2₰——— 2 8 1 4 5 1 1 1 1 —, — d le bei Doelor de Dhilosoph der EW) Elemente der technischen Chemie, Bo SE “2 no zum Gebrauch In PN, beim Unterricht im Königl. Gewerbinstitut Pr und den Provinzial- Gewerbschulen, N X von > 7 ’ f f/ mn Ernst Ludwig Schubarth, Doctor der Philosophie, Medicin und Chirurgie, aulserordentliehem Professor ın der philosophischen Fakultät der Königl. Friedrich-Wilhelms-Universilät zu Berlin, Lehrer der Physik und Chemie am Königl. Gewerbinstitut, Mitglied der Königl technischen Deputation für Gewerbe im Ministerio des Innern KOHEm Sr N D N j S 2 ws Ersten Bandes erste Abtheilung, mit 6 Kupfertafeln. en (I Berlin, in Commission bei August Rücker 1531. ee N a nn on n l; sil (ewerl an dem Jicher I die Zal fang d Ziel e (sewerl der Ma Chemie Lehrbu abgiebt, bedarf, peliren zu habe vers aus gescheht aufwand Aneigue als ein. über te hält, so und zun Naclıles Rs der Höc für ein werbsel durch ı Lernene Würde] AN sej Er Vorwort x Bis sind 9 Jahre verflossen, seitdem das hiesige Königl. Gewerbinstitut gegründet, und mir die Ehre zu Theil wurde, an demselben Vorträge über Physik und Chemie in gewerb- licher Beziehung zu halten. So wie mit jedem Jahr sich die Zahl fähiger Zöglinge vermehrte, wurde auch der Um- fang des Unterrichts allmählig erweitert, um dem grolsen Ziel einer zweckmäfsigen gründlichen Bildung künftiger Gewerbtreibender immer näher zu treten. Aber bald wurde der Mangel eines für den Unterricht in der technischen Chemie passenden Werks fühlbar, welches, nicht wie ein Lehrbuch in gedrängter Kürze einen Leitfaden des Vortrags abgiebt, und eines weitläuftigen Commentars des Lehrers bedarf, was zu Folge hat, dafs die Schüler, um zum Re- peliren der mannichfaltigen Einzelheiten einen Anhaltpunkt zu haben, vollständige Hefte nach dem Vortrag des Leh- rers ausarbeiten müssen, wie es zeither auf dem Institut geschehen ist,— welche Einrichtung mit vielem Zeit- aufwand verknüpft, auf der andern Seite aber auch zum Aneignen des Gelernten wesentlich beiträgt,— sondern als ein Hand- und Lesebuch einen vollständigen Vortrag über technische Chemie und chemische Technologie ent- hält, so dafs der Zögling zur Wiederholung des Gehörten und zum Privatstudium reichlichen Stoff findet, und. durch Nachlesen sich selbst belehren kann. Es wurde mir daher schon vor Jahren der Wunsch der Höchsten vorgesetzien Behörde zu erkennen gegeben, für ein den Zwecken des Instituts und’ der Provinzial- Ge- werbschulen angemefsnes Werk Sorge zu tragen, wenn ich durch mehrjährige Erfahrung sowohl das Bedürfnifs der Lernenden, als auch die zweckmäfsigste Art des Vortrags würde kennen gelernt haben. Zu diesem Behuf habe ‚ich nun seit Jahren Notizen gesammelt, und meine Vorträge *< IV Ef schriftlich auszuarbeiten angefangen, von denen ich das I erste Drittheil hiemit der Oeffentlichkeit übergebe. Se. ich de Excellenz der Herr Minister des Innern hat bestimmt, dafs Mel, dieses Werk nicht allein beim Unterricht im Königl. Ge i Ani werbinstitut, sondern auch in den Provinzial-Gewerbschu- Te han len, um einen gleichförmigen Unterricht zu bezwecken, zum bildeten Grunde gelegt werden soll, zu welchem Ende auch eine Werke beträchtliche Anzahl Exemplare angekauft worden sind. iern, ZU Bei Ausarbeitung desselben war mein Bestreben, nicht ion We blos dem Anfänger, sondern auch dem weiter Vorgeschritt- bücher nen Stoff zur Belehrung zu geben, für eine gründliche über in Kenntnifs der wichtigsten chemischen Lehren, der techni- ‚der tee schen Prozesse der Gewinnung, Darstellung der in den ständig Gewerben angewendeten verschiedenartigen Substanzen, de- arbeitun ren Eigenschaften, Güte, Prüfung der Reinheit, Benutzung besonde in den Gewerben Sorge zu tragen. Um aber das Nöthigste an den und Unentbehrlichste von dem zu sondern, was bei einem finden, Unterricht, wie er z. B. in der obern Klasse des hiesigen folet, 4 Gewerbinstituts Zöglingen ertheilt wird, die die Elemente— der Chemie gehörig inne haben, Geübtern zur Erweiterung die gem: ihrer chemischen Kenntnisse mit Auswahl mitzutheilen ist, weisen, so habe ich das erstere mit gröfserer, das letztere mit klei- fenmänni nerer Schrift setzen lassen. tiger noh So wie beim Erlernen einer jeden Wissenschaft das Nachrich non mulla, sed multum eine goldne Regel ist, so ist es disches| ganz besonders bei der Chemie der Fall, welche an sich% Vaterland schon das Gedächtnifs der Lernenden gar sehr in Anspruch Unte nimmt. Was nutzt dem Gewerbsmann für den ersten Un- Mnner, terricht in der Chemie z. B. vom Jod, Brom, von der Yiter-, abstafe, Zirkon-, Beryllerde etwas zu hören, wenn er nur von der Ineressan Kohle, dem Schwefel, der Schwefelsäure, dem Chlor u. a. führt m gründliches geiernt hat: vom Palladium und Cerer etwas Apparate zu wissen, und auf der andern Seite die verschiednen Dar- ST Ah ai stellungsarten des Eisens, des Stahls, und die Methode, welches, Pottasche auf ihren Kaligehalt zu prüfen, nicht zu kennen!| ee Es mufs daher der Lehrer bei dem ersten Unterricht von|(hellen ı jenen füglich schweigen, um die Zeit auf eine gründliche 3) Belehrung über das Unentbchrlichste zu verwenden. Klauen Aa E. J Ze _ a-. Ber rn er Be en nn | a. das Se, dafs Ge hu- zum EINE icht ritt- iche hni- ung este nem igen ente ung ist, klei- das mes sich ruch Un- [ter-, der u. 2. {was Dar- ‚ode, nen! von liche wi V Bei der Abhandlung der einzelnen Gegenstände habe ich die wissenschaftlichen neuern Benennungen, die ältern Namen, und, so viel es mir möglich war, die technischen Ausdrücke nicht allein in der Muttersprache, sondern auch die französischen und englischen angegeben, um den Ge- bildetern, welche in jenen Sprachen geschriebne technische Werke lesen wollen, das Verständnifs derselben zu erleich- tern, zu welchem Zweck besondere Register dem vollende- ten Werk beigegeben werden sollen; gewöhnliche Wörter- bücher lassen nur zu oft den Belehrungsuchenden- über im Dunkeln. Ich webte ferner das Nothwendigste aus der technischen Mineralogie ein, um das Bild zu vervoll- ständigen, welches der Lehrer dem Schüler von der Ver- arbeitung vieler Fossilien, Erze entwerfen mufs, und ins- besondere auch deshalb, weil über technische Mineralogie an den mehrsten Gewerbschulen noch keine Vorträge statt finden. Ich bin hierin meist Zrard und v. Leonhard ge folgt. Auch suchte ich, so viel es mir möglich war, die Fundörter nützlicher Fossilien im preufsischen Staat, so wie die gewerbliche Verarbeitung derselben bei uns nachzu- weisen, über vaterländische Fabrikanlagen, berg- und hüt- tenmännische Productionen, über Ein- und Ausfuhr wich- tiger roher Materialien und chemisch-technischer Fabrikate Nachricht zu geben, um hierdurch dem Buch ein vaterlän- disches Interesse zu verleihen, und dem Lernenden sein Vaterland in technischer Beziehung kennen zu lehren. Unterstützt durch die zuvorkommende Güte verehrter Männer, denen ich hiedurch meinen aufrichtigsten Dank abstatte, bin ich in den Stand gesetzt worden, Zeichnungen interessanter technischer Einrichtungen, die bei uns ausge- führt wurden, und im Betrieb stehen, so wie bewährte: Apparate und Maschinen, diesem Buch, wo durch einem dringenden Bedürfnils abgeholfen sein wird, welches sich beim Vortrag recht fühlbar macht. Auch habe ich die wichtigste neueste’ Literatur angegeben, und die (Quellen genannt, aus denen ich Belehrung schöpfte. Das ganze Werk wird in drei Abtheilungen erscheinen, von etwa 100 eng bedruckten Bogen und 16 Kupferta- vr a/ I SEE U)- re VAR np Am) m n U ua Kali! Ei RD NE DET er 2 | Vi | 5 N 5. feln; die zweite Abtheilung wird die übrigen Metalle ab-— handeln, die dritte die organische Chemie und die dahin einschlagenden gewerblichen Gegenstände. Schenkt mir der Allerhöchste Gesundheit und Kräfte, so gedenke ich binnen 2, Jahren das Ganze vollendet zu haben; die Bearbeitung der zweiten Abtheilung hat schon begonnen. Ich hoffe, dafs auch aufser den Lehranstalten, für welche ich zunächst auf höhere Veranlassung dieses Werk zu verfassen unternommen habe, dasselbe nützlich sein bei werde, und von einem Jeden, der sich eine gründliche Ein- sicht in das Gebiet der technischen Chemie und chemischen Technologie verschaffen will, nicht ohne Befriedigung aus der Hand gelegt werden dürfte. Ich bescheide mich aber sehr gern, dals es Manchem zu gelehrt und nicht populär | genug bedünken wird, dagegen erwidere ich, dafs es für| die lernbegierige Jugend geschrieben, welche sich ohne A llremei | grofse Schwierigkeit in einen streng wissenschaftlichen Vor- en | trag findet. Ein Jeder mufs, um etwas Gediegnes zu ler- Yon dem€ | nen, und später zu leisten, seine Kräfte anstrengen; wer 1. Appar dazu keinen Trieb fühlt, und sich nicht Mühe giebt, wird 1, | in den exacten Wissenschaften keine Fortschritte machen, deren grolser Nutzen für die Gewerbsamkeit allenthalben I | anerkannt ist, und welche zu verbreiten unsre für das | Wohl des Vaterlands stets sorgende Regierung eifrigst N | bemüht ist. Mit Freuden denke ich an die Zukunft, n | wenn der Same, den wir Lehrer ausstreuten, zur frucht- bringenden Saat gereift sein wird, und unsre treuen Be- II. | mühungen von vielen dankbaren Schülern durch treffliche VI. dad, | Leistungen werden vergolten werden! IK, An | Heil unserm allverehrten König, Heil dem Vaterland! A Tabelle über | et= Vergleichung Berlin den 4. October, 1830. an Reduettansta ! üsche Nupleichun Schubarth. nd Ri talle ab- e ie dahin E mir der h binnen arbeitung Iten, für es Werk— Inhalisverzeichnifs lich sein DER) Li beider Abtheilungen des ersten Bandes. iche Ein-\® emischen& ung aus> ich aber irste Abtheilung. 8 populär Bm s es für Einleitung in die Chemie. ch ohne Allgemeine Vorbegriffe..e...uueesnenennenennennsennn een ee Seite 1 hen Vor- Von dem chemischen Prozefs insbesondere...„er:mesrsrsnecane oa) s zu ler- Von dem chemischen Apparat und Operationen«ersereeeneesneee- e zen; wer I. Apparate zur Zerkleinerung....-rc.esr0sseneernnnernn- Seal ebt, wird u.=- mechanischen Absonderung starrer Körper aus » machen, Flüssigkeiten.........-s0sr nenne: ee ee enthalben 11.= zum Ylüssigmachen sowohl auf trocknem, als nas- fihedäp SEDENNVEREe een er er re Nee 21 I IV.=- Abdampfen und Krystallisiren.uceserre-- RE DA ö eiligs V,= zur Destillation, Sublimation, Cämentation..ue...-= Zukunft Vl.=- Entbindung und zum Auffangen von Gasen, ur frucht- zu verschiednen Versuchen mit denselben...= 34 euen Be- Nılaa= zum Erhitzen chemischer Geräthschaften..........-= 45 treffliche VIII. Anderweitige Apparate etC.-essuosesseseeesennnnenannannnee 280 1X. Angabe einiger Kitte und Beschläge„.er«.zesesenanerener= 25 HN A un ang. | Tabelle über die preufs. Längen-, Körpermaafse und Gewichte...* 57 Vergleichung‘der französ, und engl. Maafse und Gewichte mit den preufsischen,........... EL BO RR a) Reduetionstabelle der Baume’schen Aräometergrade auf das spe- cihscher Gewichts oe see ee se nen onen Re er ee 17, Vergleichung der Fahrenh. Thermometerskala mit der Celsius- und Rögumurschen.aaerransarennernanesennesenenene nen ee 108 ‚arth. FR 7 5 an-= 5 SR na CE In BE rg rer er Put Kir VI Inhaltsverzeichnifs. Erste Abtheilung. E; Specielle Chemie. Ei ü { Yeflt Einleitung........ een a onen aa, Seite 69 Pins (Ueber organische und nichtorganische Körper, Säuren, Oxyde,| Suchstes 9 Basen, Salze etc.) e|(Kalk Erster Theil. Von den nichtmetallischen Grundstoffen.....= 7| Siebentes| Erstes Kapitel. Vom Sauerstoff......creeeccccacne. ee ed\Auhtes (Feuer, Flamme, Verbrennen, Zug, Feuerlöschen.) Neuntes Zweites Kapitel. Vom Wasserstoff sseaeckeceeceeen ee 9A Behntes ( Wasser.)| Elltes Drittes Kapttel,=Vom-Kohlenstoft. 5.2.0... 2. 2er 27708\ (Stein-, Braunkohlen, Kohlenoxyd, K.säure, K,wasser-|(Thoi stoff, Gasbeleuchtung.)! Si Vieries«Kapitel:* Vom Schwelle.„ee. nn ee 1! lie (Säuren des$., S.wasserstoff.) N Fünftes Kapitel,- Vom, Selen seen sn ee 183 d Sechstes= VomsPhospbor. a rn. ran 8195 N (Säuren desselben, Phosphorwasserstoff.)| Siebentes Kapitel Nen Bor... 0... nen...=:105 ( Boraxsäure.) er Achtes Kapitel. Vom Chlor....... dere eeseseennnueene= 195 nen (Säuren des Chlors, Salzsäure, Königswasser.) Phnfsches Neuntes-Kapel.- Vom od. ss hnec ces nenn re le hen (Säuren des Jods.) Sa Zehntes Kapitel. Vom Brom.ccersnnenennnnen. nes. 02080999 cn Elftes= Vom Stickstoff..... ee ae 2205 5 eh Neunzehntes (Salpeters., Ammoniak, Atmosphärische Luft, Cyan, Blau- Zwanzigste n 5 anzıgstes säure, Ammoniaksalze.): ZAwölktes. Kapitel. Vom Sıchonmer ucasseenoolnennses sauna. 2.204 a a (Kieselerde und Kieselfossilien,)= i Dreizehnies Kapitel, Vom Rlaor....eccceeesese esse nur Se 270 N; (Flufssäure.) Vi Zweiter Theil, Von den Metallen. a Einlentung Seren Be ee ee dl nt (Allgem. Eigenschaften d. Metalle, über das Vorkommen, Sa mechanische und chemische Behandlung der Erze.) ah Erstes Kapitel. Vom Kalium......... ee. ee= 296 Mn ( Aetzlauge, Salpeter, Pulver, Pottasche.) Didi,| Zweites Kapitel. Vom Natrium......ereceeee.. ee u= Ball H nd (Soda, Kochsalz, Glaubersalz, Borax, Glasfabrikation.) in f ET BELLE EEE TEENS CTTR R- Inhaltsverzeichnifs. Zweite Abtheilung. IX Diites Kapitel: Vom Eihium 2... lan Seite 392 Pi. te 65‘ Viertes-= Barytium ee aseiie eereisae- 393 22 ! Fünftes= ERESITONMUTDE RE ee ae ee area antee.e- 399 i N Sechstes= ar rain ee= 40% ns RB(Kalkstein, Kalkbrennen, Mörtel, Lithographie, Chlorkalk.) N S Siebentes Kapitel. Vom Magnesium ee ee eek elencie= 440| \; Achtes= ER Nitnum lesen ee dee aeliensneinee= 450 Neuntes= er SRhonumsas seen ee lseasie.e= 451 j of Zehnts== Ber REEL- 452: 5 N Elftes» Eur rkonium ee= 454 N] 108 Zwölftes= ZEN Un ee ee helse easeten= 45& |(Thonerde, Thon, Alaun, Porzellanfabrikation, Steingut,| E| Steinzeug, Fayance, Töpferzeug, Tiegel, Pfeifen, künst- Le 153 r liche Steinmassen etc.); 183| S! 185 Ne; el Zweite Abtheilung. IS E Dreizehntes Kapitel, Vom Mangansaeial 2.2... ar sage sun Seite 1 8 195&;=[ES| N Vierzehntes= a nZink. ern. Doro Dos Aaans wrsoo={ r: Ä Funfzehntes==. Gadmiumnae. ee. ss SORBOSBORBS MN e| a N Sechszehntes== Eisen. an sea Sacäsae ee re 7 RS)=. 09 N Siebzehntes== Kobaleae ser seinen ne,® 154 JA B| Achtzehntes==’Nickel, 2. 2:22: Se siesisieiäe ste eisies state- 166 1: F} Neunzehntes= Zn Werer.. ee aa ee edel seee- 171 wr ; Zwanzigstes= SERBIEN en seele ee ee= 113| f 14 Ein und zwanzigstes Kapitele. Vom Zinn...eeeseneenseneennnce= 223& = IN Zwe==== YNYısmuthiee sense ned 800208] | Drei= s= Van ee er eee= 263 m N| N Vier=== e Kupfer. 2.css00u0-000..0 eerr2h0 a h(Messing, Bronze, Metall,) 184 Fünf und zwanzigstes Kapitel, Vom Quecksilber..ueerrrrerer- E 339| 274 Sechs=== ER Silberne 2 ee- 8364 Kr Sieben=-= 2 Golden. en. ze 405 1 Y Acht=--= Blacn ee u"| 296 Neun====. Palladam aaa 22.0. 2.496 wi \ Dreifsigstes Kapitel. Vom Rhodium........ces2crene.. N 31498 a 34 ß Ein und dreifsigstes Kapitel. Vom Iridium...ercerseserseeeee nn- 459 e Zwi?=-- Ol= ABl e ‘ J: wu; TE une 7 x Inhaltsverzieehnifs. Zweite Abtheilung. 4 A Drei und dreilsigstes Kapitel. Vom Tellurium.seressenresoneee Seite 463 Vier==== Spielsplanz ar. zent nen- 469 Eünf=== za Dtans we ea sales= 482 Sechs==== Dantalsera..a 2 ee= 484 8 Sieben= 5= ZEN N olfram.n.. een z 49\ Acht=-= el TER- 488| Neun===== Chrom: u.= 491 Nierzigstes Kapitel, Vom Arsemk-........2 wesen.- 502 Ein und vierzigstes Kapitel. Vom Vanadium.......:.20es2se0r.-- 522 Druckfehler und kleine Zusätze zur ersten Abtheilung.........--= 928 ===== zweiten Abtheilung.......-=. 