Mhaer 7 Uniy. 88 Gie SSen F I . — * Fe: /b£ e\ Lp Zwei Preisschriften/ über die Ä emgentlieche Beschaffenheit und Erzeugung der erdigen Bestandtheile in den verschiedenen innländischen BB HEN Getreidearteı N El\ N END dB TAUR| \ or u%5 7 x ee Von Johann Christian Carl Schrader, Apotheker in Berlin. und Joh. Samuel Benj. Neumann, Inspector und Pastor zu Templin, 5 EN Herausgegeben von der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Bbertıhn, bei Friedrich Maurer... 1800 _> oJ—>— An D=,= 3 \ r z\= eZ je] aa=} eB} SQ Z F 1. Omnis cognitio multis est obstructa difficultatibus. Di: Königl. Preufsische Akademie der Wissenschaf- ten zu Berlin gab im Jahre 1797 zum zweitenmale folgende Preisfrage auf: „Von welcher Art sind die erdigen Bestand- „theile, welche man durch Hülfe der „chemischen Zergliederung in den ver- „schiedenen ınnländischen Getreidearten „findet? Treten diese in solche so eın, wie „man sie darin findet, oder werden sıe „durch die Lebenskraft, und durch die „Wirkung der Organe der Vegetation er- „zeilstie| Dieser aufgegebene Gegenstand hat auch schon, ohne den darauf gesetzten Preis, ein solches Intresse, dafs er jeden Naturforscher lebhaft beschäftigen kann, und ich gebe mir die Ehre, meine Versuche hierüber vor- zulegen. Die Wichtigkeit der Auflösung dieses Problems, welches wir täglich vor unsern Augen schn, und wel- ches daher den gewöhnlichen Blick nicht mehr fes- As: 4 selt, und von einer königlichen Akademie selbst nech nicht entwickelt zu sein geglaubt wird, leuchtet in die Augen, wenn man nur den Einfluls bedenkt, den eine solche Aufhellung, af unsere Kenntnisse in der grolsen Haushaltung der Natur, und alsdann zurück- wirkend auf unsern Ackerbau, und auf unsere geolo- gischen Kenntnisse haben könnte, Doch, in welches Dunkel hat sich hier die Na- tur gehüllt! Wir sehn täglich eine neue Schöpfung, welche sich durch ein unzähliges Heer von Geschö- pfen im Entwickeln und Absterben ohne Aufhören fortschlingt; aber wer vermag die Kräfte zu berech- nen, die hiebei wirksam sind, und die Art und Weise zu bezeichnen, wie fie wirken! So schr sich auch die Einbildungskraft der Menschen diesen Ge- genstand zu erleuchten erschöpft hat, und so viel Licht auch wirklich unsere Erfahrungen hierüber ver- breitet haben, so stehn wir doch nur noch am Ran- de dieses schaffenden Stromes, und werden vielleicht nie seine Tiefen durchschauen, nie ısb es vielleicht den Menschen vergönnt, das Geheimnils der Bildung organischer Wesen zu entschleiern, Und mit dieser Entwickelung hängt die Auflö- sung dieser Preisfrage zusammen. Die Erfahrung kann also hier nur‘der Natur ihre Wirkungen ablauschen, und es ist ein Triumph der Kunst, wenn sie nur so weit der Natur sich nähern darf. Die Preisfrage fallt an sich selbst ın zwei Theile: ı. Von welcher Art sind die erdigen Bestandtheile, welche man durch Hülfe der chemischen Zerglie- derung, in den verschiedenen innländischen Getrei- c D dearten findet? icht ıcht uns flö- ann nel, "50 5 2. Treten diese in solche so ein, wie man sie dar- in findet, oder. werden sie: durch die Lebenskraft und durch die Wirkung der Organe der Vegeta- tion erzeugt? In Rücksicht der Beantwortung des ersten Theils der Frage, glaubte ich, eine königliche Akademie habe un- ter Getreidearten die Körner der Grasgewächse ver- standen, welche auf unsern Feldern gewöhnlich ge- bauet werden, weil dieselben im der gewöhnlichsten Bedeutung unter Getreidearten begriffen sind, und ich € wählte daher den Weizen(Triticum.hybernum Linn.), den Roggen(Secale cereale L.), die Gerste(Hordeum vulgare L.), und. den Hafer(Avena sativa L.), wor- auf ich noch das Roggenstroh in eben der Hinsicht, zur Vergleichung mit den Körnern untersuchte. Die Wege, welche die Kunst zeigt, diese Kör- per bis in ihre erdigen Bestandtheile zu zerlegen, be- stehn in der Fäulnils, in der Behandlung mit Säuern, in der Verbrennung durch Salpeter, und in.der Ver- brennung und Einäscherung an der freien Luft, wel che letztere: noch durch Wasser unterstützt werden kann. Durch die Fäulnils wird aber der Kohlenstoff nicht ganz abgeschieden, und es erfordert am Ende doch ein Verbrennen mit oder ohne Salpeter. Der zweite\WVeg ist bei- einer nur mälsıgen Quantität doch sehr kostspielig, und: würde eben die Unbequemlich- keit der Verbrennung durch Salpeter mit sich führen, da. hier die äufserst geringe. Menge der zu hoffenden Erde mit einer sehr grolsen Menge eines Salzes in Verbindung treten mülste, von dessen höchster Rein- heit nicht allein alles abhangen, sondern welches auch überhaupt die Arbeit langwieriger, und weniger 6 einfach machen würde. Die Verbrennung und Ein- 5 äscherung an der freien Luft, schien mir also der zweckmälsigste Weg, wenn dieselbe nur so angestellt wird, dals der zu untersuchende Körper, weder durch das angewandte Feuer, noch durch die Gefälse ver- unreinigt wird. Dals die auf diesem Wege erscheinenden erdigen Bestandtheile, Erzeugnisse der Operation wären, wird wohl von niemand vermuthet, dem die Erfahrun- gen hierüber, und das Verhalten, welches die Erden im Feuer zeigen, bekannt sind. Es ist noch kein Grund vorhanden, an dem Dasein dieser Erden in den lebenden Gewächsen in der Art, wie sie sich nach der Verbrennung darin vorfinden, zu zweifeln. Und sollte je diese Meinung entstehn, so würde die- selbe nicht weniger bei der gänzlichen Zerlegung sol- cher-Körper auf einem langwierigen nassen Wege statt finden können. Sollte auch in Rücksicht der Menge einiger Un- terschied Statt finden können, da durch die Gewalt der Flamme etwas mit fortgeführt werden kann: so würde dieser Unterschied, besonders bei der Absicht dieser Versuche, nicht sehr in Betracht kommen, da es hier nur auf die Qualität abgesehen ist. Die Einäscherung bei den nachfolgenden Versu- chen ist so angestellt, dafs die Nachtheile, welche die Gefälse und das Feuer-durch die Verunreinigung bringen können, dabei vermieden sind, Ich nahm zur Verkohlung einen hessischen Tiegel, und er ent- sprach dem Zwecke vollkommen. Die Oberfläche war ganz und gar nicht von den verkohlten Körnern verändert, weil eine trockene Kohle nichts davon auf- Ceouel.. oe 7 nen | En 0 der estellt durch E Ver» tüigen , wird fahrun- Erden ı kein len in e sich reifeln. le die- g sol- Wege r Un. ewalt ent- äche nern auf- nehmen kann. Allein völlig unbrauchbar ıst ein sol- cher Tiegel zur Einäscherung der Kohle. Da bekannt- lich diese ein langes Glühen erfordert, und es nicht möglich ist, im Grunde des Tiegels und auf der klei- nen Oberfläche der Körner, einen gleichen Grad von Hitze zu erhalten, so fliefsen unten die freigeworde- nen Erden und Salze mit der Oberfläche zusammen, und man verliert sie entweder, oder bekömmt einen fremden Zuwachs von der Masse des Tiegels, wenn man. sie wieder davon absondern will. Ich hatte den Versuch gemacht, und der erhaltene Rest hatte fast keine Ähnlichkeit mit der Asche, welche ich, auf nach- her anzuzeigende Weise, erhielt. Metallene Gefälse sind ebenfalls dazu ungeschickt, aber doch noch bes- ser, wenn man nämlich voraussetzen kann, dals das Metall, welches man angewendet, nicht in dem ein- zuäschernden Körper enthalten ist; indessen macht die Ausscheidung des Metalls eine neue Weitläuftigkeit. Ich versuchte es mit einem kupfemen Gefälse, und mufste viel Zeit und Arbeit anwenden, um die ver- hältnilsmälsig sehr grolse Menge Kupfer wıeder da- sen, Bei einem Versuche mit einem ver- 5 silberten kupfernen Gefälse, erhielt ich die Asche mit von zu brın fast alle dem Silber verunremigt, welches zur Bede- ckung des Kupfers angewandt war. Das Porzellan leistete zuletzt die besten Dienste. Ich liels eine geräumige Porzellanschale aufserhalb mit Drath netzförmig bewinden, und trug über diese Befestigung einen Beschlag von Thon, Kieselerde und ein ganz wenig Bley. Dadurch erhielt die Schale ei- ne solche Fesügkeit und Brauchbarkeit, dafs sie wohl zwölf solcher Einäscherungen aushielt, bey deren je. 8 der wenigstens ein Glühfeuer von ı2 Stunden ange- wendet werden mulste. Die innere Fläche des Por- zellans ist nach dieser Arbeit nur so wenig angegrif- fen, dals diedadurch erlittene Verunreinigung der Asche nicht in Betracht zu ziehn ist, und im Resultate kei- nen wesentlichen Irrthum veranlassen kann. Doch könnte die Thonerde hier vielleicht eine Ausnahme ma- chen, da sich nur so wenig von derselben bei den Unter- suchungen der Aschen gezeigt hat; ob gleich ich nicht bestimmen kann, ob die Porzellanschale so viel Grane verloren hat. Die Schale war bei der Azbeit, mit einem Deckel durch Unterstützung mit ein Paar irde- nen Pfeifenstielen, so bedeckt, dafs zwar die Luft durch streichen, allein von der aufgeflogenen Asche des Feuers von oben herab nichts hineinfallen konnte, Aulserst schwer war die Einäscherung des Weizens, ıch mufste die letzten kohligen‘Theile mit Salpeter zerstören; der Roggen widerstand der Einäscherung fast eben so sehr, weniger aber die Gerste, und der Hafer ward am leichtesten, und zwar zu einer voll- koınmenen gräulichweissen Asche. Auch das Stroh war schwer zu Asche zu bringen. Der Weg, den ich bei der Untersuchung genom- nen habe, ist die Folge mehrerer vorläufigen Versu- che mit diesen Kormnaschen, welche mich die Beschaf- fenheit dieser Stoffe kennen lehren sollten. Um die öftere Anführung von Beiwörtern, wel- che die Reinheit oder Zubereitung’ der Reagentren be- zeichnen, zu vermeiden, will ich nur bemerken, dafs ich alle dazu gebrauchten wirkenden Mittel, Wasser und Salze, wie sich von selbst versteht, aufs reinste zu diesem Behufe bereitet habe. Da die Aschen we- Pr dr. ag" 2 EN 10 De en nig Eisen enthielten, so wollte ich kein eisenhaltiges blausaures Salz dabei anwenden, um desto. sicherer bei Bestimmung solcher kleinen Menge zu sein. Ich destillirte daher eine kaustische Lauge, welche ein reines Berlinerblau entfärbt. hatte, mit zugesetzter Schwefelsäure, und erhielt dabei zwar sehr wenig Blausäure, welche aber auch ganz rein war, und mit ein wenig vorgeschlagener Azlauge aufgefangen wurde. Zur Wägung habe ich mich des Nürnberger Me- dızınal- Gewichts bedient. Untersuchung des Hafers. ı, Zwei und dreilsig Unzen auserlesener und von al- len bemerkbaren Unreinigkeiten und fremden Kör- pern gereinigter Hafer, wurden auf die angezeigte Weise zu Asche gebracht. Die Asche wog 565 Gran, enthielt aber doch noch einige Sandkörner, welche durch Schlemmen abgesondert wurden, und 44 Gran wogen. Diese Asche wurde zuerst mit Salzsäure scharf digerirt und nachher mit Goldschei- dewasser gekocht, Was diese Säuren unaufgelöst gelassen, wurde mit Salpeter in einem silbernen Tiegel versucht, ob noch kohlige Theile dabei wä- ren; allein die Mischung kam, ohne zu verpuften, in einen ruhigen Flufs, und nachdem sie ausgegos- sen, wurde alles mit Salzsäure übersetzt, und die unauflösliche weisse Erde durch ein Filtrum geson- dert. Sämmtliche saure Auflösungen wurden ahge- dampft, wobei die Flüssigkeit getrübt und daher noch einmal durch das ebengenamnte Filtrum gesei- het wurde, 10 2. Die ganze saure Auflösung wurde jetzt durch koh- lensaures Kali gefällt, der ausgesüfste Niederschlag aber, nachdem er mit ein wenig verdünnter Azlau- ge übergossen, und die Flülsıgkeit wieder abgeseihet worden, noch feucht aus dem Filtrum genommen, mit einer angemessenen Menge kochender ‚Azlauge übergossen, und damit eine Weile digerirt. Lezte- re Operation wurde noch einmal mit etwas wenl- ger Äzlauge wiederholt, und die ganze alkalische Lauge dann mit Salzsäure übersetzt und abgedampft. Es erschien noch vor dem Abdampfen ein Nieder- schlag, welcher sich auch kochend in Goldscheide- wasser nicht auflösen wollte; daher er dem Inhal- te des Filtrums von N. ı hinzugefügt wurde. Koh- lensaures Kalı fällte darauf aus der mit Salzsäure übersetzten Flüssigkeit einen geringen weilsen Nie- derschlag, welchen ein Filtrum absonderte. 3. Der von der Azlauge unaufgelöst gebliebene Rück- stand, wurde wıeder zur Auflösung mit Salzsäure übergossen. Die Mischung nahm hiebei eine blals kolumbinrothe Farbe an, und löste sich erst durch Hinzusetzuns von Salpetersäure und durch kochen- 5 de Digestion, farbenlos und völlig auf. Neutrali- sirt lieferte sie mıt zuckersaurem Kalı einen weilsen Niederschlag, welcher auf ein Filtrum gethan wurde. Die abfiltrirte Flüssigkeit wurde mit kohlensauerm Ralı gefällt, durch Salzsäure wieder aufgelöst, und noch einmal mit zuckersauerm Kalı versetzt, wobeı ınz geringer Niederschlag erschien, welcher 21 eım 18 FC 5 dem ersten beigesellt wurde. 4. Durch vorherige Versuche war ich schon belehrt, dals in diesem Zuckerkalke auch noch ein Metall- il gehalt niedergefallen war. Der Zuckerkalk, wel- cher 607% Gran wog, wurde also scharf ausgeglüht, Er hatte hiebei eine schwarzgraue Farbe angenom- men, und bei der Übergielsung mit Salzsaure zur. Auflösung, entwickelte sich oxidirtes salzsaures Gas. Die Auflösung geschah mit heftigem Brausen und völlig, und die klare Flüssigkeit hatte eine gelbe Farbe. Sie wurde hinreichend mit ziemlich. kon- zentrirter Schwefelsäure versetzt, die weilse dicke Mischung mit Weingeist verdünnt und ausgewa- schen und darauf filtrirt. Der Inhalt des Filtrums wog getrocknet 5176 Gran, und hinterliels, nach- dem er eine ganze Zeit mit kohlensauerm Kalı in vielem Wasser gekocht hatte, eine weilse Erde, welche getrocknet 3175 Gran wog. Diese 3135 Gran lösten sich völlig und farbenlos in Salzsäure auf. Die Auflösung wurde abgeraucht, und durch ruhige Hinstellung versucht, ob sie kri- stallisiren würde. Es erfolgte aber keine Kristallı- sation, und sie nahm zuletzt eine dickliche Konsi- stenz an. Durch die Unauflöslichkeit in Azlauge, durch ihr Verhalten mit Zuckersäure und Schwefel- säure, und durch die Unfähigkeit mit: Salzsäure zu kristallisiren, hatte sich diese Erde nun schon als Kalkerde erwiesen, und durch letzteres besonders von der Sthwererde unterschieden, Da aber viel- leicht ein ganz geringer Antheil der letztern hätte 5 dabei sein können, welcher sich in solcher kleinen Menge der Aufmerksamkeit bei der Kristallisation entzogen, so wurde sie noch auf folgende Weise geprüft: In der klaren salzsauern Auflösung dieser Erde wurde aufgelöstes schwefelsaures Kalı getrö- 12 pfelt, und beobachtet, ob die Mischung klar blieb; da sich nun die Mischung ganz und gar nicht trüb- te, welches doch hätte geschehen müssen, wenn nur der geringste Antheil von Schwererde dabei gewe- sen wäre, so konnte ich mit noch: vollkommnerem Rechte auf die gänzliche Abwesenheit der Schwer- erde schlielsen._ Diese Vermischung mit schwefel- sauerm Rali, hatte ich ebenfalls schon bei der salz- sauern Auflösung des geglüheten Zuckerkalks an- gewandt, und daraus schon dasselbe ersehn, Die- se 31.5; Gran bestanden also in kohlensaurer Kalk- erde. 6. Die vom Gypse abfiltıirte Flüssigkeit. wurde durch kohlensaures Kali gerallt, und der Niederschlag mit Azlauge digerirt, um zu erforschen, ob Thonerde dabei sei. Es wurden% Gran eines in scharfen Trocknen bräunlich werdenden Pulvers erhalten, welche daher nicht für Thonerde angesehen werden konnten. Das Übriggebliebene wurde wieder in Salzsäure aufgelöst, und mit so vielem Wasser ver- dünnt, dals gegen den Niederschlag 500"Theile rechnet werden konnten, Aus dieser etwas über- SC- gc säauerten Flüssiekeit schiedkohlensaures Kali z+ Gran ke) ÖIO b) nn welche im Filtrum bald isabellfarben angelaufen waren. Wäre Talkerde in dem Niedeischlage ge- wesen, so hätte sie nun vermittelst der Kohlensäu- ze in der Flüssigkeit sein müssen, da dieselbe in u 500 Tbeilen Wasser durch kohlensaures Kali nicht gefällt wird. Es fand sich aber beim Abrauchen der Flüssigkeit nichts davon an. Die 3%, und die 3 Gran wurden hierauf bis zur fernern Untersuchungs g aufgehoben. 1 N m 15 7. Aus der Flüssigkeit von N. 3, welche mit Zucker- säure gefällt war, schied nun kohlensaures Kalı ei- nen Niederschlag, welcher durch‘ Schwefelsäure aufgelöst wurde. Diese Auflösung gab abgeraucht eine trockne Masse, welche in einem Porzellange- fälse eine Stunde heftig geglüht wurde, Sie kaın mit einer röthlichbraunen Farbe aus dem Feuer, und liels in Wasser aufgelöst 25:5 Gran eines röth« lich braunen Pulvers zurück. Aus det Flüssigkeit aber schied sich durch kohlensaures Kali, und durch Kochen der Flüssiekeit 70; Gran weilser Erde. oO OÖ° 8. Letztere wurde in Salzsäure aufgelöst und ein we- nig damit übersetzt; mit 500 Theilen Wasser ver- dünnt.und die Flüssigkeit wieder mit kohlensauerm Kalı gefällt. Es fiel hiebei ein gefärbter Nieder- ‚schlag, welcher 2 Gran wog. Die älirirte Flüssig- keit liefs durch Kochen einen weilsen Niederschlag; fallen, welchen Schwefelsäure völlig und brausend auflöste.. Die Auflösung hatte einen vollkommenen Bittersalz-Geschmack,, und bewies die in ihr ent- haltene Talkerde noch mehr durch die Kristallisa- tion, welche in zarten langen, etwas breitgedrück- ten Säulen bestand. Obige 30% Gran enthielten also 283 Gran koh- lensaure Talkerde, wenn man die 2 Grane des ge- färbten Niederschlages davon abrechnet. 9. Die 2575 Gran von No. 7, die 3% und 5 Gran 3io von No. 6 und 2 Gran von No. 8 wurden mit Salz- saure benetzt, der Wärme ausgesetzt, alsdann‘wie- der mit Azlauge gesättigt, und nun, mit kochender Azlauge digerirt. Nach der Abseihung fand sich in der Lauge ein, in Salzsäure auflöslicher weißer Nie- 14 derschlag, welcher ‚5 Gran wog, und weils blieb, und bis zur Prüfung des Niederschlages von No. 2 aufbewahrt wurde. ı0. Das durch Azlauge ausgezogene braune Pulver, wur- de jetzt mit ein wenig fettem Öle gemischt und in einem Porzellangefälse gelinde ausgeglüht. Es hatte eine braungraue Farbe bekommen, und wog ı8 Gran. ı1. Diese 18 Gran wurden mit Salzsäure wiederholt und scharf digerirt,. wobei sich oxidirte Salzsäu- re entwickelte, und ein kleiner Rückstand blieb, welchen ein Filtrum absonderte Die klare Flüs- sigkeit war gelblich und wurde mit blausauerm Natrum versetzt, worauf sich ein blauer Nieder- schlag zeigte; er wurde durch ein Filtrum aus der übersauern Flüssigkeit geschieden, die Flüssigkeit mit kohlensauerm Kalı gefällt, in Salzsäure wieder aufgelöst und wieder mit blausauerm Natrum ver- setzt, worauf ebenfalls ein blauer Niederschlag er- schien, Da aber die Ailtrirte Flüssigkeit noch im- mer Eisen enthielt, so wurde sie immer wieder et- was abgeraucht, und von neuem mit blausauerm Natrum versetzt, welches jedesmal etwas blauen Niederschlag ausschied, und diese Operation so lan- ge wiederholt, als noch etwas zu erhalten war, Der erhaltene blaue Niederschlag mıt Salzsäure und Wasser wohl ausgewaschen,, wog getrocknet 4% Gran, welche geglühtz sich als Eisenkalk erwiesen. 12. Der kleine weilsliche Rückstand von den vorher- gehenden ı3 Granen wog 3,6 Gran, welche geglüht weils blieben und 2;% Gran wogen. Er wurde in hinreichendem Wasser gekocht, worin er sich auf- ER. 15 löste und mit zuckersauerm Kali einen weilsen Nie- derschlag gab, welcher ausgeglüht und mit schwe- felsaurem KRalı geprüft, sich als Kalkerde erwies, und in diesen 3,5 Granen, Gyps zu 255 Gran an- zunehmen ıst. Als sich durch wiederholte Behandlung mıt blau- sauerm Natrum, kein blauer Niederschlag in No. 11 mehr zeigen wollte, wurde die Flüssigkeit mit ein wenig Galläpfeltinktur versetzt, und darauf mit koh- lensauerm Kali gefallt. Hier war an dem Nieder- schlage kein Eisen mehr zu’ bemerken. Er erschien mit einer graubraunen Farbe, welche sich ım ge- ringsten nicht mehr ins Veilchenblaue zog. Dieser Niederschlag wurde daher ın derselben Flüssigkeit nit etwas überflüssiger Salzsäure wieder aufgelöst, bis zu 500 Theilen Flüssigkeit mit Was- ser verdünnt, und mit kohlensauerm Kalı niederge- schlagen. Hier zeigte sich ein Niederschlag, wel- cher an der Luft bald gelblich- grau anlief und 10% Gran wog. Er wurde geglüht, wobei er braun ward, und nachdem 653 Gran wog, Mit lechs Thei- len Salpeter in einen glühenden Fluls gebracht, er- theilte er der ausgegossenen Masse eine grüne Far- be. In Wasser aufgelöst, erschien dieselbe erst noch unrein grün, ging aber nachher in ein hohes Ame- thystroth über, wodurch er also seine gezeigte Braun- stein- Natur bestätigte. 14. Die Flüssigkeit, woraus der Braunstein gefällt war, wurde abgeraucht, und gab einen weilsen Niederschlag, welcher 52; Gran wog, Er erwiels sich als Talkerde, zog sich‘aber doch, wıewohl nur äufserst schwach, in die röthlich graue Farbe. x eng 1} | | I I N N Y Tg nn en— a an En me em run er me 15. Von dem Inhalte des Filtrums von No. 1, wel- cher 136% Gran am, Gewichte beirug, nahm die Salzsäure nichts mehr auf. In Azlauge aber löste er sich gänzlich auf, und gab eine der Kieselfeuchtig- keit gleichende Flüssigkeit, welche mit vielem Was- ser verdünnt, durch Salzsäure nicht eher als nach dem Kochen gefällt wurde, wodurch sie sich also als Kieselerde erwies. ı6. Das Filtrum von No, 2 enthielt 10%, Gran, diese nebst den„5; Gran von No. 9 hinterliefsen mit Schwefelsäure digerirt 6 Gran, welche in Kieseler- de bestanden. Die Schwefelsaure Auflösung wur- de mit ein wenig Kalı versetzt, zur Kristallisation befördert. Es erschienen aber viel zarte Bittersalz- kristallen, und nur einige hatten eine Gestalt, wel- che der Allaunkristallisation ähnlich war, aber viel- leicht wegen der geringen Menge nicht deutlich wurde. Der Geschmack war ebenfalls zwar ein wenig schrumpfend,‘aber doch nicht vollkommen Alaunartig, wohl aber deutlich bitter. Ich lösete daher alles mit ein wenig überflüssiger Säure wie- der auf, und fällte nun aus der bis zu 500 Theilen vermehrten Flüssigkeit mit kohlensauerm Kali eine weilse Erde, welche 4,5 Gran wog, aber nach dem Trocknen ein wenig gräulich anlief. Vor dem Löth- rohre ertheilte sie dem damit geschmolzenen Mine- ralalkali eine schwache grünliche Farbe; dieses und mehrere Prüfungen, die mit dieser kleinen Menge, welche nun nicht weiter aufgehoben werden sollte, vorgenommen werden konnten, zeigten, dafs sie noch braunsteinhaltig war. Die Flüssigkeit von diesem Niederschlage trüb- be Ka T, 1; wel. hm die öste er uchtig- n Was- |s nach ich also n, diese sen mit Kıeseler- Ing WUr- allisation ittersalz- lt, wel ber viel- deutlich war ein commen ı Jösete e wie [heilen li eine ch dem n Löth- - ses und Menge, sollte, als sie > üub- do tru te 17 te sich nun durchs Kochen, und es schieden sich einige Flocken weilser Erde ab, die die Talkerde, welche die Kristallisation und der Geschmack ge- zeigt hatte, seyn, und nach obigem in zo Gran be- eher mulsten, Da sich die Talkerde für sich in Azlauge nicht z"flöset, so muls sie also hier in Verbindung mit der Kieselerde aufgenommen wor: den seyn. Ich erhielt also aus 32 Unzen Hafer: Kieselerde, No. 15, 138% No. 16, ‚6 c 14475 Gran. J Kalkerde, kohlensaure, No. 5, El ; 733 Gran. No. 125 255 3920 S) Talkerde, kohlensaure, No. 8, 2070} No, 14, E 357% Gran. No, 16, 35. Thonerde, No. 16..;. ° 35 Gran. Braunstein, im oxidirten Zustande geglüht, 633 Gran. Eisen, im Zustande des Preufsischen Blaues, 43; Gran, Die übrigen Getreidearten habe ich auf eben die- se Weise untersucht. Die Erscheinungen dabei wa- ren, bis auf einige kleine Nebenumstände, dieselben. 2. B. die schwache Röthe in der ersten Auflösung der Haferasche, erschien bei den drei folgenden Getrei- dearten nıcht. Bei der Untersuchung der Strohasche aber zeigte sich der Braunstein nach der Behandlung dieser Asche mit Salpeter ın einem sehr hohen Gra- de. Ich habe‘daher, um eine überflüssige Weitläuf- tigkeit zu vermeiden, nur die Resultate dieser Untere suchungen angeführt, welche ın folgendem bestanden: B 18 Zwei und dreilsig Unzen Gerste gaben mir: Kieselerde; i; z b ä 6675 Gran, Kalkerde, kohlensaure, e U Talkerde, kohlensaure,: i: Oh Thonerdss#4>,‘- A mie Braunstem, um oxidirten Zustande geglüht, 5— Eisen, im Zustande des Preufsischen Blaues, 35— Zwei und dreilsig Unzen Roggen gaben: Kıieselerde ‚. h s R; 15% Gran, e)E Kalkerde, kohlensaure,® ö, 17—_ Taikerde, kohlensaure,’:; 1— Thonerde,.:;- R 2 en Braunstem, im oxidirten Zustande geglüht, 5— Eisen, im Zustande des Preufsischen Blaues,. 5,— Von zwei und dreilsig Unzen Weizen erhielt ich: Kieselerde, i 5; :;. 1275 Gran. Kalkerde, kohlensaure,.:& 1a [Z 3: Talkerde, kohlensaure,« 5; re Thonerde,,; A:‘; ae Braunstein, im oxidirten Zustande geglüht, 5= Eisen, im Zustande des Preufsischen Blaues,© Zwei und dreilsig Unzen Roggenstroh lieferten Kieselerde,. dr ..... 