmlich die äussern Lippen von einan- der, so erscheinen acht knorpelartige, unter einan- der verwachsene Zähne, und am untersten Theile des Mundes da, wo bey den Säugthieren die untere Kinnlade liegt, nach vorne zwey inwendige Lippen, welche beym Fressen die Bewegung der Speise len- ken. Hinter diesen findet sich ein gebogenes Knor- pelchen, mit dessen unterm und hinterm Theile die Zunge verwachsen ist, und unter dessen hohler Beugung sich diese beym: Hinunterschlucken auf ähnliche Art verbirgt, wie bey uns der Kopf der Luftröhre unter dem Hehldeckel. Am vordern En- de der Zunge sitzt noch ein anderer kleiner Knor- pel, der sich in drey zarte Haken endigt’, und mit welchem die Weinbergschnecke ihre Speise in den Mund zieht. Statt. dieser zusammengesetztern Fre[swerk- zeuge fehlt aber der Weinbergschnecke der musku- löse, mit Zähnen versehene zweyte Magen der Aplysia. Ihr Darmeanal hat nur eine einzige zarte und dünne Erweiterung, welche die Stelle des Ma- gens gen v Speich ter de 2 därmeı liches| h eutel len Or arlige weile V Weint theile, liche R einen d chen 1 I B: en EEE ——— 321 jelde ee, Der Ai f ri gens vertritt. Auf diesem liegen zwey schneeweisse CET Gen Kanl ee i. RL, | Ra Speicheldrüsen, deren Ausführungscanäle sich hin« dlesem 1Styy BR Ar 7 ter den Zähnen am Gaumen öffnen, vorhanden, N Zwischen dem Herzen, der Leber und den G& därmen befindet sich ein Organ, wovon nichs Aehn- rscheid N E.. a liches bey der Aplysia vorhanden ist, der Kalk- „Der Aplı beutel. Er ist dreyeckig, hängt mit den angeführ- pen von ein ten Organen genau zusammen, enthält einen kalk- 2 SNSE aruigen Saft, ünd ergielst sich durch einen ziemlich tersten Ti weiten Canal in die Mutterscheide, rel die ur dige Lipr Verschieden von der Aplysia ist ferner die der Sn) Weinbergschnecke in Ansehung ihrer Zeugungs- ebogenes Rı theile, Wir finden zwar auch bey dieser eine männ- Bi Theile. liche Ruthe, eine Mutterscheide, einen Eyerstock, dessen hobk einen dem kugelförmigen Organe der erstern ähnli- a chen Theil, und einen Hoden, der sich durch ein Zone geschlängeltes Gefäls in diesen öffnet(k), Aber das 1| männ- m vordern E! 1 kleiner Rt(k) Bey Lister und SwAMMERDAMM heist dieses Or- digt, I dm gan der Eyerstock, und bey beyden sind auch Eyer Speise in dt darin abgebildet. Ich habe indefs ‚nie Eyer ın dem- selben angetroffen, und» finde überhaupt nıcht die mindeste Aehnlichkeit zwischen diesem Theile und 1 Freiswert einem Eyerstocke. Seine Struktur, die Abwesenheit der muskı eines andern Organs, das sich mit Wahrscheinlich- Magen d keit für einen Hoden annelimen liesse, und die Ana- einzige za logie der Aplysia lassen vermuthen, dafs in ihın der Pr»\. Ije des He männliche Saame abgesondert wird, ‚teile Abe! 1. Ba, X N gell) 1 d % 322 mung,; männliche Glied liegt in seiner Scheide neben der Mutterscheide, und diese schwellet, gleich jenem, gegen die Zeit der Begattung an, und tritt mit dem- selben durch einerley Oeffnung umgestreift hervor, um das männliche Glied einer andern Schnecke auf- zunehmen. Auch geht die Mutterscheide nicht, wie bey der Aplysia, zu dem kugelförmigen Organ, ‚sondern zu dem Eyerstocke, der hier nicht rund, sondern eine lange, um ein festes Band spiralförmig gewundene Röhre ist, Diese Röhre öffnet sich in das erwähnte Organ, das aber hier nicht kugelför- mig, sondern oval ist. ‘Ausserdem finden sich an den Zeugungsorganen der Weinbergschnecke noch verschiedene andere Theile, die man nicht bey der Aplysia antrifft, nehmlich der Liebespfeil, den diese T’hiere vor der Begattung auf einander abschiessen; der Behälter desselben mit dessen blinden Anhängen; der Pur- purbeutel; und ein Verbindungscanal zwischen der Scheide der männlichen Ruthe und der Mutter- scheide. Der Liebespfeil ist ein kalkartiger, birn- förmiger Körper mit einen pfriemenförmigen Stiel, und der Behälter desselben ein fester, muskulöser Sack, der sich in die Mutterscheide öffnet. In die- sen Behälter ergiessen sich zwey hohle Canäle, die sich in Aeste und Zweige vertheilen, an ihren äus sersten Enden verschlossen sind, und einen ne sen, dicken Saft enthalten, dex vielleicht zur Bil- dung dung ein h en hält, jn de öfhnet, inne ten| | und | ühere | zeude Gräte 3 Mm Pr ® neben der Al it mit den. reift henu,« Chnecke al e nicht, wı sen Or, nicht run! [net sich u ht kugeli ngsorgal: ne ander ia antrift, re vor der ex Behälte , der Pur wischen de der Mutter rtiger, DI migen St muskulött et, In! Janäle, ‚ihren äu einen wer „ht zur Bi dung dung jenes Pfeils diene:(1). Der Purpurbentel ist ein hohles, birnförmiges Organ, das nahe aıı Her- zen liegt, einen dicken, purpurfarbenen Saf: ent- hält, und sich durch einen länglichten Canal erst in den Eyergang’und dann in die Mutterscheide öffnet, Verschieden von der Aplysia ist endlich noch die Weinbergschnecke in Ansehung ihres Respira- tionsorgans. Dieses nehmlich ist eine mit einem Netze von Blutgefälsen tapezirte Höhle, ‚die sich innerhalb dem Gehäuse bis zur zweyten und drit- ten Windung der Gedärme und der Leber erstreckt, und mit den blasenförmigen Riemen der Lampreten übereinkömmt, da hingegen:die Respirationswerk« zeuge der Aplysia den blätterförmigen hiemen der Grätenfische gleichen, Mit ()) Listen und SwAmmerpAmMm halten jene“Canäle für die Sekretionsorgane des ‚männlichen Saamens. Al- lein diese Meinung beruhet auf der unrichtigen, mis der Struktur des männlichen Gliedes der Schnecken ganz unvereinbaren Voraussetzung, dals sich diese Thiere nicht nur wechselseitig begatten, sondern auch wechselseitig befruchten. Blos durch eine sehr unwahrscheinliche Hypotliese liesse sich jene Mei- nung retten, nehmlich, wenn man annähme, dafs die Befruchtung durch den Liebespfeil bewirkt würde, X 3 324| essen Mit einem jener beyden Thiere kommen alle übrige Lernäen und Schnecken in ihrer Organisa- tion grölstentheils überein, und da, wo sich diese von jenen unterscheiden, betrifft der Unterschied meist nur Organe, die von geringerer Wichtigkeit sind, z. B!: die Form des Gehäuses, des Mantels, oder des Saumes u. dgl. Aehnlich der Aplysia de- pilans ist z. B. Bulla aperta. Mit Helix Pomatıa kommen Helix putris, Helix nemoralis, und Turbo Jittoreus überein. Andere nähern sich in einigen Stücken der Aplysia depilans, in andern der Weein- bergschnecke, so z. B. das Geschlecht Limax, wel- ches in allen Stücken der letztern ähnlich ist, nur dafs es statt des Gehäuses ein Dach mit einem Bückenknochen, einen muskulösen Magen, einen Purpurbeutel, der sich nicht in den Eyerstock und in die Mutterscheide, sondern entweder in ein eige- nes Loch, das neben den Oeffnungen der Mutter- scheide und des Behälters der männlichen Ruthe liegt, wie bey Limax cinereus, oder in die Scheide des männlichen Gliedes, wie bey L. ater, ergielst, und keinen Canal, sondern ein blofses Ligament zwischen der Ruthe und dem Ligament des Eyer- stocks hat; ferner die Wasserschnecke(Helix stag- nalis), deren Augen nicht an den Gipfeln, sondern ‚an den Wurzeln der Fühlfäden liegen, welche statt der einfachen Oeffnung für beyderley Zeugungsglie- der, die sich bey der Weinbergschnecke finden, deren zwey hat, und bey welcher der Magen fast knor- knorp! Dlano his u. ] der A | diesen | Kopf, | hüllet weite mehı mit ı des. Thie den( oder 2 Hola net md gen, dies geri fählı R bey 0\.” Ei» “men alle knorpelartig und mit Zähnen besetzt ist; so auch er Onpania Planorbis purpura, Tethys fimbria, Clio borea- NO sich diee lis u. s. w. Unterschiel Wichtigkei Die letzten Familien der Mollusken waren die es Mantel; der Austern, Pholaden und Balanen. Bey allen Aplysia de diesen Thieren findet sich ein blofser Rumpf ohne ix Pomati Kopf, der in einen fleischichten Mantel ganz einge- und Turdı hüllet ist, und ausser diesem entweder gar keine ı in einigen weitere Bedeckung, oder ein Gehäuse hat, das aus n der Wein- mehr als Einem Stücke besteht, Einige haben eine Limix, wel. mit starken Muskelfasern versehene Verlängerung ich ist, ur des Bauchs, die entweder zur Befestigung des' nit eine Thiers vermittelst einer klebrigen Materie, wie bey ven\ einen den Geschlechtern Lima, Pinna,.s.w.,, stock und oder zur fortschreitenden Bewegung, wie bey dem dein seiit Holzbohrer( Teredo), den Pholaden u. s. w. die- ©[o) er Muer- net(m), und aus deren knorpelartigen Wurzel alle, hen Rute in die Schaale sich inserirende Muskeln entsprin- RN gen. Bey andern aber fehlet ein solcher Fuls, und die Jcheid diese sind gar keiner, oder höchstens nur einer sehr JA a7, ergieit, s Ligamen! geringen, fortschreitenden, aktiven Bewegung de Ein fähig. Helix star; int; R R A a Eine elliptische, mit zwey Lippen, und zu 1 arr sondel.-. ir 2- beyden Seiten mit dreyeckigen, ovalen, oder band- selche stall Kr. elche st förmi- gungsglt 5 ke Inden(m) Reaumnurn, Mem. de l’Acad. des sc. a Paris. 3719 Magen fast 2711. 1712, X5 kngl-\ 236 GrsURERIE TER [03 förmigen, auswendig gestreiften Anhängen(Fühl- fäden?) versehene Spalte am vordern Ende des hörpers, die sich in einen röhren- oder trichterför- migen Schlund fortsetzt, vertritt die Stelle des Mun- des. Bey den Austern ist sie blos fleischicht; bey den Balanen und den mit Schaälen versehenen Thie- ren aus der Familie der Pholaden, wo sie Zähne hat, gleicht sie sowohl durch ihre Form, als durch die schaalichten Kinnladen und Palpen, womit sie besetzt ist, den Frelswerkzeugen der Crustaceen und Insekten. In Ansehung des Magens nähern sich diese Familien der Aplysia und den ähnlichen Mol- lusken aus der vorhergehenden Ordnung. Er ist, wie bey den letztern, meist doppelt und muskulös. Bey manchen hat er einen scheidenförmigen,'oft an dem dicken Darme befestigten Anhang von knor- pelartiger Substanz, worin der Kıystallgriffel mit dessen keulenförmigen Ende steckt. Dieser letztere Theil, dessen Funktion noch problematisch ist, be- steht aus einer durchsichtigen, dem Flintglase ähn- lichen, aber im frischen Zustande biegsamen Mate- rie, und hat an dem, in die Höhlung des Magens hervorragenden Ende einen dünnen, carlilaginösen, dreyspitzigen Anhang. Der Darmcanal hat das Ei- gene, dafs er nicht, wie bey den übrigen Thieren, weiter, sondern enger vom Magen nach dem After wird, dafs der Mastdarm von den beyden Aorten eingeschlossen ist, und dals der Unrath aus dem letz- Jetzte) durch such nach | wie be Tüng zuey Tnıt kont |’ | 327 # Er(Füll letzteın in den untern Respirationscanal gelangt und | Kal de durch diesen ausgeleert wird. trichterfür. I des Mn Ueber dem Maule soll, nach Cuvırr’s Unter; hicht; be suchungen, das Gehirn liegen. Aus diesem sollen jenen Tlie nach vorne zwey.Fortsätze entspringen, welche, sie Zähn wie bey den Sepien, Lernäen und Schnecken, einen als Aurd Ring um lie Speiseröhre bilden, und.nach hinten womit si zwey Nerven, die nahe am After in einem grolsen. Crustaceen Knoten zusammenkommen(n). Porı hingegen nähern sich konnte bey seinen vielen und genauen Zergliede- lichen Mol- rungen dieser Mollusken nie eine Spur von Gehirn g: Er- und Nerven entdecken, und auch mir ist dies bey muskuli dem Mytilus edulis, mit dessen Zergliederung ich igen,'ol mich seit mehrern Jahren beschäftigt habe, immer von kuor- unmöglich gewesen. Da, wo Porı anfangs etwas viffel mit Hirn- und Nervenartiges gefunden zu haben glaub- er letztere te,.zeigte sich bey näherer Prüfung, dafs er entwe- ch ist, be der das kalkbereitende Organ, oder den Milchbehäl- glase äh ter und die Milchgefälse für Theile des Nervensy- men Nat:| stems angesehen hatte(0). Wahrscheinlich wurde jes Magens: auch jlapinösen, Herr E(n) Cuvier, Bulletin de la Soc. philom. An. VI. n. ım , P- 83: in Akte(0) Cordados Lectores monitos facimus, nos rei iInso- e ki \ lentia pereitos, iterum iterumque singulas istorum n Aorlel animalium partes minutim perlustrasse; et quamvis dem ed; BEE s; aus acrı studio, ac diligentia pene incredibili illud prae- m. s 5 letz stiterimus. zınllum umgquam adparuisse, negque CETe- x4 brum auck Cuvier durch diese letztern Organe getäuscht: . denn gerade bey den Geschlechtern Pholas und So- len, wo er das Nervensystem entdeckt haben will(p), hat der Milchbehälter nebst dessen Ge- fälsen, nach Porr’s Abbildung(q) und Beschrei- bung(r),. dieselbe Lage und Figur, welche, Cv- VIER’S Angabe zufolge, das Gehinn mit den daraus entspringenden Nerven haben soll, Die brum, neque nervorum ‚vestigium. Dissimulare uti- que non audemus, nos in primis tum a glandula te- Stacea, tum a cisterna et vasis lacteis fuisse deceptos; quae pracsertim prae nimia exilitate nervorum habi- tum referebant: subinde autem re melius ad examen revocata, quantum a vero aberraverimus, dilucide cognovimus. Porı Testac. T, ı. Introd. p- 44. (p) Tableau elem. de I’ Hist. nat. des animaux, p- 415. (g)Eestac. 7.1. Tab. VIE.£ iz, @) Nulla molluscorum pars adeo nervorum habitum mentitur, ac vasa lactifera nuper descripta, Nos in hypogaea solenis strigilati eorıumdem ramos abdomen trafisvehentes, absque ulla labefactatione a ceteris par- tibus divulsos, ea ratione super crystalli laminam digessimus, ut non nisi pro nervis ab omnibus acci- piendos arbitrabamur. Tempore autem procedente, ac saepe iterato molimine, eo tandem pervenimus, !. ut non modo eorum truncos, sed etiam multiplices ipsorum surculos, in quos dirimuntur, hydrargyro eomplere potuimus: errorem nostrum perspicue deteximus. Porı Testac. T.ı. O.1. p.49.— CA. O.2. P-& en———| 329 e Retäuscht:-.-: ee’iuscht Die grolse Leber umfalst auch hier, wie bey as und%, R;. nd den Lernäen und Schnecken, den Magen und einen eckt hal, eh x 7.. it hate Theil der Gedärme, und auch ihr fehlt die Gallen- dess Y-;® 1.... essen Gr, blase. Die Galle wird durch mehrere Canäle in den d Beschei Magen geführt. elche, Ch den dar Zwischen dem Mastdarme und der Leber findet sich auch bey diesen Mollusken jenes drüsichte, | mit einer kalkartigen Materie angefüllte. Organ wie- = der, das wir bey den Schnecken den Ralkbeutel ine genannt haben, und an jeder, Seite des Mantels ein Behälter, der mit einem rothen Safte angefüllt ist, und mit dem Purpurbeutel der letztern über- TEE m einzukommen scheint. s ad examkı Noch gröfser, als die Leber, ist der Eyerstock, 12, dulncide das einzige Zeugungsorgan, das man in diesen Fa- Mt| milien antrilft. Er besteht aus ästigen, gekrümm- Sm ten und unter einander verwickelten-Schläuchen, ee die in den Zwischenräumen der Muskeln liegen, 1aDıtum 5 N alle übrige Eingeweide bedecken, und zur Zeit der Mr abdomen Trächtigkeit die ganze Bauchhöhls einnehmen, ja a oeteris par"sogar in die Duplicatur des Mantels eindringen. alli laminan Ausser der Zeit der Fruchtbarkeit ist’ er hochroth mnibus at Gegen diese Periode wird er braun,"und endlich | procedent; milchfarben. Die Eyer werden nach ihrer Auslee- pervenimt rung aus dem Ovarium noch eine Zeitlang in klei- \ multiplis nen, reihenweise geordneten Säckchen, womit die all Kiemen an ihren innern Rändern versehen sind, m en aufbewahrt, Ba x5 Die Die bisher angeführten Eingeweide liegen in ei- ner Höhle, welche von muskulösen Decken gebil- det wird. Verschieden von jener Cavität istdieje- nige, worin sich das Herz befindet.. Diese ist in dem hintern Theile des Rumpfs enthalten, und von jener durch die Bauchdecken und durch eine eigene Haut abgesondert. Das von einem Herzbeutel umgebene Herz ist oval,, muskulös und hat nur Ei- nen Ventrikel, aber eine bis zwey Vorkammern, welche den Ventrikel um Vieles an Weite übertref- fen. Bey einigen, z. B. Arca Noae,. finden sich, wie bey den Sepien, zwey Herzen, eines an jeder Seite des Thiers. Bey manchen, z.B. dem Geschlechte Pinna, entspringet die absteigende Aorta aus zwey Anhängen des Herzens, welche Vorkammern ähn- lich sind, und diesem Organe das Ansehn eines Herzens mit vier Herzohren geben. Die Gefälse, welche unmittelbar zum Herzeu gehören, sind zwey grölsere Arterien und zwey Venen. Von je- nen entspringt. die eine aus dem obern Ende des Herzens, und geht vorzüglich. zum Herzen selber, zum Herzbeutel und zum Mantel. Die andere, welche aus dem untern Ende des Herzens entsteht, vertheilt sich in den Verdauungsorganen, im Eyer- stocke, im Fufse, und in den Riemen. Beyde Aor- ten umfassen, wie schon oben bemerkt ist, den Mastdarm. Uebrigens hat das Gefälssystem dieser Mollusken, nach Pour’'s Beobachtung, noch das Ei- gene, dafs sich weder die Venen durch die Arterien, noch | ’ iegen In ek cken: gehl. Ät ist-diei, Diese ist 1, und von ine eigen Herzbeuti lat nur Fi tkammen, te übertrel, on Sich, wie ı Jeder Seite Geschlecht: a aus zw mern äh ehn eines e Gefälse, ven, sind 1. Von je \ Ende ds ‚zen selbei, Die ander, ns entsteht ‚im Eye: Deyde Atr ‚ist, da tem diese ch das Ei e Arteried, noch En Denn nn mem a ee: 31 noch die Arterien durch die Venen anfüllen lassen, obgleich das eingesprützte Quecksilber ungehindert bis in die feinsten Haargefälse dringt. In Ansehung der Respirationswerkzeuge ma- chen die Austern, Pholaden und Balanen den Ue- bergang von den Fischen zu den Insekten. Sie ha- ben, gleich jenen, grolse, sefälsreiche Platten, die zu beyden Seiten des Fufses, der Leber, des Nah- rungscanals und des Herzens gleich unter dem Man- tel liegen, und das eingesegene Wasser zwischen sich hindurch streichen‘lassen. Aber mehrere ha- ben zugleieh den Luftröhren der Insekten ähnliche Canäile(Tracheen), welche meist aus dem obern Ende des Mantels$ entstehen, und dey den Fhola- den, wo sie eine Verlängerung des Mantels sind, die Riemen selbst einschliessen. Sie enthalten zahl- reiche kleinere, zum Einsaugen und Aussprützen des Wassers eingerichtete, mit Sphinkteren verse- hene, muskulöse Canäle, welche der Länge nach in jenen fortgehen, an deren Mündungen in der Ge- stalt zarter Fäden(cirri) auswendig hervorstehen, mit ihren innern Enden in einem geräumigen Be- hälter(lacuna Port), der mit. den Riemen in un- mittelbarer Verbindung steht, zusammenkommen, und theils das aufgenommene Wasser den Bran- chien zuführen, theils dasselbe wieder fortschaf- fen. Dafs durch die Eine jener Tracheen sich der Mastdarm entleert, ist schon oben bemerkt. Bey 332 u Bey manchen dienet diese auch zur Exkretion der Eyer. Ordnungen und Geschlechter der Mol. lusken. J I. Sepien. Sepiae, 1. Sepia,. Lamarck, Mem, de la Soc, d’Hist. nat. de Paris. Prairial, An. VII. p. ı. S. officinalis. SwaAmmernamm’s Bibel der Nat. S. 346. Tiresius in IsenrLamm’s Und Rosenmürrer’s Beiträgen für die Zergliede- rungskunst, B.ı, H.ı u. 2. 16) ‚L oligo LAMARCcCK, L. vulgaris, Lister"Tab. anatz 1%..X.: XXI. Le CAT, Journal des Savans, 1765. Avril. p. 474. T. NEEDHAM nouv. observ, microscop. Monro Vergl, des Baues und der Physiol. der Fische etc. S. 84 . Octopus LAMARcK. . Argonauta Linn. O0 . Nautilus Lınn, N.(Pompilius?), Severını Zootom,. Demo- erit. dv. 355, II, Lernäen. Lernaeae. 4.Lernaea L. 2. Scyllaea L. 5. Tha- t Exkretion ler Mol. d’Hist, nd, S Bibel der Lanım’s Ind e Zergliete X. X. KAl, vril, p. 474 p. Monno r Fische ec om, Dem | 333 5. Thalis Cuvier. 4. Clio L. C. borealis. Cvviıer, Bulletin de la Soc. phi- lomath. An. VUI. n. 31. p.52. III. Schnecken. Limaces. 1. Pterotrachea Foönskat. 2.-Tethys L T. fimbria. BoHapscH marin. C.=. 3. Phyllidia Cuv. A. Doris L. Z, Tritonia L. 6. Aplysia L. A. depilans. ReAaumur, Mem. de P’Acad. des sc, a Paris.. 1715. BonrADsca marin, C.ı. Cuv- vırr Tableau elem, de l’Hist. nat, des anim, Tab. VIIL IX. nm, Limax L, L. ater.' Lıster Tab. anat.V. fig. 1-3. Swan- MERDAMM’S Bibel der Nat. Tab. IX, f. ı. p. 70. L. cinereus, Repı’de animalc. vivis etc. p. 58. Lister Tab. anat, V. fig. 6-10. SwAMMER- pamm. Tab. VII. fig. 7. p. 69. ComMPARETTI de aure intern. comp, p.314. L. agrestis, Lister Tab. anat. V. fig. ıı. L. flavus. Lister Tab, anat, V. fig. 4. 8 EatellaL, 9. Halyotjs L. % 10. Ne- 534 gm ı0. Nerita L. .N. fluviatilis. Swammerdanm Tab. X, fig. 2 p. 80. ı1. Planorbis Mürrerr. 5 P, purpura(Helix cornea L.). Lister Tab. anat. VII. fig, 2. 3. Swammerpamm. Tab.X. 3: Pr90% P. carinatus. Swammerpamm. Tab. X.£ 5 p- 81. ı2. Helix Mütrerı L. H. Pomatia,. Repr de animalc. vivis. p. 77. Lister Tab. anat. l, Swammsrnamm. Tab. IV. p. 44 ‘H. vivipara. Lister Tab. anat. VI. Aa SWAMMERDAUM. Tab. IX. f. 5-13. pP. 75. H. nemoralis. Lister Tab. anat. II. f. 1-5. SWAMMERDAMM. Tab. VII.£.6. p. 68. H. stagnalis, Lister Tab. anat. VI.£. 3.4. SWAMMERDAMM. Tab. IX. f.4. p.7ı. H. lapicida. Lister Tab, anat. II. f.8$. H. putris, S$Swammerpamm. Tab. VII£% P- 07. H. heliotoidea. Cuvier, Bulletin de la Soc, philomath, An. VIIL n.5ı. p. 582. 13. Bulla L. Orwı Zoolog. Adriatica. P. ı. p- 158 SQ. B. aperta. Cuvıer, Bulletin de la Soc, philo- math, An VIIL.n. 31. p.52. i, Turbo L,| Turbe EB. ‚VL Gh 7 de la So tea, PB, h Soc, phil Turbo x nn ENT Turbo littoreus. Swammervamm. Tab. IX. £, 14. Ps78e. BÄSTER opusc, subseciv. T. I. L. Il. p. 210. 1%. Trochus L. ee e Murex L. s ı7. Strombus L. 18. Buccinum L. DB... Lister Tab, anat. VIIR 19. Voluta L. 20. Cypraea L, °ı. Conus L. IV. Austern. Östreae, 1. ÖOstrea Cvv. O,.edulrs" Wıirrtsus de anim, brut. c.3. p.Q. Lister, Phil. Trans. 1697. p. 567.‘© CuvieEr Tabl. elem. Tab. X. Porı Testacea. Tom. I. 79-173: O. cochlear. Pouı Test. Tom.II. p. 180. 2. Spondylus L, S. gaideropus. Porı Test. Tom.I. p. 106. 3. Placuna Cuv. P. turbinata.. Porı Test. Tom.‘H. p. 190 Anomia turbinata. P. truncata, Porı Test. T.II. p. ıgı. Anomia truncata. A Anomia Cvr. A, caepa. Porı Test. Tom. Il. p. 183- | Ano- \ 336 Anomia squamula.. Porı Test! T.H. p. 188: 6. Pecten, Cvv. P. Jacobaeus. Lister Tab. anat. IX. f. s. Tab. XII.£. 1-3."Dab. XVIL’ Tab..expl. p. 6. Porı Test. Tom, I. p. 153.\Ostrea Jacobaea. P. maximus(?). ComrArETTı de aure inter- na comp. p.321. 6. Lima Cuv. L. alba. Porı Test. Tom. U. p- 167. Ostrea lima, i L. glacıalis. Port Test. T. IH. p.ı65. Ostrea glacialis. L. sanguinea. Porı Test. T.II. p. 162. Ostrea| ' sanguinea. „, Perna Cvv., 8 Avicula Cuv. A. margaritifera Le Beck, Asiatic resear- ches. Vol. V. p. 393. A. hirundo. Porı Test. T,II. p.222. Mytilus hirundo. 9. Mytilus Cov. M. edulis,‘A. pz HeryDE anatome mytuli. Am« stelod, 1684. Cuvıer Tabl. elem. Tab. X. Porı Test. Tom. 1. p. 199. M. lithophagus. Porı Test. Tom. II. prs17s 10. Pinna L. | P..nobilis. Porı Test. Tom. I. p. 258. a1. Anodontites Cuv. Ano- Ar ee — 337 I IN.: ‚ Ir Anodontites cygneus. Mery, Mem. de l-Acad.. des:sc;sa: Paris, 1790, Poli Test, LE. at, IX, f., p.2ı2. Mpytilus cygneus. . expl ph 12. Unio Cvv. 1 Jacobara U. Hictprüm.. Porı Test. Tom..L-0.2.P. 4 e aure ink Mya pictorum, 17. Tellina ‚DL. T. planava*sPorı Test. Tom;1..0,2.:p.32. 167, Ost 7 natıda,.- Port Fest E:1:0.2. 9:37 T. inaequalıs., Porr Test.‘;R.L 0, 2.9.40, Fr fragılıs. Por: Best, 2.E.0,.2.9.4% Taläactea, ‚Porr.Eest T: 1..0.9,::9,47: 14. Cardium L. rusticum,:Porr Test. TI. 0.3, 9.55 ©. edule.; Porı: Test. T 3 er Natur mit einer grolsen Menge von Gelenken verse- aeit des Sp hen(x), und bey einigen Arten allenthalben mit Mannichial zarten Borsten besetzt sind; unter den Augen und Jinden, Die zwischen diesen gröfsern Fühlfäden noch zwey Paar on ENiFegeN- kleinere, den letztern ähnliche Organe(Palpen), deren jedes gleichfalls m ehrere Gelenke hat; und unter diesen die Frelswerkzeuge, die aus mehrern tztern, die Paaren ebenfalls artikulirter, auf ihrer Rückenfläche lenge von mit kleinern Palpen besetzter, und sich seitwärts vorherge- bewegender Rinnladen bestehen. Am Rumpfe sit- t aus knor- zen nach vorne zwey Arme mit fiinf Artikulationen, hlensauren von welchen letztern das vorderste mit einer Schee- "\ und bey re bewaffnet ist, und hinter diesen auf jeder.Seite ‘ 44l 7% ıh färben: meist vier Fülse, wovon jedes der bey den vordern oth Tardel j 3 mie Paare sechs und jedes der beyden hintern fünf Ge- Theile el} 3 oeschlor lenke hat. Endlich ist noch der Schwanz mit meh- 5 rern ‚, emend. t ae (x) SWAMMERDAMM zählte beym Pagurus Bernhardus drey grölsere und mehr als ı20 kleinere Gelenke, BA- stern(Verhandl.”door de Holl. Maatsch. der\Veten- chapen te Haarlem.! D. XII. p. 147) beym Astacus . hamie a neliv der 1 marinus sogar 250 Artikulationen Y3 342 uasaz rern Gelenken, mit Flossen und bey manchen Ar- ten auch mit kleinern artikulirten Fulsen versehen. Aber bey dieser grofsen Menge von Bewegungs- organen ist die Zahl der secernirenden Eingeweide jener T'hiere ungleich kleiner, als bey den vorigen Thierclassen. Ein kurzer und gerader Schlund führt in den muskulösen Magen, der auf seiner in- nern Fläche mit drey Zähnen besetzt ist, und von diesem geht der Darmcanal, in welchem sich beym Anfauge des Mastdarms ein ziemlich langer und ge- wundener Blinddarm öffnet, fast in gerader Rich- tung zum After. Es giebt keine Leber, keine Gal- lenblase, keine Milz, kein Pancreas und keine harn- absondernde ‚Organe. Dagegen aber öffnen sich zu beyden Seiten in den Pförtner zwey ästige und kno- tige blinde Gefälse, welche so lang und so vielfach zertheilt sind, dafs sie fast die ganze Bauchhöhle ausfüllen. Zu beyden Seiten des Magens liegen bey den männlichen Thieren dieser Familie zwey Hoden, und bey den. Weibchen zwey Eyerstöcke, deren Ausführungsgänge sich bis zu dem ersten Gliede des vierten Paars der Beine bey dem Männ- chen, und des dritten bey dem Weibchen erstrecken, wo die erstern auf jeder Seite in eine Ruthe und die leiztern in eine Mutterscheide übergehen. Dies sind alle Absonderungsorgane, die wir bey den Thieren dieser Familie antreffen. Ihre übrigen br der nel se die JA es( Vor! nacl mm 343 ken N übrigen Fingeweide sind theils nach dem Muster "Versehen, der Fische und Mollusken, theils nach einem eige- h nen Model gebililet, Mit jenen kommen sie in An- wegung: sehung des Herzens überein. Auch bey ihnen ist Eingewail dieses Organ muskulös, in einem Herzbeutel ein- PR vorige geschlossen, und mit Einem Ventrikel und Einer er Schlut Vorkaminer versehen. Es liegt hinter dem Magen, ıT seiner in nach der Rückenseite zu, zwischen den Hoden, st, und yon oder Eyerstöcken. Aehnlich sind ferner die Werk- m sich beym zeuge des Athemhohlens den blätterartigen Riemen nger und se der Fische. Sie liegen zu beyden Seiten der Brust ader Rich- unter dem Brustharnisch, der eine Oeffnung zur , keine Gal- Aufnahme des Wassers hat, | keine hanı- nen sich zu' Mehr Eigenheiten hat das Nervensystem, nebst eund kno- den Sinnesorganen dieser Thiere. Das Gehirn be- so vielfach steht, wie bey den Mollusken, aus zwey Halbku- auchhöhle geln und einem ringförmigen Fortsatze zur Durch- gens liegen lassung des Schlundes. Aber es unterscheidet sich ımilie zwey von dem der letztern durch einen vom Kopfe bis Eyerstöckt zum Schwanze sich erstreckenden und an mehrern dem ersten Stellen zu grolsen Ganglien auschwellenden, Fort- satz, der mit dem Rückenmarke der Säugthiere, Vögel u. s. w. übereinkömmt, und allen grölsern Nerven, ausser den Sehenerven, welche unmittel- bar von den beyden Halbkugeln des Gehirns ausge- hen, zum Ursprunge dienet, Die Fühlhörner sind, dem Mänt- ‚ erstrecken, the und dit ‚die Wil wie schon oben bemerkt ist, hornartige gegliederte ’= fen, Ihre Röhren, Jedes Glied ist mit kleinen Oellnungen Y4 ver- versehen, woraus weisse Papillen hervortreten(w), zu welchen Nervenäste vom vierten Paare ge- hen(x). Das Auge enthält eine Netzhaut, die nach Innen mit einen schwarzen Schleime überzogen ist, einen unmittelbar auf dieser ruhenden gallertartigen Glas- oder Krystallkörper, und eine Cornea, die aus unzähligen kleinern, regelmäfsige Sechsecke bildenden Hornhäuten von geringer Convexität zu- sammengesetzt ist. Die Gehörorgane liegen gleich an den Wurzeln der Antennen, in der Gestalt zwever knöcherner Warzen, deren in die Höhe und etwas nach Innen gerichtete, abgerundete Spitzen eine runde, mit einer gespannten elastischen Mem- bran verschlossene Oeffnung haben. In jeder von ihnen befindet sich eine häutige Röhre von gleicher Gestalt, die allenthalben verschlossen, und ‚an der erwähnten elastischen Membran befestigt ist. Diese Höhre enthält ein klares Wasser, und auf ihrer in- nern Fläche verbreitet sich der Geruchsnerve, der ein blolser Ast des zu dem grölsern Fühlhorne ge- henden Nerven ist(y). Die xw) BAster a. a. O.'S. 174. (X) ScAarPrA disqu, anat. de auditu et olf. p.3. (y) ScARrPA disqu. anat, S.