— —— ¹ “ 5, ——— b 7 ** E 28 —.—— —— ö Ale ademie der Naturforscher, SSSSSSRRRRITI‚‚‚‚‚....———— ————— W ADEEE D. IJ Sr. K und Jacob Christian Schäffers, annemark und Norwegen Rathes Kön. Majest. zu D am — redige rs zu Re ge 5 bur⸗ 3 de Profe 3— Altöng& Coe vangel.9 zu Pete öbur g, Londen, Berlit redo, München und Mannheim; der G zesellschaften der Wissen⸗ shaft ten zu Duisburg, pPhosischbe otan. zu. orenz, histor. 31 Göttingen, üconomischen zu Zelle, Bern und in der sih ö deut schen Gef seüschaften Mitgliedes 32 Correspondenter ns/ Erstere und fernere ss. honor. D 15 177½, 4 47%7 1 2 V W. nebst einem 12* eh V 6 V e E 0 6 b... ——.. Zwote Auflage. Wobey sieben s Kupfertafeln. Regen u 5.— gedruckt bey un Chr s Joha + —— ——————— Dem Hochedelgebohrnen und Hochgelehrten Herrn, Herrn Nicol. Joseph Ihro Röm. Kays. Königl. Apostol. Majestät Berg⸗ und Münzrathe, der Kräuterkunde und Scheidekunst Professor zu Wien, verschiedener Ge⸗ sellschaften der Wissenschaften Mitgliede, seinem schätzbaren Freu nde und Gönner; —.—— SEe widmet diese Blätter zu einem öffentlichen Merkmaale seiner Hochachtung und Dankbegierde aueh Aufforderung fortzusetzender Freundschaft und Briefwechsel Regensburg/ den 1. August 1770. 2 mit — 2 2— — 2 * — 2— rstete äS................. Vorberieht. b ich gleich gar wohl einsehe, und es so gleich selbst ein⸗ gestehen will, daß die gegenwärtigen Blätter diejenige Vollkommenheit, Aufklärung, Gewisheit und Ent⸗ scheidung nicht enthalten, die ich ihnen gewunschen hätte; so haben doch überwiegende Gründe mir angerathen, lieber da⸗ mit auf das baldigste hervorzugehen, als, in der Hoffnung mit der Zeit der Sache besser auf den Grund zu sehen und dem Zwecke näher zu kommen, damit zurücke zu halten. Es ist wahr, ich habe gleich anfangs in die Versicherung des Herrn Pr. Spallanzani, daß denenjenigen Schnecken, welchen er die Köpfe abgeschnitten gehabt, andere und neue Röpfe gewachsen wären, aus guten Grün⸗ den nicht den geringsten Zweifel gesezet. Allein, ich habe auch nicht so bald diesfalls eigene Versuche gemacht, als mir, und dieses je länger je mehr, so viel richtiges und falschschei— A 2 nen⸗ Vorberichr. nendes, glückliches und unglückliches, gewisses und zweifelhaftes, zuverläßiges und widersprechen— des zu Gesichte und zur Erfahrung gekommen ist, daß ich selbst oft nicht gewust habe wie ich daran seye und was man glauben oder sagen solle. Wie leicht kann es aber andern in die— ser Sache eben so, wie mir, ergehen; und einige vielleicht gar dahin verleiten, entweder das ganze Spallanzanische Vorgeben sogleich vor der Hand, als erdichtet, und vor einen Betrug der Augen, zu erklären; oder doch in ihren Versuchen vor der Zeit zu ermüden! Beyden hoffe ich soll in diesen Blät— tern vorgebeuget werden. Nebst diesem ist die Bekanntmachung meiner ersten Wahrnehmungen an zerschnittenen Schnecken, so wie sie sich in hiesigen Zeitungen abgedruckt befinden, und von da in an— dere gekommen sind, einer gewissen Dunkelheit und Misden— tung unterworfen, und die es nöthig hat, daß ihr in Zeiten abgeholfen werde. Es könnten die Worte: nach drey und vier Tagen fande ich in den Gläsern, wo die Ropf⸗ theile waren, die Bohnenblätter angefressen, u. sw. so verstanden werden, als ob ich die abgeschnittenen Köpfe in Gläser gethan hätte, und daß diese Köpfe nach einigen Wo⸗ chen wieder zu ganzen Schnecken angewachsen wären. Man wird also in diesen Versuchen die wahre 2 Meynung finden, nämlich, wie nicht die abgeschnittene Köpfe wieder zu ganzen Schnecken geworden, sondern daß denenjenigen Schnecken, wel⸗ ——————— ö wel limi se! lch wöge Mis und werd n e Mf Rd denkt Hcht guoße licher Ziner . N lauten de 19⁰⁰⁰ roisl. moin qui Vorberieht. welchen man die Köpfe abgeschnitten gehabt, nach einigen Wochen neue Köpfe angewachsen seyen. Vor allen aber wünschte ich, daß dasjenige, was in die— sen Blättern aus Erfahrung vorgebracht werden wird, von gelehrten Männern und Naturkündigern, durch gleiche Versuche möge geprüfet, untersuchet, aufgekläret, meine etwannigen Misgriffe gezeiget, mit einem Worte, meine Beobachtungen und Wahrnehmungen entweder bestättiget oder widerleget werden. Denn ich schäme mich gar nicht, es nochmalen zu bekennen, daß ich bey aller beobachteten Genauigkeit und Aufmerksamkeit, noch itzo von mir nicht erhalten kann, mir und meinen Augen hierinnen allein zu trauen. Und wer billig denkt, wird solches mehr an mir loben, als tadeln. Dieser mein erstgemeldeter Wunsch, ist durch eine Nach— eicht, die mir eben ein Oesterreichischer Herr von Adel, ein großer Kenner der Natur und Liebhaber natürlicher und künst— licher Seltenheiten, Herr von Ried, welcher mir anheute bey seiner Durchreise die Ehre seines Zuspruches gegönnet hat, um so dringender und nothwendiger geworden. Mir. artel, lauten seine Worte, Chan. Reg. de l' Ab. de S. Eloi, et de la Societeè Litteraire déArras a observé que les li- magons vivent trés longtems sans des parties qui pa- oissent essentielles à la vie des animaux. A la fin du moins d'Oct. 67. il coupa la tête à plusieurs limagons qui se sont d' abord renfermés dans leur coquille A 3 comme Ee — —— REERRn — RSS.S.E. 22 —————E.———— ——..— Vorbericht. comme Sils avoient été entiers, et ce fut avec surprise que dans le mois de Mai 68. il vit sortir ces animaux de leur coquille pleins de vie qucique sans téte. Mais Mr. Wartel ne croit pas la réproduction des té- tes des limagons possible d' autant que d' apréès ses experiences aucun de ces animaux n'a recouvréè sa téte et que les cornes n'ꝰ ont pas meme repoussè aux limacçons aux quels il les avoit Coupëes. Mr. Wartel se propose de faire imprimer sur les limacons d' Ar- tois un memoire qui êtoit deja fini le 20. de Mai der- nier lorsqu'il lut dans les feuilles publiques les expe- riences de Mr. Spallanani. * Ich habe indessen zu neuen Versuchen den Anfang ge— macht, und so fern nicht etwan die Witterung und spare Jah⸗ reszeit in dem Wachsthume der Schnecken eine Hinderung ma⸗ chet, so hoffe ich in diesem seltenen Stücke der natürlichen Ge— schichte mehr Licht und Gewisheit zu erhalten; und werde es mir zu einer Pflicht anrechnen, das Entdeckte und Beobachtete, es falle nun vor oder wider diese meine ersten Versuche aus, seiner Zeit ebenfalls öffentlich mitzutheilen. Regensburg, den 4. Sept. 1768. —————— — .— 2———— Innnnnnre 2——— —⁰——⁰— 7 ,, ,;,,,, X E ItttttttxPTPTPTPTFTDTFTDTFTDTFTDTDTDTDTDTDTDTPTDTDTPTPTPTPTPTPTPTPTPTPTPTPTPTPTNWDTT Erstere Versuche mit Schnecken. Eb ich zu meinen Versuchen selbst schreite, finde ich nöthig, solgende Bestimmung dererjenigen Theile vorangehen zu lassen, deren ich in dieser Abhandlung vorzüglich gedenken werde. Man kann nämlich an denen Schnecken, wie an andern ordent⸗ lichen Insecten, füglich drey Haupttheile angeben. Der erste und vordere Theil ist der Kopf. Tab. I. Fig. I. a.; an welchem sich aufs neue befinden oben die größern Fühlhörner, Tab. I. Fig. I. b. b. welche sich in ein Knöpfgen endigen, und auf welchem ein schwarzer Punct, so nach Swammerdamen und andern/ die Augen seyn sollen. Tab. I. Fig. I. c. c.; nach unten zu die kleinen Fühlhörner. Tab. I. Fig. I. d. d.; und ganz unten der Mund, Lippen, Zähne u. s. w. Der zweyte oder mittlere Theil ist bey nackenden Schnecken der Brustsehild oder Brustdecke Tab. I. Fig. I. e; welcher aber bey andern Schnecken unter ihrem Gehäuße verborgen lieget, oder mit solchem verbunden ist. Dieser Mitteltheil oder Brustschild ist mit dem Kopfe durch einen mehr oder weniger langen Hals verbunden. 245.1. 18. J. K. Der dritte und hintere Theil ist der Hinterleib Tab. I. Fig. I. g; welcher in eine sehwanzartige Spitze aus⸗ läutet. Tab. I. Fig. I. h. Erster Erster Versueh. Eoe Wochen zuvor, ehe des Herrn Spallanzani Wahrnehmung an zerschnittenen Schnecken in hiesigen öffentlichen Blättern be⸗ kanatgemacht wurde, hatte ich schon durch folgenden Vorfall das Fort— leben der zerschnittenen Schnecken, als etwas Seltenes und Sonder— bares, bemerket. Ein hiesiger guter Freund rieth mir das Zerschneiden der nacken⸗ den Schnecken mit der Scheere als das leichteste und bewährteste Mit⸗ tel an, solche aus meinem Garten in kurzer Zeit gänzlich zu vertilgen. Ich ließ also solches nicht nur von andern verrichten, sondern ich beschäf⸗ tigte mich zu mancher Zeit auch selbst damit. Und es konnte nicht anders, als mich höchst aufmerksam machen, da ich sahe, wie die meisten dieser Schnecken, wenn ich sie nicht eben in der Mitte, sondern mehr nach vornen zu, und sonderlich am Halse und Kopfe zerschnitten hatte, ent— weder gleich oder nach wenigen Augenblicken anfiengen ihre zusammen— gezogene Gestalt zu verändern, sich ausdehnten, den gestutzten Hals oder Kopftheil von sich strecketen, und so fortkrochen. Jedoch, weil nur die Ausrottung derselben hiebey meine Absicht war, so ließ ich es auch bey der bloßen Verwunderung darüber bewenden; und fiel mir der Gedanke des langen Fortlebens so wenig ein, daß ich vielmehr glaubte, sie wür— den an solchem Schnitt ganz gewis umkommen. Und so wurde theils von mir selbst, theils von andern, dieses Zerschneiden einige Wochen ii der besten Hoffnung, meinen Garten auf die Weise von den Schnecken endlich vollkommen zu reinigen, fortgesetzet. Anmerkung. Mein Exempel dienet also zwar zu einem Zeugnisse, wie leicht es uns oft werden könnte, in dem Naturreiche neue und wichtige Entdeckungen zu machen, wenn wir auf alles, was uns, aus der oder jener Ursache und Absicht, zu Handen und zu Gesichte kommt, genau acht hätten; aber auch zu einem Veweise, wie oft (wir bey einer Sache, blod nach unserm Zwecke, stehen bleiben, ohne weiter zu ge⸗ hen e HAde Thei Ranzt ober, hera e/ Un ich se ich pol ung be⸗ ört⸗ der⸗ ken⸗ Nit⸗ gen. hͤf⸗ rs/ jesee nach ent⸗ nen⸗ oder die dey anke wür⸗ Heil⸗ Mi Aen ns ost achen, anden ie ost u ge⸗ hen e OE 5 hen und Versuche zu machen, und daß uns eben daher manches in der Natur selbit da noch verdeckt bleibet, da wir schon auf dem Wege der Entwickelung ihrer Geheimnisse waren. Daß ich davon nicht sage, wie der vorgedachte Rath verof⸗ fenbaret, wie unsicher wir oft handelu, menn wir alles vor lekannt annehmen und na hahmen, was andere erfalren zu haben uns anpreisen. Wer hätte bis heute daran gezweifelt, daß zerschnittene Schnecken umkommen müßten; wenn wir es nicht durch die neuere Entdeckung nunmehro anders wüßten? Sind also die Be⸗ mühungen und Untersuchungen der Naturkündiger nur blod Befriedigungen der Neugier, oder auch der menschlichen Gesellschaft und Hauẽ haltungskunst nützlich? Zweyter Versuch. Nowan ich aber des Herrn Spallazani seltene Wahrnehmung gele⸗ sen hatte, so fieng ich das Zerschneiden der Schnecken aufs neue an, und ich besahe die zerschnittenen Schnecken nun mit ganz andern Augen und beobachtete sie mit einer ganz besondern Aufmerksamkeit. Ich durchschnitte in der Queere mit einer Scheere jede krirchende und ausgestreckte Schnecke da, auf der Erde, auf dem Blatte, oder auf dem Grase, wo ich sie eben vorfand. Doch erwählte ich keinen besondern Theil, den Schnitt anzubringen, sondern begnügte mich blos mit dem Durchschnitte und Zertheilen. Einige dieser zerschnittenen Schnecken blieben auf der Stelle todt uogen, der größere und hintere Theil zog sich fast gar nicht zusammen, and es quoll aus demselhen ein dicklicher schwarzgrüner Saft hervor. Andere, und diese am häufigsten, zogen zwar nicht nur demabgestutzten Theil nach dem Schnitte unter den Brustschild zurück, sondern sich auch ganz und gar ins Kleinere und in einenKlumpen zusammen; dehnten sich aber, wie beym vorigen Versuche schon gemeldet worden, gar bald wie— der aus, und krochen davon. Noch andere blieben zwar nach dem Schnit—⸗ te, und nachdem sie sich zusammengezogen hatten, liegen; allein, wenn ich sie berührte, so bemerkte ich noch ein veben an ihnen. Diese bedeckte ich vor die Sonnenstrahlen mit einem grünen Blatte, und um sie den an— B dern —22 —*——— O. 10 3 8 dern Tag um so leichter wieder finden zu können. Jedoch ich kraf keine Ich dieser Schnecken wieder unter dem Blalte an, und ich konnte aus der schleimigen Strasse, die sich auf der Erde und dem Blatte zeigete, gar leicht erkennen, daß sie in der Racht sich unter die Erde, oder in den na⸗ hestehenden Buxs, oder sonst wohin, mußten begeben häben. * Anmerkung. Was mag wohl dieses augenblickliche mlommen oder verschiedene Lortleben der zerschnittenen Schnecken verursachen? Ich muthmaßete gleich damalen, dab solches theils die Verschiedenheit des Ortts, wo der Schnitt geschehen, zum Grunde baben müße; theils von der Reinigkeit und Geschw Halt des Schnit⸗ tes selbst abhangen mögte. Letzteres kam mir um so mahrscheinlicher vor, da ich ehemalen bey dem Zerschneiden der Polypen schon war überzeuget worden, das ley der Ergänzung und dem neueren Anwuchse derfelben gar viel auf die Feinigkeit des Schnittes ankomme. Vieleicht lieget auch vieles an dem gesunden oder kränken Zustand der Schnecken, und selbst der Zeit, wenn sie zerschnitten werden. Jedoch ich werde in den solgenden Versuchen, näher davon zu reden, Gelegenheit finden. Dritter Versuch. as war im Monathe Julius, da ich mir vornahm, einige Versuche mit zerschnittenen Schnecken in der Absicht zu machen, um selbst zu ersahren und mit eigenen Augen zu sehen, wie weit dem Spallanza nischen Vorgeben Glauben zu geben seye oder nicht? Ich zerschnitte also sechs Schnecken die Köpfe, und sechs andern den Hinterleib mit der Spitze, ab. Ich brachte jene sechs Schnecken ohne Köpfe, und diese sechse ohne Hinterleiber, in zwey besondere Gläser; gab ihnen ganze und frische Bohnenblätter zum Fraße; und überließ sie ihrem Schicksaale. — — In demjenigen Glase, wo die Sehneeken ohne Hinter⸗ leiber waren, fand ich schon den zweyten Tag die Blätter angefressen. Allein ** —.