152 Gran. Kalkerde, kohlensaure, 5; Abs Talkerde, kohlensaure, R i{ a Thonerde,:: R,; E Ba er Braunstein, im oxidirten Zustande geglüht, 6% Eisen, im Zustande des Preufsischen Blaues, 2%”— Der zweite Theil der Preisfrage ist seiner Natur nach schwerer zu beantworten,: So nahe die Opera- ch: Tan, uB i9 tion der Natur hier auch vor unsern Augen zu seyn scheint: so entfernt sınd wir doch, in das Innere des Wachsthums organischer Körper zu blicken. Unsere Beobachtungen führen uns erst zur Bewunderung hin, wir staunen, und können nur den Erfolg, aber nicht die wirkende Natur in ihrer Handlung belauschen. Dem rohen Begriffe scheint die Erde die erste Nahrung der Pflanzen zu seyn. Selbst die älteren Na- turforscher konnten ‚bei dem gleichzeitigen Zustande der Wissenschaften nicht umhin, sie dafür zu hal- ten, und das Wasser gröfstentheils nur nebst der Wärme, als zubereitende oder Hülfsmittel anzusehn. So stützt Stahl den Beweis des Becherischen Satzes, dafs die Fossilien in ihrer Mischung Wasser aufnch- men können, auch darauf, dafs sich dieselben bei der Vegetation, in Pflanzen umänderten. Und an ei- ner andern Stelle sagt Stahl in seinen Fundamentis Theoriae Beccherianae: ,‚Videtur hoc mihi omnium „evidentissimum dilucescere ex eo, quod vegetabilia „ütique universum suum, ad minimum solidius nu- „trimentum, non aliunde quam e terra nanciscantur, Da aber die Summe der Erfahrungen zunahm, fühl- te man immer mehr das Bedürfnils, das Wasser mehr als bisher, und sogar schon als die cigentliche Nah- rung der Gewächse, zu halten, wobei man der Luft und dem Lichte mehr Einfluls als bisher und Antheil an der Vegetation zuschrieb. Wallerius besonders, wär davon nebst mehreren überzeugt. Ob sich gleich damals diese Lehre auf eine Voraussetzung gründete, welche sich mit den Grundsätzen der nachher fortgeschrittenen Chemie, nicht mehr. vertrug. Dieses war die Meinung, dafs Ba 20 sich das Wasser in Erde verwandele, daher man es nebst dem Dünger, für ein Nahrungsmittel der Pflan- zen hielt, welches durch Einfluls der Wärme und der Luft zubereitet und verwandelt werde; wobei man die Erde des Pflanzenbodens, als ein Behältnifs ihrer Nahrungsmittel betrachtete. Man traf also schon da mit der Vorstellung der neuern Naturforscher: vom Wasser, als Nahrungsmittel der Gewächse, zusammen, und selbst der Weg, auf dem sie zu dieser gelang- ten, die Verwandlung des Wassers in Erde, ist so weit nicht von den neuesten Begriffen entfernt, als es scheint. Der Unterschied ist nur, dafs man da- mals‘glaubte, eine solche Verwandlung könnte die Kunst mechanisch durch Reiben, Schütteln, Destilli- ren und dergleichen, bewerkstelligen, und dals man jetzt nur annımmt, das Wasser sey ein zusammenge- setzter Körper, dessen Bestandtheile andere Verbin- dungen eingehen können, und daher wenigstens nicht behaupten kann, es könne zür Bildung der Erde, wenn solche in den Gewächsen erzeugt wird, keinen Bestandtheil abgeben; obgleich auch die Kunst\noch keine Erde, weder aus dem Wasser, noch sonst als ein Erzeugnils darstellen kann, und dieselbe noch immer als einen einfachen Körper ansehen muls. Bergmann ist ebenfalls der Meinung, dafs das Wasser die hauptsächlichste Nahrung der Pflanzen sey, und auch geneigt, die Luft, als zur Zusammen- setzung der Pflanzen gehörig, anzunehmen; glaubt aber doch nicht behaupten zu können, dals die Erde materialiter nichts zum Wachsthum beitragen könne, und schlägt daher vor: Pflanzen im destillirten Was- ser zu erziehn, und alsdann ihr Gewicht und ihre Be- bin- ıcht rde, nen joch als ‚och das zen en- ubt ‚de er standtheile,, mit ihren Zwiebeln oder Saamen, und mit den Bestandtheilen solcher Gewächse, welche ın gewöhnlicher Erde gewachsen sind, zu vergleichen. Ob nun gleich diese Meinung lange schon herr- schend gewesen ist, und worüber besonders der’ Ver: such Helmonts, und die Versuche mehrerer Männer wie Hales, Bonnet, Boyle, de la Metherie und andere, hinreichend bekannt sind: so blieb die Sache doch immer noch problematisch, weil evidente Be- weise fehlten. Auch waren solche Versuche nicht iminer in Hinsicht des Ursprungs der Pflanzenerde an- gestellt. Man wollte nur zeigen, theils dals die Erde nur wenig als Nahrungsmittel zum Wachsthume beı- trüge, theils dafs das Wasser die Hauptnahrung sei. Die Versuche konnten auch nicht beweisen, dals die Erde nichts beitrüge: denn da der Antheil Erde, wel- chen die Pflanzen enthalten, sehr gering ist, so konn- ten sie solchen noch immer aus den Mitteln erhalten haben, womit man ie z0g. Besonders bei saftrei- chen Gewächsen, als Kürbis und Melonen, in den Boyleschen und Fllerschen Versuchen, und von der Genauigkeit in der Gewichtsbestimmung der Erde vor, und nach dem Wachsthume, hieng hier zu viel ab, da der Unterschied der zu findenden kleinen Menge, ge- gen die grolse Quantität, welche man gebraucht hat- te, gar zu grols ist, und von grolsen Wagen angege- ben werden mufs.. Der Helmontische Versuch ist freilich auffallend und beweist sehr viel; allein die ganze Differenz im Gewichte, womit bier der Nicht- eintritt einiger Erde in die Weide, bewiesen werden muls, ist doch nur etwa 2 Pfund gegen 200 Pfund, denn mehr als 2 Pfund hat die Zunahme an erdigen 23 Bestandtheilen in der Weide, vielleicht nicht betragen, Und es tritt also auch hier der Fall ein, dafs der ganze Beweis, von der Genauigkeit einer so grolsen Wage abhängt, wenn man auch alle übrige Genauig- keit voraussetzt, die bei einem solchen Versuche ım Grolsen, wobei mehrere Arbeit und ein Zwischen- Yaum von mehreren Jahren erforderlich ist, schr er- schwert wird. Überdies kommt auch bei diesem Ver- suche in Betracht, dals das Regenwasser, welches hier mit angewendet worden, nicht völlig frei von Erde, ist ,, und.also hei einer. solchen Menge, als hie- bei hat gebraucht werden müssen, immer ein ganzer Antheil Erde gerechnet werden kann, Bonnet säete in Moos, und merkte selbst dabeı an, dals er es nöthig glaube, dafs das Moos nicht ganz rein von erdigen Unreinigkeiten gesäubert werde, indem alsdann die Pflanzen besser wüchsen, Seine Absicht war also nicht, den Ursprung der Erde zu erforschen, sondern nur den Antheil, den das Was- ser an der Vegetation hat, zu zeigen, den Vortheil des lockeren Bodens, und die Möglichkeit, auch au» Iserhalb des gewöhnlichen Pflanzenbodens, Gewächse zu ziehn. Die übrigen künstlichen Mittel, als Sand, Quarz, Kalkspath, Schwerspath, gestolsenes Glas, Asche, Schwamm, Papier und dergleichen, erleiden also eben die Bemerkung, dals sie alle Erde enthal- ten, und zu einem beweisenden Versuche untüchtig sind. Wollte man anführen, dafs das Wasser weder Quarz, Glas, noch Schwerspath auflöse, so kommt hie- beı die Wirkung der V egetation in Betracht, welcher wir in dieser Hinsicht, das Vermögen, sich diese Erden, Pe vermittelst des Wassers, zur Nahrung der: Pflanzen zuzubereiten, nicht absprechen könnten. Indessen führte dieses alles doch immer mehr und mehr dahin, die Erden ganz von den Nahrungsmitteln der Gewächse auszuschliefsen, und das Wasser dafür anzusehn. Besonders. ist diese, Meinung mit Rie- enschritten vorwärts gegangen, seitdem die Entde- ckung. der, luftförmigen Flüssigkeiten, welche. theils unsern Erdball umgeben, theils sich aus organischen, und unorganischen Körpern, worin sie verkörpert wa- ten, entwickeln, und deren Finflufs auf das Leben und den Wachsthum der Gewächse, ein neues Licht, über die Naturkunde verbreitet hat. WVas.man sonst in dieser Rücksicht nur ahnete, nur vermuthete, sieht der Naturforscher jetzt, im Glanze dieser neuen Kennt- nisse, als gewils an, Die salzigen und öhlıigen Theile, welche sonst der Dünger zum Wachsthume hergeben mulste, sind jetzt. verschwunden; wir sehen in ihm nur einen, durch Einwirkung der Warme, der Luft und des Wassers, sich zersetzenden organischen Kör- per, dessen frei gewordene Grundbestandtheile eine neue Mischung durch die Vegetation eingehen. Wir kennen, jetat das, Wasser als eine zusammengesetzte Flüssig Wasserstoff, so reichlich in den Gewächsen an, dals keit, und treffen einen seiner Bestandtheile, den, wir seine Quelle bis zur völligen Gewilsheit in dem, Wasser finden, und finden müssen. Der Kohlenstoff, welchen die Gewächse in so srolser Menge enthalten, findet sich ebenfalls in dem verwesenden ‚Dünger, sa vie auch in der, den Pflanzen so nothwendigen Luft, und beide Stoffe bilden nebst dem Sauerstoffe und oft auch dem Stickstoffe, welchen die Atmosphäre lic- oh SA, fert, unter Einwirkung der Wärme und des Lichts, die ganze Reihe von Pflanzenstoffen,, welche wir als Salze, Öhle, Schleim, Harz u. s. w. kennen. Ob aber gleich die Bildung dieser Pfllanzenkörper durch die genannten Stoffe, welche sich im Dünger, im Wasser und in der Luft finden, durch die zahl- reichen und überzeugnden Versuche so vieler Natur- forscher, von Hales an bis auf Priestlei, Senne- bier, Ingenhous, Humbold und mehrere, ausser Zweifel gesetzt ist, so ist die Meinung über die Entste- hung der Erde, welche nach der Zerlegung, besonders die Fasern der Gewächse enthalten, doch noch immer nur mehr annehmlich, und den übrigen Erfahrungen analog, als erwiesen, da überdies die Beschaffenheit und Menge dieser Erden noch nicht immer aufs genaue- ste und ohne Widerspruch, gezeigt worden ist. Man wankt wenigstens oft noch, geht flüchtig darüber hin, sieht sie auch wohl als etwas zufälliges an, und ge- traut sich nicht immer, ihre Entstehung durch die Ve- getation zu behaupten. Vas bisher für den materiellen Beitritt der Erde, und für die Bildung derselben durch die Vegetation, angeführt werden kann, lälst sich unter folgende Hauptpunkte bringen: Für die Aufnehmung der Erde, als Nahrungsmit- tel der Pfianzen aus dem Boden, ist: ı. Die allgemeine Erfahrung, dafs die Gewächse al- le die Erden enthalten, die wir auf dem Boden, worin sie gewachsen sind, antreffen. Hierauf gründet Herr Rückert seine ganze Meinung, nach welcher die Erde einen materiellen Beitrag zum Wachsthum der Gewächse liefert, und das Was- en un u TEE TER 25 chi, ser dabei nur zum Theil materialiter, und zum r als Theil instrumentaliter wirkt; welches er in sei- nem chemisch untersuchten Feldbau häu- per fig vorgetragen hat, 3 ger, 2. Die Auflösbarkeit der Erden in Wasser, obgleich ahl- die Chemie die Kiesel- und Thonerde, grölsten-| ılur- theils davon ausschlielst, so treffen wir diese Aner doch aufgelöst in der Natur an, und wir kennen 1sser die Wirkung der Vegetation hjebei nicht. {ste- 3. Dals das Gegentheil noch nicht gezeigt worden ders ist, und Wassergewächse oder Versuche mit ge- mer meinem Wasser hier nicht alles entscheiden kön- gen nen; da das Wasser immer etwas Erde, oder ver- heit wesende organische Körper enthält. Die Wasser- 1ue- gewächse sind überdies zum Beweise nicht hin- Ian reichend, weil ihre innere Struktur sie schon zu in, diesem Standorte bestimmt hat, indem sie auf fe- ge- stem Boden nicht fortkomınen, so wie umgekehrt, Ve- Pflanzen von. festem Boden, nicht im Wasser ge- deihen. de, Für die Bildung der Erde durch die Vegetation ist: On, 1. Die ganze Summe der neuern Erfahrungen und de Grundsätze, welche zeigen, dals alle übrigen Be- standtheile der Pflanzen, durch die Vegetation, und nike selbst ohne Beitritt der Erde, gebildet werden; und daher schon analogisch zu schlielsen ist, dafs al. die Erde ebenfalls ein Produkt der Pflanze sei, en, und dafs die Organe, welche so feine Substan- BE| zen und luftförmige Flüssigkeiten verarbeiten, und ‚ch\ zu ihrer Assimilation, zur Zersetzung oder Verbin- a dung annehmen, nicht solche gröbere Stoffe, wie ec die Erden sind, aufnehmen können. e) jo>) 2, Die Versuche Helmonts, Bonnets, dü-Ha- mels, Boyles, Ellers, Uslars u, s. w., welche vollkommene Gewächse, in Wasser und steinigen und’ andern Substanzen erhielten, und daher die Meinung, wenigstens hypothetisch, gewifs machen. 3. Der Mangel eines Beweises, dafs die Erde eines Gewächses, als solche aus dem Boden aufgenom- men ist; welchem Beweise auch die beständige Vermehrung der Dammerde hirderlich ist, die man wohl nicht in solchem Grade von der Ver- witterung abgeführter Gebirgsarten, herleiten kann. Ws fehlt also noch an Versuchen, welche letztere, schon von so vielen Gründen unterstützte Meinung, bewreisen oder widerlegen. Welche Meinung auch noch neuerlich, vorzüglich vom Herrn Doktor Diele, in seiner Schrift: über die A nlegung einer Obst- Orangeriein Scherben, vorgetragen ist. Ich glaubte, man könnte auf keinem bessern We- ge bierin zur Gewilsheit gelangen, als wenn man Ge- wächse ın einem Mittel wachsen liefse, welches von aller Erde vollkommen entblöfst wäre, und nachher untersuchte, ob, sie Erde enthielten, und ihre Be- standtheile mit den Bestandtheilen solcher Gewächse, welche in der Erde gewachsen, vergliche. Ich ging zu diesem Zwecke eine ganze Reihe von Körpern durch, um zu sehen, worin die Getreidekörner am besten wüchsen; wobei ich jedesmal zur Benetzung, destillirtes Wasser anwandte, welches mit Kohlen- säure geschwängert war, Aus schon erwähnten Grün- den, mulste ich alle Mittel, welche verschiedene Er- den enthalten, als z. B. Glas, Sand, Spathe oder an- dere Steinarten, vorbei gehn.. Auch das reinste Glas, —— Ha elche tigen die hen. Ines \oM- dige die Ver- nn. ere, ing, uch le, ‚St- 27 welches ich anwenden wollte, zeigte bei der Unter- suchung noch Kalkerde, So konnte ich ebenfalls nicht Moos, Schwamm, Papier oder dergleichen wählen, und im Wasser allein starben die aufgewachsenen Halme bald ab, vielleicht, weil es theils diesen Kör- nern nicht angemessen ist, theils, weil ich nicht die gehörige Menge darauf erhalten konnte, Da ich hie- bei auch auf die äulsere Beschaffenheit der Mittel se- hen mulfste, dals sie nämlich einen, in gewissem Gra- de lockern und porösen Standort, für die Kömer und Wurzeln abgäben, konnte ich auch einfache, chemi- sche, gereinigte Erden nicht nehmen, welche sonst ebenfalls, nach Untersuchung des Gewächses, im Ver- gleich mit andern, ein befriedigendes Resultat hätten geben können. Ich versuchte es mıt Thonerde, mit Talkerde, mit Kalkerde, sowohl einzeln, als gemischt: allein die Körner keimten zwar und wuchsen, aber nur bis zu einigen Zollen, und starben alsdann wie- der ab. Unter allen Mitteln, welche ich versuchte, und wobei sich auch das oxidirte Spiesglanz ziemlich vor- theilhaft auszeichnete, fand ich alsdann den Graphit und den oxidirten Zink, am besten, Allein der erste zeigte auch nach der: langwierigsten Reinigung durch Säuern, bei der Zersetzung mit, Salpeter, noch eine Spur von Kalkerde, und den Zink verliels ich wieder, da ich ihn nicht sogleich in hinreichender Menge hat- te, und ein leichter zu habendes Mittel fand, wel- ches fast noch bessere Dienste leistete. Dieses war der sublimirte Schwefel, welcher alle Eigenschaften vereinigte, die mein künstlicher Pflanzenboden haben mulste.. Er enthielt keine Erde und kein Metall, wie 28 mir eine Digestion desselben mit Säuern bewies. Ich wusch ihn mit hinlänglichem destillircen Wasser ab, und;säete darein vorzüglich Roggen, weil mir dieser bei den Versuchen den besten Wachsthum gezeigt hatte, und dann auch etwas Gerste und Hafer. Ich nahm dazu Glas- und Porzelangefäfse, und stellte sie der freien Luft: und Sonne in einem Garten aus, wel- cher an sich, von Staub schon möglichst frei war; um die Gefälse aber völliger davor zu sichern, stellte ich sie in einen grofsen Kasten, welcher mit Glas- fenstern bedeckt, und nur ein wenig gelüftet war. Die Körner keimten und wuchsen sehr gut unter An- wendung des oben angeführten Wassers, wovon ich durch die vorhergegangenen Proben schon belehrt war. Da aber durch die vielen kleinen vorläufigen Ver- suche, viel Zeit verloren war, verspätete sich mein letzter Versuch mit Schwefel, und meine Halme mufs- ten bis in den spätesten Herbst wachsen, wo der her- annahende Frost und die Beendigung meiner Arbeit, es nothwendig machten, die Halme aufzuziehn, In dieser Zeit hatten einige derselben, eine Höhe von ı2 bis 14 Zoll erreicht, und mehrere davon, von allen dreien genannten Kornarten, deutliche, wiewohl kur- ze, Ahren angesetzt. Die Spelzen, welche mit ih- ren gehörigen Grannen versehn waren, enthielten auch die Blütentheile schon deutlich entwickelt. Die Waur- zeln waren hiebei nicht aus ihrem Gefälse gekommen, sondern vom Schwefel umgeben geblieben, und die Oberfläche des Schwefels selbst, hatte nur kaum ein wenig durch die unvermeidlichen staubigen Unreinig- keiten, von ihrem reinen Ansehn verloren. Unter ” dlieser Oberfläche aber war der Schwefel so rein ge- 29 geblieben, als ich ihn eingetragen hatte. Ich zählte nun 23 Halme Roggen und ı2 Halme Gerste, welche ich sorgfältig aufz 8; wobei ich die zarten Wurzeln zurückliels, um die Verunreinigung mit Schwefel, zu verhüten, Vom Roggen hatte ich ebenfalls, in ein paar Toö- pfen mit Baumwolle angefüllt, gesäet, und die Hal- me waren ebenfalls sehr schön, und noch besser, als die im Schwefel gewachsen. Hiermit wollte ich aber nur den Beweis der Halme in Schwefel gewachsen, unterstützen, da man einwenden könnte, die Baum- wolle, als ein organischer, sogar vegetabilischer Kör- per, sey bei der Vegetation, durch die Fäulnifs zer- setzt worden, und habe ihre Erde dem Gewächse mitgetheilt. Die Baumwolle war aber bei der An- sicht nach dem\Yachsthume, ziemlich unbeschädigt ge- blieben, und dıe höchst geringe Menge Erde, welche die etwa zersetzte Baumwolle enthalten hatte, konnte nicht hinreichend sein, so viel Halme, als meine Töpfe ent- hielten, zu bilden, wenn man auch annehmen könn- te, dals grade alle diese freigewordene Erde, durch die\ egetaiion aufgenommen worden sei, Dals meine Halme nicht höher gewachsen wa- ren, oder wenn man will, gegen Kompflanzen im gewöhnlichen guten Boden, der Wachsthum doch immer etwas dürftig war, obgleich das Keimen sehr schnell geschah, und die spätere Jahrszeit den Wachs- thum eben nicht begünstigte, kann wohl nicht zu dem Gedanken führen, dafs der Mangel an einem materiel- len Beitritt der Erde des Bodens, hieran Schuld sei: denn die Körner. wuchsen in mehrern reinen Erdar- ten, nicht allein nicht besser, sondern lange nicht so 50 gut, und starben, wie ich schon angeführt habe, bald gänzlich ab. Es mufs daher wohl in dem Mangel des Düngers zu suchen sein, welcher theils durch seine, bei der Fäulnifs sich entwickelnden Stoffe, theils dadurch zum Weachsthume so aufserordentlich bei- trägt, dals er das Wasser zersetzt, Ich konnte den gewöhnlichen thierisch- vegetabilischen Dünger nicht anwenden, weil ich einen, ganz von erdigen Bestand- theilen reinen Boden, haben mulste. Ich versuchte zwar an dessen Stelle mancherlei Dinge, die wenig oder gar keine Erde enthielten, deren Menge ich alsdann allen- falls hätte berechnen können, und die ich nur in ge- zinger Menge anwenden durfte: als z, B. eingedickte vegetabilische Säfte: Zucker, Weingeist, Blut, fettes Öhl, verfaultes Holz u. s. w. Alle diese Versuche waren aber fruchtlos; theils waren die Körper gar nicht ge- eignet, Dünger abzugeben, und theils geriethen sie nicht in den Grad von Zersetzung, den ein Dünger, um wirksam zu seyn, erleiden mufs. Aus den vorstehenden Versuchen erhellet, dafs die gefundenen erdigen Bestandiheile, der Art und Menge nach, in gewissen bestimmten Verhältnissen standen, und vom Stroh und Hafer, durch die Ger- ste, bis zum Weizen, von einer gröfsern bis zu einer kleinern Menge, fortschritten. Dieses zeigt, dafs die erdigen Bestandtheile der Pflanzen, nicht als etwas zu- fälliges, sondern als zur Strucktur derselben gehörig, angesehn werden müssen, und man kann also schon nach diesem annehmen, dals obige 40 Halme eben- falls dieselben Bestandtheile haben. Um also dieses ganz zu beweisen, wurden diese Halme, welche ı68 Gran wogen, in einem silbernen ep ball angel urch heils bei- den licht and- 256 en 5ı Tiegel verköhlt, und alsdann mit Salpeter verbrannt, wobei ich 25 Gran erdiger Bestandtheile erlielt, ‚Ich verbrannte darauf, auf eben diese Weise, 28 Körner Roggen und ı2. Körner Gerste, und erhielt davon >; Gran; 108 Gran Roggen- Stroh, gaben aber mit Sal- peter verbrannt, 2 Gran Erde, Die 27; Gran hatten nun schon bewiesen, dafs die 40 im Schwefel gezogenen Halme, eben so viel er- dige Bestandtheile, als andere gewöhnliche Halme, enthielten. Ich versuchte daher auch die verschiede- nen Arten von Erden, welche hierin enthalten wa- ren,$o gut es sich mit dieser kleinen Menge thun liefs, und ohne auf das Gewicht einer jeden Art zu achten, auszumitteln. Diese 2;5 Gran wurden daher mit Goldscheide- wasser scharf digerirt, wobei ein Theil derselben un- aufgelöst zurückblieb. Mit heisser Azlauge löste sıch dieser Rückstand völlig auf, schlug sich wieder durch Salzsaure, nach dem Abrauchen der Flüssigkeit, nieder, und erwies sich daher als Kieselerde, In die abfiltrirte Flüssigkeit wurde Schwefel- saure getröpfelt, und sie blieb damit klar. Nach dem langsamen Abrauchen aber waren den folgenden Tag Gipskristallen erschienen, welche sich in ko- chendem Wasser auflösten, und darauf mit zucker- saurem Kali versetzt, einen merklichen Niederschlag gaben, wodurch also auch die Kalkerde erwiesen war. Die übrige Flüssigkeit, von welcher der Gips ab- gesondert war, wurde mit 3 Loth Wasser verdünnt, und mit kohlensauerm Kalı gefällt, Die Flüssigkeit trübte sich ein wenig, und wurde, nachdem sie noch ein Weilchen gestanden hatte,&iltrirt, Der Niederschlag im Filtrtum mufste die metallischen Stoffe mit der et- wanigen Thonerde enthalten, da sich diese Körper auf solche Art fällen lassen, und er auch bald ge- färbt anlief, Um ihn noch mehr zu prüfen, wurde er in einem Porzelan- Tiegelchen, mit Salpeter, eine Weile geschmolzen, und die ausgegossene Masse zeig- te eine grüne Farbe, welche auch einen Braunstein- gehalt anzeigt. Die, von dem gefälleten Niederschlag vorher ab- filtrirte Flüssigkeit, wurde abgeraucht, worauf ein weilser Niederschlag erschien, welcher für die Bit- tererde zu halten ist, da dieselbe sich in solcher Men-« ge Wasser, vermittelst der Kohlensäure, völlig auflöst, Zu gleicher Zeit wurden die 2 Gran Erde, wel- che von den 108 Granen Roggenstroh erhalten waren, auf eben diese Weise geprüft, und ich konnte also die Erschemungen, welche bei beiden gleich waren, vergleichen. W oraus sich ebenfalls die Gleichheit der erdigen Bestandtheile ergab. Die Erden, die nun obige 4o Halme enthielten, konnten sie nicht als solche aus dem Boden, oder ir- gend einem sie umgebenden Mittel, erhalten haben. Wollte man auch die„5 Gran erdiger Bestandtheile, welche die 40 Kömer enthalten hatten, abrechnen, so ist dies nicht hinreichend. Hiebei mufls man auch einwenden, dafs nur der innere, mehlige Theil des Saamenkorns, welcher den Keim enthält, in den Wachsthum der neuen Pflanze eingeht. Denn nach einigen Tagen, wenn das gesäete Korn, durch Einwir- kung der Wärme und des Wassers, erweicht worden ist, hat sich dieser Theil in einen flüssıgen Saft ver- wandelt, welcher die erste Nahrung der Pflanze aus- macht, Be vo zul die len da mi Ge Bes And und dar er et Örper d ge- urde eine zeig- stein- r ab- ein Bit- Vlen« flöst, wel- aren, also ren, der ten, 1 Ir ıben. 1eile, n, 50 auch | des den nach wur rden ver- aus- acht, 39 © macht, odef vielmehr bald verschwunden ift: alsdann bleibt die ganze spelzige Haut des Saamens verwelkt zurück. e Die mehlreichern Kömer enthalten nun weniger Erde, als die mit spelzigen Hüllen umgebenen; der mehlige Theil des Saamens muls also weniger Erde als die Hülle desselben enthalten. Da dıese aber un- zersetzt und unverwelkt zurück bleibt, so kann ihre Erde nicht zum Wachsthum gedient haben, und man kann also nicht einmahl mehr als den höchst gerin- gen Theil Erde, den der mehlige Theil des Saamens enthalten hat, abrechnen, Da nun also hier die Vegetation in einem Boden, der keine Spur von Erde enthielt, 40 Kornhalme her- vorbrachte, welche getrocknet fünf mahl mehr als die dazu gehörigen ausgesäeten Körner wogen, und sie zum Theil bis zur Blüthe zog; da diese Halıne eben so viel und solche Erden, als Kornhalıne, welche in der Erde gewachsen, enthielten, so gewinnt hierdurch die Meinung von der Bildung der Erde in den Pflan- zen durch die Vegetation, welche schon von so vie- len andern vorher erwähnten Gründen unterstüzt wor- den,'eine völlige Gewilsheit; und ich glaube daher mit Recht schliefsen zu können, dals die in den Getreidearten enthaltenen erdigen und metallischen Bestandtheile, nicht als solche, wie man sie darin findet, eingetreten, sondern durch die Lebenskraft, und durch die Wirkung der Organe der Vegetation, darin erzeugt worden sind. LE 1 Beantwortunse der Frage: 5 5 „De quelle nature sont les principes terreux qu’on trouve, a l'aide de l’analyse chemi- que, dans les dıflerentes sortes de ble in- digene? Ces principes entrent-ils dans les vegetaux tels qu’on les y trouve? ou bien sont-ils produits par la force vitale et l’action des organes du vegetal?“ PB ELeTTent 1a. Ss ala, je Alterthume machten Physik und Chemie langsame Fortschritte. Griechen und Römer, welche Mathe- matik und Taktik, Philosophie in allen Theilen, und die schönen und bildenden Künste mit dem mühsam- sten Fleifse und dem belohnendsten Erfolge anbaue- ten, waren in die Kenntnils der Natur so weit nicht eingedrungen, als die Aesyptier vor ihnen. Die Ara- ber beschäftigten sich zwar nicht fruchtlos mit der Chemie; aber in der mittlern Zeit, als alle Wissen- schaften tief schlummerten, ruhete auch diese. Vor vier Jahrhunderten fing man dies in jener Hinsicht Mess nn GER GUTER EmeBn CunGG er EEEEgAEISEEGgEe So er Zu de ex MI- il« ‚les en BEL same ıthe- und Sam- aue- icht Ara- der sen- Vor ‚ıcht - 5 neue Fach erst zu‘bearbeiten an; und doch verflossen zwei Drittel der Zeit, und man hatte wenig Befriedi- gendes erfunden, nichts Zusammenhangendes aufge- stellö, und blols ‚Wateiialien zu einem künftigen Ge- bäude gesammelt.