Uaiv.-Gibl. Giessen 5 Deutscher 5 . / N f fee und Zucke o d e r „ 1 die Cultur des Astragalus baeticus(der sogenannten schwedischen Kaffee-Wicke) und wie diese mit Vortheil als Kaffee⸗Surrogat angewendet werden muß. Nebst einer An— fache und sehr wenig kostende Weise Zucker aus Kartoffeln mit vielem Nutzen ziehen kann. Als Erwerbsquelle für Gutsbe⸗ sitzer, Kaufleute, Oekonomen, und bürger⸗ ö Hersfeld, 1828. I m Industrie-Comptoir. weisung, wie man auf eine höchst ein⸗ — Der den Augenblick ergreift, Der ist der rechte Mann! Göthe. Vorbemerkung. Scit vielen Jahren schon wurde in man— chen Gegenden Deutschlands Astragalus die Hoffnung, daß seine Cultur allgemeiner eingefuhrt würde; allein leider war dieses blos Täuschung, und man mochte wohl sagen, daß es die Mode mit sich brachte, Surrogat zu trinken. ö Noch vor wenigen Jahren tranken ihn, mit Kaffee vermischt, eine Menge Men⸗ * gezogen, ja vor einigen Jahren hatte man — 3 — Astragalus zu ziehen, und als Kaffee⸗ — . — K 8 . ———— IV ——— 4 schen, fanden ihn eben so wohlschmeckend als gesund, rühmten ihn in Gesellschaften ꝛc.; aber demungeachtet ist er nicht mehr Mode, nur einige genießen ihn noch, und dieje⸗ nigen, welche vor wenigen Jahren auf das leidenschaftlichste für ihn eingenommen waren, finden jetzt eine Menge Mängel und Fehler; genug, die Modezeit ist vor⸗ uber und nun fehlt es an irgend jemand, der etwas anderes vorschlägt, damit dieses nun wieder mit eben der Leidenschaft auf⸗ genommen werde, um es— wieder fah⸗ ren zu lassen. Zur Ehre meiner deutschen Landsleute will ich glauben, daß nur die wenigen Erfahrungen Ursache sind, warum der fer⸗ nere Anbau nicht fortgesetzt wurde, und v sneckn) daß es nicht Modesucht, sondern Mangel ten r.; an den nöthigen Cultur-Kenntnissen war, Mode, was sie bewog, die Anpflanzung des Astra-— f diee-. galus und die Anwendung desselben als 1 ü Kaffee-Surrogat nicht mehr zu betreiben. unn Es ist wahr, daß manches im Wege ä 0 g Mangel stand, die Kaffee-Wicke mit Vortheil an⸗ l t vor⸗ zuwenden, und daß derjenige, welcher nicht mand, die richtige Kenntniß der vollkommenen dieses Behandlung besitzt, oft Kosten durch das b B Pflanzen ꝛc. der Wicke hat, die bei dem r sis⸗ jetzigen wohlfeilen Kaffeepreise diesen sehr leicht übersteigen können. leute Manche Familie, die patriotisch ge⸗ igen sinnt gern alles dazu beiträgt, und mit er ft eigener Aufopferung das Gute zu beför⸗ 1 dern sucht, würde gewiß auch durch den VI * Anbau der Kaffee-Wicke dazu beigetra⸗ gen haben, den indischen Kaffee, der all⸗ jährlich so außerordentliche Summen aus jedem Lande zieht, wenn gleich auch nicht auf einmal gänzlich, doch zum größten Theile zu verdrängen— hätte sie der Anbau und vorzugsweise das Einsammeln und Entschälen der Wicke nicht davon ab— gehalten; zu diesem kommt noch das Un⸗ angenehme, daß, wenn beim Brennen der Wicke nicht vorsichtig verfahren wird, diese sehr leicht gänzlich verbrannt werden kann, und so einen höchst schlecht schmeckenden Kaffee liefert. Alle diese Unbequemlichkeiten sind aber jetzt durch eine Menge Erfahrungen und desfalls angestellten Versuchen gänzlich aus eigetrgz der all en gs h nicht rößten ie der aul on ab⸗ s Un⸗ gen der, , diese kann, kenden aber n 10 ich u VII dem Wege geräumt: so daß jede biedere, brave deutsche Hausfrau, der zugleich auch das Wohl ihres Vaterlandes am Herzen liegt und welche nicht eine jener so vielen När⸗ rinnen ist, die da glauben, daß blos das, was vom Auslande komme, gut sey, durch gegenwärtiges kleine Werkchen in den Stand gesetzt wird, sich wenigstens vor der Hand drei Viertel ihres Kaffee-Be⸗ darfes selbst zu ziehen; und welchem Ehe— manne würde ein durch die Hände seiner lieben Frau gezogenes und bereitetes va⸗ terländisches Getränk nicht mehr Wohl⸗ geschmack und Vergnügen verursachen, als ein solches, was nicht allein im gering⸗ sten nicht besser schmeckt, sondern auch noch ungleich theurer kömmt, und bei je— 5 —— VIII dem gefühlvollen Menschen eine schreckliche Empfindung erregen muß, wenn er be⸗ denkt, wie so manche von Kummer und Drangsal erzeugte Thränen und blutige Schweißtropfen bis zum Tode gequälter armer Sclaven an diesem Kaffee hängen, von welchen viele kein so schreckliches Los gehabt hätten, wenn die Consumtion nicht so ungeheuer stark, und der größte Theil des seyn wollenden gesitteten Europa's nicht von einem dem Lande nur Schaden und Unglück bringenden Vorurtheile ein⸗ genommen wäre. * Der Astragalus kann in kurzer Zeit, eben so wie der indische Kaffee, zu einem bedeutenden Handelsartikel erhoben wer⸗ den, würde eine Menge jetzt bis zum IX Bettelstabe gebrachte deutsche Bauern vom Elende retten, und alles Geld im Lande lassen. Dieses alles sind Vortheile, die wahrlich nicht zu berechnen sind, und von jedem rechtlichen, sein Vaterland liebenden Deutschen berücksichtige zu werden verdie⸗ nen; freilich würden unsere Kaffee-Spe⸗ kulanten in See- und Handelsstädten nichts dabei gewinnen; allein können diese We⸗ nigen, die doch nur von dem Schmalze Anderer leben, in ein Verhältniß zu der Menge gestellt werden? Auch auf die Gesundheit und den Geist wirkt die Kaffte⸗ Wicke sehr wohlthätig, und eine Menge merkwürdiger Beispiele, deren öffentliche Blätter bereits vielfach erwahnten, liefern unzählige Beweise. X Mögen daher gut gesinnte deutsche m Männer und Frauen, denen es nicht gleich⸗ fe gültig ist, ob ihr Vaterland Noth leidet, an andern minder Gutgesinnten mit einem ed— Due len Beispiele vorangehen, durch Kraft und 10 1 Ausdauer; ein kleines Opfer wird beweisen, 0 daß der feste, gute Wille allein schon hin⸗ 0 länglich ist, alles zu schaffen, und in we⸗ 6 nig Jahren würde man es nur noch selten f finden, daß eine Familie blos indischen 9 106 Kaffee tränke; ja jeder rechtliche Deutsche N b würde es sich noch zur Schande rechnen, 0 l etwas anderes zu genießen, als das, was 0 sein und seines Vaterlandes Fleiß ihm da⸗ von reicht. Eben so verhalt es sich mit dem indi⸗ schen Zucker, zumal da wir diesen durchaus XI u nicht nöthig haben. Europa, und nament⸗ leich lich in diesem unser Deutschland, ist so reich tibet, an zuckerreichen Früchten, Wurzeln ꝛc., aus ed denen sich auf die einfachste und wohlfeilste ind Weise von der Welt Zucker gewinnen läßt: eisen, so daß jeder ausländische Zucker nicht allein 1 hin. höchst unnöthig ist, sondern auch eine Menge 0 1 e. Erwerbsquellen, durch die sich viele Tau—* fin sende unserer Landsleute ernähren könnten, ichn gänzlich verstopft, ohne noch den gewiß nicht ue minder gleichgültigen Umstand zu berücksichti⸗ nn, gen, daß auch durch den Zucker ganz enorme ab Summen dem Vaterlande entzogen werden. da⸗ Mögen unsere Fürsten doch bald ein⸗ sehen lernen, daß Kaffee und Zucker eben⸗ in wohl auch zwei von denjenigen vielköpfigen Ungeheuern sind, von denen unser schon —— 3— XII ohnedem durch die Zeitumstände arm ge⸗ wordenes Vaterland angefressen, und in Gemeinschaft mit vielen andern Uebeln bald verzehrt seyn wird. Mögen gute Beispiele, die mehr leisten, als alle Zwangsmittel (durch die doch gewöhnlich nichts für den Unterthan gewonnen wird), diejenigen, die an einem, allen Verderben bringenden Schlendriane und Vorurtheilen hängen, überzeugen, welche ungeheure Vortheile uns daraus erwachsen, wenn wir unsere Be⸗ durfnisse, die uns früher das Ausland ge— gen schreckliche Summen lieferte, selbst zie⸗ hen und bereiten, und mögen sie Allen die Ueberzeugung bringen, daß wir in un⸗ serm segensreichen Deutschland auch durch— aus keine fremde Hülfe bedürfen, da wir XIII —— ge selbst so viel Kopf besitzen, uns das durch 3 Kunst und Nachdenken zu schaffen, was bad uns die Natur verweigerte. Dieses sey . des Deutschen Stolz. l Die Bereitung des Zuckers aus Kar⸗ den toffeln eignet sich freilich zu einem Fabrik⸗ die geschäfte ungleich besser, als zu einem 1 dan bloßen Privatunternehmen; demungeachtet* eh, kann sich jede Hausfrau, der ihr Haus— f 1 5 halt mehr am Herzen liegt, als Kaffee⸗ 1 Be. ö und Thee-Gesellschaften und deren krebs— g artigen Folgen, ihren Bedarf ohne große ie⸗ Mühe zu einem sehr geringen Preise selbst en bereiten lassen; nur muß sie eine erste, W 5 etwa nicht günstig ausgefallene Probe ch; nicht gleich abschrecken; denn jedes Ge— schäft, und sey es auch noch so unbedeu— XIV tend und einfach, erfordert Uebung und einen gewissen Grad von Erfahrungen, bis man es zu einer Vollkommenheit bringen kann, und nur durch Uebung können Er— fahrungen erlangt werden. Wer daher nach einer Vorschrift han— delt, ohne dabei selbst nachzudenken, Ur⸗ sachen und Umstände zu erwägen nicht be— rücksichtigt, und Vieles, was ihm eben nicht sehr nothwendig scheint, ganz außer Acht läßt, der wird nur ein schlechtes und oftmals dabei auch sehr kostspieliges Pro— dukt erhalten. Die Schuld hieran liegt stets an ihn, wenn er sich es auch gleich selbst nicht zugesteht. Wer demnach nicht erst zu Gunsten der ihm dadurch werdenden Vortheile ein kleines Opfer zu seinem eigenen Besten bringen will, wird immer weit besser thun, eine Sache lieber gar nicht zu beginnen, als durch sein zu frühes und noch nicht reif gewordenes Urtheil Andern zu schaden. Der Zweck dieses kleinen Werkchens ist kein anderer, als langjährige Erfah⸗ rungen dem Publikum mitzutheilen; weder Eigenliebe, Gewinnsucht, noch irgend eine Nebenabsicht ist im Spiele, sondern bloßes Gutmeinen. Es soll mir daher auch die schönste Genugthuung gewähren, wenn ir⸗ gend eine Famile hierdurch ein Mittel er— hält, sich zu ernähren, und mein schon so manches Drangsal erlittenes deutsches Va— terland endlich einsehen lernt, daß nicht die Zeiten es sind, die den Menschen quä⸗ XVI len, sondern daß in dem Menschen selbst die Ursache dazu liegt, daß es nur von ihm abhängt, sie zu ändern oder nicht, und daß zu einer in der Ferne liegenden guten Zeit, ihm die Mittel so nahe liegen, als sie noch nie lagen; nur füge sich der, jetzt zu viel fordernde Mensch in seine Um⸗ stände, arbeite, denke dabei nach, und sey⸗ genügsam; dann wird er in dem so oft ersehnten goldnen Zeitalter leben. Der Verfasser. er selhz lt von er dicht, chenden legen, Erste Abtheilung. Die Cultur des Astragalus. e Der Astragalus(an vielen Orten auch unter dem Namen der schwedischen Kaffee-Wicke besser bekannt) wächst in der Gegend von Longuedoc in Frankreich wild, und war der dort wohnenden ärmern Volksklasse schon seit lange her der Stellvertreter des Kaffee's; end— lich folgten mehrere angesehene Familien den Beispielen ihrer ärmeren Mitbürger, der Zu— fall brachte sie nach Schweden, wo sie mehr geschätzt wurde, und von da aus erhielten wir, so viel es mir bekannt ist, im Jahre 1817 die ersten nach Deutschland. Einigen Unbequemlichkeiten abgerechnet, denen, wie dieses Werkchen genügend zeigen wird, sehr bald abgeholfen werden kann, eig— net sich auch in der That nichts besser, als der Astragalus zum Stellvertreter des indi— schen Kaffee's; er kommt in fast jedem Boden und unter allen nur einigermaßen gemäßigten Klimata's fort, wovon uns der Anbau in Schweden wohl den kräftigsten Beweis liefert: da, nach glaubwürdigen Augenzeugen, selbst in den nördlich gelegenen Gegenden dieses ohnedem schon rauhen Landes die Kaffee- Wicke dennoch mit Vortheil angepflanzt wurde. 1* 4 Ob nun gleich die Wicke größtentheils in allem Erdboden fort kömmt, so gedeihet sie dennoch am schönsten in kalkartigem Erdreiche, unter dem ich solches verstehe, das mit Kalk— erde oder Kalkschiefer vermischt ist; es versteht sich indessen schon von selbst, daß diese Steine nicht etwan in einer über großen Menge vor— handen sind, so daß sie das Bearbeiten des Landes verhinderten. Hat man jedoch dieses Erdreich nicht, so thut auch schon jeder andere Boden ebenwohl, wenn auch nicht mit demselben Vortheile, die Dienste, die Kaffee-Wicke anpflanzen zu können: nur ist sehr nothwendig zu bemerken, daß das Land nie zu fett seyn darf; sie gedeiht zwar auf gut gedüngtem Gartenlande ganz vorzüglich, allein die Ernte wird demungeachtet nur in ganz außerordentlichen Fällen um etwas reich— licher werden, als die auf einem magern Stück Lande. Die Stöcke werden auf Garten- und anderem fett gedüngten Lande 2 auch 3 Fuß 1915 die Aeste, welche dicht über der Wurzel der Pflanze austreiben, werden durch die Frucht zu schwer, und legen sich so jedesmal zur Erde. Hierdurch verliert man oftmals mehr, als die Hälfte der Ernte, und die Wicken, welche man erhält, sind zum größten Theile unschein⸗ bar. Bei nassem Wekter und wenn die Scha⸗ len noch nicht reif sind, faulen ste äußerst 5—— ————j̃ theils bdeihet ss tbr, nit Kalk 5 berset Seine ige bor⸗ ten des o thut „wen Deense, en: fur a8 Land var auf cg, nul in 5 kesch⸗ Slick l Ind 3 Fuß Nurzel Frucht Erde. als die welche scheil e Sch⸗ du 5 leicht; sind die Schalen aber schon reif, so quellen die Wicken in einigen Stunden so sehr auf, daß sie die Schalen aufsprengen und dann von ihrem Hauptfeinde, der grauen Ackerschnecke, aufgezehrt werden. Sollte aber auch im günstigsten Falle die Wicke wieder schnell trocknen, so bekömmt sie dennoch nie ihre dem Kaffee so ähnliche Farbe wieder, sie verliert an Geschmack und wird ganz unschein— bar. Dieses alles ist aber nie der Fall, wenn man sie auf ganz magern Boden zieht; hier wird die Pflanze nur sehr selten über einen Schuh hoch, bringt eben so schöne, wenn auch nicht so viele Wicken, wie an einer Pflanze von zwei und mehreren Fuß hoch; allein man hat auch nie zu fürchten, daß sie ein Raub des Ungeziefers oder der ungünstigen Witte— rung würden. Daher ist es wohl