die Mittel, das Sinken des Preißes der landwirthschaftlichen Erzeugniße, also auch des Grundeigenthums zu hemmen, und jenem und diesem Stätigkeit zu sichern. Entworfen vo n dem Verfasser der Rational-Okonomie ulius Graten v. Soden. — — — * Nürnberg, bei Riegel un d Wießner, *. ** 4 2290 Crste Prei 4* dler merlsa ö welche shiede gange runget und r verwe Rücksi Richner ren, d Meta — 798— ö*— 2 V* 8 7 * R —N ** 0 * NNW Einleitung. Äik— —5 1. Di Hauptzwecke der nachstehenden Abhandlung sind: Erstens, auf den großen Unterschied des Werthes und des Preißes aller Güter, insbesondere, soviel den Urstoff aller derselben, das Grundeigenthum, betrifft, auf⸗ merksam zu machen. Unermeßlich sind die Nachtheile, welche bisher aus der Verkennung dieser so wesentlich ver⸗ schiedenen Begriffe und aus deren Vermischung hervorge— gangen sind; und erstaunenswerth ist es, daß die Regie⸗ rungen, welche sich in den neuen Zeiten mit so edlem und regem Eifer für die Ordnung des Hypothekenwesens verwendeten, auf diese so wichtige Verschiedenheit keine Rücksicht genommen haben. Zweitens: die Folgen zu be⸗ zeichnen, wenn die süddeutschen Staaten darauf behar⸗ ren, die Austausch- und Ausgleichungs-Mittel einzig in Metall⸗Münze bestehen lassen zu wollen. 2. Erstaunenswerth ist es, daß man nicht gewahrte: es fehle dem Hypothekenwesen in so lange gänzlich an aller Basis, als die Begriffe von Werth und Preiß nicht 1 — EFFFFFEFFF ———— X —— scharf gesondert und aus dem Amalgama dieser Begrif jene und zwar sichre, solide, unerschütterliche Basis zur Erscheinung gebracht werde. 0 Der Verf. hat in seiner National-Skonomie(1. B. 3.42— 54) den wesentlichen Unterschied zwischen Werth und Preiß umständlich darzustellen versucht. Um nicht an seinen eignen Schriften ein Plagiat zu begehen, sieht er sich gedrungen, auf jene ausführliche Auseinandersetzung zurückzuweisen. Nur glaubt er aus dem 50.§. fol⸗ gendes hier anführen zu müssen: Daß 1. Preiß, die Bezeichnung des Grads der Genuß-Befriedigung ist, welche der Besitzer Eines Guts A. in dem Genuße nicht dieses besitzenden, sondern eines fremden Guts(B— 3) findet. Daß also 2. bei dem Begriffe von Preiß Umtausch des Besitzes Eines Guts gegen ein andres noch nicht besitzendes, wesentlich, und ohne diesen Umtausch, Preiß nicht denkbar ist. 4. Laßt uns nun diese Sätze auf das Grundeigenthum, in Beziehung auf den dem Hypotheken-System zum Grund liegenden Darlehns-Vertrag, anwenden. Der hypothekarische Darlehns-Vertrag ist nichts ande— res, als die Vertauschung eines Antheils des verpfändet werdenden Grundeigenthums gegen eine bestimmte Masse von Numerär, von Münze, von Seite des Ent⸗ tit 10 2—— 5— nehmers und der Esin tauschung dieses Antheils von Seite des Darleihers. Daß der Darleiher in der Regel nicht diesen einge— tauschten Antheil des Grundeigenthums, sondern die vor— geschoßne Münzsumme zurück verlangt, ändert an der We⸗ 1.L. senheit des so eben angegebenen Begriffs dieses Vertrags erth durchaus nichts. nicht Dieß erhellt schon daraus, daß, wenn sich im Falle seht der Aufkündung des Darlehns und des gerichtlichen Verkaufs schung des verhypothezirten Grundeigenthums, kein der Schätzung „ sol angemessener Käufer findet, das Grundeigenthum dem hy— pothekarischen Gläubiger statt Zahlung übergeben(heimge— der schlagen) wird. sitzer 5. Vorausgesetzt, es stehe dieser Grundsatz unerschütter⸗ lich fest, laßt uns denselben aus das Leben praktisch an— mtausch wenden: och nicht Geld ist der allgemeine Vermögens-Messer. Al⸗ Preiß les Vermögen wird also nach dem Hauptstock, nach der Masse von Numerär bestimmt. Der Ma aß stab dieser Bestimmung muß daher beim Grundeigenthum als Urstoff nothwendig in den Produkten, mithin in der genthuh, Masse und Eigenschaft dieser Produkte bestehen. n Gimd Alle und jede Güter(Genußmittel) unterliegen den allgemeinen Gesetzen des Preißes; nothwendig also auch hi arde⸗ die Ur⸗Produkte, Getraid, Vieh ꝛe. Ipfindet Wie ist es nun möglich, daß das Grundeigenthum Mase einen fixen, festen, unwandelbaren Preiß bewahre? Wie 3 Ent⸗ kann also der Schätzung des Grundeigenthums irgend —.—4— ein Prinzip unterliegen? denn die Schätzung ist ja nichts weiter als eine Bezeichnung des Preißes, also des Ver⸗ hältnißes des Grundeigenthums zu einer bestimmten Masse von Münze. Nothwendig muß also dieses Ver— haltnüß nach der Masse von Münze, d. h. von dem allgemein angenommenen gesetzlichen Austausch⸗ und Ausgleichungsmittel, bestimmt werden. Der Preiß setzt aber unbedingt Besitz-Verän⸗ derung des Guts voraus. Ohne diese Besitz⸗-Verän⸗ derung ist der Begriff von Preiß gar nicht denkbar— 6. Nun ist aber,(Z3. 4), erwiesnermaßen, der hypothe⸗ karische Darlehns-Vertrag, zwar nicht im juristischen, aber im philosophischen Sinne eine parzielle Ve räußrung des verpfändeten Grundeigenthums. Die Schätzung zum Behuf eines Anlehnsvertrags muß also schlechterdings nicht nach dem Werthe, sondern nach dem Preiße geschehen. Wie ist aber eine dergleichen richtige Schätzung möglich? Die Bestimmung kann von den Schätzmännern anders nicht, als nach dem Preiße des Moments der Schätzung geschehen. Es ist aber der Preiß aller Güter, mit Einschluß des Grundeigenthums, also des Urstoffs, so unendlich wan— delbar, hängt von einer so großen Menge von Verhält— nißen und Zufällen ab, die ihn bald mindern, bald mehren. Statt aller Deduktion sey es uns erlaubt, aus der National⸗ Okonomie) diese einzige Stelle hier einzuschalten: ) 3. B. S. 51. folg. rerr ichts Ber⸗ nten Ver⸗ dem und ran⸗ Kerän⸗ pothe⸗ schen, rung umn S nicht chehen. hätung nännemn to der luß des h wat⸗ Zerhält⸗ mehten. okal⸗ — 5— „Die Basis des Preises ist: Werth. Ein Guth ohne Werth känn also keinen Preis haben, weil für Nie— mand Reiz zu dessen Besitz vorhanden; also der Fall des Begehrens, des Umt ausches nicht möglich ist.“ „Die Okonomie der Natur ist das Prinzip des Werths. Daher ist er gewöhnlich dau ernd. Nur eine große Umwälzung kann ihn verrücken, d. h. einem Guthe, das Werth hat, allen Werth nehmen. Weit ehe kann durch neue Bedürfnisse und Neigungen ein neuer Werth entstehen.“ „Der Grad des Werths ist häufigem Wechsel unter— worfen; noch weit unbeständiger ist der Preis. Indivi— duelle, temporelle, örtliche Verhältnisse diktiren ihn. Die Vergleichung und Berechnung, die ihn bestimmt, geht zu— erst vom positifen Werthe, dann vom Grade des verglichenen Werths aus, und modifizirt diesen nach den Umständen und Verhältnissen des Augenblicks. Der Drang der Umstände kann selbst großes Mißverhältniß zwischen dem Preise und dem Grade des verglichenen Werths hervorbringen.“ „Wenn z. B. eine mit Zucker beladene Westindische Flotte über die gewöhnliche Zeit ausbleibt; so kann der Preis der übrigen Güter gegen den des Zuckers sinken. Aber ihr Werth wird bleiben und wieder zum Vorschein kommen, sobald die Flotte angelangt ist.“ „Werden aber die Verhältnisse, die den Preis bestim— men, dauernd, so hebt sich jenes Mißverhältniß, und der Preis wird ökonomistischer Grad des Werths.“ * — 6— „Für positifen Werth, für verglichenen Werth, und für Preis müssen wir einen bestimmten Kreis oder Wirkungs⸗Raum annehmen.“ „Der weiteste, ausgedehnteste, ist der des posi— tifen Werths, obgleich nicht das Universum. Denn Kleidungs-Stücke, Einfeuerungs-Mittel zum Beyspiel, die in einem großen Theile der bewohnten Welt positifen Werth haben, sind in den heißen, südlichen Himmelsstrichen kein Genuß-Mittel, also ganz werthlos.“ „Enger ist der Kreis des verglichenen Werths und der engste ist derjenige des Preises, den meist nur temporelle, oder örtliche Verhältnisse bestimmen.“ Wie soll nun, bei dieser unendlichen Wandelbarkeit, des Preißes, die Schätzung für das Darlehn Sicher— stellung gewähren, in sofern es durchaus weder vom Ei— genthümer, noch vom Schätzmanne abhängt, diesen Preiß zu bestimmen? 2. Alle, auch noch so umständliche, noch so ängstliche In— struktionen des Schätzmanns können den Mangel des Prin— zips nicht ergänzen.— Wir sehen daher im praktischeu Le— ben, daß die Schätzmänner für ihre Schätzung keinen Grund anzugeben wissen, daß sie in ganz prinziplosen Betrachtungen, Ansichten und Rücksichten umherschweifen, und z. E. zur Verhypothezirung einen weit höhern Schätzungs— Maasstab annehmen, als zur Verhandlohnung, oder bei Erbvertheilungen. — 7— eth, Es ist also wohl entschieden, daß es dem gesammten der Schätzungs— also auch dem Hypothekenwesen an einer unerschütterlichen Basis der Sicherheit und Verläßigkeit gänzlich gebricht, in sofern nicht der Staat ins Mittel tritt bosi⸗ ö ö 0 und dem Grundeigenthume durch geeignete Mittel, und sl,—— Dure Mittel, welche dem Preiße der Urprodukte ein snfen— Minimum sichern, Fixität geben. trichen 5 Die Folgen, wenn die süddeutsche Staaten fort— ö derths fahren, auf der alleinigen Beibehaltung der Metallmünze, st rur als innerem und äußerem Austausch- und Ausglei⸗ chungsmittel zu beharren, nahen sich mit Riesenschritten arkeit dem Zeitpunkte ihrer furchtbaren Entscheidung. icher⸗ Alle europäische Staaten haben die Folgen der all— m El gemeinen politischen Umwälzungen mehr oder weniger em— reiß zu pfunden: Erstens, hat die neue fortschreitende Häufung der Bedürfniße, besonders der des Luxus, als natürliche Folge der erhöhten geistigen Kultur, an sich eine größere Masse M von Austausch- und Ausgleichungsmitteln nothwendig ge— macht. Dieß ist doch wohl unverkennbar; denn die Ein— 5 fachheit der Sitten kann diese entbehren, und im rohen 1257 Naturzustande existirt ohnehin nur der Tausch der Pro— ung dukte. 6 zu 2rtee itens, hat die Abreißung der amerikanischen, lus⸗ vorzüglich der südamerikanischen Kolonieen von ihrem Mut⸗ r terlande, da sie die größte Masse edler Metalle in ihrem Schooße tragen, und die Masse ihres Zuflußes in Europa —— 8* ö einzig das Verhältniß des Preißes aller Produkte gegen edle Metalle regulirt, den bedeutendsten Einfluß äußern müssen. Abgesehen davon, daß im vorigen Jahrhundert ein großer neuentstandener amerikanischer Staat, die nord— amerikanische Freistaaten, einen Theil jener Metallschätze durch seine Produkte an sich gezogen und mithin den euro— päischen Staaten entzogen hat, so sind auch die reichen Gold- und Silberquellen in Mexiko, Peru, Chili, Bra— silien ꝛc. für Europa versiegt. Und sollten auch jene neu— entstandne Republiken ihre Unabhängigkeit behaupten, so ist doch 1. zu beachten, daß während des Kampfs für diese Un— abhängigkeit die Bearbeitung der Minen darnieder lag und erst jetzt die Britten den Versuch zu ihrer Wieder— eröfnung zu machen beginnen wollen. Es ist: 2. Zu beachten, daß, wenn auch Europa anfangs dort einen vortheilhaften Markt für fremde industrielle Pro— dukte, Fabrikate u. s. w. erhalten sollte, dieser Vortheil sich in der Folge in dem nämlichen Grade mindern muß, in dem die aufblühenden neuen Freystaaten im Stande der Ruhe oder des Friedens die inländische Industrie zu befördern trachten werden. Dieß beweißt Nordamerika's Beispiel undeldie gigantische Fortschritte, welche dieser Staat in einer kurzen Zeitperiode in der Industrie ge— macht hat. Das vortheilhafte klimatische Verhältniß, der eigne Besitz so vieler und unter einem solchen Klima und auf einem so üppigen und jungfräulichem Boden heimischen Produkte, muß nothwendig dort die Fortschritte der Industrie, der Fabriken und Manufakturen beflü⸗ geln, und sie werden bald die europäischen Waaren ent—⸗ behren können; Indeß 5. so manche dort und nur dort heimische, und überdieß kost⸗ bare Produkte, als Indigo, Cochenille, so viele Droguen u. s. w. für Europa unentbehrlich geworden sind, und wenn sie bei dem dortigen Reichthum und Fülle der Produkte, mit Fabrikaten nicht mehr aufgewogen wer— den können, nothwendig künftig auch gegen Metallmünze eingetauscht werden müssen. 9. Alles obige mag denn doch wohl beurkunden, daß die Aussichten, jenes vorhinnige Gleichgewicht zwischen den Waaren und dem allgemeinen Welt-Tauschmittel, näm⸗ lich der Metallmünze, hergestellt zu sehen, sehr trübe und entfernt sind. 10. Das Resultat dieser nothwendigen Verminderung der edlen Metalle, also der Metallmünze, zumal durch den chinesischen und japanischen Handel, welcher nur mit edlen Metallen ausgeglichen werden kann, und durch den steigenden Luxus, welcher jährlich eine neue größere Masse von edlen Metallen durch Vergoldungen, Verarbeitung zu Gefäßen des Luxus und der Bequemlichkeit, den Münzstätten entzieht, ist bereits seit mehrern Jahren, und zwar vorzüglich für Deutschland, auf eine sehr betrü— bende Weise erschienen. — 10— Der aus den eben angegebenen Ursachen sich her— schreibende und zunehmende Mangel an Metallmünze in den europäischen Staaten, vorzüglich in den Ackerbauenden, hat sich auf eine sehr fühlbare Weise und am allertraurig— sten für den Urproduzenten den Landbauer gezeigt; die Preiße seiner Produkte sind auf eine, mit dem numerären Finanzsystem der Staaten und mit der Masse der auswär— tigen, auch ihm größtentheils unentbehrlich gewordenen, nur mit Metallmünze eintauschbaren Produkte durchaus unver— hältnißmäßige, Weise gesunken, so tief gesunken, daß sie am Ende die gänzliche Verödung hervorbringen müssen, weil der Ertrag des Bodens von dem unentbehrlichen Be— triebskapital und dessen Zinnßen, so wie von dem Aufwande an Kraft und Mitteln überwogen wird. 11. Beinahe alle europäischen Staaten haben, diesen Zustand der Dinge gewahrend, zu zweierlei Abhülfsmitteln gegriffen. Das erste ist das ausländische Anlehenssystem, welches Spanien, Portugall, Frankreich, Osterreich, Preus— sen, ja selbst Hannover, Rußland u. s. w. benutzte. Auch abgesehen von dem, was Napoleon gegen das Anleihsystem mit Weisheit gesagt hat, ob er gleich die— Plünderung fremder Staaten demselben unterstellte, so ist doch wohl entschieden, daß fremde Anleihen dem Staate keinen dauernden Ersatz des Mangels an Austausch⸗ und Ausgleichungs-Mitteln gewähren können. Setzen sie auch auf der Einen Seite für den Augenblick die National— nur Wer⸗ 5 sie sen, Be⸗ ande iesen tteln lem, kuß⸗ das dil ist aate Ind uch al⸗ Produktionskraft des entleihenden Staats in thätige Be— wegung, so muß doch, durch die zu Bezahlung der Zinnßen nothwendig werdende Erhöhung der Auflagen, die Natio— nal⸗Produktion wieder gelähmt und der heitere Lebens— genuß verkümmert werden; die hinauszuzahlenden Zinnßen müssen die Masse der Metallmünze im entleihenden Staate noch stärker vermindern, da ja auch der empfangene Haupt⸗ stock wieder zurückbezahlt werden muß. 12. Mehrere europäische Staaten haben theils neben dem, theils ohne das erste Aushülfmittel, noch das zweite, nämlich die Kreirung eines anderen Austausch und Aus— gleichungsmittels, die Papier-Münze gewählt. Namentlich ist dieß von Rußland, Osterreich, Preussen, Sachsen, Dännemark, Spanien, vorzüglich von Großbrittan— nien geschehen. Es ist bekannt genug, daß Großbrittannien seinen gesammten innern Handel, der nach Berechnung des Staatsraths Nebenius, eines der ersten und gedie— gensten staatswirthschaftlichen Gelehrten, allein in der Stadt London täglich 1 Million Pfund Sterling be— trägt, einzig mit Papiermünze, mit Bankzetteln bestreitet. Es wird in der Folge dieser Abhandlung ausgeführt wer— den, daß, so wie die Papiermünze, nach den jetzigen Welt— verhältnißen, für die deutschen Staaten ein unvermeidliches Bedürfniß ist, also auch ihr Nachtheil einzig darinn besteht, wenn für sie kein ihrem Preiße entsprechendes Produkt (Waare, Guth, Genußmittel) vorhanden ist, wenn sie also nur auf neue Auflagen und nicht auf Nationalprodukte bafirt sind, auf Auflagen, die ganz natürlich in dem nämlichen Grade drückender, also unerhebbarer werden, als man sie erhöht, und da sie Allergrößtentheils auf Nu— merär berechnet sind, mit der fortschreitenden Verminde— rung desselben, am Ende den Nationalwohlstand ver⸗ schlingen müssen. 