— In allen Klassen menschlichen Wissens begann bereits die Periode. der philosophi- schen Aufklarung: nur Physik und Chemie, die Ba- sen aller Erkenntuils, blieben hinter ihren gebildeten Schwestern zurück, Als-endlich die grölsten Köpfe unsrer Zeit den Zweck der Naturwissenschaft näher bestimmten, den täuschenden Gedanken— den Schach- ten der Erde das Geheimnils, edle Metalle zu berei- ten, abzulauschen— der viel emsige, aber insgemein schlecht unterrichtete, Laboranten verführte, vor der Hand aufgaben, eine allgemeine Untersuchung aller bis dahin als Wahrheiten angegebenen Wahrnehmun- gen veranlalsten, gegen Autorität freimüthig warnend, gegen Hypothesen äulserst milstrauilch, auf gründliche Zergliederung, auf nothwendige Zulammensetzung Zei- gliederter Körper, auf reine Erfahrungen sclriechter- dings drangen: da'eilte die Naturkunde in den letz- tern Decennien ihren Schwestern vor, und näherte sich der gegenwärtigen Vollkommenheit,_ Wir ver- kennen die Verdienste der Deutschen um diese Wissenschaft nicht— Ihre Namen sind so unsterb- lich als ihre Werke— Aber-wir gestehen: aus den Werkstätten Priestley’s, Lavoisier's etc. gieng die Fackel der kritischen Chemie aus, welche auch Deutsehland wohlthätig erleuchtete. Die akademischen Jahrbücher bekunden den Zustand der Naturlehre in jeder Periode; und folgen- de Preisaufgaben: 36 „Von der Beschaffenheit der erdigen Bestandtheile u. s, w. und: Von der Bestimmung der Galle u. s. w.“ zeigen, dafs die beiden berühmten gelehrten Gesellschaf- ten in Europa, zu Berlin und Paris, über zwei der wichtigsten, bis dahin noch nicht aufgeklärten Ge- genstände, schon befriedigende Aufschlüsse erwarten, "Die erstere Frage versuchen wir zu beantwor- ten, und ı) zerlegen die!innländischen Getreide- arten in die nähern und entferntern Be- standtheile; 2) beobachten und erklären die Ockono- mie der Natur in Erzeugung der Getrei- dearten, und 5) geben die Resultate der Untersuchung zur Auflösung der Aufgabe. Mit Vorsicht aufgefangenes Regenwasser, mit wel- chem wir die Getreideärten versuchen wollten, setz- ten wir im Zimmer an einen mälsig warmen Ort, da- mit es sich der Temperatur der Atmosphäre näherte, Wir nahmen zuerst Weizenmehl, banden es in ein feines doch starkes Leeinentuch, und kneteten es in diesem Wasser, Bald, anfänglich langsam, nachmals häufiger und zuletzt schwach, gieng die feine weilse Stärke durch den Beutel, und gab dem Wasser das Ansehn einer dicken Milch, Der Rückstand im Tuche war ein wirklicher Leim, schwarzgelb ohne Ge- schmack. Fr liels sich wie nasses Schafleder ziehen, roch widerlich streng, als verdorbener Talg. Im Vo- lumen betrug er mehr als den dritten Theil der Masse. Die weilse Flüssigkeit verrieth einen schwachsülsli- Da 57 gen chen Geschmack, liels ım Filtrum das Wasser nicht ganz klar durch, die Stärke aber in demselben zu- wat rück. In eine Schaale gegossen. setzte sich diese pech- haf-'.arlig fest, vermischte sich umgerührt wieder mit dem wei Wasser; doch ward sie nicht von demselben aufge- Ge- löst. ‚Sie betrug mehr, als der Leim. Das übrige tten, wenige von der Masse blieb in der Verbindung mit WOr- dem Wasser, welches man von der Stärke ab- gols, als sie sich senkte, Ein Theil dieser, Flüssig- ıde- keit abgedampft, farbte sich schwarzgelb, ward schlei- Be- mig und zähe, und hatte einen schwachsülsen Ge- schmack, \no- Die Stärke getrocknet ward auf der Oberfläche rei schwärzlich eingesprengt, und. zeigte die Spuren der zermalmten Hülse, Nachdem ein anderer Theil‘ der Flüssigkeit 56 ng a Stunden, gestanden hatte, deutete sie auf eine Säure, UNE und gieng mit dem dritten Tage in Fäulnifs über. ag Stärke mit diesem Wasser vermischt, entwickelte a mehr Säure; und der Leim, welcher den dritten äte, Tag, hornartig trocken war, aber mit Wasser befeuch- en tet, nach der nämlichen Zeit, faul roch, ohne eine se Säure zu zeigen, verursachte mit der Stärke und mit Sei der Flüssigkeit eine noch, zeitigere Gährung, doch Ir keine stärkere Säure, und nach dem dritten Tage ei- da nen noch unangenehmern Gestank. Die mittlere Tem- ie peratur während der Beschäftigung war 20 Grad(nach Ge Reaumur) über dem Gefrierpunkt, Der Leim konnte von der Stärke nicht rem n abgeschieden sein: denn diese, auf eine Fläche nafs in und dünn aufgetragen, sprang, als sie trocken war, 155e. vor dem Spatel ab, Und aus der Stärke waren feine 58 < Schleimtheile im Arbeitswasser zurückgeblieben, wel- che sich beim Abdampfen absondern wollten,“aber zuletzt, je nachdem sich die Flüssigkeit verminderte, in einen schwarzgelben zähen Schleim zusammenllos- sen, Da in dem Wasser, in welchem das Miehl ge- waschen war, nach und nach sich eine wirkliche Säure bildete, welche sich mehr zu erkennen gab, g als dıe Stärke mit dem Wasser vermischt wurde: so muls die der Saurung fähige Basıs in dem Mehle vor- handen sein, Es entwickelt sich zwar aus demselben keine bestimmte Säure, wofern nicht bey der Vermi- schung des Mehls mit Wasser— auch ohne den Zu- tritt der Luft— das Oxygen aus dem Wasser, oder im Freien das Oxygen der Luft, sich mit dem Säu- refähigen vereinigt, Indefs siebt es keinen orsani- oO tes) Oo o schen Körper, welcher in seiner Mischung kein Oxy- gen hätte; mithin ist nicht allein das Säurefähige ın dem Weizenmehl, sondern das Oxygen selbst, und die nahen Bestandtheile sind: Leim und Stär- ke, diese in einem mehr oxidirten Zustande, Nit dem Weizen hat die Gerste die meiste Aehnlichkeit. Während des Knetens trat der schwarz- graue Leim aus der Masse und setzte sich an das Tuch. Eın Theil der Stärke sonderte sich in einer Stunde zart und fein ab, sprang trocken vor dem Spatel glas- artıg, und zerging auf der Zunge schleimig mit einem schwachsülsen Geschmacke. Ein andrer Theil blieb un Beutel mit Leim verbunden und. bildete einen Teig. Der Leim hefs sich nafs nicht ziehen,[on- dern rils kurz ab, Er war unvollkommner Art und näherte sich dem Eiweilsstoffe. Die Stärke vomR oggen flols leicht und häufig wel. aber lerte, ıllos- ] IP- o liche ab, 50 VOI- ben Ne eiste valz« "uch. unde glas« inem lieb inen [on- und äufg 9 © in einer Stunde, wie ein dicker Schleim, gelbgrau durch den Beutel. Sie blieb stets schleimig, und zeigte einen kaum merklich sülsen und strengen Geschmack. Im Filtrum sonderte sich die Flüssigkeit sehr langsam ab. Der Bodensatz war weils, die obere Schichte rothschwärzlich eingesprengt. Die trocken gewordene Stärke sprang leimartig; doch wurde nach der Arbeit im Beutel nichts dem Leim ähnliches gefunden, son- dern eine bräunliche, unzusammenhangende, scharfe, von der Hülse herrührende Materie, leicht, ohne Geruch, trocken zu Pulver zerreiblich, auf der Zunge teigig und ohne Geschmak, und über- dies noch ein feines fadigesun d fusseliges We- sen. Im Roggen fand sich der Leim auch, nur mit der Stärke so innig verbunden, dals er sich nicht als Leim absonderte, Zermalmte Buchweizengrütze gab feine Stärke. Langsam flols sie durch das Tuch, setzte sıch: bald ın Puhe, doch nicht fest auf den Boden der Schaale, Sie war röthlich von Farbe, fast ohne Geschmack und wenig schleimig auf der Zunge, Der Rückstand im Tuche liels sich wie Teig kneten,, rils aber kurz ab, Er war ein Leim unvollkommner Art mit Schleim- heilen verbunden. Das Hafermehl ging schon in einer halben Stunde weilsgrau durch den Beutel. Kaum trat es nach dem Abguls der Flüssigkeit zusammen, so ward die Farbe dunkler. Es sprang nicht ab, sondern brach wie schlechter Leim. Der Rückstand im Tuche war die schmutzig gelbe Hülse, Der Weizen lieferte den vollkommnern Leim und die schönste Stärke; die Gerste fast eben so 40 viel Leim und Stärke; der Roggen das meiste Mehl, aber mit dem Leim vermischt, der Buchweizen ein Mehl, welches trocken abfärbte, und einen un- vollkommnen Teig als Leim; der Hafer ein Gemisch von schlechtem Leim und schlehter Stärke. Das fusselige Wesen, welches im Roggenmehl am häufigsten, und in der Weizenstärke am wenig- $ten sich zeigte, und auch im Gersten- und Buch- weizenmehle dann zum Vorschein kam, wenn sie trocken mit dem Spatel abgestolsen wurden, rührte um so mehr vom Leim her, weil es am merklichsten da gefunden ward, wo sich der Leim am wenigsten abscheiden liefs, Uebrigens verhärtete die Gersten- stärke trocken am meisten. Dem Geruch und Geschmack nach wurden Rog- gen, Gerste, Buchweizen und Hafer cher sauer, als Weizen; doch ging dieser eher in Fäulnifs über. So unähnlich Erbsen diesen fünf Getreidearten dem Ansehn nach sind: so verschieden fielen auch die Versuche mit denselben aus. Im Beutel geknetet sonderte sich eine Materie ab, welche mit dem ge- brauchten Wasser eine grüngelbe schleimige dicke Flüssigkeit ausmachte. Der Bodensatz war weilses Mehl, welches auf feiner obern dickern Schichte mit einem grüngelben Leim überzogen wurde. Der Rück- stand im Tuche hatte das Ansehn{einer nalsgespreng- ter Sägespäne, roch widerlich streng und krautig. Er war, getrocknet, scharf fast wie Sand, auf der ee nr R: 3 Zunge teigig und ohne merklichen Geschmack. Die Bestandtheile, Leim und'arke, schienen nicht gut QAry erh, alar 1 3 SQ. ya= auszuscheiden. Die Säure am dritten Tage war auf- Ä Be 3]{\ 1;.e fallend, und nachmals der Gestank von der Fäulnifs unerträglich. Mill, Aızen N un- misch nmehl N nz Buch- ın sie rührte ‚hsten igsten ISteNe Rog- saner, ‚über. earten ch die inetet m ge dicke veilses te mit -Rück« ;preng- rautig. uf der #Bie ht gut iv auf- aulnus f 4l Ä Wir erbalten einige Aufschlüsse mehr über die innere Beschaffenheit der Getreidearten, wenn wir die Natur beobachten, wie sie diese organischen Körper zerstört. Dies geschieht hauptsächlich durch die Gäh- rung in ihren drei Perioden. Der Zutritt der feuch- ten Luft, noch eher das Zukommen der Nässe und des ‘Wassers, bringen diese Veränderung hervor, welcher alle Körper dieser Art unterworfen sind. Der feinere Schleim, welcher sich von der Stärke, mit kaltem Wasser behandelt, absondert, bei den Chemikern der Zuckerstoff genannt,|macht eigentlich hierzu ge- schickt. Er schliefst die gröbern Schleimtheile auf, dafs sie sich gleichfalls lösen und anders verbinden. In den nähern Bestandtheilen gleichen sich die Getreidesorten. Wir vermengen die Mehlarten, gies- sen Wasser darauf, bis es übersteht, und nehmen fol- gende Erscheinungen wahr: Der Geruch, den das Mehl hatte, verliert sich. Es erheben sich Luftbläs- chen nach der Oberfläche. Es mufs in dem Gemische Wärmestoff frei werden, welcher dieselben erzeugt, die Basis der Luft losmacht und sie gasförmig aus- 5 delint. In einer grölsern Masse, auf ähnliche Weise behandelt, wird Wärme fühlbar, und das Thermome- ter steigt. Die freie Wärme häuft sich also auch hier, löst Stoffe, ‚die gasförmig werden können, und treibt sie als Luftbläschen nach der Oberfläche. Man bemerkt innere Bewegung im Gemenge. Die Luft- bläschen vervielfältigen sich: es wird mehr Wärme- g verursacht. Nachdem das Gas ausgeschieden ist, tritt bei einer stoff entbunden, welcher die Erscheinun Thermometerhöhe von 205 Grad, nach dreilsig Stun- den, in der Flüssigkeit eine Ruhe ein. Aber die Be. 42 standtheile hatten sich gelöst, und wirken gegensei- tig anders. Es sind einige entwichen, folglich hat sich die Mischung geändert. Die Masse trübt sich, und nach drei Tagen verräth der Geruch eine erzeugte Säure, stufenweis erst den sülslichen Mehlgeruch, dann den schwachsäuerlichen, dann den frischen Brod- geruch, und zuletzt den sauern Brodgeruch. Je nach- dem in der Flüssigkeit die trüben Wolken aufsteigen und fallen, und der feine Schaum auf der Oberfläche sich vermehrt, erhebt sich ein unangenehmer schwach urinöser Duft, vermischt mıb dem, den brennbaren Gasen eignen‘Geruch, welcher sıch allmahg verschlim- mert, und mit Gestank die Fäulnils anzeigt. Hier ereignet sich in drei Perioden, doch nicht ganz deutlich wahrzunehmen, was durch die Gäh- rung bis zu ihrem Ende im Grolsen bemerkbarer wird. Die Getreidearteh würden in einer bald längern bald kürzern Zeit nach Jahren sich auch verändern, dafs man sie für das, was sie gewesen sınd, nicht wieder erkennen könnte; aber, der Luft ausgesetzt und mit Wasser übergossen, werden sie erst eigentlich zu gäh- n BR S ‚Are agoyk, ihnen im : i En RE ren anfansen. Die Luft ıst nämlıc [> Zustande gegenseitiger. Finwirkung: sie giebt ihnen Oxygen, und nimmt von ihnen Kohlenstöf und Koh- lensäure auf. Unaufbörlich wird sie auf die Weise von den Körpern zerlegt, und empfängt auf andern Wegen den ihr abgeschiedenen Stof zurück., Sie wird in den animalischen Lungen ohn Unterlafs zer- setzt, und bekommt, durch Lebensluft duftende Fflan- zen,'ıhr Verhältnils an Oxygen wieder; sie kann mithin bei einem so wichtigen Ereignils, welches in ıbr vorgeht, und dem so vıele Klassen der Körper FENSLL- h hat sıch, eugt e ruch, Brod- nach- eigen läche wach Jaren lim- inen Koh- Teıse dern Sıe Ze! 45 unterworfen sind, nicht unthätig bleiben. Das Was- ser dringt in die Zwishenräume des Gemisches ein, und nimmt Theile desselben in seine Zwischenräume auf. Wie wäre es möglich, dals es im Streite so vieler uns bekannten Urstoffe, mit denselben in ei- nem engen Raume eingeschlossen— und wenn auch die Stoffe sich lösen und anders verbinden, aus wel- chen es selbst besteht— nicht dieselbe Veränderung litte? ‚Es.muls durchaus an der allgemeinen Auflö- sung und anderweitigen Vereinigung einen chemischen Antheil nehmen, da seine Bestandtheile, Wasserstoff und Oxygen, eben die ersten sind, welche durch den Wärmestoff gereitzt sich trennen und anders verbin- den wollen. Es bewirkt für sich selbst schön eine Gährung, da nach Versuchen in einer zu dieser Ver- änderung geschickt gemachten Masse, wenn ihr auch die Luft benommen wird, sich eine Säure erzeu it. Und die Erfahrung ıst unsrer Theorie nicht entgegen: dals Wasser als Wasser von dem gährenden Gemisch geschieden werden kann, ja sıch aus einem, in einen hohen Grade faulenden, Körper von selbst ‚rein abson- dert. Denn wenn hier ähnliche Bedingungen vorhan- den sind, als damals waren, da dies Wasser zuerst Wasser ward: so kann es auch eben sowohl, einem Theile nach, neu entstehen als abgeschieden werden, Nothwendig ists nicht, dafs in dem über einem fäu- lenden Körper sich sammelnden, klaren und von der Fäulnifs nicht angestekten, Wasser eben derselbe Wasserstoff und dasselbe Oxygen sei, welche vorher darin waren, indem der Verlust an dem einen oder dem andern anders woher ersetzt sein kann. Aus je- lafst sich nichts weiter fol- ner richtigen Erfahrurs 5 5 Al gern, als: dafs Wasser mit einer faulenden Materie zwar vermengbar ist, aber selbst nicht fault; und diese Folge ergiebt sich schon aus dem Begriff des Was- seıs, nachdem es in zwei, für uns bis jetzt untheil- bare, Basen zerlegt ist. In den Getreidearten und in dem Mehle dersel- ben waren— wie wir, hier voraussetzen und nach- mals beweisen werden— Wasserstoll, Kohlenstoff, Oxygen, Azote, Alkali, Knochenerde u. s. w. im ge- hörigen Verhältnifs und im Gleichgewicht ihrer Kräfte, Allein Verhältniis und Gleichgewicht werden durch die Mitwirkung der Luft und des Wassers gehoben. Beide— Luft und Wasser— verursachen durch ihr Oxygen und ihren Wasserstoff, welche in die Masse eintreten, ein Uebergewicht, indem diese Stoffe nach den Regeln der Attraktion sich mit analogischen Stoffen, und am ersten mit dem Oxygen und dem Wasserstoff in der Masse, zu vereinigen streben. Dadurch wird Luft und Wasser zerlegt: das Oxygen tritt aus dem tuftförmigen in den tropfbarflüssigen, und zum Theil aus diesem, durch Attraktion der übrigen noch festen Stoffe, in einen mehr festen Zustand; wodurch Wär- mestoff frei wird, dessen Repulsion die Attraktion im Gemisch jetzt überwiegt. In der erhöheten Tem- peratur müssen sich nun sämmtliche Stoffe zu lösen anfangen, weil sie aber nicht alle sogleich als Gase scheiden können, dennoch der Attraktion folgen und andre Verbindungen eingehen. Unter dem Einfluls der Luft, des Wassers und vornehmlich des Wärmestoffs, dehnt sich die Masse aus. Hier sind wenig Stoffe, welche nicht luftförnug werden könnten, wenn ihre Verbindung durch den wen rung einn frei ohne einig ser yı sen$ı wird, doch Hate 1 diese Was- ıtheil- lersel- nach- nstof, m ge- \räfte, durch oben. h ıhr \asse nach offen, rstoff wird dem Theil esten Wär- ktion Tem- lösen Gase und und Tasse jrnng , den 45 Wärmestoff gehoben wird, dafs sie diesem ungehin- dert folgen. Der Kohlenstoff,‘als feuerbeständig, hat zwar eine geringe Verwandtschaft mit demselben; er ist aber‘ der voluminöseste und meiste(28 Theile Kohlenstoff sind 72 Theilen Oxygen am Gewicht gleich), und das freie Oxygen, von ihm gleich stark angezogen als von dem Wasserstoff, vereinigt ‚sich darum eher mit ihm als mit diesem, weil er von dem sich frei machenden Wasserstoff schon angegriffen und gelöst wird. Unter andern Umständen würde eine Rothglühehitze unr fähig sein, den Wärmestoff mit dem Kohlenstoff in Verbindung zu bringen. Hier ver- einigen sie sich mittelst des Oxygen: und so erhebt sich zuerst die Kohlensäure, bildet über der Masse eine eigne Lage, welche die, mit fortgerissenen grö- bern Theile allmählig als Hefen fallen läfst. Diese Absonderung dauert durch alle drei Perioden der Gährung. Inzwischen war Ueberflufs an Kohlenstoff und Vorrath an Wasserstoff, welche sich, ihrer Affinität wegen, auch vereinigt hatten, und ihr Dasein durch den Dunst verrathen, welcher von Vegetabilien kommt, wenn sie in der geistigen oder weinigen Gäh- rung begriffen sind, Es hat sich nämlich bei dem einmal gestörten Gleichgewicht auch der Wasserstoff frei gemacht, freien Kohlenstoff angezogen— und ohne Zweifel auch Wärmestoff gebunden, Diese Ver einigung würde, wenn das Gemisch nicht mit Was- ser verdünnt worden wäre, gar nicht möglich gewe- sen sein, Und wenn selbst das Wasser nicht zerlegt wird, und den Wasserstoff nicht hergiebt: so muls es doch in der Art mitwirken, dals es die Bestandtheile 46 der Masse in seine Zwischenräume aufnimmt, dadurch die Stofle löst, und sie fähig macht, anderweitige Vereinigungen einzugehen, In unsrer Temperatur, und unter dem Druck der Atmosphäre von 28° Quecksil- ber, erscheint der Wasser- und Kohlenstoff, sowohl jeder einzeln, als beide in einem gewissen Verhält- nils, wenn sie Wärmestoff gebunden haben, luftför- mig.. In der flüssıgen Masse hängen sie mit andern Bestandtheilen schwach und mit dem Wasser stärker zusammen, zu welchem sie überhaupt.eine grolse Ver- wandschaft zeigen. Darum sondern sie sich auch um so weniger in Gasgestalt und Dunst davon ab, jemehr sie von der schwerern Kohlensäure umhüllt und be- deckt sind. Sie machen den Geist aus. Ihre Ver- bindung mit dem Wasser aber kann so innig nicht sein, weil Alkohol, in der höhern Temperatur des menschlichen Magens, aus dem Biere, aus dem Brannt- weine und Weine zum'Theil scheidet, als Gas die Adern ausdehnt, den Puls fühlbar hebt, und in Ge- meinschaft mit dem Reize der Extraktivstoffe— d.ıi. der in einem andern Verhältnils veremigten Wasser- und Kohlenstofe— auf die Nerven wirkt und be- rauschende Kräfte offenbahrt. Mittlerweile hatte sich der milde und schwach- süflse Geschmack ım Gemisch in einen herbern ver- wandelt, denn die Absonderung eines Thheils des Koh- lenstofs schlols das Oxygen mehr und mehr auf, wel- ches mit einem andern Theile des Kohlenstoffs in ei- nem andern Verhältnisse erst bestimmte Säure wer- den kann. Aus seiner erstern Verbindung herausge- setzt strebt es nämlich nach einer andern Vereini- gung, und folgt seiner Verwandtschaft mit dem Koh- ist sic den kssı brau einig trenı eine lein Azo der moni kenn weil Kohl diese ladurch weitige ir, und ecksil- owohl erhält- uftför- andern stärker e Ver- 'h um mehr 1d be- 2 Ver- nicht r des annt- s die ı Ge- d.i. asser- d be- wach- ver- Koh- wel- n el- Wel- ısge- einl- Koh- 47 lenstoff im Alkohol. Dieser erhält dadurch eine an-. dre Mischung, muls sich also durch andre Eigenschaf* ten auszeichnen, und verwandelt sich, je nachdem er mehr oxidirt wird, in die kissigsäure, welche die er- stern“Grade der Oxygenesation aus dem in der Masse befindlichen Oxygen; die andern aber aus der Luft empfängt,‘welche in dieser zweiten Periode, in der Essiggährung, zerlegt und in dem Malse vermindert wird, als ihre Basis, das Oxygen, dem gährenden Ge- menge zutritt. Es verringert sich die Kohlensäure zwar; aber es scheidet fortdauernd neue aus. Das Gleichgewicht ıst nıcht hergestellt, sondern mehr gestört. Ks löst sich noch viel vorräthiger Wasserstoff, welcher— in- dem er keine Verbindung im Gemisch eingeht, da die Essigsäure ihren Wasserstoff behält, aber auch keinen braucht, und die Kohlensäure sich mit ihm nicht ver- einigen kann, weil er sich cben vom Kohlenstoff gC- trennt hat, das Wasser aber den Wasserstoff nur in einem geringen Verhältnilse aufnimmt— gasförmig al- lein entweichen würde, wenn sich nicht nun das Azote entwickelte. Uebrigens löst sich auch die mit Oxygen auf gewisse Weise übersättigte Säure so all- mälig, wie sie sich aus der Luft oxygenesirte, und verliert die Säure ganz, je nachdem sie den Kohlen- stoff, das Säurefähige, fallen läfst. Nun entsteht aus der Verbindung des Wasserstoffs mit dem Azote Am- moniak, welches sich auch durch den Geruch zu er- kennen giebt, während nech Kohlensäure hervorgeht; weil der aus dem zerstörten Essig. frei gewordene Kohlenstoff mit dem Oxygen der zerstörten Essigsäure diese Kohlensäure darstellt. Der übrige ungebundene 48 Wasserstoff bricht mit dem Wärmestoff als leichtes und schweres brennbares Gas aus, und verursacht mit dem stechenden ammonikalischen Geruch allein schon den in der dritten Periode der Gährung, in der Fäul- nils aufsteigenden Gestank, welcher desto unerträgli- cher ist, jemehr der Wasserstoff Phosphor vorgefun- den und aufgelöst hat. Die gänzliche Zerlegung der Masse, oder Zerstreuung der Urstoffe, richtet sich nach dem Volumen und der Temperatur, Wenn der Prozels nicht zu lange dauern soll, muls man ıhn durch ein öfteres Bewegen und Quetschen des Gemi- sches, auch durch Nässe und Wärme befördern; sonst möchte die Dazwiıschenkunft animaliseher Wesen den Gang der Beobachtung falsch leiten, und wenn sie auch keine Irrung begünstigte, durch Umwege erst zum Ziele führen. Am Ende bleibt nichts übrig, als kohlensaure Erde, welche, mit Kohlenstaub bedeckt und geglüht, nachmals oft eisenhaltig befunden wird, Die entferntern Bestandtheile der Getrei- dearten würden sein: Wasserstoff, Kohlenstoff, Oxygen, Azote, Phosphor, Erde— diese jetzt nicht näher bestimmt— und, nach einigen: Eisen, Diese entferntern Bestandtheile erhalten wir, wenn wir die nähern vermittelst des Feuers unter- suchen: Der Leim ım Weizen, den jede Säure, aber we- der das kalte Wasser noch der Weingeist, angreift, welcher auch im kochenden Wasser nicht aufgelöst, sondern nur zäher wird, blähet sich auf glühenden Kohlen oder im Lichte auf, brennt mit Rauch, und verbreitet einen Geruch wie angezündete Haare. In der trocknen Destillation bei verschlossenen Gefälseu giebt 49 giebt er kohlensaures Gas, Wasserstoffgas, Azote, Am- moniak und brandiges Oehl. In der Retorte bleibt eine feste thierische Kohle, aus welcher phosphorsaure Knochenerde geschieden wird. Das Stärkmehl vom Weizen, welches im kalten Wasser sich nicht: auflöst, auch mit dem warmen Wasser keine klare Auflösung macht, verursacht auf Kohlen einen sauerriechenden Rauch und brennt im Luftzuge. Durch die trockne Destillation wird brenn- bares und kohlensaures Gas, ein saurer Spiritus mit brandigem Oehl, darum. aber kein Azote erhalten, weil dasselbe wahıscheinlich die Säure bilden hilft. Die Kohle ist nicht fest, giebt Gewächsalkali, und verräth Spuren phosphorsaurer Knochenerde. Das Mehl der übrigen. Getreidearten riecht auf glühenden Kohlen weniger. sauer, aber widriger und unangenehmer, bläht sıch auf, und brennt im Luft- zuge mit einer Flamme. Weil der Leim entweder gi nicht, oder nur unvollkommen auslchied, so sind die Resultate gemischt: Wasserstoflgas, Koblensanres- gas, Ammoniak, Kohle, Gewächsalkal, Phosphor, Knochenerde. In der Destillation verbindet sich der Phosphor mit der. Kohle und das Azote mit dem Wasserstoffe, Wollte man mit den Chemukern noch einen drit- ten Bestandtheil annehmen: so wäre es der feine Schleim, welcher sich von der Stärke absondert, wenn sie mit kaltem Wasser behandelt wird, Er theilt demselben einen schwachsülsen Geschmack mit, vwrel- cher sich auf der Zunge merklicher empfinden lälst, wenn man die Flüssigkeit abraucht.\r oxygenesirt sich in der Vermischung mit Wasser bald, kann aber iu 50 in der Destillation nichts anders liefern, als Bestand- theile der Stärke, mit welcher er einerlei Eigenschaf- ten hat und nur mechanisch von ihr geschieden wird, Er hat carbonhydrooxidirte Stoffe zu einem Radikal verbunden, ın welchem auch das Azote nicht fremd ist. Leim und Stärke unterscheiden sich nur darin, dals jener mehr Azote und mehr phosphorsaure Kno- chenerde, und diese mehr und blofs Gewächsalkalı begreift. Was die Gährung langsam bereitete, vollendet die Einwirkung des Feuers in wenigen Stunden; der Er- folg ist derselbe: Zerlegung der Masse in ihre Ur- stoffe. Um so viel kennen wir die entferntern Be- standtheile jetzt besser, dals wir wissen: jene Erde, welche wir vorher nicht näher bestimmten, enthält Knochenerde und Alkalı. Wir vermutheten vorher Phosphor: nun ist uns sein Dasein in der Knochen- erde gewils. Allein die Beobachtungen über die Fäulnifs und die Versuche durch die trockne Destillation in ver- schlolsnen Gefälsen, sind unvollkommen, und, wenn es auf strenge Richtigkeit‘ ankommt, unzulänglich. Die Stoffe, welche durch die Fäulnils entwickelt wer- den, wurden zur Zeit wenig geprüft. Sie leiden zum Theil keine chemische Zergliederung; es sind viel unzerlegte Stoffe, die von den andern uns be- kannten mit fortgerissen werden.