529 S, ot Ten Grölsere. Zusätze zur ersten Abtheilung,..........e...rec......%=. 530 zeichnung ===.v zweiien#Abtherlung 2.2... 22.48 oz an y Abkür bücher und | Alb u B. di], s 5 D. 4, sc, ko Dpd — D.t. Diet “Dumas Tr. BJ, Erd GA Gi Jd.k kr DA Pop Pe,| Ind UD, In, acy I } % Vorerinnerungen. S. oft Temperaturbestimmungen in diesem Buche, ohne besondere Be- zeichnung der Skala, vorkommen, so ist die Celsius’sche zu verstehen. Abkürzungen in den Titeln öfters angeführter Zeitschriften, Wörter- bücher und Werke. A.£.B. u H. Karsten’s Archiv für Berg- und Hüttenwesen. B. d. 1. s.@E. Bulletin de la soeicte d’ Encouragement pour P’indu strie nationale. D. d. sc. n. Dictionnaire de sciences naturelles. D. p. J. Dingler’s polytechnisches Journal. D. t. Dietionnaire technologique. Dumas Tr. d. ch. Dumas Trait& de chimie, appliguce aux arts. etc. Paris 1828—30. 2 Tomes, E. J. Erdmann’s Journal für technische und ökonomische Chemie. G. A. Gilbert’s Annalen der Physik. J.d.k.k.p. I. Jahrbücher des kais. kön. polytechnischen Instituts in Wien. P. A. Poggendorf’s Annalen der Physik und Chemie. P. ch. E. Parkes’s chemical Essays, London 1823 sec. edit. 2, Vol. S.n. J. Schweigger’s neues Journal der Chemie und Physik. U.D. DUres Dietionnary of Chemistry, London 1823, see. edition, V. d.G. Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerb- fleilses in Preulsen. FB i Na ey Fl=. ) Par () ) AED Ri) pr Seite 2 Zeile 16 v s 20 2 41 : 48 ; 50 ; si 5 91 ; 110 ; 144 : 167 > 171 ; 194 2.210 Du. 339 : 835 zı 8316 : 405 : 406 240% Im r Druckfehler. u. liels Porphyr statt Phorphyr. u. o 16 v. o 10 v. 10 17 v. U. u. u. ; Schlemmen statt Schlämmen, was einigemal vorkommt. ai aufwärts statt abwärts. N Charmotte statt Chamotte, was einigemal vor- kommt, s Fig. 9 statt Fig. 7, . setze zu: in die Flamme, so geht etc. lıefs werden statt werde, s Lagen statt Lagern. 7„Blöchrige Brenner in Privathäusern und se- tze noch zu: 1464 öffentliche Straßsenflanımen Balkengerüst 5,5 Pfeilern a,@ z Schenkel 5b s Cylinder h,h setze zu: zur Glasfabrikation. liefs Rückstand statt Rüstand. ; Zink statt Zinn. setze zu: D. t. Tom. XVII„Poudre ä canon” liefs Salsola statt Sasola. N N . setze zu: Faraday über die Bereitung eines Gla- ses zum optischen Gebrauch P, A. Bd. 18.8.515 liefs Abzüge statt Abzüchte. desgl. desgl. desgl. desgl. desg]. desgl. Kleinere Fehler, die den Sinn nicht weiter stören, wolle der gechrte Leser selbst berichtigen. a Di Chen von den\ eitdel ten Natırers dar verschie die Chemie vität oder\ Dieselhe Verbindung ı nische His engesetzten heile, chen der Sauersto und Sauerstf bildenden Sta im Wasser si serstofs Ira, verbunden. q , Öeier unglei und in diese, kraft behanne \ asser ein Y I „ Day 2öjfüüche Kı Wandeh zul Alexandtie,| Einleitung in die Chemie. 15 einıgemal gemal vor- 1. Allgemeine Vorbegriffe. Jie Chemie*) ist eine auf Erfahrung gegründete Lehre i; von den Verwandtschaftsers cheinungen der Naturkörper, es ist die Lehre von den durch die Verwandtschaftskraft hervorgebrach- ten Naturerscheinungen. Gleich wie in der Physik von den Wirkungen der verschiednen mechanischen Naturkräfte gehandelt wird, so lehrt die Chemie die chemische Naturkraft kennen, das ist die Affi- nität oder Verwandischaft, affinite, affinity. Dieselbe giebt sich auf doppelte Art zu erkennen, sowohl durch die Verbindung ungleichartiger Körper zu einem gleichartigen Ganzen, che- m und sc- enflanımen mische Mischung(Synthese), als auch durch Trennung eines zusam- canon” mengesetzten gleichartigen Körpers in ungleichartige Substanzen, Bestand- theile, chemische Zerlegung(Analyse). So vereinigen sich z. B. eines Gla- der Sauerstoff und Wasserstoff mit einander zu Wasser, der Schwefel .18.8.515. und Sauerstoff zu Schwefelsäure, welche Produkte von den beiden sie bildenden Stoffen wesentlich verschiedene Eigenschaften besitzen. Denn im Wasser sind weder die Eigenschaften des Sauerstoffs noch des Was- serstoffs wieder zu finden, beide haben sich so innig mit einander verbunden, dafs über alle sinnliche Anschauung hinaus die Theilchen beider ungleichartiger Körper sich gegenseitig unenllich genähert haben, und in diesem Zustand durch die ihnen inwohnende Verwandtschafts- kraft beharren, wodurch es unserm Sehorgan vorkommt, als sei das Wasser ein vollkommen gleichartiger Körper. a 1” Jer geehrte *) Das Wort Chemie ist orientalischen Ursprungs, und bedeutet die ägyptische Kunst, die vermeintliche Kunst, unedle Metalle in edle ver- wandeln zu können, welche im zweiten Jahrhundert nach Christus in Alexandrien in Aegypten ihren Ursprung genommen, I. 1 u H 2: BU NE Er/ 2. Einleitung. [| Diejenigen Chemiker und Physiker, welche eine sogenannte chemische Durchdringbarkeit der Materie annehmen, erklären das(Homogensein) Gleichartigerscheinen eines aus ungleichartigen(heterogenen) Stoffen gebildeten zusammengesetzten Körpers aus der Eigenschaft aller Materie sich chemisch durchdringen zu können, wodurch die Verschiedenheit der Grundkräfte sich gegenseitig ausgleicht, welches zur Folge hat, dafs auch das Materielle eine von dem frühern abweichende Beschaffen- heit zeigt,] Die chemische Anziehungskraft, die Verwandtschaft, zeichnet sich dadurch vor der mechanischen Cohäsions- oder Adhäsionskraft aus, dafs, indem durch die Cohäsionskraft nur gleichartige Körper sich in der Be- rührung anziehen und ein gleichartiges Ganze bilden, und vermöge der Adhäsionskraft sich zwar ungleichartige und gleichartige Körper anzie- hen, aneinander haften, aber kein gleichartiges Ganze bilden, durch die Kraft der Verwandtschaft ungleichartige Körper sich zu einem sleichartigen Ganzen verbinden. So sind, um ein Beispiel bei- zubringen, die einzelnen Massentheilchen, welche ein Stück Glas bil- den, alle Glas, sie halten durch gegenseitige Anziehung zusammen, das Ganze ist ein Aggregat vieler kleinster Glastheilchen, welche sowohl unter einander, als auch mit dem Ganzen völlig gleichartig sind. Be- trachtet man ein mit Silber oder Gold plattirtes Geräth, so findet man sogleich, dals es aus Kupferblech besteht; auf welchem ein äufserst dünnes Blätichen Silber oder Gold aufliegt, mit dem Kupfer in ge- nauester Berührung, aber deshalb nicht mit demselben zu einem gleich- artligen Ganzen verbunden; eben so erblickt man im Granit. Gneifs, Syenit, Phorphyr verschiedene Gemenge ungleichartiger Fossilien, die mehr oder minder fein zertheilt in der Berührung sich anziehen, des- halb an einander haften, ein Ganzes, aber kein gleichartiges Ganzes, bilden. Durch die Verwandtschaft werden aber nicht allein aus ungleich- arligen Körpern gleichartige Verbindungen hervorgebracht, sondern auch aus gleichartigen zusammengesetzten Stoffen ungleichartige Körper, Be- standtheile, geschieden,(Prozels der chemischen Zerlegung). So kann man z. B. das Wasser in Sauerstoffgas und Wasserstoffgas zer- legen, so auch die Schwefelsäure in Schwefel und Sauerstoflgas. Die chemische Zerlegung unterscheidet sich von der mechanischen Thei- lung dadurch, dafs die Produkte der letztern gleichartige Körper, die Produkte der erstern aber ungleichartige Substanzen sind; denn wenn man Glas noch so fein zertheilt, pulvert, reibt, so bleibt das kleinste Körnchen immer noch Glas und ist gleicher Natur mit dem Ganzen: dagegen wenn das Glas einer chemischen Analyse unterworfen wird, er- ) al mn stand wesnlliel Ian fm ein sundtheil son Neue seht z, I Hier sin entlernter vor, W01 muß, als Schwef,$ Hier sind Kali; die Iisten: Köneı Stoffe, 6 tar bodies, solut unzer] Kenntnisse halb man y kennt deren Es ense scheinungen ein und die Iedoch, mer erwägt, oo f Satfindende ıB, es di erhlgen FÜR nenen bind Ton an e chemische ’Mogensein) en) Stoffen ler Materie schiedenheit ge hat, dafs Beschaffen- ichnet sich ; aus, dals, in der Be- tmöge der [per anzie- en, durch zu einem spiel bei- Glas bil- men, das he sowohl sind. Be- findet man in äulserst fer in ge- ‚em gleich- t, Gneils, silien, die hen, des- os Ganzes, 3 ungleich- dern auch ‘per, Be- ung). 0 offgas Zer- Igas. Die hen Thei- jrper, die lenn wenn s kleinste Ganzeu; wird, e1- Allgemeine Vorbegriffe. 3 hält man Kieselerde und Kali, oder Natron, als hauptsächlichste Be- standtheile, Körper, welehe unter einander ungleicharlig und vom Glas wesentlich verschieden sind. Man unterscheidet nähere und entferntere Bestandtheile, inso- fern ein zusammengesetzter Körper bei der chemischen Zerlegung Be- standtheile liefert, die selbst wieder zusammengesetzt sind, und daher von Neuem in andere Bestandtheile zerlegt werden können. So be- steht z. B. Salpeter aus: ee H Salpetersäure Kali NE IE== Ze 3 Mr= 2 En Stickstoff, Sauerstoff Kalium, Sauerstoff. Hier sind die nähern Bestandtheile Salpetersäure und Kali, und. die entferntern Stickstoff, Kalium und Sauerstoff. Es kommen auch Fälle vor, wo man sogar noch entferntieste Bestandtheile unterscheiden muls, als z. B. beim Alaun, dieser besteht aus Ze— I we: Zuge n schwefelsaurer Thonerde schwefelsaurem Kali — 0 m— Schwetelsäure, Thonerde Schwefelsäure, Kali ET N— De U a Schwef. Sauerst. Alumium Sauerst. Schwef. Sauerst. Kalium Sauerst. Hier sind die nähern Bestandtheile: schwefels. Thonerde, schwefels. Kali; die entferntern: Schwefelsäure, Thonerde, Kali; die entfern- testen: Schwefel, Alumium, Kalium, Sauerstoff. Körper, welche nicht weiter zerlegbar sind, nennt man einfache Stoffe, Grundstoffe, chemische Elemente, corps simples, elemen- tary bodies, man kann jedoch von ihnen nicht behaupten, sie seien ab- solut unzerlegbar, sondern nur dafs sie nach Mafsgabe unserer jetzigen Kenntnisse in der analytischen Chemie unzerlegbar sich beweisen, wes- halb man von ihnen glaubt, sie seien einfache Stoffe, Grundstoffe; man kennt deren bis jetzt 53. Es erscheint bei einem flüchtigen Blick auf die verschiednen Er- scheinungen, welche die Verwandtschaft bedingt, widersprechend, dafs ein und dieselbe Naturkraft sowohl bildend, als auch zerstörend wirke. Jedoch, wenn man die Erscheinungen der chemischen Zersetzung genauer erwägt, so findet sich, dafs dieser Prozefs nur die Folge einer zugleich stattfindenden, oder eigentlich vorangehenden, neuen Mischung ist. Wenn 2. B. essigsaures Bleioxyd durch Schwefelsäure zersetzt wird, so ist die erfolgende Abscheidung der Essigsäure vom Bleioxyd die Folge einer neuen Verbindung des letztern mit Schwefelsäure; ferner die Ent- bindung von Wasserstoffgas aus dem Wasser, welches mit Zink und Schwefelsäure in Berührung steht, eine Folge davon, dafs sich der 3 1% 4 Einleitung. | Sauerstoff des Wassers mit Zink, und das entstandene Zinkoxyd mit 9 Schwefelsäure verbindet.| f ..... sist [Man unterscheidet reine und angewandte Chemie; insofern die I Chemie als eine für sich bestehende WVissenschaft unter den einzelnen En Teturkralt Zweigen der Naturkunde eine Stelle behauptet, nennt man sie reine Chemie, angewandte dagegen, wenn man chemische Lehren auf andere Nirkung$ Wissenschaften, Künste und Gewerbe anwendet,‘So zählt man unter nd die M | leiztere die technische Chemie, Anwendung chemischer Lehrsätze Yürke der | auf die verschiedenartigsten Gewerbe, welche mit chemischen Prozessen hen sich der Mischung und Zerlegung zu thun haben. Eben so wie zum Stu” a ir 2 dium der angewandten Mathematik Kenntnifs der reinen Mathematik En unumgänglich erforderlich ist, so ist auch, um technische Chemie zu keine chen studiren, nothwendig, eine Kenntnils der wichtigsten Lehren der reinen en Auf Chemie zu besitzen, Es ist der Zweck dieses Lehrbuchs, die Elemente der reinen Chemie in stetem Zusammenhang mit der technischen Che- mischen P Einfluß, 1 mie vorzutragen. gung des Bildes, welches von der Natur der einzelnen bekannten Ma- Man theilt die Chemie ferner ın eine allgemeine und besondere schung, od ein, erstere lehrt die Verwandtschaftskraft, die chemische Naturkraft u un R | kennen, ihr Verhalten zu andern Naturkräften, ihre WVirkungsart unter herschrie | verschiednen Bedingungen, die Gesetze der Mischung und Zersetzung Il I der Naturkörper; die besondere Chemie dagegen lehrt uns das Verhal- an ya | ten der einzelnen bekannten einfachen und zusammengesetzten Natur- ni 2{ | körper gegen einander, ihre Verbindungen, Zersetzungen, Sie giebt Il sein m | auch ferner, um die Naturkörper, von denen es sich handelt, ge- hisionsral nauer kennen zu lehren, die physikalischen und physiologischen Eigen- selben sich schaften derselben an, als Farbe, Geruch, Geschmack, Krystallform, hilden, So specifisches Gewicht, Härte, Schmelz- und Verdampfungsfähigkeit, Licht- chen beträc! brechungs- VVärme- und Elektricitätsleitungsvermögen etc., Eigenschaf- Lünen sich | ten, welche durchaus keine chemischen sind, aber zur Vervollständi- hirden ech Ms | der gleichart terien in der Chemie entworfen wird, nothwendig. Theoretische und praktische Chemie sind dadurch von einan- Weglch, ve |) der verschieden, dafs erstere die chemischen Bereitungsarten der Natur- Aufeinandern körper blos im Allgemeinen angiebt, letztere dagegen die vortheilhaf- Chemiker testen Bereitungen, die Handgriffe, das Detail des Verfahrens lehrt, Nın bedinst Uebrigens lernt man ebenso wenig praktische Chemie aus Büchern, die Römer ß | als man praktische Mechanik am Schreibtisch studiren kann. Ein Theil der praktischen Chemie ist die analytische Chemie, wel- che die Methoden lehrt, zusammengesetzte und einfache Stoffe zu dert dadurch werden, den listed, Fi Nschungen Zeit bedeutend ausgebildet worden.] ni | det Col SEI stay :; arten geh, erkennen, von einander zu scheiden und dem Gewicht nach. zu’ be- stimmen. Sie ist durch die Bemühungen der Chemiker in der neuesten oXyd mit ofern die einzelnen sie reine uf andere nan unter Lehrsätze Prozessen um Stu” ıthematik ıemie zu er reinen Elemente hen Che- ‚ondere Naturkraft sart unter ersetzung s Verhal- n Natur- Sie giebt delt, ge- :n Eigen- stallform, it, Licht- genschaf- ollständi- nten Ma- ın einan- er Natur- rtheilhaf- ns lehrts Büchern, n. Eın e, wel- offe zu zu be- yeuesten Von dem chemischen Proze/s. 5 2. Von dem chemischen Prozels ins Besondere. Es ist schon vorn gelehrt worden, dafs die Verwandtschaft, oder Affinität, der Naturkörper die alle chemischen Erscheinungen bedingende Naturkraft ist, dafs alle Mischung und Zerlegung der Stoffe Folgen ihrer Wirkung sind. Alle Körper haben chemische Anziehung zu einander, und die Affinität gehört zu den der Materie zukommenden Kräften. Die Stärke der Verw andtschaft der Körper ist aber sehr verschieden, einige ziehen sich beträchtlich stark, andere dagegen nur schwach an, nicht selten scheint es sogar, als äufserten gewisse Stoffe auf einander gar keine chemische Anziehung, wenigstens ist sie unter den gewöhnlichen Umständen verschwindend. Auf den durch die Wirksamkeit der Verwandtschaft bedingten che- mischen Prozefs äufsert unter andern die Wärme einen sehr srolsen Einfluls.