15. Werden aber Austauschmittel auf wirklich ex isti— rende und nicht erst von der Nation mittelst Verkümmerung ihres Lebensgenußes zu erpressende, und durch das entgegen— gesetzte System sich immer mehr in Qualität und Quantität mindernde Nationalprodukte gegründet, wie dieß in Groß— brittannien durch ausgebreiteten Handel und in Sachsen durch den mit Mäßigkeit gepaarten hohen Fleiß und In— dustrie der Einwohner der Fall ist, so läßt sich kein ver— nünftiger Grund denken, warum die, bei der Papiermünze statt findende, gewissermaßen durch Kontrakt, durch Ver— trag, geschloßene Übereinkunft wegen Austausch Eines Produkts gegen ein anderes, für die bürgerliche Gesellschaft und deren Wohl nachtheilig seyn sollte? 14. Allerdings mag es mit großen Nachtheilen für die bürgerliche Gesellschaft verbunden seyn, wenn die Ferti— gung dieser Austausch- und Ausgleichungsmittel sich aus-— schließend in den Händen der Staatsfinanz befindet, welche ihrer Natur nach nur konsumirt und nie produzirt. Ganz anders verhält sich's mit den Nationalgliedern; sie produziren, und je höher die Masse der Staatsschuld H dem rden, Nu⸗ linde⸗ Ver⸗ risti⸗ merung gegen⸗ iutitat Groß⸗ achsen d In⸗ Ver⸗ münze Ver⸗ Eines lchaft die Ferti⸗ aus⸗ indet, zit dern; chuld 15— steigt, je größer deren Produktionsänstrengung, je gerin⸗ ger, je verkümmerter der Lebensgenuß. Die Kreirung der Papiermünze muß also in kon sti— tutionellen Staaten nicht einzig in der Hand der Regie— rung, sondern zugleich der Nation und ihrer Repräsentanten seyn, und dann ist sie, wenigstens in den süddeutschen Staa— ten, eben so wohlthätig, als unerläßlich nothwendig. 15. Will man beachten, daß die süddeutschen Staaten: 1. keine Bergwerke von edlen Metallen, daß sie dagegen, 2. bei der, in der nachstehenden Abhandlung nur zum Theil angeführtermasse bedeutender ausländischer Produkte, gegen beinahe alle europäische und außereuropäische Staaten im Numerär einen so bedeutenden Passiv-⸗ handel besitzen, und daß sie 35. von eitel solchen Staaten umgeben sind, welche ihren Binnenhandel mit nationeller Papiermünze betreiben, also sie die einzigen sind, welche den auswärtigen, so wie den innern Handel mit Metallmünze betreiben wollen, so beurtheile man: ob sie dieses Verhältniß noch lange auszuhalten im Stande sind? Ob es also nicht sinni⸗ ger seyn würde, wenn auch sie dafür sorgten, die grös⸗ sere Metallmünze einzig zur Bestreitung des aus wär— tigen Handels zu verwenden, nund den Binnenhandel mit Metall⸗Scheidemünze und Papiermünze zu bestreiten? Daß 1. die Metall⸗Scheidemünze nur nach einer soviel möglich richtigen Berechnung des Verhältnißes des Bedürfnißes — 1 4— zum innern Verkehr, zur Ausgleichung im Detailhandel, und 2. die Papiermünze ebenfalls nur nach der approximatifen Berechnung des Bedürfnißes, und nicht anders als a) gegen Beurkundung der Existenz des ihrem nomina⸗ tifen Werthe entsprechenden Produkts(Guth, Waare) b) mit der Kontrolle der National-Repräsentanten, der Landstände, als der Beglaubigung der ausgegebenen Masse, im Umlauf gesetzt werden dürfe, versteht sich ohnehin. 16. Die Beurkundung der Existenz des ihrem nominatifen Werthe entsprechenden Produkts ist in ackerbauenden Staa— ten leichter, als in Fabriksiaaten. Die Naturprodukte (Urprodukte), so sehr sie auch in den neuern Zeiten im Preiße gesunken sind, haben doch einen dauren deren und bleibenderen Werth, als industrielle Produkte und Fabrikate. Jene sind unentbehrlich, indeß diese theils entbehrlich sind, theils ihr Werth, so wie ihr Preiß großentheils von den Launen der Mode abhängt. Es ist ja bekannt genug, daß selbst Großbrittannien seine Fabriken nur durch Auf⸗ opferungen aus dem Staatsschatze aufrecht erhält: Ein System, das nur in einem Staate möglich ist, wo das Grundvermögen ursprünglich so ungleich vertheilt ist, und wo eine kleine Zahl von Reichen den bei weitem größeren Theil seiner Mitbürger ernähren muß, um sich den ruhigen Genuß des Reichthums zu sichern. den hei Ste andel, dtifen oping, Daare) „ der ebenen f, atifen Staa⸗ dukte en im n und rikate. s von nug, Auf⸗ Ein o das und heren sigen — 15— Möchte es also doch dem Verf. gelingen, das durch den Mißbrauch der Papiermünze entsprungene Vorur— theil gegen den rechtlichen Gebrauch in konstitutionellen Staaten zu tilgen! Erster Abschnitt. Veranlassung gegenwärtiger Schrift. 1. D Fortschritt des Sinkens der Preiße der Urprodnkte, also auch des Grundeigenthums, vorzüglich im südlichen Deutschlände droht den Staaten und Nationen mit unüber⸗ sehbar traurigen Folgen; droht, den Wohlstand der deut⸗ schen Staaten überhaupt in seinen Grundvesten zu erschüt⸗ tern.). 2 Gründe dieses Sinkens sind: 1. Zunächst allerdings das nun seit 1816, also seit 7 Jah⸗ ren anhaltende Gedeihen beinah aller und jeder land⸗ wirthschaftlichen Produkte, und zwar nicht in Deutschland allein, sondern in allen Europäischen, ja selbst Außer⸗ europäischen Staaten. 2. Das aus diesem vieljährigen allgemeinem Gedeihen resultirende Einfuhrverbot der landwirthschaftlichen Er— *) Kraftig und wahr schildert der würdige Herausgeber der neuen National⸗Kronik der Deutschen, den Zustand des deutschen Landmanns(Jahrg. 1824. S. 557). odlkte, dlichen müber⸗ deut⸗ xschͤt⸗ Jah⸗ land⸗ chland lußer⸗ deihen en Er⸗ het der ud des zeugniße in fremden Staaten, z. B. die brittische Korn— bill, die französische Mautherhöhungen und andere, Verboten-ähnliche Maasregeln, welche selbst das ge— traidarme Spanien während der Revolutionszeit nach— ahmte. 5. Die sowohl im Auslande, als im Innern durch den Fortschritt der Kultur bewirkte Erhöhung der Masse der landwirthschaftlichen Erzeugniße. In Frankreich hat die Revolution, durch den Verkauf der Emigranten- und geistlichen Güter und deren Zerstück— lung, der Landwirthschaft unermeßliche Landstrecken für die Kultur gewonnen. Die Theurungen der Jahre 1771 und 1816 und die Aufklärung der Regierungen über die wahren Quellen und Bestandtheile des Nationalvermögens haben, durch Abthei— lung der Gemeinheiten, Anger und Huthwäsen und deren Urbarmachung der Urproduktion auch in Deutschland einen weit größeren Spielraum geöffnet. 4. Der Fortschritt der sittlichen und geistigen Ausbildung, hat allenthalben das Bedürfniß der früher entbehrli— chen fremden Produkte des Lurus, bedeutend er— höht; also, bei der vergrößerten Masse der unentbehr— lichen Urprodukte, der landwirthschaftlichen Erzeugniße, in der Konkurrenz, deren Preiße herabgedrückt; weil das Numerär auf fremde Produkte und Fabrikate in größeren Massen verwendet wird, also zum Ankauf der unentbehrlichen Bedürfniße fehlen muß; Und weil unwidersprechlich wahr ist, daß mit jeder Theurung der Urprodukt auch alle Fabrikations- und Gewerbsprodukt— 2 — 10 im Preiße gestiegen, und nach Vorübergang jener Theu— rung, in den erhöhten Preißen geblieben sind. Der Verfasser, der schon zweimal diesen Fall erlebt hat, glaubt diese seine Erfahrung, als eine unbestreitbare Wahrheit darstellen zu können und zu dürfen. 5. Die Finanz hat allenthalben, zu Erleichterung der Über⸗ sicht und zu Vereinfachung der Staats-Finanz⸗-Kompta⸗ bilität, des Staats-Rechnungswesens, alles auf Nu— merär, auf Geld, als den allgemeinen Vermögens— messer zurückgeführt. Diesem Grundsatze gemäß hat die Finanz auch alle Naturalbesoldungen der Staats— diener an Früchten, Wein, Holz ꝛc. in Numerär ver⸗ wandelt, also alle diese, vorhin außer dem Kommerz vertheilte, Produkte auf den öffentlichen Markt ge— bracht, deren Masse erhöht, mithin auch deren Preiß gemindert. Endlich ö 6. ist dieses fortschreitende Sinken ohnstreitig auch das Resultat der letzten Theurung vom Jahre 1816. Der Verfasser will hier nicht untersuchen, in wie— ferne diese Theurung, oder mindestens der hohe Grad der— selben, hie und da eine unvermeidliche Folge der von den Regierungen ergriffenen Maaßregeln war; er will nicht untersuchen, in wieferne durch ein idealisches Getraid— magazin, dessen Basis, so wie der Verfasser sie gegründet hat, noch immer unerschüttert steht, dieses unglückliche und wirklich ungeheure plötzliche Steigen der Getraidpreiße in ackerbauenden Staaten hätte verhindert werden mögen? aber unmißkenntlich ist doch, daß . Gy dult Gr Na ent (W. chi zu l (ic idit sther and ter Theu⸗ all erlebt stteitbare der lber, „Kompta⸗ auf Nu⸗ mögens⸗ 6e gemäß r Staats⸗ nerär ver⸗ Kommerz zdarkt ge⸗ en Preiß auch* 16. , it wie⸗ Grad der⸗ von den will nicht Getraid⸗ gegründet unglicliche raihyreiße mgen? a. der Ankauf so vieler fremder, pohlnischer, rußischer, amerikanischer und marokkanischer Getraidter um sehr hohe Preiße, die Münz-Metallmasse also die Masse der Austauschmittel Deutschlands, bedeutend verminderte. Daß ferner b. nachdeme ein großer Theil dieser angekauften frem— den Getraidte erst zu einer Zeit eintraf, wo durch glückliche Erndten der Mangel gehoben war, der Markt Deutschlands damit bedeutend überführt wer— den mußte. 3. Um die Nachtheile dieses bis zu einem furchtbarem Grade fortschreitenden Sinkens des Preißes der Urpro⸗ dukte anschäulich darzustellen, ist es nothwendig auf die Grundsätze zurück zu führen, welche der Verfasser in der Nationalökonomie(1. B. Z. 42 und folgende) umständlich entwickelt hat. Er will daraus nur folgendes hier wiederholen: Das Bestimmungsprinzip des Werths der Güter (Waaren, Genußmittel) ist, das allgemeine Gesetz, wel— ches die Organisation der Natur dem Menschen, als Reiz zu Begehrung eines Genußmittels, diktirt. Das Bestimmungsprinzip des Preißes aber, ist der (nicht bloß von allgemeinen, sondern auch von relatifen individuellen Gründen motivirte) Entschluß des Einen Be— sitzers eines Guts, es nicht anders als für ein bestimmtes anderes Gut hinzugeben und des andern Besitzers, es für diesses und kein andres Gut einzutauschen. S.eeeeeefs...* —— — 20— Wenden wir nun diese Grundsätze auf den Gegenstand dieser Abhandlung an, so finden wir folgendes: Der Werth der Urprodukte ist und bleibt immer der nämliche und muß es bleiben. Nicht so ihr Preiß; denn es ist sehr natürlich, daß jeder tauschende um das bedürfende Gut einzu— tauschen, nicht mehr Güter hingiebt, als er muß, und es ist eben so natürlich, daß der Besitzer des zu ver— tauschenden Guts es dann hingiebt, wenn er ein an— dres Gut, als seine Urprodukte, bedarf und keine größere Masse von diesen bedürfenden Gütern dafür im Tausche er— halten kann. Jenes muß regulirt sich nothwendig so, wie die ses kann, nach der Masse der zum Tausch angebotenen Güter. Nothwendig muß also Menge, oder Seltenheit der zu vertauschenden Güter höchst wichtigen Einfluß auf den Preiß haben. Angewendet auf die dermalige Verhältniße der landwirthschaftlichen Produkte, ergiebt sich, daß die se im Preiße sinken müßen, weil von ihnen eine größere als die Bedarfsmasse und von den daran zu tauschenden, also allen übrigen Gütern, mithin auch dem Numerär,(dieses als Gut(Waare) betrachtet), eine bei Weitem geringere Masse vorhanden ist, als vor— hin der Fall war. 4. Gerade diese geringere Masse der an Urprodukte an zutauschenden Güter, also des Numerärs, entsteht aber nothwendig: —— — genstand t inmer llch, daß t eingy er muß, zu ver⸗ tein an⸗ se größere ausche er⸗ edieses jebotenen tenheit fluß auf malige giebt sch, nihnen daran in auch achtet), I vor vdulte anseht — 2 1— 1. aus der vermehrten Masse der Bedürfniße, aus dem erhöhten Bedarf so vieler andrer durch die erhöhte sitt— liche und geistige Kultur nothwendig folgenden Pro— dukte, also Genußmittel andrer Nationen, und aus dem dadurch entstehenden Mangel des Numerärs, als des allgemeinen Welt-Aust auschmittels. 2. Aus der insbesondere für Deutschland und noch be— stimmter für das südliche Deutschland immer mehr sich mindernden Masse der Austauschmittel, der Metall— münze. Diese progressive Minderung hatte schon längst An— spruch auf die Aufmerksamkeit der Regierungen. So wahr es ist, daß es eigentlich keinen Passiv— Handel giebt, weil keine Nation der andern borgt, son— dern jede ihren Bedarf saldiren muß, so gewiß ist es doch, daß dieses Passivverhältniß durch Entbehrungen ausge— glichen werden kann. Wenn die Nation A. für die Be— dürfniße, die sie von der Nation B. bezog, nichts mehr an zutauschen hat, so muß sie sich dieser Bedürfniße ent⸗ schlagen. Gesetzt auch, diese einzutauschende Bedürfniße wären an sich entbehrlich, für den Naturmenschen näm— lich; aber sie sind es nicht für den gebildeten Men— schen. Eben deswegen läßt sich für den gebildeten Men—⸗ schen kein bestimmter Maaßstab der Entbehrlichkeit und Unentbehrlichkeit angeben, wie der Verfasser anderwärts (National-Okonomie) gezeigt hat. ö Das Resultat ist immer das nämliche; denn kann der Ein tauschende durch andre Güter sich diese bedür— — 22— fende aus wärtige Güter nicht verschaffen, so muß er sie mit Metallmünze(Numerär) ausgleichen. Wenn er dieß nicht mehr vermag, so muß er entbehren, und Entbehrung ist— sobald die Nation auf einer Kultur⸗ stufe steht, welche ihr jene einzutauschende Güter unent— behrlich macht— Verarmung. 