“Wie man sie auf fo verschiedene Art durch die Geruchnerven wahr- nımmt, hat man noch nicht zu erklären gewagt. Man begreift sie mit dem Namen: Stinkstoff! wie- wohl die unansenehmen Empfindungen, welche sie = c mie App lon, Gan. der nich man Ind ätze birte dem. tes h durch Versu wir\ stoffe estanl- 1schaf- wird, einem nicht dar, » Kno- salkalı et die r Er- e Ur- n Be: Erde, ıthält orher chen- ‚ und ı NER wenn glich. ‚ Wel- leiden sind 5 be- auf yahr- vagt. wie- e sie CO 7 in der Nase verursachen, unendlich mannigfaltig sind. Das Destllirgeschäft leidet andere Schw ierigkeiten. Wegen der Elasticität der Dämpfe muls man Luft lassen, das Feuer mälsigen, und den Prozels oft ab- kürzen. Man bekommt die Gase so wenig ganz, als gehörig geschieden, und im Spiritus und Oehl nicht die nähern Bestandtheile, sondern Produkte, die erst in die Bestandtheile zerlegt werden müssen: denn die Getreidearten haben weder einen Spiritus, noch ein Ochl, sondern Spiritus und Oehl sind durch den Wärmestoff verschieden modihicirte Aggregate des Wasserstoffs, Kohlenstoffs und— Oxygen. Zur abermaligen Prüfung der Gasarten insonder- heit, lielsen wir uns nach unsrer Angabe diejenige zu- sammengesetzte Maschine machen, welche Lavoi- sier im System der antiphlogistischen Che- mıe beschrieben hat. Unser pneumatisch chemischer Apparat bestand aus der tubulirten Retorte, dem Bal- lon, den vier Flaschen und den zur Verbindung des Ganzen erforderlichen Röhren. Wir verfuhren nach der Vorschrift. Jedoch da wir nachmals die Gase nıcht messen konnten, weil uns die Geräthe hierzu mangeln: so begnügten wir uns den Prozel[s meist zu Ende zu führen, und die Stoffe theils im Wasser und ätzendem Alkalı aufzufangen, theils die nicht absor- birten, als Gase durchstreichen zu lassen, und sie bei dem Ausgange aus der Röhre als leichtes oder schwe- res brennbares Gas, oder als Azote, oder Oxygen durch die Flamme geprüft zu haben. Nach diesem Versuche, der erst das viertemal gelang, überzeugten wir uns, dals jene aufgefundenen Stoffe die Grund- stoffe waren. oJ 0 in \e} Die meisten dieser Grundstoffe haben wir stets wieder wahrgenommen, in welcher Periode des Wachsthums wir die Getreidearten der chemischen Analyse unterwarfen.‘Sowohl das grüne Kraut, als die Halme und das Stroh, gaben Wasserstoff, Kohlen- stoff und Gewächsalkali. Sie würden in der Destilla- tion die Essigsäure haben bilden können, wenn nicht der Wasserstoff entwichen wäre: daher sie Kohlen- säure ausgaben. Das wesentliche Salz lieferte eine Säure, welcher nur Oxygen fehlte, um eine Sauer- klee- oder aber eine Essigsäure zu werden, und die mit Wasser verdünnt ın der Wärme, ohne mit'Sal- peter behandelt zu werden, durch die Basıs der Luft sich von selbst zur Essigsäure oxygenisirte.:Fanden wir nicht alle Stoffe, die der Art nach schon im Sa- men gewesen waren, wieder auf, so lag allein der Grund in der Unvollkommenheit unsrer Untersuchung, dafs der nur geringe Gehalt, und die in kleinen Por- tionen verhältnilsmälsig unmerklich kleine Quantität, z, B. von Azete, Phosphor, Knochenerde, unsrer Be- obachtung entgieng. Wir haben die Getreidearten chemisch zerlest. Wie die Natur sie zusammensetzt, wird uns die Auf- merksamkeit auf die Ockonomie derselben lehren. Dals der Saame, der keimen, grünen, wachsen und reiten soll, Nahrung aus der Erde nehmen, und dafs das Gedeihen der Frucht sich nach der Beschaffenheit der Pflanze und des Bodens richte, bedarf keines Be- weises. Wir untersucken daher zuvörderst die be- fruchtende Erd& selbst. In unsern Gegenden sind diese drei Arten Erde die gewöhnlichsten: Kiesel- Thon- und Kalk- t stetz e des ischen bt; als ‚ohlen- estilla- nicht \ohlen- te eine Sauer- ıd die tt Sal- r Luft Fanden Im$a- in der ‘hung, n Por- ntıtät, er Be- zerlegt, ie Auf- lehren. en und d dals fenheit es Be- lie be- 1 Erde Kalk 60) erde» Man findet sie auf den Getreidefeldern nie rein, sondern in unendlichen Verhältnissen vermischt, lagerweise, schichtenweise, versetzt, angeflogen. Man trifft auch andere Erdarten an, doch nicht, aller Or- ten, und in einer so geringen Menge, dafs man sie in der Mark Brandenburg für fremdartig und zu einem tragbaren Boden nicht erforderlich halten kann. Der Kiesel ist die gemeinste Erdart, bald grob, bald fein, bald vermischt. Gereinigt, ohne stark an- gegriffen und gebleicht zu sein, fallt die Farbe mehr oder weniger ins Weilse. Je röther ex sich. zeigt, de- sto unfruchtbarer ist er, und scheint in die ersten Grade der Verglasung. übergegangen zu sein. Der Tlion, möglichst gereinigt„ auch von weilser Farbe, ist feiner als Sand, zart und fettig anzufuhlen. Er lafst sich mit Wasser, kneten und bilden. Der reine Kalk hat eine blendende Weilse, löst sich in einem gewissen Verhäaltnifs mit Wasser auf, ist entweder kohlensauer oder ätzend, oder todtgebrannt.‘ Kalkerde hat die grölste, Thonerde die geringste eigenthüml- che Schwere, In einem Boden, in welchem der Kalk auch nur den achten Theil der Erde betrüge, käme eine Pflanze nicht gut fort;. wo der Thon über die Hälfie aus- machte, würde sie im trocknen. Frühjahre sterben. Eher gedeihet sie im blolsen Sande, ohne Thon und Kalk. Die beste Erdmischung für den Wachsthum ist:„5 Kieselerde,„5 Thonerde und;s Ralkerde. So viel an Ralk findet sich in keinem tragbaren Boden. Allein es möchte an dem Verhältnisse nichts abgehen, venn man in Anschlag bringt, dals hauptlächlich durch den Dünger, dem. Acker Kalkerde zugeführt wird. 54 Die Frdarten für sich und rein geben keine Frucht, denn Kiesel- und Thonerde haben keine Neigung zur Kohlensäure; aber sie, sind auf dem tragbaren Acker mit salzfähigen Basen und Salzen vermengt, und besonders die Kalkerde ist selbst eine salzfähige Basıs. Die Kieselerde hat die nächste Verwandt- schaft mit der Flufssäure und mit den Alkalien, ist alkalischer Natur, weil sie Neutralsalze zersetzt, und sich mit Säuren, wiewohl nur schwach, vereinigt. Sie besitzt eine stärkere wärmeleitende Kraft als die Thonerde, bindet aber den Wärmestoff nicht wie die Kalkerde. Sie beweist keine Attraktion weder zum Oxygen, noch zum Wasser- und Kohlenstoff, noch zum Azote, sondern nimmt solche mehr mecha- nisch an. Ihre Theile schliefsen schlecht zusammen: die Gewächse können sich nicht gut ansaugen, und erlangen zu wenig Grundfestigkeit, Trocken ist sıe für die zu zerlegenden, durch den Dünger ihr zuge- führten Materien, zu unwirksam, und nals vielleicht zu thätig. Im erstern Tall gebricht es bald der Pflanze, welche nur einfache Stoffe braucht und ‚verarbeiten kann, an Nahrung. Im zweiten würde sie Nahrung haben; aber sie empfängt zu viel unzerlegten Was- sers, wodurch die Gefälse überfüllt, schlüpfrig und zu dem Geschäft einer regelmälsigen Vegetation, un- fähig gemacht werden, In beiden Fällen eıfährt sie eine zu schleunige und ihr schädliche Abwechselung, und wird im Fortkommen gehindert. In der Dürre schmachtet sie; und nach der Nässe neigt sıe sich, weil die organische Kraft vorher überspannt war, in der Hitze zum Verderben. Wenn s gleich einige saft- Be" sch mil the Frucht, Neie elgung agbaren mengt, zlähige wandt- N, ıst t, und reinigt, ft als It wie weder stoff, mecha- nmen: und st sie zuge- cht zu lanze, beiten ıhrung Was g und 1, Un- ırt sie elung, Dürre sich, U, in , Saft 65 volle Pflanzen im Sande gut und geil wachsen, so ge- deihen mehrere dagegen gar nicht oder schlecht. Die magern Gräser weniger Gattungen, benchmen diesem Boden wenig Kraft; aber, sie geben ihm auch wenig Fruchtstoff in einförmiger Mischung an Wasser-Koh- lenstoff und Oxygen zurück. Die in ihm dürftüg wachsenden Vegetabilien nähren auch verhältnılsmälsig wenig, Insekten und Gewürm: mithin erhält auch von der Seite das Land wenig Fruchtbarkeit, welche es durch die Ruhe nach Jahren langsam einsammelt. Der Sandboden taugt für Gewächse nicht, welche eine feste Erde fodern, um sich zu bestauden, oder welche von einer vollkommnern Mischung sind, weıl er ihnen eine ähnliche Mischung von allerhand Stof- fen nicht zuführen.kann. Das den ediern organle schen Wesen eigene und unentbehrliche Azote nutzt er wenig, weil er es kaum so lange hält, bis es sich mit dem Wasserstoff zum Amınoniak-vereinigt und theils verfliegt, theils die Gewächse übertreibt und verbrennt, Wenn dieser Boden mit andern Erden, Kohlenstoff und Salzen verhältnilsmälsig vermengt ıst: so verursacht er, seiner Lockerheit wegen, denselben weniger Hindernisse gegenseitig zu wirken, sich zu mı- schen, und den anziehenden Vegetationskräften Frucht- stoffe abzugeben. Er wird dadurch selbst fester, hält länger Feuchtigkeit, und befördert in seiner, alkalischen Ligenschaft allerhand Vegetabilien zur. Zeitigkeit und Vollkommenheit. Rein kommt ihm nur eine negative Truchtbarkeit zu.: Dem Sandboden kann man durch Kultur'in wenig Jahren aufhelfen, dals die meisten Getreidearten in ihm sehr gut fortkommen; aber er läfst sich auch in kürzerer Zeit, bei schlechter Wirth- 56 schaft, dergestalt aüszehren, dafs er kaum die Aussaat liefert. In den Niederungen werden Roggen, Hafer Buchweizen, und schon in mittelmälsiger Kultur auch Gerste, selten feblschlagen; nur der ‚edlere Weizen kann hier nie— wofern die Grundmischung des Bo- dens nicht verändert wird— mit wiırthschaftlichem Vortheile gebauet werden. Die Thonerde löst sich auf nassem Wege in Al- kalien auf. Im reinen Zustande hat sie keine Neigung zur Kohlensäure, und empfänst den Kohlenstoff allein mechanisch, Jemehr Alkali:und säurefähige Basen sıe enthält, desto mehr Attraktion äufsert sie zum Oxygen, und hat alsdann Verwandtschaft mit der Salpeter- und Salzsäure. Sie verschluckt mittelst der Nässe alle ein- fache und zusammengesetzte Stoffe, umwickelt die Salze, und macht mit allem, womit sie auch nur eine mechanische Verbindung eingeht, einen Teig, welchen die bald trocknende Oberfläche vor der Verwitterung schützt. WVermischt mit fandern Erden und Stoffen kann auch die Nässe nichts ausziehen, nech mit fort- nehmen; sondern sie vereinigt sich vielmehr selbst mit dem Thon, wird durch die in ihm vorhandenen Alkalien und salzfähigen Basen allmälig zerlegt und den Beständtheilen nach angezogen; so wie auch die Luft‘mittelbar durch Thon zersetzt wird. Diese Erde befruchtet sich so tief, als das atmosphärische Was- Ser, die'Luft und durch beide andre Fruchtstoffe in sıe eindringen, wird aber weiter unten allemal un- tragbar gefunden, und ist kaum in der Tiefe einer halben Elle guter Boden."Wenn sie mit Kohlenstoff und andern Erdarten verhältnifsmälsig vermischt ist: so wachsen allerhand Pflanzen' saftvoll in ihr hervor, ie Anssat n, Hafer tur auch ® Weizen N des Bo- taftlichem egein Al. Neigung oft allein Basen sie Osygen, eter- und e alle ein. ickelt die nur eine welchen witterung d Stoffen mit fort- hr selbst thandenen legt und auch die )jese Erde che We- tstoffe in oma] un- fo einer hlenstoff heist: SO hervor; I 3% und die verwesenden Wurzeln und Stauden derselben ersetzen ihr einen Theil der verlornen Kraft. Von den Leichnamen der sich reichlich auf ıhr nährenden Insekten und des Gewürms‘empfängt sie auch anıma- lische Stoffe, nur auf noch nicht genug bekannten Wegen aueh mineralische, welche sie sämmtlich in sich verschlielst, chemisch bearbeitet, und den in ih- rem Schols wachsenden Pflanzen darzubieten geschickt wird.»Eimige Chemiker nehmen. die Schwefelsäure wesentlich in ihr an; wenigstens sind Schwefel, Eı- sen und Alkalien ın ihr nicht fremd, wodurch ihre Fähigkeit zu befruchten, und den Vegetabilien das Oxygen in dem Malse darzubieten, als sie es bedür- fen, noch erhöhet wird, Findet sich ım Thonboder die gehörige Mischung der Erdarten mit Kohlenstoff; hat er Zeit gehabt,‘ die Grundstoffe,‘besonders aber Oxygen und Azote, zu sammlen: so: bedarf es des Düngers nicht, ihn in Würden zu erhalten. Das dritte oder: vierte Jahr der Ruhe wird ıhm die ver- lorne Fruchtbarkeit durch.die in ıhm verweseten Pflanzen an Wasserstoff und Kohlenstoff exsetzen, Im entgegenstehenden Falle ist die Unterstützung durch Dünger um so nöthiger, als er die eingebülsten Kräfte durch sich selbst langsam wieder erlangt, indem er sei- ner Natur nach lange trocken oder lange zu nals bleibt, und die Dinge, welche ver.aus dem: Pllanzen- und Thierreiche empfängt, nicht so bald in ihre Urstofe auflösen, noch die Gewächse befruchten kann. So chwver es ist einem zu stark angegrifienen Thonacker aufzuhelfen, indem Kunst und Dünger, in dem ihm nöthigen Verhältnils, nicht schaffen können, was er| verloren hat,-und‘was er. nur in der Zeitlder Ruhe 58 wieder erhält: so beständig behauptet er sich bei der nicht besten Kultur in seiner Kraft. Denn wıewohl inan ihm durch eme unwirthschaftliche und wider- sinnige Behandlung mehr nimmt, als er sammelt, so wird der Unterschied nicht eben viel betragen,(da des Geschäft der Zerlegung der Dinge in ihre ent- ferntern Bestandtheile, iangsam von statten geht, und die Fruchtbarkeit so geschwind nicht ausgezehrt wer- den kann. Dieser Boden ist der beste und. ergiebig- ste für den Weizen und die Gerste: denn diese Ge- treidearten haben eime vollkommnere Mischung, eine edlere Bildung, was bei den übrigen sparsamer ange- troffen wird, Azote, verlangen einen festern Boden und eine mannigfaltigere Nahrung. Wenn eine Erde, sie bestehe nun gröfstentheils aus Kiesel oder aus Thon, tragen soll: so darf sie nur wenig Kalk enthalten. Dieser ist alkalıscher Natur, und hat insonderheit Verwandtschaft mit dem Koh- len- Wärme- Lichtstoff und Oxygen. Man kann ihm eine aktive Fruchtbarkeit zuschreiben,. denn er geht selbst in die Pilanzen über, da der Thon und Kiesel nur mit hinübergerissen zu sein scheinen. Er begünstigt und befördert. die Vegetation ungemein. Kohlensauer, nahrt er die Gewächse, und giebt der gegenwirkenden Vegetationskraft Kohlenstoff und Oxy- gen;"je nachdem sie angezogen und gebraucht wer- den. Von der Kohlensäure befreit, sättigt er sicli mit Wärmestoff, dem thätigsten Wesen in der. Natur, welches gleichfalls, durch Vegetationskräfte entbun- den, den Wachsthum der Pflanzen, oder die nöthige Wärme zum Gedeihen, die Zirkulation der Säfte und die Ausdehnung der Gefälse bewirkt.‘ Darum darf ga che At dei der iewohl wider- lt, so 1,(da e ent- t, und t wer- siebig- ;e Ge- eine ange- Joden ıtheils je nut Jatur, Koh- kann in er ‚und 1. Er mein. bt der "Osy- - ‚hmit \atur, tbun- tige und ‚darf 59 aber, gegen die übrigen Erdarten, des Kalks verhält- nilsmälsig nur wenig sein, weil er durch die sarke Anziehung des Oxygen die Gewächse verbrennen, und wiederum durch zu viel Mittheilung des Wär- mestofls sie ebenfalls versengen und zerstören würde, Im Thonboden kann des Kalks mehr sein, als im Sande, indem er in jenem die Fruchtbarkeit erhöht, in derselben Menge aber in diesem sie vermindert und zernichtet, So tränkt man den Weizen, welcher in ein leimiges Erdreich gesäet wird, in Kalkwasser, Versuchte man es, auch den Roggen auf diese Weise zu befruchten, und sorgte nicht auch für ein kühles Feld: so möchte man sich mit der Erwartung einer reichen Erndte täuschen. Diese drei Erdarten sind auf der Oberfläche des Landes, mehr oder weniger tief, allemal mit fremden einfachern und zusammengesetzten Stoflen vermengt, Durch meine Versuche fand ich darin: Wasserstoff, Oxygen, Azote, gebildete Alkalien, selbst Säuren, Salze und Oehle, je nachdem die Erdart war, welche ich wählte, und so viel Kohlenstoff, dafs er in der sogenannten Dammerde mehr als die Hälfte der Masse ausmachte. Dieser Stoff ıst allen Naturreichen gemein. Man trifft ihn in den tiefsten Klüften und Schachten lager- weise mehr oder ‚weniger rein, und fast über der ganzen Oberfläche der Erde, mehr oder weniger tief, mehr oder weniger mit dem Boden vermengt, mehr oder weniger einfach an sich, oder mit fremden Stof- fen vermischt. Er ist der schwerste von denen, wel- che in unsrer Temperatur und unter dem Druck der Atmosphäre von 28° Quecksilber, Juftförmig werden 60 können. Wie die thierischen Körper durch ihn an Gewicht und Ausdehnung zunehmen: so vergrölsern sich durch ihn auch die Vegetabilien, und empfangen von ihm ihre Nahrung. In der Luft und ın dem Wasser ist er fremdartig, Es kommt daher mittelst derselben wenig von ihm, weder in die Erde selbst, noch in die Pflanzen.’ Der tragbare Acker aber hat ihn schon von Natur, oder durch den Dung, und also von den Vegetabilien und thierischen Substanzen, oder auch mittelbar aus dem Wasser,. welches ıhn aufnimmt, auflöst ünd wieder abgiebt, oder auch zu- fällıg aus der Atmosphäre, Einfach wird er nur ge- nutzt, und aus seinen mannigfaltigen Verbindungen langsam geschieden. Er mnuls darum ım grofsem Vor- rathe vorhanden sein, weil er von allen Fruchtstoffen am meisten gebraucht wird. Dafür aber zehrt er sich desto sparsamer auf, dafs ein Land dennoch ın Wür- den bleibt, wenn man auch nur alle drer bis vier Jahre den Abgang ersetzt. Ja er vermehrt sich von selbst, wenn die an dem Okt gewachsenen Vegetabi- lien und von demselben lebende Thierehen verwesen. Wo er nicht ist, und wohin er auch nicht durch Kultur gebracht ward, da fliegt er in jedem Boden, von wel- cher Erdmischung derselbe auch sei, so kärglich an, dafs eine Ruhe vieler Jahre nöthig wäre, ehe sich aus der Atmosphäre so viel gesammelt hat, dais Ve- getabilien nun wachsen. Die Gewässer führen ihn iin‘ Schlamme‘und in den Unremigkeiten mit sich, und‘lassen ihn mit denselben, wo sıe austraten, Fal- len. Daher rührt zum Theil die gröfsre Fruchtbar. keit der Niederungen. Wo aber schon ein starker Gehalt an Kohlenstoff war, da kann er auch eben so- ihn An rölsen r langen in dem ınd also tanzen, 1es ihn ich zu- ur ge- dungen m\or- er sich - 15. vier ch von ;getabi- Twesen. ‚Kultu on= & sich, n, fal- chtbar starker \ Ne= pen 50 61 wohl durch Ueberschwemmungen dem Boden entzo- gen und nebst Alkalien und Salzen ausgelaugt wer- den. Er ist unthätiger Natur; aber das Oxygen, wel- ches nahe mit ihm verwandt ist, und Kohlensäure mit ihın macht, erleichtert den.Alkalien, alkalischen Erden und Vegetationskräften das Geschäft, ıhn zu regen, anzuziehen und: in den Kreislauf der thätigen Kräfte mit über zu nehmen. Dann mufs er auch dem Wärmestoffe folgen, der ilın sonst nur in einer grolsen Anhäufung lösen kann. Meine Versuche mit den Erden, bestätigen die ökonomische Erfahrung: dafs ein Acker so viel an Kohlenstoff verliert, als er an die Vegetabilien, welche er trug, abgiebt. Die Entwickelung der Pflanzen und der Wachs» thum derselben bleiben noch unerklärbar, wenn man den Einfluß der Alkalien, alkalischen Er- den und salzfäbigen Basen nicht in Anschlag bringt. Ich hatte eine Erdmischung von der tragbarsten aus- gelaugt, und fertige Alkalien beider Art gefunden; eine andre mit Säuren versucht, und nächst: der Koh- lensäure eine unreine Meersalzsäure ausgetrieben; eine dritte der pneumatisch- chemischen Destillation un- terworfen, und Wasserstoffgas, respirable Luft, Azote u.s. w. erhalten. Ich hatte mir selbst eine Erde ge- mischt aus reiner Thon- Kiesel- Kalkerde. Aus Man- gel an einfachem Kohlenstoff vermengte ich'sie mit dem dritten Theil des ganzen Volumen Dammerde. Das Verhältnils der Erdarten und des Kohlenstoffs konnte ziemlich getroffen sein, Mit der Dammerde waren auch Alkalien, Säuren und Salze hinzugekom- men; aber es blieb ein ganz anderes Gemenge. Das Verhältnifs war dennoch verfehlt; keine chemische 62 Mischung der Frdtheile, keme gegenseitige dieser Mischung entsprechende Annäherung, Einwirkung, At- traktion und Repulsion erfolgt; noch nicht das Maals der Alkalien, Salze und Säuren getrofen,, und mithin in der Mitiheilung der eigentlichen thätigen Triebe geirrt. Die Salze sinds eben, welche sich lösen, da- mit sich die Säuren mit andern salzfähigen Basen ver- binden. Die Alkalien werden von den Säuren ange- griffen: Wärmestoff wird frei und anderweitig gebun- den. Die Bewegung theilt sich allen auch den trägen Stoffen mit. Alle Wirkungen und Gegenwirkungen geschehen in Verhältnissen und Modifikationen, in welche sich die wirkenden Kräfte von selbst nach und nach fügten. Alles ist vorbereitet, organische Körper zu empfangen, und analogisch so wieder zu wirken, wie schon tausendfältig gewirkt war. Der Kunst kann es einmal gelingen, die Fruchtbarkeit des vaterländischen Bodens durch die Mischung der Erd- arten zu erhöhen. Aber sie wird die reinen, der be- sten Fruchtstoffe beraubten, Erden dazu nicht verwen- den, um rohe Triebe zusetzen zu müssen, da sie mit unendlicher Ersparung von Zeit und Kosten zum Zweck gelangen kann, indem sie die mit: den verhält- nilsmälsigen Alkalien, Säuren und salzfähigen Basen befruchteten Erden nur wählen darf. Ich versprach mir aus der von mir gemengten Erde keine gesunde Vegetation, und sahe auch nur zarte und bleiche Plänzchen, denen ich mit einer verdünnten Auflöfung von nitrisirtem Alkalı forthalf, damit sie nicht völlig verwelkten. Die Erden selbst mit dem Kohlenstoff, der Haupt- nahrung der Gewächse, entwickeln keine Vegetation. 65 Jene, die Erden— die Kalkerde ausgenommen, deren die PfJanzenökonomie bedarf— Thon- und Kiesel- erde, seben den Wurzeln nur einen mehr oder weni- geb ger festen Stand, und mildern die Wirkung der Säu- ren und Alkalien, welche sonst zerstörend sein wür- den, indem sie jene verschlucken und nur auf die Ge- genwirkung anderer Substanzen in dem Maalse fahren lassen, als sie gebraucht werden sollen, und die Kräfte der Alkalien dadurch mälsigen und wohlthätig ma- chen, dafs sie solche in ihre Mischung aufnehmen. Sofern aber die Attraktion und Repulsion, das Wesen des Vesetationsgeschäfts mit Eıfolg betrieben werden soll. sind sie selbst als Erden und auch als alkalische Erden, noch zu träge und unthätis. Aber durch Säu- I= a HIISSLERE- dB Bee+ ren mehr oder wreeniser getränkt und sesättist, und durch Alkalien in ihren Wirkungen sestärkt, können sie mittelst beider ihren Zweck erfüllen. Auch nach meinen Versuchen mit einer beträchtlichen Menge recht guter tragbarer Erde, lieferte dieselbe: die Alka- lien und verschiedenen Säuren: denn ich gewann Koch- salz, Digestivsalz, Glaubersalz, vitniolisirten\Weinstein, Gyps, phosphorsaure Kalkerde, jedoch lange nicht so viel Gewächsalkali, als aus den Pflanzen, die da se- wachsen wären, würde gezogen sein. Daher es wahr- scheinlich wird, dals dies Alkalı zum Theil ein Er- zeugnils der Vegetationen sei. Hat nun der Boden diese Mischung nicht: so zieht er auf der Höhe die Feuchtigkeit nicht genug an, und hält sie in der Niederung zu fest. Nachdem er getragen hat, findet sich in einem andern, eben so grolsen, auf dem nämlichen Flecke genommenen, Vo- lumen von Erde, ein Absans von Säuren und Alka- 64 lien, welcher ohn Zweifel den Produkten der Art aus den dort gewachsenen Pflanzen gleich sein würde, wenn man bestimmen und von den Produkten abziehen könnte, was die Luft und das atmosphärische Was: ser mittlerweile den Vegetationen zugeführt hatten. Den Dünger hat man, seit den frühesten Zeiten der Oekonomie, für das Mittel gehalten, dem Erdbo- den wieder zu geben, was er an die Gewächse ab- setzt, ihn selbst zu verbessern, und die Pflanzen in ihrer Art zu vervollkommnen. Er besteht in den na- türlichen Abgängen vom Vieh und andern thierischen Auswürfen, welche mit Stroh, wo die Feuchtigkeit sich einzieht, und das festere sich anhängt, aufgesam- melt, in besondern Behältern und Vertiefungen aufbe- wahrt, und nachmals auf den Acker gefahren werden, In einigen gröfsern Wirthschaften nutzt man jede Art Mist besonders; in andern wird derselbe zusammen» gebrochen und so verbraucht. Sowohl jene als diese Verwahrungsweise hat ihre Gründe; beide aber rich- ten sich nach dem Boden und nach ökonomischen Lokalumständen. In allen solchen Abgängen von Thieren und Pflanzen, finden sich die Bestandiheile des Fleisches und der Gewächse, welche von Thie- ren verzehrt, oder anderweitig zu Dünger werden; und hieraus erklärt es sich: wie die Erde dadurch befruchtet wird, Doch sind die Nahrungsmittel ver- schieden, welche die Thiere zu sich nehmen, indem einige blols von Vegetabilien,, andre, als die Schwei- ne, auch von thierischen Materien, einige von ein- fach organisirten, wie insgemein das Rindvieh, andre von vollkommner organisirten Dingen leben. Und die. chemische Bearbeitung des Futters in den Ver- dauunges- Kor me ler Art würde, ziehen 2 Wası tten, Zeiten Erdbo- ‚hse ab- nzen ın den na- rischen tigkeit Fgesam« - verden, de Art mmen« ; diese r rich- schen n von dtheile 1 Thie- verden; dadurch tel ver ‚ indem schwei- on eiIn- ‚ andre Und on Ver- auungs* 65 dauungswerkzeugen der'Thiere ist nicht weniger ver- schieden. Auch der Miist als Mist vermehrt oder ver- mindert, verbessert oder verschlimmert sich, je nach- dem er von Oekonomen behandelt und richtig oder unrichtig verwendet wird, Der Dünger liefert in der trocknen Destillation, aulser den brennbaren und kohlensauern Gasen: bald mehr bald weniger, saueım Spiritus mit brandigem Oehle, Ammoniak