auch ein— leuchtend genug, daß bei der Cultur des Astra— galus entweder gar kein, oder wenn es höchst nothwendig ist, doch nur sehr wenig Dünger angewendet werden muß, was ich durch eigne Erfahrung bestätigen kann. Verwichenes Jahr hatte ich nämlich ein Stück Land, was ich, vermöge seiner allzu schlechten Qualitat, schon zwei Jahre gänzlich unbebaut liegen gelassen hatte, da es mir bei aller angewandten Mühe und Kosten dennoch die letzteren wieder einbrachte. Auf dieses N 6 Stuck Feld, von circa 12 Berliner Metzen Aussaat, ließ ich 3 bis 32 Pfund entschälte Kaffee-Wicken pflanzen; durch das anhaltende trockene Wetter ging indessen kaum 3 auf, und durch Vernachlässigung der Arbeiter ging bei dem Einsammlen, wo ich wegen andern Geschäften nicht selbst zugegen seyn konnte und auch keine erfahrene Person zu erhalten war, ebenwohl ein nicht unbedeutender Theil zu Grunde; so daß ich höchstens nur auf die halbe Ernte rechnen kann. Demungeachtet erhielt noch 87 Pfund schöne vollkommene Wicken ohne Schalen, die ich für 142 Rthlr. an einen Samenhändler in Sachsen verkaufte; wo hingegen ich auf jenem Stück Lande bei günstiger Witterung und der reichsten Ernte von irgend einer andern Frucht nie den böten Theil erzogen haben wurde. Berücksichtigt man nun, daß, wenn die Witterung anfangs nicht so anhaltend trocken gewesen wäre oder man hätte diesen Uebelstand durch Gießen ab— helfen wollen, wenn ferner das Einsamm— len mit Vorsicht und Sachkenntniß geschehen wäre, mindestens doppelt so viele Wicken ge— erntet worden wären. Jedermann wird daher sehr leicht einsehen, welche Vortheile die Cul⸗ tur des Astragalus bringt, wenn auch der Preis derselben durch bedeutende Concurrenz um 3 Thlr. herab sänke: so wurden Landbe⸗ „ ͤ Netze schelt zaltende af er ging andern konnte halten Theil uf die achtet mene Mh. aufte; de bei Ernte n ten schligt fangs oder n ab⸗ amm⸗ hehen n ge⸗ daher e Cul⸗ ch der curregz Land; 7 sitzer dennoch die Kaffee-Wicke mit weit mehr Nutzen ziehen können, als jede andere Frucht; und jeder Gutsbesitzer würde sicher seine Rech— nung dabei reichlich finden, wenn er alljähr— lich ein bestimmtes Stück Land zu diesem Zwecke anwenden ließ; denn bei einer richti— gen Behandlung und günstiger Witterung ge— winnt man nicht selten hundertfältigen Ertrag. Daß man sich zur Aussaat eben so, wie bei jedem andern durch Samen gezogenen Ge— wächse, immer nur schöner vollkommener Kör— ner bedienen muß, bedarf fast gar keiner Er— wähnung. Der Zeitpunkt, wenn die Aussaat geschehen muß, läßt sich nicht mit vollkom⸗ mener Bestimmmtheit auf den Tag angeben, da oftmals die Witterung und der Erdboden, in den sie gelegt werden sollen, bedeutende Hindernisse in den Weg legen. Wollte man die Kaffee-Wicke in nasses Land bringen, so würde sie in sehr kurzer Zeit verfaulen oder von den Schnecken aufgezehrt werden, da dieses Ungeziefer ihr besonders nachstellt und gefährlich ist; daher auch alle Vorsichtsmaßregeln angewendet werden müssen, damit sie ihnen nicht ausgesetzt sind. Eben so wenig darf man die Aussaat bei zu trocke— nem Wetter veranstalten, da die Wicke ohne einen gewissen Grad von Feuchtigkeit durchaus nicht keimt, zumal sie nur sehr flach in die 8 Erde gelegt werden muß; besitzt daher das ftr Erdreich nicht hinlängliche Feuchtigkeit, so bel reichen schon einige Tage hin, die Oberfläche e 758 auszutrocknen und ihm die der Wicke zum f Keimen nöthige Feuchtigkeit gänzlich zu be— die nehmen. So unbedeutend auch dieser Um— 1 stand scheint, so ist er demnach zu berücksich— ih tigen; und im Fall das Wetter zu trocken ist, 0 4 so scheue man die wenigen Kosten, was das E N ein⸗ oder zweimalige Begießen für den Tag. A betragen möchte, ja nicht; denn die Ernte de belohnt hinlänglich die Mühe. Steht es in in 5 der Wahl, sich den Zeitpunkt der Aussaat zu un 5 wählen, so thut man wohl, diese nur dann hal vorzunehmen, wenn der Erdboden feucht ist, a0 ohne oben naß zu seyn; man wähle ferner N einen schönen heitern Tag dazu, damit man 0 a a mit der ganzen Arbeit auf einmal fertig und a 5 0 nicht etwan durch später eintretende üble Wit— 9 terung genöthigt werde, eine einmal begon— zu 13 nene Arbeit vielleicht 14 Tage bis 3 Wochen b F. 1 5 wieder aufzuschieben, was außer denen später 0 41 zur Cultur nöthigen Arbeiten, die alsdann 0 f ebenwohl unterbrochen werden, auch noch das 0 höchst Unangenehme mit sich bringt, daß die Ernte nicht gleich zeitig geschehen kann, und 4 so große nicht zu berechnende Nachtheile und ö 5 Unbequemlichkeiten nach sich zieht. t N Ob nun gleich der Astragalus selbst bei — 2 — 9 I 7 1 1 0 strenger Kälte, wie die des verwichenen Win— ö 1 f ters, sich dennoch unter dem Schnee recht gut 1 fache erhielt, ohne von dem Froste zerstört worden g dum zu seyn, und man demnach die Aussaat, ohne i be die im Frühjahre eintretenden Nachtfröste zu 6 Un⸗ befürchten, schon bald früh machen könnte, ö cih. ohne eben großen Nachtheil zu haben: so habe i st, ich dennoch gefunden, daß, wenn die später das bei der Cultur des Astragalus nothwendigen g Arbeiten mit Vortheil geschehen sollen, die lune beste und zweckmäßige Zeit diejenige ist, wenn es in in der Regel die Aepfelbäume blühen(Mitte„ n und Ende Mai); länger aber damit anzustehen, 190 ann halte ich durchaus nicht für rathsam, da eine is, auch!nur mittelmäßige Hitze schon sehr vielen 1 nern Nachtheil bringen kann; früher aber das Land man gewöhnlich noch zu viele Feuchtigkeiten besitzt, und g was die Wicken sehr zum Faulen geneigt macht. Vit⸗ ö Die Beete, auf welche man den Astragalus jon⸗ zu ziehen bezweckt, dürfen nicht wohl breiter, hen N als 2 Fuß seyn; wollte man sie schmäler iter machen, so würden zwei Reihen nicht hinläng— un N lich Platz haben, und im entgegen gesetzten das Falle bringt es sehr viele Unbequemlichkeiten die mit sich, da ein breites Beet nicht bequem und und ohne denen darauf stehenden Pflanzen i zu schaden gereizt werden kann, das Einern— ten, Behacken ꝛc. ist schwieriger, und außer— 1 0 dem würde man, ohne irgend einen Nutzen 10 zu haben, das Land, was man auf weit bessere Weise benutzen könnte, nur verschwen— den: zwei Schuh sind daher hinlänglich Raum genug, um zwei Reihen darauf zu pflanzen, welche Art und Weise ohne Zweifel die beste und zweckmäßigste ist. Hat man daher eine Menge Land zu die— sem Zwecke durch das Graben und Rechen (Hacken) recht fein auf seiner Oberfläche ver— breiten lassen, so theilt man es in 2 Fuß breite Beete ab, und läßt zu den dazwischen hinlaufenden Pfaden 14 Fuß liegen; hierauf zieht man 3 Zoll von jeder Seite der Beete die Gartenschnur den langen Weg über das Beet, macht in Ermangelung eines Rillen— ziehers mit einem Holze oder, wenn man will, mit der Hand auf jedes Beet zwei Rillen von ungefahr 3 bis höchstens einen Zoll Tiefe, und lege in diese zu 8 und 8 die Kaffee-Wicke 8 bis 10 Zoll weit von einander, und zwar immer in Winkel, nämlich so To=— wodurch die Pflanzen mehr Luft haben, und daher auch besser gedeihen können. Nach beendigtem Einlegen macht man die Rillen gleich wieder zu, und tritt, wenn der Boden nicht zu schwer ist, die Beete mit un— ter den Füßen angebundenen Tret-Bretern etwas ein. Dieses Eintreten darf indessen nie geschehen, wenn der Erdboden sehr feucht oder 11 1 etwan an und für sich selbst schon schwer ist, Mum da er sonst zu dicht wird, und die Keime e hindert durch zu dringen. s Außerdem aber hat 1 10 es sehr wesentliche Vortheile: einmal wird die Wicke dadurch ganz genau von der Erde um— N i geben und das Land hält auch weit besser die g iu bie zum Keimen nöthige Feuchtigkeit an sich, end— 15 lich findet aber die graue Ackerschnecke keine e ber⸗ N Zwischenräume und Schlupfwinkel, in denen e fuß sie sich aufhalten kann, ohne noch eine Menge wochen andere Vortheile zu erwähnen, die diese Vor— bfu kehrung gewährt. e Gel Sollte indessen das Frühjahr, wenn man 1 . das die Kaffee-Wicke legen will, durchaus nur iiler⸗ wenig oder gar keine günstigen Tage haben, wil wo dieses geschehen kann: so kann man sie en don auch nur mit dem Finger einen halben Zoll 6 Af, tief in die Erde drücken, dann mit Erde be— N. Wicke decken und diefe etwas mit der Hand an— 1 zwar drücken: so wird man ebenwohl seinen Zweck, 4 1 75 wenn auch nicht so vollkommen, wie bei dem und früher angegebenen Verfahren, erreichen. Merkt man jedoch, daß die graue Acker— an die schnecke der Kaffee-Wicke zu vielen Schaden an der zufügt, so ist nächst dem Kalke, den man im it un⸗ ungelöschten Zustande ganz fein gepulvert vor Bretent Tages Anbruch auf die Beete streuet, und sen si Asche, die eben so angewendet werden muß, t fg das Ablesen der Schnecken zwar das mühsamste, 12 allein auch das aller sicherste Mittel, diese un— angenehmen Gäste gänzlich zu vertreiben. Zu diesem Behufe sind auch junge Enten, die je— doch nicht zu gut gefüttert werden dürfen, sehr zweckmäßig; nur muß man dafür sorgen, daß es ihnen nicht an Wasser fehlt. Alles Einquellen der Kaffee-Wicke vor dem Legen ist nicht allein ganz nutzlos, son— dern bringt öfters den aller größten Schaden; geschieht das Einquellen nicht mit Vorsicht, so können sie sehr leicht faulen, und kömmt eine eingequellt gewesene Wicke in etwas trock— nes Land, so wird der Keim sehr leicht trocken, so daß die Wicke dadurch verloren geht. Allein auch eben den Schaden leidet sie in zu feuch— tem Erdboden gepflanzt. Hier, wo schon zu viel Nässe vorhanden ist oder doch durch an— haltenden Regen noch hinzu kömmt, geht sie ohne weiteres zu Grunde: so daß Zeit und Kosten nur vergeblich angewandt wurden. Weit besser thut man, wenn man ihr bei trocknem Wetter mit Begießen zur Hülfe kömmt. Dieses Begießen muß aber in den gehörigen Maßen und dazu günstigen Zeit— punkten geschehen; am zweckmäßigsten ist hier— zu der Abend, obgleich von sehr vielen dage— gen geeifert und die Mittagsstunde für besser gehalten wird. Begießt man den Mittag oder auch den Nachmittag, so macht die Sonne, iese un. n. Zu die je⸗ lürsen, sorgen, bor son⸗ aden; tsicht, amt trock⸗ cken, lein uch⸗ 1 Ju 0 an: t si und den. bei ülfe den Zeit⸗ hiet⸗ dage⸗ besser g odet Söune die zu dieser Zeit gewöhnlich am stärksten brennt, die nasse Erde ganz hart und es entsteht auf ihrer Oberfläche eine Borke, die oft, und zumal bei etwas schwerem Lande, die Keime durchaus nicht durch läßt, wodurch die Wicke natürlich verloren ist. Wollte man den Mor— gen zum Begießen nehmen, so würde diese Zeit freilich der Mittagsstunde vorzuziehen seyn; allein es würde nur ein sehr starkes Begießen Dienste leisten, da die später hervor brechende Sonne sehr bald alle Nässe hinweg nimmt. Freilich thut den Pflanzen, wenn die Sonne gegen Mittag sehr heiß brennt, einige Tropfen Wasser sehr viel Gutes; allein bei einem Sa— men, der noch in der Erde liegt und dem das Begießen nur zu seiner Keimkraft helfen soll, muß blos darauf gesehen werden, daß die Erde feucht und so locker bleibt, damit der Keim leicht und ungehindert durchbrechen kann. Bei— des bezweckt man aber nie besser, wenn es nothwendig ist, als wenn man den Abend einige Stunden vor Sonnenuntergang das Begießen verrichtet; hier ist gewöhnlich das Wasser immer etwas wärmer, als am Tage, die Feuchtigkeit kann ungehindert und ohne daß man zu befürchten nöthig hat, sie durch die Sonne zu verlieren, in die Erde dringen, und so dem Kerne die nöthige Hülfe leisten, ohne daß die Erde durch das Begießen hart e 8 405 n* r 14 würde: da bis zum andern Morgen die meh— reste Feuchtigkeit sich von der Oberfläche nach unten gezogen hat. Der Einwurf, daß, so⸗ bald die Tage sehr heiß sind, in der Regel der Thau die Nacht auch um so stärker falle, kann hier wohl von niemand gemacht werden, da dieser nie so stark fällt, daß ein Theil davon bis zu der in der Erde liegenden Wicke drin— gen kann. Hat man alle Vorsicht angewandt, so wie es hier angewiesen wurde, so wird man be— ständig seine Felder voll von schönen aufge— gangenen Kaffee-Wicken haben, und wie es sich von selbst versteht, auch eine reichliche Ernte genießen. Sobald die Kaffee-Wicke aufgegangen ist, hat sie nur äußerst wenige Pflege bis zur Ernte nöthig; hat sie die Größe von ungefähr 3 bis 4 Zoll erreicht, so sorgt man dafür, daß alles Unkraut von den Bee— ten geschafft wird und die Pflanzen nicht et⸗ wan überwächst; denn wollte man dieses stehen lassen, so würde es sehr bald die jungen noch sehr zarten Pflanzen überwachsen und vernich— ten. Hat man daher diese Vorsicht angewen— det, was nie außer Acht gelassen werden muß, so läßt man durch ein Kind oder eine alte, zu andern Arbeiten untaugliche, Frauensperson die Kaffeewicken-Beete nachsehen, und stets da, wo mehr als zwei Pflanzen aufgegangen die ni ache nat daß, lb: Negel der lle, kann rden, da il dabon ke drin⸗ so wie wan be⸗ f aufge⸗ wie es eichliche Wicke wenige e Gtöße so sorgt n Bee; icht et⸗ stehen en noch sernich⸗ gewen⸗ n muß, ne alte, g persen ind fitz, gegan h 15 sind, die übrigen ausraufen; jedoch muß man Sorge bei dieser Arbeit tragen, daß immer nur diejenigen weg geschafft werden, welche die kleinsten und schwächsten sind. Ist auch diese Arbeit verrichtet, so läßt man sie noch 8 bis 14 Tage ruhig stehen; alsdann sorgfältig, ohne den Wurzeln zu schaden, behacken, und ehe sie die Höhe von 6 bis 8 Zoll erreicht haben, unternimmt man nichts weiter mit ihnen; nur dann erst, wenn sie die vorher angegebene Größe von 6 bis 8 Zoll erreicht haben, werden sie, eben so wie man es bei den Erbsen zu thun pflegt, gehäufelt. Dieses Häufeln hat mehrere wesentliche