— . — — —. 1 5 4 1 9. ¹ 5 2 „„ 4— 2 — 9) — b 5 1 1 ℳ — 7 —* 9— — 8 . —— — 2 =— 1 8— NACHRICHTEN B ER ö 11. IN BAIEFEN. N X 5 S X EINEM ENTWURF E. 2 V LANDWIRTEHSCHAFTLICIEN LEHR ANSTALTEN VON CARL SPRENGEL, ORDENTLICIHEENM UND CORRESPONDENDEM MITGLIEDE DER K6NIGLICH HANNOVERSCEEN LANDWIRTH-= SCHAVTS-GESELLSCHAFT. E. 1. V, EEDRUCKT UND INCOMMISSION BEI SCAKWEIGER ET EICK 1619. ö..........?T— S———————— 2.... ——————'D—————— ———— ⏑.„——— ö V. ‚ ———————.——ẽ— SSSSIIt..... PSP. 4— — VOTWort. Die PFehler einer Unternehmung zu rügen, Welche Anhänger und Bewun- derer in Menge findet, ist ein undank- bares Geschäft: aber der Wunsch mehrerer Landwirthe und Sachkun- diger, diése Nachrichten, welche ur- sprünglich nur für einen Freund be- stimmt waren, der Oeffentlichkeit hin- zugeben, weil sie glaubten, dass einem grossen Theile des Publicums meines Faches damit gedient seyn würde, liéss mich die daraus entstéhenden Unan- nehmlichkeiten nicht achten. Mögen sich diese Männer nicht geirrt haben! — Der Wahrheit streng getreu geblie- ben, hoffe ich auf die Unpartheilich— keit meiner Beurtheilter.— 2* *9——9——— Dass ich bei dieser Gelegenheit einen schon im Jahre 1817 ausgearbei⸗ téeten Plan zur 6ffentlichen Kenntniss bringe, den ich verwirklicht zu sehen wünsche, weil meiner Meinung nach Gutes dadurch bewirkt werden kann, wird ein Jeder sehr natürlich finden; dass ich indéssen die Anstalten zu Hofwyl nicht in der Absicht so streng beurtheile, um dadurch meinem Ent- wurfe ein gröfseres Gewicht zu ver schaffen, kann ich betheuern!— Da—- mials glaubte ich: dass durch einen Aufenthalt zu Hofwyl, meine Ansich- ten über diesen Gegenstand sehr viele Berichtigungen erleiden würde, allein sie sind im Ganzen genommen so ge- blieben als sie waren, ob sié die rich- tigsten sind, wird hoffentlich 22—— Zu- Kunft lehren.— Hannover, im uly 1818. Der Verfasser. en ber. DII5 hen nah 10 Gen; u N. E ö Weng enürcäce uEUb bonn - . I WIXII. emen Woich⸗ r siele 6„ Men 1 8⁰ 90 Ue nch. Cle Li- —=-— lasset —————————..—— 2... ö. ‚ V . —————— mI—— 2— ö Erster Brief. theurer Freund, ist wohl unangenehmer, als wenn man über einen Gegenstand in Zwei⸗ lel ist, lür den man lebhaften und innigen An⸗ theil empsindet!— Derjenige indessen, welchem es um Licht und Wahrheit zu thun ist, wird weder Mühseligkeiten, noch Zeit, noch Kosten scheuen, wenn es ihm möglich ist, dadurch zur Gewissheit zu gelangen.— 80 ging es mir mit Hofwyl.— Wenn man mir von der einen Seite viel Abentheuerliches und Widersinniges davon erzählte, s0o las und hörte ich von der andern Seite eben so viel trelfliches darüber.— Was mich vorzüglich begierig machte, die Anstalten in Hofwyl näher kennen zu lernen, war die Art und Weise, mit welcher der Besitzer selbst über seine Unternehmungen sprach.— Zuletat erhielten wir das Werk des Herrn Schwerz über HofWyl, durch welches ich aber nur noch mehr irre gemacht wurde, weil es mir schien, als sage Herr Schwerz nicht alles, was über HoWyl Zu — sagen sey.— Dies, und mehreres Andere, wo- von ich Sie vor längerer Zeit in Kenntnils ge- setet habe, bewog mich, meinem vorigen grossen Wirkungskreise zu entsagen, den Wanderstab zu ergreifen, und einem Lande zuzueilen, wo die Natur 50 grols, so schön, so herrlich ist! und HOFWyI war die Ursache, dass ich die Schweiz früher sah, als diejenigen Länder, welche nach⸗ her meinem Beruse vollkommener genügten.— Ihnen, theurer Freund, versprach ich, die Resultaté meiner Reise nach Hofwyl mitzuthei- len; ich erfülle hiemit meine Zusicherung; was ich daselbst gesehen und géehöret habe, werden Siè daher in dem Nachfolgenden finden. Ich wil wünschen, dals és Ihnen genügen möge, und dies um so mehr, weil auch Sie seit zwölf und meéhréren Jahren über die landwirthschaftlichen Anstalten Zzu HOwyl in Zweifel sind. Urtheilen Sie dann selbst, ob die Lobredner, oder die Tadler jener Unternehmungen Recht haben.— Aber auch mein eigenes Urtheil lege ich Ihnen zugleich mit zur Prüfung vor, und Sie werden dièsem um so éher einiges Zutrauen schenken, weil Sie wissen, dass ich mich seit 18 Jahren aus- schliefslich mit der Landwirthschaft beschäftige, und dass ich sie sowohl practisch, als theoretisch mit ihren Hülfswissenschaften seit jener Zeit be⸗ treibe.— Ferner hofle ich, dass sie meine An- sichten als völlig unparteiisch betrachten werden, wWeil pli von wer tun che wel dale beh He kun Stre wiss in wes aul. von Ch Hhe Mög Fel 9 10• weil Sie wissen, dass ich mich Niemanden ver- de⸗ pllichtet fühle, als— der Wahrheit.— Mit Herrn en von Fellenberg habe ich nicht näher bekanut a werden können, weil Er sowohl, als ich, Abhal- ,e tungen hatten, ich habe aber deéswegen um 50 uni eher die Sache von der Person trennen können, Wei: welches Ihnen noch mehr Bürgschaft leisten muss, ach. dass meine Ansichten über Hofwyl in der Un- ½ belangenheit entstanden sind.— Sie kennen das die Herz des Menschen, und werden diese Bemer- thei kung night überllüssig linden.— Dals es dem Herrn von Fellenberg um erden strenge Critik seiner Oeconomie zu thun ist, Ich wissen Sie aus den Blättern von HofWyl. Auch „und ö in meiner Gegenwart forderteé derselbe die an- und wesenden Herren Landwirthschalts-Bellissenen ichen auf, freimüthig ihr Urtheil über die Oeconomie heilen ö von HoOwyI auszusprechen. Wenn ich damals R schon in Stande gewesen wäre, so darüber zu ur- n.— theilen, als ich glaube, dass ich jetzt dazu ver- nen mögend bin, so würdé ich gewiss den Herrn von Verdden Fellenberg meine Ansichten mitgetheilt haben, enben, 50 viel es nämlich die Zeit erlaubt hätte. Und en aus- ö obgléeich ich mich nicht zu seinen Schülern rech- Hiläge nen konnte, so glaube ich, würde Herr von Wetl Fellenberg dennoch mein Urtheil nicht ver⸗ be worfen haben. iih Ich babe nicht nöthig, Ilmen eine vollstän⸗ rerden, dige Beschreibung von der Lage, Grösse und 10 dem Clima des Wylhofs zu geben, denn Herr ö ö lieg Schwerz hat dies auslührlich genug in der Be- chet schréibung der Pellenbergschen Landwirth— weg 1 schalt vom Jalire 1816 gethan. Sieè werden, wenn bet Sieé jene Beschreibung noch einmal lesen(Wozu lts . ich Ihnen rathe, damit Sie das, was ich Ilimen ö lier mittheile, besser verstehen) dann auch schen, worin ich mit dem Herrn Schwerz nicht über- einstimme. jen ö Um Hofwyl mit seinen Anstalten in land- 0 ů vwrirthschaftlicher Hinsicht kennen zu lerffen, bin Ii ich 6 Tage und zwar in zwei verschiedenen Zeit- üm räumen daselbst gewesen. Sie werden sehen, ob 305 dièse hinreichend waren, den Geist der Oecono- 4 mie daselbst kennen zu lernen, oder ob es nö— Do thig gewesen wäre, dals ich noch längere Zeit 1 in Hofwyl verweilte. 80 be Ich theile uen mein theurer Freund! dann auch noch einmal dasjenige mit, was ich Ilinen— in früherer Zeit über landwirthchaftliche Lehran- 10 stalten schon mündlich sagtée. Vielleicht bekom- ö 1 men Sie Gelegenheit, die eine oder die andere meiner Ideen, sobald Siè sie für nutzenstiftend l halten, in Anwendung zu bringen, und dies béeson- ders jetzt, weil in diesem Augenblicke in meh- nac reren Staaten Deutschlands, landwirthschaftliche NV dur Lehranstalten errichtet werden sollen. Inen aber dann unen Hran- Kom⸗ ndere Itend Heson⸗ meb Itliche Iber liegt, ich weils es, das allgemeine Beste noch eben so sehr am Herzen, als ehedem, und des- wegen werden Sie alle dem, Wwas Menschenwohl betriflt, eine kräftige Unterstützung angédeihen lassen. Ehe ich nach HofWwyl kam, war ich auf jenen hohen, heiligen Bergen gewesen! Ich hatte Frühlingsluft eingeathunet in der Mitte des Sep— tembers!— Ich hatte die ungeheuren Glätschier, mit ihren Füssen grünende Wiesen erreichend, und Erde, Bäume und Felsenblöcke vor sich her⸗ schiebend,— angestaunt! Ich hörte und sah jene blauen und grünen Ströme in Abgründe stürzen, Donnergetöse und Silberschaum weit um sich her verbreitend!— Ich sah die ewigen Schnee- gebirge im herrlichsten Glanze des Mondlichts, bei warmen Sommernächten auf Seen schiffend, am dunkelblauen Himmel ragen!— vad ich ge- noss in reichlichem Maalse alle jene unbéeschreib- lichen Naturschönheiten der Schweiz, welche Sie theurer Freund! auch kennen.— Von Bern aus ging ich in der heitersten und srohesten Stimmung, voll von grossen Er- wartungen, und in der Absicht, mich ⁊u Helehren, nach HOWyI, diesen Ort, der so berühmt ge⸗— worden ist durch seinen jetzigen Besitzer, oder durch die Anstalten, welche derselbe dort errich- ———————— tet hat.— In Zeit von 2 Stunden hatte ich die nic Felder von HofWyl erreicht, welches ich bald daran bemerkte, dass der Graswuchs auf den den Feldern, welches Getraide getragen hatte, bei wei⸗ auc tem nicht so stark war, als auf den benachbar- a ten Bauerfeldern. Ich wusste, dass die Bauer- der felder nur drei Jahre mit Getraide bestellt wur⸗ vOu den, und dann 6— 9 Jahre wieder zur Weide Sch und Wiese liegen blieben, fand dies daher sehr dDe natürlich. Ohne mich dabei aufzuhalten, ging bes ich weiter.— Das Erste was mir alsdann auffiel, um waren 9 Arbeiter, welche mit langen 6— 8 Pfund Ful schweren 26éizinkigen Karsten, am Wege den 0l Rand eines Rokkenstoppelkeldes umhackten. Die Lir Arbeit ging erstaunlich langsam von Statten, und der obgleich ich mich schon ziemlich an die Unbe- vor Bülflichkeit und Schwerfälligkeit der Schweizer-. 616 Arbeiter gewöhnt hatte, 50 übertrafen sie den- W0 noch dann alle diejenigen, welche mir bisher zu dat Gesicht gerommen waren;— für den Norddeut- W schen ein vahrhaft unerträglicher Anblick!— die Warum dieser Band nicht umgepflüget wurde,— in wenigstens konnte es wegen der daselbst stehen- den Obstbäume, bis auf ein Drittheil nach gesche-. hen,— begreile ich nicht, da dieses doch weit pri wohlkeiler zu stehes kam; selbst das Graben würde gen nicht so hoch gekommen seyn. Das übrige Feld, c wo der Rokken gestanden hatte, war dagegen sehr* riel gepllügt, und dennoch hackten die Arbeiter ö 4 15 nicht tiefer, als 5— 6 Zoll; dass dies wegen der Wurzeln der Obsthäume geschah, glaube ich nicht, denn auf dem gegenüber liegenden Felde, wo auch Obstbäume standen, hatte man bis nahe an die Bäume sehr tief gepflügt. Die Trägheit der Arbeiter mulste demnach die Ursache hier- von seyn.— Es ist in einer s0 kleinen Wirth⸗ schaft als HoTWwyIl wahrlich nicht von geringer Bedeutung, wenn g Arbeiter auf eine solche Weise beschäftigt werden, denn der Rand, den sie hier umhackten, war über 12 Fuss breit, und über 300 Fuss lang!— Ich muss gestehen, dass diese an- scheinend geringfügige Arbeit keinen günstigen Eindruck auf mich machte, denn ich dachte in demselben Augenblick an jene grossen Summen, von denen wir gehört und gelesen haben, dass sie in HoOwyl auf den Ackerbau verwendet worden sind;— ja ich stand schon im Begriff daraus zu solgern, dals jene auf eine ähnliche Weise verwendet seyn mögten, als der Lohn, den diese 9 Arbeiter erhielten!— Jedoch konnte ich einen solchen Gedanken nicht Raum lassen, und die gute Meinung von HOfwyl durfte ich nicht eher aufgeben, als bis ich alles genau ge⸗ prüft hatte. Ich that dies sodann, indem ich eine géewisse Ordnung dabei beobachtete, in welch er ich es Ihnen jetzt auch wieder mittheilen will.— Die Güte, mit welcher sich meiner hierbeli die anwesenden Herren Landwirthschafts-Bell ssenen S F*FISII........ —. 5————— E —— 0 14 annahmen, erleichterte es mir sehr, Felder und Wiesen schnell kennen zu lernen; besonders fühle ich mich gegen den Herrn von N...... aus Sach- sen, und den Herrn von W..... aus Schlesien verpflichtet, weil sie mir zugleich Auskunft er- theilten über dasjenige, was während des Som- mers und Frühjahrs in landwirthschaftlicher Rück- sicht vorgeélallen war.— Haben Sie also die Güte, mich zuerst auf die Felder zu begleiten, wir wollen bei den Brach- oder Hackfrüchten zuerst verwei- len, und sehen, was dabei bemerkungswerth ist. d) 1 c 1 ½ e hn T I. 1. Pferde-Bohnen. Ein beträchtliches Feld war mit dieser schö- nen Frucht angebauet. Die Bohnen standen sehr gut.— Herr von Pellenberg thut meiner Meinung nach vollkommen Recht daran, den Anbau dieser Frucht möglichst auszudehnen, in- dem sie mit ihren holzigen Wurzeln tief in den Boden dringt, und es cher, als alle andere Früchte verträgt, wenn man ihr einen Kalten, ziemlich rohen Boden darbietet, dafs dies aber der Boden in Hofwyl wirklich ist, werden Sie aus Mehrérem, Was ich Ihnen weiter hin sagen werde, deutlich ersehen. Die Bohnen waren in Reihen gesäet, und zwar so dicht, dals es ohn- möglich gewesen seyn würde, ihnen eine solche Schö- n dehr neiner „den , in- 1 den Indere Kalten, 5 aber len die US4gen aren in 5 ohn- Solche 15 tiefe Bearbeitung ⁊u geben, wie es erforderlich ist, wenn der Hackfrucht-Bau die reine Brache ersetzen soll. Die Bohnen waren denn auch wirklich so wenig behäuft, dass man kaum ein kleines Dämmchen wahrnehmen konnte, worin dieselben standen. Dass bei dieser Hachen Be- arbeitung weder der Boden gehörig durchlüftet werden kann, noch die tièfer liegenden Saamen- unkräuter Gabel zum Keimen gelangen können, brauche ich Innen nicht Zzu sagen, denn es sind zu bekannte Sachen; um so mehr musste ich mich aber wundern, dals man in HOTWyI nicht befolgt, was auf so sicheren Erfahrungen beru- het.— Man sagte mir, dass die Bohnen wäh⸗ rend ihres Wachsthums im Sommer einmal mit dem Pfluge, und zweimal mit der Hand beéarbei- tet worden wären; dadurch ist nun kreilich der Bohnenbau kostbarer geworden, als er es hätte zu werden brauchen; und ich erstaunte nocli mehr über ein solches Verfahren, als ich einige Zeit nachher diè vielen Pfardtenzehen und Pflüge sah, die doch eigentlich daau dienen sollen, die Menschenhände beim Hackfrucht-Bau zu erspa- ren, und worüber 50o oft in den ersten Blättern von HoOfWwyI gesprochen wird, und zwar auk eine Art, welche Jeden mit oro86n Erwartungen erfüllen musste.— Herr von Fellenberg lässt, wie Sie wissen, jede Frucht auf dem Halme völlig reif werden, 16 ja 50 reik, dals es ihm nicht selten widerfährt, 2. dals ein Theil der Körner ausfällt, noch ehe die elb Frucht gemähet wird; wie dies denn auch bei meiner Gegenwart in Hofwyl mit dem Haler—8 und mit den Bohnen der Fall war.— In Nord- 4 deutschland, wo man den Bau der Bohnen sehr 500 ins Grosse betreibt, mähet man selbige ab, so-• bald der grölste Theil der Schoten anfängt sich en zu bräunen, man stellt sie dann etwas lose ge- 5 bunden. in Haufen, und zwar reihenweise in die 8 Höhe, und läalst sie darin nachreifen, worauf—1 zuweilen 3— 4 Wochen vergehen, während der ‚ 20 Zeit aber pllügt man zwischen diesen Reihen das 0 Feld um.— Gegen dieses Verfahren lälst sich 2 nichts einwenden, weil dadurch das Feld zeitig 15 genug zu der darauf folgenden Winterfrucht vor- 3523 bereitet wird, und weil die Schoten dabei 50 he zusammen schrumpfen, dass sehr wenig Ausfall n bei der Erndte Statt sindet. Ausserdem aber blei 18 ben dadurch die Blätter grölstentheils an den Sten- ter geln sitzen, welche dann dem Viehe, besonders cl den Pferden und Schafen im Winter eine vor- ber trellliche Nahrung gewähren.— In HofWyl standen zum Theil den 6ten October die Boh- nen noch auf dem Halme,(I) ein Theil davon ein War indessen schon eingescheuert, und ein an- San derer Theil stand in kleinen Haufen, aus ineh- 3 0b reren Gebünden bestehend, die Köpfe nach unten augekehrt, auf dem Felde, weil auf diese Weise— ö — 17 ——.—ꝛ— br, das Austrocknen der grünen Stengel schneller die erkolgen soll, als wenn sie auf die gewöhnliche I Art aulgerichtet werden.(?2) Die Knaben der Aer Armenschule von denen ich Ihnen weiterhin rl. mehr erzählen werde, schnitten die nocli stehen- 0 den Bohnen mit der Sichel ab, sortirten dieje- 59. nigen, welche noch grüne Stengel hatten, von — 6 denjenigen, welche trocken waren,(1) und ban- e den sie über einem ausgebreiteten Leinentuche, die in Bunde, bald nachher wurden sie aulgesetzt, 0— und den Tag darauf eingefahiren, aber trocken 6 waren die Stengel, obgleich dieselben auf den 11 Köpken gestanden hatten, dennoch nicht.— So- 4 Dald ein R Regenwetter einfiel, welches 3 in jener Zeit mehrere Male der Fall war, 50 unterblieb das Abschneiden der Bohnen, wel⸗ 115 ches dann ein ewiges Hin- und Herziehen der bei 80 Arbeiter verursachtée!— Herr von Fellenberg 32 ist aber der Meinung,— wie Sie aus den Blät⸗ 5155 tern von HOWwyl wissen,— dass bei dem Ab- 25 schneiden, während es regnet, die Bohnen stär- ondemz Kker ausfallen.(2)— Die ausgefallenen Bohnen wurden eines Tages durch die Knaben der Ar- oLl menschule sorgfältig aulgelesen; nach Verlauf Bob einer Stundeé mogten sie ungelähr 50 viel aulge- sammelt haben, als zu ihrem Lebens-Unterhalte ein an. zugereicht hlaben würde Vüren nun aber die 5 Meh⸗ Bohnen zeitiger geselmitten worden, 50 würde h unten sich dieses Aussammeln schwerlich bezahlt häbén; Meide ö 2 2 2— ————— 18 und eben dies vürde auch wohl der Fall gewe- sen seyn, mit jenem Aehrenlesen, worüber wir in den Blättern von Hofwyl eine vortheilhafte Idee erhalten sollen, wenn nämlich Herr von Fellenberg das Getraide damals zu rechter Zeit hätte aberndten lassen. Wenn das Getraide überreif ist, so breéchen die Halme unter den Aehren sehr leicht ab, und bleiben deswegen in den Stoppeln um so mehr liegen.— In die- sem Falle hier würden die Knaben der Armen- schule gewiss mehr verdient haben, wenn Herr von Fellenberg sie bei der Kartoffeln-Erndte bescältigt hätte, die bereits ihren Anfang genom- men hatte, statt dass sie jetzt die Bohnen aul- lasen, während dem ein Theil davon noch in Haufen auf dem Felde stand, sie also wahrschein- lich noch einmal, nachdem diese abgefahren wor- den, haben sammlen müssen.—— 2. Kartoeln. Mit dieser edlen Frucht war der gröfste Theil des Brachfruchtfeldes angebauet. Herr von Fel- lenberg thut gewils sehr wohl daran, dass er mit dem grosen Kartoffelnbau in der Schwelz vorangehet; denn obgleich der Kartoffelnbau in den letzten Jahren daselbst sehr zugenommen hat, s0 beträgt es doch noch nicht den 40π Theil 7 7 — N ene. des Fold- und Wiesenlandés, den man dazu ver- wir wendet; Herr von Fellenb erg bebauet dagegen halte den 8Sα⁰u Theil seines Gutes damit. Die Kartol- von leln gerathen in der Schweiz vortrefflich, und chter selbst in höheren Regionen dieses Landes, als raide ich es erwartet hatte. Ich sah Kartoffeln am Fusse den des St. Gotthard-Berges, wo Bäume und Hegen Sträucher nicht mehr gedeihen wollten, reécht e⸗ üppig wachsen. Ich fand sie bei den Gameigern Imen- in Rehalpe, am Fusse des Furka⸗ Berges, woselbst Herr sogar der Graswuchs sehr kümmerlich v ar, eben- andte salls in bester Vegetation. Und wenn siè auch enom- in jenen Höhen nicht immer ihre völlige Reife aul- erlangen, so zeigt doch, dals nie wieder liber ch in die Schweiz jenes grenzenlose Elend ausbrechen Ohein- kann, sobald man ihren Anbau in Gegenden ö Wor⸗- berördert, wo der Getraidebau sehr misslich ist. Sie scheinen selbst in den Thälern jener Roneh Gebirge, wegen der dicken Schneedecke, im Winter nicht zu erfrieren, sobald man 51E im Lande lässt; ich sah dies wenigstens am Wege von Maria Einsiedel über das verschüttete Theil Lowerz nach dem Rigiberg; es standen näm⸗ nFel. lich auf einem Felde unter der Wintergerste viele Jals er Kartoffeln, weil mit diesen das Feld ein Jahr zuvor Chweis bepllanzt gewesen war.—Man sollte nicht glauben, bau in dals es dennoch Menschen giebt, welche dem Kar⸗ en hat, tolfelnbau Schuld geben, dass er de Ursache der 1Theid jetzigen Getraide-Theurung sey,— mögten doch 2 jene hören, was die Bewohner des Elsasses und der Pflanz darüber urtheilen! Dort segnet jeder Bauer diese Frucht, und gestehet gern ein, dals Sich seit dem ausgedehnten Anbau der Kartoffeln, iur Wohlstand schnell empor geéhoben habe. Doch zu Reichthum gelangten sie nur, sobald sie mit dem Kartoffelnbau auch noch den Klee- Lu- cerne- Esparcette- und Stoppelrübenbau verban⸗ den. Denn indem sie durch die Verfütterung dièser Früchte viel Dünger gewannen, wurde ihir Getraidebau ergiebiger. Es ist bei ihnen eine ausgemachte Thatsache, dals sie in früheren Zei- ten bei weitem nicht so viel Waizen säen konn- ten, als sie gegenwärtig säen, weil es dem Felde an Kralt dazu fehlte. Wenn andere Länder aus Erschöpfung des Bodens, dagegen jetzt weniger Waizen bauen können, als ehedem, so hat es also der Elsass und die Pfalz dem Kartoffeln- und Kleebau zu verdanken, dass der Waizen- und, überhaupt der Getraidebau einträglicher daselbst geworden ist, obschon die Fläche, welche man jetzt mit Getraide besäet, bedeutend, gegen ehedem verringert ist.— In jenen ervähnten Ländern bringen die Landbesitzer auch déèswe- gen mehr Getraide zu Markte, weil sie selbst ihren Pferden in Dampf geéekochte Kartoffeln, statt der Kornfrüchte geben. Ja selbst die Aul⸗- zucht der Pferde geschiehet durch Kartolkeln, und ich sah sehr schönè dreijährige Pferde, welche 21 s und durchaus noch keine Kornfrüchte erhalten Hat⸗ t jecler ten, und die der Eigenthümer, ein Bauer in „ Gals Käferthal bei Worms das Stück nicht für 50 tofeh, Louisd'or verkaulen wollte.— Ich fand in jenen habe. Ländern, dals die Landbesitzer zuweilen ein ald sie Viertheil, ja sogar die Hälfte ihres Ackerlandes Lu- mit Kartolleln bebaueten; und dies béesonders in erban⸗ den Sandgegenden. Lassen Sie uns nach die- NeRWg ö ser Abweichüng indessen sehen, vue der Kar- de ihr olfelnbau in HoTWy betrieben wurde.— n eine en Zei⸗ Die Art des Kartoffelnpllanzens in HofVyl konn. brauche ich Ihnen nicht zu erklären, denn Sie Pelde kennen es aus Schwerzens Beéschreibung von der aus HOIWyI, was derselbe darüber äulsert, ist auch vreniger meine Meinung. Nach der Aussage derjenigen, hat es wäelche das Pflanzen der Kartoffeln mit angeses n und hen hatten, soll diese Arbeit erstannlich lang- u- und sim gehen, so, dafs man dieses Jahr 4 Wochen 1450⁰ιt::. dabei zugebracht hat! Und dennoch behauptet oman Herr von Fellenberg im ersten Hefte der Blät- gegen ter von HOHWyI, Seite 152, dals das Setzen der Aumen Eartolffeln weniger kostbar sey, und geschwin- deswe- der von Statten gehe, als das Legen derselben „PSelbet nach dem Pfluge. Davon kann ich mich niclit moleln, eher überzeugen, als bis uns Herr von Fellen- lie Aul⸗ berg sagt, wie viel Menschen dazu gehören, um nolea, einen Morgen auf jene Weise zu bepllanzen. Wie 1„ würde es uns wohl in Norddeutschland ergehen, 5 0 22 Wwenn wir bei einem grossen Kartoffelnbau diesel- ben nach der HoWyTer Art pllanzten!— In fri- heren Jahren pflanzte man auch in Deutschland auf eine ähnliche Weise die Kartofteln, aber man kam sehr bald davon zurück.— Die Kartolffeln waren in Vergleichung mit den Bohnen, sehr weit auseinander gepflanzt. Siè standen im Kraute sehr mittelmäfsig, und es béedeéckte keinesweges den Boden, welches doch gung beim Kartoffelnbau ist. Es war an vielen Stellen nicht nur gelh, sondern eine Hauptbedin sogar gesisars, der Rässe des Feldes wegen, ge- worden, und obleich die Kartoffeln rein von Unkraut standen, 50 hatte sich dagegen das Feld an vielen Stellen mit grünem kleinen Moose über⸗ z20gen, welches uns den trilligsten Beweis liekert, dals der Boden daselbst kalt, nals und roh ist. Bei der Kartoffeln-Erndte zeigte sich dies noch mehr, denn die Kartoffeln waren zum Theil grindig, ja selbst angelault;— auch waren sie keinesweges sehr ergiebig, wenigstens nicht 50, als man es aul einem Boden, welcher so viele Culturkosten erfordert hat, als der in HOwyl erwarten konnte.— Dies lag aber wohl mit, an dem schlechten Miste, welchen die Kartofleln dies Jahr erhalten hatten, denn bei dem Aus- hacken derselben kam Mist hervor, der statt des verweseten Strohes— vνngergangenes Tan- — I 23 lissll. nenreisig— enthielt.(II) Da ich noch einmal nH⸗ Gelegenheit bekommen werde, diéses Mistes azu Hlaud erwähnen, so will ich Ihinen jetzt nichts weiter man darüber erzählen. Es siel mir bei den Kartoffeln noch auf, dass mit sie sehr wenig behäuft waren; sie würden bei lanzt. der Nässe des Feldes gewiss dabei gewonnen d es haben, wenn man die Erde reécht hoch an die doch Kartoffeln hinan gepllügt hätte. .— 9 ndern Alle Feldarbeiten sah ich, wie gesagt, in n, ge⸗ der Regel langsam und schlecht vollführen in u von der Schweiz. HofWwyl macht keine Ausnahme 5 beld davon, auch bei der Kartoffeln-Erndte bemerkte züher⸗ ich dies sehr deutlich. Das Aufsammlen der lekertt. Kartolkeln verrichtéeten die Arbeiter im Stéhen, oh lt. indem sie mit jenen plumpen schwerfälligen Kar noch sten, welche ich Ihnen schon einmal beschrieb, heil quer über die Dämmchen arbeitéten. Die Ar- n Sie beit war aulserdem nicht gehörig getheilt, denn' ht 5so, die da hackten, sammelten auch.— Es war Mele mir unmöglich, lange bei den Arbeitern stehen ofW zu bleiben, denn ihre Trägheit übertraf bey wei⸗ mi, tem diejenige, welche uns Herr Schwerz in utalleln der Beschreibung von Hofwyl, ahnen lälst.— m. Aus⸗ Warum Herr von Fellenb erg dergleichen Ar- Statt beiten nicht in Accord giebt, ist mir unerklär- Iar bar geblieben, denn er würde dadurch die Tag- 24 löhner zu grösserer Thätigkeit gewöhnen können, 98 welches doch wahrlich auch zur Volksbildung be gehört, die Herr von Fellenberg ja vorzüglich beabsichtigt.— Mir wurdé es indessen immer deutlicher, vo die grossen Summen bleiben, welche täglich noch in HOTFWyI erforderlich sind, He um die Wirthschaft in dem Gleise zu erhalten, worin sie sich jetzt befindeét, welches aber 50 ö tief ausgefahren zu seyn scheint, dass man nicht herauslenken kann, ohne Gefahr zu laufen, das Fuhrwerk dabei zu zerbrechen! ö Mit Besorgnils wurde ich indéessen erfüllt, wenn ich die Fläche der Kartoffeln, mit den ö Fortschritten der Arbeit verglich, denn wir hat- ten den 6 n October, und noch war nicht der ö e 205te Theil der Kartoffeln eingeerndtet. Am en N October wurden aber dié Hügel um Bern mit A Schnee bedeckt; und dabei dachte ich an den 12ten October des Jahres 1806, Wo dièe Kartoffeln 5 in Deutschland in der Erde erfroren.—— Die dreissig Nuaben der Armenschule lasen unter- Ui dessen die aius gesfallenen Fferdeboinen auνr.—. ö Ohngeachtet des Regenwetters, wurden die V Kartoffeln vom Felde ab, gleich in die Keller 20 geschüttet, doch nicht in die hermetisch zu N verschliessenden.— Aber ich vill wünschen, Ve dass es auch in jenen Kellern, in welche sie n nnen, dung glich nmer ben, ind, lten, 80 nicht „das rfüllt den hat- t der N 4775 n mit n den bofeln Mie en die Leller ch Z schen, ²e die 25 gethan wurden, keine übele Folgen gehabt ha⸗ ben möge.— — 5. Kohlrüben oder Rotabagen. * Die Rotabagen, welche ich in HofWyl sah, hatten zwar gesunde, und ziemlich grolse Blät⸗ ter, allein die Rüben selbst waren nicht so, als sie im Verhältniss der Blätter hätten seyn können. Herr von Fellenbrg selbst klagte darüber, und wulste die Ursache davon nicht anzugeben.— Ein grosser Theil der Rotabagen war in Blüthe getreten.— Nach den Erkundigungen, welche ich darüber einzog, hatten die Pflanzen sehr lange in der Pllanzschule gestanden, bevor sie auf das Feld versetzt wurden. Dies ist, wie ich selbst einigemale erfahren habe, die Ursache, weshalb sowohl die Rotabagen, als auch andere Arten von Kohlrüben, olt schön in den Blättern, aber schlecht in der Rübe sind.— In der Pllanz- schule stéehen nämlich die Pflanzen so dicht, dass sie sich nicht so in der Wurzel ausdehnen kön- nen, als sieé es ihrem Alter angemessen thun würden, man glaubt dann immer noch Pflanzen zu haben, wie sie seyn müssen, um gute Rüben bringen zu können, und hat dagegen zwar Pflan⸗ zen mit dünnen, aber doch olaigen und festen Wurzeln. In diesen sind sowohl das Zellge- webe, als auch die übrigen Saftgefälse, so zu- sammen geéschrumplt, dals es unmöglich ist, dass — 0 diese ihren natürlilchen Zustand je wieder erlan- gen können, wodurch natürlich der vollkommenen Ausbildung der Rübe ein unübersteigliches Hin- derniss in den Weg gelegt wird. Werden nun aber solche, mit holzig gewordenen Wurzeln versehene Pflanzen, auf einen krästigen Boden gepflanzt, dann müssen die Blätter um s0o grösser werden, weil der Bildungssaft in der Rübe nicht Raum genug sindet. Nur dann habe ich uniter übrigens gleichen Umständen, die grölsten Kohl-⸗ rüben erhalten, wenn ich die Pflanzen so früh auss Feld setzte, als ihre Wurzeln noch weich und zart waren, sie aber auch zugleich im Stande waren, den Einwirkungen einer bren⸗ nenden Sonnenhitze zu widerstehen, welche ich indeéssen durch die Art des Pflanzens, weniger schädlich machte.— Mit dem holzigen Zustande der Wurzel, steht das in Blüthetréten der Rota- bagen in der genauesten Verbindung. Der Blü- rhezustand ist die höchste Ausbildung der Pflanze und dieser muss um so eher erfolgen, je schneller die Rübe die Grösse erreicht, welche sie er⸗ reichen kann. Was das dichte Zusammenstehen der Pflanzen in der Pflanzschule bewirkt, dals bewirkt der Herbst und Winter bei den Rüben- arten auf eine andere Weise. Die Gefässe ver⸗ härten sich nämlich während dieser Jahreszeiten, und im Frühjahr, wenn der Saft mächtig wieder in die Höhe steigt, so erfolgt das in Blüthetreten 27 rlan. um so schneller, weil die Gefälse die Ausdeh- n nung der Rübe nicht mehr gestatten.*) Ist es Hin- nicht eben so mit den Obstbäumen, welche man mn in WTople pllanzt, damit sie schneller Früchte neln bringen?— Der junge Baum wird in der Aus- oen dehnung der Wurzeln gehindert, weil der Topf lber den Raum beengt; der Bildungssalt wird dadurch ücht genöthigt, in den Weigen zu bleiben, welches wudet er nicht thun würde, wenn die Wurzeln freien oll. Spielraum hätten, sich also nach Gefallen aus- lrüh debhnen könnten; es kann und muls daher die eich Blüthe und der Fruchtansatzt um so geéschwin- m der erlolgen.—— Hren ö ich In HOwyl waren die Rotabagen nicht be⸗ iger häuft, welches ich, um grosse EBüben zu erzie- Inde len, auch für nöthig erachte. Allein der Vortheil IOta⸗ der durch eine tieèfe Bearbeitung des Bodens, Blü- während des Sommers erlangt weird, geht dabei Hande verloren, wenn sie auf diejenige Weise gepflanzt eller werden, als ich es in HOWyl sah; sie standen ek⸗- nämlich daselbst auf dem flachen Felde. Ich chen halte es sür das Beste, Wwenn man die Rotabagen Jals sowohl, als alle Arten von Kohlrüben, auk üben⸗ Vel- eiten,) Dieselben Rübenarten, welche bei uns kaum 16 Monate alt wieler werden, erreéeichen in den heissen Climaten 24 30 Mo- ueten nate, ehe sie Saamen bringen.— —— Dänmchen pflanzt, unter welchen zuvor der Mist gebracht wird. Auf diése Weise habe ich selbst auk etwas keuchten Sandboden ganz vor- trelkliche Rotabagen erbaut. Die Rüben haben dabei den grölsten Theil der tragbaren Acker⸗ krume unter sich, und stellen wie auf einem Mistbete. Sobald sie erhaben stehen, kann ferner der Boden tief bearbeitet werden, ohne dals man nöthig hat, die Rüben mit Erde zu beschütten, welches, wie gesagt, dem Wachs- thume derselben sehr schädlich ist, weil der Rü- be dadurch die Einwirkung der Sonne, des Thaues, und der Atmosphäre entzogen wird.— Dals wirklich die Kohlrübenarten eben so wenig die Behäufung mit Erde ertragen, als alle Arten der Wasser- und Runk elrüben, dals ist gewafs, und deswegen habe ich seit mehreren Jahren abhacken die Erde von denselhen anstatt an⸗ lassen. Es frenete mich, dass ich mein Verfah⸗ ren auch von den Bewohnern des Elsasses und der lah seit langer Zeit angewendet sall.— Das Feld, worauf die Rotabagen in HoWwyI skanden, war ihnen sehr angemessen, aber es schien auch diesem Felde an— Kraft— zu lehlen, denn da die Rüben so klein waren, 50 bhätten die Blätter um so grölser seyn sollen. Uebrigens standen die Rotabagen ungemein rein von Unkraut.— —ę.—— SISSNNRRR——— der ich or- ben ker- nem ann me jenig Uten Wilb, hren CEen eEah. 5und 29 4. K Ohl. Er war auf dieselbe Weise gepflanzt und béehandelt, als die ist, welche uns Hr. Schwerz kenuen lehrt, und welche in der Schweiz sehr üblich ist; in Gruben nämlich, in welche wäh⸗- rend des Wachsthums des Kohls mehrere Male Gülle gegossen wird. Da das Feld bei dieser Methode nicht tief bearbeitet werden kann, wäh⸗ rend dem der Kobl darauf stéhet, so werde ich diese Pflanzungsart nie nachahmen.— Der Haupt- zweck der Brache, ein abwechselnd tiéses und flaches Pllügen, um die Saamenunkräuter zum Reimen zu bringen, und um sie dann wieder durchs Pllügen zu zerstöhren,— wird in Hof—- wyl zu sehr aus den Augen geésetzt, und deés- wegen sind, ohngeachtet des vielen Gätens und Handhackens, die Felder noch voll Unkraut, wie dies, 2. B. dièéses Jahr das Sommerswaizenfeld in Hofwyl bestätigte!—— Pass aber dadurch die Kosten der Bewirthschaftung nicht ab- son- dern zunehmen müssen, ist natürlich.— Der EKobl stand neben den Rotabagen aul einen mehr trockenen, als feuchten Boden, wogegen die Kartoffeln, die Möhren und die Weilsenrüben einen feuchten und humusreicheren Boden inne hatten.(1) Deswegen stand denn aber auch nicht allein der Kohl mittelmälsig, sondern man er- blickte auch viele Felilstellen darin!— dass man —.——ß7————— — 50 brigens bei der Methode, den Kohl in kleinen Gruben zu bauen, sehr schöne Kohlköpfe her-⸗ vorbringen kann, sah ich bei den Bauern in Buchsee, bei HOHWyI, denn durch das Be- gielsen des Kohls mit gut gegorener Jauche wäh- rend seines Wachsthums wird derselbe gleichsam gemästet.— 5. Weilse Rüben. Auf einem Felde, welches einen nassen, kalten humusreichen Boden enthielt, und wel⸗ ches neben dem Kartoffelnfelde lag, waren die Rüben schon eingeerndtet, als ich nach HOf- Wyl kam. Diejenigen weissen Rüben aber, Wel che noch auf einem andern Felde standen, hatten zwar einen sehr üppigen Wuchs, allein es schien mir, als wenn man sich auch hierbei mit der Aussaat verspäteét hatte, denn die Rüben waren kaum einen Finger dick. Das Feld, worauf sie standen, enthielt gleich dem andern Rübenfelde, einen humusreichen, nassen Boden. Ich glau- be, es war dasselbe Feld, welches ehemals das Versuchsfeld gewesen ist(I)— Die Aussaat der Rüben war in Reihen geschehen, allein es be⸗ landen sich nicht nur viele Fehlstellen in den Reihen selbst, sondern es waren auch sogar ganze Reihen ausgelassen, welches deénn eben 50 wenig zur Emplehlung der Maschine, als aum 0 der na die Ri bel die Be 31 Lobe der Arbeiter gereicht.— Die Bearbeitung der Ruben, var der der Rotabagen gleich. Dass man sie nicht auf dieselbe Art bearbeitéte, als die Pfalzer und Elsasser, that mir leid, denn die KRinder der Armenschule hätten dabei Geschick- keit in Führung der Handhacke erlangen können. Sie kennen jene Methode aus Schwerzens Beschreibung des Ackerbaues der Elsasser und Pfälzer. Ich muss gestehen, dass ich seit der Leit, als ich mich augenscheinlich von jener Methode überzeugte, den Rübenbau in den Stop- peln deés Getraides sehr lieb gewonnen habe. Herr Schwerz beschreibt uns 2wat jenen Stop- pelrübenbau, allein bei weitem nicht 50 genau und ausführlich, als er es verdient. Auch im Elsass gerathen die Stoppelrüben nicht alle Jahr, aber dadurch lässt man sich nicht gleich vom ferneren Bau derselben abschrecken. Vielleicht werde ich in einiger Zeit meine Bemerkungen darüber dem landwirthschaftlichen Publicum mit- theilen.