“Es ist längst ein Erfahrungssatz, dafs jede chemische Mi- schung, oder Zersetzung, an eine bestimmte Temperatur gebunden ist, so dafs, wenn dieser nöthige Temperaturgrad nicht erreicht ist, oder überschritten wird, der Prozefs entweder gar nicht eintritt, oder sehr unvollkommen verläuft, ja selbst das entgegengesetzte tesultat erhalten wird von demjenigen, welches bei einer bestimmten Temperatur er folgt sein würde. Es ist aus der Physik bekannt, dafs alle Körper Co- häisionskraft besitzen, vermöge welcher die gleiehartigen Theilchen der- selben sich anziehen, zusammenhalten, ini ein gleichartiges Ganze bilden. So lange aber die mechanische Anziehung gleichartiger Theil- chen beträchtlich stark ist, wie in den starren Körpern, so lange können sich die ungleichartigen Körpertheilchen nieht gegenseitig ver- binden, sich chemisch nicht einigen. So bald als aber die Cohäsionskraft der gleicharligen Theilehen so weit vermindert ist, dals dieselben be- weglich, verschiebbar geworden, so kann der eische Prozels der Aufeinanderwirkung stattfinden. Deshalb sagten auch schon die 2 Chemiker„nur flüssige Körper wirken chemisch auf einander ein. Nun bedingt die Wärme nicht allein eine Vergröfserung des Raums, den die Körper einnehmen, lockert nicht allein die Masse auf, und vermin- dert dadurch schon die Starrheit, sondern sie bedingt auch das Flüssig- werden, den Uebergang sowohl in den tropfbar- als elastisch flüssigen Zustand. Hieraus wird einleuchtend werden, weshalb, wenn chemische Mischungen oder Zerlegungen stattfinden sollen, eine bestimmte Tem- peratur der Körper, ein gewisser Grad der Auflockerung, der vermin- derten Cohäsion dazu erforderlich ist. ohne welchem durch die gegen- seitige starke Anziehung gleichartiger Theile das Anziehen der ungleich- semacht werden kann. artigen sehr gehindert ist, oder selbst unmöglich ze ee rn 6 Einleitung. So erfolgt z. B. bei 0° keine Gährung, keine Fäulung, wohl aber über Null, so oxydirt sich der Schwefel, der Kohlenstoff, Wasserstoff nicht an der Luft bei der mittlern Lufttemperatur, wohl aber, wenn man dieselben gehörig erwärmt, So nimmt das Quecksilber bei der mittlern Temperatur keinen Sauerstoff auf, aber bei 3600 C., bei seinem Siedepunkt, allmälig und verwandelt sich in rothes Quecksilberoxyd, welches‘aber bei der Dunkelrothglühhitze sich wieder in Quecksilber und Sauersioffgas trennt. So zersetzt sich das Kochsalz(Chlornatrium) und das Bittersalz(schwefelsaure Magnesia) bei Temperaturen über 0° nicht, wohl aber unter 0°, wenn die Auflösung beider der Frostkälte ausgesetzt wird, es erzeugen sich schwefelsaures Natron und Chlor- magnesium.— Beispiele anderer Art, dafs die Wärme bedeutenden Einfluls auf chemische Prozesse ausübt, lassen sich noch dadurch nach- weisen, dals, nach der grölsern oder geringern Flüchtigkeit der Stoffe, die doch in nichts anderm, als einer verschieden starken Verwandtschaft zur Wärme besteht, die Resultate des chemischen Prozesses verschieden ausfallen. So zerlegt unter andern die Schwefelsäure auf nassem Wege alle boraxsauren Salze, und scheidet die Boraxsiure aus, während die Boraxsäure umgekehrt auf trocknem Wege die Schwefelsäure aus ihren Salzen austreibt, indem erstere nicht flüchtig, sondern feuerbeständig ist, letztere aber flüchtig, durch Aufnahme von Wärme in Dampf verwan- delt wird und entweicht.(Unter troeknem und nassem Wege ver- steht man in der Chemie das Aufeinanderwirken theils durchs Erhitzen, theils mittelst Auflösungsmittel.) Aufserdem, dafs die Wärme einen ausgezeichnet grofsen Einfluls ausübt, bedingt auch.die verschiedne Auf- löslichkeit der Stoffe manche Modifikationen. Verbinden sich ungleichartige Körper mit einander, so findet ent- weder eine Neutralisation statt, oder nicht, das heifst es werden entweder die gegenseitigen chemischen Eigenschaften mehr oder minder vollkommen ausgeglichen, oder es findet ein solches Aufheben, Aus- gleichen nicht statt. So oft eine Neutralisation eintritt, sind zur Hervor- brinsung derselben constante Mengenverhältnisse der zu verbindenden Stoffe erforderlich. Wenn man z. B. zu verdünnter Schwefelsäure, welche sauer schmeckt, und das blaue Laekmuspapier roth färbt, eine zur Neutralisation hinlängliche Menge Ammoniak hinzusetzt, welches einen scharfen, beilsenden Geschmack hat, und geröthetes Lackmuspa- pier wieder blau färbt, so wird eine Verbindung beider— schwefel- saures Ammoniak— erhalten, welches weder sauer, noch scharf, beis- send schmeckt, sondern stechend, bitterlich-salzig, und weder die blauen Papierchen röthet, noch die gerötheten bläuet. So wie man zu viel Ammoniak hinzuseizt, so bläuet die Flüssigkeit die gerötheten Papiere, en Jeiche ziak vum ihonehüss zidk hinzu ar scho vereinigt fkagenzien Es vei zu zeigen, mengt, we Wenn ma keit herve das heilst, auf, die je hältnisse b der, so fin sich in je Alkohol un Auf di haben folge hümliche 1 derselben lich die Fli Körpern auf {erien sowol beim Kochs aullist, als Kalk und d aber gerade je kälter das gen Zistani durchs Erw gemacht vrer "gi Iso weni ach die hy iichen, hi t geringste Nr,& Di Tate, w hır Werden, vohl aber asserstoff U, wenn bei der | seinem beroxyd, ecksilber matrium)) über 00 "rostkälte d Chlor- \eutenden rch nach- er Stoffe, ndtschaft schieden m Wege rend die aus ihren indig ist, verwan- Vege ver- Erhitzen, ne einen :dne Auf- ıdet ent- ; werden r minder en, Aus- » Hervor- indenden efelsäure, th färbt, welches ‚kmuspa- chwefel- ıf, beis- e blauen zu viel pP a piere, Neutralisation. Sättigung. ein Zeichen, dass dieselbe nicht neutral ist, sondern dals das Ammo- niak vorwaltet, das heilst, dals aulser der neutralen Verbindung noch überschüssiges Ammoniak vorhanden; hätte man zu wenig Ammo- niak hinzugesetzt, röthete die” Flüssigkeit die blauen Papierchen, so ist zwar schon eine Portion neutrales Salz erzeugt, aber es stieht noch unvereinigte, nicht neutralisirte Säure vor.(Ueber den Gebrauch der Reagenzien siehe die Einleitung in die specielle Chemie.) Es verbinden sich aber auch Körper ohne Spuren von Neutralisation zu zeigen, SO 2. B. wenn man Wasser mit Essig, Wein, Schwefelsäure mengt, wenn man Salz, Zucker, Weinsteinsäure in Wasser auflöst. Wenn man Auflösungen fester oder luftförmiger Körper in einer Flüssig- keit hervorbringt, so findet immer eine Sättigung, Saturation, statt, das heilst, es nimmt die letztere von erstern nur eine bestimmte Menge auf, die jedoch relativ ist und durch gewisse, näher anzugebende, Ver- hältnisse bedingt wird; mengt man jedoch zwei Flüssigkeiten mit einan- der, so findet man meist eine solche Sättigung nicht, sondern sie lassen sich in jedem beliebigen Verhältnifs mit einander mengen, wie z. B. Alkohol und Wasser, Schwefelsäure und Wasser u. a. m. Auf die Sättigung flüssiger Körper durch starre oder gasförmige haben folgende Verhältnisse Einfluls: 1) die Temperatur, 2) die eigen- thümliche Beschaffenheit der Substanzen, die Grösse der Verwandtschaft derselben zur Flüssigkeit, 3) die Reinheit derselben. Je wärmer näm- lich die Flüssigkeit ist, desto mehr löst sie in der Regel von starren Körpern auf, jedoch giebt es auch Fälle, wo die Auflöslichkeit der Ma- terien sowohl bei 0% als auch bei 100° fast ganz gleich ist, wie z. B. beim Kochsalz, Gyps, und wo bei der Siedehitze selbst weniger sich auflöst, als bei der mittlern Temperatur der Luft, wie dies z. B. beim Kalk und der Magnesia der Fall ist. Bei gasförmigen Körpern ist es aber gerade umgekehrt, hier wird desto mehr vom Wasser verschluckt, je kälter das letztere ist, weil nur dann das Gas in den tropfbar Nüssi- gen Zustand übergeht und mit dem Wasser sich verbindet, welches durchs Erwärmen des Wassers nothwendig verhindert und unmöglich gemacht werden muls. Je gröfser die Verwandtschaft der starren Körper zum Wasser ist, desto weniger des letztern reicht hin, um sie völlig aufzulösen, daher auch die hygroskopischen Materien, welche den Wasserdampf der Luft anziehen, binden, und dadurch zerfliessen, sich am leichtesten, d. h. in der geringsten Menge Wasser. auflösen, wie z. B. salzsaurer Kalk, salzs. Magnesia, salpetersaurer Kalk, salpeters. Magnesia, Kali. u.,#2.,.,M...=- Die Gase, welche schon durch blofsen Druck, durch Verdichtung tropf- bar werden, haben auch das grölste Bestreben sich mit Wasser zu ver x “4 3 OR(B) wo I SE hi € 29 Year A, € AA Er ö UNE ET re: | 8 Einleitung. i| binden, wie z. B. Ammoniakgas,, salzsaures Gas; Wasser verschluckt| 1m n von ersterm bei 10° 670, von letzterm 480 mal sein eignes Volum, vom In Fluorborgas sogar 700 Raumtheile! Deshalb befördert auch vermehrte m} Dichtigkeit der Gase, durch künstlich ausgeübte Zusammendrückung\ en derselben, die Absorption gar sehr. lo w Auf die Menge der starren und gasigen Substanzen, welche vom A Jetzterm Wasser aufgenommen wird, hat auch die Reinheit des Wassers Ein-© Auch be fluls; es ist bekannt, dafs reines, destillirtes Wasser unter gleichen hältnissen Unmständen relativ mehr aufnehmen kann, als unreines(Brunnenwasser, ser, oder ı welches schon mancherlei Stoffe aufgelöst enthält); auch hat die Ver- Spuren so mehrung der Berührungspunkte zwischen der Flüssigkeit und dem auf- portionen zunehmenden Körper(es sei ein starrer, oder luftartiger) einen nicht siure 13; unbeträchtlichen Einflufs auf die Schnelligkeit der erfolgenden Verbin- a dung, weshalb fleilsiges Umrühren vortheilhaft wirkt;(vergleiche weiter H E m unten beim kohlensauren Wasser.) a solche Säu [ Durch genaue Untersuchung der bekannten Verbindungen der einfachen| bei+ 19 und zusammengesetzten Naturkörper unter einander, hat man gefunden, Schwele‘ dals sich dieselben in gewissen multipeln Verhältnissen verbinden, d.h. minderung dals, wenn ein einfacher Stoff a sich mit einem andern b in mehrern menmische Proportionen verbindet, bei gleicher Menge von a die verschiednen Men- ten Fall, ei gen von b sich zu einander wie die einfachen ganzen Zahlen verhalten, tendsten, wı also wie 1, 2; 3, 4, 5, 6,7 oder auch wie a 1, 13, 2, 2%, 3, das ist bei sie. beträgt« der doppelten Menge von a, also bei 2a,= 1, 2, 3, 4, 5, 6, also im- ‚enthaltene$ mer in ganzen Zahlen. So verbinden sich z. B, 2 Raumtheile Chlorgas Kae mit 1 Raumtheil Sauerstoffgas, auch mit 3, 5, 7 Raumtheilen Sauerstoff- ee 835; ferner 2 Raumtheile Stickstoffgas mit 1 Raumtheil Sauerstoflgas, I ie 5 auch mit 2, 3, 5 Raumtheilen Sauerstoffgas. 1294,5 Theile Blei ver- ne Er binden sich mit 100, 150, 200 Theilen Sauerstoff; 355,7 Mangan mit| gen nit Ze 100, 150, 200, 250 Sauerstoff; 201,16 Schwefel mit 100, 200, 250, 300 ı ken Wall Sauerstoff.; hanpsllih N Was hier vom Sauerstoff gezeigt worden ist, gilt auch für die Ver- die Wahlrern; bindungen der Körper mit Schwefel, Chlor Jod, Brom, Cyan; z. B. ver- Nahlperwandis binden sich 940,8 Arsenik mit 402,33; 603,495; 1005,825 Schwefel, Wenn| =2;3;5; 339,213 Eisen mit 442,65 und 663,975 Chlor,= 2; 3. Ki Verbinden sich aus je 2 Elementen zusammengesetzte Körper mit ein- hi| ander, so geschieht es also, dafs, wenn in beiden ein und derselbe che-| fi A, mische Grundstoff enthalten ist, wie z. B. Sauerstoff, Chlor, Schwe- Er ie Ve fel u. a., die Menge desselben in dem einen Körper zur Menge des-|"manch selben in dem andern in einem einfachen multipeln Verhältnifs steht. A ah Wenn sich z. B. Schwefelsäure mit Eisenoxydul verbindet, in welchen Ga den Pronef beiden Sauerstoff enthalten ist, so geschieht es in solchem Verhältnifs, Karo} dals, wenn die Verbindung beider neutral, die Sauerstoffmenge in der\ AM man Schwefelsäure zur Sauerstoffmenge im Eisenosydull=3:1list. Z.B, he NNUS schluckt m, vom Tmehrte rück ck ung he vom 15 Ein- gleichen Nwasser, lie Ver- em auf- n nicht Verbin- e weiter infachen efunden, en, d.h. mehrern u Men- halten, sist beı ılso im- Shlorgas uerstoff- stollgas, lei ver- gan mit 50, 300 die Ver- B. ver- chwefel, u 20 B: mit ein- be che- Schwe- ge des- s steht. welchen hältnils, »jn der 2.B. Multiple Verhältnisse. W ahlverwandtschaft. 9 100 Theile wasserleeres schwefelsaures Eisenoxydul enthalten 46,706 Schwefelsäure und 53,294 Eisenoxydul; in jener Menge Schwefelsäure sind enthalten 31,88 Sauerstoff, im Eisenoxydul aber 10,63, es verhal- ten sich aber 31,88: 10,63= 3: 1.— Ein ander Beispiel. 1985,110 niedrigstes Schwefelkupfer verbinden sich mit 540,378 niedern Schwe- feleisen zum Buntkupfererz; in ersterm sind 402,330 Schwefel enthalten, in letzterm 201,165 Schwefel, das ıst= ze ık Auch bei denjenigen Substanzen, welche sich in allen möglichen Ver- ij hältnissen mit einander verbinden, wie z. B. Schwefelsäure und VVas- ser, oder Alkohol und WVasser, lassen sich mehr oder minder deutlich Spuren solcher konstanten Mischungsverhältnisse, einfacher multipler Pro- portionen nachweisen. So enthält z. B. die concentrirteste Schwefel- säure 18,345 WVasser in sich und 81,663 wasserleere Säure, deren Sau- erstoffgehalt sich zu dem des Wassers verhält= 3: 1, Hat die Säure so viel Wasser angezogen, dafs sie 315 enthält, dann verhält sich der Sauerstoffgehalt der wasserleeren Säure zu dem des Wassers= 322; solche Säure krystallisirt sehr leicht schon bei+ 4°, und schmilzt erst bei+ 755°. Beim Zusammenmischen gleicher Raumtheile concentrirter Schwefelsäure und Wasser ist die Zusammenziehung, oder Raumesver- minderung des Gemisches am stärksten, nämlich 2,99.— Beim Zusam- menmischen von Alkohol und Wasser findet, so wie im eben erörter- ten Fall, eine Raumesverminderung statt, dieselbe ist dann am bedeu- tendsten, wenn man 53,94 Raumtheile Alkohol mit 46,06 VVasser mengt, sie beträgt 3,7759, merkwürdig verhält sich der in obiger Alkoholmenge enthaltene Sauerstoff zu dem im Wasser=1: 3] f In so fern die Verwandtschaft ungleichartige Körper mit einander vereinigt, ohne Abscheidungen, Trennungen zu bedingen, nennt man dieselbe mischende Verwandtschaft, wenn aber chemische Bil- dungen mit Zersetzungen verknüpft sind, so wird der statthabende Pro- zels ein Wahlverwandtschafts-Prozefs genannt. Man unterscheidet hauptsächlich dreierlei verschiedne Formen, Typen, unter welchen sich die Wahlverwandtschaft äufsert, nämlich einfache und doppelte Wahlverwandtschaft, prädisponirende Verwandtschaft. Wenn 3 Stoffe mit einander in chemische Wechselwirkung-tre- ten, und sich nicht alle 3mit einander, ohne dafs einer oder der andere ausgeschieden wird, verbinden, sondern so dafs eine aus 2Stollen a und b bestandne Verbindung a+ b durch einen dritten c, welcher grölsere Verwandtschaft zu a hat, als b zu a, getrennt wird, und eine neue Ver- bindung a-+ c sich erzeugt und b ausgeschieden wird, so nennt man dies den Prozels der einfachen Wahlverwandtschaft; der neu gebildete Körper a-+c heifst das Produkt, und der Abgeschiedne b das Edukt. Wenn man auf kohlensaures Kali Schwefelsäure giefst, so entsteht schwefelsaures Kali(Produkt) und kohlensaures Gas(Edukt) entweicht. 