— Gemäpldös toskanischen Landwirthschaft J. C. L. Simonde von Genf, korrespondirendem Mitglied der königl. Akademie der Freunde der Landwirthschaft zu Florenz. Aus dem Französischen übersezt und mit Anmerkungen und Zusätzen begleitet v on D. Johann Burger. Tübingen, in der J. G. Cotta'schen Buchhandlung. Der Uebersetzer an den Leser. Unter der Menge von landwirthschaftlichen Schrif— ten, die seit einiger Zeit in Ter utschland, Frankreich und England herauskamen, trägt keine so sehr den Stempel der Selbsterfahrung, der angestrengtesten Aufmerksamkeit und gründlichsten Genauigkeit in diesem Fach an sich, a das vorliegende We rk, wel⸗ ches unter dem Titel: Tableau de Pagriculture tos- cane, par F. C. L. Simonde de Gene Ve. M.. de I Tattennie Royale des Georgofiles de Floren- ce, zu Genf bey F. F. Paschoud 8n herauskam. Ich glaubte d 0 d die Ueberse tung dieser Schrift den 9——8 nden und Liebhabern 5 Ag ikultur ein an⸗ genehmes Geschenk 0 229 da wir durch dieselbe belehrt werden, wie diese Wissens chast in Toskana, — mit einer mehr oder minder kleinen Abwe ichung folglich in ganz Italien ausgeübt werde. Ita⸗ lienischer Landbau ist den meisten Teutschen aber noch völlig unbekannt 5 zwar nicht d deßwegen, weil wir nicht aus unserem Land reisen, wie es Sitte der Italiener ist, sondern weil jene, die Italien besu⸗ chen, deren Anzahl gewiß nicht klein⸗ ist,* ge⸗ wöhnlich nur mit Ge mmählden, Statuen und Städ⸗ —9 schreibungen ab geben, auf die I ärtige tur des Landes aber, auf die Produkte desselben un ihr re Erzeugung kaum einen oberflächlichen Blik werft Mangel nun hat zwar nicht ein Teut⸗ scher, aber ein Franzos mit teutscher Genauigkeit, was n der Nation sehr selten ist, abgel yolfen und uns hiedurch ein Beyspiel aufgestellt, wie die Landwirthschaft irgend eines Landes beschrieben wer— den soll. Man wird mit Erstaunen erfüllt, wenn man P hört, wie ein unseriges mittelm 383 grosses Feld von 2 ——7— 1V zwey bis vier Joch das ganze Eigenthum, oder vielmehr die ganze Pachtung eines Bauern seye, worauf er mit seiner Familie lebt, und von dem Er— trag dieses winzigen Guts noch die Hälfte seinem Herrn abgeben müsse. Man kann also schliessen, wie angestrengt die Industrie des Volks, und wie erträglich der Boden seyn müsse, dieses bestreiten zu können. In unseren Zeiten, in denen es dem aufgeklär— teren Theil der Menschen nicht mehr zur Schande gereicht, sich mit der Landwirthschaft abzugeben, wo dieses Gewerb sich in ein wissenschaftliches Ge— wand zu hüllen, und nach Principien ausgeübt zu werden anfängt; wo englische und niederländische Landwirthschaft zu studiren an der Tagesordnung ist, ist es gewiß eben so interessant als nüzlich, sein Augenmerk auf ein Land zu richten, das seines clas⸗ sischen Bodens, seiner Bevölkerung und Industrie wegen von jeher berühmt war. Interessant wird es uns seyn, seine Aufschwemmungen, Bewässerun— gen, seine mit Gräben durchschnittenen und mit Weinreben, die als Guirlanden von einem Baum zum anderen hängen, eingefaßten Felder, die Kul— ur derselben, die Behandlung ihrer Weinreben, der Kastaênien, aus denen sie Mehl machen, und so viele andere Dinge kennen zu lernen. Nüzlich ist das Studium der Landwirthschaft einer ganzen Na⸗ tion dem Oekonomen jederzeit; es klärt ihn, so wie hier der Fall ist, über mäncherley landwirthschaft— liche Operationen, über Dünger-Surrogate, Frucht-⸗ wechsel, Rebenschnitt u. s. w. auf, und erweitert seine Kenntnisse. Dies waren die Ursachen, die mich bewogen, eine Uebersetzung dieses für italienische Agrikultur classischen Werkes vorzunehmen. Nun noch einige Worte über meine Bearbeitung derselben. — FD——W— E ⁴L-e oder eye, Er⸗ nem sen, wie kiten klär⸗ ande ben, Ge⸗ t zu ische nung sein clas⸗ ustrie ird es erun— mit 3aum Kul— eben, und ch ist Na⸗ 0D wie schaft⸗ rucht⸗ heitett ogen kultut einigt ** V Ich suchte so viel als möglich den Sinn des Originals getreu auszudrücken, und mag mir hier— über manche Härte im Ausdruk, Stockung im Pe-⸗ riodenbau zugezogen haben; dies war äber nicht leicht zu vermeiden, und man kann sich hievon über— zeugen, wenn man das Original entgegenhält, und sieht, wie abgebrochen öfters und schleppend die Sä— ze desselben sind. Fliessender würde der Styl ge— worden seyn, wenn ich eine völlige Umarbeitung des Werks vorgenommen hätte; allein nur zu leicht geht der Geist des Autors hiebey verlohren, und der Leser befürchtet mit Recht die Meinung des Umar— beiters und nicht jene des Verfassers zu hören. Alle die Stellen, die dem deutschen Leser im Original unverständlich seyn dürften, hab ich so viel als möglich erläutert; Geld, Gewicht und Maas auf den Wiener Fuß reducirt, sonst mich aber der lang— weiligen, wiederholten Vergleichungen zwischen teut— scher und italienischer Agrikultur enthalten, die jeder Leser beym Durchblättern des Werks selbst leicht anstellen kann. Ich habe geflissentlich den Ideen— gang des Verfassers nicht unterbrechen wollen, weil ich nur gesinnt war, ihn zu übersetzen, nicht aber zu kommentiren. Blos bey der Kultur des türki⸗ schen Waitzens hab ich mich etwas länger aufge— halten, als es sonst der Raum einer Anmerkung ge— stattet, weil ich fand, daß unsere Lehrer hierin— die Italiener nemlich— jezt weit hinter ihren Schü— lern— uns Teutschen— stehen. Sie sind auf der nemlichen Stufe stehen geblieben, wo sie vor zwey— hundert Jahren standen, indeß wir weiter geschritten sind, und dem Boden Erndten abgewinnen, die der Italiener samt seinem, dieser Frucht so anpassenden, Klima und Boden nicht zu erreichen im Stande ist. Möchten meine Worte so glüklich seyn, mei— ne Landsleute mehr zur Kultur dieser, bey weitem VI vortheilhaftesten, Frucht anzueifern, so würde ich mich um das Vaterland hoch verdient gemacht zu haben glauben!— Ob auch wesentlicher Vortheil aus der Kenntniß der toskanischen Landwirthschaft für die teutsche zu schöpfen sey?„Warum nicht?“ Wir lernen das Aufschwemmen morastiger Gegenden; das Unter— pflügen der Feigbohnen als Dünger, die wahrschein— lich Lture Effekt als unsere Wicken oder unser Spörg en das Mästen junger verschnit— tener Kühe, welches vortheilhafter als jede andere Mastung zu seyn scheint; den Verbrauch der Kasta⸗ nien zu Mehl und hundert andere Dinge, die uns in Teutschland unbekannt sind, kennen und werden von der Anwendung derselben gewiß eben den Vortheil, vielleicht grösseren, als die Italiener, ziehen, da Landwirthschaft bey uns nicht das ausschließliche Gewerb des untersten Pöbels ist, sondern hellden—⸗ ö kende und wohlhabende Männer mehr als in irgend einem Land der Welt es ausüben. Und sollte die teutsche Agrikultur, so unwahr— scheinlich es auch ist, keinen direkten Vortheil aus der Kenntniß der Landwirthschaft eines benachbarten grossen Volkes ziehen, so wird es jedem Freund und Kenner derselben doch angenehm seyn, zu wissen, nach welchen„Morun dort der Ackerbau getrieben werde; in welchem Verhältniß der Bauer zu seiner Herrschaft stehe, und wie es um das Glück und den Wohlstand eines Volkes aussehe, das einst eine so wichtige Rolle in der Weltgeschichte spielte? Wolfoberg in Kärnthen am 2rsten Dec. 1804. D. Burger. — w 2*——— SIIDD,ͥ⸗ͥůs—— PPFFTPTPTPTPTDTDTDTDTDTDTPTP PSPPPTTTTTTTTT von heil, „da bliche lden⸗ itgend vaht⸗ Haus arten ꝗ und issen, kieben seiner dd den e so el. — *..——— M Vorrede. „Was nüzt es,“ sagte man mir,„ganz Frank⸗ »reich den toskanischen Feldbau kennen zu lernen; »kaum haben zwey oder drey seiner südlichen Depar— »temente ein diesem Lande gleiches Klima oder ähnli⸗ vchen Boden; hüten Sie sich also, ein Buch zu ma— vchen; allein übergeben Sie Ihre Beobachtungen den „Ackerbaugesellschaften jener Departemente, wenn „Sie wirklich etwas RNüzliches ihnen mitzutheilen »zu haben glauben.“ Dieser Rath war der eines Freundes; viele Leute werden ihn, wenn sie nur den Titel dieses Werks allein lesen, vernünftig sinden, er ist wenigstens scheinbar richtig, und ich muß ihnen daher erklären, warum ich ihn nicht befolgt habe. Der Ackerbau wird ohne Zweifel in jedem Land modificirt: durch den Einfluß des Bodens und Kli—⸗ ma's; durch die Sitten des Volks, das ihn ausübt; die Natur seiner Bedürfnisse, und hieraus entsprin⸗ genden verschiedenen Forderungen, die es der Erde macht; das Maas seiner Kenntnisse, und die Be— schränktheit seiner Industrie und Wirksamkeit. Er muß hingegen einige unwandelbare Grundsätze und ein, von einem End der Welt zum andern, gleich⸗ förmiges Wesen haben. Es ist kein Werk von ge⸗ ringem Einfluß, die unbeweglichen, der Kunst allein gehörigen, Regeln von den nationalen Modifikatio⸗ nen, die aus den ersteren entsprungen sind, zu son⸗ =ri*** DNVQD VIII dern, und nur durch die Annäherung mehrerer prak⸗ tischer Ackerbau-Systeme ist man im Stande, zu diesem Zwecke zu gelangen. Frankreich hat bereits an zu verschiedenenmalen sich mit den Arbeiten und me Entdeckungen des englischen Landwirths beschäft tiget; 6m der italienische 3nnn Richt mindere Rechte auf seine seh Aufmer! amkeit, und aus der Vergleichung des ei⸗ W nen mit dem anderen können Aer nüzliche Wahr⸗ dur i Diese zwey betriebsamern und che mit Vorzug Ackerban treibenden Nationen, wovon 6 nie eine in der Schule der anderen war, und die ihr an mehr unter sich, als von uns scheidet, konn— blik n sich nur in so weit, als sie durch eine sinnreiche es Tun oder genaue Erfahrungen geleitet wurden, au begegnen; ihr Uebereinstimmen über die Felderein— seh theilung zum Beyspiel, und die Regeln des Frucht— A wechsels sezt uns beynahe unbezweifelt auf den Weg ligt einer allgemeinen Wahrheit. gt Auch glaubte ich, es sey sehr nüzlich, den Acker— des bau einmal so zu beschreiben, wie er wirklich ist, kür nicht wie man ihn zu sehen wünscht. Die meisten 0 Bücher, die bisher über diese Wissenschaft geschrie— N ben worden, führen uns mehr oder minder zur Schu— hm le: auch war dies natürlich; ihr Zwek war, uns zu belehren. Man kann indeß nicht verneinen, daß die n Kenntniß des Ackerbaues nicht blos allein in dem sch bestehe, das„Bessere“ einzuführen, ohne das Gu— mä te zu kennen, welches bereits besteht. Ein guter üI Landwirth muß vor allem das Land in seinem gegen— un —.—.——..—.——————9..———9—9—8.:——2—2———.——3.............. ˖— prak⸗ „zu reits und iget; seine ei⸗ ahr— und ovon e ihr onn⸗ lcker— Rist, eisten Schu⸗ 8 zu 5 die dem Gu—- guler gegel⸗ IX wärtigen Zustand erforschen, und dann erst die Bü⸗ cher zu Rath ziehen, die ihn belehren, wie er hievon am meisten gewinnen könne: allein wie oft sieht man nicht vorgebliche Agronomen aus den Städten kom-⸗ men, die alles zu wissen glauben, weil sie alles gele⸗ sen haben, nur zu bald bey der Anwendung ihrer Wissenschaft in Verlegenheit gesezt, den Landleuten durch Unwissenheit der gemeinsten Dinge, der tägli⸗ chen Arbeiten, die man vor allen kennen sollte, zum Gelächter werden? In gegenwärtigem Werk, welches ich dem Pu⸗ blikum vorlege, ist das Land so beschrieben, wie ich es gesehen habe; der Ackerbau so, wie ihn die Bauern ausüben; so wie ich ihn selbst ausgeübt habe: nur sehr selten schalte ich eine neue Erfahrung oder einen Rath ein, den der allgemeine Gebrauch nicht gehei— ligt hat. Ich glaube nicht, daß mit einer dergleichen Lektüre ein Landwirth sich von dem eigenen Studium des Landes überheben könne; allein er wird es in kürzerer Zeit und mit mehrerem Nutzen vollbringen, wenn er durch irgend eine Anleitung geführt wird, als wenn er hiebey gezwungen ist, sich blos nach dem Schlendrian der Bauern zu richten. In meinen Augen würde das Gemählde des Acker⸗ baues irgend eines französischen Departements immer sehr nüzlich, und die Vereinigung dergleichen Ge— mählde die vornehmste aller Sammlungen seyn. Es ist indeß, wie es mir scheint, ein Vortheil, gleich zum Anfang das eines fremden Landes aufzustellen; SISSS. SSSSSSSSSIfff X die Neugierde wird, hievon gereizt, und der Ver⸗ fasser hat mehrere Mittel, dieser Genüge zu leisten. Toskana, zum Beyspiel„ist ein mit den mahlerisch— sten und abwechslendsten Schönheiten bereichertes Land; der Leser wird ohne Zweifel einiges Vergnü— gen haben, es kennen zu lernen. Der Unterschied zwischen den italienischen und unseren Sitten ist fühl—⸗ barer, als er sonst überhaupt zwischen den europäi⸗ schen Nationalcharakteren nicht ist. Diese Sitten beherrschen den Ackerbau oft, oder haben in mehre— ren Rüksichten Einfluß auf ihn, so, daß ich zu ver⸗ schiedenenmalen hievon sprechen zu müssen gezwun— 269 seyn werde. Da die Italiener vor mehreren Jahrhunderten in der Schule der Freyheit gebildet Wurden⸗ so sind sie uns auf dem Weg der schönen Künste, der Wissenschaften, der Betriebsamkeit und Reichthümer vorausgegangen: so eben war ihr Land zweymal nach einander der Schauplaz des ersten der Helden Frankreichs; es hat Ansprüche, uns zu in— teressiren: der gegenwärtige Zustand seiner Industrie, seiner Reichthümer und Hülfsmittel; der Einfluß, den seine verschiedenen Regierungen auf selbes ge⸗ habt, an für uns wichtige Fragen, über die ich Gelegenheit gehabt habe, einige Aufschlüsse zu geben. Von allen Bewohnern Toskana's hat mir die Classe der Bauern immer die interessanteste geschie⸗ nen; ich habe bey ihnen eine Freymüthigkeit und Ein⸗ falt angetroffen, die man dem italienischen Charakter sremd glaubt; eine Regelmäßigkeit des Betragens, SꝗDꝗSD‚D‚D‚D‚D‚snSSs‚e‚tese‚e.‚‚tetee....... hönen und Land der in⸗ strie, fuß, ge⸗ e ich eben. r die schie⸗ Ein⸗ rakter Hs, IXI die sehr seltsam mit dem Verderben der Städte ab— sticht; eine Betriebsamkeit und Geduld, die seit dem Verfall des Handels und der Manufakturen die Hülfsquellen des Staats sind; religiöse Gefühle, die sich durch den Einfluß, den sie über ihre Sitten haben, Achtung verschaffen; endlich einen von Haß und Fanatismus mehr, wie beym gemeinen Pöbel, gereinigten Aberglauben; auch bin ich ihnen bey ih—⸗ ren Arbeiten, ihren Unterhaltungen in ihre Hütten und selbst in ihre Küche gefolgt. Die Kunst, die Speisen der Reichen zuzurichten, ist immer mit we— nig Ehre verbunden, und öfters schädlich; allein die Ernährung des Armen erheischt die Aufmerksamkeit des Menschenfreundes, und die einfachen Gerichte, womit sich der arbeitsame Mensch, der uns zu le— ben verschaft, begnügt, verdienen die Untersuchung eines jeden, der sich mit dem Glük seiner Neben—⸗ menschen beschäftigt. Was die übrigen Gegenstände betrift, die ich in meinen Plan einfliessen ließ, so wird ein Ueberblik des Registers eine genauere Idee hievon geben, als alles, was ich hier beyfügen könnte. Hier erlaube man mir nur noch eine Bemerkung.— Im Augen⸗ blik, wo die Augen Frankreichs auf seine neue Co— lonie, auf jenes fruchtbare Aegypten gerichtet sind, das durch Schätze, die sein Boden hervorbringt, und solche, die seine glükliche Lage von einem Meer zum anderen in Umlauf bringen wird, es zu berei⸗ chern verspricht, ist es nicht ohne Rutzen, sein Au⸗ XII genmerk auf ein vervollkommnetes Ackerbausystem in einem Lande zu richten, welches das Mittel zwischen Frankreich und Aegypten hält. Diese Vergleichung stellt eine Abstufung zwischen dem Mutterland und seiner Colonie dar, und sezt uns in Stand, auf lez⸗ teres unsere alten Erfahrungen anzuwenden, und zu berechnen, was der Landwirth von der brennenden Sonne Afrikä's und dem fruchtbaren Schlamm des Nil's zu erwarten hat.) ) Schade, daß die Hoffnungen unseres Verfassers nicht er— füllt wurden, und daß durch den Neid der europäischen Mächte das fruchtbarste Land der Welt öde, und in der Gewalt der verworfensten Menschen liegt! Aegypten würde unter den Händen der Franzosen gewiß mehr, als Ostin⸗ dien unter den Händen der Engländer ist, geworden seyn. Der Uebersetzer. Ge⸗ — ———1. +.— S........... — em in ischen hung und lez⸗ id zu nden des ht er⸗ ischen nder würde Oslin⸗ eyn. Ge. Gemählde der toskanischen Landwirthschaft. — Geschmak und das S enschaften 45 Europa wieder anfieng aufzuleben dinn OV isf. tudium der 5 die neuen Philosophen vor allen andern die ri ben begreifen, und sie in ein System 6 St Erfahrung bedienten sie sich ihrer Ein bildungskraft, und bemühten sich zu lehren„statt daß sie lernen sollten: es bedurfte Zeit, ehe sie diesen Weg verließen, den sie ihrem Geist anpaßend Lelten, und sich dahin einschränkten, blos zu hören, zu beobachten, zu versuchen und abzu⸗ warten. Allein die Tage der Erfahrung sind endlich ge⸗ kommen; man hat allgemein anerkannt, daß nur— al⸗ lein uns belehren können; und beym Ackerbau, so wie in den Wissenschaften besolgt man nun keine aud ren als ihre Lehren. 47 7 V. Roo De, 36 Obglei ich indessen die Erfahrung die beste Führerin ist, so ist sie doch nicht unfehlbar; vor allen ist sie es nicht im At bau; hundertmal wird sie uns in dieser Wissenschaft täuf chen für einen Fehler, den sie uns in der Chemie oder Physik begehen läst. Es giebt keinen Neue⸗ rer, der nicht, um tae Entdeckungen zu rechtfertigen, den Ertrag seiner Felder und Gärten zum Zeugniß aufge⸗ rufen, und sich nicht durch seine eigenen Augen überzeugt geglaubt hätte, daß die Werkzeuge, Pflanzen oder Me⸗ thoden, die er anprieß, den Vorzug vor den andern ver— dienten; allein allen diesen Neuerern gelangen ihre Ver⸗ suche nur allein; niemand konnte ihren Erfolg theilen. Toskanische Landwirthschaft. A — — Daher rührt es auch, daß von so vielen gepriesenen und wohl geprüften Erfahrungen man kaum zwey oder drey zählen——3„die allgemein angenommen worden zu seyn verdiente Wan sollte beynahe glauben, daß die Erde die Zu— 5— seines Bearbeiters erwiedere, daß sie gleich ihr an dem Gelingen seiner Versuche Theil nehme, und daß sie kleine Versuche begünstige, um sie scheitern zu machen, sobald sie nach einem gröseren Maß 925 Ingewendet wer— den. Ohne ihr indeß Empfindlichkeit zu leihen,. man sich sehr wohl die Ursache 8e5 Ersolgs aller Neuer erklären, wenn man die angestrengte Sorge und kle uliche * — Aufmerksamkeit berechnet i 9 ri. zu machen, für die sie so viele gefast haben: diese Sorgen, in der Folge von ihren Nach⸗ ahmern verna e werden nicht so bald vergeßen, als die Resultate nicht mehr die nemlichen sind, und die vorgeblichen Entdeckungen verlaßen werden. Zudem ist nichts so unrichtig, und mehr willkührlich, als die Berechnung der Unkosten und des Nuzens einer kleinen En ung; nichts ist schwieriger, als die Unkosten und den Nuzen einer 8 osen Unternehmung zu bedeuen sollte mir auch ein Mann von Crsahn ung be⸗ weisen wollen, daß irgend eine neue Kultur möglich seye; ich werde so kange zwe seht, ob sie nüzlich seye, bis ich sie selbst versucht haben werde. Allein es giebt eine Art von Erfahrungen, die siche⸗ rer und belehrender zu seyn scheint, nemlich jene: nicht einzelner Menschen, sondern ganzer Nationen. Weil je⸗ der Staat, jede Provinz, jeder kleine Bezirk oft ein eige⸗ nes Ackerbausystem hat, so laßt uns alle jene Systeme vergleichen, und in jedem derselben das nüzliche aufsu⸗ chen; werden wir dann für die Partheylich⸗ die sie sich geben, 55 V Wot⸗ — — 1 keit eines Theils und die Nach läßigkeit des anderen nichts abzuziehen haben, und wir können versichert seyn, daß Gebräuche, die in andern Ländern angenommen sind, nicht i ihr an d daß sie Hnn kleinl iche ene Vor⸗ Vorliebe ren Nach⸗ vergeßen, „ und die lkkührlich, jzens einer hierauf die chmung zu ahrung be— glich seye; e, bis ich ene: nicht Weil je⸗ t ein eige⸗ je Systeme iche aufsu⸗ arheylch⸗ deren nichts seyn, daß sind/ naht über den Verstand unserer Bauern, noch unverträglich mit der Verwaltung groser Güter seyen. Niemand hat den Nuzen einer solchen Vergleich Hung so lebhaft gefühlt, als der berühmte Arthur Voung. Um sich in Stand zu sezen, sie anstellen zu können, un ternahm er mehrere Reisen in den grösten Theil von ropa. Jeder Landwirth ist ihm viele Verbindlichleit seine langen und kostspieligen Reise fühlte es selbst sehr wohl, daß der flüchtige Blick Reisenden nicht im Stand seye, die Doriheile, oder wickelten Nachtheile einer nicht gewöhnlichen Praxis zu begreifen, und daß man vielleicht mehrere Jahre in je⸗ dem Ort sich aufhalten müste, ehe man ein gerechtes und richtiges Urtheil hierüber fällen könne. I H„„ 4 2560 Es scheint, daß man mehrere Belehrung von dem Briefwechsel der verschiedenen Ackerbaugesellschaften erwar⸗ ten könnte; Auein eine sehr gründlie he Kenntniß Der mei⸗ sten dieser 2.—. beid⸗ keineswegs jene Hofnun⸗ gen. Man merkt bald, daß mehrere unter ihnen mehr das Ausk Een von Wissenschaft als die Nüzlich— keit zum Zwek haben, und daß man unter einer Menge von geistvollen Männern nur selten einen Beobachter, und noch seltener einen Landwirth antreffe. Dann fühlt man sehr lebhaft den Unterschied, den man zwischen diesen, 1 und einer Gesellschaft Freunde sezen muß, ie ohne Auf⸗ munterung der Regierung, blos allein von der Liebe des gemeinen Besten und der Wissenschaften belebt, sich un⸗ tereinander zur Arbeit aufmuntern, und ihre Kenntniße, ihre Erfahrungen und ihre Entdeckungen gemeinnützig machen. Niemand ist fähiger, von einem fremden Ackerbausy⸗ stem Rechnung zu geben, ein Mann, der, bekannt mit der Feldwirthschaft seines eigenen Landes, sich als Landwirth in einem fremden Eiederb⸗ ißt; Nur dieser, wenn er das eine sowohl als das andere System genau durchstudirt hat, ist im Stand, den Unterschied beyder zu erkennen, 4 sie abzusondern, und jedes einzeln so darzustellen, daß nicht blos allein das Lobenswürdigste im Ackerbau des Landes, sondern das dem fremden Nützlichste vor Augen gelegt werde. Da ich berufen ward, dieses doppelte Studium über die Landwirthschaft von Genf und Toskana ntn.„so hab ich geglaubt, daß die Vor rtheile mei⸗ ner e den Mangel an Talent ersezen, und mich berech⸗ tigen Wedten, über einen Gegenstand zu schreiben, der mir so interessant geschienen hat. Man nennt insgemein Toskana den Garten von Italien„das will sagen, von Europa. Sollte man nicht fürwitzig seyn, zu wissen, in was seine von der Natur so begünstigten, vom Fleiß der Menschen so verschönerten Felder, von den unsrigen ab⸗ weichen? Damit aber die Beschreibung, die ich so eben beginne, genauer und wahrer seye, werde ich mich dahin einschränken, blos von jener Provinz zu reden, wo ich fünf Jahre als Landwirth gelebt habe; zudem hat sie 5 prüche Ehen zu wer rde nu, sie ist die arbeitsamste, fler äßigste, und am besten bebaute von ganz Toskana; ih⸗ ren Ramen;„das Thal von Nievole“ erhält sie von ei⸗ nem kleinen Bach, der sie zum Theil durchstr rom t, und ihre Hauptstadt„Pescia ar if der Häl schen Pistoja und Lucca ist an einen anderen Fluß gebaut. fte des Wegs zwi⸗ —— Man theilt die Länder des Thals von Wsole in drey Hon Lhenen 8 fe Boer Klaßen: nemlick die„Ebene“ die„Hügel“ und 5 Ber⸗ ge“. Diese Abtheilung, die die Natur selbst in allen Ländern gemacht hat, ist in Toskana mehr als irgendwo beme dn. sey es, weil der Zustand der Bauern in jeder derselben verschieden ist, oder weil die Kultur und die Pro⸗ dukte ganz and gar verschieden sind. Indem wir sie alle drey durchgehen, können wir einen vollkommenen Kurs der t oskaniß chen Landwi irths sch aft mach en. ——— en, daß kbau ded or Augen doppelte Toskana heile mei⸗ ch berech⸗ der nsgemein gen, von 1 ben, Fleiß der rigen ab⸗ so eben ich dahin ich fünf hat sie eitsamste, ana; ih⸗ bvon ei⸗ nt, und zwi⸗ gebaut. in drey d Ber⸗ in allen gendwo in jeder die Pro⸗ sie alle n Kurs Die Eben L. 1. Eigenschast der Cbene. Jeder Reisende, der Italien besucht, muß über den Anblick seiner Ebenen erstaunen; sie gleichen jenen von Shanbeain oder dem übrigen Theil von Frankreich nur wenig, und man erkennt in ihnen beym ersten Blick das Werk und den Absaz der Wässer: es ist der Schlamm ei⸗ nes Sees, der den Grund des Bergbekens verbirgt, in— nerhalb welchen er eingeschlossen ist. Die Wässer, die ihn bildeten, haben sich eine Oefnung gebahnt, und sind verschwunden; alein der Schlamm, den si während Jahrhunderten abgesezt hatten, blieb eben liegen, und bringt ihr Bild wieder ins Gedächtniß. ie Ebene von Pescia, die auf eilf o—— 35 ö len*) in die Länge, sieben oder acht in die Breite mißt, hat vor nicht gar zu langer Zeit diese Umwälzung erfah⸗ ren; die Wässer eines n erstrekten sich im 16ten Jahrhundert bis vor die Thore der Stadt, und bedekten jene reiche Vertiefung; nach und nach befreyte man sie indeß wieder vom Wasser, und„»Peter Leopold“ war's, der den lezten und wichtigsten Sieg über die Wellen davon⸗ trug, indem er dem Morast von Fuccecchio einen Abfluß erofnete, den seine Vorgänger verschlossen hatten, um eine Fischerey zu errichten. Die schlammige Erde der Ebene ist von einer ausser⸗ ordentlichen Fruchtbarkeit; sie ist sich auf eine Tiefe von 7 bis 8 Fuß gleichförmig; ihre Unterlage, dort wenig⸗ stens, wo man sie findet, besteht aus Kies oder sehr fei— nem Wollensand, der so sehr mit Wasser geschwängert ist, daß man nicht sehr lang in ihm graben kann, wel⸗ ches das Grundlegen der Häuser sehr beschwerlich und kost— 7 8 — — — —7 X *) Italienische Meilen nemlich; wovon vier eine deutsche Meile machen. d. U. 6 spielig macht. Diese Erde ist von einer graugelben Far— be, leicht, zerbrechl ich, wenig steinig. Verbindet sich leicht mit dem Wasser, und läst es ungern wieder fah⸗ ren; daher es rühren mag, daß sie die Bauren dieser Ei— genschaft wegen sowohl, als ihrer Fruchtbarket„fette Er— de“ Terra grassa nennen. Indessen sind nicht alle Felder dieser Art gut, und der Grund, warum es einige nicht sind, entspringt aus einem seltsamen, den Ebenen Italiens eigenen, Fehler: daß sie nemlich niederer liegen, als das Bett des Bachs, sie bespült; diese werden alle zwischen stärk erhöhten Dämmen rük- und gleichsam aufgehangen erhalten. So— bald der Reisende einen kleinen Hügel, der mit hohen Pappeln bepflanzt ist, entdekt, kann er versichert seyn, daß er einen Bach vor sich habe: der Damm der Pescia bey Collodi ist den höchsten Häusein der Gegend gleich; indeßen erhebt er sich an der innern Seite doch nicht hö— her als zehen Schuh über den Grund des Betts: der Damm des Arno, ehe er Pisa erreicht, ist freilich noch mehr erhöht. Da das toskanische Meer selbst zu hoch ist, um die Flüße, die sich in selbes stürzen, aufzunehmen, so war man gezwungen, alle jene Flüße und Bäche, die ihr Wasser in selbes entleeren, mit Dämmen zu umgeben, damit sie, vorzüglich wenn der Südwind bläßt, und das Wasser zurüktreibt, nicht in die Felder übergehen. In der Folge war man gezwungen, diese Dämme immer mehr zu erhöhen, entweder weil der Schlamm, den die Flüße immer absezen, ihr Bett so erhöht, oder weil das mittelländische Meer sich beständig erhebt; hieraus wird es wahrscheinlich, daß es einmal, über kurz oder lang alle Ebenen Italiens überschwemmen werde, da mehrere der reichsten derselben niederer, als dessen Oberfläche lie— gen. Bald hat man auch alle Bäche, die sich in den Arno und Serchio ergießen, in Kanäle einschließen müs— sen, um ihren Fall zu mäsigen, und sie so viel zu erhöhen, daß jene Flüße sie aufnehmen können; selbst die Seen — 3= 2 ꝑPꝑPFPFPTFTPTTTPTPTDTDTDDTCDTTDTQHPH ö‚PP‚5S R0 ih gelben Fat— —60 sich bieder fah⸗ dieser Ci⸗ yfette Er⸗ gut, und 2 aus „ 4 Bachs, erhöhten ten. Eo⸗ nit hohen hert seyn, er Pescia d gleich; nicht hö⸗ etts: der eilich noch hoch ist, unehmen, ͤche, die umgeben, und das en. In e immer den die weil das us wild der lang mehrere äche lie⸗ in den gen mus ahhn die Cien 7 sind mit hohen Dämmen umgeben, und ungeachtet der Unermeßlichkeit und Feste dieser Arbeiten brechen die Däm— me doch, wenn die Regengüße e sehr beträchtlich, oder der Südwind, der das Wasser zurüktreibt, sehr stark ist, durch; die Chamen werden dann auf mehrere Meilen im Um unter Wasser gesezt, 8 dies verursacht eine um so grös⸗ sere Verwüstung, da es nirgends einen Ausweg, weder in die Flüße, nor f in 81865 Meer findet. Allein die Ueberschwemmungen sind nicht der einzige Schade, den das Wasser den Ebenen Toskana's zufügt; immer über diese erhoben, quillt es aus den Seiten aller Dämme, durchdringt alles Vorliegende, und macht, ohngeachtet aller Anstrengungen der Indusirie, Felder, die von der Natur und dem Reichthum ihres Bodens zu den fruchtbarsten bestimmt waren, morastig und unfrucht⸗ bar. In einer nassen, oder wie die Toskaner sagen, durch das Durchseigern des Wassers„kalt gewordenen“ Erde wird der Weinstok und der Maulbeerbaum, nach— dem ersterer durch einige Jahre Früchte von einem salzi⸗ gen Geschmack gegeben, faul, und beyde verderben bald. Die Saar fault in der Erde, oder gleich nachdem sie aufgegangen war;— ein nur zu häufiger Zufall in allen niederen Ebenen, der die Hofnung des Landmanns in nas— sen Jahren betrügt.— Dieser, nachdem er die Winteran⸗ saat aufgegeben, versucht noch einige Jahre die Frühlings⸗ saat; allein das Fortschreiten der Näße, so wie der Salz⸗ geschmak, den die Erde annimmt, und den sie allen ih⸗ ren Produkten, selbst dem Futter mittheilt, welches das Bieh nicht mehr fressen will, nöthigt ihn endlich, abzu⸗ stehen, und eine Erde unbearbeitet liegen zu lassen, die für ihn undankbar geworden. §. I.. Aufschwemmungen. Arthur Voung hörte auf seiner Reise in Italien von den Aufschwemmungen,(Comblées franz. Colmate ital.) als dem einzigen Mittel, welches man kenne, ein 8 Erdreich, welches durch Wasser sumpfig geworden, wie— wie der fruchtbar zu machen. Ohne Zweifel schenkte er die— ma sem Gegenstand zu wenig Aufmerksamkeit, weil er ihn ab; in der englischen Landwirthschaft nicht anwenden konnte; 1 denn der Bericht, den er hievon giebt, ist ganz und gar fort fehlerhaft. Diese Aufschwemmugen sind indeß das gröste h und prächtigste vielleicht, was die Landwirthschaft aufzu— ool stellen vermag. Im ö Die Regengüße sind in Italien so heftig, daß sie die Erde, welche die Berge bedekt, wegführen, den inne⸗ ren Kern derselben, den Schiefer, benagen und auflösen, dife und die Bäche mit einem fruchtbaren Schlamm anschwel— wett len: diese, die gewöhnlich einem in einer Fläche von gro— wöh bem Kies sich verlierenden Wasserfaden gleich sehen, wer-⸗ diese den nach einenn Regen zum ungeheuren trüben Fluß; sie Die; füllen das Bett, das nicht für sie gemacht zu seyn schien, mun sehr geschwind, und erheben sich mit Ungestümm wider in u Dämme, die der Reisende für unnothwendig gehalten eissre hätte. Dieser gewöhnlich verlohrne Schlamm wird bis finf zur Mündung der Flüße getragen, wo er Bänke bildet, und ihnen den Eingang ins Meer immer beschwerlicher to n macht. Es war eine schöne Idee, die Bäche zu zwingen, bhbbe auf jenen von ihnen ausgesäuerten Ebenen den Schlamm dieem abzusezen, der ihren Lauf hinderte, und so jenen Scha⸗ neke den wieder gut zu machen, den sie selbst verursacht hat— V ten. Man erdachte, die feuchte Fläche mittels eines Erd— ieden damms einzuschliessen, der in allen Stücken jenen gleicht, das e womit alle Bäche Italiens umgeben sind, am obern Theil ‚ muß das Bett des Bachs zu öfnen, damit in Zeiten, wo er shen viel Schlamm trägr, er sich in diesen ihm vorgerichteten enen Umfang ergießen, dort sich zum großen See bilden, nnd ö Dek! auf den Grund allen Schlamm absezen könne, womit wech seine Wellen beladen waren. Wenn in der Folge das Was⸗ hnt ser wieder klar geworden, so benüzt man eine Zeit, wo gouß der Fluß beynahe wieder troken geworden, um die tiefste nd Stelle dieser Einfassung zu dͤnen, und so das Wasser honnt Iden, wie—⸗ kte er die eil er ihn konnte; z Und gar das gröste aft aufzu⸗ den inne⸗ auflösen, anschwel⸗ von gro⸗ Fluß; sie yn schien, um wider gehalten zwingen, Ichlamm n Scha⸗ icht hat— je tiefste Wasser X.. 9 wieder ablaufen zu lassen. Oft sezt das Wasser auf ein— mal drey oder vier Zolle tines vorref ichen Schlammes ab; man wiederholt diese Operation, so oft man im-Jah— re kann, und fährt während drey oder vier Jahre damit fort, am Schlusse welcher das Erdreich gemeiniglich er— höht, genug geworden, daß der Bach, selbst in Zeiten von Ueberschwemmungen, nicht mehr so hoch anschwillt, um in diese eingeschlossenen Flächen tretten zu können, oder wenigstens so viel Wasser hineinzutragen, daß es der Mühe verlohnte, selber sich sezen zu lassen. Ist man zu diesem Ziel gelangt, so ist es gleich unnoz als unmöglich weiter fortzufahren. So wie diese Fläche über das ge⸗ wöhnliche Be ett d es Bachs sich erhoben hat, wird sie von diesem statt sonst Woras ig zu werden nun bloß überschwemt. Die Fruchtbarkeit des Erdreichs, welches 19 Aufschwem⸗ mungen absezen, ist beynahe unglaublich: eine derselben in meiner Nachbarschaft, die man vor zwey Jahren zum erstenmal mit 5 Säke Weizen besäete, lieferte hundert und fünf und zwanzigfachen Ertrag. Um solch eine Aufschwemmung machen zu können, ist es nöthig, daß man in seiner Nachbarschaft einen Bach habe, dessen Schlamm fruchtbar sey; denn es gibt einige, die nur über Sand oder Kiesel rollen; der Bach muß fer⸗ ner genug Fall haben, oder man muß eine beträchtliche Länge desselben besizen, damit er bey der tiefsten oder niedersten Schleuse das Wasser wieder aufnehmen könne, das er in die höchste oder oberste ausgegossen hatte. Man muß endlich genug Muth und ansehnliche Kapitale be— sizen, um ein Unternehmen zu bestreiten, das mehr für einen Fürsten als eine Privatperson gemacht zu seyn scheint: Der Damm, welcher die lezte Aufschwemmung umgiebt, welche der Marquis Ferroni bey Bellavista gemacht hat, hat beynahe drey Meilen im Umfang. Seine Dicke ist groß genug, daß man die Landstrasse auf ihn anlegen, und ihn noch zu beyden Seiten mit Pappeln bepflanzen konnte; man wird diesen Damm auch dann noch stehen . TTTTTPT TTTDTDTDTLQFòtũͥ⅜s Unu.;yp p⸗p⸗p⸗ 10 lassen, wenn die Aufschwemmung bereits vollendet ist, um Brennholz zu gewinn en. Es ist wahr, daß man nicht genothiget ist, sie so ungeheuer zu machen, und daß es 5i ee ist, ob es besser sey, eine grosse, oder iehrere kleinen Einfassungen zu machen: denn bei grossen Auf fsc nen hat man einen verhältt niß miss kür⸗ zeren Damm zu erbauen, weil der Umfang zur Oberfläche um so viel kleiner ist, als diese grösser ist: bey den klei⸗ neren hingegen ist man nicht genöthigt, den Dämmen eine so grosse Erhöhung oder Dicke zu geben, da das Gewicht des Wassers, welches sie zu tragen haben, min— der beträchtlich ist. Die schönsten Aufschwemmungen in Toskana sind: I. jene des Thals von Chiana, die diese sumpfige Ge⸗ gend zur fruchtbarsten des Staats machten: die meisten derselben wurden unter der Leitung des Ritterordens von St. Stephan unternommen: 2. Jene, in der Ebene von Pisa, die das Werk eines Karthäuserklosters oder viel— mehr seines Hausverwalters sind, der sich durch seine Herrschaft über das Wasser den Zunamen des Neptuns erworben; 3. endlich jene des Marquis Ferroni im Thal von Nievole bey dem Morast von Fucechio. F§. III. Wässerungen. Das Studium und die Fortschritte der Hydraulik sind in Italien mit der Landwirthschaft innigst verbunden. Man mußte alle ihre Hülfsmittel aufrufen, um En die beynahe keinen Abhang haben, einen Abfluß zu ver— schaffen; um das Austretten der Flüsse zu verhindern, wenn ihre Mündung höher zu liegen scheint als ihr Bett im Land; um Moräste auszutroknen, die niederer als die Oberfläche der Wasser liegen; und endlich um die Bä⸗ che zu zwingen, eine Fläche zu erhöhen, die sie ihrer Nidrigkeit wegen verdarben. Allein die Italiener haben nicht weniger Industrie und Verstand in der Behandl lung 2 0 5—— des Wassers zu Wässerungen gezeigt. Die Art es zu mei⸗ der den den und endet Abha sorgf einen Bait am mögl büg, * Del! Eben Was Thal rosse, oder bei grossen ͤssig kür⸗ —O berfläche 'y den klei⸗ Dämmen „ da das ben, min— ana sind: npfige Ge⸗ die meisten rdens von Ebene von oder viel⸗ durch seine 3Neptund i im Thal aulik sind herbunden. Ebenen, 15 zu ver⸗ erhi inde M, + VNott ihr Bell ederer als 5 ehandlung zu mel⸗ ———. 1 stern und nach Willen zu leiten; die ungeheuren Kosten und die prächtigen Arbeiten, die man diesem Endzweck weihte, die Sparsamkeit, die man mit dem Fall des Bodens beobachtet, sind von ihnen—— einem Grad von Vollkommenheit gebracht worden, welcher der Bewunde— rung des Auslands würdig ist. Um im Feld zu bewässern, ist es nöthig, zwey grosse Gräben zu eröfnen, die sich in eine unendliche Menge klei⸗ ner Zweige zerästeln. Der Bewässerungskanal(la gora ital.) empfängt das Wasser des Bach 5 an seinem höch⸗ sten Ort, und führt es mit dem geringsten Aufwand vom Fall auf Oerter, die höher liegen als der Bach selbst, um sie fruchtbar zu machen; und der Ahzugskanal o scolo) der unter den hohen Oertern gegraben worden, em— pfängt das überflüssige Wasser sowohl des Regens als der Bewässerung, verhindert es am Feld zu faulen, und führt es in 45 Bach am niedersten Theil seines Betts zurük. De da er vorzüglichste Punkt in der— der Bewässerung ist, 5 Wass er des ersten Kanals so hoch zu erhalten als es der Spiegel des Bachs, woher er kommt, zuläßt; und den zweyten so nieder zu graben, als es sich mit dem Fall, den das Wasser haben muß, um nicht darin zu faulen, und mit der Oberfläche desselben im Bach, wohin er sich endet, verträgt. Diese Aufmerksamkeit ist nöthig, da der Abhang der Ebenen so unansehnlich ist, daß man mit der sorgfältigsten Sparsamkeit hiemit umgehen muß, um nicht einen Zoll unnüz zu verlieren. Damit endlich der Unterschied zwischen der Höhe des Betts im Bach, wo es genommen wird, und seiner Höhe am Ort, wo es wieder zurükgeführt wird, so groß als möglich seyn, wird der Bewässerur öfters im Ge⸗ bürg, wo der Fall des Bachs beträchtlich ist, angelegt. Der Kanal der Pescia ist mehr als sechs Meilen über der Ebene, und während seines ganzen Verlaufs fließt das Wasser in der Gora über der Oberfläche des Grunds vom Thäl, welches es bewässern soll; allein es ist wahr, daß 12 ie beträchlichen Kosten, welche diese grosse Erhöhung des siud d li Wa ssers verlangten, nicht in Hinsicht des Ackerbaues al⸗ be⸗ lein gemacht wurden; man erhöhte die Gora so sehr als die möglich, um ihr eine grössere Anzahl von Fällen zu ver⸗ das schaffen, und an jedem derselben so viele Mühlen zu er⸗ Mar richten, als bewegt werden konnten. Das Wasser, mwel⸗ eien sches die Ebene von Pescia wässert, sezt, ehe es dort an⸗ seine langt, mehr denn zwanzig Papiermühlen, eine berräc ht⸗ Falde liche Anzahl Gebredmheem, Oehlpressen und Seidenspin— I 0 nereyen in Bewegung, so daß das Wasser unter dem lez—⸗ st, t ten Abfall im gleichen Niveau mit dem Bach steht, in den hune: rs zurükgeführt wird. Out) Die 4 Arbe 0 n, um den Bewässernngsgraben Wleile nach der ganzen ha 00 des Bergs zu führen, sind di du sehr beträchtlich; der Abhang desselben ist manchmal so welig steil, daß man. Breite des Kanals nicht gewinnen sehr d konnte, so daß man ihn nicht nur allein statt zu graben Hulul von Steinen aufführen, sondern auch noch durch eine Kkeänn Mauer unterstüsen mußte, die in einer Länge von zwey da gle hundert Schritten wenigstens zwanzig Schuh Höhe hat. öfters An einem andern Ort ist der Kanal durch Schwibbögen VPasse von zehn bis zwölf Schuh über der Erde, gleich einer Whan römischen Wasserleitung, unterstüzt. Diese schönen Arbei⸗ Ebder ten zeigen, was man thun konnte, um das Wasser zu duschd beherrschen; allein es ist selten, daß der Ackerbau derglei⸗ Hhes chen erfoderte. AIuudli Von den drey Bewässerungskanälen, die in der Nähe Fuche von Pescia sind, enthält jeder gewöhnlich drey Schuh wem laufendes Wasser. Um sie voll zu erhalten, läßt man hang während des Sommers die zwey Bäche tröcken; und da Iem zwey Kanäle vom nemlichen Bach ausgehen, ist man oft der ie genöthigt, das Wasser abwechslend bald in den einen und kn ab dann in den andern fliessen zu lassen. Der Kanal ist sten e zwischen zwey kleinen Mauren eingeschlossen, die sich nicht nimm höher als einen Schuh über die Erde erheben, und von Zeit zu Zeit mit Schleusen unterbrochen. Diese Schleusen hnge höhung ded kerbaues al⸗ so sehr alo llen zu ber⸗ ühlen zu er⸗ asser„ W l⸗ es dort an⸗ ne beträcht⸗ Seidenspin⸗ ter dem lez⸗ eht, in den ungograbe ihren, sind anchmal so gewinnen zu graben durch eine bvon zwey Höhe hat. chwibbögen gleich einer nen Arbei⸗ Wasser zu m dergle⸗ der Nähe man oft einen und Kanal ist sich nicht und von Schleusen 13 sind nieder, und nöthigen das Wasser sich zu erheben, um übergeh en— indeß ein Theil in kleinen Bächen, die sich zur e jeder Sck leuse öft 148 und in das zu beässende Land e eführt wir Der Eigenthü⸗ — mer empfangt das Wasser, welches ihm solchergestält in einen ziemlich seichten Graben zukommt, am höchsten Ort es Landguts, und bringt, um es zur Oberfläche der Felder gelangen zu lassen, von neuem Schleusen an. Da edes Feld von dem andern durch einen Graben getrennt so wird das Wasser hier über kleine steinerne oder höl⸗ V V — —* — — — — — erne Kanäle gefüh 22 Es tritt in die Felder am höchsten Ort; und da sie in Betten von drey oder vier Schuh Breite abgetheilt man es nach und nach in ondern, ablaufen; da diese * F 1 Nn 2 Abhang haben, so dringt es — die Furchen, die di weni oder oft g sehr langsam vor durstige Erde trinkt, im Ver⸗ hältniß, 1.6 x ũfs viel sie aufnehmen kann, bis öllig durchdrun en ist, so 1—9 einer, der über s Bett gehen zu können, Wiade Wenn das eßt, weil sie zu viel einiger Schaufel voll so i, Erde aufgehalten, damit es Zeit habe, die Erde wohl zu durchdringen; mangelt indessen der Abhang, so ist die Höhe des Wassers von hinten, und seine Bewegung hin⸗ länglich das vorliegende fortzustossen. Daß es in der — 0 Furche stehen bleihen soll, kann nur in dem Fall geschehen, wenn der Bauer 10 es wider den Ab⸗ hang leiten zu wollen, weil er das Niveau seiner Felder beym Abfliessen der Regenwasser nicht gehörig beobachtet, oder seinen kleinen Unebenheiten durch ein gutes Bearbei⸗ ten abgeholfen hätte: auch kann dies Versehen nur im er⸗ sten Jahr statt finden, da er Theil an diesem Wasser nimmt. Diese Art zu bewässern, befeuchtet überflüssig und für lange Zeit die Wurzeln der Pflanzen, und die trolne Rin⸗ 14 de, welche die Erde über die Mitte des Betts bekommt, auf verhindert die zu grosse Ausdünstung; allein wenn man 0 noch nicht aufgegangenen Saamen oder junge Pflanzen 50 befeuchten soll, welche verlangen, daß die ganze Oberfläche 505 begossen sey, so pflanzt sich der Gärtner in die Mitte der lamn Furche mit einem grossen hölzernen Löffel in der Hand,„ und wirft das Wasser, so wie es gegen ihn fließt, zur Hl rechten und linken, wodurch die benachbarten Betten gleich⸗ nan förmig geschwind, und hinlänglich begossen werden. Wil J m de . IV. des Wassers. ü Cohl Söbald das Wasser, welches irgend einen Boden be— fühlba wässert, nicht einen geschwinden und leichten Abfluß hat, müssen die Wurzeln, die hierin enthalten sind, jederzeit s faulen. Man erfährt dies alle Tag bey jenen Pflanzen, Folge: die man in Gefässen erzieht, so wie nicht minder in Gär— se si ten und Felde en. Jede Erde, die gewässert wird, muß„Vngle demnach dureh Gräben, die sie durchschneiden, abgetrok— minde net, und der Abflußkanal, um das Wasser, damit es hie⸗ dens! rin nicht faule, aufzunehmen und geschwind weiter zu brin⸗ gen, ammer Di neerhalten werden. Die Bewässerungs⸗ ket, di die auf der Höhe des Feldes laufen, so wie die uird u übeigen der Bewässerung werden gleich den Gräbe Dämmen der Bachr die üble Wirkung hervorbringen, die sibst z Ebenen mor astig zu machen, wenn die Abzugsgräben nicht durch! Ba Wasfser aufnehmen, welches zur Seite der Kanal⸗ werkste wände durchsickert, so wie das überflüssige der Bewässerung, Ehmer und jenes, welches die Erde, wenn sie troknet, wieder zu⸗ ben ith rükgi bt; oder wenn der Fall all dieser Gräben etwa nicht ausgie groß genug wäre, um das Verderben des Wassers in der Vnser Nachbarschaft zu verhüten. lann. Wenn der Boden es zuläßt, daß man den Bewäs⸗ bagosser serungsgraben unmittelbar nach der Schleuse, wo er das Etind Wasser erhielt, einen Fall machen lassen kann, so kann sen dieser nemliche Graben beyde Verrichtungen bewerkstelli⸗ 9 9 gen, nemlich: das Wasser über die Oberfläche des Feldes 10 15 Batts 1 bekonn ekonnt, auf seinem höchsten Ort auszugiessen, und jenes, welches sich nach seinem Fall am Boden der Gräben, welche das 2 Pfanza Feld durchschneiden, sammelt, wieder aufzunehmen. Auf NSbenh diese Art erspart man den Plaz, welchen der Abzugs⸗ Nitt x kanal eingenommen hätte. Allein man ist doch genohi— du Hamd, get, einen Graben zu ziehen, der bloß zu diesem Gebrauch fiißt, zu bestimmt ist, wenn der Fall anfangt zu mangeln, und m Heten glich man mit denselben sehr sparsam umgehen wuß, um das bede, Wasser weiter zu leiten. Rieberhaupt si ieht man, daß man, um bewässern zu können, einen beträchtlichen Abhang. sizen müsse; indessen ist dieser doch dem Auge nicht seh In Boden he⸗ fühlbar, und man glaubt, das ganze Feld sey eben; 92 Wfuß hat, ches wohl vorzüglich daher rührt, daß jedes Feld und oft jderzeit jedes Erbgut in der That nivellirt ist; man trift in der Mamse, Folge Felder, die niederer als die andere liegen, allein da der in Gör⸗ sie 104 Leete e erwiedern, so schreibt man diese set und, uß ,„ Ungleichheit dem Ohngefähr oder der grösseren oder 9, abdettt⸗ minderen Tie fe der Gräben und nicht dem Abh hang des Bo⸗ dnit es si⸗ dens zu. hh— Indessen mangelt, so wie man in der Ebene fortschrei⸗ Wyisemngs⸗ tet, dieser Abhang endlich inn und die Bewässerung „ so wie di wird unmöglich. Das Wasser kann zwar am Grund der 0* Nen Gräben fliessen, allein Man hunh es nicht zwingen, von a, de selbst zur Oberfläche der Erde zu steigen; das kann nur iben nicht durch die Kraft der Hände geschehen. Um dies zu be— kr Hunth werkstelligen, bedient sich der Arbeiter eines gestielten Rcniseunn, Eymers, mit welchen er das Wasser im nächsten Gra⸗ wider 1 8 5 schöpft, und es über das ihm zur Seite liegende Bett eg Uht ausgießt. Diese Arbeit geht ziemlich schnell, und das Waf sser läuft beynahe so geschwind, als wenn es von selbst käme. Niemals wird, wie 1 ey uns mit der Sprizkanne 1) begossen, sie befeuchtet die Erde zu wenig; nach zwey Stunden Sonnensch hein wäre die ganze Frucht des Begies⸗ sens verlohren. 1) Man wird doch merken, daß nur von Gärten und nicht von Getraidfeldern die Rede sey. d. U. . N— du Rwa⸗ — wo el Kur——. I———... w— ᷑A W=˙s· ˙2=˙dPϊœ/t;]..————2— ree—* 16 Man gräbt keine Gruben oder Teiche mehr, um das Regenwasser aufzubehalten; sie würden sich nicht den gan— zen Sommer halten, und man müßte befürchten, daß ihr durch die Sonne bewirkte Austroknung die Luft verpestete. Allein in einigen Ebenen, die viele n Quellen be⸗ sizen, wie in jener von Pisa und dem Thal von Elsa, gräbt man weite Brunnen, in welche man ein Pump⸗ werk sezt, welches durch ein Pferd bewegt wird. Die Quellen sind in den Ebenen gewöhnlich so reich an Was— ser, daß dergleichen Pump-Brunnen nicht weniger Was⸗ ser als ein kleiner Bach geben. Ohne Zweifel ist die grosse Menge Wasser, die man den Pflanzen giebt, Ursach, daß ihnen das Begiessen bey der gröften Hize nicht schadet; die Gärtner lassen es zu allen Stunden des Tags oder der Nacht in ihre Er⸗ de, und spüren nie eine üble Folge hievon. Gewöhnlich Wa sie alle acht Tage ihr Kräuterwerk, doch sind hie⸗ von die Saamenbetten und vor allen die kleinen Zwiebeln ausgenommen, die alle vier und zwanzig Stunden Was— ser begehen. Auch jene Erde, die sie umgraben wollen, welche aber sehr troken ist, wird bewässert, und erst nach zwey oder drey Tagen, wenn sie zum Theil wieder abge— troknet ist, wird der Spaten angewendet. In so weit ich die bewässerte Ebene von Pescia mes⸗ sen konnte, wird sie vier bis fünf hundert Schritt Breite, und vier bis fünf tausend Schritt Länge haben; beynahe die ganze Ausdehnung dieser Fläche besteht aus Gärten, da die Stadt Pescia fast den vierten Theil des Gemüsses von ganz Toskana liefert, und vorzüglich die zwey gros— sen Städte Florenz und Livorno versieht. Die Gegend um Lucca wird auch zu Küchengärten benuzt, so wie ein kleiner Theil der Ebene von Pistoja, so weit man nem⸗ lich die Vewasserung hat erstrecken konnen. Ueberhaupt giebts in Toskana beynahe keinen Strich Landes, welcher, wenn er bewässert werden kann, zum Ackerbau benuzt würde; —— PSPII=Issssss!s“s“stststs“f“ttt...s p LHzV S.....—— die K. weche sten ge sn,2 wir so eine ku einwal drey bohne Man⸗ Zucker Etart iel ich Vasser Klima Mit A nige T man in Schuh su, di ner gu Finger aber, fahren Tosf ein Pump⸗ V NũIX Wird. VDie h an Was⸗ eniger Was⸗ * 1 Jwebch inden Was⸗ ben wollen, 'd erst nach ieder abge⸗ hescia mes⸗ itt Breite, beynahe 5 Gärten, Gemüͤsses zwey gros⸗ Gegend so wie ei 15 man nem⸗ leberhaupt welcher, dau benuzt wüͤrde 17 würde; die Gärtnerey bemächtigt sich desselben sofort, und vertreibt Weizen und Futterkräuter. §. V. Gärtnerey. Italien ist nicht das Land, wohin man, um Gärt⸗ nerey zu studiren, reisen— indeß versteht man die Wirthschaft f sehr wohl; kein Fleck Erde wird un⸗ fruchtbringend gelassen, und man weiß die Su barleit derselben zu unterhalten und zu vermehren. Doch muß man hier nicht die zarte Sorgfalt für die Mistbert en, noch die Kunst mit den verschiedenen Gattungen Gemes abzu⸗ wechseln, und durch das ganze Jahr mit dem am mei⸗ sten gesuchten versehen zu seyn, suchen. W Erb⸗ sen, Bohnen, Salat, Gurken, Melonen, deren Dauer wir so sehr zu verlängern wissen, sind in Pescia nur dur ch eine kurze Jahrszeit zu finden; man säet jede& attung auf ö und so endet alles auf einmal. Man kennt nur drey oder vier verche dene Kohlarten, eben so viel Schmink— Wan und eine Gattung Erbsen: der gestielte Mangold, Pastinak, Bocksbart, Skorzoneren,‚ Portulak, Zuckerwurzel, Sauerampfer, die Zipollen, Schalotten. Erdartischocken sind ganz unbekannt, und man pflegt, so viel ich weiß, keine Pflanze, die wir nicht besußen, die Wassermelone,„Cocomeroꝰ ausgenommer— arhr Klima vielleicht nicht angemessen, in Genf aber doch nicht unbekannt ist. Die Wassermelone, Cucumis anguria, Lin. wird mit Anfang Aprils gesäet: wenn man die Kerne durch ei⸗ nige Täge in einem Mistha zaufen hat keimen lassen, so 40 man in einem Bett in einer Entfernung von fünf bis sechs Schuh runde Löcher von anderthalb Schuh im Dunchme⸗ ser, die man beynahe mit 9 8 voll füllt, und mit ei⸗ ner guten Erde leicht überdekt; hierein sezt man mit den —5 gern di — — die Kerne in hinl Nglchet r Anzahl, wovon man aber, wenn sie hoch genug ge eoren, und die ersten Ge⸗ fahren der Würme und Schnecken überstanden haben, nur Toskanische Landwirthschaft. B 18 zwey oder höchstens drey stehen läßt. Man beschneidet die 11. Pflanze, wenn sie blüht und Früchte ansezt auf die nem⸗ liche Art, wie die andern Melonen. Die grösten und aus⸗ 4- gezeichnetesten Wassermelonen wachsen in den tiefsten und W reichsten Flächen, wo man sie niemals bewässert; die an Feuchtigkeit, welche die Erde für sich ausdünstet, ist hin⸗ gen länglich sie unermeßlich groß zu machen, so daß sie manch⸗ bmm mal fünfzig bis sechzig Pfund wiegen. In minder reicher 6n Erde werden sie, so wie alles übrige Gartenzeug bewäs⸗ Min sert; allein sie sind nicht so gut und werden nie so groß. garlene Es sollte scheinen, daß diese Pflanze, die ganz und gar und d in künstlicher Erde wächst, wenig empfindlich in der Wahl die Eid des Sonnenbetts seyn sollte, indeß keine Pflanze hiefür em⸗ owad pfindlicher ist; auch kann alle Kunst des Gärtners das rits i nicht ersezen, was die Natur von selbst zu Santa Ma- die 0 ria à Monte und zu Pistoja thut. Weit entfernt, Wufan daß es einem Hügelbewohner gelingen könnte, diese sie al Frucht selbst zu erziehen, bedarf sie eines zur Gärt— alle di nerey vorzüglich tauglichen Bodens zum Wachsthum. End—⸗ se. lich scheint es, daß die Erde in Toskana ungelehriger als schmad zu Genf ist; der Bau der gemeinen Melone erfordert dort die Zu nicht weniger Auswahl als die Wassermelone, indeß sie Vahlr bey uns sich gleichförmig in allen Gärten bequemt. an Gü Das Fleisch der Wassermelonen gleicht sehr täuschend Guf g dem Gefrornen; es ist zuckersüß, erfrischend, und schmilzt de im Mund. Diese trefliche Frucht macht das Vergnügen dem er der Italiener durch den ganzen Monat August. dͤnsit Die Wärme des Klima und die Güte des Bodenö Di G. erlauben, daß man in Toskana alle Gärten mit hoch— shnde, stämmigen Obst, und Maulbeerbäumen bepflanzen kann, ihnen. welches ihnen das Ansehen der schönsten Baumgärten ver⸗ schaft. Ein einziger Umstand vergiftet das Vergnügen dieser herrlichen Gärten; der ist: die Beschaffenheit und) der Gestank des Düngers, der sie fruchtbar macht; sie t nehmen nie einen anderen, als den aus den Abtritten. Die 0 Gärtner suchen ihn mit vieler Sorge in den Städten und ꝗSꝗSS............ mun————.——.——————. ꝑPDSSS.====tt=ttttstsxssftftftfTftfxfxfs;xTfT;TT;;T;TDTRTRTRTDTDTDDPDTDTDTDTDTDTTTTTTPPTA-.......------.................... 19 ane bezahlen ihn zu einem ansehnlichen Preiß. Die reichsten uf die nen⸗ errichten weite, gewölbte Cisternen, in welchen sie ihn en und aue⸗ durch mehrere Monate mit zwey oder dreymal so vielen tifsten ind Wasser gemischt stehen lassen; die anderen begnügen sich ässert; di mit einer weiten Grube, wo sie ihn ebenfalls mit Wasser schneidet di ., ist hit gemischt aufbewahren. Wenn dann der Augenblick ge— sie manch⸗ kommen ist, sich dessen zu bedienen, so tragen ihn die nder reicher Gärtner in weiten hölzernen oder von Zweigen geflochtenen ug bewäs⸗ Rücken-Körben oder Butten in die Mitte ihres Kuchel—⸗ nie so groß. gartens, verbreiten ihn mit grossen Löffeln links und rechts, z und gar und begiessen hiemit die Erde. Obwohl sie gemeiniglich u der Wahl die Erde düngen, ehe sie etwas hinein säen oder übersezen, hiefür en⸗ so werden doch überhaupt die Sonnenbetten, so wie die be— irtners das reits übersezten Pflanzen, vorzüglich aber die Zwiebeln, inta Ma— die Kohlarten und jene Küchenpflanzen, die den grösten t entfernt, Umfang erhalten sollen, auf diese Art begossen; und da ue, diese sie alle vierzehn Tage auf diese Art düngen, so erlangen zur Gärt alle diese Pflanzen in sehr kurzer Zeit eine erstaunliche Grös⸗ hum. End⸗ se. Diese Gattung Dünger ertheilt ihnen keinen üblen Ge⸗ chriger als schmack, und man vergißt sehr bald seine Eigenschaft: dett dort die Zwiebeln selbst, die man für sehr empfindlich in der indeß si Wahl und dem Geruch der Erde hält, übertreffen sowohl . an Güte als Schönheit, die besten, die man jemals in täuscherd Genf gesehen hat. 4 4 15 dschmilit Der Gestant dieses Düngers ist am ersten Tag, nach⸗ zergnügen dem er ausgebreitet worden unmässig, am zweyten ver⸗ dünstet er schon, und am dritten riecht man nichts mehr. Bodeno Die Gärtner beklagen sich nicht, daß er ihrer Gesundheit mit hoch⸗ schade, und wirklich sieht man wenige Krankheiten unter en kann, ihnen. 