—. Hitd Der Den feine der ga a⸗ tleben dah zum Schnit⸗ da ich daß nigkeit sunden hnitten veden. xsuche sebbß lanza und jene uwey zum nter⸗ ressen. Alein 7T——* D. O S II Allein, in demjenigen Glase, in welches ich die Sehnecekenohne i e gethan hatte, fand ich zwar auch den andern Tag Spuhren, aß sie so, wie gleich nach dem Schnitte, hin und hergekrochen waren, 10 an den Bohnenblättern sahe ich nichts angefressen. Wie groß war aber meine Verwunderung, da ich den deitten und vierten Tag an in diesen Gläsern die Bohnenblätter hie und da angefressen er⸗ blickte! Dieses war freylich üͤber alle Erwartung und mir ganz unbe⸗ greiflich. Und diese meine Verwunderung erhielt endlich dadurch den höchsten Grad, da ich den folgenden Monath darauf dir Häl fte dieser Schnecken wirklich mit neuen Köpfen antraf. Anmerkung. Ge hat sich die Sache bey mir begeben. Und es mag andern, wie mit selbst, so unerwartet, und sonderlich das Anfressen der Blätter ohne Kopf, noch so aus⸗ serordentlich und widersprechend scheinen, so bin ich mir doch gewid bewußt, dab mich nichts geblendet, oder sonst bey mir ein Mißgrif geschehen sey. Als ich die Blätter angefressen fand, nahm ich so gleich die Schnecken aus dem Glase, und weil ich gewis wußte, daß ich ihnen keine andere als ganze Blät⸗ ter zum Fressen vorgeleget batte, so sahe ich meinen Schnecken fördersamst wohl und genan nach, ob die Köpfe allen ganz und vollkommen abgeschnitten waren. Allein, da fand sich keiner auch mit dem geringsten Uleber bleibsel eines Kopfes; kaum daß man bey ihrem stärksten Ausdehnen, etwas noch von dem stehengeblie⸗ henen Halse sehen konnte. Vieleicht, dachte ich, ist in der Erde ein ander In⸗ seet, so diese Löͤcher in die Blätter gemacht hat! Allein, ich suchte die Erde, so gar mit der Vergrößerung durch, ohne daß ich ein lebendiges Geschöpf finden könnte. Wer hat also die Blätter angefressen? Können Schnecken ohne Köpfe fressen? Die künstige Zeit mag es entscheiden! Vierter Versueh. a, wie in den beyden vorherigen Versuchen gemeldet ist, eine 4— Menge Schnecken einige Wochen hintereinander in meinem Garten auf dem Gebehte waren zerschnitten worden, so fiel mir der Ge⸗ —2 danke ———— SIE — ———— ———— 12 3 danke bey: daß vieleicht einige derselben mögten fortgelebet und sich ver⸗ wachsen haben. Ich ließ am§ten August an den Orten, wo die meisten waren zerschnitten worden, nachsuchen, und alle Schnecken, so man fand/ mir zubringen. Ich sahe sie genan durch, legte jede besonders vor mich, und, nachdem sich solche gehörig ausgedehnet hatten und zu kriechen an⸗ fiengen, besahe ich sie auf das genaueste und sorgfältigste. Und wie ver— gnügte es mich nicht, da ich gar bald eine unter diesen näckenden Schne⸗ cken antraf, welche an ihrem Vordertheile sehr ungestaltet aussahe. Tad. I. Fig. II. a. b. Ich könnte weder mit dem bloßen Auge, noch unter dem Vergrößerungsglase, einen Kopf, Fühlhörner, Mund und vippen ge⸗ wahr werden. Ihr Vordertheil lief, wie in Kerben, aus Tab. I. Fig. II. a.; und da, wo sonst die größern Fühlhörner sich befnden, erblickte man nur zween schwarze und erhabene Puncte, wie kleine Knöpfe oder Warzen. Tab. I. Fig. II. b. b. Und auch der Brustschild hatte vornen seine sonstige Gestalt nicht, sondern war wie zerrissen. Tab. I. 18.H.C. Uebrigens schien sie, wie andere Schnecken, frisch und gesund zu seyn. Sie zog sich auf jedes Berühren in einen unförmlichen Klumpen zusam⸗ men/ dehnte sich gar bald wieder aus, und kroch mit ihrem langen ausge⸗ streckten Halse und verstummelten Vordertheile hin und her. Konnte ich wohl zweifeln, daß diese unförmliche Schnecke eine von denenjenigen seyn müsse, die in jenen Tagen sey zerschnitten wo den. Ich meines Ortes nahm dieses als zuverläßig an; brachte sie so gleich in ein eigenes Glas, und versorgete sie mit frischen Bohnenblät— tern. Als ich die folgenden Tage nachsahe, hatte sie zwar die Blätter nicht angefressen, blieb auch bey Tage unbeweglich liegen; doch fand ich an den Glaswänden, auf der Erde und auf den Blättern schleimig⸗ glänzende Spuhren genng, daß sie bey Nachte unruhig gewesen und überall herumgekrochen war. Den ꝛden und dten August traf ich die Bohnenblätter hie und da angefressen, und den sten hatte diese Schnecke wirklich wieder ihren Kopf mit seinen vier Fühlhörnern auf das N- bart lih W gen. Ml. ele Sch dern W M: sicy UQWA liugd I0 h 0 10 3 Sclie NeL. niger ⸗ 13 das natürlichste; nuar allein mit diesem Unterscheide, daß sie die Fühl⸗ hörner nie ganz und zur gewöhnlichen Länge ausstreckte, und vermuth⸗ lich noch nicht genug ausgewachsen waren. Pab. I. Fig. III. a. Bey diesem Anblicke des neuen Kopfes fiel mir so gleich der Ge— danke ein, es mit dieser Schnecke noch weiters und auf ein nenes zu wa⸗ gen. Ich schnitte ihr wirklich an diesem nämlichen Tage zum zweyten⸗ mal den Kopf ad; und hofte ganz gewis, daß ihr auch diefesmal ein neuer Kopf anwachsen werde, weil ich sahe, daß sie nicht nur nach dem Schnitte, ohne Kopf, wie vormals, sich ausdehnte und fortkroch, son—⸗ dern da sie auch bis auf den 18den fortlebete. Jedoch am roden in der ö Früh fieng sie an zu vertrocknen, und ich fand sie den folgenden Tag, als am 20. August, wirklich todt, verkleinert und erhärtet. Anmerkung. Sollte diese Erfahrung nicht hinlänglich seyn, die Spallanzanische Angabe, als richtig und ausgemacht, an zunehmen? Ich wüͤßte in Wahrheit nicht was man mit Grunde dagegen einwenden könnte, indem eine einzige richtige und un⸗ läugbare Erfahrung die Möglichkeit einer Sache an sich erweiset. Jedoch ich will, aus seinen Ursachen, Jeden selbst davon urtheilen lassen, das ihm gefüllet. Genug, das sich diese Erscheinung bey mir nach der Warheit zugetragen hat, wie ich sie eben gemeldet habe. ö Daß dieser Schnecke nicht ein zweyter Kopf angewachlen, das habe ich, wenn die Sache an sich möglich gewesen wäre, vermuthlich selbst gehindert. Da diese Schuecke ohne Kopf so lange nichts gefressen gehabt, so hätte ich derselben billig ei⸗ nige Tage und Wochen schonen sollen, um zuvor durch den Fraß die verlohrnen Säfte wieder zu erlangen, und die ausgelehrten Gefäße und Eingeweide wieder anzufüllen. Fünfter Versuch. Jen zten August schnitte ich vier nackenden Schnecken die obern ö Fühlhörner ab; brachte sie zusammen in ein Glas, und versor— gete sie mit ganzen Bohnenblättern. Den Tag darauf waren diese B 3 Blätter TTE ....... *2 14 Blätter noch unverletzet; allein am zten August fand ich sie angefres⸗ sen, und so zeigte es sich alle 2.— Jedoch mit dem Anwachse der? Fühlhörner schien es mißlich aus⸗ zusehen. Bis auf den 25sten konnte ich nicht das geringste daran g ge⸗ wahr werden. Als ich aber an diesem Tage jede Schnecke aus dem Glase nahm, und vor mich auf den Tisch legete; 510 zerkete ich an jeder gar deutlich, und noch mehr unter der Ver größerung, daß die oberen Fühlhörner anßengen am Be rscheine zu kommen. 0 des war ohngefehr 4Linie lang. Und von da an nahm dieser Anwachs von Tage zu Tage so zu, daß ich endlich den 4ten Sept. die obern und untern Fühlhörner in ihrer ordentlichen Größe antraf. Anmerkung. Mit dieser Wahrnehmung ist also der Anwachs neuer Fühlhöͤrner an den Schnecken zwar außer allem Zweifel gesetzet; allein ich stehe sehr an, zu behaupten, daß solcher allezeit und bey allen Schnecken auf die Art und in solcher Zeit geschehe, als es diekmal erfolget ist. Es werden in folgenden Versuchen solche Abweichungen des Anwachses anderer Theile bey verstümmelten Schnecken vorkommen, daß ich nicht zweifele, es werde solche Verschiedenheit auch bey den Fühlhörnern Platz greifen. Sechster Versuch. A.den nämlichen Tage, den zten Aug., da ich vorgedacht ermaßen meinen nackenden Schnecken die Fühlhörner abschnitte, versuchte ich es auch mit Abschneidung der Köpfe. Ich erwählte hiezu viere an der Zahl. Ich sahe mich wohl vor, daß der Schnitt rein und gewis geschahe Tab. IL. Fig. IV. a.; ja damik ich allen Einwürfen vorbengen mögte, so that ich solches in Gegenwart zwoer Personen, und so, daß allezeit die abgeschnittenen Köpfe auf dem Tische liegen blieben und von Jedermann gesehen werden könnten. Tab. I. Fig. IV. b. Dreye davon lebten nach dem Schnitte fort, krochen hin und her, zogen sich in einen Klumpen zusammen, dehnten sich wieder aus, und streckten — ——— ihren dems⸗ Ab. Just Hand: Mal lung an den upten/ schthe, ungen daß ich greißen. maßen suchte ere an gewis hengen b/ daß nd von d her/ u leckten ² s 3 ihren abgestutzten Hals mehr und weniger hervor. Jedoch eine davon gab gleich nach dem Schnitte kein Merkmal des Lebens mehr von sich; und ob ich sie gleich mit den andern ins Glas brachte und auf ein Boh⸗ nenblatt legte, so blieb sie doch auf demselben unbeweglich liegen, und trocknete nach und nach ein. Ich sahe den aten nach den drey lebendig gebliebenen. Allein aus⸗ ser dem, daß ich die Bohnenblätter unangefressen sand, traf ich eine wie⸗ der todt an, und die ebeufalls anfieng zu vertrocknen und zu erhärten. Die zwey übrigen aber waren frisch⸗ krochen hin und her und streckten ihren abgestutzten Hals sehr lang aus, Lab. I. Fig. V. b.ʒ auch kam aus demselben zu Zeiten ein kleiner Helörgnner Körper zum Vorscheine. 225. J. FEIS. V. a. In diesem Zustande blieben diese Schnecken bis zum ꝛten des Au⸗ gustmonathes. Ich mochte in dieser Zeit nachsehen, wenn ich wollte; so fand ich die Bohnenblätter unangefressen, und nicht das geringste Merk⸗ maal von einem neuen Kopfe oder Fühlhorne; so daß ich schon alle Hof⸗ nung aufgab, daß je ein neuer Kopf werde zum Vorschein kommen. Jedoch am zten Sept. sahe ich es ganz anders. Meine beyden Schnecken zeigten sich nun mit einem nenen Kopfe, mit vier Fühlhör⸗ nern Tab. I. Fig. VI. àa., und dem verheilten langen Halse. Tab. I. Fig. VI. b. Siebender Versuch. Der aten August schnitte ich vier nackenden Schnecken die Hinter⸗ leiber ab; brachte sie zusammen in ein Glas, und legte ihnen ganze Bohnenblätter zum Fraße vor. Deu folgenden Tag fand ich sie zwar lebend, ohne jedoch die Blätter im mindesten angefressen zu hadenz ob solche gleich mit glänzendem Schleime, zum Beweise, daß sie auf densel Wn n/ ganz überzogen waren. Den oten Au⸗ 16 8 gust traf ich die Blätter stark durchfressen an; alein die Hinterleiber wären noch im alten Zustande. Den gten Angust sahe ich zu meiner Verwunderung an zwoen dieser Schnecken eine große Veränderung und folgenden Unterscheid. An der einen Schnecke war der hintere abgestutzte Theil nicht mehr, wie anfänglich und bisher, senkrecht abgeschnitten, sondern hatte anitzo eine rundliche Gestalt, und sahe nach innen zu wie gefalten aus, jedoch ohne den mindesten Ausatz einer Schwanzspitze. Lab. II. Fig.I. a. Die andere Schnecke hingegen war völlig wieder ausgewachsen und hatte ihre anfängliche und zwar auch gefärbte Schwanzspitze. Tab. II. Fig. II. a. An den übrigen beyden Schnecken aber war weder dieses noch jenes wahrzunehmen, sondern sie sahen in ihrem durchschnittenen Hin⸗ terleibe fast noch ehen so aus, wie an dem Tage des Durchschnittes. Deu rsden August zeigte sich an den erstgedachten zwoen Schne⸗ cken nunmehro auch die Schwanzspitze, sie war jedoch noch weiß und ungefärbet. Diese Schwanzspitze wurde von da an täglich größer, und erhielt endlich den aten Sept. auch ihre gewöhnliche Farbe, näm⸗ lich die Farbe des ganzen Hinterleibes. Tab. II. I15. II. A. Anmerkung. Diese Wahrnehmung erweiset also auch den neuen Wachsthum des Hin⸗ kerleibes und der Schwanzspitze, wenn solche abgeschnitten worden sind. Woher aber die Verschiedenheit des neuen Wuchses, sowohl der Gestalt, als der Zeie nach, mag entstanden seyn, die ses getraue ich mich auf keine Weise mit Gewis heit anzugeben. Vermuthlich werden noch viele Versuche dartu gehören, bis sich bierinnen was gründliches wird bestimmen lassen. Achter Versuch!— Gen 5ten August schnitte ich vier kleinen Gartenschnecken mit buntgestreiften Häusern Tab. II. Eig. IV. V. a. die Köpfe ab, brachte sie, mehrgemeldtermaßen, zusammen in ein Glas, und versor—⸗ gete sie mit ganzen Bohnenblättern. Eine ——...