ı. c.ı.{.2sq. CoMPARFTTI de aure interna comp. p.306 sq. 318. CAvorını über . die Erzeugung der Fische. 8.119. FAsrıcıus, Nye Skrifter af det Danske Videnskabers. D. II. p- 370. ’ D sanon tdi (las: char den Hi die nic Jati), |(se en F üls weld lichk | dals wahr | lichke | Seite md gen Inse Ihre als ı | läuf 'gefäl I Ahnn Be.- — 345 ortreten(w\ 33 N um) Die Familie der Crustaceen, von derer: Organi- Paare Y)...=.>=. u, sation die wichtigsten Punkte bisher angeführt sind, Ki, ist die der Krebse. Eine zweyte Familie in dieser Derzogen is Classe ist die der Kiemenfülsler. Die Haupt- allertartige'charaktere, wodurch sich diese im Aeussern von vornea, fi den Krebsen unterscheiden,'sind folgende: Augen, - Sechsei die nicht, wie bey den letztern, sestielt( peduncu- \vexitätz lati), sondern mit dem Kopfschilde verwachsen regen glei(sessiles) sind; sehr zahlreiche, blätterartige Hie- der Gest] men, welche ausser dem Leibe zum Theil an den ıe Höhe und Fülsen liegen; und schaalenartige Frückenschilde, lete Spitzen welche bey den meisten eine so täuschende Aehn- ischen Mem- lichkeit mit den Gehäusen der Mollusken haben, ieder Y dafs sie jeder, der die Bewohner nicht kennet, für n eleiche wahre Muscheln halten wird. Durch diese Aehn- lichkeit ‚gränzen die Kiemenfülsler von der einen ist, Diese Seite mehr an die vorhergehende Thierclasse,‘als an die Krebse und Insekten. Aber in ihrem übri- gen Baue sind: sie noch näher, als die Arebse, den Insekten verwandt. Die Menge der Artikulationen ihres äussern hornartigen Skeletts ist, noch grölser, als die der letztern. Bey der Daphnia pennata be- Di läuft sich die Anzahl der Gelenke nach einem ohn- gefähren Ueberschlage auf 2000000(zZ). Dagegen ist das System der Ernährungs- und de Absonderungsorgane noch einfacher, als bey den Hreb- (z) Scuärrers krebsartiger Ric fenfuls. S.6ı H Jskab, D]I F& de 346| men Hiırebsen, wenn man die zahlreichen Kiemen aus- nimmt, die indels ohne Zweifel hier zugleich als Bewegungsorgane dienen. Die Frefswerkzeuge kommen mit denen der Krebse ziemlich überein. Aber der ganze Nahrungscanal besteht in einer ge- raden einfachen Röhre, an welcher sich kanm noch Spuren von einem Unterschiede des Schlundes, Ma- gens und Darnıcanals finden.‘ Die Stelle der Leber wird anch hier durch zwey enge, aber sehr lanze und ästige Blinddärme ersetzt, die den gröfs- ten Theil der Banchhöhle ausfüllen, und sich in die Mitte des Nahrungscanals öffnen. Das Herz hat eine auffallende Aehnlichkeit mit dem der Insekten, Es ist ein Gefäls, das vom vordersten Ende des Kopfs bis zum Schwanze fortgeht, aus mehrern, von vorne nach hinten am Durchmesser abnehmen- den Säckchen zusammengesetzt zu seyn scheinet, und, nach Cuvıer’s Untersuchungen(a), Blutge- fälse alıs den Riemen empfängt.| Die weiblichen Geschlechtsorgane bestehen in zwey schr grolsen Eyerstöcken, die sich, wie bey den Krebsen, an dem ersten Gelenke eines der Fufs- paare öffnen. Die beyden Zeugungsglieder des männlichen Geschlechts liegen entweder an der Brust ohnweit dem Kopfe(Daphnia), oder an den Fühl- (a) Mem. de la Soc. d’Hist. nat, de Paris. An. VII. P- 34. Reır’s Archiv£.d. Physiologie. B.V. St. 1. S.116f. Fihlh sind mulı | tische | hinter und b Aurel roth ı sen, | einig |nure | fach zihlı lieg, Bey nicl übe | nich nen. gener nr| den an ter Riemen au; ° zugleich al elswerkzeun ‚lich über t in einer pr h kaum nd hlundes, le der Lei ‚ aber seh die den gröfs nd sich un die Das Herz hat der Insekten, en Ende da us mehrer - abnehmen yn scheine! (a), Blutge bestehen ı ich. wie ber nes der Fılt splieder : 1 oder an oder an di Fihl An. VII pP u, 56 u— a) 347 Fühlhörnern(Cyclops). Die Hoden des letztern sind noch unentdeckt. Ausser diesen Theilen findet sich bey dem Li- mulus palustris an jedem Fulse noch ein problema- tisches Organ, nehmlich ein Dläschen, das gleich hinter der mit dem Fulse verbundenen RKieme liegt, und bald zusammengefallen, bald mit einer weissen, durchsichtigen Feuchtigkeit, oder auch mit einem rothen, gerinnbaren Safte angefüllt ist, Von dem Gehirne dieser Thiere wissen wir nur so viel, dals es, wie bey den Mollusken und Kreb- ‘sen, auf dem Schiunde liegt. Das Auge, das bey einigen(Argulus, Caligus, Limulus, Lynceus) nur einfach, bey den meisten aber doppelt und drey- fach ist, hat, wıe bey den Krebsen, eine aus un- zähligen, mit ihren convexen Flächen nach aussen liegenden Hohlgläsern zusammengesetzie Cornea. Bey den Kiemenfülslern liegt aber diese Menıbran nicht, wie bey den Krebsen, unbedeckt, sondern über ihr befindet sich noch eine zweyte, glatie, und nicht zusammengesetzte Hornhaut, Von den einzel- nen Abtheilungen der erstern scheint jede einen ei- genen Auge anzugehören, indem zu jeder ein eige- ner Sehenerve geht. Die Fühlhörner dienen bey den meisten Kiemenfülslern auch als Bewegungs- organe, und sind gleich den Vorderfülsen bey meh- rern ästig und mit langen Zweigen versehen. Sie fehlen 348 FE— fehlen bey dem Polyphem, dessen Ropf aber dafür ganz Auge 1St, Wir haben im ersten Capitel dieses Abschnitts für die unterscheidenden Charaktere der Crustaceen weisses Blut, ein äusseres artikulirtes Skelett, ein wahres Herz mit Gefälsen, und Riemen angegeben. Aus dem bisher Gesagten ergeben sich nun noch folgende untergeordnete Merkmale der Arebse und Hiemenfülsler: ein Gehirn, das auf dem Schlunde ruhet und mit einem ringförmigen Fortsatze diesen umgiebt; ein Rückenmark, das bey seinem Laufe zu grolsen Ganglien anschwellt; ein Auge, das aus mehrern kleinern zusammengesetzt ist; ‚Fühlhör- ner, die den Bartfasern mehrerer Fische und. den Fühlfäden der Mollusken analog, aber in hornarti- gen und artikulirten Scheiden eingeschlossen sind; ein Nahrungscanal, der fast in gerader Richtung zum After fortgeht; statt der Leber zwey enge, aber sehr ‚lange und ästige Blinddärme, die sich in den Pförtner öffnen; ‚getrennte Geschlechter; zwey Eyerstöcke mit eben so vielen Mutterscheiden bey dem Weibchen, und zwey äussere Geburtsglieder bey dem Männchen. Ausser, den Krebsen und Kiemenfülslern glau- ben wir noch eine dritte Familie der Crustaceen annehmen, und zu diesen diejenigen Thiere rech- nen zu müssen, die bisher unter dem Namen der Chi- den: ı von | Fref diese | pelic sehr‘ mit eı ausge Die} ähnl ri R in hornaru- losse N sind: ‚er Richtung zwey engt Is die sich N echter; ze] scheiden Def eburtsglieit! ülslern glar « Orustaceel Thiere vet , Namen der Chr a_ nn 349 Chitonen zu den Mollusken gezählt wurden. Eine Beschreibung derselben wird ünser Verfahren rechtfertigen. Die äussere Form gleicht der der Phyllidien. Aber der Rücken ist mit sechs bis acht neben einan- der liegenden, und unter sich artikulirenden Plat- ten bedeckt, die weit mehr mit den Schaalen der Krebse und Kiemenfüfsler, als mit denen der.Con- chylien übereinkommen, Zu Organen der örtlichen Bewegung dienen den meisten Chitonen, wie den Schnecken, blos die Bauchmuskeln. Der Chiton fascicularis aber hat zu diesem Zwecke auch noch an jedem Gelenke. auf beyden Seiten einen Bündel steifer Borsten. Alle Arten haben eine grölsere An- zahl Muskeln, als die Schaalthiere(b): Die Eingeweide sind meist denen der Phola- den und Balanen ähnlich. Manche aber sind auch von ganz eigenem Baue. Zu‘ diesen gehören die Fre[swerkzeuge. Beym Chiton cinereus bestehen diese in einer platten muskulösen Röhre, einer knor- pelichen gezahnten Haut, und den Muskeln. Die sehr dünne durchsichtige Haut ist gleich nach vorne mit einem Ringe von rhomboidalischen Plättchen ausgelegt. Hierauf folgen drey Reihen von Zähnen. Die in der obersten sind den Fangzähnen des Ebers ähnlich. Die mittlere Reihe hat schwarze dreyspit- zige (b) Orıvı Zoolog. Adriatica, P. ı. p.89. % 350— zige Zähne von fast eisenartiger Härte, Die unter- sten nehmen allmählig an Härte ab. Jeder sitzt auf einem besondern muskulösen Stiele, tınd ist mit ei- nem zurückzichenden Muskel versehen. Die un- tersten Zähne, welche reihenweise nach der Axe der erwähnten Haut liegen, sind äusserst elastisch. Die gezähnte Haut liegt so in der muskulösen Röhre, dafs die wagerechten Zähne gegen einander gerichtet sind. Der oberste Theil dieser Haut wird von einer sehr verwickelten Reihe von Muskeln umgeben, die den Ropf des Thiers ausmachen. Einige ziehen den Kopf vorwärts, andere rück- wäris; von einigen wird die gezähnte Haut zusam- mengeschnürt, von andern erweitert(c). Ferner finden sich bey diesem Chiton einige Theile, wovon nichts Analoges bey den Schaalthie- ren vorhanden ist. So trifft man an dem untern Theile des Eyerstocks zwey glandulöse, röthliche Körper än, die mit den obern Enden an die Schaale befestigt sind, und mit den untern in einen häuti- gen Canal übergehen(d). Und so liegt an jeder der beyden Hohlvenen, unweit dem Herzen, eine co- nische Röhre von röthlicher,, oder gelblicher Farbe, deren oberes Ende fasericht ist(e), Man (e) Porz Test.. T.I. 0.2. p.5 sQ. (d)xPorr l.c. p.7. Tab TIEF: Ge.1g, acı..db.,\, (e) Pori}.c p.7.° Tab. UR fg, 17..0d. cdi ax der Axe de SL eiastısct muskulö ‚en einandk Schaalthk mn— 351 Man sieht, dafs die Chitonen zu keiner Familie der Molluskei recht passen, sondern zwischen die- sen ad den Crustaceen in der‘Mitte steben, und dals sie sich mit eben so vielem Rechte den letztern, als den erstern beygesellen lassen. i Ordnungen und Geschlechter der Cru- staceen. I. Chitonen. Chitones. 1. Chiton L. C. cinereus. Porı Test. T.1. O.ı. p.4. II. Kiemenfülsler. Branchipodes(f). ı, Amymone, 2. Nauplius. 3. Argulus. 4. Limulus. L. palustris. ScHÄrFFER’s krebsartiger Riefen- fuls. S. 64. 5. Caligus. 6. Cythere. EyprIS 9. Lynceus. 9. Daphnia K D. pennata. Die grünen Armpolypen, die ge- schwänzten und ungeschwänzten Wasser- flöhe u. s. w. von SCHÄFEER. 9, 28. 10. Po- (£) Nach Müıter, 352 nn 10. Polyphemus. 11. Cyclops. II. Krebse. Astacıi(g). i2 Cancer: Ina cChuis; td 3. Pagurus. P. Bernhardus. SwAmMErDAmnM’s Bibel der Nat. S. 84. 86. Ouıvı Zool. Adriat, P. ı. p.58. 4. Astacus. A. fluviatilis. Wırrısıvs de anim. brut. P. phys. C.3. p. ı1.: Porrıvs im Miscell. Acad. N.&..d. 20,: 81:8,#0bs. 19x p. 90.„Lister: Tabs anat, II. fig. 9,‘ Röszr’s Insektenbelustigung. ıter Nachtrag. S. 321. 329. Comrarerri de aure interna comp. p. 300. A) marinus. Lister Tab. anat. XXI. 6.112, 5. Palinurus. 6. Scyllarus. 7. Squilla, (g) Nach FABrıcıvs. a Ach- el che di mein nom (meist kr; wicht der v “ Li Achtes Kapitel. Insekten(h). au D.. nehmlichen untergeordneten Charaktere, wel- s Bibel& che die Riemenfüfsler und Krebse mit einander ge- P. 1 p% mein haben, sind auch den Insekten eigen, ausge- nommen, dals hier dıe äussern Zeugungsglieder m, brut, P, meist nur in einfacher Zahl vorhanden sind.: Zwey iscell, Acadı wichtige Merkmale unterscheiden aber diese von ISTER Tab, der vorigen Thierclasse, nehmlich ein Herz ohne oltıstirune, Arterien und Venen, und Luftröhren ohne Lungen. (RETTI de Das (bh) Memoires pour servir a l’ Histoire des insectes. Par na) M. DE REAUMUR. Lesser theologie des insectes. Avec des remarques de Mr. Lyonxer. Dr Grer Abhandlungen zur Geschichte der Insekten, Uebersetzt von J.; A. E. GoEzE. Gzorrrox Histoire des insectes des environs. de Paris. Orıvırr Entomologie. Fasrıcır philosöphia entomologica. Ejusd‘ entomologia systematica, emend. et aucta. Ejusd. supplementum entomologiae systematicae. Sur la maniere dont se fait la nutrition dans les ıin- sectes, par le C. Cuvıer. Mem. de la Soc, d’ Hist, nat. de Paris, An. VII. p- 54. Ich- 1, Ba. Z Das erstere ist eine von allen Seiten verschiossene Röhre, welche gleich unter der Rückenhaut liegt, und von dem Fette, wovon es umgeben ist, ein knotiges Ansehn hat, von diesem abgesondert aber sich als eine Röhre zeigt, die blos gegen ihre Enden etwas dünner, sonst aber fast von gleicher Dicke ist, worin sich zu beyden Seiten dreyeckige Mus- keln(i), deren Spitzen an dem Skelett befestigt, sind, mit ihren breiten Enden inseriren, und an welchem sich weder mit anatomischen, noch mit optischen Hülfsmitteln Spuren von Blut- und Schlag- adern entdecken lassen. Statt der letztern verthei- len sich in alle Organe der Insekten zahlreiche Luft. röhren, deren äussere Oeffnungen zu beyden Seiten des Körpers liegen, und welche eben so, wie die Blutgefäfse der vorigen Thierclassen, unter einan- der anastomosiren und sich auf eben die Art zer- ästeln. Die äussern Oeffnungen derselben(stigmata) bestehen in hornartigen Platten, die in der Mitte durchbohrt und am innern Rande mit Filamenten besetzt sind. Ihre Höhlungen werden durch drey Membranen gebildet, von welchen die innerste aus knorpelartigen, spiralförmigen Dräthen, deren Win- dungen dicht an einander liegen, zusammenge-. 1 setzt ist. Ausser diesen Eigenheiten läfst sich kein Cha- angeben, den alle Insekten in ihrer Organi- sation Gi) Les ailes du coeur beym Lronnes, atior Thie Vers Gröl ende dere ı und F | einan Fam Brus diese sind, abge bey | Meng | und} arıkı aweı das ähn] mehr | Brust | ihrer a Abe seht ihre Tschlotgene nhaut liegt en ist, eh ondert aber ihre Enda icher Dich kige Mıs tt befestin n, undan , noch mit und Schlag« ern verthei« reiche Luft. den Seiten ), wie die ter einan- e Art zen ‚(stügmat) | der Mitt Filamenter durch drei nnerste all deren Wir ısammeij? | kein Chr rer Organ‘ sat? sation mit einander gemein hätten. Bey keiner Thierclasse finden wir in diesem Stücke so viele Verschiedenheiten, als bey dieser. Schon gleich im Gröbern der äussern Form treffen wir einen auffal- lenden Unterschied an, indem einige geflügelt, an- dere ungeflügelt sind, und beyde in der Anzahl und Form ihrer Glieder aufs mannichfaltigste von einander abweichen. Unter den erstern giebt es die Familie der Spinnen, bey welchen Kopf und Brust aus Einem Stücke bestehen, und wo mit diesem ‚Stücke acht gegliederte Füfse verbunden sind. Es giebt andere, bey welchen der Kopf ein abgesonderier Theil ist, und unter diese: besteht bey den Asseln der ganze Rumpf aus einer grolsen Menge Artikulationen ohne Unterschied von Brust und Aumpf, und aus einer eben so grolsen Menge artikulirter Füfse, bey den Milben aber nur aus zwey grölsern Gliedern, wovon eines der Brust, das andere dem Bauche der höhern Thierclassen ähnlich ist, und nur jenes sechs bis acht Fülse hat. Pr Der Rumpf der geflügelten Insekten hat nie mehr als zwey grölsere Artikulationen, eine für die Brust und eine für den Bauch. Auch geht die Zahl ihrer Füfse nie über sechs. Die Bildung der Flü- gel scheint hier die der Gelenke zu verhindern, Aber in der Struktur der erstern variiren diese In- sekten eben so sehr, wie die vorigen in Ansehung ihrer Glieder. Bey allen sind Rudimente von vier LS Flü- 356 urn Fiügeln vorhanden. Doch verdienen ıbey mehrern nur zwey derselben diesen Namen. Die Mücken- geschlechter(diptera L.) haben statt der untern lügel auf jeder Seite blos ein gestieltes, meist mit ‘einer gewölbten Schuppe bedecktes Knöpfchen(Ba- lancierstangen,‘ halteres). Umgekehrt ıst es bey den Käfern(Coleoptera L.). Hier sind blos die untern Flügel wahre Schwingen, hingegen die obern blos hornartige Decken der letztern(elytra); Vier wahre. Flügel sind den Heuschrecken, Wanzen, Schmetterlingen, Libellen und Wespen eigen. Von denen der Heuschrecken ( Orthoptera OLıvıer.) und Wanzen(Hemiptera L..) nähern sich die obern den Flügeldecken, der Käfer, indem sie nur zur Hälfte häutig, halb aber gleich jenen horn- oder lederartig sind. Die untern Flügel der Heuschrecken liegen unter diesen obern der Länge nach gefalten, die der Wanzen aber ge- kreutzt. Die Flügel der Schmetterlinge( Lepidop- tera L.), Libellen(Neuroptera L.) und Wespen (Hymenoptera L.) sind insgesammt ganz membra- nös. Aber die erstern zeichnen sich durch die bun- ten Schuppen, womit ihre Flügel bedeckt sind, die Libellen durch die netzförmigen, oder gitterartigen, und die Wespen durch die äsligen, starken Adern ihrer Schwingen aus. So mannichfaltig aber auch die Insekten in An- sehung ihrer Bewegungsorgane sind, so kommen | doch wert nesw lich ü '\wn imme vier ders son heıt er re use— TEE: — 357 | imenieninisnnn 5 y mehren doch alle unter einander und mit den Crustaceen a, därin überein, dafs dıe Zahl dieser Organe bey ih- M IChe 3 Oo- dba nen grölser ist, wie bey den Säugtlieren, Vögeln, na Amphibien, Fischen und Mollusken. Es giebt eine Kar Skalopenderart, welche. ı84 artikulirte Füfse hat, fchen(Br\ 4 RM und eine Phalänenraupe(Ph. cossus), woran Lyon- -OTtT St ner 4061: Muskeln zählte, da der Mensch deren F nicht viel über 400 besitzt.“Die Muskeln der In- ngegen die n(elytra); hrecken, sekten haben zugleich das Eigene, dals ihre Fibern nicht durch Zellgewebe zusammenhängen, sondern frey neben einander liegen, und blos an ihren En» ©, den befestigt sind. uschrecken nipteraL.) Nicht weniger Verschiedenheit, als in den Be 4 pr su In«& der Käfer wegungsorganen der Insekten, findet ın ihren Sın- ler Räler, 3 ‚er oleich neswerkzeugen statt. Die Antennen sind gewöhn- 3. iR 2 AH ERr sh 5 im Flügel lich über den Augen an der Stirne beiestigt, und bern der immer gegliedert. Aber bey einigen giebt es nur ||>} S£ TER vier dieser Glieder; bey andern gelit die Zahl aber pi) ( Le] idop d Wespen derselben in die Hunderte, Ihre Gestalt ist dabey so mannichfaltig, dals sich nach deren Verschieden- heit schon blos die Familie der Schmetterlinge in z memolt iR= IE sechs grölsere Classen und mehrere Unteroranungen n Ato hun- ‚h die DU s= Ri Nu abiheilen läfst(k). ni 14 | Ssınd, Yu, terartigtn Die Hornhaut der Augen besteht aus vielen en Aden sechseckigten ‚Abtheilungen, deren innere Flächen mit (k) ReAumun M&m. pour servär 4 Phist, des ins. T.R 1 An; TA om ten IN P.ı. Mem.5. p. 275: kommen Z 3 doch 358; Sem mit einer farbigen Schleimhaut und einer Retina be- deckt sind. Dies ist aber auch das Einzige, was die Insekten in Ansehung der Augen mit einander gemein haben. Diese Sinneswerkzeuge varliren bey ihnen in der Farbe, Gestalt, Stellung, Gröfse und in der Anzahl der Abtheilungen. Es giebt schwar- ze, schneeweisse, goldfarbene u. s.w. Es giebt ganz runde, halbkugelförmige, sphäroidische u. s. w, Es giebt einige, die nur hundert, andere, die viele tausend Abtheilungen haben, Ausser jenen zusammengesetzten Augen besit- zen auch die Insekten noch andere einfache Au- gen(Stemmata), die aus einer convexen, mit kei- nen Abtheilungen versehenen,. auf ihrer iunern Fläche mit einem farbigen Pigment überzogenen, und unmittelbar auf dem Gehirne liegenden Horn- haut bestehen(l). Diese einfachen Augen sind ual- len Insekten eigen, da. hingegen jene bey den mei- steu ungeflügelten Thieren dieser Classe fehlen, Der zusammengesetzten Augen giebt es auch nie mehr, als zwey(m); die Zahl der einfachen hinge- gen ist verschieden von zwey bis achten. Die letz- tere Zahl findet sich bey den meisten Spinnen, und merk- (Ü) ComrArerti de aure interna comp. p. 296. (m) Nür bey. den Ephemeren will Rraumur(Mem. pour servir a l’hist. des ins. T,IV, Tab, 19.34) deren vier entdeckt haben, Thier Bau (a man arm 352 Retina be merkwürdig ist es, dals bey diesen der nehmliche ar“ Antagonismus zwischen den Augen und den Anten- It PORN nen herrscht, den wir im vorigen Capitel beym Po- Ka WM lyphem angetroffen haben. Diejenigen, die nur zwey brölke ul Augen haben, sind mit Fühlhörnern versehen, und bt schwa. die, welchen die Antennen fehlen, haben sechs bis Es gik acht Augen. lische u; ndere, de Gehörorgane sind bey den Insekten noch nicht gefunden. Die durchsichtigen, mit einer wälsrich- ten Feuchtigkeit und weissen breyartigen Nervenfä- den angefüllten Säcke, welche ComrArETTi(n) bey mehrern dieser Thiere in Höhlen unter den Aug- apfeln antraf, und für Gehörwerkzeuge hält, lassen ugen beat Faden sich schwerlich dafür annehmen, :rzogenen, h: on} Der Verschiedenheit, die wir in den Bewe- den Horn- Be gungsorganen und Sinneswerkzeugen der Insekten en sind al 2: antreffen, entspricht ohne Zweifel eine eben so y den mei FR grolse Verschiedenheit des Nervensystems. Schon Y en unsere bisherigen, in Vergleichung mit der Feinbeit er 2 des Gegenstandes und den zahlreichen Geschlech- ae u tern und Arten dieser Thierclasse sehr groben und Dr 2 eingeschränkten Untersuchungen liefern Beweise da- innen, 8 für.‘ Vorzüglich variirt das Rückenmark dieser mei Thiere, das hier, wie bey den Crustaceen, am Bauche liegt, und aus mehreru, durch doppelte h. Ner sur(Net 9.654) EEIEIIDET:= h 360 ern Nervenstränge verbundenen Ganglien besteht, in der Zahl seiner Knoten und in seiner Länge. Bey der Biene giebt es 7 jener Ganglien, beym Nesselvogel (Papilio urticae), der Larve der Musoa Chamaeleon und der Ephemera horaria ıı, bey dem Seiden- wurme und der Weidenraupe ı2, und bey der Lärve des Scarabaeus nasicornis 14. Ueberhaupt scheint die’ Anzahl dieser Knoten mit der Zahl der Bewe- gungsorgane, und vorzüglich der Segmente des Lei- bes, in geradem Verhältnisse zu stehen. Ferner sind jene Knoten bey der Larve des Nashornkäfers und der Musca Chamaeleon fast in unmitielbarer Berührung mit einander; hingegen liegen sie bey eben diesen Insekten nach ihrer Verwandlung von einander entfernt. Bey den Raupen nähern sie sich während deren Verwandlung in Puppen, und ent- fernen sich wieder während dem Uebergange der letztern-in Schnietterlinge. Jene Larven und Pup- pen haben daher ein kurzes Rückenmark mit lan- gen Nerven, die Raupen und vollkommenen Insek- ten ein langes Rückenmark mit kurzen Nerven. So wenig übrigens das Nervensystem der Insekten in seiner Struktur mit dem der rothblütigen Thiere gemein hat, so ähnlich ist es diesem in seiner Tex- tur,. Das Gehirn und die Rückenmarksknoten der Weidenraupe haben zwey Häute, eine äussere, die mit. der harten, und eine innere, die mit der wel- chen Hirnhaut der Säugthiere übereinkömmt, Auf beyden Flächen der äussern Haut verbreiten sich zahl- aber ı sekte zeıfäl lunge nahm solche oder v ersten! von} Heus diese ähnli den, wort dibul: ladeı Rt,e die\e auf ı Li p em Seidn y der Lim Ipt sc hei lay N r der Ber: D 1, Ferner\ L k 150 ier3 nn aret Krug BEN SIE DEY nalung vun ern sie$ |, und eı Te inge n und Pıp ırk mit lan jenen Insck en Nerstu ler Insekt ieen Thier seiner Te: ‚knoten de ssere,(k it der we mmt, Aut reiten sich zahl. un re — 361 zahlreiche Zweige der Luftröhren, In der Substanz des Gehirns und der erwälinten Knoten glaubte Lvonn£er auch Rinde und Mark zu unierscheiden, Die Subs:ianz der Änoten unterscheidet sich von der der übrige: Theile des Rückenmarks darin,, dafs diese gar keine Luftgefälse hat, da jene damit ganz durchtlochten ist. Noch aber die, die wir in den Ernährungsorganen der In- gröfser, als diese Verschiedenheiten, sind sekten anıreffeu. In Ansehung der Frelswerkzeuge zerfällt diese Tlhierclasse in zwey grölsere Abthei- lungen: in solche, die ihre Nahrung vor deren Auf- nahme in den Schlund vorher zermalmen, und ın solche, die sich blos durch Einsaugen thierischer oder vegetabilischer Flüssigkeiten nähren. Zu der erstern gehören die Spinnen, Asseln, drey Arten von Milben(Podura, Lepisma und Ricinus), die Heuschrecken, Käfer, Wespen und Libellen. Bey diesen sind die Frefswerkzeuge denen der Krebse ähnlich. Sie haben gewöhnlich zwey Paar Rinnla- den, die sich in horizontalen Flächen bewegen, und wovon das obere Paar(die Fre[sspitzen, man- dibulae Fasrıcıı) knöchern, das untere(die Kinn- laden, maxillae Fage.) aber schwächer oft häutig ist; eine obere und eine untere Lippe, von welchen die letztere sich in eine Art von Zunge endigt; und auf den auswendigen Flächen dieser Rinnladen und Lippen kleinere Fühlfäden(palpi). Bey jeder der 25 ange- 363 mm\ angeführten Familien, die mit diesen Werkzeugen seine! versehen sind, finden indels Abweichungen in der Texin Forın, Verbindung und Anzahl der letztern statt. Struk Vorzüglich zeichnet. sich die Familie der Heu- nen. schrecken durch ein Organ, das den übrigen fehlt,| Weite den sogenannten Helm(galea) aus, zwey beweg- bei 6 liche, membranöse, kegelförmige, platte Theile,| jjm um die auf dem Rücken der Rinnladen sitzen und den ‚[raden Mund grölstentheils bedecken,| Su allen Blofse Saugorgane ohne Frefswerkzeuge sind gleich den Familien der Schmetterlinge, Wanzen und Mü-| der v cken, und den drey Geschlechtern Pulex, Pedicu,| pie lus, Acarus aus der Milbenfamilie eigen. Bey den sitzen Schmetterlingen bestehen jene in einem spiralförmig und st zusammengerollten Rüssel mit einer doppelten Röh-| das 68 re(Lingua FAsr.); bey den Wanzen in einer arti-'Arkikı kulirten, spitzen, unterwärts gekrümmten Röhre Die ı mit drey feinen Stacheln(Rostrum FAsr.), und Schm in einer Oberlippe, welche die Basis dieses Stachels her( bedeckt; und bey den Mücken in einem oder meh- gegen rern Stacheln nebst einer Rinne, worin diese ausser lang, der Zeit des Gebrauchs liegen, und welche an| Mh ihrer Basis häufig zwey Palpen hat(Haustellum|| cana] Kasr.)