1) ö irten ver⸗ 2 zergnͤgen 1) Wie lang werden wir nach den in China, Italien und der uheit und Schweiz geschäztesten Dünger mit vielen Kösten, nicht auf iacht; si Felder oder in unsere Gärten, sondern in die Bäche oder ab⸗ itten. Die gelegensten Oerter führen lassen dten und 2 0 F. M. Feld er dee ö dir K Ohngeachtet des höheren Werthes der Gemüßgärten Wim und des Landes, welches bewässert werden kann, verdient ppig doch der übrige Theil der Ebene des Thals von Nievole Hchte unter dem fruchtbarsten Boden von Toskana gezählt zu sud, werden. Das Aug des Landwirths erstaunt indessen, lic d wenn es ihn überblikt, hier weder Wiesen noch Weiden, durch auch sonst beynahe keine Erndte, die blos zur Ernährung das an des Viehes bestimmt wäre, zu sehen. Gddith Allein er kann bey dieser Idee nicht verweilen, seine De Aufmerksamkeit wird mit Gewalt weggezogen, er wird hin⸗ witth'e 4 gerissen von dem Gemählde des Ueberflusses, welches die Wenn e 41 Landschaft rings um ihn aufstellt, und durch die erstaun⸗ Nwis ö liche Abwechslung der Produkten und Erndten, die von hnen v ö allen Seiten ihm ins Gesicht fallen. An welchen Ort er si nus immer verweilt, auf welche Meyerey er seine Blicke hin⸗ fimiz 1 wendet: immer sieht er alles vor sich ausgebreitet: die daß d Weinrebe, die als Spalier rings um jedes Feld zierlich shen, aufgebunden, solches mit seinen Zweigen umgiebt; die in LDᷣoull W- N Reihen stehenden Pappeln, welche ihre Stämme unterstü⸗ Di zen; und sich über selbe erheben? das Gras, salt ei ö welches am Fuß dieser zierlichen Spalier wächst, und die Judeier N Ränder der zahlreichen zum Abfluß des Wassers bestimm⸗ leden e ö ö ten Gräben bedekt; die Maulbeerbäume, die in zwey IJui Re 4 Reihen durch die Mitte des Felds, weit genug, um es i nicht zu sehr in Schatten zu setzen, laufen, und hoch über N, das Getraid hervorragen; die Obstbäume, die hin und unt wieder zwischen die Pappeln und Weinstöke gemischt sind; Ilne der türkische Weizen, welcher sechs bis acht Schuh über m b So grossen Einfluß hat die Macht der Gewohnheit, das der is, Appenzeller es sich zur Ehre rechnet, diese Gattung Dün⸗ d. tleit ger von der Strasse nach Haus in sein Düngfaß zu tragen; 18d e während hier der geringste Knecht fich für unehrlich gemacht filn, halten würde, wenn er ihn auf das Feld führen mußte! Pi d. u.* müßgätten l„ verdient on Niebole gezählt zu indessen, Weiden, Emährung len, seine wird hin⸗ velches die e erstaun⸗ die von en Ort er licke hin eitet: die d zierlich t; die in Aunterstü⸗ 6 Gras, und die bestimm⸗ in zwey „um eo och über hin und cht sind; huh über „das der ng Düͤn⸗ utragen; h gemacht nußte! XI — der Erde seine Fahnen über das glänzendste Grün erhebt; der Klee, dessen Purpurblüthe sich über seine dichtstehenden Blätter neigt; die Feigbohnen, deren dunkles Blatt und üppiger Trieb mit der Geschmeidigkeit, Zierlichkeit und Leichte der Kornfelder, die nicht minder kraftvoll als jene sind, und sich über die Schnitter erheben, absticht; end⸗ lich die Weizenfelder, deren lange goldne 2 35 en immer durch die Luft bewe egt, durch ihre wellenförmige B ewe vegung das angenehme Schaukeln eines lieblichen e Sees zur ück ins Gedächtniß rufen. Der Abfluß des Wassers ist für den italienischen Land⸗ wirth ein so wichtiger Gegenstand, daß seine erste Sorge, wenn er etwas urbar macht, die sehn muß, sich vor den 5 Verwüstungen einer Ueberschwemmung zu sichern, und ihnen vorzubeugen. Liegt seine Wirthschaft in der Chene, 1 ö so muß er vorzüglich darauf sehen, daß seine Felder gleich⸗ 4— bhe ängen und nirgends eine Vertiefung bilden, und daß die Gräben, womit sie einge efaßt sind, nahe genug seyen, damit sie zur Zeit der grof ssen Regengüsse nicht so voll werden, daß sie übergehen. Die Toskaner geben ihren Feldern überhaupt die Ge⸗ * stalt eines verlängerten Viereks von hundert Fuß Breite, und vier bis fünf hundert Fuß Länge;) ein Graben zu beyden Seiten mit Pappeln und Reben besezt, umfaßt sie; zwei Reihen Maulbeerbäume durchschneiden sie der Länge nach. Wenn sie aber die Ungleichheit des Bodens hin⸗ dert, Felder von einem solchen Umfang auf eine wage— rechte Fläche zu bringen, so schliessen sie zwey oder drey Felder ein, die sie durch eben so viele Gräben abtheilen, und wovon jedes zur möglichsten Höhe, denen es empfäng⸗ lich ist, zugerichtet wird. Wir wollen nun in diese Fel⸗ der tretten, die uns so verschiedene Erzeugnisse darlegen, und jedes derfelben, die uns beym ersten Anblick ins Ange fielen, abgesondert betrachten. ) V:ierhundert Fuß Länge und hundert Breite sind genan 1111 2/3 Klafter Wienermaß. rrrrhrhinDEπe— 2 §. VII. Pappelbäume. 90 Die Pappelbäume, 1) welche die Felder rings umge— ben, und ausser der Stütze, die sie den Weinreben geben, Brennholz dem Bauer und Blätter dem Vieh liefern müs⸗ sen, werden alle zwey oder drey Jahre im Herbst oder 1 Winter ihrer Aeste beraubt, die dann eben so viel kleine fhl Stangen von zwöls bis fünfzehn Schuh Höhe sind, wel— Hue che die Bewohner der Ebene auf die Hügel zu Weingart— cu steken, das Hundert zu 10 bis 12 Lire 2) verkaufen. Gule Die kleineren Aeste werden zum Heizen im Haus, und die I Blätter, wenn deren noch einige daran sind, den jungen nin Kühen gegeben. Einige bewerbsame Bauern pflüken ih— Rudt nen alle Jahr, so wie dem Weinstok, gleich nach der Lese, snm die Blätter ab; allein glücklicherweise ist dieser Gebrauch ia nicht allgemein, denn er giebt dem Land das traurigste 66 Ansehen, und rükt den Winter um zwey Monate vor. m D. Smith schrieb in seiner Reisebeschreibung nach Italien, 9— daß man da die Kunst verstünde, die Blätter der Pappel⸗ 6 bäume auf eine Art aufzubehalten, daß sie im Winter dem shn Vieh zum angenehmen Futter dienten: diese Kunst wird 95 in Toskana nicht ausgeübt, man läßt sie hier aufgehen, 310— so wie sie gepflükt worden. A Die Pappeln, welche dem Weinstok zur Stüze die— 0 nen, läßt man nicht alt werden, denn sie würden zu viel Ll Plaz einnehmen und zu viel Schatten verursachen; und münn obwohl sie nicht regelmäsig abgestokt werden, so dauern wolder sie doch wenig länger als zwanzig Jahre. Von der an— m dern Seite wird ihrem Wachsthum durch das öftere Be— 135 haken ein großes Hinderniß entgegengesezt. ng Es ist der Stamm der Pappel und nicht dessen Zwei— gung ge, die der Rebe im Thal von Nievole zum Geländer tiner 9 1) Populus alba und Tremula, Lin. Pappel oder Espe. In h d. U. Erue 2) Eine toskanische Lira gilt genau 19 V½ Kreuzer Wiener Währung. d. U. und e 23 dient; diese nach einer Linie und ziemlich nahe gesezten ings umge Stämme bilden das Ansehen und den Nuzen einer Spalier. eben geben, liefem müs⸗ §. VIII. Weinreben der Ebene. Herbst oder Der Weinstok, wenn er in der Ebene wächst, vergü— diel klein tet durch die ausserordentliche Kraft seines Triebs die sind, wel⸗ schlechte Beschaffenheit seiner Trauben, und seines Weins. Weingart⸗ Die Jahrszweige oder Ausläufer erlangen jeden Sommer berkaufen. eine Länge von fünfzehn bis zwanzig Schuh. Wenn der Bauer seine Reben beschneidet, so wählt er acht bis zwölf gleichförmige beim Knoten oder den Mutterästen nächst plͤken ih⸗ zusammenliegende Zweige aus. Um sich die Mühe beym der deß⸗ Aufbinden zu erleichtern, nimmt er zwey und zwey zu⸗ Gabnauch sammen; so viel möglich wählr er zwey zur rechten und eben so viel zur linken, die vier bis sechs Schuh von der Erde abstehen, zwey andere Paare von acht bis zehen Schuh, und wenn das alte Holz seines Stoks bis zu die— ser Höhe reicht von zehn bis vierzehn Schuh; alles übrige schneidet er über den Zweigen, die er ausgewählt hat, eben weg. Nun nimmt er jeden abgesondert zur Hand, reinigt ihn seiner ganzen Länge nach mit dem Messer von allen Augen, Blattstielen, Ranken und Seitenzweigen, die beim zweiten Trieb hervorgewachsen waren; dem Zweig selbst sucht er se eine ganze Länge zu erhalten, und schneidet blos die äusserste Spize iin lben, die nicht gehörig reif ge⸗ worden, weg; in der Folge flicht, oder vereinigt er zwey und zwey zusammen, bindet sie mit einer Weide an den Stamm des nächsten Pappelbaums, und läßt sie ein we⸗ nig über diesen Band eine schie 55 zur Erde gerichtete Beu⸗ gung machen, indem er sie vom Stok entfernt. An je⸗ 5„ und die den jungen traurigste nate vor. h Italien, er Pappel Winter dem Kunst wird aufgehen, Stüze die⸗ den zu viel hen; und so dauern in der an⸗ öftere Be⸗ sen Zwet dem Pappelbaum, über den sie hinlaufen, werden sie mit Gelander einer Weide befestigt. Die obern Zwei ge laufen den unte⸗ Ehe. ren parallel, und die Zweige der zunäc bst stehenden Stöke d.U. kreuzen sich unter einander. 4 T afel. I Figur. Diese Art, den Weinstok in der Ebene zu beschneiden Wiene** ner Bielt und aufzubinden, ist dem Thal von Nievole eigen; an* d. u. 24 anderen Orten wird er auf junge Ulmen gebunden, und stist! man läßt ihn in Guirlanden„Fertons” herabhängen, etzelg statt ihn spalierfönmig aufzubinden. Der Weizen macht duuch demnach, daß der Hals des Weinstoks am Hals der Ul— de. V men, dem Ort, wo der Stamm aufhört und die Zer— von theilung in Zweige anfängt, aufliegt; dann wählt er vicht; acht bis zwölf sehr lange, und beym alten Holz so nah daß d als möglich beysammenliegende Zweige, reinigt sie auf die nemliche Art, schneidet die Enden derselben, deren gelb⸗ wista liche Farbe anzeigt, daß sie nicht gehörig Zeit gehabt ha⸗ nen ben, zu reifen, ab; windet zwey oder drey zusammen, uin dies zieht sie horizontal von einem Baum zum andern, und Mangel bindet sie in einer gleichen Entfernung von beyden zusam⸗ Raert men. 1 Tafel. 2 Kupfer. Dergleichen Fruchtschnüre können nicht leicht, ausser zwischen zwey Bäumen aufgehängt werden, und auf diese Di⸗ Art sieht man sie im ganzen Thal des Arno, und in unchmen der Ebene von Fucecchio; allein die Luccheser haben eine ührigen noch andere Art erdacht, innerhalb ihrer Felder den Wein⸗ im Iu stok zu pflanzen: sie sezen nemlich auf fünfzehn Fuß Hauche Entfernung von dem Graben und der Ulme einen Pfahl, len ble auf welchem ebenfalls von den zwey zunächst stehenden wäiß, Bäumen andere Festons gezogen werden; diese Reihe von Florenz, Pfählen, die mit Weinreben an die Ulmen gebunden sind, Maulbe⸗ giebt ihren Feldern ein sehr seltsames Aussehen. men, in Man zieht die Ahornbäume den Ulmen vor, und strift, pflanzt indeß doch nur die lezteren, weil sie viel gemeiner im kuntt sind. Gute Landwirthe haben mich versichert, daß die der Rin Obstbäume, und vorzüglich der Zwetschle⸗, Apfel⸗ und Die M Birnbaum besser wären, als die vorhergehenden beyden, Kümmt und durch ihre Wurzeln sowohl dem Weinstok, als dem Eesas d nahen Feld weniger schadeten. v0l. Es ist schwer zu enrscheiden, welcher von beyden Ner l Arten, die Reben zu unterstügen, man in der Ebene den mide ö Vorzug geben soll; eine sowohl als die andere bringt eine iuc d ausserordentliche Menge Trauben hervor; beyde sind äus⸗ iu ereeg 4⁰0⁰ nden, Und abhänge abhänge, zen macht ls der Ul⸗ d die 3 gehabt ha⸗ Usammen, ern, und en zusam⸗ en sind, „ und gemeiner daß die beyden . Win 25 serst artig und zierlich; allein eine sowohl als die andere erzeugt einen abscheulichen Wein, und bringt den Saaten durch seinen Schatten und seine Wurzeln Schaden. Wenn der Wein der Ebene von Pescia noch schlechter, als jener von Florenz ist, so rührt dieser Unterschied wahrscheinlich nicht von der Verschiedenheit der Kultur, sondern daher, daß die erstere nässer als die andere ist. Das Beschne des 5 Weinstoks kann ohne Nachtheil uter zu gelegener Zeit vorgenom⸗ 406 erwarten doch die meisten Bauern sie nicht etwa der N Niosor IyRoft zu dieser Arbei *—* GMRI IK rgl.7 7 Mangel an Holz nothigt, fruher anzusangen, um die Reiser verheizen zu können. Kuo NYSE I 551 792—13 nehmen, werden im Thal von Nievole anders, als im 2—— Krren Na„IT 75 B JVKV ubrigen Toskana behandelt: sie werden 1 mlich alle Jahr 3* 75 Seide Bltro 5, wie die Seid enwürmer Olatter — ö— Im 9. 2 im Verhältni nen 9196 5 der Kopf gelassen. Florenz, so wie in dem übrigen Maulbeerbäume abblättert, ohne ihnen die Aeste zu neh⸗ men, indem man mit der Hand die Blätter von ihnen abͤ⸗ streift, und nicht selten mit diesen die Knospen, welche sich im künftigen Jahr entwikeln sollen, so wie ganze Stücke der Rinde, die den Baum verwundet lassen, abreißt. Die Methode von Pescia hat mancherley Vortheile; sie belömmt dem Feld, welches den Maulbeerbaum trägt, besser; denn da es Heduuch gelichtet wird, so kann es mehr von der Sonne Nuzen ziehen; sie ist für den Menschen, der abblattet, gemächlicher und weniger gefährlich; er⸗ müdet den Baum selbst weniger, dem man weder Aeste noch Knospen in einem Zustand, wo er so vielen Verlust zu ersezen, und von Ernährungsunfähigkeit, in welchen ꝗSS 26 er durch die Beraubung seiner Blätter versezt geworden, zu ernähren übrig läßt. Ein Blick wird uns hievon über⸗ 0 zeugen. Indessen die Zweige, die ein Monat nach dem fre Hieb wieder aus dem Stamm treiben, durch ihr breites 3hn und vollsäftiges Blatt die gröste Triebkraft andeuten, ent⸗ acb wikeln sich die Knospen der abgeblätterten Maulbeerbäu— D ne nur zur Hälfte, sind krupplig, gelb, und der Baum bettih behält das ganze Jahr ein krankes Aussehen. Hingegen 37⁰⁰ bekommt von der andern Seite diese grosse Vegetations⸗ Ennmn kraft der Maulbeerbäume, die immer jung erhalten wer—⸗ rm den, denen Seidenwürmern keineswegs am besten; die on N Blätter sind zu wässerig, zu sehr mit Saft gefüllt. Die Maulbeerblätter von Florenz, die troken, mager und le— in x derartig sind, verschaffen ihnen eine weit bessere Nahrung, wurme und daher rührt es, daß ihre Kokons“) um drei bis si sh vier pCt. mehr gelten, als jene von Pescia. ren zu Die Maulbeerbäume des Thals von Nievole treiben mi n während des Sommers Zweige von drey bis vier Schuh noch! Länge, die das künftige Jahr Blätter tragen, und abge⸗ und hauen werden können. Ein groser Maulbeerbaum kann F fünf bis zehen Centner Blätter, wovon der mittlere Preis sind so des Centners fünf Lire ist, liefern; allein es giebt kaum nindef eine so ungewisse Erndte, als diese: ausser daß sie von hizung dem Trieb des vorigen Jahrs abhängt, verderben die kal— ue su ten Winde oder der Mehlthau sie öfters. Wenn sie von sih de einer oder der andern Art gelitten hat, so befürchtet man Nhun auch für die übrigen Erndten einen schlechten Ertrag, weil der Zeitpunkt seines vorzüglichsten Wachsthums mit dem ö 9 Blühen des Weinstoks, des Oehlbaums und Weizens zu⸗. sammenkömmt. Auch hat man bemerkt, daß die ins nem⸗ X liche Feld gesäeten Feigbohnen den Blättern des Maul⸗ sin beerbaums ihre Bitterkeit dergestalt mittheilen, daß die der Seidenwürmer sie nicht fressen wollen, oder wenn sie ja M davon fressen, sterben. fl ) Das Gehäus des Seidenwurms, worinn er sich verpuppt 4 hat, welches die Seide liefert. d. U. f — Amem mumuur.—— 22———— II—“«*“— geworden, ievon uben t nach dem ihr breites euten, ent⸗ aulbeerbä der Baum Hingegen Zegetations⸗ halten wer⸗ hesten; die ullt. Die zer und le⸗ Nahrung, n drei bis ole treiben bier Schuh und abge⸗ aum kan 1 iß sie bon die kal⸗ an sie von chtet man rag/ weil mit dem eizens zu— ins nem⸗ 8Di ‚ daß di henn sie u ich verͤbhe .. 27 Die Kultur des Maulbeerbaums und die Erziehung der Seidenwürmer sind ein Gegenstand der höchsten Wich— tigkeit für Toskana. Im einzigen Thal von Nievole ver— zehren die lezteren im Durchschnitt 800,000 Zentner Maul— beerblätter, und erzeugen 40,000 Zentner Seidenkokons. Das im Umlauf dieser Manufaktur befindliche Kapital beträgt 122,00 Florentiner Thaler 1); jährlich werden 3700 Zentner gezwirnte Seide„Organsin“ und 4000 Centner Floretseide aufgebracht, die, ehe sie nach Flo— renz zur weitern Verarbeitung versandt werden, im Thal von Nievole bereits 45 8,000 Tagwerke erfordert hatten 2). Allein die Seiden-Manufaktur ist schon seit langem im Verfall; die Bauern fahren zwar noch fort, Seiden— würmer zu ziehen, allein einzig aus der Ursache, weil sie sich nicht entschliessen können, ihren alten Gewohnhei-⸗ ten zu entsagen, oder Obstbäume statt ihrer Maulbeerbäu— me zu pflanzen. Der Nuzen zahlt ihre Mühe auch dann noch kaum, wenn den Würmern kein Unglük zustößt, und sie den Mist derselben, der ein sehr guter Dünger ist, noch mit in Anschlag bringen; allein diese Würme sind so vielen Krankheiten und Zufällen unterworfen; die mindeste Nachlässigkeit ist ihnen so nachtheilig: die Er— hizung ihres Mists, Ratten, Hühner, Regen, der Don-— ner sind einer so grosen Anzahl von ihnen tödtlich, daß sich der Bauer glücklich schätzen kann, wenn es in vier Jahren ihm einmal gelingt, sie alle glücklich eingespon— 1) Der Florentiner Thaler ist eine ideale Münz, und gilt 7 Lire. d. U. 2) Der Kalkul, wovon diese Angaben die Resultate sind, finden sich in einer Denkschrift, die ich vor einem Jahr der Akademie des Akerbaues in Florenz„die Mittel, die Manufakturen zu unterstüzen“ übergab: da die vorzüglich⸗ ste derselben die der Seide ist, so war ich genöthigt, alle Details derselben wohl zu studieren, und auseinander zu setzen. d. H. 28 nen zu sehen. Sonst verkanfte man die Kokons zu 35 bis 40 Sold 1) das Pfund; allein seit mehreren Jah⸗ ren sind sie auf 24 oder 25 Sold gefallen, während Gn alle Lebensmittel doppelt im Werth gestiegen sind. 11 U Die Kultur des Maulbeerbaums interessirt aber nicht 900 allein den Landwirth, sie kann auch die Neugierde eines fr Alterthumsforschers wieder erwecken, da sie die Spuren 1— der ersten Schritte, die die Seidenmanufaktur bey ihrer ii x Einführung in Europa machte, aufdekt. Man weiß, daß der Maulbeerbaum und der Seidenwurm um den An⸗ Iii fang des sechsten Jahrhunderts, unter der Regierung Ju— ucb stinians(A. C. 527— 561) aus China in Griechen⸗ mul land eingeführt ward; zu dieser Zeit waren die Lateiner, 6 weit entfernt, einen neuen Zweig der Industrie ergreifen Ee zu können, unfähig, jenen Genüge zu leisten, die ihre 0. Vorfahren betrieben hatten. So war die Seide beynahe 590 sechs Jahrhunderte hindurch das ausschließliche Eigenthum ü der Griechen, bis Roger, der Eroberer und erste König 0 von Sicilien, alles auf einmal dahin übertrug: Maulbeer-⸗ Wid d bäume und Seidenwürmer; Landleute, die ersteren zu 2 pflanzen, und Künstler, um das Gewebe der lezteren zu.— Nutzen zu bringen. Er führte eines sowohl als das an— inn dere aus Griechenland während seines Feldzugs gegen Ma⸗ hhe, nuel Comnenus(A. C. 1146.) weg. Wenige Jahre den S nach dieser Erpedition lernten die Einwohner von Lucca nad Oh und Pescia zuerst ihren Nachbarn von Sicilien nachzuah— men, und man kann sie als die ersten Lateiner betrachten, die Maulbeerbäume gepflanzt, und dem übrigen Italien Mun be Eecheie und Europa die Erzeugung und Verarbeitung der Seide i gelehrt haben 2). diese V Mt, in 1) Die Lira von 19 ½: Kreutzern hat zwanzig Sold. Ein I zun Sold von Toskana ist demnach einem Wiener Kreutzer siund w beynahe gleich. d. U. deniß 2) Siehe Gibbon Decline and fall of the Rom. Emp. Ch. Schauf XL. und Carlo Denina Rivol. d'Italia. Lib. X. C. XI. Fortbew Muratori Antich. dItal. Dissert. XXX. u. s. w. d. 9. ns zu 35 reren Jah, während d. aber nicht jerde eines ie Spuren bey ihret an weiß, n den An⸗ erung Ju⸗ Griechen⸗ Lateiner, ergreifen die ihre e beynahe igenthum ste Konig Naulbeer⸗ steren zu zteren zu das an⸗ gen Ma⸗ je Jahre n Lucca achzuah⸗ rachten, Italien + Seide dd. Ein Kreutzer d. U. Imp. Ch⸗ . C. N. . 9. EE *— 29 §. XI. Feldbau. Ohngeachtet der Verschiedenheit der Produkten der Ebene wird die Getreideerndte doch als die vorzüglichste, und der Akerbau als die Hauptarbeit des Bauers betrach— tet. Und wirklich muß die Ebene das Getreid nicht allein für ihren eigenen und der Städte Bedarf, sondern auch noch für die Hügel und Bergbewohner, wo die Bevolke⸗ rung sehr zahlreich ist, liefern. Der italienische Pflug ist von dem unseren verschieden, und besser gebaut. Der von Genf ist ein Keil, der mit Gewalt die Erde aufreißt, und auf die Seite 2 der italienische hingegen ist eine Schaufel, die sie entzweischnei⸗ det, aufhebt, und das oberste zu unterst kehrt. Die Schar oder das(Pflugeisen) ist lanzenförmig und n he so wie der Spaten in Toskana gestaltet; von der nem⸗ lichen Größe, acht bis neun Zoll Breite, und eben so viel Hn von allen Seiten ge schärft, um mit Leichtig— keit die Erde horizontal zu durchsc hneiden: das Secheisen ist perpendikular über die Spize der Schar, und das Streichbrett flach an dem Baum befestigt, so daß es eine Verlängerung der Schar vorstellt, die unter die Erdscholle glitscht, welche jene aufgehoben hat; allein da es auf der, dem Secheisen entgegengesezten Seite eine nach aussen macht, weicht es von der geraden Linie ab, und dreht und wendet die Erde, die es empfängt, gehörig um. Man begreift, daß das Streichbrett auf einer, und das Secheisen auf der andern Seite befestigt seyn müsse, zum Unterschied unsrer Pflüge(A tourne-Oreille). Allein diese Bauart verträgt sich sehr gut mit der italienischen Art, in Betten zu pflügen und zu säen. Ein auf diese Art zusammengesezter Pflug erleidet den kleinsten Wider-— stand während der Arbeit; die Schar fühlt weniger Hin— derniß, die Erde zu durchschneiden, als eine gemeine Schaufel, und erhält noch überdieß von der anh altenden Fortbewegung mehrere Kräfte; da das Sech vertikal ge⸗ 30 stellt ist, so macht es leichter Weg als unseres, welches nach immer in einer geneigten Richtung befestigt ist; endlich man kann unser Streichbrett, welches nichts, als ein perpendi— kulares Brett ist, nicht anders als die Schaar, gleich Mfig einem Keil wirken, indem es die Erdscholle vor sich hin— hehe stößt, indeß das italienische Streichbrett die Erde von der dut Pflugschar ganz aufgehoben, und gleich einem Band los— sabe geschält erhält, die es nur umzukehren und auf die Seite u, zu legen braucht, ohne daß seine Wirkung den Widerstand ge vermehrte, den der Pflug zu überwinden hat. wöhte Ausser dem grosen Pflug, den ich so eben beschrie— IufK ben, kennt man noch einen anderen, leichteren, und in Ochen allen seinen Dimensionen kleineren. Die Schar ist von ur K der nemlichen Form, wie beym vorhergehenden, allein das littt. Secheisen ist perpendikular in die Mitte der Pflugschar be— daket festigt, und statt der Streichbretter, deren dieser Pflug licht! keine hat, dient der Baum selbst, der breit und gleich sald einem Hobel geformt ist, so daß er gleichförmig zu bey— de bot den Seiten die Erde herumkehrt. Mit diesem Pflug 101 pflügt man nicht in Betten, sondern in Hügeln: jede V Furche des Pflugs ist nemlich von der andern vorherge⸗ nulch henden so weit entfernt, daß sie nicht völlig wieder über— 1iri schüͤttet, sondern die aufgewühlte Erde zwischen die zwey ulch Furchen so geschoben werden, daß sie sich hier aufhäufen, Mige und einen Hügel bilden könne. Diese Bearbeitung wür—— de sicherlich in jeder thonigen und zähen Erde sehr übel 10 seyn/ sie würde selbst die Erde nicht ganz zertheilen, und Wi ein Theil derselben, der unter dem Hügel liegt, bliebe un— 0 8 berührt; allein in der vortreflichen Erde der Ebenen von fu Toskana ist die kleinste Anstrengung hinlänglich, sie zu 5 zertheilen und zu zerbrökeln, und die tiefen Furchen, die W nach einem solchen Pflügen offen bleiben, geben der Ein⸗— wirkung der Sonne und der Luft mehr Oberfläche. Diese 16 grose Zerbrechlichkeit der Erde macht auch das Pflügen in ö 0 das Kreuz, das Eggen, und das Zerschlagen der Erd⸗. schollen mit dem Hammer unnöthig, weil im Durchschnitt 90 .. NY....— es, welchez ist; edith In perpend. aar, glich bor sich hi⸗ rde von di Band los⸗ uf die Seitt Widerstand en beschrie⸗ n, und in ar ist von allein das ugschar be ieser Pflug und gleich nig zu bah⸗ esem Mflug igeln: Iide n vorherge⸗ r nufhäufen, tung wür⸗ 140 ubel und bliebe un⸗ benen von h, sie zu ichen, die der Cin⸗ He. Diese Pfügen in der Eid⸗ durchschnit 31 nach dem ersten Pflügen das Feld so aufgelokert ist, als man es nur immer verlängen kann. Es giebt manche Verschiedenheit in der Art, wie die Pflüge in Toskana gezogen werden. Die Ochsen werden bey manchen geradezu an den Pflugbaum gespannt, an— dere haben, wie die unsrigen, einen Vorderwagen; ich habe einige rükwärts mit Hörnern gesehen, um sie zu lei⸗ ten, doch haben die meisten nur eine lange und umgebo⸗ gene Sterze, die der Ochsenknecht mit einer Hand hält, während er mit der andern die Ochsen mit der Gerte leitet. Auf keinem Feld sieht man jemals mehr, als ein paar Ochsen vor einen Pflug gespannt, öfters selbst nur ein paar Kühe, und einen einzigen Knecht, der das Gespann leitet. Ohne Zweifel rührt die Leichtigkeit und Geschwin⸗ digkeit dieser Arbeiten zum Theil daher, daß die Erde so leicht zerbrechlich und so wenig steinig ist; allein die Ge⸗ stalt des Pflugs trägt gewiß sehr viel hiezu bey, und wür— de von sechs Ochsen, die wir vor unseren Pflug spannen, sehr wahrscheinlich zwey und öfters auch vier unnütz machen. Bedient man sich des kleinen Pflugs, wie dies gemei— 13 ch im Thal von Nievole geschieht, indeß der grössere mehr in der Ebene von Florenz, Sienna, Lucca und vor— züglich in der Lombardie im Gebrauch ist, so setzt der Pflüger ihn in der Mitte eines jeden Brettes an, spal⸗ tet es seiner ganzen Länge nach, und wirft die Erde zu beyden Seiten in die Furchen des vergangenen Jahrs, und so, wie er diese beynahe vollfüllt, bilder er die Fur⸗ che, die in diesem Jahr offen bleiben soll; so daß die fruchttragende Erde, beynahe nach dem System des be— rühmten Tull abwechselt, wo sie in einem Jahr besäet wird, und im zweyten zur Furche dient. Siehe die 7 Figur. Die Linien bedeuten die Oberfläche der Erde vor dem Pflügen, und die Punkte ihr Ansehen nach dem— selben. Der Pflug gieng in àa a und zerspaltete jedes Bettchen, indem er gleichförmig die Erde zu beyden Sei— ten umwendete, wurden die beyden Hügel b und ge— der Haue bedeken, indem sie ein wenig Erde vom Grund der Furche hiezu nehmen, und das Bett eselrükenförmig 4 ö ö Bou bildet, die die alte Furche d beynahe anfüllen. Man 10 sieht, daß das Feld nach dem Pflügen abwechselnd zwey ii. ö an einander liegende Hügel, und dann eine Furche bildet, 60 ö über die der Pflüger nun eine kleine vierekigte Egge laufen ri ö läßt, und sie gleich macht, während die Furche unberührt 4—— bleibt; siehe Fig. 8, auf diese Art ist das Feld fertig, m um besäet werden zu können. Der Säemann verbreitet alsdann das Getraid, nicht unachtsam, sondern mit den 9 ö drey vorderen Fingern seiner Hand, und blos auf das Bett, i welches bereitet vor ihm liegt, worauf die Weiber es mit gestalten. Diese Beeten, die vier bis fünf Fuß Breite ö haben, sind mittels der Haue mit der äussersten Nettigkeit 2 zurecht gemacht; ist das Feld einmal besäet, so hat es I sogleich das Aussehen eines Gartens, und die Erde ist 10 auch nicht weniger loker. Die Arbeit, die mit dem leich— 10 ten Pflug mittels eines einzigen Zuges in einer leicht zer— W ö brechlichen, mürben Erde gethan wird, verlangt wenig— H e stens zweymaliges Pflügen, wenn der grosse Pflug in ei⸗ 100 ö ner zäheren Erde angewendet werden muß; man läßt ihn F ö erst zur rechten und dann zur linken einer jeden Furche hin⸗ 1 ö abziehen, so daß die zwey Hügel in der Mitte derselben an⸗ 3 gehäuft werden.. ö Die Furchen, die alle Felder durchschneiden, dienen 9— nicht nur allein zum Abfluß des Wassers, sie bilden auch 110 eben so viele Steigwege, um sie durchgehen, und vom W1 Inkraut reinigen zu können, welches die Bauern während ht dem Frühjahr mit vieler Sorgfalt, theils zum Nutzen des shann Getreides, theils, weil sie es zum Futtern bedürfen, ver⸗ lich, richten: sie dienen ferners der Luft und den Sonnenstrah— hen ist len Eingang zu verschaffen, und auf solche Art das Stroh dl, stark zu machen, damit es dem ungestümmen Regen und scheisi den Windstössen, welchen man in Italien sehr ausgesezt von 9 ist, widerstehen könne; allein ohngeachtet dieser Vorsicht Aieft. werfen sie doch oft das Getreid um. Die Lucchesischen Bauern, WNy — en. Man selnd zwey iche bildet gge laufen unberührt 7 eld fertig, verbreitet n mit den fdab Bett, ber es mit om Grund Ukenförmig zuß Breite Netligkeit so hat eö Erde ist dem leich⸗ leicht zer⸗ igt wenig⸗ flug in ei⸗ läßt ihn urche hin⸗ selben an⸗ , dienen lden auch und vom während utzen des fen, her⸗ menstrah⸗ 38 Etroh degen und ausgesht Vorsicht lcchesschen Bauern 22 30 Bauern, welche die indusirievollsten sind, säen in diese urchen Haber für das Vieh, welchen sie zu Anfang May mit der Sichel abschneiden; allein vielleicht verlieren sie — 9„9 7 1 104 6767 NIo AYNiro Na also, weil sie zu okonomisch ind, die grosten Vortheile ihrer Furchen. Die Bauern im Thal von Nievole, in der Gegend von Pistoja, und andern Bezirken Toskana's haben die trefliche Gewohnheit, alle Je ein Drittheil ihrer Felder umzugraben, um wieder neue Erde auf die Oberfläche zu bringen, und sie mehr zu hefestigen, 1* — 56 5 Anirt iKu MI 3 5öIu Ean welches nie mit ihrem Pfiugen nicht zuwegeb ri gen tonnen. —— M 7783 16 075 4. 9* Das tostauische Grabscheit ist nicht so wie unseres gestal⸗ KI****— V 7 TA.NA tet, sondern wie unsere Schausel; mit dem Unterschied 353 3. 145.. 6GVS daß es viel starker und noch einmal so groß ist. Es ist habe zweymal jo lang und etwas dünner als die unsere ist, Aannn er Nihoitor den Ins uineo 8 Ar wo auf der Arbeiter den Fuß nicht wie bey dei Unrigen „ son auf ein vier Zoll über demselben Queerholz setzt. Siehe Fig. 10. Die Art, 3 ed L ist ebe x Us verschieder 3 Genf setzen wir das Grabscheit vertikal an, zu Pescia durch⸗ schneidet man die ral vd ö ueer, däher auch die St des Arbeiters breiter ist, und er die Erde weiter von sich werfen muß. Die Bauren ver⸗ stehen diese Arbeit, ohne sich sehr zu ermuden, indem sie 10 78 o 8623 zVIEHEra 8383 ů +I die Hand habe deo Gral 6)⁰nte an N R * 7. +45 NI 5— R5 Quf sdoiche Art emne vel, liche.* erreichen. Oft Bytl 7 CYVAUEYI 91 Raneen 6 V VY schreibt man in Frankreich ein Pflügen von e W vor; allein diese Arbeit ich t8 ei„Kau. Ies 9 lich, indeß 5 nichts einfacher als diese Art queer umzugra⸗ ist es nicht beschwerlicher vier oder fünf Grab⸗ he zu machen als zwey oder drey⸗. In der Ebene Pistoja gräbt man in der That zur doppelter 19 1) Unter allen Abschnitten d Werks ist die ser vielleicht der Toskayische Landwirthschaft. E 34 §. XI. Abtheilung der Felder in Schläge. Ede Die Abtheilung der Felder des flachen Landes in Schlä⸗ süen ge bildet vielleicht den anziehendsten Theil der toskanischen Kuford Landwinthschaft. Der Erndteumlauf dauert hier im Allge⸗ die kl meinen entweder drey Jahr, und man besäet den Acker theile fünfmal; oder vier Jahre, und dann wird er siebenmal wid, besäet, ohne daß man ihn jemals brach liegen liesse. Getre Nemlich: wierig Im ersten Jahr: Getreid; 1) im Herbst Feigbohnen. Dota — zweiten Jahr: Getreid; im Herbst Rüben, Klee währe oder andere Futterkräuter. nber — dritten Jahr: Türkischen Weizen; Hirse oder Serg. 2) Rereid Oder wenn man ihn vier Jahre dauren läßt. Erd Im ersten Jahr: Getreid, im Herbst Stokbohnen mit Jahrs türkischem Weizen gemischt. RN —zweyten Jahr: Getreid; Feigbohne nim Herbst. sott; — dritten Jahr: Getreid; im Herbst Futterkräuter. massia — vierten Jahr: Türkischen Weizen, Hirse oder Serg. ud d §. XII. Erstes Jahr. Getreidbau. Hwo Wir haben bereits die Arbeit betrachtet, wodurch die n am wenigsten belehrende, und die hierin gegebenen Vorbil— 10 der scheinen mir keineswegs nachahmenswürdig zu seyn.— 1105 Die Beschreibung beyder Pflüge ist ziemlich dunkel, doch scheint die kleinere genau die Gestalt unserer Aarl(Hacken——— in Niederdeutschland) zu haben, welches auch das Fragment 98 im angehängten Kupfer beweiset. Ihre Art mit zwey Pflua⸗ 225 furchen ein Bert zu bilden ist das unvolländigste Verfah⸗ NM ren, wovon ich je hörte; auch scheinen die Toskaner das alend Pflügen nicht wohl zu versteben. Denn ihre Arbeit ist mehr dem D ein Herumwühlen in der Erde, als ein wahres Umwenden dimzeln ihrer Oberfläche; und grüben sie ihre Felder nicht alle drey hun V Jahre mit dem Spaten um, so könnte ihr Körnerertrat dissn e nicht so groß seyn, als ihn der Verf. angiebt. Di ö d. Ue. in ihre ) Unter Getreid wird hier Weitzen und Korn verstanden. 9n 90 2) Serg, schwarzer Hirs, Moorhirs, Holeus Sorghum Lin. Gened Davon mehreres an seinem Ort. d. Ue. SSPTTFTTTPTPTTTPTEFÿł᷑E h sT!T———— X chläge, in Schliͤ bökanischen im Allg⸗ t den Acker siebenmal egen liese bohnen. Iben, Klee r Serg. 2) bohnen mit Herbst. kräuter. oder Serg. ru. odurch die jen Vorbil⸗ ju seyn.— nkel, doch rl(Hacken Fragment wey Pflug⸗ ste Verfab⸗ skaner das it ist mebr Umwenden alle drey örgerertraß d. Ue. nden. rchum Iin. . He. 35 Erde für das erste Jahr vorbereitet wird, so wie das Be— säen derselben; da diese leztere viel mehr Zeit als bey uns erfordert, so wird diese Schwierigkeit doch vielleicht durch die kleine Menge des Säekorns, so wie durch den Vor— theil ersezt, daß die Saat besser und regelmäßiger bedekt wird, als wenn man mit der Säemaschine gesäet oder die Getreidpflanzen gesezt hätte. So viele Sorgfalt und Lang— wierigkeit dürfte wohl nur in dem glüklichen Klima von Toskana von Nuzen seyn, wo man das Wintergetreid während der dreyz Monate Oktober, November und De— zember säen kann und wirklich säet, so wie das Sommer— getreid in den Monaten Jenner, Hornung und März in die Erde kommt und man also durch die ganze Hälfte des Jahrs nicht aufhört, Getreid zu säen. Man säet in Toskana viel Rocken oder vielmehr Meng—⸗ korn; die Bauren säen es in die fruchtbarste und mittel— mässigste Erde; die eine, sagen sie, ist zu gut für Weizen, und die andere zu schlecht. Alle Felder, die die Hügel— bewohner am Anfang der Ebene besitzen, werden überhaupt mit Rocken besäet, so wie alle Kohlbetten, die er aus— ruhen oder vielmehr ganz ausziehen will, was er alle drit— te oder vierte Jahr thut. Der eigentliche Rockenboden aber, in welchem er am besten gedeyht, ist der sar dige, und man findet ihn häufig in der Nachbarschaft der Bäche. Verständige Landwirthe geben sich seit einiger Zeit viele Mühe, den Rocken ganz von ihren Feldern zu verbannen. In Toskana kennt man mehrere Arten von Weitzen; allein da sie von Bauren ihre Namen erhielten, und in je⸗ dem Dorfe verschieden sind, so würde es unnütz seyn, jede einzeln zu beschreiben. Ueberhaupt ist der Weitzen in Tos— kana grösser, runder, voller und fester wie unserer; nach diesen Eigenschaften wird er auch geschäzt. Die Toskaner bilden sich ein, daß das beste Getreid in ihrem Lande wachse, und daß man nur aus dem ihri—⸗ gen ein gutes Brod machen konne; auch ist alles fremde Getreid, welches sie über Livorno erhalten, um vier bis L 20 9 fünf Lire vom Sack wohlfeiler. Der ägyptische Weitzen, der fast jederzeit von Kornwürmern dii. und mit schlechten Körnern gemischt, so wie 5 68— 2 IERn klein, hart, durchsichtig, mog 3——0 da sie die ger zu d Voru e die vera 1566 FE anr 3t seyn. ein es kommt noch Getrei . V* Req) el, 3** .. 16 WIL P n— 4 schon it. Noch tommt N.:— 15 harter Weitzen„grano du die welschen Nudeln„Maccar 7 7„„ K I FSII huf säet man auch in TLTovsig Speise von einem allgemeinet — R AI kleine Stadt, die nicht acht e, obgleich man sie fast allentt 861 AR 6 best 7 N läßt„ WD man sie am i U zu 1 Diese Art Weitzen fordert ein sehr geubt l sie vom gemeinen zu unterscheiden, da sie von jenem verschieden ist allein sein wa ist die Härte, sie ist so groß, daß sie beym . wandeln. In diesem Zustand erhalten wit lien unter dem Namen„Semolad um S zum gröblichen Pulver wird, statt sie 4 190 Aunl*— 2** zu machen. Diese nemliche Semola ist . A A ztalien. Durch ein sehr beschwerl Vog 5 FIend ches eine eigene Vorrie vermischt man in Zeit von zwey Stunden mit einer kle ö nen Teig Hierans zu machen; so wie dieser Zähigkeit erlangt hat, kommt er in die J mittelst eines sehr zusammengesezten Mechanisn Gattung Sieb drükt zurch er irgend Form erhält. Diese Nudeln, die man entweder so wie sie aus dem Sieb kommen, kurz abschneidet oder zusam⸗ menrollt, wenn sie lang bleiben sollen, fordern nun keine — andere Sorge mehr, als daß man sie längsam trokne. — Kr.N. —ñ— e Weitzen Auch baut man sehr häufig dicken Weitzen gros blé' „und mit in Tokana, von welchem man zwey Sorten, eine mit, icche, di und die andere ohne Gräten kennt. 1) Nicht minder ist ist daselbst auch das Sommergetreid gewöhnlich, denn nur lhig ist no 10 sehr selten kann der Landmann seine Saat gänzlich vor th gewesen dem Winter bestellen. en, Ka⸗ ater D man wenig, Gerste aber durchaus keine lches gebaut. Bohnen ersetzen Autt zur Nahrunged er Pfer⸗ de, und was die Gerste betrift, so fühlt man ihre N⸗ 10 46 wendigkeit— auch kennt man einzig nur die nakte Ger⸗ 3 dein— welche betrügerische Kaffeesieder der statt Kaffee gebrau— E 16 Moj 8228 chen, und von welcher man sonst keine Benuzung weiß. m diese ö 3— 30..— 10 b Getreid wird zur Erndte 2) mit der Sichel so 1 6— Hat. nah als möglich an der Wre, abgeschnitten, und nach— dem man 905 einen oder zwey Täge in Schwaden liegen ge⸗ lassen, wird es mit Stroh zu Bunde n, nicht aber zu Gar— ben Vardet; hievon formirt man Pyramiden, die man 14. un nahe zur Dreschtenne hinsezt. Vor dem Dreschen, wel— ches gemeiniglich im July geschieht, schneidet man alle diese Bunde unter den Aehren ab, um blos diese allein dre⸗ . in schen zu dürfen, und das Stroh ganz zu erhalten. Ein 6 8. Mann, indem er mit seinem rechten Fuß auf den Getreid⸗ i bund tritt, fährt mik der Spize der Siche densel⸗ 20 804 ben, und schneidet ihn so in einem Schnitt durch. Die 0 Klinge der Sichel, die sowohl zu dieser Verrichtung als Kne— zum Schneiden und Strohhacken dient, ist einer feinen rr Säge gleich geschärft. Die Täge, an denen man das emol⸗ n trocke⸗ 1) Ich begreife nicht wohl, was der Verf. hier unter gros gehöͤrige bles versteht. Das franz. Blé hat überhaupt eine zu viel⸗ . die ihn fache Bedeutung.— Sollte es etwa der bey uns sogenannte durch eine böbmische Weitzen seyn ꝛ d. Ue. eliebige 2) Die Erndte fängt in der Ebene von Pescia von der Mitte 415 bis zu Ende Juny an. In jener von Pisa 9—— sie jeder⸗ 2 zeit in der ersten Hölfte desselben Monats an. er Rocken i wird nur um fünf bis sechs Tage vor dem we 0 d H ————— 22..——: E:“ — 38 Getreid drischt, sind Festtäge; alle Nachbarn helfen ein— fült ander gegenseitig, sie versammeln sich vor Anbruch des Le Im Tages vor dem Hause des Bauren auf der Dreschtenne, deren Boden man dadurch noch fester gemacht hat, weil man den Tag zuvor mit Wasser verdünnten Kuhmist hie— rüber gegossen. Während sie auf die Hize des Tages lich wartenk, beschäftigen sie sich mit dem Abschneiden des Ai Strohes und der Bildung des Strohfeimens, der von je— shöy nem Stroh, welches nicht gedroschen werden darf, rings gout⸗ um eine hohe Stange aufgeführt wind, wodurch er das gl Ansehen eines grossen zylinderförmigen Thurms erhält, essn, welcher, nachdem man das ausgedroschene Stroh oben o hol aufgeworfen hat, eine kegelförmige Bedekung bekommt. derma Er bleibt das ganze Jahr der Abwechslung der Witte—- wieder rung preißgegeben, die er auch sehr gut aushält, ausge⸗ Mdda nommen daß die oberste Lage des Strohes blos zu Bet— Welk! ten verwendbar ist. sie ei Die Bauren fangen nicht eher an zu dreschen, bis gewd die Sonne nicht brennend heiß geworden, das ist in dieser gen! Jahrszeit zwischen sieben und acht Uhr, und sie beklagen 3u, sich sehr, wenn sie durch irgend eine Wolke verstekt wird, Stun denn ihre Arbeit ist um so leichter, je brennender die fange Sonnenstrahlen sind; das Korn erhält hiedurch mehr 1—0 Schnellkraft, und enthülst sich leichter. Die Hügelbe— 9. wohner dreschen gewöhnlich ihre ganze Erndte in einem Tag, jene in der Ebene aber brauchen hiezu meistens drey Tage. Abends, wenn das Dreschen geendet ist, beschäf⸗ min tigen sie sich mit der Reinigung des Korns; ein kleiner Weh Nordwind, der sich mit Anbruch der Nacht von Pescia zum a erhebt, ist ihnen hiebey von grossem Vortheil; sie stellen alden sich ihm mit dem Korn in einem hölzernen Siebe gegen⸗ Corge über, und werfen es von sich dem Wind entgegen so hoch zne als möglich. Das Korn als der schwerste Theil langt wo an dem Ort, wohin es bestimmt geworden, an, während die die Spreu durch den Wind zurükgetrieben wird. Obwohl wüd das Rorn rein genug auf die andere Seite der Dreschtenne sen, SSxxxxxxxxTTPTPT TZTZTDTDTDTGLłTõw HTTGCPöSTSPSTSTTDTTTTTQ — S.— helfen ein⸗ ibruch dis leschtenne, hat, weil uhmist hit⸗ des Tages neiden des der von je⸗ uf, rings Ich er das is erhält, troh oben bekommt. er Witte⸗ t,‚ ausge⸗ u Bet⸗ chen, bis st in dieser beklagen ckt wird, ender die ch mehr Hügelbe⸗ in einem tens drey beschä— n kleiner n Pescia ie stellen he gegen⸗ so hoch eil langt während Obwohl Reschtenne 39 fällt, so wird sie doch allzeit nach jedem Wurf mit einer Leinwand oder einem leeren Sack wieder rein abgewischt, um den Rest des Staubs und der Spreu, die sich hieran geklebt haben möchte, wegzukehren. So viele Arbeit und Beschwerden erfordern eine reich— liche Erhohlung, dieserwegen wird für die Drescher der Tisch auch viermal gedekt, und die Frau des Pächters er— schöpft all ihre Kochtalente, um ihnen angenehme Ra— gout's zu bereiten; ich sage geflissentl ich Ragouts; denn obgleich die Bauren das übrige Jahr sehr selten Fleisch essen, so würde ein Stük Rindfleisch oder Braten für einen so hohen Festtag doch zu gemein seyn. Der Wein ist zu je⸗ dermanns Belieben, und die ganze Nachbarschaft hallt wieder von dem Freudengeschrey der Drescher und junger Mädchen, die ihnen aufwarten. Wenn nun das Tag⸗ werk von fünfzehn Stunden Arbeit geendet ist, ohne daß sie eine Ruh ausser beym Essen genossen hätten, kommt gewöhnlich eine Geige, um das Fest zu enden. Die jun⸗ gen Leute bringen dann die Hälfte der Nacht mit Tanzen zu, ohne sich zu bekümmern, daß sie nach zwey oder drey Stunden Schlaf den nemlichen Frohndienst wieder anzu— fangen haben, oder freuen sich wohl gar darauf. §. XIII. Wie man das Getreid in Toskana aufbewahrt. Man bewahrt das Getteid in Toskana auf eine eben so nüzliche als ausserordentliche Weise in unterirrdischen Aushöhlungen. Hierin erhält man es von einem Jahre zum andern vollkommen frisch und von allen Insekten oder anderweitigen Zufällen gesichert, ohne daß sie Unkösten oder Sorge bedürften. Ehe man das Getreid in diese Maga— zine bringt, ist es nothwendig, daß es zuvor an der Son⸗ ne wohl getroknet werde. In einem andern Klima, wo die Sonnenstrahlen nicht so brennend wie in Toskana—.— würde man diese wohl durch künstliche Hize ersezen müs⸗ sen, indem man das Getreid in eine Trockenstube edtr öxöFFIIFIIAAIAAIIIIISIIIIIISIIIeY E e::: 40 einen Backofen schüttete, nachdem man das Brod zuvor ohne aus ihm herausgenommen hätte. bih Diese Behältnisse sind eyförmige oder vielmehr fla⸗ hiln schenförmige Aushöhlungen, die im Stand sind, zwan⸗ Cah zig bis hundert und fünfzig Säcke 1) Getreid zu enthal⸗ 100 ten. Jene, in die ich hinabgestiegen bin, waren in einer. duch sie ohne Zwi⸗ custo sehr dichten rothgelben Thonlage, die, weil ö schenlage ist, keinen Tropfen Wasser durch len Thieren unzugänglich ist. Alle sind unter dem Dach sich, der Ziegelhütten, auf kleinen Abhängen, wo kein Wasser cber stehen kann, gegraben. Ehe man das Getreid hinein— ihn el schüttet, werden sie mit Stroh ausgefüttert, wozu man Rhumm ein drey Zoll dickes strohernes Band verfertigt, welches ohge man rings um die Erde spiralförmig aufwindet, so daß AIch, eine Wendung auf der anderen ruht; auf die nemliche den E Weise, wie die Weinflaschen dieses Landes von aussen um— hort! wunden sind. Nun füllt man die Höhle mit Getreid an, einge und verstopft den Hals dieser Flasche mit zwey Strohdecken, men die man über das Getreid dekt, worüber ein grosser run⸗ ein der Stein gesezt wird, der alles genou schließt, und da⸗ wäre mit alle Zwischenfugen recht genau verstopft werden, gießt daß man nur einige Schüfer voll eines mit Mist abgerührten welche Wassers darüber, worauf sie mit einer, einen halben Schuh der Ei 3* hohen Lage Erde bedekt wird, die sie dem Boden gleich di si macht. ö HOeni Es giebt nur wenige Eigenthümer, die solche Be⸗ Hsch hältnisse besitzen; allein man bekommt sie bey mehreren komm Ziegelhütten zu leyhen. Der Ziegelbrenner, welcher hie⸗ allss von Eigenthümer ist, haftet für das Getreid; er bestrei— mische tet alle nöthigen Auslagen, sowohl um es hinein als wieder Mase herauszubringen, und läßt einem noch überdieß die Wahl, ist, u entweder so viele Säcke rückzuerstatten, als er erhalten, ebeufg und z ausge die m d. Ue. Sdilpi 1) Der Florentiner Sack enthält nach Vega's Angabe 7,97407 franz. Deeiliter's, während der Wiener Metzen 6,149279 hat. Er enthält also heynah 1 etel Metzen. ——3898——7.——— N— zzu man welches o daß nemliche ssen um⸗ Dan, detken, sser un⸗ +or ifl ihn 4—8 uh 147⁷ n gleich 7/007 74⁰ 67149⁷⁷⁷ e. 4⁷ ohne etwas anderes 555 sich zu nehmen, als was 645 übrig bleibt; oder alles Getreid, welches sich im Be hälter findet, üertisebrn, wofür man ihm aber vier Soldi für den Sack Magazingeld bezahlt. Da das Ge— treid in diesen Behältern anschwillt, und beynahe um drey pro cent zunimmt, so ist ihnen der erstere Preiß 6 Us der zweyte. er Behälter blei ibt so lange verschlossen und ununter⸗ uchu, biß man seines Getreides loß seyn will; dann aber muß man ihn auf einmal leeren. Nachdem man ihn eröfnet, und den Stein und die Strohdecke wegge⸗ nommen, findet man das Getreid oben beym Eingang ohngefähr den dritten Theil eines Sacks halb' schimme⸗ lich, weil es durch das Kothwasser, welches man über den Stein gegossen, naß gemacht worden war; dieß ge⸗ hört dem Eigenthümer dieser Behälter, und wird nicht eingerechnet; was man unter diesem findet, ist vollkom— men trocken, ohne den mindesten Geruch, und ohne daß ein Korn von irgend einem Insekt angegriffen worden wäre: ja noch mehr, wenn es sich manchmal ereignet, daß man ein Getreid in einen solchen Behälter füllt, welches sich schon zuvor erhizt hätte, so st der Erde sogleich alle Gährung, und tödtet alle Jnsekten, die sich etwa hierin finden mbgen. Indeß ist doch jenes Getreid, so sich am Boden befindet, keineswegs so schön; es schwillt durch die Feuchtigkeit der Erde an, und be⸗ kommt einen schimmeligen Geruch. Die Müller pflegen (C FNMNmenoe So 14 oinanden all eõ aus de He ohle ekommene Getreid untereinander 3 V HRLor 5* orot mischen, daß man das schlechtere unter einer grösseren Masse nicht mehr bemerkt. So wie der Behälter geleert ist, wird auch das Strohband weggenommen, welches ebenfalls einen schimmelichen Geruch angenommen hat, und zu nichts mehr taugt. Die ganze Höhleen in ausgefegt, und mit dem Stein sowohl als der Erde, die man darüber schüttet, so lang verschlossen, biß der Zeitpunkt wieder gekommen ist, sie von neuem zu füllen. 42 F. XIV. Untergepflügte Feigbohnen, die veft statt Dünger dienen. de So wie die Erndte in der Ebene geendet ist, wird IN der Acker sogleich wieder umgepflügt, und jedes Bett in mie zwey Hügel getheilt; so wie wir dieß bereits sahen. Fig.—0 7. Allein um Feigbohnen zu säen, läßt man, statt die mi zwey Hügel mit der Egge gleich zu machen, wie wir dieß in Fig. 8 gesehen, eine kleine Egge, die sie„Spia- 31 U0 nuscio“ nennen, nur über einen hinunter laufen, wäh— 23 rend der andere unberührt bleibt, und wechselt so bis zum sthe K Ende des Feldes ab. Die Fig. 9 stellt den Durchschnitt lch f. des Feldes nach dieser Verrichtung, und Fig. 12 die Ge— nehte stalt der Halbegge, das„Spianuccio“ dar. alen! Die Feigbohne, Wolfsbohne, Lupinus albus Lin. nem se die man auf diese so vorbereiteten Felder säet, ist eine behnen schattentragende jährige Pflanze, die zur Höhe von zwey thünt bis drey Schuhen gelangt, und keiner weiteren Hülfe be— dentrh darf: im Gegentheil, obwohl der Stengel sich in eine sen K grosse Menge von Zweigen getheilt, so ist doch jeder hart, so we dick und beynahe hölzern; die weißlichten Blumen, die bersic fast die Grösse, Farbe und Gestält der gemeinen Boh— die an nen haben, sind in langen Büscheln am Ende jedes eingeg Zweiges vereinigt, lange Schatten folgen ihm, die die Aaft Frucht enthalten, welche den grossen flachgedrükten Erb— allin: sen gleicht. Man säet die Feigbohnen im August oder Gfüst September auf das geegte Feld, und bedekt sie mit der uchen Hacke. Die gewöhnliche Feuchtigkeit der Erde in der 92 Ebene ist hinlänglich, sie keimen und wachsen zu machen; es ist jedoch selten, daß nicht ein Regen kommen sollte, 7 um ihren Wachsthum zu befordern. Diese Feigbohnen in sind im Oktober, wenn die Saat beginnt, hinlänglich fei groß, untergepflügt werden zu können. Haben sie fünf— Nr zehn Zoll Höhe erhalten, so führt man den Pflug wie— u der mitten durch das Bett hindurch, wirft die Erde zur al rechten und linken, und bedekt und begräbt von beyden de Seiten das Kraut der Feigbohnen, die man in der Erde E en, die t ist, with des Bett in ahen. di „ statt die 1, wie wir sie vopia. fen, wäh⸗ so bis zum urchschnitt 2 die Ge⸗ bus Lin. ist eine von zwey Hülfe be⸗ ich in eine jeder hart, umen, die inen Boh⸗ nde jedes „die die kten Erb⸗ igust oder e mit der de in der machen; hen sollte, eigbohnen inlänglich sie fünf⸗ flug wie⸗ Erde zur on beyden der Erde 13 verfaulen läßt, und die mehr als jede andere Pflanze die Eigenschaft besizt, die Erde durch seine Ueberbleibsel zu düngen. Die nemliche Pflugfahre, die die Feigboh— nen untergepflügt, hat zugleich die Ackerbetten zugerich— tet, die nun mit Getreid besäet werden, welches sodann mit der Hacke bedekt wird. Dieses Unterpflügen der Feigbohnen, um den Acker zu düngen, welches die Italiener„gli soverci oder rovescit' nennen, zeigt eine grosse Kenntniß guter Grund— sätze in der Agrikultur, und macht die Erde wunderbar— lich fruchtbar. Die Bauren säen zwar in dieser Hinsicht mehrere andere Pflanzen, und unter diesen die Bohnen; allein keine düngt so gut und geschwind, und hat in ei— nem so hohen Grad die Kraft zu befruchten als die Feig— bohnen. Es scheint, daß diese Eigenschaft ihr eigen— thümlich ist, und daß man sie in dem reifen Korn kon— zentrirt antrift, denn wenn sie im Ofen oder einem gros—⸗ sen Kastel so erhizt werden, daß ihr Keim zerstört wird, so werden sie hiedurch zum wichtigsten Düngmittel: man versichert, daß drey oder vier Pfund diese Feigbohnen, die am Fuß eines kranken Oehl-oder anderen Fruchtbaums eingegraben würden, hinlänglich seyen, ihm seine vorige Kraft wieder zu geben. Fleissige Gärtner wenden sie, allein immer in sehr kleiner Menge, an, um Pomeranzen in Gefässen statt Pferdemist zu düngen, und erhalten über⸗ raschende Wirkung hievon. 1) 1) Theoretisch scheint man in Teutschland das Unterpflügen grüner Pflanzen zur Düngung wohl zu kennen, aber prak— tisch wird es nur sehr selten und mit wenig Zutrauen hin und wieder angewendet. In meiner Gegend z. B. haben fleissige Landwirthe das Unterpflügen der Sommerwicken, die nach dem Weitzen gesäet wurden, versucht, um beym Unterpflügen derselben noch Rocken in das Feld zu säen; allein der Zwischenraum zwischen dem Weitzenschnitt und der Rockensaat ist zu kurz, und die Jahrszeit bereits zu weit vorgerükt, als daß sie eine beträchtliche Größe erhalten 4⁴4 §. XV. Schminkbohnen.) bchr Manchmal säen die Bauern, die einen grossen Vor⸗ sie rath von Mist haben, gleich nach der Erndte desersten 1. Jahrs statt der Feigbohnen, die den Acker bereichern,— Schminkbohnen, die ihn aussaugen. Sie vermischen— hiemit einige Körner türkischen Weitzen, die sie unterstü⸗ ll tzen, und ihnen statt Rankstangen dienen sollen. Die ter u Art Bohnen, welche am besien der Trokniß widerfteht, und die allein nur geeigenschaftet ist, nach der Erndte** noch gesäet zu werden, ist mit einem Aug rings um den sto, Keim gezeichnet; woher es auch kommt, daß man sie Schminkbohnen mit dem Aug„Faggiuoli dall' occhio“ 0 nennt. Wenn diese gesäet werden, dann dauert der Um— u lauf der Felder vier Jahre, weil der Bauer erst im fol⸗ Dr K genden Jahre Feigbohnen säet, um sie unterzupflügen, welches alle einstimmig als nothwendig anerkennen. ½ man den d §. XVI. Zweytes Jahr. Futterkräuter. gusge Nach der Erndte des Getreides im zweyten Jahr* pflügt man im July oder August von neuem, und säet shuut bis in den September Futterkräuter. Die zwey gebräuch⸗ ö lichsten Kräuter dieser Art sind eine Mischung von Feig— hielei zeln m sollten, und die Mistdüngung suppliren könnten. Nur mehr 4 für Gegenden in Deutschland, die Brache halten, scheint geus k sie mir sehr zweckmäßig! denn da haben diese Düngpflan⸗ it seht zen Zeit gerug, bis zur Blüthe zu wachsen, um dann zur gleich Saat untergepflügt zu werden. d. U. nepod Phaseolus nanus, Lin. werden bey uns„Stockbohnen“ sud ui oder„Zwergbohnen“ genannt.— Wenn der Herbst sehr Rothel günstig ist, so werden sie hier als zweyte Frucht noch reif. zum ar In dem südlichen Steyermark oder Tyrol werden sie aber jener N von July bis Oktober gewiß reif. Für sich allein baut man sie bey uns nirgends, sondern zwischen dem türkischen iel Weitzen, welches gewiß ihr schicklichster Platz im ganzen Peoi Feld is du. u, rosse Vol⸗ H ehten Jaht V 30 „ und saet ae ebra äuch⸗ — 5 6n Toig! oon Feig⸗ Düngpflan⸗ m dann zur d. U tockbohnen“ Herbst sehr noch reif. en sie aber allein balk n tiish —...C 45 bohnen, Lein und Rüben; dann einjährigen Klee, den sie„Lupinella“ nennen Es ist auffallend, hier den Lein unter den Futter⸗ kräutern anzutreffen; allein sein Saame ist sehr häufig und leicht zu gewinnen; die Pflanze widersteht dem Win⸗ ter sehr gut, wächst sehr zeitlich, giebt reichliches Fut⸗ ter und schmekt dem Vieh. * Da die Feigbohnen viel geschwinder als der Lein oder die Rüben wachsen, so werden sie gegen Ende des Herb⸗ stes, wenn sie bereits groß foe. und nach⸗ dem sie gewaschen worden, um die Erde von den Wur⸗ 1 zeln wegzübrin gen, dem 111. Re ttert, das sich ohn⸗ geachtet ihrer Bitterteit sehr bald si—— fressen ane gewöhnt. f 81 P 5 n Son W 1 Der Lein und die Rüben, die bis von den Feigboh⸗ nen beynahe erstikt geworden waren,— nun an, sich — zu erholen und zu wächsen. Während des Winters wer⸗ den die Rüben, so wie man ihrer für das Vieh bedarf, ausgezogen: der Lein wird im Frühling gemäht, und Mi + gegen die Mitte oder das Ende des May ist alles ver⸗ Un ter den Rüben, die man in Italien säet, ist vielleicht nicht die Hälfte, die wirklich beträchtliche Wur⸗ zeln macht; auch rechnet man zur Fütterung des Viehes mehr auf das Kraut als die Wurzeln derselben: übri⸗ gens kennt man mehrere Arten. In sie sehr dik, v gleich jenen, — 2 — — — — längert und von einer gelblicht wir den englischen Namen„Tur⸗ neps beylegen. In der Ebene von Pescia hingegen sind sie breit, platt, und zum Theil mit versch iedene m Roth bemahlt. Der Saame, den man von einem Or zum andern überträgt, bringt dort nie die ähnliche Art jener Rübe hervor, von welcher er genommen worden. 3208 Parmesanischen und Mayländischen säͤet man viel mehrere Rüben als in Toskang. In diesen zweyen Murin zen sind die Aeker, mit Ausnahme der Reisfel⸗ der, gemeiniglich in zwey Schläge getheilt: Weitzen, 3* 46 Rüben, und im zweyten Jahr türkischen Weitzen; oder 00 wenn man sie in drey Theile abtheilt, so geschieht dies* 0 nur, um im Lauf des dritten Jahrs Bohnen oder Feig— 2* bohnen zum Unterpflügen zu sänn. Die erstaunliche 10 Menge von Rüben, die diese zwey reiche Provinzen be— 0 dekt, muste Arthur Voung sehr schmeicheln, als er sie 4 durchreiste. N Die Lupinella, oder der einjährige Klee, Trifo- auhn lium incarnatum. Lin. ist eine der schönsten Pflanzen, ar in die man zum Futter baut. Seine schönen, länglichten, nu, fleischfarbenen Blumen, das dunkle Grün seiner Blät⸗ re nen ter, und die Lebhaftigkeit seines Wachsthums machen wund die Zierde der Felder. Man säet ihn im September, sen Etamm und mäht ihn vor der Mitte des Aprils bis zur Hälfte des May. Manchmal untermischt man ihn mit Feig— bohnen, die man im Herbst ausrauft. Dieser Klee giebt shehen O eie! eine reichlichere Erndte als der Lein. In Rücksicht sei— e u ner Grösse gleicht er unserem Klee, allein man mäht ihn güͤfe? nur einmal. darauf Di F. XVII. Drittes Jahr. Türkischer Holhen a Weitzen. uubt vo Nach der Erndte der Futterkräuter wird das Feld mit Re dem Spaten umgegraben. Diese Arbeit beginnt von der ha; mn Nitte des Aprils, und dauert durch den ganzen May. mungich Der türkische Weitzen oder Mais, der die Erndte des b I. dritten Jahrs machen soll, wird nie in ein Feld gesäet, nuh de welches nicht zuvor mit dem Spaten umgegraben worden Iesen wäre. Man kann ihn während der drey Monate April, unt das May und Juny säen, auch wohl auf schon abgeernd— woher ez tete Felder im July; denn aber ist es eine andre Art Hiht kez desselben, die weniger hervorbringt und geschwinder wächst. sin bönif Man nennt sie„Sessantino“ weil sie binnen sechszig dut Tagen reifen soll. theil fũ Der türkische Weitzen, der in der Ebene zu Ende Mhrnng des Aprils gesäet worden, entbehrt sehr leicht der Be⸗ Bd emn HH———————*——— WN S...... SS——..