. 1 7 7 η‿ .— A 4 — ,— ö uer A nle i t un i 4 Kenntniß ö der clgischen Landwirthschaft, von . J. N. Schwer 3. x Dritter Bänd. 4 e, bey Hemmerde und Schwetschke .. Oit de Mleitun hachtun dushe e e Wo hielt ich Mise ne Ien K. Mässel, in Pei diese dun Lese mit er y shen, dn Acre bode llalin hes an hlinge 0½·W. Shhe eine Whardt S orrede zum dritten Bande. Seit der Erscheinung des zweyten Bandes dieser Anleitung erschienen auch in Frankreich einige Be— obachtungen über die belgische, oder vielmehr flan⸗ drische Cultur, die der Senator Graf François de Neufchateau gesammelt hatte. Ueberdem er⸗ hielt ich durch die Güte meiner Freunde auf einer Reise nach Antwerpen die Memoiren der ehema⸗ ligen K. K. Akademie der Wissenschaften von Brüssel, nebst einigen von dieser Akademie gekrön⸗ ten Preisschriften. Ich gläubte mich berechtigt, aus diesen Quellen zu schöpfen, und das Geschöpfte dem Leser in diesem dritten Bande vorzulegen, da— mit er nicht nöthig habe, sich weit danach umzu⸗ sehen, und alles beysammen habe, was wir über den Ackerbau der Niederlande bis jetzt noch wissen. Ich bedaure freylich, daß mir gegenwärtige Ma⸗ terialien nicht zeitig genug zugekommen sind, um jedes an seinem Platze in dem Hauptgebäude an— zubringen; daher nothwendig in diesem Zusatze ei⸗ nige Wiederholungen mit einfließen müssen, die ohne eine gänzliche Umschaffung der vorkommenden Abhandlungen nicht zu vermeiden waren. Ich 90. a 2 e 1. be dennoch, so viel gebührend geschehen konnte, manches Ueberflüssige weggeschnitten, manches All⸗ zuweitläufige abgekürzt, mänches Irrige, oder was mir es zu seyn schien, in meinen Noten zurecht gewiesen, und manches Dunkle durch eine bessere Zusammenreihung aufgehellt. Ich darf und will also das Gegenwärtige nicht für eine bloße Ueber⸗ setzung gelten lassen. Die flamändischen Schrift— steller überhaupt haben nicht die Gabe der Ge— drängtheit; ihr Ausdruck ist, wie der Ton ihrer Sprache, etwas kalt und schleppend. Es war mir unmöglich, ihn allemal nächzubuchstäbiren; der Leser wird also diese Herren nicht selten durch Uetb meinen Mund mit etwas mehr Herzenswärme spre— 9277 chen hören. Coster zumal, dieser Patriarch der — Urbarmachung öder Lande, war ein eben so schlech— ter Schriftsteller, als er ein vortrefflicher Culti——4 vator war, und wenn meine Leser das Original 310 seiner Abhandlung vor Augen hätten, sie würden 6 mir ohne Zweifel Dank wissen, wenn ich mir eine n zlie größere Freyheit dabey genommen habe. Uebri— gens brauche ich nicht zu sagen, daß ich es mir 1 würde zur Sünde angerechnet haben, eine Hand ö an die Data oder Fakta dieses alten, wohl erfahr⸗ Ruen nen, und als solcher noch nach dem Tode in seinem 1 D Baterlande geschätzten Praktikers zu legen. Ein wenig Schminke präjudizirt der Wahrheit nicht. In Coblenz den Isten im Jahre 181r1.. Mon Tau Veths Inn h a un. Erste Abtheilung. Ackerbau des Departements von Norden.“ Vortrefflichkeit des niederländischen Ackerbaues selbst, nach dem Zeugniß der Engländer S. X Beschaffenheit des Bodens— 4 Ursachen der Fortschritte im hiesigen Ackerbaue— 5 Tabelle eines Pachthofes in der Gegend von Lille— 5 I. Flächen⸗Inhalt— 8 I. Vertheilung der Felder und Fruchtfolge— 10 Zusatz zu letzterem Artikel vom Herausgeber— 16 III. Düngemittel— 29 Aal und menschliche Exeremente— 20 Asche— 21 Abgang an zureichendem Dünger in der Wirth— schaft ö ö— 21 Mangel an Schaafdünger— 23— Dünger mit Oelkuchen— 24 Taubenmist— 2— Werthschätzung des Mistes und Bewerbung um denselben— 25 IV. Feldbearbeitung und Einsaat— 28 a 3 Feld⸗ vI + ·hei un Zutal det Feldbearbeitung für Raps S.28 10 — für Flachs— 29—— — für Kartoffeln— Eul Veränderung des Saamens— 30 4 7 V. Aerndteertrag— 31— 5 — einiger Gegenden in Frankreich in Vergleich mit dem niederlän— I Da dischen— 31 NManie Abschätzung des Ertrags in Gelde— 306 luanwen Rothwendigkeit der Buchführung beym Acker— ö 1 baue— Ddis Sos Berechnung der Einnahme und Aus⸗ 0 gabe— 39 det Aus gabe: di Git Grund- und Staatslasten— 39 Luhe Kosten für Dünger— 40— lu Kosten für Einsaat— 40 à Zug- und anderes Vieh 42 II. Bol Gesinde und Arbeiter,— 42— Haushaltungskosten— 42— Interessen des Capitals— 43 20 Summirung sämmtlicher Ausgaben— 43— J. Steuerabgaben— 44—— Armentaxe— 45— II. Pachtzins—— 46 Ill. Be III. Zehnte— 46 W. de Naturalgrundabgabe ein Uebel— 47 Bar Tyranney in Hebung des Zehntens in manchen Py Gegenden Frankreichs— 23 Ne. IV Interessen— 30 660 Allgemeine Bemerkungen über die Ausgaben— 51 Nn Einnahmer 1—— Viehbenutzung— 54 5 Ertrag der Aerndte— 53 0 To⸗ Total der Einnahme I. Kühe Kölber Buttermilch Schweine Federvieh II. Waizen Bilanze zwischen Einnahme und Ausgabe Unanwendbarkeit des Systems großer Pachthöfe in Flandern Das System kleiner Wirthschaften die Quelle des Reichthums und der Bevölkernng in Flan⸗ dern Die Güte dasigen Ackerbaues schon alt Anhang zu vorhergehender Abthei⸗ lung: I. Lage— Klima des Departements von Norden II. Boden im Bezirke von Dünkirchen im Bezirke von Hatzebrouck im Bezirke von Lille im Bezirke von Cambrai im Bezirke von Avesnes im Bezirke von Douai III. Vertheilung und Werth des Bodens IV. Feldbearbeitung Bearbeitung mit dem Spaten Palotiren Recotiren Gespann Pflugarten V. Säen und Saamen Zeit der Einsaat Behandlung der Saat im Frühjahre a 4 r + ᷓ VII. 81 89 ——————8 VIII——— vI. Aeendte— Zeit S. 94 3 Ertrag— 96 Rehh VII. Brache— 658 VIII. Wiesen und Futterkräuter— 99** IX. Pachthöfe 10. nin .2 Viehstand— 103 I XI. Inländische Fabrikate— 103z 3 0 Aamufel Zweyte Abtheilung. the ud Ackerbau des Departements der Lys. Echaafhu Blühender Zustand der Bevölkerung und des Lurnhe Ackerbaues der Riederlande— 18 Wüe Ursache ihrer heutigen Fortschritte— 109 Ntbed Boden 10 Gaude Fruchtfolgen— 111 ATetwerk Düngemittel, ihre Zubereitung und Anwen——Uvaht dung— 112 Demerd Vortheile hiesiger Cultur— 115 V Wirthschaftstabelle eines Pachthofes beyy Menin— 116 Holder Erklärung der Tabelle— 110 Düngung mit Oelkuchen— 118 Erstaunliche Vermehrung der Rockeneinsat— 119 Gege Reiner Ertrag für den Pächter sehr geringe 120 Ultivirte Dritte Abtheilung. IMi Vore Ackerbau des Departements der Schelde. 1— * E Lultu Größe— Lage— Bevölkerung— 123 V Viehanzahl— 123. Fock Boden— 124 H Ueber Experimentalpachthöfe— 126 H1 u Erster Abschnitt. Ge Allgemeine Betrachtungen. Nun 3.— ö ö Frr Bewährte Güte hiesiger Praxis— 28—2. ö IV. Oal Ehe⸗ —————ß—ß— X⅛——⅛— ⅛——xx—⅛———— 88 EEE EE e r Ehemaliger Zustand des Bodens Handel und Manufakturen die Quellen des ver— besserten Ackerbaues in Flandern Größe und Bevölkerung Eintheilung des Bodens im Ganzen Ertrag des Bodens überhaupt Vieh und Dünger Kartoffelbau, sein großer Werth Kühe und Schweine Schaafzucht S. ——— p?p5p .— I ũ0—— —— Eigenthümer finden hier wenig Vortheil, den Ackerbau selbst zu treiben Pachtbedingnisse Gebäude Ackerwerkzeuge Auswahl des Saamens Bemerkungen über den ehemals holländischen Theil dieses Departements Polder Zweyter Abschnitt. * IX 129 130 132 133 134 138 139 142 142 144 146 147 150 153 153 155 Gegenstände und Art hiesiger Cultur. Cultivirte Gegenstände überhaupt I. Waizen Worauf man ihn folgen läßt Cultur und Ertrag Berechnung des Waizens zum Brodtbedarfe II. Rocken 60 ö Worauf er folgt Cultur und Ertrag III. Gerste Jäten derselben Ertrag IV. HPafer B 156 158 158 159 160 162 162 163 163 164 164 165 V. xX— ö VII. Bat V. Buchwaizen S. 166 D VI. Klee— 167 Rar Hanfwürger, Feind des Klees— 167—6 Einsaat— 169 Ertrag— 170 W VII. üben— 171 Duntl⸗ Siadi elrüben, Cultur— 172 Beutbe Werth und Ertag 17 Iann VII Mohren und Pastinaken— 173 Saame May⸗ oder Brachmöhren— 174— Verpfe Mäͤrz- oder Stoppelmöhren— 175 Behact Werth der Pa mümaken— 176 dernete Werth der Möhren— 177 Aerndt IX. Kartoffeln,—— Wichtigkeit— 178 rocne Ihr Anbau darf den des Getreides nicht ein⸗ Verth schränken— 178 Sane Cultur und Ertrag— 179 W Roch nicht lange bekannt im Departement M. Do odon Norden 180 Erste Kartoffeln im Departement der Schelde— 180 X. Pferdebohnen— 181 XI. Wicken, Erbsen, weiße Bohnen— 182 X. Arene d5—.— 184 Uwas 0 Bereitung des Bodens— 184 Huuptaes Saamen und 01 äezeit— 185 80 Ertrag—86 druchtwe XIII. Hanf— 17 ö XIV. Ra ps.— 187 4 Fabrizirung zu Oe el— 189 Uhthe Mohn— 190 ö XV. Krapp— 190 r hunth Verarbeitung zu Krappmehl 57 Kosten und Ertrag— 193 t XVI. Hache m..* EN S RE XI XVI. Wau S. 194 XVII. Hopfen ö— 195 Handel damit kömmt in Verfall— 195 Cultur und Ertrag— 19 XVIII. Tabak— 198 Boden, der dafür geeignet— 199 Bearbeitung und Düngung des Bodens—5— Pflanzschule— 28 Saame— 202 Verpflanzung— 203 Behacken und Begießen— 203 Fernere Wartung— 204 Aerndte— 205 Trocknen der Blätter ·— 205 Werth— 206 Saamenerzielung— 206 XIX. Spörgel— 207 XX. Door und Senf— 208 Dritter Abschnitt. Fruchtwechsel. Etwas über die Lehre vom Fruchtwechsel— 209 Hauptgegenstand des⸗Fruchtwechsels an der Schelde.— 245 Fruchtwechsel zwischen zwey Flachsärndten auf gutem Boden auf mittelmäßigem Boden— 219 Fruchtwechsel im Waeslände— 221 im Lande von Termonde— 221 im Lande von Hulst— 222 Feldeintheilung eines Pachthofes auf der Insel von Cadsand— 223 Brache in dem holländischen Flandern— 224 XII Vierter Abschnitt. Düngemittel und Branntweinbrennereyen. Stalldünger S. 226 Jauche F Oelkuchen— 227 Menschliche Exeremente— 227 Alle Arten von Asche ö— 22 Abwurf der Fleischerhallen— 229 — vom Fischwerke— 229 — von Leder⸗, Hut⸗, Leim⸗Fabriken— 229 Ausgabe für auswärtigen Dünger— 230 Dünger durch Branntweinbrennereyen— 230 Nutzen der Bränntweinbrennereyen für den Ackerbau— 231 Anfang der Brennereyen in Flandern— 232 Unterschied zwischen der holländischen und fla— mändischen Fabrizirung des Branntweins— 233 Abgaben von den Branntweinbrennereyen— 234 Anzahl der Branntweinbrennereyen, und Quan⸗ tum ihrer Fabrikate— 235 Feuchtigkeit des Klimas in Flandern— 236 Verdienste der Niederländer in der Bewerbung um Dünger— 237 Fünfter Abschnitt. Viehzucht. Kurze Geschichte derselben— 238 ö Pferde* 241 Gestalt und Farbe— 241 Anzahl— 242 Landschaftliche Stutereyen— 242 Horn⸗ — n::; eeneee:i éY IFIIIIP) 2—2.———— 4 ü———.R äSSISIIxxxxITT—s,8,‚ Hornbie Luuht Mutel, Vehnat Gakauch Bchandiu Hdberzut Gerbereh Leimfabei Esel u Schaaf Bechy Sc Schwei Grunds des Vi V Manleic teh Chem Einleitu Untersut Untersu u ltersu di —— ⏑—— — Hornvieh S. 245 Anzahl— 245 Mittel, es zu ernähren— 246 Viehmast ö— 246 Gebrauch der Milch— 246 Behandlung des Hornviehes— 247 Kälberzucht und-Mast— 249 Gerbereyen— 250 Leimfabrizirung— 251 Esel und Hunde— 251 Schaafe ö— 252 Beschwerlichkeit ihres Aufkommens an der Schelde— 252 Schweine— 253 Grundsätze über das Verhältniß des Viehstan— des zum Ackerbaue— 253 Ihre Anwendung auf das Departement der Schelde— 253 Vergleichung in dieser Rücksicht zwischen dem Departement der Schelde und dem al— ten Frankreich— 254 Vierte Abtheilung. Chemische Zergliederung mehrerer Bodenarten. Einleitung— 257 Erster Abschnitt. Untersuchung des Bodens in den Poldern 260 Untersuchung des Bodens zwischen Antwerpen und Mecheln— 265 Untersuchung des Bodens in den an die Cam— pine gränzenden Distrikten derselben Ge— gend ů— 270 Unter— des gelben Sandes des Eisensteins Pise, die ũxIv—— n Untersuchung des Heidebodens S. 1e die Zergliederung des weißen Sandes— 280 hah des grauen Sandes— 281 nien des braunen Sande— 283 Lichi Nottheile d Zweyter Abschnitt. Ruerne und Ursache der Fruchtbarkeit— 289 4 Meinung über die Kalkerde— 289 Leun über die Salze— 291 ehpfam über den Humus— 294 Resultate des Vorhergehenden— 295 Dritter Abschnitt. Mit und! Prüfung aller bisher bekannten Methoden, die ö VDarner ur Heiden urbar zu machen— 297— Bahandton Worin sie bestehen— 29 Den d Erste Methode— 299 Ache Zweyte—— 301 Zergliederi Dritte—— 304— Mwendun⸗ Vierte—— 306 Neinungen über den Mergel— 307 Versuche mit Mischungen verschiedener Erd— arten ö— 31I Anklische! Folgen, die man daraus zieht— 318 Hede Vierter Abschnitt. Ahhe de Praktische Anwendung der vorhergehenden Prin—— 128 cipien auf die Urbarmachung der Heiden— 320 Warum noch so große Strecken in Brabant öde liegen?— 320 dohwend. Der Thon das beste Mittel den Heideboden zu. Niie verbessern 322 Lushung Nachtheile großer Pachthöfe— 324 ugung n — ˙ Sie passen am wenigsten auf die Heide S. Ueber die Einhägungen 1 hohe Einhägungen— niedere Einhägungen + Einhägungen durch Gräben— Weise, die Heide urbar zu machen— Vortheile des Genstes zu diesem Zwecke—— Luzerne und Esper dabey nicht anwendbar, wohl aber die schwedische Luzerne— Benutzung der niedrigen Stellen auf der Heide— Holzpflänzungen Fünfter Abschnitt. Mist und Dünger—. Warmer und kalter Mist—.— Behandlung des Mistes—. Thon als Dünger— Asche—— Zergliederung mehrerer Gattungen von Asche— Anwendung dieser Düngemittel—.— Fünfte Abtheilung.“ Praktische Anweisung zur Urbarmachung der Heiden— Woher die vielen Mißgriffe bey dem Aufbrechen der Heiden?— V Erster Abschnitt. Rothwendigkeit der Einhägungen, und Weise sie anzulegen— Errichtung der äußeren Wälle— Errichtung der inneren Wälle— 369 369 370 372 92.7 Z3wey⸗ Zweyter Abschnitt— Vom Ableiten der Gewässer S. 382 Augenmerk bey Vertheilung der Koppeln— 383 Vorsicht bey Anlegung der Wassergräben— 385 Dritter Abschnitt. Verschiedenheit der Bodenarten, und Kenn⸗ zeichen ihrer Fruchtbarkeit— 386 Vierter Abschnitt. Behandlung des Heidebodens in Rücksicht auf seinen Untergrund— 391 Der Schurft ein großes Hinderniß dabey— 9* Ursachen, warum der Boden muß tief erbro— chen werden— 392 Verschiedene Arten von Schurft— 3932 Wie solche zu behandeln— 373 Weise, den Heideboden mit dem Spaten zu rayolen— 397 Umstände, wobey dieses Rayolen auch andern Feldern nützlich ist— 308 Vor dem Umspaten zu pflügen— 398 Der Pflug allein ist oft bey dem Urbarmachen nicht zureichend— 399 Pflugspaten— 400 Fuünfter Abschnitt. Cultur öder Lande zu Holz—401 Tannen, das beste Mittel, schlechten Heideboden zu benutzen, oder ackerfähig zu machen— 402 Art, den Boden dabey umzupflügen— 402 Art, ihn zu behandeln, wenn man gute Holzun⸗ gen haben will— 405 An⸗ Rnoge det Ruage der Spötgel mit Wae dor Fimete Beh Ruutung Dihweid Ichenholzu Echwierigk lnterpfanz Rrechnung gen Eich Verwendy türliche Aothwendl solge Nuzen ber zu säen e Mbau des: überwach Lrwendu⸗ Mbau des: hem Mor Rbau des! dwuhung! ömnen Were r, Ekeiten Vnster Bal 6. 55 +VI — 30 As ——— Anlage derselben durch Verpflanzung Spörgel mit den Tannen auszusäen Welcher Boden zu dem Tannensäen nicht geeig— net— Fernere Behandlung der Tannenanlagen* Benutzung des Bunts unter den Tannen zur Viehweide—— Eichenholzungen*+ Anlage der Tannenholzungen durch Saamen S. Schwierigkeiten bey ihrer Anlegung Unterpflanzen der Eichenbüsche mit Tannen Berechnung der Einnähme und Ausgabe für ei— nen Eichenbusch** Sechster Abschnitt. Verwendung öder Lande zu künstlichen und na— türlichen Wiesen— Nothwendigkeit der Abwechslung in der Frucht- folge Rutzen verschiedene Gewächse unter einander zu säen oder zu pflanzen?— Anbau des Klees auf frischem mit Heidekraut überwachsenem Boden ne Verwendun der Asche auf den Klee— Anbau des Klees auf moorigtem, oder mit grü— nem Moose überwachsenem Boden— Anbau des Klees auf tief gelegenen Plätzen— Benutzung der Plätze, die gewässert werden können— Andere Art, den Heideboden zum Klee vorzu— bereiten.— Dritter Band. b XVII 405 406 408 409 410 412 413 413 416 417 XVIII Siebenter Abschnitt. Urbarmachung der Heide durch Genst S. Wohlthätigkeit dieser Pflanze— Vortreffliches Düngemittel ö—— Verfahren bey seiner Anwendung als Dün⸗ ger— Bestellung des Feldes mit Hafer und Klee—.— Bestellung mit Rocken Spörgel als Surrogat des Stalldüngers—— Weise, den jungen Genst unterzupflügen Was für Vortheil davon zu ziehen— Holzbenutzung vom Genst— Summe aller Vortheile, die er gewährt— Seine Benutzung als Viehweide— Herrschende Abneigung gegen das Aufbrechen der Heide 1 Sie ist die Folge einer unrichtigen Ansicht und Behandlung— Wird durch das Zuhülfenehmen des Genstes gehoben— Weise, wie dabey bey der Errichtung eines neuen Pachthofes auf der Heide zu verfah— ren, und der dabey einzuführende Frucht— umlauf— Rothwendige Bedingniß, den Klee abweiden zu lassen—— Achter Abschnitt. Anbau der Kartoffeln 4. Art, den Boden dazu zu bereiten—— Düngen— Pflanzen— Benutzung des Feldes nach der Kartoffelärndte— Vortheil des Kartoffelbaues— 431 +* s— ren 9+ + O YO 44 443 4⁴3 445 446 448 449 4⁴9 45⁰ 45¹ 453 Neun⸗ gsde und —— — — EE 2 — Se Ueber Ueberd de De der steht Mebi Repeise Boölker ehes Heher 3 Imehr Cultu being bring GFund verd Große! Egl 15 40 vFvĩ„stf:s XIX Neunter Abschnitt. Asche und andere Düngmittel S. 453 Holzasche— 353 Bleicherasche— 434 Taubenmist— 454 Soden- oder Plaggen-Asche— 455 Wirkung der Asche— 455 Holländische Asche. 46 Straßenkoth— 456 M istj auche— 457 Abfall von Gerbereyen— 457 Beschluß— 457 Sechste Abtheilung. Ueber die Größe der Pachthöfe— 460 Erster Abschnitt. Ueber die Bevölkerung und ihren Einfluß auf die Fruchtbarkeit der Erde— 460 Die Fruchtbarkeit oder der Ertrag der Erde steht mit ihrer Bevölkerung in einer engen Verbindung— 461 Beweise davon aus ältern und neuern Zeiten— 461 Bevölkerung und Ackerbau, die eines Staates— 464 Hoher Werth des Ackerbaues— 466 Jemehr industrievolle Menschen sich mit der! Cultur der Erde beschäftigen, desto mehr bringt sie hervor, und jemehr sie hervor— bringt, desto mehr Menschen sich vorfinden— 468 Grund und Boden kann nicht zu viel vertheilt werden— 469 Große Pachthöfe in den Niederlanden und in England— 469 Nach⸗ XX—— ö Nachtheile großer Wirthschaften S. 470 Größe der Wirthschaften nach dem Wunsche des Verfassers— 472 Zweyter Abschnitt. Sind die großen Wirthschaften in einem frucht—— Hishke baren, wohlbevölkerten Lande nützlich oder schädlich?— 474 Was zu Untersuchung dieser Frage Anlaß gegeben— 474 gieder Bestimmung der Frage— 443 Ein zahlreiches arbeitsames Volk in einem Lan-⸗ de, das zu seinen Bedürfnissen zureicht, bildet den Reichthum und die Macht eines Staates— 475 Die Population steht in der engsten Verbindung ö mit den Lebensmitteln— 170 heber Je mehr industrievolle Menschen sich mit dem ments Ackerbaue abgeben, desto mehr bringt die— Erde hervor— 4272 ö Jeder will lieber sein eigener Herr seyn, als von Andern abhängen— 178 Untersuchung der Gründe, welche die Englän⸗ D der für die großen und gegen die kleinen rede Wirthschaften aufgestellt haben— 478, di Untersuchung des Nutzens, den die kleinen I0un Wirthschaften für die Gesellschaft haben, 80 und des Schadens, den die großen hervor— lut sit bringen— 479 Wiederholung der Hauptnachtheile, und der Iutrsacht Vortheile jener Wirthschaften— 482 Beherzigung jener Wahrheiten— 483 De R Prart Hhretih Munel 15 den L B Ee⸗ Oritters ————sssssos Beschreibung des Ackerbaues einiger niederländischen Departementer. Erste Abtheilung. Ueber den Ackerbau des Departe-⸗ ments von Norden, sonst des fran— zösischen Flanderns. ů 2 ie flamändischen Landwirthe sind ohne Wider— rede, und selbst nach dem Zeugnisse der Englän— der, die vorzüglichsten Ackersleute des Erdbodens. A. Voung sagt von sich selbst, daß er sich noch so lange für unwissend im Ackerbaue halten würde, als er den von dem ehemaligen Belgien noch nicht würde untersucht haben. Der Regel nach sollte freylich eine gute Theorie der Praxis vorleuchten; allein im Ackerbaue sind die Theoretiker zurück geblieben. Nothwendigkeit und Mangel leiden keinen Verzug, und so machte die Pra⸗ xis den Vorsprung. Dritter Band. A Als .—..—— 0 Als die Engländer im Jahre 1650 die flamän— dische Ackerwirthschaft kennen lernten, so hielten sie die⸗ selbe keinesweges für einen blinden Schlendrian; denn ihre Resultate zeigten sattsam, daß sie die Folge einer eben so glücklichen als überdachten Methode war. Eng⸗ land bediente sich derselben sogar, um seinen eigenen Ackerbau zu verbessern; und noch zu unsern Zeiten hat es sich darnach umgesehen. Kaum war der board of agriculture errichtet, so schickte er mehrere Fragen nach Brüssel, deren Beantwortung von dem Abbé Mann und H. von Poederle sich in den land—⸗ wirthschaftlichen Beyträgen im Englischen abgedruckt findet. Diese Fragen betrafsen den Fruchtwechsel, den Dünger, die Behandlung des Viehes, den Raps, den Kleebau, als die Basis des niederläͤndischen Acker— baues, die Größe der Pachthöfe u. s. w. Eine dieser Fragen, welche den belgischen Land— wirthen gewiß zur Ehre gereicht, war in folgenden Worten abgefaßt:„Sind die großen Aerndten Flan⸗ „derns und ihre Ergiebigkeit eben so sehr der vortreffi— „chen Cultur als der Güte des Bodens zuzuschreiben? „Und zieht ein flamändischer Landwirth nicht auch gute „„Aerndten von einem schlechten Boden?“ Diese Fra— ge ist nun eben der Punkt, dessen Beleuchtung wir uns hier vorgesetzt haben. Wir wählen zu dem Ende einen Pachthof, dessen Zergliederung der Gegenstand unserer Untersuchung seyn soll. Man hat seit 50 Jahren Vieles über den Acker⸗ bau geschrieben; man hat mehrere Entdeckungen ge— macht:; ——.—*— 3 macht; die Theorieen haben sich gemehrt; allein die praktische Wissenschaft hat in der That noch wenig da— bey gewonnen. Unterdessen scheint man darüber einig zu seyn, daß zur Aufstellung richtiger Elementargesetze für den Ackerbau eine umständliche, genaue und klare Beschreibung der Natur des Bodens von jedem De— partemente, jedem Distrikte, und beynahe jedem Dor— fe, so auch der Culturart jeder Gegend, der Sitten, Eigenschaften und Kräfte ihrer Bewohner, und end— lich des Einflusses ihres Klima's erfordert werde. Zu diesem großen Endzwecke einen kleinen Beytrag zu lie— fern, ist mein Vorhaben. Meine Beschreibung wird sich auf die Beobach— tungen genauer Sachkenner gründen, daher wird das Bild, das ich dem keser vorhalten werde, nicht das Ideal von dem seyn, was man thun soll, sondern von dem, was man wirklich in dem Theile des Departe— ments von Norden, den man bisher mit dem Namen der Castellaney von Lille bezeichnet hat), thut. Diese A 2 ö ge⸗ *) Möchten nur alle französische Schriftsteller, welche über die Landwirthschaft schreiben, dieses beherzigen, den Ton des Diktators fahren lassen, und aufhören, das Publi— kum mit Phantasieen und Gesetzen zu überschwemmen, die doch kein erfahrner Landwirth weder annimmt, noch ausführt; möchten sie dem unberedten Landmanne auch einmal das Wort lassen, sich die Mühe nehmen, über das von ihm Gesagte nachzudenken, und demnächst erst ihre Wissenschaft darüber sprechen lassen: so würden Pra⸗ ris und Theorie nicht wenig bey dieser Bescheidenheit ge⸗ winnen. 4 gehbrte vormals zu den Niederlanden, die nebst der unter einem weit glücklichern Himmelsstriche gelegenen gombardey den reichsten Erdstrich Europens ausmachen. Es herrscht ein ziemlich verbreitetes Vorurtheil unter den agronomischen Schriftstellern, als wenn dem Boden von Flandern eine alle Begrisse überstei⸗ gende Fruchtbarkeit eigen sey.G. Dieser Irrthum mußte sich um so leichter verbreiten, da diese Herren es einer dem andern nachschreiben, ohne den Ackerbau auf dem Felde selbst studiert zu haben. Die kändereyen der Castellaney von Lille sind durchgehends thonig, geschlossen, kalt und schwer. Sie brausen nicht mit Säuren. Sie halten den Re— gen än. Bey der Hitze trocknen sie aus und bekom— men Risse. Werden sie bey nassem Wetter gepflügt, so schneidet sich der Boden wie ein feuchter Teig. An einigen Orten findet man in einer Tiefe von 3 bis 4 Fuß Wasser; an andern liegt über dem Wasser eine Schicht einer noch härtern und festern Erde, als die der Oberfläche ist. Es ist eine Art Schurf, die mehr oder weniger tief in dem Boden steckt. Zuweilen fin⸗ det sich unter dieser Schicht eine ändere von Thon. Wieder an andern Orten ist der Untergrund von einer steinigen Substanz, die aus zerfallenen Muscheln zu bestehen scheint. Sie bildet ganze Massen einer zarten leichten Steinart, die sich an der luft verhärtet, und daher zum Bauen gebräucht werden kann. Eine auszeichnende Eigenschaft dieser Ländereyen ist die außerordentliche Feuchtigkeit. Der größte Theil der —.. der genen ichen. theil denn stei— mußte einer dem sind wer. Re⸗ om⸗ lugt, An 5 4 eine die 5 der Pachthofe um lille ist dieser großen Nässe wegen mit 5 bis 10 Fuß breiten und 3 bis 4 Fuß tiefen Gräben eingefaßt. Unter hundert und dreißig Gemeinden der Castellaney von Lille findet man vier und funfzig, die Moräste enthalten, welche man erst seit d0 Jahren ausgetrocknet hat, und jetzt noch stehen über 200 Hectars unter Wasser). ö Der Boden von Flandern ist schlechter als der von einigen Cantonen Frankreichs in den Provinzen, die vormals den Namen der Normandie, Picardie, Touraine, Valois, Bretagne u. s. w. führten. Wel⸗ chen Ursachen hat denn nun die Castellaney von dille die großen Fortschritte im Ackerbaue zu verdanken? Vermuthlich sind es folgende: 1) die Vertheilung der öffentlichen Abgaben; 2) die Abschaffung der Auflagen aufs Salz und den Tabak; 3) die Erleichterung bey Stellung der Miliz, des Frohndienstes u. s. w.; 4) die Vercheilung des Grundeigenthums; 5) die strenge Oe— konomie der Landwirthe; 6) die Bewerbung um Dün— ger. Die Wahrheit davon wird durch die Ansicht und Untersuchung folgender Tabelle und der ihr beygefügten Erklärungen von selbst einleuchten. 29.43 Ich *) Da der Verfasser den Boden bloß in Bezug auf die Ge⸗ gend betrachtet, in welcher sich der Pachthof befindet, den er sich zu zergliedern vorsetzt; so hat er sich auf die Beschreibung desjenigen Bodens beschränkt, der sich in gedachter Gegend findet. Der Boden ist übrigens in dem Departement von Norden von großer Verschieden⸗ heit, wie wir im Anhange zu dieser Abtheilung sehen werden. ö Ich habe in dieser Tabelle die Vertheilung der Felder und des Düngers, die Zahl der Pflugarten, die Aussaat und den Ertrag angegeben. Diese Form schien mir dazu am besten, ohne irgend ein System einzumischen. Die Erklärung der Colonnen schränkt sich auf das ein, was der Deutlichkeit wegen zu sagen unumgänglich nöthig war. Es wäre zu wünschen, daß man ähnliche Ta— bellen und Berechnungen in allen Gegenden des Reichs über den Ackerbau aufstellte, um die Resultate davon gegen einander vergleichen zu können. Wenigstens wird die gegenwärtige zeigen, welchen Fleiß und Mühe sich die belgischen Landwirthe geben; sie wird begreiflich machen, daß dasjenige, was ihr Boden hervorbringt, nur durch eine Arbeit und einen Düngeraufwand hat hervorgebracht werden können, wovon man anderswo keine Vorstellung hat. Sie ist ein äußerst schätzbares Modell, das dem Nachdenken und der Nachahmung der Landwirthe in allen Ländern vorgelegt zu werden verdient. Man hat zwar nicht überall das besondere Klima, auch nicht den Boden des Departements von Norden; aber wir wissen, daß eben dieses Klima und dieser Boden dem belgischen Landwirthe mehr Hindernisse als Vortheile gewähren, und die Tabelle selbst wird zeigen, welcher Kraftaufwand dazu gehört, um jene Hindernisse zu besiegen. Ich will nicht behaupten, daß man gar nichts dagegen einzuwenden und daran zu tadeln finden werde, denn was ist wohl von allem Tadel freyʃ? A. Voung hat einige Theile der flamändischen Verfahrungsart in sei⸗ GE 0 Zu S. 7. „ Tabelle eines Pachthofes von sechzehn Bundern in der Gegend bon Lille, Departement von Norden. ö ünn Verwendung der Felder 2 19918 uen d 2 ihre Bestellung in einem vier jährigen Umlaufe. ö Oelkuchen S Einsaat Ertrag der Felder —— langer Mist. kurzer Mist. per— Erstes Jahr. Zweytes Jahr. Deittes Jahr. Viertes Jahr. Fuder. Fuder. Hundert. 72 /%2 Platz für die Gebäude 0„,2 Gebäude ,2 Gebäude ,2½ Gebäude 2—** V— +*— —5j„1 Garten ,1 Garten ,1 Garten, Garten—— 9834 gegraben Verschiedene Saamen Gemüse zum Gebrauche der Wirthschaft 0j/,13 Bungert ,13 Bungert ,13 begraster Bungert 0,13 begraster Bungert 164—.—*—— Einem Kleefelde gleich geschätzt „ν2 Rapspflanzenschule 4 0,6 Rüben 1,58 Hafer 3 ½ Klee————* 0/,6 Kohl 3 V0,5 Flachs———— 4—— 1,0 Winterung 4 ,8 Rocken 2,8 Rapo ö 0/„8 Eie. 4,8 Waizen———— 4 72 Havots 81 Säcke Waizen und 13, 500 Garben „8 Klee ö N„ 0/4 Kartoffeln 5 ö 73 Watden ,2 rothe Rüben ,8 Bohnen*——— 3 ,2 Möhren 7 0,12 Rapspflanzenschule ö 0,6 Rüben 1,8 Hafer 1,0 Klee 64 KörbeAsche—— 24 Pfund 16 Fuder Heu in zwey Schnitten „ /6 Kohl 0,8 Flachs 24— 8 3 9 Havots 320 Büschel Flächs und 3 Säcke Leinsaamen C 1,0 Winterung 25 ,8 Rocken x ö 0,8 Wintergerste 2,8 Raps 120— 20 3 480,0⁰%⁰0 Pflanzen 55 Säcke Raposaamen und 4500 Garben 4 ,58 Klee rn 4 Kartoffeln ö ,8 Flachs ö— 28 Raps Wazen ,2 rothe Rüben o,s Bohnen——.— 2 12 Havots 3200 Büschel und 16 Säcke Bohnen „8 Bohnen— 0j/2 Möhren 0,12 Rapsopflänzenschule 4 ů 0,6 Rüben 1,8 Hafer—*** 2 24 Havots 60 Säcke Hafer und 4500 Garben „ ,6 Kohl. 10 3 Havots Wicken oo Büschel Rauhfutter 32 Büsc dauh 10 Hlee 2 1, Winterung*—— 1 104 Havots Rocken 0 1,8 Haser 0. Flachs ,8 Rocken**** 8 Havots 10 Säcke Rocken und 1400 Garben V„8 Flach„„8 Wintergerste— 16— 8 Havots 20 Säcke Wintergerste und 1600 Gärben 10 Winterung 4 0„,8 Klee 32 KörbeAsche 12 Pfund s Fuder Hen in zwey Schnitten 0 Racken 006 0,4 Kartoffeln 16 8.— 3 5Säcke 8⁰ Säcke Kartoffeln ö 078 Wintergerste 5 2,8 Raps 4,8 Waizen ,2 rothe Rüben 8 4— 4 3 Pfund Die 3 des Ertrags der Kartoffeln ,8 Klee ö ,2 Möhren 8 4 127 3 3Pfund eben so , 4 Kartoffeln ,12 Rapspflanzenschule 48—— 4 12 Pfund Rapssaamen Pflanzen fürs Rapefeld ,2 rothe Rüben ,g Bohnen 0,6 Rüben 24 72** 4 3 Pfund ein Drittel des Ertrags der Kartoffeln ,2 Möhren. 0,6 Kohl 24 72— 4 24,000 Pflanzen eben so. 16 Bunder 16 Bunder 16 Bunder 16 Bunder 272 F. Düng. 67 28 96 K. Asche. 66 * 2 seinen Annalen getadelt. Eingenommen für die gro⸗ ßen Pachthöfe, konnte er sich nicht einbilden, daß ein Land, welches in so kleine Wirthschaften vertheilt wäre, besser, als jedes andere, cultivirt seyn könne. Wer aber richtig von einem Gegenstande urtheilen will, muß vorher alle Vorurtheile ablegen. Wir haben diesem allem nur Thatsachen und Berechnungen entgegen zu stellen. Erstere werden auf der Tabelle, letztere nachher vorkommen. Da die Untersuchungen, wodurch sie zusammengebracht wor— den sind, vom Jahre 1776 her datiren, so hat man die darin vorkommenden alten Benennungen von Maaß und Gowicht beybehalten, mit dem Vorbehalte, sie in den Erklärungen in die neuern Maaße zu redu⸗ ciren. Vorläufig ist es nöthig, hier noch zu bemerken, daß das Bunder in sechzehn Theile abgetheilt ist; daß 4 Havots eine Rasiere, und 2 Rasieres einen Sack machen. Der Sack“) wiegt durchgehends 240 Pfund (12 Miriagrammes), wie der Setier von Paris. Bemerkung zu nebenstehender Tabelle. Irrthum bey der ersten Ansicht der Tabelle zu vermei— den, sage ich vorläufig, daß die Inschrift der ersten Colonne, Verwendung der Felder und ihre Bestellung in einem vierjährigen Umlaufe, wie sie der Verfasser angegeben, nicht richtig sey, und: in einem vierjähri— gen Umlaufe der Wirthschaft, heißen solle, weil, wie wir später entwickeln werden, die Felder selbst nicht einen vier⸗ sondern einen zehnjährigen Fruchtumlauf haben. A 4 Er⸗ *) Vermuthlich spricht der Verfasser vom Waizen. 8 sssss:;:· Erklärung der Colonnen vorliegender Tabelle. Wir haben nunmehr den Stoff nach der Ord— nung der Colonnen zu entwickeln, wie er darin vor— kommt, und zwar: 1) die Flächengröße des Pachthofes, den wir im Auge haben; 2) die Vertheilung der Felder, d. h. den Frucht— wechsel; 3) den Dünger und seine Anwendung; 4) die Pflugarten und Feldbearbeitung; 5) die Einsaat; 6) den Ertrag. 5. X. Flachen ⸗Inhalt. Das Bunder enthält 3734 Toisen, 20 Fuß 64 Qu. Zoll. Da der pariser Arpent 900 Toisen hat, so folgt, daß das gleich sey 4 Arpens 134 Toisen 20 Fuß 6 Qu. Zoll, also 45 Arpens ausmache. Das Wudde ist größer als der Hectar; denn dieser enthält nur 263 255 Toisen. Das Bun⸗ ů der wird in sechzehn Theile ver kheilt„die man Cents nennt. Das Cent ist etwas größer als eilf Ares. Der Pachthof, von dem die Rede ist, liegt un— gefähr eine Stunde(5 Kiliometres) von eille, und be— steht aus 16 Bunder, oder aus 65 pariser Arpens und juß isen hens dens tar; un⸗ ents Uu⸗ be⸗ N nd 2 und einem Bruche, den wir für die Wege von ei— nem Felde zum andern und den Platz einiger kleinen Gebäude weggelassen. Diese 16 Bunder gleichen 223 Hectars). Es macht also nicht den sechsten. Theil der Größe aus, den die Höfe in Beauce und der Picardie haben. Wirthschaften von 150 Hectars sind in diesen Gegenden ganz gewöhnlich, und doch bringen sie verhältnißmäßig lange das nicht ein, was der flamändische Landwirth von seinen 16 Bundern zu ziehen weiß. Uebrigens aber ist es auch gewiß, daß kein kand— wirth irgendwo schlechter lebt und wohnt, als ein Päch⸗ ter um lille. Oft findet er sich nur dadurch, daß er. sein Leben in einer elenden Hütte verlebt, und sich bloß von schlechten und gemeinen Speisen nährt, im Stan⸗ de, die täglichen Ausgaben zu bestreiten, von welchen A 5 so ) Der Verfasser sagte früher, daß das Cent oder der sech— zehnte Theil eines Bunders etwas größer sey als 11 Ares; demnach müßte das Bunder über 176 Ares enthalten. Hier heißt es, daß 16 Bunder 223 Hectar ausmachen; es kämen also kaum 140 Ares auf das Bunder. Unter— dessen, da der Verfasser in der Folge das Bunder zu 142 Ares annimmt, und dieses auch mit der früher angegebe— nen Größe desselben nach französischen Toisen überein— stimmt, so müssen wir uns an diese letzte Angabe hal— ten, und können das Cent nicht höher als 888 Centiares (etwas über den dritten Theil eines Berliner Morgens) annehmen. Das Bunder selbst enthielte etwas mehr als fünf und einen halben Morgen. Die Größe der ganzen Wirthschaft, von welcher hier die Rede ist, beträgt also ungefähr 89 Berl. Morgen. 10 VII so eben die Rede seyn wird. Gesalzenes und geräu⸗ ö chertes Kuhfleisch und Buttermilch sind beynahe seine u einzige Nahrung. Nur der allergenauesten Spar— a samkeit, und dem zahlreichen Viehstande, den er un⸗ Guß terhält, und dem ers an nichts mangeln läßt, hat der l-„ flamändische Landwirth die Mittel zu verdanken, die zu einer Cultur, wo keine Brache mit unterläuft, erfor— derlich sind). IId! WM . 2· hoch Dertheilung des Feldes und Fruchtfolge. 10 Die Gebäude, der Hof, der Garten und der n Bungert oder Baumgarten nehmen das erste Bun— Die der ein. u 1) Der Platz für die Gebäude beträgt gewöhn⸗ lich 2 Cents. Darauf befinden sich das Wohnhaus, ssiin die Ställe, Scheunen, Schwein⸗ und Hühnerhäu⸗ in ser, und der Holzschuppen. Alle diese Gebäude sind te, in der Runde angebracht, und bilden daher einen ge— NIi schlosenen Raum. kängs den Gebäuden ist ein Gang, 4 der 44 bis 5 Fuß breit, und von Backsteinen aufge⸗ mauert ist. Das Innere des Hofes ist 2 bis 3 Fuß ausgegraben, um Mist und Streue aufzunehmen. 6 0 2) N n. line *) Wenn aber bey einer solchen Lebensart der Landwirth RN nichts vor sich bringt, und für seine Kinder zurückläßt, berp so gestehe ich aufrichtig, daß das weder zum Vortheile der 98 kleinen Pachthöfe, noch zu dem einer Cultur ohne Bra— 965 che spricht. Es bleibt immer ein schlechtes Handwerk, hi das seinen Meister nur kümmerlich ernährt. Häu⸗ seine pat⸗ un⸗ der zu for⸗ 11 2) Ein Cent macht den Garten aus, wo einige Ruthen mit Tabak, die andern mit Zwiebeln, wei— ßem, rothem und grünem Kohle, mit Vitsbohnen, Erbsen, Möͤhren, Salat und anderm groben und fei— nen Zugemüse, die man in der Haushaltung nothig hat, bepflanzt sind. 3) Dreyzehn Cents sind zu Gras niedergelegt, und bilden den Bungert, der mit einer Hecke von Weißdorn umzäunt und rund um mit 80 bis 100 hochstämmigen Bäumen bepflanzt ist. In der Mitte befinden sich eben so viele Obstbäume, die mit Sorg— falt behandelt werden. Auf dem Bungert steht auch gewöhnlich das Backhaus und der Wagenschauer. Dieser ist mit Stroh gedeckt, und dient dem Ackerge— räthe zum Schutz. Nach Abzug des Raumes für angeführte Gegen⸗ stände, deren Beschreibung, wenn wir uns nicht mit dem Felde, sondern den Gebäuden abzugeben hät⸗ ten, schon sehr unterrichtend seyn würde, bleiben dem Pächter noch 5 Bunder zum Anbau übrig, die in der Regel auf folgende Weise vertheilt werden. Der zehnte Theil davon, oder 14 Bunder, wird als Brache angesehen. Diese folgt nach dem Wai— zen. Man verstehe aber darunter keine reine, sondern eine bestellte Brache. Ein Theil davon wird mit Rapspflanzen, die gegen den Winter ausgezogen und verpflanzt werden, besätt. Man braucht ein Cent Pflänzen, um drey Cents damit zu be zen. Das übrige dieses Brachfeldes trägt Kohl und Rüben. Wir 12—— Wir haben also hier 1 Bunder 8 Cents. Die übrigen 1 37 Bunder wer—⸗ den in drey gleiche Theile, jeden zu 44 Bunder vertheilt. Davon trägt der erste Waizen hier 4— 8— Der zweyte hat Klee, Flachs, Bohnen und fette Gewächse, wor— unter man Raps, Mohn und dein⸗ dotter versteht: an Klee 1 Bund.— an Flachs 8— 8— an Raps 2— 8— an Bohnen— 8—3 Der dritte Theil hat Hafer, Winterung, Roggen, Wintergerste, Klee, rothe Rüben, Möhren und Kartoffeln, und zwar an Hafer 1 B. 8 C.) an Winterung 1— 0— an Roggen u. Gerste i—— ι4— 8— an Klee 0— 8— an Wurzelwerk O— 8—3 Tetal 15 Bunder. Die Feldbestellung wechselt von einem Jahre zum andern; das heißt: da, wo der erste Theil in vorigem Jahre stand, steht der zweyte in diesem, und kommt der dritte im nächsten. Man bemerke, daß der Ha— fer stets ins Brachfruchtfeld, das heißt, nach Rüben, Kohl Kahlw Iso die i0 Et f Im Y simmt ,daf ihte 5 auj del dult kr. din B shisti the de sende eine! G56 1 kannt; Wiß g hwoh loch z die R Pran stücke sten! werde und x ainer! 0N ie ho ents. ——...U211 128 2 Kohl und Rapspflanzen, gebracht wird. Dieses wäre also die allgemeine Uebersicht des Fruchtwechsels, der uns Stoff zu einer reifen Ueberlegung darbietet. Wir sehen zuerst, daß von den funfzehn unter dem Pfluge stehenden Bundern 47 zu Waizen be⸗ stimmt sind, daß die ganze Fruchtfolge so eingerichtet ist, daß diese 44 Bunder Waizen von Jahr zu Jahr ihre Stelle verändern, und also im vierten erst wieder auf derselben Stelle erscheinen. Um dieses Hauptpro⸗ dukt kreisen nun alle andern Produkte herum, halten den Boden stets besetzt, und den kandwirth immer be— schäftigt... Wer mag wol dem belgischen kandwir— the den Vortheil offenbart haben, eine Pflanze mit fa⸗ sernden Wurzeln auf eine solche folgen zu lassen, die eine Pfahlwurzel hat? Wer hat ihn zuerst mit dem Geheimnisse dieser bewundernswürdigen Oekonomie be— kannt gemacht? Man weiß es nicht; aber ganz ge⸗ wiß ging hier die Wissenschaft der Praxis nicht voran, obwohl die erstere vielleicht in unsern Tagen die letztere noch zurecht weisen kann. In allen Künsten kommen die Regeln der Kunst erst nach den Meisterstücken der Praris. Wir wollen uns daher mit den Meister— stücken der belgischen Cultur zuerst beschäftigen. Die Pflanze, die nach dem Waizen den wichtig⸗ sten Platz einnimmt, ist der Raps. In der Folge werden wir die beträchtliche Auslage, die er fordert, und seinen Ertrag näher betrachten. Der Raps war einer der stärksten Hebel, um die flandrische Cultur auf die hohe Stufe zu bringen, die sie behauptet. Da man kei⸗ 14—.— keinen Zehnten davon zu entrichten brauchte, so ist zu e vermuthen, daß dieser Umstand nicht wenig zur Aus— Wul dehnung seines Anbaues beygetragen habe. Un Eine andere sehr köstliche Pflanze ist der Lein. i Man findet hier nur ein halbes Bunder jährlich. Ge⸗ ie W reitzt von dem außerordentlich hen Gewinne, den er ge— währt, sätte man vor dreißig Jahren viel mehr davon Ru an; allein man hat den Mißbrauch eingesehen. Die⸗ 00 ses Gewächs ist sehr gierig. Urit enim lini canfum. seges, sagt Virgil; und linum agris praecipue no- xium est, Columella. Er fordert viele Arbeit, hah, vielen Dünger, und leistet oft wenig. Seine Wur⸗ Daner zeln dringen so tief in die Erde, als sein Stän dar⸗ M über hervorragt. Er verdirbt den Boden so sehr, daß, RVeuf wenn man ihn zwey oder drey Mal in neun Jahren De e auf dasselbe Feld bringt, der Boden gänzlich erschöpft cdln wird, und eine Reihe von Jahren dazu gehört, um ihm seine erste Kraft wieder zu geben. Ueberhaupt zieht ein guter Landwirth wenig Lein; und trägt noch 9 dabey Sorge, daß er nur alle 18 oder 20 Jahre auf 3 dasselbe Feld wieder komme. Man 00 *) Diese Fürsorge ist nothwendig. Der Flachs gedeihet ti nirgends besser, als auf einem Boden, wo noch nie wel— cher gestanden. Unterdessen zeigt das Waesland, daß er 1 8 auf einen rayolten, das ist, einen aller sechs Jahre ein— mal tief umgegrabenen Boden ohne den geringsten Nach— D im siebenten Jahre wieder kommen kann. Die te, Blutschuld, die der Verfasser weiter oben dem Leine zur Last gelegt hat, trifft eigentlich den unbesonnenen Land— faf wirth, der sich in 7 Jahren zwey oder drey Mal auf dem⸗ Ort ———— ist zu lus⸗ lein. Ge⸗ er ge⸗ adon Die⸗ um C0 beik, Bur⸗ dar⸗ daß, Hren Höpft *Fft Man hat alle Jahre anderthalb Bunder Klee. Zwey Drittel davon werden unter Hafer, eins unter Waizen gesäet. Um den Kleesaamen in die Erde zu bringen, bedient man sich eines Instruments, das die hiesigen Ackerleute Redoir nennen. Es ist eine dicke Walze. Die Wintergerste dient zum Bierbrauen. Ein Theil davon wird im May grün den Pferden mit ver⸗ füttert. Der Kohl(ehou chollet, auch collet) wird sehr hoch, bekommt aber keinen Kopf. Er treibt breite Blätter, die man abnimmt, und den Kühen füttert. Man blattet die Strünke vor und nach von unten herauf. Das Blatten währt bis zur Winterkälte. Die Strünke werden dann ausgezogen, in Haufen ge⸗ trocknet, und zum Heitzen des Backofens verbräucht. Die demselben Lande Flachs zu bauen erlauben wollte. Und noch steht die Frage: ob die durch eine so irrationelle Cul⸗ tur bewirkte Erschöpfung des Bodens nicht bloß im Be⸗ zug auf die Wiedererzeugung des Leins, sondern auch anderer Gewächse zu nehmen sey?— Daß der Lein so tief mit den Wurzeln in die Erde dringen soll, als er mit dem Stängel darüber hervorragt, ist etwas schwer zu glauben; thäte er es aber, so bewiese das nichts für seine Schädlichkeit. Wenn die Länge einer Pfahlwurzel den Boden erschöpfte, so thäten es beynahe alle Brachfrüch⸗ te, die man doch als verbessernde Pflanzen ansieht; so thäte es namentlich auch die Luzerne. Der Hr. Ver⸗ fasser hat späterhin in dem Departement der Schelde den Flachsbau besser zu würdigen gelernt, wie wir seines Orts sehen werden. 16— Die Winterung ist ein Gemenge von Roggen und Wicken. In den großen Pachthöfen sätt man h auch wohl ein Gemenge von Bohnen, Hafer und WMi Wicken. Die Winterung, wo Wicken und Roggen Ho unter einander gesätt werden, giebt ein so dichtes M Pflanzenfeld, daß kein Jagdhund durchzudringen Vn vermag. Mu Ehedem wurde auch viel Tabak gebauet, nach Dol dem Verhältnisse des Düngervorraths, den man dar⸗ H auf zu verwenden hatte. Das Getreide, das auf Bi den Tabak folgte, wurde gewöhnlich sehr hoch. Heut zu Tage pflanzt man aber nicht mehr als einige Ru— Rop then im Garten für den häuslichen Bedarf. Diese Da Cultur erfordert zu viel Arbeit, und kleinliche Auf—⸗* sicht; daher sie nur von Bauern betrieben wird, die +9 weniger als sechs Bunder unter dem Pfluge haben. ol Ka Der Roggen wird mit einer Beymischung von Eesi Waizen zum Brodtbacken für den Pächter und seine an arh Familie verwendet. Bloßes Roggenbrodt ist für die* Hunde; auch giebt man wohl den Pferden und dem ö andern Viehe etwas davon. Zusatz von dem Herausgeber. shaft Ich finde mich gezwungen, das Original auf ei⸗ 05 nige Augenblicke zu unterbrechen, um die Sache der wch Feldeintheilung und Fruchtfolge nach unserer deutschen Va Art einzukleiden, und sie dadurch für manchen Leser anschaulicher und verständlicher zu machen. es usten Outte Wir i 17 Wir finden in dem vorliegenden Pachthofe: an Bunder Cents. Ueberhäupt an Waizen. 4— 8 xů Getreide Haseer— 8 Rhen 8 3 Wintergerste 0— 8 3 Winterung. 1— o mehlartigem Futter Bohnen— 8 8 1Bunder 8 Cents. Klee 1— 8 grünem Futter Blaltkohl— 6 1— Bunder 14 Cents. Rapspflanzen 8— 12 Handelsgewächsen Raps 2— 8 es Bunder 12 Cents. Flachs o— 8) Rüben 0— 6 Wurzelwerk re— nin Naden— o Bunder 14 Cents. Kartoffenn. 8— 4 — Es sind also: an Getreide überhaupt 7 Bunder an grünem und dürren Futter 44 an Handelsgewächsen 34 Total 15 Bunder. Wir sinden also eine förmliche Wechselwirth⸗ schaft, und zwar eine eben so reiche als richtig ver— theilte. Um uns davon noch mehr zu überzeugen, dür— fen wir nur den von dem Verfasser angegebenen Frucht— wechsel auf eine von der seinigen etwas verschiedene Weise betrachten. Die Tabelle, die übrigens sehr muster⸗ und meisterhaft verfaßt ist, kann manchen leser bey dem ersten Anblicke um so mehr verleiten, zu glauben, daß Dritter Band. B dar⸗ 18— darin von einem vierjährigen Fruchtwechsel die Rede sey: da der Verfasser selbst ihn in der Aufschrift der Tabelle so benennt. Bey genauerer Untersuchung aber findet sich, daß es ein regelmäßiger zehnjähriger Umlauf ist, wovon jeder Schlag anderthalb Bunder enthätt). Zur Erleichterung der Uebersicht dient folgender leitfaden. Erstes Jahr. Bestellte Brache mit: 2 25 Rapspflanzen Rüben 6 Blattkohl W. Zweytes Jahr. 1395 Hafer — 5 Drittes Jahr. 4 Klee 1 lachs V. Viertes Jahr. 5 Waizen 5 Fünftes Jahr. 1 Winterung“) Rocken L.—*— Sechstes Jahr. 145 Raps Siebentes Jahr. 145 Waizen —„— Achtes Jahr. Wintergerste— Klee, 1 Wurzelwert V Nꝰ Neuntes Jahr. 1 Raps Bohnen — 14%½5 Waizen. — Nach *) A. Young fand in dem französischen Flandern gleich— falls einen zehnjährigen Umlauf. Nämlich: 1 Waizen, 2 Hafer, 3 Klee, 4 Waizen, 5 Hanf, 6 Waizen, 7 Flachs, 8 Raps, 9 Waizen, 10 Bohnen. **) Die Winterung besteht aus einem Gemische von Rocken und 3 Wicken. Diese müssen, weil sie mit dem Ro⸗ — Ruh die suchtfe V durch we vl eine solc einem s⸗ Maume * tm K stehn v gramme Hil E nicht se 900 abgehal aber u anwend sibst Re 19 0 Nach diesem fängt die Reihe wieder mit dem Brach⸗ 0 fruchtfelde an. hung ö riger— Wir müssen nun sehen, fährt der Verfasser fort: ien ö durch welche Mittel die Landwirthe um Lille anhaltend so viel Dünger beyschaffen können, als dazu gehört, eine solche ununterbrochene Reihe von Produkten auf Kohl einem so mittelmäßigen Boden und eng beschränktem — Räume hervorzubringen. 9. 3. ‚ Düngemittel. — Unter einem Fuder Dünger, der aus verfaul⸗ 1 tem Kuh-⸗ und Pferdemist zusammengesetzt ist, ver— 0 stehn wir ein Gewicht von 1600 Pfund(30 Myria— grammes). Man gewinnt in Flandern einen dritten Theil Stroh mehr als in andern kändern. Man sieht — nicht selten Hafer, der 166 Centimetres(52 rheinl. ek Fuß) hoch ist. Das Getreide wird dicht an der Erde 00 abgehauen, um kein Stroh in den Stoppeln zu lassen, — aber ungeachtet aller nur möglichen Mittel, die man anwendet, recht vielen Dünger in der Wirthschaft selbst zu produciren, so reicht dieser dennoch nicht zu. 10 B 2 Das I Rocken gesäet werden, nothwendig Winterwicken seyn. Ieh, Man kennt dieses Gemische auch in einigen Cantonen , des Departements der Niedermaas unter dem Namen Winterwickenkorn: es wird nicht ausgedroschen, sondern geschnitten und sammt dem Strohe den Pferden ver— m füttert. Das Fuder kurzer Dünger, wovon noch öfter ihah die Rede seyn wird, enthält acht Tonnen, die zusam⸗ Uchng men 18— 19 Zentner wiegen. Er besteht aus Aal— Hochich jauche mit untermischten menschlichen Excrementen. N Diese Substanzen werden bis zum Gebrauche in gro⸗ usch! ßen Gruben aufbewahrt. Diese Gruben befinden sich ö nuß zul auf dem Felde und werden mit Stroh zugedeckt. Der hlssen i Aal vom Viehe kömmt den menschlichen Exerementen dommen an Wirksamkeit nicht bey. Man stellt sich, wenn Im be man es nicht selbst mit angesehn hat, das Geschäft, ge⸗ 6 dachten Dünger aus der Tonne zur Grube, und aus n dieser wieder zur Tonne und auf das Feld zu bringen, 6 viel eckelhafter vor, als es in der That ist. Man rei⸗ schign nigt die Abtritte in Flandern aller vierzehn Tage, und wün da das Geld, das aus dem Verkaufe dieser Unreinig⸗ um keiten geldst wird, dem Gesinde zu Nutzen kommt, nicht h so sucht dieses ganz natürlich das Quantum desselben men; auf alle Art zu vermehren, indem es außer dem Urine am auch wohl das Spühlwasser, Seifenwasser und der⸗ nites gleichen dazu schüttet. Daher sehen sich die Kaufer vnade auch wohl vor, und verstehen sich darauf, die Quasi⸗ Lult kät der Waare zu würdigen. usnr dlich Ich breche jedoch hiervon ab, und will nur noch die schnelle und gleiche Art angeben, wie dieser Dün⸗aung ger über das dand verbreitet wird. Ein Mann schöpft shaft nämlich mit einer hölzernen Schüssel, welche an einer de, Stange besestigt ist, aus dem Fasse ohne Deckel eine higt s. Portion dieses flüssigen Düngers, und schleudert ihn sife i so von sich weg, daß auf funfzig Schritte weit alles* um — öͤster usam⸗ 5 Alle lenten. Ugro- n sich Der nenten wenn st/ ge⸗ d aus ingen, n rei— „und beinig⸗ ommt, sselben Urine d der⸗ dufer Nuali⸗ noch Dün⸗ shp feinet leine ihn alles um 21 um ihn her wie von einem Tropfregen besprengt wird. Uebung und Gewohnheit geben die dazu erforderliche Geschicklichkeit. Man bedient sich sowohl der Holz⸗ als der Koh⸗ lenasche zur Ueberdingung des Klees. Der kandwirth muß zu unterscheiden wissen, welche Gattung sich am besten zu seinem Boden schicke. Auf ein Bunder Klee kommen 32 Körbe Asche, deren jeder mit 41 Kreu⸗ zern bezahlt wird. Eine wichtige Bemerkung, die dem leser nicht entgehen wird, ist, daß auf einem Pachthofe von sechzehn Bunder, wo nur 14— 15 Stück Vieh ge— halten werden, nicht Dünger genug zu ihrer Bestel⸗ lung gemacht werden kann. Man kann ihren Aal nicht höher als zu 300 Tonnen oder 38 Fuder anneh⸗ men; und selbst dazu gehört, daß die Ställe gehdrig angelegt, und so eingerichtet sind, daß aller Aal, ver— mittelst eines Kanals, nach einem Behhälter geleitet werde. Die Quantität des Urins hängt viel von der Qualität des Futters ab. Das grüne Futter erzeugt dessen mehr, als das trockne; doch können 12 Kühe täglich nicht mehr als eine Tonne Urin geben. So viel Mühe man sich immer um die Erzeu— gung des Düngers im Innern einer solchen Wirth— schaft giebt, so fehlen ihr dennoch nahe an 200 Fu— der, die von außen her bezogen werden müssen. Hier zeigt sich nun deutlich die Unmöglichkeit, große Pacht⸗ höfe in Fländern zu errichten: es wäre denn, daß man die Hälfte der kändereyen wegen Mangel an Dün⸗ 53 ger cEcAR,,,dddsc ger wollte brachen lassen). Der Mist von Tauben schiler und Federvieh, der mit Wasser vermischt in den Jauch⸗ u be⸗ lacht din 3 *) Ich kenne aber Gegenden in Flandern, und mehr noch filt V in Brabant, wo man sehr wenig, und andere, wo man Bache außer der Asche für den Klee gar keinen Dünger von au? Adstt ßen bezieht, und wo nichts desto weniger die Wirthschaft—— sehr gut ohne Brache besteht. Es könnte aber wohl bey dem um Lille eingeführten Fruchtwechsel der Fall seyn: die führte man aber einen andern ein, wo man den Bau der Handelsgewächse einschränkte, und den des grünen Gtldt Futters auf ihre Kosten vermehrte, folglich nicht so vie⸗ RNachh len Dünger nöthig haben, und auch mehr davon erzeu— meS gen würde, so könnte die Brache auch in der größten sch, Wirthschaft ohne Anstand unterbleiben, wie dieses an so 0 vielen andern Orten der Fall ist. Nur fragt es sich: ob bey Annehmung eines andern Fruchtwechsels auch große gung, Pachthöfe in der Gegend von Lille bestehen könnten? gehon Das heißt: ob ein anderer Fruchtwechsel auszufinden uihts⸗ sey, bey dem der Pächter, außer dem Naturalzehnten, ansste jährlich noch 709 Conventionsgulden Lasten und Zins von Rang dem Bunder zu entrichten im Stande seyn würde? le Eine überspannte Cultur, wie die um Lille, ist nur die ric Folge überspannter Abgaben und die Vertheilung in kleine wunt Höfe, die nothwendige Bedingniß zu einer überspannten hunn Cultur, weil eine solche in einer ausgedehnten Wirth⸗ fandt schaft durchaus unausführbar ist.. In allen Gegenden, die ich kenne, ist es angenommen, daß ein großer Päch⸗ die5 ter den Zins nicht entrichten kann, den ein kleiner ver— hältnißmäßig entrichtet; man muß also schließen, daß, ohngeachtet die Culturkosten in einer großen Wirthschaft +9 bedeutend geringer sind, als in einer kleinen, jene den— noch weniger reinen Ueberschuß habe; denn sonst würde sie auch einen gleichen Pacht zu entrichten im Stande seyn. nuben Nuch⸗ be⸗ r noch o man on au⸗ ihschaft Hhl bey l seyn; u Bau grünen so vie⸗ erzeu⸗ Rrößten S an so sich: dd große naten? ufinden ehnten, no von irde?. aut die kleine pannten Vikth⸗ egenden, Päch⸗ ner vel⸗ l, doß thshaft ne den⸗ Hde sie seyn. behälter geworfen wird, kann zwar die Masse des Dün— gers vermehren; aber nicht zureichend machen. Viel— leicht könnte man denken, daß eine kleine Schaafheerde dem Mangel an Dünger abhelfen könne; allein das fällt unmöglich, indem es in Flandern weder reine Brache noch andere Schaafweide, als die längs den Landstraßen und auf den Feldwegen giebt. Sie auf dem Stalle zu nähren würde eine allzugroße Menge Futter kosten. Es giebt dennoch in der Entfernung von den Städten und Ortschaften einzelne, wiewohl wenige Pachthöfe von etwas über sechzehn Bundern, die ei— nige Schaafe halten. Dieses geschieht aber unwillkühr⸗ lich, und bloß weil die Pachtbedingnisse den Pächter dazu zwingen. Der Eigenthümer macht die Bedin— gung, Schaafe zu halten, darum, damit sein Boden gehörig gedüngt werde. Da aber solche Bedingungen nicht selten andern Spekulationen des Pächters entge⸗ genstehen, so sucht dieser die Schaafe auf die möglich geringste Anzahl einzuschränken. Dadurch geschieht endlich, daß die schöne Schaafrace, die man klandrine nennt, in der Castellanie von lille immer mehr ab— nimmt. Es ist dieses eine Unvollkommenheit in der flandrischen Cultur, welcher jedoch abzuhelfen wäre. In den Antworten, die der Abb Mann, auf die Anfragen des Board of agriculture ertheilt hat, B 4 sagt Die man übrigens nicht hat. Die Ursache liegt also einzig und allein an dem Fruchtwechsel. Wir sehen hier im Vorübergehen, daß man auch bey der Wechselwirth⸗ schaft einen unrichtigen Fruchtumlauf ergreifen kann. ů 24— sagt er, daß man in Flandern überhaupt den Pferde⸗, ö 5 Kuh-⸗ und Schweinemist für den besten halte;„der miste; „Schaafdünger, setzt er hinzu, ist in den wohl eulti⸗ btn. „virten Distrikten kaum bekannt; und zwar aus Man⸗ m nu „gel an Weide. Der Boden ist zu theuer, um ihn den isf. „Schaafen einzuräumen. Nur auf großen Hösen, „wo der Boden folglich von einem geringern Werthe uu »ist, findet man einige Heerden.“ suse Die Landwirthe, die in einer gar zu großen Ent— um d fernung von den Städten wohnen, und wo daher die 40 Anschaffung auswärtigen Düngers allzubeschwerlich lis d6 wird, helfen sich mit Oelkuchen. Diese werden zu um in ö Mehl gemacht, und so wie das Getreide über das Feld ber u hergesäet. Dies kann jedoch nur bey regnigtem Wet— ö ter geschehen: bey trockner Witterung werden sie in phan Wasser aufgelöst, und so, wie wir von dem Aal oder. e kurzen Mist gesagt haben, aufs Feld gebracht. Die⸗ i ser bligte Dünger erwärmt die Erde und bewirkt das st 2r Aufschießen der Pflanzen. Das Hundert Oelkuchen Kain wiegt 2 40 bis 250 Pfund. Ihr Preis steht im Ver⸗ ö febt hältnisse mit dem des Oelsaamens selbst. 6 In Frankreich hat der berühmte Du ham el de Monceau in seiner Abhandlung über den Ackerbau. zuerst von diesem Düngmittel Meldung gethan. Die ö 10 Engländer befinden sich so wohl dabey, daß ihre Schrift⸗ Ade steller vorgeschlagen haben, Leinsaamen aus dem Aus— Run lande bloß zu diesem Zwecke bey ihnen einzuführen. Der Abbs Mann kannte den Gebrauch nicht, den man in Flandern davon macht, als er dem Board ot agriculture antwortete. Man ö des, det cults Nan⸗ den fen, lethe Ent, die lich n zu Fed Vet⸗ sie in oder Die⸗ das chen Der⸗ de xbau Die htit— Nas⸗ leh. den Nan 25 Man bedient sich noch in Flandern des Tauben⸗ mistes zum Düngen der Leinfelder, und er ist dazu am besten. Man kauft ihn in der Gegend von Arras, wo man auf vielen Pachthöfen große Taubenschläge an⸗ trifst. Die Landwirthe von kille bedingen sich den Mist vom ganzen Jahre, und schließen oft Verträge auf drey Jahre darüber ab. Im Februar und März rei— sen sie mit ihren Wagen hin, und helfen sich einander, um den Mist zu verführen. Ein Taubenhaus von 4 bis 500 Tauben verpachtet sich gewöhnlich zu 72 bis 80 Franken. Der Mist davon ist zureichend, um ein halbes Bunder damit zu düngen. Er paßt aber nur auf kalten Boden*). Man düngt auch wohl das Land, das zur Raps-⸗ pflanzenschule bestimmt ist, mit Ruß. Der Korb von einem Kubikfuß(34 Litres) wird mit einem Fran⸗ ken bezahlt. Es gehören 8 Körbe auf ein Cent, das ist 25 Kubikfuß auf den Berliner Morgen. Man bedient sich auch des Rußes für den verpflanzten Raps selbst, alsdann aber wird er erst im Frühjahre darüber her gestreut. Die Alten kleideten bekanntlich die ganze Reli— gion in allegorische Bilder, die vorzüglich auf den Ackerbau anspielten. Der Mist selbst behauptete den Rang einer Gottheit: Pitumnus sterquilinus, stercu- tius. Wenn ihm eine Verehrung gebührt, so gehört 5 den *) Auch für guten, trockenen, milden Lehmboden ist er, meiner Erfahrung nach, ein herrliches Mittel, und für Klee das beste auf jeder Art Boden. 26—— den Flamändern unstreitig die Würde seines Priester- Autum thums, oder zum wenigsten das Prädikat seiner eif⸗ TPborent rigsten Verehrer. Auf den Mist gründet sich die vor— VIe zügliche Cultur ihres Bodens. A. Voung auf seiner Pundt Reise durch Frankreich sagt mit vieler Wahrheit: Aih „Wenn das Elsaß nicht so gut gebauet und fruchterzeu⸗ Aa4kM—npis „gend ist, als Flandern, so kommt dies von dem Aurl „Mangel an Dünger.“ 0 dub! Die hitzigen Mistgattungen sind dem feuchten Volle Boden und Klima angemessener, als dem wärmern* und trockenern; unterdessen giebt es kein Land, wo man die flandrische Gierigkeit nach Dünger jeder Art nicht mehr oder weniger nachahmen könnte und sollte. ö Aber:„Wie, werden manche Landwirthe hier ausru⸗ x „fen: Wie sollen wir das anstellen? Woher den Mist „nehmen? Wir sind nicht in Flandern; köͤnnen uns „daher auch nicht mit seinen Landwirthen messen!“ ö Wie ihrs zu machen habt? eset die Antwort in folgen— den schönen Worten Vanieres: sie sind voll Mark und Kraft und wohl eines dicken Bandes werth. Stercorat 1 0. Arva putri non posse fimo saturare, coloni Desidis est: pagi sordes, coenosaque villae Purgamenta, comas nemorum; frondemque caducam Et paleas, et quidquid aquis spumantibus amnis Invehit ad ripas torrentior, omnia fossis Ingerite, et totum veterascere jussa per annum, Al- ister, diß vols seiner cheit: zeu⸗ dem chten nern wo Art ollte. loru⸗ Mist Ins 1. en⸗ ark I⸗ Autumno redeunte, pigris affundite campis. Florentes inarate fabas pro stercore; siecos Vel eineres, sterilemque, fimi vice pinguis, arenam Fundite, si fuerit gravior eretosaque terra: Rarior at contra sabuloque simillima, densam Accipiat eretam; quas emendata per artes Auxilium sibi dona feret per mutua tellus. Ast ope vix alia magis exultabit, aperto Sub Jove pernoetans quam si pecus incubet agris; Mollior hybernis parcet dum flatibus Eurus). Praedium rusticum Lib. VIII. 20 ö U. 4. Nur der Träge, dessen Hände den Pflug entehren, nur der mag Abgang an Dünger vorschützen.. Wie? Bie— then dir Stadt, Dorf und Haus keinen Unrath dar? Schmückt der Wald sich nicht mit Laub? Bringen deine Felder kein Stroh? Setzen Flüsse und Bäche bey Ueber— schwemmungen keinen Schlamm und Letten ab?— Geh! Eile! Suche! Sammle! Häufe diese Schätze in deiner Grube; laß sie durch die Zeit reifen, und sättige damit deine hungrigen Aecker. Pflüge die blühende Lu— pine, den dichten Spörgel uneigennützig in die Erde. Ist dein Boden zu strenge, zu schwer, so führe Sand auf; oder Asche, und solltest du sie von deinem Heerde entwenden. Doch, vielleicht gleicht dein Feld schon einem Sandmeere; so laß Lehm und Mergel seine locke⸗ ren Theile binden. Wohlthätig wird dir dann die Erde lohnen; dankbar und mit Wucher dir deinen Vorschuß zurückgeben, und noch viel dankbarer, wenn du bey schö⸗ ner Sommernacht deine wollige Heerde auf ihrem Schooße ruhen lassen kännst. . 4. Feldbearbeitung und Einsaat. Der erste dieser Artikel hat nur wenig Erläute— rung nöthig). Ich brauche nur zu sagen, daß der Raps außer dem Verpflanzen noch eine besondere Be⸗ arbeitung erfodert. Man gräbt aller 10— 12 Fuß eine Rigole aus, die die Breite und Tiefe eines guten Spatens hat. Der Grund, den man aus diesen Ri— golen zieht, wird zwischen den Raps eingeworfen. Dädurch wird der Fuß des Stammes gegen die Kälte gedeckt, und die Wurzeln selbst erhalten an der frischen Erde eine neue Nahrung. Man nennt diese Arbeit: ruschottiren. Sie wird im Frühjahre wiederholt. Diese Vorrichtung steht bey den Belgen in großer Ach— tung. Man muß bemerken, daß der Graben, oder die Rigole mit jedem Jahre vorrückt, und auf diese Art das ganze Feld sich in einem Zeitraume von zehn Jahren ganz rigolt findet*). Der Raps hat bey dem belgischen Ackerbaue die Brache ganz verdrängt. Sein Anbau verschafst dem Tag⸗ *) Und gerade er bedurfte ihrer am meisten; denn wenn der belgische Landwirth manche seiner auswärtigen Kolle— gen an Eifer um Düngerbewerbung übertrifft; so über— trifft er sie noch weit mehr an der Kunst, das Feld zu be— arbeiten. 4*1) Da das von dem Verfasser über das Ruschottiren ge— sagte äußerst unvollständig, zum Theil selbst unerklär⸗ bar ist, so verweise ich auf das, was darüber im ersten Bande dieses Werks S. 160. gesagt worden ist. X 29 Taglöhner Arbeit, dem Handel Oel, dem Viehe Ma⸗ stung, dem Lande Dünger, dem Hauswirthe Feuer⸗ material. Ein flamändisches Sprichwort sagt, daß zum Umgräben der Erde ein goldnes Grabscheit erfo— dert werde. Wenn der Landwirth um Llle ein solches hat, so verdankt er es dem Rapse. Zu dem Lein⸗oder Flachsbau wird durchaus ein völlig mürbe gemachtes Land erfodert. Der kleine schlüpfrige Saame dieser Pflanze will nicht tief in die Erde gebracht seyn. Et begehrt einen mürben ebenen Boden, den man nur durch häufiges Pflügen, Wal—⸗ zen und Eggen erhalten kann. Dieses gilt besonders von diesem letztern, daher die Landwirthe um Lille sa⸗ gen: Wer Flachs säen will, muß die Egge müde machen. Zu Kartoffeln und Rüben wird drey bis viermal gepflügt. Diese Pflanzen, die nur in der Erde wu— chern, müssen Spielraum finden, um sich zu vermeh⸗ ren und dicker zu werden. Das Pflügen, sagt Turbilly, ist der Anfang und die Grundlage des Ackerbaues. Man sieht, daß die flandrische Cultur sich nicht an dieser Basis versün⸗ digt. Nirgendwo wird der Boden so rein und in so steter Bewegung gehalten, als hier. Fügt man zu der Vorstellung dieser unaufhörlichen Arbeit und nicht zu ermüdenden Sorgfalt, das Modern der Atmo-⸗ sphäre und des Bodens hinzu, so kann man sich die Wunder der Cultur und des Ertrages in einem lande erklären; wenn es gleich, wie die Miederlande, man⸗ cher Vortheile, wie den des Weinstockes, des Mays und 30 und anderer Produkte mehr mittͤͤgiger oder wärmerer Gegenden entbehren muß. Einsaat. gensu Die Landwirthe um Lille halten es für einen Haupt⸗ 10 sü punkt ihrer Wirthschaft, aller zwey bis drey Jahre das m ad Saatgut zu verändern. Sie säen nie denselben Saa⸗ ben N men auf das Feld, worauf sie ihn gewonnen haben; hchmn auch nie dieselbe Fruchtgattung zwey Jahre hinter ein⸗ ander. Sie lassen den Saamen drey bis sechs Meilen ö weit herkommen, meistens von Hazebruck und den rhnt Gränzen des Departements du pas de Calais. Es ist II„ ein ausgesuchtes Korn, und von der ersten Qualität, I das auch verhältnißmäßig und oft um einen vierten j 1 Theil theurer bezahlt wird, als das Korn ihrer eignen sien Aerndten. b Den Kleesaamen beziehen sie aus den vormals 6½ oöstreichschen Niederlanden. Da er allda auf Sand— 1g de boden gewonnen wird, so ist er reiner als der um llle, wo viel Unkrautsaame mit unterläuft.. Der Leinsaame& kömmt aus Riga. Es ist hier allgemein angenom— geat men, und hat sich, wie man sagt, durch die Erfah— De rung bestätigt, daß der selbst gezogene Saame sich von ee Jahr zu Jahr verschlechtert, und der Flachs dabey an in be Qualität und Quantität abnimmt. Ist dieses ein blo⸗ senen ßes Vorurtheil, so ist es sehr alt. Doch vielleicht Ihr daß das belgische Klima mehr als ein anderes zum Aus⸗ Gege arten des Flachses beyträgt. Semina degenerant hu- lig h mentibus optima terris. Praed. rust. lib. VIII. srr E 9. 5. Elet 9. 5. Aerndte⸗Ertrag. Wir wollen mit dem Waizen, als dem Haupt⸗ gegenstande unserer Wirthschaft, den Anfang machen, und seinen Ertrag zu besserer Beurtheilung mit dem an andern Orten vergleichen. Im Durchschnitte ge⸗ ben die Aerndten in den Miederlanden einen ungleich höhern Ertrag als in Frankreich. Zu Zeiten Ludwigs XIV. gab nach Vauban der Arpent(der halbe Hektar) Waizen 24 Setiers, das ist, zwischen 5 und 600 Pfund. Im Jahre 1750 schätzte Duhamel den Ertrag in dem vormaligen Gatinois folgendermaßen ab: Zum Be— säen eines Arpents wurden erfodert 24 Mines Waizen, die Mine zu 80 Pfund, die guten Länder gaben die Einsaat fünffach zurück, also 800 Pfund nach Ab— zug der Einsaat. Chateauvieux, der Freund Duhamels, und Syndikus von Geneve, hatte seit 40 Jahren ein genaues Register über seine Aerndten gehalten. Die Vergleichung dieser Register mit denen aus dem vor— hergehenden Jahrhundert zeigte, daß sich die Aerndten in beiden Zeitaltern ganz gleich gewesen. Aus allen seinen Untersuchungen, die vom Jahre 1754 bis zum Jahre 1668 zurückgreifen, ergab sich, daß in der Gegend von Geneve die Aerndten, die man für ergie⸗ big hielt, die Einsaat nur dreymal zurückgaben. Die—⸗ ser Ertrag ist also noch geringer als der von Gatinois. End⸗ 7 32 Endlich giebt Duhamel einen sehr interessan⸗ Haite ten Auszug von den Aerndten eines Gutes zu Font⸗ Wirh claire bey Avignon, der von 1677 bis zu 1766 Aärtbe reicht. Die Herren d'Elbene Urgroßvater, Groß⸗ 11 vater, Vater und Sohn, Eigenthümer von Font⸗ Vgli claire, hatten über die Folge ihrer Aerndten ununter— N Coh brochene Register geführt, wovon die Originalien zu roch gu Avignon aufbewahrt sind. Nach den darin befindli— ben sol chen Datis hatte eine Saumée Land von 1200 Toi— ses H, die Toise zu 6 Fuß(pied du roi) oder zu zwen R Metres achtzig Jahre durch gewöhnlich 109 Pfund. und eine Unze Korn hervorgebracht, die im Mittel—. 1 ů ö Cucak preise uvres 13 Sous galten. Die Saumẽée macht 3 beynahe den siebenten Theil eines großen Arpents oder hn eines halben Hektars. Dieser Ertrag gliche also den n 800 Pfund von Gatinois. räi Welch ein erstaunlicher Unterschied zwischen ei— nem solchen Ertrage und dem aus Flandern! Die 44 Bunder, ohngefähr 13 halbe Hektars, Waizen des Pachthofes, den wir vor Augen haben, geben de&e 81 Säcke, jeden zu 240 Pfund, also 194 Zentner 4 (97 Myriagrammes); es kämen also beynahe 1500 ar Pfund auf den halben Hektar. Dieses giebt demnach pvaent! beynahe das Doppelte des angeführten Mittelertrags. mate Der Durchschnittsertrag ist dennoch weit größer 00 in den französischen Provinzen, die man pays de gran- ö buts) de eulture nennt. Der starke Vorschuß, den die rei⸗ 1 90 chen Pächter dieser Gegenden zu machen im Stande bwon sind, muß nothwendig auch einen viel höheren Ertrag 0 6 be⸗ lethsan⸗ Font⸗ 1766 Gtoß⸗ Font⸗ nunter lien zu bffdl⸗ 0 Tis 3u wey Nfund Mitel⸗ e wacht nts oder ase den chen ei Die Vazen geben Zuntner 150⁰ Imnach krahs, goöͤßer e gran- die kei⸗ Bunde Ettrag be⸗ — 33 bewirken. Wir müssen also auch die bescheidenen Wirthschäften um Lille mit jenen großen franzosischen Ackerbaufabriken vergleichen. Was werden wir sagen, wenn selbst bey einem solchen so sehr unvortheilhaften Vergleiche die kleine flandrische Wirthschaft nicht allein die Concurrenz aushält, sondern ihre großen Rivalen noch gar um einen sechsten Theil übertrifft? Wir ha⸗ ben solches hier zu entwickeln. Man hat die Angaben des Ertrags dieser großen Pachthöfe allzusehr vergrößert; wir wollen uns daher an solche übertriebene Angaben, wie man sie in der Encyklopädie, und nachher in den Nationalverfamm⸗ lungen, angenommen hat, nicht kehren, sondern uns an die Berechnung halten, die der Pachteigenthümer Herr Isors in seinem Traits de la grande eulture des terres aufgestellt hat. Nach seiner Angabe enthalten die Departementer de P'Aisne, de Seine et Marne, d'Eur et Loire, die Seine er Oile, de 10e und de la Somme 4,440,οο Arpents zu hundert Ruthen, die Ruthe zu 22 Fuß, der Fuß zu 12 Zoll. Ein solcher Ar— pent hat also 51 Ares. Gedachte sechs Departe— menter bringen in allem hervor 19,061,0⁰00 Zentner (95/305/½οο Myriagrammes) an mehlhaltigen Kör— nern. Ein Pachthof von 300 Arpents(150 Hek— tars) giebt bey seiner Dreyfelderwirthschaft jährlich 1450 Zentner(7250 Myriagrammes) Getreide, wovon, nach Abzug der Einsaat von 200 Zentnern, also beynahe des siebenten Theiles, 1230 Zentner Dritter Vand. C(6250 μì 34 (62 50 Myriagrammes) an reinem Ertrage übrig d bleiben. Das macht 416 Pfund vom Arpent, oder Cuculd 860 Pfund vom Hektar. ulde i Nun aber sind jene 300 Arpents gleich 15⁰ Hektaren und etwas darüber; also ist jener Pachthof Rahf mehr als sechsmal so groß, als der belgische Pachthof lulgt, von 16 Bundern. Das Bunder enthält, wie schon E gesagt ist, 142 Ares, die 16 Bunder betragen also dene Di etwas mehr als 23 Hektars. ö aldde Der Ertrag des Pachthofes giebt nach der Ta— Alihn belle Dc gioß an Waizen 8 1 Säcke zu 240 Pfdb. 19,440 Pfd. usuched Rocken 11—7 e 24080 Ditteh roher Ertrag 21,840 Pfd. ö w x Davon 10 Säcke Waizen und Ro- cken für die Einsaat b.. 2400· 0. reiner Ertrag 19,440 Pfd. u Vertheilt auf die 45 Arpents, woraus der ganze 3 Pachthof besteht, kömmt auf jeden an brodtfähigem 0 Korne 432 Pfund 5). Dar⸗* Ur *) Ich bin in dieser Berechnung oder vielmehr Verrechnung V des Verfassers von seinem Calecul abgegangen; ich lasse 9 aber die Auseinandersetzung davon weg, um dem Leser nicht beschwerlich zu fallen. ö In dem höher angeführten Ertrage herrscht eben⸗ 6 falls ein Irrthum. Der Ertrag scheint absichtlich von demjenigen, der die Tabelle zuerst entworfen, oder den Stoff dazu geliefert hat, herabgesetzt worden zu seyn. Die 6 Larecung 2 ich lst U den 353 Daraus geht hervor, daß, wenn wir nach dem Calcul des Hrn. Isoré nichts als das brodtfähige Ge— treide in Anschlag bringen, der flamändische Ackerbau auch hierin den Vorzug vor den großen französischen Pachthöfen habe, indem er mehr Getreide zu Märkte bringt, als diese). Es ist wahr, daß eine große mit Brache verbun— dene Dreyfelderwirthschaft einen Schlag im Sommer— getreide hat; allein das, was sie nur auf einem Drit⸗ tel ihrer großen Ausdehnung erzeugt, kann nicht mit der großen Menge von Produkten verglichen werden, welche die flamändische Cultur alljährlich auf den zwey Dritte eln ihres Bodens hervorzubringen weiß. Es wird wohl nicht nöthig seyn, die Namen jener Pro⸗ E 2 dukte Die Ursachen davon ließen sich allenfalls errathen. Eine neunmalige Vermehrung des Saatkorns wäre selbst für den Canton von Tongeren, dessen Ackerbau mit dem von Flandern durchaus in keinem Verhältnisse steht, äußerst geringe; denn sie trägt im Durchschnitte ganz 2i 10 für J. Wie vielmehr bleibt sie also für Flandern, und zwar für eine Wechselwirthschaft in der Gegend von Lille, unannehmbar! Der Leser wird hierüber am Ende dieser Abhandlung eine weit richtigere Angabe finden. *) Das Letztere möchte nun gerädezu nicht so seyn. Es bleibt zwar wahr, daß der Lille'sche Tandwiech nach der Angabe ein starkes Dreyzehntel mehr an brodtfähigem Getreide erzeugt, als der fran zöͤsische große Landwirth; wenn er aber zu dessen Erzeugung doppelt so viele Hände nöthig hat, als dieser, so wird jener, da das Plus von Händen auch muß genähret werden, doch noch weniger Getreide zu Markte bringen, als dieser. 36 4 dukte hier zu wiederholen; man wird aber suchen, ih⸗ u List ren Werth in der folgenden Berechnung der Ausgabe Rrichn und Einnahme aufzustellen. 0 Ich war lange unentschlossen, ob ich der Tabelle 5 der Cultur und ihres Ertrages die Abschätzung dieser 35. Gegenstände in Gelde anhängen sollte, oder nicht. Ei⸗ 14 ne solche Abschätzung ist so manchem Irrthum unter⸗ Wn worfen, so schwer zu bestimmen, und sich von Jahr n zu Jahr ungleich, daß ich fürchte, wider meinen chn, Willen, auch bey der gewissenhaftesten Untersuchung 94. und der rechtschaffensten Absicht, Fehler zu begehen 6⸗ 70 und zu großen Irrthümern Anlaß zu geben. Ich bet n 0 kann und will also keinesweges diesen Caleul für so rich⸗ Daoh tig ausgeben, als den des Naturalertrages. Die schn. Bestimmung des üblichen Preises und Werthes in klin⸗ Walthh gender Munze ist die schwache Seite aller Statistiken, essile Bonitirungen und Anschläge. Diese Geldsprache hat keine festen Regeln, und ist der Veränderung mehr Vehlu noch, als jede andere Sprache, unterworfen. Sie ö hat noch flüchtigere, noch unbestimmtere Schattirun⸗ gen. Ich wage es also nur mit der größten Vorsicht 1.99 und mit wirklichem Mißtrauen, folgende Berechnungen 14 aufzustellen, und halte es für Pflicht, mich schon von 1 jezt an demjenigen entgegenzusetzen, der von diesem gar nicht authentischen Entwurfe einen Mißbrauch machen 6 wollte. Es ist bloß eine Hypothese, die man zur Be— lehrung derjenigen wagen darf, die sich auf das land—* wirthschaftliche Studium legen wollen, keineswegs aber M ein sten Rih ö ih⸗ Rbe bell iser Ei⸗ Rer⸗ Nahr inen Ing hen ich⸗ Die fiin, eh, hat ie Ms cht gen on 37 ein Leitfaden, nach dem sich die arithmetische Politik zu richten hat. ö Diese Bemerkung ist unumgänglich nöthig*). Man hat im Finanzwesen, besonders in einer Epoche, die der gegenwärtigen unmittelbar vorangegangen ist, die leeren und unvollständigen Nachrichten so sehr ge— mißbraucht, daß das Publikum eine außerordentliche Furcht davor hat, den wahren Ertrag bekannt zu ma— chen. Man glaubt, daß solche Geheimnisse der Re⸗ gierung ins Ohr geflüstert werden, und daß es daher unüberlegt sey, solche auszuschwatzen. Das ist nun aber eins der Haupthindernisse, die sich überall der Vervollkommnung statistischer Wissenschaften entgegen⸗ setzen. Offizielle Beantwortungen dieser Art sind nicht weniger verdächtig von der einen Seite als es nicht⸗ offizielle von der andern sind. Da wir hier nichts anders als das öffentliche Wohl und den landwirchschäftlichen Unterricht beab— C 3* sich⸗ ) Und gereicht dem Herzen des Herrn Verfassers zur größ⸗ ten Ehre. Zu wünschen wäre es, daß alle Staatsmän⸗ ner hierüber so, wie er, dächten... Uebrigens bin ich in Rücksicht des nominativen Werths des Getreides in Gelde nicht mit ihm einverstanden. Aus den von 110 Jahren her in den Niederlanden jährlich festgesetzten Fruchttaren, die ich vor Augen habe, ergiebt sich ein Geldmedium, welches man auch in unsern Tagen für das Medium ansieht. Die Geldsprache hat sich also, wenig⸗ stens in Rücksicht auf das Getreide, seit 110 Jahren gar nicht geändert. sichtigen, so glauben wir ohne Gefahr die Ausgabe und Einnahme des Pachthofes, wovon wir die Tabelle entworfen haben, mittheilen zu können, und wünschen herzlich, daß man allenthalben eben so genaue Berech— nungen ländlicher Wirthschaften aufstellen, und sie eben so aufrichtig dem Publikum vorlegen möge. Was für ein Geschäft man immer treibt, so muß man dabey rechnen, und nur durchs Verrechnen, es sey des Pri— dese vatmanns oder des Fiskus, kommt es, wenn jemand ruinirt wird. 38—— Marshall, ein berühmter englischer Agronom, sagte, daß der Ackerbau ohne regelmäßige und metho⸗ 9 dische Buchführung und jährlichen Rechnungsabschluß ewig ein blinder und grober Empirismus bleiben würde. 0 Ueberall, wo Geld verbraucht wird, ist das Rechnen I. der Probierstein aller Pläne und Operazionen. Der 170 Fabrikant führt seine Bücher nicht allein, um den per jährlichen Gewinn zu erforschen, sondern auch, um 9 alle Zweige und Artikel seines Etablissements von Grund 1 aus zu kennen. Der Ackerbau ist nichts anders, als 9 N eine Manufaktur, und zwar eine sehr verwickelte; die Berechnungen, die dahin einschlagen, wollen daher N mit vieler Sorgfalt gemacht seyn. Deswegen sagt 6998 Marshall mit Recht, daß ein jährlicher Rechnungs⸗ abschluß die letzte Verrichtung eines praktischen Lond⸗ wirthes sey, und wir rechnen es uns zur Ehre, gleich⸗ stimmig hierin mit ihm zu denken. BDe˖e 2 —— 39 Berechnung der Einnahme und Ausgabe der flandrischen Cultur. I. Ausgabe) des obengedachten Pachthofes von 16 Bun? dern in der Gegend von Lille. Artikel J. Grund- und Staatslasten. 1) Oeffentliche Steuer zu Livr. 10 Sous per Cent, oder zu 2 4 uvr. per Bunder, thut für die 16 Bunder 384 fivr. 2) Pachtzins an den Eigenthümer zu 7 liv. 10 Sous per Cent, oder zu 120 Livr. per Bunder. Für die 16 Bunder 1920 3) Armentaxe, 10 Sous per Cent, oder 8 livr. per Bunder. Für das Ganze 128* 4) Naturalzehnten.(Man bringt ihn hier nur bloß in Erwähnung, wovon spͤter die Ursach angegeben wird.). pro memoria 5) Unterhaltung der Gebäude, so weit sie dem Pächter zur Last fällt 50 Total dieses Artikels 2482 LVvr. C 4 Ar⸗ *) Die Ausgaben sind für die Zeit berechnet, wo die mehr— erwähnte Tabelle entworsen worden, nämlich für das Jahr 1776. A. d. Verf. 40 Artikel II. Kosten für Dünger. 1) 234 Fuder Dünger zu z vres. 702 Lor. 2) 96 Körbe Asche zu 1 livre 10 Sous 144 3) 67 Fuder kurzen Dünger, welche in der Wirthschaft selbst erzeugt werden?) pro memoria 4) 28 Zentner Oelkuchen zu 9 Lvres 252 5) Die Miethe eines Taubenschlages, den Mist davon zu beziehen 72 6) 24 Körbe Ruß zu 1 Lvre. 24 Total dieses Artikels 1 194 lvr. Artikel III. Kosten für die Einsaat. 1) Waizen, 8 Säcke zu 24 fivr. 192„ivr.— Sous. 2) Kleesaame, 24 Pfund von einer und 12 Pfund von der andern Gattung, à 10 Sous 18—. ———— Latus 210 fivr.— Sous. ATIrans- Mir ist unerklärbar, warum der Verfasser die 234 Fu— der langen Dünger in die Ausgabe gebracht hat, und hier die 67 Fuder kurzen Dünger, der im Grunde nichts f als flüssiger Dünger ist, daraus wegläßt; und zwär un⸗ ter dem Vorwande, daß dieser in der Wirthschaft hervor⸗ gebracht worden! Haben denn 12 Kühe, auf dem Stal— le gefüttert, nebst drey Pferden, Schweinen und Jung⸗ vieh keinen langen Dünger gegeben? Uebrigens hat es mit dem kurzen Dünger auch seine Richtigkeit nicht, denn ͤ S. 2 r. ————— Transport 2 10 fivr.— Sous. 3) leinsaame, 9 Havots oder di 14 Sack, d. Sack 23 vr. 54,— 4) Raps. S. Rapspflanzen⸗ ö schule unten Nr. 13. pro memoria rla 5) Bohnen, 12 Havols zu ö 1 Livre 10 Sous 1— 6) Hafer, 24 Havots oder 3 Säcke zu 12 Kvres. 3850— * 7) Winterung, 52 Havots Wi⸗ 9 bt. cken zu 3 uvres und 105 Ha⸗. vots Rocken, d. Sack àr 5 ivr. 35⸗ 2— 8) Rocken, 1 Sack. 7 + 9% Gersie, Sal s— 10) Kartoffeln, 5 Säcke zu 6 Eiv. 30— ll. 11) Rothe Rüben, 3 Pfund ö V zu 1 Livre 10 Sous. 4 8 ö 12) Möhren, 3 Pfund zu nliv. 10 Sous I 5. 13) Rapspflanzenschule, 1 12 Pf. 10 zu 10 Sous. 6—— + 14) Rüben, 3 Pf. zu 10 Sous?109 7 4 2 15) Blattkohl, 3 Pfund zu + 5 10 Sous ů 1 7 1— Total des Artikels 428 Kivr. 2 Sous. I. E5 Ar⸗ 1 l⸗ 4 S. 21.— 0 der Verf., daß man von gedachtem Vieh⸗ 3 stande jährlich nur 38 Fuder Aaljauche annehmen könne; II das Minus von 29 Fudern hätte also hier durchaus müs⸗ sen in Ausgabe gebracht werden. ö 4 ö Artikel IV. Zug-⸗ und anderes Vieh. 1) Nahrung für 3 Pferde.. 300 krres. 2) Nahrung für 12 Kühe, à 10 Sous per Tag 2160 Artikel V. Gesinde und Arbeiter. 1) lohn zweyer Knechte. 196 Kyr. 2) Lohn zweyer Mägde. 128* 3) Arbeitslohn für 200 Tage zu 1ivre 200 ⸗ 4) Arbeitslohn für 100 Tage während der Aerndtezeit zu vre 10 Sous 150 5) Schmiedearbeit 3 208„(„ 6) Riemerarbeit. 1 2) Wagnerarbeit 4 1090„ 8) Seilerarbeit. 30 Total des Artikels 1066 Kvr. Artikel VI. Haushaltungskosten. 1) Waizen zum Verbrauch in der Wirthschaft, à 3 Säcke auf die Person, also 18 Sä— cke zu 20 Lvres 360 Livr.— Sous. 2) Gesalzenes Fleisch 1000 Pf. pro memoria Latus 3 60 Livr.— Sous. Trans- Total des Artikels 240⁰ kivres. 1006 5. 43 Transport 3 60 ivr.— Sous. 3) Butter, 730 Pfund pro memoria 4) Milch, 630 Maaß 73 R5„ 5) Salz, Oel, Bier, Kleidung, Krankheiten, Zufälle, Dinge, die nicht wohl im Durchschnit⸗ te zu berechnen sind, werden hier nur erwähnt. pro memoria Total dieses Artikels 438 livr. 15 Sous. Artikel VII. Interessen des Anlegecapitals. 10/500 livres zu 4 Procent. 400 Kures. Summa aller Ausgaben. Art. I. Grund-⸗ u. Staatslasten 2482 livr.— Sous. II. Dünger 1194ä— III. Saatgut. ů 428 ⸗ 2 IV. Vieh„ 2460⸗— „V.. Gesinde und Tagelohn 19066—„ VIl. Haushaltung. 438,/ 15 VII. Interessengelder. 400!bP1 Sämmtliche Ausgaben) 8468 livr. 17 Sous. Be⸗ *) Ich brauche dem Leser nicht zu sagen, wie äußerst un⸗ vollständig die Angaben des Verfassers sind. Auch würde es überflüssig seyn, alle Irrthümer, besonders jene, die wir nicht zu rectificiren im Stande sind, hier oder in der Folge zu rügen. 4⁴— Wevor wir zur Abschätzung der Einnahme schrei— D ten, ist es nothwendig, eine Aufklärung über einige A Artikel der Ausgabe voran zu schicken. terhole Art. I. Nr. r. Steuerabgaben*). 109 0 Der Pächter zahlte ungefähr 24 Patars flandri⸗ 1110 sche Münze oder Lore 1o Sous vom Cent, also 24 livr. vom Bunder. Diese Tare wurde von den Staaten von Klle aufgelegt, um daraus die Foderun— Fanden gen der Regierung zu befriedigen. Es waren weder sichtind adliche, noch geistliche Güter davon ausgenommen. Die Ne G. Edelleute genossen ein kleines Vorrecht in Verminde— Eunn w rung der Accisen von Wein und Bier, und die Geist⸗ kannt! lichkeit und Klöster hatten sich von der Hälfte der Ac⸗ x Nente; cisen losgekauft. Die zwey Zwanzigstel und die vier gen, Sous vom dvre war eine Taxe, die auf dem Eigenthümer gandwi ruhte, wiewohl sie heut zu Tage wegen Abschafsung des li, de Naturalzehnten größten Theils von den Pächtern ent— Ffühlte richtet wird. Die Vertheilung der Auflagen geschah in. jedem Dorfe durch besonders dazu ernannte Schösser.. Da alle kändereyen gleich gut cultivirt waren, so war der site Landmann über diese Vertheilung ganz beruhigt. Er shen! wußte schon vorher, was er zu bezahlen haben würde, Elen und fürchtete nicht, daß man seine Felder in so viele 4 willkührliche Klass vertheilen würde, als es den Ver⸗ Erdi theilern gefallen möchte. Seine Taxe war diejenige, de ih welche ihm von seinem Nachbar aufgelegt wurde, und Gum die er diesem in der Reihe wieder aufzulegen batte. son fü Das, Nn ) Man vergesse nicht, daß dieses für die Lage der Dinge 3. um das Jahr 1776 gilt. 45 schrei Das, was man in Flandern Taxe falscher Kosten anige nannte, diente zur Bestreitung der Bedürfnisse der Gemeinde. Sie bestanden hauptsächlich in dem Un⸗ terhalte der Glocken, der Besoldung des S chullehrers, und der Hülfe, die man einigen Armen angedeihen ließ, we lche durch besondere dem Kirchspiel udri⸗ 0 zur kast gefallen wären. den Um dieses zu begreifen, muß man wissen, daß in elun⸗ Flandern die Kranken, Waisen und Armen vom Lande veder nicht in die Hospitäler der Städte aufgenommen werden. Die Jede Gemeinde muß für die ihrigen sorgen. Ich inde⸗ kann mir es nicht versagen, die einfache Art be— est⸗ kannt zu machen, deren man sich in Flandern be⸗ „ diente, die Greise, Waisen und Kranken unterzubrin⸗ vier gen. Unter der Menge Schristen, die man über die mer Landwirthschaft herausgeg geben hat, findet sich nicht ei⸗ des ne, die dieser fast in allen flamändischen Dörfern ein⸗ nt⸗ geführten Einrichtung erwähnt. 55 Auf St. Johannistag werden alle dem Kirch⸗ et. spiele zur Last fallende Arme versammelt. Man läßt jeden von ihnen, einen nach dem andern, auf einen . Stein steigen, und schlägt ihn dem We nigstbiethenden, 25 oder vielmehr dem Wengsferdernden, zu; das heißt: il Er wird zu demjenigen in Kost und Unterhalt gegeben, 4 der ihn bey der Versteigerung für die geringste jährliche „ Summe übernommen hat. Gewöhnlich ist die Pen⸗ 10 sion für ein Kind 7 5, und für einen Greis 120 Lvres. ö Man setzte einmal eine Frau aus, die man für nicht ‚ weniger als 300„vres anbringen konnte. Die Ge⸗ meinde 46—— meinde begnügt sich nicht, bloß die Pension für den ilt fh Armen zu zählen, sondern sie giebt noch überdies jähr— lahe · lich 24 Eores für Wäsche und Kleidung. Man be— wan& sucht sie und sorgt dafür, daß ihnen das Bedungene 0 gebührend gereicht werde. sche M ö Dd Aet Dieses Verfahren hat zwar beym ersten Anblicke We w etwas Widriges; allein was thun wir denn anderswo auf den auf dem Lande zum Besten des Armen Man findet di S6 es bequemer und kürzer, ihn seinem Schicksale zu über⸗* lassen; ein Glück für ihn, wenn er in irgend ein stäͤ— dtisches Hospital gestopft wird. In Flandern hat er siler wenigstens noch den Trost, in freyer Luft und mitten weches unter seinen Freunden zu sterben. du vol Aue, Art. I. Nr. 2. Pachtzins. eds b Nur in den vier bis fünf Gemeinden, welche die 6. Stadt kille umgeben, zählen die Pächter eines Pacht⸗„ hofes von der angeführten Größe einen jährlichen Pacht⸗ 356 zins von 120 livres von jedem Bunder; und dann. muß noch ein Theil desselben in Wiesen oder Fettwei⸗ wasth den bestehen. Der Mittelpreis scheint der von 1Oo livr. zu seyn. Es giebt auch einige, wiewohl wenige, Ge⸗ Suft meinden, wo der Pachtzins zu 55— 60 zivres per. Rglnd Bunder steht. nns Art. I. Nr. 4. Zehnte. 2*0 Es ist von dem Betrage des Zehnten in der Ta⸗ 190 belle keine Meldung gethan, weil diese den Ackerbau 4 unterdrückende Bürde für den flandrischen Landwirth 5 icht il den öshy an be ingene ublicke Newo fidet ber, stä⸗ zat er mtten 0e die acht⸗ acht— dann bei⸗ Hr. He⸗ per. Ti hall uh icht —— 47 nicht sehr drückend war. Man hatte in Flandern bey— nahe keine andern als Feudalzehnten, ob sie gleich zu— weilen von der Geistlichkeit gehoben wurden. Waizen und Flachs allein waren zehntpflichtig), und dieses ist sicher einer der Umstände, die zur Vervollkommnung des Ackerbaues beygetragen haben. Winterung und Raps waren davon ausgenommen. Wurde der lein auf dem Felde stehend verkauft, so hatte der Käufer den Zehnten zu entrichten. Einige dem Scheine nach sehr eifrige Schrift— steller bringen jetzt das System wieder auf das Tapet, welches dem Bauban zugeschrieben wird: nämlich das von dem Vorzuge, den eine Natural-Grundab— gabe, welcher er den Namen des Königlichen Zehn⸗ tens beylegte, haben solle. Ohne den Biedersinn die— ser Schriftsteller zu bezweifeln, darf ich sagen, daß es um den Ackerbau geschehen seyn würde, wenn man die— se Maaßregeln ergreifen wollte. Stewärt hat das Irrige ihres Calculs in seinen Untersuchungen über die politische Oekonomie sattsam dargethan. Um die Franzosen zu bewegen, den Zehnten wieder einzuführen, führt man hauptsächlich das Beyspiel des engländischen Clerus an, welcher ihn empfängt; allein man scheint nicht zu wissen, daß sich alle kandwirthe in England dagegen auflehnen. A. Voung beweist bey jeder *) Dennoch scheint der Verf. Unrecht zu haben, ihn in der Ausgabe zu übergehen, indem der Zehnte dieser beiden Artikel nach dem Geldanschlage ihrer Aerndten sich auf 300 Livres belaufen muß. 48 2..t Huldettte N em Jeb jeder Gelegenheit den Mißbrauch davon; er zeigt, daß diese Auflage unmittelbar die Melioration drückt, und daß der Zehnte daher den Fortgang des englischen Acker⸗— baues außerordentlich hemme. Uebrigens wird der 11 Zehnte daselbst nicht überall in Natura gehoben. Al—, lein unter was für einer Form es immer geschehe, so 49— hält Roung es doch immer für verderblich. Er giebt da d uns die Nachricht, daß man in England eine Com-⸗ Hien misston ernannt habe, um einen Plan zu entwerfen, Moß wie man den Zehnten abschassen könne. In dem näm⸗ 1 H lichen Zeitpunkte also, wo die Engländer sich dieses Joches zu entledigen suchen, schlägt man den Franzo—— sen, die sich schon wirklich davon frey gemacht hatten, ut vor, sich wieder von neuem damit zu belästigen: eine Sache, wovon die bloße Idee schon hinreichend ist, El alle Industrie zu ersticken, und dem Ackerbaue Muth und Leben zu nehmen*). 700 Wenn man sich eine Vorstellung von der Tyran⸗ RAusebs ney des Zehnten, und des Nachtheils, den er für den Ackerbau hatte, machen will, so muß man wissen, daß 1 die Zehntherren an vielen Orten sich nicht begnügten, 6. ihre Garben von dem Felde wegzunehmen, sondern ihr Dünd Zehntrecht noch bis in die Scheune, die Mühle, ja bis 1 in den Ofen verfolgten, und sich den Zehnten selbst vom Fehnte gebacknen Brodte gebenlließen. So war es zu Beze,* einem elenden Dorfe, wo vier Benediktinermönche, bey Dchn hun⸗ Dah *) Obiges wurde im Jahr 1803 oder 1804 geschrieben, 0 und alle Freunde des Ackerbaues hoffen, daß mit jener W Epoche auch ein so unseliges Projekt auf immer aus un⸗ nut d serm Vaterlande verschwunden sey. Dnitt daß nd Ackus d dek Al⸗ e, so gebt Com: berfen, nam/ dses anjo⸗ atten, Reine d it, Mih Lall⸗ den daß Ren, niht bs vom He, beh huhs cheh, her m- —ꝓ A——. 4 hunderttausend Franken Einkünften, die zehnte Garbe vom Felde und das zwölfte Brodt aus dem Ofen nah— men. Eine oberflächliche Berechnung heigt/ daß die⸗ ser doppelte Zehnte von drey Garben ungefähr eine weg⸗ nahm, weil man dreschen, mahlen und backen noch hinzusetzen muß. Zu Mirabeau war's noch schlimmer. Der Zehnte war dreyfach. Auf dem Felde nahm man zuerst von 25 Garben eine, auf der Mühle von 24 Maaß wieder eins, und in dem Backofen von 12 Brodten auch eins. Was war die Folge von dieser schönen Er findung, da zu ärndten, wo man nicht gepflügt, nicht gedüngt, nicht gesätt hatte? Die Enchklopädie sagt es uns: das schöne Erdreich von Beze in Burgund hätte eine Städt von vier⸗ bis sünftausend Seelen haben können, und, Dank sey es dem Zehnten! es befanden sich gera⸗ de nur vier Mönchsregenten mit zweyhundert Beltlern daselbst. Man wird einwenden, der Zehnte sey nicht über⸗ all so strenge gewesen; allein es ist bewi esen, daß diese Bürde auch dann nicht weniger drückend war, wenn sie nur die zehnte Garbe betrug. Dieser anscheinend zehnte Theil war in der That der vierte; und oft konn⸗ te er den ganzen reinen Ertrag ausmachen, denn der Zehntherr bediente sich seines Rechtes stets in demselben Verhältnisse, selbst in den Jahren, wo, wie dies nur gar zu oft der Fall ist, das Feld kaum den Pachtzins und die Einsaat wieder gab. Man sehe die Artikel mit der Aufschrift: valeur de la dime sur les grains Dritter Band. D et 5⁰ et sur la vigne in den Observations sur le ei- devant Wu be Angoumois von dem Bürger Munier. Paris 1779. Hen auf Tom. I. p. 222. Man kann auf den Zehnten auch den Beweis anwenden, den der Bürger Jollivet gegen die Prellerey und Tyranney der fortschreitenden Abgaben aufgestellt hat. Es ist leicht zu begreifen, daß, wenn die fla— ö mändischen Landwirthe die Früchte ihres Schweißes sd mit solchen Einnehmern der Naturalabgaben zu theilen Ilelb gehabt hätten, ihre Industrie es nie unternommen ha— vest ben würde, die Undankbarkeit ihres Bodens zu be—. kämpfen, und sicher würde dann ihre Wirthschaft nie. be Nandern zum Muster haben dienen können. Der Raps fihhe zum Beyspiel, der den Reichthum ihres Ackerbaues wit ausmacht, ist eine Pflanze, die vielen Dünger, vie⸗ m les Pflügen und viele Arbeit erheischt. Wenn sich der simu Bauer nicht scheuete, alle diese Mittel ins Werk zu ö setzen, so geschah es, weil die Cultur und die Aus— fuhr des Rapses einer unumschränkten Freyheit und Si— in cherheit genossen. Ohne dies würde man nicht Raps, gehan sondern Brache auf dem Felde erblickt haben. P den Art. VII. Interessen. ben Man schätzt, daß zum Betriebe einer Wirth⸗ ö i schaft von 16 Bundern in Flandern ein Capital von 10,000 Franken erfoderlich sey. Man hat die In⸗ teressen davon nur zu 4 Prozent gerechnet, weil es zu würd der Zeit, wo der Status dieses Pachthofes aufgenom— men wurde, leicht war, Geld zu diesem Preise zu fin— Nren den, fla⸗ lißes hellen ha⸗ be⸗ hie aps aues vie⸗ der zn lUs⸗ Si⸗ ö, den, besonders auf dem lande, wo man die Capita⸗ lien auf keinem andern Wege unterbringen konnte. ½ Allgemeine Bemerkungen über die Liste der Ausgaben. 1) Aus den Betrachtungen über den Gegen— stand der Ausgaben geht hervor, daß der Fortgang des Ackerbaues in Fländern zum Theil der Mäßigkeit und weisen Vertheilung der Staatsabgaben zu verdanken sey. Dazu kömmt dann noch, daß das Landvolk kei— nem Militärwesen unterworfen war. Jeder waffen⸗ fähige Bursche zahlte jährlich drey uvres an die mili— tärische Kasse, und von dieser geringen Taxe unterhiel⸗ ten die Staaten von Lille ihre Miliz vermittelst einer freywilligen Anwerbung. 2) Man hat noch von einer andern, das Land— volk in andern Ländern drückenden, Last keine Meldung gethan. Der Frohndienst nämlich, der in den innern Provinzen Frankreichs so drückend war, war in Flan⸗ dern unbekannt. Die Staaten ließen alle Heerstra— ßen auf eigne Rechnung unterhalten. Ihre Breite war eingeschränkt. Wenn nach starkem Froste Thau— wetter einfiel, so wurden die Barrieren geschlossen, um zu verhüten, daß die Wege nicht allzusehr verdorben würden. Wollten die Einwohner Nebenwege anlegen, deren Nutzen man anerkännt hatte, so wendeten sie D 2 sich 32—— sich an die Staaten, die ihnen die Steine zum Pfla⸗ 10 0 ster*) hergaben. Die Handarbeit geschah auf Kosten schen ke der Gemeinde. Jeder Pächter verpflichtete sich, eine bestimmte Anzahl Steine anzufahren; niemand wurde nihtf durch die Arbeit aus seiner Heimath entfernt, und das, nahe was gemacht wurde, war ein Gegenstand des Nutzens, Bm nicht des Lurus*). Farde Es ist nicht zu zweifeln, daß der flamändische imd Ackerbau um vieles durch die vielfältigen und gemäch— 1 W lichen Kommunikationen, Kanäle, Wege und Aus⸗ 367 fuhren befördert worden ist. Ueberall, wo die Pro— Rur dukte nicht zirkuliren köͤnnen, schränkt man sich in ih— hnde rem Anbaue nur auf die äußerste Nothdurft ein. Man ain wird *) In den Niederländen sind alle Hauptstraßen aus dem 7 Abgange rauher Bruchsteine und des Kieses so, wie die Straßen in einer ansehnlichen Stadt, gepflastert. **) Alle diese Spuren einer wohlthätigen, weisen und wahr⸗ haft väterlichen Regierung fand man auch im ganzen 6 übrigen Brabant und Flandern. Die Staaten oder Landstände waren die getreuen Vormünder, deren Wohl. mit dem ihrer Pupillen innigst verbunden war, und ihnen ö r folglich am Herzen lag. Gebohren und erzogen in der ö i Gegend, deren Verwaltung ihnen anvertrauet war, kann⸗ u ten sie ihre günstige und ungünstige Seite ganz genau, und öe wußten diese Kenntniß durch ein weises Ab⸗ und Zugeben zu benutzen, welches bey einem fremden Verwalter, der de plötzlich aus der einen Ecke des Reichs in eine andere ihm e ganz unbekannte versetzt wird, unmöglich Statt finden kann. i Ya⸗ Wsten „Heihe burde — 33 wird durch dasjenige nicht reich, was man nicht ab— setzen kann 7). 3) Man wird sich wundern, in den Ausgaben nichts für einen Gegenstand angegeben zu finden, der in andern Gegenden äußerst kostbar ist, ich meyne das Brennmaterial. Allein der flamändische kandwirth kann sich solches ohne viele Mühe verschaffen. In Flandern liegen die Felder gewöhnlich zusammen um den Pachthof herum. Sie sind nicht selten offen; al⸗ lein Weide, Hof und Garten sind immer mit Dornen⸗ hecken umgeben, die mit kleinblätterigen Ulmen(rothe Rüster) untermischt sind. Diese sehr harte Holzart hat die killer Wagnerarbeit so in Ruf gebracht. Das Innere des Bungerts ist mit guten Aepfelsorten an⸗ 3 ge⸗ ) Der Werth eines Landes, sagt Herr Lezay Maine— sia, fängt nur von dem Augenblicke an, wo es mit de⸗ nen kommuniziren kann, die seiner nöthig haben, und de— ren Produkte es selbst bedarf. Hätte es gleich zehn⸗, ja zwanzigmal so viel Lebensmittel, als zu seinem Gebräu— ehe ersodert werden, so würde es dadurch nicht reicher seyn, als wenn es bloß sein nothdürftiges Auskommen besäße, im Fall es seine überflüssigen Produkte nicht an⸗ bringen kann. Es wird bey allem Ueberflusse, wodurch es sich die Gegenstände hätte verschaffen können, die es nicht hat, immer arm bleiben, und daran Mangel lei⸗ den, so lange es keine Kommunikation mit solchen Plätzen hat, wo sich jene Gegenstände vorfinden. Man schließe daher einer fruchtbaren Gegend alle Kommunikation, und verschaffe einem armen Lande alle mögliche Bequemlich— keit dazu, und man wird bald dieses letztere Land reich und das erstere arm werden sehen. 