2 r— 4 — 3 6 Ein 1 2=— —— Die— —— — 2 Ein philosophischer Versuch über die Quellen des Nazional-Reichthums und über die Mittel zu dessen Beförderung. Von Julius Gr. v. Soden. Zweyter Band. Lei p 5 i 9. bey Johann Ambrosius Barth 1 8 0 6. O. este it uur en aln. J Phrdde zu dent zu nit meinen Ermnerung Dude sich Szienz m Vnũe wer st wichtigs heit zu h Instindlich ihele, ih Schon Heoriei de ich zu Vhsfe, daß jene! enthalt„ sihich rof T Der erste Band der Nazional-Oekonomie hat zur Zeit nur einige wenige öffentliche Beurtheilungen er— halten. Ich werde, nach der Absicht, die ich in der Vorrede zum ersten Bande verkündete, alle Urtheile, die mir zu Gesicht kommen, am Schlusse des Werkes mit meinen Bemerkungen abdrucken lassen; mehrere Erinnerungen finden in diesem und dem folgenden Bande sich schon erledigt. Das System einer neuen Szienz muß im Ganzen überschaut werden. Andre Winke werd' ich dankbar benuzen. Es ist mir in die⸗ ser wichtigsten Sache der Menschheit rein um Wahr— heit zu thun. Diesen Dank verdient besonders die umständliche Rezension in der Hallischen A. L. Z. und ich eile, ihn schon jezt vorläufig zu bezeugen. Schon in diesem Bande wird sich theils meine Theorie überhaupt, theils die neue Terminologie, die ich zu adoptiren gezwungen war, rechtfertigen. Ich hoffe, der prüfende Denker werde sich überzeugen, daß jene abstrakte Vordersäze, welche der erste Band enthält, und diese neuen Bezeichnungen uner— läßlich notchwendig waren, um weitläuftige Umschrei⸗ IV bungen und ewig wiederkehrende Rückbeziehungen auf Begriffe zu vermeiden; allenthalben Klarheit, Be— stimmtheit in die Nazional⸗-Oekonomiekunde zu bringen, so wie ihr Gebiet mit scharfen Umrissen abzumarken. Mit Vergnügen habe ich bemerkt, daß mein Lehrgebäude so wie dessen Terminologie schon jezt hie und da als sinnig anerkannt, und von mehrern Schriftstellern aufgenommen worden ist. Die Wahr⸗ heit, so wie die Bereicherung der wissenschaft— lichen Sprachkunde känn nur an der Hand der Zeit sich Herrschaft versprechen, doch daurend, un⸗ erschütterlich ist sie dann gegründet. Ich hoffe, daß der dritte und lezte Band zur Michaelis-Messe erscheinen kann. Koth Oth 2 4 5. V—— — EI S.I—....— DEDEERTTTRTTT IISISISSISISSIIIIIeetttttt 2—————8—8—8—8—.—.—.—.—.—.—......... V n BandeS. — * * Erstes Buch. Industrielle Produkzivn. Wissenschaften, Künste, Fabriken, Manuufakturen, Hand⸗ werker.(208.— 282. Zweytes Buch. Kommerzielle Produktifkraft. Handlung.(283— 335.) Drittes Buch. Bewegungsmittel der Produkzion. Erster Abschnitt. Einleitung.(336. 337.) Zweyter Abschnitt. 1. Vermögensmesser(Xιμπε).(338.— 342.) Dritter Abschnitt. 2. Abtheilungs- und Ausgleichungsvehikel: Münze.(343.— 378.) WII Vierter Abschnitt. 3. Kreditinstitute.(379. Erste Abtheilung. A. Allgemeine Kreditinstitute. Banken.(335.= 423. Zweyte Abtheilung⸗ B. Spezielle Kreditinstitute.(424.0 Erstes Kapitel. Pfand⸗Leih-Anstalten.(425.) Zweytes Kapitel. Hypothekarische Kreditinstitute; Nazional-Hypothekenbank.(426. 9 0 0 — 446.) Iehter P. PPPIIIIIIPIITITITTFTFTPTPTPTPTPTPTPTPTPTPTPTPTDFDPDPTPTPTTDDDDD 423.) Erstes Buch. bank.(aab. Industrielle Produkzion. Zweyter Band sehsth liher —— 2— EIA* —.*— s 2 —— — ——— —* * EN— e. E — 2.9—— . 2* +. nn ees u. Industrielle Produkzion. Wissenschaften, Künste, Fabriken, Manu⸗ fakturen, Handwerie 208. ö Industrielle produktife Kraft ist diejenige, welche ent⸗ weder einzig geistig, also ohne allen Stoff, erschafft, oder den Produkt-Stoff(58.„mittelst Veränderung seiner Gestalt, in ein Genußmittel verwandelt(104), und zwar indem sie, entweder dem in seiner ursprünglichen Eigenschaft ganz ungenießbaren Produkt-Stoffe Genießbarkeit gieht, oder ihn für eine andere Gattung von Genuß brauchbar macht. Veredlung des Produkt-Stoffs, obgleich gewöhnlich damit verbunden, ist also kein wesentlicher Bestandtheil des Begriffs von industrieller Produkzion; wesentlich ist hingegen die Veränderung der Gestalt des Produkt⸗ Stoffs, und die aus dieser Veränderung entst ehende Erscheinung eines neuen 5 enußmittels. Unter jenen Begriff werden wir alle Produkte der Wis⸗ senschaften, Künste, Fabriken, Manufakturen und Handwerker reihen können, sie mögen nun aus der bloßen Bearbeitung eines einfachen Produtt-Stoffs, oder aus der Zusammen— 4 sezung mehrerer Gattungen desselben entstehen. So ist z. B. der Stuhl, welchen der Tischler einzig aus Holz zusammen— sezt, ein industrielles Produkt; und eben so das Sofa, wel— ches aus Holz, Roßhaaren, Seidenzeug u. s. w. zusammen gesezt wird. Aus der bloßen Verbindung und Zusammenfügung mehrerer Produkt-Stoffe, erscheint an sich ein neues We— sen; um aber die Eigenschaften eines industriellen Produkts zu erhalten, muß es in dieser neuen Form ein neues Ge— nußmittel seyn. ö 209, Auch wissenschaftliche Arbeiten, sie mögen nun einzig auf Kenntniß der Entwicklung der geistigen Fähigkeiten, oder auf Vervollkommnung des physischen Zustands der Mensch— heit, oder selbst nur auf eine anmuthige Beschäftigung der Fantasie gerichtet seyn, sind allerdings nach jenem Begriffe (208.) industrielle Produkzion, und behaupten, dem ethischen Prinzip der Nazional-Oekonomie(17.) gemäß, den höchsten Rang. Der Grund ihres Gehalts ist auch ihr Werth. Preis können sie so wenig als hohe Kunst-Pro-⸗ dukte haben. Eine einzige durch wissenschaftliches Studium entdeckte Wahrheit kann für die Menschheit von unberechen— barem Werthe seyn. Die Wichtigkeit der wissenschaftlichen Arbeiten, selbst in Nazional-Oekonomistischer Hinsicht, bedarf keines Beweises. Ihnen verdankt die Menschheit den Austritt aus* dem Stande der Wildheit; und läge nicht an sich in dem Menschheits-Prinzip der Vervollkommnung ihre unbedingte Nothwendigkeit, so sind sie es, denen wir, nebst der Genuß— Empfänglichkeit, den bey weitem größern Theil der Genuß-Mittel verdanken. Sꝗ Iꝗi‚IꝗSD‚IiS‚* 5 Außer den streng-philosophischen und strengökonomisti— schen Wissenschaften, wohin z. B. selbst die Rechts⸗Kennt⸗ niß, die Heilkunde u s. w. gehören, schließt das reine Prinzip der Nazional-Oekonomie selbst die idealisirende Poesie ein, die unsre geistige und sinnliche Genüsse erhöht, und vermannichfaltigt, unsre Freuden apotheosirt, unsre Kümmernisse mildert. Daher haben Regenten und Nazio⸗ nen, wie die Barden, die Minnesänger u. s. w. beweisen, zu allen Zeiten Dichter als nützliche Staats-Glieder, oft selbst. als nothwendige Staats-Diener betrachtet. 210. Die Künste sind nächst den Wissenschaften die vorzüh⸗ lichste Gattung der industriellen Produrzion. Ihre wesent⸗ liche Eigenschaft ist: Veredlung des Produkt⸗Stoffs, nicht aber ihre ausschließende; denn auch Fabrikazion und Manufaktur veredelt. Es wird daher schwer seyn, für die Kunst in Nazio⸗ nal-Oekonomistischer Bedeutung einen schneidenden, sie von der Fabrikazion und Manufaktur genau abschattenden Begriff auf⸗ zufinden. Man müßte denn ihn einzig in der Vollen⸗ dung des Produkts suchen. Auch gewöhnliche mechanische Arbeiten können sich zu Kunst-⸗Produkten erheben. Ein Tisch, ein Schrank kann voil dem Tischler, ein Schloß von dem Schlosser u. s. w. in einem so hohen Grade von Vollkommenheit gefertigt werden, daß sie als Kunst-Produkte erscheinen. Nachdenken, Studium, Genie kann nicht als eine karakteristische Eigenschaft der Kunst angenommen werden, denn der Manufakturist kann auch ohne jene Eigenschaften, durch Fleiß und Uebung, seinem Produkte den Grad von Vollendung geben, der es zum Kunstwerke stempelt. Jene Schwierigkeiten, die Kunst von der Fabrikazion und Manufaktur mit scharfen Linien abzumarken, sind allent— halben sichtbar; sie haben daher der Gewohnheits-Willkühr freyen Spielraum geöffnet. So hat wahrscheinlich der hohe Werth der Buchdruckerey für die gebildete Menschheit ihr im allgemeinen den Ramen einer Kunst erworben, indeß sie großentheils in mechanischen Beschäftigungen besteht, und nur beym Sezer Sprachkenntniß heischt. Hat die Fabrikazion den Grad der Vollendung er— reicht, so kann man ihr den Rang zunächst an der Kunst nicht streitig machen. Der Nazional-Oekonomie ist es gleich chgül⸗ tig, wo deren Grenz⸗Linie beginne. der schönen Künste in Nazional-Oeko⸗ nomistischer Hinsicht,——.6 eben so wenig einer Beurkun— dung. Sie sind es, welche das menschliche Daseyn ve——— den; 9285 verdanken wir die Fortschritte in der geistigen Bildung, so wie die edelsten, feinsten und e tigsten Wurcht Genüsse. Ohne ihre Hülfe kann die ind strielle Produkzion sich nicht über das Mittelmäßige heben. Mögen sie nun einzig verwirklichen, oder ideglisiren, so sind sie der gebildeten Menschheit gleich unentbehrlich. Wissenschaften und Künste, als die vorzüglichsten Hebel und Auellen des Naz zional-Wohlstandes, sind also der höchsten Unterstüdung des Staats werth; sie haben auf die Aeußerung jener allgemeinen, beglückenden und vor— sorgenden Staats-Gewalt(9. 14.) den dri ingendsten An-⸗ spruch; und zwar, kraft der Allgemeinheit ihres Einflusses und ihrer Hülflosigkeit, bis die Nazion durch sie erst zu jenem Grad, von Bildung sich erhoben hat, der ihnen die Anerkenntniß ihres Snen von Seiten der Nazional-Glie— der, also ihre Selbstständigkeit sichert. Jeder in Staats- V IFIFIIIIIxxxIFFFFFFFFTFFt en; ung, ichen Zion nun eten sten der die virthlicher(Kameralisti tischer) Ansicht den Kräften des 6 Staato⸗ Vermögens angemessene Aufwand auf Künste und Wissen⸗ schaften ist also Naziona l⸗Oekonomistischer Aufwand. ö. Die mechanische industrielle Produkzion nennt man 0 Manufaktur und 8 Zur Zeit sind beyde aus-⸗ .— Worte durch — immte Ker unze ichen von ein⸗ ander 0 eidend gesor Dald versteht man unter Fabrik ausschließend die⸗ jenige Gattung industrieller Produkzion, zu wel lcher man 2 Feuer bedarf; bald wird diejenige, Fabrik⸗Arbeit genannt, wo jeder einzelne Theil des Produkts von einem besondern Arbeiter wird; oder wo ein Verleger(Kapi— tal⸗Stoff-Besizer) den Produkt⸗Stoff durch gemiethete Arbeit für seine Rechnung bearbeiten läßt So wie die Arbeits-Gattungen, fließen 22—— auch durch den Sprach-Gebrauch jene Begriffe so oft zusammen, daß man die Worte Fabrikazion und Manufaktur noch immer als gleichbedeutend betrachten kann. Selbst diejenige industrielle Produkzion, welche zum Theil durch Maschinen bewirkt wird, kann auf den Namen von Fabrik, im etymo⸗ logischen Sinne, nicht ausschließend Anspruch machen, da sie noch stets zu ihrer Dollendung mehr oder weniger menschliche Hand⸗Arbeit bedarf. Bey civilisirten Völkern bringt die indust rielle Produk⸗ zion den größten Theil der Genußmittel hervor; kaum in dem rohsten Natur⸗Zustand läßt sich Nazional⸗Wohl ohne industeielle Produkzion denken. Wie kann Smith die Austlagen auf Fabriken und Handwerker unprodurtif nennen, da ihre Arbeiten zu Genuß⸗ mitteln umschaffen, was vorhin nicht Genußmittel war? * 8——— Ist es denn nicht Wortstreit, zu sagen: Die Frabrikazion lege nichts zu dem Werth der rohen Erzeugnisse im Ganzen hinzu? Der Werch aller Erzeugnisse besteht ja, nach philo—⸗ sophischen Ansichten, einzig darin, daß Menschen sie ge— nießen? Jene Bezeichnung der nämlichen Sache mit zweyerley Worten, deren Begriffe man bald trennt, bald verwechselt, sagt aber dem Geiste einer Szienz keineswegs zu. Man muß also entweder beyde Worte verbannen, oder jedem sei— nen eigenen bestimmten ausschließenden Begriff anweisen. Am richtigsten ist es also wohl, die einfache indu— strielle Produktion Manufaktur, und die zusammenge— sezte Fabrik zu nennen. Einfach nenne ich diejenige, zu welcher die gewöhn-⸗ lichen Fähigkeiten eines einzelnen Arbeiters hinreichen, die also ohne eine seltene und ungewöhnliche Vereinigung meh— rerer Fähigkeiten in Einem Arbeiter, von Einem nicht ver⸗ richtet werden kann. ö 2 I2. Die Produkte der Fabrikazion und Manufaktur lassen sich in drey Klassen theilen. In I. die der ersten Bedürfnisse, 2. die der Bequemlichkeiten des Lebens, 3. die des Luxus, des Glanzes, der Verzierung, des Puzes und der studirten Weichlichkeit. 213. Das Prinzip der Nazional-Oekonomie will die Ver— schönerung des Lebens: Sie hat zwar nur die physische Vervollkommnung des Menschen zum Gegenstand; will aber allerdings auch das Moralisch-Gutte(14.). —..— *——.——————e 99..— ᷓDRDRDRDFDCDCDRDDDDDDDDSe..........‚..‚Y..——..————‚2—————‚—.—.e.e.e.et..2H2——.e..e. e2-:-:2—‚e.e‚t.‚.‚‚..‚ + zion izen hilo⸗ ge⸗ eley elt, dan sei⸗ en. du⸗ ge⸗ 2 Doch bis zu der Strenge dehnt sich dessen Ethik nicht aus, daß die Prüfung in ihrem Gebiete läge: welche Gattungen der industriellen Produkzion in sittlicher Hin— sicht der Menschheit wohlthätig, oder nachtheilig seyen? Kultur im Allgemeinen ist ihre Tendenz; die nachtheiligen Resultate derselben, in soferne sie den Menschen von der zum Theil negatifen Tugend des Natur-Stands entfernen, kann sie nur durch Staats-Polizey und pädagogische Anordnun— gen vergüten. Dieß werde ich da, wo vom Luxus und von den Nazional-Oekonomistischen Staats⸗Polizey-Gesezen die Rede seyn wird, näher auseinandersezen. Dagegen schließt das Prinzip der Nazional-Oekonomie jede, also auch jede industrielle Produkzion aus, welche durch unmittelbaren Nachtheil am physischen Wohlstande so— wohl, als durch denjenigen, der aus dem Sitten--Ver—⸗ derbniß wieder auf den physischen Wohlstand rückwirkt, der Nazional-Glückseligkeit schädlich ist. Die Nazional-Oekonomie fragt also nur: a. welche Gattungen der industriellen Produkzion sind nach ihrem ethischen Prinzip(14. 17.) dem Nazional⸗ Wohlstande vortheilhaft, oder nachtheilig? Welche sind also vom Staate zu begünstigen? und b. welches sind die ihrem Prinzip angemessenen Beförde— rungs- und Unterstüzungs-Mittel? 214. Die industriellen Produkte der ersten Bedürfnisse sind zum Theil kaum dem rohesten Natur-Stande entbehrlich. Ohne sie ist weder Urprodukzion noch menschliche Existenz möglich. Der Zustand der Civilisazion führt die zweyten als unentbehrlich herbey. ————2 —— x 2. 10—— Die dritten sind die Folge des Reichthums und in uii diesem Zustande sind sie wohlthatig. Die Rang-Ordnung ꝑ dieser Produkte ist auch die Stufenleiter, nach welcher der fud Staat sie unterstüzen muß. Rult Seine nächste Aufmerksamkeit muß er allerdings auf die—⸗ MRN jenige industrielle Produtzion richten, welche die nothwendige 0 Bedingung der Nazional-Existenz im civilisirten Zustande ist. A Bequemlichkeiten des Lebens sind die Bedin— f gung des Wohlstands. Die Ehrfurcht gegen das Eigen— O thums⸗Recht liegt im Princir der Nazional⸗Oekonomie 4* 7.0 ihr steht, mindestens in Absht des Mobiliar-Vermögens i kein anderes Mittel zu Geboth, der dem N u⸗Wehl 50 nachtheiligen allzugroßen Vermögens⸗ n heit zu wehren,. es folgt also auch die Begünstigung der Produktion der Luxus-⸗ 5. Bedürfnisse aus ihrem Prinzip, fobald die Nazion ö 10 sich im Zustande des Reichthums befindet; also 1 die ersten beyden Stufen erklommen hat. 215. In Nazional-⸗Oekonomistischer Hinsicht erscheinen die 10 ö industriellen noch in einer andern Klassifikazion. Die industrielle Produkzion beschäftigt sich nämlich, ent— Liht weder mit der Verarbeitung eignen Nazional⸗ oder Kuf sremden natürlichen Produkt⸗Stoffs. Sm Das Prinzip der Nazional-Oekonomie ist weltbür⸗ ö gerlich(22.), aber es hört darum nicht auf nazional n zu seyn. Der Kosmopolitismus jenes Prinzips liegt nicht 11 dar in: daß eine Nazion der andern sich hingebe, dem ö Streben nach selbstständigem Wohlstand entsage, eine nicht 5 von der Natur angedrungene Abhängigkeit übernehme; dieß 1 würde vielmehr jenem Prinzip durchaus nicht wihthen, Der 5 Kos zmopolitismus desselben liegt darin: daß, die einzelne 6 Mus SSISISIIIIxxxfffxxtTtTtTDTDTPDTPTPTDTDTDTDTDTDTDDDDDR 11 Nazion durch dieses selbstständige Streben nach Wohlstand, das allgemeine weltbürgerliche Band nicht löse, nicht durch feindliche, sie zugleich selbst verwundende Maaßregeln, die zarten, unsichtbaren Bande der großen Weltfamilie verleze, deren beglückende Wirkung gerade aus jenem freyen selbst⸗ ständigen, aber freundlichen Streden nach Wohlstand aller Nazionen entspringt, und dadurch beurkundet, daß jeder Ein⸗ griff in die sinnige Naturhaushaltung, jeder Versuch ihren Gang zu meistern, Frevel ist. Die Nazion muß also, dem Prinzip der Nazional-Oeko— nomie gemäß, ihren eignen natürlichen Produkt⸗ Stoff selbst fabriziren, aber sie muß dieses Fabrikat dem weltbürgerlichen Tausche übergeben, und dem Fabrikat aus fremden natürlichen üit: Stoff den Zugang nicht verschließen. 147. Grundsätzen gemäß muß also der Staat zunächst ie Verarbeitung des natürlichen Nazional-Produkt⸗Stoffs 123085 en. Die Nazion, welche diesen Stoff selbst verarbeitet, ge— winnt den Werth der Fabrikazion(der industriellen Produktif⸗ Kraft) und der Komerz- und Transport-⸗Kosten(der Komerziellen Produktifkraft), eignet also diese sich an. Jedes ökonomistische Produkt gleicht auch die Konsum— zion aus. Jeder Fabrikant, der ein Genuß-Mittel schaft, erwirbt im eigentlichsten Sinne seinen Antheil an der allge— meinen Nazional-Produkzion. Der Urproduzent baut den Acker nicht einzig für die Konsumzion seiner Urprodukte, auch für die industriellen Produkte, die der Fabrikant ihm antauscht: der Reiz zu diesem Antausch, das Bedürfniß dieser Industrie-Produkte spornt seinen Arbeitsfleiß. Die Masse 12 q— 0 der Urprodukte wird sich also stets nach der Masse aller Prodnzenten erhöhen. 10 Die Zahl der Konsumenten(im Nazional-Oekono— 10 mistischen Sinne 106.) hat gerade den entgegengesezten Ein-⸗ fluß. Sie bieten dem Urproduzenten keinen Reiz des An— 90 tausches; sie spornen ihn zwar, durch die in der Verzeh⸗ Whn rung liegende Verminder ung der Masse der Erzeug— 165 nisse, zu Er höhung der Produktion, aber nur um ihm 0 diesen Ueberschuß wieder, ohne Zusaz zu seinem Ge— Run nusse, zu entreißen. Die Vortheile des Geld-Umlaufs, die aus der Vermehrung der Masse der unproduktifen Konsumzion*) entstehen, sind also Täuschung. sosh 116. cuf se Die Nazion überläßt ihren natürlichen Produkt⸗Stoff ö ü. einer fremden Nazion entweder 1 W . damit diese ihn zu industriellen Produkten für ihr Dauf eignes(der fremden Nazion) oder einer dritten vasn Nazion Bedürfniß, oder ö Diu 2. für ihr der urproduzirenden Nazion Bedürfniß, ver— fsch arbeite, oder Isch 3. ihn in seiner ursprünglichen Eigenschaft, als Urprodukt, u si konsumire. Ruilger Im ersten Falle liegt der Nazional-Verlust der Fabri— halt x kazionskosten darin, daß eigne Nazional-Glieder jenen se Theil der Urprodukte hätten verzehren, also genießen können, Hic sit den der Urproduzent nun dem Fremden zum Ersaz für dessen AIr und industrielle Produktifkraft, also die Fabrikazions-Arbeit, Iamn überlassen muß. Gug; linen d *) So nenne ich nämlich jede, nicht durch Produkzion irgend einer Gattung von demselben Konsumenten ausgeglichene Ver⸗ Wtl zehrung. ar h net ger⸗ 13 Wenn die Urprodukte im zweyten Falle im Auslande zu industriellen Produkten umgeschaffen werden, so ist nicht allein der Fabrikazions-Gewinn, auch der Werth der komer— ziellen Produktifen Kraft, die Fracht- und Rückfracht-Kosten sind verloren. Mag auch ein Theil dieser Kosten von der Nazion selbst verdient werden, so ist doch die darauf ver— wendete Kraft unökonomistisch(180.), denn sie war ohne Nazional-Gewinn verschwendet; sie ernährte einen Theil der Produzenten auf Kosten, d. h. mit dem Verluste des andern Theils. Die Nazion B, welche die Urprodukte der Nazion A für sich selbst, oder für eine dritte Nazion verarbeitet, wird auf jeden Fall mindstens den Werth der komerziellen Produk— tifkraft zu ersparen, also die Fracht Kosten ꝛc. an dem Preise des Materials abzudringen suchen, und dieß ist denn reiner Verlust für die urproduzirende Nazion A. Verarbeitet und versendet diese ihre Urprodukte selbst, so ist auch die hiezu in Bewegung gesezte komerzielle Produktifkraft für sie ökonomi— stisch. Geringer wird jener Verlust seyn, wenn die Nazion A sich in dem ausschließenden Besitze des Urstoffs befindet, weil sie dann die Preise bestimmen kann; aber auch nur geringer. Die verarbeitende Nazion B. wird dem Nach— theile dieser Abhangigkeit entgegen zu arbeiten suchen, indem sie die Preise ihrer Antausch-Gegenstände erhöht. Auch wird selten sich eine Nazion in dem ausschließenden Besize aller und jeder Genuß-Mittel, also in derjenigen vollkomme— nen Unabhängigkeit befinden, die allen Nazional-Tausch der Genuß-Mittel gegen Genußmittel ausschließt, und in einen bloßen Tausch der Genuß-Mittel gegen Umtausch— eittel(Welt-Geld) verwandelt; ein Zustand, der ohnehin weder über einen gewissen Punkt schreiten, noch auch der— 14 jenigen Nazion, die nur Umtauschmittel erhält, irgend einen wahren, ökonomistischen, d. h. solchen Vortheil gewähren V 9 kann, welcher den Philosophen durch die Spannung der Zeu— V. gungskräft, durch die moralische Würde produktiser Regsam— keit, durch die Fo.n der Künste und Gewerbe, also durch die Vervollkommnung der Menschheit und Verschönerung des menschlichen Datyn mit den unvermeidlichen nachthei— ligen Folgen des Metall-Reichthums und Luxus versöhnte. 217. Die Betracht tung des dritten Falls, wo nämlich eine Nazion der andern ihre Urprodukte zur Konsumzion in deren ursprünglichen Eigenschaft überläßt, gehört nur mittelbar hieher. Bey dem Gegenstande der Urprodukzion(1 96. folg.) sind bereits die Grundsäze vorgetragen worden, welche die Nazional-Oekonomie in Absicht der freyen Ausfuhr der Ur— produkte überhaupt(wohin insbesondere, außer dem Ge— traide, Sch lachtviel gehört) diktirt. Es sey mir erlaubt, hier nachträglich folg bemerken: Diese der fremden Nazion zur Konsumzion in der ur— prünglichen Gestalt überlassen werdende! Urprodukte sind ent— weder ein Theil des eigenen Bedürfnisses der urproduzirenden Nazion, oder ihr Ueberschuß. 56½% Ih ½½ Im ersten Berhaältnisse kann die V ersendung derselben nur dann als ökonomistisch betrachtet werden, wenn die urpro⸗ MWIIin Fl 1f. BInnlnhe nnas duzirende Nazion sich dieses nämliche Urprodukt von einer dritten Nazion, und zwar um einen solchen Preis zu ver— Ver schaffen vermag, der ihr einen Ueberschuß an Genuß⸗ Mitteln gewährt. B Wenn z. B. Deutschland sein Schlachtv vieh nach Frank— reich ausführt, und diese Ausfuhr mit Ungarischem oder —..—— N VI Madih M W0 Uude 0— N M 00 WJ 30 Isttiel 016) 6 l i sih ͤd lden, Y m die! sigt ——9 1 8 7 Polnischem wieder, und zwar mit Gewinn, zu ergänzen 5.77 vermag, so ist jene Ausfuhr allerdings ökonomistisch. Im zweyten Verhältnisse muß aber der Begriff vom Nazional-Bedürfniß den Nazional-Oekonomie⸗Gesezen gemäß verstanden werden. Die Nazion muß also auf einem mit der Masse des Urstoffs und dem Spiel-Raume ihrer in⸗ dustriellen Produktifkraft im Verhältniß stehenden Punkte der Volks⸗Menge sich besinden. So lange dieß nicht der Fall ist, so lange also der Nazional⸗ Stoff produktife Nazional-Konsumenten zu beschäftigen und zu ernähren ver— mag, können wir auch die Versendung der Urprodukte nicht als ökonomistisch betrachten. Daraus folgt indeß keines⸗ wegs das Verboth, die Hemmung ihrer Ausfuhr; nur das Streben der Regierung zu Beförderung der Industrie bis auf jenen Punkt(159.). Steht die Nazion auf diesem Punkte, so ist die Verr sendung des Ueberschusses allerdings den Nazional-⸗ Oekonomie-Gesezen gemäß; vorzüglich wenn die Urprodukte nicht Gegenstände des ersten Bedürfnisses sind; z. B. der Thee von China, der Kaffee von der Levante, der Zucker von West-Indien u. s. w. 218. Zur unmittelbaren Behändlung bey der Materie von der industriellen Produkzion eignet sich aber jener dritte Fall (216.) bey solchen exportirenden Urprodukten, welche nicht bloß in ihrer ursprünglichen Gestalt genießbar, sondern auch fähig sind, durch die industrielle Produkzion verwandelt zu werden. Ich wiederhole es: Der eigne Vortheil ist es, von dem die Nazional-Oekonomie ausgeht; nur wann dieser be— friedigt ist, und in so ferne aus dem allgemeinen Streben * 16——— ö nach individuellem Wohlstand, aus der allgemeinen Regung Rrued der Produkzionskraft auch allgemeines Glück resultirt, ist das en si Prinzip der Nazional-Oekonomie kosmopolitisch. 61e un Die Moral mag dem Menschen gebieten, seinen dürf— dishn tigen Bruder zu unterstüzen, aber die Nazional-Oekonomie gebietet der Nazion, auch in dem dringendsten Bedürfniß Iuum. dem Fremden ihre Urprodukte nur dann zu überlassen, h, wenn der Absaz derselben in ursprünglicher Gestalt ihr, mit n Einrechnung des verglichenen Werths der industriellen Pro—⸗ Iug duktifkraft, den sie hätte gewinnen können, einen vortheil—⸗ Hal hafteren Markt, als in der veränderten Gestalt darbie— Ih h tet; wenn sie also das Urprodukt nach dieser Berechnung Htn höher verkaufen kann, als dessen verglichener Werth, in in— fn st dustrielles Produkt verwandelt, im Innern gewesen seyn würde. Uhe 219. Einige Beispiele aus der industriellen Produkzions-Ge— 0 schichte einzelner europäischer Völkerschaften werden die Nach— 18 br theile der Vernachlässigung jener Grundsäze beurkunden. haor So traurig der Zustand des Ackerbaus in Portugal Uunes (169.), so traurig ist auch der Zustand der Fabriken und 81 Manufakturen. Selbst die wenigen Urprodukte, welche eine satht ver üppige Natur den Portugiesen zum Theil beynahe mühlos Gnnt darbietet, werden roh versendet. Die unentbehrlichsten hl o Bedürfnisse, z. B. Schuhe, sind vor kurzem noch aus Eng— Run, land dahin eingeführt worden). Die Wolle der Schafheer— Rnut, se den der Provinz Entre-Duero und Minho, der Ge— ma, birge von Estrella u. s. w. kommt der Spanischen gleich, ARr und wird nach Frankreich, England und Holland ausgeführt! a0t *) Chatelet Reise in Port. 8. Kap. nd u **) Raynal Hist. Phil. Tom. F. pag. 166. oer u WM. — I i‚i‚e‚e‚‚eeeeee‚.. ung das Die wenigen Tuch-⸗Manufäͤkturen zu Alentejo und Oporto können sie nicht verarbeiten, und auch diese bleiben in der Güte und Dauerhaftinkeit der Zeuche weit hinter den aus— ländischen zurück. Eben daher wurde z. B einzig im Jahre 1784 für eilf und eine halbe Million Livres an Wollen— Waaren ein geführt, und Pombal rechnete einst den Brit—⸗ ten vor, daß sie seit 55 Jahren 1500 Millionen aus Portugal gezogen hätten). — Vor einigen Jahren ist in der Nähe von Lissabon eine Wollen⸗ und Baumwollen»Manufaktur angelegt worden. Auch hat Pombal einige Seidenzeuch-Huth⸗- und Glas-Fa— briken errichtet, aber sie sind entweder eingegangen, oder be— finden sich in einem sehr kränklichen Zustande. Män kann mindstens annehmen, daß nicht der hundertste Theil der Por⸗ tugiesischen Urprodukte im Lande selbst verarbeitet wird. Zwar besizt Spanien seit der Regierung Ferdinands des éten einige Fabriken, z. B. die zu die Karl der zte vorzüglich hob; die zu Segovia, welche Lau- reano Ortiz im Jahr 1779 errichtete, und wo die feinen Tücher, unter andern das berühmte Drap de Vigogne ver⸗ fertigt werden, die grobe Tuch-Fabrik zu Eskarey in Biskaja, Bakayrente, Oulamite, Alkoy, Grazelma u. s. w. Auch beweisen die Seiden-, Tressen- und Huth-Fabriken zu Madrid, Badajoz und Sevilla, daß Spanien mindstens be— ginnt, sich der Fabrikaion seiner Urprodukte zu wid— men. *) FAdministration du Marquis de Pombal. T. 3. ) Mad. Bernard Briefe während meines Aufenthalts in Eng⸗ land und Portugal. Hamb. 1802. S. 409. ) Bourgoing Tableau de IEspagne moderna. Zweyter Band. 2 — V——————..—7 18 Allein nach Kampomanes Berech nung beträgt der jährliche Ertrag von feiner We Wolle 125000 Cent⸗ 3 ner; davon werden auf 20000 Stühlen nur 50000 Ceut— ö 0l ner in Spanien verarbeitet, und 75000 Centner gehen ins dDtL Ausland! Nur in Garn, als der ersten Manipulazion, W verwandelt, würden sie jährlich einen industriellen Nazional—⸗ ö Produkzions⸗-Gewinn von 4 Millionen, 166000 Thaler ab— siin werfen. Und doch berechnet man, daß Spaniens Einwohner 10 jährlich für 40 Millionen Thaler an Tuch und Zeuchen zu b ihrer eigenen Konsumzion bedürfen. Zwar besizt außerdem Spanien noch Seiden Fabriken, ö Mal in Andalusien, Valenzia, Murzia und Katalonien, zu Ko⸗ sehn ů runna und Segovia; eine feine Linnen-Fabrik zu Madrid; u eine Porzellan⸗Fabrik, so wie Glas⸗Fabriken zu St. Ilde⸗ ö 1 l 711 Eis nwerke in Biskaja, und Papierfabriken in Sego⸗ r via. Auch werden irdene Waaren in vorzüglicher Güte zu Talaverä de la Reyna fabrizirt. 0 Indeß Wi⸗ es den Spaniern noch an den ae r⸗ derl wendigsten Manufaktur-Artikeln. Selbst ihre Nazional-⸗ E Tracht, die rothen Müzen, müssen sie, nach Dillon, seit der fanatischen Vertreibung der Mauren in großer Menge Ra aus Afrika holen. ö —0 2 3 2.„ 7 Zu den Zeiten der thätigen Mauren hingegen ha 218 hingegen hatte lih in Granada allein 7000 Weber-Stühle, und gewann 14 Mil⸗ au RIUA lion Pfund Seide*. Iun & 6* Na CoII 70 H— + e 7 In der 55 0 lung, welche die Kaufmannschaft von Mlin Nalenti V** ö VBalenzt ia(wo sich! U übriger 1s unter allen Span ischen Provinzen .—— )Clark e, Briefe über Spanien, 1zr Brief, wo er aber unter Raug jenen 20000 Stühlen auch die Seiden⸗ und Ainnen⸗Stühle be⸗ rechnet. 9 6 *E) Pluers Reisen durch Spanien. S. 327. der Uebersez. SDSDSSSIeeeeeeettt----e e see** gt der Cent⸗ „Cent⸗ en ins lazion, ibnal— er ab⸗ ohner en zu riken, uKo⸗- drid; Ilde- dego⸗ noth⸗ ional⸗ lon, Renge hatte Mil⸗ tvon vinzen er unter tůͤhle be⸗ I n 19 die mehresten Manufakturen und Fabriken hefinden)*), im Jahr 1763 dem Könige un n Aufhebung des Verbots der Aus⸗ fuhr roher Seide übergab, berechnete sel den ganzen Ertrag der Ernte auf 1 Million 820,000, und die Fabrikazion im Innern nur auf 250000 Pfund*). Aber vorzüglich die Fabrikazion der ersten Bedürfnisse ist in Spanien großentheils noch im Stande der ren und ein beträchtlicher Theil derselben muß vom Auslande eingeführt werden. In Frankreich befanden sich vor der Revoluzion die Manufakturen und Fabriken in dem blühendsten Zustande; sie wurden von verschiedenen Ministern und an ihrer Spize von Colbert begünstigt. Es ist bekannt, wie sehr sie wäh— rend der Revoluzion gelitten haben. Unter K. Napoleons + Regierung ist indeß bereits viel zu ihrer Aufnahme geschehen. Daß hingegen Großbritannien und Irland die industrielle Produkzion sowohl in Absicht der Vollendung als der Masse bis zum höchsten e getrieben hat, ist bekannt genug. So berechnet man z. B. den Betrag der jährlichen Fabrikate des einzigen Fleckens Manchester auf vierthalb Millionen Pfund S Im Jahr 1803 wurden sür 40, 100, 870 Pfund Ster— ling innländische Fabrikate a us gefährt. Vor 100 Jah— ren wurden in Großbritannien und Irland nur 2 Millionen Pfund Baumwölle eingeführt und verarbeitet; jetzt 50 Millionen Pfund. In Hoch-⸗Schottland in Glas gow und seinen Um-⸗ gebungen waren schon im J. 1791 15000 Weber⸗Stühle 277 Sterling. *) S. Fischers Gemälde von Balen zia. Ir Th. S. 206. *1) Pläers Reisen durch Spanien. S. 364. ber Uebersez. 20 im Gange, die jährlich für 14 Millionen Pf. Sterling, u Waaren lieferten. Iipbrd ů nes In der Stadt Perth wurden schon im Jahr 1794 für 220,000 Pfund Sterling Linnen— und Wollen-Waaren ö versertigt. num. 20³ h In Schlesien soll die Linnen-Verarbeitung über 21 ö Menschen, und mehr als 0 Weber-Stühle beschäftigen. 1. M Der auswärtige Verkauf stieg bis gegen 5 Millionen Thaler,„ und doch hatte der Staat nicht nöthig, direkt das mindeste für die Unterstüzung der Linnen⸗-Weberey zu thun. 220.. Die Folge dieser Abhandlung wird den weiteren Kom—- N mentar zu jenen einzelnen Beyspielen liefern. Dort und• A allenthalben finden wir aber, daß die Regierungen selbst da, ö 40 wo sie dem Nazional-Oekonomistischen Grundsaze der eigenen Verarbeitung der Urprodukte im Allgemeinen gehuldigt haben, weil er sie allzulaut ansprach, dennoch in diejenigen nähern Bestimmungen dieses Grundsazes, welche die Nazional-Oeko-⸗ 55 nomie⸗-Geseze vorzeichnen, keineswegs eingegangen sind. 11 Wir sinden ferner, daß die Regierungen, wenn sie auch jene s a nähern Bestimmungen hie und da in ihrem vollen Umfange sahr⸗⸗ anerkennen, großentheils in Absicht der Wahl ber Mittel in bedeutende Irrthümer gefallen sind. in se d Es scheint daher wichtig, diejenigen Mittel überhaupt bahn zu prüfen, deren sie sich bisher bedienten, um die Uebung——10. der industriellen Produktifkraft am einheimischen Stoffe, also 105 die Verarbeitung des eigenen Materials zu befördern. Mit— 10 60 Ru det ) Observations on a tour throughtthe highlands of Scotland eto. by T. Garnett.(London 186.) . he gen hale —.—...— 12355..........xssT s T T T TSTTTSTST 4 r 2— Sterling 794 füͤr Wagren 20⁰ el— m stigen. haler, indeste Kom⸗ t und st da, igenen haben, nähern Oeko⸗ sind. h jene nfange ittel rhaupt lebung e, also Mit⸗ and eto. tel, die wir, bey dem allgemeinen Bestreben derselben zu Beförderung der industriellen Produkzion, unter einigen unwesentlichen Modifikazionen, allenthalben wieder finden. Sie lassen sich in zwingende(koerzitife) und er⸗ munternde, lohnende, spornende(remuneratife) eintheilen. ů Die Zwangs-Mittel sind: 1. Ausfuhr⸗ und Einfuhr-Verbote, 1. Imposten, Auflagen, z. Vorkaufs⸗ und Abtriebs-⸗Rechte. Die lohnenden Mittel sind: 1. Prämien. 2. Unmittelbare Staats-Vorschüsse und Unterstüßzungen. z. Monopole. 4. Privilegien und persönliche Vorzüge. Zwingende Mittel. Dasjenige Mittel, welches den Regierungen als das natürlichste zu Beförderung der innern industriellen Produk⸗ zion erschien, ist gerade das unnatürlichste: nämlich die Au s⸗ fuhr-Verbote. In diesem Sinne und zu diesem Zwecke konn⸗ ten sie diejenigen Urprodukte, welche zur Nahrung, zu Be⸗ friedigung der ersten Bedürfnisse gehsren, z. B. Getraide, am wenigsten treffen, denn dieses wird nur in wenigen ein— zelnen Fällen,(3z. B. zum Destilliren geistiger Getränke) zur industriellen Verarbeitung, gewöhnlicher zur Konsumzion in der ursprünglichen Gestalt verführt, ein Gegenstand, über den ich anderwärts(196. folg.) mich bereits erklärt habe. —.— 22—— Gud Abgesehen von dem unlautern egoistischen Geiste, den bdi die prinziplose Staats⸗Wirthschaft überhaupt bisher zu 300 athinen schien, giengen die Regierungen bey diesem zwingen— ni den Industrie-Beförderungs-Mittel von folgenden Grund⸗ 4 säzen aus: 70 I. daß die Nazional-Glieder, kraft des gesellschaftlichen n Verbands, verpflichtet seyen, ihre Mitbürger. zu unterstüzen. 10 2. Glaubten sie in dem unbedingten Ausfuhr-Verbote der hn Urprodukte, also in der aus der Einengung des Absazes nothwendig folgenden Herabsezung des verglichenen 0 Werths derselben im Innlände, den unfehlbaren Sporn Du für die Nazional-Glieder zu finden, sich der eigenen 5 N industriellen Verarbeitung ihres natürlichen Produkt— Suf! Stoffs zu widmen. Rew Was den ersten Grundsaz, nämlich die wichtige Frage W betrifft: in wie weit die Freyheit der Eigent thums⸗Rechte 10 durch die 7 azionellen(Staatsbürgerlichen) Verpflich—⸗ lust tungen eingeschränkt werde? so müssen wir wohl vorerst die M Gattungen der exportirt werdenden Urprodukte unter— che scheiden. Nur da und dann, wo die Existenz oder die Unabhän— u, 9 gigkeit der Nazion gefährdet wird, läßt sich die Rechtlichkeit Eit jener Einschränkung mit dem Prinzip der Nazional-Oekono— niyen mie vereinen, wenn anders die Vortheile freyer Konkurrenz lit ge eine Gefahr denken lassen(197.). Mend Dieß kann also nur bey demjenigen natürlichen Wish Produkt-Stoffe der Fall seyn, der die ersten Be— 0 dürfnisse liefert. I Freyer Spiel-Raum der Produktifkraft, freyer Genuß Mithl ihres Ertrags, freye Benuzung des Eigenthums nach Rechts— ö shuick TTTTTTTTTTTTtTTTTTTTTTTTTTPTPTPTPTPTPTPTPTPTPTPTPTPTPTTTDTDTTsĩßPPTPT T P P P P P P P P P P PTPTPTP P P PTPTPTPTP P P P P P P R tiste, den bisher zu ztingen- Grund⸗ haftlichen bürger bote der Absazes glichenen n Syorn igenen dukt⸗ 9e Frage 8Rechte elpflich⸗ erst die unter⸗ nabhän⸗ htlichkeit Oekono⸗ nkurrenz rlichen en Be er Genuß 0 Rechtot die Begränzung d * Grundsäzen ist übrigens der Zweck des Bellf chaftlichen Ver⸗ I Fubie Seses Pan 1 N bands, und einzi in dem Kreise dieses 3 Zwecks kann die Ma⸗ 71 Ho„i sich hewegt Muy dio köchste Gefahr n zional⸗— Oekonomie sich bewegen. Mur die höchste efahr ded AI.— Hti 153 Noyhonss 1 50 1• klssung dieses Verbands, nur das Gesez der Selbsterhal⸗ tung kann also den Ein schnitt in jene Rechte rechtfertigen, *² Voplorharkeit wir sch s i Maot„ 1** deren Unverlezbarkeit wir nicht blos im Nazional⸗, sondern Noj rbe a1 im allgemeinen welthe ürgerlichen Verbande als garantirt 7 annehmen müssen, wenn wir die Staatsbürgerliche Eigen— schaft nicht als eine untrennbare Heftung an der Boden (glebae adseriptio) annehmen wollen. Eben daher scheint er Ernre: N chte, und die Nazional— genthuind Verpflichtung, nicht dahin ausgedehnt werden zu dürsen, daß der Urproduzent gehalten sey, den natürlichen Produkt— Stoff an seine Mitbürger, um einen mit dessen vergliche— nem(der stets weltbürg gerlich ist,‚) nicht im Ver⸗ 4io ehen en Vygis R egen hältnisse stehenden Preis, und zwar einzig deswegen zu überlassen, damit diese ihre industrielle Produktif⸗ kraft auf einen den ver; glichenen Werth übersteigenden Preis zu sezen, also ihm einen Theil seiner rechtlich er— worbenen Genuß⸗Mittel 1 entreißen vermt ögen. Diese industriellen Produzenten mögen nun schon existi— „ + 9* ADSnore 10„MNehar 17** 5 An ren, also mag der Zweck jener Verbote nur seyn, ihnen Spiel⸗Raum für ihre Produktifkraft zu ve schaffen, oder sie mögen durch diese Herabsezung des Preises der Urprodukte erst geschaffen werden sollen, so findet jener Saz seine Anwendung; nur ist es in dem letzten Falle wohl noch zweifelhafter, ob sich die Nazional-Verpflichtung NMNoS(Eliodoh*./ bey einzelnen Nazional⸗Gliedern bis auf jenen Grad Sorge Fůrmey 916„rchre„HICFir n ge für Ade nett existire idealisiren lasse, der die Se — — Mitglieder zu einer den Zweck der geselligen Vereinigung schränkenden Zwangs— Pflicht erhebe? 24—— zion scheint sich nur der freye, unabhängige Genius der Na⸗ zional⸗Gesam miheit aufschwingen zu dürfen, der sich sih jedoch in der Sphäre seines Wirkungskreises nur auf eine die Basis des gesellschaftlichen Verbands allenthalben respek— zu tirende Weise zu bewegen vermag, und dieß scheint die zwin— ö vun genden Mittel aus diesem Kreise zu verbannen. n fishe 222. Abgesehen aber von der Rechtlichkeit jenes Mittels, 1 scheint die Prüfrung des zweyten Grunds der Ausfuhr— 0 Verbote, nämlich der Sporn innländischer Industrie, eben so wenig genügende Resultate zu gewähren. n Wohl möchte im Gegentheil das Verbot der Ausfuhr der Urprodukte das zweckwidrigste und gefährlichste Mittel zu ahst Beförderung der innländischen Fabrikazion seyn. Es muß u nothwendig den Arproduzenten drücken, ihn in die Hände I der abrik-Verleger und der Kaufleute liefern, diesen eine W. willkührliche Preis⸗Bestimmung übergeben, mithin die erste ö Quelle des Nazional⸗Reichthums, die Urprodukzion vermindern. So hat man z. B. berechnet, daß das Ausfuhr-Ver—⸗ 0— bot des Irlä ndischen Hanfs, verbunden mit der, den ö Hd Fabrikanten und Kaufleuten verwilligten Fabrikat-Aus- uum ö fuhr⸗Prämie, der Irländischen Nazion, um mit dieser bhn verarbeiteten Waare auf ausländischem Markte den Preis DNmn halten zu können, von jeder Tonne Hanf 3 Pf. Sterling ko— x D stete; und doch ist die Illusion der unruhigen Thätigkeit des Snt Komerzes und des blendenden ephemeren Reichthums, den Kulft es hervorbringt, so groß, daß diese beurkundete Wahrheit Regli jenes verderbliche Verbot— System nicht zu verdrängen ver—⸗ Haden ö mag! ö f60 ö ö IIIIIFFTTFTTTTTTTTTTITITIII er Na— der sich uf eine Lespek⸗ win⸗ ittels, sfuhr— eben der zu muß ände eine erste zion Ver⸗ „den Aus- dieser Preis ig ko⸗ t des „den heheit ber⸗ 25 So hat das unweise strenge Verbot der Ausfuhr eng⸗ lischer Wolle, erwiesenermäßen, die Schafzucht vermindert und verschlechtert, und nur die rein patriotischen Bemühun— gen einzelner brittischer Staats-Bürger haben deren Unter— gang verhindert; denn in Großbritannien ist es mehr als irgendwo der Fall, daß der Gemeingeist oft die antiökonomi—⸗ stischen Geseze der Regierung vergüten muß. Die brittische Regierung hat sogar das Ausfuhr-Verbot der Wolle bis zur empörenden Barbarey getrieben; sie hat die Todes-Strafe darauf gesezt. Selbst Smith, der enthu— siastische Vertheidiger der Komerzfreyheit, nimmt die Bele— gung der Woll-Ausfuhr mit einer hohen Auflage im Wider— spruche mit seiner ganzen Theorie in Schuz. Selbst Smith gab sich dem Trug⸗-Schlusse hin, den Flor der brittischen Tuch-Manufakturen in diesem Verbote zu suchen, indeß er nur eine Folge der Masse des brittischen Kapital-Stoffs und der Nazional-Industrie ist. Das Ausfuhr-Verbot der Urprodukte trifft den Urpro— duzenten. Er ist es also, der seine Wolle, seinen Hanf, seine Häute u. s. w. auf dem besten Markte zu verkaufen gehindert wird. Daraus sfolgt allerdings eine Verminde⸗ rung des verglichenen Werths der Urprodukzions-Kraft; aber noch keine innländische Fabrikazion. Diese sezt das Daseyn der Fabrikanten voraus. Durch das Ausfuhr-Verbot follen sie geschaffen; die Staats-Bürger sollen durch den Mangel der Konkurrenz der Käufer und durch die daraus resultirende Verminderung des verglichenen Werths des natürlichen Produkt-Stoffs gereizt werden, die Fabrikazions-Kosten selbst zu verdienen. Klar ist es also, diese Begünstigung der industriellen Produkzion ——————————————— spbodl 26— — geschieht auf Kosten der Urprodukzion; ist also antiokono— mistisch. Wenn dieses natürliche Resultat sich nicht äußert, so 213. N Geschieht die Versendung des natürlichen Produkt⸗ Lu Stoffs zu dem Zweck, um ihn als industriellen Pro⸗ hat dukt⸗Stoff der versendenden Nazion zurück zu geben, 7 so scheint die dadurch bewirkt werdende Erhöhung bes ver⸗(at glichenen Werths müttelst der Fracht des Ur⸗ und der fracht des intzusttrehen„rodutts,(der Kommissions uuthve und Spedizions⸗Kosten des Kaufmanns u. s. w.) also mit— minli telst Hinz fugt ing des gaiin der industriellen und komer— Wash ziellen Produktif⸗Kraft zu dem ursprünglichen Werthe des sihen natürlichen Produkt⸗Stoffs, für den Innländer hinlang⸗ tteibe lichen Reiz zu enthalten, sich dieser Fabrikazion selbst zu Wudde. ö widmen. ö pflegt man den Grund einzig in dem Mangel der Industrie der den de en Nazion zu suchen. Dies ist keineswegs önm Tasi Ko. Hen RN 10 all. Daher die so allgemeine Verkennung ö Hol der n„Oekonomie-⸗Geseze über diesen Geger istand. Amh Jener Grund liegt sehr oft in ganz andern Ursache en. sh, Erstens besizt die erportirende Nazion öfters für die— 10 jenige fremde Nazion, welcher sie ihre Urprodukte überläßt, 33 kein anderes, dieser anständiges Antausch⸗Mittel gegen die lth von ihr beziehende Ur-oder industrielle Produkte. Ist das bt ö Streben, die Fabrikazions⸗Kosten zu gewinnen, allgemein, und hat inmi Naztan, welcher die Urprodukte zugeführt äi Herd dosß oll e Q 77F 7 I H s werden, andre Ur- oder industrielle Produkte im Besiz, welche der exportirenden Nazion unent tbehrlich geworden sind, 0 lordl so ist jene Exportazion nothwe endig, und deren Hemmung N 0 E M entschieden schädlich. 0 ae —3—.———...——..—.—.—.—.—..——.—7ß7..—..——..— iökono— mit⸗ omer—⸗ he des t, so Hustrie oWegs nung tand. sind, mung —f 27 Zweytens kann diese Ausfuhr der Urprodukte auch daher rühren, daß die exportirende Nazion entweder mit der Urprodukzion allein, oder mit einer andern ihr größere Vortheile gewährenden Lattung der industriellen Produkzion bereits hinlänglich beschäftigt ist; oder Drittens, daß sie einzelne Bestandtheile von Stoff, (naturlichen Produnkt⸗ Stoff, Materialien) die zu der Verarbeitung jener auswandernden Urprodukte wesentlich nothwendig sind, entweder gar nicht, oder nicht in der nämlichen Güte besizt, und sich solche erst um einen Preis verschaffen müßte, der dann den Preis der Fabrikate auf einen deren verglichenen Werth übersteigenden Punkt treiben, also die Fabrikazion u nökonomistisch machen würde. ö Viertens: Lokale Verhältnisse, Klima, Luft, Was— ser, eine große Populazion, bey einer ungleichen Vertheilung des Vermögens, vorzüglich des Grund-Eigenthums, und der daraus resultirende Drang des i isolirten Produzenten, um den möglich wohlfeilsten Preis zu arbeiten 5 30 können im Auslande, der Fabrikazion dieser Urprodukte eigenthüm liche, ihren verglichenen Werth Wisderddr, Era nisse gewähren. Vergebens wird man eine Fabrikazion ein⸗ heimisch zu machen suchen, welche gegen die Vortheile dieser örtlichen Verhältnisse die Konkurrenz nicht aushalten kann, d. h. bey welcher der Mangel dieser örtlichen Vortheile den Pe weit über den verglichenen Werth hinaufdrängen würde. Wäre z. B. Baumwolle ein einheimi isches Urprodukt des nördlichen Emada, so würden doch die baumwo ollenen Zeuge, die aaleed⸗ dort nie um den Preis als von den frugalen Leinwebern der Indischen Aldelas verfertigt w erden können. 28—.—.— Nur die Benuzung der Mechanik vermochte, wie wir weiter hün unten sehen werden, dieses Mißverhältniß aufzuwiegen. seh Die Natur scheint mit haushälterischer Weisheit jedem 66. Erdstriche seinen eigenthumlichen Produkzions⸗Stoff ver—⸗ liehen, und dessen Bewohnern den eigenthümlichen Wirkungs— ö kreis ihrer industriellen Produktif-Kraft angewiesen zu ha— ben, um durch jenen sauften Zwang des Tausches der Be— Zuugs dürfnisse und Genuß-Mittel, das allgemeine Menschheits- hhe Band der Geselligkeit und, der wechselseitigen Bildung, zu sn knüpfen und festzuhalten. 2—¹⁷ Dall Nur in jenem Falle also, wo einzig Mangel an Ge— aur werb Fleiße die Verarbeitung der eigenen Urprodukte hin⸗ 6 W dert, wo also die Nazion diese entweder gar nicht, oder doch 1 · nicht sämmtlich, oder nicht in der zur eigenen Konsumzion erforderlichen Masse oder Eigenschaft verarbeiten will, oder ö nicht in der nämlichen Güte wie die fremde Nazion, zu m. der sie solche Urprodukte ausführt, zu verarbeiten ver— zi mag, nur dann tritt die Pflicht der Regierung(9.7 226 zu direkter Beförderung der Fabrikazion einheimischer Urpro— mmmit dukte ein. Enn Aber schwerlich dürfte das Ausfuhr-Verbot dieser u „Urprodukte eine zweckmäßige Maasregel hiezu seyn. Ahuch Jener Mangel an einheimischen industriellen Produzen-⸗ Gscder ten kann nun entweder in dem Nazional⸗Karakter, nue R. oder in dem Mangel der Volks-Menge, ö duc E oder in der eigensinnigen Vorliebe der Nazion fur aus⸗ x kfung ländische Fabrikate, also in dem Mangel an Absaze der Na⸗ h stl zional-Produkte liegen. Liegt jener Mangel an innländi— figaln scher industrieller Produkzion in dem Nazional-Karakter, ufhiet in dem Mangel an Gewerb⸗Fleiße, in der Trägheit der 51 N ———..———.———.—— 29 Nazion, also der niedern Bildungs-Stufe, auf welcher sie steht, so wird das Ausfuhr-Verbot diesen Karakter nicht verbessern, nicht den Geist der Nazion heben. Das Aus-— fuhr-Verbot drückt die einzige Gättung von Produkzion, welcher die Nazion bisher sich widmete: die Urprodukzion. Es wird also die Nazion erbittern, und sie wird, ehe sie Zwangs⸗Gesezen weicht, jene industrielle Produktion zu ent— behren, oder den Gesezen durch Schleichhandel zu trozen suchen. Und das ist auch allenthalben der Fall. Mit der Verminderung der Masse der Begehrungen und Bedürsnisse wird im ersten Falle auch die Urprodukzions-⸗ Kraft-Aeußerung erlahmen. Dieses Mittel wird also statt die Nazion vorwärts zu treiben, ihren Rücktrit in der Kul— tur zur Folge haben. Um dem Karakter einer Nazion Schnellkraft zu geben, um ihre Thätigkeit aufzuregen, um sie aus jenem dem Na⸗ zional⸗Wohlstande nachtheiligen Schlummer zu wecken, muß der Staat ganz andre, auf das Prinzip dieser Indolenz unmittelbar wirkende, also ihm angemessene Mittel ergreifen. Er muß durch Industrie-Schulen mindstens der näch— sten Generazion den Geist von Regung und Thätigkeit ein— zuhauchen, er muß durch Reisen einheimischer Mazional⸗ Glieder in die Heimath der Industrie, auf Kosten des Staäts, neue Ansichten, Emnpfäͤnglichkeit für neuen Genuß, er muß durch Einberufung fremder Künstler und Handwerker, Näch— eiferung in der Nazion zu verbreiten suchen, er muß, um den schleichenden Bluts-Gäng der Nazional-Glieder zu be— flügeln, jedes Mittel jener sanften, schmeichlerischen Gewalt aufbieten, die gerade deswegen unwiderstehlich ist, weil sie ihre Macht unsichtbar ausübt. 30——— ů——. Gde Steht die Nazion auf einer so niedern Civilisazions— f* Imnente + fi 7 1 Iegagr, mhzen. Stufe, daß sie das Bedürfniß der aus ihrem Urstoffe bear— ö EI Raah —. 25 Judwa beiteten industriellen Produkte noch gar nicht fühlt, daß sie ö dulch *„ e„—. dalch für Schönheit, für Anmuth, für die das men chliche 2 0 1 2—— ö Riehh Daseyn veredelnden feinern—5 gar keinen Sinn ————„ e 00 1 besizt, so muß der Staat, wie ein geistvoller, aber unglück— ů ö ubdt licher Mann*) mit vielem S Scharfsinne 9188 ethan hat, selb 0 f. Hacehlle dieses Begehren aufregen und schaffen. 20. Hatag 25 ‚ Krankt die einheimische industrielle Produk kzion an 0 Mangel der Volks⸗Menge, so zeichnen die allgemeinen ö* Rach Geseze der Nazional-Oekonomie in Absicht der Bevölkerung X t (159.N auch die Grundsäze vor, welche der Staat hier ein-⸗ —7. zuhalten hat. So lange die Urprodukzion noch alle Hände dieses bedarf, so lange sie nicht ren auf einen gewissen Grad an IIAN—6—5 Hes von Höhe gestiegen ist, wird es für den Nazional-⸗Wohlstand N NV vortheilhafter seyn, die Masse der ri e zu erhöhen, Ou e— Iusl und die industriellen Produkte, aus fremden oder eigenem 10 —— W natürlichen Produkt⸗Stoff fabrizirt, von fremden Nazionen 30 7 gegen die Urprodukte einzutauschen, als auf Kosten der ö I henen Urprodukzion sich der industriellen Produkzion zu widmen. ö ů 5 ů lildet Der geringe Grad von Anstrengung, den die ir ndustrielle 15 Produkzion bedarf, wird ohnehin, wie ich anderwärts gezeigt hif habe(162.), sobald der Ackerbau einen gewissen Grad von Höhe erreicht hat, sobald er Hände entbel hren kann, sobald 52 ö — 8—* Hahstt er nicht mehr hinreichend lohnt, einen Theil der MRazional⸗ 42 ö In indi *) Zerboni; in der Schrift: Einige Gedanken Um **— l, ö über das Bildungs⸗Geschäft in Süd-Preußen. Jena 1800. 0 ..— · V S. 68 f.; wo er der P eußischen Regierung sinnvoll auräth, ö uf Rechnung des Staats Tablet-Krämer in die erworbenen ö lorge Pohlnischen Provinzen zu senden. Uike FTFTTTTTFTTTITITITTTTRR 1HWnuth.d.0˙3 0³5.......... fkliULeeeeeeeeeet‚......Ee.Ef-....- — — — — —— Äzel 0 Sio IyOoI 19 igen V 18 komer⸗ V„GMSYni Sirarnt rosurti I * unn 5, seine V / 10 urhaushaltung gen 7 e — 1* irkung z ** IY an — — —* ache Urf ung in aziona MW * a 18 2943 7 5 uäin Han 18 gan 4e Semein⸗Sei el an G —N7ine —ns 0 — — it dafür. * — Regierung l VX — 12 — 367 — ——— —.v. — 128— 224— 2*— — —— 5— ·9 — 7 2 * — 2 — — —— 9— — — —— 7*„ — — 2 —5——U 3 —* 2— 2— —.— ——— — — X7 —— ————. — 7 —— — — 2 22—— S — 2 0 al —* — X — bringt. nken igen: ** * — 32 ö tgt von welchen doch die menschlichen Handlu ngen ausgehen, n diese unglückliche Ansicht ist es, welche sie gehindert hat, auch hier die zweckmäßigsten Maasregeln zu ergreifen. Die Eitelteit des Britten, des Fra nzosen, ist bey— é Sre nahe eben so sehr, als seine Gewinnsucht bey dem Stolz-⸗ W Gefühle interessirt, daß seine Fabrikate die vorzüglichsten, 165 daß sie allen andern Nazionen unentbehrlich, daß alle Na— amdn zionen ihnen zinsbar seyen. Wodurch sind sie es aber, ö Whh; vorzüglich in Großbritannien, geworden? Was hat die Industrie dieser Völker bis zu diesem Grade gespannt, als 1hn jenes Nazional-Gefühl, jene Selbstschäzung, ohne welche af ein Volk sich nie zum Wohlstand heben wird? Lal Der Britte, der Franzose, geht dabey von dem Be— sch in wußtseyn der reellen Unabhängigkeit, der Kraft, der Selbst— aisten ständigkeit seines Vaterlandes aus; diese Kraft bis zum Uebergewicht über andere Völker auszudehnen, dieß 3uslö ist die geheime, trozige Empfindung, die seine Industrie entflammt, seine Produktif-Kraft beflügelt. 1 Die zweyte Hauptursache jener Vorliebe für auslän— II dische Fabrikate liegt in dem sogenannten Kaufmanns oder chnln vielmehr Krämer-Geiste, in jenem irrigen, unglücklicher— Rum weise von den mehresten Regierungen adoptirten Wahne:, d als ob die komerzielle Produktif- Kraft an sich, und Re selbstständig produzire, indeß sie, im Nazional-Oeko— AI d nomistischen Sinne, einzig in Verbindu ng mit der Ur— duns, und industriellen Nazional-Produktif-Kraft, und durch uphn diese hervorbringt. 1—— Waaliisch Kaufmann gewinnt, wenn die indu— 57 — ni,; du⸗ strielle Produrtif-Kraft seiner Nazion stille steht; sein Gewinn erhöht sich durch diesen Stillstand, weil in dem lht nämlichen Gräde auch sein ausländischer Einkauf u lalen Angth uhhhe, sinden u lajfeh. Hoseg, t y b0 dem Ouh dahlhschen, ale M se ch ahe, das hit di Runnt, gls che wiche lm Be⸗ α Oalls⸗ M aullin, sus/ oder lücliche⸗ Wohne: sh, und RalHeks⸗ D M. Wurch Ni indj⸗ cht; il n keuf 33 steigt, und dieß öffnet ihm zu Erhöhung der Absaz-Preise fremder Produkte den sichersten und freyesten Spiel-Raum. Abgesehen von dem Monopole, das in der, nur im Großen, nur durch eigne Anstalten, Keller, Gewölbe u. s. w. möglichen, Aufbewahrung so mancher dem Ver— derben unterworfenen Genußmittel liegt, kann der Konsument dem Kaufmann die Preise ausländischer Fabrikate nicht nach— rechnen; der Einkauf muß, wenn er mit Vortheil geschehen soll, in großen Massen geschehen, und das ist allen übrigen Staats-Bürgern, die nur im Detail konsumiren, an sich unmöglich; sie besizen entweder nicht hinlänglichen Kapital-Stoff zum Einkauf im Großen, oder sie können sich damit nicht beschäftigen, oder auch die Vorräthe nicht aufbewahren. Alles dieß sichert dem Kaufmanne das Monopol mit ausländischen industriellen Produkten. Ganz anders verhält sichs mit den innländischen Fabrikaten. Diese kann der Konsument im Einzelnen und un-⸗ mittelbar vom Fabrikanten beziehen. Dieß macht die Zwi— schenkunft des Kaufmanns entbehrlich, und engt seinen Spiel— Raum größtentheils auf diejenige Klasse von Konsumenten ein, die auf Kredit kauft, bey der er oft den Verlust wagen muß; verwandelt also den Kaufmann in einen wucher— lichen Darleiher. Der Kaufmann hat also ein bedeutendes Interesse, der innern Fabrikazion für inneres Bedürfniß entgegen zu arbeiten. Aber wehe dem Staate, wo die Regierung diesem Kaufmanns-Geiste huldigt. T2 —2 Unter allen Nahrungs-Zweigen ist das Komerz unstreitig das lockendste. Ein unbedeutender Kapital⸗— Stoff, dessen Zweyter Band. 3 34 Ertrag in jedem andern Spiel-Raume nicht Ein Individuum h ernährt hätte, versorgt, in einen Kram verwandelt, eine lih Familie reichlich. Die Größe des Gewinnes, durch die be— 1 deutende Erhöhung der Verkaufs-Preise gegen den Einkaufs⸗ ger preis, der im Kredit beym Einkauf für den Detail-Ver— käufer liegende zweyte Gewinn, den der Verkäufer im + Großen wegen des schon in der Größe seines Kapital⸗Stoffs lu liegenden progressifen Gewinns(63.) unterstüsen kann, und den von Stufe zu Stufe endlich der Detail-Konsument überträgt, alle diese Verhältnisse erhöhen die Zahl der komer— W. ziellen Produzenten, bis zu dem Grade, den die Konkur— ch renz, welche den Gewinn nothwendig herabdrückt, nur immer b gestatten will. dulsc Diese bedeutende Zahl der komerziellen Produ—⸗ nusch zenten— deren Anwachs selbst die Nazional Oekonomie öů unterstüzen muß, um durch jene Konkurrenz die übrigen ö Produzenten, so wie die Konsumenten gegen den Wucher in ven Schuz zu nehmen— diese bedeutende Zahl derselben und das W Ansehn, das der mit dem Komerz zunachst verbundene len Reichthum dem Komerz-Stande gewährt, haben auf die V Ansichten und Grundsäze der Regierungen nur zu bedeuten— Hee den Einfluß gehabt. M Egoistisch, selbstsüchtig, alle theilnehmende Empfindung 6 ausschließend, wie der Krämer- Gei st seiner Natur nach Lern ist und seyn muß, ist es ihm gelungen, die Erkenntniß Muin jenes Nazional-OekonomieGesezes zu hemmen, kraft dessen 2 die Produktif-Kraft des Komerzes einzig in der Ver— ö 1 se breitung und Austheilung der Produkte liegt, die, Vann dem Wesen der Nazional-Oekonomie zu Folge, bey der Na— zion, also auch bey deren Produkte beginnen muß, und, lige K so wie die Nazional-Oekonomie und ihr Prinzip selbst, erst sch 35 amm durch die Folge, durch die Ausdehnung, weltbürger— eine lich wird. Der Kaufmanns-Stand hat also zu allen Zeiten, di be und in allen Ländern jedes Mittel aufgeboten, um die in— ntuf nere industrielle Produkzion zu lahmen, zu hemmen. Der Allerdings ist jene kaufmännische Ansicht, ist jenes aus⸗ fer im schließende Streben nach Einkauf und Absaz fremder Fabri— Stoffs kate, ein Resultat der Enggeistigkeit, des schwächlichen kann, Häftens an der Gegenwart. ument Hat es die Näzion in der industriellen Produkzion bis omer⸗ zu einem Vollendungs-Punkt gebracht, der ihr auswärtigen onkur⸗ Absaz sichert, so öffnet dieß auch dem innern Komerz einen immer bey weiten größern, lukratifern Wirkungskreis, als der bloße Tausch roher Urprodukte gegen fremde Fabrikate; oder Ein— rodus tausch fremder Fabrikate gegen Welt-Münze. lomie Wir sehen dies an Großbritanniens Beyspiele. ligen Die komerzielle Produkzion beginnt immer im Klei— er ih nen, oder mit der Kramerey. Hat die Nazion in der Ur— d das produtzion es so weit gebracht, daß sie Urprodukte entbeh⸗ nbene ren, und an fremde Nazionen überlassen kann, so entstehen die nothwendig zunächst Kauftleute, die sich mit der Versendung uten⸗ dieser Urprodukte beschäftigen. Sie mögen nun dafür Welt— Münze oder fremde Fabrikate eintauschen, so wird durch die dung aus jenem Ueberschuß der Urprodukte folgende Erhöhung des nach Vermögens, auch der Hang zum Genuß bey ihrer tniß Nazion erhöht. ossen Dieß nun ist das goldne Zeitalter des Komerz-Geists Ver— in seiner Kindheit. Er strebt nothwendig nach der de, Verewigung dieser Periode. 1 Die zweyte Periode, wo die industrielle Produkzion und, rege wird, ist ihm wenig schädlich; weil auch sie nur langsam sich bis zur Vollendungs Stufe schwingen kann. erst 36———— Derndritte Zeit-Raum, wo die innere industrielle. 5 Produkzion sich der Vollendung zu nahen beginnt, wo sie be⸗ Relch innt, nicht nur innlandisches Material, sondern selbst aus⸗ 5 ländisches, in der namlichen Aualität zu erzeugen, ist el jenem sich immer gleichen Komerz— Geiste tödtlich; diesen Zeitpunkt strebt er also zu entfernen. 60 Hat aber die industrielle Produkzion der Nazion die Rl vierte Periode erklommen; ist sie nicht bloß im Stande, Ktt die auswärtigen Fabrikate zu ergänzen, sondern selbst absez— hig, bare Fabrikate fürs Ausland zu liefern, so bekommt das Komerz mit der neuen Richtung auch einen weit höhern Schwung, einen ausgebreiteteren Spiel-Raum. Doch jenes Iul dem menschlichen Geiste so natürliche Haften an der Gegen⸗ Rh wart muß nothwendig die Wirkung hervorbringen, daß Dr der ohnehin nicht rasche Fortschritt der industriellen Produk⸗ d zion bis zu der lezten Periode aufgehalten werde, nur In vorwärts schleiche. Hier ist es also wichtiger und recht— licher als irgendwo, daß der Staat die Nazional-Oekonomie- 0 Geseze befolge, also dem unvermeidlichen S piele der mensch⸗ an lichen Leidenschaften unsichtbar entgegen arbeite, und die Er— scheinung der vierten Periode zu bef ügeln strebe; so weit nämlich diese industrielle Produkzion nach den vorhin ange— ö gebenen Grundsazen wirklich Nazional- Oekonomistisch ist. 10 Dadurch wird die Regierung, indem sie die industrielle 113 ö Produkzion befördert, zugleich die komerzielle Produkzion n auf denjenigen Punkt heben, wo sie, statt jener schädlich zu seyn, statt sie zu unterdrücken, vielmehr durch das feste, ů freundliche Band des gemeinschaftlichen Interesse, mit ihr 5n zum Zweck des Nazional-Wohls sich verschlingt. Ren Die Betrachtung des großen Mißverhaltnisses zwischen dem Kapital⸗Stoff oder den Vorrathen und dem Grade sipr Oö IIIIItTttxxTPTTTT!T!TFTFTFF TE]„——— ————————————+++—+—... rielle e be⸗ aus: die ande, absez⸗ das hern jenes jen— daß nur cht⸗ mie⸗ sch⸗ Er⸗ eit —— 37 — 52 6—„* Kraft, der Anstrengung, den das Komerz, und demjenigen, der K welchen die Ur- und industrielle Produktif-Kraft im Verhält⸗ niß des Gewinns bedarf, hätte die Regierungen auf— merksam machen sollen. Eine tiesere Forschung würde sie haben überzeugen müf⸗ sen, daß das Komerz, sobald es aus den Granzen der Nazio⸗ nal Oekonomie-Geseze tritt, nur von jenen Produktif⸗ Kräften zehrt, also zum Nazional-Wohlstande nichts bey⸗ trägt, und daß es bloße Täuschung sey, jene Regsamkeit, jenes geräuschvolle Leben des Komerzes im Allgemeinen für produktif zu halten; denn jede Kraft, die nicht, es sey nun durch Erzeugung oder Verbreitung, dauernden Genuß verschaft, ist durchaus unproduktif, also unökonomistisch. Der Krämer-Geist ist es also, der jene Vorliebe für auslän—⸗ dische Fabrikate pflegt und nährt. Die mit dem Komerz verbundenen Vortheile des Kapital⸗Stoff⸗ Besizes(63.), die Allgemeinheit der Genuß-Gierde, das Vorhinein ver— zehren, das Antizipiren der Zukunft, als die allgemeine Krankheit der Konsumenten, und die Schöpferin des Kredits, unterstüzen jene Tendenz. Gelingt es aber der Regierung, Nazional⸗-Geist und Nazional⸗Selbstschäzung aufzuregen, und durch sie die innere Fabrikazion auf den höchstmöglichen Grad der Vollen⸗ dung zu bringen, so bedarf es keiner Zwangs⸗Maasregeln. 128. Das aufgeregte Nazional-Gefühl wird aber nicht allein Fabrikanten schaffen, es wird auch alle Klassen der Konsu⸗ menten ergreifen. Mächtig wirkend ist daher das Beyspiel der Nazional⸗ Repräsentanten, der Herrscher, und überhaupt jedes mor a— * STITTTttxxxxxTTTsDTsZTFC 38.— lische Mittel, wodurch Patriotismus, Gemeingeist und Nazional⸗Ehr-⸗Gefühl geweckt wird; mächtiger als Zwang, der die Empfindung empört, und in das Heiligthum des Menschen, in die freye Wahl seiner Genüsse eingreift. Man kennt den Grad von Enthusiasmus, bis zu welchem die Britten dieses Gefühl treiben. Mit Stolz sizen in Bri— tannien die Reprasentanten der Gesezgebenden Gewalt auf Woll-Säcken, und die ersten Pairs des Reichs finden sich geehrt, Fabrik- Unternehmer, Wollenhändler, Mitglieder der Zünfte zu seyn. 227. Die zweyte Gattung von Zwangs-Mitteln zu Beförderung der Fabrikazion innländischer Urprodutte, sind: die Einfuhr-Verbote derjenigen fremden industriellen Pro-⸗ dukte, welche aus einem natürlichen Produkt-Stoffe fabrizirt werden, den die Nazion selbst besizt. In Absicht ihrer koerzitifen Eigenschaft gilt von dieser Maasregel alles, was bisher über die Ausfuhr-Verbote gesagt worden ist. Auch sie lahmen die Urprodukzion. Gen uß ist der Sporn aller Produkzion; er wird abgestumpft, sobald die Rasse und die Wahl der Genußmittel eingeengt wird. Entweder kann die innere industrielle Produkzion diese Produkte selbst liefern, und zwar in einer dem Bedürfnisse, dem Begehr, angemessenen Quantität, und in einer der ausländischen Produkzion gleichen Quali— tät, und zwar wenigstens in gleichen Preisen, oder nicht. Im ersten Falle kann, wenn nicht der Komerz-Geist am Ruder sizt, nur Vorurtheil, nur launenhafte Vor— liebe für das Fremde, dem fremden Fabrikate den Vorzug — —— 2‚.—— 390 verschaffen; und nach dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie, dessen Kosmopolitismus sich gerade da am klarsten ausspricht, wo es vom Eingriff in Freyheit und Eigenthums-Recht han⸗ delt, stehen dem Staate zu dessen Vertilgung nur mor a— lische Mittel zu Gebot. So lange die innere industrielle Produkzion entweder nicht in der Quantität, oder nicht in öer Qualitat das Na⸗ zional-Bedürfniß zu befriedigen vermag, ist jenes Einfuhr⸗ Verbot mit dem weltbürgerlichen Prinzip der Nazional⸗ Oekonomie durchaus unvereinbar. Eben so, wenn das innländische Fabrikat nicht mindstens mit dem auslandischen gleichen Preis halten kann. Dieser Umstand beurkundet dann, daß örtliche Verhaltnisse, oder ein höherer Grad von Fähigkeit und Vollendung im Mecha—⸗ nismus der Fabrikazion den Grad des verglichenen Werths aufwiegen, der im Aufwande der komerziellen Produktif-Kraft(den Transport⸗) und merkantilischen Kosten liegt, welchen das ausländische Fabrikat enthalten muß. In diesem Falle hört also die innländische Fabrikazion auf, produktif zu seyn. Die industriellen Produzenten, welche sich damit beschäftigen, müssen ihre produktife Kraft auf eine andre Produkzioas- Gattung wenden, wenn sie nicht in die Klasse der reinen Konsumenten übergehen wollen. Der Staat hat gegen sie keine Pflicht. Seine Pflicht ist nicht, die Nazional. Glieder zu er nahren, nur ihnen zur ökonomistischen Produkzions-Kraft den freysten Spiel-Raum zu sichern, und diesen so weit auszudehnen als es ohne Vernichtung des weltbürgerlichen Prinzips der Nazional-Oekonomie möglich ist. 4⁰—.— Es ist Täuschung, da bey auf die eiserne Nothwendig— 15 keit des Bedürfnisses zu dem Zweck zu rechnen, daß sie eine i. Fabrikazion erzwingen müsse. 93 Einfuhr-Verbote können wohl Immoralität be— 8 günstigen, den Staats- Bürger mit der Idee des Betrugs familiarisiren, die Bande der Nazion und der Regierung er⸗ 00 schlaffen, aber nicht die innere Fabrikazion heben. Gerade ö 51 dieses im Einfuhr-Verbote liegende Monopol der Innländer ö 10 ö muß allen Fortschritt zur Vollkommenheit lähmen, und das endliche Resultat dieser Zwangs-Maasregel kann nur seyn, daß die Nazion an Genusse ärmer wird, ohne an Ver— mögen reicher zu werden. Simon„), ein neuerer einsichtsvoller Staatswirth— W schaftlicher Schriftsteller, behauptet, die jezige Besteurungs— hanlid Art in dem Französischen Reiche drücke vorzüglich deswegen t d die ärmern Klassen sehr, weil die französischen Manufakturen Kuhu jezt viel theurer als vorhin arbeiteten; bey dem Verbote aller sod ausländischen bessern und doch wohlfeileren Waaren ihm die ö Ben nöthigsten Kleidungsstücke theurer als vorhin zu stehen kämen. xů Gist Die Zoll-Geseze kosteten dem französischen Bürger, genau Ibit berechnet, jezt jährlich 20 Franken 68 Centimen mehr als dttt vorhin; und doch beziehe der Schaz keine 14 Centimen davon! ö Heit Was vormals jährlich 62 Franken 13 Centimen kostete, müsse I er nun mit 82 Franken 75 Centimen bezahlen. Welche Resultate! ö. Schon Say hat gründlich bewiesen, daß das Ein—⸗ fuhe-Verbot fremder Fabrikate zu nichts dient, als dem inn-⸗ *) De la Richesse commerciale, ou Principes d' Economie politique appliqués à 14 Legislation du Commerce. II. Tom. Genéève 1803. Traité d'economie politique(Paris 1803.) T. II. Ch. 33. 9 0 dig— eine t be⸗ kugs er⸗ ade der das yn, ver⸗ rth⸗ 98⸗ en lren ller 41 ländischen Erzeugnisse ähnlicher, aber geringhaltige— rer Waare ein drückendes Monopol zuzueignen. Von den unglücklichen Folgen dieser Einfuhr-Verbote auf die Mora— lität werde ich in der Abhandlung vom Komerze reden. Ihre Unwirksamkeit spricht sich aber klar aus, wenn es wahr ist, was ein neuerer Reisender*) behauptete, daß nämlich in Frankreich z. B. trotz der strengen Einfuhr-Verbote und eines Heers von 40 bis 5⁰οοο Mauth-⸗Beamten, in Einem Jahre für 150 Millionen Livres fremde Industrie-Produkte eingeführt wurden. 230. Noch eher läßt sich die dritte Gattung der Zwangs⸗ Mittel zur Beförderung der innern industriellen Produkzion, nämlich die Auflagen auf ausländische Fabrikate, mit dem Prinzip der Nazional-Oekonomie einigen. Hier kommen sie nicht als Beytrag zum Staats-Aufwand, sondern als Industrie-Erzwingungs- Mittel in Betrachtung. In jener Eigenschaft, wozu der Finanz—⸗ Geist sie benuzt hat, erscheinen sie unter den sogenannten indirekten Auflagen, von denen ich in der Abhandlung von der Produktif— Kraft der Nazional-Gesamt— heit durch die Staats-Finanz-Gesezgebung(im 3. Bande dieses Werks) sprechen werde. In der Eigenschaft als Industrie-Erzwingungs⸗ Maasregel werden sie gelegt 1. auf ausgehende Urprodukte, 2. auf eingehende fremde industrielle Produkte, welche die Nazion selbst aus eigenem natürlichen Produkt⸗ Stoffe zu kabriziren vermochte. *) Campe Rückreise von Paris nach Braunschweig ꝛe. 1804. 42 3. auf solche industrielle Produkte, die sie aus frem⸗ Iudih den natürlichen Produkt⸗Stoffe fabrizirt, V 4. auf ein gehende fremde zur innern Fabrikazion ö bestimmte Ur-Produkte. zuben f . Imposten auf ausgehende Urprodukte sind eine direkte Lahmung der Urprodukzion. Die Auflage soll n die innere industrielle Produkzion erzwingen, indem man 0 dem Nazional-Fabrikanten das Material um einen Preis 0 verschaft, der unter desser verglichenem Werthe steht; f denn der verglichene Werth ist der Welt⸗Werth. i Diese Auflage verlezt die Grundgeseze der Nazional—⸗ schn Oekonomie. Deren Zweck ist: jedem Nazional-⸗Gliede den vollen Ertrag seiner Produktifkraft zu sichern, jede, tuße und also wohl auch die erste und wichtigste, die Urprodukzion e zu schüzen. ö Das Resultat einer solchen Auflage kann nur seyn, daß Rn der Urproduzent einen Stoff, für den er nicht den vollen, gun verglichenen Werth des Produkts zu erhalten hoffen kann, viel auch nicht mehr produzirt; daß seine Anstrengung bey usti der verschlossenen Aussicht des Lohns ermattet; daß die dic fremde Nazion, von welcher er diesen Lohn erhalten haben niht würde, entweder diese Urprodukte zu entbehren sucht, wenn Rsih sie entbehrlich sind, also deren Genuß verkümmert wird, oder, sind jene Urprodukte ihr unentbehrlich, alles aufbietet,‚ iht sie, sey es auch zu höhern Preisen, mit einem ohne Vortheil huh verschwendeten, also unökonomistischen Produktifkraftauf⸗ Ihn wand, sich zu verschaffen. Hier äußert also die Verkennung n des Kosmopolitismus des Prinzips der Nazional-Oekonomie s ihre volle traurige Wirkung. Mit welchem Rechte und mit ah welchem Vortheile zugleich, kann der Staat Eine Klasse der frem⸗ dazion sind 9e soll man reis steht; zionab Gliede jede, Uzion „ daß llen, kann, bey die haben wenn vird, ietet, theil ftauf⸗ mung omie mit eder —— 1³ Produzenten mit dem Verluste der andern bereichern wollen oder zu bereichern hoffen? Jedes Nazional⸗Glied hat das weltbürgerliche unver— äußerliche Recht, jedes Genuß-Mittel um den Preis zu genießen, den der verglichene Werth desselben bestimmt. Jener Zwang kann nur den Haß der Urproduzenten gegen die industriellen Produzenten aufstürmen; kann nur die Nazio⸗ nal-Glieder gegen einander bewaffnen, die schöne Harmonie derselben, ohne welche! NazionalWohlstand gar nicht denkbar ist, zerstören, die Vorliebe für ausländische Fabrikate erhöhen, und den Geist des Schleichhandels mit allen seinen verderb—⸗ lichen Folgen aufregen. Abgesehen auch davon: es liege die Ansicht nicht außer dem Prinzip der Nazional-Dekonomie, daß der Ur—⸗ produzent am wenigsten industrielle Produkte verzehrt, also die in dem durch die Auflage erzwungen werdenden nie— deren Preise der industriellen Produkte ruhende Entschädi⸗ gung größtentheils nicht ihm zu gut kommt, ist doch so viel gewiß, diese Zwangs-Maasregel wird die innern In⸗ dustrie-Produkte nicht wohlfeiler machen, d. h. der innlän—⸗ dische Fabrikant wird darum den Preis seiner Arbeiten nicht niederer sezen, als den der vorhin aus der Fremde ein⸗ geführten. Er kann dieß nicht thun, denn der 9ewöhuliche Mensch pflegt die Güte der Waare stets nach ihrem Oreise zu beurtheilen; er würde also sein eignes Fabrikat dadurch herab— sezen. Er wird es nicht thun, denn dadurch würde er ja den einzigen Vortheil wieder verlieren, den ihm das durch jenes Ausfuhr-Verbot verliehene Monopol des Urstoffs ge⸗ währen sollte; und das ist wohl wider den Geist des Mono⸗ polismus. 4⁴4—— 0 l Er wird es aber thun, er wird den Preis seines Kant Fabrikats unter den des fremden Fahrikats sezen, so bald 0 die freye Konk urrenz mit dem auslandischen Industrie-Pro— 9— dukte geöffnet ist, um dem seinigen mindstens bey denjeni— ö 5 8 hadenjen ö gen Konsumenten Absaz zu verschaffen, die aus Noth oder ö ö Sparsamkeit nach der Wohlfeilheit kaufen. 0 lacl, Er kann es ohne jenes Ausfuhr-Verbot thun, weil Moig er den Natur⸗Produkt⸗Stoff in der Nähe hat, weil also rhe der Theil des verglichenen We erths der komerziellen Produktif— kraft, welcher in dem auslandischen Fabrikat liegt, abgeht. eligt Er bedarf also jener Zwangs— Maasregel nicht. Dunnt 23. n l Minder dem Prinzip der Nazional-Oekonomie wider— sprechend, erscheint der Impost auf fremde industrielle Produkte, welche aus Natur„Produkt-Stoff fabrizirt sind, ö den die Nazion selbst zu verarbeiten vermocht hätte. Haf— tet schon auch an ihm die Unheilbringende Eigenschaft des 0 Zwangs, des Eingriffs in die weltbürgerlichen Menschen— 5. Rechte, so läßt sich doch dieser ungezwungen in das Gebiet der Nazional⸗ Verpflichtung einreihen. Aber auch 595 dieses nur dann, wenn der Ertrag dieser Imposten zu 1 Beförderung der Nazional-Industrie, zu Prämien und 4 Delohnungen verwendet wird. Die Ertheilung derselben ist 0 peazeptifes Gesez der Nazional-Oekonomie. Jene Auflage in scheint mithin der natürlichste un zweckmäßigste Weg, einen A Aufwand zu bestreiten, den die Nazion außerdem auf irgend d eine andre Weise dennoch tragen müßte. Euf: Natürlich muß aber dieser Impost nicht höher seyn als hictti der Zweck, nämlich die Beförderung der innern industriellen umy Produkzion, es unerläßlich fodert. Er muß also den Preis 2 SSS..e 2—————————————————— ines ; bald jeni: Koder weil also utif⸗ geht. ider⸗ rielle sind, Haf st des schen— jebiet auch n zu und n ist flage egend als siellen Preis . 45 des ausländischen Fabrikats nicht höher drängen, als es genau nothwendig ist, um dem innländischen Fabrikanten die Konkurrenz möglich zu machen; also ihn in Stand zu sezen, sich ruhig bis zu dem Punkte empor zu arbeiten, wo die Fabrikazion die dem innern Bedarf angemessene Quantität und den nämlichen Grad von Vollkommenheit er— reicht, also einzig mit dem Vorurtheile zu kämpfen hat. Mithin muß sich der Impost nach der Gradazion dieses Fort— schrittes mindern und ganz aufhören, sobald das Fabrikat in der angemessenen Quantität und der nämlichen Qualität ver— sertigt wird, es also nur den Kampfemit der Laune und dem Vorurtheile gilt. Dann sind auch Prämien und Belohnun— gen unnöthig, und der Impost hat keinen Gegenstand, so wie keinen Zweck mehr. ö 332. Imposten auf industrielle Produkte, die aus fremden Natur-Produkt-Stoff fabrizirt werden, sind mit den Na— zional-Oekonomie-Gesezen unvereinbar. Die Nazional— Industrie wird sich nie auf einen Gegenstand werfen, wo sie‚, außer dem verglichenen Werthe des Natur-Produkt-Stoffs und der Urproduktifkraft, auch den der komerziellen Produk— tifkraft zu übertragen hat, wenn nicht, nach Abzug dieses hohen Grads vom verglichenen Werthe, noch Lohn für die industrielle Produktifkraft übrig bleibt. Der Grund dieses Ueberschusses mag nun darin liegen, daß die urproduzirende Nazion jenen Natur--Produkt— Stoff nicht selbst allein verarbeiten vill oder kann, oder nicht in der nämlichen Vollkommenheit zu verarbeiten vermag, oder daß Lokal-Verhältnisse der fabrizirenden Nazion einen vortheilhaften Absaz ihres Fabrikats an eine * 46 S——— dritte Nazion gewähren, so ist ein solcher Impost der Nazional-Industrie durchaus nachtheilig. ö Die Regierung muß diese Gattung der industriellen Produkzion sich gänzlich selbst überlassen. In derjenigen Eigenschaft hingegen, in welcher der Impost, wie z. B. in Großbritannien, auf eingehenden rohen Zucker, Baumwolle u. s. w. gelegt wird, um bey der Ausfuhr in Fabrikats-Ge— stalt unter dem Namen des Rück-Zolls wieder vergütet 0 zu werden, in dieser Eigenschaft erscheint dieser Impost als N Prämie, nicht als ein Zwangs-, sondern als ein re— muneratifes Mittel, wovon weiter unten die Rede sehyhn M wird(235.).— sioh 333. Hu Der Nachtheil der Imposten auf eingehende fremde, laste zur innern Fabrikazion bestimmte Ur-Produkte für die W Nazional-Industrie, spricht sich so klar aus, daß man sie schwerlich mehr in irgend einem civilisirten Staate antref—⸗ fen wird. V 234. P Vorkaufs- und Abtriebs-Rechte pflegen gewöhnlich l nur auf die Urprodukte eingeschränkt zu werden; sie werden* hisch ertheilt ö ö vend 1. den Nazional-Gliedern gegen Ausländer, und hier Hihk kann, und zwar nur in Absicht der ersten Bedürfnisse, RDhn der Zustand der Noth, das höchste Gesez der Selbst— 0 Erhaltung, sie rechtfertigen; weil sie außerdem dem sing weltbürgerlichen Prinzip der Nazional-Oekonomie wi— derstreben. 2. gewissen einzelnen Klassen der Nazional-Glieder, Fur ö z. B. den Tuch-Fabrikanten in Absicht der Wolle u. s. u w. und diese sind eine direkte Verlezung der Nazional— puni —388888.— t der liellen enigen B. in nwolle Ge⸗ gůͤtet t als re— seyn nde, die m sie niref: nlich erden hier nisse, elbst⸗ dem wi⸗ lieder, ö U. s. jonali 47 Oekonomie. Sie gestattet keine Begünstigung Einer Produkzions-Gattung auf Kosten der andern, am we— nigsten der Urprodukzion. 23 * Remuneratife Mittel. Unter den remunerirenden und lohnenden Mit⸗ teln nehmen die Prämien, zu Beförderung der industriellen Produkzion, die erste Stelle ein. Der Staat darf, Kraft seiner Pflicht, zu Handhabunz der Nazional⸗Oekonomie⸗Geseze, Prämien für die Produk⸗ zions⸗Kraft verwilligen(9.). Er ist auch verpflichtet, also berechtigt, sie zu Beförderung der industriellen Produktif⸗ kraft auszusezen. Aber bis jezt sahen wir die Regirungen dabey keineswegs konseguent, also nach festen Grun äzen handeln. Bald wären ihre Anordnungen von der unglüäcklichen Tendenz diktirt, nicht viel, sondern nur vielerle, oder wo möglich alle Gattungen der industriellen Prebukte selbst zu fabriziren. Nicht auf die Verarbeitung innlan— dischen Materials, nicht auf die Hervorbringeng not h- wendiger und allgemeiner Bedürfnisse, sondern auf Fabrikazion ausländischen Natur-Produkt-Stoffs, auf Pro— duzirung der Luxus-Artikel wurden Prämien gesezt. Die Grundsäze, welche in Absicht der Staats-Begün—⸗ stigung die Rangordnung der Fabrikazions-Gattungen vorzeichnen(214. 215.), wurden also verkannt. Waren die Prämien von jener NazionalEitelkeit, von jener unbesonnenen Rivalität angegeben, welche die Lei— denschaft so mancher Staatsverwaltungen ist, so wurden oft Prämien auf die Veredlung, auf die Vervollkomm⸗ 18 nung Einer Fabrikazions-Gattung gesezt, indeß die Nazion noch an der Quantität des nämlichen Fabrikats, in seiner gewöhnlichen Gestalt, Mangel litt. Nur die Konkurrenz der Fabrikanten kann den Kunst— Fleiß spornen, und auf dem natürlichen Wege Vervollkomm— nung zu Stande bringen. So lang der Fabrikant für mit— ö telmäßige Arbeiten Absaz findet, wird er selten auf Ver⸗ edlung denken, aber die Menge der Fabrikanten wird ihn zwingen, deren Qualität zu erhöhen, also sich durch Er— höhung seines Kunst⸗Fleißes auszuzeichnen. Sie allein kann unter den Fabrikanten jene Stufen-Reihe und Rang-Ord— nung hervorbringen, wodurch die Gewerbe sich der Vollkom— menheit nähern. ö Wenn also auch Prämien an sich dem Geiste der Nazional⸗Oekonomie zusagen, so müssen doch aus deren Gesezen die Grundsäze genommen werden, nach welchen die Regierung sie zu bestimmen hat. Prämien wurden bisher gegeben: I. zu Erschaffung, oder Vermehrung, oder Veredlung der innern Fabrikazion nazioneller Ur⸗Produkte. 2. zu Erschaffung, Vermehrung, oder Erhöhung der Na— zional-Fabrikazion auswärtiger Urprodukte. Die Form, in der sie im ersten und zweyten Falle gege⸗ ben wurden, war, entweder a. daß der innländische Fabrikant für sein Fabrikat bey der Fabrikazion eine bestimmte Staats- Belohnung, ohne Rücksicht auf innere oder fremde Konsumzion, er⸗ E ö hielt, oder b. daß diese Staats⸗Belohnung nur für die auswäͤr— tige Konsumzion, also bey der Aus fu hi des innlän— dischen Fabrikats, verwilligt wurde. 2—— IIIIJeiee‚.‚.‚e‚.‚e‚.‚ꝗ‚ꝗ‚e‚ꝗ‚ꝗꝗꝗY‚.‚e‚e‚e‚e‚e‚e‚eeeeeeee‚t.ee FꝗFF*¾:⏑ PP PꝰPꝰP P P P P P P S= 4——————!;;;;s;s.— deß die Niihtts den Kunf. Vollkomm: füͤr mit auf Ve⸗ wird ihn durch Er⸗ llin kann g⸗Old⸗ Volkom⸗ ste der à deren hen die ij der te. Na⸗ gege⸗ bey sung, „er— wäli nlän⸗ 49 Für den zweyten Fall, nämlich die Beförderung inn—⸗ ländischer Fabrikazion auswärtiger Urprodukte, war die Form entweder die Ausfuhr-Prämie, oder der Rück— Zoll; indem nämlich der Staat, wie dieß vorzüglich in Großbritannien der Fall ist, das eingeführte fremde Urprodukt mit einem Impost belegt, und diesen bey der Ausfuhr dessel⸗ ben als Fabrikat zurückzahlen läßt(232.). 2 36. Prämien zu Erweckung der industriellen Pro⸗ dukzion innländischer Urprodukte sind dem Geiste der Nazional-Oekonomie dann angemessen, wenn dieses Urpro⸗ dukt bisher entweder gar nicht verarbeitet, oder an eine fremde Nazion zur Fabrikazion er portirt wurde; und zwar, es mag nun dieses Urprodukt als Fabrikat im Auslande konsumirt/ oder in seiner veränderten Gestalt wieder einge— führt worden seyn. Die Nazion muß diese Pramie bezahlen, sie kann also nur unter ganz eigenen Verhältnissen als ökono-⸗ mistisch beträchtet werden. Der innländische Fabrikant hat an sich durch die Nähe des Produkts, also durch Ersparniß des Werths der komer— ziellen Produktifkraft, einen mächtigen Reiz, sich der Fabri—⸗ kazion innlandischer Urprodukte zu widmen, die er der Regel nach um so viel wohlfeiler zu liefern vermag. Soll also die Belohnung desselben durch eine Nazional—⸗ Auflage als ökonomistisch erscheinen, soll die Nazion den Preis des Fabrikats ber seinen verglichenen Werth bezahlen, so muß ihr dieses nur als ein Vorschuß ange— sonnen werden; es muß bestimmte Aussicht vorhanden seyn, daß durch diese Prämie der Nazional-Fabrikant in der Folge in Stand gesezt werde, das Fabrikat in der näm⸗ lichen Güte um einen niederern Preis zu liefern, als die Zweyter Band.—* 30——..—. Nazion es bisher vom Auslande bezog, also um den, dem verglichenen Werthe angemessenen(ökonomistischen). Dieser Fall, auf den diejenigen Staats-Wirthschafts- Lehrer, welche die Prämien im al llgemeinen verwerfen, nicht hinlanglich Rücksicht genommen zu haben scheinen, ist allerdings denkbar. Der innlandische Fabrikant hat nicht nur in allen den— jenigen Staaten, in welchen es an Gemein— Geist fehlt, (und deren Zahl ist nur zu beträchtlich,) mit dem Vorurtheile für das Ausländische, er hat vorzüglich auch mit dem die emporteimende innere Industrie systematisch niederdrückenden Krämer⸗Geiste zu kämpfen(227), und dieser lezte Kampf ist um so schwerer, als er zum Verkauf seines Fabrikats, wegen Mangel an Kapital-Stoff, gewöhnlich den Kaufmann nicht entbehren kann. Aus diesen sehr wichtigen Gründen, um der natürlichen menschlichen Trägheit, und noch mehr, um der für den isolirten Arbeiter drückenden Ungewißheit des Absazes bey jeder beginnenden Fabrikazion zu Hülfe zu kommen, bedarf es allerdings einer außerordentli chen Be—⸗ lohnung, eines ungewöhnlichen S Sporns, der bestimmten Aussicht auf lukratifen Erwerb, um eine entweder noch gar nicht vorhandene Fabrikazion zu erschaffen, oder eine erst beginnende, gegen alle jene den Erwerb-Fleiß lähmende Ver—⸗ hältnisse zu sichern, sie zu vervielfältigen und zu veredeln. Diese außerordentliche Belohnung kann nur die Regie⸗ rung gewähren. Sie wird dann der Nazion allerdings wieder vergütet; denn, hat die innere Fabrikazion innerer Urprodukte jene ersten Hindernisse überwunder„ so kann die Regierung die Prämie zurückziehen, und die Ersparniß an komerzieller Produktifkraft sezt den Nazional⸗ Fabrikanten in Stand, sein Fabrikat wohlfeiler zu liefern, als es die —— ssrr,?t' *—————————‚———... SS———5 . t32 cS=——————22—2— ..2..t , dem hshgftsz werfeg, en, ist den⸗ fehl, theile m die enden rampf jkats, nann nden, wehr, ißheit Hülfe „Be⸗ Iten gab erst Ver⸗ egie⸗ ings nerer n die 5 l nten die —— 51 Nazion bisher aus dem Auslande bezog; dadurch wird der Noazion die Pramie reichlich ersezt. Diese Vergütung ist nothwendig noch bedeutender, wenn das Urprodukt im Aus-— lande verarbeitet wurde, und also die Nazion, außer der Ersparniß der Komerzkosten, auch durch die Erhöhung einer öhönomistisch-beschaftigten Volksmenge, die wohl—⸗ thätigen Resultate dieser Erhöhung auf die Urprodukzion, gewinnt. Selbst dann wird jene Prämie noch ökonomi⸗ stisch erscheinen, wenn alle Nazional-Glieder entweder mit der Urprodukzion, oder andern Gattungen der industriellen Produkzion schon hinlänglich beschäftigt sind. Denn so länge ein Staat noch Urprodukte besizt, die ökönomistisch, d. h. um den verglichenen(Welt-) Werth, im Innern bearbei—⸗ tet werden können, so lange ist die Volks-Menge dieser Nazion nicht auf dem höchsten, also ökonomistischen Punkte (159.) und eben so lange ist es, den Nazional-Oekonomie— Gesezen gemäß, Pflicht der Regierung, Nazional-Fabri-⸗ kanten für dieses Urprodukt, mithin in jenem Falle, sie durch Kolonisten vom Auslande, zu suchen und zu diesem Zweck 0 N jene Pramie als Nazional Vorschuß zu verwenden. 237. Die Prämien auf innere Verarbeitung der Nazional— Urprodukte werden aber allerdings unökonomistisch seyn, so oft sie, nach jenem Kalkul(229.), die Eigenschaft eines Vorschusses verlieren; so bald also die Nazion das Fabrikat höher bezahlen muß, als sie bisher dasselbe aus dem Auslande erhielt, ohne bestimmte Aussicht, in der Folge durch erniedrigte Preise entschädigt zu werden. Dieser Fall kann aus mannichfaltigen eigenthümlichen, besonders Lotal-Verhältnissen, entspringen, und sie scheinen 52 von den Regierungen bisher nicht hinlänglich berücksichtiget worden zu seyn. Wenn nämlich 1. das Nazional-Urprodukt zu Verwandlung seiner Ge— stalt, also zur Umschaffung in ein industrielles Pro⸗ dukt(Fabrikat) des Zusazes, oder der Beyhülfe eines andern Natur-Produkt⸗-Stoffs bedarf, welchen die fremde Nazion jener entweder nicht überlassen will, oder durch Staats-Grundsäze, Politik, zu überlassen, sey es auch nur temporell, gehindert wird; oder dessen Verschaffung einen Kosten-Aufwand(Aufwand komerzieller Produktifkraft,) foderte, welcher der innern Fabrikazion keine Ersparniß ge⸗ währen, also der Nazion keine Aussicht zum Ersaz ihres Vorschusses öffnen würde. In den ersteren Zällen würde die Nazion sich unstrei— tig in Abhangigkeit von der fremden Völkerschaft sezen, und diese zu vermeiden, ist einer der ersten Grun dfäze der Staats-Wirthschaft. Einer derjenigen, in Absicht deren sie die Idealisazion der Nazional-Oekonomie verlassen miüiß(22.). Die fremde Nazion B. ist, begreiflich, dabey interessirt, daß jenes Produkt von ihr fabrizirt werde, sie wird also den Natur-Produkt⸗Stoff, der zu dieser Fabrikazion uner— läßlich nöthig ist und dessen Monopol sie besizt, entweder ganz zurück 299 50 oder dessen Preis auf einen Grad erhöhen, welcher der R azion A. die ökonomistische Fabrikazion desselben unmöglich macht. Im Fall einer politischen Spannung zwischen beyden Staaten wird nartürlich die Regierung der Nazion B. sogleich zu der feindlichen Maasregel greifen, die Ausfuhr dieses Natur-Produkt⸗Stoffs zu hemmen. Ffñ᷑! ⁰ bt]t · F..— —. +8 —2—————— 3 * schtigt Und in beyden Fällen wird die Fabrikazion der Nazion A. stille stehen; entweder weil sie den erforderlichen Na⸗ innrin kt⸗Stoff entbehrt, oder weil die Fahrikazion un— iner G ökonomistisch wird; die darauf gesezte Prämie wird verloren, Pro⸗ die Arbeiter, welche die Prämie zu dieser Fabrikazions-Gat— se eines tung gelockt hat, werden nahrungslos seyn. 731 2. 00 der Karakter einer Nazion, ein gewohnter mec hoher Srad von Frugalität, eine ausgezeichnete Fruchtbarkeit 85 des Bodens, oder eine überspannte Volksmenge Lokalverhält— 205 nisse erzengen, die es der Nazion B. möglich machen, selbst it mit Einrechnung der Komerzkosten,(Werth der komerziellen Produktifkraft, Fracht des Urprodukts der Nazion A., Rück⸗ ihtes frächt des industriellen Produkts u. s. w.) ein gewisses Pro-⸗ dukt der Nazion A., verarbeitet, in einem niederern unstreis Preise zu liefern, als es die Nazion A. aus ihrem Natur⸗ sze, Pedukt⸗Stoffe selbst zu fabriziren vermöchte. 408 In diesem Balle ist die Fabrikazion der Nazion A. 0 offenbar unokonomistisch. Ausgenommen, Fabrikat Hassen sey füb die Nazion A. ein u nentbehrliches B Bedürfniß; denn alsdann muß die Fabrikazion desselben allerdings auch essit, in jenem Falle durch Prämien ermuntert werden, um der asso Nazion Unabhängigkeit und Selbstständigkeit zu sichern. üntt; Es erhellt also aus obigem, daß man selbit die Staats⸗Be⸗ veder förderung' der innländischen Fabrikazion innlanzischer Urpro⸗ Hrad dukte nicht allgemein, noch unbedingt a 3 Ratiehe Oeko⸗ Wzion nomie⸗Gesez annehmen könne. eyden 3 Dieser wichtige Gegenstand der Beförderung innhindi⸗ gleich Neses scher Fabrikazion innländischer Urprodukte bietet übregene, ö vordutglich in Absicht der Gränzen dieser Eriaanter nd und 34— Beförderung, noch zu folgenden ernsten Betrach— tungen: Hramien zu Beförderung der Fabrikazion innländischen Natur-Produkt-⸗ Stoffs werden ökonsmistise h seyn, so lange bis diese Fabrikazion in Absicht der Quantität den Na⸗ Her⸗ Tedenn. und in Absicht der Qualitaät mi der auslanbischen Fabrikazion gleichen Schritt halt. Jen⸗ seits dieser Granzen ist jede Ermunterung und Beförde⸗ rung unötonomistisch; denn die Zabrikazion innländischen Sroffs zum aus wa rtigen Absaz verdient keine Ermun— terung und bedarf sie auch nicht. Verdient sie nicht, denn sie wird dann die unökönomistische Masse von Staatsbürgern auf Kosten der ökonomistischen erhöhen, und das ist unrecht— lich; sie wird der Nazion eine unnatürliche Volksmenge auf⸗ dringen, und das ist gefährlich. Kriegerische Unruhen und alle jene öffentli he Unfale, die das freye Romerz stören, selbst die erwachende Industrie fremder Näzionen, können den Absaz heminen, oder ganz vernichten, und dadurch diese unnatürliche industrielle Pro-— duzenten ins Elend stürzen. Rettungslos, weil sich die Fähigkeit der Fabrkanten und Manufakturisten gewöhnlich nur auf eine einzelne Produkzions-Gattung einschrankt, und weil es 12—— zumal im Alter, an Talent, an Uebung, selbst an den bey ihnen ohnehin sparsamen F Fonds zu den erforderlichen Werkzeugen fehlt, um sich einer andern Fa⸗ brikazione⸗Gattune„so wie an körperlicher Kraft, um sich dem zu widmen. Sir dürfen uns nur an den unglücklichen Zustand der Irlä udischen Leinwand⸗-Manufakturisten, an die trau— rigen Folgen der Oesterreichischen und Preußischen Handels— Einschränkungen für die Manufakturen des südlichen Deutsch— verag lands, an das Elend der Helvetischen Fabrikanten seit der französischen Revoluzion, und an das Klagg eschrey erin— wishen nern, das bey jeder noch so leisen Erschütterung irgend eines lhe Manufaktur-Zweiges die Einwohner der Manufaktur⸗Städte, n M Manchester, Birmingham u. s. w. bey dem Britti—⸗ * schen Parlamente erheben. Der hohe Wohlstand und die Jen⸗ blühende Lage, in welcher sich, unter günstigen Verhälinissen, chhrde⸗ diejenigen Nazionen befinden, in welchen Fabriken und Ma— dischen nufhkturen auf jenen unnatürlichen Punkt getrieben sind, 291 die beträchtliche Volks⸗-Menge, welche sie beschäftigen, ge— denn währen allerdings einen heitern Anblick. Aber der Denker, urgern welcher das Ungewisse, Abhangige und Wandelbare dieses Hrecht— scheinbaren Wohlstands kennt, träuert über diese unglück⸗ auf⸗ liche Täuschung)— Die Urprodukzion allein bietet jedem Fortschritte der hfale, Bevolkerung die Spize. Jede auf sie verwendete Kraft⸗ dustrie Erhöhung erhöht auch die Masse des Natur⸗Produkt⸗Stoffs, ganß hält also der Konsumzion die Wage. Diese Progresslon keunt Pro⸗ noch keine Gränzen, und Urprodukte finden früher oder später h die ihren Markt. Inlich Dieß ist bey der industriellen Produkzion nicht der und Fall. vung, Hat die industrielle Produkzion die Quantität des Be⸗ ‚ ö den darfs überschritten, so hören ihre Produkte auf, Gent uß⸗ Fa⸗ Mittel zu seyn. Vorzüglich wenn es temporelle, dem Wechsel sich der Sitten, Gewohnheiten, Vorurtheile und Moden unter⸗ worfene Genuß-Mittel sind 7*) Die neuste Tagsgeschichte liefert in dem Elende der 130000 127 Spinner und Weber des Granz⸗Gebirgs des Bidschover und idels⸗ Königarazer Kreifes in Böhmen eine traurige Beurkundung ulsch⸗ dieser Wöͤhrheiten. Wird der Absaz ins Ausland durch irgend eine jener* mannichfaltigen äußern Ursachen gehemmt, so ist der Ueber— 40 schuß des Nazional-Bedarfs werthlos. Der Nazional— 2 Bedarf ist also der Mark⸗Stein der Staats-Ermunterung + industrieller Produkzion innlandischer Produkte. Der Nazional⸗Bedarf ist es, den die Regierung 6 untersuchen, und so lange, dis dieser und zwar in der m öglichst 0 ollkommensten Qualität gefertigt wird, durch jedes in den Gränzen ihrer Gewalt befindliche Mittel, also auch durch 0 Pramien zu erlangen streben muß. 0 Dadurch wird sie nicht allein die Unabhängigkeit der I Nazion sichern, sie wird auch in Absicht der Bevölkerr Ang dem 0 Prinzip der Nazional⸗ Oekonomie(159.) gemaß handeln; 0 sie wird der Nazion. einen soliden, dauernden Zuwachs an Nazional⸗Reichthum sichern, weil sie ihr einen Zuwachs an Genuß-Mitteln in der Ersparung der Fabrikazlons- und I Transport-Kosten gewährt. ö Indeß scheint noch kein Staat über den Nazional-Be— darf an Genu b⸗„Mitteln 2——8 im Reinen zu seyn. Man hat angitl ch sich bemüht, die Volksmenge zu erforschen, und unter den ahden dieser Bemt ühung mag wohl, neber den politischen, militärischen und kameralistischen, auch dieser gelegen seyn, die Konsumzions-Erforderniß der un— fi entbehrlichsten Lebens„Bedürfnisse, des Getrai ides, des Flei— sches ꝛc. zu ergründen; denn man gieng von der unrichtigen n Ansicht aus, die Regenten als verpflichtete Ernahrer i der Nazion zu betrachten(308.). Aber noch ist keine Re— ö gierung von dem Nazional⸗ Oekonomistischen Prinzip aus⸗ ö gegangen, welches sie verbindet(9.), für die Erhaltung ö R und Erhöhung des Nazional- Reichthums zu sorgen, alf so ö der Nazion den höchstmöglichen Ge nuß, d. h. die größte ö 0 III -::-:-=, .xxTTS? BU»TC —3—3—.‚.ꝙt ——90909—909.—9——— ‚———.———— Npiernng nöhlccht Fhaß in durahs an Subahs an Wnhe: ud zanl⸗Oe schn. Aforscheg, l, Reben ,„ auch der An⸗ glei— lichtigen nährer ine Ret üb Hus⸗ helg , M zrbßte — 37 Masse von Genuß-Mitteln in der vollkommensten Qua— litat zu verschaffen. Zu diesem Zweck müssen aber diese Genuß-Mittel, also der allgemeine Nazional⸗Bedarf er⸗ forscht; es muß alsdann untersucht werden, wie diese Masse von Genuß-Mitteln der Nazion verschaft werden könne? Eine solche Untersuchung wird die Regierungen vyn selbst, auf dem natürlichsten Wege, zu den Mitteln führen, den l Bedarf aus Urprodukten im Innern zu sabriziren. Der verkehrte Weg, den sie bisher, obgleich eben auch nur parziell, betreten haben, nämlich die Unters ichung: was die Nazion urproduzirt, und was sie also davon fabriziren soll? kann stets nur zerstückte und un⸗ vollständige Resultate hervorbringen. Eine solche allgemeine Tabelle des Nazional-Bedarfs, d. h. der Genuß⸗Mittel, welche die Nazion zum Wohlstand nach den einmal allgemeinen Ansichten nöthig hat, würde dem Nazional-Reichthume mehr als Seelen-Tabellen und Bevölkerungs-Listen frommen. 239. Auch darf die Regierung, bey Beförderung der innern Fabrikazion innländischen Natur- Produkt⸗Stoffs, nie vergessen, daß Prämien aus der Staats-Kasse nichts weiter als eine Vertheilung des Privat- Eigenthums zum Zweck des allgemeinen Wohls sind. Nach die— ser Ansicht darf also nie ein Fonds zu Pramien geschaffen werden, der die, übrigen Zweige der Nazional Industrie drückt, oder beschränkt, also den Fortschritt des Nazional— Reichthums im Ganzen aufhätt. Indeß tragen die mehresten Prämien noch das Gepräge jener Begünstigung eines einzelnen Industrie⸗Zweigs ¼—̃—v..——8 ——— zum Nachtheil andrer; der Verkennung jener Wahrheit: daß Fabrikazion erst durch die Urprodukzion, so wie das Komerz durch beyde entstehen muß. Auch scheint es, wenn die Nazion noch auf einer niedern Stufe des Kunstfleißes steht, weit zweckmäßiger, die er st e Verarbeitung zu begünstigen, also auf Vermehrung der Masse der Fabrikazion hinzuarbeiten, als auf die Vollen— dung: So lange die erste Fabrikazion noch stockt, so lange die Xaterialien noch verführt werden müssen, um im Aus-⸗ lande die erste Form zu erhalten, kann es gewiß nicht zweckmäßig seyn, diese zu vernächläßigen und vollendete Fabrikazton zu ermuntern. Die erste Fabrikazion fodert einen weit geringern Grad von Einsicht und Fähigkeit, deren Ausbreitung ist also nothwendig leichter. Es ist leichter Garn— Spinnereyen als Leinwand-Fabriken anzulegen. Erst wenn jene zu einer beträchtlichen Höhe gestiegen sind, kann es Zeit seyn, diese zu ermuntern. Oft wird auch die erste Fabrikazion von den Lokal— Verhältnissen sehr begünstigt, indeß diese nämlichen Verhält— nisse der vollendeten Hindernisse in den Weg legen. So känn, zum Beyspiel, eine fremde Nazion, zu Beschäf⸗ tigung ihrer Manufakturen, Gärn nöthig haben, sie wird es also aufsuchen, sie wird es eben deswegen in einem den verglichenen Werth übersteigenden Preise bezahlen, d. h. theurer, als es bey der innländischen Fabrikazion hätte in Anschlag kommen können, um den Markt⸗Preis zu halten. Sobald die Regierungen die irrige Ansicht aufgeben, den Nazional-Wohlstand uneingeschränkt darin zu suchen, daß die Nazion an einem Fabrikate, welches ihr Urprodukt ist, 59 vhatt alles selbst gewinne, werden sie unbesorgt der ersten 2 das Fabrikazion ihren natürlichen Lauf lassen; jener engherzige Patriotismus, der die Quelle des Nazional-Wohlstands nicht lidern in dem allgemeinen Bande der Nazionen sucht, wird erste* sich stets in seinen Kalkuls täuschen. der Die vollendete Fabrikazion verdient also in der lHlen ö Stufenreihe der Ermunterungen nur die zweyte Stelle. lange Nur dann, wenn die erste Fabrikazion in ihrem vollen Aus⸗ Gänge, nur dann, wenn der Kunstfleiß bereits zu einer ge— nicht wissen Höhe gekommen ist, nur da, wo nicht örtliche Ver⸗ dete hältnisse dem Absaze der ersten Fabrikate nach einer rich— tigen Berechnung des Lohns, des Kunstfleisses, ökonomisti⸗ igern schen Absaz versprechen, sind Prämien für die vollendete also Fabrikazion an ihrer Stelle. als Diese Wuth, alles allein zu gewinnen, und andern einer einen Gewinn zu lassen, muß wechselseitig alle Industrie iese laähmen, und sich selbst ihr Grab zubereiten. Nicht im direkten Gewinne allein, darin liegt die Quelle des olal⸗ Nazional-Wohlstands, daß jede Nazion gewinne, was sie haäͤlt⸗ nach ihren eigenthümlichen Verhältnissen durch eigne Arbeit gen. gewinnen kann, und den Rest des Gewinns im Tausche häß suche, der, wenn er von der Nazion im Ganzen so berechnet Hird ist, wie das Privat-Interesse des einzelnen ihn wägt, stets den für beyde Theile an sich und seiner Natur nach Vortheil en, gewährt. itte 22— zu Die innländische Fabrikazion eignen Urstoffs zum aus-— wärtigen Absaz, bedarf auch keiner Staats-Ermun— den terung. Denn, ist einmal der Fabrikazionsgeist aufgeregt, daß so fließt dasjenige, was der innländische Markt nicht bedarf, was dort keinen Käufer findet, ohnehin ins Ausland über. ————————... 0 Die Staats⸗Begünstigung ist vielmehr gefährlich, denn No losor MR.. Frians VInnn 7* 185 W der Reiz zu dieser Produkzions⸗Gattung ist an sich groß, weil sie mit weniger Anstrengung, mit größerer Unabhangig⸗ keit, als die Urprodukzion, verbunden ist, und weit weni— 66 ger Kapital⸗Stoff fodert. 2. Sie bedarf aber jener Ermunterung nicht, denn sobald ö sie durch Vollendung, oder durch Ersparung an den Bestand— 0 theilen des innern verglichenen Werths(Mechanismus, 4 Uebung, Gewinn an Kraft- oder Zeit-Aufwand,) also durch 0 ihre Qualität, oder ihren Preis, zum Genusse, also zum e Ankauf reizt, wird sie bis zu der auch den auswartigen Be⸗ darf nicht übersteigenden Masse stets Absaz finden. Der f6 Staat kann sie also ruhig sich selbst überlassen. uf 4— n Bey den remuneratifen Mitteln zu Beförderung 0 der industriellen Produkzion scheint man also größentheils nicht von reinen Nazional-öko onomi! stischen Grundsäzen aus— gegangen zu seyn. Meist werden sie, nicht der Erl höhung der Masse der Produkte, nicht der ersten Fabrikazion, son— dern der vollendeten gewidmet; sie waren also, ihrer Natur nach, auf eine kleine Zahl von Konkurrenten einge— 6 schränkt; dadurch konnte der Nazional- Kunstfleiß unmög—⸗ lich aufgeregt werden. Ein großer Theil derjenigen, die vergebens um den Preis gerungen hatten, wurden dadurch ö del vielmehr entmuthet.** Uebertriebene Vorstellung von eignen Fähigkeiten ist dem Menschen natürlich; er ist so geneigt, jede fremde e Wagung derselben als partheyisch, oder di durch besondere Ver— 0 hältnisse veranlaßt zu betrachten, und da, wo er die Aner—⸗ kenntniß seines Vorzugs zu vermissen glaubt, wahnt er sich— o ——....‚.