— af d se a Mus⸗ sich it gggeb. sßer hin ul i au samst im H. Vlder Mugem Ind a ihlenn n Gl E Wr schlog. Ind als um V nd lser! 4. 10 W sor⸗ ihe — 17 Eine dieser Schnecken hatte im Hineinlegen das Unglück, daß sie auf den Glasboden fiel, und ihr Haus sehr zerschmettert wurde; daher sie auch sich auf das tiefeste in den noch ganz gebliebenen Theil ihres Hauses zurückzog. Die übrigen dreye aber, nachdem sie auf ben S chnitt sich in ihre Häuser zurückgezogen, und einen starken Schaum von sich gegeben hatten, blieben mit einem großen Theile ihres Leibes noch außer dem Gehäuse sichtbar. Als ich am gten August diesen Schnecken nachsahe, so fand ich zwar die Blätter noch unverletzet; an den Schnecken selbst aber bemerkte ich folgendes. Zwo hatten den Schnitt verwachsen, und der abgestutzte Theil war, statt senkrecht abgeschnitten, rundlich; lebten und krochen hin und her. Eine hatte sich an das Glas vermittelst ihres Schaums fest angeklebet, und sehr tief in ihr Haus zurückgezogen. Das Selt⸗ samste aber schien mir an derjenigen Schnecke sich zu finden, welcher im Hineinlegen das Haus war zerbrochen worden. Das Haus war wieder ergänzet, und der zersplitterte und ungleiche Rand mit einem ungemein dünnen durchsichtigen und noch ungefärbten Ansatze gerunder und ausgeglichen. Außer diesen hatten alle vier Schnecken sich von ihrem Unrathe so stark ausgeleeret, daß solcher auf den Bl lättern, an den Glaswänden und Glasboden häufig zu sehen war. Am nden fand ich eine dieser Schnecken so tief ins Haus zurück⸗ gezogen, daß gar nichts mehr von ihr zu sehen war. Ich muthmaßte, se würde todt seyn. Und so fand sichs auch, als ich ihr Gehäuße zer⸗ schlug. Die übrigen dreye hatten sich mit einem Häutgen zugesponnen, und als ich sol cheg ahlösete, und dieselben hierauf aus ihren Häusern zum Vorscheine küen, so sahe ich wohl den durchschnittenen Theil rund und geheilet, aber sonst nichts neues. Nur bey der einen schien dieser rundliche Theil, wie gespalten, zu seyn. Den zosten August fand ich abermalen eine dieser Schnecken todt; und obgleich die 2 andern noch lebten, so konnte ich sie gleichwol Ue C nichts ꝗIꝗFSDRSRSISISISISISSIIee..e.e...... . Or 18 9 8 nichts dahin bringen, daß sie sich außer ihren Häusern gezeiget hätten. Ich kam daher auf die Muthmaßung, und die Folge hat es gew iesen, daß es ein sehr glücklicher Einfall gewesen, es möchte vieleicht das Einsperren diesen zerschnittenen Schnecken nicht gar anständig und tauglich seyn. Ich nahm also diese zwo lebendig gebliebenen Schnecken aus dem Glase, und legte sie in meinen Garten auf ein solches Beht, wo ich si glaubte leicht wieder finden zu können. Und ich sahe gar bald, daß sie da ungezwungen aus ihren Gehäußen hervorkamen, und gleich als ob sie Kopf, Augen und Mund hätten, den Sallatstauden zueileten und auf denselben hin und her krochen. Den ursten September nahm ich diese zwo Schnecken in eine aber⸗ malige genaue Besichtigung; und itzt fand ich sie in folgendem verän⸗ derten und verschiedenen Zustande. Der einen war der Hals ungemein lang gewachsen, wenigstens konnte sie ihn ungewöhnlich weit von sich sirecken. Pab. I. Fig. IV. b. Vornen lief derselbe rundlich aus, Tad. II. Fig. IV. c.; und unter demselben zeigte sich ein weißer, gespaltener und herzförmiger Körper, der sich zu Zeiten, wie ein paar Lippen, bald ausbreitete, bald überwärf, bald spitzig zusammenzog. Tab. I. Fig. IV. d. An der andern Schnecke hingegen war der Schnitt noch ganz deutlich zu sehen, Tab. II. Fig. V. b.; und nur unter derselben zeigte sich ein neuer gefaltener Körper, als ein neuer Anwuchs. Anmerkung. WMas mag wohl die Ursache seyn, daß diese Schuecher nach 27. Tagen noch nichts von einem neuen Kopfe seben lassen, da, wie ich bald melden werde, einer Weinbergoschnecke schon mit dem reten Tage ein neuer Kopf gewachsen ist? Ja/ was mag selbst bey diesen zwo Schnecken, die doch von einerley Gattung hind, auch au gleicher Zeit ihre Köpse verlohren haben, die Schuld seyn, daß an der nach d hibdet glein Vatte gena Das Uuder ersen SOhe bute b.n. Hegge Und⸗ fengen thume tten. se U/ das und dem se da als Iten ber⸗ rän⸗ tens 40. nuter Hl, Hals, Hloch inte ist? Iitung j en Rer 2—— —— e 19 der einen der Schnitt noch sichtbar, bey der andern völlig berwachsen ift? Fra⸗ gen, die gunoch unauflößlich zu seyn scheinen! Neunter Versueh. 8 0 zten August schnitte ich vier Gartenschnecken— bunten Häu⸗ sern die Hinterleiber ab. Tab. II. Fig. VI. Sie zogen sich nach dem Schnitte zwar in ihre Häuser zurück, kamen aber auch bald wieder zum Vorscheine. Ich versorgete sie mit ganzen Bohnenblättern; allein sie haben bis heute, ob ich ihnen gleich mehrmalen frische Bohnen⸗ blätter vorgeleget habe, auch nicht einmal, etwas angefressen. Dage⸗ gen aber habe ich dieses Besondere bey ihnen wahrgenommen, daß sie das Papier, mit welchem ich das Glas, worinn sie sich besunden, zu⸗ binden lassen, von Zeit zu Zeit durchfressen haben. Als ich dieses das erstemal gewahr wurde, konnte ich unmöglich glauben, daß es die Schnecken gethan. Vieleicht, dachte ich, ist es von den Mäusen im Gartenhause geschehen! Ich hieß d das Glas mit frischem Papiere zubin⸗ den. Allein den solgenden Tag ware alles wieder so Dbthret und weggefressen, daß nur noch hie und da etwas vom Papiere übrig war. Und auch itzt glaubte ich es noch nicht. Ich ließ also das Glas in mein Haus tragen, setzte es des Abends in meine Studierstube auf den Tisch, und wo ich gewis wußte, daß nichts von außen dazu kommen und is Papier zerfressen konnte. Allein, des Morgens war a len 5Pa pier durchfressen, und ich hatte selbst des Nachts das Nagen ge⸗ ört. Und nun konnte ich nicht mehr zweifeln, daß die 80 hnecken auch Papier fressen und sich davon zu nähren suchen. Die Hinterleiber fiengen am roten August an sich schon wieder in ihrem neuen uW. achs⸗ thume zu zeigen, und den aten September waren solche vollkommen wieder ausge wachsen. Tab II. Fig. VI. à. Anmerkung. Daß Schnecken Papier fressen, erinnere ich mich noch nie gelesen zu ha⸗ den. Und es scheinet mir dieseo bier 2 so anmerkungswürdiger zu seyn, 2 eine da de 0 . *— — 2⁰ 3e e eines Theils sie ganz und gar nichts von Bohnenblättern gefressen, ihre Hinter⸗ leiber aber doch erneuet und ergänzet worden sind, die nackenden Schnecken hin⸗ gegen schon den andern Tag und von da beständig die Pflamzen angefeessen: und da sie so andern Theils das Papier statt der Blärter gesressen haben. Ist ihnen das Papier eine Art der Heilung, oder eine bessere Nahrung und liebere Speise, als Pflanzen, Blätter, und dergleichen? Zehender Versueh. Jen roten August schnitte ich sechs nackenden Schnecken die Köpfe Eund Hinterleiber zugleich ab. Allein, ob sie gleich nach dem Schnitte fortlebeten, den abgestutzten Theil von sich streckten und hin und her krochen, auch dieses bis den reden so fortdauerte; so kamen doch von diesem Tage an alle nach und nach um und vertrockneten. Anmerkung. Ich muthmaße gar sehr, daß dieses Umkommen nur etwas zufälliges ge⸗ wesen. Und es wird sich bey weitern Versuchen dieser Art auweisen, ob meine Muthmaung gegründet sey oder nicht? Eilfter Versuch. en raten August schnitte ich zwo Weinbergsschnecken Tab. III. Fig. I. II. III. IV. in Gegenwart zwoer Personen mit einer schar⸗ sen Scheere die Köpfe so ab, daß solche auf dem Tische liegen blieben. Die Schnecken zogen sich nach dem Schnitte zusammen, gaben vielen Schaum von sich, und begaben sich fast gänzlich in ihre Häuser zurück. Jedoch nach Verlauf einer Stunde kamen sie wieder zum Vor⸗ scheine, nur schiene es, als ob dieses nicht ohne schmerzliche Empfin⸗ dung geschäbe. Man sahe an beyden Schnecken, daß der Schnitt in die Qucere durch und durch gegangen war, indem der gestutzte Theil vollkommen senkrecht abgeschnitten war. Ich legte diese Schnecken in ein Glas und zu ihnen eine kleine und ganze Sallatstande. Von da bis guf den raden hatte sich die eine zwar in der Nacht auf der Sallatstaude hin hin gel. Istes in di 0 m Fese Gih dies Ersa lus i We aly Hen undl I dem Mer Rtseh Vohn hatte, schlih hieden Son nd er likig hrem In„ 5. Hintet⸗ hine und en das Speise, öͤpse dem d hin ümen 5. II. schor⸗ ben. gaben ähset Vor⸗ mpfin⸗ nitt in Theil Ken in da bis staude hin ** — EO * 21 I hin und her begeben, bey Tage aber blieb sie in ihrem Gehäuße verbor⸗ gen. Die andere hingegen hatte gleich in der ihres Schaumes sich einem Sallatblate fest angeklebet, und blieb auch in dieser Stellung die ganze Zeit über unbeweglich. Den folgenden Tag, als am röden, war ich begierig zu sehen, was es mit diesen S. und ihrem gestutzten Vordertheile vor eine Beschaffenhei t haben werde. Ich nahm 10. Schnecken aus dem G 167 sEe un die Deide des Gehäuses aber oben zu tehen kam. Ich hatte aus Erfahrung gelernet, daß man die Schnecken auf diese Weise am ehesten aus ihren Gehäußen bringen könne. Solches geschahe denn 49 dieß⸗ malen alsobald. Nachdem sie sich mit ihren abgestutzten Theilen sowohl, als mit dem ganzen Leibe, herausbegeben hatten; so sahe ich Wmhtanber einen, daß der anfänglich senkrecht dinrchwittene Theil vorne etwa rundlich war, bey der andern aber war dieser Theil noch fast eben so, wie er am ersten Tage gleich nach dem ausgesehen hatte. Nebst dem hatte ich auch bis dahin an der Sallatstaude nicht das geringste Merkmaal eines Frasses bemerket. Die Blätter waren ganz und un⸗ versehrt geblieben. Allein, in welche Verwunderung gerieth ich, da ich am ꝛsten die Bohnenblätter, die ich das letztemal, statt der Sallatstaude, vorgeleget hatte, hie und da angefressen fand. Ich konnte daraus nichts anders schließen, als es müßte einer dieser Schnecken, oder beyden zugleich, wieder ein neuer Köpf und Mund gewachsen seyn. Voller Begierde und in der größten Eilfertigkeit nahm ich beyde Schnecken aus dem Glase, legte sie vorgedachtermassen auf den Tisch/ und erwartete mit Ungedult/ bis sie zum Vorscheine kamen. Je hart⸗ näckiger sich nun hiebey die eine Schnecke erwies, die ganz und gar in ihrem Hause verborgen blieb; desto baldiger bequemte sich die andere jum Herauskriechen. Und wie groß war mein Erstaunen und. C3 30 ersten N acht vermittelst d legte sie also r ded Tisch, daß das Gehäuße unten zu liegen, ———————— — 2² 8 da ich diese Schnecke wirklich mit einem uenen Kopse und mit ein paar neuen Fühlhörnern vor mir sahe. Lab. III. Fig. I. b. c. Der Kopf hatte seine vollkommene ordentliche Gestalt und Bil⸗ dung,/ nur daß die neuen Theile viel zärter und weißlicher, oder, wenn ich so sagen darf, frischer aussahen, als die übrigen Theile der Schue— cke, die ein dunkleres, gröberes und häntigeres Ansehen hatten. Son⸗ derlich aber war oben der Schnitt noch nicht ganz verwachsen; man sa⸗ he vielmehr da, wo sonst die obern Fühlhörner sich befinden, einen großen halbdurchsichtigen, fleischigen und warzenlosen Flecken auf das deutlichste, Tab. I. Fig. I. a. Und was die Fühlhörner betraf, so waren solche die zwey untern. Das eine und linke war erst halb so groß/ als bey ordentlichen und gesunden Schnecken, Tab. III. FIE. I. b.; das andere aber oder rechte hatte kaum noch den vierten Theil der or⸗ dentlichen Größe. Tab. III. Fig. I. c. Hingegen die obern Fühlhörner fehleten gänzlich, und statt derselben war der erstgedachte fleischige und halb durchsichtige Flecken. Nun war es mir sehr gleichgültig, ob die andere Schnecke sich zeigen oder in ihrem Gehäuße bleiben würde. Ich stellte mir nichts an⸗ ders vor, als daß sie ebenfalls mit einem neuen Kopfe werde versehen seyn, weil ich beyden zu gleicher Zeit die vorigen Köpfe abgeschnitten hatte. Ich nahm nunmehrs beyde Schnecken und brachte sie zu desto be⸗ qnemerer Fütterung in den Garten auf ein mit Kohlrabi bepflanztes Beht; und ich wurde gar bald gewahr, wie meine erst beschriebene Schnecke mit dem neuen Kopfe sich die Kohlrabiblätter so wohl schme⸗ cken ließ, daß ich ihr Abnagen mit den Zähnen, wenn ich das Ohr nahe brachte, so gar hören konnte. Allein, was soll ich von dem sagen, was am solgenden Tage, an der zweyten Schnecke mir zu Gesichte kam? Ich fand diese Schnecke nunmehro auf dem Behte auch außer dem Hause; und wie ganz uner⸗ wartet! nuhie Arn! wie hirn Wab Rn 1 Hatte Raht Noe (löe hur! uch: Ind d 141 I g * . hetbe o f Haar Bil⸗ henn hue⸗ 0A⸗ sa⸗ wartet! Weit gesehlet, d ah se⸗ wie die erste, einen neuen Kopf ge⸗ habt hätte, es schien so gar der Schnitt noch eben der zu seyn, wie 90 in dem ersten Augenblicke gewesen war. Lab. IH. Fig. H. a. Freylich! 