Vortheile. Die Pflanzen können sich nicht so leicht auf die Erde legen, die Nebenzweige, die sie treibt, was oft schon gleich einige Zoll von der Wurzel der Fall ist, liegen, wenn sie sich etwan legen, weit lüftiger und trockener, alle überflüssige Feuchtigkeit läuft in die Vertie— fungen, trocknet hier ein, ohne den Pflanzen Schaden zu thun, und wenn trocknes Wetter eintritt, so besitzt die Erde durch diese Vor— richtung immer hinlängliche Feuchtigkeit. Wollte man das Häufeln unterlassen, so würden sich die mehresten Stöcke, sobald die Wicke angesetzt und schwer wird, legen, wo— durch man nicht allein bei anhaltendem Re— genwetter zu befürchten hat, daß sie faulen, sondern diese Nachlässigkeit oder etwaige Er⸗ sparung einiger wenigen Kosten würde bei der Ernte außerordentlich vielen Nachtheil bringen, da es bei der Arbeit ungemein aufhält, und die Ernte selbst höchst beschwerlich macht, wenn man jede Schote an der Erde weg nehmen muß. Man thut daher unfehlbar sehr wohl, diese, im Verhältnisse zum Schaden, den die Ersparniß bringt, nöthigen Kosten anzuwen— den, da sie reichlich vergütet werden. In diesen wenigen Beobachtungen besteht die ganze Kunst der Astragalus-Cultur, die man, wenn Gelegenheit da ist, armen Kin— dern oder auch alten hülflosen, zu schweren Arbeiten unfähigen, Frauenspersonen übertra— gen kann. Das Einernten war bisher eine Arbeit, die manchen Garten- oder Landinhaber das Erziehen des Astragalus außerordentlich be— schwerlich machte, da dieses gemeiniglich mit sehr viel Umständen verknüpft ist. Jedermann, der sich mit dem Anbaue von Astragalus be⸗ schäftigt hat, wird wissen, daß die Schoten, in denen die Wicke sich befindet, nur sehr un— gleich reifen, und wenn man nicht gehörig Acht geben läßt und stets diejenigen ab macht, welche reif sind, diese von selbst abfallen und bei feuchtem Wetter schon in einigen Tagen auswachsen. Könnte man eine allgemeine Ern dern en gene if, Sto aua nen 0 w. duch und NVtr. einer Nach Vetsu gut v folge 0 was und dulch lertic wohl, dit d Oct . G. dem Gew 17 ige e Ernte veranstalten, so wären freilich alle Hin⸗ e bei d dernisse gehoben: allein dieses kann ohne gro⸗ bungen ßen Verlust durchaus nicht Statt finden; denn al, und gemeiniglich sind die untersten Schoten bereits t, wenn reif, wenn diejenigen, die in der Spitze des f ahmen Stockes sich befinden, noch nicht vollkommen f r wohl, ausgewachsen und noch ganz grün sind. Wollte den die man diese daher mit jenen zugleich einsammlen, zuwen⸗ so würde man sowohl an der Qualität, als auch an der Quantität bedeutend verlieren; 1 besteht und dieses brächte für diejenigen, die den N 6 tur, die Astragalus als Handelsartikel ziehen wollten, l en Kih⸗ einen sehr großen Schaden. Es ist daher ö 1 weren nach allen deshalb unzählig veranstalteten 1 hertra⸗ Versuchen kein besseres Mittel, das Einernten gut und zweckmäßig zu veranstalten, als auf Nbel, folgende, durch Erfahrung bewährte Weise. 9 ier daß Sobald die untersten Schoten reif sind, 1 ih be was man daran erkennt, wenn sie trocken 7 ich mt und etwas bräunlich werden: so läßt man sie 5 9 mann, durch ein Kind, welches diese Arbeit sehr gut lus be⸗ verrichten kann, abpflücken. Man thut sehr 0 chte, wohl, diese Arbeit entweder früh Morgens N ehr ur⸗ oder des Abends vornehmen zu lassen, wo die 0 gabbiig Schoten durch den Thau etwas feucht sind 1 b nach, und nicht so leicht abfallen, als wenn dieses 1 b 7 5 8 8 15 len und Geschäft bei heißen Sommertagen, während 4 n Tenn dem, daß die Sonne alle Feuchtigkeit von den 9 gent Gewächsen gesogen hat, verrichtet werden sollte. 1 10 55 75 2 1* 18 Hier fallen öfters die sehr reifen Schoten bei der leisesten Berührung ab, werden dann nicht sorgfältig wieder aufgelesen und gehen so ver— loren. a ö Die auf diese Weise gesammelten Wicken kann man zu der Aussaat auf das kommende Jahr benutzen, da diese gewöhnlich am voll— kommensten und reifsten sind; was man außer— dem nicht zu einer künftigen Aussaat nöthig hat, hebt man bis zur allgemeinen Ernte auf. Diese wird erst dann veranstaltet, wenn man die früher gereiften Schoten 8 bis 14 Tage lang vorher eingesammelt hat; während dieser Zeit werden gewöhnlich die Stöcke welk, in welchem Zustande man sie sammt und sonders ausziehen lassen kann, wenn sich auch noch ein größerer Theil der daran hängenden Scho— ten grün zeigt. Sobald nun die Stöcke aus⸗ gerauft und in einen Schoppen gebracht wor— den sind, läßt man die Schoten ohne Verzug abpflücken, auf einen luftigen Boden oder Speicher so dünn als möglich schütten und 8 bis 10 Tage liegen; in welcher Zeit man wohl thut, sie täglich mit einem Rechen zu wenden. 752 5 ö Ist jedoch der Astragalus nicht in großer Menge gezogen worden, und besitzt man so vielen Raum, um die ganzen Stöcke irgend wo aufhängen zu können, daß sie die Luft best beit auf Ni 05 Pei S0 i wo zweck Pick bew. Arbe fran. mache det. ins zg Sch Ven Nach wied bello Sub nich 110 ch ma hoken bi ann nicht n so ber: Wicken mende am boll⸗ außer⸗ nithig ite auf. n man 14 Age nd dieser lk, in sonders 9 boch f Scho⸗ ce aus; t wor⸗ Verzug n oder en und it man chen zu i gtoßer man se e irgend die Lu 19 beständig bestreichen kann; so ist jene Ar⸗ beit nicht nöthig, und das Nachreifen kann auf diese Weise ebenfalls recht gut und ohne Mühe mit größerem Vortheile geschehen. Hat man sich nun einer oder der andern Weise bedient, die noch grünen und feuchten Schoten etwas abtrocknen zu lassen, so schrei— tet man zu dem Entschälen. Dieses geschahe gewöhnlich auf nur sehr mühsamen und un— zweckmäßigen Wegen; theils kneifelte man die Wicken einzeln aus, was nur äußerst langsam bewerkstelligt werden konnte, und der geübteste Arbeiter war nicht vermögend, bei dem ange— strengtesten Fleiße 4 Pfund den Tag rein zu machen; theils legte man vor dem Aufmachen der Schoten diese erst 10 bis 12 Stunden in's Wasser und entschälte sie dann, wodurch zwar die Wicke besser und schneller von der Schale getrennt wurde, als durch das erstere Verfahren; allein dieses brachte wieder den Nachtheil mit sich, daß erstlich die Wicken wieder getrocknet werden mußten, und zweitens verloren sie sehr viel von ihrer gummiartigen Substanz, und somit auch an ihrem Ge— wichte; ohne die Beschwerlichkeit der Arbeit und das Unangenehme derselben noch in An⸗ schlag zu bringen. 12 Aller dieser Unbequemlichkeiten überhebt man sich, wenn man so verfährt, wie hier 2* 20 unten angegeben wird; man erspart viele Ko⸗ sten und ein auch nicht sehr fleißiger Arbeiter ist recht gut im Stande, den Tag 100 Pfund rein zu machen, wo man noch außerdem den nicht geringen Vortheil hat, daß die auf solche Weise gereinigten Kaffee-Wicken 20 Jahre, ohne zu verderben, recht gut erhalten werden können. c Um daher diesen Zweck zu erreichen, bringt man sowohl die von der ersten, als auch von der zweiten Ernte gewonnenen und bereits abgetrockneten Schoten auf gewöhnliche Obst⸗ trockenhorten von Weiden oder Stuhlrohr, deren Geflechte nie weiter seyn darf, als eine Schote stark ist, damit sie nicht durchfallen konnen. Diese Horten bringt man in einen Obsttrockenofen und läßt sie da 12 bis 20 Stunden bei gelinder Hitze, damit sie nicht rösten, trocknen. Das Trocknen muß so lange geschehen, bis eine aus dem Ofen heraus ge— nommene Schote sich zwischen den Fingern leicht zerreiben läßt. In Ermangelung eines Obst— trockenofens kann man sich auch eines Back— ofens bedienen, in den die Kaffee-Wicken eingeschoben werden, wenn das früher darin gar gebackene Brod heraus genommen worden ist. Wollte man zu diesem Zwecke den Back⸗ ofen besonders heizen, so würde dieses nicht allein viele Kosten verursachen, sondern auch biele g t Abeite 00 Pfund dem den uuf solche 0 Jutz, werden „ biingt auch von bereits she Obst ahhh, als eine cchfallen in enen bis N sie nicht so lange raus ge⸗ ern leicht les Obst; les Back⸗ e-Wicken het datin en worden den Bal dieses fit ndern u) 21 der geübteste Bäcker oder Privatmann würde dennoch nicht im Stande seyn, eine so gleiche und doch nicht zu starke Hitze des Ofens zu veranstalten, als man zum Trocknen des Astragalus nöthig hat; was aber bei einem Obsttrockenofen nicht zu befürchten ist, da man die Hitze ganz nach Willkühr leiten und weit mehr darin gedörrt werden kann; denn bei einer guten Construction eines Obsttrocken⸗ ofens läßt sich leicht sechsmal mehr mit der Hälfte Brennmaterial trocknen, als in einem Backofen. Sind nun auf eine oder die andere Weise die Kaffee-Wicken so weit getrocknet, als es erforderlich und hier angegeben ist: so wer— den sie nach und nach aus dem Ofen gebracht, in einen großen Mörser gethan und vermittelst einer hölzernen Keule so klein als möglich gestoßen. Wollte man mehr aus dem Ofen bringen, als in einigen Stunden zu verkleinern wäre, so würden sie sehr leicht wieder Feuchtigkeit aus der Luft an sich ziehen und nicht aus den Schalen gehen: so daß alle Kosten abehlsch angewandt seyn würden. Die verkleinerten Schoten bringt man nach dem Stoßen in ein Sieb, worin man ge⸗ wöhnlich Erbsen reinigt, und entfernt die durch das Sieb gefallenen kleinen Schalen 22 durch eine wohl jedermann bekannte Frucht⸗ Reinigungsmühle, oder bei nur kleinern Par⸗ tien durch das Schwenken in einer Multe. Das Stoßen verursacht den Kaffee⸗ Wicken durchaus keinen Nachtheil, und nur höchst sel⸗ ten leidet eine derselben dadurch, wenn anders es mit Vorsicht geschieht. Man thut daher sehr wohl, wenn man stets so viel, als möglich ist, in den Mörser bringt, und wenn dieser auch z voll davon wurde; dieses verhindert, daß die Keule den Boden berühren kann, und man erreicht sei⸗ nen Zweck eben so schnell, wenn nicht noch schneller. Beobachtet man dieses Verfahren und nimmt zu dieser Arbeit einen nicht allzu ungeschickten Arbeiter, so kann man sich auch mit noch mehr Vortheil einer eisernen Pistille bedienen; nur müssen die Kaffee-Wicken als⸗ dann öfters durch das Sieb geschlagen werz den, damit solche, weil sie vermöge ihrer Schwere stets auf den Boden des Mörsers fallen, nicht zu viel leiden. 5 f Der auf diese Weise gereinigte Astragalus leidet schlechterdings nichts an seiner Qualitat, hält sich, wie bereits gesagt, weit länger als der nicht getrocknete, ohne zu verderben, und keimt ebenfalls sehr gut; sa daß man ihn, wie jeden auf andere Weise entschälten, zum fer⸗ nern Aussäen anwenden kann. Denjenigen, enn nan u Miet 5 deen dale den erlicht set nicht noch erfaßten icht alzu dc auch un Mille dicken als; igen wer ige iter Mörsers ungalus Juglitit, inge als chen, und ihn wit du fe denjenigen, 23 die mit dem Austrocknen noch nicht vollkom⸗ men vertraut sind und hierin noch keine prak— tischen Erfahrungen haben, rathe ich aber nicht von den getrockneten Wicken zur Saat zu nehmen; denn öfters könnte es der Fall seyn, daß der Obsttrocken- oder Backofen, je nach⸗ dem was man anwendete, zu heiß gehalten wurde, wodurch die Wicken zum Keimen un— fähig gemacht werden können; in welchem Zustande sie deshalb aber immer noch als Kaffee-Surrogat eben so gut sind, wie an— dere nicht so hart getrocknete, und dieß weiter keinen Unterschied verursacht, als daß man am Gewichte etwas verliert.— Die schwedische Kaffee-„Wicke als Kaffee⸗ Surrogat anzuwenden, erfordert einige praktische Kenntnisse, die sich indessen jede gute Hausfrau bei drei- bis viermaligem Anwenden sehr leicht verschaffen kann. Wollte man sie ganz ohne indischen Kaffee, anwenden, so würde man freilich kein so vollkommen gutes Getränk er— halten, als wenn man oder; desselben dazu verwendet; aber schon hierdurch wird in einer Haushaltung sehr viel erspart, und man er— hält deswegen ein eben so angenehm schmecken— des, als von blos indischem Kaffee bereitetes Getränke, wenn man nach folgender Vorschrift verfährt. Ein Pfund indischer Kaffee wird in eine 24 etwas große Kaffeetrommel oder Brenner ge— than, der wenigstens 5 Pfund fassen muß; diesen brennt man, bis er hellbraun ist, wor—⸗ auf man die Kaffee-Wicken hinzu thut, und beide zusammen so lange brennt, bis sie ka— stanienbraun geworden sind; in welchem Zu— stande alles in eine Büchse von Blech oder Steingut, die gleich darauf gut zugedeckt wer— den muß, gethan wird. Das Zudecken darf nicht wohl versäumt werden, da sonst die fei— nen ätherischen Theilchen des indischen Kaffee's, die das mehreste zum Wohlgeschmacke beitra— gen, entweichen: so aber in dem Kaffeebehäl— ter zurück bleiben müssen, und besser in den mit der indischen Kaffeebohne gebrannten Astra— galus dringen können. Aus dieser Ursache ist es auch ein Haupterforderniß, daß der Kaffee nicht zu stark gebrannt werden darf, damit er durch das Brennen nicht zerstört werde; in welchem Falle man nur ein sehr schlecht schmeckendes Produkt erhalten würde, wenn man auch selbst den besten Kaffee anwenden wollte. Sobald der auf obige Weise ge— brannte Kaffee mit dem Astragalus gemein— schaftlich erkaltet ist, thut man wohl, ihn gleich zu mahlen, und wenn es auch eine große Partie wäre. Das Mahlen und nach— herige Aufbewahren in einer wohl verschlossenen Büchse oder einem Topfe trägt sehr viel zur her 95 en muß; st, wor⸗ ut, und 5 ste fa hem Ju; ch oder kt wer⸗ n darf die fei⸗ Raffess, beitra⸗ bebehal⸗ in ben Astra iche ist Koffer mit er de; in chlecht wenn enden se ge⸗ emein⸗ ihn h eine nach⸗ ossenen viel zut 1 ö 3 Verbesserung des Kaffee's bei. Hier, wo alles auf das innigste mit einander verbunden wird, amalgamirt sich gleichsam Eins mit dem An— dern, und der Astragalus kann um so viel besser die wohlriechenden und