10 Wahloerwandtschaft. Praedisponirende Vers. Essigsaures Bleioxyd und Schwefelsäure giebt schwefelsaures Bleioxyd und Essigsäure. Treten 4 Stoffe in Wechselwirkung, von denen je 2 und 2 bereits mit einander verbunden sind, a+b und e—+-d, und verbinden sie sich nicht unmittelbar zu einem Ganzen, sondern so, dals sich a mit c und b mit d vereint, so entstehen zwei Produkte, kein Edukt; diesen Vor- gang nennt man den Prozels der doppelten Wahlverwandtschaft. Bei- spiele. Schüttet man zu einer Auflösung von salzsauren Baryt schwe- felsaures Natron, so hilden sich schwefelsaurer Baryt und salzsaures Na- tron; aus essigsaurem Bleioxyd und kohlensaurem Natron entstehen koh- lensaures Bleioxyd und essigsaures Natron. [Merkwürdig ist, dafs, wenn sich zwei neutrale Salze zerlegen, meistens auch wieder zwei neutrale Salze gebildet werden, aber nicht stets; Aus- nahmen machen: kohlensaures Zink-, Kupferoxyd, Magnesia, welche, aus zwei neutralen Salzen erzeugt, z, B. aus schwefelsaurer Magnesia, Kupfer- und Zinkoxyd und kohlensaurem Kali oder Natron, dennoch basisch sind,— Der Erfolg der doppelten Wahlverwandtschaft ist nicht selten unter ähnlichen Umständen bei denselben Stoffen ein anderer, als der der einfachen, WVenn man z. B. schwefelsauren Baryt mittelst Kalı zerlegen wollte, so würde dies nicht erfolgen, weil die Verwandtschaft des Baryts zur Schwefelsäure gröfser als die des Kalis zur Schwefel- säure. WVenn man aber schwefelsauren Baryt mit kohlensauren Kali schmilzt, oder kocht, so ist die Verwandtschaft der Schwefelsäure ge- gen das Kali+ der Verwandtschaft des Baryts zur Kohlensäure gröflser als die Verwandtschaft des Kalis gegen die Kohlensäure— der Ver- wandtschaft des Baryts zur Schwefelsäure, also erfolgt die Zersetzung, die durch reines Kali nicht erfolgt.] Die prädisponirende, vermittelnde, bedingende Verwandtschaft findet dann statt, wenn ein Körper einen aus 2 Bestandiheilen beste- henden nur unter Vermittlung eines vierten zerlegt, der sich mit dem Produkt der Zersetzung verbindet, während ein Edukt frei wird. Es sei z. B. a+b ein zu zerlegender Stoff, c kann sich mit a verbinden und b entbinden, aber nur dann, wenn e, welches zur Verbindung von a-+-c Verwandtschaft hat und sich mit derselben verbinden möchte, mit einwirkt. e vermittelt also die Verbindung von a+c, es bestimmt c die Verbindung von a-+-b zu zersetzen. Beispiel. Zink zerlegt das Wasser, welches aus Sauer- und Wasserstoff besteht nur dann, wenn eine Säure zugeselzt wird, welche sich mit dem dann sich bildenden Zinkoxyd(Zink+ Sauerstoff) vereinigt. Weil nun die Säure vorhan- den, und dieselbe zum Zinkoxyd Verwandtschaft hat, so zerlegt Zink das Wasser, Wasserstoffgas wird frei und Zinkoxyd bildet sich, wel- E32 es sl solls m€ [Phaphor li) vorh une größst jundoe K phor sich stoff absel s0 wirken zersetzend Es hlei ıemer Verb eintretende sere Sinne Wenn s sich nicht se Erscheinung Verwandise] stände solch scheinung ist gewesen, WE (Stahl nahm Phlosiston, treten sollt zurückblicbe erscheinung erstoff der} Feuer aushı Aber woher sich u B,\ woher eine Flamme RS derten Wii serdampfs, thile des\ für Verhrer Produkt der habe eine slben,| N lange Ä ecapa OOE Tag Lsschen 1) Bleionyd bereits sie sich te und en Vor- t. Bei- schwe- res Na- en koh- meistens ts; Aus welche, Iagnesia, dennoch ist nicht lerer, als elst Kalı dtschaft chwefel- en Kalı äure ge- e grölser ler Ver- Tsetzung, dtschaft n beste- mit dem ird. Es erbinden lung von möchte, estimmt legt das , wenn Idenden vorhan- gt Zink h, wel- Theorie des Feuers. 11 ches sich mit der Säure zu einem Salz verbindet.(Methode Wasser- stoffgas zu entwickeln). [ Phosphor zerlegt die Kohlensäure nur dann, wenn eine Base(Natron, Kali) vorhanden ist, denn da die sich bilden sollende Phosphorsäure eine grölsere Verwandtschaft zur Base hat, als die mit derselben wr- bundne Kohlensäure, so wird, da eine Base vorhanden ist, der Phos- phor sich des Sauerstoffs der Kohlensäure bemächtigen und den Kohlen- stoff abscheiden,(Methode reinen Kohlenstoff zu gewinnen). Eben so wirken Bor, Silicium auf die Kohlensäure unter gleichen Umständen zersetzend ein.] Es bleibt nun noch übrig, die in Folge ‚stattgehabter Bildungen neuer Verbindungen und Abscheidungen verbunden gewesener Stoffe eintretenden, dieselben begleitenden Veränderungen, die sich durch un- sere Sinne wahrnehmen lassen, kennen zu lernen. Wenn sich zwei ungleichartige Körper mit einander verbinden, zeigt sich nicht selten Feuer, d.h. es wird Licht und Wärme entbunden; diese Erscheinung tritt um so stärker hervor, je bedeutender die gegenseitige Verwandtschaft der sich verbindenden Körper ist, je mehr die Um- stände solcher Verbindung günstig sind. Die Erklärung der Feuerer- scheinung ist von jeher den Chemikern eine Aufgabe von Wichtigkeit gewesen, weshalb auch vielfältige Hypothesen aufgestellt worden sind. [Stakl nahm in allen brennbaren Körpern einen eignen Brennstoff an, Phlogiston, welcher beim Verbrennen entweichen und als Feuer auf- treten sollte, während der Körper in einem ganz veränderten Zustand zurückbliebe, Lavoisier zeigte aber, dafs gerade umgekehrt die Feuer- erscheinung eintrete, indem sich ein brennbarer Körper mit dem Sau- erstoff der Luft vereinige, dafs also im Moment der Verbindung beider Feuer ausbricht, dafs der dadurch erzeugte Stoff aus beiden bestehe, Aber woher das Feuer, Licht und Wärme? Er glaubte, dafs, wenn sich z. B. Wasser- und Sauerstoff mit einander zu WVasser verbinden, wobei eine unglaubliche Hitze erzeugt, während eine wenig leuchtende Flamme gesehen wird, diese WVärmeentwicklung sich aus der vermin- derten Wärmecapacität des Produkts der Verbindung, also des VVas- serdampfs, im Vergleich mit den WVärmecapacitäten der beiden Bestand- theile des WVassers erklären lasse. Eine gleiche Erklärung glaubte er fürs Verbrennen des Kohlenstoffs aufstellen zu dürfen, er meinte, das Produkt der Verbindung desselben mit dem Sauerstoff, die Kohlensäure, habe eine geringere Wärmecapacität als die beiden Faktoren der- selben. So lange nun nicht durch direkte Untersuchungen über die relativen Wärmecapacitäten der Naturkörper das Gegentheil erwiesen war, konnte Lavoisier’s Hypothese angenommen werden. Als aber die fran- zösischen Physiker De Laroche und Berard durch genaue Versuche 12 Theorie des Feuers. bewiesen, dafs die WVärmecapacität des WVasserdampfs gröfser sei, als die der Bestandtheile, so konnte man nicht mehr obigen Erklärungs- grund gelten lassen» Sie haben nämlich dargethan, dafs, wenn die Wärmecapacität der atmosphärischen Luft 1,000 ist, die eines gleichen Volums WVasserdampfs 1,960, eines gleichen Volums Sauerstoffgases 0,9765, und des Wasserstoffgases 0,9033 ist; nun besteht das VVasser aus 1 Volum Sauerstoffgas, dessen WVärmecapaeität= 0,9765 und aus 2 Volum WVasserstoffgas, deren WVärmecapacität= 1,8066, Summa beider VWVärmecapacitäten 2,7831. Da aber bei gleicher Temperatur das Volum des entstandnen Wasserdampfs gleich dem des Wasserstoff- .-: 2,7831 gases ıst, so wäre demnach die VWVärme des VWVasserdampfes= E = 139155. Nun ist aber nach den angestellten Versuchen die VVär- mecapacıtät des WVasserdampfs 1,960, also müfste derselbe, wenn er aus den Bestandtheilen erzeugt wird, noch von aufserhalb Wärme auf- nehmen und binden, wogegen aber gerade erweislich ist, dals im Mo- ment der gegenseitigen Vereinigung beider Substanzen die gröfste Hitze hervorgebracht wird, die hervorzubringen ist, durch welche selbst Pla- tina geschmolzen werden kann. Man suchte nun einen genügendern Erklärungsgrund für die Feuer- erscheinung, der auch zugleich die Entbindung von Licht mehr berück- sichtigte; man kam auf die Erklärung aus elektrischen Principien, wel- che Berzelius in neuerer Zeit aufgestellt hat.] Weil bei der Vereinigung ungleichartiger Elektrieitäten Licht- und Wärmeentwicklung stattfinden, Feuer gesehen wird, wie theils beim Ent- laden elektrischer Batterien, theils und besonders bei den Glühungs- erscheinungen, welche die Volta’sche Elektrieität bedingt, in schönster Pracht geschieht, so glaubte man die bei chemischen Verbindungen un- gleichartiger Körper oft statthabende Feuererscheinung aus der Ausglei- chung des entgegengesetzt elektrischen Zustandes der sich einigenden Körper erklären zu können, zumal da Beeguerel und andere bewiesen haben, dafs bei chemischen Verbindungen elektrische Strömungen nach- weisbar sind. Man legt den heterogenen Körpern, die sich mit einan- der verbinden, eine elektrische Anziehung vermöge ungleicharliger elek- trischer Zustände bei, welche sich auch schon durch die Zersetzungen zu erkennen geben, die die Volta’sche Säule in zusammengesetzten Stoffen bedingt, indem ein Bestandtheil nach dem-+ Pol, und der andere nach dem— Pol hingezogen wird. Gleich wie aber durch die Verwandt- schaft ungleichartige Bestandtheile aus zusammengesetzten Körpern ge- schieden, und auch wieder mit einander vereinigt werden, so werden auch durch elektrische Funken heterogene Stoffe zu homogenen Ganzen verbunden, wie z. B. Sauer- und Wasserstoffgas zu Wasser, Chlor- oz ZEN) EE ee u| oz ERS: 5 U MEERE LE ED ERRERE ne RREERER en sen nd Wieser gehen ZU Jun) eine gemise$to „halle, [Nich diese hen von| für rein€ rung Ist I verloren, nung dur Mit obig yollständ woher d stoff,€ dals die I täten sich doch die Nach& fit zukom wirksam h Reihenfole sich nänlı so wie d + elektr, Eine soll Theorie des Feuers. Elektro-chemische Reihe. 15 Iser si,> und Wasserstoffgas zu salzsaurem Gas. Man glaubte deshalb wohl an- lärungs- nehmen zu dürfen, dafs alle chemische Anziehung elektrischer Natur sei, enn die durch eine elektrische Unipolarität hervorgebracht, d. h. dadurch, dafs gleichen gewisse Stoffe sich immer vorzugsweise+ elektrisch, andere— elektr. toffgases n verhalten, Wasser... I und aus[Nach dieser Ansicht glaubt man auch die Feuererscheinung beim Glü- Summa hen von Chromoxydul, Zirkonerde erklären zu können, man hält sie mperatur für rein elektrischer Natur, denn eine nachweisbare chemische Verände- sserstoff. rung ist nicht erfolgt, sie haben aber ihre Verwandtschaft zu Säuren 2,7831 verloren, ihre elektr, Polarıtät, welches auch ohne jene Feuererschei- Te nung durchs Glühen eintreten kann, als beim Eisenoxyd, Thonerde.— te Win Mit obigem Erklärungsprineip ist jedoch die Sache noch keineswegs Ten vollständig erklärt, denn erstlich ist noch nicht genügend bewiesen, en woher die Feuererscheinung bei den Zersetzungen von Chlor-Jodstick- ZUM. stoff, Chloroxydgas, Nyasserstollüberoxyd, zweitens wie es zugeht, te Hitee dafs die heterogenen Körper, nachdem ihre enigegengesetzten EleEhzer Ibst Pla- täten sich neutralisirt haben, noch so innig verbunden bleiben, indem aD, doch die Ursachen ıhrer Anziehung nicht mehr wirken, u. a. m.“ SE Nach der Hypothese, dafs allen Naturkörpern eine elektrische Polari-« R tät zukomme, und dafs sich dieselbe bei den chemischen Erscheinungen‘ A wirksam beweise, hat Berzelius die chemisch einfachen Stoffe in eine 3 I weh Reihenfolge gebracht, wie Folta« die Elektromotore ordnete. Es lassen& Y sich nämlich elektropositive und elektronegative Elemente unterscheiden, e| °ht- und so wie dieselben auch durch gegenseitige Vereinigung wieder theils E| yeim Ent-—+ elektr, theils— elektr. Verbindungen erzeugen.£ j ‚lühungs- Eine solche ungefähre Reihe ist folgende:“A schönster— elektrisch Tantal 1: ngen un Sauerstoff Titan H | Roselei: Schwefel Silicium Di Stickstoff Osmium& nigenden Chlor Wasserstoff| bewiesen ne IC| en nach. Jod Gold N nit einan- Fluor Irıdıum f ger elek- Phosphor Rhodium setzunzen Selen Platin ‚n Stoffen Arsenık Palladium a Chrom Quecksilber | Molybdän Silber erwandt- Wolfram Kupfer pen 5% Bor Uran , werden Kohlenstoff VVismuth ı Ganzen Spielsglanz Zinn - Tellur Blei WIE 14 Elektro- chemische Reihe. Cerer Beryllium Kobalt Magnesium Nickel Calcium Eisen Strontium Kadmium Barytium Zink Lithium Mangan Natrıum Zirkonıum Kalium Alumium++ elektrisch. Yitrium Aus dieser Tabelle geht hervor; gleich wie aus der Reihenfolge der Elektromotore, dafs Sauerstoff und Kalium, die beiden Endglieder obi- ger Tabelle, sich am stärksten anziehen, näher einander stehende da- gegen sich weniger krältig anziehen, So verhält sich zu allen Elemen- ten der Sauerstoff— el., das Kalium+ el.; der Sauerstoff, Schwefel, Chlor, Brom, Jod, Fluor, Phosphor, Selen zu allen Metallen, zum Koh- len- und WVasserstoff— el., letztere zu erstern+ el.; Arsenik, Spiels- glanz, Tellur zu allen Metallen vom Gold an— el,, letztere zu erstern -+ el. So verhalten sich die Verbindungen der am untern Ende stehenden Metalle mit Sauerstoff, Schwefel, Chlor, Jod, Brom, Fluor,+ el. zu den Verbindungen der— el. Metalle mit obigen nicht metallischen Stoffen, z.B. Schwefelkalium+, Schwefelarsenik—; Natriumoxyd+, Schwefelsäure—; Chlorbarytium—-, Chlorquecksilber— u. a. m. So bilden die am negativen Ende stehenden Elemente— el. Säuren, die am positiven Ende stehenden dagegen+ el. Basen, Sehr vieles spricht für diese geniale Betrachtung chemischer Verbin- dungen, sie ist in vielen Fällen mit günstigem Erfolg anwendbar, wenn gleich aber auch noch mehreres nicht genüglich aus dieser Hypothese erklärt werden kann. Berzelius, Entwickelung der elektrochemischen Theorie, so wie sie aus den bisher gesammelten Erfahrungen zu folgen scheint, in des- sen Lehrbuch der Chemie Bd. III, S. 49. In der neuesten Zeit hat Prechtl*) die elektrische Erklärungsweise der Feuererscheinung beim Verbrennen als wenigstens nicht nothwendig darzuthun gesucht, indem aus den absoluten VVärmemengen des Sau- erstoffs und des VWVasserdampfs folge, dals beim Verbrennen des Was- serstoffgases eine sehr grolse Hitze freı werden müsse WVird nämlich atmosphärische Luft schnell auf# ihres Raums zusammengedrückt, so wird eine Temperatur von 290° frei, während WVasserdampf bei 1700facher Zusammendrückung eine VVärme von 540° entwickelt. Es verhält sich aber Sauerstoffgas, rücksichtlich seiner VVärmemenge, zum mindesten gleich der atmosphärischen Luft. Die absoluten WVärme- mengen beider Körper müssen sich aber direkt proportional den Tem- DIsdcR, Rp, 1. Bd. 14,5. 144. pero aber die 1 Yıhrennel hi der ch & vom alten Bi Kubikzoll theilen W serdampf| saures Ga aus I Ra enthalten aus I Ku kohlensauı 1 stolfgases Hierdur gestaltung der zurück: Wenn si verbinden, ın blos mischen prädisponiren sinlich wahr entweder in; u a) W ketaufglöst| man z.B, sch verdiinnte K;] Natron wird; ach das Nat Indet kein Al 3 Theilen W; tilste sich; title Ten scheiden,| Kinghrch | kg Kr N folge der ieder obı- hende dı- n Rlemer- Schwefel, zum Kol ik, Spiels- zu ersten stehenden + el, zu tallischen 1oxyd+, a. m. So uren, die r Verbin- ar, wenn Hypothese „ 50 wie tt, in des- sweise der othwendig des Sau- des Was- | nämlich rückt, sO mpf bei ckelt. Es nge, zum \WVärme- len Tem- Theorie des Feuers. 15 peraturen beim gleich starken Zusammendrücken verhalten. Es sind 290 540 a Verbrennen des WVasserstoffgases im Sauerstoffgase durch Verdichtung aber die Temperaturerhöhungen= bei der chemischen Verbindung entwickelte VVärme wird also nur zu 730 vom erzeugten WVasserdampf verschluckt.— Nach Prechtl ent- halten 288,5 Kubikzoll VVasserdampf gleiche VWVärmemengen als 473 Kubikzoll kohlensaures Gas; es werden beim Verbrennen von 2 Raum- theilen WVasserstoff- und 1 Raumtheil Sauerstoffgas 2 Raumtheile Was- 413x2 285 saures Gas 2 Kubikzoll VVasserdampf für gleiche VVärmemengen. Da nun serdampf gebildet, also entsprechen = 3,28 Kubikzoll kohlen- aus I Raumtheil Sauerstoffgas 1 Raumtheil kohlensaures Gas wird, so enthalten also 3,28 Kubikzoll kohlensaures Gas gleichfalls nur 45 der aus 1 Kubikzoll Sauerstoffgas entbundenen VVärme; die in 1 Raumtheil kohlensauren Gases sich befindende gebundne VWVärme beträgt also nur re= on derjenigen, welche bei der Verdichtung des Sauer- stoffgases beim Verbrennen des Kohlenstoffs frei wird, Hierdurch wäre denn die ältere Lavoisiersche Theorie, nur mit Um- gestaltung des VWVortes WVärmecapacität in absolute VVärmemenge, wie- der zurückgeführt,] Wenn sich ungleichartige Körper auf nassem Wege mit einander verbinden, mit und ohne Abscheidung eines Edukts, also sowohl durch blos mischende Verwandtschaft, als auch durch einfache, doppelte und prädisponirende Wahlverwandtschaft, so zeigt sich entweder a) gar keine sinnlich wahrnehmbare Veränderung, oder b) es scheidet sich ein Stoff entweder in starrem, flüssigem oder luftförmigem Zustand aus. Zu a) Wenn das Produkt oder Edukt in der vorhandnen Flüssig- keit aufgelöst bleiben kann, so wird keine Ausscheidung eintreten. Wenn man z. B. schwefelsaures Natron in 12 Theilen Wasser auflöst und eine verdünnte Kaliauflösung zusetzt, so bildet sich schwefelsaures Kali und Natron wird als Edukt frei, beide, sowohl das schwefelsaure Kali, als auch das Natron sind in der vorhandnen Wassermenge löslich, daher findet kein Abscheiden statt. Hätte man aber das schwefels. Natron in 3 Theilen Wasser gelöst, die Kaliauflösung concentrirt angewendet, so mülste sich schwefelsaures Kali, da dieses 15 Theile Wasser von der mittlern Temperatur der Luft zur Auflösung bedarf, zum grolsen Theil ausscheiden, würde sich aber sogleich wieder auflösen, wenn Wasser hinzugebracht wird. Zu b) Sind das Produkt, oder Edukt, oder beide zugleich, starre Körper, in Wasser entweder ganz unlöslich, oder doch(sehr) schwer . 