0— die Schnecke und kroch auf den Blättern Hun uud her, gleich, als wen sie Kopf und Mund hätte, und fressen Welte. Allein, dieses Ue Leben und Kriechen war es auch alles, was man an ihr bemerkte. Ich muß gestehen, diese Wahrnehm ung machte mich äußerst un⸗ ruhig und zweifelhaft. Habe ich, dachte ich, denn wirklich allen bey⸗ den Schnecken die Köpfe abge geschnitten?? Und wenn dieses geschehen, wie ist es möglich, daß der einen indessen ein neuer Kopf und Fühl⸗ hörner gewachsen seyn können, da bey der andern diesfalls ales noch/ wie beym Zerschneiden, sich zeiget. Ich ließ, um alles zu thun, die bey⸗ den Personen, in deren Gegenwart ich die Köpfe abgeschnitten hatte, zu mir kommen, und befragte sie um das, was sie damalen geschen hatten. Allein sie bestunden darauf, daß sie es sich nur gar zu sehr be⸗ wußt wären, daß hierinnen kein Fehlschnitt geschehen, und daß die beyden Köpfe auf dem Tische liegen geblieben wären. Was sollte ich nun hiezu sagen? Ich könnte nichts anders thun, als daß ich die Sache so annehmen mußte, wie sie geschehen war und nun vor Angen lag; und daß ich es abznwarten hatte, ob nicht vieleicht auch dieser Schnecke noch ein neuer Kopf, obgleich später, anwachsen und dadarch aller Zweifel, ob es auch mit der vorigen Schnecke wegen des abgeschnittenen Kopfes seine Richtigkeit mögte gehabt haben, wer— de gehoben werden. Jedoch die Zeit wurde mir lange, und es kam der à4te September herbey, ohue daß ich an dem abgestutzten Theile meiner fortlebenden und hin und herkriechenden Schnecke die geringste Veränderung oder Merkmaale eines nenen Anwuchses gewahr wurde. Und eben diefer Tag war es, an welchem llicht nur der im Vorberichte gedachte Herr bon Rieden mich besuchte, und beyde Schnecken selbst in Augenschein 20 nahm/ 24 s E nahm, sondern da ich auch des Abends den Vorbericht selbst und die ersten Versuche zum— niederschrieb, und Tages darauf in die Druckerey schickte. Jedoch zum Glücke hat es sich mit dem Abdrucke der letztern Bogen bis heute den roden Sept. verzogen. Und diese Verzögerung setzet mich nun im Stande, die in dem Vorberichte und nach denen bey den Versu⸗ chungen vorkommenden Umständen und Verschiedenheiten mir bis da⸗ hin selbst noch Vuhen und unbegreiflich gewesene Sache, in Anse⸗ hung der neuen Schneckenköpfe, in ihr volles Licht und unbezweifelte Gewisheit zu setzen. Es war der ꝛde September, als ich meinem Mahler, der Krank⸗ heit halber nicht ausgehen konnte, die Schnecke ohne Kopf ins Haus schickete, um eines und das andere an ihr noch besser auszudrücken. Als er mir aber die Mahlerey zurück sand, sahe ich eine neue und diejenige Abbildung, von der mir mein Bedienter schon gesaget hatte. Tab. III. Fig. III. Es hatte nämlich der Mahler und mein Bedienter an der Schne⸗ cke eine große Veränderung bemerket. Sie hatte beym Herumkriechen nicht nur einen Ansatz des Kopfes gehabt, Tab. III. Fig. III. a, sondern man hatte auch, nach unten zu, ein paar Körper, als kleine abgestutzte Stäbgen, bemerket. Tab. III. Fig. III. b. b. Ich muß gestehen, diese Nachricht und Abbildung war gan; nach meinem Wunsche und Vermuthung. Allein, gleich fiel mir wieder ein: wie wenig ist Leuten von der Art zu trauen. Wer weis, was sie gese⸗ hen oder vielmehr sich mögen eingebildet haben! Und so blieb, weil sich bey mir gewisse Hinderungen und Zerstrenungen einfanden, diese Sache wieder bis auf den roden September hangen und zwischen Wahrheit und Zweifel unentschieden. Doch dieser Tag war es, der mich endlich zur Rahmnen Gewisheit brachte, daß Schnecken unter Bedingungen, die sich noch nicht bestim— men Sct Krs Das urlj Iune e E 25 men lassen, nicht nur neue Fühlhörner und Hinterleiber, sondern auch, welches die zweifelhafteste Sache bisher gewesen, neue Köpfe zu wachsen pflegen. Ich sahe an diesem Tage in der Frühe nach dieser meiner Schne⸗ cke, die ich vom oten September bis heute in meinem Garten ihrem Schicksaale überlassen hatte. Ich legte sie auf den Tisch vor mich, und wartete, bis sie zum Vorscheine kommen würde. Und in War⸗ heit, ich trauete anfangs selbst meinen Augen nicht, als diese Schnecke mit einem vollkommenen neuen Köpfe und drey Fühlhörnern Tab. UI. Fig. IV. sich darstellte. Ich betrachtete sie bey einer Viertel— stunde mit unverwandten Augen, ich nahm mein Vergrößerungsglas in Hülfe, und endlich ließ ich jene Personen, die bey dem Abschnei⸗ den des Kopfes gewesen, herbey rufen, und gab wohl acht, wie sie sich bey diesem Anblicke bezeigen, und was sie sagen würden. Man er— staunte; und ich mußte es mir nun gefallen lassen, daß man es mir vorrückte, au denen wirklich abgeschnittenen Köpfen gezweifelt zu haben. Man vergleiche nur selbst die, nach der Natur genommenen und ihr vollkommen ähnlichen, Abbildungen der zweyten und vierten Figur der dritten Tafel; so wird man nicht mehr zwei— seln können, daß jene ohne Kopf und Fühlhörner ist und diese einen Koypf mit Fühlhörnern hat. Und diese Beschaffeuheit hat es genau auch mit der Schnecke ehemalen gehabt, und hat solche anitzo. Oben auf dem Kopfe siehet man noch einen Ueberbleibsel des Schnittes oder der Wunde Tab. III. Fig.IV. a., und eden dieses ist der Fleck, ws sonst das rechte Fühlhorn stehet, hier aber noch fehlet. Das linke Fühlhorn hingegen ist völlig ausgewachsen, hat seine na⸗ tütliche Gestalt und Größe und so gar auch oben seinen schwarzen Punct oder Auge. Tab. III. Fig.IV. b. Die beyden untern Fühl⸗ D hörner —.... ——*—— ———3.— 26 hörner hingegen sind zwar sichtbar genug, jedoch, wie es scheinet, erst im Entwickeln, wenigstens hat man sie nie größer, als sie sich in der Abbildung zeigen, bemerket. Tab. III. Fig. IV. c. e. Schluß. U hiebey lasse ich es dermalen billig bewenden. Mich dünket am Eude mehr bewiesen zu haben, als ich im Vorberichte selbst gehofft, oder zu entscheiden mir getrauet habe. Freylich bleiben noch tausend Schwürigkeiten und Fragen übrig. Und wenn es darauf ankommt, so kann Niemand dergleichen mehr aufwerfen, als ich selbst. Allein, was nutzen alle Zweifel und Neben⸗ fragen, wo die Sache selbst nach der Erfahrung und dem Augen⸗ scheine nicht mehr in Ansprache zu nehmen ist? Ich werde indessen meinen noch nicht ganz ausgewachsenen Schnecken täglich nachsehen, und es genau anmerken und Abbildun— gen nehmen lassen, ob? wie? und wenn? die eine ihre obern und größern Fühlhörner erhalten und die noch sichtbare Wunde oder der Ueberbleibsel des Schnittes sich verheilen; bey der andern aber statt der noch gegenwärtigen Wunde das zweyte Fühlhorn zum Vorscheine kommen und die untern Fühlhörner zu ihrer gehörigen Größe an— wachsen werden. Und diese vollkommene Ergänzungen der Köpfe sollen in der künftigen Abhandlung meiner weitern Versuche den Anfang machen. ——. Fernere Versuch mit gen⸗* Schnecken. enen dun⸗ ö* und Nebst einer ö der 1U Beantwortung é 20 verschiedener gegen solche Versuche gemachten of Einwürfe und Zweifel. Vorbericht. 80 Ei 9 8 H— ö 2 h komme in diesen Blättern demjenigen nach, wozu ich mich in dem Vovrberichte und Schlusse der ersteren Versuche mit Schnecken anheischig gemacht habe. — 17 Wie schätzbar mir diejenigen Einwürfe und Zweifel ge⸗ wesen sind, die einige Gönner und Freunde auf eine der Sache angemessene und gesittete Art mir zugeschrieben haben, davon kann meine Beantwortung derselben das thätigste und beste Zeugniß seyn. Mit denenjenigen aber, die, nach einer in unsern Tagen ganz gemein werdenden Seuche, in niederträchtigen, muth⸗ willigen, ungezogenen und überkindischen Spöttereyen und D 3 Kurz⸗ Vorbericht. Kurzweilen einen besondern Ruhm suchen, mich auch nur im geringsten abz ugeben, werde ich mich nie verlieren, noch er— nie eigen. Ehre und Vertheidigung genug vor mich, daß eine ganze Menge grosser, gelehrter und berühmter Männer, von aller⸗ hand Stande, Amte und Lebensart, in und ausser Deutsch— land, nicht nur nach dem Spallanzanischen Vorgange zu glei⸗ cher Zeit mit mir, sondern auch sehr viele erst nach mir, und so gar nach meiner Anweisung, sich mit eben dieser seltenen Naturerscheinung beschäftiget, und dadurch so wohl bey gan— zen Academien und gelehrten Gesellschaften der Wissenschaften, als bey dem gesammten vernünftigen Publico, einen um die Naturgeschichte wohlverdienten Ruhm und Dank erlanget haben. Lässet GOTT meine äusserlichen Umstände dieses Jahr diejenigen seyn und bleiben, welche sie gegenwärtig sind; so bin ich sehr geneigt, meine Nebenstunden der Fortsetzung dieser Versuche vorzüglich zu widmen. Regensburg, den I0. Febr. 1769. Naeh⸗ TfeTeeeeeeee 6 101 lihl desen gen in Mone ched de schnecken Mũ Laptemba lanz geze Dunde dez hen Fi iu neinen; bche ihn lihheit 6 shon ih bi — gen und na ——— 0. Erl jeh⸗ — . . Nachtrag uzu den ersteren Versuehen. Ebe ich zu den serneren Versuchen, welchen diese Blätter vorzüg— lich gewiedmet sind, schreite, will ich zuvor nur mit wenigem dessen gedenken, was an einigen Schnecken der ersteren Versuche bis in Monath November von mir bemerket worden ist. Es wird sol— ches die Gartenschnecken des achten, und die Weinbergs⸗ schnecken des eilften, Versuches betreffen. Ich habe in dem achten Versuche(H gemeldet, wie den Isten September an der einen Gartenschnecke der neue Hals sich ungemein lang gezeiget habe, Tab. II. Fig. IV.; an der andern aber die Wunde des abgeschnittenen Kopfes noch ungeheilet sey gesehen wor— den. Fig. V. Von dieser Zeit an habe ich diesen zwoen Schnecken in meinem Garten freyen Lauf gelassen, und nur von Woche zu Woche ihnen nachgesehen. Allein eben durch diese ihnen gelassene Freyheit bin ich um diejenige gekommen, an welcher der Hals sich schon so stark verlängert hatte. Bey der andern hingegen könn—⸗ te ich bis gegen das Ende des Octobers keine besondere Verän— derung gewahr werden. Von da aber kamen die neuen Fühlhörner nach und nach zum Vorscheine, und am den November waren zwey dersel⸗ (◻O Erstere Versuche. Seite 18. —D—...E.....‚.......————— .— 4 2*2 32 8⁰ 8 derselben üͤber die Hälfte gewachsen, Tab. IV. Fig.V. b. b. nur daß die Wunde des Schnittes auch itzv noch nicht gänzlich verwachsen war. Tab. IV. Fig. IV. ce. Den Tag darauf begab sie sich unter die Erde; und da ich hieraus schliessen mußte, daß die wauhe Witterung sie nöthigen würde, ihr Haus mit bem gewöhnlichen Deckel zu verschliessen, und sich zur Winterruhe tief in dasselbe zurück zu ziehen; so ließ ich sie bis gegen die Mitte des Novem⸗ bers ungestöhrt unter der Erde. Und ich hatte mich in meiner Muthmassung wirklich nicht geirret. Ihr Haus war/ nachdem ich sie den oden November aus der Erde hervor nahm, mit dem be⸗ kannten kalch⸗ oder gypsartigen Deckel verschlossen. Die eine Weinbergsschnecke des eilften Versuches hatte am 2 ssten August sich mit den zweyen neuen untern Fühlhörnern und der noch unausgeheilten obern Wunde des Schnittes gezeiget.(DTab. II. Fig. I. In dieser unveränderten Gestalt ist sie auch zu meiner gros⸗ sen Verwunderung, und, wider alles Vermuthen, bis im No⸗ vember geblieben, so, daß nur blos das rechte Fühlhorn anitzo dem andern gleich gewachsen war. Tab. IV. Fig. I. a. b. Sie begab sich gleich in den ersten Tagen des Novembers unter die Erde, aus wel⸗ cher sie mir nach 14. Tagen mit verschlossenem Deckel gebracht wurde. Und was die andere Weinbergsschnecke anbelanget, die sich am 10den September mit einem völligen Kopfe und drey Fühlhörnern gezeiget hatte(), Tab. II. Fig. IV; so ist auch diese ohne alle merkliche Veränderung, ohne das vierte Fühlhorn zu erhalten, und ohne daß die Wunde des Schnittes sich verheilet hätte, bis in den November, geblieben; worauf sie sich, wie die andern, unter die Erde begab, und mit einem zugeschlossenen Deckel aus derselben ge⸗ nommen wurde. Ahmer⸗ (H Erstere Versuche. Seite 2r. C) Erstere Versuche, Seite 24. 