und eine zum Theil feste Kohle, aus welcher Gewächsalkali und Knochenerde ausge- laugt werden kann; in der pneumatisch chemischen Destillation: das leichte und schwere brennbare Gas, Azote, Oxygen, viel Kohlensäure, eine unreine, nicht weiter von mir untersuchte, Salzsäure, in der Kohle Alkalı und phosphorsaure Knochenerde. Die Menge der Produkte fällt abwechselnd aus. Vorzugsweise giebt der Pferdemist viel Ammoniak und Gewächsal- kalı, der Kuhmist weniger, der Schweine- und Schaf- mist, jener viel Ammoniak, dieser das meiste salz- saure Ammoniak. Hat der Dünger eine Zeitlang an der Luft gelegen, und eine natürliche Veränderung erlitten: so bildet sich in demselben durch die Ein- wirkung des Oxygen der Luft— nie des Oxygen des Wassers aus natürlichen Gründen— ein fertiger Sal- peter, der aber in jener Behandlung, wenn er auch schon vorhanden wäre, zerstört wird. Die Produkte der Destillation fallen allemal nach Beschaffenheit des Düngers aus, ob er fett oder mager ist, ob er lange gelegen hatte oder frisch ausgeworfen war, und sind dann mehr oder weniger. Der Dünger geräth in seiner Vertiefung in eine Art von Gährung. Durch den Einfluls der Luft lö- E 66 sen sich die Stöffe, und verbinden sich anders, z. B. in Ammoniak. Viel flüchtige treten aus; zerlegte und unzerlegte werden durch den das Geschäft betreiben- den Wärmestoff fortgerissen, Auf einem|Haufen, der Luft ausgesetzt, vereinigt sich das Oxygen mit ihm, und seine feste Lage verhindert die Verdünstung der flüchtigen und kräftigen Bestandtheile. Wird er nun auf den Acker gefahren, gebrochen und untergeflügt: so theilt er seine gährende Bewegung den mannigfal- tigen Stoffen in der Erde mit, Diese ziehen sich an, verbinden sich, und machen nun den für Gewächse tragbaren Boden, in welchem, nach den ökonomischen Erfahrungen, allmälıg, und erst nach Jahren durch die Wirkung und Gegenwirkung aller vorhandenen Be- standtheile und besonders durch die noch thätigern Vegetationskräfte der Pflanzen, diese Stoffe zerlegt, und nach und nach an die Gewächse abgesetzt werden. Ist der Dünger nicht untergepflügt: so lösen Luft und Regen die Salze eher, und nehmen sie mit sich in die Erde. Wenn sonst alles gleich ist: so kann in diesem Fall der erste oder zweite, und in jenem der zweite oder dritte Abschnitt am ergiebigsten sein. Aber viel flüchtige Theile hatten sich im Jletztern Falle zerstreuet, welche im erstern von der Erde zu- rüickbehalten und nachmals zum Zwecke verbraucht werden, Nur auf einem verhältnilsmälsig feuchten Boden, wo der Dünger dick übergetragen werden kann, lälst man ihn brechen und verwittern. Gehen einige feinere Theile verloren, indem sie verdunsten: so kann dieser Acker, wenn er nur an Kohlenstoff nicht Mangel hat, sie entbehren. Gegen das, durch die Luft weggenommene flüchuge Alkali, wird er y zB, te und reiben- en, der it ihm, ng der er nn geflügt: anigfal- ich an, wächse ischert ch die en Be- äligern t, und erden. ‚ Luft it sich ann ın m der n sein. letzten rde zu- braucht suchten werden Gehen nsten? lenstofl durch rd er 67 durch den Zutrrtt des Oxygen und den sich erzeu- genden Salpeter entschädigt, Hierin liegt der Grund, warum man den Dünger nicht in zu tiefen Gruben aufbehält. Er scheint in den. Vertiefungen wenig sich zu verringern; da er hingegen über der Erde sehr zusammenschwindet, Allein hier geht die innre Gährung vor, wodurch der Abgang vom Vieh erst zum Düngungsmittel zuberei- ee ee reTe RL: Be menkartas= tet wird, Dort verliert er w eniger flüchtige Stoffe; doch nımmt er auch weniger Oxygen der Luft ein. Er bleibt nicht einmal, wie er war, denn das in der Grube sich sammelnde Wasser laugt ihm die Kraft aus. Wenn er nun in dieser schlechten Beschaffen- heit auf den Acker gefahren wird: so muls er doch die Veränderungen leiden, welche ihn fruchtbringend machen, und vor welchen man ihn, zu entschiedenen I>. ar air 1.>” Nachtheilen der Oekonomie, in den Gruben bewahrt hat. Der Dünger kann durch die Vegetationen unmit- telbar nicht genutzt werden. Er hat Salze, Oehle, Säuren, Kohle: dies sind insgesammt nicht unmittel- bare Düngungsmittel. Der tragbare Boden verlangt einfachere Substanzen: Wasserstoff, Kohlenstoff, Oxy- gen, Azote, Die Salze müssen daher aufgelöset, die Ochle ın Wasser- und Kohlenstoff zerlegt, die Säu- ren bis aufs Oxygen wieder geschieden, die Kohlen zu Kohlenstoff zurückgeführt werden, Zu dieser sehr. zusammengesetzten chemischen Arbeit, werden in der kunstlosen Natur Jahre erfordert: und noch ist nach der dritten Eirndte nicht aller Dünger zerlegt, und an Pilanzen abgesetzt. Eine Kohle hat verhältnilsmälsig den meisten Kohlenstoff; aber er ist durch ein ver- E 2% 68 ‚stärktes und beschleunigtes Feuer mit andern Stoffen dergestalt zusammengetrieben, dals er sich unter der Erde in funfzig und mehr Jahren nicht lösen kann, Bey der Zerlegung der Körper durch Hitze richten sich die Produkte nach der Anwendung des Feuers. So giebt z. B, derselbe Mist, das einemal mehr bran- diges Oehl, oder mehr Ammoniak, als das andre. Man würde zu Irrthümern verleitet werden, wenn man das Feuer nicht gehörig regierte und Uhr und Thermometer nıcht zur Hand nahme. Nach dem che- mischen Prozels sind ‚dann die Resultate von allen vier Mistarten fast dieselben, und kommen fast zu’ ei- ner Zeit heraus: zuerst zerlegt sich der Schweine- und Schafmist, nachher der Kuh- und Pferdemist, In dieser Ordnung düngen sie auch den Acker, Zuerst verweset der Schweine- und Schafmist; und der hier- mit befrüuchtete Boden giebt die ersten guten Ernd- ten, Jedoch kann man darum nicht behaupten, dafs dieser Mist der kräftigste sei. Der Abgang von Kü- hen und Pferden vergeht nicht so bald. Die Wirkun- gen davon zeigen sich vielleicht erst im zweiten und dritten Jahre: und darum ist er kein geringeres Dün- gungsmittel, Die beiden erstern Mistarten liegen sel- ten lange im Freien— den Schafmist läfst man in den Ställen hoch anwachsen— Sie haben sich, stets nit frischen Theilen vermengt, nicht entzünden, und nicht der Luft genug ausgesetzt, nicht in Gährung ge- rathen können._ Dadurch würden sie zwar an und für sich zur Beförderung weniger geschickt sein, wenn nicht die Bestandtheile, durch eine gute thierische Verdauung bearbeitet, schwach zusammenhingen, und von den Vegetationen sofort verbraucht werden könn- Stoffen ter der ann, ichten euers. l bran- andre, wenn ir und m che- allen zu ej- weine» st, In Zuerst r hier- Ernd- dals ı Kü- ırkun- n und Dün- on sel- han ın , stets , und ng 5 1 und wenn nische und h) könn- 69 ten: dahingegen durch das Liegen des Pferde- und Kuhmistes, für die Vegetationskrätte schwer auflösliche Verbindungen entstanden, indem diese thıerischen Ab- } gänge.an der Luft eine öhlige Beschaffenheit annehmen, Ammoniak und Salpeter bilden, und in der Mischung ‚mit andern Stoffen sich langsam zerlegen, darum aber auch im zweiten und dritten Jahre den Ausfall des er- sten reichlich einbringen. Schweine- und Söhafmist wür- den sich eben so verhalten, und besonders der letztere den Ammoniak in gröfsrer Menge liefern, wenn man ihn an derLuft und in der Wärme der innern Bewegung überliefse. Er wird aber zur Zeit mit zu wenig Sorgfalt gesammelt, nicht ökonomisch genug behandelt; sonst vürde die treibende Eigenschaft der Mutter des Am- moniak allgemeiner genutzt werden. Auf die Beschaf- fenheit und Güte des Düngers läfst sich übrigens schon aus den Nahrungsmitteln schlielsen, welche die Thiere zu sich nehmen. ‚Das Schwein frifst thierische und vegetabilische Dinge. Die erstern liefern beson- ders Azote: daher die Neigung dieser Mistart zur Taulnifs und ihr-schneller Einfluls auf die Fruchtbar- keit. Sie würde die Luft verpesten, wenn man sie ins Freie brächte, dals das Ammoniak sich mehr aus- bildete. Man läfst sie entweder unter andern Mlıstar- ten brechen, oder verwendet sie frisch. In den Pflan- zen ist Azote sparsam; aber sie bedürfen dessen un- umgänglich zum Wachsthum, denn es ist in der Mlı- schung ihres Leims und der Organe._Sie gedeihen besser, wenn sie einen so wesentlichen Bestandtheil nicht allein aus der Luft, sondern auch aus der ge- düngten Erde nehmen können. Das Schaf nährt sich zwar grölstentheils von magern, aber zarten Kräutern 70 Diese haben eine feine Struktur, werden durch die thierischen Verdauungswerkzeuge leicht zerlegt, und gehen auch eben so bald ı in dıe sauersal ziSe Mischung über, welche diesem Miste eigenthümlich ist. Ehe die ammoniakalıschen und salmiakalischen Ver einigun- gen geschehen können, verfährt man ihn auf den Acker. Mittelst der atmosphärischen Feuchtigkeit wırd er der Erde mitgetheilt, und in seinen einfa- chen und schvrächer zusammenhängenden Verbindun- gen von den Pflanzen zur Nahrung verwendet. Der Frals des Rindviehs besteht in Stroh, Kraut und Heu, nach den entferutern Bestandtheilen vornehmlich in Kohlenstoff und Wasserstoff, nächstdem auch in Oxy- gen und selbst Azote, Der Abgang von diesem Vieh ıst seht wässerig Durch die Hitze der Verdauungs- werkzeuge, werden die einfachen Materialien bald zer- legt, die Grundstoffe aber auch der öhligen und am- moniakalischen Verbindung nahe gebracht, in welcher sie nach einer längern Zeit die Fruchtbarkeit beför- dern, welche der Schafmist bereits im ersten Jahre hervorbringen kann. Nach Umständen vermehrt die wässerige Beschaffenheit dieses Düngers die Kraft des- selben, oder erfrischt den heifsen Boden, oder mildert die alkalische Wirkung der Salze, und verzögert oder beschleunigt die Entwickelung der Bestandtheile. Das Pferd nährt sich hauptsächlich von Körnern, von voll- kommner organisirten Substanzen. Auch der Mist von Pferden ist in der Mischung zusamme ngesetzter. Der Magen dieser Thiere verdauet mit Hi: ze,‘ Die Abgänge sind daher trockner, die Oehle und Salze ge- bildeter. In dieser Eigenschaft werden die Bestand- theile sich langsam trennen, spater von den Pflanzen, arch die 't, und ischung Ehe &inigun- auf den chtigkeit n einfa- rbindun- et, Der nd Heu, lich in ın Osy- m Vieh auungs- ald zer- ıd am- velcher - ı Jahre hrt die aft des- mildert ert oder le. Das on voll- r Mist Seizter. Die ‚le ge- 2 ‚estand- {lanzen, 2 welche sich nur von einfachen Stoffen nähren, ver- braucht werden, ja durch einen zu starken, heteroge- nen Reiz auf die zarten Täserchen der Vegetation zu Zeiten eine der Fruchtbarkeit entgegengesetzte. Wir- gen. Man kann im Allgenıeinen nicht sagen, welcher kung her vorbrin Dünger der beste sei; Kraft und: Nutzen hängt vom Boden und: von den Gewächsen ab, welche gezogen werden sollen, In ein trocknes und heilses Land ge- hört kein Mist, er enthält Alkali; und die Kieselerde ist insgemein mit Kalk. und Alkalt vermischt. Der Same will sich aufschlieisen;. die@rgane sollen die chemische Arbeit anfangen. Mazu wird zwar erfor dert, dafs sich Wärmestoff entwickle und den: Was-, serstoff löse, dals dieser Oxygen anzieke, und dals durch die Wirkung aller zum Wachsthum nöthigen Stoffe, im ebenmäfsigen Verhältnisse gegen einander, dıe Vegetation vor sich gehn. Aber hier wird: zu viel Wärmestoff frei, erregt den Wassersto#- zu stark, und- das durch diesen gleichfalls zu stark angezogene Oxygen, verursacht, weil nicht Kohlenstoff genug vor- handen ist, mit welchem es sich vereinigen kann, statt des Vegetirens, ein langsames aber eigentliches Ver- brennen. Der nicht'hinlängliche Vorrath von Konblen- stoff war bald- verzehrt: es fehlte dem schwachen Pflänzchen an Nahrung. Die durch, die fertigen Salze des Misies übexspannte organische Kraft thut ıhr Aeulserstes, ermattet aber und stirbt. Dem trocknen Sandboden ists zuträglicher, wenn er mit kohlensau- rer Erde aus den Niederungen, oder besser, mit koh- lensaurem Thone vermengt wird. Nachmals kann man seine Kraft: durch Dünger jeder Art merklich erhöhen. 72: Der sogenannte Weiz- und Leimacker verlangt auch keinen Mist. Er hält lange Feuchtigkeit; er hat das rechte Verhältnils von Kiesel- und Kalkerde, Kohlenstoff, Alkalien und Säuren, und empfängt von den in ihm verwesenden Pflanzen und Thierchen, an allen zum Wachsthum der edlern Getreidearten er- forderlichen Stoffen so viel, als er alljährig verliert. Man kann ihn mälsıg düngen; allein die Witterung allein entscheidet hinterher: ob man wohl gethan. habe? In Niederungen, wo der Boden zum Sandlande gerechnet werden kann, verwendet man den Mist am schicklichsten. Wenn gleich dort verhältnilsmälsig wenig Thierchen leben und verfaulen: so wachsen doch der Nässe wegen mancherlei Kräuter, die Was- ser- und Kohlenstoff geben: Azote und Oxygen er- halten die Pflanzen noihdürftig aus der Luft. Nach ökonomischen Erfahrungen kann man hier alle Getrei- dearten— doch den Weizen nur vermittelst vielen Düngers und dennoch nicht mit Vortheil— bauen, Den Mittelboden, das heifst solchen, der seiner Mischung nach nicht x orzugsweise Leim- oder Sand- boden genannt werden kann, düngt man eigentlich, weil man ihm die drei- vier- fünfjährige Ruhe nicht lassen kann, deren er bedarf, um sich mit so viel Wasser und Kohlenstoff, Oxygen und Azote anzu- schwängern, als er, wenn er einmal trägt, verliert. Er ist zu locker, um die Stoffe gegen die Gewalt der Winde und vor der über ihn hinstreichenden Luft zu schützen. Er hält das atmosphärishe Wasser nicht so lange, um es ganz zu zersetzen, und die Basıs anzu- zıehen: unzerlegt, verdunstet es zum Theil und wird verlangt ; er hat Ikerde, gt von en, an ten er- verliert, tterung gethan, dlande ist am mälsig ‚achsen - en er- Nach jetrel- vielen 1en, seiner Sand- ntlich, nicht o viel AnZU- rlert. It der ft zu ‚ht so anzu«- wird % I 3 vom freien Wärmestoff fortgeführt, Er ıst zu wenig fest, als dafs er den ın ıhm wurzelnden Gewächsen "gehörig entgegenwirken könnte, Diesen Mängeln hilft nun zwar der Dünger nicht ab; vielmehr macht er die Erde noch lockrer. Allein er unterstützt und ver- mehrt die fruchtbringende Kraft, Roggen, Hafer und Buchweizen bringen in diesen Boden gute Erndten; der Weizen schlägt insgemein fehl. Gerste und Erb- sen gedeihen nur, wenn ein kalter Winter und nach- mals ein zeitiger, warmer und mälsig feuchter Früh- ling vorhergiengen. Die anhaltende Kälte macht das gute Erdreich, in welchem jene Getreidearten nur wachsen, locker und die Nässe befruchtet es. Wenn übrigens alles gleich ist: so fällt nach einem gelinden Winter die Winterkornerndte deshalb dürftig aus, weil die Pflanzen und ihre Vegetationskräfte durch den Wärmestoff zu früh geweckt, in ihrem Geschäfte oft gestört, und daher geschwächt werden. Irgends eine Getreideart in frischen Mist saen, wird schwer: lich ein Oekonom rathen. Jemehr man sich von der Nothwendigkeit ver- sicherte, dem Acker die Kräfte zu ersetzen, welche er verlor, desto eher fanden ökonomische Verbesserun- gen Eingang: Urbarmachung der Brücher, Anbau der Futterkräuter, Zerlegung der Ländereien in vier, fünf Schläge u. s. w. um den Viehstand zu vergrölsern, den Boden in Würden zu halten, und das Wirth- schaftsgeschäft hierauf zu gründen. Nebenher ver- suchte man auch künstliche Befruchtungen, Es lafst sich allerdings ein künstlicher Mist ver- fertigen, wenn man allerhand thierische und vegeta- bilische Materien sammelt: Haare, Borsten, Klauen, wa 74" Hörner, Federn, Küchenkehrig, Stroh, Heu, Kraut, solche mit Asche oder Salz vermischt, der Luft und dem Regen aussetzt, dafs sie faulen. Dieser künst- liche Dünger darf bei weiten so dick nicht aufgetra- gen werden, und ist beim Getreidebau von ausneh- mender Wirkung. Schon wenn man Unkraut in eine mälsig tiefe Grube schüttet, damit es verwese, dann mit dieser Gewächsasche die Erde vermengt: so wird man aus derselben frühe, geschmackvolle und reich- liche Früchte, besonders an Wurzelgewächsen ernd- ten. Man begreift leicht, wie dies zugehe, Die Pflanzen haben Wasser- und Kohlenstoff, Oxygen, Azote und Alkalien etc. nähren sich auch von diesen Stoffen, und wachsen, je nachdem sie dieselben fin- den, nach der Struktur und Beschaffenheit der Gat- tung, zu welcher sie gehören. Die Vegetationskraft lag in dem Samen, und entwickelte sich von hieraus, Der künstliche Dünger führt ihr die Stoffe zum Wachs- thum und zum Gedeihen zu, und sie nutzt sie zu ih- rer Ausbildung als Pflanze. Der künstliche Mist ist ein eben so natürlicher, als der Auswurf von den Thieren. Die Vegetabilien enthalten den Kohlenstoff in solcher Menge, dafs sie den Ueberflufs des Nachts in Kohlensäure von sich lassen. Sie bestehen, einem grofsen Theile nach, aus diesem Stoffe; sie be- dürfen desselben, um an Volumen zu zunehmen: sie müssen ihn daher aus der Erde, oder aus dem Dün- ger, oder aus beiden ziehen, da sie ihn weder aus der Luft, noch aus dem atmosphärischen Wasser em- pfangen. Kann ihn der Boden für sieh-nicht"in hin- länglicher Menge geben: so mufs der Mist dem Man- we. \ Kraut, uft: und künst- fgetra- usneh- in eine :, dann 50 wird | reich- 1 ernd- Die sygen, diesen en fin- r Gat- skraft eraus, Jachs- zu Ih- ist Ist n den off ın Its ın einem io be- 79 gel abhelfen.‘Ist hingegen schon Vorrath davon im Lande vorhanden: so bedarf es nicht unumgänglich des Zuschusses durch Dünger, Folglich könnte man in diesem Falle ohne Mist düngen, wenn man der Erde die Stoffe und in dem Verhältnisse gäbe, in wel- chem die zu ziehenden Pflanzen, mittelbar oder un- mittelbar, sie brauchen werden. Mithin wären künst- liche Düngunsmittel und Düngsalze anwendbar, wenn man nur‘wülste: welche Stoffe und ın welchem Ver- hältnısse der Boden und das zu erzielende Gewächs verlangten. Dies Fruchtsalz zusammenzusetzen und trocken und luftbeständig darzustellen, hätte keine Schwierigkeit. Aber Kohlenstoff werden wir nicht viel brauchen dürfen, denn wir würden sonst einen natürlichen Mist verfertigen und zu viel Masse haben. Folglich versprechen wir uns vom Düngsalz auf dem Boden keinen Nutzen, welcher diesen Stoff nıcht schon hin- reichend hat, sondern fürchten Schaden. Das feuer- feste Alkali werden wir entweder gar nicht, oder nur in sehr geringer Quantität anwenden, denn die Erd- arten haben insgemein Alkalien im Gemenge: die Pilanzen würden eher leiden, als gedeihen. Das Nüchtige Alkali wäre überflüfsig oder verderblich, je nachdem es entweder entwischte, oder auf eine he- terogene Weise gebunden würde, oder, statt die Ve- g und 5 Fäulnifs bewirkte, Azote und Oxygen, welche die getation zu befördern, eine unzeitige Gährun Luft zuführt, möchten lieber wegbleiben, als dals wir sie über das schickliche Verhältnifs ın die Mischung brächten.. Darum würden wir auch die Säuren nur mit grofser Vorsicht brauchen, Welche Stoffe wäh- 76 len wir, einfache oder zusammengesetzte? Wie ver- halten wir uns bei den unendlich verschieden gemisch- ten Erdarten, und wie in: Ansehung der zu bauenden Gewächse nach ihrer Verschiedenheit? Auf das Klima müssen wir auch Rücksicht nehmen, und besonders auf die Witterung, die wir doch nicht vorher bestim- men können. Wir verzweifeln fast ein Düngsalz zu „erfinden, welches von Nutzen seyn möchte, Indefs viel Ereignisse beobachtete man und über- zeugte sich von ihrem Erfolge, elıe man sie sich deut- lich erklärte, und die Art und Weise angeben konn- te,.wie sie sich zutrügen. Dem Salpeter hat man seit langer Zeit eine befruchtende Kraft zugeschrie- ben; und jeglicher kann sich aus der Erfahrung ver- sichern, dafs er sie besitze. Man urtheilt, dafs das Oxygen hauptsächlich diese Wirkung hervorbringe. Was der trägen Natur'Thätigkeit und Leben giebt, das Oxygen, ohne welches das Getreidekorn ewig schliefe, und sich nie entwickelte, wird im Düngsalz nicht fehlen, sich aber aus demselben auch grade als einfaches Oxygen entbinden müssen, wie es die Ve- getationen nur brauchen können; denn sonst möchte es ihnen, wo nicht schädlich, doch unnütz sein. Ein Acker wird um so weniger an Oxygen zu viel em- pfangen, jemehr Kohlenstoff er hat. Man wird es ihm aber um so sparsamer mittheilen, je weniger man diesen Stoff voraussetzen kann; denn sonst möchten die Pflanzen, statt mittelst des verhältnifsmälsigen Oxygen, Kohlenstoff einzunehmen, zu verarbeiten und regelmäls!g zu vegetiren, aus Mangel an Kohlenstoff durchs Oxygen verbrennen, Es ist kein Grund, war- um der Salpeter allein diese fruchtbringende Eigen- Vie ver emisch- uenden Klima sonders bestim- salz zu 1 über- - konn- t man schrie- 1g ver- [5 das Tinge. giebt, ewig ıgsalz le als ie Ve- 1öchte ‚ Ein ] em- ird es r man chten sigen und nstoff war- "|oene 15, Fr schaft haben sollte. Vielmehr werden alle Neutralsalze den Zweck erfüllen, wenn die Bedingung statt hat, dafs sie dem Acker und den ihnen gegenwirkenden Vege- tationskräften, Oxygen abgeben. Unthätig kann auch das Alkalı und Azote im Salpeter nicht sein, Beide finden sich in der Mischung der Gewächse,‘und das Alkalı ist ein Mittel das Oxygen zu binden, und es den Pflanzen, wie sie es nöthig haben, zu überlassen. Nur würde man, bei Verfertigung und Anwendung eines Düngsalzes, auf die Beschaffenheit des Landes Wücksicht nehmen müssen, denn es soll die Vegeta- tionskraft im Samen anregen, jedoch in dem Verhält- nıls, in’welchem die werdende Pflanze ihrer Natur nach sich nährt, und die ihr zum Wachsthum erfor- derlichen Stoffe ım kleinen Zirkel ihrer Wirksamkeit vorfindet. Ein zu starker Antrieb von Aulsen üher- spannt ıhr Vermögen, und zersört sie früh oder spät. So dachte ıch mir die Sache und schlug den Weg des Versuchs ein, um die Theorie zu prüfen. Ich nahm vom guten, vom schlechten und vom Mittelbo- den die obenaufliegende Erde und füllte Blumentöpfe mälsiger Gröfse, Auch Sand von einem hohen Berg- rücken, welcher ın seinem natürlichen Zustande kaum Tragopogon trug, laugte ich mit Wasser aus, um die wenige Kohlensäure, etwanigen Salze und Alkalien ın demselben noch zu verringern; und aus einer an- dern Portion des Sandes trieb ich jene Säure nocl zum Theil mit gelinder Wärme aus. Beide Arten that ich in besondere Töpfe. uf die Weise füllte ich einige zwanzig Töpfe mit Erde von verschiede- ner Güte, von der guten bis zu der natürlich mager- sten, und senkte sie mit den Behältern so tief, dals 78 sie dem Boden gleich standen, jede Erdart an dem Orte, wo sie gegraben war. In der Voraussetzung, dafs die Gewächse keine unzerlesten Stoffe nutzen, und dafs die Salze nicht sowohl als Komposita, son- dern durch die Bestandtheile wirken, wählte ich auch mehr einfache Düngungsmaterialien: Oxygenisirte mineralische Säuren, Salpeter, Salmiak, Di- gestivsalz, Kochsalz, englischen Vitriol, Eisenvitriol, Braunstein, Kalkerde, Men- nig, den rothen Quecksilberpräcipitat, und andere mehr oder weniger oxidirte Substanzen; fer- ner: das vegetabilische und mineralische Al- kali. Mit den oxygenesirten Säuren befruchtete ich — nach Umständen und Beschaffenheit der Säuren— die Erde oder die Körner, Mit den Auflösungen der Salze tränkte ich den Samen, las nur vollkommne Körner aus, und merkte an: wie viel derselben ich in die für sie zubereiteten Töpfe legte. Auf meinem kleinen Gütchen, wo ich jedes ökonomische Verfah- ren selbst angebe und leite, zeichnete ich mir in der Sommer- und Wintersaat die Stellen aus, welche ich gleichfalls mit den Auflösungen befruchtete, oder nur von Zeit zu Zeit mit atmosphärischen Wasser über- gols, und alle Veränderungen auf denselben, so wie in den Töpfen und auf dem Lande, wo kein Versuch angestellt war, zu beobachten, zu vergleichen und aufzuschreiben, Seit vier Jahren hatte ich einen Theil des, auf der Höhe des Grundstücks auszusäenden Roggen, mit ei- ner, mit viel Wasser verdünnten, Auflösung des Salpe- ters getränkt, Er gieng um einige Tage früher auf, als der andre, und schien sich vor dem Eintritt des ın dem elzung, tutzen, 1, SON- h auch ISirte ki: itrio], Men- t, und 5 fer e Al :te ich ten en der mmne nich einem erfah- in der he ıch er nur - über- ;o wie ersuch n und uf der it el- Salpe- r auf, tt des 79 Winters besser zu bestauden. Der diesjährige Ver- such am Sommer- und Winterkorn bestätigt es: dais schon die Befeuchtung der Samen; die Entwickelung beschlewniget; und aus dem Tagebuche ergeben sich folgende Erfahrungen. Im ganz schlechten Sande, welcher noch durch die Hitze einen Theil seiner we- nigen Kohlensäure verloren hatte, und mit dem Topfe so trocken stand, dals der Regen ihn nicht treffen konn- te, gieng in vier Monaten nichts auf: der Samen er- hielt sich unverändert. Der nämliche Sand, der at- mosphärischen Feuchtigkeit ausgesetzt, brachte doch keine Pflanzen. Das Korn hatte sich aufgeschlossen, zu treiben angefangen, sich aber, der Nahrung von aulsen beraubt, an Kraft erschöpft, und war als ein werdendes Pflänzchen vertrocknet. Der. eine Stunde mit Wasser ausgelaugte Boden, zeigte von fünf und zwanzig Körnern Roggen, elf kleine Gewächse, wel- che eher verdorrten; als das Hälmchen die Höhe ei- nes Fulses erreicht hatte. Dagegen wuchsen ‚doch in eben dieser Erde funfzehn Pflänzchen, von Zeit zu Zeit begossen, fast noh einmal so hoch auf, setzten Achren, aber keinen Samen. Im schlechten Boden trieb die blofs mit Wasser befeuchtete und von Zeit zu Zeit angesprengte Saat vier'Tage früher, als das Korn neben ihr, nicht weiter als aus der Atmosphäre befruchtet.