‚‚‚‚e‚eeeee‚e.. „denn groß, angig⸗ rung — 61 gekrankt und gedemüthigt. Das dadurch entstandene Miß— auen in die Partheylosigkeit seiner Richter, ist nicht dazu 2 7. gemacht, ihm neuen Eifer zur M eitbewerbung einzuflößen. Gerade der Umstand, daß Prämien Hng ohnlich nur auf den höchten Grad der Veredlung eines Fabrikats bestimmt wer⸗ den, ist auch Ursache, daß die Staatsverwaltung bey Aus-⸗ theilung derselben mit einer so lchen Vorsicht zu Werke gehen, die Austheilung in so langsame und sch werfällige Formen hüllen muß, die allein Haden Konkurrenz ab⸗ zuschrecken. Prüft man den Genius der Fabrikanten, so wird man finden, daß, Verleger und Unternehmer ausgenommen, der gewöhnliche Arbeiter nur dafur sorgt, eine greße Masse auf der Stelle absezbarer Fabrikate zu liefern, und damit einen Unterhalt zu gewinnen, der, weil er ohne mühsame körperliche Anstrengung erlangt ist, auch gewöhnlich durch eine schwelgerische Lebensweise wieder vergeudet wird. Der gewöhnliche Fabrikant hat 1 für Fortschritte in der Fabrikazion, für Veredlung keinen S Sinn. Zufrieden mit seinem Auskommen, ist es seine Sache nicht, eine Zeit, die er auf seinen gewohnten Unterhalt im bisherigen Gange seiner Geschäfte verwenden muß, auf einen Versuch zu wagen. Noch seltner besizt er den erfoderlichen Kapital⸗-Stoff zu dem Kosten-Aufwänd, der mit neuen Versuchen, mit der Anschaffung der dazu nöthigen We erkzeuge, oder Materialien, verbunden ist, und eben so oft schreckt ihn die Furcht ab, dergleichen veredelte Fabrikate, durch das allgemeine Vorur⸗ theil für ausländische Produtte, ohne Absaz zu sehen. mur kapitalistische Fabrik-Unternehmer, nur Menschen aus der gebildeten Klasse sind es also, welche um Pramien 6²—— ringen können. Auch von ihnen geht die veredelte Fabrika⸗ zion aus und verbreitet sich auf die Lohn-Arbeiter, mithin hebt dieß die Vortheile der Prämien keineswegs auf, es vermindert sie aber allerdings, insoferne man Prämien als Sporn des Gewerbfleißes, vorzüglich in Absicht jener Pro—⸗ dukte der ersten Bedürfnisse betrachtet, die nicht von Unter— nehmern, sondern von einzelnen Manufakturisten getriehen werden; gerade für den Nazional-Reichthum die wichtigsten und wohlthätigsten. Der Unternehmer hat in seinem eigenen Vortheile Sporn genug, seine Fabrikazion zu vervollkommnen, und in seiner Bildüng und seinem Vermögen hinlängliche Hülfs— mittel dazu. Der Manufakturist ist von dem Mittelpunkte, von dem die Prämien in ihrer gewöhnlichen Vertheilungsform ausgehen, meist zu entfernt, als daß sie bis zu ihm drän⸗ gen; mit den Mitteln, sie zu erringen, zu unbekannt, für eine bloß theoretische Anweisung zu ungelehrig, gegen das Neue zu sehr eingenommen, als daß Ehrgeiz, oder die so ungewisse und entfernte Hoffnung des Vortheils, auf ihn bedeutend wirken könnten. Würden hingegen die Pramien vereinzelt, in mehrere geringere vertheilt, würden sie vorzüglich auf die Bearbeitung der ersten Bedürfnisse, und zunachst auf die Vermehrung der Masse derselben ge— sezt, so würde deren Austheilung an sich leichter, die Gefahr der Täuschung geringer; es wäre also möglich, diese Ver— theilung von allen schwerfälligen Formen zu befreyen, und der Reiz eines kleinen, aber doch leicht zu erringenden Ge⸗ winns würde sicherer und ausgebreiteter wirken, als ein—⸗ zelne hohe Prämien. — D—...22.. — 7 —————————— 222 rsss ——44————8————— ieben sten 63 242. Die zweyte Klasse industrieller Produkzion, welche man bisher durch remuneratife Mittel zu befördern strebte, ist die der Bearbeitung fremden Natur-Produkt— allein Gränzen, sondern ist selbst sie nicht gegen den Wechsel der Umstände und die Launen der Zeit gesichert, ist also selbst ihre unbedingte Beförderung gefährlich, so ist dieß wohl noch weit mehr der Fall bey der Fabrikazion ausländischen Natur-Produkt Stof Vorhin schon sind die Gründe angegeben worden, welche — den allgemeinen Reiz zu der industriellen Produkzion, die allgemeine Vorliebe für sie hervorbringen, und die Regie— rungen zu deren vorzugsweiser Begünstigung, zu dem Fabrik— System, theils veranlaßt, theils gedrungen haben. Sie ließen sich unglücklicher Weise von jenen irrigen Ansichten selbst zu Ermunterung der Fabrikazion auslandi— schen Ratur-Produkt--Stoffs hinreißen. So lange eine der Nazional-Oekonomie widerstrebende Ungleichheit des Grund-Eigenthums-Besizes existirt, muß diese an sich eine bedeutende Menschen-Masse zur indu⸗ striellen Produkzion drängen; die natürliche Abneigung vor starker körperlicher Anstrengung, der Hang zur Geselligkeit und geselligen Vergnügungen, dem das Landleben nicht zu— sagt, muß jenes Drängen erhöhen. Der Grund-Eigen— thümer benuzt seinen produktifen Urstoff und das in diesem liegende Monopol so hoch er kann; er wird also seinem Lohn-Arbeiter nicht mehr Lohn geben, als er unvermeidlich muß, d. h. als dieser schlechterdings zu seinem Unterhalt und Anstrengung seiner Kräfte nöthig hat; er wird, im Fall *——.....—————.— er sein Grund⸗Eigenthum verpachtet, den Pacht⸗Schillina so hoch zu bedingen suchen, als möglich, d. h. so hoch, daß dem Pächter nur ein kärglicher Lohn seiner Arbeit übrig bleibt. Der Ackerbau beschäftigt nur einen Theil des Jahrs; I in diesem Theile muß also der Unterhalt für den Rest des Jahrs mit gewonnen werden; das kann nur durch verdop— pelte Anstrengung geschehen, wie dieß auch die Feld-Arbeit fodert; die Arbeit des Fabrikanten und Manufakturisten geht gewöhnlich das ganze Jahr ununterbrochen fort, sie ist müh— loser, die Arbeit mehr vertheilt. Es wird also in kultivirten Staaten nie an Manufaktu- risten fehlen; wohl aber kann eine unokonomistische Begün—⸗ stigung die Fabrikazion leicht bis zum Mangel an Absaz der industriellen Produkte treiben. Die Fabrikazion auswärtigen Materials ist an sich eine sehr prekäre, sehr gewagte Produkzion. Sie kann nur durch den Mangel der Industrie derjenigen Nazion bestehen, welche den Stoff zu diesem Produkt besizt und nicht selbst vekarbeitet. Erwacht also die Industrie jener Nazion, so ist auch die ganze Produkzion vernichtet; sie kann die Konkurrenz nicht aushalten. Die Fracht des Materials und die Rück— fracht des Fabrikats muß nothwendig den Preis weit über den verglichenen Werth drängen. Werden also auch nicht durch Ausfuhr-Verbote des Natur— Produkt⸗Stoffs oder durch dessen Belastung mit Auflagen, dieser Fabrikazion Hindernisse entgegen gesezt, so kann doch unmöglich die Nazion, die fremden Natur-Produkt-Stoff fabrizirt, mit derjenigen Nazion den Markt halten, welche sich im Besize dieses Stoffs befindet. 959—9—9——* .......— Ohilling huh, daß heit Heiz e hrdʒ Rest dez verdop⸗ Arbeit en geht st můͤh⸗ nufaktu⸗ Begün⸗ haʒ der an sich aν nur bestehen, ht selbst t auch urrenz Rück⸗ t über nicht 3 oder ikazion hK die t, mit ch im 43 65 Die Fabrikazion fremden Natur-Produkt-Stoffs geschieht vJum eigenen Bedarf oder zum fremden Absaz. Bey der ersten gewinnt die Nazion den Ertrag ihrer Produktifkraft, die Fabrikazions⸗Kosten, selbst, und bezahlt sie nicht an fremde Nazionen. In so ferne also die Nazion Ueberschuß an Produktifkraft hat, und weder durch die Ur— produkzion noch durch die Verarbeitung innländischen Natur-Produkt-Stoffs hinlänglich beschäftigt ist, kann die Verarbeitung fremden Materials allerdings ökonomistisch seyn. Selbst in diesem Falle, welcher eine bedeutende Höhe der Ur- und der industriellen innern Produkzion vor—⸗ aussezt, ist aber die Bearbeitung fremden Natur-Produkt— Stoffs eine so unsichere Produkzions⸗Gattung, daß sie mindstens von Seiten des Staats keine Aufregung, keine Ermunterung verdient, sondern einzig sich selbst über— lassen werden muß. Einschränkung derselben würde unrechtlicher und unökonomistischer Eingriff in die freye Bennzung der Produkzions-Kraft der Nazional-Glieder als die Basis des Nazional-Wohlstandes seyn. ö So wenig also der Staat die Bearbeitung fremden Na⸗ tur-Produkt-Stoffs einschränken, so wenig er sie z. B. durch Einfuhr-Verbote oder Imposten auf das fremde Material, in ihrer willkührlichen fessellosen Ausdehnung hemmen darf, eben so wenig darf er sie durch Prämien oder Vorschüsse auf⸗ regen, will er sich nicht der Gefahr aussezen, dadurch eine unökonomistische Volksmenge in den Staat zu locken, die, bey der leisesten Erschütterung, von so mannichfaltigen ihm und seiner Gewalt fremden Verhältnissen herbeygeführt, in die dem Nazional-Wohlstande nachtheilige Klasse der rei— nen Konsumenten übertreten muß. Zweyter Band. 5 I]I:—————...—. 66 Die Regierungen haben in Europa großentheils nach ba entgegengesezten Grundsäzen gehandelt. Außer jener anderwärts beleuchteten, auf irrigen Grund— ö Ge säzen ruhenden unbedingten Tendenz zur Bevölkerung, haben R sie, geleitet von dem allgemeinen Wahne, daß Hervor— E bringung auch im ökonomistischen Sinne stets Pro- 6. dukzion sey, den Nazional-Wohlstand darin gesucht, alles selbst zu produziren. Dem allgemeinen Glücke der f0 Menschheit, also auch dem der einzelnen Nazionen, hat nichts mehr geschadet, als dieser unbegränzte Nazional-Egois- af mus; diese sonderbare Grille des großen Colbert, nur zu verkaufen, nie zu kaufen. ů a Er gründet sich auf die schiefe und unrichtige Ansicht, R3 alles dasjenige als Nazional⸗ Ver lust zu betrachten, was man andern Nazionen antauscht, oder für ihre Produkte Ren bezahlt. Der Tausch ist an sich die Mutter der Produkzion; 0 jede Nazion verlangt für das Genuß-Mittel, das sie weg⸗ giebt, ein anderes Genuß⸗Mittel; sobald man aufhört, ihre Produkte dagegen zu nehmen, muß der Tausch aufhören. Will man auch annehmen, die Nazion habe nur nach Münz⸗ Metallen zu geizen, weil man durch sie alle Produkte jeder R Gattung eintauschen kann, so erwäge man dagegen, daß diese lle Meralle in dem Grade ihrer Vermehrung unaufhörlich im titt Preise sinken müssen, daß dieses Sinken nur den Preis der Hi innern Produkte über ihren natürlichen, d. h. den ver⸗ Hlit glichenen, Werth erhöhe, nicht aber die Masse der H Genuß⸗Mittel, also den Genuß vermehre. M Dieß muß zweyerley Resultate hervorbringen. Einmal, daß dieses Sinken des Preises der Münz⸗ he Metalle und diese dadurch erzwungene Erhöhung des Preises ie der Genuß-Mittel zwar die Stoff⸗Besizer, die Kapitalisten S SSIIIIFIFPPFTFTFTFTPTPTPTPTDTDTDTDTDTCTCTCTTTDTP PP T l6 nach Grund⸗ „haben er von Pro jesucht, cke der nichts gois⸗ nur zu lnsicht, „was odukte kzion; ie weg⸗ t, ihre fhören. Münz⸗ jeder ĩ diese ch im id der ver⸗ der Münz⸗ Dreises salisten 67 bereichert, aber die übrigen Nazional-Glieder verarmt, und die dem Nazional-Wohl so gefährliche Ungleichheit der Glücks⸗-Güter auf den höchsten Punkt treibt. Wir sehen dieß an Großbritanniens Beyspiele. Kraft der in dem Mono-⸗ pole des Stoff- und Kapital-Besizes liegenden Vortheile (63.), muß sich diese Metall-Masse, wie die der Genuß— Mittel, zunächst in den Händen der Stoff-Besizer und Ka— pitalisten anhäufen; deren Interesse aber ist es, die Vor— theile dieser Anhäufung so wenig und so spät als möglich auf die übrigen Klassen, also auf die Lohnarbeiter übergehen zu lassen, denn dieser Uebergang muß nothwendig ihnen jenen Vortheil wieder entreissen. Daher die ungeheure Armentaxe, die Zahl der Armen in Großbritannien(244.. Fürs zweyte: die industrielle Produkzion an frem—⸗ den Natur-Produkt-Stoff muß nothwendig den Theil des Preises, welchen die komerzielle Produktifkraft zu dem verglichenen Werth des Produkts hinzufügt, auf irgend eine Weise aufwägen, um mit der den Natur-Produkt⸗Stoff besizenden Nazion die Konkurrenz zu halten. Dieses kann nur durch eine den verglichenen Werth spannende Erhöhung der Qualität, oder durch eine den verglichenen Werth vermindernde Quan— titot; es kann also nur dadurch geschehen, daß das Fa— brikat seiner, edler, dauerhafter u. s. w., oder daß es mit gleichem Aufwande von Kraft, Zeit und mit Einem Worte, ohne Abbruch an jenen den verglichenen Werth der Genuß— Mittel bestimmenden Bestandtheilen(44, gefertigt wird. Beydes ist in Großbritannien der Fall; beydes gebietet aber, wenn es den Zweck jener Aufwägung erfüllen soll, die strengste dekonomie in der Lohnbedingung und diese Oeko— nomie, verbunden mit jener Anhäufung der Umtausch-Mit— 68 tel(Münze) in den Händen der Stoff-Besizer und Kapi— talisten, muß nothwendig die übrigen Produzenten in einer desto drückendern Armuth und Abhangigkeit erhalten. Die Nachtheile einer unökonomistischen Volksmenge müssen also bey der Erschütterung dieser Produkzion desto greller und' folgbarer werden. Däher jene rastlose Unruhe der Brittischen und Irländischen Fabrik-Städte, jene ewigen Gährungen, jene geheime Tendenz des Volks zu Staatsum— wälzungen, welche der Brittischen Regierung seit dem ersten Ausbruche des französischen Kriegs die inhumanesten Maas—- regeln abdrang, und sie zwang, den Zügel so straff anzuziehen. Der Nazional-Reichthum besteht also nicht darin: alle Gattungen von Genuß-Mitteln; sondern darin: die höchstmöglichste Masse von Ur-⸗ und industriellen Produk— ten hervorzubringen, welche entweder selbst Nazional-Ge— nuß? Mittel sind, oder die Stelle derselben vertreten, d. h. wofür sich fremde Ur-oder industrielle Produkte eintauschen lassen, und deren verglichener Werth den Preis nicht übersteigt. Dieß kann nun nicht allein bey der Fabrikazion fremden, es kann selbst bey der Fabrikazion einheimischen Natur-Pro— dukt⸗Stoffs der Fall seyn, wo Lokal-Verhältnisse den Werth verrücken, wo z. B. der von den Preisen der Lebensmittel abhängige Arbeitslohn, die Bequemlichkeit und Leichtigkeit des Transports, der Ueberfluß an Holz oder andern Natur— erzeugnissen und dergl. m. dem fremden Fabrikanten mög⸗ lich machen, die komerzielle Produktif-Kraft zu übertra—⸗ gen, und dennoch niedere Preise zu halten. Ergriffen von der allgemeinen Idee, daß die Verarbei— tung innern Natur-Produkt-Stoffs dem Nazional-Wohl— stande unbedingt zusagen müsse, haben die Regierungen jene .—,r;. ——.——————. 0 Kapi⸗ in einer . Ekemenge on deste Unruhe ewigen atsum⸗ ersten Maas: iziehen. harin: dakin: Produk⸗ alGe⸗ „d. h. auschen Oreis nden, Pro⸗ erth nittel gkeit atur⸗ wög⸗ tra⸗ arbei⸗ Wohl⸗ jene 60 so wichtige Ansicht ganz vernachlässigt; noch weit mehr ist dieß in Absicht der auf fremden Natur-Produkt-Stoff gewendeten industriellen Produktifkraft der Fall gewesen; und eben so oft haben sie zugleich die natürliche Rangordnung der industriellen Produkzion(214.) unberücksichtigt gelassen. Man hat z. B. in Schweden Fabriken von Ssei—⸗ denzeuchen angelegt, indeß die nothwendigsten Fa⸗ brikate durch den Mangel an Fabrikazion einheimischen und fremden Natur-Produktstoffs entweder in Preisen stehen, die ihren verglichenen Werth weit übersteigen, oder in eben solchen, also hohen unökonomistischen Preisen, also mit wahrem Nazional-Verluste aus dem Auslande bezogen werden). Man hat Manufakturen angelegt, die für 72000 Personen berechnet waren, und in den reichsten Jah⸗ ren nicht für die Hälfte des Bedarfs zureichten*), Schwe—⸗ den aber einen Nazional-Verlust von 40 Tonnen Goldes zuzogen. Man hat Spinnereyen angelegt, die nach dem Grade des Werths der Produktifkraft(109.) nur da gedeihen können, wo der Preis des Natur⸗Produktstoffs weit geringer ist. So verhielt sichs, so verhält sichs noch in mehrern Staaten. ö Kaum hatte man die Vortheile der industriellen Pro— dukzion gewahrt, so wurden, ohne nähere Untersuchung ihres ökönomistischen Gehalts, Fabriken in Treibhäusern gezogen. Statt die Fabrikazion der ersten Nazional-Bedürfnisse, statt vor allem die Verarbeitung des eigenen Natur-Pro— *) Büsch Bemerkungen auf einer Reise durch einen Theil Schwedens im Jahr 1780. Hamb. 1783. **) Kanzler. ꝛr Band. S. 283. 70 duktstoffs aufzuregen, wurden Fabriken für die Luxus- Artikel errichtet. Statt Wollen⸗Spinnereyen und Gerbe— reyen sah man Spiegel-Fabriken, Teppich⸗-Fabriken, Por-⸗ zellain-Fabriken, Seiden-Fabriken entstehen. Sie wurden, der Glanzsucht zu schmeicheln, unter den Augen der Regenten in den Residenzen, und zwar wegen des unökonomistischen Prinzips, also der Uumöglichkeit sich selbst zu erhalten, auf Rechnung des Staats angelegt, ge— wöhnlich, oft nothwendig, nach einem bedeutenden Verluste aufgegeben. Spanien z. B. führt noch für 80 Millionen Realen eigne Wolle aus; dagegen beynahe alle seine unentbehrlichen Fabrikate ein; hat indeß zu St. Ildesonso, in der ungün⸗ stigsten Gegend, mitten in Gebirgen, sern von Kanälen und Flüssen, fern von allem M aterial, eine Spiegel-Fabrik an— gelegt, in welcher Spiegel-Gläser gegossen werden, die dem Staate 160000 Realen kosten, und troz der Einfuhr-Ver— bote keinen Absaz finden). Eben so kostbar und verderblich ist die Porzellain-Fabrik zu Buen-Retiro. Nur das Para— dies Spaniens, die Provinz Valenzia macht auch hier eine ehrenvolle Ausnahme. Dort blühen nicht nur die ein— heimischen Manufakturen, sie werden auch von der Regie— rung unterstüzt*). )Bourgoing Tableau etc. T. I. P. 192. Daselbst p *) Man lese was Fischer(in dem treflichen Cemalde von Va-⸗ lenzia ir Th. S. 148 und 206 und anderwär ts) von dem Flor der dortigen Fabriken sagt, und von den Bemühungen der Re⸗ gierung, die Vaucansonsche Methode in den Seiden⸗Fabriken einzuführen. ——..— 2—————...—— ———— 4 — 70 Lukus; Gerbe⸗ lin, Pur unter den gen des sch selhs egt, ge⸗ Derluste Renlen chtlichen unpün⸗ llen und brik an— die dem lhr⸗Ver— Hetblich Paka⸗ ch hier ie ein⸗ Regie— von Vi⸗ dem Hor der Ret Hahriken 49——————— V 7* Frankreich hat unter den vorigen Regierungen durch die Begünstigung der unökonomistischen Fabrikazion auslän— discher Urprodukte, so wie der Luxus-Artikel, bey geringem Mißwachs, das Wohl des Staats den furchtbarsten Erschüt— terungen ausgesezt gesehen. Seine Gobelin-Fabriken, seine Sever-Porzellain-Fa⸗ briken u. s. w. wurden auf direkte oder indirekte Staats— Rechnung, also mit einem beträchtlichen Verluste geführt. In den größern Schweizer Cantonen sind seit einem Jahrhunderte die Fabriken und Manufakturen bis zu dem höchsten Grade gestiegen. Sie beschäftigten sich größtentheils mit der Verarbeitung fremden Natur-Produkt-Stoffs, als der Seide, der Baumwolle ꝛc. Das Prekäre ihres Wohl— stands ist längst von einsichtsvollen Reisenden 5) bemerkt wor⸗ den. Die neuste Zeitgeschichte der unglücklichen Emigranten, die, allenthalben zuruckgewiesen, endlich von dem Nordischen Alexander aufgenommen wurden, hat die Wahrheit jener Grundsäze, die Gefahren dieser Produkzions-Gattung, hin⸗ länglich beurkundet. Von jenen unrichtigen Ansichten getäuscht, hat selbst der königliche Weise, Friedrich der Einzige, in den Preu⸗ ßischen Staaten Seiden-, Blumen⸗, Blonden⸗,„ Stickerey⸗, Uhren- und andere dergleichen Fabriken mit großem Staats⸗ Verluste angelegt). Der König sah sich bisweilen gedrun⸗ *) S. unter andern Meiners Briefe über die Schweiz. zr Bd. S. 56. .) So erhellt z. B. aus der Rezension der Zimmermannischen Fragmente ꝛe. in der Allgem. deutschen Bibliothek(B. 105.) daß Friedrich zu Errichtung einer Genfer Uhren⸗Fabrik nahe an 15⁰ 30.„ — Thlr. verwendete, die in wenig Jahren bis auf etwa— Thlr. uN— I verloren giengen. IEIEEEEe——.22.. 72 gen, selbst zu den kleinlichsten Mitteln zu greifen, um jenen l Fabriken ein krankes Daseyn zu fristen. Sa wurden z. B. uun die Juden gezw ungen, bey ihrer Aufnahme eine gewisse Quantität Porzelain zu erkaufen. Fü 243. anlht Die Verarbeitung ausländischer Urprodukte darf also 290 nur unter großen Einschränkungen durch Prämien ermun— fli tert werden. ö h ö Soll von einer Ermunterung zu dieser Fabrikazion die Rede seyn, so müßte man ohnehin voraussezen, daß die vor— 0 handene Volksmenge mit der Urprodukzion und mit der Fa— dum brikazion innländischer Materialien nicht hinlänglich beschäf⸗ mich tigt sey, also nach Abzug dieser beyden Produkzionsgattungen Heachtu noch einen natürlichen Ueberschuß von Arbeitern besize. Aber nege auch in diesem Falle, der wohl nur in einem Staate existiren Ruhen kann, welcher sich, wie z. B. der Brittische, durchgängig W in einem antiökonomistischen Zustande befindet, scheint Er— Dob munterung, Aufregung dieser Produkzionsgattung von Sei— Rr ten des Staats, gefährlich. Die Fabrikazion ausländischer Materialien kann nur eine unnat ü rliche Populazion her⸗ ö vorbringen. Nur die Masse des produktifen Urstoffs, nur ü der eigene Arbeitsfond und die Verarbeitung desselben sind ün dauernde, natürliche, also solide(151.) Basis des Nazional—⸗ ö af Reichthums. Es kann nicht oft genug wiederholt werden, 100 daß der Zustand eines Volks, das mit der Fabrikazion frem⸗ shun den Natur-Produkt-⸗Stoffs sich beschäftigt, in hohem Grade h prekär ist. Abgesehen von allen temporellen Hindernissen, welche suchd die Stockung dieser Fabrikazion hervor zu bringen vermo— in der gen, kann der Kunstfleiß derjenigen Nazion, von welcher 0 N im jenen n g. B. gebisse F also rmun- on die e vor⸗ er Fa⸗ oschaf⸗ ungen Aber stiren ängig it Er⸗ Sei⸗ ischer her⸗ nur sind nal⸗ den, em⸗ rade elche mä⸗ cher 73 sie bisher die Materialien bezog, erwachen, und dann diese unnatürliche Volksmenge ihrer Nahrungsquellen berauben. Eine unnatürliche Volksmenge verwandelt früh oder spät den Staat in ein Spital, wo die Reichen die Aermern ernähren müssen; der Zweck der Staatsverbindung ist, daß jeder nach dem Maase seiner Kräfte und Fähigkeiten sich selbst ernähre; jeder dem andern seinen Unterhalt durch E Tausch der Kräfte abdringe. Zwar sind die neueren Berechnungen über die Folgen des Fortschritts der Bevölkerung offenbar unrichtig, denn es ist auf außerordentliche Begebenheiten, als Epide— mien und Kriege, keine Rücksicht genommen; es ist die Be— trachtung nicht berücksichtigt, daß eine unnatürliche Volks— menge wie ein volles Gefäß überfließt, und durch tausend unbemerkbare Kanäle abströmt, ohne daß es der empörenden Chinesischen Vertilgungssitte bedarf; doch eine unnatürliche Bevölkerung von Fabrikanten ist weit nachtheiliger, als die der Urproduzenten. Hat der Landbauer durch den vortheilhaften Absaz seiner Produkte sich einen gewissen Grad von Wohlstand erworben, so schreitet er, bey seiner einfachen Lebensweise und dem engen Kreise seiner Bedürfnisse, nicht weiter. Die Zahl der Urpro— duzenten und mit ihr die von dieser Zahl abhängige Er— höhung der Urprodukzions kraft hält also mit einer zu großen Anhäufung der Fabrikanten keineswegs gleichen Schritt. Zwar wird durch das Daseyn der leztern allerdings auch der Ackerbau und dessen Ertrag erhöht, aber keineswegs in der nämlichen Stufenfolge, als die Vermehrung der Fabrikanten. VE 9UUETETNN—— 74 ö Der Landbauer verkauft seine Produkte in höhern Prei— 00 sen, weil die Konkurrenz einer größern Zahl von Käufern uh! ihm diese Erhöhung sichert; ist diese bis auf einen Punkt aihn gestiegen, der ihm Wohlstand gewährt, so wird er, zu dem h der Luxus nur sehr langsam vordringt, selbst durch die an Gattung seiner Arbeit, die ihm einfache Möbels, einfache W ö Kleidung nothwendig macht, in weit engere Gränzen be⸗ b schränkt, als der Städter. F Gerade dieser wichtige Umstand aber ist es, der die An— R hhaufung der Fabrikanten gefährlich macht; die Urprodukzion sh! liefert die unentbeyrlichen Lebensbedürfnisse, deren Erhö⸗) hung hebt also das Gleichgewicht mit dem verglichenen heh, Werthe der industriellen Produkzionskraft und ihrer Produkte R auf. Der Fabrikant kann, auch bey der höchsten Anstren— Dad gung, die ihm den ökonomistischen Zweck seines Daseyns, ö + nämlich frohen Lebensgenuß raubt, das Fabrikat nicht ö sch mehr um den mit dem Grade jenes verglichenen Werths parallelen Preis liefern, er muß verhungern und die Fa— 56 brikazion zu Grund gehen. Eben deswegen hat die Brittische industrielle Produkzion einzig durch künstliche Mittel aufrecht erhalten werden können, und dort wird eine zwar nicht im Verhältniß des 15 produktifen Urstoffs(Areal-Fonds(172.)), aber wohl des 0 angebauten Bodens, unnatürliche Volksmenge,(denn, nach einer offiziellen Angabe vom Jahr 1804 mußte in den lezten 3 Jahren für eingeführtes fremdes Getraide l 13 Millionen Pfund Sterling bezählt werden,) nur- durch den prekären Eintausch von fremden Nazionen ernährt, indeß der Landbau sich im Ganzen keineswegs auf jener Stufe der Vollkommenheit befindet, die ihm das Ausland beylegt(r. B. 172.);(Man sehe unter andern — 9————9———m—‚—9‚‚‚‚‚‚‚‚I‚‚ sPPFTFTFTPTFxFFTPFTPTFTFTxTxTxxxxTxTxTxTPTPTPTPTPTPTPTLłꝓĩæiccSTSCTCTQCLTS„s x TT T„ͤsss TS Prei- läufern Punkt zu dem ch die infache en be⸗ ie An⸗ ulzion Erho⸗ chenen odukte istren⸗ seyns, nicht Herths ie Fu⸗ tzion erden des ldes denn, den raide durch nährt, 5 auf das ndern 75 was Forster Müber die unmäßige Ausdehnung der Vieh⸗ zucht zum Nachtheil des Ackerbaus sagt.) indeß der be— rühmte Agronom Arthur VYoung neben allen seinen pathetischen Behauptungen vom Flore der Brittischen Landwirthschaft, über große Wüsteneyen in Northum— berland klagt, ja, nichts weniger als unwahrscheinlich, behauptet, daß einzig von dem Ertrage der Brittischen w ü⸗ sten Ländereyen die ungeheure Nazional Schuld ab— getragen werden könne); und ein sehr geschäzter deut— scher Reisender versichert, daß die Commons(Gemeinlän⸗ der) noch einen ungeheuren Theil von England ausma— chen, manche viele Quadrat-Meilen enthalten, und daß die größre Hälfte dieses Reichs aus Wiesen und Weiden bestehe 4). Und indeß einer der neusten Brittischen Staatswirthschaftlichen Schriftsteller, Bell), selbst zuge— steht, daß, um den Ackerbau in dem vereinigten Britannien empor zu bringen, eine jährliche Prämien-Summe von 500000 Pf. Sterling erforderlich sey!! 244. Unter allen Staaten der Vorzeit und Gegenwart hat es nämlich Großbritannien am weitesten in der Ermun—⸗ terung und Beförderung der Fabrikazion jeder Gattung, der innländischen und auswärtigen Urprodukte, getrieben, bis auf einen Grad getrieben, von dem die Geschichte kein Bey— spiel liefert. Denn so betrug unter andern, nach den zuver— *) Ansichten vom Nieder-Rhein. 3. Th. S. 115. **) S. seine Reisen durch England ꝛc. ꝛr Th. *Eν) Küttners Beyträge zur Kenntniß des Innern von Eng— land. 7s Stück. 1) Versuche über den Ackerbau ꝛc. übers. von Thaer. Berl. 1804. 76——— läßigsten Nachrichten, die Ausfuhr nur von innländi⸗ Q schen Fabrikaten im J. 1799 die ungeheure Summe von 83 Millionen 942493 Pfund Sterling. Die Regierung hat sich nicht begnügt, die industrielle Produkzion durch Einfuhr Verbote und Au slas zen, durch 5 Prämien und Rückzölle zu begünstigen „; sie hat soger, wie mindstens ziemlich allgemein behauptet Wird⸗ in den neuern Zeiten die Fabrikanten durch außerordentliche Ver— willigungen, aus der Staatskasse, in Stand gesezt, ihre Fabrikate um einen weit unter deren verglichenen Werth herabgesezten Preis auf auswartigen Märkten zu verkäufen. Man hat die Beweggründe dieser an sich die Nazional— Oekonomie⸗Geseze dirett verlezenden Maasregel theils darin gesucht: dasjenige Monopol, welck hes die Brittischen Fabriken durch die Qualitat ihrer Fäbrikate im Auslande einmal errungen hatten, und das ihnen der aufgeregte Kunst— fleiß fremder Nazionen zu entreißen drohte, zu behaupten dadurch ihre Fabriken vom Untergange und eine im V erhält⸗ niß der ganzen Populazion höchst beträchtliche Volksmenge vom Hungertode zu retten; theils in der gebieterischen ) Die Auflagen auf fremde Fabrikate sind so hoch, daß sie als gänzliche Verbote betrachtet werden können. Nach dem Tarif von 1801 zahlen sie im allgemeinen 66 p. C., ausländische baumwollene Zeuche 44 Pf. 8 Sch., wollene Tücher 60 pro Cent u. s. w. Die Prämien der Manufakturen(mit Einschluß der Fische⸗ rey) betrugen im Jahr 1799 1,083,58 Pf. Sterl. 6 Sch. 8 N. Rohe Baumwolle bezahlte bey der Einfuhr 33 pro C., die bey der Ausfuhr zurück gegeben wurden. Hsttielle durch 0 9al, den nen n zu onal heils schen jande Aunst⸗ bten ält⸗ nge hen die =— 22 Nothwendigkeit, der Nazion um jeden Preis Umtausch— Mittel(Münzen) zu verschaffen, deren die Regierung bey dem ewigen krie— min Zustande, in den sie die Lage des Staats, vorzüglich Frankreichs Rivalitat drängt, einmal unerläßlich bedarf. Zwar will ich jene Gründe als mitwirkend gelten lassen, aber wenn anders die Brittische Regierung jenes kühne Fa—⸗ brikazions⸗Erhaltungs-Mittel wirklich ergriffen hat, so schei— nen mir ihre Beweggründe weit tiefer zu liegen. Ich wiederhole es, mir scheint die Wahrheit jener Be— hauptung noch immer zweiselhaft. Die Brittischen„Unternehmer haben in ihrem eigenen Interesse hinlängliche Y stife, jene unnatürliche ten porelle Au 329865 serungen selbst zu bringen. Auf der Erhal-⸗ tung ser Fabriken bernht ihre ganze Existenz. Haben die dii n Nazionen, denen sie bisher ihre Fabrikate über— ließen, sich an ihre eigene, oder andre als Brittische Fabri⸗ kate gewöhnt, ist ihre Kunoschaft verloren, so ist auch ihr Untergang gewiß. Kein Opfer konnte ihnen zu groß scheinen, um diesen abzuwenden. Der bedeutende Gewinn, den sie bisher zogen, theils durch dasjenige progressive Verhältniß, welches der Besiz ihres großen Kapitalstoffs(63.Wan sich mit sich bringt, theils durch den, mittelst dieses Kapitalstoffs bis zu einem hohen Grad der Vollkommenheit getriebenen Mechanis— mus in der Fabrikazion, dieser Gewinn erlaubte ihnen, ohne fühlbaren Verlust, die Preise ihrer Fabrikate temporell weit unter deren verglichenen Werth herabzusezen. Und endlich, so sezte sie die Größe ihres Kapitalstoffs in Stand, temporelle Aufopferungen zu machen, deren Ersaz sie in der Folgezeit erwarten konnten, und die jedem —75— andern Fabrikanten, vorzüglich aber dem isolirten Fabrik— 3 arbeiter fremder Nazionen unmöglich fallen mußten. n Hullst. Es bedurfte also wohl kaum der Dazwischenkunft des muß Staats. Patit gat aber die Brittische Regierung zu diesem Zweck Il! wirklich unmittelbare Aufopferungen auf Kosten der Na— Ift zion gemacht, so hat sie zwar an sich den allgemeinen Nazio— Wyllhn ö nal⸗Oekonomie-Gesezen entgegen, aber demohngeachtet dem n Zustande gemäß gehandelt, in dem sich dieser Staat nun s einmal befindet. 6ad! Großbritannien ist nämlich unter allen Staaten der— Rir l jenige, wo wir den größten Abstand der Glücksgüter unter Glue, den Nazionalgliedern antreffen, wo sich neben einer großen tahe Zahl von Privatpersonen, welche ein Vermögen oder Ein— Ahan kommen besizen, das in andern Staaten höchst selten, in vielen gar nicht anzutreffen ist, eine unverhaltnißmäßig große DW Zahl von Dürftigen, von Bettlern befindet. fel Es ist eine erwiesene Thatsache, daß in England die V. Zahl der Armen, so wie die Armentaxe(6 Millionen Pf. Sterling) die Zahl aller Armen, so wie aller Armen— hur, Versorgungs Anstalten des ganzen übrigen Europa über— Eesl steigt*).(uude Nimmt man Englands Bevölkerung zu r8 Millionen, Gaun 500 tausend Seelen an(r. B. S. 215), und hält die Zahl der Dürftigen und Bettler und die ungeheure Armentaxe da— an gegen, so findet man das Räthsel jener gewaltsamen Unter— uh stüung der Fabrikazion auf die natürlichste Weise gelöst. 114 ö hn *) S. Oconnor Etat actuel de la grande Bretagne etc, à Paris lihz an XII.(1804.) Ch. 9. slcz — ................. Fbrik, unst dez Iweck er Na⸗ Nozio⸗ dem nun en der⸗ unter roßen Ein⸗ u, in große 1d die Pf. emen⸗ über⸗ 79 Großbritannien befindet sich nämlich durchgängig in einem unnatürlichen, also antidkonomistischen Zustande. Kraft seiner insularischen Lage muß es ein Komerz⸗-Staat, muß Schifffahrt und Seehandlung sein vorzüglichster Er— werbszweig seyn. Die komerzielle Produkzion ist aber, ihrer Natur nach, und vorzüglich diejenige, welche zur See, also mit sehr entfernten Märkten und Nazionen betrieben wird, die lukratifeste aller Produkzionsgattungen; diejenige, wobey der Kapitalstoff sich am schnellsten, und, Kraft des Pre — — — VV sionsgesezes(63.), am leichtesten, bis zum höchstmöglichen Grad in Einer Hand anhäuft. In Komerz⸗Staaten sehen wir olso stets die großte Ungleichheit in Vertheilung der Gäter, den größten Abstand zwischen den Staatsbürgern: reiche Kaufleute und eine große Zahl abhängiger dürstiger Lohnarbeiter. Hiezu kömmt nun das, tief in der Entstehung und Organisazion des Großbritannischen Reichs zurück liegende Feudal-System, und die Folge desselben, die ungleiche Vertheilung des Grundeigenthums. In Großbritannien findet man keinen eigentlichen Land— bauer, das Grundeigenthum ist dort unter dem Adel, der Geistlichkeit, den Korporazionen und den Landeigenthümern (Ianded- interest) vertheilt, welche schon zur sogenannten Gentry gerechnet werden. Beynahe alle diese Grundeigenthums-Besizer bauen das Land nicht selbst, sondern haben es verpachtet. Die Farmers sind die eigentlichen Landbauern, aber sie sind nur Pachter, nicht Eigenthümer, und eben deswegen können sie sich natür— lich nur durch einen hohen Grad von Fleiß und Glück, nur in einzelnen Fällen zu einem gewissen Punkt von Wohlstand heben. Die übrigen der Urprodukzion angehörigen Menschen —.— 80 sind die isolirten Lohnarbeiter, Day-Labourers, welche ihres verhaltnißmäßig hohen Lohnes ohngeachtet, nach Ab— 114 gleichung der Preise der Genußmittel, sich selten über die Dürftigkeit, über das Unentbehrliche und Nothwendige zu Aonn + erheben vermögen. Daher das inhumane und antiökono— au é mi/istische Kirchspiel-Gesez(Law of Settlements), Kraft des⸗ hu sen keiner, der nicht 4 Aeres Land hat, eine Wohnung bauen, kein beweibter Tagarbeiter, wenn er in Einem Kirchspiele sltte nicht Arbeit findet, sie in einem andern suchen darf 1%% a Daher und aus den großen Pachtungen diese gegen eine I% N Volksmenge von etwa 9 Millionen Seelen so unnatürlich V hohe Zahl der Oürftigen. Ilnom Im Jahr 1803 wurden nämlich Ei r in den Arbeitshäusern. 30,492 HUnt außer denselben— 329,729 u also im nen 410,227 vom Staat, und vielleicht die nehmliche Zahl von 9397 Pri— IM. vatunterstüßungs⸗Sozietäten ernährt, und in London allein die befanden sich noch 15000 Bettler. Die Staats-Unterstuhung, nämlich die Armentaxe, Eun hingegen wurde nach authentischen Nachrichten für Ouich England auf 4 Mill. 95,241 hulkat Wallis aunuf— 176,444 OIlsij, im Ganzen auf. Mill. 128,849 und zu Ostern 1804 auf Glein 5/073,946 Pf. Sterling 17 Sch. 24 P. W berechnet! sn *) S. Sir Morton Eden on the State of the Poor. Lond. 1797. Wan sebe auch über den Zukand der Brittischen Taglohner uung s⸗ Kuüttners Beytrage ꝛc. 75 St. S. 9o. Lnsch. *)Oconnor, Etat Actuel de la grande Bretagne. Ch. 9. shn ——————9————“I“ 2——.—————..———————————.—..——...—.————— Welche roch l über die endige zu ntiötono⸗ laft des⸗ bauen, ichspiele arf*). en eine atͤrlich 2 9 7 97 Pris n allein taße, 81 Ein Aufwand, der die sämmtlichen Staats-Aus⸗ gaben weit größerer Staaten übersteigt. Bey diesem unnatürlichen Zustande der Dinge, wo Komerz und ungleiche Grundeigenthums-Vertheilung zusam— men wirkt, zwischen den verschiedenen Klassen der Staats-— bürger eine so große Kluft zu öffnen, und im Allgemeinen die Nazion in die zwey Extremen des Reichthums und der Dürf— tigkeit abzutheilen, muß die Regierung zu Erhaltung des Staats nothwendig eben so antiökonomistische und unnatür⸗ liche Maasregeln ergreifen. Ihre Tendenz muß einzig dahin gehen, jenen anti— ökonomistischen Zustand, so viel möglich, zu vergüten. Es wäre ungerecht, dem Brittischen Ministerium nicht die Uebersicht der Folgen eines solchen unnatürlichen Zustands zuzutrauen. Ein Staat, der neben einer verhältnißmäßig geringen Zahl von Millionärs eine so große Menschenzahl in sich faßt, die vom Tag zum Tage leben, bey jeder Veränderung nichts zu verlieren haben, wohl aber zu gewinnen hoffen, ein solcher Staat ruht, wie uns die Geschichte, vorzüglich die der Griechen und Römer, hinlänglich beurkundet, auf einem volkanischen Boden. Er schwebt jeden Augenblick in Gefahr, seine Verfassung vernichtet zu sehen. Frankreichs Lage war in Absicht der Vertheilung der Glücksgüter nicht mit Großbritannien zu vergleichen, und dennoch ist die Ungleichheit derselben die Wiege der Fran— zösischen Revoluzion geworden. Die strengen Maasregeln, welche die Brittische Regie⸗ rung seit dem Ausbruche dieser Revoluzion ergriff, die großen Einschränkungen der bürgerlichen Freyheit und der Britti⸗ schen Bürgerrechte nach der Magna Carta, die zum Theil Zweyter Band. 6 —,—.— IFT———————.—————.. 82 2 noch jezt dauernde Suspension der bekannten Rabeas Cor- hu pus-Akte beweist, wie tief die Brittische Regierung von un dem Gefühle dieser gefährlichen Lage durchdrungen ist. ulen Sie muß also alle in ihrer Macht stehende Mittel auf⸗ munt bieten, um jenen Abstand der Glücksgüter und dessen Ge— M fahren abzuwenden. it Daher jene unbegränzte Begünstigung der Fabriken m dl und Manufakturen, um den reichen Kapitalisten, welche der I ungleich vertheilte Grundbesiz und das Komerz geschaffen hat, M Gelegenheit zu produktifer Anlegung ihres Kapitalstoffs zu usge verschaffen, und um zugleich eine große außerdem müssige und u in nahrungslose Volksmenge, die sie doch zum Betrieb des Furm Kömerzes und der Schifffarth wieder bedarf, zu beschäftigen mimse und zu ernähren. ee Daher jene großen Staatsauflagen, auf welche die ungeheure Nazionalschuld fundirt ist. Alle diese Auflagen. treffen zuerst und direkt den Reichthum in progreffi— 3 sem Verhältnisse, denn sie sind mindstens großentheils auf 80 Gegenstände des Luxus, oder, wie die neuerliche Einkom— 0 men⸗Taxe(income-Taxe), auf den Ertrag, auf das 0 Vermögen der Nazionalglieder gelegt, schreiten also mit 1 dem Zuwachs des Staatsbürgerlichen Reichthums fort. Diese Auflagen sind das einzige Mittel, welches die Regierung in 1 ihrer Gewalt hat, um die Reichen zu Vertheilung Bult ihres Reichthums, um die Kapitalisten zu produktifer Anle— 3 gung ihres Kapitalstoffs zu zwingen, also das durch die Ren Grundverfassung des Staats verrückte Gleichgewicht doch N einigermaßen zu balanziren, und den Staat, troz seines Inah unnatürlichen Zustands, aufrecht zu erhalten. lhenv Darin also liegt der Grund jener sich im Fortwälzen Iwof immer vergrößernden Nazionalschuld, welche ganz Europa in Vuhe IIPIIFIFIFFIFIFTIFTTTTTTTTTMTMP T 6Cor⸗ ing vog ist. ittel auf⸗ ssen Ge⸗ abriken che der en hat, offs zu ige und ieb des äftigen he die Uflagen rogressi⸗ eils auf Einkom- juf das so mit Diese ung in lung Anle⸗ ch die t doch seines wälzen dopa in Erstaunen sezt, und aus der man dem Brittischen Reiche den Untergang weißagt, indeß sie gerade um ihres Prinzips willen, den kranken Staat wo nicht erhält, doch auf einen schwer berechenbaren Zeitraum fristet. Durch sie hat die Regierung alle reiche Nazionalglieder mit einem unauflös— lichen Band an die Regierung und an deren Existenz in die—⸗ sem Zustande gekettet. Die Nazionalschuld hat den Staat zu dem Reservoir gemacht, das mit allen Reichthumsquellen der Nazionalglieder in unmittelbarer Verbindung steht; und dessen Schleußen die Regierung durch neue Auflagen, es sey nun in Form von Anleihen, also antizipirter, oder in Form augenblicklicher Taxen nach seiner Willkühr öffnet, um sie dann in die Kanäle abzuleiten und zu ergießen, welche Befruchtung bedürfen. Aus diesem Gesichtspunkte erscheint selbst jene Maas⸗ regel, nämlich die Fabriken auf unmittelbare Staatskosten zu erhalten, nicht unnatürlich. Eben deswegen ist ein Brittischer Nazional-Bankerot unmöglich; sollte er auch erfolgen, so würde er keineswegs den Untergang der Nazion nach sich ziehen. Verliert man nicht die richtige Ansicht, daß die Brittische Nazionalschuld bloß antizipirte Auf⸗ lagen sind, welche die reichen Nazionalglieder voraus bezahlt haben, um mittelst der Zinse der Stocks immer wie— der einen Theil dieser Antizipazion zurück zu empfangen, so findet man nur nachstehende Folgen eines solchen Bankerots. Die Rückzahlung dieser Antizivation an die reichen Na— zionalglieder würde nämlich aufhören, aber auch die Auf⸗ lagen vernichtet werden, welche diese Rückzahlung der Anti⸗ zipazion nothwendig machen, die reichen Nazionalglieder hätten also guf die ganze Zeitmasse, auf welche die in Form FFF IIDIDIRAeRrRee—'——m——2 I ö 84 von Anleihen organisirte Auflage vertheilt ist, wit dem. Staaté saldirt, und nur das Hokus Pokus des Gebens n und Nehmens wäre geendet.—— Dahin lassen es aber, begreiflich, die Interessenten ö der Nazionalschuld nicht kommen„). Die weiseren wissen 40 wohl, daß die Nazionalschuld im Grunde nichts als eine Antizipirung von Auflagen ist. Aber diese Form der Auf— lagen gewährt ihnen höhern Genuß für die Gegenwart, 4 als die Vernichtung der Stocks, d. h. die Befreyung von den h0 vorhinein bezahlten Auflagen, ihnen gewähren würde; und 100 dieses dem Menschen so natürlichen Haftens an der Gegen— 11 wart, am augenblicklichen Genuß, hat sich die Re⸗ 10 gierung zu ihrem Zwecke bemächtigt. 5 Die weiseren unter den Stocks-Interessenten kennen liis diese gefährliche Lage so gut, als die Regierung. Sie wissen,—— daß auf dieser Nazionalschuld, nebst ihrem eigenen Heil, n das Heil des ganzen Staats ruht. hen Eben deswegen findet der Finanz-Minister, troz der liß stets wachsenden Masse dieser Schuld, augenblicklich Unter— V nehmer der neuen Anleihen; der Staatskredit steht uner— N schüttert. ihe Der weisere Theil der Nazion täusche sich keineswegs über die aus dem ungeheuern Abstande der Glücksgüter resul— tirenden Gefahren. In keinem Staate existirt, außer der Armentaxe, eine solche Menge reichdotirter Wohlthätigkeits— pu *) Wie stark einzelne Brittische Staatsbürger bey der Nazional⸗ Rh schuld interessirt sind, beweist unter andern das Beyspiel eines sie kürzlich verstorbenen ganz unbedeutenden Privatmanns, Gre— gory Turner, der allein in Brittischen Staatspapieren 6 310 tausend Pfund Sterling(über drey Milllonen Gulden! uihe hinterließ! ö sie st, uit ben ds Oihent Intrresnihy seren wissen to als eine N der Zuf⸗ jenwatt, g von den de; und Gegen sch die Rer n kennen ie wissen, Ren Heil, „tioz der ich luter⸗ ht uner— ineswegs er resul ußer der itigkeits Mpoonal⸗ spiel eide hůs, Hil⸗ Wuthunerel He 85 Anstalten zur Unterstüzung des menschlichen Elends und der Dürftigkeit, zu Belebung der Industrie-⸗Anstalten, deren Tendenz ist, die Kluft zwischen Ueberfluß und Armuth mind—⸗ stens so weit auszufüllen, daß die volle Schaale nicht über— fließe, und die den Reichern so günstige Verfassung nicht umgestürzt werde. Daß jenes Brittische Finanzsystem, nämlich von den Reichen der Nazion die Auflagen antizipiren zu lassen, ihnen den zosten, gosten oder zosten Theil jährlich durch die Zinsen zwar dem Scheine nach wieder zu geben, aber durch die Fundirung der für diese neuen Anleihen unerläßlich noth⸗ wendigen neuen Taren großentheils wieder zu nehmen— daß ein solches Finanzsystem nur in einem Staate von dieser geographischen Lage, von dieser Grundverfassung und Vertheilungsart des Grundeigenthums möglich und an⸗ wendbar sey,— darüber will ich einst bey der Materie vom Staatskredit mich umständlicher äußern. Sie läßt sich einzig durch den unnatürlichen Zustand des Staats rechtfertigen. Nur wann er diesen aufgeben wird, kann die Regierung zu den Nazional-Oekonomie-Gesezen zurück— kehren. ö Wir haben in neuern Zeiten gesehen, welche Wider— sprüche schon die Parlaments-Reform, die sinnigere Reprä⸗ sentazion der Nazion in dem gesezgebenden Körper erfahren hat. Weit weniger ist zu erwarten, daß die Nazion sich zu einer ihr mehr als jeder andern nothwendigen gleicheren Vertheilung des Grundeigenthums entschließen würde. Und sie allein kann doch nur den Staat aus jener künstlichen, geschraubten und prekären Lage reissen. Großbritannien er⸗ nährt, kraft dieser Lage, auch bey den ergiebigsten Erndten seine Einwohner nicht, und muß sie aus dem Auslande ver⸗ 86 sorgen. Spize des Abgrunds. In Zeiten des Mangels geräth es so leicht an die Dieses gewaltsame Fabrikensystem ise nur ein Palliatif, nur eine Täuschung, bey der einzelne sich bereichein, aber die Nazion im Ganzen nichts gewinnt. Der Fleiß, die Anstrengung der industriellen Produktifkraft, zu der dieser Zustand die armern Nazionalglieder zwingt, welche wieder die strenge Beobachtung der Sabbatsfeyer nothwendig gemacht und dadurch selbst den geselligen Freuden den Karakter von Eynst aufgedrückt haben, dienen nur dazu, ihnen, indeß sie den Genuß verkümmert, die unentbehrlichen Be—⸗ dürfnisse auswärts zu erkaufen; Produkte, die im Schooße ihrer Heimath liegen, und in einer ökhönomistischen Verfas⸗ sung einer dreyfachen Volksmenge reicheren Genuß verschaffen würden(172.), als jenes künstliche Fabrikensystem. Diese Verkümmerung des Genusses ist desto drückender, da die Regierung sich gezwungen sieht, selbst die Auflagen auf die inneren rohen Produkte und ersten Bedürfnisse auf das höchste zu sdannen. So kommt z. B. der Scheffel Salz in den Salzgruben nicht höher als 4 Pence. Die Salzsteuer beträgt 15 Schillinge. Es liegen also 4500 Prozent auf diesem dem ärmsten unentbehrlichen Bedürfnisse! 245. Für alle Nazionen, bey denen nicht die eigenthümlichen Verhältnisse des Brittischen Staats zusammen treffen, ist also die Ermunterung der Fabrikazion ausländischen Ma— terials unweise, unökonomistisch. Es giebt aber noch eine dritte Fabrikazion, nämlich diejenige, deren Produkt zum Theil aus einheimischem, und zum Theil aus fremden Natur⸗Produkt ⸗Stoff besteht. ——.— — τπ—— —......— N an die fem ist helne sich nt. Der raft, zu welche wendig arakter ihnen, en Be⸗ Schooße Verfas⸗ schaffen Diese da die zuf die uf das Balz in steuer it auf lichen „ ist Ma/ Umlich schem, Stoff 87 Die Beymischung des fremden Stoffs als wesent⸗ lich und unbedingt nothwendig vorausgesezt, paßt auch auf diese Fabrikazion alles dasjenige, was von der Verarbeitung ausländischen Materials vorhin gesagt wurde. Ist das beyzusezende fremde Material entweder wegen seines Ueberflusses, oder weil diese Nazion es nicht selbst bearbeitet, entbehrlich, kann sichs also die fabrizirende Na⸗ zion, ganz ungewöhnliche Ereignisse ausgenommen, unter jeden Verhältnissen verschaffen, so ist diese Fabrikazions— gattung allerdings minder gefährlich, als die Verarbeitung einzig fremden Natur-Produkt-Stoffs; sie ist wohlthätiger für die Nazion, weil mindstens dadurch ein Theil eigenen Natur Produkt-⸗-Stoffs in Genußmittel verwandelt wird. Der Staat kann sie also ruhig ihrem natürlichen Gange über⸗ lassen. Doch Ermunterung, au ßerordentliche Be gün⸗ st igung, liegt, auch in Absicht ihrer, nicht im Prinzip der Nazional-Oekonomie. Am allerwenigsten ist dieß der Fall, wenn der Haupt-Bestandtheil dieser Fabrikazions⸗ gattung aus fremden Natur- Produkt-Stoffe besteht, wenn z. B. eine Porzellän⸗Fabrik angelegt wird, zu der man die Erde aus einem fremden Staate sich verschaffen muß. 246. Geht die Regierung bey der Begünstigung, also auch Er munterung der industriellen Produkzion, rein von dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie aus, so kann sie durchaus nicht auf falsche Maasregeln gerathen. Die Ten—⸗ denz dieses Prinzips ist: der höchstmöglichen Menschenmasse sichern Wohlstand zu gewähren. Jede Fabrikazion, die sich in diesem Falle befindet, verdient Unterstüzung, Ermunterung. Wer die bedeutenden ö 88 Vortheile einer so gearteten Fabrikazion in ihren Details untersucht hat, erstaunt nicht über die Masse von Genuß— ane mitteln, welche sie in Umlauf sezt, sondern über die Masse 10 der Genußmittel aller Art, welche sie zur Entstehung ö lockt. ö ö Ich hatte einst offizielle Veranlassung, den Ertrag einer solchen Fabritaßion in einem mäßigen Marktflecken des süd⸗ lichen Deutschlands zu untersuchen. ö 0 ft Eine Million Reichsthaler wurde von etwa 5 bis 60⁰0⁰0 5 ö Menschen an Manufakturwaaren verdient, bey denen der Na— 10 tur-Produktstoff den bey weitem geringsten Theil des Werths, 60 die industrielle Produktifkraft beynahe den vollen Werth aus⸗ n machte. Nicht darin lag der ökonomistische Gewinn dieser 90 Fabrikazion, daß diese Manufaktur-Produkte allergrößten— theils ins Ausland giengen, nicht darin allein, daß sie 5bis 6000 Menschen in einem mäßigen Wohlstande erhielt. 0 Diese Million Reichsthaler war in der Urprodukzion der Um— gebungen sichtbar. Sie hatte einen unfruchtbaren Boden in 6 Gartenland uingeschaffen, die Masse der Urprodukte erhöht 4 und dem benachbarten Landbauer einen Wohlstand gesichert, V der, bey der Vereinigung seines Urstoff⸗Besizes mit der Urproduktifkraft, begreiflich den Wohlstand des Fabrikanten b0 noch weit übertraf. Run ů sthe 247. Prämien für die Ausfuhre werden verwilligt ent— fh weder, tuch 1. für Urprodukte, oder sir * 2. für industrielle Produkte. ent⸗ 89 Die Urprodukte, für welche die Prämien verwilligt werden, sind entweder ö · a) solche, die einer innern Fabrikazion, oder b) die deren nicht fähig sind. In beyden Fällen sind sie entweder der Nazion ent— behrlich, oder unentbehrlich. Die Freyheit der Ausfuhr der Urprodukte habe ich im isten Bande dieses Werks vertheidigt(196. folg). Die Ausfuhr eines Natur-Produktstoffs zu begünstigen, welcher der eigenen industriellen Nazional-Verarbeitung fähig ist, wird wohl keiner weisen Staatsverwaltung beyfallen; ohn— geachtet es auch in Europa nicht an Beyspielen fehlt. Sind die Urprodukte überhaupt keiner Bearbeitung, oder keiner bedeutenden Nazionellen Fabrikazion fähig, wie 3. B. Getraide, so bedarf es durchaus keiner Prämien, um ihre Ausfuhr zu bewirken. Der Geist dieser Prämien soll offenbar seyn, die Urprodukzion zu erhöhen. Allein, da Urprodukte, als unentbehrliches Bedürfniß, stets ihren Markt finden, so lange ihr verglichener Werth auch die komerzielle Produktifkraft trägt, so ist auch diese Begün⸗ stigung durchaus überflüssig. In Europa existirt nur Ein Staat, welcher zu dieser unweisen Maasregel griff, und es ist, sonderbarer Weise, gerade derjenige Staat, welcher dazu die allerwenigste Ur— sache hat. ö In allen übrigen Europäischen Staaten werden wir schwerlich nur Ein Dezennium finden, in dem man nicht, auch bey einem bedeutenden Flore des Ackerbaus, die Aus⸗ fuhr der Urprodukte durch, Zwangs⸗Maasregeln zu he m⸗ men für nothwendig gehalten hätte. 90 Nur in dem insularischen Großbritannien glaubte man die Urprodukzion durch Ausfuhr-Prämien erhö—⸗ hen zu können, und ohngeachtet die Schädlichkeit dieser Operazion von denkenden Männern und noch neuerlich in einem eignen Werke*) bewiesen worden ist, hat sie doch an Dirom, Anderson, Makin, Matthes u. a. Ver⸗ theidiger gefunden. England hat sich durch künstliche, in der Natur seiner Konstituzion gegründete Mittel, eine übertriebene Fabrik-⸗ populazion geschaffen, und hält sich einzig durch diese künst— lichen Mittel aufrecht(244.). England baut auch in dem fruchtbarsten Jahre bey wei⸗ tem sein eigenes Bedürfniß nicht, und hat allein in den lezteren zehn Jahren für ungeheure Summen fremdes Ge— traide einführen lassen(172.). In England ist das Grundeigenthum auf eine durchaus antiökonomistische Weise vertheilt, ist in den Händen weniger Nazionalglieder, und England begünstigt die Ausfuhr seiner eigenen Urprodukte durch Prämien. Die Widersinnigkeit dieser Maasregel spricht sich klar aus, sie läßt sich nur aus dem unnatürlichen Zustande Großbritanniens erklären. Begreiflich ist es die Nazion, welche diese Ausfuhr— Prämie den großen Grundeigenthümern und ihren Pächtern bezählt; die Nazion ist es auch wieder, welche die Getraider des Auslands und die Preiserhöhung bezahlt, welche noth⸗ wendig auf jeden Fall die darin steckende komerzielle Pro— duktifkraft fodert, und dies alles, um den großen Grund— eigenthümern, den Getraidewucherern, durch eine unnatür— An Essay on the Impoliey of the bounty on the Exportation of Corn. London 1804. ——————————— laubte erho⸗ dieser lich in ie doch „Ver⸗ seiner abrik⸗ lunst⸗ wei⸗ den Ge— chaus eniger seiner igkeit aus fuhr⸗ ̃tern ider oth⸗ Pro⸗ cund⸗ jatüͤr— tation 9* lich⸗ erzwungene Theurung, einen höhern Marktpreis im Innern zu verschaffen. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß oft das nämliche Brittische Getraide, welches die Ausfuhrprämie von der Nazion empfangen hat, nach Vollendung der erzwungenen, Theurung, wieder einwandert, daß also die dürftigere Volks-⸗ masse zum Spiel der reichen Landbesizer und Getraide— händler dient. Wenn übrigens Großbritannien, erwiesenermaaßen seine dermahlige Einwohner nicht ernährt, so ist, wie ich öfters gezeigt habe, der Grund einzig in der ungleichen Vertheilung des Grundeigenthums, und in den Oedungen zu suchen, welche aus diesem Zustande entspringen. So lange dieser Zustand dauert, werden auch Prämien die Masse der Ur⸗ produkte nicht zu einem dem Bedürfnisse der Nazion ange⸗ messenen Grad, sondern nur den Reichthum der Landbesizer und großen Pächter erhöhen, also die dort ohnehin so bedeu— tende, dem Nazionalwohlstande so nachtheilige Ungleich— heit der Glücksgüter noch vermehren. 248. 2. Die Ausfuhr-Prämien für industrielle Produkte unterliegen allen den Einschränkungen, welche das Prinzip der Nazional-Oekonomie, bey den Prämien für die indu⸗ strielle Produkzion überhaupt, festsezt, und von denen vorhin die Rede gewesen ist. Ist das industrielle Produkt aus innländischem Na— tur⸗Produktstoffe fabrizirt und der Nazion entbehrlich, so mag in diesem einzigen Falle die Prämie dem Prinzip der Nazional-Oekonomie zusagen, nicht aber wenn es aus aus— ländischem Natur-⸗Produktstoffe fabrizirt, oder der Na⸗ 92 zion selbst unentbehrlich ist, also die Prämie nur dazu dient, der fremden Nazion, auf Kosten der fabrizirenden, einen unter dem verglichenen Werthe stehenden Preis zu verschaffen. Doch kann in diesem Falle die Prämie durch die Form unschädlich werden, wenn sie nämlich, wie dieß in Groß— britannien mit den Ost- und Westindischen Produkten der Fall ist, in dem Rückzoll, d. h. in der Rückzabe der Auf⸗ lage besteht, welche von dem eingeführten fremden Urprodukt bey der Einfuhr erhoben wurde(232. 235.). Ein Produkt, welches die Fabrikazionskosten und die Komerzkosten der Wie— derversendung trägt, ist zur Ausfuhr auf fremde Märkte geeignet, und dieser Rückzoll ist dann keine Prämie, welche die Nazion bezahlt, sie giebt nur der Fabrikazion die natürliche Freyheit wieder. 249. Es versteht sich wohl ohnehin, daß die Prämien, welche die Regierung, die sie Einem Industriezweige, Einem Theile der Produzenten giebt, also von den übrigen Staats-⸗ bürgern erhebt, aufhören müssen, so bald ihr Zweck erreicht, so bald nämlich die Industrie hinlänglich in Bewegung gesezt ist. Eine Fabrikazion, welche sich einzig durch Prämien erhält und mit ihnen wieder aufhört, ist eine kränkliche und ungatürliche Erwerbsquelle, die keinesweges den Nazio— nal⸗Reichthum erhöht. Von jenem Augenblick an wird die Prämie nur eine Staatslast, welche den wahrhaft produktifen Bürger drückt und ihn zwingt, den unproduktifen zu ernähren. 250. Die zweyte Gattung der ermunternden Mittel sind Monopole überhaupt; ihre Schädlichkeit ist in den nenern ——————————... dazu lenden, ehenden Form Groß⸗ en dee Auf⸗ rodukt odukt, Wiet Närkte welche In die amien, Einem dtaats⸗ eicht, geseyzt amien kliche Lazio⸗ eine drückt sind nenern 93 »Zeiten ziemlich allgemein anerkannt. Und doch sinden wir selbst in den Händen der Regierungen, wo sie dem Prinzip der Nazional⸗-Oekonomie am meisten widerstreben, noch eine Menge Monopole aller Produkzionsgattungen. So ist z. B. in Portugal sogar der Schnee auf der Sierra de Louza“a von der Krone verpachtet!!. Ist eine für den Nazional⸗ Bedarf hinreichende Zahl von industriellen Produzenten bereits vorhanden, so ist das Monopol einzelner an sich eine empörende, den Nazional⸗ Oekonomie-Gesezen widerstrebende Ungerechtigkeit. Der Staat ist allen Produzenten den Schuz der freyen Benuzung ihrer Produktifkraft schuldig. Ist jene Zahl nicht vorhanden, so kann sie durch die Monopole ein⸗ zelner wohl nicht vermehrt, sondern nur vermindert werden. Eben so unzweckmäßig sind Monopole, um der Fabrikazion einen höhern Grad von Vollendung zu geben. Diese kann nur aus der freyen Konkurrenz, aus der Uebung mannichfaltiger Kräfte und Fähigkeiten und aus dem ungeengten Spielraume der Industrie hervorgehen. Der Monopolist, seines Absazes gewiß, verliert allen Sporn zum Fortstreben; das Monopol verbinder also, mit der Ungerech— tigkeit gegen die Nazion, deren Genuß es durch die Mittel—⸗ mäßigkeit der Fabrikate verkümmert, den es in eine rechtlose Abhängigkeit vom Monopolisten sezt, zugleich die Lähmung des Gewerbfleißes. Eine Fabrik, die sich einzig durch das ausschließende Recht des Absazes erhalten kann, sezt voraus, daß sie außerdem die Konkurrenz nicht auszuhalten vermag, daß also der Preis, den die Fabrik durch das Monopol der ) binks Reise nach Portugal. zr Th. S. 123. 9⁴ Nazion abdringt, den verglichenen Werth des Fabrie kats übersteige: daß also einheimische Fabriken dasselbe wohlfeiter liefern könnten. 2517 Selbst die temporellen Monopole, die Patente für neue Erfindungen, die in England und neuerdings auch in Frankreich so häufig sind, und hier vor kurzem noch mit einer nicht immer besonnenen Leichtigkeit verwilligt wurden, wagte ich kaum in Schuz zu nehmen. Zwar sind Smiths Einwendungen gegen die Patente unhaltbar, zwar scheint es gerecht und selbst ökonomistisch, dem Genie und dem Industriefleiße Lohn zu sichern; aber zweifelhaft ist es wohl, ob es der Nazional-Oekonomie zu⸗ sagen könne, diesen Lohn in der Lähmung des Kunstfleißes der übrigen Nazionalglieder, also darin bestehen zu lassen, daß diese, sey es auch nur temporell, einer neuen Ver—⸗ edlung und Vervollkommnung der industriellen Produkzion beraubt werde, die den allgemeinen Nazionalwohlstand erhö— hen würde. Es scheint also sinniger, daß der Staat hier sich jener im Gebiete seiner Pflicht liegenden Gewalt(9. bediene, und diese Erfindung, oder Verbesserung, sie bestehe nun in einer neuen Entdeckung im Naturreiche, oder im Mechanismus der Fabrikazion, aus dem allgemeinen Staats- vermögen lohne und sie der Nazion übergebe; ein Aufwand, der durch jene Erhöhung des Wohlstands reichlich vergütet wird. Beruht die neue Fabrikazion auf einem Geheim— nisse des Fabrikanten, so bedarf sie ohnehin keines Mono— pols, und lohnt sich von selbst, wenn sie des Lohns werth ist. Gewöhnlich werden Monopole für die Fabrikazion eines fremden Materials gesucht. Aber gerade diese ist am selten— sten im Falle, wirklich für die Nazion ökonomistisch zu seyn ——-ENEDNDSIFTTTTNII———.2 Habrie dasselbe tentt 8 auch hh mit Irden, atente istisch, aber ie zu⸗ leißes assen, Ver⸗ Uzion erhö⸗ hier (9.3 stehe im aats⸗ and, ütet eim⸗ Rono⸗ ist. eines elten⸗ shn, 93 d. h. ihr das Produkt in der nämlichen Güte, um den näm—⸗ lichen Preis verschaffen zu können, um den sie es von fremden Nazionen einzutauschen vermag, denn der Monopolist bringt nicht bloß den verglichenen Werth seines Produkts, auch einen diesen übersteigenden Gewinn in Rechnung. Monopole bewirken nebenher, daß der Monopolist auch fremde veredelte Produkte kommen läßt,(wie z. B. von den Preußischen Zuckerrafinerien behauptet wurde,) und sie dann der Nazion in höherem Preise verkauft, als sie solche durch die sreye Konkurrenz erhalten haben würde. 252. Der Staat ist nach den Nazional-Oekonomie-Gesezen zu Beschüzung, zu Beförderung aller produktifen Kräfte verpflichtet. Jene allgemeine Pflicht zeichnet ihm ohnehin die Gränzlinie der Mittel vor, die er zu Beförderung jeder einzelnen Produktifkraft anwenden darf. Persönliche Privilegien und Vorrechte, als die dritte Gattung der remuneratifen Mittel, welche also der industriellen Produkzion zum Nachtheil und auf Kosten einer andern ertheilt werden, sind mit dem Prinzip der Nazional-Oekonomie nicht vereinbar; sie können nur in jenem verderblichen Irrthume über die Rangordnung der produktifen Kräfte in Nazional-Oekonomistischer Hinsicht, in jener Täuschung liegen, auf welche das Colbertische System sich stüzte(214.) Ihr muß man es zuschreiben, wenn z. B. die Last der Ergänzung der Heere, der Einquar-⸗ tierung des Militärs, der Fuhrenstellungen und beynahe alle Folgen des unnatürlichen Kriegszustandes vorhin einzig auf die Urproduzenten gewälzt wurden; ein System, von dem man erst in dem kürzlich geendeten Kriege zurück zu kommen begonnen hat. ————————8— I r.— ———.—.. 96 IA. Allerdings sind die Urproduzenten der kraftvollste Theil der 190 Nazion, aber desto größer ist der Verlust dieser Kraft für den i„ und in der jezigen Lage der Kriegskunst, wo Taktik, Fähigkeit des Heerführers, und Geschüz beynahe n alles entscheiden, muß jener Grund 45997. immer mehr W von seinem Gewichte verlieren. 10 Allerdings kann man bey dem Urproduzenten, den der 39— Besiz eines unbeweglichen Guts, nämlich des produktifen Urstoffs, an sein Vaterland kettet, einen höhern Grad von ö bade! Patriotismus, als von dem weltbürgerlichen Fabrikanten er— ö warten; aber wie oft ist es denn das Nazionalinteresse, wo— für jezt die besoldeten Heere kämpfen? ö in Die Verfassung desjenigen Staats muß nicht R den Nazional-Oekonomie-Gesezen gemäß organisirt seyn, in un dem die übrigen Produzenten gar nicht an ihrem Vaterlande V hangen. Auf welcher niedern Bildungsstufe muß nicht der W.hn Staatsbürger stehen, für den keine Bande der Heimath, der den Verwandtschaft und Freundschaft existiren! 1 Die Amrodatzien ist die wichtigste für den Razional⸗ w wohlstand. Ihr Werth wird sogar durch den Kriegszustand, raf der, begreiflich, Vermehrung der Konsumzion herbey⸗ ah führt, noch bedeutend erhöht, indeß die Konsumzion der 114 industriellen Produkte, vorzüglich der des zweyten und drit— Ruhun ten Rangs, der Artikel der Bequemlichkeit und des Luxus, sich in dem nämlichen Grade vermindert, durch die Versa⸗ Ihi, gungen und Entbehrungen, welche sich die Staatsbürger zum In Ersaz der durch jenen unnatürlichen Zustand herbeygeführten r er Theurung und Abgaben auflegen müssen, und durch die Hem- ssifig mung des auswärtigen Absazes, als einer Folge feindlicher Hache. Maasregeln; im Kriegszustande werden also die Urprodu⸗ ubie, SSSSIccccccæcRC Heil der für den gekuns, beynahe er mehr hen der Uktifen ad von iten er⸗ e, wo⸗ nicht ;n, in rlande hu der th, der zionas⸗ stand, erbey⸗ n der drit⸗ urus, Versa⸗ rzum üͤhrten Hem: dlicher produ⸗ 9² zenten gerade unentbehrlicher, die Fabrikanten ent— behrlicher. Die Urprodukzion ist es, welche, wenn schön nicht un— unterbrochen, aber doch in gewissen Perioden unerlaßlich, die mehresten Hände bedarf; und ihr Stillstand zieht nicht, wie bey der industriellen Produkzien, nur vorübergehenden, sondern durch das zurückbleibende Schaffen, oder durch das Verderben des Stoffs, unersezbaren Verlust nach sich. Ueberdieß sind jene für den Landbau wichtige Perioden gerade die nämlichen Zeitpunkte, die auch den kriegerischen Operazionen vorzüglich gewidmet sind, und nach ihrer Natur gewidmet seyn müssen. Wäre also auch nicht, nach den Grundprinzipien des gesellschaftlichen Vereins, jedes Nazio— nalglied ohne Rücksicht auf die Gattung seiner produktifen Kraft, geborner Krieger, zu Beschüzung und Vertheidigung des Vaterlands, so würde sich doch jene den industriellen Pro— duzenten, und weil diese gewöhnlich die Städte bewohnen, den Städtern überhaupt zugestandene Befreyung von den allgemeinen Kriegslasten zum Nachtheil der Urprodukzion, vor dem Prinzip der Nazional Oekonomie um so weniger rechtfertigen lassen, je größer, aus den oft angeführten psy— chologischen Gründen, die Abneigung des Menschen gegen die Urprodukzion und der Reiz zu der industriellen Pro— dukzion ist. Es giebt allerdings eine Klasse der industriellen Produ— zenten, die der Nazion eben so unentbehrlich ist, als die Urproduzenten; diejenige nämlich, die sich mit Verarbeitung der ersten und unentbehrlichsten Bedürfnisse be— schäftigt; sie verdient mindstens mit den Urproduzenten in gleiche Kathegorie gesezt zu werden; aber es giebt noch zwey andre, nämlich die Fabrikanten für die Artikel, der Bequem⸗ Zweyter Band. 7 98 ö lichkeit und des Lukus, die jenen nachgesezt und nicht vor— gezogen werden sollten. Jene Begünstigung der industriellen Produkzion durch persönliche Vorzüge und Befreyungen läßt sich also einzig bey jener Klasse, so wie bey den Wissen schäf⸗ ten und Künsten rechtfertigen; durch die Seltenheit der Talente und den Kani n und ausgebreiteten Werth, — welchen diese für das Wohl der ganzen Menschheit besizen. Von der allgemeinen Idee, daß die Macht und Größe eines Staats in seiner Volksmenge bestehe, ergriffen; von der beynah allgemeinen ursprünglichen unökonomistischen Ver⸗ theilung des Grundeigenthums in richtigen Bevölkerungs— planen eingeengt, blieb den Regierungen nichts übrig, als auf die Erhöhung der Masse der industriellen Produ⸗ zenten hin zu arbeiten; sie sind es, die ohne jene persönliche Befreyungen, ohne jene der Tendenz des Bevölkerungssystems geradezu widersprechende Begünstigungen, nicht erhalten wer— den können, und doch den Staat gerade da und dann verlassen, wenn er sie zu jenem Zweck zu benuzen gedenkt, ihn zwingen, sich dann noch, wie vorhin, zur Vertheidigung des Staats an die Klasse der Urproduzenten zu wenden, und ihn vielmehr im Kriegszustande die durch eine überkadene Volksmenge verdoppelten traurigen Folgen der damit verbun— denen unökonomistischen, ja oft vernichtenden Konsumzion (107.), schmerzlich fühlen lassen. 253. Vorschüsse und Unterstüzungen können von der Nazional⸗Oekonomie nur unter ganz eigenthümlichen Ver— hältnissen, unter ganz bestimmten Modifikazionen, gut ge— heißben werden. cht bor— on durch läßt sch nschaß ltenheit Werth, izen. Größe n; von hen Ver— kerungs⸗ rig, als Produ- sönliche gͤsystems uten wer⸗ nd dann gedenkt, eidigung en, und berkadene verbun— sumzion n von der chen Vel⸗ „gut Re 99 Der Staat hat, kraft seiner beglückenden Gewalt(9.), allerdings die Pflicht, die industrielle Produkzion nazionellen Urstoffs auch durch dieses Mittel zu erhöhen, sobald Zu⸗ nahme des Nazionalwohlstands das klare Resultat ist. Fehlt es also den industriellen Produzenten am Kapitalstoffe zur Fabrikazion innländischen Natur-Produktstoffs, oder muß die schlummernde Produktifkraft durch außerordentliche Vor— theile erst aufgeregt werden, so muß und darf die Regierung allerdings durch Vorschüsse ins Mittel treten. Kraft jener Pflicht ist also auch der Staat berechtigt, aus dem Na— zional⸗Vermögen diese Vorschüsse zu erheben. Er ist aber der Nazion Rechenschaft schuldig, daß dieser Aufwand wirklich ökonomistisch, d. h. daß er zu einer ökonomistischen Produk— zion, nicht aber zu einer unökonomistischen, oder vollends zu einer unökonomistischen Konsumzion verwendet worden sey. 2 54. Den Grundsäzen der Nazional-Oekonomie gemäß darf aber nie, und also auch nicht bey der Fabrikazion einhei— mischen Natur-Produktstoffs, der Staat sich unmittelbar selbst mit der industriellen Produkzion beschäftigen, nie Fabriken auf Rechnung des Staats anlegen und betreiben. Nazional-Gesamtheit und Nazional- Glied sind zwey so durchaus verschiedene und sich widersprechende Eigen— schaften im Staat, daß sie sich nie, unter keinem Gesichts— punkte, in keiner Beziehung vereinigen lassen; ihre durchaus verschiedene Produktifkrafte müssen sich bey dem Versuche der Vereinigung sogleich wechselseitig selbst aufheben; eben so verhält sichs dann selbst mit den einzelnen Gattungen der Staats-Produktifkraft unter sich, sobald jene Vermischung der Produktifkräfte des Nazionalglieds und des Staats eintritt. 100 So liegt es, zum Beyspiel, in dem Gebiete der Staats-Produktifkraft, in der Finanz-Gesezgebung: Das Staatsvermögen auf das wirthschaftlichste zu verwalten; nothwendig muß also auch bev irgend einer auf Staatsrech— nung betrieben werdenden Fabrik ihre Tendenz auf Erlangung der größten möglichsten Vortheile, des höchsten Gewinns ge— richtet seyn, sie muß diese Tendenz um so höher spannen, als sie mit den unvermeidlichen Kosten und Nachtheilen der Ver— waltung zu kämpfen hat, und diese einen dem verglichenen Werthe fremden Preis ihrer Fabrikate erschwingen muß, die Staats-Produktifkraft legt hingegen in der Staats— Polizeygesezgebung der Regierung die Pflicht auf, jener Tendenz entgegen zu arbeiten, allenthalben freye Konkurrenz, und soviel insbesondere die einheimischen Fabrikate, und darunter vorzüglich die ersten Lebensbedürf— nisse betrifft, einen den verglichenen Werth des Produkts nicht übersteigenden Preis zu erhalten u. s. w. Darin also liegt der Grund, warum Staatsfabriken den Nazional-Oekonomie-Gesezen geradezu widersprechen, und auch nie, als auf Kosten des Nazionalwohlstands ge— deihen können. ů Ich nehme selbst die Urprodukzion nicht von dieser Be— hauptung aus. Eine Landwirthschaft, die auf Rechnung des Staats geführt wird, muß an den nämlichen Gebrechen kranken, als eine Staatsfabrik. Ihr Vorwand ist gewöhn— lich: die Nazion durch das Beyspiel einer systematischen Oeko— nomie zu belehren, die Viehzucht zu veredeln u. s. w. Aber diese Zwecke können durch Unterstüzungen auf eine min— der kostbare und sinnigere Weise erreicht werden. Einzig jene Fabriken nehme ich also aus, deren Produkte der Staat beynahe ausschließend, als Staat, selbst be—⸗ kte der gebung: rwalten; aatsbech langung nns ge⸗ en, als r Ver— ichenen muß, Staats⸗ ht auf, freye ischen bedürf⸗ rodukts fabriken prechen, ids ge⸗ ser Be⸗ chnung brechen ewöhn⸗ Oeko⸗ Aber ne min⸗ rodukte bst bes = 101 darf, die er nur für sich selbst produzirt, wo also jener Widerspruch und Kampf der Produktifkräfte gar nicht ein— tritt, als Stückgießereyen, Salpeterpflanzungen, Pulver-⸗ ühlen und dergl. Eigene Unternehmungen auf Rechnung des Staats müs⸗ sen außerdem ihrer Natur nach stets schädlich seyn. Es ist nicht möglich, daß eine auf Kosten des Staats errichtete Fabrik die Konkurrenz mit der Privatfabrikazion aushalte. Die unübersehlichen und unvermeidlichen Unter— schleife abgerechnet, sind die Verwaltungskosten bey der Privatfabrikazion offenbar gewonnen. Alle dergleichen Unter— nehmungen sind ein Raub an der Nazional-Industrie; und wenn nicht Eitelkeit und Glanzsucht über die Bilanz des Auf⸗ wands und Ertrags vorsäzlich die Augen verschließt, so muß stets ein beträchtliches Desizit erscheinen. Die Fabrikazion der ersten Bedürfnisse hat ohnehin Reiz genug, Produzenten an sich zu ziehen; gewöhnlich werden also zu dergleichen Fa—⸗ brikunternehmungen Bedürfnisse des Luxus gewählt, de— ren Absaz ist aber nicht unveränderlich gewiß und hängt von der Laune der Sitten und Moden ab. Auch sind dergleichen Unternehmungen nicht fähig, in merkantilische Operazionen einzugehen, zu tauschen, oder Kredit zu geben, indeß sie doch in beständigem Gange erhal⸗ ten werden müssen; daher häufen sich die Magazine, und am Ende muß man den Absaz durch Lotterien oder ähnliche schädliche, ja oft durch Zwangsmittel erpressen. Die näm— liche Eitelkeit, welche die Fabrik geschaffen hat, führt kost— bare, in der Unterhaltung lästige Gebaude auf, und alles dieß ist das Grab der Fabrikazion. Unmittelbare Staats- Unterstüzungen zu Anle⸗ gung neuer Fabriken hingegen können nur durch ein sehr 102 dringendes Bedürfniß, nur durch eine höchst wichtige Rück⸗ sicht auf das allgemeine Wohl gerechtfertigt werden. Wenn nämlich z. B. ein innländisches Urprodukt nur dadurch zur eigenen Fabrikazion gebracht werden kann, und ein unentbehrliches Bedürfniß fabrizirt wird; wenn also die Nazion dadurch aus einer drückenden und gefährlichen Ab⸗ hängigkeit befreyt werden kann, oder wenn die öffentliche Sicherheit, die Vertheidigung des Staats es fodert, und in allen diesen Fällen kein Privatunternehmer den dazu erfo— derlichen Fönd besizt. Selbst bey jenen Fabriken, welche der Staat biswei—⸗ len auf eigene Rechnung unternehmen muß, als Kanonen— gießereyen, Gewehrfabriken, Pulvermühlen und dergleichen, wird die Staatsverwaltung besser thun, nach Errichtung der— selben, sie auf irgend eine Weise in Privatunternehmungen zu verwandeln, und nur den Absaz sicher zu stellen. Die Rücksicht auf Güte des Fabrikats kann dieß nicht hindern, denn durch eine richtige und gewi issenhafte Aufsicht und Kontrolle können Unterschleife eben so gewiß, oder doch nicht mehr noch weniger vermieden werden, als bey der Fa— brikazion auf eigne Rechnung; wohl aber wird ein beträcht— licher Theil des Aufwands erspart. 255. Ein großes Hinderniß des Emporkommens der Fabriken und Manufakturen in Europa ist die Art ihrer Verthei— lung, und doch hätte das Beyspiel Indiens die Regierungen längst darüber belehren sollen. Den Indischen Alde“as, den Dörfern, die mit Seiden- und Baumwollen-Webern besezt sind, hat Ostindien den Flor seiner Manufakturen zu danken. Die Vortheile der Verbindung der ersten Manufak— turen mit dem Landbau find mannichfaltig. ige Ruck Wenn dadurch Und ein in also die chen Ab⸗ Fentliche „Aund in zu erfo— bisbei⸗ Kanonen⸗ Igleichen, tung der⸗ hmungen dieß nicht te Aufsicht oder doch der Fa⸗ beträcht— Fahriken zerthei— gierungen as, den hern bescht zu dankes, Manufal⸗ 2 2 Manufaktur- und Fabrikarbeit scheint eben deswegen den Hang zum Wohlleben mit sich zu führen, weil sie eine zugleich anhaltende, tägliche und gewöhnlich doch nicht hef⸗ tige Anstrengung fodern(191.). Die Arbeit des Landmanns ist in zwey Perioden abge— theilt; in diejenige, wo eine und zwar ermüdende Arbeit auf die andre folgt; und die Periode der Unthätigkeit und Ruhe. In der ersten Periode stumpft die Ermüdung allen Hang zum Wohlleben ah, und in der zweyten bringt sie, als herr— schendes Gefühl der Behaglichkeit, den Hang zur Ruhe hervor. Auch ist gewöhnlich der Ertrag des landwirthschaft— lichen Einkommens zu ungewiß, zu wandelbar, zu abhängig von Witterung, Getraidepreisen und dergleichen, als daß nicht die Besorgniß, sein Hauswesen in Unordnung zu brin⸗ gen, den Landmann auch in glücklichen Zeiten von hohem Aufwand zurückhalten sollte. Sein Vermögen besteht größ⸗ tentheils nicht in lebendigem Kapitalstoffe, nicht in Aus⸗ gleichungsvehikeln; es steckt in einem zwar immer fruchtbrin-⸗ genden, aber todten Kapitalstoffe. Seine Ländereyen, sein Vieh, die Achtung, welche der Grundeigenthumsbesiz ge⸗ wöhnlich, besonders unter dieser Klasse, erwirbt, ist für ihn ein natürlicher Sporn, diesen Kapitalstoff zu erhöhen, jede Ersparniß dazu anzuwenden, und also seine Grund⸗ stücke, seinen Viehständ zu verbessern und zu vermehren. Nur dadurch kann er unter seiner Mitbͤͤrgern Auszeich⸗ nung erwerben. Nicht durch glänzende Tracht, an der die Natur seines Gewerbs ihn hindert; nicht durch prächtige Möbeln, durch die er nur den Neid und die Verfolgung sei⸗ ner Miteinwohner aufregen würde, und die nicht zu seiner Lebens- und Erwerbsweise passen. Der Spielraum des Luxus ist also bey dem Landbauer sehr eingeschränkt. 104 Ganz anders verhält sichs beym Manufakturisten. Sein 10 Daseyn enthalt nur Eine Periode täglicher, bestimmter 0 Arbeit. Er kann den täglichen Verdienst berechnen, also 0 auch berechnen, wie viel ihm, nach Abzug der nothwen— e digen Bedürfnisse, für die des Wohllebens übrig bleibt. 10 Der natürliche Hang des Menschen zum Genuß muß ihn, bey dem steten, regelmäßigen Gange seiner Einnahme, bey + dieser Sorglosigkeit für die Zukunft, nothwendig reizen, diesen Ueberschuß zu Befriedigung des allgenblicklichen Ge⸗ mal nusses, jenem Hange gemäß, anzuwenden. Wird dieser in der Natur liegende karakteristische Zug des Manufakturisten begünstigt, so muß er die Aufnahme der Manufakturen hin-⸗ I dern. Dieß geschieht aber durch die Anlegung der Manu— h fakturen und Fabriken in den Städten. dh Dort, wo die Ansteckung der zusammengedrängten Men— lste schenmasse an sich, wo der Spielraum der Eitelkeit und rissh Glanzsucht, zur Kleiderpracht, zum Aufwand aller Art, wo ö del die Gelegenheit zu allen Gattungen des Wohllebens reizt, n dort kann der Manufakturist, nach Verhältniß seines Auf—⸗ x 0 wands, nur einen kärglichen Unterhalt gewinnen. Ich werde mich anderwärts über die an sich sinnlose heh, Abmarkung der Städte und des flachen Landes, oder der fll Dörfer, Weiler und Höfe, ich werde mich über die theore—⸗ ö Lehen tisch-anerkannten und doch bis jezt praktisch verkannten Nach— nide theile der Vermehrung der Volksmenge in den Städten ö„ erklaren; hier ist meine Absicht nur, die Hindernisse zu bezeichnen, velche der Aufenthalt eines großen Theils der der Manufakturen und Fabriken in den Städten, ihrem Flore Qu entgegen stellet.— ö Stt Die aus jener unmäßigen Anschwellung der Städte, dem ö und Kinde der Eitelkeit, resultirende Preis erhöhung der ersten NM SSS....... Seit immter u, alss hwen⸗ bleibt. ihn, / bey eizen, Ge— ser in uUristen n hin⸗ Nanu⸗ ——— —ͤ 105 Lebensbedürfnisse auf einem konzentrirten Punkte, muß noth— wendig für die Manufakturen nachtheilig werden; sie erhöht die Arbeitspreise, und dadurch können sie an sich mit an— dern ausländischen Fabrikaten, deren Bearbeitung den Vor— theil des Lokals für sich hat, die Konkurrenz nicht aushalten. Lurusfabriken sind allerdings größtentheils für Stadte passend, weil deren Produkte nur dort dem Anschauen der Reichen ausgestellt sind, nur dort Absaz finden. Aber auch manche Lurussabriken würden auf dem flachen Lande besser als in den Städten gedeihen. Müssen schon die Städte der Siz des Komerzes seyn, und die Handelsleute dort in ihren Vorrathshäusern, Gewölben und Laden die Fabrikate ver— wahren, so werden jene Produkte, wo sie auch verfertigt seyn mögen, den nämlichen Absaz behaupten. Die Fracht— kosten bis zum Ort des Verkaufs stehen in keinem Verhält— nisse mit der Preiserhöhung, als dem Resultate des Daseyns der Fabriken in den Stadten. Auch ein großer Theil der Lurusfabrikate könnte also, in Europa so gut als in Asien, auf dem flachen Lande fabrizirt werden. Ist der Ackerbau blühend, also der Landbauer wohl— habend, so wird dort ihr Daseyn seine Empfanglichteit Lebens, für Aumuth und Reinlichkeit erhöhen, seine Sitten mildern; er wird auch wohhlebend werden, und dieß ist es, was das Prinzip der Nazional-Oekonomie will. Dort ist vorzüglich der Siz der einfachen Fabrikazion, der Verarbeitung erster Bedürfnisse; dort vertheilen sie die Quellen des Nazional-Reichthums durch alle Adern des Staats, und verbreiten jenen allgemeinen, gleichen und sichern Wohlstand, welcher allein dem Prinzip der Nazional-Oekonomie zusagt. Zu lange schon haben die Ein⸗ für Senuß, für Wohlleben, für die Bequemlichkeiten des 100———— wohner der großen, und vorzüglich der ResidenzStädte, sich des ausschließenden Titels der Nazion aarmn Anders mag sichs mit Kun st produkten verhalten. So wie größtentheils nur das Anschauen der Kunstwerke sie hervor zu bringen vermag, so haben sie auch nur In— teresse für die Kunstdilettanten, also für die beheren gebil⸗ deten, durch Beruf, Reichthum und Neigung in die Städte gebannten Stände. Der Fremde, der Reisende, dem ge— wöhnlich Zeit und Beruf nur die Besuchung der Städte, als des Centrums der Staaten gestatten, kann nur dort mit ihnen bekannt werden, nur in den Städten mögen also die Künste gedeihen und ihre Produkte dort sichern Absaz finden. 256. Der Zeit-Geist hat das Zunftwesen im Allgemeinen als eines der wichtigsten Hinderist der Industrie verschrieen. Der menschliche Geist ist geneigt, von Extremen zu Extremen zu springen, weil sich die äußersten Berührungspunkte jeden Gegenstands am leichtesten und schnellsten dem Verstande dar— stellen, indeß das Durchlaufen der mannichfaltigen Gradazio— nen zwischen beyden, anhaltendes Nachdenken, Forschen, Prüfen und Wägen heischt, dagegen der Eitelkeit, der Aus— zeichnungsbegierde keinen Spielraum bietet. Man ist also ohne tiefere Untersuchung des Zunftwesens bey seinen Mängeln und deren nachtheiligen We stehen geblieben; ohne historische Prüfung, ohne ruhige Sonderung dieser aus der Geschichte seiner Entstehung allein erklär— baren Gebrechen, und deren temporeller, so wie im allge— meinen deren lokaler Nothwendigkeit. Man hat daraus im Allgemeinen die Verwerflichkeit des Zunftwesens gefolgert. t TTTTTTTPSPTTR nur In⸗ „gebil⸗ Städte dem ge⸗ te, als also die finden. emeinen schrieen. ö Atremen kte jeden inde dar⸗ radazio⸗ 'orschen, er Aus- nderung erklör⸗ m allge⸗ daraus Iftwesens 107 Einer der gehaltreichsten Staatswirthschaftlichen Schrift⸗ steller, Simon z. B., will alle Gilden und Zünfte abge—⸗ schaft wissen, und die Revoluzion hat sein System in Frank— reich zum Gesez erhoben. Ruhige Forschung zwingt uns da— gegen, im Physischen, so wie im Moralischen, eine gewisse Würde des menschlichen Geists anzuerkennen, welche Zeiten, Sitten, Verhältnisse und Geseze zwar modifiziren, aber nit vertilgen können. Ruhige Forschung bleibt also nicht dabey stehen, die gesellschaftlichen Institute der Vorzeit des Nimbus zu ent⸗ hüllen, den Alter und Gewohnheit um sie gezogen haben, sie lehrt uns jene ursprüngliche Wür de aufzuspähen, und die Züge jenes unter allen Formen und Gestalten gleich thä— tigen, wenn schon oft mißleiteten Strebens nach Wohlstand und Vollkommenheit aufzufassen. Der erste Beschäftigungstrieb des Menschen mußte sich nothwendig auf seine Nahrung, also auf den Ackerbau werfen. Der Ackerbau an sich, die Verbesserung der zu dessen leichtern, schnellern und vortheilhaftern Betrieb er— forderlichen Werkzeuge, so wie der Ueberschuß seines Ertrags für den Landbauer, konnte erst allmählig Fabriken und Ma— nufakturen hervorbringen. Aber unmöglich konnte deren Vervollkommnung damit gleichen Schritt halten. Von der Entstehung der Kultur, von dem Zeitpunkt an, wo die Völker ihr nomadisches Jäger- und Hirtenleben verließen, war beynahe allenthalben das Gru ndeigenthum in den Händen weniger. Die Manufakturen, die Handwerke wur— den, wie z. B. bey den Römern, bey den Burgundionen*), ) Lex Burgund. ap. Lindenbrog. Cod. Legg. antiq. Tit. X. 21. — 108 den Sklaven, den Knechten überlassen, und dieß mußte noth— wendig deren Ausbildung aufhalten. Die Geschichte aller Völkerschaften zeigt uns das Grund— eigenthum nicht im Besize der Nazion, nicht nach dem Maasstabe ihrer Bedürfnisse, als der von der Menschen— existenz unzertrennlichen Bedingung, also als ein ange— bornes Recht, sondern im Besize derjenigen einzelnen Na— zionalglieder, welche persönliche Eigenschaften oder Opinion zur Herrschergewalt berufen hatte. Und so wurde durch den wunderbarsten Zirkel, das, was Eristenz anderer, und zwar gesicherte Exristenz voraus se— zen und nur von ihr ausgehen sollte, die Vorbedin— gung dieser Existenz. Der Herrscher regierte nicht, weil ein Volt vorhanden war, das sich nähren konnte, und also in seinen geselligen Verhältnissen Leitung bedurfte, sondern um ein Volt zu ernähren, das er zu beherrschen vermöge C(r32. 182.). Durch die Austheilung dieses Grundeigenthums unter die angesehensten der Nazion, die Heerführer, Kriegsleute und Höflinge, schien er nur einen Theil der unmittelbaren Last dieser Ernährung auf diese wälzen zu wollen. Wir mögen noch so einig seyn über das angeborne Recht des Menschen am Grundeigenthum, als Grundbedingung seines Daseyns, so können wir doch die Wirklichkeit dieser entgegen gesezten Verhältnisse in der Geschichte aller Völker nicht verkennen. Sie lässen sich aus der Natur der menschlichen Seele erklären. Der angeborne Hang des Menschen zur Unabhängigkeit, zum freyen Selbsterwerb, zur Selbststän⸗ digkeit, mußte im rohen Zustande ein mächtiges und über— wiegendes Gegengewicht in der Abnahme der Sorge für die Selbsternährung finden. bE— noth⸗ Brund⸗ h dem ischen⸗ inge— Na⸗ inion Was sse⸗ din— weil also dern möge unter leute aren Wir des ines gen icht hen zur stän⸗ lber/ rge 109 Furcht oder Verehrung, welche in seiner Seele, ver— bunden mit der Ahnung der Nothwendigkeit irgend eines allgemein anerkannten Leiters der gesellschaftlichen Hand— lungen, die Hereschaft des Regenten begründeten, schien, durch die Behaglichkeit eines sorgenlosen Daseyns, Kraft deren man alles von ihm erwattete, unterstüzt, das Drückende der Abhängigkeit reichlich zu vergüten. Und so entstand denn die Idee, daß die Regierung das allgemeine Nazional Kosthaus, daß der Herrscher die Na— zion, der Staat sey. Für ihn arbeitete man, um von ihm die Erhaltung des Daseyns, als Lohn dieser Arbeit, zu empfangen. 257. 4 Vom Herrscher, und mittelbar von seiner Größe, gieng alles aus, also auch die Manufakturen und Fabriten. So wie der natürliche Instinkt den Menschen zu nächst zur Sorge für die Nahrung treiben mußte, so war auch die Einfachheit dieser Beschäftigung dem rohen Zustande desselben am angemessensten. In jenem Zustande wurde aber genau nur so viel an— gebaut und erzeugt, als der Herrscher zur Ernährung der vorhandenen Volksmasse bedurfte. Schon der Ackerbau konnte also nicht schnelle Fortschritte machen, weniger noch diejeniger Beschäftigungsarten, die erst aus seinem Ueber— flusse folgten. Diese foderten außer dem produktifen Urstoffe den Grundeigenthum-Kapitalstoff(56.), nämlich den Ueber— schuß des Ertrags. Dieser Kapitalstoff befand sich nicht in den Händen des Volks, sondern der Herrscher. Außer den einfachsten Werkzeugen zu Bearbeitung des Bodens, so wie der Bearbeitung der Nahrungsmittel, der Erwär— mung und Bekleidung könnten mithin alle übrige Manu— 110— fakturen nur auf den Wink des Herrschers entstehen. Sie boten in ihrem unvollkommenen Zustande nur die Ernährung des Arbeiters, keinen Vortheil, keinen Ueberschuß dar,‚ hatten also weder für den Herrscher, noch das Volk, etwas lockendes. Erst durch die allt mählige Verbreitung des Grundeigen— thums unter eine größere Menschenmasse, erst durch die aus ihr entsprungene Vermehrung der Menschenmasse selbst, erst 2 das veredelte Gefühl der Vortheile einer selbstständigen Lage, dem Hange zu sorgenloser Ab bäange gigkeit das Gleich— gewicht zu halten begann, erst als die Menschen anfiengen, sich selbst zu er nähren, konnten sie sich aus jenem wilden Zustande allmählig emporarbeiten, und erst als die Geisteskultur das Gebiet des Ackerbaus überschritt, konnten Fabriken und Manufakturen beginnen. Die Seltenheit die— ser Fähigkeiten, die Unsicherheit des Absazes bey diesem stu— fenweisen Emporklimmen der Kultur, mußte aber, begreif— lich, dem Portschritte derselben neue Hindernisse in den Weg legen. So lange alles nur für den Herrscher und seine Familie, nämlich die Großen, arbeitete, welche— nach ihrer Lage, und angetrieben von dem Bedürfnisse, sich durch Einsichten und Glanz im B Besize der öffentlichen Opinion, als der Basis ihrer Herrschaft, zu erhalten, an Kultur bald über den Rest der Nazionalglieder emporragten, aber diese zu sich emporzuheben, eben deswegen bedenklich fanden,— so lange mußte der Spielraum der Manufakturen sehr ein geschränkt bleiben. Je geringer aber ursprünglich die Zahl der Manufaktu⸗ risten, je tiefer fühlten sie ihren Werth, im Verhältniß des Rests der Nazion, je stärker spornte dieß ihren Ehrgeiz ⸗ e ein⸗ 11I ihren Trieb, sich im ausschließenden Besize ihres Gewerbs, also ihrer Unentbe hrlichkeit zu erhalten. Nicht sowohl Besorgniß de 5 Nahrun ngsmangels als Ehr— geiz hat ursprünglich das Zunftsystem geschaffen. In den Zeiten seines Ursprungs war der Zustand der Menschen im Ganzen noch zu roh, als daß jene Besorgniß eine ausschlie— ßende Vereinigung hätte motiviren sol llen. Sie hat sich nur dieses Instituts in der Folge bemächtigt. 253. Der politische Zustand der Völker mußte allerdings eine solche Organisazion begünstigen. Die Basis des Staatsver— bands war damals: von der Nazion so viel Produkte zu er⸗ langen, als nothwendig schien, um, nac ch Abzug der noth⸗ dürftigen Ernährung des Volks, den höchstmöglichen Ueber— schuß für den Herrscher zu liefern; selbst unsre neusten Staatswirthschaftssysteme tragen, des gänzlichen Umschwungs der Verhäͤltnisse ohne geachtet, noch Spuren dieser ursprüng⸗ lichen— Bey einem solchen Zustande der Dinge, wo der Herrscher sein Verhältniß zu der Nazion, und das Verhältni 16 der Nazion zu ihm, einzig nach Pro⸗ dukten berechnete, war es seinem Vortheile angemesse— ner, sich einzig an die Urprodukzion zu halten, und die industrielle Produkzion nur in so weit zu begünstigen, als Be⸗ es diese Urprodukzion, vie seine eigenthümlichen so dürfnisse unvermeidlich foderten. Sein eignes Interesse trieb ihn also, den nr der Manufakturisten zu begünsti— gen, und die industrielle Produkzion in den möglich st engen Kreis zämmiiün Nur dadurch läßt sich jene schnelle und allgemeine Ver breitung des Zunftgeists und Zunftwesens bey allen Völ kerschaften erklären, sobald diese die erste Civilisazionsstufe beschritten hatten. 112 Daß gerade dieses System der erste, so wie der mäch⸗ tigste Hebel zur Civilisazion werden würde, werden müßte; daran dachten wohl damals weder Regenten noch Volk. Unläugbar aber ist es dieser Hebel wirklich geworden und gewesen. Man werfe einen Blick selbst auf die jezige Lage der Manufakturen. Ein großer Theil derselben sezt wissen— schaftliche Kenntnisse voraus, weil er auf der klaren Einsicht und Vergleichung der Natur erzeugnisse und Na— tur kräfte beruht, und noch werden sie großentheils empy— risch getrieben. Nothwendig mußte die Kenntniß der Naturkräfte aus einzelnen Erfahrungen und zufälligen Verbindungen abgezo— gen werden; dieß foderte also eine weit größere Masse von Anstrengungen, gewährte weit langsamere und unsichrere Re— sultate, mithin auch einen weit kärglicheren Lohn, als das freye Ausgehen von erforschten Prinzipien, von theoretischen Anerkenntnissen und Berechnungen. So wie dieß die Mühe der Beschäftigung häufte, so verengte es auch den Kreis der Konkurrenten. Ist irgend eine industrielle Produkzion auf Grundsäze zurückgeführt, sind diese allgemein bekannt, so ist es dem Menschen von gewöhnlichen Fähigkeiten leicht, die mechani— sche Arbeit der Ausführung von selbst zu erlernen; vermag er aus jenen Grundsäzen die Mißgriffe zu erkennen und zu verbessern. Nicht so, wenn die ganze Bearbeitung aus mechanischen Handgriffen zusammengesezt ist, die sich einzig auf zufällige Erscheinungen und Erfahrungen gründen, und bis in die geringfügigsten Details die pünktlichste Einhaltung fodern, wenn das Produkt wirklich erscheinen soll. Dieser Zustand der Dinge war ein zu mächtiger Reiz für die ersten Handwerker, um nicht ursprünglich ihre er mäh⸗ müßte; 9 Vulk. hen und ze Hage issen— klaren d Ra⸗ mpy⸗ ste aus abgezo⸗ se von re Re⸗ s das tischen Mühe eis der nösaze dem chani— rmag 1d zu aus inzig und Utung Reiz ihre Ehrsucht, und in der Folge auch ihr Interesse zu jener ängslichen Sorge zu treiben, die Kenntnisse ihres Gewerbes als einen Schaz, als ein heiliges Mysterium zu betrachten, dessen ausschließenden Besiz sie sich sichern, von dem sie alle Profanen ausschließen, und zu dem sie nur wenigen Einge— weihten, und nur unter sehr beschränkenden Bedingungen, den Zutritt gestatten dürften. So entstanden beynahe alle Korporazionen, und so auch die Zünfte. Ihren Ursprung erhielten sie also nicht durch Zwang, —— sondern durch die Natur der Dinge, durch den rohen Zustand der Menschheit; ihre Ausbildung durch den Geist der ersten Staatsverfassungen, der Herrscher, und durch die beyden vereinigten Hebel der menschlichen Handlungen: Ehrgeiz und Interesse. Je mehr die Vervollkommnung des Ackerbaus die Men— schenmasse mehrte, also Menschen absezte, die aus Mangel an Grundeigenthum, oder aus physischer Schwäche, eine andere Beschäftigung suchen mußten, je lockender der Wohlstand der vorhandenen Handwerker und Manufakturi— sten, je mehr er gerade durch diese Fortschritte des Ackerbaus, durch diese Vermehrung der Volksmenge nothwendig zunahm, je ängstlicher glaubten die ersten Manufakturisten über ihre ausschließenden Vorzüge wachen zu müssen. Daher das alte Sprüchwort: Das Handwerk hat einen goldnen Boden; daher die Ansicht, eine Meisterschaft gleichsam als ein Amt zu betrachten. 259. Indeß begonnen mit der Entfaltung des menschlichen Geistes zugleich diese Wahrheiten immer klarer hervorzu— treten: daß die Natur jedem Menschen gleichen Anspruch Zweyter Band. 8 114 auf freye Benuzung seiner Kräfte und Fähigkeiten verliehen habe, daß also jedes Beschäftigungsmonopol den ursprüng—⸗ Hlas lichen Menschheitsrechten widerstrebe, ja daß in dem näm— Gesf lichen Grade, als die Volksmenge sich vermehre, dieses Mo—⸗ in iB nopol auch ungerechter, so wie drückender werde. Kraft des Anerkenntnisses dieser Wahrheiten einigten W sich beynahe die denkenden Köpfe aller Nazionen, die Auf⸗ 160 hebung der Zünfte, die Vernichtung des Zunft— n: systems zu fodern. Ik Noch bis jezt ringen die Regierungen mit dieser Fode— hhhts rung, und Frankreich ist der einzige große Staat, in wel—⸗ pen chem sie als Folge der Revoluzion durchdrang, und das Zunft— 10 8 system vernichtet worden ist, um der Patentenauflage Or Plaz zu machen. Die Gründe des Widerstands der Regie— slhe rungen scheinen aber größtentheils in politischen Verhält⸗ Dc nissen zu liegen. Heßi Die Geschichte belehrt uns, wie jene geistlose Abthei— I lung der Nazion in Städter und Landlente gesez; suit liche Sankzion erhielt. RWasn Mit dem gänzlichen Umsturze jener Zeitverhältnisse ist hr der Grund und das Bedürfniß dieser Abtheilung längst ver⸗ uhs schwunden; sie selbst blieb stehen: ECine Erscheinung, auf shu welche man bey der Prüfung menschlicher Institute so häufig trift, und die sich sehr natürlich aus der Behaglichkeit erklä— 4 ren läßt, welche der gewohnte Zustand der Gegenwart ge⸗ Mi2 währt, aus der Seltenheit des freyen Tiefblicks, und aus der wi daraus entstehenden Aengstlichkeit gegen alle Aenderung, so Besg wie aus dem Krampfe, den das Geschrey aller derjenigen ver— dutcl anlaßt, welche nach den bis jezt bestandenen Einrichtungen sch sich im Besiz gewisser unrechtlicher Vortheile befinden. a. verliehen ursprüng⸗ dem näm⸗ itses Mo einigten ie Auf— Zunft— er Fode⸗ in wel⸗ as Zunft⸗ uflage r Regie⸗ Derhalt— Abthei— te gesez⸗ tnisse ist ngst ver⸗ ng, auf o häufig it erklä wart ge⸗ daus der rung, so iigen ver⸗ ichtungen en. 3 Schon nach den Zeiten des Mittelalters bestand das karakteristische Kennzeichen einer Stadt nicht mehr in der Geschlossenheit ihres Bezirks, ihren Ringmauern, sondern in der Ausschließung des Ackerbaus, der Urprodukzion. Eben deswegen zogen sie die industrielle Produkzion, die Manufakturen, so wie das Komerz beynahe ausschließend an sich, und schienen jener Einrichtung zu Folge, sich als die privilegirte Fabrikazionswerkstätte der Nazion zu betrachten. Därauf beruhte ihre ganze Existenz, desto eifersüchtiger bewachten sie also jene Monopole. Je isolirter diese Existenz, je größer diese Eifersucht, und am höchsten stieg sie also da, wo das ganze Volk, oder doch der herrschende Theil aus Städtern bestand. Daher in den aristokratischen Verfas⸗ sungen, z. B. in den größern Kantonen der Schweiz, in den deutschen Reichsstädten, die strengsten Zunftgeseze; da— her diese innige Verwebung des Zunftsystems mit ihrer gan⸗ zen Staatsverfassung; daher der Starrsinn, mit welchem sie auf diesen Gesezen beharrten, als die allgemeine Empörung des menschlichen Strebens nach Wohlstand, mittelst freyer Kraftausübung, als die allenthalben in ihrer Nähe sich ver— vielfältigenden entfesselten Fabrikanstalten ihrem Wohlstande schon den Untergang drohten. So lang die industrielle Produkzion sich noch in der Kindheit befand, mußten die Herrscher ihr, begreiflich, jede Vergünstigung zugestehen. Oft hatten die Städte diesen durch ihre Mauern und ihren Korporazionsgeist getrozt. Bey veränderten Verhältnissen besorgten die Regierungen, durch die Gewerbfreyheit denjenigen Staatsbürgern, welche sich bisher in deren ausschließendem Besize befunden hatten, ein Eigenthum, ein erworbenes Recht zu entreißen. 116* Die Zunftkorporazionen hatten frühe dafür gesorgt, daß die Erwerbung des Eintritts durch bedeutenden Aufwand er— schwert wurde; theils um die Konkurrenz der Kandidaten zu vermindern, theils um die eingetretenen durch die gebrachten Opfer desto fester an die Bewahrung der Korporazionsrechte und Vorzüge zu ketten. Auch glaubten die Regierungen, nachdem die Klasse der Manufakturisten und Handwerker allmählig durch ihre Zahl zu einer beträchtlichen Volksmasse angewächsen war, die Folgen einer Umwandlung nicht über— schauen zu können; also auch diese nicht wagen zu dürfen; sie glaubten höchstens bey Vernichtung der zu weit getriebenen Einschränkungen des allgemeinen Gewerbfleißes, bey Abstellung der emporendsten Mißbräuche stehen bleiben zu müssen; diese hatte der Korporazionsgeist hier weit zahl— reicher erzeugt, als bey andern geschlossenen gesellschaftlichen Vereinigungen, deren natürliche Tendenz Macht und Ueber— gewicht ist. Diesen Geist athmet die Gesezgebung aller Nazionen, insbesondere die deutschen Reichs-Zunftgeseze. ö Andre Schriftsteller)haben das Geistlose der Einrich— tung gezeigt, gewissen Bezirken oder Orten eine eigene Be— schäftigung zuzumessen, und mit Recht behauptet, daß die Gewerbe sich von selbst dahin ziehen würden, wo sie am vortheilhäftesten betrieben werden können. Diese Einban—⸗ nung der Gewerbe hat also nur gedient, den ohnehin na— türlichen Hang der Fabrikanten zum üppigen Wohlleben *) Z. B. Hert Prof. Jacob in den von mir in dem Vorberichte angezogenen Grundsäzen der Nazional-Oekonomie, S. 273., mit welchem schäßzbaten Schriftsteller ich übrigens über die Verschtedenheit unscer Ansichten vom Zunfiwesen leicht einig würde. —;:ʒd:G0s:-: äälͤ— wP—V DDD. daß die Wand er⸗ ddaten zu gebrachten ibnstechte ierungen, ndwel ker HAswasse cht über⸗ dürfen; triebenen es, bey eiben zu eit zahl⸗ aftlichen d Ueber⸗ Nazionen, Einrich⸗ jene Be⸗ daß die sie am Einban⸗ hin na⸗ leben orberichte „S.273½ über die eicht entg 117 und dessen Folge aufzuregen, dürftige Mittelmäßigkeit zu erzeugen. 260. So wie dieses Zunftsystem, kraft der Konzentrirung Einer produzirenden Klasse, auf der einen Seite allmählig eine Gattung von gesezmäßig organisirter Volksgewalt zu werden begann, die zum Widerstande gegen Herrschers— Willkühr und Begränzung der Macht dienen konnte, so konnte diese Konzentrirung hingegen auch von dem Herrscher wieder benuzt werden, um seinen Einfluß auf das Volk zu sichern und zu befestigen. Von beyden liefert die Geschichte häusige Beyspiele. In despotischen Regierungsformen war das Zunftwesen unläugbar das lezte Palladium der bürger— lichen Freyheit. In republikanischen Staaten hingegen, vorzüglich in jenen, wo die Fabrikazion, also auch das Ko-⸗ merz wahrhaft in Flor ist, hat die Zunftverbindung durch die richtige Anerkenntniß des Werths jeder, also auch der industriellen Produkzion, einen hohen Grad von Würde und Achtung errungen. In England z. B. lassen die ersten Pairs des Reichs sich in irgend eine Zunft einschreiben und finden sich dadurch geehrt. 261. Vorzüglich aber scheint das Zunftwesen von der Besorg⸗ niß der Regierungen gerettet worden zu seyn, den Wohlstand der bereits existirenden Nazionalglieder durch dessen Ver⸗ nichtung zu mindern. Sie haben gefürchtet, die allzugroße Vermehrung des Betriebs einzelne Industriezweige dürfte nur dazu dienen, aus den Trümmern des Wohlstands der schon vorhandenen Produzenten eine unnatürliche Volks⸗ masse von Dürftigen empor steigen zu sehen; sie scheinen also 118 von dem engherzigen Staatswirthschaftl ichen Prinzip ausgegangen zu seyn, welches den Zweck der Staatswirth— schaft einzig in der Erhaltung und Erhöhung des Wohls der vorhandenen Nazionalglieder sucht: Ein Zweck, den das höhere Prinzip der Nazional Oekonomie, kraft seiner weltbürgerlichen Eigenschaft(I4.), nicht anerkennt. Allerdings war es leichter, die industrielle Produkzion in gewisse willkuührliche Gränzen einzubannen, als mit Ruhe ihrem freyen Spiele bis zu jenem Markstein zuzu— schauen, den psychologische Ansichten, verbunden mit dem Ueberblick des Weltverbands, bestimmen. Richt einig mit sich selbst über das Populazionssystem, also auch nicht darüber: ob die Staatswirthschaftlichen Kalküls nach dem vorhandenen Volksbestand, oder nach dem zwar geahneten, doch nicht deutlich anerkannten freyen und humanen Prinzip der Nazional-Oekonomie zu machen seyen? war auch keine auf Grundsäze zurückgeführte Berech— nung möglich; wann die industrielle Produkzion einer Na— zion aufhöre ökonomistisch(107. 