———‚‚.‚D‚‚Dii‚i‚‚iI‚‚I‚t‚‚‚‚ꝗD‚D‚ssrnr‚rrꝗYDr.˖‚.. D‚DDSSSE ‚S‚‚‚.‚.e‚...... eitzen; ode schieht dies oder Feih: erstaunliche bvinzen he⸗ „als er si e, Tuito. Pflanzen, agglichten, iner Vlät ns machen 'eptember, zur Hälfte mit Feig⸗ Klee giebt sksicht sei⸗ waht ihn ischer 18 Feld mit it von det zen May. erndte des ld gesätt, en worden ate April, abgeernd⸗ andre Art er wächst. u sechszi e zu Ende ht de Be⸗ 42 wässerung, und leidet nicht von der Dürre, wenn er nur zu Anfang des July einen Regen erhält, welcher auch gewöhnlich eintrift. Der türkische Weitzen wird mit der Haue in sehr breite Reyhen gesetzt, und obgleich man die Kerne mit vieler Sparsamkeit aussäet, so setzt man ihrer doch mehrere, als man wachsen lassen will, weil Insekten ihn öfters anfallen und zerstören, ehe er aufge— gangen ist; sobald er aber so groß geworden, daß er vor ihnen gesichert ist, dann wird aller überflüssiger aus⸗ gerauft, so daß eine Pflanze von der andern in der Li— nie neun bis zwölf Zoll, jede Reyhe aber von der andern zwanzig bis vier und zwanzig Zoll entfernt bleibt. Wäh— rend seines Wachsthums wird die Erde rings um jeden Stamm zweymal angehäuft. So lang er steht, giebt er eine überflüssige und köstliche Fütterung. Nach ge— schehener Befruchtung werden die männlichen Blüthen, „die Fahne“ abgeschnitten, und nach und nach der gröste Theil seiner Blätter, weil das Vieh sehr gierig darauf ist. Die Erndte fängt im August an; man bricht die Kolben ab, nund rauft die Pflanzen aus, die nun, be— raubt von ihreu Blättern, zu nichts mehr, als zum Verbrennen dienen. Der Kern sitzt fest in seinem Fä— cher; um ihn loszubringen, befestigen die Bauern ge— meiniglich ein Stück einer Degenklinge in eine Bank oder einen Tisch, und rifeln über diese Klinge einen Kolben nach dem andern, so lang, bis alle Kerne herunter sind. Indessen sah ich doch in Piemont den türkischen Weitzen wie das Halmgetreid dreschen, und ich begreife nicht, woher es kommt, daß er sich hier unter der Drischel so leicht losgiebt, während man in Toskana ein Stück Ei⸗ sen bedarf, um ihn los zubringen. Der türkische Weitzen ist von einem sehr grossen Vor— theil für das Volk, und gewährt ihm ein vortrefliches Nahrungsmittel. Mit Weitzen gemischt gibt er dem Brod eine gelbröthliche Farbe, ohne dessen Geschmack zu verschlechtern. Indessen ißt das Volk das Mehl dessel⸗ det 6 ben gemeiniglich allein in der tarinata“ oder„pol- hittt lenta.“ thel! Um die Farinata zu machen, schüttet man das 0 Mehl des türkischen Weitzens in einen Topf mit sieden⸗ ale a dem Wasser, wozu man Butter, Oehl, oder Fleisch⸗ niht brühe und Salz giebt, rührt es während fünf bis sechs abil Minuten um, nach welchen man sie vom Feuer nimmt, Mohe ö und als Su mppe oder Muß aufsetzt. AIich u ö Die Pol Hen wird wie die Farinata gemacht, nur 74 +. 2 4 kommt kein Fett hinzu; auch muß sie dichter seyn, so daß Ale sie, wenn man sie vom Feuer nimmt, fest zusammen⸗ sludg ö hält. Sie wird nun mit einem Faden in Stücke zerschnit⸗ AIe en ö ten, die man auf einem Rost über glühenden Kohlen Rn während einigen M nröstet— 0— gen Nir üuten re Ellte —*—*— V 2e74 +7* ů ö Diese zwey Auten, das Mehl des türkischen Wei⸗ ö tzens anzuwenden, haben den Wortheil, daß hiebey so⸗ AInd wohl das Brod, als jeder andre Zusatz erspart wird; 985 1 — denn diese Substanz hat zwar nicht viel Geschmack, al Lal ö lein doch genug, um keines nöthigen Zusatzes zu bedür⸗ e N fen. Es ist wahrscheinlich, daß sie viel nahrhafter seyn ö würde, wenn man sie länger kochen liesse, und die Bau⸗ 1409 ren beklagen sich, daß es sie anfüllt, ohne sie zu näh⸗ n Il ren, während im Gegentheil der Graf Rumford beobach⸗ maln + V 3—* IXI— tet hat, daß der 39. türkische Weitzen das ahr— 99 0 ö hafteste Korn seye 1) Daß man in Toskai das Feld mit dem Spaten i U biezu umgräbt, mag 30 der Kleinheit der Felder und uütha, der 23 den M. 1) Obgleich der Verfaßer den Bau des Mais in kurzen Wor⸗ 00 manche uer w ten, und ausfubrlicher und besser beschreibt, als er es in manchen größeren ökonomischen Werken nicht ist, so erlau⸗ be man mir über diese nützlichste Frucht, die bey weitem uumg si noch nicht hinlänglich in Deutschland gebaut wird, meine siel, y eigenen Beobachtungen, denselben im Grohen zu pflanzen, gewiß bier einzuschalten. ö der M. Toske Non Oder HD0l. tman das mit sieden der Fleischͤ uf bis sechs uer nimmt, nacht, nut eyn, so daß zusammen⸗ ke zerschnit⸗ en Kohlen A2on Mot Qen Wei⸗ Kioko sa hebey o: mack, Al⸗ 2½ ode 6 zu bedut: thafter seyn dd die Bau— 2I sle zu nah⸗ d beobach⸗ ahr— das nahr⸗ em Spatet 6 1R%0 und Felder und der furzen Vor⸗ als et es in it, so erla⸗ bey weiten wird/ meist ju pflaniek⸗ 222 49 der Grösse der Bevölkerung wegen wohl angehen; ver⸗ bietet sich aber bey uns von selbst, und so grosen Vor— theil auch ein mit der Hand umgegrabenes Feld gewährt, so glaub ich doch, daß es die Kosten dieser Arbeit, die alle andern landwirthschaftlichen Verrichtungen zurüksezt, nicht über den Ertrag eines mit dem Pflug gehdrig be— arbeiteten Feldes zu bezahlen im Stande ist. Daß der Maysbau nicht mehr schon eingeführt ist, rührt vorzüg⸗ lich von dem Vorwurf her, daß man zu demselben zu viele Leute bedürfe, und über der Pflege dieser Pflanze alles andere vernachläßige. Wirklich scheint diese Be⸗ schuldigung wenigstens zur Hälfte wahr, und es ist da— her ein wahrer Gewinn für den Ackerbau, die Kultur einer Frucht zu erleichtern, die unstreitig die reichste Erndte giebt. So wie hier der Verfasser den Bau des Mays be— schreibt, wird er mit Ausnahme des Umgrabens des Fel— des mit dem Spaten in allen mir bekannten Gegenden Teutschlands, in Ungarn und Kroatien betrieben. Wel- che Mühe und Menge von Händen aber ein dreymaliges Behauen eines Ackers von mehreren Jochen erfordert, und wie unmöglich es doch ist, zu verhüten, daß nicht ein Theil desselben im Unkraut erstike, ist nur dem ver⸗ ständlich, der den Bau dieser Frucht im Grossen betrie⸗ ben, oder ihn genau beobachtet hat. Wie wohlthätig ist demnach eine Erfindung von Pflügen, die die Hand⸗ arbeit beym Grünhauen und Behäufen„fast ganz“ un⸗ nöthig, und auf diese Art den Anbau des Mays auch in den Menschenleersten Gegenden möglich macht! Teutschland ist dem unsterblichen„Thaer“ schon manche grosse Verbesserung seines Ackerbaues schuldig, unter welchen die Bekanntmachung und mehrere Einfüh⸗ rung solcher Werkzeuge, wodurch Früchte in Reyhen ge— säet, vom Unkraut rein erhalten und aufgehäuft werden, gewiß nicht die kleinste ist. Ihm verdank ich die Idee der Anwendung seines in„Bergens Anleitung zur Vieh⸗ Toskanische Landwirthschaft. 7—— 50 zucht“ gezeichneten Schaufel⸗ und Anhäufepflugs, wo⸗ uid mit ich und mehrere hiesige Landwirthe den Bau des Mays in de seit drei Jahren mit dem besten Erfolg betreiben. Meh— der N rere andre haben an verschiedenen Orten bereits allerley Heldel Pflüge zum Reinigen der Reyhen, so wie zum Anhäufen in R. des Mays angewendet, wovon einige ziemlich sinnreich sh,i und brauchbar Rad, der Raum einer Anmerkung mir aber zu beschreiben verbietet; allein über die Einfachheit und WMo hohe Brauchbarkeit des Schaufelpflugs geht keines der sltde mir bekannten hiezu bestimmten Ack Ae. Weni⸗ Hidet ger brauchbar ist der dort abgebildete Anhäufe; n des Ondnn Mangels an einem Rad und der nicht geringen Unbe— st we quemlichkeit wegen, die seine Verbindung mit 4nr Deich- um E sel hervorbr inzt. Der Grindel muß nach der Höhe des Etoekbe Pferdes, das den Pflug ziehen soll, gebogen seyn, sonst de, e greift er gar nicht in die Erde. Ich habe darum einen ienn + ganz gewöhnlichen Haaken oder Aarl bey der Pflugschar und den Streichbrettern so zurichten lassen, wie er im Kupfer abgebildet ist, vorne aber durch den Grindel, wie beym Schaufelpflug ein Rad eingesetzt, welches hö— her und niederer gestellt werden kann, wodurch ich mit Gagent einem Pferd im Stande bin, nicht im Sandland, son— hefücch dern in fetter Lehmerde Mays sowohl als Kartofeln zu deePfl behäufen. Für manche Gegend Teutschlands, wo der vohln Bau dieser Frucht noch nicht bekannt genug ist, dürfte Ruumm es nicht uninteressant seyn; hier die Methode zu beschrei— fhf ben, wie ich und einige meiner Freunde Mays pflänzen. Huut; Das Feld, worauf Mays gebaut werden soll, muß e des ziemlich troken, vor allen aber sonnig liegen; wenn es Viuber im Herbst gestürzt und im Frühling wieder gepflüget al worden, so führt man auf das niedergeegte Feld einen Huf tin ziemlich abgebrannten Dünger auf. Zu viel kann der 6 ich Dünger nie seyn, hat man aber nur wenig, so muß er Run so abgeladen werden, daß er blos in die Furche zu lie— 10 gen kommt, worein der Mays gesäet wird. Nun wird is— der Dünger unterpflügt, das Feld wieder eben geegt, Ind w pflugs, ui: u des Manz ben. Me⸗ reits allerley m Anhänfen grum einen Pi V flugscha ar wie er im Grindel, I7 welches hö⸗ urch ich mit dland, son⸗ Narte fe In zu aunr pflanzen. soll, nuß wenn eo gepflüget Feld einen kann der so muß et uche zu l Nun widd eben get/ —.——. 51 und der Saame entweder durch den Bohnendriller oder in die Furche eines sehr kleinen, seicht gehenden Pfluges, der nach einer möglichst geraden und gleich weit abste— henden Richtung gezogen werden muß, gesäet. Ich hab ihn dieses Jahr durch Weiber nach der Schnur setzen las— sen, und ziehe diese Methode dem Legen nach dem Pflu— ge vor; die Pflanzenreihe wird am gleichsten und das Racharbeite en mit dem Schaufel- und Anhäufepflug aus⸗ serordentlich hiedur 00 erlet chtert. Zwanzig Weiber oder Kinder sind im S 160⁰0 Quadrat⸗Kl Kerd Reyhen Ist 3w ey Schuh, ern ei⸗ nen Schuh abstehend, oder den, einnehn nen; f jede Reyl zwey Men⸗ schen nöthig, wovon der erste alle Schr uh v weit zwey Kör⸗ 1 ner Mays in ein mit einem Holz zwey Zoll tief gemachs 7 der tes Loch dist⸗ der folgende aber zwischen hinein sechs bis sieben Bohnen setzt. Die Zeit der Saat ist von der Hälfte des Aprils bis zu Anfang May; denn in unseren Gegenden darf er nicht später gesäet werden, weil wir befürchten müssen, daß er nicht reif würde. So wie die Pflanze fünf bis sechs Zoll hoch geworden, oder auch wohl noch früher, wenn das Unkraut zu sehr überhand genommen hätte, werden 3 8 mit dem Schau⸗ felpflug durchgefahren, der alles zwischen wachsende Un— kraut zerstöret und die Erde auflokert; die Zwischenräu⸗ me des Mays 3250 der Stokbohnen aber müssen durch Weiber mittels der Haue, falls dies nöthig seyn sollte, ausgeputzt werden, welche Arbeit geschwind geht, und auf ein Joch nur acht Tagwerke fordert. In vierzehn bis sechszehn Tagen wird das Feld mit dem Schaufel— pflug zum zweytenmal behäkt, und bedarf jetzt schon kei⸗ 5 9 — 40r MaiRRII Onnle R.* Nerauf ner Nachhülfe mehr. Zwölf bis vierzehn Täge hierauf ier 1 ist der Mays schon einen bis anderthalb Schuh hoch, 1* x‚ IAI 16ʃK7—..—F I. und wird mit dem Anhäufepflug behäuft, welche Arbeit 2 —— 11..:e————————Ä ————— 52 nur in dem Fall einer Nachhülfe bedarf, wenn die Rey⸗ hen zu eng oder ungleich gesetzt gewesen wären.— Ich 59 bedurfte keiner.— Nun läßt man den Mays ruhig wachsen und verblühen, und wenn die Befruchtung vor— über ist, welches man daran erkennt, daß die Pistille, »die Seide“ schwarz geworden, werden die Stengel„die Fahnen? über den Kolben abgeschnitten, theils um dies 30 köstliche Futter zu benützen, mehr aber noch, um den Sonnenshahlen in unseren kälteren Gegenden mehr Zu⸗ gang zu den Kolben zu verschaffen, und ihr Reifwerden zu heschleunigen. Nach und nach werden alle grossen Blätter abgeschnitten und verfüttert, welches von sehr grossem Belang ist. Mit Anfang Oktobers ist er hier IAIn reif; die Kolben werden dann abgebrochen, entblättert, und unter dem Dach paarweiß zusammengebunden aufge⸗ hangen. So viel man Anfangs in der Hauswirthschaft ö nöthig hat, wird auf einem Eisen, so wie dies der Ver— 19* fasser beschreibt, gerifelt, der übrige aber im strengen 30 Winter gedroschen, welches dann leicht aus seinen Fä⸗ E chern geht. Ein Joch Acker giebt im Durchschnitt 50 bis 60 Metzen Mays, und der Preis desselben ist um ei— 24. 2 nige Groschen geringer, als der des Rockens. Es gibt 20. demnach keine Frucht, die an Erträglichkeit der Erndte dieser gleich käme.— N. 10 Eine leichtere Uebersicht der Arbeiten und des Er— 20 De trags eines Mays Ackers gewährt folgende Tabelle, die ein Auszug aus meinem diesjährigen Journal ist: Jahr 1803. Das Feld Lit. Nmißt genau 1 Joch von 1600 Wiener—Klaftern. 5. 6. Nov. Gestürzt: 2 Pferde anderthalb Täge à 2 fl. 30 kr. 3 fl. 15 kr. ftn Jahr 1804. H. 23 April. Gepflügt: eben so 3⸗ 15— 0 24— Geegt: X Pferd anderthalb Kebat Täg à 1 fl. 15 kr.—— Men Latus 8 fl. 22 kl. sud 232— enn die Ry⸗ Transport 8 fl. 22 kr. 4—.—80 26 April⸗ Mist geführt mit zwey Pfer⸗ Rahs rusih den durch zwey Täge 6 30— uhtung enr 20 doppelspännige Fuder Dün⸗ de Pfsiil, ger samt Ladungs-Kosten Etergel de 4 1 fl. 20—— Lils um dies 30 April. Mays und Stokbohnen setzen ch, um den 20 Tagwerke à 30 kr. 6 40— en meht Zu⸗ Ein Drittel Metzen Mays⸗ Mifwerden Saamen 2.—— ale grosen Einen halben Metzen Stok— von seht bohnen 3⸗—— ro ist er hier 2Juny. Behaakt: 2 Menschen und ein entblatert, Pferd durch einen Tag 1 39— den aufge⸗ Nachhelfen mit der Haue 8 Uswitthschaft Weiber 2 40— ies det Vei⸗ 1—ο— Das zweytemal behnakt 139— im strengen 30— Behäuft 1 39— 15 simnen Fi⸗ II Septemb. Angefangen die Fahnen abzu⸗ hschnitt 5 schneiden. en ist um ei⸗ 24. 25 . Es gibt 26. Die Kolben abgenommen 18 der Erndte Schichten 6—— 17. 18. 19. d des Er⸗ 20 Dezemb. Gedroschen und abgewunden abele, di 16 Tagwerke à 30 kr. 8—— st: Pacht 18———— IJcch von Summa 86 fl. 9 kr. Hievon erhielt ich 67 Metzen türki— ö schen Weitzen à 4 fl. 30 kr. 301 fl. 30— l. 15 kr. 37•5 Bleibt reiner Gewinn 215 fl. Zr— 3.15 Hiebey sind die Stokbohnen noch nicht in Anschlag gebracht, die mir heuer völlig mißriethen, und statt 13 15— Metzen etwa vier einbringen möchten; eben so wenig sind die Fahnen, so wie die Blätter des Mays in An⸗ 94 schlag gebracht, obwohl ich vierzehn Tage sieben Stük Vieh hiemit auf den Stall fütterte, und noch überdies einen sehr großen Haufen dürrer Stengel zum Einstreuen er— hielt 1). Was 16 Laree mene oder wie ihn die Lombar— den und Venetianer nennen:„Cinquantino“ betrift, so glaub ich, ih er im südlichen Theil von Steyer⸗ mark, Kroatien und Unga— so wie in Wels nach dem Kornschnitt gesäet noch zur Reife kommen kön⸗ ne, allein nur höchst selten gelingt uns dies in Kärnten, wenigstens sind mir alle Versuche dießfalls gescheitert, * obgleich ich den Saamen unmittelbar von Vicenza be— kam. Als erste Frucht ist er für Gegenden, in denen der gewöhnliche türkische Weitzen zur Reife kommt, nicht vortheilhaft, seine Kolben sind um die Hälfte kleiner, und sein Stengel kaum— Schuh hoch; allein für Ge⸗ genden, die nördlicher als die unserigen sind, und einen kürzeren Sommer ir mag er doch von Vortheil seyn, weil er wirklich etwas geschwinder wächst und reift, als Mays. §. XVIII. Von einigen Pflanzen, die den gewöhnlichen Fruchtwechsel in Unord⸗ nung bringen. Im September des zweyten Jahrs säet man jene de die man in Saamen gehen lassen will, s da sind: Lein, Lupinella, Feigbohnen und Rüben. Racbden der Lein und die Lapinella reif g geworden, ist es annoch Zeit, türkischen i zu säͤen; und wenn der Rübsaame geerndtet word kann man noch das nemliche Feld mit Stokbohnen bepß anzen 2); blos die X. M —4 1) Fast nirgends sah ieh die Stokbohnen als zweyte Frucht benützt, obwohl ste bey uns, wenn sie in der Hälfte des July gesäet werden, noch reifen. d. u. 3) Nach diesem Verhältniß gäbe der Hannöverische Morgen 80 1½2 Himpten, und der kleine Berliner Morgen 36 Schefel. d. u. — iiieiii‚IeeeIet.“‚..———————————....— W—— .7— — augetwo wohlfe hieher schbnste I Vro Mmm mah vit 0 D fleh Iul Stik dith edies einen istre euen ek— bet ft, berkt on Ster Hel: 12 rol, mmen kön⸗ 6 2 Kärnten, gescheitert, zicenza be⸗ „in denen mt, nicht te kleiner, in für Ge⸗ und einen theil sen ; rel ift, 0lo man jene ssen will, U d Rüben. orden, ist und wenn noch das blos die spte Ftucht Hͤͤljte des d. U. cbe Monzeh 130 Schel 0. V. 58 Feigbohnen, da sie erst zu Ende des July zeitig wer⸗ den, sind die einzigen Pflanzen, die das ganze Jahr das Feld einnehmen, und nach welchen man in demsels ben Jahr nichts mehr erndten kann. Statt des türkischen Weitzens säen einige Bauern Hirse, die, weil sie ein weniger fruchtbares Feld ver⸗ langt, und von der Trökne weniger leidet, ihnen in man⸗ cher Hinsicht Haie der scheint. Die, welche einen san⸗ digen, seichten, blos zum Kornbau tauglichen Boden haben, wo der Mays nicht hinlänglich Nahrung fände, saen im dritten Jahr Pfennich für das Geflügel: end⸗ lich jene, die einen sumpfigen, o obgleich reichen Boden aben, säen Serg oder Moorhirß, Jolcus Sorgum Lin. Nan hat jüngst einige Versuche gemacht, um diese urs —* sprünglich ostindische Pflanze zu Genf und in Frankreich einheimisch zu machen; zu welchem Endzwek? weiß ich nicht; es ist wahr, sie gibt einen ausserordentlichen Er⸗ trag, allein dieser Vortheil ist doch sehr gering, weil die Frucht so schlecht ist. Sie ist erhitzend, daß man sie den Thieren gar nicht geben kann; das Geflügel, welches hievon frißt, stirbt an einer Krankheit, die ihm der Genuß dieser Frucht verursacht, und welche man in Italien unter dem Namen„Calcinaccio“ kennt. Unter das Brod gemischt giebt sie diesem einen abscheu⸗ lichen Geschmack, und ist für alle jene! W die ihre sich dagegen sträubende Natur zu desse Genuß noch nicht Wolenl, haben; allein er ist aus N rangel an Käufern ohlfeil, und darum ist der Arme gendthigt, ihn vor⸗ waten. Die Bauern in der Ebene von Lucca, die das schönste Getreid in Toskana erbauen, essen gewöhnlich ein Brod, das aus türkischen 1. 8 25 und Ser zusammengemischt gebacken wird; es ist so schlech man nicht begreifet, wie ihr Mahen es bnche kann*). ») Blos in dem an Kroatien angränzenden Theil von Unter⸗ steyermark trift man Felder mit Moorbirs, dort Serg ge⸗ nannt, besäet; die einzigen, meines Wissens, in Deutsch⸗ ́DDDDDDll 22——2————— §. XIX. Maßen und Getreidpreise. Um den Artikel der Feldfrüchte zu beenden wird es vielleicht nicht unschicklich seyn einige Nachrichten über den Preiß, die Maßen und Verhältniße der Felder zu dem Getreidertrag zu geben. Der toskanische„Sacco“ Waitzen wiegt 165 Pfund zu 12 Unzen(110 Pfund Wienergewicht.) Man theilt ihn in drey„Staja.“ Vor wenig Jahren ward der Sack Weitzen zu 14 bis 24 toskanische Lire(von 4 fl. 33 kr. bis 7 fl. 46 kr.) verkauft; allein er ist vergangenes Jahr bis auf 48 Lire(15 fl. 32 kr.) gestiegen; der Rocken gilt acht bis zehn pEt. weniger. Die„Coltra,“ eine dem Bezirk von Pescia eigene Feldmaß hat 12,000 Quadrat Ellen, welches 38,654 Quadrat Fuß ausmacht(1075 Quadrat Klafter, Wiener Maß.) Eine Coltra Feld, das bewässert und zu Kü⸗ chengärten verwandet werden kann, kostet 400 Thaler; (der Thaler gilt 2fl. 163 kr.) allein ist sie in der Mitte der Gärten, der Boden fürtreflich, das Wasser nach Verlangen und das Feld dem Käufer wohl gelegen, so kann es wohl 600 Thaler gelten. Gutes Waitzenfeld in der Ebene, welches nicht bewässert werden kann Vostel 3 bis 400 Thaler; gutes Rockenfeld 2 bis 300,. steht sich bey allen, daß es gelegensam seye. Was das Verhältniß des Samens zur Ausdehnung des Feldes betrift, so säet man gemeiniglich Zweydrittel eines Sacks Waitzen oder Korn anf die Coltra; für die nemliche Fläche braucht man aber vom türkischen Waitzen nur den achten oder gar nur den I2ten Theil; das Sechstel eines Sacks von Feigbohnen und 24 Pfund von land. Ich habe diese Frucht zum Versuch selbst gebaut; sie wächst in einer fetten Erde zu einer Höhe von acht bis neun Schuh, und wird daher, wenn sein Saame zu rei⸗ fen und schwer zu werden anfänat, vom Regen und Wind leicht niedergeworfen und zerknikt. Spät im Oktober iei⸗ tigt sie erst, d. N. ver⸗ — reise, den wird ez Mf. 10 6 r hes Wab V 1mi I 5 in, kostet ldehnung weydrittel für die Waitzen heil; das fund vol st gebaut; on acht bis me zu rii⸗ und Widd Oktober ill 9„ 57 der Besicella. In guten Jahren erndtet man in der Ebene den zwölffachen Samen von Waitzen oder acht Säcke von der Coltra 1). Die Erndte des türlischen Waitzens ist sehr ungleich; man erhält 24 bis 30 Säck von der n man kann 40, ja manchmal 50 er⸗ halten, allein 30 Säcke im Durchschnitt 2) machen 240 bis 360 fachen Samenertrag. Die Feigbohnen geben noch stärkeren Ertrag als der tür kische Waitzen; man be⸗ kömmt gewöhnlich 30 0 40 Sä 0 von der Coltra. Der Mays galt zur Erndte überhaupt acht bis neun Lire(2 fl. 30 kr. bis 50 552 kr. 5— stieg zu Aus⸗ gang des Winters auf zwölf bis vierzehn;(3 fl. 54 kr. bis 4 fl. 33 kr.) der Pfennich kostet 1 bis zwey Lire weniger; die Feigbohnen noch weniger und der Serg weniger als die Hälfte. Alle diese Preiße aber sind seit den lezten zwey Jahren mehr als noch einmal so hoch gestiegen. 1) Auf das Joch fiele nach diesem Verhältniß 12 ½½4 Meßen Maßl— den Metzen zu 16 Mahl— Ansaat. Eine sicher zu geringe Aussaat, obwohl ich unsere von drey Metzen auf das Joch, keineswegs als Muster aufstellen will. Ihre Erndte von acht Säcken auf der Coltra betrüge auf das Joch 14 Metzen, 6 Maßl, wovon der Säme mit 13 Maßl abzuschlagen kömt: hliebe rein 33 Metzen, 5 Maßl.— Wir erndten in mittelmäsigen Jahren vom Joch Waitzen oder Korn, nach Abschlag des Samens 13 Metzen und in fruchtbaren wohl noch einmal so viel, obgleich wir im er— sten Fall nur den vierfachen und im zweyten erst den acht⸗ fachen Samen erndten. d. u. ) Dies gäbe auf das Joch§4 3/4 Metzen. Eine etwas grösere Ertragniß als die hiesigen gewöhnliche, die aber dennoch beträchtlich— kleiner, als die meinige ist, welche wohl das Umgraben der Erde bewirkt; d. V. 2..r 2——————.————————8— 7 — —————— 58 §. XX. Eintheilung der Felder in der Ebene von Bologna. Man wird vielleicht einige Neugierde haben, den Fruchtwechsel der reichsten Ebene von Toskana mit der reichsten Fläche der italienischen Republik oder dem Bolog—⸗ nesischen zu vergleichen. Die Natur seines Bodens ist hinlänglich verschieden, obgleich er ebenfalls durch Auf⸗ schwemmungen des Po und jener Bäche, die von den Apenninen h rabsteigen, gebildet worden ist. Ein wei lichter Sand scheint die W age desselben zu seyn; allein dieser Sand ist fruchtbar, und sein Bett tief.—— Klima ist noch verschiedener als der Boden. Die beyden Seiten der Apenninen, obgleich beynahe in der Kemlichen Breite, sind doe h nicht gle ichmässig von den belebenden Strahlen der Sonne begünstigt. Die Bologneser bekla⸗ gen sich, daß ihr Land ohne Vergleich kälter sey und nicht die nemliche Art von Kultur wie in Toskanłna auch ist der h ganz und gar daraus verhannt. Der Boden der Ebene von Bologna wird in zwey Klas— sen getheilt: in solchen nemlich, der zum Hanfbau taug⸗ lich; und in solchen, der zu mager ist, als daß diese mit n en in selben könne gezogen werden. 1— der ersten 45. ꝛid in zwey gethei ilt Ehe sie d auf für das erste Jahr säen wird das Feld im Wuguf 8 September mit dem kl 25 tos kanischen 8 ach gestreckt, indem man jedes Bett nach seiner Mitt dhe dann wird mit einem grosen Pflug, der vier Schuh Zwischenraum von einer Furche zur andern läßt, das d Id nocheinmal durchgepflügt und die Erde in ziemlich erhöhten Varen aufgebauet. Nun wird auf die gedüngt und das Feld rul* über Winter zm Frühling wird über den Boden geraspeltes ö ten, u. s. w. oder irgend eine andere thierische, stark ömaen de Materie verbreitet, geegt und hierein der Hanf gesäet; dieser erreicht durch den mächtigen Dünger, den man ihm gegeben, eine ungeheure Dicke und Höhe; — M gutn N — ö 1 ö 1..74 Ich 1u1 IH I-RNNNN Ultetpf duus Oungen. N. 59 seine Stengel sind jenen der stärksten türkischen Weitzens türti fLinien im Durchmesser. gleich und erlangen zehn bis zwol aben, da 1 Na det und s. „Del Im solgenden Jahr wird Wei tzen gesäet und so wechselt man immer, ohne die Erde jemals ruhen zu lassen. 5 0 dem Bologe** anfbau nicht fruchtbar Bod AUñ ist nS il Nays und Waitzen auch Nuch ⁴ durch 9 En. Re Ry ö und endlich bey sehr Nio 6 die bon den Bann +0 +* ö Bohnen; leztere sind n meig 0— XCI 26 7 5 mi mit dem Pflug untergebaut zu werden, um die zu 1 In feeu V sel u seyn; zu düngen. 90— bey dieser Kultur zwey sehr tief Das—— 2 + A. III. we ent li icl hen Verse hieden Mei Ie, daß die Boloc—0—7 ten, wie die Toska mer Hre Fälder s dͤen natürliche E yden in einem Jahr nicht z aen die andere, daß sie keine du nden Hingegen haben sie eine hekla— Wiesen, auch kennen sie tens ther und nicht künstlichen; doch glaub ich, sind leztere sehr selten bey a zulass; ihnen. Ausser dem Futter, welches sie auf Wiesen hohlen, mnt. ernähren sie ihr Vieh mit den Blättern des türk'schen Wai⸗ zwey Klaß⸗ zens, der Bäume und Weinreben, welche nach der Mitte sbau tau⸗ es Septembers aller Blätter beraubt v We 88W, so wie mit daß diese Jätgras aus den Aeckern. Sie haben eine grose Anzahl n. Vieh, denn die Bauern ernähren gemeiniglich eine Kuh; getheilt; auf jeden Sack Getreid, den sie aussäen können. ddas + d + §. XXXI. Vieh. nach seinet Unter den Produkten der Ebene haben wir nur bloß vom Uflug, der ö ichtiger Theil in jedem ur andemn guten Ackerbausystem ist. Es ist für die Bewohner des je Ede in Thals von Nievole um so wichtiger, da es bey ihnen üb⸗ d auf die lich ist aller ihre Felder von jeder Getreidsaat, sell st1 Wüch dem er Wiuter Unterpflügen grüner Pflanzen und jedes Maysfeld zu 3597˙ gen. V ů sernche thien„ rein der ihrem Unterhalt 995 minten MWiehn sieht; da man noch meremn„ RoVYNoS 4 MYPo•0— 7 KVyoer 11 eine ein⸗ Dünger überdieß auf dem Aeckern in drey Jahren nur eine ein⸗ n Dünge 30 ö 65 t man Mühe zu be⸗ zige Futtererndte gewinnt, so ha —— nhe! e und Yhhe; 2...ree.‚....—..eteeeee———— 60 1 lönnen. Was ihn aber am meisten für sie vervielfälltigt, ist ihr Gebrauch das Vieh beständig in den Ställen zu behalten, so daß nichts hievon verlohren geht. Mit Ausnahme der zum Feldbau nöthigen Ochsen hält man in der ganzen Ebene des Thals von Nievole kein anders Vieh als junge, verschnittene Kühe, die man zum Schlachten mästet. Die Fleischer kaufen diese erst in ihrem vierten Jahr: biß zu diesem Alter wachsen sie ohne fett zu werden, so wie sie aber wieder darüber hinaus sind, wird ihr Fleisch immer härter und schlechter. Richt allein das Kuh⸗ sondern auch das Ochsen-Fleisch wird unendlich geringer gegen dieses gehalten. Die Toskaner, die die daii mehr, als irgend ein Volk der Welt(2) stu⸗ dirt haben, werfen dem Ochsenfleisch vor, daß es sich im Topf zusammenzieht und viel kleiner werde, während das Fleisch von diesen verschnittenen Kühen darin zu wachsen eine, und in der That sehen ihre Stück, gesottenes Fleisch von einem biß anderthalb Pfunden, jenem, die in Frankreich 4 bis 5 Pfund wiegen, gleich. Nichts ist seltner als Kühe zu sehen. Die verschiednen Handat ife beym Molkenwerk sind unbekannt, obgleich die kleine An⸗ zahl Kühe, die einige Bauern ziehen, Milch in Ueber⸗ fluß geben und der Großherzog und einig Herren, die Schweizerhirten kommen ließen, mit bestem Erfol g Käs⸗ machereyen auf ihren Gütern errichteten. Es gibt nur eine einzigen Stier für das ganze Thal von Nievole, so daß sehr wahrscheinlich alle jene verschnittenen Kühe, die die Ställe anfüllen von aussen her eingeführt werden; allein da sie, wenigstens alle halbe Jahr ihren Eigenthü⸗ mer wechseln, so ist es schwer ihre Herkunft zu erfahren. Bauern, die pfifig sind, oder es zu seyn glauben, kaufen und verkaufen ihr Vieh so oft sie können in der Hofnung mehrere gute Käufe zu machen. Einfältige Leute, die dies sehen, bilden sich ein und haben es bey⸗ nahe zum Grundsatz aufgestellt, daß der Nutzen beym greifen, wie sich die Bauern so vielen Dünger beschafen SSSIIII——.... SSSIIIIIT.. Vach: nen, bekon 0 x * gung! zer beschyfn ervielfältig, Ställen zy . igen Ochsen Nievole ken ie man zum erst in ihrem sie ohne fett hinaus sind, N icht allein d unendlich ner, die die lt(2) stu⸗ es sich im ährend das zu wachsen ttenes ae Ant jenem, die 3 73 V. Nichtõ ist Handarife Herren, die agibt nur t we erden; Eigenthi i⸗ oifahren. u glauben, nen in der Einfälthe ben es bah⸗ utzen heym 61 Vieh um so viel grösser sey, je ofter man es überhandle. Dieses grosse Kommerz 155 diese ewige Zirkulation hat wenigstens den Vortheil, daß jeder Bauer Herr über die Komsumzion des Futters ist, welches er seinem Vieh ge— ben will. Vermindert sich das Futter, so verkauft er sein grosses Vieh und kauft kleineres; vermehrt es sich h inge⸗ gen, so verkauft er wieder das kleinere und schaft sich grös⸗ seres an. Auf diese Art Ent er alles Gras, das am Rand der Wassergräben gemäht, alle Blätter, die er dem Weinstock oder den Pappeln entreissen kann, alles Unkraut, das in seinem Getreid wächst und alles Stroh, das er schneiden und unter das grüne Futter mischen kann, zu Nutzen; öfters geht er so weit, daß er im Herbst die Obst⸗ bäume und selbst die Feic igen ihrer Blätter beraubt ohn⸗ geachtet der Schärfe des Saftes bey den letztern. Durch diesen Geist der Oekonomie gelingt es ihm viel Vieh im Verhältniß der Geringfügigkeit seiner Felder halten zu kön⸗ nen, und viel Mist im Verhäͤltniß seines Futters zu bekommen. Ich begreife kaum, wie ein Vieh, das keine Bewe⸗ gung macht und Tag und Nacht in einem mit verdorbe— ner Luft angefüllten und entsezlich heisen Stalle immer eingeschlossen ist, nicht ofters krank werde; oft bedauerte ich sie nicht unter Schoppen, die mit Stangen einge⸗ schlossen sind, wie in England, sehen zu köͤnnen. In- deß verlieren die Bauern sehr wenig Vieh an Krankheiten und die Seuche, wenn sie zum Unglück etwa ins Land gebracht worden wäre, verbreitet sich nicht so leicht von einem Stalle zum andern. Was den Dünger—9—— so muß man ja den grossen Gebrauch nicht vergessen, den man von den menschlichet Erkrementen rin da man sie aus den grossen Srädten mit der sorgfällig en Aufmerksamkeit hohlt und nicht den kleinsten Theil Hwen verlohren gehen läßt. Die Mauern von Florenz sind für die Toskaner ein grosser Stall; sie 62 enthalten das Vieh, welches am meisten zur Verbesserung beit ihrer Felder beyträgt. §. XXII. Einzäunungen. M. — — x ö Die Gewohnheit das Vieh zu weiden, Laacht die Ein⸗ W zäunungen nothwendig; da man aber ein grösser Theil von ae Toskana sein Vieh 0 auf die Weide treibt, so findet man vah auch die Einzäunungen zur Abhaltung eines Feldes von 9ell dem andern,——— bena barter Erbgüter weniger noth⸗ sche wendig. Hingegen empfindet man hier mehr als irgen⸗ 20 wo die Nonhwudigteit, sich vor Dieben zu sichern, deren Anzahl bey einer zahlreichen Bevölkerung müssiger Men⸗ RKce * schen sich sehr vermehrt. Die uten allein, von denen das Land wimmelt, wͤͤrden hinlänglich seyn die Felder uhr zu verheeren. Ihr Nichtsothun, ihre Verdorbenheit und huune ihr Hang zur Räuberey dahre auf alle Art zum Verder⸗ u ben der Gesellschaft bey; daher auch, obwohl ein Feld von den benachbarten fast nie durch einen Zaum abgesondert 3⁰— wird, es gehöre dem nemlichen Eigenthümer oder nicht, alle Strassen sorgfältig mit Einzäunungen aller Art einge⸗ ind n ssen 8 8 1—1 sind, damit die Vorübergehenden auf keine Art in flls e e bebauten Felder eindringen können. Die breiten nalin 6 iben, die in der Ebene zum Abfluß des Wassers sd si dienen, so wie die Kanäle zur Bewässerung, bilden schon el. überhaupt eine hinlängliche Schutzwehre zur Abtreibung Aundeif der Felddiebe; wenn indeß die Trauben zu reifen beginnen Alaa und der Reitz zur Versuchung zu stark wird so werden die Dc W Gräben, die längs den Straßen laufen, noch überdies vir mit einem Zaum von 65515 Dornen umgeben und die ihrlih AUIH- 11 KA H Hor 7 710„Uiger mehei Trauben mit Koth überdekt um sie weniger anziehend zu nahe de machen. hump Allein überall wo die Gräben nicht breit g genug und andech li —„— hinlönglich tief, oder wo es nicht schicklich war dergleie gen eine k anzubringen, verhindert ein starkes Gehäge den En mit in in die Felder. Die Stauden, die man gemeiniglich darin theil 2 antrift, sind: der Weiß⸗ und Schwarzdorn, die Brom⸗ tyendw vum Verder⸗ Teld bo Al Fel Id voh 00 ondent X oder nicht, „ M. ine VYrt einges Mossorsz des Wassers bilden schon Abtreibung fen beginnen och überdies en und die nziehend zu „u u genug und de Au e ir Alit ö dall A 5 V. 1* die Brom⸗ „EV V 63 beere, die wilde und immergrünende dose, die Heksamme, der Stachelginster, der Speyerling, das Geißblatt, die Myrte mit grosen Blättern, der Granatenbaum, die Meerkirsche, der Lorbeer, die verschiedenen Waldreben u. s. w. Die Gärten sind meistens mit Mauern umgeben, obwohl man die Kunst sie zu Trillagen zu benutzen nicht versteht, welches die Obstbäume, die Pomeranzen aus⸗ genommen, in Italien freylich nicht bedürfen. Hat man sich aber nicht vor dem Publikum, sondern nur vor seinem Nachbar zu hüten, dann ist das Vertrauen jederzeit gegen⸗ seitig: jede Ein nz Saamn wird unnütz gehalten und die Küchengärten werden gleich den Aeckern offen gelassen, nur allein das Parterre wird mit hohen Mauren umgeben, mehr aber aus Mangel an Geschmack, als die Zitronen⸗ bäume, die hier eingeschlossen sind, vor der Hand der Diebe zu bewahren. XXIII. Zustand der Bauern. Die Bauern, welche die Ebene von Pescia bewohnen, sind meistens Eigenthümer schöner Erb rbpachtungen. Mit⸗ tels einer jährlichen unabänderlichen Abgabe, die manch⸗ mal in Geld festgesetzt, zuweilen aber in Lebensmitteln besteht, sie auf 4 auf einander Igei ide 14 zꝛerazio ande ar mer. Jene, die v Ischaft oder Landesfürsten abhangen, könne n, wenn die vier Geschl cht 8⸗ folgen geendet sind, gegen 2 Bezahlung von fünfzehn pCt. des Werths des Grund und Bodens, den Erbpacht auf erneuern, ohne daß sie mehr 23621 che Aegaben bezahlten; auf die nemliche Art bey⸗ jene, die von Partikuliers ab⸗ Eigenthum kann so wie ein — — — — 2— — — — I I — — — — 93. 3 — * — —— n Ein erbpäch INe Kisur 10.* 7—0— anderes veraussert werden zwar noch leichter„ weil es 16 44 HIISII ½%½%* RKR HKoi G enne kleine An Aage ehsordert. Man treibt daher Handel mit ihnen und die Bauern haben allen möglichen Vor⸗ theil sie im Werth zu erhalten; auch giebt rgendwo Bauern, die so viele ..—.——..——.—tteeeeetreeee B———————————————————— 64 auffallendem Erfolg hievon erhielten. Sie sind beynahe 15. alle sehr reich, und da sie mit eben der Einfachheit noch und leben, die sie sich angewöhnten ehe sie 2—F—— wurde n, so löhne giebt es welche, die jährlich 3 bis 4000 Thaler erwirth— 13 schaften. Freylich kamen nach einer Generazion reich ge⸗ 5 D0 wordener Bauern öfters eine von Verschwendern, die ihre uuadt Güter zu grunde richten; oder von Wucherern, die an die Monne Stelle der ehrlichen Betriebsamkeit ihrer Väter, Filzigkeit Cubi und Habsucht setzen. U Auch giebt es in der Nähe von Pescia mehrere N A Bauern in der Ebene, die ihre Güter auf eine gewisse suiche Zahl von Jahren im Pacht haben; endlich andere sind hnath Meyer nach dem alten Gebrauch und theilen ihre n s, in mit dem Herrn; die leztern sind die äemsten und am we⸗ hden, nigsten bewerbsamen, und da ihre Anzahl in den 525 waiger. Ebenen von Toskana die gröste ist, so giebt es auch keine, R die mit so viel Kunst und Nutzen kultivirt ist, als jene wöͤhren des Thals von Nievole. gaaus Ich werde auf den Vertrag zwischen dem Meyer und uur in Herrn zurückkommen, wenn ich von den Bewohnern der si ihten Hügel sprechen werde, die beynahe alle in diesem Ver⸗ uhd kit hältniß stehen. Riten, Da die Bauern der Ebene ausgebreitetere Pachtun— hehnahe gen als alle andern haben, so sind sie beynahe die einzi— uun der gen, die zur Bearbeitung ihrer Felder sich fremder Hände andere h ausser denen ihrer Familie bedienen. Gewöhnlich halten dan Gen sie zwey oder drey Dienstbothen, und zur Zeit groser Ar⸗ Worden, beiten rufen sie auch noch andre von ihnen zum Theil ab⸗ Ne afi hängige Taglöhner zu Hülse, auf die sie jederzeit rechnen C5 können, weil diese beynahe alle in kleinen an den Seiten ind x der grosen Landstraßen gebäuten Häuschen wohnen, die da hrnt auf dem Grund und Boden der Bauern liegen und st mult welche sie von ihnen zur Miethe haben. Eeruffe Der Lohn der Dienstbothen wird monatlich berechnet: Hostn, man zahlt den Weibern drey oder vier Lire, den Männern In; alt sechs oder sieben,(das ist im höchsten Preis den erstern 35 Nun 15 fl. Runn sind beynah⸗ fachheit noch Wwurden, s Ner erwirth⸗ Aon reich g in, die ihn u, die an di er, Filzigkei Mia mehrere eine gewisse andere sind ihre Er Tndten und am we⸗ den anden auch kein, st, als jen Veger Meher und ewohnern der Wr⸗ +e Machtun⸗ zhe die einzi⸗ nder Hände nlich halten ö groser W- m Diil ab⸗ MHeit rechnen den Seite vohnen, di liegen uld h berechnet Hen Mänmen den estet — 15f. 65⁵ 5 fl. 12 kr. und den leztern 26 fl. 40 kr. jährlich) wäh⸗ rend sie die Kost mit der Familie haben. Wig e Tag⸗ löhner betrift, so zahlen die Bauern gewöhnlich Aglich 3 Soldi 4 Den.(13 Kreutzer) den Männern, 6 Soldi 8 Dan.(64 Kr.) den Weibern ausser der Kost bey noth⸗ wendiger Arbeit. Zu jeder andern Zeit findet man leicht Männer für 20 Soldi(194 Kr.) und Weiber für 13 Soldi 4 Den.(13 Kr.) täglich, ohne ihnen sonst was geben zu dürfen. Es war in den lezten zwey Jahren, wo die Theurung außerordentlich war, gar kein Verhältniß zwischen diesen zwey Preisen. Die Ernährung des Tag⸗ lohners kam dem Herrn auf wenigstens 20 Soldi zu ste— hen, indeß die Armen dergestalt aller Hülfsmittel beraubt waren, daß man einige traf, die für 18 Soldi und noch weniger arbeiteten, und auf ihre eigene Kosten zehrten. Die Pächter der Ebenen, so reich sie immer seyen, er— nähren sich, so wie ihr Gesind und ihre Taglöhner, mit den genauesten Sparsamkeit. Bis im May besteht ihr Getränk nur in Nachwein— Glauer—; zu dieser Zeit erst zapfen sie ihren Wein an, der nicht viel besser ist. Nur Sonn-— tags kömmt Fleisch auf ihren 200 1 Von den drey Mahl⸗ zeiten, die sie die übrigen Tage haben, besteht die erste beynahe bloß aus Suppe von türkischem Weitzenmehl, von der ich bereits weiter oben sprach, und Salat; die andere von Brod und Stokbohnen oder irgend einem an— dern Gemüß, welches gesotten und mit Oehl zugerichtet worden, und die dritte wieder in Suppe. Taglöhner, die auf ihre eigene Kosten zehren, leben noch kärglicher. Es geht nur wenig ab, daß man nicht allein die Söh⸗ ne und Töchter, sondern auch die Brüder und Schwestern des Hausherrn unter das Dienstgesind rechnen kann. Nichts 1. natürlicher, a ls die erstern der väterlichen Gewalt un- terworfen zu sehen, um durch ihre Arbeit die Mühe und Kot sten, die ihre Erziehung den Eltern gekostet, zu erse— zen; allein wie sehr muß man erstaunen, nach dem Tode des Vaters den Aeltesten der Familie zum Herrn derselben Toskanische Landwirthschaft. E 66 werden zunsehen, das Geld zu nehmen, ohne seinen Brü⸗ dern hiennn Rechenschaft zu geben, nach Willkühr über ihre Arbeit und deren Früchte zu schalten, ohne sie um Rath zu fragen, sie zu nähren und zu kleiden, ohne ih⸗ nen jemals Geld zu geben, und diese Brüder doch voll— kommien in Eintracht leben zu sehen, ohne sich über eine gih Theilung zu beklagen, die so partheyisch scheint, und ohne I. je das Loos ihres ältesten Bruders zu beneiden.(2) Ich*4 werde mich länge Zeit einer Bauernfamilie in der Nähe von hlhe Pescia erinnern, welche aus vier Brüdern und ihren Kin— It mit dern, in allem aus 22 Männern und 8 Weibern, alle 0 ul verheyrathet, oder im Alter es seyn zu können, bestand, humsen die in der vollkommensten Eintracht bey ihrer gemeinschaft— um il! lichen Kasse lebten, und die ihr sehr grosses Glük niemals In nnn trennen konnte. n. Es ist indeß selten, so viele Weiber unter einem Dach I D6 zu sehen; weil, wenn die Felder nicht sehr viele Hände er⸗ shmn fordern, sich nur der Aelteste der Familie verheyrathet, und ft 1 Vater und Mutter es sehr ungern sehen, wenn ein anderer shon ihrer Söhne, indem er ein Weib nimmt, den Erben des Uuid Hauses der Hofnungen beraubt, die er auf seine Onkel n gründen konnte.*) n Al uanzen ) Eine Frau von meiner Vekanntschaft lobte eine VBäuerin der Wüsh Gegend:„Niemals war ein Weib großmüthiger, niemals 1 E Heine Mutter gefühlvoller, zärter, dem Nutzen der Familie 111 »ergebener. Ohne Zweifel,? fugte sie bey,„wenn ihr zwey— Ee »ter Sohn sich verheyrathete, sie würde vor Gram hierüber 9i erben.“—„Warum denn?“ antwortete ich mit Erstau— Hasenu nen.—„Was, wissen Sie nicht,“ antwortete sie,„daß dem m an »„Aeltesten ein Sohn gebohren worden ist?“ d. H. loahn a a U anggjin Gruppe diter de gen hen he seinen Zri⸗ Villüͤhr ube ohne sie un den, ohne iz der doch vol⸗ sich über ent NI, und ohne en.(I) I der Mähe bun nnd ihren Kins Bebern, ale hen, bestand, gemeinschaft Glük niemald einem Dach cle Hände er⸗ eyrathet, und un ein andeter In Erben des seine Onkel ne Biuetin det iger, niemals der Familie enn ihr zwey⸗ Fram hierüͤbet mit Erstau⸗ se,„daß dem 9. H. 6² Die Hüügel. F. J. Schönheit der Hügel. Die Ebenen eines Landes können dem Auge nur dann gefallen, wenn Ueberfluß und Fruchtbarkeit sie auszeich⸗ net. Diese Art Schönheit besitzen die florentinischen Ebe— nen in einem sehr vorzüglichen Grade; die Hügel aber, welche sich über diese erheben, vereinigen die Annehmlich— keit mit dem Reichthum, und zeigen die Schätze des Lan⸗ des nur als Nebensache einer reizenden Aussicht. Die terrassenartig ein über das andere erhobenen Filder schei— nen in Rebenkörbe eingeschlossen zu seyn. Ueberall, wo— hin man blikt, schließt sich der Rafen an das Getraide an, und mischt sein sanftes Grün mit dem Golde der Aehren. Die Oehlbäume, welche den grösten Theil der Hügel be— schatten, mildern das Bild durch die Rundung, welche sie den gähen und kühnen Abschnitten ertheilen. Wenn schon ihr weidenartiges Grün fur sich melancholisch läßt, so wird es doch durch die Abwechslung angenehm; ihre mahlerische Gestalt und zierliche Leichtigkeit ist Ersatz für ihre Blösse. Die Kastanienwälder, welche die Hügel um— gränzen, und welche sie manchmal längs der Bäche herab durchschneiden, stechen angenehm mit dem Oehlbaum durch die Schönheit ihres Grüns, die Ausbreitung ihrer Aeste und durch die Majestät ihrer Gestalt ab. Die zahlreichen Dörfer endlich, welche wie das Nest eines Adlers zwischen Felsen und am gähen Abhang kleiner Berge liegen, nebst den aneinander gränzenden Wohnhäusern, welche sie zu bedecken scheinen, beleben die Landschaft, und geben ihr einen äußerst romantischen Anblik. An einem Herbstabend, wenn die auf allen Seiten angezündeten Lichter die bescheidenen, unter Weinhechen und Gruppen von Frucht-und Oehlbäumen verborgenen, Wohn-⸗ orter der Landleute entdecken; wenn die auf allen Fußstei⸗ gen herumirrenden Strohfackeln den Landmann, welcher Ere ..— rene—2 AIISIIꝗISIISSSe 68 fröhlich m't seinem Nachbar sich zu vereinigen und den i00 Abend mit ihm hinzubringen gehet, bemerken lassen; wenn n die rundirten Gruppen von Gebürgen, über welche die dn Oehlbäume einen sammtartigen Glanz zu werfen scheinen, In durch den Hintergrund des heitersten Himmels erst sichtbar psh werden, erweckt das Schauspiel der Hügel die angenehm— sten und romantischsten IZdeen. Eine Nacht im Juny bon e stellt einen verschiedenen, vielleicht minder beseelten, aber au noch glänzenderen Anblik dar; denn da erscheinen Leucht——98 käfengen— Lucciole— Lampyris italica. L.— sud, am häufigsten. Ihr unordentlicher Flug und der vorüber— OI gehende Glänz, den sie bald zeigen, bald wieder verber—.2 gen, sällt in die Augen, und blendet sie beynahe. Das Gebürg sprüht Funken, und wirft man den Blik ins D Thal, so bildet sich da ein See von Licht. Die ganze 19, M Erde scheint elektrisch, und funkelt von allen Seiten. s Der Winter, welchem der Schnee etwas unbekanntes ufgen ist, prangt nicht minder mit seinen Schönheiten; der Ra⸗ n sen behält sein Grün, ist sogar mit Blumen geschmükt, häntt deren einige verdienten in Gärten zu stehen, als: ver-— sehn, I schiedene Anemonen, alle Gattungen Narzissen, Hyazin— wilich then, Nießwurzel u. dgl. Das Laub der Oehlbäume, ob⸗ Nr bin schon es nicht das einzige ist, was sich erhält, ist jezt Hieran; nicht so vielen nachtheiligen Vergleichungen ausgesezt als ihtet A im Frühling, und man ist froh, sich unter ihrem Schat— sht uno ten befinden zu können, wenn das Feld durch den Glanz dern gu der Sonne belebt wird, die oft sehr warm scheinet. Da tuft, u die Cinsammlung der Oliven den ganzen Winter hindurch D Uft dauert, so trägt sie um so mehr bey, die Landschaft zu* beleben. Reise Früͤchte, mit einer blühenden Haut über⸗ me n zogen, über deren anscheinende Frische man den übeln Ge—⸗ dile Re schmak vergißt, hangen an allen Bäumen oder bedecken hifn das Erdreich. Weiber und Kinder sind stets beschäftigt, nicht dl sie aufzulesen oder abzubrechen, und ihre Beschäftigung ihren stj stellt ein ganz andres Bild, als das des Wintets, dar. haren 6 Dieses Gemählde von der Schönhejt der Hügel kommt Daher ————————————————IIIIIIIII‚ĩ‚I‚‚‚‚‚‚rt‚t‚‚T‚‚I..—— sigen und V nlassen; win * welche heffen scheinez lerst sichthn die angenehm acht im Junp heseelten, abt heinen Leucht⸗ Hes. I.— d der vorübe⸗ Weder verber⸗ Apnahe. Das den den Blik ins sen Hyazin⸗ ehlbaume, ob⸗ hält, ist et Ugestzt. als ihtem Schat⸗ 9 den Glaz chenet. Da nter hindurc andchaft zu Haut über⸗ en beln Ge oder bedecken heschäftig, Heschürtigutg ntets, dal. Hügel uml 69 jedoch nicht allen im florentinischen Gebiete zu: es ist nur von denen im Thal von Nievole, welche alle andern an Anmuth übertreffen, entnommen. Die Hügel von Flo— renz haben, ohngeachtet des Fleisses, mit welchem sie ge⸗ pflegt werden, etwas troknes und unfruchtbares an sich; die von Pisa sind zu steil, die von Prato zu nakt, jene von Sienna oder Volterra fast ganz wüst; was aber die von Pistoja und Lucca betrift, so weichen sie von den Hü⸗ geln bey Pescia nur in sofern ab, daß sie etwas kälter sind, und manchmal mit Schnee besucht werden. §. II. Boden, Urbarmachung und Ab stuckung der Hungel. Die Felsen der Hügel sind mehr schiefrig als kalkar— tig, und das Erdreich, welches sie bedekt, ist durchge— hends ein aufgelöster, sehr zerreibbarer Schiefer; wenn es aufgeweicht wird, ist es schwärzlich, und hat das Anse- hen einer vortrefflichen Erde, allein es wird weiß, und er⸗ härtet in der Dürre; auch scheint es voll kleiner Steine zu seyn, welche man im Winter nicht entdekt, und die auch wirklich nichts als verhärtete Erde sind; bey der Rükkehr der brennenden Sonnenhitze endlich wird man geneigt, gar hieran zu verzweifeln, so viele Hofnungen man auch in ihrer Abwesenheit hatte. Ihre Tiefe ist nothwendigerweise sehr unordentlich, sie ist mit blau und gelblichen Thon— adern gemischt, und der Felsen, den man hierunter an— trift, welchen der Thon anzeiget, zersetzet sich leicht in der Luft. Da d — — r Abhang der Hügel immer sehr steil ist, so könnte man die Erde nicht lockern, ohne daß sie von den vielen Regengüssen, die unter dem italienischen Himmel so häufig sind, sogleich fortgetragen würde, wenn die Bauern nicht all ihrem Fleiß aufgeboten hätten, sie dadurch auf ihren steilen Felsen zurükzuhalten, daß sie allem bearbeit— baren Grund eine flache, horizontale Oberfläche gaben. Daher sind alle angebauten Hügel terrassenartig abgestukt, * 70 die sich eine uber die andere erheben, und um so gerader be erscheinen, als der Abhang steiler ist. Die zierlichste, 6 nüzlichste und am wenigsten kostspielige Art, diese Terrassen duß aufzufüͤhren, besteht darin, daß man Rasenmauern dazu 63 verwendet. Siehe Fig. 6. nni Das Urbarmachen geschieht im Frühling, wo die Grä— hu benmacher, um sich hiezu vorzubereiten, eine sehr große su Menge Rasenstücke von ohngefähr anderthälb Zoll Dicke, honj vier bis sechs Zoll Breite und acht bis zehn Zoll Länge, Ws die sie mit der Haue herausheben, dazu vorrichten. Diese laufe Rasenstücke werden von dem Hügel genommen, den sie Ls, urbar machen wollen, und der indessen kaum hinreicht, a el alle hiezu nöthigen Pelze zu verschaffen, wie sie die Ra— 1116 senstücke nennen. Diese Pelze werden in Rückenkörben un⸗ fadel ter den Hügel hera getragen, welcher umgebaut werden Mu soll. Nun beginnen sie ihre Arbeit dadurch, daß sie am üisühh Fuß des Hügels in gerader Richtung einen Graben aus⸗ RN werfen, der zum Theil wieder angefüllt wird, um einen Sehe ebenen Grund zu bekommen; hierein wird eine Reihe glat⸗ Hage ter Rasenstücke gelegt, und die ausgeworfene Erde diesen gleich gezogen; eine zweyte Lage von Rasenpelzen wird mni jezt aufgelegt, doch so, daß sie die unterliegende Reihe fihre nur zur Hälfte bedekt, und die andere Hälfte auf der um- ssti, se gebrochenen Erde zu ruhen kömmt; die aufgegrabene Erde hlltch, wird nun auch der gleichen Richtung dieser Wand ange— Rrrdkla zogen, und wird die dritte Lage aufgelegt, auch nach die— sin ser. Während dieser Zeit öffnen sie, indem sie den Hügel hinansteigen, einen zweyten parallel mit dem ersten lau- Bodeh fenden Graben, streuen alle Erde, welche sie herausgear— Uthum beitet, eben über die zuerst umgegrabene Erde, und befe— us der stigen hiemit die Rasenwand, die immer nach dem Ver⸗ Weim hältniß der Erde, welche sie zu tragen hat, erhoben wird. näi Nach den zweyten Graben höhlen sie einen dritten, wel— Gu; cher den weyten zu bedecken dient, ja auch einen vierten hessen und noch mehr andre, wenn der Abhang wenig Fall hat, berwn aus; allein gleichwie sie die lezten Gräben eben so tief als Vetthe Ind V Mauern dann wo die Geir sie die Ra⸗ enorben un⸗ haut werden daß sie an HRraben aus' Jand ange h nach die de Hüg ersten lau⸗ Hekausgegl⸗ und befe⸗ dem Vek⸗ oben wild tten, wb men viehe 3 dall hi, 0 fif V 71 die ersten machen, der Boden aber immer aufwärts steigt, so gewinnen sie immer mehr Erde. Daher kommt es, daß, je mehr Gräben es sind, je höher die Terrasse und die Rasenmauer aufgeführt werden müsse. Die Arbeiter machen es sich zur Regel, der Rasenmauer bey einem gä— hen Abhang nicht mehr als sechs Schuh und bey einem sanften Abhang nicht mehr als drey Schuh Höhe zu ge— ben; in diesem leztern Falle ist jedes Feld, ausser den Wasserabzugs-Gräben, welche längs des Abhangs herab⸗ laufen, mit einem Graben, welcher es von dem obern Acker absondert, umgeben; arbeitet man aber hingegen auf einer steilen Seite, so giebt man den Feldern keinen andern Ablauf als eine Furche, die sich in die herablau⸗ fenden Gräben entleert, und die Arbeiter fangen eine neue Mauer über der Erde des lezten Grabens, den sie ange⸗ füllt haben, zu errichten an, womit sie von Terrasse zu Terrasse bis an den Gipfel des Hügels fortsahren.— Siehe den Durchschnitt und das Aussehen eines dergleichen Hügels, Fig. 6.— In dem Thal von Nievole trägt man Sorge, die Ra— senmauer etwas höher, als der flache Grund ist, aufzu⸗ führen, dergestalt, daß das Wasser, welches gezwungen ist, seitwärts abzulaufen, sich länger auf dem Feld auf— halten, und die erdigen Theile, die es sonst fortführte, zurüklassen muß. Auf dem Hügel von Fucerchio hinge⸗ gen sind die Felder höher als die Rasenmauer. Auf den Gebürgen um Florenz und Prato, wo der Boden äußerst steinig ist, errichten die Bauern bey der Urbarmachung trokne Mauern von Steinen, welche sie aus der Erde ziehen, und bedienen sich derselben statt der Rasenmauern bey Formirung ihrer Terrassen. Diese Mau⸗ ern haben nicht den Vortheil wie die von Rasenstücken, Gras zu erzeugen, und bedürfen überdies noch oft Aus— besserung, indessen die Graswurzeln, welche sich in diese verwachsen, ihnen Festigkeit geben; allein jene haben den Vortheil, den Boden mehr zu erwärmen, und Früchts und Weintrauben früher zur Reife zu bringen— —:—8—————— Hz Es versieht sich, daß die Gräben auf den Hageln, 0 welche zum Abfluß des Wassers bestimmt sind, sich näher uylc seyn müssen als in der Ebene; man zieht sie daher insge— men nein in einer Entfernung von 50 bis 60 Schuhen, da— mansh mit jeder derselben weniger Wasser zu enthalten habe, und Lndn dasselbe den Grund nicht untergraben oder bey starken Re— e gengüssen zum Bergstrom anschwellen könne. 1r Die verschiedenen Gegenstände der Kultur auf den Hü— huum geln sind: d 1. Die Oehlbäume auf den steilsten und schattigsten y dar Abhängen. Newe 2. Der Weinstok in der sonnigsten oder sonst günstig⸗ sten Lage, so wie rings um die Felder, die nicht mit Oehl— Aulbat bäumen bepflanzt sind. Hasppil 3. Die Frucht- und Maulbeerbäume im Mittel der Du W Felder. W 4. Das Getreide. aeeih 5. Endlich das Gras, welches auf den Rasenmauern sende R wächst, welche die Terrassen unterstützen. o hät F. UI., Der. Oehlbaum. irn Von dem Klima, in welchem er gedeiht. ni Man hat schon oft die Frage aufgeworfen, ob man immer! den Oehlbaum nicht auch in einem minder warmen Kli— Bumz ma, als dasjenige ist, welches ihm bis jezt zur Gränze hbsh bis dient, einheimisch machen könnte, und ward in dieser Hof— zun nung durch die Beobachtung anfgemuntert, daß, obgleich Nß und der Oehlbaum von der Kälte leidet, er doch in Italien eine auf größere Kälte auszuhalten im Stande sey, und für dauer— ö st zfl hafter gehalten werde als der Weinstok, daher auch in La—( mürte d gen verpflanzt werde, wo lezterer nicht gedeiht. Ich selbst ffiht; habe deren, die ganz gegen Norden auf einer so steilen u N f Seite stehen, daß ihnen während des ganzen Winters die ir Sonne gänzlich entzogen ist; sie gedeihen indessen gut, und mlzstt scheinen von der Költe, die hier immer um drey bis vier RNst f Grade stärker als auf der entgegengesez a Seite ist, nichts Erith DSDSDSDSSSmmmIIIIITITIIIITIICIĩIIIIIIIeeeesss. 