5. Daß aber Deutschland und insbesondere die süddeut— sche Staaten nahe an diesem Punkte stehen, ist wohl klar. Wenn auch dem Fiskalgeiste nie möglich seyn wird, die unendlich mannichfaltige Produkte der Industrie und der aus ihr hervorgehenden Tauschgegenstände vollstän— dig aufzuspüren und daher einen richtigen Kalkül der Kommerz⸗Bilanz der Staaten herzustellen, so bedarf es doch wohl nur sehr flacher Kenntniße, um überzeugt zu seyn, daß die deutsche und vorzüglich die süddeutsche Staaten, durch den Eintausch der unzählbaren Masse fremder Bedürfniße, im Verhältniß der auf die höchst— geringe Masse der Produkte, die sie fremden Ländern anzu— bieten haben oder anbieten dürfen, an Austauschmitteln immer ärmer werden, also deren vorzüglichste, zahl— reichste, ja beinahe einzige Austausch-Produkte im Preiße immer mehr sinken müssen. *) Es sey uns erlaubt, von dieser beinahe unzählbaren Masse fremder, den Deutscheu unentbehrlicher Produkte ein bei Weitem nicht vollstandiges Verzeichniß zu ver⸗ suchen: —————......————— — 25— muß er Die Wechselkourse sind hievon die richtigste Barome— Wenn er ter. Es ist nicht lange, daß der französische Kours auf n, und 109, und der englische dergestalt stund, daß das Pfund Hullut⸗ Sterling, welches früher nur etwa 10 fl. betrug, bis auf ment⸗ 12 fl. 30 kr. und darüber gestiegen ist. Kaffs, Zucker, siddenr Thee, ö Kakao, It wall Vanille, u wird, Indigo und eine große Menge andrer Farbwaaren, tie und Cochenille, llstäͤr— Gewürze, Pfeffer, Ingwer, Nelken, Muskatennüße u. s. w. Seide und Seidenwaaren aller Gattung, lil der Baumwolle und alle Gattungen von Baumwollenwaären, darf es Feine holländische, schlesische und andere Linnen, eugt zu Den größeren Theil aller Apothekerwaaren, deutshe Honig und Wachs; Oehl von den feinsten und gering⸗ sten Gattungen, Mase Fremde, vorzüglich französische, spanische, ungarische und höcht⸗ andere Weine, manzu⸗ ö Elfenbein, teln Seefische, vorzüglich Häringe, Stockfische u. s. w. Holländer, Schweizer und italienische Käße, zahl⸗ Italienische und französischsüͤdliche Früchte: Preiße Zitronen, Pomeranzen, Feigen, Mandeln u. s. w. eodewaaren, Spitzen u. s. w. Häute von Buenos-Ayres ꝛc. Sohlleder: Niederländisches se Reis, 100 Ausländische Hölzer zu Möbeln: 0 Mahagoni, Cederholz u. s. w. Farbhölzer Mag immerhin, so viel die oben§. 2. Z. 5 bemerkte Finanzoperation betrifft, der Staatsdiener einen Theil je— nes statt Naturalien in Numerär empfangenden Gehalts wieder für Urprodukte ausgeben müssen, also dieses Nume⸗ rär wieder im Umlauf kommen, so ersetzt dieß den nach— theiligen Einfluß dieses Systems auf den Preiß der Urpro— dukte keineswegs; denn 1. muß die Masse des Numerärs, welches zu Besoldung der Staatsdiener erforderlich ist, zuerst von den Staats— bürgern, und, nach dem dermaligen Finanzsysteme, allergrößtentheils von den Ur produzenten, unmittelbar durch deren Rustikal- Familien- und andre Steuern und Beischläge, oder mittelbar durch Malzaufschlag, Ak⸗ zis u. s. w. erhoben und beigebracht werden, und zwar in Masse. Es muß also diese Masse zuerst vor⸗ handen seyn. Allerdings kommt ein Theil davon Opium, Zimmt, Französische und andere ausländische Liqueurs. Saffran, Fremde, Virginische ꝛc. Tabackblätter, Ansländische, französische, englische, niederländische ꝛc. 10. Tücher u. s. w. u. s. w. u. s. w. Der edle und einsichtsvolle Verfasser der Frauendorfer Bau— ernzeitung(Nr. 1. v. 1. Jänner d. J. S. 6) behauptet: es seyen in der einzigen vorletzten Münchner Messe(Dult) für 1 ½ Millionen Produkte, und darunter nur der 5/te Theil an haie rischen Erzeugnissen verkauft worden!!! 1. 0 +. H. emerkte heil je⸗ Shalts Nune⸗ nach⸗ Urpro⸗ ung der taats⸗ steme, ttelbar rn und „ M⸗ zwar vor⸗ davon he. M: EMi⸗ et: ks Hfit Theil ͤ— 2——*** RRR** —— wieder von den Staatsdienern durch deren Lebensbedürf—⸗ niße an die Urproduzenten zurück; aber nur a) später, ö b) in einzelnen zerstückten kleineren Theilen. Nothwendig muß 1. der Urproduzent, da er die Steuern in bestimmten Terminen bezahlen muß, und seine Urprodukte, die er nicht unmittelbar an den Staatsdiener, sondern an den Bäcker, Bierbrauer, Getraidwucherer ꝛc. verkaufen muß, um, zu Vermeidung der Zwangsmittel, Münze zu schaffen, sich jeden Preiß gefallen lassen, den ihm diese Mittelspersonen bieten; denn der Mängel an Sel— tenheit, die Überführung des Markts, die Konkurrenz der anbietenden Verkäufer erlaubt dem Käufer, den Preiß willkührlich zu bestimmen, d. h. herabzudrücken. 2. Es ist sehr natürlich, daß der Urproduzent, der keine Metallmünze hat, und doch Münze schaffen soll, diese um jeden Preiß einzutauschen gezwungen ist, also seine Urprodukte schlechterdings abgeben muß; in— deß der Staatsdiener, wenn er auch die erhaltende Natural-⸗Besoldung an Urprodukten, nicht vollstän— dig selbst zu konsumiren vermag, mithin einen Theik davon dem Verkaufe aussetzt, eben deswegen, weil er doch auch einen Theil in Numerär erhält, nicht ge— drängt ist, diese um jeden Preiß abzugeben, also den günstigsten Augenblick abwarten kann. 5. Es läßt sich aus diesem allgemeinen Münz-Regulativ— system auch kein Vortheil für den Staat, noch selbst für den Staatsdiener absehen. Steigen die Urprodukte durch — 26— Mißwachs ꝛc. zu einem mit seinem im Numerär bestimm⸗ ten Gehalt unverhältnißmäßigen Preiß, so entschädigt ihn diese Numerärbestimmung nicht, und der Staat sieht sich dann, wie dieß in den Jahren 1816 und 181? in ei⸗ nigen Staaten der Fall war, in den Drang versetzt, der Militär und Civildienerschaft Numerär-Zulagen, also abermals auf Kosten der Nation, zu verwilligen. Ein mittlerer, billiger d. h. mit Gefahren, Anstrengun— gen u. s. w. der Urproduktion, im Verhältniß stehen— der, Preiß der Urprodukte kann aber den Staatsdiener nicht drücken; denn die Münzbesoldungen der Staats— diener sind in den neueren Zeiten ohnehin ohnwider— sprechlich um mehr als das Doppelte gestiegen, ohne daß der Wohlstand derselben zugenommen hätte. 7 Ein sehr bedeutender Grund dieses Sinkens der Ur— produkte, also auch des Grundeigenthums, liegt auch in dem unseligen Antizipations- d. h. Schuldenmachungs— System. Es ist wohl natürlich, daß, wenn die Regierungen durch Anlehen die Numerärmassen an sich ziehen, die Masse dieses Numerärs, also des Tauschmittels, immer mehr aus dem Privatmarkt, aus dem Privatumlauf gezogen wird. Mag immerhin ein Theil dieser durch Schuldenma— chen antizipirten Numerärmasse wieder im Staate in Umlauf kommen, so geht doch ein bedeutender Theil derselben für die Cirkulation verlohren; denn — 2F. ⏑—2— ——————— ———— EEE- an 1. reitzt die Masse des hiedurch gesammelten Numerärs die ö* Regierungen zu einem antiökonomistischen Aufwand, se d. h. zu einem Aufwand, der den Nationalwohlstand 6• vielmehr hemmt, als befördert; z. B. zu Eroberungs— usal, Kriegen, zu unverhältnißmäßiger Erhöhung der Gehalte, 30. oder zu einer Erhöhung des Aufwands auf Pracht, gen, Glanz, auswärtige Luxusartikel u. s. w. Ahul 2. Werden diese Anlehen meist von fremden Bankiers hen und Kapitalisten negotiirt. Hiedurch geht aber für die Diene Nation verlohren: taats⸗ a) die wahrlich nicht unbedeutende Provisionen, welche bider⸗ sich diese Geldmäckler bedingen und welche die Na— ohne tion bezahlen muß. b) Die jährliche Zinnßen dieser Kapitalien, die doch, so wie der Hauptstock, wieder hinausbezahlt werden müssen, also dem Umläufe in der Nation entgehen, U. indeß der Ertrag die augenblickliche, durch diese An⸗ lehen erhöhte Belebung der Industrie diesen Verlust . keineswegs aufwiegt. unö⸗ 8. ungen Es ist eine betrübende Bemerkung, daß man hie und Masse da, dem aus dem Sinken des Preißes der Urprodukte in R aus dem Staatsschatze entstehendem Ausfalle(Defizit) dadurch gzoget abzuhelfen gesucht hat, daß man, entweder, wo die Re— eunia⸗ gierungen willkührlich sind, auch die Auflagen willkührlich mauf erhöhte, oder, daß man da, wo konstitutionelle Regierun— fit gen existiren, das Finanzministerium zu Erhöhung der Nationalschuldenlast bevollmächtigen mußte. Ist es denn 8 ö 28— nicht, zumal in ackerbauenden Staaten, abermals vorzüg— lich der Urproduzent, der Landmann, dessen Lasten durch diese Erhöhung der Staatsschulden erhöht werden, indeß er durch die niedrige Preiße der Urprodukte ohnehin, zumal bei dem numerärem Auflagensystem, gedrückt und beschädigt ist? 10. Es ist leicht darzustellen, daß selbst der Staats— Schatz durch dieses Herabdrücken des Preißes der Ur— produkte, welches doch zum Theil die Regierungen selbst organistren, äußerst benachtheiligt wird. Nicht leicht wird ein Staat existiren, in dem nicht mindstens ein Theil der Auflagen in Naturalien, in Urprodukten bestünde. Was soll nun die Finanz mit die— sen Urprodukten anfangen, wenn ihr Preiß schon im Pri— vatkommerz niedrig steht? soll sie diese ihre eigenthümliche Urprodukte auch noch auf den Merkt bringen, also durch die Konkurrenz die Preiße noch tiefer herabdrücken? Gewinnt denn die Finanz da durch, daß sie alle Getraidreichungen aufhäuft, nichts davon in Natur an die Staatsdienerschaft abgiebt, sondern im allgemeinen die Rolle des Verkäufers übernimmt? Sind nicht im Gegensatze die Verwaltungskosten, der Bodenschwand, der Wurm, der Mäusefraß und alle übrige mit dem Aufbe— wahren der Getraidter verbundene Verluste in Absicht der Naturalbesoldungen offenbar erspart? — botzüg⸗ durch indeß nehin, sat und taats⸗ + Ur- elbst nicht u, in die⸗ 1 Pri⸗ mliche durch alle ran nen t im der ufhe⸗ bel 11. Dieses allzutiefe Sinken der Urprodukte verarmt aber die Urproduzenten nicht allein; Es verarmt auch die Fabrikanten, Manufakturisten und Kaufleute. Aller⸗ dings, wären uns nicht eine so große Menge auswär— tiger Produkte zu unentbehrlichen geworden, so würde es für den Deutschen gleichgültig sein, ob z. B. der Schäffel Korn 5 fl. oder 15 fl. kostet. Allein auf dem jetzigen Kulturstande, wo eine beinah unzähl- und un— ergründbare Menge fremder Produkte für die gebildete Klassen zu unen tbehrlichen Bedürfnißen geworden sind, wo alle diese fremde Produkte einzig gegen Metallmünze, als dem Welt-Austauschmittel, eingetauscht werden kön— nen, nicht aber durch deutsche Urprodukte, und zwar ent— weder wegen bestehenden Einfuhrverbote, oder deren Stell— vertreter: hohe Mauthen, oder, weil andere Staaten hin— länglich damit versehen sind, oder, weil die deutsche Pro—⸗ dukte auf jeden Fall die kommerziellen(Fracht, Kom⸗ missions⸗Speditions⸗) Kosten nicht ertragen. In dieser Lage der Dinge ist es doch wohl klar, daß es Deutschland an Tauschmitteln fehlen müsse, und da die Preiße der andern Güter(Waaren) von der Masse der Austausch— mittel einzig abhangen und abhangen müssen, auch die Preiße der Urprodukte in dem nämlichen Grade fortwährend sinken müssen, als durch die Ausfuhr dieser Austausch— mittel deren Seltenheit zunimmt. Eben so klar ist es wohl, daß die industrielle und kommerzielle Produktion, daß Fabriken, Manufaktu⸗ ren und Handel in dem nämlichen Grade sinken und deren 2 + — 30— Produzenten mit dem Landwirthe zugleich verarmen müssen. Der Landwirth macht allenthalben und erst in reinen Agri— kulturstaaten, wie z. B. Baiern, Würtemberg, Baden, Nassau ꝛc. den bei weitem größten Theil der Nation aus. Wenn dieser durch den Unpreiß seiner Produkte ge⸗ drungen wird, seine Bedürfniße einzuschränken, wer an— ders, als der Fabrikant, der Manufakturist, dem seine Waare liegen bleibt, wer anders als der Kaufmann, der diese Produkte im Großen aufkauft und im Kleinen(im Detail) austheilt, ist davon das Opfer? Und wie soll die Finanz dem Gewerbsmanne, dem Kaufmann die auf ganz andre Verhältniße berechnete, Ge— werbsauflage anmuthen können? 11. Laßt uns selbst absehen von dem National-Okonomie⸗ prinzip, kraft dessen Nationalwohlstand der einzig-reine Staatszweck ist, laßt uns den Gegenstand einzig aus dem fiskalischen Finanz⸗Gesichtspunkte betrachten, welcher unermeßliche Verlust entsteht aus dem Sinken des Grundeigenthums-Preißes für den Staatsschatz in allen jenen Staaten, wo der Staat selbst noch lehenbares Grund— eigenthum besitzt? Der Preiß des Grundeigenthums be— stimmt nothwendig die Summe der Laudemien Gandlöhner) und diese Lehensverhältniße, welche der neuerliche demokra— tische Sinn so sehr anbrüchig zu machen versucht hat, sind vielleicht einer der stärksten Hebel des Nationalwohlstands. Sie sind das Band, welches, auf Interesse, als die mächtigste Leidenschaft, gegründet, den Nationalwohlstand untrennlich an das Interesse der Regierung heftet. müͤssen. Mri- daden, aus. Mie ges wer gy⸗ m seine un, der mnen(im se, dem te, Ge⸗ ohnotrie⸗ „reine zig aus Lachten, llen des n allen Grund⸗ ns be⸗ lohner) wokra⸗ t, sid lstandi, als die ssand * Daß aber der Nationalreichthum d. h. der einzige solide, dauernde, stabile, auf der jetzigen Kulturstufe der Menschheit, bei dem jetzigen System des Welthan— dels und Weltpreißes der Metalle und aller andrer Gü— ter, einzig in den Preißen des Grundeigenthums beruhe, bedarf doch wohl keiner Beurkundung. Ein Staat, der 1 Million Acker(Morgen) Landes besitzt, von dem der Acker 200 fl. im Preiße ist, der also 200 Millionen Preiß im Vermögen hat, muß doch wohl doppelt so reich, also doppelt so befähigt seyn, fremde und einheimi— scche industrielle Produkte eintauschen zu können, als der— jenige Staat, in dem der Preiß des Ackers nur zu 100 fl. steht, der also nur für 100 Millionen Tausch-Mittelquelle besitzt. Zweiter Abschnitt. Grundsätze der Hülfsmittel. 12. Undidersrrechich ist es wohl, daß die kultivirte Mensch— heit der fremden Produkte, also auch der Tauschmittel nicht mehr entbehren kann, und aus dem nämlichen Grunde müßen es allgemeine Tauschmittel seyn; Tausch⸗ mittel, welche zum Welthan del brauchbar sind. Wenn schon dieser Eintausch fremder Produkte zum Theil durch Antausch einheimischer Produkte geschieht, so ist dieß doch — 52——— da unmöglich, wo die fremde Nation dieser einheimi— schen Erzeugniße nicht bedarf, sie also nicht im Antausch annimmt. 