— 6. M6öhren. Nicht leicht habe ich gesehen, dass man den Möhren ein ihnen ungünstigeres Feld gegeben hätte, als in Hofwyl. Denn der Boden war kest, thonigt, nass und kalt, und lag an einem Abhange nach Mitternacht zu. Wenn der Kohl — PP * 22 und die Möhren mit illirem Standorte getauscht hätten, so würden beide Früchte besser gerathen seyn, als es jetzt der Fall war.— Man erzählte mir, dals man die Möhren zur Zeit der Dürre, als der Saame nicht hat ausgehen wollen,(weil man das Feld, ich glaube überdüngt hatte) mit der Feuersprütze, welche man an ein vorbei- lliesdendes Gräbchen stellte, bespritzt habe. Da⸗ nach müssen die Möhren sehr dicht aulgegangen seyn, denn noch jetzt standen sie sehr nahe beisammen. Unkraut war durchaus nicht zu se- hen, wohl aber— Moos,— welches die Nässe und Roheit auch dieses Feldes beurkundete!—— 7,. K à. Zu den Brachfrüchten in HoOfwyl gehört auch der Raps. Ich sahe zwar keinen erwachse- nen Raps mehr, allein doch solchen, Welcher ganz zu Ende des Septembers und im Anfange des Octobers gepflanzt Wwurdée.(1) Das Pllanzen geschah auf folgende Weise: Ein Feld, welches Wintergetraide getragen hatte, War wie gewöhn- Uch 10— 12 Zoll tief gepflügt, alsdann gewalet, um es, wie es Herr von Fellenberg für gut bält, dadurch wieder sest zu drücken, Weil der Boden zu sehr gelockert sey; darauf wurde Mist in kleinen Häulchen reihenweise auf das Feld gelahren. Dies war solcher Mist, als ich ühn —————————— hört Ohde⸗ Icher lange anzen lches Vöhn- Walet, ar gut il der Mist Peld I ihu —— schon auf dem Kartoffelnfelde gesunden hatte, er enthielt nämlich statt des Strohes— feineés Tan- nenreisig—(I) Ich weiss nicht, ob im Jahre vor- her die Stroherndte so schlecht ausgefallen seyn mag, dals man kein Stroh einstreuen konnte, oder ob man sich dieses Streumittels aus wohl über— legten Gründen bedienté, genug— das Tannen- reisig war statt des Strohes im Miste vorhanden— und zwar in einem solchen Zustande, der nicht viel von dem verschieden ist, als wir es auf den Bäumen erblicken, es fehlte wenigstens nichts, als die grüne Farbe der Nadeln, und auch diese war mitunter noch zu erkennen; die Nadeln sassen an den feinen Zweigen noch fast sämmtlicli fest. — Unmöglich kann ich mich überzeugen, dass die Wirkung des Mistes in diesem Zustande gross seyn wird, denn auch die Kartofleln, welche im gleichen Miste gewachsen waren, bestärkten mich in meinem Glauben.— Mit, unter den Kiefern und Tannen zusammen geréchten Nadeln, habe ich dem Viehe sehr oft eingeéstreuet, und vor- trefflichen Mist daraus erhalten, wenn ich die Nadeln oder den Mist,(wobei erstére eineè Leitlang feucht, letzterer aber trockner wie gewöhnlich gehalten wurde) einer Gährung unterwark, wo⸗ bei sich ein bedeutender Hitzegrad einfand, der dann die Zersetzung der Nadeln schnell bewirkte. Aber das Reisig selbst Habe ich bis jetzt nur in HOFWy] als Streusurrogat anwenden sehen!— ö t.—::.—— 34 Dass auch Holz mit der Zeit Dünger liefert, wer wollte das leugnen?— Doch genug von dieser Art des Mistes, dessen Sie sich wahrscheinlich nie be⸗ dienen werden, und nun zu der Arbeit des Raps- pllanzens selbst. Zwei Männer zogen eine lange Schnur über das Feld her, mit welcher sie in der kür die Rapspflanzung bestimmten Entfernung der Reihen, weiter fortrückten, wenn andere Arbeiter mit den Furchen, welche sie der Schnur entlang aushackten, fertig waren. Diese Furchen wurden 4— 5 Zoll tief, und 5 62Zoll breit gemacht, der Boden aber, welcher aus den Furchen gehauen wurde, diente dazu, die früher angefertigte Furche, welche unterdessen schon πάιh voll Mist gelegt war, zuzuwerfen. Das Misteinlegen geschah durch an- dere Arbeiter, und wiéedér andére Arbeiter verrich- teten das Pflanzen, indem sie die Pflänzlinge mit abgestutzten Blättern grade auf den Mist setzten. Die Entfernung der Reiben, Eine von der An- dern, beétrug 16— 18 2oll. An eine tieéfe Bear- beitung mit dem Plluge ist dieserwegen hierbei nicht zu denken.— Wie langsam diese Arbeit von Statten gehen musste, können Sie sich leicht vorstellen.— Die Schuld lag dièsmal nicht an den Arbeiten, und besonders derjenige Arbeiter, Wel- cher die Furchen aushackte, arbeitete mit eben 50 vieler Geschicklickkeit als Anstrengung.— Es schien mir dann aber auch, als ob man sich überzeugte, die Arbeit sey nicht ausführbar, denn — 2 1 von den 10 bis 12 Morgen, welche der Aussage Art nach zur Rapspflanzung bestimmt waren, wurden be bis zum 6αn October nur etwa 2 Morgen be— W Pllanzt.— Wie schnell, vie leicht, und wie gut, uge würde die Arbeéit von Statten gegangen seyn, der wenn man sich dazu der Pflüge bediente, und der die Rapspflanzen auf Dämmchen gesetʒt hätte; iter unter die vorher der Mist gebracht worden wäre.— lang Was mir bei der Rapspflanzung in Hofwyl be— den sonders auffiel, war die flache Unterbringung der des Mistes, denn ich hatté füher gehört und uen gelesen, dass Herr von Fellenb erg den Mist che; bis auf 12 Zoll tief unterpflüge, sobald es näm- val, lich nicht an Mist mangele, und diès war doch an⸗ nicht der Fall, denn in der Mistgrube lag noch ch. eein bedeutender Haufen.— Worüber ich mich mit aber noch mehr wunderté, war diè schwache ten. Düngung, welche dem Felde gegeben wurde; Au⸗ sie konnte per Magd. Morg. 16000 db betragen, ö hear- und wenn das Feld alle 4 Jahr eine solche Dün- xbei gung erhält, dann will ich gern zugeben, dals, beit wie von Andern beéehauptet ist, die Tragbarkeit icht desselben mehr ab- als zunimt.— Dass sié dies den nun aber wirklich thut, wissen Sie aus SchwWer- wel⸗ zens Beschreibung von Hofwyl, und werden ben es auch aus dem, was ich Ihnen weiter mitthei- Es len werde, deutlich ersehen.— ach In Hofwyl ist man, wie ich aus einer Er- lenn zählung schliessen muss, mit dem Rapsbau noch 2* *—— ü 1— FFFfF— 36 sehr unbékannt.— Zuvor will ich Ihnen aber, damit Sie diéser Erzählung mehr Glauben schen- ken, die Versicherung geben, dals sie aus dem Mundeée eines Mannes herrührt, der Augenzeuge davon war, und der bis jetzt keine Veranlassung gegeben hat, Misstrauen in seine Rede zu setzen. Ja, ich kann IImen die Versicherung geben, dass Sie durchaus keinen Zweifel mehr dabei hegen würden, wenn ich Ihnen den Namen dieses Man- nes nennen dürfte.— Docli zur Sache: Nach- dem man den Raps, der dortigen Regel nach auf dem Halmée, bis zur völligen Reife gelan⸗ gen liels, und ein Theil der Schoten sich bereits des Saamens entledigt hatte, schnitt man ihn ab, und zwar in der Höhe, dass die Stoppeln noch über 12 20ll lang blieben; da nun aber, die ab- geschnittenen oberen Theile des Rapses auf die Erde gelegt werden sollten, und die Stoppeln diéeses einigermalsen hinderten, 50 wurden im- mer da, wohin das Abgeschnittene gelegt wer- den sollte, die Stoppeln— ausgerauft—() dann schritt man ungesäumt zum Einfahren, ohne dabey auf ein Nachreifen und Austrocknen der Schoten und Stengel zu warten. Da aber nach Herrn v. Fellenbergs Meinung in der Scheure eine Erhitzung durch die grün zusammen gepack- ten Stengel entstehen konnte, so wurden, um diesem Uebel zu begegnen, Menschen mit Mes- sern angestellt, welche die Schoten von den F.—.—.—.—.————.—2227ttttt. 37 — Stengeln oder Zweigen schneiden mulfsten; die Stängel wurden aber an die Seite geschafft.— Man ward indessen inne, dass dies ein wenig zu langsam gehe, um der Gährung und Erhitzung Einhalt zu thun, es wurden demnach die Mées- ser gegen kleine Knittel umgetauscht, mit wel- chen der Raps Büschelweise, von den Arbeitern in lreier Luft gehalten, ausgeschlagen wurde; man sah bald ein, dass der Saame recht gut dabei aus den Schoten springe;— die eine Ent- deckung führte die andere sclinell herhei,— bald versuchte man es daher, den Raps auszu- klopfen, indem man ihn in Säcke steckte; und da auch dies recht gut gelang, s0o wagte man es, den Raps auf eine dicke Schicht Stroh aus- zubreiten, und mit Dreschflegeln darauf loszu- schlagen, auch dies ging besser, als das Dreschen in der Luft, und im Sacké; endlich aber legte man auch kein Stroh mehr unter den Raps, und siehe da— man hatte— das Dreschen des Nayes— erfunden!! Es klingt dies ein wenig abentheuerlich, ist aber diese Erzählung gegrün- det, woran ich der angeführten Gründe wegen nicht zweifeln kann, dann haben alle jene Spötter nicht ganz Unrecht gehabt. b) Sommergetreide Bau. Die Gerste giebt uns das sicherste Kennzei- chen von der Beschasfenheit des Bodens, denn 7 —.—————————— D 232.—.——— ———9 0 da, wo sie gut gedeihet, ist der Boden milde, weder zu trocken noch zu nals, reich an Dün⸗ gertheilen, und überhaupt von gesunder und fruchtbarer Art.— In HoOWwyI habe ich keine Gerste gesehen, und auch vährend der 3 Jahre, worüber Herr Schwerz uns in der Beschreibung der Wirthschaft von HOWy eine Ertragsberech- nung liefert, sinde ich, bis auf eine Kleinigkeit, keine Gerste aufgeführt.— Nach den Nachrichten, welche ich in Hofwyl darüber einzog, soll die Sommergerste daselbst nicht gut gerathen, wel⸗ ches ich sehr natürlich fand, weil ich den Boden vor Augen hatte, denn dieser ist, einige wenige Stéellen ausgenommen, weder zu den milden, noch zu den warmen Bodeénarten zu zählen, obgleich Kosten genug verwendet worden sind, um ihn dazu zu machen.— Aber ich werde bald Gelegenheit bekommen, Ihnen zu zeigen, dass durch die Art der Behandlung der Boden in Hofwyl gewissermassen kalt, nals, ungesund und unfruchtbar gemacht worden ist, wenn er es früher noch nicht war, und dass er es auch bleiben wird, so lange er auf jene Weise behan- deélt werden wird.— Statt der Gerste sah ich dagegen 1. Ha l er. Dieser stand ziemlich gut, weil er den ro- hen ungeschlachten Boden eher verträgt, als als alle andern Früchte.— Er war ausserordentlich dicht gesäet, und hatte deswegen sehr kurzes Stroh und leichte Körner. Herr v. Fellenberg hatte den Hafer so dick säen lassen, um— das Unkraut dadurch zu unterdrücken.(4I) Dals bei der Hafererndte einé grolse Menge Körner abfielen, habe ich Ihnen schon einmal erzählt, der überreife Zustand, und das Dicksäen des Hafers war die Ursache davon.— 2. Sommerwaizeu. Sie wissen, wie viel Herr von Fellenberg auf diese Frucht hält. Herr Schwerz glaubt aber, dass sie sich nicht für den Hofwyler Bo- den eignet, und wenn ich nach dem diesjährigen Stande des Sommerwaizens schliefsen soll, so muss ich dem Herrn Schwerz beipłklichten, denn der Sommerwaizen stand wirklich sehr schlecht! — Herr von Fellenberg lässt gewöhnlich den Sommerwaizen nach den Bohnen folgen, warum dieses geschieht, ist mir, seitdem ich in Hof- wWy war erklärlich géworden. Die Bohnenerndte ist nämlich selten vor Anfangs October béeendigt, und dann ist es zu spät um mit Nutzen Win- terwaizen säen zu können.— Ungeachtet des )YNEs beweiset wenigstens, dass Hr. v. Fellenberg noch viel Unkrant im Bodeu vermuthete— E. SSSI DDEEE— 4 x DE 7 40 vielen Gätens, was in HoWy! geschichet, War dennoch der Sommerwaizen nichts weniger als rein von Unkräutern. Beim Schneiden desselben, welches durch die Knaben der Armenschule ge- schah, liefs man deshalb die Stoppel sehr lang stehen, um die Unkräuter nicht unter das Stroh zu bekommen. Selbst dasjenige Unkraut, wel⸗ ches ungeachtet jener Vorsichtsmaassregel, mit unter das Stroh gekommen war, wurtle zum Theil von andern Knaben, mit den Fingern wieder herausgezogen, und zur Beréeicherung des Com- posthaufens angewendeét.(1)— Die Unkräuter würden schon längst aus den Feldern von Hol- WyI verschwunden seyn, wenn Herr von Fellen- berg, wie gesagt, die Hackfrüchte zweckmälsi⸗ ger bearbeitet hätte. Aber fast eben 50 sicher würde ihre Vertilgung bewirkt worden seyn, wenn man sich dabei eines Mittels bedient hätte, durch dessen Anwendung man in einigen Thei- len Sachsens schon allein bewirkt, dass ungeach⸗ tet des häuligen Getraidebaues die Felder von Unkräutern fast gänzlich befreiet sind.— Es wird nämlich die Spreu bei der Brühfütterung des Rindyiehes angewendet.— Unter der Spreu be⸗ lindet sich aber der grölste Theil der Unkraut⸗ saamen, welche dann natürlich durch das heisse Wasser, das bei der Brühfütterung angewendet Wird, ihre Keimłkraft verlieren, statt dass sie, wenn diéeses Brühen nicht geschiehet, durch die Lei- be 41 ber der Thiere gehen, ohne ihre Keimkraft da- bei einzubüssen.— Auch der Sommerwaizen war, nach dem Grundsatz des Herrn von Fellenberg, als er abgeschnitten wurde, so reif, dass das Stroh ein- geknickt war, wie dies beim überreifen Getraide zu geschehen pflegt. Ja es war sogar schon sChwärzlich geworden.— Dals aber alles Stroh, welches diese Ueberreife erlangt hat, nicht al- lein von dem Viehe ungern gefressen wird, son- dern auch demselben undienlich ist, wissen Sie aus der Erfahrung; unmöglich kann es dem Viehe anch nur einige Nahrung geben, denn selbst die besten Verdauungsorgane sind nicht im Stande, das holeige Stroh dem Körper zu assimiliren. Die Kraft des Feldes, worauf der Sommer- waizen stand, konnte nicht gross seyn, denn Sommerwaizen, welcher auf einen gut durch- düngten Boden steht, pflegt sich, seiner Natur nach, susserordentlich zu bestauden. Dies hatte er aber in HoOfWyl keinesweges gethan, eben 50 wenig hatte er langes Stroh, und vollkom- mene Acehren. Herr von Fellenberg gab es dem Saamen-Getraide Schuld, dass derselbe s0o dünn und schlecht stand. Mich wunderte es, dals man ihn deswegen nicht dicker gesäet hatte. — Der Sommerwaizen stand nach Lucerne, und 42 vielleicht mogte dies dieè Ursache seyn, warum er nicht gerieth; denn wenn der Boden einige Jahre ungepflügt liegen bleibt, wie es bei die⸗ sem Futtergewächse der Fall ist, und dann wie— der so tief umgebrochen wird, als es in HOf- Wy geschieht, so ist er nur um so roher.— Im Elsass, in der Pflalz, im Badenschen, in Belgien, in Frankreich bei Valancienne, Condé, Mont- morancy etc. und in Franken sah ich dagegen, dass jéede Art des Getraides, welches nach Lu- cerne gebauet wurde, ganr voræiiglichi gedieh; — aber dort pllügt man die Stoppeln der Lucerne nur 4— 5 Zoll tief um. 6 K 1eebhau. Ehedem gerieth der rothe Klee in HoWyl ganz ausserordentlich, allmählig aber liess die Ergiebigkeit desselben nach, bis er zuletzt gar nicht mehr fort wollte. Der Kleebau wurde des- halb ganz eingestellt, und statt dessen Lucerne gebauet. Ich bin geneigt, das Missrathen des Klees in HOFWwyI zum Theil dem tièfen Pflügen, wel⸗ ches daselbst geschiehet, beizumessen; denn der Boden wird dadurch so hohl und so locker, dass der Frost den Wurzeln um so eéher nachtheilig werden kann.— In Niedersachsen wissen wir, dass der Klee nichts weniger, als die Lockerheit 43 des Bodens liebt, und deswegen werden die Schafe über die Stoppeln deés Feldes getrieben, Wo der Kleée gesäet ist, welches gewöhnlich un⸗ ter Gerste oder Hafer geschieher.— Die Festig- keit, welche der Boden dadurch erlangt, trägt zum Gedeihen des Klees ungemein viel bei. Das- selbe Verfahren sah ich im Elsass und in der Pllalz beékolgen; man hatte dort so unbezweiselte Erfahrungen darüber aufzuweisen, dass es da- durch bei mir zur unumstöfslichen Gewissheit geworden ist,— der Klee verlange einen festen, aber durchaus keinen lockern, noch vielweniger einen hohlen Boden, welches aber der Boden in HOIWyI bei der jetzigen Art der Behandlung durchaus werden muls. Eine andere Ursache des Missrathens des Klees in HofWyl, welche ebenfalls ihren Grund in der Art des Pflügens daselbst hat, scheint mir diese zu seyn: Wir wissen nämlich, dass die Pllanzen sich des für sie nicht mehr dienlichen Saftes entledigen, wir wissen, dass dièse Aus- léeerung vermittelst der Wurzel-Enden geschieht; wovon man sich im Sommer augenscheinlich überzeugen kann, wenn man 2. B. die Wurzeln der Rockenpflanzen betrachtet, Welche in dür⸗ rem Sande stehen. Der klebrige Saft, oder der Schleim, welcher nämlich jene Wurzeln umgiebt, ist ein Theil des Saftes, dessen sich die Pllanze 44 entledigte, und wovon ein anderer Theil noch in der Wurzel selbst verborgen ist, weil er nur nach und nach abgesetzt wird. Dieselbe Pllanze, schnell hintereinander gebauet, wird nun um s0 cher missrathen, je länger die Wurzeln der- selben der Faulniss widerstehen, weil sie beim wiederholten Anbau jenen für' sie nicht dienlichen abgeschiedenen Stoff oder Saft noch vorsindét. Beim Klee ist dies der Fall; und die Wurzeln desselben werden um 50 länger der Verwesung widerstehen, je tiefer sie unter die Oberfläche der Erde gebracht werden. In HofWwyl wird, wie sieè wissen, die Kleestoppel sehr tief einge- Pflügt, und deswegen lindeét der Klee, welcher nach 4 Jahren wieder kommt, zum Theil noch dièjenigen Stoffe, welche seinem Wachsthume nicht dienlich seyn können, indem er sich ihrer kurz zuvor entledigte. Hanf und Lein können wir deswegen, sobald es dem Boden nur nicht an Düngertheilen fehlt, mehrere Jahre mit Vor-⸗ theil auf demselben Lande bauen, denn beide Pflanzen werden mit der Wurzel ausgerauft, um, und in welcher die Excremente oder der Salt vorhanden ist, der für sie selbst zu Gift werden würde, wenn er im Boden bliebe.) Die eine ) Nicht allein in den Wurzeln sind die Organe der Aus- scheidung enthalten, sondern auch die Hasre der Epi⸗ dermis setzen die Exeremente ab, 4. B. beim Taback, 45 — noch Pflanze kann dagegen für dieése Pflanze einen ur derselben zuträglichen Stost absetzen, wenn sie me, für ein anderes Gevächs ein wahres Gilt zurück 4.— lälst; 50 2. B. der Rocken und die Gerste, nach Kartoffeln; der Rocken geräth, wenn er in der- bem selben Erdschicht gebauet wird, in Velcher die hen Kartoffeln standen, schlecht, pllügt man aber m.1 einige Zoll tieèfer(vorausgesetzt, dass das Feld Whn es der tièferen Ackerkrume wegen gestattet) dann Sung geräth der Rocken nach Kartoffeln besser. Für üche die Gerste hingegen lassen die Kartofleln einen Wird derselben sehr Zuträglichen Stoff im Boden, und mze siè geräth vortrefflich, sobald übrigens der Bo- Icher den ihrem Gedeihen nicht gar au ungünstig ist. noch Wnte Ist nun aber der Zeitraum zwischen der Hier Erndte und der neuen Einsaat grols, dann kön- Duen nen wir selbst mit Vortheil Früchte nach einan- Rat der bauen, welche, wenn die Erndte und die neue Einsaat schnell auf einander folgen, gar ö 0 nicht nach einander gebauet werden dürfen, weil 25 sie missrathen. Die rückständigen Theile der ‚ 7 Dalt— Hopfen, Hauf, bei der Nessel u. m. a.— Würde die Rellle Lucerne so lange üppig wachsen, wenn sich dieè Wur- zeln derselben nicht jährlich eine neue Umgéebung ver-⸗ schafften? Derselbe Fall ist és bei allen Baumen, Sträu- chern und perenirenden Pflanzen. Der Klee seräth bes— erden a., ser und hält sich deswegen länger, wenn er eine tiéfe 2 Ppi- Ackerkrume findet. Labach —————— D 46 ö 4 abgeerndteten Pflanze verden sich nämlich hin- . länglich zersetzen konnen, che die neue Einsaat 10 erfolgt, oder, die Materie, welche die eine Pflanze durch und in den Wurzeln abgesetzt hat, und wel- ö che, s0 wie sie jetzt ist, der nachfolgenden Frucht 4 den Untergang bereitet, wird während der Zeit, de . sobald die Bearbéeitung des Feldes zugleich da- h 4 bei béehülllich ist, und Wärme und Feuchtigkeit m nicht mangeln, in die Urstoffe aufgelöset worden seyn, oder diese werden wieder neue Verbin- 4 A dungen eingehen, und dann im veränderten Zu- m ö stande selbst wohlthätig auf das Wachsthum der- 9 selben Pflanze wirken können. In warmen Cli- maten können unter gewissen Bedingungen daher di ö die Regeln des Fruchtwechsels cher eine Aus-„ e 9 nahme erleiden, als in Ländern, wo Erndte und 2er Einsaat schnell auf einander folgen, oder wo in der Winter die Processe der Fäulniss und Zer- de setzung unterbricht. 8* 1249* Wenn also der Klee in Hofwyl nicht mehr ö ihr geräth, so glaube ich, dals dies mit am zu tie- v0r len Pllügen liegt, und zwar sowohl am zu tièfen ane + Pllügen nach den Hackfrüchten- als auch am ab⸗ zu tiefen Unterpllügen der Kleestoppel zelbst.— übe fält Man gypste auch den Klee in HOwyIl und Lan dennoch wollte er nicht mehr gedeihen.— Sie eu wissen, dass die Meinungen über diesen Gegen⸗ ö dl 47 stand noch sehr getheilt sind, ja, dass man durch- aus noch nicht darüber einverstanden ist, in wel⸗ chen Fällen der Gyps wirksam ist, und Warum er oft ohne Nutzen angewendeét worden.— Ich maasse mir keinesweges zu, darüber zu entschei- den, allein erlauben Siè mir dennoch, dass ich Ihnen meine Erfahrungen und Ansichten darüber mittheilen darf, es ist möglich, dass meine, viel- leicht unrichtigen Meinungen, Siè auf richtigere Ansichten führen, welche Sie mir dann gewiss mittheilen werden.— Aus den chemischen Zer- gliederungen der Pflanzen wissen wir, dals nicht alle Pflanzen Gyps bei sich lühren, oder dass sie nicht alle Kalk und Schwefel enthalten, welche Bestandtheile dann, beim Verbrennen der Pflan- zen Gyps liéfern.— Der Gyps sindet sich selbst in Pflanzen, welche auf einem Boden wachsen, der weder Kalk noch Schwefel in seiner Mischung enthält. Die Pllanze bildet demnach diese Stoffe in sich selbst, vermöge ihrer Thätigkeit, vermöge ihres Lebens; daraus geht aber nun deutlich her- vor, dals jener Kalk und jener Schwefel nur anders géformte Urstoffe seyn müssen. Uebt aber das Leben der Pllanze eine solche Gewalt über die Urstoffe aus, modisicirt es dièselben viel- faltig zu seinem besseren Gedeihen, so, dass sie dann sogar wieédeérum uns, als neue Elemente erscheinen, so müssen wir um so mehr glauben, dass geroisse Theilé der Pflanze durchaus jene ——————— F..— 48 Körper zu ihrer Ausbildung nöthig haben, wel⸗ che andere Theile derselben Pflanze für diese zusammensetzen.— 80 ist es mit dem Gypse, so ist es mit dem Kalke, und mit einigen an- dern feuerbeständigen Bestandtheilen der Pflan- zen; sie bedürsen derselben, wenn sie ihre höch- ste Ausbildung erlangen sollen. Sind wir nun aber der Pflanze dabei behülllich, thun wir ihr dièse, zu ihrem besseren Gedeihen erforderlichen Körper an die Wurzeln, oder streuen wir sie auf die Blätter, dann überheben wir der Pflanze eines schwierigen Geschäfts, denn die Blätter und Wurzeln versorgen den des Schwefels, des Gyp- 5Ees, Oder dés Kalkes bedürftigen Theil der Pflanze schneller damit, und alles gedeihet wohl und besser in kürzerer Zeit.) In solchen Fällen thut also der Gyps gute Dienste; sobald nämlich zu Pllanzen damit gedüngt wird, welche Schwefel und Kalk, oder durch Hinzutretung des Sauer- stoffs, Gyps unter ihren Bestandtheilen enthal⸗ ten, solchen aber gar nicht oder nur in sehr ge⸗ ringer Menge im Boden vorfinden. Der Klee *) Die Pflanzen kommen sogar mit ihren Saugwvurzeln auf die Oberfläche, sobald man Gyps auf den Boden streuet, und wachsen dann, wenn Feuchtigkeit nicht mangelt, indem sieé ein wolliges Gewebe um sich bilden, selbst in freier Luft. Dies bemerkte ich bei einer Rockensaat, Welche mit Muschelmergel der einen bedentenden Antheil Gyps euthielt, überdüngt wurde.— 49 wel. gehört aber unter diejenigen Pflanzen, welche Gyps liese zu ihrer bessern Ausbildung durchaus erfordern. poe,— Durch vielen Mist lässt sich zwar sehr schö- an- ner Klee auf Boden hervorbringen, welcher kei- lan: nen Gyps enthält; allein in dièesem Miste ist selbst Uch⸗ Gyps enthalten, und dann ist freilich die Kol- nun lensäure im Wasser aufgelöst, mit Stickstoff ver⸗ iht hunden, immer die Hauptnahrung der Pllanze, Chen welche ihr natürlich durch den Mist reichlich 786 dargeboten wird. Das eine Organ der Pflanze anze kann dann aber, weil es s0 vollkommen durcli und Hülfe des Mistes gebildet wird, um 50 leichter Cyp- den Gyps für das andere Organ bereiten.— Der anae aufgestreuete Gyps thut dagegen da keine Wir⸗ und kung, wo sich schon Gyps im Boden vorsindet, thut s0 viel nämlich deéssen die Pflanzen bedürfen. h Z Desgleichen nicht da, wo schwelelsaurés Eisen Welel im Boden vorhanden ist, denn die Pflanzen ha⸗ ler⸗ ben einen wesentlichen Bestandtheil des Gypseés, nhal die Schwefelsäure, in reichlicher Menge zu ihrer h ge· Disposition, und béreiten, weil sie vielleicht den Iee Kalk leichter bilden können, den Gyps in einem solchen Verhältnisse als er zu ihrem Gedeihen am dienlichsten ist.— So denkeé ich mir, äaussert clu a der Gyps seine Wirkung auf das Wachsthum der 44 Pllanzen. Man kann es, wenn man will, Relz. iru. mittel nennen. Der Mist ist auch als ein Reiz- — mittel zu betrachten, denn indem er das Wachs- Authei chum der ganzen Pflanze béefördert, reit er sie 50 zngleich, mit den Blättern Nahrung aus der Luft einzusaugeu. Mit dem Gypse hat es dieselbe Bewandniss; indem er zur bessern Ausbildung der Blätter beiträgt, werden diese dadurch ver- mögender, die Stofte aus der Luft anzuziehen um sie hernach dem Halme zuzuführen. Das Blatt ist sowohl das Organ der Absorption der Stolfłe aus der Luft, als es das Organ ist, in Welchem der ihm von der Wurzel überlieferte Salt manniglaltige Abänderungen und Verähn- lichungen, erleidet, indem Wärme, Licht und Electricität zugleich mit einwirken, und aus die- ser Ursache macht es keinen Unterschied im end- lichen Erfolge, ob der Gyps und andere dün- gende Körper dem Boden mitgetheilt werden, oder ob man dieselben über die Blätter als Staub herstreuet, doch gelangen sie im letzteren Falle schneller ins Innere der Pflanzen, indem der Gyps sowohl als anderé Düngertheile vom Thau- und Regenwasser aufgelöset, durch die Poren der Bläat- ter eingéesogen werden; oder indem sich die ve- ö getabilischen und animalischen Düngertheile Iin Gasarten zersetzen, und diese ebenfalls von den Blättern der Pllanze absorbirt werden;(wobei man jedoch Geéfahr läuft, dass der grösste Theil von den Winden weggelührt wird. ½ *) Dals der Gyps auf die Blätter der Pflanzen gestreuet, keine Wirkung thut, wenn trocknes Wetter danach in- r Lult Welch eine Wichtige Rolle der Gyps beim delbe Kleebau spielt, hörte ich auch von den Bauern lung des Ober-Elsasses am Fulse der Vogesen. Man 43 erzählte mir dort, dals man wohl alle drei Jahr Bhen 2² IW 0 fallt, ist bekannt; man sieht hieraus deutlich: dass die Auflösung desselben in Wasser,(welche in dem Ver- I hältnisse wie 1- 500 Statt findet) nothwendig ist, weil erte die Blätter nur unter dieser Bedingung Vortheil aus der 0 Gypsdungung ziéehen können.— Obschon die Reagentien ahu. den Gyps nicht immer in den Pflanzen verrathen, so Kkön- und nen doch récht gut die Urstoffe deésselben, als Sauerstoff, die. Schwefel und Calcium vorhanden seyn; und dié inwoh- nendeée eigenthümliche Lebenskraft deés Blattes ist gEwils end⸗ im Standeée, aus dem Gypse eineé der Pflanze zuträgliche qün⸗ Anordnung der Stoffe zu bewirken. Dass der Sauerstoff in der Schwefelsäure dés Gypses, das hauptsächlichste Agens n der beésseren Vegetation sey, und dass man den Gyps aus faub dièser Ursache nur als Reizmittel für die Pflanze béetrachtet, alle* ist nicht wahrscheinlich; der Sauerstoff Wird den Pflanzen in deér Atmosphäre reichlich dargeboten, und obgleich 5755 das Keimen der Saamen durch das Sauerstoffgas sehr be— und lördert wird, so bedürfen doch die Pflanzen nachher des- I selben nicht mehr, denn sie Wachsen im Kohlensaureng. AsE 3 Vortrefflich, wobei noch der gröfste Theil des Sauerstoff. e. gases ausgeschieden Wwird. Die Schwefelsäure thut der le in Pflanze Schaden, wWenn sie nicht géhörig mit Wasser ver- dünnt ist, aber im Gypse sind erst in 100 Theilen 44 ö den Theile Schwefelsaureé enthalten— és kommen daher auf vobei einem Theil Schweselsaure über 1000 Theile Wasser bei Tuei der Gypsauflösung.— Jede dungende Sübstauz im Ueber- maass angewendet, bewirkt den Untergang der Pflanze, dies ist nicht nur bei der Schu efelsàure, sondern auch beim Miste der Fall.— Die Asche der mehrsten Pflan⸗ zen enthalt Schwefelsaures Kali, und dies beweiset nur reueh noch mehr, dals die SchWefelsäure im Gypse die Ursache ch el- des günstigen Einflusses ist, deu sie Auf dié Vegetation hat. —— unðð:. —— — sehr schönen Klee auf demselben Felde erbauet habe, man hätte aber auch nach jedem Kléeeschnitte rüchtig gegypset, dann aber wäre der Boden, wenn man ihn nicht stark wieder gedüngt hätte, völlig erschöplt gewesen, so, dalss selbst das Ge- traide nicht mehr habe darauf gerathen wollen. — Der Klee stand also gut, und dennoch war der Boden so erschöpft, dals er kein Getraide mehr tragen wollte!) Bei dieser Gelegenheit will ich Ihnen zu- gleich meine Erfahrungen und Ansichten über das Düngen der Brauenkohle mittheilen, weil ihre *) Mit dieser ausgezeichneten Wirkung des Gypses, mögte ich das Düngen der ausgesogenen, aber einige Jahre drèesch gelegenen Felder, mit Seifensiedérasche, wie es in einigen Gegenden des Harzgebirges geschieht, verglei- chen. Der Gyps sowohl als die Asche, müssen nothwen- dig der Pflanze durch die ihr ertheilten Stoffe das Ver- mögen geben, diè Kohlensäure, nicht nur aus der Luft, sondern auch aus dem Boden stärker anzuziehen. Hier scheint es fast, als ob das Gedeihen der Pflanzen mehr durch die Gegenwart der mineralischen Düngerarten, als durch das Vorhandenseyn des thierisch- vegetabili- schen Düngers bedingt würde. Die Aschendüngung scheint vorzüglich eine bedentende Rolle in den kälte- ren Climaten zu spielen, und deswegen wäre es zu wünschen, dass die Bewohner des hohen Riesengebirges sowohl, als auch dié des sächsischen Erzgeébirges und des Harzes, das Rasenbrenuen nachahmten, welches auf dem Schwarzwald- und Odenwaldgebirge seit sehr lan- ger Zeit im Gebrauch ist, und von dessen grossen Vor- theilen ich mich augenscheinlich übenzeugte.— IDIIRNS AXVüi 5⁵ 2—0 Wirknng mit der des Gypses beinahe überein Utte stimmet. Meiner Meinung nach wirkt sie auch ie, nur durch ihre Schwefelsäaure. Ich sfand nämlich, 0 dals sie gar keine Wirkung auf die Pflanzen 0 äulserte, welche auf einen Boden standen, der la schwelelsaures Eisen enthielt. Dagegen wirkte 2 sie auf die Vegetation gewisser Pflanzen vor- üde trelflich, wenn der Boden Kalk in seiner Mi- schung hatte, selten aber dann, wenn das Feld 2u- zuvor mit Kalk gedüngt worden war.— Ich 635 kann mir die letzte Erscheinung nicht anders —— erklären, als wenn ich annehme, dass sich der auf das Feld geführte Kalk mit der Schwefel- säure der Kohle zu schabefliclitscuren Kalk ver- 5 bindet, indem die Schwefelsäure zuvor einen bre Theil ihres Sauerstofls an den Kohlenstoff unter 9 Einwirkung des Sonnenlichts abgegeben hat, und Wet dann die Pflanzen unter diesen Umständen niclit Ner⸗ vermögend sind, den zu ihrem bessern Gedeihen 198 erforderlichen schwefelsauren Kalk für sich dar- nelt aus zu bilden. Durch Hülfe der Chemie wer- anen, den wir über solche Ereignisse gewiss Aufschluss 190 erlangen; aber es wäre zu wünschen, dass man rn dabei, wenn man die Bodenarten untersuchte, 6 10 auch jedesmal die Bestandtheile der Pflanzen, a welche darauf wachsen, ausmittelte.— Nach die- ihi ser Abweichung lassen Sie uns eilen, nach Hof- hu- wyl zurück zu kommen, damit wir uns nicht Vor- ganz im Reiche der Hypothesen vertiefen.—— 54 Ueberjährigen Klee sah ich in HOWyl gar nicht, aber man hattte es dieses Jahr gewagt, den vierten Theil der Felder wieder damit anzu- säen. Dieéser junge Kleéee stand meiner Meinung nach, zu dicht und schon deswegen könnte er Schaden vom Froste leiden, indem bei dem zu dichten Stande, die eine Pflanze die andere zu verdrängen sucht, sie daher alle schwach blei- ben, und für die Einwirkung der Kalte empfind- licher werden, Das Getraide, worunter der Klee gesäet wor⸗ den war, hatte man beim Aberndten deésselben 50 hoch abgeschnitten, dass der Klee mit den Stoppeln auf dem Felde stehen blieb. Einige Leit nachher sind diese Stoppeln, sammt den dar- unter befindlichen Klee abgemähet worden; man liels dieses Gemenge darauf halb trocken wer⸗ den, und brachte es dann, damit es sich erhitze, in hohe Haufen. Dadurch soll es dem Viehe angenehmer gemacht werden. Mag dies seyn— aber nahrhafter wird die Stoppel dadurch mei- nes Erachtens nicht, und für diese wäre es besser gewesen, wenn man sie nicht hätte stehen lassen; denn das Thau- und Regenwasser, mit welchem die Röhren der Strohstoppeln bald nach der Erndte angelüllt sind, bewirkt, dals dieselben, weil eine Fäulniss dadurch entstehet, dem Viehe widerlich werden; welches ich aus eigener Er- — — ⏑—— — tV—...——..* ö 55 Eü flahrung beéehaupten kann. Selbst alle noch in 4gh der Stoppel belindliche Nahrungstheile laugt das au· Thau- und Regenwasser zugleich aus.— Ich würde lung déshalb, sobald der Klee unter dem Getraide so er hoch stände, dass eine Absondeérung desselben 2u die Mühe lohnte, den Klee aus dem abgeschnit- 228 tenen Getraide schütteln(welches leichter geht, WE als man es sich denkt) und denselben zu Heu und- trocken werden lassen, oder ihn 2zum Theil gleich grün verfüttern, den nach der Zeit wieder aul- schielsenden Klee aber durch Rindvieh abweiden Wor- lassen, damit der Boden vor dem Winter recht Aben fest würde.— Dass das Abweiden nicht bis tief den in den Herbst hinein statt hnden darf, versteht nige sich von selbst. dar- 10— nan Was Herr Schwerz über den Kleebau von 1 1 HoOWyI sagt, ist übrigens ganz aus meiner Seele V——— geschrieben, und ich wüsste dem weiter nichts HlLze—* 5 u hinzuzulügen. Ich glaube ebenlalls, dass Herr 25 von Fellenberg vom Wickenbau grossen Vor- 8 senbau grols Anr:—**+— 4—— theil haben würde, wenn er den Kleebau bis mei⸗ ö ů ö zur Hälfte einschränkte, so, dass derselbe daiin edSer 0 alle 8 Jahre auf dasselbe Feld erst wieder käme.— assen; ö Ichem Lucerne, statt des rothen Klees. C der galben, Aus Schwerzens Beschreibung der Land- Webe wirthschaft von HofWwyl verden Sie sich's er⸗ 10 innern, wie es dem Lucernebau daselbst ergan⸗ gen ist.— Ich habe denn auch keine Lucerne mehr in Hofwyl angetroffen, wunderte mich aber, als ich den Boden daselbst in Etwas ken⸗ nen gelernt hatte, sehr, wie man es habe Wa⸗ gen können, dieses Gewächs dort gleich im Grossen zu bauen. Es scheint mir, als wenn Herr von Fellenberg das Unmögliche habe möglich machen wollen.