4 « - 73 ; 16 Den Verwandtschaftsprozefs begleitende Erscheinungen.- löslich, so mufs nothwendig ein Ausscheiden in Form eines Pulvers, ul Flocken ete. statt finden. Je nachdem nun das speeifische Gewicht des Me starren Körpers grölser, oder gleich, oder kleiner ist als das der Flüs-|“ ie sigkeit, so scheidet sich der unlösliche Körper entweder am Boden des| sl n Gefälses ab, oder bleibt schweben(in Suspension), oder steigt auf die Kim| Oberfläche der Flüssigkeit und schwimmt,| der{ n «) Ist er speeifisch dichter als die Flüssigkeit, so sinkt er mit dem|= uessen Ueberschufs seines Gewichts gegen das der Flüssiekeit nieder, und| Sr>: U prozessen 4 prozessen 4 \ ähnlich, A man eine Fällung, Niederschlagung, Präeipitation, und der sich ab- hl De A:\ ansgesehie setzende Stoff heilst ein Niederschlag, Präeipitat. Aus der Physik 5| . B. RP»... N a ist bekannt, dafs ein starrer Körper, der sehr fein zertheilt ist, sich, Auge desto schneller, je grölser diese Differenz ist. Diese Erscheinung nennt selbst wenn er bedeutend schwerer als eine Flüssigkeit ist, nur sehr Metall, de langsam in derselben niedersenkt, weil die Massentheile so sehr klein Pnuessen. sind, und deshalb ihr Moment zu gering ist. Daher kommt es denn der Seheid auch, dals bei dem Niederschlagen verschiedner Stoffe es oft so sehr pie lange dauert, ehe sie sich vollständig absetzen, wie z. B. beim klee- im Tegel sauren Kalk, Titansäure. Hier hilft man sich theils durchs Erhitzen Yonatıonen der Flüssigkeit, wodurch sie leichter wird, also die schwebeäden Theil- vorkomnd chen dadurch relativ schwerer, oder man verdünnt dieselbe, wenn sie 3. Von ß) Bleibt ein ausgeschiedner Körper schweben, so kann man ihn a vl solte zu dicht sein, z. B. salzige Auflösungen mit Wasser. nicht durchs Filtriren von der Flüssigkeit abscheiden, denn die letztere Apparaten di geht trüb durch die dichtesten Filtra, hier muss man das unter« ange- Ih & sten gebrauel veralteten, di lich ühereane gebne Verfahren auch anwenden. 7) Ist der unlösliche Körper leichter als die Flüssigkeit, so schwimmt er, z. B. wenn man gewöhnliche Seife in warmen Wasser auflöst und nd IL che mit Salzsäure zersetzt, so bildet sich aus dem Natron derselben und== der Säure, Wasser und Chlornatrium, welches aufgelöst bleibt, und I An Talg-, Margarin- und Oelsäure werden frei, welche, unlöslich in Wasser, leichter als dieses sind, also auf demselben schwimmen. 1) Müns Nicht selten ist ein Edukt flüssiger Natur, dann treten dieselben Ton Stahl, Je Fälle ein, die eben erörtert wurden, es verbindet sich meistens der Reh; ausgeschiedne flüssige Körper mit der Flüssizkeit der Auflösune. Bei- Il Narienber o fo) 7° Oo r spiel: wenn essigsaures Bleioxyd durch Schwefelsäure zerlegt wird, so"TI ZU Wele verbindet sich die ausgetriebne Essigsäure mit dem Wasser der Auf-@ Pegensen lösung,| Greene, Ist das Produkt, oder Edukt, ein Gas, so entweicht es entweder all-| Ri) Prina mälig, oder plötzlich; im ersten Fall geschieht es unter Brausen, Zi-| Ft mfe schen, Effervescenz, wie wenn kohlensaures Gas aus kohlensauren Ychne Salzen durch Schwefelsäure ausgetrieben wird; im letztern mit einem\ FO, u Te, Kult| ıl nn ET B ZEN EEE SE ei 2 Da ee en, ; Pulver, vicht des der Flis. oden des Vaude mit dem der, md ng nennt sich al. r Physik ist, sich, ‚ nur sehr sehr klein es dem t so sehr yeim kler- Erhitzen len Theil- wenn sie man Ihn je letztere ap Op. Tr& anze schwinnt uflöst und elben und leibt, und in Wasser, dieselben istens der ung. Bei- t wird, 50 der Aul- weder all use, Di hlensaurel mit einem Koall Apparate zur Zerkleinerung. 47 Knall, Detonation, z. B. wenn sich Chlorstickstoff, Chloroxydgas, Jodstickstoff u. a. m. zersetizen. Wenn nämlich die gasförmigen Edukte oder Produkte sich augenblicklich erzeugen, oder trennen, so nehmen sie oft einen viele Hundert mal grölsern Raum ein, als sie in ihrer frühern Verbindung im tropfbaren oder starren Zustand hatten, drängen daher die Luft von der Stelle und bedingen dadurch den Knall, Die bisher erörterten Erscheinungen finden bei chemischen Pro- zessen auf nassem Wege statt; die bei Mischungs- und Zersetzungs- prozessen auf trocknem Wege sich zeigenden sind meistens jenen sehr ähnlich. Auch hier lagern sich die erzeugten neuen Gebilde und die ausgeschiednen Stoffe schichtenweis nach ihrer relativen Dichtheit über- einander ab, was man z. B. bei den Schlacken und dem geschmolznen Metall, den verschiednen Schwefelmetallen in den bei hüttenmännischen Prozessen fallenden Steinen deutlich nachweisen kann, so auch bei der Scheidung des güldischen Silbers durch den Gufs,(mittelst Schwe- felspielsglanz) wobei eine Verbindung von Gold mit Spiefsglanz unten im Tiegel und darüber das geschwefelte Silber sich befindet, De- tonationen auf trocknem Wege sind gerade die allerhäufigsten, welche vorkomm& 3. Von dem chemischen Apparat und Operationen. Es wird in voraus bemerkt, dafs nur von denjenigen chemischen Apparaten die Rede sein wird, welche zu den gewöhnlichsien, am mei- sten gebrauchten, ja unentbehrlichen gehören, nicht von seltnen, oder veralteten, die nur noch geschichtlichen Werth haben, hier aber gänz- lich übergangen werden müssen; die mehrsten derselben sind auf Tafel I. und II. abgebildet. I. Apparate zur Zerkleinerung der Naturkörper. 1) Mörser von Gufseisen mit gulseiserner Keule; von Messing, von Stahl, letztere um harte Körper zu zerdrücken, und fein zu reiben. 2) Reibschalen mit Pistill aus Serpentin(werden in Zöblitz bei Marienberg, im sächsischen Erzgebirge, gefertigt), sind für viele Ma- terien zu weich; aus Glas, Porzellan und zwar mit und ohne Tüllen, aus Feuerstein und Achat,(letztere werden zu Oberstein am Rhein, im Grossherzogthum Hessen, geschliffen). 3) Präparirsteine, Porphyres, Platten von Porphyr mit Läu- fern, molette, aus Eisenkiesel, zum Feinreiben von Pulvern. 4) Schneidemesser, einarmige Hebel, nach Art der Futterklin- Be zum Zersehneiden von Rinden, Wurzeln; Wiegemesser, Stam- ; 2 zen > SER NE) 153 « "af: af 7 5 DT nv# bs ü f. er N un TEA F7! NR BEL ENE je ee 18 Apparate zur mechanischen Absonderung. pfen; Hölzer werden auf eignen Schneidemühlen geschnitten, ge- spähnelt. 5) Um Metalle zu zerkleinern, dient Hammer und Ambos, oder ein Walzwerk, um dünnes Blech zu gewinnen, welches zerschnitten wird; oder man wendet Drehspähne, Feilspähne an, von deren Reinheit man überzeugt sein muls. 6) Man gebraucht verschiedne Arten Siebe, um die gröbern von den feinen Theilen zu scheiden; sie sind von gröbern, und feinern Ge- webe, Draht-,(Eisen-, Messing-), Haar-, Seidensiebe, die Maschen grös- ser und kleiner. Häufig setzt man Siebdeckel auf, wenn man das Ver- stäuben verhüten will. 7) Feilen verschiedner Form, dreikantige, runde, breite. Man richtet die Pfropfen für die Gasentbindungsgeräthe mittelst runder Fei- len(Rattenschwänze) ein, indem man mittelst eines glühenden spitzen Eisendrahts ein Loch durehbrennt, und mit erstern erweitert; mit einer scharfen dreikantigen oder flachen Feile macht man einen Einschnitt in Glasröhren, Stäbe, Kolben ete. um sie abbrechen zu können. 8) Sprengeisen, eiserne Ringe verschiedner Weite an Stielen; man macht sie glühend, und umfährt mit ihnen die Stellen einer Retorte, eines Kolben, den man absprengen will. Das Glas wird nämlich an diesen Stellen sehr heifs, und springt ab, so wie es schnell abkühlt. Auch bedient man sich zu solchem Zweck der Sprengkohle, eines aus Räucherkerzenmasse gefertigten kleinen Stängelcehens, mit welchem man glühend die Stellen des Glasge älses überfährt, welche getrennt wer- den sollen. II. Apparate zur mechanischen Absonderung starrer Körper aus Flüssigkeiten. Kreutzhölzer, Tenakel, chässis en bois, und Seihetücher, filtre en toile. Erstere sind aus 4 über Kreutz in einander gefügten höl- zernen Leisten geferligt; zur Befestigung der Seihetücher sind 4 Nägel an den Verbindungsstellen so durchgeschlagen, dafs an den hervorste- henden Stiften die leinenen oder wollenen Tücher angespannt werden können. Man legt diese Vorrichtung auf Schüsseln von Steinzeug, Por- zellan ete., um in denselben das Hindurchlaufende auffangen zu können. Man bedient sich solcher Vorrichtungen, um Abkochungen, Aufgüsse von Pflanzen- oder Thierstoffen durchzuseihen, coliren, wobei die gröbern Theile auf dem Seihetuch zurückbleiben, die Flüssigkeit aber mit den feinern beigemengten Theilen durchläuft. Belegt man das Seihe- tuch mit Filirirpapier, so dient die Vorrichtung dann um grölsere Massen u Alt auch von sehr best 3filsen: yri on einem cien geire ken, Dek Filtriren uf Tafel| Triers ge baren Am werden k: Ringapparz ein aus U, Trichters g stets einige Will man ı benelzt wer terwrand sic Dechergliser Trichters di derselben he weil TTegEn( Sen; man ner nichts verlier wenig Tıl, l Nlisigkeit he IN alles{ mit Wasser a chem Ziveck: Kork Infkicht Zen, hist] illte F lache, Ühtete[uf Im ausge) Ihn lange| A as Man {ir Mülsen el ea IN der Unten, N .g der ein n wird; eit man bern von nern Ge- 1em grös- das Ver- e, Man der Fei- spitzen nit, einer chnitt in Stielen; Retorte, nlich an abkühlt, Ines aus yem man nt wer- Körper ‚tücher, igten höl- | 4 Nägel hervorsie- t werden ug, Por- ı können. Aufgüsse ‚obei die keit aber las Seile ve Massen 1 Filtra, Filtriren. 19 zu filtriren. Die Seihetücher sind aus gröberer, gebleichter Leinwand, auch von Flanell.— Spitzbeutel, Beutel aus Leinwand von koni scher Gestalt, werden an Tenakel befestigt, und in einem Gestell mit 3 Fülsen aufgehangen. 2) Filtra, Trichter, Filtrirgestelle. Sol eine Flüssigkeit von einem Niederschlag oder von ihr beigemengten fremdartigen Theil- chen getrennt werden, welches nicht allein durch vorsichtiges Abgie- sen, Dekantiren, geschehen kann und soll, so geschieht es durchs Filtriren. Hiezu hat man Glastrichter, entonnoir, funnel, von der auf Tafel I. Fig. 35 abgebildeten Form; sie werden in das Loch eines Trägers gesteckt, welcher durchs Herauf- und Herabstellen eines schieb- baren Arms an einem lothrechten Stabe in die nöthige Lage versetzt werden kann. Statt des abgebildeten Filtrirgestells kann man auch den Ringapparat eines Lampenofen gebrauchen. In den Trichter bringt man ein aus ungeleimten Druckpapier gefertigtes und nach der Grölse des Trichters geschnittenes Filtrtum, welches aber vom Rande des letztern stets einige Linien abstehen, also kleiner sein muls, als der Trichter, Will man das Filtriren beginnen, so muss erst das Filtrum mit Wasser benetzt werden, damit es überall gleich feucht werde, und an die Trich- terwand sich anlege, sonst zerreilst es leicht beim Filtriren. Man stellt Bechergläser, oder andere Gläser unter, jedoch so, dafs die Röhre des Triehters die Wand des Glases berühre, damit die Flüssigkeit längst derselben herabrinne und nicht spritze. Bechergläser sind sehr bequem, weil wegen des gebogenen Randes Flüssigkeiten sich gut ausgielsen las- sen; man nennt sie auch Filtrirgläser. Will man ausgielsen und nichts verlieren, so bestreicht man den Rand an einer Stelle mit ein wenig Talg, und giefst so, dals an einem herangehaltnen Glasstab die Flüssigkeit herablaufen kann. Ist alles durchfiltrirt, so wäscht man den gewonnenen Niederschlag mit Wasser aus, dies geschieht mittelst einer Spritzflasche, zu wel- chem Zweck man jede Glasflasche zurichten kann; man steckt in den Kork luftdicht ein Glasröhrchen, welches in eine Capillarröhre ausge- zogen, bläst Luft durch die feine Mündung in die mit Wasser zu 2 ge- füllte Flasche, und hält dann dieselbe umgekehrt, so drückt die ver- dichtete Luft das Wasser in einem Strahl heraus, welcher den auf dem Filtrum ausgebreiteten Niederschlag vollständig’'aussülst, edulcorirt. Man fährt so lange fort, bis das Absülswasser nichts Fremdartiges mehr ent- hält, was man durch den Geschmack und durchs Abdampfen prüft. Für gröfsere zu filtrirende Quantitäten hat man Trichter aus Por- zellan, Gesundheitsgeschirr, welche konisch geformt, mit vielen Löchern in der untern spitzen Hälfte versehen sind; man setzt sie auf Glascylin- 9®° Ei ED IE hi ”, a ZU D u Br - A ‚; ME Wr x % Ss wc ER = TEE RETTET ne ns 20 Präcipitirtöpfe, Scheidetrichter, Heber.. der, mit und ohne Filtrirbrettchen; letztere sind viereckig, mit runden pl konischen Oeffnungen versehen, durch welche man den Trichter steckt. dub Ah 3) Um bei gröfsern Massen, welche durch Präcipitation erhalten gan gebra werden, das sehr beschwerliche Abfiltriren zu ersparen, dienen die Hi, thei N Präcipitirtöpfe, Dekantirgeschirre, hohe Töpfe, aus Stein-! dieser Iel zeug, Sanitätsgut, mit mehrern in der Gefälswandung angebrachten Oeffnungen, die mit Korken versehen werden. Hat sich in solchen Ge- I App ( schirren das Präeipitat abgelagert, so öffnet man die über der Fläche desselben zunächst liegende Oeffnung, und läfst die Flüssigkeit ablau- fen, welches einigemal wiederholt werden kann, indem man immer Se weiter herunter die Pfropfen auszieht. Man spühlt dann mit Wasser Yent sich den Niederschlag ab, rührt ihn auf, und läfst ihn wieder von Neuem Gufkeisen sich absetzen, und so weiter. en Kurf 4) Scheidetrichter, entonnoir separateur, separatory funnel, die- schaffnhe nen um eine leichtere Flüssigkeit von schwerern zu scheiden, z. B.(Das nähe ätherische Oele von Wasser; es sind trichterartige Gefälse, oben mit ni„In einem Pfropfen zu verschliefsen, unten mit einem quer durchgehenden, le nach Art eines Hahnes durchbohrten, Glaspfropfen versehen. Man bringt en beide Flüssigkeiten von oben in den unten verschlofsnen Trichter, läfst leitet dann durch die untere Oeffnung die schwerere Flüssigkeit ablaufen, bis| Baia die leichtere allein übrig ist. Man kann auch auf eine leichtere Art die- RE . SR t emem mit sen Zweck erreichen, nämlich durchs Aufsaugen mit einem Saugröhr- chen, pipette, oder einen sehr fein ausgezognen Trichter aus starkem Glas, oben mit Caoutchoue(Gummi elasticum) überbunden, welches man mit dem Finger in den Trichter hineindrückt, und nun die Spitze auf die Oelpartien richtet, die auf dem Wasser schwimmen. Man läfst langsam mit dem Druck nach, wodurch sich natürlich die Luft im ciät fir ge Umärker, 5 vorziglich werden, oh Trichter ausdehnt, folglich der Luflidruck das Oel in diesen hin- NO ein hebt. sch hal, 5) Gläserne Heber, siphon, Stechheber, deren Zweck Ami und Construction aus der Physik bekannt ist. Man bedient sich der Sn end letztern, so wie auch des Saugröhrchens, pipette, siehe Fig. 22 a Tafel I., zum Schlämmen, Eluiriation, um die im Wasser schweben- ati den leichten Theilchen von den sich schnell absetzenden schwerern zu a Sen sie 4 trennen, indem man das trübe Wasser abhebt. Zum Schlämmen grö- fserer Mengen bedient man sich der eben unter 3) beschriebnen Präcipitirtöpfe mit verschiednen Oeffnungen.