wohlschmeckenden Theile, die sich von dem indischen Kaffee tren— nen, einsaugen, als im ungemahlenen Zustande. Das beste Verhältniß, in welchem der in— dische Kaffee zu der schwedischen Kaffee-Wicke angewandt werden muß, ist wie eins zu drei oder eins zu vier; dergestalt, daß man zu einem Pfunde indischen Kaffee immer 3 auch 4 Pfund schwedischen nimmt, wodurch ein sehr angenehm schmeckender Kaffee bereitet werden kann. Will man ein noch weit billigeres Kaffee— Surrogat stellen, das Arbeitsleuten und un- bemittelten Familien gewiß auf die aller voll— kommenste Weise die Stelle des Kaffee's recht sehr gut vertritt, so kann man auch noch ge— trocknete und gebrannte gelbe Rüben oder Runkelrüben dabei anwenden; diese werden früher gemahlen oder gestoßen, und nachdem der indische Kaffee mit dem schwedischen ge— brannt wurde, werden sie in einen Topf oder Büchse geschüttet und mit den schon gemah— lenen Rüben ꝛc. bedeckt. Auf diese Weise kann auch nicht das aller geringste geruchvolle Theilchen entweichen, da sie alle in den auf 26 dem Kaffee liegenden gemahlenen Rüben ꝛe. zuruck bleiben müssen; nur muß das Gefäß, in dem dieses geschehen soll, immer ungleich höher als breiter seyn, damit durchaus nichts von dem Dunste verloren gehen kann. 0 Der auf diese Art zubereitete Kaffee schmeckt sehr gut, und liefert ein der Gesundheit zu— trägliches Produkt, kostet sehr wenig, und kann, da in den gelben Rüben oder Runkeln sehr viel Zuckerstoff enthalten ist, der, wenn das Brennen nicht zu stark geschiehet, immer nur zum Theil zerstört wird, zugleich auch den Kaffee versüßen: so daß man ebenfalls dadurch auch Zucker erspart. Der Kaffee, der mit Astragalus bereitet ist, bietet ohne Zweifel außerordentliche Vor— theile dar, ohne auch alle Ausgaben in An⸗ schlag zu bringen; er wirkt, vermöge seiner innern Bestandtheile, sehr wohlthätig auf den Körper und Geist, macht das Blut dünne und erheitert ungemein. Man mache den Versuch, und trinke einen Tag Kaffee mit Astragalus vermischt, so wie es hier angege— ben wurde, und den andern Tag nehme man blos indischen zu sich: so wird man die auf⸗ fallende Wirkung des, Ersten finden. Eine Ueberzeugung davon wird die besten Beweise ablegen. 2* 25 üben, 0 Gefäß, ungleich 5 nichtz . 1 schmecl eit zu⸗ ö N 1 9 und N 0 Junkeln 3 5 „wenn Zweite Abtheilung. 1 iner 10 ih auc Zucker aus Kartoffel-Stücken. 3 banale 1 sekeitet a z Vor; in An e seinet uf den dünne he den ö te mit 8 0 angege⸗ a e man ie auf⸗ ö Eine Beweise Ulber diesen Gegenstand sind bereits mehrere sehr schätzungswerthe Aufsätze vorhanden; allein sehr oft wird man finden, daß sich dieses Pro— dukt nach den Vorschriften nicht anders be— reiten läßt, als mit Anwendung großer Kosten für Aparate ꝛc.; auch sind sehr oft Geräthe angegeben, die ihrem Zwecke nicht entsprechen und nur sehr kurze Zeit, ohne Reparaturen zu bedürfen, benutzt werden können. Wie höchst unangenehm dieses ist, mögen diejeni— gen beurtheilen, denen dergleichen Fälle schon vorgekommen sind. Hier folgen daher einige Vorschriften, die eben so einfach als wenig kostspielig sind, auch eben keine großen Kennt nisse erfordern, die Arbeit zu leiten; wer nur einigermaßen sich einen richtigen Begriff er— wirbt, dem wird es eine Kleinigkeit seyn, die Fabrikation des Stärkezuckers zu veranstalten. Um Zucker aus den Kartoffeln zu ziehen, kann man jede Gattung von Kartoffeln be— nutzen, sie sey lang, rund, blau oder roth, alles gleich viel. Indessen ist allerdings eine der andern vorzuziehen, da nicht alle eine gleiche Menge Kraftmehl enthalten; welcher Unterschied oftmals einen bedeutenden Verlust 30 an Zucker oder Stärke, je nachdem man be— und reitet, verursacht. ist Von allen Kartoffelspielarten, deren ich ale einige 20 kenne, habe ich gefunden, daß die i runde rauhschalige oder lange glattschalige rothe G Kartoffel die aller beste zur Bereitung auf det Stärke oder Zucker ist, und vor jeder andern siul den Vorzug in mehrfacher Hinsicht verdient: sie Nu vermehren sich oft dreißigfältig und sind außer⸗ Vel ordentlich reich an Kraftmehl. Außer diesen Jede sind die englischen weißen oder blauen(auch eig Schweine- und Vieh-Kartoffeln genannt) zur Ke Bereitung des Zuckers die besten oder doch den diejenigen, wo die mehreste Stärke mit Vor⸗ dil theil daraus bereitet werden kann. Indessen diet kann man, wie schon frühex⸗gesagt, aus allen Por Gattungen Kartoffeln Stärke bereiten, nur N nicht mit gleichem Vortheile; denn wenn gleich f der Unterschied auf 100 Pfund Kartoffeln auch m nur 3 bis 4 Pfund beträgt, die man von bin einer Gattung weniger oder mehr Stärke er⸗ 80 hält, als von der andern: so macht es bei i großen Partien dennoch bedeutend viel aus, Alt und verdient stets berücksichtigt zu werden. 5 Eben so ist es kein gleichgültiger Gegenstand, N welche Jahreszeit man die Kartoffeln auf Stärke bereiten läßt; in den Monaten Okto— N 9 ber, November, allenfalls auch, noch Dezem⸗ ö U. ber, gewinnt man am meisten: im Januar, sch ö* 6 0 — u man bh deren ich „ daß die alige the fung auf er andern dient: sie d außer; er diesen ien(auch unt) zur bet boch it Vor⸗ dessen das allen en, nut n gleich eln auch zan von tärke er⸗ t eb bei siel aus, werden. genstand, feln duf ten Okt 0 Dezin⸗ n Janum 31 — und zumal wenn dieser schon etwas gelinde ist, ist der Ertrag schon weit geringer. Die aller unzweckmäßigste Zeit ist aber der März⸗ und April; in diesen Monaten unterliegt die Grundmischung der Kartoffeln eine Verän— derung, die oftmals bei sehr gelindem Winter schon im Januar eintritt, weil sie in diesem Monate gewöhnlich die Keime treiben. Diese Veränderung nimmt von jener Zeit an mit jedem Monate um ein beträchtliches zu, und zeigt sich dann am stärksten, wenn an den Keimen schon Wurzelfasern entstehen, was an den rothen Kartoffeln indessen nie so bald der Fall ist, als an allen übrigen; daher auch diese noch im Monate Februar mit einigem Vortheile zu Stärke benutzt werden können. Die russischen, auch Nierenkartoffeln genannt, können schon im Monat Juli benutzt werden, wenn anders das Wetter deren Reifen nicht hinderte; die Jakobs-Kartoffeln desgleichen. Kann man indessen es möglich machen, und zur Fabrikation der Stärke sich blos der Mo— nate Oktober und November, höchstens auch noch Dezember und Januar, bedienen: so thut man stets besser. s Ob man die Stärke in kleinen oder Neen Partien macht, ist ganz einerlei, nur mit dem Unterschiede, daß die dazu nöthigen Geräth⸗ schaften zu dem Quantum, welches man zu 32 bereiten beabsichtigt, in einem richtigen Ver— hältnisse stehen; und wenn sie fabrikmäßig bereitet werden soll, stets so viel Menschen angestellt werden müssen, daß weder die Menge derselben bei der Arbeit hindert, noch Mangel an Arbeiter das Geschäft aufhält. Beides ist nachtheilig, zumal da bei der Kartoffelstärke⸗ Fabrikation jede verlorene Stunde ein uner⸗ setzlicher Zeitverlust ist. Man wird daher stets sehr wohl thun, seine Fabrik auf 3 Leute ein⸗ zurichten, mit denen man, auch bei dem ein— fachsten Reibaparate, dennoch täglich 550 Pfund Kartoffeln auf Stärke verarbeiten lassen kann, wenn anders die Arbeit zweckmäßig eingetheilt wird. 5 5 um dieses zu bezwecken, stellt man zwei Mann zum Reiben der Kartoffeln an, die hinlänglich so viel liefern, daß ein dritter, welcher die geriebenen Massen auswäscht, im— mer in den Zwischenräumen, wo sich die Stärke setzt, noch so viel Zeit übrig behält, daß er die auf den andern Tag zum Reiben nöthigen Kartoffeln waschen und dabei auch das Trock⸗ nen der ausgewaschenen Stärke und sonstige Arbeiten, als Holzspalten ꝛc., versehen kann. Lieferten diese Arbeiter aber nicht hinlänglich genug Stärke, so muß man stets in dem eben angeführten Verhältnisse mehr anstellen, damit nicht mit einer Arbeit auf die andere gewartet igen Vun binäßig Nenschen u Menge 9 Mangel Beides ist ffastarke⸗ in uner⸗ aher stets ute ein⸗ den ein; 500 Pfund sen kan, ietheil an duch Wan die in düttte, oäscht, im die Stäͤrke lt, daß er n nöthigen das Trock ind sonstige ehen kann. t hilängith in den cu sstelen; da dere gen 33 werden muß; was nicht allein oftmals sehr nachtheilig ist, sondern auch ein schlechteres Fabrikat durch Versäumnisse gewonnen wer— den kann. Das Waschen der Kartoffeln hat keinen andern Zweck, als dadurch die ihnen an— hängenden unreinen und erdigen Theile zu entfernen; zu welchem Ende man sich ver— schiedener Geräthschaften bedienen kann, von denen allen aber folgendes den Vorzug ver—⸗ dient. In einen Kübel oder einen blos zu diesem Zwecke gemachten viereckigen hölzernen Kasten, der jedoch ganz wasserdicht seyn muß, schüttet man eine hinlängliche Menge Wasser, damit solches, wenn das nachher beschriebene Waschfaß hinein kömmt, nur einige Zoll vom Rande steht. Das Faß, in welches man die zu waschenden Kartoffeln bringt, darf nicht allzu groß seyn, damit ein Mann ohne jede Beihülfe dieses mit Kartoffeln füllen und auch leeren kann; es muß von leichtem Eichenholze seyn, und so viel, als es nur möglich ist, mit einem 1 Zoll starken Bohrer an allen Orten durchbohrt werden: so daß es einem Siebe ähnlich ist. Oder man kann sich auch eines solchen Fasses von bloßen 2 Zoll breiten Latten, die, jede von der andern 1 Zoll ent⸗ fernt, an zwei runde hölzerne Scheiben wie Faßböden genagelt werden, bedienen; jedoch 3 34 ——— thut Eins dieselben Dienste wie das Andere. Durch die Mitte des einen oder des andern dieser Fässer muß eine runde Welle laufen, die an den Punkten, wo sie in dem Faßboden steckt, viereckig, und an beiden Enden so viel länger seyn muß, daß an den daran ange⸗ brachten Kurbeln ein Mann bequem, ohne gehindert zu werden, drehen kann. In der Gegend, wo die Welle auf der mit Wasser gefüllten Kufe oder Kasten aufliegt, kann man solche zu mehrerer Haltbarkeit mit einem breiten eisernen Ringe beschlagen lassen: so wie es auch ein wesentlicher Nutzen ist, den halbrunden Einschnitt in der Kufe, worin die Welle läuft, mit Messing oder Glockengut ausfüttern zu lassen. Beide Metalle laufen sich mit dem Eisen bei weitem nicht so schnell ab, als wenn man beiderseits Eisen anwen— den wollte. Das Faß selbst, so wie auch die Kufe, oder was man zu diesem Behufe in Anwendung setzt, thut man wohl, wenn man es mit eisernen Reifen beschlagen läßt; be⸗ dient man sich eines Behälters von Latten, so sind diese ganz unumgänglich nothwendig. Ferner muß in diesem Fasse eine Thüre an⸗ gebracht werden, die hinlänglich groß genug ist, daß sie weder beim Ein- noch Ausschüt— ten der Kartoffeln hindert, und daher stets eine Größe von 14 Quadrat- Fuß hält. Ist 2 2 ——— 2 —— ———— as Ander. des anden ale laufen, n Faßboden den so piel ran ange⸗ em, ohne In der it Wasser egt, kann mit einem lassen: so ist, den worin die Nlockengut ale laufen t so schnell sen anwer⸗ ie auch die Behufe in wenn man läßt; be⸗ on Latten, othwendig. Tire an gtoß gent 9 Ausschik daher fi b hal 1 35 das Faß von Latten zusammen gemacht, so wendet man zur 2 Thüre 3 bis 4 Latten an; in welchem Falle ein Arbeiter stets mit diesem Geschäfte, ohne aufgehalten zu werden, gut fertig werden kann. Die Größe des Fasses selbst hängt von den Umständen ab; allein sobald das Waschen nur durch einen Mann geschiehet, so sollte dieses nicht wohl größer seyn, als daß es in halb gefülltem Zustande 150 Pfund Kartoffeln faßt, welches Gewicht von einem Manne recht gut gehandhabt wer⸗ den kann. Die Kufe ꝛc., in der das Faß mit den Kartoffeln zum Waschen läuft, muß wenigstens 2 Fuß hoch von der Erde auf einem Bocke stehen, und an einem Ende des Bodens mit einem weiten Abzapfloche versehen seyn, da— mit das Wasser bequem abgezapft werden kann. Dieses Loch muß so angebracht werden, daß der während dem Waschen der Kartoffeln darin steckende Stock an dieser Arbeit nicht hindert. Die in dieses Geräthe gethanen Kartoffeln müssen nun so lange unter beständigem Her— umdrehen in demselben bleiben, bis sie von allen unreinen Theilen gänzlich befreiet sind: da von der Reinlichkeit sehr viel abhängt, ob man ein gutes oder schlechtes Produkt hervor bringt. Wenn daher, was indessen wohl sel— ten der Fall ist, eine aus dem Waschfasse ge⸗ nommene Probe e nicht rein genug 9 s — 8 seyn sollte, nachdem man 30 bis 40 mal das st Faß hat herum laufen lassen: so thut man 74 0 3 wohl, das schmuzige Wasser mit reinem zun 1 vertauschen. 0 Es ist nothwendig, daß, wenn die Kar⸗ 1 toffeln gewaschen sind, solche auf eine mög⸗ 0 lichst bequeme Weise aus dem Waschfasse her— 11 . aus gebracht werden. Zu diesem Ende läßt f 1 man uber dem Fasse an der Decke des Fabrik⸗ c Locals einen Hebel anbringen, an dessen kur— U zem Ende zwei Stricke oder Ketten hangen, 3 an deren Ende zwei Haken angebracht sind, f 7 woran jeder um die Welle des Waschfasses 1 N oder in zu diesem Zwecke angebrachte Ringe 70 f greift, damit, wenn an dem langen Ende des un 1 1 Hebels gezogen, dieses dadurch aus der Kufe 10 . 