8. — 9nd ã hezi. velo sern Gest: auschd es 1 ihreh cus ditses mA byy Ren Hetze hm und yz schen . Ider 6 sal + biden Hen He chweir theile! Ren L sange n herge lasen 1 5⁰ b. hur achsen unter wuhe nlichen asselbe ovem⸗ neiner em ich em bes tte am ind der äb. II. r geos⸗ nNo⸗ odem hab sich I8 wel⸗ wurde. sich am örnern ne alle U/ und in den nter die ben ges Anmer⸗ 120. IBB 98 8⁰ 33 Anmerkung. Da ich diese drey in ihren zugeschlossenen Häusern sich zurück gezogenen und gleichsam schlafenden Schnecken sorgfillig aufgehoben habe; so bin ich sebr begierig, und vieleicht sind es andere ebenfalls mit mir, zu sehen, ob und in welcher Gestalt sie bey der herannahenden Frühlings Witterung aus ihren Häu⸗ sern zum Vorscheine kommen werden? Vieleicht erscheinen sie in der nämlichen Gestalt, mit welcher sse sich in ihre Huser verschlossen baben; vitleicht aber erscheinen sie auch in einer andern und unerwarteten Gestalt. Die Zeit wird es lehren. So viel habe ich alle Ursache zu glauben, daß sie bis heute in ihren Häusern gesund, frisch und in gutem Zustaude seyn. Ich schliesse solches aus der Schwere, die sie mit ihren Häusern unverändert behalten; da sonst diejenigen Schneckenhäuser, in welchen die Schnecken umgekommen sind, nach und nach vertrocknen, ungemein leicht werden, und ihre Schwere gegen die bvorige fast nichts sagen will. Allein, was soll man dazu sagen, daß in zween ganzen Monathen an den zwo Weinbergsschnecken gar keine weitere Entwickelung der Fühlhörner, oder Ausheilung der Kopswunden; an der Gärtenschnecke aber nur 2. Fühl⸗ bömer, etwas über halb gewachsen, sich gezeiget haben? Da die neuen Köpfe,‚ und deren zwey und drey Fühlbörner schon in weniger, als bier Wochen, zu sehen gewesen; so hätte man ganz gewiß vermuthen sollen, daß die abgehenden Füblhörner und die völlige Verwachsung der Kopfwunden weniger als zwo oder drey Wochen Zeit brauchen würden. Jedoch so mislich siehet es mit un⸗ sern menschlichen Schlüssen und Urtheilen aus wenn wir die Natur daran binden, und ihr Gesetze und Regeln vorschreiben wollen! Mögten sich dieses doch diejenigen merken, und zu ihrer Weisung die⸗ nen lassen, die alle Naturerscheinungen und Entdeckungen gleich vor der Hand abweisen und läck erlich darstellen, welche von dem schon Bekannten und zum theile blos Angenommenem abweichen und sich mit ihm auf keine Weise vereini⸗ gen lassen! Wie mancher Naturforscher hat sich bey neuen Entdeckungen eine lange Zeit so und so behandeln, und so gar von gewissen Stuben-und Ba⸗ chergelehrten, wie Swammerdam redet, auf das spöttlichste durchziehen lassen müssen; und doch hat die Wahrheit zuletzt gesieget, und ist das Neue in der Folge nur gar zu richtig gefunden, und allgemein angenommen worden. E Wer —— ———. ÆE—. *„ * E 4 8 —D 4 Wer weis, wie bald sich es mit der, anitzo noch so vielem Unglauben und har⸗ ten Urtheilen unterworfenen, Schneckengeschichte eben so giebt und aufkläret, daß das Licht über Finsternih, und Warheit über Vorurtheile, siegen! Fernere Versuche. Von diesem Nachtrage zu den erstern Versuchen wende ich mich zu den ferneren und neuern, die von mir im Oetober vorigen Jahrs gemacht worden sind. Es sind zwar deren nur drey. Allein, es wird bey denselben Wunderbares und Unerwartetes genug vorkom— men. Und damit ich in der Folge mich um so sicherer auf jede die⸗ ser und der erstern Versuche berusen konne, so will ich jene mit die⸗ sen verbinden, und sie der Zahl noch fortlaufen lassen. Zwölfter Versueh. 5war den wrsten October v. J. als ich einer Weinbergsschnecke die vier Fühlhörner mit solcher Vorsicht und Behutsamkeit genau und also an dem Kopfe wegschnitte, daß jedes abgeschnittenes Fühl⸗ horn an der Scheere hangen blieb, und den anwesenden Perso⸗ nen gezeiget werden konnte. So oft die Schnecke ein Fühlhorn verloren hatte, zog sie sich, nach der allgemeinen Gewohnheit, schnell in ihr Haus zurück; und da ich eine ziemliche Zeit warten mußte, bis sie aus ihrem Hause wieder zum Vorscheine kam, so brachte ich einige Stunden zu, ehe ich mit dem Abschneiden aller Fühlhörner iu Stande kam. Nachdem dieses geschehen, bezeichnete ich das Haus dieser Schnecke mit einem besondern Zeichen von Oelfarbe/ und überließ sie in meinem Garten ihrer Freyheit. Es giengen zwölf Tage vorbey, ehe man sie in Garten wieder finden konnte, nur daß man an den Bohnenblättern, worauf ich sie anfänglich geleget hatte, Spuhren genug fand, daß sie vorhanden seyn, leben und fressen müsse. Den 1zden Oetober kam sie meinem Bedienten wieder zu 116 hatt/ ach n vier horn die H. Mah Frey der Fuhl hure Pine diese bi8 l uacht mehto den g Isch verdet hos si rhäk. hret; en ut Oer a Hause llieb ⸗ Hachte Agen hlose V 997 15 ⁰ 0 10 zu Gesichte; und als ich sie vor mich legte, und mit Begierde er⸗ K slͤkcet, wartete, in was vor einer Gestalt sie sich zeigen würde, kam sie + nach einer Viertel Stunde mit vier nen gewachsenen Fühlhörnern zum Vorscheine. Tab. IV. Fig. II. b. b. c. c. Die Länge dieser vier Fühlhörner war jedoch nicht gleich, indem die untern Fühl⸗ ———. I hörner Tab. IV. Fig.U. b. b. um ein merkliches länger waren, als hrs die obern. Tab. IV. Fig. II. c. e. Nachdem ich die Zeichnung und . z Mahlerey davon nehmen lassen/ überließ ich sie abermalen ihrer 4 nlan⸗ Freyheit. Und als sie mir am zosten October beym Abnehmen 4740 der Bohnen von ohngefahr in die Augen kam/ so waren ihre 4. 4 He Fühthörner nunmehro vollkommen ausgewachsen, und hatten nicht nur ihre ordentliche Länge, sondern auch die obern ihr schwarzes Pünetgen. Pab.IV. Fig. III. a. a. b b. Und in solchem Zustande ließ ich diese Schnecke mit ihren neuen und frisch gewachsenen Fühlhörnern 4 bis zum den November ungestührt fortleben. An dem Tage aber ce die machte ich einen neuen Versuch mit ihr. Ich schnitte ihr nun⸗ 1* genau mehro den Kopf- mit seinen Fühthörnern, und zwar genau hinter 604 Hihl⸗ den grössern derselben, so ab, daß Kopf und Fühlhörner auf den, Nerso⸗ Tisch fielen, und nach dem Schnitte abgesondert konnten gesehen G4 hlhorn werden. Die Schnecke zog sich, gewöhnlicher massen, unter einem ö schnell von sich lassenden, und das Schueckenhaus überlaufenden, Schaume öä / bis., urück. Ich setzte sie hierauf wieder in Garten, und uberließ sie 4 hte ich ihrer Freyheit. Einige Tage sahe ich sie, sonderlich gegen Mor⸗ hörner gen und Abend, von einem Orte zum andern sich begeben; als sie ch das aber anfieng sich in die Erde zu begeben, nahm ich sie sogleich nach A xů lsarde, Hause, und legte sie in ein mit Papiere bedecktes Zuckerglas. Sie 193 giengen blieb gar bald an der Seitenwand des Glases unbeweglich sitzen, ö / nur machte den Rand ihres Hauses an dieselbe feste, und nach fünf—3 geleget Tagen sahe man den kalchartigen Deckel, damit sie ihr Haus ver⸗* hen und schlossen hatte, zur Vollkommenheit gediehen. Und so stehet es 68* wͤder** E2 noch 88 in 9 36 * 2 — E noch mit ihr bis heute. Ob sie aber auch in ihrem Hause in ge⸗ sunden und gutem Zustande ist, oder nicht? das kann ich freylich nicht sagen; weil ich sie mit gutem Bedachte 5— lange ungestöhrt lassen will, bis sie sich zu seiner Zeit, wie ich hoffe, selbst los ma— chen, und zum Vorscheine kommen wird. Anmerkung. Ob ich gleich gestehen muß, daß mir die Natur und Geschichte der Schnecken aus eigenen Beobachtungen nicht bekannt iß, und also auch mit Zu⸗ verläßigkeit mir nicht anzugeben getraue, auf welche Weise der kalchartige De⸗ ckel von ihnen verfertiget werde; so muthmasse ich doch, daß hiezu ordentlicher Weise der Mund und Kopftheil das Seinige beytrage, wo nicht vieleicht gar allein von ihnen bewerkstelliget werde. Und ich stelle mir die Verfahrungeart eben so vor, wie die Raupen und andere Inseeten den bey sich babenden und gusdrückenden oder sonst aus ihnen hervorfliessenden Saft, Schleim u. s. w. vermittelst ihres Mundes an den nöthigen Orten anhängen, nach und nach üb ziehen, verdicken, blatt und schichtweise übereinander legen, und woraus an lich Häute, Wände und Decken von allerhand Art entstehen. Sollten aber die Schnecken auf erstgedachte Art ordentlicher Weise wirk⸗ lich, bey Versertigung ihrer Deckel, zu Werke gehen; so würde nun die be— sondere Frage entstehen: wie Schnecken solche ihre Deckel vhne Kopf und Mund eben so gut machen und zu Stande bringen können, als vermöge derselben? Das bloße Auspressen und Ausschwitzen des Schleims aus denen an ihrem Köͤr⸗ per sich so häufig besindenden warzenartigen Drüßen würde die Verfertigung des Deckels noch nicht begreiflich machen. Jedoch, ich lasse diesen Umstand unerörtert, weil es mir, erstgedachter massen, noch an eigner genus samen Einsicht sehlet, wie von unverletzten Schne⸗ cken der Deckel zu Stande gebracht wird. Dreyzehender Versuch. a es noch immer Personen giebet, denen das neue Wachsen der abgeschnittenen Theile der Schnecken, und sonderlich ihrer Köpfe Lahl Wrfo Vest und iht d Fhl Hatsa horne sam e der it Zu⸗ eDe⸗ lichet t gar (kart nund s. w. ͤber⸗ end⸗ witk⸗ die be⸗ Mund lhen? Kör⸗ 10 des achter Ichne⸗ der hrer Köpfe D 8* ⁷ Köpfe, nicht nur unwahrscheinlich, sondern ganz und gar unmöglich vorkommt; so habe ich geglaubet„gehalten zu seyn, wiederholte Versuche davon zu machen. In dieser Absicht nahm ich eine große/ und allem Ansehen nach, gesunde Weinbergsschrecke, und schnitte ihr am zten October v. J./ ohngefähr 2. Linien hinter den grössern Fühlhörnern, den Kopf mit der mehrgemeldeten Vorsicht und Be⸗ hutsamkeit also weg, daß der abgeschnittene Kopf mit seinen Fühl⸗ hörnern auf dem weissen Papiere, worauf der Schnitt geschehen, zu— sammengezogen und verkleinert zu sehen war. Nachdem diese ver— stümmelte Schnecke sich in ihr Haus zurück gezogen hatte, nach ein paar Stunden aber sich langsam, und wie es schiene, unter schmer;⸗ lichen Empfindungen wieder zum Vorscheine kam; so zeigete sie sich beym Kriechen in derjenigen Gestalt, wie sie auf der Kupfertafel abgebildet ist. Tab. V. Fig. J. Man sahe gar deutlich, wie der Schnitt so wohl durch den obern wulstöhnlichen Lab. V. Fig. I. a. als untern ausgebreiteten fußähnlichen Tab. V. Fig. I. b. Theil senkrecht gegangen war. Ob ich nun gleich dieser Schnecke in ihrer Freyheit, welcher ich sie in den Garten überließ, von Zeit zu Zeit nachsahe, so blieb sie doch bis zum ꝛosten November in unveränderlichen Zustande. Sie lebte; sie begab sich von einem Ort zum andern; sie besuchte sonderlich die grünen Kräuter und Gewächse, und kroch auf den⸗ selben hin und her, gleich als wenn sie, wie im ordentlichen Zu⸗ stande, sich davon nähren wollte. Allein, der senkrechte Schnitt schien itzo nach 4. Tagen eben derselbe und fast noch so frisch zuů seyn, als er in dem ersten Augenblicke gewesen war; nur mit diesem ei— nigen Unterscheide, daß er nunmehro wie mit einem zarten Häutgen schien überzogen zu seyn. Am arsten November fand ich Merkmaale, daß sich diese Schnecke unter die Erde begeben wollte. Ich merkete den Ott, E 3 0ν 88 wo solches geschahe; und nach 8. Tagen ließ ich sie ausgraben; wo ich ihr Haus mit dem gewöhnlichen Deckel verschlossen fande. Ich habe sie besonders aufgehoben, und werde ihr Hervorkommen ab⸗ warten. Anmerkung. Wenn man mit dieser Beobachtung und Ersahrung den folgenden Ver⸗ such vergleichet; so wird freylich die schon in den ersteren Versuchen vorgekom⸗ mene Frage wieder aufzuwerfen seyn: warum wachsen die abgeschnitte⸗ nen Theile bey einigen Schnecken früher und geschwinder, bey andern später und langsamer, und dieses oft mit einem Unterscheide nicht nur der Tage, sondern der Wochen und Monathe? Ich weis nicht, ob ich recht urtheile, wenn ich behaupte, daß diese schnelle oder langsame Ernenerung und frisches Anwachsen der abgeschnittenen Theile eben so den Ort, wo der Schnitt geschiehet, das Alter und die gesunde Be⸗ schaffenheit der Schnecken zum Grunde habe, als es Herr Abt und Prof Spal⸗ lanzani an geschnittenen Regenwürmern beobachtet hat(* ( Prodromo di una opera ad impremersi sopra le riproduzione ani- mali dato in luce dall' Abbate Spallanxani, Prof. di Fi losophia. Göttingische Anzeige von gelehrten Sachen 1769. St. 7. Seit. 70. 71.—„Der neue Anwachs ist desto geschwinder, je geringer das „Thier ist— Regenwürmern wächset der Kopf wieder an, wenn „man nicht über eine gewisse Anzihl Ringe vom Wurme abgeschnitten „bat—— ist aber die Anzabl der Ringe groß, so brauchet es eine v überaus lange Zeit, den Kopf zu ergänzen.„ Vierzehender Versuch. A eben dem Tage, am zten Oetober, und noch in der nämlichen Stunde des vorigen Versuches, nahm ich eine zwote Wein⸗ bergsschnecke; schnitte solcher, unter mehrgedachter Behutsamkeit den Kopf ab; und überließ sie bald nach dem Schnitte ihrer Frey⸗ heit brR 12 + geb nie Re 9012 hohl Hent W mo Cl M m hest datii shen Herbor Dakel 2 chend Ver⸗ gekom⸗ jnitte⸗ indern nicht schnelle Theile de Be⸗ Spal⸗ de Anl- sophia. it. 70. ger dad wehn huitten tb eine lichen Bein⸗ ankeit Frey⸗ heit 39 heit in meinem Garten. Schon am rꝛten hatte sich der untere breite und fußöhnliche Theil verlängert, und lief vorne gerundet zu; Lab. I. Fig. II. a. der obere walzenähnliche Theil aber war noch senkrecht abgestutzt, und mit einer Haut überzogen, aber weder verlän⸗ gert noch verheilet. Dieser letztere Theil könnte jedoch an der Schnecke nie gesehen werden, indem sie den verlängerten unteren Theil über denselben answärts schlug, und damit die ungeheilte Wunde des obern Theils bedeckte, gleich als wollte sie solche auf diese Weise vor Berührung der freyen Luft sicher stelen. Nur wenn ich mit ei⸗ nem Stäbgen, Feder, und dergleichen, diesen aufwärts geschlage— nen verlängerten Theil gewaltsam niederwärts druckte, kam dieser ungeheilte Theil oder die Wunde zum Vorscheine. Am éten November sand ich diese Schnecke schon halb in die Erde gekrochen. Ich nahm sie aus derselben, legte sie auf ein Papier, und wartete, bis sie aus ihrem Hause hervorkommen würde/ um zu sehen, was sich an ihr bis itzo mögte verneuert haben. Es bestunde aber die ganze Veränderung und der neue Anwachs blos darinnen, daß sich die Wunde des obern Theiles gänzlich verheilet, er selbst aber etwas verlängert war, und vorne gerundet zulief; wie auch, daß die Schnecke im Kriechen den untern verlängerten Theil nicht mehr, wie vorher bey der noch ungeheilten Wunde, in die Höhe und über dieselbe aufschlug; sondern gerade vor sich hin streckte. Tab. V. Fig. III. a. Nachdem ich die Zeichnung nehmen lassen, legte ich sie in