198.) zu seyn. Sie konnte nur von dem Beschäftigungskreise der v orhandenen Manufakturisten und Handwerker abgezogen werden. Diese wurden von dem Geiste ihres M onopolsystems nothwendig angetrieben, diesen Kreis stets so eng als möglich anzugeben, um sich dadurch den willkührlichen unökonomistischen Preis (54.) ihrer Arbeit zu sichern. Nur den Künsten wagte man freyen Spielraum zu lassen, weil bey ihnen der hohe,‚ also seltne Grad der Fähigkeiten die Besorgniß allzugroßer Konkurrenz ausschloß. Daher nannte man sie mittelst bedeutender Bezeichnung des Zwangs, dem die indu— strielle Produkzion unterlag, auszeichnungsweise freye Künste. Dieses Monopol, dieses ausschließende Zwangs— Prinzip autswirth; Vohls der „den das aft seiner rodukzion als mit in zuzu⸗ mit dem nosystem, haftlichen der nach n freyen machen le Derech einer Na⸗ n. Sie ndenen Diese thwendig zugeben, n Preis n wagte er hohe, Hugroßer mittelst ie inbl se freye wangs — 119 recht der Zünfte lag aber keineswegs in der ursprünglichen Errichtung der Zunftverfassung. So wurden z. B. in Frank⸗ reich schon zu den Zeiten Ludwig des Heiligen, Kon⸗ gregazionen der Handwerker, Lehrschulen der Gewerbe er— richtet, in welchen die fähigsten Glieder die jungen und un— erfahrnen unterrichteten. Und erst unter Heinrich dem zten wurde die eigentliche Zunftverfassung und der Zunftzwang gesezlich. 262. Mit jenen aus dem Mangel des Anerkenntnisses des veinen Nazional-Oekonomie-Prinzips entsprungenen Besorg⸗ nissen vereinigten sich die weiteren Besorgnisse: Der ohnehin große Reiz der industriellen Produkzion (164.) dürfte durch allgemeine Gewerbfreyheit der Urpro⸗ dukzion eine noch größere Volksmasse entziehen; durch Be⸗ freyung der industriellen Produkzion von allen Fesseln, von allem Korporazionszwange, dürften die Gewerbe selbst an ihrer Ausbildung, die industrielle Produkzion an der Vollendung leiden; stünde jedem Nazionalgliede frey, uneingeschränkt jede Gattung derselben zu treiben, so würde sich ihr auch der Unfähigste und Ungebildeteste widmen, das Streben nach Vollendung würde erlahmen, mithin die industrielle Produkzion an Qualitaät der Produkte ver⸗ lieren, was sie an Quantität gewönne. Diese Besorgnisse scheinen allerdings ruhigere Prüfung zu verdienen, als man in den neuern Zeiten ihnen gegönnt hat. Auch die einfachste und rohste Gattung der industriellen Produkzion fodert doch eine gewisse eigenthümliche körperliche oder geistige Fähigkeit. Dieß lag im Ursprunge des Zunft⸗ systems, dieß scheint auch dessen Erhaltung zu gebieten. 120 Ist der Betrieb aller Gewerbe gänzlich freygegeben, so scheint der Fortschritt derselben zur Vollkommenheit d a⸗ durch mehr gehemmt, als befördert. Die dem Menschen, vorzüglich dem ungebildeten, so natürliche Eigenliebe, die hohe Meinung, die er gewöhnlich von sich selbst und seinen Fähigkeiten hat, wird viele locken, sich zu jedem Gewerbe berufen zu glauben, sich zu jedem die erfoderlichen Fähig— keiten ohne Unterricht zuzutrauen, und dann muß jener jezt wohlthätige Zug des Zunftsystems, nämlich die Fortoflan—⸗ zung und Vererbung der Gewerbkenntnisse und Fahigkeiten von Generazion zu Generazion, in hohem Grade nachtheilig werden. ö Freye Konkurrenz ist auf Einer Seite allerdings Erwei— terung des Spielraums zum Fortstreben nach Vollkommen— heit. Aber die unbegränzte Konkurrenz und die daraus fol—- gende Verminderung des Wohlstands der Handwerker muß den Verfall der Gewerbe in Absicht der Qualität der Fabri⸗ kate begůnstigen; denn sie muß den, an sich seltenen, Ka pi⸗ talstofff mindern, der doch zum vollkommenen Betrieb so mancher Gewerbe unerläßlich ist. Sie muß durch die erhöhte Schwierigkeit: auch mit der höchsten Anstrengung einen bedeutenden Grad von Wohlstand zu erringen, die industrielle Produkzion entmuthen, die Industrie lähmen, un seltenen höchsten Grad ausgezeichne d— den ter Fähigkeiten ausgenom— men— alle Gewerbe in gleicher Mittelmäßigkeit erhalten. 263. Die Frage: ob das Prinzip der Nazional-Oekonomie gänzliche Vernichtung des Zunftsystems und vollkommen unbeschränkte Gewerbfreyheit fodre? scheint also v erneint werden zu müssen. kygegeben, enheit da⸗ Nenschen, liebe, die ind seinen Gewerbe n Fahig- jener ezt ortofl lan⸗ higkeiten achtheilig Erwei⸗ kommen⸗ raus fol⸗ reer muß der Fabri⸗ 1, Kapi— hetrich so eerhöhte ig einen dustrielle — den ogenom— alten. ekonomie lkommen erneint Eben so wenig kann aber das Zunftsystem in seiner jezigen Form jenem Prinzip zusagen. Unter Zunftsystem verstehe ich im Allgemeinen die ge— schlossene Vereinigung Einer Gattung indu⸗ strieller Produzenten, unter eigenthümlichen, bestimmten Sesezen. Nun würde aber I. auch nach gänzlicher Vernichtung desselben, auch im Zustande der uneingeschr änktesten Gewerbsfreyheit, bey meh⸗ rern Gewerben die Oberaufsicht der Regierung aus Staats-Polizey-Rücksichten unerläßlich nothwendig bleiben. Dieß ist z. B. bey allen denjenigen Gewerben der Fall, die auf Gesundheit und physischen Zustand der Staatsbürger Ein— fluß, und Drren Aufsichtloser uneingeschränkter Betrieb ge— fährliche Folgen für das öffentliche Wohl haben würde, die also der medizinischen Polizey untergeordnet werden müssen. Der nämliche Fall tritt bey allen denjenigen ein, die der Sittlichkeit in einem bedeutenden Grade nachthei— lig werden könnten(213.), oder der Verfälschung, dem Betruge, der Täuschung, dem Mißbrauche der Redlichkeit freyen Spielraum bieten würden. Z. B. die Ausprägung von Münzen, Medaillen und dergl. 264. II. Das Zunftsystem in jener ursprünglichen Gestalt ent— hält an sich mannichfaltige Hindernisse des Fortschritts zur Vollkommenheit, als Züge der Periode seiner Entstehung, in der vom Fortschritte wiht, erst von Gründung der Ge⸗ werbe die Rede war. Als der Zweck ihrer Stiftung und ihrer Organisazion, die Erhebung der Menschheit zur ersten Kulturstufe, erreicht war, mußte die diesem Zwecke ange— paßte Organisazion nothwendig zwecklos, und mit jedem Fort— schritte der Kultur vielmehr die aus jenem so organisirten Systeme resultirende Hemmung freyer Konkurrenz des Ge— werbfleißes in dem nämlichen Grade immer nachtheiliger werden; also das Zunftsystem sich von dem Nazional-Oekono— mie-Prinzip immer weiter entfernen. Einschränkung ist die Tendenz jeder Korporazion, Selbstsucht und Eitelkeit finden dort freyͤmn Spielraum. Jeder sogenannte Meister dünkte sich auch Meister des Ge— werbs, das er ausübte, im vollen ästehetischen Sinne dieses Worts. Diesen Dünkel trug er natürlich auch auf seine Menschlichkeit über. Sein einziger Zweck gieng also dahin, die erlangten Kenntnisse auf seine Familie zu vererben, als das einzige Vermögen, das er gewöhnlich, nebst seinem Handwerkszeuge, auf diese überzutragen vermochte. Die natürliche Folge davon war, daß der Sohn sich in dem Kreise des Vaters umherdrehte; denn, kraft eines bedeuten— den Zugs der Zunftverfassung, hatten die Söhne der⸗ Meister gewöhnlich gewisse Vorrechte. Nur wurde glück— licherweise diese absolute Tendenz zum Stillstand des Fort— strebens im Gewerbfleiße, oder was das nämliche ist, zu der Mittelmäßigkeit, durch einen einzigen, auch psychologisch— natürlichen Zug, noch in etwas gemildert, nämlich durch die Ausdehnung jener Vorrechte auf die Meister-Töchter; durch diese wurde denn doch hie und da, kraft des Wan— derungssystems, fremder Kunstfleiß in die Gewerbs— familie eingeimpft. ö War die Korporazion, also der geschlossene Konzentri— rungspunkt einzelner Nazionalglieder, der Staat im Staate, einmal gesezlich anerkannt, so waren auch zur Ausdehnung ihrer Rechte, zur Usurpazion, die Schranken offen. dort, hisieten des Ge⸗ theiliger Oekono⸗ razion, raum. s Ge⸗ dieses seine dahin, erben, seinem Die ndem deuten⸗ ne der⸗ glück⸗ Fort⸗ u der gisch⸗ ch die tet; Lan⸗ erbs— zentri⸗ taate, hnung 123 Das mit dem Zunftwesen verbundene, an sich schöne, sinnige und weltbürgerliche Wanderungs gesez der Hand— werker begründete eine gewisse, selbst dem eifersüchtigsten und unumschränktesten Herrscher, ehrwürdige Unabhangigkeit und Selbstständigkeit dieser Korporazionen. Der Egoismus, ein eigenthümlicher Zug des Korpora— zionsgeists, bemächtigte sich dieses Gesezes, um sein Vorzugs-— recht im Staate, seine Ausnahmen von den allgemeinen Staatsgesezen, so weit als möglich auszudehnen; durch seine speziellen Korporazionsgeseze die allgemeinen Staatsgeseze zu entkräften, oder zu vernichten. Daher die zahllosen soge— nannten Handwerks-Mißbräuche, als der Gegenstand so vieler, vorzüglich in Deutschland gegebener, meist kraftloser, Reichs- und Provinzialgeseze; Usurpazionen, mit welchen der Philosoph sich nur durch den Geist von Kosmopolitismus versohnen könnte, mit dem diese Institute sich gegen die rast— lose, dem Nazional-Oekonomie-Prinzip widerstrebende Ten— denz der Regierungen zu insularischer Selbstständigkeit und Auflösung aller weltbürgerlichen Bande, entgegen— stemmten. ö ᷓ Dieser kosmopolitische Geist war es aber auch, der das Zunftwesen den Regierungen als gefährlich darstellen mußte. Kraft des beynahe in ganz Europa durch eine still— schweigende Konvenzion angenommenen Wanderungs- systems hiengen die Meister stets von ihren Gehülfenab. Sie waren Welt burger; in ihren Fähigkeiten bestand ihr Vermögen. Dieses Gefühl ihrer Unabhängigkeit, dieser freye Weltbürgersinn drückte ihrem Karakter nothwendig einen Troz, eine Unbiegsamkeit auf, welche sich mit der immer steigenden Tendenz der Regierungen nach uneingeschränkter Herrschaft nicht vertrug. ö 124——— Die Unentbehrlichkeit ihrer Hülfe, die Besorgniß des 1 Nachtheils für die wandernden Kinder der Eingebornen,. machte es gefährlich, sie in Masse anz Igreifen, und kraft des Zunftsystems war jeder Angriff auf Ein Individuum auch. ein Angriff der Masse. Dieser Welttürger sinn, dieses kos— mopolitische Band, dieser daraus entspringende Geist von 3 Unabhängigkeit mußte nothwendig in alle Zunftgenossen eine* Stökrigkeit übertragen, die in despotischen Staaten zu Zeiten 0 der bürgerlichen Freyheit zu statten kam, aber auch den wahr— haft Nazional⸗ Dekonomistischen Absichten der Regierungen allenthalben Hindernisse entgegenstellte; nicht selten zu förm⸗ 143 lichen Empörungen, ja selbst zu Staats-Umwälzungs-Ver—⸗. suchen die Veranlassung gab, oder doch den Vorwand lieh; ö es ist z. B. bekannt, welche bedeutende Rolle die Zänfte in 4 Frankreich in den Zeiten der Ligue spielten. Jene Tochter der Revoluzion, der unruhige Geist der Organisazion und Reorganisazion, welcher so manche Regie— I rungen ergriffen hat, glaubte im Zunftwesen einen würdigen Iu Spielraum zu finden, und wenn seine Plane oft an dem 0 Kosmopolitismus dieser Vereinigungen scheiterten, so rächte er sich desto kräftiger dadurch, daß er das Zunftwesen einzeln und allmählig untergrub. 1 Die Nazional-Oekonomie-Kunde geht bey der Prüfung 22 des Zunftsystems von andern Ansichten, sie geht von den Grundsäzen aus, welche ihrem Prinzip angemessen sind. 6 Mit der geschichtlichen Erforschung seines Ursprungs, mit der aus ihr resultirenden richtigen Würdigung seiner Vortheile 06 für die Civilisazion und des in die Zunftgeseze mit ächter Weisheit verwebten Weltbürgersinns, verbindet sie die An-⸗ 0 erkennung der allgemeinen Nachtheile für den Nazionalwohl— stand, die das Zunftsystem mit jeder Korporazion gemein 2—————— Wi des ihomnen, und haft UAum auch leses kyz⸗ list von seh kine Heiten waht- Ong ungen a lieh, fte in dit der Rigiet Mddigen ½ dem lachte Wasen Ifung den mit theile ͤchtet TN Rein 125 hat, und diejenige, welche ihm in Absicht der Hemmung freyer Konkurrenz des Gewerbfleißes eigenihümlich sind. Als Resultat dieser Forschung und Prüfung driagt sich denn die Ueberzeugung alff: daß nicht das Zunsisystem an sich, Nour. V wohl aber nach dem jezigen Kulturstande der Menschheit, ein bedeutender Theil seiner ursprünglichen Form, Organisazion und Geseze mit dem Nazional-Oekonome— Prinzip im Widerspruche stehe; also mit Recht einen großen Theil der Beschuldigungen verdiene, welche Simon, und noch kürzlich ein andrer einsichtsvoller Franzose, Vital— Rour*) ihnen gemacht hat. Entschieden scheint es hingegen, daß dieses System dem Zeitgeiste angepaßt werden müsse, seine unverkennbaren Vor⸗ theile für den Nazionalwohlstand aber gerettet werden können. 295. Es scheint nämlich zu jeder Zeit und in jedem Verhält— nisse wohlthätig und nothwendig zu seyn, auch der indu— striellen Produkzion gewisse Vereinigungspunkte zu geben. ö Der natürliche Hang des geselligen Menschen treibt ihn an sich— außer dem allgemeinen Nazionalverbande— zu näheren, engeren Verbindungen. Das allgemeine Staats— bürgerliche Band ist, zumal in despotischen Staatsverfassun— gen, zu schlaff, um jenen Hang zu befriedigen, und die Empfänglichkeit dafür fodert einen Grad von Ausbildung, der weder allgemein ist, noch es, nach der Natur der Be— schäftigungen des größern Theils der Nazionen, seyn kann. *) In seinem Rapport à la Chambre de Commerce de Paris, sur les jurandes et maitrises, et sur un projet de statuts et regle- mens pour les Marchands de vin. Paris 1891. 126 2 Außer den Familienbanden benuzt also der Mensch die Religion, so wie jede andre im Laufe seines Wirkungskreises erscheinende Veranlassung, sich an einzelne seiner Mitbürger näher anzuschließen, und einen eigenen engeren Kreis um sich her zu bilden. Diesen Hang, der die Geselligkeit beför⸗ dert, die Sitten mildert, und die moralischen Empfindungen entfaltet, muß der Staat nicht hemmen. Seine Vortheile wiegen die Nachtheile des Korporazionsgeists überschwenglich auf. Diese verlieren sich leicht wieder in dem allgemeinen Nazionalbande, vorzüglich wenn die Staatsverfassung richtig organisirt und die Regierung kraftvoll ist. Die Zünfte treten nicht aus dem Kreise des Bürgerstands, und die Absonde— rungelinien derselben unter sich sind zu schwach, um den Ge—⸗ meinsinn zu verdrängen; aber doch stark genug, die Zunft— glieder näher aneinander zu rücken. Selbst die Ehrsucht, die dem Zunftsysteme zum Grunde liegt, ist ein wohlthätiger Hebel zu Beförderung und Erhaltung der Moralität. So lange es der Philosophie nicht gelingen wird, noch kann, jedem im Volke Empfänglichkeit für das Gefühl seiner Würde als Mensch und als Staatsbürger einzuflößen, wird sie den Werth respektiren müssen, den der Handwerker auf seine Meisterschaft legt. Diese Gründe scheinen am Gewichte zuzunehmen, je einfacher die Handthierung ist, je mehr sie aus Mechanismus besteht, je weniger geistige Ausbildung sie fodert. Denn in dem nämlichen Grade bleibt auch der Handwer—⸗ ker auf einer niedern Bildungsstufe stehen. Entzieht man nun diesen mechanischen Arbeitern allen Sporn, nimmt man selbst auch in diesem Gewerbe alle Stufenleiter hinweg, so muß diese Menschenklasse nothwendig nicht nur selbst im Mechanismus ihrer Beschäftigung rückwärts schreiten, sie 5 — EE* V — — 8* ——*5 ** + 4 — 12 „ 2 —— II— — X. — 8* 14 ** 2* t— ** E — 2 ** —*** —* — 1— —* * 43 35 *4 * 4⁴ 2— —*0 * —— 4* —*—* * I* —— Es⸗ ich — ** 0 1 7 IEA7 — * I* * 8.** 1* — 4„ 4. V* **** „. * —* * — —* * *** — —— 2 * 1* 4 — —2 — + ** **** —— * 27 * 5 — E —4— — 5* 128—— · verdient dle Brittische Zunftverfassung, die Forster het am richtigsten dargestellt hat, so locker auch dort die Zunftbande 90 sind, keine Nachahmung, denn ihr ist diese V Verpollkommnung den käum Nebenzweck. ö 267. Unverkennbar aber ist es auch, das Zunftsystem bedarf IX einer gänzlichen Umwandlung. Außer den, der ursprüng— sch lichen Einrichtung ohnehin fremden, Mißbräut chen, muß aus II diesem Institute alles das jenige entfernt werden, was einzig Mab der Zeit ihrer Entstehung angehört. sie In einem Zeitalter, wo die Gewerbsfähigkeiten so selten, ‚ die Po opulazion si so gering, die Sitten so einfach, also die gah Bedürfnisse der Bequemlichkeit und des Lurus so eingeschränkt X waren, konnte auch die 3 ahl der Zunftgenossen nur sehr eingeschränkt seyn, sie durfte es auch nur seyn. Bey der Dun Zunahme der Populazion, bey der noch immer steigenden Neu ö Zahl und Mannichfalti igkeit der Bedürfnisse und Genußmittel 3z0. mußte sich die Zahl der industriellen Produzenten ausdehnen; Dal es ist also ohne Sinn, diese Zahl unabänderlich zu bestimmen. 30 Wenn der Staat nach Razional-Oekonomistischen Grund— fim säen die Bevölkerung ihrem stillen ruhigen Gang überläßt,‚ 1 so kann es auch für die Zahl der Gewerbsarbeiter keinen un— ö abänderlichen Maasstab, keine geschlossene Schranken geben. RuI: Mögen die einzelnen Gewerbe sich immer in Korporazionen Iunt einigen, wenn nur jedem der Zutritt offen ist, der seine Fähigkeiten dazu beurkundet. G Ich finde in den Nazional— Oekonomiegesezen kein Mo— filt nopolrecht der schon vorhandenen Arbeiter, keine Verpflich— wul tung des Staats, ihnen auf Kosten der Nazion ihr his— Hust ö ö *) Ansichten vom Nieder⸗Rheln. 3. Bd. S. 40.* Wet ———·„.————— ster 9) stbande umnung bedarf hrüng⸗ faus einzig selten, so die känkt sehe der Enden mittel hnen; men. und⸗ läßt, un⸗ ben. nen eine heriges Auskommen zu sichern, wie Büsch) glaubt. Ich finde darin vielmehr die Pflicht, jedem Nazionalgliede den freyen Gebrauch seiner Produktifkraft zu bewahren. 268. Eben so geistlos und kleinlich ist jene scharfe Abmar— kung der Gränzen der Gewerbe unter sich, die sich, vorzüglich in Deutschland in den Reichsstädten, bis auf die neuesten Zeiten erhalten hat. Sie ist es, welche die Ausbildung der einzelnen Gewerbe und den Kunstfleiß lähmt; sie ist es, welche so oft Bürger gegen Bürger bewaffnet, den Familienfrieden zerstört, die Zunftgenossen durch sinnlose, gar nicht für den bürgerlichen Richterstuhl geeignete Prozesse verarmt hat. ö So bestritten einst die Zeuchmacher und Färber der Provinz Bretagne den Manufakturisten zu Nantes und Rennes das Recht, einen Zeuch aus Baumwolle und Linnen zu fabriziren, und nach einer neuen Methode zu färben. Das Parlement entschied zum Vortheil der Manufakturisten, — gerade, als alle zu der Unternehmung der Fabrik be— stimmte Kapitalien durch die Prozeßkosten schon verschlun— gen waren. ö So erinnere ich mich eines Prozesses der Zeuch⸗ und Raschmacher in einer deutschen Provinz, der sich mit dem Untergange und der Auswanderung beyder Theile endete. Daß der Fortschritt der Künste und Wissenschaften die Gewerbkunde erweitern, die industriellen Produkte vermannich— faltigen müsse, daß also auch ganz neue Gewerbe entstehen müssen,— für diese so einfache Wahrheit waren noch vor kurzem manche Regierungen nicht empfänglich. *) Abh. v. Geldumlauf. ater B. S. 77. Zweyter Band. 2 2 130 In Ostindien ist die Abmarkung der Gewerbe auf den höchsten Punkt getrieben. Dort existirt eine förmliche Rang- und Klassenordnung der Professionen, deren Zahl sich an Hundert erstreckt, welche sämmtlich in der größten Abson—⸗ derung von einander leben müssen. Daher sind auch die Hindus seit Jahrtausenden in der Manufaktur nicht vorge— schritten. Ihre mehresten Handwerker sind noch wandernd und mehrere mit der tiefsten Verachtung gebrandmarkt D. Die Dauer der Lehrzeit, welche der Eigennuz der älte—⸗ ren Zunftgenossen verlängerte, um ihr Monopol auszu⸗ dehnen, ist durchaus unökonomistisch. Nicht ein für alle Lehrlinge und Gesellen, ohne Unterschied ihrer Fähigkeiten und Fortschritte, bestimmter Zeitraum, einzig der Grad dieser Fortschritte ist der sinnige Maasstab der Dauer der Lehrzeit, und ihn sollte die Prüfung bestimmen. Auch die Erschwerungen der Aufnahme, der oft bedeu— tende und gerade für jene Volksklasse, welche sich der indu— striellen Produkzion widmet, so drückende Kostenaufwand, so wie die pedantische Art der Prüfung und Beurkundung der Fähigkeiten, durch sogenannte meist nuz lose Meister⸗ stücke, hemmen die Industrie, und sind dem Nazionalreich— thume nachtheilig. 269. Ehrwürdig dagegen, als weltbürgerliches Band und als Veredlungsmittel der industriellen Produkzion, ist das schon ursprünglich in das Zunftsystem verwebte Wanderungs⸗— gesez der Handwerksgenossen. Es bedarf nur einer zweckmäßigen Organisazion, um die in seinem Geiste lie— *) Sonnsrats Reise nach Ostindlen ꝛc. 1. B. 5. Kap. H Oi 145 M öfent 2 M ler! I Ctaß welch einer Kase ů—— 131 mi genden wohlthätigen Folgen in ihrer ganzen Fülle zu al sh aäußern*). 35 3 Köpfe haben sich in den Ihsn⸗ neuern Zeiten mit diesem wichtigen 8 der Nazional—- uch die Oekonomie beschäftigt, 3— denen vorzüglich Ortloff klas⸗ sisch zu werden verspricht. tvorge⸗ 270. — Vor allen Dingen ist aber nothwendig, dem sogenannten Handwerksstande diejenige Achtung in der bürgerlichen alte Gesellschaft zu sichern, die ihm allerdings gebührt. auszu⸗ Jede Beschaftigungsart, die zum Wohlstande der ir ale Menschheit nothwendig ist, hat auch gleichen Anspruch auf Rkeiten öffentliche Schäsung. Nur auf dem Grade der intellektuellen Grad und moralischen Fähigkeiten kann auch die rechtliche Stufen— er der leiter der gesellschaftlichen Achtung beruhen. Aus diesem an sich richtigen Prinzip ist eine unrechtliche bden⸗ Stufenleiter der Stände hervorgetreten. Diejenigen, indr⸗ welche sich mit geistigen Arbeiten beschäftigen, haben sich zu sward, einer eigenen, und zwar zu der ersten Staatsbürgerlichen nbung Klasse gebildet; 25 Prinzip dieser Rangordnung ist verloren Neister⸗*) Die Regierung eines kleinen deutschen Staats, des Fürsten⸗ lreich⸗ thums Oettingen⸗Spielberg, hat hierin ein Nachahmungswerthes Beyspiel gegeben; dort sind in einer eignen Verordnung jedem Gewerbe die Gegenden und Orte vorgezeichnet, wo jede Gewerbsgattung den Grad der Vollendung erreicht hat; wo also der Wändernde Ausbildung sich wirklich verschaffen kann. 5*+π) Ortloffs und Mohls gekrönte Preisschriften über die schon Frage: Wie können die Vortheile, welche durch das Wandern ungs der Handwerksgesellen möglich sind, besördert, und die dabey einet vorkommenden Nachtheile verhütet werden? Erlang. 1798. Ie lie⸗ Ortloff bat auch ein Werk über das Zunftwesen, so wie ein Hand-⸗ und Reisebuch für Handwerksgesellen versprochen. Sein Zunftrecht ist so eben erschienen. 132 gegangen. Wie dem Landbauer so ist es auch dem Fabrikan— ten und Manufakturisten nach seiner ersten Bildung allerdings schwer, eine hohe Kulturstufe zu erklimmen. Aber der Stand muß ihn, wann er sie erklimmt, auch von der Theilnahme an den Vorzügen dieser Kultur nicht ausschließen. Selbst der Name Handwerker, womit der Sprachge— brauch die einfachen und nothwendigsten Arbeiten der indu⸗ striellen Produkzion bezeichnet hat, scheint anzudeuten, daß man sie einzig als mechanische, körperliche Beschäftigun— gen betrachtete, und alle Mitwirkung des Geists ausschloß. So wie dieß auf der einen Seite mindstens in Absicht der mehresten Gewerbe offenbar unrichtig ist, so war es auch gerade der Weg, um diese Arbeiter zu Maschinen herabzu⸗ würdigen und allen Sporn zur Ausbildung abzustumpfen. Allerdings liegt der Hauptgrund hievon in der Ent— stehung dieser Gewerbe und der Menschengattung, welcher sie bey den Römern, Galliern, Burgundionen u. s. w. über⸗ lassen waren, nämlich den Sklaßven und Knechten: außer dem Antheil, welchen die Geschichte der Entstehung der Völ—⸗ kerschaften und der hohe Rang des Krieger- so wie des Prie— sterstands, der sich ursprünglich im ausschließenden Besize der Wissenschaften und geistigen Kenntniß befand, daran haben mag. Aus jener Verachtung, welche ursprünglich die indu— strielle Produkzion und deren Arbeiter drückte, entstand, be— greiflich, die bloß empyrische Behandlung dieser Arbeiten, und diese unterhielt dann wieder jene Geringschäzung. Aber alles dieß beweist nichts gegen die Würde der Beschäftigung). Um diese in ihre Rechte einzusezen, *) Bey den Ottomannen, auf deren Kulturstand man verächtlich berabzublicken pflegt, stehen Fahriken und Gewerbe in hoher n diltikan Iah glerdirgs Wler de ich von hy Nsschließen. Synachgn der indu⸗ iten, daß chäftigun⸗ ausschloß. bsicht der es auch herahzu⸗ pfen. der Ent— elcher sie w. uber⸗ Raußer der Vöͤl⸗ es Prie⸗ esze der haben ie indu⸗ nd, be⸗ kbeiten, rde de nuscen Walhhllih 0 hohet 133 muß man die Arbeiten veredeln, indem man sie auf Grund⸗ säze zurückführt. Wie aber dieses möglich zu machen sey? darüber sind zwar von den Technologen viele, aber noch wenig ausführ⸗ bare Vorschläge geschehen, und selbst diese sind selten ange⸗ wendet worden. Die Technologie ist nach allen ihren Theilen wissenschaft⸗ lich bearbeitet, und die neusten Fortschritte der Chemie stre— ben unablässig auf diesen Zweck. Wie aber der Handwerks⸗ stand von der Empyrik abzuziehen, und zum Studium, zur Ausbildung seiner geistigen Kräfte zu vermögen sey?— das ist die Frage. Das Vorurtheil des empyrischen Manufaktu⸗ risten gegen den Theoretiker, gegründet auf den Glauben an dessen Unfähigkeit zur Ausführung, wird bey dem sinn⸗ lichen Menschen stets einen hohen Grad von Mißtrauen un⸗ terhalten, und allerdings ist auch die gründlichste theoretische Kenntniß nicht hinreichend bey Arbeiten, die Gewandtheit, Uebung, genaue Kenntniß der anscheinend geringfügigen und im Ganzen doch wichtigen, mechanischen Vortheile fodern. Es giebt nur Ein Mittel diesem abzuhelfen: gänzliche Reform des Schul- und Erziehungswesens; Anpassung dessel⸗ ben auf den Zeitgeist. Errichtung und Vervielfältigung der Bür gerschulen; Errichtung öffentlicher Lehrstühle der Technologie. Professoren der Technologie, Gelehrte, können nur schwer das Zutrauen der Handwerksgenossen gewinnen; zweckmäßiger scheint also theoretischer Unterricht von gebil— Achtung. Das Gesez ibres Propheten hat sie geadelt. Die Für⸗ ssten des Ottomannischen Hauses selbst halten es für rellglöse Pflicht, irgend eine Kunst auszuüben. S. Muradgea Schil⸗ derung des Ottomanischen Reichs. ater B. 134— deten praktischen Gewerbsmännern, mit dem Mechanismus der Au sführung verbunden. Nicht der Professor, sondern der auf Kosten des Staats gebildete und unterrichtete wissenschaftliche Bierbrauer, Essig—⸗ sieder, Gerber, Zimmermeister müssen in ihren Werkstät⸗ ten Lehrlinge in den Grundsäzen unterrichten, auf welchen ihre Operazionen beruhen, und ihnen deren Anwendung anschaulich zeigen. So entstanden die Zünfte, so müssen sie wieder zu ihrem reinen Ursprunge zurückkehren). Ein so gearteter wissenschaftlicher Unterricht von weni— gen Monaten, wird diese Lehrlinge weiter bringen, als das mechanische Absehen der Lehrjungen und Gesellen von ihren Meistern ½). 271. Ein unbefangener Blick auf den Zustand der europäischen Gewerbe wird die Ueberzeugung liefern, daß ein betrachtlicher Theil derselben, in einem großen Theile von Europa nicht ) S. Ortloffs Staatswissenschaftliche Abhandlung über die Frage: Durch welche Mittel könnten unsre Handwerker dazu gebracht werden, daß sie diejenigen Verbesserungen ihrer Ge— werbe nüzen, deren Zuverläßigkeit durch die Erfahrung, oder durch andre Gründe bewiesen ist? Erlangen 1799. **⁴) Es sey mir erlaubt, hier zugleich dem bescheidenen Verdienste und der Freundschaft ein kleines Denkmahl zu sezen: Der vor kurzem verstorbene Kurpfalzbayerische Ingenieur-Major Westen zu Bamberg errichtete in den Zeiten der Fürst⸗Bischöfe eine Zeichnungsschule auf seine Kosten; der Staat ließ ihn ohne Unterstüßung und Belohnung. In diesem Institute wurden von ihm und seinem gleich anspruchlosen und gleich fähigen Gehülfen, dem vieutenant Sensburg, eine bedeutende Zahl von Hand⸗ werkern gebildet. 135 X* 5 ———— nismus piel über den ambulanten Handwerker der Hindus, Cunz und andrer handteftniren Nazionen gestiegen sey; und die V. so dermalige Zunftverfassung ist daran vorzüglich schuld. V. 198 Der Zeitpunkt einer gänzlichen Reform derselben scheint. an also, ohne Nachtheil für den Nazionalwohlstand, nicht län⸗—2 ger aufgehalten werden zu dürfen. Selbst seine volle Ber⸗ I 35 nichtung würde wohlthätiger seyn, als die Fortdauer dessel— 134 ben in diesem Zustande. 65 der zu 27²2.. Das Resultat dieser Betrachtungen ist also: daß die — Nazional⸗Oekonomie nicht die gänzliche Vernichtung des 4 Zuuftsystems, sondern eine zweckmäßige Organisazion fodre. ihren Aus ihr muß 1. aller Zwang, alles Monopol verbannt, 2. die Korporazionen müssen freye Gesellschaften werden, iischen zu welchen jedem der Zutritt offen steht, der sich durch hliicher Fähigkeiten dazu beurkundet. nicht 3. Man muß die Stufenleiter, die Rangordnung der 529050 Zünfte beybehalten, aber nicht Willkühr der Zeit, son— bun dern Fähigkeiten müssen diese Rangordnung nach Prü— Ge⸗ fung bestimmen. „oder 4. Diese Prüfung muß zweckmäßig seyn. 5. Der Staat muß für den praktischen Unterricht der Ge⸗ dienste werbsgenossen nach Grundsäzen sorgen. er vot 6. Der Staat muß allen Gewerben gleichen Schuz esten gewähren, durch den freyen Zutritt zu jedem Gewerbe; e ein also auch zu mehrern Gewerben szugleich; dann ati wird ohnehin alle schneidende Abmarkung derselben hle, unnöthig. Hald⸗ 7. Das weltbürgerliche Wanderungs gesez muß erhalten, aber zweckmäßig organisirt, 136 3. Die Gewerbe müssen der Oberaufsicht Sachkundiger Manner untergeben werden, deren Beschäftigung ist, nicht, wie es bisher mit den Zunftrichtern und Zunft— richterämtern der Fall war, die verderblichen Zänke— reyen und Prozesse der Gewerbe zu schlichten, sondern auf die Beobachtung der Geseze, die Vervollkommnung und Ausbreitung der Gewerbe zu wachen. 273. ö Alles was bisher von der industriellen Produkzion, von Manufakturen, Fabriken und Gewerben gesagt worden ist, laßt sich unter die allgemeinen Begriffe zusammenfassen, die oben(1. B. Z. 108.) angegeben sind. Die streng-ökonomistische Produkzion muß der Staat nicht hemmen, er muß ihr freyen Spielraum lassen; er muß sie aber auch nicht spornen. Die kapitalistische Produkzion muß er ermuntern und befördern, so oft sie dauernd und selbstständig ist, also die Nazion nicht in Abhängigkeit von Zeit und Verhältnissen sezt. Selbst bey der Begünstigung der kapitalistischen Produkzion muß der Staat auf die Rangordnung der Produkte(3. 214.) Rücksicht nehmen. Eine Produkzion kann ökonomistisch, sie kann sogar kapitalistisch seyn, ohne die Ermunterung des Staatslohns zu verdienen; dieß bewies noch kürzlich St. Aubin, einer der scharfsinnnigsten Staats— wirthschaftlichen Schriftsteller Frantreichs, in einem interes⸗ santen Aufsaze) mit dem Beyspiel einer Familie, deren Beschäftigung war, die bekannten Kiesel von Alengon zu glätten. ) Publiciste v. 3. u. 5. Septbr. 1804. 137 sdie Noch immer wird es dem Philosophen zweifelhaft schei— 4 ss. nen: ob die Ermunterung der Fabriken des Luxus Zusss dem Prinzip der Nazional-Oekonomie zusage?— Aller⸗ Zanke⸗ dings müßte aber, um diese Frage gründlich zu beantworten, ondern die Vorfeage beantwortet seyn: Ob sich Luxus überhaupt mit mnung dem Nazionalwohlstande vertrage? Und um wieder diese — zweckmäßig beantworten zu können, müßte der Begriff des Luxus deutlicher und bestimmter festgesezt seyn, als es bisher geschehen ist. von n ist, 274. fassen, Kaum giebt es ein vielsinnigeres, vieldeutbareres, kaum giebt es Ein Wort, das häusiger angewandt und dessen Be— 4* griff doch mannichfaltigeren Ansichten, Ideen und Meinun— su; gen willkührlich angepaßt worden wäre. Vergebens würde man sich bemühen, diese Ansichten und haun Darstellungen zu sammeln; am umständlichsten hat sie die „ ö französische Eneyclopédie(Article: Luxe), nebst dem ö Abbé Plouquet*) auseinander gesezt; und der Verfasser 6 jenes Artikels ist dennoch, bey einem großen Aufwande von Erudizion, so wie vor ihm Montesquieu, bey der An⸗ gder* ö wendung des Worts Luxus, in eine zahllose Reihe von 40 ů Widersprüchen gefallen. wies Und doch hängt von der Berichtigung dieses Begriffs die aats⸗ ö Beantwortung der wichtigen Frage ab: in wie ferne die Be—⸗ iteres⸗ günstigung der Produkzion luxuriöser Genußmittel— und deren die zählreichsten und bedeutendsten liefert gerade die ind u— neon strielle Produkzion— ja selbst ihre Freyheit, dem Prinzip der Nazional-Oekonomie zusage? ) Traité philosophique et politique sur le Luxe. Paris 1786. 138 Es sey mir, zum Behuf der so wichtigen Feststellung jenes Begriffs, erlaubt, noch einmal auf das Prinzip der Nazional-Oekonomie zurückzukehren. Die Nazional-Oekonomie will, daß die höchstmögliche Zahl von Menschen genieße, also wohllebe. Sie be— stimmt den Begriff dieses Genusses nicht nach den An— sichten des rohen, ungebildeten Menschen, denn sie strebt nach sittlicher Vollkommenheit. Sie erkennt also keinen Gränz⸗ stein des ökonomistischen Genusses, als das Vermögen, den Besiz des Stoffs. Sie will also, daß jeder alles ge⸗ nieße, was er nach dem Maaße dieser Produkzionskraft zu genießen vermag; sie will also nothwendig auch, daß er diese Produkzionskraft bis dahin ausdehne, um sich jenen Grad des Genusses zu verschaffen. Sie will also, daß Wohlstand allgemein verbreitet, aber daß er stets das Resul— tat der produktifen Kraft sey, weil nur Thätigkeit, nur Uebung der physischen oder moralischen Kräfte zur Kultur, also zur sittlichen Vollendung, zum Schönen und Guten führen kann, und ohne sie die Menschheit ver— wildern und sinken muß. Die Wahrheit dieses Prinzips läßt sich durch alle Zweige der Staatswithschaft bis in die leisesten Schattirun— gen beurkunden. Dieses Prinzip ist der Geist, der das Ganze des geselli⸗ gen Vereins beseelt; und wenn es mir nur gelingt, ihm, als dem wohlthätigen Genius der geselligen Menschheit, Glauben und Huldigung zu erringen, so mag immerhin der Rest dieses Werks in Vergessenheit sinken!— Nach dieser Ansicht gehe ich zu der Untersuchung dessen über, was man bis jezt Luxus genannt hat. 139 stelung Im allgemeinen Sprachgebrauche bezeichnete das Wort rinziy Luxus, Pracht in der Produkzion; Ueppigkeit, Wohlleben in der Konsumzion. Worte, deren Begriffe nͤgliche zu allgemein bekannt sind, um einer weiteren Entwicklung ie ber zu bedürfen. Schon der allgemeine Sprachgebrauch bediente 1 An⸗ sich also dieses Worts im zwepfachen Sinne. t nach Die Sittenlehre und die um sie geschlungene Theologie, ränz⸗ gebrauchten dieses Wort, um jede, die nothwendigen Genuß— gen, mittel, die unentbehrlichen Bedürfnisse, höchstens die § ge⸗ der Bequemlichkeit übersteigende Produkzion, oder jeden der⸗ st zu gleichen Aufwand als Söchwelgerey zu bezeichnen, und aß er sie erweiterte, oder engte biesen Begriff, je nachdem ihre sch Lehrsäze düster oder heiter waren. ö daß Analogisch ist denn dieses Wort auch in die Staatswirth—⸗ iesul⸗ schaft übergegangen. Hier wurde es wegen des Mangels nur eines festen Begriffs willkührlich gebraucht, weil die ultur, Sittenlehre, aus der sie es nahm, keinen festen Begriff lie— und fert. Spracharmuth, verbunden mit dem Hange des Men— vel⸗ schen, seine Ideen kurz und gedrängt darzustellen, hat aus dieser mannichfaltigen Anwendung des Worts Luxus zahllose Verwirrung, so wie der willkührliche Gebrauch des— 1. selben in der Staatswirthschaft, ohne festen Begriff, viel— fache Mißgriffe veranlaßt. tli Das Prinzip der Nazional⸗-Oekonomie ist: m, Physischer Wohlstand des Menschen(14.), zwar aller⸗ Rit, dings nach ethischen Grundsäzen, aber nicht in einem in die det bürgerliche Freyheit, in den Organismus der menschlichen Seele, der sie zum Genuß treibt, einschneidenden, also 90 strengen Sinne. Denn das Prinzip der Nazional-Oekono⸗ mie will auch das Schöne, das Anmuthige(14.), und 140 dieß ist ohne Luxus im moralischen Sinne gar nicht denkbar. Wenn das Prinzip der Nazional-Oekonomie die Pracht, die Ueppigkeit ausschließen wollte, so würde sie auch die Künste verbannen müssen, die das Daseyn verschönern, ver— edlen, und die Menschheit ihrem Zwecke(14.) entgegen füh⸗ ren. Sie würde jede Produkzion, welche das Nothwendige, das Unentbehrliche über schreitet, hemmen müssen; denn wollte sie auch die Freyheit der Produkzion auf die Bequem— lichkeiten des Lebens ausdehnen, so würde es doch unmöglich seyn, die zarten Schattirungen zu sondern, in welchen Bes quemlichkeit und Pracht zusammenfließen. Das Prinzip der Nazional-Oekonomie erkennt vielmehr für die Produkzion, so wie für die Konsumzion keine Gränz⸗ linie, als das, was die Menschheit außer dem physischen Wohl in dem Streben zur geistigen Ausbildung hemmt, sie herabwürdigt, entadelt. Das Prinzip der Nazional⸗-Oekonomie strebt, Wohl— stand unter die größtmögliche Menschenmasse zu verbreiten. Der Aufwand des Reichen, seine Pracht, seine Ueppigkeit sind also diesem Prinzip keineswegs entgegen; sie entsprechen ihm vielmehr, indem sie der dem allgemeinen Nazionalwohle nachtheiligen Vermögensungleichheit entgegen arbei—⸗ ten, welche der Staat, mindstens in Absicht des Mobiliar⸗ vermögens, nicht zu hindern vermag(1. B. S. 280.). 275. Wenn also die Nazional-Oekonomie sich 1. in Absicht der Produkzion des Worts Luxrus be— dient, so geschieht dieß nur in der Bedeutung, welche der allgemeine Sprachgebrauch sankzionirt hat. Auf den Staat 141 niht hat es aber keine weitere Beziehung, als in Absicht seiner Ermunterung, daß nämlich die Genußmittel des Luxus, Haght, der Pracht, der Ueppigkeit den Genußmitteln der ersten uch di und unentbehrlichen Bedürfnisse, so wie denen der Bequem⸗ u, vert lichkeit nach stehen, mithin in der Oekonomistischen Rang⸗ en fuh⸗ ordnung erst die dritte Stelle einnehmen müssen. 1 Denn übrigens erkennt die Nazional-Oekonomie keine Wuemn andere Eintheilung der Produkzion als die der Oekonomi⸗ gch stischen, streng Oekonomistischen und kapitalistischen, De dann die der unökonomistischen. Allerdings kann die ö lururiöse Produkzion auch unökonomistisch, selbst antiökono⸗ mistisch seyn, und sie ist es gewöhnlich. Aber dieß ist keine lmehr wesentliche Eigenschaft der luxuriösen Produkzion, denn diese 20 kann allerdings auch ökonomistisch seyn, so oft nämlich der sichen ö verglichene Werth des Stoffs und der Produktifkraft für den t, sie ‚ Produzenten erscheint(180.). Denn auf ihn nimmt die Nazional⸗Oekonomie bey der Produkzion einzig Rückficht. i Eben deswegen hat der scharfsinnige St. Aubin das glet Beyspiel, das er unter dem obenbemerkten Aufsaze les Cail⸗ cchen loux d'Alençon(273.) zu Darstellung der unökonomistischen ohle Produkzion aufstellte, unrichtig gewählt. Er behauptet tbei⸗ 3. B. daß die Produkzion eines Spizenanzugs von ꝛ2000 lar⸗ Reichsthaler, den eine Dame verbrennt oder zerreißt, eine unökönomistische Produkzion sey, denn mit dem nämlichen „ Kraft- und Zeitaufwande hätten Leinweber eine Menge Lin⸗ nen für viele Menschen auf lange Zeiten fertigen können. Aber, abgesehen davon, daß die Dame diese 2000 Reichs-⸗ thaler zuviel besaß, die sie auf einen Spizenanzug verwen⸗ den konnte, so fragt sichs, ob denn die Weber des wegen Linnen verfertigt hätten, wenn sie jene Spizen nicht fer⸗ 6be⸗ der taat 23 EEEDEIA tigten? Ob denn jene Menschen dieses Linnen bezahlen konnten? ö Aus seinem Beyspiele folgt nur, daß, so lange noch Weber vorhanden sind, die Linnen fertigen können, und Men⸗ schen, die dieses Linnen bedürfen, der Staat diese Manu— faktur mehr als die Spizenmanufaktur begünstigen muß, und das will die Oekonomistische Rangordnung der Pro-⸗ dukzion allerdings. Es folgt nur, daß, wenn Menschen vorhanden sind, die Linnen bedürfen, und nicht Weber ge— nug sie zu fertigen, der Staat für solche Produzenten sorgen muß. Aber es folgt nicht, daß die Produkzion jenes Spi⸗ zenanzugs eine unökonomistische Produkzion gewesen wäre, wenn schon das Produkt durch Zufall konsumirt worden ist; denn ob die Dame diese Spizen weben lassen sollte oder nicht? ob ihre Konsumzion unökonomistisch war oder nicht? das hängt von der Vorfrage ab: ob sie diesen Aufwand bestreiten konnte oder nicht? Und dieß gehört in die Frage der Kon⸗ sumzion. Nur in Einem Falle kann die luxuriöse Produkzion dem Nazionalwohle nachtheilig werden, wenn nämlich ein Stoff, der zu unentbehrlichen Genußmitteln nothwendig ist,‚ zu luxuriösen verwendet wird. Dieß ist z. B. bey der Ver— arbeitung des Getraids zu Haarpuder, oder zu Distillirung geistiger Getränke der Fall. Und hier hat der Staat aller⸗ dings die Pflicht des Eintritts. 2. Außer diesem Falle tritt die Nazional⸗Oekonomistische Bedeutung des Worts Luxus nur bey der Konsum— zion ein. Die Nazional⸗Oekonomie erkennt nämlich wissen⸗ schaftlich das Wort Luxus nur in Absicht der Konsum⸗ ahlen He noch d Myn⸗ Nanu⸗ nuß, Peot nschen er get sorgen Spie wäre, iist: icht? das leiten Kont 143 zion. Ihr Prinzip fodert Wohlstand, dauernden Wohlstand. Alles was diesem Wohlstande entgegenstrebt, ist also auch gegen ihr Prinzip. Jede Konsumzion, also jeder Aufwand, der dem Konsumenten zwar augenblickliches Wohlleben oder einen, die Gränzen des Wohlstands überschrei⸗ tenden, Genuß gewährt, um in der Folge ihn, oder andere aus den Gränzen des Wohlstands heraus zu drängen, ist Luxus konsumzion, ist luxuriöser Aufwand, also dem Prinzip der Nazional-Oekonomie entgegen, also dem allgemeinen Nazionalwohle nachtheilig. Ihn zu hem⸗ men, aber nur ihn, ist die Pflicht der Regierung. Dieß ist also auch der Markstein ihres Rechts. Mag der Reiche seinen Prachtaufwand, seine Ueppigkeit, seine Ver— schwendung noch so weit treiben, so lange er ihn nicht weiter treibt als bis zu dem Punkte, wo er aus dem Ueberflusse, aus dem Wohlleben zum Wohlstande herabsinkt, so hat der Staat kein Interesse, keine Pflicht, so wie kein Recht es zu hindern. Nur begünstigen darf er es nicht, denn er vermag, ohne in die bürgerliche Freyheit und in die Eigenthumsrechte einzuschneiden, die Gränzlinie des Ueber— flusses und Wohlstands nicht zu bestimmen. Geschieht hingegen der Prachtaufwand des Konsumen⸗ ten auf Kosten der Produzenten, verarmen diese da⸗ durch, so ist er dem Nazionalwohle allerdings nachthei— lig; aber dieser Aufwand gehört nicht in das Gebiet der Staatswirthschaft, er gehört, als Mißbrauch fremden Vertrauens, als Entziehung fremden Eigenthums, in die bürgerliche und peinliche Gesezgebung, welche allerdings, soll sie Nazional-Oekonomistisch seyn, jenen Aufwand als Verbrechen rügen muß. & — 144— 276. Die Nazional-Oekonomie darf jene Gränze nicht über⸗ schreiten; der Sittenlehre muß sie überlassen, durch Empfin⸗ dung die Menschheit in Absicht der Mäßigung, der Einfalt der Sitten auf der Linie zu erhalten, wo der Zustand der Wildheit und der Civilisazion in einander fließen und die schwer bestimmbar ist. Am wichtigsten für die Nazional-Oekonomie ist aber, in Absicht der sogenannten luxuriösen Konsumzion, die Be⸗ trachtung der Konsumenten selbst. Das Prinzip der Nazional-Oekonomie will allgemei⸗ nen Wohlstand, will Genuß. Wenn also die niedern Stande, wenn der Landbauer, der Manufakturist wohl⸗ leben, wenn sie reinlich und anständig sich kleiden, gute Nahrungsmittel genießen, wenn sie selbst zuweilen an die Gränze der Ueppigkeit streifen, so sagt diese Konsumzion dem Nazionalreichthum weit mehr zu, als die Verschwen⸗ dung eines einzelnen Reichen. Durch diese Konsumzion wird eine weit größere Men⸗ schenzahl in produktife Thätigkeit gesezt, eine weit größere Menschenzahl genießt. Die Konsumzion des Reichen läßt sich allerdings nicht ohne Produkzion, also auch ohne Sporn dazu denken; aber diese Produkzion bereichert nur einzelne, von denen es nur langsam wieder auf andere überfließt, indeß die Produkzion der Genußmittel des Landmanns, des Fabrikanten im schnel—⸗ len Kreislauf vielen Wohlleben gewährt, und der Zeit— gewinn im Genusse ist bey dem Nazionalleben, wie beym physischen des einzelnen Menschen, von hohem Werthe. Doch die Konsumzion des Reichen ist so oft, im Nazional⸗ Oekonomistischen Sinne, vernichtend. Die Leckereyen der 2 4⁴6 MO d¹ο 2 IE ¹νi O1990 9• 145 Tafel Eines Lukulls würden hundert Familien reichlich niht uber eernährt, ihnen nach ihren Ansichten und Bedürfnissen 0 emdsn Wohlleben gewährt häben. Die Vernichtung des Stoffs, r Enftt die aus einer so gearteten Konsumzion entsteht, ist also usnd in wahrer Verlust am Nazionalvermögen. Wdit Die Nazional⸗Oekonomie besizt kein in ihrem Gebiete liegendes Mittel dieß zu verhindern. Nicht an die Erschei⸗ ist abet, nungen dieser politischen Krankheit, an den Grund der-⸗ „die Bei selben muß sie sich we den, sie muß jedes in ihrer Macht stehende, d. h. mit dem Respekt der Eigenthumsrechte ver⸗ alggemeir einbare Mittel anwenden, diesen Grund, nämlich die allzu⸗ ie nirdein große Vermögensungleichheit zu heilen. ů t wohl Jene oberflächlichen Klagen über den Fortschritt und die 215 Nachtheile des sogenannten Luxus scheinen daher großen⸗ 4 W theils von einer hämischen und inhumanen Empfindung, von sumzion dem Stolze und Neid gegen die niedere Volksklasse, diktirt'; ushwen die höheren Stände scheinen sich an den, durch die Fortschritte der Industrie unverkennbar erweiterten, Wehlstand der nie⸗ le Man⸗ dern Klassen noch nicht gewöhnen zu können; mit Unmuth gröͤhert sscheinen sie die scharfe Abmarkung der Vorzeit verschwinden zu sehen, wo Armuth und Mangel das Antheil des Volks, vor⸗ richt züglich des Landmanns war. aber es nur ö—.7— ulzion Es giebt allerdings noch eine Gattung luxuriööser Hnel Konsumzion, welche dem Nazionalwohlstände nicht zusagt, Zeit Aantlith die Konsumzion aus wärtiger Luxusfabri⸗ bn kate, durch welche die Nazion für Güter von relatifem . Werth, Güter von absolutem Werthe(x. B. S. 40.) oul hingiebt, also verarmt. Die Regierung darf diese Gattung i der Konsumzion nicht begünstigen, sie kann aber solche auch gweyter Band. 10 nicht gewaltsam hemmen, ohne durch Eingriff in bürgerliche Freyheit und Eigenthumsrechte, durch fiskalische Zwangs— maasregeln, durch Vernichtung des freyen Verkehrs, dem Na— zionalwohlstande überwiegenden Nachtheil zuzufügen. Mittelbar mag sie aber wohl diese Konsumzion erschwe— ren, und dem Aufwand des Reichthums eine dem allgemeinen Wohlstande günstigere Richtung zu geben suchen. 278. Hätte man jenes vielsinnige Wort Luxus nicht in die Staatswirthschaft aufgenommen, so würde die Legislazion sich eine Menge Irrthümer, Mißgriffe und antiökonomisti⸗ scher Maasregeln erspart haben. Von den Orchischen oder Archischen Aufwandge— sezen der Römer im J. 572.(d. E. d. St.Nan bis zu den ins Unendliche vervielfältigten Aufwandgesezen der Franzosen, Schweizer, Schweden u. a. finden wir auch nicht ein ein— ziges, welches auf richtigen Grundsäzen ruhte, oder seinen Zweck erfüllt hätte. Aufwandgeseze sind stets ein fruchtloses Bestreben der Regierungen geblieben, den Geist der Näzion umzuwandeln. Fruchtlos, weil sie im Detail nicht ohne Organisirung einer drückenden, der bürgerlichen Freyheit und dem Eigenthums-— rechte gefährlichen Staatsinquisizion ausführbar waren, ha⸗ ben sie stets nur dazu gedient, die Regierung verhaßt zu machen und die Gesezgebung zu entwürdigen. So lange die Regierung den Fortschritt des menschlichen Geists in allen Quellen der Civilisazion, also auch der In— dustrie respektiren muß, so lange sie diesem Fortschritte keinen Markstein sezen kann, ohne den Zweck der Menschheit, das Fult: tinse lursei bi no/ 90 he V amtiet W M h 0 35 f uufs n i h uaan ul iodet schh, funtei Huntz von dut 1 147 hegeliche Streben nach Vollendung bis zur höchsten stets unbe— Jwangs⸗ stimmbaren Stufe, zu vernichten, so lange wird sie auch der dem Nx⸗ luxuriosen Konsumzion keine Gränzen sezen dürfen. Das ifüͤgen. einzige Mittel, welches also dem Staate die Nazional-Oeko— eischve nomie, außer einem weisen, die allzugroße Vermögensungleich— eeien heit verhütenden Ackergeseze(187. folg.) bietet, ist: diejenige Gattung von Konsumzion einzuschränken, wel—⸗ che, in Nazional-Oekonomistischer Bedeutung, als luxuriös erscheint, nämlich diejenige, welche den Kon— t in die sumenten vom Ueberfluß zur Dürftigkeit herabdrückt, oder die zilazion Nazion an reellen Genußmitteln verarmt. Dieses einzige momiste Mittel sind: die Auflägen. Vorausgesezt nämlich, daß der Staat(wie im zten wandge⸗ Bande, in der Abhandlung vom Einfluß der Finanzgesezgebung zu den auf den Nazionalwohlstand, gezeigt werden soll) berechtigt anzosen, ist, von den Nazional-Gliedern den Nazional-Bedarf zu ein ein⸗ erheben, ist die luxuriöse Konsumzion hiezu die gerechteste er seinen und natürlichste Veranlässung. Auflagen auf Luxusartikel überhaupt und auf auswär— ben der tige insbesondere sind dem Grundprinzip der Auflagen, näm— andeln. lich der Gleichheit, angemessen, und dem Nazionalwohl— 0 eiher stande am unschädlichsten. Allerdings beengen auch sie den thum/ Wirkungskreis, also den Wohlstand derjenigen industriellen n, ha⸗ Produzenten, welche sich mit Luxusartikeln beschäftigen; aber aßt zu daraus kann nichts weiter gefolgert werden, als daß alle Auflagen überhaupt eine scheinbare Verminderung des ein— shlten zelnen Wohlstands, allein richtig organisirt, ein Hebel des allgemeinen, so wie vom Civilisazionszustande unzertrennlich sind: deren überschwengliche Vergütungsmittel sind nur durch ihre Verbreitung unscheinbar. Auch jener Saz der In⸗ keinen it, ai 148 5.S leidet nämlich, wie am gehörigen Orte gezeigt werden soll, große Einschränkungen, insoferne Nazional-Oekonomistische Verwendung der Auflagen diese unschädlich macht, und insoferne man sie selbst als einen nothwendigen Sporn der Produkzionskraft betrachten muß, Uebrigens aber sezt große Konsumzion Reichthum, also die Möglichkeit voraus, zum Staatsaufwande bey— zutragen; die Auflage ist also gerecht. Artet sie in eine Nazional-Oekonomistisch-luxuriose Konsumzion aus, so ist es Pflicht des Staats, die Produzenten vor Verarmung auf eine Weise zu schüzen, welche Freyheit und Eigenthums—⸗ recht unverlezt läßt. Eine Pflicht, wohl dringender als die Beförderung des Wohlstands der Luxusfabrikanten. Gründet sich vollends diese luxuriöse Konsumzion auf die Usurpazion fremden Eigenthums, so zeichnet selbst der Schuz des Eigen— thums dem Staate in der bürgerlichen und peinlichen Gesez— gebung Pflichten vor, welche ohnehin die Rücksicht auf lururiöse Produkzion verschlingen, die im Prinzip der Ge— werbsfreyheit liegt. Es kommt also nur darauf an: die Luxusauflagen richtig zu organisiren, alle diejenigen zu vermeiden, welche die Persönlichkeit der Staatsbürger betreffen, oder in— quisitorische Formen zur Erhebung fodern; dann mit diesen Auflagen zugleich uneingeschränkte Gewerbsfreyheit zu ver—⸗ binden, um dadurch die luxuriösen Konsumenten mit den Auflagen zu versöhnen. Zu diesem Zweck müssen sie nicht auf die Konsumzion, sondern auf die Produkzion oder Einfuhr gelegt werden. Der industrielle Produzent wird dafür theils in dem Preise, den er dem Käufer macht, theils in der Verminderung der übrigen Auflagen und der daraus Reltle Euse 960 dutʒ Jufbd. 00⁰⁷ st, im ißß, K r Ethi dit sh,d been ahl 10 ndli Innenn Erpiit stineun Haasumd hlsch Ii 1 lhen. e Wild esr: Rehen, Rulades 3 bestehux Hhlunn die Re Klungz 149 a w Woteiseit an unentbehrlichen Genußmitteln 1 Entschndigung sinden. väti Zweckmäßige Lurusauflagen e 8 luxuriöse Pro⸗ dukzion nicht vernichten, der luxuriöse Konsument wird die Auflage bezahlen und seine Konsumzion fortsezen. Aber nur ichthum, bey dem reichern, also gerade bey dem, wo sie unschädlicher nde bey⸗ ist, wird dieß der Fall seyn. Der minder Reiche wird mind—⸗ in eine stens der Regel nach seinen Aufwand einschränken, und dieß aus, so ists, was das Prinzip der Nazional-Oekonomie will. rarmung Die zweckmäßigste Lurusauflage scheint mir diese zu nthumoz seyn: wenn die Regierung sich solche durch Prämien auf 0ls die Erhöhung der innern industriellen Produkzion bezahlen Kründet läßt, ohne einen Beweis der Ausfuhr zu fo⸗ Rafion dern. Denn diese ist ohnehin das nothwendige Resultat Eihemn erhöhter Produkzion. Diese einfache von allem Zwange, Gise⸗ von allen inquisitorischen Formen freye Maasregel würde die sht uf innere Produkzion in dem nämlichen Grade erhöhen, als die I Gt Exportazion zunimmt. Der Laufmann, der die Auflage seiner einführenden fremden Luxusartikel mit Prämien bezahlen kann, würde sich bemühen, diese Prämien sich zu uflagen verschaffen, um die Auflage zu ersparen. Sein Interesse welche wird ihn zwingen, die innländische Produkzion zu be— der in⸗ leben. Um mindstens einen Theil der Auflage zu gewinnen, diesen wird er den Rest am Preise des innländischen Produkts ab⸗ zu ver⸗ ziehen, und also durch Wohlfeilheit demselben Absaz im git den Auslande verschaffen. Zu diesem Zweck müßten die Prämien in Billets e nicht n odet bestehen, welche die Staatskasse an den Lurusauflagen als ut wird Zahlung annehmen würde, und ohne Inquisizion würde sich cheils die Regierung hierdurch einen Ueberblick der Nazionalhaus⸗ graus haltung verschaffen. 150⁰ Ohnehin muß die Finanzgesezgebung bey der Bestim— mung der Luxusartikel nach liberalen Grundsäzen handeln. Sie muß den natürlichen Trieb des Menschen nach Genuß, als den Sporn der Industrie, ehren; sie muß den Wirkungs— kreis der Künste, als der Freundinnen des Menschen, sie muß den Geschmack, das Gefühl für das Schöne, Zier— liche und Anmuthige und zugleich Bequeme, für das prachtig⸗Einfache mit Weisheit schonen. Sie muß insbe— sonore die Leckerey, die Prunksucht, die Eitelkeit und die Laune als die Ammen der luxuriösen Produkzion im Nazio⸗ nal-Oetonomistischen Sinn in Anspruch nehmen. Und dieß vorzüglich dann, wenn die lururiose Konsumzion zugleich antiökonomistisch wird; wenn z. B. durch Un— terhaltung müßiger, also unnöthiger Prunkdiener die Zahl der Produzenten vermindert, die der reinen, d. h. unpro⸗ duktifen Konsumenten aber vermehrt wird u. s. w. 279. Ich glaube in obigem klar dargestellt zu haben, was im Nazional-Oekonomistischen Sinne Luxus ist. Nach diesem Sinne prüfe man die Deklamazionen eines Rousseau und seiner Jünger.„Der Landmann, sagt z. B. Rousseau, hat „keinen guten Kittel, weil der reiche Städter sich mit „Borten bebrämt.“ Aber sind denn die Borten des Reichen an der Dürftigkeit des Landmanns schuld?— Wo— her hat jener seinen Reichthum? das ist die Frage. Hat er ihn durch seine Industrie, oder durch einen aus dem Re— spekt der bürgerlichen Freyheit, des Eigenthums herfließenden Zufall, z. B. Erbschaft erlangt; so könnte doch wohl der Staat dem Reichen seine rechtmäßig erworbene Borten nicht nehmen, um sie den Landleuten auszutheilen. Verdankt er WI 3 Rung —— 151 Bossi Bestim. aber diesen Reichthum der fehlerhaften Organisazion der hndeh Staatsverfassung oder Staatsverwaltung, so sind sie es, Geuuß, so ist es die aus ihnen resultirende Ungleichheit der Siekungt Glücksgüͤter, welche man anklagen muß, nicht der aus— chen, su gedehnte Hang zum Genuß. Antiokonomistische Organisazibn „Zier, der Staatsverfassung und Staatsverwaltung ist es vorzüglich, für das welche Lurus erzeugt. In einer Staatsverfassung, wo Rinobe⸗ z. B. das Grundeigenthum sich im ausschließenden Besize und die einiger weniger Nazionalglieder befindet, muß luxuriose Kon⸗ Nazio⸗ sumzion entstehen. Und H In einem Staate, der dem Prinzip der Nazional⸗Oeko⸗ iür nomie gemäß organisirt ist, muß die Tugend, die sitt⸗ 10 un liche Würde geehrt seyn und luxuriöse Konsumzion, in ir Gahl dem richtig gestellten Begriffe dieses Worts, nicht entstehen 3 5 köͤnnen. Das sicherste Mittel sie zu hemmen ist also: treue Befolgung des Prinzips der Nazional-Oekonomie, welches durch alle Zweige der Staatsverwaltung dara uf hinarbeitet, die Gleichheit der Glücksgüter so weit zu befördern, was im als es bey der Mannichfaltigkeit und Gradazion der mensch⸗ diesem lichen Fahigkeiten und Produktifkräkte möglich ist, ohne an und Verlezung des Grundgesezes der gesellschaftlichen Vereinigung, m, hat nämlich der bürgerlichen Freyheit und der Eigenthumsrechte. chmit en des Allerdings ist es wünschenswerth für den Begriff des Wo Luxus im Nazional-Oekonomistischen Sinne Hat(275.) ein eignes Wort zu prägen, und dadurch den dem Nx aus Spracharmuth, durch die vielfache Deutung dieses uns jeßenden fremden Worts, entstandenen Verwirrungen und Mißgriffen hl x der Gesezgebung ein Ende zu machen. Pielleicht könnte die In nicht griechische Sprache, die Quelle so vieler Abkürzungen, uns dankt er dieses Wort liefern. 280. Bey der Lehre von der industriellen Produkzion ist end— lich noch die Aufgabe zu lösen: Welche Form des Betriebs dem Prinzip der Nazional-Oekonomie am angemessensten sey? Ob die Arbeit einzelner Arbeiter für ihre eigene Rechnung, oder der Lohnarbeiter für den kapitalistischen Unternehmer? (212.) Diese Frage läßt sich nicht allgemein beantwor⸗ ten. Die Tendenz der Nazional-Oekonomie ist: Glei ch e Vertheilung des Wohlstands; zu diesem wird der Lohnarbeiter selten gelangen. Gewinn ist der Zweck des Unterneh⸗ mers, er will von seinem Kapitalstoffe die höchstmögliche Rente ziehen; dieß zwingt ihn nothwendig, den möglichst niedrigen Lohn zu bedingen, dem Lohnarbeiter genau nicht mehr zu bewilligen, als dieser zu Befriedigung seiner dringenden Bedürfnisse bedarf, und anzunehmen gezwungen ist, weil es ihm an Kapitalstoffe und wenn es ihm an einem andern Gegenstande für seine Produktifkraft fehlt. Eben deswegen ist die industrielle Produkzion des eige— nen Produzenten für eigene Rechnung bey einfachen Ge,/ werben(Manufakturen), die keinen bedeutenden Kapitalstoff fodern, dem Razionalwohlstande vortheilhafter als die Lohn⸗ arbeit. Das Beyspiel der Chineser, bey denen selbst die Porzellänarbeit vertheilt ist, beweist die Möglichkeit jener Ver—⸗ theilung bey mehrerg Gewerben, die in Europa Fabrik— mäßig betrieben werden. Nicht so, bey 1. Gewerben, die unerläßlich Ka pitalstoff voraussezen. Fehlt es dem industriellen Produzenten an diesem Kapital—⸗ stoffe, so würde die ganze Produkzion zum Nachtheil des Nazionalwohls unterbleiben müssen. * I A augae di (U u fihllax 0 90 3 Nusler denu da NN Hen y uhnnz Ium re Rha —— 153 Nicht so Wa 2. bey zusammengesezten Produkzionen(Fabriken). etriehs Denn nur da, wo alle Gewerbe, welche dessen fähig sind und nsten seyꝰ zusammengesezte Operazionen fodern, fabrikmäßig betrie— iechnung, ben werden, nur da, wo bey zusammengesezten Arbeiten jeder nehner einzelne Theil von einer eigenen Klasse von Arbeitern be— answar, triehen wird, läßt sich Vollendung, Vollkommenheit zleiche erwarten). Nicht der unbedeutende Zeitverlust des Ueber— arbeiter gangs von einer Arbeit zur andern, wie Smith dafür hält, ernehs hindert außerdem die Vervollkommnung; der Vortheil unge⸗ mögliche störter und ungetheilter Aufmerksamkeit, so wie der nöglichs aus steter Uebung entspringenden Fertigkeit, giebt der genau fabrikmäßigen Arbeit den entschiedenen Vorzug. seiner Wenn große Fabrikunternehmungen öfters scheitern, 195 so rührt es nur daher: weil sie entweder Gegenständen des hm an dritten Rangs, Luxusartikeln, gewidmet waren, die sich, bey ht. den Launen der Mode, deren Gebiet der Luxus ist, keinen es eihe dauernden, oder wegen des Wechsels im Reichthum der en Ge/ Nazion, den öffentliche Kalamitäten, Kriege, Mißwachs u. talstoff s. w. nicht selten erschüttern, keinen s ichern Absaz verspre⸗ Lohn⸗ chen können; oder weil Eitelkeit und Glanzsucht die Unter— hse die nehmer zu unweiser Verwaltung, zu Errichtung prachtvoller, Ver⸗ zum Zweck der Fabrikazion unnothiger Gebäude u. s. w. ver⸗ hrik⸗ anlaßte. 281. Daß die Benuzung der mechanischen Naturkräfte, daß also menschliche Kraft ersparende und die Operazionen der dezen. apital⸗ ö*) Man sehe was Forster hierüber gelegenheitlich der interessan⸗ il des ten Manufaktur⸗Stadt Soho sagt. Ansichten vom N. . Rhein. zi Th. S. 135. industriellen Produkzion vereinfachende und beschleunigende Maschinen, allerdings dem Prinzip der Nazional-Oeko— nomie angemessen sind, ist anderwarts(1. B. Z. 139.) be— reits auseinander gesezt. Sie erhöhen die Produkzion und vermehren die Produktenmasse; sie bestimmen dadurch den ökonomistischen verglichenen Werth der Produkte, ohne deren positifen zu vermindern; sie machen also einer größern Menschenmasse möglich, sich die Bequemlichkeiten des Da— seyns zu verschaffen, also zu genießen, und dieß ist es, wohin die Nazional-Oekonomie beharrlich zu arbeiten hat. Durch sie haben die Britten bekanntlich ihre Fabriken zu dem jezigen in der Geschichte beyspiellosen Grad von Oekonomie, also von Ausdehnung gedrangt, so daß, wie Tennant ver— sichert), selbst die Einwohner der Insel Cossimbazar in Bengalen in der Fabrikazion der seidenen Strümpfe und baumwollenen Zeuche, troz der Nähe des Stoffs und der be— kannten Frugalitat der Hindus, mit den Brittischen Fäbrika— ten nicht mehr Preis halten können. 282. Zur Beförderung der industriellen Produkzion hat in den neuern Zeiten der genialische K poleon den Kunstausstellungen öffentliche Industrieaus— stellungen nachgebildet. Sein Beyspiel ist in der Schweiz (zu Lausanne und Bern) bereits nachgeahmt worden. Die Vortheile dieser Anstalt als Sporn des Gewerbfleißes in Ab— sicht der Vollendung sprechen sich von selbst aus. aiser der Franzosen Na— *) Indian Recreations. Edingburgh. 1804. 1———— KM1 kunigende nal⸗Oeko; 139.) be⸗ kzion und ulch den ete, ohne größern hes Da— 2 ist es, Zweytes Buch. ten hat. 9960 Kommerzielle Produktifkraft. konomie, t ver—⸗ zar in fe und der be⸗ Fahrika, hat in Na⸗ rieaus⸗ chweiz Die u Ab⸗ Fon Kunn miig des se 6 Gddde er Rommisish seihen R %j hee Komm desehhen u Mern Sinse, aus Mlahu, aso Perr mittul, das Ven Die asso, Ha Zweytes Bucch. Kommerzielle Produktifkraft. Handlun g. 283. Nommevz ist diejenige Kraft⸗Aeußerung, wodurch Genuß— mittel des Produzenten an einen Konsumenten gelangen, der sie nicht produzirt hat. Ich habe mich im ersten Bande(Z. 104. Müber die Gründe erklärt, weswegen ich Kommerz im Nazional-Oeko—⸗ nomistischen Sinne als Produktifkraft betrachte. Um aber seinen Rang in der Nazional-Oekonomie-Kunde und die Ge— seze zu bestimmen, welche die Nazional-Oekonomie in Absicht des Kommerzes zu beobachten hat, müssen wir die Quellen desselben und seine Bestandtheile analysiren. 284. Vermögen besteht, im Nazional-Oekonomistischen Sinne, aus Genußmaterial und Genußmitteln(26.). Ackerbau, Fabriken ꝛc. erzeugen Genußmittel; sie bringen also Vermögen hervor. Kommerz erzeugt keine Genuß⸗ mittel, es erhöht also an sich die Masse derselben, also das Vermögen nicht. Dieß ist die erste Ansicht der Sache. Die Frage ist also: Hat das Kommerz in Absicht seines Einflusses auf den — üü;—s:Fzrͤ⸗———22222 2 158 Nazionalreichthum, also seine Produktifkraft, eine positife, feste, nothwendige, organische, oder nur eine relatife, arbi— träre und konvenzionelle Basis? Und im ersten Falle: wel— ches ist diese Basis? Diese Frage und ihre Beantwortung ist es eigentlich, von der das Gesezgebungssystem der Nazional-Oekonomie— Kunde über das Kommerz abhängt; sie ist es, welche die Regierungen bey ihrem Staatswirthschaftlichen System oft kaum berührt, nie erschöpft haben, und aus dieser Sorg— losigkeit sind unrichtige Zwangsanstalten, zweckwidrige Er— munterungsplane, zwecklose Kommerzkriege hervor gegangen. 285. Kommerz, in jenem Sinne(283., hat allerdings eine positife, organische Basis. Es ist wahrhaft produktife Kraft; es ist unerläßliche Bedingung des Nazionalwohls, denn es liegt in dem Organismus der Menschheit, in der unendlichen Mannichfaltigkeit der menschlichen Fähigkeiten und Kräfte so wie der Bedürfnisse. Aus ihm folgt die Unmöglichkeit: daß jedes Individuum alle diese Bedürfnisse selbst produzire, und diese Mannichfaltigkeit der Fähig— keiten und Kräfte ist wieder der in dem allgemeinen Natur— Organismus sich klar verkündende Hebel der Kultur, der Civilisazion. Auch der gewandteste und kraftvollste Mensch in den Robin son stand versezt, wird, ob er gleich als reiner Produzent erscheint, selbst in Absicht der Masse seiner Genußmittel und noch weit mehr in Absicht ihrer Quali— tät, weit hinter dem geselligen Menschen zurückbleiben; im geselligen Zustande wird hingegen durch ihn selbst die Masse sich im gleichen Verhältnisse erhöhen, obgleich in der Geselle schaft mehrere reine Konsumenten mit ernahrt werden. 4.— Ha perth Lal n II 3n Ius» Aras zunta lhrtos Dr 00/ 0 ih s 906 winlun stenl Ubange M Eufts stierg C hnn Hel9 ** 159 hasif, Eben deswegen liegt, wie wir an den Fabrikprodukten ise, al sehen, der Geist der Vollendung in der Zusammensezung Hier wel vertheilter Fähigkeiten, in der Uebung mannichfaltiger Kräfte 100 zu Einem Zwecke. Lan Dieses Prinzip, dessen empyrische Kunde eben so alt Hche di als sein theoretisch klares Anschauen unbekannt ist, dieses Hiem ost Drinzip 10 es, auf 238 die Unerläßlichkeit e der Sarh⸗ Kräfte so 4 Produkte 4— dieser rhe El Zwang ist es, der das Kommerz 3—18 3. o lichen Bedingung des Nazionalwohls macht, also zum Rang der Produktifkraft erhebt— ings eine 286. zktife Produkzion, im gewöhnlichen Sinne dieses Worts, ist alwohls, an sich mit dem Kommerz unverträglich. in der Soviel die Urprodukzion betrifft, kann der Land—⸗ ihigkeitn wirth nur in Abscht derjenigen Erzeugnisse, welche die nach— fulgt di sten Umgebungen bedürfen, die Rolle des Verkäufers mit dürfnise übernehmen, sein Getraide, sein Vieh u. s. w. auf den Hãhig⸗ Märkt bringen. Natur⸗ ö , de Die Natur seiner Beschäftigung verbietet ihm anhaltende Entfernung von seiner Wirthschaft. Sobald also die Masse 10 deh seiner Produkte jenes Bedürfniß überschreitet, muß er an Aninnn einen Dritten sich wenden, der die Bedürfnisse entfernter Ge⸗ 269— genden kenne, also das Geschäft übernehme, ihm diese Be⸗ dürfnisse abzukaufen, und sie zu Ausfüllung jenes entfernten Fi Bedürfnisses zu verwenden. hen; im Masst Selbst diese Gegenden und deren Bedürfnisse sind ihm Gesel unbekannt, und müssen es nach dem Stande seiner Kultur und nach seiner Beschaftigungsart seyn. 160—— In Absicht der Urprodukte kann also der Landbauer sich, ohne Dazwischenkunft des Kommerzes, den mit dem vergli— chenen Werthe seiner Produkzion übereinstimmenden, also ökonomistischen Preis nicht verschaffen, und vermöchte er es auch, so wird es nur mittelst Verminderung der Urprodukzion geschehen können; er würde seine Landwirthschaft vernach⸗ lässigen müssen. Soll also die Urprodukzion fortschrei— ten, so muß sie durch eine unabhängige kommerzielle Kraft unterstüzt werden. 287. Noch ehe scheint die industrielle Produkzion mit dem Kommerz vereinbar. Der einfache Manufakturist, der eigentliche Handwerker kann zwar, wenn er nicht fabrikmäßig arbeitet, den Käufer erwarten und mit ihm unmittelbar un— terhandeln, weil er nur einzelne Stücke bearbeitet, je nach⸗ dem sie bestellt werden; aber der Fabrikant kann selten den Absaz besorgen, weil er eine grze Zahl von Abnehmern be— darf.— Die Zwischenzeit, che er durch Aufsuchung der Abnehmer und Versendung der Waare verlöre, wäre seiner Produkzion entzogen; auch sezt sie weit mehr als bey dem Urproduzenten Kenntniß der Bedürfnisse entfernter Ge—⸗ genden voraus, so wie Vorrathshäuser und einen Kapitalstoff für den Kredit, den der Produzent selten geben kann, weil er seine Fonds zur Produkzion bedarf. Die einzelnen Aus⸗ nahmen in reichen Staaten, vorzüglich in Großbritannien, wo selbst Handwerker zugleich Kommerz mit ihren Pro-⸗ dukten treiben, wo ein Schuster in Einem Tage 50⁰0⁰0 Paar Schuhe nach Amerika versenden konnte), beweisen nichts gegen die Regel. S. Archenholz Engl. und Italien. 1. Bd. S. 240. sahrhsꝛ Wil meid W Hut. H irU 01⁰ ⁰ 11 HVN —— Ihe Seim do in ueni! Iue N. hehgr sr i Ritelx e Hansz .— 161 huuer fch 8 288. mi Der Zustand, 10 e Produzent alles selb st chte er ez htiien würde, schliebt Civilisazion, Vervollkommnung, Robuthien Möglichkeit des Reichthums Wn Vollendung im Allge— verah⸗ meinen Lam einzig aus 30 E der Fahigkeiten, aus tschtei der wechselseitigen Unterstüzgung, also aus der Reibung pro— I duktifer Krafte, so wie aus ihrer Uebung an Einem Gegen— le Kr 6 rat stande entstehen. Daher der große Vorzug der vertheilten Fabrikarbeit an Zeitgewinn und Güte der Waaren. don mit 30 rist, de Die positife Basis des als einer eigenen, selbst⸗ Ekmihi beruht ferner auf dem Ka pi— 411. u talstoffbesize. z nach⸗ Der Kapitalstoff des Landwirths ruht in seinem Grund— elten den eigenthume, seinem Viehstande, seinen Ackerwerkzeugen. hmern he Sey er noch so bedeutend, er ist nicht lebendig(55.9. chung der Der Kavitalstoff des Fabrikanten ist gewöhnlich unbe— re seintt deutend, er beruht auf seinem Produktstoff-Vorräthe, auf bey dem seinen Werkzeugen. Der Kapitalstoff beyder Produzenten ter Ge: hat also in der Produkzion selbst seine Bestimmung; er kann bitalsoff nur auf Kosten der Produkzion vermindert werden, er ist , veil zugleich nicht umsezbar, also durchaus nicht zur Basis Aus⸗ einer Kraftäußerung geschickt, deren Zweck ist: die Genuß—⸗ annien, mittel von den Produzenten zu empfangen, um sie den n Pro⸗ Konsumenten zu überliefern. 0 Panr Aus dieser wesentlichen Eigenschaft des Kommerzes n nicht mußte eine neue Basis seiner Selbststandigkeit hervorgehen: der Kredit. Der natürliche Hang des Menschen zum au— genblicklichen Genuß bedarf das Daseyn, den An⸗ n blick der Genußmittel, um aufgeregt zu werden; dieses Zweyter Band. 11 162 Daseyn weckt oft erst den Begehr, und er wirkt mächtig auf den Grad des Werths der Produkte(459. Der Urproduzent, der industrielle Produzent sind nicht in dem Falle diesen Reiz zu befriedigen. So wie ihr Kapi— talstoff nicht umsezbar ist, so ist hingegen der Ueberschuß ihrer Produkzion zu gering, um ohne Nachtheil ihres eignen Wohlstands den augenblicklichen reellen Tausch des fremden Produkts gegen das eigne entbehren zu können. Dieser Umstand, verbunden mit der in jeder Nazion vorhandenen Masse unproduktifer Konsumenten, würde also den Werth der Produkzion sehr vermindern, wenn nicht eine dritte Kraft eintritt, deren Aeußerung einzig darin besteht, die Produkte umzutauschen, und sich dazu des umsezbaren Kapitalfonds zu bedienen, um mittelst desselben den idealischen Tausch, das Kreditsystem zu gründen. ö Der ideale Tausch besteht darin, daß der kommerzielle Produzent die Produkte des Ur- und industriellen Produzen⸗ ten reell an sich bringt, um sie den Konsumenten gegen die bloße Bestimmung eines künftigen Tausches zu übergeben. Wenn schon der idealische Tausch nicht wesentlich im Begriffe der kommerziellen Produktifkraft zu liegen scheint, so liegt er doch wirklich darin nach dem Organismus der kultivirten Menschheit, und in so fern ist er also allerdings essenziell. Eine große Zahl der menschlichen Bedürfnisse erscheint täglich, die Ur- und industriellen Produkte erscheinen nur nach gewissen Zeiträumen; ihr Werth ist während der Produkzionszeit und bis zur Vollendung null. Mächtig ist dagegen der Hang des Menschen zum Ge— nuß. Der bey weitem größre Theil der Konsumenten strebt s 2. der befhie 3ual 6. + 91e sulh hito Fy 9. 0 Im E nit ie duh LeH E mh soron 0 huchti nans sstS iy 19 gag als Y ben m die axnn un t mächtiz sud nicht ihr Kapi chuß ihrer s eignen remden Nazion ürde als nicht eine gdarin dazu des desselben stem zu merziele Produzen⸗ gegen die bergeben. Begriffe o liegt er Iltivirten nziell. erscheint inen nur ind det ng null um E Ren stkbt 163 also nach Vorgenuß. Er kann die Zeit der Vollendung der Produkzion nicht abwarten, um seine Genußbegierde zu befriedigen. Bey dem isolirten Wuddrzented, vom Taglöhner bis zum Minister, ist dieß ohnehin der Fall. Aber eben so auch bey dem Stoffbesizer, dem Grundeigenthümer, dem Rentie-⸗ rer ꝛc. Der bey weitem größere Theil der Nazion wird stets die Produkzion antizipiren und am Busen der Zukunft saugen. Er strebt unaufhörlich dahin: den todten Ka⸗ pitalstoff, den er in seinem Gewerbe, in seinem Ameublement u. s. w. stecken hat, ohne Nachtheil seiner Produkzion, seines Wohlstands, der Bequemlichkeiten des Lebens, lebendig und umlaufend zu machen. Dieß ist die Basis der Kredit-Operazion und sie ist wieder die des Kommerzes. Ohne jene von der Ur- und in— dustriellen Produkzion abgesonderte dritte, einzig durch lebendigen Kapitalstoff in Bewegung gesezte Kraftäuße⸗ rung, müssen diese beyde Produkzionen an ewiger Mittel— mäßigkeit kranken, können nie bis zum Nazionalreichthum fortschreiten. Die Produktifität des Kommerzes ist also dargethan, aber auch seine absolute Abhängigkeit von der Ur- und industriellen Produkzion beurkundet, und da mit auch das Kommerzial⸗ system der Nazional-Oekonomie ausgesprochen, nämlich die einzig negatife Tendenz desselben. Der Ackerbau, die Fabrikazion sind es, welche die Re— gierung befördern muß; beym Kommerz bleibttihr dann nichts als die Entfernung der Hindernisse, welche Natur oder Lei— denschaft seinem freyen Spiele entgegen stellen möchten, und die Anwendung aller in ihrer Macht stehenden Mittel, um den freyen Tausch der Genußmittel zu beleben. 164 Hier ist es also, wo sich der Werth des weltbür ger— lichen Verbands für das individuelle Wohl jeder einzel— nen Nazion am reinsten beurkundet, wo sich der Kosmo— politismus des Prinzips der Nazional-Oekonomie am freysten bewegt, am kräftigsten ausspricht. 290. Ich habe anderwärts die Gründe entwickelt, aus wel— chen das Kommerz von Seiten des Staats einer unmittelbaren Ermunterung nicht bedarf. Der Ackerbau, die Fabrikazion, also die Erzeugung der Produkte ist es, die der Staat direkt befördern muß. Sie sind die Amme des Kommerzes. Ist Ur- und industrielle Produkzion vorhanden, so findet sich das Kommerz von selbst, denn es ist eine mühlosere Beschäftigung, bedarf weniger Anstrenguug außer dem Kapitalstoffe, in seinen ersten Stufen nur geringe, nur arithmetische Kenntnisse, und gewährt dann dennoch größere Vortheile und einen höheren Rang in der bürgerlichen Gesellschaft. Die Regierungen sind, so weit uns die Geschichte zu⸗ rückführt, von andern Ansichten ausgegangen. Von einer irrigen Anwendung des Sazes getäuscht: daß Kommerz nur da und dann thätih sehn könne, wo Produkte vorhanden sind, haben sie den Nazionalreichthum zu näch st im Flor des Kommerzes gesucht, sie haben die größten Anstrengungen gemacht, um den Verkehr in steter Thätigkeit zu erhalten; nach ihm haben sie den Nazionalreichthum abgemessen und dieser erste Irrthum hat zahllose neue erzeugt. Man hat durch tausend künstliche Mittel ein Gaukelspiel von Le— ben und Regung erschaffen, bey dem die Nazion entweder nichts gewann, oder, sey es auch nur an unproduktifer An— intei I die un N selet d Ahelle ir . IU Nej hüt, 16 tines n die Reit Pradulg bürges der einzet Kornn nomie am aus welz ttelbaren eugung in muß. dustrielle n selbst, weniger Stufen gewähit Rang in ichte zu⸗ on einer nerz nur rhanden m Flor igungen halten; sen und Nan hat von Le antwedet lfer Mu/ 4 165 strengung, verlor. Es würde sich leicht aus der Geschichte beurkunden lassen, welchen unermeßlichen Nachtheil diese Täuschung der Menschheit zugefügt hat. Kommerz ist in den lezten Jahrhunderten das große In⸗ teresse der Regierungen geworden, ihm hat man die volleste Aufmerksamkeit gewidmet, für das Kommerz wurden die Quellen desselben, Ackerbau und Fabrikazion, aufgetrocknet, Leichen auf Leichen gethürmt, der Produkzion die kraftvollsten Produzenten entrissen. Mit Erstaunen und Wehmuth be—⸗ merkt der Geschichtsforscher, daß oft, wo von keinem wahren Nazionalkommerz die Rede seyn konnte, weil es keinen Pro⸗ dukzionsstoff galt, blutige Kriege für das Fantom des Namens geführt wurden; daß oft über einen ärmlichen, oder vorübergehenden, aus dem Tausche der Erzeugnisse zu hoffenden Gewinn, das reelle Nazionalvermögen aufgeopfert worden ist. Es könnte vielleicht wohlthätig für die Menschheit, interessant für den philosophischen Beobachter, belehrend für die Regierungen seyn, wenn ein mit allen Kenntnissen und Materialien ausgerüsteter Staatswirthschaftlicher Schrift— steller die Resultate der Kommerzkriege aus den Quellen darstellen wollte. 291. Worin besteht aber das Trügerische dieses Schlusses? und woher ist er entstanden? Dieß ist die interessante Auf—⸗ gabe, deren Lösung zugleich den Schlüssel zu den Archiven eines bedeutenden Theils der Weltgeschichte liefert. Nichts scheint nämlich einfacher als der Schluß: daß die Regsamkeit des Kommerzes auch einen hohen Grad von Produkzion, eine große Masse von Produkten als Bedin⸗ 166 gung voraussezt, und nichts ist gleichwohl irriger. Be— wegung ist noch nicht Leben, Regsamkeit noch nicht pro— duktife Thätigkeit. Das Kommerz hat, kraft der Apathie der menschlichen Natur, kraft des natürlichen Widerwillens gegen Anstren— gung, unter allen produktifen Kraften den stärksten Reiz, weil es mit dem geringsten Kapitalstoffe den größten Gewinn liefert. Dieser Gewinn liegt theils in der Indolenz, theils in dem Zeitgeize des Konsumenten, sich aus den ersten Quel— len, nämlich unmittelbar vom Produzenten, die Genußmittel zu verschaffen, also dem Kommerzianten den Theil der Kraft— anstrengung abzukaufen, den dieser zum Einkauf und Wie— derverkauf anwendet, also diese Anstrengung für sich selb st zu ersparen. Wir sehen oft dem Hausierer, dem Tabletkrämer, der uns die Waare ins Haus bringt, diese nämliche Waare in einer geringeren Qualität um einen höheren Preis bezahlen, als wir sie beym Kaufmann der näm— lichen oder der nächsten Städt erhalten würden; der Käufer schlägt also die Mühe, sich das Produkt aus der ersten Hand zu verschaffen, in einem durchaus unökonomistischen Preise an. Ferner: die Menschen sind im Genusse ewige Kin— der, das, was sie sehen, begehren sie. Das Anschauen des Genußmittels regt ihren Begehr, ihr Bedürfniß erst auf. Auch kann ein bedeutender Theil der Konsumenten, aus Mangel an Kapitalstoffe, die Genußmittel nur in derjenigen geringsten Quantität kaufen, die sein täglicher Bedarf fodert, und ihm kommt der Kommerziant zu Hülfe, der in jeder theilbaren Quantität verkauft, weil ihm der Zeitauf⸗ wand dieses Detailperkaufs bezählt wird. aul N hu& detnd dishen ID I W. S v 1 W sullon 14² uuf D⁰9 s 0lln mit. 9—½9 du89 + 20 8 8 Ranh er. Bet nicht proz nschlichn Anstren⸗ uReiß, Gewinn heils in en Quel mußmittel er Kraftt ind Wie⸗ selbst ger, der Bagre in öhtren der närn Käufer en Hand reise an. e Kin— hauen erst auf. en, aus erjenigen Bedalf „ der in Zittuf —— 167 Weiter: so fehlt es auch einem großen Theile der pro⸗ duktifen Konsumenten an Zeit zu dem Geschäfte des Ver⸗ kaufens und Einkaufens. Er würde diese Zeit mit Verlust der Produkzion entziehen müssen, er ist also gezwungen, die dazu erfoderliche Kraftäußerung dem Kommerzianten zu bezahlen. Auch fehlt es dem Produzenten gewöhnlich an richtigen Kenntnissen über den verglichenen Werth der Genußmittel, also den Weltwerth, und dieß macht es denn dem Kommerzianten, dessen einziges und ausschließendes Studium in der Erwerbung dieser Kenntnisse besteht, leicht, in einzelnen Fällen, vorzüglich beym Detailverkauf, den Preis weit über diesen Werth zu bedingen, also den Kon⸗ sumenten zu übervortheilen. Endlich, so schlägt auch der Kommerziant, dessen System auf den Hang des Menschen zum Vorgenuß, als der Basis des Kredits, des Nachborgens, des idealischen Tau— sches, berechnet ist, diesen Kredit zu einer Rente an, welche alle andre Renten übersteigt. Er kann dieses mittelst Begünstigung jener Neigung zur Antizipazion um so sichrer, da der Einkäufer nicht, wie der Pachter, oder der Kapital⸗ Schuldner, diese Rente klar zu berechnen vermag. Darin also liegt der hohe, alle andre Produktifkräfte übersteigende Gewinn des Kommerzes, darin aber auch sein mächtiger Reiz. Beynahe jede Produkzions- Gattung, die des Tagarbeiters ausgenommen, fodert Kapitalstoff; aber ohne Verhältniß ist derselbe rücksichtlich des Gewinns mit dem des Kommerzianten. Der Tabletkrämer, dessen ganzes Kapital vielleicht in 20 bis 30 Reichsthalern besteht, die ihm nicht für zwey Tage Rente liefern, oder zu keiner andern Produkzionsgattung, 168—— sey es auch nur eine einfache Fabrikazion, hinlänglichen Stoff gewähren würden, nahrt sich davon reichlich, weil der schnelle Umsaz dieses kleinen Kapitals ihm im Laufe Eines Jahrs 4 bis 5oofache Rente gewahrt. Zu diesem unverhältnißmäßig hohen Gewinn gesellt sich nun der geringe Grad von physischem Kraftaufwand. Der Kommerziant hat entweder einzig geistige Kräfte anzuwenden oder höchstens sein Sprachorgan in Bewegung zu sezen. Hat er es bis auf einen gewissen Punkt gebracht, so dient ihm die bioße Kenntniß der Gegenden und Produzenten, wo er die Produkte um den Oekonomistischen, d. h. dem verglichenen Werthe angemessenen Preis erhält, statt aller eignen An— strengung. Er kann auf eine sehr geringe Oberaufsicht sich einschränken, seine Miethlinge ruhig das Mechanische des Kommerzes zu seinem Vortheil besorgen lassen, und sich in behaglicher Unthätigkeit pflegen, oder einzig für das Ver— gnügen leben. 292. Bey so mächtigem natürlichen Reiz bedarf es also zu Erweckung dieser Produktifkraft keines außerordentlichen Er— regungsmittels von Seiten des Staats. Kommt dieses hinzu, so muß dieß nothwendig folgende Resultate hervor⸗ bringen: Der Austritt aus den Klassen der übrigen Produzenten muß immer beträchtlicher, der Drang zum Kommerz immer stärker werden. Dieß wird die Folge haben: r. daß die Nazional-Ur- und industrielle Produkzion ab— nimmt, also der Nazional-Produkte immer weniger werden. ö 0 l5, Ur je bird Wr Klase y oder alag ief Hird all hen Stof schnelle Ihrs 4 esellt sic d. Der uwenden u. Hat ihm die der die glichenen nen An— sicht sich che des sich in as Ver—⸗ asso 3u sen Er— dieses hervor— zenten immer ion ab⸗ veniger 169 2. Dieß wird die Nazion dem Krämergeiste überliefern, der bey der Nazionalindustrie nie seine Rechnung findet (3. 227.9. Er wird diesen Mangel durch auswärtige Produkte fürs erste zu ergänzen suchen. 3. Wenn dieses System allgemein wird, wenn es also auch an auswärtigen Produkten fehlt, so wird der Krä— mergeist diesen Mangel durch Erhöhung der Preise, also abermals zum Nachtheil aller andern Konsumenten, ersezen. 4. Wenn die gelähmte Produkzion die Konsumenten ver⸗ armt, so wird er dieß durch Ausdehnung des Kredits ergänzen, er wird also mehr auf Kredit und auf längere Fristen, und nothwendig zu höheren Preisen verkaufen. 5. Die Größe der Konkurrenz im Kommerz wird, bey dem Mangel der Produkte, durch die Lähmung der Ur-⸗ und industriellen Produkzion eine große Zahl Krämer, deren Kapitalstoff unbeträchtlich ist, zwingen, sich mit einem niedern Gewinne zu begnügen, aber diejenigen, deren Kapitalstoff beträchtlich ist, die also kraft der Progres— sion(1. Bd. Z. 63.) Reichthum häufen, werden die Konkurrenz niederdrücken, sie werden sich zu Monopo— listen emporschwingen, und alles Verderbliche dieses Systems um sich her verbreiten. Die Regsamkeit wird in dem nämlichen Grade zuneh— men als die Kommerzianten alles aufbieten, um Genußmittel für jeden Preis herbey zu schaffen. Aber die Nazion wird dann aus wenigen Nabobs und aus einer zahlreichen Klasse von Sklaven bestehen, die entweder als Lohnarbeiter, oder als Schuldner dieser Monopolisten, ein ärmliches, ab— hängiges Daseyn dahin schleppen. Das Bild der Regsamkeit wird allerdings stets das nämliche, aber der Nazionalreich— —— E 98—* 170 thum, der Nazionalwohlstand wird verschwunden seyhn, der doch einzig in dem Wohlstande der größtmöglichsten Zahl der Nazionalglieder besteht. 293. Es giebt Staaten, wie die Batavische Republik, deren Existenz einzig auf dem Kommerz beruht; aber diese Staaten sind keine natürliche, keine ökonomistische Staaten; es sind künstliche, also prekäre. Schon durch den herrschenden Geist des Kommer—-— zes schließen sie das Prinzip der Erhaltung, der Verthei— digung gegen äußern Angriff, aus, und ihre Existenz hängt vom Wechsel der Verhältnisse andrer Staaten, von de— ren Produkzions-Stande, von der Eifersucht der Nachbarn und deren Staats-Einrichtung ab. So sehr sie also auch zum Zweck der kommerziellen Produktifkraft von der Natur begünstigt seyn mögen; sie werden und müssen sich auflösen. Nur derjenige Staat, der Genußmittel, und zwar die unentbehrlichen Genußmittel, hervorbringt, ist ein ökonomistischer Staat; nur er hat Selbstständigkeit, und so ist auch jede Ausdehnung der kommerziellen Produktifkraft einer Nazion über die Gränzen, welche ihr Ackerbau und Fabrikazion vorzeichnen, eine unnatürliche Geschwulst, die ihre innere Kraft schwächt, ein Einfäll in das Gebiet andrer Nazionen, der deren Rachgefühl, deren Eifersucht aufregt. Großbritannien giebt das Beyspiel: Sein Kom— merz ist, durch Zeitumstände begünstigt, noch immer im Steigen. Im Jahre 1786 betrug die Einfuhr 15,786,072 Pf. 7 P. 5 D. Sterl. im Jahr 1799 schon 27,857,889 Pf. 8 P. 2 D. Sterl. im V im N Kuuffbs stigt gost a ysts ẽ geh MivedY 4ces kant Fahnn gham, x 5 Nn hlillag Doh oh den, Oth HLumm 171 sehn, der 30. ö Ricsen ö im Jahr 1787 besaß es nur 14,310 im Jahr 1796 schon 17,292 Hlik, deten Kauffartheyschiffe, aber die Ausdehnung seines Handels über⸗ 2 Stgaten steigt seine Urprodukzion und Populazion, also seine innere es sind Kraft. Mehr als einmal habe ich bemerkt, daß der Grund dieses Zustands in der Staats-Verfassung ruht. Noch Kommer liegen unermeßliche Erdstrecken öde. Kraft des großen Daihen Mißverhältnisses der Reichthümer überhaupt und des Grund⸗ den hing eigenthums⸗Besizes insbesondere, hört man dort noch in den 996 de⸗ neuesten Zeiten klagen, daß die großen Proprietärs ihre Rochban Pachter verjagen, um das Land den Schäfereyen Preis zu sw anch geben, also zu veröden. der Natur allüsn„streckt der Britte Kide Handelsflotten, „gierig wie Polypen-Arme aus; ohun„und das Reich der freyen Amphitrite, , ist ei„will er schließen wie sein eignes Haus. und so„Zu des Südpols nie erblickten Sternen iktifttaft 5„dringt sein rastlos ungehemmter Lauf. hau und„Alle Inseln spürt er, alle fernen lst, die„Küsten— nur das Paradies nicht aus!!“ andrer Nur im schwesterlichen Bunde mit der Ur- und indu⸗ ufregt. striellen Produkzion erscheint also das Kommerz als Nazional⸗ in Kom⸗ Oekonomistische Produktifkraft. Isolirt gewährt sie nur mer im ephemeren Glanz. Tyrus und Karthago sind verschwun⸗ den, die Niederlande, die Lombardey haben allen politischen Stürmen getrozt. Auf den Grundsäulen der Urprodukzion kann sich das Kommerz einzig mit fester Hoheit erheben. 172 Wir sehen dieß an dem Beyspiele der Nordamerika— nischen Freystaaten. Nach offiziellen Berechnungen betrug ihre Ausfuhr im Jahr 1804 schon 77 Millionen 55990,74 Dollars, und war nur seit 1803 um 21 Millionen 8990,1 Dollars ö gestiegen, aber unter diesen Exporten hatte auch der Ackerbau 30, 890, ooο die Holzungen 4,630, oο die Fischereyen 3,420,000 Dollars geliefert. 294. Es liegt außer der Tendenz dieses Werks, eine detaillirte Geschichte des Kommerzes der Europäischen Nazionen zu lie⸗ fern*), aber der Geschit forscher wird vielleicht nicht ohne bedeutendes Interesse die Frundprinzipien des Kommerzes mit der Geschichte des Handels aller Nazionen vergleichen. Sind diese Grundprinzipien nach Nazional-Oekonomistischen Grundsäzen festgestellt, so muß sich ihre Wahrheit bey allen Gattungen des Kommerzes unter allen Verhältnissen beur— kunden. Der Geschichtforscher wird dann den Untergang mancher Nazion der Vorzeit in der Abweichung von diesen Grund⸗ säßzen, die Erscheinung neuer blühender Staaten in der Rück— kehr zu diesen Grundsäzen finden. Auber mehrern klassischen Schriftstellern übet den Kommer⸗ zialverband einzelner Nazionen, enthält Richard's Traite general du Commerce(von dem vor einigen Jahren zu Paris eine neue Auflage in 3 Bänden in 4. er chienen ist,) das We⸗ sentlichste dieser Geschichte, so auch Savary's Dictionaire de Commerce u m. amerikg, krachnungez detaillitte uzu lie⸗ icht ohne ommerzes ergleichen. omistischen beh allen sen beul⸗ mancher Grund⸗ r Rück⸗ Kommer⸗ iTraité zu Meeih das We⸗ Nctionaite —» 473 Zu Feststellung dieser Grundsäze muß das Kommerz 1. in die ihm gebührende Würde einer produktifen Kraft eingesezt; es muß 2. als nur von den übrigen produktifen Kräften aus⸗ gehend, aber unerläßlich aus ihnen quellend, aner— kannt werden. 3. Kommerz ist Tausch der Genußmittel. Wohlstand be— steht im Gennsse. Ihn kann nur die Individual⸗Ansicht, das individuelle Bedürfniß bestimmen; diesem Täusche muß also der freyeste Spielraum geöffnet seyn. 4. Der Grad der Produktifkräft ist einer der bedeutend— sten Gradmesser des verglichenen Werths der Produkte. Jede Verminderung jenes Grads erhöht also die Mög— lichkeit des Genusses, also den Wohlstand, bilanzirt die Produktifkräfte und bringt Nazional-Oekonomistischen Genuß hervor. Daher die Vortheile der Ersparnisse an der kommerziellen Produktifkraft, an der Erleichte— rung des Transports durch Straßen, Kanäle, Schiff— farth, durch die Ungebundenheit des Tausches, durch die Konkurrenz der Verkäufer. 5. Im Nazional-Oekonomistischen Sinne ist jeder Tausch Gewinn, weil er beyden Tauschenden ein Genußmittel verschaft, das sie außerdem entbehren würden. Von diesem Grundsaze erkennt die Nazional⸗ Oekonomie nur Eine Ausnahme: wenn nämlich durch die Gattung des Tausches das Urprinzip der Nazional-Oekonomie erschüttert wird, welches dauernden gesicherten Wohlz⸗ stand heischt. Dieß kann dann der Fall werden, wenn die Nazion in einem ihre Eristenz, ihre Unabhängigkeit gefährdenden 174— Grad, reelle Genußmittel gegen idealische vertauscht; wenn die Tendenz der Nazion sich in jenem gefährdenden Grade auf die luxuriöse Konsumzion wirft. Hier, aber auch ein— zig hier, erkennt die Nazional-Oekonomie beym Tausche den Begriff von Verlust. Hier erkennt sie also auch die Rechtlichkeit der Beschränkung der Tauschfreyheit. Doch diese Rechtlichkeit ist in schneidende Gränzen ge— bannt. Diese Gränzen werden bestimmt: a. durch den richtigen Begriff der reellen und ideali—⸗ schen Genußmittel. b. durch den Grad der Tendenz. A. Reelle Genußmittel sind alle unentbehrliche Le— bensbedürfnisse als die Basis des Wohlstands. Nur die Ver—⸗ armung an diesen kann als Nazionalverlust gelten. Eine Nazion, die mit ihrem Getraide, mit ihrem Vieh, aus—⸗ We Weine, Gewürze, Seidenzeuche u. s. w. in einer Masse eintauschen würde, welche die Summe jener Natur— produkte bis auf einen Grad vermindert, der ihre Seltenheit in einer solchen Proporzion hervorbrächte, daß der Preis weit über den Weltwerth gespannt würde, würde nothwendig von Reichthum sich entfernen. Der Maasstab dieses ver— glichenen Werths würde sich leicht aus der Vergleichung mit jedem andern Staate abziehen lassen. Wenn wir z. B. annehmen, daß in einem durchgängig im Nazional⸗-Oekonomistischen Zustande befindlichen Staate, der Preis des Scheffels Roggen zu 5 Thaler stände, so würde dieser Preis als Nazional-Oekonomistisch anzuerkennen seyn. Würde dieser Preis durch einen unmäßigen Eintausch luxu— riöser Bedürfnisse gegen Getraide verdoppelt, so wäre jener Fall vorhanden. 9* ahslbse Bewalli zion det, M Pah 0f¹ M ö an 17 nitl an O Mhsi O 4 W da I als W mit Aad - 1 Miar sinnot 6 Ale ilg Ten dyzs Oyn I huteh Rerech C nach E 175 sht; wunn Münze kann aber unter jene reelle Genußmittel nicht den Gunde absolut gezählt werden, wie ich in der Abhandlung über die auch ein, Bewegungsmittel der Produkzion zeigen werde. Eine Na⸗ m Lush zion, die sich im Nazional-Oekonomistischen Zustande befin⸗ d det, kann an Münze nicht verarmen; der Ueberschuß ihrer Produkte wird ihr stets die zur A usgleichung des Tausches bänzen ge⸗ erforderliche Summe verschaffen, und nur auf diesen Zweck hat die Masse der Münze Einfluß. widegli Wenn also eine Nazion die Produkte, deren sie bedarf,‚ von andern Nazionen gegen Münze eintauscht, so ist dieß nicht an sich als Passif⸗Kommerz zu betrachten, wofür man es bey der gewöhnlichen Bilanzirung des Handels ansieht. huiche L Münze ist dann nur die für diese Nazion entbehrliche 2——— Waare, für die sie unentbehrliche eintauscht. n. Eine Die mit einem dergleichen Tausch verbundene Na- h, aut zionalarmuth hat wohl zum Theil ihren Grund darin, daß . in eun der Münz⸗Metallreichthum sich mit geringerer Anstrengung, iit Wuun als durch eine Kraft fodernde Produkzion, Genußmittel zu Seltrnhei verschaffen vermag, aber aus der Ausgleichung des Tausches Preis mit Metallmünze folgt keineswegs die nothwendige Existenz wahtuendig der Verarmung. Das Münzmetall, welches Spanien aus deses vet seinen Amerikanischen Provinzen zieht, wandert ins Ausland. hung mit Von dem Grade dieser Exportazion kann man sich aus der offiziellen Angabe einen Begriff machen: daß nur allein seit lcchgängiz dem Traktat von Amiens bis zum 22. Febr. 1803 aus den talte, Spanisch-Amerikanischen Besizungen o wde 46 Millionen 842,980 mien sen harte Piasters, oder(den Piaster zu 34 französische Livres nush lunz gerechnet,) br sin 242 Millionen 771,129 Livres nach Großbritannien giengen. 176 Aber die Nazionalarmuth der Spanier liegt darum nicht in dieser Erportazion, sie liegt in der durchaus und beynahe in allen Zweigen antiökonomistischen Staatsverfassung, Staats⸗ gesezgebung und Staatshaushaltung. Eben so verhält sichs mit Portugal. Wenn Groß— britannien, nach der Behauptung Staatswirthschaftlicher Schriftsteller, dort allein für 202500 Pf. Sterling eßbare Sachen einführt, wenn es im Jahr 1784 für 114 Millionen Livres allein an Wollen-Waaren importirte, so liegt der Grund nicht in der Armuth der Portugiesen, sondern diese Armuth liegt in der gehemmten Produkzion, welche sie zwang, jene Waaren mit den Brasilianischen Schäzen zu bezahlen, ohne ihnen mehr als einen kärglichen Genuß zu verschaffen. Wäre dieser Staat den Nazional-Oekonomie⸗Gesezen gemäß organisirt, so würde vielleicht die nämliche Metall-⸗ exportazion Statt finden, aber die Nazion würde das Metall nicht für Erzeugnisse hingeben, die sie selbst hervorbringen kann, oder diese Erzeugnisse mit Produkten bezahlen; sie würde also für jenes Münzmetall eine größere Masse von Genußmitteln eintauschen; sie würde mehr genießen, also wohlhabender seyn, indem sie wohllebender würde. Diese Exportazion des Münzmetalls ist nur ein Beweis, daß das Genußbegehren, die Genußempfänglichkeit sich aus— gedehnt und vermannichfaltigt haben. Nach der Entdeckung von Amerika und zu Anfang des 16ten Jahrhunderts war in Spanien die Masse der edlen Metalle so groß, daß man für arm sich hielt, wenn man nicht mindstens 800 Duzend silberne Teller und 200 silberne Schüs⸗ seln im Hause hatte. Manche Häuser besaßen bis 1200 Du— zend dergleichen silberne Teller, und verhältnißmäßig eben 0 0 em8 ie vone Moon A lshef I 2 W die d schtt WII, Sch u. Amd sh 0n d M die Aun e dautye. abai gele. e N 39500 gg herohn 7 177 dmum nigt so viel Schüsseln; alles, nach der Sitte der Zeit, von schwe— und bennoe rem Gewicht. ing, Stuutt—— ů ö ö Die Register von Sevilla beweisen, daß die Spanier von 1519 bis 1617 allein für 1336 Millionen Piasters an Lenn Giß Münzmetall erhielten). Die genauen Nachrichten von hschaflichn der Ausbeute der Amerikanischen Bergwerke, die man als ling efhne einen der literarischen Schäze verkündet, welche uns die Ent— Milloxen deckungen des berühmten Reisenden v. Humboldt verschaf⸗ t der Gund fen sollen, werden die ungeheure Masse der edlen Metalle, ose Amuth die auf diesem Wege nach Europa gewändert sind, ins Klare wang, jene sezen. len, ohre Allein, wenn die Spanische Nazion mitten unter diesen sen. Schäzen darbt und sich großentheils noch im Zustande der Gesezen Armuth befindet, so ist es nicht diesem Geldreichthume an e Metall⸗ sich, sondern der unglücklichen Täuschung zuzuschreiben, daß das Metal der mühelose Erwerb Einer Waare, deren größte Masse gegen vorbringe die unermeßlichen Schäze der Produkzion kleinlich erscheint, chlen; se dauernden Wohlstand zu erzeugen vermöge. Unverkennbar Nasse von aber ist es, daß gerade der Besiz dieser, als einer allgemein jen, alo geltenden Waare, als eines beynahe stets lebendigen Stoffs, würde. jene Täuschung mehr als irgend eine andere begünstigt. Beweis, 295. sich aus⸗ B. Der Grad jenes Hangs zur luxuriösen Konsumzion idealer Genußmittel muß nothwendig so hoch seyn, daß ů fang des er jene Verarmung, wie sie unter 4) bezeichnet ist, der edlen hervorbringt. nan nicht ne Schus*) Wie sehr der Ertrag dieser Vergwerke seitdem gesunken ist, 100 DU 4— man nrn. physikal. Nachrichten von Amerika ꝛc. ů„I2. Rap. 0 dn Zweyter Band. 12 178 Die Nazional-Oekonomie muß den Fall der Nothwen⸗ digkeit einer Beschränkung ihres Grundprinzips der allge⸗ meinen Tauschfreyheit anerkennen; sie muß also auf das ängstlichste bemüht seyn, den Fall dieser Ausnahme klar und schneidend zu bestimmen, also der Willkühr in der An—⸗ wendung so wenig übrig lassen, als es nach der Natur aller menschlichen Verhältnisse möglich ist. Der Philosoph kann sich über die Unerläßlichkeit jener Ausnahme beruhigen, wenn die Nazional⸗-Oekonomie-Geseze in allen Zweigen menschlicher Kraftäußerung treu befolgt werden. Eine Nazion, in der die Ur- und industrielle Pro— dukzion im Nazional-Oekonomistischen Gleise ist, kann kaum in jenen Fall kommen. Die lururiöse Komsumzion ist an sich eine Folge des Reichthums, sie sezt also Ueberfluß an Produkten voraus, der Gefahr des Mangels ausschließt. Nur im Fall einer allzugroßen Ungleichheit der Glücksgüter kann der Hang des reichern Theils der Nazion sich auf die luxuriöse Konsumzion werfen. Alle andre Klassen werden ohnehin zunächst für die Erhaltung der nöthigen Genußmittel sorgen. Diese Ungleichheit aber ist es, welcher das Prinzip der Nazional-Oekonomie entgegen strebt. Durch Befolgung ihrer Geseze muß jener Fall eines Tausches mit Nazional— Verlust unmöglich werden. Denn nur wenn jene unent⸗ behrliche Genußmittel einzelnen Nazionalgliedern in einer unverhältnißmäßig großen Masse zu Gebot stehen, ist jener Tausch denkbar. Die Nothwendigkeit der Beschränkung der Kommerz⸗ freyheit ist also nur eine Folge des antiökonomistischen Zu— stands, in dem sich die Nazion befindet. Dem Prinzip und nicht den Erscheinungen muß also die Nazional— Oekonomistische Heilkunde entgegen arbeiten. 6. 17 4 Mersh sind Iι it 99—5³⁰ 003 R5H90% Rusli J. ind d uihtIt ümn N u (199 Rier A Nachü ain nßzt Uhee 6 Gauha ur r Hifchtres dultsest Pudgz 390 bere* der V 35395 179 Ruthwen 296. Nr gllge; ö gllgt 6. Das Kommerz beruhtwesentlich mit auf der Ide ali⸗ ů97 use af tät des Tausches. *— 4268. fhe Der reelle Tausch gehört nur dem rohen Zustand der in der An⸗ Nenschheit an, nur in diesem Zustande werden die wechsel— seitigen Genußmittel von den Produzenten gegen einander augenblicklich und wirklich ausgliefert. Der ideale Tausch Latur aller keit jener ist das Resultat der Civilisazion. 500 Die Idealität dieses Tausches besteht entweder darin: 2 daß der Eigenthümer eines Genußmittels es einem andern Iumn kumn ausliefert und den Gegensaz nur im Sinne behält, den 4 er in der Folge empfangen soll. Dieser Gegensaz muß stets 5 wieder ein Genußmittel seyn, es kann aber entweder noch gar — 30 nicht, oder nicht in derjenigen Gestalt existiren, in der es, Wui vertragsmäßig, ausgeliefert werden soll, ob es gleich in dem Mcksquter nämlichen Augenblicke seinen Eigenthümer verändert, wo der Tausch geschlossen wurde. Dieß ist das Kreditsystem (389.). Es beruht auf der von der menschlichen Genuß— gierde herrührenden Antizipazion des Genusses, auf der àPrimzih Mannichfaltigkeit des Stoffbesizes, und eben deswegen ist es ich auf die sen werden enußmittil 4 ein machtiger Hebel des Nazionalwohlstands. mi Eine große Zahl produktifer Konsumenten würde ihren in eiher Genuß verkümmert sehen, wenn sie, deren Vermögen ent⸗ nt weder in todtem Produktstoffe, oder nur in produktifer Kraft besteht, den Genuß entbehren müßte, bis entweder jener Pro⸗ Wannn Iene gemacht, oder das Resultat der aan Produktifkraft zum Produkt werden kann. a Jedes Produkt, und vorzüglich die Naturprodukte, fo—⸗ M dern einen bestimmten Zeitraum zu ihrer Erscheinung. Nur der Besiz des Kapitalstoffs, und zwar des lebendigen 130———— Kapitalstoffs, kann den produktifen Konsumenten in Stand sezen, während diesen Zeitraume zu genießen. Aber * dieser Besiz ist selten, so wie die kapitalistische Pro⸗ dukzion selbst. Der Genuß läßt sich gar nicht, oder doch nicht ohne Verlust am Wohlstande vertagen. Der Kapitalstoff muß also diesen Zustand der Dinge eingleichen. Er thut es am zweck— mäßigsten beym Kommerz, indem er den Konsumenten un— mittelbar diejenigen Genußmittel für den idealischen Gegen-⸗ saz liefert, welche dieser sucht und bedarf, und sich die Rente seines Kapitalstoffs bis zur Realisirung des idealischen Tau— sches durch den Preis des vom Produzenten eingetauschten Produkts bezahlen laßt. Nur durch die Antizipazion, nur durch Inleihverträge, nur durch den Kredit kann also das Kommerz, kann die Ver— theilung der Genußmittel, also die Vermännichfaltigung der Genüsse blühen. In wieferne dieser Tausch der Genußmittel durch allge— meine Abtheilungs- und Ausgleichungs-Vehikel erweitert und beflügelt werden kann? werde ich in den folgenden Ab—⸗ handlungen darstellen. 