8 gehoben wird; der Hebel selbst hängt an einem 1 Kloben, daß man das an ihm hängende Faß 5 ö 5 nach Belieben in jede Gegend neben die Kufe d g bringen kann. Neben der zum Waschen ge— 0 N 1 dienten Kufe muß eine zweite stehen, in welche N „ die gereinigten Kartoffeln eingeschüttet werden N und bis zum Gebrauche stehen bleiben können. fe Die auf eben angezeigte Weise gewaschenen b Kartoffeln müssen nun zu einem, so viel als 1 „ moglich, feinen Breie umgewandelt werden,— 1 1 zu welchem Zwecke das Reiben auf einem 1 „ 0 f Reibeisen das dienlichste ist. Wollte man die⸗ n 1 ses freilich auf einem gewöhnlichen Reibeisen, 0 * 8 N 8 8 8 3 8 3 R 2* 25 8 r mal daz ut man nem zu die Kar⸗ le mög⸗ asse her; de laßt Fablik⸗ sen fut⸗ bangen, iht sind, schfises Ange ide des r Kufe einem e, Faß e Kufe en ge⸗ welche verden önnen. schenen ziel als werden, einem nan die⸗ deibeisen 7 37 so wie man dergleichen in den Haushaltungen hat, mit der bloßen Hand ohne jede Beihülfe reiben: so würde man, außerdem daß die Hände beständig Gefahr liefen, verwundet zu werden, mit dieser Arbeit sehr langsam von Statten kommen. Will man daher die Fa— brikation des Stärkezuckers im Großen be— treiben, so bediene man sich eine der nachbe— schriebenen Maschinen, durch welche man sei⸗ nen Zweck weit besser erreicht. Von allen Verkleinerungs-Maschinen sind folgende zwei die besten; erstere für Fabrik, um durch einen einzigen Menschen den Tag 700 und mehrere Pfunde Kartoffeln zu reiben, und letztere zu kleineren Partien von 3 bis 400 Pfund den Tag für Haushaltungen. Man läßt sich eine ungefähr 3 bis 32 Fuß hohe und 5 bis 62 Fuß weite Butte, die oben 2 Fuß enger als unten ist, von gu— tem Eichenholze verfertigen und mit eisernen Reifen beschlagen; dicht am Boden muß eine ungefähr 1 Fuß breite und 12 Fuß hohe, gut schließende Thüre, auf die Art, wie man deren bei großen Stückfässern findet, angebracht seyn, um die geriebenen Kartoffeln bequem aus der Butte zu bringen. In der Mitte des Bodens dieser Butte muß ein starkes Eisen angebracht werden, in dem sich eine Vertiefung befindet (Pfanne genannt), worin sich eine Spindel, 38 welche an der Welle, um die das nachbeschrie— bene Reibeisen herum geht, läuft. Sechs bis acht Fuß, je nachdem es Raum und Gelegen— heit zuläßt, horizontal über dieser Vertiefung im Boden, wird an der Decke oder sonstigen g Vorrichtung eine ähnliche Pfanne angebracht: so daß die Welle, um die das Reibeisen an⸗ gebracht ist, durchaus nicht weichen kann. Die Welle muß kaum 8 bis 10 Zoll Stärke haben, und ist am zweckmäßigsten, sie von Hain- oder Weißbuchenholz verfertigen zu lassen. Oben und unten an der Welle, da wo die 1 Zoll starken und 2 bis 3 Zoll lan— gen Spindeln angebracht werden müssen, muß sie gut mit eisernen oder noch besser mit mes— singern Reifen von ziemlicher Stärke beschla⸗ gen werden, damit sie nicht springen oder aufreißen kann. Ungefähr 4 Fuß tiefer von der Gegend, wo sich am engern Theile die Butte endigt, befestigt man ein Reibeisen fol— gender Gestalt. Man läßt nämlich zwei ziem— lich starke hölzerne Rollen, die so dick seyn konnen, als es die Welle vertragen kann, kreuzweise bei der früher angegebenen Stelle durch diese Welle machen, welche durch, in diese Rolle und an das äußere Ende der Welle, gleich über dem messingern oder eisernen Reife, angebrachte Streben verwahrt werden müssen. Auch thut man wohl, die 4 Zwischenräume Tr.. r hbeschrie ach bi Gelegen- aefung sonstigen sebracht: ssen an kann. Etärke. sie von igen zu lle, da ol lar , muß ait mes beschla⸗ gen oder efer bon eile die sen fol⸗ ei ziem⸗ ick seyn n kann, n Stelle urch, in r Well en Neff, u muüͤssen cenräun 39 — noch zu verbinden und diese Verbindungen ebenfalls durch Streben, die nach den Boden in die Welle greifen, verbinden zu lassen. Es versteht sich von selbst, daß die kreuzweise laufenden Rollen nicht länger seyn dürfen, als die Butte, in die sie kommen, weit ist, und in dieser, ohne anzustoßen, herum laufen können. Wenn an jeder 2 Zoll fehlen, ist schon hinlänglicher Raum genug. Diese Vor— richtung kann man auch von gut verzinntem Eisen machen lassen, welches den Vorzug vor dem Holze verdient, aber auch viel kostspieliger zu stehen kommt. Auf diese Balken wird nun das Reibeisen angebracht. Einige Zoll von der Welle wer— den ungefähr 12 Zoll starke eichene Bohlen aufgenagelt; dann bleibt ein Zwischenraum von 1 bis 12 Fuß, je nachdem man Raum hat, worauf wieder 3 bis 4 Zoll obige Stärke haltende eichene Bohlen angebracht werden: so daß stets ein Zwischenraum von 4 bis 5 Zoll von dem Reibeisen und der Butte bleibt, der dazu dient, die auf der Scheibe verklei— nerten Kartoffeln in die Butte streifen zu kön— nen. Auf dem zwischen den eichenen Bohlen befindlichen Zwischenraume läßt man nun ein recht gut geschlagenes, nicht gewölbtes Reib— eisen nageln, was weder zu weit, noch zu enge seyn darf, damit weder die Arbeit unnütz ———.—————— 40 f aufgehalten werde, noch durch ein zu weit f 90 geschlagenes Eisen an der Stärke verloren 3 gehe. Vier bis fünf Fuß über dieser Scheibe li . muß ein Kammrad angebracht werden, wel— 0 ches durch ein zweites, das in dieses greift fi und an der Welle sich befindet, an deren— 1 äußerstem Ende das von einem Manne ge— 19 dreht werdende Rad befestigt ist, in Bewe— be gung gesetzt wird. 0 1 3 Ist die Maschine groß und erfordert viele U Kräfte, um sie in Gang zu bringen: so kann W man das Rad, woran gedreht wird, nur an fü N seinen äußern Enden mit Blei beschlagen las— 90 1 sen, oder auch eiserne Kugeln vermittelst eiser— 10 7 ner Stifte, die durch diese gehen und mit N. 1 Schrauben gut befestigt sind, an 6 bis 8 gleich 00 1 a weit von einander entfernten Punkten an— a . bringen, was die Kraft des Rades wohl um i 9 ein Doppeltes vermehrt und die Arbeit unge— 9 1 mein erleichtert. 1 9 N ö Ist diese Reibmaschine in der Gegend einer 1 97 Wand anzubringen, so kann man den Rumpf, g 0 . in welchen die Kartoffeln geschüttet werden i müssen, so wie auch die Welle, an der das 9 die Maschine in Bewegung setzende Schwung—.„ rad und Kammrad befindlich ist, an derselben 1 0 befestigen. Außerdem aber muß man eine 1 5 andere Vorrichtung treffen, die von jedem 0 Stellmacher nach der Localität sehr leicht ein— de z wa erloren Scheibe „ wel⸗ greift deren ne ge⸗ Bewe⸗ viele 9 kann fur an en laß⸗ esser⸗ mit gläch i an⸗ um unge⸗ einer mpf, rden das ung⸗ eben eine jedem t ein⸗ 3 gerichtet werden kann, worauf diese ruhen. Der Rumpf, der die Gestalt eines gewöhn— lichen Mühlenrumpfes hat, muß an seinem Ende, mit dem er auf das Reibeisen kömmt, nicht größer seyn, als das Reibeisen breit ist, und darf nicht mehr als 50, höchstens 60 Pfund Kartoffeln fassen. Ist er größer, so verursacht der Druck der Kartoffeln auf das Reibeisen zu vielen Schaden, und die Ma— schine würde nur kurze Zeit halten. Allein weniger als 50 Pfund ist ebenwohl nicht rath— sam, da ein zu gelinder Druck die Arbeit un— gemein aufhielte, und das Reibeisen die Kar— toffeln nicht gehörig angreifen kann. Dieser Rumpf muß nur einige Linien über dem Reib— eisen hängen und so fest an seine Haltpunkte angemacht seyn, daß eine starke Bewegung ihn nicht aus der Richtung oder Lage bringt; denn wäre dieses der Fall, so würde die ganze Maschine sehr bald zerstört seyÿn. Daher ist es auch sehr gut, wenn man unter dem Reib— eisen ungefähr 2 Zoll starke Stäbchen Eisen in der Entfernung von 1 bis 12 Fuß in's Quadrat anbringt, worauf man das Reibeisen vermittelst starkem Drahte von Messig befestigt; welche Vorsicht zugleich auch dazu dient, daß der Druck, welchen die Kartoffeln in dem Rumpfe verursachen, das Reibeisen nicht nie⸗ der drückt und beschädigt. Sr, fer our 8 g 42 Ist diese Maschine so weit fertig, so bringt man die bestimmte Masse Kartoffeln in den Rumpf, füllt die Butte so weit voll Wasser, daß solches immer noch 8 bis 10 Zoll von dem Reibeisen entfernt ist, und setzt sie in Bewegung. Die Ursache, warum das Wasser nicht die Scheibe, aber noch weniger den Rumpf berühren darf, ist sehr einfach und wird durch die geringste Probe als bewährt befunden werden. Die geriebenen Kartoffeln setzen sich zwischen die noch zu reibenden und halten diese fest, damit sie sich nicht drehen können; welches aber der Fall nicht ist, wenn man das Wasser so hoch stellt, daß sie in dem— selben stehen, wodurch der Kartoffelbrei stets abgespült wird und sich die Kartoffeln beständig herum drehen, ohne abgerieben zu werden. Die allenfalls neben dem Reibeisen liegenden geriebenen Kartoffeln schiebt man von Zeit zu Zeit, jedoch stets bevor sie röthlich werden, mit einem Holze ꝛc. in das Wasser. Den Rumpf muß man wo möglich immer voll halten, damit der nöthige Druck gegen das Reibeisen nie fehlt. Sind nun auf diese Weise eine hinläng— liche Menge Kartoffeln gerieben, so macht man die mit Riegeln versehene Thüre an dem Boden auf, und läßt die ganze Masse in eine unter diesem Loche stehende Butte laufen; bei 43 0 bring in 0 welcher Gelegenheit man vermittelst einer klei⸗ Wasset, nen eisernen, oder noch besser hölzernen, Krücke oll von den am Boden der Reibmaschine sich festge— 109 sie in setzten Brei heraus zieht, und dann die Kufe g Wasee wieder verschließt. er den Die zweite ebenfalls sehr zweckmäßige Ma— 0 und schine besteht in einem großen, aber nicht wie ewahtt die gewöhnlichen erhabenen Reibeisen, auf offeln welchen eben so, wie auf den in allen Gegen— ü den üblichen Krauthobeln, ein Kasten in Be— 1 bahn 5 wegung gesetzt wird, der in zwei Falzen läuft. hr Die Größe hängt von der Willeahr ab, doch 1607 sollte das zum Reibeisen bestimmte Blech nicht ö l fit über 12 Fuß breit und 2 Fuß lang seyn; f Jud auch müssen unter demselben eiserne Stäbchen 1 0 weglaufen, woran das Reibeisen, so wie bei g genden der ersten Reibmaschine, mit Draht angezogen 0 15 wird. Der Kasten darf ebenfalls nicht zu hoch seyn, und, wenn das Reibeisen 12 Fuß 10 breit und 2 Fuß lang ist, nicht mehr als 25 f bis 30 Pfund Kartoffeln halten, damit es ö 10 durch einen Mann an einer an ihm ange— 1 brachten Handhabe bequem hin und her ge— 3 zogen werden kann. man Einen Deckel auf den Kasten zu machen, nach ist überflüssig und hat durchaus keinen Zweck, 1 90 da gewöhnlich der Arbeiter sich beider Hände 1 bedienen muß, um einen Kasten, welcher 30 enz Pfund Kartoffeln hält, in Bewegung zu setzen. 1 44 Diese Maschine muß die Länge haben, daß man sie in eine Butte auf zwei an derselben angebrachte Stückchen Bohle setzen kann, die nur einige Zoll von dem Rande der Butte angenagelt werden dürfen, damit die Arbeit nicht durch Bücken beschwerlich fällt. Uebri— gens darf, wenn man mit Vortheil arbeiten lassen will, auch hier das Wasser, welches in der Kufe ist und wo die geriebenen Kartoffeln hinein fallen, die Maschine ebenfalls nicht be— rühren. Man muß daher nie mehr hinein gießen, als man glaubt nöthig zu haben: so daß den ganzen Tag gerieben werden kann, und die— ses demungeachtet durch die hinzu gekommenen Kartoffeln nicht die Höhe der Maschine erreicht. Sind nun auf einem oder dem andern Wege die Kartoffeln gerieben, so wird der Kartoffelbrei mit Wasser hinlänglich vermengt und durch ein feines Haarsieb oder ein solches von recht feinem Messingdrahte, welches letz— tere wegen Haltbarkeit vorzuziehen ist, ge— lassen; während welcher Zeit man die in dem Siebe befindliche Masse durch beständiges Um— rühren mit einem dazu gemachten kleinen Rührscheite, oder in dessen Ermangelung mit einem gewöhnlichen, etwas langstieligen Koch— löffel, so lange mit reinem Flußwasser begießt, bis dieses ganz hell durch das Sieb läuft. Hat man so den ganzen Brei ausgewa— en, dg dersllbe ann, di et Butte ie Arbet Uebri⸗ arbeiten ches in attoffeln licht be⸗ 1 hinein 1 so daß und ie⸗ menen kteicht. andern 1d der mengt solches ö letz⸗ ge⸗ dem 5 Um⸗ leinen g mit Koch⸗ egießt uft. gew 4⁵ schen, wobei man das, was in dem Siebe von Fasern zurück bleibt, zum Futter für Ochsen, Schweine ꝛc. anwenden kann: so läßt man die ausgewaschene Stärke, die sich nun alle in der unter dem Siebe stehenden Butte befindet, ruhig setzen; gießt alsdann das über derselben stehende Wasser ab, wobei zu be— merken ist, daß das Faß, in welchem die, Stärke gewaschen wird, einige Zoll vom Bo— den an der Seite mit Löchern versehen seyn muß, in die man Zapfen stecken kann, um hierdurch das über der Stärke stehende Wasser bequem und in jeder beliebigen Höhe abzapfen zu können; gießt alsdann auf die an den Boden gelagerte noch schmuzige Stärke fri— sches Wasser, rührt diese auf, und wiederholt diese Arbeit so lange, bis das zum Auswa— schen angewandte Wasser ganz hell und far— benlos überfließt. Die so gewonnene Stärke wird dann so viel als möglich von dem über ihr gestandenen Wasser befreit, mit einem starken Messer in möglichst großen Stücken aus der Kufe ge— schnitten und getrocknet. Bevor man das Trocknen veranstaltet, sieht man nach, ob auf der Oberfläche der Stärke nicht noch Unreinlichkeiten sitzen, was gewöhn— lich der Fall ist. Diese geben dem Zucker nicht selten einen unangenehmen bittern Beige— E?26—ßk(6—„k ü . gert tre f — 46 schmack, und müssen, wenn dieser vermindert werden soll, nothwendig hinweg geschafft wer— den. Dieses zu bezwecken, schneidet man vermittelst eines Messers alles Unreine weg, wäscht dieses nochmals aus, und läßt es aber— mals durch das Sieb laufen, wodurch alles zum größten Theile entfernt wird. Die Stärke zu trocknen ist es ein Haupt— erforderniß, daß dieses Geschäft so schnell als möglich geht, um dadurch nicht an andern Arbeiten gehindert zu werden. Wollte man dieses Trocknen blos durch die Luft veranstal— ten, so würde es nicht allein sehr lange auf— halten, sondern auch viele Arbeit verurfachen: da gewöhnlich in der Jahreszeit, welche sich zum Stärkebereiten am besten qualificirt, nasse oder kalte Witterung sehr häufig sich einstellt, und daher oftmals das Trocknen unmöglich machen würde. Es ist daher sehr gut, wenn man sich zu diesem Behufe eines Trockenofens oder auch eines gewöhnlichen Obsttrockenofens bedient, und die nasse Stärke auf, mit grober Leinwand belegte, Horten von Weiden oder Stuhlrohr