— Sobald ich Ihnen die Unkräuter genannt haben werde, welche die Felder in Hofwyl hervorbringen, so werden Sièe mir auch beistimmen, dass sie dem Herrn von Fellenberg hätten zum Voraus eines Bes-⸗ seren belehren sollen. Ich land nämlich EHli- getum arvenge, Mentha arwengis, Polygonum 2ydroniper, und Polygonum persicaria. Alle dièse Unkräauter beurkunden békanntlich einen kalten und feuchten Untergrund, den aber die Lucerne durchaus nicht verträgt. Wie gut Herr von Fellenb erg daran thäte, dergleichen Dinge, als Z. B. den Lucernebau erst im Kleinen zu er⸗ proben, ehe er sie im Grossen ausführte, hat Herr Schwerz sehr richtig auséinander gesetzt. Besonders väre dies dem Hrn. v. Fellenberg, da er vom Ack erbau zu wenig Erfahrung zu ha⸗ ben scheint, vorzüglich deswegen anzurathen, weil er Gelahr läuft, das Zutrauen seiner Un- tergebenen dadurch zu verlieren. Sie können dies aus einer Unterredung, welche ich mit dem *— 5 7 66 2 8** 5 2 2 I 6 Cerne mioh len⸗ Na⸗ im Wenn habe Ihnen V W Werden Herrn 60 Des- Egui- g0Num . Mle Weinen ber die zut Hem u Dinge, 1Zu er⸗- „ lat gedetot. uberg, ö IU ha⸗ urathen, mer La⸗ innen mit dem 57 aatte, sehen. Ich traf ihn nämlich eines Tages. beim Wai⸗ zen-Schneiden, wir sprachen das Folgende: Ich. Was ist wohl die Ursache davon, dass der Waizen dieses Jahr so schlecht steht? Er. Der Saame soll nicht gut gewesen seyn. Auch haben heftige Platzregen naclther den Waizen nisdergeschlagen. Xeh. t vielleicht dieses Feld dasselbe, wo e Lucerne stand2 Er. Id. Ich. Sie soll nicht gut gestanden haben? Er. Es ist wahr, sie stand schlecht. Ich. Dies muss dem Hrn. v. Fellenberg einen bedeutenden Schaden veêrursacht haben.— Warum hat man es aber nicht erst im Kleinen damit versucht? Er. Freilich wäre das besser gewesen, und ich hahe es auch schon oft gesagt, aber Herr Von Pellenberg läst sich dabei nicht gern ra- then.— Solche Dinge verursachen immer viele Kosten, und gelingen nicht, 50, dals am Ende nur das Alte wieder hervorgesucht werden muss. 80 ist es uns auch hiermit er gangen. Die Fel⸗ der werden etat wieder in die alte Ordnung 55 kommen, und es ist daher wieder Klee gesäet“*) Dergleichen Dinge erkfährt der Fremde immer eher, als der Herr selbst. Und ich bin über- zeugt, dass Herr von Fellenbherg, wenn er ö das Urtheil und die Ansichten seiner Unterge— benen mehr erkorschte und berücksichtigte, man- 1 chen Gewinn davon haben würdeé, denn gar oft urtheilt der mit einem natürlichen Verstande ö begabte, richtiger als derjenige, welcher die ge- lehrteste Bildung erhalten hat.— Und jedes- mal wird dasjenige besser gedeihen, welches in ö Uebereinstimmung aller mitwirkenden Personen ö +* verrichtet wird,— als wenn diejenigen, denen die Auslührung obliegt, durchaus eine andere Ansicht von deér Sache haben.— Ich habe die- ses selbst olt erlahren, und habe mich aufsser⸗ E Ackerbau die Einwendungen, und die Zweifel, welche die Untergebenen vorbringen, dazu die- nen, dass man selbt über die streitigen Puncte SꝗSꝗSISSIIIIIIII I *) Ich war Anfangs unschlässig, ob ich diese Unterredung mit abdrucken lassen sollté: als ich aber berücksichtigte, dass es dem Herrn von Fellenberg sehr viel Nutzen bringen wurde, wenn er das Urtkeil seiner Untergebe- 5* naen erfuühreé, 50 stand ich keinen Augenblick an, diese hier getreulich wieéder gegébene Unterredung öffent⸗ 14 lich bekannt zu machen, denn äch War zugleich über- zeugt, dass ich dem landwirthschaftlichen Pablico einen 18— 1——4 ö*— ö** Dienst dadurch erwelsen würde.— dem hinlänglich überzeugt, dals gerade beim 59 — iet) aur deutlichsten und richtigsten Ansicht gelangt, mer indem man die Untergebenen eines Bessern Zu ber⸗ belehren sucht.— Von mehreéren Seiten ist l mir nun wohl gesagt worden, dass Herr von 186. Pellenberg Niemanden neben sich dulden nan- könne, 1—000 dies kann man kaum glauben, denn olt in den Blättern von Hof yI Hat sich Herr ade von Fellenberg ganz anders darüber ausge⸗ àHe⸗ sprochen.— ades Sin Im Gänzen stimme ich nicht Wit den An- onen sichten, welche Herr Schwerz vom Lucernebau enen hat, und welche er uns in der Beschreibung von dere HOTWyl mittheilt, überein, denn ich habe mir die in der Pfalz, im Badenschen, im Departement du er⸗ Nord u. s. w. andere Ansichten darüber erwor⸗ deim ben. Ich habe mich nämlich dort überzeugt, dass eilel, die Lucerne auf Sandboden, der noch nicht 15 Ve⸗ pro Cent abschwemmbare Theile enth nelt, ganz auncte vorzüglich gedeihet. Bei der Lucerne Rommint, wienn sie gut gedeéihén soll, alles aul den Un⸗ tergrund an; ist dieser weder zu nass, noch zu rrocken, besteht er nicht aus Kalk und Sumpl⸗ h eisenstein, ist er nicht lettig, oder stark Thon- Nunn erde haltig, enthält er viélmehr einen Boden, nehe durch welchen die Wurzeln der Lucerne leicht üin durchdringen können, 50 geräth sièe, wenn übri⸗ hiber gens dafür gesorgt ist, dals dièselbe in der Ober- C0 Einen lläche einen nicht zu armen, und von Unkräu⸗ ————————————— FPFFFF.s᷑s.sI——— ——“ V tern, besonders dem Grase, reinen Boden sindet, vortrefflich. Alle diese Bedingungen sinden in vielen Gegenden des Badenschen Statt, und des- wegen fand ich dort so schöne Lucerne.— Ich sah dort, dass die Wurzeln der Lucerne 8— 10 Fuls tief in den Boden hinein gewachsen waren, und dals sie eben sowohl durch dünne Lehm- und Kieslager, als durch dicke Mauersandschich- ten drangen; ich bemerkte dies an den Ufern des Rheins, wo ich ungehindert ihre Wurzeln verfolgen konnte, indem der Boden des Feldes herunter gebröckelt war, weil das Wasser des Flusses den Grund unterwaschen hatte. Aber ich hatte auch noch mehr Gelegenheit, den Un- tergrund des Bodens kennen zu lernen, worauf die Lucerne freudig wuchs, denn die Ackerbauer jener Lander rejolten bei meiner Anwesenhieit sehr viele Lucernesfelder 5— 6 Fuss tief, zu Hopfen- Pflanzungen um, und auch da bestand der Un- tergrund des Bodens, wenn ich bis zu der Tiefe von 8 Fulss untersuchte, aus Sand, Kies und dünnen Lehmschichten, welche zuweilen von Ei- senoxyd gelb gelärbt waren. Jene Gegenden sind ganz flach, und der Rhein lliesst 25— 50 Fuls tieler, als die Oberlläche der Felder. In einer Tiefe von 12— 15 Fuls liegt erst Letten, oder eine undurchlassende Thon-Erdschicht.— Die Dörfer wo ich den Lucernebau vorzüglich ausgedehnt kand, heissen Ketsch, Linkenheim, 61 adet Wiesenthal, Seckenheim, Lampertsheim u. 5. V. 1 I8 und liegen in der Nachbarschast von Carlsruhe, des- Mannheim und Schu etzingen.— Nirgends gali Ich ichi dort diesenigen Unheruuter, telche ich in 10 Hofioy] antras, sondern immer nur solche, ren, welche einen warmen und gesunden Boden lie- Am. ben.— Ich sah in Seckenheim und Schwetzin- 1011 Sen Lucerne selbst auf Sandhügeln vortrefflich Nern gedeihen, und neben diesen Lucernefeldern, wo Eeln es dem Boden am Dünger gebrach, vegetirte der Ides Bocksbart(Aira canegceng.) Der Sand, worin 2 die Wurzeln der Lucerne, die dicke eines Fin- Ver gers erhalten hatten, enthielt, wie ich dièses Uu. chemisch untersucht habe, nicht eine Spur von 2 Kalk, obgleich sich in jenen Gegenden dünne auer HAalltstein schichiten im Boden befinden. Man ni nennt den Kalkstein dort Brand; beim Rejolen pien wird er sorgfältig herausgebrochen; denn er ist VUn- sowohl der neuen Hoplenpflanzung, als dem Lu- Tiefe cernebau durchaus nachtheilig, Worüber ich von 91 allen Bauern nur dasselbe hörte; sobald nämlich n die Lucerne- und Hopfenwurzeln auf diese Steine enden stolsen, so sterben diée Pllanzen ab. Dass ich —3 seit jener Zeit die Lucerne für ein ausgezeich- 1—0 netes Futtergewachs halte, können Sie lelcht an denken, und ich werde deshalb einem Jeden, — der sür den rothen Klee einen zu dürktigen, und Uelich zu trockenen Boden hat, anrathen, den Lucer- maw nebau zu versuchen— vorausgesetzt, dass der Untergrund so ist, als ich ihn beschrieb.— 0 V Ueberzeugt bin ich indessen, dass sich dieser 6 sehr 1— in Norddeutschland findet,— und U ö dass also ihr Anbau daselbst Statt fsinden Kann.— V ö ö— St. Wniertrneut Bau... 96 44 Die Winterfrüchte waren schon geerndtet, W. ö als ich nach HoWyl kam. Sie sollen alle sehr V mittelmälsig gewesen seyn, doch soll der Rocken ů wegen seines dünnen Standes sehr lange Achren I — gehabt haben.— Obgleich ich in der Nach- t 2 barschaft von HOTWyl hin und wieder schon grünende Wintergetraide- Saaten erblickte, so tr. sah ich in Hofwyl selbst, dennoch am 24 M September kein Feld mit Winterfrucht hegdet.— Sät ö 4 Noch mehr wunderte ich mich, als ich Mörte, gee ö ö dass dieses Jahr sehr wenig Wintergetraide ge- ch Saet werden sollte. Man sagté: der Lucernebau Na ö habe die Wirthschaft aus der vorigen Ordnung in gebracht, und da dieser Lucernebau wieder auf- 6 gegeben worden sey, der Kléeebau aber wieder teig +* Statt linden solle, so könne man dièses Jahr we- D0b nig Winterkorn säen, denn man wolle die vorige Mik „ Fruchtfolge vieder einmmren.— Sie wissen, m ö dals auch in der Schweiz das Wintergetraide bes 3 sicherer, als das Sommergetraide geräth, und den werden also leicht daraus schliessen können, W Welche übele Folgen daraus entstehen müssen, Vel Idtet, Sent ocken dhren Nach- Schon 80 notte; le ge⸗ nedau ddnung Aul. ieder n Me- V orige Visse, Ketide and önnen, Ruusell dals man die im Stroh, und in den Körnern am sichersten und ergiebigsten Getraidefrüchte hin- tenansetzt. Wie olft sind nicht schon die néeuen Wechselwirthschaften darüber zu Grunde gegan- gen, wenn man beim Uebergange zu dièsem Sy- steme nicht genug darauf bedacht war, Winter⸗ getraide in reichlicher Menge zu erbauen, und wenn man ihm nicht einen solchen Platz an⸗ wies, auf welchem es gut gerathen konnte.— Was soll man aber dazu sagen, wenn in einer Mulstericirtsschaft dergleichen Verfahr ungsarten Statt linden? Was soll man für die Zukunft er- warten, da schon in dièsem Herbste Winterge⸗ traidestroh in HofWyI angekaust wurde! Man hätte dagegen recht gut mehr Wuterkrucht saen können, wenn man die Bohnen früher ab- geéerndtet hätte, oder, wenn man ein Feld, wel- ches Erbsen getragen hatte, dazu vorbereitete. Nach den Hackfrüchten wird aber zu HOTWyI in der Regel nur Sommergeétraide gesäet, obgleich es gewils sehr Unrecht ist, ein Feld mit Wi in- tergetraide unbestellt zu welches durch Bohnen so gut dazu vorbereéitet ist.— Es schien ——..— mir indessen, als wenn man zugleich die vorige mathematische Abtheilung der Schläge wieder beabsichtigte, welche mir, nachdem ich den B0. den von Hofwyl kennen gelernt habe, als sehr unzweckmälsig erscheint, denn dasjenige Feld, welches auf der Karte mit Alæę im zweiten Hefte der Blätter von HofWyl bezeichnet ist, hat durch- aus andern Boden, als dasjenige Feld, welches mit Sommerkrüchte daselbst bezeichnet ist. Das Kleefeld hat erstlich gröfstentheils einen tiefen und nassen Boden und ist zweitens zum Theil nach Mitternacht zu, abhängig; hingegen dasje- nige Feld, welches auf der Karte mit Sommer— trucht bezeichnet ist, liegt von allen Feldern in Hofwyl am höchsten und trockensten.— Aus jener grolsen Ungleichheit der Schläge in ihrer Grundmischung u. s. w. pllegen dann aber auch eben s0o grolse Unannehmlichkeiten zu entstehen, ja sogar totale Misserndten können dabei statt linden; denn trilkt 2. B. die Winterfrucht in das tiele und abhängige Feld, so kann sie bei einem ungünstigen Winter sehr leicht ganz verloren gehen. Der höchsten Benutzung des Feldes ist übrigens eine mathematische Abtheilung der Schlä- ge oder Koppeln wie sie in HOIwyl früher Statt land, und wie sie nun wieder Statt linden wird, immer sehr hinderlich. Dies hier Gesagte ist noch mehr bei den kleinen, als hei den grolsen Oeconomien zu berücksichtigen, weil sich bei ersteren das Ganze schneller überblicken lälst.— Man beskete also jene Bohnen- und Erbsen Pelder nicht nut Winterfrucht, sondern bereitete ein Feld dazu vor, welches Roclien getragen batte, um auch dadurch in die alte Ordnung wieder Wé urel zu kommen; jedoch kann es seyn, dass auch ches dièses Feld nicht mit Wintergetraide besäet wor⸗ Das den ist. Denn ich konnte, als die Aussaat Gen rlen 8α October noch nicht geschah, nicht länger hel darauf warten. Erzählen will ich Ihnen indessen, 1je. wie man dieses Feld zur Winterfrucht-Einsaat mer- vorbereitete: u in x N Die Stoppel dieses ohngefähr 10 Morgen ihrer grolsen Feldes wurde 12— 14 Zoll tief unterge⸗ auch pllügt, und darauf mit einer schweren Walze, hen, vor welcker 4 Pferde gespannt waren, überzo- var gen, damit der Boden wieder fest würde. Ober- das halb schien dies auch so, allein etaas tiefer inem hinein war der Boden, des zu tièfen und breit- oren furchigen Pflügens wegen, nich allein locker, Idt sonderu voller Höhlungen. Nach einigen Tagen Ma⸗ wurden abermals 4 Pferde vor eine Egge gespannt, dtan und das Feld wurde überegget. Auf der Ober- vII. flache sah dieses Feld darnach sehr gut aus; te it wer aber natürlich etwas genauer untersuchte, OSen bemerkte bald die Mängel. Mit dem Evtirpator h be konnte man die Schollen dieses Feldes bis zu St.— der Tiefe von 12 Zoll nicht zermalmen, und deswegen glaube ich, dass es, für diè Einsaat Edei mit der Maschine gehörig vorbereitét seyn sollte, etete weil in Ho fwyl nur einmal zu jeder Frucht Wane, wirklich gepflügt wird. Alle practischen Acker- Wiedd bauer wissen, welchen Gefahren eine Wintersaat 66 ausgetzt ist, die auf Boden géesäeët wird, welcher sich nicht gehörig gesetzt hat. LJu erwarten war es also, dass diese so spät ausgesäete Winter⸗ frucht,(wenn sie übrigens noch gesäet ist) nicht vorzüglich gedeihen konnte, denn es fehlte ausserdem dem Felde noch an Dünger.— 80 viel und nicht mehr Winterfrucht sollte gesäet werden, als ich das erste Mal in HOWwyI war; ich ging sodann nach Lausanne und Genf, um die berühmten Landwirthe den Herrn von Loys in Doringi, und den Herrn Pictet in Lancy kennen zu lernen.— Nachdem ich nach HOWyI zurückgekommen war, sah ich, dass ein Feld umgebrochen wurde, welches früher mit Hafergras angesäet worden war; man sagte mir, dass dieses Feld auch noch mit Winterfrucht besäet werden solle, Gedüngt wurde dieses Stück zuvor nicht, und obgleich Dünger vorräthig war, so mogte er doch wobl zur Bedüngung des künftigjährigen Hackfruchtfeldes nöthig seyn. Das Feld wurde auf 10— 12 Zoll Tiefe umge- pflügt, und zwar mit dem in HOWyI gebräuch- lichen Argauer Pfluge; 4 Pferde zogen mit An- strengung davor, doch den Esel, welchen man früher—„Zzum Auspitæen der Aug=rast“-(I) beim Pflügen mit vorgespannt haben soll, sah ich nicht. Der Pflug warf die Schollen nur nach einer Seite um, und zwar dem Abhange zu, indem das Strichbrett bald an diese, bald dt an jene Seite des Pfluges befestiget wurde, 30 wie es erforderlich war. Was auch nachher mit diesem Felde angefangen seyn mag, nie kann es zur Winterfrucht gehörig vorbereitet worden seyn, und darin werden Sie mir Reécht geben, wenn Sie sich ein Gragfeld denken, welches in Fur- chen umgepflügt worden ist, die 10— 12 Zolh dick, und zuweilen 6, zuweilen 18 Zoll breit sind. Dass dies so war, kann ich betheuern, denn ich habé es mit dem Zollstocke ausgemes- sen. Die eine Furche hatte sich natürlich hoch, die andere tief gelegt, und die meisten Furchen lagen hohl, diese aber werden dann noch viel weniger durchs Walzen fest an den Boden ge- drückt worden seyn, als die Furchen des Rocken- stoppelfeldes, von welchen ich Ihnen zuvor er- zählte. Was aus der Winterfrucht werden soll, die auf ein Grasfeld gesäet wird, welches einige Jahre liegen bliebh, und welches zur Saat so tiel umgepflügt wurde, hegreife ich nicht, denn der Boden war unstreitig, weil er zugleich nass und Kkalt war, in der Tiefe von 12 Zoll in einen ro- hen Zustand gerathen, weil bis zu dieser Tiefe die Atmosphare nicht mehr wohlthätig auf den Humus einwirken kann. Der Stoppelrübenbau in Hofwyl. Es befremdeéte mich sehr, in Hofwyl keine Stoppelrüben anzutreffen, weil ich aus den 2* Blättern von Hofwyl wulste, dass Herr von Fellenberg sehr viel auf diese Nachfrucht rechnéte. Herr Schwerz hat uns zwar erzählt, dals es ihm schiene, als wolle Herr von Fel⸗ lenberg den Bau der Stoppelrüben einschrän- ken, allein ich glaubte doch nicht, dass sie ganz aus den Feldern verbannt werden wür⸗ den.— Wir wissen nun aber, dass die Rüben als Nachfrucht gesäeét, nur unter der Bedingung gerathen, dass sich der Boden sehr in Kralt be- tinde— und dals sie nur in diéesem Falle die viele Arbeit, welche sie ersordern, um gut zu gedeihen, durch ihren Ertrag reichlich ersetzen.— Dass dièse für den Stoppelrübenbau erforderliche Kraft dem Boden in HofwWyl wirklich mangele, davon habe ich mich durch den Augenschein überzeugt, und ich glaube daher, dals Herr von Fellenberg nur aus dieser Ursache den Anbau derselben aufgegeben hat.— Wollten wir zwar nach den chemischen Untersuchungen, welche mit den Boden-Arten von Hofwyl angestellet worden sind, schliessen, so würden wir densel⸗ ben eher fruchtbar, als unfruchtbar nennen kön- nen, denn er enthält 3— 5 pro Cent Humus; allein diéese bedeutende Menge der Dammerde nutat nicht viel; denn eines Theils ist der Bo- den nass und kalt dabei, und andern Theils ist, wie gesagt, der Humus in den Zustand der Un- fruchtbarkeit versetzt worden, weil der Boden PEt᷑᷑k᷑́᷑ ᷑P᷑P᷑C᷑CPC᷑TRTRTRTRTRTCDCTCTCTCTCTCRCRCRC 69 0 immer bis zu der Tieèfe von 12 und mehreèren 151 Zollen umgepllügt wird. ahlt Der Stoppelrüben-Bau ist meiner Meinung 16 nach sehr wichtig, und ich möchte wissen, was 1 aus dem Ackerbau im Elsass, der Pfalz und den 1 Badenschen werden würde, wenn man den Bau 2 derselben daselbst einstellen wollte. Man bebauet ben dort nicht allein die Stoppeln des Wintergetrai- dand des damit, sondern man säet sie seit einiger rbe Zeit auch dahin, wo Gerste gestanden hat, und di sie gerathen schöner, als die Rüben nach Spelz, t oder Waizen. Die Pferde und das Rindvieh 2* erhalten dort fast den ganzen Winter hindurch iche Stoppelrüben. Wenn Herr Schwer⸗ dagegen gele in seinen Schriften behauptet, dass der Bau der lein Stoppelrüben nicht vortheilhaft sey, s0 kann von ich dieser Meinung durchaus nicht beipllichten. abau Die Stoppelrüben saugen allerdings das Feld War aus, so wie es jede Nachfrucht thut, welche elche ihre Ausbildung in einem kurzen Zeitraumè er- tellet langen muss; die Stoppelrüben saugen das Feld nsel⸗ um s50 mehr aus, weil man ihnen durch die Pön⸗ Art des Anbaues behülflich ist die möglichste mus; Ausbildung in sehr kurzer Zeit zu erreichen. merce Es ist gewils, je grölser und je vollkommner die 6 Lo⸗ Früchte unter übringens gleichen Umständen, bei b M, einer späten Aussaat werden, um desto mehr neh- KUn men sie die Kraft des Bodens dabèi in Anspruch, Hoden statt dals sie bei einer frünen Aussaat und der —— ————— π— —— 1 70 ö . selben Grölse den Boden weniger erschöpfen, 0 indem sie dann mehr die Nahrungstheile in sich angehauft haben, velche ihnen die Atmosphäre darbietet.— Wenn nun aber auch die Stop- 5 8. pelrüben das Feld aussaugen, so geben sie obn- streitig doch mehr Nahrung dem Felde wieder, als sie ihm entzogen haben, so bald man sie ¶ 0 auf dem Felde verfaulen läfst, worauf sie ge- ö wachsen sind. Denn sie baben eine Menge breiter Blätter, mit denen sie eben so wohl II Nahrung aus der Luft anziehen, als es andere, 7 ö mit ähnlichen Blättern begabte Gewächse thun. * Die Stoppelrüben scheinen einen Rückstand im Boden zu lassen, welcher der Gerste, die dar- ö * auf folgt, nicht günstig ist, und daher ist wohl +1 die Meinung über das Aussaugen entstanden, ö 9 allein für den Hafer muss dieser Rückstand dien- 6. ö licher seyn, denn er geräth weit besser darnach 06 als die Gerste, welches ich aus eigener Erfah⸗ rung behaupten kann. ö I Wie der Bau der Feldfrüchte in HOfWyl betrieben wurde, habe ich Ihnen hiermit erzählt. Es sind mir aufserdem in HoWyl noch einige Feldarbeiten aufgefallen, die ich Ihnen mittheilen 60 x‚ muss, weil sie sowohl wegen ihrer Neuheit, au als gauch wegen ihrer Sonderbarkeit, Erwähnung e N verdienen. 8——————————2—————— 7¹ plen, Um immer zu sehen, was für Arbeiten vor⸗ dich genommen wurden, ging ichMhrend meines häre Aufenthalts zu HofWyl mehrere Male des Ta- Sop: ges auf die Felder, damit mir nichts entginge, ohn⸗ was mir neu wäre. An einem dieser Tage er- elet, blickte ich, dem Bohnenfelde gegen über, meh“ 8ie rere Knaben der Armenschule, mit ihrem Leh- ge- rer; sie hackten Unkraut aus, und sammelten Lenge das grösste davon in kleine, auf ihrem Rücken Rohl hängende Körbe. Anfangs glaubte ich, dass Rü- dre, ben oder dergleichen auf das Feld gesäet wären, tuun. allein bald erfuhr ich, dass man nur das Un- 1 kraut vertilgen wolle, welches auf dem Felde — stände.— 80o viel ich aus den sehr kleinen woll Blättern erkennen konnte, bestanden diese Un- den, Kkräuter aus Aleine media, Pohgonum persica— Gum⸗ viq, Naleriana olitoria, Polygonum awiculare, ach Menthia aquatica u. m. a. Alle diese Unkräu- uldl ter waren so klein, dals sie wenigstens noch 6 Wochen Zeit gebraucht haben würden, ehe sie in Blüthe treten konnten.— Da ich mir nicht zu erklären wusste, wozu diese Arbeit geschah, ů21 50 fragte ich nach der Ursache, und erhielt zur malh. Antwort:„Die Unkräuter sollten Roinen Saamen 110 bringen, und dasjenige, was man in die*3— 240 sammle, solle dazu dienen, den Compostdünger Ibet, zu vermehren.“—[ch wufste vor Verwunde- 060 rung nicht, was ich zu dem, was ich sah und hörte, sagen sollte. Jedoch verliess ich das Feld :.——.. ——— 7² ö 8** mit der Ueberzeugung, dass auch dieses Mal die 0 Tadler mehr Stosc fanden, als die Lobredner!— 5 V Dieselbe Arbeit sah ich nach einiger Zeit auf 9 einem anderen grösseren Felde wiederholen; es 90 II war dasienige Feld, von welchem dié weilsen V Rüben bereits abgeerndtet waren, als ich nach— d Hofwyl kam.— Wie leicht hätte man durch 20 4 ein einmaliges Uéeberziehen mit dem Eœtirpator* 7½ dièse Unkräuter zerstöhren können; aber woru * auch dies, da der Winter so nahe vor der Thür 5 war, und daber jene Unkräuter weder zur Blüthe, ö 4 ö noch zur Reife gelangen konnten.— NI Beim Kartoffeln- Einfahren bemerkte ich eine ö V sonderbare Vorrichtung, welche ich Tnen doch . auch mittheilen will, obgleich sie Wwohl eben so 1 0— wenig, wie die vorige Arbeit eine Nachahmung fiiden wird.— Man bediente sich nämlich da- u N bei einer einspännigen Karre, welche man mit 2 4 ihren Deichseln auf das Vordergestell eines Wa- ö gens befestigt hatte, nach Art der Wägen, deren 1 x man sich im Altenburgschen und Holsteinschen de * ö zum Mist- und Mergelfahren bedient. Vor die- 0 sein Wagen waren 3 Herdée gespannt, und in m den Kasten der Karre konnten etwa 700 Pfund 16 Kartoffeln geladen seyn. Als ich dieses Fuhrwerk. 92 zuerst vor dem Kartoffeln-Reller ankommen sah, e glaubteé ich, dals aus irgend einer Ursache jene 0 geringe Quantität eingeladen worden sey, oder ö 90 Idie r.— auf len nach urch ator VOZU Mhür eine doch 1 8⁰ ung da⸗ Mit Wa- leren chen die- nd In Plund Wherk ah, jene oder 796 dass man den Karren, durch irgend einen Um- stand genöthiget, auf das Vordergestell des Wa⸗ gens belestigt habe; ich begleitete daher dieses sonderbere Fuhrwerk bis aufs Feld, und sah nun, dass wirklich die Karre den ganzen Tag dazu diente, die Kartofféln einzufahren!— Ein Esel 209 dagegen in einer kleinéren Karre ohngefahr 200 f ů0 Haus. Vergleicht man daher die Esel müt den Pferden, so erscheinen diese gewiss als sehr nutzbare Thiere!— Diese Arbeiten fielen in wenigen Tagen vor, sie siéelen vor, als ich in HOWyl war, rechnen Sie nun noch das Ausziehen der Unkräuter aus dem ahgeschnittenen Sommerwaizen dazu, fer- ner das Bohnenauflesen und das Sortiren dersel- ben, dann werden Sie daraus schliessen können, welche vortheilhafte Arbeiten in den übrigen Tagen des Jahres geéschellen mögen! Damit Sie nun auch noch einen Begriff von der täglichen Anordnung der Arbeiten erhalten, 50 will ich Ihnen einiges über diesen Gegenstand mittheilen. Sieé wissen indéssen, dass es schwer ist, darüber zu urtheilen, wenn man in einer ganz fremden Oeconomie nur ein Paar Tage ver- weilet. Doch vas ich gesehen habe, sollen Sie sogleich erfahren:— Ein tüchtiger Arbeiter be⸗ gols eines Tages den Mist mit Jauche. Am fol⸗ 7⁴ genden Tage kam das Eselfuhrwerk von einem Knaben geleitet, um Mist zu fahren. Der Knabe musste den Mist selbst laden, welches aber, da er sehr fest lag, gewaltig langsam ging. Darüber stand der Esel eine lange Zeit müssig. Hätte dagegen der Knabe den Mist einen Tag früher gefahren, oder, wäre der Mist einen Tag später begossen worden, so würde das Mistlahren bes- ser von Statten gegangen seyn, denn der Arbeiter hätte den Mist mit laden können.— Zu einer anderen Zeit sah ich, dass Männer und Weiber den vom Regen nals gewordenen Hafer, wende- ten; die Knaben der Armenschule schnitten da- gegen Sommerwaizen. Um wie viel mehr wür- den nun aber jene Arbeiter gethan haben; wenn siè, statt des Haferwendens den Sommerwaizen geschnitten hätten, denn den Kindern lehlten zum Schneiden sowohl die Kräfte, als auch die grolsen Hände, welche dazu erforderlich sind.— Ihnen, als einen Landwirthe, der init der Theorie zugleich die Praxis verbindet, wird es nicht auf- fallend seyn, dass ich auch auf solche Kleinigkeiten mein Augenmerk gerichtet hatte, denn Sie wis- sen, wie viel darauf ankommt, die arbeitenden Kräfte zu sparen, und sie 50 einzutheilen, dass gleichsam die eine Arbeit durch die andere be- lördert wird. Dass aber die Sparsamkeit und Eintheilung der zu Gebote stehenden Kräfte in kleinen Wirthschaften noch mehr berücksichtiget 0 d U dinem nabe da füͤber Hätte rüher päter bes⸗ deiter einer eiber ende- n da- wür⸗ wenn aizen hlten hdie 0.— heofie t aul- eiben is⸗ enden „ db .e be⸗ und lte in chuge! werden müsse, als in grösseren Oeconomien, das verstéeht sich von selbst, und deswegen ist dies auch von Hofwyl zu fordern, wenn auch die landwirthschaftliche Lehranstalt dabei nicht in Erwägung gezogen wird. Jetzt noch einiges über einen sehr wichti- gen Gegenstand der Hofwyler Bodenbeèarbei- tung, über welchen Herr von Fellenberg mit Recht den Tadel aller rationel gebildeten Land- wirthe verdient, weil er in einem Verfahren be⸗ steht, welches weder durch den guten Erfolg in Hofwyl selbst, noch durch die Erfahrungen, welche andere Landwirthe darüber gemacht ha- ben, als zweckmässig erscheint, welches aber, ungeachtet dessen, bis auf den heutigen Tag noch seine Anwendung in Hofwyl findet, weil Herr von Fellenberg glaubt, dass durch jene Bearbeitung die Ergiebigkeit der Felder zunimmt, statt dals sie doch wirklich im Ertrage dadurch abnehmen müssen, nämlich durch Das Tiefpfl ü gen. Schon meéhrere Male habe ich Ihnen meine Ansichten über das Tiefpflügen in Hofwyl mitgetheilt, sobald es nämlich bei Erwähnung eines andern Gegenstandes nöthig war. Ich muss Sie daher, um dieses nicht noch ein Mal zu EeeEEEe... ö 76 wiederholen, darauf zurückweisen, und werde deshalb nur noch Einiges hinzufügen können.— Im Ganzen stimme ich mit dem überein, was Herr Schwerz darüber in der Beschreibung von Hofwyl sagt und ersuche Sie dieses nach- zulesen. Wenn die Felder in Hofwyl an Fruchtbarkeit verloren haben, 50 liegt dièses, meines Erachtens hauptsächlich mit am zu tie- fen Pflügen; ja ich bin überzeugt, dals, wenn Herr von Fellenberg auf diese Weise damit fortfährt, der Ertrag seiner Landwirtschast von Jahr zu Jahr geéringer werden wird. Denn in demselben Verhältnisse, als jetzt die Ergiebig- keit des Futterbaues und des Strohgewinnstes abnimmt, in demselben Verhäaltnisse nimmt auch natürlich die Düngerproduction ab. Der Humus- gehalt der Ackerkrume kann sich sogar in IIof- WyI vergrölsern, und dennoch wird bey jener Art der Bearbeitung die Fruchtbarkeit des Bo- dens abnehmen. Der alte Humus wird nämlich durch das beständige Tiefpflügen jährlich an Un⸗ kruchtbarkeit zunehmen, weil er der Einwirkung der Atmosphäreé entzogen wird; und eben 50 wird ein Theil des neu hinzugékommenen Hu⸗- mus, welcher aus dem Misté entsteht, gleichfalls in unauflöslichen Humus verwandelt werden.— Herr von Fellenberg betrachtet, wie Sie Wissen, dass Pllügen als eine sehr kostspielige — — Ce Nerd Arbeit, und sucht dabei auf alle nur mögliche 6u.— Weise zu ersparen.— Ob Herr von Fellen- hae berg wohl daran thut, in Hinsicht der Anzahl bung der Pflugfurchen azu sparen, glaube ich nicht, nach· nachdem ich gesehen habe, dass der Boden in IM Hofwyl sowohl feucht und kalt, als auch vol' lse ler Unkraut ist.— Es versteht sich, dals ich u tle. nur ein solches Pflügen meine, wobei der Bo- Venn den gehörig gewendet wird, so, dass bei dem 1„ abwechselnden tieèfen und fachen Pflügen, jedes 401 Mal eine neue Erdschicht der Luft völlig aus- In i gesetzt wird. Durch ein mehrmaliges Durch- iebig arbeiten mit dem Eæltirpator wird dieses nicht Inodes bewirkt, noch viel weniger durch ein so unaus- 1. gesetztes Tiefpflügen, als es in HOWyI ge- In schieht. Dem lehmigen Boden in HOWy Ho wird ein öfteres Pllügen im Jahre nicht scha-⸗ nei den, weil man nicht, wie beim Sandboden, 39 0 zu belürchten hat, dass man dadurch die Menge amlich des Humus im Boden verringert, indem sich 10 derselbe dabei schneller zersetzt, und verflüch- Kung tigt; die Nässe des Feldées aber wird sich dadurch 0 0 verringern lassen.— Wenn übrigens Herr von E Fellenberg das Pllügen kosthar hält, so muss ich ihm Recht geben, sobald er eine solche ——0 Pflugarbeit vor Augen hat, als wie siè in Hof. 97 Wy Statt findet, denn dort pllügten bei meiner * Gegenwart 4 Pferde und 4 Menschen, in einem 60 30 Tage ungefähr 1 Morgen um!— Wpiebge Die Wiesen. Diejenigen Wiesen, welche Herr von Fel- lenberg neu angelegt hat, haben meinen Bei- fall durchaus nicht. Die Gründe, welche ich habe, meine Meinung zu rechtfertigen, sollen Sie sogleich hören. Ein Theil jener Wiesen ent⸗ hält nämlich englisches Ray(Lolium perenne) und rothen Klee,(Lrifolium pratense) unter ein- ander gesäet, ein anderer Theil π½r Hafergras (Aena elatior.) Aus dem ersten Hefte der Blätter von Hofwyl, Seite 15 wissen Sie, dass Herr von Fellenberg der Meinung ist, dass die Wiesengräser einen weit grössern Ertrag geben, wenn jedes einzeln für sich angebauet wird. Alle Bflanzen, welche sich daher ausser den wirklich angesäeten Gräsern aul der neuen Wiese eininden, werden vertilgt, wenn es möglich ist. In Hofwyl ist wenigstens dem Löwenzahne (Leontodon taraπο⁴cuοm) der Untergang zuge- dacht, und deswegen wird er, s0o wie er sich auf den Wiesen zeigt, sammt der Wurzel ausge- rottét.— Wie die Meinungen über das, was nützlich, und das wes schädlich ist, 50 verschie- denartig seyn können, sah ich auch hiebei. Ich fand nämlich in früherer Zeit am Fusse des Rie- sengebirges in Schlesien, dals dasjenige Heu am theuersten verkauft wurde, welchem der Löwen⸗- zahn am häufigsten beigemengt war, und dass auch die Wiesen, auf welchen diese Pflanze am Fel. Bei- e ich ollen ment⸗- enne) r ein⸗ gras e der „dals I5 die geben, wird r den Miese h itt. Wahne auge⸗ er Sch ausge- NVas LSche⸗ I. Ich les We- MHeu am Lowen- d0 dals Ine al p‚p—————————————ßͤ 79 häufigsten vorkam, am theuersten verkauft Wwur— den. Jeder kleine Landbesitzer versichertè mich dort, dasls die Kühe nach diesem Löwenzahn, sowohl im grünen, als auch im trockenen Zu- stande sehr viele schöne gelbe und sette Milch gäben, und dass die Blätter dieser Pflsnze auch sehr gern vom Viehe gefréssen würden, kurz man schätzte dort den Löwenzahn als eine der vorzüglichsten Wiesenpflanzen.— Wie unrichtig das Verfahren des Herrn von Fellenberg ist, die Gräser einzeln auszusäen, beweiset der in allen Theilen Deutschlands 50 nützllche Anbau der Getraidefrüchte im Gemenge. Mit den Wiesenpflanzen verhält es sich dabei eben so, und der Ertrag der Wiesen an Heu ist Wwirklich grölser, je mehr Pflanzenarten siè ent- halten, wenn diese übrigens sür einander passen in Hinsicht des Zeitpunctes der Reife, ihres gleich- zeitigen Wachsthums, u. s. Ww. Die verschieden- artigen Pllanzen beförden, wenn sié mit weiser Auswahl im Gemenge an gebauet werdeén, einè die andere im Wachsthume, indem diejenigen Stolle, welche von den Wurzeln der einen Pflanze, als für sie zur Nahrung nicht mehr tauglich, abge- setzt werden, den Wurzeln der andern Pflanze als dieser zusagend, zur Nahrung dienen. Ich habe früher schon einmal erwähnt, dals, s0o wie es Pflanzen giebt, welche einander im Wachs- thume lörderlich sind, es ebenfalls anch wieder 30⁰ andeére Pflanzen giebt, welche sich im Wachs- thumé hindern, indem die eine sür die andere gleichsam ein Gift bereitet; s0 2. B. das Klap- kKraut(Nhinanthius erista galli) für den Rocken. Die Pflanzen greifen in dem Falle, dass sie mit Auswahl gesäet worden sind, mit Blättern und Wurzeln besser in einandeér, und bilden dadurch sowohl über, als auch in der Erde ein dich- tes Gewebe, denn sie sind sich, weil jede von ihnen ein ihr eigenthümliches Leben befolgt nicht teind, suchen sich einander nicht so zu verdrän— gen, wie es diè Pflanzen von einer Gattung thun, weil jede von ihnen einen gewissen Raum um sich her frei béhalten muls, wenn sie gedeihen 5oll. Die Pflanzen stehen in jenem Falle demnach 50 dicht, als es die Luft, das Licht und die Kraft des Bodens gestattet.— Doch auch schon in dem Falle, wenn die W iesenpflanzen s0 gemengt angebauet werden, dals ein Theil derselben in die Höhe wächst, der andeére Theil dagegen näher an Boden sich, seiner Natur nach, ausbreitet, kann der Ertrag der Wiesen erhöhet werden. — Dass 2 2 Wuteeln der Pflanzen die Urstoffe grade in dem Verhältnisse aus dem Bodeu saugen, als sie in den ver- schieèdenen Substanzen derselben vorkommen, ist nicht wahrscheinlich, und auch von grolsen Naturforschern Hinlanglich widerlegt Worden.— Wachz. andere 5 Hlap⸗ ochen. v) ae mit ern und dadurch in dich- ede von Mt nict Verdrän- 0 thun, aum umn vedeiben Jemnach aud die aun die werden, ö nächsz den Sich, Errag erade 10 aen en Ver. r in nich Wuorschen 381 Dies sind die Gründe, weshalb ich glaube, dass Herr von Fellenb erg nur mit Nachtheil die Wiesengräser abgesondert anbauet, und warum ich überzeugt bin, dass der Ertrag seiner künst-⸗ lichen Wiesen nie dem Ertrage der natürliche Wiesen gleich kommen wird. Ich habe diejenigen Wiesen, welche Herr von Fellenberg neu angelegt hat, mit denen verglichen, welche in der dortigen Gegend vor- kommen, ich habe sie selbst mit den alten Wie— sen von Hofwyl verglichen, habe aber gefun- den, dals den künstlichen Wiesen noch sehr viel an der Schönheit fehlt, wodurch sich die natürlichen Wiesen in Hofwyl auszeichnen; vor- züglich fehlt ihnen wie gesagt, der dichte Gras- wuchs. Jene Wiesen sowohl, als viele andere, im Canton Bern, Zürich, Basel, Solothurn, Schwyz, Lucern u. s. w. sind wirklich von einer ausserordentlichen Ergiebigkeit. Ich fand ausser den schönsten und nahrhaftésten Gräsern meéehrere vortreffliche Kräuter, als: Bibernelle (Himpinella magnd) Schnèckenklee Medica go falcata) Bärenklau(Heracleum umbellatumi) Steinklee(Irifolium melilothius) Hopfenklee (Medicago lupulina) u. à m. auf jenen pracht- vollen Wiesen. Alle diese schönen Pflanzen stehen aber auf den Vuinstlichen Wiesen des Herrn von Fellenberg*ιαιοt, und dadurch verlieren sie ungemein! Warum nun aber Herr 6 ö 02 von Fellenberg, wenn er ein Mal seiner Mei- nung getreu bleibend, die Gräser und Wiesen⸗ Pflanzen nicht im Gemenge zu bauen, solche schlechte Gräser, als das Hafergras und das Rai- gras sind, anbauet, begreife ich nicht. Noch viel weniger begriff ich, warum Herr von Fel⸗ lenberg den rothen Klee unter das Raigras bei einer späteren Wiesenanlage gesäet hatte, aber nicht deswegen, weil Herr von Fellen⸗ berg seinem ein Mal ausgesprochenen Grund- satze dadurch ungeéetreu zu werden scheint, son- dern deshalb, weil eine Wiese damit angéesdet war, welche beuwassert wurde. Es scheint mir daraus hervorzugehen, dals Herr von Fellen- berg die Natur des rothen Klees nicht dabei berücksichtigt hat, denn Sie wissen, der rothe Klee verträgt— das Bewässern— nicht.