297. Das Kommerz ist entweder innerer Nazionalverkehr, oder Tausch der Nazionen, auswärtiges Kommerz. Das innere Kommerz breitet die Erzeugnisse in dem ganzen Umfange eines Staats aus und vertheilt die Nazionalpro— dukte, so wie die fremden Produkte unter den Nazional⸗ gliedern. Dieses Kommerz bedarf zum Behuf des Nazional⸗ reichthums die höchste Freyheit, die größte Beförderung. Zu diesem Zweck müssen alle Provinzen nur als Ein Ganzes Hetad 3 gleis Bodilin nach Nñ stm um NI amihn aun& gummd 10 Rtt Gu Imig V UU schäh e Prath lich s Hallog N uid. 0⁰ ihim. in/ auch 195 Ause olit al IU 181 ö in Stand ö FJedes Mazionalglied 5 . sür dichtet werden. Jede—93 muß 9460 ishe R gleiche Rechte genießen; 6 innere Tausch und Absaz der asche pu Bedürfnisse muß von allen Fesseln entlastet seyn, er muß ö nach Einem Grundsaze behandelt werden. Ohne dieses Sy⸗ 19 60 stem kann der Staat nie denjenigen Grad von Kraft, Größe th und Nazionalreichthum erringen, zu dem ihn die Natur am zweck— ursprünglich berief. So ist z. B. Spaniens trauriger Ealen uht Zustand großentheils der dort mehr als irgendwo gehemmten en Gcgen Kommerzfreyheit im Innern zuzuschreiben D. die Rente Zufall, Zeitverhältnisse, politische Ereignisse haben oft shen dun getrennte Nazionen unter Eine Regierung vereinigt. Der getauschten Geist, die Sitten der Nazion, ihre örtlichen Verhältnisse können dieser Regierung gebieten, die Eigenthümlichkeiten hoerttage, derselben, ihre Geseze, ihre Verfassung zu ehren, und mehr die Bert als Ein dagegen anstürmender Amalgamazionsplan ist ge⸗ Hfaltigung scheitert; aber in Absicht der Kommerzfreyheit heischt das Prinzip der Nazional-Oekonomie dieses Amalgama unerläß⸗ ich allge lich, weil dieses Prinzip für seinen Kosmopolitismus allent— erweitett halben freyen Wirkungskreis suchen muß, wo es nicht durch enden M. das Gesez der Nazional-Selbstständigkeit eingeengt wird. Klar sprechen jene Grundsäze sich aus, und doch sehen lverkeht, wir sie noch in manchen Europäischen Staaten verkannt. 3. Dis In Frankreich hat die Weisheit der Regierung jene ganzen inhumane Abmarkung der Provinzen, jene Kommerzschranken lonalpro⸗ im Innern des Reichs vertilgt, aber noch fehlt es, Tazional⸗ auch außer Spanien, nicht an Beyspielen, daß der freye Tausch der Erzeugnisse im Innern der Staaten aus irrigen WMrional politischen oder Finanzansichten, durch Aus- und Einfuhr⸗ orde ng. Gamzet) Bourgoing Tableau de L'Espagne ete. T. 2. P. 144. *——. verbote oder drückende Auflagen gehemmt wird). Alle diese Schranken müssen fallen, wenn dle Nazion zum Reich— thum fortschreiten soll. Die Staatsproduktifkraft muß sich vielmeyr in der Beförderung und Erleichterung der wechsel— seitigen Vertheilung der Erzeugnisse und Bedürfnisse, durch die Erleichterung des Transports, durch Straßenbau und innländische Känale außern. Diesem befruchtenden Systeme hat Großbritannien vorzüglich den, seinen Arealfond im Ver— hältniß andrer Staaten weit überwiegenden und allen Ge— brechen der Verfassung trozenden, Nazionalreichthum zu verdanken. 298. Daß in Absicht der Naturerzeugnisse des Staats im Innern nicht nur gänzliche Freyheit des Tausches, son— dern auch höchste Beförderung desselben Statt finden müsse, haben die mehresten Regierungen anerkannt. Anders verhält sichs mit den industriellen Pro— dukten. Hier hat der Zunftzwang, das Monopolsystem und die geistlose Abtheilung der Nazionen in Städter und Land— bewohner, dem freyen Tausche der Genußmittel große Hin— dernisse entgegen gestellt. Nicht von Provinz zu Provinz allein, von Stadt zu Stadt, von Ort zu Ort, sehen wir noch allenthalben eine Menge von Beschränkungen des Verkehrs eristiren, die sich auf die durchaus irrige, dem Geiste der Nazional-Oekonomie widerstrebende Ansicht gründen, zwischen den Produktifkraft— Aeußerungen, zwischen den Industrie- und Gewerbszweigen *) Dab dieß selbst in den Preußischen Staaten noch der Fall seyn sollte, wie Büsch(über den Geldumlauf, zr Bd. S. 730.) behauptet, verdient wohl nähere Untersuchung. ütal s 3ut A 10 W du Ee ‚ö0V. 99 1 Bsn schasen Run 30 Run W —— 183 6 eine chunische Bilanz zu Ate 1 Produzenten üwi 0 einen bestimmten Wirkungskreis, 15 25 einen 40 Wehh, sen 30 von n zuzumessen, 2— der That nach, sämmtliche Produzenten in Staats söldlinge zu ise, uuh verwandeln. ö abau un Auch abgesehen von dem, was diese Ansicht heterogenes Ossene mit dem Prinzip des Nazionalverbands enthalten im Der: mag, ist sie durchaus irrig. allen Ge⸗ Wenn die Produkzion ihren verglichenen Werth sehum ju einzig durch das weltbürgerliche Prinzip der Nazional⸗Oeko⸗ nomie erhalten kann, so muß vollends jede Hemmung des freyen Verkehrs im Innern den Fortschritt derselben zu die— Staats sem verglichenen Werth gänzlich aufhalten, also der Pro-⸗ es, som, dukzion allen Sporn entziehen. en müss, Die Cirkulazion der Urprodukte kann, um ihrer Vo lu— minosität willen, in einem ausgedehnten Staate, oft en z durch die Zwischenräume gehemmt werden; der Transport — derselben kann ihren Preis über den(ökonomistischen) ver— W glichenen Werth treiben. Die südlichen Provinzen 1— 10 Frankreichs z. B. werden sich leichter das Getraide von der * de Barbarischen Küste als aus den ehemaligen Niederlanden ver—⸗ 2 schaffen können. Anders verhält sichs mit den industriellen 1141 Produkten. 10 90 Die Regierung wird wohl nie den Bedarf der einzel⸗ sch nen Nazionalglieder zu bestimmen vermögen. Sie kann es etonomit um so weniger, weil dieser Bedarf oft erst durch das An⸗ kiifttaft schauen dieser Genußmittel, durch die Leichtigkeit sie zu er⸗ deweige halten, durch die Wohlfeilheit ihres Preises entsteht. Eben so wenig vermag sie die Gränzen der Produktif⸗ 9270 kraft zu bestimmen, weil diese sich nach dem Grade des Lohns ausdehnt und nicht stille steht, so lange der ökono— 184—.— mistische Preis des Produkts, nämlich sein verglichener, Werth nicht erreicht ist. Aber dieser verglichene Werth ist erst in dem freyen Spielraume und durch ihn bestimmbar, entsteht, erscheint erst durch ihn. Wenn nun der Staat weder den Bedarf der Nazionalglieder, noch die Gränzen ihrer Produktifkraft zu berechnen vermag, auf welcher Basis sollen denn seine Kalküls ruhen, kraft deren er den Verbrauch der Genußmittel und die Erzengung derselben dergestalt ab—⸗ wägt, daß Produkzion und Konsumzion immer im genausten Gleichgewichte stehen, daß jedem Produzenten sein Produk— zionskreis angewiesen und er auf den Lohn seiner Industrie, gleich als auf einen festgesezten Staatssold assignirt werden soll? Nur der Produzent vermag den Ertrag seiner Produktifkraft richtig zu wägen. Auf der Richtigkeit seines Kalküls beruht seine Nahrung, seine Existenz, sein Wohlstand. Mit diesem ein— zelnen Produkzionszweige beschäftigt, muß die Erforschung des verglichenen Werths des Produktstoffs und seiner Produktif— kraft-Aeußerung, also der Kalkül des Preises des Ma—- terials, das er bearbeitet, der Zeit, der Anstrengung, die diese Bearbeitung fodert, und all' der Vechältnisse, die auf den verglichenen Werth einfließen(r. Bd. 3. 44.), seine ganze ungetheilte Aufmerksamkeit spannen, nur er kann und wird richtig kalkuliren. Eben so der kommerzielle Produzent. Nur er kann die Existenz, oder den Mangel des Produktstoffs der Gegenden, den Verlust der Rente in dem Zeitaufwande der Ueberfrachtung, die Ueberfrachtungskosten selbst richtig be— rechnen. Nur er überschaut: ob der Einkauf und Verkauf ihm Ueberschuß, also Lohn seiner kommerziellen Produktif— kraft gewährt? er kalkulirt auch richtig. Traurig genug, chund ꝑn 10 eihesdo f E iiht J50 Jsr Iuor ⁰ Du ·* 185 mn daß das Vielherrschen, dit das ewige Eingreifen der Wißt Regierungen in die regelmäßige Naturhaushaltung ihn so innin, oft in diesen Kalküls stört. bee E Ein Produkt, das der Negoziant nicht um den vergliche— Gige nen Werth abzuliefern vermag, wird er nicht einkaufen. Das her Bise eingekaufte wird er stets dahin versenden, dort absezen, erbtauch wo seine Produkzion ihm Lohn verspricht, wo sie also ka— estalt ab⸗ pitalistisch, oder mindstens ökonomistisch ist. genausten Die Regierung muß also aller Störung, aller Einmi— Produk⸗ schung in diese Kalküls, also der Unheilbringenden Tendenz Industri, zum Viel herrschen entsagen. ssignirt Mit Recht ertheilten vor wenig Jahren die Kaufleute lag seiner eines bedeutenden Brittischen Handelsplazes dem Minister auf die Frage: Was er, nach ihrer Meinung, am besten für uht seine ihr Interesse thun könne? die sinnige Antwort:„Se. Herr— iesem ein⸗„lichkeit möchten nur die Gnade haben, ihrer weder im Gu⸗ schung des„ten noch im Bösen zu gedenken.“ Produktif ö Die Regierung muß im Innern jeder Gattung des des Ma— Tausches, im Großen wie im Detailhandel, gänzlich freyen ing, die Spielraum lassen. ö die auf Wenn auch der Detailhandel wegen der Geringfügigkeit ), seine des dazu erfoderlichen Kapitalstoffs und der mit dem Gewinn, nur er nach Abgleichung mit andern Produkzionsgattungen, gleich⸗ falls geringen Kraftanstrengung, allerdings eine zu große, also Nur er unökonomistische Zahl von Detailhändlern anlockt, so wird ö offs der der darin liegende Nachtheil durch die Vortheile der Kon— unde der kurrenz für die Konsumenten jeder Gattung, er wird auch tig b dadurch reichlich aufgewogen, daß diese Konkurrenz den Bruf verglichenen Werth jedes Produkts, also den ökono— mistischen Preis der Genußmittel, also das jenige zur Er⸗ öduklif scheinung bringt, was man gewöhnlich Wohlfeilheit 9genug, 186 nennt. Dieser Grad von Wohlfeilheit ist es, welcher dem Prinzip der Nazional-Oekonomie zusagt, weil er den Ge— nuß vervielfältigt, also den Nazionalwohlstand erhöht. Der kommerzielle Produzent, der Detailhändler insbe— sondere, wird in dem nämlichen Augenblicke seine Produk— zionsgattung aufgeben, wo sie aufhört für ihn ötonomi— stisch zu seyn. So lang er aber sie forttreibt, ist auch seine Kraftäußerung Nazional-⸗ Dekonomistisch. Die, vorzüglich ungebildeten Menschen natürliche, Apa—⸗ thie und Trägheit wird die Klasse der kommerziellen Produ— zenten, besonders der Detailhandler, immer zahlreich erhal— ten. Viele werden, im Detailhandel beschäftigt, eine mäßige Dürftigkeit der lukratiferen, also genußreicheren Thätigkeit vorziehen. Aber der Staat besizt kein kräfti⸗ geres Mittel, dieses sittliche Uebel zu dämmen, als: die Freyheit des Verkehrs. In ihr liegt das natürliche Gegengift. Die Vortheile, welche sie allen andern Nazional— gliedern gewährt, begränzen zugleich auf dem einfachsten Wege jede unnatürliche Anschwellung Einer Produkzionsgat— tung, die dem Nazionalwohlstande nur dann schädlich wer—⸗ den kann, wenn sie vom Staate auf Kosten der übrigen, nämlich der Landwirthschaft und der Gewerbe, belohnt und begünstigt wird. 299. Messen und Jahrmärkte sind ein wichtiger Hebel zu Beförderung des Verkehrs, des Umsazes der Genußmittel. Dort ist es, wo die Konkurrenz der Verkäufer die Ueber— spannung des Anschlags der kommerziellen Produktifkraft ver— hütet, und dem Produkte seinen ökhonomistischen Preis sezt. Dort ist es, wo die Leichtigkeit des Einkaufs, die Bekannt— shast W. uenli den N Miil losopfis H auhus 2 hatf.dN Nats I ehul hanssn Hahmph nihr I. ai den mi Ve 187 er den schaft mit den Genußmitteln, mit den Gegenständen der Be— den Gr⸗ quemlichkeit des Lebens, die niedern Stände und vorzüglich and ehist den Landmann reizt, zu genießen, also den Zweck der dler inche⸗ Nazional-Oekonomie zu erfüllen. Nur eine inhumane Phi—-⸗ se Produk; losophie kann diesen Genuß zu verkümmern streben. Der ökonomit Hang zum Wohlleben, zum Genuß, ist der Sporn der Pro—⸗ auch seine dukzion, er ist der Sporn zur Veredlung und Bildung. Der Landmann ist es vorzüglich, der diesen Sporn be— che, Apg, darf. Jene Ueppigkeit, jener Flitterstaat, jene sybaritische en Produ⸗ Weichlichkeit, die zur luxuriösen Konsumzion führen, eich eihůl können nie zu ihm dringen. Davor bewahrt ihn seine Er— igt, eint ziehung, seine Beschäftigungsart, und die von ihr geregelte Freicheren Lebensweise. Verwildern wird er stets, je einfacher seine in kräfti Bedürfnisse sind, erlahmen seine Thätigkeit, sobald er nichts als: die mehr zu begehren hat, und wenn der Zufall ihm Reich—⸗ ratürlihe thum gewährt, so wird er in diesem Zustande ihn auf eine Wianh den Sittten und dem wahren Lebensgenusse gleich nachtheilige mnfachin Weise im Trunke, im Spiele u. s. w. vergeuden. Hionsgat⸗ 300. sich wert Das äußere(fremde) Kommerz beschäftigt sich übrigen, a. mit dem Eintausche der innern, der Nazionalprodukte, hnt und um sie an fremde Nazionen gegen deren Genuß— mittel zu vertauschen. Ob von den Kommerzianten dieser Eintausch im Innern Hebel durch Waäre gegen Waare, oder gegen Ausgleichungsvehikel smittt. geschieht? Ob der Kommerziant der fremden Nazion nur Uebar innere Produkte gegen Ausgleichungsvehikel über⸗ rast ver läßt, oder Waare gegen Waare sezt? oder, ob er bloß is sl fremde Produkte einkauft, um sie im Innern gegen Aus-⸗ Blam gleichungsvehikel, im Großen oder im Detail, wieder abzu⸗ D 188—— sezen? hat auf den Begriff des äußern(fremden) Kom- merzes keinen Einfluß. 301. Das Prinzip der Nazional-Oekonomie ist Weltbürger—⸗ lich. Die Nazional-Oekonomie kann keinen andern Zweck haben als: der höch stmöglichen Zahl von Nazionalglie— dern dauernden Wohlstand zu sichern. Wohlstand läßt sich nur in der allgemeinen Verbreitung der Genußmittel um den ökönomistischen Preis denken, und die durch Kultur herbeyge führte Mannichfaltigkeit der Genußmittel knüpft das weltbürgerliche Band. Jener Preis ist der verglichene Werth, den das Produkt bey allen Völ— kern haben muß, wenn alle die Bestandtheile in Rechnung gebracht sind, welche den positifen Werth des Stoffs und den Werth der zu dessen Genießbarkeit für den Konsumenten erfoderlichen Produktifkräfte ausmachen. Dieser Weltwerth läßt sich also ohne F Freyheit des Kommerzes überhäupt, also auch des äußern nicht denken. Sie scheint also unbedingt im Nazional— Oekönomie-⸗Prinzip zu liegen. Die handelnde Welt macht nur Einen Staat aus, sagt Neker*), die g ganze kultivirte Welt muß handelnde Welt, und über die wohlthätigen Folgen dieser Freyheit kann kein Zweifel mehr seyn. Wie wahr und richtig hat sich nicht einst Leopold darüber gegen den berühmten Dupaty**) ausgesprochen, und zu welchem Wohlstand hob sich Toskana nach seinem Sy—⸗ *) Sur l'origine, la nature et ladministration des richesses na⸗ tionales. *, Priefe über Italien, 1.B. S. 110. nach Forsters Uebersezung. 20% Kon deltbürger ern Zweck zionalglie⸗ rbreitung ken, und keit der ner Preitz len Vle Rechnung ffs und umenten heit des ht denken. Primip gat aus, andelnde . eit kann eopold prochen, jem Sy⸗ hesses ni⸗ Hetsezünh. 189 steme. Toskana, dessen fruchtbarste Provinz einst die Für— sten aus dem Hause Medizis durch das Ausfuhrverbot ins Verderben stürzten. ö Indeß sehen wir keine Produktifkraft-Aeußerung größe— ren und häufigern Einschränkungen ausgesezt, als das au s-⸗ ländische Kommerz. Die Gründe dieser Einschränkungen lassen sich auf zwey Haupiquellen zurückführen. 1. Die Besorgniß: die innere Produkzion zu hemmen, also eine geringere Produktenmasse zu erlangen. à2. Die Besorgniß: die Nazion zu verarmen, also eine größere Produktenmasse zu verlieren, als man empfängt, also den Staat an Macht, Kraft, Größe und Selbst— ständigkeit zu schwächen. ö Sind diese Besorgnisse gegründet, so ist auch der Kos⸗ mopolitismus des Prinzips der Nazional-Oekonomie vernich— tet; so kann sie sich nur innerhalb der Gränzen jedes ein⸗ zeinen Staats frey bewegen; so ist es also entschieden, nicht nur: daß der einzelne Staat zum Nazionalreichthum gelangen tann, ohne die Genußmittel mit andern Nazionen zu tau⸗ schen; es ist auch entschieden, daß der Staat zu diesem Na— zionalreichthum nicht gelangen kann, wenn dieser freye Verkehr existirt, daß also dieser freye Verkehr den Fortschritt zum Nazionalreichthum aufhält, das Nazionalvermögen ver— mindert. ö ö 302. Dieß ist also der Gegenstand der Untersuchung. Unter Freyheit des ausländischen Kommerzes verstehe ich a. freye Ausfuhr der innern Nazionalerzeugnisse. b. freye Einfuhr der fremden Nazionalerzeugnisse. Die freye Ausfuhr der innern Nazionalerzeugnisse haben die Regierungen nur in folgenden Fällen beschränken zu müssen geglaubt: r. wenn diese Erzeugnisse der Nazion selbst in irgend einer Gestalt unentbehrlich waren; 2. wenn eine temporelle antiökonomistische Lage des Staats ihm gebot, diese Ausfuhr als eine feindliche Maas-⸗ regel, also zur Vertheidigung der Nazion zu gebrauchen. Die Fälle, wo die Regierung die Ausfuhr unentbehr— licher Erzeugnisse, es sey nun Produktstoff oder Produkt, nach dem Grundgesez der Nazional-Oekonomie und in wie weit sie solche beschränken darf, sind in den Abhandlungen von der Ur- und industriellen Produkzion aufgezeichnet. Doch kann ich nicht umhin, in Absicht der Urpro— dukte, selbst der unentbehrlichen, noch folgende Betrach—⸗ tung aufzustellen: Nichts ist allgemeiner als die Verbote der Ausfuhr der Urprodukte; sie existiren noch jezt selbst in den Korn⸗ kammern des Erdbodens, im Marokanischen Reiche und Sizilien. Aber haben die Regierungen wohl die Vortheile und Nachtheile jener Zwangsanstalten, jener Aus⸗ fuhrverbote, jener Sperren, die wir unter andern Namen und Gestalten immer wieder erscheinen sehen, richtig abge— wogen? Hat jenes unglückliche Haften an der Gegenwart ihnen wohl erlaubt, die unermeßlichen Nachtheile abzuwä⸗ gen, welche aus diesem gewaltsamen Zerreissen der Familien— bande der Menschheit entstehen müssen? Welches Land ist unerschütterlich gegen die Launen der Zeit und Natur gesichert? Wo ist der Staat, der trozig behaupten könnte, daß er nie der Aushülfe anderer Staa⸗ 1•90 ¹π᷑ V I 5 M EII C e I EE On ih 0 f u de e un e a df Iun il Hr E e 0 GAI II EN 6 l S I V iegeugpisf heshränken in irgnd es Staatz se Maas⸗ brauchen. nentbehr⸗ Produkt, ad in wie andlungen net. Urpro— Betrach⸗ Ausfuhe n Koln Reiche vohl die ler Aus— Namen ig abge⸗ nwart abzuwä amilien⸗ unen der er troziß er Sbah —— 191 ten bedürfe? daß nie und unter keinen Umständen, also auch nicht in Zeiten des Mißwachses, der Noth, des Mangels, der Fall des Beystandbedarfs eintreten werde? Und wie dann, wenn er durch sein In su lar system sich allen Anspruch auf Beystand geraubt hat? Sollte es den Regierungen nicht möglich seyn, sich von der kleinlichen Rivalität, von dem ärmlichen Troze auf ein nnabhängiges Daseyn loszuwinden, über das sie doch die Oberherrschaft der allwaltenden Naturgeseze anerkennen müssen? sich zu dem Prinzip der Nazional-Oekonomie zu erheben, das, wenn man es nur in seiner Glorie walten läßt, gerade in diese allgemein weltbürgerliche Bande, an denen man frevelhaft zerrt, die Glückseligkeit, den Wohlstand, die Er⸗ haltung der großen Menschenfamilie gelegt hat?— Theilt das geräumige Gebäude der Welt in abgesonderte Kerker ab und darben— wird jedes einzelne gefangene Glied der Fa— milie; öffnet diese Kerker, laßt dem Verkehr freyen Spiel— raum, und alle Familienglieder werden genießen. Wäre also auch das, was Fichte das Einrücken in natürliche Gränzen nennt, nicht absolute Unmöglich— keit, so würde doch jener geheime Handelskrieg, der in dem lezten Jahrhunderte dem feindseligen Geiste des Territorial⸗ neids sich an den Arm gehängt hat, weit sichrer vernichtet werden, durch die allgemeine Ueberzeugung: von der unerläß— lichen Nothwendigkeit des weltbürgerlichen Verbands zum all⸗ gemeinen Glück, von der Thorheit und Schädlichkeit aller Einschränkung desselben und jener u nvollständigen Schließung der Handels-Staaten. Alle Ränke der Politik zur Ueberlistung und Bevorthei⸗ lung, aller Mißbrauch der Gewalt durch Zwang und inani⸗ 192—— sitorische Maasregeln, werden nie den tausendsten Theil des Wohlstands erkünsteln und erregeln, den Freyheit frey— willig aus der Schöpfung üppigem Boden treibt. Mag es immerhin im ästhetischen Sinne keine Nazion, keinen Pätriotismus geben, wenn es nur eine Welt, eine Menschheit, einen rein-menschlichen Sinn giebt. Die neuste Zeitgeschichte veranlaßt mich, von diesem Ge⸗ genstande hier noch folgendes nachzutragen. Seit Türgots Sturze in Frankreich hat man sich gewöhnt, die Freyheit des Getraidehandels als die nächste Veranlassung zu Volksauf— laufen und öffentlichen Unruhen anzusehen, und dieß hat die Regierungen von neuem eingeschüchtert. Der Psycholog lernt Volksaufläufe aus einem andern als dem gewöhnlichen Gesichtspunkte betrachten; er gewahrt in ihnen eben so wohl periodische vulkanische Erupzionen der Ge— sundheit, der Kraftfülle, wie in periodischen Fieberparoxismen. Das Volk fühlt sich von der Verborgenheit, von der Gering— schäzung, in der es gegen die höhern Stande leben muß, ge—⸗ drückt. Gierig ergreift es also die Veranlassung, sich dieser Verborgenheit zu entreißen, sein Daseyn zu verkün⸗ den, und indem es die in seiner Masse liegende Kraft aus— spricht, seine Macht zu bezeichnen, dadurch aber für die Geringschäzung und Gleichgültigkeit der höhern Stände sich zu räcen. Dieß muß in Städten, wo stets eine große Masse dürftiger Menschen zusammengedrängt ist, wo die höhern Stände dem Volke am nächsten sind, wo es sich von deren Wohlstand, so wie von ihrer Verachtung am mei— sten beleidigt glaubt, auch am häufigsten der Fall seyn. Es bedarf nur eines unruhigen Kopfs, eines kühnen Sprechers, und der Ausbruch ist organisirt. Die Masse sichert die Im— punität. 99 det erstẽ Een Ail uts fl Verandh der ite l Iuerhol wüllte Dun ö lihl dus N Dficht; I Rast. ache 2 Wgeseg * den E blängt,I Lalk, 50 Stagt sulligt 3. sninhin Rirtlgegt basz Wöfath. Rutethex shon En sande z ihen dugtr. Heil des hheit fren t. Mag es on, keinen zelt, eint inn giebt. diesem Ge— Türgots reyheit des volksauf ehen, und t. jem anderh gewahrt en der Ge— aroxismen. der Gering⸗ muß, ger sich dieser verkün— Rraft aus⸗ r für die lände sich ine große do die sich von am mei⸗ seyn. Ei prechett die I- 193 Zu diesen periodischen Erupzionen giebt die Theurung der ersten Bedürfnisse, als die nothwendige Folge einer star— ken Ausfuhr, also des ersten augenblicklichen Resul⸗ tats freyen Getraidehandels, die natürlichste und bequemste Veranlassung. Die Regierungen selbst sind noch nicht von der irrigen Ansicht geheilt, den Staat als ein Kosthaus, die Staatsbürger als Kostgänger, die Sorge für deren Unterhalt als Pflicht zu betrachten.— Weit mehr haftet natürlich das Volk an dieser Ansicht. Jene momentane Theurung, welche den Dürftigen drückt, erscheint also stets als eine gerechte Veranlassung zu diesen Erupzionen, als das Resultat des Rücktritts in den Naturzustand, in die Pflicht der Selbsterhaltung; als Resultat des Elends und der Verzweiflung, als die erpreßte Ergänzung der Fehler, welche die Regierung begangen hätte; sie verspricht also Ungestraftheit, oder mindstens Nachsicht. Außer der Betrachtung, die in der Masse liegt, also den Staat mit dem Staate in eine Kollision der Begriffe drängt: welcher Theil nämlich: ob der Repräsentant, das Volk, oder der Repräsentant, die Regierung, eigentlich der Staat sey? muß jene Nachsicht auch aus dem Grunde bewilligt werden: weil das Volk, von der augenblicklichen Preiserhöhung ergriffen, die auf das Ganze und auf die Zeitfolge ausgedehnten Resultate des freyen Kommerzes nicht zu überschauen vermag. Zwar haben unter einer weisen und starken Regierung jene Paroxismen bey weitem die Be— deutenheit nicht, die man ihnen gewöhnlich beylegt, doch ist schon der momentane Austritt aus dem gesezlichen Zu— stande zu bedenklich, als daß man ihn nicht zu vermeiden suchen sollte. Zweyter Band. 1 2 194 Die Frage ist also: was hat die Regierung zu diesem Zweck zu thun, um die Freyheit des Kommerzes zu retten? Und in der Auflösung dieser Frage war es, bey welcher Tür— got und Neeker in entgegengesezten abstrakten Theorien scheiterten; also die französische Revoluzion erpreßten*). Fest steht das Prinzip: daß der Staat keine Ver⸗ pflichtung hat, für die Ernährung der Nazionalglie— der zu sorgen;— daß seine Verpflichtung nicht weiter geht als: jedem den freyen Gebrauch seiner Produkzionskraft zu sichern. Aber große Städte sind die Geschwüre des Staatskörpers. Sie müssen nach den Grundsäzen der Heil— kunde behandelt werden. Der Arzt muß sorglich von diesem leidenden Theile jeden Anlaß zur Entzündung abzuleiten suchen. Die Regierung muß also große Städte als Spi— täler behandeln, die einer eigenen verwaltenden Oekonomie bedürfen. Diese ist unvermeidlich, aber soll sie deswegen in die allgemeinen Nazionalgeseze zum Nachtheil der ganzen Nazion eingreifen? Jene verwaltende Oekonomie darf sich nicht auf die Freyheit der Zufuhr einschränken, sie muß sich auf wirkliche Vorsorge ausdehnen. Sie hat es in ihrer Gewalt, durch die Maasregeln der Requisizion, des idealischen Getraidemagazins, den Preis der Getraider auf einem mit dem Erwerbe der in großen Städten zusammenge— drängten Volksmasse im Verhältniß stehenden Punkt zu er— halten, und dann wird auch dem Haupteinwurfe, den Necker dem Türgotischen Freyheitssystem entgegen sezte, Recht wiederfahren: daß nämlich der Handwerker, der Fabri— kant, der Taglöhner seinen Erwerbslohn nicht so schnell *) Am lichtvollsten hat dieß neuerlich Marmontel in seinen Mémoires posthumes aus einander gesezt. T. III. L. 12. xC ö 10 5 E. Rrese II im Kd nal /n hiese ⁴ nisih d hitn Ai Henm uu 0 Schwi den gemend hastlela nau ö D auf die 3 zu hab nur eixa uuno I D n Kjenint W Ihsanthign lume,15 au Ri der Lidie uhig gen s ob du Ritpynkt 195 g zu diesen als es augenblickliche Noth heischt, mit der Erhöhung der ts zu retien Preise ins Gleichgewicht sezen könne. elcher Tür ö ö 303. ten Tearin Temporelle, feindliche Maasregeln, die ein Staat bten Y. im Kriegs zustande ergreifen muß, sind an sich der Nazio—⸗ keine Den nal⸗-Oekonomie fremd. Nicht aber die Untersuchung: Ob Tazionalgli diese Maasregeln selbst in politischer Hinsicht zweck— mäßig seyn?— Seit die Menschheit in der Kultur fortge— schritten ist, hat sie die traurige Erfahrung gemacht, daß die Hemmung des Kömmerzes im Kriege beyde Theile, und zwar im gleichen Grade verwunde, also den Zweck der weiter geht ionskraft zu schwüre des en der Heil⸗ 190 Hiesen Schwächung des Einen Theils verfehle, vielmehr durch die alzuleitn gemeinschaftliche Entkräftung das Gleichgewicht as Spi herstelle, also den Nazionalwohlstand ohne Vortheil ö mindre. à Oekonomie Diese Betrachtung scheint in dem lezten Jahrhunderte auf die Art der Kriegführung bedeutenden Einfluß gehabt zu haben. Die Kriege sind humaner geführt worden, und nur ein hoher Grad von Erbitterung hat sie zum Vernich—⸗ tungssysteme gedrängt. ö Wenn daher die gebildeten Nazionen nicht dartn übereingekommen sind, die Kommerzfreyheit als einen Theil desjenigen Völkerrechts anzuerkennen, das auch im deswegen in der ganzen hekonomie darf nken, sie nuß Bie hat ed il Juisizion, Getraider af zusammeih⸗ Kriegsstände fortbesteht, und kraft des weltbürgerlichen Civi— Punkt zu lisazionszustandes geehrt werden muß, so mag es nur daher einwurfe, A kommen, weil die Gewißheit des Gleichgewichts, so sicher sie entgegen seh auch geschichtlich zu beurkunden seyn dürfte, in dem Tumulte ler, de dehn der Leidenschaften, welche der Kriegszustand aufregt, nie t so schl ruhig geprüft und berechnet werden kann; so scheint es doch, als ob die gebildete Menschheit nicht mehr ferne von dem. ptel in she Zeitpunkte sey, wo die unerschütterte Kommerzfreyheit in III. L. V. 196— den Koder des Völkerrechts aufgenommen, und der Kriegs⸗ zustand auf den Kampf der Streitenden einge— schränkt werden wird. Diese schöne Aussicht wird sich dann realisiren, wenn die Nazional-Oekonomie-Geseze allgemein geltend seyn werden; wenn also jede Nazion in Absicht der Benuzung ihres Nazionalvermögens auf den ihr höchstmöglichen Punkt ge— schritten, wenn also auch das Kommerz allenthalben gleich blühend seyn, und, da dieser Flor nur in dem Weltbürger— band und durch dasselbe entstehen kann, die Rivalität keinen Gegenstand mehr haben wird. Zu diesem Zweck werden aber auch die Nazionen zu der Größe fortschreiten müssen, welche das Prinzip der Nazional⸗ Oekonomie(41.) fodert. Dazu wird die Allmacht dieses Prinzips sie allmählig gewaltsam drängen; dieß finden wir in der neusten Weltgeschichte beurkundet. Mit Verschwindung der Kommerzkriege wird auch der Keim aller Kriege ver— schwinden. Die Menschheit wird ihre Glorie erringen, und die Entwürse des guten Abt St. Pierre, so wie des Königsberger Weisen werden nicht mehr als Träume belächelt werden. Denn vorüber ist der Zeitpunkt, wo Fa— natismus, Familienzwist, oder Eitelkeit des Regenten, Na— zionen die Fackel in die Hand drang; berichtigt sind die Be— griffe über die Eigenschaft der Herrscher, und für den Krieg giebt es jezt nur noch Einen Brennstoff. 304. Die bedeutendsten Einschränkungen treffen also b. die freye Einfuhr fremder Erzeugnisse, und zwar der Naturprodukte sowohl als der industriellen Produkte. Leztere in dem stärksten Grade, je allgemeiner das künst⸗ liche Fabriksystem Wurzel geschlagen hat. 8 nil is C I it! 1½% WMW RHι Oyoss W II min de hstinti Vbed R M Klei H ö unt Uchund. Rhs V. * W Ime wird 5 eint hy Veit Ronski 197 „inner Es 94 auf Prüfung der Wesersiste an, 0 welche diesen Einschränkungen zum Grund liegen(3. 301.. Die Besorgniß: die innere Produkzion zu lähmen, nistrr, un also eine geringere innere Produktenmasse zu gewinnen, in geltend s ist die wichtigste. Sie beruht auf folgendem Schlusse: Benujurgin Wenn der Nazion die Genußmittel von einer fremden chen Punt; Nazion zugeführt werden, so wird sie selbst weniger pro— thalben glaß duziren, ihr Bedürfniß wird befriedigt, es fehlt also der m Velchlin Sporn zur eignen Produkzion. divalitgt kin Die Unhaltbarkeit dieses Schlusses sollte wohl keiner Zergliederung bedürfen. apionen zu d Allerdings wird die Produktifkraft des Menschen erlah— der Naziomt men, sobald er seine Bedürfnisse ohne Anstrengung lmacht diest befriedigen kann. Sie allein sind die Triebfeder der finden wir ij Arbeit. Der Einwohner der Südsee-Inseln, dem die Milde Derschwindun des Klimas nur eine rohe Hütte, nur eine leichte einfache r Kriege vn Kleidung nothwendig machet, verzehrt in thatloser Ruhe, unter dem Schatten seines Brodfruchtbaums dessen Früchte. Ueberschauen wir die Industriekarte von Europa: Noth, Be— dürfniß ist der Grädmesser der Industrie. Der Lazaroni von Neapel bedarf keiner Wohnung. Der milde Himmel ist sein Dach; das heiße Klima gebietet ihm Mäßigung in der Nahrung und erspart ihm die Feue— rung. Jener Schluß sezt eine Nazion voraus, der eine andre Nazion Bedürsnisse unentgeldlich liefert. Dieser Zustand der Dinge kann nicht existiren. Die Nazion A. wird also die Bedürfnisse, die sie von der Nazion B. erhält, eintauschen, sie wird nothwendig produz iren m üssen. Weit entfernt, daß die Zufuhr der Nazion B. ihre Produk— zionskraft lähmt, wird sie solche unvermeidlich beflügeln müs⸗ erringen, m e, so wie di r als Trän⸗ unkt, wo z egenten, N. t sind die Y und füͤr dn also e, und zis len Prodͤl⸗ jer ds Künst „* — 198—— sen, je mehr sie einkauft, je mehr wird sie auch die Zahl ihrer antauschenden Produkte zu erhöhen gezwungen seyn. Das antauschende Produkt sey nun gemünztes oder unge— mänztes Metall, oder ein anderes Gut, ein Produkt wird es stets seyn, es wird also produzirt werden müssen. Da der Tausch gewöhnlich zwey verschiedene Produktgattungen fodert, so wird das an tauschende Produkt stets ein anderes als das eintauschende seyn müssen. Der Grund, warum die Nazion das Produkt ein— tauscht, kann nur darin liegen, daß es ihr, der eintau— schenden Nazion, an diesem nämlichen Produkte fehlt, ent— weder weil sie es nicht produziren kann, oder nicht produ— ziren will. Der Grund, warum sie es nicht zu produziren vermag, kann wieder nur darin liegen: entweder daß ihr die Natur den Stoff oder die Fähigkeit zu dieser Produk⸗ zionsgattung gänzlich versagt, weil es ein Lokal-Nazio-⸗ nelles Produkt ist; oder weil örtliche Verhältnisse bey ihr einen höhern verglichenen Werth geben würden, also ihr nicht gestatten, das Produkt im öonomistischen Preise zu produziren, oder/ weil sie mit anderen lukratiferen Produk⸗ zionen hinlänglich beschäftigt ist. Das erstere gilt vorzüglich von Naturprodukten. Tokayer⸗Wein z. B. kann nur in Ungarn produzirt werden. Gewisse Pflanzen, gewisse Obstarten, gewisse Fische ꝛc. sind nur in bestimmten Gegenden heimisch. Wer sie also genießen will, muß sie von ihrer Heimath nehmen. Oertliche Verhältnisse, 3. B. Klima, hohe Volksmenge, Nähe der Seen und Flüsse, Ueberfluß des produktifen Ur— stoffs(3. B. des Holzes), können einer Nazion die Produk⸗ zion eines Produkts durch Verminderung der Bestandtheile des Stoffwerths, oder des Werths irgend einer der drey Mep u D a 1 dnend sthdaß Hites vex uhh asii nd Ueu Are MIů v. 11 nise à vani ã 31 Ma l allergg bekla — 199 46 hl Produktifkräfte, weit vortheilhafter machen; es wäre also n san. undkonomistisch, wenn die eintauschende Nazion diese Pro— dar ung dukte selbst produziren wollte. dukt ih Pomeranzen, Citronen, z. B. können auch im Norden Dnde in Treibhäusern hervorgebracht werden, aber der mit ihrer Hattunge Erzeugung verbundene Aufwand macht es den Nordländern anderet ökonomisßtischer, sie aus den südlichen Gegenden, aus Italien ꝛc. zu beziehen; denn selbst mit Einschluß der Kommerzkosten ist utt ein ihr verglichener Werth doch in diesen Nordischen Ländern als er eintau, fremdes Produkt geringer; denn als heimisches. hlt, enn In gebirgigen Gegenden, wo der Zufall einmal viele icht produ Menschen einheimisch gemacht hat, die aus Anhänglichkeit an produziren ihr Vaterland dieses nicht verlassen, die aber doch, sey es eder daß auch mit den größten Entbehrungen, existiren wollen, und Produk⸗ denen es an produktisem Urstoff fehlt, werden die Einwohner I⸗ Nazid⸗ sich der Fabrikazion widmen, sie werden um einen Preis ar⸗ nisse he beiten, den die Bewohner andrer Gegenden nicht zu halten „, also iht vermögen. Sie berechnen dann den Vortheil, auf dem Boden Preise zu zu wohnen, der sie geboren werden sah, als Genuß. Er Produk entschädigt sie für die Entbehrung anderer Genußmittel, und Genuß ist ein relatifer Begriff, den jeder nach seiner eigenen Rechentafel kalkulirt. Dieß ist z. B. der Fall in hrodukten. werden. Irland, im Sächsischen Erzgebirge, in Berchtholsgaden u. . sind s. w. Jede andre Nazion, bey der die nämlichen Verhält⸗ genießen nisse nicht existiren, wird deren Produkte mit größerem Ge⸗ winne eintauschen, als selbst fabriziren. Itsmeng, Ist die Nazion mit lukratiferen Produkzionen z. B. dem Hiifen ll Ackerbau, Fabrikartikeln, wozu ihr eigner Boden den Pro— 1e Prodth duktstoff besizt u. s. w. hinreichend beschäftigt, so würde sie etandthiie allerdings antiökonomistisch handeln, diese Erwerbszweige zu verlassen, um sich einer minderlohnenden Produkzion zu der d 200——————.— widmen; sle wird also die Produkte eintauschen, und dieser Tausch wird und muß für sie relatif- kapitalistisch seyn, d. h. ihr Ueberschuß gewahren. 305. Wenn eine Nazion das Produkt, welches sie ein— tauscht, zwar produziren könnte, aber nicht produziren will, so muß der Grund davon im Nazionalkarakter, in der Apathie der Nazion, in ihrer Tragheit, oder in einer launenhaften Vorliebe für auswärtige Produkte liegen. Jene Trägheit kann aber durch die Hemmung des frem—⸗ den Kommerzes am allerwenigsten überwunden werden. Nur das Bedürfniß ist der Stachel der Industrie; wird jenes durch das Verbot der Einfuhr fremder Produkte vermindert, wer— den der Nazion die Mittel entzogen, ihre Genußbegierde zu befriedigen, so muß mit dem Reize zum Genuß in der nämlichen Proporzion nothwendig auch die Thatkräft der pro— duktifen Konsumenten sich abspannen. Wollen also diese genießen, wollen sie die Genußmittel der fremden Nazion eintauschen, so zwingt dieß sie vielmehr zur eigenen Produkzion. Denn das Kreditsystem läßt sich nur auf einen gewissen Punkt spannen. Der große Kauf⸗ mann mag dem kleineren auf 12, auf 18 Monate, dieser dem Krämer wieder auf 6 Monate borgen, endlich erscheint doch die Zahlungszeit, und woher soll nun der Konsument die Zahlungsmittel nehmen, wenn er nicht produzirt hat? Bey einer Nazion, die mehr konsumirt als produzirt, kann sich wenig Kapitalstoff häufen. Zugegeben, daß die Konsumenten, um das Bedürfniß fremder Produkte zu be⸗ friedigen, allen innern Kapitalstoff, der vorhanden ist, mit— telst der Antizivazion des Einkommens, als dem ge— N6n Msa 4ν N W2 Hereia 201 ind dleset 47 ie wöhnlichen Eingleichungsmittel des Produkzionsmangels an ich sy sich ziehen; zugegeben, daß sie selbst ihren produktifen Urstoff, ihre Aecker u. s. w. verzehren, alles dleß kann nur bis auf einen gewissen Punkt gehen. Der fremde Kaufmann ver— langt Produkt gegen Produkt, oder Weltmünze in ihrer le ei nn Eigenschaft als Produkt. Für ihn ist der produktife Urstoff Her, in der einkaufenden Nazion ohne Werth. Er kann nur im in ehnet Innern der Nazion Preis erhalten. Bey einer Nazion, gen. die anhaltend mehr konsumirt als produzirt, muß aber die Masse des verkäuflichen Grundeigenthums so hoch steigen, des flem⸗ also dessen Preis so tief sinken, daß es an Käufern fehlen, n. Nur daß also der auswärtige Kaufmann bald allen Absaz ver— nes durch lieren wird. wer⸗ 466. 10 Ein Zustand der Dinge, in dem eine Nazion, durch derprs die freye Einfuhr auswärtiger Produkte, an innerer Produkzion verlöre, ist also nicht wohl denkbar. Wir sehen vielmehr, daß gerade diese neuen Bedürfnisse, nußmittil welche das auswärtige Kommerz geschaffen hat, die Produk— vielmehr säßt sich zion erhöhen. Der Kaffee, der Thee, der Zucker, die Pro— o Kauf⸗ dukte, welche uns fremde Welttheile zuführen, sind es, ser den welche in Europa den Ackerbau aus seiner Wildheit gerissen, ut doch und Oedungen in fruchtbringendes Land verwandelt haben. ient die Gepreßt will und muß der Mensch zur Arbeit, zur t hat? Anstrengung werden, es sey nun durch Noth, oder durch auf⸗ geregte Leidenschaften. Ewig ist diese Wahrheit. Verwüstung, t, kann daß die Kriege, hohe Theurung, zweckmäßige Erhöhung der Abga-⸗ z ben, haben stets den Fortschritt der Kultur zur Folge gehabt. t, ni Nach der Theurung von 1772, nach dem französischen Revo⸗ 5 luzionskriege sind große Hayden in Deutschland angebaut dem ge⸗ worden. Nicht sinnig sind also die so gewöhnlichen Klagen über das Bedürfniß der auswärtigen Produkte, nicht sinnig ist das Verbot ihrer Einfuhr. Leicht sinkt der Mensch in die Apathie zurück, der ihn nur langsam die Vermehrung seiner Bedürfnisse, als die erste Stufe zur Kultur, zu entreißen vermag. Es giebt im Herzen von Europa Gegenden, wo der Landmann in einer Laimenhütte mit und neben seinem Viehe lebt, nicht mehr Kartoffeln anbaut, als er verzehrt, also in ächt Staatswirthschaftlicher Diät existirt. Aber ist dieß der hohe Menschheitszweck? Ist es nicht der Egoismus der Großen, der jene Diät vorzeichnet und neidisch den Wohl— stand der Nazion belauernd, das System seines Ichs als Staatswirthschaft verkündet? 1 307. Die zweyte Besorgniß, welche der Hemmung der Kommerzfreyheit das Daseyn gegeben hat, ist die: die Verarmung der Nazion. Eine Nazion, welche eine bedeutende Masse auswär— tiger Produkte der Bequemlichkeit und der Ueppigkeit— denn nur auf diese kann es passen— von fremden Nazionen eintauscht und dafür Produkte der ersten Bedürfnisse an— tauscht, verliert amreellen Lebensgenuß, wird also ärmer. Die eintauschenden Produkte haben theils durch ihre Seltenheit z. B. kostbare Weine, die nur auf einer geringen Erdfläche erzeugt werden, als Kapwein, Champagner u. s. w. theils durch die weite Entfernung, aus der sie beigeschaft wer—⸗ den müssen, theils durch die Seltenheit des Talents, welches ihre Erzeugung fodert, z. B. kostbare Gemählde, theils durch den Grad von Industrie, von Anstrengung, von Zeitauf⸗ wand, den sie bedürfen, theils durch den hohen Werth des nh daboC Hahe W 9n r uhn uclol⸗ se Mun valhu nusan Wurns Di u. U Vhinn shecgt 153 wah gse n In 1 den I Alagen dazu verwendeten Produktstoffs, einen den absoluten Werth 5 ing so weit übersteigenden relatifen Werth, und daher einen usch die so hohen Preis, daß eine sehr bedeutende Masse reeller Ge⸗ ung sin nußmittel zu dessen Ausgleichung erfsodert wird. Der Ver— entreißtn lust dieser reellen Genußmittel ist wahre Nazionalverarmung. Iden, wo Jene Genußmittel relatifen Werths mögen nun durch irgend seinem ein reelles, es mag z. B. ein Service von Chinesischem Por⸗ verhehrt, zellän in einem deutschen Staate um den Preis von 1000 Pf. Wer ist Sterling mit Metallmünze oder mit Getraide an den Britti⸗ Lgoismus schen Kaufmann bezahlt worden seyn, so bleibt die Vermin— den Wohl derung des Reichthums für den deutschen Staat die nämliche. Iqs al⸗ Hauätte der Einkäufer das nämliche Service von innländischem Porzellän für 100 Pf. Sterling gekauft, so würden die übri⸗ gen 900 Pf. Sterling im Staate geblieben seyn; die Ein— wohner würden selbst im Fall der Bezahlung in Metallmünze ung der ö 8—2 Ner dit nicht bloß eine größere Masse von dieser zum neuen Umsaz, sie würden dadurch die Fähigkeit erhalten haben, für diese Weltmünze, so wie für ihr Getraide, falls es ihnen überflüssig aubuin war, und zwar für den Betrag von 900 Pf. Sterling Ge— Hkeit— nußmittel absoluten Werths einzutauschen, der Einkäufer Nazionen würde jenen Ueberschuß der 900 Pf. Sterling auf irgend eine isse an⸗ Weise zu irgend einer Gattung von Genuß und Wohlleben o irmer. haben verwenden müssen, wobey innere Produkzion, also ich ihre Wohlstand einer größern Zahl von Nazionalgliedern be⸗ geringen fördert worden wäre. u. s. w. So unläugbar dieses ist, so wenig liegt ein direktes aft wer⸗ Zwangsrecht zu dessen Verhütung im Gebiete der Staatsge⸗ welche walt. Freyheit des Eigenthums ist das Grundprinzip der ils dutch geselligen Vereinigung. Sie ist die Bedingung derselben. Zeinuft In weltbürgerlicher Eigenschaft tritt der Mensch in gath u6 den besondern Nazionalverband, ohne dem Weltbürger— Rechte zu entsagen. Einzig in der Nazional-Oekonomie muß also die Regierung die Mittel gegen die unvermeidlichen Fol— gen jener Eigenthumsrechte suchen. Die Nazional-Oekono— mie erlaubt aber eben so wenig eine gewaltsame Beschräntung Eigenthumsrechte, der Begranzung des einzel— nen Begehrs. Sie kann nur durch indirekte, d. h. durch solche Maasregeln wirken, welche nicht die Erscheinun—⸗ gen der Krankheit, sondern den Stoff derselben angreifen, in so ferne sie ohne Zerstörung heilbar ist. der einzelnen Sie muß also den Grund jenes von der freyen Eigen— thumsbenuzung einmal untrennbaren Uebels an den Wurzeln fassen. Diese Wurzeln sind I. allzugroße Ungleichheit der Glücksgüter. Nur bey dieser kann jene Verarmung zu einem dem Na— zionalreichthum nachtheiligen Grad steigen. Ich habe an— derwärts die Mittel angegeben, dieser Ungleichheit auf eine solche Weise zu begegnen, die inner halb der Gränzen der Staatsgewalt liegt, weil nämlich d diese von dem Prinzip der bürgerlichen Gesellschaft ausgeht. 2. Mangel an innerer Produkzion. Die Nazional⸗ Oekonomie giebt durch alle P Produkzionszweige die M eittel an, die innere Nazionalprod ükzion auf den höchsten möglichen Punkt zu treiben. J st die innere Produkzion auf diesem Punkte, so ist, auch bey der höchsten Kommerzfreyheit, keine Verarmung möglich. Diese Freyheit wird dann ihre wohl⸗ thatigen Folgen, nämlich als Sporn der Industrie, äußern; der Eintausch fremder Erzeugnisse wird stets nur eine Folge des hohen Grads von Nazi ionalreichthum seyn, und Verar— mung sezt ja vorhandenen Reichthum voraus. Wenn aber auch Vorliebe für ausländische Genußerzeugnisse, wenn 205 nie m ö ‚ 0 der unverhältnißmäßige Reichthum einzelner eine zu ichen Fol⸗ 19 starke Einfuhr jener fremden Genußerzeugnisse bey einer Na⸗ Oekono— zion herbeyführt, die sich noch nicht in jenem Zustande des Flors eigner Produkzion befindet, so ist mindstens das Ver⸗ bot ihrer Einfuhr kein zweckmäßiges Mittel, die innere Pro⸗ Hräntung es einzel h. duc dukzion, also den Reichthum zu befördern. Kann die Na—⸗ Rnn; zion jene Produkte nicht selbst erzeugen, so werden sie aller⸗ igreifen, dings durch das Verbot ungenossen bleiben. Aber dar— aus folgt noch keine Erhöhung des Genusses andrer Kon— Eigen⸗ sumenten, keine Erhöhung innerer Produkzion; wohl aber Vurph Verminderung des einzelnen Genusses, verbunden mit Verminderung des Umlaufs der Produkte, so wie aus diesen Hemmung der Produkzion. Eifersüchtig bewacht der Mensch ö das Recht, seinen Genuß selbst zu wägen, selbst zu em Ras wählen, selbst zu berechnen. Wird ihm dieser verkümmert, abe an⸗ ů— 27 05 wird er darin eingeschränkt, so erlahmt seine Produkzions uf eine kraft; er produzirt ja nur, um zu genießen. Es ist 2232 gegen die gewöhnlichen Triebe des Menschen, daß er auf nzip der ueprigkeit früher denken sollte, bis die nothdürftigen, bis die Bedürfnisse der Bequemlichkeit befriedigt sind. Versagt zional/ man ihm dann das Recht, seinen Ueberschuß auf Produkte tel an, des feineren Wohllebens zu wenden, so wird der Geizige glichen todte Massen sammlen, der Wirthschaftliche an der diesen Spannung seiner Produktifkraft nachlassen, der Vesch wen⸗ keine der wird diesen Ueberschuß auf ei. Indere, eben so wenig wohb ökonomistische Weise vergeuden. Ihern; Ohne der Menschheit alle Moralität abzusprechen, können olhe wir nicht annehmen, daß der größere Theil mehr verzehre, Duun als er erwirbt. Die Bande des Gefühls fesseln ihn an seine Wemn Familie; ihnen einen Kapitalstoff zu hinterlassen, ist das mnn unverkennbare Streben der mehresten Menschen. Selbst der Ehrgeiz, selbst die Aengstlichkeit für Zukunft, drängt sie zur Ersparung. Verarmen kann die Nazion nie, wenn die Regierung den Nazional-Oekonomie-Gesezen treu bleibt. Jener Ein—⸗ tausch von Genußmitteln relatifen Werths für Genußmittel absoluten Werths kann und wird nur die Folge ihres Reichthums seyn, und was nüzte denn der Reichthum ohne Genuß? Und was ist denn der Reichthum, als: Mittel zum Genuß? 308. Stets wird aus der gänzlich fessellosen Freyheit des Kommerzes einiger Nachtheil übrig bleiben, aber die Hemmung desselben ist eine Arzney, die eine weit gefähr⸗ lichere Krankheit herbey führt. Jene einzelne Nachtheile werden durch die Vortheile der Kommerzfreyheit über— schwänglich aufgewogen. So viel auch dafür gesagt worden ist, so scheint man diese Vortheile theils bloß empyrisch behandelt zu haben, wo sie sich der Natur der Sache nach durchaus nicht erschöpfend darstellen, nicht in einen allgemeinen Ueberblick bringen ließen; theils, so scheint es, hat man sich an allgemeine oberflächliche Deklamazionen und an das innere Ahnen und Bewußtseyn gehalten, keineswegs aber diese Vortheile philo⸗ sophisch analysiitt. Vorhinein wiederhole ich hier alles dasjenige, was ich oben(3Z. 274. folg.) über Luxus und luxuriöse Kon⸗ sumzion gesagt habe. Die unermeßlichen Vortheile der allgemeinen Handelsfreyheit lassen sich vielleicht gerade aus denjeni⸗ ein 2 sime Ei ssr lin suns“ 2 Güete hms E ihr 50 Se nuß U Etofd brix sun W cufeu auf 0 dems f N d nn nensaroe — 207 „ dtanat gen Grundsäzen beweisen, die ein berühmter Philosoph) zum Beweise der Vortheile eines geschlossenen Han— Mteumng delsstaats angeführt hat. jener Ein⸗ Die Philosophie kann den Menschen durchaus nur als nußmitetl ein sittliches Wesen betrachten, und in dieser Eigenschaft oge ihrez seine Organisazion nur als einen Entfaltungsstoff aller mora⸗ um ohne lischen Fähigkeiten; also auch den höchsten Zweck seines Da⸗ Mittel seyns nur als höchste moralische Vollendung, und seine höchste— Glückseligkeit nur als den Schluß des Cyklus des Stre⸗ bens nach dieser Vollendung. Diese Eigenschaft und die in ihr liegende unläugbare Tendenz muß sich in seinem ganzen Hheit des Se yn positif und negatif aussprechen. Seine Entwicklung aber die muß also nicht nur in dem Zurückstoßen aller fremdartigen gefihr⸗ Stoffe, also der Hülse, sie muß auch in dem Em por⸗ achtheile dringen ins Freye liegen. Die organische Welt ist also eit ber. sein Element, und die durch die physische Beschränktheit ihm aufgedrungenen Staatsverhältnisse hören in dem Augenblicke auf, eine organische Modifikazion seines Wesens zu seyn, in 30 dem sie den moralischen Organismus so weit einschränken. Hhpfend daß sie ihn aus dem Elemente selbst verdrängen. ünhen Das weltbürgerliche Verhältniß liegt also im Prinzip des nm n menschlichen Organismus. 1010 Das Gefühl dieses Prinzips ist ein Resultat der Bil⸗ yhlho dung; dieses Gefühl ist es also und nicht die Reminiszenz der ursprünglichen Einheit des großen Verbands der Europäi⸗ ö schen Menschenmasse, nicht das Haften an Gewohnhei— vae ich ten, welches bey dem Europäer mitten in der Trennung, Lon oder vielmehr Bildung in einzelne Staaten, den welt— bürgerlichen Verband aufrecht erhalten hat. neinen ͤ denjeni +) Zichte. 208— Mit der Verdrängung der Barbarey durch den Erobe— rungsgeist der Römer und die Christliche Mythologie mußte der reine Menschensinn erwachen, der Mensch sich dem Menschen näher fühlen, also dem Prinzip seines Organis— mus, namlich der Entfaltung seines moralischen Wesens, sich nähern. Den Wäldern, der Jagd und seinen Heerden gehörte der Barbar an; neue Gegenstände, neue Ansichten, neue Bedürfnisse mußten das schlummernde Kraftgefühl seines Wesens wecken, das, Einmal geweckt, keinen Markstein kennt, als den des Elements, in dem es schwimmt. Kraft jenes Organismus kann die Seele nur physiologisch fort— schreiten. Physiologische Bedürfnisse müssen die ersten Hülsen des moralischen Wesens abstreifen; Beschauung und Reibung seinen innern Sinn aus dem äußern hervor drängen und aus dem Tausche der physischen Bedürfnisse das mo— ralische hervor gehen. Durch die Vervielfältigung der Begriffe mußten erst seine Sprachorgane gebildet und so im Kreislaufe durch die Bildung auch seine Begriffe, seine Fantasie, seine Gefühle, seine moralischen Bedürfnisse er— schaffen werden. Alles das konnte nur der weltbürgerliche Ver⸗ band ihm geben. Auch als Europa nur Ein Staat war, fesselte dieses Band den Geist, denn für den organisch-entfal⸗ teten Menschen giebt es keinen Staat; die Vollendung der Menschheit ist: Anarchie im bürgerlichen Sinn, und die ewige Tendenz des Geists: alle Bande abzustrei— fen und frey in dem Elemente zu schwimmen. Dieser Zustand ist es eigentlich, was wir Humanität nennen, aus der, allein moralische Vollendung hervorgehen kann. hlist ð nur 9 ewigloĩ Ger A ur Hinnitiu Einms syenes Msi 17 W dem Wt lu MI slaf ax galtds Lishnur Ihm ne dendh nismg den, le y . HN Iund ö Wange llin die ten us hald jun nseitig 1 Stun ayantg 209 W Würden alle Menschen zu ihm gelangen können, so be⸗ 67½ dürfte es keiner bürgerlichen Staatseinrichtungen. Sie sind sc schumn nur die Krankheit des menschlichen Geistes, aber seine Organi, ewige Tendenz bleibt, sich diesem Zustande zu nähern. en Vese Gerade jene Abstufungen in der geistigen Vollendungsfähig— Herrdn keit und die daraus resultirende Unentbehrlichkeit der Staats⸗ Ansichten, einrichtungen lassen ihm zu jener Annäherung, also zu dem fůͤhl seines Eintritt in das weltbürgerliche Verhältniß, keinen andern Narkstein freyen Spielraum als die Befriedigung seiner moralischen und at. Hraft physischen Genüsse, und diese kann er nur in dem Tau— Hisch fort sche finden. Die Kommerzwelt ist es also, in die er aus sten Hüsen dem Staatskerker flüchtet. In ihr alilein findet er die Na⸗ O Reibung tur in allen ihren mannichfaltigen Erscheinungen und Modi⸗ drängen fikazionen, in ihr allein kann sie selbst, von Staatsbür— das mo— gerlichen Verhältnissen ungehemmt, sich ergießen: mit ihren tigung der Erscheinungen er die seinigen verschmelzen, sich aneignen, was und so in ihm sein innerer, im Austausch fortschreitender und sich bil⸗ uiffe, sein dender Sinn als Bedürfniß gebietet. Vom Naturorga— Irfnisse ei⸗ nismus geht alles aus, auf ihn muß alles zurückgeführt wer⸗ den, durch ihn wirkt Verpflanzung, Veredlung. Die Natur höre man, und nur sie. che Ver ö 65, Vom Handel sind Künste und Wissenschaften, also Kultur ih entftl der Menschheit ausgegangen. Durch ihn hat sich negatife dung der Tugend in positife verwandelt. Nur ewige Reibung der Sinn, Reinungen, Ansichten, Sitten und Leidenschaften, nur abzustrei ewige Regung kann die Moralität im höhern Sinne erhale Dieser ten und ein hermetisch geschlossener Handelsstaat muß 4 nennen bald zu einem todten Moraste werden, in dem einförmige, Wn einseitige Wesen sich in geregelten Kreisen drehen, von Stufe zu Stufe zur Gemeinheit und endlich zum Insekt sinken. gweyter Band. 14 3———————8——888——.—3—..333.3.3.3.—838838—8— 81 210 Nicht diese Theorie ist es, die Beleuchtung bedarf, denn sie ist nach der jezigen Weltlage unausführbar, aber der Vor— wand, den sie der Inkonsequenz der Staatswirthschaft in den mehresten Europäischen Staaten leiht. Die Tendenz derselben ist gerade: jene hermetische Verschließung; aber nur zu dem Zweck des Gewinns, und in der sonderbarsten Einigung mit dem Widerspruche der Ausdehnung des Staatsverbands zum Weltverband, zu dem nämlichen Zweck. Schließen will sich jeder Staat für fremden Genußz öffnen, sich ergießen in die Welt, für seinen eignen. ů Gewinn und Genuß sind gerade mit der Ver— schließung unvereinbar; denn dieser besteht genau darin, daß der Mensch sich das Gute und Schöne aller Klimate, aller Völker aneigne; das, was auf allen Punkten zerstreut ist, in sich konzentrire. Und diese mit dem Schluß kombinirte Deffnung und Aus⸗ dehnung in fremde Staaten, was kann sie wirken, als die gleiche Tendenz aller andern Staaten? Also den Krieg des Kommerzes, dieses Nachahmen des Strebens des Einzelnen an dem andern zu gewinnen, das nothwendig gegen einander sich stemmt, also zwar ewige Gährung, und was davon untrennbar ist, ewigen Groll und Beschädi— gungstrieb, aber nicht seinen Zweck: Gewinn, hervor— bringt. Der Mensch ist Bürger der Welt, wie der Vogel Bürger des Aethers; für die menschliche Vollendung giebt es keine Gränzen als die Natur; jeder andre Markstein ist Ein⸗ griff in seine heiligen unveräußerlichen Rechte. Von ihrer Ausübung allein erwarte man Wohlstand und Reichthum. e Ri E Upin NMImi W N ft QQa syyn 6•⁴* v11 RNIU. W E d AE u Ruhch Yn RIE dh üE er iunU 9 seS Iu InHEI * dite 211 Harf, denn ber der Dot; chast in den Sie selbst sezt sich ihre Gränzen, und niemand wage es, diese Befugniß zu usurpiren. Das Nüzliche, das Angenehme, das Elegante, das Ueppige selbst liegt, nach dem Organismus der menschlichen metischt Natur, im Begriff des Bedürfnisses, denn leben soll dewinnt, und muß der Mensch, nicht bloß existiren; een 8 bruche der die Bedingung seines Daseyns. o, zu dem Das allgemeine Interesse, die höchste moralische Macht Stuat fir sichert ihm diesen Genuß, wie ihn keine Regierung, keine Velt, sit Gewalt zu sichern vermag. Der Genuß des Menschen hat, wie seine Freyheit, keine Regel als seine Kraft. Sie ist die allgewaltige Gebieterin der Schöpfung. Und so scheint e es denn, der menschliche Geist müsse, um dem Krankheitszu— eht gennn stande, den seine Rastlosigkeit mit sich führt, zu zollen, durch Schöne unermeßliche Schlangenlinien erst wieder auf den Punkt „ a zurückkommen, von dem er ausgieng,— das Einfache, das ire. ud Natürliche, das Wahre. und Nus Einig ist man doch wohl darüber, daß Veredlung⸗ wirken, al daß Ausbildung, daß Streben nach Vollkommenheit Zweck Iso den der Menschheit sey, also auch der Staatshaushaltung trebens des in allen ihren Zweigen zum Grund liegen müsse. Rous⸗ nothwendig seau's Paradoxen sind dafür erkannt. Es kommt also e Gihrung/ nur darauf an zu untersuchen: in wie ferne Kommerz die Beschadi unerläßliche Bedingung der Kultur, so wie die erste Stufe n, hervor⸗ zu ihr sey? Jene Mannichfaltigkeit der menschlichen Fähigkeiten, der Lont die in der eigenthümlichen Organisazion des Menschen, so wie diese wieder in den örtlichen Verhältnissen, dem Klima, dem Boden ꝛc. ihren Grund hat, ist der von der allwalten— den Natur selbst gestifteee Orden der Menschheit, die Kette, welche alle Nazionen knüpft. ng giebt e tein ist Eih Von ihrer Michthun, 212. So muß die ausharrende Geduld des nordlichen Eim wohners, seine Abhärtung gegen körperliche Anstrengung und physische Beschwerden, der Schwäche und Weichlichkeit des südlichen zu Hülfe kommen. Wenn der Piemonteser, der Sizilianer den Russen, den Schweden, den Britten, den Deutschen mit seiner Seide, mit seinen Limonen, Oliven versorgt, so muß jener dagegen diesem Eisen, Holz, Getraide, Manufakturen, also Produkte zuführen, deren Erzeugung und Bearbeitung einen hohen Grad von physischer Anstrengung, eine ausdauernde Geduld, eine mühvolle Auft merksamkeit fodern. Eigenschaften, die man allerdings häu⸗ siger da antreffen muß, wo der Frost die Nerven stählt, wo ein trüber Himmel den Menschen an seine Wohnung heftet, wo er dem Boden alles abpressen muß, wo das Klima seine Bedürfnisse häuft, als da, wo ihn ein ewig heitrer Aether ins Freye lockt, die Gluth seine Thatkraft abspannt, seine Bedürfnisse mindert, und die üppige Natur ihm alles frey— willig bietet. ö Eben so verhält es sich mit der Mannichfaltigkeit des produktifen Urstoffs(55.). Jedes Klima, jeder Erdstrich hat seinen ihm eigenthümlichen, von der Natur zugemessenen natürlichen Produktstoff; seine eigenthümlichen Erzeug⸗ nisse, also Genußmittel. Nur der Tausch derselben kann auch ihren Genuß allgemein machen, also den Ge— nuß überhaupt vermannichfaltigen, vervielfältigen, vermeh⸗ ren, und Genuß ist der Zweck der Nazional-Oekonomie. Jener negatife Wohlstand, der in Entbehrungen hesteht, gehört nicht in den Kreis einer liberalen Philosophie. Wäre der Genuß im vollesten Umfange auch nicht die Stufe der Kultur, so würde doch der Weltweise, so wie der Welt— bürger, den Zweck der Menschheit, das Streben nach dem hut uhnde hch 2 suh⸗ her I lichls! ν lit x ⁰ 10H aufLa hruo hunshay N/ Hundih trint Hin v & i Hey. Mitszr sildes 2 Mua IuR sch g ralisa fir undi ichen Ein anung und hlichket de hiemontst, en Brittin, len, Oliven sen, Hohz, en, deren phhsihen hvolle Auf rdings hän stählt, w ung heftet, lima seine trer Lether unt, sein. alles stey Hltigkeit d L Erdstric igemessenen en Etzeug derselben den Ge „vermeh⸗ onomie. hrungen Hllosophi, De Suf her Bllo nach den Guten und Schöönen, nicht in dem Zustande der Be— haglichkeit finden können, der aus Unwissenheit der An— nehmlichkeiten des Daseyns, aus der Unhekanntheit mit den Gaben entsteht, welche die Natur allen Menschen dar⸗ geboten hat. Der Mensch hat das angeborne Recht auf jeden Ge⸗ nuß, den er sich zu verschaffen vermag, und es ist Bedingung der Kultur, als des Menschheitszwecks, daß er Empfän ge lichkeit besize für diesen Genuß, so wie Pflicht des Men⸗ schen, sich diesen Genuß durch Uebung seiner Kraft zu erringen. Der mit Weisheit genießende Mensch ist unwidersprech⸗ lich der höhere Mensch. Sein Genuß hört nur dann auf sittlich gut zu seyn, artet also nur dann in Schwel—⸗ gerey aus, wenn er seinen physischen oder moralischen Zu⸗ stand verschlechtert. Abgesehen selbst von der Kultur, als der Bedingung des verfeinerten Genusses, wird der welt⸗ bürgerliche Mensch, der die Güͤter aller Zonen, aller Erd—⸗ striche genießt, die er zu genießen vermag, in philosophischer Hinsicht stets ehrwürdiger erscheinen, als der Samojede, der Kaffer, dessen Genuß sich auf das Fleisch einzelner Thiere, eine Erdhütte, eine Thierhaut, und getrockneten Mist einschränken, so groß auch immer seine negatife Zu⸗ friedenheit seyn mag. Der Mensch gehört nicht dem engen Kreise seiner Um⸗ gebungen, er gehört der großen Weltfamilie an. Für ihn ist es eben sowohl Pflicht, seine Kraft zu üben, und dazu sich einen Sporn zu schaffen, durch diesen Sporn sein mo⸗ ralisches und intellektuelles Wesen zu heben, als es Pflicht für ihn ist, indem er dadurch seine Genußempfänglichkeit und seinen Genuß, also seinen positifen Wohlstand er⸗ —— + — 2 — 4* * 214* höht, kraft des allgemeinen Familienbands zugleich den Wohlstand seiner noch so entfernten Brüder zu erhöhen. Nur durch diesen Tausch der Erzeugnisse und Produk— tifkränfte hat die Menschheit sich dem Thierreiche entwunden und dem Engelstande genaht; nur durch das Kommerz ist der Mensch der Wildheit entwachsen; nur durch diesen Tausch haben sich die Meinungen und Ansichten der Glieder der großen Familie verschmolzen, so wie ihre Fahigkeiten. Aus diesem Amalgama ist die Milde der Sitten, die Ausbildung der geistigen und moralischen, so wie der phy⸗ fischen Kräfte hervor gegangen; ihm haben die Wissenschaften, die Künste ihre Entstehung, ja, wie schon Renophon von den Atheniensern in Absicht der Sprache bemerkte, ihre Vervollkommnung und alle deren segnende Resultate zu danken. „Handel und Schifffahrt— sagt Forster)— um— „fassen und benuzen zu ihren Zwecken so manche Wissenschaft, „aber dankbar bieten sie ihnen auch wieder Hülfe zu ihrer Ver—⸗ „vollkommnung. Der Eifer der Gewinnsucht schuf die An— „fangsgründe der Mathematik, Mechanik, Physik, Astro— „nomie und Geographie. Die Vernunft bezahlte mit Wucher „die Mühe, die man sich um ihre Ausbildung gab; sie „knüpfte ferne Welttheile an einander, führte Nazionen zu⸗ „sammen, häufte die Produkte aller verschiednen Zonen und „immerfort vermehrte sich dabey ihr Reichthum von Begrif— fen; immer schneller ward ihr Umlauf, immer schärfer ihre „Läuterung. Was von neuen Ideen allenfalls nicht hier *) Von der nun welken Blüthe des Amsterdamer Kommerzes veranlaßt. Ansichten vom Nieder⸗Rhein. 2. Th. S. 427. 215 10 ben„zur Stelle verarbeitet ward, kam doch als roher Stoff in „die benachbarten Länder; dort verwebte man es in die u Produl⸗„Masse der bereits vorhandenen und angewandten Kenntnisse entwunden„und früher oder später kommt das neue Fabrikat der Ver—⸗ ommerz ist„nunft an die Ufer der Amstel zurück.“ in Tuuh In. I. ö ö Freyheit ist das Grundprinzip des Weltorganismus; it 2 frey gegeben hat die Natur dem Menschen den Tausch aller Bedürfnisse. Gebirge sind übersteigbar, Fluthen und Meere itten, die trennen nicht Menschen von Menschen. Nirgend eine chineß e der phhi sische Mauer. Ueberall manifestirt sich das Urgesez der Welt: senschaften, daß der Mensch dem Menschen angehört, daß die unendliche phon von Mannichfaltigkeit der Naturerzeugnisse, der menschlichen Fä⸗ kkte, ihre higkeiten nur deswegen da ist, um durch Tausch, ultate zu durch Reibung, allenthalben Uebung, Thätigkeit der Kraft, Fortschritt zur Vollendung, und dadurch wieder & um- allenthalben Leben, Genuß, positiven Wohlstand hervor zu Zissenschaft, bringen und zu verbreiten. 10. Längst bekannt sind diese Wahrheiten, aber eingeengt uf die iu wurde ihre Anerkennung durch trübsinnige Schwärmerey oder k, Mo egoistische Engherzigkeit. Die Moral hat die Heiterkeit die— il Vuche ses Himmels durch die Aufzählung der moralischen und phy— gab; st sischen Leiden verfinstert, deren Verbreitung das Kommerz be⸗ ionen zu söedere. Seuchen, Krankheiten und Schwelgerey sind in die onen und Koße Wagschaale des allgemeinen Menschheitszwecks und 1 Begiif Menschenglücks gelegt worden. Gedankenlosigkeit träumte ärfer ihre von der Idee: das Kommerz, in dessen Begriffe uner—⸗ nicht hit läßlich Freyheit liegt, einzukerkern, oder die Handlung, gleich den Brasilianischen Demantgruben, als einen Schacht Kamneh zu bewachen, dessen Ausbeute nur dem Hüter zu gute kom⸗ men, die nur er genißen solle. 216 4 Dieses Urgesez des Weltorganismus, aus dem die Civi⸗ h0.& lisazion, die Humanität und mit Einem Worte das ent— N0 springt, was der Weise im reinen Sinne Menschlichkeit 1s und Menschheit nennt, scheint einer unsrer neusten ver⸗ 11 dienstvollen Philosophen bey seinem Projekte eines Vernunft— 5 ö staats) verkannt zu haben. Nein, anerkennen müssen jenes 140 ö erhabene Naturgesez alle denkende und empfindende Wesen 2 des Universums, und dieses Anerkenntniß macht es auch über⸗ 5• flüssig, ein System zu prüfen, das der Menschheit festestes ν und nothwendigstes Band lösen, und das Universum in die ahe XI dellen eines Klosters, in eine Gallerie von Kerkern umschaffen Su0H soll, dessen praktische Ausführung unmöglich, wenn schon u RN unglücklicherweise die Tendenz so mancher Regierung gewor⸗-S ö den ist— weil Kommerz in die Finanzwirthschaft verwebt Rnha wurde..4 ö 309. ö i ö Dieser leztere Umstand zwingt mich, nach der Kohärenz 14 aller Theile der Nazional-Oekonomie, in Absicht der Auf⸗ ssun lagen hier dasjenige von dieser, einer eignen Abhandlung 14 Lim zten Bande dieses Werks) gewidmeten, Materie zu anti— 11 2 zipiren, was direkt die Handlung betrifft. It ö Die Finanzwirthschaft ist durchaus kein Theil der EHn 2 Nazional⸗Oekonomie. Sie muß nur, so wie jeder EI 1 andre Theil der Staatshaushaltung, den Nazional-Oekono⸗ I4H mie⸗Gesezen untergeordnet seyn: denn die Nazional⸗ uu Oekonomie ist es, die allwaltend vom Throne der Staats⸗ p haushaltung herab gebietet. u Die Leitung des Kommerzes zum Vortheil der Na- zion, also zu Beförderung und Erhöhung des Nazionalreich— lid U ichte in seinem geschlossenen Handlungsstaate. 88 — lie Livi⸗ Nns enth chlichkeit seusten vin Vernunst lssen jenet nde Wesen auch über⸗ it festestes im in die umschafn denn schon ng gewot⸗ verweht Kohlren det Auf Hhandlung zu anti⸗ heil der wie jeder „Oekono⸗ azional⸗ Staats⸗ der Na/ nalteich⸗ — 217 thums, ist einzig Gegenstand der Nazional ⸗Oekonomie. Mit ihr hat die Staats-Finanzwirthschaft nicht das min⸗ deste zu thun, Ihr Geist und Prinzip ist ausschließend: die Staatsbedürfnisse auf die Staatsbürger nach Grundsäzen von Gerechtigkeit auszutheilen und zu erheben; ihr Gegen⸗ stand kann also auch nur die Produkzion seyn, nicht der Tausch dieser Produkzion. Dieser Tausch ist nur die Form der Erscheinung der Produkte. Nur in dieser Eigenschaft kann also das Kommerz die Staatsfinanzwirth⸗ schaft interessiren, nicht als Materie, nicht als Fonds des Nazionalreichthums. Und darin liegt der dem Nazional⸗ wohlstande so verderbliche Mißgriff. Der wichtigste Hebel der Staatshaushaltung ist: das Zutrauen der Nazion. Nirgend müssen sich die Motife der Regierungshandlungen klarer und reiner aussprechen, als in diesem Zweige; denn hier stehen die wichtigsten Güter des Menschen, der freye Lebensgenuß, der ungehemmte Gebrauch seiner physischen und moralischen Kräfte, die freye Benuzung ihres Ertrags auf dem Spiele; hier werden also die zartesten Saiten des menschlichen Gemüths berührt. Alle Zwan gs maasregeln, alle gewaltsame Einschränkungen empören die menschliche Empfindung. So natürlich und offen auch der Saz da liegt: daß die Vortheile der gesellschaftlichen Verbindung nur durch Aufopferungen gewährt werden können, so unwidersteh⸗ lich er sich auch der Vernunft aufdringt, so sträubt sich doch der mächtige Trieb nach Genuß gegen jede Minderung desselben. Die weiseste Staats-Finanzadministrazion wird nie eine Auflage ersinnen können, die der Nazion willkom⸗ men wäre. In jeder Auflage zu Vermeidung der sogenann⸗ ten Passifbilanz wird also die Nazion nur die Absicht, nur —— 218 die Tendenz erblicken, die bürgerliche Freyheit zu beschränken, den Lebensgenuß zu verkümmern und die Masse der Auflagen zum Vortheil des Herrschers zu erhöhen. Verbote werden, nach der Natur der menschlichen Seele, nur den Reiz nach den verbotenen Waaren und den Scharfsinn erhöhen, dieses Verbot zu vernichten. Hohe Auflagen werden, außer jener Erhöhung des Reizes, zwar den Staatsschaz für den Augen— blick bereichern, aber die Nazion verarmen. Denn wie klein die Summe derjenigen ist, die durch Verbote oder hohe Auf— lagen von der Verzehrung fremder Produkte zurückgeschreckt werden, weiß der Privatmann, der in den Schlangengän— gen des Schleichhandels eingeweiht ist, besser als die Regie— rungen, weil der Scharffinn alle seine Kraft aufbietet, ge— rade ihnen diese Kenntniß zu entziehen. Die Nothwendigkeit der Auflagen in jeder, also auch in streng Nazional-Oekonomistischer Hinsicht(nämlich als Sporn der Produktifkräfte der Industrie) vorausgesezt, und eben so die Unhaltbarkeit des physiokratischen Auflagen— systems einstweilen angenommen, zeigt sich für die bisher sogenannten indirekten Auflagen kein dem Nazional—⸗ wohlstande unschädlicherer Spielraum als in dem auswär— tigen Kommerz. Daraus folgt aber keineswegs Hemmung der Kom— merzfreyheit. Sobald der Zweck dieser Besteuerung nicht in dieser Hemmung, sondern darin besteht, wo die Finanzgesezgebung ihren Zweck einzig zu suchen hat, nämlich in der dem Nazionalwohlstande unschädlichsten Erhebung des Staats bedarfs, kann auch aus diesen Auf— lagen jene Hemmung nicht entstehen. Diese beyden Zwecke sind ohnehin unvereinbar, sie müs⸗ sen sich wechselseitig aufheben. Eine Auflage, deren Geist hin i Gensz 0 uldi Hage h din hon fir g: E er ditserhzn Aleng 219 sshrürke, in einem Verbote besteht, muß die Quels der Auflage Tfgen von selbst auftrocknen. Indeß hat man sie zum Nachtheil des ote werden, Menschenglücks bisher nur zu oft zu vereinen versucht. Reij mah hen, diist Eine Auflage auf fremdes Kommerz aber, die rein ußer jenet von dem Geiste der Finanzgesezgebung ausgeht, wird das en Augen⸗ Kommerz, wird die Vortheile seiner Freyheit keines⸗ wie klein wegs vernichten. 40 5 Die weltbürgerlichen Verhältnisse des Menschen, also Wanrn auch seine Weltbürger-Rechte lassen sich nicht anders als im . Nhi⸗ Staatsbürgerlichen Zustande, 4s S mo di⸗ I fizirt, denken; so auch seine Ansprüche auf Kommerzfrey⸗ heit. Für jedes Nazionalglied ist also der Preis, den das Genußmittel, mit Einschluß der nach Nazional-Oekonomi— ü 19 stischen Gesezen darauf gelegten Abgabe, erhält, erst der Whnuh verglichene Werth. Wenn diese Geseze z. B. die Auf⸗ Run dh lage von 2 ggr. auf das Pfund Westindischen Kaffee unbe— Mfn dingt, nothwendig machen, den der Staatsbürger außerdem die hieher für 10 ggr. erhalten würde, so ist für ihn der verglichene Nqzional⸗ Werth 12 ggr. Alles beruht also auf der Organisazion auswär⸗ dieser Auflagen, um ihnen den Nazional-Oekonomistischen Karakter aufzudrücken. der Kom⸗ steuerung Diesen Karakter können sie aber nur erhalten ieht, wo r. durch den reinen Bedarf des Staats; hen has, 2. durch die Entbehrlichkeit oder Unentbehrlichkeit des Ge— iinn nußmittels, also 2. durch die Moöͤglichkeit oder Unmöglichkeit, Schwierig— 00 nil keit oder Leichtigkeit, sich das nämliche Genußmittel, m Hil mittelst des innern Kommerzes zu verschaffen. 320 b. durch die Eigenschaft des Genußmittels, se nach der Allgemeinheit des Bedürfnisses, oder dem Raffi⸗ nement des Genusses, der Schwelgerey, der Leckerey u. s. w. die dabey zum Grund liegt. — 310. Der Bedarf des Staats muß dem ganzen Auflagen⸗ systeme zur Basis dienen. Wie viel von diesem Bedarf auf das auswärtige Kommerz gelegt werden müsse, ist eine Untersuchung, die, so weit sie nach absoluten Prinzipien sich behandeln läßt, bey der Staats⸗Finanzgesezgebung ab⸗ gehandelt werden muß. Ist aber dieser Bedarf, ist der Antheil, den das auswärtige Kommerz daran zu tragen hat, bestimmt, so muß allerdings die Austheilung desselben unter die(Waa— ren) Genußmittel mit Weisheit, d. h. dem Prinzip der Razional⸗Oekonomie gemäß, geschehen. Kraft der Grundsäze, nach welchen die Nazional⸗-Oeko⸗ nomie, ihres Kosmopolitismus ohnbeschadet, die innere Pro⸗ dukzion auf den höchsten Punkt zu treiben suchen muß, ist es gerecht: die Auflagen auf fremde Produkte, die im In— nern erzeugt werden könnten, wozu der Naturprodukt— stoff bey der Nazion selbst vorhanden ist, wo relatife Ver—⸗ hältnisse die ökönomistische Erzeugung möglich machen, mit einer Auflage zu belegen, die zugleich zum Sporn der Na— zional-Produktifkraft dient; und diese Auflage gerade nach dieser Möglichkeit und Leichtigkeit der innern Produkzion abzustufen. Unweise wäre es hingegen, fremde Kommerzartikel zu besteuern, die der Nazion unentbehrlich sind, und die sie nicht selbst zu yroduziren vermag. Geand Schw Rndie 30¹ Piton + n? Nlgl. Arse I GOaus hul 9 in EuS sirt w X. im hie N hamm uihat —— 221 4„ u ö un Ras Gerecht und wetse ist es ferner, diese Luflage nach dem ber Grad der Allgemeinheit des Bedürfnisses abzustufen; die Schwelgerey im Genuß, sezt Reichthum, entweder als vor⸗ händen, oder als einzig rechtlichen Grund voraus; der ein⸗ zig richtige Maasstab ist das Vermögen; diese Auflage Auflagem wird also, so organisirt, ihrem Prinzip am nächsten bleiben. m Bidarf Diesen Grundsäzen sind die Regierungen mindstens nüsse, ist zum Theil noch treu geblieben, ob sie gleich oft weder dis Drinzipien Möglichkeit der innern Produkzion, noch das Be⸗ gebung al. dürfniß richtig kalkulirt haben. So wurden z. B. in mehrern Staaten die Quinkallerie⸗ den dal Waaren theils ganz verboten, theils mit hohen, dem Ver⸗ bestimmt, bote gleich geltenden Taxen belegt, ohngeachtet diese Waaren Ne(Waat in jenen Staaten durchaus nicht um denjenigen Preis fabri⸗ rinzip der zirt werden konnten, um den man sie aus dem Auslande bezog. Man hat also wohl die Möglichkeit der Produkzion oal Oein im Allgemeinen, aber nicht die ökonomistische berücksichtigt, nnere Pry wie ich sie oben(1. B. 3. 108.)angegeben habe. Indeß uh, it e kann doch nur eine ökonomistische Produkzion dem Nazios im In⸗ nalwohlstande zusagen. Irprodukt. Man hat, eben so, das Bedürfniß nach illiberalen uife Det/ abstrakten Grundsäzen, nicht nach psychologischen berechnet. hen, mit Eine anfangs luxurtöse Konsumzion kann durch Ge⸗ der Na⸗ wohnheit zum unentbehrlichen Bedürfniß werden, wie dieß ade nach mit dem Kaffee, mit den Seidenzeuchen ꝛc. der Fall ist. Der rodukzion Gesezgeber, der gewaltsam Biersuppe oder Linnenzeuche an deren Stelle zu sezen versucht, versündigt sich an der Ehr⸗ hartiktl u furcht für das freye Menschengefühl. Ist ein Bedürfniß 1 diest. einmal zu tief in den Begriff von Wohlstand verwebt, so muß die Nazional⸗Oekonomie dieses Gefühl ehren. 222 311. Am meisten verlezten die Regierungen das Prinzip der Nazional-Oekonomie in der Vertheilung dieser Auflagen. Eine Auflage auf ein fremdes Produkt ist nur in so weit gerecht, als sie, jenen angegebenen drey Maasstäben gemäß, den Preis desselben nicht weiter erhöht, als diese es unbedingt fodern. Bis zu diesem Punkt kann sie nicht als ein Eingriff in das Weltbürger-Recht der Nazionalglieder betrachtet werden. Jenseit dieses Punkts nimmt sie den Karakter einer Hemmung der Kommerzfreyheit, also einer antiökonomistischen Maasregel an. So bezahlen z. B. in Spanien manche Waaren 80 bis 90 Prozent, also beynahe ihren vollen verglichenen Welt werth, ehe sie ins Innere des Reichs gelangen Y. Wir wollen annehmen, der Staat A. hat seinen Finanz⸗ bedarf ergründet, in Gemäßheit dieser Ergründung sollen hunderttausend Reichsthaler von fremden Produkten erhoben werden, so muß die Regierung vor allen Dingen nach jenen Raasstäben untersuchen, ob sie von dem Bedarf auswär— tiger Produkte erhoben werden können, öohne jenen Punkt zu überschreiten? Dieser Punkt liegt aber einzig darin: ob die fremde Nazion B. jene Produkte noch ökonomistisch für die Nazion A. zu produziren vermag? Ob nämlich der verglichene Werth des Produkts, mit Einrechnung der kommerziellen Produktifkraft, also der Kommerzkosten, für sie gerettet ist? dergestalt, daß die Auflage nicht auf ihr, sondern auf der konsumirenden Nazion A. liegen bleibt, die ihre Nazionalauflagen selbst zu tragen hat. x ) Bourgeing Tableau de IEspagne ete. T. 3. P. 144. — steplot: auge N. nonh R.5 A. X. 1 ˙0 2 ö ie du neh I nsd Wuhe zuhlm neu U 10 henns ustesv V I10 3 sindne ö darh Beds dentson Ihans 223 Wenn der Westindische Pflanzer die Kosten seiner Kaf— vinsy di feeplantagen bestritten und eine dem Weltwerthe der Güter un angemessene Rente davon bezogen, wenn der Brittische Kauf⸗ ur in so mann, dem er diesen Kaffee in Masse zuführt, nach Abzug Nanestibn des Einkaufspreises und der Transportkosten, die Rente be⸗ 6 dise es zogen hat, die ihm für seine Müͤhe, für den Kapitalfond, in sie nicht für den Zeitverlust gebührt, so ist der verglichene Werth onalglieder des Kaffeeprodukts an der Gränze der Nazion A. gefunden. 0 1 Wir wollen annehmen, dieser verglichene Werth sey heit, alo 8 Groschen pr. Pfund, so ist dieß die Basis der Auflage. Angenommen, diese wird auf 2 ggr. pr. Pfund gesezt, len go bis und die Nazion A. ist durch ihr Nazionalvermögen, als der nen Welt⸗ Basis der Finanzgesezgebung, in Stand gesezt, diese 2 ggr. mehr zu bezahlen, so ist diese Auflage ökonomistisch, also keine Hemmung der Kommerzfreyheit. Die Nazion A. en Finanz würde diese ggr. auf irgend eine andre Weise haben be⸗ dung solen zahlen müssen; sie erhält also den Kaffee um den Nazio— ten ethobn nellen verglichenen Werth. ö an Würde in dem nämlichen Staate A. die Auflage auf Hui 8 ggr. pr. Pfund gesezt, also der Preis des Kaffee auf 0 16 Groschen pr. Pfund, so wäre die Kommerzfreyheit ge— darin: 101 hemmt, diese Auflage würde einer Versagung des Ge⸗ mistisch nusses gleichgelten.—7 ö ninlich Das Oekonomistische der Auflagen auf fremdes Kommerz nung der liegt also einzig darin, daß man die Nazion den Genuß sen/ si fremder Produkte nicht höher bezahlen lasse, als es der Be— inn darf des Staats unerläßlich fodert. Allerdings muß dieser eihe/ Bedarf selbst, wie im zten Bande aussführlich gezeigt wer— den soll, nach den Grundsäzen einer Nazional-Oekonomistischen Finanzgesezgebung kalkulirt werden; der Maasstab aber, wie 144.• 224— viel von diesem Bedarf auf auswärtige Produkte zu legen sey? liegt a. in dem Kalkül des Nazionalvermögens. b. in dem Kalkül, wie viel nach dieser Berechnung des Vermögens zu dem allgemein verglichenen Werth jedes Produkts, den oben(309.) angegebenen Maas stä⸗ ben gemäß, hinzugefügt werden dürfe, ohne den Genuß relatif un möglich zu machen. Ich bediene mich absichilich des Ausdrucks relatif⸗ un⸗ möglich, denn in ihm liegt die Berücksichtigung des oben (309.) angegebenen dritten Maasstabs. Die Nazional- Oekonomie darf sich keineswegs der Auflagen als eines Zwangs mittels bedienen, den Reiz zu irgend einem Ge— nuß zu vertilgen; diese ihr neuerlich aufgedrungene Tendenz muß ihr stets fremd bleiben. Sie muß sich einzig an jene Grundsäze halten. Kraft dieser Grundsäze kann allerdings Genuß luru⸗ riöser Genußmittel der dürstigen Klasse durch die Auflagen unmöglich werden. Z. B. die Auflage auf Champagner, als ein entbehrliches und üppiges Genußmittel, kann in den Nördlichen Staaten den Nazionellen verglichenen Werth dese selben zu einer Höhe treiben, die nur dem Reichen den Ge⸗ nuß erlaubt. Aber sie wird, jenem dritten Maasstabe gemäß, gerecht, also ökonomistisch seyn, ohne die Kommerzfreyheit, im Nazional⸗Oekonomistischen Sinne, zu hemmen. Werden die Auflagen auf fremde Produkte nach diesen Grundsäzen vertheilt und abgestuft, so ist die Kommerzfrey⸗ heit gerettet, und der Nazionalreichthum gesichert. Kaum sollte man es aber für möglich halten, daß in Europa noch ein Staat existirt, wo die eingeführten Waaren, ohns alle NuE ihrer? S I thell! he HH o 5 darfte 6 N.I lyu denzel * uketgh. Wyela Ißi undil Aun ahti vnn 12 at Dung 19 40 p seyn g innenmd heren Ddrehg —— 2825 Pabulte V Rücksicht auf ihre Qualität und ohne Unterschied, einzig nach ihrer Schwere taxirt werden, und doch ist dieß z. B. in Spanien mit der Auflage de Palmeo genannt, der Fall! erechnunz din 312. henen Derh Bisher scheinen die Regierungen in der Auflagen ver— n Mug theilung nach ganz andern Grundsäzen, großentheils e/ ohne den aber planlos gehandelt zu haben. Abgesehen davon, daß die Finanzgesezgebung gewöhnlich nicht vom Staats be⸗ elatif un darf, sondern einzig von dem Begehr, von der Tendenz ng des ohen ausgieng, so viel als möglich zu erheben, sind auch die ie Nasionas Regierungen in die unglückliche Täuschung gefallen, die Auf⸗ u als eines lagen auf fremde Produkte als eine Besteuerung der frem— einem Ga den Nazionen zu betrachten, sie also an sich, und um des— drungent willen, als die unschädlichsten für den innern Nazio— schansh nalreichthum anzusehen. Daher sind alle Grundsäze der Nazional-Oekonomie bey der Austheilung derselben vernach— laßigt, und die Zolltariffe oft ein Lexikon von Anomalien Gauh lun und Inkonsequenzen geworden. Es scheint nöthig, diese de ufann Täuschung auszuhellen, und zugleich die Nachtheile eines npagner al antidkonomistischen Auflagensystems auf das auswärtige kamn in 30 Kommerz aus einander zu sezen. u Wah M Eine Produkzion, welche an sich die Kommerzkosten ver— hn den G. trägt, bedarf keiner Auflage auf auswärtige Fabrikate. sube genih Verträgt sie solche nicht, so ist die Auflage auf aus wä nenfrerhei tige Produkte keineswegs eine Besteurung der fremden en. Nazion, sondern des Nazionalkonsumenten. uch diestl Sie muß selbst der innern Fabrikazion nachtheilig dommenty seyn und deren Fortschritt lähmen, weil sie ihr einen sichern hert. Hab innern Absaz gewährt, also die Tendenz zur Vollendung, Eue uh deren Sporn der auswärtige Absaz ist, lahmt. , ihn dl Zweyter Band. 15 226 SSs Nur bey Auflagen auf unentbehrliche Genußmittel(ab— soluten Werths), welche die Nazion ausschließend besizt, läßt sich die Möglichkeit der Besteurung der fremden Nazion denken. Aber auch diese wird durch die Nothwendigkeit des Eintausches andrer Bedürfnisse begränzt, die sie nicht, oder mindstens nicht zu allen Zeiten in der erfoderlichen Maße besizt. Denn wo ist die Nazion, die alle Genußmittel zu allen Zeiten in der erfoderlichen Qualität und Quantität besäße? 313. Erstens also, eine Auflage, welche die Einfuhr des fremden Genußmittels, also den Genuß desselben abso— lut unmöglich macht, ist so gut als Verbot, eine Hemmung der Kommerzfreyheit, also eine Vernichtung aller Vortheile desselben, widerstrebt also dem Nazional-Oekonomie-Prinzip. Zweytens, eine antiökonomistische Auflage, die den Genuß zwar nicht absolut unmöglich macht, aber ihn, weil sie nicht obigen Grundsäzen gemäß bestimmt ist, verküm-⸗ mert, erschwert, kann nur den Nazionalreichthum ver— mindern. Sie hebt den Reiz zum Genuß nicht auf, dieser geht also seinen Gang fort; sie ist also dem fremden Kaufmanne gleichgültig. Er verlangt nur den Weltwerth, um den Nazionellen ist er unbekümmert. Die Nazion ist es also und nicht er, welche diese Auflage trägt. Das Bestreben ihn zu besteuern, wird ewig vergebens bleiben. Die Tendenz, ihn zu einem mäßigen Gewinn durch Auflagen zu bewegen, ist eine eitle Hoffnung. Die durch die allgemeine Regsamkeit der Industrie bey dem jezigen Kulturgrade vorhandene Konkurrenz, dringt 1 ι- nucht 8 inad sch Hin liet HM of ln Hενι E hubd/ se MI E dit“ den L. se W Suigl e Cn dessyn de volhin I l. 19006 f iht 10 Nih e Haro Leng ab Kege Dai6 IH S ö ö 227 mittel( hend he, mden Muuig ehn ohnehin, den verglichenen Werth einzuhalten, und macht es ihm unmöglich, einen antiökonomistischen Preis seiner Waare zu sezen. ö Is sie der Razion unentbehelich, so ist die Auflage an Icn Au sich antiökonomistisch, so bald sie auf einen den Genuß ver—⸗ 0 bietenden Grad steigt; ist sie aber entbehrlich, so zwingt ihn — dieß ohnehin, kraft der Konkurrenz, innerhalb des ökonomi⸗ stischen Preises zu bleiben. Auspumpen mag also wohl die Regierung die Nazion durch eine antiökonomistische Auflage, aber besteuern wird Einfuhr de sie den fremden Kaufmann nie. selben abso Drittens, eine Auflage auf das fremde Kommerz, 1e Hemmu die nicht nach jenen Grundsäzen organisirt ist, wird und muß Vortheilt den Schleichhandel reizen, der allen schadet und niemand hie⸗Prinzil, bereichert. Denn der Schleichhändler selbst vergeudet durch age, die da Schwelgerey, was er zu besizen so wenig gewiß ist. er ihn, wil Die unermeßlichen nachtheiligen Folgen des Schleichhan— it, verhim dels auf den Wohlstand, auf die Sittlichkeit der Nazion sind ichthum ve⸗ von vielen Staatswirthschaftlichen Schriftstellern mit Kräft und Wärme dargestellt worden. Allenthalben sehen wir, daß diese Hyder noch ihre tausend Häupter emporstrecket! Vergebens haben die Schriftsteller dargethan, daß eine Auflage, die den Schleichhandel reizt, welches auch immer „dieser geht Kaufmanne th, um du ů 0—— 5 — ihr Motif seyn mag, nicht einen einzigen ihrer Zwecke er⸗ azion ist d 4 1——— 1— Basel reiche. Sie schaft die Gränzen des Staatskerters in Räu⸗ 36 Bestiehe 2 berhöhlen und deren Bewohner in Rauberbanden um; sie er— zeugt den Müßiggang und spannt alle Federn der Industrie ewinn duß ab; sie verbreitet im fremden wie im eignen Staate den Keim des Betrugs, der Unredlichkeit, und entwurzelt die Idusrie H Basis des Nazionalwohls; denn sie löst die Bände des Ver— I/ Ri trauens zwischen Regenten und Volk. Sie verhütet nicht ö 7 228 einmal die Einfuhr der fremden Kommerzartikel, denn sie schärft die List und Verschlagenheit bis zu einem Grade, den die argwöhnischste Wachsamkeit der Kerkermeister nicht erreichen kann. Man erinnere sich, wie ich vorhin(229.) bemerkte, daß 50 tausend Mauthbeamte in Frankreich nicht hindern, für mehr als 150 Millionen Livres fremde industrielle Produkte dort einzuführen; man lese was Bourgoing von der furchtbaren Höhe der Kontrebande in Kadiz erzählt ½. Nicht Einem Staate ist es noch gelungen, den Schleich— handel mit Erfolg zu bekämpfen, und selbst in insularischen Staaten, wie z. B. in Japan, hat ausschweifende Strenge, Todesstrafe ꝛc. ihn nicht zu entwurzeln vermocht*). Unerklärbar wäre der Wohlstand, den die Menschheit bey den aufs höchste gespannten Zwangsanstalten und Einschrän— kungen noch genießt, vergütete nicht das untilgbare Streben des Menschen nach Glück und Genuß durch so mannichfal— tige Mittel die Mißgriffe der Polydespozie. Eine Auflage, deren Höhe den Schleichhandel aufregt, verkümmert den Genuß der Nazionalglieder, ohne diesen irgend einen Ersaz zu gewähren. Selbst das Plussy stem findet dabey seine Rechnung nicht; denn eine ökonomistisch organisirte Auflage wird und muß durch ihre Masse überschwänglich vergüten, was im einzelnen Ansaze fehlt. Nur gereizt, nur gepreßt, entschließt sich der Mensch zum La ster. Unökonomistische Auflagen zwingen die Regierung, un⸗ ter dem Namen von Mauthnern, Zöllnern, Visitatoren, Häschern u. s. w. eine zahlreiche Menge Staatsdiener zu 4) Tableau ete. T. 3. p 147. *1) S. Kampfens Beschreibung des Japanischen Reichs. WII N u thH N b W Ddedrlen Hanndl (oll 10 Iue, A sEIi sihis die 1 lausshy die! Hexongn die exgi — 229 sti, vm nem Gudz miisterrnith chin(r)) nkreich nith unterhalten, welche einen bedeutenden Theil dieser, nicht von fremden, sondern von den eigenen Nazionalgliedern erpreßten Auflagen verschlingen, und auf eine durchaus antiökonomi— stische Weise verzehren. Diese Offizianten werden 1. von der Nazion bezahlt, um deren Genuß zu ver— kümmern; 2. sie werden der Produkzion entzogen, also dadurch die Quellen des Nazionalreichthums vermindert. eindustrilh going w eezählt d/ eh Schleic; allal 3. Sie gehören unter die Klasse der reinen, unpro-⸗ sularische 0 6 duktifen Konsumenten, also der Kost gänger de Streng, ö der Nazion. *0). Bshhet! DOreyfach ist also für die Nazion der Verlust ihrer An⸗ lit be än stellung und Unterhaltung. Einschrän ö Re Strtba Wir wollen annehmen, daß ein Staat 20000 Menschen mannichsh zu der Belaurung des auswärtigen Kommerzes bedarf; wir wollen den Erwerb eines jeden derselben nur zu roo Reichs— thaler und seinen Unterhalt nur zu 200 Reichsthaler anschla— ndel aufteg, gen, so kosten diese 20 tausend Employés der Nazion, neben mün der Verkümmerung 22— Genusses und außer—— unberechen— bonomistst baren Nachtheilen der Kommerzhemmung, nicht weniger als re Masst 6 Millionen Reichsthaler. nsaze fehl. Sollte wohl irgend eine Regierung diese Kalküls wirklich Nensch zun angestellt, diese Resultate richtig geprüft haben? Sollte sie kalkulirt haben, den unermeßlichen Nachtheil, den der erung, M. jährliche Verlust dieser vergendeten 6 Millionen Reichsthaler, Visteatoun die außerdem auf eine produktife Weise in der Nazion umge— Itödieder i laufen seyn würden, der Nazion zugezogen? die Thränen, die dieser Aufwand getrocknet, die lohnenden Arbeiten, die er hervorgebracht, den Mangel, den er gestillt, die Zufriedenheit, die er unter den niedern Volköklassen verbreitet haben würde? Resh. Wir wollen annehmen, die Regierung hätte den frem— den Produkten freyen Eintritt gelassen, wie viel reeller Ver— lust an Bezahlung fremder Genußmittel gehörte nicht dazu, um nur jene Summe aufzuwiegen? Und gesezt, diese Ein⸗ fuhr habe 6 Millionen Reichsthaler betragen, so würden hingegen die Nazionalglieder für diesen Werth genossen haben, indeß sie für den nämlichen Werth entbehren. Zwölf Millionen ist also ihr wahrer Verlust. Ich enthalte mich, die Inhumanität der Maasregeln zu detailliren, welche jenes System herbeyführt: Diese despotische Staatsinquisizion, diese, die zartesten Saiten des Nenschengefüͤhls schmerzlich belastenden Verkümmerungen des Genusses und Eingriffe in die bürgerliche Freyheit und freye Persönlichkeit, diese empörenden Verlezungen alles dessen, was Moral, Dezenz und Bildung der Menschheit ehrwürdig und lieb gemacht hat, diese Aufreizung alles dessen, was den schönen menschlichen Stolz empört, und des Menschen Selbst— heit vernichtet. 314. Zu jenem System in Absicht des auswärtigen Kom—⸗ merzes sind die Regierungen vorzüglich durch die irrige An— sicht von der Natur und den Vortheilen des Kommerzes über— haupt verleitet worden. Büsch, dem die Nazional-Oeko— nomie-Kunde gerade um deswillen so viel verdankt, weil er, seines Mangels an philosophischem Geiste sich be— wußt, rein in den Gränzen der Empyrik blieb, statt, gleich den Staatswirthschaftlichen Schriftstellern andrer Nazionen, diese Wissenschaft durch irrige Theorien in ihrer Entwicklung. aufzuhalten, Büsch hat schon die Bemerkung gemacht ½), *) Abhandlung von dem Geldumlaufe. 1. B. S. 354. vie die RN2 Bifh 197 Hlagsent sehn UE ImWE Müh II t 0 72 socsfle⸗ Reinl and soh N Rrup in 17 ni ult dm N tuianal Muefiod ihre met Rulte Mse ae 231 ie den sen ů ů—— nule H. wie sehr, den 2——0 des guten Heinrichs des àten an, eihbr r sich in Rostchr des auswärtigen Kommerzes als „ 65 Beförderungsmittel des Haienahuirhn verirrten. Er 4 klagt: man habe die innländische Tirkulazion zu sehr über— so wundn ů ö ö sehen, zu wenig auf den Landmann geachtet. Von ihm habe e man in Absicht des Handels nichts erwartet, als daß er die ntbehin Materialien beyschaffe. Wreg Büfch hat hierin das Prinzip der Nazional-Oekonomie Het: seahnet. Kraft desselben ist die Pflicht der Regierung: ö höchstmöglicher Wohlstand der Nazion. Dieser liegt kei⸗ n Saiten x ů ö neswegs darin, daß die Nazion viele Produkte an 4069 andre Nazionen überlasse, sondern, daß sie selbst Wen soviel als möglich genieße. dessen, was würdig un Dieser Genuß muß also die erste Tendenz der Re⸗ . s U0 gierung seyn, also der Absaz der Produkte ins Ausland nur schen Ehi in so weit, als er jene Tendenz befriedigt. Beydes ist nicht Eins. Allerdings befindet sich dier jenige Nazion, welche viel Produkte an Fremde überläßt, igen Lm dem Wohlstande gewöhnlich näher. Aber aus dieser Expor⸗ 45 tazion folgt noch nicht eigner Genuß. Bey einer großen Bin Ausfuhr kann die Nazion darben. Entweder weil sie, um n ihre unentbehrlichen Bedürfnisse zu befriedigen, ihre Pro⸗ äti dukte an Fremde überlassen muß, oder, weil der Vortheil 60 dieser Exportazion durch ungleiche Vermögensvertheilung in 40 z den Händen einiger Wenigen bleibt. Gh Hohe Exportazion ist also keineswegs ein sichrer Baro⸗ Enwifln meter des Nazionalwohlstands. Der einzige sichre ist: der nct Genuß des größten Theils der Nazionalglieder. Wenn also die Nazionalprodukzion auf dem höchsten Gipfel sich be— 30 sindet, wenn jeder in der Nazion dadurch sich in Stand gesezt 232 sieht, zu genießen, so ist der Zweck der Nazional-Oeko— nomie erreicht. Zu diesem Zweck bedarf es dann nur der Freyheit des innern Umlaufs. Ob die Nazion zum Behuf dieses Genusses den ausländischen Absaz bedürfe, ist eine tief zurückstehende zweyte Betrachtung. Die Nazion wird diesen Absaz suchen, wenn sie ihn wirklich zu jenem Zwecke bedarf. Der Ueberschuß ihrer Produkte wird den Begehr fremder hervorbringen; daraus wird von selbst das auswärtige Kommerz entstehen. Aber nicht die Sorge der Regierungen ists, es aufzusuchen. Die falsche Ansicht, Er— portazion sey Maasstab des Nazionalreichthums, hat ihre Eitelkeit gereizt; um ihr zu huldigen, haben sie die erste und wesentliche Sorge, für den wahren Reichthum, für den innern Genuß vernachlässigt. Diese Eitelteit hat sich dann durch die Handels-— bilanzen ausgesprochen. Das äußere Kommerz hat den Absaz der innern Produkte, und den Eintausch fremder zum Gegenstand. Die erste und natürliche Tendenz dieses Kommerzes ist eigentlich, Ausgleich ung; nämlich Ausgleichung der frem— den Erzeugnisse und innern Bedürfnisse, mit innern Er— zeugnissen und fremden Bedürfnissen. So lange der Staat nicht auf diesem Punkte der Ausgleichung steht, muß er entweder den fremden Erzeugnissen und innern Bedürf— nissen bis auf diesen Punkt entsagen, oder durch Er— höhung seiner Produkzion auf Erreichung dieses Punk⸗ tes hinstreben. Die zweyte Tendenz ist: die Erhöhung der innern Produkzion über jenen Punkt der Ausgleichung; also der Debit einer größern Masse von innern Erzeugnissen, als die gewöhnlichen Bedürfnisse vom Auslande betragen, mithin aufV ö Bat pkets“ Oe; d. dele Urhu bemn uuthmn haan NMtin Mfii dn ife Wge Lah senige then z verdij 233 inal⸗Otz der Gewinn eines Ueberschusses, oder das kapita⸗ uuin listische Kommerz. zun Dehf Dieß ist nun die Tendenz beynahe aller Europäischen ist eine i Staaten geworden; gerade aus ihrer Allgemeinheit muß noth⸗ wird disn wendig Gleichgewicht hervorgehen. ke deuf Das Wohlthätige dieser Tendenz liegt allerdings in den Biuß der allgemeinen Erhöhung des Produkzionstriebs. Aber die— selbstx ser Produkzionstrieb ist, unglücklicherweise, auf zwey Ab⸗ Sorge x wege gerathen. lnsicht, Er Ich muß es hier wiederholen: hat ihit Zuerst und vor allen muß sich dieser Produkzionstrieb sie die eist auf die Urprodukte werfen, denn diese sind unentbehrliche thum, für Bedürfnisse(absoluten Werths); der Ackerbau liefert keinen prekären, sondern einen bleibenden Kommerzstoff. Handelt⸗ Seine Produkte können, wenn die innern und ersten Be— dürfnisse befriedigt sind, in mannichfaltige Formen verwan— er innett delt, veredelt, oder zu Hervorbringung anderer, ja selbst Gegenstar, Urprodukte, z. B. das überflüssige Getraide zur Viehmastung mmerzes if benuzt werden; sie sind früh oder spät auf allen Weltmärkten der frem⸗ verkäufliche Waare. Die Landwirthschaft ist es, welche die nnern Er⸗ Unabhängigkeit des Staats sichert. Erst wenn die Urpro— der Stant dukzion auf dem höchsten Gipfel steht, ist es Zeit für die ibt, muß Nazion, den Ueberschuß ihrer Bevölkerung und ihres Fleißes Bedürf auf die Verarbeitungsprodukzion zu wenden. durch Er⸗ Dieß war Süllys System, und die Erfahrung hat Punh die Vorzüge desselben vor dem Kolbertischen bewiesen. Wenn der Ackerbau, wenn Manufakturen und Fabriken der inn blühen, so ist der Flor des Kommerzes geschaffen. Nur die⸗ jenige kommerzielle Produkzionskraft, welche jenen Blü⸗ then ent sproßt, gewährt dauernden Wohlstand; nur sie verdient die Ermunterung der Regierung. Gefahrvoll ist asso N N/ mithin 234**q q 99 hingegen die Tendenz zur isolirten kommerziellen Produk— zion; die Tendenz: aus dem Kommerz selbst Nazio—⸗ nalreichthum zu schöpfen; die Vortheile, welche die Arbeit des Umtausches der Erzeugnisse und Bedürfnisse gewährt, als eine eigne Reichthumsquelle zu behandeln. Die Gefahr dieses Irrthums für das Nazionalwohl liegt darin: dieser überspannte Handelsgeist hat durch die Höhe und Leichtigkeit des Gewinnes im glücklichen Falle, durch die schnelle Verbesserung der Glücksumstände und durch die Müh— losigkeit und Anstrengungsersparniß dieser Produkzionsgat— tung so mächtigen Reiz, daß die Produkzionen, welche ihr den Stoff liesern, darunter leiden. Nicht das Kommerz schaft Genußmittel, nur die Produkzion kann Kommerz schaf— fen. Dieser Irrthum hat nicht allein auf die Solidität des Nazionalreichthums nachtheilig gewirkt, er hat auch die Moralität der Nazionen verschlechtert; er hat jene unruhige Thätigkeit geschaffen, die geschäftig ist, ohne des Erfolgs gewiß zu seyn; jene Glanzsucht, jene aus ephemerem Reich— thum entstehende luxuriöse Komsumzion, und endlich jene Kommerzialeifersucht, jenen Geist von Habsucht, der Europa jezt so oft in Flammen sezt. Handelsgewinn ist nicht solider Nazionalgewinn, und eine Nazion, in welcher der Kauf— männische Geist herrscht, wird dadurch die natürliche Feindin aller andern Nazionen. azionalkarakter ist die festeste Stüze der Staatsverfassung; merkantilischer Geist hemmt dessen Bildung; Egoismus, mit allen seinen die Seele entnervenden Wirkungen, ist sein natürliches Resultat: die— ses ewige Streben nach schneller Bereicherung, das in seinem Laufe selbst sein Ziel verliert, indem es die Empfäng⸗ lichkeit für Lebensgenuß mit ihm selbst verzehrt. DMN0 W IMAi 94 EN EI n V 4 8 Nuo H-U (5ui UU inN 9 n⁰06 aH 10 uu8 ½0 235 len dröih Isolirte kommerzielle Produkzion, die sich nicht mit Ib N der Vertauschung innerer Produkte gegen auswärtige, nur die Rhgt mit dem Zwischenhandel fremder Nazionen, der Rhederey, se Hebihst, der fremden Spedizion beschäftigt, ist Lohn arbeit für fremde Nazionen. Vermiethung der Nazionalkraft trägt also auch ö moralisch und ökonomistisch deren Gepräge. Ueberschwänglich raltbohllieg ů groß muß die Volksmenge seyn, wenn sie für diese isolirte ich die hih kommerzielle Produkzion noch Ueberschuß hat, der nicht auf e, durch d eine ökonomistische Weise zu vroduziren vermag. h die Mis⸗ Aber falsch ist die Richtung, durch dieses isolirte bukziongn Kommerz die Bilanz für sich zu erringen, ehe dieser Ueber— welche ih schuß wirklich vorhanden ist. Und doch ist dieß die 5 Kommetz Tendenz des Zeitgeists. ö merz schaf⸗ Der Kaufmannsgeist, als herrschende Tendenz des olidität Nazionalkarakters, ist auch dem Nazionalwohlstande schädlich, at auch di er zerstört das Gleichgewicht des Vermögens unter den ne unrusige Staatsbürgern, umgiebt eine kleine Zahl von Nabobs mit Erfolhs einer zahllosen Menge Bettlern. buem Riit⸗ Großbritanniens Beyspiel beweist nichts dagegen: die nolich jene üinsularische Lage dieses Reichs hat es in ganz eigne Verhält— er Europn nisse gedrängt. Wir hören nur den großen Landeigenthü— icht solide mer, den Bewohner der City, die Interessenten der Staats⸗ der Kalft anleihen, die Bankiers und ihre Alliirte im Unterhause, e Feindin aber die Nazion selbst hat sich noch nie ausgesprochen, ie festest und so lange dort die Armentaxe noch auf ihrer jezigen un⸗ it hemmt mäßigen Höhe stehen wird, ist zwar in England Reich— die Sell thum, aber keineswegs Nazionalreichthum vorhanden. ltat: 30 315. , das il Handelsbilanzen sollen entweder ergründen: ob „Empfans. ö u die Nazion bey dem Kommerz mit fremden Nazionen gewon— hit. xö 236 nen, oder verloren, d. h. ob ihr Vermögen überhaupt zu⸗ oder abgenommen? oder ob sie bey und durch den Tausch eine Vermehrung dieses Vermögens errungen habe? Sollen sie irgend etwas klar darstellen, so müssen sie nicht den Betrag der Exporten und Importen, sie müssen ge— nau und detaillirt enthalten: wie viel an ausländischen Erzeugnissen ein- und ausgeführt? und wiel viel an inn—⸗ ländischen Erzeugnissen ausgeführt worden ist? Auch dann aber sind sie noch ein sehr unsichrer Vermö— gens⸗Maas stab. Eine Nazion, in der Blüthe ihres Wohlstands, wird wenig exportiren, denn sie verzehrt ihre Erzeugnisse selbst, und die Volksmenge ist nicht auf den höchsten Grad gestiegen. Eben so kann eine Nazion viel exportiren, weil ihre Produktenmasse für ihre Volksmenge zu groß ist. Dieß ist 3. B. der Fall bey den Nordamerikanischen Freystaaten. Die Exportazion von 30,890, 00 Dollars, welche nur allein der Ackerbau gewährt, muß und wird mit der Zunahme der Bevölkerung ab nehmen, denn es wird mehr im Innern konsumirt werden; und vergrößert sich auch die Zahl der Produzenten, so kann sich die Exportazion doch keineswegs auf diesez Höhe halten; denn die erhöhte Urpro—⸗ dukzion wird in den Fabriken und Manufakturen immer neue Konsumenten dafür schaffen. Eine Nazion, die viel einführt, wenig ausführt, und jenen Ueberschuß mit Metallmünze ausgleicht, muß darum doch nicht ärmer werden. Nehmen wir an, Spaniens Acker— bau und Industrie stünden auf einer hohen Stufe, seine Ur— und industriellen Produkte genügten seinem Bedarfe; es R½ Y 0 N uch) 10 Hane Lah 0 it 0 1l M. 237 tehꝛutt zy würde darum nicht weniger die Schäze seiner Silberflotten n Tausch erhalten und derjenige Theil, der nicht zur Belebung der 3 innern Produkzion erforderlich wäre, würde für lururiöse můüssa ss Konsumzion auswandern und auswandern müssen. Er könnte müssen gy also bey einem hohen Grade von Wohlstand in einer sehr auf Löländische fallenden Passifbilanz erscheinen. Han iny Wenn eine Nazion viel ausführt, so beweist dieß aller— dings einen Ueberfluß an den exportirten Genußmitteln; aber rer Dunnh wenn sie eben so viel ein führt, so beweist dieß noch keine Abnahme am Nazionalvermögen. Führt sie mehr ein, nds, wich als sie ex portirt, so ist dieß eben so wenig Beweis für A b⸗ sse selhß, nahme des Vermögens. Es beweist nur, daß sie mehr en Grad zu genießen im Stande ist, daß sie genießt. Nicht nach der Ey portazion kann also das Nazionalvermögen rich— weil ihre tig berechnet werden. Handelsbilanzen können also wohl als Dieß ist Hülfsmittel zu Ergründung des Nazionalvermögens, aber Nten. keineswegs als Maasstab desselben gelten. Der zweyte und Hauptizweck der Handelsbilanzen ist aber die Darstellung: daß die Nazion bey dem Tausche wird mit und durch ihn gewonnen habe. vird meht—— ö 0 Dieser Gewinn ist nur möglich entweder sich au ů ů ö zn 3. indem die Nazion ihre Produkte um einen höhern als zio den(verglichenen) Weltwerth vertauscht, also te Uepro⸗ ö ö bey dem Tausche die andern Nazionen übervortheilt; mer neue ‚ und dieß ist nach dem jezigen Zustande des Kommerzes, und bey der allgemeinen Konkurrenz, nicht wohl mög⸗ hit, mi lich. Keine Nazion wird wohlfeiler vertaufen und W theurer einkaufen als sie muß; nur die u nentbehr— ens Mel lichen Bedürfnisse können hier ein Zwangs recht sie M. ausüben. Dorse; E Oder b. indem die Nazion ihre isolirte kommerzielle Pro-⸗ dukzion, also ihre Arbeit verkauft. Allerdings kann auch diese Arbeit bedeutenden Gewinn liefern, aber in einer Nazional-Handelsbilanz muß sie im Ganzen gegen die Produkte nur einen sehr unbedeutenden Rang einnehmen. Dieser Gewinn läßt sich auch aus den Handelsbilanzen noch weniger ergründen; diese werden nur nach Produk— ten, nach Waaren gemacht, und nach dem Vermögens— messer, dem Gelde ausgeglichen, indeß jener Lohn— gewinn unter den Preisansäzen der Waaren begriffen ist. 316. In jeder Rücksicht aber sind die Handelsbilanzen ein unzuverläßiges Mittel zu Bestimmung der Zu- oder Ab⸗ nahme des Nazionalreichthums im Ganzen, so wie in Absicht der isolirten kommerziellen Produkzion. Diese Bilanzen werden stets nach Metallmünze, und zwar nach der Staatsmünze der bilanzirenden Nazion gefer— tigt, als dem Maasstabe des Preises der Genußmittel. Diesem Maasstabe kann also nicht der Nazionelle ver— glichene Werth zum Grunde liegen. In Absicht der Exporten nämlich, oder der Genuß⸗ mittel, welche die Nazion aus führt, wird ihr Verkaufs— preis, also dasjenige angesezt, was das Kommerz in den Fakturen anzeichnet; nicht der Preis, um den die verkau— fende Nazion sie bezahlt, also nicht der Nazionelle verglichene Werth; denn unter diesem ist auch die kommer— zielle Produkzionskraft begriffen. 