‘Ward mit dem Begielsen fortgefahren: so schofs die Roggenähre hoch auf, brachte aber eine un- vollkommne dickhülsige und kärgliche Frucht. Wei- zen, Gerste und Erbsen künstlich gedüngt vergiengen ım schlechten und hohen Boden; ım feuchten aber und magern wurden sie vom Unkraut erstickt, und gaben nicht das dritte, sehr schlechte, Korn. Im na- nn 50 türlich guten Boden unterschied sich der Same, auf allerhand Art befruchtet, nur anfänglich von dem an- dern dadurch, dals er früher aufgieng; in wenig Wo- chen kam der unbefeuchtete ihm nach. Im schlech- ten Boden war der Unterschied auch nachmals sicht- bar.; Die oxygenesirten Säuren bewiesen ihre frucht- bringende Kraft im vorzüglichsten Grade: sie über- liefsen also das Oxygen leicht, und in dem besten Verhältnils, wie die Vegetabilien es anzogen. Der Salpeter, das Digestivsalz und der Salmiak zeichne- ten das Getreide mehr aus, als der Vitriol, das Koch- salz, der Braunstein und die andern Düngungsmittel, welche das Oxygen enthalten, Woraus ich schliefse: dals ihnen das Pflanzenalkali zuträglicher war, als die Soda und andre salzfähıge Basen; dals das Alkalı und der Salmıak von einer mehr analogischen Wirkung auf sie sınd, und das Oxygen, wie sie es bedürfen, ihnen zuführen, Dagegen war der Kalk im Sande den Gewaächsen nachtheilig: sie mulsten begossen wer- den, wenn sie nicht schmachten sollten, Und über- haupt lehrten die Versuche: dafs Wasser, und be- sonders Regenwasser, den Pflanzen mehr half, als die künstliche Befruchtung, Aus meinem Tagebuche könnte ich eine vollständigere Sufenleiter zusammen- setzen: wie nach Beschaffenheit des Bodens und nach Verschiedenheit der Getreidearten., die Säuren, Neu- tralsalze und Alkalien zur Fruchtbarkett wirkten. Hier ist zum Zwecke hinlänglich, aus den Versuchen zu folgen: Die Pflanzen nehmen Nahrungs- stoffe aus der Erde, kommen in dem Lande nur fort, wo sie die Stoffe vorfinden, müs sen lens gen mes! lens star gest trei die ne, auf lem al. ig Wo- chlech- 3 sicht- frucht- e über- besten Der eichne- Koch- mittel, hlielse: als die Iı und irkung lürfen, Sande n wer . über- nd. be- als die ebuche Immen- d.nach ‚ Neu- ırkten. ‚uchen ungs- ‚ande mug sen 81 sen sich, wenn es daran mangelt, unter sich zerstören, Das stärkere Treiben der Pflanzen, welche, im Samen und nach dem Aufgehen, mit Salpeter, Dige- stivsalz und Salmiak getränkt waren, erkläre ich mir zum Theil aus dem Wärmestofi, welcher in diesen Neutralsalzen gebunden war, durch die: Zerlegung der: selben frei wurde, und die Vegetation beförderte,' Die oxidirten Metalle enthielten des Oxygen eben so viel, liefsen es auch auf die Einwirkung der Pflan- zen fahren; aber der Wärmestoff, welchen sie als Metalle gebunden in ihrer Mischung haben; entvreicht nicht aus ihnen, weil sie Metalle, und selbst oxidirte Metalle bleiben, und mithin nur durch das Oxygen und schwächer wirken. Das Hauptnahrungsmittel der Gewächse ist Koh- lensäure, Durch die künstliche Befruchtung empfan= gen sie nicht den Kohlenstoff, sondern Oxygen, Wär: mestoff und Alkali. Sofern sie vom vorräthigen Koh- lenstof zehren, giebt das Oxygen den ändern Be: standtheil der Nahrung. Nun kann die Vegetation geschehen, der dxidirte Same sich entwickeln und treiben, Wenn es an Kohlenstoff gebricht: so wird die durch die Kunst angereizte Pflanze mehr verlan- gen, als die Kunst ihr verschafft, und. sich hinterher schlechter halten; als diejenige, welche sich immer kümmerlich nährte und ebenmälsig langsam wuchs, Wenn es nicht. an Kohlenstoff fehlte: so kam der künstlich oxidirte Same, dem nicht öxidirten ın der “ntwickelung vor. Allein der kohlenstoffhaltige Bo- den, welcher auch oxidirt ist; und sich aus der Lüft ünd aus dem Wasser mehr und mehr oxidirt,; führt F 82 dem nicht oxidirten Samen bei seiner allmäligen Ent- faltung die Kohlensäure in einem natürlichern nnd bessern Verhältnisse zu, als die Kunst sie ihm geben kann, Darum muls, wie die Versuche auch lehren, die Pilanze in guter Erde, und gewöhnlich gedüngt, der künstlich beftuchteten in eben dem Lande nach- und ıbr selbst vorkommen. In schlechter Erde und im trocknen Jahre, korinte die künstliche Befruchtung schädlich werden, weil sie anfänglich die Vegeta- tionskräfte der Gewächse anregt, nachmals aber nicht° > befriedigt und folglich überspannt: Dem Sommerge- treide, welches in wenigen Wochen reift, und folg- lich an Kohlensäure nicht Mangel leiden muls, nutzte das Düngsalz nichts. Die nicht künstlich befruchtete Pflanze kam der andern im guten Boden bald nach; im schlechten hingegen: verbrannte diese eher als jene. Im natürlich guten Lande habe ich von den fixen Alkalien eine gute Wirkung gesehen; im schlech- ten waren sie für die Gewächse verderblich., Den Grund hiervon setze ich in den gebundenen Wärme- stoff, welchen sie in sich fassen, der Erde und den Pflanzen mittheilen, dadurch entweder die Fruchtbar- keit erhöhen, oder nach Beschaffenheit des Bodens, durch eine zu starke Einwirkung auf die Gefäfse der Getreidearten, die Vegetation übertreiben und ver- mindern, Ein Düngsalz würde ich daher allein beim Winterroggen anwendbar finden, weil es als Alkali die Wurzel gegen den Frost schützt, durch das Oxy- gen das Korn befruchtet, daß es sich früher bestau- det, und folglich auch stärker wird, der Kälte zu wi- derstehen. Die Nachtheile des Uebertreibens sind hier weniger zu besorgen, weil das Vegetationsge- Ve schu Yate tieid and dem einz ders grul t8, und Gem: helfe, einzel Zeitu Unun Wi enthe 65 ‚en Ent- m nnd schäft Monatelang ruht, der Boden Kohlenstoff, und örehe vom Schnee und Regen Oxygen sammeln und im 1 gebe a Frühjahr Nahrung geben kann. Ich glaube aber auchs lehren, i N D hi länge dals das Tränken mit köhlensaurem Wasser die näm- le nach lichen Dienste leisten würde; nur dafs es unausführ- in DIS> Felder zu RER äls einige Scheffel Ge- uchtung treide mit Salpeter, Digestivsälz und Salmiak zu be- v N fruchten, ne Durch die Erfindung der Düngsalze, hat die Öe- er nicht konomie nicht viel gewonnen, Es ist nicht abzuse- U hen, Bi sie sich von g: ı verschaf- RN Be Ka Hingegen wird sie a eine unerschöpf- uchtet liche Hölfsguelle eröffnen, wenn sie nach erprobten En Erfahrungen von dem Einfluls jeglicher Erdatt auf die en Vegetation, dem Boden selbst die schickliche Mi: er als schung zu geben gelernt haben wird. Dafs unser n den Vaterland nicht noch einmal und zweimal so viel Ge a treide bringt, als es trägt, liegt nicht am Blind; chi Eu an der Witterung, noch weniger an dem Samen, son- Värme- dern an dem Boden selbst; sonst würden Sıch nicht nd den einzelne Ackerstücke und gänze Gegenden so beson: ıchtbar- AL ders auszeichnen, Die Sanı hügel, Brücher und Thön- Bodens, gruben, welche man nach Umständen benutzen könn: Ise der te, sind oft näher, als der Viehhof mit dem Dünger, nd ver- und würden, wenn iman Sie zu brauchen verstände, n beim Gemeinden, j ja mitder Zeit Provinzen, zum W ohlsande Alkali helfen, da die beste Verwendung des Düngers nur 5 Oxy- einzelne Wirthe bereichern kann, und jedes ın den bestau- Zeitungen gepriesene Düngsalz, Leichtgläubige und zu wI- Ununtetrichtete täuschen wird. s sind Weder Luft noch Wasser dürfen die Pfänzen jonsge- entbehren,‘Wo sie wachsen ist Luft; Wasser haben Fa 84 sie, theils der Materie, theils den Bestandtheilen nach: und man glaubt, dafs sie es auch als Wasser in die Mischung aufnehmen. In einer reinen Luft gedeihen sie schön, und kranken, wo die Luft ihnen enizogen wird. Sie verbessern schlechte Luftarten, ındem sie fremdartige und den Lungen unzuträgliche Theile in sich schlucken, und dagegen zu bestimmten Zeiten Oxygen aus sich absetzen, und folglich der Luft ge- ben, was ıhr fehlt. Sie unterhalten ihr Leben aus der Luft und dem Wasser;‘aber sie zerlegen auch Luft und Wasser. Die atmosphärische Luft hat Oxygen und Azote zur Basis, von dem erstern 27 und von dem andern 73 Theile, jedoch nicht in dem Verstande, als wäre dies das absolut nothwendige Verhältnis für beide Grundstoffe der Luft, noch dafs die Mischung in der- selben durchaus nıcht anders sein könnte, sondern: dafs das gewöhnliche Verhältnils so befunden wird: Dals beide Bestandtheile in demselben Luft bilden, oder dals ihre gegenseitige Einwirkung dies Produkt liefert; dals sie sich auf gewisse Weise dann sätti- gen, dafs aber die Luft, welche fremde Stoffe, z. B. den Kohlenstoff, in sich aufnimmt, oder Wasser in einem gewissen Verhältnisse auflöset, auch die ihr ho- mogene Stoffe ın einem andern und abwechselnden Verhältnisse haben und empfangen kann: nur dafs sie den Ueberschuls an einem oder dem andern den ihr gegenwirkenden Kräften leicht abgiebt, und unter dem Einflusse aller auf sie wirkenden Dinge ein Ver- mögen äulsert, sıch wieder ins Gleichgewicht der ihr eignen Bestandtheile zu versetzen. Das Wasser, wel- ches Oxygen und den Wasserstoff zur Basis hat, von me len nach: rt ın die edeihen entzogen dem sie Theile in n Zaten Luft ge- ben aus en auch d Azote ı andern als wäre ır beide in der- ondemn! n wird. bilden, Produkt nn sitt- fe, z.B. asser In ihr ho- ıselnden ur dals ern den ıd unter in Ver- der ihr er, wel- jat, von 85 dem erstern 85 und von dem andern ı5 Theile, folgt ähnlichen Regeln, und leidet dieselben Veränderun- gen. Sollten die Gesetze für beide Flüssigkeiten zu einfach sein, dals das Verhältnils ihrer Bestandtheile weder eine Vermehrung, noch eine Verringerung zu- liefse: so wären sie selbst ın ihren Wirkungen auf andre Körper, zu eingeschränkt, als dals sie solche auflösen, oder ihre Bestandtheile ihnen abgeben könn- ten: das Wasser würde eben so wenig Eisen. oxidi- ren, als die Luft zum Athemholen tauglich sein. In der Natur ist, nächst dem Licht- und Wär- mestoff, die wirksamste Kraft das Oxygen. Ohne dasselbe wären Licht und Wärme todt, und die Na- tur ohne Leben. Die grölsere oder geringere Thätig- keit aller Stoffe beruht auf ihrer Verwandtschaft mit dem Oxygen; und es gäbe keine Vegetation und kein thierisches Leben ohne Mitwirkung desselben. Vege- tiren und thierisch leben, heifst nichts anders, als nach den Regeln der Organisation Oxygen anziehen. Wie durch den organisirten Magen und durch die Verdauungswerkzeuge Wasser, und durch die organi- sirte Lunge ein zuberechnendes Volumen von Luft ın einer Mınute augenblicklich zersetzt wird: so schei- det die Organisation der Pilanzen mit Hülfe geringe- rer Wärme, und daher in längerer Zeit, Wasser und Luft chemisch in ihre Urstoffe, und verwendet sie nach dem Bedürfnisse ihrer Oekonomie, als Oxygen, Wasserstoff und Azote— und, wie einige glauben, auch als Luft und Wasser— zu ihrer Nahrung. Schon die Erdarten. zerlegen beide Körper, früher der Kalk, dann der Kiesel, wo jedesKörnchen seine, wenn gleich geringe, Wirkung beweiset, später der Thon, 86 wo die Theile fester an einander treten, und der zähe Teig Luft und Wasser unzerlegt länger in sich behält. Wasserstoff, Oxygen und Azote haben die Getreidearten in der Mischung; zum Wachsthum be- dürfen sie derselben, denn sie nehmen an Volumen und daher auch an diesen Stoffen zu. Luft und Was- ser bieten sie ihnen dar; mit Wurzeln und Stauden saugen sıe diese Fruchtkeime in sich, Mittelst Was- ser und Luft werden sie ihnen sogleich gedeihlich, Der chemische Procefs der Scheidung ist bald ge- macht: dann haben sie die Urstoffe so einfach und rein, wie sie verarbeitet werden können; da hinge- gen die tragbarste Erde sie so einfach nicht enthält, und eine lange Zeit erfordert wird, ehe sie zerlegt und den Pflanzen nützlich sind. Zuverlässig bewei- sen Luft und Wasser sich als die fruchtbringend- sten Materien. Von welchem unverkennbar stärken- den Einflufs ist ein milder kohlensaurer Morgenthau, oder ein kuhler Gewitterregen, auf eine schwüle und drückende Tageshitze, für die nach Isrquickung dür- stenden Achrenfelder! Weil der Same der Getreidearten Oxygen ent- hält, insbesondre, weil er dem Froste widersteht: so muls Wärmestoff in der Zusammensetzung sein, Das Verhältnils desselben im gebundenen Zustande ist überdies eine Ursache der verhältnilsmäfsigen Dich- tigkeit der Körper, Befeuchtet und auf-einen Hau- fen geschüttet, erwärmen und erhitzen sich die Kör- ner, Sie zıehen das Oxygen der Luft an, Dadurch wird die Mischung geändert, Das Oxygen bekommt das Uebergewicht: es tritt aus dem luftförmigen in den flüssigen und festen Zustand, und der von ihm und der Tr in sich Jaben die thum be- Volumen und Was- 1 Stauden elst Was. edeihlich, bald ge- fach und la hinge- enthält, e zerlegt g bewei- ringend- stärken« senthau, rule und ung dür- gen ent- steht: so ing sein, Zustande zen Dich- nen Hau- die Kör- Dadurch hekommt migen ın von ıhm 87 ‘ vorher gebundene Wärmestoff wird frei. Dieser Stoff— der einzige elastische— ist b&i allen Erschei- nungen, welche wir an den Vegetationen bemerken, und unter den chemischen Versuchen,“welchen wır sie unterwerfen, einer der geschäftigsten. Seine cha- rakteristische Wirkung besteht in der Repulsion, oder in dem Widerstande gegen die anziehende Kraft, wel- che andre Stoffe gegenseitig ausüben. Je nachdem er gebunden in die Mischung der Körper eingieng, schlos- sen sich die"Theile mehr oder weniger aneinander, Je nachdem er sıch häuft. und freier W.ärmestoff zu» kommt, dehnt er die Masse aus und entfernt die Stoffe von einander. Wie sollte ohne ihn eine Be- wegung in den Körpern möglich sein? Alles läge in einer ewig trägen Ruhe und: die. Natur im Todes: schlafe. Der"gebundene Wärmestoff ıst nıcht unthä- tig, denn er, verhindert die Erstarrung und, Verhär- tung. der sich anziehenden Stofle, und übt ihre gegen- seitige Kraft, welche. ohne den Reiz seines Wider- standes erschlaffen mülste. Auf: die Weise befindet er sich mit ihnen in einer rastlosen Bewegung und: Gegenwirkung, auch bei der anscheinenden volikom- mensten Ruhe. Sobald dies Gleichgewicht von aulsen, gschoben wird.— dals dies auch nicht von aufsenher geschehe, ist nieht glaublich, weil wir keinen zurei- chenden Grund davon erkennen— dals Luft, Was- ser u. Ss, w. die Masse berührt: so wird der feinste, Stoff, der Wärmestoff, zuerst zum. Theil frei. Seine Repulsionskraft überwiegt die Attraktionskraft der übrigen Stoffe, dafs sie sıch lösen und mit ihm ge- meinschaftlich ungebundener zu handeln anfangen. In diesem Zustande nımmt die innere Bewegung und 88 die Wirkung nach’aufsen hin zu, Am thätigsten ist der Wasserstoff, der nun seiner natürlichen Neigung zum Oxygen folgen und dasselbe anziehen kann. So oxidiren sich die Pflanzen, und geben auf die Einwir- kung des Lichts auf sie, den Ueberflufs an Oxygen von sıch, Nach der Art des Körpers, nach der Struk- tur, nach der Lage desselben, nach seinem Verhältnils mit andern Körpern, nach Beschaffenheit ihres Ein- ffusses auf ıhn, und seiner Gegenwirkung auf sie, er- eignen sich alle Erscheinungen: entweder er verwit- tert, Grundstoffe, welche aus ihrer Verbindung befreit in unsrer Temperatur und’ unter dem Druck von 2»g Quecksilber gasförmig werden, zerstreuen sich, und andre treten zu, so dafs nach den Veränderungsge- setzen ein Körper von andrer Mischung entsteht; oder er geräth in Gährung, und wird bis auf einen kleinen Theil Erde, Metall u. s, w. luftförmig weggeführt, oder er vegelirt; oder er veredelt sich in ein thieri- sches Wesen; oder er leidet die Veränderung, welche man ein Verbrennen nennt; oder er geht:in eine von uns noch nicht entdeckten Klasse physischer Dinge über, Allemal erfolgt. die Erscheinung nach den Re- geln seiner Natur, nach der Art seiner Mischung, nach Beschaffenheit seiner Bestandtheile und ihren gegenseitigen Verhältnissen, nach den Einflüssen and- rer Körper auf ihn, nach den Gesetzen, denen er fol- gen kann, und unter diesen Umständen folgen muls. Im Grunde geschiehet ein geschwindes.. oder langsa- mes, ein eigentliches oder ein uncigentliches Verbren- nen; denn darin kommen alle jene Erscheinungen überein, dafs sie auf gewisse Weise ein Verbrennen sind. Die erste Ursache dazu gab der frei werdende 1gSten ist Neigung ann.. So e Einmir- \ Osygen der Struk- erhältnıls hres Ein- f sie, er- - In befreit von eg‘ ch, und kleinen eführt, - welche ine von Dinge den Re- ischung, d ihren sen and- 1 er fol- n muls. langsa- "erbren- nungen rennen »rdende 89 Wärmestoff, die andern Stoffe, besonders der Wasser- stoff, waren dabei thätig, und‘das von ihnen angezo- gene Oxygen bevyirkte und vollendete die Verände- rung. Der Wärmestoff betreibt die Vegetation, und führt sie durch alle Perioden hindurch. Von ihm gereizt, bildet sich das Getreidekorn zur Filanze, wächst, trägt Frucht, stirbt und erfüllt seine Bestim- nung. Er macht, dafs es aufschwillt, von verschie- denen Seiten ausschlägt, Wurzel, Blätter und Halm schiefst. Er dehnt die auch ım kleinsten Korne be- findlichen Gefälse aus; er hilft die Spröfslinge her- vortreiben und das System ausbilden. Er führt Nah- rungssaft zu, und leitet ihn durch alle Zweige.- Er stöfst den Ueberflufs in Dünsten aus, und unterhält, in gemeinschaftlicher Mitwirkung aller andern Stoffe, die Vegetation vom Anfange bis zum Ende. Was der wachsende Körper ist und wird; ob es gut oder schlecht gedeihet; die grölsten und kleinsten, die wichtigsten von und unwichtigsten Veränderungen desselben; ‚was ihm aufsenher zustöfst, die Zufälligkeiten bei seiner Aus- bildung: alles hängt von den Modifikationen ab, wel- che der Wärmestoff selbst erfährt, oder in dem Kör- per verursacht, Ohne ihn keine Fruchtbarkeit, kein Wachsthum, kein Leben! Den Pflanzen zum Fortkommen eben so’ unent- behrlich ist der Lichtstoff; denn es giebt keine Organisation ohne, denselben, man mag ihn nun für einen eignen Grundstoff ansehen, oder als Folge des angehäuften Wärmestoffs, oder als eine, nach'seinen Erscheinungen uns noch nicht ganz bekannten Niodi- fikation desselben, Soviel ist— so weit unsre Er- fahrungen reichen— gewils: den Mangel des Lichts een 90 kann der Wärmestoff, in welchem Verhältnisse er auch sei und wirke, nicht ersetzen. Es findet kein Wachsthum ohne Licht statt, und der Same vergeht und verfault in der Erde. In finstern Tiefen bekommt keine Vegetation. In dunkeln Kellern zeigt sich das Korn zwar, aber spät, als ein schwaches, bleiches, im Wachsen schon welkendes, elendes, wässeriges Pfläinzchen, welches vor Krfüllung der Bestimmung schon verwest. In einem finstern, übrigens aber luf- ügen, Zimmer, habe ich die Probe mit Erbsen gemacht: Sie giengen spät weilsgelb auf, trieben ı Fuls 4 Zoll hoch, blieben gelb, ungemein zart und schwach, und welkten, ehe sıe Blüthen ansetzten. Indefs bemerke ich: dafs es unmöglich ist, ein Zimmer zu lüften, und das mittelbare Licht davon auszuschliefsen. Dieser feine Stoff konnte mit dem Wärmestof gebunden, oder auf andern Wegen hineingedrungen sein, und ohne dafs sein Dasein in die Sinne fiel, auf die Ve- getation Einfluls äulsern. Streng genommen ‚giebts auf der Erde keinen Ort, und so wenig vegetabili- sches als thierisches Leben, ohne Licht. Pilanzen und Bäume, welche durch nichts sehin- I g dert: werden grade in die Höhe zu wachsen, entfer- nen sich von der Seite, wo ihnen das Licht fehlt, und neigen sich dahin, wo sie die Sonnen- und Licht- strahlen auffangen können. Es lieben zwar einige Gewächse den Schatten, und gedeihen in demselben besser, als der Sonne ausgesetzt. Allein auch im Schatten haben sie Licht, brauchen nach der Gat- tung, wozu sie gehören, nur so viel, als sie haben; ihr frisches Ansehn aber rührt von dem Boden her, der ım Schatten mehr Feuchtigkeit hält, als in der ep nisse er let kein vergeht kommt ich das leiches, iseliges ummung ber luf- macht: 4 Zoll 1, und emerke n, Und Dieser ınden, und e Ve- giehts tabılı- gehin- entfer- fehlt, Licht- einige selben hm Gat- aben; ı her, n. der 9x Sonne. So viel ıst klar: die Getreidearten bekommen im hellern Lichte besser, als im Schatten; sie stehen — wenn sonst alles gleich ist— auf der Sonnenseite frischer, und bringen die meiste Frucht. Mittelbar oder unmittelbar muls der Lichtstoff sie nähren, in allen Perioden ihnen woblthätig sein, und sie zur Erreichung der Bestimmung befördern. Auf wel- chen Wegen sollten sie sich der überflüs- sisen Säure entledigen, wenn sie nicht vom Lichtstoff entoxygenesirt würden? Wenn das Samenkorn einige Tage, in der feuch- ten Erde liegt, so ändert es seinen Zustand: Es saugt die Nässe in sich, wird selbst feucht, und schwillt zu einer zwei-.drei- und mchrfachen Grölse an. Das Innere löset sich in eine Art von Milch, welche aber bald dicklicher wird, einen graugelben Teig darsellt, 5 Veränderungen erfolgen bei den Getreidearten nicht und zuletzt schleimig zu werden anfängt. Diese zu bestimmten Zeiten, sondern hangen von der Be- schaffenheit und Feuchtigkeit des Landes und'von der Witterung ab. Milchig wird das vorher feste Korn durch die angezogene und eigedrungene Nässe, Die Milch geht in Teig über, wenn das Mehl, von der Feuchtigkeit angegriffen, mit dem innig verbunde» nen Leim anschwillt; und die Masse bildet einen Schleim, sobald beide Bestandtheile mittelst des Wärmestoffs noch mehr gegenseitig einwirken, Der innern Bewegung des Korns widersteht die von de: Feuchtigkeit erweichte Hülse nicht.- Wo der Trieh nach Aulsen am stärksten ist, öffnet sie sich, und lafst den Keim dürch. Aufgeschlossen, und für die Wirkungen der Fruchtstofle noch empfänglicher, dehnt | | | N & 92 sich die Vegetation aus, schielst die ersten Wurzel- fasern, folgt der Luft und der Sonnenwärme, und treibt aus dem Keime den zarten Spröfsling. Inzwi- schen bilden sich die. Gefälse der Wurzeln mehr, um die vorräthigen Materialien zu bearbeiten, und nähern ihre Zweige den aulfserhalb vorhandenen Stoffen, um sie’anzuziehen, und dem Kreislaufe der Säfte in der thätigen Maschine zuzuführen. Zugleich entfaltet sich der Spröfsling über der Erde, um dem Zuflusse der Stoffe von Innen, die nicht sogleich verbraucht wer- den, nachzugeben, den Ueberfluls auszudampfen, und g und zum Wachs- thume dienliche Stoffe, einzunehmen. Bis so weit ge- statt dessen andre, zur Erfrischun langt. das Wintergetreide vor dem Eintritt der Kälte, Jetzt ruht es Monate hindurch und trauert. ‚, Das Kraut welkt, fault, friert ab, oder wird vom Vieh ab- ‚efressen. Dieser Gattung von Pflanzen schadet dies die) nicht.' Die Fruchtstoffe aus dem vergangenen Kraute kehren zur Erde zurück, und werden nachmals von den Vegetationen wieder gebraucht. Mangelt es dem Lande nicht an Kraft: so kann das Schafvieh ohne Nachtheil der Wirthschaft, ın den Frosttagen und Morgen auf der Saat weiden. Nur im magern Boden leidet alsdann das Getreide, weil dieser Boden den Abgang an Fruchtstoffen nicht anderweitig ersetzen kann. Mittlerweile vereiniget sich die organische Kraft in der Wurzel, und widersteht dem heftigsten Froste, selbst in den nordischen Gegenden. Im Früb- linge treibt sie von neuem mit ausgeruheter Kraft. Jetzt wird erst das Sommergetreide zu verschiedenen Zeiten ausgesäet. Ungleich geschwinder als die Win- terung, und ohne Ruhepunkt, bildet es sich aus, und Wurzel. e, und Inzyı- ehr, um | nähern en, um e in der Itet sich 155e der ht wer- n, und Wachs- eib ge- - Rälte, Das ch ab- t dies (raute Is von s dem \ ohne n und Boden on den setzen nische igsten Früb- Kraft. denen Win- ;, und 95 reift schon in der Stufenfolge, wıe es ausgesäet ward, wenn kaum Roggen und Weizen eingeerndtet sind. Die Getreidearten haben fast einerlei Bestand- theile: und doch giebt jegliche eine eigne Pilanze; wie auch der Same einer jeglichen in der Gestalt, Gröfse, Figur und Schwere verschieden /ist: Sie müs- sen sich also ın dem Verhältnils der Stoffe und ın der Mischung unterscheiden. Hierdurch allein macht jede ihr eigenes Geschlecht und Art, welche— wenn, nach der Angabe einiger Physiker, der Roggen ın der Temeschwarer Gespannschaft; manchmal in Wei- zen ausarten soll— ın besondern Fällen durch die Verwechselung des Samenstaubes, nach einer eignen noch nicht genug untersuchten Beschaffenheit des Erd- reichs, vielleicht auch des Klima und der Witterung, eine in die andre übergehet— leidet in sich die Ver- änderungen ihrer Gattung, empfängt die‘ Einwirkun- gen von Aulsen ın der bestimmtern Beschaffenheit der gegenwirkenden Kräfte ıhrer Art, und entwickelt sich bis zur Vollendung nach der Form ıhres Ge- schlechts. Jeder Bestandtheil betreibt sein eigenthüm- liches Geschäft,‘ Der Leim fehlt keinem Gewächse ganz, und findet sich besönders im Maulbeerbaum- laube, in der Hanf- und Flachspflanze. In den Ge- treidearten ist er unverkennbar; im einigen ın gröfs- rer, in andern in geringrer Menge und Vollkommen- heit. Er gleicht auffallend dem tbierischen Leim, ei- nem Bestandtheile*thierischer Gefälse, Bänder, Seh- nen, Klauen: er wird zu ähnlichen Verrichtungen be- stimmt sein. Die Vegetationen nähern sich nämlich wegen des Leims der thierischen Welt: und hierin liegt; der höchsten Wahrscheinlichkeit nach, eine Ei 94 Quelle ıhres Lebens. Diese Materie hat vielleicht darum kein oder wenig Oxygen, damit sie dasselbe zwischen sıch aufnehmen kann, ohne weiter als zu ihrem Zwecke=. zu werden, das Zellgewebe aus: zumachen, und die Abs: sonderungs gefälse zu bilden. Wie auch die N Struktur der Getreidearten sein mag; so lange ıhr zärter Bau nicht gestört ist; so lange sie die Fähigkeit besitzen zu treiben, wenn sie auch Jahrelang i in einer scheinbaren Ruhe liegen: so müssen sie Organe, oder Werkzeuge haben, welche das Vegetationsgeschäft— wo nicht anfangen und die Lebenskraft nicht selbst sind— dennoch regie- ren, nach den Regeln der besondern Gattung beför- dern, den Nervensaft vorstellen, die Gefäfse mit dem gröbern Nervengewebe ausmachen, im Fortgange des Wachsthums analogische Stoffe anziehen, sich durch dieselben ausdehnen und vergrölsern, und wenn sie die Bestimmung erfüllt haben, an Kraft sich erschö- pfen und sterben. Die Organe können, in Rücksicht auf den in die Sinne fallenden Bau, nur aus dieser Materie bestehen, weil er eine vollkommnere Mi: chung hat und thierischer Nätur ist; und weil das Stärkmehl, in den verschiedenen Perioden des Wachs: thums der Pflanze, zu auffallende V eränderungen er> ährt, das Oxygen in demselben aber, wein es in den Gefäfsen und Organen selbst so wirken Sollte, als es nur auf die Modifikation und Ausdehnung derselben wirkt, die Vegetation zerstören würde. Die Stärke in den Getreidearten ist ein Pflanzen: schleem, und schon in dem Samen der erste Nah-= zungsstoff.