9.. den High, ö sich nihe daher inzgr huhen, 0 habe, ud starken N. uf den Hu⸗ scharigstn ust günsiz⸗ 11 Hehl. mit Oehl⸗ Mittel de gsenmauem deiht. „ob man Imen Kli⸗ r Glänze r dauer⸗ uch in La⸗ Ich jelbst so steilen inters di gut und 0 bid- st, nicht — 2 2 zu leiden. Ihnen zur Seite habe ich auch Weinstocke, welche von der Kälte des Winters oft dergestalt mitgenom⸗ men werden, daß Zweige, auf welche man zählte, und manchmal selbst Stöcke absterben. Allein der in kältere Länder übersezte Weinstok gewöhnt sich nach und nach an die Strenge des Winters, und erträgt sie bey uns leich⸗ ter als in Italien. Man sollte das nemliche vom Oehl⸗ baum hoffen können, besonders da man eine Abart dessel— ben„den schwarzen kennt, welcher mehr als die übri⸗ gen der Kälte zu widerstehn im Stande ist, und den man dieserwegen vorzüglich in nördliche Lagen pflanzt. Allein es ist ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Oehlbaum und dem Weinstok, welcher macht, daß das Beyspiel des lezteren für den ersteren nicht anwendbar ist. Der Weinstok ruht im Winter, und der in die Wurzel zurüktretende Saft ist daselbst vor den Eindrücken der Kälte in Sicherheit. Wenn die in einem strengeren Klima wach⸗ sende Rebe eine härtere Rinde und stärkere Fasern erlangt, so hält sie eben so leicht eine Kälte von vier bis fünf Mo⸗ naten als von 14 Tagen oder drey Wochen aus. Der Oehlbaum hingegen, so wie die Pomeranzen und übrigen immer grünenden Bäume vegetiren beständig, und sind immer voll Saft. Die große Kraft dieses dauerhaften Baums macht, daß er im Florentinischen einer Kälte von zwey bis drey Wochen, ohne von dem Frost durchdrun⸗ gen zu werden, widersteht, und wenn es auch geschieht, daß er dadurch in seinem Trieb gehemmt wird, so ist Ries nur auf eine so kurze Zeit, daß er sich geschwind von die— ser zufälligen Lähmung wieder erhohlt. Allein jeder ver— mehrte Tag in diesem leidenden Zustand vergrössert seine Gefahr; daher wird er nie seine Natur so sehr verändern, daß er sich an eine Zurükhaltung des Triebes von drey bis vier Monaten gewöhnte, wozu er unter dem Him— melsstrich der Mitte Frankreichs gezwungen wäre. Ueber dieses ist die Rolle des Weinstoks, wenn die Kälte anfangt, bereits geendet; seine Trauben sind nicht nur reif, son⸗ 74 dern selbst schon eingeloßt; der Oehlbaum hingegen muß 0 seine wichtigsten Verrichtungen in der Mitte des Winters ü, leisten. Sein Trieb ist äusserst langsam. Die Knospen lehl seiner Blüthen zeigen sich mit Anfang April, und eröffnen E sich einen Monat, ja oft sechs Wochen erst nachher. Die cußie Frucht selbst muß sodann noch neun bis zehn Monate auf an dem Baum sich befinden, bis sie ihre vollkommene Reife hunge erlangt. Bey einer reichen Erndte geschieht es oft, daß mim sie bis in die lezten Tage des May dauert. Zu Anfang fthe des Winters sind die Oliven noch gänzlich grün, und fan— Histzen gen erst unter Frost und Reif zu zeitigen an; werden sie de indeß durch eine etwas starke Kälte überrascht, so faulen st, v sie und bleiben todt, wie sich die Ländleute ausdrücken. de 8. IV. Pflanzung und Beschneidung de Wr der Oehlbäume. benn Durchgehends verwendet man eine kluge Aufmerk— n samkeit auf die Pflanzung des Oehlbaums; man macht he, das Loch weit und tief, der Baum sey auch noch so Numm klein, den man hineinzusetzen gedenkt: gute Landwirthe blben, lassen es sogar durch ein ganzes Jahr offen, ehe sie und ih das Bäumchen hineinsetzen, damit die Erde durch den gen, u Einfluß der Sonne und des Regens fruchtbar gemacht Alcd, werde; endlich macht man immer, welches das wichtig- + ste ist, im Grund der Grube eine kleine Wasserleitung, Ranzlch um sich des Abflusses des Wassers bis zum nächsten Gra— schiade ben zu versichern, und dadurch dem Faulen der Wurzeln heen d vorzubeugen. veder; Die Beschneidung der Oehlbäume wird, wenigstens lijen d in der Gegend von Pescia, obschon da alle Hügel damit fhen,“ bedekt sind, und das Oehl dieser Provinz mehr als aus siegehen allen anderen Gegenden von Toskana geschäzt wird, eben wengfe nicht am besten verstanden. Die Oehlbäume werden da biß sen so nahe aneinander gepflanzt, als ob sie einen Wald und met y nicht einen Baumgarten darstellen sollten. Oft beträgt sie aut der Raum zwischen zwey Stöcken nicht mehr als fünf⸗ bdsekt! 42 ö SSfTTTfTTTTT ITTTTTTTTTT...— ngegen nuß ded Winnnz Die Hug — Knospn ichher. Di WManp Monake auf umene Reife E5 oft, daß IIN„* 3u Mfang N, Und fan⸗ werden sie „so faulen Uedrücken. dung e Aufmerk man macht uch noch so Landwirthe n, ehe sie durch den r gemacht s wichlig⸗ sekleitung, hsten Gra⸗ Wurzehn weliostens zgel damit als aus bird, eben werden di Wald N Oft betragt als füf⸗ zehn Fuß, indessen man von einem einzigen dieser Stöcke fünf, sechs, ja auch acht Olivenstämme emporwachsen sieht. Man sagt, daß man vor Alters nur einzelne Stämme gepflanzt habe, daß man aber, nachdem ein außerordentlich strenger Winter die Oehlbäume zu Grund gerichtet, alle Sprößlinge, die sie aus den Wurzeln her—⸗ vorgetrieben, habe stehen lassen. Dieser Gebrauch ist nun eingeführt, und so oft ein Sprößling hervortreibt, pflegen ihn die Bauren, um, wie sie sagen, die alten zu ersetzen, wenn sie sterben, und wollen nicht einsehen, daß der schnelle Trieb dieses Züglings gerade die Ursache ist, welche den Baum, woraus er entstanden, zu Grun⸗ de richtet. Die Zweige der Oehlbäume, welche sich untereinau⸗ der verwachsen und sich gegenseitig der Sonnenstrahlen berauben, sind gezwungen, die freye Luft in einer hohe⸗ ren Gegend zu suchen, und treihen daher immer nach der Hohe, so daß die Bäume, indem sie sich zu einer mit der Armuth ihrer Aeste gänzlich unverhältnißmäsigen Höhe er⸗ heben, mager wie eine aufgeschoßene Pflanze aussehen, und ihre Früchte nur auf den Zweigen ihrer Gipfel tra⸗ gen, wo ihnen allein noch einige Kraft bleibt, indessen alles, was unten her ist, abdorrt und stirbt. Die Oehlbäume werden von den Bauern zwar nicht gänzlich sich selbst überlassen, allein das Wort— be— schneiden— dient ihnen nur zum Vorwand, Holz aus ihren Oehlgärten zu bekommen. Bedürfen sie dessen ent⸗ weder zur Heitzung oder in der Küche, so steigen sie auf einen dieser Bäume, und putzen ihn, so gut sie es ver— stehen, aus, schneiden alle kleinen dürren Aeste, zu denen sie gelangen können, samt den Mutterästen, welche am wenigsten Trieb zeigen, ab, und steigen nicht eher herab, biß sie nicht einen Holzvorrath für mehrere Täge gesam— melt haben. Dann verlassen sie die Arbeit, und sollten sie auch sehen, daß ihre Bäume mit abgedorrten Aesten bedekt wären, so steigen sie dennoch nicht eher wieder hin⸗ 76 auf, bis nicht ihr Vorrath erschöpft ist. Einige sind jedoch minder nachlässig, allein ihrer sind wenige. Als das! ich es unternahm, meine Oehlbäume regelmäsig behauen utde zu lassen, versicherten mich alle meine Nachbarn, daß uoth! man sich seit Mannsgedenken nicht zu erinnern wisse, daß hunt dieß so ordentlich geschehen wäre. Uebrigens beschneiden ¹N selbst die Geschiktesten nicht, sondern putzen blos aus, Mn haben auch keinen Begriff vom Schnitt ins grüne Holz, F um den Trieb so zu leiten, daß er Aeste erzeugt, und wahb! deren Wachsthum befördert; nicht als ob diese Beschnei— sntr, dung einiger Schwierigkeit unterläge, denn die Bauern von hiche; Pisa, welche auch nicht geschikter als die von Pescia a de sind, kommen so gut damit fort, daß sie aus ihren Bäu— lit de men grosse, regelmäsige Pyramiden bilden, welche, da 60 sie dem Licht und der Luft eine grosse Oberfläche bloß— Aeine stellen, auch viel mehr Früchte geben; weil dieser Baum ulbag nur auf der Oberfläche und am Ende der Aeste seine Au— i gen ansezt. Zu Florenz, wo das Klima kälter ist, ver— I1s W stehen die Bauren die Kunst, ihre Bäume sehr niedrig zu muei erhalten, theils, damit sie dem Nordwind nicht so aus— i du gesezt sind, theils aber, weil die Einlesung der Oliven ia leichter bewerkstelligt werden kann. Hinn. §. V. Von dem Einmachen der grünen Rnuche Oliven. ermede Jedermann weiß, daß der Geschmack der Oliden, 98 wenn man sie vom Baume pflükt, etwas zusammenzie— d. hendes und bitteres an sich hat, und so unangenehm ist, Kabon daß man kaum begreifen kann, wie man ein so vollkom— mschbo men schmackhaftes Oehl herauspressen kann; noch mehr Msa aber erstaunt man, wenn man sieht, daß sie ihren wi— schwinl drigen Geschmack durch die Zubereitung, die man ihnen b Ng bey ihrer Einmachung gibt, gänzlich verlieren. Diese d und fe, wad Zubereitung ist indessen kurz und einfach, und beruht bloß in der Anwendung der wohl bekannten Verwandt— gift m. schaft des Kalks mit der Gallussäure, die in den Oli— Den Aak ven vorschlägt. Febstin Einige se uge. I itg behaun Hdarn, daß u wisse, djß beschneiden blos gus, grune Hoz, rzeugt, und se Bichnei⸗ Bauern von von Pescis ihren Val⸗ welche, da lliche bloß⸗ eser Baum seine Au⸗ er ist, ver⸗ rniedrig zu icht so aus⸗ der Oliben rünen Oliden, ammenzie⸗ rn m ist, 0 vollkom⸗ noch meht ihren wi⸗ nan ihnen u. Diese md beruht Verwandt⸗ 7˙⁷ Zum Einmachen oder deutlicher zu reden, um ihnen das Bittere zu benehmen, muß man sie, ehe sie reif werden, oder vielmehr, ehe sie angefängen haben, sich roth oder violet zu färben, abbrechen, weil dieß der Zeit⸗ punkt ist, wo sie anfangen weich zu werden; folglich hat die Eiusammlung zu Ende Oktobers oder in den ersten Tagen des Novembers zu geschehen. Alle Arten Oliven können, streng genommen, versüßet werden, allein man wählt vorzüglich nur die allergroten, welche die Tos— kaner„Cucca“— Leckerbissen und die Provenzalen spa— nische Oliven nennen, hiezu aus. Der Landmann sucht auf dem Baume die schönsten und frischesten aus, und läßt die übrigen stehen, um Oehl daraus zu pressen. Sobald sie abgepflükt sind, werden die grünen Oli- ven in ein Gefäß oder kleinen Waschzuber geschüttet und Kalkwasser darüber gegossen, so daß sie gänzlich damit bedekt werden; da aber die Oliven ein wenig leichter als das Wasser sind und die Berührung der Luft, wenn sie oben auf zu schwimmen kämen, sie weich und faul machen würde, so werden sie mit Werg oder Leinwand, die man in das Kalkwasser taucht, bedekt. Man muß sich wohl hüten, sie mit keinem eisernen Werkzeug zu berühren, welches sie auf der Stelle schwarz färben würde: man vermeidet sogar sie mit den Händen anzugreifen, und rührt sie niemals anders als mit hölzernen Löffeln auf. Die Oliven dürfen nicht länger als 24 Stunden im Kalkwasser gelasse en werden, sie würden sonst weich und unfehlbar in Fäulniß übergehen, man läßt daher das Wasser am Boden des Gefässes ab, welches eine roth— schwärzliche Farbe, einen stark alkalischen Geruch und eine Neigung sich mit Schaum zu bedecken angenommen, die von dem Oehl, womit es geschwängert und der Sei— fe, welche sich mit ihm verbunden hat, herrührt. Nun gießt man alsogleich reines Wasser über die Oliven, um den Kalk, der sich mit der bittern Säure oder dem Oehl, selbst im Fleisch der Frucht vereinigt hat, aufzulösen und 78 wegzuschwemmen. Nach Verlauf von zwölf Stunden 45 läßt man es wieder ablaufen, und ersezt es von neuem. 0 Auf diese Art fährt man fort alle 12 und in der Folge alle 24 Stunden das Wasser zu wechseln, bis die Oli⸗ arh ven nichts bitteres und zusammenziehendes mehr in sich t haben, und das ablaufende Wasser nicht mehr schwärzlich. ist: das zweyte, dritte und viertemal ist es oft noch so— stinkend, schwärzlich und seifenartig als das erstemal. 190 Nachdem den Oliven der üble Geschmack benommen worden, bedekt man sie mit einer Salzbrühe, und be— üm wahrt sie so bis zu dem Augenblick, in welchem man Re Gebrauch davon machen will. Uebrigens macht man 6 12 im Toskanischen die Oliven nur zum Verbrauch der n Tafel des Eigenthümers ein, und sie sind keineswegs ein' Handelsartikel. Man findet sie nicht in den Gewolben nun ma⸗ kleiner Städte, und es werden wenige ins Ausland ver— vun dn führt. Die Toskaner kultiviren den Oehlbaum nur in fhl Hinsicht des Oehls, und betrachten ihn deswegen als die 501 Quelle des Reichthums ihres Landes. ai wenn st §. VI. Einsammlung der Oliven. wenn m Vom Monat November an sieht man wurmstichige an in oder auf eine andre Art beschädigte Oliven abfallen, die schr um sogleich aufgelesen und gepreßt werden; ihr Erzeugniß ist Dnnele von einer etwas minder guten Eigenschaft, jene aber, wel— Woich; che der Wind im December und Jenner abschüttelt, geben wodeten ein sehr gutes Oehl. In der Abhändlung des Abbé Ro— au Cch zier uber den Ackerbau habe ich gelesen, daß die von selbst gutn J abfallenden Oliven nicht so gutes Oehl geben, als jene, ir dem welche mit der Händ gepflükt werden, indeß man in on Toskana die ersteren vorzieht. Es erscheint aber dennoch hiit un eine Zeit, wo sie gesammelt werden müssen; denn über— und mgt haupt bleiben sie, auch reif noch, auf den Bäumen stehen. gends Die Einsammlung geschieht im Florentinischen und Pisa⸗ allgin nischen im Monat Februar: die Bauern steigen auf Lei— shnnk tern auf die Bäume, und, indem sie sich mit kleinen chemals, ————.——————— —995‚9.‚——.2.—.2—7t RRRTTPTRTRTPTRTRTCTIITTITITITITITITTTITITIITITITIITITITTTITITI.. H Sthyden von neuem. in der Fhhe bis die Ol neht in sic schwärzlic oft noch so erstemal. k benommen he, und be⸗ elchem man macht wan Tbrauch der nebwegs ein u Gewolben lusland ver⸗ aum nur in 12 N. egen als die ven. wumstichige Illen dil dsauen, I Heugniß 1 „ als sele, denn ühe⸗ Imen siehe und M⸗ n auf L⸗ mit Hahe 79 Hacken behelfen, trachten sie alle Oliven mit der Hand zu erreichen. Im Thal von Nievole aber läßt dies die Gestalt der Bäume nicht zu; ihre Aeste sind zu dünn und zu gerad, um mit der Hand dahin gelangen zu können. Man sieht sich folglich gezwungen, sie mit kleinen Stan-⸗ gen abzuschlagen, welche man zwischen den Aesten rüttelt, ohngefähr so, wie man in Frankreich(und überall) die Nüsse abschüttelt. Durch dieses Verfahren werden die Aeste zerschlagen, und da man überdies in Pescia mit die⸗ ser Arbeit bis in den April oder May in der Vorausse⸗ zung wartet, daß die Oliven, je länger sie auf dem Bau— me bleiben, desto mehr Oehl gäben, so zerschlägt man oft die Kuospen, und verursacht in einem, eine mangel⸗ hafte Fechsung zweyer Jahre. Zwar giebt der Oehlbaum, man mag ihn behandeln, wie man will, in allen Län—⸗ dern abwechselnd eine gute und eine schlechte Erndte; allein es fehlt viel, daß die schlechte in den naheliegenden Pro—⸗ vinzen, wo man sie mit der Hand pflükt, es so sehr sey, als in Pescia. Im Thal von Nievole ist man zufrieden, wenn sich„die Fässer in Flaschen verwandeln“ nemlich: wenn man den zwanzigsten Theil von dem erhält, was man in guten Jahren erwartet. Diese sind für sich selbst sehr unregelmäßig, man erhält oft nur die Hälfte, das Drittel oder Viertel von dem, was man haben könnte. Als ich zu Pescia ankam, waren es acht Jahre, daß sie weder eine gute noch mittelmäßige Erndte gehabt hatten. Zur Schadloshaltung hingegen trägt der Oehlbaum in guten Jahren so ausserordentlich viele Früchte, daß er un⸗ ter dem Gewicht derselben zu erliegen scheint. So wie die Oliven gepflükt oder ein zgesammelt werden, breitet man sie auf den Boden eines troknen Zimmers aus, und trägt Sorge, sie ofters umzuwenden, und sie nir⸗ gends zu dicht aufeinander liegen zu lassen; im leztern Fall gähren sie, und theilen dem Oehl einen ranzigen Ge— schmak mit. In den Gehürgen von Pisa ließ man sie ehemals, während einer gewißen Zeit, in der Erwartung,‚ 80 daß sie mehr Oehl geben würden, aufgehäuft liegen, und schbil opferte solchergestalt ihren inneren Werth der eingebildeten von d Hofnung auf, ihre Menge zu vermehren. Es scheint nur, soil daß die in Gährung gebrachten Oliven leichter und ge— W schwinder als die andern zu pressen seyen. Jezt sind alle 10H guten Landwirthe einverstanden, daß das Oehl desto bes— arh ser seye, je geschwinder dasselbe gepreßt würde. nuht. Man rechnet, daß ein Sak Oliven in der stärksten Le⸗ A fezeit sechs Flaschen oder 36 Pfund Oehl geben soll. Zum nit x Anfang werden nicht mehr als vier, zu Ende aber acht Iis, ud bis neun davon erzeugt. Dies kömmt nicht nur allein Hat. daher, daß die Oliven, wenn sie sich ihrer Reife nahen, euetf mehr Oehlichtes erlangen, sondern auch, weil sie am Ende Dulchs trokner werden, und ihre Haut sich verdünnt, ohne etwas Vane, vom Oehl zu verlieren; daher gewinnt man, wenn sie fluf bi einmal reif sind, nichts durch längeres Warten, obgleich Hapleßt zu Ende des Winters, wo sich die Anzahl der Säcke ver— iuen mindert, jeder mehr giebt, als in der Mitte dieser Jahrs— N zeit. mist §. VII. Gewinnung des Oehls.„u * Die Oehlmühlen oder Pressen sind dem Zwangsrecht nigt, a unterworfen. Zur Treibung des Steins, welcher über Etunde ein breites steinernes Becken lauft, in welches man die ohmn sch Oliven, so wie sie ankommen, schüttet, um sie zerquet— de schen zu lassen, benuzt man, wenn es sich thun läßt, Ohl aut ein fliessendes Wasser. Wenn nun die Wirkung des Steins Oml is einen fetten Teig davon gebildet hat, so füllt man hiemit Puse u die Körbe— Bruccole— welche unter die Presse zu ste⸗ sim, hen kommen. Diese Körbe werden aus haltbaren, bieg⸗ Inms u samen Binsen geflochten, und haben beynahe eine kugel— sth m artige Gestalt mit einer weiten Oefnung oben und unten; Mun in die eine dieser Oefnungen ruht auf einer mit zwey Hand—⸗ holan. haben versehenen Platte; durch die andre wird der Korb doch d gefüllt: wenn er nun recht voll ist, so bringt man ihn 31 unter die Presse, und durch eine Bewegung des Arms. schwin⸗ Nuhn uft liegen, de eingebien Eů scheint nn lihtr und ge + hht srd 0 desto he kdeG der stärksten dr cben soll. Zun Ede aber ath nicht nur allen er Mife nahen, heil sie am End nt, ohne etwa⸗ aan, wenn st arten, obgleih der Sücke de⸗ te diser Iuhtk m Zwangeiccht welcher ube sches man dit m sie zetquet⸗ ch thu un lät, ung des Stei man Hiem Mressezu st ltharen, hit⸗ he eine u un und umseh zwey Hald wird der A IU vingl man 11 ung des I she 81 schwingen ihn die zwey Männer, welche die Platte halten, von derselben auf den Preßtisch, ohne daß der Olibenteig soviel Zeit hätte, durch die untere Oefnung zu fallen. Man sezt sechs bis sieben dieser Körbe über einander, daß ihre Oefnungen auf einander passen, und der Teig, den sie enthalten, vom ersten bis zum lezten eine einzige Masse aus⸗ macht. Dann läßt man die Sehranbe nieder, und preßt. Die Oehlpressen sind wie unsere Weinpressen gemacht, mit der Ausnahme, daß ihre Tafel rund und viel kleiner ist, indem sie nicht mehr als vier Schuh im Durck messer hat. Die Körbe haben, nachdem sie von der Schraube zerquetscht geworden, deren ungefähr dreypF. Unter dem Durchschlag steht eine halb mit lauem Wasser angefüllte Wanne, in welche das Oehl tropft. Gemeiniglich stehen fünf bis sechs Pressen in einer Reihe, welche abwechslend gepreßt werden, um dem Oehl Zeit zu lassen, mit der ihm eigenen Langsamkeit abzulaufen. Man bringt nun alles, was von der Presse abgelau⸗ fen ist, in andre Wannen, in welche man wieder war— mes Wasser gießt, welches den Saz des Oehls und den herben Saft der Oliven, der sich mit dem Wasser verei— nigt, abzusondern dient. Nachdem man es bey zwölf Stunden ruhen gelassen, schöpft man alles Oehl, welches oben schwimmt, mit Schöpflöffeln heraus. Die Trestern werden noch einmal gepreßt, um alles Oehl aus ihnen herauszubekommen; allein dieses zweyte Oehl ist von einem mindern Werth. Zur Abtroknung der Presse und des Steins verwendet man ebenfalls die Tre— stern, die neuerdings wieder gepreßt werden. Der Pref eß⸗ Zinns wird in Natura bezahlt, und der Preis verändert sich von drey bis fünf Procent. Das Oehl wird wie der Wein in Fäßchen gemessen, welche zwanzig Flaschen ent— halten.) Obschon die Maas die nemliche ist, so wiegt doch das Fäßchen Oehl nur 120 und das mit Wein ) Das Fäßchen— Barillo— Oehl enthält 32 tel Oestreicher Maas. Toskanische Landwirthschaft. F e::: 82 —23—3—————— 1335 Pfund 1). Wenn sich das Oehl gesezt hat, rech— ö net man nach Abschlag der Hefen nur 116 Pfund. wüd Der mittlere Preis des Oeh ls zur Zeit der Einsamm— gulch lung ist ohngefähr 7 Thaler; das darauf folgende Jahr ser fr eigt er bis 5—— neun, auch zehn Thaler für das Fäß⸗ haide chen. In den lezten Mißjahren stieg es nicht nach Verhält⸗ fist K. niß der andern Lebensmittel. Wlche Das Oehl wird in irdenen, von innen glasirten, we⸗ bb fl nigstens halb Zoll dicken Geschirren aufbewahrt. Da der mid, gröste Theil der Gefäße, sie mögen von Erde oder Holz Hlaagt. seyn, das durch die Poren dringende Oehl nicht halten u all können, so ist es ein Glük für die Toskaner, eine dem WMust Oehl undt vortrefliche Töpfererde zu besitze diger u die alle Gestalten annimmt, welche ihr die Kunst 9918 a Jl will. Es giebt Sae von jeder Größe, selbst welche, Mbe a die bis 12 Barilli halten 2); sie werden zu drey Lire für Rehn den Barillo bezablt. niche d I ů——ẽR— Oahlba §. VIII. Einfluß der Kultur des Oehlbaums n auf den Reichthum und die Bevölkerung 6 des Landes. 65 Früchte Man kann der Pflege des Oehlbaums die nemlichen Vorwürfe machen, die man in Frankreich der Pflege des 1 Weinstoks macht, nemlich: daß die große Ungewißheit D der Erndte das Elend des Landvolks unterhält. Da sie Rzin im Jahr des Ueberflusses nicht hiemit hauszuhalten ver⸗ hg u stehen, so befinden sie sich in einem Mißjahr ohne Hülfs— wͤchs quellen. Doch kann man nicht läugnen, daß überhaupt Faoche, genommen diese Kultur dem Lande sehr nüzlich seye; sie I. giebt den schlechtesten Stellen, Hügeln, von denen man doch uil oft gar keinen Nutzen ziehen könnte, einen Werth, und Emdun I) 120 toskanische Pfund sind 714 Wiener Pfunden gleich. der Mii Der Barillo käme demnach zu 7 Thaler gerechnet auf 16 wuslih Gulden, und das Pfund 132 Kreuzer. d. Ueb. W 2) 6 Maas weniger als 10 Oestr. Eimer.— Eine unglaubli⸗ Ddei che Größe!— d. Ueb. vr E 83 n bedekt unfruchtbare Plätze, welche außerdem wüste seyn —— würden, mit Einwohnern. Eine Coltra Landes giebt in Einsam guten Jahren ungefähr 7 Fäßchen Oehl. Der Werth die⸗ gende Y ser Fechsung beträgt noch einmal soviel als jene des Ge⸗ das diß traides in den besten Feldern der Ebene, und es kommen 9 Behal⸗ fast keine Auslagen hievon abzuziehen, denn das Holz, ů welches von den Bäumen gehakt wird, bezahlt diese Ar⸗ saren, ue⸗ beit selbst, und das 13 welches untenher erbaut Dr de wird, trägt mehr, als die Arbeitskosten und der Dünger der Hah beträgt. Es* aber auch wahr⸗ daß es diesen Zinns ücht halte nur alle zwey Jahre höchstens abwirft. Der Ertrag des „eine den Weinstoks auf 51 gleichen Grundstük ist viel beständi⸗ zu bestze, diger und die Erhöhung des Weinpreises hat ihn seit eini⸗ st gehn gen Jahren wie chtiger gemacht, darum verdrängt auch die t welche, Rebe an vielen Orten den 45800 aum; doch habe ich schon ey Are für zweymal bemerkt, daß in dem Jahre, in welchem man eine ——0 Oehlerndte hatte, alle Landleute sich 58 trebten, junge brat Oehlbäume zu pflanzen, obgleich diefer Baum so lang⸗ sam wächst, daß, jene ausgenommen, die in einer war⸗ men Lage stehen, sehr wenige Pflanzer hoffen dürfen, seine Früchte zu geniessen. §. IX. Die Weinrebe. Ihre Pflanzung. Pflege des 7— 7 Ingewißhei Die Weinrebe, welche unter dem Klima von Genf Da si eine zärtliche Pflanze ist, welche eine besonders günstige alten bel⸗ Lage und ein zu ihrer Kultur geeignetes Erdreich verlangt, 9—— f 0 me Hölst⸗ wächst im Gegentheil im Tostanicchen überall, in der ů NIS II n. Bo⸗ Thaubt Fläche, auf Hügeln und Gebürgen und auf jedem Bo⸗ seye; si den. Allein ob sie gleich überall fortkömmt, so ist sie demen man doch nicht minder empfindlich j die Verschiedenheit ihres ath, wd Standpunktes, und die Ei gensch haft des Weins sowohl als der Preis desselben ist in der nemlichen Provinz, auch uet aum M wohl in der nemlichen Pfarre, außerordentlich verschieden. chnet 5. He Auf den Hügeln umgiebt die Rebe alle Felder, und da diese sehr klein sind, so wird sie viel häufiger wie in der Ebene angepflanzt. Man pflanzt sie immer bey der — N 0 — 84 Urbarmachung der Felder auf den vordern Theil der Ter—⸗ d rasse, neben der Rasenwand am Rande des Abhangs. fulge Die andere Seite des Feldes ist nur am Fuße des Hügels bftn mit Reben besezt, wo der Abhang minder beträchtlich ist. stn Siehe Fig. 6. wedde Man pflanzt sie, wie zu Genf, mittelst eines eisernen siuts Stoks in frisch umgebaute Erde, und beschneidet sie die Mih vier oder fünf ersten Jahre wie bey uns. Ich habe jedoch zu Lucca in einem der besten Weingärten gesehen, daß die uge i Schößlinge im zweyten Jahr mehr als Daumens dik und ühetzeh einige Ellen lang waren, welche wahrscheinlich das fol⸗ ler im gende Jahr Trauben werden getragen haben. Auf andern e ni Gründen aber sind die Aeste im zweyten und dritten Jahr daj di noch äußerst dünn. hihtöt Man vervielfältigt die Reben wie bey uns, indem den na man sie absenkt, welches auf zweyerley Art geschieht: ent— vubaar weder, indem man den ganzen Stok nach dem gewöhnli— Weh chen Gebrauch unter die Erde legt, oder durch die Herab— der zu beugung eines einzigen Jahrtriebs, den man am Fuß des nige s⸗ Mutterstoks unter die Erde bringt, und ihn einige Schuhe her de weit davon wieder hervorkommen läßt. Die Bauern nen— alangt nen diese Art von Rebensenkern„Katzenkopf“— Capo shmide gatto und sondern ihn am Ende des zweyten Jahrs vom Mutterstok ab. Diese Art abzusenken ist sehr be—. 3 quem, um zufällig leere Plätze auszufüllen, weil man, um wieder zu bauen, nicht zu zerstonen braucht. Man Iu bringt den Rebensenker gerade dahin, wo man ihn haben saden will, ohne den alten Stok, welcher gut auf seinem Plaz Murril steht, zu verrücken; übrigens aber genießt man den Vor— Hakmi theil nicht, seine Reben zu verjüngern, welches geschieht, wenn die alten Stöcke unter die Erde verscharrt werden, und der junge Stamm, den man sich verschaft, hat auch smͤsse RerCiek ö K. n— 8006 manguur nicht so viel Kraft, als wenn er nach der gewöhnlichen bu v. 7 Methode behandelt wird. wuhtz Zu Genf senkt man gern ab, um von der reichlichen 66 hat Lese des ersten Jahrs der Senker Vortheil zu ziehen, im 0 fl oet Allachtlich 0 t, bat auh 4Hs Htd Wobhnltch 0 85 Toskanischen aber vermeidet man es, um bey den drey folgenden Lesen nichts zu verlieren; denn man weiß aus beständiger Erfahrung, daß ein Rebensenker nach dem er— sten Jahr alle seine Stärke zur Erzeugung des Holzes an⸗ wendet, und daß die Gewalt dieses Triebes ihn wenig— stens zwey oft drey Jahre verhindert, Früchte aufzusetzen. Da ich von unsern Winzern über diese Unfruchtbarkeit der Rebensenker nie etwas reden gehört hatte, so zog ich sie so länge in Zweifel, bis ich mich durch eigene Augen hievon überzeugt hätte. Ich fand, als ich alle meine Rebensen⸗ ker im zweyten und dritten Jahr untersuchte, daß die Re⸗ gel nicht so allgemein sey, als man sie angab; aber auch, daß die Hälfte von ihnen innerhalb diesen zwey Jahren nichts trug, und die andern viel weniger als der Stok, dem man sie genommen hatte, gegeben haben würde. Ue⸗ berhaupt werden die Senker, wie zu Genf, auf ein oder zwey Augen geschnitten, da ich aber ihre Unfruchtbarkeit der zu großen Kraft ihres Triebes zuschrieb, so ließ ich ei⸗ nige sehr lang schneiden, und sie erzeugten wirklich mehr, äber doch nicht soviel, als ich erwartet hatte. Der Stok erlangt hiedurch neue Kräfte, statt sich durch dieses Be⸗ schneiden, welches ihm Luft macht, zu erschöpfen. §. X. Vom Schilfrohr, als Stüze der Reben. Auf den Hügeln werden die Reben nicht durch Bäume, sondern zum Theil durch Pfähle, zum Theil durch Schilfrohr unterstüt. Man nimmt die erstern soviel als möglich von Kastanienholz, und schält sie, um sie dauerhafter zu machen; sie müssen sechs bis acht Schuh über die Erde hoch seyn, weil der Stok selbst höher gehalten wird als bey uns. In Er— manglung dessen verwendet man zu eben diesem Gebrauch das„zahme Schilfrohr“— Arundo Donax. Lin., welches die Italiener Canna nennen. Alle Winter wird es hart an der Erde abgeschnitten, und erzeugt während des folgenden Sommers Stämme von 15 bis 25 Schuh — 86 ö ů Länge und fünf bis zehn e Dicke. Dieses Rohr ver— diente auch in Frankreich Linn n zu werden, seine Wur⸗ zeln sind so tief, daß es 1 cht wahrscheinlich ist, daß sie von der Kälte des Wäuers Schaden leiden sollen, und sein Trieb im Sommer üppig genug, als daß man be— sürchten sollte, daß es nicht im Herbst, der bey uns frü⸗ her als in Italien eintrikt, zur Reife kommen sollte. Man ö bestimmt zur Pflanzung dieses Rohrs den Rand der Bä—⸗ che, die Dämme, Wallgänge, welche Flüsse umgeben,. und die Oerter, wo seuchter Grund ist. Zu ihrer An⸗ pflanzung eröffnet man mit der Spat drey Schuh tiefe ö 10 Grähen, welche ohngefabt hi vierthalb Schuh von einander* 0 abstehen, in diese legt man die Wurzeln des Schilfrohrs 205 RI drey Schuh von einander, doch muß dies im Frühling 5 der Pfe oder Herbst geschehen. Es ist nöthig, alle Jahre mit An⸗ fang des Winters den Plaz, wo sie stehen, umzugraben, und das erste Jahr sie zu jäten, in der Folge hat die Pflanze 8 genug, nichts mehr vom Unkraut fürchten zu dürfen. Da sich diese Wurzeln sehr schnell vermehren, so muß man ihnen alle drey Jahre die überflüssigen ent⸗ . Da di stt man il int Hup drey Schu Rohren ar der Linie! fottlaust, ziehen, sonst würden sie sich gegenseitig aufreiben*). Die Eithe o schon sehr tief gepflanzten Wurzeln dringen noch tiefer, Regeelg dergestalt, daß sie die ganze Feuchtigkeit des Bodens be⸗ W nützen. Im Toskanischen dienen die Schilfröhre nur zur un uite Ergänzung der Pfähle, mit welchen sie vermischt werden; a de Ei in Frankreich aber, wo die Reben viel niedriger sind, wür⸗ den sie allein hinreichend seyn. Die diksten dauern zwey 41. bis drey Jahre, die kleinen aber müssen alle Jahre ersezt h oder *) Was ich über die Kultur des Schilfrohrs schreibe, ist das Einzige, was ich aus Büchern über den Ackerbau und nicht 4 aus eigener Erfahrung genommen habe. Ich halte es nicht Wu, gar nur für meine Schuldigteit, dem Leser hievon Nachricht zu und Udt geben, sondern füge noch hinzu, daß ich weder glauben kön⸗ r„ Nde ne, daß man die Wurzeln des Rohrs drey Schuh tief ein—) De M grabe, noch daß man die Gewohnheit habe, sie alle drey stu di Jähre zu verpflanzen. d.. tle Af +—— ISEEA— 87 Rohrvoz werden. Ihr Anbau ist im Toskanischen der gewinn⸗ seine Uu⸗ vollste von allen, jeder Quadratschuh bringt deren wenig— 8 „ daß st stens zehn hervor, und das Hundert w ird zu 15 Soldi Aen, um verkauft; die Blätter, welche nach der ganzen Länge des man he⸗ Rohrs hervorwachsen, derschaffen überdies in der Dürre und früe sehr reichliches Futter. Der jezt gew öhnliche Preis eines lte. Mon Bündels von 25 kleinen nnn ist ebenfalls fünf⸗ d der Ba⸗ zehn Soldi; die grosten kosten das St tük 2 Soldi). umgeben. re§. XI. Schnitt der Weinreben. hrer An AEE—e Schuh titf Da die Weinstöcke einer von dem andern ohngefähr neinande zwey Schuh entfernt sind, so pflanzt man zwi schen zwey einen Pfahl, und am Fuß der Rebe ein Rohr Obschon chilflohts es der Pfahl ist, welcher die Rebe muterstähen muß, so Trorhlt Rühling mit An⸗ sezt man ihn doch etwas entfernt von demselben, damit Mugraben keine Hauptwurzel durch ihn Schaden leide; zwey oder drey Schuh über der Erde bindet man alle Pfähle und Röhren an eine Schnur von Schilfrohr, welche in.—5 der Linie nach der ganzen Länge der Reihe von Wei einstöcken fortläuft, und ihnen Festigkeit giebt; auch heftet man die Spitze je des Rohrs an den nächsten Pfahl, damit sie sich e hat die ut fürchta bermehlen, ö sigen cl⸗ H. Die V gegensei tig un terstt ütze N. adens be⸗ Man beschneidet die Rebe immer um so länger, als Iu zul man weiter zur Ebene herabkommt, und nimmt hiebey ni auf die Eigenschaft dieser Staude Rüksicht, die um so viel twerden;— 4³5 d. wör⸗ mehr E Stärke besizt, Als sie schlechtern Wein erzeugt) man no, wul⸗ 8 och litfer, läßt also nach Verhältniß der Stärke jedes Stoks ihm eine, Innn wey oder drey Ranken von anderthalb bis vier Schuh 0 ö 9 ihe t Länge. Nachdem sie gepuzt, und auf die Art, die ich , it vi bereits beschrieben, als ich von der Rebe in der Ebene ind nicht sprach, gereiniget worden, beugt man sie halbrund nieder, te es nicl und bindet sie mit Weidenruthen an die Pfähle und Röh⸗ achricht zu ren, die jedem Stok zur Stutze dienen. Siehe Fig. 3. auben fus) Die Anwendung des zahmen Schilfrohrs, welches auf un— ih tlef ur sern Teichen wild wächst, und jährlich relf wird/ verdient le d alle Aufmerksamkeit. d. U. 0 ————.—.— e 88 Die auf diese Art ausgebreitete und angebundene sh Rebe ist soviel möglich den Eindrücken der Luft und den 22 Sonnenstrahlen ausgesezt, auch machen die benachbar⸗ dulichta ten Reben sich nicht gegenseitigen Schatten, wie bey mnam uns, und man braucht nicht immerwährend beschäftigt a2 Ob zu seyn, sie aufzubinden, und ihre Blätter auszubre— zur dd chen. Sie sind gänzlich sich selbst überlassen, und ihre uub uun jungen Zweige finden an den Pfählen und Röhren Unter⸗ auf ie de stüzung. Man fängt die Reben erst an zu entblättern, f wann die Trauben reifen, nicht sowohl zum Vortheil die— lifim, da ser, als vorzüglich, um das Laub für das Vieh zu be⸗ s de& nutzen. Außer der Ersparniß von Arbeit hat man noch u pfanze den Vortheil, daß die Erde rings um die Wurzeln nicht NM zeder fest getreten werde; daher auch das einmalige Behauen Allit in je des Weingartens nach dem Schnitt die Erde lockerer er⸗ du sie hält als das dreymalige in Frankreich. N sih en Unsere Reben sind immer mit falschen Knospen bedekt, RNdts di die entweder vom Stamm oder mehrere zusammen aus Ecuh V dem nemlichen Aug treiben, und die Abbrechung derselben Buttn ke ist die vorzüglichste Sorge der Blätterleserinnen— Dieser geheugten Ueberfluß von Wassersprossen rührt daher, daß wir zu kurz schneiden, der Saft aber einen Ausgang haben muß, wo er ausbrechen kann. Man sieht ihrer wenige oder fast m gar keine im Toskanischen, wo ihr mehr Holz gelassen leh, dsto! wird. Gundaz d Jeder Weinstok erzeugt viel mehr Trouben, wenn man + Mng ihm hinlängliches Holz läßt; bey der lezten Weinlese, die wuullfltg jedoch sehr mittelmäßig war, zählte ich überhaupt acht⸗ W zehn bis vier und zwanzig Trauben bey Stöcken von drey ken im Kn Augen. Ich machte den Versuch bey einigen Weinstöcken, Mlen de und ließ sie auf ein oder zwey Augen schneiden; allein wie siuthels mu ich es hätte voraussehen können, und wie die Bauern mir lauht hoben. es auch voraussagten: ich bekam viel mehr Holz und we— secn geh niger Trauben. de, di spe Uebrigens erzeugen die Reben auf den Hügeln des 5080. Wattlands und in Burgund mehr Wein als im Toskani⸗ Da z Hebundch und d den enachbgy wie heh beschäfig auszuhr: und ihye ch zu be man noch zeln nicht Behauen sckerer er⸗ en bedekt, men aus derselhen Dieset wir zu ben wuß, oder fast gelasser enn man ulese, di upt acht⸗ von drey iustöͤcken, allein wie wern mit und We⸗ geln de Toblan⸗ — ** 89 schen, welches daher rührt, weil die ersteren nichts als Wein, die leztern aber auch Getraide tragen. Nichts ist verän— derlicher als das Produkt an Wein auf einem mit Reben untermischten Boden,— Perra vitiata— da es von der Größe der Felder oder dem Verhältniß des Getraides zur Traube abhängt. Das Stärkte, wie ich glaube, was man erwarten könnte, wäre vier und zwanzig Barill auf die Coltra*). Auf sehr vortheilhaften Lagen, die vorzügliche Weine liefern, haben die Toskaner auch versucht, sie auf Unko⸗ sten des Getraides zu vermehren, und blos allein Reben zu pflanzen. Sie beschneiden die Reben, wie rings um die Felder, und thun, wie ich glaube, Recht daran, allein in jeder andern Hinsicht ist ihre Kultur übel verstan⸗ den; sie lassen sie viel zu hoch wachsen, daher es rührt, daß sich einerseits die Zweige gegenseitig ersticken, und an⸗ drerseits die Absenkung alter Stöcke von sechs bis sieben Schuh Länge unmöglich wird. 5250 erneuern sie die Bauern keineswegs, und der gröste Theil ihrer vom Alter gebeugten Weinstöcke trägt nur sehr wenig Früchte. F. XII. Weinlauben. Je mehr man der Rebe Raum läßt, sich auszubrei⸗ ten, desto mehr bringt sie Trauben hervor. Auf diesem Grundsaz beruht die Erfindung der Weinlauben sowohl als der Weingeländer, die ich zu Pescia mit vielem Vortheil vervielfältigte. Alle Fußsteige, welche das Feld durchschneiden, könn⸗ ten im Klima von Toskana mit Weinläuben bedekt seyn, allein die Trägheit der Bauern ist Schuld, daß sie mei— stentheils nur einen kleinen Winkel bey ihrem Haus be— laubt haben. Um eine Weinlaube zu machen, pflanzen sie oben gabelartig auseinander gehende Pfähle in die Er— de, die sie Säulen nennen. Auf diesen Gabeln ruhen Dies gäbe 28Stel Oestreicher Eimer guf das Wiener Joch. ** — 90 große, dicke Weinpfähle und kleine Stangen, die einen Wuglich: nach der L Länge, die andern nach der Ongire, die sich der⸗ Däherd gestalt kreuzen, daß sie ein, bis and erthalb Schuh weite gegen N Quadrate bilden. Ueber 93— Geländer wird dann der Lönnte, Weinstok gezogen, und auf die nemliche Art, wie auf ih— al 1 rem beschnitten, En dem Unterschied, daß sie ö Hst sehen, ihn so sehr als moöglich zu ver längern, und ihm so 4hin A viele anderth halb bis zwey Schuh lange Zweige zu lassen 1 als möglich. Je älter nun der Stok wird, je mehr nimmt r er zu, und desto mehr kann man ihm lassen. Ich habe dlunder ein vierzig Schuh langes Geländer, welches von einem ö Wr einzigen Stok ganz bedekt wird, und zweymal mehr Frucht⸗ Ebuh bo äste hat als zwanzig Stöcke, welche unter sich den nemli⸗ Midemtine chen Raum inne hätten.* überdies alle Aeste horizon⸗ sammen ve tal liegen, so setzen sich die Trauben in viel größerer An⸗ iz abhän zahl an als wie bey Dinen, wo der Saft einer vertikalen de Vanla Richtung folgen muß. Im Fall der Weinstok, welchen dDbiß nicht man über das Geländer zu spanner u Willens ist, schon vor ennehmen deren Errich tung tragbar wäre, so verliert man keineswegs angehauet etwas an der Erndte; doch kann man nicht vor dem Ende Futterkin des dritten Jahres die Laube als vollendet und in voller Mam mar Kraft ihrer Erzeugniß betrachten. salt enez Man muß gestehen, daß der Wein von Geländern viel Odsn unt geringer als jener, welcher bey glechem Boden auf einem sehn, un — gewöhnlichen Weinstok wächst, ist; statt dessen aber ist er gu, abhur auf guter Erde unendlich 9—.8 als jener, den die Reben ö in der Ebene nn 8 nuß er in einer besondern Bot⸗ Al tich gekeltert werder Ih iu Damit die Trauben unter der Laube so gut als mög⸗ ö außubnden lich reif werden können, muß das obere Galtnde derselben u klach, nicht halbrund, und die Seiten gänzlich offen seyn, Wilnt 6 daß nichts den Eindruk des Lichts und der— 10 um die 10 6 falt Trauben her verhindere. Siehe Fig. 4. Die Rebenbo⸗ Dilnaen gengänge, die man zu Genf macht, und mit Reifen un⸗ nicht wuln terstüzt, bedecken mit ihrem Schatten edig die Trau⸗ min inu ben, und verhindern so sehr den Zug der Luft, daß sie un⸗ hilt und 90 J Velchen „Welchen Hon vot lelneswegs dem Ende dem Ende In boller aß sie me 91 möglich reif werden können. Wenn man flache, aber wie Dächer abhängige Geländer machte, und die höchste Seite gegen die Sonne richtete, damit sie unten hinein scheinen konnte, so würden die Trauben dort eben sowohl reifen als zu Pescia. s giebt kein Land, wo man so viele Weinlauben sieht, als im Thal von Aosta; da sind nicht allein alle Wege und Fußsteige hiemit bedekt, sondern sie ziehen sie selbst durch die Mitte ihrer, Felder 25 bis 30 Schuh weit von⸗ einander entfernt. Diese Weingeländer sind genau so ge⸗ macht, wie im Toskanischen, nemlich aus sechs bis zwölf Schuh hohen Säulen und Pfählen, die mit Wieden oder Weidenringen, ohne Nägel oder Zimmermannsarbeit, zu⸗ sammen verbunden, und bald horizontal, bald dachför⸗ mig abhängig sind. Das, was auf eine auffallend die Weinlauben des Thals von Aosta unterscheidet daß nicht allein der Raum, welchen sie der Länge nach einnehmen, sondern auch selbst derjenige, den sie bedecken, angebauet ist. Ich habe unter ihrem Schatten Getraide, Futterkräuter, ja sogar türkischen Waitzen wachsen gesehen. Wenn man sie lesen will, wird ein Wagen, der die Ge— stalt eines großen auf Räder gesezten Baktroges hat, von Ochsen unten hergezogen, auf dessen Rand die Weinleser stehen, und die Trauben, welche über ihren Köpfen han⸗ gen, abbrechen und hineinwerfen. §. XIII. Weinhecken àla Bordelaise. Ich kann den Versuch die Reben à la Bordelaise aufzubinden, den ich zu Pescia gemacht habe, zwar nicht als eine, im Toskanischen übliche Sache anführen; weil mir aber der Versuch vollkommen gelang, so wag ich es hierüber Nachricht zu geben. Ich bemerkte mit vielen andern, daß der Weinstock auf einem guten Grund nichts verlange, als sich ausbreiten zu können, und daß man ihn um so verkehrter behandle, je kürzer man ihn hält und ihn dadurch zwingt, viel Holz und wenig Tiau⸗ 9² eintmn e ben zu erzeugen: daß im Gegentheil, wenn man ihn ö stange lange verlängert und höher hält, er weniger erschöpft und län⸗ ö é *0 ger erhalten werde, auch ungleich mehr Früchten gebe, mu ohne daß der Boden mehr ausgesaugt werde. Diese Beob— mi d achtung ist schon zu oft wiederholt geworden, als daß duchen nicht jeder verständige Landwirth hievon Nutzen ziehen wu soll; was ihn aber hieran verhindert, ist, daß es ihm un— M möglich scheint, bey der Kultur im Grossen die Reben bis R zu einer gewissen Höhe zu unterstüzen, ohne beträchtliche rach em Kosten zu haben oder sie in dem Schatten der Bäume und a g Geländer zu vergraben. Er verkürzt sie daher und bringt Nelbdf sie der Erde näher, einzig, um sich die Mühe zu erspa⸗ dedob ren, sie aufzurichten. Mir schien es aber, daß ich mit sinet gar dem nehmlichen Holz, welches die Reben zu Pescia un— Nd in gl terstüzt, und bis auf etwas weniger mit den nehmlichen i alene Kosten sie dreymal so hoch erheben und ein vier bis fünf⸗ u feh mal beträchtlicheres Erzeugniß davon ziehen könnte. Ich m ged unterzog mich daher selbst der Arbeit, und überzeugte mich, der Hlf daß ich mich nicht betrogen hätte— finna, Unter den Pfählen, welche man zu den Reben stekt, nitht ibe die keine gespaltene Bäume, sondern Aeste sind, giebt es hit sagen immer eine gewisse Anzahl hinlänglich dicker Prügel. Ich ich weiß! wählte alle diejenigen, die wenigstens zwey Zoll Dicke sogar de! hatten, aus, ließ sie der ganzen Länge nach schälen, zu— wendete, spitzen und am Ende anbrennen, das andere Ende ward R Nem bey allen gleich gehauen, so daß sie sieben Schuh über bdopeherr die Erde hatten, wenn sie zwanzig Zoll tief eingegraben fischen d. waren. Nun wurden sie nach der Schnur und Bleywage D Hllsie je ächt Schuh von einander gesezt; queer über diese Pfähle hne, wl ward auf ihre Spitze eine kleine Stange genagelt, die sie Witder nen verband und ihnen mehr Festigkeit gab; in der Folge sezte kchttt, i ich zwischen diesen Pfählen oder Säulen auf einen Schuh auf alen e oder fünfzehn Zoll Entfernung kleine gewöhnliche Pfähle, higm un die nur fünf bis sechs Zoll tief in der Erde zu stecken 5. Vit brauchten, allein die nehmliche Höhe wie die erstern ha— dDerunn est ben mußten; oben wurden sie auf die Queerstange mit eilthr 2——— nme S....-.. PIJIIII5‚ man ihh t. und lyr fen gehe, lese Beob⸗ „als daß 95 zen ziehen Suhm un⸗ Reben bis rächtliche aume und and bringt zu erspa⸗ pich mit Hescia un— ehmlichen bis fünf nte. Ich ugte mich ben stekt, giebt 5 nde ward chuh über Agegraben Bleywage olge sezte m Schuh VPfähl, zu steckel erstern ha⸗ unge mi 93 einem eisernen Drath befestigt. Unter dieser obersten Queer⸗ stange wurden nun alle fünfzehn Zoll andere, parallel mit der erstern laufende Queerhölzer angebracht, die ich mit Drath an die Stecken und Pfähle befestigte, die sie durchkreuzten, dergestalt, daß jedes Viereck dieses Ge— bäudes fünfzehn Zoll Durchmesser hatte und in allen vier Winkeln mit Drath befestigt war. Diese Spalier, denn es ist eine, erfordert beynahe noch einmal so viel Holz, als die nehmliche Anzahl Reben auf die gewöhnliche Art unterstüzt, gebraucht haben würde; die Unkosten für die Arbeit mögen das Doppelte und die Bän⸗ der das Vierfache betragen, allein das ausgespannte und seiner ganzen Länge nach am Geländer befest gte Holz, das in gleichen Weiten von den Säulen unterstüzt und ein für allemal angeheftet wird, bedarf nicht wieder alle Jahr neu gestekt und gebunden zu werden, wie man dies bey den gewöhnlichen Weinpfählen thun muß, und ist vor der Hälfte der Zufälle, die es verw üͤsten oder beschädiger können, in Sicherheit. Da die älteste meiner Spalieren nicht über zwey Jahre ist, so kann ich nicht mit Gewiß— heit sagen, daß sich das Holz zweymal so lange erhalte; ich weiß nur so viel, daß ich das lezte Jahr keinen Pfahl, sogar die nicht, die schon alt waren, als ich sie dazu ver— wendete, zu verwechseln, keinen Drath zu ersetzen, und keine Viertelstunde Arheit zu verlieren brauchte, indeß ich bey einer Reihe von Reben, die ich zur nemlichem Zeit mit frischem Holz versehen ließ, den dritten Theil desselben und die Hälfte der Röhren und Bänder zu erneuern nöthig hatte, welches soviel Arbeit erforderte, als wenn man es wieder neu gemacht hätte. Ist die Spaliere einmal er⸗ richtet, so ist nichts leichter als die Reben nach dem Schnitt auf allen Seiten so zu vertheilen, daß sie gleichmäsig mi Zweigen und zur Leße—— Trauben bedekt ist. Siehe Fig. 5. Weit entfernt, daß die Trauben durch diese Verän⸗ derung etwas an 9—25 Güte verlohren hätten, waren sie vielmehr die ersten, welche reif wurden, und schienen in 9⁴ jeder Hinsicht dadurch, daß fie besser unterstuůzt und mehr bi der Sonne ausgesezt wurden, gewonnen zu haben.. §. XIV. Vom Gartenmesser der toskani⸗ iin schen Winzer. 498 Die Winzer in Frankreich bedürfen verschiedener Werk— lasthelh, zeuge, um die Reben zu beschneiden, aufzubinden und gElale die Pfähle zuzuspitzen; die Toskanischen Bauern verwen⸗ vache den hiezu nur ein einziges, nehmlich: ihr Gartenmesser m aden — Pennato— welches immer an ihrem Gürtel hängt Humnt es! und welches sie selbst auf der Reise nicht ablegen. Dies Werkzeug ist sehr von dem unsern verschieden und in der That von einer Gestalt, die sehr geeignet ist, verschiedene Wn andere zu ersetzen. Messer und Hacke befinden sich dar— Lcal an, eines am Rüken des andern.— Siehe Fig. 43. Ruse M Die Spize des ersten dient siatt unserm Gartenmesser und sin Gl ist nicht minder bequem für alle Schnitte, welche Ges di shbcht nauigkeit und feine Behandlung erfordern; der Winzer be⸗ ginsie dient sich dessen, um die Reben auszuputzen und sie frey Tunba zu machen, hat er aber einen Stock altes Holz wegzu⸗ übertrefer nehmen, so wendet er die Schneide des sichelartigen Mesa man sich sers an und haut mit verdoppelten Schlägen, anstatt an U Ne sich zu ziehen; auf die nehmliche Art behandelt er die pährend d Pfähle, um sie zu spitzen, ehe er sie in die Erde stekt, st hob. die Fruchtbäume, wenn er die überflüssigen Aeste wegs nimmt und die Oehlbäume und Weiden, wenn er sie bes schneidet. Wenn ihm endlich ein dicker Ast vorkommt, den sein Messer nicht abhauen kann, so wendet er blos sein Werkzeug in der Hand um, weil der Rücken dessel⸗ lichten Nu ben die Gestalt eine Hacke hat, und dann ist es hinläng⸗ hum als d lich, das dikste und härteste Holz entzwey zu hauen oder Wode hanb zu spalten. Mit der umgekehrten Seite der Spitze dies Watermn d ses Werkzeugs endlich macht der Arbeiter die Erxde von sei schuin gaht ner Spate oder seinem Grabscheit los, die sich, wenn er außzubchglg bey nasser Witterung arbeitet, hieran hängk. Diejeni⸗ zum weßen gen, welche wissen, wis viel die Bauren Zeit verlieren, ö it süufj Nonuev ddener Basz en sich den e Fig. 13 messer ind welche Ge Winzer be und sie fi Hoh wegyv Antgen ff at Hall ndelt er di ner sie ba vorkommt, adet er bloz ücken desseh 63 hinlang hauen ode tit helliees, 95 um ein Werkzeug nach dem andern zu hohlen, wie sehr die Verschiedenheit derselben, an die ihre Hand nicht ge— wohnt ist, macht, daß sie sich schief damit benehmen, werden ohne D Toskaner um ihr zu allem an⸗ wendbares Gartenm beneiden. Es ist übrigens weder kostspielig, noch Ichn wer nachzuahmen. Der Stiel ist von lz und die Verlängerung der Klinge, welche durch denselben, um sie zu befestigen, 92 15 köͤmmt am andern Ende in Gestalt eines krummen Hackens heraus, womit es die Arbeiter an ihrem Gürtel hängen. §. XVV. erschiedenheit der Reben. gew ohnlich m.— Man kultivirt im Thal von Nievole eine sehr grosse Anzahl verschiedener Reben; allein ob man schon eine HR1 NT. reyn fhnen ha. Aennen R 5 grosse Auswahl unter ihnen hat, so erzeugen doch die be⸗ Wortr„H CRho II 137 sten Gättungen in der Ebene nur widrige Trauben, und die schlechtesten hingegen, wenn sie auf einen H ügel in eine 7 I C 2 77 2—*„ günstige Lage verpflanzt werden, geben köstlichen Wein. Trauben von einem guten Weingarten und gutem Gewächs übertreffen durch ihren auserlesenen Geschmack alles„was man sich einbilden känn. Hier gebe ich ein Verzeichniß Pescia am meisten geschäzten Gattungen, das ich 7 während der Leße mit den Trauben vor den Augen aufge⸗ e. Colombana. Die Beere lang, die Traube weit— schweifig, anne Aenr gewöhnlich am Ende des Schös lings 98 kommend. Sie gleicht der grossen läng⸗ lichten Muskatellertraube von Astrakan, sowohl in ihrer Form als der Att, wie sie gleich den Aesten der Trauer— weide herabhängt; röthliche Zweige und Blattstiele, die Blätter in drey Lappen durch einen ziemlich seichten Ein⸗ schnitt getheilt. Ist eine vortrefliche Traube, am besten aufzubehalten; sie fault niemals. Man schäzt sie—— zum weißen Wein, ob sie gleich nicht viel Saft hat. Sis sezt häufig an. — DDDDDSDSDiiiiiiiiiiSSSSSS————————.—— 96 Uva paradisa. Sie gleicht der vorigen sehr, allein der Kamm ist nicht roth und die Beere sind noch härter und körnichter, daher sie von denjenigen um so mehr ge⸗ sucht wird, welche sie über Winter aufbehalten wollen; auch pflanzt man sie nur in dieser Hinsicht. Die Trau—⸗ ben, die man in Bologna aufbehält, und welche in ganz Italien berühmt sind, gehören zu dieser Gattung. Colombano. Auch diese gleicht der Colombana; der Kamm ist schläff, auf die nehmliche Art abhängend und etwas röthlich; allein die Beere sind rund, mit läng⸗ lichten, gegen die Sonne röthlichen sehr merkbaren Strei—⸗ fen gezeichnet. Sie ist eine vortrefliche Traube sowohl zum Essen als zum Wein. Salamanna. Dies ist die grosse, lange astrakani⸗ sche Muskatellertraube, deren harte und fleischige Frucht einer Pflaume gleicht; ihre Haut schlägt ins Grüne. Man bedient sich derselben in Frankreich sehr gern zu Spalieren. Zu Pescia sieht man deren in Weingarten, obgleich man wenig Wein davon macht. Salamanna dalle tre volte. Sie gleicht ganz der vorhergehenden, doch hat sie eine merkwürdige Auszeich⸗ nung; sie blüht nehmlich dreymal und trägt dreyerley Früchten von verschiedener Grösse. Das erstemal blüht sie vierzehn Tage, bevor der gemeine Weinstock blüht, das zweytemal mit ihm, und das drittemal ohngefähr ein Monat darnach. Die ersten Trauben reifen lange vor den andern, und die lezten bleiben bis zu Anfangs Dezember auf dem Stock. Der grosse Ueberfluß des Safts dieses Gewächses macht, daß es dem Mehlthau sehr unterwor— fen ist. Auch leßt man, obgleich diese Rebe jedezeit drey⸗ mal im Jahr blüht, doch nur zweymal, und die Erndte ist sehr ungleich; man kann nicht vorsehen, ob die erste oder zweyte gedeihen wird, welche es aber auch sey, so fällt sie immer sehr reichlich aus. Man pflanzt diese Muska⸗ teller⸗Traube nur an Geländer und zum Gebrauch für die Tafel. ö Gal- H Ben i schf ‚ und seh asse m Oan L wengern Orr Kum ühechaubt Burr Ooer Bon Beren di⸗ zanlich tr s. A Rechit. Burr schlössen! des Kam die Taub gsschweift Maly lch, gith süß und Das Baat schr tif m sir gshij Lrebb hih, wird: dis istz, giht firrf schlap, Gihol Benn und vitd se un shmack sf Runnshe seht, llh noch hörz so mehr g⸗ ten wolleg Die Nun sche in gun ug. Vombana. abhängerd mit laxx haren Strh owohl zun astrakant ige Fruch cht ganz de Auszeih ů ht dreyeiteh gefähr nge vor dn 5 Dezembe afts diest unterwo⸗ 97 Galletta. Eine Traube von besonderer Gestalt; die Beere sehr lang, dünn und etwas gebogen: der Kamm schlaff, wie bey den vorhergehenden, der Kern lang und sehr gespizt. Diese Traube ist sehr hart, und gut zu essen, man macht jedoch keinen Wein von ihr. Cannaiolo bianco. Eine der Colombano glei⸗ chende Traube, doch mit minder merkbaren Adern und wenigerem Roth auf der Sonnenseite; sie ist sehr saftig. Der Kamm, obschon schlaff, ist doch mehr geschlossen; überhaupt ist sie eine köstliche Traube. Burriano. Dies ist, glaub ich, die Chasselas oder Bon blanc;— weißer oder gelber Gutedel— Die Bieeren dieser Trauhe sind von mittelmäsiger Größe, rund, ziemlich roth und saftig, der Kamm mittelmäsig geschlos⸗ sen. Ob sie gleich sehr gemein ist, so wird sie doch sehr geschäzt. Burriano Perrugino. Sie ist kleiner, minder ge⸗ schlossen und besser noch als die vorhergehende. Der Schweif des Kamms ist grün und wie jener der Beeren sehr offen, die Traube saftig. In drey Lappen getheiltes wenig aus⸗ geschweiftes Blatt. Malvagia, Malvasier. Kleine Beere, etwas läng⸗ lich, giebt einen milchartigen Anblick, ist grünlich, sehr süß und saftig. Der Kamm ist groß, sehr geschlossen. Das Blatt lang und sehr gespizt, die zwey Einschnitte nicht sehr tief und der Rand desselben glatt. Diese Traube ist sehr geschäzt. Trebbiano vizz0. Sehr kleine Beere, rund, mil— chig, wird nie röthlich und welkt immer, ehe sie reif wird: dies ist's, was ihr Name sagen will. Sie ist sehr süß, giebt fürtreflichen aber wenigen Wein; der Kamm ist sehr schlapp. Galpola. Gleicht sehr der vorhergehenden, da ihre Beeren rund, sehr klein, dunkel oder milchig sind, doch wird sie röthlich und fault nicht auf dem Stock; der Ge⸗ schmack ist übrigens sehr verschieden, weil die ne Doskanische Landwirthschäft. G ——...—. ů 16 ö 98 Muskatellertraube ist; sie trägt reichlich und wird sowohl zum Wein als ur Aufbewahrung über Winter sehr gesucht. Uva grassa. Hat runde, dicke, milchig undurch— sichtige Beeren, die nur wenig röthlich, aber saftig und ein wenig säuerlich sind; der Kamm ist dick, schlaff; das Blatt dunkelgrün, gerade und bis in die Mitte gehende Einschniste; der Schweif röthlich. Sie sezt häufig an, da sie aber von einer mittelmäsigen Güte ist, so behält man sie für den untern Theil der Hügel und die Ebenen, wo die besten nicht mehr werth sind als sie. Pistojese. Eine milchige Traube von mittlerer Dicke, etwas länglicht, körnig, deren Mark sehr fest am Kern hält; die Haut der Beeren ist etwas sauer, der Kamm stark und sehr geschlossen; das Blatt nur wenig einge⸗ schnitten mit sieben Lappen, wovon der mittelste kleiner ist, als die auf den Seiten. Sie ist nur von mittel⸗ mäsiger Güte, trägt aber sehr stark. Rothe. Die rothen Trauben, welche bey Genf stets von min—⸗ derer Güte als die weissen sind und alle ohne Ausnahme ein wenig Säure oder Herbe an sich haben, übertreffen im Gegentheil im Toskanischen nicht nur oft unsere weissen, sondern auch die ihrigen. Es gieht deren verschiedene Ar— ten, allein ich kenne sie nicht alle und auch nicht so gut wie die weissen. Aleatico. Eine rothe, plazende, häufig blühende Muskatellertraube, deren Beeren oval und am Ende zuge⸗ spizt sind, von mittlerer Gröse und sehr schlaffem Kamm. Das Blatt ist tief eingeschnitten und beynahe handförmig, wie hey den Muskatellern dunkelgrün. Diese trefliche Traube giebt ihren Namen den drey besten Weinen, dem vom lonte catino und Monte pulciano. Barbarossàs. Sehr schlaffer, abhangender Kamm wie bey der Colombana oder der astrakanischen Muskat⸗ traube, die aber aus mehreren kleineren Kämmen, die par⸗ all odet bin die Ban Fthlich! hat nih au sch l Reuhte (n Mbschen, Gi ist ei misen 3 men auf! heonders die Weiak Camh doch hat Kamm un fluchtet; schrack,! Se fitbt die beͤhm Muhen ge Cannz Gtͤsse, sch dick, de K glichend. Colote lepnbe, enen kͤtze Wthlchm e zwey Duint kerbt is. 99 wid wo allel abfallen, zusammengesezt ist und ihr ein behaartes eehr geuh, oder bartiges Ansehen giebt. Der Schweif ist röthlich, undurtz die Beeren dick, rund und plazend, nur auf einer Seite istig undey röthlich und ungleich blühend. Diese fürtrefliche Traube Haff; dl hat mehr vom Geschmack des rothen als weissen Weines itte geherd an sich und giebt auch ihren Namen einem schielenden sehr häufig an gesuchten Wein. „so behah Canino. Langer, dürrer Kamm von einem wilden die Ebenen, Aussehen; wenig, kleine, runde, schwarzrothe Beeren. Sie ist eine wahrhaft wilde Traube, die man auch auf lerer Dick, unsern Zäunen antrift; sie ist immer sauer, ausgenom⸗ est am Ken men auf besonders gutem i wo man manchmal der Kamt trefliche Trauben findet. Man pflegt sie durchgehends, venig einge weil sie dem Wein viele Farbe giebt; oft keltert man sie telste kleine besonders, siedet sie in einem Kessel und gießt sie sodann in von mitti⸗ die Weinkufe, um dem Wein mehr Farbe zu geben. Canino di Chianti. Gleicht der vorigen sehr, doch hat sie ein minder wildes Aussehen, einen kürzeren Kamm und die kleinen Kämme sind länger und stärker be⸗ to von mir fruchtet; vor allem aber unterscheidet sie sich durch den Ge⸗ Ausnahm schmack, indem sie die süsseste und köstlichste Traube ist. bertreffen in Sie färbt wie die vorhergehende stark, und gewiß werden sete weissa die berühmten Weine von Chianti bey Sienna von diesen chiedene A Trauben gemacht. nicht so gu Cannaiola nera. Runde Trauben von mittlerer Grösse, sehr saftig, suß und aromatisch; die Haut etwas ig blühend dick, der Hanndn ein wenig schlaff, übrigens der Canino Ende zug⸗ gleichend. Ist eine vortrefliche Traube. sem Kamm Colore. Runde Beere von mittlerer Dicke, dunk⸗ andformii ler Farbe, ein wenig sauer, die Schale ziemlich dick, mit liche Traub einem kurzen, zusammengezogenen Kamm, dicken Stengel, röthlichem Schweif, hellgrünem Blatt, welches bis auf zwey Drittel eingeschnitten und am Rande ein wenig ge— an Gann kerbt ist. Ist ohngeachtet ihrer leichten Säure eine gute ben Muill Traube. 