2. Ist auf jeden Fall ein theilbares Ausgleichungs— mittel nothwendig, um den wechselseitigen Preiß der vertauschenden Güter gegen einander auszugleichen. Dieses Austausch- und Ausgleichungsmittel ist, die in der ganzen civilisirten Welt gangbare Metallmünze. Besitzt nun ein Staat nicht so viele Metallm ünze, als er zum Eintäusch fremder Produkte bedarf, besitzt er keine, oder nicht so viel eigne und andren Nationen ange— nehme An tauschwaaren, um damit die fremden Pro⸗ dukte eintauschen zu können, die ihm einmal unentbehrlich geworden sind 5), so muß dieser Staat durch diese Opera⸗ tion nothwendig an Tauschmitteln verarmen und endlich jenen Bedürfnißen ganz entsagen. Dieß ist nun bei Deutschland überhaupt und bei den süddeutschen Staaten insbesondere der Fall; zumal die we⸗ nigste derselben eigne edle Metalle besitzen. Welche furchtbare Aussicht für die süddeutsche Staaten, die in der Staatshaußhaltung alles nach Numerär be— messen, alles mit Numerär ausgleichen und durch die 1. *) Das Napoleonische Kontinentalsystem, so drückend es er— schien, so häufig es umgangen wurde, hat diesen Karakter der Unentbehrlichkeit hinlänglich beurkundet. Mochten die fremden Produkte dadurch auf den 5 und sechsfachen Preiß gedrangt werden, ihre Einfuhr unterblieb nicht, und selbst Napoleon, davon überzeugt, benutzte dieß zu seinen ein⸗ träglichen Lizenzen. lheimi⸗ kausch ungs⸗ der ichen. /, die ünze. ünze, stzt er ange⸗ Pro⸗ ehrlich Opera⸗ endlich hei den die we⸗ taaten, ar be⸗ ch die es kl⸗ taraftet ten de MR slbst i ein⸗ 418 55— Staatsschuldenlasten und deren Zinnßenzahlung an so viele auswärtige Gläubiger,(auch abgesehen von dem Eintausch fremder Produkte) ohnehin einem jährlichem bedeutendem Ausfluße ihres Numerärs Preiß gegeben sind! 15. Weit entfernt also, daß man sich über das fortschrei⸗— tende Sinken des Preißes der Urprodukte und deren Stoffs, des Grundeigenthums, zu verwundern Ursache hätte, muß man vielmehr wahrhaft erstaunen, daß Süddeutschland noch so viel Metallmünze besitzt, als sich im Umlaufe zeigt. Man kann dieß nur dem Ertrage so mancher der staats— wirthschaftlichen Beobachtung entgehenden Industriezweige und dem eisernem Fleiße des Deutschen zuschreiben, so wie dem aller Wachsamkeit der Fiskalität trotzendem Schleich⸗ handel. Aber auch die se Quellen müssen bald vollends ver— siegen. Das Steigen der Kourse fremder Staaten und das fortschreitende Sinken der Urprodukte und deren Stoffs, des Grundeigenthums, zeigt uns das Nahen einer wahrlich furchtbaren Zukunft, welche das Nationalwohl untergraben und alle sttaatsfinanzwirthschaftliche Kalküls zerrütten muß. Mag die Staatsfinanz streben, durch Zwang auch die letzten Mittel zu Behauptung ihres Numerär-Finanzsystems anzuwenden, wie lange kann dieß nachhalten? Der civili— sirtere Theil der Nationen würde der Bedürfniße zu dem gewohnten Lebensgenuß sich nur im höchsten Nothfalle ent— wöhnen können, und da die Macht in seinen Händen ist, so wird der größere Theil der Nation, der produzirende und vorzüglich der Urproduzent, der Landbauer, das trau— 3 — 5— rige Opfer seyn. Er wird, er muß gänzlich verderben; Sind die sich immer häufende Gäthe, sind die ungeheure Massen von Ausständen nicht sichre Anzeigen und Vorbothen dieses nicht fernen allgemeinen Elends? 14. Unläugbar ist dem anders nicht abzuhelfen, als da— durch: ö 1. daß ein Theil der für jetzt überschießenden Urprodukte dem öffentlichen Markte entzogen, also durch Selten⸗ heit deren Preiß erhöht werde. 2. durch Vermehrung der Austausch- und Ausgleichungs— mittel, welche den Preiß aller Güter nach dem Ver mö⸗ gens-Messer: Geld, bestimmen. 15. Das zweite Mittel, nämlich die Vermehrung der Aus⸗ tausch⸗ und Ausgleichungsmittel betreffend, so ist die Ver⸗ mehrung der Metallmünze bei Staaten, welche keine eigenthümliche edle Metalle besitzen, an sich unmöglich. Denn das Hülfsmittel der Entnehmung fremder Metall— münze durch Staatsanleihen, ist, erwiesnermaßen, ein un⸗ glückliches Palliativ. Da aber, bei den Einfuhr-Verbotsmaaßregeln der auswärtigen Staaten, die Bewahrung der zum Eintausch fremder Produkte unentbehrlichen Metallmünze unmöglich ist; so bleibt zu Vermehrung der Austausch- und Ausgleichungs— mittel einzig Papiermünze übrig. Dem Verfasser ist der allgemeine Haß aller Redlichen, welcher die se Gattung von Tausch⸗ und Ausgleichungsmit⸗ —2—— 6 —— 55— derben; ö. n teln drückt, wohl bekannt. Allein die nahe Aussicht des unvermeidlichen Verderbens der nützlichsten Volksklasse, bothen dringt dem staatswirthschaftlich en Forscher die Pflicht auf, auf das schärfste zu prüfen: ob der Nachtheil jenes Tausch- und Ausgleichungsmittels in der Sache, oder in — 0 individuellen Verhältnißen liege? — Hier sey ihm die Bemerkung erlaubt, daß man, Budukt selbst wenn durch Mißjahre der Getraidpreiß erhöht werden E sollte, in ackerbauenden Staaten durchaus keine feste, daurende Sicherung des National-Wohlstands Zum gewahrt. gerns 1. Sollte dieser Mißwachs(wohl zum Theil durch Mißgriffe der Regierungen) selbst Mangel an eignem Bedürfniß herbeiführen, so werden wir die Ereigniße der Jahre 1771 und 1816 sich erneuen sehen. Man wird ge— der Au⸗ zwungen seyn, Getraid aus fremden Staaten um un— die De⸗ geheure Preiße einzuführen; also, wie dieß vorzüglich che keile im Jahre 1316 der Fall war, die deutsche Staaten noch mögli⸗ mehr an Metallmünze zu verarmen. Metab⸗ 2. Ur⸗Produkte sind nicht bloß überhaupt unentbehrliche, osn Ui⸗ sondern auch augenblicklich unentbehrliche Bedürfniße. Der augenblickliche Mangel bedroht die Existenz der In der Nation. Rüch Es muß also auf der Stelle geholfen werden. zichz Indeß kann eine einzige kunftige Erndte nicht nur alles Gung ausgleichen, sondern auch Überfluß hervorbringen. Allein der Zwischenraum ist ein volles Naturjahr! schen,— Das Bedürfniß der Nahrung läßt sich nicht verta— homi⸗ gen; allein die Erfahrung hat beurkundet, daß der Preiß der Urprodukte in einem sehr kurzen Zeitraum von Extrem zu Extrem, vom höchsten zum niedrigsten Preiße wechseln konnte, und umgewendet! Zunächst sey uns erlaubt, historisch zu bemerken: wo— durch jene Ansicht von den nachtheiligen Folgen der Pa— piermünze begründet worden ist? Allerdings ist hiebei weder von einer geschichtlichen Entwicklung des Papier-Münzsy— stems, noch von einer chronologischen geschichtlichen Dar— stellung die Rede. Hierüber müssen wir auf die National— Okonomie(Ir B. S. 305, Z. 543) verweisen. Es ist also nur die Rede von einer Skizze zum Beweiß des Satzes: daß der Nachtheil der Papiermünze keineswegs in ihrem Wesen, sondern einzig im Mißbrauche liegt. Die vereinigten Staaten von Nordamerika waren in ö dem Kriege für ihre Unabhängigkeit aus Mangel an Münz⸗ metallen, welche die Natur ihrem Boden versagt hat, ge— drungen, Papiermünze zu schaffen. Diese Papiermünze sank allerdings bis zu 5 Prozent ihres Nominalwerths herab— Allein doch stand, nach Endigung des Kriegs, der neue Staat in seiner vollen Blüthe da; denn die Regierung be— saß in den unkultivirten Ländereien einen unermeßlichen Fond zu deren Einlösung; denn sie konnte darauf mit Bestimmt— heit rechnen, daß fremde Ansiedler, von dem Drucke des aristokratischen Despotismus und der Intoleranz, sich in das Reich der Vernunftherrschaft flüchten, daß sie nicht nur Münzkapitalien einbringen, sondern auch durch ihre Produktionskraft dem jungfräulichem Boden Pro-— dukte entreißen würden, welche der, wenn auch ungehen⸗ ren, im Kampfe für die Unabhängigkeit geschaffenen Masse 2 * ——————*..**— — 57 r Ertrem von Tauschmitteln gleich kommen, also dieser einen reel⸗ wechseln len Werth verleihen würden. Der Erfolg rechtfertigte diese Ansicht volllommen. Jener Verlust von 95 pro Cent am Nominalwerthe verschwand, die Papiermünze stieg durch die Erscheinung des Realwerths, den sie enthielt, allmählig bis zu ihrem Nominalwerth, bis auf pari, und dieser Freistaat steht bekanntlich nun da, groß, stark und en, Wo⸗ der Va⸗ bei weder Munzsy/ en Dar⸗ mächtig. lalichal⸗ 16. 5 ist als Frankreich schuf während der Revolution eine un— Satzes: ermeßliche Masse von Papiermünze in Assignaten und Man-— ihrem daten. Auch diese sanken um 90 und mehr Prozente ihres Nominalwerths. Dieses Sinken war sehr erklärbar: paren il 1. Aus der unverhältnißmäßig großen, ja ungeheuren u Munz⸗ Masse, welche die Revolutionsmänner emittirten. hat, ge⸗ 2. Aus dem Schreckenssystem, welches allen Tausch hemmte. diermümge 5. Aus dem gänzlichen Mangel der klaren Ansicht einer dem h hertb Nominalwerth entsprechenden Masse wirklich reel— der neue ler Güter. Die Revolutionsmänner hatten für diese Papiermünze nichts, als die Nationalgüter, die eingezo— erung be⸗ gene Güter der Geistlichkeit und des emigrirten Adels en Fond . anzubiethen. Aber indeß die Emigration Frankreich an ske des Metallmünze verarmte, mußten wieder die unter Ziffer sch i 1 und 2. angeführten Rücksichten unmöglich machen, daß se daß die Papiermünze ihren Nominalwerth beibehielt; ch durch denn jene Ansichten mußten nothwendig die Konkurrenz hio⸗ der Käufer dieser großen Masse von Nationalgütern ver⸗ syten mindern; denn der Despotismus der Revolutionsmänner Mose machte alle Vergleichung der Masse der ausgegebenen Papiermünze mit dem reellen Werthe der Nationalgüter unmöglich; weil es ja stets von ihnen abhieng, jene Masse bis ins Unendliche zu vervielfältigen, die der Na— tion doch um den Nominalwerth, unter Bedrohung von Todesstrafe aufgedrungen wurde; denn gerade selbst die— ses Sinken zwang die Regierung, bei ihren kolossalen Kraftanstrengungen, zu Behauptung ihres Systems, die Nominalmasse jener Papiermünze immer und immer mehr zu erhöhen; denn jenes Schreckenssystem lähmte alle Zweige der National-Produktionskraft, also allen Ver— kehr mit frem den Nationen; zumal bei dem fein dli— chen Zustande, in dem sich Frankreich während der Re⸗ volutionsperiode gegen alle andre Völker befand. Nichts war also natürlicher, als daß jene Papier— münze auf Null herabsinken mußte. 12*— Spanien, seit Karl dem V. unter einer despotischen Regierung, konnte, bei der dort herrschenden Oligarchie, bei der so ungleichen Vertheilung des Grundeigenthums, wovon mehr als à Theile sich im Besitze der Geistlichkeit und des Adels befinden, bei der Trägheit eines großen Theils der Nation, bei dem sinnlosen Vertrauen auf die Metallschätze seiner amerikanischen Kolonieen, welche nur den Gewerbs— fleiß andrer Nationen lohnten, und bei seiner stets fehler— haften Regierungs- und Finanzverfassung, die Papiermünze nicht entbehren. Bourgoing hat die mannichfaltige Ope— rationen mit dieser Papiermünze dargestellt). Die Vales *) In seinem Tableau de Pespagne modeme. onalgüter 3, jene der Na⸗ ung von selhsdie⸗ folosalen ems, die ner mehr mte alle llen Ve⸗ eind li der Re⸗ Papier⸗ hotischen chie, dii „ wobon und des ils der llchüte ewerbs⸗ fehle⸗ jermüme ihe S⸗ ie Mis verlohren schon zu seiner Zeit mehr als 30 Prozente. Im Jahre 1781 betrugen sie schon, unter verschiedenen Benennungen, 350 Millionen Realen). Ihre jetzige Masse nach dem Krieg gegen Frankreich, und dermalen nach der Herstellung der absoluten Monarchie, ist, so wie ihr Preiß, unbekannt. Man kann sich aber ihn leicht denken. 18. Osterreich sah sich durch die feindliche Stellung, in welcher es sich seit Kaiser Leopolds des II. Regierung gegen Frankreich befand, gezwungen, mittelst seiner Bank— zettel und Einlösungsscheine eine ungeheure Masse von Pa⸗ piermünze zu schaffen. Ihr Schicksal ist bekannt. Da es dieser Masse an einer damit im Verhältniß stehenden Masse reeller Güter gänzlich fehlte, da die Valute einzig in den Staatseinkünften zu suchen war, da diese bereits von den ordentlichen Ausgaben verschlungen wurden und eine Erhö⸗ hung derselben unmöglich schien, so mußten sie nothwendig im Preiße gegen Metallmünze aufs tiefste sinken. Die Metall⸗ münze wurde zur Waare im Gegensatz der Papiermünze. Übrigens ist es eben so bekannt, daß Ssterreich eine abso⸗ lute Monarchie ist, als, daß die Herstellung des Friedens, die Aussicht auf dauernde Ruhe in Europa, und ein zweck⸗ mäßiges Finanzsystem daran arbeiten, den Preiß der Papier⸗ münze wieder zum Nominal-Preiß zu erhöhen; auf dem die Bankzettel zu Josephs des II. Zeit allerdings stunden. 2) 5 Realen betragen einen fränzösischen Franc. 1 — 60—— 19. Auch Sachsen hat sich durch die unermeßliche Be— drängniße, den es mehr als irgend ein europäischer Staat ausgesetzt war, veranlaßt gesehen, Papiermünze zu krͤiren; aber die Gerechtigkeit seines Regenten, der, auch nach er— langter Souverainität, Recht und Eigenthum aller Volks- klassen und Stände ehrte und schützte, die Weisheit der Regierung und die durch Landstände gemilderte monarchische Form, haben in jenem Staate, der unermeßlichen Drang⸗ sale, des großen Gebietverlusts ohngeachtet, die sächsische Papiermünze(die Kassascheine u. s. w.) nicht bloß al pari, sondern noch dermalen über pari erhalten. 20. Auch Preußen sah sich, nach den ihm vom Jahre 1806 an, widerfahrnen beispiellosen Erschütterungen, Un— glücksfälen und Verlusten, gezwungen, zu Papiermünze, zu den Tresorscheinen seine Zuflucht zu nehmen. Aber die treffliche finanzielle Verfassung dieses Staats hob bald nach hergestellter Ruhe die Papiermünze zum⸗ ja selbst über den Nominalwerth. 21. Um das Schicksal der rußischen Papierrubel rich⸗ tig zu beurtheilen, muß man auf den ungeheuren Mißbrauch zurück gehen, der in vorigen Zeiten in einer absoluten Monarchie mit der unbegränzten Emission derselben, statt fand. 22. Diese flüchtige Skizze zeigt hinlänglich: woher die nachtheiligen Folgen der Papiermünze rührten? und ihr 2 —1— Riche Be⸗ er Staat kliten; nach el⸗ ler Valkz heit der larchische Drang⸗ sichsshe l pari, m Jahre jen, Un⸗ unze, zu . Aber hob bald sbet el rich⸗ ebrauch bsoluten att fand. her e nd ihr —*DDee ————nn— Resultat ist unstreitig: daß daraus durchaus nichts nachthei— liges gegen die Eigenschaft und das Wesen der Papiermünze, als Austausch- und Ausgleichungsmittel an sich, folgt. 