10⁸½⁴9 110⁰⁴ dEE H 6 II E. 239 Die Importen, oder die Genußmittel, welche die Na— diele Puh zion dagegen ein führt, werden gleichfalls nicht in dem Na—⸗ zionellen verglichenen Werthe angeschlagen, d. h. nicht um en Gebin den Preis, um den sie der Nazionalkaufmann einkauft, muß sen sondern um den Preis, um den sie ihm in seinem Waaren-⸗ bedeutegdg lager zu stehen kommen, also mit Hinzurechnung der Fracht, der Transportkosten. Schon hieraus erhellt die Unzu— verlässigkeit der Bilanzen. elsͤbilann Produt Wenn nun diese Ansäze der Exporten und Importen ge—⸗ Vemnöynt macht und gegen einander bilanzirt werden, so wird der her Lohn Ueberschuß der erstert, als Nazional gewinn, der Ueberschuß h. der zweyten als Nazionalverlust angegeben. Um die Unrichtigkeit dieser Ansicht klar darzustellen, müssen wir voraussezen, daß bey der Berechnungsart nach zilanzen Metallmünze diese Metallmünze einzig in ihrer Eigenschaft U oder Abs als Vermögensmesser erscheint; daß also jener Ueberschuß ie in Absiht nicht, wie es gewöhnlich geschieht, als ein Verlust an die⸗ ser Metallmünze, in ihrer Eigenschaft als Waare, ange— lze, und sehen werden könne. ion gefer— Allerdings ist diese Ansicht in der Staatswirthschaft nußmittel. noch sehr gewöhnlich. Ein Staat, der bey der Stellung sei⸗ lle vey ner Handelsbilanz verliert, d. h. mehr importirt, als exportirt, glaubt, dieses Defizit durch Metallmünze gedeckt zu haben, fürchtet dadurch an Metallmünze zu verarmen; Genuß⸗ Vatauft daher die schiefen 127 0 zu 1 der 33 in da münze im Staate, die zahllose Staatswirthschaftliche Miß— 6i ai griffe veranlassen. ionell Genußmittel sind es, die exportirt, Genußmittel, die importirt werden; unter diesen kann sich auch Metallmünze die komme in ihrer Eigenschaft als Waare befinden, und es muß 240 sich so viel unter dem exportirt werdenden befinden, als der importirenden Nazion an andern, der fremden Nazion nicht anständigen Genußmitteln fehlt, denn Metallmünze ist eine allgemein anstäͤndige Waare, vereint also hier die Eigenschaften der Waare und des Ausgleichungs-⸗ Vehikels. Der Ueberschuß der Bilanz beweist aber nicht, daß die anscheinend-gewinnende Nazion den Betrag dieses Ueberschusses an Metallmünze gewonnen, nicht, daß die dem Anscheine nach verlierende Nazion ihn an Metallmünze verloren hat. Er beweist nur, daß die erste Nazion an Genußmitteln überhaupt gewonnen, die zweyte an Genu ßmitteln verloren hat. Die Berichtigung dieses Irrthums beweist aber aller— dings an sich noch nichts gegen die Realität der Handels— bilanzen; denn Verlust an Genußmitteln ist reeller Ver— lust. Um die Idealität dieses Verlusts zu prüfen, muß aber zuerst die Zuverlässigteit dieser Bilanzen untersucht werden. 317. 1. Habe ich vorhin bemerkt, auf welcher Basis diese Bilanzen ruhen. Bey den Exporten wird der Verkaufspreis an Ort und Stelle der Versendung der Waare angesezt, bey den Impor⸗ ten der Einkaufs preis mit Einschluß der Kommerzkosten. Hieraus folgt unerläßlich a. daß der Kalkül des Ueberschusses als Weltpreis nie richtig seyn kann, d. h. die Nazion A. gewinnt nie den Betrag dessen, was die Nazion B. verlieret. E Gĩ. Ind Er On it H Kod K HHNin he H Rse 1hHα Werl I stech M Oesour hahe 197½ ud unmpilh Tual oss beh datyw hur u. 950 Mhegr * sud, lihsthe nd Irj legelt g bedarffa dueyx 241 N, alt v den Mii Wir wollen annehmen, der Oesterreichische Staat führe Großbritannien für 100 tausend Reichsthaler Quecksilber zu, Netalmih e und empfange dagegen für 100 tausend Kaffee, leichmnz so werden sich zwar die n e der Oesterrei— chische Kaufmann wird für sein Quecksilber nicht weniger Kaffee annehmen, als dieser mit Einschluß der Kommerz⸗ cht, diß R kosten ihm in seinem Waarenlager werth ist; aber der Britti⸗ detiag dß sche Kaufmann wird doch nicht für 100 tausend Reichsthaler cht, daß R Käffee hergegeben haben, so wenig er für 1o tausend Reichs— Petallmuc thaler Quecksilber empfangen hat. Unter beyden Summen Nazion u werden vielleicht zehntausend Reichsthaler Kommerzkosten zwepte ay stecken, welche zum Theil fremde Nazionen, zum Theil die Oesterreichische Nazion während des Transports gewonnen t aber aller habent er Handelz Hieraus erhellt, daß eine richtige Bilanz des Ver— eller V lusts und Gewinns an Genußmitteln von Nazion zu Nazion 1, uß abn unmöglich ist. Ein großer Theil des Kommerzgewinns im Wmnesh Transito der Waare ist unter dieser Bilanz wechselseitig nicht begriffen, denn die Ansäzde der Bilanzen werden nur nach den Fakturen der Einfuhr und Ausfuhrpreise gemacht, können nur nach ihnen gemacht werden. Basid dief 3765 2. Diese Bilanzen werden und müssen nach Zollrollen an Oit um gefertigt werden. den Impoß Welch eine unzuverlässige und mangelhafte Quelle diese nerzkosten sind, auch bey der argwöhnischsten Belauerung, der willkühr— lichsten Beschränkung der menschlichen Freyheit, des Genusses Velthnt und Wohllebens, auch bey den vervielfältigtsten Zwangsmaas— Rwint si regeln und der ängstlichsten Bewahrung der Staatskerker— vallekt bedarf keines Beweises. Jenes der Menschheit inwohnende Zweyter Band. 16 klare Gefühl von Recht und Unrecht hat alle Nazionen ingeheim gegen ihre Regierungen bewaffnet. Richtig mögen also wohl diese Handelsbilanzen in Absicht der Aus fuhr seyn; aber in jedem Staate wird der Schleichhandel den bey weitem größten Theil der Ein fu hrlücken ausfüllen. 3. Diesen Bilanzen liegt stets nur Gewinn an Genu ß⸗ mitteln zum Grund. Aber der, je größre, oder kleinere, Lohn, den die Nazionen sich wechselseitig durch Arbeit ab⸗ verdienen, ist unberechnet; er ist bedeutender, je geringer er im Einzelnen, je größer er in Masse ist. Hat wohl z. B. die Batavische Republik die Summen unter ihren Exporten berechnet, welche die Einwohner Westphalens dort in den Sommermonaten verdienen? Spanien die Summen, die 9o tausend in Portugal zerstreute Gallegos erwerben? die Schweiz den silbernen Strom berechnet, den, wie erst Ludwig der zte sich ausdrückte, deren Regimenter aus Frank⸗ reich ableiteten. 4. Nur ein Inselstaat könnte seine Ausfuhr und Einfuhr richtig berechnen. In Kontinentalstaaten muß der Verkehr der Gränz einwohner alle richtige Bilanzirung un— möglich machen. Staaten lassen sich nicht so scharf abmarken, als die Tendenz der Regierungen, die Jean Paul so hu— moristisch persiflirt hat, es wünscht. Dort wirkt, troz alles Gränzbewachens, das große weltbürgerliche Familien— band fort; dort ist es nicht lösbar, und selbst die schiefe Lieb⸗ lingsidee der neusten Politik, die Stromgränzen können dieß nicht bewirken. 5. Bilanzen werden nach Jahren geschlossen. Der Verkehr der Nazionen selbst schließt sich nicht wie der Kalender und die Bücher der Zollbuden. Jahre reihen sich an Jahre, die Zukunft hängt schwesterlich am Arme der Vergangenheit. es Ds Ein lön. Dest. das I inh lun Sb0 W UeheEs Dee die Hyn. HM Vi Hiel. In 0 3 salld J de WI shih e H R 2 Ohe 2e Mriahm 2.9 ihtg nün Selbst eine lange—* von kann über die wahre Weft Bilanz der öt.0 Aufschluß geben. vdel den 0 Ein einziges Verhältniß, eine 23 kann das Uen. Defizit von Jahrzehenden ausgleichen. Britannien z. B. an Gem das auf 30 e stolze. bedarf 5— der tenn, einzigen ithen—.— an der Ahize di. Spanischen Atbend oder n O⸗ und seine Dilnn ist verlo⸗ ren; eines einzigen Mißjahrs, um durch Getraideeinkauf den 10 Ueberschuß vieler Jahre mit Wucherzinsen zurück zu geben. Dieses Resultat wird um so unfehlbarer eintreten, weil dann in een die Konkurrenz den Preis derjenigen Waaren aufs —— höchste drängen wird, welche die bilanzirende Nazion sucht. immen, d herben? dit 21. 312. u, wie er Aur diese Ursachen 39 wirken, um die Sdul des Handels verlusts zu beweisen, den die Handelsbilanzen beurkunden sollen. uhthen Kaum giebt es noch Einen Europäischen Staat, der nicht in der Handelsbilanz zu gewinnen behauptet. Denn so sollte z. B. Frankreich vorhin, nach St. Pierres und de Reals Berechnungen, jährlich 150 Millionen Livres, und nach Neeker*) mindstens doch 70 Millionen Livres, jährlich gewonnen haben. Noch weit unverhältnißmäßiger sind aber die Bilanzen he hamilin des Brittischen Reichs. Umgewendet gleichen sie den shife dit Spielern, von denen jeder, der vom Spieltische aufsteht, mehr kinnen dis verloren, als der Gewinnende gewonnen hat. Wo sind denn also die verlierenden Staaten? ten muß du anzirung MN xf abmarke, Haul se wirkt, sn Ganz anders spricht sich jenes Verhältniß durch That— der Kalamn sachen aus. Wären jene Aktif-Handelsbilanzen richtig, ah Ih⸗ tegangerheß*) Finances de France. T. II. p. 128. 244 so müßte ein großer Theil von Europa durch den jährlichen Fortschritt unvermeidlich verarmt, von den gewinnenden Na⸗ zionen ausgepumpt, und am Rande der Dürftigkeit seyn. Beynahe allenthalben erblicken wir das Gegentheil, allent— halben Fortschritte der Produkzion, der Bevölkerung und des Wohlstands. Treffen wir hie und da auf Mangel, auf Armuth, so ist es nicht in den Resultaten des auswärtigen Kommerzes, sondern lin antiökonomistischer Verfassung, oder Gesezgebung des Staats, wo wir die Gründe davon suchen müssen. Wenn z. B. durch die Brittische Vervollkommnung die Fabrikazion in andern Staaten leidet, weil sie hier nicht auf gleichen Gipfel der Vollendung gestiegen, weil die industrielle Produkzion nicht eben so ökonomistisch organisirt ist; wenn also z. B. der deutsche Fabrikant die Brittischen Manufakturartikel nicht um gleiche Preise liefern kann, so folgt daraus nur: daß seine Arbeit aufgehört hat, ökono—⸗ mistisch zu seyn, daß er sich also einer andern Produk— zion widmen müsse. Aber es folgt daraus keineswegs ein Recht der Regierung, der Nazion die Vortheile jener Vervollkommnung und die darin liegende Erhöhung des Ge— nusses, durch die erhöhte Qualität des Genußmittels und Wohlfeilheit seines Preises zu entziehen; nicht die Befugniß, dem Nazionalgliede sein weltbürgerliches Recht des höchstmöͤg⸗ lichen Genusses zu beschränken, um auf seine Kosten jene Fa— brikanten zu ernähren, und dadurch den Nazionalverband in ein Hülfs institut zu verwandeln. Es solgt daraus nur die Pflicht der Regierung, jene Vervollkommnung mo möglich nazionell zu machen. Die Fabrikanten, die augenblick— lich unter jener Vervollkommnung leiden, haben keinen wei— Gi shune Millul Euß gh ingu het x der MN jejt x Napolgi in Gumo i 13 Ru, ush g birs⸗ schull dern 245 n jihrige ö ö ů aii 2 Auspruch— die 5 als den ahh in das Unglüͤck jedem Leidenden giebt. theil, Wl. 320. rung und j Möglich is es allerdings, daß ein Staat Jahrhunderte in dem Fortschritte zum Nazionalreichthum durch Vernach— Imu, läßigung der Nazional-Oekonomiegeseze aufgehalten wird, Konmih also die Nazion weniger genießt als sie zu genießen Geshgehn vermöchte. Wir sehen dieß an Spaniens an Portugals, nüssn. an Italiens Beyspielen. ö Aber Aktif-Handelsbilanz einer Nazion, in dem mmnung u Sinne, in dem man sich deren zur Beurkundung bedient,‚ e hier nich ist progressif an sich nicht denkbar. u, weil di Wenn z. B. die Brittische Nazion wirklich den Ueber— ch orggnisii schuß von Waaren, von Genußmitteln(mit Einschluß der e Drittihn Metallmünze als Waare betrachtet), aus dem übrigen fern kann, Europa zöge, den seine Bilanzen angeben, so würden in hat, dkoßt einer kurzen Reihe von Jahren alle andre Staaten gänzlich ern Pahh verarmt, ihr sämmtliches Nazionalvermögen in den Händen dineswegt der Britten seyn müssen. Dieß müßte selbst schon bis theile sn jezt der Fall gewesen seyn. Doch wir sehen keine Spur hung des 00 davon, wir sehen nicht, daß die Britten große Kapitalien ußmittels un im übrigen Europa besizen. Wir sehen eben so wenig die Befuguij Grundeigenthum der übrigen Nazionen in Brittischen Hän⸗ 66 hͤͤchstmi den; wir sehen vielmehr, umgewendet, daß fremde Nazio⸗ sten jene 51 nen, daß deutsche Fürsten, daß die Schweiz, daß die Bata— ionabverbah vische Republik in den Brittischen Stocks beträchtliche Kapi— Daraus il talien stehen haben, also die Brittische Nazion Fremden 0 m0 möhlt schuldet. ie augellth. Wir sehen nicht, daß der Nazionalwohlstand der a ne n vei dern Europäischen Nazionen, durch den hoh en Grad des 246— Brittischen Reichthums sich vermindert habe; wir sehen z. B. im Gegentheil, daß die Vollkommenheit der Britti— schen Fabrikazion, daß die dadurch bewirkten wohlfeilen Preise ihrer Manufakturartikel, unter allen denjenigen Stän— den, welche sich der Bildung nähern, einen sehr wohlthäti⸗ gen Einfluß auf die Eleganz und Reinlichkeit der Kleider— tracht gehabt haben; und diese muß als Kulturstufe, als Gat— tung von Wohlleben, als Genuß einer heitern Philo— sophie willkommen seyrn. Die Aneignung des Schönen und Anmuthigen hat unstreitig unter allen Klassen, die man zu den gebildeten zählen kann, dadurch zugenommen. Ich weiß wohl, daß diese Ansicht neu ist, aber nie werde ich mich mit dem grämlichen Systeme der bisherigen sogenannten Staatswirthschaft versöhnen, welches ohne Prin- zip, ohne zu wissen, was es denn eigentlich wollte? die Völker nur als Empfindungs- und Willenlose Arbeits-— maschinen behandelte, die von einer fremden Macht in Bewegung gesezt, rastlos thätig seyn, ewig sich produktif be—⸗ wegen sollten, entweder für ein ihnen fremdes Interesse, oder auch nur, um sich zu bewegen. Das Nachdenken mag hier ergänzen, worüber ich absichtlich schweige. Wären jene Handelsbilanzen richtig, so müßten viele Nazionen längst gänzlich verarmt, längst ausgepumpt seyn; und das möchte wohl für die Nazion, welche sie aus⸗ preßt, die allernachtheiligste Folge haben, denn ihr Aktif—⸗ kommerz würde bald sich selbst vernichten, würde aufhören müssen. Nehmen wir die statistischen Tabellen der mehresten Eu— ropäischen Staaten zur Hand, so finden wir nicht Einen Staat, ja oft selbst in dem nämlichen Staate kaum Eine Prot 0n X. GIl die lhh sanit auN uftnd iht Demmd W Iut a& aue W. a dur& M Pun Smila Ilma& in dixhn tuc N. ued Rahnee R Süw die sid sto— ditt, 7 gene, geschri 247 bit she Provinz, die nicht eine Aktifbilanz, einen Handels üben t der Britt, en 900 schuß aufzeigte. Es ist klar, daß diese Handelsbilanzen inin Eth sich wechselseitig selbst aufheben. Sind sie also politisches he wͤhhhß Gaukelspiel?— Sie sind Selbsttäuschung. So viel auch 8 Kunz die herrschende Macht sich bemüht hat, dem Verkehr der Men⸗ Ift, dl schen nachzuspüren, so wird sie doch stets in diesen Anstren⸗ Kitnn Pl scheitern. Wie in der Landwirthschaft, so in der Schm er St sind es die kleinen, unmerk⸗ Kusca, lichen Vortheile, 1 eine Menge Lücken ausfüllen; der nün Dans⸗ der eine Menge Vortheile verschlingt. Die Menschheit gleicht sich stets, nur etwas mehr oder wenigör, ist, aber n aus. Bey denjenigen Staaten oder Provinzen, welche die er bisherign Bilanz gegen sich zu haben scheinen, also mehr Pro— gohne Pin dukte ziehen als sie geben, müßte— wie einst ein Schotte wollte? di persißirend einem Engländer sagte— die Ausgleichung se Nbeitz durch Bankerotte geschehen. en MahhtW Aber auch dieß könnte nur bis auf einen gewissen produktstk Punkt, nur kurze Zeit Statt finden; denn der verlierende Des M Staat würde bald auch den Kredit verlieren, oder er müßte 6 Nachhenh allmählig verarmen; sein Urstoff, also sein Grundeigenthum, schwig. in die Hände des 8 Wünn emden„Staats wandern, und 0 auch dieser Zustand der Dinge könnte nur kurze Zeit 5255 0 dauern. Der Staat müßte veröden, und von seinen Be⸗ 5500 wohnern verlassen werden. ele se 50 Noch ist mir kein Beyspiel eines solchen Staats bekannt. 0 Attis Schweden und das ehemahlige Pohlen hatten unstreitig ten, wül die stärkste PassifHandelsbilanz im gewöhnlichen Sinne die⸗ ses Worts; aber sie haben sie durch Entbehrungen salz mehresten 00 dirt, sie sind also nicht ärmer worden, sie haben nur nich t nicht Eine genossen, sie sind nur im Nazionalreichthume nicht fort⸗ e Huum Eit geschritten. 243 So soll z. B. Frankreich ehehin in der Handels— bilanz an Großbritannien, nach statistischen Berechnungen, jährlich 21 Millionen Livres verloren haben. Nach die— sem Verhältnisse müßte Frankreich, bey allem seinen Terri— torialreichthum, längst verarmt seyn; indeß wurde doch auf der andern Seite behauptet, die Franzosen hätten damals 59 Millionen Livres einzig deswegen in der Spanischen St. Karlosbank tangelegt, weil diese Kapitalien im Innern keine Anwendung fanden. Wahrer und richtiger ist also wohl, daß jener scheinbare Ueberschuß der Nazionen, die sich einer Aktifhandelsbilanz rühmen, durch tausend unbemerkbare Kanäle a usgeglichen wird. Wahrer ist es wohl, und es spricht sich von selbst aus, daß, wenn man den Schleyer dieser Aktif- Handelsbilanzen lüpft, sich ganz andre Resultate zeigen. Wir sehen nämlich in dieser immer fortschreitenden Masse von Exporten und Importen, die segnenden Folgen des sich erweiternden Verkehrs der Nazionen, des Aneinan— derrückens und Zusammenhanges der getrenntesten und ent— ferntesten Völkerschaften, des sich erweiternden Reiches zum Genuß, der sich ausdehnenden Bedürfnisse, also des immer weiter sich ausbreitenden Genusses und Wohllebens. Und das ist es ja, was das Prinzip der Nazional-Oeko—⸗ nomie will. Genießen soll der Mensch, dieß ist ihr wohlth ä⸗ tiges, arbeiten, produziren muß er, dieß ist ihr beschüzendes Gesez; denn diese Produkzion ist die Ver— breitung des Genusses.— Doch die Staatswirthschaft hat sich bisher nur mit der Arbeit, nie mit dem Genusse beschäftigt!— Troz der zahllosen Hindernisse, die man der XII soe i 0010 E III„ I 0 EII X— herk E et Oun eit I . e „ vi Vin: E iche U gl 1 fen se 0 si N 16 0 Ä0 . 00 —— 249 Ein Kommerzfreyheit 00 sezte waren von Einem „ W ropas zum andern die Sorichleti⸗ der 2 und des Wohl— U stands unverkennbar, so wie die unermeßlichen Vortheile der iit echirs von Amerika, der Tutsecrens der Umfahrt von Afrika, für die Bildung und den Wohlstand der Menschheit. Wan m Abgesehen von den Blüthen des Weltreichthums, die das danihene. Insularsystem einzelner Regierungen, ihre antiökonomistische im Innen Zwangsgeseze und Hemmungen der Kommerzfreyheit zertrüm— mert, sind selbst die Klagen über Arbeitsmangel, über Nah⸗ ner scheinbu rungslosigkeit im Kontinent von Europa einzig eine Folge fhandelohlag dieses erhöhten Wohlstands. Denn er ist es, welcher logeglichn die Volksmenge erhöht und durch diese Erhöhung die Noth— wendigkeit erpreßt hat, in der Produkzion fortzuschrei— selbt aue, ten. Dieser erhöhte Reiz zum Wohlleben, zum Genuß als udelsbilanzen dem Zweck des physischen Daseyns, ist es ja, welcher auch die Nothwendigkeit erpreßt hat, mehr und besser zu produ— ortschreitende ziren, vor allen Dingen aber in der industriellen Produkzion, nenden Folge in der Fabrikazion den höchsten ökonomistischen Punkt des des Meina verglichenen Werths zu erreichen; d. h. diese Genußmittel sten und ent um einen Preis hervorzubringen, der es jedem Konsumen— Reiches zin ten möglich macht, ohne erschöpfende, also den Zweck, den sso des inmn Lebensgenuß wieder vernichtende Anstrengung wirklich zu zohllebenz genießen, also wohl zu leben. zional⸗Oeln Wenn ein Volk, das ehedem in Strohhütten wohnte, wohlthi und nun in bequemen Häusern wohnt, das ehedem halbnackend dieß ist ih oder in Linnenkitteln mit den Thieren umherkroch, sich nun in ist die du⸗ verdoppelter Zahl reinlich und anständig kleidet; wenn dier iehhak h ses Volk eine Menge neuer Genüsse sich angeeignet hat, m Genusse und nun einen Theil desselben, einen Theil dieser so sehr ver— unnde mehrten Bedürfnisse, nicht zu allen Zeiten befriedigen 7 256 kann, sollen wir deswegen den Zustand der Vorzeit zu⸗ rückrufen? Oder sollen wir nicht vielmehr bedauern, daß die Gesez—⸗ gebung mit diesem veränderten Zustande der Dinge, daß sie mit dem Genius der Menschheit nicht gleichen Schritt gehal— ten hat? daß sie sich nicht zu den freyeren Ansichten der Hu— manität zu erheben vermag, welche ihr doch der unaufhaltsame Fortschritt der Kultur durch Künste und Wissenschaften auf— drang?— Lösen könnten, durften und sollten also die Regierungen die Fesseln des Tausches der Genußmittel, das Weltbürger-Recht des Menschen ehren, und ruhig die Resultate erwarten. 321. Was ist es denn eigentlich, das jene Aktif-Handels— bilanzen sagen wollen? Wollen sie sagen: unsre Nazion hat mehr Genußmittel gegeben als empfangen? Das wäre vielmehr Verlust am Nazionalreichthume. Sie wollen also sagen: unsre Nazion hat mehr Genußmittel empfan— gen als gegeben. Diesen Mehr empfang hat sie allerdings nicht um sonst, sie hat ihn als Lohn empfangen, er hat ihr ge— bührt. ö Uebermuth ist es also, wenn selbst Brittische Volksreprä—⸗ sentanten, wie kürzlich Sir Peter Moore(in der Sizung vom 10. Juni 1805) den Ertrag der Brittischen Manufakturen einen Tribut des Kontinents nennen. Die Amerikanische Revoluzion, die Versenkung der Britti— schen Theekisten scheint diese Nazion nicht zur Besonnenheit gebracht zu haben. Was folgt hieraus?— Die Nazion, welche jener Na— zion den Lohn gegeben hat, muß den Betrag dieses Lohns nehmt ume S . i„I. tt gegts wuchl u Iua der ye Kurnt SE M Msar 251 orzeit gz vesessen, erworben haben. Sie hat ihn also produ— zirt, und nach dem Verhältniß, als sie von jener Nazion die Er mehr Genußmittel empfieng, hat sie auch mehr produzirt, ige, daß se mehr produziren müssen; und das ist ja, was das Nazio-⸗ citt gh nal⸗Oekonomieprinzip will. Sie hat aber diesen Ertrag ten der hu ihrer erhöhten Produkzion zum Lohn nicht umsonst gege— aufhalsam ben, sie hat Genußmittel dafür empfangen, sie hat chaften afß mehr genossen, und auch das will die Nazional-Oeko-⸗ Ilten s nomie. Der vortheilhafteste Schluß, den man also für die enußmint, in der Bilanz gewinnende Nazion daraus ziehen kann, usiz lA ist, daß sie mehr Lohn arbeit für andre Nazionen verrich— tet hat. Die Handelsbilanzen beweisen also an sich nichts Handels⸗ gegen den Nazionalwohlstand derjenigen Nazionen, mjn hat welche mit mehr Importen als Exporten erscheinen. Und en? Dii das ist es, was ich klar anerkannt wünschte. Denn der Sie wolln Irrthum, den Nazionalreichthum nach der höheren Masse Hempfay der Erxporten und Importen zu berechnen, hat jene unweise Kommerzialsysteme, hat die unrichtige Ansicht geschaffen, daß nicht um der Nazionalreichthum darin bestehe, die höchstmögliche at ihr ge Masse innerer Produkte aus- und dagegen die geringstmög⸗ liche Masse fremder Produkte ein zuführen, und dadurch Lolksrepri⸗ an fremden Nazionen zu gewinnen. (n de Der Zweck der Nazional-Oekonomie ist dagegen einzig: Brittischen die höch st mögliche Masse von Gonußmitteln zu produziren, „mel und der Nazion den höchstmöglichen Grad dauernden Ge— nusses zu verschaffen. 6 Daß dieses durch Ausfuhr des Ueberschusses an eig e⸗ 3 nem Bedarf, und Einfuhr des fremden Ueberschusses ge— In schehe, folgt nach der Naturhaushaltung an sich. In der jentr RV Einhaltung des weltbürgerlichen Prinzips liegt der Gewinn. ses Lot 252—— in dem Tausche mannichfaltiger Kräfte der Vortheil. Die Tendenz der Regierung muß und kann alsonn icht seyn, ihre Nazion von fremden Völkern ernähren und besolden zu lassen, sich zu bereichern und andre zu verarmen; diese Tendenz muß vielmehr seyn: durch die in der Natur des Verkehrs liegende Vortheile ihre und andre Nazionen zugleich zu berei⸗ chern. Sollen also Bilanzen der Importen und Exporten zum Barometer des Nazionalreichthums dienen, so müssen die Resultate gerade umgewendet werden. Eine Nazion, die viel einführt, muß reich seyn, denn sie muß das Vermögen besizen, sich diese Importen anzueignen. 322. Allenthalben gewahrt man, daß die Regierungen ängst⸗ lich über die Handelsbilanz wachen; selten die wahren Mittel, den Nazionalreichthum zu erhöhen. Befolgt jede Nazion die Nazional-Oekonomie-Geseze, strebt sie, die ökonomistische und kapitalistische Produkzion(108.) auf den höchsten Punkt zu treiben, d. h. in der größten möglichen Masse und in der höchsten möglichen Qualität alles dasjenige hervorzu— bringen, was sie nach den Naturgesezen nicht wohlfeiler von einer andern Nazion beziehen kann; vertauscht sie jene Produkzion gegen diese, so kann sie über ihre Handels-— bilanz sehr ruhig seyn. Kommerzfreyheit, und sie wird dann sich bey allen Nazionen von selbst ausgleichen. Dem Fleiße, der Kraft gebührt der Lohn. Nur der Fleiß, nur die Kraft kann ihn erringen, aber sie werden, sie müssen ihn erringen. Harmonie ist allenthalben in der Naturhaushaltung, man störe nur nicht ihren sichern Gang. Der weiseste und srößeste Fürst wird mir stets derjenige scheinen, der es wagt, 2⁰ „Nuch „IH „I u „sh „ln „es „Einh ylacs se sey foh „Iug schlh: 253 thil. di ö dem Glanze des Viel herrschens zu entsagen. Unübertreflich sn, schön sagt F orster en zu lostj—49— ö ndenn„Das Geheimniß der Bieden des Rnitn ö„Wohls ist einfacher als man denkt, es ist das Ey des hrs liege 2 ö „Kolumbus; und wenn man es weiß, kann man sich i d„kaum bereden, daß nicht mehr dahinter war, ja, man Thun„ärgert sich wohl, daß man nicht von selbst darauf fiel. Die 0 350„ganze Kunst besteht darin: daß der Regent sich der verderb⸗ r. Mirn„lichen Spiegelfechterey, die man gewöhnlich, obwohl mit se nußu„Unrecht, regieren nennt, zu rechter Zeit zu enthalten wisse, „und sein Volk mit den gepriesenen Regentenkünsten ver⸗ „schone, worauf sich mancher so viel zu Gute thut, und wo— 11„mit er sich das Ansehen der einzigen r in der en in Mitt„Staatsmaschine giebt. Es gehört ein entschiedenes Maas Wün d von 510 Willen—9 ein 35 Wie selbst bey guten umi„Menschen, wenn sie—.„ in Händen haben, ungewöhn⸗ „licher Grad der Selbstverläugnung dazu, um nicht zur un 2„Unzeit wirken zu wollen, und sich lediglich darauf einzu— t„schränken, die Hindernisse aus dem Wege zu räumen, hervotzut „welche der freyen willkührlichen, unbedingten, Thätigkeit seiler vo„eines jeden Bürgers im Staate entgegen stehen. Die sie jene„Einsicht des Regenten sey noch so vortreflich, sobald er es Handels„nach derselben versucht, die Menschen auf einem Wege, den vird dann„sie selbst sich nicht wählten, vor sich hin zu treiben: so bald Dem„erfährt er auch, daß die eigenen Lebenskräfte in seiner der Fleiß„Staatsmaschine stocken oder schlafen, und die Wirkung den, se„schlechterdings nicht hervorbingen, die erfolgt seyn würde, „wenn er nicht den verwandten Geist in jedem seiner Brüder uihalimg„verkannt, und zu 23— ungeziemenden Knechtschaft verur⸗ lisest Ind im*) Ansichten vom Nieder⸗Rheln. 1. Th. G. 108. Es Wagl 254 „theilt hätte. Es ist wahr, die Summe des guten, das in „der Welt geschieht, ist immer unter unsrer Erwartung, „aber sicherlich ist sie da die kleinste, wo man sich vorsezt, „eine größre zu erzwingen. Durch das Uebermaas alles „Positifen versündigen sich die Regierungsformen an dem „Menschengeschlechte. Durch die ins Unendliche vervielfäl— „tigten Geseze und Landesherrlichen Verordnungen, so gut „es oft damit gemeint seyn mag, und durch jene, von „Schmeichlern und Parasiten, so gepriesene Kleingeisterey „der Fürsten, die mit unermüdeter Sorgfalt in eines jeden „Bürgers Topf gucken, oder gar sich um seine Privatmei— „nungen und Gedänken bekümmern, richten die Regenten „allmählich, ohne es selbst zu wollen, ihre Staaten zu „Grunde, indem sie die freye Betriebsamkeit des Bürgers „hemmen, mit welcher zugleich die Entwickelung aller Gei— „stesfähigkeiten aufhört.“ Der Fleiß des Einen Produzenten bringt Genußmittel hervor, diese Genußmittel reizen den Genußbegehr des an— dern, und pressen wieder ihn zur Anstrengung seiner Pro-— duktifkraft, um sich diese Genußmittel zu verschaffen. Wie beym Individuum, so bey den Nazionen. Möglich ist es allerdings, daß durch den erhöhten Reiz zum Genuß, durch die Vermehrung der Bedürfnisse, ein— zelne Konsumenten verarmen, d. h. gereizt werden, mehr zu konsumiren als sie produziren. Aber diese Tendenz kann nimmermehr allgemein werden. Sie hat ihren natür— lichen Markstein. Die Konsumzion hört auf, sobald die Mittel zu deren Befriedigung fehlen. Jener Grad von Leichtsinn, der eine ganze Nazion verleitete, mehr zu konsu⸗ miren als sie produzirt, ist gegen die Urtriebe der mensch⸗ , das in Eibnrum, sih vussz rmaas aliz en an dan e verpillsi gen, so gn jene, us leingeisern eines iiden Privamih ie Regenten Staaten zu 5 Bürgers aller Geit Genußmittl ehr des an, seiner Pro fen. Wie hten Reiß nisse, eim n, mehr menz kann ren natüx⸗ sobald de Gind wot 4 bosh der Masth 255 uchen Seele. Die größere Masse der Nazion wird ihren Aufwand immer nach ihrer Einnahme berechnen. Sie wird jenen nach dieser einschränken, sobald sie das De— fizit gewahrt; sie wird zunächst ihre Einnahme durch er⸗ höhte Anstrengung zu vermehren suchen, und das ist der Weg zum Nazionalwohlstand; sie wird, wenn diese Anstren— gung den höchsten Punkt erreicht hat, ihre Bedürfnisse ein— schränken, je nachdem es dieser Punkt heischt. Die Unbesonnenheit einzelner Verschwender ist eine zu kleinliche Rücksicht, um ihr das allgemeine Wohl unterzu— ordnen. Der Schlüssel zu diesen Aktif-Handelsbilanzen liegt vielmehr einzig darin: Daß der Verkehr an sich Gewinn ist. Die Nazion A. kann die Produkte, also die Exporten, die sie der Nazion oder der Kolonie B. zuführt, einzig des— wegen und zwar in diesen Preisen in Rechnung bringen, weil sie von dieser Nazion, dieser Kolonie B. deren Pro-⸗ dukte, deren Exporten dagegen nimmt. Das nämliche ist aber auch bey der Nazion oder Kolonie B. der Fall. Beyde gewinnen und beyde gewinnen einzig durch den Verkehr an sich. Die Wahrheit dieses Sazes würde sich auf der Stelle beurkunden, wenn man nicht, wie bisher in der Staats— wirthschaft gewöhnlich war, die Exporten und Importen eines einzelnen Staats isolirt darstellen, sondern zwey Staaten gegen einander wirklich abrechnen lassen wollte. 323. Vielleicht sind diese Wahrheiten nicht für die jezige Generazion niedergeschrieben, aber das darf den Freund des 355—— Wahren nicht entmuthigen, Er gehört meist den nächsten Ge— nerazionen an. Die Eitelkeit muß erst versöhnt seyn, die Stimme des Schriftstellers muß nicht mehr als fremde Stimme, sie muß, mit dem eignen Nachdenken amal— gamirt, als dessen Resultat erscheinen können, wenn sie wirken soll. Diesen Lohn muß der reine Philanthrop zu erwarten und zu würdigen wissen. 324. Die Kommerzfreyheit muß sich vor allem aussprechen in der freyen Konkurrenz. Es ist allerdings, wie mein edler Freund Hennings) bemerkt, der erste Grundsaz der Nazional-Oekonomie in Absicht des Kommerzes, die Zahl der Verkäufer so viel als möglich zu vermehren. Die Nachtheile der Handlungs— Monopolien sind von andern Schriftstellern hinlänglich darge— stellt worden, wenn sie schon diesen Gegenstand nicht nach allen seinen Ansichten behandelt haben. Diese Konkurrenz-⸗ freyheit hat nämlich den unmißkennlichen Nachtheil, daß sie den Kaufmannsgeist befördert, also die Produkzion schwächt. Der Grund davon liegt in dem Reize der Mühlosigkeit, in der dem Menschen eigenen Apathie und Arbeitsscheue. Indeß wird selbst diese nicht unwichtige Ansicht durch die Vor— theile überwogen, welche aus der freyen Konkurrenz für den Rest der Staatsbürger resultiren. Nur freye Konkurrenz kann den ökonomistischen Preis der Waaren hervorbringen, d. h. denjenigen, der unerläßlich in der Natur, nämlich der Menge oder Seltenheit der Pro⸗ dukzion, dem Kraftaufwande und so weiter liegt; denn sie ist ) ueber die wahren Quelen des Nazlonalwohlstands. Koppen⸗ hagen 1785 vrN Pekthe einis A um Kont. au vem H vlce IV lits H sommen sxn Drun** I dal hohl, Br hlaene Ahhm II din Mhne W. sehtn gy hapfichn lgtrs kinen hug so kinn 1 bbenn dei x shbert. duchter 257 16. ein wesentlicher des verglichenen als frenht Werths(44. folg.). Nür Konte genz kann n die, enten an Le 1 1555 s zum unökonomistischen schüsen. Diese Vortheile der freyen 0 Konkurrenz sind vorzüglich dann zur Sprache gekommen, ilanthroy wenn von Handlungsunternehmungen die Rede war, welche einen Fonds bedurften; einen Fonds, der die Krafte eines einzelnen Staatsbürgers übersteigt, und also die Zu⸗ aussprehn sammensezüung der Fonds mehrerer unvermeidlich macht. Daraus entstanden die Handlungsgesellschaften. ennings) Ist der Vordersaz klar beurkündet, so fodert das Nazional— wohl, einer solchen Gesellschaft gewisse ausschließende Rechte zu bewilligen, welche die Gefahr und Wagschaft aus⸗ ekonomie i ufer so vil Handlungs gleichen. Indeß ist jede Handlungsoktroy Usurpazion der uglich durg Nallgemeinen Nazionalrechte, also nicht weiter rechtmäßig als ihr Prinzip es heischt, nämlich, der außerdem für d nicht nut— den Nazionalwohlstand entstehende Verlust. Konkurpen theil, doß st 10. Die Regierung kann nur berechtigt seyn, den Interes⸗ gion schwich, ö—8 hlostgte senten temporelle Vorzüge zu verwilligen. Sie ist osigke— II ö ö inni verpflichtet, nach dem Ablauf dieser Oktroyzeit von der pri— rheitsschel,——— ‚ e 0 vilegirten Gesellschaft Rechnung zu fodern. Ist die Gesell— hurch die V 6 schäft für die Wagschaft gedeckt, so ist sie nicht berechtigt, Hun dieses Privilegium weiter zu erstrecken; sie ist verpflichtet, pn der ganzen Nazion an den Vortheilen der Unternehmung Ischen Pres unerläßli eit der Yu Theilnahme zu gestatten. Sollte diese, ihrer Natur nach, einen zusammengesezten Fonds unerläßlich heischen, so kann sie diese Oktröy mindstens nur dann verlängern, denn sie wenn der Rest der Nazion vergebens zur Theilnahme aufge— fodert worden ist. Denn dieß hebt an sich den Begriff von Privilegium und Monopol auf. Zweyter Band. 17 ihs. Hu 358 Unrechtlich ist also z. B. die Oktroyverlängerung, welche die Englisch-Ostindische Kompagnie von einer Zeit zur an— dern errang, und der sich Fox vergebens entgegenstemmte. Eine unnatürliche Mißgeburt ist jene, wenn schon in den neueren Zeiten von der Regierung sehr beschränkte, kauf— männische Despozie, welche eine Privatgesellschaft in Ostindien errichtet, und die ihren verwüstenden Geist mehr als Einmal auf eine furchtbare Weise ausgesprochen hat. Gelingt es dem kaufmännischen Aristokratismus, ihr im Parlament Dauer zu erkaufen, so muß sie bald die er— schütterndsten Resultate hervorbringen. Priester-Regierung hat man abentheuerlich und mit dem Prinzip der Staatsverwaltung unvereinbar gefunden, indeß sie doch ihre Inkonsequenz hie und da durch manche, selbst im Geiste des Priesterstaats liegende wohlthätige Züge wieder vergütete. Eine Gesellschaft von Kaufleu⸗ ten beherrscht am Ganges auf 7000 deutschen Quadrat-⸗ meilen 10 Millionen Sklaven selbst nach der Pittischen Ostindischen Bill unumschränkt; man findet es nicht empörend, und doch steht der merkantilische Geist mit dem reinen Geiste der Staatshaushaltung in dem direktesten Wider— spruche. ö Andre Nazionen haben von den nachtheiligen Wirkungen der oktroyirten Handlungskompagnieen die trau⸗ rigsten Erfahrungen gemacht. Die Französisch-Ostin—⸗ dische, die Dänische Handels- und Kanal-Ostsee- Guinea und Asiatische Kompagnieen sind nach einem ephemeren Glanze versunken. Sie haben, gleich dem Lawischen Missisipisystem, das der Regent Frankreichs zu der empörendsten Auflage miß— brauchte, die Illusion mühlosen Reichthums an die Stelle reellen Wohlstands gesezt, und durch ihre überspannten Un⸗ neh RA chb Clend A U wugs ftepFfud sench Rrr Phsence Ahl xsH* 23 Sunfog ghlel n n im un i HH 90nn eigihr vukty M. um ndde RNungz land i schen 5 259 Rung, wich ternehmungen, durch den der Gierde nach mühlosem Erwerb 2 Hit zur so schmeichlerischen Akzienhändel, die Industrie gelahmt und itgegensennn Elend verbreitet. u schon in u Als es die Spanische Regierung vor einiger Zeit schränkte, V wagte, der Insel Trinidad uneingeschränkte Kommerz-— uUgesellshafti freyheit zu bewilligen, stieg der Flor dieser Kolonie mit Rie— den Geist I06 senschritten. Zwanzig Jahre früher war sie beynahe eine zesprochen e Wüste, vor kurzem zählte man dort 60000 Kolonisten. Die nus, ihr in Zahl der Zuckerplantagen war von 20 auf mehr als 360 ie bald deh gestiegen D. Die Kolonisirung fremder Erdstriche kann im rechtlichen serlich und m Sinne wohl Zusammenhang mit dem Mutterlande, Abhän⸗ lar gefundn gigkeit von ihm, aber nicht Sklaverey rechtfertigen. durch manch Warum sollten Bürger, die ihr Vaterland verlassen, e wohlthätz um unter einem fremden Himmel Produkte anzubauen, die on Kaufleh ihr heimischer bedarf, aber nicht erzeugt, warum sollten sie schen Anndih gezwungen seyn, nur für diese Mitbürger zu arbeiten, dem der Piͤsst eignen Lebensgenusse, der eignen Anwendung ihrer Pro— nicht emnint duktifkraft zu entsagen, und ein Mutterland zu bereichern, it dem kinn um von diesem stief mütterlich behandelt zu werden? ektesten Vin Und doch haben mehrere Staaten sie und den Tausch ö ihrer Produkte der Habsucht einzelner Kompagnien preis en Wlum gegeben. lieen d r So stürzte die Oktroy der Französisch-Westin⸗ sisch oft dischen Kompagnie vom Jahr 1664 die Kolonisten ins Ostsee⸗Gult. Verderben, und ro Jahre später sah die Regierung sich ge— nnrenin drungen, das Handelsmonopol mindstens auf das Mutter⸗ Nissihin land einzuschränken. So hat die Dänisch-Isländi— Run 16 sche Handelskompagnie fliegend Island entvölkert und ver— an die El ) Bourgoing Tableau de I'Espagne ete. T. a. p. 228. herspanmtn 360 odet D. Nach Morellets Berechnung sind in Europa seit 1600 wenigstens 45 dergleichen ausschließende Handels— gesellschaften entstanden und zu Grund gegangen. 325. Ich habe früher bemerkt, daß die Regierung nie sich mit der Produkzion selbst befassen müsse; sie muß am allerwenigsten mit der Kommerziellen sich befassen. Der Handel nach einer Kolonie oder einer entfernten Provinz des Reichs kann die unmittelbare Oberaufsicht und Einwirkung des Staats nöthig haben, wenn diese Kolonis erst im Entstehen ist, oder die Eingebornen sich auf einem zu niedern Kulturgrade befinden; also des menschenfreund— lichen Schuzes der Regierung gegen die schlaue Habsucht des Kaufmänns bedürfen; wie dieß in Dänemark z. B. mit Grönland, in England mit Botany⸗Bay ꝛc. der Fall ist. Aber diese Oberaufsicht und Einwirkung des Staats muß dann wohlthätis seyn, sie muß ihren Zweck nicht üͤberschreiten, und die Kommerzfreyheit herstellen, sobald die Kolonie der Vortheile derselben fähig ist. Die Französisch-Ostindische Kompagnie kostete dem Staate jährlich 83 Millionen Livres* und gieng zu Grund, indeß die unprivilegirten Rheder von St. Malo sich berei— cherten, und nachher die Akzien der Kompagnie ankauften. „) Man sehe was der Staatswiethschaftliche Veteran Büsch (Cin der Abhandlung vom Geldumlauf, er Bd. ꝛte Ausg. S. 361.) und der von ihm anaezogene Philodamus von den furchtbaren Wirkungen des Isländischen Handelsmonopols auf diese arme Völkerschaft sagen. * De Landes Efsais sur la Marine et le Commerde. p. 169. ö und ant *. jat ky H4 30 ther d hel wiischl N. WMi Mepy pliti din Eunm onde Handesz . rung nie s sie muß an befassen. er entfemn eraufscht w diese Kolom h auf einen nschenfteund ue Habsucht t5. B. mi Bay. N 0 des Stat gweck nigt llen, soba kostete den jGrund sch berei ankauften, etan Büsh b. 2te Lg damus M Rbetewontp erce. p 19 — 261 Seitdem hat keine Handlungsgesellschaft in Frankreich ge⸗ deihen können. Die BrittischOstindische Kompagnie hat sich durch ihren Souveränitätsschwindel, mit dem die Regierung sie spielen läßt, zu Grund gerichtet. Sie besteht nur noch als eine Taschine der Regierung und als die Puppe einiger ehrsüchti— gen Nabobs. ö Das Budjet der Kompagnie, welches der Staatssekretär Dundas im Jahr 1800 der Komitte“ des Unterhauses vor— legte, bewies, daß durch Kriege seit 1797 die Einkünfte der Kompagnie sich fortschreitend vermindert hatten. Im Jahr 1799 bestanden die Einkünfte nur aus 200,4093 Pf. Sterl. die Ausgabe aber in 8,57519 Pf. Sterl. also der Verlust in 8,52526 Pf. Sterl. und dennoch wurde die Oktroy erneut. Die Dividende dieser mächtigen Gesellschaft beträgt also jezt kaum 6 pr. Cent, indeß der freye Handel vielleicht 20 bis 30 ja 100 pr. Cent gewährt hätte. Schwer wird es aber zu beweisen seyn, daß die Unterdrückung der Indischen Nazionen die Größe des Brittischen Staats, als Euro-⸗ päische Macht betrachtet, erhöht habe; leichter vielleicht der Beweis, daß die rastlosen Kriege, in welche sie mit den Indischen Fürsten verwickelt ist, und die Behauptung dieser Usurpazionen, die reelle Macht des Brittischen Reichs in politischer Ansicht schwächen. Oktroyirte Handelsgesellschaften können unmöglich mit Vortheil handeln. Bey ihnen, wie bey allem, was gesell— schäftlich betrieben wird, wo also das Interesse getheilt ist, können die Geschäfte nicht so öhkönomisch als vom Ein⸗ zelnen betrieben werden. Daher die geringen Dividenden dieser Gesellschaften, welche bey weitem nicht den gewöhn—⸗ lichen kommerzialischen Ertrag erreichen, und oft unter der allgemeinen Zinsrente stehen. Nur der gewöhnliche Reichthum der Akzionärs und die immer gespannte Hoffnung auf Gewinn hat den Akzien dieser Gesellschaften oft, vorzüglich bey ihrem Beginnen, eine Ern höhung ihres ursprünglichen Preises bewirken können. Existirt aber bey einer Nazion irgend ein Zweig des äußern Kommerzes, der nur mit großem, das Vermögen ein⸗ zelner Nazionalglieder übersteigenden, Kapitalstoffe betrieben zu werden vermag, und außerdem ganz unterlassen werden müßte, so sollte doch die erste Oktroy nicht auf einen längern Zeitraum ertheilt werden, als zu der Gründung des Handels unerläßlich nothwendig ist; und ist auch diese Ver— längerung nothwendig, so sollte doch die Regierung sie nur unter der Bedingung verwilligen, daß die Akzien als Pari gesezt, und also jedem in der Nazion der Beytritt indirekt geöffnet würde. 326. Nicht einzig in Absicht des eignen Nazionalbedarfs und der Nazional-Genußbefriedigung ist die Kommerzfreyheit eingeschränkt worden. *) Das ist auch alles lwas die gewonnenen Schriftsteller der Ostindischen Kompagnie zu ihrer Vertheidigung sagen können. Man lese z. B. Stauntons Räsonnements in Makart⸗ ney's Chinesischer Gesandtschaftsreise im zten B. 9. Kap. S. 622. der Hüttnerischen Uebersezung. 2 dab. e Fried vt verendz M. herh) uste xH giummx i ummtel is u idN. gabbe Syshr Eye* D ef Wyn vo ürhhoe der N Mu w aheyton Auscioe dubches henfin Ren, 9 dy Iug deselie aise gehih als vom Ein u Dioideg den guhz dost unttz närs und H Akzien disn sen, eine by önnen. in Zweig hermögen eiz ffe betrieben ssen werden 1 auf eingy ründung de ich diese Vu kung sie nut zien als Iun lritt indirtl hiokolbebarß mazsrephei kstieler 06 sazen köna, l Makllh B. 9. x. — 263 Die Verkennung, die Lösung des weltbürgerlichen Verbands gieng so weit, daß alle Nazionen, auch mitten im Frieden, in Absicht des Kommerzes den Kriegs zustand verewigten. Die Finanzwirthschaft hat sich nämlich des Transito⸗ handels, der Durchfuhr der Bedürfnisse Einer Nazion zur dritten Nazion bemächtigt, um den Schaz zu füllen. Die Finanzwirthschaft, die nichts weniger als ein Theil der Na⸗ zional-Oekonomie, wohl aber ihren Gesezen untergeordnet ist und untergeordnet seyn muß, hat sich als Prinzip einzig an die Idee des Nehmens gehalten, da wo für den Au⸗ genblick zu nehmen ist. Nirgend mehr als hier gleicht ihr System der Fabel der Henne mit den goldnen Eyern. Die Rechtlichkeit der Auflagen auf Transitohan⸗ del, d. h. die Erhebung einer Auflage von einer fremden Nazion möchte sich überhaupt, den Kriegszustand ausge⸗ nommen, schwer darthun lassen. Die höhere Philosophie dürfte wohl behaupten: der Transitohandel sey es vorzüglich, der das große weltbürgerliche Familienband unterhalte; allen Nazionen gewähre er gleiche Vortheile, alle Nazionen seyen dabey interessirt, ihn zu entfesseln, den freyen gegenseitigen Tausch der Genußmittel zu begünstigen; und es sey eine durchaus unrichtige, so wie illiberale Ansicht, wenn Son⸗ nenfels und andre anrathen, die Transitozölle zu span⸗ nen, weil die Durchfuhr fremder Produkte den Absaz der Nazionalwaaren erschweren könnte. Aber selbst die Rechtlichkeit der Auflagen auf den Transitohandel zugegeben, widerspricht doch jede hemmende Beschwerung desselben direkt den Nazional-Oekonomiegesezen. Selbst bey dem Wassertransport, noch weit mehr aber bey dem Landtransport wird jeder Schritt des srehen Kom⸗ 264 merzes von Seegen triefen, und auf zahllosen Wegen, unter zahllosen Formen Stoff zur Prödukzionskraft— Aeußerung der Einwohner und Lohn derselben erzeugen. Wenn z. B. Großbritannien seine Produkte durch ganz Deutschland Italien zuführt, sind es denn nicht die Britten, die Italiener, welche den Lohn bezahlen, den dieser Trans— port den Deutschen gewährt? Und hat man wohl den wohlthätigen Einfluß berechnet, ist er wohl berechen bar, den dieser Tausch der Brittischen gegen Italienische Bedürfnisse, durch den, nach dem allgemeinen Weltverhältnisse sich bestimmenden, verglichenen Werth der Genußmittel, auch wieder auf die Deutschen hat? Liegt-nicht in der Erhöhnng des Nazionalreichthums, als unbedingter Folge des freyen Tr ansitohandels, der größere Vortheil für die Masse des Nazioncklvermögens, als der einzigen sichern Basis der Nazional-Finanzgesezgebung?— 2 2 Doch zu klar ist es nur, daß die Regierungen bisher unter der Staatswirthschaft nur die Finanzwirihschaft ver⸗ standen haben; daß man dem Nazionalreichthume nur in der einzigen Be ziehung Interesse abgewann, als er einen höhern Fonds für die Auflagen/ und daß die Nazional-⸗ Oekonomie so wie ihr reines Prinzip, daß also der erste, der wichtigste Theil der Staatshaush zaltung, nur im Gefolge der Kameralistik, oft als ihre Dienerin, noch öfter als ihre Figurantin erschien. 327. So wie die Gränzen des menschlichen Geistes sich er— weiterten, so wie Industrie oder Zufall dem Menschen mehr erwarb, als zu Befriedigung seiner ersten Bedürfnisse er— foderlich war, dehnte sich auch seine)Genuß empfänglich— keit un sicht u 4 gung barch. v Vlt dn Him* frenE phat luxanp Eunlll Dissihnn entus n 11 fos. 2 wux vn kula du wuushn ve N ö und doo I Ei Ossrs hujd H loals, hengn Mrem hn 265 Vgen 40 keit und mit ihr sein Genußbegehren; also die Sehn— 00345 sucht nach neuen Genüssen, nach erhöhtem Wohlstande ö bis zum Wohlleben. Er fand die Mittel zu Befriedi⸗ 0 duch g gung dieser erhöhten Genußfähigkeit, dieses erhöhten Genuß—⸗ t die Biunz begehrens, nicht in seinen nachsten Umgebungen. Durch dieser Tunt Völkerwanderungen, durch Erweiterung seiner ursprünglichen Heimath, durch Kriegszüge und Eroberungen lernte er tuß berehhh fremde Produkte kennen. Er breitete also dieses Begehren er Brittisch natürlich auf jene Produkte aus; sie wurden anfangs für ihn m allgemenn luxuriose, und zum Theil allmahlich durch Gewohnheit, nen Vetih Eitelkeit und Glanzsucht unentbehrliche Bedürfnisse. tschen hul Diese Genußmittel konnte er nur auf zwey Wegen erlangen, hthums, a entweder durch Verpflanzung dieser Produkte in sein hei⸗ del größer misches Land, oder durch den Bezug derselben aus dem us, als fremden. Nbung!— Derlerste Weg als der sichere und minder kostbare un wurde gewählt, wo Klima, Verhältnisse und Industrie ihn ö erlaubten, oder begünstigten. Da, wo dieß nicht der Fall irthschast hy war, mußte er sich an den zweyten, also an den Bezug durch das Kommerz halten. Der bedeutende Aufwand, den dieser Bezug heischte, und der dem Begehren im Wege stand, die Abhängigkeit, die jener Bezug erzeugte, und die physische Uebermacht, die der Europaer durch einen höhern Grad von Ausbildung über den Besizer jener Urprodukte, oder die Bewohner des zu ihrer Er⸗ zeugung fähigen Urstoffs in sich fühlte; der vernachläßigte Kulturstand, in dem er jenes produkzionsfähige Erdreich ge— wahrte, leitete ihn bald auf die Idee: sich jenes Urstoffs zu bemächtigen, durch Schwärme aus seinem eignen Stocke jene Produkte in Besiz nehmen oder erzeugen zu lassen, sich dieser Produkte und zwar in niederern Preisen zu versichern. hume nit i als er ing und daß N daß also l⸗ ung, nur in serin, u stes sich ah Ischen mest cdürfrise el pfängli 366 So entstanden die Europäischen Kolonieen in an— dern Welttheilen. Die Bürger der Europäischen Staaten wanderten dorthin aus, um für die zurückgebliebenen Mit-⸗ bürger zu arbeiten, und ihnen jene Genußmittel zu ver—⸗ schaffen. Die Kolonieen der Griechen waren Abflüsse ihres Be— völkerungsüberflusses, oder Botany-Bay-Expedizionen, durch die sie sich ihrer Verbrecher entledigten. Die Kolonieen der Römer stiftete Herrschsucht und Eroberungsgeist. Die Kolonieen der Phönizier und Karthaginien-⸗ ser waren die ersten, welche aus merkantilischen, oder viel— mehr Nazional-Oekonomistischen Absichten gestiftet wurden ½. Die Anlegung der Europäischen Kolonieen gewährte ursprünglich dem Mutterlande betrachtliche Vortheile. Sie sicherte ihm 1. den Besiz dieser fremden Produkte, und zwar 2. um einen die Konkurrenz ausschließenden, also den möglichst wohlfeilsten Preis. Denn das Mutterlanö behielt sich die Ober herrschaft über seine ausgewan— derten Kinder und deren Besizungen, und den aus schlie⸗ ßenden Bezug der Erzeugnisse, also um einen be— stimmten Preis vor. ö 3. Sie verwandelte diese, dort fremde, Erzeugnisse in einheimische. 4. Behielt sich dafür das Monopol' des An tausches sei⸗ ner eigenen Europäischen Ur- und Arbeitsprodukte vor. YSymonds Remarks upon an essay intituled: The History of the colonization ete. Lond. 1778. U α M 3n übetiali Enen hil E/ Wn 50⁰ mildhn aslrun Gn dꝛri RH. auchet nnd ã 267 sten in 0 ů 0 5. Oeffnete seiner eigenen Europäischen Produkzion nene ishen Eumm blebeng N und zwar sichere Quellen, verstärkte dadurch mittl y 6. zugleich seine Europäische Bevölkerung, seinen Euro⸗ päischen Reichthum, und mit ihnen, vorzüglich in Ab⸗ läse ihe dy sicht der Seemächte, seine politische Kraft und sein po⸗ Erpedhion litisches Ansehen. ö ö Dieser Reiz war zu groß, er schmeichelte der Erbkrankheit vyschuct n des Menschen, dem Hange zum mühlosen Wohlleben, zur augenblicklichen Bereicherung; selbst das erste Na⸗ dthaginien zional-Oekonomiegesez der innern Kultur wurde von ihm en, oder v überwältigt. t wurden/ Europäische, nichts weniger als hinlänglich bevölkerte en gevahrt Staaten Nentvölkerten sich, um ferne, entweder wüste Welt—⸗ iheile. O. theile zu bevölkern, oder die ursprünglichen Einwohner zu verdrängen, und sisch an deren Stelle zu sezen. Euro-⸗ war päische Staaten ließen ihren eigenen Boden unange⸗ baut, ihre eigene Werkstätte leer, um in fremden Landen mühloseren Genuß zu suchen. Dieser mächtige Abscheu gegen anhaltende Anstrengung, dieser heftige Reiz zum mühlosen en, also der Mutterlan e ausgewan ausschlit Genuß überwog alle Furcht vor Gefahren, vor der oft mör⸗ m einen be derischen Ungesundheit des Klima und vorübergehenden, wenn auch noch so großen Mühseligkeiten; überwog die dem Meugnist l menschlichen Gemüthe so natürliche Anhänglichkeit an Hei— *) Dietz war vorzüglich mit Spanien der Fall, das mit weit itauscheh größerem Gewinn in den Wüsteneyen seines Innern Kolonien Heitspronth hatte anlegen können. Die Kolonie Karolina in Sierra Morena, von dem Märtyrer Olavides im J. 1779 ge⸗ stiftet, konnte im Juny 1778, troz der zahllosen Hindernisse, Tbe Lla schon 390 fruchtbare Niederlassungen liefern,(Eflais sur 1• Espagne etc. p. M. P. Geneve 1780. T. 1.) ———.——— .. 268——.— math, an die der Empfindung so heiligen Bande heimischer Sitten und Familien. Ihm kam der kriegerische Zeitgeist, der Geist der Chevalerieé, der Hang zum Kühnen und Abentheuerlichen zu statten, den der ruhige, taktmäßige Gang des einfachen, heimischen Lebens als Gemeinheit anekelte. Ruhm und Wohlleben boten sich schwesterlich die Hand, den Eu— ropäer aus der friedlichen, heimischen Hütte in die neue Welt zu locken. ‚ So wurde die Umfahrt des Kaps nach Ostindien, so Amerika eutdeckt, und bald hatten sich die Anwohner der Weltmeere, Portugiesen, Spanier, Holländer, Britten, Franzosen in die entferntesten Weltgegenden vertheilt, um sich entweber der dortigen Produkte zu bemächtigen, oder' sie für ihr Mutierland anzubauen. Britannien benuzte die Entdeckung der neuen Welttheile zuerst, um sich des Auswurfs der Nazion zu entladen. Amerika wurde zum Theil mit Verbrechern bevölkert, und in Botany-Bay blüht durch die nämliche Maasregel ein neuer Staat auf. So klar sich die Weisheit dieser Maasregel, selbst nach dem philosophischen Prinzip der Strafpflicht, ausspricht, so rein sie auch den Zweck der Kriminalgesezgebung erfüllt, (der aber auch nur in der allgemeinen Vervollkommnung und Beglückung der geselligen Menschheit bestehen kann,) so wenig Nachahmung hat sie bis jezt in andern Europäischen Staaten gefunden. Die Deportazion in das Grab von Kayenne war nur ein Raffinement der Barbarey Französi⸗ scher Revoluzionstyrannen. Hebrigens fanden Kolonisten und Mutterland bey den Verpflanzungen ihren Vortheil. Jene in dem erhöhten nien 15 nden A g V Iet. hulch W Bebuhl n hur Iun M ö wwec Iẽ Gavos die ihH ie nde calunggs an H Rieen v Nl, 269 ande himis ö in Grade des Wohlstands, den der Raub der ursprünglichen Be— e Gis h wohner, die Ueppigkeit eines reichen, jungfräulichen Bodens ——— und zum Theil ein milderer Himmelsstrich ihnen gewährte; Wu diese durch die Abhängigkeit, in der sich die neuen Kolo— 16 0 nisten von den Mutterstaaten befanden, und durch die bedeu⸗ tenden Vortheile, die sie bey der ersten Bevölkerung bedun— Hand, n gen hatten. 19 1 Diese Abhängigkeit mußte sich lange erhalten: durch die Ofindin,! Uaterstüßzung, deren die ersten ien bedurften, um Wwohnt theils ihre Eroberungen gegen die ursprünglichen Einwohner ber, Bii zu behaupten, theils die Lücken zu ergänzen, welche ein oft „ Miln Heltheilt, y igen, oder ungesundes Klima in die erste Bevölkerung riß; ferner durch die Familienbande, welche die neuen Pflanzer mit den Bewohnern des Mutterlands knüpften, durch die unvertilg⸗ bare Anhanglichkeit an Heimath, die einen großen Theil der Pflanzer magnetisch zurücköog, wenn der Auswanderungs— zweck: Bereicherung, errennt war, und endlich durch die Gewohnheit an die Natur- und Kunstprodukte der Heimath, 16597 ö die ihr neues Vaterland ihnen noch versagte. So bereicherte die neue Welt die Alte; bis zu welchem Grad diese Berei⸗ hen Velttheh Iu enthada bevokert, u , ubent cherung stieg, beweist, unter so vielen andern, das Beyspiel 1, auiput von Frankreich; ihm lieferten seine Westindischen Kolo— cbun eft nieen vorhin allein jährlich für 135 Millionen Livres Pro— aumnungu dukte, und sein Antheil der Insel St. Domingo ertrug kann/) ihm, nach den neusten Berechnungen, 15 Millionen Livres Europiisch jährlich. Ja Wante hat in einem neueren Werke, in dem Grab un er Linguets und Karteaus Sophismen widerlegt„), iy raniß sogar bewiesen: daß die Antillen allein Frankreich ein jähr⸗ liches Benefiz von 142 Millionen Livres gewährten. land he d X ubohme*) Importance de nes colonies occidentales ete. à Paris 1895. 27⁰ Daß aber dieses sogenannte Benefiz, so wie jeder Aktif⸗ überschuß einzig Folge des durch Kolonieen mit neuen Pro—⸗ dukten erhöhten Verkehrs sey, spricht sich von selbst aus. Indeß konnte jener Zustand der Dinge unmöglich dauern. So wie nämlich das Prinzip der Abhängigkeit allmählich schwand, mußten auch die Bande mit dem Mutter— lande erschlaffen; sie mußten sich allmählig lösen. Allmäh— lig stieg die Bevölkerung der Kolonieen auf einen Grad, der ihnen die Unterstüzung des Mutterlands gegen die durch Kriege und mörderische Getränke immer steigende Abnahme der Eingebornen entbehrlich machte. Die Zunahme der Kul— tur mit dem Zuwachs der Bevölkerung verpflanzte die Euro ⸗ päische Industrie allmählig in die Kolonieen. In dem Grade als diese ihre Selbstständigkeit gewahrten, fühl— ten sie auch den Druck der Abhängigkeit vom Mutterlande; und sobald sie begannen, eine Nazion zu werden, wurden sie ein eigner Staat. Diesen Gang haben die Ameri— kanischen Freystaaten gehalten. Die Schwierigkeit: die Oberherrschaft des Mutterlands zu behaußten, zeigte sich, sobald die stärkste Gewalt, die moralische, erschlafft war, die physische konnte sie durchaus nicht ergänzen. Die Entfernung der Pflanzungen vom Mutterstaate, die Mühseligkeiten eines über Meere, und in einer so großen Entfernung zu führenden Kriegs, mit den des Lokals kundi⸗ gen Eingebornen, zeigten bald die Unmöglichkeit der Be—⸗ hauptung dieser Abhängigkeit, sobald die Kolonie zu jenem Grad von Kraft erstarkt war, der ihr Nazionalkarakter sicherte. ö 2 st 8 diese ham n . Rinuch I uund ms IId u ö iN indo us wie M 34 Eu 6 ded V h 2 song + ö 271 ui b M ö ö nt nunnn Den Poenonsu⸗ Sperks⸗ und Holländern n schtet ist es zur Zeit in Absicht der übrigen Kolonieen noch gelungen, diese Oberherrschaft zu behaupten. Entweder, weil der Na⸗ ihe umigt zionalkarakter der Pflanzer, wie in Südamerika, den phi—⸗ Abhingih lippinischen Inseln u. s. w. oder die physische und moralische it dem Nuh Kraftlosigkeit der Eingebornen, wie auf der Indischen Halb— sen. Mnih insel, diese Abhängigkeit begünstigten. sen.d, Aber früh oder spät, so wie diese begünstigenden Um⸗ gen die dut stände sich vermindern, werden auch alle Kolonieen von den eude Mud Mutterstaaten sich losreißen, dem Beyspiele der Nordameri-⸗ ahme de kanischen folgen, und in allen Welttheilen eigene Staaten 1610 f. bilden. Ite die Enn ö e . Schon mehr als ne haben die Spanisch-Südameri⸗ chttm, fiß kanischen Kolonieen Versuche zu ihrer Befreyung gemacht, Wutelnn und nur die Entnervung, als eine Folge des Münzmetall⸗ reichthums, hat sie bisher aufgehalten. 65. 660 Die Vernichtung des Jesuiter-Ordens hat Brasilien 70 und Paragay mit Mühe der Portugiesischen Krone gerettet; und wir stehen vielleicht dem Zeitpunkte nicht fern, wo ein 3 Muttan kühner Generalgouverneur sich zum unabhängigen Beherrscher e Gewalt, am Ufer des Ganges hinaufschwingen wird: Schon hat, e hm indem ich dieses schreibe, die Insel St. Domingo, ein Erd-⸗ strich, der an Territorialumfange Europa gleich kommt, so wie er es an Ueppigkeit des Klima übertrifft, das Erstaunens⸗ Muttebsinh, würdige Beyspiel eines, und zwar einzig aus Afrikanischen ner so gat Sklaven, und durch Sklaven gebildeten Freystaats gelie— Lokals kab fert, den nur die Wildheit der Herrscher und des herrschen— teit der d den Volks zu stürzen vermag. onie 3H Vergebens haben philosophische Schriftsteller die Vor— AI theile gezeigt, welche aus freywilliger Lösung der Herr— scherbande sür die Mutterstaaten quellen würden. 272 Das Wohl der Menschheit, so scheint's, muß stets durch Krampfe erzwungen werden, und so wird es denn auch die Independenz der Kolonieen ⸗). Spaniens und Portu— gals Beyspiele beweisen, daß das Kolonialkommerz dem Mut-— terstaate nur dann währen und dauernden Nazionalreichthum gewähre, wenn das Mutterland gleichfalls produzirt, und seine Produkte gegen Kolonialprodukte tauscht; nicht also durch das Auspumpungssystem. So groß auch noch die Beschränkungen des Kolonial— handels in Spanien geblieben sind, so hat doch schon die Milderung derselben durch das Reglement von 1778 erstau⸗ nenswürdige Resultate hervorgebracht. Im Jahr 17783 betrugen die Exporten an Nazionalwaaren 28,636,619 Realen an fremden..4,,78,342 im Ganzen74,914,961 und die Importen. 74,558,292 Realen; im Jahr 1738 hingegen die Exporten.. 300,717,529 Realen und die Importen 804, 693,733 Realen. Wie wenig aber, selbst in Staatswirthschaftlicher Fi⸗ nanzhinsicht, drückende und unrichtig vertheilte Kommerzial— auflagen frommen, beweist die Wirkung des nämlichen Reglements, nach welchem die Ein- und Ausfuhrzolle im Jahr 1778 nur 6,761,291 Real. 12 Mar. im Jahr 1788 aber 535,456,949 Real. also 48,695,657 Real. 22 Mar. mehr betrugen. *) Man sehe was Bourgoing(Tableau de' Espagne etc— T. 3. p. 322.) von dem unglücklichen Systeme des Indi⸗ schen großen Raths sagt. , muß U es dem ns und Punn merz dem Mun Ronalrächh Ils pou lauscht; nih des Kolonit doch schon N 1778 usu len — ealen; lalen alen. schaftlichtt. te Kommeehith nämlicht cfiible Rar. ugen. Elpagne ele/ me deß Idn 273 Diese Independenz, welche auch Smiths, Says u. a. Meinung für sich hat, scheint indeß durch Eine Besorgniß zurückgehalten worden zu seyn: daß nämlich die Kolonial—⸗ staaten, nach dem Anerkenntniß ihrer Unabhangigkeit, ihren Mutterstaaten den Handel verschließen, und ihre Selbststan⸗ digkeit bis zu einer feindlichen Stellung ausdehnen möch⸗ ten. Diese Besorgniß ist nicht ganz ungegründet. Der Mutterstaat ist es, dem die Kolonie ihre Eutstehung, ihr Daseyn verdankt; es scheint also eben so politisch als gerecht zu seyn, daß sie mit dem Mutterstaate in Bunde bleiben; aber eben so gerecht auch, daß sie nicht stiefmütterlich be⸗ handelt, sondern den übrigen Provinzen desselben, so weit es der abgeschnittene Zustand ohne Nachtheil ihres Wohl— stands erlaubt, gleich gehalten werden. 328. Die Europäer fanden die von ihnen eroberten oder in Besiz genommenen Erdstriche in fremden Welttheilen, ent— weder mit kraftlosen und arbeitscheuen Einwohnern besezt, oder gänzlich wüste. Nachdem die schon vor handenen prekären Reichthümer des Urstoffs, edle Metalle und Edel— steine verschwunden waren, bedurften sie, zu Benuzung ihrer Eroberungen, Kraft, Arbeit, um Produkte zu erlangen. Ihr erstes Mittel war allerdings, die unterjochten Einwohner da, wo sie deren fanden, dazu zu verwenden; aber die zum Theil aus dem Klima selbst resultirende Kraft— losigkeit dieser Eingebornen, die Schwierigkeit, den Mängel eines Central-Punkts zu ergänzen, die überwiegenden Fähigkeiten der Eroberer, die immer steigende Abnahme der Eingebornen, als nothwendige Folge der Sklaverey, des Elends und der Unterdrückung, die überspannte ungewohnte Zweyter Band. 18 ö — srs——————————————— 274 Anstrengung zur Arbeit, deren sie in der Einfachheit ihres vormahligen Naturzustandes entbehren konnten, das Gift der geistigen Getranke, der Krankheiten, der Laster, die ihnen Europa mittheilte, und der Stolz, so wie der eigne Hang der Pflanzer zur Unthätigkeit, zum mühelosen Wohlleben, über den schon Pages* klagt, zwangen die Pflanzer bald, sich nach Arbeitern umzusehen, wollten sie nicht im Schooße des Reichthums verhungern. Sie fanden die Mittel dazu in einem Welttheile, in Afrika, wo Menschheitsrechte noch unbekannt sind, wo für Menschenwürde kein Sinn ist. Hier erkauften sie von den Despoten ihre Unterthanen, oder raub⸗ ten sie an den Küsten und brachten sie als Arbeitsmaschinen nach ihren Pflanzungen. Der Negerhandel entstand und der Mensch wurde zur Waare. Dieser von der Natur der Kolonialerrichtung erzwungene Zustand erhielt sich durch die Rohheit und Einfalt der We⸗ sen, die sie um der Farbe willen zur Waare entwürdigten, und denen sie doch kaum, in Rücksicht der Form, Anspruch auf Menschenrechte zugestanden. Das Licht der Wahrheit mußte erst die dichten von Egoismus und Habsucht um den menschlichen Geist gedräng⸗ ten Nebel der Irrthümer und Vorurtheile zerstreuen, die so— genannte gebildete Menschheit mußte erst der Kindheit entwachsen, die Ausbildung der Gefühle erst die Rinde des Fanatismus und Despotismus durchbrechen, eh' der Mensch, nach einem langen Kreislaufe, zu dem wahren und Guten, zu dem rein Menschlichen zurückzukehren vermochte. *) Voyages autour du Monde. Ch. 8. Eklan; de Bn husho z 100 4 heun x j ve und Di Kalons sihren d heddch& Cklund E n Emn Lae l Rerun Rebilz w Huhensu Wi! Hefgu. Urde G l hahd a jeng. Ummt — blib ge 1804 ö ur biß g hfecheh n, das Gistz ster, di in eigne ag Lohlleben, I, anzer boh, s icht im Saa ie Mittil u heitsrechte nl Binn ist. nen, oder uus Irbeitsmaschun Hentstand y ng erpdunge mfal der L be entwürbige orm, Mfut ie dichten K Geist gedrn streuen, N st der Kidhd die RildeN en, eh dem wabll Rurchitt N 0 2⁰⁰⁵ Der Genius der Humanität beleuchtete endlich auch den Sklavenhandel. Die brave Dänische Nazion brach die Bahn; nach dem weisen, dem Naturorganismus abge— lauschten Grundsaze des Allmähligen, wurde ein Gesez zur stufenweisen Abschaffung desselben gegeben. Die Energievolle, aber oft in den wichtigsten Angelegen— heiten der Menschheit leichtsinnige Französische Nazion ver— ließ während der Revoluzion diesen Grundsaz, verbreitete dadurch die Gräuel dieser Staatserschütterung auch über ihre Kolonieen und bereitete deren Untergang. Schonender ver— fahren die Amerikanischen Freystaaten; ernst, besonnen und bedächtlich schreiten sie dem Zeitpunkte entgegen, wo sie der Sklaven entbehren können. Die Britten, die größten und grausamsten aller Sklavenhändler, haben in ihren Nazionalversammlungen die— sen Gegenstand öfters zur Sprache gebracht. Ein zweyter Laskasas, Wilberforce, hat mit Enthusiasmus die Menschenrechte vertheidigt, und bey einer Nazion, deren gebildeter Theil durch den Wohlstand begünstigt, zu einer hohen Kulturstufe gestiegen, wo die Klasse der gebildeten Menschen so zahlreich, wo eine große Masse von Licht, ein — so tiefes und ernstes Gefühl für Menschenrecht, Menschen⸗ würde und wahre Freyheit verbreitet ist, bedurfte es genau des hohen Grads von Kaufmanns geist, daß jenes Gefühl in jenem Kampfe zur Zeit nicht den Sieg zu erringen vermochte. ů Der Schluß des Brittischen Parlaments vom Jahr 1792 blieb unvollzogen, und die neusten Versuche(in den Jahren 1804 und 1805) scheiterten. Sollen die Kolonieen ihrer ursprünglichen Bestimmung gemäß benuzt werden, so ist der Sklavenhandel, wie noch 276 neuerlich Say gegen Stewart, Smith und Türgot bewies, allerdings zur Zeit ein unvermeidliches Uebel. Seit die Gluth des Ritter- und Abentheurergeists erloschen, seit die Aussicht zu mühloser Bereicherung verschwunden ist, kann nur Elend, nur Verzweiflung den Europäer vermögen, sein Vaterland zu verlassen, die zartesten Bande zu trennen, und jenseits der Meere eine neue Heimath zu suchen. Dort erwärtet ihn ein oft mörderisches Klima, dort erwartet ihn die angestrengteste Arbeit, welche die Produk— zion jener Erzeugnisse fodert, die der Lurus in Europa all— mählig zu unentbehrlichen Bedürfnissen erhoben hat, der An⸗ ban des Zuckerrohrs, der Gewürze, der Baumwolle, des Kaffee u. s. w. ö Haben erst alle jene Pflanzungen sich zu Staaten ge— bildet, dann werden wir das magnetische Naturgesez in seine Wirkung eingesezt sehen, das alle lebende Wesen nach Ge⸗ nuß und Wohlstand zieht. Dann werden die rauhen und unfreundlichen Himmelsstriche, in welchen der Mensch, im ewigen Kampfe mit den Elementen, seinem unwirthbaren Boden eine kärgliche Existenz abpreßt, den wilden Thieren wieder überlassen, wir werden die Menschen,— gleich dem We—⸗ sen, dem die Natur die höchste Ungebundenheit zu Befolgung ihres großen Gesezes, des Instinktes, verlieh, dem Vogel— in freundliche Gegenden flüchten, wir werden die jezt öden und menschenleeren Paradiese so vieler Weltgegenden, von welchen die Reisenden aller Nazionen mit Entzücken sprechen, angebaut und bevölkert sehen. Bis dahin ist der Skla⸗ venhandel allerdings in den Nazionalreichthum der Staaten verwebt, die Kolonieen besizen; bis dahin ist er unver— meidlich. ²ůůᷣ 1300H W asEl 100 l Pe M auiNN Im N Iubo bie MN 12 usid Mi Vod Rael I. d ö Sis Wi 06 Aunm u trig H mas M sunden inman suat W noit— Yuun nitt gyrt àEr undan Geb D¹⁷ henh gir 277 nn⸗ ö In den Debatten das Driltischen Unterhauses vom May —28 1804 wurde z. B. bewiesen, daß nur von 1792 an 14οοο&ð is alsi, Neger in die einzige Insel Jamaika eingeführt wurden, nunnmn is, u also eingeführt werden mußten. vman, Vorausgesezt auch, der Zustand des Negerstlaven in zu tennen, Westindien sey elender als der in seinem Vaterlande, unter en. der Geisel eines grausamen und unwissenden Despoten; vor— s Kimn. ausgesezt, der Hang zur Uebertreibung, zur Erhöhung des h di Irn Zuei habe das Gemälde ihrer Leiden nicht mit zu grellen n Eumg Farben aufgetragen, und ihr Zustand sey dort wirklich so, nhu, Ml wie ihn der Enthusiasmus der Philanthropie und die Phan⸗ ů tasie der Dichter geschildert hat, so möchte es für jezt immer aumwolle, 710.* noch besser seyn, das Beyspiel der weisen Danischen Re— gierung nachzuahmen und die zwecklose Diskussion über Staaten, die Rechtlichkeit des Sklavenhandels und über die Mittel turgesez in sn seiner Vernichtung in die ernste Berathung zu verwandeln: wie das Schicksal dieser bedaurungswürdigen Wesen, ohne Aufopferung der Mutterstaaten nach liberalen Grundsäzen er— träglich zu machen, wie sie allmählig mit ihrer neuen Hei— math zu verschmelzen, und in die Staatsbürgerrechte einzu— sezen wären? sey es auch mit Aufopferung eines Theils des Vesen nach. erden die tuus en der Ment n unwirthben wilden Thin glih dend immer noch hohen Gewinnes der Pflanzer und des Mutter— Pöhtl⸗ Die Möglichkeit hat der menschenfreundliche Code noir der ehemahligen Französischen Staatsverwaltung zum u die jeht l ö Theil beurkundet, so wie sich die Unmöglichkeit, diese auf der niedersten Kulturstufe stehende Menschengattung plötzlich 409 5 zu dem Rang und den Vorzügen gebildeter Menschen zu heben, 1 und ihnen Rechte einzuräumen, für deren vernunftmäßigen ini Gebrauch sie keinen Sinn haben konnten, durch die Bege— hist er benheiten des lezten Dezenniums und noch neuerlich durch die 278 Entstehung des Negerstaats zu St. Domingo furchtbar genug ausgesprochen hat. Indeß kann die Nazioönal-Oekonomie, welche das In— teresse der gesammten Menschheit umfaßt, die Recht— lichkeit der Stlaverey und des Menschenhandels nicht an— erkennen. Sie fodert gebieterisch deren Vernichtung, so wie es nur der Zustand der Völkerschaften ohne gewaltsame Erschütterung erlaubt. Der sinnigste Plan möchte also wohl jener seyn: den Sklaven ein kleines Sigenthum und das Recht des Los- kaufs zuzugestehen, und dadurch sie, auf dem sichern Wege der Industrie, allmählig für die Wohlthaten der Freyheit empfänglich zu machen. Traurig genug ist es indeß, der Schriftsteller am Anfange des 5ten Jahrhunderts, selbst in der Mitte des kulkivirten Europa, unter andern Namen noch Spuren dieser Sklaverey sindet. Die wohlthätige Revoluzion, welche Merkels merkwürdige und interessante Schrift: Ueber die Letten, aufgeregt hat, und die freundliche Erscheinung des Nordischen Alexanders läßt indeß auch hier der 2 manität den nahen Sieg hoffen. 329. Die Nazional-Oekonomie wird zwar das natürliche Band der Kolonieen mit ihren Mutterstaaten ehren, aber nicht eine Abhängigkeit, die den freyen Gebrauch der menschlichen Produktifkräfte hemmt. Die Natur diktirt die Geseze der Nazional-Oekonomie. Eine Kolonie, die durch Meere von dem Mutterlande getrennt ist, aller Vortheile des Zusammenhangs mit demselben. ent⸗ behrt, ist hingegen wieder zu allen den Vortheilen berechtigt; Ne ihr! in, si dl N der Stht 0 diesen Ki W Richn 10 aus v Riksz ent Rr nutde dur uschenð m— Wihl Nijt o terld u lebN wmo u „hsne „vlihz mirzt sugtz Rwelce dat faßt, di Aehh lhandels ntz 0 Vernichtung, ohne geunse jener seyn. Recht deß in auf dem schz Vohlthatn! Schliftstelle der Mitte en noch Syn Kvoluzion, wit Schrift: Ueh hliche Erschenn uch hier d d das natlett en ehten, Gebrauch“ nal⸗Oekononl Hrlande Rtral demselhen ch heilen Herechi 279 die ihr ihre Lage gewähret, and es kann kein Recht existi— ren, sie ihr zu entziehen. Ist sie unfähig ihre Selbstständigkeit zu behaupten, ist der Staat, dem sie entquoll, fähig, ihr Schuz zu gewähren, so hat sie allerdings die Pflicht: ihm anzuhangen und ihm diesen Schuz zu vergüten, nicht aber die Pflicht, eignem Wohlstande zu entsagen, um Europäische Mitbürger zu be— reichern, nicht die Pflicht, einzig für sie zu arbeiten, und dem ersten Weltbürgerrechte, der freyen Benuzung ihrer Produktifkräfte, also auch dem freyen Tausche der Produkte zu entsagen. Der Zeitpunkt, wo diese Wahrheit allgemein anerkannt werden muß, ist vielleicht nicht fern. Weh aber den Euro— päischen Staaten, wenn sie mit dem Zeitgeiste fortzuschreiten versäumen. Einer unserer neueren Philosophen dürfte also wohl Unrecht haben, wenn er behauptet: wir würden die Aufhörung der Unterwürfigkeit der Kolonieen unter die Mut— terländer und das Aufhören des Sklavenhandels nicht er— leben; so wie ihm der Menschenfreund Unrecht geben muß, wenn er auf das Raisonnement:„ daß wir die Vortheile „dieses Zustands benuzen, und dem Zeitalter, wo es brechen „wird, zusehen lassen sollen,“ nichts zu antworten weiß. Schon beginnt man zu gewahren, daß ein Theil der Vortheile dieser Kolonialabhängigkeit ideal gewesen ist. Man hat die Verwaltungs⸗ und Beschüzungskosten richtiger berech— net. Lange rang England mit den Amerikanern um die Oberherrschaft; seinen Schaz, seine Bürger opferte es dafür ) Fichte, in der Vorrede zu seinem geschlossenen Han⸗ delsstaat. 280 auf, und doch hat sein Nazionalreichthum durch den Verlust dieser Oberherrschaft nichts verloren. Dieß beurkunden die Tabellen der Importen und Exporten vor und nach dem Amerikanischen Kriege. Der freye Verkehr, durch die festen Bande der Sitten-⸗ und Sprach-Gleichförmigkeit begünstigt, hat jene idealische Vortheile reichlich aufgewogen; das große Menschheitsband: das Bedürfniß, ist machtiger als Gewalt. Die unmittelbare Abhängigkeit Europäischer Kolonieen ö vom Mutterlande hat überdieß für diese einen eigenen Nachtheil. Kolonieen müssen im Kriege der schwächste Angriffspunkt seyn. Der Streit um ihren Besiz, die Sorge für ihre Erhaltung und Vertheidigung hat die Europäischen ö ö Staaten seit Jahrhunderten an Menschen und Reichthümern erschöpft. Sie sind es vorzüglich, welche in dem lezten Jahrhunderte die See- und Kontinentalkriege veranlaßten, und um ihren Besiz drehten sich gewöhnlich die Friedens— schlüsse. ö ö ö Eben so gewiß ist es freylich, daß sie oft zu Versöh— nungsmitteln dienten. Ohne sie wären die Europäischen Herrscher oft in Verlegenheit gewesen, eine aus Laune oder vom Drange des Augenblicks herbeygeführte Fehde auf eine mindstens vor dem Weltpublikum ehrenvolle Weise zu enden; ohne sie hätten oft Staaten, nach der Erschöpfung des Kriegs, *) Die Importen betrugen z. B. im Jahr 1772 14,0500⁰⁰0 Pf. und im Jahr 1787 17,804000 Pf. Sterling; die Exporten im Jahr 1775 16,325000 Pf. und im Jahr 1790 20,120000 Pf. Sterling. e Pole der* 4 fihre 0e 00N. chen ud se hie istiftyen un d On selbt/ hut di SEn geei„ Padt Au zun hun Hr hindak gengs n Gesthon Schriei sstdengl 27 en II Run sond 00 der gz Keinnn E lrch den Ra ö eurkuden N und nach inde der Sit t jene idenst enschheitlaß scher Hobonig einen eigemn der shuich estz, die Soiz e Elkopäischn Reichthümern in dem lehtz veranlaßter die Frieden, oft zu Versoß ie Europfischn us Laune odn Fehde auf an deise zu etde ing des Klieh 281 wie Pugillatoren aus der Bahn treten müssen— wo jeder seine Schläge heimträgt und seine Wunden heilen läßt. 330. Der mächtigste Hebel des Kommerzes ist die Schiff— fahrt. Durch sie sind die entferntesten Völkerschaften, wel— che die Natur auf immer aus einander gerissen zu haben schien, geeinigt worden; sie ist das Band der Weltfamilie, sie bringt durch die Ersparung an der kommerziellen Produk— tifkraft einen eigenen verglichenen Werth der Ge— nußmittel hervor, der ihren Preis bedeutend mindert, also die Genußfähigkeit ausdehnt. Die Brittische Nazion hat selbst diese Ersparniß in Nazional gewinn verwandelt, sie hat durch ihre berühmte Navigazionsakte selbst den Stoff die— ser Gattung der kommerziellen Produktifkraft sich ausschließend zugeeignet. Nur auf Brittischen Schiffen können Brittische Produkte verführt werden. Die Brittische Nazion ist, im Troze auf ihre insularische Lage, noch weiter gegangen, sie hat den Dreyzack, die Herrschaft über den allgemeinen Ver— bindungskanal der Nazionen, über die Meere in Anspruch genommen. Die ganze Brittische Gesezgebung ist von dem Geiste dieser Anmaßung beseelt, die einer unsrer edelsten Schriftsteller à) eine lächerliche Absurdität nennt. Ihr wurde oft der Nazionalwohlstand aufgeopfert. Die Brittische Regierung hat durch diese Anmaßung sich einen ewigen Kriegszustand, den Krebs des Nazionalglücks zubereitet; sie hat bey allen Kontinentalvölkern und insbe— sondre bey allen Seemächten einen Keim von Groll aufgeregt, der ihr jede reelle Hülfe entfremdet, die nicht bezahlt ist. Kein natürliches Band fesselt sie an andre Nazionen, und *) Forster, Ansichten vom Nieder-Rhein. Th. 2. S. 265. 1 282 den ärmlichen Werth der Kraft besoldeter Hülfe beurkundet die Geschichte. Das Interesse aller Nazionen der bewohnten Erde fodert Freyheit der von der Natur gebildeten allgemeinen Weltstraße. Sie gehört dem Universum, der Mensch— heit an. Jene Ersparniß an der kommerziellen Produktifkraft und die aus jeder Ersparniß nach dem Prinzip des Werths der Güter resultirende Berbreitung und Erhöhung des Genusses, äußert eben so bey der innern Cirkula⸗ zion ihre wohlthätigen Folgen. Durch Schifffahrt wird bey einem Staate, der an Meere gränzt, der innere Umlauf mittelst der Küstenfahrt(Cabo- tage) befördert; sie ist es, die in Klüssen und Kanälen den Tausch der Genußmittel erleichtert, die Zufuhr der Pro-⸗ dukzionsmaterialien begünstigt, sie ist also einer der mäch⸗ tigsten Hebel des Nazionalreichthums. Den Flüssen und Kanälen haben China und die Nie— derlande ihren Reichthum, ihre Volksmenge zu danken. Die Kanäle sind es vielleicht mehr als der Ostindische Handel, dem England die Möglichkeit verdankt: dem antiökonomisti⸗ schen Zustande seiner Grundverfassung zu trozen, und bey einer verhältnißmaßig geringen Volksmenge unter den Mach— ten Europas eine der ersten Rollen zu spielen. Dagegen be— fördern die, selbst bis zur Hemmung alles freyen Küsten⸗ handels gehenden antiökonomistischen Maasregeln in Spa— nien*) die Ohnmacht dieses Reichs. ö Schon indem ich dieses niederschreibe ist die Aufmerksam— keit der mehresten Staaten auf diesen wichtigen Gegenstand 4 *) Bourgoing. T. 2. p. 288. gufget Hertse Rußlo damits vollet inne ganist H schai Misch — gn diglet g seider ze vorhn — der achmr schen Ert Hethesa lung In ˙ End m His finhe pund Wasff liche : 283 se Hutkunh— 5—— ö aufgeregt. Frankreichs und Italiens großer und glücklicher Herrscher hat ihm seine volle Aufmerksamkeit gewidmet. Rußlands Alerander, die Oesterreichische Monarchie sind damit beschäftigt, und es bedarf vielleicht nur einer kraft— vollen beurkundeten Darstellung der unermeßlichen Vortheile innerer Schifffahrt, mit der, bey einer zweckmäßigen Or— nEdde sehg lgemeing der Mush n Arniien⸗ selbst augenblickliche Finanzrücksichten so leicht sich einen lassen, um dem größesten Theile der gebildeten Erhöhun Menschheit die nämlichen Vortheile zu verschaffen. ern Lchh 352 331. der an Mel Seit die Kriegsform sich änderte, seit die Regierungen ahet(Cabs gewahrten, daß, auch abgesehen von der Herrscherverpflich— „Kanälel tung zu den Nazional-Oekonomiegesezen, ihre Selbststän— e der Pr digkeit, ihre Erhältung auf dem Nazionalreichthume beruhe, 4 du mith seitdem hat auch das Kommerzsystem eine, bisweilen nur zu vorlaute Rolle in der Staatshaushaltung gespielt. und die Nit Nazionen, die nicht in feindlichem Zustande sich befanden zu dut oder den feindlichen Zustand endeten, haben ihre Freundschaft dische Handeß durch Kommerztraktate zu desiegeln begonnen. ntiökonomist Diese Traktaten waren einzig Folge der antiökonomisti— ea, urd En schen Grundsäze, welche die Regierungen in Absicht des Kom— r den Mich merzes adoptirt hatten. Kraft jener unrechtlichen Beschrän— Dapegrn kung der weltbürgerlichen Menschenrechte wurde der Tausch en Küste der Genußmittel als eine politische Maschine benuzt, ö in Obr um bald ein Nazional-Freundschaftsband zu stiften, bald feindliche Maasregeln zu vollziehen, den Feind zu ver—— 4 Nufmerksan E ö Ich habe vorhin gezeigt, daß die Störung der Kom— 2 Gunsun merzfreyheit selbst in politischer Hinsicht nicht zu einer feind— 4 lichen Operazion geeignet sey, denn sie muß ihrer Natur e. FF IIF IIIII——— 284 r nach beyde Theile verwunden und entkräften, denn ihr ein— ziger Vortheil besteht vieleicht darin: daß sie durch gegen— seitige Schwächung die Dauer der Kriege kürzt. Die Ten— denz der Kommerztrattate kann keine andre seyn, als die Nazionen in ihre weltbürgerliche Urrechte wieder einzusezen; höchstens die Formen der Auflagen zu bestimmen, welche die Finanzgesezgebung der Staaten von den Produkten beyder Nazionen im Tauschfalle erheben will. Die Nazional-Oekonomie weiß von keinem Kommerz— trakiat als der Anerkennung der Handelsfreyheit. Dieß war der Traktat, den einst im Jahr 1667 Spanien mit Großbri—⸗ tannien schloß. Sie erkennt keine Uebereinkunft über die Auflagen des Handels, denn das Vermögen jeder Nazion und der Bedarf ihres Aufwands sind die einzigen Regula— toren dieser Auflagen bey einer unabhängigen Nazion. Jeder Kommerztraktat ist also eine Entsagung dieser Unabhängig⸗ keit und engt die Regierung in dem freyen Spielraume der Gesezgebung nach Nazional⸗Oekonomistischen Grundsäzen; der Traktat mag nun die Quantität dieser Auflagen oder die Art ihrer Vertheilung betreffen. Denn auch diese Vertheilung muß jede Nazion fessellos nach den Maas-— stäben machen, welche ihr das Nazionalwohl vorzeichnet (311.). Eben deswegen ist die Geschichte der Kommerztrak— taten so dürftig; eben deswegen liefert sie uns nur das gräm⸗ liche Gemählde des Mißbrauchs physischer oder moralischer Macht, der Stärke, der Ueberlistung; eben deswegen haben alle Kommerztraktate von ihrer Geburt an gekrankt; ihr ephemeres Daseyn hat nur gedient, die Kabinette und die Diplomazie mit Klagen über Verlezung und Treulosigkeit zu erfüllen, und den Vorwand zu Störung der allgemeinen Ruhe zu liefern. ——— dub 0 Nett sch „ lhde Dise Lahtheh 285 ven hr eitj durh gz Der berühmte Brittisch-Portugiesische Kommerztraktat, Wgeth den Methuen im Jahr 1703 schloß, der Brittisch-Fran— zösische Traktat vom Jahr 1786 mögen jene Behauptung beurkunden. . Di dun an, aß einzusgyg, men, wit Dieses ewige Streben der Regierungen durch Ein- und alin, V Ausfuhrverbote, durch Mauthen und Zölle, also durch Be⸗ schränkungen der Kommerzfreyheit den Handel zu leiten, von fremden Nazionen Ueberschuß zu gewinnen und die Bilanz des Nazionalreichthums auf ihre Seite zu neigen, ukten bedn n Kommaap iare ist doch im Grunde nichts als ein feindlicher, ein Kriegs-— 10mi zustand, e 5 Entkräftung beyder Theile seyn muß, und der sich damit endet, womit N sich die mehresten Kriege der lezten Jahrhunderte endeten, 1 daß namlich beyde Theile Wunden geholt haben. Wäb Der 0 ohne Sewartner⸗ 933 um üaunt dr seine Bedürfnisse, sein Interesse mit Konsequenz und Kraft 4 vorzutragen, duldet und schweigt, indeß der reiche Mono- innn 94330 95 B 22 tausend feile Federn findet, h Ui sein Interesse als Nazionalinteresse darzustellen. iii So sicherte z. B. der Brittisch-Französische Handelst Vootzeihnt traktat vom Jahr 1786 dem Haneshen Weiter den ommenlh freyen Absaz seiner Wie dem u Fabrikanten— 1 Das grin seiner Produkte. Es gelans den Französtschen moralsch diesen Traktat als verderblich darzustellen: die Produkzion würde gehemmt und die Franzosen, deren Manufakturen mit den Brittischen nicht die Konkurrenz auszuhalten vermöchten, müßten sich in die Arme der Schleichhändler werfen. vegen hebeh kankt; ir tte und— losatit In den neuern Zeiten hat man jene Wahrheit geahnet; aIhenmn die Regierungen haben sich also darauf zurückgezogen, die Kommerztraktaten als ein Spielwerk der Diplomazie zu be— 286 D handeln, um sich wechselseitig zu amüsiren. Wie soll man es also nennen, wenn Staatsrechtslehrer, wenn Son⸗ nenfels u. a. anrathen: sie in unbestimmten Ver⸗ sicherungen bestehen zu lassen? 332. Jenes geheime unvertilgbare Gefühl, jene verborgene Macht, welche die Menschen durch alle Irrgänge der Vor— urtheile und Leidenschaften immer wieder zur Wahrheit zurückdrängt, hat, neben allen Beschränkungen des freyen Tausches, ihm doch in den öffentlichen Messen wieder ein temporelles Asyl geöffnet. In ihnen findet man die Hul— digung, welche die Nazional-Oekonomiegeseze dem Vorur— theile und dem Egoismus abdringen. Desto auffallender ist es, daß einer der kraftvollsten Ver— theidiger der Menschenrechte, Raynal, sich gegen sie erklärt hat. Er hält sie für nachtheilig, weil der Meßhandel den Nazionalhändel, nämlich den Verkauf der Nazional—⸗ produkte, von der Spekulazion der Ausländer abhängig, also gewissermaßen zum Passifhandel mache. Die Einseitigkeit dieser Ansicht spricht sich von selbst aus. Freye Messen befördern die Konkurrenz der Verkäufer auswärtiger Produkte, also die Wohlfeilheit der— selben. Sie begränzen die Habsucht und bestimmen den Weltwerth der Waaren. Dort verkauft der Fabrikant in Masse, dort er— spart er die Mühe und die Kosten einzelner Versendungen, dort verkäuft er weniger auf Kredit, er kann also in jeder Rücksicht wohlfeiler verkaufen. ö Messen, weit entfernt den Verkauf inländischer Pro—⸗ dukte zu vermindern, befördern ihn vielmehr durch die Be— 287 kanntwerdung derselben unter fremden Nazionen, durch die Erleichterung des Tausches und Absazes. Sie befördern zu⸗ gleich, durch den Zusammenfluß mehrerer Nazionalglieder und Nazionalprodukte und durch das Anschauen derselben, die Aemulazion im Kunstfleiße, sie erweitern also das Gebiet der sl wenn Sop imten den ie verban Künste und der industriellen Produkzion, sie sind die Schleife nge der Iu. des weltbürgerlichen Bandes, auf dem die Kultur der Mensch—⸗ Wahtsei heit, also der große Zweck des Universums beruht. bes sun Allerdings erhöhen sie auch die Genußbegierde und be⸗ fördern die luxuriöse Konsumzion. Aber über deren unbe— dingte Nothwendigkeit für allgemeine Kultur habe ich mich oft erklart. Auch ist ohne die Messen Europa von einem ꝛssen viehn nan die Huh 649 Ende zum andern mit den Kommis der Fabrikanten und Kaufleute industriöser Nazionen(Musterreitern) übersäet, dolsten en und ihre Kosten, welche den Preis der Waaren erhöhen, gegen si diese Kosten, die am Ende doch der Konsument tragen, also Meh mit Entbehrung an Genuß bezahlen muß, werden durch der Mjiont Messen erspart. er abhängh So wie freye Messen muß es auch zum Wohl aller Nazionen allgemeine freye unabhängige große Han⸗ icht sih vor delsmärkte geben. onkurtenz d Dieser Wahrheit hat selbst das Resultat der alles ent⸗ hffeilheit da wurzelnden Französischen Revoluzion gehuldigt. Sie hat stimmen du in Deutschland die Ruinen der Freyheit in einigen Hand⸗ ö lungsstädten geehrt; und die unumschranktesten Monar⸗ „ dorte chieen haben nach einem langen Fieber von Eifersucht, nach Riserdmge⸗ einem hartnackigen Kampfe mit dem Egoismus, dem Ge— so in fühle weichen müssen: daß das Wohl ihrer eigenen Staaten mit der Exristenz solcher allgemeiner Marktpläze discher D0 innig verbunden sey. Sie sind es, die den dem Wohlstand 68 85 aller Nazionen, dem weltbürgerlichen Prinzip der Nazional⸗ u1 288 Oekonomie zusagenden Zwischenhandel unterhalten, des⸗ sen Nothwendigkeit und Vortheile Büsch mit Wärme dar— gestellt hat. 333. Die kommerzielle Produkzion kann absolut oder im Allgemeinen nur von der Ur- und industriellen Produkzion ausgehen. Relatif kann sie, wie bey Individuen, auch bey Nazionen selbstständig seyn. Dieß bewies Tyrus, Karthago, die Niederlande, Venedig, Genua. Oertliche Verhältnisse, vorzüglich Schifffahrt, können die kommerzielle Produkzion— wie jede Produktifkraft ein wesentlicher Bestandtheil des Vermögens— zum Rang des Stoffs(26.) erheben; d. h. den Mangel des Stoffs ergänzen. Eine Nazion kann durch den Zwischenhan— del, durch Kommissions⸗, Spedizions- und Wechselverkehr sich von andern Nazionen einen Lohn ihrer Arbeit erringen, die sie, und zwar schneller als jede andre Produktifkraft, zum Metallreichthum führt. Dieß beweist allerdings die Selbstständigkeit des Kom— merzes als Produktifkraft. Aber Nazional-Oekonomistisch ist diese isolirte kommer— zielle Produktifkraft nicht, denn sie kann nicht dauernden Nazionalreichthum hervorbringen. Ein isolirter Handlungs— staat ist eine antiökonomistische Nazionalverbindung(1. B. 3Z. 41.), kann nie zum Rang einer selbstständigen Na—⸗ zion sich erheben; seine ephemere, nur durch die Eifersucht anderer Nazionen geschüzte Existenz, dehnte sie sich auf Jahr— hunderte, ist nicht reelle Nazionalselbstständigkeit. ö Ein Handlungsstaat muß an dem Mangel innerer Kräft kranken. Gerade deswegen, weil die kommerzielle Produk—⸗ zion, im Verhältnisß andrer Produkzionen, durch die 289 ittrholtn, ö Leichtigkeit und Höhe des Gewinns eine größere Volks-⸗ it Vum y menge anzieht, ist die Selbstständigkeit eines solchen Staats prekär, denn dieser Volksmenge fehlt es am Vorbe— dinge der Existenz, am unabhängigen Besize der ersten Be—⸗ solut guh dürfnisse, der Güter absoluten Werths. ö en Probuhhn Gerade deswegen, weil der Handlungsstaat sich verhält— dividuen, ut nißmäßig rascher als der Ackerbauende Staat bereichert, regt wies Tyri⸗ er desto stärker die Eifersucht und die Eroberungsgierde seiner 3„ Genns. mächtigen Nachbarn auf, und dieß erhöht nur das Prekäre ffahtt, Emmn seiner Existenz. Seine politische Ohnmacht muß durch die oduktifkraft Gattung der Produkzion noch vermehrt werden. Nur — zum Nu der Ackerbau liefert kraftvolle Kämpfer, nur Ehrgeiz und e Des Stoß Vaterlandsliebe genialische Befehlshaber. Kaufmannsgeist vischenhar spannt die Thatkraft ab. Der Kaufmann kann schwer ein Vechsebbei guter Krieger seyn, sein Gewerb, der mühlose Wohlstand, beit erringn den es ihm gewährt, entnerven seine Seele wie seinen Kör⸗ Pradukiifte per: Nur Uebung erstarkt. Der Kaufmann wird stets vor——ͤ v* ziehen, sich durch Miethlinge vertheidigen zu lassen, und Miethlinge vertheidigen— als Miethlinge. igkeit des n Isolirte Handels staaten können nur unter der soge— solittkm nannten Republikanischen Regierungsform gedeihen, und 1 Halht Republiken nur abgesondert von Monarchi hen Staaten. ö 4 Hulh Die Energie der sie umgebenden sogenannten Monarchi— ung(. schen konzentrirten Rrnteennen muß sie, früh oder spät, ö in ung(I H.——.—— 2. ö zerschellen. Selbst das Prekäre der Produkzionsgattung muß indizn sie vernichten. Sie s sind die Lohnarbeiter fremder Nazionen; 461 itt von diesen hängt es ab, ihnen diesen Lohn zu versagen. h h Ihre Produkzion, also ihre Existenz, haftet an den politi⸗ lit scher Verhaltnissen des Augenblicks, dem so imnr n wie ökonomistischen Zustande fremder Nazionen. Fortschritte Rele pun in der Produkzion bey andern Nazionen, ein veränderter „ d Zweyter Band.—2 ———— — 2— 640 SSSSe 4* — 290 Kommerzzug, eine unfreundliche Maasregel kann sie zer— malmen. So versank Venedig und Kairo als die Umfahrt um die südliche Spize von Afrika entdeckt wurde; so erhiel— ten sich die Niederlande einzig unter Englands Schuze und hörten auf zu seyn, als eine starke Kontinentalmacht es ernstlich wollte; so verschwand einst Tyrus und Karthago. Hätten die Spanier ihren Plan ausgeführt, den Isthmus von Panama zu durchschneiden, oder den Mexikanischen Meerbusen mit dem Südmeere zu vereini⸗ gen, oder wäre die Erdzunge von Suez durchschnitten wor⸗ den, welche unberechenbare Revoluzionen würde dieß nicht in der handelnden Welt hervorgebracht haben!— Bis zu welchem dauernden Reichthume und Wohlstand kann nicht dagegen ein Territorialstaat, wie z. B. Frank⸗ reich, sich erheben. Frankreich, dem seine Lage, sein Boden, sein Klima, seine Volksmenge, die Industrie seiner Einwoh— ner unermeßliche Fonds für die kommerzielle Produkzion bie—⸗ ten; Frankreich, in dem der Handel einer einzigen Seestadt (Marseille) ehehin jährlich 373 Millionen Livres betrug*); Frankreich, das nur einer kraftvollen Regierung und einer ökonomistischen Organisazion seiner Staatsverfassung bedurfte, um den höchsten Gipfel des Reichthums zu erklimmen. 2 334. Die einzelnen Produkzionsgattungen sind nun abgehandelt; werfen wir einen Blick auf sie zurück und konzentriren die allgemeine Betrachtung, zu welcher die Pro-⸗ dukzion der Nazional Oekonomiekunde Stoff bietet. Was zeichnen ihre Geseze der Staatsverwaltung, was *) Derepger Lettres sur 1a Provence p. 330. ö 291 um si gz. ö dem Staatsbürger in Absicht der Produkzion im 6 d Uuft Allgemeinen vor? Dieß sind die wichtigen Fragen, in 9 0 Msahg 0 V 8 MW„„ 5* 2⁰ hei—4— W. deren Auflösung das Wohl der geselligen Menschheit ruht. ll, ds Schigt. Die Staatsverwaltung hat die allgemeine Pflicht: inentalmagt die Produkzion, also die Erhöhung, Vermehrung, Verman⸗ id Kanha, nichsaltigung, Veredlung der Genu ßmittel zu befördern; Sgefühlt, y denn Genuß ist Wohlstand. Sie muß also jedes Hinder— den, oer h niß dieser Erhöhung, Vermehrung u. s. w. entfernen; sie eere zu vu darf, sie muß sogar da, wo einzelne Leidenschaften und Vor⸗ schmiten in urtheile diese Hindernisse hervorbringen, im Namen der e dieß nicht Gesammtheit ins Mittel treten und da für sorgen, daß 10 allenthalben der Zweck der gesellschaftlichen Verbindung, nd Vohlsn nämlich Wohlstand der höchstmöglichen Masse „B. Fran von Nazionalgliedern rein und heilig bewahrt werde. , Sin ah In dieser Sorge hat sie keine Schranken, in den Aus-⸗ siner Et übungs mitteln keine, als die Basis des gesellschaftlichen Produkzior y inzigen Sasth Bands, nämlich das Eigenthumsrecht. Diese darf sie nur da und dann überschreiten, wo sie den Zweck ihrer Sorge Ren Eint⸗ aufheben würde, aber dann und da darf sie es. vres beting) rung und ait Die Staatsverwaltung muß zu diesem Zweck alles auf⸗ fassung Hu, bieten, um jeden vorhandenen produktifen Urstoff in klimmen. natürlichen Produktstoff(55.Yzu verwandeln, also die höchstmögliche Masse von Urprodukten zur Erscheinung, also die Landwirthschaft zum höchsten Grade der Aus-⸗ breitung und Vollkommenheit zu bringen. Sie muß dann ttungen s fsie zurle il elcher de Pro Stoff i, altung, alle Hindernisse entfernen, welche der natürlichen Folge jener Ausbreitung und Vervollkommnung, nämlich der Verwandlung des Urproduktifstoffs in industriellen Pro— dukt stoff im Wege stehen könnten; sie muß also der Fabri-⸗ kazion den weitesten Spielraum öffnen. 9———.9383——383838388 80— ———— *— Sie muß endlich dem Tausche der Bedürfnisse, wodurch allein der Genuß unter alle Nazionalglieder verbreitet und, kraft dieser allgemeinen Verbreitung, der Trieb zur Erschaf—⸗ fung und Veredlung der Genußmittel aufgeregt werden kann, den freyesten Spielraum lassen. Sie muß endlich im Allgemeinen— und das ist die schöne Blüthe, die den Kranz ihrer segnenden Nazional-Oeko— nomistischen Pflichten schließt— sie muß Erforschung der Raturkrafte, Cröffnung des unermeßlichen Schachts ihrer 2 5 7 nur dem Nachdenken und dem Fleiße aufbewahrten Schäze, begünstigen; sie muß zugleich die Ausbildung der Nazio-⸗ nalglieder durch jedes Mittel befördern. Denn so wie nur der gebildete Mensch zu produziren vermag, so kann auch nur er genießen. Eine heitre Lebensphilosophie lehrt uns in der Erhöhung der Genuß empfänglichkeit und in der Masse der Genüsse, so wie in ihrer Veredlung den wahren Wohlstand, also den Zweck der Nazional-Oekono— mie suchen; lehrt uns die Grille belächeln, als ob Wohl⸗ stand in Versagungen, in Entbehrungen und in freywilliger Frugalität bestehen müsse. Sie wird also allenthalben Vertilgung des Irrthums und Vorurtheils, reine Erkenntniß des wahren, so wie reines Gefühl für das Schöne und Gute zu verbreiten suchen. Sie wird also Künste und Wissenschaften beschüzen und befördern. Und wenn erst die Regierungen die Nazional-Oekono— miekunde von allen ihr durchaus fremden, aus der Vermi— schung der Persönlichkeit des Herrschers mit dem wah— ren Karakter des Organs der Nazionalgesam mtheit enrstandenen Beymischungen gesondert, in ihrer entschleyerten Glorie anerkannt haben, dann werden sie fühlen: daß die Nazional-Oekonomiegesezgebung, so wie die Anwendung dieser — 22 ürftise, Wodu er vorhreutt un Tieh e Ke eb zur Eisth egt werden hn und das ist NazionalOs forschungn en Schachte in ung der Mhh un so wie nurx kann auchen ie lehrt uns it und in! deredlung Wuzional⸗On „als ob Poß rungen nde Sie wird ah zorurtheile, K V Gefühl fit Sie wirde fördern. Razional⸗Ole aus der In mit dem gesamnthl der entschleheld fühlen: Wuu aß 0 Geseze, weit entfernt, eine Regenten last zu seyn, vielmehr 0 7 7 NARN AncEonsro. e selbst der wohlthatigste, erquickendste, der einzige für Spielraum ist, in Erdengötter erringen, —* GIIRE„K GSognungon dem sie sich durch Segnungen den men der so wie die Freuden der Olympier sich anzueignen vermögen. 