54 gepflanzt, die zur Konsumtion und zum Verkaufe dienen. Außer den Raps⸗ und Kohlstängeln, die man sorgfältig zur Feuerung aufbewahrt, benutzt der Päch⸗ gens kann er sich Steinkohlen zu einem billigen Preise verschaffen). Auch dieses ist ohne Zweifel einer der lokalen Vortheile, die der Ackerbau in Flandern für sich hat, den man freylich überall zu finden nicht hof— fen darf. II. Einnahme ů des Pachthofes von 16 Bundern. Artikel I. Viehbenutzung. 1) Zwolf Kühe, 120 Pfund Butter jͤͤhr⸗ lich, das Pfund zu 10 Sous ů—0 60 Kür. 2) Zehn Kälber zum Verkauf à6 Evr. 60„ Latus 120 Kvr. Trans- *) Und dazu ist er gezwungen, im Fall nicht, wie im Lan⸗ de von Waes, alle seine Felder mit Holzwuchs eingefaßt sind. **) Der Leser wird schon ersehen haben, daß der Verfasser den jährlichen Ertrag einer Kuh durch zwölf zu multipli— ziren vergessen hat. Ich habe diesen Irrthum, so wie alle folgenden, unverändert gelassen, weil ich in den No— ten darauf aufmerksam zu machen gedenke. ter auch den Abfall der Bäume und Hecken. Uebri⸗ ufe man häh⸗ sebti⸗ leise der sür f —— 55 Transport 120 livr. 3) Buttermilch, wöchentlich für 3 ivbvr. 156A„ 4) Zwey Schweine für die Wirth-— schaft Y) pro memoria 5). Federvieh · idem 6) Gemüse idem I Total des Artikels 276 Kr. Artikel II. Ertrag der Aerndte. 1) Waizen, 8 Säcke, zu 20 vr. 1620 livr. 13500 Bund Stroh, das 100 zu 40 Kibt. 1350 Latus 2970 Vvr. D4 Trans- *) Hier hätte auch wohl ein ausgemerztes Stück Rind⸗ vieh einen Plätz verdient, es sey nun, daß es verkauft oder in der Wirthschaft verbraucht werde. **) Das Stroh ist hier wohl zu einem übertriebenen Preise angegeben. Da wir das Gewicht der Bunde nicht ken— nen, so läßt sich über den Werth eines Hunderts nichts sagen; aber äußerst auffallend ist es, daß der Körner⸗ werth eines Bunders Waizen sich zu dem Werthe des Strohes nur wie 100 zu 83 verhalten soll. Vielleicht, daß das Stroh in der Stadt Lille so hoch anzubringen wäre; allein der Verfasser wird uns weiter unten sagen, daß sich der Landwirth wohl hütet, Stroh zu verkaufen. Da übrigens der Herr Verfasser das Stroh überhaupt dem Viehe entweder gar nicht, oder doch nicht zu solchem Preise 56** Transport 2970 kivr. 2) Klee, 16 Fuder von einer und 8 von der andern Gattung, zusammen 2 4 Fu⸗ der oder 2400—— das 100 zu 36 Livres 864 ⸗ 3 66— 320 Büschel 23 45 ores per Hundert*), und 3 Säcke Leinsaamen zu 48 uvres. 288 4) Raps, 55 Säcke Saamen zu 20 Kvres. 11600„ Latus 5222 livr. Trans- Preise anrechnet, so macht dieses eine bedeutende Lücke in der Bilanze. Nach dem gewöhnlichen Verkaufspreise des Strohes vom Wintergetreide, so wie ihn Herr Di— erersen vom Wintergetreide für Antwerpen angiebt, ist der Werth des Waizenstrohes von einem Bunder 193 Li— vres, und der der Körner 479 Lidres. Ersteres verhält sich also zu den letztern wie 2 zu 5, statt daß in der An— gabe des Verfassers das Stroh zum Korne wie 4 zu 5 steht. Demnach hätte das Stroh von einem Bunder bey Lille gerade den doppelten Werth, den es bey Ant— werpen hat, welches um so schwerer anzunehmen ist, da der Körnerertrag vom Waizen um Antwerpen berrächt— giebt. daraus zu vermuthen, daß hier von grünem Lein die Re— de sey; da aber der Lein in der Wirthschaft, und zwar durch die Wirthschaftsleute selbst zu Flachs verarbeitet wird, und diese in der Ausgabe beköstigt werden, so hätte hier der verarbeitete Flachs, und nicht der rohe Lein in die Einnahme kommen müssen. licher ist, als der, welchen der Verfasser für Lille an⸗ *) Da der Flachs sich bloß nach Steinen berechnet, so ist ——————— — 37 lät. ö Transport 5222 Livr. 80oo Büschel Stängel dienen zur Feu⸗ rung in der Wirthschaft, das Hun⸗ dert geschätzt zu 5 Livres) 3 94880 5) Bohnen, 16 Säcke zu 12 vres. 192 3200 Büschel zum häuslichen Gebrau— che, das Hundert zu 3 vres. 96 5 6) Hafer, 58 Säcke zu 10 vres. 500„ 4500 Bunde Stroh zum Gebrauche 5„ in der Wirthschaft, das Hundert zu lbr. 8 ür.— 360 105 7) Winterung, 3200 Büschel, das Hun⸗ cke dert zu 10 kivres 320 . 8) Rocken, 10 Säcke zu 15 12 res, 138„ — 1400 Bunde Stroh zum Gebrauche der Wirthschaft, zu 10 Livres per V· 1 Hundert*) 145 M. 9) Wintergerste, 20 Säcke zu 10 uvr. 200A„ä 32 1600 Bunde Stroh für die Wirth— schaft à 5 Livres per Hundert. 80„ Al⸗— 2 9 10) Kartoffeln, 80 Säcke zu 6 livr. 480 ⸗ iht Latus 8140(ivr. 37 D 5 Trans- st*) Da für die Feuerung des Pachters nichts in Ausgabe gebracht worden, so gehört dieser Posten auch nicht zur 2 Einnahme. t **) Hier ist der Ertrag des Strohes noch auffallender„als beym Waizen, und die Größe seines Werthes ganz au— ßer Verhältniß mit dem seiner Körner. Transport 8140 Kir. 11) Runkeln, wie 4 der Kartoffeln“) 320 Latus 8460 Kr. Trans- 4) Die Bestimmung: 3 der Kartoffeln, ist ziemlich dunkel. Soll es heißen, daß die Runkeln oder Monren seti sich überhaupt an Quantität und Qualität zu den Kar⸗ toffen verhalten wie 2 zu 3, so folgt, daß wenn vier ens Kartoffeln 480 Livres werth waren, zwey Cens Runkeln oder Möhren nur 160 Livres werth seyn können. Soll es aber heißen, daß zwey Cens Runkeln sich zu vier H Cens Kartoffeln verhalten wie 2 zu 3: dann hat's freylich mit den angegebenen 320 Livr. seine Richtigkeit; allein in dem Falle wären auch vier Morgen Kartoffeln nicht mehr werth als drey Morgen Runkeln, welches nicht leicht je⸗ mand zugeben wird. Es ist also zu vermuthen, daß der Verfasser es im ersten Sinne gesagt habe, und dabey in 0 der Berechnung vergessen hat, daß in der Tabelle noch f einmal so viel Land zu Kartoffeln, als zu Runkeln oder 0 öhren, vorkommt, und daher 320 statt 160 geschrie— ben hat. Bey den Rüben und dem Kohle tritt dieselbe Irrung ein, und zwar zum Nachtheile dieser Gewächse; denn wenn wir sie mit dem Verfasser zu einem Drittel des Werths der Kartoffeln annehmen, so folgt, daß sechs Cens Rüben oder Kohl 240 Livres werth sind. Will aber der Verfasser sagen, daß die sechs Cens Rüben sich zu den vier Cens Kartoffeln verhalten wie 1 zu 3, so thut der ö Ertrag der erstern freylich nur 160 Livres; allein dann würde ein einziger Morgen Kartoffeln 44 Morgen Rüben an Werthe gleichen, welches nicht leicht anzunehmen ist. Es ö —N — 59 sir Transport 8460 Kor. 1 12) Möhren, wie 3 der Kartoffeln 320 bo. Latus 8780 livr. 712 Trans- 0 Es wird also wohl bey der Abschätzung des Verfas⸗ 90 sers folgendermaßen heißen sollen: 10 4 Cens Kartoffeln ö 480 Livres. V n 2„Runkeln 1000* — 2* Möhren ss 00 Rüben 240 I ch. 240 9 zi Wiewohl auch das nicht richtig ist, indem der Werth des 0 Wurzelwerks von dem Verfasser viel zu hoch angeschlagen—4 05 worden, wovon die Vergleichung mit dem Waizen sogleich die vollkommenste Ueberzeugung geben wird. Das Korn V 15 von einem Bunder Waizen schätzte der Verfasser oben zu V1 55 360 Livres. Schlagen wir dazu das Stroh und nehmen I. seinen Werth wie 2 zu 5 gegen den Werth der Körner an,* 2 ö so gleicht ö 1 1 Bunder Waizen 504 Livres. V Wenn nun 90 1Kartoffeln 1920( n 1 Möhren oder Runkeln- 1280⸗ 0 1 Raüben oder Kohl 640 · VI 5 werth wären, so gliche ein einziges Bunder Kartoffeln 0 beynahe vier Bunder Waizen mit Korn und Stroh, wel— VI ches doch, wie ich glaube, auch die eifrigsten Kartoffel— freunde nicht zugeben werden. Der Verfasser widerspricht +V4 0 sich überdies selbst in der Folge, indem er den Ertrag ¶ eines Hektars Möhren für das Departement von Norden 0— zu 424 Livres ansetzt, oder per Bunder 4 „ 60 Transport 8780 Livr. 13) Rapsyflanzenschule, 480, 0οο Pflan⸗ zen, das Tausend zu 10 Sous*) 240„ 14) Rüben zu 4 der Kartosseln 1089. 15) Blattkohl idem 160 16) Weide in dem Bungert) 2390 Total des Artikels 9730 Kr. Sum⸗ Möhren. 602 Livres. Kartoffeln, nach dem von ihm auf⸗ gestellten Verhältnisse 953„ Rüben und Kohl 30* Diese Abschätzung scheint nicht weit von der Wahrheit ent— fernt, daher könnte man die Artikel des Wurzelwerks in der Einnahme unseres Pachthofes folgendermaßen fest⸗ setzen: 4 Cens Kartoffelln. 226 Livres. 2 ⸗NMöhren 75* 2 ⸗Runkeln 77* 6 Rüben. 6 Blattkohl i; Gleichwohl giebt der Verfasser in der Folge die Kartoffeln noch viel geringer an, als ich sie hier berechnet habe, wonach die vier Cens Kartoffeln nur 162 Livres werth wären, welches mir aber zu gering scheint. *) Die Einnahme für die Rapspflanzenschule kann durchaus nicht geduldet werden, indem sie der Verfasser bey dem Rapsfelde nicht in Ausgabe gebracht hat. Die Pflanzen dienen dem Pächter ja nicht zum Verkaufe, und thäten sie das, so fiel die Rapsärndte weg. *1) Die Annahme dieser Weide ist äußerst hoch, und schreibt sie der Verfasser den Kühen zu einem solchen Preise an, so ——— Reuloat k de wir bey Muat wenig gebt Bulke H12 90 Berc süt. D 61 Summirung der Einnahme. Artikel J. Viehbenutzung Lr. Artikel II. Aerndteertrag 993898* Geldertrag des Pachthofes 10,006 ivr. Bevor wir uns einige Bemerkungen über das Resultat der Bilanze erlauben, müssen wir einige Ar⸗ 0 9 tikel der Berechnung der Einnahme erklären, so wie wir bey der Ausgabe auch gethan haben. Artikel I. Nr. 1. Kühe. Eine wohl genährte Kuh giebt in den 7 bis 8 Monaten, wo sie in der Milch zu seyn pflegt, zum wenigsten ein halbes Pfund Butter per Tag giebt viele Kühe in Flandern, die täglich ein Pfund Butter geben, besonders wenn sie im Winter mit di— cken Bohnen genährt werden. Wir wollen über diesen Ertrag eine richtigere Berechnung anstellen. Zwölf Kühe geben im Durch⸗ schnitt so wird er mit den 10 Sous Kostgeld, die er täglich für jede ausgesetzt hat, nicht zureichen, oder fünf Kühe müß⸗ ten vom halben May bis zum halben Oktober darauf ge⸗ nährt werden können. So gut die Weide aber immer ist, so zweifle ich sehr, daß 13 Cens fünf Monate lang für mehr als drey Kühe zureichen. *) Da müssen Kühe oder Aufwartung ziemlich schlecht seyn. Mich dünkt aber, wenn viele Kühe in Flandern, wie es sogleich heißt, täglich ein Pfund Butter geben, so hätte man den Durchschnitt wohl zu 3 annehmen können, wie auch die Milchangabe sogleich bestätigen wird. 62—— *aaE Mi Lebethav schnitt 2. Monate des Jahres über 34 Maaß Milch 0 täglich. Das Maaß 2,1 kitres nnrren das giebt 5 aufs Jahr„ 10,080 Maaß.. 35 Der Milchaufwand in der Wirth⸗ W6 5 schaft für Suppe, Käse u. dgl. minr kann aufs wenigste zu 630 Mß. angeschlagen werden, ab ‚ 630 i W Bleiben 9450 Maaß. 1 d Auf ein Pfund Butter gehen 42 Maaß Milch, ge⸗ Runamnt, dachte 9450 Maaß geben also an Butter 2 100 Pfd. u 28! Hiervon zum Gebrauche der Wirthschaft dauken à 2 Pfd. Butter per Tag b 730 vson e Bleiben zum Verkauf 1370 Pfd. Das thut also nur 1144 Pfund Butter von der Kuh, siud statt daß ich ihrer 120 in Einnahme gebracht habe).—10 Ueber⸗—— thas i Das heißt nach Abz zug der häuslichen Provision. Wenn von dem absoluten Ertrage der Kühe die Rede seyn soll, so giebt jede, nach vorhergehender Berechnung, 175 Pfund Butter zu 28 Loth, oder 153 Pfund Silber⸗ W gewicht, und schlagen wir, wie billig, die in der Wirth⸗ 0 schaft consumirte Milch zum Besten der Kuh an, so m kommt auf jede 1864 Pfund oder 1633 Pfund Silber⸗ gewicht. 175 Pfund Butter zu 10 Sous 87 Livr. 10 Sous. N Ein Kalld„ Buttermilch für. 313. m 10 Livr. 10 Sous. m Thut auf 12 Kühe 1278 Livres. Der Wrsaf isser berech⸗ be nete ihre Nahrung in der Ausgabe zu 2160 Livr.(Stroh eir und + nd 63 Ueberhaupt haben die agronomischen Schriftsteller den Ertrag der Kühe übertrieben. In den Gegenden, wo die Kühe die meiste Milch und Butter geben, kann der Landwirth nichts als den Dünger zum reinen Ge— winn davon erwarten. Der Preis der Butter hat seit mehreren Jahren keine Veränderung gelitten. Im Winter ist sie theu⸗ rer; aber in der Epoche, welche man die Rosenzeit nennt, und im September kostet das Pfund Butter zu 28 koth nicht mehr als 10 Sous(einen halben Franken). Zu dieser Zeit wird sie für die Hauspro— vision eingesalzen. Für die Haushaltung werden alle Jahr wenig— stens ein Rind und eine alte Kuh gemästet und eingepo— kelt, weil die Kost der kandleute in Fländern größten⸗ theils in gesalzenem Fleische besteht. Ar⸗ und Aufwartung hat er vermuthlich gegen den Mist ver⸗ glichen, daher weggelassen.) Demnach hätte der fla⸗ mändische Landwirth bey seinem Viehe einen jährlichen Verlust von circa 900 Livr. Er hat aber einen noch weit größern dabey, wenn wir Stroh und Mist nach dem Preise in Anschlag bringen, wie ihn der Verfasser ange⸗ geben. Nach ihm schießt die Wirthschaft dem Viehe für mehr als ꝛ2000 Franken an Stroh vor, und erhält dafür nur für 900 Franken Dünger zurück. Wäre die Stroh⸗ berechnung zu einem solchen Preise annehmbar, so müßte ein Deficit bey den Kühen herauskommen, wenn auch jede täglich zwey Pfund Butter gäbe. 64— Artikel I. Nr. 2. Kölber. tie ei Die Landwirthe verkaufen die Kälber gleich nach Wologen der Geburt. Fünf bis sechs Lvres ist das höchste, was sie dafür erhalten. Einige legen sich auch auf das Mästen derselben, und verkaufen demnächst das Stück De zu 30 bis 36 vres, auch noch theurer. Alsdann aber erübrigen sie auch nicht viel Butter zum Verkäufe. 10. Die Kälbermast kostet viel Milch, und erfodert viele in d Wartung. Die Milch, in welcher man Mohnkopfe 1 65 aufkochen läßt und Eyer einrührt, wird den Kälbern Zunn warm zu saufen gegeben. 0 ö Die Wirthinnen tragen große Sorgfalt für ihre 110500 Kühe. So bald sie kein Grünes mehr für sie haben, kufwil so bereiten sie ihnen einen dicken nahrhaften Trank aus d Rapskuchen) und Bierdresche. Sie haben einen de/ wo Bottich, der zu drey Viertheilen mit kaltem Wasser treflich angefüllet ist: darin werden so viele Oelkuchen als Kü⸗ Diseni be(der Kuchen im Gewichte von anderthalb Pfund) Ubn gegeben, und darin aufgeweicht. Dann wird noch so viele Bierdresche hinzu gethan, als man für nöthig erachtet, damit alles wohl gemengt und nicht zu dick für einen Trank sey. Was man des Morgens bereitet,— dient für den Abend, und die Zubereitung des Abends he istn für den folgenden Morgen. Dieses Getränk ist ein shast e herrliches Mastfutter für alle Gattungen von Vieh. weigel Man sieht wohl, daß man sich weder in diesem, Migal noch in jedem andern Zweige landwirthschaftlicher In⸗ du⸗ 4*) Ich vermuthe, daß es größtentheils Leinkuchen sind, wel⸗ 9 8 che man in den Niederlanden dem Rapskuchen zum Futter get vorzieht.„ Dritter Rhu hiase ouf das Stllck Edann tfaufe. lt vile hhlopfe Ubern rihre aben, kaus tinen Basse Kü— und) noch thig für Feitt, hends en ů isec, E l⸗ vel⸗ hulet dustrie eine große Ausbeute ohne viele Sorgfalt und Auslagen versprechen darf. Art. I. Nr. 3. Buttermilch. Die Benutzung der Buttermilch zum Verkauf ist wohl nur in Holland und Fländern bekannt. Ein großer Theil davon geht in der Wirthschaft auf, oder wird von den Armen und Tagelöhnern, die für den Pächter arbeiten, verzehrt. Das Uebrige verkauft man zu einem Sous per Maaß. Wohnt der Pächter in der Nachbarschaft einer Stadt, so kann dieser Ver⸗ kauf wöchentlich 3 Avres eintragen. Die Buttermilchssuppe ist übrigens in einem Lan— de, wo viel gesalzenes Fleisch gegessen wird, ein vor— treffliches Verwährungsmittel gegen den Scorbut. Diejenigen, welche die Leckerbissen lieben, fügen noch rohen Zucker und Eyer hinzu. Art. I. Nr. 4. Schweine. Das Aufziehen und die Unterhaltung der Schwei— ne ist nicht in Anschlag gebracht. Da sie in der Wirth⸗ schaft consumirt werden, so verbraucht man dagegen weniger gesalzenes Rindfleisch, wofür der Werth in der Ausgabe angegeben ist 5). Ar⸗ Der Verfasser vergißt, daß er bloß Erwähnung davon gethan, aber nichts dafür verrechnet hat. Dritter Band. E 66— Artikel I. Nr. 5. Federvieh. Ein kandwirth, der von seinen eultivirten Fel— dern umgeben ist, muß so wenig Hühner halten, als möglich, weil sie viel Schaden darauf anrichten. Der Vortheil eines Hühnerhofs ist übrigens nicht so groß, als viele glabben. Außer dem, was ein Huhn im Ho⸗ NI 10 fe aufsucht, muß es alle Tage wenigstens drey Unzen h0 Getreide haben, ungefähr 720 Pfund aufs Jahr; und ber 0 dafür legt es höchstens 100 bis 120 Eyer. Man hat bey ene diese kleine Benutzung nicht in Einnahme gebracht,* weil sie zu dem Spielgelde der Kinder des Hauses ge⸗ Vbhhung höͤret. ö 0 he, Ml ssch Art. II. Nr. 1. Waizen. Zu den Zeiten, wo die Tabelle und ihre Berech⸗ 490 nung entworfen wurde, galt der Waizen bey guter ür Aerndte nur 16 Lvres. Der Durchschnittspreis von 1760 bis 1789 war: vom Waizen 8 Lvres, vom l Rocken 12 vres, vom Hafer 6 Livres, und von den kn übrigen Früchten verhältnißmäßig. l é det Man hat den Preis des Strohes angegeben, ob⸗ gleich der Pachter sich wohl hutet, etwas davon zu ver— u kaufen. ö ö de Die übrigen Beobachtungen über das Einnah⸗ me⸗Conto wird der Leser ohne Mühe selbst machen können. ö ö ä III. sich — 2*7 III. Bilänze zwischen Einnahme und Ausgabe des Pachthofes von 16 Bundern. Wir haben gefunden, daß die Vor-und Ausla⸗ gen zu Führung dieser Wirthschaft eine Summe von 9240 livres erfodern, und daß die Einnahme nicht über 10,016 Livres betrage; daß also eine der andern bey einer so mühsamen Cultur nichts herausgiebt*). Was bleibt denn dem kandwirthe jährlich zur Be— lohnung seiner Mühe übrig? Wo nimmt er die Mit⸗ tel her, den Abgang seiner Ackerwerkzeuge zu ersetzen, oder sich zu helfen, wenn Viehseuchen„Wetterschaden, 2 Krank⸗ Wie dann, wenn wir eine richtigere und genauere Be⸗ rechnung anstellen? Wenn wir nur bloß in Anschlag bringen, was verkauft werden kann, und wirklich verkauft wird? Alsdann wird man finden„daß nach den Anga— ben des Verfassers für den Pächter nicht allein nichts her⸗ auskommt, sondern daß er noch jährlich 15 bis 16 hun⸗ dert Franken wird zusetzen müssen. So schwer hält es, andern im landwirthschaftlichen Wesen nachzurechnen; und nicht umsonst hatte der Verfasser die löbliche Fürsorge, zu bitten, daß man seine Berechnung nicht als Basis der politischen Arithmetik annehmen möchte. Leider! daß sie selbst für den Landwirth wenig tröstlich bleibt.. Doch werden wir in dem Anhange, den ich diesem Kapitel bey⸗ zufügen gedenke, sehen, daß der Verfasser den Ertrag in dücksicht des Getreides viel zu gering angegeben hat, ohngeachtet er irgendwo versichert, daß das von ihm An⸗ gegebene eher das Maximum als das Medium sey, das sich der Landwirth um Lille zu versprechen habe. ö ö Iu Krankheiten oder sonstige Unglücksfälle ihn treffen, di Ruani in dem Zeitraume seiner Pachtjahre méeeich sind?- Glasze Es ist nur allzuvahr, daß man ihm nicht den OEhcce, geringsten Vortheil zusprechen kann, wenn man sich E bddal pünktlich an seine Ausgabe und Einnahme hält. Hat Iderer“ er also einigen Vortheil, so verdankt er es bloß 1) daß Hezend! er mit den Seinigen seinen Unterhalt auf dem Hofe ver⸗ nicht so mittelst selbst gewonnener Produkte findet; 2) seiner vulde, rastlosen Arbeit und Thätigkeit; 3) seiner einsichts— mhin er vollen Industrie; 4) seiner Aufmerksamkeit, auch uach auf nicht den geringsten Vortheil außer Acht zu lassen. Ouuh Dieses Umstandes wegen sagt man mit Recht: daß der flamändische Bauer, um leben zu können, alles zu be⸗ 1 wegen und aus allem Geld zu machen wisse. 406 clgt Hat der Pächter Kinder von dem Alter, wo sie üi arbeiten können, so kann er die Zahl seines Gesindes Eienthl verringern, und etwas an Tagelohn ersparen). Ist shst z sein Garten einträglich, so braucht er etwas weniger Wet at Fleisch. Eine aufmerksame Wirthin weiß auch eini— Hschwa gen Gewinn aus ihrem kleinen Viehe zu ziehen; doch müssen wir billig ihr und ihrer Familie dieses Wenige zur Erholung gönnen, deren sie so nöthig haben, um Sne I die viele Mühe und Arbeit, welche die kandwirchschaft Eund erheischt, in etwas dadurch zu versüßen. Rialen Aus ** *) Er verdient auch sicher etwas mit seinem Gespann, durch +. das er entweder für Geld, oder für seine Tagelöhner, Bo auswärtige Arbeiten verrichten läßt, ume 1 D 0 t den sich Hat e ver⸗ siiner schts⸗ auch ossen. aß der Wbes wo sie sindes N eniger eihis doch Benige V M hschaf Aus , Ruch sschne, ö 5 Aus allem aber folgt, daß nur eine strenge Oe⸗ konomie, eine ununterbrochene Arbeit, ein starker Vorschuß den Ackerbau der Castellaney von kille in dem Glanze erhalten konnten, in welchem er sich zu der Epoche, von welcher hier die Rede ist, befunden hat. Es bedarf nur einer Erhöhung des Pachtzinses oder anderer Nebenbedingnisse), um den Ackerbau dieser Gegend zum Untergang zu bringen; wiewohl das Uebel nicht sogleich in seinem ganzen Umfange sichtbar werden würde, indem der kleine kandwirth, der nicht weiß, wohin er sich wenden soll, sein Capitälchen nach und nach aufzehren, dann Banquerout machen, und dem Eigenthümer sein erschöpftes Gut überlassen wird“*). Eine strenge Oekonomie ist so gewiß der Grund— pfeiler des landwirthschaftlichen Planes, den wir vor⸗ gelegt haben, daß es unmöglich scheint, sich einen an⸗ dern dabey zu denken. Es giebt, so zu sagen, keinen Eigenthümer in der Stadt, der es wägt, sein Feld selbst zu bauen, weil er es einem gebohrnen Landwirth weder an innerer Oekonomie, noch an äußerer höchst beschwerlicher Arbeit gleichthun kann. Die flamändischen Pächter bilden eine sehr schätz⸗ bare Volksklasse, die mit Leib und Seele an ihrem Stande hängt, und ohne allen Rückhalt alle ihre Ca⸗ pitalien wieder auf den Grund und Boden verwendet. E 3 Man * Die Staatsabgaben ꝛc. ꝛc. nicht zu vergessen. **0) Sehr wahr und beherzigungswerth. Wenn es einer Bestätigung bedürfte, so würden die Beyspiele davon zu unsern Zeiten in Menge aufzufinden seyn. 70 nv. Man hat Beyspiele, daß 4 Bunder, die 130 Vvres, un Pachtzins gaben, für oοσ livres verkauft worden gachdost sind, dennoch war es nur ein kleiner Pächter, der das Ducf Stück Land kaufte, und dabey überzeugt war, daß er yste die Frucht seiner funfzehnjährigen Oekonomie sehr wohl Mhe auf diese Art angelegt hatte. Wue x ů Eine Sache, von welcher man in Flandern durch⸗ aus überzeugt bleibt, wiewohl man sie anderswo bezwei⸗ Wuh felt, ist, daß alle zu dem Ackerbau bestimmte Capitalien ho in kurzer Zeit nach den Städten wandern würden, wenn usse man das System großer Pachthofe einführen Wollte. Nehmen wir an, daß man fünf solcher Pachthöfe, wie wir eben beschrieben haben, zusammenziehen, und 13* also einen von 320 Arpens daraus machen wollte; so 56 wäͤren sogleich fünf Pachterfamilien in den Stand der af d Tagelöhner versetzt; allein schwerlich würden sie sich da— 994 zu verstehen wollen. Sie würden vielmehr nach irgend lul ull einer Stadt ziehen, und mit ihrem Capitälchen einen B.r kleinen Handel anfangen. Man bedenke nur, daß es viel Soö leichter ist, fünf arbeitsame Leute zu finden, deren jeder nicht m 6000 kivr. vor sich hat, als einen Capitalisten, der auf Frmit einmal 30,000 livres auf einem Gute anlegen wollte, we das ihm nicht angehört. Die Einführung des System rochf großer Wirthschaften würde also einen beträchtlichen schel Theil der Capitalien aus der Castellaney von Lllle zie— hen, und diese schöne Gegend entvölkern. Der große dad Pächter, der wohl fühlen wüͤrde, daß es nicht so leicht ii st sey, einen andern an seine Stelle zu finden„könnte Eiß dann dem Grundherrn Gesetze vorschreiben, und wür⸗ hh de, — 71 de, um seine Ausgaben einzuschränken, die Cultur nachlässiger betreiben. Dann dürfte vielleicht das Brachsystem wieder an die Reihe kommen; denn nach physischen Grundsätzen trachten alle Theile nach der Ruhe, wenn der Gang der Maschine allzuviel Bewe⸗ gung erfodert. Aber, warum wollte man das System kleiner Wirthschaften abschaffen, da es in Flandern so vortheil⸗ haft ist? Ich will mit wenigen Worten zeigen, daß dieses System die Quelle des Nationalreichthums und einer außerordentlichen Bevölkerung sey. Frankreich enthielt in der Epoche, von welcher wir reden, 26,900 französische Quadratmeilen zu 2 5 auf den Grad, und zählte auf jeder nicht mehr als 891 Einwohner. Die Castellaney von Lille, welche nur ungefähr 80 solcher Meilen hat, zählte 160,0οοσ Bewohner, oder 2000 auf jeder Quadratmeile, die Bevolkerung der Städte lille, Douai und Orchies nicht mit einbegriffen. Keine Strecke dieser Größe in Frankreich, Deutschland, England, oder in welchem kande es immer seyn mag, ist weder so stark bevöͤlkert, noch so reich an natürlichen Produkten. Diese That⸗ sache bedarf wohl keines Kommentars. Man kann also mit Recht sagen, daß n man nach Flandern gehen müsse, um die Praris des Ackerbaues zu studiren. Wir haben uns daher bemüht, eine Skizze davon zu entwerfen, und mit aller Sorgfalt auszuarbeiten. Der schönste ohn, den wir dafur er⸗ E 4 war⸗ 72 warten, wäre der, wenn man in jedem Kanton des Reiches ein Gleiches thun wollte. Der Nutzen, den es haben würde, wenn man überall eben so genaue und vergleichende Tabellen anfertigte, und dadurch die Bilanzen aller örtlichen Ackerwirthschaften bekannt machte, darf wohl niemand bezweifein. Die Summe solcher Privatbilanzen würde dann die allgemeine Bi⸗ lanze des französischen Ackerbaues bestimmen. Aber nirgends wird man eben so große und eben so alte Erfahrungen aufzuweisen haben, als die der fla— mändischen Landwirthe. Es ist sänger als ein Jahr⸗ hundert, daß alles, was wir gesagt haben, sich schon in demselben Zustande befand, und offen vor den Augen der Welt da lag. Man kann in dem Etat de la France von Boulainvilliers den Auszug des Memoirs über die Generalität, oder das jetzige Departement von Flan— dern, sehen, welches auf Befehl des Due de Bour- gogne im Jahr 1 698 abgefaßt worden ist. „Außer allen Gattungen von Getreide“, heißt es in gedachtem Memoire bey dem Artikel kille,„trägt— „das land auch Flachs, Bohnen, Möhren, Krapp, „Tabak, Klee, Rüben, Heu, und alle Arten von „Gemüse. Flachs und Rapssaame werden allein da— „von ausgeführt. Das Land ist so bevolkert, daß man⸗ „ches Dorf, wie Turcoing, 12,000 Communican— „ten zählt, u. s. w. Der starke Ueberfluß von Vieh, „den man daselbst findet, ist nicht bloß der Güte der „Weiden, sondern eben so wohl der Sorgfalt zuzu— „schreiben, mit welcher man es zu Hause ernährt. „Man „Man mischt den Kühen Bierdresche und Oelkuchen, „die in warmem Wasser aufgelöset werden, u. s. w. „Keine Kuh giebt weniger als zwey Eymer Milch. „Der Klee, womit man sie füttert, bekommt ihnen „sehr wohl. Der Flachs ist beynahe immer so viel „werth, als der Boden, worauf er wächst,' u. s. w.) *) Ungeachtet der Verfasser sich in vorhergehender Abthei— lung die Beschreibung des Ackerbaues des französischen Flanderns vorgesetzt hatte, so wird der Leser doch bemerkt haben, daß er sich im Detail bloß auf einige Wirthschaf— ten in dem Bezirke von Lille einschränkt. Theils also, um dasjenige einigermaßen zu ergänzen, was seiner Be— schreibung zur Erreichung der Vollständigkeit ihres Zwe— ckes fehlt, theils um einige Unrichtigkeiten, die dem Ver— fasser entfahren, zu berichtigen, sehe ich mich genöthigt, seiner Beschreibung folgenden Anhang zuzufügen. E Ueber Ueber den Ackerbau des Departements von Norden. Anhang. 5. 1. Lage. Klima. Das Departement von Norden, oder das ehemalige französische Flandern, kam, so wie die ganzen Nieder⸗ lande, im Jahre 1477 an das Haus Oesterreich durch die Heirath Maximilians von Oesterreich mit Maria von Burgund, Tochter und Erbin Karls des Kühnen. Ihr Sohn bestieg den Thron von Castilien, und von da an blieben diese Provinzen unter dem spanischen und österreichischen Scepter bis zum Jahre 1668, wo der Theil, der jetzt das Departement von Norden aus— macht, von dem übrigen Fländern getrennt, und an Frankreich abgetreten wurde. Die größte zänge dieses Departements in der Richtung von Nordwest nach Südost, das heißt von Dünkirchen aus bis Anor, beträgt 42— 43 franzoö— sische Meilen. Die Breite aber ist äußerst verschieden, und wird im Durchschnitte nicht über 6 Meilen be— tragen. Das Klima ist überhaupt kalt und feucht. Die Nachbarschaft des Meeres, der kief gelegene oft morastige Boden, die zahlreichen Flüsse und Bäche, und endlich die häufigen Nebel, erzeugen eine große Feuch⸗ uclichk hanae nd tul Echlie! shocchn nan in Rbe; Vude ind S in Sil lber, u westen. auige her, von K Casel Callel legt, d 51 seeit gerad wenig schen ge, daß einst seh, 7⁵ Feuchtigkeit in der Atmosphäre. Die Winter dauern beynahe 6 Monate, und sind mehr feucht, regnerisch und trübe, als hell und trocken; doch fällt weniger Schnee in dieser Gegend, als in den angränzenden südlichen Departementern. Man hat beobachtet, daß man im Durchschnitte jährlich 163 regnerische Tage habe; die Donnerwetter aber sind nicht häufig. Die Winde blasen am häufigsten aus Westen, Nordwesten und Südwesten. Es ist selten, daß der Wind lange in Süden stehen bleibt; er geht schnell in Südwest über, und von da weicht er nach Westen oder Nord—⸗ westen. Im Winter und Sommer bläst er auch wohl einige Tage aus Norden. Die Nordostwinde sind hier, wie allenthalben, sehr verzehrend; doch sind sie von keiner Dauer. Die ganze Gegend ist so flach, daß man von Cassel aus(eine Stadt, der man den Namen mont Cassel gegeben hat, obgleich die Erhöhung, worauf sie liegt, nur 48 Klafter über die umherliegende Fläche und 55 über die Oberfläche des Meeres beträgt,) daß, sage ich, man von da die Küsten von England in einer geraden Entfernung von 13 französischen Meilen, und wenigstens 30 Städte und 100 Dörfer in der Runde sehen kann. Diese flache, wenig über das Meer erhabene La⸗ ge, so wie eine Menge anderer Spuren, lassen glauben, daß diese jetzt so fruchtbare und wohl cultivirte Gegend einst nichts als eine Menge vereinigter Sümpfe gewesen sey, die man nur durch eine große Anstrengung hat aus⸗ austrocknen können; und noch jetzt konnen die dem He Meere am nächsten gelegenen kande bloß durch eine sol— wan di che ununterbrochene Anstrengung und alljͤͤhrliche Arbeit ent Mi in ihrem Culturzustande erhalten werden. Mit jedem Oh Winter wird ein Theil derselben vom Wasser bedeckt, ů welches nicht anders als durch mancherley Mittel davon wegoeschafft werden kann; und so übersteigt die Indu⸗ strie des Menschen alle Hindernisse, die ihr die Natur bey jedem Schritte in den Weg legt. Man findet dennoch bey Hondtschoote große Tei— 100 che oder Seen, denen man den Namen Moore(Moi— 11 res) beylegt, die zwar vormals zum Theil ausgetrock⸗ sa u⸗ net, nun aber mehrere Monate überschwemmt lie⸗ Dathel gen, und die man daher setzt zu den beständigen Tei⸗ ö chen zählen darf. Man findet unter andern einen sol— chen Teich zwischen Cassel, Hatzebrouck und St. Omer, der noch nie hat ausgetrocknet werden können, und so tief ist, daß ganze Inseln darauf herumschwimmen. hhele Sie haben eine Oberfläche von mehreren hundert Qua— dere an dratfußen, und sind vermuthlich Erdstücke, die sich von dem Rande des moorartigen Bodens abgelöset haben. iupn Man führt diese Inseln, die dem Viehe zur Weide dienen, von einem Orte zum andern, und zwar ver—⸗ mitttelst eines Seiles, das an einem Anker befestigt ist logt, den man in den Rasen einhackt. Man rechnet, daß é Durc dieses Departement über 2300 Hektar auf diese Art Diel unter Wasser habe. Mer Die bedeutendsten Flösse, die das Departement i. von Norden durchsiroömen, sind die Schelde, die Aa, 5 die den Hesch Abat jedem dalh won ndu⸗ satur da⸗ loi- Ock— lie⸗ Ris sh ner, V 77 die Leye(Lys) und die Sambre. Außerdem findet man daselbst wenigstens zehn schiffbare Kanäle, ohne eine Menge anderer, die zur Entwässerung moorigter Gegenden dienen. §. II. Boden. Die Bestandtheile der Bodenarten auf einem so langen Erdstriche, wie der des Departements von Nor— den, sind nothwendig sehr verschieden; es läßt sich al⸗ so im Allgemeinen nichts darüber sagen, und wir müs⸗ sen uns nach den Hauptbezirken richten, in welche es vertheilt ist. Bezirk von Dünkirchen. Man kann den Boden in zwey Hauptklassen ein⸗ theilen: der eine findet sich an dem nördlichen, der an⸗ dere an dem südlichen Ufer des Flüßchens Colme. Der nördliche Theil begreift die Dünen, Wate⸗ ringen und Moore. Der Theil desselben, der dem Meere ram liegt, wird von den Dünen eingenommen, die im Durchschnitt eine Breite von 500 Klaftern behaupten. Die Dünen sind bekanntlich bloße Sandhügel, die das deer auswirft, und die man fast allenthalben an sei— nen Gestaden antrifft. Diese Sandhügel bilden an diesem westlichen Theile Europens eine Kette, die sich von dem Ausflusse der Somme an bis zu dem der Schel⸗ 78—. Schelde erstrecken. Ihre Höhe beträgt 20 bis 25 Klafter. Die Kette dieser Sandberge nimmt noch im⸗ mer durch die Materialien zu, welche das Meer, wel⸗ ches immer nach Westen andringt, auf seinen östlichen Gestaden absetzt. Der ganze Theil dieses Distriktes, der in den Dünen einbegriffen ist, besteht aus reinem Flugsande, und kann daher nur durch Anpflanzungen von Na— delhölzern befestigt, geschützt und fruchtbar gemacht werden. Ueberhaupt wird der Boden dieses ganzen Bezirkes immer sandiger, je mehr man sich den Dü⸗ nen nähert. Hinter diesen Dünen befindet sich die Landstrecke, die von den vielen Abzugskanälen und Austrocknungs— gräben in der Landessprache den Namen Wateringen erhalten hat. Sie hat sieben Stunden in der dänge und vier in der Breite, und enthält 46,00 Hektars. Der Boden besteht aus einem schwarzgrauen Sande und einem weißen Kleye, der zwar eben so klebrig, aber doch weniger geschlossen ist, als der Töpferthon. Man verfertigt weiße Ziegelsteine daraus. Die Wa⸗ teringen sind zu allem, vorzüglich aber zum Sommer-⸗ und Wintergerstenbau, zum Rocken, Hafer und Es⸗ per, geeignet. Die Moore sind eigentlich Seen, die durch die tiefe Lage des Bodens in der Nachbarschaft des Meeres verursacht werden. Der größte davon enthält über 3000 Hektars an Oberfläche. Es ist zwar gelungen, sie großentheils auszutrocknen; allein der Boden bleibt doch ch im man dal Die Cul Rend eln gubst fl uch von hegt Iit um täse, i erfüͤdet n fete de Do din, s vother ů Hii he bedeckt! Der R. Hattun chich sir nig der Z len ge Hon, das V 0 wird her W ler Ho 8 2 5 im⸗ ll⸗ lichen den sande, Mo⸗ macht anhen Dü⸗ recke, ungs⸗ ingen linge lars. ande rig, hon. Bo⸗ mer⸗ Es die eekes bet gell, libt och ——— 79 doch immer morastig und thonig. Alle Bäume, die man darauf zu pflanzen versuchte, sind ausgegangen. Die Cultur dieser Moore ist, wie man sie in einer Ge⸗ gend erwarten darf, wo der kandwirth mit jedem Au— genblicke gewärtigen muß, die Früchte seines Schwei⸗ ßes durch das Wasser zerstört zu sehen. Ein Theil da⸗ von liegt zu Gras nieder, und wird nur von Zeit zu Zeit umgebrochen. Außer diesen Mooren findet man auch noch Mo⸗ räste, in welchen sich in einer Tiefe von zwey Fuß Torf vorfindet. Die Oberfläche besteht aus einem schwar— zen fetten Sande. Wird der Torf ausgegraben, und der Boden kann dabey der Feuchtigkeit entledigt wer⸗ den, so sind solche Felder nachher fruchtbarer, als sie vorher waren. Der südwärts dem Flüßchen Colme gelegene Theil heißt das Holzland, weil es allenthalben mit Holz bedeckt ist, welches auch sehr wohl darauf gedeihet. Der Boden ist von zweyerley Beschaffenheit: die eine Gattung besteht aus einer gelben zwey Fuß tiefen Lehm⸗ schicht. Es ist eine sehr gute Bodenart, die das Was⸗ ser nicht zu stark anhält, sich leicht verkrümelt, zu je⸗ der Zeit bearbeitet werden kann, und zu allen Produk⸗ ten geeignet ist. Die andere Gattung ist ein zäher Thon, dessen Schichte 2— 3 Fuß dick ist. Er läßt das Wasser nicht durch, und steht solches lange darauf, so wird das Erdreich zu einem Teige, der sich bey trock⸗ ner Witterung verhärtet und Risse bekommt. Star— ker Frost thut eine gute Wirkung auf diese Erdart, die übri⸗ 80— übrigens nicht zum Anbaue des Tabaks, des Flachses ur sil und der Gerste paßt. lür. ö Die Lage dieses ganzen Bezirkes ist so, daß er kuame! seine Fruchtbarkeit nur einzig und allein der außeror⸗%0 dentlichen Industrie seiner Bewohner zu verdanken hat, AUuc a ohne welche alles nur Moor und Morast seyn würde. hn Die unzählbaren Kanäle und Gräben führen die Ge⸗ wässer bey niederem Meere ab.— Man bauet in dem Bezirke von Düllkirchen 0 Waizen, Rocken, Gerste, Hafer, Oelgewächse, Ta⸗ ztm bak, Hopfen, Futterkräuter, Gemüse, und hat sehr Mor kostbare Wiesen. 3. NM Bezirk von Hatzebrouck. Doo Der Boden besteht zum Theil aus einem brau⸗ 66 nen Lehm, der über einer gelben, oft grauen Thon⸗ 1 erde ruht. Dieser ganze Theil ist so feucht, daß die dh Wege im Winter durchaus unfahrbar sind, und die mit el Fußgänger nicht anders fortkommen können, als indem Eud sie von einem dicken Steine auf den andern hüpfen, die von V man zu dem Ende längs der Wege hinlegt. Di ö An einigen andern Orten findet sich ein Mergel— boden, den man dort rothen Boden nennt, und der ö von einer vortrefflichen Beschaffenheit ist. An andern Orten herrscht der Sand, an andern ein sandiger Lehm, San und wieder an andern ein Thon, der beynahe unfrucht⸗ felten bar ist. Ueberhaupt ist der kehm⸗ und Thonboden in wohl diesem Bezirke von solcher Natur, daß er das Wasser beien nur Ditt achse daß et betor, hal, ürde. e⸗ irchen Ta⸗ schr brau⸗ Hon⸗ die die dem „die rgel d der Ndern Khm, luchs⸗ iu in aset suv rürrr. 81 nur sehr schwer durchläßt, und nur mit vieler Mühe mürbe gemacht werden kann. Die Dicke der Acker⸗ krume beträgt 6 bis 18, auch wohl noch mehr Zolle. Die Früchte, die in dem Distrikte von Hatze⸗ brouck angebauet werden, sind: Waizen/ Rocken, Bohnen, Winterung und Oelgewäch se. Bezirk von ille Dieser Bezirk ist der fruchtbarste des ganzen De— partements. Man findet hier Lehm⸗„ Sand⸗ und Mergelboden. Derv erste ist zu allen Produkten geeig⸗ net; der zweyte hauptsächlich zum Rocken; der dritte zu Mohn, Waizen, Esper, Wicken. Diese letztere Bodenart hat eine Dicke von 7— 8 Zoll, und ruht auf einer Schicht von Mergel, die das Wasser sehr leicht durchläßt, daher dieser Boden bey großer Tro⸗ ckenheit leidet.— Von jenen Bodenarten ist der Lehm mit einer mehr oder weniger starken Mischung von Sand am häufigsten anzutreffen; auch hat der Bezirk von klle diesem zu allen Produkten so sehr geeigneten Boden den Ruf seiner Fruchtbarkeit zu verdanken. Bezirk von Cambrai. Die Bodenarten allhier sind Kley, Mergel und Sand. Hat der Kley keine Beymischung von weißem fetten Mergel, so ist er zäh, rauh, feucht, und so— wohl bey trocknem als feuchtem Wetter schwer zu bear— beiten. Manchmal liegt diese Kleyschicht über einer Dritter Band. F un⸗ 82 undurchdringlichen Steinmasse, und ist so dünne, daß der Pflug bis auf die Unterlage eingreift. Mergelboden nennt man hier den Lehm, der auf einer Schicht von Kreide, Kalksteinen oder Mergel ruht. Die ackerbare Krume ist sehr dünn, und mit jedem Augenblicke bringt der Pflug kalkartige Substan⸗ zen aus der Tiefe hervor. Die Oberfläche dieses ganzen Bezirkes ist weder so eben, noch so fruchtbar, als die der vorhergehenden drey Bezirke. Waizen, Rocken, Gerste, Hafer, Oelgewächse und Futterkräuter sind die Produkte, die man hier antrifft. Bezirk von Avesnes. Der Boden ist überhaupt feucht und kalt, und seine Erzeugnisse kommen später zur Reife, als in den andern Distrikten. Er besteht mehrentheils aus einer Mischung von Kley und Mergel. An einigen Orten findet man auch Sand, der in Schichten unter der ackerbaren Krume liegt. Wo kein Sand liegt, da ist eine Schicht von Kies oder von Feuersteinen(silex); meistens ist es aber ein rother, feuchter, daher kalter Kley, der nur schwer trocken zu machen ist. Oft ist dieser Kley mit ganz kleinen Kieseln unterschossen. An⸗ derswo ist die Unterlage ein mit Feuersteinen gemischter Thon, unter welchem sich aber Mergel befindet. Alle diese Bodenarten halten das Wasser mehr oder weniger auf der Oberfläche. Ein starker Frost ist den Brach⸗ lan⸗ Ianden Hauvi ter gn hrsin 0 Lußbo shwe 9 v0 Bode nen l ndee Uꝛ her gebt Vin entb der den beste von daß er auf Nerge mit san— und den iner xten der 0 st er); alter stit In⸗ chter Me r ach⸗ ah⸗ — 83 landen sehr nützlich, den besäeten aber schädlich. Ueber⸗ haupt ist der Boden überall schwer, bey feuchtem Wet⸗— ter gar nicht zu bearbeiten, und bey der Hitze dem Auf⸗ bersten unterworfen: er ist also noch schlechter, als der des Bezirks von Cambrai. Bezirk von Douai. Wir finden hier Kley ⸗„ Mergel⸗‚ Sand⸗ und Torfboden, und oft eine Mischung von allen vieren. In der Gegend von Valenciennes hat man einen schweren, schwarzen und fetten Kleyboden. Das ganze Thal der Scarpe besteht in seiner Län⸗ ge von Douai an aus einem sandigen und torfartigen Boden. Man unterscheidet allda dreyerley Sand: ei— nen lehmigen, welcher der beste ist, einen schwarzen und einen grauen. Seine Tiefe wechselt zwischen 8 und 24 Zoll. Er läßt das Wasser leicht durch, da— her viel Regen ihm vortheilhäft ist und ihm Bindung giebt. Die häufigen in dieser Gegend herrschenden Winde verwehen nicht selten den Sand wie Staub und entblößen die Wurzeln der Pflanzen. In diesem Thale der Scarpe, welches unglücklicher Weise nur allzusehr den Ueberschwemmungen ausgesetzt ist, finden sich die besten Flachsfelder von den Niederlanden, und vielleicht von ganz Europa. F 2 ö F. III. 84— 6. III. Vertheilung und Werth des Bodens. Das ganze Departement von Norden ent⸗ hält an: Ackerlanden 263483 Hektars. Brachlanden 62940 natürlichen Wiesen 11165 künstlichen Wiesen 22264 Gemüse⸗und kustgärten 9137 Waldungen 149 Gebäuden oder Bauplätzen 6636„ ungebauten Bergen und kändereyen 9148 Wegen und Heerstraßen. 17766 Flässen und Teichen 3784 Teichen, die von Zeit zu Zeit cul⸗ tivirt werden. 106 Morästen. 6⁰⁰ 2 Totalgröße der ganzen Oberfläche 57 95 87 Hektars. Den Kauf⸗ und Pachtpreis der Ackerlande, Wiesen und Weiden giebt folgende Tabelle: Bezirk von Dünkirchen. Kaufpreis Pachtpreis p. Hektar. Ackerlande X. Klasse 1286 Franken 56 Franken. · 2.„ 785 45 5 5 3. 1 432 2 6 · Weiden 2. 2347 ⸗ 111 ⸗ 2 1430 9 —..—.....trttr:t::::i::.ir:ieee::::...:e....—....—..—..—....TCT‚‚‚‚TTTTTT““C--- I— 85 Kaufpreis Pachtpreis p. Hektar. Weiden 3. Klasse 757 Franken 45 Franken. Wieser 1.„ 1660„ 73(„ ellt⸗ 2. 7 636„ 34 5 3—— 340· 19 s Bezirk von Hatzebrouck. Ackerlande.. 1561. 70 ö · 2194 50 · ö 3. 902 32 2 ä WSeden I. 23505 42 · 2 7 1872 60 · ö 5 3„1480 47 · Wiesen T. 5 2638 ⸗ 85 · ö 4. 5 2292„ 71 31992 60 ö Bezirk von dille. Ackerlande.. 2230 75 5 18, 2 2. 5 1732 59 5 3. 7 1256- 44 5 de/ Weiden 1. 1552 94 5 2. 5 2220 79 · 35* 15899 7 57 6 ö Wiesen. 38950 100 klar 5. ⁵ 2486 ⸗ 83 6 ia. 2 3.5 1887 65 · Weiden an. 4475 ⸗ 200 der Leye. 3490. 140 5.— 1851H 20 Ä F 3 Wie⸗ 86 Ackerlande 1. 6 2.. 35 Weiden 1. 5 2. · 5. 7 Wiesen 18. 5 2. 2 23 3. Ackerlande.· 6 2. 9 1081 772 608 2050 95 1538 1538 1178 820 Bezirk von Avesnes. 1055 536 5 9 Kaufpreis Wiesen an 1. Klasse 5696 Franken der leye z. 3461 . 30 5 22 40 Bezirk von Douai. Ackerlanden. 1723 5 227 1335 · 3.* 948 Weiden 1. 2090 2. 7 1594 387 1163 Wiesen 1. 2090 5 2* 1594 · 33. 7 1163 Bezirk von Cambrai. Pachtpreis p Hektar. 280 Franken. 170 9⁰ 5 9 Acker⸗ SISCSC‚C‚߂߂H‚ñ‚J‚——————————————————— ö Fantt deden sichke keichs den K Muden Neder alenthe Lane noch! des 2 wochf lch f Die! nach. halber Kaufpreis Pachtpreis p. Hektar. Ackerlande 3. Klasse 350 Franken 14 Franken. Weiden 1. 2255 80 · 1697 61 5 3. 1120 44 Wiesen 1. 16032„ 60 22„ 1053„¶ 43 ⸗ 38 7 7260 38 · . V. Feldbearbeitung. Unter allen Departementern des ehemaligen Frankreichs steht das von Norden in dem Rufe, am besten cultivirt zu seyn; und wirklich bildet die Vortreff⸗ lichkeit seines Ackerbaues mit dem des innern Frank— reichs einen auffallenden Kontrast. So wie man aus dem Kanton von Bouchain und Valenciennes gegen Norden vorrückt, so nehmen auch die freyen offnen Felder ab, und die Einhägungen fangen an, welches allenthalben eine sorgfältigere Cultur voraussetzt. Die reine Brache ist beynahe unbekannt, und da, wo sie noch ist, wird sie durch die Widerspenstigkeit und Nässe des Bodens, oder andere Ursachen, nothwendig ge— macht, dagegen trägt jeder gute Boden beynahe jähr⸗ lich seine zwey Aerndten. Die Gerste wird zum Bierbrauen häufig gebauet. Die Cultur des Hopfens giebt der in England nichts nach. Klee, Luzerne und Esparsette finden sich allent— halben, wiewohl die allzugroße Feuchtigkeit des Bo— F 4 dens 88——— dens diesen Gewächsen oft nachtheilig wird. Die Thä⸗ ler der Scarpe liefe rn den feinsten Fla lachs von nnrn zu, B Die Quantität des an gebauten Rapses ist ungeheuer. u. fif fii Die kleinen Eigenthümer, welche weder Gespann ö 11 noch Pflug be esitzen, auch nicht in der Lage sind, daß ftchß sie die Arbei in ch fremdes Gespann verrichten lassen können, bearbeiten die Erde mit der Hand. Zu dem Ende bedienen sie sich der Hacke oder des Spatens. 2 den Einige spannen sich auch wohl selbst vor einen leichten lait! Pflug, eine kleine Egge. Die Ländereyen, die zum asen Win Flachse bestimmt sind, werden überall, die Ge— sht. d von Dünkirchen ů +;—4 enommen, mit der Hand be⸗ aufga Wdeet Eben 0 die Lande, worauf Tabak, Hopfen Wad und Kartoffeln gebaue twerden, und endlich diejenigen, Res die wegen n Feuchtigkeit oder ihres thonigen Gehalts end den Pflug gar nicht zulassen. ö ausa Boden Nan schätzt, daß die Anzahl der mit der Hand bestelle en Felder, die Gärten ausgeschlossen, sich gegen die mit dem Pfluge bestellten verhalten wie zu 10 in lad d den 2 Sentten von Avesnes und Cambrai; wie 1 zu 40 a in dem Bezirke von Bergen; wie 1 zu 30 in dem du d von Hatzebrouck; wie 1 zu 24 in dem von Douai; did und endlich wie 1 zu 6 6 in dem von kille. Diejenigen liher Gegenden, wo die am meisten Statt hat, Ede sind auch dlejenigen, wo der Boden am meisten ver⸗ lln theilt und die Bevölkerung am stärksten ist. Die dine Handcultur wird in dieser Gegend allenthalben für die Ichl beste und fruchterzeugendste gehalten. Sie lockert den Boden auf, knetet ihn nicht, und ist, nach der Aus⸗ den, sage and 9en sage einsichtsvoller Landwirthe, hauptsächlich für Wai— zen, Bohnen, besonders aber für den Flachs, geeig— net. Die Erde wird mit dem Spaten 13— 15 Zoll tief herausgestochen. Ein Mann gräbt auf diese Wei⸗ se in einem Tage ungefähr zwey Ares um, und beschaf⸗ fet—— Ares, wenn er die Haue gebraucht. In der Gegend von Lille zieht der Pflug nicht oh⸗ ne den Spaten zu Felde; denn da man keinen Daumen breit Land unbenutzt lassen will, so wird alles, was der erste nicht hat erreichen können, mit dem zweyten voll— führt. Dann werden die Gräben und Abzüge damit aufgeräumt, vorzüglich aber wird der Spaten zu dem, was sie palotage und recotage nennen, gebräucht: zwey Verrichtungen, die sich in der Cultur dieser Ge⸗ gend vorzüglich auszeichnen, und nicht wenig zu der anhaltenden Fruchtdarkeit dieses von Natur feuchten Bodens beytragen. Das Palotiren geschieht folgendermaßen: So— bald das Land mit Wintergetreide besäet ist, so wird aller zehn Fuß eine Rigole mit dem Spaten geöffnet, der daraus gezogene Grund links und rechts über das Feld hergeschleudert, und nachher mit dem Rechen oder einer umgeworfenen Egge Diese frische Erde trägt einigermaßen zur n rderung der Vegeta⸗ tion bey, so wie die Gräben ihrerseits zur Entwässerung dienen. Die Verrichtung des Palol irens hat vorzüg⸗ lich bey dem verpflanzten Rapse Stat tt. Die recorage ist darin von der palotage verschie⸗ den, daß diese hauptsächlich zur Entwässerung der Fel⸗ 5 der 9⁰ der im Winter, jene aber zur Erneurung des Bodens„ dient. Dieses Recotiren geschieht ebenfalls durch An⸗ t el fertigung der Rigolen, die in einer Entfernung von shweten zehn Fuß über das Feld hergezogen werden; diese Ver⸗ nithiz richtung aber hat vor der Einsaat Statt. Die herauf⸗ hn ze gebrachte Erde wird einen starken Fuß weit von den 6 R Gräben auf das Feld gelegt, die Kanten der Gräben I vu werden hernach mit dem Pfluge etwas abgepflügt, wo⸗ durch die Rigolen sich größtentheils füllen, und enger werden; der ausgelegte Grund aber dient, um die ab— perden gepflügten Kanten mit der Egge wieder zu ebenen. Es bsit 1 ist dieses also eine Art von Ruschottiren, wovon wir n im ersten Theile dieses Werkes Meldung gethan haben. tembers Auf feuchtem Boden, der erst im Frühjahr bestellt wer⸗ 0 50 den soll, wird das Recotiren vor Winter vorgenom—⸗ sinde men, damit das land sich im Winter der Feuchtigkeit 9E um so besser entledige; die Kanten aber werden erst im Moha folgenden Frühjahre gebrochen, und die ausgelegte, nun wohl durchfrorne Erde vereggt. ftln Man bedient sich in diesem Departemente durch⸗ Rgt, gängig der Pferde, einen kleinen Distrikt in dem Be⸗ dDe zirke von Avesnes ausgenommen, wo man auch die übuige Ochsen zu Hülfe nimmt. Wirthschaften, die drey att wi Pfläge im Gange haben, bespannen gewöhnlich einen I davon mit Ochsen. Einige kleine Wirthe um Douai sang. spannen auch wohl einen Esel zu einem Pferde. schich Die Starke des Gespanns ist verschieden. Im Bezirke von Dünkirchen gehoren 2— 3 Pferde an den andere Pflug. In dem von Llle nimmt man nie mehr als 8 die zwey, —...........................——........‚.eb.————..———3—————— Hens M- N Ver — lauf, den ben Oo: euger Lab⸗ Es ir ben. wer⸗ hom⸗ ihit im e . zwey, auch oft wohl nur eins. Bey Douai sieht man ihrer bald eins, bald viere, bald sechse. Auf dem schweren Boden von Valenciennes hat man ihrer sechse nöthig. In dem Arrondissement von Cambrai braucht man zwey, drey, ja sechs Pferde. Da, wo mit mehr als drey Pferden gepflügt wird, ist ein zweyter Knecht zur Leitung der vordern Pferde erfoderlich. So bald die Aerndte das Feld geräumt hat, so werden die Felder, die in demselben Herbste aufs Neue besäet werden sollen, umgerissen, um das Unkraut zu zerstͤren. Das zweyte Pflügen findet zu Ende Sep⸗ tembers Statt; dabey wird der Pflug so tief angesetzt, als es der Boden verträgt. Im Fall es Zeit und Um⸗ stände erlauben, findet auch wohl noch ein drittes Pflü— gen Statt. Der Dünger wird allemal mit der letzten Pflugärt untergebracht. Die wenige reine Brache, die man in einigen Di— strikten findet, wird vier⸗, fünf⸗, ja sechsmal umge— pflügt, je nachdem der Boden schwer und spröde ist. Das erste Pflügen geschieht vor Winter, wenn die übrige Wintereinsaat vollbracht ist. Die zweyte Pflug⸗ art wird nach der Frühjährseinsaat, die dritte zu Ende des Juli oder Anfang Augusts, und die vierte zu An—⸗ fang Septembers gegeben. Dieses letzte Pflügen ge— schieht so tief als möglich. Zu den Sommerfrüchten wird einmal vor, das andere Mal nach Winters gepflügt, worauf, im Fall es die Zeit zuläßt, noch eine dritte Pflugart folgt. Ob⸗ 92*—— Obgedachtes ist im Allgemeinen die Culturart in den Bezirken von Dünkirchen, Hatzebrouck, Lile und Douai. In denen von und Cambrai herrscht noch immer das mit Brache verbundene Dreyfeldersy⸗ stem. Das Wierdenten de folgt der reinen Brache. Die Bearbeitung der Brache geschieht durch ein drey— maliges Pflügen: das eine vor Winters, wobey das Land bloß gebälket(gefelget) wird; das zweyte im Juni, wo der Mist auch untergebracht wird; das dritte und letzte gegen Ende Augusts. Was man am Pflü⸗ gen hier spart, wird durch ein strenges Eggen mit eiser⸗ nen Zinken ersetzt. Son ist pflegte man hier zu dem Sommergetreide nur einmal zu pflügen; man über⸗ zeugt sich aber immer mehr von dem Nutzen, das Land noch vor Winters aufzureißen, also von dem Nutzen des zweymaligen Pflügens. Die Bestellung eines Hektars im Verdinge kostet 40 Franken, und 50, wenn eine reine Brache ist. . V. Säen und Saame. Man wechselt durchgängig den Saamen von al⸗ len Früchten, wie Bohnen, Hafer, Klee, Flachs, vorzüglich aber vom Waizen. Dieser wird durchgän⸗ gig vor der Aussaat gebeitzt, wiewohl es auch an eini⸗ gen Orten in den Distrikten von Cambrai, Lille und Dünkirchen nicht geschieht. Einige dehnen das Einbei— tzen sogar auf den Rocken und die Gerste aus. Man dalt in ileind hest bass drach. dleh⸗ 0 das Re in dlitte Mi. ů csse. dem lber⸗ and Wheg or losft . al achs Hün eili 0 —— 93 Man säet den Waizen, Spelz, Mengkorn, Ro⸗ cken, Gerste, Winterung(das ist ein Gemenge von Wicken und Rocken) in den Monaten September und Oktober. Der Raps, der an Ort und Stelle stehen blei— ben soll, wird zu Ende Augusts gesäet. Der andere Raps wird zu Ende Septembers verpflänzt. Die S Söczeit von Bohnen und Hafer ist im März, April und Mai Die der Erbsen im März. Die der Gerste im April. Die des Buchwaizens im May. Die der Wicken und des Mohns im März und April. Die des Sommerrapses in den ersten Tagen des Mayes. Die des Leindotters in der Mitte des Mayes. Die des Flachses im März. Die des Spätflachses und Hanfes im May. Die des Tabaks Anfangs Februars, um im Juni verpflanzt zu werden. Die Kartoffeln werden im April gepflanzt. Die Möhren und Runkeln in der Mitte des Aprils gesäet. Der Blattkohl wird zwischen dem noten und 2osten März gesäet und gegen die Mitte des Juni ver⸗ pflanzt. Die 9⁴ Die Saatzeit der Rüben ist im Juli. Auch 9 pflegt man sie wohl von dem Juni an bis zur Mitte Septembers zu säen. Klee, Luzerne und Esparsette werden gegen die 7 Mitte des Märzes über das Wintergetreide hergewor— ů tutocke fen, auch wohl mit dem Sommergetreide ausgesäet. Zeigt sich das Getreide im Frühjahre von allzu üppigem und schnellem Wuchse, so läßt man die Wal⸗ vff ze darüber herlaufen, oder zieht die Schleife darüber weg, durch welches zugleich alle Klöße zerstört werden. Ruogen Einer umgeworfenen Egge kann man sich auch wohl ö hierzu bedienen, und eben dieser bedient man sich, den Klee⸗und Luzernesaamen, der über das Wintergetreide geworfen worden, zu decken. Einer schwächlichen Saat hilft der Landwirth mit Düngerjauche wieder auf. Das Sommergetreide wird, nachdem es aus der Erde af ist, auch mit der umgeworfenen Egge überzogen. In—— einigen Distrikten, wo bey wenig tiefer Krume der Frost Tüi die Pflanzen aus der Erde hebt, wird mit der Stachel⸗ walze über das Feld gefahren, wodurch viele Pflanzen Hahn wieder angedrückt werden und sich helfen. sieln §. VI. i Aernu dte. RIll fliltte Die Aerndtezeit ist gewohnlich folgende: Mit dem oôten April fangt man mit dem grü⸗ nen Rocken als Viehfutter an. Ham Den 15ten May kommt die grüne Gerste. Den Iuch Mtie gen die gewot, det. alsn Val Vrlber lden. wohl den hetede hichen er auf. Ede EI daf achel⸗ ahjen Den 95 Den 20sten May folgt der Klee. Ende Mays grüne Bohnen und Wicken. Zwischen dem 1. und 20. Juli wird die Winter— gerste geschnitten. Zwischen dem 2 4. Juli und 3. August der Win⸗ terrocken. Gegen den 2 4. Juli wird der Flachs gezogen. Mit dem 29. Juli hat man die frühen Kar⸗ toffeln. Während des Juli wird auch der männliche Hanf gezogen. Zwischen dem 3. und 8. August wird der Wai⸗ zen geschnitten. Den 8. August der leindotter. Den 18. August der Mohn. Den 12. September wird mit dem Blattkohl angefangen. Zwischen dem 12. und 18. September wird der Tabak geblattet. Zwischen den 17. und 30. September fällt die Bohnenärndte. 12. September Rüben gezogen. Die später ge— säten werden erst im Oktober und November, oder wohl gar erst im März geärndtet. In diesem letztern Falle werden sie den Kühen sammt den Blumen ver⸗ füttert. 27. September die Hafer-und Kartoffelärndte. Im Monat September kommt auch der weibliche Hanf zur Reife. I. Oktober Möhren und Runkeln. An⸗ 96—. Angeführte Aerndtezeit gilht von den Bezirken von Haße brouck, Douai, Lille, Cambrai. Durch die leb⸗ hafte duft der Gegend von Dünkirchen und die Kälte des Bodens in dem Bezirke von Avesnes, fällt die Aerndte daselbst, besonders für das Sommergetreide, um 12 bis 20 Tage später. 10 Iu Der Der Mittelertrag eines Hektars, im Durchschnitt durch das ganze Departement genommen, verhält sich folgendermaßen. Waizen 149K e Spelz. 249 Mengkorn 25 Rocken. 2 8 Wintergerste 350 Sommergerste 316 Ha* Bohnen** 2 2 2* 9 8 shid Erbsen.—3259 5 Wi Wicken 104 5 bel, Mohn 8 4 ö — Leindotter 1505. Raps 23 5 Runkeln 1134 Mohren 1559 x Winterung 10000 Pfund. feiner Flachs 12000 grober Flachs 723 0 Kohh 45589„ Klee 8200 Ui⸗ Drit — 97 hon Luzerne. 23000 Pfund. erh, Esparsette 10400 0 Kite Hopfen. 260— falt di Tabak. 3250„ heikede, Der Ertrag verhält sich im Durchschnitt im gan⸗ zen Departement zur Einsaat bey hschnitt Ht sch Waizen wie I zu 10. Spelz.*X— 8-:8. Mengkorn 1— 12. Rocken 6 1—12. Wintergerste 1— 12. Hafer 1— 22. Bohnen 1— 8. Nehmen wir aber die sechs Bezirke jeden beson⸗ ders, so ergiebt sich unter ihnen ein wesentlicher Unter— schied in dem Verhältnisse des Ertrages zur Einsaat. Wir wollen uns begnügen, die vom Waizen anzuge⸗ ben, nach welchem die übrigen Produkte verhältnißmä⸗ ßig zu ermessen. Bezirke. Ertrag Einsaat zum Ertrage Decalitres wie Aille 217 1 zu 125. Hatzebrouck 211 1—124. Dünkirchen 206 1—114. Douai 196 1—1ICf. Cambraai 160 1— 95. Avesnes 146 1— 84 llo Dritter Theil. G V.VII. §. VII. Brache. Obschon man sagen kann, daß die Brache im Allgemeinen aus diesem Departement verbannt sey, so findet man doch noch immer Spuren davon; und diese Spuren werden in dem Verhältnisse bedeutender, als die Wirthschaften größer werden. In den Wirthschasten von weniger als fünf Hektars in der Gegend von ille bleibt nie ein Daumen breit brache liegen. In Wirth— schaften aber ů ö von 5 bis 11 Hektars bracht ein zostel. von 11 bis 17 ein ISFtel. von 17 bis 22 eein 1otel. von 22 bis 279 ein Stel. von 29 bis 44„ein kel. von 44 bis 51 · ein Etel. Und noch muß man bemerken, daß unter dem Worte Brache nicht immer eine reine Brache verstanden wird. So wird z. B. ein Feld, das Rapspflanzen trägt, die zum Verpflanzen bestimmt sind, auch unter die Brache gezählt. ‚ Die Vertheidiger so wohl als die Widersacher der reinen Brache haben sich oft dadurch mißverstanden, daß sie ihre Behauptungen im Allgemeinen geltend ma— chen wollten; da es doch gewiß ist, daß, wenn die Brache auf dem einen Boden überflüssig und verschwen⸗ derisch ist, sie auf einem andern nützlich, ja nothwen⸗ dig seyn kann, und diese Nützlich⸗ oder Nothwendig⸗ keit sit we u ö tholih ale 5, fichen andern bedin verbu he in / 0%0 dsse 8 die hasten n flle H h⸗ Zotte vird. die ͤ dache aachel nden, ma⸗ N die hypen⸗ wel⸗ odig⸗ keit —* 99 keit wächst in dem Verhältnisse, als der Boden thoni⸗ ger und schwerer wird. In dem Bezirke von Hatzebrouck läßt man einige thonige Lande alle 3 bis 4 Jahr brachen, andere nur alle 8, 9, 10 Jahre. In dem Bezirke von Dün— kirchen bracht die eine Hälfte der Felder nie, von der andern aber bracht ein Theil alle 5, ein Theil alle 4/ und zwey Theile alle 3 Jahre. In dem Bezirke von Douai findet man die Brache nur in großer Entfernung von den Städten, und sie kömmt bald alle 3, bald 4, 5, 6, 7, 8 Jahre vor. Je mehr man sich von die— ser Seite dem Bezirke von dille nähert, desto mehr nimmt die Brache ab; obgleich die gewöhnlichen Pachta bedingnisse dem Pächter noch immer eine mit Brache verbundene Dreyfelderwirthschaft vorschreiben. §. VIII. Wiesen und Futterkräuter. Rechnet man in dem ganzen Departement sowohl die künstlichen als natürlichen Wiesen zusammen, so steht ihr Verhöltniß zu den Ackerlanden wie 9 zu 40. Die natürlichen Wiesen befinden sich längs den Ufern der Flüsse. Die vorzüglichsten davon liegen an der Sambre, der Leye, und in der Gegend von Conde. Die meisten Fettweiden befinden sich in den Bezirken von Dünkirchen und Avesnes. Den größten Mangel an Wiesen hat der Bezirk von Cambrai, und er muß daher durch einen starken G 2 Klee⸗ 100 Flesbau, der für diesen schweren BVoden am besien paßt, ersetzt werden. Man bauet die Luzerne auf trocknem und leichtem Boden. Sie giebt allda drey Einschnitte, und dauert acht bis zehn Jahre. Die Esparsette wird nicht so häufig gebauet; man findet sie bloß auf den steinigen kanden der Bezieke von Cambrai und Avesnes. Was an künstlichen und natürlichen Wiesen fehlt, wird durch einen starken Anbau von Bohnen, Wicken und Erbsen als Grünfutter ersetzt. Den ersten Rang darunter behauptet das Futter, das sie Winterung nen— nen, und welches meistens für die Pferde bestimmt ist, so daß diese selbst bey der stärksten Arbeit außer diesem Futter nur sehr wenig Hafer bekommen. Diese Win⸗ terung besteht am gewöhnlichsten aus einem Drittel Ro-⸗ cken und zwey Dritteln Wicken. Man hat aber auch eine Sömmerung, das heißt, ein Futter, das im Frühjahre gesatt wird. Es besteht aus einem Gemische entweder von Bohnen, Linsen unid Wicken, oder von Bohnen und Hafer, oder von Erb⸗ sen und Hafer, oder von Lunsen und Hafer. Auch diese Sömmerung wird grün, größtentheils mit den Pferden, verfüteert. §. KX. Piascht höfe. Die Größe der Pachthöfe ist äußerst verschieden. In dem Arrondissement von Dünkirchen in den Wate⸗ rin⸗ gen 06 tats/ bf. sidse loch k hewitb die X bbis. hisen achtmn dauert iht so inigen n scht, Wicken Rang nen⸗ lt it, Nesem Vin⸗ tll M⸗ Heißt, esteht und Erb⸗ Nach t den ieheh. Oate⸗ rin⸗ 101 ringen enthalten sie zwischen 8 und 44, ja manchmal 66 Hektars. Es giebt ihrer sogar von 88 bis 110 Hek— tars, und solche Wirthschaften hält man für äußerst arbß. In dem Theile, welcher pays au bois heißt, sind sie nur von 13 bis 22 Hektars. Man hat sogar noch kleinere, wo ein Pferd völlig zureicht, um sie zu bewiethschaften. In dem Arrondissement von Hatzebrouck haben die Wirthschaften gleiche Größe mit denen des pays au bois. Höfe von 28 und 35 Hektars sind selten eini⸗ ge haben gar nur 4 bis 5 Hektars. In dem Arrondissement von kille sind die Höfe durchgehends klein; dennoch findet man auch einige, die 80 bis 100 Hektars enthalten, und diese nennt man Schaafwirthschaften, weil man Schaafe darauf hält. Die größten nach diesen haben 42— 56 Hek⸗ tars. Die meisten Wirthschaften aber haben ihrer nur 21— 28, und viele nicht mehr als 4— 15. In dem Arrondissement von Douai trisst man, wie auch A. Voung bemerkt hat, die großen Wirth—⸗ schaften an. Vor der Revolution war ihre Anzahl und. Größe weit beträchtlicher„als jetzt. Der Ver⸗ kauf der großen Nationalgüter in kleinen Parcelen hat ihre Größe eingeschränkt. Die größten Höfe auf gu⸗ tem Boden haben jetzt nicht mehr als 1900, und auf mittelmäßigem, wo noch immer das Brachsystein bleibt, 170 bis 180 Hektars. Diese großen Pacht⸗ höͤfe ausgenommen, sind die übrigen Wirthschaften — G 3 von 102 von derselben Größe, wie im Bezirke von Lille: das heißt, zwischen 5 und 25 Hektars. Zwey Drittel des Arrondissements von Cambrai gehörten vormals den geistlichen Corporationen, daher die Wirthschaften daselbst so äußerst groß waren. Die von 200 bis 250 Hektars waren ganz gewöhnlich; al— lein auch hier hat der Verkauf der Güter eine Menge neuer Wirthschaften erschafsen, und dadurch die Größe der alten sehr eingeschränkt. Es giebt zwar noch eini— ge, die 50 bis 100 Hektars enthalten, aber die von 20— 25 sind bey weitem die häufigsten. In dem Arrondissement von Avesnes findet man Wirthschaften von ein, zwey bis drey Pflügen. Man rechnet 20 Hektars auf jeden Pflug. Die Höfe haben also 20, 40, 60 Hektars. Die Pachtzeit in den Bezirken von Dünkirchen und Hatzebrouck dauert 3, 6 und 9 Jahre, und der Pacht kann hier mit jedem Triennio gebrochen werden. In dem Bezirke von Lllle ist die Pachtfrist von 9 Jah— ren. In dem von Avesnes findet man Pächte von 18 und 27 Jahren. Die Pachtzeit der Weidewirthschaften ist von 6 Jahren. Die Arrondissemente von Dünkirchen und Hatze⸗ brouck ausgenommen, findet man die Häuser in den Dörfern mehr oder weniger zusammenliegend; in jenen zwey Bezirken aber liegen die Pachthöfe zerstreut um⸗ her, jeder auf seinen Besitzungen. Die Gebäude da⸗ selbst 0 Ane und A zum 6 tglich Mu blach Sů sund Kahe 25/0 Raß licch wege in and Mo jahl sch 103 selbst find auch besser und luftiger, als in den übri— gen Arrondissementen. 8.. Viehstand. In den Viehwirthschaften, die man in einigen grasreichen Gegenden antrifft, bleiben die Kühe Tag und Nacht auf der Weide, vom halben May an bis zum Eintritte des ersten Schnees, und werden daselbst täglich dreymal gemolken. Man mästet auf diesen Weiden auch eine große Menge Ochsen, die weit und breit mager hierher ge— bracht, und fett wieder nach Paris und andern großen Städten ausgeführt werden. Im Jahr 1801 bestand der ganze Hornvieh— stand des Departements in 7027 Mastochsen, 112,986 Kühen und Ochsen von verschiedenem Alter, und in 28,954 Kälbern und Rindern. Die Pferdezucht ist hier schon seit langer Zeit in großer Aufnahme. Die Pferde der Bezirke von Dün— kirchen und Hatzebrouck sind ihrer Größe und Stärke wegen berühmt. 180 1 bestand der ganze Pferdestand in 43,691 Ackerpferden, 3867 Kutsch⸗, Reit ⸗ und andern Pferden, und in 4086 Fohlen von 12 bis 18 Monaten. Die hiesige Eselrace ist ziemlich stark. Ihre An— zahl belief sich 180 1 auf 3587 Stück. Man bedient sich dieser Thiere häufig, die lebensmittel nach den G 4 Städten Städten zu bringen. Die meisten Esel findet man um Dünkirchen, wo sie in den Dünen, welche ihres we— henden Sandes wegen unfahrbar 3„sehr gute Dien⸗ ste leisten. In den morastigen Gegenden, wo mit keinem Fuhrwerk durchzukommen ist, bedient man sich der Maulthiere. Im Jahr 1801 zählte man ihrer 669. Das Departement von Norden hat nicht nur ei— nen ausgezeichneten Schlag von guten Milchkühen, sondern auch eine schöne Race von Schaafen, deren wir schon einigemal unter dem Namen der race flan- drine gedacht haben, ob ihr gleich eigentlich der Name der ostindischen Race gebührt. Sie ist von den Hol— ländern zuerst eingeführt worden, und man kennt sie dort noch unter dem Namen der Terelschaafe. Man findet sie aber nur in den Bezirken von Dünkirchen, Hatzebrouck und Douai. Wenn diese schöne Schaaf— race selbst in diesen Gegenden noch nicht allgemein ist, so kömmt es bloß daher, weil man sich mit der Schaaf— zucht überhaupt wenig befaßt; daher sich auch mehrere Wirthe gar nicht mit der Zuzucht abgeben, sondern ganze Heerden auswärts kaufen. Die Schaafrace um Cambrai, Avesnes und im Hennegau ist weniger schwer, und hat kürzere und gröbere Wolle, statt daß die ächt flandrischen Schaafe eine lange und feine Wolle tragen, die an Weiße, Länge, Feinheit und Stärke beynahe der besten englischen Wolle gleichkommt. Die stärksten Vließe geben dennoch nicht mehr als 10 bis 12 Pfund ungewaschene oder 4 bis 6 Pfund gewa— schene shele! mehr auncht I bberha Jhl 125 der X beh 3 Herge en Tua ohl an de Steit vöhn Koß nah tität in d . schene Wolle. Im Durchschnitte kann man nicht mehr als 9 Pfund ungewaschene Wolle) per Stück annehmen. Diese flandrische Wolle wird vorzüglich zur Verfertigung der Calmangen verwendet. Daß die Schaafzucht in diesem Departement überhaupt nicht stark sey, erhellet daraus, daß im Jahr 1801 der ganze Schaafstand nicht viel über 125,000 Stücke betrug, also noch nicht so viel, als der Bestand des Hornviehes. Die Anzahl der Schweine betrug in ebendemsel ben Jahre 42,352 Stück. Auch die Hunde, als Zugvieh, dürfen hier nicht vergessen werden. Man zählt ihrer in der Stadt Lille zwey hundert. Davon dienen 30 den Metzgern zum Transport des Fleisches, 60 zum Verfahren der Holz⸗ kohlen in der Stadt und den Vorstädten, und 115 an den Ufern der Deule, um Asche, Brennholz und Steinkohlen wegzuschaffen. Zwey Hunde ziehen ge— wöhnlich 6 Razieres oder 1200 Pfund Kohlen. Das große Hospital in Kille fährt mit solchem Gespann bey⸗ nahe alle seine Provisionen herbey. 9. AI. Einige inländische Fabrikate. Um sich eine Vorstellung von der ungeheuren Quan⸗ tität des Flachses und der Oelgewächse zu machen, die in diesem Departement erbauet werden, darf man nur G 5 seine 106— seine Augen auf die Fabrikate selbst werfen, die in dem buchss. kande verfertigt werden. iher e Die Verarbeitung der Oelgewöchse beschäftigt al— m lein 439 Mühlen oder Pressen. Davon werden 27 h durch das Wasser, die übrigen aber durch den Wind getrieben. Diese Pressen liefern insgesammt jährlich 13 1/,660 Hektoliter Oel. Darunter sind 38,795 Rüböl, 32,7 64 Mohndt(was die Franzosen oeillette 915 nennen), 25/221 keinbl, 12,4 40 leindotterdl und 60 2440 Hanfsaamenbl. Man schätzt den Geldwerth dieses Oelquantums mit Inbegriff der Kuchen zu 15,882,765 Franken. Zu ülle findet man auch eine Fabrik zur Reinigung des Oels. A Man rechnet 43/5852 Städter, die sich mit dem ö Spinnen des groben, und 115/938, die sich mit dem des feinen Flachses abgeben. Ersterer dient für die häufigen und wichtigen einnen⸗und Gebildfabriken, welchen einige Distrikte ihren Flor zu verdanken haben. Mit dem feinen Flachse werden die großen und schönen Manufakturen von Linon, Batist, Gaze und derglei— chen unterhalten. Die Hauptsitze derselben sind zu Cam—⸗ brai und Valenciennes. Lile und Bailleul haben be— rühmte Spinnereyen von feinem Zwirne. Alles Garn, was zu den Spitzen bestimmt ist, die man, wiewohl unrichtig, Brüsseler Spitzen nennt, werden auf der Spindel gesponnen. Bergen, Bailleul, jille und Valenciennes sind als Hauptmittelpunkte der Spitzenfabriken anzusehen. Valenciennes aber über— trifst sie alle durch die Dauer und Kostbarkeit ihres Ge— webes. dm webes. Ihre schöne und unnachahmliche Waare hat ihrer Stärke wegen den Vorzug, und ist daher theu⸗ rer, als selbst die Mechler Kante, obgleich diese etwas reicher und prächtiger ist, als jene. Wir kommen nun zu der Beschreibung der De— partemente der ys und der Schelde, die wir dem ed— len Senator von Brüssel zu verdanken haben. —————— zwey⸗ Zweyte Abtheilun g.“ Ueber den Ackerbau des Departe— ments der Leye(Lys). Wer die beiden Departementer der Leye und der Schelde bereist, der wird bey jedem Schritte, den er thut, den Charakter dieses ruhigen, arbeitsamen und mäßigen Volkes bewundern müssen, und nur dieser Charakter giebt uns den Aufschluß über die seltsame Erscheinung des Reichthums und der Bevölkerung in diesen Gegenden. Man rechnet, daß sich in Frankreich 19000 Ein— wohner auf einer französischen Quadratmeile nähren, wovon jeder 10 Franken an Kontribution zu zahlen hat, anstatt daß in den reichen Gegenden, die wir hier vor Augen haben, eine gleich große Strecke von trock⸗ nem, sandigem, erkünsteltem Boden 400 Einwoh⸗ ner ernährt, deren jeder mehr als 10 Fränken an Staatsabgaben zu entrichten hat. Welche ungeheure Summe würden also die 5 bis 20,00 Quadrat— meilen des ganzen Reiches aufbringen, wenn sie eben so bevolkert und eben so bebauet wären, als jene belgi⸗ sche Provinzen! Da nun der Ackerbau den ganzen Wohlstand dieser Provinzen ausmacht, so muß die genauere Be— ob⸗ cbachtu Arung „ 8 das * en l 900 Pa OE Vel doch i C ve halber futch imhe du cheh Sch adj ale, desen r de wer bese te te⸗ d der den er und disset lsame ng in Ein/ hlen, ihlen hier rock⸗ woh⸗ Oh Hete Hrab ebeh Hgi obachtung desselben ein wahres Schauspiel der Bewun— derung darbieten. Ich bemerke überhaupt, daß Flandern, wovon das Departement der deye einen Theil ausmacht, we— gen seines Ackerbaues und seiner Industrie von je her die Bewunderung seiner Nachbaren auf sich zog; und doch ist jene Cultur noch nicht auf ihrer höchsten Stufe. Es vergeht vielmehr kein Jahr, wo man nicht allent— halben bedeutende Fortschritte darin gewahr würde. Eine der Ursachen, die am stärksten auf diese fortschreitende Vervollkommnung wirken, besteht in den immer ansehnlichern Capitalien, die man besonders seit der Revolution darauf verwendet; denn da durch das ehemalige Papiergeld und die kiguidation der öffentlichen Schuld alle öffentliche und private Geldanleihen in Miß⸗/ credit gekommen sind: so haben die Capitalisten, und alle, die nur Geld anzulegen hatten, ihre Augen auf diesen Industriezweig gerichtet. Daher entstand der hohe Preis der Grundstücke?) und die beyspiellose Men— ge der Umtauschungen. Da nun jeder neue Eigenthü⸗ mer sich bestrebte, sein an sich gebrachtes Gut zu ver⸗ bessern, so sah man bald, wie alle verkaufte National— güter ihre Gestalt veränderten, und ihren Eigenthu— mern — Dieses trifft nicht allenthalben zu; wir wissen im Ge— gentheil, daß das Landeigenthum vor der Revolution durchgängig höher stand, als jetzt, da man vormals beym Ankaufe ansehnlicher Güter kaum 3Prozent, bey einzelnen Feldstücken nicht leicht 15 von dem Ankg preise herausbrachte. und ufs, 110 mern in dem Verhältnisse der darauf verwendeten Ko⸗ sten einen höhern Ertrag versprachen oder leisteten. Die Cultur und der hohe Ertrag der Ländereyen in dem Bezirke von Cortryck sind besonders merkwür⸗ dig. Der Flachs, den sie erzeugen, und der in den Dorfern selbst verarbeitet wird, unterhält eine vollstän— dige Fabrik, besonders in den Gemeinden von Meule— becke, Ingelmünster, Harlebecke, Rumbecke und Rou⸗ lers. Die Gränze dieses Bezirkes längs der Schelde bietet dem Auge, sowohl durch seine schöne Lage, als durch seine vorzüglich cultivirten Fluren alle Reize eines großen zusammenhängenden Gartens dar. Was in diesem schönen Lande am meisten die Aufmerksamkeit erregt, und besonders auf die Cultur der Pachthöfe hinzieht, ist, außer der Kunst, womit man hier den Acker pflügt, die außerordentliche Menge Dünger, den man auffährt, und die Fruchtfolge, die man beobachtet. Bestellung, Dünger und Frucht⸗ folge sind unstreitig die großen Hebel jeder guten Agri— cultur; und hier gerade findet man sie alle drey aufs weiseste verbunden, und es lohnt der Mühe, sie mit Aufmerksamkeit zu studiren. Folgende Angaben von Fruchtfolgen und Dünger gelten von dem Bezirke von Cortryck und einem Theile von Yperen, wo der Ackerbau mit Recht in vorzügli⸗ chem Rufe steht. Der Boden ist durchgehends sandig, doch ziem⸗ lich fruchtbar, und verdient daher den Namen eines gUu⸗ ——— batn 5b geben „ 3 bch Ko, R. bergn etkwür, in den Wstän, Male ON Schede e, als lines n die Cutur Omit Nage „die ucht⸗ Igri— aufs enit iuger Dele Hgl⸗ sm sihes hle —— 1II guten Sandbodens. Er hat aber nur die Tiefe von 5— 6 Zoll, und unter demselben stößt man auf einen gelben Sand). Die Pachthöfe enthalten 1 bis 50 Hektar. Die gewöhnliche Fruchtfolge ist: 1. Waizen oder Rocken, 2. Rüben, 3 Hafer, 4. Klee oder Flachs; oder 1. Waizen— Rocken, 2. Klee, 3. Flachs— Rocken— Waizen, 4. Rüben oder Kohl; oder 1. Waizen— Rocken, 2. Kartoffeln, 3. Haser, 4. Flachs— Klee*). Diese Ordnung vertheilt sich, und wechselt so, daß von dem Acker jedesmal ein ) Es scheint also, daß die obere Krume ihre Güte bloß ei⸗ ner guten und langen Cultur zu verdanken hat, wie das auch im Waeslande der Fall ist. Der Boden hätte wohl eine genauere Untersuchung verdient. *1) Die so eben folgende Vertheilung der Felder zeigt, daß die angegebenen Fruchtfolgen keine vollständige Rotation umfassen, sondern bloße Bruchstücke davon sind. ein Drittel zu Getreide, ein Zehntel zu Flachs, ein Achtel zu Raps, ein Siebentel zu Klee, ein Eilftel zu Kartofseln und Möhren, ein Siebentel zu Rüben und Kohl, und ein Dreißigstel zu Bohnen benutzt wird. Alle andere Ländereyen des Departements der zeye sind auf gleiche Weise zu dieser Cultur geschickt, jedoch mit Ausnahme des festen und thonigen Bodens, den man häufig in der Gegend von Yperen, Färnes, Brügge, und besonders in der Gegend nach dem Meere zu antrifft. Die Düngemittel, deren man sich hier außer dem Stallmiste bedient, sind: die Aaljauche von Pferden und Hornvieh, der Unrath heimlicher Gemächer, Kalk, alle Gattungen von Asche, Oelkuchen, Teich ⸗„ Fluß- und Kanalschlamm, Koth aus den Städten und Tau⸗ benmist. Da die Landwirthe in diesen Gegenden fast gar keine Weide besitzen, so halten sie ihr zahlreiches Vieh sast immer auf dem Stalle, und streuen reichlich ein. Dadurch erhalten sie eine erstaunliche Mege Mist, wor— aus das Hauptdüngmittel der Wirthschaft besteht. Un⸗ ter den Ställen befinden sich große Behälter oder Ci— sternen, die den Urin des Viehes auffangen. Der Stallmist erhält keine weitere Zubereitung, und wird, so wie er ist, zum Baue des Rapses, der Bohnen, Kartoffeln und Möhren verwendet. Man bringt Hingt 2 00 auf roch de darin dl de MI Dunget Huwend Kuchen guden zum R len bern dußs G ond Wende brauch Er mo „ I 0. Hents der gchh Wornt, —2⁰ 4 Jurhes, Meke sher dem Pfeden „Kal, Foß⸗ Tau⸗ si gar Deh ich e, „ wot⸗ t. Un⸗ Ei⸗ ketung, 5% der Mn beingt — 113 bringt 25 zweyspännige Fuder auf das Gemeth, oder 60 auf den HektaCr. In den Urin werden gewöhnlich noch die Oelkuchen geworfen, die sich in 4— 6 Tagen darin auflosen, und man rührt dabey von Zeit zu Zeit die Masse um. Diese Gattung von so genanntem kurzen Dünger wird in folgendem Verhältnisse auf dem Felde verwendet: Für Rocken und Wäizen rechnet man 200 Kuchen aufs Gemeth, oder 1900 auf den Hektar„). Zu den Kartoffeln wird dieselbe Qnantität erfodert, und zum Raps und Flachs noch ein Viertel mehr. Zuwei⸗ len verwendet man beym Hafer 3 bis 4 hundert Kuchen aufs Gemeth. Der Dünger aus heimlichen Gemächern wird auf den Rocken, Flachs, Raps und Kartoffeln ver⸗ wendet. Der Kalk wird nur bey dem Rübenbau ge— braucht ·03 man nimmt eine Ladung aufs Gemeth. Er muß zerfallen seyn, es wäre denn, daß man ihn ä mit *) Dieses ist offenbar ein Irrthum; denn da von Brügge, von welchem ohne Zweifel hier 44,565 Milliaires här, so folgt, daß wenn 200 Kuchen auf das Gemeth kommen, ihrer nur 425 auf den Hektar gehören; oder kommen 1900 auf diesen, so fallen ihrer 3893 aufs Gemeth. as Gemeth e Rede ist, „ *) Man verwendet an einigen Orten am Rheine auch den Gyys sehr vortheilhaft zu Rüben, die nicht gedüngt wor⸗ den. Man streuet ihn darüber her, nachdem sie einige Blätter haben, oder früher noch, um zugleich die Erd— flöhe davon abzuhalten. Dritter Band. H 114 sssGWvr:. mit Koth, verfaulten Vegetabilien, oder Seifensie⸗ derasche vermischte 57 Man bedient sich aller Gattungen von Asche zum Klee und natürlichen Graswuchse. Der Schlamm aus den Gräben wird mit leben— digem Kalke versetzt, und zum Rüben⸗ und Kleebau, oder auf die Wiesen verwendet. Der Gassenkoth aus den Städten dient zur nämlichen Absicht. Zum Ueberstreuen grüner Saaten bedient man sich Eatre oder gemahlner Oelkuchen. Der Stallmist, und vorzüglich die Jauche, ist um so wirksamer, je besser die Kühe gefüttert werden; daher auch das Mastr ieh einen vorzüglichern Dünger liefert, als jedes andere. Man kann also mit Recht die Branntweinbrennereyen, welche Gelegenheit zur Mastung geben, als ein vorzügliches Mittel, die Fruchtbarkeit der Erde zu erheben, betrachten. Der landwirth begnügt sich nicht allein mit dem Dünger, der in der Gegend selbst erzeugt wird, son— dern er nimmt auch noch alles zu Hülfe, was seine Nachbaren davon entbehren können. Den Kalk bezieht er von Turnai, die Oelkuchen aus Norden und Bra— bant, *) Auch in diesem Falle wird der Kalk wohl nicht anders, als im verfallenen Zustande, aufs Feld gebracht werden; denn vermuthlich wird er, mit jenen düngenden Substan⸗ zen gemischt, eine Zeitlang in Haufen liegen bleiben, und dadurch verwittern, wie ich solches auch an andern Orten in den Niederlanden gesehen habe. haht, Moss die ‚. lich 0 D! W Ha — par ll sehst, che un leben, leebau, 0 aus dem son⸗ sele ogieht Bra⸗ baht, 160 berden Uhstal⸗ „ 15 Onen bant, die Asche aus Holland, den Taubenmist aus Artois. ö Dieser letztgenannte Dünger ist sehr theuer, da— her man ihn auch nur einzig zum Flachsbaue verwen—⸗ det. Es werden zwey starke Ladungen auf den Hektar erfodert, deren jede 120 Franken kostet. Olivier de Serres sagt:„das erste und beste aller Dünge⸗ mittel ist der Täubenmist“. Die Erfahrung der Bel⸗ gen, und die Nothwer idigkeit, den Anbau des deins zu befördern und zu begünstigen, sollte wohl billig dem Kriege ein Ende machen, den man schon zu lange ge— gen die Tauben geführt hat. Man bauet in diesem Bezirke auch viel Hopfen und Tabak, und zwar erstern in der Gegend von Pop⸗ peringen, letztern in der von Werwicq. Die Cultur des Hopfens findet nur in kleinen Wirthschaften Statt, und wird theils für Rechnung der Pächter, theils für die der Eigenthümer geführt. Der Tabaksbau ist ziem⸗ lich allgemein, jedoch wird er nur im Kleinen betrieben, und reicht kaum zum innern Bedarfe zu. Bey Wer⸗ wicg allein giebt er einen Speculationszweig für den Handel ab. Die anerkannten Vortheile der in diesem De⸗ partement eingeführten Cultur bestehen in Folgendem: 1) tragen die Fllder alle Jahre; 2) geben sie anhaltend den höchst möglichen Er⸗ trag; 8 2 —— 116 3) wird stets ein gebührender Zwischenraum be— obachtet, ehe dieselbe Frucht auf demselben Felde wie— der erscheinen darf, und dadurch 4) werden denn die Felder nicht erschöͤpft; 5) läßt jene Cultur öfters eine halbe Brache zu, während welcher man den Boden gehdrig pflügen und vom Unkraute reinigen kann; 6) gewährt sie eine Menge Futter, wodurch man in den Stand gesetzt wird, einen großen Viehstand zu unterhalten. Man findet daher in den Pachthöfen, die mehr als 15 Hektar enthalten, zum wer üigsten eine Kuh auf drey Hektar, und doppelt so viel in den kleinern Wirthschaften, wo man keine Pferde hältꝰ. Erklärung der vorliegenden Tabelle. Die Wirthschaft, von welcher in dieser Tabelle die Rede ist, befindet sich auf dem linken Ufer der Leye. Der Boden ist eine Art von fettem Sande, und um vieles leichter, als der auf dem rechten Ufer, welcher zur Castellaney von kille gehört. Die obere Krume hat wenig Tiefe, und gleich unter ihr findet man einen trockenen gelben Sand, der nicht selten eine 3 bis 4 Fuß dicke Lage hat. Das *) Das wäre wirklich sehr wenig, und streitet nicht allein mit allen meinen Beobachtungen in den Niederlanden, sondern auch mit der Tabelle, die der Herr Verf. selbst über eine Wirthschaft dieser Gegend aufstellt, wo man 17 Stück Hornvieh auf einem Pachthofe von 16 Bundern oder 224 Hektars findet. * 2 ů ö Zu S. 116. Wirthschaft eines Pachthofes von 16 Bundern(22 Hektars 56 Ares) in der Gegend von Menin, Departement der Leye. Dünger ö 6* Wiederholung Fuder Rasiers 7 Jührliche 0** Erfoderlhe Ertrag der Gegenstände 6 Innere 3 2 20 A 1 des Ertrags, die 2 Feldbestell— 2 ö der—5 Zusammensetzung Aus gabe. Bemerkungen. Sereens⸗„. Einsaat. verkauft werden 0 8 —8 2 der. 2*1 der Wirthschaft. EE können. Franes Franes Hidobr zehntet 140 Rasier Raps⸗ Mann, Frau und Landpacht 150⁰0 Ueber die Feldbestellung. des Pachthofes— 4—————** saamen 2380 Kinder Lasten 50⁰0 u 3ar ö nter diesen Gegenständen ist es nur der nnen—2 10 5———— zum häuslichen Gebrauch 2400 Büschel grünen 1 Fuhrknecht Lohn des Fuhrknechts 190 Raps allein bre dem Herderhen durch das en 0— 51———oo—— Kuhweide Lein 18⁰0⁰ 2. Knechte der 2 Knechte 270(Erfrieren unterworfen ist. Man ersetzt ihn 4—— 0o— 13————— für Pferde und Kühe 8 Rasier Leinsaamen 224 2 Mägde der 2 Mägde 290 dann durch andere Oelgewächse, und man aaen 2— 0J— 60 4800—— 246,,ο Pflanzen 144 Rasier Saamen 25 Rasier Waizen 36⁰ 2 Pferde Taglohn 7oo sverliert bloß die Culturkosten. Die Noth⸗ Flachs 1— 8— 120 24000—— 54 Rasier 24,000 Pfund grünen 120 Rasier Rocken 1050 Füllen Schmiedearbeit 230 surrogate für den Raps sind der Magsaa— 1110 n Rasier Total 5814 14 Kühe Wagnerarbeit 20 fme und die Camomille; man bringt auch Kles Leinsaamen 3 Rinder Riemerarbeit 40 swohl Kartoffeln oder Hafer an die Stelle; Rüben— 6⁰ Waun 925 2—09 Weiteke 2 Schweine—..13 20 allein diese Gegenstände bringen nicht so viel Bohꝛ 3 1* Pfund Aise., alz 70 ein, als der Raps. Hnen 8— 83«——..— 2 Rasier⸗ 20 Rasier Benutzungen. NB. Schaafse wer⸗14, 800 Kuchen zum ö — 1— 410———— 2 5 Rasier 120 Rasier fürs Vieh AAR den nicht gehal⸗ Düngen 1776 Der Ertrag Viehkartoffeln——— Hühnereyer 100 2 Tischtartofseln 3 6 Rasier 175 Nasier fürs Vieh Kölber 6⁰ ten. Dier n 9e MRasien Steinkoh⸗ ist nach einer ziemlich guten Aerndte berech— 0 343 1 12 4501—— 3 5 Rasier 75 Rasier fürs Haus eine Lücke in den lenasche 10⁰0 3 Iimitth fft Kohl— 6 ä 2000q Pfund Butter 1200 ů ö ö ů net; ein guter Landwirth ist den schlechten Möhren S 37570 Pflanzen[ Wiehfalter Buttermilch 50⁰ Wirthschaften je. 216 Rasier Bleicher⸗ Aerndten nicht viel unterworfen. 200 O— ‚ 312 6 6004—— 2 6 Pfund fürs Vieh— ner Gegenden, asche 432 . 0 9—— n 30⁰— 2 3500 Pflänzen 400 Pfund für die Total 767⁴4 die doch immer 2000 Oelkuchen für Der Geldpreis des Ertrages, eite und Ar⸗ auszufüllen wä⸗ 0— Denher 24%0 den der Pöchter abzusetzen hat, ist nach dem Waizen 4.—— 60 ö 8 e Ie Or⸗ Preise des Oktobermonats 1806 berechnet. ö——— 34 Rasier 55 Rasier mehl ut die Kühe 232 een Nee e den asodn Rocken— 04——.— + 6 Rasier— Dieser Preis war der niedrigste, den man 3—— N 1 6 Rasier, also 15 Rasier oder mehr Total 66890 seit mehreren Jahren gehabt hat weniger als 1 als 132 Hektolitres, ö Total 16 274 463 14800[% 216 r per also 26 für eins Viehstand. Hektar Der Pächter hat natürlich einigen Ab— gang an seinen Pferden. Er kauft alle drey Jahre ein Füllen an, um eins seiner Pferde zu ersetzen. Er mästet jährlich eine oder zwey Kühe, und zwey, auch wohl drey Schweine: durch diese Vortheile deckt er den Ankauf des neuen Viehes. Unter den 14 Kühen rechnet man 7, de— ren jede täglich 4 Maäß Milch und ein Pfund Butter giebt. Zur Montirung eines solchen Pachthoses gehört wenigstens ein Kapital von 12,00 Franken. ν Das Bunder enthält 1600 Ruthen, deren 100 8,898 Ares ausmachen. Das Bunder gleicht also 1,41 Hektar. Man bemerkt bey der Fruchteintheilung dieses Pachthofes, daß nicht der dritte Theil davon mit Ge⸗ treide besäet ist*), welches man der starken Ausdeh⸗ nung des Flachs⸗ und Rapsbaues zuschreiben muß. Besonders wird auf gegenwärtiger Tabelle die un⸗ geheure Quantität von 463 Karren kurzen Mistes auf⸗ fallen, der jährlich auf die Felder gebracht wird, da doch in der Colonne der Ausgabe nichts dafür angerech— net wird; woraus man schließen muß, daß er in der Wirthschaft selbst erzeugt werde. Man muß dabey bemerken, daß zu dem Urine, den ein so starker Vieh— stand hervorbringen muß, noch das Mistwasser kommt, welches durch das öftere Ausspühlen der Ställe gewon⸗ nen wird. Sind die Cisternen leer, so legt man die Oel⸗ kuchen bloß in gedachtes Mistwasser, läßt sie darin er— H 3 wei⸗ *) Hundert Ruthen sind also hier eben das, was der Verf. in der Beschreibung des Departements von Norden Cent genannt hat. Das Bunder von Brügge ist nur um einen Are kleiner, als das von Lille. **) Irrthum zu vermeiden, bitte ich, zu bemerken, daß der Verfasser die ganze Groöͤße des Pachthofes darin be— greift; lassen wir aber, wie billig, die Weiden und Plä⸗ he, die nicht für den Pflug bestimmt sind, folglich mit dem Fruchtwechsel nichts gemein haben, weg, so ergiebt sich, daß die Halmfrüchte sich zu den Brachfrüchten ver— halten wie 13 zu ꝛ0. 118 weichen, und wirft es hernach, wie den gewöhnlichen kurzen Mist), über die Aecker. Man wird ebenfalls die Menge der zur Düngung verwendeten Oelkuchen ungeheuer finden, wenn man bedenkt, daß das Hundert in ille 12 Franken gilt. Doch hört die Verwunderung auf, sobald man weiß, daß kein anderes Düngemittel so wirksam ist, als die⸗ ses; besonders auf so leichtem Boden, wie man ihn in dieser Gegend hat. Außerdem könnte ohne dieses Sur⸗ rogat der angegebene Fruchtwechsel nicht bestehen). In dem Entwurfe, den ich in der vorstehenden Abtheilung über die Einrichtung einer Wirthschaft in der Gegend von Lile aufstellte, sagte ich, daß Dü— hamel der erste Schriftsteller gewesen sey, der von den Oelkuchen als Düngemittel gesprochen habe; allein es *) In dieser letzten Phrase herrscht viele Unbestimmtheit, däher ich sie bloß wörtlich übersetzt habe... Es kommen also in diesem Pachthofe im Durchschnitt jährlich 52 zwey— spännige Fuder kurzen und langen Düngers auf jedes Bunder Ackerland, die Asche nicht mit einbegriffen. *X) Aber beweiset das nicht gegen die Zweckmäßigkeit einer solchen Fruchtfolge und des wirthschaftlichen Systems, wenn man zu ihrer Aufrechthaltung jährlich für 2300 Franken Dünger ankaufen muß, und zwar auf einem klei⸗ nen Pachthofe, wo man nur zwey Arbeitspferde hält? Wie mißlich und unsicher ist der Zustand eines solchen Pächters, wenn er nur ein Paar unglückliche Jahre hat? Und diese Jahre sind unausbleiblich in einem Systeme, wo der Hauptertrag auf einer so mißlichen und unsichern Frucht beruht, als der Raps und auch der Flachs ist. dern dadl W waht vielf disser der& ment Ein Ber Hel Inpunz man git. weiß, LNe⸗ ihn in Gul⸗ 50. enden ast in Dü— er von allen 2 ko theit, mmen zweh⸗ 6 Wes ů. eit Hhet ustems Meme, es ist gewiß, daß diese Düngung schon lange vor ihm in Fländern bekannt gewesen ist. Ein glaubwürdiger Landwirth versicherte uns, daß sein Vater im Jahre 1746 den ersten Gebrauch davon zu Gheluwe, einem nahe bey Melin in dem vormals österreichischen Flan⸗ dern gelegenen Dorfe, gemacht habe. Die Kuchen dazu bezog er von dem entgegengesetzten Ufer der Leye, also aus dem französischen Flandern. Es ist daher wahrscheinlich, daß dieses Düngemittel an jenem Ufer viel früher bekannt gewesen; denn man weiß, daß in dieser Epoche die Bewohner der beiderseitigen Ufer we⸗ der Sprache noch Oberherrschaft mit einander gemein, auch wenig Verkehr mit einander hatten, und daß folg— lich kein geringer Zeitraum dazu gehörte, um eine Cul⸗ turart von dem einen Ufer auf das andere zu verpflan⸗ zen. Dem sey aber wie ihm wolle, so ist gewiß, daß dieses Düngemittel beynahe in der Hälfte des Departe— ments der Leye die Basis des Ackerbaues ausmächt. Ein einziger Handelsmann zu Menin, Hr. van den Berghe, setzt in manchem Jahre für 100,00 Thaler Oelkuchen ab. Die Rasiere, wovon in gegenwärtiger Tabelle die Rede ist, enthält 4 Havots(82 Decalitres). Man wird nicht ohne Verwunderung bey Gegen⸗ einanderhältung der Einsaat und des Ertrages gesehen haben, daß der Rocken sich um 26 Mal vermehre. So übertrieben dieses scheint, so ist es doch sehr wahr. Uebrigens ist die Quantität der Einsaat hier sehr ge— H 4 rin⸗ ringe). Dieser erstaunliche Rockenertrag ist Ursache, daß man viel weniger Waizen bauet. Sein Ertrag giebt höchstens nur 5 bis r; dabey verzehrt er mehr Dünger, oder verlangt einen fruchtbarern Boden. 19 2315 in der Colonne der Ausgabe die Inter— essen des Anlegecapitaas zur Einrichtung der Wirthschaft nicht aufge führt Nehmen wir diese nur zu 4 Procent, so haben wir eine Summe von 480 Franken, wel— che, verbunden mit den andern Auslagen, 7160 Fran—⸗ ken ausmachen. Diese abgezogen von dem Ertrage, bleiben dem Pächter nur noch 5 4 Franken reiner Er⸗ trag. Eine äußerst geringe Summe, wenn man er⸗ wägt, daß er davon sich, seine Frau und Kinder klei— den, diese erziehen, sich mit einer Menge Bedürfnisse, die nicht zur ersten Rothwendigkeit gehören, wie Thee, Kaffee, Bier u. s. w. versehen, und von Zeit zu Zeit auch ein neues Möbel anschaffen muß; denn ein Päch— ter, der ein Capital von 12,000 Franken vor sich hat, ist doch wohl berechtigt, Ausgaben dieser Art zu ma— chen. Will er das aber, so muß er alle, oder doch den größten Theil der Interessen seines Capitals ver⸗ wenden, um solche Ausgaben zu bestreiten. Er kann also bey der Befriedigung jener Bedürfnisse, die wohl jeder andere bey solchen Vermögensumständen sich er⸗ laubt, ungeachtet alles Fleißes und aller Arbeit, nicht reich werden, es sey denn, daß er durch mancherley Eutsagungen, durch kleinliche Sparsamkeit, und durch be⸗ „Sie ist wirklich um geringer, als ich sie auf leichtem Boden in Brabant gefunden habe. besondere Glücksumstände mit der Zeit einen Fonds sam⸗ melte, der aber doch nie beträchtlich seyn kann. Die Ursache, die man davon angeben kann, ist wohl diese, daß die Verpachtungen durch die Coneurrenz der Päch⸗ ter, und eine außerordentliche Bevölkerung sehr in die Höhe getrieben werden). Die Cultur, von der 22— die Rede ist, findet nur auf dem besten Boden un n Cortryck Statt. Je nachdem der Boden tiefer liegt und kälter wird, wech— selt sie auch mehr oder weniger ab. Man bauet da⸗ selbst mehr oder weniger Raps und mehr Waizen. Die Abänderung wird auf ganz sandigem Boden noch auf—⸗ fallender: hier zieht man wenig oder gar keinen Raps, und weder Waizen noch Bohnen, sondern Ro— cken, Lein, Buchwaizen, und besonders viele Kar⸗ toffeln. Für das Holz ist nichts in Rechnung gebracht worden, denn die Pachter finden das Nöthige in den ihnen angewiesenen Holzschläͤgen von Erlenholz mit un⸗ termischten Kopfweiden. Diese Weidenstämme geben die Latten, Stecken und Pfähle her, die theils zur Aufrechthaltung der Dobn- und Hainbuchenhecken um die Weideänger, theils zur Unterhaltung der Dächer H 5 die⸗ * Es blei bt sonach ein Räthsel, woher so viele concurri— rende Leute ein ansehnliches Capital, wie zu einem sol— chen Pachthofe erfoderlich ist, hernehmen! Haben sie es nicht, so muß der Ackerbau nothwendig in Verfall gera⸗ then; haben sie es aber, so muß ihnen bey ihver vorher⸗ gehenden Wirthschaft doch wohl noch was übrig geblieben seyn. 122— dienen, welche hier insgesammt mit Stroh gedeckt sind. Man ist der Meinung, daß sich das Getreide besser unter einem Strohdache, als unter jedem andern, aufbewahren lasse. Der Artikel des Tagelohns für die Arbeiter muß ebenfalls jedem au ußerordentlich scheinen; allein man muß bedenken, daß es außer der Aerndte, der Heu⸗ und Saatzeit, die schon eine große Menge Hände beschäftigen, in diesem kande noch eine Menge ande— rer Beschästi igungen giebt, welche viel Häade erfodern. — S und Getreide werden gejätet; Rüben werden Co mit der Hand behackt; Kartoffeln, Bohnen und Raps werden gepflanzt und durch Menschen bearbeitet; und es ist nicht selten der Fall, daß man zwanzig Personen auf einmal auf einem Leinlande beschäftigt sieht. VIIXX Dr die 90 terbt scif e 0 auf ˖ Seih Mer und sen nah lere Ack Li gen muß man Heu⸗ Hände andei Odelh. erden Nags und sohen — 123 Dritte Abtheilung. Ueber den Ackerbau des Departe— ments der Schelde. Der Umfang dieses Departements, in welchem Gent die Hauptstädt ist, enthält ungefähr 3075 Myriares, oder 181 französische Quadratmeilen, deren 25 auf den Grad gehen. Es bietet in seiner ganzen Oberfläche eine unun⸗ terbrochene Ebene dar. Mehrere Flüsse und zwey schiffbare Kanäle durchziehen diese Gegend, die beyna— he überall tiefer liegt, als die Oberfläche des Meeres. Seine Bevölkerung belief sich im Jahre 1789 auf 583,059, und im Jahre 1801 auf 602,072 Seelen. Die Bevölkerung nimmt also noch im⸗ mer zu. Man zählt in dem Departement 30,000 Pferde, und bedient sich ihrer ausschließlich zum Ackerbau; des⸗ sen ungeachtet steigt die Zahl des Hornviehes auf bey— nahe 110,500οο Stücke. Der Dünger, den diese letz⸗ tere Viehgattung liefert, ist die Hauptstütze des hiesigen Ackerbaues, und durch ihn ist dieser andige, von Na⸗ tur unfruchtbare Boden zu jener bewunderungswürdi⸗ gen Fruchtbarkeit erhoben worden, die man jetzt da⸗ selbst 124— selbst findet. Man zählt nicht mehr als 300, οο Schaafe in diesem Departement. Das Landvolk nährt sich mit Schweinefleisch, daher man auch hier 60, oo Schweine findet. Die hiesigen Landwirthe halten den Lehm für die zur Vegetation am meisten geeignete Erdart, je nach— dem sie in einem angemessenen Verhältnisse mit andern Erdarten gemischt ist. Der Boden von fast drey Viertheilen des De— partements besteht aus Sande, der bis zu einer be— trächtlichen Tiefe geht, wie man bey dem Ausgraben eines Brunnens leicht bemerken kann. Gewöhnlich liegt abwechselnd unter einer Schicht Sand eine Thon⸗ schicht, und so weiter, bis zu einem festen Boden von Granit, den man aber erst in einer Tiefe von 30 Klaf⸗ tern antrifft. Die obern dagen enthälten eine Menge Muscheln, welche hinlänglich beweisen, daß jene Lagen durch das Gewässer in undenkbaren Jahrhunderten da⸗ hin gebracht worden sind. Bloßer Sand und bloßer Thon sind an sich gleich unfruchtbar; daher muß eine dieser Substanzen mit der andern in Verbindung gesetzt werden, um dadurch ein der Vegetation günstigeres Gemische hervorzu⸗ bringen. Die Ueberbleibsel von Laub, Stängeln, Wur⸗ zeln und Dünger bilden auf dem obern Theile der Fel⸗ der, in Verbindung mit dem Sande oder Lehm, die Dammerde, oder jene fruchtbare Krume, von deren Pro⸗ Haodtkt Ind An eilet d Cuth e Lael d Ean den teuals! dtebew dem V Man v und auf Hbe, Uebetj ganges Manz Cutur ste,! Katto Raps gel. denen weinb ο⁰⁰ο⁰ο Eüht 0/f⁰ I de nach⸗ andern 5 De⸗ + bo⸗ raben Mlch Thon en vn Kaf Nenge lagen Nda⸗ Vach Wmit — 125 Produkten sich 6oο οο Menschen alle Bedürfnisse und Annehmlichkeiten des kebens zu verschafsen wissen. An vielen Orten trifst man unter dem Lehm in einer Tiefe von 3 bis 8 Fuß eine Lage Torf, die ihrer Seits eine Dicke von 3 bis 12 Fuß hat. Ein großer Theil dieser Torfgruben wird benutzt, und sie gewäh⸗ ren den doppelten Vortheil eines wohlfeilen Brennma⸗ terials für das Landvolk und die ärmere Klasse der Stä⸗ dtebewohner, und eines Düngemittels, nämlich der dem Wachsthume der Pflanzen so günstigen Torfasche. Man verwendet letztere hauptsächlich auf Sandboden und auf feuchte torfärtige ländereyen. Was ich über die Cultur dieser Gegend zu sagen habe, werde ich in fünf Abschnitte abtheilen. Der erste soll allgemeine Betrachtungen und Uebersichten dieser Cultur, und die Ursachen ihres Fort— ganges enthälten. Der zweyte soll der Beschreibung derjenigen Pflanzen gewidmet seyn, die den Gegenstand jenet Cultur ausmachen, nämlich: Waizen, Rocken, Ger⸗ ste, Hafer, Buchwaizen, Klee, Rüben, Möhren, Kartoffeln, Bohnen, Wicken, Erbsen, Lein, Hanf, Raps, Krapp, Wau, Hopfen, Tabak und Spör⸗ 94. In dem dritten Abschnitte werden die verschie⸗ denen Fruchtfolgen; in dem vierten die Düngemittel und Brannt— weinbrennereyen; und in dem ——— PDSSSS..