“ Die Wurzelorgane bearbeiten ihn} und ielleicht lasselbe als zu "be aus: bilden, en sein ist} 50 ein sie en: 50 welche n und regie- beför- it dem ge des durch nn sie erschö- cksicht dieser re Mı- el das Nachs: seh er: in den als es selben nzen- Nah- und 95 setzen ätıs den ın ihrem Wirkungskreise liegenden einfachen Stoffen mehr davon zusammen. Die örga- nisirten Werkzeuge in der Maschine besorgen die Mischung desselben, und führen ihn durch alle Zwei: ge der Pflanze. Er verändert sich verschiedentlich, bleibt aber, bis die Vegetation der Vollendung nahe 15t, und sich verholzet und abstirbt, stets schleimartig; Der Same der Getreidearten— in allen von ei- nerlei Stoffen, doch verschiedener Mischung— bildet ein jeglicher einen eigenen organischen Bau. Soll er sich nach den Gesetzen dieser Gattung entwickeln können: so darf er im zarten Gewebe nicht merklich gestört worden sein. Darum ist er schon mit einer Hülse bekleidet, damit er nicht so bald verletzt wer- de; damit nicht die Feuchtigkeit der Luft die Vege: tatıon zur Unzeit vorbereite;, damit er in der Frde von den Stoffen aufser ihm nür in dem Maals ange- griffen werde, in welchem er ihrer Einwirkung wi- derstehen oder sie benutzen kann, damit er die erste ihm gedeihliche Nahrung aus der Hülse selbst nehme. Fın thierisch- vegetabilisch- organisches System ist ın dem kleinsten Samenkörnchen, folglich ein Nerven- system mit den unentbehrlichsten Sauge- Verarbei- tungs- und Absonderungswerkzeugen, und in densel- ben die erste Pflanzennahrung schon gehörig gemischt, damit die Kräfte der werdenden Vegetation— die im Samen sich gleichsam im gebundenen Zustande befinden— alle Organe sofort ihre Verrichtungen an- fangen können, wenn durch das Hinzukommen der Teuchtiskeit der Wärmestoff frei wird, dieser das Oxygen anzieht, Bewegung im ganzen Bau sich ver- breitet, alle Stoffe sich lösen, ihrer Natur nach, der 96 Mischung nach, und nach den Regeln der Vegetation des Samen auf einander wirken, das System nach sei- ner vereinigten Kraft und jeder Organ nach seinem Vermögen in Thätigkeit geräth und die vegetabilische Maschine in Gang kommt, Sonst dachte man sıch im Kern schon den Baum im Abrils, der aus dem Kern wachsen konnte. Eine grundlose Voraussetzung, welche weder Prüfung noch Würdigung bedarf! Die Natur ist einfacher, als man sie sich Jahrtausende hindurch vorgestellt hat, und kann mit einfachen Mitteln die mannigfaltigsten Zwecke erreichen. Sie bildet aus einerlei Stofen Thiere und Pflanzen. Aber sie mischt die Stoffe auf eine unbe- stimmlich vielfältige Art: dadurch schafft sie die Dinge aller Klassen und Ordnungen. Wo sie ist, die Mut- ter der Wesen, da wirkt sie. Wo sie wırkt, da wirkt sie streng nach dem Gesetze, welches sie sich selbst vorgeschrieben hat, nach dem allgemeinen Grundgesetze, welches die kritische Chemie bei der Zerlegung und Zusammensetzung der Körper zu- erst wahrnahm: mit einerlei Stoffen die grölste Mannigfaltigkeit in den Geschöpfen zu be- streiten. So bringt sie die verschiedenen Getreide- arten auch aus einerlei Stoffen hervor; aber die Mi- schung besorgt sıe nach den Gattungen, die werden sollen. Nach der Mischung richtet sich die Struktur des Baues, und entwickelt sich nach den ewigen Re- geln, welchen die Stoffe in dieser Mischung folgen müssen, Die Vegetation der Pflanze geht aus dem organischen Samen aus, bleibt stets, wenn schon mit kleinen Veränderungen, in den Grenzen ihrer Art. Durch das organische Korn werden die Stoffe von aulsen Wi pei lich sich Wu per der Sta be bes un sind Kop sons mitt, kens eine klei sgekation ach seı- einem Ibilische en Baum & Eine ing noch als man nd kann Zwecke ere und \e unbe- e Dinge 'e Mut- kt, da ie sıch meinen ie beı per zu: | rölste zu be- retreide- die Nı- werden Struktur sen Re- ‚ folgen us dem ion mit er Art: fe von aulsen 97 äaulsen her durchgeführt.- Hier erhalten sie die Mi- schung dieser Art; oder sie gehen in die Mischung dieser Gattung ein, und können, weil sie den Gese: tzen folgen, nicht aus der Art schlagen. Nach der Mischung, und ihr gemäfs, bildet sich schon im Sa- men der Mechanismus, der das Volumen erweitern, Glieder und Gefälse ansetzen, aber bei der grölsten Ausdehnung nie von den Gesetzen der Art abwei chen kann. Die Hauptorgane sind in der Wurzel, von wo aus die Oekonomie bestritten wird, welche die Nahrung von aulsen anzieht, und sie zu weitern Bestimmungen verarbeitet, Aber das organische Ge= webe verbreitet sich durch die ganze Pflanze, und erhält Zuschüsse, je nachdem das Gewächs Zweige und Blätter erlangt. Es setzt im den Knoten, Knos: pen, Augen und Absätzen den Wurzelorganen Ahns liche Werkzeuge an, in welchen die Vegetationskraft sich sammelt, um weiter zu wirken, als es von der Wurzel aus geschehen konnte. Diese Augen, Knos- pen, Absätze bilden gleichsam eigne Würzeln über der Erde, welche aus der Nahrung, die sie aus dem Stamme‘oder dem Zweige ziehn, Sprölslinge treis ben, und den ihnen nöthigen Saft chemisch für sie bearbeiten, folglich die Stelle der Wurzel vertreten, und von ihr abhängige aber eigne Vegetatiönskräfte sind. Wie wäre sonst das Geschäft des Okulirens, Kopulirens, Pfropfens erklärlich? Wiıe könnte man sonst dutch Schnittholz den Wein fortpflanzen, oder mittelst eines Finschnitts in den Knoten‘ einer Nel- kenstaude und Einsenkens des Sprölslings in die Erde, einen Ableger machen, wenn nicht in diesen Fällen kleine, selbstständige Organe von der Hauptpflanze ab» G 98 geschieden würden, die von nun an ın den Grenzen und bestimmten Beschaffenheiten ihrer Art eine eigne Vegetation darstellten. Zu dieser Emtwickelung trägt der Wärmestoff viel bei, Bekanntlich erfolgt keine Veränderung in den Körpern ohne ilın. Er bringt die erste Bewegung in die Bestandtheile einer Masse, wenn er ihnen mit- getheilt wird, löst die Stoffe, treibt sie auseinander, und widersteht allein ihrer anziehenden Kraft, Er macht die Temperatur, welche für alle physische We- sen von erstaunendem Eirflusse ist, und in welcher diese Welt nur diese ist, bei einer merklichen Verän- derung aber eine ganz andre sein würde. Wunderbar sind die Einwirkungen des Wärmestoffs auf die Körper aller Art, und vornehmlich auf die organischen. Er ists allein, der Lebenskraft im Ei erweckt, und aus einer aus Wasser- und Kohlenstoff, Azote, Oxygen, Alkalı und Kalkerde bestehenden, aber organischen Masse ein ausgebildetes, mit thuerischen Organen ver- sehenes, sich willkührlich bewegendes Wesen zum Dasein befördert. In den Vegetationen beweist cr sich eben so geschäftig. Er ist in der Mischung«des Pflanzensainen chemisch gebunden: folglich gehört er zum Wesen desselben. Auch ım gebundenen Zustan- de verleugnet er die lebenschützende Kraft nicht; sonst würden die Getreidearten theils als Körner, theils als zarte Pflanzen im Winter erfrieren. Er veranstaltet die Entwickelung bis zur Vollendung. Durch die Sonnenwärme und durch die sich zerlegenden Neu- tralsalze der Erde und des Düngers vermehrt, giebt er aus seiner Verwandtschaftswirksamkeit mit dem Oxygen, die Triebe zur Vegetation her, dals in dem ER PIE ren a ı Grenzen ne eigne anmestofl derung in Bewegung ihnen mit- einander, raft, Rr ische We. ı welcher en Verän- "underbar le Körper hen. Er und aus Oxygen, ganischen anen vel- esen zum eweist er chung des ‚gehört er on Zustan- icht; sanst theils als eranstaltet Juich die den Neu- rt, giebt mit dem [5 in dem 99 Verhältnisse, wıe er vorhanden und thätig ist, das Oxygen sıch mit ihm zu vereinigen strebt, und nach Maalsgabe der Wirksamkeit sämmtlicher hierdurch aufgeregter Stoffe nach ihren Kräften und gegenseiti- gen Verwandtschaften der Wachsthum erfolgt, Nach der Quantität, in welcher er da ist, nach dem Grade seiner Thätigkeit, und nach dem Zuwachse, welchen er von aulsen durch freie Wärme empfängt, richtet sich die Ausbildung der Pflanzen: sie wachsen wie auf einem kalten Boden langsam, oder wie in Mist- beten geschwind, gedeihen schlecht oder mittelmäfsig, oder beim Zusammentreffen von mehr günstigen Um- ständen vorzüglich schön. Auch der Lichtstof befördert die Vegetation, Ist er nur Modifikation des Wärmestoffs: so wird er Mitprinzip des Lebens und fängt die Entwickelung an. Ist er ein eigner Grundstof: so steht er mit dem Wärmestoff in der nächsten Verwandtschaft, wirkt durch ihn und mit ıhm. Auch in diesem Fall wäre jener nicht mehr derselbe, wenn ihm die Mitwirkung des Lichtstoffs fehlte, welcher bei Anhäufung des Wärmestofis sıch öfters zu erkennen giebt, und da- durch beweist, dals der eine nicht füglich ohne den andern sein kann; obgleich eine fühlbare Wärme ohne Licht, und ein sichtbares Licht ohne fühlbare Wärme nicht geleugnet wird. Wohin sich Licht und Wär- me nicht, erstrecken, dahin wird noch weniger das grö- bere Oxygen gelangen, und mithin dort kein Wachs- thum möglich sein. Ja wohin der Lichtstof? zu drin- gen nur verhindert wird, und in dem Verhältnißs, als es geschieht, da geht die Vegetation schlecht von statten, oder entbehrt ihr frisches Ansehn, oder über- Ga 100 wächst sich, oder gedeiht nicht zu der Vollkom- menheit ihrer Art, Wieviel das Wasser, als Wasser, Regen und Thau den Pflanzen nutzen, und‘ wie sie sich davon nähren, zeigen tägliche Erfahrungen. Man will be- merkt haben, dafs das atmosphärische Wasser, wel- ches in unsern Gegenden ein Jahr hindurch ım Re- gen und Schnee auf die Erde fällt, ein Volumen von 2o Fuls hoch ausmache. Es verdunstet zum Theil als Wasser; das meiste wird durch die alkalischen Irden und durch Vegetationskräfte zersetzt. Die Be- standtheile des Wassers können die Pflanzen brau- chen, und nehmen das Oxygen mit Kohlenstoff als Kohlensäure, und den Wasserstoff in sich. Wie bald dies geschehen könne, und von welchem gedeihlichen Einflusse es auf ihre Oekonomie sei, bemerkt man an dem frischen Ansehn von Regen und Thau getränk- ter Gewächse. Nur von Zeit zu Zeit mit Wasser hin- länglich begossen, werden verschiedene Getreidear- ten, die sonst verschmachten würden, in dem mager- sten Lamde unterhalten, dals sie selbst Früchte zu bringen fähig sind. Aus der Erde gehoben und in blofses Wasser gesetzt, fahren Gewächse einige Tage fort stärker zu treiben; jedoch überfüllen sie aus Mangel andrer Nahrungsstoffe die Gefälse, und ster- ben desto eher. Durch die Zerlegung des Wassers wird Wärmestoff frei, wodurch die Vegetation an- fängt. Daher gehen die Getreidearten nicht füglich eher auf, als bis es geregnet hat. Der freie Wärme- stoff aber bringt diese Erscheinung so wenig. allein hervor, dals er‘sie vielmehr zurückhält. Sollten die Gewächse auch schon das Wasser als Wasser in ihre licht ls t ven ı Vollkon.- 'en und h davon will be- en, wel- im Re- men voh m Theil alıschen Die Be- \ brau- stoff als Yıe bald ihlichen man an setränk ser hin- reidear- mager» chte zu und ın oe Tage sie aus nd ster- Vassers ion An- füglich Värıne- alleın ‚en die in ihre 101 Mischung aufnehmen: so würden dadurch ihre Säfte verdünnt und geschickt gemacht, durch die Gefälse und‘ Kanäle geleitet zu werden. möchten sie wohl‘ die Feuchtigkeiten, welche an die Wurzel drin- gen, oder als Tropfen auf die Blätter fallen, oder aus den Dünsten sich in Tropfen sammeln, erst zerlegen, als Wasserstoff und Oxygen einsaugen, und durch die elektrischen organischen Kräfte nachmals wieder in Wasser umwandeln. So ists auch wahrscheinlich, dals die Dünste, welche aus den Pflanzen aufsteigen, Sicht in der Wasserbeschaffenheit ausgetrieben wer- den, sondern wie die Lebensluft aus den grünen Kräutern, als Wasserstoff und Oxygen, ausgehen, und in der: elektrischen Atmosphäre erst als Thau oder Regen zusammentreten. Mit der Luft hat es dieselbe Bewandnils. Wenn gleich viele Pflanzen auch in schlechter und mephiti- scher Luft wachsen, und. selbst sich verbessern: so geschieht doch keine Vegetation ohne Luft.‘Ja jene Erfahrung beweist: dafs die Gewächse durchaus Luft erfordern. Sie werden jedoch ohne dieselbe länger bestehen, als animalische Wesen, und zwar darum, weil sie mit weniger Wärme vegetiren, als die'Thiere leben, weil durch ihre einsaugenden Gefälse weniger Oxygen angezogen, und weniger Luft verzehrt wird, als in thierischen Lungen, und weil sie im Sonnen- lichte verhältnißsmälsig mehr Oxygen zurückgeben, als tliierische Körper, welche das eingeathmete Oxy- gen mehr verbrauchen. In den Kellern, wo. Wurzel- &ewächse, welche man dort aufbewahrt, um sie vor dem Winterfroste zu schützen, gegen das Frühjahr treiben, und ohne Erde, oder nur un unfruchtbaren 2) b}. 162 Sande, stärkere Schüsse thun, als sie in einem für sie zubereiteten Lande im Freien machen würden, sieht man es ihnen an, dafs sie nicht in der rechten Lage sind. Sie scheinen sich nach der Gegend hinzu- Strecken, von wo aus etwas gesunde Zugluft auf sie zustölst; sie haben, statt der frischen und grünen, die matte gelbe Farbe, sie sind welk und weichlich zart, und genielsen doch die Hauptpflanzennahrung im Ueberflusse, Gesetzt, sie ständen in einer für sie schicklichen Erde, in welcher sie allerdings geschwin- der und höher wachsen, als im Freien, wo sie von der des Nachts oft zurückkehrenden Kälte aufgehal- ten werden, da sie dort in der nämlichen Temperatur bleiben: so sind sie doch allemal dem Ansehn nach schlechter, dem Wuchse nach zarter, und dem Ge- schmacke nach wässeriger und kraftloser, als zu ihrer Zeit im offnen Lande, Da die Pflanzen die Luft ver- bessern: so benehmen sie ihr den Kohlenstoff, und ersetzen ihr das fehlende Oxygen; folglich zerlegen sıe die sie umgebende Luftart, und werden darum in den Kellern von einer schlechtern Beschaffenheit ge- funden, weil sie das Oxygen in der gehörigen Mi- schung mit Azote, wie es in der gewöhnlichen Luft ist, zu wenig, und dagegen des Kohlenstoffs zu viel haben. Auch im Schatten der Gebäude und unter Bäumen, sind sie nicht am rechten Orte. Wenn sie auch im Schatten stärker wachsen und frischer aus- sehen: so werden sie doch unvollkommner sein, ge- ringern oder schlechtern Samen tragen, weil sie des erforderlichen Lichts entbehren, und weil die Bäume ihnen Nahrung rauben, mit stärkerer organischer 5’ 5 inem für würden, rechten d hinzu. t auf sie | grünen, veichlich anahrung T für sie eschwrin- sie von ufgehal- ıperabur hn nach len Ge- zu ihrer uft ver- f, und zerlegen rum In heit ge- gen Mi- ven Luft ‚zu viel ıd unter /enn Sie her aus“ ein, ge» sie des Bäume „nischer 103 ’ Kraft das Oxygen aus der Luft in sich schlucken, und sie darben lassen. Darum wenden sie sich von dön Mauern ab— wofern sie nicht nach emer be- sondern Beschaffenheit ihrer Art sich daran fest hal- ten-- und da sie,‘wenn sonst.kein Hindernils vor- handen ist, grade aufzuschielsen pflegen: so neigen sie die Halme. und Zweige in einer schiefen Rich- tung aus der nabrlosen Sphäre, einer gesundern ent- gegen. Von einfachen Substanzen leben sie. Die alkalı- sche Erde, mit Kohlenstoff und allen andern befruch- tenden Stoffen durch den Dünger angeschwängert, bearbeitet den Bedarf; die Organisationskrätte ihrer Wurzelwerkzeuge, zersetzen ihn’ in die einfachern Be- standtheile, wıe sie genutzt werden können.° Weıl sie ohne Luft nicht wachsen: so: brauchen: sie Oxy- gen und Azote mehr, als der. Boden giebt; und wie die Thiere auch durch Haut und, Lungen sich davon nähren: so ziehen sie beides durch die einsaugenden Gefälse ein, und befördern es durch das Zellgewebe nach innen. In diesem‘Stücke haben der Stamm und die Zweige die. Verrichtungen mit der Wurzel und ihren Aesten gemein, dafs jene, wie diese, der Pflanze Mittel des Unterhalts verschaffen. Dafs wir uns hier- in nicht irren, werden. wir an manchen Vegetationen selbst, welche man aus der Erde nimmt, und umge- kehrt wieder einsetzt, erfahren: wie sıe die obern Tricbe in Wurzeln, und die untern in Zweige vers ‚ ändern, Etwas Erde wird in. der Pflanzenökonomie mit verwendet und hilft die festere Masse bilden. In ihrer alkalischen Natur, und mit Alkalien versetzt, 10 Lk bindet sie Wärmestoff und regieıt die Fruchtstoffe insgesammt. Sie dient nicht allein die Wurzel zu halten, sondern sie wirkt auf die Säuren. Und wie sie durch Feuer ganz zerstört und der alkalischen Kraft beraubt werden kann: so wird sie durch orga- nische Kräfte nach und nach vom Wärmestoff und allen ihr adhärirenden Stoffen entbunden, auch viel- leicht als Alkali den Gewächsen einverleibt, Eine Getreidepflanze, als Organisation, ist mit der Erde, in welcher sie wächst, und mit der At- mosphäre, in welcher sie sich empor hebt, im Zu- stande gegenseitigen Einflusses. Aus’dem Boden em- pfängt sie Nahrung, und aus der Luft zieht sie Frucht- stoffe in sich, und setzt den Ueberflufs davon an bei- de ab, Dies Verhältniß dürfte inniger sein, als man es zur Zeit beobachtete; aber das gegenseitige Ver- hältnifs der Stoffe und Kräfte im organischen Bau selbst, ist mannigfaltiger und verwickelter, Hi:r sind die Stoffe gehäuft, im engen Kreise, in unmittelbarer Berührung. Auf gewisse Weise wird zwar ihre Wir- kung hierdurch beschränkt: allein durch den ununter- brochnen Zuflufs und Abgang von bildenden Kräften, mitten im Kreislaufe derselben, in ihrer stets verin- derten Lage und veränderten Mischung wiederum geweckt, geschärft und modificirt. Es ist nicht glaub- lich, dafs die Uranfänge schon als Körper beitreten, Das organische Korn, welches während des Vegeti- rens sıch völlig aufschliefst, in der Größe und Figur 50 oft wechselt, nie. einerlei nähere Bestandtheile be- hält, und doch nach den bestimmtesten Regeln seiner Art sich entwickelt, in einem rohen Boden nicht be- kommt, wenn er auch noch: so fett gedüngt wäre, [4 tur soll win kön nie Pla und und alle ver] nich Och Stänl Best, Zust theil Inde uchtstoffs h urze] Zu Und wie kalischen ch O1FA- stoff und uch viel- ist mit der At- ım Zu. den em« - ‚an bei- als man oe Ver- en Bau er sind ‚elbarer re Wir- Inuntere Kräften, 5 Yerän- ‚ederum ‚ glaul k treten, Vegeti- | Figur ile be- seiner wäre, 105 sondern in solcher Erde, in welcher die Fruchtstoffe sich gelöst und durchgewirkt haben, ja um so besser gedeiht, je länger man dem Lande Zeit liefs, die Ma- terialien der Fruchtbarkeit zu zerlegen und zu verein- fachen— nimmt zu seiner Ausbildung höchstwahr- scheinlich nur einfache Stoffe, oder doch Stoffe ın einfachen‘ Verbindungen. Sobald. aber diese ins. Sy- stem übergehen, können sie nıcht mehr einfach. bleı- ben, sondern folgen ihren:Verwandtschaften, gehor- chen der Attraktion und Repulsion im System, wer- den modificirt, und verursachen Modifikationen.„Hier finden sie die Kräfte vor, mit welchen sıe, ıhrer Na- tur nach, sich zu vereinigen streben, deren Wirkung sie im Allgemeinen verstärken, entweder die träge ir- dische Masse, oder die Alkalien und salzfähigen Ba- sen vermehren, und die oxidirten Stoffe oxygenesiren sollen, doch nur insofern, als sie unter den Gegen- wirkungen der übrigen Stoffe ihre Kraft beweisen können. Sie nähern sich; doch vereinigen sie sich nie bis zur vollkommnen Sättigung. Der Theil der Pflanze, in welchem dies geschähe, würde verdorren und absterben., So lange noch Wachsthum erfolgt, und die Vegetation lebt, wird dies durch den Betrieb aller organischen Kräfte im gegenseitigen Verhältnisse verhindert.. Es erzeugt. sıch mithin. vor. der Reife nicht füglich ein fertiges Alkali, kein Ammoniak, kein Oehl, kein Spiritus, kein vollkommner Leim noch Stärke, keine: bestimmte vegetabilische Säure. Die Bestandtheile zu allem sind im Gemisch, allein ım Zustande der Auflösung, durch heterogene Bestand- theile getrennt, dafs sie sich nicht sättigen können. Indels wirken sie ihrer Natur gemäls, ziehen sich an, 106 und stofsen sich zurück.‘Ihre Kraft wird bald so, bald anders modiheirt: allein sie bleiben aufgelöste Erden und Alkalien, oxidirte und’ nicht bis zur Säure oxygenssirte Stoffe, welche ın ıhren Wirkungen und Gegenwirkungen das Vegetationsgeschäft betreiben; wovon nach vielen Abwechselungen im Gemisch, nach manchen vorkergegangenen Formen der Vegeta- tion, als Resultat aller Wirkungen und ‚Gegenwirkun- gen im System, solche organische Kräfte ‚der nämlı- chen Mischung und desselben Verhältnisses der Kräf- te,-als der Same war, der sich als Vegetation ent- wickelte, dargestellt werden. Die grüne Farbe'endlich der wachsenden Getrei- dearten‘, leiten einige von der Phosphorsäure, andre vom Oxygen und Eisentheilen, noch andre vom Lichte her. Worin aber besteht eigentlich die organische Kraft? Wir wissen, dafs sie sıch thätig zu, zeigen anfange, wenn Wärmestoff frei wird, zunächst das mit ihm am meisten verwandte Oxygen anzieht; wenn alle im organischen Korn vorhandene Stoffe sich regen, lösen, und andre Verbindungen eingehn. 5 Und wenn der Same nun oben und unten treibt, ana- logische Stofle annımmt, und sıch nach den Gesetzen seiner Art entwickelt: so uriheilen wir, dals er eine organische Kraft besitze; aber wir haben diese Kraft nicht erklärt."Wir kennen die nähern und entfern- tern Bestandtheile der Getreidearten: aus den damit angestellten Versuchen leiten wir ihre Verrichtungen ab. Wir haben bestimmte Begriffe über die Grund- stoffe: die Erfahrung hat uns ihre Verwandtschaften gelehrt, Wir würdigen ihre Zwecke; wir thun ih- ren we ver pel mi bald 50, ıfgelöste u Säure gen und treiben; gemisch, Vegeta- wirkun- T namlı- er Kıäf- ion ent« Getrei- , andre e vom ische zeigen ist das zieht; . Stoffe ingehn, pl, ana- esetzen er eine > Kıaft ntfern- damıt ungen srund- haften un ih- ur 107 ren Einflufs dar, wir geben an, wie durch die Ge- sammtwirkung eine Vegetation werden könne: und weder Erfahrungen noch Versuche und hierauf ge- stützte Grundsätze, sind hinlänglich festzustellen: was die organische Kraft sei? Ist sie das Resultat aller vereinigten Wirkungen der Grundstoffe in einem Kör- per? Mit dieser Bestimmung, welche einen zu wei- ten Begriff in sich falst, erklären wir sie nicht. Auf die Weise wäre sie ja in allen Körpern; offenbar aber sind die organischen von eigner Natur. Oder liegt sie in einem Stoffe? und in welchem? Aber alle Stoffe ohn’ Unterschied, aus welchen eine Vegetation werden soll, setzen eine Vegetationskraft voraus. Noch weniger kann die Mischung der Bestandtheile, wovon die Art der Vegetation abhängt, die organische Kraft selbst seın. Ich wage einige erläuternde Urtheile, wie sie mit dem gegenwärtigen Zustande der Naturlehre und Chemie vereinigt werden können: Die organische Kraft ist körp erlich. Sıe läfst sich nach ihren Wirkungen in allen Pflanzentheilen spüren: und diese Wirkungen sind körperlich. Man kann körperlich auf sie einwirken, sie stören, oder sie leiten und befördern, wie beim Okuliren der Bäume. Nach Umständen zeigt sie sich bald stark, bald schwach; bald vermehrt und vermindert sie sich; bald ershöpft sie sich und stirbt.