0 G 2 jen, di Nuz dem boh —— —100 Mammolo. Sehr dicke, körnichte, leicht verlänger— 2—— it zuan te Beeren, mit einem dicken, mäßig geschlossenen Kamm sii zun g gesch 2323———————— grünen Schweif, ungezackte Blätter, die unten einen sehr M stumpfen Winkel machen. fach Ii Messer Forte. Sehr dicke, harte, ausnehmend süsse Beeren; langer, dünner Kamm, der aus kleinen Rin dünnen Kämmen zusammengesezt ist; röthlicher Schweif und Zweige; stark ausgeschnittenes, spitzes Blatt. Sie Vonne. ö ist viell icht die beste Traube. ö Chene gel Fiorentino Etwas länglichte Beeren mit einer Hnr harten und dicken Haut, einem mäßig geschlossenen, sehr Wus dicken Kamm, dünnen Schweif und Stengeln ohne Roth am Mi wenig ausgezakten, fünflappigen Blättern, die rübwärts ghe, und einen spitzigen Winkel bilden. Diese Traube ist nur von ich s mittelmäßiger Güte, trägt aber außerordentlich. Sie ist Ir die erste, welche reif wird; wenn sie aber nicht viel Gunne ie hat, so bleibt sie lange Zeit rosenroth, ehe sie endlich von Reth dunkelroth wird. ö und stawy IMslber §. XVI. Weinlese. W0 Die Weinlese beginnt im Toskanischen mit Ende Sept dageftl oder zu Anfang Oktobers: ich habe indessen Trauben 951 auch de Fiorentino ihre Farbe schon nach dem achtzehnten July idet Baue ändern gesehen. Die Lese geschieht auf die nehmliche Art in Mschn 93 zu 2— Weiber sammeln die Trauben in Hand— nich nicht n n wenn diese voll ist, so leert f 55 90.— m m. Wan zacht Lehr went Weisen Lian Bottich aus. ue d wenn man aber einen Macht. so Wud 4. rn 3 Trauben, die man Hor den Lesen 90 von auserlesenen aashe 1 4 nden ausgezeichnet— hanb' enne sten Stocken abpflükt, gepreßt. Aller übrige weisse wi Wöch unter den rothen gemischt. ame Obschon die meisten Bottigen von Holz, und wie die . gemacht sind, so hat man doch, weil sowohl die Ein ult erfertigung als Unterhaltung derselben sehr kostspielig ist, limte duqaun: —72m2.2 DSDDDDE— 2...—— t ht beling mnen Kapm, en einen sh ausnehmoz sch. 6 2 6 viel Com 2 eh dlh t Ende Eeht Trauben vun zehnten Ju ehmliche V. u in Hald in welcht zermalnn Bottich aut n Toskam, auserlesent ligezeichne weisse wiß und wit N eil sewehlx lostpielh F 101I seit zwanzig Jahren gemauerte zu machen angefangen. Man macht die kleinen Grund- und Seitenmauern von flach übereinander gelegten Baksteinen, und verbindet sie, statt mit gemeinem Mörtel, mit Puzzolanerde, die mit Mortel verbunden ist. Man sagt jedoch, daß, wenn der Sand gut ist, man die Puzzolanerde*) woh entbehren könne. Ich habe diese gemauerte Bottigen nur in der Ebene gesehen, wo sie oft in der Folge zur Aufbewahrung des Getreides dienen. Man versicherte mich, daß der Wein sich sehr gut hierin bereiten liesse, keinen Geschmack vom Mörtel annehme, daß kein Tropfen dabey verloren gehe, und diese Methode in jeder Hinsicht wirthschaft— lich seye. Der Wein wird im Toskanischen in Bottigen gemacht, weil die Pressen daselbst unbekannt sind. In der Gegend von Pescia läßt man ihn hierin blos vierzehn Tage gähren, und stampft ihn nur dreymal; bey Florenz aber läßt man ihn über einen Monat, ja bis sechs Wochen in Vottigen und stampft ihn täglich, einige sogar Morgens und Abends, dergestalt, daß, wenn man den klaren Wein davon abzieht, auch die Gährung vorüber ist. Jeder Kanton und fast jeder Bauer hat seine eigene Methode; und der Geschmak in Ansehung der Güte des Weins ist so getheilt, daß ich mich nicht getraue zu entscheiden, welche die beste seye. Jene, welche mir am besten gefällt, ist die von Pescia. Der Wein schien mir geistiger und angenehmer, wenn er seine Gährung in Fässern vollendet. Der weisse, welchem die Toskaner den Namen Wein versagen, und ihn nach einer Art weisser Trauben Treb— biano“ nennen, die man im Thal von Nievole nicht ge— wöhnlich antrift, ist wirklich nach der Art, wie er ge— macht wird, mehr Syrop als Wein. Ich habe schon Eine vulkänische Erde, welche die Künstler gut kennen. Sie kömmt aus dem Königreich Neapel; man braucht sie zur Zusammensezung der besten HKütten. D. H. 102 gesagt, daß sie hiezu die süssesten Trauben auswählen; sie lassen ihn dann vier bis fünf, höchstens acht Tage in der Bottig gähren, worauf sie ihn in die Fässer abziehen. Den folgenden Tag wird er wieder in ein ander Faß ge— lassen, am zweyten Tag wieder, dann noch ein drittesmal in der nemlichen Woche. Nach diesem aber überleeren sie ihn innerhalb sechs Wochen oder zwey Monaten alle acht Tage in andre Gefässe, welches die Gährung dergestalt unterbricht, daß sie niemals vollendet werden kann, wo— durch der Wein so süß bleibt, daß er beynahe das wein— artige verliert, obschon er sehr lange Zeit sich in einer geringen Aufwallung befindet, die ihn in einiger Hinsicht dem neuen Weine ähnlich macht; allein er hat weder das Pikante, noch trübe Ansehen desselben. Wenn man die Pipe an die Bottig stekt, so läuft alles Flüßige ab, und je länger die Gährung dauerte, desto weniger ist die Presse nothwendig, um allen Wein herab zu bekommen. Man glaube jedoch nicht, daß diese Tre—⸗ stern nicht mehr Wein enthalten als jene, die von unsern Pressen kommen: allein dies ist ein Vortheil für die Bauern, und ihr Interesse wird sich immer allem Pressen widersetzen. §. XVII. Ueber die Verwendung der Weintrestern. Sobald kein Wein mehr abläuft, giessen die Winzer, nachdem sie vorher die Oberfläche von den Trestern, die durch den Zutritt der Luft sauer geworden, weggenommen haben, Wasser in die Bottig. Sie machen in der Regel eben so vielen Laner— Nachwein— als sie Wein ge— macht haben, doch ist dieser von dreyerley Qualität, wo— von der erste nicht viel schlechter als der Wein selbst ist. In eine Kufe von zwölf Barill schütten sie drey Barill Wasser, und nachdem sie dies vier und zwanzig Stunden darüber ruhen gelassen, ziehen sie ein ziemlich angenehmes Getränk herab, das nicht weniger Farbe oder Geist hat, ale der beser,u eiste Iall Jufbehgl habd see Mseh o nahniihe se aht! chgpfen, aufülle. Kufe steo ihn trinke Die; men hatte end det au'geseg Hun de noch nich sten aus lang in e wenn sie puese, w Venssig ehe er in d N.XV VBonal shat gsch ihten Gebrt Aauhen m. geht Npon; llo Eirnsch man an We der Ven K denen Sift Herden muf uewähler ht Tage in abziehes er Faß g drittesmol erleeren si u alle act dergesiat kann, wo das weil⸗ ch in einer her Hinsich weder das lauft alls erte, desto Wein herh 5 diese A⸗ von unsehh eil für di em Presen 3 der ie Winzt, estern, di genommen der Regel Wein ge— lität, wo⸗ selbst ss. rey Varll 0 Stunde angenehmte Giist Ru 103 als der Wein selbst, und von guten Weingärten ungleich besser, als der in der Ebene wachsende Wein ist. Dieser erste Lauer wird sorgfältig bis zum Anfange des Sommers aufbehalten, wo der Wein anfängt sauer zu werden. So— bald sie diesen abgeklärt haben, giessen sie wieder frisches Wasser auf die Trestern und zwar das zweytemal in die nehmliche Bottig von zwölf Barill deren vier, welches sie acht Tage darauf lassen, nach deren Verlauf sie es abzapfen, und an dessen statt es mit andern fünf Barill anfüllen. Dies leztemal lassen sie die Pipe unten an der Kufe stecken, und der Bauer zapft ihn nur so, wie er ihn trinken will, Flasche für Flasche ab. Die Oberfläche der Trestern, welche man weggenom— men hatte, ehevor der Lauer gemacht wurde, welche wäh⸗ rend der Gährung des Weins dem Zutritte der Luft ausgesezt und sauer geworden war, dient zur Verfer— tigung des Essigs. Wenn die saure Gäsrung damals noch nicht vollendet zu seyn scheint, wenn man die Tro- stern aus der Bottig nimmt, so läßt man sie acht Tage lang in einem Fasse ohne Boden stehen, und bringt sie, wenn sie dann sauer genug geworden, unter eine Oehl— presse, wo aller Saft herausgepreßt wird, welcher guter Weineßig ist, wie er guter Wein gewesen seyn würde, ehe er in die zweyte Gährung trat. F. XVIII. Aufbewahrung des Weins. Beynahe alle, die über die toskanische Landwirth— schaft geschrieben haben, rathen Pressen zu errichten und ihren Gebrauch einzuführen; nicht sowohl, um aus den Trauben mehr Wein zu erhalten, denn alles berechnet, geht davon nichts verloren, da sowohl durch die Menge als Eigenschaft des Läuers das wieder ersezt wird, was man an Wein verliert; sondern hauptsächlich, damit sich der Wein länger halte, indem, wie sie sagen, die verschie— denen Säfte, die man aus den Trauben presset, gemischt werden müssen, um sich gegenseitig zu verbessern. Die 104 toskanischen Weine sind nichts als der Ablauf des klärsten henehne und süssesten Theils: der Saft des Kamms, der Haut, issio und des Schleims, welcher die Kerne umgiebt, sind, ob— beständt schon für den Geschmak minder angenehm, jedoch sehr gus/ N dazu geeignet, die übermäßige Süsse zu mindern, die du m Gährung mehr zu befördern, und den Wein haltbarer zu updiste machen. Vermuthlich werden sie recht haben, weil die welhes toskanischen Weine, ohngeachtet der Güte des Bodens, in Su des Klimä's und der Eigenschaft der Reben sich größten— De theils nicht halten lassen: allein es ist nicht genug, daß peden k sie blos Recht haben, um ihren Rath zu befolgen, sobald dieset Zu dieser mehr Arbeit und größre Auslagen erfordert. Ich sie aber weiß zwar nicht, welchen Vortheil man dabey erzielen Vokane würde, wenn man sich der Pressen bediente, allein es wäre sogar di leicht zu berechnen. Zwey Barill Trauben geben im Tos— Zunlls kanischen, wo man sie nicht presset, einen Barill Wein: auch oit wieviel würden sie geben, wenn man sie preßte? Jeder einet ju französische Winzer muß im Stande seyn, diese Frage Mine! zu beantworten. 3u nicht Uebrigens glaube ich, daß die Beschäffenheit der Fässer, in welchen der Wein aufbehalten wird, am meisten dazu X. beyträgt, daß der toskanische Wein sich nicht hält. Es sind Fässer von drey bis fünfhundert Flaschen, welche, Auss weit enfernt schlecht zu scheinen, vielmehr dauerhafter gtoßen aussehen, als die unsern, und von dickern Dauben gemacht Möbruch sind, indeß der Wein mit einer befremdenden Leichtigkeit nißz in; durch ihre Poren dringt und ohne Unterlaß verdünstet, veht; d was ohne Zweifel von einem besondern Fehler des Kasta— Mäsrge nienholzes, aus welchem sie gemacht werden, herrühret. aubpret. Um sie voll zu erhalten und damit der Wein nicht ausräuche, uu, woro ist es nöthig, ihn alle Wochen zu verfüllen; einige beque— Eh ue men sich sogar dazu, es täglich zu thun; allein diese Ver— Fuchigte richtung, die man nicht vernachläßigen darf, ohne daß enihr der Wein darunter leidet, ist so unbeguem und würde so welke kostspielig werden, wenn man während einiger Jahren In! damit fortfahren wollte, daß sie dem Erzeuger alle Lust uuß nun des Kstg der Haut, t, sind, gh doch seh udern, de haltbarer z u, weil di s Vodens, sch größten genug, diß Hen, sobah dett. bey lzle ele lein ed wär en im Tos hrill Wein: dalberhafte hen gem macht Leichtigel erdünte, des Kast⸗ „herrühte. alkrauche inige begue n dise ve⸗ „ohne 18 vide 0 ale 105 beuehmen müßte, seinen Wein alt werden zu lassen. Dies ist jedoch nur ein Theil des Schadens, der ihm durch das beständige Verfüllen zugefügt wird; er raucht vielmehr aus, weil er nicht immer gehörig verstopft ist; der Wein, den 0 jede Woche hineingießt, trübt und erschüttert ihn, und ist er nicht gerade von der nemlichen Güte und Alter, welches sich sehr oft zutragen muß, so ist diese Mischung ein Sauerteig, der seine saure Gährung herbeyführt. Die weissen toskanischen Weine sind dem kannig werden keineswegs so, wie die von Genf, unterworfen; dieser Zufall ist daselbst gar nicht bekannt; dafür werden sie aber fast alle sauer, oder entzünden sich, wie sich die Toskaner ausdrüken, im Sommer des ersten Jahrs. Auch sogar die rothen entzünden sich oft, aber ohngeachtet dieses Zufalls werden beyde Sorten getrunken. Sie schlagen auch oft um, und da dieser lezte Zufall die Wirkung einer faulen Gährung ist, so sind die umgeschlagenen Weine kaum mehr zum Destilliren gut, und können weiter zu nichts verwendet werden. §. XIX. Von den verschiedenen Weinen, welche Toskana erzeugt. Ausser den gewöhnlichen Weinen machen fast alle großen Bauren Desertweine, oder wie sie ihn nennen— Ausbruchwein. Jede Familie hat ein besondres Geheim— niß, ihn zu bereiten, und ich ward in selbige nicht einge⸗ weiht; allein im Ganzen besteht es darin, daß man das Wässerige der Trauben vermindert, ehe man den Saft davon auspreßt. In dieser Absicht schneiden einige den Zweig an, woran die Traube hängt und lassen diese auf dem Stocke welken; dies Aestchen schöpft aus den Beeren alle Feuchtigkeit, die es ihnen entziehen kann, um seine Blätter zu ernähren, und macht, daß diese leztern geschwinder welken. Um Ausbruchwein zu machen fängt man damit an, daß man die Trauben auswählt; sie werden, um sie .———...et:...—.eDe.......——. —— 106 nicht zu beschädigen mit vieler Sorgfalt gesammelt, und in einem sehr lüftigen Zimmer auf Hurden gebreitet, die in der Luft hangen, wo sie sechs Wochen, zwey Monate, oder auch noch länger bleiben müssen, bis sie gehdrig abgewelkt und troken sind; denn die große Kunst, guten Wein zu verfertigen, besteht darin, mit vielen Trauben wenig zu machen. Wenn man nun glaubt, daß es Zeit seye, so wirft man sie in eine kleine Bottig, um sie darin zu zerstossen und mehr oder minder als gewöhnlich gähren zu lassen, indeß der Saft täglich überstossen wird. Nun seiht man ihn in ein Fäßchen, und einige unterhalten noch die Gäh⸗ rung durch ausserordentliche Hitze, andre thun geistige Dinge, wie zum Beyspiel: Ruhm darunter. Dieser Wein wird nicht ehe in Flaschen abgezogen, bis die Gäh⸗ rung gänzlich vollendet ist, und man läßt ihn so alt werden, als man Geduld hat zu warten, weil er um so besser ist, je älter er wird. Die auf diese Art gemachten Weine gleichen den spanischen, noch mehr aber den griechi— schen Weinen.*) Diese künstlich verfertigten Weine weichen von denen, die nach gewöhnlicher Art bereitet worden, eben so sehr ab, ) Die ausgezeichnetsten toskanischen Weine sind: 19. Vino aleatico, oder der rothe Muskat von Monte pul⸗ eiano, zwischen Sienna und dem römischen Staate. 2. Vino dischianti, zwischen Sienna und Florenz. 3. Vino di carmignano und d'Artimino, bey dem berühm⸗— ten Pallast Poggio zu Caiano. 4.“ Vino aleatico, oder rother Muskat von Monte catini im Thale von Nievole, ö 5. und der Wein von den Hügeln bey Lucea, vorzüglich von Ponte a Moriano. Der Wein um Florenz wird auch sehr geschäßt; aber nur als gewöhnliches Getränk. Die übrigen sind ausgesuchte Weine, die man zum Nach⸗— tische aufbewahrt. ö Du. ls die wird da „ V eines M Dab Wen öst In dissen nacht. Dia ö SU dds Min⸗ uutch ume ne, Wlche um die, v nuehr Wen Mis herde honheihaft Ubadi tinn unzen Tel l sidlhen d Mapel, v dn mit 90 lssch, v melt, ud breitet, de y Ronan, se gehorg inst, gute u Tauben „so wirft zerstossn zu lassen, seiht may die Gäh⸗ un geistie Dieser die Gäh⸗ lt werden, besser ist ten Weine n griechi hon denen, so seht ah, Nonte pul⸗ ̃aate. n. m betuhn⸗ onte eatini votzüglich aber nyt zum Noch⸗ D. 107 als die leztern unter sich selbst verschieden sind. Man wird darüber nach dem seit fünf Jahren bestandenen Preiß eines Varillo urtheilen. Die besten Weine von Monte Catini und Ponte a Mos riano 21 Lire— der östr. Eymer 7fl. 43 kr. Der beste Trebbiano von Marsalla eben so viel. Der beste rothe Wein von Marsalla, San Gennaro ꝛc. 15 Lire— der östr. Eymer 5 fl. 33 kr. Der beste Trebbiano von anderen Hügeln des Thals von Nievole eben soviel. Der beste rothe Wein der nemlichen Hügel 1 Lirr= der dsir. Eohmer. 3Jsl. 40l.. Guter rother Wein von den Hügeln 7 Lire — der dsir. Cymer 2 f. 52r. Weisser Wein von den Hügeln 12 Lire— der östr. CEymer** 0 24 kr. Wein vom Fuß d der Hügel 4 22 10 Sold der dsir, Ehmeer f. 48 Wein von der Ebene 3 Lire 10 Soldi S der sir Eym 3 26 ku. In diesen beyden lezten Lagen wird kein weisser Wein ge⸗ macht. Dies war allgemein seit zehn Jahren der Mittelpreis des Weins von der Bottig weg: er stieg das Jahr hin— durch um ein Drittel, und von den Weinen aus der Ebe—⸗ ne, welche im Sommer fast immer sauer werden, erlang— ten die, welche dem allgemeinen Schiksal entgiengen, auch mehr Werth. Seit zwey oder drey Jahren hat sich dieser Preis verdoppelt, welches die Kultur des Weinstoks viel vortheilhafter machte, als sie vordem war. Ueberdies, daß die Weine von den toskanischen Hügeln einen ungemeinen Vorzug über alle jene vom nördlichen Theil Italiens geniessen, werden sie auch von keinem des sül ichen Theils übertroffen. Der Lacrima Christi von Neapel, der Champagner, Burgunder und Bordeaur wer⸗ den mit grossen Kosten nach Florenz gebracht; allein die Ursach, daß sie da stark gesucht werden, liegt mehr in der — 108 Mode und ihren hohen Preisen, als in ihrer Fürtreflich⸗ keit. Da dieser Vorzug der toskanischen Weine minder eine Wirkung des Klimas, als der besseren Kultur ist, so wird es vielleicht nicht zur Unzeit seyn, einen Ausfall ins Cisalpinische— jezt italienische Republik— zu thun, um ihre Weingärten und Keller zu betrachten. §. XXN. Ueber die cisalpinischen Weinländer und Weine. Es darf uns keineswegs überraschen, wenn wir in der Ebene von Bologna schlechte Weine treffen, da diejenigen, welche in den florentinischen Flächen wachsen, viel lleicht noch schlechter sind; der Weinstok wird dort von sehr gros— sen Bäumen empor gehalten, ist nicht am Rande der Grä— ben, sondern im Mittel der Felder gepflanzt, und, so wie im Toskanischen, sehr lang geschnitten. Man erndtet von diesen hohen Weinstöcken nur weisse Trauben und weissen Wein. Bey der Lese füllt man die Fässer mit Trauben, ohne sie zu zerstossen, und gießt ungefähr ein Drittheil Wasser darauf, um die Zwischenräume auszufüllen. In Fehljahren wird statt dem Drittheil auch oft die Hälfte ge⸗ nommen. Die Bauern bringen diese Fässer in die Städte zu ihren Herren, in deren Kellern sich der Wein erst machen muß, dort leeren sie selbe in Kufen aus, die oben etwas weiter als unten, allein viel höher als breit, und mit ei— sernen Reifen umgeben sind, und beynahe die Gestalt ei— nes grossen Glases haben. Jede Kufe soll ein Faß oder „Castellata“ enthalten, welches 2,00 Pfund Bologne— ser Gewicht oder 1,625 Pf. zu sechszehn Unzen enthält;— dreyzehn östreicher Eymer und 6 Maas.— Ist nun die Gährung vollendet, so ziehet man den Wein in Fässer ab, und erhält ihn darin von einem Jahre zum andern, ohn— geachret er mit Wasser gemischt ist. Die Hügel von Bologna sollten einen fast eben so gu— ten Wein, als die toskanischen, erzeugen; allein kaum ist er besser, als der von der Ebene. Die Reben, welche non de uncgel Vuume Lage hel H WAl den, wo ron Eln sich aud 3½% Muer, ul iI nn Wachst. Dis! sud wnt eugen ei tügt, x Hagogtt Zweifel. höht, n macht m Ede, un schät gun D st den ⁰ st lund von! duch hesser allin der 2 sinnt test Gerär duß der I den W allen; n hen olt, Zünnt eine minde ltur ist, Wofall inz u thun, un inlände n Wolsse und weissen +0 en t Trauben, n Dritthel ullen. N Halfte die Städte rst machen bet etwas nd mit et Gestalt el⸗ aG a Faß Odel ; Bologne⸗ F1.— Rrhall; * V st nun die Ir ah Fässer ab, „ ohn⸗ ben so gl n kaum i- u, wag iet. 1⁰069 man da pflanzt, sind schlecht, und der Schnitt geschieht unregelmäßig; bald zieht man den Stok dergestalt an die Bäume hinauf, daß sich dadurch das Vortheilhafte ihrer Lage verliehrt; bald vernachläßigt man da, wo sie, wie auf den toskanischen Hügeln, beschnitten werden, den Bo⸗ den, worauf sie wachsen, dergestalt, daß sie einen Anblik von Elend und Verwüstung darstellen; endlich verstehen sie sich auch schlecht auf die Bel handlung des Weins: der Bauer, betrogen durch seinen Geiz, mischt, wie zum Wein in der Cbens, Wasser, und verliert auf diese Art das Vor⸗ zügliche, was er von seiner Lage hätte erwarten können; daher verkauft er auch mit Mühe seinen Wein um ein Drit— theil nur höher, als denjenigen, der auf flachem Land wächst. Die Reben im Departement von Modena und Reggio sind wenig von den bolognesischen verschieden, allein sie er⸗ zeugen einen geistigeren Wein, der das Wasser besser ver— trägt, womit er vor den Keltern gemischt wird. Die vom Herzogthum Pi iacenza geben noch Eesie ren, Welch hes ohne Zweifel daher rührt, daß man die Reben nicht so 0 er⸗ höht, und so lang schneidet. Beym Eintritt des Winters macht man sie von den Bäumen los, und bedekt sie mit Erde, um sie vor dem Frost zu bewahren. Um diese Be— schäftigung zu erleichtern, trägt man Sorge, die Ulmbäu⸗ me, die den Reben zur Stütze dienen, niedrig zu erhalten. Die schöne, bewässerte Fläche von Mayland bis an den Po ist nicht mit Reben bepflanzt; jene, welche May— land von den Alpen lrennt, bringt, da sie erhöhter liegt, auch besseren Wein hervor, als die ganze übrige Lombardie; allein der Boden, der von der Natur zum Weinland be— stimmt zu seyn scheint, um der Republik das ausgesuch— teste Wenr zu liefern, ist jener der Hügel, die sich am Fuß der Alpen erheben. Die Lage der reichen Hügel, die den 9920 maggiore Len scheint die günstigste von allen zu seyn. Die hohen Gebürge, von denen man glau⸗ ben sollte, daß sie de Hf115 mit Frost erfüllen sollten, be⸗ erett— ̃ꝑ‚D‚DiDiSiiDSDSDS‚SeSeeeeeee 110 wahren sie im Gegentheil nur vor dem Nordwind; die Sonne wirft ihre ersten Strahlen dahin, und die Brechung derselben in den Wellen des Sees trägt nicht minder zur Erwärmnng der Athmosphäre bey. Allein obschon diese Hügel mit Reben bepflanzt sind, so fehlt es den Einwoh— nern doch gänzlich an Industrie, um hievon gehörigen Nutzen zu ziehen; die einen ziehen ihre Stöcke auf Ahorn— bäume, die nur neun Schuh auseinandergesezt sind, und Laen allein die Reoen mit ihren Schatten bedecken, son— dern sich selbst gegenseitig ersticken; die andern spannen die ihrigen auf ungeheure Weivlanben gelander, welche manch⸗ mal eine Breite von vierzig Schuhen haben, dergestalt aus, daß die Sonnenstrahlen weder geradezu noch durch Reflek— tion jemals an die Trauben gelangen, noch sie, da die langen Schößlinge zu viele Früchte ansetzen, zur vollkom⸗ menen Reife bringen können. Wenn der Wein vom Fuß der Alpen dennoch einen Vorzug vor den übrigen Weinen der Republik behauptet, so ist er alles der Natur, nichts aber der Kunst schuldig. Indeß haben die Landwirthe dieser Gebürge häufig Gelegenheit, mittelst ihres Handels die Arbeiten ihrer fleißigen Nachbarn, der Bewohner des Walliserlands, zu sehen, die in einem bey weitem minder günstigen Klima von ihren Felsen einen auserlesenen Wein dadurch zu erhalten verstehen, daß sie den Reben mehr Schuz gcben, und sie niedriger halten. Sie haben ihre Weingärten auf eine Seite gepflanzt, die Südost entgegen liegt, und haben sie in breite Betten abgetheilt, die längs des Berges herabgehen, und gegen die Sonnenseite einen künstlichen Abhang haben, indeß die andere eine Wehre macht, welche sie zum Theil vor dem Nordwind schüzt. Die Betten haben acht bis zehn Schuh Breite, und sind gegen Osten gerichtet, so daß der Weinstok gegen Norden durch das Gebürg, ge 9 en Westen durch die künstliche Er⸗ 6 höhung des Erdreichs geschüzt ist, und auf diese Art die zwey besten Lagen in sich vereinigt. Die Stöcke erhe⸗ ben sich kaum einen Schuh hoch über die Erde, und jeder * Shel die Bu Italimn hätta, bentzen, Tobkana Die Hif in di shltze, Getraide wenig N de Toökn in Ftuch ührge X der Me. July und folglch Juny zei schtuäͤnken Ale! dem Spa der nemlie daß er kle hat, und! V egen 4 glech, nu gunze Ven Mn lid af and entyder mi Echnitt un der! 5 doch inein N in de g odwind; N die Bi echt minder zu obschon diß den Ein wobz an gehörige auf Ahon⸗ zt sind, un edecken, saß n W delche manch⸗ krgestalt guẽ durch Refth sie, da R. zur volkkor ein vom Iu rigen Meinn hatur, nicht Landwintt Hres Handil ewohne 0 eitem minde lesenen Mir Reben maht haben iht ost entgegt , die langi emseite einen eine Wehtt Ind schüt. und sind gen Norden nstliche Ei ö 770. Sto dcke ah „und 100 1 1.—.—. 11I Schößling wird über dem ersten Auge beschnitten. Wenn die Bauern von der Höhe bey Novara und den Ufern der italienischen Seen die Hälfte soviel Betriebsamkeit gezeigt hätten, um die Vortheile, die ihnen die Natur anbot, zu benützen, so würde die Republik nicht nöthig haben, aus Toskana und Fränkreich Weine kommen zu lassen. §. XXI. Felder. Die Rebe und der Oelbaum, welche ihre Wurzeln tief in die Erde schlagen, und sich dadurch vor der Dürre schützen, gedeihen besonders gut auf den Hügeln; das Getraide hingegen findet in der leichten, magern Erde nur wenig Nahrung, und sein Trieb ist um so elender, als die Trökne des Erdreichs ein Hinderniß alles vortheilhaf⸗ ten Fruchtwechsels ist. Es giebt auch wirklich keine ein⸗ jährige Pflanze, die auf den Hügeln fortkommen, und der Hitze, so wie den austroknenden Winden der Monate July und August, widerstehen könnte. Die Bauern sind folglich gezwungen, sich auf diejenigen, die im Monat Juny zeitigen, und hauptsächlich auf Halmgetraide einzu⸗ schränken, die die Erde immer mehr erschöpfen. Alle Felder auf den Hügeln werden durch Hände mit dem Spaten oder Grabscheit umgearbeitet: der Spaten ist der nemliche, wie jener in der Ebene, Fig. 10., ausser, daß er kleiner ist, theils weil der Boden weniger Tiefe hat, und theils, da er mehr steinigt ist, mehr Widerstand entgegensezt. Die Harke, Fig. II., sieht unserer Haue gleich, nur daß ihre beyden Spitzen länger sind, und das ganze Werkzeug grösser und plumper ist. Man gräbt alle Jahr die Erde rings um die Reben — + bis auf anderthalb Schuh Entfernung von beyden Seiten, entweder mit dem Spaten oder der Harke, nach geendetem Schnitt um; dieser Raum des Bodens wird nicht besäet, der übrige Theil des Feldes wird auf die nemliche Art, je⸗ doch in einer anderen Jahrszeit, umgegraben. Man gräbt es in der grösten Hitze um, wenn das Erdreich zerreibbar 112 genug ist, um es dem Kochen einer glühenden Sonne blos Fehe, zu stellen. Die Sommerarbeit kann nur mit der Haue Lömmt! geschehen; was aber diejenige betrift, welche man vom Chnr October bis zum März, wo die Erde durch den Regen Eebtat erweicht wird, unternimmt, so verrichtet man sie bequem die hhe mit der Spate; die Haue wendet die Erde nicht so gut, ichal d als der Spaten. Eine einzige, mit der Hand verrichtete, 30 jin, Umgrabung ist auf den Hügeln zur Lockerung der Erde Huglm eben so hinlänglich, als eine Umackerung mit dem Pflug Reng ge auf dem flachen Land. nuß fulg Alle Saatarbeit wird mit der Haue verrichtet; mit dn Fägb ihr öffnet man die Ackerbeeten, ehe man sie besäet, ebnet wachsen! sie winer, indem man den Saamen bedekt, und verschaft dise Na dem Wasser seinen Ablauf. Allein man mag den Boden geht man noch so gelockert und noch so viele kleinliche Sorgen auf deüͤkit die Pflege des Getraides auf den Hügeln angewandt haben, hiß ud so giebt es doch nie mehr, als die Hälfte dessen, was es„Badeꝰ in der Ebene gegeben haben würde. Wenn das Jahr gut der Eben und der Acker wohl gedüngt ist, so erndtet man das sechste, AVuf die F in schlechten Jahren aber auch oft nur das vierte Korn, gahn wät und ist der Boden erschöpft, so muß man sich auch wohl im es mit noch wenigerem begnügen. Fig §. XXII. Fruchtfolge auf den Hügeln. 0 Die Grundlage aller Fruchtfolge in der Ebene ist, wie dieihten H wir gesehen haben, die Kultur der Feigbohnen, um sie un— fuhrung hn terzupflügen; man wäre mehr als glüklich, wenn sie auf lih sud, den Hügeln eingeführt werden könnten. Allein die Dürre filt, mes dieser lezteren macht eine grosse Veränderung. In der Wm dert Ebene sätt man oft die Feighohnen mit Anfang August, Wkndez der geringste Regen ist hinlänglich, ihr Keimen zu bewir⸗ N ken; in der Folge unterhalten die Ausdünstungen eines lhstt, Az tiefen feuchten Grundes, troz der Trokniß, ihren Trieb, drctn, un und die Fruchtbarkeit des Bodens gestattet ihnen vor dem in asin Winter eine sehr beträchtliche Höhe zu erlangen; auf den in ven Hügeln aber ist das Erdreich ausgezehrt, und bis auf den Im Mfn Fel⸗ Leirnh 3* Conne lg der d Felsen, den es bedekt, verbrannt; das Regenwasser ent— er H kömmt unter der Erde, und fließt längs des Felsens in die ö arn Ebene Wn e die Feigbohne auch im August oder Fii September durch einen Regen aufkeimt, so entzieht ihr 4* die Hitze und Dürre, die bald darauf wieder anfängt, e schnell das Leben. Man ist daher genöthiget, sie später zu säen, und da ihr Trieb auf dem magern Boden der g der Eh Hügel minder stark ist, so kömmt der Winter, ehe sie groß dem Pii genug geworden, um sie unterpflügen zu können. Man muß folglich der Hofnung entsagen, im Herbst noch nach matet; m den Feigbohnen Getraid zu säen, und sie bis ins Frühjahr huet, ebn wachsen lassen: zwar ist man noch in Gefahr damit, denn und verschif diese Pflanze widersteht der Kälte nicht vollkommen, und den Bodn geht manchmal bey zu starkem Frost zu Grund. Wenn Sorgen au der turkische Waitzen, die Schminkbohnen, der Hirß, Moor⸗ andt habn hirß und überhaupt alle Brachfrüchte, die die Italiener sen, was„Biade“ nennen, eben so gut auf den Hügeln, wie in as Jahr gu der Ebene, gedeihten, so würde man sie im zweyten Jahr das sechät, auf die Feigbohnen säen, und die Fruchtfolge auf den Hü— vierte Kott, geln wäre h auch woh im ersten Jahr: Getraid; Feigbohnen im Herbst und Winter; im zweyten Jahr: Brachfrüchte— Biade—. ügeln. Wirklich führen verschiedene Bauern diese Fruchtfolge, ene ist, u um sie u⸗ enn sie au n die Dun g. In da ng Mugust N zu bewiiz ungen ein die ihren Gründen sehr zuträglich wäre, ein; allein die Er— fahrung hat die Hügelbewohner gelehrt, daß sie überglük— lich sind, wenn von vier Brachfrüchteerndten eine gut aus— fällt; meistentheils wird sie durch die Sonne verbrannt; und wenn der türkische Waitzen auch troz der Dürre ein hin⸗ welkendes Leben unterhält, so trägt er doch fast nichts ein. Da die Kultur der Brachfrüchte auf den Hügeln mehr kostet, als sie einträgt, so könnte man sie ganz unter⸗ drücken, und dann würde die Fruchtfolge seyn im ersten Jahr: Getraid; im zweyten Jahr: Feigbohnen. Den Anfang jedes Jahrs vom Herbst an gerechnet. Toskanische Landwirthschaft' H Ren Diih. hen vor da en; auf I bis auf ul 500 ᷣꝑ‚DiSDSSSSSSSSSSS 222—————— E 114 Dies ist in der That die beste aller Fruchtfolgen für die Olivengärten oder Pflanzungen. Im Juny, wo die Feigbohnen bereits in der Blüthe und zwey Schuh hoch sind, öffnet man am Fuß jedes Oelbaums einen weiten Graben rings um ihn her, und gräbt alle Pflanzen, die unter seinem Schatten aufgewachsen sind, ein, die ihn mächtig düngen. In Saamen aber läßt man den grösten Theil von jenen gehen, der zwischen zwey Bäumen steht; dieser dient nicht nur allein zum Saamen fürs folgende Jahr, sondern man bekömmt auch einen kleinen Ueberschuß, so daß die Erde einigen Vortheil auch im Ruhejahr ge⸗ währt. Diese Kultur ist freylich sehr gut, allein sie ist kostspielig, da alle Arbeiten mit Menschenhänden verrich⸗ tet werden müssen: das Umgraben zur Saat des Getraids im October, und das folgende Jahr zu den Feigbohnen; endlich noch die Arbeit, sie unter die Erde zu bringen; und zur Bezahlung äller dieser Unkosten hat man nur alle zwey Jahr eine Getraideerndte, die, ohngeachtet aller an— gewandten Mühe, immer nur mittelmäßig auf den Hü⸗ geln ausfällt. Auch wird sie nur in Olivenpflanzungen angenommen, wo diese Arbeiten zum Theil dadurch be—⸗ lohnt werden, daß man den Oelbäumen damit Nutzen schaft. Daß einige Bauern die gewöhnlichen Bohnen den Feig⸗ bohnen substituiren, geschieht ohne Zweifel, um im Ruh— jahr etwas mehr Nutzen zu schöpfen. Da diese Pflanze schneller wächst, als die andere, so haben sie gewöhnlich Zeit, die Frucht zur Speise oder zum Verkauf einzusam— meln, und dieß im April, zu einer Zeit, wo sie gewöhnlich schwach bey Geld sind, und ihnen jede andere Erndte man— gelt. Da indessen hauptsächlich die Hülsenfrüchte die Er— de fruchtbar machen, so dürfen die Bohnen nur mit vieler Mäßigung eingesammelt werden, weil, wenn sie nicht den grösten Theil davon stehen liessen, ihr Unterhauen der grü⸗ nen Pflanzen das Erdreich keineswegs hinlänglich befruch— ten würde. Ueberdies wachsen die Bohnen auch bey wei⸗ tem f sthen! Guad, 6 mij N Hulur ind si Im M ahbech Hachlig , u Erde na Matna s⸗ di Erde lich bom nohe wüs den algge nell ode mehreres vyen Ech man bertt theilhaft Aliin de lokkeen fe ihte hosten sud, und Wun em Kaut, gh in Mil y distt Z wie alle In Bodn 115 tem nicht so hoch, erzeugen viel weniger Futter, und be⸗ sitzen die düngende Eigenschaft nicht in einem so hohen Grad, welcher die Feigbohnen auszeichnet; daher scheint es mir, sollte man ihnen diese lezteren vorziehen. Nachläßigere oder ärmere Bauern halten sich bey der Kultur der Olivenpflanzungen, statt Feigbohnen zu säen, und sie dann unterzuhauen, an das System der Brache. Im Thal von Nievole giebt es verschiedene Oelgärten, die abwechslend ein Jahr besäet und das andere und dritte brachliegend gelassen werden. In dem 2205. ürge von Pi— sa, zu Buti, Calci, St. Colombo u. s. w. läßt man die Erde nach der Getraideerndte zwey Jahre ů05— ruhen; zu Pietra santa wird unter den Oelbäumen nie etwas gesäet, die Erde wird aber alle drey Jahre behakt. In den süd⸗ lich vom Arno gelegenen Provinzen von Toskana, die bey⸗ nahe wüste sind, ist die Brache für jede Gattung von Bo⸗ den allgemein angenommen. Es giebt sehr fruchtbare Fel— der in der Ebene wie auf den Hügeln, die nur alle acht Jahre einmal besäet werden. In den Weingärten des Thals von Nievole, wo man sehr wenig Feigbohnen säet, wechselt man mit der Lupi⸗ nella oder dem einjährigen Klee, wovon ich oben bereits mehreres gesagt habe. Obschon dieser Klee nur einen ein— zigen Schnitt gewährt, so ist doch dieser so reichlich, und man verkauft ihn so gut, daß dessen Kultur gewiß vor— theilhaft wäre, wenn sie allgemein eingeführt würde. Allein die Lupinella verlangt einen so guten und zugleich lockeren fetten Boden, daß sie die Hügelbewohner nur auf ihre besten Felder, und auf Plätze, die sehr wenig abhängig sind, und wo jeder derselben einige Ausbreitung hat, an⸗ bauen können. Ueberdies verkaufen sie gewöhnlich das Kraut, ohne es einmal trocken werden zu lassen, um sich im April oder May einiges Geld zu verschaffen, da sie zu dieser Zeit es am nöthigsten haben. Die Lupinella, so wie alle Pflanzen, die man in der Blüthe mäht, düngen den Boden, statt ihn zu erschöpfen; allein sie würde ihn H9 2 116 noch mehr bereichern, wenn man die Erndte hievon im uun Stall verzehren liesse, und dies Futter die Menge des fuul Düngers vermehrte, welehe dem Bauer zu Gebot steht. 95 Die Schwierigkeit jeder Fruchtfolge auf den Hügeln n. benimmt dem Bauer alle Lust, und gewöhnt ihn, alle Re— n. * geln zu vernachläßigen; daher hat er auch kein bestimmtes 90 „— RM Reff System, und erschöpft fast immer seinen Boden, weil er 210 nicht weiß, was er darauf bauen soll. Auf alle etwas Hal breite Aecker, wo der Hügel wenig Abhang hat, wird zwey, ö I, drey und vier Jahre nach einander Getraid gesäet; dies E sind überhaupt die besten, und der Bauer, welcher Getraid InIn nöthig hat, und auf einem sehr beschränkten Grund seine Mite Familie unterhalten soll, kann sich nicht entschliessen, sie eine seht brach liegen zu lassen, und findet nichts, was er hinein uuralgen säen könnte, um sie ausruhen zu lassen. sn, w In einem Land, wo man alles mit Menschenhänden am de H anbaut, wo die Bevölkerung sehr groß und der Boden sehr kostbar ist, dürften die Kartoffeln ein beträchtlicher Kul— volesawo turgegenstand seyn; sie scheinen mir mehr als irgend eine n, als andere Pflanze zur Abwechsluug geeigenschaftet; allein i befu r Anbau ist im Toskanischen noch in der Kindheit. Als minen ich mich da ansäßig machte, waren die Kartoffeln, wenn tuch ken ich einige Gärtner von Florenz und Livorno ausnehme, Y Hinsi dort noch völlig unbekannt; die lezten fünf Jahre indessen du Higa haben sie sich im Geburg vervielfältiget, und jeder Bauer cbd, wel hat angefangen, ein kleines Vierek damit zu bepflanzen; siht, d doch sieht man deren noch keine, weder in der Ebene, noch nit der Hr auf den Hügeln. In dieser lezten Lage hab ich deren mehr Uugn erbaut, als jemand in Toskana, und habe gefunden, wie 66 shwer wichtig es ist, sie früh in die Erde zu legen, und sich früh⸗ WMde du zeitige Arten zu verschaffen: zu welcher Zeit man sie im⸗ i hr mer gelegt haben mag, und zu welcher Grösse sie immer ö shadn kin gekommen seyn mögen, so muß man eilen, sie zur Hälfte u nit! des July auszugraben; zu dieser Zeit ist die Hitze des Bo—⸗ 66 dens so groß, daß er zu glühen scheint, und die H älfte 4 der Kartoffeln, deren Kraut zwar noch nicht trocken ist, 65 fth ——————— mU—I‚.‚‚‚‚FF—F—T——————— DDDR‚ hitvo in Nenge Dis ot steht. en Hügih I, alle Re⸗ bestimmtez u, weil et alle etwaz wird zweh, esät; died her Getradd Hrund seine liessen, si er hinen N Henhandeh AV. Vaden sohr Voden sehr N Teln An, wenn ausnehme, ye indesse der Bauet hepflanze; hene, noch deren meht unden, wie sich flüh⸗ an sit im⸗ sie immel zur Hulft be deb dr⸗ / die) sle die noken i/ eeee‚‚‚..‚.‚‚.e‚‚‚‚‚‚‚‚‚‚‚p‚‚.‚.‚.p‚.— 117 zum Faulen, und die andere Hälfte, ohngeachtet der aus⸗ serordentlichen Dürre, zum Austrieb neuer Keime brin— gen würde; so daß man an jenen, welche bleiben, sowohl an Menge, als Güte und Gewicht alles auf einmal verliehrt. Man kann die Kartoffeln vor dem Februar nicht legen, thut man es aber zu Anfan g dieses Monats, so sind sie den Reifen ausgesezt: geschieht dies aber später, so haben die Knollen nicht Zeit genug vor der Hitze zu wachsen: die Art, welche man gegenwärtig zu Pescia pflanzt, bringt ihre.. seln nicht zur Reife, auch sind die Knol— len zur Zeit, wenn män sie äusnehmen muß, nur zur Hälfte ihrer Grösse gediehen. Wenn man in Toskana eine sehr frühzeitige Art Kartoffeln einführen und ihre Kul— tur allgemein machen könnte, so fürcht ich nicht zu viel zu sagen, wenn ich versichere, daß das Ertragniß der Hügel um die Hälfte hierdurch verdoppelt werden würde. Ich hatte gedacht, auf den Hügeln des Thals von Nie— vole sowohl den englischen Fruchtwechsel wie mit Rüben, Wi— ken, als auch mit künstlichen Wiesen auf französische Art zu versuchen; allein die Verheerungen des Kriegs haben meinen Versuchen Einhalt gethan. Ich hätte aber wohl auch keinen glänzenden Erfolg davon erwarten können. In Hinsicht der englischen Kultur hätt ich auf keinem Theil der Hügel von Pescia, theils weil sie zu steil sind, theils aber, weil der Weinstok und der Oehlbaum auf dem Feld steht, das Vieh können weiden lassen. Da überdies mehr mit der Hand als dem Pflug gearbeitet werden muß, die Auslagen aber hiefür viel beträchtlicher sind, so würde es schwer halten, daß eine einzige Heuerndte sie bezahlte. Was die Luzernen und Esparzett betrift, so bes orgte ich, daß ihre tiefen Wurzeln den Oehlbäumen Aun Weinstöken schaden könnten, und man muß sie daher nur im Kleinen und mit vieler Vorsicht versuchen. 9, XXIII. Größe der Pachtungen. Es scheint mir, daß, nachdem man die Streitfrage 118 in Hinsicht grosser Wirthschaften von allen Seiten wohl überlegt hat, alle unterrichteten und aufrichtigen Oekono— men darinn übereinkommen, daß, wenn es sich darum handelt, der Ausdehnung eines gegebenen Bodens die möglichste Ertragniß, ohne auf Kosten und Arbeit, welche sie erfordert, Bedacht zu nehmen, abzugewinnen, man sie unter die gröstmöglichste Anzahl von Eigenthümern oder Pächtern vertheilen müsse, in der Versicherung, daß, wenn der Druck der Regierung nicht zu stark ist, jeder derselben all seine Betriebsamkeit anwenden werde, damit sein kleiner Theil alles das erzeuge, was er im Stand ist, zu ertragen, sollte er auch hierbey keinen Nutzen haben und kaum den Lohn seiner Arbeit gewinnen. Wenn man im Gegentheil den Ackerbau so einkräglich machen will, als er es seyn kann, nehmlich: wenn man mit einer Sum⸗ me ausgelegten Geldes oder angewandter Arbeit den gröst— möglichsten Vortheil erhalten will, wobey nicht auf den Werth des rohen Erzeugnisses, sondern nur auf den reinen Ertrag, nach Abzug aller Kulturkosten, gesehen wird, so ist es nicht minder augenscheinlich, daß man die Wirth⸗ schaften zusammenziehen müße, und daß von den grösten derselben auch der beträchtlichste Nuzen geschöpft werden wird. Man hat jedoch nicht viel gewonnen, wenn man zu diesem Schluß gelangt ist; ist wohl eine zahlreiche und arme Bevölkerung mehr werth, als eine kleine Anzahl rei⸗ cher Bewohner? soll der Staat einen Fleiß aufmuntern, der auf den Weg zum Elend führt? soll er im Gegen⸗ theil einen Nutzen in Schutz nehmen, welcher auf die Ver⸗ nichtung der Armen gegründet ist? wird die Vermehrung einer Bevölkerung, welche der Staat nicht ernähren kann, den Müssiggang vermehren? wird das Erlöschen dürftiger, aber thätiger und fleissiger Familien nicht den Staat schwä⸗ chen und die Luft Gefahr laufen, durch die Verminde— rung der Bewohner, verderbt zu werden? Alle diese Fra⸗ gen gehören zwar nicht zum Ackerbau, sondern zur Re— gierungswissenschaft und gehören unter die Anzahl der sher Riemdt guse 5 Alht àWHl lih, v Ht Med Ilien endlich ist gen Hudlu in Cba Iinsi des W wung? einzige gen Lo D. ybode geln de einiges det augt 2 M du Ede endhyen If die Hri dtitthgl Beiten Wo en Oekond: sich dann Bodenz d beit, welch nnen, mun genthümen ersicherung, ist, yde lutzen haben Wenn mun achen will; einer Sun⸗ t den gröst cht auf da fden reinen sehen wird, n die Wirth⸗ der gröste hpft werden Wem mai lreiche und Anzahl ni⸗ ufmuntem im Gegel⸗ zuf die Ver Vermehtung ihren kann dürstigth tnat schwi⸗ Verminde Rern zur qiiiSDSDSSSSSSDSSDDDe 119 schwersten und verwickeltsten, die sie uns aufgiebt, welche niemals vollkommen entschieden worden sind, obgleich eine grosse Anzahl Schriftsteller sehr leichtsinnig für das eine oder das andere entschieden, indeß sie die Sache immer nur aus einem Gesichtspunkt betrachteten. Die Vergleichung des Ackerbaues mit der Handlung kann inzwischen dienen, sie zu beleuchten. Die Vortheile der Handlung, jene nehm⸗ lich, welche ein Kaufmann von seinem Kapital zu erwar— ten hat, sind beträchtlicher zu London und Genf als zu Amsterdam, in Frankreich als zu London und Genf, in Italien als in Frankreich, in Spanien als in Italien und endlich beträchtlicher in der Türkey als in Spanien. Dies ist gerade das verkehrte Verhältniß zum Wohlstand der Handlung überhaupt. Niemand wird glauben, daß er in Spanien besser verstanden, dem Staat nüzlicher und günstiger sey als in Holland; warum ist man in Hinsicht des Ackerbaues bey einem ganz gleichen Falle dieser Mei⸗ nung? warum hält man den beträchtlichen Nutzen eines einzigen reichen Pächters dem Staat nüzlicher als den kar— gen Lohn einiger tausend Bauern und Arbeiter? Die ausserordentliche Kleinheit der Meyereyen, oder „Podert“, wie man sie in Toskana nennt, auf den Hü⸗ geln des Thals von Nievole könnte über alle diese Fragen einiges Licht verbreiten. Es ist augenscheinlich, daß sie ein Hinderniß verschiedener beträchtlicher Verbesserungen ist; daß sie den Bau des Getreides unvollkommen, so wie die Kultivirung der Wiesen unanwendbar macht, und daß dem Bauer endlich alles, was er von seinem Acker bezieht, theuer zu stehen kommt: allein es ist nicht min— der augenscheinlich, daß diese ansserordentliche Kleinheit der Meyereyen die Ursache ist, daß das rohe Erzeugniß der Erde das gröste, so wie die Bevölkerung, welche es ernähren muß, die möglichst zahlreichste ist. Auf den Hügeln des Thals von Nievole wechselt die Grösse der Meyereyen von vier bis sechs Coltre,(von dritthalb bis vier Joch, Wiener Maß) doch die gewöhn⸗ 128 lichste, und wie man dafür hält, anpassendste Größe ist fünf Coltre(drey und ein drittel Joch). In der Mitte dieses Fleks Erde ist ein Haus, von einer Baurenfamilie bewohnt, die zum Lebensunterhalt nur die eine Hälfte der Erndte erhält, da die andere dem Eigenthümer gehört. Man wird ohne Zweifel neugierig seyn, die Erzeugnisse und das Einkommen einer Meyerey zu erfahren, welche man in Frankreich nur als ein Feld von mittlerer Grösse ansehen würde. L. XXIV. Verzeichniß des Ertrags einer Meyerey. Die Beilage zeigt den Stand des Antheils der Erndten eines Bauern, dessen Landwirthschaft am Fuß eines Hügels liegt, und eine Grösse von 5 und ein viertel Coltre(3 Joch, 1112 Quad. Kl. W. M.) hat, worauf dieser Bauer*) dreyßig Jahr mit seiner Familie lebte, und fünf Söhne und zwey Töchter erzog. Der Antheil des Herrn war demjenigen gleich, wel— chen der Bauer erhielt,) wenn ich die 23 L. 10 S. )Diesem rechtschaffenen Bauer, Gian Antonio Spicciani, wurde von der Mutter seines Herrn aufgetragen, ihm sei— ne Nahrung in das Gefängniß zu bringen, worinn er willkührlich eingesperrt war. Mehr als einmal brachte er ihm in der brennenden Hitze des Sommers Gefrornes. Versichert, daß er es annehmen würde, wenn er es ihm unter dem Vorwand gäbe, als ob es von seiner Mutter käme, ließ er sich gar nicht einfallen, daß ein Billet, welches sein Herr ihm bey seiner Rückkehr übergab, seinen großmüthigen Betrug entdecken sollte. Diese Einfalt, die se Güte des Herzens, welche die Dürftigkeit nicht zu ersticken vermag, findet man nicht selten bey den Toskanischen Bauern. d.; *) Der Herr erhielt in Wahrheit nur 23 L. 10 C. als Vergütung des Glauers, den ich auf 64 L. angeschla⸗ nisse elche Arösse Erndte: Julius 5½% Säke Weitzen à 21 Lire 108 L. 10 S. 43 Sak Wen gkorn a 15 L. 656— Sak nakte Gerste 3 310 10S. 3—10 5 10 Pf. gros blé*) à 11 L. per 8. 50.—.— 233 L.— Abzuziehen kömmt: die Hälfte des Herrn 116 L. 10 S. der Same 21— fällt auf seinen Theil der Erndte 95 L. 10 S. Brachfrüchte: 13 Sak Mays à 10 L. 6. 13. 28 Pfund Kichern.„. 8: 72 Pfund Stokbohnen. 8. 8. 29.. Nach Abzug der Hälfte des Herrrn.. I4. 3. — Weinlese: 11 Baril weissen Wein à 12 L. 10 S. 1357.8189 21 wthen Wein 11 L. 108. 24*. 10 122— gewässerten Wein à 7 L. 87. 10 466. 10 Hievon kömmt abzuziehen: die Hälfte des Herrn 233L. 5 S. das Zehntel Aufgab dem Herrn zum Ersaz des Nach— weins. 238.66. Fällt auf seinen Theil hiebey.. 289, 19 32 Baril Nachwein— Glauer— à 2L. kommen ganz ihm zu Gutem. 64. Latus seines Nutzens 384. 12. 8 Zu Seite 120. 797. 6 Metzen Maßl Waitzen 3 5 fl. 543 kr. 35 fl. 46 kr. 5—— Maßl Mengkorn 4l. 55kr. 21 fl. Itr. 64 Maßl Gersie 1st. Sir. 3 Centnet 3 Pf. ros piss fl. LAr. ab. 44 fl. 4 it. *—**** 31 fl.—— kr. Oktober. 1 Metzen 145 Maßl Mays à 2fl. 54 kr. 5 fl. 25 kr. 17 Pf. Kichern Bl. 4 tr. 614 Pf. Stokbohnen 2 l. 50 kr. 0 fl. 10 kr. 4fl. 39 kr. Oktober. 8 Eimer 35, Maas 44 fl. 38 kr. 16. 30 Maas—* 4. 78 fl. 29 kr. ——— 25 Maas* 28 fl. 26 K1. 151 fl. 33 kr⸗ „ 83 fl. 22 kr. . 68 fl. 11 kr. ***** +* 20 fl. 48 kr. ***** 25 fl.—8 ) Was die Franzosen unter gros blé verstehen, weiß ich würklich nicht, wie ich dies bereits oben erklärte. d. Ueb. Transport 2 Baril 24 Bout. Oehl à 533 L. Hievon ab die Hälfte des Herrn, bleibt ihm. * Für seinen Theil Sezlinge, die er ver⸗ kauft ** Kleine, in irgend ein Feld von bewässer⸗ barer Gartenerde gesäete Zwiebeln, im April verkauft, das Tausend für 1 Lire Hievon ab die Hälfte des Herrn, bleibt ihm„ 4 Sein Antheil am Gewinn zweyer junger verschnittener Kühe, die er in seinem Stalle hält, und welche er viermal während des Jahres gekauft und wie⸗ der verkauft hat * Seidenwürmer. 63 Pf. Kokons verkauft, theils à 17 S. 8 D. theils à 20 S. Hievon ab die Unkosten 20 L. die Hälfte des Herrn 18 Bleibt ihm Gewinn. *—* Früchte und Für den halben Theil der Fruchte und der auf der Mayerey erzeugten Gar⸗ tengewächse, welche laut einey Tag— Journals mit dem Herrn getheilt wurden ** 384. 12. 8 Oehl. II3. 6. 8 56. 13. 4 Oliven⸗ 17. S.· 8 Marz 1798. 68 Maas Oehl. 4** Sezlinge. ** 4 Zwie 14T. 6. 8 70. 1.55. Vi —— 79. 56 L.— 38— 18 L.— Hauptsumme von dem jährlichen An— theil des Bauern„ V* beln. Junius. 37 Pf. 13 L. Kokons *** Gartenwerk. 36 fl. 49 kr. 1 fl. 24 kr. 5 fl. 36 kr. 45 fl. 55 kr. 22 fl. 57 kr. 25 fl. 40 kr. 8 fl. X2 kr. ——ñ—— 42 fl. 2r kr. 5 fl. 51 fr. 22 fl. 50 kr. 226 fl. 27 kr. ausnehm kauften in dieser neues Ei 49 kuf Ruthe3 der jührl Tourno Schuh! oder bey welches v in Fran einen bes Da! weiß ertt den kamt Wasser! diefenige mit Rel In eine bekam! In einer andern, welche gerade die nehmlich 127 ausnehme, welche seinerseits für den gemeinschaftlich ge⸗ kauften Dünger und Saamen abzuziehen kommen, welche in dieser Rechnung nicht erscheinen. Es bleibt also ein neues Einkommen von 523 Livres Tournois Sa! 8 fl. 409 kr. für fünf französische Morgen— Arpens—(die Ruthe zu 20 Schuh.) Nach dieser Berechnung würde der jährliche Ertrag dieses Morgens 1 14 Livres 14 Sous Tournois; eines königlichen Morgens, die Ruthe zu 22 Schuh 125 L. 4 S.; eines englischen Acre 93L. 18 S. oder beyläufig 3 Pf. 18 Schilling Sterling seyn,) welches weit über den Ertrag irgend eines Bodens sowohl in Frankreich als England, dessen Erde oder Lage nicht einen besondern Vorzug hat, ist. Da in der Meyerey, worüber ich so eben den Aus—⸗ weiß ertheilte, der zehnte Theil des Bodens bewässert wer⸗ den kann, so könnte man glauben, daß jede andere vom Wasser entlegene unendlich weniger erteagen würde; allein diejenige, von welcher ich das Beyspiel nahm, ist schlecht mit Reben, noch schlechter aber mit Oehlbäumen versehen. he Grösse hat, bekam man in demselben Jahre zehn Baril Wein und 14 gen habe; allein dafür erhält er vom Bauer die Klein⸗ rechte, die mehr als die Differenz betragen; nehmlich: zwey Körbe voll Trauben, zwey Kapaunen, zwey Paar Hühner, zwey Dutzend Eyer und die unentgeltliche Arbeit bey viermaliger Reinigung der Wäsche. d. H. ) Das Wiener Joch trüge nach dieser Berechnung dem Grundherrn einen jährlichen Zinß von 59fl. 13 kr. W. W. d- U. *) In Toskana sowohl als in England und Frankreich be— zahlt der Grundherr für seinen Theil oder für die Ein— künfte seiner Besitzungen alle direkten Abgaben. Die Bauern sind nur einer Art Koyfsteuer von einer Lira per Kopf unterworfen, die man Mühl⸗Taxe nennt. d. H. 122 Baril Oehl mehr; dieser lezte Artickel allein steigt auf 746 L. 13. S. 4. D. Zwar kann man freylich, da auf die Oehlerndte nur alle zweyte Jahr höchstens gerechnet wer⸗ den kann, kaum den vierten Theil dieser starken Summe in Anschlag bringen; allein man kann mit Recht hieraus schlies⸗ sen, daß dieser Kalkul der Einnahme für Grund und Bo⸗ den auf den Hügeln des Thals von Nievole eher unter als uber seinem wirklichen Ertrag angesezt worden. Das Jahr 1797, das ich zum Beyspiel gewählt, war weder gut noch schlecht und der Preiß der Lebensmittel war noch nicht sehr im Werth gestiegen. §. XXV. Fruchtbäume. Nur wenn die Meyereyen sehr klein sind, wird die Kultur der Fruchtbäume ein wichtiger Gegenstand, und ihr Erzeugniß nimmt dann einen vorzüglichen Plaz unter dem Artickel der Erndten ein. Obgleich nur der Boden in den Gärten der Ebene der Ort ist, wo die Fruchtbäume am schnellsten emporwachsen, so gedeihen sie doch nicht minder auf den Hügeln und ihre Früchte sind da weit schmak— hafter. Die grosse Ausfuhr dieser lezteren von Pescia nach Florenz und Livorno hat ihren Preiß dergestalt er— höht, daß die Kultur der Obstbäume die nüzlichste von allen geworden ist. Derjenige, welcher am meisten trägt, ist der Birnbaum. Die Winterbirne verkauft man oft den Zentner von zehn bis fünfzehn Lire; die Sommerbirne hingegen zu sieben bis acht Lire. Ich erhielt 63 L. für den Ertrag eines einzigen Butterbirnbaums. Schwerlich kommt die Erndte des schönsten Oehlbaums im besten Fahr dem Ertrag dieses Baumes auch nur nahe. Der sechste Theil eines Saks Oliven ist schon eine gute Erndte eines frey stehenden Oehlbaums, die nicht mehr als drey Lire gilt; in einem Olivengarten giebt der Quadrat-Fuß des Oehlbaums im Erndte-Jahr nicht ein Pfund. Auch würde es bis dahin, daß das Obst wieder zu einem verhältniß— mäsigen Werth gegen andere Produkte herabgefallen wäre, nuht neht: Nuuß olle Wuun I Gaanthell Uiherfhaß e RMVH uns Vnhen und —— — 2 Vnnen ihres tel unterha tet Veden. bol selhst,, dls in unere lun Wiiktä Mife prüchte, Ruemal nach hat man in shngk nd z Welden der K lis indg V Nanmuung y allin xytt: Welche i hn 143 gt auf 76 da auf di rechnet wer Summein kaus schliet nd und Bi⸗ Unter als den. Dasd vortheilhafter seyn, alle Olivenbäume auszureissen, und an ihren Plaz Obsibäume anzupflanzen. Die Aepfel werden der Zentner zu fünf bis zehn Lire verkauft; die Kirschen haben fast den nehmlichen Preiß; die Pfirsiche und Aprikosen gelten das Pfund drey bis vier, und sind sie schön, auch sieben bis acht Soldi, obgleich das Pfund nicht mehr als zwölf Unzen enthält. Nach diesem hohen Preiß sollte man glauben, daß das Obst eine seltene Weder——— · e Waare in n seye, und doch 990 es dessen im ö V 45— nuch niht Gegentheil eine ungeheure Menge; indessen findet sich mehr Ueberfluß als Abwechslung, besonders unter den Aepfeln, Birnen und Kirschen, deren nicht so viele Arten bekannt sind als in Fran ikreich. Die Pfirsichbäume geben sehr NI——*—— d d gute Früchte, ob sie gleich ganz dem Wind ausgesezt wach— 1, und iht sen und niemals gepfropft werden; die Aprikosen, die sehr unte din selten sind und sehreg geschäzt werden, sind indessen nicht oden in du rn als anderswo Da die Zwetschgen baume ah das 5 Ueberfuhrmn nicht ve doeten so haben sie einen sehr nicht minde geringen Preiß und die ten Gattungen derselben sind weit schmdk unbekannt. Von den Reines claudes habe i ich reden ge⸗ uPessit hört, doch deren keine in Toskana ges sehen Die Feigen ergestͤlt er können ihres Ueberflusses wegen, welchen sie auf den Märk⸗ izliöhte von ten unterhalten, als Stelloertreter d Zwetschgen betrach— listen tlag, tet werden. Der Feigenbaum wächs 1—1— durchgehends ift man ijt von selbst, sich viel höher und sezt auch besser auf, ommerbim als unserem Klima. Sie haben eine unendliche Menge 63 L. fh von Varietäten, und da jeder Baum zweymal im Jahr S reife Früchte, das erstemal im Juny und July, das an— u besten S deremal nach dem Angust bis zum November erzeugt, so Der sechel hat man immer auf tausenderley Art an Geruch, Ge— Erndte ein schmak und Farbe verschiedene Arten derselben vom Reif— Ils drey L werden der Kirschen an bis zum Abfall des Laubes, ja selbst t⸗ 560 bis in den Winter hinein im Ueberfluß. Die erste Ein⸗ Auch wid sammlung der Feigen ist minder ergiebig als die zweyte; berbähniße allein dafür sind die ersten viel grösser und die einzigen, en wite welche gut verkauft werden. Von den zweyten hat man fallen hun/ ö E— D.