legt, wo man sie in 24 Stunden bei auch nur gelinder Wärme vollkommen aus— trocknen kann. Will aber Jemand den Stärke— zucker als Fabrikat bereiten, so kann er sich noch weit weniger kostender Vorrichtungen bedienen, wovon später die Rede seyn wird. serminden haft wer det man ine weg, t 65 aber⸗ uch alles Haupt⸗ nell als andern lte man seranstal⸗ nge auf fachen: he sich u nasse einstelt, moglich b, wenn fenofens kenofens t grober en odet Stunden nen aus⸗ Starke: n er sich ichtungen yn wird, 47 — Es verdient indessen berücksichtigt zu wer— den, daß wenn man sich wegen Mangel an Gelegenheit keiner Trockenanstalt bedienen kann, stets darauf gesehen werden muß, daß das Trocknen so schnell, als es möglich ist, ver— anstaltet wird. Einmal fällt der Schmuz leicht auf die Stärke, und kann dann nur durch abermaliges Waschen hinweg geschafft werden; und zweitens wird die zu lange naß bleibende Stärke sehr leicht auf der Oberfläche braun— roth, was dem Zucker ebenfalls nachtheilig ist. Könnte man gleich, nachdem die Stärke fabrizirt ist, diese auf Zucker anwenden: so wäre das Trocknen ganz überflüssig; allein dieses geht nicht wohl an; denn wenn auch nur wenig Zucker bereitet werden soll, wird doch nie so viel Stärke in einem oder zwei Tagen verfertigt, daß es sich der Mühe lohnte, Zucker daraus zu bereiten. Wenn es indessen Jemand durch eine schickliche Gelegenheit dahin bringen kann, so muß stets das in der noch nassen Stärke befindliche Wasser ausgemittelt und bei der Anwendung auf Zucker von dem Gewichte der Stärke abgezogen werden. Um dieses zu erfahren, hat man nur nö— thig, eine kleine Partie vor und nach dem Trocknen zu wiegen: so wird man leicht fin— den, wie viel Wasser sich in der Stärke be— fand. Trocknet man die Stärke, wie ich es 48 erwähnt habe, durch irgend eine Trockenan— stalt: so hält sie sich viele Jahre lang, und man kann mit den nöthigen Geräthschaften und dazu erforderlichen Arbeiten in den vor— erwähnten Monaten, Oktober, November, De— zember und Januar, hillänglich so viel Stärke bereiten, um das ganze Jahr hindurch Zucker daraus fabriciren zu können; wodurch sich eine Familie sehr anständig ernähren kann, da dieses Geschäft auch bei niedrigen Zuckerprei— sen sehr vielen Gewinn abwirft, und dabei doch äußerst wenig Auslagen verursacht. Um die Kartoffelstärke mit Vortheil in Zucker umzuwandeln, bedarf man entweder eines Dampf-Kochapparats oder eines Kessels, welcher erstere entweder blos zu diesem Behufe gemacht worden ist, oder in dessen Ermange⸗ lung man sich auch einer gewöhnlichen Brand—⸗ weinblase bedienen kann, wenn sie dazu ein— gerichtet wird, was später beschrieben werden soll. Ob ich nun gleich aus eigener langjäh— riger Erfahrung gefunden habe, daß die Be— reitung des Stärkezuckers durch Kochen in freiem Feuer mit den später erwähnten Vor— sichtsmaßregeln stets das beste ist: so will ich doch nicht unterlassen, einen um vieles ver— einfachten Dampf-Kochapparat hier anzuge— ben, und überlasse es den Errichtern derglei— chen Anstalten, welcher Art und Weise sie sich, rockengn, ng, und chschaften den bor⸗ ber, De⸗ Stärke Zucker sich eine in, da kerprei⸗ d dabei f. heil in weber iessels, Dehufe mange: Brand⸗ zu ein⸗ werden ngjäh⸗ ie Be⸗ hen in n Vor⸗ will ich es ver⸗ anzuge⸗ dergle⸗ e see sih — 49 bedienen wollen. Der Dampf-⸗Apparat kostet mehr, und erfordert auch mehr Brennmate— rialien und Zeit, als der Kochkessel; dagegen erfordert das Kochen im Kessel auf freiem Feuer sehr viele Aufsicht. Will man zum Kochen mit Dämpfen sich ein besonderes Geräthe machen lassen, was stets das beste und zweckmäßigste ist, so läßt man durch einen Kupferschmied von recht star— kem Kupferbleche einen runden Kessel von der Gestalt einer Destillirblase machen; nur mit dem Unterschiede, daß er eine cylindrische Form erhalten muß, und die Höhe seinen Durch— messer stets zweimal übersteigt. Am Boden kann man eine gut verschlossene Vorrichtung anbringen, um, wenn der Kessel nicht ge⸗ braucht wird, das Wasser abzulassen, auch nöthigenfalls ihn reinigen zu können. Der obere Theil, in dem sich die Oeffnung befin⸗ det, in die das Dampfleitungsrohr gesetzt wird, kann, so wie an jeder gewöhnlichen Brand— weinblase, etwas nach der Oeffnung zu, um einige Zoll steigen, welches den Austritt der— Dämpfe sehr befördert. Die Oeffnung, die sich in der Mitte befindet, muß sehr gut zirkel⸗ rund seyn, und auch bei der größten Vor⸗ richtung die Peripherie von 6 Zoll nie über⸗ steigen, weil bei einem stärkeren Durchmesser zu viel Dämpfe auf einmal austreten würden, 4 7 2— 8 . * + a fee, Fuer gert ereg e e 50 ohne wesentlichen Nutzen leisten zu können.— Um die Oeffnung herum, jedoch nicht weiter als 12 bis 2 Zoll von derselben, müssen von dem Kupferschmiede 2 Zoll starke kupferne oder messingerne Schrauben angebracht wer— den, welche im Innern des Dampfkessels gut verniedet seyn, und ungefähr 2 bis 22 Zoll auf der Außenseite des Kessels heraus stehen müssen. Diese Schrauben sind unumgänglich nothwendig, und können nur dadurch ent— behrlich gemacht werden, wenn man das Dampfleitungsrohr auf dem Dampfkessel fest löthen lassen wollte; wodurch indessen äußerst viele Unbequemlichkeiten entstehen würden, de— ren Bemerkungen für die Leser, und besonders für den aufmerksamern, leicht zu viel Raum fassen möchten. Auf der obern Seite des Dampfkessels, 2 bis 4 Zoll vom äußern Rande desselben, muß eine zweite runde Oeffnung, von ungefähr 12 bis 2 Zoll Durchmesser, an⸗ gebracht werden, die man durch einen hölzernen, mit etwas Werg umwickelten Spund verstopfet, und welche nur dazu dient, um das durch das Kochen verdünstete Wasser in dem Dampf⸗ kessel durch anderes ersetzen zu können; damit man nicht genöthigt wird, durch das Hinweg—⸗ nehmen des Dampfleitungsrohres das Kochen zu unterbrechen, und so Zeit zu verlieren. Auch kann man zu diesem Behufe einen Hahn 51 können.— anbringen, was jedoch die Kosten erhöht, ohne iht weite zu nützen. Das Dampfleitungsrohr, welches 1 müsen von die Dämpfe in das Kochfaß leitet, und da⸗ 6 r fupfene durch die in demselben befindlichen Flüssigkeiten ratt wer in's Kochen bringt, muß nothwendiger Weise fas gu wenigstens so lang, als es in der Flüssigkeit 6 2 30 steht, von sehr reinem Blei seyn, welches weder mit Zinn, noch irgend einem andern 1 aus steh 5 5 5 che Metalle vermischt ist, weil sonst die zum Zer— 1 gänglich duch ent; setzen der Kartoffelstärke nöthige Schwefelsäure 1 10 jene Metalle angreift, auflöst und dadurch 1 117 leicht nachtheilige Folgen herbei führen könnte. f. 125 Es ist daher immer besser, wenn man das 1 1 zum Dampfleitungsrohre nöthige Blei ganz— 1 10100 chemisch rein machen läßt, welches leicht jeder il Nun Apotheker, auch selbst erfahrene Stück- und Sal ds Zinngießer thun können. Der Durchmesser in Rande dieses Dampfleitungsrohres richtet sich stets 0 nach der Oeffnung des Dampfkessels, und fru darf eben so wie diese nie 6 Zoll übersteigen. ee Es besitzt die Form eines an einer Seite lten, offenen halben Zirkels, dessen Enden gerade zuffoßse und etwas verlängert zulaufen. Die Weite u 10 des halben Zirkels muß sich nach der Localität n Dang und der Größe der Gefäße richten, wie weit enz dan diese von einander stehen. Nur verdient be— ö Hinweg rücksichtigt zu werden, daß die Wände dieses das Koch Rohres aus mehr als einer Ursache sehr stark g bella und wenigstens doch 5 Zoll dick seyn müssen, 1 enen H 4* 1 2 gc ert creg⸗ e 52 um sowohl das Biegen, als auch das Sprin— gen zu verhüten. Das eine Ende dieses Dampfleitungsrohres, welches auf dem Kessel sitzt, muß recht genau und gut an einem von starkem Kupferbleche gemachten Hute gelöthet werden, damit durchaus zwischen dem Gelö— theten keine Dämpfe entweichen können. Der andere Theil des kupfernen Hutes muß eben so viel, als möglich ist, genau auf den, einige Zoll hervor stehenden Hals des Dampfkessels passen, und, wo er auf dem Kessel steht, mit einem 2 bis 2” Zoll breiten starken Rande versehen seyn, in dem sich so viele Löcher be— finden, als in dem Dampfkessel neben der Oeffnung Schrauben angebracht worden sind; deren es doch stets 6 bis 8 seyn sollten. Auf diesem kupfernen Rande muß ein wenigstens 1 Zoll starker eiserner Reif mit Löchern genau aufschließen, durch den ebenfalls die Schrauben gehen, die nunmehr, wenn das Rohr befestigt werden soll, mit denen auf sie gehörenden Muttern vermittelst eines Schlüssels so fest wie möglich angezogen werden müssen. Oft— mals aber kann man bei alle dem nicht ver— hindern, daß noch Dämpfe durchdringen, und in diesem Falle thut man wohl, zwischen den Hut und den Dampfkessel einige Streifen an—⸗ gefeuchteter Leinwand zu legen, die durch das Zusammenschrauben fest gepreßt werden, und 58 — 1 alle etwaige Oeffnungen auf das innigste ver— 1 den gest schließen. 5 ö— 1 1 if Das Dampfleitungsrohr muß, wo es in . glich das neben dem Dampfkessel stehende Kochfaß den Gel geht, wenigstens 3 Zoll von dessen Boden 0 100 enden; und um dieses zu bezwecken entweder muß ebe durch eine dazu angebrachte hölzerne Stütze A gehalten werden, oder auf einem zu diesem 9 e Zwecke gemachten, sich auf dem Boden des 15 l Kochfasses befindlichen, hölzernen Kreuze oder ö 1 „he nt Dreifuße stehen. Ersteres halte ich für das 5 0 Rande zweckmäßigste und sicherste Mittel. Man läßt 5 14 dhe be sich ein 1 Fuß breites Bret so einschneiden, 1 lch de daß in dessen Mitte das Rohr ruhen kann. 1 ai ff Das andere Ende des Bretes setzt man auf 1 1 Auf den Boden des Fasses, dergestalt, daß es ge— 7 ligstens rade in der Fuge zwischen dem Boden und ö genau den Dauben steht. In der Gegend des Dampf— N rauben leitungsrohres, da wo sich dieses anfängt zu J befestigt krümmen, wird ein kleiner Absatz von Blei i 1 örenden in Form eines Ringes ꝛc. angebracht, durch so fest welchen das unter diesen gestellte Bret das . Oft⸗ Rohr trägt. Obgleich es nicht unumgänglich f icht ver⸗ nothwendig ist, daß man in dem Dampflei—⸗ gen, und tungsrohre eine gute verschlossene und nach schen den Willkühr zu öffnende Oeffnung anbringt, so* elfen an; bringt es dennoch manchen Nutzen, und wer 4 durch das sich ein neues Geräthe blos zu diesem Zwecke 9 den, und anfertigen läßt, wird sehr wohl thun, diese —.— 8 tat eng ie 54 kleinen Kosten, welche eine solche Vorrichtung mehr erfordert, anzupenden. Man läßt daher gerade horizontal mit der Oeffnung des Dampf— kessels auf die oben stehende Seite des Rohres einen, so viel wie möglich, weiten messingernen Hahn anbringen, dessen Oeffnung nach oben gehen muß, wenn er aufgedreht wird, um bei vorkommenden Fällen, wo das Kochen in dem Kochfasse unterbrochen werden soll, den Dampf ableiten zu können. Ist man in dem Besitze einer Brandweinblase und will sich zur Anfertigung des Zuckers aus Stärke keine weitern Kosten verursachen, so thut diese bei einer nur einigermaßen zweckmäßigen Vor— richtung dieselben Dienste. Man hat außer dem unentbehrlichen Rohre weiter nichts nö— thig, als den bloßen Hals auf eine der früher angegebenen ähnlichen Art zu verschließen: so daß die Oeffnung höchstens nur 6 Zoll be— trägt, durch welche der Dampf gezwungen ist zu steigen; und wenn etwa die Blase nicht groß genug wäre, so viel Wasser zu fassen, daß dieses 14 bis 16 Stunden ohne gänzlich zu verdunsten ununterbrochen kochen könnte: so kann man noch eine Vorrichtung, wie die früher schon angegebene, anbringen lassen, wodurch das fehlende Wasser ersetzt werden kann. f Das Kochfaß, in welches das Dampflei— wutrchtung laßt daher e dampf de ohr gessagernen fach oben pich, um fachen in eh früher chen: so b dll be⸗ ungen is Base nicht ju fassen, ge gänzlch en könnte: 9 wie die gen lassen scht weldih 5 Dampfe 55 tungsrohr geht, muß stets nach Verhältniß zu der zu verarbeitenden Masse Stärke groß und oben weiter, als am Boden seyn; auch wo möglich mit eisernen Reifen gebunden werden, und nicht allzu dicht neben dem Feuerherde des Dampfkessels stehen. Eine Entfernung von 6 bis 8 Zoll ist jedoch schon hinreichend, wenn anders zum Setzen des Kessels nicht sehr harte Steine, welche be⸗ kanntlich die Wärme schnell leiten, genommen worden sind. Ein zu nahes Anstehen bringt den Nachtheil, daß wenn man nach geschehener Arbeit das Kochfaß ausleert und nicht schnell wieder mit Wasser füllt, dieses sehr leicht leck wird, und dann bei der nächsten Arbeit erst Zeit erforderlich ist, bis es wieder quillt. Dicht am Boden des Kochfasses befindet sich ein Hahn, durch welchen man die Flüssigkeit ab⸗ zapfen kann. Will man nun vermittelst dieser Geräthe Stärkezucker machen, so füllt man den Dampf⸗ kessel, oder an dessen Statt die dazu einge⸗ richtete Brennblase, bis an ihren Hals voll Wasser, befestigt das Rohr, wie es vorgeschrie— ben wurde, und läßt Feuer unter den Kessel machen. Während dieser Zeit gießt man so viel Wasser in das Kochfaß, daß dieses gerade doppelt so viel wiegt, als man Stärke auf Zucker zu verarbeiten denkt; bringt in dieses 7— ä 2 f , ͤ ten een. 56 auf jedes Pfund Wasser 2 Loth Schwefelsäure, und wartet, bis dieses Gemisch in's Kochen kommt. Sobald dieses geschehen ist, trägt man die vorher mit Wasser zu gleichem Ge— wichte vermischte Kartoffelstärke bei ziemlich kleinen Portionen von 4 bis 6 Pfund in die verdünnte Schwefelsäure, rührt in derselben so lange mit einem hölzernen Rührscheite her— um, bis sich die Stärke, die sich im Anfange aufbläht, wieder setzt; und fährt so fort, bis alles verarbeitet ist. Will man z. B. 100 Pfund Stärke zu Zucker anwenden, so bringt man 200 Pfund Wasser und 