(o).|[rellk Der Nahrungscanal varürt in seiner Länge, sei- 8 5 nen Krümmungen und seiner Weite; in der Anzahl n i seiner io nis, (0) Rorr renz in Miscellan. Taurin, T.IV. pn.:. Nerkatupen Ingen in der taten sta, & der. Ha. brigen fell ZWey ben latte Th, ‚en undde kzeuge sid zen und Ni. lex ‚ Pedion n. Bey du spiralförni: pelten Röt ‚ einer arlı ten Köhr IBR,), mul ses Stachel n oder mel diese ausst! welche a Haustelun Länge,# der Anal) seine! MD A muraran.nn 308, seiner Erweiterungen und Verengerungen; in der Textur seiner verschiedenen Theile; und in der Struktur der blinden Anhänge, die sich in ihn öff- nen. In Ansehung der Länge, der Beugungen und Weite desselben ist es bey den Insekten eiu allgemei- nes Gesetz: dafs jede der beyden erstern im umgekehrten, die letztere aber im ge- raden Verhältnisse mit der Anzahl der Artikulationen des Thiers steht. Am auf- fallendsten bestätigt sich dieses Gesetz bey der Ver- gleichung des Nahrungscanals der Larven mit dem der vollkommenen Insekten. Da, wo jene eine grölsere Menge von Artikulationen, als diese, be- sitzen, ist der Nahrungscanal dort kurz, gerade und sehr weit, hier aber lang, gebogen und enge; das Gegentheil zeigt sich, wenn die Larve weniger Artikulationen, als das vollkommene Insekt, hat. Die erstere Bedingung findet z, B. bey den Schmetterlingen statt, Bey der Raupe ist da- her der Schlund und Darmcanal sehr kurz, hin- gegen der Magen ausserordentlich weit und sehr / lang. Aber schon bey der Puppe ist der Magen merklich kürzer, hingegen der Schlund und Darm- canal ungleich länger geworden, Und bey dem vollkommenen Schmetterlinge hat der Darmecanal eine solche Länge erhalten, dafs er jetzt mit meh- rern Windungen zum After, fortgeht. Das nelmli- che gilt von der Biene und dem Scarabacus nasicor- nis. Hingegen bey der Musca Chamaeleon, wo die Larve 364 y,| mm Larve weniger Artikulationen, als das vollkommene Insekt, hat, verkürzt sich der Nahrungscanal, der bey der erstern eng, lang und gewunden ist, desto mehr, je näher die Zeit der Verwandlung her- anrückt. Bey allen Insekten ist der Nahrungscanal durch Verengerungen und Schliefsmuskeln in mehrere ‚Abschnitte von verschiedener Länge, Weite und Textur getheilt. Der erste Abschnitt, der mit denn Schlunde der höhern Thierclassen iberankontne hat gewöhlich die Gestalt eines mit seinem weiten Ende nach dem Munde und mit dem engen nach dem After hingekehrten Trichters. Am Munde m- seriren sich in ihn bey allen mit Kinnladen versehe- nen Insekten zwey lange und gewundene Spei- chelgefäfse(p), die gewöhnlich aus einem cy- lindrischen, oder blasenförmigen Behälter entsprin- gen., Der zweyte Abschnitt, der ule Funktion des: Magens zu vertreten scheint, ist gewöhnlich oval und liegt immer der Länge des Thiers nach, ist aber übrigens eben so vielen, und vielleicht noch gröfsern Abänderungen, als der der Säugthiere un- terworfen. Bey der Laus z. B. hat er an der obern Mündung zwey aufwärts gerichtete blinde Anhänge, die ihm ein gabelförmiges Ansehn geben, fast wie beym Nabelschweine und Nilpferde. Beym Ohr- wurme (p) Les vaisscaux dissolvans beym Lyonner., wurme hälter, und el geihei oben} Reihen Ins yert gen Ma 'g nadl theilte liegt ei Nutzei »Musca ‚Larve ker Sto sein hin sich dr die mil saupe nen is keln| 4obı 1 den N; An anal b auf jed (N be 365 vollkommen escanal di wurme ist er durch eine Verengerung in zwey Be- ne hälter, einen obern, fast kugelrunden und kurzen, andlung I und einen untern cylindrischen und sehr langen ab- getheilt. Zugleich sind hier beyde Mündungen der obern Abtheilung auf ihrer innern Fläche mit zwey Reihen von Zähnen besetzt. Das, Heupferd(gryl- rscanal dır= lus verrucivorus) hat einen kleinen, kugeltörm!- in mehr: Wi: gen Magen, dessen innere Fläche in viele, der Län- , Weite ın ge'nach laufende und durch, Queereinschnitte abge- theilte Falten besteht. Auf jeder Seite desselben liegt ein runder, häutiger Rörper von unbekanntem Nutzen. Bey einigen Insekten, z. B. der Larve der Kr Müsca Chamaeleon, ist der Magen häutig; bey der Larve der Musca putris sieht man durch den häut gen Stoff, woraus er besteht, einige muskulöse Fa- e'Nı= seın hindurch scheinen; und! bey den Raupen lassen 1yıs. EINEN] sich drey Häute an ihm unterscheiden, von welchen ter entspn die mittelste ganz muskulös ist: Bey der Weiden- Funktion raupe und den Raupen mehrerer verwandter Phalä- wöhnlich 0 nen ist der Magen mit Fortsätzen der Rückenmus- ers nach,# keln von oben bis unten umwunden, Von den jelleicht ut 406ı Muskeln jener Raupe gehen 2186 allein auf Sängthiere den Nahrungscanal. An deni Pförtner inseriren sich in den Darm- nde Anh I, 1: fast canal bey den Insekten, wie bey den Crustaceen, chi,>4 Beym Öh auf jeder Seite zwey ästige blinde Gefälse(q), de- urn ren (g) Vasa varicosa beym MarrıoHt. Les intestins gröles beym Lronner, 366 Merse I—— ren Weite, Länge und Arümmungen sich nach der Weite, Länge und den Krümmungen des Darınca- nals richten. Manche Insekten, z. B. der Seiden- wıırm, der Nashornkäfer(Scarabaeus nasicornis) und der fliegende Hirsch( Lucanus cervus), haben ausser diesen Lebergefälsen noch andere, aber sehr kurze blinde Gefälse, die sich in den Magen inseri- ren und um denselben eine kronenförmige Figur bilden. Die Seidenraupe hat nur Eine solche hrone von blinden Gefälsen um deu obersten Theil des. Magens; der Nashornkäfer hat deren drey, Eine am Anfange, Eine in der Mitte und Eine am Ende des Magens; und bey dem fliegenden Hirsch finden sich ihrer vier, zwey an den beyden Enden und zwey in der Mitte des Magens. Bey einigen Räfern(Ca- rabus, Dytiscus), die zwey Magen haben, sieht der untere wie behaart aus. Eine genauere Unter- suchung aber zeigt, dals diese Haare ebenfalls selır kurze blinde Gefälse( Zotten, villi) sind. Wir haben gesehen, dals die erwähnten blass den Anhänge am Darmcanale bey den Krebsen und Wiemenfüfslern die Stelle der Leber, des Pancreas und überhaupt des ganzen Apparats von drüsichten Organen ersetzen, der bey den höhern Thierclassen die Verdauung und Ernährung bewirken hilft. Bey den Insekten findet nıcht nur das Nehinliche statt, sondern ‚hier ist überhaupt auch von, Drüsen gar keine Spur vorhanden. immer sind es darmähnli- che | che dh tern V nen d Afterr belsch dieses | sprützt, | chel Ai $ Zeugt reitet. den N menb ' den$ | der aus ten un steht, benhe \ geht. gange Ruth | die|: I einigun \aher Ih menhl stehe ER 367 / Sich nach de che blinde Gefäfse, welche die Funktion der letz- des Dana tern vertreten. Solche Gefälse liefern bey den Spin- I. det Seide nen die Materie zum Gewebe, bey den Raupen und 15 nasicorni) Afterraupen den Stoff zum Gespinnste, bey der Ga- tvus)), hal belschwanz- Raupe( Phalaena vinula) den Saft, den re, aber ch dieses Thier, wenn es gereitzt wird, von sich Magen ins sprützt, und bey den Bienen das Gift, das der Sta- örmige Fin chel dieser Insekten mittheilt, YET Solche Gefälse sind es ferner, wodurch alle zur ten Theil da Zeugung erforderliche Säfte bey den Insekten zube- er reitet werden. Die des Männchen lassen sich mit em Er den Nebenhoden, den Saamengefälsen und den Saa- sch üinden sid menbläschen der Säugthiere vergleichen. Zu bey- den und zwef n Räfern(Ü haben, sieh den Seiten des Leibes liegt nehmlich ein Körper, der aus einem sehr langen, zugleich aber sehr zar- ten und engen, in sich verschlungenen Canale be- nanere Unte steht, und dieser Körper ist es, der mit dem Ne- ebenfalls sel benhoden der Säugthiere übereinkönmt, Aus ihm ) sind, geht eine weitere Röhre, die sich mit dem Saamen- gange der letztern vergleichen lälst, zur männlichen ‚wähnten Di Ruthe, vereinigt sich aber vor ihrem Eintritte in 1 Krebsen w die letztere mit der aus dem andern Nebenhoden des Pancıt! entspringenden Röhre, und in den Ort dieser Ver- on Arüsiche; einigung ergiessen sich zwey weitere, zugleich ı Thierci aber längere, darmähnliche Schläuche, die den Saa- on hilft, Bi menbläschen analog sind. hinliche st" Drüsen Die innern Zengungstheile des Weibchens be- n, Drüsen;‘ 2; mia stehen in einem doppelten Eyerstocke, zwey Mut- ; darmäbı e cl tertrom- Pr 368 tertrompeten, einem Uterus,'oder’einer Miutter- scheide, und einem leimabsondernden Organ.‘ Von den beyden Eyerstöcken ist jeder aus mehrern, pa- rallel neben einander liegenden und durch Lufige- fälse unter einander verbundenen Röhren zusam- mengesetzt, deren Anzahl mit der Fruchtbarkeit ‚des T'hiers in geradem Verhältnisse steht. Die Ver- einigung dieser Röhren bildet die, Muttertrompete, und die Verbindung der letztern mit der des andern Eyerstocks einen noch weitern Canal, dessen unte- rer Theil bey der Begattung das männliche Glied aufnimmt, und der also den Namen des Uterus, oder der Mutterscheide verdient. In den obersten Theil dieses Canals öffnet sich ein darmähnliches Organ, worin bey mehrern Insekten ein leimichter, wahrscheinlich zur Befestigung der Eyer dienender Safı enthalten ist. Nimmt man die Abwesenheit drüsichter Organe aus, so nähern sich also die Insekten in der Siruk- tur ihrer innern Zeugungsorgane den Säugthieren weit mehr, als die Mollusken,, und selbst mehr als manche Amphibien und Fische. Diese Näherung wird dadurch vermehrt‘, dafs sich noch bey keinem Insekt eine Spur von Hermaphroditismus fand, dafs alle männliche Thhiere dieser Glasse immer ein äus- seres Zeugungsglied haben, und dals beyderley Ge- schlechtsorgane auch hier, wie bey den meisten Säugihieren, ausserhalb dem After sich nach aus- sen u sen Öl auch theile ren| gehör und be mer In nen be eine W langiı Libell linge zange chens Hayfs hi von di wesen in Ihr Arbei In Be merkı zurück Thier gungs che e, Kun auch ID: — 369 einer Mitte. sen öffnen. Indefs giebt es auf der andern Seite Urean, Von auch wieder Eigenthümlichkeiten an den Zeugungs- mehren, ya theilen der Insekten, wovon sich bey den Saugihie- durch Lufios ren keine Spur findet. Zu diesen Abweichungen ohren zus gehört zuerst die Lage der äussern Zeugnngsorgane, Fruchtbar: und besonders derer des Männchen, die nicht ım- it. Die! mer in der Nähe des Afters ist, Bey mehrern Spin- (ttertromı nen befindet sich an jedem der beyden Fühlhörner er des ander eine männliche Ruthe. Bey den Afierspinnen(Pha- (lessen nnle langium) liegt dieser Theil am Maule, und bey Jen Libellen aım Bauche, Die letztern,, die Schmetter- linge und mehrere andere Insekten haben zugleich zangenförmige Organe zur Umfassung des Weib- chens bey der Begattung, fast wie die Kochen und Hayi:sche. Eyer dienend Eine andere und noch wichtigere Abweichung von der Struktur der Säugthiere ist die völlıge Ab- One wesenheit/der Zeugungstleile, die allen Insekten {!® in ihrem Larvenzustande, und einigen, z. B, den T 2 Arbeitsbienen, ihr ganzes Leben hindurch eigen ist. Bi In Betreff dieses Punkts findet bey den Insekten ein P en j merkwürdiges Gesetz statt, worauf wir in der Folge Bi an zurückkommen werden. Alle geschlechtslose :"oa Thiere dieser Classe haben statt der Zeu- PN gungstheile ae andere Organe, wel- i ae che einen Stoff zur Hervorbringung von hey erley A: Kunstwerken liefern, und alle wenden pn mel; Fe de auch diesen Stoff zur Bildung der letz- ich nat ar 1 Bd,\ a t e r n ge 79— 657 tern entweder ihr ganzes Leben hin- durch, oder bis zu ihrer Verwandlung an, Indelfs lälst: sich dieser Satz nicht umkehren, Es giebt Insekten, z.B. die, Spinnen ‚, welche aus einem, durch eigene Organe'zubereiteten Stoff w Kunstwerke verfertigen, ohne darum geschlechts-, los zu seyn,; Die bisher erwähnten Eingeweide sind insge- sammt mit sehr vielem Fett umgeben, worin sich zahlreiche Luftröhrenzweige verbreiten. In vor- üglich grolser Menge findet man diese Substanz = den Larven, und besonders um den Darmcanal, Bey der Larve der Phalaena Cossus, des Sphinx li- gustri und bey mehrern andern Raupen ist«dieser Canal,’ nebst den Leber-, Speichel- und Seidenge- fälsen von allen Seiten mit einer Fettmasse umge- ben,. welche Windungen bildet, die’ denen des menschlichen Gehirns nicht unähnlich sind. Um’ dieses Gemählde von der Organisation der Insekten voll Be 5 zu machen, müssen wir noch der ee die sich in.der Struktur des Herzens und der Luftröhren dieser Thiere finden 3 und ihrer Verwandlungen erwähnen, Die Verschiedenheit des Herzens der Insekten scheint indefs blos in der Länge und Weite dessel: ben zu bestehen, also von nicht grofser Bedeutung zu seyn, Wich- durt des I ser 0 Segme Jana ven, fang Ober in ih cher mehr men ı serste der N ents! röhr: gen Anası als um bilder und h die h Bey wäh - umkehren, welche an ae TE ‚teten Ytol geschlech, denen des ind, inısation der en wir not er Insekt 'eite dest: Bedeutu; y Mr I} Wichtiger ist der Unterschied, den man ın dem Baue der Respirationsorgane dieser T’hiere antrıiff Die Milben, Mücken, Raupen und Käfer athmen durch Luftiöcher,,‘die an den beyden Seitenrändern des Körpers liegen, und hier variirt die Anzahl dies hi ser Oeffnungen eben so sehr, wie die Menge der Segmente des Rhörpers. Bey den Afterspinnen(Pha> langium) findet man vier Oelfuungen’ der Lufiröh- ren, zwey oben auf den Körper, nahe beym An- fange der Vorderfülse, und zwey grölsere unter den Oberschenkeln der Hinierfüfse. Die Livellen haben in ihrem vollkommenen Zustande nur zwey Luftlö: cher an der Brust, Die Larven der Libellen und mehrerer Mücken, so wie das Geschlecht Nepa, aih= men durch zwey Oeffnungen, die sich an dem äus- sersten Ende des Schwanzes beiinden und sich bey der Nepa in lange Röhren endigen, Bey den Milben, Mücken, Raupen und Räfern entsteht aus jedem Luftloche eine cylindrische Luft- röhre, die mit denen der beyden nächsten Oeilntn= gen von derselben Seite anuastomosirt. Durch diese Anastomosen werden zwey grolse, sowohl! oben, als unten etwas eingedruckte Luftröhrenstämme ge- bildet, die.zu beyden Seiten des Körpers hinlaufen, und bey jedem Ringe des Körpers, ausgenommen die beyden vordersten, einen Schliefsmuskel haben, Bey den Raupen bleiben die Zweige dieser Stänme während ihrer Vertheilı ng immer cylindrisch; bey Aa den 372—n zus A den Käfern aber schwellen ihre Ramifikationen zu eimn ovalen Bläschen an, welche nicht, wie. die Tra- ae cheen, aus einem spirallörmig gewundenen, knor- N pelartigen Drathe, sondern aus einer einfachen ee Menibran bestehen, und daher nicht, wie. die letz- Mile tern, immer offen sind, sondern beym Austreten der en] Luft zusammenfallen. Bey den Libellen erweitern Pupy sich die beyden Hauptstämme der Luftröhren bald ne nach ihrem Ursprunge aus den Luftlöchern zu ähn- arm lichen, aber noch weit grölsern Luftblasen, wie bey En den vorigen, und aus diesen begeben sich. Zweige er von Luftröhren, welche ebenfalls bey ihren Rami- Ki Aikationen sich in Bläschen erweitern, zu den Oren sämmtlichen Organen. Die Larven mehrerer Libel- fude en und Mücken haben grolse cylindrische Luftröh- Au renstämme, die sich von den am Schwanze liegen- nr den Luftlöchern zu beyden Seiten des Leibes bis a zum Kopfe hinschlängeln, und sich mit cylindri- en schen'Seitenästen durch den Körper: verbreiten, ei Zugleich aber trilft man bey mehrern von diesen, Nah z.B. den Larven der Ephemeren, kiemenartige Blät- Ri ter an, worin sich zahlreiche Luftröhrenzweige ver-; Ende iheilen. Bey einigen ‚ die nicht solche Blätter ha-| we ben, sind die Luftlöcher am Schwanze mit einem ae Cirkel von gefiederten Borsten umgeben. Dies ist N z.B. der Fall bey der Larve der Musca Chamaeleon, al find: Es giebt einige Insekten, die ihr ganzes Leben| de hindurch die nehmliche Gestalt behalten, womit sie als katı nen zu vie, die Dia, enen, knor. Y einfachen wie die ltr ‚ustreten dir röhren bilt hern zu äh. sen, wiels sich Zwei ihren Ran hrerer Libt! he Luftröl anze liegen Leibes bi nit cylindrr verbreiten, von diesel, nartige Blit jzweige vet , Blätter br mit eine , Dies hamaeleol nzes Lei Ä womit’ aus — 373 aus dem Ey hervorgehen. Diese Insekten sind. die simmilichen Geschlechter aus der Familie der Spin» nen, und mehrere aus den beyden Ordnungen der Asseln und Milben. Alle ührige T'hiere dieser Classe erleiden während ihres Lebens eine partielle oder totale Verwandlung. Sie kommen als Larven aus dem Ey, gehen aus diesem Zustande in den der Puppen über, und werden hieraus in vollkom- mene Insekten verwandelt.‘ Da,. wo die Me- tamorphose nur partiell ist,"unterscheidet sich die Larve von der Puppe und diese von dem vollkom- “ menen Insekt gröfstentheils nur in der beringern 5 Anzahl, oder in der geringern Ausbildung ihrer Organe, Hingegen bey der totalen Verwandlung findet keine Aehnlichkeit zwischen der Larve, der Puppe und dem vollkommenen Insekt statt, Die Larve, die immer ungeflügelt ist, nähert sich im ih- rer äussern Struktur den Asseln, oder den Wür- mern. Sie hat entweder gar keine Zeugungstheile, oder doch nur blofse Aundimente derselben. Der Nahrungscanal hat meist die entgegengesetzte Struk- tur von der, die sich bey dem vollkommenen Insekt findet. Er ist kurz, weit und gerade bey jener, wenn er bey diesem lang, eng und gewunden ist; und umgekehrt. Im erstern Falle hat die Larve, wie schon oben bemerkt ist, mehr Articulationen, als. das vollkommene Insekt; im umgekehrten Falle findet das Gegentheil statt. Die Puppe hat entwe- der keine, oder unbewegliche äussere Gliedmaalsen. Aa3z Und \ Er 374 men Und bey dem vollkommenen Insekt ist keine Spur N mehr von dem übrig, was das Thier in seinem sektt Larvenzustande war(s). orza Wir jeizt | Char (#) Lronser tr. de la chenille du saule. p- 585: Devenu br Phalene, on n’y trouve presque plus aucune trace de en ce qu’ il etoit dansson etat de Chenille. Ce nombre| y prodigieux de muscles, tepandus dans tout son coTps,| un et arranges avec tant d’ordre, a dısparu dans la Pha-| Men Jene, pour faire place A des, muscles d’une forme et Thie ‘’une structure entierement.differente, U n’y Teste tomii $ plus que quelques debris grossiers de l’Oesophage, du gröls Ventricule, des Intestins, et des Vaisseaux soyeux et auf: dissolvans. 1L’Oeconomie du Coeur est entierement[den changee, de meme que celle des Nerfs, dont neuf dass ganglions ont ‚disparu. Les Bronches n’ont plus| u ;- N| schied qu’une seule tunigqne. La plupart ont perdu leur| usage, et ne tiennent arien. En la place de tout cela, Oz Von trouve une Tete entiörement nouvelle, A tous egards differente de celle de la Chenille, et pourvüe( de plus de vingt et deux mille yeux, dont chaque oeuil est probablement un Telescoope a trois lentilleg pour le moins. Un corcelet, dont la eharpente ecail- leuse, interieure et extörieure,. forme un assemblage| Re tres compose de pieces d’une structure fort singuliere, e auquel tiennent des muscles aussi singuliers, qui font agir des jambes, bien differentes des. premieres, et des ailes d’une composition admirable.. Un Corps,(qui. r venferme, dans les Femelles, un uterus, un ovaire, h remplis de anelgues centaines d’oeufs, des vaisseaux,| dont le suc rend-les oeufs gluans, er un instrument(v .) artis u x ’ 4 1 guzenenmen 378 5, eine Any j: N.: Wir haben im Anfange dieses Capitels die In- IN Seine r 5 r sekten nach der Verschiedenheit ihrer Bewegungs- i organe in zehn Familien eingetheilt. Es würde uns Wir ENGE£ En = jetzt noch obliegen, für jede dieser Ordnungen auch Charaktere, die von ihrer innern Organisation her- genommen wären, anzugeben. Bey der geringen une trace dh Ce nor Anzahl von Insekten, die bis jetzt mit hisreichen- t son car, der Genauigkeit zergl liedert sind, und der grolsen dans la Pha Menge von Geschlechtern und Arten, welche diese ne dorme et Thierclasse enthält, ist es ındels unmöglich, ana Unyıo tomische Kennzeichen, die auch nur auf den lan grölsern Theil jeder Familie palsten, mit Sicherheit aufzustellen. Wir müssen uns daher begnügen, 2 dem folgenden Verzeichnisse eine Recapitulation ee dessen beyzufügen, was schon oben über die Ver- schiedenheit der Insekten in Ansehung ihrer äussern Organisation und ihrer Metamorphose gesagt ist, tout cela, ben] I 116, 3 et pourrie Ordnungen und Geschlechter(t) der ont ohaaııt le’ dont ehagıt Insekten. I s leı$ CE I. Spinnen. Araneae, assemblags Keine Flügel. Kop! und Brust bestehen nur aus t singuliert, einem einzigen Stücke, und blos dieses Ist mit rs, qui Fülsen jeres, et d6 artistement compose, et tids agile pour pondre les Corps, qu veufs. Dans le Corps des Mäles, On ne voit rien de In oyallß, en mais en la place on y trouve les parties pro» s valsgeall pres A la generation, eral’ acconplement, instrument(). Nach Lınne, A artla als 376 ymarusumn Füfsen versehen. Kleine, oder gar keine Kinn- laden. Heine Verwandlung. 1. Scorpio, Qı.Äranea, A. diadema. Rösrr’s Insektenbelustigung, Th. 4.8. 258. 5 Phalangium,. Larkeıtee, Bulletin de la Soc. philomath. An VI, n. 12. p. 113. ‚% Hydrachna.| II. Asseln,, Scolopendrae. Reine Flügel. Ein distinkter Ropf. Zahlreiche Artikulationen des Leibes und eine grolse Men- ge Fülse, Kinnladen, Keine Verwandlung, oder höchstens eine partielle, welche blos in dem Anwachse neuer Fülse besteht. . Oniscus, ud 1) ‚ Jukurs: ol ; Scolopendra, II, Milben. Acarı. Keine Flügel. Ein distinkter Kopf. Sechs bis acht Fülse, ‚Bey den drey ersten der folgenden Geschlechter Kinnladen; bey den drey folgen- den Saugrüssel. Keine Verwandlung, oder nur eine solche partielle, wie bey einigen Asseln statt findet, ausgenommen den Floh. 1: Podura e, Le- keine: Kine 2. Lepisma. 3. Ricinus. 4. Acarus. 5. Pediculus. belustigung P. humanus, Swammerpanm’s Bibel der Na- tur, 5, 31% n de lad 6. Pulex, IV. Wanzen, Cimices. Zwey Flügel. Zwey Flügeldecken, die an der "ae, Basis hornartig, an der Spitze häutig sind. Eine artikulirte, mit Stacheln besetzte und an ihrer Basis mit einer Oberlippe bedeckte saug- f M groise Men: röhre. Eine partielle Verwandlung, wandlun, 1. Cotcus che blos i 2. Chermes. 3: pH@R. 4. Thrips.; 5. Cicada.- Marrıcaı de bombyce. p. 18. 6. Fulgora. 7 Notonecta. 8. Nepa. N. cinerea. SWAMMERDAMM’S Bibel der Nat. Sechs Di S |.. 98. FERN 9. Cimex, Irey folgen 0, oder nt V. Heuschrecken. Locustae. gen Ast Zwey Flügel. Zwey Flügeldecken, die zur Hälfte . hornartig, und zur Hältte membranös sind. Aa5a Rinn- D Le ! 378 en} Kinnladen mit einem Helm(galea). Eine par- tielle Verwandlung. sı. Forficula. F. auricularia. Posserr diss. sist. tentamina circa anatomiam forliculae auriculariae. Jenae. 1500. WıIEDEMANN’s Archiv für Zoologie etc, B. 2, St,2. 8,250. vbiatta, . Mantis. 4. Grylilus. MarrıcHı de bomb. p. 18. iD © G.. verrucivorus. 2ÖsEL’s Insektenbelusti- gung. Heuschrecken. S. 58. G. gryllotalpa. Cuvıer, Bulletin de la Soc, philomath. An VI. n. 10. 2.74.° Mem. de la Soc, d’Hist. nat. de Paris, An VII. p. 34. VI. Libellen. Libellulae. Vier häutige Flügel, die mit gitterförmigen Luft- adern durchzogen sind. Hinnladen, Eine par- tielle Verwandlung. 1. Ephemera. E. horaria. Swammernamm’s Bibel der Nat. S.-205% 2, Phryganaea. De Geer’s Abh. zur Gesch. der Insekten, B. 2, Th.ı. S. 378 393.| 3..Raphidia. ‚4 Panorpa. 5. Hemerobius, 6, Myr- ——— ) Eine Par, E7 Q Q* ISt, tentan n lariae, Ja Zoolı p]e 18. sektenbelnst hr A\ 1), de la D) 2 ae.> rmigen Lul Eine 6, Mvrmeleon. rermes. i Libellula. NBReAaumur ‚Mem. pour servir& P’hist, deslinsectes, T. VI. P.2. Mem,'rı. pP. 18% 212. L. grandis. Cuvıer, Bulletin de la Soc.'philo- math: An Vl..n.: 180: pP, 752. Mem, de. 12.90 d’ Hist, nat. de Paris. An VII. p. 34. VI: Schmetterlinge. Papiliones. Vier Flügel, die mit farbigen Schuppen bedeckt sind. kin doppelter spiralförmiger Saugrüssel, Eine totale Verwandlung, . Papilio. P, urticae. SwammerpAamm’s Bibel der Nat, ‚ Phalaena. P, mori. MarrıcHı de bombyce. SwAmMmER- pamm’s Bibei der Nat.