— Ich kann diese Gelegenheit nicht vorbei ge⸗ hen lassen, ohne Ihnen, theurer Freund! von der schönen Wiesencultur der Schweizer einiges zu erzählen.— Die herrlichen Wiesen sind wahrlich recht dazu geeignet, den Fremden die schon so schöne Schweiz nur noch anmuthiger en machen! Im nördlichen Deutschland giebt es sehr wenige Wiesen, welche die Schönheit er- reichen, die die Wiesen jenes Landes bésitzen; denn sowohl in der Ueppigkeit des Graswuch- ses, als auch durch das schöne lebhafte Grün bertrellen sie die mehrsten Wiesen unseres Va⸗ +Mei. iesen- Solche 5 Hai- Noch Pel Aigras hatte, eWen. Crund. „Son- slet ut mir Ilen- dabei rothe ei ge⸗ von einiges Siud m die mhiger giebt Heit el⸗ esitlel, uuch⸗ Grün reõ V 85 terlandes.— Aber glauben Sie ja nicht, dass dies Alles ein Geschenk der Natur ist! auch dort soll der Ausspruch seine Bestätigung finden: „Im Schweisse deines Angesichts sollst du dein Brodt essen!“ Die Schweizer machen es sich mit diesem Gebot, es ist nicht zu leugnen, oft ein wenig leicht, allein, was die Wiesencul⸗ tur betrifft, so handeln sie sehr richtig dabei, dals sie sich auf eine leichte Art nicht allein dadurch ihren Unterhalt verschaffen, sondern auch ihren Wohlstand erlangen, indem sie ihre Wiesen bewässern, sobald es nur irgend möglich ist; aber sie hediingen sie auch ausserdem ost noch mit Mist und Jauche. Wir würden in Norddeutschland eben solche, mit schönen üp⸗ pigen grünen Gräsern bedeckte Wiesen haben, wenn wir ebenfalls die viéelen Bäche und Flüsse mehr zur Bewässerung benutzten, statt dass sie sich jetzt des Schlammes, den sie von den Fel- dern u. s. Ww. mitnehmen, im Abgrundée des Meeres entledigen!!— Noch einmal sageé ich's: die Schweizer sind durch die weise Benutzung ihrer tausend und abermals tausend Bäche und Flüsse it zu Wohlstand und Reichthum ge- langt!—— Die Bewässerung der Wiesen in Hofwyl. Die Wiesen in Ho fwyl werden fast alle bewässert; ein kleiner Bach, und das Wasser, 2* —— ö ——— Welches aus den unterirdischen Abzügen hömmt, wWird dazu benutzt. Doch dies wissen Sie schon aus méehreren Schriften über HofWyl. Der Bach lielert übrigens ein zur Bewässerung sehr schönes Wasser.— Ob die Wiesen-Anlagen je die Vollkommen- heit erreichen werden, welche sie nach der Mei- nung des Hrn. Schwerz erreichen sollen, werden Sie nach dem, was ich Ihnen vorhin gesagt habe, heurtheilen können. Ob aber dagegen die Wie— senbewässerung selbst Nachahmung verdient, wer- den Sie aus dem, Vas ich Ihnen jetzt darüber erzählen werde, ersehen.— Als ich nämlich die Wiesen in Hofwyl in Augenschein nahm, kam ich an eine derselben, welche bewässert wurde. Das Gras darauf war über einen Fuss hoch, und bestand aus breitblätterigem sehr üp- pig gewachsenen, jedoch sehr dunné stehenden Grase, die Wiese war, wie man mir sagte, mit sehr vieler Jauche überfahren worden, denn durch die blolse Bewässerung, wäre es unmög— lich gewesen, einen solchen üppigen Graswuchs hervorzubringen, als er daselbst Statt fand. Man erzählte mir ferner, dass diese Wiese eine der Moorwiesen wäre, welche mit Erde überfahren worden sey. Die Ueberrieselung geschah nahe beim Zuleitungsgraben so stark, dals das Gras an mehreren Stellen 2 Zoll hoch dabei unter Wasser gerieth. Nachdem ich dieses in Augen- — 85 lůmmz schein genommen hatte, ging ich dem Lause des Schon Baches nach; bald bemerkte ich, dass das Was- Dach ser in demselben angeéstauet war, und dass links chönes und rechts die Wiese dadurch unter Wasser gesetzt wurde. Je weiter ich ging, um desto en. höber stand das Wasser, kaum konnte ich mehr Mei- durchkommen; und das mir zur rechten Seite erden beélindliche, einen Fuss hohe Gras ragte mit sei- Thabe, naen Spitzen nur noch aus dem Wasser hervor.— Iie. Wozu diese gleichzeitige Bewässerung und Ue— Ver⸗ berstauung der Wiese dienen sollte, begriff ich müber nicht, weil das Gras schon eine so bedeutende amlich Länge erreicht hatte.— Endlich kam ich an nahm, eine, im Bache angebrachte Schleuse. Zur lin- wäsdert ken Seite dieéser Schleuse sah ich eine andere, Vuls zu Hofwyl gehörige Wiese, welche vermittelst r üp⸗ des angestaueten Wassers bewässert wurde.— anden Jetat gah icl»i deutlich, dasõ diè eine Mieseé 6, Wit iibertauet πνιre, um dié andere Miese zuu dem hétoctssern, und das Nathixel var geélhset!— mmig- Sie kennen eine gute Wiesencultur, und wer— Nuchs den mir zugestehen, dass ein solches Verfahren, Nan wieé es in HLofwyl Statt sindet, etwas Unerhör- 3e der tes ist.— Ich sah bald nachher Heu, welches Ilabre die Pferde erhalten sollten, ausschütteln und butbe dreschen, um es von Schlamm und Staube zu 0ns befreien, vielleicht wuchs es auf der Wiese, von unter der ich Ihnen so eben erzählt habe.— Die suger Bauerwiesen, welche nahe bei diesen Moorwiesen halten, trugen wenig, und schlechtes Gras. Dies land ich sehr natürlich, denn sie wurden nicht mit Jauche überführt. Selbst im Sumple ist durch Mist und Jauche für den Augenblick viel Gras zu erzwingen, allein nur für den Augenblick, und ich bin daher sehr geneigt anzunehmen, dals Herr von Fellenberg den bessern Ertrag der Moorwieésen mehr durch die Jauchendüngung, als durch das Erdüberfahren, und die Bewüsse- rung bewirkt. Denn die, mit Erde überfahrenen Wiesen schienen mir keinesweges trocken da- durch geworden zu seyn,— vielveniger aber können sie dadurch ergiebiger im Graswuchse geworden seyn; denn der Boden, der sehr dick darüber gelührt wurde, bestand aus unfruchtba⸗ rem Erdreiche, wodurch der eigentlich gute und fruchtbare Boden völlig vergraben worden ist.— Das Bewässern der Wiesen in Beetform sin- det in Hofwyl nicht statt.— Unstreitig kann die gleichförmigste Bewässerung oder Ueberrie- selung dadurch béewirkt werden, und dies sowohl auf ebenem, als auf stark abhängigem Terrain. Ich habe sehr abhängige Wiesen in der Schweiz gesehen, 2. B. im Canton Solothurn, welche ebenfalls zuvor in Beete zusammen gepflügt wa⸗ ren, um sie dann zu bewässern. Sie wissen, dals man in Hofwyl nicht dalür ist,— ob liegen, und welche auch einen Moorboden ent- 0 ent. mit Recht, oder mit Unrecht, möge dahin ge⸗ Dies stellt seyn.— Ich glaube indessen, dass durch nicht das Zusammenpflügen der Wiesen in Beete bei lurch einem sehr abbängigen Terrain bewirkt werden 6 kann, dals das Wasser nicht so schnell abfliesst,; cb, denn es kann öfterer angehalten werden, ohne nen, das Gras dabei bedeutend zu überstauen.—— dtrag ö dung Die unterirdische Bewässerung der Moor⸗ wůdse Wiesen zu HofWyl halte ich von sehr geringer enen Bedeutung. Ich glaube nicht, dass sie Vortheil 5 WGa- gewährt, sondern bin vielmehr überzeugt, dass V aber sie selbst Schaden verursacht.— Ich glaube, uchee dass ein Moorboden durch das Bewässern von dück oben ausgesülst wird, und dals er dagegen durch llba⸗ das Bewässern von unten nur mit allen jenen und Bestandtheilen wieder angefüllt wird, welche der .— Vegetation im Uebermasse vorhanden, s0 aulserst schädlich sind, 2. B. mit dem Phospliorsauren- m ll und SchwWeéfelsauren-Eisen, vorzüglich aber mit Kann den freien Säuern, welche immer nachtheilich 1— wirken; bei der Bewässerung von oben werden . dièse mit in den Untergrund geführt.— Durchs errain. Bewässern von oben wird der Moorboden lest, Kunen durchs Bewässern von unten muls er aber wie— Wbe der locker werden.— igt Wa⸗ ö nine, Mehr Vortheil würde Herr von Felenberg 0 davon gehabt haben, wenn er die Moorwiesen, 25—9—.——————— ———.—..———— 88 Ld0—s; statt sie mit Erde zu überfahren, oder sie von unten auf zu bewässern, abgeplag get und ge- brannt hätte.— Diese Operation übertrifft alle übrigen Grundverbesserungen an Einträglichkeit, welches ich aus vielfältig darüber gemachten Er- lahrungen behaupten kann, indem ich niemals das dazu verwendete Capital unter 50 pro Cent benutzte. Die Moorwiesen in Hofwyl eignen sich vortrefflich dazu; denn die Entwässerung derselben, die dem Brennen immer vorangéehen muss, ist leicht zu bewerkstelligen. Obgleich der unter diesen Wiesen liegende Sce zuweilen austritt, so würde er den Wiesen dennoch kei-⸗ nen Schaden zulügen, wenn diese mit kleinen Dämmen umgeben würden, denn das Wasser im Séee, lliesst, wie man mir sagte, sehr bald wieder ab.— Wenn Herr von Fellenberg dann für bessere Wiesengräser und Wiesenpflan⸗ zen, als jetzt darauf stéehen, sorgte; so würden diese Wiesen selbst die üppigsten Wiesen in der Schweiz übertreflen. Moorwiesen, welche ich so béehandelte, trugen einige Jahre rothen Klee, Sumpfkléee, weilsen Klee, Wiesenfuchs- schwanz, Ruchgras, Knaulgras und mehrere an- dere Pllanzen in der grölsten Ueppigkeit, ohne Düngung und Bewässerung, aber nach einigen Jahren wurde es vortheilhaster, sie einige Male mit Getraide zu hesäen, und zu düngen.— Dass die Jauchedüngung und die Beyässerung auf —— 89 vn solchen zuvor gebrannten und neu angelegten dge. Wiesen ebenfalls nöthig wird und dann aber all auch grosse Wirkung thut, habe ich erfahren, Hleit allein der Getraidebau darauf ist vorzuziehen, E. weil er vortheilhafter ist, indem er selbst ohne ends Mist eine Zeitlang ergiebig bleibt.— Cent Wen Entwässerung der Felder. n Von den grossen Summen, welche Herr von geben Fellenberg auf die Trockenlegung der Felder leich in HOWyI verwendet hat, haben Sie gehört. Veilen Seitdem ich in HoOWwyl gewesen bin, habe ich Kei⸗ mich indeéssen überzeugt, dass ungeachtet der lEinen vielen Gräben etc. die Felder daselbst keines- Aver weges trocken zu nennen sind. Durch Aufzäh- bald ö lung der Kennzeichen, welche die Nässe eines ens Bodens beurkunden, und diè ich Ihnen in dem dlan· Vorhergehenden schon einige Male, wenn sich huden die Gelegenheit darbot, mittheilte, verden Sie en W. ebenfalls gesehen haben, dass der Boden von elche HOTwyI mit Recht zu den kalten und nassen, othen oder sehr feuchten Bodenarten gezählt zu wer⸗ luchs⸗ den verdient.— Nachdem ich die Lage der 1e h. Felder von HofWyl gesehen habe, glaube ich ohne auch versichern zu können, dals jene grossen Guhn Stollen, deren im 1en Hefte der Blätter von Mle HOTwyIl Erwähnung geschieht, mehr dazu die- II nen, dass Wasser aus den Feldern der Nachbaren, 300 als das aus den Feldern von HoWyI zu zapfen! .— nn S EDEEF. 9⁰ Ich würde eine solche Aeusserung nicht wagen, wenn ich in früherer Zeit nicht Gelegenheit ge⸗ habt hätte, mir einen practischen Blick im Ent⸗ wässerungs-Geschäfte zu erwerben; auch kennen Sie die grossen Entwässerungen, welche ich mit glücklichem Erfolge ausführte.— Wenn ich Ihnen meine Gründe weiter auseinander setzen sollte, weshalb ich glaube, dass jene grolse Stol⸗ len nicht nöthig waren, so könnte ich dies nicht anders, als durch Hülfe meéhrerer Veichnungen thbun, und um diese anzufertigen, mülste ichi wie- der nach HOTWyI reisen, und das Terrain daselbst nivelliren.— Ich kann daher nichts weiter thun, als dals ich Ihnen jene Versicherung gebe. Ich bin dagegen überzeugt, dass durch unterirdische Abzüge(Undertrains mit Bohrlöchern verse- hen, eine vollkommenere Prockenlegung der Fel- der daselbst hätte bewirkt werden können, als wie sie jetzt Statt indet. Doch auch unterirdi- sche Abzüge sind ausserdem in den Feldern von HoOfwyl vorhanden, um 50 auffallender ist es, dass dieselben dennoch nals sind.— Sie sehen, dass ich auch hier, ohne Scheu, eine Sache in Zweifel ziehe, welche immer für ein grosses Meisterstück des Herrn von Fellenberg ausgegeben vorden ist,. Glauben Sie aber nicht, dass ich tadle, nur um zu tadlen, sondern dass es mir darum zu thun ist, Ihnen eine richtige Ansicht der Unternehmun- gen des Besitzers von HoWyl zu verschaflen. 91 U nagen Ich fand auf den Feldern von Hofwyl, it ge. dass Gräben an abhängigen Feldern hingeleitet lat⸗ waren, in denen Wasser floss, ohne dals sie nnen ausgemauert, oder mit Holz ausgediehlt waren. ümi Die unterhalb liegenden Felder mussten deswegen Il vom durchdringenden Wasser angefeuchtet wer⸗ aen den, welches denn auch der Fall Var, weil tol. wahrscheinlich andeére unterirdische Gräben fehl- mcht ten, um das aus den offenen Gräben dringende ngen Wasser aufzufangen. Es war das dièsjährige Kar- Wig- tollelufeld, durch welches der Graben geleitet lbst war.— Unterhalb dieses Feldes befand sich mun, noch ein andeérer Graben, der zur Bewässerung Ich der Wiesen diente, und welcher mit Wasser aus lsche dem oberhalb geleiteten Graben versorgt wurde. de· Das Wasser wurde vermittelst mehrerer kleiner Pel⸗ Schleusen darin angestaut, und trat dadurch 50 „h hoch, dass es mit der Oberfläche des Kartoffeln- eu. keldes im Niveau stand. Dadurch drang nun nN nicht allein das Wasser aus dem Bewässerungs- 5 46 Graben in das Feld; sondern dem, von oben „als kommenden im Boden sich herabziehenden Was- Wel ser wurde obendrein der freie Abfluss dadurch Stüch verwehrt; der Erfolg davon war, dass die Kar⸗ Lordet tolleln nicht allein gelbes, sondern sogar schwarz 12, A gewordenes Kraut hatten, und dass selbst viele Aufün Kartoffeln anfingen, zu laulen. Wie leicht wäre Mum diesem abzuhelfen gewesen, venn man parrallel l mit jenen beiden Gräben, andere unterirdische .—.—— A— 9²2 Gräben gezogen hätte, welche das in das Feld dringende Wasser auflingen, und fortführ- ten. Bei dem Graben, der zur Bewässerung diente, könnte dies durch eine Rinne bewirkt werden, welche aus dem Auffange- oder unter- irdischen Graben unter den Bewässerungs-Graben durchgeführt werden mülsste. Ohngelähr so wie beim Kartoffelnfelde ver- hielt es sich auch bei dem Bohnenfelde, indem aus den Bewässerungsgrippen einer daneben lie- genden Wiese, das Wasser in das Feld drang. Was mir bei meinem kurzen Aufenthalte in HofWyI auf den Feldern und Wiesen ausgefallen ist, habe ich Ihnen jetzt mitgetheilt: ich zweifle nicht daran, dals ich Ihnen weit mehr zu er- zählen hätte, wenn ich noch länger in HOTWyl geblieben wäre.— Ich hoffe indessen, dals Sie den Geist des Ackerbaues von HOfwyl daraus kennen gelernt haben werden; und deswegen bitte ich Sie jetzt mich auf den Wirthschaftshof zu begleiten, damit ich Ihnen zeige, was dort Merkwürdiges vorhanden war. Ne er Stat un daz sühkr. sung firkt uter· aben JLweiter Brief. VGX- 1501 Ant den Feldern und Wiesen hatte ich also 25 nicht gefunden, was ich zu finden wünschte und 157 hoffte, obgleich für mich allerdings das Wich- 1e M tigste dort hätte zu sehen seyn können!— Mit Hallen wenigem Vertrauen begleitet, ging ich demnach veille auf den Wirthschaftshof. mer ö yI Wirthschaftsgebäude. dis ardus Die Lage der Wirthschaftsgebäude ist kei⸗ ö deeen.. nesweges in HoWyI so, dals sie einen schnel- stohol len Ueberblick des ganzen Wirthschafthofes ge- dort statten; hieran sind vorzüglich die Schoppen und die an die Scheuern gebaueten Auffahrten, um in die Dächer der Gebäude fahren zu kön- nen, Schuld. Der innere Hofraum wird dadurch winklicht und unbequem gemacht, und den Ar- beitern Gelegenheit verschafft, sich dem Auge des Herrn zu entziehen.— Dass aber die Arbeiter in der Schweiz, und vorzüglich in HoOfWyl — ö 94 KAufsicht, ja sehr viele Aulsicht erfordern, habe ich olt gesehen.— Sie kennen die Lage der Wirthschaltsgebäude, aus dem zweiten Hefte der Blätter von Hofwyl, und ich habe daher nicht nöthig, Ihnnen viel darüber zu sagen. Ob- gleich ich manches in den Gebäuden selbst un- zweckmälsig sinde, so würden doch weitläuftige Beschreibungen und Zeichnungen dazu géehören, um die beésseren und beguemeren Einrichtungen, welche zu trélken seyn würden, anschaulich dar- zustellen, und deswegen hbehandleée ich diesen Gegenstand oberflachlich, weil er ohne dies nicht von grosser Wichtigkeit ist, jedoch vill ich Ei- niges dabéi bemerken:— Dass die Gemächer, worin die Ackerwerkzeuge verfertiget werden, nicht beisammen liegen, ist mir vorzüglich auf⸗ gelallen, besonders deswegen, weil diéses Ge- bäude vom jetzigen Besitzer aufgeführet worden ist.— Wie es mit den hermetisch zu verschlie- Senden Kartoffeln-Kellern ausgefallen ist, welche sich auch in diesem Gebäude vorfinden, wissen Sie nicht ganz, die Kartoffeln sind ndàmlichi darin verfaulet.(In HOfWyI selbst hat man nür diéses erzälilt) und sie sind also nicht, wie wir gelesen haben, nur milstrig geworden. Dies mag den Herrn von Fellenberg nun auch ab- geschreckt haben, die neuen Getraidebeéehälter, welche Sie aus der Beschreibung, wenigstens den Namen nach, kennen, und welche gleich⸗ fal nio Eic Lin aUl falls in dem neuen Gebände vorhanden sind, noch nicht in Anwendung zu bringen. S80 wie es mir leid mut um diè Kosten, welche so manche der Einrichtungen in 23 2——— erfordert 50 auch hierbei! Ackerpferde. Zuerst ging ich, nachdem ich eine ganze Weile das Treiben der vielen Menschen, welche auf dem kleinen Wirthschaftshofè, weil es grade Mittag war, gegenwärtig waren, und die bald hierhin, bald dorthin gingen, angeéstaunt hatte, in den Pferdestall. Ich kam in einen dunkeln, niedrigen, schmalen und unreinlichen Stall, in welchem 18 Pferde standen, und zwar so nahe beisammen, dass es unmöglich war, dass sie sich zämmtlich legen konnten. Herr v. Fellenberg glaubt, dals nicht mehr Raum erforderlich sey, weil sich niemals alle Plerde zugleich legten.(97 Lange konnte ich nicht in dièsem Stalle bleiben, denn der Geruch war ganz unerträglich darin, und übertraf selbst denjenigen, welcher in den Ställen zurückblieb, worin ehedem die Kosaken mit ihren Pferden gehauset hatten. Sie werden- Sich dessen gewiss mit grossem Widerwillen aus den vergangenen Zeiten erinnern! Ich verliels daher diesen Ort eiligst, weil er mich zugleich an so manches überstandene Ungemach jener —.————— RRRRRR—.—————— 96 Zeit erinnerte!— Die Pferde fand ich abge- trieben, elend, von schlechter Bauart und mit wenig Sorgkalt gereinigt;—(welches Vielleicht daher rührt, dass Herr von Fellenberg sehr olt mit den Plerdeknechten wechselt)— Bei meiner ersten Anwesenheit in HoTwyl wurden die Pferde nur mit Heu gefüttert; die Knechte wärteten mit Sehnsucht auf die Kartoffelnfütte- rung. Während meiner Abwesenheit hatte diese begonnen, und ich muls gestehen, die Plerde hatten sich binnen 10o Tagen augenscheinlich gebessert. Unter die Kartoffeln wurde Hechsel von Haferstroh gemengt, welcher eine Länge von 2—3 Zoll hatte(H), ausserdem noch die Hülsen des Spelzes. Dieses Futter glich dann einem für Mastschweine bereiteten dicken Breie, allein dessen ungeachtet frassen die Pferde der Kartoffeln wegen, den Brei mit einer wahren Begierde.— Neben dieésem Stalle war noch ein anderer Stall, in velchem die Pferde standen, die Behuf der Erziehungs-Anstalt unterhalten wurden. Da sie nicht zur Landwirthschaft von HofWyI ge- hörten, so habe ich ihre PTugenden und Untugen- den, nicht untersucht.— 4 s hs en: Dann kam ich in Ställe, in denen in frü- herer Zeit Findvieh geéstanden haben 5oll, als I 5 abge. nämlich des ergiebigeren Futterbaues wegen, noch id mit mehr in Howyl géehalten werden konnte.— Aeicht Es standen jetzt 4 Ochsen darin, welches Zug- 9 Sehr ochsen seyn sollten, denn sie waren kurz zuvor — Bei dafür gekauft, allein sie konnten vor Fettigkeit vurden kaum gehen, und noch bei meiner Anwesenheit Hechte in HOfWwyIl, wurde, glaube ich, einer dieser nlütte. Ochsen geschlachtet. Reéchnen wir jene 18 Pfer- e Mese de und 4 Zugochsen zusammen, s5o wären in Plerde HOFWyI 22 Stück Zugvieh; allein hierbei muss aihlich ich erwähnen, dass ein mächtig grosses sehr schö- echsel nes Gebäude geéebauet wurde, um der sich immer Uunge mehr und mehr vergrössernden Erziehungs-An- ch dis stalt Raum zu verschaffen; zur Herbeischaffungg Wann der Baumaterialien war demnach viel Gespann Heie, nöthig. e der Masthammel. ahren Einige 20 Masthammel standen die Nacht über in einem andern Gemache. Den Tag über anderer wurden sie auf dem Hafergrasfelde geweidet, Bebuf welches nachher zur Winter-Einsaat umgepflügt n. Da wurde. Als sie noch nicht in Hofwyl waren, YUE. hatten sie gewilss eine bessere Weide, denn sie dtugen wurden nach Aussage deérer, welche das Fleisch verzehren halfen, täglich magerer.— . 3 6. ů Ehedem spielten diese Thiere in HoWyI unn ö eine grolse Rolle, nun aber sind sie nicht mehr 2—„————— *— 35 in Ansehen!— Und deswegen habe ich denn nicht einmal ihren Stall in Augenschein zu neh- men brauchen.— Melkvieh. Alsdann ging ich in die Ställe, worin das Melkvieh stand. Ich fand das Vieh sehr fett. Man lührte mich zuerst in den Kälberstall, dann in méehreére Ställe, worin grolses, und immer grölseres Vieh stand, bis zuléetzt in einen Stall, worin sehr grosse, feité, tonnenbäuchige und dickknochige Kühe standen.— Nirgends erblickte ich Vieh, dem ähnlich, welches Bakewell zog, und welches die Bewundeérung von ganz England erregte. Die Kühe in HOTWy hatten méhrentheils die Gestalt der Ragen des Cantons Freyburg und Bern. Hr. v. Fellenberg hat also sein in den Blättern von HoWwyl gethanes Versprechen, die Viehzüchtung und Kreuzung jenes berühmten Eng⸗ länders zu voiederhiolen und aνι derichtigen, noch nicht erfüllt.— Denn auch die Pferde, die Schwei- ne und diée Schafe mangelten des Ruhms!— Aber wir müssen hoflen, dass Herr von Fellen- berg sein Versprechen erfüllen wird, und dies um 50 mehr, weil wir es schriftlich erhalten haben.— Zum Lobe der Sennen, oder Vieh- Härter muss ich bekennen, dass es in den Rind- viehställen sehr nett und reinlich war,— H0t un 99 dem Ich lebe der sesten Ueberzeugung, dass die neh- Schweizer lür die Ernährung des Viehes bessere Sorge tragen, als irgend ein Volk in der Welt 8 8 und ich kann auch betheuern, dass ich in der deutschen Schweiz keine magere Kuh gesehen 8 88 habe.— Wenn man die Quantität der Milch das berücksichtigt, so kommen fast alle Raçen der lett. Schweiz darin den deutschen Raçen nicht gleich, danm diès habe ich überall in ganz Deutschland geélun- Iimmer den, wo man Schweizer Kühe und inländische Rü- Hal ùhe in einem Stalle beisammen stehen hatte. Sol- Fund len die Schweizer Kühe viele Milch geben, dann R,s fressen sie eine ausserordentliche Menge Futter, 20g wovon aber gleich ein grosser Theil, statt in Milch Fland in Fleisch und Feétt verwandelt wird. Dagegen ist Heils die Milch der Schweizer-Kühe weit wohlschme- gund ckender, und folglich auch der Käse und die But- Ul ter, und zwar diéeses nicht allein in der Schwei-z, 3, Me wenn sie auf den schönen Matten und kräuter- BE reichen Bergweiden gehen, sondern auch bei uns noch— bei der Kleefütterung im Stalle.— Dafür ist ö ů1 denn aber wiederum das Fleisch deés Schweizer 5l— Rindviehes grobfaserig und trocken, obschon das eller. Thier fett gewesen seyn kann, denn das Fett ist ds nicht mit dem Fleische durchwachsen.— ES Wird olen daher wohl das Beste seyn, Venn wir unsere se Ragen behalten, und die Schweizer die ihrigen, uul⸗ Denn die Schweizer leben mehr vom Käse, Milch und Butter, wir aber mehr vom Fleische,— es * — * 100 mülste denn seyn, dals besondere Conjuncturen ein Andeéres erheischten.— In der Regel ist Selbst nicht einmal Vortheil daraus zu ziéehen, wenn wir mehrere unserer, mit unter sehr nutzbaren Raçen mit Schweizer Vieh kreuzen, aber dennoch geschieht es in Gegenden, wo das Vich in jeder Hinsicht nichts zu wünschen ührig lälst, z. B. in der Neckar-Pfalz, in der ganzen Gegend von Heilbronn im Würtembergschen, im Fränki- schen, im Sächsischen und mehreren anderen Läandern. Wie oft geschiehet die Kreuzung blos der schönen Ohren wegen, welche das Schwei- zer-Vieh hat, oder um des schönen Rumpfes willen; ein anderes Mal aber nur wegen des weilsen Maules, oder der inwendig weissen Oh- ren und des weissgelben Streifes, dem dunkel⸗ braunen Rücken entlang.— Auch in der Schweiz fand ich eine Milchviehrage, welche vor vielen andern Raçen daselbst den Vorzug verdient, sie ist indessen im Vergleich mit dem Viehe im Berner Unterlande sehr klein. Jene Rage tref ich im Hasly-Thale. Man weiss es in der Schweiz sehr gut, dals diese Rage sehr milch- ergiebig ist, aber wer mögte wohl Aleines Vieli auf einer letten Weide haben!— 8S0o sah ich denn auch in der Schweiz, dals man gern Prunk mit dem Viehe treibt, und dass man auch dort das, was besser in die Augen fällt, dem Nütz- Ucheren vorzieht!— 101 — jͤÜðì!...——. Cturen Bei meiner Anwesenheit in Hof Wwyl wurden Lelbst die Kühe mit Englischem Raygrase gefüttert, wor nenn mit die Sennen keinesweges zufrieden waren. heren Dieses schlechte Futter wurde auf den schmalen ennoch Hbuttertennen, woselbst es mehrere Stunden aμ3 Feder gethiuirmt lag, dem Viehe nur noch unschmack- 2. B. hafter gemacht!— Herr von Fellenberg ist dvon gegen die Brühfütterung deés Rindviéhes, aber Fränki- vielleicht versteht er darunter ein solches Futter, noeren wäelches noch sehr warm ist, wenn es dem Viehe 9 bbos gereicht wird, dieses ist allerdings dem Viehe chwei⸗ schädlich; allein davon habe ich mich vielfäaltig umples überzeugt, dass das Futter, welches eingebrühet n des ist, weit mehr Milch liefert, als wenn dasselbe n Ol- PFutter, nicht gebrühet, dem Viehe gereicht wird. ankel Das eingebrühete Futter dem Viehe warm zu ge- hven: ben, ist keineswegés nöthig.— Der Hauptvortheil gielen dabei ist, dals das schlechtere mit untergemeng- mMR, Sie te PFutter, durch das bessere dabei befindli⸗ che M che Futter, und durch die Hinzugiessung des 0e tel kochenden Wassers, auch in besseres Futter ver- 1 der wandelt wird. Das Ganze wird dem Viehe aber mülch⸗ nicht allein wohlschmeéckender, sondern auch 5 Viel wirklich Milcherzeugender dadurch gemacht, denn Sih ic mehrere Bestandtheile desselben werden in IRl Schleim und Zuckerstoff umgewandelt, und diese h dott Bestandtheile sind es grade, welche die Milch- u Mit- erzeugung befördern.— Auffallend ist es würk- lich, mit welcher Begierde das Vieh jenes Brüh⸗ 102 futter, selbst wenn es ihm noch sehr warm ge⸗ xeicht wird, verschlingt.— Ich habe Ihnen schon einmal erzählt, dass die Sennen die Viehabwartung mit grosser Sorg- salt betreiben; es soll ihnen unmöglich seyn, mageres Vieh in Pflege zu haben; desweégen be⸗- dienen sie sich jedes Mittels, um das Vieh fett zu bekommen. In der Pfah erzählten mir meh⸗ rere, nicht sehr auf die Milchergiebigkeit der Kühe aufmerksame Landwirthe, dals sie, seit dem sie aus der Schweiz Wärter bei ihrem Vvieh hätten, weit weniger Futter gebrauchten, und dennoch sey das Vieh besser im Stande, als ehemals.— Man sreuete sich über die grossen Vortheile dieser getroffenen Einrichtung, und versicherté müch, dass, wenn sie den Schweizern auch noch einmal so viel Lohn geben müssten, sie dennoch wohl daran thun würden, sie bei⸗- zubéhalten. Ich bekam nach einiger Zeit Gele- genhenheit, noch mehr Erkundigungen über die- 5en Gegenstand einzuziehen, und einer gescheiten aufmerksamen, und sehr liebenswürdigen Haus- frau, der Frau von B.. in I. bei Heidelberg habe ich es zu verdanken, dass ich eines Beéssern belehrt wurde. Man hatte nämlich in früheren Jahren auch Sennen bei einem sehr schönen Kuhstamme gehabt, aber bald bemerkt, dals die Kühe nicht rein von den — — 103 m ge. Sennen ausgemolken wurden, sobald ihnen das Futter nicht im Ueberfluls gereicht werden konnte. Dasselbe hörte ich dann nachher von mehreren dals aulmerksamen Landwirthen jener Gegend.— dorg Wie olt täuscht sich wohl der Landwirth selbst, Sen, wenn er nicht genaue und richtige Rechnungen n be⸗ hält!— ö U lett. meh⸗ Ueber die Einrichtung des Molkenwesens it der zu HOfWwyl kann ich nichts, als nur Gutes sa- „deit gen.— Sie kennen sie aus andern Schriften, 4 8 und ich würde jenes nur wiederholen müssen.— „und e, ab Ich kann nicht umhin, bei dieser Gelegen- roben heit meine Verwunderung über dasjenige aus- und drücken, was Herr Schwerz in der Beschrei- eidern bung der Wirthschaft von Hofwyl und last in al⸗ übten, len seinen Schriften über die Kühehaltung äussert. 3e bei⸗ Er sucht nämlich bei jeder Gelegenheit zu be- Cele⸗ weisen, dals bei der Haltung deés Milchviehes Ge⸗ Verlust sey, und er betrachtet die Kühehaltung heiten daher nur als ein nothwendiges Uebel!— Un- Ha⸗ möglich ist es freilich in den meisten Fällen, dals die Kühe durch die Milchnutzung das Fut- 0 ter zu dem Preise bezahlen, als wozu Herr u lte Schwerz es ihnen anrechnet; und vird ihnen len bei alles übrige Futter, welches sie erhalten, in dem- . aber selben Verhältnisse zur Last geschrieben, so wird Am das Küherei-Conto géewils jedes Mal ein grölseres von den * ————''— FFHFFIFIFIIFIIIFTFFTFTFTFTFTFFFFI‚‚..m 104 Debéet, als Credit haben, oder aber der Mist mülste den Kühen zu einem sehr hohen Preise zu gut geéschrieben werden.— 80 gewils es ist, dass in dièsem Falle nur Verlust aus der Kühe- haltung entsteht, eben so gewiss ist es, dals wenn den Kühen das Futter zu demjenigen Preise an- gerechnet wird, als wozu es erbauet werden kann, dagegen sehr viel Vortheil aus der Kithe- haltung entspringt.— Den besten Maasstab, nach welchem der Preis des Futteérs auszumit- teln ist, lièfert das Getraide. Der Preis eines Berliner Scheffels Kartoffeln ist 2. B. nicht höher in der Fuiterung anzunchmen, als der Preis des Rockens ist, welcher auf derselben Fläche ge- wWachsen seyn würde, worauf der Scheffel Kar- tolkeln gewachsen ist, und wenn daher 10 Ber liner Scheffel Rocken auf einen Magdeburger Morgen gedüngten Landes wachsen, dagegen aber auf derselben Fläche roo Scheffel Kartof- feln, so würde der Schestel Kartolleln, wenn der Scheffel Rocken zu 2 Rthlr. angenommen Wird, nicht höher als zu 4 Ggr. 9/5 Pl. anzu- nehmen seyn, und zu diesem Preise glaube ich, werden die Kühe die Kartoffeln durch die Milch- nutzung hezahlen! Das Stroh des Rockens ist kreilich éetwas mehr werth, als das Kraut der Kartofleln, allein dafür ist der Mist, welcher aus den Kartoffeln erfolgt, viel mehr werth, als der Mist, welcher aus dem Rockenstroh eines Mor- ——u— 8——.6.I(,ͤi—ͤ'..———— 105 Mis gens erfolgt. Die Bestellungs- und Erndte-Ko⸗ Preise sten der Kartoffeln sind allerdings grölser, als s it diè des Rockens, allein der Unterschied ist nicht hile 50 gross, dals man berechtigt wäre den Kartofleln Weun per Scheffel noch 6 Pl. zuzurechnen. Die Be- 90Ral nutzung des Feldeés ist daher in den meisten erden Fällen grölser, wenn dasselbe mit Futtergewäch- Like⸗ sen bebauet wird, als wenn dasselbe Getraide- LAdlab, früchte trägt, und dies vermöge der Kühehal⸗ Lumit. tung, denn 10 Scheffel Rocken sind bei weitem einez nicht so theuer zu verkaufen, wie 100 Scheffel böher Kartofteln durch Kühe zu benutzen sind.— Dass 5 des aber da, wo 10 Scheffel Rocken wachsen, 100 le ge· Scheffel Kartoffeln erbauet werden können, ist ar. gewils. Wer indessen kein Vieh hält, der kann Her auch kein Futter bauen, denn er kann es nicht mit uger Vortheil zu Gelde machen. Die Kühéhaltung ist gegen daher einträglich, weil es der Futterbau ist, und Warto 5o umgeéekehrt. Ob das Futter durch eine andere wenn Viéhart nicht besser genutzt werden könne, als mmin durch Kühé, das ist eine andere Frage,— wel⸗ A che indess hier nicht berücksichtiget zu werden e ich, braucht.— Rechnet Herr Schwerz also den Mich. Kühen das Futter hoch an, so muss er es dem 25 Felde zu demselben Preise zu gut rechnen, und au der dann wird das Futterfeld einen weit grölseren Rras Ertrag geben, als das Getraidefeld, aber wie ge⸗ WPder sagt, das Futterfeld würde ihm nichts hellen, Vor wenn die Kühe felilten.— Dies sind die Gründe, 106 weshalb ich glaube, dals Herr Schwerz über die Kühhaltung unrichtig urtheilt. Dem Herrn von Fellenberg rathe ich dieserhalb, den Fut- terbau und den Viehstamm cher zu vergrölsern, als ihn einzuschränken, damit zugleich die Felder von HOWy besser wieder in Dünger kommen: denn allerdings ist bei der Kühhaltung diè Dün- gergewinnung immer der Hauptzweck— aber nur nicht der einzige LVwreck. In den Verhält- nissen, worin sich jetzt die Oeconomie zu Hof. Wyl wegen der Erziehungsanstalt béfindet, würde es doppelt nützlich seyn, den Milchviehstamm zu vergrölsern. Schweine. Jetzt hatte ich vom Viehe nur noch die Schweine in Augenschein zu g nehmen. Ich fand nichts Bemerkenswertheres, als dass die Schweine- ställe über Jauchegruben angebracht waren, wo- durch die Luft in den Ställen verpestet wurde, 350, dals ich mich daselbst auch nicht lange auf- halten konnte. Mist. Lassen Sie uns jetzt zu dem wichtigsten Agens dés Ackerbaues gehen, zu— dem Dün- gerhaufen!— Die Behandlungsart des Mistes 107 über in Hofwyl hat uns Herr Schwerz bereits ken- flam nen gelehrt, und Sie wissen, dals sie nicht viel 3060 von dem im Canton Zürich üblichen Verfah⸗ Hen, ren abwéicht.— 8S0 vortheilhaft ich dieses Ver- Pelder lahren halte, wenn der Boden, welchen man 5 zu bedüngen hat, von leichter, warmer und Din. milder Beschaffenheit ist; oder wenn derselbe er grösstentheils zu Grase niederliegt, daher oben eb. auf gedüngt wird, so unvortheilhaft halte 0l ich jene Bebandlungsart des Mistes, wenn ein ninde kalter, feuchter, ungeschlachter, thonigter Bo- Slalam den damit bedüngt werden soll; dass aber der Boden in HofWy! dies einigermalsen ist, habe ich Ihnen in meinem ersten Briéfe zur Genüge aus einander gesetzt.— Es ist eine sehr be⸗ kannte Sache, dass der kalte, thonigte und nasse 3. dis Boden durch Mist, welcher sich noch in unzer- land setztem Zustande bélindet, besser erwärmt und weme. gelockert wird, als durch Mist, welcher in einen n, wo⸗ modeérartigen Zustand übergegangen ist; welches wurde, aber bei dem Miste in HofWyl, ausgenommen g aul- den Tannenreisig-Mist wirklich der Fall war. Der strohige Mist entwickelt mehr Ammonium im Boden, als der zergangene Mist, und wirkt auf diese Weise zugleich wohlthätig auf den unzersetzten Humus, von welchem sich in einem Hügzten kalten, feuchten Boden immer mehr vorfindet, u Dän⸗ als in mildem Boden. Er macht zugleich den Wote feuchten Boden trockner, indem er sich des 108 Wassers bemächtigt, dessen er zu seiner Gäh- rung, welche er jetzt im Boden erduldet, be- dürltig ist, er verdichtet dasselbe; oder durch die Wärme, welche bei der Gährung frei wird, macht er es verdunsten. Durch alles dies sind die Pflanzen, welche auf einem kalten mit lan- gen Mist gedüngten Boden wachsen, im Stande, den üblen Einflüssen des Climas zu widerste- hen.