——————* ʃt8..: 124 einen so großen Ueberfluß, daß sie keine Käufer finden, al de A und man gendthigt ist, um Nuzen daraus zu schöpfen, Etäk dde. sie zu dörren. Mraß, N guchd §. XNXVI. HBrangerie. rihr ul Unter die Fruchtbäume von Toskana muß man auch de Ede die Pomeranzen, Zitronen und Zedro,(wohlriechende Lhse dese Zitronen) welche unter dem Geschlechtsnamen Agrumi D bßen begriffen sind, zählen; allein, ob sie gleich die schönsten dem Gehau und zwar diejenigen sind, die am meisten geachtet werden, Hahtend de so bringen sie doch den kleinsten Nuzen. abet mit Der bittere Pomeranzenbaum kommt in freyer Erde, an die N wofern er nur vor dem Nordwind in Sicherheit ist, sehr Veibhause wohl fort; er wächst zu einer Höhe von zwanzig Fuß Frichen d empor, und verlangt keine besondre Pflege, doch ist er Pfund, und dem Gummifliessen unterworfen, wenn ihn die Kälte er⸗ schm und greift. Man zieht fast keinen Vortheil von diesem Baume, Nund in ei und hat viele Mühe, das Hundert bittere Pomeranzen um Des vierzig bis fünzig Soldi zu verkaufen. Hätte man aber am häufig in Toskana ein wenig mehr Geschmak für die Gärten, heltrigt, so würde man deßwegen nicht einen Baum vernachläßi⸗ Hinmn di gen, der sowohl durch seine Blüthen, deren Wohlgeruch dinien. den ganzen May hindurch die Luft erfüllt, als durch seine men gesche goldenen Früchte, die ihn den ganzen Winter hindurch Gochmakf schmücken, wie nicht minder endlich durch das angenehme Ihte Buft Grün seiner Blätter, die er das ganze Jahr behält, die inte Reih Zierde derselben ist. Min st Obgleich der süsse Pomeranzenbaum oder Portugieser det sieht; Apfel in freyer Luft, in Gärten, die wohl vor dem Nord— 10 wind geschüzt sind, wächst, so ist er doch nur an Ge⸗ im f i ländern ergiebig, und in soweit man ihn mit Strohdecken 1n 0 vor der großen Kälte verwahrt. In dieser Lage breitet 1 h i er sich ungemein aus und bedekt sich mit Früchten. Dieser vstbn u Baum ist zu stark, um in Geschirren gehalten zu werden, fn 30 er treibt zu viel Holz und sezt fast keine Früchte hieran. 100 6i Uebrigens verkauft man die Pomeranzen nicht so theuer,„ un WM fer finden, schöpfa, man auch hlriechende Agrum e schönste et werden, eher r Eid⸗ u Baume, ranzen um e man abet · Ginen rnachlaßt in ni- seine hindurch angenehme ehält, di Portugiest . WVord; dem Nosd⸗ hte hielal. t so I. Hellel, 1253 als die Pfirsiche und Winterbirnen; ein Sold für das Stük oder vier bis fünf Lire das Hund ert, ist der höchste Preiß, den man hieraus lösen kann. Auch der Cedro, wie der Pomeranzenbaum, gedeiht nicht wohl in Geschirren, er muß seine Wurzeln frey in die Erde ausbreiten können. Da er aber der empfind lichste dieses ganzen Geschlechts ist, so darf man ihn ücht der großen Kälte des Winters aussetzen; man hat daher den Gebrauch, ihn vor eine Mauer zu pflanzen, wo er während des Sommers der Sonne genießt, im Winter aber mit einem Gehäuse bedekt wird, welches rükwärts an die Mauer angestossen, vorne aber, auf die Art eines Treibhauses mit Thüren und Fenstern ossen ist. Die Früchten dieses Baums wiegen manchmal zwey bis drey Pfund, und gleichen den Melonen. Ibr prächtiges Aus— sehen und ihr auserlesener Geruch geben ihnen den ersten Rang in einer Orangerie. Der Zitronenbaum wird von allen diesen Gewächsen am häufigsten g epflanzt, weil er es besser als jeder andre verträgt, daß man ihn in Geschirre einschränkt, und weil er hierin die meisten ahree Reit Ich habe von einem einzigen Baum 1—6 i mittlerer Größe 400 Zittonen abneh⸗ men gesehen. Wenn man in franz ösischen Gärten den Geschmak für die Orangerie verloren hat, so geschah es ohne Zweifel, weil man sie daselbst niemals in dem Glanze ihres Reichthums gesehen hat; in Toskana hingegen, wo man sie das ganze Jahr mit Früchten und Blüthen be⸗ dekt sieht, sind sie der prächtigste Schmuk der Landhäuser. Die in Geschirren befindlichen Zitronenbäume verlan— gen im Klima von Pescia keine andre Sorgfalt, als daß man sie mit Anfang Decembers ins Treibhaus bringt, und bis zum ersten April darin läßt, und alle Thüren desselben den Tag über, sofern es nicht gär zu kalt ist, offnet. Sie brauchen weder Oefen, noch Mistbeeten, noch Gläser noch Decken. Alle Jahr beym Aussetzen füllt man sie zur Hälfte mit einem Gemische von Pferdemist ö*rt...eeee..—....——— 2 E tE 126 und verfaultem Holz, wenn man dessen habhaft werden kann; über diese Mischung legt man zwey Finger hoch blosen Mist, welcher den Baum frisch erhätt. Rings um das Geschirr macht man nun einen dicken Wulst von zwey Theilen Pferdemist und einem Theil Erde, welche zusammen geweicht und geknettet worden, und welcher bestimmt ist, das Wasser beym Begiessen rükzuhalten. Die ganze Füllung giebt man den Orangeriebäumen dann, wo man sie nicht übersezt, wann sich das Wurzelwerk so vervielfältiget hat, daß es das ganze Geschirr ausfüllt, welches man daran erkennt, wenn alle Blätter gelb zu werden anfangen. Die Nothwendigkeit, sie in andre Ge⸗ schirre zu übersetzen, zeigt sich nur alle zehn oder zwolf Jahre, wofern die Gefässe nicht zu klein sind. Nachdem man die Zitronenbäume mit dem nothigen Dünger verse⸗ hen, werden sie, theils um ihnen ihre runde Gestalt zu erhalten, theils aber, um sie bey jungem Holz zu er— halten, beschnitten. Obschon alle diese Bäume in jeder Jahrszeit einige Blüthen und reife Früchte haben, so betrachtet man doch eine frühzeitige Blüthe als ein Zeichen von Schwäche; er soll im April oder May blühen, und dies ist auch die Zeit, wo man die Früchte des vergangenen Jahrs abzunehmen hat. Im July und August fangen sie ein zweytesmal an zu blühen. Doch nicht mehr so reichlich, und die Zitronen dieser zweyten Blüthe werden zu Ende des Som⸗ mers des folgenden Jahrs reif. Die Früchte der ersten Einsammlung verkauft man überhaupt zu fünf Lire das Hundert; die von der zweyten aber, welche in der stärksten Hitze reifen, werden zu acht bis zehn Lire verkauft. Es giebt keine Zitronenbäume, ausser in den Gärten der Land⸗ häuser, und obschon sie vielmehr ein Gegenstand des Luxus als des Nutzens sind, so übernehmen die Bauern doch manchmal die Unkosten ihrer Kultur gegen dem, daß sie nur die Hälfte des Ertrags der Herrschaft einzuliefern haben. 9 D8L tibnen nat wohherden rommen 9e se sis dl Wähnlch fo cuf ihre Ko er Winteb te ded Cae welcher eck genthümer Uen, oder Muhel, de theilen, nicht schit Eher, 9 5) de mers zu n zu begahlet maht sich und des O mochungen Leshhdiger u gepflanz Deser Ind um ihn lindet werd Gund gehl than, und h kr inhenei, saht muchn deren Fucht ktwatten dz Waeuunm, aft wede zinger hoc „ Rinz Wulst un de, welch d welchg Akzuhalten men danm, Helwerkf ausfült in N Lachden inger ver⸗ Gestalt y Holz zu g bde Fezeit eing achtet man Schwäche juch die Zet, 7* abzunehmen kauft. der Land 0 des Ll auemn duh m, daß fi einzulefen 127 §. XXVII. Pachtbedingniß und der Bauern. Der Vertrag, den diese leztern in Rüksicht der Zi⸗ tronen machen, ist der nemliche, den alle auf den Hügeln wohnenden Bauern mit ihren Grundeigenthümern ange⸗ nommen haben. Mit Ausnahme einiger wenigen sind sie fast alle Meyer, und ihre Pachtbedingnisse sind ge⸗ wöhnlich folgende: 1) verbinden sie sich, alle Feldarbeiten auf ihre Kosten zu verrichten, und das zur Unterstützung der Weinreben nöthige Holz herbeyzuschaffen; 2) die Hälf⸗ te des Saamens, so wie auch die Hälfte des Düngers welcher erkauft werden muß, vorzuschiessen; 3) dem Ei⸗ genthümer die freye Hälfte der ganzen Erndte zu überge⸗ ben, oder selbe für seine Rechnung zu verkaufen; 4) den Nutzen, der vom Rindvieh herausgekommen, mit ihm zu theilen, und für den Nutzen beym Eeflügel, der sich nicht schätzen oder theilen läßt, eine bestimmte Anzahl Eyer, Hühner und Kapaunen einzuhändigen; endlich 5) die Wäsche oder einen Theil derselben des Eigenthü⸗ mers zu waschen, wofür er nur die hiezu nöthige Seife zu bezahlen schuldig ist. Der Eigenthümer seinerseits macht sich verbindlich, die andre Hälfte des Saamens und des Düngers vorzuschiessen; alle Kosten der Urbar— machungen, Verbesserungen und Wiederherstell ung des Beschädigten allein zu tragen, so wie auch die Pfähle zu neu gepflanzten Reben das erstemal anzuschaffen. Dieser Kontrakt wird von Jahr zu Jahr verlängert, und um ihn aufzuheben, muß er ein Jahr zuvor aufge— kündet werden. Der gröste Theil der Bauern ist auf dem Grund gebürtig, den er bearbeitet, ist ihm daher zuge— than, und betrachtet ihn als sein Erbtheil: auch trachtet er insgemein, ihn in gutem Stand zu erhalten, und nimmt selbst manchmal Verbesserungen und Anpflanzungen vor, deren Fruchtgenuß er erst nach Verlauf einiger Jahre erwarten darf; allein diese Verbesserungen sind von keiner Bedeutung, weil alle Bauern auf den Hügeln arme Zustand e:......ett..........::—— 128 Schlucker sind. Sie verzehren jedes Jahr alles, was sie eingeerndtet haben, und eine reichliche Oehl- oder Wein— lese ist für sie nur ein Beweggrund, sich gütlicher zu thun; nemlich: besser zu essen und mehr Ruhe und Lustbar-⸗ keiten zu geniessen. Niemals denken sie daran, sich für das Fehljahr etwas aufzusparen; höchstens kaufen sie mehr Holz zur Unterstützung der Reben, und schaffen eine größere Menge Weinpfähle an. Dies ist auch die einzige Verwendung ihres Geldes, die sie machen können; sie dürfen sich dessen nicht bedienen, ihren Viehstand zu vermehren, weil der Herr allein das Vieh käufen mußz sie dürfen keine Urbarmachungen vornehmen, weil diese Arbeit ganz auf Kosten des Herrn geschieht; ihre Woh⸗ nungen bessern sie nicht aus, weil sie vom Herrn gebaut und unterhalten werden müssen. Wenn daher auch ein Bauer, sparsamer als die übrigen, etwas Geld auf die Seite gebracht hat, so ist er sehr verlegen, was er da⸗ mit machen soll, und entschließt sich am oftesten es zu vergraben; manchmal kauft er einem seiner Söhne ein Handelsgewolb, damit dieser sein Geld geltend mache, oder er kauft sich ein Pferd, und handelt mit Lebens⸗ mitteln, die er nach Livorno schikt, indem er drey Ge⸗ werbe zu gleicher Zeit in sich verbindet, nemlich eines Bauers, Handelsmanns und Fuhrmanns. Auf alle Fälle muß er, wenn er sich bereichert, aus seinem Stande her— austreten, und da dieses nicht geschehen kann, wenn er nicht zuvor schon beträchtliche Summen erspart hat, so ist, wie ich glaube, die Unmöglichkeit, worin er sich be— findet, Sold für Sold nuzbringend auf die Seite zu legen, und seine von Zeit zu Zeit gemachten Ersparungen in seinem eigentlichen Gewerbe zu verwenden, das gröste Hinderniß der Fortschritte seiner Industrie und die unmittelbarste Ursache der Dürftigkeit aller Meyer. Es giebt auf den Hügeln auch hin und wieder einige schöne Erbpachtungen— Livelli— auf vier Genera⸗ tionen. Die Bauren, welche diese mittelst eines unver— änder⸗ F66 aderlche die Ele, angewelde lute in ne Juc berth simkit dee siuer Fej luben die! der Ebene die Ungleic der Cbene sechs ab, HOahlgewiur Mschlag d iahren sin Neyer, vor Hung Grundherr auf die na den zahlen sich endet Maern ff schuig wi In St Mdingnise lur das Du uud wo der mittl dem Multpreße schuß un d hat tine Byr holschest, Aussn aufz Ruanishe s, was der Weir zu a d Lustbat⸗ „sich fir kaufen sie d schaffen auch die n konnen; hstand zu fen muß; in gebaut auch ein t Lebens⸗ drey Ge⸗ nlich eines ů alle File tande hel⸗ „wenn e ut hat, s sich be⸗ Inbel? ündel ander⸗ 129 änderlichen Pachtzinses besizen, legen keinen Sold auf die Seite„der nicht 3 einer Wirthscha ftö⸗ Verbess erung angewendet würde; jedes Jahr vermehrt die Vortheile und Annehmlichkeiten ihrer Besizunger rnin 0 ben aus, pflanzen Gehäge, tragen klein des B 5odens ab, machen Rebensenker, setzer IWodenichnin⸗ linge in neue Gräben, pflanzen und Ritedier Obstbäume; 3 auch betrügt man sich nicht, wenn man aus der Betrieb⸗ samkeit des Bauern und dem blühenden Zustande aller seiner Feldfrüchte auf eine Erbpachtu 4*—.— Doch haben die Erbpächter auf den Hügeln v der Ebene wider die Unbeständigkeit den Jahrszeiten und die Ungleichheit der Erndten zu kampfen. Das Erzeugniß der Ebene weicht ein Jahr ins andre nur von fünf zu sechs ab, indeß die Weinlese von zwey zu drey, und die Oehlgewinnung, wenn man auch das Ruhejahr nicht in Anschlag bringt, von eins zu zehn abweicht. In Fehl— jahren afnd diese Pächter wirklich übel daran, indessen die Meyer, da sie nichts besizen, buchstäblich genommen, vor Hunger sterben müßten, wenn sie nicht von ihrer Grundherrn unterstüzt würden, die sich ni igernei auf die nächste Erndte Vorschüsse zu geben. Diese Schul⸗ den zahlen sie zur Zeit der Weinlese; allein, eh sich endet, müssen sie schen wieder neue machen. Von zehn Meyern findet man kaum einen, der seinem Herrn nichts schuldig wäre. Im Staat von Luccea, wo den Bauern noch härtere reden gemacht werden, wo sie für ihren Autheil nur das Drittheil der Oehlerndte statt der Hälfte beziehen, und wo der Preiß, zu welchem sie ihre übrigen Lebens⸗ mittel dem Herrn—— müssen, meistens unter dem Marktpreiße festgesezt ist, erhalten sie auch keinen Vor— schuß von den Cigem Lirane allein die Republik selbst hat eine Bank errichtet, die ihnen wöchentlich alles Getreid vorschießt, dessen sie nöthig haben, wofür ihnen keine Zinsen aufgerechnet werden; dergestalt, daß der Staat, Toskanische Landwirthschaft. 10 —— 9 EEn..errreeeeeeeeee...e. AISISISISISI 13⁰ dessen Gesetze hnen so wenig günstig sind, im Gegentheil stets für ihre Unterhaltung bedacht und, um sie zu ernähren, Aufopferungen zu machen bereit zu seyn scheint. Diese Bank ist ein wahres Blendwerk für die luccesischen Bauern; denn obgleich ihre Herren, die diese Bank errichteten, ihren Vortheil dabey finden, so ist sie doch der Regierung noch nüzlicher, die durch dieses Mittel das ganze Landvolk in einer gänzlichen Abhängigkeit erhält, und sich ihres Gehorsams nicht nur durch die Furcht allein, sondern auch durch ihre Zuneigung versichert; wenn indessen ein Politiker seine Augen auf ihre Nachbarn, die toskanischen Bauern, rich— tet, so sieht er, daß diese leztern jährlich bey der Thei⸗ lung der Erndten besser daran sind, daß sie zur Zeit der Noth weder Ränke noch Protektion bedürfen, um von ihren Herrn einigen Vorschuß zu erhalten, und daß die vorgebliche Großmuth der Republik gegen die ihrigen nichts, als ein denselben wohlgebührender Ersaz sey. Mittelst dieses Umlaufs kleiner Schulden, und der Wiederbezahlung derselben lebt ein zahlreiches Volk lustig und obne Sorgen, ohne je sein leztes Stük Brod aus den Augen zu verlieren. Täglich muß der Meyer seinen Mund— vorrath kaufen, und man trift nur sehr selten vorräthiges Getreid, noch seltener Wein oder Oehl bey ihm an; lez— teres wird unter der Presse, und ersterer, so wie er in Fässer gefüllt ist, verkauft; nie hat er einen Vorrath von geräuchertem Fleisch, Butter, Käß, Hülsenfrüchten oder Nudeln; all ihr Küchengeräth besteht aus irdenem Ge— schirr, und ihre ganze Einrichtung aus einem Tisch, eini— gen hölzernen Stühlen, einem oder zwey Kästen und einem schlechten Bett, auf welchem Vater und Mutter die Füsse abwärts, die Kinder aber die Füsse gegen das Kopfkissen gestrekt, schlafen. Darum hatten die Bauern, als die Division des Generals Vatrain im Jabhre 1799 das Thal von Nievole plünderte, auch den Vortheil, daß, als sie ihr eigenes weniges Hab und Gut, so wie das Gold— geschmeide ihrer Weiber verstekt hatten, weiter nichts mehr zu verlieren besassen. Hir Sachynf toalunsch tuken, d 1ut alli Iude Gundhet , Wef n Güter hlacht, eine Baue den von d schihbene! erhieder MH Un zun freyl andem e nommen. man aus sichet auf I. D miethung Mexrau jiehung de gentlichen um es zu genden Be Nutens. den Seiten Der andere die Affagn welche due Gut Hhe der Nt, unn, + ⸗ Gegentheh zu ernäͤhym. int. Duh hen Bauen teten, ihrg sierung uot Landvolk i Gehorsamz h durch ihr olitiker sein auern, rich eh der Tyar zur Zeit di u, um u ind daß N nigen nicht n, und de Volk sustt Irod aus de einen Mund oorrathigt ym an; le/ so wie er t Vorrath Y früchten oe denem O Uch, ein en und einen ter die üf 5 Kopfiss ½½ als 0 das Y daß/ di „das G ö‚ ͤt peiter nahe 131 Hier erlaube man mir folgende Bemerkungen eines Sachverständigen über die verschiedenen Verhältnisse der toskanischen Bauern zu ihren Grundeigenthümern einzu— rücken, die befriedigender diesen Gegenstand als unser Au⸗ tor erklären. In dem ganzen Großherzogthum ist kein Bauer dem Grundherrn leibeigen unterthänig. Einige Bauern ha— ben, wie fast aller Orten, ihre eigenen Gründe: alle übri— gen Güter sind in solche Theile(italienisch Podére) ge— bracht, daß von dem halben Nutzen eines derley Podére eine Bauerfamilie leben kann.— Diese Podére nun wer— den von den Eigenthümern an Bauerfamilien auf vier ver— schiedene Arten, auf mehr oder wenigere Zeit, und mit verschiedenen Bedingungen, verpachtet oder ausgethan. Nach Umständen, und nach der Lage der Güter ꝛc. sind nun freylich die Contracte meist von einander in ein und andern Stücken verschieden; allein, alles zusammenge— nommen, ist dieser Unterschied wenig beträchtlich, so daß man aus einer kurzen Beschreibung bemeldter vier Arten sicher auf das Ganze schliessen kann. J. Die erste und ausgebreitetste Art von derley Ver— miethungen sind die sogenannten Coloni Parziari oder Mezzajuoli. Diese übernehmen, nach einem mit Zu— ziehung der Gerichte verfäßten Verzeichnisse, von dem ei— gentlichen Grundherrn das sogenannte Podérée oder Gut, um es zu bearbeiten; und geniessen unter ungefähr fol— genden Bedingungen die Hälfte des daraus zu ziehenden Nutzens.— 1) Die jährliche Miethung wird von bey— den Seiten für bestätiget angesehen, wenn nicht von ein oder anderem Theile zur üblichen Zeit(s. hievon unten) die Aufsagung geschiehet.(Es giebt daher Bauerfamilien, welche durch mehrere Generationen immer das nemliche Gut bearbeiten.)— 2) Ist der Acker des Podére von der Art, daß selbiger mit dem Pflug bearbeitet werden kann, so giebt, halb der Grundherr, halb der Bauer, 26H— N2 132 den zum Aussäen nöthigen Saamen. Muß das Feld wegen seiner steilen Lage, oder wegen anderer Ursachen mit der Schaufel umgearbeitet werden, so schaft der Grundherr allein den Saamen zu jeder Aussaat.— 3) Der im Stall des Podére erzeugt werdende Dünger ist zum gemeinschaftlichen Nutzen. Ist er nicht hinläng⸗ lch, und es muß dessen gekauft werden, so sind anch hier die Kosten getheilt; nur für den zu den jungen, noch keinen Nutzen tragenden, Weinstöcken erforderlichen wird allein auf Unkosten des Grundherrn gesorgt.— 4) Nach Umständen des Podére wird auf selbigem verschiedenes Vieh, theils zur Arbeit, theils zum Verkaufen ꝛc., ge⸗ halten. Hiebey ist Nutzen oder Schaden gleich: für das vom Grundheren zu dessen Einkauf vorgestrekt werdende zu pflegen, angesezt.— 5) Einige Grundherrn, um von dieser Seite ganz ohne Sorge seyn zu können, schies⸗ sen dem Bauern zum Einkäuf derley Viehes eine Sum— me Geldes vor, für welche er Schuldner ist; Nutzen oder Schaden sind aber alsdann allein für den Bauern.— 6) Ist der Grundherr zu diesem Vorschuß, oder auch son⸗ sten, zu arm, und kann das zur Arbeit nöthige Vieh nicht anschaffen, so bedient man sich meist folgender zwey Mittel. Entweder leihet er von einem andern die zur Arbeit nöthigen Ochsen aus, und zahlet dafür nach der Erndte für jede 1 Sceudi, welche diese Ochsen werth ge⸗ schäbzt werden, den Eigenthümer davon eine Metze Korn. Oder der Grundherr erläubt seinem Bauern, mit einem andern Bauern gemeinschaftlich das nöthige Vieh anzu— schaffen. In diesem Falle, den man hier Societa nennt, gewinnt der Grundherr Arbeit und Dünger; der übrige Nutzen vom Vieh gehört den beyden Bauern, oder wie diese sonst übereingekommen sind. In derley Podére werden auch meist ein Pferd oder ein Esel gehalten, um mit selbigem die Erndte einzuführen, und auch andere Erzeugnisse entweder zu Markte, oder in das Haus des Geld wird die Mühe des Bauern, es zu erziehen und Gundber nicht kl en ul Mühe des EE EM fle abel de (chvach Heun Mit Valeer jede Fuhr selb à* den Hod alein.— deiley Mf genug, st der Her: sonst beyn zen von d Grunoherr nahe genn des Podet Rehort zun der neuen Hauft, und Aen oder Se Milung d bey dem und das glz Ind des G werden. A halhe ash Muhen dy hir de x mgen, noch lichen wind — 4) Nach deischiedenee sen K., gr 289. Grundherrn zu bringer eferungen, wenn es nicht zu weit 10 muß— ren und Zugehör schaft d Mühe des Bauern bey derley Ueberbringungen bekömmt er ein kleines Trinkgeld, oder meist ein Fruhstük. Ist aber der Weg zu weir und schlecht, oder Pferd oder Esel zu schwach, so gehet die Lieferung auf Unkosten des Grund— herrn mit Aünman Fuhren: jedoch immer unter Be⸗ gleitung des Bauern, der für diese Mühe, wie schon ge⸗ sagt worden, eine kleine Belohnung bekömmt.— 8) Für 0 die Stöcke zur Aufbindr ung der Weinreben, wenn selbige, er ins geliefert, gekauft werden, zahlet Herr und Bauer jeder die Hälfte. Muß der Bauer selbige mit der —* 4— Fuhr selbst abholen, so zahlet— er nur L. Jene Pfähle zu den noch nicht fruchtenden Reben zahlet der Herr ganz allein.— 9) Hängt dem Podére ein Wald an, wo derley Pfähle wachsen, und der Baner ist selbst geschikt genug⸗ solche zu schneiden und zuzubereiten, so erläßt der Herr dem Bauern für sei 10 Mu jene Sälfte, die er + He Sdem BDaäuern sur ine he enie J. Fre, le C sonst beym Einkauf beytragen müßte.— 10) Aller Nu⸗ zen von derley Wald oder Büschungen gehört allein dem Grundherrn; doch darf der Bauer, wenn es thunlich und nahe genug ist, mit der gehorigen Vorsicht das Vieh des Podére darin waiden lassen.— II) Das Stroh gehört zum Futter für das Vieh des Podére. Ist bey der neuen Erndte noch alter Vorrath, so wird er ver— kauft, und hingegen dessen gekanft, wenn es fehlet. Nu⸗ zen oder Schaden ist dabey gemeinschaftlich.— X2) Bey Theilung des erzeugten Weines bekömmt der Grundhert bey jedem Faß(Barile) eine Flasche mehr, als der Bauer, und das als eine Entschädigung für die Nützung der Presse und des Geschirres, die allein vom Grundherrn erhalten werden. Aus eben der Ursache bekömmt er auch eine halbe Fasche mehr von jedem Barile Oel.— 13) Der Nutzen der Maulbeerbäume ist ganz des Grundherrn. Für die Mühe, die Bl zlätter für die Seidenwürmer von 7 —. re.ee—..ee.s...—————‚.‚.‚ 2 134 Baum abzuldsen, geniesset der Bauer die Reiser, so jährlich von diesem Baume weggestuzt werden. Zuweilen setzen Herr und Bauer gemeinschaftlich derley Seidenwürmer an: in diesem Falle giebt der Grundherr die Maulbeer— blätter dazu, und der Bauer dagegen seine und der Sei— nen Mühe zur Wartung der Würmer. Die erzeugten Puppen werden sodann gleich getheilt. Auch— 14) der Taubenmist ist des Grundherrn allein. Wenn für die Tauben Weinbeerkörner nöthig sind(eine Nahrung, die diesen Thieren sehr gut ist), so zahlet der Herr dem Bauern ein Gewisses für die Mühe, diese aus den Tre— bern auszusäubern. Wird nun der Dünger oder Mist dieser Thiere im bodérée selbst verwendet, so zahlet der Bauer die Hälfte dessen Werthes, als wenn er gekauft worden wäre; den Fall allein ausgenommen, daß er zu den jungen, noch nichts nutzenden, Reben verwendet wird.— 25) Alle neue Arbeiten, so der Grundherr im podére wollte machen lassen, gehen auf seine Kosten al— lein. Wendet er den eigenen Bauer dazu an, so passirt ihm der Herr den sonst laufenden Lohn. Einige Bauern bedingen gleich im Vertrag jährlich so oder so viel Ellen Graben zur Einlegung neuer Weinstöcke, oder sonst alle Jahr diese oder jene Extraarbeit zu bestreiten; alles, was er von der Art über das Bedungene verfertiget, wird ihm, wie oben, bezahlt. Und eben so geschehen alle neue Pflanzungen von Bäumen ꝛc. auf Unkosten des Grund— herrn, der auch sonst alle Auflagen, Grundsteuern ꝛc. al— lein entrichtet. Damit nun alles nach erwähnten ver— schiedenen Bedingungen genau beobachtet, das Podére im Stand erhalten, die Rechnungen richtig geführt, ab⸗ geschlossen, und die Zahlungstermine richtig gehalten wer— den, hält ein Grundherr, so viel er derley Podére hat, und nicht selbst nachsehen kann, einen sogenannten Ver— walter oder Fattöre, welcher beständig in Bewegung ist. Andere Grundherrn, so nicht im Stande sind, einen eige— nen solchen Mann zu zahlen, und zum Selbstnachsehen zu fene vh Lattole sede M N figl del Cya Neg a Buuet in N I M Aunde Y gieht e fihtten U Gebe, od Echweine Dese der Riten maken, Buer de fonnen. und fleiß geshiek, Lrten M ist es zu anderem II in A Wuern. Dunzer g we bilig im dugust Nihle zu dem neuen num dal, oder ssch häte„Wer hingt ezt dére hir so jähilch eilen sehe denwürnn Maulbeet d der S erzeugte — 14) D un für di ihrung, di Herr den 5 den Ne⸗ oder M zahlet de er gekauf daß er z e Kosten al , so passt nige Bauem o Hel Elln er soust all alles, wyt „ wird ihm, n alle neat des Grund⸗ euern v. A ähnten he⸗ 3as Pockte zefühn, ehalten uu⸗ odére mnten M. ewegung Feinen eh nachschnn TIIE 135 ferne wohnen, weisen ihre Bauern meist an den nächsten Fattôreé an, und belohnen diesen nach Umständen für seine Mühe. Für den Schaden, den die Hühner oder anderes Ge flügel des Bauern(welche dieser zum Verkaufen, oder der Eyer wegen hält) im Podére verursachen können, giebt der Bauer seinem Grundherrn gewöhnlich alle Jahre— ein Paar gute Hühner an Aller Heiligen,— ein oder zwey Paar Kapaunen an Weihnachten, und acht oder zehn Dutzend Eyer an Ostern. Mästet der Bauer ein Schwein, so giebt er seinem Herrn, aus der nemlichen schon ange— führten Ursache, 7 Liren, oder 2 fl. 20 kr. in deutschem Gelde, oder, welches meist geschieht, einen Schinken vom Schweine selbst. Dieses wären nun so ziemlich alle Bedingungen die— ser ersten Art toskanischer Bauern. Nur ist noch zu be— merken, daß laut Art. I. der Herr dem Bauern, und der Bauer dem Herrn alle Jahre, wenn sie wollen, aufsagen können. Dies geschieht nun freylich unter billigen Herrn und fleißigen Bauern nur sehr selten; wenn es aber doch geschieht, so hat man folgende Sätze angenommen. I. Vom Isten August an bis Ende Jänner inclusive, jeden Jahrs, ist es zu derleyh Aufsagungen Zeit. Ist nun von ein oder anderem Theil diese Aufsagung geschehen, so erfolgt II. im April die Uebergabe des Viehes ꝛc. an den neuen Bauern. Von diesem wird an den Austretenden aller Dünger gut gemacht. III. Die Hälfte der Erndte gehört, wie billig, dem abgehenden Bauern; daher er auch erst im August das Podére zu verlassen schuldig ist. IV. Die Pfähle zu den Weinstöcken und Hülsenfrüchten werden von dem neuen Bauern besorgt. Und endlich V. nur in ie— nem Fall, wenn der Bäuer seinen Grundherrn bestohlen, oder sich eines sonstigen Verbrechens schuldig gemacht hätte, wegen welches er criminaliter belangt werden kann, hängt es vom Grundherrn ab, ihn unverzüglich vom PO* dére wegzuschicken, oder arretiren,— sein Vieh ꝛr— ** 136 schätzen, oder ihn sonst zum Ersaz nach Umständen an⸗ halten zu lassen. ö II. Die zwote Art, Güter oder Podére an Bauern zu überlassen, ist eine eigentliche Verpachtung auf, 2, 3 und mehrere ie aber über 9 Jahre, ohne förmliche Er⸗ neuerung des Contracts. Will nun ein Grundeigenthü⸗ mer auf i. sein Podére derlassen„so läßt er ein richtiges Verzeichniß berfassen, es von Berständige n schä⸗ zen, und erläßt es odann, mit beliebigen Bedingungen und Festsezung des jährlichen Pachtzinses, entweder an den Meistbietenden, oder an wen es ihm sonsten beliebt.—— Diese Art von Pachtverträgen sind von denen, in Deutsch⸗ land üblichen, wenig unterschieden, und enthalten, wegen Mißwachs, Vernachläßigungen ꝛc., fast die nemlichen Bedingungen, wie daselbst. Ich hälte mich bey solchen also nicht weiter auf. III. Die in der dritten Art derley Vermiethungen vorkommenden Bauen n werden Perretici genannt, wor⸗ unter die alleinige Vermiethung eines Feldes auf eine Aus⸗ saat und eine Erndte verstanden wird. Dieses geschieht meist nur in denen Feldern der sogenannten Maremme di Siena, wo wegen der vielen Sümpfe wenige Menschen wohnen; und wo die Felder gearbeitet, angesäet, hernach aber bis zur Erndte wenig mehr nachgesehen werden. Es sinden sich dennoch Bauern, welche, wie gesagt, derley Felder auf eine Aussaat miethen, besäen, erndten, den bedungenen Zins bezahlen, und sich wieder entfernen. Denn die Waide auf dem geerndteten Felde gehört schon wieder an den Grundeigenthümer, wenn es im Miethver— trag nicht anders ausgemacht worden. Nur zur Zeit der Bearbeitung des Feldes und bey der Erndte, wird dem Miethenden erlaubt, das nöthige Vieh zum Ackern und zum Dreschen(hier wird mit Pferden gedroschen) auf ei⸗ ner ihm vom Grundherrn angewiesenen Wiese zu waiden; auch weiset er dem Miethenden sonst noch einen Plaz zur Hütte und Geräthschaften ꝛc an.— Der Zins für diese Mehah der el Galnd sene E un mucht, N l ber Gundesh nicht hente Ksten tt beständige Miethers uf nen dritte sin 2 den wäre V. genanntn deutsch E fir sich ũ den Bedit Podere! berschieden der lage n schiden si fer auf die gioß ist,: duß nach9 eine amil ln genguer lichtem N. stinmung hung unde hen: doch: ständen az an Paubey uf 1,%½, IIen, wegen amnlid e hemltche RHos salchen bey solche miethunge er „Wbl uf eine Md Noremme di Maschen Jet„ her nac verden. Et sagt, derlh Indten, de entfemeh hort schch zur Ziit d ö wird deh Ackern mů hen) auf 46 zu waiden; en Paʒ il fir diß 23 Miethung ist nie weniger und nie mehr, als ein halber oder ein ganzer Metzen zu Felde.— Einige Grundherrn vermiethen auf diese Art mit Büschen bewach— sene Strecken, die entweder büneh Abhanung und Aus- grabung aller Wur beständigen Saamenfeldern ge— macht, oder nur Walmn 92 if eine Aussaat abgeschnitten und zubereitet werden. Diese zweyte Art erlauben die Grundeigentl hümer nur, wenn der Nutzen der Büsche selbst nicht beträchtliche ale der zu hoffende Zins ist; bey der ersten Art aber, die seinen Grund so zu sagen zu einem beständigen Ack—5 umschaft, und für die Mühe des kiethers, überläßt er Wen meist das zugerichtete Feld auf 3 Jahr, mit dem! jedoch, jedes Jahr nur ei— nen dritten Theil des ganzen Feldes zu nutzen und zu be⸗ säen. Die Waide des Brachf feldesse gehdr t aber, wie schon erwähnet, gleich nach dem S chnitt, dem Ler wenn es nicht sonst nach Belieben anders festgesezt wor— den w äre„ ö IV. Die vierte Art toskanischer Bauern sind die so— genannten Livellarit, W⸗ vo ich sie recht taufe, auf deutsch Erbpächter, welche von dem Grundeigenthümer für sich und alle ihre männlichen Erben mit nachfolg den Bedingungen und gegen einen festgesezten Zins das Podére übernehmen und bearbeiten. Hiebey werden nun verschiedene Bedingungen sestgesezt, die nur nach Umständen der Lage und Güte der Gründe mehr oder weniger unter⸗ schieden sind. Will also ein Dt en seine Gü⸗ ter auf diese Art erlassen, so wird— 4) wenn das Gut groß ist, es in lauter solche Theile(Foc o0dére) abgetheilt, daß nach Abzug des Zinses ꝛc. vom übrigen Einkommen eine Familie leben kann.— 2) Wird von jedem Podére ein genauer Grundriß gemacht, und dabey, nebst dem richrigen Maas, die Beschreibung, Gränzen und die Be⸗ stimmung jedes Feldes beygesezt.— 3) Diese Beschrei⸗ bung Pläne werden vom Grundeigenthümer aufgeho⸗ — ben; doch kann der Erbpächter, so oft er will(s. unten), Dνe:,.„—D 138 auf seine eigene Unkosten eine Copie davon nehmen lassen.— 4) Wird dieses Podére von ehrsamen Landleuten geschäzt: wobey, bey einem schon im Podére getheilten Stücke Land, meist die Regel beobachtet wird, in den Faktoriebüchern die Einkunfte von 20 Jahren zurük zusammen zu nehmen, und im Durchschnitt den 20sten Theil zum Fordern kom— menden Zins festzusetzen: denn man vermuthet, daß in 20 Jahren fast alle Gattungen von Unfällen vorgefallen seyn konnen. Um aber hierin doch noch sicherer zu gehen, und allen Arten von Anlaß zum Streit wegen Miswachs ꝛc. auszuweichen, so wird von diesem 20tel noch ein Etel hin— weggenommen, so daß, wenn das Gut im Durchschnitt 600 einzubringen geschäzt würde, man den Zins nur auf 500 annähme.— Alle Arten von Abgaben(s. unten) werden bey dieser Art von Verpachtung vom Pächter ent⸗ richtet. Ist nun 5) alles dieses geschehen, so wird df— fentlich belannt gemacht, daß dieses oder jenes Gut auf Erblich zu verpachten sey; die Schätzung und die Bedin— gungen, gegen welche man es auf diese Art erlassen will, werden nebst der Beschreibung beigesezt, und dabey zu wis⸗ sen gethan, ob man die Anträge durch öffentliche Steige— rung oder im Besondern annehmen wolle.(Da aber bey öffentlichen Steigerungen meistens die Zins⸗Anträge, zum endlichen Schaden des Guts selbst und zum Untergang des Steigerers, zu hoch getrieben werden, so nehmen die Grund⸗ Eigenthümer die Anträge in der Stille an, und wählen so⸗ dann jenen, der ihnen der beste und sicherste Wirth zu seyn dünkt; eine Beobachtung, die sonst nicht geschehen könnte.) Wenn dann die Wahl geschehen, so wird zur Schliessung des Contracts geschritten, wo denn meist folgende Punkte, mit mehr oder weniger Bedingungen, festgesezt werden. 1. Wird der Grundherr und der angehende Erbpäch— ter genannt, und von ersterem an lezteren die Pachtung des Gutes, oder der Podére, für ihn und seine männliche Erben, allen, solange deren welche leben, zugesagt. Stirbt auch der lezte männliche Erbe: so genießt das erste in dem fhr ches ast n Ehh, dise Wii Giter d mitt ihnen! Ruh sid Ethpochtet de, er ste Cache gut drn. D selhst, so theil gerei Wzug des Enlänten ner, au w auft, ver den eigene sem die u bey derle (belches und ohne mit dem abgetreten zRt Zahl⸗ schulig, lichten. der Richte Hlder en, VI um!? Hunakts, Ind m! Dadmn zu Ale und i den zur E le,— ö ——— 139 1 Eib folgende Vrb, solange sie kbr, vas Podere, wel⸗ 270 ches erst nach dem Absterben dieses Weibes, mit oder ohne a Erben, an den Eigenthümer heimfällt.— II. Die auf toriebüchey diese Weise verpachteten Güter werden fast als Allodial—⸗ en Güter des Erbpächters betrachtet. Es kann daher solcher aar mit ihnen unter Lebenden oder durch Testament disponiren. „Daß in 2 Auch sind solche jederzeit tacite mitbegriffen, wenn der Erbpächter sich in Obligationen mit dem Ausdruk verbän⸗ de,„er stehe mit allem seinem Gut in dieser oder jener efallen seys gehen, und lowachs ꝛ. Sache gut.“— Auch kann er III. das Gut verhypothe— in bill hin ciren. Diese Verbindung aber kann weder dem Grunde Durchsant selbst, noch dem zu zahlenden jährlichen Zins, zum Nach— ins nur au theil gereichen, und verstehet sich allein von denen, nach (e Abzug des Zinses und sonstiger Abgaben, übrig bleibenden achter ez Einkünften. Jedoch muß IV. sowohl der Pächter, als je— so wird i ner, an welchen er das Gut, oder einen Theil davon, ver— es Gut a kauft, vermacht, verschenkt oder verpachtet hat, jederzeit d die Bidii den eigenen Grundherrn davon unterrichten, und von die— erlassen wil sem die neue Investitur ansuchen. Dem Grundherrn wird Aabey zu vi bey derlei Uebertragungen 4 des ersten Einstand-Geldes liche Steige(welches erste Einstand-Geld ein Jahreszins ist) bezahlt; Da aber bey und ohne dieses zu beobachten, ist kein heimlicher Vertrag nträge, zun mit dem Pächter gültig. Wird nur ein Theil der Güter ntergang d abgetreten: so bleibt doch immer der erste Erbpächter ein— die Grurd ziger Zahler des ersten Zinses.— V. Der Erbpächter ist d wählen s schuldig, von 6 zu 6 Monaten den Zins richtig zu enr— Nith zu seh richten. Sind es Allodial-Güter des Staats: so kassirt chen könntz der Richter, unter welchem der Erbpächter wohnet, diese Schliesun Gelder ein, und vermacht solche an die resp. Kassen.— ende Nunkz VI. Zum Ankauf oder Einstand wird, bey Schliessung des weden Kontrakts, ein jährlicher Zins baar entrichtet.—VII. Der . Etboih Zins kann unter keinem Vorwand, wenn nicht Grund und hachtunu Boden zu Grunde gieng, vermindert werden.— VIII. e wamlh Alle und jede Auflagen auf das Gut, und alle Herstellun⸗ Kaal. E gen zur Erhaltung des Gutes muß der Erbpächter zah— len.— IX. Das Gut mag entweder durch natürliche . N6 erste AM bUù RRADADACDCACADAIADAIAIIDIDDDiDeeeeeee———————— 140 Aussterbung der Familie des Pächters, oder sonst auf eine Art, an den wahren Eigenthümer zurükfallen: so vergütet dieser keine der darin gemachten Verbesserungen.— Nur X. wenn der Grändherr selbst ein oder anderes Podére zurük haben wollte; muß er nicht nur alle Verbesserungen, so wie selbige geschätzet werden, verguten, sondern auch den resp. Ankauf 2—— Einstand zurük bezahlen, und der Zins hört von dem Tag der Aufsagung auf.— XI. In 4 Fällen fällt das Gut an den Grund-Eigenthümer zu⸗ rük:— 1) durch Aussterbung der festgesezren Erbfolge; — 2) wenn der Pächter die angenommenen Bedingungen nicht erfüllt;— 3) wenn er mehr Schulden macht, als ein 2jähriger Zins beträgt;— und 4) wenn nach Aner⸗ kennung Landerfahrner der Grund so vernachläßigt würde, daß man dessen gä rn R 560 besorgen hätte. Es kann daher XII. der Grund⸗Eigenthümer, so oft er will, auf eigene Kosten 50 seine 820 diese Art verpachteten Güter besichtigen lassen.— XIII. Wenn auf die 2te, Zte V 0 ¶⁊X— Re oder 4te Art, Art. XI, ein Gut an den wahren 227————* Eigenthümer zurükfällt: so bleibt das Recht unverlezt, solches gegen die 0 gungen und Zins an die wahren Erben des verfallenen Erbpächters übertragen zu müssen.— XIV. Aus sser dem Man und Beschreibung, der schon gleich Anfangs vom Grundherrn vorläufig ver⸗ fertiget worden, ist der Erbpächter schuldig, in den 2 er⸗ sten Monaten nach Antretung des Gutes, ein genaues Verzeichniß von allen und jeden Effekten, Bäumen, Grund⸗ stücken und ihrer Besti ann ꝛc. zu verfertigen, welches dann nebst schon erwähntem Plan ꝛc. von beiden Theilen unterfertiget und Kahrtale wird.— XV. Alle 29 Jahre ist der Erbpächter schaldig, den wahren Grundherrn durch ein dffentliches gerichtliches Zeugniß zu erkennen, die ge⸗ naue Beschreibung des Gutes zu verfertigen, und selbige ihm nebst einem Pfund Wachs zuzustellen.— XVI. Kon⸗ tract, Kopier⸗ und andre Spesen zahlet der Erbpächter: Contracten⸗Steuer aber der Grundherr.— XVII. Es ißß hbm de, df Bedinguß derli Hl venh ftt Guundhert aui, (ant enttic hichter K Gundher sitr 20 argetomm Iuebetrag Mbeiter ar eiten sihf . eri auf jichs Mhenschnit die Einsam Dahntiden wilde Rem fast iaHp; Mbeiten Ien; V herrichten untemnch onst auf ey so vergütg .— N 5 Podéte besserungen ndern auch n, und de II. thün Her zu 0 f folge ugungen 141 gebränchlich, daß ein Erbpächter einen andern Mann fin⸗ de, der für ihn und die richtige Erfüllung der festgesezten Bedingungen gut stehe. Da es nun aber schwer ist, daß derlei Leute ohne ihren Schaden derlei Cautionen oder Ca— venten finden: so ist angenommen worden, daß sich der Grundherr statt dessen mit der Summe eines jährlichen Zinses, den ihm der Pächter à fonds perdu gegen 3 Pro⸗ cent entrichtet, begnüget. Durch Bezahlung eines Capi⸗ tals, so à 3 Procent den nemlichen Betrag abwirft, als der zährlich 0 zahlende Zin sHausma⸗ tht, kann sich der Erb⸗ pächter bis auf die 29jährige Erker n wenn es der Grundhe rr zufrieden ist, losmachen. Und sollte er von dieser 29jährigen Erkenntniß frey seyn wollen, so hat man angenommen, auch dieses für die Summe eines jährlichen Zinsbetrages zu bewilligen. v. Derichs, Hauptmann,. (Aus Schlözers Staatsanzeigen. IBand 1782.) §. XXVIII. Nachtheile der Kultur durch Meyereyen. Bey der e durch Meyer und ihrer Dürftigkeit zeigen sich Schwierigkeiten und üble Folgen, die nothwen⸗ dig mit hr verbunden sind; denn da fie zu arm sind, um Arbeiter aufnehmen zu können, so suchen sie alle Feldar⸗ beiten selbst zu verrichten, woraus denn erfolgt, daß keine zur gehörigen Zeit geschieht: die Aussaat verlängert sich auf sechs Monate; die Erndte dauert drey Wochen; der Rebenschnitt zweyz Monate, das Behacken eben so lang; die Einsammlung der Oliven endet niemals, so wie das Beschneiden der Oehlbäume gar nicht unternommen wird, weil der nemliche M Nensch alles allein thun muß, und, weit entfernt jede Sache zur bestimmten Zeit vollenden zu können, fast alle zu spät anfängt. Aus dieser Nothwendigkeit, die Arbeiten zu verlängern, sie außer der gehörigen Zeit zu verrichten, drey oder viererley verschiedene derselben zugleich zu unternehmen, und von einer zur andern überzugehen, ——. 142 ohne eine zu Stande gebracht zu haben, entspringt in dem Bauer eine Gewohnheit von Sorglosigkeit und Faulheit, die aus Mangel von Nacheiferung noch vermehrt wird. Verrichten sie auch noch so schlecht ihre Arbeit, so werden sie doch zu leben haben; und seyen sie so fleißig, als sie wollen, so werden sie sich doch nicht bereichern: Chi e nato povero saràâ sempre povero;(der Arme bleibt immer arm) Ein Sprichwort, dessen Einfluß für jede Gat— tung von Betriebsamkeit die schädlichsten Folgen hat. Ob— schon die Bauern sehr früh aufstehen, unter Tags nicht schlafen, und die Arbeit erst mit einbrechender Nacht ver— lassen, so vollbringen sie dieselbe doch mit so vieler Fahr— läsigkeit, verlieren soviel Zeit durch Unentschlossenheit bey Veränderung der Arbeit oder im Gespräch miteinander, lassen sie Lappereyen wegen liegen, oder gehen in die Stadt, um sich den täglichen Mundvorrath zu hohlen, daß ein Taglöhner, sey er auch ein Italiener, ja selbst einer aus ihnen dreymal mehr in einem Tag verrichtet, als der Bauer für sich selbst arbeitet. Seit Langem hat man die Unannehmlichkeiten der Ver⸗ waltung durch Meyer gefühlt; allein es ist schwer, sie auf— zugeben, da man nicht weiß, welche man ihr vorziehen soll. Die Erbpachtungen, die für den Staat sowohl als den Boden unendlich vortheilhafter wären, sind für den Privaten nachtheilig. Jener, der seine Güter in Erbpacht ausläßt, ist fast immer ein Verschwender, der sich zu Grund richtet; er entsagt für sich und seine Nachfolger allen Verbesserungen, die auf seinem Gut jemals könnten vorgenommen werden, allem Vortheil, der entweder von der Erhöhung des Preises der Lebensmittel, vom minderen Werth des Geldes oder von der Vermehrung der Reichthü— mer des Landes, wodurch der Werth der Gründe erhöht wird, ohne daß dessen Produkte vermehrt würden, sich er— geben kann. Er beschränkt sich auf ein festgeseztes Ein— kommen, welches immer dasselbe bleibt, indessen alle an— dre anwachsen, und thut es überhaupt nur in Hinsicht einer Zumme hlt, sinen Wn ten, de Ethullurg vil vo glihhet: flr den E doch flt Noch schaften, heiten zu yon allen. inem Oi ner, in& Lund gh zungen f fent ein die auf s⸗ mittelbar ale über welche der Hethepiähte zungen ve oder wenig beygevimn un Eann distr Reho thun, woz Werden. . XXX. Min Reeaa ni ringt in dyy nd Faulhij, mehrt win t, so wedi ßig, alsj hern: Cl Arme blet fur jede G nhat. V Tags nich Naht vs bieler Fahr ossenheit miteinande u di ie Stad n, daß titen der V , sie au i dotziche — u sowohl al sind füͤr de in Erbpat der sich 1 Nachfoh mals könmt entweder W 9 om mindeh V. i der Reich 4666 ründe al „sicht essen alle x Hunsicht en Hinsicht 22—....I‚.‚..— 143 Summe Geldes, die ihm der Pächter beym Antritt be— zählt, welche in Hinsicht des Einkommens, welches er von seinem Gut beziehen könnte, so unverhältnißmäßig ist. Weinreben und Oliven kann man nicht leicht verpach— ten, der Pächter würde weniger als der Meyer auf die Erhaltung dieser Gewächse bedacht seyn; er hätte überdies zu viel von der Unbeständigkeit der Witterung und der Un⸗ gleichheit der Erndten zu dulden; wäre der Kontrakt auch für den Eigenthümer nicht zu nachtheilig, so könnte er es doch für den Pächter werden. Noch bliebe die Wahl, seine Felder selbst zu bewirth— schaften, und sie durch Dienstbothen und Taglöhner bear— beiten zu lassen: dies wäre ohne Widerspruch das nözlichste von allen; allein dies geht nur an, wenn man selbst auf seinem Gut lebt, nicht aber, wenn man, wie die Italie⸗ ner, in Städten wohnt, und nur einige Wochen auf das Land geht, um sich daselbst zu unterhalten. Ihre Besi— zungen sind überdies so zerstüft, ihre Meyereyen so ent— fernt eine von der andern, daß sie eine Familie von Bauern, die auf selber wohnt, ihr zugethan ist und sie hütet, un⸗ mittelbar nöthig hat, und das Aug des Herrn sie niemals alle 635 en kann. 8 läßt sich indessen eine Revolution voraussehen, welche 1 Lurus und die Unthätigkeit der Städtebewohner herbeyführen wird; sie werden nach und nach ihre Besi⸗ zungen veränssern, und die Bauern werden Eigenthümer oder wenigstens Erbpächter werden. Der Staat wird da⸗ bey gewinnen, und das Land besser kultivirt werden; allein man kann den gegenwärtigen Besitzern nicht zumuthen, dieser Revolution zuvorzukommen, und das freywillig zu thun, wozu sie einst ihre thörichten Ausgaben zwingen werden. §. XXIX. Beschreibung einer kleinen Meyerey. 6 Mein Leser erlaube mir, die reitzenden Hügel von Pescia nicht zu verlassen, ohne ihn vorher in eine artige 144 Hürer Pͤtet dl Meyerey, welche von ihnen an den Thoren die er Stadt i ů 4 Net then as. eingeschlossen 110 geführt zu haben. Vielleicht ist ihm, F *. e, t thiel wenn er selbst Landwirrh ist, das—9— nicht fremd, welches mir ihre Beschreibung diktirt; vielleicht wird er sich auch eine rein ere. Idee von den Annehmlichkeiten der tos kanisch en Landse schaft mach en können, wenn sein Blik auf einem einzigen kleinen Gegenstand verweilt, statt deren ver⸗ Ruau Woloel schiedene auf einmal umfassen, und seine Ideen über alle f er ausbreiten zu müssen. 6 R thieke ane Diese Meyerey, der man ihrer Lage wegen, da sie del ——* zusammen im Schoos der Hügel liegt, den Namen Valchiusa, 910 5.** en Mn sranz. Vaucluse, gegeben hat, kann freilich nur ein fi i schwaches Bild jenes von Petrarca so berühmten Thales Rii —*.—* rechteh. in's Gedächtniß rufsen, welches die Hand der Natur mit 111 —— ½ n den mahlerischsten Schönheiten bereicherte; doch ist es ein 0 und der 0 Verdienst desselben, das Andenken hieran zu erneuern. i V kanmt, Am Grund des en diese Meyerey einnimmt, schlängelt sich ein Bach, den die Hitze des Sommers nie austroknet, und die stärksten Gewitterregen nie gefährlich machen, er plätschert rings um die Steine, die seinen Lauf sin. hindern, und sein Gemurmel, durch einige Fälle verdop— Dgflt seine Zůg ner mit e pelt, leiht ihm eine Größe, die er nicht hat. So wie er soihli die Gränzen dieses Guts verläßt, stürzt er zwischen großen st 1 Felsenwänden fort, und wenn sein Gewässer nur etwas dn wr; angelaufen ist, so fallt es in Kaskaden von selben herab. öDisse: Ein bescheidener Fußsteig folgt ihm in seinen Windungen, Auenon und benuzt den Schatten der Haselstauden und Weiden, nuhen die an seinem Ufer wachsen; bey jeder Eiche oder jedem uur Mi Nußbaum ist eine kleine Bank Wacnhie cht. Zur rechten ne hat⸗ Seite dieses Bachs erhebt sich ein steiler, ganz dem Nord— Halgen wind r Hügel, der dessen ungeachtet mit Oliven, Li Weinreben, Kirsch- und Feigenbäumen bedekt ist; dies ist Vthern das Sibirien dieser Gegend; da herrscht jeden Abend der lnen, Nordwind, darum athmet man auch hier im Sommer die gern eine frische, elastische Luft, allein im Winter bleibt der sd. I. Reif manchmal bis Mittag liegen; die Veilchen, die hier denem R später Runnsch 2rrrr Kgen, da si V l Val-chiusa, Wi Indur unge im Some V 9 ner blabt x bet Hen, M!“ Ut 145 später als hervorkommen, entfalten ihre Blü⸗ then erst mit Ende des Hornungs; die Narzissen warten mit ihrer Blüthe bis in die ersten Tage des Merzens und die Schweinbrodbl ere verlieren sich mit dem Ende des Dezembers. Zur Blüthezeit bietet aber auch jede Erd— scholle ihren Blumenstrauß dar, und scheint mit ihren Nachbarinnen in der Verschwendung von Farben und Wo hlgeruch zu wetteifern. Am Rüken des Hügels lauft ein steiler krummer Weg, der nur für en und Last⸗ thiere gangbar ist, da er aber mit dem Lukesischen Gebürg zusammenhängt, imer mit Reisenden bedekt ist, wodurch sein Anblik Leben und Bewegung erhält. Die linke Seite des Bachs steht im Kontrast mit der rechten. Die Sonne wirft ihre Strahlen mit Gewalt hier⸗ auf; ein Umfang von Bergen schüzt sie vor den Reifen und der Winter ist in dem Schooß, den sie bilden, un⸗ bekannt, oder findet wenigstens nur Eingang, wenn er seine Züge verstellt. Die März-Viole blüht hier im Jen⸗ ner mit einer Anemone vonzder nehmlichen Farbe, der grö⸗ sten und schönsten ihres Geschlechts,) und neben ihnen die gefällt wilde Narzisse, die nicht minder glänzend und so freichlich am Rande jedes Grabens vorhanden ist, als ob sie von der Hand eines Blumengärtners hingesezt wor— den wäre; diesen folgen die reizenden Schwerdtlilien ) Diese Anemone findet sich nicht im Linné; ich nenne sie Anemone pulsatilla Eds mit dreyfach gefiederten, rauhen Blättern, fünf haarigen Blumenblättern, die bis zur Mitte Pbrachocen sind, und gefiederter Hülle(die Blu⸗ me hat ein schönes Blau.) *) Folgende lris ist noch nicht beschrieben. Iris triguetra, gebartet, mit, auf drey Seiten gefurchten Blättern, zweoblütigtem Schaft, zurükgebogenen Blumen⸗ blättern, die länglich, abgerundet und zehnmal grösser als die geraden Blumenblätter sind, die spizig und gefurcht sind. Die Farbe dieser Blume ist ein Gemisch von verschie⸗ denem Roth, Gelb und Grün; die innere Seite der Blu⸗ Toskanische Landwirthschaft. K DSSSDSDieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeie. 146 mit den Tulpen, die dunkelrothe Anemone,) einige gefüllte Ranunkeln, Hiazinthen und alle Narzissen; 3* hier ist die Blüthezeit fortwährend und gleichförmig reich, während die Natur sonst überall noch todt scheint. So wie die Wärme steigt, entwickeln die Lilien ihren langen Stengel; der Schwertel, das Knabenkraut, die Osterluzey, der grosse Huflattig, die Agleyen, die agley⸗ blättrige Wiesenraute(Thalietrum aquilegifolium L.) die braune Serapie,(Serapias lingua L.) die Blatter⸗ erbsen und die Safranarten zeigen sich eine nach der an— dern: allein unter den Blumen des Sommers vereinigt keine mehr Annehmlichkeiten in sich als der Venusspiegel; (Campanula Speculum L.) diese reizende Glockenblu⸗ me breitet ihre niedrigen Zweige am Fuß des Getreides, welches dadurch keinen Schaden leidet, aus, und indeß die Aehren sich über ihr Haupt emporheben, ziert sie die Fel⸗ der mit dem sanftesten Grün und schmükt sie mit den lieb⸗ lichsten Blumen. Am Abhang des Hügels ist das niedrige Haus des Eigenthümers erbaut, über welchen sich ein Olivenhain ausbreitet und sich bis zu drey Bergspitzen verlängert, die, indem sie sich über einander erheben, den Rücken des Berges bilden, auf welchem der erstaunte Blik ein grosses Dorf mit mehreren Glockenthürmen ausnimmt. Unter menbläter ist sammtartig und mit diesen Farben geziert, die übrige Blume ist grün und glatt. d. H. Wieder eine Anemone, die nicht beschrieben ist. Ane— mone(pulsatilla) punicea, mit gefiederten Blättern, fünf geraden, haarigen Blumenblättern, fünftheiliger Hülle. Da diese Anemone nicht ganz aufblübt und ihre Farben nur an der inneren Seite glänzend sind, so macht sie kein solches Ansehen als die vorige.. 5 *) Narcissus poeticus, pseudo-narcissus, bicolos, tritobus, dorus, calathinus, tarettus et serotinus. Blüthen. Ponmaa Wumgat olsprn der St. Kastani⸗ Ialten T immer f shaft. und in d vu Gen 5 dem Haus zeigt sich ein lachendes Grün; kleine Felder, —11 deren jedes mit einer zierlichen Brustwehr von W ben * umgeben und durch Obstbäume beschattet ist; Hlange n Geländer verstecken die Ankomm nden, die dieses kleine 11 Thal durchgehen, und eine lebende Quelle, die an ver⸗ schiedenen Orten zum Vorschein kommt, unterhält drey bis uml. vier Springbrunnen. Unmittelbar vor dem Haus senken Uum L. sich drey Terr rassen eine über die andere herab; zal die Matn⸗ Den aen mischen sich mit den Sträuchen und Bli des Parterrs; der X Brustbeerbaum(Khamnus Zi⸗ 5 ziert sie mit seinem zarten Blatt und die Akazie(Mi Sa ie a L.) erfüllt sie mit dem Wohlgeruch Oolall Blüthen. Von diesen Terrassen entdekt das Aug dichte Getrede Baumgärten, den Anfang der Ebene, die lachenden Gär— ind indeß! ten von Pescia, sein Thor, das sich gleich einem Tiumph⸗ sie die j bogen erhebt, seine Glockenthürme, seinen Dom und seine nit den l Klöster, die vom Grün des hinterliegenden Berges her— vorspringen: den grossen aues von Uzzano, der aber ge Haus d der Stadt auf einem gähen Hügel sich ausbreitend die u Olibenhan Kastanienbäume zu ebnen scheint, die ihn umgeben, den ö herlänger, alten Thurm, der ihn zerrscht und das innere lachende en Rücken d immer fruchtbare Schauspiel toskanischen Landrieth⸗ it en giose schaft. Hier, Wdn er es unter seinen Augen hatte, simmt. Un und in dieser Meyerey selbst versuchte ihr Eigenthümer I das Gemälde der suben 30 zeichnen. arben geilen d. H. ben if. K Blättem/ heiliger Hil ihre dunt macht sie E 5. H los, Une K 2 IICI*———————————— 148 Die Berge. odet mt huse zum d. Der ganze Boden von Toskana ist ausserordentlich uet bergig; umgeben von den Apenninen ist diese Provinz noch Vhu überdies im eigentlichen Sinn von den verschiedenen Zwei— un, R gen derselben, die sich von ihnen absondern, durchschnit— aliir di ten. Die hohen Ketten sind von Hügeln begleitet, die ihnen zur Basis dienen und von denen einige hoch nages und steil genug sind, um selbst den Namen von Bergen henend zu verdienen. Indeß werden sie von dem Landmann von wan sie dem eigentlichen Gebürg wohl unterschieden, da dessen en woh Produkte und Anblik ganz und gar von jenen ver— Ale schieden sind. Nur von den Bergen wollen wir hier un e handeln. n u §. I. Kultur der Berge. n W Die Kette der Apenninen, die Toskana von der Veht italienischen Republik trennt, nimmt auf der Karte nur ö mi eine Breite von dreyßig Meilen(italienischen nehmlich) Ithen ohngefähr ein, indeß man wenigstens drey Tage braucht, trich um sie zu übersteigen. Sie gehört zum Theil der Repu⸗ chme blik Lucca, dem Gebiet von Bologna und Modena; Tos⸗ Bolo kana besizt nur ihren mittägigen Abhang. Meine Beob— Ino achtungen erstrecken sich blos über die Lukesischen und einen Pa kleinen Theil der toskanischen Apenninen. Die ersteren Rpub sind mit grossen Dörfern besäet, die auf ihrem Abhang lunder sich anlehnen und so nah aneinander liegen, daß man mit Kichr einer starken Stimme sich von einem zum andern verständ— W lich machen kann. Im Thal von Pontito, welches Hohh nicht drey Meilen wirklicher Länge hat, sieht man sieben Iean grosse Flecken, die gleich einem Amphitheater auf den 196 Bergen liegen, welche sich iings umher erheben. Von bith einem dieser Flecken erblikt man sieben andere, die rings in um ein anderes Thal gelagert sind, so daß der ganze 4 Theil der Apenninen, welcher der Republik Lucca gehört 0 ö 0 sserordenthc hrovinz noh denen Zwe⸗ gleitet, di einige hoh von Beiga mdmayn voy „da desn senen ve⸗ en wit haz a von de er Kante un en nehmlich) age baucht eil det Rehu⸗ odena; Vs Meine Beb⸗ en Und eig Die erstann rem Abhah daß man mi eun beistinz „ walchth man siedil ß der gutz Luccg gahih 149 oder mit derselben angränzt, nicht weniger als die frucht⸗ barste Ebene bevölkert ist: freylich sind es die andern, zum Beyspiel: der Weg von Pistoja nach Modena, oder jener von Florenz nach Bologna nicht in diesem hohen Grad. Die Geschichte von Italien und den kleinen Her⸗ ren, die ihre Schlösser in diesen engen Wegen hatten, kann allein die Ursache dieses Unterschiedes angeben.) Alle Einwohner der Berge sind in Flecken vereint, welches nicht wenig beyträgt, ihre Anzahl beträchtlicher scheinend, so wie ihr Leben viel angenehmer zu machen, als wenn sie vereinzelt in der Mitte ihrer Wälder und Fel⸗ sen wohnen sollten. Ihr Dorf ist fast immer auf einer ) Alle Flecken des Thals von Nievole und der angränzen⸗ den engen Eingänge in die Apenninen, obgleich im zehn⸗ ten und eilften Jahrhundert das Eigenthum unabhängiger kleiner Herren, wurden im zwölften und dreyzehnten Jahr⸗ hundert dem Gebiet der Republik einverleibt. Siehe die Reisen des Targioni, Torzzetti, Tom. V. beym Artikel Ser⸗ ravalle, Monsummano, Montecatini und Buggiano.) Seit jenem Zeitpunkt vermehrte sich die Bevölkerung und Be— triebsamteit hier ausserordentlich; indeß im Gegentheil die schmalen Thäler, welche man dürchreist, wenn man von Bologna nach Florenz kommt, das Mugello-und obere Arno⸗Thal, von denen Tarlati, Ubaldini, Ubertini und Pazzi beherrscht wurden, deren Fehden mit der florentinischen Republik während des vierzehnten und fünfßzehnten Jahr—⸗ hunderts auf jeder Seite der Geschichte dieser leztern ver— zeichnet sind. Daher sind ihre alten Markttlecken zerstört und wüst, ihre Thäler von Einwohnern, ihre Berge von Holz entblößt und beynahe ohne Weide, und ihre Felder liegen mehrere Jahre nacheinander brach. Weniger war indeß der Druck dieser kleinen Tyrannen als ihre Sorg— losigkeit Schuld, daß ihr Gebiet zu Grund gerichtet wardz ihre beständigen Fehden und der Geschmack am Plindern, den sie ihren Bauern beybrachten, um Soldaten aus ihnen zu machen, trugen mehr als jeder andre Umstand bey, sie auszurotten, d. He ....:ee.ete....