15 Loth Schwe— felsäure in das Kochfaß, vermischt die 100 Pfund Stärke mit eben so viel Wasser, wel— ches man, sobald die mit dem Wasser ver— dünnte Schwefelsäure kocht, nach und nach in dieselbe schüttet, bis alles zu einer dünnen Flüssigkeit umgewandelt ist; in welchem Zu— stande man alles fernere Umrühren unterlassen kann, und es nur beständig im Kochen erhal— ten muß, bis dieses wo möglich 10 bis 14 Stunden ununterbrochen fort gedauert; in wel— cher Zeit der Stärkezucker sich gebildet hat. Muß während der zum Kochen nöthigen Zeit etwa Wasser in den Dampfkessel gefüllt werden, so wird der auf dem Rohre befind— liche Hahn aufgedreht, welches nie vergessen wefelsaun, 7 i ziemlich nd in die derselben eite her⸗ Anfange fort, bis B. 100 o bringt Schwe 9 100 „ wel⸗ det. ver⸗ nd nach dünnen em Zu⸗ terlassen n erhal⸗ bis 14 in wel⸗ hat. nͤthigen l gefüllt e besind⸗ vergesse 70 werden darf; indem sonst sehr leicht ein Un— glück geschehen könnte, wenn man nicht sehr vorsichtig und in ziemlicher Entfernung durch irgend eine Vorrichtung den von der zum Einfüllen bestimmten Oeffnung befindlichen Stopfen hinweg schaffen könnte; aus welcher, wenn sich auf dem Rohre keine von außen zuzumachende Oeffnung befindet, das kochende Wasser wie eine Fontaine 6, 8 und oftmals mehrere Fuß hoch hervor springt, und bei nicht angewandter Vorsicht viel Unheil stiften kann. Die Zeit, welche während einer solchen Unterbrechung hingeht, muß stets wieder er— setzt werden; es darf daher nichts an der zum Kochen bestimmten Zeit abgehen. Hat nun die Stärke sich vollkommen zer⸗ setzt, und in eine füßlich-sauer schmeckende, fast ganz wasserhelle Flüssigkeit umgeändert, so wird sie durch den am Kochfasse zunächst dem Boden angebrachten Hahn in ein anderes dem Kochfasse ähnliches Gefäß gelassen; welches indessen wenigstens 3 größer seyn muß, als dieses, um die noch mit dem jetzt gebildeten Stärkezucker-Sirop vermischte Schwefelsäure durch Kreide, Marmor, Kalkstein, oder sonst einer kalkartigen Erde abstumpfen zu können. Um dieses zu veranstalten, rechnet man auf 150 Loth Schwefelsäure 7 bis 8 Pfund so „ + 5 2 ct ere u.. 58 fein als möglich gemahlene Kreide, die nach und nach in die Flüssigkeit getragen werden muß; während dieser Zeit rührt man so lange in derselben herum, bis kein Schaum mehr entsteht, welches als Beweis dient, daß sich keine Schwefelsäure mehr in dem Sirop be⸗ findet. In diesem Zustande läßt man alles 8 bis 12 Stunden unberührt stehen, zieht die über dem, durch die Kreide entstandenen, er— digen Satze befindliche ganz weinhelle süße Flüssigkeit vermittelst der zu diesem Zwecke an dem Fasse angebrachten Hähne ab, und wäscht den Satz noch einige Mal mit reinem Wasser aus, bis man keine Süßigkeit mehr schmeckt. Das letzte Abspülewasser, welches in der Regel nur noch sehr wenig Süßigkeit enthält, kann mit Vortheil stets wieder bei dem nächsten Kochen statt des gewöhnlichen Flußwassers angewandt werden; außerdem aber liefert es, mit dem 10. Theile seines Quantums hinzu gegossenem Brandweine der Gährung unterworfen, einen ganz vorzüglich scharfen und sehr wohlschmeckenden Essig, der jedem guten Weinessige füglich an die Seite gesetzt werden kann, und sowohl in Haushal— tungen, als auch in Fabriken mit Vortheil anzuwenden ist. Die durch die Entfernung der Schwefel— säure nun ganz süße Flüssigkeit bringt man die nach u werden so lange um mehr dab st Sitop be⸗ fan alles zieht die nen, er⸗ le süße m Zwecke ab, und it keinem ait mehr welches Süßigkeit vieder bei vöhnlichen außerdem lle seines peine der orzüglich hig, der die Seite Haushal⸗ Vorthel Schwefel engt men 59 nun in einen flachen, zu diesem Zwecke ein— gerichteten kupfernen Abdampfungskessel, in dessen Ermangelung auch schon jeder nicht allzu enge und tiefe Waschkessel gute Dienste leistet, läßt die Flüssigkeit so weit abdunsten, bis sie die Eigenschaft eines gewöhnlichen Si— rops erhält, und gießt sie alsdann in dazu vorgerichtete Formen auf dieselbe Weise, wie den indischen Zucker. Diese müssen unten ebenfalls mit einer Oeffnung versehen seyn, durch welche man den nicht kristallisirten Zucker in Gestalt des Sirops, nachdem sich der Zucker gebildet hat, abzapfen kann. Die Kristallisation geht indessen weit lang— samer vor sich, als wie es bei dem indischen Zucker der Fall ist, und es gehen sehr oft 7 bis 10 Tage darauf, bis ein Brod gänzlich trocken ist; auch kristallisirt er sich nicht so schön, wie dieser. Man thut daher wohl, den Zucker, sobald er seine Kristallisation beendigt hat, aus den Formen zu nehmen, und in einer warmen Stube abtrocknen zu lassen. Die Formen, die man braucht, um den Zucker kristallisiren zu lassen, müssen von gut glasurtem Steingute, als Coblenzer ꝛc., seyn; welches indessen auch schon gewöhnliches Tö— 60 pfergut, wenn die innere Seite schön glasurt ist, vertreten kann. Der so bereitete Zucker hat zwar nicht das Ansehen des indischen, indem er mehr dem sogenannten Gerstenzucker gleicht; auch ver— süßen 12 Theil desselben eben nicht mehr, als 1 Theil indischer. Allein sein wohlfeiler Preis und die einfache, nur wenig Kosten und Mühe verursachende Bereitung desselben, macht es wünschenswerth, daß er mehr bereitet würde, als es bis jetzt geschehen ist. Sein Geschmack ist angenehm süß, und zu jedem Backwerke oder Speise ist er mit demselben Vortheile anzuwenden, wie der indische Zucker. Eine zweite, dieser Art und Weise weit vorzuziehende Bereitung des Stärkezuckers ist folgende; sie erfordert noch weit weniger Aus lagen, und liefert bei richtiger Aufsicht in einem ungleich kürzern Zeitraume denselben Zucker. Nur erfordert die Behandlung mehr Aufmerksamkeit. Das Verhältniß der Stärke, des Wassers, der Schwefelsäure ꝛc. bleibt ganz dasselbe, und nur das Kochgeschirr ist die einzige Verände— rung; anstatt man die Stärke durch Dämpfe zum Kochen und Zersetzen bringt, bedient man sich hier des freien Feuers, wodurch ungleich schön ga dat nicht daz er nichr den J auch ber t nehr, ag lfeler Press und Mühe / hacht es kütt würde, in Geschnac Hachwerke Nrsell . Veise wet zuckers it iger Aus; ficht in denselben ung mehr Vassers, selbe, und Verände⸗ Dampfe dient man 9 unglei 61 viel an Brennmaterialien und Zeit gewonnen wird. Man läßt sich nämlich einen gewöhnlichen kupfernen Kessel von einem Kupferschmiede gut verzinnen, und über dieses Zinn eine so viel als möglich dicke Lage Blei ziehen. Das Zinn ist nothwendig, indem das Blei ohne dieses nicht auf dem Kupfer haftet. Man könnte sich auch eines bleiernen Kessels bedienen; allein durch mehrere deshalb angestellte Ver— suche habe ich gefunden, daß keiner dieser Kessel auch bei der besten Vorsicht lange hält: sondern sehr bald zum Schmelzen kommt. Den mit Blei in seiner innern Oberfläche überzogenen Kessel läßt man außen, da wo er in das Feuer kommt, mit Eisendraht von einem Topfbinder etwas enge und ungefähr 4 Zoll von der Oberfläche überstrickenz wo— nach man dieses Ueberstrickte mit gutem Lehme, der mit etwas Flachsenden vermischt ist, allent— halben ausfüllt: so daß das Ueberstrickte eben— falls& Zoll damit bedeckt wird. Nachdem dieser Ueberzug recht gut ausge— trocknet ist, macht man einen Firniß von Leinöl, und vermengt diesen mit einem Theile Salz, einem Theile fein gepülverten Glase und einem Theile fein gemahlener Silber— glätte, und überzieht vermittelst eines Pinsels „ .. gt ere, r — 62 den auf dem Kessel sitzenden Lehmüberzug 1 bis 3mal. Der Lehm, der höchst nöthig ist, und dazu dient, daß die Flamme des Feuers nicht so schnell auf den Kessel wirken und das An— brennen der Stärke bewirken kann, würde ohne das Drahtgespinnst durchaus nicht hal— ten; und wenn der nachherige Firniß, dessen Beimischung von Glas ꝛc. im Feuer eine Gla— sur bildet, nicht über denselben gezogen wer— den würde: so fiele er bei dem dritten oder vierten Mal Kochen jedesmal ab; es ist daher dieses eine ganz unerläßliche Vorrichtung, ohne die man sich keines günstigen Resultates zu gewärtigen hat. Diesen nun zum Gebrauche vorgerichteten Kessel setzt man in den für ihn bestimmten Herd, und verfährt bei dem Ko— chen selbst ganz auf dieselbe Weise, wie früher erwähnt wurde; nur ist besonders zu beachten, daß man, so lange die Stärkenmasse noch nicht dünnflüssig ist, das Umrühren nie ver⸗ säumen muß; ferner: daß die durch das Kochen verdunstende Flüssigkeit, welche bei der Dampf— kocherei durch den aus den Röhren steigenden Dampf auf das hinlänglichste ersetzt wird, hier stets durch Zugießen von kochendem Wasser ersetzen muß, und darauf zu achten ist, daß der Kessel beständig, so viel als nur möglich voll gehalten werde: weil sonst die Flüssig— 63 en keit an den Seitenwänden des Kessels leicht und dan braun wird, und einen sehr übeln Geschmack nicht fi annimmt; vorzüglich aber muß man darauf dus Nn sehen, daß im Aufange des Kochens, wenn i die Masse noch dick ist, durch beständiges Um⸗ 1 igt hal rühren dahin gewirkt werde, daß sie nicht V „besin anbrennen kann. Dieses alles sind aber Ge⸗ die Gla⸗ genstände, die bei einer genauen Aufsicht nie 1 1 Statt finden können, und man erhält nach 105 5 bis 6 Stunden mit dem vierten Theile des 155 ain oder Holzes, was man zur Dampfkocherei noth— t dahe wendig hat, denselben Sirop. Alle übrigen ng, ohne Behandlungen sind sich ganz gleich. ales zu f brauche Nicht ohne Willen habe ich die schon füt ihn früher bekannte Weise, Stärkezucker zu ma— em Ko⸗ chen, auch angegeben; indem mir alle, wie ie früher ich sie fand, nie genügend waren; alle be— achten, saßen Mängel und nur meine eigenen lang— se noch jährigen Erfahrungen und Versuche haben mir lie ver den besten und zweckmäßigsten Weg gewiesen, Kochen den ich in der letzten Art zu arbeiten gefunden Dampf— habe. Es ist möglich, daß, es ein ähnliches 0 genden Verfahren gibt; allein noch ist mir dergleichen 1 t witd, nicht zu Gesicht gekommen. Wasser Da überhaupt jede Sache durch die Zeit ü 0 ist, daß immer mehr vervollkommnet wird, so soll es möge mich sehr freuen, wenn auch andere sich be— 1 Flag mühen, in dieser Sache etwas zur Vervoll— 1 f,, iir,. odteng en“ 2 — 64 kommnung beizutragen, und so zum allge— meinen Besten mitzuwirken suchen. Diejenigen, die sich mit der Bereitung des Kartoffelzuckers im Großen beschäftigen, kön— nen eines nicht geringen Vortheils versichert seyn, und werden, bei nur einigermaßen billi— gen Preisen, gewiß eine Menge Consumenten finden. Vorzüglich billig aber ist dieser Zucker jetzt zu stellen, wo alle Gegenstände so sehr wohl— feil sind; das Pfund kommt nach ganz genau aufgestellter Berechnung kaum 5 Kr., und kann daher mit schönem Nutzen zu 8 Kr. wieder verkauft werden: so daß sich eine Fa— milie sehr gut von diesem Geschäfte nähren kann. f Ein Malter Kartoffeln, welches 320 bis 340 Pfund wiegt, und in der Regel 45 Pfund trockene Stärke gibt, kostete im Herbst 1827 54 Kr.; demnach kommen 100 Pfund Stärke 2 Fl. Hierzu bedarf man 150 Loth Nord— häuser Vitriolöl, von welchem jetzt das Pfund bis an Ort und Stelle 24 Kr. höchstens zu stehen kömmt, das also 1 Fl. 52 Kr. beträgt; dann 8 Pfund Kreide, das Pfund zu 3 Kr., welche daher 24 Kr. kostet. Dieß alles be— trägt in Summa 4 Fl. 162 Kr., für welchen U 65 9 u alge⸗ Preis man wenigstens 50 Pfund gut aus⸗ N getrockneten Zucker erhält, und somit das J 1 dez Pfund eirea 5 kr. zu stehen kommt. Die 1 kön. von den Kartoffeln beim Reiben abgefallenen 9 che Fasern, die eine vorzügliche Mast für Ochsen 7 V bill und Schweine darbieten, so wie der nicht g genen kristallisirte- Sivop, welcher von den Formen 7 abläuft und auf Essig oder Brandwein mit 4 sehr vielem Vortheile angewendet werden kann, 915 er jekk ersetzen hinlänglich die gehabten Kosten fur Ar— wobl⸗ beitslohn, Brennmaterialien ꝛc., so daß, wenn engl auch die Kartoffeln und alle übrigen Gegen— % stände für den doppelten Preis zu haben wä— 1 5 Ff. ren, das Pfund Stärkezucker doch nie über 8 6 e Fi. 10 Kr. zu stehen käme. 5 nähren Angenommen auch, daß das Pfund dessel⸗ ben zu 16 Kr. verkauft würde: so könnte 0 b5 sich eben so wenig das deutsche, nur das, Pfund was nicht sein ist, lobende Volk, als auch f der spekulirende Fabrikant darüber beschweren, Stätte um so weniger, da das Deutschthum weniger 0 95 aus gelehrtem Raisonnement besteht, als aus 00 dem Eifer, wahrhaft deutsche Noth, die größ— tentheils nur aus dem Verbrauche des Aus— ins zu ländischen entspringt, wenigstens zu mil⸗ eträgtz dern. 8 3 At, les be Ihr! die Ihr berufen seyd, durch Gottes welchen Stimme und durch des Volkes Liebe, des 5 ie t ere u 9e 66 Deutschen Noth und Last zu mildern, Deutsch⸗ lands Fürsten! Wirket dahin, daß Ihr das Ausländische, so viel als möglich, zu ver— drängen sucht, und eurem Volke, den Deut— schen, dasjenige nur mäßig reicht, was aus— ländische Spekulanten, die Scorpionen unseres geliebten Vaterlandes, so sichtlich mästet. Beschreibung der zu diesem Werke gehörenden Steinabdrücke. 1 2 get erg. Der Raum, worin die Geräthschaften zu einer Kartoffelstärke-Fabrik zu stehen kommen, darf weder zu groß, noch zu klein seyn; bei⸗ des ist nachtheilig und hält oftmals die Arbeit sehr auf. Ein dem Geschäfte angemessener Raum ist das zweckmäßigste Mittel, Kosten und Zeit zu gewinnen; daher zu einer Stärke— zucker⸗-Fabrik, in welcher täglich 4 bis 6 Cent⸗ ner Kartoffeln verarbeitet werden sollen, stets ein Raum von 30 Fuß Länge und 22 Fuß Breite erforderlich ist. Die Höhe des Fabrik— lokals hängt von den Umständen ab, je nach⸗ dem man sich Maschinen zum Verkleinern der Kartoffeln bedient; bei einer Reibmaschine, die in einen Kübel läuft, muß das Fabrikzimmer höher seyn, als wenn man sich einer andern bedient. 