— In Hofwyl bleibt dagegen der Mist in der Düngergrube oft 4 Monate liegen, und dies ist meinés Erachtens einer der Hauptfehler jener Landwirthschalt. Herr von Fellenberg fürchtet sich, unmittelbar zu den Getraidefrüchten zu düngen, weil sie sich danach legen sollen; wie leicht ist aber dem zu begegnen, wenn man bei Zeiten dasür Sorge trägt, dals dies nicht geéschehen kann. Der erlahrene Landwirth be⸗ merkt nämlich sehr bald im Frühjahre und Herbste am Stande der Saat, ob ein Legen des Getraides zu befürchten seyn wird, er braucht in diesem Fall die Sichel, oder die Mäuler der Thieère um die zu üppig stéehende Saat zu schröp- fen, oder abweiden zu lassen, auch geébraucht er wohl gar die Sense, wenn beides nicht zureicht. Dem Herrn von Fellenberg stehen zu diéser Operation sehr viele Menschenhände zu Gebote — und ich in seiner Stelle würde deshalb kein Bedenken tragen, die Getraidefrüchte zu düngen, wenn des Mistes genug vorhanden wäre. Statt Eit 109 Cäl dessen muls jetzt ein grolses Capital lange un- be. genutzt da liegen! Wenn nun aber der Herr lurch von Fellenberg, da er zum Getraide nicht wirch düngen will, statt des zu vieélen Klees einen eind Theil des Futterschlages mit Wicken bebauete, t lu- 50 könnte der Dünger, welcher sich jetzt selbst aude, verzehrt, gewiss besser benutzt werden.— Son- erdte derbar ist es mir vorgekommen, dass, Herr von Wot Fellenberg den bekannten Grundsatz:„Futter und so schnell, als möglich in Dünger, und Dünger ehler so schnell als möglich in Futter zu verwandeln“ berg obgleich er ihn auch in seinen Schriften mit- chten theilt, dennoch nicht belolgt, und es muss da- len; her einem gqeden scheinen, dals Herr von Fel- man lenberg zwar diéesen Satz aus andéren Werken nicht über den Ackerbau entlehnt habé, ihn aber nicht be⸗ gehörig anzuwenden verstéhe. und n des Auf den Boden der Düngergrube wurde bei raucht meiner Anwesenheit das Kartoffelnkraut gebracht. I+ der Da der Dünger 50 lange in der Grube liegt, so Hröp⸗ wird es sich daselbst wohl zersetzen. Besser von er statten geht dies aber, wenn das Kartoffelnkraut n in die Mitte des Düngerhaufens gebracht wird, dicse- denn die Wärme, welche daselbst Statt findet, 6elote ist grölser, als unter dem Haufen.— Alle sich ken schwer zersetzende Mateérialien bringt man wie mngen, Sièe wissen, bald zur Fäulniss, wenn man zugleich Sl eine Zeitlang den Wärmegrad im Düngerhaufen —— 1—...—2—*— 3..=— ..N 110 erhöhet; welckes dadurch bewirkt wird, dass man weniger Wasser oder Jauche hinzusetzt, als gewöhnlich. Nach der Zeit muss man aber den. Mist mit recht viel Wasser oder Jauche begies- sen, damit der Mist nicht verbrennt, welches bekanutlich sehr grossen Naclitheil verursachen würde. Jauche oder Güllebereitung. Jauchenbehälter habe ich in Hofwyl eine ausserordentliche Menge angetrollen, und sie waren mitunter von einer solchen Grösse, dass ich nicht weils, ob jé diese Anzahl erforderlich gewesen seyn mag, und dies selbst damals, als noch mehr Vieh in HoTfWyl gehalten werden konnte.— Bei meiner Anwesenheit waren natür⸗ lich sehr viele— leer. Ist das Wiesenland in überwiegender Menge vorhanden, dann ist eine Jauchenbereitung in dem Maalse, wie sie in einigen Theilen der Schweiz statt findet sehr nützlich, und so gewils es ist, dals die Bewohner jener Länder einen Theil ihres Wohlstandes der weisen Benutzung des Wassers zur Wiesenbewässerung zu verdan- die Art der Bereitung der Jauche einen grolsen ken haben, eben so géewils ist es, dals sie sich durch die Jauchendüngung, oder vielmehr durch 111 * Gewinn verschaffen.— In HoOfWyI darf méiner 45 al Meinung nach die Jauchenbereitung nie in dem den Maalse statt finden, als in den benachbarten dediez Gegenden, denn das viele Feldland daselbst er- ches fordert einen Mist, der den Boden zu erwärmen achen im Stande ist; bei der Jauchenbereitung gehen aber dieé besten Theile, die Excremente des Vie- hes sür den eigentlichen Mist vérlorén, und da- durch wird er unkrästiger, und weniger erwär- mend, für jenen kalten Boden. eine Wüas In Verbindung mit der Mistdüngung ist die dals Jauchedüngung selbst auf den allerthonigsten Bo- erlich. denarten mit Vortheil anzuwenden, und aus 5„ dh dieser Ursache bleibt die Jauchenbereitung eine den Sache von grolser Wichtigkeit. Ich sah in meh⸗ Atür⸗ reren Ländern Süddeutschlands, dass man die Jauche sowohl bei den jungen Saaten, als auch zur Wiesen- und Kleefelderbedüngung mit glei- Menge chem Vortheil anwendete. Ich kann nicht um⸗ 10 hin, Innen bei dierer Gelegenheit die Art der der Jauchenbereitung zu beschréeiben, welche ich rl am Fusse des Schwarzwald-Gebirges in der Ge- Lin gend von Donaueschingen kennen lernte, W denn sie weicht sehr von der schweierischen mnen Methode ab, und verdient meines Erachtens 00 auch den Vorzug.— Man nimmt nämlich dort Auch 3500-4000 4oder 2 Fuder Excremente des Rind- Im viehes, unter welchen so wenig als möglich Strob N 9 112 seyn darf, bringt diese in die dazu vorhandene Grube und gielst zugleich 100 Ohm(B aden- Durlachschen Gemäls) Wasser hinzu, indem man alles wohl umrührt. Alsdann löset man 1 0 Eisenvitriol in warmen Wasser auf, und thut auch dièses unter beständigem Umrühren hinzu. Die Grube wird sodann bédeéckt, und in 14 Ta- gen bis 5 Wochen soll die Jauche den Grad der Reife erhalten haben, der erforderlich ist, um sie zur Düngung anwenden zu können, wel⸗ ches unstreitig dem Vitriole und dem warmen Wasser zuzuschreiben ist. Darin, dals die Jau- che in s0o schneller Zeit brauchbar wird, beruhet der Hauptvorzug, welchen sie gegen die Jauchen- bereitung der Schweizer hat; denn dort, und auch in HOTWyI bedarf die Jauche 4 Wochen und mehr Zeit, um ihre gehörige Reife zu er- langen.—— Ein jeder Bauer hat in der Ge- gend von Donaueéschingen Jauchegruben auf, dem Felde, velche 80 eingerichtes sind, dass auch im Winter die Jauchebereitung ununter- brochen fortgesetzt werden kann.— Man fahrt sie daselbst sowohl beim Regen als auch bei der brennendsten Sonnen,iitꝛée über die Wiesen und Kleefelder, nach dem jedesmaligen Schnitte. Die Bauern richten sich dabei nach gewissen Zeichen, welche im Kalender vorkommen, Wel⸗ ches natürlich auf Aberglauben beruhet. Man wollte mich sogar versichern, dass die Jauche —.. UIIIIE De————....—.—.—————— 115 andene ö uem dann immer die beste Wirkung thue, wenn die en Zahlen, welche Bei hengn Zeichen Bänelen; recht ů97 gross Wären. Mieraus sieht man WemiBernss dass nn auch die Bauern jener Gegend noch nicht An Grad der Zeitigung kennen, bei welchem die 4. Jauche die beste Würkung thut. Mit Hülke der Chemie und Physik, sobald man zugleich die 433 Atmosphäre dabei berücksichtigte, nämlich in Wai Hinsicht ihres electrischen und übrigen Zustan— des, würden wir bald Aufschluls über diesen 4023 Gegenstand erlangen.— Die Ackerkrume jener i n Gegend, wo die Jauchebereitung und die Dün- berthet gung damit auf Wiesen und Fe dern schon sehr uchen lange im Gebrauche ist, besteht aus sehr viel „ u Thonerde und Eisenoxyd, und enthält wahr⸗- ochen scheinlich auch Kalkerde beigemengt, weil die 20( Kalkgebirge nach Schaffhausen zu, sehr nahe er Oe· liegen. Jener Boden ist weder kalt noch nass, en aul obgleich er so schwer ist, dals 6 Plerde vor den 5 d Pllug gespannt werden. nunter⸗ 1 lart Ich will wünschen, dass sie recht bald von ch bei der Jauchenbereitung Gebrauch machen mögen, Wiesen denn wenn Siè erstlich in Erwägung ziehen, dass chnitte Sièe durch Hülfe der Jauchebereitung die Dün- genigen gertheile scimeller wieder in Futter verwandeln , vel können, als Sieé es durch den eigentlichen Mist „ Man im Stande sind, und wenn Sie zweitens dabei fauche berücksichtigen, dals Sie dadurch Wasser in 8 ——————FF— 7 114 Dünger umwandlen können, so hoffe ich, dass Sie die Jauchebereitung auch im nördlichen Deutschlande versuchen werden, denn bei den Hackfrüchten sowohl, als bei dem Klée, und bei den Wiesen ist die Jauche selbst mitten im Som- mer Vährend des Wachsthums der Pflanzen anzu- wenden, und dadurch hat sie grosse Vorzüge vor dem eigentlichen Miste.— Erlauben Sie mir, dass ich Ihnen bei dieser Veranlassung meine Ansichten über die chemi- schen Processe, die bei der Jauchenbereitung vorgehen, mittheilen darf: Dals das Wasser da- bei eine Zersetzung erleidet, ist, glaube ich, keinem Zweifel unterworfen, und gerade dadurch wird es geschickter, in die Pflanzen, als Nali- rungsmittel überzugehen, weil dessen Urstolff da- bei in anderé Verhältnisse treten. Ein Theil des Wassers erleidet wohl nur diese Zersetzung, in- dem der andere Theil dazu dient, di neu ein- gegangenen Verbindungen im aufgelöseten Zu- stande zu erhalten.— Der Sauerstoff des zersetz- ten Wassers verbindet sich dabei wahrscheinlich mit dem Kohlenstoffe des Mistes, zu Kohlen- sauré; und der Wasserstoff des würde mit dem Stickstoffe dés Mistes Anmimonium lie- lern, wenn die Schwefelsaure des Vitriols dièeses nicht hinderte; es bilden sich dagegen Mittel- salze, welche aul die Vegetation der Pflanzen 115 „ db wohlthätig wirken.) Wäre dagegen der Vitriol Hichen nicht in der Jauche vorhanden, so würden die i den Stoffe, welche das Ammonium bilden, àꝛum Nach- und bei theile der Jauche bei der Gährung grölstentheils im dom. als solches in Dunstgestalt entweichen. Das Ei- namu⸗ Senvitriol giebt zur Neutralisation seine Schwe⸗ orzüge lelsaure ab, uud das rückständige oxydirte Eisen bleibt auch im Kohlensauren Wasser aufgelöst. Vielleicht bleibt selbst noch ein Theil des Vi- dheser triols im Wasser aufgelöst, wenn nämlich die chemi. Entwickelung des Ammoniums nicht so stark reitung wäre, dass zur Neutralisation die Schwefelsäure 6er do. alle erforderlich ist, und in diesem Fallè könnte 6e ich, bei Anwendung der Gülle auf einem kalkartigen Idurch Boden, Gyps gebildet werden, welcher den klee- Mll- artigen Pflanzen so zuträglich ist. Selbst der Vi- O da- triol wird noch mehr Sauerstoff aus der Atmos- eil des phäre anziehen, und giebt vielleicht diesen an wb i den Koblenstoff des Mistes wieder ab. Welche heu ein⸗ Verändérungen die übrigen im Miste vorhande- — 0 nen Alkalien, Salze, Säuren und Stoffe unter sich, Ardete während der Gährung der Gülle eingehen, und Heinhch wie sie nachher wohlthätig auf die Vegetation Rohler einwirken, könnten wir bald erfahren, wenn 5 wünle Männer darüber Versuche anstellten, welche die um le⸗ dazu nöthigen Kenntnisse besälsen.— Sehr wahr- ö diedes scheinlich, und fast gewils Aeint es zu seyn, Wittel. 3 Plawe YKohlensaures-Phosphorsaures- undschwefelsaures-Ammonium, 116 dals alle Säuren sowohl als auch die Alkalien, lür sich angewendet, nur einen nachtheiligen Einfluss auf das Wachsthum der Pflanzen haben, dals sie aber die Ausbildung der Pflanzen beför⸗ dern, wenn sie sich zu Mittelsalzen verbunden haben. Der Kalk wirkt wohltbhätig, indem er sich mit der Kohlensäure der Atmosphäre ver- bunden hat, und das Ammonium, welches für sich angewendet, die Bleichsuclit der Pflanzen herbeiführt, wird für dieselben zuträglich, wenn eine Saure diese übele Eigenschaft zuvor abge stumplt hat. Die Schweselsäure des Eisenvitriols verhin- dert die Erzeugung des sich unter dem Einflusse der Gährung entwickelnden Ammoniums vorzüg- lich, und deswegen können diè Bewohner der Gegend von Donaueschingen die Gülle frü⸗ ber gebrauchen, als die Schweizer, weil diese den Vitriol nicht hinzusetzen. Wie nachtheilig Virklich das Anmonium auf die Vegetation ein- Wirkt, sehen Vir, wWwenn frischer Mist aul Boden- arten, die keine Säureé enthalten, untergepflügt, und gleich darauf das Feld besäet wird.— 5 Compostbereitung. Sehr zu empfehlen ist das sorgfältige Samm- len der Unkräuter, der Abfälle, des Auskehrichts und der Erde, sobald sie düngende Eigenschal- 7 ö Ulalen ten haben, um einen Compost, oder eine Menge- beüigen erde daraus zu béereiten, nur darf es nicht auf hahen, die Weise geschehen, welche in Hoswyl dabei a beln statt indet, denn sonst mögten die Kosten der bunden Bereitung den Werth der Mengeerde überwiegen. daen 4 Auchedie Behandlungsart des Compostes in Hof- ire ser⸗ WVYI Werden Sie gewils nicht billigen, sobald ich ches lür Hmnen erzählt habe, auf welche Art man dabei Eane verfuhr. Dasjenige nämlich, was für die Menge- b. wemn erde bestimmt ist, wird vor die Rindviehställe Vabge in eine Vertiefung geworfen, damit es daselbst den Mist auffange, welchen das Vieh fallen lässt, mün sobald es aus dem Stalle geht; hiergegen wäre inlubse nichts zu erinnern, wenn nicht auch zugleich 25 das Regenwasser, welches von den Dächern der er Ger dabei stehenden Ställe und Schoppen fliesset, lle trö mit in die Vertiefung käme, 50, dals bei meiner F·õ— Gegenwart in Ir die Compostgrube, mit Ahell ihren Ingredientien einem Sumple glich!— Hier- 9000%½. bei kann unmöglich eine solche Fäulniss vorge- 10—1 hen, als sie der Mengeerde dienlich ist, und ob- 5—— schon Feuchtigkeit ein nothwendiges Bedingniss Rligz ist, bei welchem nur die Verwesung statt hnden 7 kann, so wird ihr dagegen durch zu viel Feuch- tigkeit krältig gewehrt; aber nicht allein dies, sondern auch viele der düngenden Stoffé ent⸗ Hm⸗ wéichen als Gasarten, bei dièeser unrichtigen Be- auicht handlungsart, denn das, dabei sich häufig ent- uschů wickelnde gekohlte Wasserstoflgas verflüchtigt 118 sich; der Compost verringert sich dadurch nicht allein sehr, sondern er wird obendrein auch sauer.— Die Compost-Grube wird, glaube ich, alle Jahr einmal geléert, und das Herausgenom- mene wird in einem Haufen gesetzt, mehrere Maleé den Sommer über umgestochen, und mit Jauche begossen, wodurch denn die üblen Eigen- schasten desselben wieder aufgehoben werden. Es vergehen demnach 1½ Jahr, ehe die Bereitung des Compostes vollendet ist, und eéhe derselbe angewendet wird noch längere Zeit.— Ich be⸗ trachte den Dünger, so wie dies jeder rationelle Landwrirth auch thut, als ein Capital, und kann es daher unmöglich billigen, dass dieéses Capital s0o lange ungenutzt liegen bleibt, da es doch sehr gut möglich ist, es früher in Anwendung zu bringen, sobald nämlich die Compostbereitung nach richtigen Grundsätzen béetrieben wird.— Die sogenannten Schorschaalen um den Düngerhaufen, deren Herr Schwerz erwähnt, fand ich leer, und alle Abfälle, welche früher hineingeworfen wurden, lagen jetzt in der Grube vor dem Rindviehstalle, welches ich auch für zweckmälssiger halte. Ich glaubte, dass die heimlichen Gemächer 50 beschaffen seyn würden, dass sie sowohl den Einheimischen, als dem Fremdlinge einen reinli- chen und einladenden Ort darböten, allein ich 23 119 nich bemerkte, dass ich mich darin geirrt hatte. Wo 2 auch 50 viéle Menschen leben als in HofWyl, ist dies be ich, von Wichtigkeit.— Sgenom- mebrere Abfälle verschiedener Arten, welche nd nit der Landwirthschaft in Hofwyl durch Ligen- die Lehranstalten zufliessen. len. Es Sollte man nicht glauben, dass auf einem ereitung Gute, welches 280 Magdb. Morgen gross ist, und ledabe wo gegen 200 Menschen leben, wo wöchentlich lch be. mehrere Stück Rindvieh, Schöpse und Kälber onelle geschlachtet werden, wo so viel Asche, Laugen hann und dergl. Abfälle der Landwirhschaft zu gute Capital kommen, sollte man nicht glauben, dass da die doch Felder die grölste Fruchtbarkeit erreichet haben ndung mülsten? und doch, und doch ist es nicht s0o!— reitung 9— Scheuern. II Ubd Mein Weg führte mich sodann in die Scheuern, rähut, ich erstaunte über diejenigen Theile der Räume, fuber welche ich— leer— sah, obschon die Feld- Onbe lrüchte bis auf einen kleinen Theil eingeerndtet uch d waren. In einer dieser Scheuern fand ich einen enicber Fremden, welcher sich von einem, zum Her- 5 um sti Jiren der Schaulustigen angestellten u jungen Manne, Auskunft ertheilen liess. Der En Sprache nach war er ein Franzose.— Mit der ein 120 Schreibtafel in der Hand, liess er sich Waizen⸗ garben vorwerfen und notirte alsobald.— Ich ging von dannen, um die Gemächer zu besehen, welche das Ackergeräth in sich slassten. Ackergeschirr. Allerdings halte ich es für nöthig, dass sich in jeder Landwirthschaft übercomplette Geräth- schalten vorfinden, damit im Gange der Wirth- schaft keine Stockung entstehe, im Falle irgend ein Geräth zerbricht, oder unbrauchbar wird. Wenn ich Ihnen aber ungefähr die Anzahl der Ackergeräthe genannt haben werde, welche ich in HofWyl vorfand, dann werden Sie bekennen müssen, dass mehr als einmal soviel vorhanden ist, als erforderlich seyn kann, und dals also die Zinsen des darin steckenden Capitals un- nöthigerweise den Reinertrag des Feldbaues schmälern müssen.— Ich zählte einige und 30 Schaufelpflüge, Fur- chenzieher und Extirpatoren,(versteht sich, die nicht mit eingerechnet, welche in der Ackerge- räthe-Fabrik neu angefertigt wurden) ferner ge⸗ gen 20 Pllüge verschiedener Gattungen; 8 10 Saemaschinen; 15 Schlitten; 8— 10 Wägen und Karren; a grosse Wägen zum Jauchefahren(Woran schon 2 Plerde zu ziehen haben, wenn er noch leer ist); lerner 3— 4 steinerne und hölzerne ö— 12 airen Walzen; 10— 12 Eggen; gegen 100 Stück Ha⸗ lch cken, als Spitzhacken, Rodehacken, Karste ete.; Kehen, über 100 Rechen; 36 Sensen und viele Schau- leln, Spaten etc. Bedenken Sie es wohl, alles dieses auf einem Gute, welches 200 Magd. Morgen Feldland hat!— Hiebei muss ich indessen er- ch wähnen, dass Herr von Fellenberg mehrere rädn⸗ Pflüge, 2. B. den Brabanter und den Smalschen Vind. Pkflag da stehen hat, oνne sich ihrer zu Vedie- 1820 nen! Auch werden nicht alle Saemaschinen I gebraucht, welche vorhanden sind, sondern es ar sind diejenigen mit dabei, welche in früheren 6 Zeiten im Gebrauch waren, vie die Kunst noch 30 nicht die hohe Stufe erreicht hatte, als worauf sie sich jetzt befindet!— Ferner muls ich noch nn ervähnen, dass Herr von Fellenberg nach Lan- dessitte die Geräthschaften, deren sich die Ta- 350 gelöhner bedienen, selbst unterhalten muss— buues Sie können aber daraus schliessen, wie gross ost die Anzahl der Tagelöhner seyn muls, welche „ Fur- jene Geräthe gebrauchen, und lassen Sie dabei die auch die Hälfte noch aulser Gebrauch seyn, 50 Rerte⸗ übersteigt die Zahl der Arbeiter doch alles das- 101. jenige, was man bis jetat über den Arbeitsaul- 3 0 wand einer eben so grolsen Wirthschaft gehört Iud hat.— oran u noch Sie werden nun auch gern etwas von jenen lbeme olt Wwunderbar gestalteten Pflügen und Maschinen öher 122 hören wollen, welche ich in Hofwyl angetrof- len habe. Vieles kann ich lhnen aber nicht darüber mittheilen, weil ich sonst genöthigt wäre, Zeichnungen dazu zu liefern. Sie kennen in— dessen einen Theil der Hofwyler Ackerge- räthe aus den Beschreibungen und Zeichnungen, die in den Blättern von Hofwyl vorkommen, und bekommen vielleicht auch noch einen an⸗- dern Theil jener Ackergeräthe in Natura zu se- hen, weil man, wie Sie wissen, hin und wieder glaubt, das Wohl einer Landwirthschaft hänge von jenen Geräthschaften ab; aus welcher Mei- nung man sie sich deshalb von dort her, die gros- sen Kosten nicht scheuend, kommen läfst.— Ueber einige der beliebtesten, und am häufigsten im Gebrauch seyenden Ackergeräthe zu HofWyl will ich Ihnen indessen hier meine Meinung mittheilen; wenn Sie einmal Gelegenheit bekom- men, dieselben in ihrer Wirksamkeit kennen zu lernen, so werden Sie meiner Meinung glaube ich, beipflichten. Einiger Geräthe habe ich schon Erwähnung gethan, welche gar nicht gebraucht werden, vielleicht, weil sie nicht in HOTwy!l erfunden sind. 1. Die Saemaschine. Sie ist, dem einstimmigen Urtheile nach, ein sehr brauchbares und nützliches Ackergeräth. Obschon ich im Ganzen genommen, damit über⸗ DEEE—— xx———————— 123 En einstimme, so will ich Ihnen dennoch dasjenige, 10 was ich an der Rein Säemaschine auszuse- i tꝛen Habes sagen. Lei Eelasd⸗ Innen Aann 905 Warensne wie ich ebenfalls meine übri- gen Ansichten über HOfWwyl Ihrer Prüfung und; ü Ihrer Kritik gern unterwerfe. n a) Bei Anwendung dieser Sàemaschine, und än denen damit verbundenen Vorrichtungen des 1 3 als das Tiefpflügen, das Walzen, das In bren 35 das Eggen wird die Ackerkrume 4 s0 lein zertheilt, dass sie, wenn sie aus einem stark thon- oder lettenhaltigen Boden besteht, 111 in einen breiartigen Zustand bei der Nässe ge- rathen muss, welches aber, wie bekannt, dem — Wachsthume der Pflanzen sehr nachtheilig ist.— 0. Selbst den mergelartigen Bodenarten ist die gelir 28 leine Zertheilung der Ackerkrume höchst schäd- ekom. lich, und viel besser ist's 2. B. wenn die bei der Bestellung des Feldes im Herbste zurücłkbleiben- Slaube den kleinen Klösse, im Frühjahre zerfallen, wo- Har durch die Wurzeln der vom Froste in die Höhe raucht gezogenen Pflanzen mit lrischer Erde bedeckt olvyũI werden.) b) Die Maschine ist nur im ganz reinen Bo- den gut zu gebrauchen, weil sich die Eisen des 2 nach, *) Durch das Eggen der Winter-Saaten im Frichjahr 181 ceräth. 88 jahr, 40 dieses nachtheilige Zusammenhacken nicht völlig zu ver- mit über⸗ bessern, und den Sommersaaten ist fast nie zu helfen.— SPDPDPSP‚Y 2 ..—.„ nahen Zusammenstehens wegen sehr leicht ver— stopfen. Sie ist deswegen da, wo der Mist zur geroùhnlichen Tiefe untergepllügt worden ist, oder Wo Kléee und Getraidestoppeln nicht in die Tiese vergraben sind, nicht anzuwenden. Und viel- leicht wird iu HoWwyl deswegen die Kleestop- pel so tief untergepllügt, um nur die Saemaschine anwenden zu können.— cC) Sie ist nur da zu gebrauchen, vo das Feld völlig eben geackert ist, weil sonst, indem die Eisen nicht sämmtlich in die Erde greifen, der Saame oben aulliegen bleibt. Und deswegen ist die Maschine auch nicht auf schmalen getτhοb- ten Ackerbéeeten zu gebrauchen, selbst dann nicht gut, wenn sie auch in zwei Zügen das Beet be⸗ saete. Es wird nämlich bei der Wölbung des Beetes der Saamen nicht in gleichmälsiger Tiefe in den Boden kommen. Quer über die Acker- beéeete kann aber eben so wenig gesäet werden, weil in den Beetfurchen kein Getraide stehen soll und darf, sobald nämlich die Beete ihren LINeck erfüllen sollen. d) Soll etwas dick gesäet werden, um dadurch das Unkraut zu unterdrücken, dann findet unter dem Abstande der Reihen, und der Entfernung der Körner in den Reihen selbst, kein richtiges Verhältniss Statt. Dies war der Fall bei der Ha⸗ kersaat in Holwyl gewesen. Die Reihen waren V de 18 4 de de da — 12⁵ t ver⸗ 4 ½⁰H von einander entfernt, und die Körner t zur in den Reihen mussten, der Stoppel nach zu ur- hOder theilen, so dicht gelegen haben, dals sie ein- ö 1 Lile ander berührten. Dadurch entsteht der Nach- 0 viel. theil, dass sich die jungen Pllanzen schnell in besto die Höhe treiben, um eine der andern die Lult ochine und das Licht zu entziehen, und folglich sich nicht bestauden, weswegen dann aber auch das Stroh uni so viel kürzer bleibt, weil alle dicht 55 stehenden Pllanzen obgleich unvollkommener 157% doch schineller zur Blüthe und zum Saamenan- eiln satz gelangen, als die weitläulig stehenden Ge- wächse. Würden dagegen die Körner, welche gelah. in der Reihe zu dicht liegen, in die leeren Zwi- micht schenräume gleichmässig vertheilt, so würde nicht rel he. allein jenem Uebel dadurch abgeholfen werden, Oes sondern das Unkraut, welches ungestört in den Ticde Zwischenräumen der Reihen wachsen kann, Wwür- Acler. de eher durch die daselbst stehenden Pflanzen nerden, verdrängt. Stelen 11 hren eh So sinnreich übrigens die Einrichtung mit dem gleichzeitigen Klee- und Getraide-Aussäen Jadurch ist, so wenig wird diese Vorrichtung doch ähre aundt Anwendung hinden können, denn auf einem Bo- n. den, welcher dem Kléeewuchse günstig ist, darf mgs der Klee nicht augleich ausgesäct werden, denn Hütin das Getraide läuft Gelahr, vom Klee wo nicht bel unterdrückt, doch im Wachsthume beeinträchtigt 126 zu werden, welches die practischen Ackerbauer sehr gut wissen. ) Einen grossen Fehler besitzt die Maschine noch, und dieses ist der hohe Preis, welchen sie in HofWyI hat. Jedoch würde man Sie in Norddeutschland für den dritten Theil jenes Preises recht gut erhalten können; aber wir bedürfen dieser Maschine nicht Schr, weil wir bessereé Säelente haben, als man in der Schweiz und im sücllichen Deutschlande antrilkt. Aus dem sten Hefte der Blätter von Hos wöy wissen Sie, dass diese Saemaschine„nun als efriedigend vollendet anerfanni ist, go, dass mam die Forschiun gen in jenem Fachie qjetat als geschilosgen zetrachitet.— Praxiteles er- reichteè die höchste Stuffe einer der erhabensten Künste! Raphael die einer noch erhabenern! Die Saemaschine ist jener Bekanntmachung zu- lolge nun auch als ein grosses Meisterwerk zu betrachten— und wir brauchen deswegen nur noch zu sehen, die erhabene Idee aulz ufassen und nachzuahmen, denn auch diese Kunst Hat die Röehiers Ausbildung erreicht! Die Brällchltu⸗ 1.— Gereen Eer in HOfWyIl nicht Statt. Ich habe hier eine gute Gelegenheit, etwas über diesen Gegenstand zu erwähnen, und daher be N ——————————— I EE i.——.—..— 127 bean Folgendes: Dals es mir sehr aussallen musste, in HOWyI, wo 50 viel gebackt, gegätet und ge- ie Waine schaufelt wird, und wo man so viele Menschen- Welchen hände zur Disposition hat, die eigentliche Drill⸗ nan d cultur nicht anzutreffen, können Sie leicht den- Leil ken.— Es fiel mir um so mehr auf, weil ich wulste, ö abe i dass man in Hofwyl die höchste Cultur des Feldes „ Wil ui beabsichtigt. Denn durch diè Drillcultur ist man er Schst doch nur im Stande, diese zu erreichen.— Ich Hl. glaube aber, dass in HofWyI Niemand damit um- zugehen weiss.— Denn wenn Hr. v. Fellenberg H 10 nicht im Stande war, einen besseéren Pflug ein- hine nn zuführen,— zoelches Gestainduniss ich aus cœeinem It, M dast eigenen Munde gehrt habe,— so war er noch elat al viel weniger im Stande die Drillcultur einzuführen. 1es er. In Norddeutschland dürfen wir freilich noch nicht Nbensien daran denken, die Dril-Custur zu verbreiten, denn nbenemn wir können unser Betriebs Capital, unser Gespann Chung an und unsere Menschen noch zu solchen Arbeiten merk gebrauchen, Wobei die verwendeéten Kosten schnel- egen nur ler wieder ersetzt werden: aber in HOfWyI wo Hlaufassen man kaum zu wissen scheint, womit man diè vie- Lunst Hat len Menschen beschäftigen solh, würde die Drill⸗ cultur ohnstreitig mit dem grölsten Vortheil an- gewendet werden können. ndet in Im Elsals fand ich dagegen diese Grundsätze schon bei den Bauern angewendéet, denn dort e beéehackten in Wirthschaften, welche 50— 60 ind dele Morgen gross waren, 8— 10 Menschen last die sämmtlichen Feldfrüchte, zweimal im Jahre, mit der Hand! Ein grolses Dorf mit Namen Hoerdt hatte nur reiche Einwohner, obgleich sie den gtérilsten Sandboden zu bebauen hatten. Sie hatten die strengste Fruchtwechselwirthschaft, baueten also niemals zwei Getraidefrüchte nach einander. Der Sommerwaizen, mit welchem der Ate Theil ihrer Felder angesäet war, wurde zwei- mal mit der Handhacke bearbeitet und Stop- pelrüben, Mais, Toback, Erbsen und Kartoffeln wurden ebenfalls mit unter 2, 3—4 mal mit der Hand béarbeitet! Wie veit stehen wir hin- ter jenen Bauern in Hinsicht der Bearbeitung ihres Bodens, und ihrer Früchte zurück!— Wenn also jene Bauern die Bearbeitung des Setraides mit der Hand nicht zu kostbar halten, um wie viel mehr Vortheil müssen diejenigen davon haben, welche sich dabei der Maschinen bedienen, sobald nämlich die Arbeitskosten und der Preis des Bodens und der Producte in dem- selben Verhältnisse stéhen; als dort.— Sie wer⸗- den sich gevwils noch des merkwürdigen Dorbes Joerdi aus der Beschreibung erinnern, welche Herr Schwerz über den Ackerbau des Nieder- Llsasses lièfert, allein die Nachrichten, welche uns Herr Schwerz darüber zukommen läst, sind au unvollständig; denn ich fand s0 viel Merkwürdiges aund Nachahmungswerthes bei jenenBauern, dass man lange Zeit mit der Beschreibung desselben hre, mi zubringen wird, und dennoch bin ich überzeugt, Hoerdt dals ich nicht alles erfragt habe, was mir neu war. doie den Lassen Sie uns indessen nach dieser kleinen Ab- ten. die weichung wieder zu den Ackergeräthen zurück- ribschal⸗ Kehren.— Sie sehen also dass Herr v. Fellen- Ute nach berg, ungeachtét der vielen Saemaschinen, wel⸗ hem Cr che er besitzt, noch lange nicht dasjenige dadurch de wel⸗ bewirkt hat, was er dadurch bewirken könnte, d Sop und sollte,— die Bearbeitung des Getraides wäh- Kartoch rend der Wachsthumsperiode!— 2. Der Argauer Pflug. Wir hin- Ebeitung Das Geständniss des Herrn von Fellenberg, Uk. es sey ihm unmöglich gewesen, einen besseren uug des Pflug einzuslühren, obgleich es seit vielen Jah- helten, ren sein Wunsch geéewesen väre, musste mich Fhenigen sehr befremden. Es scheiut mir fast, als habe 50hilen Herr von Fellenberg den besseren Pflug Sen u erst selbst erlinden wollen, dass er also nur Iin deld désweéegen die Einlührung eines anderen und bes- Hml⸗ seren Plluges unterliess. Die nun so vollkommne Dorkes Drilhnaschine, deren Erfindung und Verbesse- valcle rung s0 viel Zeit erfordert hat, entschuldigt 5WMiedet dies einigermaassen.— elche uus Obgleich Herr von Fellenberg anerkennt, dass der Argauer Pllug nicht viel taugt, s0o lalst ö 36 man dennoch in Deutschland jenen unbehültli⸗ Kuürdiges ů 2 5 4er h 40 chen, plumpen und schwerfälligen Pflug aus der Schweiz kommen, denn er wird ja in HolWyI 0 nmen, Cesdelbe 9 130 angewendet, ja man lindet ihn mitunter sehr schön und brauchbar!— Bei Herrn Pictet in Lancy sand ich den Brabanter Pllug verhessert und eingelührt,— warum nicht auch in Hol- WyI? Ich linde die Construction des Argauer Pfluges würklich so schlecht, dals ich dreist be- haupten kann, nie einen schlechteèren Pflug gese- hen zu haben,— und déswegen mag ich Ihnen auch keine Beschreibung davon liefern. Ein dem Argauer Pfluge ähnliches Instru- ment sah ich in Hofwyl, und mussté darüber V ö erstaunen. Der Baum deésselben war 18 Fuls, ö und das Stréeichbrett 9 Fuls Rheinl. lang.— Mit 1½ diesem Ungeéeheuer, vor welchem 14 Plerde ge- spannt worden sind, wurde in früherer Zeit 2 Fuss tief gepllügt.— Eine in der Geschichte von HOfWyI merkwürdige Epoche!!— 3. Der doppelte Smalsche Pflug. Denken Sie sich den Smalschen Pflug auf der linken Seite, so wie auf der réechten, und Siè erhalten dieé bestè Idee davon. Dieser Pflug soll ausserordentlich schwer gehen, weswegen man ihn denn auch nicht anwendet.— 4. Der Pals ant. Dieses Instrument ist in HofWyI erfunden. Meiner Meinung nach ist es bei der Bearbeitung der Hackfrüchte nur in einem Boden zu gebrau- chen, welcher rein von Gras, Stoppeln, Mist 131 mer Hehl und Queéken ist. In HoWyI, vo alles dieses bictet u in die Tiefe durchs Pllügen vergraben wird, mag voletet immerhin das Instrument angewendet werden in Hob können, allein in einem unreinen Boden kann Augauer der Passauf mit Nutzen séine Anwendung nicht dhitt be hinden. Da aber wohl Niemand, dem Instru- lag gee mente zu Gelallen, die Ackerkrume unfruchtbar ich Iunen machen wird, um sie rein zu machen: 50 ist dieses Instrument von sehr geéringer Bedeutung, 65 Instru- man mag auch sagen, wäs man wolle. Die Ei- dariber senverschwendung ist grols daran, und auch 18 Fuls, dadurch ist es noch weniger für die allgemeine 9.—Mit Verbreitung tauglich. Es geht ferner unsicher, erde ge⸗ weil es zu kurz ist, indem jede Abweichung des er Zeit 2 Zugthières augenblicklich auf den Gang des In- Schichte strumentes einwirkt. Die Vorrichtung, welche zum Beéehäufen dient, bildet nicht den spitzen fug Keil, welcher zum leichteren Gange des Instru- menteés s0 viel beiträgt; die Schaufel dringt we— Dlas au der in einem harten, noch in einem unreinen ü 0 Boden, weil sie zu breéit ist, kurz, ich finde gar er Plig nichts Lobenswerthes an dieésem Instrumente, und .80 gerade dadurch, dass man mehrere LVwecke durch 0 ein und dasselbe Instrument erreichen wollte, hat man keinen Zweck vollkommen erreicht.— landeng 5. Der Rehäufe Pfin. hearbetung ů. Meebrur Er ist éebenfalls in Hofwyl erfunden. Denken du, M Siè sich einen doppelten Streichibrettspflug, Wel⸗ + 132 cher statt der, fiu die Pflugarbeit so 2weckmässig geuundenen eisernen Streichbretter nun solche er- halten hat, welche mit einer ebenen Fläche verse- hen sind!— Denken Sie sich ferner einen Pllug, an welchem der Pflugbaum fehlt, und wo das Pferd, vermittelst eines Hakens an den Fflug- Koryer gelbot gespannt ist, dann Werden Sie sich eine Vorstellung nicht allein von diesem, sondern auch von den Pflügen machen können, welche wir von HOfWwyl noch in Zukunft zu erwarten haben! 6. HSr tinpar. Der in HofWyI veränderte Extirpator ist weniger zum Unterpflügen der Saaten, als zum Zer- stöhren der Unkräuter geschickt.— Dadurch hat man meines Erachtens dieses Instrument untaugli- cher gemacht; man hat ihm flache, statt gewölbter Schaare gegeben.— Das Unterbringen der Saat mit dem Extirpator geht besser, als mit jedem an- deren Pfluge, und er ersetzt in dièser Hinsicht die Saemaschine, wo nicht völlig, doch zum grölsten Theil, wenn nämlich das Getraide nicht bearbei- tet werden soll. Man ist ebenkalls im Stande damit auf einem flach gearbeiteten, oder in sehr breite Beete gelegtem Felde die Saat vollkommen gut un- terzubringen, 50, dass man sie also sehr dünn saen kann. Man säet nämlich das Getraide über das be- reits vorgéeeggté Feld, pllügt darauf mit dem Extir⸗ pator in der Tiese von 2 bis 5 Zoll, und egget ——.0 Kmäbig ö Ihe er. dann wieder schreg, oder quer, über die entstande- 16 Jerge. 5838 Furchen. In Hofwyl hat man indessen über en Plag die der Saaten andere Ansichten, wenn 5 man sich nämlich aller Orten bemüht, dasselbe lshg. rechit gleichmässig über den Boden zu die Sich 45—— diè jedem practischen Landwirthe Iuhent hekannt sind, so sucht man dagegen Ins n in HOWwyI dasselbe maglichst in Reihen ⁊u—.— Ihaben gen. Im Zien Helte der Blätter von HOWyl, Seite 105 steht über diesen Gegenstand eine merkwür- dige Erklärung. Man rietk nämlich däselbst an, mit dem Furchenzicher erst Rillen zu machen, dann das Getraide zu säen, und hierauf das Eggen I 50 zu bewerkstelligen, dass das Getraide möglichst ch hat in Rillen zu stehen käme, dadurch, sagte man, taugli- verbreiteten sich die Körner gleichmässiger() Wölbter er daat dem an- Das Wesen und die Bestandtheile der ei- Hcht die ö gentlichen Landwirthschaft von HoTWwyl haben rübten Sie hiermit kennen gelernt; ich will Ihnen jetzt Hearbei⸗ nun auch noch einige Nachrichten, von mehreren „ damlit anderen Anstalten, welche sich zu HofWyl befin- r breite den geben. 0 1. Die Ackerwerkzeug-Fabrik. am sien ů rlle be⸗ Zuerst ging ich, nachdem ich mich über die em Extit- Ordnung gefreuet hatte, welche in jenen Gemä⸗ 1d e88e chern Statt land, Worin zum Theil die im Gebraueh belindlichen Ackergeräthschaften standen, in die Werkstatt, worin die Holzarbeiter beschäftigt wa⸗ ren. Ich sah, dass gegen 12 Säemaschinen in Arbeit waren, welche nach Deutschland, Italien und meh- reren andéren Ländern geschickt werden sollten. Die Innländer bezahlen für diese Maschine nur 18 Carolinen, die Ausländer aber müssen 22 Caroli- nen dafiir geben.— Ich hoffe, dass man in Deutsch- land nicht viel dergleichen Maschinen kommen lassen wird.