— dem füͤnften der Viehstand abgehandelt werden. Man wünscht seit langer Zeit, Experimentalpacht⸗ höfe in dem Reiche zu haben: man verlangt Muster einer guten praktischen Agricultur, und hier haben wir ein ganzes Departement, das als ein wirkliches, durch die Länge der Zeit erprobtes Muster einer reichen und g 2 ‚ prächtigen Cultur angesehen werden kann; eine Cultur, die nicht nur durch die Größe ihres Ertrages in Erstau⸗ nen setzt, sondern auch durch ihren ununterbrochenen Gang und ihre alljährigen aktiven Fortschritte merkwür— dig ist. Es ist hier von keinem einzelnen Pachthofe die Rede, sondern von einem ganzen Lande, welches uns dieses Schauspiel und diese Resultate darbietet. Seine Bevölkerung ist der untrügliche Höhemesser seines Wohl— standes. Man zählt daselbst beynahe 4000 Seelen(d) auf jeder franzosischen Quadratmeile; es sind also un⸗ bezweifelte Thatsachen, die wir vor Augen haben. Ein Freund des Ackerbaues kann in keinem Be⸗ trachte eine lehrreichere Reise unternehmen, als längs den Ufern der Schelde. Das Wenige, was ich hierüber zu sagen habe, wird zureichen, die Neugierde und Auf⸗ merksamkeit aller Agronomen zu reitzen. Ich kann aber meinen Stoff nur oberflächlich behandeln; ihn gründ⸗ lich entwickeln zu wollen, würde ganze Bände erfodern. So klein aber auch der Umriß ist, den ich mir vorge⸗ setzt habe, so wird er doch hinreichend seyn, um eine Idee von dem Wunder der flamändischen Industrie zu geben, und diejenigen, denen es an Lehr⸗ und Wiß⸗ be⸗ dem! chien che L haat begierde nicht fehlt, zu bewegen, ein Paar Monate auf eine Reise zu verwenden durch ein land, das mit Lahache Recht, wie ich schon anderwärts gesagt habe, ein klas⸗ Mate sisches Land, ein Experimentalfeld für die französische ben wi Agricultur genannt werden kann*). „dürch en und ö Cultu, Erster Abschnitt. 101 Allgemeine Betrachtungen. Alvůr⸗ ͤ ose d In dem Departement der Schelde hat man die Sal dem Boden und Klima angemessensten Culturprin⸗ SWhl cipien in Ausübung gebracht. Man findet da nur sol⸗ . che Methoden, deren Nutzen durch die Erfahrung be— 0 währt aon ö Jedoch nur für gleiches Klima, gleichen Boden, und m Be⸗ vorzüglich für gleiche Verhältnisse. Es schließt also den lngs Nutzen der Experimentalsarms in dern Gegenden nicht orhhn aus. Ein ärmeres, ein weniger bevölkertes Land d darf W auch nicht von weitem an die Nachahmung der flamän—⸗ f dischen Cultur denken. Hier müssen ganz andere, oft ann b ganz entgegengesetzte Mittel angewendet werden, um zum udd Zwecke zu kommen; und die ächten Muster einer, einer erfodett, solchen Gegend analogen, Cultur ihren Bewohnern an Heths Ort und Stelle in einem Experimentalfarme aufstellen, 30 nenne ich ein nützliches und zweckmäßiges Unternehmen, 2 dem alle Prämien von der Welt die Waage nicht halten; Mee wenn es nur einem einsichtsvollen und treuen Ausführer 5— überlassen wird. Ohne das Letztere würde es zehnmal e, mehr Schaden als Nutzen stiften. Ss,/ͤrr';:ä-: Po 128 » 2— 2* währt worden ist. Es giebt da kein gewagtes System, wie es Theoristen und Speeulanten über den ersten und wesentlichsten Theil der politischen Oekonomie aufzustel⸗ len sich erlauben. Nothwendig muß diese Gegend schon seit Jahr⸗ hunderten von eben so fleißigen, einfachen und denken⸗ den Menschen, von eben so genauen Beobachtern der Natur und ihrer Gesetze über die Erzeugung der Pflan⸗ zen bewohnt gewesen seyn, als sie es noch jetzt ist. Man hat zwar daselbst wenig über Ackerbau, Urbar⸗ machung, Dünger, Saat und Fruchtfolgen geschrie— ben; aber allenthalben ist der Landwirth im Besitze der die durch eine lange Reihe von Grundsätze und ehren/ Jahren entstanden, und als erprüft von den Vätern auf die Söhne durch mündliche Fortpflanzung gekom— men sind. von diesen Lehren macht, wird für die folgende Gene⸗ ration eine neue Bestätigung ihrer erprobten Güte. Es giebt hier auf dem Lande einfältige unstudirte leute, die von den berühmtesten englischen Agronomen als ihre Meister anerkannt wurden. Alles erregte hier das Erstaunen dieser Reisenden. Sie sahen einen von Natur unfruchtbaren Sandboden ohne Unterbrechung mit den reichsten Aerndten bedeckt, und indem sie den Ursachen dieser wundervollen Erscheinung nachspäheten, uberzeugten sie sich bald, daß alle Mittel, deren Er⸗ findung und Anwendung in der Kraft des Menschen liegen, an den Ufern der Schelde schon erfunden und angewendet worden waren. Sie gestanden, daß die Hand⸗ Die Anwendung, die jede neue Generation — Huldge rungen daß u studite Cul nicht d der De Geiche überd da die und B 0Ddf sobh a sichi. Flse wurde 116 hin Dämr egen dahna besch Reit stau Jaht seht, die Drit it Iahh denken⸗ htern der L Pran- stht ist ‚ Ulrbar⸗ heschtis osthe der ehe vn u Vilam 0 gelor⸗ eratioh % Gene Huditt Hhomen c hil inen von brechllg si dn spähern cken Ei Nansten denld 00⁰ de Hald⸗ 129 Handgrifse und Mittel, wodurch jene Fruchtbarkeit er⸗ rungen wird, nicht genau beschrieben werden könnten; datz man zu dem Ende die Praxis jeden Dorfes selbst studiren müsse; und daß endlich die Verschiedenheit ih⸗ rer Culturarten selbst ein deutlicher Beweis sey, daß sie nicht die Folge eines blinden Schlendrians, sondern der Vernunft und einer reiflichen Ueberlegung seyen. Gleiche Meinung äußerte auch der berühmte A. YVoung über den Ackerbau dieses Theiles der Niederlande, und da dieser Schriftsteller die gründlichsten Untersuchungen und Beobachtungen über den Ackerbau angestellt hat/ so dürfen die Bewohner der Scheldeufer nicht wenig stolz auf seinen Beyfall seyn. Der Boden dieses Departements besteht haupt⸗ sachlich aus Sand, den das Meer oder einige große Flüsse daselbst abgesetzt haben. Allem Vermuthen nach wurde dieses Land ehedem den größten Theil des Jah⸗ res hindurch von Wasser bedeckt, bis man später durch Dämme, Schleusen und andere Vorkehrungen es da⸗ gegen schützte. Welchen traurigen Anblick mochte wohl damals eine Gegend gewähren, die jetzt, so regelmäßig geschmückt, dem bezauberten Auge die große Masse von Reichthum in ihren Produkten vorlegt! Und welches sind wohl die Ursachen einer so er⸗ staunlichen Verbesserung? Die meisten Gegenden der Erde, die vor tausend Jahren wüste und unfruchtbar da lagen, sind es noch jetzt, ob sie gleich nicht minder, als Flandern, durch die Nachbarschaft des Meeres und großer Flüsse begün⸗ Dritter Band. J stigt 130⁰ stigt sind; das heißt: ob ihnen gleich ihre dage den Weg zu vortheilhaften Kommunikationen mit andern Län⸗ dern öfnet, und ihnen den nämlichen glücklichen Erfolg darbietet. Flandern hat also wohl noch in sich selbst einen andern Keim, aus welchem seine Wohlfahrt sproß⸗ te, und es lohnt gewiß der Mühe, demselben nach⸗ zuspüren. Noch lag ganz Europa in Unwissenheit und Bar— barey, als der Belge, durch die zum Handel günstige lage seines landes gereitzt, das Geschäft des Kaufmanns für die rauhen Bewohner des Rordens, und selbst für Deutschland und Frankreich, übernahm, und so der allgemeine Faktor des Handels wurde. Freylich be⸗ schränkte sich die damalige Nachfräge bloß auf leinene und wollene Tücher; allein eben diese beiden Artikel ha— ben den besondern Vorzug, daß sie sich mit den Geschäf ten des Landmanns und seiner Familie recht wohl verein⸗ baren lassen. Die Sicherheit eines täglichen Gewinnes erweckte eine allgemeine Betriebsamkeit. Der Bauer gewöhnte sich an eine ununterbrochene Thätigkeit, und da seine erste Bestimmung noch immer der Ackerbau blieb, so legte er sich auf diesen mit immer vermehrtem Fleiße, und widmete nur nebenher der Flachs⸗ und der Wollespinnerey diejenigen Augenblicke, die er von seinem Hauptgeschäfte abmüßigen konnte. In dem Ver⸗ hältnisse, wie der Vermögenszustand unter dem großen Haufen zunahm, kam auch Vielen die Lust an, nicht mehr Tagelöhner zu bleiben, sondern selbst Wirthschaft zu treiben. Dadurch vertheilte sich nach und nach das Ei⸗ Eger nen ihrer niß a eh, waken Eie berec der E wand war, nd fh delen disen die ih auew beha bau bevo de g meh aufst den, bläͤhe unss U Deg h Kns Essch 0 sehs soroß⸗ hach/ d Bay Unstie nanns st flr o der ich be; Länene EI ha sschäfß Kerein⸗ innes zauer und kerbau chttm er von NU loßn niht scf 0⁰ Ei⸗ 131 Eigenthum immer mehr, und bald sah man diese klei⸗ nen Pächter aus einem natürlichen Hange, einen Theil ihrer durch Spinnerey und Weberey gemachten Erspar⸗ niß auf die Melioration des kleinen Erdstriches verwen— den, der ihnen zu Theil geworden war.— Und was waren die Folgen davon? Der Vorschuß, den man nach und nach auf die Erde verwendete, wuchs mit der Zeit zu einer nicht zu berechnenden Summe, wovon nur die Fruchtbarkeit der Erde die Interessen zählte. An andern Orten, wo die Fabrikation der Lein— wänd und der Tücher für das Ausland nicht eingeführt war, blieb der dandmann ohne Neigung für die Arbeit, und der Boden so undankbar, als ihn die Natur ge⸗ schassn hatte. Wir haben also hier den auf Thatsachen gegrün— deten Beweis: daß Manufakturen und Industrie in diesem Lande die Schöpfer derjenigen Ackercultur sind, die ihrer Seits den Ruhm und den Reichthum desselben ausmacht. Der Grundsatz jener Schriftsteller, welche behaupten, daß man in einem Lande zuerst den Acker⸗ bau zu seiner höchsten Stufe zu erheben suchen müsse, bevor man auf Händel und Fabriken denken wolle, wür— de also das Glück der Belgen nicht gemacht haben, viel⸗ mehr kann das entgegengesetzte Beyspiel, was Belgien aufstellt, als ein sicherer Grundsatz angenommen wer⸗ den, daß nämlich der Ackerbau eines Volkes um so blühender seyn werde, jemehr man solche Fabriken be— günstigt, welche den Landleuten eine Beschäftigung, die mit 132— mit dem Grabscheite und Pfluge wohl zu vereinbaren ist, darbieten. Die Vermehrung der Bevoölkerung ist eine natür⸗ liche Folge der Hervorbringung der Mittel, sie zu er— nähren. Wir haben die Stärke der Population dieses Departements schon gesehen. Die Hände wuchsen heran, so daß man alle Bedürfnisse der Erde damit hätte befriedigen können. Man bediente sich häufig des Spatens. Der Boden brachte noch kostbarere Pro⸗ dukte hervor, als selbst der Waizen ist, und diese neuen Produkte vermehrten die ffentliche Wohlfahrt. Wir hätten also die Quellen, die den niederlän⸗ dischen Ackerbau über den so vieler Länder erhoben ha— ben, gefunden. Wir sehen, was den Landwirth noth⸗ wendig von der reinen Brache abbringen mußte; was ihn bewog, bis nach Seeland zu gehen, um Mist da⸗ selbst zu kaufen, und sich aller Düngemittel zu ver⸗ sichern, die zur Verbesserung seines sandigen Bodens geeignet waren; und was ihn auf den Gedanken brach⸗ te, Tabak, Raps, Krapp und Hopfen zu pflänzen. Wir sehen, warum er sich, da er es einmal dahin ge— bracht hatte, so viel Getreide zu erzeugen, als er woll⸗ te, mit dem Branntweinbrennen abgab, mit dessen Abfall er sein Vieh unterhielt und mästete, wodurch er eine Masse Dünger erzeugle, welche, der Erde zurück⸗ gegeben, für ihn eine neue Quelle der Fruchtbarkeit ward*). Ich *) Schade, daß alle diese kleinen Branntweinfabriken jetzt unter unsern Landleuten eingehen und eingehen müssen! In lbun natls⸗ zu et— dieses uchsen damit uft des Yro⸗ dise r dellan, den ha Hhoth⸗ bos ist da⸗ hel⸗ Odehs lach⸗ wye. dob diseh ucht Iuid ali 90 Mht Rl 133 Ich gestehe, daß man die Untersuchungen über die Entstehung der Fortschritte des Ackerbaues noch wei— ter hätte ausdehnen, und den Geschmack und die Ge⸗ schicklichkeit der Belgen in Rücksicht auf Flachs und leinwand viel tiefer und entfernter hätte aufsuchen kön⸗ nen, denn schon zu Plinius Zeiten waren sie als die be⸗ sten Weber Europa's berühmt. Dann wäre es auch noch merkwürdig, zu erforschen, was die Landesregie—⸗ rung, es sey nun die der alten Grafen von Flandern, oder ihrer Nachfolger, ihrer Seits zu diesem frühern Fortschreiten beygetragen, und wie weit sie in dieser Hinsicht die Anstrengung des Handels und des Acker⸗ baues unterstützt hat). Wir wollen nunmehr den letztern in seinem wirk⸗ lichen Zustande betrachten. Der Entwurf dazu bietet eine Menge sehr interessanter Entwickelungen dar. Die Oberfläche des Departements enthält in al⸗ lem 357/706 Hektars; da nun die Bevölkerung aus 602,072 Individuen besteht, so kommen zwey See⸗ len auf den Hektar. I3 Im *) Da ich nicht zweifle, daß es sehr nützlich seyn würde, die alten Statuten und Verordnungen Flanderns in fran⸗ zösischer Sprache zu haben, so habe ich den Herrn Prä— fekten dieses Departements ersucht, die Tafel dieser alten Landesgesetze übersetzen zu lassen. Wir werden daraus die Geschichte der flandrischen Industrie, und die Fort— schritte des Ackerbaues an den Ufern der Schelde näher kennen lernen. Der Verfasser. Im Jahr 1801 befand sich diese Oberfläche fol⸗ gendermaßen bestellt. Waizen Rocken. ‚ Gerste Hafer Bohnen, Buchwazen, er s, Krapp u. s. w. Flachs„ Hanf Tabak Kartofseln ö Gemüs aller Art in freyem Felde Raps ö Holzpflanzungen. Gärten. ö Natürlichen Wiesen 9 Gemeintriften. Unangebauten Bergen und Flächen Wegen und Straßen. Gebäuden Stehenden Wasserrn Fließenden Wassern Sümpfen. Total Unter diesen besaamten Feldern waren beynahe 24/⁰0 Hektar mit der Hand bearbeitet, die Gärten nicht *) Durch welchen Zufall mag woh den seyn? I Es standen in lder Klee vergessi 32,161 Hektar. 49j7229 · 16,,173 21/,„1 18 2 30/,8358 14/439 2½8* 1,138 20,210 7 137184 5 7/—593 42,650 38730 3773 2,230 97½7 18/,799 87091 7/7232„ 9,679 2,549 337/½700Hektar. en wor⸗ —.— 21/½¹18 30/851 14775 2„5⁷ „34 20/116 9j50⁴ 42/j56 3762 — 13⁵ nicht einbegrifsen; daraus folgt, daß der zehnte Theil des Departements bloß mit der Hand gebauet wird: ein merkwürdiger Umstand für ein Land, das keine Weinberge hat). Die genauesten Berechnungen, die man im Jahr 180 über den Ertrag des Grundes und Bodens hat aufstellen können, thun dar, daß nach Abzug der Ein⸗ saat gegeben haben 32,161 Hektar Waizen 1,057/½796Zentner. 49,229 Rocken 1, 624,487. 16,173„Gerste 439,%%, 2 1,11n8„Hafer 561,118 30,858 üBohnen und andere Früchte 1,035,9½10 14,½59 ⸗ Flachs 102,6 2½½7 Hauf 28,%223„ 1,138 Tabal 50,147 20,216 Kartoffeln 2/021,152 9/7583 Raps 223,—408 42,656 Holzaller łRrt 550,614 Herres. 37/327 Wiesen 2,766,606 Zutn.“) Endlich haben die 13,184 Hektar, die mit Ge⸗ müse bepflanzt waren, und die 85 70 Hektar Gärten an Gemüse den Geldwerth von 13,424,000 Franken ein⸗ R ge⸗ *) Die Ursach davon mag wohl in dem starken Hopfenbau, der keinen Pflug zuläßt, und den vielen Parzelen kleiner Häusler und Tagelöhner liegen. *πτ) poids de mare. Die Unze hat an holländischen Assen 6378 in Frankreich, statt daß sie in Deutschland am ge— meinüblichsten nur 608 hat. 136 gebracht. Alle diese Erzeugnisse bieten einen Werth von sieben und achtzig Millionen Franken dar. Da— von sind abzurechnen 8 2,000,00, welche Einsaat, Cultur- und Aerndtekosten erfoderten); 5,03 4,00 dienten zur Entrichtung der Grund-Conttibution; 15,000/5,j⁰000 ungefähr kamen dem Eigenthümer zu gut; und 15,000/%0οο waren der kohn für die Mühe der Pächter“). Aus dieser Berechnung sieht man, daß die Ko⸗ sten der Feldarbeiten, der Einsaat und der Aerndte un⸗ gefähr 4 des ganzen Ertrages wegnehmen, die 9 Mil— lionen des Holz und Wiesenertrags mit einbegrifsen. Da nun aber das Gehölz und die Wiesen, so zu sagen, gar keine Ausgabe erfodern(7), so kann man an— nehmen, daß der Ertrag von 78 Millionen an Gel— deswerth eine Ausgabe von 52 Millionen erfodert hat. Man rechnet überhäupt in diesem Departement, daß die Culturkosten im Durchschnitt 3 der Aerndte weg— nehmen*); hierher muß man also gehen, um zu ler⸗ *) Da die Einsaat in der Tabelle schon vom Ertrage abgezo— gen ist, so hätte sie hier nicht noch einmal abgezogen wer⸗ den sollen. **) Es blieb also diesen Pächtern dreymal so viel übrig, als denen in der Gegend von Courtray und Lille, so wie es der Herr Verfasser seines Orts angegeben hat. Unter⸗ dessen ist es schwer zu glauben, daß der Pächter eben so viel reinen Gewinn, wie der Verpächter, für sich haben werde. **) In einem solchen Lande würde also unmöglich ein Pachtkonträkt bestehen können, Kraft dessen der Eigen⸗ ͤ thü⸗ lernen, sen De den ma Bobac einiz d Dageg det N. batdey Verte dend v süned fahrer 0 Linsadt, 4,000 ulion; ter zu Mie die Ho⸗ dle un, x Mi⸗ iffen. sagen, un an⸗ N Geh elt hat. „ daß weg⸗ im zu ler/ abded n wer a IIg, Al 137 lernen, daß das Arcanum des Ackerbaues in der wei— sen Verwendung eines reichlichen Vorschusses besteht, den man gleichsam der Erde macht 5). Dieses Resultat beweist mehr als jede andere Beobachtung, daß die Fruchtbarkeit des Bodens allhier einzig das Werk der Kunst, und nicht der Natur sey. Dagegen nimmt die Cultur in den kändern, die von der Natur sehr begünstigt sind, wie z. B. in der lom⸗ bardey, der Gegend von Neapel ꝛc. nur ein Drittel oder Viertel des Ertrages weg. Das sorgfältige Pflügen und Zerkrümeln des Bo⸗ dens wird hier mit Recht als das Mittel angesehen, seine Fruchtbarkeit zu erhöhen. Wir werden bald er⸗ fahren/„mit welcher Gierde man den Mist zusammen⸗ 5 scharrt, thümer den dritten Theil, oder wohl gar die Hälfte des rohen Ertrages zu beziehen ermächtigt ist. Vielleicht kann das in staatswirthschaftlicher Hinsicht richtig seyn, indem dadurch unstreitig der höchste rohe Er⸗ trag errungen wird; der Pächter aber, dem es bloß um den reinen Ertrag zu thun ist, sollte doch wohl lieber dahin gehen, wo er mit geringern Kosten zwar einen ge⸗ ringern rohen, aber einen höhern reinen Ertrag zu errin— gen lernen kann. Freylich kann ein Pächter zufrieden, und mehr als zufrieden seyn, wenn ihm, nach gedeckten Culturkosten, ein eben so großer Gewinn, wie dem Ei— genthümer, übrig bleibt; ich zweifle aber sehr, daß dieses bey der belgischen Cultur und dem daselbst eingeführten hohen Pachtpreise der Fall sey. Indessen scheint der Ver⸗ fasser obige Stelle in Rücksicht auf einen undankbaren Bo— den gesagt zu haben, und da pflichte ich ihm unter einigen Restrictionen gerne bey. 138 scharrt, und mit welcher Ueberlegung man ihn zu ver⸗ wenden weiß. Man erzieht sehr vieles Vieh, und zählt in diesem einzigen Departement 109,000 Stück Hornvieh, eine Anzahl, die bey weitem größer ist, als jede andere, die man anderswo auf einer gleich gro— ßen landfläche findet. Durch diese lebendigen Fabriken wird ein guter Theil vegetabilischer Substänzen in ani— malische umgeschaffen, und in dem Grade, wie sie dem Menschen einen kräftigern Nahrungsstoff in dem Flei⸗ sche bereiten, versorgen sie auch das Feld mit frischen Kräften zu einer ununterbrochenen Erzeugung neuer Produkte. Doch ist der lLandwirth mit dem Dünger seiner Viehställe und seiner Nachbarschaft noch nicht zufrie⸗ den. Er kauft davon noch in den Städten alles zu— sammen, was er bekommen kann; und legt es auf den Erforderungsfall zurück. Er läßt den Mist mit nicht geringen Kosten aus Seeland kommen, und verwendet Kalk, Holzasche, Gyps u. s. w., je nachdem es die besondern Eigenschaften seines Bodens erheischen. Mit einem Worte: Nichts von allem, was nur immer seinem Felde nutzen kann, wird vernachlässigt. Er versteht sich meisterlich darauf, die erzeugenden Kräfte der Erde durch eine wohl berechnete Fruchtfolge zu be⸗ nutzen, und diese besteht darin, daß er nur solche Früch⸗ te, welche verschiedene Nahrungstheile erfodern, auf einander folgen läßt, und die Wahl der zu säenden Fruchtsorten nach der vorhergegangenen Zubereitung des Ackers einrichtet. Eins —— En iel, un tung sin starke 1 imin d0 st. Di buligen ihm doch in det Departe linstveilt des henne Htat y ben Mi Hektar würden Duscht Raken, M daß sie, an nabhe seher uftie u dben nicht endet die Mi —— 139 Eins der Hauptmittel, wodurch der Boden so viel, und mehr, hervorbringt, als zur Unterhal⸗ tung seiner zahlreichen Bewohner erfodert wird, ist der starke Anbau der Kartoffel, welche, wie man durch⸗ gängig glaubt, im Jahr 1709 dahin gebracht worden ist. Dieser Umstand bewiese also, daß die langen und blutigen Kriege, deren Schanhh atz dieses land war, ihm doch auch zu etwas genützt haben). Wir werden in der Folge den Anbau dieser kostbaren Wurzel in dem Departement der Schelde genauer aus einander setzen, einstweilen können wir sie das Manna dieses schönen Lan⸗ des nennen. Man bepflanzte in einem Jahre 20,2 16 Hektar mit Kartofseln, und bezog davon mehr als sie⸗ ben Millionen Zentner, statt daß eben diese 20,2 16 Hektar nur 7227,776 Zentner Rocken gegeben haben würden; denn man nimmt an, daß ein Hektar im Durchschnitt 347 Zentner Kartoffeln, 36 Zentner Rocken, und 3 3 Zentner Waizen liefern müsse. Nun weiß man aus der Analyse der Kartoffel, daß sie/ zu gleichem Gewichte mit dem Waizen, sich an nährender Kraft zu diesem wie 1 zu 4 verhalten“). Dem *) Freylich wohl nach dem Sprüchworte: à quelque chole malheur elt bon; allein der Leser wird wohl mit mir denken, daß die Kartoffeln auch auf eine sanftere Art bey den Belgen Eingang gefunden haben würden. *) Herr Einhof setzt die Kartoffeln in Hinsicht der Nah⸗ rungsfähigkeit dem Rocken gleich, welches dennoch, wenn wir sie bey der Viehmastung beide mit einander verglei⸗ chen, nicht zutrifft, und nimmt an, daß die Quantität nahr⸗ 140— Dem zufolge gäben jene 7 Millionen Zentner Kartof⸗ feln eben so viel Nahrung, als 1,750,00ο Zentner Waizen, und da die nämliche Fläche, die jene sieben Millionen Zentner Kartoffeln hervorgebracht hat, nur 667/%00 Zentner Waizen gegeben haben würde, so folgt, daß durch ihre Bepflanzung mit Kartoffeln drey⸗ mal so viel Menschen ernährt werden können, als durch ihre Bestellung mit Waizen geschehen würde. Es ist ein Irrthum, wenn einige behauptet ha— ben: daß eine einzige gute Aerndte für mehr als zwey Jahre zu dem Bedarfe der Einwohner zureiche. Sol⸗ che Aeußerungen können nur dazu dienen: die Regie⸗ rung in einein Stücke zu hintergehen, wo es doch so wesentlich um Wahrheit zu thun ist. Wenn man an⸗ nähme, daß nur der dritte Theil der Einwohner sich mit Waizenbrodte nährte, so betrüge diese Consumtion à 5 Zentner auf die Person ungefähr eine Million Zent⸗ ner Waizen. Wir haben aber weiter oben gesehen, daß die Aerndte von 1801, die man zu den guten ge— wohnlichen Aerndten rechnet, nur 1,057/796 Zent— ner betrug. Der Ueberschuß war also nicht von solcher Bedeutung. Es nahrhafter Substanz, die eine gleich große Fläche ge— währt, sich zum Rocken verhalte wie 3 zu 1. Hiernach wäre also der Ertrag obiger 20,216 Hektar Kartoffeln 2,163,328 Zentner Rocken gleich, gäbe also 1,435, Zentner Nahrungsstoff mehr, als die nämliche Oberfläche gegeben haben würde, wenn sie mit Rocken besäet wor⸗ den wäͤre. C den Dr sonen, f Zanlnt, nach La Bier verh chen wit Drodt“ in Katt trag de Mohthaf nimmt m ich memt sokomn glich. wenige die Br 330,00 unglich 18001 Vhr/ re ohn len; e Depar veror bedien 79 9 * I Kurof, o zuther Ne ssehen at, ny lide, 0 I drey⸗ ducch iptet hy als u Sol⸗ Nedie doch ß man al⸗ er sh nsumtu on Zent geschen, Uen ge— gent⸗ sche Fach Humnh Karvfh 43 Huafiche saht wor⸗ 141 Es ist daher gewiß, daß, wenn die beiden an⸗ dern Drittheile der Einwohner, d. h. 400,00 Per— sonen, sich vom Rocken nähren sollten, die 1,6οοο Zentner, wozu man die Rockenärndte anschlagen kann, nach Abzug dessen, was auf den Branntwein und das Bier verwendet wird, zu ihrer Ernährung nicht zurei⸗ chen würden; aber die Belgen essen überhaupt wenig Brodt*), und zum Glück besteht ihre Hauptnahrung in Kartoffeln. Wir schätzten vorher den ganzen Er— trag dieser Frucht auf 7 Millionen Zentner, und ihre Nahrhaftigkeit 1,7 5,οοο Zentnern Waizen gleich; nimmt man also diese drey mehlhaltenden Gegenstände, ich meyne Waizen, Rocken und Kartoffeln, zusammen, so kommen sie ungefähr 4,300,0ο Zentnern Getreide gleich. Nun aber haben 600,000 Menschen nicht weniger als 3 Millionen Zentner Brodt vonnöthen, die Bränntweinbrenner verbrauchen ihrer Seits wohl 330,000 Zentner Getreide, und die Bierbrauer dessen ungleich mehr; es ist also klar, daß die Aerndte von 1801 gerade nur für die Consumtion zureichte. Ein Jahr, das ein Drittel mehr hervorbringen würde, wä— re ohne Zweifel zu den vollkommensten Jahren zu zäh⸗ len; es könnte also auch die reichste Aerndte in diesem Departement dasselbe nur auf 16 Monate mit Brodt versorgen. Ob man sich gleich nicht der Ochsen zum Pfluge bedient, so beträgt doch die Zähl der Pferde auf dem Lan⸗ *) Man erinnere sich, daß ein Franzose spricht, und dit Franzosen durchgehends starke Brodtesser sind. gande nicht den vierten Theil der Kühe und Ochsen, die man in den Pachthöfen und Branntweinbrennereyen findet. Man hat sich überzeugt, daß die Pferdezucht nur in so weit lohnt, als man dieser Thiere zur Arbeit bedarf, anstatt daß die Kühe Butter, Käse und Mol⸗ ken zur Nahrung der Menschen abwerfen, und endlich selbst ihre Speise werden. Die Schweinezucht, wo— durch so vieles zu Nutzen gebracht wird, was sonst ver⸗ loren gegangen wäre, steht auch hier in Achtung. Die Anzahl dieser Thiere beläuft sich auf 70,0%0. Was besonders zur Vermehrung des Hornviehes beyträgt, ist die Leichtigkeit, es mit Branntweinwäsche zu mästen, und dann mit Vortheil zu verkaufen. Man kann mit Grunde annehmen, daß jährlich 12 bis 14 tausend fette Ochsen aus dem Departement zum Theil nach Holland, und größtentheils nach dem Innern von Frankreich verführt werden. Ein besonderer Umstand, von dem man keine zureichende Ursache anzugeben weiß, ist die äußerst ge ringe Schaafzucht. Man zählt ihrer nicht 50,00. Ich kann die geringe Meigung für die Zucht so nüthi⸗ cher Thiere theils nur der außerordentlichen Vertheilung des Grundes und Bodens, theils dem Mangel an gro⸗ ßen Pachthöfen und Gemeintristen oder Hutungen, theils der Unmöglichkeit zuschreiben, die Heerde auf die Stoppelweide zu schicken, da man nach der ersten Aerndte sogleich den Boden wieder aufbricht, und auf der Stelle eine zweyte Frucht(wie Rüben) nach⸗ säet zl Weh kam W die * Needeug h Abet Ind Mos 5 kodlih cht, Wos sout ek⸗ lh. Di inriehes nwäsche . Ma bis 14 in Thel lun von fine est g 9/0⁰⁰. onhlz theluug 9 Lunge, eafh X ů 143 sätt“). Uebrigens fügt sich der Flamänder in die Um⸗ stände, und da er nicht viel Schaafe hat, so bedient er sich ihrer auch nur wenig zu seinem Unterhalte. Man weiß aus den Registern von Gent, einer Stadt von 60⁰,000 Seelen, daß jährlich nicht 3000 Hämmel daselbst geschlachtet werden. Es gäbe dennoch Mittel, die Schaäfzucht, ohngeachtet der Feuchtigkeit des Bo⸗ dens und des Klimas, in mehr Aufnahme zu brin⸗ gen*); allein es ist hier nicht die Absicht, neue Me⸗ liora⸗ Vielleicht wird der Leser diese Gründe mit mir vollkom⸗ men zureichend finden. Wo es keine reine Brache, keine Stoppelweide, keine überflüssigen Wiesen, keine gemeine Hut und Trift giebt, da kann man keine Schaafe halten. Und wo der Boden unter so viele kleine Besitzer und Päch⸗ ter vertheilt ist, da kann keiner Schaafzucht treiben. *½) Grade als wenn alle Schuhe nach Einem Leisten geformt werden müßten. Aber warum will man denn den mehr gebirgigten, mehr trocknen, weniger kostbaren und frucht; baren Gegenden ihre Schaafzucht nachäffen, und sie einer andern aufzwingen, die durch ihren feuchten, grasreichen Boden besser zur Hornviehzucht geeignet ist?. Wir lo⸗ ben ja die verständige Auswahl der für jeden Boden am besten passenden Fruchtarten, und suchen nicht da, wo nait geringerer Mühe Rocken gewonnen werden kann, mit größerem Aufwande Waizen zu erzeugen; warum wollen wir nicht eben so bey der Viehzucht zu Werke ge⸗ hen? q.. Uebrigens paßt eine regelmäßige Schaafzucht so wenig zu der einmal angenommenen flandrischen Art zu wirthschaften, daß diese von Grund aus umgeformt werden müßte, um jene einschieben zu können; denn man kann die Schaase nicht, wie das Hornvieh, in den Stäl— len 144 liorationen in Vorschlag zu bringen, wohl aber, die wirklich existirenden zu beschreiben. In dem ganzen vormals österreichischen Antheile des Departements wird der Ackerbau durchgängig von Pächtern betrieben: in dem vormals holländischen An⸗ theile aber findet man auch viele Eigenthümer, die ihr Feld selbst bauen, und zwar am häufigsten in den noch nicht gar lange eingedammten Poldern, wo die Erde noch keinen Dünger und nur wenig Arbeit erheischt. An allen übrigen Orten wissen die Eigenthümer wohl, daß sie ihre Rechnung nicht bey dem Ackerbaue finden würden. Der Knecht, den sie damit beauftragen woll— ten, würde sich die Sache nicht so angelegen seyn las⸗ sen, als ein Pächter, der für seine Rechnung arbeitet. Oft ist der Eigenthümer abwesend, und dann macht der Knecht, was er will; der Pächter im Gegentheil ver— wendet kein Auge von allem, wo Betriebsamkeit und Oekonomie nöthig sind. Er sucht jeden auch noch so geringen Vortheil zu benutzen, und da er wenig bedarf, so reichen mehrere dergleichen kleine Vortheile zu, um ihm das Bischen Wohlstand zu verschaffen wobey er sich zu begnügen weiß. Uebrigens will ich keinesweges diese Bemerkun⸗ gen über ein Land, wo alle Pachthöfe äußerst klein sind, und len ernähren. Ob Flandern übrigens bey einem andern Cul⸗ tursysteme, vorzüglich bey einem solchen, wo die Schaaf⸗ zucht eingeschaltet würde, etwas gewinnen würde, ist sehr zu bezweifeln. and nus angedoe icht K Eigenth dem Hi Helhse Bauwal Grundt kel, di rij ang ) D de da ein de kei 1 0 schu G e, die Mahale Hig bon en In⸗ de iht en noch ie Eds theich. roh, fnden wole eyn laß ardeittt acht de l ver Iit und soch so hedarf, % um beh er merkun ein sd M WI Shhuß iht —— 145 und nur 2 bis 3 Hektar*) enthalten, auf Gegenden angewendet wissen, wo die Pachthöfe groß sind. Viel— leicht würde der Boden hier unter den Händen seines Eigenthümers einen höhern Ertrag geben, als unter den Händen seines Pächters; denn alsdann tritt d diesel⸗ be Ursache bey dem Eigenthümer ein, die bey der weisen Verwaltung eines kleinen Pächters Statt findet. Der Grundherr eines großen Pachthofes kann durch die Mit⸗ tel, die er in Händen hat, vorausgesetzt, daß sie gehö⸗ h angewendet werden*), vieles auf die Melioration seines *) Wenn in dem Departement der Schelde alle oder beyna— he alle Pachthöfe nur 2— 3 Hektar enthalten, wie kann da der Ackerbau mit Pferden betrieben werden, da ein einziges Pferd zum Betriebe von sieben Hektar nach nie— derländischer Art zureicht?— Doch dieser Irrthum hat keiner fernern Berichtigung nöthig. **) In dieser gehörigen Anwendung besteht eben das Be⸗ schwerliche für jeden Eigenthümer; besonders wenn er das Geschäft, wie es gewöhnlich der Fall ist, nicht kennt, oder sich ihm nicht ganz widmet, oder es für seine Rechnung durch einen Andern betreiben läßt. Jene Beschwerde ist bey einem größern Gute auch von weit größerer Bedeu⸗ tung, als bey einem kleinen: und da dasselbe Verhältniß auch in der Verschiedenheit des erfoderlichen Capitals Statt hat, so sehe ich nicht, was der Eigenthümer eines großen Hofes vor dem eines kleinen hierbey voraus habe, in dem Falle, daß beide die Sache durch einen Dritten betreiben lassen? Ein anderes ist, wenn beide selbst zum Pfluge greifen; alsdann hat der größere Landwirth noth⸗ wendig eine bedeutend höhere Belohnung für seine Indu— strie, und gewinnt dadurch immer mehr und mehr Mittel Dritter Band. K zu 146 seines Bodens verwenden, wie in jenem Falle der kleine Pächter auf seinem kleinen Felde durch ein sorgfältiges Pflügen oder den reichlichen Dünger, den er sich von seinem VBiehe und anderswoher für Geld zu verschafsen weiß, auch thut. Wenn man über den Ackerbau schreibt, und noch mehr, wenn man die Saite des Vorzugs einer bessern Benutzung der größern oder kleinern Pachthöfe berührt, so kann man seinen Blick nicht scharf genug auf jene kleinen landwirthschaftl ichen Schattirungen heften, weil man sonst Gefahr läuft, sich in seinen Schlußfolgen zu irren, und solche Grundsätze als unbedingte aufzustel— len, die es doch nur unter gewissen Umständen seyn können. Es wird hier nicht am unrechten Orte seyn, et— was über die gewöhnlichen Pachtbedingnisse dieser Ge— gend zu sagen. Sie bestehen summarisch darin, daß der Pächter den 29— Zins im D zu zah⸗ len, zu amelioriren: anstatt daß der kleinere zu seinem vollstän⸗ digen Unterhalte wohl gar noch ein Nebengewerbe zu trei— ben gezwungen ist, und seine Aufmerksamkeit daher ge— theilt wird.— Leider! daß sich nur selten der Besitzer eines ansehnlichen Hofes dazu entschließt, ein Bauer zu werden; und wird er das nicht, sucht er den Herrn, oder gar den Edelmann, mit dem Landwirthe zu verbinden; kann er seinen Gemächlichkeiten, seinen Liebhabereyen ꝛc. nicht entsagen: so folge er meinem wohlgemeinten, durch viele Beyspiele bestärkten Rathe, entsage dem Ackerbaue, und überlasse das Handwerk einem wackern Pächter, den er nicht zum Sklaven mächt. , die ue Wschaf Seils. Etlek! Groben M Pacht oder sc Buchw lasen“ sen sh lasen ehwas M ost bl wohl; dodure witteh als; wird, wiede auf! das herre — Afine Rüties sch vn schofn berühtt uf iene well Hen 3u fosteh en sehn H. ahet ge ö Vlstet Fauet; mn, H. Lbiden; uhen u 1„ du — 147 len, die Kontribution zu entrichten, Wege und Gräben zu unterhälten, und die Räupen von den Bäumen weg⸗ zuschaffen hat. Der Eigenthümer bedingt sich seiner Seits alle Bäume, so wie auch das Recht, um jedes Stück land, das von dem benachbarten durch einen Graben geschieden ist, neue anzupflänzen. Die Dauer der Verpachtung wird gewöhnlich auf 6 und 9 Jahre festgesetzt, und für das zehnte ist der Pächter gehalten, den dritten Theil der Aecker mit Klee oder schwarzen Früchten, das heißt: Raps, Bohnen, Buchwaizen, Flachs, Hanf u. dgl. besäet zurück zu lassen). Die Ursache davon ist, weil man nach die⸗ sen schwarzen Iten weiße, das ist Getreide, folgen lassen kann. Der Grmndherr stellt dem Pächter nie etwas von Vieh oder Geräthschaften. Es geschieht selten, daß der Eigenthümer den Pachtzins zu dem bestimmten Termine einfodert, und oft bleibt der Pächter mit der Zahlung ein, und auch wohl zwey Jahre zurück. Diese Nachsicht wird oft dadurch nothwendig, weil der kleine Pächter bey einer mittelmäßigen Aerndte oft nicht viel mehr aufbringt, als zu seinem und seiner Familie Unterhalt erfodert wird. Dagegen findet er soch bey einer guten Aerndte wieder im Stande, den Pachtzins von 2 bis 3 Jahren auf einmal abzutragen. Nichts ist bezaubernder/ als das gütige und liebevolle Verhältniß zwischen den Guts⸗ herren und Pächtern in Flandern. Keiner von beiden K 2 denkt *) Dieses setzt also voraus, daß der Pachtwechsel gegen Johannis vor sich geht. 148 denkt auch nicht leicht an Veränderung und Wechsel, und häufig trifft man Höfe, die seit hundert Jahren bey einer und der nämlichen Pächterfamilie waren, und von derselben als halbes Eigenthum betrachtet und be— handelt werden. Man wird leicht einsehen, daß, da der Grund und Boden in so viele kleine Pachtungen vertheilt ist, der Eigenthümer nicht jedem seiner Pächter, deren er oft 20 bis 30 in einem Dorfe hat, eine Wohnung ge— ben könne. Jeder dieser kleinen Pächter) besitzt ent⸗ weder ein eigenes Haus, oder er hat eins von einem andern zur Miethe, der mehrere Häuser und wenig kändereyen hat. Obgleich nun solche Häuser mit einem Stalle und einer Scheune versehen sind, so kann man sie doch nicht als eigentliche Pachthöfe betrachten. Diejenigen Gebäude, die absichtlich auf eine Wirthschaft errichtet werden, sucht man so anzulegen, daß sie gegen die Nord⸗, Nordost⸗ und Nordwestwin—⸗ de geschützt sind. Zu dem Ende bringt man, so viel möglich, die Hauptseite des Wohngebäudes gegen Mit⸗ tag. Rechts und links von dem Wohnhause, also gegen Osten und Westen, befinden sich Stall und Scheune. Der Mistbehälter liegt in diesem Zwischen⸗ rau⸗ *) Man sieht wohl, daß hier der Name Pächter im wei— tern Sinne genommen wird, wo er auf jeden Wirth, wenn er auch nur ein Stück Feld oder einen Garten von einem andern miethet, anwendbar ist. Im Grunde ist hier doch wohl nur von Häuslern, Tagelöhnern, Webern u. dgl. die Rede. gauwe hon de destt. in 6 es 0 n se sebde cbenfe Geba seiner Halle dulch recht. und beme Haud siuber geschl uud Mu eine anso Dů hab dern glei ficht Rus ON Nhlen eh, WW und he⸗ Guund att is, eren er ung 96⸗ ehh linem weniz einem uman feine scgen, lwin⸗ Hel Mi⸗ schn lal⸗ n Wol 0 V I Vich, an dn 06 6 * 6 WI aä 149 raume, und da er der Mittagssonne ausgesetzt ist, und von der Hitze zu viel Machtheil haben könnte, so wird dieser Zwischenhof von einigen Bäumen beschattet, die in gehöriger Entfernung gepflanzt sind. Der Grund des Hofes ist von der Stallthüre nach dem Mistplatze hin sanft abschüssig, damit der aus den Ställen flie⸗ ßende Urin auf den Mist laufen kann. Hierdurch wird ebenfalls auch das Regenwasser von den Dächern der Gebäude, welches dem Dünger gewisser Maßen zu seiner Gährung nöthig ist, auf den Mist geleitet. Im Falle des Wassers aber zu viel wird, so weiß man es durch Rinnen abzuleiten, noch ehe es die Mistgrube er⸗ reicht. Die Häuser sind ganz von Mauerziegeln erbauet, und die Dächer meistens mit Ziegeln gedeckt. Oft ha⸗ ben Scheune und Stall nur ein Strohdach. Die Hausthüre ist sauber gearbeitet, und die Fenster haben saubere Glasrahmen, und sind von außen durch läden geschütztt. Die Wohnungen überhaupt sind gesund, und gesund sind auch ihre Bewohner groß und klein. Man kann diese allgemein herrschende Gesundheit als eine Hauptursache der immer zunehmenden Bevölkerung ansehen, und daher kömmt es denn auch, daß alle Dörfer einen Anschein von Wohlstand und Reinlichkeit haben, der dem Reisenden auffällt, dessen Auge in an⸗ dern Gegenden, wo es an gleichen Hülfsmitteln und gleichem Arbeitseifer fehlt, solche Dinge nicht fand. Man kann den Ackerbau eines Departements nicht wohl umständlich beschreiben, wenn man nicht K 3 zu⸗ 150————— zugleich eine Idee von den daselbst üblichen Ackerwerk⸗ zeugen giebt. Unter diesen behauptet der Pflug den ersten Rang. ö Man bedient sich in dem Scheldedepartement bey— nahe nur eines und desselben Pfluges für alle Gattungen von Grund und Boden, und dieser Pflug scheint mir der einfächste und bequemste in allen den Fällen, wo man in sehr 4— em und bindenden Boden nicht tief pflägen will. Dieser Pflug, der nur ein Pferd erfo⸗ dert, hat kein Dorderdest l. Er besteht aus einem langen Stücke Holz(Grindel), an dem das Kolter, so wie die einzelne Stürze befestigt ist. Der Kopf des Pfluges ist an diese Stürze, so wie an den Grindel (vermittelst einer Schiene) geheftet. Der Pfiug wirft die Erde nur nach einer Seite um, und zwar im oster⸗ reichischen Antheile nach der linken, und im holländi⸗ schen nach der rechten Seite. Der Führer faßt den Pflug mit der einen Hand bey der Stürze, und lenkt mit der andern die Pferde. Von vorne ruhet der Pflug auf einem senkrecht aufstehenden, nach unten zu gekrümmten Holze(Stel⸗ ze)*), das durch den Grindel geht, und darin höher oder tiefer geschoben werden kann, also mehr oder we— niger unter dem Grindel hervorragt, je nachdem man es verlangt. Man befestigt die Stelze in dem Grindel durch *) Er hat also wohl ein Vordergestelle, nur keins mit Rä⸗ dern. Er bleibt, kleine Abweichungen ausgenommen, ner derselbe, den ich im ersten Bande beschrieben uuch e Pfuge de M zu le beh del shebe nifsetx den 2 fam. lin N Mih Haben des! gebte in N ů 0 lar up ent bey⸗ ktngen int mit A, Wo iiht tif dekfos lnem Rolle, Vũ deo Huundel Ig wüft moster oländi Ft den dlnkt ude 15¹ durch einen Keil. Durch diese Stelze kann man dem Pfluge nun eine horizontale, oder eine sich etwas senken⸗ de Richtung geben. Bey jener dringt das Schaar bis zu einer von seiner Größe bestimmten Tiefe in die Erde; bey der schiefen Richtung aber, welche durch das Auf— schieben der Stelze bewirkt wird, dringt das Schaar tiefer in den Grund*). Dieser Pflug hat, wie man sieht, den bedeuten⸗ den Vorzug, daß er von einem Pferde gezogen werden kann. Er ist daher für die kleinen dLandwirthe, die nur ein Pferd halten können, äußerst bequem, und die Noth scheint ihn für solche Ländwirthe erfunden zu haben). Einige, wiewohl wenige, Dörfer bedienen sich des wallonischen Pfluges. Er gleicht dem um Paris gebräuchlichen und von Dühamel empfohlnen Pfluge in Rücksicht des Vordergestelles und der doppelten Stür⸗ ze; allein sein Schaar ist nur einschneidig, wie das am K 4 Bra⸗ *) Irrthum zu vermeiden, muß ich hier zusetzen, daß der Pflug in der Erde, er mag hoch oder niedrig stehen, im— mer in horizontaler Richtung geht. Die schiefe oder sich senkende Richtung, wovon der Verfasser spricht, hat nur für den Augenblick Statt, wo er angesetzt wird, um mit der Spitze einzudringen; hat diese aber die bestimmte Tiese erreicht, so erhält das Pflughaupt wieder von selbst V eine wagrechte Richtung, wie leicht zu begreifen ist. **) In diesem Falle hätten sie sich auch wohl noch leichtere Pflüge erdenken können, wie zu B. diejenigen sind, welche in mehreren Gegenden am Rheine eingeführt sind, die aber die Erde eher aufkratzen, als umpflügen. I 152 Brabanter Pfluge. Man spannt nie weniger als zwey Pferde vor jenen Pflug, und daher kömmt es, daß er weniger gebraucht und geschätzt wird, als der andere, indem man in diesem kande doch nur ein Paar Zolle tief pflügt H. Die übrigen Ackerwerkzeuge, als Egge, Walze, Spaten, kleine Haue mit langem Stiele, Sense, und einige andere, gleichen durchaus den durch ganz Frank— reich gebräuchlichen(); doch nehme ich die Sichel da— von aus, von welcher in diesem dande beynähe gar kein Gebrauch gemächt wird, und statt deren man sich einer Art Sense mit sehr kurzem Stiele bedient, die nur mit einer Hand geführt wird. Mit diesem Instrumente (Hausense) wird das Getreide an der Erde abgehauen, und *) Da, so viel ich weiß, in der Gegend von Gent das Land eben so wohl in Beete geackert wird, als ich es im ganzen öslichen Theile des Departements gesehen habe, so muß ich dem Herrn Verfasser hier geradezu widersprechen, in—⸗ dem ein tiefes, und zwar von Zeit zu Zeit sehr tiefes, Pslügen zu Gestaltung schmaler Beete nothwendig ist... Eben so wenig pflichte ich dem bey, was er hier und hö⸗ her über den flamändischen Pflug sagt, der, wie ich nach seiner Beschreibung urtheilen muß, eben der nämliche ist, den ich sowohl im Waeslande, als an dem linken Ufer der Dender, die beide zu dem Departement der Schelde gehören, ausschließlich angetroffen habe. Und von die— sem Werkzeuge kann ich eben so wohl aus dem Sehen bey andern, als aus eigner Erfahrung dreist behaupten, daß er zum Tiefpflügen nicht minder als zum Flachpflügen ge— schickt ist, und gerade in jener Rücksicht jeden andern mir bekannten Pflug übertrifft. V ind de Hand Hestre lg sit v ander eld jihel Die auffd scht a is h von vale vort Ma deln a de ar kein Haner ur mit uwente chaueg, ul ganzen o muß u, in⸗ MN —— 153 und vermittelst eines Stockes, den man in der andern Hand hält, in sehr geraden Reihen i dem Felde hin⸗ gestreckt). In Rücksicht des Saamens, der zur Feldbestel⸗ lung gewählt wird, ist man sehr sorgfältig. Man wech⸗ selt von Zeit zu Zeit damit, und läßt ihn aus einen andern Kanton, oder auch wohl aus einer fernen Ge— gend kommen; so wird z. B. der Lein⸗ und Hanfsaame jährlich in großen Quantitäten aus Riga verschrieben. Die Erfahrung hat die hiesigen Landwirthe von dem auffallenden Nutzen des Saamenwechselns überzeugt; jetzt aber, wo die Niederlande französisch geworden sind, ist zu wünschen, daß der Verkehr dieser Provinzen sich von dem Auslande ab, und nach dem In- oder Haupt⸗ vaterlande hinwende, denn es dürfte für ihre Cultur vortheilhafter seyn, den Saamen von Süden, als aus Norden zu beziehen*). Ueßer den vormals holländischen Antheil Flan⸗ derns haben wir ganz andere Bemerkungen aufzustellen, als über den österreichischen Antheil. Wir haben schon gesehen, welcher Unterschied in der Bevölkerung zwi⸗ K 5 schen Diese Art, das gehäuene Getreide niederzustrecken, ist mir noch nirgends vorgekommen. Wohl geschieht das so mit dem Hafer, wenn eine mit einem Gerüste versehene Grassense dazu gebraucht wird; bey dem Gebrauche der Hausense aber sah ich noch allenthalben das Getreide in Gelegen oder Haufen niederlegen. **) Davon wird wohl der Rigaische Leinsaame eine wohl— bedachte Ausnahme machen! — 154— schen diesen beiden Theilen Statt findet, und dieser Unterschied erstreckt sich auch auf das Uebrige. In dem holländischen Flandern sind alle Pacht— höfe groß. Die natürliche Fruchtbarkeit der Erde hat die Industrie seiner Bewohner weniger geweckt. Man bekümmert sich nur wenig um Dünger; der Ackerbau wird nächlässiger betrieben, und zeigt sich hier nicht mehr als eine Kunst, welche Zeit und Feldbestellung durch feste Gesetze verbindet; wo Pflug und Grabscheit mit einander wetteifern; wo jedes Feld gleich einem Garten in länge Beete vertheilt, von eben so vielen Ris golen durchschnitten, und durch diese trocken gelegt wird. Hier bewundert man nicht mehr die Geduld des Landmanns bey dem Verpflanzen des Rapses und anderer Gewächse; hier sieht man nicht ganze Familien auf dem Felde liegen, um das Unkräut auszuziehen, oder die lechzenden Pflanzen zu begießen. Das hol— ländische Fländern ist eigentlich, was wir in Frankreich pays de grande culture nennen; nur mit dem Unter⸗ schiede, daß man hier keine Dreyfelderwirthschaft treibt, welche aller drey Jahre mit einer Brache verbunden ist. Der Boden trägt hier alljährlich, und deckt sich, be⸗ fruchtet vor Zeiten von dem Meere, noch immer mit jenen herrlichen Aerndten, welche, wenn die Unterhal— tung der Dämme nicht so ungeheure Summen erfo— derte, einen erstaunlichen reinen Ertrag abwerfen wür— den. Es herrscht in diesem holländischen Antheile ziem⸗ lich allgemein der Gebrauch, die Erde aller sieben Jahre einmal ruhen zu lassen. Ist dieser Gebrauch wirklich noth⸗ fothdde digkeit licht! fish⸗ ä ftidit unho dem kicht dist ö beh d 0 dist Dach erde hat Man lkerbau er nicht estelanz rabcheit einem en Ri Ralegt Gedtld sed und amien jichen, E hol⸗ kkreich Unter⸗ hlelbt, den ist. 9„ bs⸗ ner nt ferhi⸗ meto wil. f 27 nothwendig? Und wer hat sich von seiner Nothwen⸗ digkeit überzeugt? Wärum hat man diese Brachfrist nicht lieber auf sechs, warum nicht auf fünf Jahre festgesetzt? Hierüber hat mir noch niemand einen be— friedigenden Aufschluß geben können). Die Dämme, durch welche dieses Land rings umher ges schügt ist, wurden 05 und nach errichtet, in dem Verhältnisse, wie das Meer gegen die schon er⸗ richteten so viel Grund und Schlamm ansetzte, daß diese neue Erdschicht sich über den Stand des Meeres bey der Ebbe erhob, ob sie gleich bey der Fluth noch immer *) Die Antwort auf diese Fragen fällt dennoch nicht schwer, und leitet sich aus der Cultur der holländisch⸗flamändi⸗ schen Landwirthe selbst her. Wenn der Verfasser sagt, daß diese Landwirthe den Ackerbau nachlässig treiben, nicht gehörig pflügen, nicht in Beete ackern, nicht jäten, nicht hacken, wie solches alles im österreichischen Antheile geschieht: so ist die reine Brache bey ihrem Fruchtwechsel unumgänglich nöthig; zwar nicht deshalb, damit sich die Erde in dieser Ruhezeit aus der Atmosphäre einen neuen Vorrath fruchtbarer Stoffe sammle, dessen ein solcher Boden leicht entbehren kann; sondern um dem Landwirthe Muße zu lassen, das auf einem solchen Boden und bey einer solchen Behandlung überhandnehmende Unkraut zu zerstören. Daß dieses aber nicht öfter geschieht, als nur um das siebente Jahr, rührt wohl daher, weil man je— des nothwendige Uebel, wie auch die Brache ist, gern so lange, als nur immer möglich ist, verschiebt. Ohne Zweifel würde man sie gern bis zum zwölften, ja zwan⸗ zigsten Jahre hinaussetzen, wenn das zu arg wuchernde Unkraut es zuließe. 156 immer unter Wasser stand. Alsdann suchte man den neugewonnenen Boden durch die Anlegung frischer Dämme gegen das Aufsteigen des Meeres zu schützen. Um sich aber des Wassers zu entledigen, das sich von Zeit zu Zeit wieder auf dem Lande einfand, wurden Schleusen in den Dämmen angebracht, wodurch das eingedrungene Gewässer bey der Ebbe seinen Abzug er— hielt. Die Erde wurde nun bald trocken und der Bo⸗ den zur Cultur fähig. ů Dieser dem Meere durch menschliche Industrie und Geduld abgewonnene Boden bleibt mehrere Jahre hinter einander von so außerordentlicher Fruchtbarkeit, daß schon die drey oder vier ersten Aerndten zureichen, den Unternehmer für die Errichtung der Dämme zu entschädigen. Auch kann nur bloß die Aussicht eines außerordentlichen Ertrages jemanden vermögen, so be— trächtliche Summen auf solche äußerst kostspielige Ein— dämmungen und die damit verbundene Errichtung land— wirthschaftlicher Gebäude, Ankauf von Vieh, Geräth⸗ schaften und Sämereyen zu verwenden. Zweyter Abschnitt. Beschreibung der Pflanzen und ihrer Cultur, wie sie in dem Departement der Schelde Statt haben. Man bauer hier Waizen, Rocken, Gerste, Ha⸗ fer, Buchwaizen, Pferdebohnen, graue und grüne Erb⸗ Gbude Gbseh und 9 Agew Men Kl welden Moh Kran balie. im vul T ein süet uns flr i Rackt Wenf schen doch sin 2 M ung sithe schlkn sch in wurden dutch das Wyng er⸗ dder Bo⸗ Yustei Jyhte dbarket, hreichen, mme u icht eine „sobs 0 Ein, g land⸗ Huith⸗ ihttt emeft I — 157 Erbsen, weiße Bohnen, Kartosseln, Rade weiße und gelbe Möhren und Pastinaken. Alle diese Wur⸗ zelgewächse werden für Menschen und Vieh in großer Menge gezogen. Von Futterkräutern hat man nur Klee und Sodr⸗ gel. Man fängt erst an, mit der Luzerne bekannt zu werden. Die Oelgewächse, als Flachs, Hanf, Raps, Mohn, machen den Reichthum des Landes aus. Krapp und Wau werden in ziemlicher Menge ge⸗ bauet. In der Gegend von Alost findet man viel Höpfen, um Grammont und allenthalben i im Departement auch viel Tabak. An einigen Orten bauet man Seuf und ein Oelgewächs, Namens Door), welches dann ge— säet wird, wenn der Raps fehl schlägt. Wir werden uns sogleich mit der Beschreibung des Anbaues dieser Gewächse beschäftigen. Ungeachtet der Wichtigkeit des Kartoffelbaues für diese Gegend gebührt doch dem Waizenbau in jeder Rücksicht der Vorrang; denn obgleich jene auf derselben Oberfläche dreymal so viel Nahrungsstoff für den Men⸗ schen hervorbringen, als der Waizen, so würde es doch gefährlich seyn, die Cultur dieses letztern zu Gun— sten der Kartoffeln vernachlässigen zu wollen*), da der ) Ich habe die Bedeutung dieses flamändischen Provin⸗ zialnamens nicht erfragen können. Sollte es etwä Lein⸗ dotter seyn? ** Dieses wird bey gehörigem Düngervorrathe nie der Fall seyn. Die Kartoffel ist keine Halmfrucht, verdrängt also guch 158 der Waizen sich in seinem Ertrage mehr gleich bleibt, anstatt daß die Kartoffeln in sehr Rocknen Sommern fast nichts abringen. 8. I. W en. Der Waizen folgt gewöhnlich nach Klee oder Flachs; doch auch öfters nach Rocken), nach Rüben und Kartoffeln. Auf jeden Fall wird etwas gemischter Dünger däzu verwendet, und nur eine Pflugart gege⸗ ben. Zuweilen läßt man ihn auf Buchwaizen folgen; dann aber wird eine vollständigere Düngung gegeben, und das Feld zweymal gepflügt. Man hat bemerkt, daß unter allen Vorbereitungsfrüchten der Buchwaizen die schlechteste für jene Getreideart sey. Diese Bemer— kung ist interessant*), weil sie vermuthlich auch an⸗ ö ders⸗ auch keine, und ihr öͤfteres Wiederkommen befördert den Kleebau, der seiner Seits die beste anerkannte Vorberei⸗ tung zum Waizen selbst ist. *) Waizen nach Rocken ist mir selbst in keiner belgischen Fruchtfolge vorgekommen. *X*) Das ist sie auch, so wie jede Beobachtung über die Verträglichkeit und Unverträglichteit der einen Pflanze mit der andern, oder mit sich selbst in Hinsicht auf das Wiederkommen auf demselben Felde; und in dieser Kennt⸗ niß, so wie in der Kenntniß der natürlichen Beschaffenheit und des Melidrationszustandes des Bodens liegt eigent⸗ lich das ganze Geheimniß der Fruchtfolge. Wieviel Ge⸗ treide, Wurzel und Futtergewächse man übrigens zu bauen elowo det we und n Ma N eh sch ke derge gekrch um d schl Fege kannt 0 liil, Suppan Klee odet ch Ruben gemischte urt gege⸗ folhen; gegeben, bemerkt schu Ochet D Rel⸗ auch an. ders/ übet de u Pfane t auf M ser Kush chaferhet 00 il Hllen —. 159 derswo zutrifft, und daher leicht erprobt und angewen⸗ det werden kann. Man säet den Waizen zu Anfange Novembers(7), und man verwendet 14 Hektolitres auf den Hektar 5). —.— jätet zweymal: das letztemal nach der Blüthe(7). In einigen Distrikten des Departements bedient man sich keines Flegels zum Ausdreschen des Getreides, son— dern eines eingekerbten hölzernen Hammers mit langem gekrümmten Stiele. Dasselbe Werkzeug dient auch, um die Flachsknoten zur Enthülsung des Saamens zu zerschlagen. Im Allgemeinen wird jedoch mit dem Flegel gedroschen. Die Dreschwalze ist hier nicht be⸗ kännt. Auf bauen habe, in welchem Verhältnisse man sie nach einan⸗ der folgen lässen soll. ob und was für Handels gewächse in die Rotation eingeschoben werden können; aus welcher Reihe von Jahren der ganze Umlauf bestehen soll, u. dgl., darüber lassen sich keine festen Prinzipien aufstellen, und kann dieses nur durch die Zusammensetzung der Wirthschaft und anderer Localitäten Ale mi werden. Bey vielen Weiden z. B. bed 90 man weniger Futterkräuter, und bey gutem Heu wenig r Wurzelgewächse Die Einführung einer strengen Wehln rthschaft würde also da etwas Muthwillen oder Neuerungsliebe verrathen, so wie die Beybehaltung der Dreyselder-oder Körnerwirthschaft,(es sey denn, daß sie nach belgischer Art betrieben würde), Mangel eines völlig zureichenden Grasw uchses me hr Vorurtheil oder Halsstärrigkeit, als weisen Sinn und Ueberlegung verrathen würde. ö *) Zu Melle bey Gent nimmt man etwas mehr als zwey Hektolitres Saämen. 160⁰— Auf sehr gutem Boden, der aber hier selten ist, giebt der Hektar 28 Hektolitres Waizen; auf Mittel⸗ boden aber kaum die Hälfte), so daß man in einem vollkommen guten Jahre den Ertrag im Durchschnitte nur zu 22— 24 Hektolitres, oder ungefähr 34— 36 Zentner anschlagen darf. Dieser Ertrag erhebt sich merklich über den Mittelertrag eines Hektars im De— partement von Norden. Dieudonné, der Verfas⸗ ser der Statistik dieses Departements, schlägt den Er⸗ trag von einem Hektar Waizen im Durchschnitte nur zu 19 Hektolitres, 1913 Pfund, und den der besten kande zu 23 Hektolitres an. Er sagt auch, daß man gewöhnlich 165 tres Waizen auf den Hektar aussäe. Dieselbe Quantitat von Aussaat gäbe also in beiden Departements einen verschiedenen Ertrag. Im De— partement von Norden verhält er sich zur Aussaat wie 1 zu 10, im Departement der Schelde wie 1 zu 13. Ein Hektar, der 24 Hektolitres Waizen trägt, kann ungefähr zwölf Personen nähren. Da der Hekto— litre Waizen 50 Pfund wiegt, so giebt er 200 Pfund Brodt. Man rechnet, daß auf jede Person täglich an⸗ 4) Es ist schwer zu glauben, daß in einem Lande, wie Flan⸗ dern, der Mittelboden nur die Hälfte des Ertrages ab— werfen sollte, den der beste Boden daselbst giebt. Es wäre dies ein Beweis, daß entweder die sorgfältigste Cul— tur wenig über den Boden vermöge, oder daß die flandri⸗ sche Cultur das Lob nicht verdiene, das man ihr überall beylegt. Der so eben folgende Durchschnittspreis, den der Verfasser angiebt, zeigt auffallend, daß er sich hier geirrt habe. viel a Inge nöhte Heli Sch. wohn gen halten Neis en b den, fac Dri sinisß if Mi in lihen ihschnitt 1—30 hobt sch im De— Wjs⸗ t den Er⸗ e ult zu bosten aß man Mussae. u beden In Do saat mi wie d ragei iebt. E uste di fanda 5 anderthalb Pfund Brodt erforderlich sind; es gehen al⸗ so jährlich zwey und die Fraktion, oder 410 Pfund Waizen auf die Person. Diese Berechnungen sind nicht dleichgaleig, wenn die Rede davon ist, wie— viel an Watzenacker erfodert werde, um die Bevölke— rung einer Stadt, eines Landes, oder eine Armee zu nähren, u. dgl. Man sieht z. B. daraus, daß 50,000 Hektar eben so gut cultivirten Landes, als das der Schelde dazu erfordert werden, um die 600,000 Ein-⸗ wohner von Paris ein Jahr lang mit Brodt zu versor⸗ gen. Man sieht auch, daß die Bewohner dieses De— partements, deren Zahl sich auf mehr als 600,000 Personen beläuft, und die nur 30,000 Hektar Wai— zen bauen, davon nicht hinreichendes Brodt ziehen wür⸗ den, wenn sie nicht noch zu andern Dingen ihre Zu flucht nähmen). 9. II. *) Der Verfasser hat sich hier verrechnet. 24 Hektolitres Waizen, zu 150 Pfund, wiegen 3600 Pfund, und diese geben 4800 Pfund Brodt, oder 3200 Razionen, jede zu anderthalb Pfund. Der Ertrag eines Hektars(24 Hek⸗ tolitres) reicht also kaum für 9 Personen auf 365 Tage zu.. Die 50, ooo Hektars, wovon der Verfasser spricht, geben also nur 120,00 Hektolitres Waizen, folglich nur 240,0,οοσο Pfund Brodt. Es gehören aber zur täg⸗ lichen Proviantirung von 600,000 Menschen 900,000, und zur jährlichen 328, 500, 000 Pfund Brodt, zu deren Erzeugung also 65,437 Hektär erfodert werden. Dritter Band. §. II. N o ct e n. Der Rocken ist hauptsächlich in dem Norden das Hauptsurrogat für den Waizen. Das dand, das bey halbem Dunger zum Rocken bestimmt wird, trug Jahrs vorher Waizen, oder Klee, Flachs, Frührü— ben, Möhren, Pastinaken, Erbsen, Wicken, Spor⸗ gel, Buchwaizen. Nach den letztbenannten Frucht— arten bekömmt der Rocken eine vollständige Düngung, so wie sie auch beym Waizen in diesem Falle Statt hat. Dasselbe gilt, wenn man Rocken nach Rocken folgen läßt, wie zuweilen geschieht. In der Regel wird zum Rocken zweymal ge— pflügt; es wäre denn, daß das Land vorher Kartof⸗ feln oder Rüben getragen hätte; wo das Aerndten die— ser Wurzelgewächse der Erxde gewissermaßen statt einer Pflugart dient. Man säet den Rocken von Anfang Oktobers bis zu Anfang Februars. Die späte Einsaat hat zuweilen auf den Rübenfeldern Statt, von denen man die Früch— te nur nach und nach, so wie man ihrer bedarf, weg— nimmt, worüber oft der Frost eintritt. Diese spätern Saaten erfodern ein Drittheil Dünger mehr, und werden im Frühjahre auch noch mit Aahauche be— gossen. Der Schaafdünger, der zwar hier zu Lande ziem— lich rar ist, wird häuptsächlich auf den Rocken verwen— det; hat man aber keinen, so nimmt man gemischten Dün⸗ Dit Ma auf den ODi der orden do das be Alug Frührd, , Sybrs n Fruct dunpunz vatt Hal. n folgen amal g Harhß ndten dis hutt einn bers bis zuweilen e Fͤͤch uf/ we spüm -1/ W auche ds de si rn amiscn Oun⸗ 163 Dünger dazu. Man jätet den Rocken nur einmal. Man braucht nicht mehr als 1,1½7 Hektoliter Saamen auf den Hektar, welches viel weniger ist, als man in dem Depärtement von Norden nimmt, wo nach Dieudonné 1,63 Hektoliter gesäet werden. An der Schelde geben die gewöhnlichen Ländereyen im Durchschnitt 20— 23 Hektolitres per Hektar, wenn der Rocken früh ausgesäet worden ist; bey später Aus⸗ saat aber ein Achtel weniger. So wie der Rocken geschnitten wird, wird er auch in Gelege gebracht, und diese werden, wo mög⸗ lich, außerhalb des Rockenackers aufgestellt, indem letzterer entweder schon mit Möhren besetzt ist, die zwi— schen dem Rocken ausgesäet wurden, oder weil er so⸗ gleich wieder umgepflügt und mit Rüben bestellt werden soll, deren sich die Belgen so häufig zum Futter für das Vieh bedienen. Der Rocken dient hauptsächlich zur Fabrizirung es Branntweins, wovon ich in der Folge zu sprechen Ger haben werde. 9. III. G enr st e. Wenn nach dem Klee weder Waizen, noch Ro⸗ cken folgen soll, so sätt man Wintergerste, die hier zu lande Sucrion genännt wird. Man pflügt dazu nur einmal, und bringt 26 zweyspännige Fuder gemengten Dünger, oder 8 Fuder Jauche oder Erkremente aüf den Hektar. Auf gutem Llände säet man vom 1. Okto⸗ 27 ber 16⁴— ber bis zum 1. November; auf schlechtem verschiebt man die Aussaat bis zu Ende des Januars. Man bedient sich mit Vortheil der Sommerger— ste, um das Wintergetreide zu ersetzen, wenn dieses durch starke Ueberschwemmungen zu Grunde gerichtet worden ist. Mit der Untersuchung der verschiedenen Arten von Sommerwaizen, die auch sehr gut zutragen, und mehr werth seyn würden, als die Gerste(2), hat man sich, wie es mir scheint, bisher wenig beschäftigt. Obgleich die Gerste in der Regel zweymal gejätet wird, so ist es doch selten, daß sie nicht bey der Aern⸗ dte voll Unkraut seyn sollte; doch gilt dieses nur von sandigem Boden. In schwerem Boden, besonders in den Holderlanden, wäͤchst die Gerste so schön und kraft⸗ voll, daß sie den Boden durchaus besetzt, und keine Schmarotzerpflanze zwischen sich aufkommen läßt. Auf Mittelboden ärndtet man im Durchschnitt 25— 30 Hektolitres Gerste auf einem Hektar, und in den Hol⸗ dern wohl gar 45. Die Gerste wird in diesem De— partement sehr stark angebauet, weil sie am häufigsten zum Bierbrauen verwendet wird. In dem Departement von Norden, welches ich so gern zum Vergleiche wähle, weil es an das Depar⸗ tement der Schelde gränzt, und wegen des Vertrau⸗ ens, welches die Statistik des Herrn Dieu donnẽ verdient, giebt ein Hektar Wintergerste im Durch— schnitte 35 Hektolitres, also mehr als 12 für 1; die Sommergerste hingegen giebt nur 3 1 Hektolitres. Der Geldertrag eines Feldes mit Wintergerste ist dem eines Wai⸗ ———— ————— Daisd mele; bekann yd do sch sch sark a Düngt ˙ ib ctan ei bemin Ruba 20 M auf du für d e in cuf de 2m shiebe ammeaxey enn diese gerichtet schidenen ulragen, 0, Hat shäftht. IVghäte er Aern⸗ nur von onders in und krafl und kine ht. II 30 den Hol⸗ em De⸗ ufgsten bches ih à Danu⸗ Dertrau⸗ udonte Duth N 18. Dr om its Mai⸗ α 165 Waizenfeldes gleich, oder übertrifft ihn gar; die pau⸗ melle, eine andere Art Gerste, die aber nur wenig bekannt ist, giebt einen noch reichern Ertrag. Sobald an der Schelde die Gerste geschnitten ist, wird das Feld mit Rüben besäet, auf welche man ziem⸗ lich sicher rechnen darf. Da aber die Gerste das Land stark aussaugt, so wird zu den Rüben noch eine halbe Düngung gegeben). Sind die Rüben abgeärndtet, so wird von neuem gedüngt, leicht gepflügt, und Ro⸗ cken eingesäet. §. V. H 0 f E L. Die Felder, die zum Hafer bestimmt sind, ha⸗ ben im Jahre vorher Rocken, und im Spätjahre noch Rüben getragen. Man pflügt sie zweymal, und bringt 26 Fuder gemengten Dünger, und 8 Fuder Jauche auf den Hektar. Der Schaafmist wird vorzugsweise für Hafer und Rocken bestimmt. Man säet den Ha⸗ fer im März und April, und braucht 14 Hektoliter auf den Hektar, welche zuweilen 40 Hektolitres, also 2 2mal die Einsaat wiedergeben. 2 Auf *) Das Aussaugen des Bodens durch die Wintergerste ist geringer, als das vieler andern Getreidearten. Erfodert sie gleich einen settern Boden, als diese, so läßt sie ihn auch in einem bessern Zustande zurück, so daß alle Getrei⸗ dearten ungedüngt darauf folgen können, es versteht sich auf gutem Boden. Stoppelrüben auf Gerste wollen auf Lehmboden nicht glücken. 166 Auf schwerem Boden wird der Hlee unter den Hafer gesaet; auf sandigem aber, wo man den Hanf— würger, ein Unkraut, das dem Klee sehr nachtheilig wird, fürchtet, säet man nichts unter den Hafer, und laßt Flachs, oder erst Rocken und dann Flachs darauf folgen. 9. V. Buch walizen. Der Buchwaizen, den die Flamänder Bucket nennen, kömmt in der Fruchtfolge nach dem Rocken und den damit verbundenen Stoppelrüben. Der Bo— den wird dazu dreyn, ja viermal gepflügt. Das letzte Pflügen geschieht tiefer, als es bey den vorhergehenden Paugarten geschehen ist, um dadurch Grund herauf zu bringen, der seit mehreren Jahren nichts getragen hat Man säet den Buchwaizen im May, und zwar ohne Dünger, nimmt nicht mehr als 4 Hektoliter Saa— men auf den Hektar, und ärndtet gewohnlich 30 Hek— tolitres Oft aber zerstören Fröste im Monat Juni alle Hoffnung der Aerndte. In dem Departement von Norden ist die Einsaat stärker, und der Ertrag gerin⸗ ger. 1,23 Hektoliter Einsaat giebt nicht mehr als 26— 27 Hektolitres Ertrag. Im November muß der Boden, der Buchwai— zen getragen hat, stark gedüngt werden, weil sonst das Korn*), zu welchem nicht gedüngt worden ist, den Bo⸗ 4E) Das Original hat blé, worunter man meistentheils nur den Waizen versteht; es erhellt aber aus dem Uebrigen, daß Boden wal* tim ab Cultut zwar! roheap tement in vie ben, April Flach tenthi elsten! fosgerd Mode 3095 auch ban Da er den Dden dum achthelz vfer, un 8 danaf 1 Buckt ũ Rocken Der Bo⸗ Das lette ergehendin ind herauf 5 gekrageh Imd zwar ller Saa⸗ 30 Hek⸗ Jun all gent von rag geri, mehr a ntheils nt Uehnhel, daß 167 Boden allzusehr erschöpfen würde. Man pflügt zwey— mal, und läßt auf gutem Boden Waizen, auf schlech⸗ tem aber Rocken nach dem Buchwaizen folgen. 5. VI. HK le e. Dieses Futterkraut ist der Triumph der belgischen Cultur; allein seit einiger Zeit wird er auch ihre Plage, zwar nicht durch sich selbst, sondern durch eine Schma— rotzerpflanze, die sich darunter eingeschlichen hat. Der Klee wird in großer Menge in dem Depar— tement der Schelde gebauet, und seine Cultur ist in in vielen Dörfern, die durchaus keinen Graswuchs ha— ben, unumgänglich nothwendig. Er wird im März, April und May unter Waizen, Gerste, Hafer und Flachs gesät. Auf dieser edlen Pflanze beruhet größ— tentheils der Unterhalt des Viehes. Der Wuchs des ersten Jahres wird noch vor Winters abgeweidet. Im folgenden Jahre wird er dreymal geschnitten, und den Pferden und Kühen grün verfüttert. Auf etwas schwerem Boden wird der Klee vor— zugsweise unter Flachs gesäet. Man säet ihn zwar auch unter Hafer; aber seitdem der Hanfwürger(Oro- banche major Linn.) die Plage des Klees in diesem Departement geworden ist, und man bemerkt hat, daß 2 4 diese daß das Wort blé hier im weitern Verstande genommen ist, nach welchem es jede Kornart oder jede mehlhaltige zum Brodtbacken geeignete Frucht andeutet. 168—— diese verheerende Pflanze stärker nach dem Hafer, als nach dem Flachse 2 so säet man den Klee lieber mit diesem. Diese Krankheit des Klees, wenn ich sie so nen⸗ nen darf, hat sich erst seit 30 Jahren in der Gegend von Gent gezeigt. Vorher war der Hanswürger, wie— wohl er eine einheimische Pflanze ist, wenig daselbst be⸗ kannt. Man fand sie nur zwischen den Ginster— (Pfriem⸗) Ansaamungen, wozu man den schlechtesten Boden wählt, um nachher Rocken mit etwas Dünger darauf zu bringen. Der Hanfwürger muß von da aus nach und nach immer weiter um sich gegriffen haben, so daß die Acker— leute kein Mittel mehr wissen, seiner los zu werden. Diese Pflänze zeigt sich wenig unter dem jungen Klee, auch selbst nicht unter dem ersten Schnitte des folgenden Jahres; allein wird das Wetter alsdann trocken, so ist der zweyte Schnitt großentheils verloren, und mit ihm auch die Saamenärndte. Das Jäten oder Aus⸗ ziehen ist bey dieser Pflanze nicht anwendbar, weil ihre Wurzeln sich mit den Kleewurzeln so fest in einander schlingen, daß die Pflanze beym Ziehen abbricht, wor— auf man dann in einigen Tagen zehn Pflanzen statt ei— ner sindet, welche die Wurzeln des Klees ersticken. Man hat indessen hier zu Lande eine Erfahrung gemacht, die den Weg angeben kann, diesem Ulebel zu steuern. Die kleinen Bauern, die ihr Feld mit dem Spaten umgraben und es mit Kartofseln bepflanzen, auf welche Rocken, und dann kein folgt, säen den Klee ö iu asen wuf damit, tement Phlpal Kornblu beh wel Henthal 0 las im hail, d Oaltern aue He kommme Pfund meht, Mah ͤ Henach gen Kl Msies 0 Fach oder aber und! vom z wen Hate und Schn sie so nem Gegend tger, pies dNasbst be, Gunste, Hlechtoste Dunger und nach die Ucke⸗ U werden. Ngen Kla, folgenden cken, so und mit er Aus⸗ vellihre anander cht, wot⸗ stalt cken. kfahtuth Uebelh mit dm pfanteh, A Hle — 169 in diesen Lein, und dann zeigt sich selten der Hanfwür⸗ ger auf einem solchen Kleestücke. Es verhält sich also damit, wie mit dem in andern Kantons dieses Depar⸗ tements üblichen Rigolen, wo die Erde alle 6 bis 7 Jahre achtzehn Zoll tief umgegraben wird, wodurch die Kornblume und andere Unkräuter in der Erde vergra⸗ ben werden: eine Vorrichtung, deren Nutzen jetzt al⸗ lenthalben anerkannt ist. Den besten Kleesaamen findet man um St. Miko⸗ las im Lande von Waes. Hier hat man die Gewohn— heit, den Saamen oft zu verändern und von andern Oertern einzutäuschen. Oft läßt man den Saamen aus Holland kommen, um die Abwechselung noch voll⸗ kommener zu machen. Man säet ungefähr 2 5 bis 26 Pfund Kleesaamen auf den Hektar, und ein Drittel mehr, wenn der Saame alt ist. Durchgehends streut man im Frühjahre 32 bis 34 Hektolitres Steinkoh— lenasche, oder 45 Hektolitres Torfasche über den jun⸗ gen Klee aus. Man überdüngt ihn auch mit kurzem Miste oder mit Jauche. Der Klee giebt im ersten Jahre, gleich nach dem Flachse oder dem Hafer, nur einen geringen Schnitt, oder ein wenig Weide fürs Vieh; im zweyten Jahre aber ist er in voller Stärke. Er wird grün an Kühe und Pferde verfüttert. Sein erster Einschnitt dauert vom Anfange Mays bis zum halben Juni, und der zweyte von da bis zum September. In diesem Mo-⸗ nate wird das Vieh zum Abweiden darauf getrieben, und es geschieht nur selten, daß man einen dritten Schnitt davon zieht. 15 Man 17⁰— Man rechnet, daß ein Hektar Klee für 4 Pfer⸗ de oder 6 Kühe zureicht v). In dem Departement von Norden giebt ein Hektar Klee, auf welchen man 14 bis 15 litres Saamen siet, in seinem zweyten Jah— re 19/269 Pfund Zutter). Gegen die Mitte des Septembers wird die Klee⸗ stoppel umgepflügt, nachdem man vorher etwas Mist darüber her gestreuet hat. Vierzehn Tage später wird das Feld mit Waizen, Rocken oder Gerste besäet. 6. vII. *)Auf wie lange? **) 19,260 Pfund Klee vertheilt unter 6 Kühe, kömmt auf jede 3210 Pfund. Schlagen wir das Futter einer Kuh bey Stallfütterung auch nur auf 80 Pfund täglich an (Herr Staatsrath Thäer rechnet 110 Pfund) so haben wir kaum auf 6 Wochen Futter. Es erhellt also offen⸗ bar, daß entweder der Hekiar weit mehr Klee bringe, oder daß man eine größere Fläche für 6 Kühe bestimmt, als der Verfasser angiebt; oder vielleicht beides zugleich.. Der Klee muß nicht sonderlich seyn, wenn er nicht noch einmal so viel grünes Futter beybringt, als hier angege— ben worden, und nur dann erst, wenn der Hektar 39 bis 40 tausend Pfund giebt, können 4 Kühe mit Spar⸗ samkeit vier Monate lang auf dem Stalle davon gefüttert werden. In der Gegend von Contig rechnet man eben— falls einen Hektar auf 4 Kühe, und nach dasiger Race zu urtheilen kann nicht leicht eine dieser Kühe mit weniger als 100 Pfund täglich erhalten werden. Da muß der Hektar nun schon 48,000 Pfund aufbringen, und zu die⸗ sem Ertrage berechnet auch Hr. Thaer verhältnißmäßig den Morgen. 0 wird wehn gust h oder m flugk meht a Der& terhin Gibt so ge und m den die zu dich der dan in da nom thei zerst 9 * ö f6 Men De vesche nm weyten JIj, 5 di Klez hwas Mf espäter nih bode. . H.. ümmt af ke einet Kuh aglich x P hahn also offen lee hrings bestimmt, Ugleich. waht voch MI angeg 1 nit wenigt à Muß xt und zu i H¹ Imif 0 171 §. VII. R A R. Nach dem Kleee behauptet der Rüben ⸗und Möhrenbau einen der ersten Plätze in der flandrischen Cultur. Wenn die Gerste oder der Rocken vom Felde ist, so wird es alsbald mit Rüben bestellt. Es ist gut, wenn die Aussaat der Rüben nicht über den halben Au⸗ gust hinaus gesetzt wird; denn später leiden sie mehr oder weniger von der Trockenheit des Herbstes. Man pflügt das dand, ebnet es mit der Egge, und säet etwas mehr als 6 Pfund 12 Loth Saamen auf den Hektar. Der Saame wird mit der Egge eingebracht, und spä⸗ terhin auch durch die Egge die Pflänzen verdünnt. Giebt man diesen nicht einen gehörigen Zwischenraum, so gewinnt man zwar starke Stängel, aber nur kleine und magere Wurzeln. Auf schwerem Boden*) wer— den die Pflanzen, sobald sie 3 bis 4 Zoll hoch sind, und zu dicht stehen, mit der Egge durchzogen. Ist dieses der länge des Feldes nach geschehen, so eggt man auch in die Queer, und zuweilen noch einmal in die känge. Diese mit einer gewissen Bedachtsamkeit vorge⸗ nommene Vorrichtung gewährt noch überdies den Vor— theil, daß sie die Erde auflockert und das Unkraut zerstört). Die ) Dieses Eggen findet in Brabant auch auf leichtem Sand⸗ boden Statt. **) Dieser Vortheil ist wohl der Hauptzweck des Eggens bey dem Rübenbau; denn sonst wäre es ein Leichtes für ei⸗ Die kleinern Bauern bedienen sich der Hacke statt der Egge, und bringen dadurch die Pflanzen noch gleich— formiger aus einander. Bekanntlich macht der Rübenbau die Hauptba⸗ sis der norfollschen Cultur aus. Die Rüben aber sind daselbst eine Brachfrucht, die, bey gehöriger Behand⸗ lung, den Boden verbessert. Die Engländer, welche den Rübenbau von den Belgen entlehnt haben, sind unerschöpflich in dem lobe, welches sie dieser Wurzel sowohl in Rücksicht auf Viehfutter, als einer vortreff⸗ lichen Vorbereitung zum Getreidebau geben). Es ist billig, daß unsere belgischen dandwirthe, die hierin die kehrmeister der Engländer waren, etwas von diesem zobe wissen. Der Ertrag der Rüben in England ist sehr verschieden, und Noung gesteht, daß sich der Mittelertrag davon nicht mit Genauigkeit bestimmen lasse. In dem Departement von Norden nimmt man 8 Pfund 24 loth Saamen auf den Hektar, und er— hält davon 15,9000 Pfund Rüben. An der Schelde schätt man, daß ein Hektar Rüben wenigstens für zwey Kühe vom halben Oktober an bis zum X. April zu⸗ einen geübten Säemann, den Saamen so zu streuen, daß die Rüben nicht zu dicht zu stehen kommen. 4) Diese letztere kann den Rüben nicht unmittelbar zuge⸗ schrieben werden, sondern ist eine Folge der sorgfältigen Cultur, die sie erheischen. Es ist nicht zu zweifeln, daß ein Feld, welches, ohne Rüben zu tragen, dieselbe Bear⸗ beitung und Düngung erhielte, noch besser zum Getreide— bau vorbereitet seyn würde. sliche: üUu zum Ul wellik/ Vul. Oer hn thede, ren So tern w Maße Rocen mergett schte eine ge solche len Yo metkont nicht so ni d sien, keine die da t huksst Nnch Nc 1 Hanths en aber sih e 015 and⸗ , weche 9 sü er Dunt vortref . E die hierin von diesan ugard if aß sich de bestimmen umt man Und er— Schelde telbat zu sorpfülhn Refthy, V selbe Vr Gumpe⸗ ——— 173 zureiche: in welcher Zeit die Rüben zwar nicht das ein⸗ zige, wohl aber das Hauptfutter ausmachen. Wenn zum Unglück ein starker Frost oder ein falsches Thau— wetter, das den Rüben nicht weniger shädich ist, diese Wurzel verdirbt, so ist der Schade nicht zu berechnen. Der kandwirth sieht sich alsdann genöthigt, zum Ge— treide, oder andern weniger gesunden oder mehr theu⸗ ren Surrogaten seine Zuflucht zu nehmen. Diese letz⸗ tern werden dann meistens dem Viehe in allzukargem Maaße zugemessen, und es verliert an Kräften. Auf die Rüben, die das Feld früh räumen, folgt Rocken oder Wintergerste; auf die spätern folgt Som⸗ mergetreide... Man säet auch wohl Rüben im Früh⸗ jahre*), doch geschieht es nur selten. Man giebt eine ganze Düngung, und pflügt zweymal dazu. Auf solche Brachrüben folgt dann Rocken, und auch zuwei— len Flachs. Ich schließe diesen Artikel mit der wichtigen Be— merkung, daß alle schweren und thonigen kändereyen nicht so gut zur Hervorbringung einer Nachfrucht geeig— net sind, als die leichten und sandigen. Auf den er⸗ sten, wo der Rocken später reift, werden daher auch keine Rüben gesäet; wohl aber nach der Wintergerste, die das Feld früher räumt. §. VIII. Möhren und Pastinaken. Ungeachtet der großen Kosten, die ein Möhren⸗ feld erfodert, ist doch die Meinung A. Noungs, daß ihre Soll wohl Vorsommer heißen! 174— ihre Cultur den Vorzug vor allem andern Wurzelwerk verdiene. Er stellte hierüber eine Reihe Versuche, Be⸗ rechnungen und Resultate auf, deren Werth schon lan— ge vorher bey den Belgen außer Zweifel stand; indem die Cultur dieser Wurzel im Großen schon seit undenk⸗ lichen Zeiten bey ihnen üblich ist. Man säet die Möhren zu zwey verschiedenen Epo⸗ chen im May und im Mäͤrz, daher die einen May⸗ und die andern Märzmöhren genannt werden, ob es gleich übrigens dieselbe Gattung ist. Zu den Maymöhren wird der Boden 8§ Zoll tief aufgepflügt. Solches geschieht im April. Man bringt die Quantität Mist darauf, die wir weiter unten an— geben werden, und bringt diesen durch eine zweyte Pflugart in die Erde. Die Egge folgt, und ebnet den Boden. Darauf werden fünf Fuß von einander starke Furchen zur Entledigung des Gewässers ausgepflügt. Zuletzt bringen gute andwirthe, wenn sie können, noch Jauche auf den Acker, um seine Krume wärmer, lo— ckerer und fruchtbarer zu machen. Man säet mit vieler Akkuratesse, um den Saamen gleichförmig und nicht zu dicht über das Feld zu vertheilen. 4 Pfund 24 roth sind mehr als zureichend für einen Hektar. Sobald die Einsaat geschehen ist, wird sie vermit⸗ telst des Spatens mit der Erde aus den Rigolen leicht überstreuet. Der Saame muß nothwendig zwey Fin— ger hoch mit Erde bedeckt werden. Man zerschlägt die Klöße mit dem Rechen, um die Erde so fein als mog— lich zu machen. Ge⸗ 6 Wohr shend 6en E H. in de E das Lan und Gt ner Er anfaule von we daß di se, Mans das V vor, u trag ist vberet den R starke mene diese V Ryve Wahnt Lasutz zr th shmn tand: Roy beit Aidgt ledenen Eu dden, ob Nun bing unten au⸗ ane zvent d ebnet de nder start uUsgepflg nen, noch rmer,- mit vieler und nich Ind 24000 — Hur 1 ormn W bermi asen Laoten d pen I HHN elschlag 175 Gegen die Mitte des Juni, wenn das Laub un⸗ gefähr 3 Zoll hoch ist, wird gejätet, und die zu dicht stehenden Pflanzen ausgezogen, damit jede den gehoöri⸗ gen Spielraum zu ihrem völligen Wachsthume gewin⸗ ne. Die Möhren bleiben bis zum halben September in der Erxde. Bey dem Ausgraben nimmt man ihnen das daub, und bewahrt sie gegen den Frost in Kellern und Gruben. Man schlägt sie schichtenweis mit trock— ner Erde in Haufen, damit sie sich nicht erhitzen und anfaulen. Diese Maymöhren unterscheiden sich von denen, von welchen wir sogleich reden werden, bloß dadurch, daß die Wurzeln einige Zoll über die Erde herauswach— sen, und daß sie weniger zart und schmackhaft für die Menschen, dagegen aber besser und vortheilhafter für das Vieh sind Y. Die Märzmöhren stehen nicht über der Erde her⸗ vor, und sind angenehmer von Geschmack. Ihr Er⸗ trag ist um so größer, als das land wohl gedüngt und zubereitet worden war. Man säet sie im März über den Rocken, worauf das Feld mit einem eisernen oder starken hölzernen Rechen überharkt wird, um den Saa⸗ men ein wenig in die Erde zu bringen. Man darf bey dieser Vorrichtung nichts für den Rocken fürchten. Nach⸗ Besser sicher nicht, und bloß darum vortheilhafter, weil ihr Ertrag größer ist, als der Märzmöhren. Dafür hal⸗ ten sie aber auch das Land ein ganzes Jahr besetzt, an—⸗ statt daß die Märzmöhren nur eine zweyte Frucht in sel⸗ bem Jahre ausmachen. *5 — 176—— Nachdem der Rocken geschnitten ist, wird das Unkraut, und im Erfoderungsfall auch einige Stop⸗ peln ausgezogen, um den Möhren Luft zu schassen. Man zieht sie später aus der Erde, als die May— möhren. Sie lassen sich auch mit dem Flachse säen, und zwar um so besser, da man sie zu gleicher Zeit mit ihm säen, und den Saamen unter einander mischen kann. Die Pastinaken werden hier, wiewohl sehr un⸗ richtig, auch Möhren genannt. Da sie dicker und länger werden, als diese, so wollen sie auch etwas wei⸗ ter aus einander stehen. Man kann sie ohne Gefahr den Winter über in der Erde lassen. Die Pastinaken gewähren eine gute Nahrung für die Menschen, und eine noch bessere fürs Vieh. Sie vermehren bey den Kühen die Milch und den Rahm, und geben der But⸗ ter einen angenehmen Geschmack). Diese Wurzel dient eben so wohl, als die Möhren, zum Mästen der Schweine. Zu diesem Endzwecke läßt man sie zu ei— nem dicken Brey einkochen. Die Engländer scheinen den Anbau der Pastina⸗ ken fruchtlos versucht zu haben. Ihr Gedeihen ist zu unsicher in jenem Klima. Auch sprechen die Schrift— steller dieser Mation entweder gar nicht, oder nur ziem⸗ lich 4) In Rücksicht der Verbesserung des Geschmacks bey Milch und Butter, wenn die Pastinaken im Frühjahre verfüt⸗ tert werden, ist man in Westphalen einer ganz entgegen⸗ gesetzten Meinung. — sch ver sie auf der O bessr ö as 0 Mhre Häßt f weil d Mol 2— ken bes d P Utat hicht findet der K§ 0 ‚i Y — Dyse Wilte itd ds Stop⸗ shifg. eMy „, und het mit mischn hr um 2 und Wei⸗ Gefahr sünaken u/ M bey dey + Bub Wurze ten der u eis Nstinz is Schift em 6 HH2H⸗ chelt 177 lich verächtlich davon. A. Poung behaupket, daß sie auf keine Weise den Möhren beykommen; allein an der Schelde und in Morbihan weiß man ihren Werth besser zu schätzen, ohne jedoch die Möhren darüber zu verschmähen. In England schätzt man den Werth eines Acre Möhren nicht selten auf 20 Pfund Sterling. Hier läßt sich ihr Werth nicht leicht zu Gelde bestimmen, weil die Möhren von dem Viehe verzehrt, und in der Regel nicht verkauft werden). In dem Departement von Norden schätzt man den rohen Ertrag eines Hektars Möhren auf 424 Fran⸗ ken, also ungefähr noch einmal so hoch, als den eines Hektars Waizen. Die Kosten dabey sind erheblich; doch muß man bedenken, daß es auch nur eine Brach⸗ frucht ist. Auf einen Hektar, der zu Möhren oder Pastina⸗ ken bestimmt ist, gehören 24— 30 zweyspännige Fu⸗ der Pferde oder Kuhdünger, und eine gewisse Quan⸗ titat Aaljauche. 150 Hektolitres von dieser letztern sind nicht zu viel. Der Möhren und Pastinakensaame findet sich in der Gegend von Gent und St. Nikolas; der Kiliogramme kostet zwischen 3 und 6 Franken. . R. ) Auch geschieht das in England nicht. Die Abschätzung dieses Wurzelwerks beruhet auf dem Nutzen, den es als Mastfutter gewährt. Dritter Theil. M ö 7⁸——— 6. IX.è Kartoffehn. Ich komme nun auf dieses merkwürdige Gewächs, welches hier die Hauptnahrung des kandvolks ausmacht, und wovon auch die Stäͤdte keine geringe Quantität verzehren. Wir haben schon gesehen, daß der Anbau der Kartoffeln allein es möͤglich macht, daß es der zahl— reichen Bevölkerung dieser Gegend nicht nur nicht an Nahrung gebricht, sondern daß noch ein großer Theil Getreide auf die Branntweinbrennereyen und Bier— brauereyen verwendet, und überdem noch zuweilen et— was ausgeführt werden kann. Dieses hat einige kurz⸗ sichtige Menschen auf die irrige Meinung gebracht, daß es vortheilhaft sey, den Kartoffelbau immer mehr und mehr zu vergroßern, und den Getreidebau verhältniß— mäßig einzuschränken. Ein solches System könnte aber bey einer Frucht, deren Ertrag immer unsicherer ist, als der des Rockens und des Waizens, sehr gefährlich werden. Zwey Monate anhaltender Dürre reichen zu, um eine Kartoffelärndte zu vernichten. Wie oft könnte also ein Volk Gefahr laufen, Hungers zu ster⸗ ben, wenn es seine ganze Subsistenz auf eine so wenig sichere Frucht gegründet hätte. Die Einführung des Kartosselbaues ist ohne Zweifel sehr vortheilhaft, weil er durchgehends einer Menge Menschen und Thiere ih⸗ ren Unterhalt gewähren kann; allein ihn auf Kosten des Getreidebaues vermehren, und diesen dadurch stark einschränken wollen, hieße ein Land einer augenschein⸗ lichen Gefahr aussetzen. Die 8 betriebe ded d Role fehh Ei wohl N mi. den ein P. Mist! Erde, Pfanz der D scht l bebö figt sibt, gebrach Mur a den N aber! spͤn Ens ichz acht, lilat bau Nhl⸗ tan Thei rier/ el⸗ p daß und tniß⸗ önnte k ist, lich chen ost stes weniz es Wil le ih roste salt Hl Die ——* Die Art, wie der Kartoffelbau an der Schelde betrieben wird, ist sehr ein'ch. Gewöhnlich wird ein Feld dazu genommen, das im vorhergehenden Jahre Rocken, und darauf Rüben getragen hat. Die Kar⸗ toffeln kommen ziemlich in jedem Boden fort; allein ihr Ertrag ist größer in einem mit dem Spaten wohl umgegrabenen Lande. Man pflanzt sie ebenfalls mit dem Spaten in kleine flache Gruben, in deren jede ein Paar Kartoffeln eingeworfen, und diese mit etwas Mist bedeckt werden. Ueber den Mist legt man die Erde, die aus der nächsten Grube gehoben wird. Die Pflanzzeit ist im April, May und Juni, je nachdem der Boden dazu geschickt ist. Die Kartoffeln leiden sehr leicht vom Froste, däher sie noch vor Ende Okto— bers ausgegraben werden. Wird zu den Kartoffeln der Pflug gebraucht, so pflügt man dreymal. Ist der Boden schon gut an sich selbst, so wird der Mist nach der zweyten Pflugart auf— gebracht, und durch die dritte mit der Erde verbunden. Nur auf magerm Boden bedient man sich der Methode, den Mist in die Gruben selbst zu werfen; dann muß er aber kurz und gut seyn. Ein Hektar erfodert 50 zwey— spännige Fuder Dünger und 30 Fuder Jauche. Zur Einsaat hat man ungefähr 5 Zentner*) nöthig. Ihr 7 — M 2 Er⸗ *) Dieses ist eine große Unrichtigkeit; denn nach einer sol⸗ chen Angabe würden sich die Kartoffeln 7omal vermeh— ren. Bey Antwerpen pflanzt man 50 Zentner auf den Hektar, und ärndtet ihrer 53o0. Zu Melle bey Gent pflanzt man 45 Säcke auf das Bunder, und ärndtet 480. Also an beiden Orten zwischen 1 und 11 für 1 180— 75 Ertrag ist 350 Zentner rother Speisekartoffeln, und 0 e fast noch einmal so viel weißer oder Viehkartoffeln. Die Heshe späͤten Sorten geben weniger. pneit Ein Land kann nicht zwey Jahre hinter einander 6 Kartosseln tragen, und selbst noch nicht wohl im drit— sein ten; aber gewöhnlich läßt man Rocken in halbem Dün⸗ ger, und zuweilen Flachs darauf folgen. Man giebt sich hier nicht damit ab, Mehl aus Kartoffeln zu machen, und Brodt daraus zu backen. Man hält dies für eine Spekulation reicher keute, in⸗ dem die Pflanze in ihrem natürlichen Zustande schon ei— den R ne eben so gesunde als einfache Kost giebt. she Es ist sonderbar, daß diese kostbare Wurzel erst den Y seit der französschen Revolution in dem Departement sutd von Norden in Aufnahme gekommen ist. Im Jahr zum 1789 gab es Bezirke, wo ihr Anbau beynahe noch un⸗ en bekannt war. Herr Dieudonné schlägt den Mittel⸗ ertrag der Kartoffeln in gedachtem Departement zu 167 01 0 Hektolitres, und den Einfall zu 85 auf den Hektar an, sitse und schätzt, daß der rohe Ertrag davon 4536 Franken, Run ungefähr das Doppelte eines Waizenackers, werth sey. 3n Es ist wirklich sonderbar, daß der Kartoffelbau andr noch so neu in dem französischen Flandern ist, da er doch schon mehr als hundert Jahre vorher in dem Oester⸗ ten 9 reichischen eingeführt war. Die Kartoffeln wurden zu— pelh, erst in dem sechzehnten Jahrhunderte durch einen Arzt von Arras, Namens Karl von Sluis, nach den Nie— derlanden gebracht; und erst im Jahr 1704 wurden—½ die 6 ft — die ersten zu Brügge in einem Garten gebauet. Der Besitzer des Gartens, Anton Verhulst, vertheilte sie unentgeltlich unter seine Nachbaren. Bald darauf fin⸗ gen die Gärtner und Gemüsebauern dieser Gegend an, sie im Großen zu bauen und zu Markte zu hringen. 6. X. Pferde bohnen. Diese Gattung Bohnen, deren Stängel bey dem Reifwerden der Pflanze schwarz werden, ist ein sehr gutes und kräftiges Futter für die Pferde. In den Poldern dieses Departements werden sie durchaus statt des Hafers gebraucht. Sie dienen nicht weniger zum Mästen des Hornviehes und der Schaafe, wel— chen letztern sogar die Stängel sehr willkommen sind. Man laßt die Bohnen gewöhnlich auf Waizen oder Gerste folgen. Man pflügt dazu zweymal, und säet sie im April ohne Dünger“). Man hat sich über⸗ zeugt, daß die schweren lande von Zeit zu Zeit mit Boh⸗ nen besäet seyn wollen; denn 1) gewähren sie dem Landwirthe Zeit und Raum, die Erde zu reinigen und zu hacken; 2) düngen sie den Boden durch die brei⸗ ten Blätter, die sie fallen lassen; 3) dienen die Stop⸗ peln, welche ziemlich hoch über der Erde abgeschnitten M 3 wer⸗ &) Man bemerke, daß hier vom Bohnenbaue die Rede ist, so wie er in den Poldern, die überhaupt keinen Dünger fodern, getrieben wird. werden, beym Unterpflügen statt des Düngers), und der Landwirth kann Gerste und Waizen ungedüngt dar⸗ auf folgen lassen*). In dem Departement von Norden werden die Bohnen in schweren Boden gesäet. Sie gewinnen allda nicht selten die Höhe von zwey Meter α); ihre gewöhnliche Höhe aber ist anderthalb Meter. Der Mittelertrag davon ist 2 1 Hektolitres vom Hektar. 6. XI. Wicken, Erbsen, weiße Bohnen. Die Wicke wird nicht häufig in dem Departe— ment der Schelde angebauet. Man verfüttert sie den Pferden grün, mit Hafer und Erbsen gemengt. Es ist ein Hülfsmittel, wenn der Klee zurückschlägt). ö In *) Die Stoppeln nützen dem schweren Boden bloß als Auf⸗ lockerungsmittel, wodurch seine allzugroße Geschlossenheit unterbrochen wird. Als Düngmittel ist es wohl bey jeder Getreideart sehr unwirthschaftlich, hohe Stoppeln auf dem Felde zurückzulassen, da sie mit mehr Vortheil in den Ställen zu Mist umgeschaffen werden können. *4) Das heißt in den Poldern; auch anderswo, wo zu den Bohnen tüchtig gedüngt worden. **π) Das geschieht auch anderswo, wenn die Bohnen dicht gesaet werden, wonach sich der zu richten hat, dem es mehr um das Stroh als das Korn dabey zu thun ist. K**L) Der Verfasser meint also hier, daß Wicken, Erbsen und Hafer unter einander gesäet werden: ein Gemenge, das man auch an andern Orten kennt. Rn der Wecker 175˙ ö Hcden mitlehz Riber Düne Cultu auf de u de Mib ange cheh Die! und Nar⸗ die inen ihre Der Auf⸗ nheit eder N auf in den 1 ——.— I 8 2 2 In dem Departement von Norden giebt ein Hektar Wicken 747 Myriagrammen(16,000 Pfund) gegen 175 Atres Einsaat. Die Erbsen, deren Stängel sich nicht erheben, werden stärker angebauet. Sie nehmen mit einem mittelmäßigen Boden vorlieb, und folgen auch nach Rüben). Ein oberflächliches Pflügen, eine halbe Düngung, und ein einmaliges Jäten sind zu ihrer Cultur hinreichend. Zwey Fünftel Hektoliter Einsaat auf den Hektar geben ungefähr 17 Hektolitres Ertrag. In dem Departement von Norden ärndtet man 19 Hektolitres. Nach den Erbsen wird halb gedüngt und Rocken eingesäet. Es gehören zum wenigsten vier Jahre dazu, ehe man Flachs auf ein solches Land bringen darf*). Die weißen Bohnen**) werden ziemlich stark in dem M 4 hol⸗ *) Vermuthlich soll's heißen: auf einem Felde, das im vor⸗ hergehenden Jahre Rocken, und darauf als zweyte Frucht Rüben getragen hat. **) Bemerkungen dieser Art sind sehr wichtig, und die Summe solcher Erfahrungen: in was für einer Periode, und welche Pflanzen auf sich selbst, oder auf solche andere mit Vortheil folgen, oder ohne Nachtheil nicht folgen können, machen die wahre Lehre der Fruchtfolge aus. Die Eigenschaft des Bodens und des Klimas zeigt, wel⸗ che Pflanzen man nicht aufnehmen darf, und die Art der Wirthschaft und ihrer Lokalitäten bestimmt das Quantum und die Auswahl, die man dabey zu beobachten hat. *ν) Vicia faba, weiße dicke Bohnen oder Saubohnen, und nicht Vitzbohnen oder phaleolus vulgaris. 184— holländischen Flandern angebauet; aber weder ihre Cul⸗ tur, noch die Anwendung dieser Frucht haben etwas Besonderes. Sie schesfseln gut, und dienen den Ein⸗ wohnern zur Speise. ö ö L. W aaich Diese Pflänze ist seit Jahrhunderten die Quelle des industriellen Reichthums von Flandern. Die Hand der nämlichen Familie, die ihn als Stoff ansäet, ver⸗ arbeitet ihn auch zum Faden, und den Fäden zu kein— wand oder Spitzen, welche im Innlande gebraucht, vom Auslande gesucht, und bis nach andern Weltthei— len verführt werden. Zu Cadir ist die Niederlage die⸗ ser belgischen Produkte. Der indolente Bewohner der peruvianischen Küsten, oder der Ebenen von Mexiko, nacht sich ohne Zweifel keine Vorstellung von der ar— beitsamen Thätigkeit, welche den Ufern der Schelde und Leye zur Ehre gereicht, und zu Befriedigung seiner Bedürfnisse Gegenstände des alltäglichen Gebrauches, und nöthigere und kostbarere Sachen, als die Produkte —. seiner Gold⸗ und Silberminen sind, zur Ausbeute giebt. Das zum Flachse bestimmte Land darf im vor⸗ hergehenden Winter nicht überschwemmt gewesen seyn, und schon wenn der Boden zu feucht ist, geräth der Flachs schlecht darin. Ein Feld von mittelmäßiger Güte, das Hafer, Rocken, Rüben oder Kartoffeln getragen hat, ist zu der Cultur des Flachses nicht un⸗ ge⸗ bers Un ven ne fach') mam j velwend. zugicher Monat liger g berha 0 bertten es mit! sast in allin sch den ten gel keichet 0 genthe deme 185 geschickt. Ein solches dand wird gegen Ende Dezem⸗ bers umgepflügt. Einen Monat später pflügt man es von neuem, und zwar in die Queere, wiewohl nur flach). Mit dieser Pflugart wird der Kuhmist, den man zu diesem Zwecke vorzieht, untergebracht. Man verwendet 25 Fuder auf den Hektar. Auf einem vor⸗ züglichern Boden wird die zweyte Pflugart um einen Monat später gegeben, und ein dritter Theil Mist we⸗ niger genommen. Man beobachtet dieses Verhältniß überhaupt bey allen Frühlingssaaten. Dieses ist die Art, das——— zum Flachse zuzu⸗ bereiten, im Fälle der Landwirth keine Gelegenheit hat, es mit dem Spaten umgraben zu Aasen aber er zieht fast immer dieses Letztere vor, weil es den Boden nicht allein zum Flachse, sondern auch zu den darauf folgen—⸗ den fünf oder sechs Aerndten weit besser zubereitet). Man säet im März und nimmt auf den Hektar etwas mehr als einen Hektoliter Saamen, wenn er von Riga ist, und das Doppelte von inländischem; es sey denn, daß dieser zwanzig Monate lang in den Kno— ten gele 01— wo man alsdann T Hektoliter für zu⸗ eichend hält. Es scheint also bey dem Flachse das Ge⸗ gen Wbei Statt zu finden 900 den andern Früchten, in⸗ dem er im ersten Jahre nicht so gut ist, als im zwey⸗ M 5 ten e oft mag dieses Pflügen im Dezember und Januar in zehn Jahren wohl Statt haben können? **) Im Waeslande wird nie unmittelbar zum Flachse, son⸗ dern zu der dem Flachse vorhergehenden Frucht rigolt oder sehr tief gegraben. 186 ten*); vielleicht bedürfen auch die öͤlichten Saamen einer Art von Abdörrung; auch werden sie in Ruß⸗ land und Schlesien sehr sorgfältig getrocknet. Wir haben unstreitig noch vieles, selbst in Flan⸗ dern, über den Flachsbau zu untersuchen und zu lernen. Frankreich könnte des ausländischen Leinsaamens ent⸗ behren und die Cultur des Flachses noch mehr vervoll— kommnen, wenn man sich mit mehr Ernst darauf legen wollte. Ich hoffe, einst im Stande zu seyn, ent— scheidende Versuche über diesen Gegenstand bekannt zu machen. Der Flachs wird ein⸗oder zweymal gejätet, und im August gezogen. Er wird, wie allenthalben, in Gruben gerödet und an der Luft wieder getrocknet. Ein Hektar giebt gewöhnlich 500 Pfund Flachs, und an Saamen das Doppelte der Aussaat zurück. In dem Departement von Norden macht man einen Unterschied zwischen grobem und feinem Flachse. Ein Hektar dieses letztern giebt 60 Myriagrammen Stängel und 6 Hektolitres Saamen. Ein Hektar gro⸗ ben Flachses giebt 36 Myriagrammen Stäängel, und 9 bis 10 Hektolitres Saamen. Der rohe Ertrag eines Hektars feinen Flachses thut in Gelde 12 bis 13 hun⸗ dert Franken. 