— Im sehr grofsen Um- fang findet die Schlämmarbeit auf den Pochwesken statt, um die zu Serschmelsenden Erze vorzubereiten.(Siehe die Einleitung zu den Me- tallen.) Schliech nennt man das geschlemmte Erz, daher auch der"rächen q Ausdruck: zu Schliech ziehen, Gruben-, Schlammschliech. l n Venfe | eMehen zn Übergreifende Lüsen sie st "selzt mer Kl Könnten a SER en Zr ung- nr’ RT ET U nn neh LE A nen ne ng = runden * steckt, erhalten nen die ; Stein- brachten hen Ge- * Fläche it ablau- | Immer Wasser \ Neuen nnel, die- 1,32 Bi ben mit ehenden, an bringt ter, lälst fen, bis Art die- Jaugröhr- ‚ starkem welches ie Spitze Man läßt Luft in sen hin- n Zweck sich der e Fig. 2 schweben- wverern ZU nmen grö- ‚chriebnen [sen Um- ım die zu ] den Ne auch der Schmektiegel. 21 6) Zum Auspressen theils von saftigen Pflanzenstoffen, theils von durch Abkochung oder Aufzufs ausgezognen Materien, von Niederschlä- gen gebraucht man Schraubenpressen, mit Prelskästen theils von Holz, theils aus Zinn gefertigt.— Real’s hydrostatische Presse,(von dieser lehrt’ die Physik). III. Apparate zum Flüssigmachen sowohl auf trocknem, als nassem Wege. I) Sehmelztiegel, ereusets, melting pots, erucibles. Man be- dient sich verschiedner Arten Schmelztiegel, irdner, aus Porzellan, aus Gulseisen, Platin, Silber. Irdne Tiegel werden zu Grols- Almeroda im Kurfürstenthum Hessen, hessische Tiegel, in vorzüglicher Be- schaflenheit gefertigt, sowohl runde mit Ausgufs, als auch dreikantige. (Das nähere über dieselben siehe unter Schmelztiegelfabrikation im Ka- pitel„Irdenwaaren”). Sie vertragen ziemlich hohe Hitze ehe sie weich werden und schmelzen, dies geschieht aber noch ehe Stabeisen schmilzt; sie halten Temperaturwechsel nicht so gut aus, als Reifs- bleitiegel, Graphittiegel. Diese heilsen gewöhnlieh Ipser Tiegel, sie kommen aber von Obernzell(Haffnerzell) bei Passau, und werden aus einem mit Reifsbleipulver verseizten feuerfesten Thon gefertigt; man hat sie dreikantig, die gröfsten sind rund; sie werden nach ihrer Capa- cität für gesehmolznes Metall nach Marken($#) benannt, als. z. B. 10märker, 50märker, und darnach bezahlt. Sie halten Temperaturwechsel vorzüglich gut aus, können für Schmelzungen von Metall öfter gebraucht werden, ohne zu bersten; in Münzwerkstätten bedient man sich ihrer vorzugsweise. Porzellantiegel, Biscuit(unglasurt), sind nicht sehr haltbar, sie zerspringen sehr leieht, und werden nur in einzelnen Fällen im Kleinen angewendet; die kleinen glasurten Tiegelchen mit Deckeln sind haltbarer als erstere, und dienen statt kleiner Platintiegel zu Glühungen auf der Lampe, ersetzen letztere aber nie vollständig. Platintiegel dienen theils zu Glühungen im Kleinen über der Glühlampe, theils im gröfsern Mafsstabe im Ofen. Zu ersterm Zweck müssen sie aus dünnem Blech getrieben, und mit einem Deckel mit übergreifendem Rand versehen sein, siehe Tafel 1. Fig. 31; zu letzterm müssen sie stärker im Metall sein, dürfen nie dem Feuer unmittelbar ausgesetzt werden, weil sich sonst leicht Schlacken an dieselben fest- setzen könnten; man stellt sie deshalb in irdne Tiegel, und bringt sie so zwischen die Kohlen. So richtig es auch ist, dafs Platin in kei- nem Ofenfeuer schmilzt, so sind dennoch Platintiegel leicht zum Schmelzen zu bringen, wenn Substanzen in ihnen erhitzt werden, welche SER) PN \R « E3 Py Fir er Te {= We N 22 Schmelztiegel, Ausgüsse, Kolben. sich mit Platin legiren, verbinden, wodurch stets leichter schmelzbare Produkte entstehen, z. B. Phosphor, Schwefel, mehrere Metalle. Hat ein Tiegel ein Loch, so muls er als altes Platin aufgelöst werden, denn eine Löthung mit feinem Gold nutzt nicht, da Gold schon bei 32° Wedgwood schmilzt. Silbertiegel sind bei Schmelzungen nothwen- dig, wo mit Kali, Baryt, Lithion gearbeitet wird, welche sämmt- lich Platin angreifen; freilich ist ihre leichte Schmelzbarkeit ein Hinder- nils vielseitiger Anwendbarkeit. Tiegel von Gufseisen braucht man unter andern zur Bereitung von Schwefeleisen, da Roheisen vom Schwe- fel nicht angegriffen wird. Die sogenannten Kohlentiegel sind Reifs- bleitiegel, welche mit guter Kohle ausgefüttert(brasgue) sind, die ge- nau in dieselben hineinpafst, und im Innern eine Höhlung zur Auf- nahme der zu reducirenden Substanz hat. Sind es leicht schmelzende Körper, wie Schwefel, Blei, Zinn ete., so bedient man sich zur Schmel- zung auch der eisernen Schmelzkellen, Schmelzlöffel, mit langem Stiel.— Zum Ausgielsen der Metalle, um sie in bestimmte Form zu bringen, bedient man sich theils der Stängelchenform, moules, theils des Giefsbuckels, theils der Zainform, lngotiere; durch erstere erhält man Stängelehen, durch die zweite konische Stücke, durch die dritte Zaine, Barren.(Es gehören hieher auch Kapellen, Röstscherben, Probirtuten, von welchen weiter unten beim Pro- birofen die Rede sein wird.) 2) Geräthe zum Auflösen auf nassem Wege sind mannichfaltig: braucht man keine Wärme zum Auflösen, so nimmt man es in Glaseylin- dern vor, oder in Reibschalen von Serpentin, Porzellan, unter stetem Umrühren mit dem Pistill, oder einem Glasstab, Porzellan- oder höl- zernen Spatel, in Schüsseln, Näpfen; auch gebraucht man dazu Glaskol- ben, Violen, matras, fioles, die man auf Strohkränze, valet, setzt, oder auf kleine geflochtne Körbehen, wie Fig. 6 Tafel I. zeigt; diese Körbehen sind für zwei verschieden grofse Kolben brauchbar, Ist Wärme zum Auflösen erforderlich, so geschieht es theils in Porzellan- schalen, theils in Kolben, selbst in Retorten mit Vorlage,(Wie die Erwärmung geschieht, davon weiter unten.) 3) Geräthe, um pflänzliche und thierische Substanzen mit Flüssig- keiten auszuziehen, zu extrahiren. Man unterscheidet kalten und war- men Aufgufs, Infusion. Um einen kalten Aufgufs zu bereiten, über- gielst man eine gepulverte Substanz in einem beliebigen Gefäls mit der Flüssigkeit; ist jedoch letztere flüchtiger Natur, so muls'ersteres ver- schlossen werden, mit Blase, Stöpsel. Dies nennt man auch das Einweichen, Maceriren. Die Realsche hydrostatische Presse: ist zu solchen Auszügen anwendbar, wo durch den Druck einer fallen- Jon Pl! geil\ gg Kaum u ball, ijer der] umgekehrt Tyaonalion es auf s ind,— J theils aus 4) Sa kocht we nen, eise lanpfiunel freiem Feı und zwar umspühler his zum} heiden Fäl ans welch Ort ihrer D tete fache welchen ge seihwärts el huf des Ko es gehört al sehen,—$ Ein seh die keinen$ brennen, ar siehe Fir, h einem unten einer Schr Entfernung y aubwirkt, m shenranm Ömige Shi Shen I der Ans zehn Teil h ih{ nelzhan le, Ha n, dehn bei 32 othwen- sämmt- Hinder- icht man | Schwe- 1d Reiks- die ge- zur Auf. melzende Schmel- langen ‘om zu moules, ; durch Stücke, vellen, im Pro- ehfaltig: Jascylin- r stetem der höl- laskol- et, setzt, tt; diese ar, Ist 'orzellan- Wie die Flüssig- nd war- n, über- mit der res Vel- uch das resse IS} er fallen- Auszüge. Gahns Griff. 23 den Flüssigkeitssäule, die durch das auszuziehende Material hindurch- geprelst wird, alle autlöslichen Theile ausgezogen werden.\Veni ger Raum erfordert die abgeänderte Extractionsmasechine mit verdich- teter Luft, in welcher durch den Druck einer Verdichtungspumpe die über der Flüssigkeit eingeschlofsne Luft verdichtet wird. Auch hat man umgekehrt den Raum unter dem auszuziehenden Material mit einer Evacuationspumpe luftleer gemacht, wodurch die Flüssigkeit, vermöge des auf sie von oben frei einwirkenden Luftdruckes, hindurchgetrieben wird.— Zur Anfertigung eines heilsen Aufgusses dienen theils Kolben, theils aus Zinn gefertigte eigne Infundirgefälse, 4) Sollen organische, oder auch nicht organische, Materien ausge- kocht werden, so geschieht dies a) in offnen Gefälsen, wie in kupfer- nen, eisernen, zinnernen Kesseln, Pfannen, in Porzellanschalen, Porzel- lanpfännchen mit Stielen, in silbernen, in Platinschalen, sowohl auf freiem Feuer, im Kleinen über der Lampe, als auch mittelst Dämpfen, und zwar entweder so, dafs die Dämpfe das Kochgeschirr von Aufsen umspühlen, und dadurch heitzen, oder dafs dieselben unmittelbar in die bis zum Kochen zu erhitzende Flüssigkeit selbst geleitet werden. In beiden Fällen bedient man sich im Grofsen eines eignen Dampfkessels, aus welchem durch Leitungsröhren die heilsen Dämpfe nach dem Ort ihrer Bestimmung geleitet werden, oder man hat eigens eingerich- tete flache Wasserblasen, auf deren Mündung man die Schüsseln, in welehen gekocht werden soll, luftdicht aufpalst; für die Dämpfe muls seitwärts eine Abzugsöffnung angebracht sein. Dampfheitzung zum Be- huf des Kochens ist in mehrfacher Beziehung eine sehr wichtige Sache, es gehört aber nicht hierher, das Nähere über die Construction anzu- geben.— Siehe P&clet trait& de la chaleur Tome II. Ein sehr bequemes, nutzbares Instrument, um metallne Pfännchen, die keinen Stiel, sondern nur einen Ansatz haben, ohne sich zu ver- brennen, anfassen und abheben zu können, ist der Gahnsche Griff, siehe Fig. 38 Tafel I. Er ist aus Lindenholz gearbeitet, besteht aus einem untern grölsern Stück, einem obern kleinern, welches mittelst einer Schraube und einer in das untere eingelafsnen Mutter in beliebiger Entfernung von dem untern gehalten werden kann, wozu auch eine Feder mitwirkt, welche die beiden auseinander hält. Wird nun in den Zwi- schenraum beider der Ansatz eines Pfännchens gebracht, und der keil- förmige Schieber vorgeschoben, so wird sich die obere Hälfte um die Schraubenspindel als Drehpunkt bewegen, nach vorn zu herabgedrückt, und der Ansatz fest eingeklemmt. Die besondere Construction der ein- zelnen Theile geht aus der Zeichnung deutlich hervor. b) in verschlofsnen Gefäfsen mit höher gespannten Dämpfen, als die 24 Apparate zum Abdampfen, Krystallisiren. Atmosphäre, und bei höhern Temperaturgraden als der. sonstige Sie- depunkt der Flüssigkeiten. Man bedient sich hiezu des Papinschen Topis, Marmite, eines aus Gulseisen gefertigten, verzinnten Topfes, auf welchen ein,Deckel mit gut eingeschliffnen‘ Rand möglichst dicht anschlielst, und durch einet sogenannten Bajonettschlufs auf dem Topf befestigt. wird. Im’der Mitte des Deckels ist eine konische Oeffnung mit einem nach Aulsen sich öffnenden Sicherheitsventil versehen, durch dessen Gewicht die Spannung der sich erzeugenden Dämpfe, so wie die Höhe der Temperatue bestimmt werden kann, auf welche die Flüssig- keit im Topf erhitzt werden soll.(Die Physik lehrt die hier Anwen- dung findenden Naturgesetze‘, und die Gefährlichkeit bei unzweckmälsi- gem Verfahren.) IV, Apparate zum Abdampfen und Krystallisiren, Verfahren dabei. Zum Abdampfen, Evaporiren, evaporation, bedient man sich im Kleinen der Abdampfschalen, evaporating vessels, aus Porzellan, welche theils flache, theils halbkugelförmige Boden haben, capsules, der Platin-, Silberschalen, auch mit Silber und Platin plattirter Kessel, bassines; zum Umrühren hat man Glasstäbe, Porzellanspatel, Holzspa- tel, Im Grofsen wendet man kupferne, zinnerne, eiserne Kessel, ei- serne und bleierne Pfannen an; erstere aus Blech zusammengenietet, wie auf den Salinen, oder auch aus guseisernen Platten zusammenge- schraubt, letztere aus einer einzigen grofsen Bleitafel gebildet. Im Gro- fsen dampft man meistens über freiem Feuer ab, seltner durch Dampf- heitzung, Dampfbad, bain de vapeur, Steam-bath, wie z. B. beim Zuckersieden; dagegen bedient man sich der Dämpfe sehr häufig zum Abdampfen im kleinern Mafsstabe; ‚auch stellt man die Schalen in ein Sandbad, dessen Einrichtung weiter unten beschrieben werden soll. Die irdnen Abdampfsehalen müssen im Boden gleichmäfsig dünn sein, sonst bersten sie über Feuer wegen ungleicher Ausdehnung; die halbkugli- ehen sind besonders dann geeignet, wenn die Flüssigkeit auf ein sehr geringes Volum gebracht werden soll, welches in einer flachen Schale nicht ohne Verlust ausführbar ist, Soll eine Flüssigkeit, in welcher ein krystallisirbarer Körper aufge- löst ist, zum Kıystallisiren gebracht werden, so muls das Abdampfen bis auf einen solchen Grad der Concentration fortgesetzt werden, dals beim Erkalten der aufgelöste Stoff sich allmälig in fester Form ausschei- det, Wäre also zu wenig Wasser durchs Abdampfen entfernt worden, so wiirde nur sehr wenig und langsam in Krystallform anschiefsen, hätte nm fer UM gentnt, 80 fin, wodt Jagma is regel un Die Pr ı heilen A I last und Ihr Impfen ken bald ke mohl mit de aullisung, 1 eifisch dich liegt, N) dal Diehtiekeit, ı Nicht selten aul der Ohe Krystalltä aber der zu| bildet sich ein Sobald di Imtillsiren gebracht, im R in Sleizenge‘ der Kst N Aulösung erka Teten Sf Im Tempera wobei die Kein, Mine den Ihnen, übe diesen De ls ent lien Pike harten als} ka Inst | Kl eitstehn Ph an den Venn % der Y: done yı, el, Ant Song tige Sir. pinschen Topfes, hst dieht em Topf Oeffnung n, durch wie die F lüssig- Anwen. :ckmäls: en, |! sich im orzellan, apsules, Kessel, Holzspa- sel, ei- senietet, nmenge- Im Gro- Dampf: B. beim dig zum n in ein oll. Die n, sonst albkugli- ein sehr 1 Schale r aufge- dampfen u, dals usschei- worden, en, hätte Krystallisation. 25 man aber umgekehrt zu viel weggedampft, wäre die Auflösung m con- centrirt, so würde das Festwerden zu schnell, daher unregelmäfsig_er- folgen, wodurch keine gehörig ausgebildeten Kıystalle, sondern. eine Masse gewonnen würde, an deren Gefüge sich blos noch Andeutungen eines regelmälsigen Aneinanderlagerns der Theilchen nachweisen las- sen.. Die Probe, ob genug abgedampft, ist die, dafs man einige Tropfen der heifsen Auflösung auf eine Glastafel, oder eine Porzellanschale fal- len läfst und zusieht, ob sich bald Kıystalle bilden, oder nicht. Wird der Tropfen alsbald starr, so ist zu viel Wasser entfernt worden, schie- Isen bald kleine Krystalle an, so ist genug abgedampft. Man prüft auch wohl mit dem Thermometer, wie beim Kochen der geklärten Zucker- auflösung, weil, wie aus den physikalischen Lehren bekannt ist, je spe- eifisch dichter eine Flüssigkeit ist, desto höher auch ihr Siedepunkt liegt, so dafs man also an dem Siedepunkt ein Mals für die relative Dichtigkeit, und also auch für die Menge der aufgelösten Substanz hat. Nicht selten zeigt sich auch als Zeichen der gehörigen Concentration auf der Oberfläche der Auflösung ein dünnes Häutchen, Salz- oder Krystallhäutchen, andeutend, dafs die Ausscheidung beginne. Ist aber der zu krystallisirende aufgelöste Körper ein hygroskopischer, so bildet sich ein solches Häutchen nicht. Sobald die Auflösung die nothwendige Concentration hat, um krystallisiren zu können, so wird sie in die dazu vorgerichteten Gefälse gebracht, im Kleinen in Porzellanschalen, Steinzutgeschirre, im Grofsen in Steinzeuggeräthe, hölzerne Bottiche, Wachsfässer(vom Wachsen der Krystalle also benannt), in kupferne Pfannen ete. So wie nun die Auflösung erkaltet, vermindert sich die Fähigkeit derselben den aufge- lösten Stoff in derselben Menge aufgelöst zu erhalten, als bei einer hö- hern Temperatur, und es muls nothwendig ein Ausscheiden stattfinden, wobei die kleinsten gleichartigen Theilchen sich zu einem Ganzen, ver- möge der ihnen inwohnenden Cohäsionskraft, verbinden.