335• WM osossige Ausr IeSnsy- Dem Menschen im geselligen Zustande, dem Staatsbär⸗ ger, dem Nazionalgliede zeichnet, in Absicht der Pro— dukzion, der Naturorgan Genuß ist sein S Genuß ist ohne Genußmittel, ismus seine Pflichten mit hoher Weisheit vor. Streben, Genuß ist Kon⸗- sumzion. so wie diese ohne Produkzion undenkbar. Pr Doch, nicht an diese einfache Schle oduziren muß also wer nießen will. e Natur die Pflich eisheit hat sie, selbst die Gei an die Kraftaußerung, yre der Produkzion gekettet. sußempfäng⸗ allein hat die noch lichkeit an so wie die der Kraft selbst an deren Uebu ist sein Daseyn. tieferer die Anstrengung, ug gebunden. Der höchste Peiniger des Menschen Sinnig hat die Natur in die losigkeit die schmerzhafteste der Empfindungen, die Lange⸗ weile gelegt. Die erste Stufe der Menschenbildung ist: die Unmög⸗ lichkeit des gedankenlosen Zustands, ist jenes Sehnen soe! Vertilgung seiner Zeit, also seines Daseyns, nach V Uebung irgend einer geistigen oder körperlichen Kraft. 4 durch ů 0 0. Die —5 Geschichte aller Eingekerkerten beurkundet: Mangel an Beschäftigung war ihre höchste Pein. Wenn in der De Kerkers ewige Nacht den Gefangenen r Ratten und Spinnen und wird ihr Lehrer, um den Dublen Geyer, sein Daseyn, zu bändigen. umgiebt, so h icht 294—— Möchte also doch die Menschheit von jenen einfachen Wahrheiten endlich ergriffen werden: daß Genuß, also Kon— sumzion ohne Produkzion, so wie diese ohne Kraftäußerung, ohne Thatigkeit unmöglich, daß R uhe der Preis der Er— müdung, Behaglichkeit der Lohn der Arbeit, so wie der höchste Genuß der Preis der Veredlung unsres moralischen Wesens ist! Dann wͤrde man auch die Idee nicht mehr persifliren: daß jeder im Volk, selbst die sch ö⸗ nere Halfte der Menschheit nicht ausgenommen, irgend einen Produlzionszweig, irgend eine bestimmte Arbeit er— lernen, und also irgend einer P rodukzionszunft ein⸗ verleibt seyn sollte und müßte 4). Dadurch würden die so absprechend und oberflächlich verurtheilten Zünfte für den Nazionalwohlstand wohlthä— tig werden; dadurch würde jeder in der Nazion sich zu dem höchsten Staatsbürgerlichen Rang, dem des Produ—⸗ zenten emporgehoben, gegen alle Launen des Schicksals sich geschüßt sehen, und eine solche Zu nuftnazion würde einen Familienkreis bilden, aus dem Sorge und Mangel auf ewig gebannt wären. *) Man entgegne nicht, daß dieß auch ohne Einzünftung möglich seyß. Dann würde es lässig, oberflächlich betrieben werden, es würde seinen Zweck verfehlen. Einen zwingen—⸗ den Stachel bedarf der Mensch, selbst wenn es seinem Wohlstand gilt. senen enssh enuß, I H Kunsthußen der Arbeiy Beredlung unh n auch di dy selbt Me ch ö Buch. ommen, inn D t E 8 ü imte Mbeit i kzion. onszunft Bewegungsmittel der Produkz und oberflacht Istand wohllt Nazion sich; des Proh des Schidhi tnazion nsch rge und Na e Eigzühftth flächlic bente Einen zwingte wenn es sihl —— - 3.·. — —— 5—3‚⸗⸗‚⸗— bFP˖EF?;?‚?‚m—UI;Vηìa——ñä —————.— H————„ * Drittes uch. Bewegungsmittel der Produktzion. ersier Abschnitt. Einleitung. 336. Die Gegenstände der Nazional-Oekonomie sind: Produkzion, Hervorbringung, und Konsumzion, Genuß. Ihr Zweck ist: daß so viel als möglich und zwar in der höchstmöglichen Qualität erzeugt und daß dieses Erzeugte von vielen genossen werde. Die Urprodukzion, die industrielle Produkzion bedürfen Mittel sie in Regsamkeit und Thätigkeit zu sezen und darin zu erhalten. Die Oekonomistische Konsumzion, der Genuß vieler fodert kommerzielle Produkzion, Verkehr. Und auch dieser fodert Mittel zu seiner Belebung, zu seiner unausgesezten Thätigkeit. Alle diese Mittel nenne ich, im Mangel eines sinni⸗ geren Worts: Bewegungsmittel der Produkzion. 298—— Diese Mittel sind folgende: 1. Ein allgemeiner Vermögensmesser, oder Maasstab der Vergleichung des gesammten Produktstoffs (ir B. Z. 55. O. 61. Kreuouereg). 2. Abtheilungs-, aiso Ausgleichungsvehikel des auszutauschenden Produktstoffs, des Vermögens. 3. Kreditinstitute, und zwar A. Allgemeine, als Banken. B. Spezielle, a. Pfandleihhäuser. b. Hypothekarische Kreditsysteme. 337. Die Ur- und industrielle Produkzion bedarf mehr oder weniger Kapitalstoff zu ihrem Betrieb, und dieser ist die Vorbedingung des Reichthums(rr B. Z. 57. 58. 66.). Kapitalstoff ist lebendiger, umsezbarer Vor— rath. Dieses Leben, diese Umsezbarkeit befördert die Produkzion, erhöht also die Masse des Produktstoffs, das Vermögen. Die Regierung muß also, innerhalb den Grän— zen der Nazional-Oekonomiegeseze, alles mögliche anwenden, um den Kapitalstoff zu vermehren; also den Stoff, das Na— zionalvermögen zu mobilisiren, in Bewegung zu brin-⸗ gen. Je größer also die Masse des Nazional-Kapital⸗ stoffs, je leichter, je größer der Fortschritt zum Nazional⸗ reichthum. Ich habe oben(Z. 288.) gezeigt, daß kommerzielle Produkzion und warum sie Vorbedingung des Nazional⸗ reichthums ist. ö 299 Kommerzielle Produkzion ist keines Fortschritts, am wenigsten desjenigen Grads von Ausdehnung fähig, aus wel— dberMung roduktfhs 6 chem Nazionalreichthum entspringt, sobald sie in den Grän—⸗ zen des einfachen Tausches der Waare gegen Waare 3 vehittsg tehen bleibt. Mmögens, — 1. Der so verschiedene verglichene Werth der Genußmittel muß an sich den Tausch in einen sehr engen Spielraum einschranken. Eine Menge Genußmittel von hohem verglichenem Werthe müssen ganz außer Imlauf bleiben. 2. Der ideale Tausch, wodurch ein Genußmittel reell gegen die Zusicherung eines künftigen Ersazes an einen andern Eigenthümer übergeht, muß auf sehr we— nige Gegenstände und Fälle eingeengt seyn. So würde z. B. der Besizer einer einzelnen Waare von f nhhel hohem Werthe, eines kostbaren Edelsteins, bey der Mannich— ud dieseni 5. 3. 57. zbarer Y t befordett R uktstofs, A h den Eiih faltigkeit der menschlichen Bedürfnisse, doch nicht genießen können; es würde ihm schwer halten, einen Besizer der vie— len einzelnen unwertheren Genußmittel zu sinden, die er bedarf, und die dieser ihm gerade gegen seine kostbare Waare umtauschen wollte oder anzutauschen vermöchte. Die Unmöglichkeit der Ausgleichung des Preises der Waaren würde den Verkehr erlahmen, also den Wohlstand iche anbendh, uf, W hemmen. ung h Zweyter Abschnitt. I/Kapitth Vermögens ser. mometer. im Mild 1. Vermögensmesser. Ktemometé 338. Fonmenfl Selbst im Falle des reellen einfachen Tausches, d. h. Mjunh wwo nur Waare gegen Waare von den Besizern vertauscht wird, ist dem geselligen Menschen ein allgemeiner Vermögens⸗ 300—— messer, ein Maasstab unentbehrlich, nach welchem er die Ab— des verglichenen Werths der Güter(Ir B 3. 46. folg.) und des aus ihm resultirenden Preises bersel ben gegen einander abzuwägen vermöge. Ohne diesen Kte— mometer ist kein Verkehr denkbar. Dieser Vermögensmesser ließ sich aber anders nicht finden noch denken, als, indem man von der tiefsten Stufe NIU des verglichenen Werths der Güter begann, also von der aller un wertheste n Waare; durch die Vervielfältigung, Multiplikazion dieses einfachen, geringsten, nieder— sten, unwerthesten Obiekts war aber auch der Vermögens-⸗ messer, der Güterabgleicher gefunden. Obgleich zu diesem Vermögensmesser Metall keines⸗ wegs wesenrlich nothwendig ist, ob er gleich eben so gut ideal ausgesprochen, als reell bes stimmt werden kann, so will ich doch, um in dieser abstrakten Materie mich verständ—⸗ lich zu machen, den Metallm tesser zum Beyspiel nehmen. Ein Halfpenny in England, ein halber Heller in Deutschland, ein Denier in Frankreich ist die geringste Me- tallmasse, oder was eben so viel ist, bezeichnet die unwertheste Waare. Sie sind also der Vermögensmesser; in ihrer Multiplikazion liegt der Vergleichungsmaasstab, der Waaren. So spricht man z. B. im gemeinen Leben, wenn man das unwertheste Gut bezeichnen will: es sey keine Pfeife Tabak, keinen Schuß Pulver werth. 339. Mobilisirung des Stoffs, des Vermögens ist nur durch dessen 2. 8888 ng möglich. Je ausgedehnter diese Abtheilung, d. h. in je mehrere Porzionen das Vermö— V gen abgetheilt wird, je größer die M obilisazion, also je DEe 301 Nemn er die Güter(U; reises wss leichter der Verkehr, je ausgebreiteter die Konsumzion, der Genuß. Verkehr, Umtausch der Genußmittel, Kommerz, be⸗ ie dieseg d darf also, nebst dem V ermögensmesser, Abthes 0110 lungs⸗, Ausgleicht ungs⸗Mittel, oder Vehikel*), 558 ander uit ö einer bestimmten Waare, eines bestimmten Genuß efsten Sh mittels, das einzeln, Einfach eine fest gesezte Por— also von 16 8 V Btosf zion aller Gattungen des Vermögens Stoffs) und mul—-⸗ wielfaltinu ů Wus it tiplizirt, den Preis des gesammten Vermögens aus- EN STesse gsten, nichg ö 2 drückt und enthalt, und dieses nenne ich Mün ze. 2 Vermözrz „Noymae üsmesser Und das Ausgleichun 9s⸗ Der Vermsgen vehikel können Ein und dasselbe seyn; aber es ist Netall keint.— 6 nicht unerlaßlich nöthig, daß sie es seyen. Sie kön⸗ eben so gu——— IR nen Ein und dasselbe seyn, d. h. man kann sich dieses be⸗ verden kanh—— e d e stim mien Senußmitteis, welches zum Ausgleichungs⸗ nich verstash 0 vehikel erkohren ist, bedienen, um mit dessen einfacher nohmen. Benennung auch das Vermögen mirtelst der Multipli— er Heler i kazion zu messen. geringte M/ Aber dieß ist nicht absolut nothwendis. e unwattheß Der Vermögensmesser kann nur ideal seyn. setz un Man kann das Vermögen oder die Summe aller Genuß⸗ Rnefth d. mittel nur durch eine willkührliche ideale Benennung abthei— Leben, uen len, und dieß ist auch öfters der Fall. 8 sey kall So hat man in vielen Staaten einen idealen Vermö— Heth. gensmesser, der reell nicht eristirt, also auch kein Ausglei—⸗ chungsmittel seyn kann. Es giebt z. B. in England kein Pfund-Sterling, es existirt kein Sächsischer Thaler oder gedehste*) Der Kürze wegen werde ich es küͤnftig nur Ausgleichungs⸗ das! Dumd⸗ Behikel nennen, obgleich Abtheiluns eben auch seine l/ 6 — V 10½ HAIl 302 24 Groschen-Stück, kein Rheinischer Gulden; in Spanien keine pelos sencillos étc. doblons u. s. w.; und doch wird in Großbritannien das Vermögen nach Pfund Sterling, in Sachsen nach Reichsthalern, in Bayern, Franken, Schwa— ben und am Rhein nach Gulden u. s. w. gemessen. Der Vermögensmesser ist also nichts weiter als eine Abstufungs bezeichnung, eine Division des Vermö— gens bis auf den geringsten, niedrigsten verglichenen Werth des einzelnen, und die Multiplikazion desselben. 340. Anders verhält sichs mit dem Ausgleichungs-— vehikel. Dieses muß schlechterdings selbst ein Ge— nußmittel seyn, muß das Vermögen nicht blos aus- drucken, sondern wirklich einen Theil desselben enthalten. Denn der Verkehr, der Umtausch, das Kommerz ist und kann seiner Natur nach nichts anders seyn, als der Uebergang des Besizes einer Vermögensporzion, eines Genußmittels von einem Besizer zum andern. Dieses Ausgleichungsvehikel muß aber, wenn es seinen Zweck erfüllen soll,(nämlich den verschiedenen, mannichfaltigen verglichenen Werth der Güter auszugleichen, deren Besiz sich verändert,‚) gleich dem Vermögens mes⸗ ser in der geringstmöglichsten Vermögensporzion existi— ren, d. h. bis auf die geringstmöglichste Masse abgetheilt werden können; durch die Multiplikazion wird es dann bis zur höchsten Stufe des verglichenen Werths, also auch des Preises zur Ausgleichung brauchbar seyn. Wenn also z. B. ein Landgut für 100 tausend Reichsthaler gewür⸗ digt oder angeschlagen wird, lo sagt dieß eigentlich so viel: — i u ih Sooh 2 E dieses Landgut ist, 2 Heller zu 1 Pfennig gerechnet, 9 Millionen 600 tausend halbe Heller, oder v + NU 88 2—— sud Vullz den 9 Millionen 600 kausendsten Theil der geringsten danken, Ehze jessen, dentbaren Vermdgensporzion werth. Wird nun die⸗ * 100 65 ö ö ses Landgut für 3 Reichsthaler verkauft, so giebt der chts Wuth d 0—— 5—— ö on dei d Käufer und empfängt der Verkäufer 7 Million 600 tausend Oh en verglt geringste Vermögensporzionen. 14 Ruch tiplikih 28 Die Begriffe des Vermögensmessers und Aus⸗ gleichungs vehikels sind bisher gänzlich mit einander ver⸗ mischt worden. Diese Vermischung hat über die ganze égleichung Staatswirthschaftslehre Dunkelheit und Verwirrung ver⸗ elbst ein 6 breitet D. ht blos 0 Dieser Vermischung zu Folge bezeichnete man beydes, menthasn sowohl den Vermögensmesser als das Ausgleichungs⸗ ierz ist un un vehikel mit Einer Benennuug, nämlich Geld. Diese Be⸗ r Uebergm zeichnung zwey verschiedener, wesentlich gesonderter Be⸗ Gelufmhh griffe mit Einer Benennung hat denn eine zahllose Menge von Irrthümern veranlaßt; so wie die mannichfalti— ahn, i gen Definizionen des Gelds, die mannichfaltigen Ansichten 5/ Ml über das was Geld sey und nicht sey? verschibent Durch jene Sonderung der Begriffe wird alles klar 2 ie und licht. Jene Dunkelheit ist dadurch noch erhöht worden, weil man dieses Wort: Geld, auch zugleich Auszeichnungs— mogenen Epöihioh ei dasse algechol ion un*) Wie groß auch in den neusten Zelten diese Verwirrung der u Wellhs, 10 Begriffe bey den Staatswirthschaftlichen Schriftstellern sey, sehn. W davon kann man sich aus Ferrier's kürzlich erst erschiene⸗ thalt Rh nem Werke: Du Gouvernement, consideré dans ses rapports lach Ie vieß -——— 304 weise für Münze gebrauchte. Auch hier sehen wir den Fall, daß Spracharmuth den Fortschritt der Wissenschaf— ten und die Ergründung der Wahrheit aufgehalten hat. 342. Es ist also unerläßlich nothwendig, die Begriffe des Vermögensmessers und des Ausgleichungsvehi— kels, jeden durch eine eigene besondere Benennung auf immer zu sondern. Alle Schwierigkeiten sind gehoben, alle Verwirrung ent— fernt, alles ist klar, sobald man wissenschaftlich die Fesseln des Sprachgebrauchs abstreift, und den Vermögensmes⸗ ser, an Geld, das Ausgleichungsvehikel, ausschließend Münze nennt. ö Die vom Sprachgebrauche veranlaßte Verwirrung ist ferner noch dadurch erhöht worden, daß man diejenigen Ausgleichungs vehikel, welche aus Metall bestunden, neben dem Worte: Geld, auszeichnungsweise Münze; diejenigen hingegen, welche nur in einer Urkunde über eine bestimmte Werndenerdi bestunden, ausschließend Geld, nämlich Papiergeld benannte. LS W Für den Begriff von Münze, als Ausgleichungs-⸗ vehikel, ist es gleichgültig, aus welchem Stoffe sie augen⸗ blicklich, d. h. im Momente des Verkehrs bestehe? Wenn sie nur die wesentliche Eigenschaft eines Genu ß— mittels hat, nämlich eine Vermögensporzion ist(340.2. Ich werde in der Folge zeigen, wodurch auch diese Vermischung begünstigt wurde, kraft deren zweyerley Arten (Species), einer Gattung(genus) mit zwey sich wider— sprechenden Namen benennt worden sind. 305 schen vir der Wsshn lten ha Wir müssen uns indeß fest an den Begriff des Aus⸗ gleichungsvehikels halten, kraft dessen dasselbe eine Vermögensporzion nicht bloß(wie der Vermögens— messer, das Geld,) ausdrücken, sondern wirklich enthalten muß. Und daß diesem Begriffe gemäß die Urkunde ein Aus-⸗ gleichungsvehikel wirklich sey, also auch unter das Geschlecht e Brufe u ichungenh Hhn der Münze gehöre, werde ich in der Folge zeigen. Zerwirtunzte Dritter Abschnitt. m d 2. Abtheilungs- und Ausgleichungsvehikel: mogenonh ngsvehill 49 20 20 343. Münze kann nämlich bestehen Hainrung A. in einer Uebertragungsurkunde über eine bestimmte Ver⸗ man disfnn mögensporzion(Papiermünze). rall best B. in einer Waare oder Gut, das nicht Metall ist und wise Nüiz ich zur Unterscheidung unde ihersh Waarenmünze Hleßend Gal nenne. C. in einer bestimmten Porzion Metall, Gold, Silber, Mäih Glockenspeise, Kupfer, Eisen u. s. w. off se uhn detallmunze. ehtt ah 344. nes G A. Papiermünze. nist G/ Die größte Schwierigkeit fand man bisher darin, dem 0 sogenannten Papier gelde(Banknoten, Bankzettel, 1050 Kreditbilljets, Assignaten, Mandaten u. s. w.) die Geld⸗ ii 0 eigenschaft in dem bisherigen Sinne dieses Worts zu retten. Zweyter Band. 28 306 Mit der Metall- und Waarenmünze wird wirk—⸗ liches Vermögen gegen Vermögen, Stoff gegen Stoff ver⸗ täuscht. Nicht so bey der Papiermünze, sie enthält nur die Auweisung auf das nach seinem Preise bestimmte Produkt. Nachdem ich vorhin die Begriffe von Geld und Münze gesondert habe, liegt mir also der Beweis ob: daß das bisher sogenannte Papier geld wirklich Münze sey? Papiermünze hat insofern allerdings den Karakter eines Ausgleichungsvehikels, daß dadurch die Ausgleichung des verglichenen Werths der Waaren bewirkt, und daß ein reelles Eigenthum, eine Vermögensporzion von Einem Besizer zu dem andern übertragen wird. Aber der Papiermünze scheint die wesentliche Eigenschaft eines Ausgleichungsvehikels zu fehlen, daß es näm⸗ lich eine Vermögensporzion wirklich enthalten, nicht bloß ausdrücken muß(340.). Denn dieß scheint bey der Papiermünze nicht der Fall zu seyn. Aber es scheint auch nur. Papiermünze muß von irgend einem Stoffbesizer, Vermögensbesizer ausgegeben werden. Es ist die schriftliche Beglaubigung, daß er die darin bezeichnete Ver— mögensporzion besize. In dem Augenblicke, wo er sie aus-⸗ giebt Cin Umlauf sezt), übergiebt er dem Empfänger nicht bloß ein Stück Papier, sondern die darin enthaltene Porzion seines Vermögens, und zwar, wenn der Werth dieser Papiermünze nach Metallmünze ausgedruckt wird, die bestimmte Porzion seines besizenden Mün z⸗ metalls 5). * *) Daß die Papiermünze nicht einzig nach Metall münze ausgedrückt weiden müsse, s. umen Z. 347. lich Bagt naäar gens iHN sei hier I 307 Die alsbaldige, augenblickliche, körper—⸗ liche Uebergabe der bestimmten Vermögensporzion ist dem Begriffe des Ausgleichungsvehikels sremd(342.. iht vidd uiß Luff u inthit nu te Priaduh u Gelde Der Empfänger der Papiermünze wird in dem Nweis ch. nämlichen Augenblicke Eigenthümer der Vermö— Ränzesn gensporzion, welche die Papiermünze ausdrückt. den Kuhy Der Ausgeber verliert diese Vermögensporzion hurch in dem nämlichen Augenblicke. ho der Vum Die Papiermünze enthält also eine Vermögensporzion, sie ist also ein Ausgleichungsvehikel, sie ist Mü nze. Pa⸗ enspotzion n piermünze ist also keineswegs ein bloßes Vorstellungs-— 0 zeichen. che Eigenst Es ist die Beglaubigung, daß dasjenige Genußmittel, daß es ny wofür es gilt, wirtlich existire, vorhanden sey. enthast Mit ihrer Uebergabe geht nicht ein Stück Papier, enn dieß she sondern die Waare selbst auf den neuen Besizer über; nur ö ö von ihm hängt es ab, dasjenige Gut, welches durch jene Beglaubigungsurkunde nur mobilisirt, abgetheilt Stoffhssh worden ist, körperlich zu ergreifen, in seinen körperlichen ö Es sst Besiz zu bringen. beheichnee d Die Papiermünze unterscheidet sich aber von andern wo er siell Beglaubigungsurkunden, durch welche das Eigenthum über— Empfanger l tragen wird, und erhält den auszeichnenden Karakter einer Renthale Münze dadurch, daß sie das Daseyn und die Ueber— vat, wam RM tragung einer nach dem Vermögensmesser bestimmten ausgedtlt Vermögensporzion beurkundet. Diese Beurkundung mag nun einzig nach dem Ver— mögensmesser(Geld), oder nach der Metallmünze gestellt seyn, da wo nämlich der Vermögensmesser(Geld) und Metallmünze Eines und das nämliche sind, wo enden Mo Mekalloi 308 nämlich Geld durch Metallmünze ausgedrückt wird,— das ist für den Begriff von Münze gleichgültig; denn auch in dem leztern Falle geschieht die Bestimmung nach der Metallmünze einzig in deren Eigenschaft als Ver— mögensmesser*. Dagegen sehen wir oft, daß die Papiermünze ledig⸗ lich nach dem Gelde(Vermögensmesser) bezeichnet wird; denn so sind z. B. die Englischen Banknoten nicht auf Gui— neen, als der Metallmünze, sondern nach dem Vermögens— messer, nach Pfund Sterling ausgestellt. Der Preis der Papiermünze hingegen muß sich noth— wendig nach dem Grade der Wahrscheinlichkeit oder Gewißheit abstufen, daß a) derjenige, welcher die Be— glaubigungsurkunde ausgestellt hat, das beglaubigt-werdende Genußmittel wirklich besize, daß es also existire, und b) daß er es gegen diese Urkunde sogleich übergeben werde. Es mag nun der Staat oder der Staatsbürger diese Beglaubigungsurkunde ausgestellt haben, je größer oder ge— vinger jene Gewißheit, desto größer oder geringer der Preis. Daher das Steigen und Fallen der Papiermünze, je nach dem Grade der Ueberzeugung, die der Annehmer desselben besizt, daß die Vermögensporzion, welche mittelst der Beglaubigungsurkunde auf ihn übergeht, wirklich vor— handen sey und deren Uebergabe wirklich erfolge. 345• Der Wechsel, die Verschiedenheit des Preises der Pa— piermunze gegen andre Münzen, im Verhältniß gegen *) Man sebe was ich weiter unten(3. 347.) von der Virgi⸗ nischen Tabak-Papiermünze sage; bey ihr ist die Beurkun⸗ dung nicht nach der Metallmünze, sondern nach der Tabak⸗ masse, als dem Ktemometer, dem Gelde gestellt. 309 man W I am Karakter 5 585 als Ausgleichungs— i 8 also 1 Münze, 9 41 19—— Die Papiermünze kann über ihren n n Preis steigen, sie kann unter ihn sinken, d. h. sie kann für eine größere Vermögensporzion angenommen werden als sie ermüze seh wirklich bezeichnet und enthält; sie kann aber auch für eine bgeihntm geringere angenommen werden. Das erstere kann der niht afd Fall seyn, wenn die Abwesenheit der Vorzüge der Metall—⸗ 0 Lunyn oder Waaren münze sich mit den Vortheilen der Papier⸗ . münze vereinigen. nuß sih n. Diese Vortheile bestehen in der größeren, leichteren nlichkeitt Transportabilität, in der Eksparung der Beschwerde des welcher ds Zählens, des Verlusts am Gewichte der Metallmünze, in der Ubigt⸗werde verminderten Gefahr u. s. w. Vortheile, die in einzelnen eristire, Fällen, z. B. für Reisende, der Papiermünze den Vorzug vor Reben werd. der Metallmünze geben können. gatsbürger Häufiger ist allerdings der Fall, daß Papiermünze größer d unter ihren nominalen Preis sinkt. inger der M Die Vorzüge der übrigen Münzen und insbesondere der Hapierminp, Metallmünze sind nämlich ausgebreiteter. Annehn Die Papiermünze ist die Beglaubigung: daß die be⸗ wasche i zeichnete Vermögensporzion existire, daß der Besizer der⸗ „ vnilich selben Eigenthümer dieser Vermögensporzion sey und gegen selhe Empfang dieser Beglaubigung sie augenblicklich aushändigen werde. reises de Die Metallmünze ist diese Vermögensporzion selbst. ahllnß Ist das Publikum überzeugt, daß der Ausgeber die Metall-⸗ münze, welche durch dieses Papier übertragen wird, wirk— de Ml lich besizt, daß also z. B. der Staat oder die Staatsbank 11 nicht mehr Banknoten u. s. w. ausgegeben hat, als ihre Fonds dh betragen, sie mögen nun in Numerär-, oder in gesezmäßigen gesflt. 310 Staatsauflagen, also in Staats⸗-Schaz-Vermögen bestehen, welche zu Einlösung dieser Banknoten bestimmt sind; ist das Publikum ferner von der Redlichkeit und Pünktlichkeit der Staatsverwaltung überzeugt, so wird diese Papiermünze mindstens für ihren Nominalpreis gelten, al pari stehen. Wird jene Ueberzeugung erschüttert, so muß auch die Papier— münze an ihrem Preise verlieren. 1 346. Dieser Verlust kann sich nun entweher unmittel— bar oder mittelbar äußern. Unmittelbar äußert er sich, wenn die Papiermünze in ihrem nominalen Preise im Verkehr sinkt; wenn also z. B. eine Banknote von 10 Pf. Sterling nur für 8 ange— nommen wird. Mittelbar dann, wenn die Regierung der Papiermünze gezwungenen Kurs giebt, wie dieß z. B. in der Oesterreichischen Monarchie und jezt auch mit den Londoner Banknoten in Großbritannien der Fall ist. Seo weit die Macht der Regierung wirkt, kann dann die Folge davon nur seyn: daß der Preis des Vermögens, d. h. aller andern Genußmittel, gegen diese Münze steigt, daß man also von dieser Papiermünze eine größere Nominalmasse bedarf, als von der Metallmünze. Der Grund dieses Sinkens kann nur in der Erschüt⸗ terung jener Ueberzeugungen, vorzüglich derjenigen von dem Daseyn des Vermögens ruhen, welches die Beglau— bigungsurkunde überträgt. Die Zweifel an dieser Eristenz entstehen nämlich beym Publikum aus dem Zwange, diese Papiermünze anzu— nehmen, sie gegen Metallmünze auszutauschen, aus der Ver—⸗ sagung oder Zögerung des alsbaldigen Austausches, oder aus öget hichz süd der Menge, aus der Ueberhäufung jener Papiermünze. with Dann entsteht nämlich der Fall, wo der Vorzug der andern ͤnklüchtz e* e.; In Münzen, besonders der Metallmünze, seine Wirkung zeigt. Apiettyhhy.—— s 2nm 10 Dieser Vorzug 9 in dem ausgebreiteteren Pantsihz ö Spielraume dersel ih N Metallmünze ist se 180 eine Ver mögens porzion, ein solches inr. das wegen seines positifen Werths für alle kultivirte Mensch en brauchbar ist; es laßt keinen Zweifel über die Existenz der Vermögensporzion Raum ö und ist zugleich zum Verkehr mit der ganzen kultivirten Menschlseit tauglich. Richt also die Papiermünze; je mehr sich diese von dem Orte, der Gegend entfernt, wo dasjenige Vermögen, dessen Porzion dadurch übertragen wird, sich befindet, je mehr muß es an seiner Brauchbarkeit als Münze verlie— ren; denn je größer muß die Ungewißheit über das er unmitih ie Papientz nkt; wenx α für 8 die Regien abt, wie 5 auhn wirkliche Daseyn dieser Vermögensporzion werden, je er Jall ist. geringer das Vertrauen zu Erlangung derselben, je großer vumn N N ie Schwierizkeit sie in seine Gewahrsame zu bringen. Pa— ens, vy piermunze kann also selten außer dem Staate gebraucht „ daß un werden, wo sie ausgegeben wird. Ralnost E Höchstens in seinen nächsten Umgebungen zum Gebrauch des Kommerzes. Auch da wird sie sich, aus obigen Grün— in der El den, selten bey ihrem Nominalpreise halten, sondern un— enigen von i mittelbar unter ihn sinken, denn sie wird und muß, ihrer 3 die Dhl Natur nach„stets an den Ort zurückwandern, wo sich die— jenige Vermögensporzion befindet, welche durch sie übertra⸗ zen wird. Alle übrige Betrachtungen, welche die Papiermünze in Nazional-Oekonomistischer Hinsicht darbietet, werde ich bey dem nachsten Abschnitte von den Banken, so wie in ninlich Hy jerwunze m d ces, Odeb r l 312 soferne sie gezwungenen Kurs erhält, also als Staats— Kreditmittel zu betrachten ist, im zten Bande unter der Materie von dem Einflusse der Finanzgesezgebung auf den Nazionalwohlstand behandeln. 347. B. Waarenmünze. Waarenmünze nenne ich dasjenige Ausgleichungs— vehikel, welches nicht aus einer Beurkundung des Uebertrags einer bestimmten Vermögensporzion und auch nicht aus Metalle besteht(343.). Jeder Produkt— stoff(55.) kann zum Ausgleichungsvehikel die— nen, sobald er die Eigenschaft besizt, daß er r. ohnbeschadet seines positifen Werths sich in die kleinste(unwertheste) Vermögensporzion abtheilen läßt, 3. allgemeinen absoluten, oder doch allgemeinen relatifen Werth hat(Ir B. Z. 49.9 Die großen Vorzüge des Metalls zum Ausgleichungs— vehikel, welche ich weiter unten darstellen werde, haben die Waarenmünze allmählig aus Europa verdrängt. Waaren sind in der Vorzeit oft Vermögensmesser, oft selbst Münze gewesen. Das Beyspiel mehrerer, selbst gebildeter Völker beweist, daß Metallmünze nicht unentbehrlich ist, daß auch Waa— ren zur Abtheilung und Ausgleichung dienen können. Im ersten Zeitpunkte des Kulturstands der Athenienser waren Ochsen ihre Münze, Schaafe die der Römer. Allerdings mußte dieß die Ausgleichung erschweren. ) Ich bemerke also hier für immer, das ich allen Produkt— stoff, außer der Metallmunze, im Gegensaz derselben, Waagre nenne. fliß oß kle G0/ flo! Del! und de V Past entle dientz Hnö 313 mii In rten das innere Wume unter diesem sangu fleißigen und arbeitsamen Volke beträchtlich. Mexiko besaß große Märkte; in Mexiko galten Kakao⸗Bohnen, kleine baumwollene Tücher, Federkiele mit Goldstaube gefüllt, dünne Stücke von Zinn ꝛe. für Münze. Lusglith ‚ In Virginien bedient man sich der Tabaks münze. undunge Der Tabak wird in öffentlichen Vorrathshäusern aufbewahrt ion und at und dem Eigenthümer für den Werth einer Note zugestellt, er Produh die wie Metallmünze umlauft, und so wie die Europäische vehikelh Papiermünze eine bestimmte Vermögensmasse bezeichnet und enthält), also eigentlich ebenfalls Papier münze ist. sich in In Holland, dem Vaterlande der Blumisten, be— btheilen Haß diente man sich einst der Tulpenzwiebeln als Vermö— Igemeinn gensmesser und Ausgleichungs vehikel. ͤ In einem Theile Indiens braucht man die Muscheln, Magleicung Kauris genannt, die aus den maldivischen Inseln kommen, de, haben zur Ausgleichung. Sie zirkuliren dort als der éoste Theil t. eines Pecha(eine Kupfermünze, 6 Deniers Französisch). zenzness In Aethiopien und Abyssinien vertritt Salz die Stelle der Münze. Zwo Täfelchen, 3 Zoll breit und dick Vͤltr Bas und 1 Fuß lang, haben den Preis einer Drachme Golds. h Im südlichen Amerika bedient man sich oft des ͤ 0 Kakao und des Mais zur Ausgleichung. 19 In Westindien des Zuckers. 160 In Neu-Foundland des Stockfisches. Vebhat) Brissot berechnet die Virginische Tabakernde zu— Fͤässern II H 4— und den Werth des Fasses zu 10 Virginisch. Livres. 314 Bisweilen haben sogar Regenten die edlen Metalle nicht zur Münze, Waaren dagegen, zum Vermögens— messer genommen. 3 B. Cäsar, das Grundeigenthum. Wenn schon die Vorzüge der Metallmünze in Europa die Waarenmünze verdrängt haben, so hindert doch nichts, daß sie, zu Beförderung des Nazionalwöhlstands, neben ihr eingeführt werden könnte. Die Mobilisirung des Vermögens ist der mächtigste Hebel des Reichthums. Besizt aiso ein Produkt die oben bemerkten Eigenschaften, so wird die Verwandlung desselben in Münze, die Ausgleichungsmittel, also den Verkehr erhöhen, mithin die Produkzion vermehren. 348. C. Metallmanze. Metallmünze ist: eine, entweder durch die Staats-— vegierung oder durch glaubwürdige Kunstverstandige in Ab— sicht ihres positifen Werths, ihrer Qualitat und Quan⸗ tität, beglaubigte Masse von Metall. Dieser Begriff schließt also Gold und Silber in Barren ein, dessen man sich im großen Verkehre auf den Weltmärkten bedient. Die gewöhnlichste Gattung der Metallmünze ist die— jenige, welche die Staatsregierung beglaubigt, indem sie nämlich eine Porzion Metall mit einem öffentlichen Ge— präge versieht, und ihr dann die Bezeichnung einer Ver— mögensporzion giebt. Gewöhnlich werden dazu edle Wetalle, Gold und V Silber, da wo es aber an diesen fehlt oder durch Lokalver— 4) Caesfar, de bello civ. Lib. III. E 315 edle Mu Wh hältnisse andre Metalle einen bedeutenden verglichenen M Vandgr I 2 iü! Werth haben, auch Kupfer, Glockenmetall, Eisen ꝛc. ge— eigenthum h, nommen„. ije in Eurn Das Metallvermögen, dessen Porzionen die Re— ext doch nihh gierung durch die Münze verbreitet, muß nothwendig in ös, Hehe deren Besize seyn; es sey nun daß sie dasselbe aus den Bergwerken hebt— und dieß scheint der vorzügliche Grund, der mütu warum die Bergwerke großentheils der Nazionalgesamt— dukt Mah heit vorbehalten worden sind— oder daß sie es durch Auf— Hung dshe lagen aus dem Nazionalvermögen entweder in Natur oder den Vuth an andern Produkten zieht, wofür sie von Metallbesizern Metall eintauscht. Metalle und darunter besonders die edlen sind wohl aus folgenden Gründen vorzugsweise zur Münze ge— vählt worden. die Stanh Sie sind 1. am theilbarsten, bieten also dem Zwecke andige i der Mobilisazion, der Vermögens abtheilung, so wie at und Qup der Ausgleichung im Tausche/ den weitesten Spiel— raum. ö Ciba i 2. Als Genußmittel haben sie, gleich allen andern Dertgie Gütern, einen positifen und in der allgemeinen Skala der Genußmittel ihren festgesezten Grad von vergliche⸗ nine it V nem Werthe. Ohne 95 würden sie, nach dem „ ium bestimmten Begriffe, kein Ausgleichungsvehikel abgeben kön— ntlichen H ») Die Spartanische Münze von Eisen ist bekannt. Nach Ari— stoteles ließ Dionysius von Syrakus auch zinnerne Münze prägen: bey den Römern findet man auch bleyerne. „ Gub 1 Veyde wurden nachher durch die Geseze verboten. Auch die uch Llhn alten Bewohner der Britannischen Inseln batten nach— sars Zeugniß, eiserne Münze, so wie die Klazomenier und Byzantiner. eine He 316 nen; der Empfänger würde für die Vermögens porzion, die er hingiebt, nichts erhalten. Der Grad dieses Werths ist aber nach den allgemeinen Grundsähen des Werths der Güter(Ir B. S. 41. folg.) so hoch, daß eine kleine Porzion schon eine verhältnißmäßig bedeutende Masse andrer Güter aufwiegt; es folgt hieraus ihre Transportabilitat als eine Eigenschaft, welche sie zum Verkehr vorzüglich brauchbar macht. 349. Man kann den Werth derjenigen Metalle, welche vor⸗ züglich zur Münze verwendet werden, nicht absolut nen—⸗ nen(r. B. Z. 42.), und eben deswegen ist ihre Brauch⸗ barkeit zur Münze größer. Aber allgemein-relatif ist ihr Werth. Denn die edelsten Metalle lassen sich zu allen Gattungen von Geschirren so wie zu Verzierungen anwenden. Was aber ihrem positifen Werthe fehlt, nämlich der Genießbarkeit und der Unentbehrlichkeit(ur B. Z. 44.0 wird durch den Grad ihres verglichenen Werths bey civilisirten Völkern reichlich aufgewogen. Denn der Grad dieses verglichenen Werths(r. B. 3. 44. S. 42. ist hoch durch a. die Seltenheit derselben, im Verhältniß aller an⸗ dern Güter, b. durch die Substanz, den Adel, die Reinheit, die Dauerhaftigkeit derselben‚ *) S. Jakobs Grundsäze der Naz. Oekonomie ꝛc. S. 77. f. 158. wo die Vortheile der edlen Metalle mit Einsicht aus einander gesezt find. *—..——m—*.KNN 317 Nr c. durch den Aufwand an Kraft und Zeit, also durch den hohen Grad von Ur-⸗ und industrieller Produkzions⸗ en Agerag kraft, die ihre Hervorbringung und Bearbeitung fo— S. A. flh dert*). hilnihnißß Dieser hohe Rang in der Skala der Genußmittel ist es folgt Han also, der edle Metalle vorzüglich zum Ausgleichungsmittel aft, wihf geschickt macht und der Metallmünze den ausgebreitetsten Gebrauch verschaft hat. Darin und nicht, wie Kant glaubt, in dem Umstande ist also wohl der Ursprung der Metallmünze zu suchen:„daß der Regent eine Materie, die welhe n„er anfangs bloß zum Schmuck und Glanz seines Hofs bsolut in„brauchte, als Abgabe von seinen Unterthanen einfoderte, ihre Buauh„und sie damit wieder lohnte.“ Nur in einzelnen Fällen, z. B. auf der Guinea⸗Küste, möchte dieß wahr seyn. 0. Durch diese aus der Natur der Sache geschöpfte Grund— en Gattungn saze löst sich der Streit der Philosophen und Staatswirth— en. schaftslehrer, eines Hume, Stewart, Montes qui eu, hlt, ninst Young, Smith u. a.: ob Metallmünze ein Vorstel— B. 3.40 lungs-, ein repräsentirendes Zeichen der Waaren Brthe h(Güter, Genußmittel) sey, von selbst. der Grol Nur Ein Punkt bleibt zu berühren übrig. 19*) Wenn Kant(in der Metaphysik des Rechts, S. 124.) das Wesen des Gelds darein sezt, daß die Sache, welche Geld niß alet w heiten soll, eben so viel Pleiß gekostet haben müͤsse, als die Waare, welche dafür eingetauscht wird, so hat er, abge— Reinheh sehen von der unrichtigen Ansicht dessen, was man Geld nennt, nur einen einzelnen Theil des Grads des ver⸗ glichenen Wertbs aufgefaßt, und geht von den Grundsäzen Smiths aus, der bekanntlich das Nazionalvermögen aus— l schließend im Arbeitskapital sucht; ein Grundsaß, dessen ahande 4— s et unrichtigkeit klar ist. D— 318 Gerade nämlich dadurch, daß jene Metalle zum Aus- gleichungs vehikel brauchbar sind, ist ihr positifer Werth, nämlich ihre Genießbarkeit(Brauchbarkeit), also auch ihr Bedürfniß erhöht worden. An sich wür— den sie also, ohne diese Brauchbarkeit, ohne diese Ver— wendung zum Ausgleichungsvehikel, zur Münze in der allgemeinen Skala der Güter einen geringeren Grad des verglichenen Werths einnehmen. Die Mün zeigenschaft selbst ist also ein Theil ihres Werths, und rückt sie in jener Skala um eine Stufe höher. 350. Aus obigem ist es nun wohl klar: warum bisher die Forschungen der Philosophen und Staatswirthschaftslehrer über das, was sie Geld nannten, unmöglich reine Re⸗ sultate gewähren konnten. Sie vermischten Geld und Münze, zwey erwiesen verschiedene Begriffe; sie schränkten dann wieder den Begriff des Gelds auf Metall— münze ein und betrachteten wieder diese nicht nach der Eigenschaft ihres Zwecks, nämlich als Ausgleichungsvehikel, sondern nach ihrer Substanz als Metall. Daher die unnüze Untersuchung, ob Geld(Münze) Waare sey. Waare, Genußmittel, bleibt die Münze, auch nach— dem das Metall die Münzeigenschaft angenommen hat, aber in seiner Eigenschaft als Münze wird es durch diese Eigenschaft, welche zugleich ihren verglichenen Werth erhöht(349.), allen übrigen Genußmitteln entgegen gesezt, und diese, in jenem Gegensaze, Waare genannt. ů So wird z. B. selbst eine Metall münze wieder zur Waare, sobald sie in eine Mönzsammlung als Theil derselben — 319. ale un gu geräth oder von der Regierung außer Kours gesezt oder ein⸗ positifn geschmolzen wird. nn Dieß will wohl Achen walls Erklärung sagen:„es sich bh„sey eine Sache, deren Gevrauch nurdadurch möglich sey, ne diest dy„daß man sie veräͤußere:“ ob sie gleich eben so dunkel und II f——— 8*——————— runze uh unvollständig ist als Kants Realdefinizion:„Geld sey geren 6„das allgemeine Mittel, den Fleiß der Menschen gegen ein⸗ ünzegent„ander zu verkehren.“ , nd it 351. Die Vermischung des Vermögensmessers mit dem Ausgleichungsvehikel, die Dunkelheit, welche über den Begriff von Ausgleichungsvehikel, von Münze herrschte, um bioher 4 E Si. hat über das Ausmünzungs system, d— h. über die Art, 450 der Nazion Ausgleichungsmittel zu verschaffen, viele Freine 9 Irrthümer verbreitet. 2 0 In Absicht der Papiermünze werde ich mich in den Begliff; folgenden Abhandlungen näher erklären; in Absicht der Me⸗ auf Metah ta Ulmünze entstand vorzüglich der bedeutende Irrthum, die V W ö— 4 ligt mah u Ausmünzungsart als ein Staats- Produkzions mittel, ihun als eine unschädliche, zweckmaßige, indirekte Auflage zu Daher betrachten und zu behandeln. re sch. Ich habe vorhin den vositifen so wie den allge— je, auch ni meinrelatifen Werth und den Grad des vergliche— men hu, K nen Werths der edlen Metalle aus einänder gesezt; ich habe 1 5 dulh zugleich gezeigt, daß die Benuzung derselben zur Münze de— verglihet ren positiven Werth bey kultivirten Nazionen an sich ert Genumiht höhe„9. ö Segensh*) Metaphysik des Rechts. S. 123. *, Die Peruaner und Mex'kaner z. B. bedlenten sich des Golds nicht zum Nusgleichungsmittel, daher der Unwerth dieses Metalles bey jenen Nazionen vor der Spanischen Eroberung. eVetr N Heldfhn 320 ö—— Die Grade des positifen Werths der edlen Metalle, also auch der Metallmünze, können allerdings, obwohl nur in einer beträchtlichen Distanz, verschieden seyn, je nach dem Grade der Brauchbarkeit, also des Kultur-⸗ stands, der luxuriösen Konsumzion, des Verkehrs u. s. w. und so auch die Grade des verglichenen Werths der— selben, nach der Seltenheit u. s. w. Aber bey allen civili— sirten Nazionen müssen edle Metalle positifen und allgemein-relatifen Werth haben. Dieser positife und allgemein-relatife Werth der edlen Metalle— dessen Gradazionen stets nur unbedeutend sind und nur in beträchtlichen Distänzen Statt finden— sind es, welche den allgemeinen, den Weltpreis der edlen Metalle, also ihr allgemeines Verhältniß gegen Waaren bestimmen. 79 30 Bey gebildeten Völkern muß sich, durch die Mannig⸗ faltigkeit der Genußmittel, jeder Verkehr zulezt in Welt—⸗ verkehr auflösen, und da dieser sich einzig der Metall—-⸗ münze als Ausgleichungsvehikel bedienen kann, so muß er sich nothwendig nach dem Weltpreise richten. Auf welche Art und Weise also die Regierung edle Metalle in Mün z eigenschaft abtheilen, zerstücken, und mit welchem Gevräge sie solche auch immer versehen mag, der nach dem positifen und allgemein-relatifen Werthe der Substanz regulirte Weltpreis ist es, der im Weltver— kehre den Preis dieser Metallmünze bestimmen wird. 352. Alle vorhergehende Säze beziehen sich auf den jezigen Zustand der Dinge, auf kultivirte Nazionen. Ich habe be— merkt, daß und in wiefern der positife, so wie der verglichene Werth der edlen Meralle als Münze Grädazionen habe. 11 dboah erschieden shj 0 des Kulz herkehre u Wuithh dey ale aiz ysitifinn erth vr nbedeutend i den— sodt eis der. gen Waal Rdie Mam lezt in V Rder Metih ann, s ichten. Regierun ücken, al sehen mig xN Worse N. in Voh nen winz den jeiihl I hihe der vegsc len hahe — 321 Erst nach den Siegen der Griechen über die Perser flengen die edlen Metalle an Ausgleichungsvehikel werden zu können. Erst nach dem Frieden des Pyrrhus konnten die Röm er sich der Silbermünze bedienen. Die Proporzion des Silbers gegen Kupfer, als ihrer ehemaligen Münze, und mithin auch gegen alle andre Waaren, war damals wie 1. 960, zulezt wie 1: 128. Indeß stand der verglichene Werth der edlen Metalle vor Amerikas Entdeckung noch immer sehr hoch. Wenn er nachher nicht in der nämlichen Proporzion fiel als deren Masse sich mehrte, so war dieß eine natürliche Folge der gerade durch jene En auiin erweiterten Be— dürfnisse, also des vermehrten Verkehrs, also der erhöh— ten Brauchbarkeit der edlen Metalle. Indeß würden, bey dem geringen Vorrath des übrigen Europa an edlen Metallen, Spanien und Portugal sich im 1éten Jahrhunderte in dem Falle befunden haben, deren Preis in einer beträchtlichen Höhe erhalten zu können, hätte nicht die Vertreibung der industrieusen Mauren, die Kriege und der Mangel eigner Industrie, sie gezwungen, Gold und Silber für unentbehrlichere Genußmittel, für Güter absoluten Werths hinzugeben; also nur die Münz— krämer der übrigen Welt zu machen. So wie die Weltverkehr⸗Verhältnisse jezt stehen, j eze also, wo der Weltwerth der edlen Metalle auf einen gewissen Ruhepunkt gekommen ist, in welchem er sich mit nicht bedeutenden Vartazionen bewegt, jezt müssen alle verkeh— rende Nazionen, also auch alle Regierungen, den Welt— preis dieser Metalle mit Hinsicht auf die Münz bestim— mung anerkennen; diesem Anerkenntnisse sind alle willkühr— Zweyrer Band. ö 21 322 liche ideale Benennungen, Abtheilungen und Formen schlech⸗ terdings un ter geordnet. Aus ihnen kann also an sich keine Erhöhung der Na⸗ zional Vermögensmasse entstehen. Bohl aber hat die Tendenz der Regierungen: durch diese Mannichfältigkeit der Abtheilungen, Formen und Be—⸗ nennungen zu gewinnen, nur dazu gedient, den Ver— kehr aller azionen zu hemmen, zu erschweren; Vortheil hat sie teiner einzigen gebracht. Mit Dank muß also der Men-⸗ schenfreund die neuerlichen Bemühungen des französischen Gou— vernements erkennen, den Münzfuß oder das Metallverhält— niß auf ein richtiges in der Natur gegründetes Prinzip zurück zu führen. 353. In sich unwandelbar ist also der Weltwerth der edlen etalle, also auch der Metallmuünze, also unabhängig von Form und Faßon; aber dieser Weltwerth ruht, wie der des gesammten Vermögens, auf den allgemeinen Gesezen des Werths. Die Geschichte des Ausmünzungswesens ist die: eines ewigen Ringens der Regierungen, sich wechselseitig zu täuschen, an einander zu gewinnen. Allerdings ist dieß bisweilen den klügeren, vor allen Dingen aber den industriöseren gelungen, aber die Täuschung konnte nur so lange dauern, bis der Vergleichungskalkül des Weltwerths berichtigt war, oder so lange, als die Abhangig⸗ keit einer Nazion von der andern in Absicht ihrer Bedürfnisse. *) Ein deutscher Schriftsteller(Werneburg) hat jüngst in einer Zeitschrift den Beweis versprochen, daß das wahre Prinzip der Ausmünzung so wie des Gewichts und Maases nicht in der Dekadik, sondern Telistadik liege. —* FFF—————* 323 Hannenstt ö— In diesem Falle war sie nur eine maskirte Form des Drucks. Sie ist also allen Gradazionen des verglichenen Werths unterworfen. Dient sie zugleich zur Bezeichnung des Vermögensmessers, so bleibt sie zum Zweck dieser Be— zeichnunz wohl unwandelbar; aber nicht in der Eigen— schaft als Ausgleichungsvehikel. Ihr Preis steigt und sinkt dann wie der Preis der Waaren, und das leztre ist es, was der Sprachgebrauch Theurung nennt. Hieraus folgt nicht, daß Theurung, im gewöhn— hun d d rungen: ormen und d ient, du dy n; Vunho also der Yu anzöͤsichenez lichen Sinne dieses Worts, einzig vom Preise der Me— àR albeht tallmünze abhange, doch, daß sie davon abhangen könne. undetes Iin Ueberfluß an Metallmünze wird den Preis derselben, wie bey den W Waaren, drücken, man wird also eine größere Masse von Metallmünze für die nämliche Waare bedürfen; Naber die Erhöhung der Waarenpreise, also die Theu—⸗ rung, kann auch durch Seltenheit der Waaren, durch Mißverhältniß der Produkzion und Konsumzion bewirkt wer— den, ohne daß der Preis der Metallmünze sinkt. Deutschland hat aus allen Münzordnungen von 1524 an bis zum lezten Augsburger Probazionstag von allen Münz— füßen, vom Pirnaischen(1667) bis zum jezigen 20, 21, 22 und 24 Guldenfuß nichts gewonnen.— werth der also unabhiz h ruht, Vi! emeinen Oh 5wesens wechselsath geren, ll Nicht reell im Ganzen, sondern nur nominal ist r die Tilshn hingegen diejenige Waarentheurung, welche durch Verschlech— cungekl terung der Münzen, d. h. durch eine von dem Weltpreise 6 die Mhihz der Münzmetalle abweichende Ausmünzungsart hervorge— r Dusf bracht wird. Der Münzbesizer giebt nicht mehr als jener Weltpreis besagt. t t 354. 05 Indeß hat man, jener Grundsäze uneingedenk, die Art Mꝛasez nih der Zerstückelung und Bezeichnung der edlen Metalle für 324 den Zweck des Ausgleichungsvehikels, der Münze zu einer Wissenschaft erhoben. Es ist nämlich zwischen den verkehrenden Nazionen eine Gattüng von Krieg organisirt worden: durch die Formen der Ausgleichungsvehikel sich wechselseitig zu plündern. Der Zweck der Münze, die Ausgleichung im Verkehre, machte eine bis auf die kleinste und unwertheste Vermö— gensporzion hinab sich erstreckende Zerstücklung der Metalle, und dieß wieder, um dem Betruge zu steuren, eine öffent— liche Beglaubigung der Substanz in Absicht ihrer Qualität und Quantität(Korn und Schrot) nothwendig. Diese Beglaubigung mußte die Nazion der Regierung, der obersten Staatsgewalt übergeben. Die sich immer erhöhenden Bedürfnisse der Regierungen lockten sie, jene Beglaubigung zu einer Quelle von Einkünf—⸗ ten zu machen; daher die mannichfaltigen Ausmünzungs⸗ systeme. Aber diese Mannichfaltigkeit hat den Wohlstand aller Nazionen aufgehalten, nicht ihn befördert. Der positife Werth der edlen Metalle wird nach ihrem Gewichte und innern Gehalte bestimmt. Diese Bestimmungen liegen in der Natur der Metalle, als Genuß— mittel betrachtet; sie sind also allgemein anerkannt und unwandelbar. 355• Einen Ausmünzungsfuß festsezen, heißt nichts weiter, als eine gewisse angenommene Metallmasse, z. B. eine Mark in gewisse Theile zerstücken, und diesen zerstückten Theilen dann einen bescimmten Preis, so wie eine eigne Be— nennung verleihen. N kehre dert Ni—— 200 Wie viel im Verhältniß aller andern Güter jene an— genommene Masse an verglichenem Werth enthalte? also der Mpjionm ö N e e verglichene Werth dieser Mark ist durch die auf den zinin Grundsäzen des Werths ruhende Uebereinkunft aller ö Nazionen bestimmt. ö ng im Vusth An dieser Uebereinkunft kann also für den Weltverkehr ertheste Bunz die Form durchaus nichts ändern. Jeder Empfänger ng der Man, wird dann zum Metallurgen, die Münze ist ewig auf der eine öͤffh Kapelle. n Absicht iy ö Für den Weltverkehr hat Abtheilung, Form, Be— ) hothwesh nennung der Metallmünze kein Interesse, und in sofern Negierung, hat Mauvillon*) recht, daß der Münzfuß gleich— gültig ist. „Reann Anders verhält sichs allerdings im innern Nazio— nalverkehr. Da jede Regierung bey ihrer Ausmünzung den Welt— verkehr berücksichtigen muß, so muß die Willkühr in Absicht der Abtheilung, Benennung und Bezeichnung allerdings einen Markstein haben. Eine jede Beglaubigung, die dem Weltwerthe wider— hird nach ihtt—..6 an, spricht, 110 den durch die allgemeine Uebereinkunft der ver— 40 a. kehrenden Nazionen festgesezten Werth der Münzmeralle an— le, als Genß e von Einki Ausmümng Vohblsato h ů ders ausspricht, ist Täuschung. in Müen Es ist aber nicht allein Täuschung der unerfahrnen Volksklasse*). Es ist auch Selbsttäuschung.„ *“) Ueber die Preußische Monarchie. 3. B. S. 23r. nichtz Wit/ 5 3— 5 1 *½ Wenn Montesquieu von der Münzverfäͤlschung spricht, zu . eie Mit ö 33. 2 e 90 welcher die Röm. Kaiser nach dem Untergange der Republik ikten Pl sich durch ihre Verschwenduns gezwungen saben— so fügt er He lihne V. hinmu: on retiroit une partie du don et on cachait la main.— E. d. L. T. III. p. 168. 326— 356. Diese Täuschung hatte indeß für den Nazionalreichthum sehr nachtheilige Folgen. Sobald man gewahrte, daß die Beglaubigung nicht mehr den allgemein-relatifen Werth des Münzmetalls aussprach, mußte jede einzelne Münze erst der Prüfung und Schäzung unterworfen werden; dieß erschwerte nothwendig den Verkehr, und ent— wurzelte das wechselseitige Vertrauen, die Seele des Kom— merzes. Es erschütterte den so wichtigen Glauben der Re— gierten an die Redlichkeit der Regierenden. Es brachte in dem Privatvermögen der Nazionalglieder eine dem Anwachse desselben sehr nachtheilige Verwirrung hervor, weil man sich der zum Ausgleichungsvehikel bestimmten Münze zugleich als Vermögensmefser bediente. Der Verkehr macht, wie ich vorhin(338.) bemerkte, bey civilisirten Völkern einen Vermögensmesser unent— behrlich. Die edlen Metalle sind zu diesem Vermögensmesser unter allen Gütern am meisten geschickt. So lange also die Me— tallmünze nach dem allgemein relatifen Werth der Metallsubstanz ausgeprägt, also beglaubigt wurde, war auch sie fähig, zum Vermögensmesser gebraucht zu werden. Wenn z. B. eine Mark Silber, von einem metallur— gisch bestimmten Feingehalt, in 120, in 240 Theile abgetheilt wurde, und diese Abtheilung wirklich den zosten, den z40sten Theil jener Mark Silbers enthielt, so blieb, nach wie vorhin, die Metallsubstanz der richtige Vermögensmesser. Ganz anders verhielt sichs, als Benennung und Substanz nicht mehr einstimmten; der Maasstab hatte hiomnleüchn ahite, d N inzrelatifn jede li ng unterxush arin 9. l . du 6 renden. glieder eine kr ing hervor, y Ibestinnn ser bedien, 338.) bemnth messer u gensmesse m ge ase N N latifen— higt wulde/ x ser Rhnutt u. einem mitals Teil agehl 20ff, N soblch,kt wögenam, ennung W Mabstihhl beträchtlich höh er sey; dieser lag in seiner 327 nun seine Eigenschaft verloren; jede Anwendung desselben mußte also unrichtig werden, unrichtige Vergleichungen, un— richtige Kalküls, also Verwirrung erzeugen. Gerade dadurch und nur dadurch wurde diese Ver⸗ Metalle, wirrung erhöht, als man zweyer ley 7 von ganz verschiedenem positifen Werth zu gleicher Zeit zu Aus⸗ gleichungsvehikeln wahlte, nämlich Gold und Silber). Dieß ists, was diejenigen Staatswirthschaftlichen Schriftsteller geahnet zu haben scheinen, welche die Ausmün⸗ zung des Golds neben dem Silber für nachtheilig er— klaren. Wäre nämlich die Metallmünze nicht auch zum Ver— mögensmesser benuzt worden, so würde die Ausmünzung des Golds neben dem Silber ganz unnachtheilig seyn. Aber ein doppelter Vermögensmesser ist an sich nicht denk— bar; er muß alle Proporzionirung verwirren, und dieß mußte bey dem Golde um so mehr der Fall seyn, je schwerer es an sich war, das Werthverhältniß beyder Metalle ge— gen einander zu ergründen. Auch ist es hierüber nie zu einer Weltübereinkunft Einig war man wohl darüber, daß Gold einen bedeutend höheren positisen Werth habe. Einig auch daß der Grad seines verglichenen Werths Seltenheit. gekommen. Dieser lag in seinem größern metallurgischen Adel. darüber, 2) Bey den Griechen findet man die ersten Goldfkücke in den Zei⸗ ten des Mazedonischen Philipps und Alexanders des Großen. Sie enthielten über 23 Karat 6 Gran fein; es fehlte ihnen also nicht einmal ein halbes Karat zur höchsten Feine. Bey den Römern findet man 90 ersten Goldmün⸗ zen 62 Jabre nach der Silbermünze, im J J. 546 d. E. d. St. Plin. Hist. nai, III. L. 3. c. 53. 328 rn Aber schwer war es allerdings, die Gradazionen dieses Werths heyder Metalle genau und schneidend zu bestim— men, zumal eine Gegend, eine Nazion reicher an diesem Metall war als die andere. Gewöhnlich bewegt sich jenes angenommene Verhältniß zwischen 1 zu 14 bis 15. So ist z. B. das gesezliche Ver⸗ haltniß von Oesterreich zu 144, von England 154(oder), von Holland 145, in Portugal wie mzu 132, in Spanien seit 1737 13 154(neuerlich noch höher), in Frankreich 1 zu 142, in Holland(der Ryder) 1 zu 142, in Dännemark zu 1525; dagegen in China nur 1 zu 10, und in Japan vollends nur m zu 8, weil im Orient die edlen Metalle häu⸗ figer als Waaren zum Waarentausch und weniger, oder(wie in China) gar nicht als Ausgleichun gs vehikel gebraucht werden. Die berühmte Akte vom Jahr 1665, wodurch das Brite tische Parlament die Münzprägung als Naziönal last über— nahm, bestimmte die Ausmünzung des Pfund Goldes auf 9344 Schilling-Gewicht und 11 Unzen, oder 22 Karat Ge⸗ halt. Die Oesterreichische Monarchie, vor dem Traktat von 1753, die Mark Silber, Köllnisches Gewicht, zu 22 Gul— den, nach ihm zu 20 Gulden, und die Mark Golds zu 283 Gulden 5 Kreuzer„ Pfennig, und 23 Karat 8 Gran Gehalt. Jene Proporzionen, welche die R iegierungen sank— zionirt haben, sind aber von dem Weltverkehre bald verlassen worden. So vie nämlich die Masse des einen Metalls ab— oder zunahm, mußte auch der Grad ihres verglichenen Werths verrückt werden. Bedeutend waren aber die Abwei—⸗ chungen nie, denn nach Dions Zeugniß war schon bey den Römern das Verhältniß wie zu 14. Ein Goldstück(etwa 22 Livres Franz.) galt 25 Drachmen. 329 kadgsinn end Iu sn her an Rs Die ursprünglich mit dem Münzkarakter keineswegs unvereinbare, sondern ihm vielmehr wesentliche Eigenschaft eines Guts, eines Genußmittels, mußte zwischen bey⸗ den Metallen, so wie vom Metall gegen alle andre Güter, ene Verhäl 515 n ihre Wirkung nothwendig ossenbaren. Asdiihe d So lang es also unmöglich seyn wird, die volle Masse i ö des Gold und Silbermetalls zu bestimmen), so lang wird * auch eine sichre, feste Proporzion unmöglich seyn. Gehoben in Sranta ist indeß größtentheils der Nachtheil des Neben einander— in Dimmmn bestehens der Gold- und Silber münze, sobald man auf⸗ und in ue hört, die Metallmünze ohne Unterschied als Vermö— u Metallesi gensmesser zu gebrauchen; sobald man also nur die Silber⸗ er, oder( Metallmasse zum Vermögensmesser nimmt, oder die Silber— hikel gebrah Metallmünze genau nach dem Weltwerthe ausmünzt, also ihre Fähigkeit bewährt, einen Vermögensmesser abzu— urch das V geben, wozu Siiber im Verhältniß gegen geringe Ver⸗ onal last iln mögensporzionen, durch seinen geringeren positifen Werth nd Goldet a und seine große Theilbarkeit am geschicktesten ist; denn, der 22 Kalat G. Vermögensmesser muß nothwendig von der geringsten Ver⸗ m VDalint uur mwögensporzion beginnen(338.9 t, lerdings werden stets einige nachtheilige Folgen davon Nack Gubs übrig bleiben, wenn das Gold durch gesezliche Sankzion den Karat Gin Münzkarakter neben dem Silber empfangt, wie dieß n 0 neuerlich ein scharfsinniger Schriftsteller**) gründlich aus⸗ bald verbssz einander gesezt, und aus den Beyspielen der Oesterreichischen n Man l und Dänischen Monarchieen bewiesen hat. vcgiten„Nach Achenwall's Berechnung soll sich seit der Entdeckung ber die Wol der Goldminen von Brasilien das Gold zu Silber wie 225 schon de V verhalten. Aber wo liegt das sichere Prinzip dieses Maasstabs? X 6(10*) Staatswirthschaftliche Auffäze, in strenger Beziehung auf Zeit⸗ ‚ umstände. z2r B. S. 2 folg. —— 330 Die große Leichtigkeit des Betrugs im Verkehre, der bedeutende Substanzverlust durch die Abnuzung im Umlaufe scheinen dem Golde die Eigenschaft eines Ausgleichungs— vehikels zu versagen. Aber vermieden können jene Nachtheile werden, sobald man der Bezeichnung des Goldverhältnisses gegen Silber ent— sagt; der Goldmünze, die wegen ihrer Transportadilität dem Verkehre so vortheilhaft ise, nur das Gewicht und den Gehalt(Schrot und Korn) aufdrückt, durch die Zerstück— lung und Beglaubigung ihre Brauchbarkeit für den Verkehr befördert, und die Preisbestimmung den Gesezen des Welt= verkehrs überläßt. 357. Die Materie von den Ausprägungskosten, dem sogenannten Schlagschaze, hat öfters die Staatswirth⸗ schaftlehrer beschäftigt. Ist es den Nazional-Oekonomiege— sezen gemäß, einen Schlagschaz von der Ausmünzung zu erheben? und welchen? das sind die Fragen. Die Er⸗ hebung der Ausprägungskosten mittelst des Schlagschazes geschieht: indem die Regierung an dem Welt-Metallwer— the einen bestimmten Theil abzieht und ihn nominal auf dem Münzgeprage stehen laßt. Metallmünze ist ein industrielles Produkt. Ihre Ausprägung ist industrielle Produkzton, sie fodert Vorrath, Werkzeuge, Arbeit. Das Münzrecht mußte, um der Be—⸗ glaubigung willen, den Regierungen vorbehalten werden; der Staat muß also die Münzkosten bestreiten. Wenn dieser Aufwand nicht durch jenen Abzug am Weltwerthe des Metalls, also nicht durch den Schlag— schaz erhoben wird, so kann die Nazion nichts gewinnen. Sie gewinnt hingegen durch die Erhebung jener Kosten mit—⸗ llst de authil tiuges velch geh mittels enieso u ö beln 0e ug im Unsaj Ahegeihg werden, shh en Silhe j andporndistz wicht nh h die Nit ur den Iuh ezen des V kosten, Y Staatsdit Oekonons lusmüzum; gen. Di G chlagschast Metalltte ihn nowim Nodukt. M ddekt Duunh um der du Nwerdin N Abzu den Ohl hts gebinne, Kosten U * 331 telst des Schlagschazes, denn die indirekte Auflage, die er enthält, also die Münzkosten, sind dann nicht auf sie allein eingeschränkt, sie theilen sich auf alle Nazionen aus, welchen sie im Verkehr steht. Fär diesen Verkehr ist aber der Schlagschaz unschädlich. Es ist gerecht, daß jeder, der die Vortheile des Vermöt gens⸗Abtheilungs- und Ausgleichungsvehikels mittelst der Zerstückung und Beglaubigung des Münzmetalls genießt, auch die Kosten dieser industriellen Produkzion mit⸗ j. mit trage. Jener Abzug nach metallurgischen Grundsäͤzen ist bekannt, er kann auf das Nazionalvermögen keinen nachthei— ligen Einfluß haben. Der Schlagschaz ist auch nothwendig. Er allein kann hindern, daß der in ihm liegende industrielle Produk⸗ zionswerth der Metallmünze im Verkehre ihr nicht wieder entzogen, die Münze wieder in Metall verwandelt, zu Ge⸗ fäßen, Zierrathen ꝛc. eingeschmolzen, also der Nazion das Ausgleichungsvehikel, dessen sie bedarf, entrissen, und zu⸗ gleich durch die Vernichtung, durch den Untergang des Pro-⸗ dukzi ons werths sie in Ver ust gestürzt werde. Auch würde die Zurücklassung des Schlagscha⸗ zes eine allgemeine Uebereinkunft aller Nazionen fodern, um unschädlich zu werden. Eine einzige Nazion, welche den Schlägschaz erheben würde, hätte außerdem es in ihrer Macht/ die Metallmünze aller andern Nazionen mit Gewinn an sich zu ziehen. Unweise ist es also, die Ausprägungskosten durch eine direkte Nazionalauflage zu erheben. Unökonomistisch handelte das Brittische Parlament, als es im Jahr 1665 die Münze der Geliebten Karls des zweyten entriß, zum Nazionalinstitut erhob, und die Prägkosten —4—9ꝗ.—9—ĩßðß. ‚‚.—— 332 unmittelbar auf die Nazion wälzte. Dieß ist eine nuzlose Verschwendung. Die Erhoöͤhung des Preises der Metall— münze um die Fabrikazionskosten ist keine Täuschung, kein Betrug. Es ist der Arbeitslohn der Waare, in ihrer jezi— gen Gestalt zu ihrem jezigen Verbrauch; also ein Theil ihres positifen Werths als Mü nze. Dieses so verarbeitete Gut kann nicht einzig in den Handen der Nazibnalglieder bleiben, es wird in den allgemeinen Verkehr geworfen, die Nichterhebung des Pragschazes ist also ein Geschenk, das der ausmünzende Staat allen Nazionen macht, wovon Niemand Vortheil erndet, wofür ihm Niemand dankt). Daß Englands Guineen demohngeachtet nicht auswan— dern, beweist nichts für das System; es beweist nur, daß England ihrer zur Ausgleichung im Weltverkehre nicht bedarf. Gesezt auch, die große Masse von Papiermünze und die geringe Summe des Numerärs im Verhaltniß des Nazionalreichthums löste das Räthsel nicht von selbst. Welcher Schlagschaz aber nach Nazional-Oekonomisti⸗ schen Gesezen zu erheben sey? ist eine Frage, die sich im all⸗ gemeinen leicht, nach Staatswerehschaftlichen Ansichten schwer beantworten läßt. Die Nazional Oekonomiegeseze erkennen keinen Schlag⸗ schaz, welcher die wirklichen Ausmünzungskosten über steigt. Allerdings wird aber dieser Schlagschaz, so wie das Europäische Münzwesen im allgemeinen jezt steht, nicht allenthalben das Einschmelzen verhindern. Büsch glaubt, daß 3— 4 vom Hundert dazu hinreichen. Smith hat den Nachtheil der Brittischen Ve umstandlich gezeigt. Ueber d. Naz. Reichth. derfahrungsart MN fuße Komm Reru M virgt rblab nucht H Hegen ö Leiss ng I N0 W b¹⁴ he v Ein du Henzu M l h Heins — 333 it une W W Trefflich ist die Idee eines allgemeinen Münz⸗ fußes. Außer den Vortheilen für die Beförderung des 0 ——8— 19 Kommerzes würde sie aufklären, daß alles Streben der Re— ur jg 0 aso ein d es ded M see der Mü usha gierungen, sich wechselseitig im Münzwesen zu übervortheilen, vergebens ist, weil es auf irgend eine Weise durch Retorsion so Hekarhet Wnh ausgeglichen wird, nur die Moralität zu Grunde richtet, den Nasionogih redlichen Unwissenden zum Opfer des schlauen Betrügers getuuffe macht. Aber doch könnte auch dann, wie Büsch gegen chenk, w Hegewisch richtig erinnert, der Schlägschaz wegen des bodon Mentz Einschmelzens nicht wegfallen. ö . 358. nicht aun Ich habe mich bestrebt zu beweisen: daß die Ausmün⸗ veist nur, zung der Metallmünze über den metallurgischen Weltwerth berkehre n in Absicht des Welt verkehrs, den Nazional-Oekonomiege— Papierng sezen widerstrebe. RN 1 Verhälthiß N* ö 1 Wichtig ist nun die Frage: ob eine Ausmünzung, wel⸗ on selbs. che sich vom Welt werthe des Münzmetalls entfernt, also mit hl⸗Oetoromi Einschluß des Schlagschazes, dem reellen Werth einen idea— die sich im el len entgegengesezt, ob also der sogenannte numerare hen Nschi Münzfuß zum innern Nazionalverkehr jenen Gesezen zusage? ö n Diese Frage muß aus den wichtigsten Gründen ver⸗ keinen Ci ö ö 50 neint werden. en überstihh ö Wir müssen „ 10 N—„ 1.— „ 1. voraussezen, daß Metallmünze nur bey eivilisirten, also I6—„ seht, m solchen Nazionen existire, welche mittelbar oder unmit— Hsch ga telbar in Welt verkehr stehen. 2. Wir müssen voraussezen, daß bey civilisirten Völkern Maünzmetalle der allgemeine Vermögensmesser NFHAhh 0— 2 afth sind, daß also unter allen gebildeten Völterschaften jeder 334 sein Vermögen nach dem Weltwerthe jener Metalle mißt und messen muß; denn nur nach diesem Maas⸗ stabe kann es eine bestimmte Basis haben. Metallmünze, ausgeprägtes Metall, ist dieser Vermö— gensmesser geblieben; wird also ihre Substanz verandert, so wird jener Maasstab zerrüttet, also jedem Staatsbürger so viel an seinem Vermögen entzogen, als der numeräre Preis am Weltwerthe abgezogen hat. Die civilisirte Menschheit ist von einem Ende des Erd⸗ balls zum andern durch Millionen unsichtbare Fäden ver— schlungen, das Vermögen der Nazionen, wie das der ein— zelnen Nazionalglieder, läßt sich nicht trennen, nicht abschnei— den: es ist durch den Weltverkehr in eine Masse verschmolzen. Kein einzelner Theil dieses Weltvermögens kann ver—⸗ wundet werden, ohne daß die ganze Masse unter der schmerz— lichen Berührung leidet. Ein insularischer Staat, ein Staat, der in sich selbst und durch sich selbst, abgeschnitten von der übrigen Welt, in Absicht des Vermögens mit ihr durch keine Bande zusammenhange, existirt nicht mehr, und kann nicht mehr existiren. Undenkbar ist also der Fall, daß eine Nazion ihre Me⸗ —D44— tallmünze nie und zu keiner Zeit, unter keinerley Verhält⸗ nissen zum Welt verkehr bedürfte. Sobald sie ihrer aber bedarf, ist sie das Opfer der numerären Ausmünzung. Die fremde Nazion wird diese Münze entweder gar nicht anneh— men, also jene zwingen, Weltmünze mit Verlust einzu— kaufen, oder ihr diese numeräre Münze, um ihrer Unbrauch— barkeit als Ausgleichungsvehikel willen, nicht bloß in dem eün z weltwerth, sondern in dem Metall weltwerth, also selbst mit Abzug des Schlagschazes, also mit bedeu— tendem Verluste berechnen. NII Mualloh abo die F.K naurij 2 tulaust! 9 N Has ů misnu Vum NI chtend Halt vowieg Hschr! nühlch eine nů sie den feren, Dras bamd sbetstk e saet Woh 0 disem Ws ben. ist diesr Iurt anz veränden, Stuatebirgen numerixe yj m Ende dezEi bare Zädeney wie das der on, nicht abch asse verschmiß gens kanny nter der schn cher Staat, abgeschnittntz n mit ihr dñ mehr, usd kr Mohlon ihr N keinerley Wst ald sieihie& Vmüngutg. gar nigt Iu hit Vulat i iihrer Iubt icht blỹ i x al weltvert also mi 06 33³ Mehmen wir aber auch an, eine Nazion bedürfe des Metallmünze gar nicht zur Ausgleichung im Verkehre, sie sey also einzig zum innern Nazionalverkehr bestimmt, so sind die Fölgen der numeraren Ausmünzung nicht mindet traurig für den Nazionalwohlstand. Diese Ausmünzung läßt sich dann nur als eine Nazio⸗ Die Regierung entzieht nämlich der Nazion durch die numerare Erhöhung des Metall-Münz⸗ nalauflage betrachten. Preises über den Weltwerth, einen dieser Erhöhung ange— messenen Theil ihres nach dem Metallwerth als dem Weli⸗— vermögensmesser einmal gemessenen Vermögens. Als Auflage betrachtet krankt sie aber an den wesentz lichsten Nachtheilen. Erhöht die Regierung den Preis schon vorhandener Metallmünze, so bereichert sie, auf eine den Nazional-Oeko⸗ nomiegesezen widerstrebende Weise, die Reichern, die Metall⸗ besizer, mit dem Raube der ärmeren Volksklassen, so wie der nüzlichtten, der Grundeigenthümer. Prägt die Regierung eine neue Münze nach numerarem Preise aus, so saugt sie den Theil des Nazionalvermögens, welchen die Dis⸗ ferenz zwischen dem Weltwerthe und dem numerären Preise betragt, in den Staatsschaz.— Sie erhebt eine den Grundigzen eines Nazional-Oekonomistischen Auflagenspstems widerstrebende, den Nazionalwohlstand vernichtende Auflage, sie gleicht der Fabel von dem goldnen Ey. Nicdt Gerechtigkeit, nicht Gleichheit kann die Basis dieser Auflage seyn, denn bey ihr findet keine, nach dem Vermögen und den Produkzionskraften der einzelnen Staatsbürger abgemessene Austheilung Statt. Im bürgerlichen Verkehre laßt sich kein Abschnitt des Moments machen. Er hangt, wie die Zeit selbst, 9 untrennbar zusammen. Vergangenheit, Gegenwart und Zu— kunft sind bey ihm verschmolzen. Die gänzliche Zerrüttung der Vermögensverhältnisse, des Familienglücks, der Verträge muß das Resultat dieser Operazion seyn. Sie muß allent⸗ halben d den redlichen Gläubiger zum Opfer des unredlichen Schuldners machen; sie muß im Verkehre selbst eine gänzliche Stockung bewirken, und das Nazionalvermögen, den Nazio— nalwohlstand in ihren Grundsäulen erschüttern. Die Finanz—⸗ wirthschaft ist kein Theil der Nazional⸗Oekonomie, sie ist nur ihren 1 untergeordnet. Eben deswegen kann jene Operazion, als Auflage betrachtet, nicht gerechtfertigt werden. Doch auch streng- kameralistisch beteachtet, kann sie den Staatsschaz nicht bereichern. Wenn die Regierung nicht zugleich die Masse der Auflagen erhöht, also Druck auf Druck häuft, so kann sie dädurch nichts gewinnen; die ver— — schlechterte oden ni imerär erhöhte e Metallmünze wird durch die Auflagen großentheils in den Schaz ewig wiederkehren, oder im erhöhten Preise angenommen werden müssen. Denn die — empörenden Beyspiele, daß Regenten verschlechterte Münze prägen ließen und diese selbst anzunehmen sich wei⸗ gerten, die Auflagen in fremden, dem Weltwerthe angemesse— nen Münzen erpreßten— diese Beyspiele werden sich im ten Jahrhunderte wohl nicht erneuen. 359— Münzgeseze, welche nicht auf der Basis des Weltver—⸗ kehrs ruhen, nicht dem Welt werthe der Münzmetalle an⸗ gemessen sind, müssen der Nazion ihr Kommerz und ihren Wohlstand entreißen. Ein Staat, in dem die Handlung * durch öftere Veränderung des numerären Werths der Metall— münze erschüttert und zu immer neuen Kalküls und Aus⸗ glitꝛ x X sich N un J gultb Hufl uufftir I Ru ⁰ wilhor neR hetti Hen, Rähe uurgn Diashy Wetsw mittid nichyn ö 387 ulwut urd. ů ö— ich anz gleichungen gezwungen wird, wird sich bald von allen den— jenigen handelnden Nazionen verlassen sehen, mit welchen er nicht in jedem Falle mit Verlust handelt, oder dem er nicht unentbehrliche Bedürfnisse anzubieten hat, in deren ausschließendem Besize er sich befindet. Ein seltner Fall. Besizt der Staat eigene Bergwerke, so wird er allerdings das Metall, welches er erbeutet, um den Marktpreis ver—⸗ 5„dn Lanh dr nj Ul des uubohs st eineginth n, du M u. Dit dnn kaufen, natürlich wird er es aber vergebens höher zn ver⸗ onomie, sti kaufen suchen. 23 Muß der Staat es auswärts kaufen, so wird er Ht gerechtst durch den numerären Werth eben so wenig gewinnen; er wird nothwendig von seinem verschlechterten Metalle so viel mehr für reines geben müssen, als die Verschlechterung beträgt. Er selbst wird die Münzmetallpreise hinauftrei— beteachtet, die Regiin also Druc ben, also um so viel theurer einkaufen, und das war auch innen; dit bisher der Erfolg jener Selbsttäuschung. Der Vortheil der vird duth; numerären Ausmünzung bestand bloß in der Defension. derkehen, Die erste Verschlechterung schuf die folgenden. Aber ich sen. Dum werde weiterhin zeigen, daß dieses schädliche Vertheidigungs— lechtette Nü mittel bey einer Nazional-Oekonomistischen Organisazion hmen schnn nicht nothwendig ist. ekthe athenn 360. den sich inigt Die Metallmünze hört, wie ich vorhin bemerkte, da⸗ durch, daß sie als Ausgleichungsvehikel allen übrigen Gü— tern, den Waaren, entgegen gesezt wird, nicht auf, dem des Veltyl allgemeinen Geseze des Güterwerths zu unterliegen. Sie hat zunzmetnl ihren verglichenen Werth. Ihr Preis kann also ‚ rerz ud n auch im Verhaltniß der Waaren steigen und sinken, d. h. die Hull im ersten Falle erhalt man für die nämliche Metallmünzmasse 95 der Mil mehr Waare, diese wird wohlfeiler; im zweyten e 106 Falle erhalt man dafür weniger Waare, diese wird Zweyter Band. 22 — 338 theurer. Nur ein Gut, ein Genußmittel ist zum Ausgleichungsvehikel brauchbar(3469), unvermeidlich also auch dieses Sinken und Steigen des Preises der Metallmünze. Der Staatsbürger muß sich diesem Wechsel unterwerfen und für den größeren Theil derselben ist er auch unschädlich. Die Produzenten aller Gattung gleichen das Sinken des Preises der Metall münze durch die Erhöhung der Waaren— preise aus, gewinnen auch zum Theil dadurch. Die Rentirer, die Münzkapitalisten verlieren, und für sie ist dieses Sinken ein dem Ganzen wohlthätiger Zwang zur Produkzion. Anders verhält sichs mit dem Staate und den Staatsdienern. Hat der Staat ein nach der Metallmünze regulirtes fixes Auflagensystem, so muß, bey dem Steigen jenes Preises die Nazion, und bey dem Sinken desselben die Staatsverwaltung verlieren. Im ersten Falle wird die Na⸗ zion mehr bezahlen als sie nach den Gesezen bezahlen sollte; im zweyten Falle die Staatsverwaltung weniger erhalten als sie bedarf. Dadurch sieht sie sich gezwungen, die Auflagen zu vervielfaltigen, um mit dem Münzpreise gleichen Schritt zu halten— Eine Vervielfältigung, die dem menschlichen Gemüthe nothwendig immer neue Wunden versezen muß, und bey der außer der Schwierigkeit eines r chtigen Ebenmaaßes die Nazion stets das Opfer seyn dürfte. Steigen die Münzpreise wieder, sinken also die Waarenpreise; so ist der Reiz, die einmal gegrundeten Auflagen fortzuerheben, zu groß, als daß die Macht ihm zu widerstehen vermöchte. So wird nicht allein die Nazion mit Auflagen erdrückt, sondern, was noch wesentlicher ist, — Jufl ie berhit nünk“ gen N thesi; 1 in i ineid lbls h sitn I 0˙⁰ i IudEr Dinf hrahh ded unmu lachg u last 0 9 25 339 ninsstn der Preis der Metallmünze selbst wird durch die Höhe der n Auflagen auf einen Grad getrieben, der den Welt werth der Maulnth übersteigt, also den Staatsbürger zwingt, sich die Metall— sel unternth münze durch Entbehrungen zu verschaffen, am Lebens— uch unchuhh genusse zu darben; der mithin dem Nazionalwohlstande nach— dos Sinhny 251d— 1h de Bin 34N9 scheinen also eines festeren und ö im Preise minder wandelbaren Regulators zu bedürfen; . eines Guts, das, wenn es auch seiner Natur nach nicht rlieren, uul! selbst zum Ausgleichungsvehikel geschickt ist, doch hlehätiger wegen seiner Unentbehrlichkeit, also seines höhern po— sitifen Werths(1 B. Z. 44.), den Münzmetallpreis be— aate und! herrscht. Und dieses Gut ist wohl: Eßgetraide. Eßgetraide münze reguß ist es daher auch, nach dem sich stufenweise die Preise aller Steigen andern Waaren mit Einschluß der Münzmetalle reguliren. ken desulhn! Die öffentlichen Auflagen sollten also nach dem Getraide— le wid dl preise einer bestimmten Zeit zwischen der Erndte regulirt wer— den. Dieses würde zugleich den wesentlichen Vortheil gewäh— ren, dem Getraidepreise eine Basis zu geben. ö Dadurch würden alle Staatsbürger, und vorzüglich diejenige Klasse, die bey der Niedrigkeit der Auflagen am meisten interessirt ist, weil sie am meisten Auflagen zu en bezahlen sl eniger er hush gezwurgeh, dem Minpyn Hn bezahlen hat, nämlich die großen Grundeigenthümer, veran— 10 ůn laßt, ihre Getraidevorräthe nicht aufzuspeichern, sondern auirn 6 zu Markt zu bringen, um die Getraidepreise und mit ihnen — 650 die Auflagen auf einem mäßigen Fuße zu erhalten. ö Ean Ein mäßiger und nicht zu wandelbarer Getraidepreis nmal gegtuser ist aber, wie ich schon anderwärts bemerkte, für den Nazio— nalwohlstand sehr wichtig. Alle Arbeiten, also alle Waa— ren, richten sich nach dem Getraidepreise. Sind nun diese die Macht allin de M vesentiche 6 340 durch hohe Getraidepreise hinaufgetrieben, so sinken sie, wie I r. 43 4. die Erfahrung beurkundet, keines wegs bey erniedrigten Ge⸗ traidepreisen im nämlichen Verhältnisse. Der Fabrikant, der Handwerker sind die hohen Preise gewohnt, ihre luxuriöse Konsumzion hat im nämlichen Grade zugenommen, und in soferne sie unentbehrliche Bedürfnisse liefern, sezen sie auch zum Nachtheil der übrigen Klassen und vorzüglich des Grundeigenthums diese Preise durch. Die natürliche Folge ist: das Sinken des Metallpreises zum Nachtheil des Ackerbaues. ö Welche gerechte Ansprüche der Staatsdiener besize, daß sein Gehalt nicht näch dem Preise des Münzmetalls, son— dern nach einem solideren Regulator bestimmt werde, habe ich anderwarts bereits bemerkt(1. B. S. 309.). 361. Die Ausmünzung ist eine im Namen der Nazion dem Metalle aufgedrückte Beglaubigung ihres Metall⸗ werths. Um die Kraft dieser Beglaubigung zu erhöhen und den Beschüzer der Geseze, also der öffentlichen und Pri⸗ vattugenden, der Näzion stets gegenwärtig zu erhalten, wurde in den sogenannten monarchischen Staaten das Bild des Herrschers den Münzen aufgedrückt. Sollte die Besorgniß nicht gegründet seyn, daß bey einer Münze, deren numerärer Werth tauscht, beym Volke Empfindungen aufgeregt und in ewiger Gahrung unterhalten werden, welche geräde denjenigen entgegengesezt sind, die der Nazionalwohlstand heischt? Die Empfindungen der Liebe, des Vertrauens, des Glaubens an die Tugenden des Regen— ten? Unschadlicher wäre es mindstens außerdem, verschlech— terte Münzen gleich den Dudus von Tanschaur und Madura .Hs 9 gutch Myi + ⁴ E 2 ν . Nie loi U HisteE luhshn Rleichhl det Mt so sin su, erniedrigter g. die hohen Ij namlichen G rliche Böoh rigen Kaastny ise durch, Tetallpresss tsdiener g aunzmetals, nt werde,; 309.. der Nazion x ihres Mein ung zu afh tlichen und A Lechalten, Au as Bilo sehn, aß Gt, beym Y ung untethyn gesezt sd, ungen der I Wen det dem, velshtt * Und Möah 341 in Indostan mit Lingams als mit dem Herrscher-Bilde zu zieren. Die Köpfe eines Trajans, eines Antonins kön⸗ nen nur auf ächten Münzen stehen, und das Bild eines guten Regenten auf einer nicht tauschenden Münze ist der Näzion ein ihr theures P ihres Glücks. Die Nazion bedarf Ausgleichungsvehikel, diese bedür— ortrat, denn es ist das Pfand fen einer Beglaubigung ihres Werths. Diese Beglaubigung geschieht von der Regierung für die Nazion und in ihrem Namen. Daraus folgt die, unerläßliche Pflicht der Aechtheit dieser Beglaubigung, ihrer Wahrheit. ö Die höchste Wahrheit und Redlichkeit muß also die Basis des Nazional Aus münzungssy stems seyn. Nur dann ist die Form, die Abtheilung, die Zerstück— lungsweise, die Benennung, der sogenannte Münz fuß, gleichgültig. Er kann den nächsten Kommerzialverhältnissen der Nazion angepaßt werden. Die Geschichte liefert indeß empörende Beyspiele des Mißbrauchs jener Pflicht. So ließ einst der Herzog Regent von Frankreich neue geringhaltige Münzen prägen, und bezahlte die Staatsgläubiger damit. Nicht genug, er drang ihnen neue Staatspapiere auf und zwanz sie, diese in alten gu⸗ ten Münzen zu bezahlen, deren numerären Werth er aber vorher herabsezte. Zweckmäßiger, vortheilhafter für das allgemeine Welt— verkehr wäre es vielleicht, nach dem Vorschlage eines 342— alten biedern Schriftstellers), die Mannichfaltigkeit idealer Benennungen der Metallmünze zu verbannen, ihr das Ge— wicht, den Gehalt(Schrot und Korn) und die Bezeich— nung der gesezlichen Prägkosten aufzudrücken. V362. Einsichtsvolle Schriftsteller haben längst bewiesen, daß die Legirung der edlen Metalle zur Ausmünzung nicht nothwendig, daß diese vorgebliche Nothwendigkeit nur die Maske ist, unter welche sich die Plusmacherehy versteckt, und daß sie gerade die rohen Metallpreise wegen der Schei— dungskosten steigert. Das ganze Unheil entstand aus einer ansangs unwillkührlichen, nachher vom Finanzgeiste benuzten Verwirrung der Begriffe über die Rechte und Pflichten der obersten Staatsgewalt in Absicht der Ausmünzungs⸗ Operazion. ö Die Aus münzung selbst, d. h. die Abtheilung großer Metallmassen in kleinere, ist eine merkantilische Opera⸗ zion. Die Regierung erwirbt durch Bearbeitung der Bergwerke oder kauft jene Metallmassen im Großen, um sie im Detail wieder zu ver kaufen. Allerdings müssen ihr die Kosten dieser Produkzion oder Operazion vergütet werden. Sie sind unter dem verglichenen Werthe des Metalls be⸗ griffen. Mehr als diesen Werth und die industriellen Produkzionskosten der Ausmünzung ist sie nicht zu fodern be— rechtigt; mehr wird sie, außer durch unrechtlichen Zwang, nie erhalten. Kann wohl der Kaufmann eine Waare dadurch über ihren Einkaufspreis verkaufen, wenn er ihren Werth. verschlechtert? Der wahre verglichene Werth fällt bey der Gehaltsverschiedenheit der edlen Metalle, nicht wie bey ) Justt, System des Finanzwesens,. 649. 650. 665, l u Peis! sboe⸗ — R. WM wesy Ihi Henger Mith sichlL. Hufe xs D xug R mi wach lais posge bigse *—— 343 wuehg andern Waaren, augenblicklich ins Auge, er fodert metallur— . ihr uu gische Kenntnisse, und die Ergründung desselben würde, bey and di IM der Menge dieser Detailwaare und dem in ihrer Bestim—⸗ ian. mung liegenden schnellen Umlaufe, außerst mühsam seyn. Desto heiliger, desto unerläßlicher ist im Münzwesen für die t hewietn, Regierung die Psticht der Wahrheit. emürzunp it 594. hwendigkühn Jene unrichtige Ansicht über die Rechte und Pflichten der Regierungen in Absicht der Ausmün— zung, jener Irrthum, die Ausmünzung als eine zweck— mäßige, also den Nazional-Oekonomiegesezen anpassende Auf⸗ dacherey vuntz vegen det Et; nistand aue) rinise dan lage zu betrachten, hat die bürgerliche Gesellschaft oft ges ind Pflichn zwungen, sich gegen die nachtheiligen Folgen derselben durch 1münzun Privatverbindungen sicher zu stellen, und Treu und Glaube selbst gegen die Regierungen in Schuz zu nehmen. ö lhtheilung g—4— 1—— 7— ö tilishe hn Die immer 24 des nominalen Werths, d. h. die immer fortschreitenden Abweichungen von dem Welt⸗ Bearbeitun ů— werthe der edlen Metalle, in der Gehaltsveränderung der abgetheilten Metalle unter Beybehaltung der alten Be⸗ dinge nisnn nennungen, also die immer zunehmende Idealität der aziln 3 Münzen, verbunden mit der durch den Umlauf selbst verur⸗ des Wilt sachten Abnuzung und Werths verminderung der um⸗ di inn laufenden Münzsorten, veranlaßte die großen Handelsmarkte, icht n fun wo diese Geldmassen hinströmten, auf einen Markstein zu chen duutp u denken, der die Unzuverlaßigkeit und Verwirrung im Tausche drate dohu der Waaren gegen Münze begränzte; also einen festen, un- er ihen d wandelbaren, aus dem Weltmetallwerthe gezogenen Regu⸗ Werth filt lator für den Verkehr anzuordnen. So erhielten die De⸗ „nigt ueh positobanken ihr Daseyn. Die erste entstand zu Bene— dig, dem Hauptmarktplaze von Europa, vor Entdeckung 550. HM 7 344 der Umfahrt um die südliche Spize Afrikas; die zweyte, zu Amsterdam(im Jahr rooh) nach dem Plane der Venezianischen; die zu Hamburg im Jahr 1619 und die zu Genua. Friedrich der zweyte, König der Preußen, errich⸗ tete nach diesem Beyspiele im Jahr 1765 ebenfalls eine Bank und gab ihr eine ideale Münze. Ein Pfund Banko wurde zu einem 4 Friedrichsd'or, 35 auf die Mark, zu 31 Karat 9 Gran fein bestimmt, und 1 314 Thaler Preußisch Kourant sollte 1o Pfund Banko ausmachen H. ö Bey jenen Banken hieng das Verhältniß des Ban ko— gelds(Bankomünze) gegen das Kourante(Metallmünze), von dem Ausmünzungsfuße des Staats ab. So sind z. B. bey der Venezianischen Bank 100 Ducati di Banco*— 120 Ducati corrente, so bey der Genuesischen Valuta di Banco 25 pro Cent besser als Valuta fuori di Banco und Valuta di permeslo, oder auch von dem Ausmünzungs—⸗ fuß der andern Staaten, mit we lchen der Staat, 5 die Bank besaß, im nächsten Verkehr stund. Z. B. Hamburg, wo 1 Spezies⸗Reichsthaler in der Bank zu 3 Mark angenommen und X P. mille Agio vergütet wird. Beym Ausziehen aber rechnete die Bank 15 per mille. Hamburg hat bekanntlich viererleyz Valuta. Die Londner, Stockholmer, Kopenhagner, Spanische und Wiener Banken *) Mau villon, über die Preußische Monarchie, 3. B. S. 174. wo sich aber eine nicht ganz richtige Ansicht dieses Instituts befindet. ö *) Ein Ducato di Banco hat 24 Grosfi, oder 93 Lire piccole correnti. Venedig hat nämlich seit 170 dreyerley Münzfuß: Banco-Valuta, moneta cortente und moneta piecola cor- rente. bah ih WHH W ih „N Rel txu H3 U A Mmipe seg ser r Me 5 ii g dem Pun 11 Dreußen,ait falls ein y dBanky um k, zu zi gun lußisch Fong id des Bart (Maallnhh Oo sind z. di Banco ischen Vah nori di Bam Ausmünzuz Staat, wach Ind. 3. J. n der Bunk vergͤͤtet din 15 ber nulz Die Lndot, Wiener Bul „3. B. M bleses ith 95 Lite puat heler Mn 13 piecolt ch⸗ 34⁵5 gehören nicht hieher, so wenig als die Nürnberger. Sie waren ursprüngliche Giro⸗, oder Leih- oder Zettel-Banken. ‚ Die solideste jener Depositobanken war und blieb die Amsterdamer. Sie übernahm alles gemünzte und unge⸗ münzte Gold und Silber, aber jene nur im Preise des gesezlichen Münzfußes. Ueber diesen Empfang stellte sie theils Empfangscheine aus, theils gab sie dem Hinterleger Kredit auf ihre Bücher. Dieser Kredit hieß Bankogeld, zum Unterschied der wirklichen münze oder des Kourantgelds. umlaufenden Metall-⸗ Dieses Bankogeld, mit welchem und dem Empfangscheine die erlegte Summe einzig unter gewissen Einschränkungen in Natur zurückgenommen werden konnte, wurde dann der Maasstab der Kommerzial— zahlungen. Alle Veränderungen des Münzfußes hätten auf diese Bankmünze keinen Einfluß. Das Kommerz behielt in ihr einen sichern und festen Vergleichungspunkt, und so wurde der durch die Verschiedenheit der Ausmünzungen ganz vertilgte, ursprüngliche Zweck der Münzmetalle wieder her— gestellt. Die Depositobanken sind Niederlagen für Münz— metalle. Der Kredit, den sie für diese hinterlegten Metalle geben, ist das sogenannte Bankogeld, und wenn dieß besser steht als umlaufende Münze, so ruht dieß einzig darin: daß der Ausmünzungsfuß nicht mit dem Metallweltwerthe übereinstimmt. Die Bank muß also zwar den Preis be— stimmen, in dem sie die Münzmetalle annimmt, aber sie muß dann den Preis ihrer Münze, d. h. des Kredits, den sie auf das Depositum giebt, dem Kommerz überlassen. Die— ser Preis wird sich ohnehin nach dem Marktpreise der Münz— metalle richten. Ursprünglich war es anders. Die Kourantmünze gab dem Bankogelde seinen Preis, oder vielmehr Bankogeld und Kourantmünze war Eins. Die Abweichungen vom Metall— weltwerthe in der Ausmünzung haben den gewöhnlichen höhern Werth des Bankgelds(Bankmünze) geschaffen. Ich sage den gewöhnlichen; es kann außerordentliche Fälle geben, wo Kourantmünze besser als Bankogeld ist, dieß hangt vom Kredit der Bank ab*). 364. Die Errichtung einer Depositobank ist jedem großen Staate vortheilhaft. Wir können uns mindstens in Europa keinen Staat ohne allen Verkehr denken. Das mehr oder weniger hebt die Vortheile nicht auf. Weniger Geschafte mindern nur die Administrazionskosten. Die Depositobank erspart 1. den Verlust am Gewichte des Metalls, welcher im Um— laufe des gemünzten durch wucherliche Beschneidung, und durch Abnuzung entsteht. 3. erleichtert sie den Verkehr, denn sie mindert die Fracht und alle mit dem Tausche der Münzen und Metalle ver⸗ bundene Beschwerden, Kosten und Gefahren. 3. Giebt sie dem Handel überhaupt und dem auswärtigen insbesondere eine bestimmte Richtung im Waarenpreise und hindert allen Betrug, alle Uebervortheilung in den Münzberechnungen. 4. Ist sie, so lange die Nazional-Oekonomiegeseze nicht allgemein anerkannt sind, das sicherste Mittel ohne *) So ist z. B. Amsterdamer Bankogeld gewöhnlich 4— 5 Proz. besser als Kourant. Vor wenigen Jahren war dieses Ver⸗ haltniß ganz verrückt. 5 Hi. UE ⁴ I 197 li util aufh⸗ Bag u j int luckuo heit nu WurE duhg En eo sons diesz Hufe srric butmnrt r Bantih 0 gen vom Munh en gewihnit ünze) Hishsy Tordentiicenth ist, diehin ist idem arnj dstens in Eunz Das mehr dj iger Gashh Welcher im e Beschnilup indert dit fh und Menle ty fahren, em ausbätthe in Waarenne dheilung H miegise n Muntl chl Li vur diss L 347 allen Zwang das nachtheilige Eindringen fremder Münze sorten in den innern Umlauf zu verhüten, vielmehr dem inländischen Kaufmanne noch Vortheil dabey zu gewäh— ren. Er erhält dadurch Gelegenheit, fremde Münze in der Bank zu hinterlegen, sich für ihren Weltwerth einstweilen Kredit zu verschaffen, und den Zeitpunkt abzuwarten, wo er diese Münzen wieder mit Vortheil absezen kann. Gerade dieß hat dem Amsterdamer Kommerz beträchtlichen Gewinn verschaft. Sichert sie dem Staate einen reellen Vorrath an Münz—⸗ metalle für den Fall der höchsten Gefahr, wo es dessen Erhaltung gilt. Soll aber eine Depositobank diese Vortheile gewähren, so muß sie Erstens das Münzmetall, worüber sie Empfangscheine ausstellt, oder worüber sie Kredit giebt, auch wirklich vor— räthig liegen haben. Die Gewißheit, daß der Betrag, auf welchen der Empfangschein lautet, oder für welchen der Banko-Geldempfänger kreditirt wird, wirklich vorhanden sey, und jeden Augenblick in Münzmetall verwandelt werden könne, einzig diese Gewißheit kann dem Bankogeld den wirklichen Preis des Metalls, ja, wegen der größern Sicher— heit, Kürze und Leichtigkeit des Tausches, selbst den Vorzug vor dem Münzmetalle geben. Dann ist es durchaus kein Verlust für den Staat, wenn diese Münzmetalle todt in den Gewölben der Bank liegen; in jener Gewißheit liegt die Eigenschaft, daß das Bankogeld nicht das Metall vorstellt, sondern selbst Metall ist, und eben deswegen ist auch dieses verschlossene Münzmetall eben so wirklich im Um— laufe als ob es von Hand zu Hand gienge. Indeß hat irrige Ansicht dieses Verhältnisses die traurige Veranlassung —— — 348— gegeben, daß die mehresten Depositobanken sich von ihrem ursprünglichen Zwecke enefernten, also die Vortheile ihrer Schöpfung selbst vernichteten. Man hat sich nämlich nicht überzeugen wollen, daß das Leben der Bänkomünze gerade im Grabe des Münzmetalls liege; man hat es für unwirth—⸗ schaftlich gehalten, diese todtliegende Massen nicht quch in Umlauf zu bringen. Man hat sich von der irrigen Ansicht täuschen lassen, daß auf diese Weise das Münzmetall den Verkehr doppelt beleben, doppelt wuchern könne. Man hat also der Bankomünze ihre wesentlichste Eigenschaft ent— zogen. Daher die unglückliche Vermischung der Diskonto— Leih-Giro und Zettelbanken mit den ursprünglichen Deposito⸗ banken. Ich nenne sie unglücklich, denn so redlich und vorsichtig auch die Bankadministrazion mit dem Depo- situm umgeht, so weit sie auch ihre Vorsicht im Diskontiren und Ausleihen treiben mag; so gewähren doch immer Münz⸗ metalle, welche in den Umlauf kommen, bey weiten jenen Grad von Sicherheit nicht, den das verschloßne Daseyn des Metalls gewahrt. Das Depositum hat seine Gestalt verändert, es ist allen den Gefahren Preis gegeben, welche der menschliche Verkehr mit sich bringt; jener hohe Grad von Sicherheit, auf dem der Glaube des Depositärs oder Empfän⸗ gers des Bankogelds ruht, ist vernichtet. Selbst die solidesten Depositobanken haben vorüberge— hende Erschütterungen erlitten. Dieß beweist die Geschichte der Venezianischen Bank vor dem Jahr 1663. Weit mehr muß dieses der Fall bey einem Institute seyn, im welchem die Depositobank mit Leih- oder Zettelbank vermischt ist, deren zusammengesezte Operazionen keineswegs so leicht überschaut und beurtheilt werden können, als ein bloßer Metallschaz. — —. 2 0 en/ desw 11½ 0 ih den Hl Iun 2 10 Rohl 19 — ftlen Imfun i el VI iy R Buthed 127 Wn d8 r wess E Maadti l lle 1 4 N 349 sch vug ihn ů ihg Die Amsterdamer Bank hat sich unter allen am rein-— sten in ihrer Eigenschaft als Depositobank erhalten, und eben deswegen ist der Glaube an ihve Solidität und an den Werth ihrer Münze unter allen merkantilischen und politischen, selbst Voltdei Voktheile ijs 0 nämiih ntz dtomüne grz es fir mis den Umsturz des Staats drohenden Verhältnissen beynahe nicht guch immer der nämliche geblieben). Man glaubt noch jezt, irtigen Insh daß sich die ganze Summe aller Depositen, höchstens mit Aus⸗ Nünzmeal y nahme derjenigen, über welche die Empfangsscheine heimge— n könne. M fallen sind, wirklich in Metallmassen im Rathhause zu Eigenschaft Amsterdam befinden, und der merkantilische Gläube ist so zart, daß man ihn wohl auf solide Gründe gestüzt, also für der Diekhn Wahrheit halten mag. W Sie ist neuerlich in eine Nazionalbank der ledlich u Batavischen Republik umgeschaffen worden. Wahrscheinlich mit dem Dn 39—. wurde nur der Rame verändert, um alle Spuren des Födera—⸗ lismus zu vertilgen, nicht aber das Wesen ihrer Einrichtung, ü da noch eine eigene Nazional-Leihbank errichtet 9900 werden sollte. schloßne Dasmh 365. Zweytens, die Depositobank muß keinen andern Maasstab annehmen, als den allgemeinen verglichenen Me— t seine Gist gegeben, Wtz hohe Gix u tall⸗, also Weltwerth, wie ihn die Marktpläze der edlen Me— bder Enpfa talle bringen. ö Ursprünglich war es anders, aber damals hatte man ben volbah die Gicht andere Begriffe vom Münzwesen. Weit ueh n*) Alban, über die Regierungssormen, 1. Th. S. 278. scht ist, dun*) Smith, über den Nazionalreichthum, 3r B., wo sich eine ausfͤhrliche Darstellung der Organisazioo der Amsterdamer icht Abeshcl Bank befladet, die er dem derühmten Bankier Hope verdänkt. Netalhcg, 350 Drittens der Zwang, alle fremde Tratten mind— stens über eine bestimmte Summe in Bankogeld zu be— zahlen, der bey einigen Depositobanken einen Bestandtheil ihres Systems ausmachte, ist wesentlich nothwendig. Tratten sezen immer eine Schuld von Seiten des Ben zogenen, Traßaten, voraus. Er muß den Werth der Tratten auf irgend eine Weise empfangen haben. In jedem Falle ist es für den Traßanten nüzlicher, in Bankomünze zu traßiren, weil er diese Tratte auf andre Pläze leichter wieder verkaufen kann; denn Bankomünze ist eine allgemeine Kommerzmünze aller mit diesem Staate verkehrenden Nazionen, mithin auch allenthalben wieder zu Rimessen für bezogene Waaren tauglich. Für den Traßaten ist es eben so nüzlich, Kredit in der Bank zu halten, er kann in Banko— münze seine auswärtigen Geschäfte leichter und reiner als in Metallmünze ausgleichen. Ein Vortheil, der die Depo— sitogebühren weit überwiegt, welche die Bank zu ihren Ver—⸗ waltungskosten erhebt. Freylich dürfen diese nicht so hoch seyn, daß sie jene Vortheile übersteigen oder zu sehr schwächen. Wenn bey dem Traßaten Kourantmünze erlegt, oder der Kontrakt ausdrücklich auf Kourantmünze abgeschlossen worden ist, so ist es diesem unnachtheilig, wenn er in Bankomünze bezahlen muß. Er mag nun selbst Kredit in der Bank halten oder Bankmünze kaufen müssen, so wird er seinem Traßanten das Bankoagio berechnen. ö Gerade da durch aber, daß alles auswärtige Kommerz in Bankomünze ausgeglichen werden muß, wird zum Vortheil aller verkehrenden Nazionen jener allgemeine Verglei— chungs maasstab wieder hergestellt, den die Verschiedenheit der Ausmünzungen unschädlich gemacht hat, und der doch für das Kommerz so wichtig ist. — — 4 e Tuten nin rtogelppßz Viertens, die Deteftetant muß aen der Garantie nen Dph des Staats, also nicht einer Lindel nen Staatsgewalt ste— werdiz hen. Ihre Errichtung ist also nur in einer Nazional-Oeka⸗ Suien d6 d nomistisch organisirten Staatsverfassung rathlich, ihre Dauer nur dort gesichert. den Vus h 9—85— ben. I hn Der Reiz, sich zu Entwürfen der Ehrsucht oder auch Bantonhy nur der Staatsvertheidigung eines keihteu metallschazes zu bedienen, ist zu groß, als daß die Aufsicht allgenen einer einzelnen, zumal unumschränkten Gewalt, dieses hei⸗ lige Depositum des Privateigenthums gegen jede Verlezung sicher stellen, also die Bank jenes feste unerschütterliche, über alle Zufalle erhabene Vertrauen gewähren könnte, auf dem doch ihr Daseyn, so wie ihre Wohlthatigkeit für die Nazion ruht. Sie muß durchaus gesichert seyn, nur mit dem Staate selbst umstürzen zu können. Eben deswegen muß die Regierung allem Einflusse auf die innern Ange⸗ legenheiten der Depositobank entsagen, die Pflicht ausge— nommen, deren treue Verwaltung zu beobachten. te verkehunz zu Rimessni aten ist eñ kinn in Bn und reiner; „der die Iy zu ihren dr ese nicht sy hi seht schuichl ö 10 5 Nie haben sich die General⸗Staaten oder die Staaten klegt, Yer 1 ö 100 der Provinz Holland in die innern Angelegenheiten der Ams schlossen uuch ö ö 30 s sterdamer Bank gemischt, sie stand einzig unter der Auf— in Bonhonih sicht des Amsterdamer Magistrats; nie hat man aber von einer untreuen Verwaltung gehört, nie ist ein Angriff dieses Schazes erwiesen worden. Minder gefahrlich ist die Ein— mischung der Regierungen in Bankinstitute andrer Art, und doch hat sie mehr als einmal ihnen den Umsturz gedroht, der Bunt haln suem Tußun irtige Kum Whe wie ich anderswo zeigen werde. ne Vergl Daschiebnn 366, Ind de 6 Metallmünze unterliegt, gleich allen Gütern, den Gesezen des Werths und Preises. Dieß scheint den Regie— 352—— rungen einen festen und dauernden Ausmünzungsfuß, ein solides Münzsystem unmöglich zu machen. Es ist nicht genug, den Herrschern zu empfehlen, daß sie die Ausmünzung auf den Weltwerth der Metalle gründen sollen V. Durch den nominalen Werth der Münze kann eine Staatsverwaltung wohl Erpressung, Betrug, Verlezung der heiligsten Rechte autorisiren, Elend und Unsicherheit des Eigenthums verbreiten— und dieß ist, zufolge der Geschichte, oft auf eine furchtbare Art geschehen— aber nie kann sie damit den Nazionalwohlstand befördern.— Der Preis der Münzmetalle fällt und steigt, je nach den mehr oder minderen temporellen und lokalen Bedürfnissen des Kommerzes. Es ist allerdings die Pflicht der Regierung zu sorgen, daß diese Preisveränderungen der Nazion nicht nachtheilig werden. ö Dieß könnte der Fall seyn, wenn die Regierung Münz⸗ metall im hohen Preise einkauft, also in einem Preise, der dem verglichenen Weltwerthe nicht angemessen, also unökonomistisch wäre(50.). Die Nazion ist es, die dann beym Sinken des Preises den Verlust teagen würde, wenn die Ausmünzung nach dem okonomistischen Preise geschähe. ö Allerdings ist dieß der Fall, wenn der Einkauf der Metalle oder die Ausmünzung der eigenen Ausbeute in dem Zeitpunkte erfolgt, wo der Preis des Münzmetalls zu hoch steht. *) S. Bielefelds behrbegr. d. Staatskunst, 1. Th. S. 509. der Uebers. Die Unmerkungen des Uebersezers sezen übrigens freylich voraus, dab der Staat fremden Münzen den Cours gestatte.—2— Mzi ö shlhn 990 Guen Wümhh hhi Dissh hinsch vVeg wt U heß Hufe Ms Wuenln en. empfhla, g Mennle gisz Lünze kmn iy , Vellezugy Unsicherhet lge der Gisht Wer nie kunz Der Prißy hi oder miide mmerʒes. rung zu sohn nicht nachthi Negietung M einem Preis angemesen,. azion ist 6 u Verlusttigt öͤkonomfsth der Einkuf R VNsbeute i jmetallel 6 „I. L. 6 R t5 sezel Ie Inzen de 010 353 Dieser Fall kann auch unvermeidlich werden, wenn die Nazion zu ihrem Verkehr Ausgleichungsvehikel schlechterdings bedarf. Aber, diesen einzigen Fall ausgenommen, kann im Ganzen jenes Wechseln des Preises der Münzmetalle keinen Grund äbgeben, die Ausmünzung nach andern Grundsazen als dem Weltwerthe der Münzmetalle zu organisiren. Die Oekonomie der Natur ist das Prinzip des Werths (I. B. S. 52.), der Preis ist höchst unbeständig (Ebendas.). Er ist nur das Schwanken innerhalb des ge— schlossenen Cyklus des Werths; wenn aber auch der ver— glichene Werth des Münzmetalls bis zu einem Grade steigt oder sinkt, der alles Verhältniß gegen die Waaren auf— hebt oder ihm den positifen Münz werth, d. h. die Brauch—⸗ barkeit zum Ausgleichungsvehikel raubt, so muß die Aus— münzung dennoch dem Weltwerthe der Münzmetalle treu bleiben. Steigt dieser Werth des Mänzmetalls, oder, was dasselbe ist, sinkt der Preis der Waaren, besizt der Staat hinlänglichen Vorrath an Metallmünze, und ist diese dem verglichenen Werthe gemäß ausgeprägt, so wird sie noth—⸗ wendig mitsteigen. Bedarf der Staat noch Metallmünze, so besizt er entweder das Metall selbst oder er muß es kaufen. Besizt er es selbst, so kann auch die Regierung ohne Verlust ausprägen, ihre Münze wird immer den Grad des verglichenen Werths der Zeit haben. Erkaufen muß es der Staat freylich im andern Falle mit Verlust, denn er muß eine größere Waarenmasse als vorhin dafür geben. Aber die Regierung wird dann wohl besser thun, durch Belebung und Erhöhung der Produkzion fremde Metallmünze an sich zu ziehen, und ihr einen dem Zweyter Band. 23 354 Weltwerthe angemessenen Preis(Kours) zu sezen, als selbst für Rechnung des Staats auszumünzen. Sinkt dieser verglichene Werth, so ist dieß der Aus— münzung ohnehin gleichgültig. Allerdings könnte eine zu große Anhäufung der Münz⸗ metalle es nothwendig machen, auf ein anderes Ausglei⸗ chungsvehikel zu denken, denn die in der Seltenheit lie⸗ gende, mit der leichten Theilbarkeit und Transportabilität ver⸗ bundene Brauchbarkeit derselben zur Münze fiele hinweg. Allein der Werth der edlen Metalle wird sich erhalten durch ihre Dauerhaftigkeit, Unzerstörbarkeit und durch ihren starken Verbrauch„ Birmingham soll nach Smith allein jabrlich fü Pf. Sterling verarbeiten. Nach Meggens, Raynal ꝛc. beträgt die jährliche Gold⸗ und Silbereinfuhr in Europa etwa 6 Millionen Pf. Sterling, also 40— 50 Millionen Reichsthaler. Und es wird gewöhnlich Pfund Gold gegen 22 Pfund Silber eingeführt. Indeß ist das Mittelverhältniß doch wie 1 zu 14— 15, weil Silber weit stäker konsumirt wird, insbesondere durch die Ausfuhr nach China ꝛc. und weil es, als woblfeilere Waare, nothwendig größere Konkurrenz von Käufern hat. Der Universal Merchant behauptet, daß von 2,700,00 Yfund Sterling, welche er als die jährliche Einfuhr Spaniens angiebt, nur ohngefähr 1,250,0οο in Europa bleiben. Alles übrige verschlingt der Chinesische, Japanische, Indische ꝛe. Handel.— Mit Recht hat also Smith bemerkt, daß Am e⸗ rika's Entdeckung nicht durch die Bergwerke von Potosi und Brasilien, sondern durch die Erhöhung des Verkehrs, nicht mit Amerika allein, sondern auch durch Amerika mit Indien, und durch die mittelst dieses Tausches erhöͤhte Europäi⸗ sün, d t dieß fung de N deres Rah eltenhent öportabiliün fiele hintez ird sich erhhh harkeit und du , hrlich fü 10 die jährliche d onen Pf. Enl s Wid gewiful gefühel. Vus „well Sia die Whslhe Daare, muhrch n voh esd Einfuht Oum iu blihen. K sche, gosh nentt /M Iů in In unn de vuh ech Mailtu ahohie Ea 35 355 367. Im Allgemeinen rührt ohnstreitig die Erhöhung der Waarenpreise oder das Sinken der Metallmünze von den vermehrten Gold- und Silbermassen, so wie von der Kon— kurrenz andrer Ausgleichungsvehikel, der Bankzettel u. s. w. also von dem Sinken ihres verglichenen Werths her; aber im einzelnen hat es wohl andere Ursachen. Es ist eine Folge der zunehmenden wohlhabenden Bevöl— kerung, wodurch eine größere Waarenmasse erzeugt, also auch eine größere Masse von Münzmetall herbeygezogen, und durch dessen Anhäufung, so bald dessen Verhältniß mit den übrigen Waaren verrückt wird, der verglichene Werth des Münzmetalls nothwendig herabgedruckt worden ist. Wir finden allerdings, daß die feinen Waaren vor Zeiten sogar theurer waren(d. h. mit einer größeren Münzmetallmasse aufgewogen werden mußten) als jezt; aber diese anscheinend sonderbare Erscheinung hat natürliche Ursachen: 1. wurden damals diese Fabrikate nicht mit dieser Leichtig⸗ keit und Fertigkeit erzeugt, Maschinenarbeit war vol—⸗ lends unbekannt; die Mechanik in ihrer Kindheit. 