23. Laßt uns also dieses Wesen genan und scharf be— zeichnen. Der Begriff von Tausch schließt das Hingeben ei— nes Genußmittels(Guts) gegen ein andres Genußmit— tel(Gut) unbedingt ein, und daß, bei der unermeßlichen Mannichfaltigkeit und Abstufung der menschlichen Fakul— täten und Fähigkeiten, die Gesellschaft ohne Tausch nicht bestehen kann, bedarf hier wohl keiner Ausführung. Die Metallmünze ist allerdings, so wie die nur für den rohen Naturzustand geeignete Waaren-Münze(National⸗Oko⸗ nomie 2. Band Z. 342) ein Gut, ein Genußmittel. Papiermünze ist an sich kein Genußmittel, denn der Werth des Papiers den sie enthält, steht mit dem Nomi— nalpreiße, den es ausdrückt, durchaus in keinem Verhält⸗ niße. Papiermünze kann also an sich kein Tauschmittel seyn, in soferne nicht 1. jedes Gut, dessen Nominalpreiß sie ausdrückt, wirk⸗ lich vorhanden, und 2. der Eintauscher desselben von der Existenz eines den nämlichen Nominalpreiß enthaltenden Guts eben so gut als ob er es wirklich empfienge, überzeugt; also auch 5. im Stande ist, sich gegen dieses Tauschmittel ein Gut von gleichem Nominalpreiße zu jeder Zeit und unter allen Umständen eintauschen zu können. — 42—* — Alle diese wesentliche Eigenschaften vermissen wir bei jener Papiermünze, welche ihren Nominalpreiß verlohren hat. Die absoluten Regierungen haben den Nationen nie den Beweiß geliefert, daß das Gut dessen Nominalpreiß die Papiermünze ausdrückte, wirklich existire; daß sie also zu jeder Zeit und unter allen Verhältnißen ein Gut von gleichem dermahligem Nominalpreiße dafür eintau⸗ schen könnten. Denn da es von den Regierungen abhieng, die Masse der Papiermünze, ohne Vorwissen der Nation, bis ins Unendliche zu vermehren, da sie aber die Masse der Genußmittel(Güter) nicht in dem nämlichen Verhält⸗ niße vermehren können, so ist ja die natürliche und unaus— bleibliche Folge: daß die Papiermünze in dem Grade ihrer Vermehrung sinken, sowie die Genußmittel in dem näm⸗ lichen Grade dieses Sinkens, im Preiße steigen müssen. Es ist, selbst abgesehen von der aus jenen Umständen nothwendig resultirenden Unsicherheit des Pr eißes, durchaus das nämliche Verhältniß, als wenn für das Bedürfniß von Einer Waare zu viel und von der andern zu wenig auf den Markt kommt; wodurch noth⸗ wendig jene sinken und diese sich heben muß. Selbst bei der Metall-Münze ist ja dieß der Fall. Wo üÜberfluß an dieser vorhanden ist, müssen alle andre Güter steigen, und es ist bekannt genug, wie sehr durch den Zufluß jener, die se seit einem Jahrhundert im Preiße gestiegen sind; allein das Zurückführen auf jene Preiße ist, nach den jetzigen Weltverhältnißen, schlechterdings un⸗ möglich. wir bei verlohren inen nie Winhreiß 5doß se ein Gut r eintau⸗ Wahieng, er Nation, die Mase Verhält⸗ id unaus⸗ rade ihrer dem nan⸗ mͤssen. Umstanden Hreißes, für das d von der urch notl⸗ 5 der Fall. e andre ehr durch im Preiße ne Meft dinhs m⸗ —— mneeeeeee E b.w 45— 2 T. Es ist ein in der Nationalökonomie gegründeter Satz, daß Tausch den Preiß bestimmt(Nat. Skonomie Ir B. 3. 50). Der Preiß der Güter Hust allergrößtentheils von ihrer Menge oder Seltenheit, oder der Menge oder Seltenheit der Austauschmittel ab(Nat. Okonomie Ir B. 3. 52. Der Grund des Sinkens der Naturprodukte, und mit ihm nothwendig des Grundeigenthums, liegt also ohnstreitig: 1. in dem Überfluße der Urprodukte; in den Ackerban⸗ staaten entstanden: a) durch mehrjährige reiche Erndten; b) ohnwidersprechliche Erhöhung der Masse der Ur⸗Produkte, durch Erhöhung der Landwirthschaft selbst; Anbau öder Gründe, Wissensehaen Betrieb der Landwirthschaft u. s. w. c) Soviel Deutschland und vorzüglich Süddeutschland betrifft: d) in dem steigenden Lurus; also Begehr fremder Natur⸗ und industrieller Produkte. e) In der Allgemeinheit der Erscheinungen von a und b. 25. Es ist also nach Z. 2 und 5 klar, daß dem Sinken des Preißes der Urprodukte unmöglich anders abgeholfen werden kann, als 1. durch Verminderung der Masse der Urprodukte, ohne Verletzung der Eigenthumsrechte und des allgemeinen 150 44 Sude Rätional-Okonomieprinzips, welches höchstmögliche Produktion heischt(Nat. Okonomie ur B. Z. 14). Es ist eben so klar: daß die Hemmung dieses Sinkens auch nur 2. durch Vermehrung der Tau sch- und Ausgleichungs-— mittel möglich sey. Zu Begründung des Entwurfs, den wir vorzulegen wagen wollen, war es also nothwendig, vor allen Dingen zu zeigen: daß eine Vermehrung der Tauschmittel un⸗— schädlich und unvermeidlich nothwendig seyn könne. Es ist zu diesem Zwecke gleich nothwendig, die Masse der dermalen in Europa existirenden Metallmünze oberflächlich zu untersuchen. Pouchet in seiner Statistique elémentaire de france hat, im Widerspruche mit Necker(in dessen Werke sur le commerce des grains) schon vor 20 Jahren die Masse des Numerärs für Frankreich auf 1 Milliard 350 Millionen Franken; Für die vormalig Osterreichische Niederlande auf 120 Millionen; Für Großbrittannien auf 920 Millionen Fran— ken, oder 40 Millionen Pfund Sterling; Für die ehemalige vereinigte Niederlande auf 167 Millionen 200 Tausend Franken; Für Spanien(nach Ustalriz) auf 400 Millionen Franken; Für Portugall auf 99 Millionen 375 Tausend Franken u. s. w. angegeben. ögliche 3.14). Sinkens hungs⸗ tzulegen Dingen iel un⸗ ig sen dig, die tallmünze aire de en Werke ahren die lande auf Fran⸗ erlande Millionen Talsend Man sieht leicht, daß diese Angaben äußerst ober— flächlich sind; und es ist eben so klar, daß sich die Masse der Metallmünze um so weniger auch nur mit irgend einer wahrscheinlichen Richtigkeit berechnen lasse, als diese sich durch Kriege, politische Verhältniße, Handelszug, neue Bedürfniße u. s. w. unaufhörlich verändert. Es genüge uns die Beurkundung: daß mit der Er— höhung der Masse der Bedürfniße, so wie der Produkte, also des Handels, des Tausches, nothwendig auch das Bedürfniß der Tauschmittel steigen müsse. Großbrittannien ist vielleicht derjenige Staat, welcher unter allen, im Verhältniß seines Flächeninnhalts und sei⸗ ner Bevölkerung, am wenigsten Tauschmittel an Metall-Münze besitzt. Denn diese Masse wird von den bewährtesten staatswirthschaftlichen Schriftstellern höchstens auf 20 Millionen Pfund Sterling, also ohngefähr— 800 Millionen Gulden berechnet. Und doch ist England der reichste aller Staaten des Erdkreißes! doch sind ihm alle Nationen zinnßbar! doch ist sein Handel in allen Erdtheilenn ausgebreitet! Diese Erscheinung ist einzig durch seine Papier-Münze, durch seine Banknoten erklärbar. Mit ihnen allein be⸗ streitet es seinen innern Handel und zieht die Metallmünze aller fremden Nationen an sich; Aber einzig, um sie wie— der zum Handel, zu neuen Vorräthen, zu neuem Ka⸗ pitalstoff, zu verwenden. So gerecht also das Vorurtheil gegen Papiermünze in einem absolut monarchischen Staate ist, so ungerecht und unrichtig ist es in einem konstitutionellen Staate; — 46 wenn diese Münze nicht bloß eine Waare, ein Genußmittel repräsentiren soll, sondern enthalten muß; wenn es absolute Nothwendigkeit ist: daß diese Papier- münze ein reelles Genußmittel enthalte. Dieß ist aber bei England unwidersprechlich der Fall. Die Bank von England steht unter der Gewährschaft der Nation und deren Repräsentanten, des Parlaments. Die Bank muß von ihren Fonds und ihren Operationen der Nation öffentliche Rechenschaft ablegen. Darauf beruht das unbegränzte Vertrauen, das ihre Papiermünze besitzt, und das einst der Minister Choiseul und Napoleon verge— bens zu erschüttern versuchten. Wenn schon die brittische Bank in ihren Gewölben keineswegs stets die Masse von edlen Metallen besitzt, welche ihre Banknoten nominal aussprechen; wenn also nicht das Staats- sondern das Nationalvermögen den Valor ihrer Banknoten enthält; wenn sie also wirklich an— Vers nicht, als durch neue Schöpfungen aus dem National— vermögen, also durch Auflagen-Erhöhung realisirt rverden könnten, so rechtfertigt sich hingegen dieses Ver— trauen dadurch: daß die Nation eine Masse von Gü— tern besitzt, die, theils an sich, nach dem jetzigen Kultur— st ande, unentbehrlich geworden sind Zucker, Kaffee, Thee, Indigo, Baumwolle, Farbwaaren u. s. w.); theils besitzt sle, kraft der Industrie, eine große Masse von industriel⸗ len Produkten, Fabrikaten ꝛc., welche sie, zumal seit Er— findung der die Menschenkraft ersetzenden Maschinen, um einen die Produktionskosten aller andren Völker überflügeln⸗ den niedern Preiß produziren, also anch absetzen kann. 1 ——————————————————————————* ——— ———2— Ipmittel Aber durch welches Wunder hat sich denn England diese wenn Masse von Produkten aller Art, diesen Nationalreich⸗ Hapier⸗ thum angeeignet? Einzig durch seine Vorräthe, durch seinen leben— hlih der digen Kapitalstoff. Dieser ist es, welcher England ährschaft die großen Unternehmungen in dem Kommerz, in der Schif— laments. farth, in der Fabrikation ermöglicht hat. Denn Vorrath, ouen der lebendiges Kapital ist die Bedingung des Ver⸗— fbenht mögens, so wie also auch des Fortschritts zum Reichthum. bsit,(Nat. Okonomie 1. Band Z. 56). u verge⸗ 26. ichts ist also natürlicher, als daß ein Staat verarmen hewölben muß, der keinen lebendigen Kapitalstoff besitzt, besizt, welcher mit dem Betrieb seiner Produktion im Verhältniß enn also steht; der großentheils gerade aus diesem Grunde zu wenig ogen den Produkte, oder nur einzelne Gattungen der Produkte, z. xlich an⸗ B. Getraid, und Vieh erzeugt, und dennoch, nach dem National⸗ ö jetzigen Kulturstande, eine so überschwengliche Masse von realisitt mannichfaltigen Bedürfnißen frem der Produkte hat, eses Ver⸗ daß, im Mangel von Produkten zum Eintausch fremder von Gl⸗ Erzeugniße, er diese mit Metall-Münze, nach deren Kultur⸗ allgemeinen Weltwerth, erkaufen, also sich von die— e, Thee, ser entblößen muß; daß mithin auch, durch die Vermin⸗ besiht derung der Masse dieses Austauschmittels, seine Produkte iudustrieb immer mehr im Preiße sinken müssen. seit E Allerdings wäre dieß den Agrikulturstaaten unschäd⸗ snen, m lich, hätte nicht der Fortschritt der Kultur die Masse frem⸗ Hesch⸗ der Bedürfniße auf einen so ungehenren Grad vermehrt. n hun, Diesen Zustand der Dinge zu ändern, steht durchaus nicht — 48—. in der Macht der Regierungen; der am weitesten getrie— benen Despotismus selbst würde sich dafür vergebens mühen. Bei dieser Unmöglichkeit bleibt also nichts anders üb— rig, als dafür zu sorgen: daß die Nation, welche sich in diesem Falle befindet, von ihrer Welt-Münze, also von ihrem allgemein geltendem Tauschmittel, stets so viel zu bewahren suche, als sie zum Eintausch fremder Pro⸗ dukte bedarf, und gerade dieß ist die Politik von Groß⸗ brittannien und die Basis seines Reichthums. Allerdings ist aber dieß nicht anders möglich, als daß die Nation, welche sich in diesem Falle befindet, Tausch⸗ mittel für den innern Verkehr erschaffe und auch dieß ist bei England der Fall. Diese Tauschmittel müssen aber auch den Karakter der Englischen besitzen; d. h. es muß 1. für sie ein anderes ihrem Nominalpreiße entsprechen⸗ des Gut(Genußmittel) wirklich vorhanden seyn. 2. Es muß nur in einer entsprechenden Summe mit dem innern Verkehr der Nation, d. h. mit der Masse der von der Nation selbst wechselseitig unter ihren Indivi⸗ duen vertauscht werdenden eignen Produkte und zu Erschaffung neuen Produktstoffs(3. B. Anbau öder Landereien) oder Belebung der Industrie(z. B. Hervor⸗ bringung neuer Fabrikate um einen nationalökonomi⸗ schen Preiß, nämlich um einen Preiß um den man aus dem Auslande sich solche, wegen der kommerziellen Pro⸗ duktionskraft, Kosten, Fracht ꝛc. ꝛc. nicht verschaffen könnte, Maschinen ꝛc.) krͤirt werden; dergestalt, daß gettie⸗ hergebens udetd ü⸗ welche sch Ize, alo so biel zu' der Pro⸗ von Groß⸗ „ als daß „Tausch⸗ ich dieß it grakter der entsprechen den seyn. ne mit dem der Mase en Indivi⸗ e und zu ubau ödtt B. Hervor⸗ nalokononi⸗ en man als nielin xre⸗ vesthaffen oslalt, daß 49— für jeden Thaler Papiermünze wieder Ein Thaler Waare, oder Genußmittel erscheinen muß. 3. Diese Eigenschaft: daß nämlich für ihre Summe eine durchaus gleiche Summe von wirklichen Waaren, oder Genußmitteln wirklich vorhanden sey, oder erscheinen müße, muß auf eine nicht von der Macht, nicht von der Willkühr, sondern von der v ollständigen Überzeugung der Nation selbst abhängige Weise b e⸗ glaubigt seyn. Dieß ist also durchaus nur in konstitutionellen Staaten möglich. Selbst bei dem höchsten Vertrauen auf die Rechtlichkeit des Regenten in absoluten Monarchieen, nur unter ganz eignen Verhältnißen und nicht auf die Dauer. Man halte nun diese Sätze mit demjenigen zusam⸗ men, was oben Z. 15 und folgenden von dem Schicksale der Papiermünze skizzirt worden ist, und man wird leicht finden, warum in England, in Sachsen ꝛc. ꝛc. diese 4l pari steht, d. h. den Nominal-Werth behält, und die Stelle der Metall-Münze vollständig vertritt. 27. Der Verfasser glaubt nun die Materie der Münze, als Austausch- und Ausgleichungsmittel erschöpft und hin— langlich beurkundet zu haben, daß, im Fall eines mit den Verhältnißen des Kulturstandes und des davon ausgehen— den Bedürfnißes einer großen Masse fremder und des Mangels einer zum Austausch geeigneten Masse innrer Produkte, Papiermünze, ein nicht nur unschädliches, son— dern wohlthätiges Bewegungsmittel der innern Na— 4 — 50— tionalproduktion sey: Wenn er schon sogar zugeben will, daß es ein drastisches Mittel sey, so wie es jeder Arzt anwenden wird, wenn die Gefahr, wie hier, den höchsten Grad erreicht hat. 28. Dritter Abschnitt. Mittel, das Sinken der Urprodukte und des Grundeigenthums zu hemmen. Aus die bisher vorgetragene Grundsätze also, ist nachste— hender Entwurf des Verfassers gebaut: 1. Die Staatsregierung kauft eine solche Masse von Getraid ein, als erforderlich ist, um den Überfluß, wel— cher den Preiß drückt, aus dem Umlaufe zu ziehen. Den Maasstab dieses Aufkaufs giebt der steigende Marktpreiß. Dieser Aufkauf wird gehemmt, sobald der Mittelpreiß des Getraids erreicht ist; also z. B. in Baiern, sobald der Schäffel Korn auf 10 fl. Rhl. steht. 2. Dieser Aufkauf geschieht, indem die Staatsregierung jedem Staatsbürger frei stellt, ihr sein(wohl zu merken) nach gerichtlichen Zeugnißen innerhalb des Staats erzeugtes Getraid um 1 fl. per Scheffel über den jetzi⸗ gen mittlern Marktpreiß zu überlassen. 3. Für den Betrag erhält der Lieferant einen Staats-— Schatzschein. —V. —* 5. 9 — 51— ugeben wil, 65 jder xn 4. Das von dem Staatsbürger an den Staat verkaufte ai i hiisn Getraid wird nicht in Natur geliefert, sondern, wenn 0 dessen wirkliche Existenz beurkundet ist, dem Lie⸗ ferndem im Besitz gelassen, mit der ausdrücklichen Be⸗ — dingung, daß: 5. Die Staatsregierung die Naturallieferung 3 Monate nach Emission des Staats-⸗Schatzscheines zu jeder Zeit verlangen kann; es sey denn, daß der Verkäufer be⸗ Ide weißt: er habe den erhaltenen Staats⸗Schatzschein be— reits selbst zurück gegeben, also sich von der Verbind— 4 lichkeit der Lieferung befreit. ö Indem ö 6. der Verkäufer den Staatsschein zu je der Zeit zurück geben und dann sein Getraid willkührlich verkaufen kann. 7. Der Betrag des Staats⸗Schatzscheins wird dem, wel⸗ o/ it nachi⸗ Mise von cher sein erzeugtes Getraid an die Staatsregierung ver— Uberluß, wel kauft hat, als Staatsschuldigkeit zur Last ge⸗ u ziehen. schrieben und hat also auch alle Rechte und Vor— der steigende züge der öffentlichen Lasten. t, sobadun 3. Der Staats⸗ Schatzschein enthält: aloo 3. B. a) den Namen des Verkäufers, fl Rhl. steht. b) die Masse des verkauften Getraids, gatstegieruig 0) den Betrag der verkauften Getraidmasse, in Geld; ohl zu werkey d) die Beglaubigung der Staats-Finanzverwaltung, des Staats daß dieser Schein bei allen öffentlichen Kassen statt ber den shl baarer Münze angenommen werde. 