9. XIII. *K*) Dieselbe Beobachtung hat man auch anderswo ge⸗ macht. Suld Eemond immet Ind Mon men N.o⸗ und siles 6. XIII. 40½% f. ö Seine Cultur ist in Zteln des Departements der Schelde vernachlässigt. Die einzige Gegend von Ter⸗ remonde macht eine Ausnahme. Uebrigens wird hier immer noch so viel Hanf erzeugt, als zu dem Seegel— und Tauwerk der Handelsschiffe auf der See nöthig ist. Man verschickt auch wohl Seile und Seegeltücher nach Ostende und Antwerpen. Ohne Zweifel wird auch die Cultur des Hanfes in dem Grade zunehmen, als beide Häfen desselben künftig mehr bedürfen werden. Auch in dem Departement von Norden wird we⸗ nig Hanf gebauet. Ein Hektar giebt allda 40 Myria-⸗ grammen kint, und 19 bis 20 Hektolitres Saamen. Der Hanf erreicht die Höhe von anderthalb Meter. H. AV. Kohlsaat oder Raps. Dieser Artikel ist hier zu vande von einem höhern Belange. Allenthalben, die gar zu sandigen Gegenden ausgenommen, sucht der Landwirth dieses Produkt in seine Fruchtfolge einzuschalten, ohne sich jedoch dabey allzusehr von ihrem Gange zu entfernen. Der reiche Ertrag macht diese Pflanze der besondern Aufmerksam⸗ keit eines jeden Landwirthes werth. Man legt sich vorzüglich in dem holländischen Flandern, sowohl in den alten als neuen Poldern —.— —.— ——— DDDSD 188—.— diese Cultur. Der Raps überhaupt verlangt einen gu⸗ ten Boden. Man düngt dazu, pflügt dreymal, und säͤet im August, damit die Pflanzen stark genug wer— den, um sie im September und Oktober 5 zu können. Das Verpflanzen des Rapses ist eine sehr nütz— liche Operation, weil er dadurch der Hälte besser wi— dersteht und mehr Saamen trägt; allein sie erfodert auch viele Handarbeit, und ist daher im holländischen Flandern, wo es an Bevolkerung fehlt, nicht wohl anwendbar D. Wenn der Raps im Winter erfriert, so sätt man ihn im Sommer von neuem wieder; aber dann bringt er so viel nicht ein*). Man ärndtet 22 bis 24 Hektolitres Rapssaamen von einem Hektar. Gerste. Da der Raps den Boden vom August des einen Jahres bis zum Sommer des andern einnimmt, so ist es nicht gut möglich, in dem Jahre, wo er gesäet wird, eine andere befriedigende Aerndte von dem Boden zu ziehen. Man ist daher gezwungen, die Erde bloß mit einem *) Auch in den Poldern unterhalb Antwerpen wird der Raps nicht verpflanzt. Man hat mir zwar gesagt, es sey eine besondere Gattung; allein ich bezweifle es. *1) Der Verfasser confundirt hier wahrscheinlich den Som— mer⸗ mit dem Winterraps. im Frühjahre gesäet, zur Ich zweifle sehr, ob dieser, Reife kommen würde. Auf den Raps folgt Waizen oder em“ Juuid l In ang 657. chb! alles i Del ö en die Fuß. Saom Vend 44 0 1 elwas Düͤnge tung“ — 189 einem Produkte zu besetzen, das schon zu Anfang des Juni das Feld räumt). Der Raps wird in dem Departement selbst zu Oel geschlagen, zu welchem Ende man sehr viele Müh⸗ len angelegt hat. Das Oel dient theils zum Brennen, theils zur Fabrikation der Seife; es kann aber nicht alles im Lände verbraucht werden, und wird daher zum Theil ausgeführt. Der Raps erreicht in dem Departement von Nor— den die Höhe von einem Meter, und zuweilen von vier Fuß. Der Hektar giebt nicht mehr als 30 Hektolitres Saamen. Die Kosten des Verpflanzens, Jätens, Aerndtens und Dreschens sind sehr erheblich. Aus 42 Hektoliter Saamen schlägt man einen Hektoliter Oel, und erhält 130 Kuchen zu 23 Pfund, auch wohl noch etwas schwerer. Diese sind eins der vorzüglichsten Düngemittel für jeden Boden und jede Fruchtgat— tung*). Der x *) Ich sehe mich gezwungen, den Leser über alles, was hier vom Rapsbaue gesagt wird, auf den zweyten Theil dieses Werkes zu verweisen. **) Der ganze Ertrag eines Hektars Raps giebt also 1244 Pfund einer kostbar düngenden Substanz, die vielleicht viermal so viel gewöhnlichem Dünger gleichkömmt. Schla— gen wir nun noch 7oo dicke Büschel Stängel, und eben so viele Körbe Kaff oder Saamenhülsen hinzu, so wird man einen Theil der Beschuldigung gegen den Rapsban zurücknehmen müssen. 190—— Der Mohn wird in der Gegend von Audenarde ziemlich stark angebauet. Das Oel, das davon kömmt, ist in dem Handel unter dem Namen huile d'oeillette bekannt. Es dient zum Verspeisen und zu Kunstsa— chen. Die Cultur des Mohns ist erst einige Jahre vor der Revolution in dem Departement von Norden eingeführt worden. Man ersetzt dadurch mit Vortheil das Zurückschlagen anderer Früchte, welches der Winter öfters verursacht. Die Stangel des Mohns erreichen die Höhe von 14 Meter. Ein Hektar giebt über 19 Hektolitres Saa— men, davon 5 einen Hektoliter Oel und 160 Kuchen geben. Wenn der Hektoliter Raps) 368 Franken kostet, so kostet der Hektoliter oeillette 336 Franken. 5. XV. Ker a p p. Der Krapp, der in ziemlicher Menge in dem hol⸗ ländischen Flandern gebauet wird, ist die Rubia tineto- rum sativa. Der Krapp vermehrt sich nur selten durch Saamen. Er wird allgemein durch die Wurzeln, die man bey seiner Reife auszieht, oder durch Ableger, fort⸗ ) Es ist zu vermuthen, daß es Rapssaamenöl heißen soll. Den großen Ertrag des Mohns in Vergleich mit dem des Rapses, so wie den geringen Werth seines Oels gegen den des Rüböls lasse ich dahin gestellt seyn. Nach eigener Erfahrung aber darf ich die Richtigkeit dieser Angaben bezweiseln. fitgepf 5 Hue enem! ste gla thelt da Ensche spihger Erde ⸗ Pfam 6 Hi sparen nen, derscb Vette les al ßerorde ber des aufgeo Man „die echt, ott shl. II. —— 191 fortgepflanzt, die man durch das Einlegen der Ranken des Krapps erhält, wodurch sie Wurzel schlagen). Das Pflanzen geschieht im May und Juni auf einem lande, das im Jahre vorher Waizen oder Ger— ste getragen hat. Man pflügt dreymal dazu, und ver⸗ theilt das Land in anderthalb Fuß breite Beete. Zum Einsetzen der jungen Pflanzen bedient man sich eines spitzigen Eisens, das 10 bis 12 Centimeter tief in die Erde eindringt. Auf die Breite des Beetes fallen vier Pflänzen, und zwischen den Pflänzenreihen selbst bleibt ein Zwischenraum von einem Fuße. Wenn man nichts sparen will, um einen guten Erfolg gewärtigen zu kön nen, so wird die dritte Pflugart weggelassen, und statt derselben gegraben. Man pflänzt nicht, wenn das Wetter sehr trocken ist. Der Krapp kann im Oktober des zweyten Jah— res ausgenommen werden. Bis dahin erfodert er au⸗ ßerordentliche Sorgfalt und öfteres Jäften. Im Okto⸗ ber des ersten Jahres wird die Erde mit kleinen Spaten aufgelockert, und acht bis neun Centimeter um die Pflanzen herum angehäuft. Im Dezember wird aus den *) Mir ist die erste Methode bloß aus den Schriften der Engländer bekannt, aber in der Praxis nie vorgekommen. Bey der zweyten weiß ich nicht, ob das nicht ein Irrthum sey; denn ich selbst zog, und sah auch immer die Früh⸗ jahrssprossen zum Verpflanzen im Frühjähre ziehen, die erst eine Hand lang über der Erde waren,—— lich noch nicht hatten eingelegt werden können. Es sind bewurzelte Stöpplinge, unmittelbare Wurzelaustriebe, und— Ab⸗ leger, deren man sich zum Verpflänzen bedien 192— den Rigolen so viel Erde ausgehoben, als erfoderlich ist, um die Wurzeln noch besser zu decken und gegen die Kälte zu schüsen. Im folgenden Frühjahre wird das Land gereinigt, und im September zur Aerndte geschritten. Die Wurzeln werden mit dem Spaten ausgegraben und auf folgende Art getrocknet. Der Landwirth bringt seinen Vorrath nach einer Krappmühle, deren es hier zu Lande viele giebt, wo jeder für einen bestimmten Preis seinen Krapp gänzlich verarbeiten, und zum Handel tauglich machen kann. Hier werden die verschiedenen Vorräthe in wohl geord⸗ neten Haufen, damit die Waare des einen nicht unter die des andern gerathe, in einem Magazine oder in ei⸗ ner Scheune aufgethürmt. Von da werden sie in die Trockenkammer ge— bracht. Dies ist eine Art von Backofen, der vier Abtheilungen mit ganz ebenen Böden hat. Ein ge⸗ mauerter Ofen, aus dem sich mehrere Röhren oder Kanäle in der Kammer ringsumher verbreiten, bringt die Hitze nach allen Seiten. Luftlöcher sind angebracht, um die Hitze im Nothfalle zu vermindern. Die Tro⸗ ckenkammer wird beständig im Gange gehalten. So—⸗ bald der Krapp hinreichend trocken ist, wird er heraus, und nach einem andern Platze gebracht, wo er geklopft und von der Erde gereinigt wird. Nun kömmt er auf einen großen überwölbten, und durch einen Ofen erhitz⸗ ten Heerd. Hier erhält er in Zeit von 24 Stunden den gehorigen Grad von Trockenheit. Darauf trägt man ihn zur Stampfmaschine, wo er zermalmt und in Staub Ctalb Werden schide auch Halaß 8 ausgeg I/ d Sie et dasd lant 8 lich/ u auf der gewöht 3850. sten zul I den Kra gut da Krapp kemel men der R stens r lundrun Dutter WMlich Rgen Wid erndte haten 193 Staub verwandelt wird. Darauf muß er noch gesiebt werden, wozu man gewöhnlich vier Siebe von ver—⸗ schiedenem Gräde der Feinheit hat, durch welche man auch vier Gattungen von Krapp erhält, die nach Ver⸗ hältniß ihrer verschiedenen Güte verkauft werden. Obgleich der Krapp gewöhnlich im zweyten Jahre ausgegraben wird, so giebt es doch auch einige Pflan— zer, die ihn gern noch ein Jahr länger stehen lassen. Sie erhalten dadurch stärkere Wurzeln, und benutzen das Land höher. Die Kosten eines Krappfeldes sind sehr betröcht⸗ lich, und kommen e 500 und 1000 Franten auf den Hektar. Im zweyten Jahre wirft ein Hektar gewöhnlich 2300 Pfund Krapp ab, und im dritten 3850. Zweyhundert Kilogrammen(428 Pfund) ko⸗ sten zwischen 120 und 140 Franken. Wenn Waizen, Gerste oder Rocken sogleich auf den Krapp folgen sollen, so muß das dand vorher sehr gut dazu gedüngt werden. Man sieht aus dem Vorhergehenden, daß der Krapp, welcher das Feld 2 bis 3 Jahre lang einnimmt, keine Stelle in einer gewöhnlichen Fruchtfole ge einneh⸗ men kann. Sein Anbau macht eine Ausnahme von der Regel. Der hier zu Lande gezogene Krapp wird auch mei— stens daselbst verbraucht, hauptsächlich von den Kat— tundruckereyen, deren Zahl mit jedem Tage zunimmt. Dritter Band. N Das —.—.— 194 Das Uebrige geht nach den nahe gelegenen Departe⸗ mentern. 6. XVI. A. Der Wau, Reseda luteola I.., eine den Fär⸗ bern nöthige Pflanze, ist in vielen Provinzen Frank⸗ reichs einheimisch. Durch die Sorgfalt aber, die man auf seinen Anbau verwendet, veredelt er sich, und erreicht eine höhere Güte, als der wilde Wau. Man säet ihn unter und mit dem Klee. Zu Belcele und Steckene pflegt man den Wau auch auf einen frisch mit Holze bepflanzten Boden zu säen. Der Wau koömmt zwar auf leichtem sandigen Boden fort; doch wird er auf schwerem und fetten weit schöner und schwerer. Er hält das Feld 14 Monate lang im Besitze; man zieht ihn erst beym zweyten Kleeschnitte aus, und er muß daher bey dem ersten geschont werden. Um jene Zeit erst ist sein Saame reif. Die Pflanze wird mit der Wurzel ausgezogen und der Saame davon ab— gedroschen. sie in Büschel von 38 bis 42 Pfund zusammenge— bunden. Da der Wau das dLand nicht für sich allein ein⸗ nimmt, so ist sein reiner Ertrag nicht leicht zu bestim— men. Uebrigens giebt er sicher einen guten Gewinn, weil er dem Klee, über den sein Stängel sich um ei⸗ nige Wenn die Pflanzen trocken sind, werden sige Ju Wau ko 9e 22 fuche D tbiig i Vonmals suht müe ten den d und del! re Sun die Aus gefalen, Mmerikat Bremen, her fust; V Hurz und ang Hande aus bl wodur gespielt Rckst * 9 Ube lle⸗ dir⸗ Fulk, „die uhd Man und fich Vou doch W estbe; und Um ewüd on cb⸗ werden ein ei Hasim- nn, m ei⸗ uige 195 nige Fuß erhebt, gar keinen Schaden thut. Der Wau kostet hier im Durchschnitte anderthalb Franken per 22 Pfund, und zuweilen das Doppelte und Drey— fache. §. XVII. p eRn. Der Hopfen macht einen beträchtlichen Cultur⸗ zweig in der Gegend von Alost und Termonde aus. Vormals wurde sein Anbau durch die Freyheit der Aus— fuhr mächtig befördert. Gedachte Gegenden versorg⸗ ten den ganzen Theil von Deutschland zwischen der Elbe und der Weser mit Hopfen, und brachten dafür schwe⸗ re Summen Geldes ins Lland zurück. Seitdem aber die Ausfuhr gesperrt ist, ist auch der Preis des Hopfens gefallen, und seine Cultur wird vernächlässigt. Die Amerikaner schicken jetzt den ihrigen nach Hamburg und Bremen, und diese Gegend von Deutschland zieht da— her fast gar keinen französischen Hopfen mehr an sich. In Kurzem dürfte dieser Handelszweig wohl ganz fur uns eingehen*). Frankreich hat in Rücksicht seines auswärtigen Handels zwey Rivalen; es mußte sich also wohl hüten, aus bloßer Furcht unüberlegte Maäßregeln zu ergreifen, wodurch jenen Nationen nur der Vortheil in die Hände gespielt wird. Diese Rivalen sind die Engländer in Rücksicht auf Manufakturen, und die Amerikaner in N 2 Rück⸗ *) Man sehe, was ich im zweyten Bande S. 198. hier— über gesagt habe. 196 Rücksi cht auf natürliche Produkte. Beide suchen alle mögliche Wege auf, um uns auf die Seite zu schaf⸗ fen; und gerade das trifst hier bey dem Hopfen ein. Man nimmt auf den Hektoliter des staäͤrksten Biers etwas über einen Kilogramme Hopfen. Wenn also der Zentner metrisch 100 Franken kostet, so kömmt auf einen Hektoliter des stärksten Biers, der zu 12— 14 Franken verkauft wird, nur für einen Fran⸗ ken Hopfen. Wenn in sehr trocknen Jahren der Ho⸗ pfen auf 300 Franken, und noch höher, steigt, so steigt das Bier auf keine merkliche Weise, es wäre denn, daß das Getreide auch zugleich aufgeschlagen wä⸗ re. Es ist überhaupt bewiesen, daß das Bier des Hopfens wegen nie im Preise steigt, so lange der Ho— pfen unter 150 22 0 bleibt. Wenn also die Regie— rung die Ausfuhr so lange erlaubt, als er diesen Preis noch nicht erreicht hat, so wird durch die Ausfuhr die Konsumtion nicht im geringsten beschwert; sie be⸗ fördert vielmehr den Nußen des Eigenthümers; ermun⸗ tert zu einer Cultur, die auf einem kleinen Flecke viele Früchte vorbringt„ und unterhält einen Handelszweig mit *) Also doch immer eine Einschränkung! Und warum soll ein Bürger das Produkt seines Schweißes unter dem Wer⸗ the hergeben, damit der andere das Bier um einen hal⸗ ben Stüber wohlfeiler trinken kann? Ich frage noch einmal: Wer entschädigt ihn dafür, wenn in andern Jahren eine so vielen Zufällen unterworfene Frucht, wie gerade der Hopfen ist, der von 20 zu 120 Gulden per Zentner steigt; eine Frucht, die so viele Vorlagen an Handarbeit und Material erfodert, gänzlich fehl schlägt? nit Lidett mer Relf Di Ee 91 Ede Hach hu. 2 weg/ M fleiner E Instgen auch geit YN ain Mun einen ft schick. sich ein, ᷓ tar im de x d Nüniger der Aos Tockn Es gie besten! —— thet beif Mau ralle shhf— l. lslen Benn so ran H0. so vate WI- des H. Najie Pres ofuhr be⸗ nun⸗ diele Wiig hit m sol Wel⸗ hl e no ahdern 227 mit einem Produkte, nach welchem das Ausland im⸗ mer greifen wird. Die Pflanze des Hopfens dauert bekanntlich meh⸗ rere Jahre. Ein Hopfengarten dauert funfzehn Jahre. Zu Ende des Herbstes werden die Stämme zwey Fuß hoch mit Erde bedeckt, um sie gegen den Frost zu schü⸗ tzen. Man nimmt diese Erde im Frühjahre wieder weg, und findet dann, daß die Pflanze eine Menge kleiner Sprößlinge getrieben hat, deren man sich zum Anlegen neuer Hopfengärten bedient, oder die man auch gleich dem Spargel zubereitet und verspeiset. Man rechnet, daß jede Pflanze in guten Jahren ein Pfund Hopfen trägt. Der Hopfen liebt überhaupt einen fetten Boden; Sandboden ist nicht recht dazu ge— schickt. In regnigten Jahren bringt der Hopfen reich⸗ lich ein, aber sehr ärmlich in trocknen. In dem Departement von Norden giebt der Hek⸗ tar im Durchschnitt einen Ertrag von 2700 Pfund, die zu 888 Franken angeschlagen werden; allein das Reinigen und Graben der Hopfengärten, das Düngen, der Abgang an Stangen, die Hopfenärndte, und das Trocknen verschlingen einen guten Theil jenes Ertrages. Es giebt zweyerley Arten von Hopfen). Von dem besten nimmt man auf einen Hektoliter Lagerbier, wo— N 3 zu *) Man kennt eigentlich drey Arten von Hopfen: den ro— then, der durchaus der beste ist, den grauen, und den weißen. Dieser letztere ist am ergiebigsten, steht aber dem grauen bey weitem an Stärke nach. 198—— zu 5 9 Litres Getreide verbraucht werden, einen Kilo⸗ gramm. Man drückt den Hopfen, den man aufbewahren oder nach der Ferne verfahren will, fest zusammen. Die Engländer rühmen jetzt den Hopfenextrakt als ein Mittel gegen das Podagra, welches untersucht zu wer— den verdient. §. XVIII. ESa a k. Diese Pflanze, Nicotiana tabacum, wurde im Jahr 1560 aus Amerika zu uns gebracht. Sie ist jährig, wird 5 bis 6 Fuß hoch, und theilt sich in eine Menge Aeste. In diesem Zustande haben die Blätter nur die Länge von 10 Zollen und eine Breite von 4. Sie sind ganz, und endigen sich in eine Spitze. Ihre Blumen sind von einer angenehmen Purpurfarbe, und können zur Sommerzierde der Gärten dienen. Der Saame wird reif im Oktober. Eine Gattung Tabak, Nieotiana rustica, wurde früher, als diese, aus Amerika überbracht. Sie ist bey uns einheimisch geworden, und bringt, wenn man den Saamen zur Reife kommen und ausfallen läßt, sich selbst in den Gärten wieder hervor, ohne im Winter zu erfrieren. Ihre Blätter sind oval, ganz, und sitzen abwechselnd an den Stängeln, die 3— 4 Fuß hoch werden. Die Blumen zeigen sich im August, und sind gelb. Der Saäme wird im September reif. Die Blät⸗ Altter Sug 8 und di si Sol Boden ober d Gramt auf il ohlh. bal von nem m diser Stidt und d shlih Hegend Wliz a Me 3u am zer, terbre Hing Mus broch gebrae HKlo⸗ Ahren men. Al web⸗ —— 199 — Blötter dieses Tabaks werden selbst bey der größten Sorgfalt, die man darauf verwendet, nicht länger als 3— 10 Zoll. Man bedient sich ihrer zum Rauchen, und die Spanier verfertigen daraus ihre Cigarres. Die⸗ ser Tabak kömmt bey uns nicht in den Handel. Ein ziemlich fester, mehr lehmiger als sandiger, Boden schickt sich am besten zum Tabaksbau. Ist aber der Boden zu schwer, wie in der Gegend von Grammont, so ist der Tabak nicht so gut, als der auf einem mehr gemischten und gelockerten Boden ge⸗ zogene. Daher wird auch im innern Handel der Ta⸗ bak von Werwieg am meisten geschätzt, wo er auf ei— nem milden wohl eultivirten Boden gebauet wird Von dieser Art sind alle guten Ländereyen der Dörfer und Städte längs der Leye von Menin aus bis Armentieres, und daher durchgängig zum Tabaksbaue geeignet. Die sogleich anzugebende Culturmethode ist die in gedachter Gegend übliche, und der bey Grammont gebräuchlichen völlig ähnlich. Es gilt gleich, welche Frucht dem Tabak vorher⸗ gehe, und ob es gleich scheint, daß ein frisches Land da⸗ zu am besten geeignet sey/ so versichern doch die Pflan⸗ zer, daß sie den Tabak ohne Nachtheil in einer unun⸗ terbrochenen Reihe von Jahren auf eben dasselbe Feld bringen können. Der Boden wird vor Winters entweder mit dem Pfluge, oder mit dem Spaten, oder der Haue umge— brochen. Zugleich wird dann auch der Dünger unter— gebracht, der aber durchaus verrottet seyn muß, ehe N 4 man 200 e man sich seiner bedient. Man braucht 70— 80 zweyspännige Fuder auf den Hektar. Ist aber der Bo⸗ den weniger fest, weniger thonig, und enthält er so viel Sand, daß er sich leicht zerreiben läßt, so braucht man auch weit weniger Dünger. Außer dem Miste, der auf das Land, es sey nun mehr sandig oder mehr lehmig, kömmt, gießt man noch im Winter zu zwey oder drey Malen zwischen 400 bis 1000 Bottiche Jauche darüber her, in welcher 3000 bis 89000 Oelkuchen von Rapssaamen, eindotter, Mohn, jedes Stück von 2 bis 22 Pfund, aufgeloset worden sind. Kann man sich den Unrath aus heim— lichen Gemächern verschaffen, so wird dieser vorzugs— weise angewendet. Ueberhaupt je mehr Dünger auf die schweren dande gebracht wird, desto besser geräth der Tabäk. Auf leichtem Boden muß man jedoch etwas behutsamer damit verfahren, und früh düngen, sonst wird bey langer Trockenheit im Sommer der Tabak vor der Zeit reif. Es ist außer Zweifel, daß der Tabaksbau nicht anders, als zum großen Nachtheile aller übrigen Feld⸗ früchte, kann betrieben werden; es wäre denn, daß der Landwirth sich anderswoher Dünger zu verschaffen wisse, häufig Oelkuchen kaufe, und aus einer nahe ge⸗ legenen Städt eine große Menge Koth und Exkremente nach und nach zusammenführe, und diese in ausgemau⸗ erten Zisternen nahe bey einem Flusse, oder längs des Weges, bis zum Gebräuche aufbewahren könne, und so nicht gezwungen wäre, allen Urin seiner Ställe auf den —.—— u Li gen O⁰ miste ö snn, Hsen k und 20 Dasd 1 tum E Fachs Hnm, U Mohu ohne Hndr schr auch o Bodene auf pit n V. Reggt gedun um d dse dann misch auf d die nã 0 V t N 201 den Tabaksbau allein zu verwenden, und seinen übri— gen Saaten den ihnen zukommenden Antheil am Stall⸗ miste zu entziehen. Doch muß man auch zum Besten des Tabaks sagen, daß man Raps ohne Dünger auf ihn folgen lassen kann, welcher seiner Seits schon 40 Fuder Mist und 200 Bottiche Aaljauche erfodert haben würde. Das Land befindet sich nach dem Tabak noch in so gu— tem Stande, daß man ohne Gefahr des Lagerns weder Flachs noch Getreide unmittelbar darauf folgen lassen kann, und daher gezwungen ist, Raps, Leindotter oder Mohn einzuschieben, wonach dann erst obige Früchte ohne Dünger folgen dürfen. ö Wenn die größte Kälte vorüber ist, so wird das Land mit allem Fleiße geeggt. Auf dieses Eggen kömmt sehr viel an; denn nicht bloß dem Dünger, sondern auch der Zerkrümelung und dem mürben Zustände des Bodens verdanken die Tabaksblätter ihre Größe. Hier⸗ auf wird die erste Aaljauche aufgefahren. Nach eini— gen Wochen wird von neuem in die Länge und Queere geeggt: sowohl um das Unkraut, das in einem so gut gedüngten Lande nicht lange ausbleibt, zu zerstören, als um die noch übrigen Klöße, die der Regen nicht auf⸗ gelöͤset hat, zu zerstoören. Durch dieses Eggen werden dann auch die Erkremente, oder die mit Oelkuchen ver⸗ mischte Jauche, die man nun zum zweyten Male dar— auf bringt, genau mit der Erde vermengt. Der zur Pflanzschule bestimmte Platz wird auf die nämliche Weise behandelt; doch mit dem Unter— N 5 schiede, 202—.— schiede, daß man nicht gern Stalldünger, aber desto mehr Erkremente und in Urin aufgelosete Helkuchen da. zu nimmt. Es würde ein großer Vortheil seyn, wenn man sich alle Jahre, oder wenigstens alle drey Jahre, Saa⸗ men aus Amerika kommen ließe, statt den letztjährigen selbst gewonnenen auszusäen. So leicht und so vor⸗ theilhaft dieses wäre, so muß man sich doch wundern, daß es die hiesigen Pflanzer nicht thun. Der Versuch damit ist zu Gent von einem Arzte gemacht worden; er särte in seinem Garten Saamen, den er von St. Do⸗ mingo erhälten hatte, und sparte, wie sich leicht den⸗ ken läßt, dabey den Dünger nicht. Er erhielt eine unvergleichliche Ausbeute, und von einer solchen Güte, daß der beste belgische Tabak ihm nicht gleich kam. Auf einen Hektar gehören 3— 4 Hände voll gu— ten Saamens. Man säet ihn ziemlich dick, so wie die Gärtner es mit der Portulake zu thun pflegen. Ich habe nicht gefunden, daß man sich in diesem Departe— ment die Mühe giebt, wie in Holland, den Saamen auf ein Mistbeet zu säen, und die jungen Pflanzen dann wieder auf ein anderes von verschiedener Tempe— ratur zu verpflanzen. Hier wählt man bloß einen Platz in dem Garten, oder doch nahe bey der Wohnung, der durch eine Hecke oder sonst etwas geschützt ist, zur Pflanzschule. Man säet, so bald der größte Frost vorüber ist, zwischen dem sten Februar und dem er⸗ sten März. Wenn 5 wan si den di Mr fa I den Bi hleberd de Wil Vauf an bis wwo dab delt is. blungt an J sen die beser a ey v chg saarke Nat Breit durch wird zu ver eich; Wann die Pflanzen aufgegangen sind, so sucht man sie rein zu halten, und gegen die später eintreten⸗ den Fröste zu sichern. So wie die Pflanzen 6— 8 Blätter haben, werden die stärksten mit vieler Sorg—⸗ falt ausgehoben, theils um so viel Erde als möglich an den Wurzeln zu behalten, theils um die noch stehen bleibenden schwächern nicht zu zerstoren. Zu dem En— de wird der Boden Tags vorher angefeuchtet. Das Verpflanzen geschieht gewöhnlich von dem sten Juni an bis zum usten Juli. Man wählt dazu die Zeit, wo das Wetter regnerisch, oder doch der Himmel be— deckt ist. Zum Verpflanzen bedient man sich der Hacke, mit welcher man ziemlich breite Lͤcher einhauet. Man setzt die Pflanzen bis an die ersten Blätt er hinein, und bringt den Grund mit dem Pflanzstocke ringsherum dar— an. Ist das Wetter nicht zum Regen geneigt, so müs⸗ sen die Pflanzen begossen werden, damit die Erde sich besser an die Wurzel anschließe. Man pflanzt immer zwey und zwey Reihen, setzt die Pflanzen in einem schrägen Vierecke, und läßt von einer zur andern einen starken Fuß breiten Raum. Zwischen zwey und zwey Pflänzenreihen läßt man einen Fußpfad von zwey Fuß Breite, um den Weibern, die die Pflanzungen oft zu durchgehen haben, den nöthigen Zutritt zu lassen. 81* DTou ö Zwey oder drey Wochen nach der Ver pflanzung wird gehackt, um das häufige Unkraut, das sich zeigt, zu vertilgen. Beym zweyten Behacken macht man zu— gleich zwischen den Pflanzen eine kleine Grube, in wel— che 204— che Jauche mit aufgelöseten Oelkuchen oder Erkrementen gegossen wird. Diese letzte Düngung ist die nothwen⸗ digste, und die jungen Pflanzen scheinen dadurch mehr, als durch alle vorhergehende, zu gewinnen. Nach dem Eingießen werden die Gruben wieder zugescharrt. Zu— letzt wird durch ein drittes Behacken die Erde um die Pflanzen angehäuft. Dieses geschieht aber nicht frü⸗ her, als bis dem Stamme die Spitze genommen ist. Wenn die Pflanze 6— 8 Zoll über der Erde ist, so fängt die Krone oder der Kopf an, sich zu zeigen. Es ist unumgänglich nothwendig, diese Krone mit dem Nagel auszuputzen, und der Pflanze nicht mehr als 8 oder 10 Blätter zu lassen. Dadurch wird das Auf—⸗ schießen der Pflanze verhindert, und der Saft, der sonst in die Stängel eindringen würde, geht nun in die Blät⸗ ter über. Putzt man die Krone zu spät ab, so schießt indeß der Stamm zu hoch auf. Dadurch kommen die Blätter zu weit von einander zu stehen, und leiden dann durch die Ausdünstung, welche die Sonne und die Luft bewirken, anstatt daß die Kräfte sich desto besser in den Blättern halten, je kürzer diese beysammen sitzen. Da um diese Zeit die Vegetation der Pflanze am stärksten ist, so zeigen sich bey den obern Blättern im⸗ mer wieder frische Nebenzweige, die noch ein zwey—⸗ bis dreymaliges Nachsehen und Auspflücken erfodern. Nun fangen die Blätter an, den Boden zu bedecken, und das Unkraut ist nicht mehr zu fürchten. Die ein⸗ zige Arbeit, welche die Pflanzung nun noch fodert, ist, daß man von Zeit zu Zeit die Blätter abnehme, wel— che e dute digt In mel, 9002— aigen se Vundte veldüͤn weghen Ppahe E It V sud, Schuß gen, den G. Scheun Heit auf Battor cher g mit de Welche muß, werde einant 4 Ful um de hsg che durch die Feuchtigkeit oder andere Zufälle beschä⸗ digt sind. Gegen die Mitte Septembers„wenn man be⸗ merkt, daß die Spitzen der Blätter, welche die Länge von 2— 3 Fuß haben, anfangen gelb zu werden, und einen sehr starken Geruch von sich geben, ist es Zeit zur Aerndte oder ͤse. Sobald die Feuchtigkeit der Nacht verdünstet ist, werden die Blätter dicht am Stamme weggenommen; andere schneiden auch wohl die ganze Pflanze über der Erde ab. Sind die Blätter ganz abgewelkt, so werden sie mit Bindfäden eingereihet, die 8— 10 Fuß lang sind, um sie in freyer Luft, unter Obdächern und Schuppen, oder an Bäumen und Hecken, aufzuhän—⸗ gen, bis sie halb trocken sind; dann hängt man sie in den Gebäuden selbst an dem Dachgebälke der Häuser, Scheunen und Ställe bis zur vollkommenen Trocken— heit auf. In diesem Zustande werden sie zu 25 oder 30 Blättern zusammengepackt, in Bunden auf den Spei⸗ cher gelegt, und aller 8 oder 10 Tage umgekehrt, da— mit der Tabak sich nicht erhize. Ohne diese Vorsicht, welche bis zum Eintritte der Kälte beobachtet werden muß, würden die Blätter unfehlbar faulen. Endlich werden alle die Bündel mitten auf dem Speicher auf einander gelegt, und daraus ein langer Haufen, 3 bis 4 Fuß breit geformt. Dadurch hat der Lustzug rund um den Haufen Statt. Wann zuletzt gar keine Erhi⸗ tzung mehr für den Tabak zu fürchten ist, so wird der Hau⸗ 206 Haufen mit einem großen Tuche überdeckt und stark be⸗ schwert. Dadurch nährt sich der Tabak, und gewinnt an Gewicht und Güte, und in diesem Zustande ist er nun verkaufbar. Der Preis ist nach der Güte des Ta⸗ baks und nach den Zeitumständen verschieden. 100 Kilogramme oder ein Zentner metrisch, verkauft sich zwischen 130 und 300 Franken. Ein Hektar giebt bis an 25 Zentner Tabak in Blättern, je nachdem das Jahr günstig war, und nach der Quantität des darauf verwendeten Düngers; denn beym Tabak kömmt auf den Dünger alles an. Ich muß noch mit einigen Worten der Erzielung des Saamens erwähnen. Auf dem Rande des llei⸗ nen Feldes, wo man die Pflanzen angesäet hat, läßt man einige der schönsten Pflanzen stehen und in völliger Freyheit wachsen, ohne sie eines Blattes zu berauben. Wollte man ihnen aus einer übel verständenen klein⸗ lichen Oekonomie die schönsten Blätter nehmen, so kann dieses nicht geschehen, ohne dem Stamme ein Wunde zu verursachen, wodurch immer etwas Saft, der zur Nahrung des Saamens so wesentlich ist, verloren geht. Im Oktober kömmt der Saame zur Reife. Man schneidet die Kapseln ab, trocknet sie an der Sonne, offnet sie aber nicht eher, als bis man säen will. Eine gute Pflanze giebt gewoöhnlich ein Loth Saamen. Man bauet in diesem Departement ungefähr 1100 Hektar Tabak und 1990 in dem Departement von Norden. Man rechnet, daß in diesem letztern ein Hek⸗ Hetal de 62 gtoße Blalt W Der kl tlages Düͤn halbe IM! und w. oft nio schred Mo Heut land feln gewi und! dem A be— winnt iste 8 Ds 1oo t ssch giebt chdem at des Tobak iclung 5 kleis „BLlst vöͤlige auben. llein⸗ kann zunde ur Wecht. M Zumne, Eine I sehnent + in hek⸗ Hektar 124— 125 Myriagrammen Blätter giebt, die 622 Franken werth sind. §. XIX. Spoer ge. Es giebt großen und kleinen Spörgel. Der große wird ungefähr einen Fuß hoch, hat feine krause Blätter und weiße Blumen. Er dient dem Viehe zur Nahrung, und giebt 30 Kärren Futter vom Hektar. Der kleine Spörgel bringt kaum das Drittel dieses Er— trages. Man pflügt einmal dazu, giebt eine halbe Düngung, begießt mit Jauche, und säet gegen den halben März 52 Pfund Saamen auf den Hektar. Im May und Juni wird dieser Spörgel gemähet. In den Jahren, wo das Heu schlecht geräth, und wo es wenig Winterfutter giebt, wo der kandwirth oft nicht weiß, auf welche Art er sein Vieh im Früh⸗ jahre durchbringen soll, ist der Spörgel, der schon im May geschnitten werden kann, und bis zum neuen Heugewinne aushilft, eine sehr kostbare Pflanze. Der landwirth kann dann noch in demselben Jahre Kartof— feln oder andere spätere Produkte auf demselben Lande gewinnen. Man säet auch den Spörgel nach dem Waizen, und in diesem Falle läßt man ihn von dem Viehe auf dem Felde abweiden. §. XX. 208 9. KX. Door und Senf. Das erste dieser Oelgewächse ist besonders in der Gegend zwischen Alost und Olinove bekannt. Man sätt es im Juni auf ein dand, auf welchem der Raps zurückgeschlagen ist, und er gewährt alsdann eine kleine Entschädigung dafür. Wirklich kömmt sein Saame dem des Rapses nicht bey; denn es gehört ein Drittel davon mehr dazu, um dieselbe Quantität Oel zu erhal— ten, und dieses Oel ist nicht so gut, als das Rübol. Man streuet den Senfsaamen über solche Erde, die aus den Gräben geworfen ist, oder auch wohl in Wiesen über gewisse Rabatten. Diese Pflanze ver⸗ langt äußerst dünne gesäet zu werden. Drilter Abscchnittr. Von den im Departement der Schel— de üblichen verschiedenen Arten des Fruchtwechsels. Wir haben in dem vorhergehenden Abschnitte die Produkte betrachtet, die den Gegenstand hiesiger Cul— tur ausmachen: wir müssen also in dem gegenwärtigen sehen, in welcher Ordnung sie auf einander folgen. * X* In ung d auf g I. 9 N76 veniger fütdige Oritte 209 In England hat die Gesellschaft zur Aufmunte— rung der Künste und Manufakturen einen Preis dar⸗ uf gesetzt, den besten Fruchtumlauf zu bestimmen. in der A. Poung hat die Wichtigkeit dieses Problems, und Mn die Schwierigkeit, es zu lösen, dargethan, und nicht Nus weniger als eine zehnjährige Beobachtung zu einer be⸗ lemne friedigenden Antwort gefodert). Einstweilen hat er aame aus ritel *) Werden ro Jahre dafür zureichen? Wenn unter den zur Probe unternommenen Fruchtwechseln einer ist, der echal⸗ einen acht⸗ oder zehnjährigen Umlauf erheischt, ist es dann nicht erfoderlich, daß der ganze Umlauf wenigstens 49 ö— 17—— 6— zweymal hinter einander auf demselben Felde vorkomme, Iin ehe man ein richtiges Urtheil über seine Selbstständigkeit 4—ꝗ9ↄ—ꝓłv́ und die Dauer seiner Güte fassen kann? Es gehören also schon 16— 20 Jahre dazu. Und was wird man denn eigentlich nach Verlauf dieser Zeit ausgemacht ha— ben? Höchstens dies, daß auf dem Flecke, wo sie un⸗ ternommen worden, bey den daselbst vorgefundenen Loka⸗ litäten, Personalitäten, Zeitumständen, Kraftaufwande und Culturart der eine Umlauf an rohem und reinem Er⸗ trage mehr geliefert habe, als der andere, und daß der— ö selbe also auch anderswo, nämlich da, wo durchaus glei— che Umstände zusammentreffen, den Vorzug der Ausfüh⸗ rung verdiene! Man hätte also am Ende noch immer sehr wenig Anwendbäres herausgebracht, und es würden — V ö hunderttausend Experimentalfarms dazu gehören, um te de auf diesem Wege einen Coder aller Regeln zur Erschö Cu pfung des Fruchtwechselsystems zu sammeln. hn ů Mir scheint die Kunst des Fruchtwechsels darin zu bestehen, daß man weiß: Ob, und welche Produkte, je— des für sich betrachtet, und in welchem Zeitraume, bey Dritter Band.— wel—⸗ 210 aus seinen häufigen Reisen und Schriften Beyspiele des besten Fruchtwechsels ausgezogen; er hat das Irrige je— ner welcher Cultur auf welchem Boden, und bey welchem Dünger sie mit sich selbst, oder mit diesen oder jenen ver⸗ träglich sind, und auf einander mit Schaden, oder mit Nutzen folgen können? Zur Festsetzung dieser Wissenschaft bedarf es nur einer kleinen Anzahl Erperimentalwirthschaften nach den Haupt verschiedenheiten des Bodens: wie z. B. schlechter dürrer, und guter feuchter Sand; nasser Thon; milder und stren⸗ ger Lehm; Marschboden; kreide⸗ und steinartiger Boden; Moor- oder Morastboden, u. dgl. Und selbst solcher Farms, deren Errichtung wir ohnehin(da es keine Fa— briken und Manufakturen sind) in keinem Lande Euro— pa's zu erwarten haben, können wir zur Noth entbehren. Es bedarf nur 1) einer genauen und getreuen Sammlung aller schon gemachten Erfahrungen, die bisher nothwendig von gemeinen Landwirthen in der ältesten aller Künste in vollem Maaße gemacht worden sind; wiewohl sie bis jetzt noch zerstreut unter einer Menschenklasse, die durch Erziehung und Berufsgeschäfte ohne Verbindung mit dem mehr gebildeten Publikum ist, in Verborgenheit liegen; es bedarf 2) der vergleichenden Versuche dieser Erfahrungs— regeln, und ihrer Anwendbarkeit auf die verschiedenen Bodenarten, und unter verschiedenen Himmelsstrichen, womit sich jeder denkende, jeder seinen Stand lie⸗ bende, jeder für das Wohl seiner Mitburger athmende Landwirth gern befassen wird; und endlich 3) der neuen Entdeckungen, worauf den wissen— schaftlichen Landwirth seine theoretischen Kennt— nisse 1I sdten o hafet Wockn 0 Müen Sattofln Hle r) Paizen Herste und Rüben ů Noen vnd Mben Hafet nrtoffll Fachö, e uustch vaden. ochse, wele h nachthe œ Mei Bedenklic behren. aler ½ vn Künste se his durch um e; H Ieden U stiches nd li⸗ mude ö 1. Vahnt⸗ lisse elle. zärndten auf gutem Boden. Hafer Rocken und Rüben Flachs Kartoffeln. [Klee Saen Rocken und 0 018 Rüben Flachs ö * L Flachs TI Kartoffeln(Waizen J üe. Flachs Klee Flachs, oder Rocken, folge. eht, v versteht es sich von d. h. von Rüben, get werden. slachse, welches in beiden gegenwärtigen Tabellen so häufig sehr nachtheilig, selbst wenn zu den Rüben gedüngt wird. i in der Meinung, oder an den andern in der Cultur irret; iese B Bedenkl ichkeit hinwegsetzt. Zwey⸗ Flachs Fruchtwechsel zwischen zwe Rocken und Rüben „Klee 3weyt Buchwaizen 4 6 Hafer 5 Rocken und 0 Rüben Kartoffeln Möhren Brachrüben) Erbsen Rocken und Hafer Rüben ö Klee 93 x K Rocken und artoffeln 5 Rüben 1 Möhren Rocken und V Rüben Sporgel und FX ocken und Rüben Rüben. 4 Erbsen[Rocken +* 4 Waizen und Rocken und V Spörgel Rüben 213 ⁰ folgen, die dem Klima und Boden seiner Insel ange⸗ ishen. messen sind, mit einander verglichen, und ihre Vor⸗ ö theile aus einander gesetzt“). Diese interessante Un⸗ ö O 3 ter⸗ ein anderer, der bey einem Ueberflusse an Wiesen auf die strenge Wechselwirthschaft, wo die Hälfte des ackerbaren Bodens, oder gar noch mehr, zum Futterbaue niederge— legt, und dem Getreide und andern Früchten entzogen wird, fällt: verrathen beide keinen weisen Sinn. Blchba, Hure ö Hammffne⸗ Nohen ö Vachbg, Es scheint mir also fruchtlos, wenn angehende oder sich von neuem umschaffen wollende Agronomen, zu denen n ich auch einst gehörte, unter einer langen Litaney von Fruchtfolgen eine herausklauben, welche sie am meisten Nocken ud anlächelt, und ihre ganze Wirthschaft danach zuschneiden Nüb wollen: gerade, als wenn der Leib für den Rock, und der Kee Rock nicht für den Leib gemacht wäre! Maän 10) Aber alles, ohne Rücksicht auf den Zusammenhang der Mulen V Wirihschaft selbst und ihrer Lokalitäten zu nehmen, die 17— einzig und allein einen Pächter zur Entscheidung vermögen — ö können. Was haben also alle jene Vergleiche und Be— rechnungen der Vor- und Nachtheile so vieler Frucht— a folgen bewirlkt? Im Ganzen nicht das Geringste. Mür Denn stimmten auch alle Pächter Englands und Frank⸗— reichs mit Noung in Thesi überein, so würden von PMEn 1000 ihrer immer 999 hinzusetzen: Wahr! nur für „ unsere Wirthschaft paßt es nicht. Solche Ver— gleiche und Untersuchungen sind jedoch in manchen ihrer Theile nicht ohne Nutzen. Ich meine: durch Wn un, die Gegeneinanderhaltung des Wiederkommens einzelner Mn Produkte auf demselben Lande; oder ihrer Ver- und Un⸗ verträglichkeit in der Folge mit sich selbst, oder diesen und jenen andern Produkten; oder ihrer Angemessenheit für die⸗ 213— tersuchung hat ihn auf verschiedene merkwürdige Re⸗ sultate gebracht. Er hat z. B. entschieden, daß eine geringe Anzahl von Aeres, die auf eine vorzügliche Art und nach einem wohlverstandenen Fruchtwechselsysteme bewirthschaftet werden, immer bessere Aerndten ge⸗ ben, als eine große Strecke mittelmäßig eultivirten Landes). Endlich rügte Houng mit vielem Nachdrucke den größten Theil der Fruchtfolgen, die er auf seinen Reisen im Jahr 1789 in Frankreich eingeführt fand. Er sah aber dabey ein wenig geschwind und nur im Fluge. Vorzüglich warf er uns unsere mit Brache verbundene Dreyfelderwirthschaft vor. Es ist ein Un⸗ glück, daß Voung nicht auch den Ackerbau unserer bel⸗ diesen und jenen Boden, u. s. w., als worin ich den gan⸗ zen Nutzen der Lehre über die Fruchtfolge setze. Im Ganzen aber können solche Fruchtwechselvergleiche und Berechnungen, wie A. VYoung sie aufstellt, nur für den Gentlemen farmer, oder für den reichen Landwirth, von Nutzen und Anwendung seyn, den seine Glücksum⸗ stände in eine Lage versetzt haben, wo er die Regeln sei— ner wirthschaftlichen Oekonomie nicht gewissenhaft zu Ra⸗ the zu ziehen braucht, und der sich also mit Freyheit die Bahn wählen kann, die er wandern will. *) Diesen Punkt hat nun wohl vor A. NVoung niemand in Zweifel gezogen. Ich vermuthe aber, daß Noung sich etwas anders ausgedruckt und gesagt habe, daß ein kleines vortrefflich und nach einem guten Fruchtwechsel— systeme gebautes Land eine größere Masse von Ge⸗ treide abwerfe, als ein viel größeres nicht so gut, und nach einem schlechten Wirthschaftssysteme gebautes Länd. 211 R ner Fruchtfolgen zergliedert, welche noch selbst in Eng⸗ e land von den meisten Pächtern, deren Wirthschaft O 2 größ⸗ steme nisse und der Besitz mancher Hül lfswissenschaft von selbst I hinleiten. Freylich werden daraus nur lauter Bruchstücke her⸗ vorgehen; aber eben das wollte ich: bloß einzelne solide Ruce Steine, und keine auf den Kauf fertig stehende ganze Ge— wineh bäude. Jene passen überall hin, für diese aber wäre es nd meistens nöthig, den Platz selbst zu erschaffen, wohin sie 10 passen sollen, welches Erschaffen nicht immer in unserer Macht steht, und auch selten mit unserm Interesse verein⸗ ache bar ist; statt daß bey der Anwendung jener kostbaren Un, Bruchstücke das Hauptwerk unbeschädigt gelassen, oder sirer nach unsern Umständen eingerichtet werden kann. Es beh wäre dieses ein allmähliges Bessern, welches wohl in al⸗ len Dingen der Weg des Weisern und Klügern ist. e Mit den Materialien, oder vielmehr mit den ge⸗ In prüften Kenntnissen obgedachter Art ausgerüstet, weiß und der Landwirth dann zum Beyspiel 92 Erstens: was er in jedem individuellen Falle zu + vermeiden hat. Er wird z. B. nicht Flachs im vierten, nicht Klee im dritten Jahre wiederkommen lassen, nicht 9—4 Flachs nach Erbsen, nicht Rocken nach Möhren, nicht Waizen nach Buchwaizen säen. Er weiß Zweytens: daß z. B. Flachs, Waizen, Hafer nach Klee; Sommergerste nach behackten Rüben; Flachs dü nach Hanf vorzüglich gerathen. Er weiß weiter, oder 20 Drittens: daß z. B. der schwere Boden zum 6 Waizen, der leichte zum Rocken tauglicher sey; daß Ha⸗ 70 fer und Wicken sich auf leichten, trocknen Sand nicht 10 schicken, u. s. w. 0. ö Der⸗ Sf großtentheils aus Ackerlanden besteht, befolgt werden. Unter diesem Gesichtspunkte hat Voung alle Frucht⸗ ö fol⸗ Dergleichen einzelne Kenntnisse zum Grunde gelegt, wendet er seine Augen auf die Summe der Lokalitäten seiner Wirthschaft und seiner Lage, um danach seinen „Fruchtwechsel zu bestimmen. Er sieht z. B., ob er nahe bey einer Stadt oder einem Flusse zum Absatze seiner Pro⸗ dukte, oder zur Beyschaffung fremden Düngers wohne?— Ob er viel oder wenig, guten oder schlechten Graswuchs habe? Ob ihm Kühe, Schaase oder Mastvieh am vor⸗ theilhaftesten werden können?— Ob er Ställe und Gelegenheit zu einer verstärkten Viehzucht habe?— Ob ihn keine Servituten im Ganzen, oder in einzelnen Thei⸗ len binden?— Ob mehr Gewinn für ihn beym Gerrei— debau, oder bey Handelsgewächsen herauskomme?— Ob Streue, Futter, und Düngersurrogate um einen bil— ligen Preis zu haben sind? Ob überflüssige, oder kaum zureichende Hände zu dem Dienste des Landwirths ste— hen?— Ob seine Vermögensumstände zur Anschaffung eines starken Viehstappels zureichen?— Ob er Vorschuß genug habe, das Minus, das bey einer großen Abände— rung in seiner Wirthschast hervorzugehen pflegt, decken zu können? u. s. w. Wer sieht nocht, daß alle diese Umstände die wahren Diktatoren und Modifikatoren des Fruchtwechsels sind, das heißt: diejenigen, welche entscheiden müssen, was und wieviel wir von dem einen und dem andern zu bauen ha— ben? Bey dieser Auswahl bedarf es keiner Experimente über die lange Fruchtreihe und die verschiedenen Arten der Fruchtfolgen; sondern nur eines weisen, achtsamen Sin— nes. Ein Landwirth, der beym Mangel an Graswuchs bey seinem Sechs- oder Neunfeldersysteme bleibt; so wie ein * st:1.dä⸗ʒ 221 den. Das Land von Waes, d. h. die Gegend von u lokeren und St. Nikolas, hat eine ihm eigene Frucht— V folge, ob es gleich eben so sandig ist, als die Gegend n von Gent. So säen sie z. B., nachdem das dand Iiän kräftig gedünget, mit dem Spaten umgegraben, und I wenigstens einmal vor dem Graben umgepflügt worden unche ist, Flachs mit Klee hinein). Daher haben sie denn arry im zweyten Jahre Klee, im dritten Waizen, im vier⸗ 1E?— ten Rocken, im fünften Hafer, im sechsten Kartoffeln. aduch Alsdann nimmt die Fruchtfolge wieder mit dem Flachse or den Anfang. ö 0 Man befolgt auch zuweilen folgenden Frucht— D⸗ umlauf: Getres 1. Flachs ö —— 2. Klee * 3. Rocken 0 4. Hafer I1 5. Buchwaizen chuß 6. Kartosfeln ande 7. Waizen Ner 8. Flachs. In der Gegend von Termonde, wo ziemlich viel — Hanf gebauet wird, findet man: 1. Hanf uun he ů 2. Flachs ment 3. Waizen n 4. Ro⸗ 95*) Ich habe zu St. Nikolas nicht erfahren, daß man un⸗ ö wie mittelbar zu dem Flachse gräbt oder rigolt, sondern stets ein zur vorhergehenden, auch wohl zur vorletzten Frucht. 222 +rπ ö 4. Rocken oder Gerste— darauf Rüben lchiche 5. Hafer, oder Buchwaizen, oder Kar⸗ toffeln, oder Sommerwaizen Reten 6. Waizen* Ihaht 2. Rocken— darauf Rüben. Darauf kömmt man wieder zum Hanfe. Manch⸗ mal folgt auch nach den gemeldeten sechs Jahren im sie⸗ I R benten Waizen*), im achten Rocken, darauf Rüben, + und im neunten wieder Hanf. 205— Man hat noch eine andere Fruchtfolge: mach. I. Hanf ö + Ye 2. Flachs W 3. Sommergerste helte 4. Raps hgr 5. Waizen siien 6. Rocken— darauf Rüben ihm z 7. Flachs. ö Auf fettem Boden werden Pferdebohnen statt W6f der Kartoffeln genommen. st In dem Lande von Hulst ist folgender Umlauf im von Gebrauche: R 1. Flachs zen 2. Klee Ra 3. Gerste 4. Pfer⸗ ) Dieses muß wohl rother Waizen seyn Merkwürdig ist 9 die Verträglichkeit des rothen Waizens als unmittelbar folgende Frucht nach dem weißen Waizen. Rother Wai— zen auf rothen verträgt sich nicht. 6 Mben Hus anch⸗ stes lben, fet 10 1 Mar 76½½ MI, — 215 belgischen Provinzen näher und genauer untersucht hat. Er würde z. E. bey kille Beyspiele des möglichst berech⸗ neten Fruchtwechsels gefunden haben, die schon seit Jahrhunderten daselbst existiren. *** Die Hauptabsicht, die bey jeder der verschiedenen in diesem Departement üblichen Fruchtfolgen zum Grunde liegt, geht auf denjenigen Gegenstand, der in den verschiedenen Distrikten das Hauptprodukt aus⸗ nacht. Wir haben also zu zeigen, wie man von die— sem Produkte ausgeht, und nach einer bestimmten Fol⸗ ge von Jahren wieder darauf zurückkömmt. Es er⸗ hellt also, daß alle zwischen der Erzielung dieses Lieb— lingsprodukts eingeschalteten Aerndten nur als Acces⸗ sorien von jenem Hauptprodukte anzusehen sind, und ihm zur Vorbereitung dienen sollen*). Dieses Hauptprodukt ist nicht in allen Distrikten das nämliche. In den drey Vierteln des Departements ist es der Flachs, wozu man noch in der Gegend von Termonde den Hanf gesellen kann. In dem ganzen holländischen Flandern ist es der Wai⸗ zen. In den neu eingedämmten Poldern der Raps. O 4 Un⸗ *) Dazu scheinen aber die so eben von dem Verfasser anzu⸗ gebenden Fruchtfolgen sehr wenig geschickt. Ich habe ih⸗ rer bey den Belgen gefunden und in dem ersten Bande dieses Werkes beschrieben, die dem Zwecke der Vorberei⸗ tung zum Flachsbaue besser entsprechen. 216 V Unter diesen Gegenständen gebührt dem Flachse, der die wichtigste Fabrik des Landes unterhält, der Rang. Mehr als 100,000 Personen geben sich mit Spinnen, und mehr als 20,000 mit Weben ab. Daraus gehen ungefähr 10 Miliionen Metres Lein-⸗ wand hervor, die mehr als 10 Millionen Franken an Werth darbieten“). Zwey Fünftel davon kommen auf den rohen Stoff, und selbst das dritte Fünftel, wiewohl es der lohn der Industrie ist, gehört nicht we— niger dem dande zu. Die Kunst der Cultur, und eine große Fabrik sind hier schon seit Jahrhunderten mit ein⸗ ander verbunden. Nichts kann eine richtigere Idee von der Fol— gereihe der Saaten geben, als folgende zwey Tabellen, die auf den Fruchtwechsel Bezug haben, so wie er in der Gegend von Gent auf leichtem und sandigem Bo⸗ den eingeführt ist. *) Dieser Geldwerth ist äußerst geringe: denn da kömmt jede rohe Elle(294 Zoll rheinl.) grober und feiner Lein⸗ wand durch einander nur 77 Centimen, ungefähr 22 Kreuzer. — 10 I ürndt „ 0 Miht V Dege ö* 60 dn M. V Br ah, der shn mit hen b. len⸗ Heen an aumen ust, icht de⸗ ld eihe it en, Fol ͤbelln, er in N Bo⸗ ömmt H⸗ hr ꝛꝛ lachsärndten auf Mittelboden. Ta bel le. und ben ffeln Flachs rüben und J Rocken und— 2 Rüben. und. Rocken und ben Rüben Kartoffeln A und Wohr en 6 ben Brachrüben 3 Buchwaizen) Kartoffeln nund 8 ben ů Möhr en (Brachrüben 3 — Rocken und V de Hafer und Am eln iben Möhren ö Rocken 5 ö Klee 5 vaizen +* feln Rocken und RX r Rüben ben E* hrüben ö 3 Rocken und ö waizen uten ffeln Gerste und ren x Rüben hrüben Rocken und Mübet 4 Flachs Hafer— Flachs Rocken und Tlachs Rüben J—— 2 2 9 ocken und Diben Lachs Flachs „ Klee ö udn ö R Rocken und 37 Rüben Tlachs Rocken und Rüben W aühen Rah Flachs— Rocken und Üben(IIIH Rüber 6 Flachs Hafer Rocken und Buchwaizen Riähe Rüben — — Erste 2 Fruchtwechsel zwischen zwey Fl rother Rocken Waizen V* weißer Waizen Hafer Rocken und Rüben**) Karn weißer* rother Waizen Woa Rüben Rocken und + Hafer Rocken und Ruben Karto Wintergerste R Rocken und Renn (Unnd Rüben. Rͤͤben Ni *) Die Originaltabelle zeigt nicht deutlich an, ob nach 9 **) Ueberall, wo in den Tabellen Rocken und Rübt die in demselben Jahre gleich nach der Rockenärndt Das Säen der Stoppelrüben unmittelbar vor vorkömmt, hält man an andern Orten für Li Es scheint also, entweder daß man sich an diesen oder daß die Nothwendigkeit, Rüben zu haben, ü Dahr 9en den M Mel! gehast den g lung in di Ged des Perd Dehe , ob mi Vund M. de Menin Unmittalbat ht Ium fir x. 1 sch in M hn, 223 34. Pferdebohnen, oder hc Bohnen, oder Erbsen 3. Waizen, oder Rocken, darauf Rüben 6. Hafer 7. Raps 8. Waizen 9. reine Brache 10. Waizen. Dann kömmt die Reihe wieder zum Flachse. Man hat auch wohl nach den ersten 5 Jahren: 6. und 7. Krapp 8. Rocken 9. reine Brache 10. Waizen. Wir haben noch von dem Fruchtwechsel desjeni⸗ gen Theils von holländisch Flandern zu sprechen, der den Namen der Insel Cadsand führt, wiewohl es keine Insel mehr ist. Hier wird aller 7 Jahr reine Brache gehalten, und die Hauptfrucht ist abaau, wo der Bo⸗ den gut ist, der Raps. Wir wollen als Muster der hiesigen Feldeinthei⸗ lung einen Pachthof von 100 Arpens wählen; denn in diesem Theile sind die Wirthschaften, so wohl an Größe als an Ackerarbeit, von den übrigen Theilen des Departements verschieden. Zur Betreibung dieses Pachthofes werden sechs Pferde und acht Kühe erfodert. Zum Unterhalte dieses Viehes nebst Fohlen und Külbern braucht man: an an Wiesen. 14 Arpens Klee* 2 6 Möhren. 12 Kartoffeln Summa 18 Arpens. Die übrigen 8 2 Arpens werden in 7 Parzelen vertheilt und folgendermaßen bestellt: 1. Raps.1x17 3—*0 2. Gerste 9*** 1 17 3. Pferdebohnen. 115 4. Waizen oder Rocken 115 5. Pferdebohnen I17 6. Waizen oder Rocken 115 7. BDiache13 Die Tabelle dieser jährlichen Feldbestellung zeigt zugleich nach den Nummern, wie die Produkte in dem siebenjährigen Umlaufe auf demselben Felde folgen. Enthält der Pachthof keine in so werden die 100 Arpens in sieben Theile getheilt. Man säet alsdann 10 bis 12 Arpens mit Klee unter die Gerste, und hat weniger Bohnen, aber desto mehr Raps, Waizen und Gerste. Ist der Boden nicht gut, so nimmt man oft Rocken, wo man sonst Waizen genommen haben wür de; man säet auch keinen Raps nach der Brache, wohl aber Gerste, worauf Bohnen, Rocken, Waizen, und endlich Bohnen oder Kartoffeln folgen. Man sieht, daß *) Dieses ist ganz gewiß Wintergerste. aßeU man gell nichte oder? en sche Hes! dier Ia Cuto anbe dern Oril Irlen Ki bem Igen. 100 1 10 val o und ost n wil⸗ „ pohl % M sch Vß — 225 daß man in diesem Bezirke wenig Hafer bauet, weil man ihm die Pferdebohnen vorzieht. Herr Faipult, aus dessen noch nicht ans Licht getretener Statistik wir das Gänze entlehnt haben, hat nicht erfahren können: woher der Gebrauch des Brach-⸗ oder Ruhejahrs komme, welches man der Erde in die— sem holländischen Distrikte aller 7 Jahr gestattet. Es scheint bloß die Folge einer frommen Tradition und ei— nes religiösen Vorurtheils zu seyn. Man hat sich in diesem Stücke nach dem sabbathischen Jahre der alten Juden richten wollen, welches diesen in Rücksicht der Cultur der Erde im 25. Kapitel des Buches eviticus anbefohlen war). In den andern Distrikten Flan⸗ derns aber wird dieses sabbathische Jahr nicht beobach— tet. Man hat daselbst als Grundsatz angenommen, daß der Boden sich verjüngt und neue Fruchtbarkeit er— hält, *) Der Verfasser eitirt hier die ganze Stelle, die ich aber dem Liebhaber jüdischer Herkommen in der Bibel selbst nachzusehen überlasse. Uebrigens ist die ganze Vermu— thung doch wohl nur ein launiger Einfall, und heißt recht den Keim des Zwistes der Trojaner und Griechen in Ledas Eye aufsuchen. Die wahre Ursache der alle 7 Jahre vorkommenden Brache liegt hier wohl in dem Rapsbaue, dessen Bestellung, da er nicht verpflanzt wird, in diesem feuchtern Klima und Boden nothwendig eine reine Som-⸗ merbrache zur Vorbereitung der Erde erheischt. Uebri⸗ gens finden wir die Brache auch in den Poldern unterhalb Antwerpen von Zeit zu Zeit zu Besserung und Reinigung des Bodens angewendet. Dritter Band. P 226 hält, wenn man ihn aller sieben Jahre rigolt und recht kräftig düngt. ö Vierter Abschnitt. Düngemittel und Branntweinbrennereyen. hn 9 er. Man hat in diesem Departement eine besondere Sorgfalt für den Dünger. Mit jedem Tage werden darüber neue Versuche angestellt, von denen viele glück— lich ausfallen. Ich werde mich aber hier nur mit denjenigen Düngmitteln beschäftigen, welche das Her⸗ kommen und eine lange Erfahrung bewährt hat. Auf die Wintereinsaat wird alle der Jauchen— dünger verwendet, den man seit dem Märze in einer großen Grube zunächst bey den Ställen gesammelt hat. Zu Anfange des Septembers errichtet der Landwirth auf einer Ecke seines Feldes, das er zu düngen beschlos⸗ sen hat, große Misthaufen, die er mit dem Kraute vermischt, welches er bey dem Reinigen der Hecken zu⸗ sammenbringt, oder mit Kartoffelkraute, so wie er diese Frucht nach und nach einärndtet, oder mit Koth und Unreinigkeiten, die den Sommer über in der Son⸗ ne gelegen haben. Der Schaafmist wird besonders gesammelt, und auf den Herbstrocken oder den Hafer verwendet. Der Tau⸗ Nube sterne asche uinmn Ramen vohla er den nicht Hilter und i Düͤng aufwu bersc ter ei clen z uird v dann d Hpeh stand den, wase it, 0 uacht Indele ebdenn gäc⸗ mit E Heh Uchen. ainer hat. virth H Waute ken zu die er Hlth Soh⸗ „0 Oer Au⸗ —— 2 227 Tauben⸗und Hühnermist wird in die ausgemauerte Zi⸗ sterne geworfen, in welcher die Jauche„Seifensieder⸗ asche, Erkremente u. s. w. zusammenfließen. Es giebt keinen nur etwas wohlhabenden Pächter, und besonders keinen Branntweinbrenner, der nicht bey seinen Ställen wohl ausgemauerte Behälter hätte. Die Ställe haben ihrer Seits einen gepflasterten Boden„dessen Abhang den Urin nach gedachten Behältern hinführt, damit nichts zum Nachtheil der Agricultur verloren gehe. Zuweilen werden auch die Oelkuchen in die Be⸗ hälter geworfen, damit sie sich in der Jauche auflösen und mit derselben vermengen. Man bedient sich dieses Düngemittels, um jungen Obst⸗ und andern Bäumen aufzuhelfen, und ihnen einen kräftigen Wachsthum zu verschaffen. dan wendet die Oelkuchen auch noch un— ter einer andern Form an. Sie werden nämlich tro⸗ cken zerrieben und zu Mehl gemacht, und dieses Mehl wird vor Winters über die Felder hergestreuet, welches dann durch Schnee und Regen sattsam in die Erde ein— gespühlt wird. Menschliche Exkremente werden in demselben Zu⸗ stande, so wie sie aus den Städten herbeygeführt wer— den, angewendet. Man hat zu diesem Zwecke große wasserdichte Kasten, wovon einer, wenn er angefüllt ist, die Fracht von zwey Pferden ausmacht). Man P 2 braucht Diese Kasten sitzen fest auf dem Karren„ und können nicht davon abgenommen werden. Der Kasten hat auf dem Deckel nach hinten zu eine viereckigte Thür, durch welche 228— braucht 16 solcher Fuder auf den Hektar. Der Dün⸗ ger davon wird sogleich ganz flach untergepflügt, und hauptsächlich zu den Kartoffeln verwendet. Den Pferdemist bestimmt man vorzugsweise für kalten Boden, aber nicht dann, wenn er Flachs tra—⸗ gen soll. Der Gassenkoth der Städte wird sorgfältig angefahren, und so kömmt der Feldbau auch der Rein⸗ lichkeit der Straßen zu Hülfe. Man bedient sich sehr häufig sowohl der hollän⸗ dischen als inländischen Torf⸗ und Kohlenasche. An mehreren Orten vermengt man die holländische Asche mit einem dritten oder vierten Theile von ungelöschtem Kalk. Man braucht 25 Hektolitres dieser Mischung auf den Hektar. ö Die welche der Stoff eingeschüttet wird, und in derselben Rich⸗ tung unten im Boden ein rundes Loch, welches mit einem hölzernen Spunt(Stöpsel) geschlossen wird. Damit man aber diesen Spunt auch leichter ausziehen könne, wenn der Kasten angefüllt ist, so ist er mit einem zureichend langen Stocke vereinigt, der bis zum Deckel reicht. Un⸗ mittelbar unter jenem Loche, also unter dem Boden des Kastens, ist ein viereckigtes Brettchen, ungefähr von der Größe eines Quadratfußes, angebracht. Dieses Brett⸗ chen hängt schief, etwa in einem Winkel von 0 Graden nach hinten abwärts, damit die Brühe im Herabstürzen davon abgleite. Einige dieser Karrenkasten haben eine eiserne eingebogene Axe, damit der Kasten sich näher an der Erde befinde, als der Mittelpunkt der Räder, wo⸗ durch er, wie man sagt, leichter zu transportiren seyn soll. Dergleichen Kastenkarren findet man bey Ant— werpen. 0 den geditht Fuder daftu hhlich hilen. 4400 viel K. ain ube Prodak Hitets Lnd; nachh hertme hun lan malso! Worteif ren, der E Vor dun diesen um s. Dun. vese sir chs ν Wafiltig Ran⸗ Holld, 4. II che mit m Hal. auf da Di bhen Rich it einem nit man wenn eichend R. W⸗ doden d r bon der sth Blalh o Gtadin rabsüühet Wben ele naher an „, Mö⸗ hn seyn An⸗ —— 229 Die Asche der Potasche, und andere Dinge, die zu den Bleichereyen, Seifensiedereyen und Färbereyen gedient haben, werden sehr geschätzt. Acht oder neun Fuder davon reichen auf den Hektar zu, und machen dafür andern Dünger auf zwey, drey Jahre ent⸗ behrlich. Noch mehr geschätzt ist der Abwurf der Fleisch— hallen. Die Metzger verkaufen den Wagen voll zu 44 Franken. Mit diesen Substanzen wird eilfmal so viel Kraut, Stroh u. dgl. vermischt, und dieses giebt ein überaus kräftiges Düngemittel für alle Arten von Produkten, den Flachs allein ausgenommen. Man hütet sich auch sehr sorgfältig, den Flachs auf gekalktes Land zu bringen; es wäre denn im siebenten Jahre nachher als es gekalkt worden. Die Unreinigkeit und Abfälle vom Fischwerke, deren es ziemlich viel in einem dem Meere nahe gelege— nen Lande giebt, werden stark gesucht und mit funfzehn⸗ mal so viel Krautmasse versetzt. Es ist dieses ein sehr vortreffliches Düngemittel. Die Ueberbleibsel der Leder und Hutmanufaktu⸗ ren, wenn sie nicht zu Tischlerleim verbraucht werden, der Satz der häufigen Zuckerraffinerieen; mit einem Worte: nichts, was nur immer zur Vermehrung der Fruchtbarkeit der Erde etwas beytragen kann, wird von diesem auf den Ackerbau so erpichten Volke übersehen. Zur Erreichung dieser Absicht hat es das Quan— tum seiner Viehzucht zu der Höhe gebracht, worauf P 3 wir 230—— wir sie erblicken; zu dem Ende sucht der nicht zu er⸗ müdende Flamänder aus den benachbarten kändern al— len Dünger zu beziehen, den er nur haben kann. Mit jedem Jahre kommen über Lille und Sas de Gand mehr als 300 Schiffe mit Dünger, und eben so viele mit Asche aus Holland an. Jedes dieser Schiffe enthält 24 Tonnen oder 642 Zentner. Eine ganze Schiffs⸗ ladung kostet 500— 600 Franken, und die der hol⸗ ländischen Asche 2000. Die Nothwendigkeit des Düngers hat endlich in diesem Lande die häufigen Branntweinbrennereyen hervorgebracht, die man daselbst antrifst. Folgendes kleine Detail darüber wird zureichen, dem Leser eine Idee davon zu geben. Eine Branntweinbrennerey, deren Blase nur 4— 5 Hektolitres hält, hat stets 25 Mastochsen auf— gestellt, die von dem Spülicht(Branntweinwäsche) ge⸗ nährt werden. Der Mist und die Jauche dieser 25 Mastochsen von dem ganzen Jahre aufgefangen, sind nach einer lange bestätigten Erfahrung hinreichend, um 60 Hektar auszudüngen. Es giebt in diesem Depar⸗ tement nicht weniger als 250 solcher Blasen: daraus folat, daß jährlich ungefähr 1500 Hektar durch das Branntweinbrennen gedüngt werden; also beynahe der achtzehnte Theil des ganzen bebaueten Landes. Der *) Man kann sich einen Begriff von der Industrie eines Volkes machen, wenn in einem einzigen Departement in einem Jahre für mehr als 70⁰,οο Franken W von außen her bezogen wird! 0 8 det an nd s dis H Oufshe nhen a Stleck wufrud hes volbli Nthsan um el dern. hud! werden flhtkn e Md nur ein Doh ttli wird katioy gen, kůckw mexks tel tütt, delg al, 1. M dncht lle mit enthilt Scifs⸗ 6 bl⸗ endsch lenen gendes ume ase nub in auf 0ge⸗ 1 25 sind um Daddr⸗ daraus Der ganze Strich des Departements der Schelde, der an das der Leye gränzt, hat einen so undankbaren und sandigen Boden, daß er von selbst nichts als elen⸗ des Heidekraut hervorbringen würde. Man hat zu Deynze und an mehreren Orten Branntweinbrenne— reyen angelegt, und seit 40 Jahren ist diese ganze Strecke urbar gemacht worden. Der Dünger hat ein unfruchtbares Land in ein fruchtbares umgeschaffen, wel⸗ ches jetzt Waizen und alle Bedürfnisse des lebens her⸗ vorbringt. Man hat die Frage aufgeworfen, ob es nicht rathsam sey, das Branntweinbrennen zu verbieten, um einen so großen Aufwand von Getreide zu verhin— dern. Sollte je ein so unglücklicher Gedanke die Ober⸗ hand behalten, und nur 4— 5 Jahre lang durchgesetzt werden, so würden die 8000 Hektär der eben ange— führten Gegend, die jetzt so fruchtbar sind, wieder in ihr Nichts zurückfallen, und dieser Verlust würde doch nur ein Theil von dem Verluste seyn, welchen das gan⸗ ze Departement dabey zu leiden hätte. Da die Erwähnung des Düngers uns ganz na⸗ türlich auf die Branntweinbrennereyen gebracht hat, so wird es nicht unnütz seyn, hier etwas über eine Fabri⸗ kation zu sagen, die sowohl ihres direkten Nutzens we⸗ gen, als wegen ihres indirekten Vortheils durch Zu— rückwirkung auf die Fruchtbarkeit der Erde unsere Auf⸗ merksamkeit verdient, und ihr hier einen besondern Ar⸗ tikel zu widmen. P 4 Brannt⸗ 232 Branntweinbrennerey. Das Brennen des Fruchtbranntweins ist schon lange in Fländern eingeführt; denn schon im Jahre 1600 fing man an, Branntwein aus Getreide, Ge— müse und Aepfeln zu brennen. Vor dieser Zeit, ohne daß man weiß, bis zu welcher Epoche es hinaufreicht, bediente man sich der Wein- und Bierschleiche dazu, weil man alle andere Arten von Branntwein der Ge— sundheit nachtheilig hielt. Dieses erhellt deutlich aus einem Befehle vom 20. März 1601, wodurch bey schwerer Strafe untersagt wurde, aus irgend einer an⸗ dern Substanz, als der Wein⸗ und Bierschleiche, Bränntwein zu machen. Ungeachtet dieses Verboths fuhr man fort, sich des Getreides zu bedienen, und umsonst suchten neue Gesetze es zu verhindern. In dem Jahre 1671 wur⸗ de endlich das Branntweinbrennen aus allen Gattun⸗ gen von Früchten erlaubt. Von diesem Augenblicke an vermehrte sich auch die Anzahl der Brennereyen, und wurden von Wichtigkeit. Die Holländer errichteten dergleichen zur näm⸗ lichen Zeit in ihrem Lande, und versahen sie mit Ge— treide aus dem baltischen Meere. Die Holländer und Flamänder verfuhren aber nicht auf dieselbe Weise bey der Fabrizirung. Jede Nation hat ihre eigene Me⸗ thode. Da aber der holländische Fruchtbranntwein überall den Vorzug vor dem flamändischen erhielt, so nahmen verschiedene Branntweinbrenner in Flandern die holländische Methode an, daher noch wirklich im De⸗ Ochott hranat serc th, Hation v sch, tlücher mal g Holilt Mehor Geada mäd in Ge dichr ober 2. dad D Mi schne bren boll dahet scher st süm „Jte / Ge⸗ ohne islicht, dahn, du He lich auz ch bey ner an⸗ liche, kt, sh. den neue WYlll⸗ Hallun, icke an und uan mit Ge⸗ det und lise bey ne M⸗ nbden helh s athan in Doe ιιιιοι⁰⁰⁰ῦ%⁰⁵n⁰⁵mit 233 2 Departement der Schelde nach beiden Methoden ge— brannt wird. Es wird nicht unnütz seyn, das We— sentliche der Verschiedenheit dieser Methoden mitzu— theilen. 1. Bey der flamöndischen Art geht die Destil⸗ lation vermittelst eines stärkeren Feuers geschwinder vor sich, und der dutter wird nachher nur einmal überge— trieben, statt daß es bey der holländischen Weise zwey— mal gethan wird. Dieses dreyfache Abziehen nach der holländischen und das zweyfache nach der flamändischen Methode geben beide einen Branntwein von 18— 19 Graden. 2. Die Frucht oder Maische wird bey der fla— mändischen Art mit weit weniger Wasser angesetzt und in Gährung gebracht, als in der holländischen. 3. Hundert Pfund Getreide geben nach flamän— discher Art 132 tre Branntwein, nach holländischer aber 244. Dagegen ist das Spühlicht der ersten für das Vieh viel nahrhafter als das der letzten. 4. Da der flamändische Fabrikant eine dickere Maische bereitet, und sie durch ein stärkeres Feuer schneller übertreibt, so erhält sein Wein einen mehr brenzlichen(empyreumatischen) Geschmack, als der holländische, und wird daher nicht so gesucht. Die vormalige(öösterreichische) Regierung hielt daher für vortheilhaft, die Brennereyen nach holländi⸗ scher Art in Aufnahme zu bringen. P5 Im N * A Im Anfange waren die Auflagen auf die Brannt⸗ weinfabrikazion sehr hoch. Ein Befehl vom Jahre 1673 setzte die Abgabegebühren auf 5 Sols brab. per ot, oder 20 Centimes per Liter; seit dem aber hat man die Auflagen vermindert, und in eine jährliche Abgabe umgeschaffen. Eine Brennerey, deren Blase 200 Lots(4454 ütre) enthielt, zahlte jährlich 1400 brab. Gulden. Eine solche Brennerey, die 240 Ta⸗ ge im Jahre im Gange ist, brachte 1690(itres Branntwein hervor: die Abgabe that also nicht mehr als 175 brab. Stüber vom Lot, oder 64 Centimes vom sitre*). In den Jahren, wo die Aerndte nur mittelmä⸗ ßig ausfiel, murrte man von allen Seiten gegen den großen Aufwand von Getreide, den die Branntwein⸗ brennereyen fodern; allein man überzeugte sich nach und nach, daß wenn auch diese Fabriken wirklich der übrigen Konsumtion einen starken Theil raubten, sie von der andern Seite auch die Mittel hervorbrächten, eine große Menge Vieh zu mästen, und die Fruchtbar⸗ keit der Erde so zu erheben, daß das daraus fließende Plus der Produkte mehr als zureichend wär, das Mi— nus in der Konsumtion zu decken. Man *) Hier ist ein merklicher Fehler nach dem Originale, den ich auf keine Weise zu berichtigen weiß. 1400 brabanter Gulden thun 2339,88 brab. Franken; danach kämen auf jeden der 1600 Litres hundert sechs und vierzig Centimen Abgabe, und nicht 64. 1/3 95 mundis voch h Mhie sillät hellr /30 md di l Mt Hetd vohf Gett efod 236 wert der zu die K. Wunt⸗ Jfe brb. n cbe hu shrite D0 0 14⁰⁰ 0 lilez Hrmhr nuimes ttehna⸗ Ren den ntwein⸗ h der „ si hteh, at⸗ cherde M⸗ Ma 235 Man findet in dem Departement der Schelde ungefähr 320 so wohl große als kleine Branntwein⸗ brennereyen, die nach eingezogenen Aussagen und An— gaben der Fabrikanten jährlich konsumiren: an Rocken 1,647,000 Myriagrammen an Gerste 495/,0⁰00 an Hafer 167/0⁰0⁰ Summa 2,309,000 Man kann rechnen, daß die drey Fünftel oder 1,385,400 Myriagrammen dieser Früchte nach fla— mändischer, und die übrigen zwey Fünftel oder 92 3,600 nach holländischer Art destillirt werden. Da nun ein Myriagramme Getreide, nach flamändischer Art de— stillirt, 2,6 Litres Branntwein giebt, und ein nach holländischer Art 4,9 ltres; so folgt, daß die 1,385,400 Myr. nach erster Art 36/,020 und die 92 3,600 Myriagrammen nach zweyter Art.— 45,256 folglich in allem. 81,276 Hektolitres Branntwein hervorbringen, welche, den Hektoliter zu 80 Franken angeschlagen, eine Summe von siebenthalb Millionen Franken ausmachen. Nehmen wir den Werth eines Myriagramme Getreides in der Mischung, wie sie zum Branntwein erfodert wird, an, so ergiebt sich, daß höher gedachte 2,309,5%00 Myriagramme 4,15 6,200 Franken werth sind: und da der Abfall von der Brennerey, der zur Viehmastung benutzt wird, mehr als zureicht, die Kosten von Handarbeit, Brennmaterial, und alle an⸗ 236 andere Ausgaben zu decken, so folgt, daß die Brannt— weinbrennereyen einen jährlichen reinen Ertrag von mehr als 230,50⁰ Franken geben. Sie verdienen also wohl, als Fabriken von einem hohen Belange an⸗ gesehen zu werden„). ** Die Beschreibung des flandrischen Fruchtwech⸗ sels und der verschiedenen daselbst üblichen Düngemit— tel, womit wir uns in diesen beiden Abschnitten be— schäftigt haben, müßten billig auch anderswo den Eifer und die Industrie aller Freunde des Ackerbaues erre— gen, und sie reitzen, sich umzusehen, ob sich nicht etwa auch unter ihren Händen gleiche Mittel finden, wie sie die guten Belgen haben, um mit diesen über ihre An⸗ wendung, so viel es Klima und Ortsverhältnisse erlau⸗ ben, zu wetteifern. Man kann nicht läugnen, daß das Klima von Flandern einen Ueberfluß von Feuchtigkeit enthalte, welcher der Entwickelung der Pflanzen äußerst vortheil⸗ haft ist. Von allem Begießen ist dasjenige, welches durch die Wolken des Himmels geschieht, wohl das be— ste. Die erste Sache, worüber daher der Landwirth nach⸗ *) Der Vortheil, den der Ackerbau von dem Brennen des Getreides zu Branntwein zieht, ist ungleich größer, als der, welcher von seiner Ausfuhr entspringt. Beide brin⸗ gen Geld ein; allein von dem ausgeführten Getreide bleibt nichts für den Ackerbau zurück, statt daß das andere der Erde so viel, und vielleicht mehr, wiedergiebt, als es davon bezogen hat. nachde von nicht! r 2 O ö lenfa dulch gen Gehe Fann de sießt, wüth Hioh Me des ft „Mlen „den „Mit! H— ven dannt, 30 ven diehen e an, wech⸗ Hgemt⸗ en be⸗ Eifer ekke⸗ etda wie si te M⸗ ellau⸗ von alte, Heil V 5be⸗ wirh rac⸗ n des X. — 237 nachdenken muß, ist die Quantität des Wassers, das von oben herab kömmt). Zu Paris fallen jährlich nicht mehr als 18 Zoll Wasser; in Flandern fallen ih⸗ rer 22 und manchmal 23; in England noch mehr. Die belgischen Ackerleute ersetzen noch überdem, was allenfalls an natürlicher Feuchtigkeit abgehen kann, durch flüssigen Dünger, den sie auf ihre Felder brin⸗ gen, und dieser Artikel ist keins der unbedeutendsien Geheimnisse ihrer Wirthschaft. In diesem Stücke kann man ihnen ohne Zweifel überall nachahmen. Je— der Tropfen dieses köstlichen Saftes, der umsonst ver⸗ fließt, und verloren geht, ist ein Raub, den der Land— wirth an seinem Lande begeht.„Es giebt keine Na— „tion“, sagt ein gelehrter deutscher Agronom(Herr Medicus)),„die sich so gut auf die Behandlung „des Düngers versteht, als die Niederländer. Man „findet bey ihnen Kaufleute, die sich mit dem Handel »menschlicher Erkremente abgeben. Man sieht auf „den Kanälen dieses Landes ganze Schiffe, die so stark „mit dieser Waare beladen sind, daß zwey Leute kaum „Raum darauf finden, um das Fahrzeug zu lenken. „Wie weit sind wir noch, leider! von dieser Industrie „entfernt! u. s. w. Ich *) Doch wozu kann ihm hierin alles Nachdenken dienen, da er noch weit weniger Herr über die Wolken, als über die Erde ist? *&*) In einem Aufrufe an die pfälzischen Landwirthe, der in dem Französischen des Verfassers ganz eingerückt ist. 238—— Ich glaubte diesen Artikel nicht besser, als mit dem Aufrufe eines der besten deutschen agronomischen Schriftsteller beschließen zu können. Die Bemerkun— gen und Rathschläge, die er den pfälzischen Landwirthen darin ertheilt, gereichen den belgischen, die er als Mu⸗ ster darin vorstellt, zur Ehre, und verdienen, auch in manchen Gegenden des französischen Reiches beherzigt zu werden. Man könnte vielleicht einige Einwendungen gegen manche Fruchtfolgen mächen, die bey den Belgen an— genommen sind. Die erschöpfenden Früchte folgen darin zu geschwind auf einander; allein die Wahl und der Ueberfluß des Düngers biethen sogleich das Heilmittel für solche Wunden dar. Ich glaube nicht, daß in irgend einem lande die Kunst, die Fruchtbarkeit der Erde zu erheben, so hoch getrieben sey, wie in diesem. Hier ist der rechte Ort, wo man sich hinbegeben muß, um diese W zu be⸗ wundern und einzustudiren. Fünfter Abschnitt. Von der Viehzucht des Departements der Schelde. Die Viehzucht, die in unsern Tagen die Haupt⸗ stütze des Ackerbaues macht, und mit ihm in einer un⸗ zer⸗ en —5 Al aung 0 nll nen ft nußten Hackeh. M/ U dunschb das L nd sii hesand: men Lei 0 ö und u Geflbe thi/ Aahl bon madenw Hategf. Dodee 3u vell Viche mößig Veral Wart Döker Weide Ismt michen nexkun birthn Mi⸗ uch in laptt gegen XX YHhen Bahl dad de dit hoch Or, Ube⸗ to M W. eb⸗ —— 239 zertrennlichen Verbindung steht, stand in den Zeiten des Alterthums nicht selten für sich allein. Der ub— gang an Bevölkerung, der Mangel an Verkehr, gan⸗ ze unermeßliche Strecken öden Landes, der Hang zu ei— nem friedlichen, mit wenig Arbeit verbundenen eeben, mußten den Menschen nothwendig zur Viehzucht hin— locken. Die Hand der Natur allein syeiste seine Heer— den, und die Industrie der Menschen begnügte sich, sie denselben in der Wüste zuzuführen. Dabey foderte das Vieh dennoch auch einige korperliche Wartung, und seine Benutzung eine sorgfältige Aufsicht, und darin bestand das, was Varro und Columella mit dem Na⸗ men seientia pastoralis belegten. Die Zunahme an Bevölkerung beschrönkte nach und nach den Raum der ungebauten und unbenutzten Gefilde, und die Natur hatte die Hülfe der Kunst no⸗ thig, um auf einer kleinern Oberfläche eine größere An⸗ zahl von Menschen und Vieh zu ernähren. Das No⸗ madenwesen der Heerden und ihrer Hüter ging ein; die Hirten setzten sich fest, und fingen an, die Cultur des Bodens mit der Zucht des Viehes zu beider Vortheil zu verknüpfen. Man beschränkte den Raum, der dem Viehe angewiesen war, und koppelte denselben zu regel⸗ mäßigen Weideplätzen ein. Aber auch hierin gab es in neuern Zeiten eine Veränderung, welche wir als die dritte Epoche der Wartung des Viehes ansehen können. Die nordlichen Völker Europas fingen nämlich an, dem Vieh allen Weidegang zu entziehen, und ihm seine Nahrung im Stalle 24⁰— Stalle zu reichen. Mit einem Worte, man führte Stallfütterung ein. Die rauhe Strenge des Klimas bewog sie dem Vermuthen nach zuerst) zu dieser Me⸗ thode, die noch dabey das Gute hatte, daß die auf— merksame Sorgfalt des Menschen sich für seine nun⸗ mehr beständigen Hausgenossen verdoppelte. Man brachte sie zuerst an einem eingezäunten Platze in Schutz; bald schloß man sie in dem Hofe zwischen den Wirthschaftsgebäͤuden ein; und endlich wies man ihnen den Stall selbst zu ihrem eigentlichen und beständigen Aufenthalte an. Diese Abänderung in der Behand⸗ lung des Viehes mußte auch nothwendig eine große Ver⸗ änderung in dem Ackerbaue unserer Zeiten hervorbrin— gen; und es ist vorauszusehen, daß ein so segenvolles System mit der Zeit, wo nicht allen Weidegang, (denn besondere lokalitäten köͤnnen ihn noch zuweilen recht⸗ *) Diese Vermuthung könnte wohl unrichtig aufgegriffen seyn; denn sonst würde man in dem nördlichen Deutsch— land mehr von Stallfütterung, als in dem südlichen, wis⸗ sen, welches doch gerade umgekehrt der Fall ist. Der Mangel an natürlicher Weide; der Raum, der durch die Zunahme der Bevölkerung in manchen Gegenden immer mehr beschränkt wurde; die Vertheilung des Bodens in kleine Parzelen, die eine Folge jener Volkszunahme war; die höhere Benutzung des Bodens, die ihrer Seits aus dieser Vertheilung hervorging; die Einführung des Klee— baues, welche die Mittel, das Vieh auf dem Stalle zu erhalten, vermehrte: dieses waren wohl die Führer, die den Menschen auf die Stallfütterung, die nützlichste aller landwirthschaftlichen Vorkehrungen, brachten, und die Hand dazu boten. uchffer Duften n ll Vahe hscht auf de hbe. glöͤstt 05 Hl Hoß d Vorzi schwer dos en Zuhen Uw Casie denn Fatl Die Mis⸗ lakios Dritt e nun⸗ Man ahe in Hen den an ihen indige hand⸗ Ver/ orbiin⸗ evobes degung, zuweilen recht griffen Nutsch⸗ wis⸗ Der Wech die immmer odenns in me war,. Lits ali del Kee Zuull zu HI, die oshaller 0 die 241 rechtfertigen,) doch gewiß alle gemeine Hutungen und Triften verdrängen werde. Es bleibt uns nun zu untersuchen übrig, wie, und bis zu welchem Punkte jene Abänderung in der Viehbehändlung in die flamändische Wirthschaft ein⸗ geführt worden, und welche besondere Einwirkung sie auf den Fortgang des Ackerbaues daselbst gemacht habe. ö Diejenigen Hausthiere, die den Menschen den größten Nutzen gewähren, sind unstreitig: das Pferd, das Hornvieh und die Schaafe; daher wir uns auch bloß auf ihre Beschreibung einschränken wollen. Von den Pferden. Das flamändische Pferd hat für das Auge nichts Vorzügliches. Es hat breite Lenden, einen dicken, schweren Körper, und ungleich gröbere Knochen, als das englische, daher es bloß zum Ackerbau und zum Ziehen geeignet ist. Sein Trab ist schwer; sein ganzer Umriß hat nichts Angenehmes. Die Pferde in der Castellaney von Furnes haben eine kolossale Größe, dennoch aber einen guten Bau. Die Farbe ist durchgehends schwarz, und diese Farbe scheint wirklich die ursprüngliche gewesen zu seyn. Die andern Farben rühren nur von vorübergehenden Mischungen her, und verlieren sich nach einigen Gene⸗ rationen wieder. Dritter Band.* Das 242— Das Pferd ist ausschließlich das einzige Gespann, das man hier zum Ackerbaue braucht; und es ist wirk⸗ lich auffallend, daß man in einer Gegend, wo man sich so außerordentlich mit der Hornviehzucht abgiebt, sich nicht auch der Ochsen zur Arbeit bedient. Die lage des Departements der Schelde, seine starke Bevölkerung; der Handel und die Industrie sei⸗ ner Bewohner: alles vereinigt sich, eine große Pfer⸗ dezucht nothwendig zu machen. Man zählt ihrer 30/,000 daselbst. Die Polder und das Waesland be— sitzen davon die meisten, und diese Pferde sind von der stärksten Race. Man hat mehrere Jahrmärkte, wo viele derselben verkauft und aus dem Departement aus— geführt werden. Der Rotz und der Strengel sind die Krankheiten, die oft große Verheerungen darunter anrichten. Man darf sich in dieser Gegend nicht nach Kutsch⸗, und noch weniger nach Reitpferden umsehen. Erstere läßt man gewöhnlich aus Holstein, Mecklen⸗ burg und Friesland kommen. Die Reitpferde bezieht man aus der Normändie und limoge, und bezahlt sie sehr theuer. Im Jahr 1770 gab sich die Dwilenz des kandes von Alost mit der Verbesserung der Pferdezucht ab. Zu dem Ende wurde mit großen Kosten in der Stadt Alost selbst eine Stuterey von 50— 60 holstei⸗ nischen, normännischen, neapolitanischen, arabischen und dänischen Pferden errichtet; der Erfolg aber ent— sprach siuch de el zeugle dabeh 2 Ahtel 1E süͤrde Resi 0 eh 6n dl und di Ny ten, alles nach die ll ne e um der mache der g hicht inlan dsm, Mik wo man abgith ö ‚ seine uie sei⸗ Pfer⸗ Kihrer and be⸗ on der „wo aus⸗ khlitez nach sehen, Klen/ eheht H4 se ½ des dejucht in d hosse⸗ Hühn uch 243 sprach der Erwartung nicht. Diese Racen, die für die einheimischen schweren Stuten zu fein waren, er— zeugten Fohlen, die nicht zum Ackerbau taugten, und dabey einen schweren Kopf, hohe Beine und einen schma⸗ len Bauch hatten. Nach einem Verlaufe von 3— 4 Jahren überzeugte sich die Verwaltung, daß kein besse⸗ rer Erfolg von dem angefange en Versuche zu erwarten stände; sie wendete sich daher an die österreichische Regierung, um durch ihre Vermittelung die Erlaubniß zu erhalten, einige zwanzig Beschäler der stärksten Ra⸗ cen aus England zu beziehen. Man erhielt sie auch, und dieses Etablissement erhielt sich, bis Joseph II. im Jahr 1781 die DrDeen ganz einstellte. Der außerordentliche Aufwand, den sie foder— ten, das Vorurtheil, welches man allgemein gegen alles Neue hat, und von welchem man gewöhnlich erst nach langen und glücklichen Versuchen zurückkommt; die Uebereilung, mit welcher man zur Unterdrückung jener Stuterey schritt; alles das war nicht 49650 40 im den Sinn für Verbesserungen dieser Art rege zu machen. Es ist aber zu vermuthen, I man der guten Sache Unrecht dabey that, und ich kann nicht gläuben, was einige andere behaupten, daß die inländische Race durch diese vorübergehende Kreuzung mit jenen fremden ausgesuchten Pferden verloren habe. Ich gebe zu, daß die erste Generation dieser Mischung feiner als ihre Mütter ausfiel, und daher zum Acker⸗ baue nicht so tauglich war; daß sie außer dem zu viel Plumpes von mütterlicher Seite beybehalten, um als Prachtpferde paradiren zu können; und wie hätte das 2 an⸗ 244 89—0 anders seyn können? Hätte man aber die Geduld ge— habt, die sechste oder siebente Generation abzuwarten, so würden die Resultate sich befriedigender ergeben ha⸗ ben. Dies ist die Meinung aller derer, welche die Umstände gehörig gekannt und mit Unbefangenheit er⸗ wogen haben. Im Jahr 1768 wurde ebenfalls eine Beschäle⸗ rey zu St. Nikolas, und eine andere zu Gent errich— tet; aber an keinem dieser Orte wollte es damit fort, weil die Hengste außer Proportion mit den Stuten waren. ö Manche sind der Meinung, es sey vortheilhafter, die Methode anzunehmen, bey welcher sich die Castel⸗ laney von Brügge wohl befunden hat. Man bewillig⸗ te nämlich den lLandwirthen eine Entschädigung, welche einen gewählten Hengst halten wollten. Dabey durfte man sich aber dann keines andern bedienen. Die Polizey verfuhr dabey sehr strenge; sie verhinderte die Einwoh— ner, eigene Hengste zushalten, und untersagte die Aus⸗ führung derjenigen, die einmal zuchtmäßig erklärt wor⸗ den waren. Man hatte sich überdem noch vorgesetzt, jährlich gewisse Zusammenkünfte zu veranstalten, wo man Ermunterungspreise für die schönsten Stuten und die besten Fohlen auszusetzen gedachte. Dergleichen Preisvertheilungen hatten auch schon in den Castella— neyen von Bergen und Bourbourg in dem Departe— ment von Norden eine große Verbesserung der Pferde— racen bewirkt. Im h0h 386 flde 7⁰⁴⁰ melle derE dehht als d Unte der E dratm Hande daß der! lung fonne W ge⸗ Woatten eben 0 sche de Hlit e, Wscle hetrich it fot, Zlulen haste, Castel ewilli wesche dulfte ostzey woh⸗ Aus⸗ Vol⸗ hsh „ 1 Nuld lechen astels dpalt⸗ fce In — 245 Im Jahr 1801 zählte man im Departement von Norden 43,691 Pferde, die zum Ackerbau, und 3867, die zu andern Diensten bestimmt waren. Au-⸗ ßerdem 4086 Fohlen von einem bis anderthalb Jahr, 7070 Fohlen von demselben Jahre. Dieses Departe—⸗ ment enthielt also 20,000 Pferde mehr, als das von der Schelde. Dagegen hat jenes aber auch eine Aus⸗ dehnung von 10o französischen Quadratmeilen mehr, als das letztere. Im Grunde ist also kein wesentlicher Unterschied bey der Pferdeanzahl. Das Departement der Schelde zählt mehr als 160 Pferde auf jeder Qua⸗ dratmeile. An methodischen Thierärzten fehlt es den Nieder⸗ ländern noch beynahe gänzlich; doch kann man hoffen, daß durch die Vereinigung mit Frankreich die Vortheile der wohlthütigen Thierarzneyschulen, deren erste Einrich⸗ tung wir der ehemaligen Regierung nicht genug verdanken können, auch auf die belgischen Provinzen wirken werden. renv i e h. Das Departement der Schelde besitzt eine außer⸗ ordentliche Menge dieser Thiergattung. Ihre Zahl er⸗ streckt sich über 110,0οο Stück; es kommen ihrer also mehr als 600 auf die franz. Quadratmeile. Die⸗ ser starken Viehzucht und dem besondern Fleiße, den man darauf verwender, verdankt diese Gegend die Fortschritte ihres Ackerbaues und den Wohlstand ihrer ganzen Landwirthschaft. Das Hornvieh liefert dem flamändischen Landwirthe den größten Theil des Dün⸗ gers, wodurch er in den Stand gesetzt wird, einen 3 dür⸗ 246 dürren, öden Boden in ein fruchtbares Gartenfeld um⸗ zuschaffen. Die Bierbrauereyen und Branntweinbrennereyen tragen zu dem Unterhalte eines so starken Viehstappels nicht wenig bey. Da das Bier das allgemeine Volks— getränk ist, so kann man daraus auf die große Anzahl der Brauereyen, und daher auch auf die Stärke ihres Abfalles zu Gunsten des Viehes schließen, indem jähr⸗ lich nur allein 3 bis 400,000 Zentner Gerste dazu verbraucht werden. Die Branntweinbrennereyen dienen hauptsächlich zur Mastung. Man sindet ihrer 320, die jährlich üuber 89,000 Hektolitres Fruchtbranntwein fabriziren. In jeder werden jährlich 25 bis 40 Stücke Mastdieh aufgestellt, und zwey⸗bis dreymal durch andere ersetzt. Die ausgedehnten Wiesen der Gegend tragen auch nicht wenig zur Viehzucht bey. Das Hornvieh ist durchgängig von einem Mittelschlage, der gut gebaut, fruchtbar und milchergiebig ist. Man könnte die Race aber doch noch durch die Einführung holländischer Stie— re verbessern, die sehr gut auf die Landrace passen würden. Die, welche sich mit dem Viehmästen abgeben, kaufen solches in dem Departement der beiden Nethen und der Campine auf. Diese Raee ist kleiner, setzt leicht Fett an, und giebt 8 Milch. Man kauft außerdem auch in Holland, Fries und Gelderland große Ochsen von 5— 6 Duden /bezahlt sie zu 3 bis 40⁰0 400 Dot vokeke gfe Butler vohli wid. 12— um E tr, in de lange Heurn chens lun ll und er haben Vid weide man blum im⸗ Hekexen fappaz N hhl ahres hr⸗ 14 dahh ichich ihch rziten, lastoih lseg. auch Hit Hall, Race Sor hasen gebeh, Hathen Volls⸗ 400 Franken, und verkauft sie fett zu 8 bis 900. Vor einiger Zeit verkaufte ein Branntweinbrenner in kockeren einen fetten Ochsen für 1270 Franken. Diese große Race ist übrigens schwer fett zu machen. Man fabrizirt nur sehr wenig Käse, weil die Buttermilch sammt den Käsetheilen von dem Volke so⸗ wohl in den Städten als auf dem Lande frisch verzehrt wird.. Eine gute Landkuh giebt im Sommer täglich 12— 18 pariser Pinten Milch. Man verwendet sie zum Genusse der Menschen, zu Verfertigung der But⸗ ter, und zur Kälbermast; auch dient ein Theil davon zu den Leinwandbleichereyen, und wird wohl noch so lange dazu dienen, bis die neue und schnellere durch Herrn Berthollet angegebene Methode des Blei⸗ chens mehr bekannt werden wird. Man ist sehr sorgfälig, um allen Viehkrankhei⸗ ten zuvorzukommen. Man hält die Ställe sehr reinlich, und erneuert sorgfällig die Luft darin. Zu dem Ende haben mehrere Ställe 6— 8 Zoll große Locher in den Wänden, die nach Belieben mit etwas Stroh verstopft werden können. Erkrankt das Vieh, so behandelt man es mit Säuren, Brechmitteln und Schwefel⸗ blumen. Im Winter wird das Vieh warm, und im Som⸗ mer kühl gehalten. Im Frühjahre wird es mit Tages⸗ anbruch auf das junge Gras der ihm bestimmten Wie⸗ sen und Weiden gebracht. Zwischen 9— 10 Uhr kehrt es wieder zum Stalle zurück, und geht um 4 5 Uhr wieder aus, um mit dem Einbruche der Nacht auf den 4 Stall 248 Stall gebracht zu werden. Uleberhaupt geht das Vieh nur im Sommer täglich zweymal aus, und bleibt in allem 6 Stunden auf der Weide. In den andern Jahreszeiten aber wird es nur einmal ausgelassen, und bleibt von 0 oder ur Uhr Vormittags bis 2 oder 3 Nachmittags in der freyen Luft. Gegen Ende Sep— tembers kommt es auf die Kleestoppel, die dann schon einen doppelten Einschnitt gegeben hat; auch wohl auf den jungen Klee, wenn er nach der Getreideärndte groß genug dazu geworden ist. Dabey bleibt aber jeder auf eigenem Grund und Boden, denn gemeine Trift wird hier nicht geduldet“). Gegen Ende Ottobers wird das Vieh auf dem Stalle mit Frummet, Stroh, Kaff, Rüben, Möhren, Pastinaken, Bier und Brannt— weinüberrest, und zermalmten Oelkuchen gefüttert. Def⸗ ters wird das Gesöffe mit etwas Bohnen⸗oder Rocken⸗ mehl gemischt. Man macht sich keinen Begriff von der Weiße und dem Wohlgeschmacke des Kalbfleisches, das man in Gent speiset, und das von ihrer Fütterungsart ab— hängt, *) Dies giebt Anlaß, zu glauben: als wenn im Allgemei- nen hier Weidewirthschaft, und nicht Stallfütterung, ge⸗ trieben würde; da doch, wie schon so öfters gesagt und dargethan worden ist, diese letztere in den Niederlanden den Vorzug hat. Ein soicher Widerspruch wird sich aber iminer finden, wenn man sich bey der Beschreibung des Ackerbaues nicht nach der natürlichen, sondern der stati— stischen Eintheilung des Bodens richtet. Das Departe— ment der Schelde hat nach Norden zu eine Menge Marsch- und Weidelande, nach Süden im Gegentheil magern, zum Graswuchse wenig geeigneten Sandboden. Die Wirthschaft kann in beiden nicht gleich seyn, und wenn die Weidewirthschaft in jener Gegend allgemein ist, so ist sie in dieser unmöglich. singt Kätbe ht. delme sandet r be man genen in de und 6 it wi Wiie voh! det! gel, den! aber ⸗ N blttin andern n, ind bder 3 Sep⸗ in schon vohtauf der auf +Wrd d das ö‚ Haf, drannt⸗ Oufe Rocken⸗ Weiße I IU t ab⸗ Nun, Ahemei⸗ u, ge⸗ agt und Mlanden ich aber un de er statz Npan⸗ Nae ethet 249 hängt, welche diese Kälber weit über das Fleisch der Köͤlber von Pontoise, und selbst der in England er— hebt. Die Aufziehung der Kälber verhält sich folgen⸗ dermaßen: ö Man läßt das Kalb nicht an der Mutter saugen, sondern nimmt es davon weg, so wie es gehörig von ihr beleckt worden, und nun trocken ist. Nun bringt man es in einen kleinen von Brettern zusammengeschla⸗ genen Raum, der fünf Fuß in der länge und dritthalb in der Breite hat. Dieser Verschlag läßt sich hinten und vorn vermittelst einer Thür öffnen. Der Boden ist mit Dielen ausgelegt, denen man zum Abflusse des Urins einen kleinen Abhang giebt. In der Entfernung von einem halben Fuße von der vordersten Thür befin— det sich an jeder Seitenwand eine Krampe eingeschla— gen, an welche das Kalb mit zwey Stricken angebun— den wird, welche lang genug sind, daß es sich legen, aber nicht den Kopf bis zum Schwanze bringen kann. So bald das Kalb acht Tage alt ist, giebt man ihm keine Streue mehr, und hält sein Lager möglichst rein. Man legt ihm zugleich einen kleinen Maulkorb an, damit es keinen Staub auflecken kann. Da die Kälber, wie gesagt, nicht an der Mut⸗ ter saugen, so wird ihnen in ihrem Raume frisch gemol⸗ kene Milch gereicht. Man taucht sie im Anfange mit dem Maule hinein, und beschäftigt sich mit dem Fin⸗ ger, ihnen etwas davon beyzubringen, damit sie zum Saugen oder Anziehen gereitzt werden. Nach und nach gewöhnen sie sich daran, und saufen nach 14 Tagen so fertig, wie eine Kuh.. Ist das Kalb von einer großen Mutter, und reichlich mit Milch getränkt wor⸗ Q 5 den, den, so wird es nach dreyh Monaten 45 Pfund per Viertel wiegen; aber nur 30— 35, wenn es von einer gewöhnlichen Kuh, oder nicht mit guter Milch gefüttert worden ist. Der Abfall davon wiegt 40 Pfund. Gegen die Zeit, wo die Mastung zu Ende geht, bereitet man den Kölbern besondere leckerhafte Pillen, aus deren Zusammensetzung die Wirthinnen ein 196 nn machen wollen. erwenden die Bewohner der Schelde so viele Staral a fihr Hornvieh, so werden sie auch eben so iritinn afür durch die vie n Vortheile Hebert die sie davon beziehen. Man muß nur jede Kuh als eine Milch⸗ und Dungfabrik betrachten, woran auch der Handel seinen Antheil hat. Die Gerbereyen dieses Departements stehen in keinem geringen Flor, und diese sinden an den inländi⸗ schen Häuten eine gute uir von rohem Mate⸗ rial). Man rechnet, daß jäͤhrlich 8— ꝗtausend Ochsen und Kühe und 23800 Kälber geschlachtet wer⸗ den. Der übrige Abfall wird von andern Fabriken benutzt; wir wollen uns aber, da sie auf den Ackerbau keine Rückwirkung haben, nur mit der Beschreibung der Leimmacherey abgeben. Bekanntlich werden die Schnitzel aller Arten von Häuten dazu verwendet. Ein Pfund davon in geho⸗ riger Mischung giebt ein Drittelpfund guten Leim. Man fabrizirt in Gent und auch an andern Orten ei⸗ nen *) Die Stadt Paris bedarf jährlich 75,0oo bereitete Och⸗ sen⸗, 298 Kuh⸗„ 200, 00 Kalbs⸗, 400, ooo Schaafs—, 2 1d 100,,000 Ziegenfelle. Dieser Lederverbrauch wurde n Jahr 17838 als der zehnte Theil dessen angesehen, was Dab ganze Königreich bedurste. Der Verf. n Hi nachai bey E indem sse dl Imn laf Lume9 Hedüf weit! Rwh der H sid, versch nach ket. schied wetden dung Diedi andetr en Ger End gebr. ken Anf von seine Aull, sud per ez vn r Moh iegt 40⁰ Ende erhafte hnnen o vile cben so die sse eine ich der Hen in Hländi⸗ Nate⸗ uend wel⸗ riken au bung n bon geh Leim. ten ei IH1 L f„ Hude was f nen Leim, der dem holländischen und englischen nichts nachgiebt; nur können die inländischen Leimfabriken bey Einführung des auswärtigen Leims nicht bestehen, indem die Holländer und Engländer den ihrigen, den sie von dem Abfalle der Fische machen, und welcher ihnen äußerst geringe zu stehen kommt, auch wohlfei⸗ ler lassen können. Zum Glücke können wir bey uns Leim genug fabriziren, um des auswärtigen nicht zu bedürfen. Wir wollen hier die Leimfabrizirung nur in so weit betrachten, als sie dem Ackerbau einigen Nutzen gewähren kann. Wenn die verschiedenen Ingredienzien, woraus der Leim zusammengesetzt ist, in einänder geschmolzen sind, so scheidet sich diese Mischung von selbst in drey verschiedene Schichten, deren jede sich in ihrer rLage nach der spezifischen Schwere ihrer Bestandtheile rich⸗ tet. Die oberste ist eine fettige, von dem Leim ver— schiedene Materie, die also nicht als Leim gebraucht werden kann, und auf eine andere Art ihre Anwen⸗ dung findet. Der Leim selbst bildet die zweyte Schicht. Die dritte enthält einen Satz, der aus Geknöche und andern nicht aufgelösten oder nicht aufzulösenden Thei— len besteht. Dieser Satz, der einen sehr stinkenden Heruch von sich giebt, dient nun als Dünger. Zu dem Ende wird er mit Wasser gemischt und auf das Feld gebracht. Hr. Goervie zu Gent hat ihn seit mehre⸗ ren Jahren mit dem besten Erfolge angewendet. Zu Anfange des Jenners macht er eine dicke Auflösung von jenem Satze, und verbreitet sie über einen Theil seiner äußerst sandigen Felder. Esel und Hunde. Omne rus tanquam necessarium desiderat asel- lum, sagt Columella. Dennoch findet man wenige die⸗ 252— dieser nütlichen und wenig kostspieligen Thiere in den Niederlanden. Nur einige arme Familien bedienen sich derselben, um das Gemüse nach den Märkten gro⸗ ßer Städte zu bringen. Die Eselgattung, die man bier hat, ist übrigens von einer ansehnlichen Größe, und die Gemüse⸗ und Milchweiber setzen einen Stolz darin, andere ihres Standes durch das Glänzende ih⸗ rer Equipage auszustechen. Die Hunde als Zugvieh sind hier ziemlich im Ge⸗ brauche. Man bringt mit ihnen nicht allein Gemüse und Milch zu Markte, sondern verführt auch Bier, Fleisch und Kohlen damit. Es giebt solche Hunde, wovon das Paar 6 Rasieres, d. i. 1200 Pfund, Koh⸗ len ziehen. Sch a a se. Flandern war die erste Gegend, die sich durch die Schaafzucht und Wollmanufakturen bereicherte. Man findet aber heut zu Tage wenig Schaafe mehr daselbst. Die Industrie hat eine andere Richtung ge— nommen. Das Hornvieh hat das Wollvieh verdrängt. Die Ursachen davon sind einleuchtend: die Vertheilung des Bodens in lauter kleine Pachthöfe; eine auf das Höchste getriebene Cultur, die keinen Daumen breit Lan⸗ des zur Weide übrig läßt. Es gäbe also hier kein an⸗ deres Mittel, als die Schaafe auf dem Stalle zu füt⸗ tern, und noch ist die Möglichkeit davon nicht erprobt. Der kleine Landwirth findet seine Rechnung besser bey ein Paar Kühen, die ihn mit ihrer Molkerey nähren, und noch etwas davon zum Verkaufe übrig lassen. Die einzige Weide findet das Schaaf hier noch längs den Heerstraßen; allein da das Gras daselbst nicht viel bedeutet, so suchen die Schaafe gern weiter, setzen über den Graben, und richten dann Schaden auf dem Felde an. Daher kam es, daß in dem Lande von Alost und andern Distrikten niemand Schaafe hal⸗ ten u bU sen Gese kenn GSaltt und al in d Poor der 6 z sh Heiten Läum ngef scw verke Stat Lute, iie den behtgen ltengy⸗ die man Göß, en Soh hende ih⸗ 0 im Ge⸗ Gerise ich Ber Yunde, „Koh⸗ ch durh Teicherte afe meht lung ge⸗ orängt. heilung uf das eit Lan⸗ en a⸗ en fit⸗ erprobt. eser bey rähter, sen. her oth dosh Pellet, Zauden Rande fe hal ten 253³3 ten durfte, der nicht 12 Hektar ackerbares Land, Wie— sen und Gehölz nicht mit einbegriffen, besaß. Die Gesetze waffneten sich also hier gegen eine Viehrace, die keinen andern Feind, als die Wölfe, zu haben schien. An andern Orten, wo ein solches Verbot nicht Statt hatte, war die Weide längs den Heerstraßen und auf abgeärndteten Feldern mit gewissen Pachthö⸗ fen verknüpft, die dann zum Ersatz einen oder ein Paar Stiere, oder wohl einen Hengst zum Dienste der Gemeinde unterhalten mußten. Wir finden also hier wenig über die Schaafzucht zu sagen. Von 100 Müttern rechnet man, Krank— heiten und Zufälle halber, im Durchschnitt jährlich 80 Lämmer. Unter jener Zahl der Mütter befinden sich ungefähr 15, die zwey lämmer auf einmal geben. Der schwächste von den Zwillingen wird an die Schlächter verkauft, um die Mutter nicht zu sehr zu entkräften. Die Wollschur hat gegen die Hälfte des May Statt, und währet 14 Tage. Es sind besondere Leute, und nicht die Schäfer, die hier scheeren. S ch w ei n e. Man zählt in dem Departement 56,000 Schwei⸗ ne, oder 300 auf jede französische Quadratmeile. So lange sie nicht zur Mast aufgestellt werden, nährt man sie, wie anderswo, mit wenigen Kosten mit Kraut, Buttermilch u. s. w. Man schneidet die Ferkel, ehe sie 6 Monate alt sind. Das Mästen geschieht mit Ro⸗ cken⸗, Bohnen-⸗, Hafer- und Buchwaizenmehl, wo— zu noch gekochte Kartoffeln kommen. Das Mehl wird mit diesen durch einander geknetet, und das Ganze mit Buttermilch verdünnt. Nach Verhältniß, wie das Thier an Fett zunimmt, wird ihm das Futter dicker gereicht. Die Stärkefabrikanten, so wie die Müller, mä⸗ sten mehrere Schweine; aber die ersten kommen den letz⸗ 254— letzten an Güte nicht bey. Kleine Bauern mästen wohl Schweine von 10 Monaten; größere Pächter aber warten, bis sie 15 bis 24 Monate alt sind. Die Mutt eschwine und Eber, die erst in ihrem siebenten und achten Jahre gemästet werden, erreichen nicht sel⸗ ten ein Gewicht von 600 Pfund. Gilbert in seiner Abhandlung über die künst⸗ lichen Wiesen und die Verhältnisse derselben zu den Ackerlanden und dem Viehstände, stellt folgende Prin⸗ 13807 auf: Zur Aus düngung eines Hektars gehört ein Sue Vieh. Unter einem Stücke Vieh versteht er ein Pferd oder einen Ochsen, eine Kuh oder drey Kälber von ei⸗ nem Jahre, oder 6 Schaafe. Drey Rinder von zwey Jahren bählen für zwey Stücke. 