(Das Nähere über diesen rein physikalischen Act lehrt die Physik). Die Krystall- bildung erfolgt desto regelmäfsiger, je allmäliger die Temperatur der heifsen Flüssigkeit abnimmt, weshalb auch die Wachsfässer an temperir- ten Orten aufgestellt werden, und die kupfernen Pfannen, in denen Zucker- kandis krystallisirt wird, in geheitzten Zimmern, Bei der Krystallisation des Boraxes ist besonders grolse Vorsicht nöthig, sollen gehörige Kry- stalle entstehn(siehe bei diesem). Die sich erzeugenden Krystalle le- gen sich an den Boden, an tie Gefälswandungen an, welche ihnen, vermöge der Wärmeentziehung und Ausstrahlung Gelegenheit zur Bil- dung geben. Man pflegt durch Unterbrechung der Continuität der Flüs- sigkeit das Kıystallisiren zu befördern, dies geschieht durchs Eintauchen un en on we NE 26 Krystallisation. f von hölzernen Stäbchen, die man in den Boden, in die Falsdauben ein- steckt. und an Latten befestigt in die Flüssigkeit von oben hineinhängt; so verführt man beim Wachsmachen(so nennt man mit dem techni- 7 schen Ausdruck das Krystallisiren) des Alauns, des blausauren Kalis, Kupfervitriols ete. Man wendet auch Zwirnsfäden an. wie beim Kan- dis, die quer durch die kupfernen Pfannen gezogen werden. Die nach| ga ae vollendetem Anschufs übrig bleibende Flüssigkeit nennt man Mutter-| gr ame 8 lauge, Eau mere, mother ley; sie enthält von der krystallisirten Sub-[ebelstände aa mas_ stanz noch so viel aufgelöst, als sie nach Malsgabe ihrer Temperatur gelöst enthalten kann. zung al Wenn sich Krystalle bilden, so nehmen sie Wasser auf, und s der Alan zwar ist dasselbe entweder chemisch mit der krystallisirenden Sub- eden, wen stanz verbunden, oder blos mechanisch eingemengt. Das Was-| telt und rührt ser nämlich, welches krystallisirende Körper aufnehmen, ist entweder er Ämstile 7 zu ihrer Existenz in einer bestimmten Krystallform unumgänglich noth- Ausirach), zu wendig. so dafs, wenn sie wenjger, oder mehr, oder sar kein Wasser ' aufnehmen. die Form ihrer Krystalle sich gänzlich verändert, oder es ist zum Krystallisiren, zur Erlangung einer bestimmten, Form, nicht we-| in kalten Wax sentlich erforderlich; im ersten Fall ist es chemisch gebunden, im letz- tern nur als etwas aufserwesentliches eingemengt. Das erstere steht der Jerlene ErmINEI Quantität nach zu der krystallisirenden Substanz in einem stets gleichblei- Im benden Verhältnifs bei gleichbleibender Krystallform: so enthält das Glaubersalz stets 56%, Borax 47.13. kohlensaures Natron 62,755 Was- dus Waxe ser, wenn sie in den gewöhnlichen Krystallformen auftreten. So wie aber die Wassermenge im Glaubersalz. kohlensauren Natron nur* der obigen beträgt, sind die Krystalle beider von ganz andrer Form, so auch beim Borax mit der Hälfte der obigen Wassermenge. Das me- 2 de Wine ı chanisch aufgenommene, zwischen die sich aneinander lagernden Parti- kel eingedrungene,\Vasser steht zur Form in keinem Verhältnis, auch ist es nicht stets in gleicher Menge vorhanden, am wenigsten dann, wenn man durch Rühren ein krystallinisches Mehlpulver erzeugt(siehe Ser weiter unten über die gestörte Krystallisation). Endlich zeigt sich bei den Kıystallen, welche chemisch gebundnes\Vasser enthalten, das oben Seite S angeführte Gesetz der einfachen multipeln Proportionen deut- lich ausgesprochen, denn die Sauerstoffmenge des Wassers steht zur+ Sauerstoffmenze der Base eines Salzes, oder des ganzen Salzes, in einem einfachen Verhältnils in ganzen Zahlen. So ist z. B. der Sauerstofige- halt im Wasser des Glaubersalzes. Boraxes. kohlensauren Natrons 10mal grölser als in dem Natron, der Base dieser 3 Salze. h [Es verbinden sıch nicht selten Körper mit VVasser chemisch R ohne des- Un halb notlıwendig Krystallform anzunehmen, su enthalten r. B. Kalı u\,: Wan RS ben en- inhänst: techn! 1 Kalıs, m Kan- )ie nach Lutter- en Sub- nperatur f, und n Sub- as Was- atvveder h notl: Wasser oder es icht we- im letz- teht der ichblei- Yält das % Was- So wie I; der orm, 80 Das me- n Parti- [s, auch on dann, +(siehe sich bei las oben on deut- teht zur n einem ‚rstoflge- 5 J0mal yYhne des- Mb: Kalı, Krystallisation, Verhalten der Krystalle. DT concentrirte Schwefelsäure, Salpetersäure, gelöschter Kalk chemisch ge- bundnes WVasser.] Nehmen krystallisirende Stoffe Wasser mechanisch auf, und ist zu- fällig aufser dem zu krystallisirenden Körper noch ein andrer, dritter gleichzeitig aufgelöst, welcher leichter löslich, als der krystallisirende, folglich aufgelöst bleibt, wenn letzter anschiefst, so werden die Kıy- stalle durch Aufnahme von Mutterlauge nothwendig verunreinigt, was oft Uebelstände mit sich bringt. Wenn z. B. Alaun aus Alaunrohlauge und schwefelsaurem Kali gefertigt wird, so nehmen die Alaunkrystalle Mutterlauge auf, welche schwefelsaures Eisenoxyd enthält, durch wel- ches der Alaun für die Färberei unbrauchbar wird. Um dieses zu ver- meiden, wendet man die gestörte Kıystallisation an, d.h. man schüt- telt und rührt die Flüssigkeiten unter einander, um die Bildung grölse- rer Krystalle zu behindern, um ein Krystallpulver, Mehl(technischer Ausdruck), zu erhalten, welches durch Aufnahme von Mutterlauge we- nig, verunreinigt ist. Eben so verfährt man beim Reinigen des rohen Sal- peters, welcher Chlorkalium und Chlornatrium enthält, welche letztere in kaltem Wasser leichter löslich sind, daher in der Mutterlauge blei- ben, und dann durch Aufnahme dieser durch die Salpeterkrystalle letztere verunreinigen.(Das Detail hierüber unter„Alaun, Salpeter”). Krystalle, welche mechanisch beigemengtes Wasser enthalten, ver- knistern, deerepitiren, wenn man sie auf heilse Körper streut, indem das Wasser Dampf wird, seine Krystallhülle mit Geräusch zerbricht. (Abknistern nennt man das Entziehen des beigemischten Was- ser auf die angegebene Art.) Kıystalle, welche chemisch gebund- nes Wasser enthalten(in starrer Form, dem Eis ähnlich) schmelzen in der Wärme, und verlieren bei fortgeseiziem Erhitzen das Wasser allmälig, blähen sich dabei auf, schäumen, und werden endlich zu ei- ner schwammigen trocknen Masse, so Borax, Alaun, salzsaurer Baryt ete.; dann pflegen sie sich aber nur langsam in Wasser wieder aufzulö- sen. Solche Krystalle verwittern auch an der Luft, fatiseiren, d. h. sie verlieren durch allmäliges Verdampfen von der Oberfläche aus ihr Wasser, welches bis zum gänzlichen Auseinanderfallen fortdau- ert; sie erscheinen mit Staub bedeckt, indem das die einzelnen Krystall- theile verbindende Wasser fehlt, ist der Zusammenhang aufgehoben; z. B. Glaubersalz, kohlensaures, phosphorsaures Natron. Einige zer- fliefsen leicht, wenn sie zum Wasserdampf der Luft grolse Ver- wandtschaft besitzen, z. B. salzsaurer Kalk, salzs. Magnesia, salzs. Ei- senoxyd, salzs. Zinnoxydul. Die Mutterlauge giebt bei wiederholtem Abdampfen oft von Neuem Krystalle, welche jedoch nicht so schön sind, als die beim ersten An- 28 Eigenschaften der Krystalle, Isomorphismus. schufs, nicht selten aber, wenn viel fremde Sübs aufgelöst sind, welche die Krystallisation behindern, auch keine Kry- stalle mehr. Sie wird dann nach Mafsgabe ihrer Beschaffenheit zu an- dern Zwecken verbraucht, oder weggeschüttet. Gewisse Substanzen effloresciren beim Krystallisiren, d. h. sie steigen durch Capillarität an den Gefälswänden in die Höhe, über den Rand hinweg, längst der äufsern Fläche der Gefäfse herab, und verbreiten sich auf dem Tisch, so dafs sehr wenig oder nichts im Gefäfs bleibt, z. B. blausaures Ei- senoxydul-Natron. Man kann diesen Uebelstand durch Betalgen der Ränder vermeiden(weshalb? lehrt die Physik), Was die Formen der Krystalle anlangt, so ist dies kein Gegenstand chemischer Untersuchungen, sondern ist eine Aufgabe der beschreiben- den Physik und Krystallologie; überhaupt erinnere ich hier, dafs für die Zwecke eines Leitfadens der technischen Chemie für Anfänger genaue Beschreibungen der Krystallformen nicht nöthig zu sein scheinen. [Schon auf Seite 26 war die Rede davon, dafs ein bestimmter Gehalt an VWVasser direkten Einflufs auf die Form der Krystalle hat; eben so grols ist aber auch der Einflufs der Mischung der Körper, die relative Menge von Säure und Base in Salzen, und die verschiedne Mischung der Säuren und Basen. Man hat in der neuesten Zeit gefunden, dafs z.B. die arsenig- und phosphorigsauren, arsenik- und phosphorsauren Salze gleicher Basen, gleicher Neutralisation und gleichen WVassergehalts, glei- che Krystallform besitzen, woraus wohl folgt, dals jene Säuren selbst tanzen zugleich mit gleiche Form besitzen müssen, und da sie gleiche Sauerstoffmengen ent- halten, wohl auch ihre+ elektrischen Elemente gleiche Form haben mögen. So erzeugen ferner Kalk, Magnesia, Zink-, Kobalt-, Nickel- Kupferoxyd, Mangan- und Eisenoxydul, mit gleichen Säuren und glei- cher Menge VWVasser verbunden, Salze von gleichen Krystallformen, mit Alkalıen Doppelsalze von gleicher Form, Ebenso verhalten sich Ba- ryt, Strontian, Bleioxyd; Thonerde, Eisenoxyd, Manganoxyd, Körper, ' die unter gleichen Umständen gleiche Krystallform bedingen, müssen selbst wohl gleiche Form besitzen, man nennt sie nach Mitscherlich, welchem man jene Entdeckung verdankt, isomorphe Körper(d.h. Körper von gleicher Gestalt).] Sollen Körper krystallisirt werden, welche durchs Schmelzen flüs- sig gemacht worden sind, wie z. B. Schwefel, Spielsglanz, Wismuth, so läfst man das geschmolzne so weit in dem Tiegel erkalien, bis eine dicke Kruste sich gebildet hat, bricht diese dann auf, gielst das noch flüssig gebliebne aus und sucht den Tiegel, wenn es thunlich ist, vor- sichtig von den an der innern Fläche sitzenden Krystallen(Drusen) zu lösen. Würde man alles erkalten lassen, so wäre dann blos ein kry- stallinisches Gefüge zu sehen, keine einzelnen ausgebildeten Krystalle. | Des YM ju Des T ulmel nahe | jnichen Op „cheiden, el h dazn geb zuge, au Yelen nen inr minder 1 ufelösten st ai Niederse halten mırd sende, schr shiedne Appa Yır a Helm, chapi (olambie, ale ein Sandbad, 0 gut eingeschlin den Schnabel d "er, an, fell ie einen Ballon, nie fir, 5 7 Tubulathelm | zunehmen; nicht Ilsen, Kolben ' sts geraucht: stillirblasen, ulteigende Di | ipfemen ode z Ielnrohr ber, fü schlagalim Üs ein meter & Raım die| Mayer gun Ka die A Ur, oder I Tage dhn leich hl ine Kr. IE zu an. ubstanze, apillariti; angst. der m Tisch, aures Fj- Ügen der egenstand chreibr- dals fir Anfänger scheinen, rehalt an eben so e relative ung der als z.B. .n Salze ts, glei- n selbst gen ent- ı haben Nickel. ind glei- nen, mit ich Ba- Körper, müssen ‚herlich, r(d.h, en füs- ismuth, is eine s noch j, Vor sen) ZU in kry- talle. Destillationsopparate. Kolben, Helm, Blasen, 29 V. Apparate zur Destillation, Sublimation und Cämentation. Das Destilliren, distillation, und Sublimiren, sublimation, sind zwei nahe verwandte physikalische Prozesse, die aber unter den chemischen Operationen, um Stoffe von einander mit Hülfe der Wärme zu scheiden, eine sehr wichtige Stelle einnehmen. Hier kann nur von den dazu gebräuchlichen Gerithen die Rede sein, nicht von dem Na- turgesetz, auf welchem sie begründet sind, welches die Physik lehrt. Destilliren nennt man den Prozefs, wenn eine flüchtige Flüssigkeit von einer minder flüchtigen, mit ihr verbundnen, oder von einem in ihr aufgelösten starren, minder flüchtigen Körper, durch Dampferzeugung und Niederschlagen der entwickelten Dämpfe, in tropfbarem Zustand er- halten wird. Hierzu gebraucht man, je nachdem man die aufstei- gende, schräge, oder absteigende Destillation anwendet, ver- schiedne Apparate. 1) Zur aufsteigenden Destillation Kolben, eucurbite, flask, und Helm, chapiteau, head, capital, aus Glas, siehe Fig. 2 Tafel IL, (alambic, alembic heifst beides zusammen). Man stellt den Kolben in ein Sandbad, oder erwärmt ihn auch wohl durch Lampenfeuer, setzt den gut eingeschliffnen Helm auf den Kolben, lutirt mit Blase, und legt an den Schnabel desselben eine Vorlage, Reeipient, recipient, recei- ver, an, iheils einen andern Kolben mit engerer Mündung, theils einen Ballon, ballon, balloon,(Glaskugel mit einem oder 2 Hälsen), wie in Fig. 5 Tafel I. Man hat auch gläserne Helme mit Glaspfropfen, Tubulathelme, um etwas nachfüllen zu können, ohne den Helm ab- zunehmen; nicht selten ist dann Kolben und Helm aus einem Stück ge- blasen. Kolben und Helm wird jetzt nur selten angewendet, mei- stens gebraucht man beide zu chemischen Versuchen im Kleinen. De- stillirblasen, alambie, copper still, gehören zu den Apparaten für aufsteigende Destillation; sie bestehen aus kupfernen Kesseln,. mit kupfernen oder zinnernen Helmen, Hüten, verschiedner Gestalt; das Helmrohr, bec, noze, führt in den Condensator, welcher entweder als ein schlangenförmig gewundenes Rohr, Schlange, serpentin, worm, oder als ein metallner Cylinder, oder Doppeleylinder gestaltet ist, in des- sen Raum die heifsen Dämpfe eintreten, und von dem umgebenden Kühlwasser von aufsen(und von innen) umspühlt werden. Man stellt nämlich diese Apparate in Kühlfässer, tonneau refrigerant, seau, d.h. in Fässer, oder metallne Behälter, in denen ein steter Zufluls von kal- tem Wasser durch ein bis auf den Boden des Gefälses herabreichendes Be Sa > 7 | Di .. r). 30 Destillationsapparate, Retorten, Welter’s Trichter.- + al : Tight Rohr, und Abflufs des heils gewordnen Wassers von oben stattfindet: ein 5= Br».... Anal# denn, indem die heiflsen Dämpfe sich condensiren, setzen sie ihre ge-| ie W bundne Wärme an das Wasser ab, welches dadurch heils wird.(Die| in Sy .&- Ä Mil 18 Details hievon werden in dem Artikel Branntwein, im 3ten Theil aus-| be ne 3 je....... m, IeTaUS 4 führlicher vorkommen, gehören übrigens in die Physik, nicht in die Ih(Die .... TRAG... Na Chemie.) Auch bei Destillationen im Kleinen ist eine Abkühlung der 5 Ach Irchenl Vorlage nothwendig, weshalb man dieselbe in eine Schüssel voll kal- En: ia himbru ten Wassers legt, oder mit einem wollnen Tuch belegt, auf welches in[|® v einem dünnen Strahl kaltes Wasser aus einem höher stehenden Gefäfs mit Paz m Hahn tropfi.— Bei der Destillation ätherischer Oele, welche leichter je sind als Wasser, wird, um das Oel in einem Gefäls zu sammeln, die| Ihren sogenannte Florentiner Vorlage gebraucht, Fig. 10 Tafel I., durch une, dere Hals das Wasser, welches mit überdestillirt, abläuft, das Oel\ selche ni] aber sich ansammelt,— Wasserbad, bain-marie, water-bath, ist it, il eine Vorrichtung um ohne unmittelbaren Einflufs des Feuers zu destil-| Inch stellen I liren, dadurch, dafs man das Destillationsgeräth in eine mit Wasser| Mnige i gefüllte Blase einschliefst, so dals nur durch das heilse, das Destilla-| alt a tionsgeräth umgebende, Wasser die Destillation eingeleitet wird, wo-| Inge durch eine stets gleichmäfsige Temperatur bedingt, und ein Anbrennen,| In eine engem in Folge zu grolser Hitze auf einem Punkt, vermieden wird.— Alu-| Teuer ngeset delapparat wird beim Quecksilber angeführt werden; ist veraltet.| nit Sand tigt, 2) Zur schrägen Destillation braucht man Retorten, cornues, re- Tuagn gt di torts, und Vorlagen, von weilsen, oder grünen Glas. Die Retorten im Tal de 1 wie die Kolben müssen nicht dick sein, weil sie sonst leicht bersten, stols, ale, von gleicher Stärke, ohne Knoten und Blasen, gut geformt, der Hals ohiednen Wink gul angesetzt. Man unterscheidet Retorten mit und ohne Tubulus, tu» Ihe oder Ri( bulirte Fig. 1 und 37 und nicht tubulirte R. Fig. 9, 32; letz- Dani die m ol tere werden im Grofsen ausschliefslich angewendet; man wendet auch| Al let Porzellanretorten, Retorten aus hessischer Tiegelmasse, Waldenburger, dan enhveler zn Bunzlauer Retorten an, die jedoch sehr porös sind, und überhaupt nur let, olk man bei Gasentwieklungen vorkommen,(siehe unter diesen). Platinretorten und en Ball(ig Vorlagen zur Gewinnung reiner Flufssäure, der Chromsäure, sind sel- len dar(ig ten gebraucht. Man schüttet die pulvrigen Materien durch den Hals SA eines hl der Retorte, spühlt mit Wasser nach, und füllt die Säuren durch I 3 He den Tubulus ein, oder bei nicht tubulirten Retorten mittelst eines lan- gen, eigens dazu gebogenen, Glastrichters; soll während der Destilla- tion noch Säure zugelassen werden, so befestigt man in dem Tubulus St eier Torf Wende Rohr; Nicht Selen y der Retorte einen gebogenen Trichter, den Welterschen Trichter, F ig. 14 Kain di Von Tafel I., dessen Rohr nicht bis in die Flüssigkeit der Retorte zu reichen Mi ey braucht, denn dadurch, dafs man bis zur Füllung der angeblasnen Gias- Sk kugel Säure durch die Mündung des Trichters eingiefst, entsteht eine l Ir Ka I FERTDBEELGEN EBENE N TE ri 2 BT a ee fattfinde. > Ihre m, d.