29. en Sfaats“ Nur 9. die Regiekosten muß der Verkäufer billig tragen. Zu diesem Ende muß der Verkäufer von dem ihm zur Last geschriebenen Betrag 1 Prozent entrichten; welches von dem ihm vergütet werdenden Mittelpreiß sogleich abgezogen wird. Dieses 1 Prozent ist es, welches den Aufwand der durch ein solches Institut nothwendig werdenden Komptabilität vollständig deckt. 30. 10. Der Zweck dieser Anstalt ist: eine bedeutende Ge⸗ traidmasse dem öffentlichen Markte zu entzie⸗ hen. Der Staat kann also bei der Vergütung der Mit⸗ telpreiße unmöglich verliehren; denn die Getraidpreiße müssen steigen, sobald die Masse des zum öffentlichen Verkauf kommenden vermindert wird. 11. Diese Staats⸗Schatzscheine sind keine Billets au porteur; sie verlauten also nicht auf den Innhaber des Scheins, sondern auf den Verkäufer des Getraids und sind ‚ 12. nur zum Abtrag der Staatsgefalle, jedoch zu die sem Zweck für jed en, anwendbar, der sich über rechtlichen Besitz ausweißt, d. h. durch Endossement des Urbesitzers. 31. 13. Das Finanzjahr dieser Anstalt läuft nicht mit dem festgesetzten Finanzjahre, sondern beginnt und endet 4 Monate später, wo also z. B. der 1. Octbr. der An⸗ fang des Finanzjahres ist, läuft derselbe vom 1. Februar bis zum 1. Februar. 14. Nach Ablauf dieses Institut-Finanzjahrs steht der Getraidpreiß entweder em ihm zur u; welches id sohleich s, welches t nothwendiz deutende Ge⸗ zu entzie ung der Mir Jetraidpreiße ifentlichen e Billets au Junhaber des Getraids und 2 jedoch 5 det sich ite ddossement des cht wit den und endet v cthr. der A⸗ om 1. Detur —.— 55— a) höher, als am Anfange desselben und dann ist es dem Verkäufer leicht, durch Einlieferung des Schatz⸗ scheins sich von der Verbindlichkeit des Verkaufs zu be⸗ freien, oder b)(welches aber, nach dem Zweck des Instituts, kaum wahrscheinlich, ja kaum möglich ist) dieser Preiß steht, wie er im vorigen Jahre war; und dann tritt die Erneuung des Instituts, also die Emission neuer Getraid⸗Schatzscheine um den nämlichen Preiß ein; oder 0) dieser Preiß stünde am Ende des Institut-Finanzjahrs niederer, als bei dessen Beginnen;— ein Fall der aber, nach dem Zwecke des Instituts um so weniger denkbar ist, als die Nichterscheinung einer beträcht— lichen, dem Staate verkauften Getraidmasse den Preiß offenbar erhöhen muß,— so tritt der Verkaufspreiß nach der Erhöhung von Ufl. pr. Schäffel nach dem alsdannigen Mittelpreiße ein, und es beginnt ein neues Institut-Finanzjahr nach dem verminder⸗ ten Preiße. 15. Hat ein Verkäufer innerhalb des Institut-Finan z⸗ jahrs seinen Staats-Schatzschein nicht abgeliefert, (Ein Fall, der wohl selten seyn dürfte) so unterliegt der Betrag des verkauften Getraids, gleich allen andren gutsherrschaftlichen Lasten der Beitreibung. 16. Zu diesem Zwecke wird dem Verkäufer nach Ende des Institut-Finanzjahrs noch eine Ein monatliche Frist bewilligt; nach Ende derselben wird der betreffende Schein in den Creis-Intelligenzblättern amortisirt und von dem Verkäufer der Betrag beigetrieben. — 5⁴— 17. Kein dergleichen Schatzschein kann auf weniger als Einen Schäffel verlauten, denn derjenige Staatsbürger, der nicht Einen Schäffel zum Verkauf und nicht mehr, als den Betrag Eines Schäffels an Abgaben zu ent⸗ richten hat, bedarf keine Hülfe. ö Ee So viel von der Materie! Was die Form betrifft, so ist es allerdings nothwendig: 50 für dieses Institut eigne Behörden zu kreiren. Denn die Rentämter, Kommunalverwaltungen u. s. w. sind, zumal bei ihrer jetzigen Ausdehnung, an sich nicht im Stande, dasselbe, geschweige mit der dabei allerdings erforderlichen Pünktlichkeit und Genauigkeit zu besorgen. In jeder Provinz, oder jedem Kreis muß also eine hin⸗ längliche Anzahl von Behörden existiren, welche einzig mit der Komptabilität dieses Instituts beauftragt sind, und eine Centralbehörde am Sitze der Kreisregierung; zusam— mengesetzt aus den Administrativ⸗ und Finanz⸗Behörden. 35. Wir wollen Baiern zum Beispiel annehmen, mit den 2 älteren Kreißen. Werden in jedem der 7 Kreiße 10 geographisch vertheilte Individuen als Getraidkom— missärs aufgestellt, so würde dieß 0 Individuen betragen. Wird jedem Individuum eine Renumeration von 400 fl. für jedes Getraidjahr ausgeworfen, so würde dieß auf 20 Individuen 28000 fl. betragen und rechnet man 2000 fl. für die Centralbehörden und 3500 fl. an sonstigen Regie— kosten hiezu, so wäre der Aufwand 38500 fl. Man darf —.————— V— — 55— mizer al aber doch wohl mit Bestimmtheit annehmen, daß dem Aelürger Staate 1 Million Scheffel zum Verkauf, um Ifl. höher, tt mehr, als der Mittelpreiß, angeboten werde. Nehmen wir den ent Mittelpreiß z. B. beim Korn auf 6 fl. per Scheffel und den Kaufspreiß des Staats auf 2 fl., also zu 1 Million, uf 7 Millionen Gulden an; so würde der zu bezahlende Zinnß à 1 Prozent schon eine Summe von 70000 145— aus⸗ machen, welche zur der 0 Individuen und — übrigen Aufwand mehr als hinreichend seyn würde. 42 50 Dieses 1 Prozent kann aber unmöglich auf den Ge⸗ . srd, traidpreiß einen nachtheiligen Einfluß haben; denn, den 3Z5 1 Schäffel zu 2 fl. angeschlagen, würde dieses 1 Prozent nur — 121 4 oder in runder Summe 4 2= kr. per Schäffel betragen, beserza. welches jene 70000 fl. aumatte und dem Staatsschatze e eine kir noch einen bedeutenden reinen Überschuß gewährte. Bei siz ri Waizen und Gerste wurde der Überschuß, wegen der höhern „ Preiße, noch beträchtlicher sehyn. Haber müßte aber, als 135— kein Eß⸗Getraid, ausgeschlossen bleiben ö Be 2— 34. Die Komptabilität läßt sich sehr vereinfachen. 1) Der Verkäufer des Getraids meldet sich mit einem 2 Zeugniße des Vorstehers seiner Kommun, daß er 1 ** Schäffel Getraid ꝛc. besitze, und zwar, daß es eigen mi m gebautes, oder inlän sches Zehend⸗ oder t⸗Getraid r 0 sey itià 2. Auf dieses Attest erhält er einen Getraid⸗Schatz⸗ rg schein für den Betrag Eines Schäffels; für so viel Schäffel, als er verkauft, eben so viele auf seinen Na⸗ men verlautende Scheine, und trägt den Betrag in dessen — 56— Gefällbüchlein, als Staats-Schuld ein; so wie das betreffende Rent-(Kameral⸗) Amt, gegen Empfang des Scheins, über diese Schuld quittirt. 5. Diese Scheine, welche einzig die Central-Behörde ausfertigt und den Creis⸗-Unterbehörden zur Vertheilung überliefert, werden von diesen in Tabellen eingetragen. à. Am 15ten und letzten jedes Monats sendet die Provin— zialbehörde die Tabelle einmal an die Centralbehörde, und einmal an das betreffende Rentamt ꝛc. ein. 5. Am Ende jedes Monats sendet das betreffende Rent⸗ amt ꝛc. die im Laufe desselben eingegangene Staats— Schatzscheine an die Provinzial-Getraidbehörde, und empfängt darüber die Bescheinigung. 6. Das Rentamt ꝛc. sendet diese Bescheinigung am Ende jedes Monats an die Provinzial⸗(Kreiß⸗ Hauptkasse/ baarer Lieferung. Die Provinzial-Getraid-Institutkasse sendet Waber auch am Ende jedes Monats die vom Rentamte erhaltene Staats-Schatzscheine an die Centralbehörde. 8. Die Centralbehörde trägt a) die ausgegebene und b) die durch Abzahlung an den laufenden Gefällen wie⸗ der eingegangene Staats-Schatzscheine in ihre Bücher und Tabellen ein; bleibt in steter monatlicher Über— sicht und es ist dadurch die möglichst vollständige Kontrolle hergestellt. 9. Allerdings ist es zur Sicherheit des Staats nothwendig, daß diese Unterbehörden, jede in ihrem Bezirke, mind⸗ stens vierteljährig, wo nicht monatlich, durch eigne nig 4 run ver gri fer ud wie dad Empfang Behörde Ethelang Hetragen. Provin⸗ lbehötde, nde Rent⸗ Staats⸗ rde, und am Ende uptkasse, sse sendet Rentamte behode. Ilent wie⸗ e Bͤcher her Uber⸗ obstandige othwendij tle, nid⸗ uch ahe — 57— Einsicht sich überzeugen, daß das verkaufte Getraid, wovon der Staats-Schatzschein micht zu rückgege— ben ist, wirklich beim Verkäufer noch existire. 35. Leichter würde es freilich seyn, ließe die Regierung sich die erkaufende Getraidter liefern;(eine Maaßregel, wodurch einst Friedrich der Große die Getraidpreiße stets in einem National⸗ökonomischen Ebenmaaße erhielt) allein 1 Wäre diese Lieferung mit dem Plane selbst ganz unver⸗ einbar; denn sie würde dem Verkäufer die Disposition über sein Getraid gänzlich entziehen. 2) Wären hiezu Magazine erforderlich. Die Kosten der— selben, der Verlust an Bodenschwand, Mäusefraß, Wurmfraß, nebst den Administrationskosten und den Zu— fuhren ꝛc. würden nur der Nation eine neue drückende Last auflegen. 56. Diese nun bezeichnete Komptabilität ist gewiß nicht komplizirt. So manche schon bestehende Institute, 3. B. das in Baiern bestehende Peräquationskassa- Rech⸗ nungswesen, die Vieh-und Gewerbsteuer-Tabellen, Brand⸗ versicherungs⸗ und andre Rechnungen und Tabellen, welche größtentheils von den ordentlichen Finanzbehörden ge— fertigt werden müssen, sind wohl bei weitem schwieriger. 37. Laßt uns nun diesen Plan aufs gründlichste prüfen und entwickeln: — 4* —————— 22*..— 3—.— ——— 22*———— 14 — 58— Der Verkäufer hat dem Staate 1 Schäffel Getraid verkauft und den erhöhten Betrag in einem Staats⸗ Schatzscheine empfangen. Entweder 1. verkauft er während des Getraid⸗Etatsjahrs diesen 1 Schäffel anderwärts, welches ihm, gegen Einlieferung des Staats-Schatzscheins, zu jeder Zeit frei steht, so wird dieser vernichtet, die Verbindlichkeiten des Staats, so wie des Verkäufers sind aufgelößt, und die Schuld wird in dessen Gefäll⸗ büchlein gelöscht; oder 2. er giebt den Staats-Schatzschein dem Rentamte ꝛc. an Zahlung der Abgaben, wie ihm ebenfalls inner— halb jenes Getraidjahrs frei steht. In diesem Falle ist zwar die damit bezahlte Abgabe getilgt, aber der Verkäufer ist nun der Staatsschuldner für den Betrag des empfangenen Staats-Schatzscheines. Am Ende des Getraidjahres hat die Finanz das Recht: das er— kaufte Getraid in Natur zu verlangen, und alsdann um den Marktpreiß der Zeit zu verkaufen. Ist er höher, als der Betrag des Staats⸗-Schatzscheins, so schreibt sie den Uberschuß dem Verkäufer an seinen Schuldigkeiten gut, ist er aber(was nach diesem Plane nicht wohl möglich ist) niederer, den Mindererlöß ihm zur Last. 5. Findet sich bei der, spätstens alle 5 Monate anzustellen⸗ den Kontrolle, daß der Verkäufer das dem Staate ver— kaufte Getraid anderwärts verkauft, oder, statt da⸗ mit Reste abzutragen, den Staats-Schatzschein ander⸗ ————— — 59— Gethad ö wärts veräußert, also ihn nicht zurückgegeben hat; agts⸗ so tritt auf den Betrag des erhaltenen Staats-Schatz— scheins, gleich bei allen andern öfentlichen Lasten, die augenblickliche Beitreibung ein. atsjahr , gegen 58. eins, zu Es ist nun noch die Betrachtung übrig: wie weit sich lchtet, die die Folgen eines solchen Instituts erstrecken und erstrecken Aenhutö können? denn mit jedem Getraidjahre ist der Cyklus der sen Hefll Anstalt geschlossen. Nun ist Rentamte I. in diesem Getraid⸗Institut-⸗Jahre entweder falls iner⸗ 1. die Erndte inner Landes reich, oder sem gale 2. nur mittelmäßig, oder aber der 3. vollends schlecht gewesen; oder den Beitaz II. Es hat sich während dieses Getraid-Institutjahrs durch An Ende auswärtigen Mißwachs, oder Kriegsverhältniße, oder : das er⸗ Offnung fremder Sperren, ein Abzugsweeg, also 1d gldaan Erhöhung des Getraidpreißes a. gezeigt, oder 22 I. Ner nicht? zscheins, Im Falle I. 1) verbunden mit II. bleibt der Finanz an seinen nichts übrig, als sen Mane a) nur dasjenige Getraid auf den Markt zu bringen, Rrerloß ihm was ihr in Natur geblieben ist. b) Zu Verhütung weiteren Sinkens, die ganze Ope⸗ aupftele ration für das nächste Getraid⸗Institutjahr Stant l0. zu wiederholen, also Staats-Schatzscheine für den, tr/ sult o⸗ oben bemerktermassen, zu ermittelnden Preiß zu ver⸗ rn alder⸗ willigen. .— 60— Im Falle I. 2. 5. so wie im Falle II. b) hebt sich die Wiederholung der Operation von selbst; der Zweck der Preiß-Erhöhung ist erreicht; die Regierung aber erhält durch das Eigenthum der Getraidter, deren Staats-⸗Schatzscheine nicht(ohne Abtragung an Abgaben) zurückgegeben worden sind, einen mächtigen Hebel: den Getraidpreiß nicht über eine dem allge— meinen Nationalwohl nachtheilige Höhse steigen zu las— sen. Sie behält die Getraidpreiße in ihrer Gewalt. 39. Das ganze zusammenfassend, ergiebt sich: 1. der Vortheil dieses Plans für die Nation ist: daß, wenn dem öffentlichen Umlaufe eine so bedeutende Masse von Urprodukten entzogen wird, die Preiße der Getraid— ter, also auch der Preiß des Grundeigenthums, der von dem Preiße der Produkte abhangt, nach den Grund— sätzen des Preißes, nothwendig steigen müssen; also das Nationalvermögen sich vermehrt. 2. daß der Gutsbesitzer und Landbauer dadurch in Stand gesetzt wird, ohne Numerär seine Abgaben richtig zu bezahlen; nicht aber gezwungen ist, gerade dieses Drangs der Zahlung seiner Abgaben in Geld d. h. Me— tallmünze wegen, seine Produkte um jeden Preiß sich abdringen zu lassen. Dieses ist nothwendig bei der dürftigen Klasse der Fall, und muß gerade auch wieder auf das Sinken des Preißes wirken, indeß die Klei— nigkeit von 4 4 kr. pr. Schäffel, die der Landeigenthü— mer zur Bestreitung der Regie bezahlt, in gar keinen Betracht kommt. 2 ebt sic Zweck Raber deren ung an ächtigen allge⸗ u las⸗ volt. daß, Masse hetraid⸗ der von Grund⸗ nʒ alo Stand richtig dieses . Me⸗ eiß sich bei der wieder ie Kle genthi Reint — 61— 5. Daß hiedurch mindstens des Minimum des Getraid— preißes, also auch des Grund-Eigenthums⸗ preißes fixirt ist; mithin auch, Behufs des Hy— potheken-Kredits der Schätzung desselben, endlich eine sichre Basis gegeben, und hiedurch ferneres Sin— ken des Grundeigenthums unmöglich, also die bange Sorge, mit welcher jeder Grundeigenthümer in die Zu— kunft blicken muß, gehoben, der Ruin so vieler Tau⸗ send der nützlichsten Staatsbürger verhütet ist, die bei dem jetzigen Schwanken jener Preiße auf Volkanen gehen. 40. Die Vortheile dieses Plans für die Regierungs— Finanzbehörde sind: 1. daß die Komptabilität der Unterfinanzbehörden, Rent— ämter, Steuerämter ꝛc. ꝛc. vereinfacht ist, erleichtert, und die große Masse mindstens temporell-inexigibler Reste vermindert wird; daß der Staat, ohne Erhöhung seines Aufwands, ein leichter übersehbares Rechnungswesen erhält; daß durch die mittelst dieser Anstalt bewirkt werden müs⸗ sende allgemeine Erhöhung der Getraidpreiße, auch der Preiß seiner eignen Zehnt- und Gült-Getraid— ter, also seine Einnahme, erhöht wird;(3. 