— Die Arbeit an den in Hof— Wwyl verfertigten Maschinen ist so schón, dass sie gar nichts zu wünschen übrig lässt, und dabei ist alles so genau gearbeitet, dass es der Fabrik nur aur grossen Ehre gereicht. Dies ist gewöhnlich da der Fall, wo bie Arbeiter eine geraume Zeit mit einer und deérselben Sache beschäftigt gewesen sind, und wWo lortwährend darauf geachtet wird, dass sie Genauigkeit in den Verhältnissen der Theile beobwaltéeten. So land ich 2. B. im Ober-Elsass, am Fusse der Vogesen einen sehr schön construirten Pllug, mit geschwungenem eisernen Strichbrett; er wurde auf dem Gebirge und zwar ausschliesslich nur in einigen Dörsern verfertigt.— Die Pflüge wa⸗ ren einander so ähnlich, dass ich glaube, sie wür- den alle in eine Form gepasst haben.— Auch bei Düsseldorkf und Bonn kand ich einen sehr schön gebauten Pllug, welcher in Hinsicht der Eleganz und Genauigkeit womit er verfertigt War, weder den Hofwyler noch den englischen etwas nachgab. —.——::rkcͤůçr pas:wů= —.(ð᷑ͥ q/Q.——ñ7——7——————— —. N · 135⁵ in dies In der Werkstatt sah ich alles nur mögliche für ie na Holz-Arbeiter erforderliche Handwerkszeug im übeit grölsten Ueberflusse; und ich erstaunte über die admeh⸗ Menge der Sägen, Meilsel, Hämmer, Bohrer, Ho- oossten, bel u. s. w. nur 16 Ich ging sodann in die Schmiede- und Schlos- Caroli- ser-Werkstätte. Auch dort sand ich vortreffliche eutsch- Arbeiter. An Handwerkszeuge war ebenfalls 50 ommen viel vorhanden, dass es wohl zugeéreicht haben U F0 würde, um 12 Arbeiter damit zu beschäftigen.— 44l8 dle Sodann besah ich die Vorräthe des Eisens und abel i5t des Holzes; ich glaube, dass sie für die Zahl Nik nur der Arbeiter, welche jetzt in der Fabrik beschäf- ö Mich da tigt sind 15 Jahre zureichen werden.— Wenn 6i Herr von Fellenberg, wie es zu erwarten ist, Wesen eine richtige Berechnung über die Ackerwerk- vird, zeug-Fabrik führt, dabei also auch die Zinsen ATheile des in diesen grossen Vorräthen steckenden Ca- O, An yitals berechnet; wenn er ferner die Zinsen des Anten im Handwerkszeuge steckenden Capitals und Ubretz die Unterhaltung desselben auf die angefertigten bkk• Ackergeräthe réepartirt, wenn er sodann die Zin- üde v⸗ sen des Capitals, welches die Gebäude und Ge- 10 Wil⸗ mächer, die dazu erforderlich sind, zu bauen, 100 und zu unterhalten kosten: 50 ist es sehr be— aurn greillich, warum die Ackerwerkzeuge in. HOFfwy!l Lleganz einen s0o ausserordentlich hohen Preis haben! 1060 Und so glaube ich dann selbst, dass Herr von ö 90 Fellenberg keinen Gewinn von dieser Fabrik nachgab ö 156 haben wird.— Dals aber darunter diesenigen leiden, welche Ackergeräthe aus Hofwyl kom- men lassen, ist gewifs, denn sie müssen diè Zin- sen jener Capitulèe, welche in den grossen Vor- räthen u. 8. w. stecken, mittragen helfen.— 2. Die Armenschulanstalt. Der Herr von Fellenberg verdient für die Errichtung der Armenschule unstreitig den auf⸗ richfigsten Dank aller Menschenfreunde, und die kräftigste Unterstürzung dersenigen, welche ihm dabei Hülle angeleiheu lassen konnen! Diese Armenschulanstalt war es, welche mich vorzüg- lich nach Hofwyl eilen liess, denn ich wollte die Einrichtung derselben kennen lernen, und mich überzeugen, ob in derselben die Bildung der Knaben zu Uundwirthen so betrieben würde, dals nur gute Folgen davon zu erwarten wären. Wie ich es gefunden habe, wissen Sie schon aus dem, was ich Ihnen darüber mittheilte, als ich Ihnen die verschiédenen Feldarbeiten be⸗ schriéeb, wobei die Knaben mit heschältigt waren. Sie werden mir, wenn Sie Sich jenes in's Ge⸗ dächtniss zurückrufen, zugestehen, dals die sun- gen Leute, wenn sie eine solche Anweisung im Acerbau bekommen, als 516 sie jetzt erhalten, ie au brauchbaren Ackervoigten, Meiern, Hof⸗ meistern u. dgl. gebildet werden können, denn sis selbst werden in der Meinung stehen, dals — 157 senigen alle jene Arbeiten, welche sie verrichten, und bom. verrichten sehen, vortheilhaft sind. Und des- dielin, wegen werden sieé dann auch jene Arbeiten wie- n Vor⸗ derholen wollen, sobald sie Gelegenheit und —— Freiheit dazu erlangen. Dies wird nun aber wohl Niemand wünschen.— Indessen bin ich über⸗- zeugt, dass man sich dennoch hin und wieder lür die in Deutschland junge Leute aus jener Anstalt 16n aul⸗ kommen lassen wird, denn erstlich glaubt man⸗ and die cher Landwirth für seinen Zweck recht etwas he ihm Brauchbares zu erhalten, und zweitens ist der Diess Deutsche sehr geneigt, das Ausländischie besser Worrüg. zu sinden, als dasjenige, was in der Heimath ollte geboren und erzogen wird! Ja sogar die Knaben u, und jener Armenschule freuen sich, wie ich zufallig Mung erfuhr, schon jetzt im Voraus auf das Glück, Würde, welches ihrer in Deutschland wartet! Einer der wären. Erwachsenen jener Anstalt war nach Rufsland Schon bestimmt. Aber da wird die Fellenbergsche te, ab Cultur wohl am wenigsten anzuwenden seyn, we- n be⸗ gen der vielen Menschen, welche sie erfordert! waren. Der junge Mann, welcher die Aufsicht über die u G6· Armenschule führt, und welcher sich mit beispiel- hie jun. loser Selbstverleugnung dafür aufopfert, scheint sung in aehr ernsten und schwermüthigen, als Heiteren, erben ind frohen Gemüths zu seyn, und dieser Geist Lob eheint sich auch der E bemäcntigt ⁊u aben. Eemn Niemals hörte ich die Knaben 58 331 la- db chen, oder scherzen; noch vielweniger singen. 158 Ruhig und' still zogen sie aul's Feld, und ruhiger und stiller Kamen sie wieder! Dals die Arbeiter, wie bei uns, auf den Feldern singen, habe ich in der Schweiz nie gehört, woran der pflegmatische Sinn der arbeitenden Classe Schuld zu seyn scheint. — gZei der Arbeit selbst liessen sich die Knaben sehr olt antreiben; sie tréeten, also wie es scheint, schon sehr zeitig in die Fulstapfen ihrer Väter. Ich erstaunte, als ich mich mit einigen der Kna- ben ins Gespräch einliess, über das, was siè schon wussten.— Was ihire moralische Bildung betrilft, 80 glaube ich wohl, dass man nicht leicht einen besseren Dienér, als aus jener Anstalt wird erhal- ten können, und das ist schon sehr viel werth! Warum Fr. v. Fellenberg die Ausführung der Armenschule, welche, wie er sagt, so lange bei ihm beschlossen war, so spät zu Stande brachte, ist mir unerklärbar geblieben. Denn, so wie ich die Sache dort gefunden habe, ist sie doch wahrlich nicht künstlich, sondern 50 einlach, als nur möglich. Es herrscht in der Anstalt Ordnung und Reinlichkeit, so wie sie in jeder Anstalt der Art auch herrschen muls, und wie sie jedem ge⸗ sitteten Menschen nöthig und nützlich ist; diese aber einzulühren, konnte nicht schwer halten, uen wenn Herr von Fellenberg nicht gleich einer Wehrli fand, so fand er doch gewiss einen an⸗ dern jungen Mann, welchen er selbst zu diesem Geschäfte bilden konnte, und der sich dann mit Lus 80 98ů Sch gin das Her nel Tel Sta nie del vor du Wi WG ˖0h Lro Ne slis ein ödt mal Lul 139 nhte 9 Aepeder—— ö ust und Liebe der Sache unterz2og. Ich weils da- 1 gegen mehrere Beispiele, wo andeére, gleich edel- r iti gesinnte Männer es sich vorsetzten, eine Armen- Smatscde schule zu errichten, und ehe noch ein Jahr ver- nochein ging, blühete die Anstalt so schön, dass darüber iben Sehr das für Menschenwohl und Menschenglück glü- daheint hende Herz, vor Freude und Entzücken in Thrä- Väter. nen schwamm! der Kna: ö ie Schon 3. Die Landwirthschaftliche Lehr- betrilt, Anstalt. n einen Ich hatte, ehe ich nach HofVνI kam, meh- rdechd rere in der dasigen landwirthschaftlichen Lehran- nerth! stalt gewesene junge Männer gesprochen, vrelche Hahrung nicht das günstigste Urtheil darüber falleten. Doch angè bei dem nicht trauend, behielt ich immer noch eine brachte, vortheilhafteré Idee davon, als ich sie mir jetꝛt 50 nie durch den Augenschein erworben habe. Ich land die doch wirklich, dass sehr wenig von dem vorhanden ist, Hlach, al wodurch eine Lehranstalt der Art dem Landwirth- Oadnung schafts-Beflissenen nützlich werden soll. Fürs utelt der Erste sah ich, dass Hr. v. Fellenberg, sich sehr adem ge⸗ wenig mit den anwesenden Landwirthschafts- Be- Kiz Gese klissenen beschäftigte, nicht einmal wurde täglich 23 eine Stunde zum landwirthschaftlichen Vortrage ach ith oder zu einer Unterredung angewendet!— Nie- een an⸗ mals sah ich, dass Hr. v. Fellenberg mit seinen Iiesen uhörern Excursionen auf den Feldern unter- Wn mit nahm!— ja, man versicherte mich sogar, dase —3———.———————————————— Herr v. Fellenberg, wenn er zuweilen auf die Felder käme, ausweicke, sobald sich ihm einer der anwesenden Herren nähere!— Niemals wurde bekannt gemacht, dass diese oder jene Arbeit un- ternommen werden sollte, ein Jeder musste su- chen, bis er land, und versäumte darüber wohl gar wichtige, sehr selten vorkommende Geschäfte u. dgl. m. Wie kann aber auch in HofWyl, auf ei- nem 80 kleinen Gute, einem Gute, bei welchem die Verhältnisse 30 einfach sind, und wo dièseé deéeswe- gen so leicht zu übersehen sind, eine landwirth⸗ 4 schaltliche Lehranstalt Statt hinden?— Wie kann lerner da mit Nutzen eine solche Leliranstalt be⸗ ö stehen, wo 2. B. die Schafzucht und die Teich- ö wirthschaft fehlen, und wo eines der landvrirth- einfaches System des Ackerbaues Statt findet; wo der Boden 30 wenig von einander verschieden ist; det Werden können, oder auch dièejenigen schon beéendiget sind, welche vorgenommen werden konnten? Wie kann da ein Landwirth gebildet werden, wo die Oeconomie aul eine solche Weise, als zu HOIWyI betrieben wird?— Selbst nicht einmal fiir gutée Wohnzimmer war gesorgt, indes- sen ist dies nicht wichtig und ich glaube, ein Jeder würde sich gern béehelfen, wenn er nur sähe, dals der Aufenthalt in der Anstalt zu Hofwyl für ihn nutzenbringend wäre. Hr. v. Fellenberg thäte schaltlichen Gewerbe getrieben wird; vo ein 50 wo viele der Grundverbesserungen nicht angewen⸗ ISPIT ü—py:, ⁰m. EEEEEE RRTTRN———4c:=——————* — 141 n auf d wahrlich besser daran, jetzt das landwirthschaft- einer der liche Institut aufzugeben, denn es scheint mir ö d wurde auch, als wenn ihm das Erziehungs-Institut zu viel lrbeit un. Beschaftigung verursacht. Früher aber, deucht nulbte su⸗ mich, hätte er die Uim wälzung des Wylholes nicht ber noll mit solcher grolsen Eile bétreiben sollen, und es deschtz wäre besser gewesen, wenn er schon damals, als I„ aub ei. er jene Einrichtungen und Meliorationsarbéiten Achem die unternahm, eine öconomische Lehranstalt errich- e Gezeg. tet hätte. Die Einrichtungen des Gutes hätten andyirtl. deswegen nach und nach Statt finden müssen, da- WIe Kann mit sie unter den Augen der Landwirtschafts-Be- Etalt ba llissenen vorgingen, denn dadurch hätten sie ge- 1 Weioh⸗ radé die beste Bildung erhalten, indem sie gesehen In. hätten, wie es war, und wie es sich nach und nach en0 gestaltete; mit einem Worte, sie hätten dabei ge- detz wo lernt, wie jene Verbesserungen, Einrichtungen Gen ut u. 8. W. auszuführen sind. Alléin, ob sie viel Er- Aeven kleckliches gesehen und gelernt haben würden, daran muls ich zweifeln, weil ich gesehen habe, Kxenthi Welch ein grolser Fehler in diesem Jahre bei der eebldet abermaligen Abänderung des Feldsystems vorsiel, indem man fast gar keine Winterfrucht säen woll⸗ en chon e Wesse,— ö ö bst Dict te, weil der Lucernebau das ganze System aus den ö Angeln gehoben hatte! 8 indts 8 ö en Leder L 0 chäte Dritter Brief. Nachdem ich Ihnen, theurer Freund! in meinen vorhergehenden Brièfen die Resultate meiner For- schungen, während meines Aufenthalts Ii in Hofwyl getreulich mitgetheilt habe, so lassen Sie uns noch einen Augenblick bei dem verwéeilen, was man in den hhatkein von HofWylüber jene Anstalten und diè dort vorgenommenen Einrichtungen in land- wirthschaftlicher Hinsicht sagte, damit wir auch daraus séehen, ob vom Herrn v. Fellenberg wirk⸗ lich dasjenige zu halten sey, Wwozu die Beobach- rungen in Howyl, und die Folgerungen aus Sel- bigen beréchtigen, nämlich: ο Herr von Vel- len berg nichis tuëαniger ict, als ein rationel ge- hilc˙ι²eter Landioirtli.— Wir wollen zuvörderst—0 jenige, was Herr v. Fellenberg zu leisten ver- sprochen hat, mit dem vergleichen, wie wir es jetzt hinden. Im ersten Hefte der Blätter von HOTWyIPag. 3 sagt Herr v. Fellenberg:„Für die Landwirth- schalt in HoVYIist übrigens von grossen Belang, 7 ————4——..—— FFFFFFF—*— 100 143 1) dals vermittelst derselben alles Handhacken und Knollenzerschlagen und scαιt aùνs das mehrsté Handjetten überllüssig gemacht worden ist.“— 2) dass die grössten, so wie dièe kleinsten Felder durch die gleiche Methode mit einer Leichtigkeit, welche nur demjenigen, der Augenzeuge davon ist, glaublich vorkommt, zum Zustande der rein- sten Gartencultur gebracht, und in beständig zu- nehmender Kraft erhalten werden können.— 30 in meinen dass der Regel nach, immer zibei Erndten des einer fer Jahrs auf einem und demselben Felde gewonnen GRofxyh werden, ausgenommen in gewöhnlicfien Jahren euns noch die ohnehin sehr reichen Erdäpfel-Erndten.— 6s man in 4) dals weder Nasse, noch trockene Witterung talten und den Feldern, wie bei der bisherigen Cultur scha- in land. det, und dass weder Mäuse noch Schnecken, we— wir auch der Würmer, noch Ameéisen, noch Engerlinge u. erg vick. 8. Ww. bei der neuen Cultur bestéhen können. 5) Beobach⸗ dals man bei der Hofwyler Cultur immerfort en aus scil. beschäftigt ist; nicht in einer Jahrészeit über M Lel. mälsig, und in der andern nichts zu thun hat; liml ge⸗ U. S. W. detst das- ad 1). S0 viel aus der undeutschen Schreib- 5ten vel⸗ art zu verstehen ist, soll das Gäten bei der neuen ie virs Cultur erspart werden.— Dagegen haben andere und ich, gerade das Gegentheil in HofWyl ge- sehen. Es stand, wie ich munen erzählt habe, Huls der diesjährige Sommerwaizen voll Unkraut, ob- a gleich er im Frühjahre gegätet worden war! Die ell ö — Hrrar:——kM 14⁴ Bohnen waren ebensalls mit der Hand-iacke bear- beitet.— Ich weifs sehr wohl, was Herr v. Fel- lenberg dagegen einwendet. Er behauptet näm⸗ lich: dass sehr viele Arbeiten nur deswegen un⸗- ternommen würden, um den Armen dadurch Ver- dienst zu verschafflen.— 80 edel dieses an und lür sich ist, so muls Herr von Fellenberg den- noch sinden, dass gerade nur durch diejenigen Arbeiten, welche jetzi unternommen werden, der Verbréitung der Unkräuter Einhalt gethan wer den könne, denn es lälst sich sonst nicht den- ken, warum Herr von Fellenbe g nicht andere einträglichere Atbeiten unternimmt, um den Ar- men Unterhalt zu verschaffen. Würde Herr von Eellenberg z. B. seine Felder durch jene Ar- men umgraben lassen, statt dass er sie jetzt um- pllügt, so würde er die übrigen Feldarbeiten, welche wirklich in HofWyl sehr kosthar sind, weit wohlleiler beschaffen können, denn ich setze dabei voraus, dass das Gäten durchaus nicht nö- thig ist, wie es uns Hr. v. Fellenberg selbhst versicherte. Ja, ich glaube gewiss, dass Herr von Fellenberg durchaus nichts dabei verlie- ren würde, wenn er aile seine Felder umgraben liesse, denn das Extirpiren, das Walzen und Eggen würde nicht mehr in dem Maasse erfor- derlich seyn, als es jetzt geschiebt, und welches 50 kosthar wird, weil diese Arbeiten in HofWy! 50 langsam gescheheu! Herr von Fellenberg IM. ic/ e ju 506l 14⁵5 u Wbe den könnte dagegen das Getraide, statt es zu gäten, rr. Fel. mit der Hand behacken lassen, gleich den Be- Uptet näm. wohnern von Hoerdt im Elsass, und würde nicht Vege un allein den Armen dadurch Verdienst verschaffen, lurch Ven sondern er würde auch selbst mehr Gewinn da- n n von haben, als er jetzt vom Säen mit der Ma- org den. schine hat.— ad 2) Da dem 6—— von ende⸗ Hapr seit 18 Jahren nicht möglich gewesen ist, auf den Feldern des Wylhofes die Gartencultur icht den: 7 74 einzuführen,— denn bei einer Gartencultur Wander mulss selbst das Getraide beéearbeitet seyn; da es den x. ihm ferner seit 18 Jahren nicht möglich gewe⸗ Herr von sen ist, die Kralt des Bodens jährlich zu ver-⸗ 12*. grölsern,— denn der Ertrag müsste dabei zuge- 80 nommen haben, statt dals er jetzt abgenommen Ahrn hat: so sind wir wohl berechtiget anzunehmen, ver sind dass entweder Herr von Fellenberg in der ich sene Ausführung gelehlt habe, oder dass er sich Dinge nicht 20 einbildete, welche nie Statt finden konnten. Ich g Selbst bin eben so geneigt, das Erstere zu glauben, laß Herr als ich überzeugt bin, dals er seine Erwartun— ei Verlie- gen zu hoch spannte.— ungraben ben m ad 3) Aulff feinem Felde in Vo Fioν Nahe ale eltt ichli géegelien, dass man aieëi Hrndten in demsel- Uuacbes ben Jahre machte, ausgenommen da, 11 der H0l junge Kleée stand, denn man 85 wie Sie wis- lenbet sen, denselben, nachdem der Walzen abgéeerndtét 10 146 war, noch einmal gemähet; ob dies eine zweite Ver Erndte zu nennen ist, weils ich nicht. 6e A E ad 4) Dass die Nässe den Feldfrüchten scha⸗ dete, habe ich in HoTwyl mit meinen Augen 0 ö—6 85 Da gesehen. Aber noch mehr hat sie im Jahre 1816 geschadet, wieé es mir glaubwürdige Männer ver⸗ ö sicherten. 80 überzeugte ich mich denn aucli 45 davon, dals die Mäuse noch nicht alle vertilgt waren, denn bei meiner Anwesenheit in HOTWyI unternahmen die Knaben der Armenschule eine 9 Mäusejagd, welche sehr gut aussiel.— in ad 5) Dass man sich in Hofwyl immer Arbeit genug verschaftt, ist nicht zu leugnen, m ob man aber nur diejengen Arbeiten unternimmt,. welche wahrhaft nützlich sind, das ist eine an- 00 dere Frage; durch dasjenige, was ich Ihnen früher darüber mitgetheilt habe, lälst es sich be⸗ 60 weéisen, dass man dabei nicht immer die gehö- H. rige Ueberlegung anwendeét.— 3538. 0⁰ Eben so sehr, wie man sich über jene Be- 0 hauptungen wundern muss, eben so sehr muss man über die Zuverläfsigkeit erstaunen, mit wel⸗ cher Herr von Fellenberg die Vervollkomm- nung der Ackergeräthe ankündigt, welche sie durch seine Bemühungen erlangen sollen; er 5 sagt nämlich im 4ten Hefte der Blätter von Hof- 0 Wy pag. 162.„Die Vervollkommnung der Acker- 147 e pe werkzeuge sollte eine Aufgabe seines zwegentli- chen Lebenszweckes seyn, und er wolle von Dten Scha. déem einlachsten Spaten an, bis zur Sae- Dresch- en gugen und Schneide-Maschine dies durchführen!“— Wchre 1510 Dabei will ich wenigstens dem Herrn v. Fellen- anner rer. berg, aulser einem reécht langen Leben, einen enn auel! solchen Mechaniker wünschen, als er ihn hatte, le venig 0ιε er die Sciemasgchiné flir Seinen Achëech umis n Rofyyl aindern liess.— Doch hierbei muss ich dasjenige ö ähnen, w. lenberg über die- chule eine erwähnen, was Herr von Fellenberg über die sen Gegenstand bei einer anderen Gelegenheit in den Blättern von HoWyI bald nachher äussert. VI imne— Er giebt uns nämlich daselbst wenig Hoff- Eugnen, nung, dals wir je alle Ackergeräthe durch ibn mernimmt, verbessert erhalten werden,— obgleich er es sich eine an- doch Anlangs vorgenommen hatte,— weil ihm h Umen die Auslührung der Sache au kostspiélig zu seyn sich be⸗ scheint. Die Säemaschine nämlich, welche der de gel HIlerr Graf von Magnis in Schlesien erhielt, kosteté dem Herrn von Fellenberg selbst 1100 Schweizer Franken, welches nach unserm Gelde jane Be· 350 Rthlr. beträgt.— Welche ungeheure Sum- Schr muß men würden demnach erforderlich seyn, um alle mit vol Ackergeräthe bis zu diéser Vollendung zu brin- vollbonu⸗ gen? Wahrscheinlich hat die jetzige Säema⸗ Welche di schine dem Herrn von Fellenberg noch ollen, el weit mehr gekostet, weil alle die Kosten, wel⸗ onHok che zu den vielen Proben, die man seit der Zeit dr Mker wieder angestellt hat, éehe etus Erkleckliches 2 — — —..'.m——.————————————::. — V 148 zu Standé gekommen ist, wohl sämmtlich der jetzigen Säemaschine zur Last gerechnet worden Henr seyn mögen. Es ist wenigstens anders nicht zu 0n erklären, wie jene Säe-Maschine moo Franken 2r in gekostet baben kann.— Herr von Fellenberg sie schien es zu lürchten, dass seine eigenen Mittel von nicht Hinreichend waren, um seinem Lebens- gebi zweckée in Hinsicht der Ackergeräthe Genüge zu Win leisten, denn er pries den Herrn Grafen von an⁊ Magnis für die Gabe der 50 Ducaten zu die— neu sem Zwecke mehr, als er es wohl hätte thun c12 sollen;— aber was konnten dem Herrn von ä„Bun Fellenberg 50 Ducaten nützen, da er das Dop- erle pelte gebrauchte, um eine Säemaschine zu Stande Sch. zu bringen!— Hätte Herr von Fellenbergsich IhE séit„ielen Jahren dagegen eines bessern Pfluges antr. bedient, dann hätteé er durch die Ersparnils von Rur 2Wei Pferden, und einem Menschen dabei, mehr Wid gewonnen, als nöthig gewesen seyn würde, um Ces mehrere Maschinen und Geräthe zu verbessern! den Allein den besseren Pllug, wollte Herr von Fel- ich lenberg ja selbst erst erfinden; was für eine abe Ursache konnte Herr v. Fellenberg sonst ha⸗- dem hen, wenn er im dritten Hefte der Blätter von Zu6 HOWwyI pag. 75 und 76 sagt:„der Landwirth Bild solle durchaus keine Schüchternheit verrathen, aber und er solle sich lieber mit einem altherge— lute brachten Instrumente ohne Verlegenheit behel⸗ dal ö fen, bis er ein besseres hätte.“ cmn —..——..—„* —————— 149 tl ieh da Unbegreiflich ist es Vielen geblieben, wie worden Herr von Fellenberg selbst eine so hohe Idee Duicht a von den landwirthschaftlichen Lehranstalten die omen er in HofWyl errichtete, haben konnte, und llkaben sie wohl nochi hat! Im vierten Hefteé der Blätter nen Mitte von HofWwyl pag. 200 sagt er nämlich:„Auch Leben. gebildete Landwirthe, diè einen Platz zu finden enüge an wünschten, auf dem alle dasjenige, vereinigt rilen on anzutréffen wärée, was erforderlich sey, um durch adle neue Versuche und vielseitige Beobachtungen, itte duun die Fortschritte ihrer Wissenschaft und ihrer enn von„ Kunst zu belördern, würden in Hofwyl die dazu das Dop erforderlichen Hülfsmittel mit Inbegriff landwirth- zu dtand schaltlicher Bücher und Journale vereinigt, und berg ich ihrem ZWecke aufs hefrtedigendetée zugéeignet Plluges antréllen, während dem diese Hülfsmittel sonst nils von nur zerstreuet, und ganz anderen Zwecken ge— Eei; meht widmet zu finden vären.“—(II) Wenn Sie die ürde, un Gegenstände alle berücksichtigen, welche ich in erbessemn! den vorigen beiden Briéfen erwähnt habe,(und vFon Fel- ich glaube, dass ich wenig anzuführen vergessen für eine habe,) dann werden Sie sehr leicht sehen, dass sonst ha. dem Wylhofe noch viel fehlt, um als ein Ort atter von zu erscheinen, woselbst Landwirthe nur die erste Landvitt Bildung erlangen können, vielweniger werden Venetben, aber gebildete Landwirthe daselbst Befriedigung ullerge linden. Ich sinde es indessen sehr natürlich, t behel dals Herr von Fellenberg jene Aeusserung that, denn wie kann der, dem selbst die Ausbildung 35 34 323. — 150 fehlt, anders darüber urtheilen? Scheint Ihnen Hlot diese Behauptung ungerecht, so bitte ich, dass val Sie mir beweisen, wodurch es Herr v. Fellen- berg beurkundet hat, dass er deérjenige Land- wirth ist, lür welchen er gern gehalten seyn will. eern * Im HOTWyI habe ich mich nicht davon über- zeugen können, und aus seinen Schriften noch ⁰0 viel weniger; denn welche Geistesproducte hat 4 uns Herr von Fellenb erg darin geliefert? Wo 2 lindet sich von ihm eine gründliche Abhandlung V über irgend einen landwirthschaftlichen Gegen- 0 stand?— wodurch hat Herr von Fellen berg ni- die Wissenschaft bereichert?— Viel wird über— de all versprochen in den Blättern von Hofwyl, man will dies, man will jenes erforschen, berich- V. tigen und verbessern, aber nimmer werden die* Aulgaben als gelöset, dem landwirthschaftlichen nie Publico mitgetheilt!— Uéebeérall nehmen die Er- D. gielsungen des Herzens den Raum der Blätter von j6 HoOofWyI ein, es wird da über Menschenbildung, 4. über Zeitgeist, über Weichlichkeit, über Reizbar- e keit und über Unmälsigkeit gesprochen, wo man ö 801 Abhandlungen über landwirthschaftliche Gegen⸗ 1 1 stände zu linden hofft. Mag immerhin Herr v. H. Fellenberg sich über jene Gegenstände aus- 60 sprechen— denn ich glaube, er thut besser dar- an, als über landwirthschaftliche Gegenstände zu ö handlen, allein es ist doch Unrecht, wenn der Ei Landwirth, als Landwirth in den Blättern von 6 —.———..——— * —— 22.2 151 int——— hnen HofWyl, Sachen kaufen muss, die er nicht zu ich, dals kaufen die Absicht hatte. „Pellen- uge Land- Herr von Fellenberg spricht in den Blät⸗ Seyn will tern von HoTWy viel über den wichtigen Ein- von über⸗ kluls, den die C;hemie und die Physik auf den sten noch Ackerbau haben. Ich bin, wie Sie wissen, der- dacte hat selben Meinung, und glaube, dals nur derjenige elert? Wo Ciin 0ltomn er Zandiirt;= igt, welcher die Hrandlung Nalurtlssen schiaften griindlicli verstesit. Herr Gegen. von Fellenberg scheint indessen sehr we⸗ llenberg nig von den Naturwissenschasten zu verstehen, rird übel⸗ denn sonst würdeé er z. B. den Mist nicht 80 Hofwyl, tiel in den Boden pflügen, er würde ihn den betich- Verhältnisen von Hofwyl angemessener be— rden die handlen; er würde in den Blättern von HOFWyI Malchchen nicht von warmer Gahirung sprechen, u. s. W. en die Er- Da nun aber der Herr von Fellenberg bis Hlatter von jetzt bei keiner Gelegenheit bewiesen hat, dass enbillandz, er über Landwirthschaft gründlich zu schreiben & Reiabar- versteht, so bin ich auf den Commentar aus- „o man serordentlich begierig, welchen er in den Blät- ne Oegel tern von Hofwyl zu dem berühmten Werke des in Herr Herrn Staatsraths Thaer zu liefern, verspro- minde as· Chen hat. besser dal· 8e 20 Lassen Sie uns nun auch sehen, ob der Venn der Ertrag, den HofWy liefern sollte, mit demjeni- Wem gen übereinstimmt, welcher jetzt wirklich erfolgt. 555353..—— 132 Wir werden am besten daraus sehen können, in wie weit wir den Verspreche ungen des Herrn von Fellenberg in Zukunlt trauen dürfen.—. Im ersten Heste der Blätter von Holwyl pag. 5. sagt Herr von Fellenberg:—„Aller daher rührenden Nehenunkosten ungeachtet, wird der Stifter der Anstalten von HofWyl sein Ver- mögen bloss aus dem Ertrage seines Landgutes in dem Jeitraume von 10 Jahren verdoppelt ha- ben, dass wie: 2 mal 2 macht 4, darzuthun, ist er erbötig.— Seite 14 verspricht er abermals,„dals er den Ertrag seines Landgutes bis zu einem un⸗ glaublich hohen Puncte treiben würdeée, und die Wirklichkeit— wolle er zu seiner Leit unxri- derleglich darthun.“ Auch was die dasigen An- lagen kosten, verspricht er daselbst mitzuthei- len. 6²⁷ Ferner sagt er pag. 69.„Wir müssen be⸗ merken, dals wir versichert sind, den Abtrag des Wylhofes von den 300 Matten Getraides die er bisher abwarf, zu einem Ertrage des Aequi- valents von 3000 Mütten, zu treiben, und die- ses Gut auch bei dem gleichen Ertrage zu er- halten,“(4) und, sagt er lerner„ich verbinde mich, den Reinertrag desselben in Kurzem all- jährlich aul 20 bis 30,00 Schweizer Franken azu bringen.(41) Die Früchte, welche der RS 135 lömem alljahrlich liefern sollte, giebt Herr v. Fellen- Henu bers in Helte pag. 155, lolgendermaassen an: men.— An Bohnen und Erbsen 7200 Mass Holpyl An Brachuubenn 240089 ö„Aler In Laronein 860. tet Rtrl An Konnenhter 2428999 ein Ver. An Winterfruchtkörner12000 ndgutes An Sommerkruchtkörner... 12009 dpehtha. Vergleichen Sie hiemit den Ertrag, welchen uns — 7 V 7 2 +—— Hun, bt Herr Schwerz in der Beschreibung von H0 wyl kennen lehrt, dann werden Sie sehr leicht x sehen, wie weit der Herr von Fellenberg l er noch vom vorgesteckten Zieleé enifernt ist! . 2* Aber, was sagen Sie dazu, wenn dessen m0 30 ungeachtet Herr von Fellenberg im 4ten Helte 79 der Blaätter von HoOWyI, Seite 58, beéehauptet? „ Alles was er fsrither in diesen Blattern ange— nuller sagt libe, tande num realisirt da.“— Das heilst doch wahrlich aus Nacht, Tag machen wol- Sen be. len! Dagegen aber geht aus den Bereéchnungen, Abtrag Wwelche Herr Schwerz in seiner Schrift über ILo f- etraides Wylmittheilt, hervor, dass, wenn Hlerr von Fel- esi len ber g diè Sdemaschine nichit gebrauchitèe, der nd de- Ertrag von Iofiανyν O seννι¹ι eιιde, denn Herr u el⸗ von Fellenberg gesteht früher ein, dals er Febn“ durch Hülfe dieser Maschine mehr als 1000 Fran- e ken jährlich erspart habe. Da Herr Schwerz mlen au den Reinertrag des Ackerbaues von H'o TWyI Vlhol jährlich zu 1000 Franken berechnet, so ist dem * 13% nichts entgegen zu setzen— Herr Lips hat uns indessen eines besseren belehrt, denn er berichtet im Sten Helte der Blatter von HofWwyI, dass der Reinertrag von HOwyl inclusive der Wiesen jährlich circa 4800 Franken war.— Wenn nun aber angenommen wird, dals die Besoldung i nes Wirthschafts-Verwalters allerdings noch vom Reinertrage der Oeconomie abgezogen werden muss, denn ein Meisterknecht, der zugleich mit Hand an die Arbeit legt, ist nicht im Stande, eine solche Oeconomie zu dirigiren, wie sie in Hofwyl betrieben wird:— so wird der Reiner- trag von HofWwyl, wenn dalür 1000 Franken jährlich in Abzug kommen 5500 Franken seyn;— dies betrüge dann aber erst ungekähr den zehn- ten Theil deésjenigen Ertrages, welchen der Ver- sicherung des Herrn von Felenberg zufolge nach 10 Jahren der Wylhof abwerfen sollte— — abher die 10 Jahre sind längst verflossen!! Doch auch die Angaben des Herrn Lips sind nicht völlig Aufklärung gebend, und des- wegen séhe ich der Ertragsberechnung mit Un— geduld entgegen, welche uns Herr von Fellen- berg in den Blättern von HofWy!I au ge⸗ ben versprochen hat.— Wir werden alsdann auch hofkentlich Zzugleich ersahren, was alle die Gebäude, die Maschinen, die Meliorationsarbei- ten u. s. w. gekostet haben, und dann erst wer- den wir sehen, ob die Landwirthschaft in Hof- V) —22—— lat uns Wy einträglich war, oder ob sie nur. mit Scha- lichtet den verbunden ist.— der Risen Wenn ich nun Alles das, was ich über des in num Urn. v. Fellenbergs Anstalten in HoHWy selbst ing ei⸗ wahrgenommen habe, genauer betrachte, wenn bvom ich den vielen, sehr ungünstigen Urtheilen und erlen Nachrichten über HoWyIl und seinem Besitzer ch mit auch nur einigen Glauben schenke, obgleich viele unde, sonderbare Ereignisse in Hofwy! dadurch, dass Sie in sie mir von mehreéren daselbst einige Zeit gewe- teiher⸗ senen Männern erzählt wurden, mehr Bestätigung anhen erlangen,— wenn ich kerner dasjenige richtig I— erwäge, was uns Herr von Fellenberg in den 2ehu Blättern von HOWyI g⁴οεt und verspriclit, So Ver- scheint es mir, als wenn aeαιr Herr von VI Lalge lenberg dahin trebe, ein Retter und Helfer he— ges men chlichen Geschilechts in jeder Riichsichit ll 16eren π⁰ο¹H˙en, dies aber als Landibirtÿi doch. Lips nicht recht anaufungen uνsse.— Ich will jedoch .06 ä glauben, dass die Absichten des Herrn von Fel- 3 lenberg vahrhaft edel sind.— Grolse Ent- MNen⸗ deckungen haben wir wie gesagt dem Herrn von u ge Fellenberg im Fache der Landwirthschalt bis Elam jetet noch nicht zu verdanken, und was ich in Oe Hofwyl Gutes angetroffen habe, ist nicht neu, 1. sondern nur Nachahmung dessen, Vas man autt in andern Ländern oft vollkommener antrifft. Hol Wenn aber neue Operationen Statt linden, 156 50 verdienen sie keine Nachahmung, weil sie nicht mit Nutzen anzuwenden sind„ denn man kommt auf eine einfachere Art wohlleiler und schneller zum Ziele. Zu verkennen ist es aber nicht, dass man in HOfιάνν nachi neuen Ent— decfungen recht eigentlich strebt.— Die Errichtung der Armenschule in Ho PWwyl ist meines Erachtens das grösste Verdienst des Hrn. von Fellenberg, aber neu ist eine solche An- stalt keinesweges, denn auch in andern Ländern lindet man dergleichen seit sehr langer Zeit er- richtet.— Und auch in meinem Vaterlande, theu- rer Freund! in der Nähe von Göttingen, besin⸗ det sich eine ähnliche Armenschule, welche seit langer Zeit besteht. In HoOfWyI arbeiten die Knaben sehr viel bei der Landwirthschaft, wo- durch sie so viel verdienen, als zu ihrem Unterhalt erforderlich ist; das ist das Beste babei.— Durch die Art, mit welcher Herr v. Fellen- berg über die Anstalten in HoOTWyI sprach, die grolse Juversicht, mit welcher er über Sachen urtheilte, die er nur den Namen nach kannte, oder, mit welchen seine Einbildungskraft ihr Spiel trieb,„der unerschiitterdichèe Glaube, mit soœαlcheni er Berge versetæen tolltœs, das feste Béeharren béi seinen Unternehmungen,„Welches So gtaryt io½r, dasa er auch am Mreue nicht dawon lassen tholl. te,% verschafftè er sich im Ansange seiner Unter- nehmungen den grossen Credit, welchen er bei 157 eil 8 nicht rationel gebildeten aber doch für eine an- in man scheinend gute Sache empfänglichen Landwirthen ler m erhielt.— Menschen, welche die Landwirth- eo aber schaft nur dem Namen nach kannten, mulsten uin en Eit. 50 leichter zu gewinnen seyn.— Und auf diese Weise geschah es, dalss Hr. v. Fellenberg sich olvyl unverdienter Meise, so grossen Ruhm erwarb.— Urn. Es giebt in diesem Augenblicke zwar noch viele, he An. welche den Herrn von Fellenberg als Land- andern wirth höher stellen, vie die verdientesten Män- eit er. ner unserer Leit, allein auch diese werden Hheu⸗ sich bald eines Besseren überzeugen, wenn belin. sie unbefangen die Sache prüfen, und wenn 1e Seit sie sièe so erblicken wollen, wie sie wirklich ist, dle sie brauchen dabei weiter nichts zu thun, als IU05 nur den Reinertrag von HOfWwyI zu berück- chalt sichtigen, wie er seyn sollte,— und wie er ö jetzt ist.— Uen⸗ ö Wer es wulfste, dass Herr von Fellenberg, „ de eheé er Landwirth wurde, Officier unter den Trup- chen pen der Eidgenossen war, ver es wulste, dass er uute, sich in seiner Jugend durchaus keine Kenntnisse Spitl von der Landwirthschaft erworben hatte, sondern, chem wie er HoWyl kaufte, auch gleich selbst ohne — die Landwirthschaft vorher zu erlernen, dieses Gut R bewirthschaftéte, der konnte sehr bald daraus ull schliessen, welchen Erfolg seine Unternehmungen Inet haben mussten, und was er als Reformator, wozu 15. er sich gleich im Anfange aulwarf, leisten würde. ——————— 158 Der Verbreitnng des wahrhaft Guten ist durch den üblen Ausgang der Sachen in HOfWy ein inen. licsien Nacfitficil erwachsen, denn alle diéeje enigen, welche von allé dem nicht unterrichtet sind, und welchen zugleich eine rationelle Bildung als Land wirth fehlt, haben dadurch den Glauben für Neuerungen jeder Art verloren, so, dass sie sich jetzt nur um so schwerer entschliessen, Abänderun- gen in ibren Oeconomien vorzunehmen. Aussér- dem aber haben noch viele andere Landwirthe, welche sich verléeiten liessen, den v. Fellenbe · g- chen Lehren Glauben zu schenken, wirklichen Schaden davon geéehabt.— Sie wissen, das v. Fellenbergsche Feldsy- stem, ist nichts weiter, als eine vièrfeldrige Frucht- wechselwirthschaft, welche sowohl in Belgien als auch im Elass, im Badenschen, im Darmstädtschen, in der Pfalz und in England seit sehr langer Zeit üblich ist.— Es ist ein System, welches man in vie⸗ len tausend Oeconomien befolgt, und das, wenn es mit Ueberlegung angewendet wird, sehr viel Em- pfehlungswerthes hat.