2. Vergleicht man die damaligen Preise dieser Waaren mit den damaligen Preisen des Getraides und anderer Güter absoluten Werths, so muß man bedenken, daß die Bevölkerung bey den reicheren und höheren Ständen nicht in dem nämlichen Verhältnisse wie bey den niederen zugenommen hat. sche Produkzion für Euroba wohlthätig gewoden, daß also jener Abzug der edlen Metalle wahrer Gewinn für unsern Welt— theil sey. 6——— 35 Die Zahl der Käufer feiner Waaren aus der höhern und reichern Klasse ist also ohngefähr die nämliche gebiieben, die Zahl der Konsumenten aus dem sogenannten Volke hat sich bedeutend vermehrt. Die ersten Lebensbedürfnisse mußten nothwendig im Preise verhältnißmäßig weit mehr als die feinern Waaren steigen. Die edlen Metalle nüzen sich zwar durch den Gebrauch in jeder, also auch in der Münzgestalt ab, doch werden sie nicht wie andre Genußmittel, z. B Getraide, Holz u. s. w. durch die Konsumzion ganz vernichtet, und ihre Masse wird unaufhörlich vermehrt. Der Grad des verglichenen Werths, den sie seit Jahrhunderten mit nicht bedeutenden Abänderungen behaupten, ist also einzig durch die steigende Kultur, durch die wachsende luxuriöse Konsumzion, den er— höhten Verbrauch durch die erhöhte Volksmenge, also durch die größere Vertheilung der Metallmünzmassen erklärbar. 368. Nach den Nazional-Oekonomiegesezen kann also des Weltwerth der Münzmetalle, ihr Preis sinke oder steige, einzig die Ausmünzung bestimmen. Diesen Werth müssen nothwendig alle Nazionen dort aufsuchen, wo diese Münzmetalle aus den Urquellen in der *) On sent— sagt Montesquieu(Esprit des Lois L. 21. Ch. 3.), indem er von den Münzuerfälschungen der Röm. Kaiser spricht— On sent, que ces operations violentes ne sauraient aveir lieu dans ces tems, et un prinee se trom- peroit et ne tromperoit personne; le ehange a oté les grands coups daurorité; ou du moins l'a sauvé des grands coups d'autorité Ja wohl! Äber die Ueberzeugung davon soll noch er⸗ scheinen. I Hi 9nn senn X. ——— 357 eh V 77 1 cut du hiß größten Menge hinfließen, wo er also sich regulirt, also in namliche Rh den großen Marktpläzen, wohin sie von den Besizern und annten Vule Produzenten zum Waareneinkauf strömen. Denn gerade die bedürfrisemiz Portabilität derselben muß veranlassen, daß sie auch eit mehr abe den entferntesten Markt aufsuchen, so lang er vortheil⸗ haft ist. urch den Gan Man hat aber die willkührliche nominale Ausmünzung „doch wenyj bisher vorzüglich aus folgenden zwey Gründen zu verihei— de, Holz u digen gesucht: und ihle N Erstens, daß Metallmünze nach dem Weltwerthe aus— des verglihn geprägt, von andern Staaten, in welchen ein nominaler Ausmünzungsfuß eristirt, stets wieder verschlungen, einge⸗ schmolzen, in verschlechterte Münze verwandelt, also die red— liche Nazion ihrer Ausgleichungsvehikel ewig beraubt werden nicht hedeutth uuch die steigr umzion, den würde. Blieben alle Regierungen den Nazional-Oekonomiege— sezen treu, so könnte dieß nicht Statt finden. Dieß steht kaum zu erwarten; die Staatswirthschaft muß also jene zenge, also du sen erklärbar. n kimn ast Folge allerdings zugeben, nicht aber den Nachtheil für den snte chefth Nazionalwohlstand. Jede Nazion, die sich der dem Weltwerthe gemäß aus— eMfionen xů geprägten Metallmünze bemächtigen will, wird sie nach die— Uiguullen sem ihren vollen Werth mit Einschluß des Schlagschazes bezahlen müssen. it ces Las L Hier existirt also kein Nachtheil, außer daß die Münz— unan stätte der redlichen Nazion in größere Thätigkeit kommen Waden wird. Die Metallmünze wird dann ein Fabrikat, das um den Preis verkauft wird, den es kostet. Um diesen Preis Hange 104 Ruse des rul kann es stets von neuem fabrizirt werden; es kann also der Nazion selbst nie an diesem Ausgleichungsvehikel n l mangeln. 358 Den einzigen möglichen Nachtheil, der aus der in der Zwischenzeit eintretenden Erhöhung des Münzmetallpreises zu resultiren vermöchte, kann die Regierung dadurch ent— fernen: daß sie nur die von ihr gepragten Metallmünzen in den Staatskassen annimmt, nur diejenigen Privatverträge für gültig ertlart, die in dieser Münze geschlossen werden. Dazu ist die Regierung selbst nach den Nazional-Oekonomie— gesezen berechtigt, und diese Maasregel wird hinreichen, den bedürfenden Vorrath der Staatsmetallmünze im Staate zu erhalten. Der zweyte Vertheidigungsgrund der willkührlichen Ausmünzung soll darin liegen: daß die verschlechterte Münze andrer Staaten sich in denjenigen Staat, dessen Regierung achte Metallmünze prägt, eindringen und diese mit Verlust für die Nazion verdrangen würde. Hält die Regierung mit Kraft üder ihrem Münz⸗ system— und Hollands Beyspiel hat die Möglichkeit bewie— sen— so kann sie ruhig allen fremden Metallmünzen den Eingang gestatten, aber nicht den Cours als Ausgleichungs-⸗ vehikel. Sie können und werden dann nur als Waare nach dem reinen Nazional-Münzfuße valvirt werden. Wenn der Kaufmann fremde Metallmünze in einem höhern Preise annehmen sollte, als ihr Weltmetallwerth be— trägt, so hat er gewiß die Differenz auf irgend eine Weise in Rechnung gebracht. Er hat seine Waare um so viel theurer angesezt, und dadurch gleicht es sich wieder ein. Wie der Kaufmann tauscht, das ist durchaus nicht die Sorge der Regierung. Ihre Sorge ist nur, daß die Nazion nicht ärmer werde, dieß wird sie aber nur dann, wenn der Staat fremden Metallmünzen den Umlauf als Ausglei— chungs vehikel im innern Tausche gestattet. Hann der aus dit in y/ ünnenlhz dadurch e; Retalnintg 11 schlosen undz nal⸗Oekonnnh hinreichnn, y im Sman willtähjst; e verschlehtn 1Staat, Imn ngen und d . ihrem Mh⸗ oglichkeit herz etallmünzen Auogleichun ur als Vanh tverden. münze in ein muemluuth gend eime E re um se sch withe V nicht di E &' Miannt un, wum N + Aushltl . Hmn N 359 einheimische Negoziant dieses Münzmetall in dem nämlichen Preise wieder im Staate verkaufen, in dem er es erhält, so wird auch der fremde Negoziant auf den nämlichen Preisen der antauschenden Waare bestehen. Findet der inländische Kaufmann, ohngeachtet der un⸗ möglichkeit, diese Münze im Innern des Staats um den nämlichen Preis zu verkaufen, den nämlichen Vortheil beh dem Verkehre, so wird er ihn dennoch fortsezen; wird aber sein Handelsvortheil dadurch vermindert, daß das Münz⸗ metall dort im höhern Werthe steht als hier, so ist es eine natürliche Folge der Kommerzialverhältnisse beyder Nazionen, eine Folge, die der Staat nicht vermeiden kann, auf keinen Fall hätte vermeiden können, ohne vorsäzlich einen gewiß⸗ sen Verlust zu übernehmen. Jede Nazion tauscht für ihre Schuld natürlich zu⸗ nächst diejenige Waare an, die sie besizt, und die sie ent⸗ behren kann. Sind Münzmetalle diese Waare, so wird sie mit Metall bezahlen; sie wird diese allen andern vorziehen, weil sie am leichtesten zu überfrachten ist, weil sie die Fracht— kosten vermindert. Nie wird ein Staat dieses verhüten können, ohne den Handel zu vernichten: er verliert auch nichts dabey. Gestat— tet er aber den Umlauf einer fremden geringhaltigen Metallmünze als Ausgleichungsvehikel neben der seinen, so wird die fremde Nazion dieses einschmelzen, umprägen, und als seine Münze mit vermindertem Werthe. also mit Gewinn für sich, wieder hereinsenden. Dieß war die Operazion der ehemaligen Französischen Regierung gegen Deutschland mit den neuen Louisd'ors und den 6 Livres-Thalern, die man zu Marseille aus den Kon—⸗ venzionsthalern prägte. Wären diese Französischen Münz⸗ 36⁰0 forten durch den natürlichen Gang der Handlung nach Deutsch⸗ land gekommen, so müßte Frankreichs Passifbilanz ungeheuer seyn; allein Frankreich hatte nur die Handlungsverhältnisse und den Marktoreis der Münzmetalle richtiger berechnet. Die fremde Nazion wird nie mit ihrer Münze ausgleichen, wenn es nicht ihr Vortheil ist. Hat sie zu empfangen, so muß sie mit ihrer Münze sich bezahlen lassen, und dabey verliert sie nicht. 369. Eine vergleichende Tabelle aller Europäischen Münzen gegen den Weltwerth der Münzmetalle und eine philosophische Geschichte aller Münzalterazionen,— bey— des fehlt uns noch; reichhaltigen Stoff zum Nachdenken würden sie liefern. So hat z. B. die Türkey den Gehalt der Paras auf 30 pr. Cent herabgesezt; daher sind eine große Menge falscher Münzsorten im Umlauf, die nicht mehr Werth haben als die Oesterreichischen Gröschl D. Das Beyspiel Hollands, das kein Münzmetall als Naturprodukt besizt und doch durch die Aechtheit und Richtig⸗ keit seiner Münze Reichthümer gewann, seinen Reuters, seinen Dukaten bey allen Razionen Cours verschafte, hat die übrigen Nazionen nicht aufzuregen vermocht. Die unglücklichen Münzversuche in Schweden in den Jahren 1714— 1719 sind bekannt. Die Stralsunder Münze hat im jährigen Kriege diesem Reiche 1 Million Thaler gekostet. Daß die unglücklichen Folgen der Metallentwürdigung dadurch ungemein erhöht werden mußten, weil man die *) Wittmann's Gemälde von Konstantinopel. NV 361 Rudunt ö üü u Metallmünzbenennungen unter allen Veränderungen alt Hanh ungte 6 Vermögensmesser fort benuzte, ist nach allem obigen ungovrrhüln ohnehin klar. tige huthn ö nze autglith Hempfiny, en lassn, g * 37⁰. Die Staatswirthschaftslehrer haben oft die Frage auf— geworfen: Ob und in wie ferne die Münzmetalle reelles Nazionalvermögen sind? Die Frage wurde nie richtig gestellt, die Beantwortun— gen konnten also auch kein reines Resultat gewähren. ee. Curopith Die Münzmetalle haben an sich positifen Werth, metalle u. denn sie sind brauchbar zu Gefäßen; wegen ihres innern ionen,— Adels, ihrer Dauer und Reinheit sind sie dazu vorzüg— im Machnt lich brauchbar. Groß ist also dieser positife Werth. Bey eeichen Völkern dienen sie zugleich zu Verzierungen, und auch der dun dieß erhöht ihren positifen Werth. „Mange fit Je höher der üited einer Nazion, je ausgedehnter erth hint der Kreis ihrer Bedürfnisse; je größer auch das Bedürfniß an Münzmetallen, je höher dieser positife Werth. Ein Hirtenvolk von einfachen Sitten und Bedürfnissen, eine Nazion einzig aus Ackerbauern bestehend, wo jeder seine Bedürfnisse selbst erzeugte und verxarbeitete, würde der Münz— metalle ganz entbehren können. Eine gebildete Nazion, wo Müönzmenl heit und gih inen Reuttn. veischuft, die Menschen in größeren Gesellschaften beysammen woh— och. ö nen, wo die Mannichfaltigkeit der zu Befriedigung ihrer Be⸗ Iaid dürfnisse erforderlichen Genußmittel schnellen und häufigen Sh Verkehr nothwendig macht, bedarf Ausgleichungs vehi— dihe 1Mü kel(340.). Dazu sind die edlen Metalle der fähigste Stoff; die Hlntwicg edlen Metalle sind also für kultivirte Nazionen Bedürfniß, Hal amm sie sind wahres Vermögen, sind als Metalle allerdings reeller Reichthum. Verarbeitet liefern sie die glänzendsten, reinsten und dauerhaftesten Gefäße und Werkzeuge; als Münze find sie das schicklichste Ausgleichungsvehikel. 371. Bis zu welchem Grade aber die edlen Metalle Nazio⸗ nalbedürfniß sind, das ist eine Frage, die man ebenfalls aufgeworfen, aber nie klar beantwortet hat. Aus dem ganz einfachen Grunde, weil sie so gestellt, sich gar nicht beant⸗ worten läßt. Münzmetallvermögen ist kein ideales, es ist reelles Vermögen. Aber die edlen Metalle sind kein unentbehr— liches Gut von absolutem Werthe. Ihr Werth ist nur allgemein relatif(1. B. Z. 43.). Metallüberfluß kann sogar den Karakter der Nazion verschlechtern, kann— wie wir an dem Beyspiele der Portugiesen und Spanier sehen— die Produkzion lähmen, also dem Nazionalwohlstande nach—⸗ theilig werden; aber gewöhnlich nur wenn die Staatsverfas⸗ sung und Staatsgesezgebung nicht den Nazional-Oekonomie⸗ gesezen gemäß organisirt sind. Sind beyde Nazional-Oekonomistisch organisirt, so kann die Folge des Münzmetallreichthums nur seyn, daß es häufiger verbraucht wird, zuerst im Preise und zulezt im Grade des verglichenen Werthes sinkt. Dieß war der Fall in Peru und Mexiko vor der Spanischen Eroberung. Die Einwohner dieser Reiche be— dienten sich der edlen Metalle nicht zum Ausgleichungsvehikel. Rein waren ihre Sitten, alle Produkzionsgattungen standen in üppiger Blüthe; allenthalben Regung, Leben, zweck⸗ mäßige Thätigkeit, und doch betrug die, nur nach Atahual⸗ pas Sturze aus Verzierungen und Gefäßen geschmolzene Gold- und Silbermasse, vier Millionen Pesos und 150 tau⸗ send Mark. 3 111 pohelde vahib Prelt hundü Dn. Oanday Junlll —* DU H W Miiedx w ssun Rus endlun slr si mitteyrj schirrso 363 Rutan 0 Metallreichthum, Metallüberfluß ist also keineswegs dem eochikl Nazionalwohlstande absolut nachtheilig. Alles was davon weder zu Gefäßen und Verzierungen noch zum Ausgleichungs⸗ WMeule duz vehikel nothwendig ist, wird entweder abfließen oder den e wan gaft Preis und endlich den verglichenen Werth der Münzmetalle Iue dn 0 herabdrücken. Der Preis der Münzmetalle wird sinken, der nichth Preis der Waaren und mit ihnen die Produkzion, ihr Werth und der Werth der Produkzionskraft, also der Na— es ist wens zionalwohlstand wird steigen. Anelihs Auch bey gebildeten Nazionen hat aber die Masse des r Watth iin Besizes derselben ihre Gränze; jenseits hören sie aus alüherjußkn reeller Reichthum zu seyn. 8 Eine kultivirte und an andern Genußmitteln reiche 70 nr Nazion wird und muß nothwendig, wenn alle unentbehrliche 540 Bedürfnisse befriedigt sind, ihre Wünsche und Neigungen auf En entbehrliche, auf Bedürfnisse der Bequemlichkeit und uilttun endlich auf die der Ueppigkeit richten. lish uni Der Ueberschuß ihrer unentbehrlichen Güter enthält in R. für sie kein Genußmittel mehr, sie muß nach neuen Genuß⸗ n Iud mitteln streben. Sie wird für irdenes, kupfernes ꝛc. Ge⸗ ath schirr, goldenes und silbernes wählen. dexikom 372. ö iistr NitN Die Frage ist also vielmehr: Welche Masse von Hihunga edlen Metallen ist für eine gebildete Nazion, nach Nazional⸗ tiungen sul Oekonomistischen Grundsäzen, Bedürfniß? 13 0 Lebendiger Kapitalstoff ist Vorbedingung des Reichthums 10 0(1. B. Z. 5. S. 65.); bey gebildeten Nazionen ist Wohl⸗ n gascmu stand ohne Verkehr nicht denkbar(3. 285.); dieser 1 ů fodert unerläßlich Ausgleichungsmittel; Metallmünze ist das 36⁴4—— zweckmäßigste Ausgleichungsmittel; die ganze civilisirte Menschheit hangt durch das allgemeine Band des Welt⸗ verkehrs zusammen. Jede Nazion bedarf also eine be⸗ stimmte Masse von Münzmetallen, um sowohl sich selbst im Innern als auch denjenigen Theil des Weltperkehrs aus⸗ zugleichen, der nicht mit andern Ur und Industrieprodukten ausgeglichen werden kann. Der Punkt dieses Bedarfs läßt sich allerdings nicht absolut und positif, aber doch relatif bestimmen. Wenn gleich auch zum innern Nazionalverkehr Me— tallmünze stets das vortheilhafteste Ausgleichungsvehikel seyn wird, so lassen sich doch, ohne Nachtheil des Nazionalwohls, Surrogate denken. Nicht so in Absicht des Welt verkehrs. Hier giebt der Metallreichthum Einer Nazion den Maasstab des Bedarfs aller übrigen. Besizt diese metallreiche Nazion auch Reich— thum an innern Produkten, so liegt für die übrigen Na⸗ zionen der Punkt des Münzmetallbedarfs darin, daß sie mindstens soviel davon besizen müsse, daß bey jenen der Metallpreis nicht bedeutend höher sey. Ist der Vorrath an Münzmetallen bey einer Nazion gering, so muß sie den Preis der Münzmetalle, im Ver— hältniß der metallreichen Nazionen, nothwendig mit der Pro-⸗ duktenmasse, also mit Verlust aufwiegen; sie muß also das Ausgleichungsvehikel um einen hohen Preis einkaufen. ä Dieses Gleichgewicht im Metallpreise der Nazio— nen gegeneinander ist also der Punkt des Nazional⸗Oeko— nomistischen Bedarfs. Dieses Gleichgewicht zu erhal— een, giebt es nur zwey rechtliche Mittel: höchste Vollkom— menheit der Produkzion, und, im Fall des Mangels, ein dun. V Nalg/ ife N Ruahe cinlht, nd d unschädliches Surrogat der Metallmünze für den innern n ds Pi Verkehr. arf also ayp, In üss Emnt Ist die Produkzion in ihrer Blüthe, so müssen die in Waarenpreise sinken; also werden die fremden Kaufleute e mit ihrer Metallmünze erscheinen, um die niedern Waären⸗ ndustrtennth preise zu benuzen. Vermehrt sich in einem Staate die Me— tallmünze auf einen hohen Grad, so werden die fremden ü Kaufleute Waaren einführen, um das Sinken des Prei— f bestimmi, ses der Metallmünze zu nüzen, die bey ihnen höher steht, ionalverkeh) also diese ableiten. chungevehthhn Daher das Ebenmaaß im Münzmetallvermögen àMoziomg auch bey den reichsten Staaten. So wird z. B. Englands Munzmetallvermögen nur auf 4— 5 Millionen Pf. Sterling Hier git berechnet. tab des Bh 373. ö Mion auc N. Metallreichthum ohne Produkte ist allerdings nur eple— ie übrigen! mere Täuschung, und kann der Nazion nicht einmal den w⸗ kfs darih, thigsten Bedarf bewahren. Portugal und Spanien beurkur daß bey jneg den dieß auf das entscheidendste. Man berechnet, daß äe Bergwerke von Brasilien noch jezt jährlich 6 Millioten 325,625 Reichsthaler allein an Golde einbringen, md daß vom Jahr 1696 bis 1756 in Portugal 630 Millioien 60⁰0ο Reichsthaler an Gold und Silber größtentheils von ey einte Ml metale, I sdiß 005 Brasilien eingeführt wurde*), und doch befanden sio in s6 10 42 Portugal im Jahr 1734 nur etwa 4 Millionen οιαεο eintnfn Reichsthaler Metallmünze! Andre berechneten die Bold— eise uNM einfuhr von Brasilien, von Peter dem zten an bis 178 auf Napional Hwicht l 1 hochte Vlie Munpal, ul 4) S. Chalmers Estimate of the strenght of Grea-Bri⸗ tain etc. p. 234 *1) Priefe über Portugal, übers. von Sprengel, 1782 S. 27. 366 2 Milliards 400, 000 Französische Livres, und dabey war oft der Mangel an Silbermünze so groß, daß man kaum mit der größten Mühe 100 Thaler auftreiben konnte, und Por— tugal, zu Bezahlung seines Heers, Silber aus England kom— men lassen mußte. Spanien zieht jährlich, nach Don Sanchez de Monkade Rechnung, über 20 Millionen Piaster Naus Amerika. Die Krone befindet sich beynahe ausschließend im Besize der Silberminen, und hat seit 1494 die ungeheure Summe von 6457 Millionen 216,995 Thaler eingeführt. Nach UÜUstariz, Herrera und andern Schriftstellern wird jahrlich durch den Schleichhandel eben so viel ein— gebracht, und also sind nur bis 1784 14000 Millionen Reichs— tyaler nach Spanien gekommen*). Nach den wahrscheinlichen Berechnungen neuerer Schrift— stller steigt die jährlich aus Peru und Meriko eingeführt werdende Summe, bey der immer reichern Ausbeute durch ossere Bearbeitung, bis auf 35 Millionen Piaster π). In⸗ ds war nach Campomanes Versicherung der Münzmetall⸗ mungel in Spanien so groß, daß man die Gelder mit 33 pr. Ceit an Zinsen und Prämien auslieh t), und die Provinzen mi Kupfermünzen überschwemmt waren. Der Finanzminister Musquiz gestund vor einigen Jahen selbst, die Summe aller in Spanien umlaufenden *) Aaynal hist. Phil. T. IV. p. 340. *r) Robertsons Gesch. von Amerika, nach Schiller's Uebersez. 5. 2. S. 449. 450. und 583. *πν) Bourgoing Tableau de' Espagne mederne, T. 2. p. 247.• Edic. popul. Vol. I. p. 417. 36²7 dagn baaren Metallmünze betrage nur ohngefähr 24 Millionen im nn Piaster)(etwa 120 Millionen Livres).— Alle diese d Münzmetallschäze hatte also die Industrie andrer Nazionen e verschlungen*). Portugal und Spanien waren arm an den namlichen Metallen, von welchen sie überflossen, weil Sarch der größtentheils selbst aus diesem Ueberfluß ent⸗ Piasrr springende Mangel des Gewerbfleißes, der ärm⸗ usschlih liche Zustand des Ackerbaues bey dem fruchtbarsten Klima, die me also der Produkzionsmangel diese Nazion nothwendig zwang, r eingeshs jene Metallschäze für unentbehrlichere Genußmittel hinzu⸗ n Shhsh Zeben. n so vins 374. Nilionen N. Ferbonnais und Ustariz haben sich bemüht, die Masse der in Europa vorhandenen Mttallmünze zu be— Ruertr l stimmen. Ihre Kalküls sind von Necker, in seinem Mi eün Werke über den⸗Getraidehmdel⸗ angegriffen worden. Er Mutbalh berechnete die Masse aller Europäischen Metallmünze auf fünf aln tausend sieben hundert Millionen Livres, und Frankreichs der Rhpn Vorrath ohngefahr auf zwey tausend Millionen. elder nt;l Neuerlich hat Peruchet diese Kalküls geprüft; WPh nach seinen Berechnungen ist jene vom Necker angenom— mene Summe viel zu gering. nd dot Wh Eben so hat man sich bestrebt zu bestimmen: wie viel n whi Metallmünze zur innern Cirkulazion in einem Staate nöt thig sey? Dieß hängt zunachst an der Organisazion des Um⸗ H h 4) Bourgoing, Tableau etc. T. II. p. 61. εe) Man hat berechnet, daß der einzige Artikel von Gewürzen noderte,“ Spanien jährlich 1Million 300 tausend Piasters entzieht. *r) in der Statistique elementaire de France. 368 laufs. Jemehr dieser beflügelt wird, je geringer ist der Bedarf der Ausgleichungsvehikel. Die Regierung kann diesen Umlauf befördern, wenn sie die Auflagen nicht in jahrlichen, sondern in zer— st ückten vierteljährigen oder monatlichen Porzionen erhebt und dagegen alle ihre Schulden, Besoldungen u. s. w. mo-⸗ natlich ꝛc. bezahlt; eine desto geringere Summe vertritt die Stelle. 100 Millionen, die monatlich umlaufen, sind eben so viel, als 1200 Millionen, die jährlich umlaufen. Der Vortheil der Garnisonen für die Städte liegt großentheils darin, daß der Soldat wöchentlich bezahlt, also die näm— liche Geldmasse in ewigen schnellen Umlauf gebracht wird. Der Staatsbürger kann diesen Umlauf beleben, indem er seinen Metallmünzvorrath nie verschließt, sondern ihn seinem einzigen Zwecke, dem Umlaufe, übergiebt. Großbritannien hat unter allen Europäischen Staaten verhältnißmäßig die wenigste Metallmünze, aber nirgend ist der Umlauf reger. Jeder Privatmann übergiebt dort seinen Münzvorrath dem Bankier und bezahlt durch An— weisungen auf diesen, so wie er es bedarf. Eben deswegen ist anderwärts der Münzmetallreichthum des Landbauers dem Nazionalwohlstande nachtheilig, denn dieser verschließt die Metallmasse, zu Folge des aus Ungewißheit entspringen⸗ den Mißtrauens. Metallmünze hat in dieser Eigenschaft keinen Werth, als in dem Augenblicke, wo sie von Hand zu Hand geht, wo sie umlauft, also ihren Zweck erfüllt. Würden nicht im Weltverkehre die großen Kommerzgeschäfte meist durch Wechsel berichtigt, so würde die nämliche Metallmasse wohl hundertfach erscheinen müssen, indeh sie jezt oft gar nicht erscheint. K Eunt HI cn Rnn B U lnülos Wie 4 den hh Myh U igen 00 U n I. Mcbe; ginprr 0 hetpf Egin uuf den duthi 359 gerihheri Die Ausgleichung durch Metallmünze ist also vorzüglich dem innern und auch da wieder hauptsachlich nur dem Detail— verkehre nöthig, und dazu reicht eine weit geringere Summe hin, als man gewöhnlich glaubt. ö Rlauf hifih sondern i 0 Porsine V zen u. s.u.n Diese Summe aber muß, wie Ariel in Shakespears Summe unt Sturm, in steter Bewegung seyn, nirgends und doch allent— umlaufe j halben, ein Luftgeist. umlausn N. Zwecklos waren also die bisherigen Bemühungen der iegt grofushz Staatswirthschaftslehrer, das Nazionaleinkommen zu be⸗ t, also di dir rechnen und hiernach das Münzmetall bedürfniß zu gebracht u provorzioniren. Nur das Leben des Umlaufs bestimmt dieses Umlauf bah Bedurfniß; daher das Unzuverläßige aller dieser Kalküls. schließt, suß So berechnete z B. Davennant das Verhaltniß der Me⸗ bergieht. tallmünzmasse Englands zum beweglichen Nazionalvermögen, n Europit wie 42 zu 14. Petty wie 70 zu 6 u. s. w. Man beflügle etällmünze, K den Umlauf, man belebe die Produkzion und es wird der atmann ihgt Nazion nie an Metallmünze fehlen. nlt u Neunzig Millionen Pfund Sterling wanderten im jäh⸗ Eben drg. rigen Kriege aus Großbritannien, und nach Ende des Kriegs Landsn besaß s nicht weniger Metallmünze. dieser wuhit ö Ist das Numerär durch temporelle Verhältnisse stärker als gewöhnlich aus einem Kanale abgeflossen, so überlasse man die Nazionalhaushaltung ihrem Gange. Erhöhte Produkzionsanstrengung wird bald die ephemere Lücke er— gänzen. heit entteche st Rine Vh Hand geh 0 V Vürden uitt Nur außerordentliche Verhältnisse können die Regierung verpflichten, ins Mittel zu treten, und für die schleunige Ergänzung zu sorgen. Aermlich ist aber dann die Rücksicht auf den damit verbundenen augenblicklichen Aufwand. gweyter Band. 24 nest dut he Manlni se iat i * 375˙ Nichts ist häufiger, öfter wiederkehrender, vorzüglich auf den großen Marktpläzen, als die Klage über Geld— (Münz?) Mangel. Vergleicht man diese Klagen mit den daneben existiren— den hohen Waarenpreisen, d. h. mit dem niedern Preise der Metallmünze, der mindstens zum Theil oder hie und da die Quelle dessen ist, was man Theurung zu nennen pflegt, so scheinen jene Klagen räthselhaft. Indeß beweisen sie nichts weiter als Fehler in der Organisazion des Umlaufs; ein großer Theil dieser Stockung des Umlaufs liegt in der unöko-⸗ nomistischen Organisazion der Staatsverfassung und Staats— gesezgebung. Da wo diese Stockung in dem Kulturmangel der Nazionalglieder liegt, muß die Regierung alles anwen— den, um den Stoff in lebendiges Kapital zu verwandeln, das Vermögen zu mobilisiren und dadurch auch die Masse der Ausgleichungsvehikel zu vermehren. Schweden z. B. ist arm an Münzmetalle, aber stand dort seit Jahrhunderten die Konsumzion, der Aufwand der Herrscher und der Nazion im Verhältnisse mit der Produkzion? Ungarn ist im Verhältniß seines Nazionalstoffs arm an Münzmetalle, aber wie ist die Staatsverfassung organisirt? Wie die Nazional-, insbesondere die Justizgesezgebung? Wel⸗ ches ist der Zustand des Ackerbaus und der Industrie? Das Bedürfniß dieser Vermehrung der Ausgleichungs— vehikel hat noch einen Grund, der bisher von den Regierun— gen entweder gar nicht oder nicht in seiner Fülle beachtet worden zu seyn scheint: die fortschreitende Populazion. In wenig Händen waren vorhin große Metallmassen aufgehäuft, also sichtbar, sie sind nun in kleinen Porzionen l 7 UII v glat 25 uuns vels/ Wad — 371 in vielen Händen zerstreut, also unsichtbarer, also auch mit ba, Wohl dem erhöhten Umlaufe das Bedürfniß größer. age Iher Eih 376. 11 Jene unrichtigen Ansichten, jene zwecklose Kalküls des den dustn Bedürfnisses der Nazionen an Metauuaze haben für den Nazionalwohlstand die nachtheiligsten Folgen hervor— u nennen z gebracht. Mannn Sie haben die Regierungen mit einem hohen Grade unluftzt von Aengstlichkeit angesteckt, die bedürfende Masse zu verlieren; sie haben zu den zweckwidrigsten, so wie zu den inhumansten Maasregeln verleitet, um das Numerär im Staate zu erhalten. ö iegt in der un sung und Sz m Kultumtz ing alles an So hat z. B. ein bekannter Staatswirthschaftlicher Schriftsteller, Sonnenfels, vorzuschlagen gewagt: daß Fremden der Ankauf der Landgüter im Staate gar nicht oder unter der Bedingung, eine gewisse Zeit im Lande zu bleiben, gestattet werde. Freylich hat er nicht darauf gedacht, daß der Staat, gegen dessen Bürger ein so inhu— manes Gesez geltend gemacht werden will, es nothwendig re— verwandeh h auch de Retalle, aberste der Aushanhx td.r Pudlhn torquiren werde; nicht daran gedacht, daß der Preis aller Wagionasuff Güter, also auch des Grundeigenthums, großentheils von Issung a der Konkurrenz der Käufer abhange, daß jede Einschränkung eszgtbunt R dieser Konkurrenz den Preis drücken, also die Metallmünz—⸗ Audusttied masse, die er erhalten will, im Staate vermindern müsse; jndustie!— ö daß überhaupt jeder Versuch, das große Weltfamilien— band zu lösen, sich früh oder spät als eine armselige Pfuscherey ausspreche. T Rueglit on den Rule Hlle but——— de Pui Jener, aus einer unrichtigen Theorie des Münzmetall— be dürfnisses, entsprungenen Aengstlichkeit der Regierun— e Mihus se Mo gen entquollen so manche die Verodung des menschlichen Geists Hien Dun und die Verfinstrung begünstigende Zwangsgebote, z. B. das Verbot der Besuchung fremder Akademieen, des Reisens u. s. w., wozu selbst weise Staatsverwaltungen*) sich hinreißen ließen: Jene Beschränkungen der Kommerzfreyheit, jene Auf⸗ wands- und überhaupt alle jene illiberale Preß- und Zwang— geseze, welche die schöne Flamme des geselligen Lebens, die Humanität, die Urbanität ersticken, den Frohsinn und Wohl— stand des Menschen vernichten, und ihm jede Daseynsfreude kaufmännisch zuwägen. Wären auch diese Maasregeln eben so zweckmäßig und gerecht als sie zweckwidrig*) und ungerecht sind, so müßte man doch den Zustand eines Staats als rettungslos betrach— ten, der sich gezwungen fände, zu so armseligen Hülfsmitteln zu flüchten. Münzmetalle sind bis zu einem gewissen Grade aller— dings Bedürfniß einer kultivirten Nazion, aber zu Bewah—⸗ rung dieses Bedürfnisses läßt sich kaum eine unweisere Maas-— regel denken, als das Verbot ihrer Ausfuhr. England verbot die Ausfuhr seiner Metallmünze, sie wurde also in Barren eingeschmolzen, in dieser neuen Ge— stalt nach China versendet, und der Prägschaz, den die Nazion bezahlt, gieng verloren. *) Mauvillon über die Preußische Monarchie. 1. B. S. 182. 133. *ν) Justi, Politische und Finanzschriften, 3. B. 348. uπε) In China ist das Silber Waare. Die Chineser besizen nur eine einzige Münze: die ys, der täusendste Theil eines Lyang oder Unze Silbers, die stark mit Kopfer vermischt sind und an Schnüre gereiht werden. S. Makartney's Ge⸗ sandtschaftsreise. z2r B. S. 106. der Uebers. il wfs n ilze himd A H du,P. terti auchil⸗ ge i 1⁰ Harh vethlin tausan Rden Richhar vm V Lütsyg! Nie vns 90 ———— 373 bab, l. N.y In Spanien ist die Ausfuhr des Silbers in Barren deh Miz und des Golds gänzlich verboten, und doch sind alle dort schhimiß angehäufte Münzmetallmassen verschwunden, nicht einmal chheit, Rur das innere Bedürfniß ist zurück geblieben, und das reß und zun Kontrebandsystem, auch in Absicht der Münzmetalle dort von gen Ulmn, der Regierung gewaltsam zu einer unglaublichen Höhe ge— snn u. drängt worden). e Drsgun Aller Tauschzwang, alle gewaltsame Hemmung des Tau⸗ sches ist ein Kampf mit dem unwiderstehlichsten Naturgeseze, 10 in welchem der Zwingende stets unterliegen muß. Am ge— mmin wissesten bey einem Gute, welches, wie Münzmetall, im Ver⸗ ind, sith hältniß seines positifen Werths, einen so geringen Raum ein⸗ tuget un nimint, also so verbergbar, so leicht verführbar ist. en Hülfintz Augenblicklicher Mangel der Güter allgemeim- a b⸗ soluten Werths kann dem Nazionalwohle gefäͤhrlich wer⸗ ssen Grabe den, z. B. Mangel an Eßgetraide; aber augenblickliche Sel⸗ aber zu Ii tenheit ist noch nicht Mangel, und Metallmünze kein undeiser da augenblicklich- unentbehrliches Bedürfniß; kein Gut von all⸗ hr. gemein-absolutem Werthe. ö Der positife Werth der Münzmetalle(ihre Genieß⸗ Nenniy barkeit, Brauchbarkeit) ist gegen eine Menge andrer Güter sr venn verhaltnißmäßig gering, die man sich aber durch deren Aus— i/ M tausch verschaffen kann. Wenn also die Nazion nicht ent⸗ weder diese selbst erzeugt oder durch den Antausch andrer gleich entbehrlicher Genußmittel erlangen kann, so muß und „„ wird sie nothwendig Münzmetall wählen müssen. Jene Unmöglichkeit, sie durch Waaren zu erlangen, entsteht aus deren Mangel, oder weil derjenige, welcher die verlangende Genußmittel besizt, entweder nicht die ange⸗ B. 36, Choesn WW abfe H 1 Helmih 110 Arthed) Boutrgoing Tabl. de l' Espagne ete. T. III. p. 147. 374 5 botene oder überhaapt keine andere Waare, sondern nur Metallmünze annehmen will. Im ersten Falle ist nichts natürlicher als zum An— tausch dasjenige Gut zu wählen, das man besizt; in diesem Falle ist aber auch das Ausfuhrverbot Thorheit. Es wäre nur ein Verbot: zu genießen, ein Befehl: den wahren, wirklichen oder idealen— das ist hier gleichgültig— also unentbehrlichen Genußmitteln zu entsagen und ein un— brauchbares Gut zu behalten. Im zweyten Falle ist das Ausfuhrverbot nicht weni⸗ ger unweise; derjenige, der seine Metallmünze hingiebt, um eine Waare einzutauschen, thut es stets, um am Ge— nusse zu gewinnen. 377. Ungegründet sind also die Besorgnisse, daß es einer in— dustriösen, produzirenden Nazion bey einer Nazional⸗Oeko-⸗ nomistisch organisirten Staatsverfassung und Staatsgesez— gebung an Metallmünze mangeln könne. Entschieden ist es, daß dieser Zustand im gewöhnlichen Laufe der Dinge ein stetes Ebenmaaß erhalten muß(Z. 372.). Viele Mittel stehen dagegen der Regierung zu Gebot, diesen Mangel un⸗ möglich zu machen. Außer denjenigen, die ich angegeben habe, ist eines der zveckmaßigsten: die Ausprägung einer die unwertheste Ver— mögensporzion enthaltenden, einzig zum innern Verkehr schicklichen sogenannten Schei de münze. Allerdings muß diese Ausprägung mit Weisheit ge⸗ schehen. Eine Regierung, welche die Nazion mit Scheidemünze überschwemmt, bereichert sich, wie Klauß der Narr, der — — — — —— —.— — — „ sorden j er als un bHsit; nz eheit. Eiy chl: di uhn eichgütig verbot nithr nünze hing eto, um an „daß es ein er Nazionnss und Stunth Entschieden ise der Dux 2). Viel N. diesen Nung habe, ist ent. unwerh innern N. mit Vuihll nit Sheln 375 alle Quinen, Quaternen, Ternen und Amben des Genue— sischen Lotto gewann— weil er alle 90 Nummern besezt hatte. Englands und Amerikas Beyspiel zeigt die Unentbehr— lichkeit der Scheidemünze. In England ist der Mangel der— selben so fühlbar, daß dort nach den neuesten Nachrichten die Zahl der Privatscheidemünzfabriken sich hauft, und selbst Metallknöpfe dafür umlaufen*). Zu Alexandrien war man vor wenigen Jahren ge— nöthigt, die 6 Sousstücke zwey bis dreymal zu durch— schneiden. Ein aufgeklärter Schriftsteller hat gezeigt, zu welchen Betrügereyen im Handel die willkührliche Zerschneidung der gröͤßeren Sorten(Dollars) in Amerika Anlaß giebt, und wie unvermeidlich sie für den Stadtbewohner ist*. Scheidemünze muß allerdings so ausgeprägt werden, daß sie nicht mit Vortheil eingeschmolzen werden kann. Sie muß also unter dem Weltwerthe der Münzmetalle bleiben; aber der Gewinn, der aus dem Unterschiede des reellen und nominalen Werths resultirt, muß in den Nazionalschaz fließen, und dann ist er auch kein Nazionalverlust. Die Masse der Scheidemünze muß vor allen Dingen mit dem innern Verkehre im Verhältniß stehen, zu dessen ununter⸗ brochener Belebung sie einzig bestimmt ist. Der Barometer dieses Verhältnisses ist leicht zu sinden. Die Regierung, *) uUeber die ungeheure Münzversalschtmgen, zu welchen dieß Anlaß giebt, und deren Op er die dürstigste Volksklasse ist, sehe man Colquhouns Policy of metropolis(1797). *) Rrissot, in seiner Relse durch die vereinigten Staaten von Amerika. + 326 welche die Scheidemünze allmählig in den Umlauf gießt, kann durch die Staatskassen sich leicht überzeugen, wie weit das reine Bedürfniß geht, wenn sie diesen Gränzen nahe kommt, wenn es also Zeit ist inne zu halten? Sie kann verhüten, daß der Staatsschaz durch sie keinen unrechtlichen Nachtheil in Absicht der auf den Weltmerallwerth kalkulirten Auflagen leide, indem sie die Summe bestimmt, welche hieran in die— ser Münze angenommen wird. Die Regierung kann auch den Nachrheil beträchtlich mindern, welcher in der Schwere, in der Unbequemlichkeit, in dem Zeitverluste des Zahlens der Scheidemünze bey größeren Zahlungen liegt. Sie darf nur eine gewisse Summe dieser Scheidemünze, z. B. 5 Tha⸗ ler, 10 Thaler in Pakete hüllen, mit dem Staatssiegel versiegein, und o, wie es auf manchen Banken mit Beuteln gewöhnlich ist, in dieser Hülle zirkuliren lassen. Unter die— ser Form können sie auch zu größern Zahlungen uneröffnet sicher umlaufen und zugleich demjenigen, der sie öffnen will, den Zweck der Detailausgleichung gewähren. Ein großer Theil der Gebrechen, die man der Scheide— münze vorwirft, kommt auf Rechnung ihrer Ueberhau— fung, mehrere bleiben zurück, die allerdings entfernt wer—⸗ den müssen. ö Grundlos ist zwar die Besorgniß, daß ihr Umlauf auch fremden Scheidemünzen den Eintritt öffne, also den Wucher begünstige, und die groben Sorten verschlingen dürfte. Die Scheidemünze vermehrt die Schwierigkeit nicht, allen fremden Münzen den Cours zu verwehren, vermin— dert sie vielmehr. Nur der Mangel an inländischen Ausgleichungsvehikeln kann den Eingang fremder beför⸗ dern. Entzogen kann aber jene Scheidemünze dem inländi— schen Verkehre nicht werden. Ihr Gewicht und die daraus 7 Iute Mäkti A fann M; nb G bliet Eun den S Lu usns hiiʒ u wll ain e ie sis Hun bers zyn lanht mudin Mess die vt zun 0½E das Hldagg Nüpp) Hg uus Muapy und IIn 377 ifgeßt, Iu ů chen si 30 ir d . un entstehende Transportkosten ma 30 5—38 sech für den 926 nuhhn wärtigen Handel Auf die großen Geldmärkte an 13 kann sie nicht kommen, 5—3 5 dort, 205 M. der n Müh tallwerth gilt, bey des Siüsches keinen Letnn dar⸗ 0 bieten. Allenthalben zurückgedrängt, muß sie in dem irten Mfsgn Staate konzentrirt bleiben, für den sie geschaffen ist. Auch den un dem aus wärtigem Verkehre kann sie keinen Nachtheil ing kam ai bringen. Allerdings würde der fremde Kaufmann, der an der Einn diesen Staat zu zahlen hat, seine Schuld mit jener Münze 25 dihlenh zu bilanziren suchen; aber zu diesem Zweck müßte er sie kom⸗ . E men lassen, die Transportkosten tragen, mindstens ihren „d.z wahren Werth bezahlen, und sein Gewinn würde sich wieder u Stantzsh verzehren. Wäre die Scheidemünze auch nicht vorhanden, mnt Bun so würde er doch immer in solchen Münzen saldirt haben, Unter I wie sie der Cours jenes Staats, an den er zahlt, mit sich en unerof' bringt; nie würde er seine Münze im niederern Preise ie öffnen berechnet haben. Hat der inlandische Kaufmann in's Aus⸗ land zu bezahlen, so kann er freylich dazu die Scheide— br Eh münze nicht benuzen. Er wird aber andre Sorten erhalten Ueberhih wie er sie vorhun erhielt. Denn die Scheidemünze kann enlsernt x die groben Sorten durchaus nicht verschlingen. Dieß wäre nur dann möglich, wenn der Staat diese Scheidemünze umsuf ut als ein Surrogat der groben Sorten behandelte. Und ue, a das ist ganz gegen ihre Bestimmung. Die groben Sorten veschhegt werden zum auswärtigen Kommerz auswandern, wo es un— rigkeitc, vermeidlich ist; aber wo läge denn der Grund, daß sie in n, vm größern Massen auswandern, wenn der innere Verkehr Landishn duech Scheidemüͤnze betrieben wird? durch sie sollen ja die der ke Ausgleichungsvehikel vermehrt, nicht vermindert werden? dem illi und wenn sienn icht existirt, wird 25 auswartige Kommerz h d 37⁸ nicht weniger mit den nämlichen groben Sorten ausgeglichen werden müssen? Die Regierung hat es stets in ihrer Gewalt, die erfo⸗ derliche Summe der nach dem Weltmetallwerthe ausgepragten groben Sorten vor der Verdrangung zu schüzen: wenn sie 1. den größern Theil der Auflagen nur in diesen Sor— ten bezahlen läßt, die ewig in den Schaz und aus ihm wandern, also sich ewig wieder zeigen müssen. 3. Wenn sie jedem Privatvertrage, der eine bestimmte Summe, z. B. 50 Thaler übersteigt, die gesezliche Kraft entzieht, der auf andere als grobe Sorten abgeschlossen ist, also die Scheidemünze stets in die Gränzen ihres Spielraums, nämlich des innern Detailverkehrs, einzwängt. Ein Nachtheil bleibt indeß(in Staatswirthschaftlicher Hinsicht) übrig, und ihm ist allerdings schwer zu begegnen, nämlich die aus wärtige Fabrikazion der Scheide— münze und deren Einsuhr. Unläugbar ist der für die Nazion daraus entstehende Verlust. Nach dem allgemeinen Völker— rechte ist der Mißbrauch einer öffentlichen Beglaubigung Ver— brechen. Aber dieses Verbrechen ist schwer zu entdecken, eben so schwer dessen Bestrafung zu erlangen, also es zu verhüten. Dieß kann indeß nur nothwendig machen, daß die Re— gierung der Scheidemünze gerade nur denjenigen Grad des Weltmetallwerths entziehe, der nothwendig ist, um auf der einen Seite ihre Einschmelzung zu hindern, und auf der andern Seite wegen der Prag- und Transportkosten, der Privatfabrikazion den Reiz zu entziehen. Beträchtlich kann dann auf jeden Fall der Nazional⸗ verlust nicht werden. Gewahrt die Regierung eine durch Rlel s 0Y stens nuh⸗ M müs V aH½ sch al R I sapoi auct N n Mdien schn jes Ru zuntod n aleu ant p ———— 379 Wautggich ö dergleichen Operazionen veranlaßte Ueberhäufung, so kann sie durch Einziehung ihrer Scheidemünze den Verlust mind— stens auf den Fabrikazionslohn einschranken, den bey— nahe alle Nazionen bey so manchen andern Artikeln bezahlen balt, Mß asgeagn ö henn se diesen d. müssen. ö ö und au* müssen. Die Nazional-Oekonomie darf sich zur Idealisazion erheben(1. B. S. 22.). Der Nazional-Dekonomist darf sich also an der schönen Idee sonnen, daß einst alle Regierun— gen gebildeter Völker sich überzeugen werden: in dem Welt— eine befindn „die gesth — 67 familienbande liege das Glück aller Nazionen, also ö bn 320 auch jeder einzelnen; Achtung für dieses Band sey die Basis 5 der Beglückungskunde; sie werden also sich überzeugen, ein der Naturhaushaltung angemessenes, also auf die Nazional-⸗ virthschafft Oekonomiegeseze gegründetes Ausmünzungssystem sey das er zu begehy sicherste Mittel, den allgemeinen Verkehr, also das Glück der Ech jeder Nazion zu erhöhen. Sie werden endlich sich über—⸗ fhr die Myh zeugen: alle Versuche, durch vermannichfaltigte Ausmün— emeinen Ilty zungsformen sich wechselseitig zu plündern, seyen in einem aubgn A Zeitalter, wo der Finanzgeist unter allen der einzige entbalen, E allenthalben reife und rege ist, nur ein Krieg, der alle 5 Whhn entkräftet und in dem keiner gewinnt. „, d N N ö nigenb Bierter Abschnitt. 1 fl, nn 3z. Kreditinstitute. , Ind uN poltlote 379. Die zweyte Gattung der Bewegungs- und Belebungs-⸗ uel mittel des Nazionalvermögens sind die Kreditinstitute. det Min 0 eme I Diiese sind entweder allgemeine oder spezielle. 380 Die allgemeinen Kreditinstitute sind unter dem Namen Banken bekannt; er entstand aus der Einrich— tung der Venezianischen Bank. Erste Abtheilung. Allgemeine Kreditinstitute⸗ Banken. 380. Unter der allgemeinen Benennung: Bank, wur⸗ den bis jezt Institute begriffen, die ursprünglich nicht die entfernteste Verwandtschaft haben. Die Venezianische Bank ist bekanntlich die älteste unter den Europäischen. Die Vertreibung der Juden aus Frankreich und ihre Flucht in die Lombardey gab dem Wechselsysteme das Daseyn; mit der Entstehung desselben war der erste Grund zu jenen Instituten gelegt, welche die wahren Banken bezeichnen; die Giro⸗, Deposito⸗ und Diskontobanken nämlich. Die Vortheile einer reinen Giro- und Deposito⸗ bank bestehen einzig darin: den inländischen Negozianten die Zahlungen zu erleichtern, eine feste Welt münze zu bestim⸗ men, und dadurch die Nachtheile der Münzveränderungen oder der willkührlichen numerären Bezeichnung der Metall—⸗ münze vom Kommerz abzuwenden, so wie die aus dem Umstande: daß die Metallmünze zugleich zum Vermögen s⸗ messer gebraucht wurde, resultirenden noch bedeutendern nachtheiligen Folgen(3. 341.). Der Zweck der Diskonto banken war: die auf Kredit beruhende Basis des Verkehrs zu stüzen; indem sie die auf lr g der b dem Marktplaze auf entfernte Fristen umlaufende Wechsel⸗ briese gegen Abzug sogleich einlösten. Der Zweck einer Deposito- und Girobank ist also nicht: die Ausgleichungsvehikel zu verdoppeln, denn die de⸗ ponirte Metallmasse soll immer vorräthig liegen. tute Der Zweck und Vortheil der Giro-Depositobanken be⸗ steht in Bestimmung des Weltpreises, der Metallmünze, im sogenannten Bank geld(3Z. 363. f.). Dieser Vortheil findet nur bey einem großen auswärtigen Verkehre Statt, wo Bank, ty mannichfaltige Münzsorten in Konkurrenz kommen. Sehr lich nicht R uneigentlich hat man nachher auch die Leihinstitute mit dem nämlichen Namen belegt. ch die iß Die Banken bestunden aus den zusammen geschossenen ö Fonds oder dem vereinigten Kredit der Münzkapitalisten, ich und il und Münzkapitalisten waren damals beynahe einzig die Ne— das Dismn gozianten, die Vereinigung geschah zu dem Zweck der Erleich⸗ und zu z terung und Beförderung des Verkehrs. beheicyg, Der Besiz vereinigter großer wirklicher oder verbürgter nken ninich Kapitalien(Vorräthe) lockte die Theilhaber der Banken Deposin(Akzionars) sie in immerwährenden Umlauf zu bringen, Hhntn um daraus den höchstmöglichen Vortheil zu ziehen, daher oft u die Vereinigung des Leihinstituts mit dem ursprünglichen 1* (atdenge Deposito⸗, Giro- oder Diskontoinstitut der Bank. der Mih In der Folge reizte der Kredit des Namens als eines je uus heh merkantilischen Instituts die Theilhaber, sich dessen zu erwögens Ausdehnung des Geschäftkreises in ein seiner Natur fremdes bedeutende Gebiet zu bedienen; daher die Verbindung der Zettelfabri— kazionsinstitute mit den ursprünglichen Deposito banken. auf H Die Sicherheit dieser Justitute, die gemeinschaftliche ss Nf Gewahrleistung großer Kapitalisten, die Leichtigkeit der 2.—————9—9.—..— 382 augenblicklichen Disposizion lockte die kleinern Kapita— listen, jenen ihr müßiges Eigenthum temporell anzuver⸗ trauen, um es zur Zeit des Bedürfnisses zurückzunehmen. Die Regierungen bedienten sich des hohen Grads von Vertrauen, welches die ursprünglich- merkantilische Ei— genschaft der Banken den Münzkavpitalbesizern einflößte, um diese Kapitalien hervorzulocken, und dasjenige, was man der stets furchtbaren Gewalt versagte, durch die, unter dem Schuze der Geseze stehende freywillige Transakzion des Kommerzes zu erlangen. Handelnde Staaten benuzten dann diese Institute, sobald sie Festigkeit und Zutrauen er— langt hatten, um das Kommerz zu zentralisiren und sich einer gewissen Oberherrschaft über dasselbe zu be— mächtigen. Dieß ist die kurze Entstehungsgeschichte aller jener so ungleichartigen Institute, welche unter dem gemeinschaft— lichen Namen von Banken in Europa und nun auch in andern Welttheilen existiren. 381. Es ist hier um deswillen nothwendig, das Wesen dieser verschiedenen Institute auseinander zu sezen, weil sie noch öfter mit einander vermischt als verbunden werden, und weil der Einfluß derselben auf den Nazionalwohlstand sehr verschieden ist D. Kaum eine einzige der Europäischen Banken scheint aber Einheit des Zwecks, des Systems angenommen zu haben, am häufigsten findet man die Giro- und Deposito/ mit den ) Es versteht sich von selbst, daß man nähere Erläuterungen über die Natur und Eigenschaften der verschiedenen Banken nicht bier, sondern in vehrbüchern suchen müsse. Ne 383 1 Diskonto- und Leihbanken vermischt, noch öfter alle Gat— m Whun tungen vereinigt. Und nichts ist natürlicher. Wan Ein Bankinstitut sezt 18 einer großen kantiishe Masse von umsezbarem lebendigen Kapitalstoff voraus. einflößte Dieß mußte die Eigenthümer nothwendig reizen, außer „was mu den Administrazionskosten, eine größere Rente zu gewinnen ie, uun n als ihnen der ursprüngliche Zweck darbot, mithin von dieser raneuhin Masse durch den regesten Umlauf den höchstmöglichen Vortheil aaten buh zu ziehen. ö d Juumm; 382. dlisirenn ö Die ältesten Bankinstitute waren unstreitia die Giro— dsselbe und die Depositobanken. Beyde findet man gewöhnlich ver—⸗ einigt, obgleich sie ihrer Natur nach verschieden seyn können. aller in Denn es kann eine Depositobank existiren, welche die bey u gemainshj ihr hinterlegte Summe in Verwahrung nimmt, und darüber d nun auh) Scheine ertheilt, die im Kommerz als Ausgleichungsvehi-⸗ kel umlaufen, ohne daß sie für die hinterlegte Summe auf ihre Bücher Kredit giebt. Die Amsterdamer Bank 0 hat beydes auf die weiseste Art vereinigt. das Msl Eine Giro bank fodert kein direktes, umlaufendes Kavital, sondern nur die Hinterlegung einer willkührlichen Münzmetallsumme, wofür das Institut dem Hinterleger sehen, v an Veruu, A Wohsea N offne Rechnung hält. Der Zweck der Deposito- und Girobanken ist einzig: kn shatl die Transportazion und Untersuchung der Münzmetallmassen men Iuin im innern Kommerz zu vermeiden, so wie den Verlust der vosto ni xN Abnuzung der Münzmetalle, und dadurch die Handelsge— schäfte unter den eigentlichen Negozianten zu erleichtern und a zu beflügeln. Sie ist also, ihrer Natur nach, nur für große n Hit Kommerzvereinigungspunkte geeignet. 384 Der Kaufmann zahlt an den Kaufmann mittelst Anwei— sung auf die Summe, die er bey der Bank hinterlegt hat, die angewiesene Summe wird ihm ab⸗ und demjenigen, an den er zahlt, zugeschrieben, der dann wieder weiters auf die nämliche Art darüber disponirt, indeß die Münzmetallmasse in den Gewölben der Bank liegen bleibt.— Diese Metallmasse besteht theils in gemünzten, theils ungemünzten Metallen(Barren). Der je nach den Kommerz— verhältnissen und der Menge oder Seltenheit des Metalls, als Waare, steigende oder fallende Preis derselben und der theils dadurch, theils durch den Spekulazionsgeist der Re— gierungen immer wechselnde Ausmünzungsfuß oder Preis des gemünzten Metalls, zwang die Bänkinstitute bald, für sich und thre Operazionen einen bestimmten unab— änderlichen Preis jener hinterlegten Massen festzusezen und unter dem Namen von Bankogeld eine von den Launen des Kommerzes, der Zeiten und Machthaber unabhängige Nazionalmünze zu schaffen. Und dieß ist für den Nazional—⸗ reichthum wesentlicher Vortheil(3. 363— 365.). 383. Der Verkehr ist das große Band der Nazionen, die Amme der Künste und Wissenschaften, der Sitten und Bil⸗ dung. Man kann also wohl die Behauptung wagen, daß jene Institute der Giro⸗ und Depositobanken für die Mensch—⸗ heit wohlthätig gewesen sind. Ohne jenen festen Central— punkt, ohne jenen auf öffentliche Treu und Glauben der reichsten Kapitalisten beruhenden unbeweglichen Verglei— chungsmaasstab der Preise und Werthe der Güter, also Ver— mögensmesser, welchen das Bankogeld schuf, würden die wilden Leidenschaften und die Habsucht der Regierenden, I geoE t Stusss Mih nadgV Hutet 191 Gung i* Du 3 allg Reralnn n Hen uz ddez 385 Waaded so wie die Unruhen der Völker, den Verkehr der Nazionen V— 71 im⸗ vernichtet, and 35 Cvilisaßion gehemmt haben. 1 Wohlthätig ist daher bey einem aufmerksamen Studium weiind uff der Geschichte die Beobachtung des Einflusses, den die Errich— Runnahn tung der Venezianischen, und der nach ihr geformten 2—5 Amsterdamer Bank und deren weitere Nachbildungen auf unsten, h die Kultur gehabt haben. den aumn 384. it N Die Giro-Depositobanken haben gewöhnlich zu Bestrei— ü tung der Kosten auch den Zwang festgesezt, mindstens die onegestrh größeren Kommerzialverhandlungen durch die Bank be— iß oder yn schäftigen, also in Banko bezahlen zu müssen. Ich Hrinstitute habe mich darüber vorhin(Z. 365.Merklärt und verweis⸗ mmten u übrigens in Absicht der Depositobanken auf den zten Abschnitt festhusegnu des zten Buchs Z. 363. folg. von den Lun V 385. Handlung fodert, ihrer Natur nach, die Aufhänfung großer Waarenmassen bey dem ersten Verleger. Diese theilt er unter die kleinern Verleger und diese wieder von Stufe zu Stufe endlich an die Abnehmer oder Konsumenten aus. er unthhihy den Mrs 5 Mhenz 6 Müßten diese ausgetheilt werdende Genußmittel von den nachfolgenden Verlegern den ersten auf der Stelle ver— gütet werden, so würde dieß dem Kommerz äußerst enge rWAb sezen. Alle zweyte und solgende Verleger müßten n ein 15. lebendiges Kapital, müßten bedeutende 9 Guln Wnenge besizen, und dieß müßte verhältnißmäßig bey allen Abnehmern der Fall seyn. Es verhält sich aber vitten V 13 wiyn, 0 ichen Vul ii P gerade umgewendet. 1I„ in buf h Jene zweyte und folgenden Verleger sind nicht die wah⸗ hus/ ů Rnnn ren Eigenthümer, gewöhnlich nur die Austheiler der ö Zweyter Bande 25 ——.......... S 386 Waaren, die sie vom ersten Verleger empfangen, und die sie mit dem Debit bezahlen. Ein großer Theil der Konsumenten hingegen lebt, wie ich vorhin bemerkte(3. 288.) nicht vom zurückgelegten Vor—⸗ rathe, sondern von der Antizipazion der Zukunft. Auch der dürftigste Mensch bedarf zu den Bequemlichkeiten des Lebens eines gewissen todten Kapitals, bestünde es auch nur in Möblen. Der Hang zum Genuß treibt ihn, seine Einkünfte, die er ohnehin, sie mögen in Staatsgehalt, Grundeigen⸗ thums oder Zinsrente bestehen, später, für die Vergan⸗ genheit erhält, zu antizipiren. Der Besiz jenes todten Kapitals vollendet, selbst bey den rredlichsten, die Beruhigung, jene Vorausnahme ergan⸗ zen zu können. Der Lauf des menschlichen Genusses ist also allergrößtentheils Antizivazion und muß es seyn. Sie ist die Nahrung des Kommerzes. Die natürliche Folge davon ist, der Kredit, der Verkauf der Güter auf spater hinausgesezte Vergütung. Der Hebel der ganzen Handlungsmaschine ist also: daß der erste Verkäufer bis zum lezten den Ertrag des Kapi—⸗ tals, das in dem Genußmittel liegt, zu dessen ursprünglichen Preise hinzufügt, und daß der Abnehmer seine Antizipa⸗ zion durch Vergütung dieser Rente büßt. Jene Verhaltnisse haben den Diskonto banken das Daseyn gegeben. Die Bankinstitute haben ihre Münzmerall⸗ massen, also ihr lebendiges Kapital, und ihren darauf gegründeten Kredit benuzt, um jene Rentenvergütung an sich zu ziehen; nämlich dem ersten Verkäufer sein später ein⸗ zunehmendes Kapital entweder mit Münzmetall oder mit ihrer zum Ausgleichungsvehikel geprägten Papiermünze 1ͥI- uth m Juchie hin schrgn 19⁰ sint e it V. Ne 1³⁰ Ag Vuy X 97⁰ WM insu 0⁰ jum en in Ham. uiv 0 3 aistieg pos n mus j lichkge dieß g Ugth, u 6 Regen Kt, g ickhhyn dy der Aunz Bequemihhh Io, bothur seine Eithy, It, Gumdiy die Vah ndet, sehh Ushahmme ed sehn. Die natht uf der Gunt ise it A: Extrag d en Me sae Rhte antobnth R IHe Wim Rihrnn dun Henvgleug selsinten metcl d M vuh fruüher auszuzahlen, und ihm dadurch einen neuen Vor— rath zum neuen Einkäuf oder neuer Produkzion zu verschaffen. Auch diese Diskontooperazion ist für das Kommerz, mit— hin für den Nazionalreichthum wohlthätig, sie befördert den schnelleren Umlauf der Vorräthe, also die Produkzion. Das Diskontogeschäft ist eine merkäntilische Leihopera— zion und zwar gewöhnlich eine solche, die keine weitere Sicher— heit als den Glauben an die Redlichkeit und das Vermögen der Diskontaten gewährt. Sein Daseyn beruht auf dem hohen Grade von Vorsicht, Klugheit, Redlichkeit und Einsicht der Administrazion. Es ist daher nicht rathsam, daß eine Diskontobank auf Waaren leiht, weil deren Preis veränderlicher ist als jener der Münzmetalle. ö Die Hamburger Bank leiht sogar weder auf Waaren, noch Juwelen, noch Gold, noch gemünztes Silber, sondern einzig auf probirte Silberbarren. 386. S8 So lange das Diskontogeschäft von den ausdrücklich zum Diskonto vereinigten Fonds der Bankakzionärs bestrit— ten wird, so lange existirt keine Vereinigung mehrerer Ban— ken; gesezt, es würden auch mehrere Bankinstitute von der nämlichen Administrazion verwaltet. Anders verhält sichs, wenn das Diskontogeschäft mit den Fonds einer Depositobank betrieben wird; dann existirt wirkliche Vereinigung der Diskontobank mit der De—⸗ positobank, und diese ist unnatürlich.— Der Depositär muß mit der höchsten Zuverläßigkeit auf die jedesmalige Mög⸗ lichkeit der Zurücknahme seines Depositums rechnen können; dieß ist bey jener Vereinigung unmöglich. 388 Die Gründe jener Vereinigung lagen darin: 1. daß die hinterlegten Münzmetallmassen für den Umlauf verloren sind, durch den Diskonto mit dem hinterlegten Me— tall aber den Umlauf verdoppeln. Allein dieß ist eine irrige Ansicht des ursprünglichen Zwecks der Depositobanken. Sie sollten nicht verdoppeln, nur den Verkehr erleichtern, sie sollten nur die Merall— massen ideal statt reell übertragen. Diese Uebertragung ist durch den Diskonto ver— nichtet. Die hinterlegte Metallmasse ist nicht vorhanden, existirt nicht da, wohin sie hinterlegt worden ist. Indem sie in den Händen der Diskontaten umlauft, ist sie allen „Gefahren der Treulosigkeit und der Unglücksfalle, auf jeden Fall aber doch dem späteren Eingange ausgesezt, als es das Prinzip augenblicklicher Disposizion fodert. Zwey Institute, die sich wesentlich in ihren Zwecken widenstreben, sind also keiner Vereinigung fähig. Man muß entweder jenen Vortheilen der idealen Transportazion entsagen, also die Metallmassen selbst im Umlaufe, oder man muß sie todt liegen lassen. Die Verdoppelung eines und des nämlichen Vorraths ist nur eine Chimäre. Ganz anders verhält sichs, wenn eine eigne Diskonto⸗ bank errichtet, d. h. wenn für das Diskontogeschäft ein eigner abgesonderter Fond bestimmt wird. 2. Ist jene Verbindung der Depositobanken mit den Diskontoinstituten dadurch begünstigt worden, daß man voraussezte, die hinterlegten Metallmassen würden nicht zu gleicher Zeit zurückgesodert werden, also stets nur ein so geringer Theil davon zum reellen Umlauf kommen, daß —— s/ n 7 Bu94 1⁰ ihmhen Balan Moun b I Nxengo NC 399 dakin: ö ‚ ihn die Bank ohne Nachtheil ihrer Diskontogeschäfte zu⸗ t daünh I ö 0 rückzahlen könne. hinterkgrn. 6 D s dieß 3 Nach dem gewöhnlichen Gauge der Dinge ist dieß ö allerdings der Fall. Aber ein Bankinstitut muß auf jedes Ubshrh RN V 2 14 E y Verhaltniß berechnet seyn. Nichts kann die Verlezung des t ve ö ö Tboppeh Vertrags rechtfertigen, den sie mit den Hinterlegenden nur die Mut eingeht. Die Londner Bank hat bekanntlich im Jahr 1745 N Dikkonty y und erst neuerlich wieder zu den armseligsten Hülfsmitteln, nicht vuhymz z. B. der willkürlichen Sperrung der Bank, der Vorzäh⸗ den ist. Pue lung des Golds Statt der Zuwiegung, zu der langsa⸗ uft, ist seh men Auszahlung kleiner Scheidemünzen, der aufgedrungnen falle, ufe Zahlung in Papiermünze u s. w. ihre Zuflucht nehmen müs⸗ Iegesezt, A. sen, um ihre Insoivenz zu verbergen /). N fodert. Ein gleiches war vor kurzem zweymal mit der Pariser Bank der Fall. Die wahre Lage der Londner Bank: daß nämlich das ihr anvertraute reelle Nazionalvermögen, auf welches ihre Banknoten die Anweisung enthalten, in den Händen der N ihren zuth ing fahi n der ideest nasen selhK ů 00 ö 2 Regierung verschwunden ist: diese Lage würde längst ent— 11 1.——* 5 deckt worden seyn, zitterten nicht die stärksten Gläubiger der⸗ 0 ö—7 4.— nlichn dn selben selbst vor der erklärten Publizität dieser Wahrheit zurück, strebte nicht jede Generazion, diese Entwicklung und Heigne ilht deren Folgen für ihre Nachkommen ar iszuheben, also bantogpst 0 die anerkannte Täuschung so lange als möglich zu unterhalten, und hätte nicht dieser Zustand der Dinge die Nazion gleichsam E N Rodr⸗eirco der anken u*) Noch in einer der neueren Parlamentsdebatten(im Marz 1800 rden, N 1 behaupiete ein Opposizionsglied gezen Pitt: die Bank könne Hrden uit picht berechtigt seyn, auswärtige Subsidien in baarer Münze ets zu bezahlen, da sie ihre eigenen Papiere nicht ein⸗ I1 0 zulosen vermöge. bommeh, M 390—— gezwungen, die Garantie der Regierung als eine Ge— währschaft der Nazion gelten zu lassen(3. 244.) 387. Noch weit mehr ist dieß bey den allgemeinen Leih⸗ instituten der Fall, die man gewöhnlich damit verbunden hat. Wir haben die Gründe dieser Vereinigung oben ge— sehen. Durch diese Vereinigung nämlich, oder auch durch den bloßen Namen der Bank, strebte man, diesen Institu⸗ ten den Stempel des öffentlichen Zutrauens aufzu⸗ drücken, welcher, als die Seele des Kommerzes, merkan— tilische Institute begleitet. Auch diese Leihbanken sind ent— weder Institute einzelner Staatsbürger, d. h. sie bestehen aus den zusammen geschossenen Fonds einzelner Kapitalisten (Akzionars), oder die Regierung hat den Fonds selbst ge— schossen und läßt ihn durch öffentliche Staatsbeamte verwal— ten(politische Banken). 388. Die Banken haben zweyerley Bewegmittel der Pro— dukzion in Umlauf gebracht. Erstens die Uekunden, welche die einzelnen Theilha— ber(Akzionars) von der vereinten Gesellschaft erhielten (Akzien). Diese kommen zwar nicht als Ausgleichungsvehikel, als Münze, aber doch im Kommerz als Kapitalbriefe, als Waare in Umlauf, und ihr Preis steigt und fällt, je nach der Lage des Instituts und der wahrscheinlichen Rente. Zweytens stellten diese Banken Zettel, Bank— noten aus, welche den Empfang einer bestimmten Summe von Metallmünze beurkundeten, und dagegen die jedesmalige Reilf men hl* silo Ml 1 u I. thud H 391 A g euh Einlösung mit Metallwänze, gewöhnlich bey der Vorzeigung 4. 0 versprachen. Diese Banknoten liefen dann im Verkehr als Papier⸗ meinen d münze um, und wurden zum Ausgleichungsvehtkel. Die t whnnz Banken, welche diese Operazion trieben, wurden Zettel— mamn banken genannt. Gewöhnlich waren sie mit den Diskönto⸗ gung ubgz oder Leihbanken verbunden, um das in Umläüf zu sezende oder auch u. 90 Kapital, also dessen Rente zu verdoppeln. „ diesen It rauens 339. merzes, untz Leihbanken vertheilen nämlich, entweder nur die, ge⸗ hhanken sih ⸗ meinschaftlich von mehrern Kapitalisten(Akzionars) zusam⸗ d. h. su hfth men geschossene, oder von der Regierung dazu bestimmte Me— ner Kapi tal münzkapitalien gegen irgend eine Gattung von Sicher— onds selhi; stelung, oder sie holen diese Vorräthe mindstens zum tsbeamte u Theil durch eigene Anleihen von fremden Kapitalisten. Das leztre geschieht am häufigsten durch Ausstellung jener für jeden Inhaber ohne weiteres Zeichen der Eigen— unttl N thumsübertragung(Cession, Giro, Endossement) geltende Zeitel oder Banknoten. dimelnen A 390. llscht asik Die Erschaffung der Banknoten hat allerdings den unvermeidlichen Nachtheil, daß sie als Papiermünze, hungerchhin der höchsten Vorsicht ohngeachtet, leichter nachgeahmt werden Hridfe A A können als Metallmünze. Allein diese Gesahr wird von jenem je noch R Gewinne ausgeglichen, welcher aus der dur ch so mannichfal⸗ e 18 tige Zufalle erfolgenden Vernichtung eines nicht unbeträcht— lichen Theils der Banknoten resultirt, und welcher aus der Unverzinsbarkeit dieser Schuldscheine erwächst, indeß die ste. ettel, N timmten O „en Bank die Rente der dafür erhaltenen Fonds bennzt— die Rin ——————: 392*— Büsch räth, zu Aufrechthaltung der Bank, den Bank— noten den Werth einzuverleiben, in dem sie am Tage der Zahlung gegen baares Geld(Metallmünze) oder das Wech— selgeld des Staats stehen, mit dem man in den nächsten Handelsverbindungen ist. Dieß würde den Banknoten allen fiven 4— 8 nehmen. „Verm⸗ hrung der Ausgleichungsvehikel erhöht die in⸗ , nern 1 Mreis⸗ und erschwert also den Absaz der inländischen Produkte,“ sagt Büsch ferner. Doch dieß gleicht sich durch d ie Produtzions erhöhung aus, welche diese Vermeh⸗ rung bewirkt, wie die Geschichte beurkundet. 391. Der wesentliche Unterschied der Banknoten als Papier— münze und der Metallmünze ist, daß mit dieser ein wirkliches Genußmittel übergeben, in jener wie bey jeder Papiermünze die Uebergabe nur zugesichert wird(Z. 344.). Der wirkliche Besiz eines Guts, das der Eigenthümer in seine unmittelbare Verwahrung erh hält, ist ihm mehr werth als die Anweisung auf ein Gut, das sich in fremder Gewahr— sam befindet; diesen Unterschied der Sicherheit des Eigen— thums und des Genusses kann jene Papiermünze nur durch die große Leichtigkeit der Transportazion, des Verkehrs, aufwiegen. Damit aber dieser Umstand jenen Unterschied aus— gleiche, muß für den Besizer der Banknote der höchste Grad von Ueberzeugung vorhanden seyn, diese Anweisung auf das wirkliche Münzmetall zu jeder Zeit gegen dieses austauschen zu können. Wo es an diesem höchsten Grade der Gewißheit fehlt, kann jene Papiermünze die Metallmünze vollständig nicht ersezen(3. 344.). — 395 ahk, den S— Wan Dieß ist aber der Fall, sobald V ö ö—— 4 1. von dem Eintausche einer fremden Waare eines Staats oder d96 Pi 4 ü die Rede ist, in dem diese Papiermünze keinen Cours I Rcz ö ᷣ Dant 1* hat; gesezt auch, daß die sogenannte Handelsbilanz sich egoter a ů 1—— durchaus ausgleiche, denn diese Ausgleichung ist nur die Sache der Näzion im Ganzen, nicht der einzelnen erhöht 0 Kon Staatsbürger. der inl apdischz t dieß glitt he disse Lan Es ist der Fall, wenn 2. diese Papiermünze nicht gegen die Metallmünze zu jeder Zeit umgetauscht werden kann. Und dieß muß Statt finden, so oft eine solche Masse die— en alh Panl ser Ausgleichungsvehikel im Umläuf ist, daß sie die Metall— „— 4uyio 6 5 nit diesen münze verdränget wie beyin Verdrängen muß aber diese Papiermünze die Metall⸗ id(3.340 münze: weil jeder nothwendig ein Interesse dabey hat, sein wirkliches Gut für den Fall der Noth zurückzuhalten, so lange er mit bloßen Anweisungen sich alle wirkliche der Eigenthin ihm meht unj aaira Güter zu verschaffen vermag; weil das Kommerz nothwendig hei de Ein seinen Vortheil dabey finden wird, das Münzmetall als ein 1 1010 Gut, das ihm im innern Verkehr durch jene Papiermünze gii entbehrlich wird, auf den auswärtigen Markt zu bringen, wo nur die Welt-, nämlich die Metallmünze gilt, und diese dort so hoch als möglich zu verkausen, um wohlfeiler ein— Unterschid d 60— zukaufen. er höchse Gih 393. ö Ist die Bank, welche die Banknoten abgiebt, eine Pri— vatbank, so sind diese Banknoten zwar Ausgleichungsvehikel, veisunz aif es auimusen hewißhet fft aber nicht Nazionalmünze. Ihr Werth hängt einzig an evißhe lint ul dem relatifen Vertrauen der Empfänger, und ihre Masse ist olstindis N für den Staat gleichgültig. 394 Ist aber die Bank entweder ein unmittelbares oder durch die Garantie der Regierung ein miitelbares politisches Staateinstitut und giebt diese den Bankzetteln gezwunge— nen Cours, d. h. befiehlt sie der Nazion, diese Banknoten für Metällmuünze anzunehmen, so sino die Bantzettel Münze, nämlich Papier münze. Von der Papiermünze ist im vorigen Abschnitte ge— handelt worden, da sie aber in mehrern Staaten unter dem Namen einer Privatbank, wie z. B. in Großbritannien im Namen der Londner, in der Oesterreichischen Mo- narchie unter dem Namen der Wiener Stadtbank ausgege— ben werden, so zwingt mich dieß, in dem gegenwärtigen Ab-⸗ schnitte über diese Gattung der Papiermünze mich weit⸗ lauftiger auszubreiten. 393. Diese Papiermünze kann im allgemeinen und ohne eine ganz eigne Amalgamazion beyder den Metallmünzpreis nicht halten; eben deswegen muß die Masse der Metallmünze in der nämlichen Gradazion abnehmen, in der diese Papier— münze wachst; in der nämlichen Gradazion aber auch die unaufhörlich sich erweiternde Lücke durch neue Papiermünze ersezt werden. Die Erschaffung der Staatsbanknoten bringt also die Vermehrung derselben ihrer Natur nach mit sich. Allein gerade weil diese Papieêrmünze die Metallmünze verdrängen muß, muß sie auch deren Einlösung gegen Metall— münze in dem namlichen Grade erschweren. 394. Die Staatsverwaltungen in monarchischen— und noch mehr in despotischen Regierungsformen(beydes nach dem R0 9ne aunh ch½α WE H cyul dem altz dyr vu res pllg gesping iese Bmyon Retel Mün, Wschniteg aten untte yy Ppbritaunih ch ischen Y dthank authy zenwartiqer nze mich y u und ohtetn münzyrnz u Metulmge⸗ er dese Iumn Naber u u6e Da Heingt aso mit sh, 12 Malnd W — D6e na dů 2..... 395 gewöhnlichen Sprachgebrauche) haben die Operazionen des Kommerzes zu allen Zeiten mit Eifersucht betrachtet. Sie beobachteten die erstaunenswürdigen Resultate der Kommerzialverbindungen, die hohe Kraft und Ausdehnung derselben, welche aus der Art ihrer Entstehung, nämlich aus der freyen Zustimmung, und zwar unmittelbar zum Zweck individuellen Wohlstands und Genusses entsprang, mit einer gewissen Laune, weil sie, bey allen Hülfsmitteln der Gewalt, doch nicht gleichen Schritt halten konnten. Wo diese Eifersucht, dieser geheime Groll durch die Staats verfassung gehemmt wurde, sich unmittelbar thä— tig zu zeigen, äußerte er seine Wirkung mindstens dadurch, daß die Regierung die Operazionen des Kommerzes mit jedem in ihrer Macht stehenden, und mit dem Eigenthumsrechte nur einigermaaßen in Uebereinstimmung zu bringen gewesenen Mittel, auf eine indirekte Weise zu durchkreuzen suchte. Entweder durch Beschränkungen, oder was noch weit gefähr— licher war, durch Nachahmung des Geschaftsgangs. Die unverkennbare Stimme der Wahrheit: daß die Regierung ihrer Natur nach keinen andern Zweck als Nazio— nalwohlstand haben könne, und daß dieser wesentlich am Flor des Verkehrs hange, störte jenen Gang der Dinge nicht. Zu allen Zeiten wurden Nazionen von Menschen und Men— schen von Leidenschaften beherrscht, und die Glieder der Re— gierung, so wenig als jeder andere Stand, konnten sich vor jenem Geiste bewahren, der rastlos an der allgemeinen Gesellschaftskette nagt. 395• Die Regierungen sind zu jener Operazion der Erschaffung der Papiermünze durch zweyerley Motife vermocht worden. 396 1. Haben sie es als das leichteste und wohlfeilste Mittel zu Benuzung des Staatkredits, zur Antizipazion der —— Staatseinkünfte und Berichtigung der Staatsbedürfnisse be— trachtet. In dieser Ansicht gehört die Papiermünze über⸗ haupt zu der Abhandlung vom Staatskredit. 2. Sind sie von der Ansicht ausgegangen: daß durch kom— merzielle Papiermünze(Banknoten) das todte Nazionalver— mögen belebt, die Masse der Ausgleichungsvehikel vermehrt, also auch der Nazionalreichthum befördert werde, und nur diese Ansicht ist für gegenwärtige Abhandlung geeignet. Der Maasstab der Erföderniß oder des Nazionalbedürf⸗ nisses der Ausgleichungsmittel ist folgender: die Masse des vorhandenen Urproduktifstoffs, der Grad des vorhandenen Produktstoffs der Nazion, der Grad der Masse der vorhandenen Bewegkraft, also der Volksmenge; dann der Thätigkeit und des Kunstfleißes dieser Volksmenge; der Grad der vorhandenen Genußbegehrlichkeit, also der Grad der Kultur des Volks, seiner sittlichen Bil— dung, seiner Leidenschaften, seines Hangs zum Lebens— genuß. Nur nach diesen Verhältnissen läßt sich der Grad des Bedürfnisses der Ausgleichungsvehikel einer Nazion beurtheilen; genau bestimmen laßt er sich aber nicht, und hat nicht nöthig bestimmt zu werden, denn eine Nazion kann nie mehr Ausgleichungsvehikel haben als sie bedarf, also nie zuviel. Denn die Ausgleichungsvehikel entstehen erst durch den vorhandenen umtauschbaren Stoff, durch die Zahl der Verkehrenden und durch die vorhandene Begierde zum Verkehr. H hermöl wohl ů uhe .9 Junns sutg Ruß e 3 Rt X. (. L. Jom van kunshh Herthe gahepi von 90 shl Iun C Mes M iermune dit, daß dubh hy e Mzandg chikelungh erde, Ww ng geeigng WMzionaa üfstoffz 5 der Mhe vegkraf, Jolksmerge lichkeit, sitlihen d. 96 zum Ln der Grtd N einer Mhh sch abet n eile N 5 sie Hedat, en af u Ulch de 0 Bxgle ..... 397 Es kann also nie zuviel Vehikel geben, das Nazional— vermögen zu zerstücken und in kleinere Porzionen abzutheilen, wohl aber zu wenig. Die natürliche Folge einer großen Masse von Ausglei— chungsvehikeln ist allerdings Nominalerhöhung der Waaren, d. h. ihres Preises; und diese Erhöhung ist an sich kein Zuwachs des Nazionalreichthums. Aber aus der Mobili— sirung des Nazionalvermögens entsteht Reichthum und muß er entstehen. Die Erhöhung der Masse der Produkzions-Belebungs— mittel muß die Konkurrenz der Münzkapitalisten vermehren, also die Zinsrente erniedrigen, und ich habe anderwarts (I. B. 3. 76) gezeigt, daß niedre Zinsrente dem Na⸗ zionalwohlstande vortheilhaft ist. In je kleinere, in je vielfachere Porzionen nämlich das Nazionalvermögen dergestalt vertheilt werden kann, daß diese Porzion wirklich auf die Empfän⸗ ger übergeht; je leichter übertragbar diese Vermö— gensporzion gemacht werden kann, eine desto größere Masse von Bewegkraft kann nothwendig damit in Thatigkeit gesezt, je schneller kann diese belebt, je weiter kann die Verthei— lung und der Umlauf dieses Nazionalvermögens unter alle Staatsbürger ausgedehnt und ausgebreitet werden. Wir haben öfters Verhaltnisse eintreten sehen, wo selbst einzelne Staatsbürger hr Vermögen in kleine Porzionen abtheilen mußten, um den stockenden Verkehr zu beleben. Großbritannien und Frankreich hat sich mehr als Einmal in diesem Falle befunden, und die Kreditbillets, die Pfñ.ets de den verhutet. Confiance haben oft den Ruin ganzer Gegen— So sind, nach Smith, in Schottland seit Errichtung der beyden Edinburger Banken, also von 1395 und 1727 an, die Gewerbe aufs fünffache gestiegen. 396. Die Regierung, welche unter dem Titel einer Bank, zu dem Zweck der Mobilisirung des Nazional⸗ vermögens, Bankzettel ausgiebt, vernichtet diesen Zweck, sobald sie diesen Bankzetteln gezwungenen Cours giebt. Nicht darin liegt der Nachtheil der Staatsbankzettel, daß sie die Metallmünze auf auswärtige Märkte drängen, denn dadurch erfüllen diese nur ihren Zweck, nämlich den Weltverkehr zu befördern; aber darin liegt er: 1. Durch diesen Zwang wird das Wesen der Bankzettel als Papiermünze an sich gänzlich verändert. Nicht genug, daß dieser Zwang wie jeder die menschliche Empfindung empört, so enthält er das offene Bekenntniß, daß die Papier— münze kein reelles Gut sey, also die wesentliche Eigenschaft eines Ausgleichungsvehikels ihm fehle(Z. 342.), daß näm⸗ lich diejenige Vermögensporzion, welche nur dadurch mobili— sirt werden soll, nich t existire. Denn wozu außerdem der Zwang? 2. Die nothwendige Folge ist: daß die Nazion, welche der Staatsgewält gehorchen muß, diesem Zwange, soweit es nur die darin liegende Beschränkung ihrer natürlichen Frey— heit erlaubt, zu entschlüpfen sucht, daß sie also eine Sache, an deren reellen Werth sie nicht mehr glauben kann, nur an— nimmt, dann und wo sie muß; dagegen sich weigert, ihre Metallmünze als ein reelles Gut dafür hinzugeben, so oft sie nur ohne direkten Ungehorsam dieß zu bewirken fähig ist, daß sie also ihre Metallmünze bewährt und verschließt, alse 9 theld hade dunde Wal Has . —.— 399 sit Lrihh 0 einen künstlichen Mangel der reellen Ausgleichungsvehikel er— 5 WMüu— zeugt; mithin den Zweck der Papiermünze, die Vermeh⸗ rung der Ausgleichungsvehikel vernichtet. 3. Daß sie da und dann, wo sie ein reelles Gut für ein kiner Bin durch den Zwang ideal gewordenes, nämlich die Papiermünze 6 Nazinn hingeben muß, mindstens auf diejenige Weise sich zu ent⸗ et diesen dur schadigen sucht, welche jener Zwang nicht treffen kann, nam— Cu gt lich durch Erhöhung der Waarenpreise. ö Staatsbarhn Die unmittelbare Folge hievon ist, daß die Regie— nͤrkr 00 rung, welche diese Papiermünze wieder für Waaren hin⸗ E, nänsthn giebt, eben so diesen erhöhten Preisen unterliegen, also durch Her: Vermehrung der Papiermünze diesen Verlust ausgleichen, 00 Wuh eben dadurch aber den Glauben an die Realität des Ausglei— chungsvehikels in dem namlichen Grade immer mehr min— dern, den Glauben an die Idealität immer mehr erhöhen muß, und am Ende nach einem für das Nazionalwohl sehr nachtheiligen Zirkel sich wieder auf dem Punkte befindet, von dem sie ausgieng. Dieß sind die Folgen des gezwungenen Courses der Staatsbankzettel. Man nehme ihn hinweg und die Staatsbankzettel werden eine wohlthätige Nazional-Oekonomistische Operazion. dadurch Rn wozt ußag Mhinn, vi anze, Pi Iutürlichen Dann wird die Regierung ihren Zweck der Mobilisirung des Nazionalvermögens erreichen, sie wird das Wesen dieser 4 Papiermünze als Ausgleichungsvehikel rein bewahren; denn dso 40 ihr eigenes Interesse wird sie zwingen, die Masse dieser Bankzettel nicht höher steigen zu lassen, als das Zutrauen nähr der Nazion auf ihre Realitat erlaubt. Rugeben, 0 Alle Vorwürfe also, die man den Staatsbankzetteln gemacht würken fihb ‚ ö i. hat, treffen nur diesen gezwungenen Cours. Sie treffen Mshle 23232—9—9——9.—ß—— 4⁰⁰ nämlich den verderblichen Gebrauch der Bankinstitute, als eines zur Mobilisirung des Nazionalvermögens bestimmten merkantili⸗ schen Kreditsystems, zu einer ungerechten und unweisen Finanz— operazion; zu gezwungenen Anleihen, zu einer Regierungs⸗- kredit maschine. Ueber diesen unglücklichen Mißbrauch und dessen Wirkun— gen werde ich, mit Rückbeziehung auf das obige, mich in der Abhandlung über den Einfluß der Finanz gesezgebung auf das Nazionalwohl weiters äußern, denn diese Betrachtung betrift die Papiermünze in der Eigenschaft als Staatsbankozettel. Indeß wird man dort um deswillen manches hier antizipirt sinden, weil die Staaten sich am häufigsten der Banken als Staatskreditmaschinen bedient haben. 397. Necker unter andern hat der Vermehrung der Ausglei— chungsvehikel durch Bankzettel den Vorwurf gemacht, daß sie die innern Waarenpreise erhöhe, den inländischen Manu— fakturisten außer Stand setze, mit fremden Nazionen Konkur— renz zu halten, mithin dem auswärtigen Kommerz schade. Er hat vergessen, daß gerade jene Vermehrung der Ausgleichungs— vehikel auch die Ur- und industrielle Produkzion, also die Land— wirthschaft, und die Manufakturen belebt, also eine weit größere Masse von Waaren hervorbringt, mithin in dem nämlichen Grade auch den Verbrauch derselben im Innern erhöhen muß, und daß dieß die Folgen des erhöh⸗ M ten Preises der übrigen Waaren fur den Manufakturisten reichlich aufwiegt, vergessen: daß gerade durch dieses Steigen der Waarenpreise der Verkäufer auf auswärtigen Märkten auch theurer einkaufen, d. h. ohne Nachtheil, ohne eine größere Masse der inländischen Manufakturen, Verlust, nte U◻ Mun Mhr ujM Ich mih/ aeh Gh u; Ithm Mun Reyn ih leild hunn: N wz uag Rres ige u id e 30; 401 *+3 Mle, 0 Rsz sür die ausländischen Waaren hingeben kann, und daß dies ten werkeyn. 7 Mkarthz alles wieder ausgleicht. sen ginny deginnnz Richtig sind hingegen seine Ansichten, wenn von einer auf⸗ gedrungnen Staatspapiermunze, unter welchem Nah— men sie auch erschiene, die Rede ist. desen Myn , nich 398. ehunp ast Die politischen Zettel bankeen haben aber andre unver— rachun kennbare Nachtheile. tsbankupn ů ö hier uin Durch die Vermehrung der Ausgleichungsvehikel wird die Metallmünze entbehrlicher im Innern; sie wandert also zum Weltverkehr auf fremde Markte. Gerade der Umstand: daß die Metallmünze der Nazion im innern Verkehre entbehr— Danknt lich wird, muß sie nethwendig reizen, Metallmünze fur noch 8 L. entbehrlichere Guter wegzugeben; und dieser Leichrsinn kann ü allerdings bis zu einem für den Nazionalwohlständ nachtheiligen f genagt, N Röshn d Grad steigen. Die Nazion wird sich dadurch an jene einge— üm Kat tauschte Güter gewöhnen; ihr Bedürfniß, die Meizung dazu am ih. wird zunehmen und die Wümi dem Eintansch, nämlich das ath Münzmetall, werden sich erschöpfen. Sie wird dann gedrungen seyn, eine größere Masse ihrer eigenen Produtte, für 1 Vo Vapd/ a% NN Ad s eine dem positisen Werthe, d h. der Genußentbehrlich— 0 Wa keit nach(Ar. B. Z. 44 S. 41geringere, des Auslands 0n hinzugeben; wird also von Jahr zu Jahr ärmer werden. 41 Wenn sie auch ihren innern Verkehr ganz mit jenen Bankzetteln aun wird bestreiten können, so wird doch die Bilanz des auswär— Mafusce tigen Verkehrs, den keine Nazion entbehren kann, im pro⸗ gressiven Verhältniß zu ihrem Nachtheil seyn. Der auswär— dises Oe hen Mihn i n Nazionalmünze zu saldiren, und das Münzmetall für sich zu behalten streben. Monufttudn Zweyter Band. 26 Ein andrer bedeutender Nachtheil für das Nazionalwohl entsteht aus den Zettelbankinstituten durch die daraus für die Regierungen resultirende Leichtigkeit, sich des Nazionalver⸗ mögens zu bemächtigen, und zwar nicht nur, um in Zeiten der Noth das öffentliche Unglück abzuwenden, sondern vorzüglich auch, um die Erbkrankheit der Regierenden, die Ehrsucht zu befriedigen. Sey auch die Bank kein unmittelbares Nazional⸗, kein Staats-, sey sie nur ein Privatinstitut, so wird sie die Ge⸗ währschaft oder doch die Autorisazion, die Beglaubi⸗- gung der obersten Staatsgewalt bedürfen, um das Zutrauen der Nazion zu fesseln; dieß wird der Regierung stets Einfluß auf die Bank und die Mittel verschaffen, die Fonds und den Kredit der Bank zu ihren Zwecken zu benutzen, also von dem wahren und ursprünglichen Zwecke abzuleiten. Kaum wird Eine Nazion existiren, welche nicht diese Er— fahrung gemacht hätte. 399. Alles, was bisher von den Banken gesagt worden ist, dars man nur als Philosophisch- geschichtliche Prüfung der Bank⸗ institute betrachten, wie sie existirten, oder noch der⸗ malen existiren und organisirt sind. Die Londner Bank ist eine Privatbank, aber sie ist, wie die Venezianische, dem Wesen nach zur Regierungsbank geworden; denn 1. Die Regierung hat sich die Verlängerung der Oktroys stets mit Anleihen bezahlen lassen, welche alle Fonds der Bank verschlangen, also ihr ganzes Vermögen, das Ver⸗ mögen der Nazionalglieder, in die Hände der Regierung lieferten. 2. Eben deswegen ist die Regierung von Zeit zu Zeit in die Operationen dieser Bank unmittelbar eingeschritten; z. B. 403 n durch willkührliche e über die Runganr der ü Banknoten, über die Zahlungsart derselben ice. Sie hat Mü einst sogar festgesetzt, daß die Schazkammer diejenigen in RM Bantnoren einlösen solle, welche die Bank nicht einlösen vn mn könne. Dadurch ist die Londner Bank in ihrer Ehisttz Basis erschüttert; aus einer Privatbank ist sie zur Regie— rungsbank geworden. Wiomb, f Der letzte Schritt dazu geschah, als die Verpflichtung d sehehy der Bank: in Metallmünze zu bezahlen, willtührlich aufgehoben, Beglah also ihren Zetteln indirekt gez wungener Kours gegeben das Zuhan wurde. stets Eim 400. ronds m Die Londner Bank ist bekanntlich, kraft einer Parla⸗ „also ynn mentsakte vom Jahr 1694. gestiftet. Sie hatte, von ihrem Ursprunge an, den Namen: eines merkantilischen Privatinsti⸗ nicht Ned tuts, und war in der That ein Staatskreditinstitut; eine der— jenigen Maschinen, welche die Parthey der Torys in die Kon⸗ stituzion webte, um die Königliche Gewalt zu erhöhen. sat wuni Schon im Jahr 1696. verloren ihre Scheine 20. vom sin Nönl Hundert, und im Jahr 1745. konnte sie sich, bemerktermaßen, er nit de nur durch Zahlungen in kleiner Münze, d. h. durch unredliche Diebnne Zahlungszögerungen, und in dem vorlezten Französischen Kriege Ingnn nur durch einen Att der Willkuhr retten. Und dieß alles, ordent dn ungeachtet der ungeheuern Zinsen, welche die Regierung ihr O itz dezahlte, die, einschlüssig den Beytrag zu den Verwaltungs— all inds x kosten, auf 83. vom Hundert stiegen, ungeachtet der Monopole 0j 1. der Wechseleskompte aller Billets unter sechs Monate Sicht, er MMN so wie des Gold⸗ und Silberhandels. Man fühlt wohl, daß die Regierung sich nicht besinnt, der 35 Bank jede Zinsrente, jede andere noch so lästige Bedingung zu⸗ 91 uinn, N 4⁰⁴ zugestehen. Sie spielt im Nahmen der Nazion mit der Nazion, und bey einer solchen Parthie ist natürlich nichts zu wagen. Ehen deswegen war schon unter Georg des Ersten Regie— rung, ihre Forderung an den Staat größer als ihr Fond. Jene soll im Jahr 1752. schon bis auf 39 Millionen, 997,874 Pfund Sterling, 3 Sch. s P. gestiegen seyn. Dage⸗ gen ist ihre Schuldenlast d. h. die Masse der von ihr ausgegebenen Billets, nie zuverlässig bekannt worden. Das Aktif der Londner Bank soll jezt bestehen in 17,897,280 Pfund Sterling. daran schuldet der Staat, 11,686, 8ο Pfund Sterling. und zwar, an fundirter Schuld 9,964,4rs—— unfundirt und an sonstigen Aktifen. 3,826,890—— Dagegen soll ihr Passif bestehen, in 13,770,390 Pfund Sterling. Jährlich soll 30,ÿ00—— durch verlohrne Banknoten gewonnen werden. Die Londner Bank gab zuviel Bankzettel aus, mußte also jährlich im Durchschnitte Pfund Gold prägen, und dieß so hoch einkaufen, daß sie 24 bis 3 Procent daran verlohr. Die Bank lieh der Schazkammer anfangs— Pfund ö 3 0 Sterling; dann wieder Pfund Sterling. Schenkte der Schaztammer 1,775,0½2? Pfund Sterling und weiters 2 Millionen. ö Im Jahr 1746. hatte sie an den Staat 11,686, 800 Pf. Sterling zu fordern. Ihr Fond bestund in 0,780, 0ο Pfund. Unter Georg dem zten zahlte sie für die Erneuerung der Chartre: 119,00ο Pfund Sterling. Iind inege 42 h WilhN 9ebt Ha nit urhun wpn. E iht fah 39½ Mlan sehn. Dun hr autggürn et hschn! Pfundz .— rüng. heh. aus, m agen, u an halch, Pfund Elt ö 1½699H9⁰⁰ mnel 40⁰5 * 401. Es ist hier nicht der Ort, dieses Institut, durch welches die Brittische Regierung alle ihre Finanzoperationen macht, in seiner Eigenschast als einen gedrungenen Bestan d⸗ theil der Brittischen Konstituzion zu beurtheilen. In jener Eigenschaft kann es vielleicht nach der eigenthümlichen Beschaffenheit dieser Konstituzionen, lokale Vortheile besizenz aber Wahrheit bleibt es, daß die Londner Bank ein Privat— institut, daß sie von dem Augenblicke, wo die Regierung in ihre Operazionen unmittelbar einschritt, zum Staatsinstitut gezwun⸗ gen worden ist, ohne daß doch die Nazion sie als Nazionalinsti⸗ tut garantirt hätte. Selbst die Einschreitungen der Gesezgebenden Gewalt, nämlich des Parlaments, konnten die Natur der Bank als eines Privatinstituts nicht verändern; denn sie betrafen bloß einzelne Operazionen und enthielten keine unmittelbare Nazional⸗ garantie des Instituts selbst. Ohne diese Garantie erschienen jene Anordnungen nur als willkührliche Eingriffe in das Privateigenthum, und der gezwungene Kours ihrer Zettel, nur als ein verderblicher Miß⸗ brauch eines Privatinstituts, zu einer Regierungskreditmaschine. So wie also die Londner Bank noch bis jezt organisirt ist, widerstrebt ihre schwankende Zwitterexistenz allen Grundsäzen des Rechts, so wie der Nazionalökonomie. Ist sie ein Privatinstitut, so hat die Regierung kein Recht, ihre Operazionen zu leiten, zu hemmen, noch auch ihren Zetteln durch Zwang den Karakter einer Staatsmünze aufzudrücken.— Ist sie ein Staatsinstitut geworden, so beurkunde man die freywillige Einstimmung der Akzionärs; so gehören die Fonds der Bank nicht mehr ihnen, sondern der Nazion; so muß der SIE—— 406 Staat ausschließend deren Operazionen leiten, sie muß für. Rechnung der Nazion, und einzig für diese, arbeiten. Der augenblickliche Wohistand des Brittischen Volks beweist nichts gegen das Grundgebrechen dieser amphibischen Existenz. Ohne eine klare Entscheidung und Bestimmung derselben, muß dieses Gebaude fruh oder spät einstürzen. 4⁰². Ihre Fonds bestehen aus den Schulden der Regierung; sie het allmählig das Nazionaleigenthum verschlungen; sie erhält ihr Daseyn nur durch fortschreitende Auflagen auf diese nämliche Nazion. Allerdings ist dieses Streben, jenen ewigen Umlauf, d. h⸗ den Gläuben an das wirkliche Daseyn der Guter, aufrecht zu halten, welche ihre Banknoten enthalten sollten, ein machtiger Sporn für die Banknoteninhaber zu Erhöhung der Industrie. Das Bewußtseyn, daß ohne diese Spannung alles verloren ist; die Sorge alles zu verlieren, die Begierde alles zu retten, zwingt sie, sich freywillig und besonnen dieser Täuschung hinzu⸗ geben, und durch immer neuen Kraftaufwand den wirklichen Verlust zu erhöhen; nur um dessen verhaßte Idee zu entfernen. So lange diese Spannung dauert, kann auch dieser wun— derbare Gang dauern. Sie wird, nach der Natur der mensch⸗ lichen Dinge, nachlassen, und in dem nämlichen Augenblicke ist auch der Bankerot der Londner Bank entschieden. Jenes Streben, jene Spannung, hat durch die Allgemeinheit der Lage aufgehört Sache des einzelnen Staatsbürgers zu seyn; es ist Sache aller. Die Londner Politische Bank ist ohne Einwilligung der Nazion Regierungsbank, also ihr Ban⸗ kerot, der Bankerot der Regierung geworden. ———— vf ese, nstz Nul ui schndin duscher j Re gen; seel uf diee nieg Umiaj j ter, aufth „ ein Ra 0 det Pi. 10 alles mn alles zu diuscun he den nisthe dee zuRfR aut M t Munh R Hebn. M. genehe D Mfn sche Nün 0 he d 2 ——— 5505 Nichts ist natürlicher, als daß die Nazion vor dem furcht— baren Gespenste dieses Bankerots zurückbebt; aber es ist eine noch keineswegs gründlich erörterte Frage: ob der Brittische Nazionalreichthum durch den Bankerot der Bank mehr ver— lieren würde, als durch dieses Fristen ihrer Existenz, welche sie aus dem Marke der Nazion pumpt. Denn das furchtbarste Resultat jenes Bankkreditsystems ist, daß es selbst aus dem Leich⸗ nam des Nazionalvermögens noch Säfte saugt; daß es die Nazion zwingt, sich selbst aufz uzehren, um ihre Existenz auf diese gewaltsame Weise zu fristen. Da die Regierung die Existenz der Londner Bank durch Akte der Willkühr retten mußte, so hat diese eigentlich bereits Bankerot gemacht; nur durch den vereinten Kredit der großen Kapitalisten, die nothwendig bey den Bankoperazionen ihre Rechnung finden, weil sie im eigentlichsten Sinne mit den längst verschlungenen Kapitalien der kleinen Kapitalisten spie⸗ len, ist die Flamme ihres Daseyns von Zeit zu Zeit wieder auf— gelodert; wäre der Bankerot erklärt worden, so würden plözlich alle diese kleine Kapitalisten verarmt seyn. Das Spiel mit ihrem Eigenthume wäre vernichtet worden, und es würde für den Augenblick gänzliche Stockung alles Verkehrs, aller Kom⸗ merzialverhältnisse statt gefunden haben. Aber für die Nazion und den Nazionalreichthum wäre dies Gewinn. Denn der Regierung würde dadurch das Mittel entzogen worden seyn, mittelst des Mißbrauchs des Bankkredits willkürlich über das Privateigenthum zu schalten. Jener alles verschlingende Abgrund wäre plözlich geschlossen worden, und bey dem allgemeinen Reichthume der Brittischen Nazion, d. h. bey dem hohen Gräde ihres Nazionalstoffs, und ihrer Nazionalbewegkraft, aus der Asche dieses Zwitterinstituts, un ter der wirklichen Garantie der Nazion, und ohne Einfluß 4⁰⁸ einer einzelnen Staatsgewalt, ein neues wahres Nazional⸗ kreditinstitut aufgeb üht, das jene augenblickliche Wunde vernarbt, und die Brittische Nazion bald auf einen weit höhern, nämlich soliden Gipfel des Nazionalreichthums gehoben haben würde. 403. Die Amsterdamer Bank, nach deren ursprünglicher Fundazien(vom 30. Junii, 1609) jeder seine hinterlegte Me— tallmünze, oder Munznietall wieder in Natur sollte heraus⸗ ziehen tönnen, ist in Absicht ihrer innern Organisazion dem Geiste eines Komme zialinstttuts am meisten treu geblieben; sie hat sich aller Staatsverändberungen ungeachtet, mindstens öffentlich in ihrer Unabhängigkeit von der Regierung, so wie in ihren Kredite erhalten. Nech bis jezt ist es nicht entschieden, in wesche Verhältnisse sie etwa hie und da ingeheim in Absicht ihrer Fonds gegen die Regierung getreten seyn kann; aber da sie selbst keine allgemeine Kreditbank ist, sondern die Eigenschaft einer De— posito⸗, und Girobank beybehalten, keine Papiermünze geschaffen hat; so ist ihr Dasen auch auf jeden Fall dauernder gesichert). 404. Die Venezianische und Schwedische Banken, und die berühmte Genuesische Bank von St. George, sind ebenfalls bald nach ihrer Entstehung als politische Staatsinsti⸗ tute behandelt worden. Daher ihre mannigfaltige, aus der Geschichte bekannte, Schiksale. Das nämliche ist der Fall bey der Wiener Stadtbank. Bald nach Errichtung der Venezia⸗ nischen Bank angeblich im Jahr 1157 nahm der Staat die deponirte Münzmetallmassen zu sich, und die Bank gab nie )Smitb hat, nach Pinto, in seinem Werke über den Nazio⸗ nalreichthum, aus den Beyträgen des berübmten Bankier Hop e, die vollständigsten Nachrichten von ihrer Einrichtung geliefert. 0 409 n sondern 4 Zettel zurück. Selbst das Jahr , m ihrer Harnhn Es so wie 2 ünde⸗ den Ameront 7 zu mn 2 Millionen Dukaten angiebt, sind ungewiß; wie Büsch klagte.— Indeß erhielt sie auf eine beynah nei Weise ihren Kredit bis 1797. Irsprinpty Die Kopenhagner Bank, im Jahr 1736. oder 1737. hintregt dy mit einem Fonds von Soοοοοσ Rthlr. Dänisch Courant errichtet, solte hanh ist zwar ebenfalls eine Deposito⸗ Giro- Distonto und Leih— guniscin h bank, aber sie ist außer dem Einfluß der Regierung. Der geblg König hat sogar versprochen, von ihr nichts zu entleihen. Die t, nnn Schädlichkeit der einst vorzüglich von ihr getriebenen Operazion: Ang/smt durch Aufkauf der Wechsel auf fremde Pläze den Wechsel Cours h zu heben, hat Büsch gründlich gezeigt. Unter allen scheint in Wscht die im Jahr 1619. errichtete,) Hamburger Bank, nach Indsl der Natur dieser kleinen, aber durch ihre Lage und durch ihr nschastehgn Kommerz wichtigen Stadt, die allerweiseste und solideste Ein⸗ Hnuun richtung zu bestizen. Sie ist zugleich Giro ⸗, Deposito ⸗„ und an güt) Leihbank. Die Regierung 591 dabey keinen Einfluß als die Garantie. Wie sehr die Geschäfte der Hambarger Bank zuge— nommen haben, erhellt daraus, daß ihre Folien vom Jahr e Banm u 1727. bis 1792. von 3100 bis 12,200 stiegen. Geonfs Nach ehen so weisen Grundsäzen ist die neue Amerika⸗ e Emi nische Bank, mit einer Fundazion von 10 Million Dollars, ltin„ A eingerichtet. Daher sind auch ihre Alzien bald nachher beynah st Rh auf den doppelten Preis gestiegen. br Vinss Außerdem sind in Nord Amerika von 1784— 18890. der S 39 Privatbanken errichtet worden. dut 0 4 Die neue Pariser Bank, welche erst im Jahr 1799. Ller errichtet wurde, und sich mit der Caillé des Comptes conrans Bonherpin 0) Iistorical aecsunt of Trade and Commerce. n Jasen 410 vereiniate, ist ebenfalls nach richtigen Grundsäzen berechnet, und scheint außer dem Einflusse der Regierung. Insbesondere ist die von ihr eingerichtete Caille des Placemens, ein sehr weises und nachahmungewerthes Institut. Sie giebt Billets auf Ordre, die ohne Gefahr des Verlusts, oder der Entwendung, versendet werden können, und durch welche der Münzumlauf in den Provinzen sehr befördert, so wie das zwecklose und schädliche Hin- und Hersenden der Metallmünze im Staate, vermieden wird*). Die Berliner Bank, von Friedrich dem Gro⸗ ßen im Jahr 1765. gestiftet und dotirt, ist eine vereinigte Giro⸗Deposito⸗Diskonto und Leihbank. Noch haben die Monarchen sie nie als politische Staatsbank behandelt, und die weise Staatshaushaltung der Preußl. Regierung, hat ihr dieses kraurige Zufluchtsmittel bisher entbehrlich gemacht. 405. Der erste Fonds der Schwedischen Bank bestand in 30⁰οοο Rthlrn. Sie wurde 1686. unter Karl dem niten, von 3. Ständen, Adel, Priestern und Bürgern, ausschlüssig der Bauerschaft, er⸗ richtet. Sie ist Diskonto⸗, Leih- und Zettelbank. Die Schwedische Bank leiht auf Grundstücke, dieß war ihr ursprünglicher Zweck. Nach Büsch sollen nur 20. Pro Cent und zwar über das hypothezirte Eindrittheil geliehen werden, um den Privat— leuten Spielraum zu Anlegung ihrer Kapitalien zu lassen. ) Eine umstänbliche Entwiklung findet man in dem kürzlich zu Paris erschienenen Werke: De la Banque de France, sa diffe- rence avec celle dꝰ Amsterdam et celle de Londres. 8. 6 Nav KUnn nodle Rui: der nn I 0 C ure 9831 valdt 0 411 1— luchiz Die Schwedische Bank ist dadurch, daß bie Regierung Wash alle Metallmünze an sich zog, eine mittelbare Staatsbank ge—⸗ h ss worden, und hat die Bankzetteloperation bis zu einem dem Na—⸗ ie geht Dlz zionalwohle sehr nachtheiligen Grad getrieben. Im Jahr 1762. R war die Regierung 80 Millionen Silbermünze an die Bank Mimaft schuldig; und diese machte der Regierung von Zeit zu Zeit e upsch große Geschenke! aate, umm Unter der Regierung der Medizis bestand zu Florenz ein Leihhaus, das dem Wesen nach ein Leihbankinstitut gewe— ich den sen ist. Kommerzialreichthum hat diese Familie aus dem Kauf⸗ emt mnt mannsstande zur Herrschaft erhoben; sie hat auch jenes Institut Wh dotirt, und meist zu politischen Operazionen bennzt. andelt, 406. „ herish Die mehresten jener Institute sind, wie man sieht, in 0. Regierungsbanken ausgeartet, und reine Regierungs banken können für das Nazionalwohl gefährlich werden, sie mögen nun un⸗ Iul bent mittelbar, ober mittelbar von der Regierung abhangen, sie mögen 2 nun einfache, Diskonto⸗„Leih-, oder vermischte Zettelbanken seyn. ö Im erstern Falle widerstreben sie dem Prinzip, kraft un Ein dessen jede Ausübung der Staatsbürgerlichen Produkzion von Bunsih Seiten des Staats, nur auf Kosten des Nazionalwohls sich a äußern kann; denn die Produktifkraft der Nazionalgesammtheit ücke, 0 und der Nazion sind unvereinbar. Im zweyten Falle werden sie früh oder spät die Ten⸗ — denz annehmen, ein unbegränztes Kreditsystem zu organisiren, weiches das gesammte Nazionalvermögen in die willkührliche än Dispostzion der Regierung bringt, und den Nazionalwohlstand 30 u verschlingen muß. em lugh Ich werde daher weiter unten(S 418.) zeigen, unter wel⸗ pnntce, H chen Umständen allein eine Regierungsbank unschäblich seyn kann. leõ, 5. 412 Den emporendsten Gebrauch einer Regierunasbank hat die Geschichte der Regentschaft des Herzogs von Orleans in Frankreich aufgezeichnet. Law errichtete seine Bant im Jahr 1716. Er gab anfangs nur 59 Millionen in Banknoten aus; die Regierung in Einem Jahre noch 217 Millionen. Sie verordnete sogar, daß Niemand mehr als 500 Livres Metall— münze in Kasse haben sollte. Die Ausmünzung wurde bis auf 65 Livres die Mark gesezt. Man wollte ansangs sie bis auf 130 sezen, und vielleicht hätte die Nazion auch das ertragen; aber man wählte den Weg: die Banknoten auf 50 Prozent herabzusezen, den Millon und Dutot anriethen, und die Bank falltute. 407. Es ist allerdings noch sehr problematisch: ob die Erfindung der Leihbankinstitute dem Nazionalwohlstande im Ganzen mehr genüzt oder geschadet habe? Aber alles Unheil dieser Banken ist aus der unrichtigen Ansicht ihrer Natur, ihres Zwecks, aus der Vermischung der Privat- und Staatsinstitute, und aus dem Mißbrauche entstanden, den die Regierungen mit dieser Ver⸗ mischung zum Nachtheil der Völker getrieben haben. Kaum Eine dieser Banken ist ihrem Nahmen, ihrem Ka⸗ rakter vollkommen treu geblieben. Sie mochten nun aus Privat- oder Nazionalvermögen, oder aus dem Staatsschazo dotirt seyn, so waren sie stets ein Spiel der Herrscher und wech— selten, Proteusartig, nach den Bedürfnissen der Herrscher die Gestalt. ö Es ist wesentlich, die verschiedenen Eigenschaften eines Bankinstituts auseinander zu sezen. Privatbanken sind diejenigen Institute, welche von Staats bürgern aus ihren eigenen Fonds errichtet werden. Gewöhnlich Diskonto⸗, Leih⸗, bisweilen auch Zettelinstitute. . 413 Tungehgpt g, — 6 Ob das Afi von einem d nn—— Nn in aus den Fonds mehrerer zu Einem 1 zusam 1 ist 2 utun har auf ihren Karatter keinen e ü lunn. finden sich in Schottland, in Amerika haufte 2 in Iti⸗ Lunt Rul Ob diese D von der Regierung h Uanin sind? sie ein Monopol besizen oder nicht?———— W so wenig ihren Karatter. Auch die Londner Bank ist, wie ich W sie öfters bemerkte, noch jezt nur eine Privat bank. 5 25 Regierungs banken sind entweder unmittelbare, uf 30 Pn nämlich diejenigen, welche von der Regierung aus dem öffentli⸗ then, u chen Schaze dotirt sind, und für Rechnung der Regie⸗ rung, des Staatsschazes arbeiten; oder mittelbare, die aus Pivat-Fonds dotirt, und von der Regierung gegen bestimmte r e Vortheile garantirt sind, doch für Rechnung der Ei— rh genthümer, der Akzionärs, arbeiten. ach Eine Nazional⸗ oder Staatsbank hingegen ist zut u diejenige, welche entweder aus dem Vermögen der Nazional⸗ . glieder, oder dem gesammten Nazionalvermögen dotirt ist, unter nit u h der unmittelbaren alleinigen Leitung des Staats steht, und von n der Nazion, vom Staate, mit dem Nazionalvermögen garan⸗ hen, ia tirt ist. hen Jene wesentliche Unterscheidungszeichen einer Bank kön⸗ m Emhi nen in dieser durch die Männigfaltigkeit der Ansichten so verwor⸗ rin wnt renen Materie allein Klarheit verbreiten. Hhl ö 468. ö 4 shan in Solide Privatbanken sind allerdings ein wohlthätiges Bewegungsmittel des Nazionalvermögens; am wohlthätigsten „Pe N zu Belebung des Umlaufs und Mobilisirung des Vermögens ist eine wahre Nazionalbank, oder Staats bank, nach hichtet ldl, dem so eben angegebenen Begriffe. gunint 414 Eine solche Bank ist aber nicht in Des potischen, nur in Republikanischen Staaten denkbar. Ich werde im sten Bande zeigen, was ich unter einer Republikanischen Staatsverfassung verstehe, und bemerke hier nur, daß ich darunter allerdings auch Monarchieen begreife, wo die Staatsgewalten richtig vertheilt sind, oder eine Republikani— sche Staats verwaltung durch den Geist der Regierung und den Karakter der Nazion zur Staats verfassung geworden ist. Nur in einem Republikanischen Staate läßt sich jener hohe Grad von Sicherheit für eine zusammengesezte, bedeutende, disponible, den Leidenschaften so willkommene Masse leben— digen Vermögens denken, als eine Staats bank bedarf, wenn sie für die Nazion wohlthätig und nicht vielmehr gefährlich seyn soll. 409. Eine wahre Staatsbank kann die Eigenschaft einer Giro⸗, einer Diskonto ⸗, einer Deposito⸗, einer Leih- und einer Zettel⸗ bank vereinen; Ihre Wohlthätigkeit und ihre Dauer hängt aber dann wesentlich an zwey Punkten: An der Organisazion ihrer Geschäfte, und An der Verwaltung. 410. Die innere Organisazion sodert: 1. Feste Grundsäze, in Absicht der Operazionen. Ich habe oben(Z. 386) die Nachtheile der Vermischung der Giro⸗ und Depositobanken mit den Diskonto- und Leih— banken, gezeigt; wenn also mehrere dieser Institute unter Einer Oberverwaltung stehen können, so müssen doch die verschiez denen Zweige auf das schneidendste gesondert seyn. Ein Institut, das einen hohen Grad von Sicherheit gewährt, muß nothwendig eine große Masse von Münzmetall⸗ zpotishn, h umn in bemnte fj n begtest, e Ryphhicz Mpiauni 9 Hewupaf t sich zungh e, badauhrz Msse hn ik bedats, un Refahrihs haft einnhy und eina 300 uer Hit Iund. n. r Inh onto⸗ Ute Unit h Nwi ..... 