3. Jedes Stück verzehrt im Jahre 4000 Pfund trocknes Futter, oder beynahe eben so viel, als ein halber Hektar künstlicher Wiesen hervorbringt.(Er rechnet 3711 Pfund Heu von den künstlichen, und 2500 Pfund von den natürlichen Wiesen. In dieser Abschätzung legte Gilbert die Abschätzung des Pli-⸗ nius, die Engländer, und den im Badendurlachischen angenommenen Anschlag zum Grunde.) Wir wollen nun diese Sätze auf das Departe⸗ ment der Schelde anwenden. Wir finden daselsst, wie schon gesagt, 30,000 Pferde, 110,000 Stück Hornvieh, 56,000 Schwei⸗ ne auf einer Oberfläche von 180 franz. Quadratmeilen. Ferner haben wir daselbst jährlich an Rocken und Wai⸗ zen 80,000 Hektars. Zufolge der von Gilbert an⸗ gegebenen Regel reichten also 80,000 Stück Vieh zu ihrer Durchdüngung zu. Wir finden aber hier beyna⸗ he Hebas: Hachih chem Hälnß an dr in den rung v bis 40 welche lung ö den wil Muge: ftucht, andete und na 9,I Die 2 die H. sam, kerhal auf d 9 0 ra nic dern Wie Histen Rar nd. De siebentn nicht sl V lunst zu den de Prin⸗ bͤtt ein u Pfed von ei on zvey Dfund als ein (Er „und die ser àOsi⸗ Hichen Epatte⸗ 0/000 chvei meilen. Mis⸗ 255 he das Doppelte. Es wäre zu wünschen, daß jeder Pachthof seinen Viehstand damit vergliche. In wel— chem Lande überhaupt wird man ein so starbes Ver— hältniß des Viehstandes zu dem Ackerbau finden, als an der Schelde? Zu Vaubans Zeiten(1697) rechnete man die Bevölkerung in Frankreich auf schlechtem Boden zu 5 bis 600, und auf gutem zu 7bis 800 Köpfen. Heut zu Tage finden wir daselbst nach einem allgemeinen Durchschnitte 10 bis rhundert auf jeder Quadrat⸗ meile. Da nun die Quadratmeile 2000 Hektar be⸗ trägt, so kömmt nur ein Mensch auf zwey Hektar. In Holland hat man 1800 Köpfe auf der Quadratmeile; in dem Departement der Schelde aber ist die Bevölke⸗ rung ungleich stärker; denn wir haben weiter oben 3 bis 4000 Personen auf der Quadratmeile gefunden, welches beynahe 2 Personen auf den Hektar beträgt. Nehmen wir in dem alten Frankreich auf Einthei— lung der Felder einer Quadratmeile Rücksicht, so fin⸗ den wir meistens, daß die Hälfte davon unter dem Pfluge steht, und in drey Schläge, nämlich: Winter⸗ frucht, Sommerfrucht und Brache, vertheilt ist. Die andere Hälfte theilt sich ihrer Seits in kunstliche) und natürliche Wiesen, Holzungen, Weinberge, We⸗ ge, Flüsse, Teiche, Gärten und Plätze für Gebäude. Die Vertheilung dieser 2000 Hektar, wovon gerade die Hälfte zum Fruchtbau niedergelegt ist, zeigt satt⸗ sam, daß man zuerst und hauptsächlich für den Un⸗ terhalt der Menschen hat sorgen wollen, und daher auf den des Viehes nicht genug bedacht gewesen ist, da *) Da der Verf. unter den künstlichen Wiesen nur Futter— kräuter, wie Klee, Luzerne, u. s. w. versteht, und diese nicht ununterbrochen auf demselben Boden bleiben, son dern mit Getreide abwechseln, so gehören die künstlichen Wiesen offenbar unter die Kategorie der Ackerlande. 256 da doch ohne solches die Menschen selbst nur eine seht gebrechliche Existenz haben würden, und darin mag wohl der Hauptfehler unseres landwirthschaftlichen Schlendrians liegen. Nach Gilberts Angabe werden auf 6— 70⁰0 Hektar, die jährlich mit Getreide bestellt werden, zum wenigsten 1200 Hektar künstlicher Wiesen erfodert: ein Verhältniß, das nur sehr selten beobachtet wird). Daher kömmt es denn auch, daß der Viehstand Frank⸗ reichs nicht zu seinen Bedürfnissen zureicht, und wir eine ansehnliche Summe Geld für frisches und gesal⸗ zenes Fleisch, Wolle, Bürsten, Häute, Butter und Käse ins Ausland schicken; statt daß wir bey einer wei— sen Vertheilung nicht allein unsern Bedarf haben wür⸗ den, sondern auch noch davon ausführen könnten). Man rechnet in Frankreich auf die Quadratmeile nur 60 Pferde, 180 Stück Rindvieh, ungefähr 1000 Schaafe, deren wir 50 gegen 4 Stück großes Vieh rechnen. Schlagen wir hierzu noch die Maulthiere, Ziegen und Schweine, so können wir in allem 400 Stuck großes Vieh auf die Meile annehmen; es kä⸗ me also noch nicht ein Stück auf den Hektar geackertes Land; und noch muß man dabey bemerken, daß dieses Stück größtentheils erbärmlich genährt wird. In dem Departement der Schelde kommen im Gegentheil 8 bis 900 Stück auf den Hektar eingesäeter Lande, und dieses Vieh wird vollauf genährt. *) Zum Glücke!— Das belgische Ackersystem beweist, daß auch der fünfte Theil des Ganzen in Futterkräutern zureicht, um einen mehr als zureichenden Viehstappel zu unterhalten. **) Die Römer gaben dem Gelde zuerst den Namen von dem Viehe selbst, das es vorstellte und zuwege brachte, a pecore pecunia, und prägten auf ihre Münzen das Thier, welches die Quelle des Gewinnes war, und das man auch peeulium nannte. A. d. Verf. Oselt Bode dern Bent Di lihe K uns, wickelt einer t die si anem nicht, tuchen andere von d 1*) ei hi Ditter! scht dun n chmfühn 5—7˙⁰ Nen gum ufodert: wirdꝰ). drn⸗ und wit ind gesh ter und ner wei⸗ en wür⸗ ten“). ratmeile ihr 1000 120 Die llthiet, M 4⁰⁰ es ka⸗ kertes dieses uudem theil e, M bedeis, Erautetn Tabpele Men don ahlt, das d das f Vierte Abtheilung. Chemische Zergliederung mehrerer Bodenarten in dem Departement der beiden Nethen, vorzüglich in Bezug auf die Urbarmachung der Heiden*). Der Ackerbau, diese unentbehrliche, diese wohlthä⸗ tige Kunst, und daher die edelste aller Künste, lehrt uns, die Kräfte der Fruchtbarkeit der Erde zu ent— wickeln und zu befördern. Ist sie gleich durchgängig einer rohen und ungebildeten Menschenclasse übergeben, die sie nur handwerksmäßig, und vorurtheilvoll nach einem hergebrachten keisten betreibt, so hindert das nicht, daß sie besser noch auf eine rationelle Art be⸗ trieben werden könne, da sie eben so gut wie jede andere Kunst fester Principien fähig ist. Man scheint in unserm Zeikalter mehr als je von der Wahrheit dieses Satzes überzeugt zu seyn. ö Der *) Diese Abhandlung ist von Herrn J. B. de Beunie, einem Arzte zu Antwerpen, der sie im Jahre 1774 niederschrieb, Dritter Band. R 258——— Der Sinn für Agrieultur ergreift ganz Europa, und eine Menge Federn überschwemmen uns mit Brochü— ren; aber, leider! sind die meisten dieser Schriften entweder das Gespinnst einiger Schreiber für Geld, oder ihre Principien sind auf unsern Boden, und unsere Verhältnisse nicht anwendbar. So mag es wohl seyn, daß die von den Franzosen und Eng⸗ ländern vorgeschlagene Methoden auf den Kley⸗— Kreidartigen Boden ihrer wüsten Lande passen; allein sie passen nicht auf den sandigen Boden der unsrigen. Mein Hauptaugenmerk wird daher in gegen⸗ wärtigem Versuche auf diejenigen Heiden oder dden lande gerichtet seyn, die bis jetzt noch beynahe den dritten Theil des Herzogthums Brabant decken, und zu deren Urbarmachung d die Regierung auf alle Art ermuntert. Diese Unternehmung kann bey einem so thä⸗ tigen und industridsen Volke, unter einem so günsligen Klima wie bey uns nicht schwer, oder unmöglich seyn, und bald werden wir unsere Heiden umgeschäffen, und die zahlreichen Auswanderungen abnehmen sehen, die unsere Städte mit jenem Laquaigesindel anfüllen, das aus Niederträchtigkeit und Trägheit sich dem ed— len Berufe, die Erde zu bauen, entzieht, und die Würde des Menschen dem Uebermuth und Eigensinne eines andern unterwirft. Man hat lange geglaubt, daß die Wissenschaft des Ackerbaues sich einzig und allein auf die Erfäh⸗ rung gründe; aber ich glaube mit Hipocrates, daß ‚ die Eff auf ei tunged suchl, schn mie and Hrer E begtün ——— Moer Eemer ken in entwict sun han lha, und 1 duch, Schifen fir + den, ud mag es nd Eng⸗ Wley, oder sn; alen ugegen⸗ der d nahe din ken, und alle I. m so tho Unstigen ch seyn, n/ und en, die wabler, dem ed⸗ e Wurde ne ehes 259 die Erfahrung oft trügt), und wenn sie sich nicht auf eine solide Theorie gründet, selten der Erwar⸗ tung des kandwirthes entspricht. Wir werden also suchen, eine solche Theorie nach physischen und chemi⸗ schen Grundsätzen festzusetzen: nur bedaure ich, daß mir andere Geschäfte nicht zulassen, diese Grundsätz ihrer Seits durch praktische Versuche im Großen zu begründen. Zu dem Ende werden wir 1) die Zusammensetzung der Bestandtheile der Pflanzen untersuchen; 2) die zur Vegetation unumgänglich nöthigen Elementarwerkzeuge erklären; 3) die mehr und weniger fruchtbaren Bodenar⸗ ten in der Gegend von Antwerpen zergliedern; 4) die Natur und Beschaffenheit unserer Heiden entwickeln, und endlich 5) einige Schlüsse zur Melioration dieser wü⸗ sten lande daraus ableiten 49 R 2 ö Er⸗ *) Sie trüͤgt sicher sehr oft; doch nur weil wenige Men⸗ schen dazu geeignet sind, eine gehörige Erfahrung zu machen, und noch weniger eine gut gemachte Erfah⸗ rung mit Verstand und weisem Ab⸗ und Zugeben zu benutzen wissen. 1) Da die Chemie seit dem Jahre 1774 so wesentliche Veränderungen erlitten hat, so glaube ich um so mehr die Lehre des Verfassers über die zwey ersten obigen Ar⸗ tikel hier weglassen zu können, als wir in Deutschland darüber viel richtigere und vollständigere Grundsätze in den 260 Sü Erster Abschnitt. Chemische Untersuchung des Bodens. Die Lande, welche man für die fruchtbarsten in der Gegend von Antwerpen anerkennt, sind die Pol⸗ der von Wilmerdonck, Oorderen, Lilo u. s. w. We— niger fruchtbar ist der Boden um Contig, Hoof, Morsel, Arselaer u. s. w. Am wenigsten fruchtbar der von Wynegem, Schooten, S')graevenwesel, Brarxgaet u. s. w. 5. I. Untersuchung des Bodens von Oorderen. 1) Dieser Boden ist schwer und fert. Er hal einen starken Zusammenhang und eine große Dehnbar⸗ keit. Seine Farbe ist schmutzig gelb oder falb. 2) den Werken des unsterblichen Thaer, und dem Ar⸗ chive der Agrieultur-Chemie des verdienstvollen Hermb⸗ städt finden. Soviel glaube ich vorläufig von der Theo⸗ rie des Verfassers sagen zu müssen, daß er die Bestand— theile der Pflanzen aus Wasser, Oel, Salz, Gummi, Harz, Luft, Alkali und Erde bestehen läßt. Ueberhaupt nimmt er an, daß die Thonerde(terre argileule) allein die Basis nicht nur der Vegetation, sondern auch der Vegetabilien und Thiere ausmache. Zu den Elemen⸗ tarwerkzeugen alles Wachsthums nimmt er Luft, Wasser, Wärme und Erde an; und sucht zu beweisen, daß die Thonerde nicht allein das Werkzeug der Vegetation, son— dern guch die Hauptnahrung der Pflanzen sey. Er nimmt an, odehd. arsten in de Pol, U. Ve— 3, Hohh stuchtbin cpenwest, Hm A⸗ germb⸗ Mo Vestund Gumm Ichthautt gllele dern d NEhna „Oset, „I ie im, son⸗ Rimmt h 2) Unter dem Vergrößrungsglase zeigt er einen einformigen, mit einigen wenigen glänzenden Punkten gemischten Körper. 3) Er röthet nur sehr wenig das lackmuspapier, folglich enthält er auch wenig Säure. 4) Wird das blaue Papier durch eine Säure gerdthet, so verändert diese Erde es nicht wieder in blau; sie enthält also kein Kali. 5) Mit Wasser geknetet wird sie beynahe eben so zähe und dehnbar als Töpfererde. 6) Wird ein Kuchen davon einem gehörigen Feuer ausgesetzt, so bäckt er zu einem festen hellrothen Ziegel, der aber die gewöhnlichen Ziegel um vieles an Glätte übertrisst. ö 2) Bey einem stärkeren Feuer verwandelt sich die Erde leicht in ein schwärzliches Glas, das aber sehr aufgeworfen ist, der Eisentheile wegen, die es enthält. 8) Ich nahm 3 Pfund getrockneter und zu Staub geriebener Erde, und ließ sie in einer großen Menge warmen Regenwassers auflöͤsen. Einige Minuten nachher goß ich das obenaufschwimmende in ein zwey⸗ tes Gefäß, und aus diesem nach einigen Minuten wie— der in ein drittes. Das Wasser blieb lange Zeit trübe. R 3 Nach⸗ an, daß sich aller Dünger durch die Zeit in Thon ver⸗ wandle; daß aber 1oodo Pfünd des erstern nur 187 Pfund Thon zurücklassen. Daraus folgert er schließlich, daß der Dünger allein nicht hinreiche, den Heideboden dauerhaft zu melioriren. 262— Nachdem die Erde ganz zu Boden gesunken, welches erst nach 6— 7 Stunden vollbracht war, schüttete ich es ins erste Gefäß, und von da ins dritte•½ Ich wiederholte dieses viermal mit demselben Wasser, und dann noch achtmal mit zweymal erneuetem Wasser; so daß das Wasser zwölfmal über die Erde hergegangen war. Das Wasser goß ich zusammen, um damit fernere Versuche anzustellen. Durch diese Operation erhielt ich 3 Erdarten: die eine, welche grob; die andre, die etwas feiner; und die dritte, welche die feinste von allen war. 9) Die erste dieser Erdarten, die ich nur in Bezug auf die zwey andern grob nennen kann, weil sie für sich immer noch fein war, wog getrocknet 6 Un⸗ zen Drachme 4 Gran. Sie hatte ihren ganzen Zusammenhang verloren. An Farbe aber hatte sie keine wesentliche Veränderung erlitten. 10) Die zweyte nur wenig von der ersten ver⸗ schiedene Erdart wog getrocknet 2 Unz. 3 Dr. 10 Gr. Sie besaß etwas Dehnbarkeit. 11) Die dritte war ein purer Lehm, der von allen gröberen Theilchen getrennt war. Sie wog krocken 39 Unz. 2 Dr. 6 Gr. 12) Die erste Erdart stellte unter dem Vergroö⸗ ßerungsglase einen sehr feinen Sand dar, der mit ei⸗ nigen schwarzen Punkten gemischt war. * 130 4*) Diese Stelle ist etwas dunkel. Ich habe mich darin nach dem Originale richten müssen. hatkei hal 0 ste siee de G x tersuche gß das Mou len. apfen dem Harltt Fen, v daß dis 0 H z-ehte wabe wohr voni sten? st en . V er, nd Isser;- 1r ⁰ egangen damit Tdatken er; uld nur in „ Weil tU ganzen Alte si ber/ Gr. en e woz Nd nit ei 13 I 3) Der Magnet zeigte keine Wirkung dar⸗ auf. 14) Diese Erde besaß nicht die geringste Dehn⸗ barkeit. Sie brannte im Feuer nicht zum Ziegel, sie hatte also alle Lehmtheile verloren. 5) Gemischt mit schwacher Vitriolsäure brau⸗ ste sie etwas auf, sie besaß also 2 1 Theile, worauf die Säure wirkte. 16) Um die Natur dieser Erdart ferner zu un⸗ tersuchen, ließ ich sie mit Vitriolsäure aufkochen. Ich goß das Klare davon ab, und erhielt nach vollbrachter Abdampfung und Kristallisation einige Alaun⸗Kristal⸗ len. Das Wasser schwärzte eine Auflösung von Gall⸗ äpfeln; es enthielt also Eisen. Die Erde wurde nach dem Trocknen weißer und dehnbarer: das Feuer er⸗ härtete sie ein wenig, und verwandelte sie in einen wei⸗ ßen, weichen Ziegel. 17) Nach mehreren Untersuchungen fand ich, daß die zweyte Erdart für sich keinen besondern Charak— ter hatte, und bloß aus der Mischung der ersten und zweyten bestand. 3) Die dritte Gattung war äußerst fein, es war bloßer Thon, der noch dehnbarer war, als die ge⸗ wöhnliche Töpfererde. Beym Trocknen verliert sie viel von ihrem Volumen und wird etwas weißer. 19) Das Feuer verwandelt sie in einen sehr fe⸗ sten Ziegel von feinem Korne. Die Farbe des Ziegels ist etwas leichter roth, als die des Teiges. R 4 200 264 20) Nach geschehener Filtration ließ ich das Waschwasser bis zu einem starken Schoppen abrauchen, um die Bestandtheile desselben mehr zu konzentriren. Dieses Wasser war eben so voh als das, was aus dem Brunnen kommt. Bey dem Versuche auf roth oder blau gefärbtem Papiere, hinterließ es keine Spur von Kali oder von Säuren. Die Säure ist also mit der Erde selbst so fest verbunden, daß sie durch bloßes Waschen nicht davon zu trennen ist. 21) Ein Theil dieses Wassers, gemischt mit ei— ner Auflösung von Galläpfeln, veränderte die Farbe nicht; es enthielt also kein Eisen, indem dieses sich nicht in dieser Erde in dem gesalzenen Zustande befindet. 22) Ein Theil dieses Wassers, gemischt mit einer Auflosung von Silber, die durch Salpetersäure bewirkt worden war, schlug kein Silber daraus nieder, das Wasser enthielt also kein gemeines Kochsalz. 23) Gemischt mit aufgelöstem fixen Alkali, setzte das Wasser eine weiße Erde ab, die ich für Thon hielt. 24) Nach gehöriger Verdünstung erhielt ich von dem Wasser sechzehn Gran einer weißen feinen Talk⸗ erde oder Mea. Mich wunderte, daß, obgleich die Verdünstung bloß durch die Hitze der Atmosphäre be⸗ wirkt worden war, sich keine Spur von Salz zeigte. * 39 48 Oader Wim⸗ sben anen Rh aund zubi⸗ S0 aust weiß der der R 6 c0 dad Wug, Hentriig, dus dem oth odet Hur bon mit der hacßez mit ei Farbe dses sich befndet scht mi Keetsuun niede Lali, Van ich bon n Ul laich de hin b Vhl. — 265 Aus diesen Versuchen geht hervor, daß 3 Psund Erde des Polders von Oorderen enthalten: Unze. Drachme. Gran. 6 1 4 feinen, zum Thei“ durch Säu⸗ ren auflösbaren Sand, wel⸗ ches von der Beymischung von etwas Grund, Alaun und Eisen herrührt 2 3 10 mit Thon gemischten Sand 39 2 6 reinen Thon 16 weiße Thonerde 6 Mica 18 m verloren bey der Operation. 48 oder drey Pfund. Auf eben solche Art untersuchte ich verschiedene ö Felder desselben Polders, wie auch der Polder von Wilmerdonk, Llo und Osterweel, und hatte stets die⸗ selben Resultate, nur mit dem Unterschiede, daß die einen etwas mehr Sand, die andern etwas mehr Thon enthielten. Die Ackerleute versicherten mir, daß die kLande, worin ich mehr Sand gefunden hatte, oder die zuviel Thon enthielten, auch weniger fruchtbär seyen. Aus allen Versuchen erhellet, daß es nicht die Salztheile sind, welche die Fruchtbarkeit der Polder ausmachen, wie der gemeine Haufe es glaubt. Man weiß, daß ein vom Seewasser überschwemmter Pol—⸗ der nur dann erst fruchtbar an Getreide werde, wenn der Regen den größten Theil des Salzes weg geschwemmt R 3 hat. 266 hat. Nur Ueberschwemmungen von süßem Wasser vermögen einen Boden, besonders wenn er morastig ist, fruchtbar zu machen, wie in Holland jedermann wohl weiß. Auch sind es nicht die zerfallenen Muschelscha⸗ len, wie es einige Schriftsteller geglaubt haben, de— nen wir die Fruchtbarkeit dieses Bodens zuschreiben müssen; denn mit Salmiak im Wasser aufgelöst bringt die Erde davon kein flüchtiges Alkali hervor, ein siche⸗ res Zeichen, daß sie keine Kalktheile enthält. Es ist auch nicht das feuchte Klima, die Winde, Nebel, Dünste u. dgl., denen wir die Sache zu⸗ schreiben können, weil die an die Polder angränzende unfruchtbare Campine alle diese Vortheile mit ihnen theilt. Es ist zuletzt auch nicht der Dünger, dem die Polder ihre hohe Fruchtbarkeit zu verdanken haben; denn bekanntlich wird wenig oder gar keiner darauf ge⸗ bracht. Es scheint also, daß es die feine Thonerde seyn müsse, welche die Basis jener üppigen Vegetation ausmache. §. II. Untersuchung des Bodens in der Gegend von Contig, Hoof, Morsel, Edegem und Arselaer. Der Boden dieser Gegenden ist bey weitem nicht so fruchtbar, als der der Polder. Es giebt dennoch da⸗ selbst Zelder, die schönen Waizen hervorbringen. Win⸗ ter⸗ Vlhttst tochtbo Hfer. . HH angt. Stale, noch db sideras Wesen; Syörgl Erpur schäne Cultur , hater, dert raußen ige v Diser mynsig dermam e scha⸗ ih, de⸗ schreben thint iin she Dinde, che zu⸗ Mjende ihnen em. die ben; , ge⸗ nerde ⁰n 0 b0l aer. nich 0 a⸗ Vin leb⸗ 267 tergerste wird daselbst wenig gebaut. Die weniger fruchtbaren Felder geben reichliche Aerndten an Rocken, Hafer u. s. w. Man findet hier einen ganz vorzüglichen Acker— bau. Die Felder werden regelmäßig und stark ge— düngt. Man hält vieles Vieh, und zwar auf dem Stalle, um keinen Dünger zu verlieren. Man kauft noch überdem Ruß, Hornspäne, Holz⸗ und Seifen⸗ siederasche dazu. Es giebt in diesen Gegenden nur wenig natürliche Wiesen; aber desto mehr künstliche, die aus Klee, Sporgel, Rüben und Möhren bestehen. Luzerne und Esparsette sind daselbst nicht bekannt; aber allem An— scheine nach würden sie gut da gerathen(2) und ihre Cultur sehr nützlich seyn(2). Der fetteste Boden um Contig) 1) scheint lehmartig. Er ist gelber und zerreib— barer, auch weniger fest, und viel weniger dehnbar,‚ als der in den Poldern. 2) Unter dem Mikroskope stellt diese Erde einen rauhen Körper, ohne glänzende Punkte vor. 3) Auf Lackmuspapier hinterläßt sie keine An⸗ zeige von Säuren, und ö 4 *) Hier ist offenbar von den niederen Gründen um Contig die Rede; denn alle andere Lande haben die gelbe Farbe nicht, wovon der Verfasser spricht, noch so viele Lehm— theile, daß man Ziegel daraus backen könne. 268——— 4) auf rothem giebt sie keine Spuren von Hali. 5) Wenn man sie mit etwas Wasser knetet, so ist der Teig nur wenig zähe und hält das Wasser nicht an, wie der Grund in den Poldern. 6) In dem Feuer wird der Teig zu einem blaß⸗ rothen Ziegel. 7) Bey stärkerem Feuer wird die Erde nicht leicht zu Glas. 8) Drey Pfund dieser Erde, zwölfmal gewaschen und behandelt wie die Poldererde/ gaben mir drey ver⸗ schiedene Erdarten. ö 9) Die erste stürzte geschwind zu Boden, war gröͤber und sandiger als die der Polder. Sie wog 18 Unzen 2 Drachmen 34 Gran. 10) Die zweyte setzte sich erst nach sechs Stun⸗ den. Sie wog 10 Unzen 7 Drachmen 12 Gran. 11) Die dritte sank erst nach vier und zwanzig Stunden zu Boden. Dabey blieb das Wasser noch immer sehr trübe. Die Erde wog 19 Unzen 1 Drach⸗ me 7 Gran. 12) Die erste Erdart zeigte unter dem Vergrö⸗ ßerungsglase bloßen Sand, der von dem gelben Sande unsrer Heiden in nichts verschieden schien. Es befan⸗ den sich einige schwarze Theilchen darunter. 13) Der Magnet zog nichts davon an. 14) Sie war weder zähe noch dehnbar, und wurde im Feuer zu keinem Ziegel. Sie besaß also keine ehmtheile mehr. 15 1 guse do ß 006 W Haß sse hiat. x Gemi dienmal Wuchgh weldge einige Hhe, Vaser die Me 2 viere v oon Hal, kuete, 0 aser nih um blaß⸗ niht ewaschen drey ver/ N, War oog 18 Stn Gtan. Iwaniz er noch Drach/ Dund⸗ Sande SH , W sch% 15 — 269 15) Sie branste nicht im Geringsten beym Auf— gusse von Vitriolsäure. 16) Ich ließ sie mit dieser Säure kochen, und goß das Abgeklärte davon weg. Ich erhielt nach der Abdünstung weder Alaun noch Salz; ein Beweis, daß sie der Säure widerstand, also keine Kalkerde ent⸗ hielt. ö 17) Die zweyte erhaltene Erdart war bloß ein Gemische der ersten und der dritten. 18) Diese dritte war überaus fein, indem sie dreymal durch ein Filtrum von doppeltem löschpapier durchging. Sie ist zähe und dehnbar; doch etwas weniger, als die der Polder. Sie enthält also noch einige Theile, die kein Thon sind. 19) Im Feuer wird sie zu einem harten, fei⸗ nen, rothen Ziegel. 20) Nach einer dreyfachen Filtration blieb das Wasser davon noch trübe. Ich verminderte es durch die Ausdünstung bis zu einem Schoppen. 21) Bey dem Versuche mit dem Lackmuspa⸗ piere gab sie keine Spuren von Säure oder Kali. 22) Eben so wenig zeigte das Wasser auf Eisen⸗ haltigkeit, da ich es mit einer Auflösung von Gall— äpfeln mischte. 23) Gemischt mit Alkalien wurde das Wasser trübe, und setzte etwas weiße Erde ab. 24) Nach gehöriger Ausdünstung fand ich 35 Gran Thon, der sich durchs Filtrum durchgeschlichen hatte, und 2 Gran Mica; aber kein Salz. Diese 27⁰ Diese Versuche beweisen, duß 3 Pfund der fet⸗ testen Erde von Contig enthalten: Unze. Drachme. Gran. 18 2 34 gelben Sand 10 3 12 Sand mit Thon gemischt 19 I. 7mziemlich reinen Thon 35 äußerst feinen Thon 2 Mica 30 bey der Operation verloren. 48 oder drey Pfund. Auf dieselbe Art zerlegte ich den Boden von Hoof, Edegem und Arselaer, und fand bey jedem die— selbe Zusammensetzung. Man sieht, daß der Unter⸗ schied dieser dande gegen die der Polder in der Mischung von Thon und Sand sehr verschieden ist. Ich fand in obigen Gegenden Bodenarten, die in drey Pfund ein und dreyßig Unzen Sand enthielten, und daher nichts als Rocken und Hafer hervorbrachten; ja selbst Erdarten, die nur neunthalb Unzen Thon besaßen: auch wären sie wenig fruchtbar. §. II. Untersuchung des Bodens von Wynegem, Schoo⸗ ten, S'graevenwesel und Braygaet. Diese Lande, die schlechtesten der Gegend von Antwerpen, waren vormals nur Heide. Die Felder nahe bey den Dörfern sind der längern Cultur wegen etwas fruchtbarer. Die Einwohner überhaupt sind arm, Am, Moge vich ren, Rnen Ci hel bales, buy it wie ihr ihrem riiche J Enstren daband magetr sie ssch Shg sande! haten, shaffen; d voch ded d und de eln u enthal und B Dinge, s besf iwhu ft, + loteh, den von dem dit⸗ r Unter Mohum ch fand Mfund daher flbst saßen Sheb⸗ nd hoh Fsbet hagen Vsd Ium, arm, ohne Muth, und schlechte Ackerleute. Aus Mangel an nätürlichen Wiesen findet man wenig Horn⸗ vieh, und von künstlichen Wiesen wollen sie nichts hö⸗ ren, weil sie einmal den falschen Grundsatz angenom⸗ men haben, alles von ihren Kornärndten zu erwarten. Sie vernachlässigen ihre Ställe, diese Basis des Acker⸗ baues, besonders in unfruchtbaren Gegenden. Da— bey ziehen sie gar keine fremde Düngmittel zu Hülfe, wie ihre Nachbarn thun, und schmeicheln sich also, mit ihrem wenigen Dünger ihrem unfruchtbaren Boden reiche Aerndten abzugewinnen. Sie bedienen sich zum Einstreuen grüner und Heide⸗Plaggen, und halten den daraus gewonnenen Mist für den einzigen, der auf ihre magern Felder passe. Aus dieser Ursache widersetzen sie sich der Urbarmachung der Heide. Ich will nicht läugnen, daß die Wurzeln und Stängel des Heidekrauts in ihrem halb verfaulten Zu⸗ stande nicht durch ihre Porosität viele Feuchtigkeit an⸗ halten, und daher in diesem dürren Sande Nutzen schafsen; allein jene Ackerleute sollten auch wissen, daß es noch ungleich bessere Materialien zur Verbesserung des Feldes giebt, wie wir in der Folge darthun werden, und daß eben jene Plaggen auch vielleicht noch Wur⸗ zeln und Saamen zur Fortbringung des Heidekrauts enthalten. Diese Lande tragen nichts als Rocken, Hafer und Buchwaizen. Waizen und Gerste sind unbekannte Dinge, und der Klee ist selten. Ihre künstlichen Wie— sen bestehen aus Spörgel und Rüben: erstern säen sie nach 272 nach dem Rocken; letztere unter den Buchwaizen. Kühe und Schaafe haben keine andere Weide als das Heidekraut; daher sind sie schlecht genährt, mager, und geben wenig Milch. Je weiter man sich in diesen Gegenden von den Städten entfernt, desto unfrucht⸗ barer wird das Erdreich. Die Einwohner sind bäu⸗ risch und ohne Industrie. Sie folgen dem Schlen⸗ drian ihrer Väter, und es giebt kein Mittel, sie aus ihrer Unwissenheit zu ziehen. Von gleicher Beschaffen⸗ heit ist der großte Theil der Bezirke von Santhoven, Herenthals, Geel, Turnhout und Hoogstraten. Wir wollen nun die Bestandtheile des Bodens dieser undankbaren Gegenden betrachten, die jedoch wegen ihrer Ausdehnung die Rocken ⸗ und Buchwai⸗ zen⸗Magazine mehrerer unsrer Provinzen sind*). ) *) Sind sie das, und bringt ein undankbarer Boden eine ungleich größere Quantität Getreide hervor, als die Be— wohner, unter denen sich eine ansehnliche Menge von Fa⸗ brikanten besindet, zu ihrem Bedarf nöthig haben, so muß die Cultur nicht ganz so verächtlich seyn, als der Ver⸗ fasser sie macht. Es ist wahr, daß ich es nicht selten so in jenen Gegenden auf einzelnen abgelegenen Höfen traf, wo der Bauer mit einem undankbaren Boden kämpfend, unter der Last eines allzuhohen Pachtzinses, wie er da selbst gewöhnlich ist, erlag, und mit der Kraft zu melioriren auch den Muth dazu verlor; wo er von der Gesellschaft der Menschen abgesondert, auch aller der Hülfsmittel entbehren muß, die sich an andern Orten die Hände bieten; und daß eben daher nur die rohesten und ohnmächtigsten Men⸗ schen, die in glücklichern Gegenden kein Auskommen fan⸗ den, Raulich weder d ahh, scli did e So 90l Di gh Ka. wid SI der Sto welk stt. 273 * dhein. 1) Die Erde ist schwärzlich wenn sie feucht, und Ide d 7 5 graulicht wenn sie trocken ist. Sie ist sandig, daher 45 weder dehnbar, noch zusammenhängend v). in den 2) unfruch den, sich zur Uebernähme einer so elenden Pachtung ent— sind bah schließen können; allein es ist nicht weniger wahr, daß u Schhen die eigentlichen Dorfbewohner überhaupt sehr fleißig bauen. I, seed So kenne ich mehrere Dörfer in den Kantonen von Sant⸗ ‚* hoven und von Geel, wo man vortrefflich baut, und ganze Beschafeh— 4.—— 8 Vi Distrikte, wo das Vieh bis zum Herbste auf dem Stalle anthoven, gehaten wird, welches ich überäll als eines der ersten h. Kennzeichen agricultorischer Industrie ansehe. Freylich Bodens wird auch da stark mit Plaggen eingestreut, und mit ů—⸗ tF9 Spörgel gefüttert; allein es entsteht die Frage: ob ein 0 ah so dürrer Sandboden zum Kleebau und Ichwa andern Futter⸗ Buchwa kräutern, oder etwas besserm, als zu Spörgel zu bringen 5. sey? Dann fragt sich: wie auf einem so magern Boden, ö der unabläßlich so vielen Dünger, mithin einen starken Viehstapel fodert, zu dessen Ernährung er bey fast gänz⸗ Boden eit lichem Mangel an Graswuchse so wenig benzutragen im die Bo Stande ist; 829 Stroh also beynahe gänzlich aufgefüttert von ga⸗ Lerden muße Wie, sage ich, da ohne ein anderes Streu⸗ Wen, so surrogat, welches hier nichts anders als Plaggen seyn der Der⸗ können, bey Srallfütterung fortzukommen sey? Nilen so Der berühmte Eller in seinen Untersuchungen über die fen unf Fruchtbarkeit der Erde, sagt, daß jeder fruchtbare Boden tauuseh aus einer Mischung von Sand, Lehm und Dammerde 1n. bestehe. Er versteht unter dieser letztern einen Grund, inn der durch die Verfaulung und Zersetzung vegetabilischer 9185 Körper entstanden ist. Mit dieser letzten Erdart werden Hhaft O wir uns in gegenwärtigem§. beschäftigen; indem die Fel⸗ 00 W„ Lach der, die wir für jetzt untersuchen, vormals nur Heide teh: I ili u 10. waren, und durch solchen vegetabilischen Moder melio— N Man⸗ ö ö sassers in 0 rirt worden sind. 1. des Verfassers. fan⸗ S 5 Dritter Band. den, 274 2) Setzen wir diese Erde unter ein Vergroße⸗ rungsglas, so erblicken wir einen groben mit einem braunen und schwarzen Stoffe gemischten Sand. 3) Die Erde macht weder auf rothes noch blaues Papier Wirkung. 4) Da sie zu vielen Sand enthält, so wird sie, mit Wasser geknetet, weder zähe noch dehnbar, und 5) Kann aus eben der Ursache im Feuer nicht zum Ziegel werden. 6) Drey Pfund davon gaben mir nach einem zwölfmaligen Auswaschen drey verschiedene Erdarten. 7) Die erste war ein reiner weißgrauer Sand, von grobem scharfeckigten Korne. Sie wog 34 Unzen 4 Drachmen 8 Gran. 8) Die zweyte hat in ihrem feuchten Zustande eine schwarze oder sehr dunkel graue Farbe. Sie wog trocken 4 Unzen 5 Drachmen 36 Gran. 9) Die dritte schlug nur sehr langsam nieder, und das Wasser blieb lange schwarz und trübe. Sie wog 8 Unzen 2 Drachmen 43 Gran. 10) Die erste Erdart stellte unter dem Mikro⸗ stope einen durchsichtigen graulichen Sand vor, der ohne Zweifel weiß geworden wäre, wenn ich ihn noch mehr gewaschen hätte. 11) Der Magnet zog nichts daraus an. 12) Sie litt im Feuer keine Veränderung. 13) Gemischt mit schwacher Vitriolsäure, gab sie nicht das geringste Zeichen von Aufbräusen. 1 der W6 mag al filftn don scht thiet sern pflegt, noch ni 1 cchich! war z mit tol liicht ze Jurm; lichtz de I diese( echelke Dulch Schof urch d Mhiß, int inm nd, Whes rog ound se, , und Feuer fich ach einem darten. er Sand, 34 Unzen Zusnand Sie wy ieder, Sie Mro⸗ vor, d n nac Ihl och — 275 14) Gekocht mit derselben Säure ließ sie nach der Abdampfung kein Salz zurück. Die Säure ver⸗ mag also nichts über sie. 15) Die zweyte Erdart ist ein Gemische von den feinsten Sandkörnern der ersten„ und von einer Art von schwarzem Thone der dritten Erdart. Ueberdem enthielt sie 2à Drachmen 4 Gran kleiner schwarzer Fa⸗ sern oder Wurzeln, so wie man sie im Torfe zu finden pflegt. Vermuthlich waren es die Rückstände des noch nicht gänzlich vermoderten Heidekrauts. 16) Sie brauste mit Vitriolsäure nicht auf. 17) Die dritte Erdart war überaus fein, und schlich sich zum Theil durch das Filtrum hindurch. Sie war zähe und dehnbar, und schien mir ein schwarzer mit torfartigen Theilen gemischter Thon. 18) Im Feuer buk sie zu einem löcherichten leicht zerreibbaren Ziegel. Sie behält dabey wol ihre Form; aber sie verliert mehr als die Hälfte an Ge— wicht; sie enthält also weit mehr torfartige Substanz als Thon: auch brannte sie so gut als Torf. 19) Die Säuren wirkten nichts anders auf diese Erdart, als daß sie die schwarze Farbe etwas erhellten. 20) Das Wasser blieb nach einem dreymaligen Durchseihen noch trübe. Ich ließ es bis auf einen Schoppen verräuchen. 21) Ein Theil dieser verdickten Flüssigkeit erlitt durch die Auflösung von Galläpfeln keine Veränderung. S 2 22) 276 22) Die Mischung mit aufgelostem fixen Alkali Hal schlug beynahe nichts daraus nieder. i1 .—.* 10 K 23) Auf Lackmuspapier hinterließ sie keine Spu⸗ rn ö ren, weder von Kali, noch von Säuren. 10 0 —*— ö en 24) Eine Auflösung von Silber durch Salpe— Ade tersäͤure setzte nichts von diesem Metalle ab. Wiieh 25) Nach gehöriger Abdünstung erhielt ich 24 spuoche Gran einer sehr feinen schwarzen Erde; aber keine er nut Spur von Salz. magt Nach diesen Versuchen gaben die drey Pfund Grund von Wynegem Unze. Drachme. Gran. ö W 34 4 8 grauen Sand 0 4 5 6 mit Thon und Torf gemisch⸗ ten Sand llugst 8 2 47 thon⸗ und torfartigen Stoff e wi 4 Fasern oder Wurzeln D e 24 sehr feine Erde lgen, 59 gingen verloren bey der Ope— 111 ration. spibag 48 oder drey Pfund. bur u Der Boden der umherliegenden Ortschaften gab e * mir dieselben Bestandtheile: mit dem Unterschiede, daß gelg ich in dem einen mehr Sand, in dem andern mehr von d Thon⸗ oder Torftheile antraf. Durchgehends enthal— lande ten die Felder, die am tiefsten liegen, im Falle sie nicht nre z V allzufeucht sind, entweder mehr Thon⸗oder mehr Torf— ber h theile, n Ala rine Ss hSahe ich 24 aber kai Mfund fganish E Obe⸗ sten gth de, d n mah ehlab stelit . Hele, — 277 theile, und sind am fruchtbarsten. In diesen Gegenden ist die Regel untrüglich, daß, je höher ein Feld liegt, desto weniger fruchtbar es ist. Diese Regel trifft aber weder auf Mittelboden, und noch weniger auf schwe— rem Kleyboden zu. So findet man zum Beyspiele auf den Bergen um Brüssel und Löwen sehr schönen Waizen: statt daß in den Gegenden, von welchen wir sprechen, der Boden durchaus unfruchtbar ist, sobald er nur um zehn Fuß über das benachbarte Land hervor⸗ ragt. 6. V. Untersuchung des Bodens der Heide von Braxgaet. Bisher haben wir uns bloß mit dem Boden längst in Cultur stehender Felder abgegeben; jetzt wol— len wir ihn in dem Urzustande betrachten, in welchem diese Felder aller Wahrscheinlichkeit nach vor Zeiten ge— legen, bis die Industrie des Menschen sie zu einer ed— lern Bestimmung fähig machte. Wir finden jenen ur⸗ srrünglichen Zustand in dem daran gränzenden der Na⸗ tur noch wirklich überlassenen wüsten Lande. Die brabantischen Heiden erstrecken sich in der känge von Putte, einem eine Stunde von der Schelde gelegenen Dorfe bis an die Maas, und in der Breite von den Gränzen Hollands, bis zu denen des Lütticher landes. Man findet darin einige Städte, und meh— rere zum Theil sehr große Dörfer. Wir werden hier aber nur den Theil dieser Heiden untersuchen, der zu⸗ S 3 nächst 278 nächst bey Antwerpen liegt, und unter dem Namen der Heide von Braxgaet bekannt ist. Sie hat zwey Stunden in der Breite, vier in der känge, und bildet, einige Hügel ausgenommen, eine ziemlich ebene Fläche. Nur zwischen Putte, Huy⸗ bergen und Calmthout nach den holländischen Gränzen zu, befindet sich eine Kette von Sandbergen, welche ziemlich den Dünen bes Meeres gleichen, und obgleich diese Dünen hinter Calmthout verschwinden, so nimmt man doch daselbst noch eine Erhöhung wahr; so, daß die Bäche, die jenseits dieser Höhe entspringen, sich nach Holland, und die diesseitigen nach der Schelde zu ergießen. Auch herrscht im Boden eine große Ver— schiedenheit. Die Heiden jener Gegend enthalten fast überall Torfgruben, wie die Huybergische Moore, die Nieuwe moeren, die Sunderschen aert u. s. w., so wie in dem größten Theile von Holland. Auf den Hei— den nach Brabant zu oder diesseits der Anhöhe findet man keinen Torf; sondern, wenn man gräbt, ganze lagen von Muschelschalen, die man auf der andern Seite nicht findet; so wie es der Herr Franeq von Barckhey gegen das System des berühmten Woo d⸗ ward dargethan hat. Das einzige Gewächs, was dieser undankbare Boden von selbst vorbringt, ist das Heidekraut(Erica brabantica folio cordis hirsuto F. B., oder Erica rubro nigricans scoparia sept. C. B.). Es blühet im Som⸗ mer, und bietet dann durch die Schattirung seiner Farben dem Auge einen holden Anblick dar. Diese Pflanze Mhnzel nd booe roch dll meht se sch u sattalb sasblen. — seinen nen zun werden Mennst Gudern usamm Farbe Streue den Se Hede, nit sie w D ablethe schwarz nach a bidet h nämic landen haben. berall Dicke en Nummn e, hitr u nommen lte, Hlh Granzen h, woche dobgeic ö 0 limnt 0/ d Hen, sch dchede zu loße Ver, halten fa sobde, de u. s fden 500 e fndit „ganpe andern 0 von Vood— dankocte 1(Erie a rubn n Com, 10 sittr Qase HNanze —— 279 Pflanze kommt von selbst auch auf dem schlechtesten und trockensten Sandboden fort. Sie erreicht den⸗ noch allhier nicht die Große und Stärke, die sie auf mehr feuchtem oder bessern Boden hat. Sie vermehrt sich durch den Saamen, und dehnt die Wurzeln sehr stark aus, daher man viele Mühe hat, dieses Kraut zu zerstören. Dieses wilde Kind der Natur hat dennoch auch seinen Nutzen. Die Blumen davon dienen den Bie⸗ nen zum Einsammeln des Honigs; von dem Kraute werden Besen gebunden; die Wurzeln gewähren einen Brennstoff; das zu Pulver gemachte Holz dient den Gerbern zur Bereitung der Kalbfelle; die Pflanze ist zusammenziehend, und giebt eine etwas weniger braune Farbe als die Galläpfel; sie dient dem Viehe zur Streue, also zum Dünger; und endlich gewährt sie den Schaafen eine Weide: daher auch die Schäfer die Heide, wenn sie zu hart wird, in Brand stecken, da⸗ mit sie wieder von neuem ausschlage. Der Boden der Heide von Brargaet hat, wie allenthalben, verschiedene Schichten. Die oberste ist schwarz und eine Art von Dammerde, die sich vor und nach aus den verwesten Pflanzen des Heidekrauts ge— bildet hat. Sie ist fruchtbar, und bietet ungefähr die nämlichen Bestandtheile dar, die wir auf den Acker— landen von Wynegem, Brargaet u. s. w. angetroffen haben. Die Schichte der Dammerde ist sich nicht überall gleich, und nach der größeren oder geringeren Dicke ihrer Lage, beurtheilt man die bessere oder S 4 schlech⸗ schlechtere Eigenschaft des Bodens. An einigen Orten beträgt diese schwarze Erde einen Fuß und mehr: an andern, wo der Boden von Zeit zu Zeit abgeplaggt wird, hat sie kaum einen oder zwey Zoll. So leicht als jene urbar zu machen ist, so schwer fallt es bey die— ser. Die zweyte Schicht besteht gewöhnlich aus wei— ßem, gelben, braunen und grauen Sande, dessen Beständtheile wir hier zu untersuchen haben. Zergliederung des weißen Sandes. Ein Theil dieses Sandes ist sehr weiß, mehr oder weniger grob, und an einigen Stellen mit verschie⸗ denen Quarzen vermengt: davon sind einige weißlich und dunkel, andere durchsichtig und gefärbt; so wie auch einige merkwürdige Kristallisationen. Die Sand— schichten dieser Art kommen nicht häufig vor. Man findet sie jenseits der Anhöhe oder den Dünen, von de— nen wir gesprochen haben, nach den Torfmooren zu. Die Untersuchung dieses Sandes hat uns überzeugt, daß er durchaus nichts enthalte, was zur Beförderung der Vegetation geeignet sey. Man findet auch viele Lagen eines gelblich weißen Sandes, besonders auf den Bergen und Hügeln, die fast keine Pflanze nähren. Dieser Sand ist sehr fein, und wird oft von dem Winde verweht. Er thut den cultivirten Feldern der Nachbarschaft vielen Schaden, indem er die Pflanzen darauf erstickt, brennt und weg⸗ beißt. Wir haben diesen Sand auf die nämliche Art untersucht, die wir auch bey den schon mehr gemeldeten Erd⸗ tur die v soglech oder v Hötne bis dul ihem f Kal, Indee a drn nihr a hhgi So sich be d/ h lus wei lde, desen ben. andes. lh, Raht it vushe e wüßst btz so u Di Sund br. Mn „ bon d boren, lhetzeug, Irerung ich weßen ige, de scht fin thut u Schadn und wz nlhe At sMMllen Eld⸗ 281 Erdarten angewendet haben, und erhielten aus drey Pfunden: 8 Unzen 6 Gran sehr feinen, und 36— 2— etwas gröberen Sand, einige Drachmen ocherartigen Stoffes, und einige Gran Thon; aber keinen Anschein von Salz. Man hält diese Gattung Sand für höchst un⸗ fruchtbar. Zergliederung des grauen Sandes. Auch dieser Sand wird von den Ackerleuten un— ter die unfruchtbaren gerechnet, wie seine Bestandtheile sogleich beweisen werden. 1) Dieser Sand ist dem Ansehen nach grau, oder von einer weißen und schwarzen Mischung. Seine Körner sind dick und scharf. 2) Unter dem Vergrößerungsglase zeigt er sich wie durchsichtige, unebene, glänzende Kiesel, die mit einem schwarzen Körper untermischt sind. 3) Der Magnet zieht nichts daraus an. 4) Diese Erdart giebt keine Spuren weder von Kali, noch von Säuren. 5) Sie braust mit Vitriolsäure nicht auf. 6) Sie hat nicht den geringsten Zusammenhang. ö 7) Im Feuer verzehrt sich der schwarze Stoff. und es bleibt nichts als ein weißer Sand zurück. 8) Nach dem Auswaschen erhielt ich zuerst einen sehr groben und rauhen Sand, der mir die wahre S 5 arena 282—— arena quartꝛosa inaequasis alba Linn. zu seyn schien. Er wog 41 Unzen 2 Drachmen 16 Gran. 9) Die zweyte Erdart, die davon kam, war die nämliche, wie die vorhergehende, nur daß sie feiner und mit etwas schwarzem Stoffe gemischt war. Sie wog 3 Unzen 5 Drachmen 3 6 Gran. 10) Die dritte war ein torfartiger sehr klebriger Stoff. Naß schien sie mehr schwarz; und schwarz— braun als sie trocken war. Sie wog 2 Unzen 4 Drach⸗ men 43 Gran. 11) Dieser torfartige Stoff brauste mit keiner Säure auf; verbrannte gänzlich in dem Feuer, und hinterließ nur einige Gran Asche ohne den geringsten Thon. 12) Das Waschwasser ließ nach völliger Ab⸗ dampfung 3 6 Gran einer äußerst feinen schwarzen und leicht entzündbaren Erde; aber kein Salz zurück. Wir haben also zusammen: Unze. Drachme. Gran. 41 2 16 Sand oder scharfen Kiesel 3 5 36 mit Torfstoff gemischten Sand 2 4 43 verbrennbaren Torfstoff 36 eben solchen Stoff 2 10 Fasern oder kleine Wurzeln 39 verloren bey der Operation. 48 Diese Untersuchung zeigt, daß ein solcher Sand durchaus und nothwendig unfruchtbar seyn müsse; so⸗ wohl ohleheg vite. 2 andern l IDe Zerg V haten. sich man vorfidet Esensaft Eide si mit ein gemisch Ushssit ö„ m, uny b se fim Si . fchuigg 14 Duch nit keina Uet, und geingstn Hligtt Y. arzen ul u. —.—.—— 283 wohl wegen der großen Menge, als der Schärfe der Kiesel. ö Mehrere Versuche über die nämliche Erdart an andern Orten, gaben mir außer einigen unbedeutenden Abweichungen immer gleiche Resultate. Zergliederung des braunen Sandes. Auch dieser Sand wird für wenig fruchtbar ge— halten. Er enthält durchgängig vielen Eisenstoff, der sich manchmal in Klumpen von 2 bis 3 hundert Pfund vorfindet: manchmal unter der Gestält des Ochers und Eisensafrans zeigt. 1) Die von den eisenartigen Klumpen gereinigte Erde stellte unter dem Vergrößerungsglase einen groben mit einem feinen Pulver von gelber oder brauner Barde gemischten Sand dar. 2). Obgleich dieser Sand viele Eisentheile ent⸗ hält, so ist er doch nicht anziehbar für den Mägnet. 3) Er braust mit Säuren nicht auf. 4) Er ist weder zähe noch dehnbar. 5) In dem Feuer wird er etwas braun. 6) Beym Auswaschen gaben 3 Pfund dieser Erde einen groben Sand und etwas braunes sehr fei— nes Pulver. 7) Der Sand wog 44 Unzen 2 Drachmen. Er ist sehr grobkörnig, und färbt seiner Eisentheile we— gen gelb. 8) Auch das feine Pulver ist nicht dehnbar. Es enthält weder Thon nach Kreide, wie der gewöhnliche Ocher, — 2..— — ——.—————————‚— 284 Ocher, und braust nicht mit Säuren. Es wog 5 Un⸗ zen 5 Drachmen 43 Gran. 9) Wenn dieses Pulver mit dem schwarzen Flusse behandelt wird, so metallisirt es sich, wird für den Magnet anziehbar, und in Säuren auflösbar, folg— lich ist es nichts als ein vollkommnes Eisenoryd. Da diese Erde also weder Thon, noch Dammerde enthält, so ist sie nothwendig unfruchtbar. Doch sind nicht alle braune Erdarten dieselben. Einige bestehen aus sehr dicken quarzigen Körnern, andere enthalten Thon; andere eine gelbe Erde. Haben sie eine dunkel— braune Farbe, so besitzen sie durchgehends etwas Thon und Dammerde*), oder torfartigen Stoff. Zergliederung des gelben Sandes. Dieser Sand verdient mehr Aufmerksamkeit als die vorhergehenden. Er ist an sich ziemlich fruchtbar, und besonders zum Anbau des Gehölzes geschickt. Er besteht aus kleinen runden Körnern, und enthält etwas Thon. Die Landleute nennen ihn z20eten zavel(sanf⸗ ten Sand). 1) Er ist etwas brocklicht. 2) Zeigt keine Spuren von Säuren noch Kali. 3) Braust nicht mit Säuren. 4) Da er nur wenig Thon enthält, so ist er we⸗ der zähe noch dehnbar, bäckt also nicht zum Ziegel. 5) *) Der Verfasser hat überall terre adoptive, welches ich nicht anders als durch humus oder Dammerde zu geben weiß. dyon U 4nen 8 dehlbat 19 H gabereh Shoh Siuke lich ent 1 nichts ni N W dulchs gute o huze. 36 Uln. watzengi itd fit x Her, fah Aud. Dumedde Doh sih nige besehn e enthale aine dunke uas Thon indes. famkiit d stuchtbaf Hät. Et lit ewas I(sans— ch Kal isten Zege. Walchedih + gehn — 285 5) Drey Pfund Sand gaben mir nach einem zwölfmaligen Auswaschen drey verschiedene Erdarten. 6) Die erste war ein reiner, weißgelber, run⸗ der Sand, und wog 36 Unzen 4 Drachm. 28 Gran. 7) Die zweyte bestand aus einem feinen mit Thon und etwas Ocher gemischten Sande, und wog 4 Unzen 3 Drachmen 39 Gran. ö 8) Die dritte war ein äußerst feiner, fetter und dehnbarer gelber Thon. Er wog 6 Unzen s Drachmen 19 Gran. 9) Da dieser Thon ins Feuer gebracht wurde, so gab er einen festen, hellrothen, glatten und feinen Ziegel. 10) Das durch die Ausdünstung bis zu einem Schoppen verdickte Wasser gab keine Anzeigen von Säure und Kali. 11) Es färbte die Galläpfel⸗Tinctur nicht; folg⸗ lich enthielt es keine Eisentheile. 12) Aus einer Auflösung von Silber schlug es nichts nieder. ö 13) Nach gänzlicher Abrauchung erhielt ich von dem Wasser 1 Drachme 29 Gran Thon, der sich durchs Filtrum geschlichen hatte; aber kein Salz. Aus diesen Untersuchungen geht hervor: daß der gute oder sanfte Sand der Heide von Braxgaet enthält: Unze. Drachme. Gran. 36 4 28 gelben runden Sand 4 2 39 feinen mit Thon gemischten Sand 6 5 9 sehr feinen reinen Thon 1 29 Thon, der durchs Filtr. gegangen 5 verloren bey der Operation. 48 Unzen— 3 Pfund. 15 Die⸗ ..— 286 Dieses wäre also die allgemeine Uebersicht der Erdgattungen der Heide von Brargaet, wovon aber freylich jede wieder verschiedenen Abtheilungen unter⸗ worfen ist, welche durch die Verschiedenheit der Quan⸗ tität von Sand, Lehm und Dammerde bestimmt wer⸗ den. Auch muß man nicht erwarten, auf derselben Fläche überall dieselbe Sandschicht anzutreffen. Oft sinden sich auf einem einzigen Bunder unter dem Heide— rasen die vier verschiedenen Sandarten, die wir unter— sucht haben; manchmal sind sie darauf unter einander vermengt; manchmal aber liegen auch mehrere Bun— der neben einander, die einen gleichförmigen Boden haben. Es ist also überaus schwer, die Taug- oder Untauglichkeit der Heide zur Cultur zu bestimmen, in— dem ein kleines Stück Land oft dreyerley Boden hat, worauf man bey der Urbarmachung sein Hauptäugen— merk richten muß. Außer jenen Sandarten findet man in den Hei⸗ den seine gewisse Eisenerde und Eisensteine, die viel zur Unfruchtbarkeit beytragen, sowohl ihrer Härte als an⸗ derer Eigenschaften wegen, die wir hier erortern wollen. Zergliederung des Eisensteines. Ein großer Theil der Heide enthält einen eisen— artigen Stoff, der sich unter allerhand Formen zeigt. Bald ist es ein pulverisirter mit Sand gemischter Ocher; bald ein schiefriger mit Sand gemischter Stein, der in ganzen Schichten daliegt. Die Flamänder geben ihm den M Schicht dankbat eine sel de sch Iher vel d der daß er! Masen ter dasd men. angefd fremda schr sa lustris Bostan suche un Derüngen de dde „ kommt merkii Zustn dieses ichen— sndet d sihen, laastt dr wobop gher naen umgn der Quay iimmt pa if dasuben esen. N dem Hade wik unter elnander lete Bun⸗ in Boden Laug⸗ odt nmen, in Zoden hal Iplauger den Hei viel zur d an⸗ U wolle. s. ien esez ven ih rHl, „ n den 287 den Namen Schurft oder Lest. Solche eisenartige Schichten machen den Boden sehr unfrucht⸗ und un— dankbar, vorzüglich für das Gehölze, dessen Wurzeln eine solche feste Unterlage nicht durchdringen Lonnen, die sich daher in der obern Krume verwachsen. Dar⸗ über verkrüppeln die Aeste aus Mangel an Nahrung, und der ganze Baum schmachtet; sichere Kennzeichen, daß er über einer solchen Schichte steht. Man findet auf der Heide ganze Eisenstufen in Massen oder Stücken von 2— 3 hundert Pfiind un⸗ ter verschiedenen bald regel⸗ bald unregelmäßig en For⸗ men. Sie haben eine Menge mit Sand und Ocher angefüllter Höhlungen, welche ihrer Seits manchmal fremdartige Körper enthalten. Diese Eisenstufe ist sehr sandig, und scheint eine Art der minera ferri pa- lustris zu seyn. Um eine richtige Kenntniß von ihren Bestandtheilen zu erhalten, stellte ich folgende Ver— suche und Beobachtungen darüber an: 1) Man findet die Mine gewöhnlich in Mie⸗ derungen, Morästen und Seen zu 2 bis 3 Fuß unter der Oberfläche. 2) Sie ist braun, wenn sie aus der Erde kommt; wird aber an der kuft in kurzer Zeit gelb. 3) Legt sie lange an der Luft, so zerfällt sie un⸗ merklich zu Staub, oder in Kieskörner. In diesem Zustande ist sie der Vegetation weniger schädlich. Durch dieses Zerfallen unterscheidet sie sich von dem gewöhn⸗ lichen eifenartigen Tuff, der an der luft erhärtet. Man findet dennoch auch viele darunter, die der kuft wider⸗ stehen. 4 288 4) Sie hat Adern, die auf den Magnet wir⸗ ken; der größte Theil der Masse aber thut das nicht. 5) Sie färbt die Finger bey dem Berühren. 6) Wird die Mine zu Putver gestoßen, so löst sie sich zum Theil in Vitriolsäure auf. 7) Setzt man dieser Auflösung fixes Alkali zu, so läßt sie eine Menge Eisensafran fallen, der von ei⸗ nem glänzendern Gelb ist, als der des gewöͤhnlichen Eisens, das auf gleiche Art behandelt wird. 8) Wird die Mine geröstet, so giebt sie nicht die geringsten Anzeigen von Schwefel oder Arsenik, und von keiner Gährung, wenn man sie der Luft aus⸗ setzet. Gekocht in Wasser bringt sie keinen Eisenvitriol vor. Es scheint also, daß der Ocher oder der Eisen⸗ safran, den man darin antrifft, eher ein Rost, als ein vom Vitriol niedergeschlagenes Eisenoryd sey. 9) Wenn die Mine mit dem schwarzen Flusse geschmolzen wird, giebt sie ein gutes Eisen. Aus allen angeführten und unzählbaren übergan⸗ genen Versuchen, sowohl über frucht ßals unfruchtbare Erdarten, sey es uns erlaubt, einige Folgen zu ziehen, um die währe Quelle der Vegetation festzusetzen, und daraus die Weise, unsere Heiden zu melioriren, herzu⸗ leiten. Zwey⸗ niz U dele de mus det N. und as bal Kalker schiede und di Mf de Moche nit det: südet u Beder zu Be 0 dic Kaln zu ma Strol selben Nerge Nritter das ich 57 det von ei ewohnsiche sie nich Aft aus, Esenvütrh del Eseo Nost, a eh. en Fuss letga, ftuchthate zu sthe, hen, I„, heth. guey— Zweyter Abschnitt. Ursache der Fruchtbarkeit. Die Schriftsteller kommen über diese Ursache wenig überein. Einige schreiben sie der Kalkerde, an— dere gewissen Salzen u. dgl., andere wieder dem Hu— mus zu. Wir wollen unserer Seits dem Fingerzeige der Natur folgen, jede dieser Meinungen untersuchen, 255 alsdann zeigen, was diese Gelehrte irre geführt hat. Meinung über die Kalkerde. Es giebt mehrere sehr fruchtbare Bodenarten, die Kalkerde enthalten. Wir zählen darunter zwey Ver— schiedenheiten: die einen, die von Natur kalkartig sind, und die andern, die man durch Kunst dazu bringt. Auf den ersten liegt der Thon unmittelbar über einer Moschelschicht, welche sich durch das öftere Pflügen mit der obern Krume vermischt hat. Boden dieser Art findet man im Waeslande: zu Swyndregt, Melsen, Beveren u. s. w., auch in der Gegend von Antwerpen: zu Berchem, Borsbeck, Ranst u. s. w. Die andern enthälten zu viel Thon, sie sind also zu dicht und zu fest; daher man sie durch Kalk, Schutt, Kalkmergel, Kreide u. s. w. zu lockern und fruchtbar zu machen sucht. Allein in diesem Falle würden Sand, Stroh, und überhaupt alles, was die Erde theilt, die— selben Dienste leisten; doch gestehe ich, daß Kalk, Mergel und Kreide solches vollständiger bewirken, in— Dritter Band.— dem E 409 1 29⁰0 dem ihre Theile zugleich feiner sind. Noch besser aber thut es die Asche, nicht allein ihrer Feinheit wegen, sondern auch weil sie für sich den Pflanzen selbst zur Nahrung dient. Eine solche thonige durch Kalk und Mergel verbesserte Bodenart findet sich häufig in unsern wallonischen Provinzen. In Holland hat man einen äußerst festen, zusammenhängenden und unfruchtbaren Thon, den man Cattekley nennt. Mischt man ihn aber mit Sand, so wird er fruchtbar: nicht, als wenn der Sand an und für sich fruchtbar sey, sondern weil er die Hindernisse hebt, welche die allzustarke Geschlos⸗ senheit des Bodens der Fruchtbarkeit in den Weg legt. Die Kalkerde macht den baaren Sand nicht fruchtbar. Der sandige Boden von Stuyrenberg, ob⸗ gleich mit vielen Muscheln gemischt, ist höchst unfrucht— bar. „Einige unserer Heidebewohner haben sich der Kreide bedient, in der Absicht, ihre Felder dadurch zu verbessern, aber sich sehr übel dabey befunden: ausge⸗ nommen in sehr starken morastigen Niederungen, wo die Kreide den Boden zertheilte, und die überflüssige Feuchtigkeit verschlang. Diese Kreide kam aus Eng— land, und wurde unsern Ackerleuten für einen Kalk⸗ mergel verkauft, dessen man sich in jenem Reiche sehr stark bedient, um die Erde zu düngen; allein durch seine Zersetzung fand ich, daß es nichts als eine ge— wöhnliche Kreide war. Bey allen Untersuchungen, die ich über die frucht⸗ barsten Bodenarten anstellte, zeigte sich auch nicht die ge⸗ ingt dekkte sest miaks. Imill indem e Natheil hebt, liicht⸗ Fruchl den 3l kkarti diegez Vegete shrung könne bor s blößte. kahn, bdarf. il Ha schwer und 9 betet, gesch die m. Saße se che ihet wann silhs Kalk un hin unsen man einen sruchtbarn ht nan 0 „ als wenn udern wel Gaschhj Beg leg. and rich enberg, u6 unffuch sich di Idurch zn ausge⸗ 6en, wo berfoössige aus Euh mnen Kul⸗ Niche ser llein duch 5 eie y di fuch Hit de 0 geringste Spur von kalkartigem Stosfe; denn ich ent— deckte weder weinsteinsauren Kalk vermittelst der Schwe— felsäure, noch flüchtiges Alkali vermittelst des Sal— miaks. Der Kalk hat also an der Fruchtbarkeit keinen unmittelbaren Antheil, wohl aber einen mittelbaren, indem er einen allzuzähen, festen oder feuchten Boden zertheilt oder austrocknet, und dadurch das Hinderniß hebt, das sich der Fruchtbarkeit entgegensetzt. Viel— leicht auch, daß Mergel und Kalk dazu dienen, die Fruchtbarkeit auf jedem zur Vegetation geeigneten Bo— den zu reitzen; allein ich kann nicht glauben, daß die kalkartige Substanz den Pflanzen selbst zur Nahrung diene; weil die Zersetzung uns zeigt, daß die Basis der Vegetabilien ein glasartiger Stoff sey, der seinen Ur⸗ sprung aus keiner Kalkerde ziehen kann. Ulebrigens können solche Erdarten auf unsern Heiden nicht anwend⸗ bar seyn, weil dieser fast alles Nahrungsstoffes ent— blößte Boden durch keinen Kalkmergel gereitzt werden kann, und seiner Lockerheit wegen keiner Entbindung bedarf. Nur da, wo der Boden für sich selbst schon in Kraft ist, oder wo er aus einem allzufesten und schweren Thone besteht, können Kalk, Kreide, Schutt und Kalkmergel mit Vortheil angewendet werden. Meinung über die Salze. Man hat von jeher die Fruchtbarkeit dem Sal⸗ peter, dem Seesalze, dem fixen und flüchtigen Alkali zu⸗ geschrieben; allein, wenn man die Ursachen untersucht, die man anführt, um die fruchtbringende Kraft der Salze zu beweisen, so findet man leicht, wie wenig —— 35 — 2 jrund Grund sie haben. Freylich giebt es Pflanzen, aus denen man Salpeter, andere, aus denen man saure Salze, und wieder andere, woraus man flüchtiges Alkali ziehen kann; allein folgt daraus, daß alle diese Dinge in der Erde präexistirt haben? Ich glaube das eben so wenig, als von den heilwirkenden Kräften oder giftigen Theilen anderer. Solche Produkte haben der Organisation der Pflanzen ihre Entstehung zu danken: so wie in der Verschiedenheit des Pfropfreises die Ur⸗ sache liegt, daß auf dem einen ein Apfel, auf dem an⸗ dern eine Birne wüchst. Der Boden unserer Polder, den man unter die fruchtbarsten Erdarten von Europa zählen kann, gab mir bey den männichfaltigen Untersuchungen, die ich darüber anstellte, nicht einen Gran Salz; eben so we⸗ nig als der beste Boden um Contig, Arselaer u. s. w. Die Salze haben also durchaus keinen Antheil an der fruchtbringenden Eigenschaft des Bodens. Weder der gelehrte Eller, noch der Apotheker Andre' von Hannover entdeckten das geringste Salz in den häufigen Untersuchungen, die sie über eine große Menge Erdarten anstellten. Krafft hat beobachtet, daß der Saame in unausgelaugter Asche nicht keimt, so wenig als in bloßem Sände, der mit Salpeter und Potasche gemischt war. Alston behauptet, daß das Salz den Wachsthum der Pflanzen hemme. Du⸗ hamel sagt, daß die Nentralsalze, die Alkali's und selbst die schwarze Erde nichts zur Vegetation beytra⸗ gen. A. Poung in seinen agronomischen Reisen sagt: „Das du E Uugez GOahce Ds i Iuur und in schver den, lung de de Ule wasser ligtr! weche landen genlhi linen den, s 2 „ schin Khef dme4 2K thile ur di der S W aus mm sure füchtge all nn gaube du iten ode Heben du u danker; ses die lu dem au unter die ann, gah „ die ih ben sw Hothelet Salh in 6e große obachtt, ht kin, pelet ud daß do D M bohla sah st: „Das —— 293 „Das Salz tödtet alle Pflanzen, und ein Ueberfluß von Salz zerstört auch auf dem reichsten Boden für lange Zeit den Keim aller Fruchtbarkeit.“ Man wendet dagegen ein, daß der Abfall der Salzwerke mit Vortheil auf die Wiesen verwendet wird. Das ist wahr, und die Ursache davon ist auffällend. Jener Abfall enthält größtentheils mit Erde verbundene und in vielen Lehm eingehüllte Salze, die nur sehr schwer schmelzen, und daher den Pflänzen nicht scha⸗ den. Uebrigens giebt es viele Gräser, denen die Wir⸗ kung des Salzes nicht zuwider ist. So sieht man an den Ufern der Schelde Viehweiden, die oft mit Salz⸗ wasser bedeckt werden; allein ihre Fruchtbarkeit ist we⸗ niger dem Salze als dem Schlamme zuzuschreiben, welchen das Wasser mit sich führt. Auf den Acker⸗ landen hingegen hat eine beständige Erfahrung das Ge⸗ gentheil erwiesen; denn so wie die Polder durch irgend einen Zufall von dem Seewasser überschwemmt wer⸗ den, so bringen sie in den ersten Jahren nichts hervor. Man bedient sich auch in der Gegend von Brüs⸗ sel, Liwen und anderswo mit Vortheile der holländi— schen Torfasche zur Ueberdüngung der Wiesen und Kleefelder, und unstreitig enthält diese Asche verschie⸗ dene Salze, wie Glaubersalz, Seesalz, weinsteinsau⸗ ren Kalk u. dgl. Sollte man also nichts zum Vor⸗ theile der Salze daraus folgern können? Wir glauben nicht, und sind der Meinung, daß nur die feine verglasbare Erde, die beynahe das Ganze der Substanz der Asche ausmacht, die Fruchtbarkeit + 3 der⸗ 294 derselben bewirkt, und daß die Salze sich in allzugerin⸗ ger Quantität darin vorfinden, um der Vegetation schaden zu können. Man sieht sogar, daß die ausge— laugte oder ihrer Salze beraubte Asche, wie die der Seifensieder, dieselbe Wirkung thut. Es ist also nicht das Salz, sondern die Asche selbst, welche die Erde fruchtbar macht. Die Erfahrung zeigt uns, daß der Urin, wenn er in geringem Maaße angewendet wird, sein Phlogistikon, seinen Saß und seine Feuch⸗ igkeit die Pflanzen belebt, und im Gegentheile die srlsde Eiche und jeder andere Baum ausgeht, wenn er oft mit Urin begossen wird. In dem ersten Falle kann das Salz wegen seiner geringen Quantität nicht schaden, wie es im zweyten geschieht. Vielleicht auch, daß ein wenig Salz einen festen zähen Boden so zer— theilt und reitzt, daß er zur Vegetation tauglicher wird: ungefähr so, wie das Salz zur Verdauung im menschlichen Körper beyträgt, und eben so, wie es hier in einem übertriebenen Maaße schädlich wird, so könn⸗ te es auch bey den Pflanzen seyn. Zur eigentlichen Nahrung aber kann es weder dem thierischen, noch dem vegetabilischen Mechanismus dienen. Meinung über den Humus. Wir haben schon gesagt, daß der Humus oder die Dammerde eine torfartige Erde sey, die ihren Ur— sprung aus verweseten Vegetabilien zieht. Wir nen⸗— nen sie torfartig, weil eine Unze der feinsten und fette— sten Gattung dieser Erde sich entzündet, und durch das Feuer mehr als die Hälfte ihres Gewichtes verliert; wäh⸗ * ihtedd Drl de Niset bnch dumoch ten. Fucht stuchb vera Ouan I alein de sch hil von H erde d zum( ausch d botzügl man eil Hehpist Kalk⸗ feinen alugin Dyulutn die aue ie die d aso nit E Ddaß det Woet wid, ine Fut⸗ Hlheile de 1„ wem sin Fale itit vich acht auch n so ze chet wiid lung in es sil o tönm fllichen hoch nus H len dl Dir nes Id fill, luch di halealʒ lih⸗ 295 während daß der kleine Kuchen seine Gestalt beybehält, und die röthliche Farbe eines Ziegels annimmt. Aus dieser letzten Ursache halten wir sie auch für thonartig. Diese Erde ist fetter, entzündbarer, und ent⸗ hält mehr Phlogistikon als unser bester Boden, und ist dennoch die am wenigsten fruchtbare von allen Erd⸗ arten. So ist also der Humus nicht das Prineip der Fruchtbarkeit. Doch ist diese Erde nicht gänzlich un⸗ fruchtbar, weil das Phlogistikon oder vielleicht die Uni⸗ versalsäure sie mit der Zeit etwas thonartig macht. Die Quantität des Thons und das Phlogistikon bestimmen allein den Grad der Fruchtbarkeit, den der Humus in sich hätt. Es ist zwar wahr, daß man in der Gegend von Haärlem die sandigen Lande der Dünen mit Torf— erde düngt; wir wissen aber auch, daß sie tauglicher zum Gemüse⸗ als zum Kornbaue sind. Dieses thut auch der Schlamm, den man aus den Gräben zieht, vorzüglich wenn die Gräben thonig sind, oder wenn man eine feine verglasbare Erde, als Asche u. dgl./ beymischt. Resultate alles Vorhergehenden. 1) Die Pflänzen enthalten eine feine verglas⸗ bare oder Thonerde, die ihr zur Basis dient. 2) Die Pflanzen enthalten wenig oder keine Kalkerde. 3) In unsern fruchtbaren Landen findet man keinen Kalkstoff. 2 4 4 296 4) Häufiges Salz schadet der Vegetation. 5) Der Humus ist nur in so weit ein Dünger, als er Thon enthält, und er durch sein Phlogistikon vielleicht geeignet ist, eine thonige Erdart zu verbessern. Dieses ist vielleicht auch die Ursache, daß unsere Pol— derwirthe die Früchte nicht wie anderswo kurz über der Erde abhauen, sondern selbige ein Paar Fuß hoch über der Erde abschneiden, damit das zurückbleibende Stroh sich in Dammerde umschaffe), und wir hal— ten dafür, daß dieser Humus sowohl als jeder andere Mist die Vegetation durch sein Phlogistikon reitze; aber keineswegs das Princip davon sey: eben so wie der Wein die Kräfte des Menschen belebt, aber ihm nicht zur Nahrung dient. 6) Wir halten die Thonerde für das Princip und die eigentliche Basis der Vegetation. Die Pol— derlande enthalten das Doppelte an jener Erdart, was die Felder um Contig, Hoof, Morsel u. s. w. ent⸗ halten; auch sind sie weit fruchtbarer als diese. Ihrer Seits sind diese letztern viel thoniger, daher auch frucht— barer als die von Wynegem, S'graevenwesel, Brar⸗ gaet u. s. w. Endlich haben auch diese wieder ihre Vorzüge an Fruchtbarkeit über die Heide in dem Gra⸗ de, als sie mehr Thon enthalten. 7) Die Quantität Thon also, die eine Erdart enthält, entscheidet den Grad ihrer Fruchtbarkeit. Un⸗ Dieses höhere Abschneiden der Früchte hat wohl mehr die Auflockerung und Zertheilung des zähen und schweren Polderbodens zum Grunde, welche durch das stehenblei— bende Stroh bewirkt werden. läst! Monge II o Durchl Thauls N halen, Wude den ni sonden nicht 0 dise fie Gchalte wud d fße d Mohn mittel doch u ergess schber ahdere Nach Hh, ei Wunn, Moste + berbessan nsere Pl ber der uß hoch Mhaberd pir hiß eder ander on keiht on so wie aber ihm Princh Die W r JRD w. enh Yyer stucht⸗ Brar⸗ N ihrs em Onn⸗ e Edat Atarkt vohl ns schlaan ehebes 297 Unsere Heiden sind nur darum unfruchtbar, weil sie Mangel an Thon haben: diesem Mangel abhelfen ist also das ächte Mittel, sie zu verbessern. Diese durchgängig sandigen dande lassen die Feuchtigkeit des Thaues und Regens sogleich fahren: eine Mischung von Thon würde die Feuchtigkeit länger darin zurück⸗ halten, und den brennenden Sand kühlen. Die Winde verwehen ihrer Seits von diesen dürren Gefil⸗ den nicht allein die feinsten und nahrhaftesten Theile, sondern sogar Saamen und Pflanzen, im Falle letztere nicht schon stark bewurzelt sind; durch Thon würden diese fliegenden Theile gebunden, und der Saamen an⸗ gehalten und gescht Der Thon mit einem Worte wird durch seine Feinheit in die Fibern und Saugge⸗ fäße der Wurzeln dringen, und den Pflanzen darin zur Nahrung werden. Wir sehen ihn daher als das Haupt⸗ mittel an, unsere große Wüsteneyen zu verbessern; je⸗ doch nicht so, daß man darüber alle andere Beyhülfe vergessen dürfe. Da er an und für sich nur rauh, schwer und unverdaulich ist, so muß er selbst durch andere Mittel in Thätigkeit gesetzt werden, wie wir so— gleich untersuchen werden. * Dritter Abschnitt. 42 Prüfung aller bisher bekannten Me— thoden, die Heiden urbar zu machen. Wir haben schon mehrmal gesagt, daß die Basis jeder Pflanze in einer feinen, thonigen, verglas baren S 3 Erde 4 . ͤ ů 10 2 ——— —— Erde bestehe, und daß jeder fruchtbare Boden in dem Grade fruchtbar sey, als er ihrer mehr oder weniger enthält. Wir wissen aber auch, daß der Thon an sich selbst nicht fruchtbar sey, und daß er einer Beymischung von Sand, Humus, Kalk oder Kreide nöthig habe, um fruchterzeugend zu werden. In dieser Mischung besteht die ganze Beschwerlichkeit des Urbarmachens. Da der Ackerbau die natürliche Quelle des Han— dels und der Manufakturen ist, so hat man schon in den ältesten Zeiten angefangen, die Erde aufzubrechen. Die kleinen Völkerschaften setzten sich zuerst in den be— sten und fettesten Gegenden sest. Sie wählten vor— zugsweise die tiefern Gründe: theils, weil diese gewöhn— lich durch den Schlamm, den Flüsse und Bäche da— selbst absetzten, fruchtbarer waren, als die höher ge— legenen; theils auch, weil die Flüsse den Absatz und die Wegschaffung überflüssiger Produkte erleichterten. Daher finden wir die Ufer der Schelde, der Demmer, der Nethe und der Marc seit Jahrhunderten, selbst schon zur Zeit der Römer, angebaut. Die geistlichen Corporationen beobachteten dasselbe, und suchten so— viel wie möglich die Nachbarschaft der Flüsse. Wenn so manche Heiden in Brabant noch zu unsern Zeiten unangebaut da liegen, so ist es bloß dem Mangel an fließendem Wasser zuzuschreiben. Seit der Ackerbau ein wissenschaftlicher Zweig geworden ist, haben uns die Herren Kabinetsschreiber mit einer Menge sehr übel gegründeter Hypothesen und einem Ueberflusse von Sophismen überschwemmt. Doch dhhe dhien d sten dan gethan Ubam⸗ Miab. Humus brechen Humus Genst z 5 durch schung stelthe ù unter on indyn der Wiget honsh ehmischug thiz hibz Mschung hachens, de Hun n schon i fubrechg, den be⸗ len vor⸗ gwöhh, Bäche 0 hoher z lbsat un Hichtetten Nemmer sesbst sstichen ten dos Dum Zulen MII er Iuih ochteht esen 1 wemmi. V 7 — 299 Doch haben auch ächte Beobachter gründlichere Prin⸗ cipien aufgestellt; nur, leider! daß sie auf unsere wü⸗ sten Lande nicht passen. Das, was die Praxis hierin gethan hat, läßt sich auf folgende vier Methoden der Urbarmachung beschränken: ů 1) Man sucht einen Boden auf, der schon von Natur eine so günstige Mischung von Sand, Lehm, Humus und Kalkstoff hat; daß er nur eben des Auf— brechens bedarf, um fruchttragend zu werden. 2) Man sucht auf einem magern Boden den Humus durch Holzpflanzungen und Ansaamung von Genst zu erschaffen; 3) oder man ersetzt den Abgang der Dammerde durch eine große Quantität Dünger. 4) Man sucht die zum Wachsthum nöthige Mi⸗ schung durch das Aufbringen jener Erdarten zu bewerk— stelligen, welche die Natur dem Boden versagt hat. Wir haben also hier diese vier Meliorationsarten zu untersuchen. Erste Methode. Diese Methode, wenn man sie eine Urbarma— chung nennen darf, kann nur unter sehr glücklichen Umständen ihre Anwendung finden. Uncultivirte Bo⸗ denarten solcher Art finden sich nicht mehr in unsern Provinzen). Oesteres Pflügen zur küstung und Aus⸗ *) Zur Schande sey's gesagt, daß noch bis diesen Tag eine solche Landesstrecke in einer Gegend existirt, wo eine gute Cul⸗ 300 W Austrocknung des Bodens, einige Entwässerungs⸗ Gräben, das ist alles, was solche Lande zu ihrer Ver— besserung fordern; allein man pflüge wie man wolls unsere sandigen Heiden; man wähle guten Saamen; vertheile ihn auf das regelmäßigste; bringe ihn auf die sauberste Art in die Erde; behandle die Pflanzen durch Behacken und Schaufeln wie das Gemüse in einem Garten; man nehme zu allen Hülfsmitteln der Herren Tull, Duhamel, Chateauvieur und der mei— sten neuen Schriftsteller seine Zuflucht; man hege mit Patullo die Felder ein; so wird man nichts gewinnen. Der Nahrungsestoff fehlt; die Erde enthält keine tho⸗ nigen Theile; der trockene Sand brennt, überweht und verdirbt alles. Die Methode, von der wir hier sprechen, findet sich bey uns nicht mehr anwendbar; und selbst unsere Vorfahren scheinen sie nicht auf das beste benutzt zu haben. So finden wir an den Ufern der Nethe und der Demmer viele Wiesen, von denen das Heu oft durch Ueberschwemmungen verdorben oder weggeführt wird; Cultur nicht unbekannt ist, und wo es weder an Bevöl⸗ kerung, noch an Gemächlichkeit die Produkte abzusetzen fehlt. Diese Strecke liegt nahe bey der Maas, zwischen Mastricht und Salmünster. Man nennt sie unbilliger Weise die Heide; nicht, weil sie dem Menschen ihren Dienst, sondern weil dieser ihr alle Hülfe versagt. Sie erforbert nur den Pflug, um auf der Stelle dankbar zu seyn. Allein die eiserne Ruthe des Hutungsrechts, das ein Dutzend benachbarte Dörfer darauf ausüben, schlägt dieses schäne ebene Gefild mit ewiger Sterilität. ld; Hamar eine Endin 9 Ml scheh. Mächi unglei Kornbe ben wel Isichet niger gen zu Iheige! der Zet sch zu Dechd thalch der 3 lange des9 len/ frücht haben Wlwäse seklg, 0 e d e man uf ann + N 0 132 h e in derhan und der mj an sexe mñ gelpinnen kine ho⸗ VHKawech hen, fie abst insa benußt Hethe und Heu ost Yhefühtt widʒ an Vruld ahuschn 5, Wschen ubliligt Nnkhat z cchto, d „ V1 H. — 301 wird; dann dient ein großer Theil dieser Wiesen zu Gemeinweiden, wo jeder sein Vieh auftreibt, wodurch eine greße Verheerung des Futters entsteht. Die Eindämmung, Vertheilung und Einhegung dieser An⸗ ger würde den Ertrag derselben auf das Doppelte er⸗ heben. ö Man beobachtet hier wie anderswo, daß die Pächter, die sich auf eine verstärkte Viehzucht legen, ungleich mehr gewinnen, als die, welche alles dem Kornbaue aufopfern; indem die Kornärndten, zumal bey wenig Dünger und auf mittelmäßigem Boden, oft unsicher sind. Zweyte Methode. Man sucht beym Abgange von Dünger auf we— niger günstigem Boden den Humus durch Holzpflanzun⸗ gen zu ergänzen. Wurzeln, Blätter, kleines Ge⸗ zweige und Pflanzen bilden durch ihre Verwesung mit der Zeit eine ziemlich dicke Krume von Torfstoff, der sich zum Theil in Thon verwandelt, und daher in dem Verhältnisse fruchterzeugend wird, als er solcher Thon⸗ theilchen und Phlogistikon enthält. Der größte Theil der ländereyen, die wir längs der Nethe und der Demmer finden, waren vor nicht langer Zeit noch Holzungen, die man seit dem Steigen des Preises der Kornfrüchte angesangen hat auszureu⸗ ten, und unter den Pflug zu nehmen. Die Korn⸗ früchte gerathen überaus wohl auf diesem Boden. So häben wir noch mehrere große Wälder, die ehedem Heide 30² Heide waren, und nun zum Ackerbau sehr tauglich seyn würden. Indessen ist ein großer Theil unserer Heiden nur bloß zu Tannen⸗ und Fichten⸗-Holzungen, die keinen besonderen Boden erheischen, geeignet; doch läßt sich diese Holzgattung auch vortheilhaft mit Eichen unter— mischen, wie wir bey dem Artikel Holz darthun wer— den. Seit einigen Jahren hat man eine sehr einfache, sehr gute und einträgliche Methode erdacht, die Heide zu verbessern. Man pflügt nämlich das Heidekraut unter, bringt Mist auf, und säet Hafer, Klee und Genst unter einander. Das verfaulende Heidekraut, und der Dünger bringen gewöhnlich in dem ersten Jahre eine gute Haferärndte, in dem zweyten starken Klee, und im dritten eine Genstärndte, die 30— 40 brab. Gulden per Bunder werth ist, ohne das kleine Gezweige davon, welches zu einer neuen Urbarma⸗ chung dient. Nach diesen drey Jahren, von denen jedes sich ohngefähr bezahlt gemacht hat, befindet sich die Erde in einem zum Kornbaue vollig geeigneten Zu⸗ stande, und wird jene Cultur mit Hafer, Klee und Genst alle 6 Jahre wiederholt, so wird der Boden in kurzer Zeit alles hervorbringen, was man nur von ei— nem Sandlande erwarten darf. Diese Methode ist ohne Widerspruch die beste, sicherste und am wenigsten kostspielige von allen, die man bisher für einen mittelmäßigen Heideboden ausgefunden hat; doch glaube ich, daß auch sie noch verbessert wer— den könne, wie wir in der Folge sehen werden.— ie Uen sones, zwanfi itac Huufgen aahalte ten D fihtba Hervol enlhi. Caltuca U she wuut Heden die kenn h siht si ihen unter duchun wey ehr infnch, „ die Hol Heidekrat Klee und Hedekrau, dem erst ten statke 30—4 dab Klan llxbarmn N denen nder ssch tin Zu Hlee Wd Doden in 1 vun el die besz die mm S9efuld sett pis Sit — 303 Sie ist der Bepflanzung mit Holz vorzuziehen, indem hundert Bunder Holz nur einigen wenigen Per⸗ sonen, hundert Bunder urbares Land aber mehr als zwanzig Familien Unterhalt verschaffen können). Sie ist auch derjenigen Methode vorzuziehen, die alles durch häufigen Dünger zu erzwingen sucht, indem sie eine anhaltendere Meliorativn bewirkt, und kaum den vier— ten Theil derselben kostet. Dabey ist sie um so aus— führbarer, indem sie nicht mehr Dünger, als sie selbst hervorbringt, fordert; daher den übrigen Landen nichts entzieht. Wir finden die Probe von der Güte dieser Culturart auf den Anlagen der Herren von Proli, Foule ) Die Pachthöse bestehen in dieser Gegend aus 6, höch⸗ stens 22 Bunder. Der Handwerker besitzt nicht mehr als eins. Wird sich aber derjenige, der sich mit dem Aufbrechen der Heide befaßt, mit der Berechnung abge— ben, wie vielen Menschen das Urbargemachte einst Un— terhält verschaffen wird; oder vielmehr: wie er selbst bey den wenigsten Unkosten den höchsten reinen Ertrag dabey erringen kann? Wohnungen für 20 Familien zu erbauen, Geräthe dafür herzuschaffen, die Menschen zwey bis drey Jahre lang zu ernähren, den Dünger für eirca 20 Bunder, wiewohl nur einmal, beyzuschaffen: scheint das ein reitzbares Unternehmen?— So gut diese Methode also immer ist, so bleibt sie doch in der Regel nur im Kleinen anwendbar, und Coster selbst, den man als den Vater derselben ansehen kann, der sie so oft mit dem besten Erfolge ausgeübt und uns in der folgenden Ab— händlung so praktisch beschrieben hat, gestand in seinem Alter, daß die Besäamung mit Holz der sicherste un wenigst kostspielige Weg sey, um die Urbarmachung der Heide im Großen zu betreiben. 7 —— —.— iee 304 Foule und Coster auf der Heide von Brargaet selbst, als auch bey Hr. Steynen auf der Heide von Bevel. Ungeachtet dieser Vortheile scheint mir doch diese Methode nicht zureichend, den Boden nachdrücklich zu verbessern, weil sie nur dahin geht, den Humus allein zu vermehren, welches unserer Theorie gemäß nicht zureicht; denn wir haben bey der Untersuchung der Erdarten schon gesehen, daß die wirklich urbar ge— machten Heiden viel mehr Humus enthalten, als die besten Lande der Gegend von Contig u. s. w., und als die Polder selbst, und doch nicht im Stande sind, Wai— zen und Gerste hervorzubringen. Es bleibt also nur eine n. ittelmäßige Melioration. Dritte Methode. Einige wohlhabende Personen legten es darauf an, durch einen Ueberfluß von Dünger über die Na⸗ tur zu triumphiren. Sie fanden sich aber sehr in ihrer Rechnung betrogen; denn ob sie gleich ihre Felder in den ersten Jahren zu einem gewissen Grade von Frucht⸗ barkeit erhoben, so verlor sich dieselbe doch sogleich wie— der, als der Nachdruck des Düngers fehlte); sie sanken in ihren vorigen Zustand zurück. Davon ha⸗ ben wir, leider! mehrere Beyspiele aufzuweisen. So ließ der verstorbene Herzog von Hoogstraeten ganze Heidestrecken in der Nachbarschaft seines Schlosses auf—⸗ bre⸗ *) Daran möchte nun wol auch großen Theils eine unüber— legte Fruchtfolge Schuld gewesen seyn. lechen. aler 2 Die en und G. aloin un dean He hakeit le er e ein Mz auf de Bleda, sch deß der ged voliges hofez lungen solst au s Hol Henit Than, Baudde einem! sten ein Mge im det ligena berscen Und etn Heten n Dutter on Bangun — f de He doch di rachdrückt den Humi ol emä Unteruchn ich utbar eR, ass d Unid az sind, Vai lo nut ein es darah die Mh in ihtn deder in N Frucht ech vis 7sc daun he sen. Er eten gup hases 0 V 0 int ummbn ——— 305 brechen. Ein kostbarer Pachthof wurde errichtet, und aller Dünger seiner Pferdeställe darauf verwendet. Die ersten Aerndten waren überreich; selbst Waizen und Gerste wuchsen üppig in dem häufigen Dünger; allein nach einigen Jahren hatte man den Mist zu an— dern Gegenständen nöthig: mit ihm nahm die Frucht— barkeit Abschied, und der Boden blieb nicht viel besser, als er ehemals gewesen war. Vor dreißig Jahren verwendete Hr. Snellen, ein Arzt aus Rotterdam, mehr als 700000 Gulden auf die Urbarmachung der Heide in der Gegend von Breda, und ungeachtet aller erdenklichen Mühe, die sich dieser nicht zu ermüdende Cultivator gab, kehrte der größte Theil seiner Urbarmachungen wieder in ihr voriges Nichts zurück. Er erbaute mehrere Pacht⸗ böfe; legte ihnen eine Menge Hornvieh von allen Gat— tungen zu; ließ aus Spanien, der Barbarey, und selbst aus Persien Schaafe dahin kommen; er schickte aus Holland eine unsägliche Quantität Dünger und Heu: ich selbst sah ganze Schisfe voll Wallfischabfall, Thran, Salpeter und Kalk hinbringen. Fremde Bäume und Gesträuche wurden hingepflanzt. Mit einem Worte, seine Colonie war für einen Naturali⸗ sten eine neue Welt. Von allen Seiten lächelte dem Auge etwas Merkwürdiges entgegen: alles schwamm im Fette und Ueberfluß. Ich sah diese Colonie im vo— rigen Jahre(177 3) wieder, und, siehe da! die Zau⸗ berscene war verschwunden, und nur einiges Gesträuch und etwas schlechter Rocken nebst Buchwaizen bezeich⸗ neten noch die Spuren der vergangenen Herrlichkeit. Dritter Band. U Dün⸗ 306——— Dünger und Salze, in noch so reichlichem Maaße angebracht, reichen also nicht allein zur Ver⸗ besserung des Heidebodens zu. 10000 Pfund Mist lassen nach zwey Jahren nicht mehr als 1874 Pfund Humus(terreau) zurück: 50 Karren Mist geben also kaum einen Karrn Humus. Da also der Dünger, der in Asche verwandelt oder durch die Zeit gereift wird (welches dasselbe ist), nur sehr wenig verglasbare Erde hinterläßt, so kann er keine große Melioration bewirken. Außerdem ist diese Verbesserungsart im Großen eben so unmöglich, als dem Ackerbaue überhaupt schädlich. Sie ist unmöglich; denn der Dünger von ganz Brabant würde nicht zureichen, die dazu gehö⸗ rigen Wüsten in zwanzig Jahren aufzubrechen: sie ist schädlich, auch im Kleinen; weil solche Mistverschwen— dung nicht ohne Nachtheil anderer längst eultivirter Fel— der Statt haben kann. Man merkt schon bey einigen Bauern, die sich durchs Geld verblenden ließen, den Aufbrechern der Heide einen Theil ihres Düngers zu überlassen, wie mittelmäßig seitdem ihre Aerndten aus⸗ fallen. Vierte Methode. Diese besteht darin, eine unfruchtbare Erde durch eine andere Erdart zu verbessern, oder, wie man sagt, zu mergeln. Patullo hält den Mergel überhaupt für das wirksamste Mittel jeden Boden zu verbessern, im Falle man die rechte Gattung Mergel darauf bringt. Obgleich das Mergeln schon bey den Römern be— kannt war, und noch zu unsern Zeiten in Frankreich, Eng⸗ Oigand d wül Brabal die M Duunthb Wabel e lchen dossin zu I E ad Uur altögi ein Poa Boden auch der Ende sinem r kit eryrs Rud eine w geschte samm Gemii rere r Walle itden s 0 lächichn in ur Pfund gj 87½ NM geben gh Dünge ö Rrift wih vetghaehn Meotath Inghart y berhur Anger vor dam gh hen: ssf stwerschn libitttr bey einin ießen, v ungers h dlen aus⸗ Ede u mai sahz I velbesar uf Hit Vman Suftih E —— 307 England und unsern wallonischen Provinzen angewen— det wird; so ist es doch bey uns, in dem nördlichen Brabant und Flandern, unbekannt. Man glaubt, daß die Natur uns den Mergel versagt habe, und sein Transport aus der Ferne allzukostbar sey. Wir wer— den aber sogleich sehen, daß die Natur uns dieses schöne Geschenk nicht weniger als unsern Nachbarn ge⸗ liehen hat. Mendes Dacosta in seiner Geschichte der Fossilien giebt neunzehn Mergelarten an, ohne sie ge— hörig zu bestimmen, und in dem Falle sind mehrere andere Schriftsteller; daher man über ihre Kenntniß und Anwendung nicht einig werden kann. Schon die alltägliche Erfahrung lehrt uns, daß ein Mergel, der ein Paar Stunden von uns Wunder thut, auf unserm Boden nicht die geringste Melioration bewirke; daher auch der kandwirth, sobald er mit einer Mergelschichte zu Ende ist, nicht weiß, ob er's mit der andern auf seinem Felde versuchen darf, bevor er ihre Brauchbar—⸗ keit erprobt hat. Es liegt also unstreitig zwischen Mer⸗ gel und Mergel ein wesentlicher Unterschied. Valmont de Bomare nennt den Mergel eine weißliche aus Kreide, Sand und Thon zusammen— gesetzte Erdart. Nach Wallerus ist es eine Zu⸗ sammensetzung von Thon und Kreide; nach andern ein Gemische von Dammerde und Muschelschaalen. Meh⸗ rere rechnen die Porzellanerde, die Pfeifenerde, die Walkererde, welche alle doch nichts als wahre Thon— erden sind, zu den Mergelarten.„Die Walkererde, U 2 sagt bäĩPCRCCRCRCRCRPRRPRTIISII‚ 308 sagt Hales in seiner complet body of husbandry, „ist ein ächter Mergel, und zwar der beste, den man „kennt. Zu Cheshire findet man einen Mergel, des— „sen sich die einen zum Düngen der Felder, die andern „zum Ziegelbacken bedienen.“ Er sagt ferner, daß der thonhaltendste Mergel sich am besten auf die Sandfelder schicke; daß in Sus— ser und Warwikshire, wo man Mergel von allen Far⸗ ben antrifft, der blaue am meisten geschätzt werde, und vorzüglich zum Verbessern der Waizenfelder; der weiße aber zum Ueberstreuen der Grasänger diene; daß endlich der gelbe und rothe Mergel die Mitte zwischen dem weißen und blauen Mergel halte. Dacosta sagt, daß nicht alle Mergelarten mit Säuren aufbrausen. Da es sehr schwer fällt, alle diese Meinungen über den Mergel zu vereinbaren, so stellte ich meiner Seits folgende Versuche darüber an. Die Porzellanerde aus Meißen, so wie die von Tournay brauste bey der Mischung mit Säuren nicht im geringsten. Eben so wenig thaten dieses zwölf ver⸗ schiedene Pfeifenerden, die ich aus der Gegend von Andenne gezogen hatte. Die Walkererde eines Moors aus unsern Heiden, welches die Smectis caerulea oder argilla fullonum Walleri zu seyn scheint, der man sich in den holländischen Manufakturen bedient, brauste mit keiner Säure. Alle diese Erdarten erhärteten im Feuer, wie ein ächter Thon. Mit Salmiak destillirt gab keine jener Erdarten die geringste Anzeige von flüchtigem Laugensalze. Sie ent⸗ Ahaer sche W on l zr suhe, Iu, I wilche oder da Selon Tum, ur Le und eit Meg Father melall licliher se dahe Magel. kalhm Herth arthe Geme Thone foch 0 lul bn si,—5 Man N die alde dose Men daß in S on allen 1 chͤht weh, nselder; x dene; d le zu vische glarten⸗ falt, inbaten, rüber an. ² die M lHMen nitt wölf vel⸗ Reud von 1e Mootz rules mansh „ balls arteten H Eidalt 10 1. E H —— 309 enthalten also weder Kreide noch Salz, und sind wirk⸗ liche Thonarten. Auf gleiche Art untersuchte ich mehrere Mergel von allerhand Farben, deren man sich im Hennegau zur Verbesserung der Felder bedient, so wie auch die— jenigen, die mir aus England zugeschickt worden wa— ren, und fand, daß ein großer Theil davon nichts als wirklicher Thon war; andere waren bloße Kreide, oder das detritum von Muschelschaalen und anderer Seekörper. Noch andere wären ein Gemische von Thon, Sand, Kreide oder Kalk. Aus allem erhellt, daß die Bestimmungen, die wir über den Mergel haben, noch sehr schwankend sind, und eigentlich nur auf den kalkartigen oder gemischten Mergel passen. Statt also die Mergelarten nach den Farben zu bestimmen, welche nur zufällig darin durch metallische Beymischungen erzeugt werden, wird es richtiger seyn, auf ihre Bestandtheile zu sehen, und sie daher in Kalkmergel, Thonmergel und gemischten Mergel zu einzutheilen. Unter Kalkmergel verstehe ich Kreide, Kalk, kalzinirte Muscheln u. s. w. Unter Thonmergel alle Thonarten, wie Tö—⸗ pferthon, Walker⸗, Pfeifen⸗ und 12 artige Erde. Unter gemischtem Mergel nehme ich an ein Gemenge von Kreide oder Kalk, entweder mit reinem Thone, oder einem Zusatze von Sand, Humus, oder noch andern Substanzen. uU 3 Es —*— Es ist offenbar, daß die erste dieser Mergelarten, oder der Kalkmergel, auf einen thonigen und nicht auf einen sandigen Boden passe, und umgekehrt mit dem Thönmergel; daß der gemischte Mergel aber auf ge⸗ mischten Boden gehöre. Da unter diesen Mergelarten der Thonmergel derjenige ist, der allein unsere Heiden durch seine bin⸗ denden und wasseranhaltenden Theile verbessern kann; so haben wir zu untersuchen: ob die Natur uns wirk— lich die Wohlthat seines Besitzes vorenthalten hat.„Es „giebt wenige Felder, sagt Patullo,„die in ihrem „Schooße nicht einen Stoff enthalten, der zur Besse— „rung ihrer Oberfläche dienen könne. Der sicherste Weg ist also das urbar zu machende land zu sondiren; und dadurch, daß wir bisher vernachlässigten den Erd⸗ bohrer anzuwenden, kommt es vielleicht, daß wir an Steinbrüchen, Kalk, Gyps, Torf und Kohlen Ab⸗ gang leiden. Man wird an vielen und oft den meisten Stel⸗ len unserer Heiden zu einer Tiefe von 2— 3 oder meh— rerer Fuß eine Lehmschicht antreffen, wie man in den Anlagen der Herrn von Proli, Bele und Toulé sehen kann. Man bäckt täglich sehr feste Ziegel dar⸗ aus. Dieses ist aber der rechte Mergel für unsere Sandlande, und doch sind wir bisher so kurzsichtig, oder so eigensinnig gewesen, ihn nicht zu ihrer Verbes⸗ serung anzuwenden. Die Nutz⸗oder Unnutzbarkeit jener Mischungen zu prüfen, stellte ich folgende Versuche darüber an. Ich 90 lih enn, Der e Muew aso g0 mih gden den dul Ensat Hafer 16⁰ Rock hatte Pfa nend besta Ipril Mu ta htt mit RM Wonmerg h sine hi ssern fam t und wih Hat.„ e in ihrn ur Bess sichast sondin en den dy daß wit v Rohln en Steh der meh⸗ in de dToule Zegl u für ust kulschiz r Bats Ricunen rber d E Ich ließ mir mehrere Kasten von gleicher Größe zurich⸗ ten, und mit verschiedenen Grundmischungen füllen. Der Sand, den ich dazu verwendete, war durchs Auswaschen aller fremdartigen Theile beraubt worden, also ganz reiner Sand von der Heide. Diesen ver⸗ mischte ich mit Thon, Kreide, Kalk in den anzuzei⸗ genden Verhältnissen. Dünger und Dammerde wur⸗ den durchaus von den Versuchen ausgeschlossen. Die Einsaat geschahe den 1. April 1775 mit Rocken, Hafer und Buchwaizen. Von jeder Sorte wurden 160 Körner eingelegt. * Erster Ver such. Mit reinem Sande. 1 Kasten: Rocken. Es gingen auf 121 Korner Es wurden erzogen 39 2 Kasten: Hafer. Es gingen auf 20 Es reiften 46 3 Kasten: Buchwaizen. Es gingen auf 150 Es reiften 96 Re sultat. Bey keinem von allen meinen Versuchen ist der Rocken zur Reife gekommen, weil ich zu spät gesäet hatte. Es ist auffallend im bloßen Sande so viele Pflanzen erzogen zu haben, und ich kann die anschei⸗ nende Fruchtbarkeit nichts anderm, als dem bennahe beständig anhaltenden Regenwetter in den Monaten April und May zuschreiben; allein dieser Nahrungs⸗ u 4 stoff stoff war nicht hinreichend, um vollständige Korner her⸗ vorzubringen: sie waren beynahe alle taub, das Stroh kurz und mäger. u Zweyter Versuch. Mit bloßem Thon von der Heide. 1 Kasten: Rocken. Es gingen auf 81 Körner Es wurden erzogen 42 2 Kasten: Hafer. Es gingen auf 42 Es reiften 21 3 Kasten: Buchwaizen. Es gingen auf 125 Es reiften F3 1. ½. Resultat. Da ich den reinen Thon für unfruchtbar halte, so untersuchte ich den dieses Kastens, und fand wirk— lich, daß er mit einem Drittheil Sand gemischt war. Er hatte also seine Fruchtbärkeit dieser Beymischung zu verdanken. Dritter Versuch. Mit 4 Sand und 4 Thon. 1 Kasten: Rocken. Es gingen auf 61 Körner Es wurden erzogen 61 2 Kasten: Hafer. Es gingen auf 123 Es reiften 101 3 Ka⸗ ½) Entweder ist bey dem aufgegangenen oder dem gereiften Buchwäizen ein Fehler im Originale. Hs sc andet sparn tbar hen fund nitz sscht wat shunn z — —— — gereifte — 313 3 Kasten: Buchwaizen. Es gingen auf 160 Körner Es reiften 160 Re sultat. Man sieht, daß durch die Zusetzung des Thons sich die Fruchtbarkeit gehoben hat. Vierter Versuch. Mit halb Sand, halb Thon. 1 Kasten: Rocken. Es gingen auf 59 Körner Es wurden erzogen 59 2 Kasten: Hafer. Es gingen auf 78 Es reiften 77 3 Kasten: Buchwaizen. Es gingen auf 16⁰ Es reiften 160 Resultat. Diese Kiste war bey weitem nicht so tief als die andern, und diesem Umstande allein schreibe ich den sparsamen Ertrag dieser Aerndte zu). U 5 Fünf⸗ 5 Das scheint nun nicht. Denn daß die Kiste weniger tief war als die übrigen, konnte wol an dem Wachsthume und der Vollständigkeit der Körner, aber nicht an dem Aufgehen hindern. Wir finden aber, daß es an diesem letztern, und nicht an dem Uebrigen in diesem Versuche gefehlt hat. 314—— Fünfter Versuch. Mit 4 Sand und 4 Thon. 1 Kasten: Rocken. Es gingen auf 153 Körner Es wurden erzogen 142 2 Kasten: Hafer. Es gingen auf 130 Es reiften 121 3 Kasten: Buchwaizen. Es gingen auf 160 Es reiften 158 Resultat. Man würde schwerlich auf einem fruchtbaren und wohlgedüngten Boden eine reichlichere Aerndte ge⸗ habt haben, als wir in dieser magern Mischung hat⸗ ten. Das Stroh war hoch und stark, die Körner wohl genährt, wie die auf einem recht guten Boden. Sechster Versuch. Mit 4 Sand, 4 Thon, Kreide. 1 Kasten: Rocken. Es gingen auf 72 Körner Es wurden erzogen 43 2 Kasten: Hafer. Es gingen auf 151 Es reiften 62 3 Kasten: Buchwaizen. Es gingen auf 157 Es reiften 136 Re sultat. Dieser Versuch ist also nicht so glücklich ausge⸗ fallen als der dritte, obgleich er mehr Thon als dieser enthielt. Die Kreide machte diesen Boden zu trocken. Sie⸗ 3 Körhn luchtbatn indte ge cung 00 die Kün⸗ Boden Förne ich a als di llocel. Gie⸗ — 315 Siebenter Versuch. Mit 3 Sand, 4 Thon,‚, 2 Kalk. I Kasten: Nocen Es gingen auf 9 Körner Es wurden erzogen 0 2 Kasten: Hafer. Es gingen auf 10 Es reiften 0 3 Kasten: Buchwaizen. Es gingen auf 22 Es reiften Re sultat. In dieser Mischung zeigt sich der Kalk ass noch nachtheiliger als die Kreide. Achter Versuch. Mit 4à Sand und 2 Kreide. X Kasten: Rockn. Es gingen 35 114 Körner Es wurden erzogen 20 2 Kasten: Hafer. Es gingen auf 121 Es reiften 6 3 Kasten: Buchwaizen. Es gingen auf 120 Es reiften 109 Resultat. Dieser Versuch beweist, daß der Zusatz von Kreide den Sandboden verschlimmert, und besonders dem Rocken und dem Hafer nachtheilig sey. Auch der Buchwaizen hatte größtentheils taube Körner. Neun⸗ ........ 4 316— V Neunter Versuch. Mit halb Kreide, halb Sand. 1 Kasten: Rocken. Es gingen auf 94 Körner Es wurden erzogen 0 2 Kasten: Hafer. Es gingen auf 36 Es reisten 0 3 Kasten: Buchwaizen. Es gingen auf 22 Es reiften 19 Resultat. Dieser Versuch beweist noch mehr, daß die EKrr⸗ de durchaus nicht für den Heideboden geeignet sey. Zehnter Versuch. Mit 34 Sand und Kalk. 1 Kasten: Rocken. Es gingen auf 22 Körner ö Es wurden erzogen o 2 Kasten: Hafer. Es gingen auf 11 Es reiften 0 3 Kasten: Buchwaizen. Es gingen auf 22 Es reiften 16 Resultat. Das Stroh war kurz und schwach. Die Kör⸗ ner waren taub. Man sieht, daß der Kalk(ich rede von seinem gelöschten Zustande) auch in geringem Maaße angebracht, der Vegetation auf sandigem Bo⸗ den schade. Eilf⸗ 186 in dx ey men, 1HM 2Kal 3 lehte schre mehr ahr. der ln die Kra⸗ sch. Korne Die H (ich 0 gairgn 77½ I9emn V Eif —— 317 Eilfter Versuch. Mit +16 Sand und +16 Kalk. 1Kasten: Rocken. Es gingen auf 1 Körner Es wurden erzogen 1 2 Kasten: Hafer. Es gingen auf 0 Es reiften 0 3 Kasten: Buchwaizen. Es gingen auf 6 ö Es reiften 2 Re sultat. Die einzige Rockenpflanze hatte nur einen Fuß in der Höhe, und war äußerst kümmernd. Auch die zwey Buchwaizenpflanzen blieben niedrig, unvollkom⸗ men, und gaben nicht ein einziges vollständiges Korn. Zwölfter Versuch. Mit 3 Sand und Kalk. 1Kasten: Rocken. Es gingen auf 0 2 Kasten: Hafer. Es gingen auf 0 3 Kasten: Buchwaizen. Es gingen auf Resultat. Man könnte vielleicht den schlechten Ausgang der letzten Versuche der ätzenden Eigenschaft des Kalkes zu⸗ schreiben; ich bemerke aber, daß ich bey Gelegenheit mehrerer chemischer Untersuchungen, die ich in den Jahren 1768 und 1769 sowohl über frischen, als an der duft und mit Wasser geloschten Kalk anstellte„einen Theil 318*— Theil desselben auf Tüchern ausgestreuet und nur eine Linie dick aufgelegt, ihn 20 Tage über der freyen Luft ausgesetzt und täglich zweymal umgekehrt hatte, wo— durch dieser Kalk so vollkommen gelöscht war, daß er alles Aetzende durchaus verloren hatte, und auf der Zunge nicht mehr den geringsten beißenden Geschmack zurückließ. Dieser nämliche Kalk, der seit dem zten bis éten Jahre an freyer Luft gelegen hatte, war es, dessen ich mich zu meinen eben angegebenen Versuchen bediente. Er besaß nicht mehr Geschmack als die Kreide, der ich mich zugleich bediente. Man muß also nicht der ätenden, sondern der absorbirenden Eigen⸗ schaft des Kalkes den Fehlschlag jener Aerndten zu— schreiben. Ich wiederholte im Jahre 1776 alle obige Ver⸗ suche von neuem, und erhielt dabey ungefähr dieselben Resultate. Wir folgern aus allen vorhergehenden Beobachtungen: 1) daß der Sand für sich allein unfruchtbar sey; 2) daß der Thon ohne Beymischung anderer Sub— stanzen dieselbe nachtheilige Eigenschaft besitze; 3) daß Kalk und Kreide, die mit Vortheil auf tho⸗ nigem Boden angewendet werden, auf Sand⸗ boden nur Nachtheil bringen); 4 ) Freylich wohl auf baarem, durchaus magerem Sande; aber nicht auf solchem, der mit einem gebührenden An⸗ theile von Dammerde gemischt ist. Der Verfasser konnte doch nd nr ei halte, wy ar, daß g nd auf de Gaschmac dem zte te, war 0 N Vrsuhn ack als N muß ass den Eigen udten obige d3 hr dist r seh; et Sub bosthe; eil f uf End em E renden ase lonmt doh 319 4) daß der Thon der wahre und einzige Mergel sey, wodurch die Sandländer verbessert werden kön⸗ nen; 5) daß das Verbessern durch Thon ungleich weni⸗ ger kostspielig sey, als jede andere Methode: weil dieses Verbesserungsmittel sich allenthalben findet; 6) daß die Verbesserung durch Thon auch darin den Vorzug vor allen andern verdiene, weil ihre Wir⸗ kung auf mehrere Jahre anhaltend ist; 7) daß, wenn man zugleich Dünger, Moder oder sonst einen phlogistischen Stoff zu Hülfe nimmt, man sich immer sehr vortheilhafte Aerndten ver⸗ sprechen kann. ů Vier⸗ doch nicht ignoriren, daß der Kalk mit Vortheil in der Campine auf schon urbar gemachten Sandlanden verwendet wird, wie ich selbst mehrmals gesehen habe. Ich brauche in unsern Tagen kaum den unerfahrensten meiner Leser darauf aufmerksam zu machen, daß der Zurückschlag der Früchte in allen den Mischungen, wo Kreide und vorzüg⸗ lich Kalk eingetreten, nur von dem Mangel an Humus herrührte, und daß die Resultate ohne das ganz anders ausgefallen seyn würden. Die Unvollkommenheit aller dieser Versuche ist die Folge der vorgefaßten irrigen Mei— nung des Verfassers, nach welcher er den Thon als den einzigen Nahrungsstoff der Pflanzen ansah, und daher die Dammerde als eine Nebensache von der Mischung ausschloß. 