$S.ı32., HeAumUrR Mem. pour servira P’hist, desins, TI: P.ı.-Mem.,7, pP: 163. T.1L-P.ı, Mem. sw. p. 103: Rosers Insektenbelustigung. ıter Nachtrag, S. 55. Bı- BIENA in Comm. Bonon. T.V.P.ı. p.9. P,.cossus, Lvonner Traite de la chenille du saule.. De Geer’s Abh. zur,Gesch. der: Insek- ten,-Th.3. S228, P.’+ DE GeeR’s ‚Abhandl,'Th.'i, : Pha»- 380 Swen Phalaena vinula. De Geer’s Abh, Th. ı. $. 19. P: bwcephala.,!DE/GeeRr’s,Abh.- Th. ı.$;74. 3. Sphinx. S. ligustri. De Geer’s Abhandl. Th. ı.$. 15. VII. Wespen. Crabrones. “ Vier häutige Flügel, die mit ästigen Luftröhren durchzogen sind. Eine Unterlippe mit einer Zunge. Zwey Rinnladen mit einen membra- nösen Fortsatze zur Bedeckung der Zunge. Zwey Frefsspitzen. Eine vollkommene Ver- wandlung. ı. Mutilla. e. Formica. Cynı1DB3. SITES, Ichneumon, ann u .Tenthredo. T. lutea. De Geer’s Abhandl. zur Gesch. der Insekten. B. 2, Th. 2. S. 2ı7. 7, Chrysio. 9. Sphex. 9. Vespa, 10. Apıs. A. mellifica. SwammerpAmm’s Bibel der Nat. S. 164, 167, 172, 178. NReAumur Mem. pour servir — 381 Ath, Th; servir ä Phist. des insectes. T.V. P.2. Mem.$. Thusı p- 84. Mem. 9. p. 1350. Th IX. Mücken. Muscae. Zwey Flügel. Zwey Balancierstangen. Stachel- Bar, förmige Saugrüssel, welche ausser der Zeit des Gebrauchs mit einer Scheide bedeckt sind. Eine en Luftröhe vollkommene Verwandlung. pe mil eine 1. Oestrus. ‚CLERRK, Transactions of tke Linnean nein menbra: Society. T.IlI. n. 26. der Zunge 2. Hippobosca, ommene Ver 3, Asilus. 4. Conops. 5. Bombylius, 6. Empis. 7. Tabanus. 8. Musca. M. tenax. Reaumur Mem. pour servir ä l’hist. desans. T.IV.-B.2.,Mem. 11. P.220. ıv Gesch, dt M. Chamaeleon. SWAMMERDAMM’S Bibel der Nat. S. 262.. Reaumur Mem. T. IV.,P.2. Mem.7.: P: 41: M. putris. Swammerpamm’s Bibei der Nat, S, 276. 9..Culex. bel der Mi ı0. Tip ula Men. pour serrit tie s x, Rä- 382—. X. Käfer, Scarabaei: Zwey Flügel. Zwey hornartige Flügeldecken, Sechs Fülse, zwey an der Brust vor den Flü- geln. Kinnladen. Zwey Frefsspitzen, Eine Unterlippe, die auf einem eigenen schup- penarligen Theile(Ganache) ruhet. Eine volk kommene Verwandlung, ı. Staphylinus. s, Cicindela. 3. Carabüs 4. Gyrinus 5. Dytiscus. D...,.. SwAamMeErDanmm’s Bibel der Nat. Tab. XXIL£. 5. 6. Necydalis. 7. Leptura. & Cerambyx, 9, Hispa. ı0. Chrysomela, 11. Cassida 12%, Mordella, ryı 13. Tenebrio: ı4. Meloe. 15. Cantharis. 16. Lampyris, 17. Buprestis, 18. Elater. 19. Ptinus, so, Der > 9 ENT 20. Dermestes, 21. Byrrhus o2. Hister, 23. Silpha, 24 Coccinella, 25. Bruchus. 06. Curculio,. 27. Attelabus. 28. Scarabaeus S. nasicornis. SWAMMERDAMmM’s Bibel der Nat. S.ı30. Röser’s Insektenbelustigung. Th. 2, Erdkäfer, ıte Classe. S, 57. 29, Lucanus. L. cervus. Marrıcaı de bombyce. p.ı8. Rö- rp] seL’s Insektenbelustigung, hb.2. ZErdkäfer. ıte Classe, S.63. Neun- 384 unseren Neuntes Kapitel. Würmer(u). u R die Natur von gewissen Formen des Lebens zu andern übergeht, beobachtet sie in einigen Or- ganen eine Gradation, und vereinigt mit diesen an- dere, wobey keine solche Stufenfolge, oder oft gar eine entgegengesetzte bemerkbar ist. Vorzüglich ist die Classe der Würmer nach dieser Regel gebil- det. In dem Gefäls- und Nervensystem herrscht hier eine noch gröfsere Einfachheit, als bey den Mollusken, Crustaceen und Insekten. Alle übrige Organe jener Thiere kommen mit denen der Jletztern gröfstentheils überein. Das Gefälssystem besteht in zwey oder meh- rern Stämmen, die sich der Länge nach durch den Körper neben dem Nahrungscanale hinschlängeln, und von welchen einige den Arterien, die übrigen den (u) O. F. Mürrer ‚von Würmern des sülsen und salzi- gen Wassers, Ejusd. historia vermium. VoLTI. P.2. Ejusd. Zoologiae Danicae prodromus. Ejusd. Zoologia Danica. P.-S. Parras miscellanea zoologica, Ejusd. spicilegia zoologica. Fasc, X, wo 6 cher] ' Schw scheı | ein( man chen Stelle | gern ser L} Gamma 385 ‘den Venen der höhern Thierclassen ähnlich zu seyn scheinen. Aber es giebt hier kein wahres Herz, und der Umlauf der Säfte scheint von dem der er wähnten Thierclassen sehr verschieden zu seyn. Das Nervensystem hat sich bey allen Würmern, en des Lt; wo es bis jetzt gefunden ist, immer als ein einfa- in einigen cher Markstrang gezeigt, der vom Kopfe nach dem mit diesen; Schwanze längs dem Bauche hinläuft, und in Zwi- , oder oft og schenräumen Nerven in strahlenförmiger Gestalt Vorziielich aussendet. Noch bey keinem dieser Thiere hat sich ein Gehirn gefunden, und bey den meisten trifft Fa DEN man auch nicht einmal Ganglien an.. Nur das Rü- II ckenmark der Aphroditen und Blutigel hat an den Alle ib; Stellen, wo die Nerven aus demselben entspringen, arate Tec geringe Anschwellungen. Auch scheint keines die- ser Thiere Augen zu haben(v). Fühlfäden sind ' Ver- ey oder nt ch dureh(v) Zwar finden sich bey mehrern dieser Thiere an der nschlänge Strne schwarze Punkte, die von manchen Naturfor- E MN schern, unter andern von O. T. Müızer, für- Augen ee) angenommen sind. Aber eben dieser Schriftsteller . traf eine gezüngelte Naide(Nais proboscidea) an, a der diese Augen fehlten, und bey der bunten Nereide Br(Nereis versicolor) fand er dieselben nur an jüngern und kleinern Exemplaren; bey gröfsern und ältern schien sich oft eine geschwollene Haut über die Au- gen gelegt zu haben(Mürzrer von Würmern des sülsen und salzichten Wassers, S. 24, 122). Dem d. Bd, Bb nehra- 386 museum vermuthlich die einzigen Sinnesorgane, welche die Natur mit dem einfachen Nervensystem der Wür- mer zu vereinigen im Stande gewesen ist, In ihrer übrigen Organisation nähern sich die Würmer theils den Mollusken, theils den Insekten, und-theils den Zoophyten. Fast jedes Wurmge- schlecht hat irgend ein Organ, bey dessen Bildung eines jener Thierclassen und dieses Reichs von le- benden Körpern zum Model gedient zu haben scheint. Jedes aber nähert sich auch im Ganzen mehr entweder den Mollusken, oder den Insekten, oder den Zoophyten. Am nächsten mit den Mollusken, und beson- ders den Balanen, ist die Familie der Röhren- würmer verwandt, deren Unterscheidungszeichen vorzüglich in einem-kegelförmigen Körper, Fühlfä- den, Kiemen, und der Vereinigung beyder Ge- schlechtsorgane in Einem Individuum bestehen. Mehr den Insekten, vorzüglich den Asseln, nä- hern sich die Familien der Aphroditen und Naır- “ ji& den, von welchen sich jene durch einen ovalen Hör- nehmlichen Beobachter zufolge variire die Zahl der Augen bey der Hirudo hyalina von vier bis sechg (Mütter hist. verm,.V.I. P.2. p. 49). Verdienten jene Punkte wirklich den Namen der Augen, so wü- ren dies Thatsachen, ‚wozu noch kein analoges Bey- sanzen Thierreiche beobachtet ist, spiel im g \ mer lindr: Yange ten| geht ter. Tere ' den ten\ Subst Zu ba Paare Blit hin, Bors >, Welche di el der Wir. 1ST EnIe &’ı\ bern Sich di den Inseh les Wung ssen Bild; eichs von- ‚ und ber sr Röhre: ungszeicht per, Full + beyder hr ! grmmemn 387 Körper, Fühlfäden, Kiemen und getrennte Ge- schlechistheile, diese durch einen cylindrischen, oft plattgedrückten Körper, durch den Mangel der Fühlfäden, durch die Vereinigung beyder Ge- schlechtstheile in Einem Individuum, und zum Theil auch dursgh den Besitz von Tracheen aus- zeichnen. Das Meiste mit den Zoophyten haben die Ein- geweidewürmer gemein, bey welchen die strah- lenförmige Bildung gewisser, um den Mund sitzen- der Organe der allgemeinste Charakter ist. Ein Beyspiel von der Struktur der Röhrenwür- mer giebt die cylindrische Terebelle( Terebella cy- lindraria). Der Körper dieses Thiers gleicht einem langen, etwas zusammengedrückten, abgestumpf- ten Kegel, der mit der Basis in den Kopf über- geht. und an seiner abgestumpften Spitze. einen kahnförmigen Fortsatz hat, an welchem der. Af- ter liegt. Seiteneinschnitte theilen ihn in, meh- rere Segmente, und jeder von diesen hat zu bey- den Seiten einen Fufls, der aus einer fleischich- ten Warze mit einem Anhange' von einer gleichen Substanz und einem Bündel steifer Borsten besteht. Zu beyden Seiten des Kopfs liegen zwey Kiemen- Paare, und an dem hintern Ende desselben zwey Blätter, die aus flachen, steifen, nach dem Rücken hin etwas gekrümmten und auf einander liegenden Borsten zusammengesetzt sind, Vox diesen Blättern Bb.3 befin- 388|: arm befindet sıch eine warzenförmige Erhöhung, in de- ren Mitte der Mund liegt, und welche nach hinten, unter den erwähnten Blättern ‚„ von einem halbeir- kelförmigen, mit franzenähnlichen Fühlfäden be- setzten Saume, nach vorne von zwey grölsern und zwey kleinern Bartfasern umgeben ist. Das ganze Thier wohnt in einem conischen, aus einer theils steinichten,, theils hornartigen Masse bestehenden Röcher. Die Form des Körpers, die zahlreichen Fühlfä- den, die Riemen und der Köcher nähern also dieses Thier den Balanen, indem die Einschnitte und Bor- stenfülse dasselbe den Asseln ähnlich machen. Noch ähnlicher den erstern sind die Geschlechter Denta- lium und Serpula, und den letztern die Geschlech- ter der Aphroditen und Nereiden, so ähnlich, dafs auf den ersten Anblick manche dieser Würmer mit jenen Mollusken und Insekten nicht nur zu Einer Ordnung, sondern auch zu Einem Geschlechte zu gehören scheinen, Bey der.Zergliederung der erwähnten Terebelle zeigt sich‘ eine ähnliche Organisation des Muskelsy- stems, wie bey den Insekten. Den ganzen Körper nimmt eme-länglichte muskulöse Binde ein. Zu beyden Seiten des Bauchs an den Borstenfülsen- lan-- fen fleischichte Bänder herab, und ausserdem: ist je- der dieser Fülse noch mit eigenen Muskeln ver- sehen. Vom herab, | feischi | letzter fort, hegieb zum} einanı Menl De des, m dem 4 ter W) Acste zu de ‚ Schlu neben gehen noch zı A fü; das s hg, in dh e nach hinter einem hallıı Fühlfäden 4 erölsern u! t, Das ea s einer th] ; bestehende uf eichen Fıhli ‚ern also dieses nitte und Bar- machen, Nut echter Den ie Geschle: ihnlich,& Würmer ıl nur zu Eur eschlechte 2 ıten Terebe des Muske' anzen hör’ de ein, D onfülsen It ‚erden jseh Tuskeln yın —————— 389 Vom Kopfe nach dem Schwanze, zwischen den beyden muskulösen Seitenbändern, läuft der Stamm, der Nerven in der Gestalt eines weissen, Streifens herunter. Der Schlund steigt wie ein Faden vom Maule herab, und endigt sich in einem kleinen, ovalen, fleischichten Magen. Der Darmcänal geht von dem letztern bis auf drey Viertel der Länge des T'hiers fort, steigt dann wieder herauf zum Magen, und begiebt sich nach einer zweylen Umbiegung gerade zum After. Diese drey Theile desselben sind unter einander und mit den Integumenten durch eine zarte Membran, wie durch ein Gekröse, verbunden. Den ganzen Darmcanal begleitet ein pulsiren- des, mit rothem Blute angefülltes Gefäls, das nach dem After hin enger, nach dem Magen zu aber wei- ter wird, und sich an dem letztern Orte in mehrere Aeste vertheilt, von welchen die beyden srölsten zu den Kiemen gehen, zwey kleinere sich an dem Schlunde vertheilen, und ein einfacher Zweig sich neben dem Rückenmarke hinschlängelt. Ausserdem gehen zu beyden Seiten des Bauchs an den Fülsen noch zwey zarte, rothe Gefälse fort, Auf jeder Seite des Schlundes liegt ein darm- förmiges, sehr saftiges und weiches Eingeweide, das sich in den Darmcanal zu inseriren und die Bb3 Stelle 350 a Stelle der Speicheldrüsen, der Leber oder des Pan- creas zu vertreten scheint,_ > ‘Vor der Insertion der Kiemengefäfse und zwi- schen den eben erwähnten Eingeweiden finden sich zwey Eyerstöcke, und hinter der Insertion der Branchialgefäfse zwey Bläschen, deren jede einen grofsen Nerven aus dem Rückenmarke erhält, und welche Saamenbläschen zu seyn scheinen. Eine ähnliche‘Struktur findet sich im Innern der Terebella conchilega. Die Familie der Aphrodi- ten aber unterscheidet sich von jener in mehrern Stücken. Bey den Geschlechtern der Amphinomen und Amphitriten liegen die Kiemen nicht zu beyden Sei- ten des Kopfs, sondern zu beyden Seiten des Rü- ckens, und es findet hier kein Hermaphroditis- mus statt,| Vorzüglich zeichnet sich das Geschlecht der Aphroditen durch mehrere Eigenheiten aus. Das Muskel- und Nervensystem ist hier dem der Rau- pen sehr ähnlich. Der Schlund ist weit, und, wie bey den eben genannten Insekten- Larven, mit Mus- keln versehen, welche in die Rückenmuskeln über- gehen. Der Magen ist zum Theil knorpelartig, wie der der Hühner, und bey einigen Arten an seiner obern Mündung mit Zähnen besetzt. Der Darmca- nal nal ıst Seite' beset2 mit el füllt 5 dem D Gewebe im Son amd milcha B ter U die Si tung h | inzwe nal li tothen gefüll sation Schw. Kopfe f D der Faı nen Jan gethei jedem diese Oder des Pay. [se und ayı en finden si} Insertion 4 ° erhält, ı inen, ch im Inn e der Ankıdı r In mehren linomen u 1 beyden& siten des li rmaphrodit; eschlecht tt on aus, Di dem der Rat it, und, VW ‚en, mit Mi uskeln übt! pelartig, mi en an sein! Der Damn* nal / I 391 nal ist kurz, gerade und der Länge nach auf jeder Seite mit ohngefähr zwanzig ästigen"Blinddärmen besetzt, die sich in länglichte Säcke endigen, und mit einem dunkelgrünen, etwas bittern Safte ange- füllt sind. Bey einigen Individuen liegt zwischen dem Darmcanale und dessen blinden Anhängen ein Gewebe von weichen, krausen Filamenten, die sich im Sommer als Eyerstöcke zeigen. Bey andern ist um die nehmliche Zeit die Bauchhöhle mit einer milchartigen, etwas zähen Materie angefüllt, Bey den Nereiden scheinen die Riemen am Al- ter zu liegen. Der Nahrungscanal ist eine Röhre, die sich vom Munde bis zum After in gerader Rich- “tung herunterschlängelt. Das Gefälssystem besteht in zwey Stämmen, die zu beyden Seiten dieses Ca- nals liegen, und von welchen das eine mit einer zothen, das andere mit einer weissen Flüssigkeit an- gefüllt ist. Beyde Gefälse pulsiren; aber die Pul- sationen des einen gehen vom Kopfe nach dem Schwanze, die des andern vom Schwanze nach dem, Kopfe. Den Nereiden’ nähern sich mehrere Thiere aus der Familie der Naiden. Diese haben ebenfalls ei- nen langen, schmalen, in zahlreiche Abschnitte ein- getheilten Körper, und oft auch, gleich jenen, an jedem, Segmente Borstenfülse. Aber kein T'hier aus dieser Familie hat Fühlfäden, und nicht alle schei- Bh% nen 392— nen Riemen zu haben, sondern einige, unter an- dern die Erdregenwürmer, durch Tracheen zu re- spiriren. Da, wo Branchien vorhanden sind, z.B, bey dem Geschlechte Nais, liegen diese am After, Die Struktur des Nahrungscanals und des Gefäfssy- gs ‚stems könımt mit der der Nereiden überein, ausge- nommen, dafs hier der After nicht immer am Ende des Schwanzes, sondern bey einigen, z. B. den Sprützwürmern(Sipunculus), am Bauche liegt und der untere Theil des Darmcanals aufwärts gebogen ist. Vorzüglich merkwürdig ist es, dafs sich bey allen Thieren dieser Familie, die genauer. unter- sucht sind, immer in einem Theile des Gefälssy- stems eine rothe Flüssigkeit gefunilen hat. Im Erd- regenwürme zog sie schon die Aufmerksamkeit des Wiırrıs auf sich. O.F. Mürrer fand sie in den sämmtlichen Arten aus dem Geschlechte der Naiden, die er zu beobachten Gelegenheit hatte, so wie im Lumbricus tubifex und Lumbricus lineatus. Und dafs der rothe Saft der Blutigel nicht eingesogenes fremdes ,’sondern eigenes Blut ist, hat Cuvier ge- zeigt. In Ansehung der Geschlechtstheile ist die Familie der Naiden mit der der Röhrenwürmer ver- wandt. Sie bestehen in Saamenbläschen und Eyer- siöcken, welche ohnweit dem Kopfe liegen, und mit vielen und grofsen Blutgefälsen versehen sind, D hält< tion. fundt Respi Iasseil \ Aussen selben yeran) Zoop ngen wohl Sole meist | Haker lung€ mente BE, Unter an rächen zu pn. len sind, uB lese am At, | des Gelils, berein, hi Imer am Iılı n, 2, Bea auche liest un Fwärts nehooen d als sich bey des Gelily hat, ImEit rksamkeit& nd sie in di te der Naida te, SO wie in ineatus, Ui l eingesogen jat Cuvien& stheile ist dı onwürmer vl hen und Ejt liegen,\ en verselt um—n 93 5 Die Familie der Eingeweidewürmer(w) ent- hält die untersten Stufen der thierischen Organisa- tion. An keinem dieser Körper ist bisher etwas ge- funden, was sich für Nerven, Sinneswerkzeuge, Respirationsorgane und Blutgefälse hätte annehmen lassen, und nur die Duplicität und Symmetrie ihrer äussern Struktur, und die nahe Verwandtschaft der- selben mit der, die wir bey den Naiden antreflen, veranlafst uns, sie den Thieren, und nicht den Zoophyten, beyzugesellen. Es giebt sogar Organis- ıgen in dieser Ordnung, woran sich gar keine, so- wohl innere, als äussere Organe entdecken lassen. Solche sind die Riemenwürmer(Ligula). Aber die meisten haben doch wenigstens Saugwarzen und Haken, welche gewöhnlich in kranzförmiger Stel- lung den Mund oder Rüssel umgeben, einen in Seg- mente abgetheilten Körper, eirien oder mehrere Ca- näle, (w) M.E. Brocn’s Abhandlung von der Erzeugung der Eingeweidewürmer. P. C. WERNER vermium intestinalium etc. brevis ex« positio. J, A. E. Gorze’s Versuch einer N. G. der Eingewei- dewürmer, J. G. H. Zeper’s erster Nachtrag zur N. G. der Ein- geweidewürmer von J. A: E. Gozz£. HK, A, Runorrur’s Beobachtungen über die Einge- weidewürmer, in Wirpemann’s Archiv für Zoe logie und Zootomie. B.2. St. 1.2, Bbz 354—| 3 nn näle, die den Nahrunssstoff im Körper vertheilen, unu einen sehr fruchtbaren Eyerstock. Manche ha- ben sogar getrennte Geschlechter und ein Äusseres männliches Zeugungsglied. Bey den meisten aber scheinen beyderley Geschlechtstheile in Einem Iudi- viduum vereinigt zu seyn, Eine einfache Röhre ist der Nahrungscanal bey den meisten runden Eingeweidewürmern, und hier ist gewöhnlich auch ein After vorhanden. Zwey blinde Canäle, die von dem Rüssel in den Hhörper herabhängen, sind bey den Rratzern(Echinorhyn- chus) vorhanden. Unter den platten Eingeweide- würmern haben die Bandwürmer an jedem Segmen- te des Körpers Saugwarzen, und aus jedem von diesen entspringt ein Nahrungscanal, der der Länge nach durch den Körper läuft, und mit den übrigen Canälen durch Queerröhren verbunden ist(x). Bey den Leberegeln(Fasciola hepatica) entsteht aus ei- ner der Saugölfnungen ein Geläls, das sich ästig im Körper verbreitet(y).: Ein blofser, wie Laubwerk gestalteter Eyer- stock ohne andere sichtbare Geschlechtsorgane fin- det sich bey den Bandwürmern, Der Hermaphro- ditis- j) (x) CArzrıstie, Transactions of the Linnean Society. Vol. IE. '(y) Garzısıe a. 2, O, Tab.XXYV.£. 19, 19. dtsm nung den! hervi sich| gefäls der Mi Mutteı führt, ey ertheilen, Ki ditismus ist dem Geschlechte Fasciola, und die Tren- Manche ha. nung der Geschlechter den Askariden eigen. Bey “ den letztern hat das Männchen en an dem Schwanze hervorragendes Zeugungsglied,, worin ein langes, 5 sich über den Darmcanal hinschlängelndes Saamen- gefäfs übergeht, und das Weibchen ohngefähr in der Mitte des Körpers eine Oeffnung, die zu einer Inesranal ha,{>==}= Ingscanal ber Mutterscheide mit zwey langen Eyerschläuchen ern, und lier führt, nden, Iwer v ın den Körper Ordnungen und Geschlechter der Würmer. x{ ‚dem oegmel- | I. Röhrenwürmer. Serpulae. s jedem vun BE 1: Dentalhum- Ls er del Län ME 2, Serpula. vu zappenförmiges.o ERROR Serpula Ein kappenförmiges Organ am ist(x). Der I iR tsteht aus dl Topfe. S. gigantea. PaArras misc. zool. p. 145. sich ästig in 5. Terebella. Schuppen, oder Kämme am Ropfe. T, cylindraria. Parras misc. zool. p. 128. ‚lteter Eye: Nereis cylindraria. tsorgane fi T. conchilega. Parras misc, z00l. p. 156: Hermaphır Nereis conchilega. dis 4. Amphitrite, Blos Fühlfäden und Kiemen am Hopfe, nean Souielf: H. 395 een II Aphroditen. Aphroditae., ı. Amphinome. Längs dem Rücken liegende nackte Hiemen. x A. carunculata. Parzas misc,. p. 105. Aphro- dite carunculata. A. complanata. Parras misc. p.ııc. Aphro- dite complanata. 2. Aphrodite. Längs dem Rücken liegende, mit Schuppen bedeckte Kienen. A. aculeata. Repı de animalc, vivis. PR. 076, Hystrix marina,’s Bibel. der Nat. S. 356. Die sammetne Meerschnecke. Physalus. Gunnerus, Schriften der Dront- . heim. Gesellsch. Th. 3. 8.51. Th:4. 8:82. Par- LAS misc. zool. p. 83, ‘A. punctata Mürrerı. Parras misc, p. 97. Aphrodite squamata. A. complanata Mürr. Parras misc. p. 97. Aphrodite cirrhosa, 3. Nereis. Am After liegende Riemen, N. versicolor. MÜLLER von Würmern u. 5, w.$,125 H. II. Naiden. Naides. a. Nais Mürrerr. N. proboscidea Mürzer von Würmern, 5.23% Nais ditae; fe Nais digitata.. MÜLLER von Würmern, ‚ken liegend S.95&. Die blinde Naide. °o. Lumbricuhs-.E. P- 205. Apın L. tubifex. Mürrer bist, vermium.\Vol.1. | P. 2. p. 28. n. 160. ‚112, Ay L. lineatus. Münrer hist. verm. Vol. ISErS, p- 29. liegende, nit L. terrestris. Wırrısıus, de anıma brut. in r d.yn N 7 alr ne- opp- P- 13."Rep de animalc. vivis. p. 132, Viris, D. 2 ı40, 144: VANDERLI de nonnullis insect. ter- Mat's Dibel,der restribus etc. Patavii. 1758. Mancıtı de syst, Meerschneche, nerveo hirudinis etc. in Reır’s Archiv f. d. Phy- en der Dront siol. B. 2. S. 114. Comparetrı de aure interna 4 9.8} comp. pP: 319. 5. Sipunculus 5. s mise Dj S. echiurus. Parras misc. p. 149. Ejusd..spi- cil. zool.£.X. p.6. Lumbricys echiurus, s misc. D.ff S, saccatus Lınn.(2). Parras spicil. zool. fasc. X. p.ı3. Lumbricus phalloides. Ien, S. oxyurus. Parras spicil. zool, f: X. pı16. Luinbricus oxyurus. 4. Hirudo L. H. medicinalis, Repı de animalc. vivis etc. Jürmern US p. 129. 314. Tab. XIV. PourarT, Journal des sgavans. 1697. n.28. DirrEentus in Eph. N.C. c,VIII. obs.57. Mancırı de syst. nerv. hirud. _ Würmen, in Reır’s Archiv f. d. Physiol. B.e. S:11%. Csvıer, Bulletin de la Soc. philomath, An VII. Nas I 19). 398 um mn n. 19. p. 146.- ComrArETTI de aure intern, comp. pP. 35106. 5. BlanarsartT,. ©. Gordius Lu; r L} 2 Sr“. x IV. Eingeweidewürmer, nales(z). 1.-Filaria ı1. Fasciola, 2. Trichocephalus. ı2. Amphistoma, 3. Ascaris.. 13. Linguatula. 4» Ophiostoma. 14. Sculex. 5. Cucullanus. 15. Caryophillaeus, 6. Strongilus, 6, Lieula 8 8 7. Liorhynchus, ı7. Tricuspidaria. .BEehinorhynchus.°ı8. Taeniıa. ) g Haeruca. 19. Cysticercus. 10. Festucaria. co, Echinococcus, (z) Nach Rupozeur, Vier- f \ den N der E den mi tur ang gemil bisket zen? trenn der le zen hype 'erwa ein B der daı (Bhyt tur y TREE ET | ° AU inten, ni m Vierter Abschnitt. Zoophyten ar, Erstes Kapitel. iola= Classen der Zoophyten. histona, r S uatula| N 2 ür den Charakter des zweyten Reichs der leben- den Natur, des Reichs der Zoophyten, haben wir in | der Einleitung eine thierische Mischung, verbun-+ ie den mit einer homogenen, also pilanzenartigen Tex- nl iallı tur angenommen. Wir glauben, diesem Charakter ; gemäls, einen Theil der lebenden Organismen, der Sercus,= bisher unter dem Namen der cryptogamischen Pilan- ‚OcocenS, zen zu den Vegetabilien gezählt wurde, von diesen trennen, zu den Zoophyten rechnen, und das Reich der letztern in zwey Classen, ı)in Thierpflan. zen(Zoophyta) im engern Sinne, oder Po- lypen,: deren unterscheidendes Merkmal in der Verwandtschaft ihrer innern Struktur miit dem in- nern Baue der Thiere und ihrer äussern Form mit der der Pflanzen besteht, 2) in Pflanzenthiere (Phytozoa), deren innere sowohl, als äussere Struk- tur vegetabilischer Art ist, eintheilen zu müssen. x In Vier 409—,— In wiefern diese Eintheilung den gewöhnlichen Begriffen von Thier und Pflanze gemäls ist, wird sich in der Folge zeigen, Hier ist es hinreichend, darzuthun, dafs dem von uns angegebenen Charak- ter der Zoophyten gemäls die eryptogamischen Ge- wächse zu diesen gerechnet werden müssen. Ihre pflanzenartige Textur aber bedarf keines jDeweises. Nur ihre Mischung kann hier in Betracht kommen, und dafs diese thierischer Art ist, lehren alle bishe- rige chemische Untersuchungen derselben. Bey der Zerlegung der Staubpflanzen, Confer- ven, Ulven und Pilze erhielten InGenHouss(a), G1IROD-CHANTRAN(b) und von HumsouLpr(c) die nehmlichen Produkte, welche die Decomposition thierischer Substanzen liefert, Die Ralkerde, die ein Hauptbestandiheil aller Thiere und Thierpilanzen, und nach VaugQuELın’s ' Versuchen(d) ein sanimalisches Produkt ist, findet ’ sich ebenfalls sehr häufig in den Pilanzenthieren, Von (2) Vermischte Schriften, physisch- med. Inhalts. Ba. $: 234 Ef. (b) Bulletin de la Soc. pluilomath. 1797. 2.6. p.43.' (0) Versuche über die gereizte Muskel- und Nervenfaser, ichs..57176, (d) Schrrer’s allg. Jourml der Chemie, B. 5. H. 14 5. 199. I Vor] des A aber mist canal ı stand intestn uni 0, dem| en "des endlic gans 0,48] N Beckt standı che A cry: 1 gewöhnliche Nat Ist, Wr] eS hinreichen! ebenen Cha Osamischeı( müssen,| ines Bew \ ’ Flnm 1abhıl komm Decomposi: standtheil ai h Vaugqusun lukt ıst, hat lanzenthiet h J)} ei : ‚ed, Inhalts D4 2,6. p4 und Nerven io, BB um got % Von Homsotor(e) erhielt aus ı Unze 5 Drachmen des Agaricus campestris L. 66 Gran, oder 0,12, die aber mit einer geringen Quantität Kohlenstoff ver- mischt waren; GırRoD-ÜHANTRAN aus der Conferva canalicularis-L. olıngefähr 0,05 kalkartigen Ruck- stand(£f), und aus der Conferva intestinalis( Ulva intestinalis. L.) 0,05 Asche, welche aus 0,7 Ralk- und 0,3 Kieselerde bestanden(g); Bauvier(h) aus dem Ceramium helmintochorios 0,002 phosphorsau- ren und 0,075 milden Kalk; Sace(i) aus der Asche des Varech(Kucus vesiculosus) 0,34 Halkerde; endlich KrAprora aus einem Pfunde der Chara vul- garis L. 5 Unzen 6 Drachmen 3ı Gran, also etwa 0,48 jener Erde, Vielleicht wird sich die Rieselerde, die, wie BEcKkER’s und Sace’s Versuche beweisen, ein Be- standtheil des thierischen Körpers ist(k), und wel- che AsıLGAArD sowohl aus der Röhre der Serpula chrysodon(Sabella chrysodon L.), als aus den as- bestar- (e) Aphorismen aus der chem. Physiol, der Pflanzen, 9.5307. (EZ A2SONAnVIEE n.27. p- 17 (g) Ara.