‘Sie kann manche Mängel ersetzen; manche Zerrüttungen in der Maschine scheinen ihr nicht zu schaden. Z. B. zer- schnittne Erdtoffeln, gehn so gut als Ganze auf. An- dre geringfügigere Störungen— 2. B. wenn den Ge- treidearten die Hülse genommen wird— läbmen sie nen 108 dergestalt, dafs sie mit dem Samen, dessen Organısation nicht gestört ward, verdirbt. Entweder ist sie ein durch- aus unbekanntes Wesen, zu welchem in unsrer Denk- kraft keine Vorstellung und in unsrer Sprache kein bedeutendes Wort gefunden wird, oder selbst ein körperliches Ding. Sie folgt ganz körperlichen Ein- flüssen, ist absolut den physischen Gesetzen unter- worfen; sie lebt und vergeht mit dem Gewächse. Sie hat Ausdehnung. Sie scheint zwar aus dem Samen, in welchem sie gebunden war, auszugehen; aber in der Wurzel nicht allein zu bleiben, auch nicht von dort aus auf das Ganze zu wirken, sondern in dem ganzen Gewächse sich zu vertheilen, und in al- len Werkzeugen desselben selbst zu sein, Sie nimmt an Wirksamkeit zu und’ ab, je nachdem man der Pilanze Nahrung giebt oder entzieht, Ihrem Wesen nach ist sie in allen Theilen derselben ganz."Wenn dies nicht wäre! so könnten. die Gewächse weder durch Samen, noch durch Schnittholz, noch durch Ableger vervielfältigt werden. Sie zeigt sich nach der Absonderung der Tochterpflanze von der Mutterpflanze als eine eigene Kraft, wofern ihr nur in dem Able- ger, oder in dem Auge, oder in dem Pfropfreise die nothwendigern Weırkzeuge. der Vegetation gelassen werden, da sie sich nach den Regeln ihrer Gattung als eine eigne Pilanze vervollkommnet, Sie muls den einfachen Bestandtheilen wesentlich und eigenthümlich zukommen. Als Wirkung der Mi- schung kann man sie nicht erkennen: denn‘ der Fffekt der Mischung kann kein andrer sein, als‘der Effekt der Urstoffe in ihren gegenseitigen Wirkungen. Nach der Mischung modihicirt sie sich, dals die Gattung, aus sent beit Iyse sıe eine \e sind der dene stem kleid nisch statt den anısation 1 durch. r Denk. he kein Ihst ein hen Ein. N unter- ichse, aus dem ugehen; ch nicht dern in Lin al- nimmt an der Wesen Wenn weder durch ıch der planze y Able- se die elassen " 03 yaltung entlich er Mi- Ifckt Effekt Nach tung, 10%) wenn'sie sich gleich ‚veredelt oder verschlimmert, doch dieselbe bleibt. Sie kann. von;den nähern Be- standtheilen abhangen, und durch dieselben modilieirt werden; aber sie muls den einfachen beiwohnen. Entweder: einigen oder allen? Einigen in einem hö- hern, andern in einem geringern Gieda sr Tnjeinen einzigen katın sie nicht sein, weil sie ihrer Natur und Wirkung nach sich in der ganzen Vegetation of- fenbart. Einige werden sie nicht ausschlulsweise besitzen, weil alle ihre eigenthümliche Kräften haben; weil sie sich alle ohne Unterschied nach den Graden der Verwandtschaft anziehen, und weil durch diese Attraktion, unter der Vermittelung des Wärmestofis, der Wachsthum erfolgt. Welche Stoffe die Vegeta- tionskraft in einem höhern Grade hätten? würde dann nur bestimmt werden können, wenn zuvörderst ausgemittelt wäre: welche, den Vegetationstrieb. we sentlich beförderten, und welche nur mittelbar dazu beitrügen? Schwerlich aber dürfte die chemishe ‚Ana- ivse hier einen Unterschied entdecken; vielmehr wird 2 es zur Gewilsheit bringen: dals die Grundstoffe einer Art so viel als die Grundstoffe andrer Art zur Vegetation mitwirken, indem sie alle gleich nöthig su wenn auch von der einen Gattung mehr als von der andern in die Mischung eingeht, Wollte man einen Unterschied ‚machen zwishen denen Bestandtheilen, welche das vegetabilische'Sy- stern bilden, und denen, welche nur die Organe ver- kleiden und die Gefälse ausfüllen, folglıch die orga- nische Kraft in jenen suchen: so würde man eine un- statthafte Hypothese wählen. Die erstern sind ınit den letztern völlig einerlei: aus diesen werden jene; 110 und dieselben Stoffe, in welche die Vrgetabilien zer- legt werden, treiben wir aus den nicht organisirten Körpern aus. Wie aber, wenn die Bestandtheile in den Pflan- zen, welchen die organische Kraft zukommt, so fein wären, dals sie auch in der Anhäufung nicht unter die Sinne fielen, und weder aufgefangen noch gemes- sen werden könnten? sie mülsten doch körperlich sein,‘weil sie sonst nicht auf Körper wirken, noch Körper darstellen würden, Uebrigens ist’s keine Un- möglichkeit, dafs die Körper in der Grundmischung Stoffe haben, die für unsre Sinne nicht rein darge- stellt werden können, und dafs diesen Stoffen eine organische Kraft zukommt, oder dals sie selbst orga- nische Kräfte sind. Wir kennen nicht alle Uranfin- ge— und wer weils, ob wir einen einzigen ganz kennen? In Beziehung auf unsre Begriffe von ihnen nennen wir sie nur einfach— und es mögen in der Mischung organischer ‚Körper uns noch unbekannte organische Kräfte liegen. Warum wollten wir aber zu unerweislichen Voraussetzungen Zuflucht nehmen, da die Oekonomie.der Vegetation ohne sie erklärt werden kann? Zwischen Vegetationen und andern physischen Erscheinungen, wobei keine organische Mitwirkung statt haben soll, finden wir viel Aechnlichkeiten. So schielsen die Neutralsalze_ jeglicher Gattung in eigne Kristallen an, binden Alkalien, Wasser- und Kohlenstoff, und vergrölsern sich in Volumen, So bildet sich der Vitriol durch das Zusammentreffen der Fisentheile mit dem Oxygen,*oder der Alaun durch Thonerde und Schwefelsäure, So verhärtet das bilien ger. ganisirten den Pflan- t, so fein icht unter ch gemes- körperlich en, noch keine Un- mischung in darge- fen eine Ibst orga- Uranfän- en ganz on ihnen on in der bekannte wir aber nehmen, e erklärt aysischen twirkung iten, So ttung in, ‚er- und en, So ontreffen Alaun ärtet das 3 Iol2 der Wurzeln zu Stein im Beinbruch. So flie- gen Metallstoffe an, und häufen sich zu edlen gedie- genen Metallen.‘ So entsteht der Dianenbaum. So wächst ganz eigentlich in den Gründen der Torf, indem Wasser- und Kohlenstoff zwischen den holzi- gen Wurzeln abgestandener Vegetabilien durch die Einwirkung des\Värmestofis zu Oehl destillirt wird. Viel Zusammensetzungen haben wir durch die Kunst nachzumachen gelernt; viele werden wir der Natur noch abstudiren, und zuletzt— dies ist der erhabne Zweck der Chemie— von allen darthun können: wie sie geschehen. Das Nämliche ereignet sich bei den Vegetatio- ‘nen. Der durch den Wärmestoff in der Mischung geänderte, in seinen Grundstoffen gelöste und ange- este Same macht, wie der Salpetzr, wie der Alaun und nicht willkührlicher, sondern durch innere, physi- sche Antriebe, und durch physische Einwirkungen von aulsen, Anschüsse, vergrölsert sich in Volumen, und setzt am Ende der Vegetation ähnliche vegetabi- lische Krystallen als Früchte an. Hier kommen mehr und vielfältigere Stoffe zusammen; hier ıst eine man- nigfaltigere Mitwirkung von innen und aulsen; hier erfolgt alles, nach mannigfaltigen Moditikationen der Grundgesetze, in der Natur, der Attraktion und Re- pulsion: mithin mufs der Effekt, die Vegetation, hier- nach ausfallen. Im Torf, in den Metallen geschieht dasselbe, nur nach einfachern Modifikationen der Ge- setze, Aher wie erzeugi: sich der Same? Nicht an- ders als Kochsalz und Steine sich erzeugen: durch das Zusammeätreffen der Grundstoffe in der gehörigen Mischung, und: unter der Leitung des Wärmestoffs. Jedoch zur Mischung des vegetabilischen Samen sind rege ı1%2 mehr Stoffe in einem mannigfaltigern Verhältnisse et- forderlich: darum werden sich dieselben in dieser be- stimmten Mischung nur so. oft willkührlich und von ungefähr zusammenfinden, als sich willkührlich ver- mengte, und aufs Gerathewohl hingeworfene Buchsta- ben in eine Geist und Herz erhebende Ode: zusam- menstellen. Aber in der Getreideähre, wohin nur analogische Stoffe gelangen, wo auch nur solche mit- telst des Saınenstaubes analogisch anfliegen, auf einer Staude, in welcher die Vekonomie nur analogish be- sorgt wird, muls ein analogischer Same sich krystalli- siren können, Wenn das Vegetationsgeschäft nicht hierin bestände; wenn die organische Kraft den ent- ferntern Bestandtheilen nicht wesentlich zukäme; wenn die Pilanzenentwickelung aus andern Gründen herrühr- te, als aus der Attraktion und Repulsion, und aus den Akkomodationen und Modifikationen derselhen nach der Mischung: wo käme die organische Kraft beim Anfange der Vegetation her, und wo bliebe sie am Ende? Wenn eine Vegetation werden soll, so ereigneh sich folgende Umstände: Es binden sich unter den Einflüssen der Elektricität, nach den Gesetzen der At= traktion und Repulsion, mehrere Stoffe chemisch: Wärmestoff, Lichtstoff, Oxygen, Wasserstoff, Azote, Kohlenstoff u, s: w: bis zu einem Sättigungspunkte, dals ihre gegenseitigen Einwirkungen, ohne einen ana- logischen Einfluls von aulsen, zu ruhen scheinen, Sie vereinigen sich auch organisch, das heilst: die Ur- stoffe treten in ein physisches Systein, in ein Ganzes zusammen, welches nach Aulsen mit einer Gesammt: kraft wirkt, die Einwirkungen von Aufsen aber nach den Modifikationen annımmt, welche die gegenwir- kenden Kräfte in der systematischen Verbindung ha- ben. Vermöge dieser Verbindung empfängt ein Kör- per nach den Gesetzen, nach welchen er sich selbst als br: Enisse A ieser be: und von lich ver- Buchsta- © zusam- olin nur Iche mit« auf einer spish be: krystalli- ift nicht den ent« >, wenn herrühr- aus den on nach Kraft nd wo eigneh er den der At: nisch: Azote; punkte, en ana: n, DIE die Ur zanzes ammts - nach wir: 18 ha \ Kör- selbst als 11% als Körper bildete, und unter den Modifikationen der selben analogische Stoffe von aulsen. Da dies perios disch geschieht: so erfolgen alle Erscheinungen in ei- ner gewissen Zeit. Da ferner ehe eine chemische und organische Vereinigung der Grundstoffe zu einem oder Aökh ähnlichen Körpern w irklich werden soll, Vorbe- reitungen, Annäherungen, mancherlei Verbindungen und Trennungen, Entwickelungen, Vergrölserungen und Verringerungen des Volumen vorhergehen: so unterscheiden wir merkliche Perioden in den Vegeta- tionen. Und da jede Art der Gewächse sich nach eignen bestimmten Regeln bildet, weil ein eigen ges mischtes organisches Wesen werden soll: so gebt auch iegliche ihre eigne Erscheimungen; und wird Ves getation ihrer Art. Zu dem Ende fordert die Natur aller, einen festen Stand in der Erde, Hier dringen sie in dem Verhält= nisse tiefer ein und treiben Wüurzeläste, ın welchem sie sich über die Oberfläche erheben, oder Festigkeit brauchen. Aus der Nähe und Ferne ziehen sie die zum Wachsthum nöthigen. Nahrungsstoffe ein, und verbreiten die Zweige um sich her, weil sıe dıe Be» standtheile der Luft und besonders auch des Lichts bedürfen. Sie zerstören sıch unter einander: die Stär- kere, vollkommnere, mehr emporstrebende Pflanze zer: nichtet die organische Kraft der schwächern und lebt von ihren Stöffen. Dadurch unterscheidet sich die thierische Oekonomie von der vegetabilischen, dals jene vermüttelst innrer Werkzeuge die; dem Körper nöthigen Stoffe, aus den Speisen abscheidet, beaibei» tet nd hinleitet, wo sie weiter genützt werden; wenn diese mehr durch in der Oberfläche befindliche Gefälse den Nahrungsbedarf chemisch zerlegt, und von hieraus durch das Zellgewebe nach dem Maik führt; und zu fernern Zwecken verwendet: Der Mechanismus der Pflanzen ist einfach, und H 114 würde bald zerstört werden, wenn sie selbst sich nicht an festere Körper so genau anschlössen, und mit den Wurzeln sich ansaugten, um die zu ihrem Wachsthume erforderlichen Stoffe aus ihnen zu erhalten. Weil er so einfach ist: so muls er stets unterstützt werden, sonst stünde er still; die Säfte würden zäher, die Organe här- ter und unthätiger. Die Unterstützung kommt von au- fsen durch Feuchtigkeiten, welche mit allerlei befruch- tenden Stoffen angeschwängert an die Wurzel dringen, durch Luft, Licht und freie Wärme, welche abwech- selnd und vereint auf der ganzen Oberfläche reizen, durch alle Kanäle einströmen,‘und die organische Be: wegung befördern. Die Mischung ist einfach; die Be- standtheile sind weniger organisch verbunden, als in den Thieren: eingeschränkter mulste daher die organı- sche Kraft selbst sein. In den’Grenzen ihrer Natur und nach den Regeln der Zusammensetzung schlürfen sie Oxygen mit allen äufsern Organen ein. Doch durfte sich in ihrer Struktur kein Werkzeug finden, welches dasselbe im vorzüglichen Grade, wie z. B. eine thieri- sche Lunge, einzöge, sonst würden sie nicht vegetiren, sondern, ungeachtet-des vielen Wassers in ihnen, we- gen des angehäuften Wasserstoffs und des freiwerden- den Wärmestofts, verbrennen. Wir kommen zur Beantwortung der Frage, welche uns zu dieser physikalisch chemischen Untersuchung veranlalst hat: »„Von welcher Art sind die erdigen Be- standtheile in den innländischen Getrei- dearten? Werden sie durch die Kraft der Vegetation eingenommen, oder hervor- gebracht?“ Die Bestandtheile sind in allen Getreidearten gleich, nur nicht gleich gemischt. In Ansehung der Nähern hat’ der Weizen den vollkommensten Leim; in Anse- hung der Entferntern ist kein Unterschied. Alle ha- ost Sich ii und nit!a Wachsthu, . Welen verden, sont ie Orgmlir. ommt na lerlei befnu, urzel dringen, elche.ahwech- fläche reizen, rganische Be fach; die Be nden, als in er die organ rer Natur und schlürfen sıe Doch durfte en, welches B. eine thier- icht vegetiren, inihnen, we es freiwerder Frage, welt \ Untersuchus schen Gel die Kraft! oder herfo! reideaten zei ung der Nahen Lin; n Ant hie Ak ir 115 ben sies Wasserstoff, Kohlenstoff, Oxygen, Azote, Erde, vegetabilisches Alkali, Phos- phor, Eisen, Knochenerde, mithin die Bestand- theile der Erde selbst, in welcher sie wachsen, die Fruchtsioffe in derselben, die Bestandtheile des Dün- gers, welcher sie nährt, der Luft, welche sie erfrischt, und des atmosphärischen Wassers, welches sie tränkt. Sie nehmen sa viel davon aus der Erde und dem Dürger.ein, als sie bedürfen und finden, und so viel aus der- Atmosphäre und.dem Wasser, als ihnen daher zugeführt wird; die erdigen und. mehr fixen, so- fern sie nicht auf dem letztern Wege in den Kreis ihrer Attraktion gelangen oder gelangen. körmen, allein aus der Erde, in derselben vorhandenen Alka- lien, Salzen und Säuren; die flüchtigen hingegen und solche, die lufiförmig werden können, theilsaus der Atmosphäre und vermittelst derselben aus Dünsten und atmosphärischen Wassern über- haupt, theils auch aus der Er de, wo sie sich in der- selben’ und im Dünger im Hüssigen und festen Zustande befinden. Von der Mischung aber rührt es her, dals jede sich in ihrer eignen Art entwickelt, jede ihren eig- nen Boden, ihre eigne Temperatur und Witterung ver« langt, jede auf ihr& Art keimt, Wurzel schlägt, schielst, Halın und Aehre treibt,und Früchte ansetzt, weil durch die Vegetation jedlicher Gattung ein eigenes Produkt dargestellt wird, Jede Art empfängt nach ihrer. Mi- schung und der hierdurch modificirten und-bestimmten, organischen K räfte die Einwirkungen von aulsen an= ders, und wirkt anders zurück. Alle unterscheiden sie sich in.der Farbe, in den Blättern und Halmen, in der Gröfse, in der Zeit des Wachsthums, im Gebrauch, wel- chen vwrir im gemeinen Leben von ihnen machen. Alleın in welcher Periode der Vegetation wir sie der chemi- schen Untersuchung unterwerfen: so zeigen sie stets dieselben: entferntern Bestandtheile, nur manche Bo' nen 116 mehr oder weniger und in einem andern Verhältnisse, Wäre es möglich die Fruchtstoffe, welche die Getreide- arten aus der Erde, aus dem Dünger, aus der Luft und dem Wasser bekommen, zu klassihiciren und zu berech- nen, und diejenigen davon abzuziehen, welche blofßs durchgingen ‚ und nicht eigentlich chemisch verarbeitet wurden; so könnte man genau bestimmen: wie viel von den Stoffen der Same gehabt, und wie viel er in jeder Periode der Entwickelung, von aulsen empfangen hatte? So viel kann man festsetzen: dals die Vegetationen, was sie an Stoffen in einer oder der andern Periode mehr enthalten, von aulsen her in sich genommen haben müs- sen,und dals in keiner Periode ein neuer Stoff zukommt, der nicht schon im Samen gewesen wäre, sich übrigens aber theils vermehren theils vermindern kann. Gehendie Uranfänge— so nennen wir die ent- fernten Bestandtheile, weil sie es in Hinsicht unsrer Er- kenntnils von ihnen sind, indem wir sie wenigstens bis jetzt nicht weiter zerlegenkönnen—alssolcheindie Vegetationenüber,oder werdensiedurcehdie Lebenskraft und durch die Thätigkeit der Organe hervorgebracht? Sie sind der Art nach da; aber die Menge bleibt nicht dieselbe. Im Lauf der Ve- getation ändert sich das Volumen und die specifische Schwere oft; die Verbindungen wechseln; es kommen Stoffe hinzu, es gehen Stoffe ab, wenn auch nur von ei- nem Korn wieder ein einziges werden soll. Dienämlichen Bestandtheile, welche den Samen ausmachen, befinden sich auch in der Erde, im Dünger, in der Luft, im Was- ser, und werden von den Gewächsen verbraucht. Erde und Dünger verlieren nach und nach diese Stoffe. Das Wasser wird schon von der blofsen Erde eingenommen und zerlegt, und verschwindet da in ungleich kürzrer Zeit, wo Pflanzen wachsen. Dalfs die Vegetationen aber auch aus der Luft Nahrung erhalten, und mit derselben im gegenseitigen Einflusse stehen, wird daher gewils, 117 erhältnise. weil sie im luftleeren Raume sich nicht entwickeln, im € Getreide. Freien die Basis der Luft einsaugen, oder nach. Umstän- Luft und den den überflüssigen Wasserstoff, auch Azote, aus der 1m berech. i Atmosphäre verzehren, der Luft das fehlende Oxygen elche bloß mittheilen und sie mit Oxygen überfüllen. Wenn das verarbeitet Alkali, welches als solches ganz zerstört werden kann, vie viel von ähnlicher Zusammensetzung sein sollte, als das Ammo- er In jeder niak; und wenn die Knochenerde keine einfache Erde hgen hatte? wäre: so möchten diese beiden Substanzen die einzigen getalionen, sein, welche durch Vegetationskräfte aus andern-Ür- tiode mehr stoffen und Erien erzeugt werden können. haben müs- Werden die Bestandtheile als einfache zukommt, aufgenommen, und können sie nichtanders, h übrigens‘ als solche vonden Pflanzen genutzt werden? . Für einfache erkennen wir sie weder in der Erde, noch yir die ent- im Dünger, noch im Wasser, noch in der Luft; sie sind unsrer Er mehr oder weniger gemischt und chemisch verbunden; gstens bis sie sind in allerlei gegenseitigen Verhältnissen, nur in heindie keinem organischen. Und wäre dies: so kämen sıe we- lureh die nigstens hier nicht als organisch in Betrachtung, Die keit der Erde sammelt die Stoffe schon in einer körperlichen Zu- rt nach da; sammensetzung. Hier wirken sie gegenseitig, ziehen B uf der Ve- sich an und mischen sich. Der Dünger erfährt eine Art specifische von Gährung und Verwesung. Das Wasser wird zer- es kommen setzt, löst Salze, wird anders gemischt, Die Luft blei- nur von ei- bet nie dieselbe, denn aulser den fremdartigen Stoffen, ‚nämlichen dieinihr schweben, auch von ihr auf gewisse Weise , befinden aufgelöst werden, ändert sich ihre Mischung alle Mo- , im Was- mente: sie empfängt oder verliert Oxygen. In mancher- ‚ch, Erde leı Verbindungen, in welchen die Stoffe vorhanden sind, ofe. Das können sie von den Pflanzen unzerlegt nicht genutzt ‚nommen werden; nicht als Fette und Oeble,in welcher Beschaf- "h köraret fenheit wir sie in manchen Erd- und Düngungsarten onen abet antreffen, wie sie auch durch die Behandlung mit Feuer derselben aus den Getreidearten dargestellt werden; nicht als " gen Siuren, denn die Säuren der Gewächse sind von andrer ! 118 Art, als die den Erden anhangenden, ausgenommen die Kohlensäure; nicht füglich als Wasser aa Luft, denn sie möchten die Pflanze ngefälse wıdernatürlich ausdeh- nen; nicht als fertige Alien: denn sie brachten zu viel Wärmestoff, nn, zu stark und zerstörten: zu- mal die Erfahrung lehrt, dafs ein guter und fettgedüng- ter Boden erst Früchte giebt, wenn er Zeit gehabt hat, die Oehle and Salze zu zersetzen, und den Dünger ver- wesen zu lassen, Zwar möchten die Fruchtbarkeit befördernden Stoffe auch schon in Verbindungen sein, wie sie von den Pilan- zen unzerlegt genutzt werden könnten, und wie wir sie in der Mis ‚chung der Vegetabilien anireffen, z, B. als Wasser, all salische Erde, Knochenerde und Gewächs- alkalı. Gewisse einfache Verhältnisse der Fruchtstoffe scheinen dem Wachsthume der Pflanzen vor züglıch zu- räglıch zu sein, z. B. vergangene V egetabilien; und un- mÖö Ieliche ısts nicht, dafs Alkalı„Wasser, Luft, als sol- che durch die feinen$ Saugege fälse durchs schlüpfen, und im IVlechanismus nicht nur Be Störung machen, son- dern sofort im Betrieb analogisch mitw irken. Indefs be- steht es nicht füglich mit dem Begriffe einer organischen Substanz, dals zusammengesetzte und weiter zerlegbare Materien in die Vegetation sollten innigst aufgenommen werden können. Kin Gewaächs ist als eın organisches Wesen, ein Ding für sich. Es’befindet sich mit der Er- de, mit der uk in Verbindung: es nimmt seine Nah- rung daher; es w irkt auf den Dass:and der Eirde. und der Lufi zurück. Dieselhen Saugegefäise, welche die zum Wachsthum erforderlichen Stofe aufassen und nach innen befördern, dienen, den Veberfluls an Wasser- und Kohlenstoff, Azote und Oxygen in die Luft auszufüh- ren. Allein diese V erbinduns” ist eine blols physische, In dem organischen Wesen wirken auch nur physische Kräfte; aber sie stehen in einem näher bestimmten ge- genseitigen Verhäitnisse, in einer mehr isolirten Thätig- ee in einem innigern Zusammenhange, in einer dal chen Attraktion, Spannung, Mischung, Sättigung, dals das Zutreten fremder Stoffe von aulsen her im Wesent- Jiche und Krü schi sche sten des ihrei stark selbsi unds eines schun wenig A mMeIs ind! sche geac vauı nich sche in un den, sondeı und Ve vollem nichtn Ste sau Hinge nmen dıe x ut, denn \ ausdeh- ıchten zu )tlen: zu- A geding- ‚habt hat, inger vel- tenStofe len Pilan- e wir sie 2, B, als ewachs- 'htstoffe lich zus und un- als sol- en, und N. SON- dels be- nischen rlegbare nommen anisches t der Er- ne Nah- und der die zum nd nach ser- und ıszufüh- ysische, sische ıten&6- Thaıg- ner sol- & dals Weesent: ııı) lichen.des Betriebs nichts ändert, weil es mechanisch und physis ch w n i; wogegen sich. die organischen Kräfte mit der Thätigkeit verhalten, wie sie im organi- schen Systeme waren wenn sie fremde aber analogi- sche Stoffe aufnehmen, dafs diese sich dann in den sy- stematischen Zusammenhang fügen, und nun als Theile des Ganzen; verinöge:des organischen V erhältinisses, in ihren physischen Ki after theils beschränkt,-theils ge- stärkt, nach der Ordnung im System bestimmt, und selbst organische Kräfte w ‚erden. Diese Verbir ıdung; geht und strebt auf eine langsame Entw ickelung und Bi dung eines orgaı nischen Körpers von einer bestimmten IVi- schung, nach'bestimmten Regeln, in einer mehr oder weniger bestimmten Zeit, Ansch verschiedene und be- merkbare Perioden, unter den Einflüssen homogener und heterogener Körper, zu ähnlichen organischen Wes sen seiner Art. In dieser Oekonomie w= gew ils keine rohe, wen sammengesetzte, für'sich isolirte; und folglich‘stärker oder schwächer, und allemal hete- ogen u ikeide Kraft geduldet; in dieselbe kann nıcht föglich ein andrer, als ein einfacher Stoff aufgenommen werden— wie auch nur einfache, als Oxy gen, Azöte, Wasserstoff ausgeh en— wreil ein’blols phy sıscher Kör- De wenn er ein organischer The il eines organischen Körpe ers w ı. soll, erst zerlegt werden Ina. bevor seine Grundstofe eine durchgängig bestimmte organi- sche Vereinigung schliefsen. Inzwischen sind dessenun- geachtet Perla Älkalien, Wasser, Luft, unvollkommne Säuren in den Gewächsen Allein sie werden theils nicht als solche eingezogen, sondern durch die elekiri- sche V ögetationskraft erst erzeugt und bearbeitet, oder in unendlich kleinen Portionen, z.B. als alkalische Er- ennische, oO den, eingenommen, theils sind sie nicht als or sondern als physische zu betrachten, Ellen die Kanäle und verlarven die Organe. Darum kann man von saft- vollen Pflanzen Klüssigkeiten ablassen, und sie leiden nicht merklich; oder man kann sie ihnen darbieten, und sie saugen sie begierig ein, und dehnen sıch dadurch avs, Hingegen werden Natur und Kunst organische Fehler m FE m-— een 1:30 schwer verbessern, und noch schwerer organische Voll- kommenheiten hervorbringen. Nach meinen Beobachtungen über das Vegetations- geschäft überzeuge ich mich, dals die Bestandtheile der innländischen Getreidearten in einer doppelten Verbin- dung stehen: in einer physischen, in welcher sie nach den allgemeinern Regeln der Attraktion und Re- pulsion gegenseitig wirken, und ın einer o rganıschen, Zufolge derselben sind die physischen Kräfte so geord- net, bestimmt, beschränkt, konzentrirt, und zu einem eignen Körper isolirt, dafs sie durch die Gesammtwir- kungen in der Masse, und auf: die physischen Stoffe aus- wärts, und durch die Wirkungen derselben auf sie zu- rück, eine Vegetation durch verschiedene Perioden ent- wickeln, und ein organısches Wesen ihrer Art und Mi- schung darstellen. Ohne Vegetationskraft kann zwar ein Körper,&ber kein o rganischer, werden, In dem- selben sind die Kräfte mannigfaltiger modificirt, nach bestimmtern Regeln geordnet, und systematisch thätig, Ehe sie in ihrer planmälsigen Wirksamkeit ihren letzten Zweck erfüllen, und wieder ähnlich gemischte organı- sche Körper darstellen, gehen sie durch allerlei Formen, machen allerhand Erscheinungen; ändern im Volumen, nelimen blofs physische mit ihnen im Verhältnils ste- hende Stoffe in ihre organische Verbindung auf, lösen und knüpfen alle mechanische und chemische Vereini- gungen, enthalten aber, in welcher Periode des Pflan- zenlebens wir sie der Prüfung unterwerfen, stets die Grundstoffe des Samen, nur in verschiedener Quantität und Zusanimensetzung, folgen dem Grundgesetze der Natur, nach welchem die Uranfänge verschieden blei- ben, und sich nie untereinander verwechseln und än- dern, unter welchen Formen und Gestalten sie auch er- scheinen, am Wesen der Stoffe nichts, sondern liefern grade dieselben, welche sie in der Grundmischung des Samen schon hatten, und als Stoffe derselben Art durch die Oekonomie der Vegetation von andern Körpern sich zueigneten; eis aische Vol. eggtations- dtheile der ten Verhin. relcher zie n und Re. anischen. 80 geord- 1zu einem dammtir- Stoffe aus- uf sie zu- foden ent- und Mi- ann zwar In dem- rt, nach thätig. vletzten e organi- Formen, olumen, viſs Ste- K, lösen Vereini. des Pan- stets die Ouantität setze der eden blei- n und än- e aucl er- m liefern hung des Art durch pemn sich 0 9 Alrlrbalaki ö delrbekrlat ö“ Reneſerdt1alennneranhaſhähenensinannGanrdasrnnninensnä’an Oem 1 2 3 4 6 7 8 9 10 11 12 13 Soiouùr& Grey Sorntrol Chart eneh Blue CQyan Green Vellow Hed Magenta White Grey 1 Grey 2 Grey 3 Grey 4 ————— ³ ³ ꝑmoᷓᷓ—