— Aber neu ist es, wie Herr v. Fellenberg zu glauben scheint, keinesweges. Die Verhältnisse, welche in Hofwyl Statt Hn- den, hätten dem Herrn Besitzer meines Erachtens schon längst bewegen sollen, das vierfeldrige Fruchtwechsel-System aufzugeben. Wenn nun aber diejenigen, welche das Lieb- ste, was sie auf der Welt haben,— ihre Söhne —9 urchden— dem Herrn von Fellenberg anvertraueten, Hnen. erfahren, dals diè Ansichten, welche Hr. v. Fel⸗ Henigen, lenberg über den Ackerbau hat, sehr unrichtig 7 ind, nll sind, werden diese dann auch nicht Milstrauen a Land in die Erziehungs-Anstalt setzen, welche sich Iben für jetzt wirklich immer mehr und mehr erweitert? die Sich Belugt sind sie allerdings dazu, allein ich bin über⸗ inderun. zeugt, dals, wenn Herr von Fellenb erg solche Nulzer. Männer als Gehüllen um sich versammelt hält, wie Wpurs sie gegenvärtig in HOTwyl vorhanden sind, die uberg. Hriehiungsanstalt dasjenigée leisten sires, ioœας Wähchen Eltern nur vειhεehεe Iοnnen.— Ich würde dem Herrn von Fellenberg deshalb auch rathen, Peldg. dals er, um der Oeconomie in Ho fwyl aufzuhel- Hrucht len, indem sie sich jetzt nur auf Kosten der übri- en al gen Anstalten erhält, einen tüchtigen Verwalter, Wchen, oder dergleichen anzustellen, und diesem die er Zeit Landwirthschaft ganz allein zu überlassen.— Herr 1. von Fellenberg kann meiner Meinung nach, im Waner Fall er dieses unterlässt, a2war darauf rechnen, dass 1 das Publicum der Erziehungsanstalt Lob, Gerech- Behr tigkeit und Unterstützung angedeihen lassen wird, Wezs, aber er kann auch dagegen versichert seyn, dass es Iam der Landwirthschaft, und den damit verbundenen Natt Mn⸗ ö Anstalten durchaus keine Aufmerksamkeit mehr aaontn schenken wird, und dieses wünscht Hr. v. Fellen- erleldtge berg doch gewiss nicht.— Die Zeit aber, wo der ö Hr. v. Fellenberg als Landuwirth ein so grosses aun Aufsehen erregte, und welches dem glich, als wenn 0 0⁰ 160 zu den Zeiten der Finsterniss und des Aberglaubens ein Comet unter die Sterne trat, ist dahin, und nim- mer kehrt sie wieder!!— Ich habe Ihnen, mein theuerster Freund! hier- mit meine Ansichten über die Landwirthschaft und über die landwirthschaftlichen Lehranstalten zu HofWwyl getreulich mitgetheilt. Ich habe es für Pllicht gehalten, Ihnen alle Dasjenige mitzutheilen, Wwas ich darüber sah und hörte um Sie vor Schaden zu bewahren. Ich bin überzeugt, dals ich Ihnen da- durch nützlich geworden bin, deswegen fühle ich mich auch schon hinlänglich belohnt.— Die Bitte, welche ich in meinem ersten Briefe an Sie that, wiedeérhole ich nochmals. Lesen Sie daher die nachfolgende Abhandlung, in der Ab- sicht, um zu sehen, ob dièse Vorschläge werthesind, ihre Anwendung zu finden, und theilen Sie mir dann gelälligst Ihre Meinungen darüber mit. Mich sol- len Siè nach Beendigung meiner Reisen und Studien in landwirthschaftlicher Rücksicht immer zur thäti- gen Mitwirkung bereit finden, und ich werde gern dasjenige dabei thun, was in meinen Kräften steht. Siè wissen übrigens, dass die landwirthschaft- liche Lehranstalt in jenem Lande, déssen Regie- rung eine solche Anstalt zu errichten die Absicht hatte, und welche mich aufforderte, diesen Plan dalür zu entwerfen, nicht errichtet worden ist, weil die üblen Zeitumstände es verhinderten. erglauberz und nim. undi hier. Schakt und talten 2u 6e es lär urheilen, Schaden Inen da. lle ich en Briefe esen die der Ab- Sindh mi dann lich sol. I§tuchen zur thäti⸗ rde gern en stet. hschalt⸗ u Regie- Absicht Sen Plan rden bt, Itell. —— r— ENTWURF 2Z EINER LANDWIATHSCHAFPTLICHEN I. I. 114 N A N S I 1 I. —7 ö VIIÄ un ne. bel a ler WII Une mü ** 6 — ö— ——— ——————————.—.— x —— ä SSSS...... 4—— 4 —.—....—.———— 2— SSISISSI—————.—————— EE— 2*—****—— 2——— Nur durch eine möglichst gedrängte Augählung deésjenigen, was erlorderlich ist, wenn eine land- wirthschaftliche Lehranstalt dem Staate wahren Vortheil bringen soll, will ich mich gegenwärtig des ehrenvollen Auftrages entledigen, der an mich ergangen ist. Wird von mir eine weitläuftigere und gründlichere Aueinandersetzung der einzel- nen Gegenstände gelordert, dann bin ich sehr bereitwillig, auch dese sogleich zu geben.— Die Hauptgegenstände, welche meines Er- achtens hierbei éiner Auseinandersetzung bedür— fen, sind folgende: A. Welche Anstalten vorzüglich in land- Wirthschaftlichen Léehrinstituten zu belördern sind, und welche Mittel aulserdem angewendet werden müssen, um die Unternehmungen der Austalten gemeinnütziger zu machen. B. Wie der eigentliche Unterricht in einer landwirthschaftlichen Lehranstalt seyn müsse.— C. Wie die Güter beschalffen seyn mrüssen, Welche zur Lehranstalt erforderlich sind, und wie sie zu bewirthschalten seyn würden.— D. Wie gross die Kosten sind, Wwelche zur Unterhaltung einer landwirthschastlichen Lehran- stalt erlorderlich sind. a) Welch e Anstaltensollen in landwirth-⸗ schaftlichen Lehrinstituten vorzüg- I lich befördert werden? und b) durch welche Mittehsind die Unter- 4 nehmungen der Anstalten gemein⸗ nütziger zu machenę 4) 1) In den mit der Léehranstalt verbundenen Oeconomien, Mustetwirthschaften aufzu- stellen. 2) Solche Männer zu biden, welche dem Bauernstande Anweisüng in der Land- wirthschalt ertheilen. 35) Oeconomie-Verwalter zu bilden. 4) OeconomieDirectoren zu bilden. 5) Denjenigen eine Gelegenheit zu verschaf- fen, sich als rationelle Landwirthe Zu bilden, welche Gutsbesitzer und Pächter sind, oder solche werden wollen. 74 ö ö 6) Eine Industrie- und Armenschule in Ver- I bindung mit der landwirtlischaftlichen Leéhranstalt zu bringen. 7) Eine Expeérimental-Wirthschaft auf einem N ö Ihheile des Ackerlandeés der Oeconomie zu errichten. 8) Eine Maschinen- und AckerwerksZeug- Fabrik zu errichten. —— NI O) Gute Vieh-Raçen zu erziehen. * 2 EI — —:*———————*——— —.8—————————.————— 16⁵ 1009 Einheimische und fremde noch nicht an- gebauete Ge Vächse und Pllanzen zu cul- ndpirth——— ö irth IViren. Vorzüg— v1. Musterwirthschaften betreffend. e Unter. Mit einem bedeutenden Betriebs-Capitale und gemein. mit einigen Kenntnissen vom Ackerbaue(welches auch als ein Capital zu betrachten ist) kann das Düngenen landwirthschaftliche Gewerbe gegenwärtig das ein- 100 träglichsté aller Gewerbe werden; doch in dem gesitze dieser beiden Capitale befinden sich sehr Hassn wenige Landwirthe, und um deswillen wird es gut seyn, wenn ein Beispiel aulgestellt würde, welches ler Land⸗ dem weniger Bemittelten zeigte, dals, selbst ohne ö beédeutende Mittel in Händen zu haben, dennoch der Ackerbau vielleinträglicher werden könne, als Wanhun er es gegenwärtig ist, sobald nur nach richtigen 195 0 Grundsätzen dabei verfahren wird. d Pächter Nur durch das Beispiel lässt sich der Ungläu- n. bige belehren, nur durch den Augenschein kann in Per- dem schwer Ausfassenden die Ueberzeugung bei- Nltlichen geébracht werden.— Das gute Beispiel einer nach richtigen Grundsätzen geführten Oeconomie wird daher sowohl die rereenlean⸗ als auch die, der Sache unkundigen Landwirthe schnell über- zeugen, dals die Ansichten, Wwelche sie von den aut einem Heconom tbllig Systemen eines besseren Ackerbaues haben, nicht gegründet sind. Dann können sie aber nicht mehr gegen ihr eigenes Interesse handeln, sie 166 werden nachahmen, und dadurch sovohl ihr eige- nes, als auch des Staates Wohl belördern. Eine Musterwirthschaft Kann zu allen ihren Nheilen, immer nur als Muster der Bewirthschaf- tung des Grund und Bodens an Ort und Stelle selbst gelten. Der denkende Landwirth wird aber das für ihn Brauchbare der Musterwirthschalt, nach seinen Verhältnissen umzuändern wissen, und besonders dann um so besser, wenn ihn der Director derselben auf die Verhältnisse, welche bei der Musterwirthschaft obwalten, aufmerksam macht.— Es bedarf deshalb kaum eine Erväh⸗ nung, dass es 2. B. eben so fehlerhaft seyn würde, überall die Fruchtwechselwirthschaft einsühren Zu wollen, als es unrichtig seyn würde, wenn man die Koppel- oder die Dreifelder-Wirthschaft als überall anwendbar béetrachten wollte. Die Local- verhältnisse bestimmen es also, nach welchem Systemé die Musterwirthschaft zu betreiben seyn Wird. Um den Musterwirthschaften das grösste Zu- trauen zu verschaffen, um jeden Unglauben aus dem Wege zu raumen, würdeé es gut seyn, wenn zugleich sehr genaue, vοdig flarung géebende Hechnungen geélührt würden, und dass es dem landwirthschaftlichen Publicum krei stände, diese — zur Durchsicht immer bereit liegenden Rech- nungen— zu benutzen. Nichts wird mehr Wir⸗ kung thun, als dies— die grölsten Widersacher .2—— 167 lülr lige werden verstummen müssen, die Vorurtheilsvollen 5 werden sich bekehren, und die Beschränkten ii ilyen Verden thun,— vas jene nun auch für vortheil- Wirdsdel haft halten.— Die Fragen: vas Hostet eς und und deale 0%⁷ hyringt eε eιοgο müssen von einer solchen An- Nirdl aber stalt genügend béeantwortet werden, denn es soll ithschal, das Wahre und Nützliche dadurch befôrdert wer- u wissen, den, wozu sie aber die Anleitung geben will.— W Ihn der— Wenn nun aber Musterwirthschaften auf Ver- Wa anlassung der Regierungen errichtet würden, um Iren Wie viel mehr vürden sie dann die Aufmerksam- 5 F keit des landwirthschaftlichen Publicums auf sich 0 ninde niehen, und um wie viel mehr müsste der Director Lren 20 derselben dadurch angeéespornet werden, ihnen 0 den Grad von Vollkommenheit zu geben, velchen chalt al sie zu erreichen nur im Stande sind!— Wobei er eoctk indeéssen nicht vergessen darf, dass ungeachtet er Velchem vielleicht Mittel genug in die Hände bekömmt, um den sen die Wirthschaften schnell auf eine hohe Stuste au stéllen, er dennoch nicht damit eile, weil sie röbte sonst kein Muster für den weniger bemittelten iben aus Privatmann bleiben würden. n, Wena gebendt 2. Männer zu bilden, welche den Bauern 6 Gen Anweisung in der Landwirthschaft de, diee ertheilen. ö En lech⸗ Will eine Regierung auf die krästigste und nebr Wit⸗ Wrksamste Art in Gegenden den Ackerbau auf⸗ detsacher hellen, wo sich derselbe noch im rohesten Zu- 168—. 9 stande behndet,(welches leider! im nördlichen Deutschlande nur zu häulig der Fall ist) so kann sie meines Erachtens nichts besseres thun als die Gemeinheiten zu theilen, die zerstreuten Felder der Besitzer zusammen zu léegen und in jenen Ge⸗ genden auch Musterwirthschaften zu errichten. Es würden demnach daselbst Bauergüter géekauft werden müssen,— velches wegen der Wohl⸗ keilheit des Grund und Bodens daselbst, keine bedeutende Kosten verursachen kann. Diese Bauergüter würden aber dann von Männern be— wirthschaftet werden müssen, welche in der Lehr- anstalt gebildet worden sind, und zwar 50o gebil- det, dass sie auch im Stande sind, die Wirth⸗ schaften, welchen sie vorstehen sollen, ganz nach den bäuerlichen Verhältnissen einzurichten.— Die Regierung könnte ihnen aber dann, wenn sie in ihren Umgebungen die Nachahmung des bessern Ackerbaues bewirkt hätten, zur Beloh- nung diese Bauergüter in Erbpacht geben.— Der Staat vwird hierdurch grossen Gewinn er- langen, denn diée Bauern sine im Besitzée des grosoten Ihieils des Grund und Bodens, und indem ihr Ackerbau an Vollkommenheit zunimmt, mulss der Staat an innerer Macht gewinnen. Unstreitig erfordert die Auslührung dieser Idee viel Ueberlegung, und es ist nicht genug, dals das Zutrauen der Bauern gewonnen wird, sie müssen auch stets dabei erhalten werden. Sachal auch de! Wele bedi Deut bes Vil no Bar als abe 169 ö— rclicher Aus der Mitte dieser, lür die Bauerwirth- o ann schaften gebildeter Männer, werden dann aber undb die auch die Ackervoigte, Meier, Hofmeister, oder 0 Fader die Meisterknechte genommen werden können; eneu Oe: Welches lür die, als Landwirthe gebildeten Guts- errichten. bésitzer, von Nutzen seyn kann; weil es sich gekauft heutiges Tages, mit einem guten Ackervoigte ler Wohl. besser, als mit einem gewöhnlichen Verwalter st, Keile wirthschaften lässt.— Vielleicht wird ebenfalls 1. Diese noch durch ein anderes Mittel bewirkt, dass die mern he⸗ Bauern nach und nach ihre Oeconomien besser, der Lehr. als gegenwärtig betreiben; sie selbst müssen es 80 gebil. aber nicht ahnden, dass man die Absicht hat, eine lie Würth⸗ Umwälzung in ihrer Wirthschaft hervorzubringen, anz nach denn keine Classe von Menschen ist misstrauischer kten.— als siè: Man würde nämlich aus denjenigen Orten, nn, wenn vο die Aufhülfe des Ackerbaues am nöthigsten nung des ist, Bauernsöhne, besonders solche, wrelche in ur Beloh. Zukunlt das väterliche Gut bebauen werden, ganz geben.— im geheim aussuchen lassen müssen,(doch na- Winn er⸗ türlich immer nur solche, welche sich sowohl in itre des Hinsicht ihrer Sittlichkeit als auch wegen ihrer Ins, und Verstandeskräfte auszeichnen) diese mülsten als- zumiumt dann körmlich als Knechte gemiethet werden, 100 und zwar, damit sie sich keinen Augenblick be- Heserle sinnen in Dienst zu treten und zu bleiben, gegen u Ha hohen Lohn und gute Kost, hat man sie aber 1 8e erst einmal in der Oeconomie der Lehranstalt, dann müssen sieè étwas Besseres lernen, sie mögen ll. 17⁰ ‚ wollen oder nicht, indem dafür gecorgt werden mufs, dass sie vozugsweise immer bei denjenigen Arbeiten angestellt werden, welche sie in ihrér künltigen Verhältnissen als Bauern ebenlalls mit Nutzen anwenden können. Der Director der Lehranstalten wird natürlich ausserdem jede Gele- genheit benutzen müssen, um ihnen die gewöhn- lich mitgebrachten Vorurtheile zu benehmen, und er wird sie ferner auf alle dasjenige aufmerksam machen müssen, was ihren künltigen Wohlstand begründen und beförden hilft.— Es ist höchst wahrscheinlich, dass dieses Mit- tel eines der krâftigsten ist, um die Bauern schnell kür einen besseren Ackerbau zu gewinnen, ohn⸗ streitig ist es aber das wohlfeilste Mittel.— 3. Bildung der Oeconomie-Verwalter. Allerdings wird dies einer der Hauptzwecke der Lehranstalt bleiben müssen, denn der Man⸗ gel an Wirthschaftsverwaltern, wie sie seyn sollen, ist grols! Vieéle Gutsbesitzer werden aus dieser Ursache in die Nothwendigkeit versetzt, ihre Gü⸗ ter zu verpachten; wobei, wie békannt, diesel- ben nicht gewinnen.— Zu erwarten ist es aber, dass, wenn die Anstalt so eingerichtet ist, als sie es seνyn soll, brauchbare Verwalter aus derselben hervorgehen werden; diese würden dann aber auch im Stande seyn, wiederum brauchbare Land- Wiuth einer ebil XUSt piris mac che Sen der das 20 Sch 6l dal 171 Iet werden 591. Wirthe zu bilden.— Doch nur dann können in denzentgen einer öconomischen Lehranstalt gute Landwirthe 16 i inrn gebildet werden, wenn diejenigen, Welche die enleb 0 Anstalt besuchen, sich mit dem Betriebe des em- ent pirischen Ackerbaues zuvor gehörig bekannt ge⸗ jade G. macht haben; denn erstlich: werden sie die Sa- gexöhn⸗ chen, welche ihnen in der Lehranstalt vorgetra- bmen, und gen werden, besser verstéhen; und zweitens: ist ulmerksem der Aufenthalt in der Lehranstalt zu kostbar, um Wohibtand daselbst auch den empirischen Ackerbau kennen zu lernen, weil wichtigere Dinge den Landwirth⸗ Kesd Mi schakts-Bellissenen einige Jahre beschäftigen InSnel können.— Dem Director der Lehranstalt muss es daher Pflicht seyn, darauf zu achten, dals kei⸗ nem der Zutritt gestattet werde, der nicht wenig- stens zwei Jahre lang vorher die Landwirthschaft nen, oha 4„* Ppractisch erlernt hat. Dann kommen aus der valten. Anstalt untaugliche Subjecte zum Vorschein, so ird zuerst die Schuld ihm, und dann erst der Iptaneche 4 2* V 4— X/— 4— der Man- Lehranstalt gegeben Vũ 66 den. 11601 Dass man sich die Erlernung der Landwirth- ynsollen, 8 0 a schaft so leicht denkt, ist die Ursache: warum 0 Mre Cu⸗ ; Gesel 30 viéle, vielleicht sonst unbrauchbare Menschen 7 5 dazu greifen, sich oberflächliche Kenntnisse vom n Ackerbau erwerben, und dann pachten, oder F Ed Ahbeh t, 5e—*—— 7— 0 ben bildeten, aber weniger bemittelten Landwirthen 50 ö unendlichen Schaden, und das allgemeine Beste ann aber 10 nuss oflenbar darunter leiden. ö e Lall Kaufen, um reich zu werden. Sie thun den ge- ö ö .....t.r.....————— 2—— RIR AIn ö 0 V I V 4 ö 4. Bildung der Oeconomie-Directoren. Diese werden nur aus solchen Männern ge⸗ bildet werden können, welche in der Landwirth- schaft vieljährige Erfabrungen besitzen, und de- nen es ausser Festigkeit des Characters nicht an der nöthigen Uimsicht und Entschlossenheit kehlt. Sie linden sich selten ganz so, wie sie seyn sol- len, denn eines Theils gehören sehr viéele Kennt- nisse dazu, und zweitens werden sie gewöhnlich 50o schleécht bezahlt, dals sie durch Hülfe ihrer Kenntnisse, wenn sie solche zu ihrem eigenen Nutzen verwenden, mehr erwerben können. 5. Bildung bemittelter Individuen zZU Landwirthen. Zu wünschen wäre es, dass alle Gutsbetitzer, welche sich um die Bewirthschastung ihres Gu- tes bekümmern wollen, hinlängliche Kenntnisse vom Ackerbau besässen, damit siè ihre Verwalter oder Schreiber durch unzweckmälsige und wider- sinnige Aulträge nicht missmüthig und verdriess- lich machen; denn es wird dadurch nur ihr eige- nes Interesse gefährtéet. Auch wird der Verwal- ter, in dem Falle, dals der Gutsbesitzer nicht gründliche Kenntnisse von der Landwirthschast hat, gewöhnlich mit Schreibereien aller Art behelligt, er muls Tabellen, Register, Rechnun- gen und Gegenrechnungen machen, welche den- noch Ligen nung nicht Verv baue den aus des Die sine Lel SCtHr noch zu keinem wahren Resultate führen; der laanern 9 Eigenthümer glaubt sich dadurch gegen Unord- Landhith. nung und Betrug gesichert, aber er berechnet n und de. nicht dasjenige, was versäumt wird, indem der Snicht Verwalter jene Rechnungen anfertigt. . Leht Nur durch einen bessern Betrieb des Acker- n baues, ihrer Güter können andere Landwirthe — dem Verderben entgehen, welches sonst über sie enhull ausbréchen wird; nur in einer bessern Bebauung Hülle Ihrer des Grund und Bodens können sie Hülle Hnden. m ei eenen Die Kenntnisse aber, welche hiezu erforderlich 1 sind, werden sie sich in der landwirthschaftlichen Lehranstalt erwerben müssen. iduen 230 Aber nicht minder gut würde es seyn, wenn zunge Männer, welche einiges Vermögen besitzen, Uodener, Gelegenheit fänden, sich an einem Ortée gründ- bres Cu⸗ lüche Kenntnisse in der Landwirthschaft zu erwer- Lenntmisse ben, woselbst sie nicht zugleich Gelahr laufen, Verwalter ihre feinen Sitten gegen rohe zu vertauschen wie ind vider- es wohl in den gewöhnlichen Lehrlings-Verhält- verdriels- nissen der Fall ist. In dem gegenwärtigen Au⸗ ihr eige: genblicke, wo der Militairstand nicht mehr so Veruah viele junge Leute erfordert, wo der Gelehrten- Wuer nidt und der Handelstand, so viele überzählige Indi- witbaet viduen aufzuweisen hat, und wo es noch vielwe⸗ Aler an niger an Geschäftsmännern lehlt, würde es lür Iechuun das allgemeine Beste um so wohlthätiger seyn, 1n el. wenn sich mehr junge Leute, als bisher, mit Lust 174 und Liebe der Landwirthschaft(im edleren Sinne) widmeten— denn man glaube ja nicht, dass auch dieser Stand überfüllet sey.— Bis jetzt ist noch Raum genug vorhanden, worauf sie ihren Beruf treu erfüllen können, und sobald sie nur nicht Rittergüter-Besitzer, Domainen-Pächter u. s. w. werden wollen, sondern zufrieden sind, wenn sie 2. B. nur 100 Morgen Ackeéerland in Pacht bekom- men können, so brauchen sie für ihr Unterkommen nicht besorgt zu seyn. Sie können, was noch mehr ist, wenn sie wollen, auch selbst reich werden, sobald sie jene 100 Morgen gut be⸗ bauen, wie solches die Bewohner gut angebaueter Länder vielfach beweisen. Sie dürfen dann frei- lich keinen Aufzwand treiben, sondern müssen ganz ihrem Beruse leben, und sich nicht scheuen, wohl selbst einmal mit Hand anzulegen, wobei sie aber keinesweges Gefahr laufen— zu verbauen.— Diejenigen, welche eine vollkommene Bildung als Landwirthe empfangen haben, werden nicht wünschen, einen Boden zu bebauen, welcher von der Natur reichlich ausgestattet ist, und eben des- wegen werden sie um so leichter zu dem Besitz eines kleinen Gutes gelangen können, veil in den schlechteren Gegenden der Grund und Boden sehr wohlfeil ist, aber mit aus der Ursache, weil er schlecht bebauet wird. In der landwirthschaftlichen Lehranstalt wer⸗ den sich gewils Ausländer einlinden, sobald der gute ehenl volcle Acker wirth in de Lehr Lahl Wiss auc und gunt Jabt abe Stab terh. Vleir er v Wils Nut. aigut Erric gen Uutet Keil Behi Men Sinne Glbauch 1at it noch ihren erul Aur nich: er u. 8. h. „enn Sie ht bekom. etkommen Nas noch Hot reich Wgud be. gebaneter dann frei- n müssen Scleuen, Vober sie bauen.— e Billung den nicht Iher von chen des- m Beditz al in den „en Sehr neil el ctalt wer⸗ Dald der 17⁵ gute Ruf der Anstalt begründet ist. Diese müssen ebenfalls nur unter der Bedingung aufgenommen werden, dass sie bereits practische Kenntnisse vom Ackerbau besitzen. Je grölser die Zahl der Land- wirthschalts-Beflissenen übrigens ist, welche sich in der Lehranstalt einiinden, um s0o éeher wird die Lehranstalt durch sich selbst bestehen können. Die Zahl würde sich aber vermindern, sobald ein Halh- wisser aus der Anstalt kömmt, und deshalb dürfen auch die Ausländer nicht nach Gesallen kommen und gehen, sondern werden nur unter der Bedin- gung Aulnahme finden, dass sie wenigstens ein Jahr lang in der Lehranstalt bleiben.— Wenn aber solche Bedingungen bei einer Lehranstalt statt hinden, welche aul Kosten des Staats un- terhalten wird, dann wird Niemand glauben, dass Kleinliche Absichten darunter verborgen liegen; er wird sich also willig darin fügen, und auch ge- wils in der Folge einsehen, dass es zu seinem Nutzen war.— 6. Industrie- und Armen-Schule. Ein Gegenstand, welcher die grölste Beher- aigung verdient, weil Volk und Staat durck die Errichtung solcher Anstalten grolsen Nutzen erlan- gen würden.— Die Waisenhäuser bedürfen vieler Unterstützungen, und dennoch werden grösten- theils Menschen darin gebildet, welchen es an Behülllichkeit fehlt, und die demnach nicht für ——*— 176 die Welt passen. Mit Anstalten dieser Art hat 2 es eine andere Bewandniss. Wie kann daselbst verde alles so schön vereinigt seyn, um das junge Ge⸗ gtzen müth zur Religiösetät, zum Frohsinn, zum Nach- haber denken, zum Fleiss, zur Erwerbsamkeit, und Antri zur Liebe für dasjenige zu erwärmen, was des wünd Menschen Wohl am sichersten bewirkt, und was ihn an Geist Körper gesund macht, und gesund dutt erhält,— für den Ackerbau!— Wer kann es MIIe leugnen, dass aus solchen Anstalten nur Menschen* hervorgehen können, welche dem Staate wahr⸗ bes haft nützlich werden, durch die Tugenden welche nur sie sich erwerben werden, unter—— Leitung ve ihrer Wohlthäter! die um Wie leicht ist es, dass solche Anstalten von H6 mehreren Privatpersonen errichtet werden, weil Zü die Unterhaltungskosten davon weglallen, indem Ker die Einder durch die richtige Verwendung ihrer Md Kräfte beim Ackerbau so viel erwerben, als zu v0 ihrer Unte erhaltung nöthig ist.— Aber es Kkön- Im nen in dieésen Anstalten auch Sclaven gebildet und werden,— und deswegen darf es dem Gewinn- dkel süchtigen nicht erlaubt werden, solche Anstalten Wes 2u errichten;— sie müssen unter der Aufsicht ger der Regierung stéhen, und dies um so mehr, br damit die Auswahl derjenigen Kinder, welche W darin aufzunehmen sind, mit gehöriger Berück⸗ Mi sichtigung geschehe. ö yb Ser Art hit am daselbz juge G6. Zum Nach. mͤeit, un! n, was dez 1, und v und gesund er kann e ur Menschen tadte wahr. den welche lEer Leitunz Vlten von Len, weil len, indem allang ihrer en, abs 0 Her eo Lön gebildet m Ceninn- e Austalten er Außict 50 Mahi, er; elbhe 177⁷ Zuerst werden diejenigen Kinder aufgenommen verden missen, welche gar keine Eltern mehr be⸗ sitzen; dann diè, welche unmoralische Eltern haben; alsdann erst diejenigen, welche aus fréeiem Antriebe in die Anstalt aufgenommen zu werden wünschen. Die Städte haben der Armen und Hülfsbe- dürltigen Menschen genug, und auk dem Lande Vird nicht selten über Menschenmangel geéeklagt, welches dann zum Vorwandeé des höhern Betrie- Welches Wohl würde nun aber jenen Hülfsbedürftigen widerfahren, bes des Ackerbaues dient. wenn man sie dem Ackerbaue wieéder gäbe, dem 5ie in früherer Zeit wohl entzogen vorden sind um das Fabrikwesen dadurch in die Höhe zu treiben,— das Fabrikwesen, welches Menschen zu dummen, unbeéehülflichen, rohen, und geéedan- kenlosen Wesen umschafft! Tausend, und aber- mals tausend Menschen, finden in allen Ländern, Wo die Noth am grölsten ist, noch Raum genug um als Ackerbauer gemächlich leben zu können, und jeder Staat wird sich daher besser dabei stehen, wenn er den Ackerbau— dem Fabrik- Wesen— Vorziéht. Jener grosse Staatsmann hatte gewils nicht Unrecht, wenn er sagte:„dem rohen „Producte wird in den Fabriken kein höherer „Werth beigelegt, als der, welcher ihm durch der „Hände Arbeit gegeben wird; dem Landwirthe „aber stehen ausser der Hande Arbeit noch die 12 17 „Kräfte der Natur zu Gebote.“— Wie gegründet nen d dies ist, haben wir in unsern Zeiten erfahren! aber Lnlti wir sehen es täglich, leider! noch, dass Menschen in der im Elende schmachten, welches sie nicht nothig nehm. hätten, sobald sie das Land anbaueéten, welches Haus jetzt im rohesten Zustande vor ihren Augen daᷣ Hen liegt!— balt: Der Vortheil, welchen der Privatmann von R. einer solchen Anstalt haben kann, wenn er sie auf 16 seinem Gute errichtét, wird nicht unbedeutend lich seyn.— Denn er wird sich zugleich auch gute 35 Diensthoten dadurch anziehen können. Denn den 52 Kindern wird eine Erziehung zu Theil werden kön⸗ 27 nen, welche ihr Herz mit Liebe und Dankbarkeit 20 zugleich erfüllt. Dagegen wird ihr Wohlthäter 150 dann auch, nach treu erfüllten Diensten dafür ah sorgen, dals sie ihre eigene Selbstständigkeit er- langen.— len dent So zweckmälssig und vollkommen nun aber auch die Armenschulen eingerichtet seyn mögen, 5o erwarte man doch nie, dass dasjenige dadurch geleistet werde, was bei einer guten Erziehungg Jin der Kinder im elterlichen Hause, im Kreise der 200 Familie von selbst erfolgt. In der Armenschule 1n werden sie sreilich mehr Geschicklichkeit erlan- 3e gen, sie werden vielseitiger gebildet werden kön- mäls nen, allein, alle die kleinen Ereignisse, die im WG Familienleben vorkommen, und Welche dazu die- 900. Legründt hren! aber SMuschen icht nulig n, welche Augen G mann von Mer Sie aut bedeutend auch gute Denn den erden Kön nkbarket Vohlthäter en dafür Ugkei er⸗ nun aber an migen, adurch zaiehung Keise der nenschu eit erhn⸗ erden Kön- 6„ die Im 1 de⸗ 179 nen, das Kind frühzeitig mit der Art seines eigenen künltigen Wirkens bekannt zu machen, sehen sié in der Armenschule nicht.— Im Hause der Eltern nehmen sie mehr Theil an dem eigenen kleinen Haushalte, denn er gehört denen, welche ihrem Herzen am theuersten sind, und wird dieser Haus- halt mit Ordnung nnd Ueberlegung gelührt, 80 Vird das Kind dereinst grössern Nutzen davon ha- ben, als wenn es die Ordnung und die Geschick- lichkeiten in der Armenschule erlernte. Ist ferner das Kind so glücklich, moralisch gute Eltern zu besiten, dann werden auch dieése eine grölsere Gewalt über das Herz des Eindes ausüben können, als der Lehrer der Armenschulanstalt es im Stande ist.— Aber wie selten sind leider! die Fälle, dass allées dies in den Familien der niedrigen Volksklasse 50 ist, und déswegen miissen wir die Armenschu- len als Menschenwohl und Meuschenglück belör- dernde Anstalten betrachten! 7. Experimental-Wirthschaft. Den ersten Gewinn von einer Experimental⸗ Wirthschalt, werden die Oeconomien, welche mit der landwirthschaltlichen Lehranstalt verbunden sind, haben. Denn, jedes Neue, wird, indem es zuvor in der Expéritemental-W irthschaft als 20weck- mãssig und vortheilhaft erprobt worden ist, zuerst in den Oeconomien der Léehranstalt im Grolsen ausgelührt werden müssen, Weil, ehe die Nützlich- V V 180 keit desselben öffentlich bekannt gemacht werden darf, das landwirthschaftliche Publicum auch zu- gleich durch den Augenschein zur Ueberzeugung gelangen soll.— Nur da, wWo die Versuche compa- ratik angestellt werden, vo alles gemessen und gewogen wird, was sich dazu eignet, wo die Na- turwissenschaften Aufschluss ertheilen, über Dinge, welche dem Empiriker ein ewiges Geheimniss bleiben müssen, nur da können Versuche die Wissenschalt bereichern, und mithin das allge⸗ meine Beste befordern.— Mit jedem Versuche ist nicht immer Verlust verbunden,— im Gegentheile meéhrentheils Gewinn;— aber es kömmt dabei auf die Intelligenz deés Diréctors der Leéhranstalt an, der, wenn er Erfahrung und Kenntnisse genug besitzt, den Erfolg des Versuchs voraus wird be- stimmen können, also kein widersinniges Experi- ment vornehmen wird. Doch aber kann es zu- weilen durchaus nothwendig werden, einen Ver- such zu machen, von welchem der Director über- zeugt ist, dals er milsglücken wird,(— er wird dies dann aber zum Voraus sagen müssen—) solches könnte nämlich in dem Falle nöthig wer- den, dass sich Landwirthe in der Lehranstalt auf⸗ hielten, die ein grosses Anséehen bei den übrigen Landwirthschafts-Beflissenen zu erlangen gewulst hätten, und welche die Zweckmälsigkeit der ein- mal bestehenden Ordnung der Oeconomie nicht anerkennten. Es ist nicht zu vermeiden, dass verg und chei brin dolb 5chi che erlei Arbe gese desy Abe Men gut, cht werden im auch au · beneugung iche Compa. nessen und ⁰ die M. iber Dinge Ceheimnih che G das alga erzuche ist egentbeile dabei aul danstalt an, H8e genug WWIld be· 2s Experi⸗ inn es 2zu⸗ einen Ver⸗ ector über⸗ — er wird üssen— chig wer⸗ nstalt aul mn übrigen on genubt it der ein⸗ omie nicht lden, 6 1381 * dieser Fall eintritt, aber es ist wichtig, Bekehrung der Ungläubigen augenblicklich vorge- nommen werdée; und damit dieése Bekehrung um 50 gründlicher geschéehe, müssen sie selbst die Aulsicht über die Gegenstände führen, welche der Erörterung unterworfen werden, damit kein Vor- fall aufser Acht gelassen werde, welcher sich da- bei ereignet. Dies wird ihnen dann aber mehr. Iicht über den Gegenstand ertheilen, als 3 dass die was ihnen darüber gesagt werden Kann.— g. Maschinen- und Ackerwerkszeug- Fabr ik Dals diese nicht mit denjenigen Fabriken zu vergleichen ist, welche wir friiher im Auge hatten, und von denen sich mit Gewilsheit alle jene Nach- meile, welche sie dem menschlichen Geschlechte bringen, erweisen lassen,— versteht sich von selbst.— Durch dièse Anstalt sollen nur die Ma- schinen verbessert und ersunden werden, durchwel- che der Betrieb des Ackerbaues in gewisser Hinsicht erleichert und befördert wird.— Die Theilung der Arbeiten Rann beim Ackerbau nie in dem Maalse geschehen, als bei den eigentlichen Fabriken, und deswéegen haben wir nicht au belürchten, dals die arbeitende Classe beim Ackerbau— in Maschinen- Menschen— umgewandelt werde, vielmehr ist es gut, wenn zu den einförmigsten Arbeiten, statt 182. der Hände, andere Kräfte benutzt werden, weil 0 wir dann um so cher die Hände für Arbeiten ge- N winnen, wobei der Verstand eher thätig seyn 1915 Lebra als die Hände. 1003 Ale jene erfundenen Maschinen sind mehr vori und minder mangelhalt, und werden es auch blei: dab ben, weil sie von den Menschen herrühren. Wir dien Ssollen deswegen nicht ruhen und rasten, sondern lich verbéssern und abändern, wie es uns die Erfahrung Seh und die Wissenschakt gebiéetet.— Wer von einem lore bestmöglichsten Pflugespricht, oder, wer da glaubt, 2un die Saemaschine auf den höchsten Grad der Voll⸗ aub kommenheit gebracht zu haben, der denkt grölser l von sich, als es ihm erlaubt ist.— alle An Die Ackerwerkzeug-Fabrik muss es sich be— 5 sonders angelegen seyn lassen, neue Instrumente 35 zu erlinden, und die alten zu verbessern, sie muss De die Erfinidungen Andeérer prüfen, und das Gute 1 davon benutzen.— Die verbesserten, oder neu 10 erfundenen Maschinen werden dann natürlich in z0 den Oeconomien der Lehranstalt ihre Anwendung hinden, und der Direéctor wird auf alle Art die Verbreitung derselben im Lande zu belördern ha- U ben,— welches um so leichter gehen wird, sobald man sich durch den Augenschein von der Anwend- barkeéit der Maschinen und Ackerinstrumente über-⸗ zeugt; wozu dann aher auch noch schor t, dass sie nicht zu kosthar seyn müssen. nos —.—..—s ö‚——*— dden„xiil hheiten ge Rhumulz, auch ble. ren. Wir „ Sondern Eilchrung Von einem da gaubt, der Voll. abt göber SiIch be⸗ Srumente ie muls das Cule oder neu türhich in mondung AWt die rdern ha⸗ rd, Sobalk Auwend⸗ Iente iber⸗ dabsie 9. Die Erziehung guter Viehraçen, Nicht minder müssen die Oeconomien der Lehranstalt ein Muster in der Vichzucht aufstel- len; und da dieser Zweig der Oeconomièe nach vorzüiglicher Aulhülfe bedarf, so ist zu erwarten, dals die Anstalt sich dadurch ein grolses Ver- dienst erwerben wird. Deutschland hat vortreff- liche Viehragen, welche aber zum Theil noch sehr unbékannt sind; diese an das Licht zu be- lördern; ferner, durch eine zweckmässige Kreu- zung dieser Ragen, noch bessere Arten hervor- zubringen, ist eine Ausgabe, welche die Lehran- Stalt zu lösen haben würde. Doch darf es nicht allein dabei sein Bewenden haben, sondern die Anstalt muls auch dasür Sorge tragen, dals die ausgezeichneten Raçen des Auslandes verbreitet Ferden.— Dass daraus für mehrere Staaten Deutschlands eine neue Erwerbsquelle entstehen würde, ist nicht zu verkennen, denn in jedem Lande kommen Gegenden vor, welche sich vor- züglich zur Viehzucht eignen. Cultivirung ausländischer Pflanzen, und Anbauung einheimischer wild Wwachsender Pflanzen. Zur Erbauung sowohl schon bekannter, als noch unbekannter Pflanzen und Gewächse, muss 184 ein eigenes dazu bestimmtes Grundstück verwen⸗ tenn det werden. Fremde Gewächse müssen daraut derjn acclimatisirt werden, und meéehrere, im deutschen and, Vaterlande noch wild wachsende Pllanzen, wür⸗ niss d den des Anbaues darauf zu würdigen seyn. Denn welcl höchst währscheinlich giebt es noch méehrere weld Pllanzen in Deutschland, welche ihre jetzige gebel Natur durch die Pllege beim Aubaue grölsten- den! theils einbüssen, und dadurch zu einträglichen auch Gewächsen umgewandelt werden können. Die vin Kinder der Armenschule würden bei der Culti- wüke virung mehrerer Sämereien, welche gleichfalls nen auf diesem Grundstücke zum Verkauf und zum wir eigenen Bedarf Statt sindet, eine vortreffliche. 818 Beschältigung finden.— erri ö Wilo Man Dies werden die Hauptzwecke seyn, welche eine eine landwirthschaftliche Lehranstalt zu befolgen Sch haben kann.— Oee b) Diejenigen Mitteh welche nun aber dazu bei- 2—40 weil tragen werden, das Vortheilhafte der Oeco- nomien der landwirthschaftlichen Lehran- stalt gemeinnütziger zn machen, sind 10 lolgende: 19 lielt 1) Durch die Bekanntmachung aller Einrich- wixk tungen, welche in den Oeconomien der Lehr- gebr anstalt vorgenommen werden, in gedruckten Schri- Leb 185 vepwen. ten; doch nicht allein durch die Bekanntmachung arl derjenigen Opérationen, welche gut ausgefkallen uochen sind, sondern auch diejenigen müssen zur Kennt- wür⸗ niss des landwirthschaftlichen Publicum gelangen, Demn welche missglückten, weil gie es vorzüglich sind, ö nehrer welche dem Landwirthe die beste Belehrung jeteige geben. Die Schriften, worin dies geschieht, müs- öbbten. sen in populairem Style abgefalst seyn, damit sie güchen auch von nicht wissenschaftlich gebildeten Land- Die wirthen verstanden werden. Selbst den Bauern Culti würde Belehrung dadurch zu Theil werden kön- chlal nen, wenn die Männer, welche bei den Muster- aum wirthschaften angestellt sind,(bei denjenigen Mu- Hliche sterwirthschaften nämlich, welche in ihrer Mitte errichtet worden) sie mit dem bekannt machten, was Brauchbares für sie darin enthalten ist.