©. 1797. 26..P:43. (h) Crerr’s chem. Annalen. 1794. B.2. St.ıo. (1) Scherer’s allgem, Journal der Chemie; B.3, H. ı$. S. 65r. (k) Rozıer Journal de phys. T.45. p: 303. 1: Ba: Ce 402 rs Turm bestartigen Haarstacheln des Alcyonium lyanium L. erhielt(1), bey. künftigen Untersuchungen auch in den Pflanzenthieren finden.- Grorcı(m) traf sie in einer Conferve,. BAurı£zr(n) in: dem Ceramium helmintochortos, und, wie schon oben angeführt ist, GIROD- CHANTRAN in der Conferva äntestina-. lıs an. Nimmt man zu.diesen Gründen noch die auffal- lende Aehnlichkeit mehrerer Geschlechter und Ar: ten der T'hierpflanzen mit manchen Pflanzenthieren, und die Gegenwart innerer Organe, welche denen der. Thiere und Thierpflanzen analog sind, bey ver: schiedenen Gattungen der letztern, so ist ‚unsere „intheilung der Zoophyten wohl gerechtfertigt. Jene Aehnlichkeit ist am auffallendsten bey der Vergleichung der Blätterschwämme mit den Medu- sen, der Conferven mit den Hydern, Vorticellen und Sertularien, der Tremellen mit den Alcyonien und Spongien, der Tange mit den Seefedern, Cap- sularien, Sertularien und Corallinen,‘und der Flech- ten mit den Geschlechtern Eschara und Madrepora. Die Conferven sind mit den Sertularien so nahe ver- wandt, dafs es noch immer zweifelhaft ist, ob die Sertu- (1) Schriften der Berlin. Gesellschaft. B.o. S, 144: 355: (m) Act. acad. sc, Petropol, 1778. T,T. pP: 223. (n) A 2.0. ’ Saul net\ ähnlı Ober anige) zeuge yes St? Panon dafs s Coral sind | Eine, Arm wurm, entdecl sich h Conke Mlyonium L ingen auch in ben angelih erva intesi, ch dır f rn ae Au andsten bey de mit den Mei rn,. Vortcelk den Alcyonk ‚eefedern, Ci und der Fled nd Madrepon sn so nahe fe ‚aft ist, obät Sen a. een) 403 v Sertularia cuscuta zu diesen, oder zu jenen gerech- net werden mus(0). Die Tange theilen sich in ähnliche Aeste, wie manche Seefedern, sind auf der Oberfläche ihrer Zweige mit ähnlichen büschelför- migen Organen, wie die leiztern versehen, und er- zeugen, gleich manchen von diesen, im Innern ih- res Stammes und ihrer Aeste Eyer(p). Die Ulva Panonia nähert sich so sehr der Corallina Opuntia, dafs sie von ParLAs(9) sogar zum Geschlechte der Corallinen gerechnet ist. Selbst mit den Würmern sind einige Pfilanzenthiere sehr nahe verwandt. Eine, von O. F. Mütter unter dem Namen des Armbands(Conferva moniliformis) beschriebene Confervenart hat die äussere Struktur des Band- wurms(r), und eine von eben diesem Schriftsteller entdeckte und abgebildete Wurmart unterscheidet sich blos durch ihre thierischen Funktionen von den Conferven(8). a Bey- '(0) Paıtas Elench. zoophyt. p. 125. (p) Bonapsch de quibusdam animal. marın, Cap. AR $.5. e117..P. 127. (9) Elench. zoophyt. p. 419. (x) Neue Abh. der Schwed. Akad. B. 4. J. 1783. S.80 fl. (s) Mürıer Zoolog. Dan. T.I. Tab. XXXI f. 12%. Vergl. dessen Hist. verm. Vol. I. P.I. Fasciola tremellaris— DicovzmAre, Journal de phys. Oct. 1780. Licuhtengeng’s Magazin für das Neueste aus der Physik, B.ı, St.>. 5.25. La pellicule anımee, Cc2 4094 D_— Beyspiele, von innern Organen, welche. denen der Thiere und Thierpfläanzen ähnlich sind, finden wir. unter ,den Pflanzenthieren bey den Conferven, welche gröfstentheils aus einem, dem Eyerstocke mehrerer Eingeweidewürmer ähnlichen Theile. be- ‚stehen; und bey dem Gichtschwamme( Phallus impudicus L.), in dessen hohlen. Stiele. am obern Ende sich ein zartes, membranöses,, trichterförmi- ges Organ befindet, wovon die engere Mündung auf dem. Hute des Schwammes in den Nabel nach ' aussen geht, die weitere aber.nach unten gekehrt, und, gleich der ganzen Oberfläche dieser hohlen Membran, durch weisse, haarähnliche Fäden, wel- che an den Stiel hinanlaufen, straff ausgespannt ist(t). (ı) Tone’ in den Schriften der Berlin. Gesellsch. B.>: S. 242, Zweytes )).} und vi tet di geht: ' sen O | bacht in di ihre| symme von l (u) EEE ER nn nn ze A ET u ET en welche dene, ERTEILT 1 sind, finden! en Conferse m Eyersid, Zweytes Kapitel. ien Theil}, Thierpflanzen(u). ame(Phil———— iele am on trichterfin: D.: nehmliche Regel, nach welcher die Thiere sere Münkır und vorzüglich die Würmer gebauet sind, beobach- M Nabel tet die Natur auch bey den Zoophyten. Auch hier unten geht geht sie zum Einfachern über, indem sie in gewis- es sen Organen eine entgegengesetzte Gradation beo- ha Räder ni bachtet. Die Classe der Thierpflanzen ist die, wor- r PR in die einfachsten Orsanismen der lebenden Welt all ausgespäu DO ihre Stelle haben. In ihr ist keine Spur mehr von symmetrischer Duplicität der Organisation, keine e von Umlauf der Säfte, und keine von einem Ner Gesellsch, 37 ven» (u) C. a Lınne Syst. nat, Ed, XII. Idem, cura J. F. GmeLın.| G. Cuvıer Tableau elömentaire de l’hise. nar. des anımaux, P. S. ParrAs Elenchus zoophytorum, ©. F. MürLer prodromus zoologiae Danicae. Ejusd. zoelogia Danıca, Ejusd. historia vermium. Vol.I P.ı. Icones rerum naturalum, quas in itinere orientala depingi curavit P, FORSKAL.: Descriptiones animalium, quae in itinere orientalt observayit P. Forskar. EN- Zwegt® 023 Ei 406 usemem« @ vensystem. In ilır finden sich lebende Atome,-in ihr die Gränzen zwischen dem Gestalteten und dem Formlosen. ‚Aber eben diese Classe enthält zugleich Geschlechter, die sich dürch ein inneres Skelett, durch Kiemen, und durch mehrere andere Theile den Mollusken wieder um eben so viel nähern, wie sie sich in ihrer übrigen Organisation von den letz- tern entfernen, Ein Beyspiel giebt die röhrenförmige Zitterblase (Holothuria tubulosa GmeL.). Die Gestalt dieses Körpers ist walzenförmig. Der Rücken hat pyra- midenförmige fleischichte Wärzchen, die einen weilslichten Schleim absondern, und von der Thier- pilanze nach Willkühr eingezogen und ausgestreckt werden. Der Bauch ist mit cylindrischen Fühlfä- den dicht besetzt, deren Spitzen wie Näpfchen(ace- tabula) gebildet sind, und vermittelst welcher sich die Zitterblase an dem Grunde des Meers anhängt, Die letztern werden ebenfalls, wie die Rückenwärz- chen, nach Willkühr eingezogen und ausgestreckt. Den Kopf umgiebt eine häutige Franze(Kieme?) und den Mund ein Kranz von ästigen Fühlfäden. Aber von Augen und ande Sinnesorganen ist keine Spur zu bemerken. Dem Munde ist am andern Ende des Körpers eine Oeffnung entgegengesetzt, welche die V errichtung des Afters hat, Auf der innern Fläche der! dicken Haut, wel- che unmittelbar den Darmcanal und die übrigen Ein- Binge‘ vom: Höhlı behn« Zämc fange: der ein Mit de \ vıer.k ‚ Körpe Haut | unten stigt, | mung ne,ä spitzte Insert Stamı röhre weite eine ı „nere sehr ausma Darmc; der zu dern ı lenis ’ Atome, In EN Und det ält zugleich °Tes She, ndere The, nähern, ı on den kt, ze Zitterbln sestalt diese ven hatıpyr- , die einen In der Thier. ausgestieckt hen Fühli pfchen(at welcher sich rs anhängt, Ruckenwärz ausgestrech, e(Kieme!) 4 Fühlfaden, nen ist kein am anden egengesel Haut, we Jie übrigen Ein —"497 Eingeweide umgiebt, liegen fünf Muskeln, die sich vom Munde bis zum After er strecken; und in de Höhle des Mundes beym Anfange dieser Muskeln befindet sich ein knöcherner Ring, welcher fünf Zäime hat, und durch zwey breite Binder am An- fange des Mundes befestigt ist, Die Zähne sınd auf der einen Seite erhaben, auf der andern ausgehöhlt. Mit der erhabenen Fläche eines jeden Zabns sind vier. kegelförmige, mit einem hellen Safte angefüllte Körperchen verbunden, deren Spitzen zwischen der Haut und den Zähnen frey herabhängen. An dem untern Rande der Zähne ist die Speiseröhre befe- stigt, die mit geringen Erweiterungen und Krüm- nungen zum After fortgeht, und mit welcher klei- ne, ästige, cylindrische, gegen das Ende zuge- spitzte Blinddärme verwa chsen sind, die bey ihrer Insertion’ in den Darmcanal sich zu einem einzigen Stamme vereinigen. Den ganzen Gang der Speise- +öhre herunter läuft auswendig ein grünlichtes, weites Gefäls, das in zwey Aeste gespalten ist. Der eine dieser Aeste verliehrt sich in verschiedene klei- nere Zweige, welche theils mit einer doppelten, sehr feinen Haut umgeben sind, und das Gekröse ausmachen, theils unter ‚der ersten Krümmung des Därmcanals frey herabhängen, und theils sich bey der zweyten Krümmung dieses Canals mit dem an- dern grolsen Aste vereinigen. Ausser diesen Theıi- ten ist in der röhrichten Zitterblase nichts enthalten. Beä Man > Ah 408. a— Man findet kein Herz, kein Gehirn ‚ keine Nerven und kein anderes Eingeweide, ; Wer erkennet in diesem Gemählde nicht die Or. ganisation der Zoophyten? Aber wer sieht ah nicht die nahe Verwandtschaft eben dieser Thier- pflanze mit den Sepien? Es giebt eine andere: Zit- terblase(Holothuria Phantopüus L.), die sogar ei-| nen Schnabel, wie die letztern Thiere, und eine, dem Dintenbeutel derselben analoge Blase hat, wor- in sich eine der Umbra ähnliche Substanz befindet. / Eine verwandte Struktur ist auch dem Ge- schlechte der Asterien und der Seeigel(Echinus) eigen, und diese, nebst den Zitterblasen ‚ machen die Familie der Asterien aus, deren Charakter in einem mit Zälınen bewaffneten Munde und Kie- men(?) besteht, Mehr Einfachheit, als bey den Asterien, treffen wir sehon bey den Actinien an, die einen wei- chen, gallertartigen Körper, zahlreiche, strahlen- förmige Fühlfäden, ‚eine oder mehrere Oeffnungen, welche die Stelle des: Mundes und zugleich des Af- ters vertreten, und eben so viele darmähnliche Schläuche, die sich bey einigen ästig im Körper ver- breiten, aber keine harte Theile und keine kiemen- ähnliche Organe haben. In dieser Familie ist es, wo sich am auffallendsten die Verwandtschaft der Pilan- Pilanz finder ler(! den I | und gt \ sich a nung, jeder sich ı | grölse einige einem I saft dı Hut r beyde Famil aus, mit e einige gehede Üüden, mit e Basis Def Sr rn ur ee== \ ine Nerren pf.. 4 Sas e. anzenthiere mit den Thierpflanzen zeigt. Flier finden sich die Medusen, Beroen und Wurzelmäu- ler(Rhizostoma),.die auf den ersten Anblick mit Ki die,“ den Pilzen zu Einer Ordnung zu gehören scheinen. RN in An den Wurzelmäulern läfst sich, wie an den letz- ieser Tir tern, ein Hut, Stiel und eine Wurzel unterschei- andere I; den. Die Wurzel endigt sich in acht dreyeckigte Ne sogar ü und gezähnte Blätter, Die Zahl der Zähne beläuft „ And ein, sich auf 800, und an jedem derselben ist eine Oeff- se hat, wor nung, welche die Stelle des Mundes vertritt. Aus 2 beindet, jeder Oeffnung entspringt ein kleines Gefäls, das sich mit den übrigen desselben Blatis zu einem h dem Ge gröfsern Canale verbindet. Diese acht. Canäle ver- |(Echinus einigen sich wieder Paarweise, und endigen sich in on„macht einem Behälter, der den empfangenen Nahrungs- harakter i saft durch sechszehn andere ästige Gefälse in dem » und Ai Hute vertheilt. Eine eigene, zwischen den Actinien und den rien, trefen beyden folgenden Ordnungen ın der Mitte stehende einen wer Familie machen ohne Zweifel auch die Seefedern &, straliler aus, die meist aus einem Knochen bestehen, der „ slallen f’ Oeffnunge, eich desÄt mit einer thierischen Materie überzogen, und bey einigen zur Hälfte gehiedert ist. An dem obern, oft m oefiederten Ende(rachis) bildet diese Materie Fühl- irmähnlick=) Körper fäden, von welchen jeder einer Hyder ähnlich und L 1- ER mit einem eigenen Munde versehen ist, An der ‚ne KIEIHM&;; 5 A ilie ıst& Basis des untern Theils befindet: sich eine gröfsere lie 151 m tschaft der Plan Oeffnung, wodurch die Thierpflanze Wasser ein- 0c5 zieht 410 ee—_—— zielt und-wieder aussprützt(x). Der Koochen übrigens fehlt dem Geschlechte Bohadschia. Statt dessen geht hier von der, Spitze zur Basis in der Axe der Thierpflanze ein Ligament, das durch zahl- reiche tendinöse Fibern mit der Haut zusammen- hängt. Nahe mit den Actinien sind die Corallen, und mit den Seefedern die Gorgonien verwandt, bey welchen ebenfalls zahlreiche Fühlfäden die ein- zigen äussern, und darmförmige Gefäfse die einzi- gen innern Organe sind. Die Corallen aber unter- scheiden sich von den übrigen Thierpflanzen durch eine steinartige Grundlage, die aus einer gelatinö- sen, oder membranösen, durch kohlensauren Ralk erhärteten Substanz besteht(y), die. Gorgonien durch eine horn- oder lederartige, entweder blos durch phosphorsauren Kalk, oder durch eine Mi- schung von kohlensaurem und phosphorsaurem Kalk erhärteten Basis(z), woran sie befestigt sind. Diese Basis ist bey den meisten von pflanzenartiger Struktur. Das Geschlecht der Gorgonien ist sogar wit Rinde, Holz und Mark versehen. Blos der Theil (x) Srarzanzanı, Journal de Physique. 1786. Mars. Vorsts Magazsn für das Neueste aus der Physik u, s. w. B.V. St. 2. 5. 51.: (y) HATcHETT, in ScHerers allg. Journal der Chemie. B. VI. H. 33. 8. 281- 283. (z) Harcherr a. a. O. 5.284 E. Theil ser A horna ber ‚ı aus, Stamn der mil Salpete zeigen ten. Polyp Aleyo nen 1 gänge \ erstrec Ih ter,\ Basis stimt Mass versc und sonde wegun Gränn den fü Zi Ruochen Chia,» Star ee ass In der durch zahl ZUSAM Corallaı n. verwandt iden die ei. se die einze 1 aber unter- lanzen durch ner gelalin sauren hal Gorgonit weder bl ch eine Il: ‚phorsatrem festigt sind. anzenärtige! en ist sogi Blos der Tha y7g6, Nas er Plıysik u der Chem an ee re gmmmmnen 411 Theil, welcher das Holz vorstellet, weicht von die- ser Aehnlichkeit ab, indem seine Substanz mehr hornartig, als holzicht ist. Die Thierpflanzen sel- ber machen mit dieser Basis ein einziges Ganzes aus. Bey den Madreporen sind alle, zu einerley Stamme gehörige Polypen durch membranöse Bän- der mit einander vereinigt, die sich’ in verdünntem Salpetergeiste als Fortsätze der kalkichten Zellen zeigen, in welchen sich die Thierpflanzen aufhal- ten. Bey dem Geschlechte der Gorgonien sind die Polypen Fortsätze der Rinde des Stammes. Die Alcyonien sind Aggregate von Polypen, die aus klei- nen membranösen Röhren bestehen, deren Aus- gänge sich über die ganze Oberfläche der Seehand erstrecken(a). In der Familie der Gorgonien giebt es Geschlech- ter, bey welchen blos die horn- oder steinartige Basis, nicht aber die Thierpflanze selbst eine be- stimmte Struktur hat, und diese blos eine Heisehichie Masse zu seyn scheint. Bey den Infusionsthieren verschwindet auch die regeimälsig geformte Basis, und hier ist nicht mehr eine sichtbare Organisation,' sondern blos noch die Aeusseruhg von Lebensbe- wegungen der Beweis von Vitalität. Hier ist die Gränze der lebenden Natur, hier der Uebergang ZU den formlosen flüssigen Körpern. Aber hier ist zu- gleich (a) Spatzanzanı in Voıcrs Magazin, B.V. St.2. S.58. 653 ff. 412 memune nn, ! gleich die unterste Stmffe der Pflanzenthiere, der ..\ an Punkt, von dem sich die lebende Natur wieder zu einem andern Reiche von Organismen, zu den Ve- getabilien, erhebt, Ordnungen und Geschlechter der Thier- pllanzen. I. Asterien. Asteriae. ı, Holothuria Cvv. H. Phantopus L. Vox STRUSsENnFELD, Abh, der Schwed. Akad. 1765. B. 27. 5.268. A. frondosa L. Gunnerus, Abh. der Schwed. Akad. 1767. B.29. S. ı22. A. tubulosa Gmer.(H, tremula L.). Bo- HADSCH marin. Ö,IV. H. doliolum. Parras misc, zool. p. 155. Acti- nia doliolum, 2. Echinus L., E. esculentus. Monxro’s Bau und Physiol. der Fische. Cap. 13. S.90. E. miliarıis. BaAsTeER opusc. subsecin, T, I. L. 3° pP. 112, 3. Asterias L, A. rubens, BaAsTeEr opusc, subs. T,.I. L. 5. p- 118. I. Actinien. Actiniae. Forsk. Phys- hier} der ' Wieder au zu den\e° r Thier. b. Physiol, der secin, Tl TI L3 (! 3 o Physsophora hydrostatica. Forskar de script. animal. p. 119. |) . Medusa MiürLer:. 3. Beroe Möürr. 4. Rhizostoma, Cuvırr, Bulletin, de la Soc. philomath. An VII. n.33. p. 69.| 5. Actinia L. 8. Corine Cvv. 6. Hydra Cvwv. 9. Cristatella C. 7. Botryllus Cvv. 10. Brachionus Mir, 11..Vorticella Miti. UI. Seefedern. Pennatulae. ı. Bohadschia. Ein Ligament, statt eines Kno- chens. B. cynomorium. Partas misc. zool. p. 178. Pennatula cynomorium. kd ‚ Veretillum, Ein Knochen. Ein ungeheder- ter Körper. Zur Seite sitzende Fühlfäden. Verpah alloides. ParLas misc. zool, p. 180. Pennatula phalloides. -Encrinus. Ein Knochen. Ein ungefiederter ol Körper. An der Spitze sitzende und eine Dolden- traube Bildende Fühlfäden. 4. Pennatula. Ein Knochen. Ein gehiederter Hörper. P, rubra. Bonapsca marin. C.VI. 6.3. p. 101. P. grisea. BonapscH marin. C. VI.$.4. p- 110. IV. Co- 414— IV. Corallen. Corallia(b), 1. Tubiularia. Hıluschara,: 2. Capsularia, 6. Millepora. 5.,9ertularia: 7. Madrepora, 4. Cellularia. 8. Corallina. Gets V. Gorgonien. Gorgoniae(ce). 1. Antipathes. 5. Alcyoniun. 2. Gorgonia, 4Sponsia, VI. Infusionsthiere, Infusoria(d). - Tr1cboda: 6. Paramecium. Cercaria. 7. Oyclidium, Bursaria. 8. Vibrio, KRolpoda. 9. Enchelis, Gonium., ı0. Volvox, apune 211, Monas, (b) Nach Pıaıras. (e) Nach Parzas. A (4) Nach Müurer, e Drittes B, zen ne gen It Indıv: ten U! EEE :— als (h)_e RER d,| or. Drittes Kapitel. oT, Pflanzenthiere(e), Ina, FEN B., der Classifikation der Thiere und Thierpflan- i zen nehmen wir die Hauptmierkmale der Abtheilun- ae(e).® gen immer von Organen her, die zur Erhaltung des un, Individuums dienen; die Geschlechtsorgane liefer- ig: ten uns meist nur untergeordnete Charaktere. Bey den oria i)(e)©. a Lınne species plantarum. Ed. 2. Ejusd. genera plant. Ed. J. C. D. DE ScHRERBER, cıum. A. L. DE Jussıru genera plantarum. Cur. Uszerr, um, C. H. Persoon synopsis methodica fungorum, A. W. RorH catalecta botanica. 5, Ejusd. tentamen florae Gerhanilae Ebenderselbe über das Studium der eryptogamischen } Wassergewächse.: G. F. HorefmAann enumeratio lichenum, Ejusd. plantae lichenosae. Ebendesselben botanisches Taschenbuch für das Jahr 1795.* ! F. EuruArrt Beiträge zur Naturkunde. J. Hepwıc theoria generationis et fructiiicauionis plan- tarum cryptogamicarum. Ejusd. fundamentum historiae naturalis muscorum frondosorum. S. E. Brsper muscologia recentiorum. SmitH, Mem, de l’Acad. Roy. de Turin, Vol.V, Drittes 14 — nennen ET PP en Ri Ds Eu EEE nn nee re-- 2 416 PREEISINER den Vegetabilien tritt der entgegengesetzte Fall ein, Hier sind es die Zeugungsorgane, worin der Cha- rakter jeder Classe, Ordnung und jedes Geschlechts am beständigsten ausgedrückt ist. Die ersten Spu- ren dieser Wichtigkeit der Geschlechtstheile zeigen sich bey den Pflanzenthieren. Ein blofser Eyer- stock ist auch in dieser Classe der, Zoophyten, wie bey den Thierpflänzen, das Einzige, was sich mit Wahrscheinlichkeit für ein Zeugungsorgan anneh- men lälst. Aber eben dieser einfache Eyerstock ist unter allen Theilen durch. die Beständigkeit seines Sitzes, oder seiner Bildung bey einer und derselben Familie und durch die Verschiedenheit desselben bey verschiedeneu Ordnungen am meisten, oder gar allein, zu einem Eintheilungsgrunde geeignet. Es giebt erstens eine Abtheilung der Pflanzen- thiere, wo das Zoophyt ganz Eyerstock ist. Es giebt eine zweyte, wo die Eyer, oder Saamenkör- ner nur auf einzelne Organe eingeschränkt sind. Bey der weitern Eintheilung der erstern sind wir aus Mangel hinreichender Untersuchungen ge- zwungen, die Mischung und Textur zu Hülfe zu nehmen. Hiernach zerfallen diese in fleischar- tige, fadenartige, und membranöse, oder lederartige Pilanzenthiere. Die ersten sind die Pilze, die zweyten die Conferven, und die dritten die Tange. Diese D vegeli thiert yer di pilanz | weder | Masse Warz: frey a | Di Faden der Li welch oder ie nn= SE zur mem Al7 tate Fall ein, Tin der Cha 3 Geschlecht Diese Familien enthalten die ersten Spuren der vegetabilischen Organisation ‚„ wie die Infusions- thiere und Gorgonien die der thierischen Bildung. e ersten Sn, theile zeige blolser En 1 phyten, v: Die Pilze sind sowohl in ihrer Mischung, als m, Textur den Muskeln der Thiere sehr ähnlich, und lassen sich auch, gleich diesen, durch Salpetersäure was Sicht L- 2- 2 2. vun in eine fettartige Substanz: verwandeln(f). In ih- orea nah,; Ri ö m.° ur BALL AA rer Struktur nähern sich fast alle irgend einer T'hier- pflanze. Die Eyer, oder Saamenkörner liegen ent- LCASaE SEINES weder ohne bemerkbare Ordnung in der. ganzen Masse zerstreut, oder in Löchern, Poren, Stacheln, heit desselben Warzen, Lamellen u. s. w. verborgen, oder auch isten, oder pi frey auf der Oberiläche. reejenet, Die Conferven sind einfache, oft gegliederte der Pflanze Fäden, deren äussere Haut einen, oder melrere, lock ist, B der Länge nach fortgehende Canäle umschlielst, in {OCh IL 4 oO or Saamenkit welchen frey liegende runde HKörperchen(kEyer, änkt sind, oder Saamenkörner,) enthalten sind, Bey den Tangen zeigen sich die ersten Spuren stern SIl 2\ Aue; der blätterartigen Struktur. Ihr Inneres besteht aus uchunge! j blolsen Fibern, die im Stramme und den Aesten pa- zu Hille® rallel neben einander fortlaufen, in den Blättern sich ZIELEN. duichkreutzen. Die Saamenkörner liegen entweder ınöse, in sten sind& 1, und ı..(£) Von Humsorpr über die gereizte Muskel- und Ner- venfaser, Th. ı. S. 177. Diese 1. Bd.-;AD.d DES a ST> le nichts nn" ui BE nen ann See 418°| in der Substanz des Stammes; oder sie erzeugen sich an den Enden der Aeste und Zweige in einem schleimichten Safte. Bey der zweyten Abtheilung der Pflanzenthiere, wo die Eyer auf eigene Zeugungsorgane einge- schränkt sind, bestehen diese entweder in offenen, schildförmigen Theilen, oder in verschlossenen Kapseln. Zu jenen gehören blos die Flechten; zu diesen die Lebermoose, Laubmoose, Farrnkräuter und Najadem Die Flechten fliessen ‚theils mit den Pilzen, theils mit den Tangen zusammen. Auch unter ih- nen, wie unter den Pilzen, finden sich Körper, die in Rücksicht der Einfachheit ihrer Organisation an den Gränzen der lebenden Natur stehen, und auch unter ihnen mehrere Arten(g), die manchen Thier- pflanzen sehr ähnlich sind. Ein charakte&istisches Kennzeichen der Leber- moose ist ein verschlossener Saamenbehälter, der zur Zeit der Reife der Länge nach aufspringt, und seine Saamenkörner, die gewöhnlich vermit- telst spiralförmiger, elastischer Dräthe an seiner in- nern Fläche befestigt sind, auswirft. In dieser Fa- milie zeigt sich schon, ausser der blätterförmigen Struktur, auch die grüne Farbe der Pflanzen. Der (g) Vorzüglich in dem Geschlechte Stereocaulon. D Büch dern In ıh tion€ säulen die Sa oft du der Bi gen 1 | übrige sich sı ' Jiche schw: | M einen Aut d lie w den| war, Zamı: \Enkri Haupt fiederte tolle, entwe nete] sinzel ES 419 SIR Aiteunen i‘Der Saamenbehälter der Laubmoose ist eine eine ne Büchse, die nicht der Länge nach aufspring'„ son- dern durch Abwerfung eines Deckels sich öffnet, Aamenkie In ihrer innern Höhle geht von dem Orte der Iuser- En= tion des Stengels zum Mittelpunkte des Deckels ein „= Ri) säulenförmiges Organ(sporangidium), an welchem n die Saamenkörner befestigt sind. Der Deckel ist erschlosun > Flechte Laubmoos' oft durch einen elastischen Ring mit der Mündung der Büchse verbunden, und diese häufig mit häuti- gen Zähnen, oder Haaren besetzt. Hier finden sich übrigens, ausser den grünen Pflanzenblättern, die ME sich schon bey den Leberinoosen zeigen, auch deut- it am um, R hun liche Wurzeln, wovon bey den letztern nur erst Auch unter ih, Br schwache Spuren vorhanden sind, ch Körper,& rganisation A n Kan Mit den Farrnkräutern geht die Natur auf der jen, und all& Se=: Fe: hen Th einen Seite zur vegetabilischen Organisation über, janchen JAM En BE:{ Ä er Auf der andern Seite aber erscheint in dieser Fami- lie wieder die Struktur der Thierpflanzen, die-bey hen der Leit den Laubmoosen fast schon ganz verschwunden a 4 war. Sie enthält die palmenartigen Geschlechter aufs Zamia und Cycas, aber in ihr hat zugleich das den a Enkriniten ähnliche Equisetum seine Stelle. ‚Ihre ni Bi Haupt-Charaktere sind lange, spröde, vielfach ge- Dr Mi fiederte, bey ihrem Entstehen meist zusanımenge- ee zollte, an der Basis oft mit Schuppen besetzte, und ätterförmit 2. entweder wechselsweise, oder sternförmig geord- Hanzen. R“ x ilar nete Blätter; runde Saamenbehälter, die entweder 14.... ne Dt einzeln, jeder auf einem eigenen Stiele, an der DAds Wur- ocaulod» 420 Wurzel sitzen, wie bey den Geschlechtern Salvinia, Isoetes, Lemma, oder an einem gemeinschaftichen Schafte eine Aehre bilden, wie bey.der Onöclea, Osmunda und dem Ophioglossum, oder in der Sub- stanz der Blätter liegen und regelmälsige Reihen bilden(Epiphyllospermae); eine dünne Haut(die Decke, Indusium), die den Saamenbehälter vor der Zeit der Reife bedeckt, und bey einigen ein ela- stischer, gegliederter Ring, welcher jenen umsgiebt. Wir haben im Anfange dieses Capitels einen blolsen Eyerstock für das einzige Zeugungsorgan der Pflanzenthiere angenoinmen, und auch bisher keiner andern Geschlechtsorgane bey ihnen erwähnt, ‚Wir dürfen nun zwar nicht unbemerkt lassen, dafs einige Naturforscher bey mehrern dieser Zoophyten, vorzüglich den Laubmoosen, auch männliche Ge- schlechtstheile entdeckt haben wollen. Doch würde eine nähere ‚Beschreibung dieser angeblichen Zeu- gungsorgane hier am unrechien Orte stehen. Ei- nige jener Entdeckungen beruhen auf so willkühr: lichen Voraussetzungen, und führen auf so augen- scheinliche Ungereimtheiten, dals sie kaum einer Prüfung werth sind. Die übrigen, die einige Wahrscheinlichkeit für sich haben, werden in einem der folgenden Bücher dieses Werks untersucht wer- den, und dort wirl dann auch die Beschreibung jener Organe ihre Stelle finden. Es ! Jen, oral den, einen | bey al zu Un nie el Jichke Die ı ine Haut(di nbehälter vo nipen ein ei en yımoraht IE UMBIEDL I 50 VW JLIRUN m Es giebt inde efs eine Familie von Pflanzenthie- ren, wobey sich. allerdings deutliche Geschlechts- organe von beyder, Art finden, nehmlich die Naja- den. Man trifft hier einen Kelch, Staubfäden, und einen oder mehrere Griffel mit Narben an. Aber bey allen Organismen dieser Ordnung, die ich näher zu untersuchen Gelege: nheit gehabt habe, ist mir nie etwas vorgekommen, wa8 sich mit Wahrschein- lichkeit für Si bhentel hätte annehmen lassen, Die mi ännlichen Geschlechtstheile dieser Körper ha- ben also vermuthlich bios ein scheinbares Daseyn, und.dieser Umstand, nebst dem Mangel der Coty- ledonen an ihren Reimen und der nahen Verwandt- schaft ihrer ganzen Struktur mit der der Farrnkräu- ter, veranlafst uns, sie zu den Zoophyten und nicht zu den Pflanzen zu rec hnen. Ordnungen und Geschlechter der Pflanzenthiere, 1. Pilze.. Fung1, {., Sphaeria(F. angiocarpi, solenocarpi PER- SOONIL). r oe. Tuber..