10) daß durch die aus der Erhöhung des Getraidpreißes nothwendig folgende Erhöhung des Preißes des Grund— eigenthums auch die Einnahme an Laudemial-(Hand⸗ lohns⸗) Gefällen sich beträchtlich vermehrt;(3. 11 — 62— 5. daß, bei der unverhältnißmäßig großen Konkurrenz der Kandidaten zum Staatsdienste, die Regierung Gelegen— heit erhält, nicht nur, ohne Erhöhung des Staatsauf— wands, eine bedeutende Menge von Individuen im Staatsdienste mindstens temporell zu versorgen, auch durch Anstellung von Quieszenten und Pensionärs, die in allen Staaten so große und drückende Aufwandsumme der Pensionen zu vermindern, also bedeutende Er— sparungen zu machen;(3.52 55) daß endlich 6. wie oben gezeigt worden ist, der Staatsschatz sogar bei dieser für das Nationalwohl so wohlthätigen An— stalt Ueberschuß behält;(Z. 35) 7. daß er die Getraidpreiße in seiner Hand hat, also für den Fall der Noth und Theurung durch die erkaufte Getraidmasse geschützt ist, mithin keiner Sperr- keiner Zwangs-Maaßregeln bedarf, und eben so wenig einer Theurungs-Zulage für die Staatsdienerschaft ausge— setzt ist. 41. Der Verfasser, der rein nach Wahrheit und nach dem Glücke strebt, seinen deutschen Mitbürgern nützlich zu seyn, übergiebt diese seine Ideen ihrer Prüfung. Er wird sich freuen, wenn es einem anderem gelingt, ein passen⸗ deres und zweckmäßigeres Mittel zur Rettung des wahrlich! sehr gefährdeten Nationalwohlstands zu finden, und er fodert alle, den das Heil der Menschheit am Her⸗ 13 der legen⸗ töauf⸗ im „alch , die summe de Er⸗ sogar en An⸗ „ also klaufte „inet ig einer ausge⸗ d nach tlich zu Er wild zasser⸗ unz de fildel, an Hu⸗ — 65— zen liegt und die sich mit der Staatswirthschaft beschäfti— gen, freundlich hiezu auf*). )Merkwürdig ist, in Beziehung auf den Nothstand der Grundeigenthümer, was die Hildburghäusifche Dorfzeitung Eim zten Blat vom 17. Jan. heur. Jahrs) in den Worten meldet: „In einer der letzten Sitzungen der Hessen-Darmstädt. „Landstände sagte der vormalige Bundestags-Gesandte Frhl. „v. Gagern: Ich theile die Klagen über Verarmung „und Geldmangel in Deutschland nicht. Dieser Mangel „an baaren Mitteln kann augenblicklich durch die fremden „Anleihen herbeigeführt werden. Deutschland hat nie zu „den reichsten Staaten gehört. Aber ich mag jetzt auf die „Höhe, auf den Zustand der Heere, auf die Besoldeten „und Pensionirten, auf den Handels- und Bürgerstand, „oder endlich auf die Dienstbothen und Taglöhner sehen, „so kündigt mir nirgend etwas diese Noth und Verarmung „an. Aber Alles, Alles drückt auf den Land⸗ „mann; durch den gesunkenen Werth seiner Güter und „Produkte und durch gesunkenen Credit; und statt besserer „Aussicht, sehe ich das Uebel ärger werden, weil stets „mehrere genöthigt werden, ihre kaum eingescheuerte „Erndte zu verschleudern. Und dennoch ist Deutschlands „erster Vorzug ein fleißiger, angesessener, sittlicher, from— „mer Bauernstand, der sich selbst genügt und nährt! „Ich wollte, daß alle Gewalthaber es zweimal überlegen, „wohin es führt, diesem Bauernstand zu weh zu thun— „Moral und Christenthum fordern gleich stark dazu auf.“ „Wir haben wohl schon Zeiten der Noth in Deutsch— „land erlebt, aber sie war auf alle Stände vertheilt und „schneller vorübergehend. Jetzt ists fast nur der Bauern⸗ „und der ärmere Bürgerstand, der seit Jahren unter den „immer sinkenden Preißen aller ländlichen Erzeugniße lei⸗ — 2— 3*—:ì 2.—— 4—— ———————— RD. X———————— Der Verfasser glaubt, den Ungrund der allgemei— nen Vorurtheile gegen Papiermünze zerstreut, er glaubt r dargethan zu haben, daß und unter welchen Ver— hältnißen sie für die Erhaltung des Nationalwohlstands nicht nur unschädlich, sondern selbst wohlthätig, ja nothwendig ist. Er glaubt aber, daß die von ihm vorgeschlagene Staats-Schatzscheine nicht einmal,— als eine, die Eigenschaft einer Papiermünze besitzende, Ope⸗ ration angesehen werden könne, denn sie lauten weder au- porteur noch sollen sie zu einem andern Zweck dienen, als: in Ackerbauenden Staaten, deren Nationalvermögen vorzüglich in Grundeigenthum und dessen Produk⸗— ten besteht, beiden mindstens einen Preiß zu bewah— ren, der mit dem Preiße aller übrigen auf dem jetzigen Kulturstande der Menschheit gleich unentbehrlichen Genuß— mittel doch in einigem Verhältniße steht; und dadurch das „det. Der Mangel wird immer größer, die Menge der „Verarmten und Ausgepfändeten nimmt immer zu. Noch „ist die Noth auf Dörfern und in den kleinen Städten am „fühlbarsten, aber wenn das Herz still steht, läuft das „Blut nicht mehr länge durch den Körper. Schon empfin⸗ „den einzelne Glieder, die dem Herzen zunächst sind, „z. B. der Handelsstand, das Stocken des Blutes. Wie „ist zu helfen? Wenn ich eine Zeitung für Fürsten und 5 „Regierungen schriebe, so ließe ich, statt der Antwort auf „diese Frage, die Reden des großen Reformator Luther „an die deutschen Fürsten abdrucken, der ihnen zu einer „ähnlichen Zeit den Rath, kräftig wie immer, an's Herz „legte, wie wichtig der Bauernstand sey, und was „daraus werden müsse, wenn nicht schleunig geholfen 77 werde.“ gemei— 2 l Habruich unübersehbare, unglüct zu verhüten, das ausserdem Wer, über jene Staaten herein zu brechen droht). hcands 119,) Wer daran zweifelt, beachte den nachstehenden Aufsatz in 0 der so trefflichen und empfehlungswürdigen Bauern-gei⸗ von ihm tung von Frauendorf(Nr. 1. vom 1. Jänner h. Irs). einmal,— ö„Steigen die Getraidpreiße noch nicht? de, Ofe⸗„Sie steigen nicht, sondern fallen, und werden noch im— hader au„mer tiefer fallen.“ 96 Wer diese rechtfertigende Kürze anmaßend und gewicht⸗ dienen, los nennen wollte, der lese ehvor mit Aufmerksamkeit, vermögen was das erste Stück der Bauernzeitung(Nr. 1) vom Jahre broduk⸗ 1820 in dem Artikel: bewah⸗„„Wird das Getraid bald theurer oder wohlfeiler 9 1„werden?“ ehigen prophezeihet hat. u Genuß⸗ Er lese ferner, was in den Nummern 24. 25 und 26. durch das des naäͤmlichen Blattes vom Jahre 1822 darüber umständ⸗ lich abgehandelt ist. Ist nicht genau Alles eingetroffen, was und wie es dort vorausgesagt wurde? Menge der Die Sache ist anch sehr klar: Seit 40 Jahren haben zu. Noch deutsche Ansiedler in Ungarn die dortigen Wüsteneyen in Stidten an die reichsten Korn⸗ Waizen- und Gerstenfelder verwandelt, liuft da und schicken ihren Ueberfluß nun Stromaufwärts nach Oe— on empfl⸗ sterreich, wohin ehemals das baierische Getraid gieng. ichst bn Früher durfte Ungarn kein Getraid nach Oesterreich tes. Wik— ausführen, aber dieses Verbot ist jetzt aufgehoben. Die nämliche Umwandlung hatte in Rußland statt; selbst Schwe— den, wie wir neulich in öffentlichen Blättern gelesen, baut, in Folge der weisen Einrichtungen des Königs, dermal ursten vnd utwort auf gtot Luther en zu eine mehr Getraid, als es braucht, und führt den Ueberfluß „as Hen in's Ausland. Nicht mehr Baiern allein ist ein Ge⸗ „ ind uus traidland, wie man es ehemals nannte, sondern der Hhlen ganze Orient. Alle Meere wimmeln von Getraidschiffen, und die neu erfundene Vortheile der Dampfschiffe begün⸗ 5 — .—— —— —— Der Verfasser will nicht die Höhe der auf den Land⸗ ban gelasteten Auflagen, als Grund jener Erscheinung an— geben, allein die Größe, so wie die Nähe jenes Unglücks kann sich der besorgte Menschenfreund unmöglich verbergen— Wohin soll es mit den ackerbauenden Nationen kommen, wenn, da die Finanzetats alle auf Münze berechnet sind, der Landmann, bei dem so tief gesunkenem Preiße seiner Produkte, auch bei der höchsten Anstrengung, durchaus stigen die Fahrt und den Handel auf allen Strömen auf⸗ wärts so leicht wie abwärts, und wohin wir nur immer blicken, sind Getraidmagazine aufgehäuft. Wenn nun auf einer Seite die Ausfuhr ins Ausland täglich abnimmt, auf der andern aber dermal viele tausend Tagwerk mit Getraid bebaut werden, die noch vor weni⸗ gen Jahren öder Grund waren, und endlich, auf einer andern Seite durch den täglich mehr überhand nehmenden Gebrauch der Kartoffeln viele tausend Schäffel Getraid jährlich erspart werden, so läßt sich leicht prophezeihen, daß die Getraidpreiße noch immer fallen, und daß auch ei⸗ nige Mißiahre, auf die wir, verkehrt genug, hoffen wollen, uns wenig helfen werden. Es gab eine Zeit, da jegliches Produkt des deutschen Fleißes gewissen Absatz in's Ausland sand. Ja, nach der Entdeckung von Amerika, führte ganz Europa die Artikel aller Bedürfniße einer sich civilisirenden neuen Welt über die Meere hin, und holte dafür Berge von Gold herüber. — Aber das Blat hat sich gewendet. Wo nackte Wilde wohnten, da blühen jetzt wohlhäbende Künstler, Handwer⸗ ker, Kaufleute, Ackerbauer, kurz, alle Arten Gewerbs em⸗ por! Die weiße Bevölkerung der nordamerikanischen Frei⸗ staaten, die im Jahre 1790 nur 5, 72, 46 Seelen betrug, war im Jahre 1820 auf 7,852,269 Seelen gestiegen. Die den Land⸗ inung an⸗ Wglücks verberzen. kommen, ichnet sud, teiße seiner „ durchaus ttömen auf⸗ unt immet ins Ausland viele tausend ch vor weni⸗ Ra auf einer ud nehmenden Hifel Gettih prophezeihen, 0 dab auch e hoffen wole, des deutschet I, nach de oa die Artill en Welt ibie Gold herihe. nackte Vie ler, Hudde; u Geverh ane iknnishs Hee⸗ Setleketrus gesfezen nicht im Stande ist, die direkten und indirekten Staatsab— gaben, Kommunallasten u. s. w. zu erschwingen? zumal er alle seine übrige Bedürfniße, selbst diejenige die er zum Betrieb seiner Landwirthschaft nöthig hat, z. B. Eisen ꝛc. und so viele Produkte der Gewerbe in einem durchaus mit dem Ertrage seines Grundeigenthums im Miß verhältniße stehendem Preiße bezahlen muß? Hat er Schulden, so muß er ohnehin Zinnße bezahlen, die, wie der Verfasser anderwärts bewiesen hat, mit dem Ertrage des Grund— eigenthums nicht im Verhältniße sind. Was soll die Finanz mit diesen unglücklichen Land⸗ bauern anfangen? Soll sie den redlichen und fleißigen Landmann mit seiner Familie von seinem Gute vertreiben und ins Elend stürzen, oder dem Hungertode Preiß geben? Und wenn auch diese Maaßregel, von deren Anwendung Sklavenbevölkerung wurde im Jahre 1790 auf 697,697, im Jahre 1820 aber auf 1,55½¼426 Seelen berechnet. Wenn die beiden Bevölkerungen sich in demselben Ver⸗ hältniße vermehren, werden sie im Jahre 1830, die erste 10,816,812, die zweite 1,962,812 Seelen betragen. Dieser Zuwachs der Bevölkerung hat Ortschaften in Städte verwändelt, die früher kaum als Dörfer bezeichnet wurden. In seiner letzten Sitzung hat der Kongreß 35 Dörfer in zwanzig verschiedenen Distrikten zu Städten er— hoben. In allen Stäͤdͤten des Bundes vermehrt sich die Zahl det Häußer auf eine bewundernswürdige Art; man arbeitet, nach einem so eben erschienenem Werke, in den verschiedenen Provinzen der vereinigten Staaten an dem Bau von ungefähr 10,500 neuen Häußern. Der Händel der vereinigten Staaten wird käglich beträchtlicher; die Ein— künfte vermehren sich; die Seemacht gewinnt an Bedeu—⸗ tung; kurz, die Lage derselben war nie glänzender 2—. 060 wir in allen öffentlichen Blättern so viele, sich immer häu⸗ fende Beyspiele sehen, ergriffen wird, wo sind die Lieb— haber zum Erwerbe eines Guts, das, auch bei dem höch— sten Fleiße, keinen lohnenden Ertrag mehr gewährt? Und wie soll erst der größere Gutsbesitzer bestehen? Er, der nicht allein alle Staatslasten, gleich dem Land— bauer, tragen, sondern selbst seine Dominikalrenten, mögen sie eingehen, oder nicht, mag er sie von seinen Grundholden erheben können, oder nicht, in Metall— Münze versteuern muß, indeß nothwendig durch die nie— dern Getraidpreiße, verbunden mit den Staats-Abgaben, welche mit Strenge zuerst eingetrieben werden, auch, zu Einhaltung des Staats-Finanzetats, eingetrieben werden müßen, der Grundhold schlechterdings vollends außer Stand gesetzt wird, den Grundherrn zu bezahlen, indeß dieser größere Gutsbesitzer, er bewirthschafte nun sein Gut selbst, oder verpachte es, das unvermeidliche Opfer ist, indeß in den Faßionen der Dominikalrenten die Getraidpreiße seiner Zehnt und Gültfrüchte in einem Maaßstabe angenom⸗ men sind, der die jetzigen Preiße, in welchen man diese Zehnt und Gültgetraidter in Münze umwandeln kann, 2, 5— fach übersteigt? Womiit sollen diese größere Gutsbesitzer ihre Staats— abgaben in Metallmünze bezahlen? Haben sie durch Deutsch— lands Umwälzung nicht genug gelitten? Sind sie, trotz der herbesten Entbehrungen und Einschränkungen, nicht in ih—⸗ rem Wohlstande tief genug gesunken? Ist der unvermeid— liche Ruin so vieler Familien der gebildeten Stände für monarchische Staaten gleichgültig?— Und ist dieser Untergang fern oder nah? mmer hau, die Lieb⸗ em höch⸗ Ite beschen? em Land⸗ renten, on seinen Metall⸗ die nie⸗ Mgaben, auch, zu n werden ger Stand eß dieser Wt selbst, Findeß in raidpreie angenon⸗ nan diese fann, 2, Staats⸗ Deutsch trotz der icht in i⸗ mvermed⸗ tunde für st eser —— Alles das beantworte der Staatsmann, der Regenten und Volk liebt. 45. Längst nachdem nachstehende Abhandlung zum Druck bereit lag, kam dem Verfasser eine im J. 1824 zu Berlin bei August Ricke erschienene Flugschrift: „Vorschläge zur Erreichung mittlerer feststehender Ge— „traidpreiße,“ von Carl v. Knobelsdorff auf Sellin, zu Gesicht. Der einsichtsvolle Verf. dieser Schrift geht beinah von gleichen Gesichtspunkten, als der Unterzeichnete, aus, und schlägt, gleich uns, den Staat als Mittelsperson zwischen Pro⸗ duzenten und Consumenten vor. Sehr wahr sagt er(S. 1——— „Vielleicht erfordert jedoch die Ausführung einer sol— „chen Maaßregel mehr Geldmittel, als zur Verwen— „dung bereit sind. Für diesen Fall dürfte es nicht „schwierig seyn, die gewöhnlichen Creditmittel in An⸗ „wendung zu bringen, da hier nichts Ideales wal⸗ „tet, sondern in den aufgesammelten Vorräthen ein „wahres, sichtbares und untrügliches Unterpfand ge— „währt werden kann. Nichts ist gewisser, als daß „iu dem Zeitalter der Anleihen, wo das Losungswort, „von einem Pol zum andern: Leihen, Leihen „ist, bereitwillig auf ein solches Unterpfand geliehen „werden würde. Allein das vorgeschlagene, wohl— „thätige, väterlich fromme Unternehmen darf nicht „in den Kreis jenes dämonischen Verkehrs treten, „an welchem sich die jetzige und nächste Generation „verbluten muß, wenn nicht die rächende Nemesis „es früher zertrümmert.