4¹5 vorräthen an sich ziehen. Dieß ist eine mächtige Lockung für den Spekulazionsgeist. Aber der Kredit der Bank, muß auf der Unfehlbarkeit ihrer Operazionen beruhen; die Bestimmtheit in Erfullung ihrer Verbindlichkeiten muß über jeden Zu⸗ fall erhoben seyn. Zu weit ausgedehnte Operazionen können also, auch bey dem größten Fonds, die Bank erschüttern, und auf ihren Kre⸗ dit nachtheilig zurückwirken. Es ist daher wesentlich, dem Un⸗ ternehmuasgeiste sogleich bey der Errichtung eines solchen Insti— tuts Gränzen zu sezen, und als Grundgesez zu bestimmen: daß nie mehr, als der Fonds der Bankeigenthümer(Akzionärs) in Wägschaft komme, daß also der entliehene Fonds stets in Sicherheit bleibe. Nur durch eine solche Organisazion ist es möglich, den Kredit einer Bank auf derjenigen Höhe zu erhalten, auf der sie allein Nazionalökonomistisch ist. Es sind also feste Gränzlinien für jede Geschäftsgattung, für jeben einzelnen Zweck dieser zusammengesezten Banken noth⸗ wendig. Die Fonds der Deposito bank müssen einzig für ihren Zweck, nämlich die Erleichterung der Ausgleichung des größern Verkehrs, aufbewahrt werden, sie müssen also unan⸗ greifbar seyn; sie müssen nie zum Diskonto, oder zu Anleihen verwendet werden. Jedes in Umlauf gebrachte Vermögen ist, bey der höchsten Aufmerksamkeit, dem Wechsel der menschlichen Verhältnisse unterworfen; ist dem Meere anvertraut, und kann im Sturme untergehen. Nur abgesonderte Fonds dürfen also zum Diskonto, und zu Anleihen(beides ist im Wesen Eins,) verwendet werden. So wie die Fonds der Giro- und Depyositogeschäfte nut aus den Depostten der Negozianden bestehen können, so können 416 die Fonds der Diskonto- und Anleihgeschäfte aus den Zu-— schüssen der Akzionärs, und aus den Anleihen der Bank be⸗ stehen. Die Sicherheit dieser Operazionen hängt von der Be—⸗ stimmung fester Grundsäze, sowohl in Absicht des Diskonto, als der Anleihen ab. Die Lokalverhältnisse des Staats müssen die Bedingun— gen des Diskonto und der Anleihen bestimmen. 411. Die Anlei hoperazionen bestreitet die Bank allerdings am vortheilhaftesten durch die Vereinigung der Eigenschaft einer Zettelbank, indem sie nämlich, entweder für empfan⸗ gene oder statt schuldender Metallmünze, Banknoten aus⸗ giebt, und dadurch die Masse der Ausgleichungsvehikel erhöht. Am abgemessensten, am bestimmtesten muß die Organi⸗ sazion der Zettelbank seyn. Ich habe oft bemerkt, daß sich für die Ausgleichungs vehikel kein Markstein denken läßt, denn aus ihnen selbst, aus der Mobilisirung des Nazionalvermögens, aus der Belebung todter Vorräthe entsteht neue Produkzion, also Erweiterung des Spielraums der Ausgleichungs⸗ vehikel.— Eine äußere Gränzlinie läßt sich also für die Zettel⸗ bank nicht bestimmen, wohl aber eine innere. Alles, was von Brittischen und Französischen Staatswirthschaftlichen Schriftstellern über die Granzen des einer Zettelbank zu verwilligenden Kredits gesagt worden ist, mußte schief aus— fallen, weil sie jenen Unterschied und die verschiedenen Eigen—⸗ schaften der Banken nicht beachteten. 1. 6 Iuh. nen ltt x hen. A. vum de Hnel& . (15. W shr hust dat nsch 005 Hint E hurhe Metyin baahe vuhon etel m sal, Y urdind Fondem hge Ma g uf s Rtle Bulh ung) 05 9 don ——— 417 Die Zettel einer Privat bank gehen den Staat nichts der duh an. Es sind Priva tschulden, die jeder Staatsbürger, es sey nun unter dem Namen einer Bank oder unter seiner eige-⸗ It vun H nen Firma, machen kann, und von denen, wenn sie nicht rea— ee Dünn listrt werden, nur die Gerichtshöfe Kenntniß zu nehmen ha— ben. Anders verhält sichs mit einer Staats- also einer D vom Staate errichteten oder garantirten Bank. Ihre n. Zettel sind Anleihen, Schulden, welche der Staat macht, Nazionalschulden. Sollen diese Bankzettel ihren Zweck als Ausgleichungs— Bankalche vehikel erhalten, so müssen sie, nicht wie man auf eine ge— her Ent fährliche Weise bisher sich in der Staatswirthschaft ausge— veder fuat drückt hat, ein Gut vepräsentiren, vorstellen, sie Bankuhn müssen es wirklich enthalten. Hichh Enthalten können sie es aber nur, wenn dieses Gut exi— stirt. Als wirklich existirend kann aber dieses Gut nuß Rh nur dann angenommen werden, wenn dasselbe, also die Metallmünze, welche der Bankzettel enthalten soll, entweder „Un baar in den Gewölbern des Instituts liegt, oder in Effekten n vorhanden ist, die zu der nämlichen Zeit, wo der Bank— n zettel zum Austausch gegen das Gut, welches er enthalten 405 soll, also gegen Metallmünze, in dieses Gut verwandelt eue Nhe, werden können. Die Masse der Bankzettel muß also nie die Fonds übersteigen, d. h. den effettif aus dem Staats— schaze oder den Zuschüssen der Akzionärs zum Zweck der Bank⸗ N 0 flR operazionen gesammelten Kapitalstoff. Diesen Fonds aber 3. auf Staats auflagen gründen, und vollends die Bank— wachhine zettel in Staatsanleihen zu andern Zwecken als den Bankoperazionen verwandeln, ist, wie ich bey der Abhand— ufte shf N. lung vom Staatskredite zeigen werde, gefährlich für mn Eis das Nazionalwohl. Zweyter Band. 27 ——0*.—.— 418 Es erhellt hieraus, daß die innern Gränzen der Masse der Bankzettel in dem Spielraume derjenigen Dis— konto- und Anleihoperazionen beruhen, welche nach den auf feste Grundsäze gebauten Sicherheitsbedingungen berech— net sind. 412. Ban kzettel kommen zur Präsentazion, zur Einlösung bey der Bank, 1. Wenn bey den Inhabern Unruhe und Besorgniß ent— steht, nicht einzig darüber, daß der Werth ihres in Bankzetteln empfangenen oder dafür ingegebenen Guts nicht mehr vorhanden; auch schon darüber, daß dasjenige Gut, auf welches die Banknote verlautet, nämlich das Münzmetall, nicht vorhanden sey. Denn auf dem Glauben der augenblicklichen Er— langung desselben als der bestimmtesten und trans⸗ portabelsten Vermögensgattung beruht einzig der Werth der Bankzettel. 2. Wenn die Banknoteninhaber die Metallmünze zum aus⸗ wärtigen Kommerz, oder 3. Wenn sie die Metallmünze als Metall zum Einschmel— zen, zu Gefäßen, Verzierungen u. s. w. bedürfen. Der Vortheil der Zettelbank gründet sich dagegen X. auf den Gewinn der Rente, der ohne Rente umlau⸗ fenden Papiermünze; indeß 2. die Güter, welche für diese oder wofür Papiermünze gegeben worden ist, zu gleicher Zeit umlaufen und Rente tragen. 6886 1 h sl d 9 gufH schennh Alitschls de Ms Frapy. I muni behfVa nuui begelsz Rit z loh z —— Nn My ů iung Man nise Mss ED Gay eesenihn dy e no dn Mungn hnt aur Ens Vestegiß ⸗ r Vertsi sür imgte schon duh die dun cht nh genblikhhed mesten indss einsiz N Ilmüngene I Ond p. Hals schahn e MM Iuhu 1r M umlufn w 419 3. Die Möglichkeit dieses verdoppelten Umlaufs gründet sich auf die nach dem gewöhnlichen Gange der Dinge wahrscheinliche Voraussezung: daß nicht die sämmtlichen Bankzettel zu gleicher Zeit zur Zahlung, also Einlösung vorgezeigt werden. Die Erfahrung hat bey allen, vorzüglich bey kleineren C(z. B. den Schottischen) Banken die Unrichtigkeit dieses Kal— küls häusig bewiesen, wenn gleich die Verlegenheiten, in wel— chen sich die Londner, die Venezianische, die Pariser und andre Banken so oft befunden haben, nicht einzig dar— auf, sondern zum Theil auf Rechnung der Antiökonomisti— schen Organisazion derselben geschrieben werden müssen. Po— litische Verhältnisse, selbst feindliche Machinazionen— wie die Britten dieß einst dem Minister Choiseul, und die Franzosen neuerlich den Britten schuld gegeben haben— können eine so bedeutende Stockung im Umläufe der Metall— münze, eine so heftige Erschütterung des Nazionalkredits her— beyführen, daß jeder Gläubiger eilt, sein der Bank anver— trautes Gut zurück zu nehmen, indeß diese nämlichen Welt— begebenheiten, vorzüglich öffentliche Kalamitäten, zu derselben Zeit, die Verwandlung der Bankeffekten in Metallmünze erschweren. Wenn also z. B. die Masse der ausgegebenen Banknoten 10 Millionen beträgt, so ist es währscheinlich, daß zu gleicher Zeit nur 1 Million zur Einlösung vorgezeigt wird, denn bey einmal stehendem Kredit wird nur so viel und nicht mehr in Metallmünze verwandelt als die oben angegebenen Verhält— nisse im gewöhnlichen Laufe der Dinge fodern. Bey einer Masse von 10 Millionen Bankzetteln ist die Einlösung von 1 Million allerdings leicht, denn sie läßt für die Diskonto— 7 2———— 42⁰ und Anleihoperazionen noch 9 Millionen Spielraum, gewährt den Gewinn der Rente von Theilen dieses entnomme— nen Fonds. Aber gegen außerordentliche, ungewöhnliche Ver— hältnisse, welche der Zufall, der an so mannichfaltigen, dem scharfsten Späher unerkennbaren Fäden hangende Wechsel der öffentlichen und Privatangelegenheiten herbeyführen kann, ist die Bank bey jenem Systeme keineswegs gesichert. Der plözt liche Ausbruch eines Kriegs oder eines bedeutenden Falliments kann allgemeine Unruhe verbreiten; ein neuer auswärtiger Kommerzzweig kann eine große Metallmünzmasse bedürfen, und jenes System ist zerrüttet. 413. Ueber die Unmöglichkeit, daß Banken, welche zugleich Leihbanken und Zettelbanken sind, zu allen Zeiten ihre Banknoten zu realisiren vermöchten, hat St. Aubin, ohn— streitig einer der ersten philosophischen Köpfe und Finanziers von Europa, gelegenheitlich des vor einigen Jahren die Caisse des Comptes Courans(deren Direktor Monneron entschlüpfte) betroffenen Unfalls, in den französischen Jour⸗ nalen einen höchstinteressanten Aufsaz geliefert. Er beweist: daß jede dieser Banken bey der größten Realität und Soli— dität durch Zeitumstände gezwungen werden könne, ihre Zahlungen einzustellen. Entschieden ist es dagegen: daß eine Bank, die ihre Fonds nicht in Umlauf bringen, sondern todt liegen lassen will, nicht einmal die Verwaltungskosten, geschweige die Zinsen und den mit jedem dergleichen Institute, auch bey der höchsten Sorgfalt unvermeidlichen Verlust übertragen kann. Diesen den Kredit erschütternden Zahlungs-oder Einlösungs— Inn jur H (Oto uuder s n im l affe l ahd mnuthen um di⸗ Rierni ruf tle de M n x Aulln E och un Sic RMich g dit line n weldy lur Publix 0 lineiz le V ii sel 421 ath, uz Waih hemmungen, welche oft gänzliche Zerrüttung oder Bankerotte ds aunn, 7 zur Folge haben, und dem, indem ich dieses niederschreibe, (Oktober 1805) die Pariser Bank sich ausgesezt sah, ist nicht wͤhnschehz anders als dadurch zu begegnen: daß die Bank ihre Opera— chfihgg, zionen mäßige, durch keinen Gewinn sich locken lasse, sie ade Van im Unverhältniß ihrer Fonds auszudehnen, und daß sie führen kim offen und wahrhaftig zu Werke gehe. Bankzettel ver⸗ hert. Zuntz sprechen die augenblickliche Aushändigung der Metall-⸗ enden Rhg münze, um mit diesen stets gleichen Preis zu erhalten, det autdiz um also die Metallmünze zur Auswechslung gegen ihre Pa⸗ Imase hh piermünze zu locken. Diese Lockungsabsicht gründet sich aber auf eine Nazional-Oekonomistisch organisirten Banken frem⸗ de Tendenz; nämlich auf die Tendenz: ihre Fonds so weit als möglich zu vergrößern, sezt also Besorgniß, Mangel des welch s Zutrauens beym Publikum voraus. U Eine wahre Staatsbank hat weder jene Lockung nöthig, 99 noch kann sie diese Besorgniß nähren. Die Vortheile der 155 101 Sicherheit, der Transportabilität, der erleichterten Aus⸗ ihn Pn gleichung sind bedeutend genug, um ihren Bankzetteln Kre⸗ Runn dit zu verschaffen. Die Möglichkeit, daß zu gleicher Zeit anshian i eine größere Masse von Bankzetteln zur Einlösung vorgezeigt at. Elaf werde als eingelöset werden kann, liegt einmal in der Na⸗ ralttte tur des Zettelbankinstituts; es ist also Täuschung, dem n N Publikum verheelen zu wollen, was es wissen kann und in einem jener Fälle erfahren muß. Bul Nhl abt In e.— ö ir Thornton, glaubwürdig durch seine Verhältnisse als einer der ersten Londner Bankiers, als Parlamentsglied und n als Verwandter des damaligen Ministers Addington, hat bertr. f in seinem interessanten Werke über Großbritanniens Papier: D5r Ei ———9—9—9—9.—9— 422*— kredit*) jene große Wahrheit beurkundet. Er hat darge— than, daß die am 26. Febr. 1797 vom Parlamente verfügte Sistirung der bagaren Zählung der Londner Bank, eine un— rechtliche, aber nothwendige, und da einmal das Schicksal des Staats gewaltsam an das der Bank geheftet worden ist, der Nazion unschadliche Maasregel war, gezeigt, daß diese Maasregel gerade dadurch erzwungen wurde, weil eine für das Bedürfniß unhinreichende Masse von Ausgleichungs— vehikeln sich in Umlauf befand. Dieser Mangel an Aus— gleichungsvehikeln mußte durch die Einlösung der Bankzettel mit Metallmünze vermehrt werden; denn mit ihr ver—⸗ schwand eine immer größere Masse derselben aus dem Um— laufe. In den vorhergehenden Jahren bis 1795 waren, nach seiner Angabe, gewöhnlich etwa 12 Millionen Pfund Sterling an Bankzetteln im Umlaufe; noch z Wochen vor jener Krisis betrug die Masse derselben 10,5 50,8 30 Pfund Sterlinge, und den Tag vor der Zahlungshemmung betrug sie nur: 8,640,250 Pfund. Auch spricht sich die Unhinlanglichkeit dieser Ausgleichungs— vehikel durch die Zahl der Brittischen Provinzial- oder Land— banken aus, die im Jahr 1800 nicht weniger als 386 betrug. Es war also in jener einmal unrechtlich herbeygeführten unschädlichers Mittel, jenes Uebel zu heilen, als die Ver—⸗ mehrung der Bankzettel; im Jahr 1802, als sie 17,679,160 Pfund Sterling betrugen, war auch der Kredit der Bank längst hergestellt. *) Uebersezt von einem unserer ersten Staatswirthschaftl. Schrisft— stleller Herrn Prof. Jacob. Halle 180z. 110 Nichts ist Kaniinr die Zahl der präsentirten — Banknoten kann nie mit der Masse der umlaufenden in Vne progressifem Verhältniß wachsen, so lange nicht ganz außer⸗ t E ordentliche, den Kredit in seiner Basis erschütternde Verhalt— au nisse eintreten. gt, wj 415. ., wilmn Wahrhaftigkeit im strengsten Sinne ist es hinge⸗ Lusuthen gen, welche eine Nazionalbank in Absicht ihrer Zettelbank⸗ Muph operazionen einzig gegen jede Erschütterung sichern kann. W Wenn die Bank nicht mehr verspricht als fie auf jeden Fall und in jedem Verhältnisse zu leisten fähig ist, wenn Hen aus xp * sie also dem Grundprinzip alles Verkehrs Treu und bi nyn Glaube mit der strengsten Pünktlichkeit anhangt, wenn sie NMillon n ihren Bankzetteln selbst einverleibt: daß sie den Be⸗ r trag jeden Augenblick in Metallmunze auszahlt, in soferne nicht zu gleicher Zeit eine Summe zur Einlösung kommt, welche die ganze Masse derselben auf einen gewissen Punkt nug enn(z. B. auf ein Drittheil, auf die Hälfte) übersteigt, daß aber auch in diesem Falle der Rest nach einem bestimm⸗ sit Magli ten Zeitraume eben so richtig eingelöͤset werden wird: dann vinpal c kann sie ruhig darüber seyn, daß dieß den Preis ihrer ů Bankmünzzettel vermindern dürfte. Sie wird dadurch gewinnen, daß keine von der Bos⸗ heit, dem Neide, oder feindlichen Machinazionen aufgeschreckte Ueberzahl an Banknoteninhabern sich zu gleicher Zeit meldet; jeder muß fürchten, den im Bankzettel selbst ausge— drückten Fall dadurch zu seinem eigenen Nachtheil erst herbey zu führen. Die Wahrhaftigkeit, die Offenheit ihrer Handlungs⸗ II weise muß den Kredit der Bankzettel vielmehr erhöhen. Ich hehmffen ereret ilen, Hee Ne 2/ angt Hahsth 2—.... 424 Zum Zweck dieser Wahrhaftigkeit muß aber die ganze Masse der Bankzettel dem Publikum stets bekannt seyn, stets bekannt gemacht werden. Hatte die Londner Bank jenes Prinzip öffenclich ausgesprochen, auf dem jede vereinigte Zettel- und Leihbank unvermeidlich ruhen muß, und auf dem sie weit mehr als jede andre ruhte, weil, nach der amphibischen Natur eines Privat- und Regierungs- instituts, welche sie durch ihre große Vorschüsse an den Staar angenommen hat, ihre Existenz mit der des Staats unzer— trennlich verschmolzen war, hätte sie also der Wahrheit gehuldigt, sie würde nicht gezwungen gewesen seyn, zu ge— waltsamen, ihren ursprünglich übernommenen Verpflichtungen widerstrebenden, also durchaus unrechtlichen Maasregeln Zu—⸗ flucht zu nehmen. Dieß beurkundet, wie viel es den Menschen kostet, wahr zu seyn, und mit welchem Starrsinne er am Systeme der Täuschung hangt, von dem er selbst stets das erste Opfer ist. 416. Der zweyte Hauptpunkt, an dem die Wohlthätigkeit einer Staatsbank hängt, ist: die Administrazion: Allerdings muß sie unter der Oberaufsicht des Staats uIm Ganzen stehen. Aber nicht unter der willkührlichen Leitung einer einzelnen Staatsgewalt. Jede Staatsgewalt strebt. der Natur gemäß, nach Aus— dehnung. Banken bieten, wie ich öfters bemerkte, der un⸗ heilbaren Krankheit der Regierungen, der Ehrsucht, und deren verderblichen Gefährtinnen mächtige Hülfsmittel. Bey ihrer Abhängigkeit von einer einzelnen Staats- gewalt ist keine vollständige Sicherheit für das Privateigen⸗ Hheds; Va I 3 7 I SN I suh Ipl laũ pigg V sihj —— 425 muß her de thum möglich, noch also jener hohe Grad von Zutrauen, auf 156 dem doch einzig ihre Vortheile für den Nazionalwohlstand 5650 beruhen. en Keine Regierung, welches auch die Natur der Staats— hte, Ws T sey, mag sich öffentlich zu einem andern Zwecke Nigiannt ihrer Haushaltung bekennen, als dem des allgemeinen sean Men——— 73— in der Despozie muß die Regierung hiez u X die e Mittel wählen, und für die Dauer und Wohlthätigkeit einer Nazionalbank giebt es kein anderes, sen sen 6 als die Unabhängigkeit von dem Einflusse der Macht. a Ich habe vorhin bemerkt, daß sich nur in einem Re— Manduhthn publikanischen Staate eine Nazional-Oekonomistische ö Staatsbank denken lasse. In der Despozie, wo selbst das Nashn einzelne Privatvermögen sich verbergen muß, wäre es nicht 4 sinnig, dasselbe zusammenzuhäufen, um es in Masse der Willkühr zu übergeben. stets du ů Die Regierung muß also auf das Institut einer Bank keinen andern Einfluß auszuüben verlangen, als den näm⸗ . lichen, den es auf die Gerechtigkeitspflege haben e Vahlhicht ö kann, nämlich den— des Schuzes und der Oberauf— 3 sicht; also der Wachsamkeit, daß die Grundgeseze des In⸗ siht di Eul stituts eingehalten und daß es diesen Gesezen gemäß ver⸗ r Hltlhe waltet werde. Büsch glaubt, in einem monarchischen Staate mif, Alud bestehe eine Bank besser als in einem Republikanischen. Aber malle, M Ul er verwechselt nur die Begriffe. Aristokrazie ist die unglück⸗ Hesaht, lichste Form der Despozie, deswegen paßt auch sein Bey⸗ Hsitt. spiel von der Schwedischen Bank. Er beschränkt es uen Sr nachher selbst wieder auf eine freye Verfassung, wo näm⸗ 0⁰ lich die Gewalten vertheilt sind. 426 In derjenigen Staatsverfassung, die ich im rechtlichen Sinne des Worts Republik nenne), ist es allerdings zweckmäßig, wenn auch die Staats form republikanisch ist, jene Oberaufsicht zwischen der gesezgebenden und vollziehenden Gewalt zu theilen, oder da, wo nur der Geist der Regie— rung und der Nazion den Staat republikanisirt hat, der Staatsbank gänzliche Unabhängigkeit von der Macht zu sichern. Auch in der reinen Despozie würde ein weiser Despot der Staatsbank Freyheit, Unabhängigkeit und eine Art von republikanischer Verfassung zugestehen müssen, wenn er ihren Zweck erfüllt sehen wollte. Gerade durch gänzliche Entsagung alles Einflusses, durch die gänzliche Unabhängigkeit der Staatsbank würde er zu soliden Geschäften in dem ausgebreiteten Kredite derselben und dem dadurch erhöhten Nazionalwohlstande mittelbar dauernde Hülfsquellen finden, die ihm Willkühr und Druck nur für den Augenblick gewähren kann. Doch es ist eine alte Bemerkung, daß die Erdengötter selten weise genug sind, um reich und mächtig zu seyn. 417. Mehrere Europäische Banken nennen sich Staats-— hanken, ohne es wirklich zu seyn. Entweder waren sie ur— sprünglich unrichtig organisirt, oder sie wurden in der Folge entartet(406.), oder man ließ ihre Natur absichtlich dunkel und zweifelhaft. Eben deswegen haben sie oft zu einer höchstschädlichen Vermischung der Gewalten und Verlezung der Geseze Anlaß gegeben. Eine wahre Nazional- oder Staatsbank ist ein *) Wo nämlich das allgemeine Wohl und nicht das Wohl der Regierenden anerkannter und bestimmter Zweck ist. * — rahil ⸗ ö ünd hesit + wie 9 S0 U uN aahls vgei vet dl amn Ne der H0N Kav 2 d0 hπ ausht he dil O diahre h n u RI N republtnsh s nd rulshen Geist d I anisut hy, z der Mity würde iy nis ngigkit n müssy un ande minilu n Villih i ann. 0 die echxt 15 s n sch Eu Der n st en M hsch l aptog N N Ratdhnt U t is — 4²7 politisches Institut. Alles was ihr Schicksal und ihre Ver— hältnisse betrifft, kann nur von den höchsten Staatsgewalten bestimmt werden. Eine Privat bank hingegen unterliegt,‚ wie der einzelne Privatmann, einzig der richterlichen Staatsgewalt. Staatsverfügungen also, welche die Zahlungen dieser Banken hemmen, oder ihgen eine andre als die versprochene Zahlung gestatten, können dieß nur in dem nämlichen Rechts— wege thun, in dem Privatleuten Moratorien(eiserne Briefe) verwilligt werden, also auch nur aus den nämlichen Gründen und mit den nämlichen Rechtsformen. Weder der Kredit, den eine Privatbank der Regierung giebt, noch die Oktroy, oder das Privilegium, das sie ihr verleiht, können ihr den Karakter einer Staatsbank geben. 418. Zur Solidität einer Nazionalbank ist es nicht genug, daß die Regierung allem andern Einflusse auf ihr System und ihre Operazionen als dem der Oberaufsicht entsagt, sie muß auch entweder allem Kredit bey derselben entsagen, wie dieß neuerlich von der Französischen Regierung bey der Pariser Bank auf eine nachahmungswerthe Weise geschehen ist; oder die Staatsschazkammer muß als Privatmann mit ihr handeln. Alle Operazionen, welche sich auf Staatskredit oder auf Auflagen beziehen, müssen aus diesen Geschäften verbannt seyn; soll nicht die Bank ihre Natur verlieren, gleich der Londner Bank, in eine Staatskreditmaschine übergehen, also vielmehr dem Nazionalwohle gefährlich werden. Beförderung des Umlaufs zum Nazionalwohl muß also der einzige Zweck einer wahren Staatsbank seyn; er —— 428 muß auch rein bewahrt werden. Dieß ist unmöglich, so— bald sie der Regierung Kredit giebt. Dieser Kredit ist eine mittelbare Vermischung des Nazionalvermögens und des Staatsschazvermögens, beyde müssen aufs schneidendste gesondert bleiben, wenn der Staatsschaz nicht früh oder spät das Nazionalvermögen verschlingen soll. Kriege, öffentliche Kalamitäten, Ehrsucht der Herrscher können selbst in denjenigen Staaten, die am weisesten orga⸗ nisirt sind, am weisesten regiert werden, Verhältnisse herbey—⸗ führen, welche dem Fonds, womit dieser Kredit einzig gedeckt werden kann, nämlich die Nazionalauflagen, denjenigen hohen Grad von Sicherheit entziehen, der bey dem Fonds einer wahren Nazionalbank unerläßlich nothwendig ist. Hat die Regierung selbst die Quelle ausgepumpt, aus welcher sie die Auflagen schöpfen soll, so hat sie in einem höchstgefährlichen Cirkel das Nazionalvermögen schon an sich gezogen, durch dessen Besteurung sie doch ihren Schaz füllen muß und einzig füllen kann. Ich wiederhole es: in der Erhöhung des Nazional— reichthums besteht der einzige Zweck, der einzige Oekonomi—⸗ stische Vortheil der Staatsbanken; in dieser Erhöhung muß auch die wahre, d. h. die nach den Nazional-Oekonomie— gesezen organisirte, Finanz wirthschaft einzig den Vortheil einer Staatsbank suchen. 419. Eine so organisirte Nazionalbank bedarf keines aus— schließenden Privilegiums zu ihrer Erhaltung. Die Größe ihres Fonds, der hohe Grad ihrer Sicherheit giebt ihr ein o entscheidendes Uebergewicht im Verkehre, daß sie keiner Einschränkung der Privatindustrie nöthig hat; diese würde i I M Monl u . chrd. in ee ihbin⸗ 0 Dden den il nugis cenge Keiig ⁴ uns Rrosh unnd Ibel y Bu lihiartu M fin +. ihde 3⁰ len g — 4²9 Uunögsi, 6 0 f sie nur zu einer dem Nazionalreichthum nachtheiligen kolossa⸗ mnin len acht erheben. Die Londner Bank bedurfte des Monopols nur, um ihrer unnatürlichen Zwittereigenschaft i shmdon willen. fiüͤh gsh Die Vortheile einer soliden Nazionalbank reichen über⸗ schwenglich hin, ihr Dauer zu sichern. ct der Hustn Wenn wir oft das Gegentheil in der Geschichte der bis⸗ m weiseseng herigen Banken gewahren, so dürfen wir nur ihren Ursprung, chältnist hi ihre Organisazion und ihre Verwaltung prüfen. dit einzi! 4²20. zen, denjahz Ein bedeutender Vortheil, den die Regierung ihr zuwen⸗ bey dem den kann und nach dem hohen Grade ihrer Sicherheit zuwen— wendiz is den muß, besteht in der Vereinigung aller derjenigen Metall— münze, die außerdem todt liegen müßte, als der gericht— usgepums ö ö lichen Depositen, der Pupillen- der Pfleg- und Wohlthätig⸗ Han keits-Institutgelder. — Wenn die Bank auch die allgemein gewöhnliche Zins— 10 Saasd rente bezahlt, so ist doch der aus dem Zusammenflusse einer großen die Operazionen beflügelnden Kapitalmasse resulti⸗ e Nien rende Vortheil an sich bedeutend. einzige 52m0 hhes Die Akzien einer soliden Bank steigen gewöhnlich bald nlchen über den Betrag der Einlage. So sind z. B. die Akzien der 10 Bank der vereinigten Amerikanischen Staaten, nicht lange nach ihrer Errichtung, um 40 bis 45 Prozente im Preise gestiegen, und die Dividende fällt selten unter fünf vom hundert, ja im Juny 1803 gab sie 8 Prozent d 20 darf jährliche Dividende. Hbh ö 2 h Die Nordamerikanische Bank gab zu der näm⸗ 5 rü f lichen Zeit 12 Prozent Dividende, und ihre Akzien gewan— daß sie um b nen sogar 30 Prozent. 11 N ————9.9—9——— 43⁰——.— Laws Bankakzien, seine Missisipipapiere stiegen, auf den Glauben ihrer Solidität, bekanntlich von 50⁰ Livres auf 9000, und der Besiz der Metallmünze galt damals für Armuth. 422. Nachdem ich mich über diejenige Gattung öffentlicher Banken erklärt habe, die ich einzig für Nazional-Oekono— mistisch halte, kehre ich am Schlusse dieser Abhandlung noch— mals im allgemeinen(3. 395. 397.) zu dem Vorwurfe zu— rück, den man den Banken und der aus ihnen resulti-⸗ renden Vermehrung der Ausgleichungsvehikel gemacht hat. Daß sie nicht die Vermögens masse, nur den Preis der Güter nominal erhöhen. Diese Preiserhöhung ist aller— dings nicht Gewinn, sie kann sogar das Nazional-Oekono— mistische Gleichgewicht unter den Produzenten verrücken. Aber reel ist der Vortheil, welcher aus der, mittelst Erleich— terung der Vertheilung und Transportabilität des Vermögens erhöhten Produkzionskraft, also Vermeh— rung der Produkte, also Erhöhung des Genusses resultirt. Die Armuth einer Nazion ist zweyfach, reell und posi-⸗ tif, wenn sie entweder aus Mangel an Stoff oder Produk— zionskraft zu wenig Genußmittel produzirt. Negatif hingegen ist ihre Armuth, wenn es ihr an Mitteln fehlt, die in Masse vorhandenen Produkte oder Vorräthe zu ver— einzeln, in Umlauf, in Verkehr zu bringen. Irrig ist aber, ich wiederhole es, die Behauptung: Erhöhung der Waarenpreise erschwere die Konkurrenz auf auswärtigen Märkten. In Absicht des Einkaufs, also der Importazion, kann dieß nicht der Fall seyn, denn auf dem auswärtigen Markte wird immer nur der allgemeine, 26 ö Iso 0 9 wied V. V Ialo st ů 6ln n di sabn I im R 1100 I x IH M Lelh ale IU. guspin Welloh IWA Ge runt ⁰ N scen dettgl Hulit Hahn ven 130 der fin, af Nal vun f tung ifenstz Mzional,dgh Löhudlarut m Vuunut p u ihnen ussh Igenagt h, „ ur den Run erhöhungich Nazionalh zenten hanth Rnittest A Wsportahlsch aft, aso dunt nusses niz reell st tof dt P Hirt. Muf an Mahffs Vurröth fr ugen. die Bhumn Kankunz u kaufs, R sehn, den allgene 2—9.—.— 431 also Weltmetallwerth den Preis der Waare bestimmen; also der Preis des inländischen Produkzionsbewegmittels genau wieder auf den Punkt sinken, der eigentlich sein wahrer Werth, nämlich auf jenen, welcher seiner Produkten—⸗ masse als dem gebieterischen Regulator des Verkehrs angemessen ist; der Staatsbürger hat diesen Preis im Innern sei⸗ nen Produkten hinzugefügt, es existirt also dabey für ihn kein Verlust. In Absicht des Verkaufs, also der Exportazion, kann für den Staatsbürger noch weniger ein Verlust eristiren, denn er berechnet seine Produkte nicht nach dem inlän di— schen Preise, sondern nach dem allgemeinen Marktpreise und hienach bedingt er sich die Zahlung. Wird ihm diese im inländischen Ausgleichungsvehikel geleistet, so erhöht er seine Preise in dem namlichen Verhältnisse, denn es ist eine von den Regierungen nur zu sehr verkannte Wahrheit, daß alle Operazionen, wodurch sie, mittelst Beschränkung oder Verminderung der Eigenthumsrechte, das Privatinteresse zu reguliren gedenken, fruchtlos sind, und daß dieses mächtiger als alle Staatsgewalt allen Willkührakten trozt, sich selbst ausgleicht, zum Widerstand gegen jeden Eingriff in die un⸗ veräußerlichen Menschheitsrechte sich vereinigt, und diese, zwar mit Verlust am allgemeinen Wohlstande, aber ohne allen Gewinn für die Regierung vindizirt. Das Bedürfniß, also die Entstehung neuer Vermö⸗ gens- Abtheilungs- und Verkehrausgleichungsvehikel ist an sich natürlich. Nicht allein die Volksmenge, auch die Kultur des Menschen, also die Produkzion und der Hang zum Ge—⸗ nuß, zum Wohlleben, haben in den leztern Jahrhunderten Fortschritte gemacht. Durch diese Vermehrung der Tauschen⸗ den, der Genußmittel und des Genußbegehrens ist nothwen⸗ 432* dig der Verkehr immer häufiger, und das Mißverhältniß zwischen dem Verkehre und den Verkehrmitteln immer größer geworden. Um das Gleichgewicht herzustellen, hätte, der ersten Ansicht nach, die Metallmünze im Preise im nämlichen Ver— hältniß sinken, d. h. der Besizer der Waaren, vorzüglich derjenigen von absolutem Werthe, hätte für die näm⸗ liche Münzmetallmasse mehr Waare liefern sollen. Allein da er nicht zum Tausch gezwungen war und doch mehr als bisher genießen wollte, so verlangte er mehr Verkehr— mittel, um andre Güter, die er nicht besaß, eintau⸗ schen zu können. Er gab also das Gesez, welches, statt der Verminderung des Metallmünzpreises, die Vermehrung der Verkehrmittel schuf.— Allerdings ist der Produktenbesizer selbst wieder das Opfer seines Kalküls, denn er treibt dadurch auch den Preit derjenigen Güter in die Höhe, die er eintauscht. Aber sein Kalkül ist deswegen nicht minder richtig. Denn jenes Steigen der Preise der eintauschenden Güter hält nicht genau die nämliche Proporzion, die bey seinem Kalkül zum Grunde liegt; er besizt nun mehr als er eintauscht, behalt also Ueberschuß, sein Gewinn ist also nicht ganz ideal. Eine richtig organisirte Staatsbank hat es hingegen in ihrer Gewalt, durch die einfachsten Mittel den Nachtheil zu verhüten, welcher aus einer großen, auch übrigens ökonomi—⸗ stischen Masse der Bankzettel entsteht, nämlich Verdrän⸗ gung der Metallmünze. ö Theurung der Waare, das heißt, ein unökon os mistischer Preis derselben(Ir Bd. Zif. 54. S. 57.) kann aus so mannichfaltigen Ursachen entspringen, als es Gründe zu Bestimmung des Preises(1. B. Z. 59.) giebt. D6 cher er R der V vonl enthell Gelals ninen zeht/ I rung in Sini Wyoi⸗ ist nus Hehtlib Ronglah floß fn desen E upenng vonalgh Gade n Muhs Iun uz waslus Gewinz indust del G6 nomij ö duann —— Wahitnz teln mm z „hätte, wfz m nämlhn dy aren, ut tte für xna ern solen. Ah ud doch nehr r mehr dahh ht bestßz gn Geseh, nih unzpreisth selbst ich auch xn intausht M chtig. Dunt Iter holt nihgen inen Kn eintausht,Hl ht ginz dul hat e3 Highn 6 Nhh ablizes nit Rhani Von t, ei U Zif. 64• 50 Wrmnn,. .. 900 l, 433 Die gewöhnlichste Ursache ist: Mangel an Waare oder erhöhte Komsumzion, aus welcher Mangel an Waare oder doch Weckung des Spekulazionsgeists folgt. Dieß ist vorzüglich bey den Gütern absoluten Werths, bey un— entbehrlichen Bedürfnissen der Fall. Der Preis des Getraides, Viehs u. s. w. hängt von der Erndte, Viehseu⸗ chen, der Konzentrirung großer Heere u. s. w. ab. In diesen Fallen ist Mangel an Metallmünze, also hoher Preis derselben nachtheilig, weil jener Mangel aus dem Auslande, und zwar mit der Welt- nämlich Metall—⸗ münze ergänzt werden muß, mithin diese dem Umläufe ent— zieht, also die Nazion allerdings an ihr ärmer wird. In allen andern Fällen beweist das, was man Theu— rung nennt, nur für Ueberfluß an Metallmünze, also Sinken ihres Preises, und dieses Sinken ist für den Nazionalreichthum nicht nachtheilig, denn Metallmünze ist nur bis zu einem gewissen, oben bezeichneten Gräd unent— behrlich. Als Ausgleichungsvehikel läßt sich zwar, im Na— zional-Oekonomistischen Sinne, ein nachtheiliger Ueber— fluß nicht denken; aber doch giebt es einen Punkt, jenseits dessen die Masse desselben für den Nazionalreichthum nicht unentbehrlich ist. Wenn nämlich das vorhandene Na— zionalvermögen in einem seiner Masse angemessenen Grade abgetheilt, belebt und also der dem angemessene Verkehr nicht gehemmt ist. Und dieß ist öfter der Fall als man nach den gewöhnlichen Klagen über Geldmangel wohl glauben sollte. Diese Klagen haben oft überspannte Gewinnsucht, noch öfter die antiökönomistische Anhäufung der industriellen und kommerziellen Produzenten, insbesondere der Geistesarbeiten, und den Mangel an wahrhaft⸗öko⸗ nomistischer Produkzion zum Grund. Zweyter Band. 23 ——————— ꝝp..D·....%3C P. PSPPP((P*9.——————————..6— 134 Sind übrigens die Operazionen einer Staatsbank mit Einsicht kombinirt, so wird sie den Preis des Münzmetalls auswärts und im Innern des Staats nie höher steigen lassen, als es dessen Vortheil im Verhältniß des auswärtigen Kom— merzes fodert. Sie wird, wenn der Preis bes Münzmetalls zu hoch zu steigen droht, ihre Billets mit Münzmetall aufkau⸗ fen und bey der nächsten Fluth wieder in das Kommerz wer— fen. Sie wird den inländischen Verkehr mit ihren Aus— gleichungsvehikeln bestreiten, um das zum auswärtigen nöthige in ihrer Leitung zu behalten; sie wird also das Nazio—⸗ nalvermögen wirklich verdoppeln. Diese Verdoppelung wird aber nicht nach der gewöhnlichen Ansicht in dem Daseyn zweyer Massen von Ausgleichungsvehikeln mit und neben einander, die zweyfache Vermögensporzionen enthielten, sie wird in der durch die Mobilisirung und Abthei— lung des Nazionalstoffs erhöhten Produkzion be— stehen. ö Die Theilnahme an dem Fonds der Nazionalbank ge⸗ währt überdieß dem Staate den Vortheil, alle diejenigen Münzvorräthe, die aus eigenthümlichen Rücksichten außer— dem gegen ihre Bestimmung tod. liegen müßten, als hin— terlegte Gelder ꝛc. in einen den Interessenten und der Na— zion gleich wohlthätigen Umlauf zu bringen, und denjeni— gen Münzkapitalisten, die Alter oder Krankheit hindert, sich dem Landbau, dem Kommerz oder der Fabrikazion im Großen zu widmen, z. B. Wittwen, Waisen u. s. w. eine sichere und gleich wohlthätige Gelegenheit, ihre Vorräthe in Ertrag zu sezen. nichn O im eln Ium rendhu Hen N V. 4 4⁰ 435 danthu nj Mmaulh ö 10 S ö s Man vergleiche— 3 alles,— von an uintan über Banken geschrieben worden ist, und insbesondere was Iu sti), Bileseld, Necker 1), Sonnen⸗ fels 41) und noch neuerlich Bensen ssft) und so viele an— dere Englische, Französische und Italische Schriftsteller über Rl Banken, ihren Zweck und ihre Vortheile und Nachtheile ge— meul uo schrieben haben, mit obiger Darstellung, und prüfe dann, Kamnahnn ob dieser Gegenstand bis jezt klar bestimmt und erschöpfend mit ijin i vorgetragen worden ist. im ausvith D Eine umständliche Erläuterung und Widerlegung würde doppelup x mich zu weit führen; mit Erstaunen habe ich oft in den De— in den dn batten über die Errichtung einer Französischen Nazionalbank, wit u im ehemaligen Rathe der 500, bemerkt, welche Masse von ionen enthe Irrthümern und schiefen Ansichten, welcher Mangel an kla— 3 und Niche rem Anschauen hierüber noch jezt, auch bey gebildeten Nazio— rodufhin nen, verbreitet zu seyn scheint. *) Dictionaire de Commerce, Article: Banque pag. 300— 334. Wiamtx*1) System des Finanzwesens, S. 568. „l Rse*E*) vehrbegriff der Staatekunst, 1. V. S. 521. der Uebers. Wi 1) Ueber Ursprung ꝛc. der Nazionalreichthümer. S. 11I. folg. nihrn, K s0 Tf) Geundsäze der Pollzey⸗, Handlungs⸗ und Finanzwissenschaft. ten nd A Zr Theil. S. 274. B, M afe Iif) Versuch eines Grundrisses der Staatslehre fur Kameralisten. lanhit sihh 9. 740. Fabuhint s. W V— 45 V h ih Ol 436 3weyte Abtheilung. Spezielle Kireditinstitute. 424. Die speziellen Kreditinstitute betreffen entweder A. den Produktstoff(1. B. S. 61.), das sogenannte bewegliche, Mobiliar vermögen, oder B. den produktifen Urstoff(1. B. S. 61.), das unbewegliche, Immobiliar vermögen, Gebäude und Grundeigenthum. Erstes Kapitel. Pfand, Leih„-Ansfalten. 425. In der dürftigern Volksklasse erzeugt der kürzeste Still— stand der Produkzion bey dem meist gänzlichen Mangel an⸗ Vorrathe(Kapitalstoff) auf der Stelle die höchste Noth. Krankheit des Produzenten oder sonstige Hemmung des Ge— werbs muß bey Tagarbeitern, bey fortlaufender im ersten Falle selbst erhöhter Konsumzion das Gleichgewicht zwischen ihr und der Produkzion sogleich aufheben. Dieß ist vorzüglich bey Fabrikanten, Handwerkern und Tagarbeitern der Fall, am allermehresten bey denjenigen, die Genußmittel allgemein- relatifen Werths produziren, Artikel der Bequemlichkeit und des Luxus. Alle diese Produzenten können, wie ich an mehrern Orten gezeigt habe(z. B. 1. B. S. 69. Z. 61.), um der Konkur— renz, also um des geringen Grads von Werth ihrer Pro-⸗ duktifkraft willen, selten einen Kapitalstoff erringen. D Rerdfei Iffhiñ D Die Ei audle Hen R Leihh! Us Ruthwen 1* e lel mench k leibt e ü Hahö Hestgem nihmj helch yy schuldl, shaft n auf sez Lapinf au isa I„ sie iñ atibkg — utt, ektuhg das sagnunz oder S. H ögn, Gh Iten, r küxgt Ei chen Nums die hücft M ammunz l5. fender in bsth 1 Olahynt shehg, Oudonkna dunfhg, eith Rdufte, mhanom um del Hlh rth ihn lingen. 437 Diese Klasse ist es also, welche des Kredits am drin— gendsten bedarf, und deren unökonomistische Anhäufung so gefährlich ist(1. B. 3. 151.) Die Städte sind vorzüglich die Heimath dieser Klasse. Die Glieder dieser Klasse können für diesen Kredit keine andre Sicherheit stellen, als den geringen Kapitalstoff, der in ihren Mobilien, Kleidungsstücken, Handwerkszeuge ꝛc. steckt. Leihhäuser, in welchen gegen Mobiliarunterpfand der Dürftige Unterstüßung erhält, sind also für sie allerdings nothwendig und wohlthatig. ö Dieser unglücklichen Menschenklasse, deren Wohlstand der leiseste Hauch der mannichfaltigen Widerwärtigkeiten des menschlichen Daseyns erschüttern, ja selbst vernichten kann, bleibt außerdem nichts als Hungertod, Zuflucht zu der öffent⸗ lichen Wohlthätigkeit übrig, oder sie muß sich in die Räu⸗ berhöhlen des Wuchers stürzen. Die Regierung muß also, den Nazional-Oekonomie⸗ gesezen gemäß, diese Menschenklasse unter ihre Vormundschaft nehmen; sie muß, außer dem Anspruch auf Unterstüzung, welchen der fleißige und thätige Gewerbsmann, bey unver— schuldeten Unglücksfällen, nach den Grundsäzen des gesell— schaftlichen, Verbands haben mag, dafür sorgen, daß er auf seinen geringen Produktstoff zu mäßigen Zinsen lebendigen Kapitalstoff erhalte. In den mehresten Europäischen Staaten sind zu diesem Zwecke Pfandhäuser errichtet. Nur scheint ihre Orga— nisazion darin dem Zwecke nicht zu entsprechen. 1. Sind die Zinsen dieser kleinen Anleihe zu hoch und für jene ärmere Klasse drückend; da wo ihre Anzahl nicht antiökonomistisch angehäuft worden ist, haben sie hinsichtlich Zäz————— 438*—— ihrer Unentbehrlichkeit für den eivilisirten Zustand der renschheit, hinsichtlich der von ihrer Produkzionsgattung unzertrennlichen Unmöglichkeit: den Stillstand der Produk— zion und dessen unglückliche Folgen zu verhüten, gerechten Anspruch auf Unterstüzung der Nazion im Ganzen. Sind sie dieser nicht gewiß, so werden alle diese Pro— duzenten die Möglichkeit jenes Stillstands in einem weit höheren Grade dem Werthe und also auch dem Preise ihrer Produkzionskraft hinzufügen müssen, und dieß würde allen übrigen Nazionalgliedern zur Last fallen, es würde diese in allen jenen Fällen beschädigen, wo dieser Stillstand nicht eingetreten wäre, würde also einen unökonomistischen Preis des Arbeitslohns erzwingen. 2. Diese zu hohe Zinsrente ist eine Folge der großen Administrazionskosten. Die Regierung sollte diese Admini-⸗ strazion zu vereinfachen suchen, der Staat im Ganzen diese Verwaltungskosten tragen. 3. Den Entleihenden sollte die Abzahlung im Einzel— nen und zwar während einem hinlanglichen Zeitraume ge— stattet seyn, damit diese durch allmählige Ersparnisse sich ihrer Schuld entledigen könnten; und überhaupt sollten 4. Pfandhäuser nicht nach Finanz⸗, sondern, als ein Na— zional-Oekonomistisches Institut, auch nach Nazional-Oeko— nomistischen Grundsäzen organisirt und verwaltet werden. Man sollte auf den Zustand der Verpfänder, auf die Gründe, welche sie ins Pfandhaus pressen, Rücksicht nehmen, und nicht den Kranken, dürftigen Fabrikanten, der seinen Sonn-⸗ tagsrock ins Leihhaus trägt, um seiner Familie Brod, oder Arzney, oder Holz zu verschaffen, mit dem lockern Wüstling nach einem Leisten behandeln, der seine Uhr bringt, um auf H 439 Iusd ů Inn dem nd zu sehwrloen⸗ 3 0 allerdings haben Wtdn Pfandhäuser, wie alle menschliche Laente⸗ den Nachtheil: 10—0 daß sie Schwelgerey und luxuriöse Konsumzion begünstigen. ů mitl. Zweytes Kapitel. all is hy Hypothekarische Kreditinstitute⸗ ds iehn auch denu 656 üütt Wir haben oben gesehen, daß Nazionen Produktstoff, so⸗ Aathhhn wohl natürlichen als industriellen(3. 55. S. 61. des rn Bs.)/ Arnm also Natur oder Kunstprodukte in lebendiges Kapital, 5 nämlich in Mün ze verwandelten, z. B. Salz, Tabak, Stock⸗ miisthadn sische ꝛc. Der Zweck war: die Umsezbarkeit, also die Erlan⸗ gung von dem, was ich Vorrath(r. B. 3. 56. 57. lge der gin nenne, und unter dem Münze in den oben(3. 339.) fest⸗ ie diese Iuj gesezten Begriffen die vorzüglichste Gattung ist. im Gunpyl So wie sich natürlicher und industrieller Produktstoff ab⸗ theilen und in Umlauf sezen, also mobilisiren läßt, läßt in kin sich auch produktifer Urstoff(Z. 55.) mobilisiren. n Lmn Und dieß ist der Zweck gegenwärtiger Abhandlung— Esstam h 4²7. ö wut slhn Ackerbau ist die Mutter des selbstständigen und dauernden Nazionalreichthums. Ein mächtiges Hinderniß seines Fort—⸗ schritts liegt in der Natur seines Betriebs; er fodert, außer dem produktifen Urstoffe, einen bedeutenden Kapitalstoff. Der Ackerbauer bedarf Vieh, mit dem er zugleich Hand⸗ lung treiben, das er zur wohlfeilen Zeit und mager einkaufen muß, um es dann in andern Zeiten oder gemästet um einen höhern Preis zu verkaufen. Er bedarf Münze zu Bezahlung der Auflagen, zu seinem Ackergeschirre und dessen Unterhal— tung, zu Bezahlung der Arbeitsgehülfen, vorzüglich zur Zeit derh, Ae Mjin Kutbaht Vde ufl Hind, t uhnn, 0 sn E sile Bub, K 2un Vft nt/ mu 2——99—9.—— 44⁰ der Erndte. Sein Vermögen ist unter allen Gattungen des Vermögens das unabtheilbarste, unbewegbarste. Das Be— dürfniß des Vorraths unter allen Produkzionsgattun— gen bey ihm das größte, für ihn desto drückender, weil I. der Ersaz der mit diesen Vorräthen bestritten werden— den Auslagen nach der Natur dieser Produkzidn am spätesten wieder herein kommt; 2. dieser Ersaz zwar gewöhnlich mit Wucherzinsen wieder erscheint, doch oft ungewiß ist, oft in dem natür—⸗ lichen Zeitpunkte gänzlich fehlt, also die Zeit des Her— eintommens verdoppelt. Ein Ackerbauer, der keinen hinreichenden Kapitalstoff besizt, kann sein Grundeigenthum gar nicht oder nur schlecht benuzen. Er kann keine Verbesserungen unternehmen, keine Versuche wagen, er muß Vieh und andre Produkte aus Drang zur unrechten Zeit verkaufen. Er ist das erste Opfer aller öffentlichen Kalamitäten. Viehseuchen, Hagel, Brand, Kriegsverwüstungen, Verschwinden der Metallmünze und daher plötzliches Sinken des Grundeigenthumspreises drücken ihn zu Boden, und entwurzeln seinen häuslichen Wohlstand. ö Derjenige Landmann hingegen, welcher neben seinem Grundeigenthume hinlänglichen Kapitalstoff besizt, kann alle jene Unglücksfälle übertragen, bey ihm bringt die Zeit alles wieder ins Gleiche. Jenen stürzt der Augenblick auf immer. * 428. Jener Kapitalstoff findet sich allerdings bey großen Güterbesizern, dieß ist auch der Grund, warum mehrere Schriftsteller die großen Grundeigenthumsbesizungen, 3. B. die Brittischen, in Schuz genommen haben. Dem gußen 13 uick E. 2 kamt wche A M dso mi Glund x thune I E. g 1 zede a dedd v roße Y I* sch 4 um de uol der vozn des glghh. auch 4 ligentf u Guffani Wen theilt! urreng n sovieign hhums 1 44¹ Hath — 5„ ö 068 ö großen Grundeigenthümer wird es leicht, einen Kapitalstoff V 8 4„ zurück zu legen, denn er produzirt weit mehr als er verzehrt, Uzion„ duntu er kann also die ephemeren Lücken in der Produkzion ergänzen, Nr, Weil welche von vorübergehenden Unglücksfällen veranlaßt werden. Hritten undhj 8 3 14 11. Aber wenn es Wahrheit ist, daß der Flor des Ackerbaus, Ndutheu also auch der Nazionalwohlstand in einer mäßigen nach Grundsäzen organisirten Vereinzelung des Eigen⸗ erzisen vich thums beruht(X. B. Z. 190.), daß also große Besizun— U dem athz gen der Vollkommenheit der Kultur, und in dieser so wie det u h in jeder Rücksicht dem Nazionalwohle nachtheilig sind; wenn dieß der Regierung gebietet, durch ein weises Acker— en Kmin gesez die Vereinzelung des Grundeigenthums zu befördern, er nur sh so gebietet es ihr auch, dem kleineren Grundeigenthümer, nehmen, In also der nüzlichsten Staatsbürgerklasse die Vortheile des Produthn großen Güterbesizers zu verschaffen, ihm also Kapitalstoff ö ist du zu sichern. seuchen, H 4 27 Der Landbauer bedarf diesen Kapitalstoff nicht einzig um der Natur des Betriebs des Landbaues, nicht einzig um der vorübergehenden, der Urprodukzion eignen Ungewißheit des gleichförmigen Ertrags willen, er bedarf ihn vorzüglich auch nach der Gattung der Erwerbung des Grund— er Memͤaig Renthunenst inen hiltghg nebei sig ö ö eigenthums. Soll es durch Kauf erworben werden, so sezt osizt, khea ů 90. i dieser Kauf, neben dem Preise des Grundeigenthums i Yl 468 i ff i 1(Kaufschilling), auch noch jenen Kapitalstoff voraus, ohne W welchen die Benuzung unmöglich, oder doch von keinem Vor— theile ist. Also sind alle diejenigen Nazionalglieder von der Kon— kurrenz zur Erwerbung ausgeschlossen, welche gerade nur soviel Kapitalstoff besizen, als der Preis des Grundeigen-⸗ thums beträgt. Der Preis hängt aber an der Konkur— 0 Hl uum nihin mobashumg Hen. D V 44²—— renz, und mithin drückt gerade jener Umstand den ver⸗ glichenen Werth des Grundeigenthums nothwendig herab. Wird es durch Erbschaft erworben, so muß der Uebernehmende, wenn er nicht einziger Erbe ist, nach dem jezigen Zustande der Dinge, in dem größeren Theile von Europa, die übrigen Miterben mit Kapitalstoff befriedigen, also ihre Antheile erkaufen. Bey dem Landmanne, der gewöhnlich mit Liebe an dem väterlichen Erbe haftet, ist jene Erwerbungsart, nämlich die Vererbung' des Grundeigenthums in der Familie, die ge— wöhnlichste. Auch der Landmann überläßt sich der so natür— lichen und schönen Empfindung: das im Schweiße seines An⸗ gesichts gebaute Land, die Hütte seiner Väter in dem Kreise der Seinigen erhalten zu sehen, und zählt mit einem gleich warmen, doch vielleicht oft reineren Stolze, die Ahnen—⸗ besizer seiner Aecker und Wiesen, als der Edelmann die seiner Stammtafel. Gerade dieß ist aber ein vorzüglicher Grund, warum der mittlere oder ärmere Ackerbauer selten zum Wohl— stand zu gelangen vermag; warum seine Existenz ewig krankt und die höchste Anstrengung ihm kaum kümmerlichen Unter— halt schaffen kann; im Alter, bey abnehmenden Kräften aber, ihn dem Mangel aussezen, bey außerordentlichen Un— glücksfällen aber, ihn augenblicklich zermalmen muß. 430. Unter diesen Umständen ist derjenige Ackerbauer, wel— cher keinen hinlänglichen Kapitalstoff neben seinem Grund—⸗ eigenthum besizt, gezwungen: sich diesen Kapitalstoff um jeden Preis zu verschaffen. Dieß ist die Veranlassung der unterpfändlichen Darlehen. Der Grundeigenthümer entnimmt von dem H GichsH 90 Ulemn yoh 71 am sin i Y- Gehye SiH0H¹⁷% ihent 6 uA fif Rersun Wa Wott l Hll un A Kaslan ist SeHt — 0 6 hanmon E*— 443 and den ger Nut het Kapitalstoffbesizer so viel als er bedarf, und sezt ihm zur 5 hoihpep ö ů ö M Sicherheit sein Grundeigenthum zum Pfand ein. Der Preis des Grundeigenthums hängt von dem Be— —6 900 völkerungszustande, von dem Zustande des Ackerbaus selbse, l Wün von 55 Masse des im Staat Kapitalstoffs und duf Liin am meisten von der Industrie des Besizers ab. Alle diese Verhältnisse wechseln und mit ihnen jener nit Ube n l Preis. Eben deswegen muß ein bestimmter Preis des art, nunchh Grundeigenthums angenommen werden, wenn dieses zur Nmilie, Ry Sicherheit des Kapitalstoffs dienen soll, wofür es eigentlich sch der snth ideal und temporell ausgetauscht wird. weiße sint y Denn im Grunde ist der hypothekarische Darlehnskon— er in dem d trakt nur ein Tausch des Kapitalstoffs gegen produktifen Ur⸗ ählt mit un stoff. Der hypothekarische Gläubiger macht sich stillschwei— tolhe, die I gend anheischig: auf den Fall, daß ihm sein Kapitalstoff nicht elmann die s. zurückgegeben wird, oder werden kann, eine im verglichenen Rüglche Een Werthe gleiche Masse von Grundeigenthum da für anzu— seten um E nehmen.— Die Voraussezung, daß ihm sein Kapitalstoff stenz ewij ka durch die Ersparnisse des Grundeigenthümers oder durch den mmallhenen Kapitalstoff eines andern Kapitalisten zurück gegeben werde, wweden Hün. ist bloß zufällig. roldentichn Is Der Preis des Grundeigenthums wird durch die lmen naß Schäzung andrer Landwirthe ergründet. Bey dieser Schäzung können sie nur von zwey Grundsäzen ausgehen: Mattan,w Erstens, dem Ertrag des Grundeigenthums und sm Gin Zweytens, dem Preis dieses Ertrags. Kupialfff. Diese Preise hangen aber, wie wir oben(1. B. 3.79. Ifinle S. 94.) gesehen haben, von der Masse des im Staate vor— 0 handenen Kapitalstoffs ab; eigentlich ist also die Masse des immt vohei 144 Nazional⸗Kapitalstoffs der Regulator der Landrente, also des Preises des Grundeigenthums selbst. Der Wechsel, dem jene Nazional-Kapitalstoffmasse, mithin auch jener Preis unterworfen ist, macht es diesen Schäzern nothwendig, bey der Schägung unter dem Markt— oder gewöhnlichen Preise zu bleiben. Und dieser näm— liche Wechsel gebietet wieder der Staatsgewalt, dem Ka— pitalstoffe als dem Regulator ein entscheidendes Ueber⸗ gewicht über den produktifen Urstoff, als das Regulirte einzugestehen. Eben daher wird in den mehresten Europäi— schen Staaten nur die Hälfte oder höchstens zwey Drit— theile jenes Preises versichert, d. h. der produktife Urstoff wird gegen den Kapitalstoff nur wie 1 zu 2 oder 2 zu 3 angenommen. Jener ideale temporelle Tausch ist an sich für die Be—⸗ förderung des Nazionalreichthums äußerst wichtig. Indem er den Kapitalstoff an das Grundeigenthum kettet, beyde, so zu sagen, mit einander verschmilzt und den Münzkapiti listen gleichsam zwingt, Grundeigenthümer zu werden, belebt er die Urprodukzion. Ohne diese Verschmelzung würde der Ackerbau durchaus vernichtet seyn, denn gerade diejenige Staatsbürgerklasse, welche die mehreste körperliche Kraft, also die größte Fähig— keit zur Urprodukzion besizt, ist am Kapitalstoffe am ärmsten und muß am ärmsten seyn. Seyn muß; denn der Gewinn der Produkzion, die nur mechanische körverliche Kraftäuße— rung heischt, bleibt weit hinter demjenigen zurück, welchen die Geisteskraft in Verwaltung der öffentlichen Staats- ämter, in den Künsten und Wissenschaften, in der industriel⸗ len Produkzion im Großen, in dem Kommerze gewährt: dann auch, wegen der Seltenheit der Fähigkeiten, 4ν (.9 tue! 9 sprlet Rbang 8D uf d gen GII WA W 0 R5 V ll --H¹ι II 30 N Der H07,/ K V⁰ 90 Ie duk genn it Kauhhef U1 Wi 4 MH 5 445 kr Lagdr ö‚ aodtent, als des allgemeinen Gradmessers des verglichenen Werths (I. B. S. 42.) und endlich: weil gerade diese intellek⸗ witüsaftn tuelle Kraft den wesentlichsten Einfluß in die erste ur— macht es g spruüngliche Vertheilung des Grundeigenthums ge— ter den Mih habt hat. ‚ Und disn n Es ist also für den Staat von dem größten Gewichte, ewalt, den d daß das Grundeigenthumsvermögen durch Kapitalstoffvermö⸗ scheiderderhlh gen belebt werde. as Regulin Unbegreiflich scheint es, wie bisher diese große und ein⸗ ehresten Eunnh fache Wahrheit und der wichtige Hebel der Beförderung des tens zwey Y Nazionalwohlstands verkannt worden ist, welcher in zweck— produktife Mi mäßiger Anwendung der aus obiger Ansicht folgenden Resul—⸗ u2 oder 2½ tate liegt. Ich wiederhole diese Säze: u scch für xi Nazionalvermögen und Nazionalreichthum entstehen aus wichtiz. Ir der Produkzion. n kettet, n Die Urprodukzion ist die erste wichtigste Produkzions— den Munoß gattung. mer zu un Vorrath, Kapitalstoff ist die Vorbedingung aller Pro— ö dukzionsgattungen, und Urprodukzion bedarf den größten— Arrbnt duh Kapitalstoff(427.). Sunteblenth Ein mäßiger Grundeigenthumsbesiz ist für den Nazios d Reißt fh nalreichthum der zweckmäßigste(r. B. Z. 190.) Raffp a A— usoft an Bey ihm ist Kapitalstoffbesiz am seltensten, weil denn x ö*— a. derjenige, der hinlänglichen Kapitalstoff besizt, sich wih wiud 165. ö* 0 nicht der beschwerlichsten und anstrengendsten aller Pro⸗ zurle, K 48.. dukzionsgattungen, sondern der industriellen oder kom⸗ fentliche E ö ö ö fentlich ii merziellen Produkzion widmen wird, die meist weni— I— in ger Stoff im Ganzen fodert, oder von der Rente 12 gebiht— mmahe seines Stoffs lebt. 44⁵— b. weil der Urproduzent schon eine Gattung von Vermö— gen, nämlich produktifen Urstoff, Grundeigenthum be— sizen, und es also selten seyn muß, daß er, als die zahlreichste Klasse, zwey Gattungen von Stoff zu gleicher Zeit besize— 431. Die Preußische und Oesterreichische Monar— chieen ausgenommen, giebt es zur Zeit wenig Europaische Staaten, wo das hypothekarische Nazional-Kreditwesen als Mobilisirung des Grundeigenthums irgend auf eine den Na— zional-Oekonomiegesezen angemessene Weise organisirt wäre; keinen, wo es auf derjenigen Stufe der Vollkommenheit stünde, deren es fähig ist, und welche dem Nazionalwohle neue reiche Quellen öffnet. In der Oesterreichischen Monarchie hat man, durch das Intabulazions system in Absicht der größern Güter— besizer, einen bedeutenden Schritt dazu gethan; noch zweck— mäßiger ist das Kreditsystem des Schlesischen und Märkischen Adels in der Preußischen Monarchie organisirt. In Frank— reich scheint man, mindstens vor kurzem, über das Hypothe— kenwesen noch zu keinem festen System gekommen zu seyn. Nirgend scheint aber ein festes und weises hypothekarisches Kreditsystem nothwendiger als dort, und in einem Augen— blicke, wo die große Masse des Grundeigenthums, welche zu gleicher Zeit auf den Markt kam, die Konkurrenten selten machen, also den Preis herabdrücken mußte, wo also der Staat ein so wesentliches Interesse hatte, die Zahl der Konkurrenten auf alle mögliche Weise zu erhöhen: Dieser niedere Marktpreis des Grundeigenthums war während der Revoluzion der wesentlichste Grund der Französischen Finanz— Uttun ü Das was the den shrnch ind Euntmiß! aubonmt, dihnfitutet ‚ vod d A die Fel Reowegs soent ed der E Htundet Wnn! fodert nol digen V. Magel! des Gosch. der Mbe selbstu des Ver Der Mhuthekan Wjund; obin( 7 ec nei D ng un Dunnh deigenthmm h daß er, ih von Luf chischt Muy henig El I⸗ Ketkimwinth auf eine da dy organistt en, 2 Vollopash m Maping hie hat mn lt der größenit ethan; uuh uh. en und Mitin niset. Ppah Aber u H omme N A in einn Aue ithum, ushe N anknnt le hte, W soxN E, h l ahöhn: d wat vihtaß sch Imm —.—— 2 147 zerrüttung). Der gesezgebende Körper hatte also kein drin— genderes Geschäft als die Organisirung des Hypothekensystems. Das was man aus den Debatten der damaligen beyden Rät the von dem Entwurfe dieses neuen Systems weiß, ver— sprach indeß eben so wenig eine deutliche und anschauliche Er— kenntniß des großen Hauptpunkts, auf welchen alles ankommt, und der bey allen bisherigen hypothekarischen Kre— ditinstituten verfehlt zu seyn scheint. Sie gehen sämmtlich nur von der einseitigen Ansicht der Sicherstellung des Kapitalvorraths des Kapitalisten aus. Sie aber ist nur die Folge eines richtig organisirten Hypotheksystems, kei⸗ sein Zweck. Der Nazionalwohlstand fodert ewige Regung, ewiges Leben des Räzionalvermögens. Jeder Stillständ dieses Lebens ist Verlust. Unter allen Gattungen von Vermögen ist hingegen das Grundeigenthum das untheilbarste, unbewegbarste; seine Benuzung fodert noch überdieß unerläßlich neben ihm einen leben⸗ digen Vorrath, ein lebendiges Kapital. Nicht genug, der Mangel des erfoderlichen lebendigen Kapitals, des Viehs, des Geschirrs, des Samengetreides, der Münze zu Bezahlung der Arbeiter, hemmt auf der Stelle die Produkzion selbst und nimmt dem Grundeigenthum die Ei genschaft des Vermögens, vernichtet also dasselbe(427. neswegs sein Geist, Der Geist eines Nazional-Oekonomistisch organisirten hypothekarischen Kreditsystems muß vielmehr seyn: jenes dem Nazionalwohle so nachtheilige Verhältniß, welches, wie wir oben(43°.) gesehen haben, die Masse des Kapitalstoffs ) Seit Hrankreichs neuster Staatsverfassung hat sich durch die neuen Reichen und Glückspilze dieses geändert, und der Preis des Grundeigenthums scheint im Steigen zu seyn. 4⁴⁸ ö zum Regulator des Preises des Grundeigen⸗ thums macht, also diesen Preis willkührlich drückt, aufzuheben, es umzuwandeln und dadurch den Preis des Grundeigenthums als den solidesten Bestandtheil des Nazio— nalvermögens mehr zu fixiren, ihn gegen die großen Nachtheile des Wechsels in Schuz zu nehmen. 432. Produktifer Urstoff, Grundeigenthum, ist der wichtigste Theil des Nazionalvermögens. Nur Grundeigenthum kann den Staatsbürger wirklie an ein Vaterland ketten, nur Grundeigenthum ihm Ge— meingeist, ausdauernde Anhänglichkeit an den Boden, an die Geseze, an die Verfassung des Staats geben, den er bewohnt; nur Grundeigenthum bey den niedern Volksklassen jenen Enthusiasmus aufregen, der zugleich die Selbstständig⸗ keit und den Wohlstand einer Nazion sichert. Und nur, in— dem selbst der Münzkapitalist an das Grundeigenthum gekettet wird, kann er zum wahren Staatsbürger umgeschmolzen und in das große Nazional-Familienband verschlungen werden. Bey der Mannichfaltigkeit der körperlichen und geistigen Fähigkeiten kann nicht jeder Staatsbürger selhGrund— eigenthumsbesizer werden; und wenn der Nazionalwohlstand die Masse der Ersparnisse, also die Zahl der Kapitalisten häuft, so hat gerade der Staat wieder einen desto mächtigern Beweggrund, den Besizer dieser an sich zu fesseln. Auf der andern Seite ist es gleichwichtig für den Staat, daß die Ersparnisse der Staatsbürger, daß ihre Vorräthe stets in dem Kreislaufe ihres Zwecks, nämlich des Verkehrs erhalten werden; sobald sie aus diesem Kreislauf I enH Die Nool zende hemtol verbu, slheln Thas b Inm 1 ih V h si Eigesheg Dieß Kus tif ull seitnn Rened 12 lllie Gem ldeD ie W disig seuchg x sehen hissen 80 aon E 449 nndin hrlih ütt treten, hören sie auch auf zu produziren. Dazu muß aber den Puct ig die Regierung Gelegenheit verschaffen, sie muß es also den— Heil Wchh jenigen Staatsbürgern, welche diese Ersparnisse, ihrer Lage, u N ihren Verhaltnissen und ihren Neigungen nach, nicht in Ge⸗ nehnen ö werben, nicht im Kommerz oder Fabriken und Manufakturen selbst umlaufen lässen können, möglich machen, aus jenem Theile des Nazionalvermögens Vortheile zu ziehen, ohne ist der düth Verlust zu wagen. Diese vereinten Betrachtungen sind es, welche ein weises Sbürge ut hypothekarisches Kreditsystem zur Beförderung und Erhaltung thun ihn b. des Nazionalreichthums nothwendig machen. an den Ion 433. o geben, yg— 4. Den bisherigen hypothekarischen Kreditsystemen scheinen dern Nuhin. 79 7 bis jezt, wie gedacht, mehr oder weniger die wesentlichsten Eigenschaften zu Erreichung ihres Zwecks zu mangeln. und uu. Diesen Instituten liegt immer direkt nur der Schuz des igenthim gn Kapitalstoffs, nie der weit wichtigere Schuz des produk— r umgeths tifen Urstoffs zum Grund. Aber gerade um dieser ein— nd vasthn seitigen Ansicht willen, sind selbst die Maasregeln zu jenem Schuze sehr unvollkommen geblieben. hen und Rifh ö fselhb Wynmahind Man hat in den mehresten Staaten Grundbücher errichtet, in welche die Darlehen der Kapitalisten auf das Grundeigenthum eingetragen werden; man hat diesen einge— Ifn 20 W tragenen Darlehen die ersten Rechte zur Bezahlung einge— p dihn räumt. Aber man hat nirgend den Gläubiger gegen den ssh Verlust hinlänglich gesichert, den ein durch außerordentliche sir in E Zufälle, z. B. Krieg, Mißjahre, große Sterblichkeit, Vieh⸗ 6 Vorrih seuchen, durch Mangel an Münze,(der aus tausenderley au 3, niniih u sachen entstehen kann, und eben so wohl von den Verhält— I Rf nissen des Kommerzes als den politischen Begebenheiten ab— Zweyter Band. 39 150 hangt,) durch Kulturvernachläßigung u. s. w. weit getriebe— nes Sinken des Preises des Grundeigenthums hervor— bringen kann. ö Der erste, der direkte, der wichtigste Zweck des hypothekarischen Kreditsystems sollte der Schuz des Grund— eigenthums seyn; statt dessen hat man den Schuz des Kapi— talvorraths in der Benachtheiligung des Grundeigent thums gesucht. Dieser einzige Schuz, den die Gesezgebung bisher dem Darleiher gewährte, bestund naämlich in der mäßigen Schäzung des Grundeigenthums. Diese Schäzung geschieht weder nach dem positifen, noch nach dem verglichenen Werthe, sie geschieht nach dem Preise, und zu dem Zweck, zu dem sie geschieht, muß sie nach dem Preise geschehen, denn sie enthält die stillschweigende Vor-⸗ aussezung einer Veränderung des Besizes, der Schä— zer nimmt nämlich stets die Veränderung des Besizes (I. B. 3. 50. S. 50.) zur Basis seiner Würdigung, also die Voraussezung: daß der schuldende Grundeigenthümer das Darlehn nicht zurückbezahlen werde, daß also das Grund— eigenthum werde veräußert werden müssen, und zwar, wie dieß bey jedem gezwungenen Verkaufe gewöhnlich der Fall ist, unter seinem verglichenen Werthe. Offen⸗ bar ist dieser Schuz des Kapitalisten aus dem Nachtheile des Grundeigenthümers geschöpft. Die Schäzung des Grundeigenthums unter seinem verglichenen Werth, muß nothwendig in den Augen aller an⸗ dern Staatsbürger die Vermögensmasse des Grund⸗ eigenthümers vermindern. Dieß ist ein wesentlicher Nachtheil. Der Werth aller Dinge in Rücksicht der Be— ziehung auf andre ist an sich ideal; der wirkliche Bath sch Hesizers 12 zn wikklie Giter vett die Wirtl andre d finmt, N Chen A neth wob le dut, dn bendigenk Hante. I h Heasheit, Scöprg Werden V. Kopital utwederd beklassentz das Gelht Rewöhnli wegen da eder Aelis 40 ¹⁴ Meinen d diß Konkug Nreises Konkurnt ———— 7+7— —— 45¹ n t Werth schränkt sich einzig auf den unmittelbaren Genuß des vum apn Besizers ein; sobald er aber von diesem Werthe entweder ö zum wirklichen Tausche oder zu dem Zwecke, daß ihm andre ste Zutk l Güter vertraut werden, Gebrauch machen muß, so ist es nicht des Giunh die Wirklichkeit des Werths, sondern die Idee, welche c d H andre damit verbinden, die den Grad des Vortheils be⸗ s Gumdin stimmt, den er aus seinem Eigenthum zieht. ie Gathem Eben so nachtheilig ist jener Schuz dem Grundeigenthü— namlich x mer, weil er die Summe des speziellen Kredits vermin— hums. I dert, den der Grundeigenthümer erhält; also die Masse von noch n lebendigem Kapital, welche er sich außerdem verschaffen reise, m könnte. Der wesentlichste Nachtheil aber ist, daß jene Schä⸗ sie nun zung den Preis des Nazional-Grundeigenthums überhaupt Hweigtw herabsezt, also das Nazionalvermögen vermindert; denn diese zes, Ne Schäzung ist es, welche in jenem Falle zum Grund gelegt des Bish werden muß, wo der Grundeigenthümer das empfangene dizun, A Kapital nicht zurück bezahlen kann, wo also das Grundstück entweder veräußert oder dem Kapitalisten an Zahlungsstatt überlassen werden muß. Die natürliche Folge davon ist, daß das Grundeigenthum bey einem öffentlichen Verkaufe gewöhnlich nicht nur unter seinem Werthe, sondern auch, wegen der Idee einer gezwungenen Veräußerung, die jeder Liebhaber mitbringt, selbst unter dem allgemeinen oder Marktpreise verkauft wird, daß also der Grundeigenthü⸗ mer einen Theil seines Vermögens verliert. eigenthing M HM Hah Ind gtuy x Röhnsh lethe. Mr dm Mih — lutet sign 434. Dieß scheint dem Grundsaze zu widersprechen, daß Konkurrenz den verglichenen Werth als die Basis des Preises erhöht; weil ein öffentlicher Verkauf die Zahl der Konkurrenten vermehren sollte, indeß, beym freywilligen Ver— Iupe 2 0 G in Mluhte siht d pirllih 45² ö—.— kaufe, oft nur mit einem einzelnen Liebhaber unterhandelt wird. ö Aber es ist nicht weniger richtig. Der Grund davon liegt darin: Bey dem freywilligen Verkaufe erwar— tet der Verkäufer den Liebhaber, er wählt also den Zeit— punkt und den Mann, der das Grundstück zu besizen wünscht; der Kaufsliebhaber berechnet freylich den Preis, den er bietet, nicht einzig nach dem positifen und verglichenen Werthe, er bringt auch den Drang des Besizers in Anschlag, das Grundstück verkaufen zu müssen. Er sucht also von seinen Gütern so wenig als möglich hinzugeben, und dagegen so viel als möglich zu erhalten. Bey dem offentlichen Verkaufe ist der Zwang erklart, und dieß überwiegt die Vortheile der Konkurrenz. Jeder hofft die Waäre um den möglichst niedern Preis zu erhalten, weil erklärt ist, daß sie veräußert werden muß, und daß sie we— nigstens um den, obigen Grundsäzen gemäß, unter dem verglichenen Werthe bleibenden Schäz ungs preis abgegeben wird. Auch ist bey öffentlichen Steigerungen von Grund—⸗ eigenthum gewöhnlich die Konkurrenz nicht groß. Das Mit— leid mit dem Unglücke des Besizers und seiner Familie, die natürliche Abneigung, sich ohne dringende Noth und ohne beträchtlichen Gewinn den Haß, vielleicht selbst die Verfol— gung des Besizers oder seiner Verwandten und Freunde zuzu— ziehen, und endlich eine geheime Empfindung von der nur scheinbaren Gerechtigkeit der Maasregel selbst vermindern jene Konkurrenz. N ) Einem Grundeigenthümer wurde vor wenigen Jahten nicht im gesezlichen Wege sein Landgut Schulden wegen öffentlich feil geboten. Es lag am Ufer des Boden-Sees, in der reizendsien 1½ mehr/ sen u0. E 9ebö bil rück V dsheneAl sicht du IHA eigel dare best 9½ ist esla doch Nn der I U die Nun dem gz mögag oder einentyu 9—— sch Wa Uhhichoshet Geund dn aufe erya so des Riz ic zu Hn den Preit, d vekgiicheg in Mschgz sucht ash un Rzugeben, A. n. Do in rklätt, „. Iedex 6 erhalten, v und daß stu 5„untet ie preis algn en von Gnh . dunn r Famile, N. N u bs de Iusl I Wl OHF Wnhen Ahen ul 0 n Isal b hi 453 435• ö Um über das bisherige hypothekarische Kreditsystem der— mehresten Europaischen Staaten ins Klare zu kommen, müs— sen wir den Hypothekvertrag zergliedern. Der Grundeigenthümer empfängt lebe ndiges Kapital, gewöhnlich Münze, verspricht, sie früher oder später zu—⸗ rück zu zahlen, und räumt dagegen dem Besizer des leben—⸗ digen Kapitals auf jeden Fall das Recht ein, wenn er es ihm nicht zu der übereingekommenen Zeit zurückgiebt, sich in den Besiz dieses Grundeigenthums zu sezen. Dieser Vertrag sezt nothwendig voraus, daß der Grund— eigenthümer jenes lebendige Kapital nicht besizt, also be— darf. Denn wozu würde er es sonst entnehmen? Ein Vertrag, welchem nicht bey beyden Theilen die bestimmte Möglichkeit der Erfüllung zum Grunde liegt, ist ein durchaus widersinniger und fehlerhafter Vertrag, und doch ist dieß bey dem Hypothekenvertrag größtentheils der Fall. Zu jener Rückgabe des lebendigen Kapitals existiren nun die Mittel für den Entnehmer, entweder in Ersparnissen aus dem Ertrage des Grundeigenthums, oder in anderem Ver— mögen, das er aber zur Zeit des Entnehmens noch nicht besizt oder nicht erheben kann, oder in einem neuen Kapitale von einem andern Darleiher. Der erste Fall ist wohl an sich seltener, und die Aus— sicht dzu, welche der Grundeigenthümer bey der Aufnahme * Lage. um die Hälfte seines Erkaufspreises sollte es zuge⸗ schlagen werden— Aber den unglücklichen Eigenthümer hatte die Idee des Verlusts seines bandsizes wahnsinnig gemacht. Er lag an Ketten.— Ich bebte zurück! Und welches fühlende Gemüth nicht mit mir? 45⁴ in Anschlag bringt, kann durch tausenderley vom Tandban unzertrennliche Unglücksfälle vernichtet werden. In den mehresten Europäischen Staaten, Großbritannien etwa aus—⸗ genommen, befindet sich das Grundeigenthum eines bedeuten— den Theils der Grundeigenthümer mit einer Masse von Ka— pitalien beschwert, die neben dem, dem menschlichen Gefühle doch so natürlichen Hange zum Lebensgenusse unmöglich aus den Renten des Grundeigenthums abgetragen werden können. Auch der zweyte Fall gehört unter die seltenen. Der dritte ist der häufigste. Er sezt aber voraus, daß sich ein neuer Darleiher finde. Diese Voraussezung ist un⸗ gewiß. Eine neue Staats-Finanz- oder Kreditoperazion, ein neuer Kommerzzweig, der die Vorräthe an sich zieht, eine beträchtliche Verminderung der Ausgleichungsvehikel selbst, welche durch so mannichfaltige Ursachen veranlaßt werden kann, eine öffentliche Kalamität, z. B. Miswachs, Theu-⸗ rung, Krieg, können auch die Masse der Kapitalien bedeutend vermindern, also dem Grundeigenthümer ohne seine Schuld die Erfüllung seiner Verbindlichkeiten unmöglich machen; dann ist er desto unwiederbringlicher verloren, denn diese nämlichen Ursachen drücken auch den Preis des Grundeigen-⸗ thums tief herab, erschweren ihm also die Entnehmung eines gleichen auf den alten Preis kalkulirten Darlehns; ent— reißen ihm, im Fall der Veräußerung, sein Vermögen. 436. Die Geseze, welche den ersten Fehler begangen haben, einen so gearteten Vertrag zu autorisiren, müssen nun den zweyten begehen, und den unglücklichen Grundeigenthümer 9„* Npl If. l sohin den hinol. ull 86 shhi C YMr SiR! 16 i it u Hun Na Heigsl Don Umn n. Iin mien ettn auz eines Hunty Nase unE lichen Gsh unmögsih nut tragen gahy seltener. N 16, daß scht. stung toperni sich jihh x Mvehillst Kranlaßt untg itwac/ M talien bebalt seiheEiih vüglih neaßz Eu, dn M. de Grunhohe Inehmag 1 Dulthuor u Vundnt. oahgel schg ssen ehenthint 155 ohne Schuz entweder dem Mitleide der Kapitalisten, d. h. der fühllosesten Menschenklasse, bder seinem Umsturze über⸗ lassen. ö Es ist kaum begreiflich, wie die Klagen der Grund—⸗ eigenthümer, der wichtigsten aller Staatsbürger, wie die große Ueberzahl dieser gegen die Kapitalisten, und die aus jenem Zustande der Dinge resultirenden höchst nachtheiligen Folgen für das Nazionalwohl die Regierungen aller Staaten nicht auf jene so einfache Wahrheit aufmerksam ge— macht haben: daß es zur Sicherheit des Nazionalwohlstands unerlaßlich nothwendig sey, dem verglichenen Werthe des Grundeigenthums eine festere Bestimmung, also einen Spielraum zu geben, der nicht in die engen Schranken des Preises(1. B. N. 50. und 51. S. 5T1. 52 und 53.) ein⸗ gepreßt ist; also von so mannichfaltigen Zufällen und Launen der Zeit und Begebenheiten abhangt, daß es nothwendig sey, nicht die Masse der Kapitalvorräthe zum Regulator des Grundeigenthumspreises zu machen, und die Ka— pitalvorrätche auf Kosten des Eigenthums zu schüzen, son— dern Maasregeln zu ergreifen, welche beyden zugleich Schuz gewähren, beyde wirklich und wesentlich ver⸗ schmelzen. Dieß kann aber einzig dadurch geschehen, daß dem Preise des Grundeigenthums mehr Festigkeit und Stetigkeit gegeben werde. Die Nothwendigkeit einer solchen Bestimmung scheint mit dem Fortschritte der Kultur, deren Geburt Ueber kultur ist, zu wachsen. Der Egoismus, als die Folge dieser Hyperkultur, findet bey der Ungebundenheit, welche die Rente vom lebendigen Kapital gewährt, weit mehr seine Rechnung, als bey dem fesselnden Besize des Grund⸗ .T 456 eigenthums. Wir können uns unmöglich verbergen, daß in einem großen Theile von Europa die Gefühle von Varer— landsliebe erkalten, daß vorzüglich in unserm Vaterlande, als der ewigen Arena der Ehrsucht in den lezten Jahrzehnden, die rastlosen Stürme und Umwälzungen, und der so leicht behandelte Wechsel der Regierungen und Regierungsformen die sonst so tief gegründete Anhänglichkeit des Menschen an seine Heimath entwurzelt, und dem transportablen Vermögen den Vorzug von dem unbeweglichen gegeben haben. Woher denn sonst die mit Riesenschritten fortschreitende Be— völkerung eines neuen Weittheils? 437. Aber selbst die Kapitalisten sind das Opfer jenes unglück— lichen Irrthums der Regierungen; die jezige Einrichtung des hypothekarischen Kreditsystems in den mehresten Europäi⸗ schen Staaten, scheint mit dem Vermögensverfalle oder der augenblicklichen Zahlungsunfähigkeit des Staatsbürgers— die ich als eine öffentliche Kalamitat betrachte— einen Reiz für den Eigennuz der Staatsbeamten verbunden zu haben, der den Ruin des Grundeigenthümers und des Kapitalisten zugleich hervorbringt. Die lauten, allgemeinen Klagen entheben mich der Beur— kundung. Ein Schuldenwesen(Ganth, Konkurs) wird beynahe allenthalben von der öffentlichen Opinion als ein alles verschlingender Abgrund bezeichnet. Die Kosten und die von einer gerichtlichen Verwaltung unzertrennliche Verminderung der Grundeigenthums rente häufen die Schulden, das Un—⸗ glück des Schuldners und der Gläubiger. Alles dieß ist einzig Folge des Mangels an einem richti— gen Prinzip über die Natur des hypothekarischen Anlehns— Lienut y Ibi K G s Koss e Wrilst. hings Eimt i ums u Gil R s de A Hur eigu. i Mohlen RH„ 89 thu N Nason des LHN rbegyez, WI ühle van In serm Vunngah, zten hugsn und der u Regierunhh, des Mahstog ranspothh hen geehn, fortshta Opfer imh ezige dug mehresn kugtz gensvarftle N à Cinttg⸗ achte— N Rbunder s d I aut) no We 1l f Wund Zuuden, M en ehust 0 45⁷ vertrags; Folge der unrichtigen Wahl der Mittel zum Schuze des Kapitalstoffs, der gänzlichen Verkennung des wahren Geistes und Zwecks des hypothekarischen Kre⸗ ditinstituts, wie ich ihn vorhin(3. 431. bezeichnet habe, also Folge des Mangels einer solchen Fixirung des ver— glichenen Werths des Grundeigenthums, welche, ohne den Preis aufzuheben, nur die Schranken seines Spielraums in Rücksicht des verglichenen Werths einengt, im Ganzen erweitert. Wenn es nothwendig, wenn es selbst für den Nazional⸗ reichthum vortheilhaft ist, daß das Grundeigenthum und der lebendige Kapitalstoff verschmolzen, daß die Theilnahme am Grundeigenthume durch den Darlehnsvertrag auch auf jene Klasse der Staatsbürger ausgedehnt werde, welche es nicht unmittelbar zu besizen und zu bearbeiten vermögen, so ist es hingegen eben so nothwendig, da für zu sorgen, daß diese Einrichtung nicht für die ganze Nazion verderblich werde. Und dieß wird sie nicht einzig aus den oben angegebenen Grunden, sie wird es vorzüglich auch durch den Stillstand der Urprodukzion, durch die Vernachläßigung des Acker—⸗ baues, welche aus richterlicher Administrazion des Gruud— eigenthums entstehen. Frankreich hat durch die öffentliche Verwaltung der als Nazionaleigenthum erklärten geistlichen und Emigrantengüter noch neuerlich eine traurige Erfahrung davon gemacht. 438. Es giebt nur Ein Mittel, alle diese dem Nazionalreiche thume nachtheiligen Verhältnisse aufzulösen, nämlich eine den Nazional⸗-Oekonomiegesezen gemäße, also solche Organisazion des hypothekarischen Kreditsystems, wodurch dem Grundeigen⸗ —3———* —————————— —9— — 5—..———....—...————.—.———. 4 2 d + 458— thume und dem Kapitalstoffe gleicher Schuz gewährt, wo— durch beyde amalgamirt werden. Dieses Mittel ist: die Mobilisirung des gesammten Grundeigen—⸗ thums. Diese Mobilisirung hat zwey gleich große Zwecke: Erstens, den produktifen Urstoff, das Grundeigenthum, als das dauernde und sichre Nazionalvermögen, unter die Ga—⸗ rantie der ganzen Nazion zu stellen, ihm mindstens einen gewissen Grad von verglichenem Werthe zu sichern, mithin dasselbe den Launen des Preises zu entrücken. Zweytens, den lebendigen Kapitalstoff, also die Vorräthe, Münze ꝛc. mit dem todten produktifen Urstoffe auf eine für beyderley Besizer nicht nur unnachtheilige, vielmehr wohlthätige Weise zu verschmelzen. Der erste Zweck umfaßt unermeßliche Vortheile. An der Erhaltung eines festen, nicht von den Launen der Um— stände, des zufälligen, absolut nicht unentbehrlichen Münz—⸗ metallvermögens einer Nazion abhängigen Preises des Grundeigenthums, hangt der Zustand des Ackerbaus ab, also der dauernde Nazionalwohlstand. Mit dem Sinken jenes Preises müssen auch dessen Produkte fallen; also aller Sporn zum Fleiß abgestumpft, alle Industrie gelähmt und die Felder von den muthlosen Arbeitern verlassen werden, oder es muß Mangel der Produkte allgemeinen abso⸗ luten Werths, unentbehrlicher Bedürfnisse, entstehen; entweder, indem die Produkzion sich vermindert oder die großen Grundeigenthümer alles an sich ziehen, also zu Monopolisten jener Genußmittel absoluten Werths sich erheben. Dieß beurkundet die Geschichte aller Zeiten, aller Völker. Mu, HN ich PNer leH I 5⁰ ö nth/ M Eishn m sal W.ih fll He E eigue rit guni fiahm RR 4 ² . 450 ihg, go Man hat die Assekurazion der Gebände gegen Feuer— M I 1 x schaden als eine der Menschheit wohlthätige Erfindung mit Grundip Recht gepriesen, denn durch sie sind Gebäude erst ein wirk— licher, reeller, solider Theil des Nazionalvermögens, durch leich unn sie ist erst denselben der Karakter eines dauernden Werths aufgedrückt worden. Grundapn Aber das, was einen noch wesentlicheren Theil des Na— en, unuy gy/ zionalvermögens ausmacht, das Grundeigenthum, hat mindpp ain man den Launen des Zufalls überlassen. Zwar ist es, seiner the zu shhn, Natur noch, minder zerstörbar als Gebäude; aber doch bedarf zu entrien es öffentlichen Schuz gegen das Unglück, das im Wechsel des pindlfof, Ri Peeises der Münzmetalle, als des Welt-Ktemometers, uktifen Uft liegt. Wir haben oft das Grundeigenthum plözlich bis zur ihelh un Hälfte seines vorherigen Preises sinken, und dann viele Familien, mit dem Bettelstabe in der Hand, aus dem e Iuh Eigenthume vertreiben sehen, das kurz vorher sie im Wohl— 5 stande nährte. Die Vortheile des zweyten Zwecks sind vorhin aus— führlich zergliedert worden. Beyde Zwecke werden durch die Mobilisirung des Grund—⸗ eigenthums erreicht und der einfachste Weg hiezu ist: die Er⸗ richtung einer allgemeinen Nazional-Hypothekenbank. Die Idee mag vielleicht kühn scheinen: doch ist sie ein⸗ fach und natürlich. Launen x Itbehrichn en Preiset Ienhab h. dem Okn filen Ustiie Rlchnt 257 50 Mehrere Schriftsteller scheinen dieß geahnet und nicht zinm den Muth gehabt zu haben, es klar auszusprechen D. fnist, Wsen mindat d*) Z. B. Justi, in der Samml. seiner Politisch. und Finanz⸗ zihm, u Schriften. zr B. S. 10ß. ö 120 Ru 6 Molitor, in der angezogenen Abhandlung. . K Struensee, in den Abhandl. über wichtige Gegensiande le Hilh der Staatswirthschaft. 1. B. S. 59. Zweyter Band. 30 tTPTTTssTêCZ!C!ÿZÿ᷑ͥ̊STCTCTFTPTCTC;F T TFTFTETETETECECEEE 46⁰—8— Die Errichtung dieser Nazional-Hypothekenbank fodert Erstens, die Errichtung eines allgemeinen Nazional— Grundbuchs, in welches das gesammte Grundeigenthum der Nazion, also, wie der scharfsinnige Verfasser der Staats⸗ wirthschaftlichen Aufsäze(3. Theil S. 146.) richtig bemerkt, mit Einschluß der Gebäude, nach dem zu ergründenden Werthe des Ertrags der Rente, bey einer gewöhnlichen Kul— tur und nach dem mittleren Grade des verglichenen Werths des Gelds als Ktemometers eingetragen wird. Zweytens, jeder Grundeigenthümer erhält dann auf Verlangen, für den vollen Betrag dieses Werths, Bank⸗ zettel, die an den Inhaber zahlbar sind, und in kleine Sum⸗ men nach den Lokalverhältnissen, z. B. bis auf zehn Reichs-⸗ thaler abgetheilt werden. Drittens, diese Zettel tragen den gewöhnlichen höchsten Zins hypothekarischer Anlehen, z. B. fünf vom hundert. Viertens, die Nazional„Hypothekenbank kann diese Banknoten, wenn sie ihr angeboten werden, und mindstens 6 Monate im Umlauf gewesen sind, mit Metallmünze ein— lösen. Nur dann kauft sie; sie verkauft nur diejenigen, die sie eingelöst hat. Fünftens, um ihr zu deren Realisirung das erfoder— liche Münzmetall auf jeden Fall zu verschaffen, könnten alle gerichtlich hinterlegte, alle Vormundschaftliche, alle Wohl— thätigkeitsinstitutsvorräthe in Banknoten umgewechselt, und dort noch sichrer als bey einer Staatsbank(3. 420.N angelegt werden. Alle andere gerichtliche Hypothekverschreibungen müßten aufhören, alle außergerichtliche ohne rechtliche Wir— kung seyn. 1) erwodl I digen xrn Veruldsn theilx z * Higenther Ne MIS shaf!“ andr30 Fl 2 Wale venndr Ban yal H dttehn weüd der Rl lsteul) Dorlts Fony tinda duch 2 wohl U ihr fin Zetteltgn sunng der R Abmsug ö 46 W Oenes 16 gerecht, 53——8 Staat ist es, der für die rundeigenhin 53.— e e Ln nt se senemn—— sich keine Woba⸗ E d denken als Nazional-Grund— Wetan n Die Kapitalien werden zugleich dadurch der eruntreuung der Verwalter entzogen, und tragen zum Vor— egan theil der Mündlinge oder Partheyen Zinse. nin e ee e ee Wwih ö e 42977 die Mobilisirung seines Grundeigenthums die Mittel, auf dem kürzesten Wege sich Metallmünze zu ver— aahilt unn schaffen, und dem Kapitalisten es anzulegen, so sind alle Vechhb, de andre Verträge überflüssig. in klin L Die Nazional-Hypothekenbank kann aber nie in den auf ihn N Fall des Bankerots oder eines Stillstands ihrer Zahlungen kommen. Dieser Fall kann bey einer Zettelbank eristiren, Ihuat Rin a 10 zur Zahlung präsentirt werden, als die 1 ank Metallmünze im Vorrath hat. ö hnl kul 2— 1. F, wie. ezeigt habe, bey gewöhnlichen ö 0 Zettelbanken leicht möglich, weil ihr Interesse sie zwingt, — ba so wenig als möglich Münzmetall in Vorrath zu haben, weil Walu“ der Kredit ihrer Zettel auf der Voraussezung alsbaldiger Rea— üt lisrung(Umwechslung gegen Metallmünze) ruht. Diese Voraussezung ist einzig auf die Vorstellung von den siag afle 5 und der Redlichkeit ihrer Vorsteher ge— t, un lle diese Vorstellung kann durch hämische Gerüchte oder Hich, A. El durch die Bekanntwerdung mißlungner Speknlazionen, auch unt 993 44000 Eende Machinazionen erschüttert werden; mit 6500M0 ihr fällt die Zettelbank selbst: denn alle ihre bashuhen W i Een des Verlusts zur Realisirung prä⸗ sentirt, ihre ganze Existenz ruht aber auf der Voraussezung hlch ö u der Nich tpräsentazion(3. 412. folg.) eEEE T 8 2 2**—...————⏑ 462—— Ganz anders verhält sichs mit einer Nazlonal— Hypothekenbank. Der Werth ihrer Zettel beruht nicht auf Vorstellungen, sondern auf der vor den Augen des Publikums liegenden Gewißheit: daß die Bank die Zettel realisiren kann, daß der Verlust unmöglich ist; jeder kann aus dem Nazional-Grundbuche zu jeder Zeit sich über— zeugen, daß sein Zettel reellen Werth hat; ihr 2— it kann also nie erschüttert werden. 439• Auch in den Fall kann die Nazional-Hypothekenbank nicht kommen, ihre Zettel nicht mit Metallmünze realisi— ren zu können. „In dem Grade als sie die Sicherheit des hypo⸗ thekarischen Kontrakts erhöht, muß auch die Zahl der Dar— leiher zunehmen, also müssen die Zettel in dem nämlichen Grade von den Kapitalisten gesucht werden. 2. Muß eine so organisirte Bank an sich alle andre Dar⸗ lehenskontrakte verschlingen. Niemand wird dem Grund— eigenthümer mehr auf andere Art als gegen Banknoten vor⸗ leihen, noch kann er es mit Sicherheit. Will dieser an— ders als mit Banknoten bezahlen, so legt er auch das Be— kenntniß ab, daß er den Werth seines Landguts nicht mehr besizt. 3. Keine Gattung von Papiermünze, ja die Metallmünze selbst, besizt denjenigen Grad von Sicherheit und Vortheil, den diese Banknoten gewähren; denn sie tragen Zinsen, der Kapitalstock ruht nicht einen Augenblick todt, er produzirt in den Händen jedes auch noch so kurzen und momentanen Be— sizers; sie müssen also nothwendig im Verkehre, verbunden nit derl clichen +* II. in deh au V diese u liten, ssß ai⸗ 4 heneue Rust kW Nder Al in& . se dono schreil 4 ttingz stllt. N Rusch Lar. Vu die Bon Wm Ein na . Nn Reit vit ihn age chlug EI“ S....t——n.6.—*1—— 463 Mahlannt mit der Gewißheit der Realisazion, mit der Metallmünze Zetel Huih gleichen Cours haben und stets gesucht werden. 4. Es kann also zur Verwechslung gegen Metallmünze, 5. Dt zum inländischen Kommerz wenig, und nur das Bedürfniß nich ii; u des auswärtigen Kommerzes präsentirt werden; und für sih diese Masse ist die Bank durch das Metall der Münzkapita—⸗ a i listen, der gerichtlich hinterlegten Gelder u. s. w. hinläng— ö lich gedeckt. 5. Die Nazional-Hypothekenbank verkauft keine Bank— noten als die sie den Grundeigenthümern ausgestellt hat, und Oppothchihe f kauft keine als die ihr wieder zur Zahlung präsentirt werden. münze reasst ö* ä d Jeder Grundeigenthümer kann also seine eigne Banknoten im Kommerz zu jeder Zeit wieder einkaufen oder auch heit Rhh andere kaufen und diese der Bank zurück bringen, welche E sie dann vernichtet und ihm eine gleiche Summe gut⸗ in dem gine schreibt. n. 6. Die Nazional⸗Hypothekbanknoten werden auf be⸗ ale and stimmte Zeit, z. B. drey oder sechs Jahre gültig ausge— I1d dem Eg stellt. Nach deren Verfluß müssen sie gegen neue ausge— it 0 tauscht werden. N Bankubterw sch ö Vil dafe mů 7. Die Zinsen sind von 6 Monaten zu 6( Monaten zahl⸗ bar. Im Kommerz vergüten sie sich die Umtauschenden; wer r duc M N. die Banknoten nach sechs Monaten im Besiz hat, hebt von dem Grundeigenthümer die Zinsen ein, und dieser notirt die Zahlung auf die Rückseite der Banknote. vumntz nt 0 Vah Um aber den Kredit dieser Banknoten zu erhöhen, zahlt Hel wah die Nazional⸗-Hypothekenbank vier Wochen nach der Verfall— egn dug K zeit die Zinsen für den Grundeigenthümer, indem sie für H He ihn auf deren Betrag neue Banknoten ausstellt, wenn die onunnd Zahlung nicht auf der Note bemerkt ist. lhir, mbom 46⁴— Um diese Zinszahlung zu sichern, erhält jeder Grund—⸗ eigenthümer den Betrag dreyjähriger Zinse weniger an Banknoten als er nach dem geschazten Werthe seines Grund— eigenthums zu gut hatte. Hat die Bank dreyjährige Zinsen für ihn auf diese Weise bezahlt, so werden zwar die Banknoten erneuert, aber auch das Grundeigenthum von der Gerichtsstelle in Beschlag genommen, und für Rechnung der Nazional-Hypothekenbank verpachtet; dieser Beschlag hört auf, sobald der Betrag drey— jähriger Zinse berichtigt und gedeckt ist. Er wird also nie auf den Hauptstock erstreckt. 44. 8. Die mit dem Grundeigenthum vorgehenden Verände— vungen durch Erbfälle oder Veräußerungen interessiren die Nazional⸗Hypothekenbank gar nicht. Im Hall der Veraußerung, sie geschehe nun im Gan— zen oder Theilweise, ist es die Sache jedes neuen Erwerbers, sich bey ihr zu unterrichten, wie viel Bank— noten auf das Grundeigenthum ausgegeben sind? und den Betrag entweder einzulösen oder stehen zu lassen; eben so viel ber auch an seinem Kaufschillinge zurück zu halten. Um den Banknoten der Nazional-Hypothekenbank den Karakter eines lebendigen Kapitalstoffs, ja selbst eines Ausgleichungs vehikels zu geben, um sie für den Verkehr brauchbar zu machen, müssen sie Billets au porteur seyn. Indeß um das Nachtheilige, das in dem Ver luste dersel— ben läge, zu mindern, kann man vielleicht die Ausstellung einer neuen Banknote Statt finden lassen, wenn das Eigen— thumsrecht des lezten Besizers und der Verlust bewiesen, und die alte Banknote öffentlich für vernichtet erklärt ist. 4 8 liche Et allen ih h, dos miß otgn republi Gall tithen St dann mög stand di Weise r6 andstiths shün 11.4 sen den Bacher un Gundeigl scht ferz Y eines sole rielic Der Iebendig delt; den die Rente Dun stens ein FFFFI..c.c ì— 2een——“ 8———.2— 7+—**— IXN 1— VI N 2———*——— 22—— Ider Guuh henigtr n ö 3 4—— Iusöm ö 10. Die NazionalHppothekennt ist eine öffent: liche Staatsanstalt. In dieser Eigenschaft kann sie mit allen ihren Vortheilen nur in einem Staate errichtet wer— ihn auf u den, dessen Verfassung den Nazional-Oekonomiegesezen ge— erneuett, aar mäß organisirt ist. Also in einem formell oder doch materiell le in Vitg republikanischen Staate. wohhe Soll also die Nazional-Hypothekenbank in einem despo⸗ er Balrng ur tischen Staate errichtet werden, so ist ihre Errichtung nur wird ast dann möglich, wenn die Regierung für diesen Gegen— stand die Verfassung auf eine über allen Angriff erhabene Weise republikanisirt, also die Verwaltung unbedingt den Veräihh Landständen, Magistraten oder ähntichen eigens dazu 9²e ö intetesh. schaffenen Nazionalrepräsentanten, übergiebt. 442• run in Gin 11. Alle Operazionen der Nazional⸗Hypothekenbank müß⸗ e jedes nehit sen den Karakter der größten Publizität tragen. Ihre vie vil dl Bächer müssen jedem, der ein Interesse beweist, also jedem sind? uud R. Grundeigenthümer, jedem Banknoteninhaber stets zur Ein⸗ Iny cer stR sicht offen stehen. hlhe 443. dohehrhal Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich die Vortheile y shtes eines solchen Instituts für den Nazionalwohlstand uner⸗ slbn meßlich, unberechenbar nenne. u un n. Der gesammte todte Urproduktifstoff wird dadurch in uluft lebendigen und zwar theilbaren Kapitalstoff verwan⸗ delt; dem Münzkapitalisten wird sein Kapitalstoff und selbst die Rente desselben gesichert. ö Dem Grundeigenthumsvermögen der Nazion wird mind—⸗ stens ein gewisser Grad von verglichenem Werthe ge⸗ hent de Eh hewieseh, 0 sit ss PꝑPꝑPPPfff;;t;PTtTPTPTZTZTPSCS„ͤ‚PSPSPSPSP P DP............. — 92969—9.9——— 466—— sichert, unter den es nicht durch den Preis gedrückt zu werden vermag. Der Grundeigenthümer wird also gegen jeden Wechsel der Umstände, gegen jede Laune des lebendigen Kapitalstoffs und seiner Besizer geschüzt. Er ist sicher, von seinem Grundeigenthume nur dann getrieben zu werden, wenn er jenen Grad des verglichenen Werths desselben wirklich verzehrt hat, also nicht mehr besizt. Er ist sicher, außerdem von dem Genusse desselben nur soviel zu verlieren als der dreyjährige Zius seiner Schulden beträgt. Und auch diesen vollen Genuß kann er sich jeden Augenblick durch die Berichtigung des Zinsrück— stands wieder verschaffen. Er wird nie, selbst in diesem Falle nicht, an der freyen Disposizion über das Eigenthum selbst beschrankt. Er kann es stets und nach seiner Konvenienz veräußern, also einen öhkonomistischen, d. h. dem bestimmten Grade des ver— glichenen Werths angemessenen(X. B. Z. 50. S. 52. Pireis abwarten. Er erhält durch die Banknoten ein stets bereites Mittel, sich zu allen Zeiten aus jeder Verlegenheit zu reißen, jedem Unglücke die Spize zu bieten, sein Gewerb zu verbes— sern, und überhaupt mit einem einfachen Vermögen doppelte Unternehmungen zu machen, ohne zu Wucherern flüchten zu müssen. Er kann alle seine Bedürfnisse auf der Stelle bezahlen, also wohlfeiler erhalten. Er kann seine Schulden von seinen Ersparnissen in klei— nen Porzionen allmählich und zu jeder Zeit abtra⸗ g, ius nise uel ü H hlauchl (00½ nut i fFliun d l, MA umit 8 ö x I diese M sust. guch HD vuin hyxoz öffr. c Grbgin aus non zuris in H UE ö veth! den 9 + I hih N bigtst tigu dot S 46² wik gen, indem er Banknoten einlöst, so wie es seine Erspar— ö nisse erlauben. Er kann also, wenn Unglück oder Verschwen⸗ Wen Dhsl dung ihn gezwungen haben, von vielen Bänknoten Ge— Kapitafh brauch zu machen, diese Lücke allmählich wieder ergänzen. Schon dieser Vortheil ist überschwänglich aroß. Denn nut bahn“ nur in großen Massen werden Kapitalien dargeliehen, und vrglihg selten ist es, daß der Mensch Festigkeit, Besonnenheit genug nichtu hat, die kleinen Ersparnisse des Augenblicks zurück zu legen, damit sie zu der großen Masse des Kapitals anwachsen. nuse hh Besizt er auch die Festigkeit zu heiliger Bewahrung 2 Ziu sin und Aufhäufung jener allmähligen Ersparnisse, so tragen ihm Genuß kn diese keine Rente, indeß die Rente des großen Kapitals fort— des th lauft. Die Nazional-Hypothekenbank macht es ihm möglich, auch durch die kleinste Ersparniß die Rente seines Kapitals ö zu vermindern. Er hat nicht nöthig, wie bey den jezigen n hypothekarischen Kreditsystemen, seinen Vermögenszustand n 31 ö öffentlich bekannt werden zu lassen; ein Umstand, der den an, asen Grundeigenthümer so oft von hypothekarischen Aufnahmen, Gitd 350„ aus deren Publizität er Nachtheil für seinen Kredit fürchtet, „30. O zurückhät, und in die geheimen Höhlen des Wuchers, d. h. in den Abgrund stürzt. Helelts Ml 444. chit u e Eine so organisirte Nazional-Hypothekenbank muß den eund En verglichenen Werth des Grundeigenthums, also auch anannle. den Preis desselben, dessen Basis positifer und ver— un sühen glichener Werth ist(ur B. S. 52., an sich sehr er— auf N E höhen. Der Grundeigenthumsbesizer, durch keinen Glau— biger gedrückt, wird sich nur dann entschließen, sein Grund— A el eigenthum zu veräußern, wenn er dessen Werth ganz, oder 526 100 doch größtentheils verzehrt hat; es wird also weniger Grund⸗ + ö 4⁰⁸— eigenthum zum Verkauf, zu Markt kommen, also muß der verglichene Werth(r. B. 3. 44. S. 42. lit. a.) und der Preis(I. B. Z. 50. S. 51.) steigen. Im Fall der Veräußerung ist die Erwerbung unendlich erleichtert, denn der Käufer kann das Eigen⸗ thum des Grundstücks großentheils dadurch schon erlangen, daß er in die Banknotenmasse, welche die Nazional⸗Hypo⸗ thekenbank ausgegeben hat, eintritt; also muß der Reiz zu dessen Besiz, also die Konkurrenz der Kauflustigen, also der Preis steigen. Dieß muß insbesondere auf die dürftigste Volksklasse, die keinen Stoff, sondern Produkzionskraft, Arbeit besizt, den wohlthätigsten Einfluß haben; es sezt sie in Stand, Grundeigenthümer zu werden, diejenige Produkzionskraft, die sie bisher Fremden vermiethete, auf Eigenthum zu' ver— wenden, also die Produkzion und mit ihr deren Werth zu erhöhen(1. B. 3. 117. S. 162 und 163.) 445˙⁷ Der Plan einer so organisirten Nazional- oder Staats-— Hypothekenbank ist keine Chimäre. So einfach er ist, ich habe ihn durchdacht, ich bitte die Denker aller Nazionen, denen das Wohl der Menschheit wichtig ist, ihn zu prüfen, und bin bereit, ihn in allen seinen Theilen zu rechtfertigen. Will die Regierung den Wohlstand der Nazion— und wo ist diejenige, die sich zu einem andern Zwecke zu be—⸗ kennen vermöchte?— so ist er ausführbar, so sind alle Lokal⸗ hindernisse überwindbar. Die nachtheiligen Folgen, die man ihm anmuthen könnte, wären: die nothwendigen Resultate erhöhten Vbl 60 Oersohn N alle aehn Vor 17 der M 4un dx 1⁰ „Vidh erh N „R „di w +. 4 V Rin rt à ehnl 469 n Wohlstands; erhöhter Hang zur luxuriösen Konsumzion, zur Verschwendung. Gesezt aber auch, in menschlichen Dingen wäre nicht rwerhu alles Sache des Kalküls, müßten nicht alle Unter⸗ D0 Ee nehmungen und Institute nach dem Ueberwiegen der hun ell Vortheile berechnet werden, so hat schon Struensee, hinnlchn der nur im Allgemeinen von den Vortheilen der Mobilisi— ber 6 rung des Vermögens spricht, darauf geantwortet: Kauflußtg,„Bey Unmündigen, bey Verschwendern, bey schlechten „Wirthen— sagt er— ist es gut, wenn ihnen schwer „gemacht wird, Geld zu erlangen; aber soll man wohl eine Vullln„ganze Klasse von Menschen(erst eine ganze Nazion!) auf lebeit hh„diesem Fuße behandeln?“ sie in diz Daß Wohlstand lururiöse Konsumzion gebiert, ist wohl dukzionhß kein rechtlicher Grund, die Nazion in Armuth und Mangel nthum Iu zu erhalten. deren Vath Ein Grundeigenthümer, der zur Verschwendung geneigt ist, wird auf gerichtliche Hypotheken soviel entnehmen, als das gesezliche Hypothekensystem des Staats gestattet, den ö Rest wird er bey dem Wucherer, also auf einem Wege suchen, thn Eun der ihn zu Grund richtet. ach Ers, H Der Verschwender findet stets verderbliche Mittel, er iant, un veräußert entweder sein Eigenthum unter dem Preise oder ule, 10 er täuscht leichtgläubige Kapitalisten, durch Verschweigung seriit. seiner Schulden, und durch höhere Angabe seines Vermögens, Mi— oder er wirft sich desto sorgloser in die Arme des Wucherers, Zuach R weil er nichts mehr zu verlieren hat. sid Die Geseze gegen offenbare Verschwendung werden auch ö neben diesem Institute, wie vorhin, in Kraft, es I umih *) Abhandlungen ꝛe. ir B. S. 50. ̃ Ethihtts ĩꝑPPPIIIIIIIIFfFfxfxfxfxTCDPTFTSTSPTSTSDTS]ꝰPꝰPßPDꝰ‚PPFF‚pPPPUPPPPPTT 2— 4 — 3—2——.— 1— 47 wird also dem Tribunale, so wie der Familie des Grund— eigenthümers, nach wie vorhin, frey bleiben, in den von den bürgerlichen Gesezen vorgezeichneten Fallen, den Grund— eigenthümer für einen Verschwender! zu erklären oder er⸗ klären zu lassen. Die Regierung hat, jene bestimmten Fälle ausgenom—⸗ men, kein Recht, die freye Disposizion des Staatsbürgers über sein Eigenthum zu beschränken oder zu hemmen; die heiligste Ehrfurcht gegen die n rechte muß die Basis einer weisen Gesezgebung seyn. Diese Leichtigkeit, das Siriinn durch Aufnahme der Hypothekenbankzettel zu veräußern, entreißt hingegen selbst den Verschwender dem Wucher, hindert also vielmehr sein Verderben. Die Hypothekenbank hält vielmehr den Ver— schwender, der mehr als sein Vermögen entnehmen wollte, zurück; denn nach Errichtung dieses Instituts wird Nie⸗ mand dem Grundeigenthümer anders als gegen diese Bank— zettel leihen, gerade deswegen, weil jeder weiß, daß der Grundeigenthümer den vollen Werth seines Grundeigenthums durch sie mobilisiren kann, also in ihnen alles, außer ihnen, nichts besizt. Die Nazional-Hypothekenbank hemmt also jene dem Nazionalwohl schädliche Verschwendung, die Benuzung eines den Vermögenswerth übersteigenden Kredits, also den Raub fremden sie begränzt Betrug und Unredlichkeit und gewährt der Redlichkeit Schuz; sie macht den Verschwen— der, außer seinem wahren Vermögenswerthe, Kreditlos. — 446. Die hypothekarischen Kreditsysteme einiger Europäischen Staaten, vorzüglich der Oesterreichischen und Preußischen 3 Rmich tigenm Gegluri set K. Sch nů en d guntleꝛ N Mals 15 47¹⁷ Cunh 1Mü Monarchieen, haben nur eine einzelne Klasse von Grund—⸗ ä an Oen eigenthümern, den Adel, die großen Güterbesizer, zum ahh Gegenstand. Auch siie gewährten, wie der edle Struene see in der Abhandlung über das Landschaftliche System in Schlesien dargethan hat, bedeutende Vortheile. Dage— gen resultiren ihre Nachtheile, z. B. die unmäßige Vereini—⸗ aren Gatz lle auspap Sintibnn ö bin gung großer Grundbesizungen in einer Hand, nur aus dem . Mangel eines Ackergesezes(1. B. 8.182. S. 264 folg.). igenthmn ug sen Neuerlich hat Zimmermann, der sich übrigens als ein scharfsinniger Denker zeigt), die Vortheile der Erri urch ufthhe 9 Lan 98 tung eines ähnlichen Kreditspstems für das Mecklenburgische aus unhaltbaren Gründen bestritten. Sein Hauptgrund ist, daß die jezigen Grundeigenthümer durch die neue treißt hinngg t also wih meht dudi Schäzung, welche der Einrichtung dieses Systems voraus⸗ tnehmeh ullz gehen müßte, zu Grund gerichtet werden würden; dann würde sich zeigen, daß sie weit über den wahren Werth ihres Grundeigenthums gekauft hätten oder bereits ver⸗ schuldet seyn. tuts wi Wv gen diet di weiß, dj R Rundeihethth Illes, An Dieses, so problematisch es auch ist, zugegeben, und abgesehen von der offenbaren Einseitigkeit der Ansicht(der Begriff des Werths blieb unentwickelt), ist es denn in jener unglücklichen Lage nicht doppelt Pflicht der Regie⸗ rung, jenen Täuschungen, jenen Verlezungen des öffentlichen Treu und Glaubens Gränzen zu sezen, und das Kapitalstoff⸗ t aso jnt i Benn els al W Hchei 2 Hnehc eigenthum in Schuz zu nehmen? Oder wohin müßte jener Moss ehh ö n Dushe Zustand der Dinge am Ende führen, als zu einem allgemei— „Hls nen Nazionalbankerot, den es Zeit ist aufzuhalten? 90606* 9 16. B. 16. I2 Hist) Abhandl. ꝛe. 1. B. S. 1—164 aunhste„ Ueber Mecklenburgs Kreditverhaltnisse ꝛ. Neustreliz 1804. Prah Daß übrigens jene parzielle Kreditsystemanstalten, de⸗ ren Kenntniß ich bey jedem voraussezen muß, den Staats⸗ wirthschaft interessirt, in Absicht des Geists und Zwecks, so wie der Organisazion, mit dem Plane einer Nazional— Hypothekenbank nichts gemein haben, spricht sich von selbst aus. Leipzig, gedruckt mit Solbrigschen Schriften. Eeite ——.Srr nne—''.....:.. ansthhg, ge „ dn duß und ztutt, 3 Verbesserungen. Mahint Wa Seite 186 Zeile 13 statt mäßige lies müßige m 193— 19— Rerräsentant lies Repräsentat 205— 30— ihnen lies ihr 230— 12— belastenden lies betastenden 242— 15— erst lies einst 243— 21— Reiches lies Reizes 256— 1— entmuthigen lies entmuthen 262— 19— als Pari lies al Pari 268— 24— aber auch ꝛe. lies eben auch ꝛc. 288— 2— mürden lies wurde —— 26— oermöchten lies vermochten —— 27— müßten lies mußten 311— 3— keinen lies keinem 9— einer lies eine 318— 5 lies zur Münze, in der ꝛc. criftet Oem 1 A.*—““ Olour& Grey Control Chart Green Vellow Heod Magenta Gres Grey 3 Grey 4 Black 1 “ 4