ihre schon gemachte Grube, und ließ sie erst nach 2. Tagen aus der Erde hervorholen; da sie dann, gewöhnlichermassen, ihr Haus mit dem Deckel verschlossen hatte. * Anmerkung. Wie sehr ist dieser vierzehende Versuch von dem vorhergehen! en orey- zehenden, und dem eilften der ersteren Versuche gbermalen—.7509 Na ——— ** ——88383—— 4⁰ Nach ienem blieb die Schnecke ohne alle Veränderung und dem mindesten neuen Anwachs; und nach diesem wuchsen mit dem Köpfe immer auch wieder die Fühlhörner. Hier aber ist zwar ein neuer Kopf gewachsen, aber ohne den min— desten Ansatz und Merkmaal eines einzigen neuen Fühlhornes. Wunderbare und, in Ansehung der Ursache solcher großen Abweichungen und Verschiedenhei⸗ ten, noch unabsehliche und unauflöbliche Erscheinungen! Und was wird mit dieser Schnecke weiters vorgehen? Wird sie zu seiner Zeit in der nämlichen Ge⸗ stalt wieder zum Vorscheine kommen? Werden sich die Fühlhörner etwan künftig noch entwickeln, oder die Schnecke ohne alle Fühlhörner sort leben? Dieses sey genug von den drey neuerlich gemachten Versuchen. Sehlußfolge. Selle es nun aber wohl möglich seyn, daß Jemand, vermöge dieser fernern und der erstern Versuche, noch zweifeln könue, ob es mit dem neuen Anwachse der abgeschnittenen Schneckentheile seine Richtigkeit habe? Kaum sollte ich es glauben. Und ist gleich annoch viel Dunkeles damit verbunden; so lasse man nur der Natur, und denen, welche sich mit den Entdeckungen und Auskundschaftun⸗ gen ihrer Geheimnisse, abgeben, Zeit; es wird sich nach und nach alles aufklären. Ich kann jedoch diese neuen Versuche nicht verlassen, ohne das⸗ jenige Schreiben beyzufügen, damit mich der Herr Hofjunker und Oberlieutenant von Adelsheim, aus Carlsruhe, unter den oden October v. J. beehret hat. Denn da, seiner Versuche mit Schne⸗ cken nicht zu gedenken, die Erzählung von der Eidexe mit dem Zer—⸗ schneiden der Schnecken allerdings eine Aehnlichkeit hat; so glaube ich daß diese Nachricht Manchem nicht unangenehm seyn, und vieleicht zu weiterm Nachdenken und Beobachtungen Anlaß geben mögte. Et Ve. s yrad „Thi gse Hden vbun Heilt vöhne euen der die n min⸗ derbare edenhei⸗ ird mit hen Ge⸗ künftiz chen. ermöͤge könue, ntheile gleich Natur, Haftun⸗ d nach ne das⸗ er und I9den Schne⸗ n Zer⸗ glaube und gehen Ei 9 8 4 Es schreibet aber dieser Hers unter anderen also: „Mit denen von Ew.— so genan beobachteten Ar mpolypen babe dasd „Glück gehabt, nicht nur einige hier im Durlachischen zu finden, welche mit „Dero Beschreibung genau übereinkamen, sondern auch alle damit gemachte „Versuche sind mir nach Dero Vorschrist gelungen, welche ich auch auf dem »künstigen Sommer zu vermehren hoffe. Ich babe vom Herrn Geheimden „Legationsrath von Schmid, welcher mit einem Schreiben, nebst einigen „Catalogis von Denenselben beehret worden, nicht obne die größte Verwun⸗ „derung vernommen, wie weit Dieselben mit denen Versuchen der Schnecken „gekommen, so gar, daß schon ein davon handelnder Tractat die Presse ver— »lassen: ich habe aber noch nicht das Glück gehabt, solchen zu bekommen. „Ich habe selbst diesen Sommer eine Menge Schnecken vergebens aufgeopfert, „und zwar von allen sich hier befindlichen Sorten, niemals aber habe meinen „ gesuchten Zweck erreichen können, weelen auf jegliche Zerschneidung der Tod gefolget; doch hoffe, künftigen Jahrs, vermöge Dero Vorschrift, zu reusiren. „Wollen Sie mir erlauben, Ihnen Nachricht von einer Sache zu „zu geben, welche, wie ich glaube, einem Naturforscher nicht gleichgültiz „seyn kan. Diesen letzt verwichenen Julius gieng ein gewisser Herr in seinem „nah am Hause gelegenen Garten spatzieren. Er hatte eine junge Katze bey „sich welche eine Eidere im Grase erblickte, auf solche los sprang, und in „der Mitten entzwey ris, und zwar so, daß der Kopf, nebst den zwey vordern „Jüssen un) Brust, von den übrigen Theilen des Cörpers völlig abgesondert „lagen. Besagter Herr bewunderte die Tapferkeit seiner Katze, und ließ die „arme Creatur in ihrem Schmerzen liegen. Nach Verlguf ohngefähr sechs „Wochen kam solcher wieder in seinen Garten, und sahe zu seiner größten „Verwunderung den Koyf der zertheilten Eidexe mit ihren zucy vordern Füssen „so hurtig heraum laufen, als ob ihr nichts fehlete. Nach sehr genauer Be⸗ „trachtung sand er die Wunde völlig zugeheilet, und ließ dieses zerstümmelte „Thiergen wiederum lausen. Erst vor etlichen Tagen ist solche abermalen „gesehen worden. Ich gebe mir alle mögliche Mühe, solche hadhaft zu wer⸗ „den, um Ihnen eine nähere Nachricht davon ertheilen zu können. So „wunderbar ich diesen Vorfall finde, so glaube doch, daß solches seyn kan, „weilen aus eigener Erfahrung weis, daß eine Eidexe 6. bio 7. Monache, „hne die geringste Nahrung, seyn kan, ausser diesem es ohnmöglich seyn F könnte, —— ————— ———.PD‚‚‚TTCT————— 4² 2 86 „könnte, weilen ohne Magen und Gedürme sich nicht wohl Speisen verdauen „lassen. Ich habe selbsten Frösche, Eiderxen und Schlängen zu halben Jꝛh⸗ „ren lebendig erhalten, ohne daß solche die ge ingste Speise genossen. Per⸗ flossenes Frühjahr habe eine trächtige Blindschleiche bekommen, welche mir „. lebendige Junge gebracht; die Alte hat nicht die geringste Nahrung ange— »„nommen; die Jungen aber haben sogleich gefressen, und ihre gehöͤrige Größe „bekommen, wovon ich daro noch viere besitze. Werden Ew.—= mir „hinführo erlauben, Ihnen zuschreiben zu dürfen, so werde Ihnen „meine angestellte Versuche mit obbemeldten Thieren „berichten ꝛe. Einwürfe und Zweifel. Dich komme nun zu denen Einwürfen und Zweifeln, welche meinen und den Sp allanzanischen Versuchen sind entgegen gesetzet worden. Sie schreiben sich von solchen Männern her, daß es ihnen ein um so grösseres Ansehen machen würde, wenn ich Muth genng hätte, ihre NRamen ohne Erlaubnis abdrucken zu lassen. Einen Ein— wurf habe ich in einem öffentlichen Blatte gelesen. Und meine Beant— wortung desselben mag erweisen, daß ich es gar wohl leiden kann, wenn Andere nicht gleich, oder auch nie, mit mir einerley Meynung haben. Ich werde übrigens in Anführung und Beantwortung der Ein— würse keine besondere Ordnung halten, sondern sie so hersetzen, wie sie nach und nach mir zugekommen sind. Erster Einwurf und Zweifel. — a die Schnecken ihre Hörner eben auf die Art einwärts ziehen und verbergen, oder wieder hervortreten lassen und von sich strecken, wie der Finger eines Handschuhes einwärts gezogen, und wie— der von innen heraus zum Vorscheine gebracht werden kann; so hat es alle Wahrscheinlichkeit, daß die vorgebliche nr 50— Börner nur ein bloßer Betrug der Augen seye. Man meynet die H ner et al ilgst auwa uumo tlugs verde letter drau emn g Hait damit huszul Mier ber/ vorkrt glad RNeht sber Herr det S rug d Nie ab auf de werde nen, Myer deuen Juh⸗ Per⸗ he mir ange⸗ Größe mirx leinen esehet ihuet genug Ein⸗ eant⸗ venn ben. Ein⸗ ie sie ehen üsch wie⸗ at es der ——89 ³⁰— 9— 43 ner abgeschnitten zu haben, und die Schuecke hat dieselben bey der ge⸗ ringsten Empfindung der Scheere mit einer solchen Geschwindigkeit einwärts und zurückgezogen, die vom blößen Auge bemerkt zu werden uumöglich gewesen ist. Vieleicht könnte durch Hülfe eines Vergrösse⸗ rungsglases das Wahre oder Betrügliche entdecket und eutschieden werden. Antwort. bgleich die erstgedachte Art, wie Schnecken ihre Hörner sichtbar und unsichtbar machen, und die Geschwindigkeit, mit welcher letzteres geschiehet, ihre gute Richtigkeit hat; so widerspricht doch der daraus gefolgerten Wahrscheinlichkeit mehr als eines. Es gehöret nur ein gewisser Handgrif und eine zu dergleichen Versuchen nöthige Fertig⸗ keit dazu, um den Schnitt an einem Fühlhörne eher anzubringen und damit fertig zu werden, als die Schnecke Zeit gewinnet, dem Schnitte auszuweichen. Ich würde allezeit es darauf ankommen lassen, daß es unter 20 und zomalen mir es nicht einmal mislingen sollte. Gesetzt aber, es geschähe ein Fehlschnitt; so wird solcher, bey dem ersten Her⸗ vorkriechen der Schnecke aus ihrem Hause, ohne ein Vergrösserungs— glas zu Hülfe zu nehmen, dadurch sichtbar und entschieden werden, daß die Hörner unverletzt da stehen. Sind sie aber würklich abgeschnitten; so werden sie auch bey der Wiedererscheinung und dem Fortleben, mehr oder weniger abgestutzt, oder gänzlich verloren, sich zeigen, je nach dem der Schnitt angebracht worden ist. Und wie kann da sonderlich ein Be⸗ trug der Augen vorgegangen oder ein Fehlschnitt geschehen seyn, wenn die abgeschnittenen Fühlhörner an der Scheere hängen geblieben, oder auf den Tisch und das Papier gefallen seyn, und Jedermann gezeiget werden können? Es ist also dieser Einwurf nur in so ferne anzuneh— men, daß der angegebene Fehlschnitt möglich, nicht aber, daß er ganz unvermeidlich seye; und daß folglich das behauptete neue Anwachsen F 2 ü der . 44* der wirklich abgeschnittenen Fühlhörner dadurch weder unwahrschein— lich, noch unmöglich wird.(D ( Eben da ich dieses niederschreibe, lese ich in der Studtgardi— schen Zeitung solgendes:„Frankfurt, vom nrten Febr. „Man wird sich noch erinnern, daß der Naturforscher, D. Spallanzani, „zu Modena, im Monat Junius des vergangenen Jahrs die Entdeckung ge⸗ „macht zu haben angab: daß den Schnecken die Köpfe wieder wüchsen, nach⸗ „dem man solche abgeschnitten. Serr von Valmont de Bomarre, De⸗ „monstrator der Naturgeschichte, aus dessen Feder ein Wörterbuch im Drucke „erschienen, wiederholte diese Erfahrung verwichenen Herbst zu Cantilly, „mit Serrn Borie, Apotheker des Prinzen von Conde. Sie schnitten 52. „Schnecken schnell die Köpfe ab, die alle todt blieben; 9. aber, an denen „sie ein nicht allzuscharfes Messer zwischen den Hörnern und Zeichun goöͤthei⸗ „len ansetzten, und nur langsam schnitten, krochen nach 24. Stunden wie⸗ „derum hervor; man hatte dabey deutlich wahrgenommen, wie beym Mes⸗ „seransetzen das Thier die Hörner in sich hinein gezogen, daß demnach, was „man abgeschnitten, nur Haut und ein Theil des Obermauls gewesen, daher „auch das Thier, wenn es wieder erscheint, gestumpfte Hörner zeiget!, Ich möchte wohl wissen, was diese Herren sagen würden: wenn ihnen erstgedachte Beantwortung des Einwurfs zu Gesichte kommen sollte? Vald möͤgte ich, unsere so genannten erleuchteten Zeiten, die Zeiten des Widerspruchs nennen, weil man in Erfahrungsfachen nicht einmal eins werden kann, sondern immer Ja und Nein vorgebracht wird. Und was soll man zum Wesser, und zwar zum nicht gar scharfen Messer, und noch überdies zum langsamen Schneiden sagen? Das heisset ganz eigentlich alles thun, daß der Schnitt miß⸗ lingen muß. Jedoch bestättiget diese Rachricht zufälliger Weise diesen Satz, daß, wenn Ropf und Fühlhörner nicht ganz, oder nur zum Theile abgeschnitten worden sind; solches an der wieder hervorkommenden Schnecke auch deutlich zu erbennen ist. ———x.—— — galun Vort slder schwe denen enige schen det N Venn ndet 6 8 8 45 W Zweyter Einwurf und Zweifel. 4 — Wé enn es wahr und gewiß ist, daß den Schnecken statt der abgeschnit⸗ ardi⸗ tenen Köpfe neue wachsen; warum will es Manchem bey allen ‚ 4. wiederholten Versuchen nicht ein einzigesmal glücken? Wer soll hier zam, Schiedsrichter seyn, und welchem Angeben von Ja und Nein ist zu 4 i0 ge⸗ glauben? l⸗· 14 e/ De⸗ 4 Antwort. 4 .