— 15⁰ Anhöhe ober einem Bach gelegen, meistens der Südseite, niemals aber der Nordseite zugekehrt, von irgend einer Quelle bewässert und in der Entfernung von einem oder 5— zwey Büchsenschüßen mit Weinreben, Oehlbäumen und* einer den Hügeln ähnlichen Kultur umgeben. Ueber sich 6. ö sind die Kastanienwälder, die sich ins Unendliche erstre⸗ bbn ken und die benachbarten Höhen bedecken. Die Kommu⸗ nikationsstrassen, statt der Tiefe der Thäler zu folgen, 46— ziehen sich längs dem Rücken der Berge, und führen, n statt lange Umschweife zu machen, über steile Berge hin—⸗ hurden auf und hinab, und sind für jedes Fuhrwerk unbrauch⸗ ün bar. Indeß hat ihre Errichtung, da sie gewöhnlich drey 7 Ellen breit mit grossen Steinen gepflastert sind, eine sehr Funhn grosse Arbeit und beträchtliche Summen geköstet. Allein un dies ist eine der Arbeiten der italkenischen Republiken, vor— Rüch züglich aber der florentinischen Republik, die sich bis zu Wl N den kleinsten Dingen groß zeigte. Seit drey Jahrhunder— halen ten bessert man sie nicht mehr aus oder legt keine neuen vern mehr an; auch kann man über das, was sie waren, nur Haun aus den kurzen Strecken, die eine unbedingte Nothwen⸗ Duffe digkeit zu unterhalten oder 1— Stellen, die den Mia Verwüstungen der Zeite! so sehr ausgese ur⸗ fer theilen. Sonst zeigt zerrissene Pflaster zwar in der rur e That überall den Weg an, macht ihn 0 um so ge⸗ gumz fährlicher, denn indeß die einen alle ihre Festigkeit behal⸗ d uol ten, bilden die leeren Stellen, aus denen dir andern her⸗ bine ausgerissen worden, Fallgruben für die Pferde. Iumn zu 9. II. Dörfer im Gebürg.. Gchütg Die Dörfer oder„Castelli“, wie man sie nennt, stel⸗ Muo len eben so wohl wie die Strassen das Bild eines sonst rei⸗ Mle: hen und industriösen Volkes dar, das seit de Erbauung IIRrt derselben den einzigen Trieb, der zur Arbeit ermuntern kann, verlohren hat. Die' Häuser sind von guten und starken Mauern, oft vier bis fünf Stokwerke, niemals Das aber weniger als drey von der vorderen Seite hoch, ob— Aenmin ·E— ᷣISꝗFꝗSFSDSꝗRDSDSQDSDDDSSDSSSSDDDDDSSSSSSSSffffffff...f.... ꝓx Södsit, itgend sihet n einem che 160 lbäumen und Ueber sh dliche erstte Nie 6a die Kommu⸗ 3u folge und füͤl Hren Ber Hih * H⸗ eck unbraucz e nennt, sl ne 151 gleich das höchste hintere Stokwerk nach der Erde eben steht; die Zimmer sind geräumig, die Plasonds hoch, das Zimmerwerk von schönem und dickem Holz, die Dächer mit Ziegel oder Schiefer, niemals aber mit Stroh bedekt, die Symmetrie ist von aussen nicht minder wie in Städten beobachtet, der Flecken ist immer mit guten und starken Mauren umgeben und die Straßen, obwohl schlecht für Zierlich-und Gemächlichkeit, sind zur Vertheidigung gut angelegt. Allein dite Erbauung ist das Werk eines Jahr— hunderts von Freyheit und Betriebsamkeit. Gegenwärtig fallen die Mauren in Ruin, das Pflaster der Strassen ist so ausserordentlich herabgekommen, daß man nicht ohne Furcht seine Beine zu brechen durch selbe gehen kann, das Innere der Häuser ist nakt und leer, der Eigenthümer be⸗ gnügt sich, nur einen Theil des Gebäudes zu bewohnen und will die Kosten nicht aufwenden, das Ganze zu unter⸗ halten, welches allein und ohne Hülfe dennoch den Ver⸗ heerungen der Zeit trozt. Weit entfernt, neue Häuser zu bauen, findet man in denen der Ebene zunächst liegenden Dörfern es oft vortheilhaft alte niederzureissen, um die Materialien davon denen Bewohnern des flachen Landes zu verkaufen. So wurde der Flecken von Stignano, der nur eine halbe Meile von der Ebene entfernt war, beynahe ganz niedergerissen, und jene von Uzzano und Buggiano, die noch kleinen Städten gleich sehen, werden es vielleicht binnen zwanzig Jahren seyn, wenn man so fortfährt, da— rinn zu hausen, wie es jezt geschieht. Was jene betrift, die im Innern der Apenninen und nicht am Eingang der Gebürge gelegen sind, so verkauft man ein gut gebautes Häus von zwölf bis vierzehn Gemächern um fünfzig Thaler und der Zins des besten ist immer auf wenige Lire eingeschränkt. §. III. Kaftanienbäume. Das Holz der Kastanienbäume, die einen Theil der Apenninen bedecken, ist die einzige Einnahme ihrer Bewoh⸗ SSEeEesesbs0 =... 152 ner. Diese Bäume wurden zweifelsohne vor Alters ge⸗ vichd pflanzt und werden noch gegenwärtig durch die Betrieb— 6 samkeit der Menschen unterhalten, welches freylich sehr 2 leicht geschieht, da sie keine Kultur s Nur dann, e E wänn der Boden vom Wasser weggeschwemmt worden, pdst! errichtet man eine kleine trokne Mauer, um sie aufzuhal— A ten; so oft ein alter Baum zu Grund gegangen oder eine shißt leere Stelle sich ͤͤsnet, wohin man einen neuen setzen kann, hinhe sängt man an, eine kleine Terrasse, wie auf den Hügeln, hunn, zu errichten, die man von Rasens 6555 aufbaut, damit chs der junge Baum nicht durch die Heftigkeit der Regengüsse Nge, entwurzelt werde. Die oft genug wied erhe lte Sorgfalt hat den, den Kastanienwäldern eine ziemlich große Aehnlichkeit mit vohl si den gegeben. Bey beyden sieht man HDs acht statt eines steilen, einförmigen Abhangs einen staffelweiß batrigl unterstühten Boden, der mit Rasen und Böschungen hin womit und wieder gemischt ist; doch fehlt viel daran, bis 0 der x Iũ Regelmäß ßigkeit und Industrie der Hüg el-Terrassen gleichen ö bierzehr sollten; auch würde diese und die hiezu nöthige Ar Heit kei⸗ gest; neswegs nothwendig seyn, da man den Boden unter den zwehhn n nie umgräbt oder besäet und ihn ganz sich selbst zwanzi überläßt, daher er auch gewöhnlich mit Rasen bedekt ist, Chlenk der 50 befestigt und dem Vieh Nahrung giebt. enthielte Ganz und gar werden die Kastanien doch nicht sich geannt, selbst überlassen, denn die Bauern behauen sie oft unter stanin dem Vorwand, sie auszuputzen und das todte oder ver⸗ berh dorbene Holz wegzunehmen, im Grund aber aus keiner kinml andern Absicht, als um Holz zu bekommen; und obwohl Eln 9 der Kastanienbaum hinlänglich stark ist, solche Verände— 1111 rungen zu ertragen, die sie ihm machen, so ist es doch Ma d ausser Zweifel, daß dieses vorgebliche Ausputzen ihm sehr ö ö nachtheilig seye. Da die Kastanien im May blühen, so leiden sie viel SM vom Regen und der Wiederkehr der Kälte, die manchmal o is dun in diese Zeit fällt; entrinnen sie dieser Gefahr, so haben.5 Vol sie keine mehr auszustehen, ausser sie würden vom Hagel Wuuur uu r Mteng, die Betn U⸗ freylich shy Nurdam, mi norden, sie aufzußal en oder ein ch nicht sh sie oft uumn dte oder H⸗ aus kinet und obwo *. den ste HM emane V 0 habeg bom Hhl —.—.—..‚::..‚rrrrrrrrr‚‚:...e......— 153 beschädigt, der in den Gebürgen ziemlich häufig fällt, oder durch eine lang anhaltende Dürre ausgetroknet. Die Erndte der Kastanien geschieht im November. Da e Schaale aufspringt, und die Frucht von selbst abfällt, 5 hat man keine andere Mühe, als sie aufzulesen. Die Kastanienwälder werden nicht gemessen, auch schäzt man sie beym Verkauf nicht nach ihrem Flä⸗ cheninhalt, sondern nach der Zahl der Säcke von Ma⸗ ronen, die sie hervorbringen, welches nicht allein von ihrer Ausdehnung, sondern von der mehr oder minder warmen Lage, der Höhe der Bäume und andern ähnlichen Umstän⸗ den, vorzüglich aber von ihrer Art abhängt; denn ob⸗ wohl sie fast alle gepfropft sind, so zählt man doch sieben bis acht verschiedene Arten derselben, die nicht alle gleich einträglich sind. Hier folgt eine beyläufige Berechnung, womit ich mich begnügen mußte. In den meisten Kastanienwäldern sind die Bäun vierzehn Ehlen oder fünf und zwanzig Fuß auseinande gesezt; jeder derselben nimmt demnach einen Raum von zweyhundert Lardi t⸗Chlen oder sechshundert fünf und zwanzig Fuß ein, und die Coltra von 12000 Quadrat-— Chlen kann sechszig Stämme enthalten.(Das W. Joch enthielte 89 Stämme.) Sind die Bäume zu dieser Grosse gelangt, so muß jeder derselben wenigstens einen n Ka⸗ stanien ertragen, welches sechszig Säke auf die Coltra betrüge;(103 Metzen auf das Joch) sind sie äber noch einmal so groß, und nimmt einer vierhundert Quadrat- Ehlen Raum ein, so muß er wenigstens sechs Säke Ka— stanien 2— und die Coltra trüge 180 Säke(313 Metzen das Joch.) §. IV. Kastanienmehl. 1e Obgleich man die Kastanien oft als ganze Frucht ißt, so ist doch vorzüglich nur das Mehl derselben die Nahrung des Volks. Allein ehe man sie mahlen kann, müssen sie zuvor wohl getroknet werden und daher bringt man sie zu DRD‚YꝗYSSSDIEEEE...... 15⁴ diesem Behuf in eigene zu diesem Zwek eingerichtete örr⸗ dun! Hütten, die man„Metiti“ nennt. ßr Diese Dörrhütte ist eine kleine viereckigte gemauerte Roht; Kammer, in deren Mitte ein Heerd sieht, auf welchem ahihl Zeuer gemacht wird, dessen Rauch keinen andern Ausgang Moo als die Thüre hat. Diese Kammer hat gegen die Mitte Falt ihrer Höhe und fünf bis sechs Fuß über der Erde einen sitze falschen Boden von starken ins Kreuz geflochtenen Wei— ö cllizt: denruthen, der von einigen Brettern getragen wird. Ein vnden kleiner Raum muß hierin für eine Stiege übrig bleiben/ Iin al damit man auf diesen falschen Boben steigen könne, auf V welchen alle Kastanien, so wie män sie einsemmelt, ge⸗ im ste schüttet werden, bis dieser kleine Getreidboden voll ist. Nur nit der die einzige Vorsicht muß man hiebey beobachten, daß sie Ctiken ofters umgerührt werden. Seit einiger Zeit nimmt man luchs 6 statt der Weiden: uthen ein Flechtwerk von Rohr, n n vortheilhafter und okonomischer zu seyn scheint. Das Feuer Leen wird nun am Heerd, der unter den Kastanien in der Nitt schhn der Kammer steht, angezündet und Tag und Nacht bren⸗ 1 nend unterhalten, bis diese vollkommen trocken sind. Man se nl därf auf diesem Heerd nur solches Holz brennen, dessen gmt, Kohlen wenig Hitze geben, so wie z. B. das Kastanien⸗ i holz selbst, und sich sorgfältig vor eich oenem oder buchenem M hüten, weil ein nur wenig zu grosses oder zu heisses Miln Feuer die Maronen sogleich braun machen würde. Ihre IN Abtroknung be darf mehr oder minder Zeit, je nachdem sun hr eine. oder kle inere Menge derselben zu dörren ist: in des weniger als zwanzig Tagen kann dies aber auf alle Fälle nicht Gachl lecht geschehen, wenn das Feuer auch ununterbrochen brennt. ö shuk „Warum legt man,“ fragte ich, die Kastanien nicht st nn „auf einen Rost von Eisen, um der Gefahr einer Ent⸗ N 0 „zündung, die unausbleiblich zu seyn scheint, wenn man ii „das Feuer so nahe beym Schilfrohr oder Holz anzündet,. vvorzubeugen 2*—„Gerade darum“, antwortete man mir, 5 damit sie nicht verbrennen! Geschiehr es daher, daß jene— 10 i *— 155 zu es zu groß machen, so ergreift 80 Fla amme das Flechtwerk von Are sind die Leute nachlässig genug, nicht schleunig en, so brennt dieses durch, zerreißt, und die —0 Maronen rollen zuf den Heerd und löschen zugleich das 4 Feuer. Der Schaden ist klein und bald wieder ausgebes⸗ e ein sert; er würde grösser seyn, wenn man das Eisen zu sehr erhizte: die Kinder, welche die einzigen Feuerwächter sind, würden ihn nicht eher wahrnehmen, als wenn die Kasta⸗ nien alle verbrannt wären. t Wenn sie trocken sind, müssen sie gedroschen werden, mmelt.—— XVY 2 ute Um sie von ihren zwey zu enthülsen; allein statt nn Re en mit dem Dreschholz darauf zu schlagen, macht man aus 0 Stüken starker Linwaud, die die Größe eines Schnupf tuchs haben, Säke, die man damit anfüllt, und so lang wider den Boden schlägt, bis die Schaale davon losgegangen it. Diese Verrichtung muß 309 ge⸗ schehen. Wenn die Kastanien gedroschen sind, werden sie ** d Meht dun mit der Schwinge von ihren Hüllen gereinigt, worauf man n sind. M sie nochmals in Säke füllt und sie wieder zu schlagen be— emmen, desn ginnt, bis auch die innere Haut weggefallen, und man sie as Kastauid beym Schwingen völlig hievon reinigen kann. Hder buchege Man läßt die troknen Kastanien auf der Getreidmühle er zu hesst nahlen, wobey man bloß die einzige Aufmerksamkeit zu wüde. J beobachten hat, daß der Laufer etwas gehoben werde; „se nachde sonst weicht das Mahlen dieser Frucht von jenem des Ge⸗ hrren ist: i treides in nichts ab, und man bedarf hiezu nicht mehr Alle alle n Geschiklichkeit als zu jenem. Das Mehl, welches sie ge⸗ erhrocht ben, ist nicht mit Kleyen gemischt, sein Geruch und Ge⸗ Nl unl erbroche schmak ist ausnehmend süß und zuckerartig, seine Farbe astanien n ist graugelb, die sich um so mehr der weissen nähert, als einer El die Kastanien mit gröserer Aufn derksa mkeit getroknet wur⸗ wenn mal den und von einer besseren Qualität waren. Die Maro⸗ 56 nen, welche für die besten gehalten werden, deren Schaa⸗ len mit erhabenen Streifen gezeichnet sind, geben ein süs⸗ ttele man uu, hüfi seres und weisseres Mehl als alle andern. Dies Mehl Her, daß iu SSSi PDPIIII‚II‚‚‚‚‚‚tetee‚e 156 ‚ sarst! ballt sich und wird hart, wenn man es in der Hand zu⸗ in sammenpreßt; man kennt es im Lande unter dem Namen 100 Farina di neccio“ oder Farina dolce.“ Die Kastanien kosten zur Zeit ihrer Einsammlung i. ohngefähr fünf Lire der Sack: allein gewöhnlich bringt 0 man nur die der zunächst liegenden Berge auf den Markt,—1 wahrscheinlich werden sie tiefer im Gebürge weniger kosten. 2 Drey Säcke grüner Kastanien geben erst einen Sak Mehl, 0 5 und dieser wird gewöhnlich um zehn bis zwölf Lire— mün (1 Metzen Zfl. 28 kr.)— verkauft. Ineinem Mißjahre 40 sah ich indessen den Preiß des Mehls aufs dreyfache stei⸗ 1 gen, und ohngeachtet seiner großen Theurung doch von den Armen kaufen, weil mit einem Pfund desselben sich eine Person zur Noth ernähren konnte. lu l Das süsse Mehl erhält sich das ganze Jahr sehr gutz; 100 s6 die reichen Gebürgsbewohner behalten selbst durch zwey ussa. oder drey Jahre Vorräthe von selbem. Um es aufzube— duut halten, ist es hinlänglich, es in einen troknen Ort ein⸗ und w nischliessen und fest einzustampfen. Zu diesem Behufe Fube wird es in große hölzerne Kisten geschüttet, und mit höl⸗ inig zernen Keulen so fest angestampft, daß es so hart wird, kinen daß man nur mit der Hacke im Stande ist, etwas davon d de los zu kriegen; dann wird zwey oder drey Finger hoch meht a Sand, oder besser noch Asche darüber geschüttet, und die woh die Kiste ruhig gelassen, bis man sich des Mehls bedie— Hus z nen will. Ist diese Zeit gekommen, so kehren sie die hofigke Asche weg und stechen das Mehl mit einem eisernen sih en Werkzeug heraus. Trift man nicht diese Vorsichten, so fin xn wird das Mehl im Sommer bitter. munsse §. V. Gebrauch des Kastanienmehls. Wn Dieses Mehl ist die vorzüglichste Nahrung der Ges zbichen bürgsbewohner. Die Bauern auf den Hügeln, so wie rachden die auf der Ebene, kaufen es von ihnen, und zehren ein wache i ansehnliches Quantum davon auf; da es von einem äusserst Nece süssen und sehr angenehmen Geschmak ist, so erfordert es hchaus 157 der Hand zr sonst keine Zuthat, und in den drey vorzüglichsten Ge⸗ dem Man richten, die man hievon macht, der Pollenta, Necci und Pattoni ist es mit nichts als blosem Wasser gemischt. Einammin Um Pollenta zu machen, schüttet man in einen Topf hnlich bing siedenden Wassers das Mehl, welches man hiezu verwen⸗ fden Manz den will, ohne auf ein Verhältniß zwischen diesem und dem eniger kosten Wasser denken zu dürfen, weil es nicht mehr als die nö⸗ u Sak Mehl thige Menge desselben annimmt; nachdem man es einige wölf Lire— Zeit sieden gelassen, rükt man den Topf vom Feuer, em Mißjaht schüttet das überflüssige Wasser weg, thut Salz hinzu und dreyfache ster rührt den Teig, der am Grund des Topfes liegt, so lang doch von dn um, bis er die Dicke eines englischen Puddings bekommen; elben sich en er bleibt zu fest, wenn man ganz und gar alles Wasser hat ablaufen lassen, ehe man ihn umrührte, doch muß aht seht gt man sich noch mehr in Acht nehmen, zu viel darauf zu durch zeg lassen. Nun wird der Topf noch einmal ein wenig zum eb aufsch Feuer gestellt, damit der Pudding sich leichter ablöse, knen On ei und wenn dies geschehen ist, wird er aufgetragen. Seine Farbe ist dunkel aschgrau. Da diese Substanz ein wenig leimig ist und sich an das Messer hängt, so wird sie mit einem Faden geschnitten; man ißt sie allein ohne Brod und Fett; sie ist sehr nährend, und wie die Bauern sagen, mehr als der türkische Weitzen. Obwohl diese Nahrung die wohlfeilste von allen ist, so giebt es doch kein reiches Haus zu Pescia, wo man nicht manchmal aus Lecker⸗ haftigkeit Pollenta äße; die grösten Leckermäuler begnügen sich ein wenig frischen Butter darüber zu giessen, oder fein zerschnittene Zitronenschalen darein zu mischen, ehe man sie umrührt. Um die Necci zu machen, bereitet man einen klaren mehls. Teig von süssem Mehl und kaltem Wasser, und läßt ihn zwischen zwey am Feuer heißgemachten Steinen backen, jesem Beu und mit h so hart wid, etwas dabon Finger E schüͤttet, u Mehls bedie⸗ ehren sie N inem eiseng orsichten, ing der 0 nachdem man diese zuvor mit gedörrten Kastanienblättern, geln, so uö welche ins Wasser getaucht wurden, belegt hatte. Die ithrn Necci sind eine Gattung Waffelkuchen, und ein Waffel⸗ mnem ansn kucheneisen würde ihr Backen geschwinder und besser ver⸗ afaden reerrrree‚ireeee.ee 158 richten. Wenn der Teig der Necci in kleinen Kuchen* im Ofen gebacken worden, so nennt man diese Pattoni; 3u endlich wird jene Gattung Kuchen von diesem nemlichen 11 Mehl, die mit Oehl angemacht und im Ofen in metalle⸗ 2 nen Gefässen gebacken worden, Torten genannt. sünd Nur allein in Toskana ist der Reiche auf die Speisen mn der Armen lüstern und ißt sie als Leckerbissen; die Po!— Ean lenta, Necci und Pattoni werden in einigen Läden zu Fm Lucca, Pescia und Pistoja verkauft. Man ladet sich—56 gegenseitig zu diesen Speisen ein und schikt sie als Ge— Runt⸗ schenke nach Florenz und Livorno, wo das süsse Mehl lich zu wenig bekannt ist.*) Sci Nm g §. VI. Zustand der Gebürgsbewohner. nuch Man erkennt an der Gestalt der Gebürgsbewohner sudmn sehr leicht, daß die Nahrungsmittel, die wir so eben be— die U schrieben, nicht minder gesund als angenehm seyen. Ich weiß, daß ihr thätiges Leben viel zur Erhaltung ihrer der E Gesundheit beyträgt, allein die Schönheit ihrer Züge rührt diei gewiß auch großentheils von ihrer Nahrung her. Das 300 „Meines Wissens werden in Deutschland blos im Ziller⸗ wii Kreiß in Untersteyermark Kastanienwälder angetroffen; in bare kleinerer zerstreuter Anzahl findet man diese Bäume hin⸗— Ihten! gegen im hügligen und gebürgigen Theile von ganz Un——— tersteyermark, und dem südlichen Theile von Kärnthen;.— ihre Verwendung ist aber bey weitem kleiner als in Italien; 5. denn sie werden entweder gesotten oder gebraten von Men⸗ 1 schen konsumirt oder roh den Schweinen zur Mastung vor— shen z geworfen. Daß man diese Bäume pfropfen, und so ihre bun Et Art veredeln und vergrößern könne, wissen die wenigsten, Iud vt auch hab ich nirgende einen gepfropften oder okulirten Ka⸗ Rmmen stanienbaum angetroffen. Sie säen sich selbst aus und Lagt kommen in unserm Klima sehr leicht fort, und es ist wirk⸗— lugen lich unverantwortlich, daß man auf die Kultur dieses sehr nüzlichen und geschwind wachsenden Baums nicht größere ul⸗ Sorgfalt verwendet. D. u. R .‚.‚reereeeeee. leinen guän iese ba Auun sem nemldn en in metale annt. uf die Epesn sen n; die bo igen Laden Nan ladet si sie als 6 6 sisse MG hewohnet, bürgsbethy vit so chen m seyen. rhaltung in rer Juge uh ng her. D blos im zlt angettoftnte jese Baume hy von gaht von Käthtkh r ale in Jtalin raten ven N I2E Maftung l u, und so fl die wenihn rokulitten d selbßt aut und es is I lltur ditst 0 6 nicht Ril d. l6 159 Thal von. to und Schiappa, wovon ich bereits sprach, hat sich in Toskana einen hohen Ruhm durch das Prero-⸗ gativ, lauter schone Weiber zu haben, erworben. Ge⸗ sunde Farbe und zarte Haut, regelmäßige und edle Ge⸗ sichtszüge machen ihr unterscheidendes Kennzeichen aus, und da diese Weiber eine ihnen eigenthümliche Kleidung tragen, die in einem Rocke besteht, der an den Schultern festgemacht ist, so giebt ihnen dieses eine griechische Tour⸗ nüre, oder vielmehr: sie sehen den Weibern der heutigen Mode ähnlich. Diese Kleidung trug viel bey, sie bemerk⸗ lich zu machen; es gab keine Maskerade, wo man nicht Schiappinerinnen— einem Stücke Scharlach um den Arm gesehen hätte. Die Damen der twollten glauben machen, daß man unter jeder Maske ein schönes Gesicht finden würde, welche ein Kleid anzöge, das bekannt für die Uniform der Schönheit galt. Es ist zu verwundern, daß die Anmuth und die Reitze der Schiappinerinnen sich ohngeachtet der rohen Arbeiten, die ihnen in der Abwesenheit ihrer Väter, Brüder und Männer ganz allein obliegen, erhalten können. Die Männer gehen alle Jahr in die Maremmen von Toskana und den Kirchenstaat;*) eben so ungesunde als frucht— bare Provinzen, die nicht genug Einwohner haben, um ihren Ackerbau bestellen zu können, und wohin der Geiz und das Elend die Unglüklichen ruft, um wider das Fieber und den Tod zu 4 5 Nur wenige von jenen, die den Sommer in den Maremmen zub en entrinnen ihren giftigen Ausdünstungen. Allein die Bergbewohner von Schiappa und dem benachbarten Theile der Apenninen sind vorsichtiger, und begeben sich nicht eher in die Mä— remmen, als bis die ersten i die Luft ge⸗ reiniget haben, und kommen im May wieder zurük; die langsamsten und geizigsten helfen noch die Erndte voll— Man nennt in Italien Maremma“ die am ufer des Meers gelegenen Provinien, die dessen Nachbarschaft ungesund macht. O. H. ———————————...——...:..sp.e‚rr.r.rrrtt.‚...... E 160 bringen, die gegen die Mitte des Juny geschieht, und Mall kehren dann in ihre Gebürge zurük, um dort während der Hitze des Sommers zu bleiben. al Obgleich das innere Aussehen der Flecken in den Apen⸗ fhtel ninen sehr gegen die Ueberbleibsel ihres alten Wohlstandes alod absticht, so sind die Gebürgsbewohner doch keineswegs so arm als die Bewohner der Hügel; die meisten unter Mp: ihnen sind vielmehr Eigenthümer ihrer Wälder, und thei— Cchl len mit keinem Herrn oder zahlen niemanden eine Abgabe. Derg Jährlich bringen sie etwas Geld von ihren Arbeiten in wölf der Maremma nach Haus, und verwenden es zur Ver⸗ 3f s besserung ihrer Besizungen, und befinden sich in einem Zu⸗ wahn stande wachsenden Wohlstandes, was man von den Hü— mur e gelbewohnern nicht sagen kann. zvente V. MI. Soa fe. vin Wahrscheinlich gewöhnten sich die Bergbewohner da— 8 durch an in der Maremma zu überwintern, weil sie selbst un. ihre Schafe dahin führten. In Toskana werden nur ii auf solchem Boden Schafe gehalten, den man sonst zu ü nichts benutzen kann; ihr Fleisch wird sehr wenig geachtet iü und ist um drey Soldi wohlfeiler als Rindfleisch, obgleich es nicht schlecht ist; vielleicht würde es noch wohlfeiler Kmn seyn, wären die Schafe im Lande nicht so rar. Die Sae Wolle, die vormals so viel zum Flor der florentinischen 163 Republik beytrug, hat gegenwärtig nichts ausgezeichne⸗— 10 tes mehr, und wird in Landfabriken, die sich auf grobe 0 Zeuge beschränken, verwendet. Ohne Zweifel könnte man 1—4 sie, wenn Sorgfalt hierauf verwendet würde, verbessern, ö allein niemand giebt sich damit ab: die Schafe sind in die Hart Gebürge oder in die Wüsten der Maremma verwiesen, Mür in den Händen nachläßiger Bauern, die kaum einen Un⸗ 10 terschied in der Qualität derselben verstehen, und ganz mot und gär unfähig sind etwas zu vervollkommnen. den se Es ist unmöglich, die Schafe auf irgend ein Feld, ö n welches auf italienische Art kultivirt wird, und mit Reben, 15% Maulbeer⸗ enen Lote ——— DSReeeeeeeeD...eeee———————* 161 geschicht, tmhenn Maulbeer-Oliven- und Fruchtbäumen bepflanzt ist, weiden * H9 Al zu lassen; und die Biernn da sie gezwungen waren, ll ihr Vieh immer im Stalle eingesperrt zu halte n den Men I Vieh imm ö alle i1 ge rt z31 halt n, er ses Wohlstande—— als die Schafe ertrügen u d gr ve V eingeschlossene Leben leichter rößern Vortheil verschafften. keineswegs 5 Henee 6 0— 77 5 CIL F— 3 8 Da man die Se Hale zweymal im Jahre scheret, im meisten untz W ‚ ö undth. May nemlich und Oktober, o wiegt ihre ied esmalige Schur nur zwey oder dritthalb Pfund von zwol Der gewohnliche Preiß der Wolle war vor⸗zehn Jahren Albeiten das Pfund, allein sie stieg i ingst 18 in V; auf siebzehr n bis zwanzig Soldi. Es— 6 humaner und oin einen z. theilhafter s wenn die Schafe inde 5 wird die 931 sie viel kürzer ist, N S V zweyte Wol von den Hutmachern sehr gesucht, und beynahe um den hewohnet%. 9———.——„— ber Die Schäfer lassen ihre Schafe im November oder 7 wiil si sf December bedecken, um im April oder May, wenn das ia werden nu N oster Menge ist, Lämmer zu erhalten; jene man sent y aber, die dieselben im Winter hinlänglich füttern können, wenig geacht ů Anfa es hes kommen. eisch, t ihnen das och wohff 3 Y. Se 64 gefütter re rat. R sahre, im Frühling und H derbst; Rischen M I +1 Miche Monate, nachdem ihre Läm⸗ ausgepeichte mer verkauft geworden, denn sie geben gewöhnlich bis sich auf guut in die Hälfte oder zu Ende July Milch. Der Käs wird eachtet, als man glaubt, daß de, verbessen er von Schafmilch gemacht seye, und man sezt ihn in afe sind in d Mißkredit, wenn man sagt, daß Ziegen- oder Kühmilch ja verwiesg, dazu genommen worden; auch Wotlen es die Lrnere um einen I. nicht glauben, daß der Holländer oder Schweizer Käs I u, und gun den sie sehr schätzen„ aus Kuhmilch gemacht werde. Ich nen. weiß nicht, ob es die Milch der Schafe oder übel verstan— end ein ded, dene Handgriffe verursächen, daß die toskänischen Käse nd mir Röl einen üblen Geruch und ranzigen Geschmak haben, an 9 2 KRASF he Landwirthschaft. Raulbes Toskanisch DDDSDSDSDDSDSSeeeeeeeeeeeeeeeEEEEE‚‚‚‚eeete‚e‚e‚e‚eete‚ee 162 den sich ein Fremder nur sehr schwer gewöhnt. Uebrigens Punt ißt man nur sehr wenigen guten Käs in Toskana; der daß u gemeinste und wohlfeilste ist der von Cagliari; er ist weiß, me ohne Fett uid Gluten und ausserordentlich gesalzen. Für Rach den Armen ist er eine nur geringe Hülfe, denn ohnge— tinn achtet seiner schlechten Qualität kostet das Pfund doch zehn Gshn bis zwölf Soldi. Was die Käse betrift, die im Lande 5 gemacht werden, so rechnet man, daß ein Schaf ohnge— e lli fähr fünf Pfund jährlich geben müsse, welches zu fünf⸗ Enlee zehn Soldi verkauft wird. Von den Molken, die beym den wei Käsmachen übrig bleiben, wird sehr guter Zieger, der den Ind H besten Alpenkäsen gleicht, gemacht. Weder von Schaf— Siopp noch von andrer Milch kann sonst ein Nuzen gezogen Weden werden, ausser man wäre in der Nachbarschaft einer großen auf no Stadt. Delen Rechnet man all die verschiedenen Produkte der Schafe, Dst eit ihre Lämmer, Wolle und Käs zusammen, so schäzen die I Schäfer, daß ein Stük einen Thaler oder sieben floren— Aum tiner Lire reinen Nuzen jährlich abwerfen müsse. Sie Futtet können um so genauer und leichter dies berechnen, da sie ihrer! die Schafe nicht auf ihren eigenen Feldern weiden, son— Moanl dern die Weide Fremden, auf deren Boden sie solche trei— nige G ben, bezahlen. Gewöͤhnlich bleiben sie den ganzen Winter thel z in der Maremma, einem völlig wüsten Lande, wo die des d Weide ihnen nur selten mehr als zwey Soldi für das Stük Enlle kostet. Gegen die Mitte des May kommen sie zurük und Sale verbergen sich in ihre Gebürge, wo das Gras sich unter dreßi dem Schatten der Kastanien frisch, aber kurz erhält. Die verschn ersten Maronen, die im Oktober reifen, erinnern sie wieder kmähre in die Maremma zu gehn; denn sonst würden die Schafe Ni ihnen diese alle auffressen. Einige Heerden verweilen bey d. ihrer Abreise auf den Hügeln; man läßt sie zwischen den wudde Olivenbäumen, damit die Oliven, wenn das Gras unten— grißen her hart an der Erde weggebissen worden, leichter können tner gefunden werden. Doch muß man sie in dieser Zeit äus⸗ 988 . 2—— 35d, serst sorgsam hüten, damit sie uicht die jungen Oliven⸗ R —;fᷓzgͤòam ee... 163 nn bäume ergreifen; denn ihr Zahn ist ⸗ j su daß wenn sie 168 en Baum angefressen Waneh er I10— 10 entweder verdorrt oder wenigstens sehr lange Zeit kränkelt. din b Noch mehrern Schaden aber verursachen sie, wenn sie in einen Weingarten kommen, deren Schoße mehr nach ihrem sund doch zh Geschmacke sind. de in Lanz Es giebt indessen doch Provinzen in Toskana, die Echaf chrg bey kleinerer Bevölkerung, die Schafe das ganze Jahr im lches z0 fin Stalle eingesperrt behalten, um sie auf unfruchtbarem Bo— ien, die ben den weiden zu lassen. Während dem Winter, Frühling digtr, der du und Herbst läßt man sie nach und nach die Brach und er von chi Stoppelfelder abweiden. Im Sommer, wenn alle andern Mozen geicge Weiden von der Dürre ausgebrannt sind, schikt man sie aft einet guft auf morastige Gemeinweiden, deren es in verschiedenen Theilen des Landes eine große Anzahl giebt, wo sie sehr kte der üh. oft erkranken und umkommen. „ so schazn N In keiner toskanischen Provinz gehdren die Schafe sieben fotn zum Ackerbausystem; nirgends säet man ein künstliches n müse. Y Futter für sie, nirgends bestimmt man gute Wiesen zu Rechnen, Aft ihrer Weide; nirgends wird der Hurdenschlag benuzt. weiden, s Man hält sie nur in der Nähe von Wüsten, und um ei— u sie solchet⸗ nige Graspläze zu benuzen, wovon man sonst keinen Vor— ganzen Müt theil zu ziehen weiß. Doch vermehren sie die Menge Lande, w des Düngers beträchtlich, weil sie alle Nacht in den di füt Mei Stall eingesperrt werden. Zwar bedürfen sie auch im en sie zukm Stalle etwas Futter und Streu, und man rechnet, daß Gras sch mi dreyßig Schafe über Nacht so viel brauchen als zwey Irz elit.A. verschnittene Kühe; müßte man sie aber Tag und Nacht aem stur ernähren, so würden sie mehr brauchen. ö den diEhn Wären wir von der Art, wie die Schafe in Toskana zur Zeit des Flors der Wollen-Manufakturen behandelt wurden, mehr unterrichtet, wir würden ohne Zweifel größern Vortheil hievon ziehen. Zur Zeit des Floren— verweilen Gras untel Wac tiner Geschichtschreibers Giovanni Villani, um das Jahr 1350, fabricirte man zu Florenz jährlich siebzig bis acht— dieser 575 zigtausend Stücke Tuch, die zusammen eine Million und jungen n + 0 IIDe———...‚ee:::t..etteeeeeetiteeemeeeerr 164 zweymal hunderttausend Goldgulden werth waren; mehr als vierzehn Millionen Livres tournois. Dreyßigtau⸗ send Arbeiter lebten in der Stadt von diesem einzigen Ge— werbe, ohne die Käufleute und Vorsteher dieser Manu⸗ fakturen zu rechnen; indessen war Sdie Wollenkunst“ nur eines der ein und zwanzig Gewerbe, die eine politische Zunft in dieser Republik bildeten. Es ist nicht wahr— scheinlich, daß, wenn man gegenwärtig alle vereinigte, man dreyßigtausend Handwerker in dieser Stadt träfe, dafür aber zählt man mehr als fünfzehntäusend Bettler.“) §. VIII. urbarmachungen im Gebürge. Auf ausgehauten und— sonnigen Stell en im Gebürge, so wie rings um die Dorfer haben die Bauern nach dem, auf den Hügeln befolgten, än ne den Boden urbar ge⸗ macht, und statt der Kastanien, Weinreben, Oehl- und Maulbeerbäume gepflanzt, unter welchen sie Getreid und Zwergbohnen abwechslend säen; doch ist diese Kultur nicht sehr vortheilhaft, weil der Hagel die Berge verwüstet und jeder Bauer erwarten muß, einmal in drey Jahren davon getroffen zu werden. Die Zwergbohnen gedeihen sehr wohl in einem Boden, den man bewässern kann, wie dies häusig in den Apenninen geschieht, wo Wasserquellen sehr gemein sind; an andern Orten leiden sie sehr von der Dürre. Das Getreid oder der Roggen giebt, wie man mir versicherte, sechsfältigen Saamen und dfters mehr; der Weinstok giebt 6 Trauben und einen grünen unangenehmen Wein; das Oehl, das an und für sich nicht schlecht wäre, wird es durch die Nachläßigkeit der Bauern, die bis zum July mit dem Pressen ihrer Oliven warten, und in der Hofnung, ein wenig mehr Oehl zu erhalten, es jederzeit ranzig werden lassen. F. IK. de. Indeß die besten Lagen zu gut für die Kastanien— Siehe Siovanni Villani, Historie. Libr. XI. Cap. 93. Hiume Hissen x lasen, geachtt G̃e I 0 waren u Drens Oreyßsrn in einzigen g. Nfi M Olenk funst' tüe ut WotrotN E Gelleld! Fultur diese Kultut ut Gerwst Toelasg * 06 rey Jahten A Ne n V 97 60 nen gedeigen e ind einen gluhd an und sll 1 f Vlatt d Nachlaßget! 165 bäume scheinen, und ihnen durch Urbarmachungen ent⸗ rissen werden, sind die schlechten 14 blos der Natur über— lassen, und mit weniger nüzlichen Bäumen bedekt. Ohn-⸗ geachtet der Aufmunterungen und Gel d⸗-Prämien, die der Großherzog Leopold allen jenen, die Kastanienbäume pflanzen würden, versprach, fehlt dennoch viel, daß diese Bäume alle Höhen bedekten, die für sie passend wärenz doch ist es wahrscheinlich, daß die Höhe und das Klima des Zentrums der Apenninen für sie zu kalt wären. Auf diesen hohen Bergen sieht man nu r n die Tanne, die die schweizerischen Alpen bedckt; allein die gemeine, so wie die Zirbelfichte vertreten ihre Stelle; die leztere, deren Früchte sehr geschmakvoll und gesucht sind, kann nach dem hohen Preiß, in welchem ihre Früchte stehen, nir⸗ gends sehr gemein seyn; allein die gemeine Fichte, die ihr stark ähnlich und nur diteh die Kleinheit ihrer Kern ninen prächtige Wälder und liefert das schönste Bauholz, wovon man aber aus Mangel guter Wege beynahe keinen Nuzen zieht. In einem weniger rauhen Klima sind die Berge, wel⸗ che die menschliche Betriebsamkeit nicht mit Kastanienbhäu⸗ men bekleidet hat, mit Wäldern von verschiedenen Gattun— gen Eichen bedekt. Die Roth- und Steineiche, so wie der Korkbaum sind mit d der gemeinen Eiche vermischt. Nicht allein die Wälder der Apenninen, sondern auch die der Berge und Hügel im Siennesischen, Volterranischen und in der Maremma bestehen aus diesen Bäumen. Ihre Ei— cheln geben den Schweinen, die man in großer Anzahl in diese Wälder treibt, und sie darin vollkommen sich selbst überläßt, hinlängliche Nahrung. In mehr bevolkerten ) Die Anzahl der Schweine, die die Wälder der Maremma, des Siennesischen, und Volterranischen enthalten, ißt ausser⸗ ordentlich; das freye Leben, das diese Thiere hierin fuhren, ist ihrer Gesundheit sehr zuträglich, und verleiht dem Ge⸗ schmake ihres Fleisches eine vorzügliche Güte. Indeß ist das DSDSDSDSDSDSDDIIDI‚IIIIIII‚IIII‚‚RRt‚t‚.‚..............————————— — *** 166 Provinzen sammelt man die Eicheln mit vieler Sorgfalt, mich um sie auf dem Markte zu verkäufen. n F. K. 5u uch te: was te Die Früchte der Hügel reifen nur unvollkommen auf ne den Bergen und erhalten nie den vorzüglichen Geschmak, Gas, der ihnen auf den Hügeln eigenthümlich ist; allein dafür Il haben die Berge Früchte, die nur auf ihnen wachsen. iitig Ausser der Erdbeere und der Bärentraube, die auf einigen Frude Orten den ganzen Rasen beynahe bilden, trift man in„Ey/ d dem Gebüsche im Ueberfluße Himbeeren, und Johannes— tete er beeren mit und ohne Dornen; Stauden, die den Bewoh— vunẽ nern der Ebene unbekannt sind, und deren Früchte nur vinsern von einigen Kaffeesiedern gekannt werden, welche sie zum ohr Kal Gefrornen verwenden, daher sie auch nie auf dem Markte Min! gesehen werden. Da diese heilsamen Früchte in einem sehr valan heissen Lande ihrer Fäulnißwidrigen Eigenschaft wegen vor⸗ glich züglich nüzlich sind, so hatte ich mir nicht sobald eine men, Landwirthschaft im Toskanischen gekauft, als ich besorgt seyen, war, mir diese Früchte zu verschaffen. In den lezten mit di zwey Jahren hab ich sie mit so vieler Leichtigkeit vermehrt, 31 bein als ich es immer nur im Klima von Genf thun konnte, schmakr und hatte unter anderm sehr reichliche Erndten von Him-— glich d beeren, die besser waren und früher reiften als jene, die Vethind wild auf den Bergen wuchsen. Die nemlichen Vortheile völlg d erhielt ich, als ich Erdbeeren pflanzte, zum großen Er— wendba staunen von Pescia, die, vom Vater auf den Sohn ge— ö wohnt, sich hierin blos auf die Natur zu verlassen, nicht.X einmal wußten, daß man sie verbessern könne. Noch man—⸗ gelte mir eine rothe Frucht, eine der vorzüglichsten, weil sie in der Mitte der brennendsten Hitze reift; ich meine 0 die schwarze Maulbeere. Mit jedermann sprach ich hier— lchyn über, überall begehrte ich sie, ich prieß ihre Güte und N ihren Nuzen; allein niemand kannte sie. Ich wandte die ihn Schweinfleisch, weil es auf allen Märkten überslüßig zu menden haben ist, wohlfeiler als jedes andre. D. H. tewohn —— mJ——‚““— 162 jeler Sohzfth, mich an einige Mitglieder der Ackerbaugesellschaft zu Flo— renz, die aus Verlangen, diese Frucht ihrem Vaterlande zu verschaffen, mir den Auftrag gaben, mich zu erkundigen, was es kosten würde, Sezlinge von diesen Bäumen kom— ollkommen u men zu lassen. Ich erhielt wirklich zwey Bäume von de Geschnth Genf, die ich für mich behielt, in meinen Garten sezte, 1; allein dafz und allen, die mich zu besuchen kamen, als eine Selten— ihnen wachin heit zeigte; unter anderm ließ ich sie auch einem meiner die auf einigt Freunde, einem Geistlichen aus dem Gebürge, sehen.— „nift man i„Ey, das sind ja schwarze Maulbeerbäume!“ antwor— und Nͤann⸗ tete er mir, nichts ist gemeiner, als diese Frucht bey die den Benrh duns; man pflanzt für die Seidenwürmer keine andern in ren Früchte dunsern Bergen als diese, weil sie besser als die weissen welche si zn ↄder Kälte widerstehen.“—„Und essen sie die Frucht?“— uf dem Muhh„Nein! die Kinder, die von allem essen, essen auch diese, te in einem j Hallein niemand bekümmert sich um sie. Ich machte so⸗ haft wegen tu gleich Anstalten, eine Reise mit ihm ins Gebürg vorzuneh⸗ icht sobad eh men, und mich zu überzeugen, ob es wohl die nemlichen als ich kein seyen, und gab auf meiner Durchreise überall Besehl, In den L mir die Frucht dieser Bäume, so wie sie reif seyn würde, Hket vemdhn zu bringen. Ich fand die Früchte sehr schön, süß, ge— af thun bur schmakvoll und in jeder Hinsicht den unsern ähnlich, ob— gleich die Nachläßigkeit der Italiener und der Mangel an Verbindung zwischen einer Provinz und der andern sie völlig den Apenninen, als eine blos für Schweine ver— wendbare Frucht überläßt. adten von ha⸗ n als sene, lichen Vonha um grofen fden Echne§. XI. Am Eingang der Geburge gelegene erlaset, nit Fabriken. ne. Noch mn. glichsten, 0 eift; ich U prach ich R ihre Güt Wayier m u belen. Ich würde von den toskanischen Bergen und vorzüg— lich jenen, die an Pescia gränzen, nur eine unvollkommene Idee gegeben zu haben glauben, wenn ich der Fab!iken, die ihre Eingänge einnehmen, und von den hinauskom— Ich wandz ö 4.. 1 ö 0 menden Bächen bewegt werden, nicht mit einigen Worten n iberfli erwähnte. Ueberdies sind so mancherley Verhältnisse zwi⸗ .1 PP——————— VN DISISISISIIIIeeeee DSSDSSSSSEEeeeeeeeeeeee—.‚.‚‚s‚s‚seetetetettte.* ausbreitet, dessen Felder ⸗Reichthum ich bereits 17 IIEI 4 abe, ist von einer betrachtlichen Anzahl von 9 14 i*— Dbie der E 0 1 V ma ei* 7 L je Ionmnmen Aut inieen Sehinidten und 7 miihlen He⸗ nommen. Außer ein gen— Nioreil I Sagmuhten be⸗ merkt man hier vor allen zwanzig Papiermuhlen und drey 0 NS Merbe 5 Ahsyinnen der S Radwerke zum Abspinnen der& 3„*. die N. 1658906* nn Ausdeh U n e GPier! en und- U mnmu E. 77„Aweifel ein Gegenß NSDoes( 2 en ohne Zweisfel ein Gegenstand des Er⸗ bfṹ 1 V** 0 El 4 at Hre Er üGg⸗ +* +—*„ —.„*N Nie 5 von Sela üftausend Riß Vabier edes i vanna 1 I ni Papier„ ledes 5 1anzig SE3 144e s INu V 3 tstons„Wo Dontner tasani Gonir-K- sen sedes wenigstens zwey Zentner tostanisches Gewicht ha⸗ ben, und werden nicht unter hundert und dert zehn Lire verkauft: der jährliche Ertrag dieses Zwei⸗ Manufaktur übersteigt demnach achtzigtausend che Thaler. Sein Gewicht steigt beynahe auf eine Million Pfund, und die Hadern, aus denen es erzeugt wird, wogen, ehe sie im Stampf veragrbeitet wurden, 7 worin sie mehr als ein Drittel ihres Gewichts verlieren, anderthalb Millionen Pfunde. Die Papiermühlen von Pescia sind ohngefähr der vierte Theil jener von ganz Toskana; di sind im Thal von Nelsa, zu„Sienna, und im Staat von Lucca gelegen. AWin wozu sollen jährlich zwanzig⸗ tausend Riße oder vier Millionen Pfund Papier? Toska⸗ na, obgleich es 6 Buchhändler und vorzüglich Ad⸗ vokaten und Schreiber hat, die eine reichliche Konsumtion desselben machen, ist 125 weitem nicht hinreichend, der Pro⸗ 7 duktion einer so beträchtlichen Manufaktur Genüge zu lei⸗ um d und u bahl. und di Pall Ballen emande 169 u/ jene bidn 16 Ued. sten; allein es hat glüklich oft die W.—— WM offnen Hafen, durch welchen Wil samen 10.. Verkehr steht, aube, von mie IIIHE N„: Voh Mle beiten zuführt. Alles Papier, welches voenhl Renblit hey dey V IHahoan ind sein PByeis 1 dult veh di kommt 88 Wunnr on, und sein Preis Konkurrenz von Holland und Englan mich bereit Man wird nicht minder nen Aahl o her so viele Lumpen und Hadern Wtt, engt piermühlen als we Sagmühlen he welches sie lein ic Auödehnum pen, Dertn tand dis Er meln; rer Etheh⸗ täglich aus dem Kirchenstaat und ftausend M zu In⸗ an, doch könnte ob ganz Italien jährlich genngsame Lumpen hervorbringe, Genicht h um dem Bedarf seiner Papiermühlen Genuge zu thun, f05 und man muß fürchten, daß sie nicht die Häßen der Le⸗ dieses Auet vante in Kontribution setzen, und daß die Keime der Pest achtzigtalsad und des Aussatzes nicht einmal in einem jener unreinen * + 4. RAih 1565 15 S465 IRn— 0 Ballen verborgen seyen, die man den Arbeitern zum Aus⸗ in„VE 1Ror 574.** MHfRoA 5* ö l einanderklauben giert, ehe sie gewaschen werden. en(oe Litet wurde Wenige Manufakturen tragen so wenig zum wirklichen velltun National⸗Glüt bey, als jene des Papiers, weil sie weder das Erzeugn iß eines rohen Stoffes ermuntert, noch den 1½ MVoen** RNIsuc—* „ihrdr Ei Künsten oder dem Ackerbau zu: Stütze dient. Oo rar —9.4• auch immer die Lumpen werden mögen, so wird man doch d im Ein nicht Ein Feld mehr Flachs od ine KN VIINIIEN Mo* Hawah Clle mehr Sn wehen, he⸗ 19 Tuib kommen. Zudem verschaft da⸗ Wier: ö brikanten, die es unmittelbar deAmmule 0 188 als den H herum nträger die 900 W ihm dienen; indeß 4 es doch in lezter Hinsicht dem Lande Ouhm dienlich, indem es die Bauern und vorzüglich die Gebürgs⸗ 10 ND vor züglich A 176 bewohner, die in der Nähe dieser Fabriken wohnen, auf⸗ nigst! muntert, mehr Lastthiere zu halten, als das unumgäng⸗ vutn liche Bedürfniß ihrer Meyerey erheischte; der Acker wird che N. hiedurch besser kultivirt, und die Menge des Düngers, der worüber der Bauer zu disponiren hat, wird ansehnlich ver⸗ Iuru gehrt. Allein eine Papiermühle würde die National-In⸗- Huhh dustrie ganz anders erwecken, und eine direkte Aufmunte— 8. rung für den Ackerbau seyn, wenn man dahin käme, den d de Lumpen andre rohe vegetabilische Substanzen zu substitui⸗ niht sd ren. Erfahrungen, die man neulich in England über das zme Stroh machte, geben Hofnung, daß man einst dahin ge⸗ shait langen könne. Re Eine Papiermühle erfordert ein sehr ansehnliches Stamm⸗ Imme Ka pital; die zu diesem Behuf im Thal von Pescia er⸗ Sunstl richteten Gebäude sind sehr weitläufig, und haben starke 1 n Summen zu ihrer Erbauung gekostet; der Mechanism der WMil Hämmer und Räder, das Dach und Hängwerk erforder⸗ 0 ten viel Bauholz, die gegrabenen Kanäle zur Wasserfüh— H⸗ rung waren sehr kostspielig, der Maurer, Zimmermann, Steinhauer, Kanalgraber wurden ernährt und aufgemun⸗ Iin 2 rert; so beträchtliche Kapitale können nicht unter die Klasse mi der nothwendigsten Handwerker vertheilt werden, ohne daß niu sie nicht auch dem Landmann unmittelbar nüzten, der alle müt diese Gewerbe selbst ausübt. W Was die Papiermacher selbst betrift, so ist ihre Anzahl R———65 Westem zum Verhältniß ihres Produkts sehr gering, und es scheint nicht, daß alle im Thal von Pescia sich befindlichen Ar— an beiter, Männer sowohl als Weiber, auf zweyhundert sich 0 3 belaufen, da das nemliche Kapital, welches diesen ihren 11 Unterhalt verschaft, mehr als dreymal so viele Seidenar⸗ 10 3 beiter in Bewegung gesezt hätte. ä . XII. Von der Seidenmanufaktur. Daun Die Seidenmanufaktur verdiente in Toskana in jeder Hinsicht den Vorzug vor andern; sie war lange Zeit die i H. Schwester und Wetteiferinn des Ackerbaues, dem sie in⸗ In z————— T᷑HHCTCHCTCTCTCTCTCTRTCTCTCTCTCTCTCTCTCTCTCTCTCTCC— 2— 1—————‚..——— wohnen, a 5 unumpänp r Mter wi es Düngen, ansehnlich her⸗ Midnal⸗) e Aufmuntte in käme, den u zu substitut zand über das inst dahin ge liches Stamm on Peoeig haben sins Nehanism di gwerk erfordeh ur Vaserfüt Zimmermann, und aufgemus inter die flast den, ohtedaß üzten 1l hee M und es schent sndlc en W. Heyhundett sih diesen ihre sele Seidendl⸗ faktur. „ I kana in lange 54 3 N dem sie 1 ——. .—:7— V ++ 2—.—.—..—.49 69.— 171 nigst verbunden ist; sie ermunterte ihn, unterstüzte ihn in Zeiten der Noth, und Wa in Zeiten der Muße, wel⸗ che die Feldarbeit übrig läßt, den Weibern und Töchtern der Bauern eine nüzliche Beschäftigung; daher kann man nur mit beklommenem Herzen ihren langen Verfall und nahen Sturz betrachten. So stark ist die unumschränkte Herrschaft der Weiber und die hartnäckige Verblendung der Mode, daß man sich nicht schmeicheln darf, daß der vereinte Zuruf der Freunde Frankreichs, Italiens und Spaniens die Lieblingsleiden— schaft für die Baumwollenzeuge, selbst in ihren eigenen Ländern, werde unterdrücken können! Es wird so weit kommen, bis alle Werkstätten geschlossen seyn, und die Künstler ihren alten Gewohnheiten entsagt haben werden, um neue zu lernen; dann werden die Pächter statt ihrer Naulbeeren vortheilhaftere Bäume setzen, und es wird eben so unpolitisch seyn, die Seidenmanufaktur wieder herzustel⸗ len, als es unpolitisch ist, sie zu zerstören! 5— Erzeugung der Baumwolle ist und wird dem grö⸗ sten Theil von Europa immer fremd bleiben; der große Verbr 3000„den wir davon Fene belebt bloß die Land⸗ wirthschaft von Indien. Möge sich der Kosmopolit ja nicht zu voreilig hierüber freuen, denn das Gute, daß wir die Kultur des Baumwollenstrauches ermuntern, wird bey weitem durch das Uebel überwogen, daß wir unsern Ehr—⸗ geiz, unsere—— und unsern Monopolsgeist in jene Län⸗ der übertragen! Der Maulbeerbaum ist hingegen bey uns einheimisch, steht in unsern Feldern, und hat als Ei bschaft vom Vater auf den Sohn, W als Eigenthum des Verkäu⸗ fers dem Käufer überliefert, einen reellen Werth; seine Blätter konnen ihren Nutzen und Preis nicht verlieren, ohne daß der Bauer nicht sein Eigenthum, und die Nation einen Zweig von Reichthümern verliert, der jenemee gleich ist, was vor zwanzig Jahren alle Maulbeerbäume werth waren, die sie besizt. Im gegenwärtigen Augenblik schadet die Seidenma— SSISSIISISSIIIIIIIIt....... 172 nufaktur der toskanischen Landwirthschaft vielleicht so viel, als sie ihr nüt. Wir haben in der ersten Abtheilung die⸗ ses Werkes gesehen, daß die Erziehung der Seidenwürmer sehr mißlich und schlecht belohnt seye, so daß, wenn alles genau berechnet wird, der Bauer mehr Verlust als Ge— winn hiebey habe, und daß bey dem gegenwärtigen Zu⸗ stand dieser Fabriken der Absaz der Kokon's, welche das Land erzeugt, ein dem Bauer vorgewiesener schädl icher Reiz seye, der ihn verführt, in eine schadenbringende Lotterie zu spielen, um durch die gewisse Aufopferung seiner Arbeiten und seiner Auslagen die Möglichkeit zu erkaufen, etwas zu gewinnen, das ihn doch nicht hinlänglich entschädiget. Sonst war der Preis freylich ganz anders, als verhält⸗ nißmäßig——— Werth der Arbeit die Kokons viermal mehr galten. Wir haben bis jezr die gegenwärtigen Hindernisse der Seidenfabriken gesehen, laßt uns nun auch die Vor⸗ cheile die ihnen noch ul übrig bleiben.— Was ich hierüber sagen werde, läßt sich eben so gut auf alle südlichen Pudoinzer Fra wenden. Der Bauer fand sonst in dem S idenpuppenhändler einen Mann, der immer bereit war, ihm vorzuschiessen oder sonst in betrübten Umständen zu dleidt diesen Vor⸗ heil hat er verlohren, aber immer bleibt ihm noch der, etwas von der Erndte zu verkaufen zu 1⸗ womit er 0 die Kosten derselben leichter bestreiten kann. Doch nicht blos die Pr 3— nder Seide, sondern auch alle Arbeiten, die in der Folge mit ihr vorgenommen werden, interessiren den Bauer; keine ist ihm fremd 3 wirklich werden auch alle Arbei iten, die mit der Seide vor⸗ Senme aden ee sie den Färbern übergeben wird, blos von Landleuten, vorzüglich aber von Gebürgsbewoh⸗ nern bey Insduier Witter ung oder müßigen Stunden verrichtet. Die erste dieser Arbeiten ist das Ziehen der Seide aus den Kesseln, deren vier und zwanzig zu Pescia sind. Drey Weiber arbeiten bey einem jeden derselben, die gewöhnlich Biuen auche digt 0 ihien f N EI H hachee muß au dn, W. dann u dern vel Wihtis Pnnen, ciles int chen so VBude Hen, d Han dem L wen de fall ih kaubt! andern ist, in nicht V. U gen Jut welche das NII V.. 10l I de zu Arbe en Wad „ Awas . M nhschadiget. x 7½ als verhall⸗ ich die Rhl ie x MI v.— M 1 ü V A auf al AM NV denganen chlenen * Mor⸗ m noch de I amit „ Wollig vestia sd 41 die vöhnih 173 Bäuerinnen aus dem e Gebürg sind; daher man auch Sorge trägt, daß die Kesselarbeit im Oktober been⸗ digt sey, damit sie zur Zeit der Kastanieneinsammlung zu ihren Feldarbeiten rükkehren können. Aus diesen Kesseln kommt ausser vier tausend Zentnern Seide beynahe doppelt so 5 Wirrseide, die in zwey verschiedene Sorten getheilt wird. Alle diese Wirrseide muß ausgelesen, kartätscht und im Land wer⸗ den, wodurch sie die Hälfte ihres Gewichts verliehrt und dann meistens im Thal von Pescia selbst zu Fl dern verarbeitet wird. Man wird sich eine Idee von der Wichtigleit dergleichen Arbeiten füü können, wenn man bedenkt, eines ins andere 3 eben so viel zum Spinnen und Bänder erfordere; und di Un nen, die diese Fabrik der Landu man hört, mehr als d die ö dem L on Weibern, Töchternz — IIE Rovon ruich bereg) * V gewährt, wenn dieser Arbeiten auf haber von Witt⸗ en 9r Wan rn und solchen, denen ein uuglüklicher Zu— fall nn S and und die Hülfsmittel ihres Unterhalts ge⸗ raubt hatte, verrichtet wird; allein man muß von der andern Seite bedauren, daß diese Hülfe so äusserst gering ist, indem die angestrengreste Ar ꝛeit der Weiber ihnen nicht mehr, selbst bey den Fewiüdbotten Verrichtungen als dreyzehn Soldi täglich und nur zehn Soldi, wenn sie zu spinnen gendthigt sind, einbringt. Jede Seidenmühle beschäftigt in ihrem Inneren be— ständig fünfzig Personen, Männer und Weiber, wovon die leztern in jenem Theil des Gebäudes, der zum Spinnen bestimmt ist, arbeiten, die erstern aber beym Räderwerk die Seide verdoppeln und zwirnen. D — och ehe man sie von einem Theil des Gebäudes zum andern über tragen kann, muß sie auf Spulen gehaspelt werden, die man nauf Räder stellt. Diese Arbeit geschieht zweymal, e gewöhnlich aber auf dem Land, wodurch sie eine ungeheure Menge 174 Hände beschäftigt. Rechnet man alle diese Arbeiten zu⸗ sammen, die die Seide zu ihrer Zurichtung vor dem Kochen im einzigen Thal von Pescia erfordert, so kommen 45 8,0⁰0⁰ Tagwerke heraus, wie ich dies bereits oben zu sagen Ge⸗ legenheit hatte. „Ist es wirklich vortheilhaft,“ könnte man mich fra⸗ gen,„daß der Bauer mit derley Beschäftigungen seine „Feldarbeiten vermischt? Verliert er nicht, um zwey so hum „wesentlich verschiedene Erwerbszweige zu umfassen, bey 19 Hl „einem sowohl als beym andern an Geschiklichkeit und michte „Fähigkeit? Werden die Weiber und Tochter um eines „Gewinnstes willen, der ihnen ganz zugehört, nicht das sche „Interesse der Haushaltung und die minder unmittelbar und de Heinträglichen, hingegen wichtigeren Feldarbeiten vernach⸗ 0 nit! ̃läsigen?' Ohne Zweifel sind alle nüzlichen Einrichtun— Glser, gen mit Unannehmlichkeiten verbunden, und es ist nicht indesen s zu läugnen, daß die Errichtung von Fabriken auf dem dem Lid Land nicht mehrere zur Folge hätte; indeß muß man doch Echtitst zum Vortheil jener von Pescia bemerken, daß sie, nach⸗ spinnt e dem sie am Eingang der Apenninen liegen, ihre Arbeiten sich nich vorzüglich unter den Gebürgsbewohnern vertheilen, die der Wuer b Winter gleichformig zu einer gezwungenen Ruhe von meh⸗ nacher i reren Monaten verdammen würde, und welche, nachdem nouigkit sie ihre Schaafe eine kurze Zeit zur Weide gehütet und ihre des Jun Kastanien eingesammelt, nichts mehr zu thun haben, was er selhst sie auf das Feld rufte. ds Juch Auch giebt es hie und da in den Bergen einige Glas⸗ in sint hütten, allein das Glas, welches hier erzeugt wird, ist᷑ alme grün und äusserst dünn, so daß es mit dem böhmischen su zum Gebrauch des Lurus in keine Konkurrenz kommt, da man nicht einmal jene starken Flaschen, in denen die fran⸗. Nl zösischen Weine aufbewahrt werden, hievon machen kann. Die hier gemachten Flaschen enthalten noch einmal so viel; Dur allein sie sind so dünn, daß man, ohne sie zu zerbrechen, Musandt keinen Stöpsel in sie hineinbringen kann. Um den Wein denn Du vor dem Zutritt der Luft zu bewahren, bedekt man seine ichtn u Wbeiten or dem Kochn men 45 8 000 zu sagen He man mich frt tigungen sein um zwey s umfassen, be hiklichkeit un chter vm eins t, nicht dai unmittelba beiten vernac⸗ en Einrichuur nd es ist nitt riken auf din muß mandos daß sie, nath ihte Arbeinh cheilen, die de Ruhe von nih⸗ lche, nachden chütet und iit uhaben, wi einige Glas zeugt wid, iů m böhmich 3 kommt, A denen die frar machen kani inmal so bill zerbreche Um den oh delt man Hacl 175 Oberfläche im Hals der Flasche mit einigen Tropfen Oehl, die ihn vor den äusseren Einflüssen schügen, seine inneren Bewegungen aber nicht unterdrüken oder die gasformigen Ausdünstungen, die er enthält, auszurotten hindern. Alle diese Flaschen sind in Stroh gewickelt, um sie vor Zufällen zu bewahren, denen sie ihre Zerbrechlichkeit aussezt. Wenn wir den Profit nicht einzig und allein in den kommerziellen Verhältnissen einer Provinz zur andern betrach— ten, so muß sich unser ein mit angenehmen Gefühlen ver— mischtes Erstaunen bemächtigen, den Gebürgsbauern von seinen rohen Arbeiten zu feinen und delikaten übergehn zu sehen, um zum Vergnügen des Städters beyzutragen und die Gegenstände eines Luxus zu vervollkommnen, den er nicht kennt. Der Bewohner der Apenninen macht die Gläser, die die Zimmer der Grossen zieren und beleuchten, indessen seine Hütte dem Wind und Regen eben so gut als dem Licht offen steht; er macht Papier, welches von Schriftstellern soll beschrieben werden, die er nicht liest und spinnt Seide, womit sich die Schönen bekleiden, denen er sich nicht zu nahen getrauet; aber so wie der Schweizer Bauer von La Chaux de Fond mit dem städtischen Uhr— macher in einem Gewerbe rivalisirt, das die gröste Ge⸗ nauigkeit und Industrie erfordert, oder der Bergbewohner des Jura kostbare Steine schneidet und modelt, über welche er selbst erstaunt sie unter seinen Händen zu sehen, indeß das Tuch, worein er sich kleidet und das Geräth, das er in seiner Hauswirthschaft nöthig hat, für ihn von Hand—⸗ werkern gemacht werden, deren Künste ihm völlig fremd sind. §. XIII. Wohlhabende Leute wohnen nicht auf dem Land. Der Feldbau kann nur insofern mit Geschmak und Verstand betrieben werden, als die Eie genthümer Leute sind, deren Vermögen und Ehrgefühl sie nöthigt, sich zu unter— richten und über den Haufen gemeiner Bauern zu erheben. RRDE.. 2.2..—.