(F. angi> sarcocarpi PERS.). 3. Lycoperdon EA angiocarpl, dermatocarpi, trichospermi PErs.). 4. Mucor(F. angiocarpi, dermatocarpi, gyM- nospermit P.). Didi; 6. Cy- 422 mm 5. Cyathus(F. angiocarpi, dermatocarpi, sar- cospermi P,). 6. Clathrus P. 7. Phallus 10 8. Agaricus(F. gymnocarpi, hymenothecii, aga- ricoidei P.), 9. Boletus(F. gymnocarpi, hymenothecii, bo- letoide: P.),: ı0. Hydnum(F. gymnocarpi, hymenothecii, hydnoidei P.), 21. Thelephora P. ı2. Merisma P. 33. Clavaria(CF, gymnocarpi, hymenothecii, clavaeformes P.). 14. Helvella(F. gymnocarpi, hymenothecii, helvelloidei P.). 35. Byssus(F. byssoidei P.). II. Wasserfäden. Confervae(h). (ai ‚ Conferva. 5. Batrachospermum. . Hydrodictyon, 4. Tremella. [te] Il. Tange Fuci(i), 1, Ceramium. 7..U.1va. 2. Rivularia, 4. Fucus, sv, (h) Nach Rorm,' (1) Nach Rorz, | 423 an, sarı iv. Flechten. Lichenes(k). ı. Collema. 5. Usnea(?) 2. Peltigera, 6. Lobaria, 1othech, zn, 5. Umbilicaria. 7. Psora. 4. Stereocaulon. g. Verrucaria. othecii, I V. Lebermoose. Hepatica®, ymenotheü ı;: Biecha L. „Blasia L. Anthoceros.L. Bh Targionia L. ymenvihecis,. Marchantia l. £ Jungermannia EHRHARTE an nel d hymenothti ‘ i.Andreaea EHrHArRTI VI. Laubmoose, Musci(|). rrae()) 1. Phascum. 9. Trichostomunk 2. Sphagnum. ı0. Didymodon. spermuil 5. Gymnostomum. ıl, Tortula, 2 4. Tetrapbis. 12. Weissia, 65. Splachnum. 13. Pohlia. ). 6. Grimmia, ı4. Funaria 7. Encalypta. 15. Bryum. 8. Dicranum. 16. Timmia. £ 37: M[a5 (k) Nach Horrmarn. (I) Nach Schnzser und Rorz. DdA 424 nn—| 17. Meesia. 21. ,Ereskia, 19. Bartramia, 22. Neckera,. 19. Fontinalis. 23. Buxbaumia. 20. Hypnum. 24. Polytrichum. VI. Farrnkräuter. Filices. a) Mit einem ährentragenden Schafte, 1. Lycopodium L. 5. Ophioglossum L, 2, Osmunda L. 4. Onoclea L. b) Mit fruchttragenden Blättern(m). 5. Acrostichum. 16. Lonchitis. 6. Polypodium. ı7. Adiantum, 7. Asplenium. 18. Davallia. 8. Darea. 19, Dicksonia, 9. Hemionitis. 20. Cyathea, 10. Scolopendrium. z2ı. Trichomanes. ı1. Blechnum. e2. Hymenophyllum. 12. Wooedwardia. 23.,Schızaea; 15. Dtiesas, 24. Gleichenia. 14. Lindsaesa. 25. Marattiga. 35: ,Vittaria, 26. Dana,ea. c) Miscellaneen. 27. Aamıa®, 31..Salvınia Juss. 28, Gycas.le 52. 1soetes L. 29. Pılulastar,‘33. Equisetum“L. 30. Lemma Juss. 5% Chara EL. VII. H (m) Nach Smitn. "VII. Najaden. ia, ı Hıppurss, um, 2. Ceratophyllum. 3. Myriophyllum. . SER| N: 1: S Ices, Ik. Naias. 5. Saururus, hafte, a a L(n) Nach Jussıev. (m), ıtis, tun ia n14, d, manes, ophy Ilun ea, 425 Naiades(n). m Aponogeton. I . Potamogeton, Rupp 1a4 © Zanichellıa. © 10. Gallitriche, “Lemna. Fünf- 426 smmnen ' Fünfter Abschnitt. Pflanzen. En 02 1 Erstes Kapitel. Allgemeine Bemerkungen über die Orga nisation der Pflanzen, u M.. hat die Pflanzen umgekehrte Thiere ge- nannt, und nicht mit Unrecht. Schon eine ober- flächige Betrachtung derselben lehrt, dals gewisse Gegensätze zwischen ihnen und den letztern vor- handen sind. Aber eben so auffallend sind auch ge- wisse Aehnlichkeiten, die zwischen diesen beyden Reichen der lebenden Natur statt finden. Die vor- nehmsten Verschiedenheiten: in ihrer Organisation sind schon im zweyten Abschnitte dieses Buchs an- geführt. Wir werden diese jetzt weiter verfolgen, und zugleich die Analogien der Vegetabilien und Thiere so weit zu bestimmen suchen, wie es blos aus der Vergleichung ihrer Organisation möglich ist. Eine Analogie findet zwischen den Thieren und Pflanzen erstens in Ansehung ihres Nahrungssaftes statt, Die Flüssigkeit, welche bey den Vegetabilien die die St schein | sonde absor athm | Farbe, | I bran, ı auibew creme Aa | Zeit 2 braust | hat, zung sigkei den fa lesist Wir Eine: oder gen s sigkeil keine: Is, giebt Fase rdie On: e Thiere ge on eine ober dals gem Jetztern vr sind auch hiesen beyit len, Die vor Organisat! ‚ses Buchs at ter verfolge etabilien md „ wie es Di 1 möglich! Thieren u! ‚hrungsal Yogetabilel Vegel| die ma 427 % die Stelle des Bluts vertitt, äussert ähnliche Er- scheinungen, wie der letztere Saft nach seiner Ab- sonderung vom lebenden thierischen Körper. Jene absorbirt, gleich dem letztern, den Sauerstoff der athmosphärischen Luft, und verändert dabey ihre Farbe. Aufihrer Oberfläche erzeugt sich eine Mem- bran, und auf dem Boden des Getälses, worin sie aufbewahrt wird, eine Menge flockenartiger Con-. cremente, die unter dem Vergrölserungsglase als ggregate von Kügelchen erscheinen. Nach einiger Zeit zeigt der Geschmack, Geruch, und das Auf- brausen mit Alcalien,, dafs sich eine Säure gebildet hat. Zuletzt tritt eine entgegengesetzte Verände- rung ein; blaue Pflanzensäfte werden von der Flüs- sigkeit geröthet; der Geschmack und Geruch wer- den faulicht; kurz, es bildet. sich Ammoniak. Al- les ist hier also, wie beyım Blute. Verschieden aber ist die Pflanze von dem Tiere in Ansehung der"Behälter dieses Nahrungssaftes. Wir haben gesehen, dals alle'T'hiere wenigstens Einen Canal haben, worin dieser Saft zubereitet, oder aufbewahrt wird. Bey den Gewächsen hiuge- gen sind es blos häutige Zellen, welche diese Fluüs- sigkeit enthalten. Es giebt hier keine Iyınphatische, keine zuführende, keine rückführende Gefälse. Al- les, was man bey den Pflanzen für Gelälse aus- giebt, nur die Lufiröhren ausgenommen, sind biulse Fasern. Wir behaupten hier einen Satz, der wich- tige 428—— tige Autoritäten gegen ‚sich hat. Aber dies sind unsere Gründe: ı) Wären jene Theile,, die man für Gefäfse aus- giebt, wahre safıführende Canäle, so mülsten sie sich am dentlichsten in saftreichen Pilanzen zeigen. Aber gerade in diesen ist keine Spur’ derselben vor- handen. Man bringe ein junges Blatt der Lemna, oder Callitriche unter das Microscop, und man wird darin nichts, als einfache Bläschen entdecken, Man findet eben so wenig, wie schon ein eifriger Vertheidiger der saftführenden Gefälse, ‚H£pwıc selbst(0), bemerkt hat, ‚eine Spur derselben in den Blättern der Leber- und Laubmoose. Nur da sieht man einen gefälsartigen Bau, wo man ihn am wenigsten erwarten sollte, in holzigen, saftleeren Gewächsen und Pilanzentheilen. Sagt man, dals die Holzfasern aus verhärteten Gefälsen entstehen, und dafs diese bey jungen, saftreichen Pflanzen noch nicht genug verhärtet sind, um sichtbar zu seyn, so behauptet man etwas, wofür auch nicht ein. Schatten von Beweis vorhanden ist, 2) Man lasse eine Pflanze, woria kein gefälsar- tiger Bau sichtbar ist, bey einer erhöheten Trempe- ratur eine Zeitlang in einer Tinktur des Fernam- bukholzes stehen, und man.wird jenen Bau darin wahrnehmen. Was, sagt man, lälst sich nach die: ser (0) Theoria generat. et fructif. plant. crypt. vor TI den P nelze es un auch ı tränkte also nic %) chen d einzig deren Trach treffen Menge wie gl Pilze nicht streck A Anseh gleich die sic welche Tliere, mit sn stehen (P) un ET se ger TEE rm ene ET dies sind INZEN Zeig [ rselben Yır der Lenny nd man Yı I Wu ch nach die apf se zum 429 ser Thatsache gegen das Daseyn von Gefälsen bey den Pflanzen einwenden?‘ Ich antworte: man bee netze Löschpapieg niit jener Tinktur, und bringe es unter das Vexgröfserungsglas, und man wird auch darin dunklere, stärker mit der Flüssigkeit ge- tränkte Streifen erblicken. Jener Versuch beweiset also nichts, indem er zuviel beweiset, 5) Es giebt eine Classe von Thieren, bey wel- chen der Nahrungscanal und ein einfaches Herz die einzigen Behälter des Nahrungssaftes sind, und im deren Organen sich statt der Blutgefälse unzählige Pracheen vertheilen, nehmlicli die Insekten. Nun treffen wir Ähnliche Luftgefälse, eine eben so grolse Menge und eine ähnliche Vertheilung derselben, wie gleich näher gezeigt werden wird,. bey den Pflanzen an. Sollte also diese Aehnlichkeit sich nicht auch auf den Mangel an Blutgefäfsen er- strecken? Aehnlich ist ferner die Pflanze dem Thiere in Ansehung der Respirationsorgane., Sie atlımet, gleich dem Insekt, durch zahlreiche Lufige fälse, die sich in alle Theile ihres Körpers verbreiten, und welche, wie bey den Tracheen der eben erwähnten Thiere, aus einem zarten, häuligen, auswendig mit spiralförmigen Fasern umwickelten Canale be- stehen(p). Zugleich finden sich bey ihr zahlreiche Orga- (pP) Vasa spiralia, s pueumato-chymilera. Heo- 4309—— Organe, die sich mit keinen andern animalischen Theilen, als den Riemen vergleichen lassen, nehm- lich die Blätter. Auch öffnen sich jene Luftgefälse ‚auf der Fläche dieser Blätter(q), die der Wasser- lanzen ausgenommen, so wie auf der des Relches, der Zweige und Stengel, aber nicht der Blumen- krone, der Antheren und der Wurzel, durch zahl- reiche Spalten, die mit Ringen( Schlielsmuskeln?) eingefalst ‚sind(r), und, eine grolse Aehnlichkeit mit den Stigmaten der Insekten haben. Entgegengesetzt aber ıst die Pflanze dem Thiere in dem Verhältnisse des Raums, worin die Ober- fläche der Respirationsorgane zusammengedrängt ist, gegen den des ganzen Körpers. Bey dem Thiere schränkt die Natur jenen Raum in Verglei- chung mit dem letztern desto mehr ein, je höher die Stufe der Thierheit ist, worauf sich der Organis- mus befindet. Sie ersetzt aber diese Einschränkung durch Vervielfältigung und Verkleinerung der Fal- ten oder Zellen, welche die der Luft oder dem Was- ser Hrowıs de hibrae vegetabilio ortu. p.25. Ejusd. fun« daın. hist. nat. muscor. frondos, P. ı. Tab. 2. 69. (g) Bey den Bäumen und Sträuchern vorzüglich auf der untern Fläche, bey saftigen Pilanzen und niedrigen Gewächsen ın gleicher Menge auf beyden Tlächen der Blüterr hnockrr de plantarum epidermide. p. 42. () Kuockenr|.©. p.7.32 39, ger all bildet oder Gewä die R mit d Pilänze | fernt ü nisall A Anseh weibl sonde Aber« nung d Herm: haitis hinge; ‚ maph Chara licher trägt Indiyi. denen} in der alks fi Weih, stöche —— 431 aninklischen ser ausgesetzte Oberfläche der Lungen oder Riemen sen, nehm. bildet. Hingegen ist kein Pflanzenblatt gelalten, ® Luftgeliky oder mit einathmenden Zellen versehen. Bey den der Was. Gewächsen vergröfsert die Natur den Raum, den * des Keldıs, die Respirationsorgane einnehmen, in Vergleichung der Bluns, mit dem des Stammes desto mehr, je weiter die durch ıl Pflanze sich in ihrer Bildung von den Thieren ent- [smuskell) fernt und dem Maximum der vegetabilischen Orga+ Achnlichkei nisation nähert, ‚Aehnlich ist endlich die Pflanze dem Thiere in Ansehung der Geschlechtstheile. Sie hat nicht blos weibliche Zeugungsorgane, wie die Zoophyten, sondern auch männliche, wie die meisten Thiere. Aber die letztern neigen sich desto mehr zur Tren- um in Verzkt nung der Geschlechtstheile, und desto weniger zum ein, je hör| Hermaphroditismus, je höher die Stufe der Thier- h der Organs heit ist, worauf sie sich beüinden. In den Pflanzen au hingegen ist eine desto stärkere Neigung zum Her- Ba ji maphroditismus, je deutlicher der vegetabilische " dh Wi: Charakter in ihnen ausgedrückt ist. Dieser ist deut» A: licher bey der Rose, als bey der Palme, und darum trägt jene beyderley Geschlechtsorgane in Einem 34, Ejusd. Individuum, indem sie bey der letztern in verschie- b,2.59 denen Individuen vertheilt sind. Ferner neigt sich üglich auf in der Struktur der thierischen Geschlechtsorgane und niedrig alles zur Einheit oder Duplicität.. Es giebt bey dem gyden Flächet Weibchen der höhern Thierclassen zwey Eyer- 1 opidemi stöcke, zwey Muttertrompeten, einen einfachen oder 432— oder doppelten Uterus, und eine einfache vder dop- pelte Mutterscheide; bey dem Männchen zwey Ho- den, zwey Saamengänge, doppelte Saamenbläschen, und ein einfaches oder: doppelies Zeugungsgiied. Im Pianzenreiche findet sich diese Eimhei: oder Duplicität zwar ebenfalls, doch meist nur bey sol- chen Organismen, die zunächst an die Pflanzen-| W. thiere gränzen, und also auf der niedrigsten Stufe| hie der vegetabilischen Organisation stehen, 2. B: bey ven manchen Gräsern, Caunen und Lysimachien. Je- Fakt weniger Aehnlichkeit aber eine Pilanze in ihrer Or- kin ganisalion mit dem T'hiere hat, desto grölser und| sche unbestimmter ist die Anzahl ihrer Staubfäden.| dert .: 5 gen D Grofse und zahlreiche Blätter, die Vers Vereinigung der männlichen und weibli- Sun trukt chen'Zeugungstheile, in‘ Einer: Blume, ie i und eine gro[lseund unbestimmte Anzahl ah dieser Organe sind also Charaktere des Maximum, das Gegentheil Kennzeichen| des’Minimum der vegetabilischen Orga, lich, nisation. Auf diesem Satze werden wir im fol- grols genden Capitel eine Eintheilung der Pilanzen bauen. | () 4 L Zweyies 3 EDER EEE ng nn un Tun en aenbläsche onnesej; Zweytes Kapitel. Linheit ok Classen der Pflanzen(s). ur bey x ie Pf"WW. A Re ie bey der Classifikation der Thiere und Zoo- H n phyten, so müssen wir auch bey der Eintheilung “1“ der Pflanzen auf den Satz Rücksicht nehmen, dals }{ beträchtliche Abweichungen in der innern Organisa- = tion uns auch auf eine eigene Lebensweise zu e schliessen berechtigen. Finden wir also einen Theil der Gewä hse in seinem innern Baue von den übri- gen beträchtlich verschieden, und ist mit dieser A Verschiedenheit eine Unähnlichkeit der äussern Pre Struktur verbunden, so wird sich hierauf eine un- bin serm Zwecke entsprechende Eintheilung der Vege- Anz tabilien bauen lassen. zeich Eine solche Verschiedenheit giebt es aber wirk- hen Org: lich. Das ganze Gewächsreich besteht aus zwey RN grolsen, natürlichen Haupt- Abiheilungen, deren von hau Basis (5) A. L. oe Jussıru genera plantarum. La Marcx sur les classes les plus convenables ä etablir parmi les Vegetaux. Mem, de l’ Acad. des sc. a Paris. 1785. P. 437- E. P. Ventenar Tableau du regne vegetal selon la methode de Jussızv. RN 1. Ba. Ee Zwen® Basis die innere Textur der Pflanzen ist, Zur er- sten Abtheilung gehören alle Vegetabilien, welche deutliche concentrische Ringe haben, deren Solidi- tät, vom Umfange zum Mittelpunkte abnimmt, de- ren Mark in den longitudinalen Zwischenräumen der Fasern liegt, und bey welchen diese Marksub- stanz keine strahlenförmige divergirende Fortsätze hat. Die ‚zweyte Abtheilung enthält diejenigen Pflanzen, welche deutliche concentrische Ringe ha- ben, deren Solidität, von der Peripherie nach dem Centrum zunimmt, wo das Mark in einem längli- chen ‚Canal eingeschlossen ist, und strahlenförmig divergirende Fortsätze hat(t). Diese Verschiedenheit im innern Baue steht aber auch mit der äussern Struktur in Verbindung. Alle Gewächse der ersten Abtheilung sind zugleick Monocotyledonen, und alle der zweyten Dico- tyledonen(u). Die Monocotyledonen gränzen in ihrer Mischung sowohl, als Struktur zunächst an die Pilanzenthiere.e Unter ihnen finden wir die, gleich den Zoophyten,, Kalk-(v) und Kiesel- erde (t) DesrontAınes, Mem. de I’ Institut National. Sc, ma- them. et physiques. T.I. P- 478. (u) DesrontAines a. a.©. (v) Von kohlensaurer Ralkerde fand NeuUmAXN(zwey Preisschriften über die eigentl, Beschaffenheit und Er- zeugung der erdigen Bestandtheile in den verschiede- nen pucmmmenm 435 In£ It er ; erde(w) enthaltenden Gräser und Cannen, unter 2, ha en Solidi a da ihnen die dem Tang verwandten Gattungen Zostera, Typha und Sparganium, und unter ihnen die den ı Farrnkräutern ähnlichen Palmen. Alle Pflanzen dıie- EnYAunm 3 3 2 Re “ ser Abtheilung tragen das Gepräge des Minımum e Marks. ER ee: der vegetabilischen Organisation. Alle haben keine Ian Aeste dhejenign einen nen Getreidearten.$.18.) in 52 Unzen Gerste 24,8 Junge ia . Gran, oder ohngefähr 0,0016; in 532 Unzen Noggen Kara 4a dem R- 5 13,4 Gran, oder den 0,00085ten Th eil; in 32 Unzen Weitzen ı2,6 Gran, also 0,0007$tel, und in 32 Un- ALELIOUIg zen Roggenstroh 46,2 Gran, oder 0,0029. (w) Warzerrus(Abhandl, der Schwed. Akad. 1760: 3.XXU.) fand sie in dem Stroh von Roggen, Ger- Baue steht sten, Weitzen, Haber, ı und in den Reifsgraupen. In binduns, den letztern traf siesauch Crerr(Neueste Entdeckun- A zueleich gen. B.5.$.75.), und in der Weitzenkleye Proven- ann zAte(Crerr’s chem. Annalen, 1796; B.2. 5.0657.) an. i Kan Neumann(A.a. OÖ.) erhielt aus 32 Unzen Gersten Br 66,7 Gran, oder 0,0045tel Kieselerde; aus 32: Unzen unaclst Al Roggen 15,6 Gran, oder 0,ooogıtel; aus. 532 Unzen na wir die, Weitzen 132 Gran, oder 0,00085tel; und aus 32 Un- i nd Riese! zen Roggenstroh ı52 Gran,, oder o,ooo2tel.! Ferner erde wurde diese Erde von Russer und MAcıe im Arundo bambos und Arundo phragmites entdeckt(Cnerr’s ul, 560 chem. Annalen. 1792. B. 2. 8. 2537). Endlich fand sie Davx im Zuckerrohr, Bambusrohr, indischem: Rohr, Kohrschilf(Arundo phragmites), Weitzen, Haber, an(mel. Gersten, dem Anthoxantum odoratum und der Poa j undBr pratensis(Scuurer’s allg. Journal der Chemie, DB. II, Y ers! hiede- zell Le3 x 436 u Aeste, keine Zweige, und wenig Blätter. Fast alle. haben Blumen, an welchen ein farbiger Kelch die Stelle der Corolle vertritt, und deren Staubfäden nur in bestimmter Anzahl vorhanden sind. Eine Menge Aeste, Zweige und Blätter, eine vielblättrige Corolle, eine unbestimmte Anzahl Staubfäden, kurz das Maximum der vegetabilischen Organisation, findet sich nur bey den Dicotyledo- nen. Doch besitzen auch unter diesen nicht alle dasselbe in.gleichem Maalse, Die Blume ist der Theil, in welchem sich die Entfernung der Dico- tyledonen von jenem Maximum vorzüglich äussert. Sie ıst entweder un vollständig, oder voll. ständig, und im erstern Falle hat entweder jede Blume einen eigenen Relch, oder mehrere sind in einem gemeinschaftlichen Kelche vereinigt; im letztern Falle aber besteht die Blumenkrone ent- weder aus einem einzigen Blatte, oder aus mehrern Blättern. Hieraus ergeben sich vier Ab- theilungen der Dicotyledonen, und eben so viele Grade der Näherung dieser Pflanzen zur höchsten Stufe der vegetabilischen Organisation. Diejenigen Dicotyledonen mit unvollständigen Blumen, bey welchen jede der letztern einen eige- nen Relch hat, gränzen zunächst an die Monocoty- ledonen. Die meisten tragen kleine unansehnliche Blumen, Fast alle haben keine Corollen, sondern blos blos nack vor der| blos theil: männl welch keine und habe 65% ta( ist, EEG ung ir E: S; n # Et alle blos Kelche, oder Schuppen, und eine einfache T Kelch de nackte Frucht. Da, wo eine. walıre Blumenkrone Staubfiden vorhanden ist, findet fast immer eine Trennung ıd, der Geschlechter statt, und zwar besteht diese nicht blos in der Unfruchtbarkeit einzelner Geöchlechts- lätter, ey theile, sondern in der wirklichen Abwesenheit der nte Anni) männlichen, oder weiblichen Zeugungsorgane. Die, etabilisch welche grolse Blätter besitzen, haben entweder gar Dicotvledg keine, oder doch nur wenige Aeste und Zweige, und die, bey welchen die letztern zahlreicher sind, n nicht alle haben nur kleine und schmale, oder auch oft, wie es z. B. bey der Anabasis aphylla(x), Anabasis cre- tica(y) und dem Calligonum Pallasia(z) der Fall ume ist der 12 der Dico« lich user. oki: ist, gar keine Blätter. weder jelk 3;» Das Mittel zwischen den Dicotyledonen mit Ina ehrere sınl 2er & unvollständigen und vollständigen Blumen halten > vereinitt; BER 5 ER e diejenigen, bey welchen mehrere Blumen in einem 1- nt NAIONE Eil- r.= FE R- gemeinschaftlichen Kelche vereinigt sind..ı Der Man- ] na oO oder als E.= 2 5 ‘ gel eines eigenen Kelchs an jeder einzelnen Blume, ich vier Ab ee E i war die einfache, nackte Frucht, und die Unfruchtbar- ven so viel ı 5;% 2 N, keit mehrerer ihrer Blumen nähern sie den Pilanzen : höchsten. ur höchs! der vorhergehenden Abtheilung. In 1 ollständign(x) CavanııLes Icon, et descript. plant. Hispan. Vol. einen eff Tab. 284. Monocolf(y) Paıtas Reise durch verschiedene Provinzen des Rus- \ h sischen Reichs. B.J. Tab. Rh. ansehnliche(z) PaızAs a. a. O. B. 2. Tab. S. Pterosoceus aphy us. n, sondern Er hin D10b 438 mn In geringerer Entfernung von dem Maximum der vegetabilischen Organisation, als die Pflanzen der zweyten Abtheilung, stehen die Dicotyledonen mit vollständigen Blumen und einer einblätirigen Corolle. Aber der Umstand, dals man selten eine unbestimmte Anzahl von Staubfäden und Keimen in einerley Blume bey den Gewächsen dieser Abthei- lung antrifft, was. bey denen der folgenden so häu- fig ist, deutet doch auf einen geringern-Grad von Vollkommenheit in den wesentlichen Theilen dieser Gewächse hin., Selten findet man unter ihnen eine Pilanze, die mehr als Zehn Staubfäden hat, Die meisten haben deren nur fünf. Auch sind diese Organe fast immer an der Blumenkrone befestigt, da in der folgenden Classe dieser Charakter sehr selten ist, Auf der höchsten Stufe der vegetabilischen Or- ganisation, sowohl in der Zahl, als der Ausbildung der Organe, stehen die Dicotyledonen mit vollkom- menen Blumen und einer vielblättrigen Corolle, Die mehrsten derselben haben, ausser einem Kelch und einer aus mehrern Stücken bestehenden Blu- menkrone, eine unbestimmte Menge Staubfäden und oft auch sehr zahlreiche Keime, Die meisten dieser Abtheilungen sind aber noch zu reichhaltig an Pflanzen, um zu Classen dienen zu ‚können. Wir theilen sie daher weiter nach der von allen fesü still schl verl erste (Su hyp (Sta Dlur eben zoll hyp Nun den’ vol zen gen Blu file also der, ie. zen unte lan, don — 439 | Maxim em, allen Botanikern als selir beständig anerkannten Be- en festigung, der Staubläden in Beziehung auf das Pi- einblättrisen= n 2.“ Die Staubfäden sind an den weiblichen Ge- ind Keim schlechtsorganen entweder unmittelbar, oder Ar vermittelst der Blumenkrone befestigt. Im LO erstern Falle sitzen jene entweder über dem Pistill i Grad no(Stamina epigyna), oder unter diesem(Stamina heılen diese hypogyna), oder vermittelst des Relehs um dieses T Ihnen eine(Stamina perigyna). Im letztern Falle vertritt die en hat, Die Blumenkrone die Stelle der Staubfäden, und sie hat Ir sind diese ebenfalls ihren Sitz entweder über dem Pistill(Co- > beit zolla epigyna), oder unter demselben(Corolla raten Sir hypogyna), oder um dasselbe(Corolla perigyna.). Nun findet bey allen Monocotyledonen, und unter den Dicotyledonen, sowohl bey denen, welche un- lischen Or vollständige Blumen tragen, als bey denjenigen, de- Ausbildung"Ten Corolle vielblättrig ist, eine unmittelbare, hinge- mit vollkon- gen bey den Dicotyledonen mit einer einblä ittrigen Blumenkrone eine mittelbare Be efestigung der Staub- fiden an dem Pistill statt. Hieraus ergeben sich also drey Classen der Monocotyledonen, und drey N Aus en Lorolk, einem Reltt hende der Dicotyledonen ohne Blumenkrone. Zu den letz- tern kömmt aber noch eine vierte, welche die Pilan- zen mit getrennten Geschlechtern begr eift, die sich unter keine der drey übrigen Classen dieser Abthei- d aber nad lung bringen lassen. Die Abtheilung der Dicotyle- 1 anpr) sgen dıenel donen mit zusammengesetzten Blumen ist nicht ser nach de! | Ee4 veich- yon 449—— reichhaltig genug, um einer weitern Classifikation zu bedürfen. Bey allen Pflanzen dieser Classe trifft man eine mittelbare Befestigung der Staubfäden über dem Pistill an. Nur in der Gestalt der Blu- menkrone, die bey einigen zungenförmig, bey an- dern röhrenförmig ist, tınd in den Antheren, die bey einigen frey, bey andern verwachsen sind, fin- det ein bedeutender Unterschied unter ihnen statt. Von den beyden letzten Abtheilungen der Dicotyle- donen endlich zerfällt wieder jede, gleich der der Monocotyledonen, nach der Befestigung der Blu- menkrone, oder der Staubfäden über, neben oder unter dem Pistill in drey Classen. Wir fügen hier ein Verzeichnifs der zu jeder dieser vierzehn Classen gehörigen Familien bey. Wegen der Charaktere dieser Familien und der un-: oO ter ihnen begriffenen Geschlechter müssen wir in- dels auf Jussıru’s und VENTENAT’S angeführte Werke verweisen. Clafien und Familien des Pflanzenreichs. 1. Monocotyledonen mit Staubfäden, die un- ter dem Pistill befestigt sind. ı. Aroideen. Aroideae, 2. Rohrkolben. Typhae. 3. Binsengräser. Cyperoideae, 4. Gräser, Gramineae. IL En a ii 1, Mu 2. Can | 3, Od N W.] cn talt der Pl, ng, bey n. ntheren,} en sind| t Ihnen der Dicat zleich der de "amilien bey 1 und der u üissen Wir In $ angelührt zenreichs. len, deu ind. ——— 441 II, Monocotyledonen mit Staubfäden, die um das Pistill befestigt sind. 1 .„ Palmen. Palmae. t3 . Spargelartige Pflanzen. Asparagi. . Graslilien. Junci, Biken... Lila: . Ananas- Familie. Bromeliae. . Narcissen. Narcissi. 3 4 5 6. Asphodelen. Asphodeli. 7 8. Iris- Familie. Irides. III. Monocotyledonen mit Staubfäden, die über dem Pistill befestigt sind. 1. Musen. Musae. 2. Cannen. Cannae. 5. Orchideen. Orchideae. 4. Hydrochariden. Hydrocharides. ‚IV. Dicotyledonen mit unvollständigen Blu- men, deren Staubfäden über dem Griffel befestigt sind. ı. Aristolochien. Aristolochiae, V. Dicotyledonen mit unvollständigen Blu- men, deren Staubfäden um den Griffel befestigt sind. ı. Oleaster-Familie. Elaeagni. 2. Thymeläen. Thymelaeae. Ee5 3. Pro- 442 3. Proteen.