* 8E 5 1 ist an sich beydes zu glauben, nämlich daß in diesem Stücke die 15 lautere Wahrheit gesagt werde, wenn einige sagen, daß es ihnen ö denen gelungen; und wenn andere sagen, daß es ihnen nicht gelungen seye. zöthei— Warum aber eine und eben dieselbe Sache dem einen gelinget, und dem n mie⸗ andern bey seinem besten Willen und der größten Unpartheylichkeit ö ö Mes⸗ schwer, selten, und oft gar nicht gelinget; davon kann bey verschie—⸗ 5 Vwas denen Personen mehr als eines die Ursache seyn, und welches denen⸗ ——9H8 jenigen von selbst beyfallen wird, welche das Verschiedene der Men— schen kennen. Eine einige wirkliche Erscheinung und Bevbbachtung in* huen ö der Natur behält ihre ausgemachte Richtigkeit, und bleibet wahr; ö Ate? wenn sie auch diesem und jenem anfänglich nicht offenbar werden, iten* sondern eine zeitlang verborgen bleiben sollte. niht. Diritter Einwurf und Zweifel. iden Souet es nicht ein offenbarer Widerspruch zu seyn/ daß Schne⸗ ü⸗ cken ohne Kopf und Mund auch so gar fressen, die Blätter be⸗ ö Hesen nagen, und sich nähren sollen? hur; Antwort. W9— W dieser Einwurf blos ein Scheinwiderspruch seyn soll, so habe 8 ich nichts dabey zu erinnern; aber ein offenharer und wirk⸗ ö V ö 5 3 licher 0 46 licher ist er vieleicht doch nicht. Wie vieles haben unsert Tage in der Natur als richtig und wahr entdecket und erwiesen, das unsern Vor⸗ fahren nicht nur Widerspruch und Unmöglichkeit schiene, sondern als dergleichen wirklich mit dem größten Eifer und einer physikalischen Verketzerung ausgegeben worden ist. Man erinnere sich nur, wie es hergieng, als man die Entdeckung machte, daß gewisse lebendige Ge⸗ schöpfe, ohne ein zweytes dazu nöthig zu haben, sich von und aus sich selbst fortpflanzeten; daß aus andern Thieren die Jungen, wie Zweige, Blätter und Knospen an Bäumen, heraus wüchsen, und daß eben diese letzteren Thiergen durch kein Zerschneiden und Vervielfältigen ihrer Theile könnten getödtet und vernichtet werden, sondern aus jedem Theile einzelue und vollkommene Thiergen entstünden. Wie gros war nicht die Anzahl derer, die hiebey anfänglich schrien: Widerspruch! Schwachheiten! Blendwerk! Würde sich aber in unsern Tagen der nicht lächerlich machen, der diese Sprache itzo noch führen wollte? Die Pflicht eines, auch bey natürlichen Beobachtungen gewissen⸗ haften, Naturforschers ist: die Sache so anzugeben, wie sie ihm die Na⸗ tur sehen lässet und offenbaret. Ob es aber mit den schon bekannten Sätzen, Beobachtungen und Erfahrungen übereinstimmet, in seinen Ursachen klar oder dunkel oder wohl gar unabsehlich ist? das muß ihm nicht befremden, noch irre machen. Wie viel schöne Naturgeheimnisse wären uns auf immer verdeckt und verborgen geblieben, wenn man nicht eben in unsern neuern Zeiten angefangen hätte, die Natur blos aus der Natur kennen zu lernen, und ohne angenommene und voraus⸗ gesetzte Sätze sich von ihr selbst belehren zu lassen! Ich muß es also voritzo auch mir gefallen lassen, wie man das, was ich in dem dritten der ersteren Versuche von den angefressenen Blättern vorgebracht habe, beurtheilen will. Daß ich nichts als die Warheit gesaget habe, dessen bin ich mir bewußt. Vier⸗ ——— d her ne el ul Thler 9en Y Mah wal S IK ligen Wie hoch unge His lkte V Harnt Hadi il h. der Vor⸗ Mals schen hie es Ge⸗ Isch eige/ diese ihter jedem 5war ruch! Lagen lte? vissen⸗ e Na⸗ aunten seinen uß ihm imnisse n man ur blos voraus⸗ nan das/ sresenen tr als die Vier— &Vv 0 8 47⁷ Vierter Einwurf und Zweifel. HDoa an Schnecken der Hintertheil, die Fühlhörner, und etwas we— niges des Kopfes nach dem Abschneiden wieder wachsen und sich verneuern soll; das mögte endlich zuzugeben seyn. Allein den gan— zen und völligen Kopf, worinnen doch, nach der Zergliederung der Thiere, die zum Leben wesentlichsten und nothwendigsien Theile zu lie⸗ gen pflegen, abschneiden, und doch fortleben, gesund bleiben, kein Magerwerden noch Abzehren gewahr werden; das heisset einmal etwas wider alle Regel, Ordnung und Erfahrung vorgeben. Antwort. S o bald sich in der Natur etwas, als wirklich, zeiget und darstellet; so muß ein vernünftiger, und in seine Meynung, Wissenschaft und Kenntnis nicht verliebter, Naturforscher die Hand auf den Mund legen, bewundern, den Schöpfer der Natur anbeten, und ausruffen: Wie viel weis ich, bey allem meinen vermeynten Wissen, noch nicht! So mache ich es bey nenen Entdeckungen und Beobach— tungen in der Natur, so von mir und andern geschehen; und weiters weis ich auch vor der Hand auf erstgemeldeten Einwurf nichts zu ant— worten. Fünfter Einwurf und Zweifel. Woen die Schnecken, nach dem Abschneiden der Köpfe, Hinterlei— ber und Fühlhörner, fortleben; so ist keine Ursache vorhanden, warzm nicht auch gleiches Fortleben erfolgen sollte, wenn dieselben ge— nau in der Mitten, und also in zwo gleiche Theile durchschnitten wer— den. Gleichwohl ist diese Zertheilung diejenige, die von allen, die es ver⸗ versucht, als tödtlich angegeben wird. Es mag also auch mit jenem Fortleben so ausgemacht noch nicht seyn! Antwort. ch muß zwar gestehen, daß auch bey mir von allen Schnecken, die — ich bishero in der Mitten zerschnitten habe, keine fortgelebet hat. Allein, um deswillen wollte ich doch die Möglichkeit der Sache selbst nicht läugnen. Versuche von der Art, wenn sie gelingen sollen, hän⸗ gen oft von solchen Kleinigkeiten und besondern Handgriffen ab, die insgemein nur durch ein bloßes Ohngefähr getroffen werden; von da aber alle vorige Schwürigkeiten und Misgriffe aufhören. Wenigstens hat mir derjenige, dessen ich in der Vorrede zu den ersteren Versuchen unter dem Namen von Ried gedacht habe, versichert, auf seinen Rei— sen von Jemanden gehöret zu haben, daß die von ihm der Länge nach zerschnittene Schnecken nicht nur fortgelebet, sondern so gar die beyden an einandergelegten Theile nach und nach wieder zusammengewachsen 90 wären. Wie unglaublich scheinet dieses zu seyn. Und doch——! —..———ĩ——ν‚. ——————————————— *—— 9 Nachtrag . zu den vorigen Bersuchen. / —7 rt + + — ave 14474 vi *5 Binde —es N * IHiS n — V * * en V 9 dri VV* — VMe I — Wi Vorberieht. Vorbericht. auszuerzählen und das diesfalls Zurückgebliebene zu er⸗ 2 gänzen. Werden also dermalen gleich keine neuen Versuche, so wird doch dessen genug vorkommen, welches unvermutet seyn, Verwunderung erwecken, und zu weiterm Nachdenken der unergründlichen Geheimnisse und Werke der Natur Anlaß geben wird. — 2* V 1348— 5 + +** 61 Zuerst werde ich die Geschichte einiger der erstern und fernern Versuche so anführen, wie sie von Zeit zu Zeit mir bemerkkt worden ist; und so dann werde ich diese meine ersuche mit Erdschnecken durch einige allgemeine Anmer⸗ kungen beschliessen. Nach⸗ —T————————————————————9——————— ————— N. lchsen Vude en N den Wor Mro zu et⸗ he, so et seyn, en der Anlaß rn und it mie meine lnmer⸗ Nachtrag zu dem achten, eilften, zwölften, dreyzehenden und vierzehenden Versuche. Achter Versuch. N.den sich die Gartenschnecke des achten Versuches(H) am November des vorigen Jahres mit ihren zweyen halbge— wachsenen Fühlhörnern, und der noch nicht völig verwachsenen Wunde des Kopfschnittes, unter die Erde begeben hatte, und am roten November beym Ausgraben mit verschlossenem Deckel gefun— den worden war( so kam sie in der Mitte des Aprils dieses Jahrs von selbst wieder aus der Erde zum Vorscheine. 86 G 3 Man (O Erstere Versuche Seite 18. 8 renkre Versuche Seite 3r. 32. Tab. IV. Fig. I. ISIerrttt....—..— — ——+——— 54 *—. Nan sahe nicht ohne Verwunderung, daß sich in der Winter— W die beyden obern Fühlhörner an ihr mußten angesetzet und bey dem Herauskriegen so, wie etwan bey den Zweyfaltern geschiehet, schnell entwickelt haben. Wenigstens fand man an dieser Schnecke gleich das erstemal nebst den untern Fühlhörnern auch die obern Fühl hörner halb ausgewachsen. Tab. VI. Fig. I. b. b. Und was die Wunde des Kopfschnittes betrift, so war dieselbe zwar noch kenntlich, doch nicht mehr so glänzend und glatthäutig, wie da— mals, da sie unter die Erde gegangen war, sondern nunmehro mit kleinen warzenähnlichen Knöpfen überzogen, und die sich unter der Vergrösserung wie die andern warzenähnlichen Knötgen und Schup⸗ pen zeigeten, womit die ganze Oberfläche dieser Schnecken über— decket ist. Tab. VI. Fig. I. a. Von der Zeit an nahmen nicht nur die obern Fühlhörner an Länge, sondern auch der warzenähnlichen Erhöhung, der Anzahl und Größe nach, dergestalt mehr und mehr zu, daß endlich gegen Ende des Maymonathes diese Schnecke an Kopf und Fühlhörnern sich völlig ergänzet hatte, und von der Wunde des Kopfschnittes nicht das mindeste mehr zu erkennen war. Tab. VI. Fig I. b. b. Eilfter Versuch. Wosch sich während der Winterruhe mit der Gartenschnecke des ach⸗ ten Versuches, wie erst gemeldet worden ist, zugetragen hatte, das hatte sich fast auf gleiche Art mit der erstern Weinbergs— schnecke des eilften Versuches ereignet. Diese hatte sich ebenfalls mit den ausgewachsenen zwey untern Fohlhörnern und der noch sichtbaren Wunde des Kopfschnittes in den ersten Tagen des Novembers des vorigen Jahres unter die Erde Hede Mige sch e Hte; Relche Msbeh 0 Binter⸗ iud bey hiehet, chnecke obern d was r noch ie da⸗ ro mit ter der Schup⸗ ber⸗ ner an Anzahl gegen örnern Hhittes . b. des ach⸗ etragen. Ubergs⸗ untern sittes in ster die 55 Erde begeben 3( und nunmehro den gten April dieses Jahrs brachte man mir selbige, da sie sich eben aus der Erde gegräen hatte, in folgender Gestalt zu Gesichte. Die obern Fühlhörner waren halb ausgewachsen, Tab. VI. Fig. III. b. b., doch so, daß das linke Fühlhorn dünner und kegelför— miger, das rechte aber dicker und walzenähnlicher zu seyn schiene. Die Wunde des Kopfschnittes war aber bey nahe eben noch so kenntlich, glänzend und glatthantig, wie zu der Zeit, da sie sich in ihr Haus ver⸗ schlossen hatte und unter die Erde gekrochen war. Tab. VI. Fig. III. a. In den ersten Tagen des Mayes sahe man die obern Fühl⸗ hörner nur ein Drittheil noch unausgewachsen, jedoch beyde der Dicke und Gestalt nach nunmehro einander gleich. Tab. VI. Fig. IV. b. b. Und auch die Wunde des Kopfschnittes hatte ihr glänzendes und glatthäutiges Ansehen verloren, und war dagegen mit zarten warzenähnlichen Knöpfgen übersfätt. Tab. VI. Fig. IV. a. Zwölfter Versuch. HDa ich einer Weinbergsschnecke, welcher der abgeschnittene Kopf mit seinen Fühlhörnern und übrigen Theilen schon einmal wieder vollkommen gewachsen war, am siebenden November des vorigen Jahrs zum zweyten male den Kopf abgeschnitten und sie sich einige Tage darauf an die Wand des Zuckerglases angeleimt hatte;( so gieng mit ihr den ganzen Winter hindurch, während welcher Zeit sie in einem ungeheizten, doch nicht gar kalten, Zimmer aufbehalten war, keine Veränderung vor. In (O Fernere Versuche Seite 32. Tab. IV. Fig.I. E Fernere Versuche Seite 8. 9. 10. Tab. V. „ 4 * ** V I H 5 D² 5*———.—— 6— ⁰ E—0 In der Mitte des Aprils dieses Jahrs, nachdem die andern Schnecken in meinem Garten aus der Erde wieder zum Vorscheine kamen, machte ich auch diese 32— erke vom Glase loos, und legte sie auf ein Gebäth Winte 3.6 innat. Den andern Tag fand ich sie ausser ihrem Hause. Ich mücht sie aber mit bloßen Augen oder unter der Vergrößerung noch so sehr besehen; so konnte ich den⸗ noch nicht das geringste gewahr werden, wodurch sie in ihrer Winterruhe sich verändert oder etwas von einem wachsenden neuen Kopse angesetzet hätte. Und so lebte sie unveränderlich fort bis auf den zoten Junius. An diesem Tage merkte ich an dem Gewühle der Erde, daß sie sich mösse darunter verborgen ha ben; ich zeichnete den Ort, und ließ sie bey 14. Tage ungestöhrt in ihrer Ruhe. Als ich sie aber am voten Junius aus der Erde wieder auszugraben befahl, fand man solche todt, und ihr Haus mit einer Menge ganz junger Tau⸗ sendfuße angefüllet. Dieser mislungene Versuch konnte mir nicht anders als un⸗ angenehm seyn/ und dies um so mehr/ weniger ich wissen konnte, ob dieser Umstand sich aus zufäligen Ursachen zugetragen hatte, oder ob wirklich bey allen Schnecken nicht mehr als einmal der Wuchs eines neuen Kopfes zu geschehen pflege? Dreyzehender Versueh. Se sonderbar der mit einer Weinbergsschnecke im October des vorigen Jahrs gemachte dreyzehende Versuch darinnen zu seyn scheint, daß die Schnecke, nachdem sie einen Monat ohne Kopf, und ohne die geringste V Zeränderung des abgehn ten Theiles des Leibes, sortgelebet, sich unter die Erde begeben„ und auf die gewöhn⸗ . selben, halh ih 8 lo sll ctbad sherder Hexfal Lab.V 0 W unter d Mhh d M Fon in Am Histe g Jumi Vihhhorn ihgs dick EB.W. dhhilet undern rscheine ud legte Rich sie en oder ich deu⸗ u ihrer neuen Junius. sie sich nd ließ ber am nd man Cau⸗ als un⸗ fonnte/ hatte/ al der her des l seyn Kohf/ des auf die ewohn⸗ —t.— ² gewohnliche Art ihr Haus mit einem Deckel ber schlossen hatte;() so sonderbar war nicht weniger das Aussehen und die Gestalt der⸗ selben, unter welcher ich sie am zten May dieses Jahrs alsser⸗ halb ihrem Hause wieder vorfand. Tab. VII. Fig.I. Sie hatte einen neuen und vollkommen ausgewachsenen Kopf; und auch so gar die Wunde desselben war zemlich verheilet, nur noch etwas weniges davon sichtbar und mit warzenähnlichen Knöpfgen überdecket, Tab. VII. Fig. I. a. Die untern Fühlhörner hatten ebenfalls bis auf ein weniges ihre ordentliche Gröhe und Gestalt Tab. VII. Fig. I. c. c. Nur die obern Fühlhörner giengen noch ab, jedoch zeigten sich an dem Orte, wo sie sonst zu stehen pflegen, unter der Haut ein paar schwarze Pünktgen, als der erste innere Ansatz derselben. Tab. VII. Fig. VII. b. b. Nach Verlauf 2. Wochen sahe man die obern Fühlhörner schon im Ausbruche, wie kleine Stäbgen. Tab. VII. Fig. II. b. b. Am z8ten May waren die obern Fühlhörner fast bis zur Hälfte ausgewachsen, Tab. VII. Fig. III. b. b.; und in der Mitte des Junius hatten nicht nur die obern Fühlhörner, das rechte Fühlhorn ausgenommen, welches um ein Drittheil kleiner und etwas dicker aussahe, ihre ordentliche Länge und Gestalt, Tab. VII. kig.IV. b. b.; sondern auch die Kopfwunde war nunmehro völlig verheilet. Tab. VII. Fig. IV. a. 5 Vier⸗ ( Fernere Versuche Seite 36. 37. Tab. V. Fig. I. ——— ** * * 38 13 Mst Vierzehender Versuch. th U* allen Versuchen, so ich mit Schnecken gemacht habe, ist +3 mir keiner ausserordentlicher vorgekommen, als der vierze— 10 170 hende.( ö 19(1 Hier wuchs statt des abgeschnittenen Kopfes zwar ein anderer, aber ohne Fühlhörner; und mit diesem neuen fühlhörnerloosen 2110 ö Kopfe gieng sie auch in ihr Haus und mit einem verschlossenen ö vf Deckel unter die Erde.