— ö Man verlange jedoch nicht, dafs der Director elche x einer landwirthschaftlichen Lehranstalt, durch olgen ö Schriftstellerei viel Zeit aufopfere, er würde die Oeconomien der Léhranstalt darüber versäumen ö ö müssen, und dies darf doch nicht geschéehen, be. weil es für die ganze Anstalt sehr wichtig ist, 95— dass die eigentliche Landibirtlischastt einen gu- 22— ten Fortgang habe. Und wenn jene Schriften Sn auch noch so viel Nützliches und Schönes ent- hielten, nie würde die Nachahmung dadurch be— 110 wirkt werden, weil man es immer zum Vorwande hl. gebrauchen würde, dals in den Oeconomien der Aunk Lehranstalt die Sachen nicht so zu inden wären, 7 186 als sie in den Büchern geschildert sind.— Mau lindét es denn auch sehr häufig, dals die Oeco- ue nomien der landwirthschaftlichen Schriftisteller Inder nicht das sind, was man berechtigt ist, zu er⸗ 20 li warten. Denn eine Oeconomie, velche nicht werd allein in guter Ordnung bleiben soll, sondern Deru mit der man auch fortzuschreiten denkt, erlor- de e dert erne ununterbrochane Ailfsicht, aber diese Voe kann nicht Statt sinden, wenn der Director der- che selben olt abwesend ist,— und dies ist er, sobald 6es er sich der Schriftstellerei zu häufig widmet. dan 2) Durch Zusammenkünkteé der Landwirthe el der Gegend oder des Landes in der landwirth- vel schastlichen Lehranstalt. Diese müfsten mehrere 5e) Male im Sommer Statt finden, damit man sich von den Resultaten der Anstalten auch genau unterrichten könne. Dabei kann es nicht der Lreck der Versammlungen seyn, dals grolse W. öconomische Abhandlungen vorgelesen werden, sondern nur alles dasjenige, was die Lehranstalt betrillt, würde ein Gegenstand der Discussionen seyn müssen. Neue Maschinen und Ackergeräthe könnten dabei in ihrer Wirksamkeit gezeigt wer- den, der Zustand der Armenschule würde unter- sucht, die edleren Viehraçen würden besehen, und an den Meistbietenden verkauft werden können, ein die fremden angebaueten Pflanzen würden aus- eine getheilt werden miissen, u. dergl. m.— 6 1— Mu uie Oec. hrlhstelher st, AEr. lche nich „Sonden t, erlon. ber Giesz ector der: Er, Sobald et. ündwirkhe andwirth. mehrere man sich genau Icht der 5 grolee werden, Wranztat Ussionen Igeräthe E Vel- le unter⸗ hen, uni Lönnen, Glen Aus- ——.... 187 Dass sich, wenn die Lehranstalten in guten Ruf gekommen sind,— viele Schu¹ιιstige ein- linden Wwerden, ist zu erwarten. Alle diese herum zu führen, kann vom Director nicht gefordert werden, denn es würde ihn ebenfalls von seinen Berussgeschäften zu sehr abziehen. Deshalb wür— dé es gut seyn, wenn ein gewisser Tag in der Woche dazu ausgesetzt werden könnte, an wel⸗ chem die Schaulustigen den Director au diesem Geschälte bereit hinden müssen. Es liessen sich dann vielleicht auch jedeésmal einige vuchtige Feldarbeiten bis auf diesen Tag verschieben, welches denen Lernlitstigen um 50 Villkommener seyn mülste. B. Wie soll der eigentliche Unterricht in einer landwirthschaftlichen Lehran⸗ stalt bes Cchaffen seyn? 1. Den Unterricht in der Landwirth- 5CHaft betreffend. Fast alle jene, vorhin betrachtete, und an einem Orte zu vereinigende Anstalten sollen nur einen Hauptzweck belördern, und dieser ist: toahirhast practischie Landetirtsie ai bilιten.— Kber keine Practik ist denkbar ohne Theorie, RRRR 188 und der grölsste Practiker ist daher auch der grösste Theorétiker. Vereinigt der Landwirth beides vollkommen in sich, s0 ist er als ein völlig ausgebildeter Landwirth zu betrachten.— Die landwirthschaftliche Lehranstalt soll diese Verbindung in den Individuen zu bewirken su— chen, und wie dies anzufangen sey, wäre gegen- wartig zu erörtern.— Zuerst muls der Landwirthschafts-Beflissene für seinen Beruf erwärmt werden; denn betreibt er die Oeconomie nicht mit Feuereifer, so wird er es nicht einmal bis zur Mittélmälsigkeit darin bringen Dieser Feuereifer sindet sich nun lei⸗ der! bey sehr Wenigen, und deswegen giebt es auch so wenig grolse Landwirthe. Jener Eifer ist indessen in Gemüthern zu erwecken, welche lür die Schönheiten der Natur Gefühl haben; und der junge Mann wird den Ackerbau lieb gewrinnen, so bald man ihn denselben aus einem höhern Gesichtspunkte zu béetrachten lehrt. Das Leben deés Landwirthes hat einen grolsen poëti- schen Sinn, und wahrlich einen viel poetischern, als ihn alle übrigen Geschäfte des Lebens zu- sammen genommen haben!— Die Widerwär- tigkeiten, welche unvermeidlich im Gefolge des Ackerbaues sind, dienen nur dazu, dass Gemüth zu neuen Genülsen vorzubéreiten, schlummern— de Kräkte zu erwécken, und in Thätigkeit zu setzen. I 50danl und n chen Lehre llisder mit vird heit Hrage wün⸗ muls daat Sche des die dem Den best che beri- in d were lich. entd Besli Anor den olt auch der Audhrirth Er dls ein chten.— soll Ciese Itken Su- re gegen· Bellisene betkeibt 350 wird eit Garin nun lei. giebt es ner Lifer wrelche haben; bau lieb lud einem Urt. Das n poef lischern, ens Z Iderwär⸗ alge de emith lummern⸗ Iakeit Zu Ie 189 Die Landyrirthschafts-Beflissenen müssen sodann zur Aulmerksamkeit angeregt werden, und nichts dar ihnen der Beachtung unwerth scheinen.— Vor allen Dingen muls aber der Lehrer das Zutrauen der Landwirthschafts-Be- llissenen zu erlangen suchen; er wird Nachsicht mit ihrer Unerlahrenheit haben müssen, und wird ihnen deéswegen mit grolser Bereitwillig- heit Aulschluss ertheilen, über alles, was sie fragen und worüber sie Belehrung zu haben Wwünschen.— Den Landvwirthschafts-Bellissenen muls es erlaubt seyn,— ja, sie müssen sogar dazu aufgefordert werden,— mit gehöriger Be- scheidenheit ihr Urtheil über die Anordnungen des Wirthschafts-Directors auszusprechen; und die vorkommenden Arbeiten können auch in dem Maasse ihrer Kritik unterworfen bleiben.— Denn gerade hierdurch findet der Leéehrer die beste Gelegenheit, die falschen Ansichten, wel⸗ che die Landwirthschafts-Beflissenen haben, zu berichtigen. Es soll ja das Wahre und das Beste in die dieser Lehranstalt erforscht und gelehrt werden, und dadurch wird es am ersten mög— lich, die Fehler in der eigenen Wirthschaft zu entdecken.— In Gegenwart der Landwirthschafts- Bellissenen muss der Director und Lehrer die Anordnungen und Pläne zu den vorzunehmen- den Wirthschaftsarbeiten und Einrichtungen, 50 olt es nur thunlich ist, machen, denn sie lernen 190⁰ dadurch die Eintheilung der zu Gebote stehen- m den Krälte kennen, sehen ein, wie alles in ein⸗ hn ander greifen muss, wenn die Wirthschaften wali⸗ ben; ren Vortheil gewähren sollen, und erkennen, dass Wioe auf deér vortheilhaltesten Benutzi ng jener Kräfte im dil mit, das Wohl des Ganzen beruhet. Sie werden r vin lerner dadurch von der Nothwendigkeit über⸗ Velcke zeugt, dals, nach eingetretenen unvorherzusehen- pinge den Umständen Abänderungen Statt finden müs- u. sen, und dals darauf Rücksicht zu nehmen ist, nötlã mehrere Auswege zu béhalten. Sie werden sich Fenige überzeugen, wie wichtig es ist, dass der Director ammi einer Oeconomie dieselbe stets vor Augen be⸗ vude halte, damit er alles schnell überblicke, und zu- de gleich sehe, wo, und wie zu helfen ist, sobald gelbs es Noth thut. Aber 50 gewiss es ist, dass ein Hae Jeder erst selbst eine Oeconomie unter Aufsicht teigeb gehabt haben muls, ehe er sich für einen prac- Riel; tischen Landwirth ausgeben kann, eben s0o ge- 5 0 wils ist es, dals er um so géschwinder die Praxis vugel . erlernt, je besser die Anleitung ist, welche er aul js N dazu vom Director erhält. Wo aber könnte sie drri. ihm besser gegeben werden, als in einer Anstalt, nithie ö Wo alles dahin strabt, den wahren Practiker durch Curch W Hülle der Theorie zu bilden?— Und eben 50 mehr V V gewils es ist, wie wir weiter unten, uns zu zei- E . gen bemühen werden, dass der Landwirth die Na- wirthse 3 turwissenschaften verstéehen muss, wenn er wahr⸗ Larar halt practisch seyn will, eben so gewils halten wir eiuen J Stehen. in eih alden wall. men, dastz ner Krätte 12 Werden eit über. Nuschen. den müz. bmen h den Sich Director ugen be „und zu- , Sobald Cals ein Msicht nen prac· en o ge⸗ die Praris relche er zunte sie Andtalt, Ler Guroh eben v 15 I0 Lli- h de Na- er Vahr⸗ alten vi. 191 uns davon überzeugt, dass er auch alle Handar- beiten des Ackerbaues, sie mögen einen Namen haben, welchen sie wollen, as dem Grunde verstehen müsse. Denn ohne dies ist er nicht im Stande, Raum und Zeit gehörig zu schätzen, er wird in seinen Anordnungen Fehler machen, welche ihn um den Credit der Untergebenen bringen, wodurch natürlich viel für ihn verloren geht. Aus diesem Grunde ist es denn selhst nöthig, dass der Landwirth Kenntnisse von den- jenigen Handwerken besitze, welche mit dem empirischen Ackerbau oft in Berührung Eonimen, und diese sind 2. B. das Stellmacher- und Schmie- de-Handwerk.— Der Landvwirth soll wenigstens selbst die Holzarbeit an einem Pfluge machen können.— Das unbedingte Vertrauen der Un- tergebenen zum Wirthschafts-Aufseher ist sehr viel werth, durch dergleichen Dinge, kann er es aber gröftentheils erwerben. Der rohe und ungebildete Mensch legt einen grolsen Werth auf jene Fertigkeiten, und er hat nicht Unrecht darin. Für den gebildeten Mann ist es ebenfalls nützlich, weil er eine grössere Behülslichkeit da- durch erlangt, welche ihm dann aber zugleich mehr Selbstvertrauen einflsöst. Es würde nicht zu viel seyn, wenn die Land- wirthschafts-Bellissenen atoel Jahre lang in der Lehranstalt blieben; denn es ist unmöglich in einem Jahre alle dasjenige vorzutragen, was zu wissen durchaus den Landwirthschafts-Rellissenen nöthig ist. Täglich wird die Landwirthschaft durch neue Entdeckungen bereichert, und 50 schwierig es jezt ist, die Naturwissenschaften gründlich zu erlernen, um so schwieriger ist es, die Landwirthschaft mit allen ihren verschiedenen Hüllswissenschaften kennen zu lernen, weil ge⸗ ade die Landwirthschasts-Wissenschaft alle Na- turwissenschaften in sich vereinigt. Streng ge— nommen, kann daher nur derjenige ein grosser Landioirth seyn, welcher auch ein grosser Na- :uruissenSch⁷ιeit Semdiger ist; aber ein solches Beispiel ist uns noch nicht vorgekommen; wir können indessen hoffen, dass in Zukunft einmal ein solcher Landwirth erscheinen wird, sobald nämlich eine Lehranstalt errichtet würde, welche jungen Männern die Anleitung giebt, wie sie solches werden können. Es wird am besten seyn, wenn die Land- Wirthschafts-Bellissenen vor Winter in die Lehr- anstalt Kommen, damit sie während des Winters mit denjenigen Dingen bekannt gemacht werden, welche dazu dienen, dass sie das, was im Som- mer gelehrt Wird, auch verstéchen.— Die Natur- wissenschaften sind es vorzüglich, welche dies bewirken verden, und deéshalb muss, z. B. die Lehre vom Dünger und vom Boden so lange unter- bleiben, als bis sie dies mit Hülfe desjenigen ver- stehen, was sie die Chemie lehrte.— Im Winter 2 Dellissenen hirthschal Tt, und 90 Henschaten er ist e di Schiedenen weil 9e. at ale Nã. dtreng ge. ein goser Mer M. ein solches mmen; wir mnst einmal d, Sobald 6, nelche „Vieè sie die Land- die Lelu⸗ les Minters Iit Verden, 15 Im Soll Die Natur⸗ Felche diss B die lange unter⸗ jenigen VEI· In Winte — 195 Winter werden sie dagegen die verschiedenen Wirthschaftssysteme kennen lernen können; fer- ner die Verhältnisse der Arbeit, des Futters zu dem Dünger, u. s. w. Der Winter bietet dem Lehrer ausserdem die beste Gelegenheit dar, die Landwirthschafts-Bellissenen im Rechnungswesen zu unteérrichten; er muss sie aufs vollkommenste au überzeugen suchen, dass ohne eine gute Rech- nungsart durchaus zu keinem richtigen Resultate bei der Landwirthschaft au gelangen ist.— Er muss ihnen zeigen, dass diè verschiede- nen Wirthschaftszweige als Personen zu bétrach- ten sind, die einen Handel unter sich treiben. Der Besitzer ist aber derjenige, welcher den Handel im Namen jener Personen betreibt; und die Bilance, welche er daraus zieht, lehrt ihn kennen, wWas ihm Vortheil oder Schaden bringt. Es ist die sogenannte Doppelte-Buchhaltung, durch welche wir jene grolsen Einsichten erlan- gen, und ohne diese ist kein richtiger Betrieb einer Oeconomie denkbar.— Leider! findet sie noch in sehr wenigen Landwirthschaften ihre An- wendung, eines Theils, weil ihre Ausführung nicht ganz leicht ist, und zweitens, weil man sièé an manchen Orten kaum den Namen nach kennt.— + 7 8—— Ferner müssen im Winter über die schwie- rigsten Gegenstände der Landwirthschaft Discus- 13 104 — sionen Statt linden, damit die Landwirthschafts- me Bellissenen dadurch zur klaren Ansicht der Sache vel ö gelangen.— Die besten Schriften über Oecono- Ide mie, und über die, mit deér Oeconomie in Be— Me ziehung stehenden Gegenstände werden vorge- be lesen, und der Lehrer berichtigt und erläutert, 79 wo es nöthig ist.— Der nicht an das Studium 6 der Landwirthschaft gewöhnte Landwirthschafts- Bellissene wird zuweilen Abneigung dagegen be⸗ zeigen, der Lehrer wird sich desweégen bemühen 0 müssen, den Vortrag so anziéhend, als nur möglich einzurichten. 35 ö 0 Im Sommer verden diejenigen Gegenstände vorzugsweise vorgéetragen werden müssen, welche i in Beziehung mit den auf den Feldern jedesmal vorkommenden Arbeiten stehen.— Denn durch W das Beispiel, welches zur Erläuterung der Theos rien dient, wird der Landwirthschafts-Beflissene ö recht practisch gebildeét werden, d. h. in dem Sinne practisch, als wir es verstehen.— Jur Erlernung der Handarbeiten, mit deu verschie- denen Iremden Ackerinstrumenten, welches un- hedlingt von fedem sich in der Anstalt auflial- 1 tenden jungen Manné gefordert wird, muss in B6 jedem Schlage oder Felde ein eigenes Stück vor- handen seyn, damit dièe Arbeéiten auf den übri- 1 gen Feldern nicht unterbrochen werden, auch 0 damit keine Unordnungen entsehen.— Iin Som- 10 — — sirthschaltz. ler Hache Her Hecono. omie in Be. dden vorge 0 erläutet, às Stucium virthschalts. dagegen be. en bemühen I, àb nur egenstände Sen, Welche n sedesmal Denn durch g der Tbeo: 15.Bellissene l. in dem en.— Lur M verschie. velces un. alt aufal I, mubs in Stück Vor⸗ E den ibri⸗ Iden, auch — Im Son: — 195 * mer werden kleine Reisen unternommen, durch welche die Landwirthschafts-Beflissenen neue Ideen und Ansichten erhalten werden; denn nichts trägt zur Bildung des Landwirthes mehr bei, als wenn er Reisen unternimmt, welche be- zwecken, den Ackerbau andérer Gegenden ken- nen zu lernen, doch gewils ist es, dass er nur dann den grössten Nutzen von dieésen Reisen haben wird, wenn er schon eine grosse Ausbil⸗ dung als Landwirth erlangt hat, wozu aber, auch bei dem grölsten Fleilse, mehrere Jahre erfor- derlich sind. Da dem Landwirthe die Forstwissenschaft in Etwas zu erlernen nöthig ist, so wird auch im Sommer davon so viel vorgetragen werden müssen, als zu seinem Nutzen dient. Nicht minder ist es erforderlich, dass der junge Landwirth Kenntniss von der Thièrarznei- kunde erlange, wozu der Winter sowohl als der Sommer Geleégenheit darbietet. 7 Ehe der Landwirthschafts-Beflissene dann die Lehranstalt verlässt, muss er dem Direéctor einen Beweiss liefern, dals er mit Nutzen in der Lehr- anstalt war; er hat demnach eine Ausarbeitung an ihm abzulieèfern, welche darin bésteht: dass er einen Plan sammt einer dazu gehörigen Be- rechnung macht, wie er das Gut zu bewirth⸗ 2* 106 schaften denkt, welches er von früherer Zeit her, on als er den practischen Ackerbau erlernte, noch Da kennt.— Der Direéctor wird daher, um diese Lenar Pläne besser beurtheilen zu können, die Local- Sche Verhältnisse des Landes, in welchem er ange— stellt ist, z2uvor gehörig Kennen lernen müssen.— ral Logi 2. Den Unterricht in den Naturwissen- 9eb schaften betreffend. r met Soll sich dieser Unterricht dem Gedächtnisse mer der Landwirthschafts-Bellissenen recht einprägen, die sollen sie ihn mithin richtig auffassen; sollen sie um ferner wirklichen Nutzen von diesem Unterricht der haben, so muss er so viel als möglich ins prac- gen tische Leben eingreifen; philosophische Unter- nism suchungen und leere Speculationen im Gebiete cc dieses Wissens können dem Landwirthe wenig don nützen; das Auswendiglernen vieler Systeme, und wor das, einer Menge von Pflanzennamen dient dem 1a8s Landwirthe nicht viel. Aber den inneéren Bau ui der Gewächse, die Organe, wodurch sie ihre Aufn Lebensfunctionen verrichten, die Einwirkungen, dies welche das Licht, die Luft, die Wärme, der Dün- habe ger, das Wasser u. 8. Ww. auf die Pflanzen haben, Uche muss er kennen lernen, denn daraus wird er—3 Gewinn ziehen können für sein Gewerbe. Die Bodenarten muss er durch Hülle der Chemie richtiger beurtheilen lernen, um sie besser be⸗ 107 Zeit he, Hhandeln und bebauen zZu können, als bisher.— mne, noch Den Dünger und seine Wirkungen auf die Bo- 6 lie denarten und auf die Pflanzen muls er nach chemi- e Dol schen Grundsätzen zu erklären wissen u. Ss. Ww.—) ö 5 ange Im Winter muss der Vortrag der Experimen- müssen.— tal-Chemie, der Physik und der Pflanzen-Phisio- logie dem Landwirthschafts-Beflissenen Ersatz Awissen. geben, für das ihm jetzt noch trockene Studium der übrigen Wissenschaften. Die Zergliederung merkwürdiger Bodenarten wird also vorgenom- Hdächtnisse men, und Pflanzen, welche zu diesem Behufe einyrägen, die Gewächshäuser hinlänglich liefern, werden, sollen ie um den inneren Bau daraus kennen zu lernen, Unterricht der Untersuchung unterworfen.— Die Wirkun— ius prac. gen der mächtigen Potenzen, Electricität, Galva⸗ ie Unter⸗ nismus und Magnetismus, lernt der Landwirth- u Cebiete schalis-Bellissene kennen, damit er, wenn der mhe venig Sommer eintritt, mit der Natur vertrauter ge⸗ ö teme, und worden ist; er wird sodann nicht mehr unter- hient dem lassen können, sie in ihrem Gange weiter zu lelen Bu verkolgen. Doch hat ihn der Lehrer beständig sie ihre aufmerksam darauf zu machen, wie veit er in ckungen, diesen Wissenschaften aιs Landwirth, au gehen der Dün. habe, und der Nutzen, den das landwirthschaft⸗ n haben liche Gewerbe davon haben kann, muls immer vird er ebe 40*) Dass dagegen durch wissenschaftliche Speculationen, der Chemie Keim zu néeuen grossen Entdeckungen sehr oft gefunden 6er be- worden ist, kann Niemand leungnen.— 195 zuerst berücksichtiget werden. Vertieft der Land- wirth sich dagegen zu sehr in das Studium der Naturwissenschaften, so wird er leicht mit Wider- willen gegen unbedeutende, aber dennoch durch- aus nöthige Arbeiten der Landwirthschaft erfüllt werden, welches nur zum Nachtheile seines Be- rules gereicht. Der Sommer wird vorzüglich dazu angewen- det, den Landwirthschafts-Bellissenen die Pflau⸗ zenkunde zu lehren. Es werden daher in die- ö ser Jahrszeit bäusig Excursionen vorgenommen werden müssen, damit der Lehrer dadurch zu- gleich Gelegenheit bekomme, seine Zuhöreèr auf andere Naturereignisse aufmerksam zu machen. Das Wachsthum der Pflanzen, und die Einwirkung der Witterung, des Bodens u. s. w. müssen da- bei nicht übergangen werden, weil gerade da- durch der Unteérricht recht fasslich und lehrreich werden kann. Der Lehrer der Naturwissenschaf- ten darf sich also nicht allein auf den Unter- richt vom Catheder herab beschränken, sondern er muls aufserdem, s0o oft als es nur möglich ist, in Gesellschaft der Landwirthschaft-Bellisse- nen seyn um zu lehren. Der Lehrer, welcher die Naturwissenschaften lehrt, trägt auch die technischen Gewerbe, als Bierbrauerey, Brannteweinbrennerey, Essigbraue- ö —ͤF— ler Ianl ium der mhiger. ch durch- I eraht eines De. angewen. die Phan- + in die- enommen lurch zu- bhorer aul machen. mükung ussen da- erade da- lIehrreich Senschal. n Uuter- sondern möghch . Beklisse. nscbelten Neibraue- 190 rey, Kalk- und Ziegelbrennerey, Torfgräberey, Zucker- und Stärkefabrication u. s. w. vor, denn alle diese Gewerbe beruhen aul chemisch-physi- calischen Grundsätzen. Die technischen Gewerbe, welche sich in der Lehranstalt vorfinden, müssen unter der Auf- sicht des Lehrers der Naturwissenschaften stehen, denn er kann um so besser auf die Landwirth⸗ schafts-Bellissenen wirken.— 3. Den Unterricht in den mathemati- schen Wissenschaften betreffend. Das der Landwirth schnell und richtig rech- ne, ist durchaus nothwendig. Denn er muss sehr viel rechnen, sobald er über die Einrich- tungen welche er in seinen Oeconomien vor- nimt, geéhörig nachdenkt, weil er, wie gesagt, obhneé dies nie seinen wahren Vortheil erkennen lernt. Arithmetik ist ihm deéeshalb unenthehrlich. Der Landwirth muss die Fläche, welche er be⸗ bauet, kennen lernen, in ihrer Grösse, und des- wegen ist ihm die Feldmessekunst eben so un- entbehrlich. Ohne mathematische Kenntnisse kann selbst die Chemie nicht mehr gelehrt wer— den. Wer ist in vielen Fällen mehr mit dem Wasser beschäftigt, als der Landwirth? Auf Entwässerungen, und Bewässerungen beruht sehr EII—— 200 olt mit das Wohl seiner Oeconomien; nichts ist daher dem Landwirthe unentbehrlicher als diejenigen Kenntnisse, von der Hydraulik, und Hydrostalik, welche ihn zu jenen Unternehmun- gen die Anle tung geben. Daau gehört denn aber auch noch die so nützliche Nivellirkunst.— Obgleich wohl einige dieser Gegenstände ins Reich der Physik géehören, so sind sie doch eben 80 gut mit den mathematischen Wissenschasten in Verbindung zu setzen, und daher von Lehrer der Mathematik vorzutragen.— Darch Hülfe der Mechanik lernt der Land- wirth die Ackeérinstrumente, mit denen er arbei⸗ tet, besser beurtheilen, und ist dadurch eher im Stande, sie zu verbessern, oder neue zu ersin- den.— Alle diese Wissenschaften muss der, in dem Lehrinstitut angestellte Lehrer der Mathe- matik, vortragen. Damit er dies so könne, wie es fur den Landwirth am dienlichsten ist, muls er sich zuvor mit den Hauptgrundsätzen des Ackerbaues bekannt gemacht haben, welches denn auch natürlich von dem Lehrer der Natur- wissenschakten noch mit grösserem Rechte gefor- dert werden kann, weil diese Wissenschalten noch in engerer Beziehung mit dem Ackerbau vorgeéetragen werden müssen.—. ö Die landwirthschaftliche Baukunst, welche selten mit der schönen Baukunst zu vereinigen I8t) terpe 3öche Schd Tab ene Wüy Oee deh Lan Pön üöt. dest Verl tet Lan n; nichtz icher ahz ullk, und Tnehnun. zört denn Fundt.— ande ins och eben Anschalten on Lehrer der Land- er arhei. h eher im Zu ehin- der, in X Mathe- önne, wie it, muss tuen des Welches 2 Natur- ue gelor. nschasten XGkerbau „ welche sereinigen — 201 ist, weil dabei der Zweck olt dem Schönen un⸗ tergeordnet wird, soll der Lehrer der mathema⸗ tischen Wissenschaften gleichfalls den Landwirth- schafts-Beflissenen vortragen.— 105 Bei der Maschinen- und Ackerwerkszeug- Fabrik, findet der Lehrer dieser Wissenschalten einen schöonen W irkungskreis, und das Lehramt wird ihm auch Zeit genug dazu übrig lassen. G. S Wie sollen die Güter beschaffen seyn, welche zu der landwirthschaftlichen Lehranstalt erforderlich sind, un d Vie würden sie ungefähr zu be⸗ wWwürtlischaften Sνn? Aus dem Vorhergehenden erheller, dass die Oeconomièen der Lehranstalt eine grolse Aus- dehnung haben müssen, damit die Bildung der Landwirthe in dem Maalse bewerkstelligt werden könne, wie wir glauben, dals es erłorderlich ist.— Je grösser sie demnach sind,— um desto besser,— und je verschiedenartiger die Verhältnisse sind, unter denen sie béewirthschaf- tet werden miissen, um 50 vielseitiger wird der Landwirthschafts—Bellissene gebildet werden **+* 202 können. Es ist daher sehr wichtig, dass der Bo- den eine grolse Mannigfaltigkeit in seiner Grund- mischung besitze, dass mithin die Güter steinige, kiesige, sandige, lehmige, thonige und kalkige; ferner kalte, warme, nasse, trockne, ebene und abhängige Felder enthalten; dalss sich ferner die Gelegenheit auf diesen Gütern darbiète, Grundver- besserungen unternehmen zu können, als das Entwässern, Bevässern, Lehmen, Mergeln, Kal⸗ ken, Brennen u. s. w. dals ferner die Schaaf. zucht, die Peichwirthschaft und méehrere andere der einträglichsten Zweige der Laudvrirthschast ihre Anwendung finden können; dass auch einige Waldungen vorhanden sind; und das endlich die erwähnten technischen Gewerbe, entweder zum Theil vorhanden sind, oder dass es möglich ist, solche zu errichten.— Es scheint, als wenn sich diese Dinge sehr selten auf einem Gute vereinigt, vorlinden; allein es sind wirk- lich viele Güter, in dem verschiedenen Gegenden Norddeutschlands, vorhanden, welche nichts zu wünschen übrig lassen, indem olt aulf einem Hauptgute und seinen Vorwerken alles dasjenige vorhanden ist, was zur Bildungsanstalt erforder- lich seyn kann.— Wie die Oeconomien der Lehranstalt zu bewirthschaften sind, ist zum Theil schon bei den Musterwirthschaften erwähnt worden;(denn als solche sind sie anzusehen) hier deshalb nur noch Einiges darüher:— —— ꝗ II.i der B0. Orund. Hlänige, halige, Dene und dner die rundver- als das eln, Lal⸗ ochaal. andere ribschalt ch einige endlich eutweder Roglich eint, als I einem nd wirk⸗ egenden nichts au H einem lasjenige erlorder- mien der ist Zumi eryähnt ö vusehen) •— „ — 203 Dass bei allen und jeden Wirthschafts-Ver-⸗ änderungen grosse Vorsicht nöthig ist, Kann nicht genug empfohlen werden; dals aber die Verän⸗- derungen, welche bei den Oeconomien der Lehranstalt Statt linden sollen, noch grölsere Ueberlegung und Vorsicht erlordern, geht aus dem einzigen Gesichtspuncte: Dass diese Wirth⸗ schaften— Musteérwirthschaften seyn sollen, deut- lich hervor. Dem Direéctor dieser Oeconomien wird es daher die heiligste Pllicht seyn müssen, nur dasjenige einer Abänderung zu unterwerfen, wobey er durch triftige Gründe unterstüzt, ver- sichert seyn kann, dass diese Abänderung zum Nutzen des Guteés gereicht.— Dagegen muss ihm denn aber auch von Seiten der höheren Behörden, durchaus eine freie Wahl in Hinsicht der Bewirthschaftung der Güter gestattet werden; denn es ist zu erwarten, dass nur ein solcher Director angestellt werde, der des vollkommen- sten Vertrauens würdig ist.— Aus eben dieser Ursache wird ihm dann auch die Einrichtung des Rechnungsweésens überlassen bleiben müssen, denn es ist anzunehmen, dals der Director die- jenige Rechnungsart einführen wird, welche die sichersten und zuverlässigsten Resultate der Be- wirthschaltung lielert. Dem Director muss es lerner lrei stehen, dass er die, in den Oecono- mien der Anstalt vorzunehmenden Grundverbes- serungen, nach Willkühr vornehmen. dürte; doch 204 wird er sich bescheiden müssen, dass jährlien m nur eine gewisse Summe dazu ausgesetzt werde, len, und dabei versteht es sich, dass diese nicht zu Kbe bedeutend seyn darf, damit— wie vorhin ö gesagt— der weniger bemittelte Privatmann die Oeconomie der Anstalt immer als Muster der bell Bewirthschaftung seines eigenen Grund und Bo- Stall dens béetrachten könne.— Je bedeutender frei- bes lich das Capital seyn würde, welches zu den vin Meliorationen ausgesetzt wird, um so schneller in würde der Reinertrag der Oeconomien steigen. Abä Durch die Gegenwart bei den Verändeérun- die gen der Wirthschafts- Systeme in den Oecono- tor mien der Lehranstalt, wird dem Landwirthschafts- Seh Bellissenen unstreitig die beste Gelegenheit dar- öᷣt. geboten, den Geist des besseren Ackerbaues ge- 32 8 hörig kennen zu lernen. Die ersten Einrichtun⸗ We gen der Oeconomien zu neuen Systemen, sind Rön Gegenstände von grolser Wichtigkeit, denn das a künftige Wohl und Wehe derselben hängt davon DG ab; geschieht es mit Ueberlegung, 50 sind die dint Kosten, welche dié Einrichtungen erfordern, sehr Hisse unbedeutend, und es giebt nur sehr wenige 1N Fälle, in denen nicht gleich im ersten Jahre Ler der Veränderung, der Reinertrag der Oecono- Vort mien zunimt.— Man macht sich indeéssen mit⸗- turat unter sehr unrichtige Vorstellungen von den Ko- Ee sten, welche damit verbunden sind, und glaubt, jenig dals ein sehr bemittelter Landwirth dazu gehöre,* jährlich Awerde, nicht Zu vomuun mann die Ster der und Bo. der krei- 2u den chnelber keigen. nderun. Oécono⸗ chaltz⸗ Meit dat⸗ lues ge⸗ ichtun⸗ n, and enn das t davon ind die Sehr Wenige n Jahre Oecono- Sen mit den Ao- Uglabt, gebüre, 205 um die Wechselwirthschaft 2. B. da einzurich- ten, wo ihre Anwendung vortheilhaft ist. Der⸗ selbe Fall ist es mit der Koppelwirthschaft.— Der Director wird durch Zeichnungen, Ta- bellen, Rechnungen und Bemerkungen den Zu- stand der Wirthschaft von Jahr zu Jahr genau beschreiben müssen, damit alle diejenigen Land- wirtkschafts-Bellissenen, welche nach der Zeit in die Anstalt Kommen, da jene Einrichtungen, Abänderungen, und Meliorationen Statt fanden, diè Geschichte des Gutes, mit Hülfe des Direc⸗ tors, zu Rathe ziehen können, um daraus au sehen, wie es war, und wie es jetzt geworden ist. Dies wird um so lehrreicher für sie seyn, je genauer und umständlicher der Director au Werke ging, als er jene Bemerkungen machte.— Könnten aber dennoch andeére, in der Nähe der Anstalt ligende Güter, den Einrichtungen neuer Systeme unterworfen werden, dann würde aller- dings der Nutzen für die Landwirthschafts-Be- llissenen grölser seyn, weil sie dabei gegenvär⸗ tig waren. Doch bleiben auch immer die frü⸗ her eingerichteten Güter, Abänderungen unter- worfen, dann nämlich, wenn ihr erhöheter Cul- turzustand dem Systeme nicht mehr angemessen ist; dièses erfordert dann aber nicht mehr die- jenige Ueberlegung und Umsicht, welche die er- sten Einrichtungen erheischten.— Wie grols sind die Kosten, welche die Unterhaltung dieser Lehranstalt Verursacht?—— In der Regel erfordern die meisten Lehran- stalten jährlich einen grölfseren oder geringeren Aufwand an Unterhaltungskosten, der von aussen her zulliessen muss. Bey einer landwirthschasft- lichen Lehranstalt Kann dies nicht der Fall seyn: — Da nämlich hier durch das Beispiel gelehrt werden soll, wie der Grund und Boden höher als bisher zu benutzen ist, so verden natürlich die Unterhaltungskosten, welche dieése Lehran- stalten erforden, mit dem besseren Ertrage, den die Oeconomien der Lehranstalt geben, bestrit- ten werden können. Wenn also die Grölse der Oéconomien mit der Grölse der Lehranstalt im Verhaältnisse stéehen, so werden in diesem Falle gewils die Anstalten schon ganz durch sich selbst beéstehen können. Jedoch ist dieses nicht in den ersten Jahren der Errichtung der Institute zu er- warten, denn es ist unmöglich, dass der Ertrag der Oeconomien, weil hein bedeutendes Betriebs. Cayital an gemeudet vαrden goll, sich sehr schnell heben kann, es mögten denn andere sehr gün⸗ stige Umstände eintreten.— Erfolgt aber der + — — hobe Habre irtk mic Unt Den 8cb e W ein De Um tul ei ey len Le Mit Leh sine dar dich be⸗ 65 207 höhere Ertrag der Oeconomien nicht in einigen Jahren, dann würde der Hauptzweck der land- CheHH,L wirthschaftlichen Leéhranstalt verfehlt, und es er⸗ alt gäbe sich daraus, dass der Direécétor derselben nicht tauglich sey.— Ein grolser Theil der Unterhaltungskosten würde allerdings auch mit Demjenigen zu bestreiten seyn, was die Landwirth- Lehran- schafts-Beflissenen an Honorar zu zahlen haben eringeren werden. Ein anderer Theil mit Demjenigen, on aufben was die Ackerwerkszeug- und Maschinen- Fabrik thschast. einbrächte; und noch ein anderer Theil mit all sern: Demjenigen, was durch den Verkauf des Viehes elehn und der Sämereyen erfolgte.— Die Unterhal- nn höher tungskosten der Lehranstalt würden demnach natürlich reichlich durch alle diéese Einkommen gedeckt Lebran seyn,— ja, es würde selbst noch ein bedeu- He, den tender Ueberschuss bleiben, wenn unter der bestrit Leéitung des Direéctors alles so beétrieben würde, rölse det Wie es betrieben werden kann. notalt im om Talle l elbst 4iu cn Wenn nun aber eine landwirthschaftliche I. Lehranstalt in diesem Geiste ihre Anwendung lindet, so glaube ich, würden solche Landwirthe Inn darin gebildet werden, velche sowohl in Hin⸗ 5111. sicht ihrer practischen, als auch in Hinsicht ihrer nnien theorétischen Kenntnisse nichts zu wünschen übrig na lassen.— Wer aber auch alles dasjenige berück- 20 0 sichtigt, dessen liier Erwähnung geschehen ist, der wird zugestehen müssen, dass sowohl die ersten Einrichtungen einer solchen Lehranstalt, als auch deren Bestéhen und stetes Fortschreiten, grosse Ueberlegung und Anstrengung erfordert.— Der Diréctor einer solchen Anstalt unterzieht sich dabei groscen Schioierigieiten, allein wohl ihm, wenn er diese Aulgaben löset, denn er wird dadurch seinen Mitbürgern sowohl, als auch dem Staatèe, in velchem er angestellet ist, wahrhalt nützlich werden!— . n n Jannar 1817. der dt elsten . Abauch ten, Söbg ut.— De Miet a voll ihn, n er mpird Sauch den „Väahthal — ⁵ôůed— Druckfehler III statt Beurtheilter I. Beurtheiler. IV Wwürde J. Würden. welcher Getraide geétragen hatte I. welche Ge⸗ traideé getragen hatten. bescäftigt I. beschäftigt. 80 zeigt doch I. s0 zéigt dies doch. dals bewirkt 1. das bewirkt. dass ist gewils l. das ist gewils. sommerswaizenfeld J. Sommerw aizenfeld. Geschikkeit I. Geschicklichkeit. nicht hat aufgehen wollen 1. nicht aufgehen ollte. 0 beiten J. Arbeitern. und schlecht stand J. und schliecht Hiehe Pflalz I. Pfalz Brauenkohle J. Braunkohle. dann aber wäre Jl. dann aber sey. wWerden sollte I. werden solle. übringens I. übrigens. auf dam Felde stände I. auf dem Felde stehe. englisches Ray I. engusehes Raygras. eineé der Moorwieésen Wäre l. eine der Moor- Wiesen sey— ausdrücken I. auszudrücken— besälsen I. besitzen. zusammenhackén l. zusammenbacken. zu stehen käme I. zu stehen komme. beobwaltéten I. beobachten. gerechnet worden seyn I. geréchnet seyn. HOIWyI I. Hofwyl. Dann kommen J. Denn kommen zu verbauen I. zu verbauern. an Geist Körper I. an Geist und Körper. Hydrostalik I. Hydrostatik. von Lehrer I. vom Lehrer. 2 2 1 . Nachschrisft. 80 eben erkahre ich, dals die landwirthschaftliche Lehranstalt in Hof yI aufgehoben worden ist. Herr von Fellenberg ist meinem Rathe dadurch zuvor gekommen. Die Bewegungsgründe sind mir noch un- bekannt, seyen sie indessen welche sie wollen,— das landwirthschaftliche Publicum gewinnt dabei— und das 15 98 10 151 Senug. Bedeutende Unternehmungen ganz neuer Art und Reisen, welche nicht allein hiermit, sondern in mehrfacher Beziehung standen, haben mich abgehalten, die gehörige Aufmerksamkeit auf den Druck dieses Werkchens zu verwenden, ich bitte daher um Ent⸗ schuldigung. Druckfehler, welche den Sinn cutstellen, habe iIch verbessert. dulliche . Rerr 1 Zuyor Sch un— — das und dag er Art dern in eehalten, dieses Knt- alellen, . * — 3 — 7N — ree Goſoùr& Grey Sortroi Chart