“Proteae. 4. Lorbeern. Lauri. 5. Ampherartige Pflanzen. Polygoneae. 6..Ballblüthen. Atriplices. VI, Dicotyledonen mit unvollständigen Blu- men, deren Staubfäden unter dem Grifiel befestigt sind, ı. Amaranthen. Amaranthi. 2. Wegerich- Familie. Plantagines. 3. Wunderblumen. Nyctagines. 4. Grasblumen. Plumibagines. VI. Dicotyledonen mit unvollständigen Blu- men und getrennten Geschlechtern. 3. Zapfenbäume. Coniferae. ©, Kätzchenbäume. Amentaceae, . Nesselartige Pflanzen. Urticae, Kürbispflanzen. Cucurbitaceae. ac Euphorbien. Euphorbiae. VII, Dicotyledonen mit zusammengesetzten Blumen. . Salatpflanzen. Cichoraceae. . Schirmpflanzen. Corymbiferae. SS DB» . Distelpflanzen. Cinarocephalae. 4, Scabiosen,. Dipsaceae, Ir 9, Eu 5, Aca 4. Jası 5, Mi | 6. Lip 7 Ser g. Sol 9, Bor 10. W ı,P: ndigen}ı. m Grill indigen Dir chtern, engesetzit 110 in RENTE ._ zu—m 443 j \ IX. Dicotyledonen mit einer einblättrigen Blumenkrone, die unter dem Griffel be- festigt ist. ı, Lysimachien. Lysimachiae. 2. Euphrasien. Euphrasiae,(Pediculares Jusszeu). 5. Acanthen. Acanthi. 4. Jasmine. Jasmineae. 5. Müllenartige Pflanzen. Vitices, 6. Lippen-Pflanzen. Labiatae. 7. Scrophularien. Scrophulariae. 8. Solaneen. Solaneae. 9. Borretschartige Pilanzen. Borragineae. 10. Windenartige Pflanzen. Convolvuli. ı1. Polemonien. Polemonia. ı2. Bignonien, Bignoniae, ı3. Gentianen. Gentianae. ı4. Apocineen. Apocineae. 15. Sapoten, Sapotae. X. Dicotyledonen mit einer einblättrigen Blumenkrone, die um den Grifiel befe- stigt ist. ı. Guajakanen. Guaiacanae. 2. Alpenrosen. Rhododendra. 3. Heiden, Ericae. 4. Glockenblumen. Campanulaceae, 444——— XI. Dicotyledonen mit einer einblättrigen Blumenkrone, die über dem Griffel be- festigt ist. 1. Labkräuter. Rubiaceae. 2. Geilsblattartige Pflanzen. Caprifolia. XI, Dicotyledonen mit einer vielblättrigen Blumenkrone, und Staubfäden, die über dem. Griffel befestigt sind. ı. Aralien. Araliae, 2. Doldenpflanzen. Umbelliferae. XII Dicotyledonen mit einer vielblättrigen Blumenkrone und Staubfäden, die unter dem Griffel befestigt sind. ’ „ Ranunkeln. Ranunculaceae., 127 [%) . Mohnartige Pflanzen, Papaveraceae. . Schootengewächse. Cruciferae, . Kapperpflanzen. Capparides. . Sapinden. Sapindi. . Ahorne. Acera. . Malpighien. Malpighiae. . Johanniskräuter, Hyperica. Ba on au . Guttäpflanzen. Guttiferae. ı0. Orangenartige Pflanzen. Aurantia. ıı. Melien. Meliae. 12. Weinstöcke. Vites. 15. Ge m at En Zn „ Ger ij, Mal 15, Nas 16. An 17, Mor 18. Berb N) Linde yo, Ciste o1, hau 22, Nel XII, 1 Blur 1, Saftpf 8, Nein 3. Cact 4, Portı | 5. Fi 6, Nacl 7..Myr 18. Mela 9 Salic 10, Ros n, Hl; 14. Ten Y, Kr hlitigen tie] he. a, elblättrien ‚ die über 1d, — 445 . Geranien. Geranıa, ‚„ Malven. Malvaceae. . Magnolien. Magnoliae. . Anonen. Anonae. 17. Mondsaamen- Gewächse. Menisperma. 18. Berberitzen. Berberides. 19. Linden.‘ Tiliaceae. 20 21 en a Gisten. 613, . Rautenartige Pflanzen. NRutaceae. . Nelkenartige Pflanzen. Caryophylleae. v XII. Dicotyledonen mit einer vielblättrigen relblättnen- die unter . I)" Blumenkrone, und Staubfäden, die um den Griffel befestigt sind. Saftpflanzen. Sempervivae. Steinbrechartige Pflanzen, Saxifragae. Cacten. Cactı. . Portulakartige Pflanzen. Portulaceae, Ficoideen. Ficoideae. Nachtkerzen. Onagrae. Myrten. Myrti. . Melastomen. WMelastomata. Salicarien. Salicariae. ı0. Rosen. NRosacede. . Hülsenpflanzen. Leguminasae. ı2. Terpentinpflanzen. Teerebintaceae, [rd ı3. Kreutzdornartige Gewächse, Rhamni. RE Sechs- 446 een I ’ na ER TETERUE TIERE I ‚hung | grola N F s Stick Sechster Abschnitt. I Gradationen der lebenden Natur. plan nn| Die er: schen M.. spricht von einer Stufenfolge, von Verwandt- nisatı schaften und Verkettungen der lebenden Körper.| Man vergleicht die Natur bald mit einer Leiter, bald© L mit einem Netze. Man frägt, ob sie blos Indivi-| ein M duen, oder auch Arten, oder auch Geschlechter| ten 0 hervorgebracht hat? Man streitet über diese Gegen- größt stände, und jeder der Streitenden widerlegt Qie Be- ung hauptungen seiner Gegner, ohne hellere Ideen an| duum deren Stelle zu setzen. Wir maafsen uns nicht an,| fer Fragen, die sich nicht blos aus Erfahrungssätzen|{hiere beantworten lassen, hier völlig aufs Reine bringen| Minin zu wollen. Wir glauben indels durch unsere. bis- mum herigen Untersuchungen in den Stand gesetzt zu‘| ‚Iedone seyn, wenigstens Data zur Beantwortung derselben 0) Minin zu liefern. i lien di | ten eip Nach welchen Gesetzen verfuhr die lebende Na-| tur bey der, Hervorbringung ihrer mannichfaltigen"|| RB Formen? Dies ist das Problem, das wir aufzulösen Klem haben, Unsere Antwort ist folgende:| Ver.ei EIStiec Die Be. von Verwanl! enden Körper op Taitau Full 1ET LEIET, Dald een sie DIOs Indy N RR Ta 1e JeDei® annıchläl Lu yir aufzult Die > u nme nn nn an— org TEE er ne BEER ST er3B 447 Die ganze lebende Natur läfst'sich in Anse- hung der Mischung ihrer Organismen unter zwey grolse Abtheilungen bringen: in der einen hat der Stickstoff, in der andern der Kohlenstoff das Ue- bergewicht, Jene begreift die Thiere und Thier- pflanzen, diese die Pflanzenthiere und Pilanzen. Die'erstern nähern sich insgesammt der animali- schen, die letztern der vegetabilischen Orga- nisation. Es giebt für jede dieser beyden Abtheilungen ein Maximum und ein Minimum in der gesamm- = i) ten Organisation. Das Maximum besteht in der grölsten, das Minimum in der kleinsten Anzahl ungkichartiger, in einem und'demseiben Indivi- duum vereinigter Organe. Das Maximum der tnierischen Organisation finden wir bey den Säug- thieren, und vorzüglich bey dem Menschen, das Minimum bey den Infusionsthieren. Das Maxi- mum der pflanzenartigen Bildung ist den Dicoty- ledonen mit einer vielblättrigen Blumenkrone, das Minimum mehrern Geschlechtern aus den Fami- lien der Schwämme, Conferven, Tange und Flech- ten eigen. Es giebt eine ununterbrochene Gradation von jedem Maximum der lebenden Natur zu jeder ih- rer einfachsten Gestalten. Aber diese Gradation erstreckt sich nur auf die ganze Summe der un- gleich: nn 448 umge # gleichartigen Organe, und auf die Gröfse und Menge gewisser einzelner Theile.- In andern Theilen beobachtet die Natur entweder eine ent- gegengesetzte, oder eine unterbrochene, mit je- ner in keiner Verbindung stehende Stufenfolge. ... Wir werden beym Beweise dieser Sätze unsere Gründe vorzüglich von dem Thierreiche herneh- men, nicht aber, weil sie sich nur in diesem auf- finden lassen, sondern weil sie hier wegen des zu- sammengesetztern Baues am audfallendsten sind, Das Erste, was wir darzuthun'haben, ist also, dafs die Säugthiere und vorzüglich der Mensch auf der höchsten Stufe der thierischen, und die Dicoty- ledonen mit einer vielblättrigen Blumenkrone auf der höchsten Stufe der vegetabilischen Organisation in Betreff der Anzahl ihrer ungleichartigen Theile stehen, und dafs von jenen bis zu den Infusions- thieren, so wie von diesen bis zu den Schwämmen eine abnehmende Stufenfolge in dieser Anzahl statt findet. So viel folgt schon aus den im zweyten Ab- schnitte dieses Buchs bestimmten Merkmalen der Thiere und Zoophyten, dafs die-Thierpflanzen ‚ zwar mehr gleichartige, aber weniger ungleichartige Theile, als die Thiere, haben. Bey diesen ist jedes Organ eniweder nur einfach, oder höchstens dop- pelt, nel,\ handen tige N Herzen hirne, danung: den Poly facher Theile, lassen, gen, D ten, wel | nimmt, nerley| Ursprur ohne 6: ı sind die len bey \ohne ei chen si Darmcan Zeugung, Mengese Fas förmick I Ba, uam| 449 a © Grie nd: pelt, bey jenen aber in unbestimmter Menge vor- ‚sh All handen. Bey den Thieren finden sich mannichfal- oder eine tige Muskeln, Knochen‘, Blutgefälse mit einem ae h Herzen, Nerven mit einem zusammengesetzten Ge- Otubenfolg hirne, KBespirations- und Stimmwerkzeuge, Ver- 2.. dauungs-, Nutritions- und Geschlechtsorgane. Bey den Polypen sind zahlreiche Fühlfäden und ein ein- facher Darmcanal die einzigen ungleichartigen in diesem. Theile, die sich bey den meisten unterscheiden wegen des zu lassen. dsien sind, i Aber auch die untern, weilsblütigen Thierclas- REN sen haben weniger ungleichartige, obgleich oft or Mencd mehr gleichartige Theile, als die obern, rothblüti- der Mensch a gen. Der Körper der Würmer besteht aus Abschnit- ind die Diet ten, welche, wenn man den ersten und letzten aus- ımenkröne ı::{&| nimmt, ınsgesammt einerley äussere Struktur, ei- n Organist 2 Han nerley Muskeln und Nerven haben. Das Organ des hartigen Jitl 1 Ursprungs der Nerven ist ein einfacher Markstrang den Intunm ohne Gehirn, und selbst ohne Ganglien. Fühlfäden en Schwäne sind die einzigen Sinnesorgane, und auch diese feh- ser Anal len bey vielen. Die Bewegung des Bluts geschieht ohne ein Herz durch blofse Gefälse, und bey man- chen sind diese Gefälse nur Zerästelungen des n zwegte Darmcanals. DBlos dieser letztere Canal und die Merkmala Zeugungstheile sind bey einigen von etwas zusam- Thierpia mengesetzterm Baue, | ungleichalf! le ie el\ Fast eben so grols ist die Einfachheit und Ein- öchstens In förmigkeit in der Organisation bey den Insekten, elt,; Z, BA. F£ und 450 und vorzüglich bey deren Larven. Die Raupe. hat mehr als acht mal so viel Muskeln, wie der Mensch. Aber welche Einförmigkeit findet nieht in der Ge- stalt, Lage und Verbindung der Muskeln jener Iu- sekten, und welche Abwechselung in der Struktur dieser Theile bey dem Menschen statt! Ungleichar- tiger sind eben diese Organe schon bey den voll- kommenen Insekten. Allein auch diese stehen in der Mannichfaltigkeit sowohl ihrer Muskeln, als al- ler übrigen Theile den rothblütigen Thieren nach. Das zusammengesetzte Gehirn der letztern ist dort fast ein blofser Nervenknoten.. Ausser Fühlhörnern und Augen lassen sich keine weitere Sinnesorgane entdecken, und die Augen sind zwar zahlreicher, aber auch von einfacherm Baue, als die der roth- lütigen Thiere. Das Herzohr und die Herzkam- mer, nebst den übrigen Blutgefälsen der Amphibien, Fische, Mollusken und Crustaceen fliessen in einen einzigen Canal zusammen, und es entsteht ein Or- gan, das mit dem Herzen der Säugthiere und Vögel kaum noch verglichen werden kann. Die Respira- tion geschieht ohne Lungen, blos durch Tracheen. Statt der mannichfaltigen Absonderungsorgane der rothblütigen T'hiere trifft man hier blos Schläuche, oder zerästelte Canäle an, und unter diesen giebt es keine, die sich ihrer Lage und Verbindung nach für eine Milz, für Nieren und eine Harnblase an- nehmen lassen. Nur auf die Ausbildung des Darm- canals und der Zeugungsorgane scheint auch bey man- “ manche mern; seyn, von al einfach Geh wir zwi Muskel mern, gane I den rot \ stern u | den weı net md. haben, d | gen wir | Nerven nicht s | Ganglie | haupt ı Thierer ‚bey deı Gehörs, meisten, und dur Speiser ten des da, wo u u REES nenn eh e sn zn en 45: ER\ ya manchen Insekten, wie bey verschiedenen Wür- 2’ vn mern, mehr Sorgfalt von der. Natur verwandt zu er in seyn. Doch gilt auch dies nur von einigen, nicht e\ Kl von allen, und selbst bey jenen ist der Darmcanal ar einfacher, als bey den meisten rothblütigen Thieren, ! Ungleiı., STAA Gehen wir zu den Mollusken über, so finden EN wir zwar weniger Einförmigkeit in dem System der she, Muskeln, als bey den meisten Insekten und Wür- There nach, mern. Dagegen aber ist auch die Anzahl dieser Or- gane hier weit geringer, als bey den letztern und den rothblütigen Thieren. Im» der Familie der Au- stern und Pholaden besteht jenes Systeni blos aus ar zahlreich den wenigen Muskeln, wodurch die Schaale geöff- die der nl net und geschlossen, und bey denen, die einen Fuls die Herzkir haben, dieser ausgestreckt, gelenkt und zurückgezo- er Amphibit,| gen wird. Auf ähnliche Art verhält es sich mit dem ssen In ein Nervensystem dieser Thiere. Es finden sich hier tsteht ein br nicht so viele gleichförmig gebaute Nerven und ere und Vin Ganglien, als bey den Insekten, aber auch über- Die Respit. haupt weniger Nerven, als bey den rothblütigen rch Trace Thieren. Bey allen fehlen die Geruchsnerven, und bey den meisten auch die, Nerven des Gesichts und Ä ana(if ngsorgane& 1gs0T, Schläut Gehörs. Das Gehirn unterscheidet sich bey den os schlals, ‘osen giitt meisten nur durch seine T’heilung in zwey Hälften, indung nl und durch den ringförmigen Fortsatz,, womit es die Harnblase Speiseröhre umfalst, von den grofsen Nervenkno- ng: des Dar ten des Unterleibs. Die Augen und Ohren stehen # auch Def da, wo sie vorhanden sind, denen der rothblütigen gan Ä Ffe Thiere Thiere an Ausbildung weit nach. Unter den übri- gen Eingeweiden der Mollusken giebt es zwar ei- nige, welche den höhern Thierclassen fehlen, z.B. bey den Sepien der Dintensack, und bey den Schne- cken, Austern, Pholaden und Balanen der Purpur- und Kalkbeutel. Allein jene haben dafür weit mehr Eingeweide, die man umsonst bey den letztern sucht, so die Milz, das Pancreas, die Nieren und die Harnblase. Aber auch unter den rothblütigen Thieren fin- det diese Gradation in der Menge der ungleicharti- gen Organe statt. Die Fische haben deren im Gan- zen weniger, als die Amphibien; diese weniger, als die Vögel; die letztern weniger, als die Säug- thiere; und unter allen steht der Mensch in dieser Rücksicht auf der höchsten Stufe, - Sieht man zuerst auf das Skelett, so ist hier kein ungleichartiger Theil, den die Säugthiere vor dem Menschen voraus hätten, als etwa das Zwi- schenkieferbein. Und auch von diesem finden sich Spuren bey dem Menschen.“ Nur in der Menge der Wirbelbeine und Rippen, also gleichartiger Theile, übertreffen die Säugthiere den Menschen, und die Vögel, Amphibien und Fische die Säugthiere. Aber bey den letztern werden dagegen die Knochen des Beckens und die äussern Gliedmaalsen immer ein- facher, und verliehren sich endlich ganz, oder fast ganz bey den Schlangen und Aalen. Schon Sch des Sk gen Th Gradat ger Sch | gleichu |Vüzel,| gen nut | Schildk | äussein | Rücken | det das \ stens N | nehm pers ein artigen. | ander$ sen; d drey P muskel chenllo | zwey I Fe Gehim Man vi Gehirn. 96 = 453 Schon aus dieser Zunahme in der Einfachheit des Skeletts bey den niedern Ulassen der rothblüti- gen Thiere läfst sich schliessen, dafs eine ähnliche Gradation in ihren Muskeln statt finden mufs. Die- on der Pur ger Schlufs bestätigt sich auch schon bey einer Ver- N gleichung der Muskeln des Menschen mit denen der NAALEIT Mer den ihr Les Zwarei ‚fehlen, z.B, A 01 ey den Schu Aalen Vögel. Jener hat ungefähr 230, der Schwan hinge- gen,nur etwa 130 ungleichartige Muskeln. Bey den Schildkröten sind:blos Muskeln des Kopfs und der “.>|.“ “ussern Gliedmaalsen, ohne Brust-, Bauch- und je Nieren ul n Thieren h. Rückenmuskeln vorhanden; bey den Schlangen fin- r ungleichat: det das Gegentheil statt. Die Fische haben höch- deren im Gu stens nur 20 verschiedenartige Schwimm- Muskeln, diese wenige nehmlich ein Paar, das beyde Seitenflächen des Kör- als die Sin, pers einnimmt, und-aus mehrern kleinern, gleich-, ansch in dit artigen Muskeln zusammengesetzt ist; sechs Paare an der Schwanzflosse; vier Paare an den Brustilos- sen;‘drey Paare an den Bauchflossen; höchstens nr drey: Paare Rückenmuskeln; Ein Paar Schwanz- m muskeln:{ endlich bey denen Fischen, welehe Rü-| pn ckenflossen haben, an’jedem Strahle, dieser Flosse em Finden si rt& der Mengt de|| iger Ferner bestätigt sich diese Gradation bey dem he, Be. Gehirne. Schon bey den Säugthieren vermilst ;hiere, I man viele Eigenthümlichkeiten des menschlichen ’ FEN Jude | Gehirns. Bey den meisten von jenen sind-sich-die Knochen I% nimmer öl N nz, oder I(a) Govan hist, pisc. p. 69.$. V- Ff3 Schon 454= Windungen beyder Hirnhälften sehr ähnlich ‚dasie beym Menschen immer Verschiedenheiten zeigen, Sie fehlen ganz bey mehrern Geschlechtern aus der Familie der Hunde und bey den Nagethieren. Es fehlt auch den übrigen Sängthieren der grofse Syl- vische Einschnitt(fossa Sylvii); es fehlen ihnen die hintern Verlängerungen der Seitenhöhlen des Ge- "hirns, die oliven- und pyramidenförmigen hörper, und im kleinen Gehirne, das fast blos aus dem wurmförmigen Fortsatze\( vermes) besteht, die Markkerne(corpora dentata), so wie in den Mark- bündeln die schwarzen Flecke(loca nigra crurum cerebri), Bey den Vögeln verschwinden die Windungen des Gehirns gänzlich, und mit diesen der Hirnbal- ken(corpus callosum), die Scheidewand der Seiten» höhlen des Gehirns(septum lucidum), der Bogen (fornix), die vier Hügel(corpora quadrigemina), die Zirbel, der gerollte Wulst, der markige Saum, der Streif(centrum semicirculare geminum) und die Markkügelchen(eminentiae candicantes> Noch einfacher ist das Gehirn der Amphibien und Fische. Es besteht aus vier bis acht Kügel- chen, die nur eine sehr entfernte Aehnlichkeit mit denjenigen Theilen haben, welche man in dem menschlichen Gchirne antrifft, Auf A hörorg hat ei Mensc den Vi Stellun | Bey deı davon ı zur Ei ! | Schnet | verwäl | sach, | ich at \ dieT: | manch wird ız Hin V classeı des Bl | sohn | ion v Be tel Au Phary Fisch mehr I N ie EIERN EEE EHESIEBERR em 455 Ih,. id Auf ähnliche Art verhält es sich mit dem Ge- N Degen, hörorgane der rothblütigen Thhiere. Das äussere Ohr IN Aus der hat eine zusammengesetztere Struktur bey dem UN Menschen, als bey den übrigen Säugthieren. Bey “ erolsent den Vögeln wird es nur noch durch die regelmälsige er tunenda Stellung der Federn am äussern Gehörgange ersetzt. ılen des, Bey den Amphibien und Fischen ist gar keine Spur ügen Küng, davon mehr vorhanden. Die Vögel haben zugleich blos aus dm nur Einen Gehörknochen und eine weit einfachere besteht, di Schnecke, als die Säugbhiere. Bey den Amphibien > in den Mark. verwandelt sich die letztere in einen blofsen Stein- nigra crurum sack.; In der: Classe der Fische verliehrt sich end- lich auch der äussere Gehörgang; das Trommelfell, die Trommelhöhle, die Eustachische Röhre, ja bey manchen sogar der Vorhof, und der Gehörnerve ie Windunen wird zu einem blofsex Aste des fünften Paars des ı der Hirnbi nd der Seiten Hirnnerven, ), der Bogen 1. uadrigemin) Vergleichen wir endlich noch die höhern Thier- classen: in Ansehung der Werkzeuge der Ernährung, des Blutumlaufs, der Bespiration und der'Zeugung, go finden wir auch in diesen eine deutliche Grada- narkige Saun, minum) un cantes), tion vom Mannichfaltigern zum Einfacher». or Amphlli Bey den Säugthieren werden die Nahrungsmit- acht Ri ‚lichkeit a tel durch ein sehr zusammengesetztes Organ, den nan in di Pharynx, in die Speiseröhre gebracht. Bey den Fischen hingegen ist von diesem Organe keine Spur mehr vorhanden,— Der Darmcanal des Menschen hf FiA besteht 456 Be besteht, aus zwey Theilenm, die, sowohl in ihrer D Textur, als Struktur, merklich von einander abwei- ‚Säugt chen, dem dünnen und dicken Darm, Geringer ist den dieser Unterschied schon bey mehrern Säugthieren, verDo noch geringer bey den Vögeln, und er verschwin- men det ganz bey vielen Amphibien und Fischen.— So[denV haben auch nur die Säugthiere ein wahres Omen- 1 stattih tum. Bey den übrigen rothblütigen Thieren wird| verlieh es blos durch Fettklumpen ersetzt.— Von einer Fanili Milz ist ebenfalls entweder gar keine Spur, oder 1 Amph doch nur ein Analogon vorhanden, und das Pan- selben creas verwandelt sich bey mehrern Fischen in blinde Dorn Anhänge am Pförtner. i|| Alle Säugthiere und Vögel haben ein Herz mit die Br einer vierfachen Höhlung,-wovon zwey zur Auf- ln nahme beträchtlicher Venen, und die beyden übri- Ale gen zum Ursprunge grolser Arterien dienen. Das= h Herz der Amphibien und Fische hingegen hat nur Se Eine Vorkammer mit einer einzigen Vene, und Er. she nen Ventrikel mit einer einzigen Arterie, Dich e. 1} den I Die compakten, in mehrere Lappen abgetheil- Di ten und mit einem sehr zusammengesetzten Larynx| Ka versehenen Lungen der Säugthiere und Vögel ver-' ie co wandeln sich bey den Amphibien in ungetheilte,| In lockere und mit einer einfachen Stimmritze verse- derley hene Luftbehälter, und bey den Fischen in frey lie- Be gende, gefaltene Häute ohne Bronchien, Die I Ohl in Ihrer ander abwel. Geringer jy Säugthieren, T verschwin, schen,—| ’ahres(nn, Thieren ni} : Spur, ol und das Pan. hen in blinde ein Herz ni ‚ey zur Au beyden übt dienen, Di egen hat nıt ene, und El & en abgethel tzten Lay { Vögel# ungetheilt ritze verst in freylie Die u ‘ , nn Rn rm au 457 Die männlichen Zeugungsorgane, die bey den Säugthieren so deutlich in die Augen fallen, wer- den von den Vögeln zu den Fischen herab immer verborgener. Die männliche Ruthe ist am zusam- mengesetztesten bey den Säugthieren, einfacher bey den Vögeln und Amphibien."Die Fische haben meist statt ihrer eine blofse Spalte. Die Saamenbläschen verliehren sich schon bey den Säugthieren aus der Familie der Hunde. Die Vögel und vierfülsigen Amphibien haben nur noch eine geringe Spur der- selben. Bey den Schlangen und Fischen sind sie gar nicht mehr vorhanden. Von den weiblichen Geschlechtsorganen sind die Brüste ein ausschlielsliches Eigenthum der Säug- thiere. Die äussern weiblichen Zeugungstheile, die Mutterscheide, der After und die Harnröhre, wel- che bey jenen eben so viele verschiedene Theile aus- machen, vereinigen sich bey den Vögeln und Am- phibien zu einem einzigen Organe, der cloaca. Doch findet man bey diesen noch einen Uterus, und den Muttertrompeten ähnliche Organe. Bey den meisten Fischen aber verschwinden auch diese Thei- le, und die Eyerstöcke gehen hier unmittelbar in die cloaca über. Ja, nicht selten vereinigen sich hier, wie bey den Mollusken und Würmern, bey- derley Geschlechtstheile in Einem Individuum, und es entstehen wahre Hermaphroditen, die auf der Fiz5 einen ) 458— einen Seite Milch, auf der andern Rogen ha- ben(b), ' Durch alle Formen der thierischen Organisation wird also der Satz bewiesen, dals jede niedere Classe der höhern an der Zahl der ungleichartigen Organe nachsteht. Indels gilt. derselbe, wie gesagt, nur von den ungleichartigen Theilen. In der Menge der homogenen Organe werden die hö- hern Thierclassen von manchen der niedern und von vielen Thierpflanzen weit übertroffen. Anders ist es bey den Vegetabilien. Hier steigt von dem Minimum an bis zum Maximum mit der Anzahl der heterogenen Organe ‚zugleich die der homoge- nen. Die Schwämme, Conferven und Tange ha- ben keine Blätter, keinen Kelch, keine Blumen. krone, keine Staubfäden und Grifel, ja meist nicht einmal Wurzeln und Zweige. Bey den Moosen und Farrukräutern erscheinen Blätter, aber entweder nur Eleine und schmale, wenn sie zahlreich sind, wie bey den Laubmoosen, oder wenig zahlreiche, wenn sie gröfser und breiter sind, wie bey mehrern Farrnkräutern. Dabey fehlen auch ihnen wahre Blumen. Diese erscheinen erst bey den Monocoty- ledonen, aber auch hier nur erst mit einem blolsen Kelch ohne Blumenkrone, mit wenigen Staubfäden Se und (b) Harzer in Commentar. soc. Reg. sc. Gotting. T.L p: 21. PaArras Reise durch verschiedene Provinzen des Russischen Reichs, Th. 2. 5.341. 4 und( tem, zen fi Gestt cher, nicht tigen kl de nien, gleich doner krone blätte gröls Pflanı beträcl Ranır Scabi Die schlie und( vera { tion in den\l findet. eine| Eeinze Rosen ha Organisatim ledere(lasse rden die hi niedern uud fen, Anden eiot von dem t der Anzahl der homogs d Tanee Ir ‘ y1 ine Blunt. a meist nit Moosen un er entwedkt ‚hlreich sind io zahlreiche, bey mehren ihnen wait en Monotif inem blı# und Gorting. Tb ne Prominiel und Griffeln, und häufig mit getrennten Geschlech- tern. Hier zeigt sich auch das, den Pflanzenthie- ren fehlende Saamenblatt, doch nur erst in einfacher Gestalt. Die übrigen Blätter werden hier zahlrei- cher, als bey den Phytozoen. Aber wie grofs bleibt nicht doch noch der Unterschied zwischen dem dürf- tigen Schatten der Pälmen und dem heiligen Dun- kel der Linden, Magnolien, Platanen und Adanso- nien. Die meisten sowohl gleichartigen, als un- gleichartigen Organe finden sich bey den Dicoiyle- donen, und vorzüglich bey denen, deren Blumen- krone vielblättrig ist. Diese haben zwey Saamen- blätter, und ihre übrigen Blätter sind nicht nur in grölserer, Menge vorhanden, als bey allen andern Pflanzen, sondern oft findet selbst unter diesen eine beträchtliche Verschiedenheit stati, wie der Wasser- Ranunkel(Ranunculus aquaticus), die Tauben- Scabiose(Scabiosa columbaria) u. s. w. beweisen. Die zahlreichen Kelch- und Blumenblätter um- schliessen eine unbestimmte Menge von Staubfäden und Griffeln, und diese sind immer in Einer Blume vereinigt. Alles bestätigt also den Satz, dafs eine Grada- tion in der Menge der ungleichartigen Organe unter den thierischen und vegetabilischen Formen statt findet. Parallel mit dieser Gradation geht nun auch eine Stufenfolge in der Grülse und Menge gewisser einzelner Theile, Wir 460 Game Wir finden nehmlich erstens, dafs die Grö- [se des Gehirns gegen die Dicke.der Ner- ven desto mehr abnimmt, und die Gröfse der Nervenknoten desto mehr wächst, je J weiter wir von dem Menschen zu den Würmern herabsteigen, ae Der erste Theil dieses Satzes wurde zuerst von Hartern(c), BartHez(d) und Sömmerıng(e) aufgestellt, und nachher sowohl von dem letztern in spätern Schriften(f), als von Monro(g), Eser(h), Camper(i), Vıcg-D’Azyr(k), Bru- MENBACH(l) und von Humsoror(m) bestätigt. Dals aber auch mit der Abnahme des Gehirns die Gröfse (c) Elem. Physiolog. T.IV. L.X. 5.3.$.2. p-81- (d) Nouveaux elemens de la science de l’homme. p. 100, (e) De basi encephali.. (£) Von‘der körperlichen Verschiedenheit des Negers vom Europäer.$. 21, 58 H. Tabula baseos encephali. p- 5 sq- (g) Bemerkungen über die Verrichtungen des Nervensy- stems. 