320—— Vierter Abschnitt. Praktische Anwendung der vorherge— henden Principien auf die Urbar— machung der Heiden. Wenn wir den hohen Pachtzins unserer Lönde⸗ reyen, den niedern Verkaufpreis unserer Kornfrüchte, die ansehnliche Ausfuhr derselben bey einer so starken Bevölkerung, die Beflissenheit anderer Nationen un— sere Culturarten anzunehmen, in Betrachtung ziehen; so läßt sich nicht zweifeln, daß unsere Provinzen viel⸗ leicht die besten Ackersleute in Europa enthalten. Es würde mir also wenig anstehen, wenn ich sie in die Lehre nehmen, und ihnen eine neue Culturart fur ihre so vortrefflich gebauten Felder ausdringen wollte. Mein Zweck geht bloß auf die noch wüste liegenden kande. Man wirft uns zwar vor, daß, ungeachtet der Geschicklichkeit unserer Landwirthe, ein Drittheil von Brabant noch uncultivirt da liege; allein alle Bezirke unserer Wüsteneyen, die auf die gewöhnliche Weise urbar zu machen waren, sind sowohl von den Klöstern als reichen Privatpersonen schon längst urbar gemacht worden. In Betreff der übrigen hat die Ermunterung der Regierung zwar allenthalben die Sucht des Urbär⸗ machens erregt; allein die Hitze fängt an zu erkälten, und zwar bloß durch die fehlgeschlagenen Beyspiele an⸗ derer, die sich dabey zu Grunde gerichtet haben, von denen wir noch neuerdings eins erlebt haben: ein Un— glück/ nlck sche l wusfen strohel von Me aleän sache den fot man sn Halhe; unftuch gol ve fruchtb in kur Zustan V Zusande „Stkeck Und O „Wild. „Wehit acres „Hlaub „icht „»lege ter u „Prod yhie di Mitter orherg Urbar. ssen sird. Lomsrötz so stard aonen Ing ziehe dinzen vie 2 321 glück, woran die Befolgung ausländischer Grund— sätze allein Schuld war. Die französischen Schriftsteller sagen, daß ihre wüsten Lände von Nesseln, Disteln und Farrenkraut strotzen; die Engländer beklagen sich, daß die ihrigen von Melilot, Huflattig, Mariendistel angefüllt sind; allein jeder Anfänger in der Botanik weiß, daß solche Pflanzen nur auf fettem, oder doch gutem Bo— den fortkommen. Von äändereyen solcher Art wird man nun keinen Fuß breit bey uns finden. Unserm Hange zu Meliorationen bleibt nichts mehr als ein unfruchtbarer Sand vorbehalten, der mit oder 2 Zoll vegetabilischem Moder bedeckt ist, ein so un— fruchtbarer und dürrer Boden, daß er allen Dünger in kurzer Zeit verzehrt, und wieder in seinen ersten Zustand zurückfällt. „Es giebt,' sagt der Verfasser des allgemeinen Zustandes der englischen Cultur,„in England viele „Strecken und Ländereyen, die ungebauet da liegen, „und an deren Urbarmachung nicht einmal gedacht „wird. Die Lande von Bagshat enthalten nicht „weniger als 20000, und die von Vork 144000 „acres; allein sie sind keiner Cultur fähig, und ich „glaube, daß auch die reichsten Unternehmer dabey „nicht ihre Rechnung finden würden. Sir Dig by „Legard, der diese dande als ein genauer Beobach— „ter untersucht hat, gesteht, daß die erzwungenen „Produkte dieser von Natur unfruchtbaren Lande, „nie die Kosten wiedergeben würden.“ Dritter Band.* Leider 322 leider sind es nur Lande solcher Art, die uns noch zum Aufbrechen übrig bleiben, und wo man vor Kurzem ohne gehörige Kenntniß des Bodens über eine Million in die Erde vergraben hat, ohne Hoffnung etwas Bedeutendes davon wieder zu erhalten. Dieser üble Erfolg ist es, der mich bewogen, ein weniger kostbares, viel kürzeres, besseres, und sichereres Mit⸗ tel aufzusuchen, als alle diejenigen waren, die man bisher bey der Urbarmachung der Heide angewendet hat, und dieses Mittel fand ich in der Verbesserung durch Thon. Wir haben gesehen, daß die Polder als die fruchtbarsten Ländereyen von ganz Belgien mehr als 3/ die besten Felder um Aresaer à, und die nur wenig fruchtbaren Aecker von Wynegem nur Lehm enthalten. Daraus schloß ich, daß der Lehm die Basis oder zum wenigsten das Hauptwerkzeug der Fruchtbarkeit sey. Ich schloß dieses um so zuversicht⸗ licher, als ich kein anderes Princip darin entdeckt habe, dem ich die Fruchtbarkeit hätte zuschreiben können. Wir sahen ferner aus meinen Versuchen, daß der Lehm allein ohne Zuhülfenehmung des geringsten Düngers einen reinen Sand fruchtbar machte, und dieses bewog mich/ 4— Lehm den Namen des Thon— mergels zu geben. Bisher wußten wir bloß, daß wir ihn besaßen; aber man kannte seine fruchterzeu⸗ gende Eigenschaft nicht. Die Natur beut uns überall auf unsern Heiden dieses schöne Hülfsmittel an; es liegt also nicht außer unserer Sphäre. Außer 0 Nihe Kalkn nahe! bine in eine über standt MPov einen Harkel atten! aso mnser Mscd verme weste so veth fruchth fin.4 artige Mos nähe Zusta dens rükz und Vern 0 d tt, N z ind wy U Bodent 0 ne Hofnn ten. Dis an wenih Heterer M. u, die U angewemd Herbeseanz Ar de d wehr ind die z nur y r ehm v Hjeug zndersich eckt habh unen. chen, doß getingsen chte, l del N Hoß, M ruchttrze n unt II an Mhet 323 Außer dem Thone haben wir auch noch in der Nähe von unserer Heide*) einen reichen Schatz von Kalkmergel. Man findet auf dem Stunvenberg nahe bey Antwerpen zwey Fuß unter der Oberfläche eine zwanzig Schuh dicke Schichte von Mu shela, die in einem halbkalzinirten und beynahe reinem Zustande über einander liegen. Ich fand darin dieseil ben Be— standtheile wie in dem Kalkmergel unserer wallonischen Provinzen, und bediente mich dieses Mergels, um einen allzuthonigen Boden zu einer großen Frucht— barkeit zu erheben. Vermittelst dieser zwey Mergel— arten des Thons und des Muschelstoffs wären wir also im Stande, einen Mergel nach Beschaffenheit unseres Bodens zu bilden. Verbinden wir nun diese Mischung mit der Dammerde unserer Heide, und vermehren ihre Wirksam keit durch einen Zusatz von ver⸗ westen vegetäbilischen und animalischen Subft tanzen, so vermögen wir auch einen trockenen dürren und un— fruchtbaren Boden in ein blühendes E Zefilde umz uschaf⸗ fen. Der Thön ist an und für sich eine öligte seifen⸗ artige Substanz, welche eine feine verglasbare mit Phlogistikon gemischte Erde enthält. Diese Erde nähert sich sehr dem gesalzenen im Wasser auflöslichen Zustande, ist daher geschickt, die Mängel des Sandbo— dens zu heben, das heißt, die Feuchtigkeit darin zu⸗ rückzuhalten, seine brennende Dürre abzukühlen, und durch ihre klebrigen Theile den Sand gegen das Verwehen des Windes zu schützen. * Ehe *) Dieses betrifft nur die Heide bey Antwerpen. 324 Ehe wir zur Anwendung dieser Prineipien auf die Urbarmachung der Heide fortschreiten, haben wir vorher etwas über die Größe der Pachthöfe, und die Errichtung der Einhägungen zu sagen. 9. 1. Größe der Wirthschaften. Es herrscht eine überaus große Verschiedenheit der Meinungen über die gehörige Größe der Pacht— höfe. Die Franzosen verlangen sie von 100 bis 150 Bunder; in unsern wallonischen Provinzen findet man sie von 2 bis 300 Bunder. In dem Waes— lande Gegentheils und in Flandern hat der größte Theil der Wirthschaften nur 6 bis 7 Bunder, und mehrere haben ihrer nur 3 bis 4. Wir wollen ihre wechselseitigen Vortheile untersuchen, bevor wir zur Entscheidung ihrer richtigen Größe in Bezug auf un— sere Heiden schreiten. I. Da, wo die großen Wirthschaften zu Hause sind, steht der Pachtzins niedrig. In Frankreich und England(2) verpachten sich die besten Lände— reyen zu 12 bis 14 Gulden per Bunder; in den wal— lonischen Provinzen geben sie gar nur 10 bis 12. In dem Bezirke von Antwerpen haben die Höfe 15 bis 20 Bunder, und der gute Boden galt 25 bis 30 Gulden. In dem Waeslande galt selbst ein mittel⸗ mäßiger Boden 3 5 bis 50 Gulden. Ein solcher Unter⸗ schied ist für den Eigenthümer von Bedeutung. Die Ursache dieses unverhältnißmäßigen Preises besteht wohl vohl do nicht benube und Hi Oie ll 0 u aen wissen en zu Felbet eklbht/ in Di licht: die A Hichkei Hnowi Ben ei es dem mögich h erd Treus zu laf lner der 2 von großet len he 325 ineipien Wern wohl darin, daß der Pächter eines großen Hofes ihn fe, M nicht hoch genug nach dem Verhältniß seiner Größe benutzen kann, und aus Mangel von Zeit, Dünger und Händen einen guten Theil davon brach liegen läßt. Die kleinen Landwirthe bey uns sind weit von einem so unwirthschaftlichen Verfahren entfernt, und statt . einen Theil ihres Bodens unbenutzt liegen zu lassen, Rhsden wissen und suchen sie vielmehr den größten Theil dessel⸗ dr Nech ben zweymal in demselben Jahre zu benutzen. Ihre 0 b6 15 Felder haben seit Menschenaltern keine reine Brache In sind erlebt/ und ihre wirkende Kraft bleibt unaufhörlich In War in Thätigkeit. der Rriß II. Außer daß in großen Wirthschaften jährlich Ider, n nicht alles bestellt werden kann,(2) so werden auch wollen in die Aecker, welche man bestellt, nie mit solcher Pünkt— vor wit y lichkeit und solchem Fleiße behändelt, als es ein kleiner g auf u Landwirth auf dem seinigen zu thun im Stande ist. Bey einer so starken Ausdehnung des Geschäftes fällt es dem großen Landwirth äußerst schwer, wo nicht un⸗ ju Haust*. n rrn. ö uhnz möglich, seine Achtsamkeit auf alle Theile des Ganzen ů—06 zu erstrecken, und er ist gezwungen, manches auf die N en Unde in ben nu Treue und Geschicklichkeit seines Gesindes ankommen V—— 1. 991 zu lassen, welches ein sehr nachtheiliger Umstand in I 9 M einer Wirthschaft ist. 5 III. Die großen Pachthöfe sind ein Hinderniß +* tana der Bevölkerung. Ein Dorf von einem Umfange erllte von 1000 Bunder kann nur s oder 6 solcher ganz ö n‚. D. großen Pächter fassen, die wie übermüthige Despo⸗ ö 15 bl ten herrschen, während die übrigen Einwohner bloß bofl + 3 arme 326 arme Tagelohner sind, die im Elende schmachten, und vor Hunger sterben, sobald es ihnen an Arbeit oder Gesundheit gebricht. Diese Unglücklichen scheinen nur zum Kriechen und Leiden gebohren, und ihr Le⸗ ben gleicht einem lethargischen Schlummer, aus dem sie nur der Tod ziehen kann. Unter unsern Armen besteht der vierte Theil aus keuten, die uns aus den wallonischen Distrikten überfallen. IV. Die Hälfte des Dienstgesindels unserer großen Städte besteht aus Wallonen, die häusliches Elend, und Abgang an Lebensunterhalt aus ihrer Heimath verbannt hat. Sie werfen sich in die L— vree, kennen kein Vaterland mehr, und die Popu⸗ lation stockt in der Quelle. Die Landleute heirathen gewöhnlich frühzeitiger, und bringen stärkere Kinder hervor, als die Bewohner der Städte: sie athmen eine reinere duft, und erhalten durch Mäßigkeit und Arbeit ein stärkeres Temperament. Alles trägt auf dem Lande zur Vermehrung der Bevölkerung bey, welche doch die erste Stufe der Macht eines Staates ist. Gegentheils findet man nicht allein in den Städ⸗ ten Brabants wenig flamändisches Gesinde, son— dern selbst in den Städten von Flandern besteht der größte Theil davon aus Ausländern. Die Jugend verliert sich in dieser Provinz nicht von ihrem Ge— burtsorte, verheirathet sich frühzeitig, und die Ein— wohner vermehren sich nach dem Verhältnisse der Gemächlichkeiten des lebens, die sie zu Hause finden, und der Aussicht, ihre Glücksumstände durch Arbeit und ind M licht Sl AV Ksder bleib Stabd Unider Bepi einen die Ge Deshe, Epott⸗ thum erhict bald! wurde. der Fel eihob, der Ctal schule àu bef khecht Schit entlaf unver⸗ schlleß sanfte — 327 Han und Industrie zu verbessern; auch findet man nicht üun leicht ein Land, das mehr bevölkert wäre ale die Pro, . vinz Fländern. und ihrh ner, az V. Aus Mangel eines Ceaimete sind die nut unsern Kinder großer Pächter gezwungen, im ehelosen Stande Nn auz zu bleiben, und in dem Falle sich für den geistlichen Stand zu bestimmen. Klöster, Abteyen und die Universität von Löwen sind davon angefullt. Das Beyspiel von Spanien bietet uns ebenfalls hiervon 5 unsant einen Beweis an. Dieses Reich ist schwach, weil x halbsll Iche die Geistlichkeit und die LHirrn das ganze land im iU Veh Besitze, und in große Pachthöfe vertheilt haben. de Ny Sparta kam dadurch in Verfall, weil das Eigen— üri thum nur unter wenig Personen vertheilt war, und Ir Kul erhielt seinen ersten Glanz und Macht wieder, so 24W bald die Anzahl der Grundeigenthumer vermehrt Kafel wurde. Nach Montesquieu war es die n n — der Felder, die Rom zuerst aus seiner Erniedrigung erhob. Kleine Vertheilungen vermehren die Anzahl 0 40 der Etablissements, und ihre Verwaltung ist eine Lehr⸗ 6—0 schule, wo junge deute ohne bedeutende Nachtheile . 5 zu befürchten, ihr Handwerk erlernen können. de, Ul hestht x VI. Auch der beste und geschickteste Acker⸗ knecht unter den Wallonen lebt ohne Hoffnung, sen hund Schicksal jemals zu verbessern, und der Knechtschaft d E entlassen zu werden. Er muß sich entweder zu dem tnise x unverehlichten Stande bestimmen, oder sich ent— s fmnn schließen, ein armer Taglöhner zu werden. Da der 0 l sanfte Hauch der Sin der Jugend nicht—6 4 U 328— so welkt in dieser der Trieb sich auszuzeichnen, und die fähigsten Talente für den Ackerbau bleiben unent⸗ wickelt, welches man, leider! den Feldern jener Ge⸗ gend zur Genüge ansieht. Da im Gegentheile, wo man nur kleine Wirthschaften findet, da findet sich auch überall der löblichste Wetteifer. Wer noch keinen Pflug haben kann, setzt seine Hoffnung auf den Spa⸗ ten; ein anderer, dessen Umstände zum Unterhalte eines Pferdes noch nicht zureichen, fängt mit einem Ochsen an, und wird am Ende ein wohlhabender Pächter. Und wer sollte glauben, daß man unter unsern 25 Bunderpächtern mehr reiche Leute antrifft als unter den Pächtern von 2ꝛ— 300 Bundern der wallonischen Distrikte? VII. Wollte man zuletzt auf unsern Heiden nur Wirthschaften von 100 Bundern errichten, wo sollte man den Mann herholen, der hierzu die nöthige Vor⸗ lage hätte, und sie anlegen wollte? Der panische Schrecken, den die Unfruchtbarkeit dieser Einoden verbreitet hat, ist so groß und allgemein, daß nur die Noth einen landwirth zum Entschlusse bringen kann, sich in der Wüsteney zu vergraben. Wollte man die ganze Vorlage von dem Eigenthümer erwarten, so dürfte man ihrer wenig dazu geneigt finden, und noch wenigere, die sich durch den geringen Ertrag in den ersten Jahren nicht davon würden abschrecken lassen. Aus allem dem erhellt, daß die großen Wirth⸗ schaften nirgendwo recht, am wenigsten aber für unsere Instk! theil de bloß! Renlm Mcß! guißten nen 8e 5 V Durch ments jeder u Imustt Mehen beh ah, eines a Nurefe Gene Engl Stat offene reyen len E Prei⸗ Hand ohne 329 Waun unsere Heiden passen, und daß es weder der Vor⸗ m theil des Staates„noch der Privatleute, sondern üi bloß die Gemächlichkeit der Verwalter„Kellner, tst 10 Rentmeister sey, die zu einem so irrigen Systeme Nah Anlaß gegeben haben. Meines Erachtens dürften die doch feng größten Höfe nicht mehr als 20 bis 25 und die klei— bn Sy nen 8 Bunder enthalten; dann wollte ich noch, daß Mhh Nees Wirthschaften von einem einzigen Bunder gäbe. It mit enm Durch eine solche Vertheilung würden die Etablisse— ohlhabeng ments, und mit ihnen die Bevölkerung vermehrt: man untt jeder würde nach dem Verhältnisse seiner Kräfte und ite antrist Industrie an Wohlstand zunehmen, und den allge— undern dy meinen Wohlstand des Staates befördern. Heidenw 9. II. „wo l ö Einhägungen. I0 P atullo und mehrere neue Schriftsteller ge— Endn ben an, daß ein eingehägtes Land den doppelten Werth 2 eines andern habe. Das mag wohl in den Ländern n zutreffen, wo noch Brache, gemeine Hut und Trift, Gemeineweiden u. s. w., worüber sich Franzosen, vlle nn Engländer und Schweizer so nachdrücklich beklagen, Enn Statt finden; denn es leidet keinen Zweifel, daß die de 0 offenen Felder, bey so gestalten Sachen, Räube— Euuni reyen und Verheerungen begünstigen, und dem fau— abshate len Gesindel auf dem Lande den Schweiß des fleißigen Preis geben. Bey uns hat ein jeder zwar freye n Dih Hand, sein Land nach Belieben einzuhägen; allein auch a ohne Einhägung bleiben wir Herr und Meister, das Iuse 2 5 Land 330 Land nach unserm Gutdünken zu bestellen; weil wir weder Brache noch gemeine Trift und Hut kennen. Wir glauben indessen, daß solche Einhägungen zur Urbarmachung des Sand⸗ und Heide-Bodens durch— aus nothwendig sind; aber diese Nothwendigkeit hat bey uns auf Thon⸗oder Lehm⸗Boden nicht Statt. Weder die Polder in Brabant und Flandern, noch die in Holland und Seeland, die mehrere Stun— den im Umfange haben, sind eingehägt. In den Bezirken von köwen und Brüssel, so wie in der Pro— vinz Hennegau, findet man ganze Flächen ohne alle Einhägung, und doch fehlt es dem Boden daselbst nicht an Fruchtbarkeit. Oder sollte er durch Einhä—⸗ gungen nicht noch fruchtbarer können gemacht wer—⸗ den? Daran zweifle ich sehr. Diese thonige Lande würden zu feucht bleiben, wenn man sie mit Hecken, Bäumen oder Gesträuche umgeben wollte; man würde alsdann mehr Stroh als Früchte ärndten; im Herbste würde man sie oft nicht pflügen, noch im Frühjähre bestellen können; sie würden den Schnecken und anderm Ungeziefer mehr unterworfen seyn; das Unkraut würde darauf überhand nehmen; das Korn später zeitigen, langsamer nachreifen, und weniger fest werden, als das auf offenem Felde. Uebrigens sind unsere Landwirthe einverstanden, daß das Getreide auf einem eingeschlossenen Lande nicht so gut scheffelt, als auf offenem Felde. Wir wissen auch, daß unsere Polder und Lehmwländer bey nassen Jahren nur eine schlechte, die Sandländer hin⸗ Hichee andete Högung einen hobel, dmelst odet de einer x liicht! sage ic gleichen von glo gungen lighet brechen: an dllen 331 Ru, Walg ö Bähn hingegen eine gute Aerndte geben. Diese und mehrere hunn 1 andere Ursachen scheinen darzuthun, daß alle Ein⸗ Umn und hägungen in Niederungen/ oder auf thonigem Boden Wglet einen nachtheiligen Einfluß auf die Fruchtbarkeit ent haben; auf sandigem dürren Boden aber/ der bey 4 dem ersten Sonnenblicke alle Feuchtigkeit fahren läßt, Damden oder der von dem Winde verwehet wird, oder in urre Eii, einer Lage, wo die Gewächse von dem Frühlingsfroste „NM leicht Schaden leiden); auf einem solchen Boden, der Ju sage ich, können die Einhägungen, durch welche der⸗ ohne al gleichen Uebeln vorgebeugt wird, nicht anders als xshs von großem Nutzen seyn. bch Enh Zu dem Ende wollen wir hier dreyerley Einhä⸗ macht gungen, die zur Urbarmachung unserer Heiden ge— onige hn. eignet sind, erwähnen. nit Hein le; nu Hohe Einhägungen. dren; in ö Unsere Vorfahren bedienten sich beym Auf— loch in brechen vier bis fünf Fuß hoher Wälle, wie man noch chnecken an allen der Heide zunächst gelegenen cultivirten Be⸗ das sitzungen das Honn wenhe*) Ich habe sehr oft beobachtet, daß ein großer Theil des ö jungen Gehölzes, besonders des jungen Eichenholzes nord— wärts von Antwerpen, wo nur Sandboden ist, im May ersinden von der Kälte angegriffen wird, indeß man südwärts Ren dund der Stadt, wo Lehmboden ist, nichts davon gewahr wurde. Ein Vorfall, den ich bloß dem Mangel an zu⸗ 2 reichendem Nährungsstoffe auf dem mageren Sandboden hmlane zuschreiben kann. Es geht ohne Zweisel mit den Pflanzen Iudlinde wie mit schwächlichem, schlecht genöhrtem Viehe, wel— p ches 332— sitzungen sehen kann. Die Neuern haben aus übel verstandener Oekonomie jenen Gebrauch verlassen, und sich übel dabey befunden, ob sie gleich ihren Fehler nicht gerne eingestehen wollen. Wir halten dafür, daß solche hohe Wälle auf jedem Sandboden von Nutzen, auf der hoch gelegenen Heide aber durchaus nothwendig sind. Je kleiner dabey die Koppeln sind, desto besser. Große Koppeln von 7 bis 8 Bunder sind durchaus zu verwerfen. Sie dürfen nur ein einziges Bunder enthalten; ja die Erfahrung lehrt uns, daß die Koppeln von einem halben Bunder noch besser, und besonders zum Graswuchse geeigneter sind, als die etwas größeren, auf welchen Kälte und Hitze weit merklicher sind als auf jenen. Doch müssen nicht alle Wälle die Höhe von 4 bis 5 Fuß haben. Es ist genug, daß man die äuße— ren, die die ganze Anlage umziehen, so hoch mache. Diese müssen dabey eine Breite von 16 bis 18 Fuß haben. Um die Erde zu ihrer Anbauung zu gewin— nen, legt man von außen und innen einen Graben an. ches ebenfalls der Kälte und schlimmen Witterung nicht so widerstehen kann, wie starkes, wohlgenährtes. So sehen wir den Klee auf magerem Boden dem Erfrieren weit mehr unterworfen als auf fetten. Die nächtlichen mit Winde begleiteten Fröste greifen die allzu zarten Saftge⸗ fäße schwächlicher Pflanzen an, der Saft erstarret darin zu Eise, und die Gefäße der Pflanzen, die nicht ganz dabey zu Grunde gehen, schrumpfen doch so zusammen, oder werden so zerrüttet, daß die Vegetation nachher nur kränkelt. A. des Verfassers. U a. 2 in der den/ d Mfag O‚er K allin hi ten; N Tohd! auf de seder d genale auch z Hathune mit v andert in we des V die blel tigkeit! 8 von de Wese noch? Gtun so kor mank den; ken da senige habn 0us 0 verassn HN ch ihrn gů, halten duh andboden cber durche Koppeln sy Bunder s r ein eini hrt uns, V noch bess et sind, 0 Hihe Ul Höhe in un die aß hoch mach 15 10 00 zh gewih en Graben V terung nit/ . CMHN Erfrien d lächtichn x 7½ zorten E EN am die niht az o Mame achhlt sl Misen 333 an. Der äußere Graben sollte 7, der innere 3 Fuß in der Breite haben, damit sie geräumig genug wer— den, das überflüssige Wasser der ganzen Anlage auf—⸗ zufangen. Der aus den Gräben gezogene Grund oder vielmehr Sand wird nun freylich noch nicht allein hiureichen, so hohe und breite Wälle zu errich— ten; man vermehrt ihn also noch durch Zuführ von Thon und torfartigem Stoffe, den man hier und da auf der Heide antrifft, und nimmt einen Kärrn von jeder dieser Substanzen auf die Ruthe. Durch die genaue Mischung dieser Erdarten werden die Wälle auch zugleich fester und zum Fortbringen aller Holz— gattungen geeigneter. Man bepflanzt solche Wölle mit vierjährigen Tannen in einer Entfernung von anderthalb Fuß, und diese Bäume werden das Ganze in wenig Jahren gegen den Aufall der Winde und des Viehes schützen. Der Schatten derselben wird die brennende Sonnenhitze mildern, und die Feuch— tigkeit in dem Binnenraume zurückhalten. Die inneren Einhägungen, die jede Koppel von der andern trennen, werden zwar auf dieselbe Weise angelegt; man giebt ihnen aber weder die Höhe noch Breite wie den Einfassungswällen. Wird der Grund darin gehörig mit Lehm und Torf vermengt, so können sie gleich mit jungen Eichenpflanzen, die man kurz über der Erde wegschneidet, bepflanzt wer— den; widrigen Falls darf man nur Tannen und Bir—⸗ ken dazu nehmen. Einer unserer Aufbrecher hat die seinige mit guten Kastanien bepflanzt, die einen be— wun⸗ 33 wundrungswürdigen Fortgang hatten; allein die Kälte von 1776 zerstörte sie fast gänzlich. Ohne diesen Umstand würde man kein besseres Holz dazu wählen können; und wer weiß, ob in einem durch Thon und Moder verbesserten Boden die Kastanien der Kälte nicht würden widerstanden haben? Niedere Einhägungen. In Flandern und vorzüglich in dem Waeslande kennt man keine andere als Einhägungen dieser Art. In Brabant sind mir noch nie dergleichen vorgekom— men. Die Errichtung derselben ist sehr einfach, und ihr Nutzen für einige Felder, die wir eben angeben werden, auffallend. Man zieht rings um ein Feld, das meistens noch nicht die Größe eines Bunders hat, einen Gra— ben in der Breite von 8 Fuß. Nachdem dieser Gra— ben 3 Fuß tief ausgeworfen worden ist, so wird auf beiden Seiten ein Absatz oder eine Bank von 2 Fuß Breite gelassen, und die Tiefe der übrigen Breite des Grabens noch um 4 Fuß fortgesetzt, so daß der Bo— den dieses inneren Grabens höchstens noch dritthalb Fuß breit bleibt. Auf jenen Absatz werden weiße, schwärze und virginische Pappeln in einer Entfernung von 18 bis 20 Fuß unter sich gepflanzt, und der . Zwischenraum mit Erlenholz besetzt). Der *) Dieses wird sich durch die Ansicht der Fig. 2. Tafel VII. im ersten Bande deutlicher darstellen; obwohl ich die da— sige Einhägung nicht nach den wirklichen Dimenstonen abge⸗ Egent üngun Mum wder 66 8 trag de ins d so hab Eine! auch d Vidde leich ö 335 llin y Der Vortheil, den solche Einhägungen für den mlich. y Eigenchümer haben, ist sehr erheblich. Die Um— s H W zinglung einer solchen Koppel enthält 80 bis 100 einem dut Bäume, die nach 20 Jahren gehauen, und sogleich de Kasunt wieder durch andre ersetzt werden. Die Bäume zu abn? 6 bis 8 Gulden verkauft geben einen jährlichen Er— trag von 30 Gulden. Schlagen wir dazu den Pacht⸗ . zins des kandes, der beynahe eben so viel ausmacht; Voehn so haben wir einen jährlichen Ertrag von 60 Gulden. en dieser I Eine Benutzung, die in Brabant kein Eigenthümer n vorgeken auch von dem besten Boden ziehet., unfach, un Dabey verliert endlich der Pächter nichts. chen angeh Würden die Bäume, wie anderswo, dem Boden gleich gepflanzt, so ist kein Zweifel, daß sie den auf da mii ö dem eigen H n dieset hy abgezeichnet habe. Diejenigen, die Herr de Beunie hier so witd a angiebt, sind nicht ohne Beschwerlichkeit; denn nehmen hon 2 H wir für die Böschung oder schiefe Richtung jeder Seiten⸗ Brose dr wand des oberen Grabens oder der Bank einen halben 5 Fuß von der Breite des Ganzen ab; so behalten wir noch ere 5 der Bo Fuß: davon haben wir für die Breite jeder Bank 2 Fuß,— 0 wuith also zusammen 4 Fuß abzunehmen, es bleibt dann noch kden weß⸗ in der Mitte ein 3 Fuß breiter Streifen übrig. Wird dieser Entfumus Streifen nun seiner Seits noch 4 Fuß tief ausgestochen, ,„ u und hat dieser Graben, wie gesagt, oben eine Breite von 3 und nach Herrn de Beunie unten eine von dritt— „ halb Fuß, so hätten wir nur einen Viertelfuß Böschung fur jede der 4 Fuß hohen Seitenwände; es scheint aber unmöglich, daß diese sich in einer beynahe senkrechten Rich— tung aufrecht hälten können: vorzüglich wenn man be— denkt, daß die Gräben in Sandboden eingeschnitten, und Dimmsehn oft mit Wasser angefüllt stehen. 336 dem Felde vorkommenden andern Gewächsen den Nah⸗ rungsstoff rauben würden; dieses hat aber bey Bäu— men, die auf einem 3 Fuß unter der Oberfläche des Fel⸗ des erniedrigten Stande aufwachsen, nicht Statt. Die Wurzeln hindern nicht bey dem Pflügen, und der Schatten der Pappeln, die ohnehin keine dichte Krone ansetzen, verhindert die Wirkung des Sonnenlichtes nicht: um so weniger, da sie nicht alle auf einmal, sondern von Jahr zu Jahr, also theilweis abgehauen werden*). Die Pappeln so wohl als die Erlen lieben einen niedern feuchten Boden, und diese Einhägungen bringen eine solche Quantität Holz, daß obgleich sich keine Wälder in solchen Distrikten befinden, man noch Holz an die Auswärtigen zu verkaufen hat. Außerdem geben gedachte Gräben eine Menge Mo—⸗ der, der aus dem Abfalle der Blätter entsteht, und die erste Anlage derselben gab die Erde dazu her der Koppel eine gewisse Rundung zu geben, wodurch alle Ueberschwemmungen bey häufigem Regenwetter ver⸗ hütet werden. Einhagungen durch bloße Gräben. Wenn die hochgelegenen trockenen und dürren Sandländer hohe Wälle und Einhägungen fodern, um sie gegen das Austrocknen, und das Verwehen der Winde zu schützen; wenn die niedern Einhägun⸗ gen Uebrigens werden sie nie zu ihrem vollen Wachsthume gelassen. gen al lage N. Natut schilt I 0⁰ N auf dabey tet we schma sehn, lende⸗ Der dig ei Krede Oder l der En Michu nang Zum Krei⸗ wand grund deckt Hüffs sehung Dritte fad aberbe d. erfäcrue nicht I lüge, und y le dchteht, Sunnenstt dle auf ein vei abgehej nlieben eir Enhägung fobglach s. fiuden, ny erkaufen si Menge M nlsteht, in dazu her d vodurch al weller bez räben Hundehn ngen shen 15 Vamih uEhie 7½ Poshothun * 337 gen auf einem Boden anwendbar sind, der seiner lage nach weder zu erhaben noch zu tief, und seiner Natur nach weder zu feucht noch zu trocken ist, so schicken sich die einzelnen Gräben ohne Wall am besten auf die niedern feuchten und torfartigen Stellen, die wir auf den Heiden antreffen, indem die Hauptabsicht dabey auf ihre Austrocknung und Auslüftung gerich⸗ tet werden muß. Zu dem Ende müssen die Gräben schmal oder breit, und ihre Anzahl groß oder klein seyn, je nachdem es der Boden, und die abzulei tende Quantität von Wasser erheischt. §. III. Verfahren, die Heide urbar zu machen. Zu einem fruchtbaren Boden gehört nothwen— dig eine Mischung von Lehm, Dammerde, Sand oder Kreiderde. Da sich aber eine solche Mischung nicht, oder nur höchst selten auf den Heiden findet, so muß der Endzweck aller Arbeit dahin gehen, eine solche Mischung hervorzubringen, im Falle man die Beloh⸗ nung der Arbeit und Kosten davon erwarten will. Zum Glücke daß die Mittel dazu nicht außer dem Kreise unserer Macht liegen, und ohne großen Auf⸗ wand herbey zu schaffen sind. Man fängt vor allem an, den Ober- und Unter— grund der Heide zu untersuchen; denn sehr oft ent— deckt man im Verborgenen die Schätze, oder die Hülfsmittel, welche die weise Hand der gütigen Für⸗ sehung dem Uebel zur Seite gesetzt hat. Man wähle Dritter Band.— vor⸗ * 338 vorerst nur einen Boden, dessen Oberfläche eine Krume von 3 bis 4 Zoll schwarzer Erde deckt. Dann unter⸗ suche man bis zu einer Tiefe von 6 Fuß: ob sich kein Lehm auf dem Felde selbst, oder in seiner Nachbar— schaft befinde. Diese Untersuchung, die man an mehreren Plätzen anzustellen hat, wird zugleich leh⸗ ren: ob der Boden keinen Schurft(Eisenstein) ent— halte. Liegt dieser Schurft in der Oberfläche selbst, so muß er ohne Widerrede weggeschafft werden; liegt er aber tiefer als zwey Fuß, so schadet er dem Korn— baue nicht. Zu einer noch größeren Tiefe ist er auch den Holzpflanzungen nicht hinderlich. Ist man über die Auswahl des Platzes einig, dessen Urbarmachung man unternehmen will, so sticht man seine Gränzen ab, und bezeichnet eine etwas mehr erhabene Stelle, wo man zugleich Wasser zu einem Brunen findet, zur Errichtung der Wohnge— bäude. Ist der urbar zu machende Boden von ziemlicher Güte, so giebt man dem Pachthofe eine Ausdehnung von 26 Bunder, und von 30 oder mehr, wenn sich schlechte Stellen, die man nur zum Holz— wuchse brauchen kann, darauf befinden. Im Sommer sind die Heiden crocken und dürre, und im Winter stehen sie oft unter Wasser. Man nimmt diesen letzten Umstand nach starkem Regenwet⸗ ter wahr, und merkt sich die Stellen, die vorzüglich der Entwässerung bedürfen, und die Richtung, die man den Ableitungsgräben zu geben hat. Im folgenden Sommer errichtet man die Ge— bäude für den Pächter, und verschafft ihm 2 Pferde, oder, oder bier L ubthi⸗ Ind! 4s Ple tun A darun arbeit baler üeo, sandg dey M einfil ihrer sich x Epin 0 hichts Sowy jahre bleibe gen, ter 4 sowo durch fruch und d gunge 339 che üe Hrn Rune oder, welches der Erfahrung gemãß noch besser ist, 9906 66 vier Ochsen/ daneben 3 Kühe, einige Schaafe, das inr Ruth ann. und Lebensmittel für Menschen 5 und 4 0 Ich n dn. ö daß man den Pächter hch ä dem Lande von Waes zöge, wo es der starken Anis Population wegen nicht schwer fallen sollte, unter gu⸗ . 1. 10 ten Bedingungen einen aufzufinden. Ich ziehe asiche s darum die Waesländer vor, weil diese keute ungleich werden; I arbeitsamer und industridser sind, als unsere Heide— den Kr bauern. Durch sie könnte man die Cultur des Flach— efe st er a ses, des Hanfes, des Waues(Pflanzen, die einen sandigen, aber gut gebauten Boden fodern), und Mches iin bey uns in Brabant allzusehr vernachlässiget werden, wil, ost einführen. Die Bäuerinnen aus dem Waeslande sind set eine ius ihrer Seits gute Wirthschafterinnen und verstehen ch Vasu sich vortrefflich auf die Behandlung des Flachses, der det Dohj Spinnerey und des Viehes. Boden in thofe es In dem ersten e wird noch odet mehs nichts gesäet; sondern man pflügt bloß 6 Bunder im um Hol Sommer um, wovon ihrer drey im folgenden Früh— jahre besaamt werden die andern drey aber en unddinz bleiben auch noch gedachtes Frühjahr unbenutzt lie⸗ asset. M. gen, well die Erfabrung lehrt, daß ein umgepflüg— mRamudt ter Heideboden, der über ein ganzes Jahr ruhet, die wrilh sowohl durch die Einwirkung der Atmosphäre, als Ichn durch die vollsrändige Verwesung des Heidekrauts fruchtbarer wird. Der übrige Theil des Sommers =I und der Herbst wird auf die Errichtung der Einhä— 2MMM gungen, und das Auffahren des Lehms auf die drey ꝗ 2 zu⸗ 34⁰ zuerst zu besaenden Bunder verwendet. Man bringt auf jedes derselben 300 Sturzkarren), wirft den Thon etwas aus einander, damit er von dem Winterfroste durchdrungen werde, wonach er bey dem Aufthauen in Staub zerfällt, den man sogleich auf das ge— naueste vertheilt, und ebnet. In dem Frühlinge des zweyten Jahres werden diese mit lehm befahrne Felder gehörig gepflügt, mit dem *) Wird diese geringe Quantität zureichen? Um 24 U Fuß antwerpisches Maaß einen halben Fuß hoch mit Lehm zu bedecken, gehört nach den Versuchen des Herrn Dierex— sen ein einspänniges Fuder Lehm; es würden ihrer also in dem Falle 6666 auf ein Bunder erfodert. Um sich einige Wirkung von dem Lehm zu versprechen, müßte derselbe wenigstens einen Zoll hoch aufgefahren werden, es gingen also 1111 jener Fuder auf ein Bunder. Ohne Zweifel ist das Ueberfahren mit Lehm eines der wirksamsten Mittel, den Heideboden auf eine dauerhafte Art zu verbessern, und an den meisten Orten auf der Heide wird man den Lehm zu einer sichern Tiefe antref⸗ fen: nur muß, ehe man sich zu seinem Gebrauche ent— schließt, wohl überlegt werden, wie hoch sich die Kosten davon belaufen können. Um solches zu erleichtern führe ich eine Berechnung des Herrn Dierexsen über diesen Gegenstand an. Zuerst macht er den Ueberschlag, daß wenn der Lehm sich an einer Stellelnuf dem zu bessern⸗ den Felde selbst befindet, und nicht tiefer als 2 bis 3 Spatenstiche unter der Oberfläche liegt, die Unkosten, a 1 Zoll Dicke den Lehm aufzufahren, sich auf 34 brab. Gulden per Bunder belaufen. Darauf kömmt er zur Be⸗ rech⸗ 34 ahin 0 ö I st dn dn dem Miste, den man bis dahin in der Wirtbschaft Wnnfn erzeugt hat, gedünge. Hafer und Klee besäet. Ufhr Man hätte also in dem Jahre eine Haferärndte da— af dab g von zu nehmen/ und in den beiden darauf folgenden Jahren einige Kleeschnitte davon zu gewarten. Durch diesen Gewinn von grünem und dürrem Futter wird ahtes werdn man sich im Stände finden, den Viehstand zu ver— wuflägt, nt größern, also Dünger und Vortheil zu vermehren. dn Der Hafer wird etwas hoch über der Erde ab— geschnitten, damit die jungen Kleepflanzen zwischen den —˙ 1. Stoppeln etwas Schutz gegen die Kälte finden. Da— . neben bestreut man sie im November mit einer Mi— um Diert; schung von drey Theilen trockenen Thons und einem Uden ihterns Theile Asche, und wiederholt solches in dem darauf N. In kommenden Frühjahre. Ich rathe die Beymischung rechen, miß des ahten werde nder. rechnung, wenn der Lehm aus einiger Entsernung beyge⸗ m eines de führt werden muß. e dauerhaft„Ich habe“, sagt er,„eine Quantität Grund in einer ten auf der Entfernung von 900 Schritten(2070 Fuß) beyführen Tet antref lassen. Das Pferd verwendete im Hingehen 3, im Zu— brauche en⸗ rückkommen 5 Minuten. Das Laden, welches durch den ich die Koiin Fuhrmann geschah, erfoderte ihrer 4. Der zu ladende tichterr fihx Grund war so fest, daß mit dem Fußdrucke auf den Spa⸗ ube n ten mußte nachgeholfen werden. Nehmen wir an, daß xschla, N der Karrn täglich statt 10 nur 8 Stunden beschäftiget ist, mzu bsw so überbringt er 40 Ladungen Grund, welche 12 Gulden als 2 H; kosten würden. Ein Bunder einen Zoll hoch zu überfah⸗ Unkoster,e ren würde also aus der Entfernung 42 Gulden kosten. ũ 5%U Den Obergrund 2 Spaten tief von der Lehmgrube wegzu— W räumen würde noch 8, also das Ganze 50 Gulden kosten. h Verschleifen und Pflügen nicht berechnet. EDEI8 ( ö —— — —— Sꝗ... .—— des Thons an, theils, weil die Asche dadurch im Wasser auflöslicher und wirksamer gemacht wird; theils, weil man weniger Asche dabey braucht, als sonst erfoderlich gewesen seyn würde; theils auch, weil dadurch immer mehr und mehr Thon aufgebracht wird. Bey einer solchen Behandlung kann man dann moralisch sicher seyn, guten Klee zu haben, und zwey Jahre über zu erhalten. Der Rocken, der in diese Kleestoppel gesäet wird, kann nicht anders, als gut seyn. Zu diesem wird daher nur eine halbe Düngung gegeben, und mit ihm wird Genst ausgesäet. Nachdem der Rocken ausgesäet worden ist, be— hauptet der Genst das Land noch 3 Jahre. Sind die Winter nicht allzustrenge, so ist er wenigstens 50 bis 60 Gulden werth. Der Anbau dieser vor— trefflichen Pflanze gewährt mehrere erhebliche Vor— theile: 1) Erholt sich der Boden durch eine dreyjährige Ruhe, und ersetzt in dieser Zwischenzeit, was er durch die Erzeugung zweyer Kornärndten verloren hat. 2) Giebt der Ertrag dieser Pflanze im Durch— schnitte einen jährlichen reinen Gewinn von 18 bis 20 Gulden per Bunder. 3) Dient das kleine Gezweige den Schaafen zu einer sehr gesunden Speise. 4) Findet sich zwischen den Pflanzen eine gute Weide für Schaafe und Ochsen. 5) Dienen die Aeste den Schaafen zur Streue, wodurch der Dünger vermehrt, und seine Dauer in der Erde verlängert wird. 60 dunget gung nachg Hall welche Erise einen Klee ⸗ oß von d Gisp mie, bosett werden alten ‚— 343 dchr — 6) Kann man mit dem grünen Gezweige selbst Icht 0* düngen, und die Erfahrung bezeugt, daß diese Dün— 0 4 gung jener mit animalischen Exerementen nicht viel i nachgebe. Ich schreibe dieses ihrer Feuchtigkeit an⸗ haltenden Eigenschaft zu. 7) Die Blätter und anderes kleine Gezweige, welches die Pflanze während ihrer dreyjährigen aufgebrath n man dam u und pz der in diil , Existenz fallen läßt, bilden auf der Oberfläche der Erde 0— einen Humus, der sie nicht wenig verbessert. 0 eDimgu L 7 siet. 8) Da das Feld in den 3 Genst- und den 2 Klee-Jahren keinen Dünger erhält, so ist diese Er— den ist, h. J——5 ö R. Gil sdarniß, besonders für einen angehenden Heidebauer, wsc von äußerster Wichtigkeit. u dieser y 9) Wird durch den Anbau des Genstes viele Kebliche Au Gespann⸗und Hand-Arbeit zum Besten der Oekono— mie, der Bestellung anderer Felder, und der Ver— drexͤht besserung des Gänzen erspart. 5 er duh Nach dem Verlaufe gemeldeter 6 Jahre*) %. werden jene 3 Bunder im Stande seyn, alle Getreide⸗ im Ducch⸗ arten fortzubringen, die man von einem sandigen 18018 20 4 Boden f*) Hier hat sich der Verfasser geirret; denn wir hatten/ Jahre, nämlich: 1 Hafer, 2 Klee, 3 Klee, 4 Rocken, 5 Genst, 6 Genst, 7 Genst. Durch diese sieben Schl äge W 275 hätte die Wirthse haft in der Folge also alljährlich: 3 Bun⸗ der Hafer, 3 Bunder Rocken, 3 Bunder jungen Klee, Enn 3 Bunder alten Klee, 3 Bunder haubaren Genst, und Dauat 9 Bunder Weide zwischen dem Genst. Es würde ihr also nicht an Sommerfutter; wohl aber an Stroh fehlen. Da⸗ 344— Boden fodern darf. Um seine Fruchtbarkeit noch mehr zu erhöͤhen, halten wir für sehr vortheilhaft, ihn in der Folge vor jeder Kleeaussaat mit einer Quan⸗ tität Thon zu befahren, und ihn alle 7 Jahre*) wieder mit Genst zu bestellen. Auf diese Weise wird der Boden nie erschöpft werden können; Thon und Dämmerde werden darauf zunehmen, und ihn nach einer gewissen Frist von Jahren zum Waizen⸗ und Gerstenbau geeignet machen. Eine solche Feldein— thelung wird das Dreyfache an Viehfutter äuf— bringen; man wird also auch noch dreymal so viel Vieh halten können, als man gewöhnlich zu thun pflegt. Der Dünger würde also zuletzt im Ueber— flusse da seyn; man würde weniger Gespann und Ge— sinde bräuchen, weil man, den Garten und einige leine Nebenkoppeln ausgenommen, jährlich nur die Hälfte des Bodens anzubauen haben würde. Es Dafür kann sie, indem sie ohnehin noch 6 Bunder übrig hat, nach dem Verläufe der ersten siebenjährigen Rota— tion, eine achtjährige einführen, und zu den Ende einen neuen Schlag mit Rocken entweder gleich nach dem Genst, oder unmittelbar vor demselben einschalten, welches letz⸗ tere vortheilhafter für den Kleebau seyn würde, als ersteres. Man hätte also nunmehr 6 Bunder Rocken. Die z3 restirenden Bunder bestimmen wir für Wohnplatz, Garten, Gehölze und Nebensachen. ) Das heißt: mit jedem achten Jahre, oder in der Folge mit dem neunten, wenn man, wie gesagt, noch eine Korn— ärndte in die Fruchtfolge aufnehmen wollte„ welches ohne Anstand wird geschehen können. daß ei Euth manch und m 500 B0 Ertrag Mfar Halten schlach bessen Oünge Gahz hälte wo n die X i de der ge mitthe gegend nen d selten ihtbalht uniht nit einerdun le⸗ Jhu: Was ½ Don un und ihn n Vahen, soche di Fileeh Iehfutter au dehmas so h sich zu thun ht im Ueber ann und 6⸗ en und aa wurde. 6 dulder ühriz Hhugen Nota; n Ende einn ach dem Gxf „welhhe s Hwüͤrk, l inder Mn ur Vohnch in det st ch eine KV„ l ches jähtlich 345 Es wäre irrig, wenn man sich einbilden wollte, daß eine solche Feldeintheilung nachtheilig seyn könnte. Enthält sie gleich nicht so viele Kornärndten als manche gewöhnliche, so enthält sie ungleich reichere, und mit jedem vollbrachten Umläufe wird die Güte des Bodens erhöhet. Uebrigens bringt sie durch den Ertrag aus dem Viehe das wieder ein, was etwa im Anfange bey dem Getreidertrage fehlen könnte. Wir halten sogar diese Art von Fruchtfolge auf jedem schlechten Boden für unumgänlich nöthig. Die Ver— besserung durch Thon, wenn sie nicht kräftig vom Dünger unterstützt wird, reicht allein nicht zu. Patullo fodert sogar, daß zwey Drittel des Ganzen zum Futterbaue niedergelegt werden%)/ und hält eine solche Feldeintheilung für zuträglicher, als wo mehr Kornfrüchte vorkommen, besonders wenn die Wirthschaft weit von den Städten entlegen ist. In dem Waeslande liegt zum wenigsten ein Drittel der Felder in Klee“*); auch sind die dasigen kand— wirthe sehr wohlhabend, statt daß die in unsern Heide— gegenden arm sind, und zwar ihrer schlecht verstande— nen Oekonomie wegen. Der Klee ist bey ihnen sehr selten; sie halten wenig und schlecht genährtes Vieh, V5 haben *) Der Verfasser hat nicht bedacht, daß in seiner eigenen Rotation sogar zu Viehfutter und Weide niederliegen. **) Das ist, mit Erlaubniß des Herrn Verfassers, nicht richtig, und selbst der Natur des Klees nach unmöglich. Der Klee kömmt daselbst nur alle 6 Jahre wieder; es kann also auch nicht mehr als der sechste Theil des Lan⸗ des in Klee niederliegen. 346 haben wenig Mist, und behandeln ihn schlecht). Ist es also ein Wunder, wenn auch ihre Felder vor Dürftigkeit schmachten? Es ist dennoch gewiß, daß der Kiee sehr gut auf der Heide geräth). Be— kanntlich beziehen die Holländer den Kleesaamen aus unserer Campine, und versenden ihn hernach unter ihrem eigenen Namen und in großen Quantitäten nach England, Fränkreich, und der Schweiz). Auf eben gedachte Art würden dann in diesem Pachthofe allährlich drey Bunder aufgebrochen, und in Culturzustand gesetzt. Dieses allmählige Urbar— machen wird freylich manchem zu langweilig scheinen; aber er mag sehen, ob er auf eine schnellere Art mit Vortheil dabey zu Stande kommen wird. Noch muß ich bemerken, daß, wenn sich auf dem zu eultivirenden Bezirke einige allzudürre Sand⸗ fel⸗ *) Ich weiß nicht, von was für einem Theile der Cam— pine der Verfasser hier spricht. In demjenigen, welchen ich sah, wurde das Vieh auf dem Stalle gesüttert, und der Mist im Stalle gelassen, welches wohl die beste Methode ihn zu bereiten ist. **) Das erste Mal auf frisch aufgebrochenem Boden. Außer⸗ dem muß es aber schon ein gutes und in guter Cultur stehendes Land seyn, worauf in der Campine Klee in der Regel vorkommen soll. **ν) Wenn, wie der Verfasser weiter oben sagt, der Klee in der Campiue sehr selten ist, wie können die Holländer große Quantitäten Kleesaamen daher beziehen? Oder be— ziehen sie sie wirklich daher, so muß der Kleebau daselbst nicht so vernachlässiget seyn, als der Verfasser es der Campine zur Last legt. flder shr d mit de sal.L en al Fm, vitle so Harpge ten, glich den p Hbafli Her vi mena Boder schen Uebrig auch nů dem Kl bede Solte ennoch geg W6 ath 2 1044 Hesaamen al hernach unth u Lumtität Schwei* dann in dish Hrochen, y „/ hlge lthn Algscheiner dlere Mi U wenn s Udürte Eid 6 heile der Ln „ welchen u Hekt, Und ol 34⁷ felder, Ungleichheiten und Hügel befinden, wie sie sehr häufig auf den Heiden vorkommen, man sich mit deren Melioration oder Abtragung nicht abgeben soll. Die Kosten, sie in Ackerland umzuschaffen, wür⸗ den allzuhoch laufen. Das beste, was man thun kann, ist, sie mit Tannen zu bepflanzen. Hat man viele solcher Plätze, so kann man sie mit allerhand harzigen Holzarten, wie: Wachholder, Tannen, Fich— ten, virginischen rothen Cedern, Tuyas, und vor— züglich mit lerchenbäumen besetzen. Zu solchem Bo— den passen überhaupt nur Bäume, deren Wurzeln oberflächlich laufen: alles, was Pfahlwurzel hat, ist hier nicht anwendbar. Aus eben der Ursache kom— men auch euzerne und Esper so schlecht auf solchem Boden fort. Ich habe viele Versuche damit machen sehen; aber keinen, der gut ausgeschlagen wäre*). Uebrigens könnte es seyn, daß diese Pflanzen uns auch nicht denselben Vortheil gewährten, den wir von dem Klee ziehen. A. Voung hält selbst für England beide Pflänzen für weniger vortheilhaft als den Klee. Sollte man aber auf eine andere Futterpflanze ver⸗ fal⸗ *) Hier wäre also der Fall, wo die Luzerne nach abgestutzter Pfahlwurzel gepflanzet werden müßte; aber freylich nicht auf einem frisch urbar gemachten, folglich noch nicht in Kraft stehendem Boden. Doch stünde noch die Frage: ob, da auf einem frischen Boden der Klee immer zu ge— rathen pflegt, der sonst doch auch verbesserten Boden er— erheischt, ob, sage ich, die verpflanzte Luzerne nicht auch darauf fortkommen sollte? Versuche allein können solches entscheiden. 348 fallen wollen: so würde ich hierzu das koenum sue⸗ cicum Linn., das eine Luzerneart zu seyn scheint, vor— schlagen). Dieser berühmte Schriftsteller macht viel We— sen davon. Man kann sie selner Meinung nach sowohl im Früh als Spätjahre aussänn. Sie kommt auf jedem, nur nicht morastigen, Boden fort. Im dritten Jahre läßt man sie unangerührt bis zum Herbste stehen, damit der Saame sich von selbst verbreite, und man des neuen Ansäens über— hoben sey. Dieses Kraut, das die Pferde sehr gerne fressen, findet sich wild auf dem Stuyvenberg, auch hier und da in der Heide, welches beweist, daß es auch einheimisch und für unsern Sandboden geeignet sey. Die Pflanze wird einen bis zwey(7) Fuß hoch, wächst sehr ästig und dicht. Sie ist dreyblättrig wie der Klee, trägt gelbe Blumen, und Saamen, der sich in Schoten ansetzt. 6. IVV. Bearbeitung der niederen Stellen auf der Heide. Außer den trockenen und hochgelegenen Stellen, findet man auf der Heide auch tiefe, überschwemmte oder *) Es ist dieses dem Vermuthen nach die schwedische Luzerne (medicago falcata), die nach Herr Bechmann auch in Deutschland und um Göttingen wild wächst. Ich fand fie sehr häufig im Departement der Niedermaas. Sie chet me snd. dens it bedekt, hukgel st Ind läß ihre M Vustro föͤnnen den. J, s, dal Laß sich ansehn Ganze der all die Bee senDa stanzen, Gaend hat, zu feu luhh laften 349 mühs oder morastige Pläbe, die oft mehrere Bunder groß sind. Man hat ihre Tiefe, und die Natur ihres Bo— dens im Winter zu untersuchen, wenn sie mit Eise mocht vi x bedeckt, oder auch im Sommer, wenn sie etwas Minung n ausgetrocknet sind. Findet man sie allzu tief, oder aussen. ist der Boden davon sändig, so thut man am besten, stigen, Dah und läßt die Hände davon. Im ersten Falle würde se mnangelh ihre Ausfüllung zu viel kosten, und im andern ihre Saame shn Austrocknung der Mühe nicht lohnen. Solche Plätze Jusdens lh können also zu nichts als Fischteichen verwendet wer— erde seht gu den. Ist der Boden aber torfartig, und die Lage erlaubt denbetg, al es, daß man das Wasser davon ableiten kann, so sh,daß erl ließ sich bey einer wohl überlegten Verwendung ein giigr ansehnlicher Vortheil davon ziehen. uß hoch nihs Nachdem das Wasser abgelaufen, müßte das lättriz nev Ganze in mehr oder weniger breite Beete getheilt, und amen, det st der aus den Abtheilungsgräben gezogene Grund über die Beete hergeworfen werden. Ein solcher Boden, der sein Daseyn theils der Verwesung vegetabilischer Sub— stanzen, theils dem Lehm, den die Gewässer von höhern Gegenden dahin geschwemmt haben, zu verdanken af di hat, ist gewöhnlich sehr fruchtbar; allein, da er noch zu feucht, und durch das darüber stehende Wasser zu gener E kühl geworden ist, so ist das Trockenlegen und Aus— berscnmt lüften dabey unumgänglich nöthig. Man kann sich V nun wostrain Sie stand wie ein Wulst in einander gewachsen auf einer 11 0 Wiese, worauf nur rauhes breites Gras wuchs, und die, ů 6 45 ohne morastig zu seyn, den Winter über mit Wasser stark ler überflossen und mit Eise bedeckt war. Der Boden war 4M fest und harzärtig. 350 nun dieses Grundes entweder zur Verbessetung schlech⸗ ter Felder, und zur Vermehrung des Düngers bedie— nen, oder den Platz in eine Holzpflanzung umschaf— fen. Weiden, Erlen*), und an den etwas höher liegenden Stellen Pappeln sind dazu am besten geeig— net. So geil aber immer der Wuchs jener Holz— arten daselbst seyn wird; so ist es doch noch vortheil— hafter die entwässerten Gründe zum natürlichen Gräswuchse zu bestimmen, indem Heu und Viehfut— ter überhaupt so selten in den Heiden sind. Bedarf man des aus den Gräben gestochenen Grundes nicht nothwendig zur Anhöhung der Beete, so ist es sehr vortheilhaft, ihn auszufahren, auf Hau— fen zu setzeu, und jede Fuß dicke Schichte mit Kalk zu bestreuen, wodurch ein kösilicher Dünger für die übrigen Ackerlande gewonnen werden wird. Um je— nen Wiesen ihr morastiges Wesen in etwas zu beneh⸗ men, *) Ich würde das Eschenholz mit dazu nehmen. Es kömmt in fettem Moorgrunde sehr gut fort, vorzüglich wenn es un⸗ ter Erlen gemischt wird, und man sollte solches auf ei⸗ nem für Erlen geeigneten Boden nicht anders als in die⸗ ser Mischung pflanzen. Die Eschen saugen den Boden aus; statt daß die Erlen ihn auffallend verbessern. Ihre Mischung kann also nicht anders als nützlich seyn. Ich ver⸗ stehe dieses aber nur von Erd- oder Schlägholz, das alle 6bis 8 Jahre gefället wird. Bey einer solchen Pflan⸗ zung werden die Eschen, die durch den üppigen Wuchs der Erlen in die Höhe getrieben werden, geradere Stecken und Stangen liesern, als wenn sie allein stünden. Uebri⸗ gens weiß man, daß das Buschholz der Eschen wegen sei⸗ nes männichfaltigen Gebrauchs allem andern vorgeht. E daß das nauen V stehe/ u — was the vollen; Molur den ang vorzüglit weisung Ueberder zumager ußert, Theil⸗ schwͤch wil die ben: be genug z tief Daume anzung unsh den etwas 0 em besten 0 ucs jnet h och uoch vurh jum hotiesh und Viehs sud. en gestochg ung det Bei Hren, auf r chichte Ms Düngasth Wird. Unß Iwas zu hath U1— nen. Es konn lich wenn es l soichet auf WWerd als in ugen den Luh berbesen I ich sen Pan eradete tüͤnden. M. schen wogtn m west 351 men, überstreut man sie mit ausgelaugter Erde aus den Salpeterfabriken, mit Seifensiederkalk, mit Bau— schutt, oder andern kalk-und kreideartigen Sub— stanzen. Dieses wird den Boden vor und nach fester, und zu einem guten Graswuchse geeigneter mächen. 9. v. Holzpflanzungen. Es ist ein allgemein angenommener Grundsatz: daß das Wachsthum eines Baumes in einem ge— nauen Verhältnisse mit der Fruchtbärkeit des Bodens steyhe, worauf er gepflänzt ist. Die Eiche fodert bekanntlich einen schweren, et— was thonigen Boden; die Ulme einen mürben, kraft— vollen; die Esche einen frischen, milden, u. s. w. Die Natur scheint jeder Baumgattung einen eigenen Bo— den angewiesen zu haben, und keine derselben wird vorzüglich gedeihen, wenn sie auf einen dieser An— weisung ganz entgegengesetzten Boden gepflanzt wird. Ueberdem sehen wir, daß jeder Baum auf einem all— zumagern Boden nie weder einen kraftvollen Wuchs äußert, noch eine starke Krone ansetzt. Der größte Theil einer solchen Pflanzung verräth durch sein schwächliches Ansehen seinen nahen Untergang. Man will dieses zwar nicht selten andern Ursachen zuschrei— ben: bey einem heißt es, man habe die Erde nicht tief genug gerührt; bey dem andern, man habe die Bäume zu tief gepflanzt; wieder bey andern, man habe den Bäumen zu viele Aeste genommen. Es mag dieses auch 35⁷ auch wohl seyn; allein die Hauptursache liegt immer in der Unfruchtbarkeit, oder Unzuträglichkeit des Bodens. Vor 25 Jahren pflanzte einer unserer ersten Holz— pflänzer, der in allen Holzanlagen, die er auf gutem Boden gemacht hatte, außerordentlich glücklich gewe— sen war, auch einige tausend Bäume auf der Heide. Der größte Theil davon ging zu Grunde, und die wenigen, die noch davon übrig sind, haben keine Kro— ne und schmachten. Ein anderer pflänzte vor 7 Jah— ren 1600 Eichen, und zwar mit aller möglichen Vorsicht und dem größten Fleiße. Auch davon schwanden die meisten weg, und unter den noch leben— den befinden sich keine zwanzig, die die Krone behal— ten haben. Doch giebt es Stellen auf der Heide, wo die Bäume in den ersten Jahren Fortgang versprechen; allein später, wenn der mehr erwachsene Baum auch mehr Nahrung bedarf, findet er sie nicht: er fängt an zu trauern; seine Krone verkraust; das Moos ent— saugt seiner Rinde die letzten Säfte; er stirbt. So häufig Beyspiele solcher Art auf unsern Hei— den vorkommen, so reichen sie doch nicht zu, gewisse deu— te, die sich einbilden, die Natur am meisten zu kennen, zu bekehren. Freylich findet man hie und da auch noch schöne Eichen, doch nur an niederen Stellen, wo sich eine starke Schicht von vegetäbilischem Moder und lehm, der von den nahegelegenen Feldern zuge— flossen, angehäuft hat; aber umsonst wird man auf der hohen Heide, die nur ein Paar Zoll Dammerde deckt, Rkt hach ei Mudelht flͤche d wenn sse Hrlesset 8 lef un etwas, ges ube wenn det macht w das huß van Lht esten g aber sto N ungen E shligtz! Hoßpfan den, u Vuhrei eist mi datunte M„ klen len Mtter A. — ‚ 253 he ligtinm, ö Enehe deckt, wovon aber der Untergrund baarer Sand ist, ain f. nach einem einzigen schönen Baume suchen. Das * aeg Nadelholz selbst, dessen Wurzel doch über die Ober⸗ ielhe fläche der Erde hinkriecht, geräth meistens schlecht, Afde 80 wenn man nicht den Boden vorher durch die Cultur 00 verbessert hat. unde, und; ahm keleh Zu einer Holzanlage pflegen einige zwey Fuß i vur 71 tief umzupflügen; andere spaten sie um, düngen lr miͤlth etwas, und pflanzen junge Eichen, die etwas weni— ch 3h ges über dem Boden abgeschnitten werden; allein, wenn der Boden, auf welchem eine solche Aulage ge⸗ en noch lebz;— macht worden, nicht aus sanftem Sande besteht, Kone beh ö—Q— das heißt, aus solchem, der eine kleine Beymischung von lehm hat, so scheint die Pflanzung zwar in den Heide, W ersten 4 bis 5 Jahren etwas zu versprechen; nächher 10 bersortn aber stockt sie, und nimmt ab. 5 Noch einige säen Genst(Pfriem) zwischen die ů jungen Eichenpflanzen, welches noch am besten ein— Moos 0 schlägt; dennoch glauben wir, daß zu einer tüchtigen ich. Holzpflanzung kein besseres Mittel sey, als den Bo— usand den, nach der von uns beschriebenen Art, sieben Jahre über in Cultur zu nehmen, und ihn alsdann erst mit Eichen zu bepflanzen, und etwas Genst darunter zu säen). W Rewissehd Ien zu fanch HDaach Stelen, ö Fünf⸗ schem Mu deben u Niemand hat diesen Grundsatz besser begriffen, oder doch vird manth trener in Brabant befolgt, als eben jene Leute, von de⸗ Damma ren Unnützlichkeit für Welt und Staat man zu unsern + Dritter Band 3 Zei⸗ — — ——————— ..———— ——— N..E.I————————9——————9—————————— 351 E Fünfter Abschnitt. Mist und Düngemittel. Wir unterscheiden zwischen Mist und Dünger. Unter jenem verstehen wir alles, was einer faulen— den Gährung unterworfen ist. Hierzu gehöret der animalische Auswurf, und die zum Auffangen dessel⸗ ben Zeiten so viel gesprochen, und deren Versammlungen man zum unersetzlichen Nachtheile der Campine und ihrer Waldungen zerstört hat. Mit dem Verfalle dieser geist⸗ lichen Corporationen zerfielen dann auch alle jene dauer⸗ hafte Meliorationspläne, die nur sie allein unternehmen und ausführen konnten. Ich will nur hier die Methode anführen, deren man sich in der Abtey Everboden be— diente, die dürre nackte Heide in grüne Wälder und blü⸗ hende Gefilde umzuschaffen. Es sey mir erlaubt, die Stelle hier wörtlich herzusetzen, wie ich sie schon im Jahre 1805 anderswo bekannt gemacht habe. Gedachte Abtey, die in der Gegend der Stadt Diest liegt, hatte eine Menge vorzüglicher Wiesen an dem Ufer der Demmer. Statt das darauf gewonnene Heu und Grum—⸗ met zu verkaufen, wurde auf der Heide eine große Hütte von leichtem Tannenholze errichtet, und Ochsen oder güste Kühe wurden darin zur Mastung aufgestellt. Das Heu wurde beygefahren und verfüttert; Plaggen gehauen, ein⸗ gestreut, und mit dem gewonnenen Miste das wuste Ara— bien in ein glückliches umgeschaffen. Alles Korn und Stroh, was die Erde hervorbrachte, ward ihr ohne den geringsten Abzug, vielmehr mit Zusatz wieder gegeben; denn immer wurde nach der Hütte hin, aber nie etwas, das hen an Stall ralih wit 335 . ben angewendete Vegetabilien, also der gewöhnliche 1 Stallmist. Unter Dünger verstehen wir feste mine— ralische Substanzen, die aus fetten dligten Theilen, 2 und und Düng aner faus das fette Vieh ausgenommen, davon weggebracht. So gchbret V wie ein Theil des Bodens meliorirt war, rückte die Hütte ffangen desh des Segens weiter, und blühende Fußstapfen bezeichne⸗ 6 ten ihre Fortschritte. Man legte einige Pachthöfe auf dem Urbargemachten an; allein bey weitem das Meiste wurde zu Waldungen bestimmt. Die Anlegung davon ge⸗ sannlun schah auf folgende Weise: yne und ih Wann der Boden zwey bis vier Jahr in Cultur gestan⸗ dle diesr den, das heißt, alle Jahre gedüngt, und mit Rocken oder ale yut y andern Dingen bestellt worden war, so ward er mit Finger⸗ en untaa dicken Eichen, die man zu dem Ende in einer Pfanz⸗ itt dit du schule erzogen hatte, bepflanzt. Die verpflanzten Stämm⸗ Erlan chen wurden bis auf einen Fuß hoch über der Wurzel ab⸗ Wäbber ulh geschnitten. Alles geschah in Reihen, und auf 12 bis erlaubt, 14 Fuß breiten Ackerbeeten. Die Furchen zwischen den Hhon im I Beeten wurden darauf mit dem Spaten ausgestochen und aufgeräumt, und der daraus kommende unfruchtbare N Diestliez scheure Sand zwischen die gepflanzten Eichenstämmchen dem Vfer eingeschlossen: dadurch suchte man das Aufkommen des u ud Ent Unkrauts und der Heide zu verhindern, und die Beete ne grrñ l gegen die Winternässe zu schützen. Ein solcher Busch war chsen yn E zu Schlagholz bestimmt; da aber, wo die Eichen zu It. dun Bäumen erwachsen sollten, weil man sich der Tauglich⸗ Nghun keit des Untergrundes versichert hatte, da säete man da vist h die Eichen sogleich an Ort und Stelle. Wann nämlich Is Hm v das Land einmal Rocken getragen hatte, und in sattsamer Achthen Cultur und Kraft stand, wurden die Eicheln über den ge⸗ Wer 0 breiteten Dünger hergesäet, flach untergepftügt„der Rocken darüber her gestreuet, und statt des Eineggens mit 356— und einer feinen verglasbaren oder kalkhaltigen Erde bestehen. Aller Mist nimmt mit der Zeit an Volumen ab, und wird zu Moder, und so wird aller Mist zu Dün⸗ ger; aber der Dünger wird nicht zu Mist. Der Mist theilt der Erde durch sein häufiges Phlogistikon eine schnelle, aber nur vorübergehende, Melioration mit; statt daß der Dünger durch seine festen Theile zwar langsamer, aber dauerhafter darauf wirkt. Die Vereinigung dieser beiden Hülfsquellen, ich meyne mit dem Sande aus den Rigolen der Veete überschossen. Das reife Getreide wurde zuletzt in einer gewissen Höhe über dem Boden abgeschnitten, um den jungen Eichen un⸗ ter der hohen Stoppel einigen Schutz zu gewähren. Hier war nun der Schauplatz, wo später die gigan⸗ teske Eiche mit der Geistes⸗Größe des Menschen, der sie pflanzte, wetteiferte, wo unter andern jener in den Nie⸗ derlanden famöse Baum wuchs, dessen Ueberbleibsel man merkwurdig genug fand, als eine Seltenheit wegzuführen. Der Schaft dieser Eiche hatte 111rheinländische Fuß in seiner brauchbaren Länge. Man bestimmte zwey Bretter davon, welche die ganze Dicke des Baumes in seinem Durchschnitte darstellten, um eine eben so lange Gallerie damit zu bödenen; da der Baum aber im Falle 15 Fuß durch einen Borst verloren hatte, so wurde das obere und untere Ende der Gallerie, so wie auf den Seiten neben⸗ her der Boden mit dem Gezweige und den Wurzeln des Baumes parquetiert. Die Gallerie diente zur Bibliothek. Noch ein anderer 40 Fuß langer Saal war mit Eichen— brettern von derselben Länge belegt.— Ich sah, leider! nur die Trümmer davon nach Jerusalems Zerstörung. Henne! Ribeht Iede ah 8 kalten zu den halei such 90 J dewit momet Nring bis se von 1 Aumoßh hlelt sic Don de in den Ibten Ih rl um ei Vase hielt gießen frische Düng als der — 337 Rhthn E. meyne des Mistes und des Düngers, halte ich für un⸗ entbehrlich zur Urbarmachung unserer Heiden, und Delmna jede andere für unzulänglich. Maudh M. Di Von dem Midste. D00 Die kandleute theilen den Mist in warmen und ssn 0 kalten Mist; zu dem ersten rechnen sie den Pferde /, nn, zu dem andern den Kuhmist. Diese Benennung halte ich aber für unrichtig, wie mich folgender Ver⸗ Uilen, such überzeugte. mehs Ich ließ einen großen Bottich mit frischem Pfer⸗ demist anfüllen, und setzte ein Farenheitisches Ther— ů11— mometer hinein. Am ersten Tage war die Hitze sehr BmCur geringe; von da aber nahm sie mit jedem Tage zu, Aöhtn bis sie am sechsten das Thermometer zu einer Höhe ur dian von 112 Graden trieb, statt daß die Wärme der schen, Ei Atmosphäre ihrer nur 63 anzeigte. Die Hitze er⸗ in den M hielt sich zweymal 24 Stunden auf derselben Höhe. rbleibsel m Von da fing sie an in dem Verhältnisse abzunehmen, wegufihter in dem sie zugenommen hatte: so daß die Hitze am U Wi 16ten Tage die der freyen kuft nicht mehr übertraf. u Ich rührte den Mist nun anf, ohne daß die Hitze nur ange Ral um einen Grad gewachsen wäre. Ein Aufguß von Fall S Wasser erhöhte sie dennoch um ein Paar Grade, sie das obm m hielt aber nur zwey Tage an. Nachher half das Be⸗ Gannn uin gießen nicht mehr; es sey denn, daß ich Urin oder Vusth x frischen Mist hinzufügte. So enthielt also dieser Bt Dünger nach überstandener Gährung nicht mehr Hitze ni Eih als der des Hornviehes. sah, La . 77½½t. stobusg * 3 3 Doch N* . 358—— Doch hat die Erfahrung bewiesen, daß der Pferdemist nicht so gut auf den Heideboden passe, als der Kuhmist: daran ist aber nicht die Hitze des ersteren, sondern seine Trockenheit Schuld. Er befeuchtet den Boden nicht so gut, wie der Kuhmist, der nicht allein an sich selbst feuchter, sondern auch, wie bey allen wiederkäuenden Thieren, mehr durchgearbei— tet ist, wahrscheinlicher Weise mehr Phlogistikon be— sitzt, und es schwerer fahren läßt. Der Kuhmist wird also mit Recht für den trockenen sandigen, der Pferdemist für den feuchten kalten Boden vorzugs⸗ weise bestimmt. Die Sorgfalt eines guten Heideaufbrechers muß also dahin gehen, sich so vielen nassen Mist, als möglich, zu verschaffen. Zu dem Ende wird er den Dünger nicht in einem Haufen der Sonne und dem Regen aussetzen, sondern ihn in eine geräumige Grube bringen. Der Boden davon muß mit Back— oder andern Steinen ausgemauert werden. Statt des Kalkes bedient man sich dazu eines wohlbearbeite— ten, und mit Hämmern gebändigten Thones, und überzieht nachher das Ganze mit einer Schichte von eben solchem Thone. In dieser Grube kann der Dün⸗ ger seine Feuchtigkeit nicht verlieren, die man über⸗ dem durch die aus dem Stalle dahin geleitete Jauche unterhält. Um die Masse dieser köstlichen Substanz in dem Behälter zu vermehren, bringt man nach und nach allen Kehricht, Straßenkoth(2), Rasenstücke, kaub, Moder und torfartigen Grund der Gräben und Iud We Tn Thone! der feu und nich her: N dauetha Jewinne E wit dot sern H. ist abe beser Halt. leicht a lasen da D ten)n serers deckt. Heraue Frucht — 359 he, Wh denisz! und Wasserabzüge, und vorzüglich ausgetrockneten + Thon hinzu. Ich setze das Austrocknen bey dem Hedes ö ö i Thone als eine nothwendige Bedingung voraus, weil 1—1 der feuchte Thon sich nicht auflöset, zusammenklebt, iin f und nicht vertheilen läßt.— Ich lasse zu bedenken n über: ob man auf diese Art nicht mehr, bessern und Wast dauerhafteren Dünger für den trockenen Sandboden FHgsttkoy lu, ewinne, als auf jede andere Art? Der Kuh 8 f; sndger, v Von dem Dünger. en ion Than Es giebt sehr viele Gattungen von Thon, die dnstutt wir doch nicht berühren werden, weil man auf un— ostn Moi sern Heiden nur den gelben findet. Dieser gelbe Thon Re di e ist aber nicht allenthalben derselbe. Er ist um so besser zu unserer Absicht, als er weniger Sand ent⸗ Bome und x ͤ; hält. Die Quantität des Sandes läßt sich übrigens h gum ö ů ů unt But leicht auffinden, indem man den dehm nur aufweichen O M. El lassen darf, wobey der Sand zu Boden fällt. Wohbeudeitt Der Thon überhaupt enthält nicht selten Pyri⸗ Nns, I ten) und Alauntheilchen; doch habe ich in dem un⸗ SgMn serer Heiden nie Alaun und sehr selten Pyriten ent— Im0 deckt. Sollte man ihrer darin finden, so müssen sie — herausgesucht werden: indem nichts so sehr der Heunthut Fruchtbarkeit widersteht, als der Eisenvitriol, den hen Sulsh 3* die 10 00*) Unter Pyriten versteht man mineralische schwefelartige hust Körper. Sie sind gelb von Farbe, hart und glänzend. der Gin An dem Stahle geben sie große nach Schwefel riechende Funken. A. des Verfassers. 36⁰0 die Pyriten hervorbringen. Sind aber diese Körper so klein, daß man sie nicht von dem Thone scheiden kann, so muß man diesen dünn aus einander legen, damit die Pyriten sich an der Luft auflösen, und dem— nächst das eisenhaltige Salz durch etwas Kalk, oder andere alkalinische Stoffe abstumpfen. A sche. Die Asche ist unstreitig ein sehr kräftiges Dün— gemittel, wie es die tägliche Erfahrung bestätiget. Die Zersetzung wird uns die rechte Anwendung dersel— ben, und die Gattung anzeigen, die sich für jeden Boden schickt. Wir haben bey uns verschiedene Gattungen von Asche. Die erste erhalten wir aus dem Verbren— nen der Soden(Plaggen), welsches beynahe das ein— zige Brennmaterial unserer Heidebewohner ist. Ich verbrennte 36 Unzen dieser Soden, und erhielt davon 14 Unzen, Drachme und 9 Gran Asche. Diese Asche gab mir: Unze. Drachme. Gran. ö 0 e 9 sires Alkali V 10 2 19 reinen Sand ö I 3 6 39 Ausche mit noch etwas Sand ge⸗ mischt 2 verloren bey der Operation. 14 1 9 Diese 6 8 Nahrr sundig hen vom ell demjen kentor sen de Gegen ner O der gro er enn ten, heuet Fom folg u men, gab: Vup. 2 4 0 0 7 23 Lon shen dnamae h een, undy 0 Kak, Rrfthet d ing bestin endung der sch fir j he Gatun dem Vaug Mahe dab t ner sst oden, in nd 9 Geu s Eup hernuin R Hon Diese Zersetzung zeigt, daß eine solche von Nahrungstheilen entblößte Asche nur wenig auf einem sandigen Boden hervorbringen kann. Auf einem zähen allzuthonigen Boden würde ihre Anwendung von einigem Nutzen seyn.* Die zweyte Art von Asche erhalten wir von demjenigen Torfe, den män bey uns Darry, Brak— kentorf oder Poldertorf nennet. Wir beziehen die⸗ sen Torf aus den Poldern, oder andern tief gelegenen Gegenden, gewöhnlich aus der Nächbarschaft gesalze⸗ ner Gewässer. Einige nennen ihn auch Mineraltorf, der großen Quantität mineralischer Theile wegen, die er enthält. Die geringen Leute, einige Fabrikan— ten, und die Bauern bedienen sich seiner, da er nicht theuer ist. Ich verbrennte 36 Unzen dieses Torfes. Die Flamme war blau, gelblich, der Geruch sehr schwe— felig und stinkend. Ich erhielt 23 Unzen, 4 Dräch⸗ men, 16 Gran einer bräunröthlichen Asche. Sie gab: Unze. Drachme. Gran. 2 0 44 gewöhnliches Salz 4 2 19 Eisenvitriol 0 0 5 Glaubersalz 0 0 3 Selenit 17 Asche mit vielem Eisensafran gemischt 0 0 4verloren bey der Operation. 3 5 Die 362—.— Die Erfahrung hat bewiesen, daß diese Gat— tung Asche nicht allein der Vegetation schade, son— dern auch, wenn sie in einer großen Quantitat ange— wendet wird, die meisten Pflanzen zerstͤre. Streut man sie häufig über Disteln, wilde Ranunkeln, und andere bösartige Pflanzen, so gehen sie zu Grunde; deshalb man auch in den Poldern, wo man nichts als solchen Torf brennt, die Asche davon als unnütz auf die Straßen wirft. Sogar das Gras der Wie— sen, worauf man solchen Torf trocknet, vergeht da— von, und die Wurzeln der Bäume sterben ab, so bald sie nur auf diesen Torf dringen. Um die Bestandtheile dieser schädlichen Asche genauer kennen zu lernen, untersuchte ich jene 17 Un— zen Asche, die mit sehr vielem Eisensafran gemischt war. Ein Theil davon ließ sich vom Magnete anzie⸗ hen; aus dem andern, den ich in Vitriolsäure hatte auflöͤsen lassen, erhielt ich vielen Eisenvitriol. Diese Asche ist also nichts als eine Zusammensetzung von Salz, Eisen, Sand, und etwas Erde; kann da— her unmöglich unter die Düngemittel gerechnet werden. ö Noch eine dritte Gattung von Asche entsteht aus demjenigen Torfe, dem Gesner den Namen des vegetabilischen Torfes beylegt, und bey uns Veen⸗ torf, Moertorf genennt wird. Von dieser Natur ist der Torf, der uns aus Holland zugeführt wird. Wir besitzen auch solchen Torf zu Calmthout, doen— hout, Meer u. s. w. in einer Entfernung von 5 bis verbren 22 Gr bey eit standth Unze. O 0 0 0 18 2 nochS von et 6 Mx 6⁰0 shad, 0 antitit ny . Stu eln, un Grund. oman nsch on als unnt ts det V. bergeht x ben ab, Wchen 0 391 V 00 10 HMaure sih 01. D hung vi kann do ahechne he mith n NM i n iset Mun htt 0 aut, 0 V yos; 6 — 363 bis 7 Stunden von Antwerpen. Wire diser Torf besser bearbeitet, so würde er dem holländischen nichts nachgeben. Beide Gattungen brennen eben gut, geben wenig Geruch, machen eine gute** und hinterlassen eine graue Asche. Aus 36 Unzen holländischen Torfes, den ich verbrennte, blieben mir s Unzen, 2 Drachmen, 22 Gran Asche. Unser eigener Veentorf lieferte mir, bey einem äußerst kleinen Unterschiede, dieselben Be— standtheile, wie der holländische, nur kein Seesalz. Unze. Drachme. Gran. 0 0 38 gemeines Salz 0 0 16 Glaubersalz 0 0 18 fixes Alkali 18 1 6 Asche mit sehr wenig Sand gemischt 0 verloren bey der Operation. —0 18 2 2. Ich fand in diesem Torfe weder Eisenvitriol, noch Selenit, noch Eisensafran, sondern eine Mischung von etwas Salz, Sand und vieler grauen Asche. Wir ) Mehrere Untersuchungen, die der Abbé Marei und der Professor der Chemie zu Löven im Jahre 1775 anstell⸗ ten, geben zu erkennen, daß die holländische Asche un⸗ gleich mehr Salztheile enthält, als Herr de Beunie hier angiebt. Das Quantum dieser Theile, wovon et⸗ was über die Hälfte aus Glaubersalz, das üͤbrige aus gehö⸗ 364— Wir haben hier einen auffallenden Unterschied zwischen den angeführten Torfarten, der noch auf⸗ fallender wird, wenn man auf die Bestandtheile Acht hat, die sich bey der Destillation daraus entwickeln; indem man aus der einen eine freye Säure, aus der andern ein flüchtiges Laugensalz erhält. Man kann daher mit Recht bezweifeln, ob diese Torfarten dem⸗ selben Ursprunge ihre Entstehung zu verdanken haben. So sehr auch die dritte Gattung Asche den Vor— zug vor den beiden erstern verdient, so ist sie doch auf sandigem Boden lange nicht von dem Nußen, als auf thonigem. Ich halte dafür, daß der Thon die gehörig charakterisirtem, wiewohl etwas gemischtem See— salze bestand, betrug im Durchschnitte den zwölften Theil des Gewichtes der Asche, die man dem Versuche unter— worfen hatte. Daneben befand sich in der Asche eine ge⸗ ringe Beymischung von feiner zerreibbarer Erde, die den funfzigsten Theil des Ganzen betrug. Der große Unter⸗ schied der Resultate zwischen den Untersuchungen der Her— ren de Beunie und Marei rührt ohne Zweifel daher, daß jener einen holländischen Torf verbrennte, und sich daraus selbst die Asche schuf; statt, daß der andere die Asche nahm, so wie sie aus den großen Städten Hollands verführet wird, die daher mit vielen heterogenen Theilen gemischt ist. Die Analyse de Beunie's giebt uns also nur die Bestandtheile der Asche des holländischen Torfs; die des Abbé Marei aber die Bestandtheile der hollän⸗ dischen Asche, so wie man sie in Brabant hat und braucht, zu erkennen. 96 Ach Wons suchn Hißt zva 0 wie d vittiodis Iche h ab, wo nichtẽ l Pfund J 365 den Uend ast die Asche im Wasser auflösbarer, und durch sein der hoch e ö ndthyleh Phlogistikon wirksamer macht. is ah Die vierte Gattung Asche, die wir zu unter⸗ Iue, ueh suchen haben, ist die Holzasche. Alles Holz hinter⸗ Mut. läßt zwar Asche, doch das eine mehr als das andere, dUufun. so wie das eine mehr fixes Alkali, das andere mehr u bm. vitriolisirten Weinstein erzeugt. Die Quantität der Asche hängt dabey noch von der Qualität des Bodens ab, worauf das Holz gewachsen ist, so, daß man lche den Y nichts mit Sicherheit darüber bestimmen kann. Ein o istsie& Pfund Asche von Eichenholz gab mir: dem Nuß⸗ duß der di Unze. Drachme. Gran. 0 0 2˙gemeines Salz 0 0 9 vitriolisirten Weinstein 1 6 12 fixes Alkali rmischten 14 1 32 reine Asche AudFHen N 6 mal A 5 verloren bey der Operation. hersuche um Iche eine 16 9.. rde, die de RUnt Ob⸗ ungen der Zweft ue*) Der Abbé Marci fand über den dritten Theil dieser ante, in st Asche in Salpetersäure auflösbar. Er glaubt auch, daß der dunt N man der ausgelaugten Holzasche einen guten Theil der WaterHeldh Eigenschaften der holländischen Torfasche mittheilen könne. Nuum die„Man bringt“, sagt er,„die ausgelaugte Asche in freyer h M. Luft, doch unter Obdach, in einen Haufen, und übergießt Achndr ihn mit allerhand Art von Salzwasser, das doch sonst nur lschen lleer Ke auf die Straßen gegossen wird: wie das von gepöckeltem 1 10 2 Fleische oder Seefischen, oder da, wo das Salz nicht theuer 366 Obgleich diese Asche mehr fires Alkali enthält, als die andere, so kann ich diesem Umstande doch nicht ihre Fruchtbarkeit zuschreiben, sondern muß ihn viel⸗ mehr dem Umstande zumessen, daß diese Asche keinen Sand, und mehr verglasbare Erde enthält, als die andern Gattungen. Ich halte selbst dafür, daß dieses Salz, wenn es ein wenig reichlich da ist, auf dem Sandboden schaden kann. So hat mir ein Heideauf— brecher versichert, daß er sich viel besser bey der ausge— laugten Asche unserer Potaschfabriken stehe, als bey der unausgelaugten Holzasche. Ein anderer, der das fixe Alkali für einen trefflichen Dünger ansah, nahm eine große Menge Potasche zu Hülfe; allein er fand schh theuer ist, mit einer Auflösung desselben in zehnmal so niel Wasser. Das Laugensalz der Asche wird alsdann das Seesalz angreifen, und daraus eine Mischung entste⸗ hen, die sich durch den Regen auflösen lassen, den Boden durchdringen, und seine Fruchtbarkeit in Wirkung setzen würde.“ Herr Marei gesteht dennoch, daß diese Mi— schung zum Ueberstreuen der Früchte nicht dieselbe Wir⸗ kung hervorbringe, weil sie spezifisch schwerer, und vom Regen weniger auflösbar ist, als die holländische Torfasche. Der Klee, den er mit einer solchen Mischung überstreute, blieb länger zurück, und erreichte auch nicht die Höhe, als der mit Asche überdüngte. *) Eben diese Asche wird nebst der Seifensiederasche von Brabant aus nach Flandern geführt, und jetzt zu Löwen theurer bezahlt, als selbst die holländische Asche. Sie wird in Flandern auf den Feldern gebraucht, die einen von Seesalz überladenen Boden haben. Hict dls st aef Ederd Niser E 65 um Heig Higfens Reßt; w sineS schen 3 Mibre Syrich nänsih mace M krlhöt loniche det.“ Relaugte Wem wanum Lüwen fnden, ob man ssasos 367 Maa uhl, sich so öbel dabey, daß er es wieder aufgab. Ich selbst and ö— 2 Wnont sah seine Pflanzungen, und fand sie viel kränkelnder, H— 0 als die seiner Nachbarn. Asche kimn Hit, aß. Dahingegen gebührt auf thonigem Boden der , duß di nicht ausgelaugten Holzasche der Vorzug. Der Thon if, usy ist eine feine verglasbare, mit Vitriolsäure verbundene ren Hühe Erde: da nun das fixe Alkali mehr Verwandtschaft mit bey derulz dieser Säure hat, als die verglasbare Erde, so zersetzt 7 d6 es zum Theil den Thon, benimmt ihm seine allzustarke Ur, 11 Festigkeit, und macht ihn dadurch fruchtbarer. We— nigstens wird der Thon, den man mit fixem Alkali über⸗ ansah, nit ö ö ƷZ4j gießt, weniger zähe und dehnbar; giebt man ihm aber 2980 seine Säure wieder, so kehrt er auch zu seiner ursprüng⸗ lichen Zähigkeit zurück. Dasselbe tritt auch bey dem ü shn Mißbräuche des Kalkmergels ein; daher das alte ud au Sprüchwort der Landleute seine Bestätigung zieht, daß Mschun nämlich das Mergeln reiche Väter, und arme Söhne n, den dor mache. tnnd Manchmal ist der Thon mit Säuren überladen, desebe W. er enthält Alaun, oder Pyriten, besonders in den wal⸗ uu, ud w. lonischen Provinzen, wo man diese Metalle häufig fin⸗ dische Imi det. In diesem Falle sind alkalische Substanzen, un⸗ nnz inut gelaugte Asche und Kalkmergel von sehr großem Nutzen. re 6 Allem Vermuthen nach ist es auch aus dieser Ursache, warum die landwirthe in den Bezirken von Brüssel und n Lowen sich so wohl bey der holländischen Torfasche be— rr 0 finden, die um Antwerpen gar nicht im Gebrauche ist, Ki ob man sie gleich daselbst viel wohlfeiler haben kann. Es „Namn ist also nicht Vorurtheil, wenn wir uns derselben nicht be⸗ 368 bedienen, sondern die Erfahrung hat gezeigt, daß diese Asche auf sandigem Boden keine Wirkung hervorbringe. Ich sah unter andern eine Gesellschaft von Sult wareren, die ohne Nutzen mehrere Schiffsladungen von hollandi⸗ scher Asche angewendet, und dab ey ihre Kosten und Mühe verloren hatten. Noch n inre sich jemand mehrerer lasten solcher Asche; allein 5 üble Erfolg brachte ihn bald davon zurück. Man——0 sich also von der Asche allein keine großen Vortheile für un⸗ sern unfruchtbaren Boden werst⸗Ben; bringen wir sie aber in Verbindung mit anderm Dünger auf, so wird der Nutzen die Erwartung übersteigen. —— Fünf⸗ Haakti Ngchn 2* Cutur f Maß, noch wil das Mf Lon derK Mi M W brecherd auf ru den ande ren und dls sie h ausfrdt die biele fur die ber herlo Intter — Culluunn don Hht 0 Kosten u Fünfte Abtheilung. inm bodin— ö danprth Praktische Anweisung zur Urbar— Monduft machung der Heiden. Von Franz de hele styo Coster. ringen u f, sou == Der große Nutzen, den uns der Ackerbau unserer in Cultur stehenden Ländereyen gewährt, gab von jeher Anlaß, diese Cultur auch auf die häufigen bey uns noch wüst liegenden dvande auszudehnen; um so mehr, da das Aufbrechen derselben durch mancherley Freyheiten von der Ländesregierung begünstigt wurde. Man ist aber bey dem Unterneh hmen nicht immer gleich glücklich gewesen. So sind unsere jüngeren Auf⸗ brecher durch Uebereilung und Mangel an Kenntnissen auf Irrwege gerathen, und haben einen Mißgriff über den andern gethan: einige, weil sie sich von Leuten füh⸗ ren und sagen ließen, die sich mehr Kenntniß beylegten, als sie besaßen; andere, we il sie nur die Vorschriften ausländischer Schriftsteller zur Regel nehmen wollten, die vielleicht sehr passend für ihren Boden, aber nicht für die Natur des unsrigen geschrieben haben Darü— ö ber verloren die meisten den Muth, und es blieb bey 5 Dritter Band. Aa einem 37⁰ einem so thätigen Volke, wie die Belgen, eine große Strecke wüster dande ungebaut liegen. Ich habe mich meiner Seits eine lange Reihe von Jahren mit der Urbarmachung der Heide abgegeben, und durchgehends mit so gutem Erfolge, daß viele Lieb⸗ haber mich um die schriftliche Mittheilung meiner Er⸗ fahrungen gebeten haben. Ich sage dieses weniger um mich zu rühmen, als mir das Vertrauen meiner Leser zu gewinnen, und solches zur Vermeidung mancher schädlichen Mißbräuche, und zur Wiederherstellung de sinkenden Muthes zu benutzen 2). ö Erster Abschnitt. Nothwendigkeit der Einhägungen, und Weise sie anzulegen. Die Einhägungen sind für die urbargemachten oder noch urbar zu machenden Heiden unserer Sandländer nicht allein nützich, sondern auch unbedingt nothwen⸗ dig. Unter solchen Einhägungen verstehe ich aber keine bloßen Dornenhecken oder Zäune, wie man solche um die ) Die Güte der Costerischen Methoden und Handgriffe be⸗ zeugen seine Anlagen noch nach seinem Tode. Seine Holz⸗ pflanzungen zeichnen sich bis jetzt vor allen andern aus, und ein guter Busch und ein Costerbusch sind in der Ge⸗ gend von Antwerpen Synonyma geworden. 1Otte dum Vo de Vi Glhe K suhhlh ö gohl de Minm ge Verbunde ssie Wide b noch/ Wll Vahe den lichten f ihter In in auß Uinte yen oer de gn maueen de Ir Wiond sic diehe Biumen well de: Koppeln guifen z Mfanm lictung. 371 die Gärten hat; sondern hohe, mit Bäumen oder an— derm Waldholz bepflanzte, von Erde aufgesetzte Bänke iige Raih z oder Wälle, die von jeder Seite einen Graben haben. e ahgg Solche bepflanzte Wälle dienen, außer der Holzbe⸗ duß vitle h/ nutzung, die sie gewähren, den Früchten zum Schutze m mantt gegen die heftigen und schneidenden Winde„ und dem Zäi Boden gegen das Verwehen des Sandes. Die damit n nenahz verbundenen Gräben geben die Ableiter für das über— ng um flüsige Wasser ab. Werden endlich die Koppeln zur Kastlun Weide bestimmt, so dienen solche Wälle, auch dann noch, wenn das Holz darauf gehauen ist, um dem Viehe den Ausgang zu verschließen. Obgleich alle Einhägungen auf gleiche Art einzu⸗ richten sind, so müssen wir doch bey der Beschreibung Hgungn ihrer Anfertigung einen Unterschied machen, und solche in äußere und innere Einl Hanneit vertheilen. 1.. Unter jenen verstehen wir die, welche das ganze C ut, oder die ganze Anlage umfassen, also gleichsam Ring⸗ mauern derselben sind; unter diesen, diejenigen, welche — zur Absonderung und Befriedigung der Koppeln unter Sandlände sich dienen. Da man die äußern Einhägungen mit vuthun Bäumen, die innern aber bloß mit Buschholz bepflanzt, 00„ ih bafn weil die Bäume auf diesen zu vielen Schatten auf die asth Koppeln werfen würden, so tritt auch bey den Hand⸗ 1 griffen zu ihrer Errichtung eine Verschiedenheit ein. Hudi Wir machen mit den äußeren Einhägungen den 43 Anfang, weil bey allen Urbarmachungen mit ihrer Er⸗ II andern V ij de richtung auch gewöhnlich der Anfang gemacht wird. in dN Aa 2 Da 372 Da die äußeren Wölle zur Befriedigung des Ganzen dienen, und mehr noch, da sie mit Bäumen bepflanzt werden sollen, so ist es schicklich, ihnen auch etwas mehr Breite zu geben als den inneren; wir setzen also jene mit Inbegriff der Gräben zu 22 Fuß fest. Davon sollen auf den äußeren Graben 7, auf den inneren 5, und auf den Wall 10 Fuß fallen. Diejenigen, denen mehr mit einer schnellen und übereilten, als mit einer dauerhaften und Nutzen brin⸗ genden Arbeit gedient ist, mögen die Gräben sogleich ausstechen, mit dem von ihrer Oberfläche genommenen Rasen den Wall aufsetzen; die Zwischenräume mit dem Grunde, den sie frisch aus den Gräben gezogen haben, ausfüllen; und die Sache in einigen Wochen abthun: nur müssen sie sich nicht versprechen, daß je anderes Holz als höchstens Tannen, die zur Befestigung eines Walles nicht gemacht sind, darauf fortkommen werde. Ich meiner Seits kenne nur eine Art, die Be⸗ friedigungen auf Heideboden anzulegen, die mich eine Erfahrung von vielen Jahren gelehrt, und deren Güte sie mir bestätiget hat. Die Verfahrungsweise dabey fodert freylich mehr Zeit, aber nicht viel mehr Kosten, als die eben berührte verwerfliche Methode. Dagegen gewährt sie dann auch durch den freudigen Wuchs man⸗ cher nutzbaren Holzart einen ungleich größeren Vortheil; empfiehlt sich durch ihre Dauer; und giebt dem Ganzen ein weit besseres Ansehen. Wer auf dürren Sandheiden zu thun hat, der vergesse nicht, daß er einen geschlossenen, kalten, un⸗ frucht— fuchbote sobez N Iud Mü ulh dil. u simen 10 aeich aude N . einnehm die gulse sche dus d Gulb Eihn den det line Vr hat. luulr a vey guß lihtung d Men dr WoLed inwödt ihten A Fiur: *— 373 fichmn. fruchtbaren und keinen eultivirten Untergrund vor sich ie mit im habe; daß ein solcher Boden nur 2015 österes Rühren ch, ihhen at und Aussetzen an die st eye Luft milder, und zur Erzeu⸗ nnerenz gung der Gewächse fähig gemacht werden kann. Dieses oe n 229 gilt sowohl von den Wellen, als den zu Getreide be⸗ Nube 7, stummten Feldern. Um solches in Ansehung der erstern Juß sulen zu erreichen, verfährt man bey ihrer Anlage auf fol⸗ Msüul gende Weise. W— Nachdem der Erd streifen„den die Einhägung 4 einnehmen soll, abgestochen worden, fängt man an, Mölen in die ganze Oberfläche desselben umzupflügen. Ich ver⸗ damme stehe das von der ganzen Breite sowohl des Walles als aume mit der Gräben, die, wie schon gesagt, für die äußern aohen sur Einhägung en 22 Fuß beträgt. Man pflügt den Bo⸗ dochen thun den der Länge nach in zwey Beete, wovon das innere daß e waan eine Breite von 10, das äußere eine von 12 Fuß er⸗ efstgue hatt. Wir halten dieses Beet darum um zwey Fuß Aumen wi breiter als das innere, weil der äußere Graben um 1, N zwey Fuß breiter fallen soll, als der innere. Bey Er⸗ 5—. richtung d dies er Beet hat man darauf zu sehen, daß der Emih e Rücken derselben gerade an die Stellen zu falel kommt, 10 11 wo der zu errichtende Wall mit seinem auswärtigen und Rüu inwärtigen Rande stehen soll, also da, wo die Gräben mih Ln ihren Anfang nehmen sollen. 2 d Deullichkeit halber erkläre ich mich durch folgende W Figur: en Burh dem Gh 4 55 A.. e . 4 2 374—— Die ganzen Striche geben die zwey Beete an„ das punktirte die spͤterhin zu errichtenden Werke. der Wall, B der innere, C der äußere Graben. abd ist das innere Beet, ace das äußere. Da der Wall an der Oberfläche der Erxde 10 Fuß Breite hat, so folgt, daß der Raum von a bis b eben sowohl 5 Fuß mißt, als der von a bis e. b und e bezeichnen daher die Rücken der beiden Beete. Da nun das innere Beet, wie gesagt, nur 0 und das äußere 12 Fuß breit wer⸗ den soll, so folgt, daß der Rücken des ersteren gerade in seiner Mitte angeschossen wird, das andere aber sei⸗ nen Rücken um zwey Fuß mehr einwärts nach dem Walle zu erhalten muß. Daher haben wir von d bis b und von b bis a 5 Fuß, so auch von a bis c 5 Suß, von e bis e aber 7 Fuß. ö Sobald der Boden auf jene Art umgepflügt ist, so kann man sogleich den auswärtigen Raum des Wal— les e mit den von der Oberfläche des Grabens Ckom-⸗ menden Rasenstücken aufsetzen, und sie mit dem Grunde desselben unterschießen und fest legen. Diese Seite wird also gewissermaßen wie eine Wand aufgemauert. Da⸗ bey hat man aber zu beobachten, daß, wenn der Un⸗ tergrund aus leichtem Sande bestehet, man die Rasen nicht gerade auf den Rand des Grabens anlegen solle, sondern um einen Fuß mehr einwärts nach dem Walle zu, damit dieser einen festeren Fuß bekomme, und nicht etwa später durch das sich im Graben sammelnde Was— ser unterminirt werde,——— in den Graben herab— rutsche. Ob V ufdige: doch galh dast En miun chh nasat h Gate u chn die geschehet fein Haf witd zul! Bame, schist die aufge sen Hal muß, d Baume loblent h aus dem fümte/ s sunden L schretet Zuerst nommet worfen, siiner g desselhen Dadule hescher! — 37⁵ 0 Ob nun gleich die Außenseite des Walles recht gut Wbn. auf diese Art angelegt werden kann; so verhält es sich Da d doch ganz anders mit der innern. Der Wall muß von 1 x i dieser Seite durch eine mehrsahrige Cultur die Melio⸗ 1. 8 ration erhalten, die man ihm von der Außenseite her ii n versagt hat. Zu dem Ende wird der Wall nach jener ü Seite zu mit dem Spaten umgegraben, so weit es nur, mnr ohne die schon angefertigte äußere Wand zu verletzen, f brit o geschehen kann. Das Umgegrabene wird mit Kartof⸗ seren gah feln bepflanzt. Sobald diese das Feld geräumt haben, dete abet i wird zu dem Pflanzen der Bäume geschritten. Die nach der Bäume, die in einer Entfernung von 25 Fuß unter ur von d 0 sich zu stehen kommen, werden auf Grundhaufen gegen be die aufgesetzte ͤußere Rasenwand angepflanzt. Zu die⸗ sen Haufen,(denen man ohngefähr die Höhe geben 10 muß, die der Wall mit der Zeit haben soll, damit die Maafie Bäume nicht mit der Zeit zu tief in dem Grunde stehen) m des E bedient man sich aber nicht derjenigen Erde, die man ns C aus dem noch nicht gemachten inneren Graben ziehen m Gun könnte, sondern derjenigen, worin die Kartoffeln ge— Seit mis standen haben. uut. Do ö me ů Sobald die Bäume auf diese Art gepflanzt sind, E N schreitet man zu der Auswerfung des inneren Grabens. Zuerst wird der längst umgepflügte Rasen davon abge— an nommen, und in den Wall zwischen die Bäume einge⸗ — 3 worfen. Man sticht aber dabey den Graben nicht in 45„ seiner ganzen Breite aus, sondern läßt auf jeder Seite nicde do desselben einen Fußbreiten Streifen unberührt liegen. hn hu Dadurch entsteht dann nur eine 3 Fuß breite Rigole, welcher man jedoch die Tiefe giebt, die der Graben mit 9 Aa 4 der der Zeit behalten soll. Der Grund, der aus dieser Rigole kömmt, wird über die Rasenstücke zwischen den Bäumen hergeworfen. Auf diesen ausgeworfenen Grund werden im folgenden Frühjahre wieder Kartof⸗ feln gepflanzt, und nachdem diese eingeärndtet, wird der Boden mit Pfriem(Brahm, flamändisch Brem oder Genst) besäet, der sehr gut darauf fortkommen wird. Nach drey Jahren wird der Pfriem gehauen, oder ausgerodet. Dann erst macht man sich wieder an den innern bisher noch nicht vollendeten Graben, giebt ihm die Breite von 5 Fuß, die er haben soll, und dem Walle seine endliche Form und Höhe, worauf dann die Zwischenräume der Bäume auf dem Walle mit Buschwerk(Schlagholz) bepflanzt werden. Man sieht, daß zur Vollendung einer solchen Befriedigung ein Zeitraum von 5 bis 6 Jahren erfo— dert werde; diese Methode dient also nur demjenigen, dem es mehr um eine gute als übereilte Arbeit zu thun ist. Ich darf für die Güte und Dauerhaftigkeit einer nach meiner Vorschrift gemachten Einhägung bürgen, und zweifle selbst, ob man eine bessere auffinden wird. Die Kosten sind dabey nicht so beträchtlich, als es scheint; denn ob ich die Arbeit in einem Male, oder in drey⸗, viermalen ausführe, dabey ist kein beträchtlicher Unterschied: es gewährt vielmehr den Vortheil, daß sich die Aebeit im ersten Jahre nicht überhäuft. Uebri— gens wird die doppelte Kartoffelärndte, und mehr noch die Benutzung des Pfriems einen Huten Theil der Ko— sten decken. In zn/ wu R. WI ber dis ö Intafsh mm Eid aß sen schen A den Wi Tansp ratn v he Bal und richt dibeyv sch ang um de Taansz mam ss licen, eustehen Eide ni ver da chenhr Einh nen. gunge SFuß. Juß b. lichtun ö det dus ij, icke huschay ausgepof wieder Hyj lindtet, u. wöndish r auf fotkomd. Mriem gehan nan sich 0 Deten Grchr Haben solh v ihe, won f den W Herden. einet hn b Jhrn a 11 demzenh Itbeit zytt aftigkeit en ung bürgen Ffrden wil Wch, db Moe, ei bchihlch Borthi, W duft. M nd nehiht Theil d 377 In Rücksicht der Holzpflanzung auf jenen Wäl⸗ len, muß man beobachten, nicht dieselben Holzgattun⸗ gen zum Ober⸗ und Unterholz zu wählen. Sind da— her die Bäume Eichen, so muß das Schlag⸗ oder Unterholz Birken seyn; sind es aber Buchen, so wählt man Eichen zum Unterholz. Wem daran gelegen ist, daß seine Bäume anschlagen, der vermeide den schäd⸗ lichen Mißbrauch, nach welchem man die Erde zwischen den Wurzeln der jungen Bäume ausstochert, um den Transport derselben zu erleichtern. Durch solche Ope— ration werden die feinsten Wurzeln zerrissen, durch die der Baum seine erste Nahrung wieder erhalten soll, und nicht selten wird die Rinde der dicken Wurzeln selbst dabey verletzt. Man suche im Gegentheil so viel mög⸗ lich eine Schaufel voll Erde zwischen den Wurzeln dicht um den Stamm zu erhalten. Werden gleich die Transportkosten dadurch etwas erschwert, so erinnere man sich, daß das Nachpflanzen oder Ergänzen der Lucken, welche bey schlecht behandelten Bäumen immer entstehen werden, noch mehr Kosten macht; und am Ende nicht den Nutzen gewährt, den man sich von ei⸗ ner gleich im Anfange gut gemachten Anlage zu verspre— chen hat. Wir kommen nun zur Errichtung der inneren Einhägungen, welche die Koppeln unter sich tren— nen. Die Breite des Walles einer solchen Befriedi— gung erhält 8 Fuß, und jeder der beiderseitigen Gräben 5 Fuß. Man beobachtet bey dem Umpflügen dieser 18 Fuß breiten Oberfläche, daß, wie wir schon bey Er⸗ richtung des äußern oder Ringwalles gesehen haben, die Aa 5 Rücken 378 Rücken der beiden Beete dahin fallen, wo der Wall mit dem Rande aufsitzen, oder anders: wo die Gräben ihren Anfang nehmen sollen. Demnach erhält die in⸗ nere Seite jedes der beiden Beete 4 und die äußeren 5 Fuß Breite von dem Rande bis zum Rücken. ö Nachdem das Umgepflügte 4, 5, oder noch mehrere Monate gelegen hat, pflügt man in der Mitte der beiden Beete ein neues Beet zusammen, welches die Breite des Walles, also 8 Fuß haben muß; so daß diesmal auf jeder Seite dieses neuen Beetes 5 Fuß, die zu den beiderseitigen Gräben bestimmt werden, lie⸗ gen bleiben. Für Personen, die mit dem Pflügen in schmale Beete nicht bekannt sind, dient folgende Figur zur Auflösung. Fig. I. Fig. II. dba und ace zeigen auf Fig. I. die Beete nach der ersten Pflügung an. Von d bis b eben sowohl als von e bis e haben wir 5 Fuß, von a bis boder von a bis o nur 4 Fuß. b und e bezeichnen die Stellen, wo die Kanten des Walles auf ruhen sollen. Die Strecken zwischen db und ee sind zu den Gräben bestimmt. Auf 2 2 MIl schid, der Ml dbude se in Rhachte der Pfur luufe O h y M danm wit uef, d aber, mal vit bey man 3u nil i M an tin Gtun Huußtsic durch de Veg iu der Gy tinige h Guchti nen sun beshrder 2 ichten, N Nal o ddeHögg ethit dem de dußan; kin. 5„ oder I dinde M. men, wht ben muß elss 5 Si werden, 6 Pfägen⸗ agende y 8 —— Bablut sowohsch rbonatbe n„, W SHr simmt f 379 Auf Fig. II. sieht man, wie aus der Tiefe oder der Rigole a, welche die zwey ersten Beete auf Fig. I. schied, nach der zweyten Pflugart eine Erhöhung, oder der Rücken eines neuen Beetes base entstanden ist. d b und ce bleiben aber noch in demselben Zustande, wie sie in Figur J. lagen. Es ist nothwendig, daß jetzt gedachte zweyte Pflugart sehr tief eingreife, daher muß der Pflug zweymal hinter einander durch dieselbe Furche laufen. Das neugepflügte Beet a be bleibt nun wieder 4 bis 5 Monate ruhig an der Luft liegen, worauf es als⸗ dann mit dem Spaten umgegraben wird, und zwar so tief, als die Gräben selbst werden sollen; an der Stelle aber, wo die Gräben später hinkommen, wird dies⸗ mal wieder nichts gethan. Das tiefe Umspaten, wo⸗ bey man Acht zu geben hat, daß die gute Erde nicht zu viel in die Tiefe falle,(wozu wir in der Folge die Mittel angeben werden,) geschieht sowohl um den tod⸗ ten Grund der Luft auszusetzen, als auch, und zwar hauptsächlich, um seine Festigkeit zu brechen, und da— durch dem auf die Wälle zu pflanzenden Gehölze den Weg zu öffnen, mit seinen Wurzeln bis zu dem Boden der Gräben, wo sich immer Wasser sammeln, oder einige Feuchtigkeit vorfinden wird, vorzudringen. Diese Feuchtigkeit wird den Wachsthum des auf einem trocke— nen sandigen Walle gepflanzten Gehölzes nicht wenig befördern. Man thut wohl, es mit dem Pflügen so einzu⸗ richten, daß das Umspaten im Märze unternommen werden 380 werden könne, wodurch man Zeit gewinnt, das Um⸗ gespatete mit Kartofseln zu bepflanzen. Nachdem die Kartoffeln im Oktober eingeärndtet worden, fängt man an, die Gräben auszustechen, und mit dem daraus ge⸗ zogenen Grunde die Wölle zu errichten. Allein diese Arbeit muß nicht auf einmal, sondern nach und nach vollzogen werden; welches übrigens die Kosten auf keine Weise vermehrt. Zu dem Ende nimmt man zuerst die längst umgepflügten Rasen von der 5 Fuß breiten Ober⸗ fläche der Gräben, bringt sie auf das Beet, wo die Kar⸗ toffen ständen, und überdeckt sie sogleich mit einem Theile des Grundes, den man aus den Gräben zieht. Während daß man damit die Runde der verschiedenen Wälle macht, gewinnt der Grund Zeit, etwas auszu⸗ wittern. Darauf fängt man wieder vorne an, und sticht so viel frischen Grund aus den Gräben, und wirft ihn über den schon verwitterten Grund des Walles her, bis die Gräben zu ihrey Tiefe gekommen sind. Dabey ber ke i6 baß die Gräben für dies⸗ mal nicht in ihrer sondern man gräbt nuß inder Mitte eines jeden eine 3 Wil Fuß breite Rigole aus d läßt an jedem Rande des Grabens einen Sußhbreiten Streifen stehen. Der Wall wird sich nun den Winter über fest setzen, und der darauf geworfene Grund durch. Frost, zuft und Sonne milder werden. Im folgenden Früh⸗ jahre wird endl ich den Gräben die gehörige Breite und Böschung gegeben, der Grund rein daraus gefegt, und an die Seitenwände, oder die Höhe des Walles auf⸗ geschlagen, und damit alle Arbeit vollführt. Der Wall erhält reite ausgeworfen werden; Hannin Rare Palls vunz d dind in dan, al cinam A sanj I Hch Abgehs sht sch it, de wenn er Ei Nihꝛ E hut ehen We vung se Wurze ausdeht Wirm den Be nen di lomma dem V winnt 5W5 l Ruta den, finng aem danz 0 l. Mein diß Rud d 0 Wen affkene wan zuest dy E 346 W lel wo de u lach mt ente Gtien ieh. berschdenen bltdds auöhü Oille an, en, und wif 3Wales + se oetamma n fur dis fen werden; den eine z Ne des ler lbe fs durchhwf, . 