( fa. ö* Allein, ob sie gleich mit eben diesem underändertem Kopfe in 65 der Mitte des Aprils dieses Jahrs aus der Erde zum Vorscheine 0 kam, und bis zum oten Junius fortlebete; so hatte sie doch am Ende dieses Monates das nämliche Schicksaal, als die Schnecke des ö zwölften Versuches.(E) Man grub sie todt und vermodert aus O der Erde. * Maeln ö 16 rit! Schlußanmerkungen. nil Erste Anmerkung. r, x Urr. Tage und Zeiten mögen nach verschiedenen Gesichtspunkten J der seyn und scheinen, was und wie sie wollen; so haben sie doch Nn ö ů dieses vor allen vorigen Jahrhunderten ohnlängbar zum voraus, Leaschn daß in denselben sich solche Dinge in der Naturkunde entwickelt Naner haben und entdecket worden sind, die nicht nur unsern Vorfahren dich gänzlich unbekannt waren und ihnen als Fabeln vorgekommen seyn ů eiß würden, sondern die selbst bey grosen und gelehrten Männern I J unserer yrsille (O Fernere Versuche Seite 38. Tab. V. hung () Tab. V. und Fig. II. III. hchwe Stite 506. * „ — ö—— +ìDππ⁰⁰nꝛteumemmm-ag — be, ist vierze⸗ nderer, krlobsen Losenen opfe in kscheine mEnde ske deö ert gus unkten sie doth voraus, lwickelt kfahren on seyn annern Ihserte ——— * 168 ———2 ——— 39 unserer Zeiten anfänglich keinen Glauben gefunden haden, sondern bestritten worden sind. Ein Unbekanater rechnete em Anfange dieses Jahres mit allem Rechte dasjenige hieher, was von Bienen und Schnecken nunmehr erwiesen und ausser allem Widerspruch ins Licht gesetzet ist. Und wer weis, wie weit diese Entwickelungen und Entdeckun⸗ gen noch gehen werden, und was uns und unsern Nachkommen dießfalls noch weiters vorbehalten ist, so fern wir und sie auf dem eingeschlagenen Wege, die Natur durch Beobachtungen ohne Vorurtheil und ohne vorangenommene Meynungen und Sätze kennen zu lernen, fortgehen werden! Zwote Anmerkung. Dor die Schnecken Zwitter seyn, und daher ihre Zeugung und Fortpflanzung in der Thiergeschichte eine Ausnahme von der Regel machen sollen; dieses ist nach Swammerdãmen bisher/ als richtig und erwiesen, angenommen lworden. Und doch erinnere ich mich nicht nur, daß ein gewisser Gelehrter mir schon vor Jahr und Tage seine dießfalsigen Zweifel, und das Gegentheil bemerkt zu haben, zuschrieb; sondern ich fange selbst an nach dem, was mir bey der bisherigen Behandlung der Schnecken vorgekommen ist, daran zu zweifeln. Warum sind, zu einem Beyspiele, einige Erdschnecken, mehr und weniger, schwarz; die andern, mehr und weniger, weiß? Warum sind jene allezeit kleiner, diese größer und dicker? Warum habe ich bey den schwarzen nie Eyer, bey den weißen aber dieselben in Menge gefunden, wenn ich derselben eine große Anzahl in zwey besondere Gläser, die mit etwas Erde angeflillet waren, verwähret habe? Sollte sich nicht aus der Ver— gleichung mit andern Würmern und Insecten fast schließen lassen, die schwarzen und kleinern mögten die Männgen, die weißen/ 2 größern 6⁰ 88 28⁰8 grüßern und dicken aber die Weibgen seyn? Jedoch, ich getraue mir hierinnen noch nichts zu bestimmen, sondern will dieses blos, als einen Einfall, so hingeworsen und bey Näturkündigern damit Anlaß gegeben haben, der Sache tiefer auf den Grund zu sehen. Es hat gar oft ein anfänglich ohngefährer Zweifel an Dingen, die Jahr— hunderte hindurch als Warheiten gegläubet und behauptet worden sind, zu den schönsten Entdeckungen den Stof gegeben! Dritte Anmerkung. Moch immer scheinet es ein undurchdringliches Geheimniß zu * seyn, daß Schnecken nicht nur ohne Köpfe fortleben, und ihnen neue Köpfe anwachsen; sondern daß auch diese ihre Ergän⸗ zung und dieser neue Anwachs so wohl der Zeit, als der Gestalt nach, wie sonderlich aus diesem Nachtrage zu erkennen ist, so gar verschieden und abweichend erfolget. Ich bin bis itzo so glücklich nicht gewesen, ⸗hievon etwas gründliches zu bemerken, und bestimmen zu können. Vieleicht ist diese Einsicht einem andern vorbehalten. An natürlichen Ursachen ist wohl nicht zu zweifeln, aber welche sind sie? Vierte Anmerkung. Sode vieleicht die Zerstümmelung der Schnecken, und auch der ö Verlust ihrer Köpfe, dieselben selbst an der Zeugung, Fort⸗ pflanzung, und Ausschüttung ihrer Cyer nicht hindern? Mir kommt es wenigstens als etwas besonders vor, daß, da sich in meinem Garten, ehe ich mich mit Zerschneidung der Schnecken abgegeben habe, nie Weinbergsschnecken aufgehalten, dieses Jahr hingegen solche junge Schnecken nicht wenige zum Vorscheine gekom⸗ men sind; ob gleich auch nicht eine alte, ohne Zerstümmelung, in denselbigen gesetzt worden, oder sonst gekommen ist. Fünfte i huft Iun Ilo e Aset lhen Hher x u sbe. Wiichth Helsch: Iur E sile rahe mit losd, als it Anlaß Es hat Jahr⸗ worden mniß zu n/ und Ergän⸗ Gestalt so gat lülich uimmen halten. welche ich der Fort⸗ Mit ich in uecken Jaht Hekom⸗ 0/ in 5 Fünfte Anmerkung. Woe es nicht eine schöne Unternehmung, wenn sich Jemand vorsetzete, eine Geschichte einheimischer Schnecken, so wohl was ihre Häuser und Schaalen, als was ihre thierische Gestalt be⸗ trift, in ausgemahlten Kupferstichen zu liefern? Warum bleibet man dießfalls nur bey ausländischen Schnecken und Schaalen stehen; und leget sie in die Naturaliencabineter? Die Einheimischen sind dieser Ehre gewis nicht unwürdiger. Ich habe zu solchen Mahle-⸗ reyen diesen Sommer selbst den Anfang machen lassen, und kann über dreyßig Arten solcher einheimischen Erd— und Wasserschnecken, darunter manche sehr schön gebildete und gezeichnete sich befinden, aufweisen. Allein„ ich habe auch in Ansehung der starken Ab— weichung der Bildung und Zeichnung derselben eine solche oftmalige Verschiedenheit gefunden, daß ich zweifelhaft geworden bin, ob es nur Spielarten, oder besondere Gattungen sind, und wird noch einer weitern und längern Beobachtung bedürfen, ehe man davon etwas wird ausgeben und öffentlich bekannt! machen können. Erklärung der Kupfertafeln. Erste Tafel. Fig. I. Eine nackende Gartenschnecke, in ihrer unverletzten und nathrlichen Gestalt. a. der Kopf. · b. b. die obern und größern Fühlhörner. c. c. die schwarzen Knöpfgen auf den größern Fühlhör— nern, oder die Augen. d. die untern kleinen Fühlhörner. der Brustschild, oder die Brustdecke. der Hals. der Hinterleib. die Schwanzspitze. +. Fig. I. Dergleichen Schnecke mit abgeschnittenem Kopfe, und wie der neue Kopf zu wachsen anfängt. a. der gezackte Ansatz des neuen Kopfes. b. zwey schwarze Knöpfgen, als der Ansatz der obern Fühl⸗ höorner. c. der zerrissene Brustschild. Fig. III. Die vorige Schnecke, mit neuen obgleich noch nicht aus⸗ gewachsenen Fühlhörnern. a Fig. IV. Eine Schnecke mit abgeschnittenem Kopfe. a. der abgeschnittene Kopf. b. der abgestutzte Halstheil. V. I. 55 E 0 I ² Fig. V. Die vorige Schnecke. a. der Ansatz des neuen Kopfes. . 7 b. der Ansatz des neuen Halses. Fig. VI. Die vorige Schnecke. ö a. die neugewachsenen Fühlhörner. b. der neuge 8. er neugewachsene Hal 9 Zwote Tafel. ö lhlhöͤr⸗ ů Fig I. Eine nackende Schnecke mit abgeschnittenem Hinterleibe. ö a. der abgestutzte Hinterleib, und wie er sich nach der Hei⸗ lung gefalten zeiget. Fis.-H. Die vorige Schnecke. a. die neugewachsene Schwanzspitze, und wie sie noch un⸗ gefärbet ist. 4 dtie I. Eig. III. Eine nackende Schnecke, wie ihr statt des abgeschnittenen 12 Hinterleibes ein nener, nebst der ordentlichen gefärbten Schwans⸗ spitze, gewachsen ist. Höͤhl⸗ Fig. IV. Eine Gartenschnecke mit buntscheckigtem Gehäuße, mit ah⸗ ö geschnittenem Kopfe, und wie ihr ein neuer Kopf zu wachsen an⸗ fänget. das Gehäuße. der stark ausgestreckte Hals. der rundlich zulanfende abgestutzte Theil des Halses. der herzfürmige neue Kopftheil. t A⁸ 8— — — kig. V. Eine dergleichen Schnecke mit abgeschnittenem und noch . ö nicht gänzlich verheiltem Kopfe. fis a. das *+& 2 +4 a. das Gehäuße. b das Merkmaal des Schnittes. C. der abgestutzte Hatstheil. Fig. VI. Eine dergleichen Schnecke mit abgeschuittenem und nun⸗ 15„ ¶ mehr neugewachsenem Hinterleibe. . a. der neugewächsene Hinterleib, oder die neue Schwanz⸗ spitze. Dritte Tafel. Fig. I. Eine Weinbergsschnecke, mit abgeschnittenem und neuge⸗ wachsenem Kopfe. a. die noch sichtbare Wunde des abgeschnittenen Kopfes, oder das Merkmaal des vorigen Schnittes am neuen Kopfe. b. das neue und fast ausgewachsene untere und linke Fühl⸗ ö horn. c. das neue und noch unausgewachsene untere und rechte Fühlhorn. ö Fig. II. Dergleichen Schnecke mit abgeschnittenem Kopfe. 4. der abgestutzte Theil, und wo der Schnitt noch ungehei— ö let und sichtbar ist. Fig. III. Die vorige Schnecke, mit dem Anwuchse des neuen Kopfes. a. die ehemalige Wunde oder das Merkmaal des Schnittes. b. b. der Anfang der neuen und untern Fühlhörner. . ö Fig. IV. Die vorige Schnecke mit dem neuen Kopfe und drey Fühl⸗ hörnern. a. die ehemalige Wunde, oder das Merkmaal des Schnittes. b. das linke und völlig ausgewachsene Fühlhorn. c. c. die zwey untern und noch nicht vollkommen ausge⸗ wachsenen Fühlhörner. Vierte Hg. Nꝑ. 8 6 Vierte Tafel. ud nun⸗ 4 Heig. I. Die eine Weinbergsschnecke des eilften Versuches, wie anitzo das rechte Fühlhorn dem linken gleich gewachsen; der chwanyn⸗ I. Schnittz oder die Wunde, aber noch immer sichtbar ist. ö ö a. der vordere Theil des Kopfes. ů b. b. das rechte und linke untere Fühlhorn. c. der noch unsichtbare Schnitt, oder die unverheilte neuge⸗ Wunde. 5„ oder Fig. II. Eine Weinbergsschnecke mit halbgewachsenen neuen Fühl⸗ 14 Kopfe. hörnern. Jühl 3. der vordere Theil des Kopfes. b. b. die unteren Fühlhörner. nachte ö 2 c. c. die oberen Fühlhörner. Fig. III. Die vorige Schnecke mit neuen und völlig ausgewachse⸗ gehei⸗ nen Fühlhörnern. a. a. die unteren Fühlhörner. neuen b. b. die oberen Fühlhörner mit ihren schwarzen Pünct⸗ ö gen. f74 ittes. Fig. IV. Die eine Gartenschnecke des achten Versuches, mit 0 zwey halb ausgewachsenen Fühlhörnern, und der noch unver— Zühl. heilten Wunde des Schnittes. a. der vordere Theil des Kopfes. ittes.* b. b. die untern halb gewachsenen neuen Fühlhörner. . 6. die unverheilte Wunde des Schnittes. husge⸗ ö ünste iette 2—8 — 981 ι 66 0⁰ 2221 8 Fünfte Tafel. Fig I. Eine Weinbergsschnecke, welcher der Kopf senkrecht weg⸗ geschnitten ist. a. der senkrechte Schnitt an dem obern wulstähnlichen Theile. b. der Schnitt an dem untern sußähnlichen Theile. Eig. I. Eine Weinbergsschnecke, an welcher, stat des abgeschnit⸗ tenen Kopfes, der untere fußähnliche Theil aufs neue ge⸗ wachsen ist, und sich verlängert hat. a. der verlängerte und neu gewachsene Theil, wie sol— cher über die unverheilte Wunde des oberen wulst⸗ ähnlichen Theils aufgeschlagen ist. 5 Fig. II. Die vorige Schnecke, wie sich nunmehro die Wunde des oberen wulstahnlichen Theiles verheilet; dieser Theil aber selbst verlängert hat. a. der neue verlängerte und gerad ausgestreckte obere wulstähnliche Theil, oder der vollkommene neue Kopf ohne Fühlhörner. Seehste Tafel. Fig. I. Die Gartenschnecke des achten Versuches. a. der noch etwas sichtbare Schnitt, oder die noch kenn⸗ bare Wunde des Kopfes. b. b. die beyden halbausgewachsenen obern Fühlhörner. e Fig. II. Die vorige Gartenschnecke mit den sich ergänzten und vollkommen ausgewachsenen Fühlhörnern, auch der gänz⸗ lich verheilten Kopswunde. 8 V kig Vꝰ Ig. 2⁰ IXX recht weg⸗ 4 lähnlichen eeile. 0 bgeschnit⸗ Heue ge: ö K vie sol· ů Vundt il abek. 47 ö obere Zue 14 * kenu⸗ + Hrwer. nzten ö 222 ganz⸗ x bis 4 8 0 Fig. III. Die eine Weinbergsschnecke des eilften Versuches, mit den untern völig und den obern halb ausgewachsenen Fühl⸗ hörnern, und der noch sichtbaren Kopfwunde. a. die noch sichtbare Kopfwunde. b. b. die halb ausgewachsenen obern Fühlhörner. c. c. die untern gänzlich ausgewachsenen Fühlhörner. Fig. IV. Die vorige Weinbergsschnecke mit sast völlig ausgewach⸗ senen Fühlhörnern, und nur noch sehr wenig sichtbaren Kopfwunde. a. die nur noch wenig kenntliche Kopfwunde. b. b. die sast völig ausgewachsenen obern Fühlhörner. c. c. die völlig ausgewachsenen untern Fühlhörner. 7 Siebende Tafel. Fig. I. Die Weinbergsschnecke des eilfren Versuches, wie sie sich nach überstandenem Winter zum erstenmale gezeiget hat. 2. die noch merkliche Wunde des abgeschnittenen, und nunmehro wieder gewachsenen Kopfes. b. b. die zwey schwarzen Pünktgen des darunter verbor⸗ genen Ansatzes der zwey obern Fühlhörner. Ce. c. die fast völig ausgewachsenen untern Fühlhörner. Fig. II. Die vorige Schnecke, mit den schon aus gebrochenen obern Fühlhöͤrnern. a. die Kopfwunde. b. b. die Ansätze der ausgebrochenen obern Fühlhörner. c. c. die untern Fühlhörner. V rnern unb en vier Jühlhö r, davon das linke v ** — 3 —8 — — —. 2— —— ——— — 2 —— 2 — — * — „ — . IEREEEEETE DDEE I. G. Errruie 296 Lotde t —— —.—.——————j——ñßꝛ————— Vos(Oortlel re 6e . 1—— — qõ!ç444— — —y— S— ——— T lah aant all Ac deen⸗ bn eieh A e 1 1 Mmnnrrannmmmnnnn Räginnaan l Ttaanae meinian Oem 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 L 8 waae Solour 8 Grey Sontrol Chart 33es