9. 19.| (h) Observ. neyrolog. ex anatomia comp. p. 10. (Gi) Schriften der naturforschenden Gesellsch. in Berlin, B.2, (k) Traite d’Anat. et Physiol. p. ı2. (1) De gen. human. varietate nativa. Ed.3.$. 16. (m) Versuche über die gereizte Muskel- und Nerven- faser. Th. ı. 8.277. \ ee N — A461 Air Gi. Gröfse der Nervenknoten wächst, beweisen vorzüig- lich die Mollusken, Insekten und Würmer. N der Ner le Grülse vächst, je Bey dem Dintenfische entspringen aus jeder n zu da Hirnhälfte zwey dicke Hauptnerven, welche vor ih- rer Vertheilung zu Knoten anschwellen, die dem Gehirne wenig an Grölse nachgeben(n). M ae Bey der. Weinbergschnecke geht aus jeder Hälfte a“ des Gehirns ein dicker Nerve hervor, welcher sich dem un mit dem gleichnamigen der andern Seite zu einem Momo(£) vereinigt, das fast eben so grofs als das R(k), Dir Gehirn ist, und sich von diesem nur in seinem we- m) batlpl niger symmetrischen Baue unterscheidet(0). Gehirns di Gröh Auf ähnliche Art verhält es sich bey der Aply- sia(P). „pBt Bey den Crustaceen und Insekten ist die Grölse omme, PM und Anzahl der Ganglien so beträchtlich, dafs sie bey weitem den grölsten Theil des Nervensystems eit des Negen ausmachen(g). seos entephal: 2 Aus dem Gehirne der Krebsschnecke(cancer Jes Namai Bernhardus) entspringen nur vier Nerven, wovon es Neven!. x die vordern zu den Augen gehen, und die hintern, ie nach- ch, in Bei(n) Swammerpamm’s Bibel der Nat. Tab. 52. f.2. ScAr- PA disqu, anat. Tab. IV.£.7.10. 11. (0) SwAammenpamm’a. a. O. Tab. VI.£. 1. $. 16,(p) BouAnscH marin. Tab. II.£.1.3.4. Cuvısa Tableau und Nee” element. Tab. VII. (q) ScARPA anatom, annotat. L. I. G, 3.(2% 46% nachdem sie einen Ring zur Durchlassung des Schlundes gebildet haben, sich zu einem Knoten vereinigen, welcher sowohl an der Gröfse, als Men- ge der aus ihm entstehenden Nerven das Gehirn übertrifft(r). Hiermit kömmt auch der Bau des Nervensy- stems bey der Musca Chamaeleon überein(s). Die Ephemera hat fast gar kein Gehirn mehr, sondern die dicken Gesichtsnerven gehen hier, ab- wechselnd getrennt und wieder vereinigt, vom Ko- pfe bis zum Schwanze fort, und bilden bey diesen Vereinigungen eilf Knoten, aus welchen siebenzehn Nervenpaare entspringen(t). Vergleicht man endlich noch SwammERDAMM’S Tafeln und Beschreibungen des Nervensystems der Biene(u),, des Nashornkäfers(v), der Seiden- raupe(w), und Lvonner’s Abbildungen des Ner- vensystems der Weidenr aupe(x), so wird man auch hier Bestätigungen unsers Satzes finden. Unter den Würmern hat der Blutigel blos eine Art von Rückenmark, das sich vom Kopfe bis zum Schwan- (r) SWAMMERDAMM a. a. O. Tab.XT. (s) SWAMMERDAMM a. a. O. Tab, XLL.£. 7. (t) SWAMMERDAMM. Tab. XIV.£ı. Tab. XV,£6, (3). Tab. XXIE E66: (v), Tab. AXVII-L. 1. 2, (w) Tab. XXVII. fi 3. (x) Traite de la chenille du saule, Tab, IK, genv sen y des Rö {nit trifft Ansc stehe ( dlassı aufkal den V WER Gehi den| sechs 50 ge Hilft der} Ansel den V a nz Serien u FETT EEE EEE EEE TEE ee engen errene Tamenr Be ET, — 463 lassıne dag Schwanze erstreckt, und mit 23 Ganglien versehen nem Knote, ist, wovon das erste und letzte die grölsten sind(y). se, als Men das Gehin Bey der Aphrodite aculeata(z) und dem Re- genwurme(a) findet man nur noch schwache Spu- bone. ren von Ganglien. Ein langer, von dem einen Ende ij des Körpers bis zum andern fortgehender Faden ver- Bi tritt die Stelle des KRückenmarks, und an diesem sehirn mehr, trifft man da, wo die Ringe hervorstehen,, geringe hen hier, a Anschwellungen an, aus denen die Nerven ent- igt, vom Ko stehen. en. Der diesen Pen Ohngeachtet übrigens die vier niedern Thier- a classen den zweyten Theil unsers obigen Satzes am auffallendsten bestätigen, so fehlt es doch auch bey ANMERDANI den Vögeln, Amphibien und Fischen nicht an Be- nsystems dk weisen desselben. Bey keinem dieser Thiere ist das der Seiden Gehirn eine so zusammenhängende Masse, wie bey zen des Ner den Säugthieren. Es besteht bey jenen aus fünf, yird man auch sechs und mehrern Theilen, die bey weitem nicht 1. so genau unter jeinander verbunden sind, als die" 3 Hälften des grolsen Gehirns, des Cerebellum und igel blos ein:-. a' der Hirnknoten bey den letztern, und hat fast das ‚opfe biszun | Ansehn eines Aggregats von grolsen Ganglien. Be Schr Bere 5 Y den Vögeln und Amphibien ist auch der Hirnknoten o In „ XVrhh(y) MaAnoızı in Reır’s Archiv£..d. Physiol, B.2, Hz. Taf. 3. Fig. ı. (z) PArzAs mise. zool. Tab. VII. f. 13, (a) MaAnsırı a. a.©. Taf. 3. Fig.% X N\ | j 1, 8 MR un anime nn un ae a 464| rom in Vergleichung mit dem übrigen Gehirne weit gröfser, als bey den Säugthieren; und bey verschie- denen Fischen, z. B. der Raia clavata(b), schwillt der Geruchsnerve vor seiner Ausbreitung in der Nase zu einem Ganglion an, das den mittlern Halb- kugeln des Gehirns an Grölse wenig nachgiebt. Wir können ferner annehmen, dafs die Menge des im Gehirne circulirenden Bluts, verglichen mit der, welche den übrigen Organen zugeführt wird, bey den Säugthieren und Vögeln grölser ist, als bey den niedern Thierclassen. Man mag die im menschlichen Gehirne enthal- tene Quantität von Blut mit Marrıckı auf den drit- ten, oder mit HALLern auf den sechsten Theil der ganzen Blutmasse schätzen(c), so lehrt doch eine Vergleichung des Ursprungs und der Grölse der Ca- rotiden mit denen der übrigen Arterien, dals jene Quantität auf jeden Fall grölser ist, als die Blut- menge eines jeden andern Eingeweides. Die, von SÖMMERING(d) diesem Satze entgegengesetzte Nie. renarterie, welche in Rücksicht der Niere gröfser ist, als die vier Hirnarterien in Rücksicht des Um- fangs (b) ScArrA anat. disqu. T.1. fi. (ec) Haızer El. Phys. T.IV. L.X. 5.5.$.20. (d)-Lehre vom Hirne und vom den Nerven, 2te Aufl. S. 35. Gehirne weit bey verschie } y a(b), schwilt feitung in der \ mittlern Hal} Ä nachpih: en, dal irculirenden welche den t wird, bey ] gro rist, assel, Gehirne enthal- ar auf den Anit- hsten Theil der \ehrt doch eine eides. Dit, er Niert ü ücksich„ln kun af A Nervei X fangs und der Masse des Gehirns, stöfst denselben nicht um, da das Blut der Nierenarterien nicht blos für die Nieren, sondern auch für den Urin bestimmt ist, hier aber nur von demjenigen die Rede seyn den° Nieren selbst zugeführt kann, welches wird, Ganz anders verhält es sich bey den niedern Thierclassen, z. B. den Fröschen. Die Aorta theilt sich hier, gleich nach ihrem Ursprunge aus dem, Herzen in zwey Aeste, wovon der eine zur rechten, der andere zur linken Seite der Brust geht. Aus jedem dieser Aeste entspringen wieder drey Haupt ‚zweige. Das unterste und kleinste Paar derselben geht theils zu den Lungen, theils zum Munde, Das oberste vertheilt sich ebenfalls in den Muskeln_ des Mundes, undin denjenigen, die zum Athem- hohlen dienen. Das mittlere und grölste geht in einem Bogen abwärts zur Gegend der Hüften, und vereinigt sich hier zu einem einzigen Stamme, wel- cher die Bauch- und Gekrösearterie, die Schlag- adern der Zeugungstheile und Nieren, und die Ar- Vor dieser terien der hintern Gliedmaalsen abgiebt. Vereinigung zu einem gemeinschaftlichen Stamme entstehen aber aus jenem mittlern Paare erst nach oben die Arterien der vordern Extremitäten, unten mehrere Vertebralarterien, und in der Mitte diejeni- gen, welche zum Gehirne gehen. Schon diese Ent- stehungsart der letztern beweiset, dals die zum Ge- 1. Bad. Gg hirne 466— hirne der Frösche gehende Blutmenge der, weiche zum menschlichen Gehirne geht, bey weitem nicht gleich kömmt. Darf man sich auf SVANMERDAMM’S Zeichnung(d) verlassen, so sind aber auch die Ca- rotiden der Frösche nicht einmal dicker, als die Ver- tebralarterien. Da nun jene nur ein einziges, diese hingegen mehrere Paare ausmachen, so flielst bey den Fröschen nicht einmal so ‚viel Blut zum Ge- hirne, als zum Rückenmarke. Aber nicht nur im Gehirne, sondern auch im ganzen Rörper eines Thiers fin- den wir desto weniger Blut, je mehr sich dasselbe in seinem Baue von dem Men- schen entfernt, und den IJusekten und Würmern nähert, Ich kann mich wegen dieses Satzes auf meine eigene Beobachtungen berufen. Immer habe ich bey Zergliederungen lebender Thiere von Säugthie- ren mehr Blut, als von Vögeln, und von diesen mehr, als von Fischen und Amphibien erhalten, Eben diese Beobachtung wird auch jeder gemacht haben, der sich mit anatomischen Untersuchungen lebender Thiere von verschiedenen Classen beschäf. tigt hat. In einer Viper, welche 305 Drachme wog, fand’ man nur 80 Gran Blut, also den 27ten Theil ihrer ganzen Masse, und noch weniger erhielt Men- GHINE (d) Bibel der Natur, Tab: XLIX,£. 5. GHIN dert mei won fill halte den/ gend Blutı ger\ Dem Quar classe Ihres. uhr thien und] nach NET'S Geh, welche Weiten Nicht ADDMERD Ann'y T auch die(4. t, als die Ver, nZies, diey SO Äiest bey Blut zn 6. Thies fin e mehrsich n dem Mer. sekten un zes auf meins er habe ch von Si ah nd von diesen ‚bien er, n Spten el foy hielt MEN "erh Gain . 0 ie armen 467 cuını aus Aalen, nehmlich nur eine Unze von hun» dert Individuen(e). Bey den Mollusken und Wür- mern ist es; wegen der grolsen Menge Schleinnes, womit der Körper dieser T'hiere bedeckt und ange- füllt ist, unmöglich, das Blut. unvermischt zu er- halten; und die Menge desselben zu schätzen. Bey den Insekten aber erheilet die Richtigkeit des obi- gen Satzes schon daraus ‚ weil bey ihnen die ganz Blutmasse blos in einem einzigen Canale von mälsı: ger Weite und Länge eingeschlossen ist; Dieser Satz führt uns auf eine andere wichtige Bemerkung: In eben dem Verhältnisse, wie die Quantität des Bluts bey den verschiedenen Thier- classen abnimmt, vermindert sich auch die Grölse ihres Herzens in Vergleichung tmit der Grölse\hres übrigen Körpers. Ein grofses Herz haben die Säug* thicre und Vögel, ein sehr kleines die Amphibien und Fische, besonders die letztern, bey welchen es nach Rosınson’s(f), Hauuer’s(g) und Brousso- NET’S(h) Untersuchungen acht bis neunmal kleiner ist, (e) Harzer EL Phys. IM. L.V. 8.2.6.3. p.6. Brovs- soner, Mem. de l’Acad, des sc: A Paris. 1785. p: 187- (f) On the food and discharges of human bodies. p. 107. Idem on the animal oeconomy. T.I. p: 408. (8) L..& T. I. L’IV;'$5. 4.5 28. (h) A. 2.0, 8.177. Nach Broussoner’s Untersuchun« gen steht auch, bey übrigens gleichen Umständen, Gg2 die 468 mann ist, als bey Vögeln von einem gleichen Volumen. Noch kleiner'ist es bey den Mollusken und Crusta- ceen. Es verschwindet ganz bey den Würmern, Wir haben aber oben gesehen, dafs bey den niedern Thierclassen die Grölse des Gehirns in Vergleichung mit der Menge der ungleichartigen Organe und mit ‘der Dicke der Nerven und Ganglien geringer ist, als bey den höhern, Folglich steht die Grö- fse.des Herzens und mit ihr die Menge des Bluts in geradem Verhältnisse mit der Anzahl der heterogenen Organe und mit der Gröfse des Gehirns, aber in um- gekehrtem mit der Dicke der Nerven und Ganglien. An der zunehmenden Dicke der Nerven und deren Knoten haben wir schon einen Beweis, dafs es auch Gradationen giebt, die in entgegengesetzter Richtung fowgehen. ‚Auf ähnliche Beweise stölst man aber auch allenthalben im ganzen Thierreiche, Doch erstrecken sich alle übrige bekannte Gradatio- nen, welche der in der Ungleichartigkeit der Theile die Gröfse des Herzens der Fische mit der Gröfse ih» rer Respirationswerkzeuge in geradem Verhältnisse (A. O.8.179). Dieser Satz mag bey den Fischen allgemein seyn, Aber von den Säugthieren gilt er wenigstens nicht, wie die Savia capensis beweist, die, nach ParxAs, kleine Lungen bey einem grolsen Herzen hat. + The sind pie i tion ges] thier schen Aber brocl wel ien, sich Lebe Eine brocl len de sam thier und zB, fenfo ‚liege a mn ee et BEE nn= z,,— 469 ’ ahnen, Theile statt findenden Stufenfolge entgegengesetzt und Crusta sind, höchstens nur auf einige Classen von Thieren, n Wirmern, nie auf das ganze Thierreich. Eine solche Grada- y den nieder tion trifft man in dem Volumen der Leber an. Die- Verglichung ses ist grölser bey den Vögeln, als bey den Säug- "gane und nut thieren, noch grölser bey den Amphibien und Fi- 2 geringer ix,‘ schen, und am gröfsten bey den Mollusken(i). eht die Gri, Aber mit den letztern ist diese Gradation auch unter- die Nenze brochen. Bey den Insekten giebt es zwar. Gefälse, Itnisemit welche die Stelle der Leber wahrscheinlich vertre- Organe und ten; aber wegen des ganz veränderten Baues läfst sich keine Vergleichung zwischen‘ diesen und der Leber der höhern Thierclassen mehr anstellen, aber inun. Nervenun Eine solche entgegengesetzte, aber ebenfalls unter- brochene Stufenfolge findet auch in mancheu Thei- or Nerven vl len des Gehirns und des Auges statt. Än dem er- Te! stern ist der Trichter bey den Säugthieren gröfser, trepenpeseut als bey dem Menschen, und noch grälser bey den ai nö Vögeln.. Das Auge.ist in gewisser Rücksicht zu- on Thieme sammengesetzter bey den Vögeln, als bey den Säug- annte Gradat- thieren, wegen des den letztern eigenen Fächers, Pa und noch zusammengesetzter bey manchen Fischen, chartigket: der h 6 z.B. der Cobitis anableps. Aber jene erstere Stu-. Thai fenfoige erstreckt sich nicht über die Vögel, und 1ur Geil diese nicht über die Fische hinaus. vi der One dem Tehalmt Noch hey den Fusled ıgrhiere alt et G) Rozınsos on the food and discharges of hum. Le) d. ananais bene bodies. s„eolied y einem gi ı Gg 3 479 Noch giebt es eine dritte, von den beyden vori- gen ganz unabhängige Art von Gradätion. In je- der Familie, jedem'Geschlechte,: ja, je- der Gattung von lebenden Körpern bil- det nehmlich die Natur irgend ein Or gan, oder System von Organen vorzugs- weise aus, indem sie unter den übrigen Organen einige unverändert läflst, ande re vereinfacht; und jene Ausbildung so- wohl, als diese Vereinfachung ist ge wöhnlich blos Wiederhohlung einer und derselben Grundform. So entstehen Verwands» schaften und Gradationen in einzelnen Organen, bey der, grölsten Unähnlichkeit in der übrigen Organi» sation, Wir treffen allenthalben, wohin wir unsern Blick in der lebenden Natur wenden, Bestätigun- gen dieses Gesetzes an. Den Schnabel der Vögel finden wir in dem Schnabelthiere(Ornithorynchus) mit der Form der Meerotter, in der Sepia mit der Struktur der Mollusken, und in mehrern Holothu= rien mit der Organisation der Thierpflanzen verei- S igt. Der cartilaginöse Magen der hühnerartigen Vögel erscheint-auch bey dem Nilcrocodile, bey der Sepia,‘den Aplysia, und sogar auf er untersten Stufe der thierischen Bildung bey den Aphroditen, Den Rindern nähern sich in Ansehung des vielfa- ghen Magens mehrere Nagethiere, das Faulthier, der der der ein Wu eini zei liche ven ein! Ver auk pila Dar sch men Thie da tae m 471 bey) 1. MR der Delphihi, und manche Insekten aus der Familie On, In; S i Inje der Heuschrecken. Das rothe Blut der Thiere, die DRY IE ein inneres artikulirtes Skelett haben, ist auch der en SUR=> en pem bil Wurmfamilie der Naiden, und ein inneres, sogar dein Or einigermaalsen gegliedertes Gerippe den Thierpflan- Mn Vorzugs zen aus der Ordnung der Asterien eigen. Die männ- En Lingen lichen und weiblichen Zeugungstheile sind bald ge- älst, ande trennt, bald in Einem Individuum vereinigt, bald bildung so einfacher, bald zusammengesetzter, ohne dals diese Ing ütge A Verschiedenheit mit der übrigen Organisation in 2 eintrund auffallender Verbindung steht.° Unter, den Thier- hen Vanınd pflanzen giebt es Körper, die sich blos durch einen | Organ, ey| Darmcanal von manchen, Pflanzenthieren.unter- rigen Organ scheiden, und unter den letztern giebt es Organis- ‚ men, denen nichts als der Darmcanal fehlt, um Thierpflanzen zu seyn. Bey den Pflanzen verbin- A wir unsen det die Natur mit den unähnlichsten Blüthen ähn- „ Bestätigor liche Blätter, mit den Blumen der Veronica hede- raefolia und der Glechoma hederacea die Blätter ichorsachus) des Epheu, und mit den Blumen der Spiraea hy- Ganja it det pericifolia die Blätter des Johanniskrauts; ja in ii Hola der Phyllachne und Forstera(k) vereinigt sie die ‚rern Holth unzen vie Struktur der Laubmoose, und in den parasiti- nllanzeil u”' pfl hühnerai schen Gewächsen Hydnora Africana(l), Sarcophy- hüühneratiff . PEN te odile, bt Jer untat®>(k) Forster characteres generum plant. 1.58. SwARTZz 4 Anhrodiet in SchrADER’s Journal für die Botanik. B. ı. 1798. in des viella B.2. 1799. R() Tuunsgers, Abh. der Schwed. Akad. B. 37. J. 1775. 472% " 4 te sanguinea(m),(n) und Balano- l plıora(0) die Organisation, der Pilze mit der der Pilarizen. Nie aber bildet die Natur ein einzelnes Organ, oder. System‘von Organen bey einem lebenden Körper aus, ohne dafs sie ein anderes darunter lei- den lälst, und sie beobachtet diese Regel desto stren- ger, je weniger ungleichartige Theile jener Kör- per besitzt. Dieser letziern Ursache wegen finden sich mehr Belege zu jenem Satze bey den niedern Thierclassen, als bey den höhern. Bey den Cru- stuceen und Insekten ist das System der Bewe- gungsorgane auf Kosten der Ernährungs- und Ab- sonderungsorganc, und bey den Insekten auch das System der Respirationswerkzeuge auf Rosten des Systems der Bluigefäfse ausgebildet. Der Ropf des Polyphemus oculus ist ganz Auge; dafür aber sind keine Fühlhörner bey ihm vorhanden. Die- jenigen Spinnenarten, die mit Fuhlhörnern verse- hen sind, haben nur zwey Augen; hingegen bey denen, welchen die Fühlhörner fehlen, beläuft sich die Zahl der Augen bis auf sechs oder acht. Alle geflügelte Insekten haben nur sechs Beine, die (m) Srarrmans, Abh. der Schwed. Akad. B. 38. J. 1770: $. 301. (n) Lınner amoen. acad. Vol. IV. p.351. (0) Forster 1, c. tab. 50. nl sı ı auch blase, Zn u nn ea nn sammen 473 die ungeflügelten aber eine unbestimnite Anzahl dieser:Gliedmaalsen. Endlich steht bey allen In» sckten: der Darmcanal in Ansehung seiner Länge und Krümmungen in umgekehriem, hingegen in Rücksicht‘ seiner Weite im geradem Verhältniss® zinem end wit der Anzahl der Artikulaätionen. des T'hierg, tes dam li Aber auch bey den höhern Thierclassen fehlt es egel deu. nicht ganz an Beweisen dieses Antagonismus. ‚Bey heile jene fir den Robben und Wallrossen- finden. sich. dicke je wegen Ida Nerven, ausgenommen den Scehenerven, aber sehr bey den un schwache Muskeln, ausgenommen. am Kopfe und Ber dalı an den Füfsen.:.:Das Gehirn. ist klein; aber der Magen, die Leber, die, Lungen und der. Darmca- stem der int nal sind von beträchtlicher Gröfse...Grofs sind hrungs- mil auf Ih auch‘die Nieren; sehr klein aber ist die Harm- anf Rank blase. det. Min Diese Gesetze sind es, d’irch deren Befolgung \uge; GUT die Natur Einheit bey der gröfsten Mannicnlaltig- orhanden, Dt keit, und Achnlichkeit bey der gröfsten Verschie- ‚hlhören 9 denheit unter alle ihre Gestalten bringt. Frägt 1; hinge man jetzt, ob der Inbegriff dieser Formen, wie fehle Braprey(p) und Bonner(g). wollten, eime Stu- sechs ok fenleiter, oder, wie Donartt(r) und Oxıvı(5) nur Si De ;(p) Philosophical account of the works of Nature. Lons don. 1759. ya(g) Traite d’ Insectologie. T. 1. AkudW @ Saggio della storia naturale marina dell’ Adriatico, (s) Zool. Adriat. P, 2. p. 68. Yo Gg5\ 474— behaupteten, ein Netz bildet, so läfst sich auf jede dieser Fragen eine bejahende und eine verneinende Antwort geben, je nachdem man von diesem, oder von jenem Gesichtspunkte ausgeht. Eine Stufen- leiter bilden jene Gestalten, sobald man nur auf einzelne Theile ihrer Organisation Rücksicht nimmt; sie machen ein Netz und nicht eine Stu- fenleiter aus, wenn man ihre gesammte Örganisa- tion in Anschlag bringt. Frägt man weiter, ob die Natur blos Arten, oder auch Geschlechter, Fa- milien und Classen hervorgebracht hat, und setzt dabey voraus, dafs ein Unterschied der Arten, Geschlechter u. s. w, in der gesammten: Organisa- tion statt findet, so antworte ich, dals Arten so wenig, als Geschlechter und Ordnungen Werke der Natur, sondern nur Geschöpfe der Phantasie des Menschen sind. Nimmt man aber jenen Un- terschied nur in einzelnen Theilen an, so glaube ich allerdings, dals es nicht blos Individuen, son- dern auch Arten und Geschlechter in der Natur giebt, Die Natur, sagte LEIBNITZ, bildet ein Gan- zes, dessen Theile in so enger Verbindung ste- hen, dafs es den Sinnen und selbst der Einbil- dungskraft unmöglich ist, ‚den Punkt anzugeben, wo der eine aufhört und der andere‘anfängt, Dieser Ausspruch bleibt wahr and gewils! Aber wenn eben dieser Weltweise jenes Ganze eine ! ein- einf gleicl einzi sende zu d chen schon Aber Einig ve tr treter dals reich wir] ich aufjede 3 i; RE 2er4 einfache Kette nannte(t),-so darf diese Ver- verueinende lesen, oder Eine Stufen, man nur auf gleichung nicht wiederhohlt werden. Nicht eine einzige, sondern Tausende und noch viele Tau- sende von Ketten, die mit unendlicher Kunst zı dem engsten Knoten verschlungen sind, ma- m Rücksich Ei m i chen das Ganze der Natur aus. Viele standen ICHE eine Stu» Zei x= s schon vor diesem Knoten, um. ihn zu lösen. mie Unze. Aber alle thaten nichts weiter, als ihn zerhauen, n weiter, ob Se a Pe Einige bekannten, ihn zerhauen zu haben; ande- chlechter, Pa. i:=; 2- IM re triumphirten über die gelungene Lösung. Wir te treten den erstern bey; aber wir glauben auch, d der Ai, dals jenes Zerhauen in subjektiver Hinsicht zu- ten Opus reichend ist, und nur in dieser Hinsicht werden dals Ann wir in Zukunft davon Gebrauch machen. ungen Werk ter Phante E (id) Tous les ordres des£tres naturels ne forment er jenen lı qu’ une seule chaine, dans laquelle les differentes clas- I, 80 Blau ses, comme autant d’anneaux tiennent sı etroltement lividuen, som les unes aux autres,' qu’il est impossible aux sens in der Natur et a l’imagination meme, de fixer precisement le point, ou quelqu’ une commenge ou fnit, ılder ein ball LOK hindina sit erbluuum" y th. ‚st oe b Ir k ta 2 attı dere ann Zusätze und Verbesserungen. re—— x Zu$.197. Z.g und ı0. Die Wallfische haben allerdings ebenfalls halbzirkel- förmige Canäle. Nur sind diese Organe hier ausserordent- lich dünn, und schwer zu entdecken: Cuvıer's Vorlesun- gen über vergl: Anat, und Physiol, Th.2. S.563; S. 207. Zu dem Artikel Phoca: Denselben Bau, den BLrumenvach bey diesem Thiere in Ansehung der verschiedenen Dicke des vordern, mitt- lern und hintern Theils der Sklerotika fand, traf'Rupor- pur auch bey dem Pferde, dem Rindviehe, dem Hasen und Schweine an. RupoLrurs anatomisch- physiologische Abhandlungen. sg H: S. 208: Nach Z: 4 von unten setze man hinzu: Phoca monachus. Kein eyförmiges Loch im Her- zen. Ein Magen, welcher dem des Schweines ähnlich ist. Yin sehr dichter Glaskörper., La Bırrarnıere Voyage ala recherche de la Peyrouse. T.TI. c.5. S.209. Nasli 2.22 setze man hinzu: Talpa gigantea. Zähne, die einer willkührlichen Bewegung fähig sind. ÄLLAMAND, Hist. nat: Supplement. T. VI: La grande taupe du Gap. p. 257. S.215. Z. 4 von oben. Nach dem Citat. ParrAs nov.| sp. P- 298, setze man hinzu: Hunter in Russeu’s N. G. von Aleppo. B.2. 5.26;: 5. 218. yıer Ma Struktu tiefen 7 sich au zusamn B2S DR Die haben s Könr ner äh Kürper Riemer höhle; und Sa. sen, di öffnen ee 477. a. 8.218. Z.6 von unten. Nach dem Citat: D’AuBen- ron, H. N. T.XM. L’Hippopotame, p.54, setze man hin: zu: Ibid. Supplement. T. VI. p. 73. m$.219. Nach Z.1ı von öben setze man hinzu: ui ? Tapır suillus, Burron Hist, nat, Supplement; EuNI P:6,33: 5.221. Zum Artikel: Camelus. Falls Kakuiikek Nach Hunter’s Untersuchungen hat der Camel nur vier Magen. Aber der zweyte Magen ist von ganz eigener ET ausserötdent: Struktur.‘ Dieser besteht aus zahlreichen, mehrere Zolle ten's Vorlssune tiefen Zellen, die zu oberst ihre Mündungen haben, und sich an diesen, dem Anscheine nach, wie Muskelfasern zusammenziehen können, Russer’s N.G. von Aleppo; B. 2. 8. 42, 43: S.254. Nach 2.3 von unten setze man hinzu: Die Larven der Amphibien aus der Familie der Frösche e, dem Ham EREN haben statt der Lungen änfangs ästige, ausserhalb dem ze Körper liegende, den Respirationsorganen mehrerer Wür- } nier ähnliche Branchien, Späterhin ziehen sich diese in den n hinzu: Körper zurück, und verwandeln sich in blätterartige Fisch- os Loch inäitt Hiemen, Zugleich findet man zu beyden Seiten der Bauch- ines ähnlid höhle an den Stellen, wo bey den ausgebildeten Fröschen“ anıcar Tja\ und Salamandern die Lungen liegen, zwey länglichte Bla- sen, deren, obere Enden sich,vermuthlich in den Magen ” öffnen(Schwimmblasen?) ww| PL N el, Alı v 2 N . Pygzant Russech j\ RR Druck- s,.2 Druckfehler, —— RR— |’ i j, i ‚2.23. Statt ulmiogue l. m. ulmisque. 56. 2.3. St.'ewthalten]. m. enthalte. Te n m = [or j 8.37. 2.9? St. monebo l, m. movebo. | 8.47. 2.24. St. scheiden l.m. schneiden. $.71..2. 12. St. derselben]. m. desselben. | S, 102: 2.28. St, dritte lm: zweyte. S.ı40. Z.22, Nach verglichen werden setze man |‘ hinzu: können. vh S. 141. Anmerk.(g). 2.5. St. Symptomal.m.sympto- ie hi mata.; | 5:202:.2.:6. 8. I pw us] mo Inu us. j) Ebendas. Z.10. S. Macagne].m. Maecaque.| | 8.204. Z.2. von unten. St. Vinerra 1. m. Viverra.! 8.203. 2.9. St. nasna 1. m.:n’asua. Einige ähnliche l Druckfehler, wo nund u, oder o und s verwechselt ll sind, wird der Leser leicht bemerken und verbessern. $. 415. Zu 2. St. nehmen|]. m. nahmen. qut. —— ü Z .* S 4—— 3—— — 6 8 L 9 8 “ dalalrlrtelrlal V LLIAA! Jr LIAAUINIII LILIIIIINAÄ jnnci d Ä 7Ng1Shnnnen-S17nhnnMih'nnAnd-ann-nnanig tuanéndnnntan h 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 1 12 1 — —— Colour& Grey Control Chart Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta Wnhits Grey 1 Gre Grèey 3 Grèey 4 Black