0 enden dtih Bleix u j gefeh, M Walls af V M V hal — 381 erha die Höhe von 6 5/ und 96 Wanlt Breite, oder Oberfläche 4 Fuß. Man könnte gegen einen Theil der beihicbene annn die Einwendung machen, daß man die ein⸗ geworfenen Rasen besser zumm Aufsetzen der Wände des Walles hätte anwenden Eönnen; allein ich bin der Mei⸗ nung, daß sie als der beste und fetteste Theil des Bo⸗ dens in dem Innern der Walle mehr Nuzen leisten wer⸗ den, als von außen. Uebrigens kann man das, was einem Walle von außen gebricht, leicht wieder ausbes⸗ sern; allein das, was inwendig fehlt, kann in der Fol⸗ ge durch nichts mehr ersetzt werden. In dem Falle übrigens, daß der Boden nicht allzu leichtee Sand sey, läßt sich späterhin, wenn der Wall einmal Weon ist, der Grund so rein und fest daran aufschlagen, als wenn er mit Plaggen aufgesetzt worden wäre. Ein solcher Scheidewall wird am besten mit einer Reihe Eichen bepflanzt. Man bringt die Stämme nur einen Fuß von einander. Das scheint zwar sehr nahe, sie werden aber demohngeachtet in dieser Entfer⸗ nung sehr wohl fortkommen; indem sie ihre Aeste und Wurzeln von beiden Seiten des Walles ungehindert ausdehnen, und mit den letztern, gelockt durch die Wärme und gute Bearbeitung des Bodens, bis auf den Boden der Gräben vordringen werden, allwo ih⸗ nen die darin befindliche Feuchtigkeit stattlich zu Gute kommen wird. Diese Wurzeln geben dann zugleich dem Walle alle erforderliche Festigkeit. Findet 382 595——— Findet man unter den jungen Eichensiämmchen einige Vorläufer, das heißt, solche, die ihre Nachbarn überwachsen wollen, wodurch die kleineren unterdrückt werden, so kürzt man diese Vorläufer bis auf eine Hö— he von 3 bis 4 Fuß über der Erde ab, und gönnt den Schwächern noch eine Zeit fortzuwachsen. Durch diese Vorsicht werden zuletzt alle Stämme dieselbe Dicke und Stärke erhalten„und eine gleiche Befriedigung bil⸗ den. Das Holz einer solchen Eichenpflanzung kann hier⸗ nächst alle 6 Jahre einmal gefället werden. Es ist nicht ohne Nutzen, wenn man außer den Gränzen des Ringwalles, oder der Einfassung noch Herr von dem Boden ist, einen starken Streifen davon nach der Mordseite des urbarzumachenden Gutes umzu⸗ pflügen, und mit Tannen zu besäen, wodurch die ganze Anlage mit der Zeit Schutz und Wärme erhält, ohne daß die Bäume den Feldern durch ihren Schatten scha⸗ den können. Zweyter Abschnitt. Vom Ableiten der Gewässer. Eine der Hauptvorsichten, die man bey der Urbar⸗ machung wüster Lande nöthig hat, ist, die Felder, vornehmlich die Getreidefelder so anzulegen, daß kein Wasser darauf stehen bleiben kann. Wenn die Ver⸗ nachlässigung in diesem Punkte schon den Feldern schäd⸗ lich sh it, nehr w diboden 6¹ denlen, u hchen de wöserun nommen dem 1 Haber nn beobad aunde guc ten, Wo sch dies Mahlun benlge lingsfn 6, hise sofrctn Ind versie mahr de ußert Meub Stllen, se, ande bloß zun lage zu. so. *— 383 — lich ist, die von jeher in Cultur gestanden, wie viel ün mehr muß sie es auf kühlem, frisch aufgebrochenen Hei⸗ Numtanih deboden seyn? ufineh ö gnnt de Es ist daher rathsam/ auf diese Entwässerung zu „ Duh denken, noch ehe man sich mit dem Vertheilen und Auf⸗ Rühedie brechen des Bodens befäßt. Nur muß eine solche Ent⸗ iumth wässerung nicht auf Gerathewohl im Sommer unter— Wokumhen nommen werden; so daß man sich dabey nur bloß nach dem Auge richten, und eine genaue Quadratur der Felder nach einem auf dem Papiere abgezeichneten Pla⸗ a ne beobachten wollte. Das Zweckmäßigste ist auf dem assn 6 Lande auch das schönste. Man beobachte also die Zei⸗ eisen uto ten, wo sich überflüssiges Wasser anhäuft, und bemerke Nsnp sich die Stellen„wo dasselbe stehen bleibt„so wie die P Richtung, die es bey seinem Ablause nimmt. Man 7 I überlege, wie man einen Hanzlichen Ablauf mit den ge⸗ 0 ringsten Kosten bewerkstelligen könne. Unterläßt man es, diese Beobachtungen bey nassem Wetter zu machen, so findet man sich hernach bey seiner Arbeit oft betrogen, und verliert Zeit und Kosten. Dasselbe gilt auch von der Anlegung, oder viel⸗ t. mehr der Vertheilung der Koppeln. Der Boden ist äußerst selten ganz eben, und noch seltener ist seine Natur überall von gleichen Eigenschaften. Da sind rllchn⸗ Stellen, die ihrer niederen kage wegen zum Graswuch⸗ Hdeun se, andere, die ihrer hohen und trockenen lage wegen duf in bloß zum Rockenbaue, andere, die durch ihre Mittel⸗ 0 lage zu Klee, Hafer, und anderm Getreide geeignet mfsüd sind. Dasselbe gilt auch von den Bestandtheilen des sch Bodens. 384 380 Bodens. Der Zierlichkeit der Anlage wegen, um nur lauter rechtwinklichte und gleich große Koppeln zu haben, sich über alles das hinwegsetzen, die inneren Gräben und Waölle über Höhen und Ebenen, mageren und setten, sandigen und lehmigen Boden durchziehen, so daß sich mit der Zeit alle Erdarten und auf eine sichere Weise alle Himmelsstriche in einer einzigen Koppel, wie auf einer Musterkarte beysammen finden, das kann nur das Werk eines Kunstgärtners, aber nicht eines Land⸗ wirthes seyn. Man sehe übrigens bey den Befriedigungen, so wie bey den Wasserableitungen, die vermittelst der Gräben mit jenen immer verbunden sind, nicht auf eine kleine Abweichung zum Besten des Schönen. Dabey wird nicht alle Unordnung in Rücksicht auf die Eigen⸗ schaft so wohl der Güte als der Lage des Bodens durch⸗ aus vermieden werden können, und es werden auch bey der wohl überlegten Vertheilung und Entwässerung sich noch immer heterogene Stellen in mancher Koppel ein⸗ inden. Unterdessen, da dieses nur im Kleinen Statt hat, so läßt sich nach und nach dem Boden daselbst zu Hülfe kommen. Ein kluger zandwirth wird wissen, wie er durch die Quantität oder Qualität des Düngers das Gleichgewicht zwischen solchen kleinen Flecken hervorbrin⸗ gen kann. Die niedern Stellen werden durch die er— habenen, die dem Abflusse des Wassers am meisten entgegen stehen, geebnet; wobey man aber zu beobach⸗ ten hat, daß man von dem abzutragenden Flecke nicht den obern Grund wegführen soll: das hieße ein Uebel anrichten, um einem andern abzuhelfen; indem auf einem sch sich au werkit und ene mit vilt: folgan 2 Clln so guutd weg xidrigt Ubeu m 0 selen, d tugtld il Dhen wu von obe machen zu ver unten! seyn mi V Nehl. Eill die d desse scht wede Vit dise ninn der Dutter e 385 i nut einem solchen abgetragenen Platze sich auf viele Jahre Iuuhtbn, ein merklicher Abstich gegen den benachbarten Boden, n Glbn und eine Unfruchtbarkeit zeigen würde, der man nur geren und mit vieler Mühe, Zeit und Aufwand würde abhelfen iehen, können. Man muß also den Obergrund an gedachten ue sichen Stellen sorgfältig liegen lassen, und nur den Unter— Wopel wie grund wegnehmen, und indem man also das Hohe er⸗ ahn nur niedrigt, und das Niedrige erhebt, hilft man zweyen Ines land Uebeln mit einemmale ab. Bey Errichtung der Wassergräben findet sich nicht ngen, s. selten, daß man sie durch erhabene Plätze, deren Un⸗ llohs der tergrund in der Tiefe gemeiniglich aus Flugsand besteht, uf en ziehen muß. Da ist es nothwendig, die Gräben Di von oben wenigstens zweymal so breit zu die Egn machen, als sie Tiefe haben sollen, wohl Auc zu verstehen: daß wenn sie 1 Fuß von augh unten breit sind, sie oben 20 Fuß breit 1 seyn müssen). Ueberdem muß der Graben mit ppel en den V 7.* Rabs*) Ich habe diese Stelle wörtlich aus dem Originale uber⸗ — setzt. Der Verfasser widerspricht seinem Satze durch die snm Erklärung, die er ihm beyfügt. In dem Satze sagt er: Imά die obere Weite des Grabens müsse sich nach der Tiefe Hurlkei⸗ desselben richten, und in der Aufklärung will er, daß sie ich de h sich nach der Weite des Bodens richten soll. Es ist aber maffn weder die Tiefe, noch der Boden allein, welche die obere 11„ Weite des Grabens bestimmen können, sondern das Maaß dieser Weite muß sich nach beiden zugleich richten. Man hick u nimmt nämlich die Tiefe des Grabens, und setzt die Hälfte tin der Bodenweite hinzu, verdoppelt diese Summe, alsdann hm a Dritter Band. Bb e Wel⸗ eihem 386— den Rasen bekleidet werden, die man von seiner Ober ⸗ fläche ausgestochen, also an der Hand hat. Die be— sien dieser Rasen legt man auf den Boden des Grabens und seinen untersten Rand, und mit den schlechtern, die man noch übrig hat, bekleidet man die Wände von unten herauf, so weit man mit den Rasen zureicht„). Vernachlässiget man diese innere Bekleidung der Grä⸗ ben, so setzt man sich auf leichtem Boden der unver⸗ meidlichen Gefahr aus, daß sie bey strömendem Ge— wässer zusammenfließen, und dadurch unsägliche Unan⸗ nehmlichkeiten verursacht werden. Dritter Abschnitt. Verschiedenheit der Bodenarten und Kennzeichen ihrer Fruchtbarkeit. Man findet vorerst auf den Heiden einen Boden, den man scharfsandig nennen kann, weil er aus lauter ö klei⸗ werden die Seitenwände einen Winkel von 45 Graden er⸗ halten, und dieses ist das wenigste, was sie bey angege⸗ benen Umständen haben dürfen. Soll also z. B. die Tiefe des Grabens 6 Fuß, und die Breite seines Bodens 4 Fuß seyn, so muß der Graben in der Höhe 16 Fuß Oeffnung haben. ö *) In Beschreibung dieses Bekleidens herrscht eine mir un⸗ erklärliche Dunkelheit im Originale. Ich will indessen hoffen, den rechten Sinn des Verfassers errathen zu ha⸗ hen. en K 10 dan in m shüͤsch aall Hu susten, Edart! diesem g er mibe wůche/ * dichte IWM rac da, 0 num gel man aul sel und Oe niit Hide e mit V schdenh auch dö barkeit. dann au licht u Grobhe doch mu ßen: w und aso ——— 387 10— en Eeieh besteht. Je mahr sich dieser Kiesel un⸗ n ler dem Grunde befinden desto mehr verschlechtern sie sachen Dn ‚ und machen ihn um so aenhtere Weniger 2110 0 andere nicht so scharfe Steinchen, die man an andern Orten in dem Grunde antrifft. lreicht“) Gr Eine zweyte Erdart besteht aus einem leichten de undgz sanften, safranfarbigem Sande. Je sanster diese ndem O Erdart ist, desto fruchtbarer ist sie auch. liegt über iche Inmn diesem gelblichen Sande kein schwarzer Grund, so ist er mit einem weißen, mägeren und grasartigen Ge⸗ wächse, und mit weißem und grünem Moose bekleidet. Je dichter diese Gewächsdecke den Boden überzieht, desto fruchtbärer ist dieser, und am fruchtbärsten ist er en ul da, wo viel grünes Moos stehet. Legt aber über je⸗ ö nem gelben Sande etwas schwarzer Grund, so wird keit, man auch Heidekraut zwischen den angeführten Gewäch⸗ sen und Moosen finden. Der größte Theil unserer öden lande ist indessen 15 Hutt mit Heidekraut bewachsen, und dieses mehr oder weni⸗ fl ger mit Moos und andern Gewächsen, nach der Ver— schiedenheit des Bodens vermengt: daselbst wird also Gaadey u auch überall schwarzer Grund gefunden. Die Frucht⸗ eAn barkeit oder Unfruchtbarkeit des Bodens läßt sich als⸗ RA dann aus der Stärke oder Schwäche des Heidekrauts un leicht wahrnehmen. Der Grad seiner Stärke und f Grobheit bezeigt auch den Grad der Güte des Bodens; 4.— doch muß man nicht nach der Länge des Krautes schlie⸗ un ßen: weil es meistens von dem Viehe abgeweidet wird, W und also nur kurz, aber dichte über der Erde steht. Bb 2 Da 388 Da das stärkere Heidekraut von weit schnellerem Wuch⸗ se ist, als das magere, so sind seine Zweige auch zar⸗ ter, und werden daher dih von dem Viehe ge— sucht. Man muß jene schwarze Erde nicht mit derjeni⸗ gen vermengen, die man in den Niederungen oder Moorgründen antrifft. Diese letztere wird von keinem Heidekraut, sondern von einem grasartigen Gewächse bedeckt. In solchen Niederungen finden sich auch Stel— len, die mit Lehm oder anderm sanften Grunde gemischt sind: solche Stellen sind dann stark mit Grün bewach— sen, und also sehr fruchtbar. Ein bräuner niedrig liegender Boden, der mit grünem Moose, oder andern grünen Gewächsen bedeckt ist, ist ebenfalls sehr fruchtbar, und das ist er auch noch, selbst wenn er hoch liegt, im Falle nur jene braune Erdschichte dick genug, und nicht mit zu viel grobem Sande gemengt ist. Es giebt auf den Heiden auch Lehmboden, der theils hoch, theils niedrig gelegen ist. Unter diesem ist der safranfarbne, sanft anzufühlende lehm der beste, und derjenige der schlechteste, der sehr stark mit grobem San⸗ de oder weißem lehm gemischt ist. Ob gleich grobe und stark wachsende Gewächse für die Fruchtbarkeit des Bodens zeugen, so ist doch Ge⸗ gentheils ein magerer schlechter Wuchs nicht immer ein Beweis von Unfruchtbärkeit; denn oft liegt bloß an der Wan und Festigkeit des Untergrundes die Schuld, wenn ahn die Es bidar velhe x y h N Man ent du Gri E nem gule Vndleule Mawelfe Waupho und duin Fuchte R fotbt er is d M⸗ Mu und soßt dexe f und der Hand zu zurücke Guund, l der Grn ustande Wdih, stni⸗. 389 ruhn, wenn die Pflanzen darauf im Sommer schmachten. Vih Es bedarf also hier des Aufbrechens, um den Boden zu verbessern. dehen In den unteren lLagen des Bodens herrscht eine un oder eben so große Verschiedenheit, als auf seiner Oberfläche. mnfünmn Man entdeckt und beurtheilt jene bey dem Auswerfen Gaeth der Gräben und Wasserleitungen. auch Sth Es geschieht nicht selten, daß man auch auf ei— gmish nem guten Boden wenig Gewächse findet, indem die bevach, Landleute solche zu oft abgeplaggt haben. Bey dem Auswerfen der Gräben entdeckt man aber die alten —9 Wurzeln des Heidekrauts. Findet man diese häufig, sen 100 und dringen sie kief in die Erde, so zeugt das für die ue 5 Fruchtbarkeit des Bodens. nur n Reibt man den Grund zwischen den Händen, und it zu u färbt er sie stark und fest, es sey nun gelb oder braun, so ist das ein gutes Zeichen. n, e Man prüft den Boden auch auf eine andere Art. icsem is Man reibt nämlich ein Slück lrockener Erde zu Staub, A u und laßt den Staub im Winde aus einer Hand in die ImEWh andere fließen: alsdann wird die gute Erde verwehet, und der Sand, oder die kleinen Kiesel bleiben in der Hand zurück. Je größer die Quantität der in der Hand wächesl zurückgebliebenen Theile ist, desto schlechter ist der doch h Grund. mmat Ueberhaupt muß man bemerken, daß, je länger Inn der Grund nach dem Umpflügen sich in einem lockern Shd, Zustande erhält; desto fruchtbarer ist er, und je ge— 23 5 2 schwin⸗ 390 schwinder er sich nach dem Pflügen durch die Nässe setzt, schlietzt, taßt; desto unfruchtbarer. Es geschieht durch die Menge kleiner glatter Kiesel, die sich in einer leichten oder zarten Erde, oder auch in dem Lehme be— finden, daß gewisse Bodenarten sich sehr fest zusammen⸗ setzen. Daher muß man auf das Ansehn des Lehms gro⸗ ße Rückucht nehmen, indem ein mit solchen Kieseln stark gemischter dLehm nicht dazu dient, um ganz scharf— sandigen Boden zur Cultur geschickt zu machen. Eine solche Mischung würde einen noch stärker treibenden Grund bilden: es wäre denn, daß der Sand zugleich einige leichte und sanfte Erde enthielte, die durch den Lehm gebunden, nicht mehr verwehen würde. Der Lehm ist ein vortreffliches Verbesserungsmit— tel auf leichtem sandigen Boden, weil aus ihrer Mi— schung eine Ackerkrume hervorgeht, die das Wasser nicht allzustark anhält, auch nicht zu leicht fahren läßt. Gränzen an das urbarzumachende Land schon cul⸗ tivirte Felder, so thut man wohl, den Grad ihrer Frucht⸗ barkeit zu beobachten, mit Rücksicht jedoch auf das Gute und Fehlerhafte ihrer Cultur, um darnach zu be⸗ urtheilen, was man sich ungefähr von seinem Unterneh⸗ men wird versprechen dürfen. Schließlich wird jeder einsehen, daß es schwer sält, alle Abweichungen des Bodens so genau anzuge⸗ ben, daß ihre Beurtheilung dem Anfänger in der Praxis sogleich einleuchten durfte. Vier⸗ hhachen l Obaflic und das! vnlsem licht inm Fuchtha elbotge er uicht! sr Ech nachdrü nicht ken Dir Spa seten Ge dehtedde! I mehr od der wil! enteder ken, dde mehrerer Schichte sh pid mäst uhh chin emn ͤ hn.00 sammen lehmd 0 en Kesth ahj schirf 1 Eht Heibenden gleich uurch dir Hrunged ihter N Wosa ren last hon cub Frucht⸗ auf dw ch x 7 6 lhgant 5 shol Dahhlho Rier⸗ —— 391 Vierter Abschnitt. Behandlung des Heidebodens, in Rücksicht auf seinen Untergrund. Man wäre glücklich, wenn man bey dem Auf⸗ brechen der Heide nichts weiter als eine undänkbare Oberfläche zu bekömpfen, also nur den Pflug anzusetzen, und das Umgepflügte durch Lehm, Dünger u. s. w. zu verbessern hätte; allein dieser glückliche Umstand trifft nicht immer dabey zu, und das größte Hinderniß der Fruchtbarkeit liegt oft tiefer in dem Schooße der Erde verborgen, wohin kein Pflug dringen, oder wogegen er nicht helfen kann. Zum Theil enthält auch eben die⸗ ser Schooß die Mittel, ihre unfruchtbare Oberfläche nachdrücklich zu verbessern, und auch in dem Falle reicht kein Pflug zu der Ausführung dieses Zweckes zu. Der Spaten wird unumgänglich erfodert, und mit seinem Gebrauche werden die Kosten auf eine sehr be— deutende Weise vermehrt. Jenes unterirdische Hinderniß besteht in einer mehr oder weniger festen, oft steinharten Substanz, der wir den Namen Schurft geben. Man findet sie entweder in ununterbrochenen Schichten, oder in Bän⸗ ken, oder in dicken Klumpen zu einer Tiefe von ein und mehreren Fuß unter der Oberfläche. Je tiefer diese Schichte darunter verborgen liegt, desto weniger schüd⸗ lich wird sie, und kann dann in Ruhe bleiben. kiegt Bb 4 sie 392— sie aber nicht um zwey Fuß tiefer, so muß sie nothwen⸗ dig mit dem Spaten gebrochen werden, wenn man von dem Boden eine gehörige Fruchtbarkeit erwarten will; denn da der aufgebrochene Heideboden im Winter oder bey feuchtem Wetter viele Feuchtigkeit einsaugt, und durchläßt, so bleibt diese, nachdem sie bis auf jene harte Schichte vorgedrungen, allda stehen, und bildet einen bedeckten Sumpf, der die Oberfläche der Erde erkättet, dem Dünger alle Wirkung benimmt, und die Gewächse zerstört. Je magerer der Grund ist, desto mehr Wasser zieht und hält er an. Das Gegentheil trifft auf fet— tem Boden zu. Gräbt man zu einer nassen Jahrszeit eine Grube auf magerem Boden, so wird sie sogleich eben so hoch voll Wasser stehen, als das Wasser in dem Grunde selbst steht; gräbt man aber in einem fet⸗ ten Boden ein, so wird die Grube eine geraume Zeit ohne Wasser bleiben, weil dieser Boden wohl feucht, aber nicht wassergallig wird, wie der magere. Das Mittel also, diesem Uebel zu steuern, be— steht darin, daß man den Boden so durchbreche, und lege, daß er von oben nicht zu viel Wasser annehmen kön⸗ ne, und das schon angenommene nach und nach in den Untergrund wieder abziehen lassen kann. Wollte man dieses übersehen, so würde der Grund in nassen Jahren zu Schlamm werden, zusammenfließen, und die dar⸗ auf stehenden Gewächse kümmern und verderben, wie eine sile trau hun glch 4 Haru A meen der lit, sik dN Mi vermag and ges l fest —4 WA Ecu 9 6 d lel umh Wuthoe Wenn uan it ewmnn in Vnnn einsoug, 5 auf se M bibdt ber E t, nd dz r Vaser Kasf sth E sieshag Vasse n einem st aume Zi Afch Uern 0 lche/ u mm s nachnden olbe mn 393 eine traurige Erfahrung in den vergangenen nassen Jah⸗ ren gelehrt hat). Auch muß noch die Geschlossenheit des Bodens darum durchbrochen werden, weil in trockenen Som— mern der magere Boden, der schnell und tief austrock— net, sich bey geschlossenem Untergrunde mit Beyhülfe der Wärme keine Feuchtigkeit aus der Tiefe zu ziehen vermag. Nothwendig trauern dann alle Gewächse, und gehen darüber zu Grunde. Unter den verschiedenen Sorten von unterirdi⸗ schen festen Erdschichten befindet sich eine, die so hart ist als gefrorner Grund. Man nennt sie gewohnlich Schurft, und sie wird zu einem, zwey Fuß oder noch Bb 5 ge⸗ *) Es waren die Jahre 1771, 1772 und 1773. Wenn Flandern und Brabant damals, ohngeachtet ihres feuch— teren Klima's weniger Mißwachs gehabt haben, als alle umherliegende Länder: so daß die Lebensmittel daselbst um die Hälfte wohlfeiler waren, und fremde Künstler ihr Vaterland verließen, und sich in den Riederlanden fest⸗ setzten, so ist es hauptsächlich der daselbst eingeführten Me⸗ thode, die Felder in schmale Beete zu pflügen, zuzuschrei⸗ ben. Sie allein verhindern, daß nicht zu viel Wasser eindringen kann, und das überflüssige durch die reinlichen und häufigen Rigolen sogleich seinen Abzug nimmt. Ich sagte aber: die schmalen Ackerbeete, von 6 bis 8 Fuß Breite; denn die Beete von 20 bis 30 Fuß, die ich in Westphalen sah, werden jenen Zweck nicht erreichen. Ich halte sie im Gegentheile in nassen Jahren noch für schädlicher, als ein wohlgepflügtes ebenes Land. 394— geringerer Tiefe unter der Oberfläche angetroffen. Eine solche Schichte muß nothwendig durchbrochen, und oben auf den umgespateten Grund gebracht werden. Dieses letztere doch nur, wenn der Schurft von der Be— schaffenheit ist, daß er seine Härte an der kuft verliert, wo er. dann zuweilen fettartig und fruchtbar wird, wel⸗ ches man an seiner färbenden Eigenschaft, auf die Art, wir wir davon im vorhergehenden 735 gesprochen, erkennen kann. Unter dem braunen/ tiefgelegenen und grasarti— gen Grund findet man eine Schichte dieser Art, die steinartig ist, und nie an der luft zerfällt. Dieser wollen wir den Namen Eisenstein geben. Er liegt nicht selten in ein bis zwey Zoll dicken Schollen in einem brei⸗ ten und harten Erdbette, worunter sich durchgehends ein magerer Untergrund findet. Diese Schollen und die harte Erde müssen durchbrochen werden, ohne jedoch die Schollen in die Höhe zu bringen, oder viel magere Erde mit dem guten Obergrund zu vermengen. Man findet auch zuweilen den Eisenstein unter jener braunen Oberfläche in einem fetten Untergrunde i in großen Massen liegen. Diese Steine aus der Erde zu bringen und zu verführen, würde zu viel kosten. Im Falle man sie also nicht mit Mutzen anderwärts, wie z. B. zu Fundamenten bey Gebäuden, oder zur Ver⸗ besserung schlechter Wege gebrauchen kann, so werden sie eingegraben; das heißt, man sticht bey dem Umgra— ben so große und tiefe köcher aus, als die Steine selbst sind, und läßt sie alsdann hinein sinken, so daß sie mehr niht 015 dens kohn Schaden des ide lügt Fß unte shidich ö man die mußten! des Gelln Ghusst; Geudde d N sordere! aber au lleber d tum Gan ichem hia Dreh Schi en soche wir so Zit ein steht da Sondg aso i ofnet d Spaten — 325 su Eie mehr als zwey Fuß tief unter die Oberfläche des Bo⸗ 0, 0 dens kommen, in welchem Falle sie den Früchten keinen pedn, Schäden mehr thun, noch in der Bearbeitung des Fel⸗ ord des hindern können. ö ö thesler, ö 40 , woh Liegt höher bemeldete feste Schichte tiefer als zwey nuti. Fuß unter der Oberfläche, so ist sie nicht mehr so ganz srcn, schüdlich, und kann zur Noth liegen bleiben, wenn man die Kosten scheut, die auf ihre Durchbrechung ö ö mützten verwendet werden, und vielleicht den Werth 140 1— des Grund und Bodens überwiegen würden, weil der 0 , Schurft zuweilen 2 bis 3 Fuß dick unter schlechtem ö 3 Grunde angetroffen wird. ligt nich ů inem he⸗ Man findet noch sehr oft auf den Heden eie be⸗ chg sondere Art von fester Schichte, die sehr geschlossen ist; Holen aber aus einem fetten, lehmartigen Grunde besteht. ne o Ueeber dieser festen Schichte liegt eine Lage von mage— ö 0. ö I rem Sande, und über dieser eine andere von gewöhn⸗ 1 lichem braunen Grunde. Gemeiniglich hat jede dieser drey Schichten die Tiefe von einem Spatenstiche. Wird 4* ö uler ein solcher Boden auf die Weise umgegraben, welche runde i wir so eben angeben werden, so entsteht daraus mit der Ceh Zeit eine sehr fruchtbare Mengerde. XI r Die Kunst, einen solchen Grund zu spaten, be— I1 steht darin, daß der dehm zu oberst, der magere Sand ganz unten, und der braune Grund in die Mitte, Unn also zwischen die beiden andern komme. Zu dem Ende ö 105 06 offnet der Arbeiter eine Furche(tranchée), die drey 0 Spatenstiche tief, so tief nämlich als der ꝛehm reicht, x nht und 396— und eben so viele Stiche breit ist. Die Länge der Fur⸗ che richtet sich nach der Breite des Beetes, das der Arbeiter auf einmal vornimmt. Beym Anfangen wird der Grund auf die Seite gelegt, damit man die Furche ossen halte. Der Grund davon dient, um die letzte Furche, die bey Endigung des folgenden Beetes entste⸗ hen wird, zu füllen. Nun beginnt er seine zweyte Furche, sticht die braune Erde drey Stiche breit ab, und legt sie für diesmal auch zur Seite, und auf den andern schon ausgeworfenen Grund. Er sticht nun den Sand aus, und wirft ihn zu unterst in die erste Furche. Jetzt verläßt er die zweyte, wiewohl noch nicht vollendete Furche, und fängt bey der dritten an. Er sticht davon den braunen Grund ab, und wirft ihn auf den Sand, der schon in der ersten Furche liegt; dann kehrt er zur zweyten Furche zurück, sticht den ehm aus, und wirft ihn auf den braunen Grund, den er so eben auch in die erste Furche geworfen hat. Also wäre nun die erste Furche oder Transchee gefüllt: zu unterst läge der Sand, darüber der braune Grund, und oben darauf der Lehm. Jetzt rückt er mit seiner Arbeit weiter, und gräbt den Sand aus der dritten Transchee, und legt ihn auf den Boden der zweyten; darauf fängt er die vierte an, sticht den braunen Grund weg, und wirft ihn auf den Sand in der zweyten Tran⸗ schee, dann geht er wieder zu der dritten Transchee, gräbt den Lehm aus, und legt ihn auf den braunen Grund in der zweyten. Auf diese Weise rückt er mit dem Graben immer weiter. Diese Verrichtung scheint zwar bey dem Lesen etwas beschwerlich; allein sobald sie 11 r Wif sche Um Di be ih l auc auf dern gefr Füchte RWacht U Royhlen wenn m schechen vohso Bem sol und nac der Gl gehehene heige Mf die btaun lofiched hen dan odet vie vorpg die Mt nen Vi da, wo hhern K 327 Wdrdit, sie der Gräber nur einmal gefaßt hat, so macht sie in „ x der Ausführung nicht mehr Umstände als das gewöͤhn⸗ fangn uih liche Umspaten. d Huuh Die eben gedachte Bodenart und Lage ha— die lche be ich nicht allein auf verschiedenen Heiden, sondern Hs entst, auch auf manchen schon länge in Cultur stehenden Fel— bule dvent dern gefunden, und alsdann auf diesen immer schlechte ht Früchte gesehen; aber kaum hatte man solche Felder auf 10 auf dn gedachte Weise umgegraben, als sie die schönsten Früch— sicht nn te hervorbrachten. Ein solches drey Spatenstich tiefes de ast Rayolen ist ohne Zweifel etwas Kostspieliges; allein Hohl noch wenn man durch eine einzige Operation aus einem uttog an schlechten dande ein gutes machen kann, so läßt sich ihs wohl so etwas thun. So giebt es Felder, die vor ei— urcheseg; nem solchen Umspaten nur 10 Gulden Pacht trugen, sicht a und nachher für 30 Gulden verpachtet wurden. Ist Iund/ A der Grund durch das Umspaten nur einmal auf die an— al. N gegebene Weise geordnet, so wird sich durch das nach— sult: z herige Pflügen, besonders durch das Doppeltpflügen Grund, die braune Erde mit dem lehm vermengen„ und eine nit sine kösiliche Bodenart bilden. Wum Noch findet man auf einigen mit Helde bewachse⸗ Wüne nen Landen einen Untergrund, der ein wenig härter, moa oder vielmehr zäher und fetter ist, als der Obergrund ‚ d vorzüglich wenn er feucht wird. Landwirthe, welche duunsche, die Natur dieses zäheren Grundes nicht kennen, mey— Hahnn nen Wunder, was für Nutzen sie stiften, wenn sie ihn 5— da, wo er nicht tief liegt, aufpflügen, und mit der Mng sch obern Krume vermengen; bis ihnen der Erfolg zeigt, an h daß st 398 daß die Früchte im Sommer nur darauf trauern. Die Ursache davon liegt darin: daß sie jenen zähen Unter⸗ grund nicht völlig durchbrochen haben, wodurch er tro⸗ cken, hart und krustig wird. Ueber die Unkosten des Rayolens mit dem Spa⸗ ten, auf einem Boden, der Lehm in seinem Unter— grunde enthält, muß ich noch erinnern, daß die Hälfte davon durch den Gewinn der zu pflanzenden Kartoffeln sogleich gedeckt wird; es wäre denn, daß sich der Schurft in allzugroßer Menge darin vorfinden sollte. Obgleich man den Boden der Heide mit dem Spaten aufzubrechen gedenkt, so ist es doch überaus nützich, ihn vorher auf die gewöhnliche Weise umpflü⸗ gen zu lassen. Die erste Ursache, die man dazu hat, ist: weil das auf der Oberfläche stehendeꝗGrün, wenn man es sogleich zu voller Tiefe umgraben wollte, den Boden noch mehr erkälten würde. Kein guter Gärt⸗ ner wird auf schwarzem oder kaltem Grunde grüne Ge⸗ wächse unterspaten; es wäre denn, daß er sie zuvor habe absterben lassen. Die zweyte Ursache ist, damit das Heidekraut anfange zu rotten, ehe es tiefer in die Erde gebracht wird. Gräbt man es sogleich unter, so wird es lange Zeit unverweset in der Tiefe liegen, ohne den Gewächsen auf der Oberfläche zu nutzen. Ein Stück Holz, das zwischen uft und Erde liegt, verrottet leicht, statt daß ein tiefer in der Erde liegendes ost noch härter wird. Endlich wird durch das vorhergehende Pflügen der Grund besser gebrochen, als durchs Spa⸗ ten allein; welches besonders dann eintriffst, wenn das Spa⸗ Gat sh gar Vatebge elef washll Foste N veidi V den, de it, so den Bod hlingen. Ren sche mit a Angen awärm 2 Liefe du farser H Magen! HeWadd Rech x ter eine bakem sloßt, ltist, die Eid. in die a gegde, / 399 unn, Oie Spaten im Verdinge geschehen soll. Die Arbeiter las⸗ sihn lun, sen gar gerne große nicht gebrochene Klumpen. in den ducch e n Untergrund fallen, wodurch die Arbeit zu ihrem Vor— theile gefördert, und zum Nachtheile des Eigenthümers umn Ein verschlechtert wird. Uebrigens vermehrt das Pflügen m Unn die Kosten nicht/ indem das Spaten um so viel gerin⸗ urHäst ger verdingt wird, als das Pflügen gekostet hat. Kunfth Obwohl das Rayolen mit dem Spaten auf Bo— aß sch de den, der keinen Schurft enthält, nicht eben nothwendig en solte ist, so bleibt es doch auch hier das beste Mittel, um den Boden auf einmal zu gehöriger Fruchtbarkeit zu 30 am bringen. Denn jeder Heideboden hat immer noch ei— an nen festen und kalten Untergrund, der, wenn er nicht ö ae un mit einmal gehörig durchbrochen worden, nur erst nach dahu st, langen Jahren durch das Pflügen allein ausgelüftet und . rint un erwärmt werden kann. NI 30 wolte, 0 uer Gil Wäre der Heideboden sich bis zu einer großen nuhed? Tiefe durchaus gleich, so könnte ein doppeltes mit äu⸗ se 3 ßerster Gewalt und besondern Werkzeugen angestelltes f, damt Pflügen den S ln enloethlich den, und die Sa⸗ ö Ije i d che würde in e geringerer Zeit, und mit un⸗ u gleich Weitiger Voln ugerhan; allein wenn man un⸗ bgel, Isle ter einer etwa einen Fuß dicken Schichte von brauch— Gel barem Grund auf einen scharfen unfruchtbaren Sand 100 stößt, und darunter wieder eine bessere Erdschichte an— 4 5 trisst, so kann durch tiefes und wiederholtes Pflügen 2 die Erde freylich tief genug gebrochen, und eine Erdart 7 in die andere geschoben werden; aber eben dieses dient ien gerade, um den einen Grund durch den andern zu ver⸗ 1 be 60 der⸗ 4⁰⁰— derben; denn sie abzusondern, das heißt, den guten oben auf, und den schlechten in die Tiefe zu bringen, ist mit dem Pfluge nicht möglich. Man muß es also auf einem solchen lande bey einem oberflächlichen Pflü⸗ gen bewenden lassen; dadurch aber wird die Költe in dem Inneren des Bodens zurückgehalten, der tiefer lie⸗ gende gute Grund bleibt unbenutzt in dem Schooße der Erde liegen, und es bleibt nur ein schlechtes dand, was durch ein gebührendes Räyolen mit dem Spaten, zu einem sehr guten hätte gemacht werden können. Die Kosten des Rayolens scheinen, und sind im⸗ mer sehr groß; allein die dadurch bewirkte Melioration ist auch sicherer und anhaltender, als diejenige, die bloß durch Dünger erzwungen wird. Sey der Auf⸗ wand für Dünger auch noch so groß, so dauert die da⸗ durch bewirkte Fruchtbarkeit doch nur sehr kurze Zeit. Es ist ein Palliativmittel, das alle Augenblicke wieder— holt werden muß. Man hat noch eine Art zu rayolen, welche man Pflugspaten nennen könnte. Es erfodert weniger Ko⸗ sten als das Spaten; allein es sondert, da wo es no⸗ thig ist, den guten Boden von dem schlechten auch lan⸗ ge nicht so vollkommen ab, als das Rayolen mit dem Spaten allein. Es geschieht auf folgende Art. Ein Pflug mit einem oder zwey Pferden geht voran, und ihm folgt in derselben Furche ein anderer mit zwey oder mehreren Pferden bespannter Pflug. Diese zweymal gedffnete Furche wird nun noch mit dem Spaten um einen Stich tiefer gemacht; wobey nothwendig zu beob⸗ achten Ih i Ker bet aber vi 1114⁴ HII u 1e wan del shaft b Wutzel den, det den Kut Werderf geich gr Statt, schatfen muß ma und mic! CI E wachear ist. N sorechen ungen! Mͤter! Dden gug hingn, muß 8 ichen Ml 2 Kallei fiefer sy Schooße de 5nd, w Walen, ien. d sind in Mioratioy serige, d y der J/ duert dedd kurze zi licke wic sche mi niger Ko auch su len m am I. En ora W e wwam Zyatel n 0 000 ½ — 401 achten ist, daß der gute Grund allein mit dem Spa⸗ ten über das Umgeoflügte hergeworfen, der schlechte aber wieder in die Furche versenkt wird. Dieses Pflugspaten geschieht nicht auf einmal auf dem urbarzumachenden Stücke, sondern von Jahr zu Jahr: nämlich auf dem Theile, den man zu Kartoffeln bestimmt, und in dem Verhältniß, als man derselben für Menschen und Vieh in der Wirth—⸗ schaft bedarf. Zur Düngung des Bodens für diese Wurzelgewächse dient die Asche der Plaggen oder So⸗ den, deren man sich zur Feuerung bedient. Ich halte den Kartoffelbau, so wie ich ihn nachher angeben werde, für eines der wirksamsten Mittel, öde Lande so⸗ gleich gut zu machen. Die Anwendung des Spatens findet da nicht Statt, wo unter einer guten Oberfläche nichts als ein scharfen Sand zu finden ist. Selbst mit dem Pfluge muß man vermeiden, diesen Untergrund zu berühren, und mit der oberen Krume zu vermengen. Fünfter Abschnitt. Cultur der öden Lande zu Holz. Es ist wesentlich zu wissen, zu was für Ge⸗ wächsarten jede Gattung von ödem Boden geeignet ist. Man darf sich nur eine schlechte Belohnung ver⸗ sprechen, wenn man einem Boden eine Frucht auf⸗ dringen will, zu der er seiner Natur nach nicht geeig⸗ Dritter Band. Ce net —. * V 18 70 —5 1 BI * WRN X.— N 4 I 1 NWN 2 R 1 Sann I 1 I — — net ist; statt, daß er bey geringeren Kosten dasje— nige freudig hervorbringt, wozu ihn seine Natur be— stimmt hat. ö Der tiefe, magere, scharfsandige Grund, der nur von einer dünnen Erdschichte gedeckt wird, die nicht gut ist, oder auch von einer guten, die aber gar dünn ist, kann nicht zu Ackerland dienen. Wollte man ihn auch alle Jahre doppelt düngen, so würde er doch nur elende Früchte tragen, und der Mist sich jährlich in der Erde verzehren. Es hieße also bloß den Dünger darauf wegwerfen. Ein solcher Boden ist also bloß zu Tannenwäl— dern geeignet, die am geschicktesten sind, um öde Plätze in Cultur zu setzen, wo man keinen Uleberfluß an eige— nem Dünger hat, und wegen Entlegenheit keinen fremden herbeyschaffen kann. Die Tännen werden den Boden nach und nach erwärmen, verbessern, und in gutes Ackerland umschaffen, wie wir solches so— gleich darthun wollen. Freylich führt diese Art von Urbarmachung sehr langsam zum Ziel; doch aber am bequemsten, und sie ist die allgemeinste, und am we⸗ nigsten kostspielige: daher wir uns auch hier etwas umständlich mit ihrer Beschreibung befassen wollen. Die Art, wie man dabey auf scharfsandigem Boden, den eine dünne Erdschichte deckt, verfährt, ist folgende: Man pflügt zuerst die gute Krume um, damit die darin steckenden Wurzeln und Gewächse verrot—⸗ ten. Man legt bey dieser Gelegenheit den Boden in 15 1500 geruhe o, 0 wo di Mph Huche sn auẽ runge de die hat,! daraf muß de scheße der zu vo M nd s⸗ wo dal man da wuß de Wose 4⁰3 15 Fuß breite Beete, und wenn diese einige Monate geruhet haben, so pflügt man von neuem, und zwar so, daß die Rigolen der neuen Beete dahin fallen, wo die Erhöhungen der alten gewesen. Dieses zweyte V„ eMunze, rund dbet wird, de Pflügen geschieht mit zwey Schnitten durch dieselbe Weabe Furche*). Nach diesem Pflügen werden die Rigo— b6. Dalt len ausgeworfen; theils, um das Wasser im Erfode— so win rungsfalle abzuleiten, theils auch, um mit dem Grun⸗ Mish de die Unaleichheiten, die der Pflug zurückgelassen aso Hoß hat, zu ebenen. Nun können die Tannen sogleich darauf gepflanzt werden; will man aber säen, so mn muß das Land noch ein halbes Jahr liegen, um sich zu KaePiz schließen. 5 an Das beste ist freylich: wenn man den Boden, Heit knn der zum Tannenbusche ist, ein Paar Jahre cultivirt, zen wenn wo man dann auch Eichen unter die Tannen pflanzen Hserh, M. und säen kann. Ich verstehe dieses von Gegenden, Wlches s. wo das Holz einen gebührenden Werth hat. Will Art von man dabey gute und dauerhafte Holzungen haben, so aber am muß der Boden gepflugspatet, oder auf folgende om we⸗ Weise gegraben werden. etwz Ce 2 Der polla. r*) Das Doppeltpflügen eines Bunders Heide mit zwey Pfer⸗ W„M den erfodert 24 Tag. Das Gespann arbeitet von Mor-⸗ gens 5 bis 8, dann von 10 bis 12; Nachmittags von 2 u, u bis zum Abend ohne Unterbrechung. Die Tagearbeit ei⸗ nes solchen Gespannes wird mit 56 Sols bezahlt; das Wü umpflügen des ganzen Bunders kostet also 14 brabantische Boen Gulden. 15 se Rll 4⁰⁰ Der Arbeiter öffnet zuerst eine zwey Spaten— stiche weite, und einen Stich tiefe tranchée, und wirft den daraus gewonnenen Grund auf die Seite; alsdann vertieft er die tranchée noch um einen Stich, und wirft den ersten Stich, oder vielmehr die erste Stichreihe wieder auf die Seite), die zweyte Stichreihe aber wirft er nicht heraus; sondern gräbt sie um, und breitet den Grund davon über den Bo⸗ den der ganzen tranchée. Nun fängt er die zweyte, tranchée an, sticht die Oberfläche auch zwey Stiche breit und einen Stich tief aus, und wirft ihn in die erste tranchee. Da er nun die zweyte tranchée noch um einen Stich zu vertiefen hat, so wirft er davon die erste Stichreihe dieses Untergrundes über die bey— nahe schon gänzlich angefüllte erste tranchèe her; zweyte Stichreihe aber gräbt er um, und breitet den Grund davon über den Boden der zweyten tranchée, in dem er sie ausgestochen hat: eben so, wie er es auch bey der ersten tranchée gemacht hat, und so geht es fort von tranchée zu tranchée bis ans Ende des gan— zen Feldes. Auf diese Art wird die bessere Erde zwischen zwey dünne Schichten der schlechteren zu lie— gen kommen, welches die Absicht hat, daß kein über⸗ flüssiges Wasser in der guten Erde verweilen, sondern sich in die darunter liegende schlechtere ziehen könne. Die *) Das Heraus- und zur Seite-Werfen des Grundes ge— schieht bloß im Anfange, und bloß, wie man sieht, um einen offenen Raum zu gewinnen, worin man den Grund der folgenden tranchée bringen kann. Deesch Boeck ohngeh linscha gen vo die abe falena veige g 2 andet! schne gebrau sam; d ihter Ei D den gut duche sst, a gerade enthält dem ge sullt, Hohzde Pumpe dum B 2 — 4⁰0⁵ Meuu Die schlechtere Erde, die oben liegt, dient bloß zu che, Bedeckung des Saamens, welcher seine Wurzeln die Eilt ohngehindert in den bessern darunter liegenden Grund nen Eith einschlagen wird. die eist N wente Wen gübt Tannenholzungen. r den dy Wir kennen bey uns drey verschiedene Gattun— die zvent gen von Tannen: feine, grobe und mittelmäßige, vey Sish die alle den Winter über grün bleiben. Die Nädeln ihn in di fallen ab, wenn sie anderthalb Jahre auf dem Ge— chee noch zweige gesessen haben. ö 0 1i Die feinen Tannen haben kurze, dicht bey ein⸗ ehn: U ander stehende Nadeln. Sie werden wegen ihrem Rin schönen Grün, und geraden Stamme stark zu Alleen 1—8 gebraucht. Auf schlechtem Boden wachsen sie lang⸗ inn sam; daher wir uns auch hier mit der Beschreibung 908 ihrer Cultur nicht abgeben wollen. hes galt Die grobe Gattung kömmt auf schlechtem Bo— sae Erde den gut fort. Sie hat lange und dicke Nadeln, wo—⸗ vin N durch sie zur Verbesserung des Bodens tauglicher fain ibe ist, als die Mittelgattung; sie wächst aber nicht so „ sn gerade als diese. Ihr Holz ist von grober Textur, hen kun enthält sehr viel Terpentin, der bey der Wärme aus d dem gefällten und trocken werdenden Baume hervor— quillt, wodurch das Holz sehr leicht wird. Ist das Holz davon alt, so dient es zu unterirdischen Rinnen, Gundet y Pumpen, und andern der Nässe ausgesetz en Werken. oseh/ E Zum Brennen taugt es nicht viel, und die dicke Rin⸗ denohun Ce 3 96 406— de davon springt mehrere Fuß weit von dem Feuer weg. Die Mittelgattung kömmt auf schlechtem Bo— den eben so wohl fort, als die grobe, sie hat einen geraden Wuchs, ihre Nadeln verbessern den Grund nachdrücklich, und weil der Baum gerade und von feinem Stoffe ist; so dient sein Holz zu allerhand Zimmerarbeit. Es springt auch nicht beym Brennen. Man säet die Tannen gewöhnlich im May; auf liegendem trockenen Sande aber noch früher, und gleich nach dem Winter, damit der Grund, mit wel— chem der Saame nur leicht überdeckt wird, nicht ver⸗ wehen möge. Uebrigens kann der Saame seines dligen Gehaltes wegen durch die Feuchtigkeit nicht ver⸗ derben, und der Keim durch die Költe nicht zerstört werden, indem dieser letzte sich vor eingetretener Wärme des Mayes nicht entwickeln kann. Auf schwarzem, stets feuchtem Grunde, der nicht zu gehöriger Zeit bearbeitet werden kann, kann bis zu Anfang des Junius gesäet werden; indem die Tanne nur einen Schuß im Jahre thut, welches in Zeit von zwey Monaten geschieht. Abstammend aus dem mehr nördlichen Klima, wo die warme Zeit nicht lange währet, bleibt dieser Baum auch bey uns sei— ner lebensart getreu. Er verschmähet weder frischen kalten, noch alten warmen Boden, wenn die Natur des Untergrundes nur von der Art ist, daß sie ihm gestattet, mit der Pfahlwurzel tief in die Erde ein— dringen zu können. Man der) weibk gehehd W Rsonz schle den g ind Man⸗ chen de vulsch siht Vur borße fein G in iht misen in vi fie ansch verge der f dan duer lechtem d ie hat eh dn Grun de und voz u allerhaß Brenneg. NMoya Iher, mn „ mit weh uicht vrr uume sih lit nichin nicht xastt eingetteten 4 unde, ann, kann dem di wesches mmend ab Neg nch bey dle N oder fiste öe M daß su E M 4⁰⁷ Man säet 12 Pfund Saamen auf den Bun-⸗ der), und 40 Pfund von der groben Gattung, weil dieser wohl dreymal so dick ist, als der vorher— gehende. Das sicherste ist, die Tannen an einen besondern Ort zu säen, und hernach an Ort und Stelle zu ver⸗ pflanzen. Der beste Boden zu einer solchen Pflanz⸗ schule ist ein fester schwarzer Boden, von dem man den grünen Rasen reinlich abplaggt, ihn verbrennt, und über das Gesäete herstreut, wodurch die jungen Pflanzen fehr schön gedeihen. Sobald die Pflänz— chen drey Jahre alt sind, kann man anfangen, sie zu versetzen, bis zu dem Alter von 7 bis 8 Jahren. Man sticht sie so aus, daß immer ein Theil Erde an der Wurzel bleibt. Ist aber der Boden, auf den man sie säete, vorher gerührt worden, so wird bey dem Verpflanzen kein Grund an den Wurzeln bleiben, daher sie auch in ihrem dritten Lebensjahre schon versetzt werden müssen; oder, wenn sie gar schwach wären, spätestens im vierten. Verpflanzt man sie später, so wird, da sie ohne Wurzelerde waren, kaum die Hälfte davon anschlagen, und die andere Hälfte späterhin ebenfalls vergehen. Sändigen Boden darf man zu dem Ende we— der spaten noch pflügen, weil er von dem Winde zu Ce 4 viel *) Nach den Erkundigungen, die ich an Ort und Stelle ein⸗ gezogen, gehören 20 bis 23 Pfund guter Saamen auf den Bunder. R 4D— viel verwehet werden wird. Man macht nur schmale Rigolen zwischen den Beeten, um so viel Sand daraus zu ziehen, als nöthig ist, den Saamen leicht zu überdecken. Jeder andere Boden aber muß auf schon berührte Weise zum Säen und Pflanzen zube— reitet werden. Freylich wohl werden die Tannen auch auf unaufgebrochenem Boden fortkommen; dann nämlich, wann er gut und sanft ist; aber keineswe— ges auf unserm gewöhnlichen Heideboden: dieser letz— tere muß durchaus aufgebrochen werden, bey welchem Aufbruche man dahin zu sehen hat, daß mäninicht all— zuviel mageren Grund in die Höhe bringe, im Falle man mit der Zeit Ackerland aus dem Felde zu machen gedenkt. Das Aufbrechen eines solchen Bodens muß wenigstens ein halbes Jahr vor dem Säen geschehen, weil auf frisch gerührtem Grunde der Saamen nicht so gut gedeihen wird). Es ist sehr dienlich, auf frisch⸗ 4) Dieses setzt voraus, daß der Boden vorher nicht abge⸗ plaggt worden, denn sonst wäre die Ruhezeit von ei— nem halben Jahre sehr kurz, und der Boden müßte schon viele Consistenz haben, wenn er nach einem halben Jahre sich schon sollte hinreichend gesetzt haben. Die Nachrichten, die man mir in der Campine über das Säen der Tannen gegeben hat, sind folgende. Auf schlechtem Sandboden wird die Heide adgepiagal und die Soden werden zum häuslichen Gebräuche verwen—⸗ det. Nach der Frühjahrsbestellung der Getreidefelder macht man sich an das Umpflügen der Heide, und zwar mit zwey sscheth nit der dad O hempf aber du staden, b Sobrg Tanne Scalt sungt Hleinen 409 wustn frischerbrochenen Heideboden etwas Spörgelsaamen uEm mit den Tannen auszusäen, indem dieses Gewächs amen sigt das Verwehen des Sandes, das den jungen Tan— nuß aj neupflanzen sonst so nachtheilig ist, verhindert. Hat nien zub⸗ aber der Boden vorher schon einige Zeit in Cultur ge⸗ Tunnen ständen, so ist das Spörgelsäen dabey nicht nothwen— mn dumn dig, und kann selbst schädlich werden, indem der küneno Spörgel allhier zu geil wachsen, und die schwächlichen Nesersh Tannenpflänzchen übermannen und ersticken würde. ey weschen ö nnicht al Der lehmartige Grund, der im Winter in in gale Schollen zusammenfriert, taugt nicht zum Tannen— nachn säen; theils, weil durch das Frieren in Schollen die kleinen Wurzeln der Tannenpflänzchen zerrissen oder dend mi ‚ Ce 5 von geschehn, atmen nith zwey Pflügen in derselben Furche, wovon der vorderste llch, a mit 2, der hinterste mit 4 Pferden bespannt ist. Der fisch Boden wird dabey 40 bis 50 Ceminmaenes tief umge⸗ rissen. Man giebt den Beeten die Breite von 6 Me⸗ ter, und läßt zwischen den Beeten einen Raum von vicht abge 90 Centim. Also umgepflügt bleibt das Land 2 bis 3 eit von e“ Jahre liegen, damit sich der Grund vollkommen setze und müßle shr ‚ schließe, ehe man zum Säen schreitet. Der Saamen RaberItte wird mit dem aus den Zwischenräumen kommenden Moihun,„Grunde vermittelst des Spatens überdeckt. het Zunmn Besteht die Heide aus lehmigem Sande, so werden alle 16 bis 20 Fuß Rigolen abgestochen, dieselben abge— abgulagh plaggt, und diese Plaggen über die Beete gestreut. * rdd Diese Arbeit geschieht vor Winter. Nach Winter werden sebemt die Beete mit etwas Grund aus den Rigolen über— au nt schossen, Tannen gesäet, und der Saamen mit denm übri⸗ 0 gen Grund aus den Rigolen gedeckt. 41⁰0 von der Erde entblößt werden; theils, weil die Na⸗ delhäuptchen, die auf einem nur schwachen Stielchen ruhen, von dem Winde gegen den Boden angeschlagen werden, und an dem zähen Grunde bey nassem Wet— ter kleben bleiben. Lauter Zufälle, wodurch sie um⸗ kommen. Auf dergleichen Boden müssen die Tannen also nothwendig gepflanzt werden, nachdem man sie auf einem ihnen mehr geeigneten Boden gesäet und erzogen hat. Auf längst in Cultur stehendem Boden geht die Tannenaussaat auch nicht gut auf, und die, welche aufgeht, wird, weil sie in den zwey ersten Jahren immer sehr schwächlich ist, von dem häufigen Un⸗ kraute, das sich auf einem solchen Acker zeiget, unter⸗ drückt. Sind die Tannen an einen Ort gesäet worden, wo sie stehen bleiben sollen, so müssen nach vier Jah⸗ ren alle leere Stellen, wo entweder der Saamen nicht aufgegangen, oder nachher umgekommen ist, vollge— pflanzt werden. Man unternimmt dieses nicht frü— her, weil alsdann die Pflänzen noch zu klein sind, um sie alle sehen zu können: auch nicht später, weil die zu verpflanzenden sonst zu groß werden, und das Ver⸗ setzen allzuviel kosten würde; denn ist der Boden nur etwas fruchtbar, so werden die Tannen in ihrem fünften Jahre zwey Fuß lange Schüsse werfen. Sind die Tannen gehörig gesäet, und alle Lü— cken ausgefüllt, so wachsen sie so dicht zusammen, daß nichts anders darunter aufkommen kann, und der Boden = 2 ————..‚——..——. 5 ö 411 Wal x Wäue Boden wird sich bald mit den fallenden Nadeln ͤber⸗ angisthnn ziehen. D 12 Jahren muß man die Vorläufer nasindu ausschneideln); weil sie sonst mit ihren starken uch sum Aesten die nebenstehenden schwächeren Stämme über⸗ bTanm wachsen und verdrängen. Zugleich kann man auch Rennmnt den Tannenbusch etwas verdünnen, und einige Ru— then, Bohnenstangen und Brennholz daraus holen. Das Ausschlagen kann man sodann von 4 zu 4 Jah— ren wiederholen. Mit 20 Jahren wird man schon den gehtd schöne Sparren haben*). de, wesch In hin Nhre dufgen Io Nget, n⸗ gsiet m *) Unternimmt man das Ausschneideln, oder Abhauen der Tannenäste im Frühjahre, so verliert sich ein guter Theil des Saftes durch die Wunde; daher man auch die Zweige gewöhnlich nur in einiger Entfernung von dem Stamme abnimmt, weil sonst das Verbluten, wenn ich es so nen⸗ siet wobdn. in nen darf, noch stärker seyn, und dem Baume großen Nachtheil bringen würde. Man kann diesem Uebel aber amen nit auf eine leichte Art vorbeugen, und die Aeste, so wie bey ist, volhy jedem andern Holze, dicht an dem Stamme wegnehmen, nicht frö wenn man diese Arbeit vor dem Winter unternimmt. Die h sild, un Wunde wird dann den Winter uber Zeit gewinnen, sich du⸗ 4, Wln sammen zu ziehen und zu erhärten, ehe der Baum im — 25 Frühjahre in seinen vollen Saft tritt: wodurch dann kei— d d ner verloren gehen wird. Bannnr X) Schon nach acht Jahren von der Ansäung an, giebt an in H es etwas weniges unbedeutendes Holz zum Durchflechten derfen. der Lehmwände, und etwas Reiß zum Brennen. Mit Iwab 10 Jahren fallen Bohnenstangen, wovon das Hundert zu 64 Kreuzer verkauft wird. Ein Paar Jahre später giebt es Pfähle, mit 5 Jahren Hopfenstangen, mit 20 erhält „und u man Sparren, wovon das Stück 18 Kreuzer werth ist. Bodn Mit mmen, M 41²2 In dem Verhältnisse, daß die Tannen in die Höhe schießen, gewinnt die luft darunter mehr Spiel. Dann pflegt auf vielen Stellen ein grasartiges Ge— wächs hervor zu kommen, das wir Bunt nennen. Man hat diesen Bunt bisher nie gehörig zur Vieh— weide benutzen können, weil das Erdholz von dem Vieh zugleich mit würde abgebissen werden, indem die Schläge nicht gehörig abgetheit sind; daher man ihn an mehreren Orten, wann er zu einer gehörigen Größe gelangt ist, abgeschnitten und dem Viehe im Stalle verfüttert hat; allein er ist dann seiner Härte wegen von geringerem Werthe, als wenn er jünger zur Weide gedient hätte. Manche sind diesem Gewächse nicht hold; indem sie sich einbilden, daß es durch seine vielfältigen Wur— zeln den Bäumen, unter welchen es grünet, schade; allein es schadet ihnen so wenig als das Gras, das anderswo darunter aufkommt. Sollte es auch der allerobersten Krume einigen Nahrungsstoff entzie— hen, so wird dieser Verlust, im Falle man es ab— weiden läßt, durch die Excremente des Viehes reich— lich ersetzt. Uebrigens ist der Bunt als Viehweide gar nicht zu verachten, und wird er zur Zeit seiner Blüthe betrieben, als wo er in voller Kraft, und noch in seiner Zartheit steht, so ist er den alten Gemein— weiden in der Nachbarschaft immer vorzuziehen. Da⸗ Mit 25 Jahren hat man Wermen, mit 3o leichte Bal⸗ ken, nach 35 bis 40 folgt endlich der letzte Hieb. Es liesert Bäume zu Balken und Brettern. 7* Oahel in den lch hin eihemn o it wel Tahhem duch e von der Scheid sen wir 8 boden Seek pfanzt nen. den ein worden; standen, Vi de 7900 auf f tem bis dle schen getäus⸗ st es Nfunj ammn h miste. Vartiges hj unt nenne ih von deh den, inden daher mn gehbtihh m Vahe in liner Hurt n et jünget hod iun liigen Au ut, schax Hns, auch du ff entzis an es ab ichis reich⸗ Dechwide Zit sint t. Wiah + H Oinhhe 413 Daher sollte man den Bunt an denjenigen Plätzen in den Tannenwäldern, wo noch keiner steht, absicht⸗ lich hinsänn. Der Schaden, der von dem Viehe an einem andern Schlage, wo Erdholz steht, angerich]⸗ tet werden könnte, ist bey der Anlage eines neuen Tannenreviers leicht abzuwenden, indem man dieses durch eine gedrängt gepflanzte Reihe von Tannen von dem übrigen Gehölze trennen kann, durch welche Scheidewand das Vieh in seinen Schranken gehal— ten wird. Eichenholzungen. Das Säen oder Pflanzen der Eichen auf Heide— boden ist weit mehr Bedenklichkeiten unterworfen. Sie können entweder für sich allein gesäet und ge— pflanzt werden; oder man untermengt sie mit Tan⸗ nen. In jedem dieser Fälle fragt es sich: ob der Bo⸗ den einige Zeit vorher cultivirt, also auch gedüngt worden; oder ob der Boden noch nicht in Cultur ge— standen, also frisch aufgebrochener Heideboden sey? Wir stellen darüber folgende Erfahrungssätze auf: J. Werden die Eichen für sich allein auf frischem, also vorher nicht eultivir— tem Boden gesäet: so werden sie in den zwey bis drey ersten Jahren recht wohl gedeihen: ein An— schein wodurch mancher noch nicht erfahrne Anfänger getäuscht wird; denn im vierten bis fünften Jahre ist es schon mit dem frohen Wuchse zu Ende, und in Kurzem wird alles zu Grunde gehen. I. IMI R NN — ER ů * * IN 0 NII M —..— —— 4¹⁴— II. Werden die Eichen für sich allein auf Heideboden gesäet, der schomein oder zwey Jahre vorher eultivirt und gedüngt worden ist, daß er gute Früchte getra⸗ gen hat; so wird das Wachsthum der Eichen acht bis zehn Jahre lang gut thun, und dann wieder ab— nehmen. Das Heidekraut wird sich größten Theils wieder einfinden, und mit 18 Jahren werden die Eichen vergangen seyn. Man kann die Ursache da— von nur darin finden: daß der Grund vorher noch nicht genug durch Luft und Wärme meliorirt worden war. III. Werden die Eichen zugleich mit Tannen unter einander gesäet oder ge— pflanzt auf frisch aufgebrochenem, noch nicht eultivirtem Boden, so wird das Tannen— holz die Eichen zwar in den 6 bis 7 ersten Jahren überwächsen; indem die Tanne mit einem solchen ma— geren Boden verlieb nimmt, statt, daß das Eichen— holz nach den zwey ersten Jahren anfangen wird, zu trauern; allein da eben jener Wuchs der Tannen den Boden durch das Abwerfen der Nadeln von Jahr zu Jahr verbessert, so fängt die Eiche an, sich der Wohl— that ihrer Gesellschafterinn zu freuen, wieder zu Kräf⸗ ten zu kommen, gesund und rein zu werden, und lange magere Schößlinge zu werfen. Jedoch kann sie den Tannen, die indeß einen großen Vorsprung gewon— nen haben, nicht mehr gleich kommen. IV. Werden die Eichen mit unter⸗ mischten Tannen auf schon eultivirten Hei⸗— Heidel witd de schicßen siinem Sbhhst nict l Hn, die wanche 2 rung un von wat Iunenh Zwafch Dotpigh Grund besert: gen lar lur gft dn wire —— 4¹5 sih nsen Heideboden gesäet, oder gepflanzt: so Wehhnr wird das Eichenholz zugleich mit den Tannen auf⸗ ogdün schießen, und immer besser wachsen, so daß es von hre gettn seinem vierten Jahre an jährlich zwey Fuß lange Echenatz Schosse werfen wird, und auf besseren Stellen wird es nitder 6 nicht selten durch seine steifen Aeste seine Wohlthäte— daßten Theiz rinn, die Tanne, verdrängen. Eine Undankbarkeit, die peden manche Menschenkinder mit ihm theilen! llshen Aus diesen Sätzen, die mannichfaltige Erfah— botherni rung uns gelehrt und bestätiget hat, geht hervor: Ht wordy von was für unglaublichem Vortheile die Cultur des Tannenholzes für den Heideboden sey. Es ist außer Reich m Zweifel, daß, wenn man diesen bloß mit Tannen, todet/ vorzüglich wenn's die gröbere Gattung ist, besetzt, der nem/ uh Grund in Zeit von 10 bis 12 Jahren so sehr ver⸗ das Tunm bessert wird, daß er eben so gute Früchte hervorbrin— sten Ihn gen kann, als wenn er diese ganze Zeit über in Cul— slschen w tur geständen, und frisch zum Getreide gedüngt wor⸗ dos Eche den wäre*). witd, i Da, Iunnen den von Ihr z*) Will man bey dem Ausroden der Stuppen die Art h der Boch und die Hacke sparen, so darf man die Tannen cder uf nicht so lange, als hier gesagt worden, fortwachsen RuHhe lassen, sondern sie müssen mit acht Jahren, und nicht später abgehauen werden. Man verrichtet solches am fannst besten gegen Ende des Augusts, oder zu Anfange des rung R Septembers. Das Abgehauene bleibt bis zu Ende Ok⸗ tobers an Ort und Stelle liegen, damit die Nadeln und It Uhtth das kleine Gezweig abfallen mögen. Wenn nun die Zeit lhittn der Rockenbestellung herannaht, welche bekanntlich in den ů 900 Sand⸗ ——.——.. ä — 4¹— Da, wo man Eichen und Tannen unter einan⸗ der mischt, also entschlossen ist, mit der Zeit einen Eichenbusch von niederem Schlagholze zu haben, da haut man mit 10 bis 12 Jahren Eichen und Tannen an der Erde weg, räumt die Rigolen auf, und über— schießt mit dem daraus gewonnenen an Nadeln⸗und Blätterdünger reichem Grunde die Beete. Die Eichen werden dann freudig wieder ausschlagen, und die Tannenstuppen und Wurzeln durch das Verfau— len auch noch nach ihrem Tode den Eichen nützen. Ist der Boden von ziemlich guter Beschaffen— heit, und bey dem Aufbrechen wohl gerührt und eul⸗ tivirt worden, so, daß die Eichen einen schönen Wuchs haben, so kann man einen kohbusch daraus machen, und haut die Tannen allein weg). ä Die⸗ Sandländern bis tief in den Winter noch Statt hat, so werden die jungen gefällten Bäume mit der Hastelle(Hau—⸗ messer) ausgeschlagen, das heißt, aller Aeste beraubt, die Stangen zusammen gebunden und weggefahren, die Aeste, Zweige, Laubwerk, zusammt den Stuppen, um⸗ und untergepflügt, Rocken gesäet und eingeegt, oder, welches noch besser ist, mit dem Sande aus den Rigolen gedeckt. Dieses setzt voraus, daß das Land in 8 bis 10 Fuß breite Beete gelegt worden. Wartet man aber mit dem Aus-⸗ roden länger als 8 Jahre, so wird man die Arbeit mit dem Pfluge nicht vollführen können, daher zu andern In⸗ strumenten greifen müssen, welches die Kosten um ein Ansehnliches vermehrt. 2 *) Man rechnet zu Edegem, daß zehn Bäume von 18 bis 19 Zoll Dicke 260 Pfund Schalen geben, und ein Bun⸗ der alle fünf Jahre 150 Bäume von solcher Dicke dar⸗ biete, das Unterholz nicht mitgerechnet. e Me bi 40 brechen! dens hl gchil, tusch dur zu il mit den Msanze N aggeen 20 M Bunden dicht zu nit ein wetden. geoffams, stchen, Ihren 417 IR —0 ö Diejenigen„denen das Säen zu langwellig fůr die Anlegung eines Busches scheint, indem wirklich 3 v bis 4 Jahre dazu gehören, wovon eins auf das Auf⸗ und Lonn brechen und Vorbereiten, zwey auf die Cultur des Bo— undiihn dens verlaufen, und wenigstens ein halbes Jahr dazu Moilr in gehört, um den Grund vor der Holzansäung gehörig Bene D tassen zu lassen,— jene, sage ich, gelangen geschwin⸗ thloage w der zu ihrem Zwecke, wenn sie zu gleicher Zeit, als sie ane Duftn mit dem Aufbrechen der Heide beginnen, auch eine en nůhen. Pflanzenschule anlegen. Beschafn ö hit und eah Man säet nämlich auf einem schwarzen abge— Iun Wuch plaggten Felde so viel Tannensaamen aus, daß 18 bis us wath 20 Pfund auf ein Gemeth(72 bis 80 Pfund per 6 Bunder) fallen. Dadurch werden die Pflanzen so dicht zu stehen kommen, daß man ihrer immer 2 bis 3 ö mit einem Klöttchen ausstechen kann. Diese Klöttchen Eun h ö werden in einer Entfernung von 3 Fuß unter einander „ gepflanzt, und da werden si dicht genug bey einander zahe, stehen, um in 3 Jahren Zeit die Zwischenräͤume mit den M ihren Aesten überdecken zu können*). Dabey muß Wer, wiccht man Naslen geoet 10 Huh Hrit ö 55; e) Ist die Anlage zu einem Eichenbusche bestimmt, so ge— M hen A— 9— ů m bührt es sich, daß das Land dazu umgegraben, oder viel— X 23 55 M nit 1 ů—— mehr mit dem Spaten rayolt werde. Die Eichen werden zu ahdetn F„ 4 x 3 in 2 Fuß entfernten Reihen gepflanzt, und däbey einen Kosten un Fuß hoch über der Erde abgeschnitten. Nach zwey Reihen Eichen wird jedesmal die dritte mit Tannen bepflanzt. Diese Tannen haben 3 bis 4 Jahre, und werden mit ei— 10 0 nem besonders dazu eingerichteten Werkzeuge so ausgeho⸗ Dritter Band. Dd ben, e don 11 41¹8— man das Verpflanzen für keine Kostenvermehrung an— sehen, indem man mit einer Ruthe Pflanzen sechzehn Lerh Ruthen besetzen kann, wodurch so viel an Saamen er⸗ x spart wird, daß der Werth davon zureicht, die Kosten des Verpflanzens zu decken). Sechs⸗— D ben, daß ein kleiner Erdklos um die Wurzeln nahe am Stamme bleibt. Zu Eichelgärten wird gewöhnlich ein an einen Busch I gränzendes Stück Ackerland bestimmt. Vor Winter wird ‚ hierzu gedoppeltpflügt, oder noch besser gegraben. Die Du Eicheln werden im Frühjahre ausgesäet, und flach unter⸗ u geackert. Man hat gefunden, daß es vortheilhafter sey, 16 keine Kornart mit auszusäen. Noch besser gerathen die 1 Pflanzen, wenn man nach dem Rayolen stark gedüngt W und Kartoffeln gepflänzt hat. Mn Da die Eicheln im Winter leicht erfrieren, und an 0 warmen Orten anfangen zu keimen, so schüttet man sie in freyer Luft auf hohe runde Haufen, deckt sie mit Stroh und Erde, und läßt sie so bis zum halben April. Doch müssen die frisch gesammelten Eicheln, bevor man sie in WM Haufen bringt, auf die Scheuntenne geschüttet, und eini⸗ gemal umgeschaufelt werden, bis sie trocken geworden. O. *) Es giebt auch eine Weise, die Heide durch Tannen zu uI einer Eichenholzung vorzubereiten. Um dem Leser einen 05 Begriff davon, und einen Ueberschlag der Kosten des Auf⸗ 1 brechens mit dem Spaten, des Verpflanzens u. s. w. zu 95 geben, lege ich ihm hier die Berechnung des Hrn. Van der Aa, nach dessen eigener langen Erfahrung vor: ö I Aus⸗ 419 Vetmth n 55 ö Sechster Abschnitt. mEinn Verwendung öder Lände zu künstli— iht, de dß chen und natürlichen Wiesen. Cei Die Erfahrung hat zur Genüge gelehrt, daß die Erde verschiedene Stoffe in sich enthält, die zum Nupn nihe Dd 2 Wachs— 2 2 0 2 u ehm di Ausgabe Ankauf von ein Bunder magrer Heide 100 Guld. brab. Dasselbe 24 Fuß tief zu rayolen, die Ruthe zu 7 Sols in offenem, und zu 8 G unbelhün bis 10 Sols in geschlossenem, das ist, Schurst enthaltendem Boden, allhier im Durchschnitte zu 9 Sols zu nehmen 28o0—— VDiner u Ankauf von 40000 Tannenpflänzlingen, das Sausens zu 6e olss. Ai Es reichen ihrer freylich 30000 dazu hin; man rechnet aber des Ausster— bens wegen so viel mehr. Mianzmgstesten 4d— It M*V 0 WOultet* Net si mit En Summe der Ausgab 42—— Die Heide, von der hier die Rede ist, ist so schlecht, Vuth Ande daß sie keine großen Bäume aufbringen kann; daher wird n M Groß und Klein nach 16 bis 18 Jahren Zeit mit einan⸗ der umgehauen, während welchem Zeitraume die abgefal⸗ I 1 lenen Nädeln den Grund zureichend verbessert haben, um 20 HI ihn mit Eichenholz bepflanzen zu können. Ein solcher huug Tannenbusch wurde dann auf dem Juße stehend zu 200 5 Gul⸗ 4%— I N V her Rim N 4²2⁰ Wachsthume verschiedener Früchte bestimmt sind, und daß daher ein Boden, aus dem eine Fruchtgattung die ihr anständigen Säfte gesogen, einer sichern Reihe von Jahren bedarf, um das Verlorne wieder zu ersetzen, aber Gulden versteigert, wobey der Käufer alle Wurzeln aus— graben mußte. Der kleine Abfall, den jene Tannen in der Zwischenzeit lieferten, reicht zu, um die kleinen Unter— haltungs⸗ und Aufsichts⸗Kosten zu decken. Nach diesem wird die Stelle zu einem Eichenbusche gemacht. Davon ist die Ausgabe und Einnahme, wie folgt: Ausgabe. Nach Abzug der Einnahme von der Ausgabe für die Tannen findet sich ein Deficit von 202 Gulden. Allhier p. ö Uebertrag Guld. brab. Nachzuholen die Interessen der ganzen Ausgabe für die Tannen von 17 0 Len, 3. 3pr. C... 204 G. 14 Sols Das Land von neuem 23 Fuß tief zu rayolen, à 7 Sols p. Ruthe. 140—— Ankauf von 40000 Eichenpflänzlingen, a 50 Sols p. 1000üm 100—— Fracht und Arbeitslohn, die Dünnen veyzuschasseeen 38—— Pflanzungskosten 10—— Summe der auf den Eichenbusch fallen⸗ ven Unkosten 6865— 14— Ein⸗ Lberdem shengt Siste d de nams MAl Erde ömf 0⁰ + Aum e Wn Oh Ni lage Hehr 0 l Wache salche Bun ahwe un su u Ruchtgatumnz schern Wien icer zu aber dennoch nicht weniger geeignet bleibt„in der Zwi⸗ schenzeit solche Fruchtgattungen zu ernähren, die andere Säfte erfodern. Wird mit Hintansetzung jener Regel die nämliche Frucht zweymal hinter einander auf densel⸗ 1 Dd 3 ben ale Luen ů n süe a Einnahme. de klinerlhn Nach drey Jahren werden die Eichenpflanzen über der H15n R.—.. Een. Rach dn Erde abgeschnitten. Der Abfall deckt die aufs Abschnei⸗ egmact. In den fallenden Kosten. sacgt: ö ö ů Fünf Jahre nach diesem Abschnitte wird der Busch zum erstenmale gehauen. Man berechnet den Werth da— von zu 75 Gulden. Nun haben wir aber für die ver⸗ ů gangenen 8 Jahre, seit Anlegung des Eichenholzes an Interessen für obgedachte 686 Gulden 14 Sols Aus⸗ age, 164— 16, Iut nehmen wir davon den Ertrag von 75— ab, so bleibt ein Deficit voon 89— 16, welche zu der Totälsumme der Auslagen zu schlagen, und 40118 solche also zu 776 Gulden 10 Sols bringen. Von nun an wird der Busch alle sechs Jahre gehauen, 1—— und wirft bey jedem Haue 180 Gulden ab. Ziehen wir hiervon jedesmal die sechsjährigen Interessen gedachter 776 G. 10 S., das ist, 144 Gulden ab, so bleiben 36 Gul— den reiner Ueberschuß, oder jährlich 6 Gulden vom Bun— der, oder 34 pr. C. Geld vom Geld. Noch muß bemerkt werden, daß gedachter Ertrag nur 1o*.* —— von den Eichenbüschen zu verstehen sey, die in keiner all⸗ zugroßen Entfernung von den Städten, oder doch nahe 661— bey einer guten Heerstraße liegen; denn sonst würde das Bunder nicht über 40 bis 150 Gulden, oder nur 3 pr. C. Eh abwerfen. 4²22— ö ben Boden gesäet, so wird die zweyte Aerndte merklich schlechter, als die erste seyn. Indessen ist ein Boden mehr als der andere, so wie eine Frucht mehr als die andere an die Nothwendigkeit dieser Regel gebunden, wie man in Betreff der letztern, besonders an dem Klee sehen kann, der erst nach 7 bis 8 Jahren wiederkom— men darf: es wäre denn, daß der Boden so tief um— gekehrt würde, daß die ganze Krume, welche von den Kleewurzeln in Besitz genommen worden, in die Tiefe gestürzt, und eine ganz neue heraufgebracht würde. Die Crfahrung lehrt uns noch weiter, daß ver— schiedene Gewächse besser unter einander aufschießen, als wenn jedes für sich allein gesäet worden wäre. So trifst man oft Rocken⸗Stauden, die unter dem Klee aufwachsen, welchem Rocken vorhergegangen ist. Diese Stauden sind dann so stark und schön, daß sie selbst den vorhergehenden Rocken, zu dem das Feld eigends vorbereitet war, übertreffen. Die Ursache kommt wohl daher, daß diese einzelnen Kornstauden sich rings⸗ um alle ihnen anstehende Nahrung, die der Klee nicht zu benutzen weiß, zueignen, diesen daher nicht benach⸗ theilen, und von ihm nicht benachtheilt werden. Wir finden davon noch einen andern Beweis in den Wäldern, die mit Erd⸗oder Schlagholz bepflanzt sind. Ist dieses nur von einer und ebenderselben Gat⸗ tung, so werden mit der Zeit viele Sträucher und Stö— cke darin aussterben, welches bloß aus Mangel an analoger Nahrung geschehen kann, indem alle Gäste zugleich über eine und eben dieselbe Speise herfallen. In⸗ cdeseh dlen et und alde welden v ashni Umerhale V ahe Beh uf eine der der 9 Tachen ist, daß muß die Aupenme den borge das Mil nahme x Werdenk der Hah baten X stiner l wäche! Culur; rin best — 423 ö lntz Indessen werden an eben diesen Stellen andere Holh⸗ 5 50 arten erscheinen, deren Saamen durch Wind, Vögel, und andere Zufälle dahin gebracht worden, und diese gbundg werden vortrefflich da gedeihen, wo ihre Vorgänger Andnt verschmachtet sind, indem sie andere Stoffe zu ihrem Wartn Unͤnterhalte fordern, als ihre Nachbaren bedürfen. WMen so tif Wenn diese Lehre allenthalben in dem Feldbaue eine Beherzigung verdient, so verdient sie es vorzüglich auf einem an Nahrungsstoffen so armen Boden, als der der Heide es ist. ů welche bonH AII iu, in dN. H V ahtulth aufscheßt W Hat man einen Voden vor sich, der mehr als meuns Tannen zu tragen im Stande, und dabey so gelegen 1 1 ist, daß man ihn zum Feldbaue bestimmen kann; so 0 n muß die Erzeugung des Viehfutters darauf unser erstes Uut 0 Augenmerk seyn, und solches allen andern Gegenstän⸗ L den vorgezogen werden; denn nur aus dem Viehe geht Wan das Mittel hervor, durch welches die Cultur in Auf⸗ „ nahme gebracht, und in dauerhaftem Gange erhalten archttan werden kann. Werden 2 Der Klee ist vor allem hierzu geschickt, und Dank on E der Hand der Bn de die— onst so unfrucht⸗ Rhtafm baren Boden, wie den der Heiden, gleich im Anfange Wastbates seiner Urbarmachung 0 einem 50 wohlthätigen Ge— wächse geeignet hat, im Falle wir nur gehdrig bey seiner 5 Mantl Cultur zu verfahren wissen! Dieses gehörige Verfah⸗ ö m alb b ren besteht in Folgendem: syit Dd 4 Man 4²⁴4 Man wähle ein ebenes, nicht allzu hoch gelege— nes, bisher nach unerbrochenes und mit Heidekraut überwachsenes Stück Land, und hacke oder schäle viel⸗ mehr mit der gewöhnlichen Plaggenhaue die überwach⸗ sene Oberfläche des Bodens, und werse die Plaggen davon auf Haufen. Man vertheile dann das Feld durch Abstechen mit dem Spaten in Beete von zehn/ aber nicht mehr, Fuß Breite, so wie man sie auch in der Folge zur Besaamung mit Getreide haben will und muß. Neben sedem dieser Beete bezeichnet man eine Rigole von der Breite eines Spatenstiches, und damit die Plaggen bey diesem Vertheilen in Beete nicht hin— dern, so muß man schon bey dem Abhacken derselben darauf Acht gehabt haben, die Haufen in Reihen nach der känge der zu bezeichnenden Beete zu ordnen. Nach dem Abstechen der Rigolen wird etwas Grund daraus auf diejenigen Stellen geschossen, wor—⸗ auf die kleinen Brennhaufen errichtet werden sollen. Auf diese Grundschichten werden dann die Plaggen nach⸗ her gebracht, und zu Asche verbrennt. Nun wird zum Ausgraben der Rigolen geschrit⸗ ten, welches mit zwey Spatenstichen geschieht. Der erste dringt nicht tiefer als die Wurzeln des Heidekrauts; der Grund davon dient, um die niedrigen oder ungleichen Stellen der Beete zu ebnen. Dann werden die Rigo⸗ len durch einen zweyten Spatenstich, so tief als der Spaten eindringen kann, ausgegraben, und der Grund davon über die Beete hergeworfen, und möglichst gleich vertheilt, welches sich um so besser thun lätzt, da dieser Grund nicht mit Wurzeln durchwachsen ist. Es werden ben bll werden man gl e M. shihez gechwe gebreit dabom a Stellen besort, auf ihn Ibarst gsiet, li anggz durch schruog Gumd Hedeb ö * det B. bestim saamen auch w ö den He h gltz it Hederur det shůit uj die bewat. die Mgun un dis Srh e vn hn, Iun sie auch z haben wiluy net man ay „ Ind damt alt nicht in mcn derscbg Nahn ni onen. witd etra hossn, u erden solln Hoggen nat en geschti jeht. Do Hoderrank, n an de Ru⸗ Hf de x D5r Guuh Hcht get „ ds E — 4²5 + Es ist nöthig, daß die Rigolen so tief angefertigt werden, damit nachher kein Wasser auf den Beeten ste⸗ hen bleibe, welches der Asche, womit zum Klee gedüngt werden soll, ihre Kraft benehmen würde; auch damit man genug losen Grund gewinne, mit dem sich eben jene Asche mengen, und dem sie ankleben kann: ge⸗ schähe das nicht, so würde sie leicht verweht, oder weg⸗ geschwemmt werden. ö Nun wird die Asche sorgfältig über die Beete her⸗ gebreitet, wobey man zu beobachten hat, daß man keine davon auf den Brandstellen selbst zurücklasse; denn diese Stellen sind durch das Brennen für sich schon so ver⸗ bessert, daß sie weiter keiner Asche bedürfen, und sich auf ihnen doch schönerer Klee zeigen wird, als auf den überstreuten. ö Ist der Kleesaamen über das geaschte Feld aus⸗ gesäet, so wird es mit der im ersten Bande dieses Wer⸗ kes angegebenen Schleife überzogen, und der Saamen dadurch eingedrückt. Der Klee wird bey dieser Ver⸗ fahrungsart auf dem festliegenden, nicht gebrochenem Grunde viel besser gedeihen, als auf gerührtem losen Heideboden, der allzugeschwind austrocknet. Ist das Feld in einer Niederung gelegen, und der Boden fruchtbar, so daß man ihn zu einer Weide bestimmen kann, so nimmt man etwas weniger Klee— saamen als gewöhnlich, und säet Grassaamen mit aus, auch wohl eine Gattung duzerne, die sich sehr gut für den Heideboden, vorzüglich wenn er mit etwas gelber Dd 5 und 0 40 1 4 V. 1. 49 0 8 7 4 +* N 43 I H . . 0 4²26 und bessern Erde vermengt ist, und nachher etwas Dunger aufgebracht wird, schickt. Diese Luzerne trägt gelbe Blumen, und die Saamenkapseln gleichen den Klauen eines großen Vogels). Die Asche der verbrennten Heideplaggen dient dem jungen Klee zur Düngung, und reicht für das er— ste Jahr zu. Im zweyten bringt man gegen den März gute, oder holländische Asche darauf, und rechnet einen Sack auf 10 Ruthen(8 Säcke per Berl. Morgen)/ oder nimmt auch wohl etwas mehr, nach Beschaffen⸗ heit des Bodens, wodurch man in diesem Jahre sehr schönen Klee haben wird. Selbst im dritten Jahre wird man noch gutes Futter auf dem Lande finden, und die zuletzt untergepflügte Kleestoppel wird dem darauf folgenden Getreide noch zu einer halben Düngung dienen. Hat man einen Boden, der stalt des Heidekrau— tes mit grünem Moose bewachsen ist, so muß man es auf dieselbe Art behandeln, die wir angegeben haben: das heißt, abplaggen und brennen. Wollte man das Moos unterpflügen, so würde solches, da es auf dem Heideboden nur ein altes und dürres Gewächs ist, in der Erde unverweset liegen, und den Früchten gar kei⸗ nen Mutzen bringen. Dasselbe findet auch auf moor⸗ artigem, mit einer grünen Rinde überzogenem Boden Statt. *) Es ist dieses nichts anders als die schwedische Luzerne, Medicago falcata, wie wir schon in vorhergehender Ab⸗ theilung gesagt haben. Statt. bestcht und v Iche! leintt Buen, auch btäus beh eh lasen, fulkfch Wiet) dolt d indem deme einem veshes Meni Wuedt. mache Stat was bstet spate Gevo Vehet durch heseh. hhe entz luheme ig glichen de u diekt sirer n den Mitz richnet eng fl. Menn), 4h Beschaftz u— dritten I 11 dem da hen Dinn du hadeln Rh man 65 Wuchn ber Oe un d V III Wit U/e Ioun uln Hauf Root⸗ Wuem Bodt Ful 78977 scht Ast, n —— 4²⁷ Statt. Man kann diesen aber, da er aus gutem Grunde besteht, schon dicker abschälen, an der Luft trocknen und verbrennen, wodurch eine so große Menge von Asche entsteht, daß der Klee selbst im zweyten Jahre keiner neuen Asche mehr bedarf. Auf einem solchen Boden, wenn der Untergrund dabey gut ist, läßt sich auch statt des Klees Raps auf gleiche Weise bauen. Ist der Boden, worauf der Klee gestanden, bräunlich und von guter Beschaffenheit, so kann man bey einer gewöhnlichen Düngung Waizen darauf folgen lassen. Zur Weide kann man die Kleestoppel nur dann fortfahrend bringen lassen, wenn sich kein Moos dar— unter zeigt. Das Heidekraut aber, das sich hier und dort darunter vorfinden könnte, hindert nicht daran, indem es in seinem jungen und Daen Zustande von dem Viehe mit abgeweidet wird. Hat man ein tief gelegenes Fld das stark mit einem grünen, übrigens untauglichem, Gewächse, welches auch in den Torfmooren zu grünen pflegt, über⸗ zogen ist, so darf dieser fruchtbare Boden weder ge— brennt noch umgepflügt werden, um Weide daraus zu nachen, welches nur lauter Binsen erzeugen würde. Statt dessen führt man von den ber achbarten Höhen etwas Grund darauf, vertheilt ihn Chehit, un besäet ihn mit Klee und nr eren Wurzeln späterhin an dem modernden grünen nun überdeckten Gewächfen eine gute Mabrmnn finden werden. Die FFE 14 Vegetation dieser neuen Wiese wird dann späterhin durch Ueberstreuen mit Asche noch mehr in Thäti geit gesetzt. Hat I 4²8 Hat man endlich Lande, die so gelegen sind, daß man Wasser aus Bächen und Abzugsgräben, die durch andere cultivirte Felder gegangen, darauf bringen kann, so sind solche am besten zum Graswuchse zu benutzen; jedoch muß ihre Lage auch so seyn, daß das Wasser wieder seinen Ablauf finden könne. Mageres Wasser, welches aus öden, unfruchtbaren Heiden herkömmt, dient nicht zum Bewässern, und schadet mehr, als es nützet. Es kann aber auch einzelne Fälle geben, wo es zutröglicher seyn köͤnnte, den Boden, der zu einem Kleelande bestimmt ist, vorher mit dem Pfluge dazu vorzubereiten. Diese Vorbereitung, wenn sie zweck⸗ mäßig seyn soll, hat ihre besondere Weise. Viele pflügen zu dem Ende die Heide, wie man eine Kleestoppel umpflügt, damit, ihrer Meinung nach, die Wurzeln der zu säenden Früchte sogleich in dem umgekehrten Heiderasen ihre Nahrung finden mö⸗ gen; allein sie bedenken nicht, daß das zähe und feste Heidekraut eine geraume Zeit zu seiner Verwesung fo— dert. Der gewöhnliche Erfolg von diesem unüberdach⸗ ten Verfahren ist, daß die Früchte, besonders der Klee, mit dessen Ansaamung man gewöhnlich den Anfang macht, von der Trockenheit leide, und, treten nicht ungewöhnlich nasse Sommer ein, gar umkomme. Ueberhaupt wird man finden, daß der neue Heidebo⸗ den, der nicht tief aufgepflügt worden ist, geschwinder und stärker im Sommer austrockne, als länger culti⸗ virtes Land. Andere 1 Voden y E uum sth Wenhhr! siht dr Racpfäg Furche, Untergr vor Wit ch sen di tergrurd Hedekr der Bo Mange Ulbrige .r s⸗ 5 e snd a füserde am wen den mit mer üb In M in qpen auls der auurch i ust, uf deh, E duh Hungn hm z benoßgß uus Woss Me Dasa, hetinnt, lehr, dů t I, wwo 6 zuu einem Nuge dou sse wetk e, wie un 1 Manuut sogleich i snden mo⸗ und fest dounz fo⸗ Mͤberdag) t der Kl⸗ n Mfip letten nig umkomm 12 Hodehd bschai inet 4 — 4²⁹ Andere pflügen die Heide, wie man mit alten Weiden und Rasenplätzen verfährt; das heißt: mit zwey Schnitten durch dieselbe Fuhre. Dadurch wird nun freylich der Boden tiefer gebrochen, und ist daher weniger dem Austrocknen unterworfen; allein es ent— steht daraus ein anderer Nachtheil. Bey dem Dop— peltpflügen fällt nämlich der Heiderasen in die Tiefe der Furche, so daß das Gesträuche davon auf den festen Untergrund zu liegen kommt. Da nun jenes Pflügen vor Winter Statt hat, und auch billig Statt haben muß, so geschieht es, daß, da das Regen und Schneewas⸗ ser in dieser Jahreszeit nicht tiefer als auf den festen Un⸗ tergrund dringen kann, die umgeworfenen Pflanzen des Heidekrauts beständig in dem Wasser liegen, wodurch der Boden noch mehr erkaltet‚ und das Kraut aus Mangel an Wärme in keine Verwesung übergehen kann. Uebrigens liegt es dann auch so tief, daß die Wurzeln der zu säenden Früchte bis dahin nicht reichen. Beide angeführte Bestellungsarten mit dem Pflu⸗ ge sind also billig zu verwerfen, und wir haben dafuüͤr folgende bessere anzugeben. ͤ Im Junius, also um die Zeit, wo das Gespann am wenigsten beschäftigt ist, pfuugt man den Heidebo⸗ den mit einer einfachen Fuhre um, läßt diese den Som⸗ mer über so liegen, und das Heidekraut darin sterben. Im November pflügt man zum zweytenmal, und zwar in zwey Schnitten durch dieselbe Furche, damit der aus der Tiefe gepflügte rohe Grund den Winter über durch kuft und Frost milder werde. Bey diesem Pflü⸗ — gen 4³⁰ gen fällt nun der Heiderasen zwar auch in die Tiefe, allein da der Pflug im Sommer das Untere davon nach oben gekehrt hat, so bringt er im Herbste das Obere wieder in die Höhe, und da dieses durch den zweyten Schnitt aus der Tiefe der Furche mit Grunde gedeckt wird, so findet sich, daß der nun schon halb vermo⸗ derte Heiderasen ungefähr in die Mitte des gerührten Bodens zu liegen kömmt: daher für die Wurzeln der Früchte erreichbar und genießbar ist. Es versteht sich, daß man schon bey dem ersten Pflügen den Beeten diejenige Breite giebt, die sie her⸗ nach behalten sollen. Nachdem der Boden obgedachte zwey Pflugarten erhalten, so ist er hinreichend gerührt, um im folgenden Frühjahre ohne fernere Zubereitung mit Hafer bestellt werden zu können; und soll, wie na⸗ türlich, Klee damit ausgesäet werden, so darf man den Boden für jetzt durchaus nicht mehr rühren, weil der Klee einen etwas geschlossenen und eben liegenden Bo⸗ den erheischt. Die Pferdearbeit wird durch das jetzt angegebene zweymalige Pflügen nur wenig gemehrt. Denn zu dem Doppeltpflügen der zweyten fehlerhaften Methode gehö⸗ ren zwey Pflüge, jeder mit zwey Pferden; bey der unsri⸗ gen aber gehöͤrt zum Sommerpflügen ein Pflug mit zwey Pferden, und zum Herbsipflügen ein einspänniger Pflug zum Vorfahren, und ein zweyspänniger zum Nach⸗ fahren. Es wird also nur die Arbeit von einem Pferde mehr dazu erfodert. Bey —— Be ben, do huheic nicht s ‚aralb d zvalen Grundr Huauf ein unt mam zu fuhten mid, Lahn. Uthe I wuosch get wor Sandb Dise h aus, u siiner x G in de dis ů e dahen dus Ren den zvenn ande gedecz H vermo⸗ des guihrten Dunen dr * Mü nniget Pfi. Aum Mach zum Noch n Mierd. ahem Pfer Hey 431 Bey dem ersten Umpflügen muß man beobach⸗ ten, daß, da der Schnitt der Oberfläche auf einem so holperichen Boden, wie der der Heiden gewöhnlich ist, nicht so dünn als gehörig, abgefertigt werden kann, daraus die Unannehmlichkeit entsteht, daß bey dem zweyten Schnitte des Doppeltpflügen im Herbste der Grund mit dem Pfluge allein nicht so gut aus der Tiefe heraufgebracht wird, um den ersten umgelegten Schnitt rein und vollkommen zu überdecken. Daher nimmt man zu dem in dem ersten Theile dieses Werkes ange— führten Streichhaken seine Zuflucht, der verhindern wird, daß kein Grund in die Furche zurück fallen känn. Siebenter Abschnitt. Urbarmachung der Heide durch Hen st. Wenn, wie Arthur Voung sagt, kein Boden, wo sich Mergel vorfindet, von der Natur vernachlässi⸗ get worden, so kann man auch sagen, daß sie keinen Sandboden, worauf Genst wachsen will, verwarf. Diese wohlthätige Pflänze zehrt den Boden so wenig aus, und giebt ihm so viel Dünger durch den Abfall seiner Blätter und kleiner Gezweige wieder, daß ein al⸗ tes *) Genst, Ginster, Breem, Pfriem, Genista. 43²— tes Bauland, wofern es nicht allzu schlecht ist,(gu⸗ tes Land wird ohnehin nicht dazu genommen), nachdem es drey Jahre über mit Genst bewachsen war, nach dessen Ausrodung keines Düngers zur Erzeugung des Getreides im ersten Jahre bedarf, und selbst wenn das land an sich schlecht ist, so reicht eine halbe Düngung zu, um eine gute Aerndte darauf zu gewinnen. Einige wollen diese Fruchtbarkeit der Brache oder Ruhe zuschreiben, deren dieses Land zwey oder drey Jahre über genossen hat; allein sie bedenken nicht, daß der Pfriem auch ein Produkt ist, zu dessen Erzeugung der Boden hat müssen mitwirken. Man versuche es, und lasse unsern Sandboden ein Paar Jahre über brach liegen, und sehe, ob man darauf guten Rocken ohne Düngung erwarten darf, und was würde es erst seyn, wenn man diese Zeit über, statt der reinen Brache, Brachfrüchte, und zwar ungedüngt, darauf gebauet hätte? ö Außer dem, daß der Genst das Land, das ihn erzeugt, durch sein bloßes Daseyn meliorirt, so dient er bey seiner Ausrodung noch dazu, um ein anderes von gleicher Größe fruchtbar zu machen, nämlich durch das Düngen mit seinem Gezweige, wovon wir so eben sprechen wollen. Die leichtigkeit, mit welcher er in Gährung und Verwesung übergeht, macht ihn hierzu vorzüglich geschickt. Wird der junge Genst, zum Bey— spiel, bey feuchter Witterung gemäht, so wird er in den Schwaden liegend durch seine Hitze geschwinder weiß, als jede andere Pflanze. Wird das grüne Ge⸗ zweige viigt de feucht in eine üif woder i mise gl Di Ihren b velhiede die ales daß ihe darf. 2 Vasuche dide eu nach der desen er sungen d finden w mit Sal on der haben. der nochj be, o sen, in D sol, mü bracht w mit etwa das beh iht, l Mitter! —— 433 zweige des älteren Genstes im September grün und feucht in Büschel gebunden, so entsteht in kurzer Zeit eine stärkere Hitze, als ich sie in einer so kleinen Masse weder in dem Kuhmiste, noch selbst in dem Schaaf⸗ miste gefunden habe. lht( Iu),m su wur, ut Exuanz shswemz be Dimaun imen Diese Beobachtungen haben mich schon seit vielen Jahren bewogen, auf allerhand Boden Versuche von et Brach ey verschiedener Art mit diesem Düngmittel anzustellen, vey oder da die alle so sehr zu meiner Befriedigung ausgefallen sind, n nicht, du daß ich Jedermann die Nachahmung kühn anempfehlen Etzegun darf. Wer daran zweifelt, darf ja nur vergleichende weruche e Versuche anstellen. Er darf nur auf eben demselben ee überbut Felde ein Beet, oder vielmehr nur ein halbes Beet Rocken h nach der unten anzugebenden Weise mit Genst düngen, 8 kastin dessen er leicht so viel, als er bräucht, in den Umfas⸗ inen Brat, sungen der Felder, oder an den Rainen der Holzungen muf Rhun finden wird; das übrige Feld oder Beet aber dünge er mit Stallmist, und er wird den untrüglichsten Beweis von der Wirksamkeit, und dem Werthe des Genstes d„ dos haben. Damit man aber den guten Erfolg nicht etwa so den der noch in dem Boden steckenden alten Kraft zuschrei— en undeht be, so kann er ein drittes Beet ganz ohne Dünger las⸗ amichot sen, und besäen. aa Der Pfriem oder Genst, womit gedüngt werden Ainin soll, muß durchaus mit dem Pfluge in die Erde ge⸗ samo bracht werden; denn ihn über das Feld herstreuen, und 90 0 mit etwas Grund aus den Rigolen decken wollen, wie cchun das bey uns wohl mit anderm Miste geschieht, taugt nicht, und würde seine Düngekraft um ein merkliches 2 Dritter Band. Ee schwä⸗ 4696 90 hed va 43⁴4 schwächen. Ist die Genstdüngung zu Sommerfrüch⸗ ten bestimmt, so ist nothwendig, daß er wenigstens vor dem Märze in die Erde gebracht werde, damit er Zeit habe zu verrotten, ehe die Einsaat der Sommerfrüchte eintritt, als welche schnell durch— wachsen, und folglich des Düngers nicht lange ent— behren können. Der trockene Genst ist zwar auch anwendbar zur Düngung; dennoch ist der Gebrauch des grünen sicherer und besser, wenn man diesen zuvor etwas ab— welken läßt, und bey trockener Witterung unter— pflügt. Wer es nicht durch Erfahrung weiß, sollte kaum glauben, welche Wirkung der Genst in einem solchen Zustande hervorbringt. Zu einer Genstdüngung gehört gerade so viel junger Genst, oder das Gezweige von so viel altem, als auf dem zu düngenden Lande gehörig und dicht hätte wachsen können; oder anders: zu Düngung eines Bunders gehört der Genst-Ertrag eines andern Bunders. Die Verfahrungsart dabey ist folgende: Das Gezweige von dem dreyjährigen Genst wird von den Stämmen abgeschlagen, und auf den zu düngen⸗ den Acker gefahren. Acht Kinder oder Frauensper⸗ sonen vertheilen sich nach der känge des Feldes, und legen, so bald der Pflug den ersten Schnitt umge— worfen, das Gezweige über die gestürzte erste Fahre her; da nun dieses Düngen oder Einlegen der im vorhergehenden Abschnitte angegebenen Art zu dop— peltpflügen im November angewendet wird, so kömmt der 1 Ge sen die nims fissch U Kle bst im Fruhs nem Gem werde, u Vhe m hortes u und so gar schn Orle br thellpofte Hee. N brachte e man der llicht all shikt si 0 düngung anzufang len auch Hort sc Eumniih, 11 verde, unt Einsant y shnell durz Rhteknge en ich anwerhen uch des grgn vor etwas dl erung unte welß, sch henst in eun gerade so so nilun 19 Und di u Düngun eines andan Mfogend enst wind on den iudie r duunt Fedee, u chhit anse it Lgen di At u W Pfm 00 435 der Genst unmittelbar auf den vermoderten Heidera⸗ sen zu liegen. Nun kömmt der zweyte Pflug durch die nämliche Furche, und deckt das Gezweige mit dem frisch aufgebrachten Grunde. Man nimmt zum Ein⸗ legen so viel Gezweige, als man zwischen den Fin— gern fassen kann, wenn man die Fingerspitzen gegen die Spitze des Daumens anlegt. Soll ein so gedüngtes Land aber mit Hafer und Klee bestellt werden, so ist nothwendig, daß das Feld im Frühjähre mit etwas kürzem Miste, oder mit ei⸗ nem Gemenge von Taubenmist und Asche überdüngt werde, nach der Art, die wir noch angeben werden. Asche und Taubenmist sind des erleichterten Trans⸗ portes wegen für entfernte Felder am bequemsten, und so wirksam auf den Hafer, daß seine Wurzeln gar schnell durch den oberen rohen Grund bis zu dem Orte vordringen, wo der Genst liegt. Noch vor— theilhafter aber ist eine solche Düngung für den Klee. Ist der Heideboden aber so gar schlecht nicht, und brachte er vorher wohl etwas Gras auf, so kann man des Täubenmistes entbehren, und die Asche reicht allein zu. Ist der Boden etwas lehmartig, so schickt sich die Seifensiederasche am besten dazu. Ob es gleich vortheilhafter ist, nach einer Genst⸗ düngung auf einem Neubruche mit Hafer und Klee anzufangen, so läßt sich doch bey gehörigem Verfah⸗ ren auch recht gut Rocken danach sän. Zu dem Ende gehört sich, daß der Boden vorher fleißig gerührt, Ee 2 und 436⁶—— und erwärmt worden sey. UAm besten ist es, wenn der Boden schon ein Jahr vorher mit dem Spaten aufgebrochen, oder wenigstens nach der angegebenen Art gedoppeltpflügt worden ist. Bey dieser erst— jährigen Bearbeitung aber wird das Feld nicht in Beete gelegt, damit man im folgenden Jahre in die Quer pflügen, und den Boden desto vollkommener rühren, und zerkrümelen kann. Bey dieser letzten Pflugart, wobey der Genst untergebracht wird, er⸗ hätt das Feld dann auch seine Vercheilung in schmale Beete, die es zur Aufnahme der Rockensaat geschickt machen. Doch ist es nöthig, daß auf schlechtem Bo⸗ den auch etwas kurzer Mist mit aufgebracht werde. Hat man zum Unglück keinen Mist, dagegen aber einen hinreichenden Vorrath von Asche, so kann man seine Zuflucht zum Spörgel nehmen. Man be— streut nämlich das Feld reichlich mit Asche aus den Städten, oder mit Bleicherasche, und säet den Spör gel darüber aus. So bald dieser halb reif ist, wird er bey trockner Witterung untergepflügt. Ist der Sporgel wohl gerathen, so wird auch der Rocken darauf sehr wohl gedeihen. Sollten sich aber auf dem Felde einige Stellen zeigen, wo der Spörgel nicht recht fort gewollt hat, so muß man daselbst mit anderm Miste nachhelfen, und sich nicht auf die in der Erde steckende Asche verlassen; denn auf frisch aufgebrochenem Boden wird die Asche allein nichts zu dem stärkeren und höheren Wachsthume des Rockens beitragen; sie dient bloß dazu, daß die jungen Pflan⸗ zen 1 nicht d Dih doher di man 0 Wede uu wir hee V Genstzwe gesprocht auch mit Syorgel: sosches N und zuL suat, ur durch we ses lte Genst b. Dachsthl beh den J man zoer gen Sto⸗ btet beft hinguste eutgegen schn,d hegeh, Stocks sreicht, uher es stu, vm ilt den Sun der angegchg 0 diest nj INih nich den Ihre inj 1 volkummyn 00 diise hr bracht wid, e lung in shyn fensaat gestt schlechtem! cbracht with Mit, wa lhe /str men. Mun Ische ausxv siet den E telf ist, fün. N uch det Ml en sch dlr po E man dishhtnt nicht at enn auf f alen niche pe des Nil umpn Mo 1437 zen nicht aussterben. Die Asche ist eigentlich nur das Düngemittel zu Klee, Spörgel und Genst. Um daher die einmal ausgestreute Asche zu benutzen, säet man Genst unter den Rocken, und im Falle man Weide nöthig hat, mit dem Genste Kleesaamen, wie wir hernach zeigen werden. Ob ich gleich bisher nur von dem Einlegen der Genstzweige, oder des jungen Genstes in die Furchen gesprochen habe, so zweifle ich doch nicht, daß man auch mit Vortheile den einjährigen Genst wie den Spörgel und Klee gerade zu unterpflügen könne, wenn solches zu Sommerfrüchten spätstens vor dem Märze, und zu Winterfrüchten 2 bis 3 Wochen vor der Aus— saat, und zwar bey trockenem Wetter geschieht. Da— durch werden die Kosten des Einlegens erspart. Die— ses Unterpflügen kann selbst noch am zweyjährigen Genst vollzogen werden, im Falle es mit seinem Wachsthume nicht recht fort gewollt hat. Um ihn bey dem Pflügen unter die Erde zu bringen, befestiget man zwerg über den Pflugbaum einen zwölf Fuß län⸗ gen Stock, der auf der Seite, wo sich das Streich— bret befindet, ungefähr 2 Fuß über den Pflugbaum hinausragt. Der längere Theil des Stockes auf der entgegengesetzten Seite wird von einem jungen Bur⸗ schen, der in paralleler Richtung neben dem Pfluge hergeht, so angehalten, daß das kürzere Ende des Stockes jenseits des Pflugbaumes den Genst nieder⸗ streicht, damit er durchaus mit Grund bedeckt werde; daher es nöthig ist, daß die Stange dem Streich— Ee 3 bret⸗ 438. brette unmittelbar vorstehe. Ich bezweifle nicht im geringsten eine solche durch das Unterpflügen des ste— henden Genstes bewirkte Düngung; wiewohl ich sie selbst nie versucht habe. Das dicke Holz, oder die Stämme des Genstes hatten für mich einen zu großen Werth, als daß ich nicht ein Paar Jahre län— ger hätte warten sollen. An Orten, wo das Brenn— holz weniger kostbar ist, als bey mir, mag das Un— terpflügen des einjährigen Pfriems vielleicht den Vor— zug vor dem Abhauen und Aufroden des dreyjährigen haben. Auch für abgelegene Felder, wo man nicht ohne außerordentlichen Zeit- und Gespann⸗Aufwand den Dünger hinbringen kann, oder für solche, die nicht mit einem zureichenden Viehstande versehen sind, könnte jenes Unterpflügen von großem Nutzen seyn. Vorausgesetzt, zum Beyspiele, daß das Feld schon in einem gebührenden Zustande sey, ehe man es mit Rocken und Genst besäet. Der Rocken wird bey seiner Reife sehr hoch über der Erde abgeschnitten, welches also mit der Sichel geschehen muß. Im Ok— tober, wo der Pfriem ungefähr drey Fuß hoch auf— geschossen seyn wird, wird solcher zusammt den ho— hen Rockenstoppeln untergepflügt, und das kand von neuem mit Rocken besäet. Da dieser zweyte Rocken für sich allein gesäet worden, so wird er auch bey der Aerndte dicht an der Erde abgehauen, die Stoppel umgepflügt, und sogleich Spörgel gesäet. Der Spör⸗ gel darf seiner Seits nicht fürs Vieh benutzt werden, son⸗ sindetn sienden sem siil 7 thut d Ithlel den S als ein Dänge stanzen dem det und Iu . Diche Dieht auch o nuhen: . 9en V für sie guteg brab. Aen von d ren, das A gefall Jahte Wz 0 flhnzesz wiewohh Hol + nich einn Iun hre wo dBten Rnag dos l leicht den du 5 denahry woo wan n ann⸗Auheh fir sochju ande vastz proßem Muh daß dabsh ehe mahe en wird l cbgeschnitte uß. MM Zuß huc u summ I das Ind zwegt N r duch H „die Ei . Dads Rhußt 0 —— 439 sondern wird untergeyflügt, um dem von neuem zu säenden Rocken zur Düngung zu dienen. Mit die⸗ sem dritten Rocken wird dann wieder Genst ausge⸗ sät, und so mit der Fruchtfolge fortgefahren. Man thut dabey sehr wohl, das Stroh der zweyten Rocken⸗ arndte wieder auf das Feld zu bringen, und sammt dem Spörgel unterzupflügen; denn nichts ist billiger, als einem Felde, das der übrigen Wirthschaft keinen Dünger entzieht, zum wenigsten die düngenden Sub⸗ stanzen wieder zu geben, die es selbst erzeugt hat, in⸗ dem der Landwirth durch den Körnerertrag für Mühe und Aufwand schadlos gehalten und belohnt worden ist. Diese Culturart könnte auch für manchen, den Viehseuchen, oder verderbende Kriege um seinen Viehstand gebracht haben, ein Wink seyn, wie er auch ohne Dünger einen Theil seiner Sandfelder be— nutzen kann. In den Gegenden, wo das Holz einen gehöri— gen Werth hat, giebt der ausgewachsene Genst schon für sich einen schönen unmittelbaren Ertag. Ist er gut gerathen, so wird der Bunder zu 150 bis 160 brab. Gulden verkauft. Ich selbst habe an solchen Orten die Stämme von einem Bunder Genst, wo⸗ von die Zweige zur Düngung abgehauen worden wa— ren, zu 120 Gulden verkauft, alle Unkosten die auf das Ausroden, Entzweigen, Binden und Verkaufen gefallen waren, abgezogen. Dieser Pfriem war drey Jahre alt, das Jahr mit einbegriffen, in welchem er Ee 4 unter 4⁴⁰ unter dem Rocken aufgewachsen war. Er hatte also für sich allein das Feld, welches gewöhnlicher Heide— boden war, nur zwey Jahre im Besitze gehabt. Bringen wir also bey dem Genst den Werth des Holzes, die Verbesserung des Bodens, welche er auf seinem Standorte bewirkt, und den Dünger, den seine Zweige zur Ausdüngung einer eben so großen andern Oberfläche, als die er eingenommen hat, liefern, in Anschlag, so folgt unstreitig, daß der Genst das leichteste, beste, und wirksamste Mittel sey, die Heide urbar zu machen, den Boden in frucht- baren Stand zu setzen, und darin zu unterhalten. Ich meiner Seits habe nie eines gefunden, was die— sem Zwecke besser entspricht, besonders für entfernte Felder. Das Aufkommen dieser Pflanze ist übri⸗ gens leicht, hauptsächlich auf länger cultivirten, wie— wohl abgetragenen und in schlechtem Zustande sich be— findenden Feldern, weil man ihn nur geradezu unter den Rocken aussäet. In den 3 bis 4 Jahren, da er das Land besetzt hält, zieht er mit seinen tief ein⸗ dringenden Wurzeln eine Nahrung aus der Tiefe, die sich das Getreide bisher nicht zueignen konnte. Auf frisch aufgebrochenem Boden kostet seine Erzielung freylich mehr, dafür aber lohnt er auch durch eine Menge Vortheile; denn außer den schon ange— führten kann ein Genstfeld auch noch zur Viehweide benutzt werden. Will man aber dieses letztere, so muß der Genst nicht allzu dichte gesät, und mit ihm etwas Kleesaa⸗ men Hen d Henst: Folge! Kle u ragel/ besolder shöre! Sämt beiden und det vohll E Wendur machut die fa Hleilet mam ist hut, n fille barma diẽ M Ahte mache Landw unteth weder hat, sie amn —— 441 Wes men ausgeworfen werden. Doch kann man den ch Oenst auch wie gewöhnlich aussäen, und ihn in der Folge ausdünnen, wie wir sogleich angeben werden. ben Van Klee und Genst werden sich sehr wohl zusammen ver⸗ dans, ih tragen, und da sie nicht dichte stehen, so wird der Klee, n Dinge besonders auf frisch urbar gemachtem Boden sehr ener ehn schöne Sträucher bilden, und der Genst desto dickere pnomn. Stämme, und desto mehr Zweige treiben. Zwischen iiz, M beiden Pflanzen wird dann noch Gras ausschlagen, sumse Mh und der Boden sich, besonders im dritten Jahre sehr den isuh wohl berasen. Buntethalen Es bleibt nun nichts mehr übrig, als die An⸗ en, wie d wendung dieser Erfahrungsprincipien auf die Urbar— fir enffnt machung der Heiden zu zeigen. nze ist iu Hin Es herrscht gegen das Aufbrechen öder Lande sunde sh die fast allgemeine/ durch die kandwirthe selbst ver⸗ rrdeju um breitete Meinung/ daß der Heideboden, nachdem huhten, man ihm einige Jahre hindurch Früchte abgezwungen en tff eo hat, meist wieder in seinen vorigen Zustand zurück⸗ Uuß falle.