9 9 e Taf. J ist der Grundriß einer Stärke⸗ zucker⸗Fabrik, in welcher, bei rechter Aus— theilung der Geschäfte, täglich 30 bis 60 Pfund Stärke fabricirt werden können. Pig. 1 ist die Stelle des Waschfasses, welches 5 Fuß breit und 6 Fuß lang ist; neben diesem steht ein Kübel, in den die gewaschenen Kartoffeln gethan, bevor sie gerieben werden, damit deren 5„ . qe ere u. 6— 9 N 70 stets vorräthig sind und nie auf das Waschen gewartet werden darf. Dieser Behälter Fig. 2 kann 4 Fuß weit und eben so hoch seyn, je nachdem das Waschfaß eingerichtet ist, da dieses stets ganz ausgeleert werden muß, wenn die Kartoffeln gehörig gereinigt sind. Fig. 3 die Reibmaschine, deren Butte 6 Fuß im Durchmesser und 33 bis 4 Fuß Höhe haben muß, steht auf einem, wenig— stens 3 Fuß hohen hölzernen Bocke, damit der geriebene Brei in das an der Maschine stehende Auswaschfaß Fig. 4 gelassen werden kann. Dieses Faß dient blos dazu, den Brei einstweilen aufzunehmen, damit er den Gang der Maschine nicht hemmt, wenn dessen zu viel in derselben wäre; es bedarf daher auch blos einer Größe von höchstens 6 Fuß Weite und 2 bis 21 Fuß Höhe, damit man den Kartoffelbrei bequem ausschöpfen kann. Fig. 5 das Abwaschfaß, kann so groß seyn, als es der Raum gestattet, wenn es auch nicht sehr hoch ist; es versteht sich in— dessen, daß stets ein Verhältniß dabei obwal— ten muß, und nicht etwan zu einer kleinen Fabrik ein überaus großes Auswaschfaß an— gewendet wird. Hier erfordert es eine Größe von 6 Fuß Durchmesser 5 eine Höhe von 3 bis 4 Fuß. Fig. 6 der Trockenofen, von 8 Fuß Länge —— Wisch er Lig. 2 seyn, t it, da „ wenn Butte 4 Fuß wenig⸗ damit laschine werden on Btei Gang. en zu r auch Weite in den groß in es ch in⸗ bwal⸗ leinen ß an⸗ Größe e von Linge und 8 Fuß Breite; die Höhe hängt von der Willkühr ab, doch halte ich 10 bis 12 Fuß für die zweckmäßigste. Die Oeffnung zum Einschieben der Horten ist am zweckmäßigsten an der Seite, die nach dem Stärkefaß zusteht, damit die ausgewaschene Stärke, gleich nach— dem sie aus dem Stärkefasse geschnitten ist, auf Horten gelegt und in den Ofen geschoben werden kann. Die Oeffnung zum Feuer kann auf der entgegen gesetzten Seite seyn, wo zugleich auch der Eingang in die Fabrik an— zubringen ist, welches mehrere wesentliche Vor— theile bringt. Fig. 7 ist der Dampfkessel von 6 Fuß Durchmesser und 4 Fuß Höhe mit dem Kessel— herde, neben welchem die Abdampfungs-Pfanne Fig. 10 steht, die durch dasselbe Feuer geheizt wird, und ebenfalls 6 Fuß weit, aber nur 1 bis 13 Fuß hoch seyn darf, damit das Verdunsten leicht und schnell von Statten geht. Bei Anwendung eines Kochkessels, wo— zu ich immer rathen würde, fällt, wie es sich von selbst versteht, das neben dem Dampf— kessel befindliche Kochfaß Fig. 8 ganz weg. Fig. 8 ist das Kochfaß, welches 9 Zoll bis 12 Fuß von dem Dampfkessel entfernt stehen und, im Fall jedesmal 100 Pfund Stärke auf Zucker verarbeitet werden sollen, stets eine Masse von 3 Ohmen halten muß. 72 — Daß eine solche Anstalt gut gepflastert oder geplattet werden muß, und zwar so, daß das Wasser beständig abläuft und die Anstalt stets so trocken als möglich gehalten wird, bedürfte wohl kaum einer Erwähnung; daß aber der Trockenofen ein höchst nöthiges Geräth in einem Fabriklokale ist, wird je- der finden, der eine Fabrik einrichtet. Abge⸗ rechnet, daß; die Stärke ohne anhaltende Wärme, wie schon gesagt wurde, nur schlecht trocknet und hierzu eine Trockenanstalt noth⸗ wendig ist: so hat ein gut eingerichteter Trockenofen noch den sehr wesentlichen Nutzen, daß, wenn seine Construction so ist,, wie ich es später angeben werde, das ganze Fabrik⸗ lokal durch die Warme desselben und durch 0 del lau Au t sech 957 Ble ant seh che be ohen 0 ß einige em Kh⸗ hende wor 0 das setzt. = Fu⸗ aus er zi . ert e, die alten ung; ges je⸗ bge⸗ nde echt oth⸗ eter gen, ich hrik⸗ urch 73 den Dampfkessel geheizt und warm erhalten wird, welches sonst durch andere Vorrichtun⸗ gen geschehen müßte, da zu jener Zeit, wenn die Kartoffeln die mehreste Stärke abwerfen, die Witterung gewöhnlich schon kalt und un— angenehm ist: so daß die Arbeiter ohne eine künstliche Wärme schwerlich arbeiten könnten, zumal da alle Arbeiten mit Wasser geschehen müssen. a Taf. II. Fig. 1 stellt die Reibmaschine vor; a ist die Kufe, in der das Reibmesser läuft, und an der das Thürchen b angebracht ist, das mit hölzernen und eisernen Riegeln e gut verschlossen ist. Die Kufe steht auf einem oder mehreren Böcken d, je nachdem es der Raum erfordert, damit die Kufe e, die dazu bestimmt ist, den geriebenen Brei aufzunehmen, unter der Reibmaschine stehen kann; fl ist die Welle, an der das Reibeisen g in der Kufe und das oberste Kammrad h angebracht, und unten wie oben mit Spin⸗ deln i versehen ist, die in den Pfannen K laufen; J ist ein Balken, woran sowohl der Rumpf m durch zwei Querbalken n befestigt ist, als auch das, die Maschine in Bewegung setzende Rad o, dessen Rand entweder mit Blei beschlagen werden, oder, wie es hier angezeigt ist, mit eisernen Kugeln p versehen seyn muß, die mit Schrauben 9 befestigt — ——— ̊ T K Jute 74 werden. Auf der Treppe u muß der oberste Tritt s etwas breit seyn, damit der Arbeiter, der durch die Handhabe oder Kurbel t das Rad, an dem sich das unterste Kammrad u befindet, in Bewegung setzt, bequem stehen kann. Die Welle y, woran das Rad und das unterste Kammrad ist, läuft in zwei gut verwahrten Laufeisen W, und muß, da wo sie dicht am Rade in dem Balken befestigt ist, mit Messing oder Eisen beschlagen seyn, damit sie sich nicht zu sehr abnutzt. Fig. 2 ist die Welle mit dem Reibeisen außer der Kufe; a die Rollen mit Zapfen versehen, worauf das unter Pig. 3 näher be— schriebene Reibeisen befestigt wird; b. wdas Kammrad; o die Spindeln, in 5 Pfanne, auf den Boden in der Kufe und an der Decke des Lokals. Fig. 3 das Reibeisen von der Rückseite; a die Querbalken und die eisernen Stäbe, auf welchen das Reibeisen angebracht ist; b die Scheibe von Holz mit den Löchern, wo— durch die, in dem Gestelle Fig. 2 unter à be— zeichneten Zapfen durchgehen und mit Pflöcken befestigt werden. Fig. 4 das Waschfaß, welches entweder mit 91 5 10 durchbohrt oder von Latten ge— macht ist, muß in einem viereckigen Kasten f, der mit einem Auslaufe e versehen ist, oder er oben Ubeitg hel et dae mrad 1 im stehen b zwei gut da wo befestigt en seyn, Reibeisen gapfen sher he⸗ b. das pfanne, an det ͤckseite; Stabe, ist; b „, wo⸗ a he⸗ flöcken ntweder ten ge⸗ zasten st, Hen 75 in einer Kufe stehen; à sind die Kurbeln, durch welche es in Bewegung gesetzt wird; b die Thüre, durch die es gefüllt und geleert wird, und welche mit einem Riegel versehen, seyn muß;» der Hebel, an den zwei Ketten, Stricke c. mit Haken d hängen, um ihn durch den Strick g nach allen Richtungen bringen zu können. Fig. 5 der Kübel a, in welchen die ge— waschenen Kartoffeln gethan werden, muß mit dem durchlöcherten Boden b versehen seyn, damit das Wasser ablaufen kann. Taf. III. Fig. 1 der Dampfkessel, an dem vermittelst eines eisernen Ringes und Schrauben das Dampfleitungsrohr befestigt ist, welches auf der Höhe mit einer gut zu verschließenden Oeffnung k versehen seyn muß, und durch ein eingeschnittenes Bret oder Bohle, die in der Ecke des Fußes n und unter einem zu diesem Zwecke angebrachten Haltpunkte m gehalten wird: so daß es mit seiner Oeffnung nur einige Zoll weit vom Boden des Koch— fasses entfernt hängt; b ist die in dem Dampf— kessel nöthige Oeffnung, die durch einen Hahn gut verschlossen und mit einem Trichter ver— sehen seyn muß; h ist der Hahn an dem Kochfasse, um die gekochte Stärkenmasse ab⸗ zapfen zu können, von wo aus sie in das Satzfaß! läuft. l „ 76 Dieses Faß Fig. 2 mit 2 bis 3 Abzugs⸗ 1 2 b 1 1 2 1 7 N 1 . * 1 2 2—..—— 4 — 4 hähnen a versehen, wovon der unterste we— 90 nigstens 1 Fuß von dem Boden des Fasses 90 angebracht ist, damit die über dem nieder ge— der fallenen Satze, welcher aus einer schleimigen die 0 Masse und der mit Schwefelsäure gesättigten J 3 Kreide besteht, stehende Flüssigkeit abgezogen werden kann; der Kesselherd muß, so viel als 100 1 ü moglich, auf das Zweckmaßigste eingerichtet bb f werden, damit nicht zu viel Holz verbrennt N wird; die Seite nach dem Fabriklokale zu, 00 oder da, wo zunächst Arbeiter zu stehen kom— f men, kann mit einer eisernen Platte versehen 10 seyn, wodurch die Fabrikstube ꝛc. zu gleicher 110 ö Zeit erwärmt wird; g ist das Kochfaß, wek— 100 N ches auf Böcken K über dem Fasse! steht, N. 1 g das die gekochte Flüssigkeit aufnimmt; i ist 5 1 eine zweite Vorrichkung, durch welche man 90 5 das Dampfleitungsrohr ebenfalls halten; d 0 ö die Thüre zum Feuerherde, und e die des 8 fi . Aschenherdes. 0 „ Der Abdampfungs-Kessel Fig. 3 wird d 1 durch die aus dem Feuerherde des Dampf— 1 11 . kessels entweichende Hitze von dem Rohre a 5 geheizt, und hat nur eine Mauer von Lehm- 0 1 0 steinen nöthig“); b ist der Rauchfang, wel⸗ wel 1) Bei der Zeichnung des Herdes, in welchem der und „ Dampfkessel steht, ist dieses Nohr unter o an⸗ h geführt. dh 1 2 a 5 2 8. 8—— 3*— 0 8 2200000 ͤ ͤ——————. ö ä— 8 5 3 8 8 f 8— 8. ö 2::.... 5 ——G———————— — 5 77 ———ð— 1 7 cher entweder noch einigemal durch Röhren Fossse von Eisenblech in dem Fabriklokale herum 1 geleitet werden kann, um die noch vorhan— bn dene Wärme da auszubreiten, oder, wenn stigten dieses zu viel Kosten verursacht, h gleich g nach außen geführt wird. 192 Fig. 4 das Stärkefaß, welches einige Zoll* 190 von seinem Boden einen Hahn à und dar— b fahle uber noch einen oder zwei haben muß, um 5 enn das über der ausgewaschenen und sich ge— 1 lle z lagerten Stärke stehende Wasser abzulassen. 1 N kun; Taf. IV. Fig. 1 der Trockenofen, welcher* e von gebrannten Backsteinen gebauet werden, eicher und an der Seite, wo er am mehresten in 5 wel dem Fabriklokale steht, mit einer eisernen sech, Platte versehen seyn kann, um die Wärme l a i dem Lokale mitzutheilen; er muß eine lange. ee Thüre a haben, damit man die Horten be— 1j d quem auf das in N befindliche Ge— e des rüste schieben kann; d ist die Thüre zum N Feuerherde, und e die zum Aschenherde; ö wird die Feuermauern, die nach Belieben aus dem amps Fabrikgebäude geführt werden können. hre a Fig. 2 ist das Innere eines Trockenofens; Lehm⸗ e die Stangen, worauf die Horten liegen, wel⸗ welche 1 Fuß weit von einander entfernt seyn, em der und auf in der Wand eingemauerten Eisen 0 al ruhen können; die Wände à sind hohl und dazu bestimmt, die Hitze um den ganzen in— — i 5 4 et ar i Me, clue 78 nern Raum zu leiten, wo der Rauch alsdann in 4 dazu bestimmten Essen, wie auf Fig. 1 unter e gezeigt wird, entweichet; e ist der Boden vom Trockenofen, der entweder in einer eisernen Platte besteht, die mit Lehm über— zogen ist, damit die Hitze nicht so schnell wirkt, oder auch von gebrannten Thonplatten gemacht werden kann, die auf eisernen Stä— ben ruhen; die Seitenwände können ebenfalls von eisernen Platten seyn, was indessen kost— spielig ist; daher auch schon Ziegel die Dienste thun, und eben so gut halten, als jene, wenn anders vorsichtig damit umge— gangen wird; b ist die Scheidewand, welche die Hitze nöthigt in den Nebenkanal zu tre— ten, woraus zugleich die den Ofen umgeben— den Kanäle gebildet werden. Fig. 3 ist der Feuerherd; b der Rost, der etwas tief liegt, und wo durch Backsteine, die stufenweise liegen, wie o zeigt, die Hitze in die vier Kanäle geleitet wird. Diese Ka— näle, die aus hohlen Wänden bestehen, lau— fen bis in die äußerste Höhe des Ofens, wo eine Scheidewand von Ziegeln angebracht wird, welches ebenfalls der Fall zwischen je— dem Kanale ist. In den Kanälen e geht die „Hitze bis in die Höhe, wo sie durch die, un— ter Fig. 2 mit b bezeichnete, Scheidewand in den andern Kanal f wieder abwärts in 79 — 1 die Kanäle g geführt wird, aus welchen so— 1 0 dann der Rauch durch die auf dem Ofen an— 0 gebrachten Feueressen entweicht. Diese Essen 10 10(diebe Fig. 1 c) dürfen nicht zu weit seyn, 5 und nur höchstens 8 Quadrat-Zoll, halten. schnel Der Boden des Trockenofens(siehe Fig. 2 c) platte wird von zwei, aus starken gebrannten Back— f n Stä⸗ steinen gemachten, Scheidewänden d geschie— benfals den: so daß dadurch der Feuerherd in vier* sen tof⸗ Theile eingetheilt ist; das Feuer muß daher f gel die immer, so viel als möglich, in die Mitte des f ten, als Rostes gemacht werden, damit es sich gehörig umge⸗ vertheilen kann. welche— zu fre⸗ mgeben⸗ ost, det 1 f iksteine, 9 ie Hibe b ö iese Ka⸗. ö n, lau⸗ b J ö ns, wo f gebracht 1 schen j b N geht de die, un⸗ eidewafd wärts in — 9 4 EE e x . 2 geit ti: Ae, Ut ctececn. Gedruckt bei Hoffmann und Röbling' in Eschwege. * 1 ——— * 0 2** 8 ö 8——— 838 2. 3070——ñ— eee * 2 . 4. I. .? 0 7 ue, Eu,. 1 * a „ 1, —. r — 7 1 2 ,, 5 9 8 — 4. . Seb, A,. „ eg, Cage, 5 4 .. f* 2 2 e, ea, 1. 85 2 55 u. 7 4. ö ,. e ö .—— ,. 0 1 5 ö 5 e, e.. 5. 0 2 2. eee.— wee e, eee, . — 4. . — ai, one r— — ä u,. * 4 1 3 ä , folien un Ae ut tn 1 1 1 0 A—. 8.——— 5 84 2 8 e ö* NN 8 ö 13 ů ů—ð ̃ͥ ⁰— e ö— 1— ö —— 5 5 N * * N 4 4 f * — 170 5 16096 18 577 I S IN 8 — 0 1 11 ö ö 1 I 1 ö 1 0 1 1 ö Ur n a I N 5— ͤ— JJ ———5ð—ð———— 4 9 1 n ñ—é—:!::— 3— . Neri let ef, cen. A, A, Hud, ci, Al, U ebe — ——— ——— — frernabpucd, vn E. Haul ei Ainet ven. 0 4 — —— — 8 vy Control Chart Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta Wnite Grey 3 Grey 2— Grey 3 Grey 4 Black