“ 44. Eben so erschienen seitdem: „Betrachtungen über das fortwährende Sinken der „Getraidpreiße,“ zu Berlin 1824 aus der neuen Monatsschrift für Deutschland abgedruckt. Dieser norddeutsche Schriftsteller nennt sogleich im Eingange seiner Schrift, das fortwährende Sinken der Getraidpreiße ein eben so trauriges als gefahr— volles Ereigniß. Übrigens ist sie hauptsächlich der Beurthei— lung der Ansichten des berühmten wissenschaftlichen Okono⸗ men, Herrn Staatsrath Thär gewidmet, welche dieser im zweiten Hefte des 15ten Bands seiner Mögelinischen Annalen S. 420 folg. ausgesprochen, und vorzüglich die vom Hrn. v. Knobelsdorff angegebene Ursachen jenes Sinkens zu widerlegen gesucht, insbesondere aber die Maaßregel der Magazinirung verworfen hat. Diese Schrift zeigt allerdings von großer Einsicht des Verfassers; indeß möchten wir den von ihm S. 19 aufge⸗ stellten Satz, daß das Sinken der Getraidpreiße beinah einzig von der Einführung und allgemeinen Verbreitung der Kartoffel in Europa herrühre, so wenig als das (S. 22) als einzig angegebene, bürgerliche Freiheit und Eigenthumsrecht tief verwundende, Hülfsmittel gegen jenes Sinken, das Verbot des Brandweinbrennens aus Kartoffeln keineswegs unterschreiben. 45. Noch vor dem gänzlichen Abdrucke obiger Schrift erhielt der Verfasser noch eine Druckschrift„welche den Titel führt: „Was ist die Ursache von der außerordentlichen Wohl⸗ „feilheit des Getraidtes und wie ist derselben abzuhel— iken der druct. gleich in inken der gefahr⸗ Beurthei⸗ n Otolo⸗ che dieset klinischen iglich die en jenes aber die sicht des 10 aufge⸗ he beinah itung der als das sit und en jenes artoffeln ijt erhitl ll fihtt: in Vahl⸗ huuheb „fen? Eine Frage zu seiner Zeit, beantwortet von „einem Patrioten 1824“). Diese gediegene, mit Sach- und Lokalkenntniß abge⸗ faßte Schrift verdient die volle Aufmerksamkeit der Regie⸗ rung, jedes Menschenfreunds und insbesondere des baieri— schen Patrioten. Sie verdient daher auch hier eine umständliche 4530 stellung und Beleuchtung. 46. Mit vollem Rechte sucht der würdige Verfasser die Hauptgründe der Wohlfeilheit des Getraidtes in 1. der allenthalben gehemmten Ausfuhr; und 2. in der erhöhten Produktion, vorzüglich aber im immer zunehmenden Anbau der Kartoffel. Die erste dieser Grundursachen wird in so lange nicht heilbar seyn, als die Regierungen sich nicht sämtlich über— zeugen werden, daß der Wohlstand aller Völker in der Heilighaltung des Weltverbands beruhe; so lange sie also, abgesehen von dem ohnehin leicht erklärbarem Drucke der größeren Staaten, bis auf die kleinsten Staaten sich feindlich gegenüberstehen, und es ist sehr natürlich, daß der Druck der kolossalen Staaten auf die übrigen sich in dem Grade erhöhen müsse, als der Umfang des Gebiets, die daraus folgende Masse und Mannichfaltigkeit des Ur⸗ stoffs, also der Urprodukte, bei fortschreitender Kultur und Industrie, ihnen fremde Produkte entbehrlich macht und ih⸗ nen, sich hermetisch zu verschließen erlaubt. ) Dem Vernehmen nach von Hrn. D. Dezel, geistl. Rath, Professor und ehemaligen Forstdirektor zu Landshut. Daß aber die, gerade in der heiligen Verehrung des Weltverbandes liegende Weisheit, den allgemeinen Vortheil Aller Nationen erkennen sollte, ist in solange nicht zu erwarten, als Sullys geniales und humanes Projekt einer allgemeinen europäischen Staatenrepublik nicht realisirt werden wird, das durch Ravaillaces Meuchelmord zu Grabe gieng. Die zweite Ursache kann man nicht verurtheilen. Die Erhöhung der Urproduktion des Ertrags der Landwirth⸗ schaft ist Wohlthat für die ganze Menschheit und jede ein⸗ zelne Nation. Denn das National⸗Okonomieprinzip will, daß die größtmöglichste Menschenmasse heitern Lebensge— nusses sich erfreue. Diese Erhöhung befördert also die Be— völkerung; denn Ueber völkerung ist nur in sofern Unsinn, als die einzelne Staaten sinnloser Weise zu Kerkern gemacht werden; und die Kartoffel ist eine Frucht, welche schon in Zeiten des Mißwachses Millionen Menschen dem Hunger⸗ tode entrissen hat, von Monarchen und Bettlern stets mit gleicher Lust genossen wird und der gesammten Menschheit in Europa mehr Vortheile gewährt zu haben scheint, als die Einfuhr aller Affen, Schlangen und Papageyen. Weder ist also die Hemmung der Ausfuhr zu hindern, noch die Vernehmung der Produktion. 47. Ganz recht hat dagegen der Verf., wenn er S. 14 folg. darstellt, daß dem Uebel der Wohlfeilheit des Getraids zeitig gesteuert werden müsse. Ganz recht, wenn er S. 16 einen Hauptgrund in dem noch bis jetzt durchaus unrichtigem Maaßstabe der Besteurung des Grundeigenthums, und in dem, schon bei Annahme die⸗ 0 N eilhe Mißv d sieht Lan Gr des zun lrai gen it, groß zur kung ded meinen solange humanes hlik uicht uchelword urtheilen. andwirth⸗ jede ein⸗ izip wil, Lebenöge⸗ o die Be⸗ u Unsuun, gemacht shon in Hunger⸗ stets mit uschheit in „ als de Hnddern, et S. 1 Geteadd und in x Bestenung Hlahne die⸗ * 75— ses Maaßstabs existirten und mit dem Fortschritt der Wohl⸗ feilheit natürlich immer mehr steigenden und zunehmenden Mißverhältniße zwischen dem Ertrage der Landwirthschaft und der Gewerbe und den auf beide regulirten Steuern sieht, welches immer drückender und unertragbarer für den Landwirth werden muß. Nichts weniger als übertrieben ist die Schilderung der Größe des Übels. Das Elend des Landmanns, zumal desjenigen, der ferne von großen Städten wohnt, ist bis zum höchsten Grade gestiegen, und die Staaten werden bald die traurige Erfahrung machen, daß das System, alle Leistun⸗ gen in Metallmünze zu erheben, unmöglich länger haltbar ist, den Staat in seinen Grundvesten erschüttern, und die große und nützliche Klasse der Gutsbesitzer und Landwirthe zur Verzweiflung und Auswandrung treiben muß. 18. Die vom Verf. S. 22 und folg. in Vorschlag ge⸗ brachte National⸗Leihanstalt verdient allerdings reife Prü⸗ fung; nur erlauben wir uns zu bemerken: daß wenn man in den Entwurf des Kreditvereins für die großen Gutsbesitzer nicht auch die kleinen Gutsbe— sitzer aufgenommen habe, dieses aus den wichtigsten reiflich erwogenen Gründen geschehen ist. Es wäre zu weitläuftig, die gänzliche Verschiedenheit der Verhältniße dieser beiden Gattungen von Gutsbe⸗ sitzern hier auseinander zu setzen; wir wollen nur im Allge⸗ meinen bemerken, daß, sowie man, nach den einmal vorliegen⸗ den Verhältnißen, dem Vollzuge des Kreditvereins-Insti⸗ tuts durch eine allzugroße Ausdehnung sein Grab bereitet haben würde, also es bestimmte Absicht war, nach Voll⸗ — 7⁴— endung die ses Kreditvereins, den den verschiedenen Ver— hältnißen angepaßten Plan einer Kreditanstalt für die kleinen Gutsbesitzer zu entwerfen, deren Vollzug alsdann nothwendig durch die Errichtung des Kreditvereins da— durch erleichtert werden kann, weil eine bedeutende, bis— her auf den großen Gütern gehaftete Masse von Numerär in den bürgerlichen Umlauf gediehen, also der Unter— stützung der kleinen Gutsbesitzer zugefloßen seyn würde. Wir wünschen also, daß der eigentliche Urheber dieses Plans Hr. Magistratsrath Fahrmbacher zu Landshut seine Idéen darüber näher mittheilen möchte. Der Vorschlag des Verf.: Prunksucht und Leichtfertig⸗ keit zu verbieten, S. 25, ist allerdings sehr gut gemeint; aber, wie ist er bei der dermaligen Gesetzgebung ausführbar? Es ist ja doch wohl unläugbar, daß die allzuweit getrie— bene Schonung und Nachsicht gegen Wollust, die Sitten verdorben und allen Keim der Moralität vernichtet hat. 49. Ganz einverstanden sind wir ferner mit dem Verfasser: daß die Regierung die Staatsabgaben in Geld, d. h. in Metallmünze mindern, diese in Getraidabgabe verwandeln; vorzüglich aber dem System der neueren Zeit, alle Be— soldungen in Geld zu bestimmen, entsagen müsse(S. 40 folgende). 50. Die moralische Besserung des Gesinds(S. 45) ist einzig von der Verbesserung der Strafgesetzgebung und einer zweckmäßigen Polizeigesetzgebung zu erwarten, die aus einer viel zu weit getriebenen Humanität, diese zum großen Theil so ungebildete und rohe Menschenklasse gegen die Dienst⸗ rp le bei Wi sch win llegt sen Net⸗ für die Uodann da⸗ e, h⸗ Numertt Unter⸗ würde. dieses ut seine htfertig⸗ tz aber, ührbar? getrie⸗ Sitten hat. erfasse: d. h. in vandeln, Ule Be⸗ (S. 40⁰ 45) if ung und „die ¹0 m goßen Dienst⸗ — — 75— herrschaft in Schutz nimmt. Auch könnten öffentliche und Pri⸗ vat⸗Bildungsanstalten für das Gesind dazu sehr kräftig wirken. Das Verbot auswärtiger Luxuskleider ist zwar sehr wünschenswerth, aber äußerst schwer ausführbar. Wir haben uns(in der National-Okonomie) aus Gründen ge⸗ gen Aufwands-Gesetze erklärt; allein das Übel wächst allerdings vorzüglich in den Provinzial-Städten zu einer solchen Höhe, daß eine Kleider-Ordnung für das Ge— sinde und die niedern Stände unbedingt nothwendig wird. Auch in Absicht der Beschränkung der in den neuen Zeiten bis aufs Außerste ausgedehnten öffentlichen Lustbar— keiten, Wirthshäußer, Tanzsäle und Kirchweihfeste sind wir mit dem wohlmeinendem Verf. ganz einverstanden. 51. Seinen Ideen über geregelte Getraidhandels-Gesell⸗ schaften(S. 55) können wir indeß nicht beipflichten. Die Smithischen Theorieen haben schon Unheil genug gestiftet. Seltenheit und Überfluß bestimmen den Preiß; die Freiheit der Konkurrenz muß ihn dann reguliren; Nicht eine immer auf Gewinn und Spekulation ausgehende Handelsgesellschaft. 32. S. 65 scheint der Verf. unserm noch immer unwider⸗ legtem Plane eines idealischen Getraidmagazins beizupflichten, ohne sich jedoch deutlich darüber äuszusprechen. Wir wünschten, er hätte es gethan, denn durch eine wissen⸗ schaftliche ruhige Diskussion kann die Wahrheit nur ge— winnen. 55. Daß die frem de Produkte mit weit höheren Mauthen belegt werden sollten, wie der Verf. S. 67 sagt, ist vollkom⸗ — 76— men richtig. Es ist sehr zu beklagen, daß dieß nicht schon im J. 1819 beim ersten Landtage geschehen ist; und die übrigen europäischen Staaten haben es schon längst gar wohl um Deutschland und vorzüglich um Baiern verdient, daß man ihre Sperranstalten vergelte. 54. Soviel die von S. 21 an angegebenen Heilmittel an⸗ belangt, so sind sie wohl sehr zweckmäßig und empfehlens⸗ werth, aber nicht kräftig genug; Krebsschäden lassen sich nicht mit Rosenwasser heilen. Allerdings ist der Anbau des Mohns, des Reps und andrer Ohlgewächse, des astragalus boeticus(schwedische Kaffé-Wicke), der Runkelrübe(zugleich Kaffé- und Zucker⸗ Surrogat) sehr zu empfehlen. Weniger wohl der des Tabacks und Dapfent, Denn der bereits dermalen vervielfältigte Anbau dieser bei— den Gewächse hat den Preiß seit einigen Jahren so tief herabgedrückt, daß auch sie nicht mehr mit Vortheil ge— baut werden können. Am empfehlungswürdigsten ist wohl der Anbau des Flachses und Hanfes, wozu sich in so vielen Gegenden Baierns der geeignete Boden findet. Bedenkt man, mit welcher Masse von fremden schle— sischen, holländischen und niederländischen Leinwand und Haußtuch die süddeutsche Staaten noch fortwährend über⸗ schwemmt werden, wovon man sich in allen Städten und auf allen Messen überzeugen kann; bedenkt man, daß gerade die— ser Artikel auch zur Ausfuhr, vorzüglich nach dem noch un⸗ gesperrten Nord⸗ und Südamerika, nun der gesuchteste und vortheilhafteste ist, so kann man nicht genug erstaunen, dits rachl stav der grol Leid det Spe aller zoge der gau deut bra ern. disch dem sthe des Gew. Theil durch Ind He schon in ieibrigen wihl um „doß nan hunttel an⸗ mpfehles⸗ lasen ssch Reps und schwedihe und Zucker⸗ doyfens. dieser bi⸗ ken so tif hortheil 95 Mbau des Ggenden den schl⸗ wand ud hrnd übet un uuda p gerade ⁰ em nachuu sulthte Ind asam, diese Produktionsgattung in Süddeutschland so sehr ver⸗ nachläßigt und durchaus nicht ermuntert zu sehen. Insbesondre sollte das edle Beispiel der verewigten Frau Franziska Schantz(S. 73) in Absicht der Befördrung der Fein spinnerey mehr Nachahmer finden. Daß die Produktion der Wolle und die Schaafzucht große Ermunterung verdienen, ist wohl außer Zweifel. Leider! aber hat der Eigennutz mancher Unterbehörden und der Trieb, die größern Gutsbesstzer zu verarmen, nebst der Sportelsucht es so weit getrieben, daß durch die Abtheilung aller Huthwäsen den Schäfereyen alle Nahrungsmittel ent⸗ zogen werden. 55. Mit Recht tadelt der Verf. auch S. 119 die Vielheit der Messen und Märkte. Sie sind es„ wodurch eine un⸗ glaubliche Menge fremder Produkte in die unglücklichen sud⸗ deutschen Staaten eingeschleppt und der Hang zu deren Ge⸗ brauch, so wie zum Luxus überhaupt gereitzt, gepflegt und ernährt werden. Man sollte sie schlechterdings auf innlän⸗ dische Produkte und Fabrikate einschränken. Denn außer⸗ dem werdem alle Waarenverbothe und noch so hohe Mauth— satze unwirksam seyn; denn diese unmäßige Begünstigung des Handels(freilich des leichtesten und mühelosesten Gewerbs) ist es gerade, welche den größten und nützlichsten Theil der Nationen drückt. ö 56. Desto mehr sollten die Fabrikationen aller Art, durch Prämien, durch Stiftung von Aktien⸗ Gesellschaften und Handels⸗Sozietäten nach andern noch freien, nicht wie die großen europäischen Monarchieen hermetisch ge⸗ — 56— schloßenen, Welttheilen ermuntert und dadurch die. der nützlichen Kon sumenten erhöht werden, welche noth⸗ wendig den Preiß der Getraidter erhöͤhen muß. Zu diesem Zweck müßte man aber allerdings zunächst wissen, was denn der Staat hervorbringt und an Urstoff besitzt, und was er an Urstoff und an Fabrikaten bedarf? Darum hat aber leider! die Finanz sich seit Colberts Zeiten wenig, mithin nur um das Erndten und nicht um das Säen bekummert. Und da alle Ersparungsplane schwer Eingang finden werden, so kann nur die sich mit leisen, aber mit Riesenschritten nahende Noth hier Hülfe schaffen⸗ 57. Ewig werden wir aber dem so oft ausgesprochenen Satze getreu bleiben, daß ein Staat, in dem nicht, neben den Nehmens-⸗ und Erndtens-Behörden, auch eine eigne oberste Sä⸗Behörde, nämlich eine der Aufsicht und Beförde⸗ rung der Ur und industriellen, so wie der daraus fließen⸗ den kommerziellen Produktion gewidmete Behörde geordnet ist, nimmermehr gedeihen kann, sondern verarmen muß. 58. ö übrigens können wir diese Schrift des einsichtsvollen und genialen Verfassers unsern Mitbürgern nicht dringend genug empfehlen. Wer dieses Gemählde der Zukunft zu düster, wer die Farben zu stark aufgetragen findet, steige mit dem Verfasser hinab in die Hütten des Landmanns, dringe mit ihm in das Innre der Wirthschaft der Familien der großeren und kleinen Gutsbesitzer! —“ .— õ —=—=——SZIſ“ — — —————— 8 1 V V V rU WRN angennnhnhag TIIIITIITMG' Nelrkelrlald ilrkrirlln eAnn V W ſir u 17nnng’g dnlſaun l dlhühl- ſe Oem 1 2 3 4 5 6 7 8 9 des Grundeigenthums zu hemmen, und jenem und dieſem Staͤtigkeit zu ſichern. Entworfen Solour& Grey Cortrol Chart Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta „wuns Sccrey„Crw=he eeefac NBL S7 bei Riegel und Wießner. 1 3 2 5,.