„Der Eigenthümer', heißt es,„der die Ur⸗ ame. V barmachung davon unternimmt, hat, und wendet die Mittel an, um den Boden gleich in den ersten Eihn Jahren zur Erzeugung des Getreides geschickt zu 2 machen; alsdann verpachtet er das Ganze an einen 6 0 kandwirth, um das Angefangene fortzusetzen und zu Dhen unterhalten. Es ist aber ganz natürlich, daß dieser weder die außerordentlichen Mittel des Eigenthümers f herhe hat, noch selbst bey seiner kage und seinem Stande 05 K sie anwenden würde, wenn er sie hätte. Noch aber U CEe 5 sind 4⁴²— sind diese vor Kurzem aufaebrochene lande nicht in dem Zustande, wo sie bey einer gewöhnlichen Dün— gung bestehen, und gleiche Früchte, wie die länger cultivirten Felder tragen können: sie müssen also noth⸗ wendig von der Stufe, auf die sie eine augenblickliche Anstrengung erhoben hat, wieder in ihr voriges Nichts zurück sinken, um so mehr, da die in dem Schooße der Erde enthaltenen wenigen Kräfte schon durch die ersten davon genommenen Aerndten er— schöpft sind.“ Diese Meinung ist nicht ganz ohne Grund, und wird durch das, was wir bey Gelegenheit der Anle— gung junger Eichenpflanzungen auf frisch gebrochenem Boden gesagt haben, bestätiget. Auch diese dauern, ungeachtet ihres guten Anscheines in der ersten Zeit, nur wenig Jahre, und vergehen dann, nachdem sie die ihnen anständigen wenigen Bestandtheile des Bodens gänzlich erschöpft haben. Dieses hat aber auf länger cultivirtem, und durch die Cultur verbessertem und bereicherten Boden nicht Statt. Eine dauerhafte Verbesserung und Bereiche— rung eines dürren Sandbodens ist aber nicht das Werk von ein Paar Jahren, und soll sie durch Dün⸗ ger vollführet werden, so erfodert sie einen Aufwand, wobey der Eigenthümer selten, und der Pächter nie seine Rechnung findet. Daher so viel Kälte und Muthlosigkeit das Angefangene durchzusetzen; daher so viel Widerwille eine neue Urbarmachung zu unter— nehmen! Allein tigen d wollen Malll Hafte. gelden Diese Gesste und 8 boden⸗ 0 Gen 5 cchiff meni dritte einem zbeyte damit! nach ei zum! dem 6 des L geätn läßt bis d weg, Stel 443 Allein alles dieses ist nur die Folge einer unrich⸗ tigen Ansicht, und einer falschen Behandlung. Wir wollen daher hier zeigen, wie man durch weit schnellere ande nis hnsihen dz wie di sie sen aso uh Mittel, und ungleich geringere Kosten zu einer dauer⸗ Ahenblihh haften und von keiner fremden Unterstützung abhan— ih worigz genden Verbesserung des Bodens gelangen kann. da dein den Diese Mittel finden wir vereint in der Cultur des HKuftesth Genstes, die sich auf folgende Weise anwenden läßt. Aendien ö Wir wollen einen Pachthof von einem Pferde und 8 Bundern auf einem frischerbrochenen Heide— Gtund un boden annehmen. der Mi Der Pachter besäet zuerst ein Bunder mit Ro— Mrahen cken und Genst, nach der von uns gegebenen Vor— dese dun schrift. Im folgenden Frühjähre werfe er Kleesaa⸗ r erstng men über dasselbe Feld aus, aber nicht mehr als den achdem srr dritten Theil des AQuantums, das man gewöhnlich zu des Bon einem Bunder braucht. Das nämliche thue er im Hauf sin zweyten Jahr mit einem andern Bunder, und fahre settem ult damit von Jahr zu Jahre fort, bis er die 8 Bunder nach einander vollendet hat. ö Brnlch Damit aber der Klee im folgenden Jahre Raum 6 niht d zum Wachsthume habe, so wird der Genst, der zu „duth l⸗ dem Ende gehörig dicht gesäet worden, im Oktober en Afpu des ersten Jahres(verstehe das Jahr, wo der Rocken Rälun geärndtet worden ist) ausgedünnt, das heißt: man i läßt nur alle 2 bis 3 Fuß einen kleinen Busch von zwey nz R bis drey Pflanzen stehen, und schneidet das Uebrige u weg. Eine einzige Pflanze wäre freylich an jeder Stelle zureichend; allein da das Feld im folgenden I Jahre 4⁴⁴ Jahre zur Weide bestimmt werden soll, und das Vieh RDadel dabey nothwendig einige Pflanzen, zwar nicht durchs Gud Abweiden, wohl aber durchs Vertreten zerstört, so* würden sich, ohne die Vorsicht, den Genst buschweise stehen zu lassen, an manchen Stellen Blößen zeigen. Jener ausgeschnittene Genst wird zureichen, um ein met halbes Bunder land zum Getreidebau zu düngen. euet raft Nachdem unser Bunder nun im ersten Jahre 1 Rocken mit untergesäetem Genst getragen hat, und aung dieser im Oktober desselben Jahres ausgedünnet wor— daf! den, so giebt es im Sommer des zweyten Jahres sbh eine gute Viehweide ab. Zu dem Ende ist es nöthig, dieses Feld, so wie alle, welche man in der Folge von Ne Zeit zu Zeit zur Weide bestimmt, gleich Anfangs in Bun Koppeln zu legen und zu befriedigen. Ich Da der Landwirth nun fürs zweyte Jahr wieder ai ein Bunder mit Rocken und Pfriem besäet, so folgt, fcder daß er im dritten Jahre zwey Bunder Weide habe, Gtas wovon eines zwar im Oktober dieses Jahres wieder aier eingeht, indem der Pfriem dann auf dem ersten Bun⸗ Riluqh der aufgerodet wird, dafür aber auch ein neues Wei⸗ debunder wieder hinzu kömmt, das nämlich: wo im sher dritten Jahre Rocken mit Pfriem gewesen ist. 1144 Außerdem werden die Zweige des ausgerodeten Gen— den stes wieder das Material zur Düngung eines halben fann Bunders hergeben. Es folgt also, daß in dieser Ro— tation vom zweyten Jahre an alljährlich zwey Bun— Hen ö der 30 vorkommen: daneben gewährt sie vom 900 FDn— 0 56 ö. dritten Jahre an so viel Düngestoff an auszuschnei— l den⸗ * R licht dutz aslͤt, buschves hen zeign, 1 Im eh ungen. sten Ir hat, un innet woß en Jahrez 68 uöthi Fodge vo Anfang ht wicht O foth. be hobe, wleder en Bun/ es De/ ˙ W wisn ss LIL Hee hibe Nest d e B sie vin Husche W — 445⁵ dendem einjährigen Pfriem, und am Abfalle oder Gezweige des dreyjährigen, daß alle Jahre ein Bun- der Land damit ausgedüngt werden kann. Der Pächter findet sich also von nun an schon im Stande, im Falle er will, alljährlich ein Bunder neuer Heide aufzubrechen, ohne dazu die düngende Kraft aus seinem Stalle zu ziehen, jedoch mit Aus⸗ nahme von etwas kurzem Mist, der zur Ueberdün— gung der Rocken⸗ und Pfriemeinsaat nöthig ist. Man darf das Quantum dieses Mistes nicht höher in An— schlag bringen, als zur Hälfte dessen, was gewöhn⸗ lich erfodert wird. Verwendet der Landwirth nun die andere Hälfte des erübrigten Düngers auf das Bunder, auf welchem der Genst zu Ende des dritten Jahres ausgerodet worden, welches alles ist, was ein solches Land zu einer reichlichen Rockenärndte er— fodert, so erübrigt er durch den Genst gerade so viel Stallmist, als zu einem Bunder erfodert wird; oder anders: er zieht durch den Dünger für ein Bunder zwey Bunder Getreide. Er mag also von nun an alljährlich jene Mistersparniß auf den Aufbruch fri— scher Heide, oder zur Verbesserung seiner länger cul⸗ tivirten lande verwenden, so kann er in keinem Falle den außerordentlichen Vortheil des Genstes ver— kennen. Dabey bringt eben dieser Umlauf von selbst eine Vermehrung im Viehstande, folglich auch im Dän⸗ ger mit sich, indem sie zwey Bunder gute und vor— züglich frühe Weide darbietet. Ich sage: frühe. Wei⸗ 446—— Weide, weil, wie man weiß, alles Gras, das zwischen dem Gehölze, durch welches es gegen die Kälte geschützet wird, aufwächst, früher austreibt, als das auf offenen Plätzen. Ueberdem wird der Schatten, den der Pfriem um sich verbreitet, das Gras auf so ho⸗ hem trockenen Lande gegen die brennenden Strahlen der Sonne, und die abzehrenden Winde schützen, und beym Regen wird der aufrechtstehende Genst nicht so wie andere Holzarten ein Hinderniß seyn, daß die Feuchtigkeit nicht gerade auf den Boden falle. Das Ausdünnen des einjährigen Genstes wird selbst zum bessern Gedeihen des Klees und Grases die— nen, indem die Würzelchen der abgeschnittenen Genst— stämmchen den Boden durch ihr Verrotten düngen. Dieser wird dann zugleich auch lockerer, und dadurch werden die sonst so gehässigen Quecken mit Ueppigkeit darauf wachsen, und reichliches Futter darbieten. Man darf übrigens ihre Schädlichkeit für die Folge nicht sehr fürchten, indem sie in ein Paar Jahren durch das Dreeschliegen, und den Schluß des Bo—⸗ dens, der durch das Abweiden mit dem Hornviehe be— fördert wird, größten Theils ausgehen. Von an— derm Unkraute, das sich durch Saamen zu vermeh⸗ ren pflegt, hat man, da dieser von dem Viehe nicht zur Reife gelassen wird, noch weniger zu befürchten. Will man den Boden noch reiner haben, so lasse man den Weidedreesch noch um ein Jahr länger, das ist, drey Jahre liegen, welches ich doch nur von dem Falle verstehe, wo der Boden noch wohl begraset ist, und man die Weide gehörig benutzen kann. Wenn We erder! Boden besieiho reichlh x flgten nit Gens vietten K da dieser giebt er Datauf! Rocken ge hudit“ d Ache wi Uberaus eine gute aubbrück. tih, sond lch ppich debtedder dern als! im Stan lung aus einmal al 5) De 9ahz hen R shn g Erd dz Hen egt libt, a W Schaln Wauf 0 h Enaha schihen u hast nch j V, daß de fall. Wastes it Grases dis Ienen Henß ten Nn und wuth hit langket + dathate. 2 ah har Juhten 6 bes B uudehe be Nnn ah M d nigt hflhte. st wor f E st, Danh 44⁷ Wenn man diese Bauart auf frisch aufzubre⸗ chender Heide anbringen will, so behandle man den Boden, wie wir schon weiter oben gelehrt haben, und besäe ihn im ersten Jahre mit Spörgel, zu welchem reichlich mit Asche gedüngt wird. Auf diesen einge⸗ pflügten Sporgel säet man fürs zweyte Jahr Rocken mit Genst und Klee; dann hat man im dritten und vierten Klee- und Grasweide zwischen dem Genst; da dieser in dem vierten Jahre ausgerodet wird, so giebt er einen nicht unbedeutenden Holzertrag. Darauf wird sogleich bey einer halben Stalldüngung Rocken gesäet, welcher das fünfte Jahr das Feld be— hauptet). Der Klee wird auf einem solchen neuen, mit Asche wohl durchdüngten, Boden zwischen dem Genst überaus wohl gedeihen, und noch im folgenden Jahre eine gute Weide abgeben. Dabey bedinge ich aber ausdrücklich, daß Klee und Gras nicht ausgeschnit— ten, sondern stets abgeweidet werden. Es liegt näm⸗ lich zwischen dem Abmähen und Abweiden ein sehr be— deutender Unterschied, den man sogar in unsern Pol— dern als das Mittel anerkennt, um die besten Wiesen im Stände zu halten, daher auch bey ihrer Verpach⸗ tung ausdrücklich bedungen wird, sie in 6 Jahren nur einmal abzumähen, und die übrige Zeit abzuhüten; und *) De Coster giebt die Folge dieses Fruchtwechsels nicht ganz an; es läßt sich aber aus dem, was er im folgen— den Abschnitte bey Gelegenheit der Kartoffeln sagt, sehr schön ergänzen. 448 und doch wissen wir, daß diese Grundstücke so frucht⸗ bar sind, daß sie nach einer reinen Brache fünf Jahre hinter einander ohne alle Düngung gute Früchte brin— gen. Wie vielmehr gehört also diese unaussetzliche Bedingniß des Abweidens dazu, um einen an sich un— fruchtbaren Boden durch ein zwey bis dreyjähriges Dreeschliegen, das ist, Niederlegen in Klee und Gras, so zu verbessern, daß er unmittelbar darauf bey we⸗ nigem Dünger eine gute Getreideärndte aufbringen könne. Achter Abschnitt. Anbau der Kartoffeln. Dier Wintervorrath fürs Vieh besteht bey uns vorzüglich aus Rüben, Möhren und Kartoffeln. Un⸗ ter diesen Gewächsen gebührt letztern auf unserm Hei— deboden der Vorzug, indem die beiden andern nicht so gut darauf gedeihen, und die Möhren insbesondere ein gutes, tief durchdüngtes Land erfodern. Außer⸗ dem ist der Kartoffelbau das Mittel, durch welches der Boden am schnellesten zu einem vollkommen fruchtbaren Stande erhoben werden kann. Die Cultur der Kartoffeln erfodert ohne Zwei— fel mehr Dünger als gedachte andere Früchte, und sehr unwirthschaftlich würde es seyn, den Dünger bey einem Gewächse sparen zu wollen, dessen Anbau für sich schshol Dünger u ich bich In Hetahs, N deboben V Vsch christ wade. anzugeben unverbesse Hue dch noch! WI W selea, disserzv gseht ve den forth oder dab nd das z dur cche tü NE B nen Pfu liige W verden, fluse der Da Vase: andemn g Dritter Y ü fucht, efhmghe N ergte hn Malishg, n sh wwjihth Hambuz auf be py aft h. siht beynn toffln. I. unsetm H. een nicht wädgsoder mn. Wit dulh naht Raltamme . che N rüchte/ Diahers Iauft 0 4⁴⁹ sich schon viele Arbeit fodert, die sich bey Mangel an n nur schlecht, bey vielem Dünger aber, reich⸗ lich bezahlen nwird Um eines guten Erfolgs gewiß zu dale setze ich voraus, daß man dazu keinen durchaus schlechten Hei⸗ deboden wähle, und daß dieser Boden nach unserer Vorschrift gehörig gespatet, oder doch gey zügspatet werde. Die Art, die Kartofseln zu 4585 die ick anzugeben habe, und die mir für einen neuen Boden unverbesserlich zu seyn scheint, ist folgende: 7 Zwey bis drey Wochen, oder auf störrigem Bo⸗ den noch früher, bevor man die Kärtoffeln innner will, müssen die Furchen, worein sie gelegt werden sollen, mit dem Pfl n soe werden. Dabey muß dieser zweymal durch jede Furche ziehen, und so tief an⸗ gesetzt werden, als man 3 nur immer mit zwey Pfer⸗ den fortbringen kann. Man läßt den ersten Schnitt, oder das zuerst Ausgestoch und das zweyte Ausgesto ene auf die eine Seite fallen, ene auf die an dere. Da⸗ el 7˙ R + durch entsteh hen nun auf dem Felde lauter lange Hügel oder Balken, die aus zwey gegen einander angeworfe⸗ nen Pflugschnitten gebildet worden. Da diefe Balken einige Wochen vor dem Kartofseleinlegen auf. gefahren werden, so gewinnt der Grund Zeit, von dem Ein⸗ flusse der Atmosphäre durchdrungen zu werden. Das Düngen zu Kartoffeln geschieht auf folgende Weise: Man nimmt Asche von Heideplaggen(zu keiner andern Fruchtgattung ist dieser Dünger so dien lich)/ Dritter Band. 5f mi⸗ 45⁵⁰ ä ö mischet sie mit gutem kurzem Miste, schlägt solches in einen Haufen, den man an einem erhabenen Orte an⸗ legt, damit von unten keine Feuchtigkeit hineinziehen kann, und tritt das Ganze o fest als möglich zusam⸗ men. Findet man, daß der Haufen anfängt, sich stark zu erhitzen, indem er wohl warm werden, aber sich nicht Snn darf, muß man ihn sogleich aufs Feld bringen, wo er in die ossenen Furchen eingestreuet wird. Besteht der Dünger aus 2 Drittel gewöhnlicher nn der Städte und 1 Drittel Taubenmist, so muß dieses Gemenge auch einige Monate über fest auf einan⸗ der liegen, und wird, so bald er in die Furchen einge⸗ streut worden, mit der Erde vermengt, welches in dem lockeren, in die Furchen eingeschlossenen Grunde gar leicht mit einer 3W oder 4zinkigen Hacke zu vollführen ist. Man nimmt einen Sack dieses Düngers auf drey bis vier Ruthen(13 bis 18 Säcke auf den Berliner Morgen), je nachdem der Grund ist. 2—60 Sind 4a gedüngt, so werden die Kar⸗ toffel n in doppelten Reihen eingelegt, von denen eine auf jede Seite der 5 rche fällt, oder anders: an jede Seite des aufgeworsenen Balkens, so daß sie anderthalb Fuß von einander und im Verbande zu liegen kommen. Die großen Gattungen werden zu Anfang Mays, wofern der Grund 1— zu naß ist; die gelben oder weißen klei⸗ neren Gattungen aber müssen durchaus noch vor dem May gep flanzt werden, ohne welches man wenig große, und 1d vil kuhalten u WMꝛ d'e Puche gefiligten feln in die Riiher lust und wenn sio; Über sihh— fein wedde Legen dieyt de beftd anmala wätts na langer ih der Kant hesct mit d Mmigts M miden Grr Un diste Din Kaltofen Schnitte o Rucken de boffeln gelg ine Düng 0 perden Hig sicg 0 ehen der m k hihanzh üchn öglh Wsim ogl/ schfat u, aber sh sohlch auß Rageswa Hewöhnsih ist, so mi Wauf nn zuchen eie delchernoy Guume volshn Hers auf u den Bern Iun de Ka enen eine c an 10 V Ima. Di 95, wofth uißen i ch dur d ventg 10 und viel kleine, die kaum des Auflesens werth sind, erhalten wird. Nachdem die Kartoffeln eingelegt sind, werden die Furchen zugepflügt, so daß nun die Rücken der ran⸗ gefertigten neuen Schnitte oder Balken über die Kar⸗ toffeln zu liegen kommen; die Zurchen aber zwischen die Reihen einfallen. Dadurch wird die Erde, die der zuft und Sonne eine größere Ober lläche darbietet. als wenn sie gleich und eben gelegen hätte, den Sommer über sich erwärmen und verwittern, und die Kartof⸗ feln werden besser darin gedeihen. Dieses in Rücken legen dient noch insbesonde ere dazu, daß die in dem Grun⸗ de befindliche b nicht durch über—6—0 ze Nässe auf einmal ausgelaugt werde, indem das Wasser sich seit⸗ wärts nach d den Furchen zu zieht, und die Asche daher länger ihre Kräfte äußern kann. Bey dem Ausgraben der Kartoffeln wird sich die noch übergebliebene Asche besser mit dem Boden vermengen, als di irch ein mehr⸗ aliges Pflügen hätte geschehen können, und einen sehr milden Grund bilden. Um nun auch im en Jahre Nutzen von dieser Düngung zu ziehen, wird das Land, sobald die Kartoffeln geärndtet—— wieder in ausgeworfene Schnitte oder Balken gepflügt, und zwar so, daß der Rücken da zu liegen kommt, wo er auch bey den Kar— toffeln gelegen. Dadurch kann der in der Erde enthal⸗ tene Dünger durch die Nässe des Winters nicht verdor⸗ ben werden, und wird den Sommerftüchten„wie Ha⸗ Ff 2 fer 45⁵² fer mit Klee, oder Felderbsen mit Pfriem und Klee zu Gute kommen. Man kann darauf auch vor Winter Rocken mit Pfriem und Klee sän, oder mit Felderbsen). Im Falle man das Kartoffellaub nicht zur grünen Fütterung bedarf, so thut man wohl, solches, nachdem es völlig abgestorben ist, bey trockenem Wetter unterzupflügen, welches der Rockensaat noch zum Dünger dient. Säet man unter den Rocken oder unter die Feld⸗ erbsen keinen Klee, sondern bloß Pfriem, den man nach der Rockenärndte im Herbste unterpflügt, um das Feld sogleich wieder mit Rocken zu bestellen, so wird dieser zweyte Rocken den ersten übertrefsen; indem, wie schon gedacht, die Asche dem Getreide nicht viel nutzt; daher man auch in dem Falle, wo man Wil— lens ist, Rocken oder Hafer nach den Kartosseln folgen zu lassen, schon mehr Dünger zu der Asche fügen muß. Aus dem Gesagten erhellet, daß man durch jene Düngung, außer der großen Verbesserung des Bodens drey gute Aerndten nach einander haben kann, näm⸗ lich: *) Wie dieses Felderbsensäen(welches vermuthlich die zum Viehfutter bestimmte Gattung grauer Erbsen ist) vor Winter Statt haben könne, weiß ich nicht, indem ich nicht zweifeln darf, daß der Winterfrost die aufgegangenen Erbsen zerstöre. Es könnte seyn, daß dieses von einer tief in den Winter verschobenen Einsaat, die oft in den Sandländern Statt hat, zu verstehen sey; und dadurch die Erbsen erst im Frühjahre aufgingen. sch: H. 1) Hat abir an d dens/ M Rnam, il zusch 5 edal Wird ime Reicht, Herbtej D nicht Rii Duokeoh 005 ande Moerla danken, eilander ste fie i Detst und g. MN He Mockn ul Hen). mndüttam im Wöl interhupfͤpr dent, unter die 0 M, den no Iagt, um d Wlen, sun desen; iun trede nitt x man A Karmseh fle sche sienn nn durch unde Bo ö IU RHM 10 0 — 453 lich: 1) Kartoffeln, 2) Rocken, 3) Rocken; oder: 1) Kartosseln, 2) Hag, 3 Klee. Zweifelt man aber an der zureichenden guten Beschaffenheit des Bo⸗ dens, und bat nicht viel Kartoffeln nöthig, so thut man, um sich eines mehrjährigen guten Erfolgs recht zu versichern, jede zwey Ruthen einen Sack des gedachten Compostes zu bringen. Dieser Dünger gezehrt, schehen wür wenn man ih Herbste zu Wilterderede d. vertde nden wollte. Di en haben endlich an und für sich den nicht geringen Vortheil, daß sie von Hige, Kalte, Trockenheit und Regen nicht so viel Schaden leiden, als andere Feldfrüchte. Dem Kartoffelbau haben die ziederlande, und die ur ulte genden Gegenden es zu ver⸗ danken, daß die Noth in den vergangenen lauge hinter einander folgenden nassen Jahren*) nicht auf das Höch⸗ ste für Menschen und Vieh gestiegen ist. Neunter Abschnitt. Verschiedene Gattungen von Asche und andern Düngmitteln, und ihrem Gebrauche. Trockene reine Holzasche ist die beste, daher die Asche von Brüssel und Lwen, wenn sich gleich etwas Ff 3 Kaeh⸗ *) Man erinnere sich, daß Coster im Jahre 1774 diesen Aufsatz machte. 45⁵⁴—— Kehrigt darunter befindet, der Antwerpischen vorzuzie⸗ hen ist, indem dieser letztern mehr Torfasche beygemischt ist. Es kömmt also überhaupt viel auf die Reinigkeit der Asche an, daß sie nicht mit Erde, Torf-⸗ und Steinkohlenasche, als welche nichts zur Fruchtbarkeit bey Neuaufbrüchen beytragen, gemischt sey. Von einem Gemenge von Taubenmist und Ant— werpischer Asche zu gleichen Theilen, reicht ein Sack— voll zur Düngung von 5 bis 6 Ruthen für Rocken mit Pfriem und Klee zu. Um eine bessere Rockenärndte zu haben, säet man Spörgel auf das eben gedüngte land, und pflügt ihn unter: dadurch wird der Rocken sehr wohl wachsen, und Pfriem und Klee schön darin fortkommen, welches also drey Früchte nach einander von einer Düngung sind, wie wir schon gesagt haben. Bleicherasche dient auf Neubrüchen auch zum Pfriem, und da, wo der Grund sehr gut, und man mit hinreichendem Futter W ist, kann sie auch zu Raps verwendet werden. Auf sanftem, wohl ver⸗ wittertem Boden mag man auch Spöörgel in diesen Dünger säen man nimmt dann ein halb Möcken per Ruthe. Mischet man Taubenmist unter die Bleicherasche, so darf diese nicht naß seyn, weil die Masse sich zu ge— schwind entzünden würde. Sie muß beynahe trocken seyn/ wenn man sie dazu verwendet. Man nimmt einen Theil Taubenmist gegen zwey Theile Asche. Die Mischung darf aber nur wenig Tage liegen bleiben, weil val sief Man mu s man Gak di 6⁰ Geg ühächt 0 — din odel mob'atti nicht so N ashe. 3 8 beh den W Wend lget ird Meen is osche, d 11 fll rehetos m Antwe ecpi Gaam tofeln vel di Pagg wie wir c ichen hhie heh hnh die Non aaht „Tuf If/ Ruchtbach sh. nmist undy wicht en g fslr Maknn 2 Runin Reblht am dr R 90 shn uh enuh huth ᷑W M Wl hen auc 17 , u 455 weil sie sich zu ge— schwind Lud einander brennen würde. Man muß sie also nicht viel früher zusammen bringen, H als man 42 ch ihrer bedienen kann. Man hat anderthalb . 7314 8 77 9— Sack dieser sch nothig, wo man mit einem Sacke lenher 0. aber unausgelaugter Asche, arde. zwölf einspännige Fuder Asche von So⸗ oder fünf bis sechs Fuder Asche von n bringen bey dem Klee und Genst ing hervor, als ein Sack guter Holz⸗ ) nehme das Fuder zu dem Umfange, wie **& F ii gewöhnlich ist. Je stärker kraut auf den Soden ist, desto kräf⸗ i tiger ist die Asche davon; eben so, je moorartiger der 9 .5— 8²** — 8 V 388 47 144. ö 5 bis 5Fuder gedachter Soden-⸗ asche, oder 3 bis 4 Fuder moorartiger Rasenasche mit gutem kurzen Dünger untermengt, so thun sie auf neuem, etwas fruchtbarem, zu Kartoffeln wohl zube⸗ reitetem Boden so viel Wirkung, als ein Sack gute ische Antwerpi Asche mit Taubenmist gemengt. Die Sodenasche kann überhaupt nicht besser als zu Kar⸗ tofseln verwendet werden; oder auch für Klee, wenn die Pla Boen an Ort und Stelle selbst verbrennt werden, P4 e wie wir schon oben angeführt he Ich sagte auch, daß die Asche auf Neubrüchen beym Getreide nicht auf dessen besseren und höheren Wachsthum wirke, sondern bloß d * dazu diene, das Aus⸗ 81 4 ster⸗ 45⁵⁶——— sterben der jungen Pfaanzen zu verhindern. Fürchtet man dieses tere, so ist die Asche nicht unbedingt nö⸗ thig, und tan dem Uebel auch durch eine um ein Sechstel stärkere Aussaat vorgebeugt, und dadurch 20 Säcke Antwerpischer Asche 4 werden, welches freylich einen wesentlichen Unterschied in der Ausgabe macht. Auf 110 m lange eultivirtem Boden ist. indes⸗ sen die Asche auch für das Getreide selbst sehr vortheil— haft, weil das 42 troh dadurch steifer wird, und fest steht, wo sonst die Frucht vor oder kurz nach der Blü— thezeit sich Wahrde gelagert haben, und aus viel Stroh wenig Korn würde gewonnen seyn. Auf neuen Auf— brüchen hat man aber kein Lager zu befürchten, indem das Stroh dar auf von Natur steif ist, und aus we⸗ nig Stroh vieles und gutes Korn gedroschen wird. Die holländische Asche wird auf Neubrüchen bloß auf den Graswuchs in den Niederungen verwendet. — Die von Amsterdam ist durchgehends besser als die von Rotterdam, indem jene mit vielem unverbrennten Keh⸗ rigt und Unrathe vermengt ist, und— eine innere und äußere düngende Wärme besizt. Diese Eigen⸗ sc aft fehlt der Rotterdamschen, ob sie gleich manchmal ioch warm in Brabant ankommt, welches daher rührt, weil sie warm vom Heerde auf die Aschkarren verpackt, und nach dem Schiffe gebracht— wo sich die Hitze lange in der großen Masse erhält Mit einem Iuder— trockenen Stroßen⸗ koth aus großen Städten, wenn er nicht verbrennt, oder zu viel mit Kies und Erde gemischt ist, kann man 0 0 vil nit, d 1 De Ctraßen dann ger Vubeser Paghen ig d Moibe midem Rwöhn Kalk u suchde Ind and schen E lunzine sr eir wilz;e der H folgich Latmad erh. Nacht tunbe 9981 E h eine z um h W 9⁰ 00 Ulch Ndeh, wec N der Mä Oden V 0 os schr ottiz 8 AAHA VI Helch Mans 0 Ett Heh + 16½ + hre H1 hekblt ö x‚ Fanh I 70 U 45⁷ so viel düngen, als mit 4 Karren Pferde⸗ oder Kuh⸗ mist, oder mit 2 Karren Schaafmist. ö Die Misthzauche ist auf Meubrüchen eine sehr kräf— tige Düngung zu Rocken und Genst. Beide vorhergehende Mistgattungen, ich meyne Straßenkoth und Jauche, sind is rer Kraft wegen sehr dazu geeignet, um andere schwächere Düngemittel zu verbessern, indem man sie damit in Haufen bringt, und Pläggen darunter mischt. Der Abfall der Gerbereyen, der aus Haaren be⸗— steht, so wie auch wollene Lumpen taugen nicht für Neubrüche, die meistens kalt sind; es wäre denn auf mildem, erhabenem Boden, und in Verbindung mit gewohnlichem Miste. Der AÄbfall aber, der aus Kalk und dem Abfalle der Thierhäute besteht, so wie auch der Abfall der Weißgerber, die Seifensiederasche, und andere allareig; Substanzen, geben mit gewöhn⸗ lichem Sta 167 und an gemif scht und eine Zeit⸗ lang in einen Haufen ge einen guten Compost für etwas lehmartige Meubr rüche, wo man Klee säen will; allein auf schwarzem Fandtet Boden gebührt der Holzasche zur Düngung des Klees der Vorzug. Bescch husß. Der Mangel an Weide, folglich an Dünger, folglich an Stroh, ist das Haupthinderniß bey der Ur⸗ bart nachung oder, dürrer Sandländer. Die mit Hei— F‚f5 ö de⸗ 45⁵⁸— ⁷ dekraut bewachsene Oberfläche solcher uncultivirter Lande bietet dem Landwirthe nur wenige kärgliche Mittel zum Ersatz dafür an. Sein Vieh findet darauf einige wie⸗ wohl kümmerliche Nahrung, und mehr noch dient ihm das Abplaggen oder Schälen jener bewachsenen Ober⸗ fläche, den Abgang des Strohes als Streumaterial zu ersetzen, und die Düngermasse zu vermehren. Daher die Wider spen igkeit und Abneigung der Landwirthe im Allgemeinen die Urbarmachungen aus⸗ zudehnen; denn woher, 2— sie, sollen wir Stroh, woher Dünger nehmen?— Diese Frage glauben wir in vorhergehender 2 Abhondt lung sattsam beantwor⸗ tet, und gezeigt zu haben, wie sie, bey der darin vor⸗ kommenden Methode die Urbarn ꝛachung mit Pfriem zu beginnen und durchzusetzen, sich zureichende und gute Weide verschaffen können; und da diese Weide auf ih⸗ rem Felde selbst Statt findet, so werden die thierischen Excremente nicht mehr für den Ackerbau verloren gehn, wie solches geschieht, wenn sie ihr Vieh auf den Heiden herumirren lassen. Dabey aber wird die Cultur des Pfriems oder Genstes nicht allein den Boden verbessern, auf dem er aufgewachsen ist, sondern noch überdem Düng mittel zur Verbess erung eines andern abwerfen. Sein Holz wird reichlichen Stoff zur Feurung beyschaf⸗ fen, und endlich wird man bey dem beständigen Wech⸗ sel zwischen Weide, Getreide und andern Feldfrüchten weniger Dänge r bedürfen, und verhältnißmäßig mehr geben, und daher den Fleiß des kandmannes mit reich⸗ lichen Aerndten gekrönt sehen. Da⸗ Da nit Tanr und allwe nen Gen den; inde dereh man sicht catt mit ewige Waldune abschen: die deme tam Bode de Coto Wd/ v hir be —— 45 Allingh Dabey wird die Urbarmachung durch Ansaamung 0 M n mit Tannen, als welche im Großen die zweckmäßigste auf eng i und anwendbarste bleibt, auf solchem Boden, der kei⸗ loch huti nen Genst fortbringen will, auch ihren Vortheil fin— Wsmen HHy den; indem man ihr nun alle Strecken überlassen kann, e deren man bisher aus Mangel an Weide und Dünger Amehin nicht entbehren konnte, daher man einen Theil davon Wwunt mit ewigem Abplaggen plagte. Die Vermehrung der 1 Waldungen wird das Holz auf einen billigen Preis her— 4. 45. daraus wird folgen, daß man nach und nach in die den Städten näher gelegenen, oder auf fruchtba— e gal rem Boden stehende Gebösche ausroden, und das Land inbn der Cultur noch einträglicherer Gegenstände widmen auunn wird, wodurch die mehr entfernten Landwirthe ihr Holz zut Rinz höher benutzen können. Vede asy Re thistn Iusum Hehh, fbn Haden Cultur di biseth snde n 0 IL. nes M * Sechste 460 ö—nntl Sechste Abtheilung. Ueber die zweckmäßige Große der Pachthöfe)). Erster Abschnitt. r die Bevölkerung und ihren uß auf die Fruchtbarkeit der Erde. Ueb Ein —— Die Beobachtungen der Reisenden Eber d die Lanne Gegenden der Welt, geben Gelegenheit, folgende Ha an *) Der verdienstvolle und thätige Abbꝰ Mann schrieb im Jahre 1775 über die Mittel, die Population und den Acker⸗ bau in den Niederlanden zu befördern. Diese Abhand⸗ lung zog bald darauf eine andere über die Größe der Pachthöfe nach sich. Da Hr. Mann sich in dieser letz⸗ tech.— Theil auf den Inhalt der erstern bezieht, so fand ich nothwendig, aus dieser dasjenige aufzunehmen, was zum Gende der gegenwärtigen Abtheilung gehört, und solches zum ersten Abschnitte derselben zu machen. Ich 0b 0U leh, hün das Zut der keile, 600 Shanie Orucht. Led se limmi, unter d sechoma Hahste Iohhten. * Heile lvendon Au. Mobo 765 n or— Hauptgrundsatz als eine unstreitige Waßrheit aufzustel⸗ * 2. FJRNIAIHe 18** len, namlich: daß die Erde für sich allein, und ohne 2 rio AtWirin 3 inn 4 das Zuthun und die Mitwirkung des Menschen entwe⸗ der keine, oder doch keine zureichenden lebensmittel für ihre Bewohner hervorbringe. Die unermessenen Strecken unan 3 zänder, die man unter den mil⸗ desten Hanmelistri ichen antrifft, geben davon den üͤber⸗ zeugendsten Bebie⸗ Der Dagleic zwischen dem ina, Kleinasien, Griechenland u Spanien zeigt sattsam, daß der Grad der ruchtbarkeit und des Ertrages eines Lan⸗ des sich nach dem Grade seiner Bevölke⸗ rung verhalte. Je nachdem dieser zu⸗ oder ab⸗ nimmt, nimmt auch jener zu oder ab. ung der Einwohner Palästina's — e unter dem Köͤnig David, fand man eine Million sechsmalhunderttausend wassenfähige Männer, welche höchstens den vierten Theil aller Einwohner ausmachen konnten. Rechnet man also Weiber, Kinder und Greise Ich konnte aber dabey nicht alle Wiederholungen vermei⸗ den, wenn ich 9300 die Mannische Schrift gänzlich um— schmelzen wollte, welches mir aber nicht schicklich schien. Vereinigen wir 268 in dieser Abtheilung Gesagte, mit dem, was sich in der Abhandlung des Hrn. de Beunie, und in dem zweyten Bande dieses Werkes über denselben Gegenstand vorfindet, so glaube ich, daß man alles zu⸗ sammen haben wird, was sich zu Gunsten der kleinen, und zum Nachtheile der großen 1 Wirthschaften sagen läßt. 4⁵² Greise hinzu, so konnte dieses kleine land nicht weniger als sechs Millionen Einwohner haben, welches eine ungeheure Bevölkerung für einen so kleinen Erdstrich bleibt; und dennoch reichten seine Produkte zu, diese Volksmenge zu erhalten. Ohne Zweisel war hier die Vertheilung des Bodens unter alle Zweige der Fami⸗ lien, und die hohe Cultur, die eben diese Vertheilung nach sich zog, eine der Hauptursachen dieser Erschei⸗ nung. Jeder war gehalten, den kleinen Landstrich, der seinen Voreltern durch das Loos zugefallen war„anzu⸗ bauen, und sich und seine Familie von ihren Produk— ten zu ernähren. Es war sein ewiges Erbe, das er weder vertauschen noch verkaufen konnte, ohne seine Kinder zu beuachtheiligen, und sich selbst zu entehren. — Welch eine Veränderung finden wir heut zu Tage in diesem Lande! Kaum den sechsten Theil seiner ehe⸗ maligen Volksmenge, und kaum so viel Produkte, um diese geringe Anzahl kümmerlich zu erhalten. Man kann die asiatische Türkey, das heißt, das alte Mesopotamien, Syrien u. s. w. nicht mehr anders als mit einer Karavane durchreisen, die sich zum Vor⸗ aus mit allen nöthigen Lebensmitteln versieht, indem man öfters auf mehreren Tagereisen weder Wohnung noch Nahrung antrifft. Doch weiß man, daß eben diese Gegenden einst die fruchtbarsten und bevölkertsten känder der Erde waren. Dieselbe Beobachtung läßt sich in Spanien, ei— nem vormals so reichen lande, machen. Bey der Ueberzählung der Bewohner dieses Landes, unter dem ö Kaiser Huser I Hel Seel Iiden, rila, fi0 Mehr dol Bodh gis V Da schsen e von Pan tannien. Ihehund aldetem bed Wed pfe auet biach, 8 nur dann biochen u haben sch. rördichen al deD und daß me, und auf eine Williat dehia, rung in Ane dnchn Wrniyr weccher U e shen Edsii lle Ih, R I*„ dat 1531 00 500 dn diset Esch and srich, det war, hh en Modub lbe das er hhe seh X Whn heut RU eil sant e NiEte wodukte, u . Heißt, du uhr detz zn Dur, iht, n * Dohum HHμ ꝰ el HOah Ke tHaal Hchöltertte Hebölkictten ——— 4⁵3 Kaiser August, belief sich ihre Anzahl auf 50 Millio⸗ nen Seelen. Seit der Austreibung der Mohren und 2. 6. 162356 613„ 4 Juden, und den häufigen Auswanderungen nach Ame⸗ rika, findet man kaum den sechsten Theil der Bewohner mehr darin; der Ackerbau ist vernachlässigt, und der 2 Boden größtentheils schlecht und unfruchtbar gewordei — * — 5•rnnn v1 EEE lichsten Schil derungen von der Strenge des Klima's von Pannonien, Deutschland, en und Großbri⸗ tannien. Die große Veränderung, die wir 12 bis 18 — 8 sei Uü hinterließer uns die Alten die Jahrhunderte später däselbst erblicken, kann wohl nichts anderem, als der Zunahme an Bevölkerung zugeschrie— ben werden, welche die Wälder ausrodete, die Süm⸗ pfe austrocknete, und den öde liegenden Boden auf⸗ 12335. Die besten nan wi in Amerika, entwickeln nur dann die Fülle iß ihres R ieichthums, wenn sie aufge⸗ brochen und in Cultur gesetzt werden. Die Engländer haben schon längst beobachtet, daß das Klima des nördlichen Amerika's in dem milder wird, als die Bevölkerung und der 120 rbau daselbst zunimmt; „ 4* 6— und daß die daselbst herrschende feu ů—6 a die Stür⸗ me, und die Ungesundheit der kuf 1 auf eine sehr merkliche Mit abt—— De Williamson, Mitglied der Gesellschaft von Phila⸗ delphia, hat die Ursache dieserev vortheilhäften Verände— rung in einer gedruckten Abhandlung) untersucht und *) American. Phil. Transact. 1771 9⁵⁰⁷ 2 H.. 4⁰⁴ und sie in nichts anderm, als in der von uns ange⸗ führten Quelle zu finden geglaubbt. Die ungebauten und beynahe unbewohne ten Gegenden in dem westlichen Canada, an der mi 9— Spitze der Hudsonsbay, obgleich sie mit Flandern und dem mittägigen England dieselbe Breite auhen, und von einer unerträglichen Källe, und einer schrecklichen Unfruc 2— und werden es auch bis zu ihrer Urbarmachung mehr oder weniger bleiben. Man könnte diese Beoba Lirin über alle bekannten Länder der Welt ausdehnen, wenn das Gesagte nicht schon genug für eine so offenbare Sa— che zeugte. Es folgt also unstreitig aus dem Vorhergegange⸗ nen, daß der Ertrag der Erde in dem ge⸗ nauesten Verhältnisse mit der Industrie des Menschen stehe; ist diese nichtig, so wird jener auch nichtig——5 Der Mensch ist also der Erde unentbehrlich, und je: mehr UArbeit er auf ihren Anbau verwendet, desto größer wird der Ertrag seyn, den sie ihm giebt. Die Werökernn ng kommt also zuerst in Be⸗ tracht, und nach 1 der Boden. Das Geld ist nur insoweit nützlich, als es das repräsentative Mittel der zum eben nothwendigen Dinge ist, ihren Umtausch erleichtert, und den Handel befördert. Dieser bringt seiner Seits den Ackerbau in Flor, indem er den Pro⸗ dukten zu 65—— 0 gebührenden Preise verhilft, und Ab⸗ satz verschafft. Kleidung, Na 9 ungsmittel und Ge⸗ es leben— d 32—85—— e eige m.n Gůͤ 0• Ma Sobölker AUaerba, alb die h. mnshse mie Hildug d Hausmache sache und kannten! hen, M tit sues V V dure Pu che alge Mhrhuf sidd, 2 Wliscten vseihen I wie die Hund zu Nnd un wwentz LA Autter Ba Van h0h U ahg HHHπ H AANN ö Iuhergam in d r Masut hlig, ahe d Ihten I Ml, den uuest in S Gaiw 7 Mittel N e nn ———— 4⁵⁵ des Menschen hervor. Es ist also offenbar, daß die Bevölkerung oder Vermehrung der Menschen, und der Ackerbau, oder die Vermehrung des Ertrags der Erde, als die Hauptgrundpfeiler eines Staates, auf das In— nigste mit einander verbunden sind, und in dieser Ver⸗ bindung den Hauptgegenstand des öffentlichen Wohls ausmachen, und daß alle andere Dinge nur Neben⸗ sache und Accessorien sind. Ich erlaube mir, aus einem fremden sehr be— kannten Buche“) einige allgemeine Principien auszuzie— hen, und hier aufzustellen: nicht, damit die Autori— tät jenes Werkes ihnen mehr Gewicht gebe, sondern um zu zeigen, daß ich in dieser Abhandlung keine an⸗ dere Principien zum Grunde legen will, als die, wel— che allgemein angenommen, und der Erfahrung aller Jahrhunderte und aller eivilisirten Nationen angemessen sind. 1)„Die Stärke und der Reichthum eines ei⸗ vvilisirten Staates bestehen in seiner Bevölkerung, und „seinem Ackerbaue. 2 Ich spreche hier nicht von solchen Nationen, die, wie die Holländer, sich nur durch einen Handel von Hand zu Hand erhalten; noch von denen, die von der Jagd und Fischerey leben: diese letztern sind ohnehin wenig zahlreich, und wenig polirt. ö 2)„Die *) L'Ami des hommes. Dritter Band. Gg IXX 17 ι 466—— 2)„Die Erde bringt in dem Verhältnisse der „Arbeit, die der Mensch darauf verwendet, hervor.“ 3)„Die Summe der Subsistenz giebt das „Maaß der Bevölkerung; jemehr Früchte man also »der Erde abgewinnt, desto höher steigt die Bevölke— „rung.“ 4)„Eine große Consumtion durch eine kleine „Anzahl Consumenten ist eine unaufhörliche, immer „zunehmende Zerstörung des Keims der Bevölke— „rung.“ Will man die wahre Ursache der Entvölkerung eines Staates auffinden, so darf man sie nur in dem Verfalle des Ackerbaues einer Seits, und in dem Aufwande und der allzugroßen Consumtion einer gerin— gen Anzahl Einwohner suchen. 5)„Die wahre Macht eines Staates besteht „darin: nach dem Verhältnisse seiner Ausdehnung eine »große Anzahl arbeitsamer Consumenten zu haben.“ Wo das zutrifst, da herrschen auch Arbeitsamkeit, Mäßigkeit und gute Sitten unter einem Volke. Mü— ßiggang, luxus, und alle damit verknüpfte Ausschwei— fungen sind verbannt; die Menschen sind kraftvoll und tugendhaft. Der Ackerbau ist vorzugsweise diejenige Kunst, die aller andern entbehren, aber von keiner andern ent— behrt werden kann; sie ist die nächste Ursache und der Maaßstab der Produkte der Erde, denn diese ist nir⸗ gend⸗ dho aunlbar. ine dit fuhlen! Barbalt Sandbode hahem d nach eihe sch im E de zu del berfahn lohen. Erlchtop sas u. Me nu ekborge das lich 3u milo Gands Unfochth boserung und zum pse, w sten, Luf, o Me ein Mohen, fuden, I susaugbe 0 u i g 0 0 0 min N Beuh ich ent sz dlch, ne de dh an enggh Runtes bst Hehnung en * Uhcheg. Welsumt, VE. M Veshrt/ Hasrol ud nie Kus, aldetn el ihe und x iseits v gendwo, wenigstens nicht in unserm Klima, ganz un— dankbar. An einem Orte zeigt uns zwar der Sand eine dürre Oberfläche; allein bringen wir ihn auf einen feuchten Boden, so macht er ihn leicht und fruchtbar. Bearbeitet und düngt man anderswo jenen dürren Sandboden, so deckt er sich bald mit Gehölze, unter welchem dann das Gras hervordringen, und nach und nach eine Dammerde bilden wird. Oder findet man sich im Stande, schwere fette Erdarten mit jenem San— de zu vermischen, oder mit schicklichem Dünger zu überfähren, so wird er von dem Augenblicke an schon lohnen. Uebrigens bleibt der Sand für sich schon zur Errichtung der Gebäude, der Anlage des Steinpfla⸗ sters u. s. w. unentbehrlich. Da, wo die Erde dem Auge nur ein unfruchtbares Moos zeigt, liegen Schätze verborgen: wie z. B. der Mergel, den man nur an das licht bringen darf, um die Oberfläche des Bodens zu melioriren; Steinbrüche und Mineralien. Der Sandstein selbst, dessen Ansicht schon das Bild der Unfruchtbarkeit darstellt, dient zur Errichtung und Aus— besserung der Straßen, folglich zur Communikation und zum Absatze der Produkte. Jene unnützen Süm⸗ pfe, welche die Luft durch ihre Ausdünstungen verpe— sten, werden zur Quelle nütlicher Gewässer, geben Torf, oder liefern ausgetrocknet die reichsten Aerndten. Mit einem Worte: alles hat seinen Zweck, seinen Nutzen, seine Bestimmung, sobald sich nur Hände finden, um der Natur nachzuhelfen. Aus diesen unläugbaren Principien folgt eben so unläugbar: daß die Erde desto mehr hervor⸗ Gg 2 brin⸗ 468 bringe, jemehr industrievolle Mensch giebt, die sie bebauen: und eben enraa da, wo die Erde am meisten Lerordengt sich auch die meisten Menschen finden En öde Feld beschäftiget keinen Menschen e stens treibt 25 Schäfer seine Heerde zweymal Lin. dahin, und diese Heerde, was findet sie?— Da⸗ wandelt man dasselbe Feld in ein Gehölze so n Waeh geschlossen, bewacht und etwas Idenndn—— und dann kömmt man alle 12 1815 Jahre dan⸗ 900 ir zu 5—7— Verwändelt man das Feld ine Wiese, so zerstört man die Maulwurfshü düngt man wässert, man mähet; und ales 455 schäftiget eine, wiewohl nur kleine, Anzahl 0 und zwar nur zweymal im Labee Als G in oder Acker giebt es weit mehr Beschäftigung: miit. i an Raneet. walzt, man düngt, man säet, man 05 et. Die Beschäftigung wächst noch mehr, nn man eben jenes Feld zum Garten macht. D Bearbeiten/ und das Aerndten hört gar nich t 1 Alles wird benutzt, und kaum gönnt man bemn 995 einen schmalen Pfad, um von einem Theile diest chen und fruchtbaren Stückes auf den andern n 109 gen. Man umzingelt das Ganze mit Wanerd Wieß flache Wälle auf für die Produkte, die sich Wibnien caneh 13 m der Gärtner weiß„sich durch e 2 ehnung, die wagrechte oder horizontal zu vergrößern, folglich sein kleines Königrei ah⸗ nen. Die Quantität 30 der r Zne gen also in dem Verhältnisse, als die Zahl und Arbeit der Mi Eide l Völkerh, Hetvorwa 4 bor: da iel ver lunz vets besehen h tile, si umihe E bgelegeh lüsset digenthu thelung ne Vil Dilhen den. J Ht Eiise theller, ihn idr tin seht shoften! ihre gar thime! daducch haltung vonig lashn 6 V 6, h ortrint Inden. R shen, 10 nalim uhz — „ o muß abt wadn, Ichte dohh, das Hedt Higel JMN Wes dis h. ahl Him, Getuhsh mansy man stt noch mih 9H. Di nicht au dem Fußt Diches re n zu glar uunm, vut nhht Du en Herijnl odakte st Ind M V — 4⁶9 der Menschen steigt; und umgekehrt, je mehr man die Erde hervorbringen läßt, desto mehr wird man sie be— völkern, die Menschen werden so zu sagen aus der Erde hervorwachsen. Aus diesem also geht unmittelbar die Folge her— vor: daß der Grund und Boden nicht zu viel vertheilt werden kann. Diese Verthei— lung verschäfft dem Staate Leben. Mehrere Bauern besetzen hier den Raum, den sonst ein einziger behaup— tete, sie werden arbeitsam, roden Dornen und andere unnütze Gesträuche aus, pflügen und verbessern schlechte abgelegene Ländstücke, die der große Landwirth vernach— lässigt hatte, und verdoppeln nach und nach das Grund⸗ eigenthum ihres Pachtherrn. Bey einer solchen Ver— theilung des Erbes oder der Wirthschaften zieht der klei⸗ ne Wirth seinen Nutzen, und ost seine Subsistenz aus Dingen, die von dem großen nur weggeworfen wur— den. Industrie und Oekonomie werden die Basis sei⸗ ner Existenz; mit jedem Tage wird ihm das kleine Feld theurer, das er in seinem Schweiße baut, und das ihm jede verdoppelte Arbeit auch doppelt lohnt. Ohngeachtet aller dieser einleuchtenden Wahrhei— ten sieht man noch überall große Pachthöfe und Wirth⸗ schaften von zwey bis dreyhundert Hektars; andere, die ihrer gar fünfhundert enthalten. Kurzsichtige Eigen⸗ thümer hängen noch an solchen Besitzungen, weil sie dadurch die Errichtung neuer Bauten und ihre Unter⸗ haltung ersparen: allein sie benachtheilen dadurch nicht wenig das öffentliche Wohl. Ihre großen Pächter ö Ss 3 wer⸗ 47⁰ werden daben reich, und um so eigennütziger: sie suchen einen Hof nach dem andern an sich zu ziehen, Land an Land zu knüpfen, und ein wahres Monopolium aus der Landwirthschaft zu machen. Daher werden sie denn die Feinde und Unterdrücker der Bevölperung. Will man einen Beweis davon, so darf man nur die Augen auf den jetzigen Zustand Englands in diesem Stücke werfen. Man erblickt da solche große Landwirthe, denen man den Namen Genrleman farmers giebt, welche Wirth⸗ schaften von 5 bis 8 hundert Hektars pachten, Equi⸗ page halten, und es den Reichen aus höhern Ständen an Aufwande gleich thun; ihre Söhne, in solchem Wohlleben erzogen, verachten das Landleben, und ihre Tochter entarten in weichliche städtische Puppen. Die Bevölkerung nimmt ab, verliert ihre ehemalige Mann⸗ kraft, und luxus und Betteley nehmen überhand. Wenn die großen Pachthoöfe bey uns bisher nicht eine gleiche auffallende Wirkung gehabt haben, so äu⸗ ßern sie dennoch insgeheim einen allzu nachtheiligen Ein⸗ fluß auf das allgemeine Wohl, als daß wir ihn hier sollten unentwickelt lassen. Wir dürfen nur ihre Fol⸗ gen anzeigen, um jeden Wahrheit liebenden Mann von der Unlauterkeit der Quelle zu überzeugen. 1) Die großen Pachthöfe sind der Bevölkerung ein immerwährendes Hinderniß, welches die jungen kandleute von der ehelichen Verbindung abhält, indem sie ihnen keinen Raum zu einer sicheren Existenz gewäh⸗ ren. Es bieten sich ihnen keine kleine Wirthschaften an, und zur Uebernehmung einer großen, wenn sie sich auch h uh fchen 0 fin Wit wnnist auth de. vushern o man finder, unterlas si sich u nn. J sun Dů o liner d Poh die grö Pohhl fhell, im ehe! sahechh her he 2 Rachth. dig und baitn 6 N die Hs, witd V Hetrs sih hen, Wden olum aut en sse domy Vilna e Ugen ce vers Ddenen yy viche Nih ihten, Eu un Stinh in solch h, ud ih Mpen. Y. malie H HorhN berhah ; biehit it aben, pi Hellgen E dir ihn hj Monin Balkung D hit, ide isunz ui Dithshyt Pemm sii N 00 — 47¹ auch anbieten sollte, welches doch ein seltner Fall ist, fehlen ihnen die Mittel. Vertheilen wir aber jene gro⸗ ßen Wirthschaften in kleine, so verdoppeln wir zum wenigsten die Zahl der Etablissements, und folglich auch die Bevölkerung. Leute, die es wissen können, versichern uns, daß es Kirchspiele in Flandern giebt, wo man 50, ja 60 und 70 Paare zählen kann, die sich sogleich verheirathen würden, wenn sie nur Platz fänden, eine Haushaltung anzulegen, und die es jetzt unterlassen müssen, weil sie kein Feld finden, auf dem sie sich von den Früchten ihres Schweißes nähren kön⸗ nen. In der Gegend von Nieuport, die den ergiebig⸗ sten Boden von dem ganzen westlichen Flandern hat, und wo folglich eine kleine Strecke zu dem Unterhalte einer Familie zureichen würde, findet man 8 bis 10 Pachthöfe, wovon die kleinsten 200 bis 250, und die größten über 500 Hektars haben. Würden diese Pachthöfe nun in Wirthschaften von 25 Hektars ver— theilt, welches auf einem so reichen Boden zureicht, um eine Familie anständig zu ernähren, so würden wir sogleich hundert Familien in einem Bezirke haben, wo ihrer jetzt nur 8 oder 10 existiren. 2) Eine andere Folge großer Pachthöfe, zum Nachtheile des Ackerbaues, ist, daß sie nie so vollstän⸗ dig und gut gebaut werden, als solche, die nur die Ar⸗ beiten von einem Pächter und seiner Familie fodern. In diesen letztern wird nichts übersehen, nichts vernach⸗ lässigt, nichts verloren; nichts liegt brache, von allem wird Vortheil gezogen. In einer großen Wirthschaft Gg 4 ů hin⸗ 47²— hingegen, würde schon dasjenige, was verloren geht, zureichen, eine ganze Familie arbeitsamer Landleute zu ernähren. 3) Man hat nur allzuviele Beyspiele, wie sehr die grotzen Pächter ihre Macht mißbrauchen, und die Tyrannen der ärmeren Klasse des Landvolks werden, die bey ihnen Kost und Arbeit erbetteln muß; und wehe denen, die das Unglück haben, ihnen zu mißfallen, die nicht zu schmeicheln wissen, und nicht in allem nach ih⸗ rem despotischen Willen handeln. 4 Die Menge selbst des Gesindes, das zu ei— ner großen Wirthschaft erfodert wird, gereicht zum Nachtheile des Staates und seiner Sittlichkeit„indem solche eeute im ehelosen Zustande bleiben, und anstatt ehrbare Familienväter zu werden, sich der Ausschwei— fung ergeben. 5) Zuletzt giebt das Vermögen, das solche Päch⸗ ter besitzen, ihnen die Mittel, mit ihren Produkten Wucher zu treiben, und Monopolisten(die wahre Pest jedes Staates und jeder Gesellschaft) zu werden; an, statt daß der kleinere landwirth sein Korn dem Markte nicht lange vorenthalten kann, indem seine Bedürfnisse ihn zum frühen Absatze zwingen. Nach meinem Erachten darf keine Wirthschaft mehr als 50 bis 75 Hektars enthalten, wenn man al— len angeführten Machtheilen dabey vorbeugen will. Je— ne Angabe einmal als das Maximum angenommen, so versteht sich, daß die Abstufungen davon sich nach der Be⸗ shastn Zuift luremb weitem Castla vun We den M 25 böö Culr Hasien dd sl ttofsn Kündet sendet en sah 500 bi Ind Det And si ner da shifi tur am zu mac missen den, lömmgn fir ize uuhn gh, Rer korhien I * 0 ducer, 0 6 Wugft eg muß ud xn mißfalhg, Ralmiht 6 das u Ruact zu lichat, wy u„ ud t de Lutn Stuhl i Moulte reN Wuln: al Dm Mart 627* VV%/ e II Vithchnt penn mun d 6⁰ en Wi. Hommel, sch lugs H —— 473 Beschaffenheit des Bodens richten müssen. Die Wirth⸗ schaften auf dem reichen Boden in Flandern dürfen ohne Zweifel die Größe nicht erhalten, die man ihnen in dem zuxemburgischen und Namurischen, wo der Boden bey weitem schlechter ist, geben muß. 25 Hektars in der Castellaney von Furnes und von Bergen, oder im Lande von Waes, geben eben so viel Ertrag als 75 Hektars in den Ardennen. Ich weiß aus Erfahrung, daß ein Pachthof von 25 bis 30 Hektars auf einem so guten, und in so hoher Cultur stehenden Boden, als der von den flandrischen Küsten ist, zureicht, um eine jede Familie zu erhalten, und sehr oft habe ich daselbst landwirthe der Art ge— troffen, die nicht allein so viel erübrigten, daß sie ihre Kinder erziehen, und ein gemächliches keben führen, sondern auch noch Geld zurücklegen konnten. Dage⸗ gen sah ich andere, die sich bey ihren Pachtungen von drey bis vier hundert Hektars durch ihre Nachlässigkeit und Verschwendung ruinirten. Dreißig Hektars gutes Land sind ungefähr zureichend, um einen Mann mit sei⸗ ner Familie, einem Knechte und einer Magd zu be⸗ schäftigen, und das ist wohl auch dem Gange der Na— tur am angemessensten. Die Wirthschaften viel kleiner zu machen, scheint mir weniger vortheilhaft. Wir müssen ja Stellen haben, wo sich junge Leute beschäfti— gen, und sich einstweilen in ihrem Handwerke üben können, bis daß sie in den Ehestand treten, und etwas für eigene Rechnung unternehmen können. Gg 5 Zwey⸗ 474 Zweyter Abschnitt. Sind die großen Pachthöfe in einem fruchtbaren, wohl bevölkerten Lande dem Staate im Ganzen nützlich oder schädlich? Eine Stelle in der Abhandlung über die Mittel, die Bevölkerung in den Niederlanden zu vermehren, welche ich im Jahre 1775 der Akademie von Brüssel überreichte, gab zur Aufstellung und Untersuchung der diesem Abschnitte vorgesetzten Frage Anlaß. Einer un⸗ serer Großen, der mit mir in der Meinung über die großen Pachthöfe einverstanden war, unterhielt sich darüber mit einem gelehrten Ausländer, der ganz ver— schieden darüber dachte. Bey seiner Rückkunft nach England suchte dieser meine Meinung in einer ausführ— lichen Antwort zu bestreiten, welche er an jenen Herrn in den Niederlanden richtete. Dieser hatte die Güte, mir besagte Antwort mitzutheilen, und mir den Aufe trag zu geben, die streitigen Punkte aus einander zu setzen. Ich that es im Jahre 1777 in einer Schrift, die dem Engländer mitgetheilt wurde, aber von ihm unbeantwortet blieb. Der Gehalt dieser Schrift wird den Inhalt gegenwärtigen Abschnittes ausmachen. ‚. Es tare beht schlat,e Resim die Poy thum i doch wo fonn it Fen Di meht an hRhen Ren, l Raht; nuben e lhsen u unter unserer s 6 . in ein, il einen en Lgydz lich oder tt di Mith bermohrn, bon Bruss dsuchung der Ehler in unz ihr& iterhit sh der gunz vo sckunst nit ner aufih en Hein die Güt, 1 einandet 6 net Ef he unim Shas ud hachen. —— 475⁵ Es kömmt vor allem darauf an, den wahren Sinn der Streitfrage festzusetzen. Unter einer großen Wirthschaft auf gutem Boden verstehe ich eine solche, die mehr Land umfaßt, als nöthig ist, um eine Bauernfamilie nebst zwey oder drey Domestiken beiderley Geschlechtes an⸗ ständig zu nähren und zu beschäftigen. Dieser Regel nach gehört jede Wirthschaft, die 50 und mehr Hek⸗ tare begreift, unter die großen. Eben so nothwendig ist es, den Sinn der Nütz⸗ lichkeit, oder der Unnützlichkeit jener großen Pachthöfe zu bestimmen. Ist die Rede von ihrem Einflusse auf die Population, die Cultur, die Macht und den Reich— thum in Anwendung auf den Staat selbst, welches doch wohl der Hauptzweck bey der Frage seyn sollte, so kann ich nicht anders, als mich offenbar gegen die gro⸗ ßen Wirthschaften erklären. Will man aber, daß die mehr ausgedehnten Wirthschaften vortheilhafter für die einzelnen Personen sind, die sie betreiben, als die klei— nen, so haben die Behaupter dieser Meinung unstreitig Recht; nur müssen sie mir zugeben, daß dieser Privat—⸗ nutzen einiger Bürger dem Staate überhaupt nachthei— lig sey. Dieses letztere wäre also das, was wir hier zu untersuchen haben, und wir stellen zur Begründung unserer Meinung folgende nicht zu bestreitende Grund⸗ sätze auf. IJ. Ein zahlreiches arbeitsames Volk in einem Lande, das zu allen seinen Be— dürf⸗ 476 dürfnissen zureicht, macht den Reichthum und die Stärke eines Staates aus. Wescher Unterschied zwischen dem Reichthume und der Macht Frankreichs, welches seit dem Verluste von Canada und douisiana beynahe gar keine auswärti⸗ gen Besitzungen hat, und der von Spanien mit allen seinen wenig bevölkerten Ländern? Was für einen Schaden hat der Verlust jener übelbevölkerten Provin⸗ zen den inneren Staatskräften von Frankreich zugefügetꝰ Sicher nicht so viel, als ihr Besitz England geschadet hat. Das römische Reich verfiel, da es seine Grän⸗ zen über die Kraft seiner Bevölkerung ausdehnte, und England wird sich nur in dem Verhäaltnisse schwächen, als es seine auswärtigen Kolonieen vermehrt. Ueber— flüssig wäre es, noch andere Beyspiele zur Bestätigung eines Grundsatzes anzuführen, der jedem Denkenden so klar einleuchtet. Es ist also nicht die Ausdehnung und Größe eines Staates, sondern die Zahl und In⸗ dustrie seiner Bewohner, die seine Stärke bilden. II. Die Population steht in der eng⸗ sten Verbindung mit den Lebensmitteln: das heißt, jemehr man der Erde abzuge— winnen sucht, desto mehr bevölkert man sie; vorausgesetzt, daß gute Sitten dabey zum Grunde liegen. Man vergleiche dasjenige, was uns die Alten über die hohe Cultur, und die erstaunliche Bevölke⸗ rung gesagt haben, die man zu ihrer Zeit in Assyrien, Me⸗ Mscbola Men, sunden, wid sih o wi c den nah r scben GOr ise chün hube) Mschnitt zu pieder l. sich wit mehreu I schnited Mu d sa dad her, ket, gehn. Her sc Heabe Vere Miio sein lidit der Mi jurict 47⁷ Rißtzmn Mesopotamien, Persien, Palästina, Egypten, Klein— alt, Asien, Griechenland, der Barbarey und Spanien ge⸗ Rihn funden, mit ihrem gegenwärtigen Zustande„und man Im Wund wird sich ohne Mühe überzeugen daß der Ackerbau Waendn so wie er durch verschiedene Ereignisse in diesen Gegen⸗ den nach und nach zu Grunde gegangen, auch in dem⸗ Rertcz. selben Grade die Entvölkerung nach sich gezogen, und in diese schoöͤnen blühenden Gefilde in Eindden verwandelt in ha habe*). Doch da ich diesen Stoff schon in dem ersten Wühstge Abschnitte behandelt habe, so brauche ich ihn hier nicht iud gscwt zu wiederholen. ö sin nit aln sise Gräy Nühtte, und II. Jemehr industrievolle Menschen shuähnn sich mit dem Ackerbaue beschaftigen, desto tl. 10 mehr wird die Erde hervorbringen. 4 Auch diesen Satz glaube ich in dem ersten Ab⸗ Daftho schnitte dieser Abhandlung erwiesen zu haben. Uebri— Juedchun— gens h und Iy ben. Man könnte mit mehrerem Rechte die Sache umkehren, und sagen: daß, da die greulichen Kriege und Verwü⸗ Ner eüg stungen der Nachkommen Alexanders, der Römer, Ara⸗ Smittelg ber, Tartaren und der Kreuzzüge die Bevölkerung zerstö⸗ ret, der Ackerbau dadurch nothwendig habe zu Grunde Hicen gehn müssen, und daß dieses den allgemeinen Verfall je⸗ ner schönen Gegenden nach sich gezogen habe. Im Grun-⸗ ten Mbe) de aber beweist das nicht weniger für die Meinung des Verfassers; denn jemehr ein Land bevölkert ist(handelnde Nationen kommen hier nicht in Betracht), desto mehr ist e d sein Boden vertheilt, und folglich um so sorgfältiger cul⸗ 4% Neohb tivirt, und diese sorgfältige Cultur wirkt ihrer Seits wie—⸗ Hl„„„ Iin der mit Nachdruck auf die Vermehrung der Populätion II IMu 47⁸ gens bestätigt die allgemeine Erfahrung, daß eine ver⸗ mehrte Arbeit auch eine Vermehrung in der Aerndte hervorbringe. Die Wahrheit davon äußert sich bey dem Vergleiche zwischen dem Spaten und dem Pfluge. Selbst die Anhänger großer Wirthschaften räumen es uns ein. IV. Es giebt keinen Menschen, der nicht lieber sein eigener Herr seyn, als von andern abhangen möchte. Ich verstehe das von jedem vernünftigen Wesen, das lieber von sich und den Gesetzen seines Landes, als von dem Eigensinne eines Dritten in erlaubten und den Gesetzen nicht unterworfenen Handlungen abhängt. Wer z. B. ist nicht lieber Herr in seiner eigenen Wirth⸗ schaft, als Knecht in der eines andern? Wer baut nicht lieber sein eigenes Gut, als daß er seinen Schweiß auf einem fremden vergießt? Wir wollen nun nach diesen unläugbaren Princi⸗ pien die Gründe untersuchen, die man zum Vortheile der großen Pachthöfe anführt. Ich habe sie so treu als möglich aus den Schriften ausgehoben, die über diesen Gegenstand handeln, vorzüglich aus denen von Arbuthnot und Voung, welche an der Spitze der Vertheidiger großer Pachthöfe in England stehen, so wie diejenigen, die man daselbst unmittelbar gegen mei⸗ ne Meinung gerichtet hat, und die Essenz aller übrigen enthalt. 1) WM fann ohne Dinge un fannz ale nuß der Wohl we die Rde Eu den kleme lshet is, er sich de bedienen er hon de Mn fecbte wigt, den ihn hatt. eines Met Dren, bi Der9 ab, di zum G. Größe! Boden uun wer ö ur, de Junhe 1.„* ußert sch hz o den Muh In räummnt yschen, zu c seyn, Ij stan Win, undes, at Rlaubtn und Mym chhing bunn W 7 Nat dinen Ehviß Haten Rrint im Borthel sede el 0, de ihl dehen dof det Eh e ud sthn, gcgl 0 aln iing 47 1)„Do der Betreiber einer großen Wirthschaft »mehr Mittel in Händen hat, als der einer kleinen, so „kann er sie auch höher geltend machen.“ Antwort. Ein großer und reicher Pächter kann ohne Zweifel den Ackerbau ins Große treiben, und Dinge unternehmen, woran ein kleiner nicht denken kann; allein davon ist hier nicht die Rede. Uebrigens muß der Vortheil einiger Privaten dem allgemeinen Wohl weichen, und von diesem letztern kann allein hier die Rede seyn. Einverstanden, daß die Culturart, zu welcher den kleinen Wirth seine Umstände zwingen, beschwer⸗ licher ist, als die des größeren Landwirthes; wie wenn er sich des Spatens statt des Pfluges bey seiner Arbeit bedienen muß; so bleibt wahr, daß der Ertrag, den er von dem Boden zieht, verhältnißmäßig auch um so viel stärker ist, und er dadurch wieder den Vortheil auf⸗ wiegt, den eine größere und leichtere Feldbestellung über ihn hatte. Uebrigens findet er auch Gelegenheit, sich eines Miethpfluges zu bedienen, wie solches an vielen Orten, besonders in England üblich ist). ) Der Verfasser weicht hier etwas von einem der Sätze ab, die er selbst bey der Untersuchung der Streitfrage zum Grunde gelegt. Seite 473 gab er die gebührende Größe der Wirthschaften zu 25 bis 30 Hektars auf gutem Boden an, und darauf muß nothwendig Zugvieh gehal— ten werden. Unmöglich kann der Verfasser im Allgemei⸗ nen 4⁰⁰ 2)„Bey einer großen Wirthschaft findet eine „Ersparniß beym Zugvieh und Instrumenten Statt, „indem die Größe und Abwechslung der Arbeit ihnen „anhaltende Beschäftigung giebt. Ein Joch Ochsen „kann daselbst beynahe die doppelte Arbeit verrichten, „als in einer kleinen Wirthschaft, es folgt also, daß „es hier seine Kost nur halb verdient, folglich zum „Schaden auf dem Stalle steht. Dabey hat der klei— „ne kandwirth alle die Instrumente nöthig, die nur ein „großer haben muß; sie bleiben also bey ersterem we— „niger benutzt, und verderben zu Hause mehr durch „den Rost und andere Zufälle, als es durch ihren Ge— „brauch geschehen seyn würde. Antwort. Ist der Pachthof wirklich so klein, daß er keinem Gespanne hinreichende Beschäftigung ver⸗ schaffen kann, so kann man die Arbeit durch fremdes Gespann im Verdinge vollführen lassen, oder zur Hacke und dem Spaten greifen, und Arbeiter anstellen. Die Beschäftigungen, die der Ackerbau giebt, sind nicht fest an einen einzigen Tag gebunden: der kleine sowohl als der große landwirth wissen ihr Geschäft so einzuthei— len, daß sie alle Tage etwas vor der Hand haben ½). Der nen dem Gebrauche des Spatens vor dem des Pfluges den Vorzug geben, und die Gärtnerey dem Ackerbaue sub⸗ stituiren wollen. Uebrigens wenn das System solcher un—⸗ endlich kleinen Wirthschaften allgemein würde, so gäb's wohl keinen Pflug mehr zu miethen. 0 Ich gestehe aufrichtig, daß diese Antwort mir auf keine Art Genüge leistet, und daß in diesem Stücke die großen Pächter Dt gst sot i menten Sit Itbit un Juh dih bit detticth, ht aso, fofhich dey hat Wi / die nunn ch ersterem gy e nehr u ucch ihren d wllch sosz chästgummn durch fremt oder zur Hui nstelen. D „üsslo nich fleine sowoß ehe d haben) Ds VV. ²e Mfiaget m des Pplgte VE sul Adkerbaue h 7 WII stem solcher! 0 VI urde, I9 g * auf K die gi Mysh * —— 481 Der Vergang der Instrumente durch den Nichtgebrauch ist da, wo er eintritt, eine bloße Folge der Nachlässig⸗ keit des Besitzers. 3)„Es geht mit dem Ackerbaue wie mit den „Manufakturen, und es ist eben so abgeschmackt, je⸗ »nen ins Kleine zu treiben, als es seyn würde, wenn „ein Mann ein Manufakturstück von dem ersten rohen „Stosse an bis zu seiner Vollendung bearbeiten wollte: »wie Kleider, Schuhe, u. s. w. Sollte zum Bey— „ spiel ein Stecknadelfabrikant sich selbst den Stoff dazu »in dem Bergwerke ausgraben, und ihn bis zur Nadel »bringen, so würde jede wenigstens 6 Sols kosten.“ Antwort. Diese Vergleichung ist sehr schief aufgegriffen. Die Geschäfte des Ackerbaues sind äu⸗ ßerst einfach, und folgen sich, ohne einander zu stören, in einem immerwährenden Kreislaufe. Man säet, man jätet, man ärndtet, man drescht, man pflügt, man bereitet das Feld, und säet von neuem, alles in der Ordnung, welche die Natur selbst vorzeichnet. Welche Pächter einen entscheidenden Vortheil über die kleinen Landwirthe haben, jedoch nicht ganz so groß als man sich's beym ersten Ueberblicke denkt; denn da die Entfer⸗ nung der Felder in einer großen Wirthschaft auch noth⸗ wendig dem Gespanne und Gesinde mehr Zeit wegnimmt, indem solche oft eine halbe Stunde Weges zu machen ha— ben, um sich mit dem Pfluge, dem Dünger und Aernd⸗ tewagen an Ort und Stelle einzufinden, so tilgt dieses ei⸗ nen ansehnlichen Theil jenes Vortheiles. Dritter Band. Hh 48²— Welche Verbindung hat das mit einer Manufaktur? Nichts in der Welt hindert denselben Mann zu pflügen,‚ zu sänn, zu ärndten, und zu dreschen, statt daß sich tausend Hindernisse demjenigen entgegen setzen würden, der für sich die Minen graben, das Kupfer schmelzen, es reinigen, es in Drath verwandeln, diesen in Stücke schneiden, die Stücke schärfen, die Köpfe ansetzen, die Nadel poliren, und endlich überzinnen wollte u. s. w. 4)„Die großen Pächter können nützliche Ver⸗ „suche und Experimente zum Besten der Fortschritte »des Ackerbaues anstellen, welches ein Kleiner nicht »„kann, ohne sich zu ruiniren. Antwort. Das ist zwar wahr; es setzt aber voraus, daß die erste aller Künste noch in ihrem Kin—⸗ des-Alter ist. Das können wir aber in den Nieder⸗ landen nicht zugeben. Uebrigens wissen wir, daß das Experimentiren in England manchem übel augeschlagen ist. Solche Dinge gehören nur für große Herren und reiche Gutsbesitzer, und nicht zu dem. Beruse eines landwirthes. 5)„Der große Pächter hat Mittel, sich zu be— „reichern, und sein Haus äuf einen glänzenden Fuß zu „setzen; er hinterläßt wohlhabende Kinder, und alles »das ist eine starke Triebfeder auch in andern den Geist „der Nachahmung zu reitzen.“ Antwort. Das mag seyn; allein diese schnelle Bereicherung, die nur auf Kosten des größeren Hau⸗ fens — ——..—.ꝗ.——...——— —— Muft m zu piiyr, satt s) then wirde, shmese, n Stlck pe anschen, nmen wolt Uhlich Ver Horbschritte Wener nicht s sht kbr n ihtem Hin den Meder ir, daß dos augochlagen Herren und WMause eines schiuts Iden duß il „und alls in den Hst hse shnele Ham Hu flls 59 483 fens der Landleute Statt hat, die den Luxus und die Ueppigkeit unter einer Volksklasse verbreitet, welche die Natur zur Mäßigkeit und Einfalt der Sitten bestimm⸗ te, geräth sie wohl dem Staate und der Menschheit überhaupt zum Nutzen? 6)„Die Kleinheit der Wirthschaft beschränkt »das Genie ihres Betreibers, und erstickt alle Nach⸗ „eiferung.“ Antwort. Man setzt also in allen Bauern das Genie voraus, und vermuthet bey ihnen die Sucht zu glänzen, und Aufsehen zu machen! Allein man irret sich. Das Genie des Bauern schränkt sich in der Regel nur auf die Nachahmung dessen ein, was seine Vorfahren gemacht haben); seine ganze Sucht und der Gegenstand seiner Wünsche ist: sein keben auf eine bequeme Art zu verleben, und seine Familie ehrbar zu erziehen. Es kann dennoch als Ausnahme auch unter den kleinen kandwirthen Genies geben, und solche wer⸗ den immer ans licht treten, und Glück machen. Dagegen läßt sich mit ungleich mehr Wahrheit sagen, daß nichts so sehr das Genie unterdrückt, als die Bertheilung eines Landes in große Pachthöfe, wo— durch bey weitem der größte Haufe der kandleute zu dem Stande der Taglöhner herabgesetzt, also aller Welt— eifer, und alle Hoffnung in ihnen erstickt wird. Eine Hh 2 solche ) Und bey den Weiseren unter ihuen auf ein allmähliges Verbessern des hergebrachten Leisten. 48⁴ solche Einrichtung läßt dem Monopolium freyen lauf, einige geldhungrige unbarmherzige Individuen ziehen alle kändereyen an sich, um sich auf Unkosten ihrer är⸗ meren Mitbürger zu bereichern. In jedem wohlgeord⸗ neten Staate sucht man ja dem läster, und allem dem zu steuern, was dem größten Theile der Bürger nach⸗ theilig ist, ohne daß dadurch das lobenswürdige Be⸗ streben des wahren Genies darunter leide. 7)„Der Zustand der kleinen Pächter ist nicht „besser als der der deibeigenen in dem Feudalsysteme: „denn eben so wie diese, wissen auch jene, daß alle „Anstrengung ihrer Industrie sie nie zu einer bessern „Klasse der Gesellschaft erheben kann. Antwort. Dieses ist nun vollkommen der Fall, nicht sowohl mit den kleinern Pächtern, als mit dem großen Haufen jener Unglücklichen, welche die Ver⸗ theilung in große Wirthschaften zu einer wahren Knecht— schaft herabsetzt, die in mancher Rücksicht noch schlim⸗ mer, als die Leibeigenschaft selbst ist. Der große Päch⸗ ter jagt sie weg, so bald er ihrer nicht mehr bedarf, und läßt sie brodt⸗ und hülflos, sobald Alter, Krank⸗ heit und andere Zufälle sie zu seinem Dienste unbrauch⸗ bar machen). Doch sagt man 8) ist es gewiß,„daß die Taglöhner weniger „Sorge und Unruhe haben, als wenn sie eine kleine „Wirth⸗ *) Und wozu nehmen alsdann solche eristenzlose Leute ihre Zuflucht, als zum Betteln! on s⸗ Hhlih eiles —— 485 sn uf,„Wirthschaft auf dem Halse hätten, daher verheira⸗ un cn„then sie sich ohne Bedenken, und sorgen für die Be⸗ sen sr„völkerung. Einem kleinen Pächter hingegen fallen wohgot,„Weib und Kind mehr zur Last, daher ein solcher Mann Lallm dm„sich nicht so leicht zur Ehe entschließt, als der Tag⸗ Srnr nach„löͤhner.“ würdi D Antwort. Der Taglöhner hat auch ungezwei⸗ ö felt weniger Sorgen als ein großer Pächter; allein was Her isrit heißt das? Hat er darin etwas vor dem Sklaven vor⸗ Wahßsten aus? Im Gegentheil wird der Sklave auch dann noch „, daß ale von seinem Herrn ernährt, wenn er ihm nicht mehr ine bisen nützlich seyn kann. Aber wie kann man die Sorgen eines Hausvaters, der sein Feld zu seinem Vortheile . baut, zu dem menschlichen Unglücke zählen, da der , db ul unabhängige Zustand, in welchem er sich befindet, Zwei⸗ che de Va⸗ felsohne unter die Zahl der Güter dieses Lebens ge— ren Knech Hört? ach schim Daß aber dem kleinen Pächter seine Familie zur oße Nach⸗ Aast fallen soll, ist durchaus irrig. Im Gegentheile Vbaurf, sind Frau und Kind ihm bey seiner ländlichen Arbeit 4, Krunb von äußerstem Nutzen, indem sie mit ihm nach Kräf⸗ uubtaub ten die Arbeit theilen. Daher es auch selten ist, daß ein junger Bauer sich nicht sogleich verheirathen sollte, so bald er zu einem Pachthofe gelangt. ir Heliht 9„Aus Mangel an Wetteifer, aus Verzweif⸗ * bche„lung, es je in der Welt weit zu bringen, wird der Vrh»kleinere kandwirth sich bloß auf die Erwerbung des 60½„unumgänglich Nothwendigen einschränken. Er wird Lunt iht Hh„für 486 „für alles höhere Bestreben gleichgültig werden, und »seinen einmal angenommenen Gang im Schlafe da— »hin schlendern, also sein ganzes leben nur ein elender „Müßiggänger bleiben. ö Antwort. Das läuft also wieder auf die fal— sche Voraussetzung hinaus, als wenn in jedem Bauern⸗ kopfe ein großes, helles, unternehmendes Genie stecke, dem zu seiner Entwickelung nichts als die Gelegenheit gebricht. Dieses ist aber eben so sehr der Vernunft, als der Erfahrung zuwider. Der große Haufen der Menschen ist bloß dafür gemacht, sein Brodt in dem Schweiße seines Angesichts zu gewinnen, und wie gut ist es, daß er es ist, und nicht höher zielt. Welch ein Staat wäre der, der nur aus Ehr⸗ und Ruhm⸗ süchtigen Gemüthern zusammengesetzt wäre? Uebri⸗ gens kennt man die Menschen wenig, wenn man glau— ben kann, daß Ehr⸗und Habsucht sich nur bloß in den mehr begünstigten Ständen der Gesellschaft entwickeln rönne. Auch aus dem Staube wird sich der Wurm erheben, den einmal heftige Leidenschaften, begünstigt von großen Talenten, aufjagen. Schließlich bemerke ich, daß man mit Unrecht den elenden Müßiggänger in dem kleinen Pächter auf— sucht. Von Jugend an abgehärtet durch die Feld⸗ arbeit, bildet eben diese Klasse den stärksten und unter⸗ nehmendsten Theil der Nation, und wohl dem Staate, der reich an solchen Bürgern ist! 10)„Das kleinste Unglück reicht zu, einen klei⸗ nen kLandwirth zu Grunde zu richten. Der Ausfall „von 7 hacẽ voczu sind! Ind! tende disen schel, 0 u ihnen übett ganze auff Uber siber Sn Cci deg der! sert M. laden, grh Schaf RN0 aah dlender auf die sal i Buuemn, Yrni ster Helegenhat Danunf, Haufen der odt in dem wie gut . Dach and Rohn⸗ ? Uäw man gau⸗ bloß in dn euhvicken + Wurm behünstit it Unrecht chtet auf⸗ die o⸗ und untet n Staat, tinen Kl O l oln — 487 „von ein Paar Aerndten, eine Viehseuche, eine Krank— „heit, die ihn oder seine Familie befällt, sind seinem „Wohl tödtlich, und machen ihm seinen Zustand zum „Ekel. Antwort. Wir können den lauf solcher Un⸗ glücksfäle nicht hemmen, weil wir der Natur nichts vorzuschreiben haben. Allein die großen Landwirthe, sind sie weniger solchen traurigen Zufällen ausgesetzt? Und sind solche Wunden bey ihnen nicht ungleich bedeu⸗ tender? Außerdem wird man verhältnißmäßig unter diesen weit mehr Leute finden, die sich durch Nachläs⸗ sigkeit, Lurus und Verschwendung zu Grunde richten, als unter den Kleinen. Ihre Beschäftigungen sind ihnen zu geringe oder zu lästig, daher sie sie auf andere übertragen, und mit diesem Uebertrage verfällt das ganze Interesse. Der kleine Pächter hingegen bleibt auf seinem Posten, ist genügsam zur Zeit eines kleinen Ueberflusses, und reicht in den Tagen der Trauer sich selber zu, um durch eine verdoppelte Industrie und Sparsamkeit die Wunden zu heilen, die ihm das Schicksal schlug. Nachdem wir die Einwürfe beantwortet haben, die gegen die kleinen Wirthschaften, oder zum Besten der großeren gemacht worden sind, so wollen wir un— serer Seits untersuchen, was jene für die Gesellschaft Nützliches, und diese Schädliches enthalten. Da ich Hh 4 mich 488—— mich dabey nicht auf unsichere Vernünfteleyen, son⸗ dern auf Erfahrung und Thatsachen gründen will, so wollen wir zuerst einen Blick auf den gegenwärtigen Zu⸗ stand der Sachen in den Niederlanden und in England werfen. Dabey beliebe der Leser nicht zu vergessen, daß dieselbe Ausdehnung, die auf einem in hoher Cul⸗ tur stehenden Boden, wie in Flandern, eine große Wirthschaft ausmacht, in den Ardennen nicht groß ge⸗ nennt werden darf. Die Natur des Bodens entschei⸗ det eigentlich, was eine große oder kleine Wirthschaft ist. Demnach wiederhole ich, was ich schon früher gesagt habe, nämlich: daß ich unter einem großen Pachthofe auf gutem Boden eine solche Wirthschaft verstehe, die größer als nöthig ist, um eine Bauern⸗ familie mit zwey oder drey Domestiken anständig zu erhalten, und gehöͤrig zu beschäftigen. Solche große Wirthschaften sind zweyerley Ursprungs: entweder ist es eine Strecke Landes, die seit ihrer ersten Urbarma⸗ chung noch nicht getheilt worden ist; oder es waren vorher zwey oder mehrere Pachthöfe, die man in einen zusammen gezogen hat. Bewirthschaftet ein und eben derselbe Pächter zwey oder mehrere getrennte, und oft von einander entfernte Höfe, so ist dieses ein Monopo⸗ lium, und kann nicht als eine große Wirthschaft ange⸗ sehen werden. Solche Monopolien sind in England ziemlich gemein geworden. r) Die Größe oder Ausdehnung der Wirth⸗ schaft muß mit der Güte des Bodens und der Stärke der Population im umgekehrten Verhältnisse stehen. Die⸗ Dist heut: zuma rurf fille eine k ist i tleibe ihrem keine witd. ss, Jhri rrult lichke Es v wiede und e Fard ander cchilt dustt gegen ben Brat von fg NX 489 dbnn sn ö der Fall mit Palästina, und ist es Wan ö Dieses war ehedem er Fa mit Palästina, un ist es wintnz heut zu Tage mit den Niederlanden. Man sieht hier, on 0 zumal in Flandern, wohlhabende, aber mäßige und ö muad prunklose Landleute, die im Stande sind, manche Zu⸗ I fälligkeiten des Unglücks zu ertragen, ob sie gleich nur Wr l eine kleine Strecke zu bewirthschaften haben, die sie „ gußt mit ihrer Familie und einigem wenigen Gesinde be⸗ liht gaß 30 treiben. Diese kleinen Pächter leben und weben auf Dus ensh ihrem Felde, das keine Brache kennt, und auf dem Vichchf keinem Unkrautpflänzchen das Aufkommen gestattet shun ftͤhe wird. Mit dem Spaten in der Hand vollführen mem gtoßen sie, was der Pflug nicht fertigen konnte. In den Vuthschat Jahren 1774 bis 1776 wurde Flandern mit der eine Bauern greulichen Viehseuche heimgesucht, und die Sterb— anstindi p lichkeit nahm den größten Theil des Viehstandes weg. Solche guß Es verliefen nicht zwey Jahre, so war der Verlust atwcer if wieder ersetzt, man zählte eben so viel Vieh wie sonst Ien Utbamm und es herrschte wieder der vorige Wohlstand. + es wun nan in einen 2) Das Hennegau ist nicht so gut cultivirt als an und eben Flandern, obgleich diese beiden Provinzen an ein— nte, und o ander stoßen; allein man bemerkt zusehends die Fort⸗ ein Monopo schritte, welche die Nachahmung der flandrischen In⸗ sschat un dustrie auf den Gränzen jener Provinz macht. Bis in Eiud gegen die Hälfte des verflossenen Jahrhunderts trie— ben die Hennegauer noch Dreyfelder⸗Wirthschaft mit Brache verbunden; allein, da sich seit dem Frieden di Vith von 1748 die Bevölkerung daselbst vermehrt hat, so Der Suith fing man an, die Gebäude zu vermehren, die Güter . zu theilen, und das Einkommen des Eigenthümers nise sth Ole⸗ Hh 5 zu ————..—..———..““—252588.— 49⁰ zu verdoppeln. Seit dem verschwand die Brache. Man fand nur noch auf den Besitzungen der geist— lichen Corporationen große Pachthofe. Man konnte manchen dieser großen Wirthe eine gute Cultur nicht absprechen; allein sie machten darin nicht gleiche Fort⸗ schritte, wie die kleinen. Dieses bewog die Staaten von Hennegau, bey dem Landesherrn um eine Ver— ordnung anzusuchen, nach welcher die großen Pacht⸗ höfe auf 70 Bunder, etwas über 100 Hektar, fest⸗ gesetzt wurden; und seitdem hat man sich überzeugt, daß man besser gethan haben würde, sie auf 50 Bun⸗ der einzuschränken. 3) In Brabant hat man hierin völlige Frey— heit gelassen: die Bolksvermehrung, und der Vor— theil der Grundeigenthümer reichten zu, um zur Ver⸗ kleinerung der Pachthöfe zu stimmen, und dadurch eine höhere Verordnung überflüssig zu machen. Rur in dem wallonischen Anthelle hielt man an den alten Principien fest, behielt die großen Höfe, und die her⸗ gebrachte Cultur bey. In dieser Gegend sind die Pächter reich, haben gute Wohnungen, und lassen sich nichts abgehen. Sie sitzen wie die Patriarchen zu Tische, Wirth und Wirthin oben an bey ihrer Flasche Wein, ihre Familie und das ganze Gesinde besetzt den Rest der langen Tafel. Der Pächter setzt sich zu Pferde, um seine Felder zu besuchen und Be⸗ fehle zu ertheilen. Alle Häusler um ihn hangen da— von ab, und wehe dem unter ihnen, der das Unglück hat, ihm zu mißfallen. Er darf nur seinen Bündel machen, noche den. dem l den el siud ab Ind U mehrer bestcht sy it, st en I tur, Ma wosche ten; aufgeb egung Und uln Hibettet ten M wurde für si Venn Frank gen, Unter Gußt 491 de Bushe un machen, und die Gegend verlassen um Brodt zu fin⸗ MI 1 den. Und so gründet sich das Wohl des einen auf M dem Unglücke vieler. gleche zur 4) Sobald sich nur immer in den Niederlan— üeStaatg den ein Bunder Land zum Verkaufe anbietet, so um ein Iur sind auch schon Bauern da, die es an sich bringen großen Pugl und über seinen Werth bezahlen. Es giebt ihrer Heur, siß mehrere, deren Eigenthum in zwey, drey Bundern schlbesu, besteht, und die sich dabey reich dünken. Jedes Stück, duf o Bun es sey gut oder schlecht, wenn es ihnen nur gelegen ist, ist für sie unschätzbar, sie pachten es zu einem ho⸗ hen Preise, verbessern es durch eine angestrengte Cul— Vͤlige Fry tur, und bereichern sich darauf durch ihre Arbeit. — hm Man hat Beyspiele genug von mehreren Herren, imin d welche ihre Pachthöfe auf eigene Kosten betreiben woll⸗ nrim ten; allein sie verloren dabey, und mußten die Sache hhln M aufgeben. Sie konnten bey aller Sorgfalt und Uleber⸗ legung das nicht herausbringen, was ein genügsamer und unermüdeter Bauer, der für eigene Rechnung arbeitet, herausbrachte. Sie fanden selten einen gu⸗ an den alten und die hey 1 sind di ten Meisterknecht, und hatten sie einen gefunden, so s wurde er in Kurzem träge und nachlassig, weil er nicht Duainhe für sich, sondern für einen andern zu arbeiten hatte. be 40 Wenn die Anhänger großer Pachthöfe eine Reise durch abhe Hsh 2 Frankreich machen wollten, so würden sie sich überzeu⸗ Pcur sch gen, daß solche Wirthschaften das Unglück und den n uld Untergang der meisten kandleute ausmachen. ugen do Lonh 5) Man behauptet in England, daß durch die n Bid Größe der Pachtyofe Vieles für die Unterhaltung der magheh, Ge⸗ 4⁵² Gebäude wegfällt; daß, wenn man erst anfangen wollte, die vorhandenen großen Wirthschaften in mehrere kleine zu theilen, dieses einen sehr starken Geldaufwand erfodern würde; und endlich, daß es gemächlicher sey, den Zins aus der Hand eines ein⸗ zigen, als mehrerer zu empfangen. Alles das ist wahr; allein alle diese Ausgaben und Unannehmlich⸗ keiten würden sich durch den höheren Ertrag einer sorgfältigern Cultur, der die Folge Iener Vertheilung wäre, reichlich lohnen. Bey dem Plane der Vereinigung der Pachthöfe hat man einen Umstand vergessen, wovon die Grund— eigenthümer bald die Folgen bemerkt haben. Es ist noch nicht lange, daß der Geschmack für die großen Wirth⸗ schaften in England überhand genommen hat und in eine allgemeine Sucht ausgeartet ist. Ein der Sache kundiger Schriftsteller“) behauptet, nach einer gründlichen Untersuchung, daß für jeden Schilling per Pfund, den die Eigenthümer durch das Zusammen⸗ schmelzen det Pachthöfe gewonnen haben, die Armen⸗ taxe um anderthalb Schilling per Pfund ihrer Ein— nahme gestiegen sey. Die Angabe, woraus er Obiges folgert, ist 15—— Die Tarxe auf die Ländereyen) wird *) Reasons for the late encrease of the Poor-Rates: or, a comparative view of the price of labour and provisions addressed to the Legislator, by the Rev. M. Potter. 1775. **) Eben das, was wir in Frankreich Grundeontribution, contribution foncière nennen. itde Ifan stelt! nun O Grund Man! lungd lichen: länder Schil von sand a Sterl Sum AIrme Nfund ling y stieg d Ml Nund haben wonne dises fasse dem wie e und z3 seinlo etst wu ö 493 dthshrfn wird in England nach dem Cataster gehoben, der zu ren schrsunn Anfange der Regierung Wilhelms des Dritten aufge⸗ lch, uft stellt worden ist. Diese Taxe ist sich an verschiede⸗ and entz nen Orten sehr ungleich, und der Verschiedenheit des Ie d Grund und Bodens durchaus nicht angemessen. Uumchr Man geht aber von diesem Cataster bey der Feststel⸗ Emn 0 lung der Armentaxe ab und bestimmt sie nach der wirk⸗ r Duhhn lichen Landrente, oder dem jetzigen Pachtzinse, den die W ländereyen entrichten. Wenn nun die Grundtaxe zu 4 Schilling per Pfund steht, so beträgt die Totalsumme der Na von dem Königreiche England(Schott- und Ir— von die drund land ausgeschlossen) jährlich zwey Millionen Pfund ben. Cbstnth Sterling. Steht sie zu 2 Schilling, so thut die Rroßen ih Summe eine Million Pfund. Die Totalsumme der m huumyArmentaxe that 1764, zwey Millionen 2000⁰00 Ein der Eutz Pfund Sterling, welches etwas mehr als 4 Schil— Rnogh enn ling per Pfund der kändrente thut. Im Jahre 1773 Scllng p stieg die Summe der Armentaxe in England allein auf Zusammen 3 Millionen Pfund, dieses thut also 6 Schilling per de Amen Pfund der Landrente oder des Pachtzinses. Das Heer Ein häben also die Grundeigenthürmer seit dem ge— 3erO wonnen! 3 27— 6) Das kleine landvolk leidet unter dem Drucke 30. dieses Ländermonopoliums. Der eben angeführte Ver⸗ fasser beweiset, daß der Taglöhner nicht mehr nach RN dem Verhältnisse seiner Bedürfnisse und auch nicht e 3—0 wie ehedem bezahlt werde, und daß, wenn er Frau aur, H und 3 bis 4 Kinder hat, er, nach dem Fuß, wie jetzt sein lohn steht, nothwendig wöchentlich um zwey oder 0 thl Aeonttihuseh, dritt⸗ ...————— W.......eeeeeeeeeee Dάπρπ¼ππννππππνπ⁰πέ⁷πππππνπννιννινιννι 49⁴4——— dritthalb Schilling zu kurz komme. Derselbe Ver⸗ fasser wünschte, daß der Tagelohn zu dem Werthe des Drittels eines Büshels Waizen*) bestimmt werde, wodurch sein Verdienst in einem gerechten Verhältnisse mit seinen Bedürfnissen bleiben würde. Eben jenes ländereymonopolium stürzt den Tag⸗ löhner in eine Art von Unmöglichkeit, je aus seiner Abhängigkeit herauszutreten. Sein Zustand gleicht einigermäßen der Knechtschaft des Feudalsystems, und in gewisser Rücksicht hät diese letztere mehr An— nehmlichkeit, und mehr Nahrungssicherheit. Der Leibeigene mit seiner Familie, als ein adleriptus glebae machte einen Theil der Güter seines Herrn aus, die— sem mußte an seiner Erhaltung, als an der seines Ei— genthumes gelegen seyn, er ließ also seiner in der Krankheit pflegen, ihn im Alter ernähren, und brannte seine Wohnung ab, so ließ er ihm eine an— dere errichten. Allein wo ist der große Pächter in England, der sich um so was bekümmert? Wird sein Taglohner alt oder krank, so zieht er seine Hand ab, und überläßt der Armenanstalt für ihn zu sorgen. Dieses ist also das träurige Schicksal eines Mannes, der bey dem Betriebe von einem Felde von 10 bis 15 Hektars wohl und zufrieden gelebt, und nie den Druck des Elendes gekannt haben würde. So was ist wohl recht gemacht, allen Wetteifer und alle In— dustrie *) Das Original hat tiers dun boisseau. ——.—.— Hastti aß al nen L doß el. ahne sit/ zr Ut manche Mhig heit vor 2 Rählen Englant armern wie bey ten Dol so wti man in meht ge sebstm gel zur Mage sch ein seht/ d Deles lungen, glichw. Resn dustrie unter dem landvolke zu zerstören. Es sieht 1 Uh 3KHaller Schweiß und alle Arbeit nick t. ureichen 15 1 Nhsiun n I loh di 3 it der N ö schüt n Muem ää nen aglöhner gegen a ö er 0 h zi zuczen, hisii daß er eben so wie der Müßiggänger in der Krankheit sten ohne Hülfe, und in dem Alter ohne Stütze dahin 17 sinkt, und da die natürliche Tendenz des Menschen huin undn zur Unthätigkeit geht, so ist es kein Wunder, wenn / ds sine manche unter solchen Umständen den Beruf des Oug—— ö‚ Sustand glh Müßiggängers oder Bettlers, dem einer sauern Ar— Fuudalsssen⸗ beit vorzlehen. Hhate meht k fe 5 lloni Rhnt Was wir früher von den großen wallonischen Nahmeih Pächtern gesagt haben, paßt nicht weniger auf die in ia England. Auch sie sind nur allzuoft die Geißel ihrer ärmern Mitbürger; und es ist nicht wenig sonderbar, wie bey einem auf seine natürliche Freyheit so erpich⸗ ten Volke, wie die Engländer, ein dieser Freyheit so widriges System habe Eingang finden können? det sener Ed seier in de nähren, um ahm eine ah Nch 2) Man führt gegen die Rützlichkeit kleiner „Vird sch Wirthschaften den elenden Zustand derjenigen an, dle Hond ah man in Engländ findet; aber eben dieses zeugt weit u sunn mehr gegen das verderbliche Monopolium, das da— —5 Mum selbst mit den Ländereyen getrieben wird. Aus Man⸗ ö 100 l gel zureichender kleiner Höfe drängt sich eine große und ne den. Menge geringer Bauern hinzu, und sie überbieten * sich einander, um den Vorzug dabey zu haben, so I ll sehr, daß sie meistens den eigentlichen Pachtwerth um ufn Vieles übersteigen und daher zwischen solchen Pach— tungen, und denen großer Güter, zu welchen sich un⸗ gleich weniger Concurrenten finden, durchaus keine Ver⸗ glei⸗ ι⁰⁰έιέ⁰π⁰9n0)vpπ 49—— Hechns aufzustellen ist. Was Wunder, wenn sich sol— che Leute bey ihrem Unternehmen zu Grunde richtenꝰ Aus dem Angeführten folgt erstens: Daß die großen Pächter ihre Produkte wohlfeiler lassen kön— nen, als die kleinen; und daß, wenn sie sie zu glei— chem Preise verkaufen, sie doch mehr Gewinn dabey haben, als diese. Mehrere denkende Personen wol— len darin die außerordentliche Theurung des Getrei— des in England finden. 3Zweytens: Wir haben so eben gesagt, daß die Armentaxe in England nach dem Verhältnisse des wirklichen Pachtzinses gehoben wird: da nun die kleinen Pachthöfe in diesem ungleich höher angeschlagen sind, als die großen, so folgt, daß sie es auch in der Armentaxe sind. Ueberdem sind es durchgehends die großen Landwirthe, oder Leute, die von ihnen abhängen, welche das Amt im Dorfe versehen, und die Vertheilung öffentlicher Lasten zu machen haben. Die Folgen davon sind nicht schwer einzusehen. Drittens: Da die Zahl der Armen, also auch der Taxe, die zu ihrem Vortheile angelegt wird, nicht aufhört sich zu mehren, so müssen auch nothwendig die kleinen Pächter, gedrückt von so vie— len Fesseln, von Jahr zu Jahr ohnmächtiger werden, und endlich unterliegen. Es bleibt also bey der Fort— dauer eines solchen Zustandes unvermeidlich, daß alle kleinen Pachthöfe in England nach und nach eingehen, und von dem allgemeinen Monopolium verschlungen werden. Wir wollen hier zum Schlusse die Hauptnach— theile, welche die großen Wirthschaften haben, und die à vel soringe die Mue ger Hel det, d sachen u mille fa her mit sie dem Iuen al tn. 2 Paf erhälni Rroßen. 0) ihnen, halten, u u veranla etgegeng 0 wacht,d geworden Rich, L ersehen nen Päc hothwend stht. U den Prei⸗ Dritter! doer, wernst 0 Otunde idia tens dun ffiler losen fz mn si sie xj hr Gewim du⸗ de Persengr Lung des G 3. Di han ngland nut n Hiases geher desem unge toßen, soi d. Ueberdem tthe, odet kuz àImt im Diri nllicher distn sund nicht shue dahl der Irre ortheile angee s miser un rckt von sy ů hächtiger vehe alo her d yw reiolch, A 1d nach esex um vershu die Hunlh in h 197 die verschiedenen Vortheile, die aus den kleinen ent⸗ springen, zusammenfassen. a) Der Reichthum des großen Pächters, und die Ausdehnung seiner Besitzungen machen ihn weni— ger betriebsam, und weniger sparsam als den kleinen, der, da er keinen Ueberfluß hat, alles zu benutzen suchen muß. Dieser letztere verrichtet mit seiner Fa⸗ milie fast alle seine Feldarbeit, und verrichtet sie da— her mit mehr Sorgfalt, als der große Pächter, der sie dem Gesinde überlassen muß, von dem er nur die Augen abziehen darf, um schlechte Arbeit zu gewär— tigen. Daher kömmt es denn, daß alle diese kleinen Pachthöfe besser cultivirt sind, und folglich einen verhältnißmäßig stärkeren Ertrag geben, als die großen. b) Der Wohlstand der großen Pächter erlaubt ihnen, ihre Produkte den Märkten lange vorzuent— halten, um die höchsten Preise abzuwarten, oder sie zu veranlassen. Daß die kleinen Landwirthe in dem entgegengesetzten Falle sind, versteht sich. ) Man hat in England die Beobachtung ge— macht, daß, seltdem d die großen Pachthöfe allgemein geworden sind, die Märkte nicht mehr wie sonst mit Milch, Butter, Eyern, Geflügel, Schweinen u. s. w versehen sind. Solche kleine Artikel, die für die klei⸗ nen Pächter von erheblichem Nutzen sind, werden nothwendig von dem großen übersehen oder hintange— setzt. Unterdessen hat der Abgang jener Gegenstände den Preis des andern Fleisches steigen gemacht. Dritter Band. Ji d) 499— d) Die großen Wirthschaften sind ein Hinder— niß der Bevölkerung. Wenn auch gleich die Taglöh⸗ ner bey ihrer zufälligen Existenz sich noch verheira— then, so können doch die vielen Dienstboten, deren jene Wirthschaften nöthig haben, so lange nicht darauf denken, als sie keinen festen Stand haben; ein Glück, das ihnen oft in ihrem Leben nicht zu Theil wird. Die Neigung zur Unabhängigkeit, die jedes Menschen Herz fühlt, und solche in dem Schooße ei⸗ ner eigenen Familie zu gründen bemüht ist, wird durch die Unruh⸗ und Sorgenvolle Aussicht bestrit— ten, woher der Unterhalt in der Folge für eben diese Familie zu ziehen seyF. Daher müssen also die jun— gen Landleute, die durchgehends arm sind, sich wohl bedenken, ehe sie zu einem solchen Entschlusse in ei— nem Lande schreiten, wo es keine kleine Pachtungen giebt, und wo die Betreibung einer großen, die übri— gens äußerst selten zu haben ist, ihre Vermögens— kraft übersteigt. Sie sehen sich also gezwungen, im ehelosen Stande zu bleiben; ein Stand, der weder den guten Sitten, noch dem Wohl des Vaterlandes zuträglich ist. Eine Vertheilung jener Wirthschaften in einige oder mehrere kleine würde dem Uebel großen Theils vorbeugen. e) Und eben diese Vertheilung würde den Ge— brauch der Hacke und des Spatens allgemeiner machen. Vermehren diese Werkzeuge gleich die Ar— beit, so lohnen sie solche auch reichlich durch einen hö⸗ heren Ertrag; dabey geben sie, außer der Familie des ö Vach⸗ Hächler müßtget nagt f hens zu fhz Hes/ Ui Ret F. Starke Feinde N Lin un T. ded ger Fd au kerland. dugsh wander lir aus auch at dese A wohnte Stund Lerdien tosfan. lung d konnte elwas die de nicht ind ein Oshh loch huhiin Vfnge nihte and habem; en niht u Lui lit, di z u Shooße V ht st, uiz lscht bestiz iit tin dis asso de un, 0, sch pohl sschuse n Jachtungen en, die ubni Demogens⸗ wungen, in der weder Vuerlandez Huthschafta Uebel gtoßn tde den He algemeinet eich de L Heihen h Jumleds V 6 499 Pächters und seines Gesindes, noch mancher sonst müßigen Hand Beschäftigung; die Arbeit damit mächt stark, und herzhaft die Mühseeligkeiten des Le— bens zu ertragen, und zu jedem beschwerlichen Dienste fähig. Das freye offene Feld des fleißigen kandman— nes, und nicht der dumpfe enge Raum des Künstlers oder Fabrikanten liefert die Subsekte, welche die Stärke des Staates zur Abtreibung auswärtiger Feinde ausmachen. ö f) Endlich ist das mehr berührte Monopolium der Lländereyen in den Großbritannischen Staaten zum Theile die Quelle der häufigen Auswanderungen des geringen Pöbels, welche in Amerika ein Stück Feld aufsuchen, dessen Anbau man ihnen in dem Va— terlande versagt. Freylich wohl sind es nicht bloß Taglöhner und Bauerknechte, die nach Amerika aus⸗ wandern, unter ihnen sind auch Künstler und Arbei— ter aus den Fabriken; allein jenes Monopolium wirkt auch auf ihre Auswanderung; denn ehedem hatten diese Arbeiter, die in den kandstädtchen und Dörfern wohnten, jeder sein kleines Feld, das sie in leeren Stunden baueten, und ihre Familie darauf etwas verdienen ließen. Man pflanzte zum wenigsten Kar— toffeln, Kohl und dergleichen, wenn die Beschrän⸗ kung des Feldes den Getreidebau nicht zulleß. Man konnte eine Kuh halten, ein Schwein mästen, et⸗ etwas Federvieh erziehen. Es waren Nebenquellen, die den Dürftigen labten, wenn die Hauptquelle nicht zureichte, oder gar einging. Allein das System gro⸗ großer Wirthschaften hat alle diese Quellen verstopft, und da es zu gleicher Zeit den Preis der Lebensmittel erhöhete, so zwang es so mächen Unglücklichen un⸗ ter einem günstigern Himmel den Unterhalt zu suchen, den er zu Hause nicht mehr fand. England sah dieser zunehmenden Entvölkerung zu, bis die Entzweyung zwischen ihm und seinen Kolonieen der Sache ein Ende machte. Man rechne nun zusammen, und sehe, ob das Wohl und der Reichthum einiger großen Pächter und, wenn man will, die Gemächlichkeit großer Guts— besitzer, ob sie die Nachtheile aufwiegen können, welche ihr System über die Volksmasse und den gan— zen Staat zieht? Man bedenke, ob es nicht edler, nicht ehrwürdiger für einen großen Gutsherrn ist, statt 8 oder 10 feister Pächter, die sich oft anmaßen, es ihm in manchen Stucken an Aufwande gleich zu thun, 30 bis 5o thätigen und wackeren Familien Unterhalt zu verschaffen, und der Urheber ihres Wohls, und ihrer ganzen Existenz zu seyn? Welches befriedigende Gefühl für das Herz jedes Edeln, der ernährende Vater so vieler nützlichen Bürger zu seynꝰ Und für die menschliche Gesellschaft endlich, welcher nicht zu ermessende Unterschied zwischen der Indastrie und der Mäßigkeit dieser ehrwürdigen Ackerleute, und dem Prunke jener Gentelmans farmers, die sich einen ganzen Canton unterwerfen, und durch ihre Ambi— tion und ihre Habsucht beherrschen? üi uig e ebenanite gläcklichm n jalt zu ſate, and ſa hdieſe Errmenn er Sache en ſhe, o de fen 1 ttt rroßer Guts gen konna, und den zm Znicht edle 1 ttsherrn iſ ſt anmoßn, de gleich zu n Familen eher ihres Welches deln, der er zu ſern⸗ , welcher Indaſtri ſeute, und ſich eine ere And 6 9 8 Atlatad la dn ilh daan an deb li deale tFMnganaeaseagsngaslaganngagaganannéananggi Oem 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Colour& Grey Control Chart Blue CQyan Green Vellow HNed Magenta Grey(Gtera Gles GreyaBach