—— IXXX dieser Art haben, denn nun — Das Land muß Leute vo diese sind im Stand, ofnen Sinn und Verstand mit der Ausöbung der Landwirthschaft zu verbinden. Vor der 6 111 ch„Iro Ma Revolution! man hezeichnet— d 0 dem Namen von Landede gierung ist ihr Hochachtu eben nicht erwies, denn sie if der Aufrechthaltung der reyheit interessirt. Uehngans ‚——— EInN 75(I„. Alfontph in Tyanfreicl Fehtanggeroffet 6 sind die Landedelleute in Frankreich nicht au gerottet, sie 71 0*.„32 VVV 164 I anderten nur ihren Namen und das Land ist noch von 6 jel eicht mehr als zrungen anderer — mitzutheilen. zu b 9² N r 0 Italien rottete ine se alter Y lonen de Allein in Italien rottete eine Reihe alter Revolutione u Landadel zum grossen Nachtheil des Ackerbaues und vor⸗ 8 7½ 6. 5 u—9 züglich——0 Zweiges desselben, der die Genüf 2 und Ver⸗ 3 + zierungen des Landes zu vermehren lehrt, eulltbmmten aus. Die jeden kl 4—— Probinz 5 Kfihr MNe sind in und obe leich ihr Ver⸗ mögen so verzehren sie dock die Einkünfte der elben, ohne die kleinste Aufmerksamkei 7*—„. X3„ 7 K für deren Kultur zu haben, oder auch r sehen zu gehen. Sie nehmen den Titel„Adliche an, 61 V 7 7 Sini 18 Dt Nron Rar +* der für sie keinen andern Sinn al 5„Städter hat. Die 2 4„50 Hisn FNli-en NI„ MRRAIA* ansehnlichsten unter diesen Adlichen sind die Abkommlinge alter Republikaner, Bürger dieser vormals freyen Städte. 0 757 eanhn 1568688 57** 47 B. Wer immer seinen Stammvaum bis zu einem dieser Bür⸗ ger hinauf erweisen kann, beweißt in der That seinen Adel. Allein alle können nicht diesen wahrhaft glorreichen Titel +„IINr IVIGalicl Ror„ Rensnemrial erweisen, und sind daher, vorzüglich aber die ovinzial⸗ Edelleute gezwungen, sich mit einem Diplom zu begnü⸗ gen, das sie sich für einige Thaler sogleich als sie sich 1 3 genug dünken, den Kleinhande el aufzugeben, dem Einzigen, der ihrem Adel Abbruch thäte; oder sie Herschaffen 7m den Titel von„Rittern“, indem sie mit fünftausend Thalern eine Komthurey im St. Ei Orden O den t loshen donn el A H + ul 7 W H Ifen le abet Haben, sti um ihrem d sand au wohlhab Burgerk Hunfte de ren Cche Ehtgetz sicht Bdüürfr desto baaucht um sich als si künfte Dinde und zene selben- sich das De Lan nichtz thi si A gen dern en Di er die Er lichket ihnen hi Hosmn 177 sand mit v. Orden stiften, die sie und ihre Nachkommen bis zum Er— W I löschen des männlichen Stammes selbst geniessen, und die Klassen dann erst an den Orden übergeht. lkanist Da in den Flecken und Dörfern auch manchmal 29 Handel getrieben wird, so giebt es auch hier einige reiche anddtez Leute; nachdem sie aber mit keiner Stadt verbunden sind, so dürfen sie keinen Anspruch auf den Adel machen, wol— len aber doch, da sie sich einmal Vermögen gesammelt haben, nobel leben, das ist: ihre Kapitale in Grund— stüke umsetzen, diese durch Bauren verwalten lassen und in . ihrem Flecken blos dem Vergnügen leben, ihren Wohl— .½„ stand auskramen und nichts thun. Das ganze Studium 175 wohlhabender Leute vom höchsten Adel bis zum mindesten Bürger besteht darin: auszumitteln, daß ihre kleinen Ein⸗ künfte dem Bedürfniß des ganzen Jahrs und dem äusse— ren Schein von Größe, in den sie vor allen anderen ihren Ehrgeitz setzen, genüglich seyen. In dieser lezteren Hin⸗ sicht sparen sie an ihren Unterhaltungen, den täglichen Bedürfnissen und allen Gemächlichkeiten des Lebens, um desto mehr auf den Luxus verwenden zu können. Sie brauchten weniger Anstrengung, Talente und Sorgen, um sich durch eine ehrliche Betriebsamkeit zu bereichern, als sie verwenden, um nach ihrer Art ihre kleinen Ein— künfte nicht zu geniessen, sondern damit zu brilliren. WI ml Da indessen die Verschwender von ihren Kapitalen zehren m Stad und jene, die für gescheidt und oökonomisch gelten, doch die⸗ diczet Bun selben— die Felder nehmlich— nie verbessern, so neigt ihm Mal sich das Vermögen aller alten Häuser sehr zum Verfall. Heiche M Die Landwirthschaft endlich konnte bis zur Zeit Leopold's „Proonpa nichts thun als die Güter der Eigenthümer erhalten, ohne beh sie zu vermehren und die Bauren von einem Tag zum an⸗ ufen, dern ernähren, ohne sie jemals zu bereichern. Dieser leztere Fürst zeigte dem Bauren dadurch, daß 1 er die Erbpachtgüter in der Ebene vervielfältigte, die Mog— Saa lichkeit zu einem Vermögen kommen zu konnen, und gab ihnen hiedurch zu gleicher Zeit Thätigkeit und Fleiß. In 0 Toskanische Landwirthschaft. M ......——....... SDSD‚D‚J‚RTD‚‚e“‚“ꝗ‚“‚“ꝗ..s.....S.......—............. 128 zwanzig Jahren hat seit dieser Zeit der Ackerbau mehr Reichthümer in Toskana hervorgebracht, als der Handel nicht in hundert Jahren zu Wege zu bringen im Stand war; die Gestalt des Landes hat sich verwandelt und reiche Eigenthümer wohnen gegenwärtig in der Mitte ihrer Fel— der, die sie fruchtbar machen. Allein eine Periode von zwanzig Jahren, die hinlänglich war, ihr Vermögen und ihr bürgerliches Verhältniß zu ändern, konnte ihren in⸗ nern Charakter doch noch nicht ändern; sie haben Thä⸗ tigkeit, List und Habsucht erhalten, allein sie sind roh, unwissend und voll Vorurtheile geblieben und in jeder Hin⸗ sicht sehr von dem verschieden, was die Ländedelleute in Frankreich waren oder die Gentlemen farmres in Eng— land noch sind. Vielleicht werden nach einigen Genera⸗ tionen ihre Kinder sich eine Ehre daraus machen, sich zu helehren, die Theorie des Ackerbaues, der sie bereichert, zu studiren ihre Erfahruungen dem Publikum mitzutheilen und jene, der literarischen Welt zu benutzen, in ihren Wohnungen das Nüzliche mit dem Schönen zu vereinigen, Gärten und Pflanzungen anzulegen, nicht wie gegenwär— tig geschieht, blos um die Städte zu versorgen, sondern auch um ihre Wohnungen zu verzieren, ihre Lebensgenüsse zu vermehren und die zierlichste und nüzlichste aller Kuünste des Lurus in Ausübung zu bringen. §. XIV. Zier-⸗Gärten. Die Kunst, Gärten anzulegen, die an die Seite der Bildhauerkunst und Mahlerey gesezt zu werden verdient, und gleich diesen schönen Künsten Gemälde liefert, um zur Seele zu reden und die Natur verschönernd nachbildet, diese Kunst ist in Toskana ganz unbekannt.) Eine Einfassung ) Ohngeachtet der Nachlassigkeit und Sparsamkeit, die nur zu oft bey der Einrichtung der Landgüter sichtbar sind, ohn⸗ geachtet der zwey traurigen Zypressen, die an ihren Eingang als ihre einzige Zierde gepflanzt sind, ist doch das Werk der Natur, der Reitz der Lage und der Reichthum der Kultur Ruum 8 Mogen Schatt⸗ sener„. Wonm R E rͤnen wahl! die ita ö 71 ö Kkerbau moht sitte ihrer die 4 Periode bun demögen und mie ihre 1 NV mres in Ey nnigen Gaun ichen, sich bereichert, V etniach zu vereinge hildet, Vnkaseht KN. VIM IIMN ine Eihse Clle E amleit/ E. sichtbar ssd Iingh an ihtenEin 79 mit Mauren, die das Aug beschränkt und die Vruft be⸗ engt, heißt hier ein Garten. Diese Einfassung ist so voll Orangerie-Gefässe, daß man nur mit Mühe ety as an⸗ ders darin entdecken kann; indeß pflanzt der Gärtner zwischen diesen Geschirren oder auf den Bänken, die längs der Mauer angebracht sind, einige Blumen, deren sich blos der Cavalière serventèe bedient, um täglich seiner Schönen von ihnen einen Straus zu üͤberreichen; noch sind diese Gärten überdies nur in Städten. Die Weinreben und Olivenbäume stehen so nahe am Landhaus, daß man kaum auf einem schmalen Fußsteig zu selben gela igen kann. Nirgends sieht man symmetrisch geordnete Maronen einen Schatten irgend einer Art, 5) ausser in der Nähe der Palläste jener Halb⸗Fürsten, die da glaubten, daß es ihrer Grdße zukomme, einen nach alt-fran os schem Geschmak eingerich— teten Garten zu haben und rings um ihre Villa immer grünende Bäume, Springbrunnen und Statuen ohne Aus⸗ wahl und Geschmak verschwendeten. Was sollen auch die italienischen Nobili mit Promenaden, Hainen und Gär⸗ hinlänglich ihnen einen zauberischen Anmuth zu geben; und wenn mit diesen Vortheilen der Eigenthümer noch die Kunst versteht, die Ankommenden gehörig durch seine Felder zu fnh⸗ ren, Spaziergänge in kleine, immer grüne Wäldchen, die zum Behuf des Jagens mit dem Garn gepflanzt werden, wie der Cavalier Forti zu Chiari, oder Herr Falconini zu Cerreto thut, anzustellen, so wird der Aufenthalt auf dem Land zum angenehmsten. Die Landhäuser der Luckeser sind in Hinsicht der Eleganz und des guten Geschmaks der Pfla zungen den toskanischen bey weitem überlegen. U .. ) Die Toskaner haben um, mehr Ursache sich Vorwürfe zu machen die Gartenkunst veruachlässigt zu haben, da ihr Mit— bürger, der Proposto Lastri, ihnen eine vortrefliche Ueberse— zung des herrlichen Gedichts des Abbs Delille über diese Kunst geliefert; eine Uebersezung, deren Verdienst vielleicht dem des Originals gleicht. d. H. VeN G WeltN V doch das 30 M 2 V Ka hthum —— 7———— SX.TLVJ IEFEFEEA 2..5.„.....‚.‚.‚.‚.t‚‚....——— 18 9 e ö aRhlel ten anfangen? Sie gehen nicht auf das Land, ausser nach 1 der Weinlese, um durch sechs Wochen Drosseln mit dem ff Nez oder den Leimruthen zu fangen: eine weichliche Be⸗ 35— schäftigung, die mehr die Freßbegierde, als die Liebe zur 1— Bewegung und Thätigkeit zum Grunde hat. Sie kom- Ae men in grosser Gesellschaft hinaus, ohne jemals die Schö. nen von ihren Kavalieren zu trennen, tanzen, spielen,— liebeln und verschwenden oft in wenig Wochen, was sie auf die schmutzigste Weise während des ganzen Jahrs er— ö da spart hatten, wobey, das Land zu sehen, wohin sie ge⸗ Wohen reist sind, und seine Reitze zu geniessen, ihr lezter Gedanke ist. 0 tin §. XV. Klima von Toskana. aufhör Kein Klima ist einladender, das ländliche Leben lieb 2 zu gewinnen und es zu geniessen, als das toskanische. In un einem heissen Lande ist es vorzüglich der Sommer, der 1 gefürchtet wird; allein von allen Jahrszeiten ist vielleicht 10 gerade diese die angenehmste in der Provinz von Pescio. Die uuf Hitze ist hier niemals unausstehlich, nie länger oder stär⸗ ker als im Sommer zu Genf. Da sie nach einem ge⸗ e mäsigten Winter und warmen Frühling kommt, so ist sie 9 gerade hinlänglich, allen Früchten, womit die Felder pran⸗ 23 gen, den ausgesuchten Wohlgeschmak zu ertheilen und in den Gehägen die Granate und Myrte blühen zu machen. D So wie die Sonne den Meridian überschritten, erhebt sich sh wie von Sͤͤden ein angenehmer Wind, der, ohne selbst kühl genltt zu seyn, doch durch seine Bewegung die Luft erfrischt und humne bis zum Untergang der Sonne dauert. Von dem Augen⸗ Aachih blik, als er zu wehen beginnt, wird die Hitze wieder er⸗ gHehftef träglich, so wie aber die Sonne völlig unter den Horizont spiele y verschwunden, hört der Südwind auf, und jener aus n d Norden nimmt seinen Plaz ein, der alle Nacht, ohne je strelt, die Heftigkeit oder Kälte unseres Nordwinds zu haben, die da der Frühlingstemperatur und die angenehmste Kühle wieder⸗ we er! bringt. Es ist wahr, man leidet morgens von acht bis Bawese zwölf Uhr sehr von der Hitze, allein da man durch die deluben d, ausser puß siln nit kn veichliche Be dieLibe ut Sie kom⸗ 18 die Schb⸗ zen, spielen, en, wad su en Jahrs er wohin sie ge er Gedanke is. na. sche Leben lic kanische. A ommer, I n ist viellacht u Pestio. Di nger oder sül⸗ ach einem ge mit, so is si Filder Plah⸗ ctheilen und in en zu mache n, ehebt sh ne selbstkül ft erfrisht u n dem Mael⸗ jitze wirde u⸗ den Horiot d jener ds acht, Sa zu haben, N Küͤhle vitod von acht di un dur x. 181 Kühle der Nacht und die Elasticität der Atmosphäre er⸗ frischt geworden, wird man nicht so sehr davon belästiget, als man es von einer mindern, aber anhaltenden Hitze ge— worden seyn würde. Ueberdieß wird sie öfters noch von einfallender Kühle unterbrochen, die vier bis fünf Tage dauert, so wie sie überhaupt erst zu Ende Juny beginnt, und nach der Hälfte des Septembers sich wieder vermin—⸗ dert. Der übrige Theil des Jahrs ist ein beständiger Frühling; die Vegetation wird auf eine, höchstens zwey Wochen im tiefsten Winter unterbrochen, auch wird man weniger von diesem als den langen Regen belästigt, die oft im Frühling und Herbst fallen. So wie die Regen aufhoren, heitert sich der Himmel auf, die Sonne scheint und erwärmt alles, und wäre man mitten im Jenner, so lacht das Feld, die Blumen entfalten sich, das Grün wird belebt, die Vögel singen und Wohlgerüche erfüllen die Luft. Dies sind Genüsse, die sich die Reichen im Ueberfluß verschaffen könnten, indeß sie nur an einer ermüdenden Ostentation, kindischen Beschäftigungen und langweiligen Unterhaltungen Geschmak finden. §. XVI. Die Landwirthschaft hat Italien nicht bereichert. Das Leben und die Eigenschaft der Grundeigenthümer, so wie der Bauern vereinigen sich nicht mit den Bemerkun—⸗ gen Arthur Voungs über den Ursprung des italienischen Reich⸗ thums. Verwundert in allen Städten die Merkmale des Reichthums und Lurus zu sehen; die prächtigen Paläste, geldfressenden Eguipagen, Gemälde, Musiken, Schau⸗ spiele verleiteten ihn zu glauben, da er nirgends Handel oder Fabriken wahrnahm, so ungeheure Ausgaben zu be⸗ streiten, und er schrieb es auch in seiner Reise nach Italien, daß der Ackerbau allein dieses Land bereichert hätte, so wie er behauptete, daß der Wohlstand dieses Landes zum Beweise dienen könne, daß die Landwirthschaft dem Han— del überlegen seye. Die vernünftigsten Schriftsteller, wenn 182 I N sie sich vor der Systemsucht nicht bewahren können, fallen Döft mauchmal auf Paradoxe und behaupten gefährliche Irr- macht thümer. Ohne Zweifel ist die Landwirthschaft die festeste erdffnt Stütze der Wohlhabenheit eines Staats: darf man aber Punge dieserwegen dem Handel nicht auch Gerechtigkeit wider⸗ Rht fahren lassen, und die Wohlthaten läugnen, die man von dünn ihm erhält? Hätte Arthur Voung die Geschichte Italiens ꝓMnen besser gekannt; hätte er auch blos die Sitten seiner Ein— Ennie wohner besser studirt, so würde er sich überzeugt haben, FJitet daß alle jene Kapitale, die die Felder gegenwärtig frucht— Ien M bar erhalten, durch den Handel gewonnen wurden, und Nche daß der Ackerbau nur diesen seinen Bestand verdanke. sener Wenn man einen so scharfsinnigen und verehrungswürdigen Wum Schriftsteller zurechtweist, so ist man verbunden seine Be⸗ Gebub hauptungen zu erweisen— d0 Mu Die Städte von Italien machten sich lange Zeit zuvor Dunn frey und regierten sich als Republiken, ehe das Land die Fote Süßigkeiten der Freyheit schmecken konnte, das heißt: D ehe Industrie, Thätigkeit und Talente hier erwachten; Win zu einer Zeit, wo das Land in Unwissenheit und Faulheit Auf verdarb. In dem eilften und zwölften Jahrhundert war hhe die Bevölkerung der Städte vierfach so groß als jezt; in iu den zwey nachfolgenden Jahrhunderten wuchs ihr Reich— thum in dem nemlichen Verhältnisse; er wuchs durch die ⁴ Betriebsamkeit der Städte, ihrer Fabriken und ihres Han— dels. Dieser Handel war ausgedehnt und blühend, und umfaßte die ganze damals bekaunte Welt zu einer Zeit, wo 1 das Land bis zu den Thoren jener Städte beynahe ein Ei— genthum des Lehenadels war, der mit ihnen im beständi— 20 gen Kriege lebte. Indeß wurden diese Adelichen sehr bild ö gezwungen der Uebermacht der Republiken zu weichen, man zwang sie Bürger derselben zu werden, und sich inner— 6 halb ihrer Mauern festzusetzen. Nachdem sie die Städse lange durch ihre Händel beunruhigt, oder durch ihren Hochmuth beleidigt hatten, verloren sie sich durch häu- liche Intriguen, wurden vou Volksfaktionen unterdräkt 5 aEgt kelt wider die man voh 1 Yie Italienz in seiner Ein zeugt haben, Wartig im W NI. und Ind A In, verdante. rhundert W lls sezt; il ihe Mlich; dürch d D ihres Hun⸗ hlübend, und einer Zeilt, W. eynahe eln 1 im bestndi n seht bild zu weich l, d sich inmt⸗ ie die Stade durch sh durch häl'⸗ 183 und verschwanden nach und nach. Die Schlösser und Dörfer des Landes, woraus sie kleine Fürstenthümer ge⸗ macht hatten, vergrößerten das Gebiet der Städte und eröffneten der Betriebsamkeit und dem Reichthume ihrer Bürger eine neue Laufbahn. Die durch den Handel auf— gehäuften Kapitale floßen auf das Land zurük, und be⸗ dekten die Hügel mit Weimeben und Oliven, bildeten die Tannen in Kastanienwälder um, eröffneten kostspielige Straßen über den Rand von Abgründen, umfaßten die Bäche mit Dämmen, gruben Bewässerungskanäle, zapf⸗ ten Moräste ab und änderten auf diese Art das äußere Ansehen des Landes, so wie sich durch die Vermehrung seiner Produkte Iin Bevölkerung gleichmäßig vermehrte. Wenn uns auch die Geschichtschreiber der forenrinischen Republik nicht hinlänglich hierüber unterrichteten,*) wenn die Aufschriften einer jeden Brücke, jeder Straße, jedes Damms, wo man überall: Senatus Populusque Florentinus, Pistojensis, Lucensis, Senensis, Pisanus ete liest, uns nicht überzeugten, so dürften wir nur unsre Augen auf die zahlreichen auf der ganzen Oberfläche des Landes zerstreuten Ruinen werfen, die ohngeachtet der großen Bevölkerung— hinlänglich wären, eine noch einmal so große Anzahl Einwohner zu Burde ) Ich habe in dieser kurzen historischen Auseinandersezung d italienischen Industrie den Leser durch beständige ni von Autoren, auf die ich mich stuzte, nicht ermüden wollen, um so mehr, da ich ihn auf Bücher hätte verweisen müssen, die mit dem Ackerbau gar nichts gemein haben, und die er wahrscheinlich nicht Lust haben wird zu durchblättern. Sollte einer aber neugierig genug seyn, so wird er völlige Genug— thuung über diesen Gegenstand in Muratorb's italienischen Alterthümern finden. Dieser gelehrte aber langweilige Ge— schichtschreiber wirft mit einer fehlerfreyen Kritik ein helles Licht uber alles, was die Bevölkerung, den Reichthum, Han— del und die Anstalten der italienischen Republik betrift. Siehe vor allen seine XXX. Abh. D. Y. Lidhe* SSSRSRSRSSRSRSDSISSSSSSSSSSee‚eeeeeteeeeeee 184 So lang die italienischen Republiken ihre Freyheit aufrecht erhielten, giengen ohngeachtet ihrer Kriege und Revolutionen der Handel und Ackerban gleichen Schritts einem immer steigenden Wohlstand entgegen; als aber die Reichthümer die Sitten endlich ganz verderbt und die Ty— rannie festgegründet hatten, brachte die Pest allen Staats— hülfsquellen den Todesstoß bey. Die Fabriken erloschen mit dem Wetteifer, der Handel erstikte in seiner Quelle; wie— Seuche das Land durchzog, legte sie die Bauern in das Grab, sie rottete die aufkeimende Generation aus, und erfüllte die Familienväter mit Entsetzen, ihre Kinder unterjocht und leidend zu sehen. Ganz Italien gieng zu Grund; vor allen erhielten jene Provinzen, deren prekaire Eristenz nur von dem unerschrokenen Fleiß und der Frey— heit der Einwohner abhieng, den ersten Stoß. Ein großer Theil des Toskanischen, der sich längs dem Meere, von den Gränzen des Genuesischen bis zum Kirchen-Staate fortzieht, und einen Theil von Lunigiana und dem Lucke— sischen enthält; das ganze Gebiet von Pisa und der gröste Theil des Siennesischen erhielt von der Natur den frucht— barsten Boden und die ungesundeste Luft; indeß siegte die Freyheit doch zweymal über die Hindernisse, die ihr das Klima in den Weg legte. Zur Zeit des Bundes der He— trurier lag der gröste Theil ihrer zwölf Städte in diesem Kantone: Populonia und Vetulonia, deren Ruinen man 3 gegenwärtig sieht, waren in den giftigsten Orten der Maremma erbaut. Luna in der Lunigiana hat eine eben fo ungünstige Lage, so wie Volterra und Pisa, deren At— mosphäre aber doch schon gesünder ist; indeß waren es damals bevolkerte, reiche und blühende Städte, die unter den Kaisern verschwanden. Im eilften und zwölften Jahr— hundert erhoben sich Pisa und Völterra aus ihren Ruinen, und die erstere zählte wieder bis auf hundert fünfzigtau⸗ send, und die zweyte fünfzigtäusend Bürger. Mussa und Grossetto, in der Nachbarschaft von Populonia und Ve— tulonia, enthielten zur Zeit, als sie Republiken waren, fünf und zwanzig bis dreyßigtausend Einwohner; kaum zählt —— man il und zu nach d göße niger elben! olgere dern; a fll eite itd' die sieb wohver Bojirk filde st Etidte ihlen schwen schren strengr wurde Doret die Ge rugia! und di Hhent Weder Dee M zu hex alle an mus se) 185 ihte greit let Ktieze un eichen Echit als abtt bt und die dr man in ersterer noch drey bis vierhundert im Sommer, und zweytausend im Winter. Die Entvölkerung ward nach dem Sturze der Republiken auf dem Lande ungleich größer; in jedem Dorf oder Distrikt fielen die Güter der— jenigen, die ohne Erben starben, der Gemeinde heim; bald erbten auf diese Weise zwey bis drey Familien, die der allgemeinen Verheerung entgiengen, die Güter aller an— allen Stagtz briken erlosche seiner Qüll⸗ dern; auch diese Familien erloschen, und der ganze Distrikt die dBunm i fiel einer benachbarten Gemeinde unter dem Namen Ban— cheratien aue, dita“ heim. Es giebt solche Dörfer in der Maremma, u, ihre Kinde die sieben bis acht Bandite besizen, und nicht genug Ein— talien gieng z wohner haben, um nur den vierten Theil ihres eigenen „delen prekan Bezirks zu bearbeiten. In der Mitte dieser wüsten Ge— und der die⸗ filde stößt man nicht allein auf Dörfer, sondern oft auf oß. Ein großt Städte, die vormals sieben bis acht tausend Einwohner u Meere, en zählten, und gegenwärtig blos zum Unterstand für Wild— irchen⸗Eim schweine und Wölfe dienen.) Zur nemlichen Zeit über⸗ und dem Luck schwemmte der Morast von Fucecchio, der durch die An— und der gidst strengungen menschlichen Fleisses nicht mehr zurükgehalten tur den fuuche wurde, die Ebenen des Thals von Nievole bis zu den indeß stagte d Thoren von Pescia. Der See von Chiana überschwemmte „ die ihr de die Gegend von Arezzo bis Cortona; der See von Pe⸗ undes der he rugia vergiftete die Luft dieser vormals mächtigen Stadt idte in disen und die Wälder des Thals von Elsa, des Siennesischen, Rninen mun Kasentinischen und des Mugello entrissen dem Ackerbau sten Orten d wieder die Länder, die ihnen vormals genommen wurden. hat eine ebe Die Natur schien sich verschworen zu haben, dem Menschen ssa, deren A⸗ zu beweisen, daß die böseste aller Landplagen, jene, die Deß wum e alle andre verursacht, oder sie vermehrt, der Despotis⸗ dte, die unte mus seye. wölften Ihr) Ueber den gegenwärtigen Zustand der toskanischen Maremma ihren Ruinek, sind die Reisen des Targioni Tozzetti. Vol. III. p. 120. fünfzigtal nachzuschlagen. Was die Geschichte und Enthüllung der Ur⸗ Mussa ud sachen ihres Ruins betrift, so kann man den Geschichtschrei⸗ onia und M. ber des Hauses Medicis lesen, dessen Philosophie sie gründ— waren, flj lich erschöfte, dessen Politik und Mäßigung sie aber zur haum iih Hälfte verhüllte. D. H. 186 Nachdem kleine Tyrannen den grösten Theil der Städte von Toskana und des ganzen Italiens während kürzerer oder längerer Zeit unterdrükt hatten, ward das erstere in einen einzigen Staat unter die Herrschaft eines Mannes vereiniget. Alexander und nach ihm Kosmus J und Franz von Medicis befolgten die Lehren jener kleinen Herren, und ahmten ihr Betragen nach. Ferdinand von Me⸗ dicis war es, der seinen Nachfolger als König zu denken und zu handeln lehrte. Er hatte die Mittel nicht mehr, Toskana seinen alten Wohlstand, seine Betriebsamkeit und Thätigkeit wieder zu geben; allein er bestrebte sich, so wie die Fürsten, die ihm folgten, seinem völligen Ruin ein Ziel zu setzen, und das Fortschreiten seiner Verwü⸗ stung zu hemmen. Alle Anstrengungen des Hauses Me⸗ dicis konnten die Maremma nicht retten, das Uebel war bereits zu groß. Sinnlose Geseze über den Kornhandel waren die Ursache, daß drey Viertel der Einwohner vor Hunger starben, und ist die Bevölkerung eines ungesunden Ortes einmal zerstört, so kann sie sich nimmer wieder er⸗ holen. Bessern Erfolg hatten die Bemühungen dieser Fürsten in der Ebene von Pisa, die unter Kosmus I noch wüst, heut zu Tag aber ein blühendes Aussehen gewinnt; in der morastigen Gegend von Chiana, die von einem religibsen Orden, den sie gestiftet hatten, ausgetroknet und aufgeschwemmt ward; endlich im ganzen übrigen Toskaua, wo sie den Geist der Landwirthschaft wieder ahrhunderte nach Ferdinand stellte die + 17 — erwekten. Zwey J Thätigkeit und Weisheit Peter Leopold's in dem ganzen, nordlich vom Arno gelegenen, Theil von Toskana den Ackerbau auf eben den Grad wieder her, wie er zur Zeit Kosmus des Vaters des Vaterlands oder Lorenz des Präch— tigen war, und zwaug die Maremma selbst wichtige Schritte zur Rückkehr zu ihrem alten Wohlstand zu machen. Die öffentlichen Gebäude der Medicis und die Auf⸗ munterungen, die sie den Landbewohnern schenkten, tru— gen bey weitem nicht so viel zum Aufblühen des Ackerbaues bey, als ihre Vorurtheile und ihre Politik. Sie wollten * * ihen tung ff unter d also, V lam, U Hele se chon si As ue, d Melstit auf nie stihen, Ind den Mehren, herwan viren; + keine K Kleir 63 Nleinha Kuenz werbe eer . stfin, XX On alle aue alle fir imn allein; sich gu nach de thumer ard das in t eines Mamnt uIRund Iny leinen Herra, nd Hen M sbnig zu denky tel nicht meh, trichsamkeit um strebte sich, u völligen Nun ines ungesunde mmer wieder e nühungen diit Kaeme Ult ehen ge ewinnt die von eler „gusgetlo ganzen übaign thschaft wiede nand stellte N n dem ganze Toskam der wie er zur Zl renz des Mät nichtige Schilt 1. und die Ws cei ten, lld des Aebale Cie wolhe 187 einen Territorial-Adel erschaffen und affektirten Verach— tung für den Handel und die Handelnden, die sie weit unter die Grundeigenthümer sezten. Durch Maßregeln also, wobey das Wohl des Volks gar nicht in Anschlag kam, und blos das Interesse ihrer Macht sie leitete, ret— teten sie, ohne darauf zu denken, den Staat, in wel— chem sie ihre Alleinherrschaft begründen wollten. Als Kosmus! den Orden des heiligen Stephans stif⸗ tete, als seine Nachfolger diesen bereicherten und neue Adelstitel ausspendeten, neue Lehen schufen, dachten sie auf nichts anders als ihre Macht auf einen Korper zu stüsen, der das Mittel zwischen Fürst und Volk wäre, und deu Glanz ihres Hofs durch prächtige Titel zu ver— mehren, womit sie ihre Diener schmükten. Ohne es zu vissen, luden sie alle ihre Kaufleute, deren Handel ohne— dies gelähmt war, und nie sich wied. erhoben hätte,‚ ein, alle ihre Kapitale auf den Ackerbau zu verwenden, statt sie in fremden Ländern anliegen zu lassen. Die Capponi, Pazzi, Strozzi, Corsini und alle andern edlen Florentiner, damals reiche Kaufleute, wünschten sich in Marchesen umwandelt zu sehen; sie kauften Güter und verwandten ihre ungeheuren Kapitale dazu, sie zu kulti⸗ viren; der nemliche Geist ergriff die Provinzen; es gab keine kleine Stadt, wo nicht fünfzig, sechszig, hundert Kleinhändler, Prokuratoren oder reiche Künstler das Kreuz nehmen wollten, und sich entschlossen, ihrem Ge— werbe zu entsagen und durch Landgüter Komthureyen zu stiften, die ihnen einen ausgezeichneten Rang verschäften. Da alle Fürsten Italiens an Eitelkeit wetteiferten, so war die Wirkung dieser monarchischen Einrichtung überall die nemliche. Die Industrie der Städte, die nach und nack alle zu ihrer Erhaltung ndthigen Kapitale verlor, meßt für immer der Hofnung entsagen, sich je wieder zu erheben; allein jene des Landes, n für den Staat, erh ob sich aus ihren Ruinen und war allein hinlänglich, die nach dem Sturze der Republiken übrig gebliebenen Reich⸗ thümer zu erhalten. DD.. 2 79.9.—9797 7„97—7—9—7——————— ISIIIeEeeee 188 F. XVII. Die Landwirthschaft bringt sel⸗ Dil ten neue Reichthümer hervor. zulin Vielleicht war eine solche Revolution im Charakter dub di und den Gesetzen eines Volks nothwendig, damit sich der Gundeß Ackerbau von den Stoßen erheben konnte, die er erhalten moe, hatte; allein nachdem diese Wirkung erzielt geworden, hfs, wurde der Vorzug, den die Regierungen Italiens den Auduit Produkten der Erde über den Fleiß der Städte gaben, die Baue diesen schädlich, weil das Land die Schätze, die der Han⸗ hurchem del und die Fabriken jährlich erwerben, denenselben wieder glich fm entreißt. Kein Handelsmann oder Künstler ist so klein, daß er sich nicht bestrebte eine Meyerey zu besitzen; statt also seinen Handel durch den erworbenen Gewinnst zu vergrößern, eilt er sein Erspartes in Realitäten umzu⸗ ch setzen, und Felder zu kaufen, oder jene, die er besizt, Weean in größere Kultur zu setzen. Es sind nicht mehr die alten uen In Eigenthümer, die Kapitale anwenden, um das Land zu den diel verbessern; Aerzte sind's, Prokuratoren, reich gewordene Auma a Künstler und vor allen Kaufleute; diese sind's, die urbar grkeit machen, pflanzen und verbessern, indeß jener, der sein ich doch Landgut vom Vater ererbte, sich mit seinen jährlichen ich del Renten begnügt, selbe ganz aufzehrt, nichts erspart und dgenin niemals darauf denkt, sie zu vermehren. Die Oekono⸗ M. misten, die dem Ackerbaue einen so großen Vorzug vor Ich tun den Manufakturen und dem Handel gaben, hatten Recht, Menke wenn sie versicherten, daß ein gleiches Kapital, welches Gicc mit Fleiß und Einsicht in die Landwirthschaft gestekt ij würde, einen jährlichen größern Ertrag gäbe, als wenn es ö lü. i mit städtischer Industrie in Umlauf gesezt würde; allein nin sie sagten nicht, daß das erstere Produkt unter dem Na— 1 men eines jährlichen Einkommens auch wieder alle Jahr 10 0 aufgezehrt werde, und das zweyte, das nur als Gewinn angesehen wird, auch nie ganz wieder verzehrt werde, 6 D sondern, daß jeder es sich zur Pflicht mache, einen Theil müt desselben aufzusparen; daß folglich die Landwirthschaft, 4 1 die Reichthümer eines Staats zwar erhalte, die Industrie der Städte sie aber vermehre. bringt sth roor. uim Chaniht „damit sich er erhahn geworder, Naliens du 22.4 — — —— —— —. ben wiede iler Len u besiten; sit u Gewinnst z kenlitaten unp „die er bei t mehr die alt m das Land! reich geworde inds, die uih jener, der si seinen jühllh chts erspatt u . Die Mun den Vorzuz k. hatten Reh Kapital, wach uthschoft g esch be, als wam twürde; lh unter dem N vitder alle nur als Geum vetzehit weld ce, einen. 0 andwit Ihschf le, die Run 189 Dieser Unterschied ist nirgends so bemerklich als in Italien. Ohngeachtet des schlechten Zustandes des Han— dels bereichert sich doch jeder Kaufmann, indeß jeder Grundeigenthümer von seinen Renten lebt, ohne sie zu ver⸗ mehren, und jeder Meyer am Ende des Jahrs sich so arm befindet, als er es am Anfange desselben war. Die Landwirthschaft erzeugt nur in sofern neue Kapitale, als die Bauern sich bereichern, und diese können sich nicht bereichern, als in sofern sie Eigenthümer und Arbeiter zu⸗ gleich find. Sichelu ß. Ich weiß nicht, bis zu welchem Grad diese kurze Auseinandersetzung der toskanischen Landwirthschaft mei— nem Vaterlande nüzlich werden kann; vielleicht sind unter den vielen Beobachtungen nur wenige, die in unserm Klima angewendet werden konnen, sollten es aber auch gar keine seyn, die uns nützlich werden könnten, so glaub ich doch noch nicht, etwas unnüzes gethan zu haben, wenn ich die lobenswürdige Neugierde der Landwirthe zu befrie— digen im Stande war. Moge dieses kleine Werk jenem Lande gleichfalls nüz⸗ lich seyn, das ich so lange Zeit bewohnte, und dessen Andenken mir so theuer ist! Möge es von der erlauchten Gesellschaft, welcher zuzugehdren ich mir zur Ehre rechne, die so viel zum Wohlstand desselben beyträgt, gütig auf— genommen werden!— Vielleicht hat der Eifer, ihren Ar-⸗ beiten mitzuwirken, Mißbräuche aufzudecken und zu rü⸗ gen, mich ein zu hartes Urtheil über manche Gewohn⸗ heiten eines Volks fällen lassen, das ich liebe, und dem ich Dankbarkeit schuldig bin; doch wird es mich nicht reuen, seine Vorurtheile verwundet oder seine Gebräuche verworfen zu haben, wenn es einen Nutzen von meinen Beobachtungen schöpfen kann. 19⁰ Werrg leisich eng der Münzen, Gewichte und Maaßen von Toskana mit denen von Wien. Münzen. Die wirklichen und Rechnungs-Münzen sind folgende: Der Goldmünze hat 13 Lire 6 Soldi 8 Den. 4 Gulden 17 Kreuzer. Der Fionnne Thaler. Rechnungsmünze hat 7 Lire— 2 Gulden 165 Kr. Der Francescone. Silbermünze hat 6 Lire 13 Soldli Den.— 2 Gulden 104 Kr. Der Piaster von Livorno. Rechnungsmünze hat 5 Lire 15 Soldi 1 Gulden 52 Kr. Die Lira gilt zwanzig Sold, oder anderthalb Paoli, oder zwölf Crazie= 194 Kr. Der Soldo hat 12 Denari oder drey Quattrini— bis auf einen unbedeutenden Bruchtheil 1 Kreuzer. Gewichte. Das toskanische Pfund hat zwölf Unzen und wiegt 7066 holländische ASs— 19 Loth. Die Unze hat 24 Denari und diese 24 Grani 13 Loth. Getreidmaaße. Die Somma enthält zwey Sacchi und wiegt mit gutem Weitzen 320 bis 330 Pfund— 190 Pfund oder 2 Metzen 53 Maßl. Der Sacco hat 3 Stari oder Staji und wiegt 160 bis 165 Pfund= 95 Pf. oder 14 Metzen. Der Staro oder Stajo wird in zwey halb Stasi abgetheilt und wiegt 53 bis 55 Pfund— 314 bis 323 Pf. 6 Maßl. Der Halb Staro hat zwey Quarre, die 26 bis 28 Pf. wiegen= 152 bis 163 Pfund. Die Quarra ist der zwölfte Theil eines Saks und wiegt 13 bis 14 Pf. 73 bis 83 Pfund. D uld +1 daß zhl de Kb chestee Ruumm der Bur Mineu vom er Reperen MN Fis E Ve E * 0 gapen vot Vien hat 5 Lin lb Paoli, nattrin= Kreuzer. 1 ½⁷U at mit gutch 0 Pfund odn biegt 100 b J. ast abgethel f. ois 25 R. ats und wi 2. ½— 191 üssigkeits-Maaße. Da jede aian in Toskana eigene Maaße für Oehl und Wein hatte, so verordnete der Großherzog Leopold, daß zum künftigen gemeinsamen Maßstab nicht die Zahl der Kubiktheile, sondern das Gewicht der Flüssigkeit, wel⸗ che sie enthalten sollen und welches leichter zu berechnen ist, genommen werden soll. Seit dieser Verordnung enthält der Baril, das gemeinschaftliche Maaß in Toskana für Wein und Oehl, 133 Pf. 4 Unzen= 79 Pf. 53 Loth vom ersteren, und 116 Pfund— 68 Pf. 28 Loth vom lezteren. Die Somma hat zwey Baril, und 4 mit Wein 266 Pf. 8 Unzen— 158 Pf. 103 Loth oder 645 Oest⸗ er Maaß. Der Barillo enthält 20 0 und. 133. Pi. 4 Unzen= 79 Pf. 33 L. oder 323 Oestreicher Maaß. Der Fiascho auhäh zwey Bordl und wiegt 6 Pf. 8 Unzen— 3 Pf. 303 Loth. Der Boccale enthält zwey Mezzette und wiegt 3 Pf. 4 Un⸗ zen= 1 Pf. 313 Loth. Die Mezzetta hat zwey Quartucci und wiegt 1 Pf. 8 Unzen— 317 Loth. Der Quartuccio ist der achte Theil einer Flasche und wiegt 10 Unzen= 153 Loth. Der Terzino, den man bey Muskatweinen anwendet, ist der dritte Theil eines Boccale oder der sechste einer Flasche und wiegt 133 Unzen— 212 Loth. Ehlenmaaß. Der Braccio 193. 1 arr 9 Zoll 6 Linien 459—5 oder 258 7985 Linien alt französischen Fußmaaßes= beynahe zwey Drittel einer Wiener Ehle, da die 345 franz. Linien enthält. Er wird in zwölf und zwanzig Theile wie die Lira getheilt. Die Zwoölstel heissen Crazie und die Zwänzigstel Soldi. Die klein⸗ 192 ste Abtheilung ist die in Quattricci, die das Drittel der Soldi und das Fünftel der Crazie sind. Die Canna enthält 4 Braccie. Feldmaaße. Jede kleine Provinz, oft jede Gemeinde in Toskana hat ein eigenes Feldmaaß; diesem Unfug suchte der Großher⸗ zog Leopold dadurch zu steuren, daß er ein gesezliches Feld⸗ maaß, den Quadrato, von 10,900 Quadrat-Ehlen einführ— te, dessen Unterabtheilungen in 1000, 100 und 10 Quadrat-Ehlen waren. Indeß ist dieses Maaß nicht im Gebrauch und man findet es nur in den Grundsteuerbü⸗ chern der Gemeinden, doch kann es zum Maaßstab für die verschiedenen übrigen Provinzialmaaße dienen. Der Qua⸗ drato enthält 894 Toisen und 28 Schuh ins Gevierte, oder 32,212 Quadrat-Fuß alt französischen Maaßes 947 Quadrat-Klafter. Das Feldmaaß der Provinz des Thals von Nievole, das einzige, von welchem in diesem Werk die Rede war, ist folgendes. Die Coltra wird in vier Quartieri abgetheilt und enthält 12,000 Quadrat⸗Ehlen oder 38,654 Quadrat-Fuß und 554 Quadrat⸗Zoll oder 1,073 Toisen 26 Fuß und 55 Zoll ins Gevierte— 1075 Quadrat⸗ Klafter. Der Quartiere hat 30 Scale oder 3, 00 Quadrat-Ehlen — 3583 Quadrat⸗Klfater. Die Scala hat vier Pertiche oder 100 Quadrat-Ehlen 11 38 Quadrat⸗Klafter. Die Pertica hat 25 Quadrat-Ehlen= 2 58 Quadrat⸗ Klafter. Der Braccio hat 400 Sold ins Gevierte=4 Qua⸗ drat⸗Fuß. Inhalts⸗ — die das Onhl sind. in Toskana hat der Großher⸗ hesezliches Feld⸗ Chlen einführ— 100 und 10 Naaß nicht im Hrundsteuerbü⸗ aßstab füͤr die n. Der Qua⸗ ins Gevierte, 1Maaßes= von Nitbole, die Rede war, ilt und enthͤͤl Quadrat⸗Fuß Toisen 26 Fuß 75 Quadich Nadrat⸗Ehl uadrat⸗Ehlen Ouadrat⸗ 0 . Quc⸗ —4 Inhall Inhalts-Anzeige. Da dieses Register den vollständigen Plan und die Audein⸗ andersetzung des Werks enthält, so schmeichle ich mir, daß man ihm seine Länge vergehen werde. Vorrede„— 3„ Seite III. Einleitung. N„ 4.. Vortheil der Erfahrungen. Sind in der Landwirthschaft trüglich. Gebräuche anderer Nationen gelten soviel als Erfahrungen im Großen. Reisen Arthur Voung's, sie kennen zu lernen. Was man von Ackerbaugesellschaften in dieser Hinsicht zu er— warten hat. Vergleichung der toskanischen Landwirthschaft mit der fran⸗ zösischen, vorzüglich mit der von Genf. Plan des Werks. Die Ebene. §. I. Eigenschaft der Ebene ·. S. 5. Ibr Niveau, Ihr Boden. Ihre Nässe, Dämme der Bäche und Ueberschwemmungen. Durchseigern des Wassers aus den Seiten der Dämme. S. II. Aufschwemmungen Ist ein Verfähren, den morastigen Boden zu erhöhen. Heftigkeit der Regengüsse in Italien, die die Bäche mit dem Schlamm anfullen, den sie den Feldern nehmen. Man zwingt sie, diesen Schlamm auf den Ebenen abzusetzen. Nöthige Bedingungen zu einer Aufschwemmung. Vorzügliche Aufschwemmungen in Toskana. §. III. Wässerungen. Wichtigkeit der Hydraulik in Italien. Man bedarf zwey Kanäle, um die Felder zu bewässern. Der Bewässerungskanal muß so hoch als möglich angelegt seyn. Schöne Werke, um ihn nach der Mitte eines Berges zu leiten. Bau und Breite dieses Kanals. Wie das Wasser in die Felder geführt wird. Art, es über Saamenbetten zu verbreiten. Toskanische Landwirthschaft. N S. 7. S. 10. ** 194 §. IV. Ableitung des Wafsers SG. 14. Nothwendigkeit der Ableitungsgräben. Fall, wo ein einziger Graben zur Einführung und Ableitung des Wassers hinlänglich ist. Andere Arten zu bewässern. In Doskana bewässert man zu jeder Stunde. Alles wasserleitige Land wird zu Kuchengärten benuzt. §. V. Gärtnerey„ S. 17. Unvollkommenheit dieser Kunst in Toskana. Küchenpflanzen, die dort nicht bekannt sind. Kultur der Wassermelonen. Garten-Dünger ist gewöhnlich Menschenkoth. §. VI. Felder S. 20. Reichthum, mit dem das Land prangt. Gräben zur Ableitung des Wassers. Form der Felder. 5. VII. Pappelléöume w S. 22. Ertrag der Aeste und Blätter. Ihre Stämme sind zur Unterstützgung der Weinreben bestimmt. §. VIII. Weinreben der Ebene S. 23. Schnitt der Reben in der Ebene des Thals von Nievole. Schnitt der Reben im Arns-Thal. Schnitt der Reben im Luceesischen. d. IX. Maulbeer bäume S. 25 Ibre Aeste werden abgehauen, um die Blätter davon abzu⸗ pflücken. Vortheil dieser Methode. Mittlerer Ertrag der Maulbeerbäume. Wichtigkeit der Seidenmanufaktur. Ihr Verfall. ö Lucca und Peseia sind die ersten Gegenden, wo Maulbeer⸗ bäume gepflanzt wurden. §.&. Feldbau**„ S. 29. Der Feldbau ist das wichtigste Geschäft in der Ebene. Beschreibung des großen italienischen Pfluges. Kleiner toskanischer Pflug. Anspannung. Art zu pflügen und zu eggen. Saat, — 2— — — 19³ . Gräben, die die Felder durchschneiden. ö Umgraben mit dem Grabscheit alle drey Jahre. OAlleitug§. XI. Eintheilung der Felder in Schlage S. 34. Die Felder werden entweder fünfmal in drey Jahren, Oder siebenmal in vier Jahren besäet. S. XII. Erstes Jahr. GetreidbauEG. 34. nujt. ODauer der Saat. G. 18 Rocken und Mengkorn. Verschiedenheit des Weitzens. Fremdes Getreid. Verfertigung der Nudeln mit dem harten Weitzen. Dicker Weitzen, Haber, Gerste u. se w. 6G. 1. Erndte. Wie man das Getreid drischt. Wie man es reinigt. Der Tag, an welchem das Getreid gedroschen wird, ist ein G. 22. Festtag. §. XIII. Wie man in Toskana das Getreid aufbe⸗ wahrt S. 39. 2 Unterirdische Höhlen, um das Getreid aufzubewahren. Zunahme des Volumens beym Getreid in diesen Höhlen. Meblk. Andre Vortheile dieser Höhlen. 6. XIV. untergepflügte Feigbohnen statt Dün⸗ ger R. 422 „. Bearbeitung des Feldes nach der Erndte. dabon abiu⸗ Beschreibung der Feigbohne. Man säet sie im August, um sie im Oktober unterzupflügen. Düngende Eigenschaft der Feigbohnen. 9. XV. Zwersbohnen S. 14. Manchmal säet man Zwergbohnen nach der Erndte des ersten Jahres. Mulbeet⸗§. XVI. Zweytes Jahr. Futterkräuter. S. 44• Das zweyte Jahr fängt wieder mit einer Getreiderndte an. S. 25. Nach der Erndte säet man Lein, Feigbohnen und Rüben un⸗ cet tereinander zu Futter. Die Lupinella, oder der einjährige Klee, ein anderes Futter. §. XVII. Orittes Jahr. Türkischer Weitzen. S. 46. Umgraben mit dem Spaten. Saat und Erndte des türkischen Weitzens. Gebrauch seines Mehls.—..— Anmerkung des Uebersetzers üher den Bau des lürkischen Weitzens. 196 S. N XVIII. Von einigen Pflanzen, die die gewohn⸗— liche Fruchtfolge unterbrechen S. 54 Lein, Feigbohnen, Rüben und Lupinella, die man reifen läßt. Hirse und Pfennich. W. 7„2 82 STor Moo oder Serg XIX. Maaße und Getreidepreise„E. 56. und Preis des Saks Getreid. ninhalt und Preis der Coltra, eines Feldmaaßes. Verbältniß der verschiedenen Ansaat zum Flächeninhalt des rverschiednen Getreidarten. XX. Fruchtwechsel in der Ebene von Bologna. S. 58. Boden der Ebene von Bologna. Fruchtwechsel jenes Bodens, der zum Hanfbau geeignet ist. Fruchtwechsel jenes Bodens, der zu mager zum Hanfbau ist. XI. Vieh⸗.„ S. 29. Grofer Verbrauch des Düngers i Der Bauer zieht sonst beynahe kein tene Kühe zum Schlachten. Großer Umtrieb beym Viehhandel. Alles Vieh ist beständig im Stall eingesperrt. XVII. Einzäunungen Sind nur für Felddiebe nöthig. Gräben, Stauden, die das Gehäge bilden. stana. zieh auf als verschnit— 0 —.— * * — — + * XXIII. Zustand der Bauern. S. 63. Erkpach tgüter— Reichthum jener, die solche besitzen. Pächter und Meyer. Lohn der Taglöhner und Die e auf dem Land. Nahruna der Pächter und ihre Familie. Herrschaft des Vaters oder ältesten Bruders über das ganze Haus. Nur selten verhey Familie. sich jemand ausser dem Aeltesten der Die ügs el. I. Schönheit der Hügel. Gemisch verschiedener Kultur. Mahlerische Lage der Dörfer. ,„S. 7. — AI gewöhn. 8 66 Teifen läst. S. zo, bes. uhalt des ologna. S. 58. ignet it. Aufbau ift. S. S5. berschnit⸗ G. 6. G. 6. d Ias gantze testen der S. C 2222 197 Schönheit der Herbstabende. Nächte im Juny. Der Winter. Eigenthümlicher Charakter der Hügel einer jeden Provinz. §. II. Boden, urbarmachung und Abstuckung der H u gel 5* 2 S. 69. Boden der Hügel. Ihre Terrassen. Rasenmauern zur Unterstützung der Erde. Verfahren der Gräben, je nachdem der Hügel mehr oder min⸗ der Abhang hat. Methode von Fuceerhio, Florenz und Prato. Gräben zum Ablauf des Wassers. Produkte der Hügel. §. III. Der Oehlbaum. Klima, in welchem er ge⸗ deiht*— S. 72. Ob der Oehlbaum sich ein kälteres Klima angewöhnen könnte? Sein Trieb darf niemals unterbrochen werden. Langsamkeit dieses Triebes. §. IV. Pflanzung und Schnitt der Oehlbäum e. S. 74. Pflanzung der Oehlbäume— Sie stehen zu nahe an einander. Unverhältnißmäßige Höhe der Oehlbäume zu Peseia. Ihr Schnitt geschieht ohne Kenntniß. Wird bey Florenz und Pisa besser verstanden. S. V. Von dem Einmachen der grünen Oliven S. 76. Unangenehmer Geschmäk der unzugerichteten Oliven. Werden mit Kalkwässer hievon befreyt. Werden mit Salzwasser aufbewahrt. S. VI. Einsammlung der Oliven 6. 78. In der Mitte des Winters werden die Oliven eingesammelt. Schlägt man sie ab, so wird die Erndte des folgenden Jah⸗ res hiedurch zu Grunde gerichtet. Sorge, welche die eingesammelten Oliven er fordern. Ertrag der Oliven. „Vll. Gewinnung des Hehlls. E. 30. Die Oliven werden in einer Mühle zerquetscht und mit ihrem Deig die Preßkörbe gefüllt. Beschreibung der Oehlpressen. Maaß und Preiß des Oehls. Eigene Gefässe um es aufzubewahren. 198 VIII. Einfluß der Kulkur des Oehlbaums auf den Reichthum und die Bevölkerung des Landes. S. 82. Oie Ungewißheit dieser Erndte unterhölt das Elend unter den Bauern. Starker Ertrag einer Olivenyflanzung. Die Kultur der Weinreben scheint vortheilhafter zu werden. §. IX. Die Weinrebe. Ihre Pflanzung. S. 83. Die Weinrebe wächst in Toskana in allen Lagen. Art, sie rings um die Felder zu pflanzen. Absenker. Brauchen zwey Jahre bis sie Frucht bringen. §. X. Vom Schilfrohr, als Stütze der Reben S. 8s5. Man bindet die Reben auf Pfähle und Rohr. Pflanzung dieses Schilfrobrs. Nüzlichkeit desselben. §. XI. Schnitt der Reben„S 8 Vertheilung der Pfähle und der Reben. Länge, die man den Ranken läßt. Werden nicht mit Stroh aufgebunden. Falsche Knospen. Mittlerer Ertrag einer jeden Rebe und eines Stoks. Weinreben, wenn sie ganz allein gepflanzt werden. §. XII. Weinlauben 5 S. 89. Vortheil und Bildung der Weinlauben. Ihr Ertrag ist sehr beträchtlich. Das Licht muß auch von unten dazu kommen können. Weinlauben im Thal von Aosta. §. XII 3 en à 14 Bordelaise. S. 91 1 Die W verlangt in einem guten Boden nichts so sehr als sich ausbreiten zu können. Erfahrungen, dies mit wenig Kosten und ohne die Trauben zu sehr mit Schatten zu bedecken, zu bewerkstelligen. Unkosten und Ertrag einer Spalier à la Bor lelaise. 6. XIV. Vom Gartenmesser der toskanischen Win⸗ zer ‚. S. 94. Vortheile des Inüruments, welches die Toskaner zum Be⸗ sehneiden ihrer Reben anwenden. Dessen verschiedener Gebrauch. §. XV. Verschiedenheit der Reben S. 95. Man pflanit eine groste Anzahl verschiedener Reben. Weisse. Colombana, Paradisa, Salamanna. * — —S—— 2 22 auf dett S. du Elend untet zu werden. S.. ben S. 5. G. 57. „ G.8, onnen. G. 1. lichts so seht die Tauben I„Hiien kelligen. schen Vit⸗ S. 9, ner zum d⸗ . 90 * eben. — 199 Salamanna dalle tre volte, Galletta. Cannajolo bianco. Burriano, Burriano perrugino, Malvagia Trebbiano vizzo, Galpola, Uva grassa, Pistojese. Rothe. Aleatico, Barbarossa, Canino, Canino di Chianti. Cannajola nera, Colore, Mammolo, Messer Forte. Fiorentino. §. XVI. Weinlese. 4. S. 100. Keltern des rothen — weissen Weins. Gemauerte Geschirre. Der Wein wird in Geschirren ohne Pressen gemacht. Wie der weisse Wein gemacht wird. Die Bauern finden ihren Vortheil hiebey, daß der Wein nicht gepreßt werde. §. XVII. ueber die Verwendung der Weintre⸗ stern.**** 8* S. 1024 Man macht so viel Nachwein(Lauer) als Wein gemacht worden. Eßig wird von der obern Lage der Weintrestern gemacht. F§. XVIII. Aufbewahrung der Weine. S. 10z3. Dadurch, daß der Wein nicht gepreht geworden, hält er sich weniger gut. Die schlechte Beschaffenheit der Fässer trägt ebenfalls bey, die Weine zu verderben. Oftmaliges Füllen der Fässer. Zufälle, denen die Weine ausgesezt sind. §. XIX. Von den verschiedenen Weinen, die Tos⸗ kana erzeugt. S. 1054 Geheimnisse bey der Verfertigung der Dessertweine. Gewöhnliche Art sie zu machen. Anzeige der vorzüglichsten toskanischen Weine. Preiß der mancherley Weine. Einfuhr fremder Weine— 6. XX. Ueber die eisalpinischen Weinländer und Weine Srln Wein in der Ebene von Bologna. Wein auf den Hügeln von Bologna. Wein von Modena, Reggio und Piaeenza. Ebene der Lombardie zwischen Mayland und den Alpen, Wein am Fuß der Alpen. Weingärten im Walliserland. 200 S. XXI. Felder„„ S. nin Die Hügel taugen nicht wohl zum Getreidebau. Umgrahen mit der Hand. Die Saat wird mit der Haue bestellt. §. XXII. Fruchtwechsel auf den Hügeln S. 112. Die Dürre sezt einem guten Fruchtwechsel Hindernisse ent⸗ gegen. Oie Feigbohne kann im hohen Sommer nicht wachsen. Getreid, Feigbohnen und türkischer Weitzen in zwey Jahren. Getreid und Bohnen abwechselnd, Das System der Brache ist bey einigen Bauern angenommen, und in einigen Provinzen allgemein. Getreid und Lupinella, Die Bauern auf den Hügeln erschöpfen ihre besten Felder. Versuch, mit den Kartoffeln und Getreid abzuwechseln. Versuch mit Rüben, jährigen Futtergräsern und künstlichen Wiesen, §. XXIII. Größe der Pachtungen S. 117. Vortheile und Nachtheile großer Pachtungen. Wichtigkeit und Dunkle dieser Frage. Die Vergleichung der Agrikultur mit dem Handel kann hier⸗ üher Licht verschaffen. Ausserordentliche Kleinheit der Pachtungen im Thal von Nievole. 5. XXIV. Verzeichniß des Ertrags einer Meyerey **** 2 S. 120, Beyspiel des Ertrags einer kleinen Meyerey. Jährlicher Pachtzins eines Jochs Feldes. Ist noch beträchtlicher bey größern Olivenpflanzungen. 5.. Fruchetgume S. 122. Großer Nuzen, den man von Fruchtbäumen erhält. Birn, Aepfel, Kirschen, Pfirsichen und Aprikosen. Zwetschgen und Feigen. §. XXVI. Orangerie S. 124. Bittere Pomeranzen. Süsse Pomeranzen oder Portugieser Apfel. Cedro. Zitronen. Zeit der Blüthe und Einsammlung. 5b. XXVII. I Nu v Cerd d du Buue „ xN Iur/ Ne lchet. I. N Im A shse. Setulos Hum 6* die Bi hten Ooähtt Dun Ei Danteb Woslha dllch MX Daum Wu Ir flit Bunen, Mesh I Kul. Muhnm Beölker Emsanei Fahen Ae Eino Schinhet shn Lunhmich lu. mn, H ndernißt 0 cht wachsen. RNin Wlh Jchth. wern augergann . XWII. 201 g. XXVII. Fann—9— Zustand der Bauern —* 7. 127. Pachtbedingniß eines Meyers. Man wechselt die Meyer selten. Elend der Bauern. Der Bauer weiß nicht, wozu er sein Erspartes verwenden soll, wenn er dahin kömmt etwas über sich zu bringen. Jene, die Erbpachtgüter besizen, sind haushälterischer und reicher. Alle Meyer sind verschuldet. Tcha. von Lueca giebt ihnen die Republik jährliche Vor⸗ Usse. Sorglosigkeit der Bauern. Haben keinen Vorrath. 6. XXVIII. Nachtheile der Kultur durch Meyereyen 0** 0****—— S. I41I. Tiaten. können nie zu gehöriger Zeit ihre Arbeiten ver— richten. Gewöhnen sich Nachläßigkeit und Faulheit an. Den Eigenthümern ist der Erbpacht nicht so vortheilhaft. Weinreben und Oehlbäume lassen sich nicht veryachten. Wohlhabende Leute in Italien können ihre Felder nur selten durch eigene Dienstboten besorgen lassen. §. XXIX. Beschreibung einer kleinen Meyerey ***** S. 143. Warum ich eine besondre Landwirthschaft beschreibe. Ihre romantische Lage. Ihr Klima. Blumen, die da von selbst wachsen. Aussicht. Die Berge. 5. 1. Kultur ber Bergee Ss. Ausdehnung der Kette der Ayenninen. Bevölkerung des Thals von Pontito. Ein samkeit der andern Gegenden der Apenninen, von den Febden kleiner Tyrannen verursacht, die darin wohnten. Alle Einwohner der Berge sind in Flecken vereinigt. Schonheit der Wege über die Gebürge, die von den italieni⸗ schen Republiken gebaut wurden. Toskanische Landwirthschaft. O 2 0 S. II. Dörfer im Gebürg E6. 150. Vormalige Wohlhabenheit der Gebürgsbewohner. Große, wohlgebaute Häuser, aber verlassen. Werden manchmal niedergerissen, um die Materialien hie⸗— von zu verkaufen. g. III. Kastanienbäume S. 151. Sind der einzige Reichthum der Gebürgsbewohner. Wie man sie pflanzt und unterhält. Ihr Behauen. Ertrag eines Kastanienbaums. 5. W. Kaltanienmehh E. 183, Dorrhütten zum Troknen der Kastanien. Werden geschlagen, um sie von ihren Schaalen zu befreyen. Auf der Getreidmühle gemahlen. Drey Säcke Kastanien geben einen Sak Mehl. Art, dieses Mehl aufzubewahren. §. V. Gebrauch des Kastanienmehs. S. 156. Ist die vorzüglichste Nahrung der Gebürgsbewohner. Pollenta. Necei, Pattoni und Torten. 5. VI. Zustand der Gebürgsbewohner.. S. 158. Schöne Gestalt der Gebürgsbewohner, die sich vom Kastanien⸗ mehl nähren. Die Weiber müssen die Feldarbeiten verrichten, indeß die Män⸗ ner alle Jahre in die Maremma gehen. Die Gebürgsbewohner sind wohlhabender als die Bewohner der Hügel. §. VII. Schafe******* S. 160. Die Gebürgsbewohner führen jährlich ihre Schafe in die Ma⸗ remma. Schafe können auf keinem italienisch kultivirten Felde gewei— det werden. Werden zweymal im Jahr geschoren. Lämmer. Milch und Käs der Schafe. Machen nirgends einen Theil eines guten Ackerbausystems aus. Wollenmanufakturen der florentinischen Republik. §. VIII. urbarmachungen im Gebürg.„S. 164. Sind den Hügeln nachgeahmt, aber wenig vortheilhaft. Wechseln mit Getreid und Zwergbohnen. — — S = /D Z =— — SD S— 203 8. 50.§. IX. Wälder**—** S. 164. Die Kastanien bedecken nicht allen den Boden, der ihnen zu⸗ träglich wäre. Die Zirbel und gemeine Fichte. Verschiedene Arten der Eichen. Schweine, die in den Wäldern aufgezogen werden. V ᷓ§.. Früchte**—** 7* S. 166. Erdbeeren und Beerentrauben. Himbeeren und Johannisbeeren. TOe Maulbeeren; Entdeckung dieses Baums auf den Bergen §. XI. Am Eingang der Gebürge gelegene Fabri⸗ ken Papiermühlen. ES. 107. 6. 16 Verhaltniß zwischen dem Ackerbau und den Manufakturen. Anzahl und Erzeugniß der Papiermühlen zu Pescia. Das toskänische Papier wird nach Portugal ausgeführt. hefreyen. Die Lumpen werden in ganz Italien, vielleicht selbst in der Levante gesammelt. Eine Payierfabrik trägt weniger als jede andre zum Natio⸗ nal⸗Wohl bey. Erfordert ein sehr beträchtliches Stamm-HKapital. ö§. XII. Von der Seidenmanufaktur„S. 170. G. ij. Wichtigkeit dieser Manufaktur für das Land. . Verdient der Baumwolle vorgezogen zu werden. Gegenwärtig ist die Erziehung der Seidenwürmer eine nach⸗ theilige Lotterie. Der Verkauf der Kokons sezt den Bauer in Stand, die Ko⸗ Hialien hie G. 15. sten der Erndte zu bestreiten. Külme. Der Bauer nimmt an allen Arbeiten, die die Seide erfor— Wnt dert, Theil. Kessel und Abspinnen der Seide. die Min⸗ Wirrseide; Arbeiten, die sie erfordert. Seidenmühlen. Bewobner Nachtbeile, die der Vermischung der Feld⸗und Kunstarbeiten i˙ ankleben. Glashütten im Gebürg. S. 100. Tausch der Arbeiten zwischen dem Gebürgsbewohner und dem die Ma⸗ Städter. 9. XIII. Wohlhabende Leute wohnen nicht auf dem Lande— S. 175. Wenn das Feld mit Geschmak und Verstand soll bebaut wer— den, müssen wohlhabende Leute auf dem Lande wohnen. In Italien leben sie alle in den Städten. Vom italienischen Adel. Wohlhabende Leute auf den Dörfern. Lebensart wohlhabender Leute. ems als. Charakter reichgewordener Bauern. §. XIV. Kunstgärten. 178. Die Kunst, Gärten anzulegen, ist in Toskana unbekannt. S. 166• Einige Ausnahmen. haft, Schlechter Geschmack in den italienischen Gärten. 35 Leben der italienischen Nobili, wenn sie auf das Land gehen. he gewei⸗ ½ππ——................... 204 §. XV. Klima von Toskana„„ S. 180. Meilde Temperatur im Sommer. Der übrige Theil des Jahres ist ein beständiger Frühling. §. XVI. Die Landwirthschaft hat Italien nicht be— reichert„„—„ S. 181. Arthur Voung ward in Rüksicht des Ursprungs der italieni⸗ schen Wohlhabenheit irre geleitet. Die italienischen Republiken bereicherten sich durch den Handel und die Freyheit. Im nemlichen Zeitraum unterdrükte der Adel noch das Landvolk. Als der Adel den Republiken unterworfen worden, wurden die Kavitale derselben auf die Landwirthschaft verwendet. Pracht der italienischen Republiken. Der Verfall ihrer Freyheit richtete den Handel und die Land⸗ wirthschaft zu Grunde. Verwustung der toskanischen Maremma. Zweymal triumphirte die Freyheit über die ungesunde Luft der Maremma. Saten des Thales von Nievole, Chiana, des Sienne⸗ schen. Der Despotismus der kleinen Tyrannen und der der Medicis ruinirte Toskana. Bemuühungen ihrer Nachfolger, die Landwirthschaft wieder zu ermuntern. Oe ber. der Fürsten trägt zum Wiederaufblühen dersel⸗ en bey. Sie suchen einen Territorial⸗Adel zu errichten. Kaufleute ziehen ihre Kapitale aus dem Handel, um sich Land⸗ güter zu kaufen, und die Industrie des Landes vertritt jene der Städte. §. XVII. Die Landwirthschaft bringt selten neue Reichthümer bervor— S. 188. Der Vorzug, den man der Landwirthschaft vor dem Handel gab, ward endlich schädlich Das Land entreißt jährlich dem Handel das Vermögen, welches dieser gesammelt. Die Bauern verzehren ihren ganzen Nutzen, die Eigenthümer ihr jährliches Einkommen, indeß die Kaufleute jährlich etwas zur Seite legen. Schluß. I* 8. 189. Vergleichung der Münzen, Gewichte und Maaße von Toskana mit denen von Wien.. S. 190. Münzen. Gewichte. Getreidemaaße. Flüßigkeitsmaaße. Ellenmaaße. Feldmaaße. I. + 2 ———— 223 V * .— 5. VN —— W 05 I v ö D DN——— V. V W V,—5 ö f. 1. ,.— N SS V V Ie V 2 Ppms I PWsen n ◻ chMe—f½. . NNN. j 2 * N I ———— ————— 6 8 AeoLeALnnJap 1 1 dn17TinnHnn'nns"o7nnnnéS17nfnnnRahnnann 0 cm 1 2. 4 5 6 7 8 Coſour& Grey Control Shart Blue Cyan Green VellowW Heod Magenta Wmnite(Grey—G„ Greys(6r⸗S