(Di heil Au in di lung der voll kal, ’elches in zefäls mit : leichter neln, di L., durch das QJ bath, N ı desti. Wasser Destilla- d, Wo. rennen, Alu- Itet, es, re- etorten bersten, »r Hals IS, tu) 1; letz- >t auch burger, ıpt nur en und nd sel- ı Hals durch os Jan- stilla- ıbulus ig. 14 eichen - + eine Destillationsapparate. Retortenhalter, Vorstofs. 31 Flüssigkeitssäule, welche durch ihren Druck den im Retortenraum be- findlichen Dämpfen Gegendruck leisten und ihnen den Ausgang versper- ren kann. Wenn nämlich die Dämpfe stärker drücken als die Luft, so steigt das Sperrfluidum im langen Trichterrohr auf, und aus der Ku- gel heraus, wodurch aber eine nur längere hydrostatische Drucksäule entsteht.(Die Physik lehrt die Wirkungen kennen). Statt des Wel- terschen Trichters bedient man sich auch des Säurebehälters, acid holter, eines birnförmigen Glasgefälses, welches in die Tubulatur pafst, und mit einem quer dürchgehenden Glaspfropf verschlielsbar ist. Will man im Kleinen eine Destillation über Lampenfeuer vornehmen, so wird ein Retortenhalter mit beweglichem Arm, Fig. 4 Tafel I., in der Art angewendet, wie es Fig. 5 deutlich zeigt.(Die eigentliche Klemme, welehe mit Kork gefüttert und mit einer hölzernen Schraube versehen ist. dreht sich um ihre Axe in einem kurzen Arm, der sich niedrig und hoch stellen läfst). Man kann auch auf die Art einen Retorten- und Röhrenträger construiren, dals man eine Klemme mit Schraube senk- recht auf ein Fufsgestell stellt. Im gröfsern Malsstabe verfährt man also: man legt die Glasretorten in eine eingemauerte, gulseiserne Sandkapelle, oder auch dem freien Feuer ausgeseizt in einen Drahtkorb, welcher eine kleine Blechschale mit Sand trägt, in geneigter Lage, wie dies Fig. 32 zeigt; von den Vorlagen gilt das bereits unter 1) gesagte. Nicht selten verbindet man den Hals der Retorte mit der Vorlage durch einen sogenannten Vor- sto[s, alonge, adopter, eine konische, theils gerade, theils unter ver- schiednen Winkeln gebogne Röhre, die mit dem Retortenhals durch Blase oder Kitt(siehe davon am Ende dieses Kapitels) verbunden wird. Damit die zu gleicher Zeit sich entbindenden Gase theils aufgefangen, theils abgeleitet werden können, dient eine winkelrechte Glasröhre, die man entweder zwischen dem Retortenhals und der Vorlagenmündung einlegt, oder man nimmt einen tubulirten Kolben, einen doppelt tubu- lirten Ballon(siehe Fig. 5), und fügt eine gekrümmte Glasröhre zum Ableiten der Gase ein; dies geschieht mittelst gut schliefsender Korke, Statt eines tubulirten Glasballons kann man auch eine Flasche mit 2 oder 3 Hälsen(Fig. 25 Tafel I.) anwenden, in deren einen man mit- telst einer Vorstolsröhre das Destillat leitet, aus dem zweiten geht das sasleitende Rohr aus. Nicht selten wird eine Flüssigkeit vorgeschlagen, d.h. eine Flüs- sigkeit in die Vorlage geschüttet, welche dazu dienen soll, theils das flüssige Destillat aufzunehmen, theils die Dämpfe zu binden, oder gasige Stoffe zu absorbiren._ So wird z. B. bei der Destillation der Salzsäure, der Salpetersäure, des Salmiakgeistes Wasser vorgeschlagen, um das nn a ME ZWEITE TEN EI F j 32 W oulf’s Flaschenapparat.\ salzsaure- und Ammoniakgas und die Dämpfe der Salpetersäure aufzu-| fm h nehmen. Zu diesem Behuf ist der Woulfsche Flaschenapparat, gen Ze ON appareil de Woulf, Woulfe’s apparatus, Fig. 25 Tafel I., Fig. 20 an, I Tafel II, den man auf verschiedne Weise in neuester Zeit abgeändert gu Tel hat, ganz besonders geeignet, indem durch die Einrichtung desselben IT 3)Die abe eine grofse Berührung zwischen dem sich entbindenden Dampf oder Gas vi, unter an und der vorgeschlagenen Flüssigkeit, unter einem mälsig grölsern Druck einen IM als dem der Atmosphäre, stalt findet. Die Flaschen sind entweder mit kleisenden,© 2, oder mit 3 Hälsen versehen, flacons tubules, necked bottles, 2, 3, len Ihteri 4 an der Zahl, durch winkelrecht gebogne Glasröhren so mit einander it ihn ringe verbunden, dafs die luftförmigen Körper aus eimer in die andere nur ch dns Rah durch die vorgeschlagne Flüssigkeit hindurch gelangen können. Die Hunlergaseh erste Flasche wird durch eine Vorstofsröhre mit der Retorte, oder dem Teil Bde Kolben verbunden(wie Fig. 25 zeigt), und die letzte mit einem offnen| Unter ir Glascylinder, damit die noch nicht völlig absorbirten gasigen Theile Dastiton to dort noch vom Wasser, oder sonstigen Flüssigkeiten, verschluckt wer- ann, den können, um nicht die Gesundheit der arbeitenden Chemiker zu ge- Ni ihn, fährden. In die mittlern Hälse werden gerade Glasröhren, oben mit: nn oder ohne trichterförmige Mündungen, so eingesetzt, dals sie einen In Year Zoll unter dem Flüssigkeitsspiegel sich befinden, Sicherheitsröh- kn) in Vin ren, tubes de sürete, tubes of safety genannt, welche dazu dienen, dafs, bei überhand nehmender Spannung des Gases, oder der Dämpfe, | hie Re Rear j er Neon, Oslind die Flüssigkeit in ihnen aufsteigen und nöthigenfalls selbst ausfliefsen, min 34 auf der andern Seite aber auch, wenn die Spannung sich in Folge ra- b| g g\ Aez wenden, m vd an den or Wird en D: M Pronelk die| A, di Dchtes scher Absorption oder Condensation vermindert, die atmosphärische Luft in die Flaschen eintreten kann, ohne dafs die Flüssigkeit einer Flasche in die andere übertritt und sie verunreinigt. Statt dieser einfachen Röhren hat man noch die Welterschen Sicherheitsröhren, tubes de si- ret€« boule, eine Verbindung der gewöhnlichen zweimal winkelrecht gebognen Verbindungsröhren mit dem Welterschen Trichter; es ist il nämlich im Mittel des horizontalen Stücks der Verbindungsröhre ein ge-=“al bogner, mit Glaskugel versehener, Trichter so angeblasen, dafs die den noch«| Röhre mit dem Trichter in einer vertikalen Ebne liest. Hat man sol- u che Röhren, so sind die mittlern Hälse und die in dieselben gesteck-"4 dım N ten Röhren nicht nöthig; die Sicherheitstrichter werden, so wie be-& Sch ei reits oben angegeben worden ist, mit einer schicklichen Flüssigkeit ge-- Ri eeä] sperrt.— Die Pfropfe müssen nicht selten mit Kitt verstrichen wer- a Maul den, so wie man auch die Flaschen mit kaltem Wasser, oder Frosimi-„np: lit m schungen, abkühlen mufs. I A Zum Gebrauch im Grofsen hat man grofse Flaschen aus Irden-"he Glak waare, bonbonnes, mit irdnen, oder bleiernen, Röhren verbunden: Ü,Ll, tl ie# sur I ET BET LEBEN EBEN EEE N ET EEE TER- h i 2=:— ee an te anf. Pparat, Fie, 9 Jeändert lesselben° oder Gas n Drucl eder mit 3, 2,8 einander dere nır en, Die oder dem m offen n Theile ckt wer. er ZU ge: ben mit e einen itsröh dienen, Dämpfe, sflielsen, olge ra- che Luft Flasche infachen de si- kelrecht es ht ein ge- lafs die nan sol- gesteck- wie be- keit ge- 1 wer- rostmi- Irder- bunden; sie Trockne Destillation, Sublimation. 33 sie werden in einen mit Wasser gefüllten Trog gestellt, in welchem steter Zu- und Abflufs erhalten wird. Statt der Hetorten gebraucht man häufig&gulseiserne Cylinder, wie Fig. 1 und 2 Tafel IV. zeigen, so auch Tafel III Fig. 1. 3) Die absteigende Destillation wird selten noch in Anwendung ge- setzt, unter andern in England bei der Zinkgewinnung aus Galmei. Man füllt einen im Boden durchbohrten, mit einem irdnen durch leiztern aufsteigenden, senkrechten Rohr versehenen Tiegel mit den zu destilli- renden Materien, verschliefst ihn mit einem Deckel luftdicht, und er- bitzt ihn rings umher, so steigen die Dämpfe des entbundenen Zinks durch das Rohr nieder, kühlen sich ab, und tropfenweis sammelt sich in untergesetzten Gefäfsen das Metall;(eine Abbildung wird im 2ten Theil bei dem Artikel Zink geliefert werden). Unter trockner Destillation versteht man einen Prozels der Destillation trockner und flüssiger Materien, vorzugsweise organischer Abstammung, durch welchen eine Entmischung derselben, Erzeugung tropfbarer, gasförmiger und starrer Produkte stattfindet. Hiezu wendet man im Kleinen eine irdne, eiserne, oder beschlagne gläserne Retorte an, deren Hals durch einen Vorstofs mit einer Vorlage(Ballon, Kol- ben) in Verbindung gesetzt wird, aus welcher die Gase durch eine ge- krüämmte Röhre abgeleitet werden. Im Grofsen braucht man gufseiserne Retorten, Cylinder, z. B. bei der Gaslichtbereitung, siehe Tafel III. Fi- gur 1,2, 3, 4, oder selbst gemauerte Räume, die von aufsen ge- heitzt werden, wie z. B. beim Theerschwelen.(Von diesen Prozessen wird an den gehörigen Orten das Nöthige gelehrt werden.) Wird ein Destillat nochmals für sich destillirt, so nennt man die: sen Prozefs die Reetification, man bezweckt, dasselbe zu reini- gen, das flüchtigste von dem minder flüchtigen vollkommner zu schei- den; Cohobation nennt man dagegen das Verfahren, wenn man ein Destillat auf den abdestillirten Rückstand zurückgiefst, und über dem- selben nochmals abdestillirt, welches bei Pflanzenmaterien vorkommt. 4) Sublimation, sublimation, nennt man den Prozels, wenn eine flüchtige starre Substanz durch Wärme in Dämpfe verwandelt wird, welche sich zu einem starren Körper wieder verdichten. Die zum Su- blimiren gebräuchlichen Geräthe sind im Kleinen Glasröhren, die man mit dem zu sublimirenden Körper füllt, und über die Flamme der Glühlampe hält, worauf sich das Sublimat zu beiden Seiten ansetzt,(wie bei der Reduction des Arseniks aus arseniger Säure durch Kohle); oder kleine Glaskölbehen, die man mittelst einer Löthrohrflamme er- hitzt, in deren langen Hals sich der Anflug sammelt. Oder man wen- det Glaskolben, grüne Medicingläser an, die man in einen Tiegel mit I, 3 a ET ne 34 Cümentation. Gasentwickelungsapparate. Sand umgeben, oder in eine Kapelle einsetzt und so erhitzt; auch wer- den dazu zwei Tiegel gebraucht, die man umgekehrt über einander stellt und verklebt. Im Grofsen hat man Glasballons für den Sal- miak, von fast cylindrischem Mittelstück und halbkuglichen Boden, sie werden in Sandkapellen eingesetzt; oder aus Gufseisen, aus Eisenblech gefertigte Cylinder mit halbkugelförmigen Boden und Deckel, wie bei der Sublimation von arseniger Säure, gelbem Operment;‘oder irdne Krüge ete. Man sublimirt auch mitunter in Retorten nebst Ballon, so das kohlensaure Ammoniak,(siehe bei diesem).— Lockere Sublimate, in Krystallform oder staubartig, nennt man Blumen, fleures, flowers, 2. B. Benzo@blumen, die sublimirte Benzo&säure, zu deren Sublimation eine lange Papiertute gebraucht wird, um in derselben die Dämpfe auf- zufangen; Schwefelblumen u. a. m. 5) Hier reiht sich noch der Prozefs des Cämentirens an,(e- mentation, ein Prozefs der gegenseitigen Durchdringung zweier starrer Körper, die man in ein Gefäls eingeschichtet auf einen gehörigen Tem peraturgrad erhitzt. Hiezu hat man im Kleinen irdne Büchsen(man kann jeden Schmelztiegel dazu brauchen, wenn man den Deckel Jluft- dicht aufpafst und verklebt), eiserne oder irdne Kästen. So cämentirt man Kupfer durch Zink,— Fabrikation des Knittergoldes,— Eisenstäbe durch Kohle,— Stahlbereitung, Cämentstahl—, so überstählt der Mechani- ker, Büchsenmacher u. a. beim Einsetzen eiserner Waaren mit 1hieri- scher Kohle dieselben, damit sie hart werden und schöne Politur an nehmen.(Das Nähere hierüber siehe unter Stahl.) VI. Apparate zur Entbindung und zum Auffangen von Gasen, zu verschiednen Versuchen mit denselben. Die Gasentwickelung erfolgt entweder ohne Wärme, oder miltelst einer Temperaturerhöhung, hienach sind die Apparate verschieden. 1) Soll ein Gas ohne künstliche Erwärmung entbunden werden, so bedient man sich dazu einer Caravine, einer Flasche mit weitem Hals, in welchen ein guter Korkstöpsel genau pafst, durch den eine lange Trichterröhre und ein winkelrecht gebognes Glasrohr luftdieht hindurchgesteckt sind, wie Fig. 15 Tafel 1. zeigt, An das gekrümmie Glasrohr setzt man ein anderes Rohr an, nach der nöthigen Lage, die man demselben geben will, verschieden gebogen und verbindet beide luftdicht und an einander beweglich mittelst Caoutchoue(Gummi ela- sticum) also: man nimmt einen kleinen, dünnen Beutel, schneidet ein ge- hörig langes und breites Stück aus, und zwar so, dafs man den Beutel zusammen legt, und mit dem Scheerenschnitt die beiden Schnittflächen _—— Be a IE a dat I eh ihrche doeh ale irn das sten De Img nöll allen ni serst durch al it, Fi arlügte Ki n horizonta Gasentbindn de jet su 2) Tr 6 schtedne Am passen Wege a) Auf serne Relorten wickeln von di Onecksibe Net in Han und dis Ende zeit, Indie& Pfopen nit ein weiter fort zu] I, wi sie li Äinnen anzem wenden), Zu. nr an, mel Äler Tan Sec iu Inek, mh ren Werden Kl Aaner da der 1 Auf ae an fie Id Sr ahnt, “ Kt Flig Nein IN Im ich wor. einander en Sıl. den, sie enblech wie bei er irdne llon, so ıblimate, flowers, »limation npfe auf an,(! "starte en Ten (man kel Jul tirt man ‚e durch lechani- thieri- itur an N Von N. miltelst len, den. 50 wreilem den eine Juftdicht rümmle age, die t beide mi ela ein ge 1 Beutel ttflächen Gasentwickelungsapparate. 25 aneinander drückt, schiebt in beide Oeffnungen des so gebildeten Caout- choueröhrehens die Enden der beiden Glasröhren hinein, und bindet das Caoutchoue mit einem Faden Seide fest auf. Diese Verbindung ist so lange luftdicht, als nicht heilse Wasserdämpfe, oder Dämpfe von Siuren das Caoutchouc erweichen; sie gewährt den Vortheil der mög- lichsten Beweglichkeit. Durch den Glastrichter gielst man die zur Ent- bindung nöthige Säure nach und nach hinzu. Soll das entwickelte Gas von allem mit forigerissenen Wasserdampf getrocknet werden, so wird es erst durch eine Röhre geleitet, die mit geglühtem Chlorealeium an- gefüllt ist, Fig. 27 Tafel 1.(hier ist nur die mit einer Kugel versehene angefügte Röhre hinwegzudenken), und von dem Retortenhalter Fig. 4 in horizontaler Lage gehalten wird.— Früher bediente man sich zur Gasentbindung eigner zweihälsiger Flaschen mit Triehter und Stopfer, die jetzt aulser Gebrauch sind. 2) Zur Gasentwiekelung mittelst künstlicher Erwärmung dienen ver- schiedne Apparate, je nachdem die Gasentbindung auf trocknem oder nassem Wege stattfindet. a) Auf trocknem Wege durchs Glühen. Man wendet hiezu gulsei- serne Retorten an, auch geschmiedete eiserne Flaschen, wie zur Ent- wickelung von Sauerstofl-, Kohlenstoffoxydgas. Zu,diesem Zweck sind die Quecksilberlegel am vortheilhaftesten anzuwenden, in welchen jenes Metall in Handel kommt. Man läfst die Mündung konisch ausdrehen, und das Ende eines Flintenlaufs einpassen, wie ungefähr Fig. 39 Tafel I. zeigt. In die andere Oeffnung des Flintenrohres kann man dann einen Pfropfen mit einem flexibeln Glas- oder Zinnrohr einsetzen, um das Gas weiter fort zu leiten.(Zinnröhren, und überhaupt biegsame Metallvöh- ven, wie sie für die Vertheilung des Beleuchtungsgases in Gebäuden, Zimmern angewendet werden, sind auch für den Chemiker recht an- wendbar). Zu kleinern Versuchen wendet man auch wohl ein Flin- tenrohr an, welches am diekeren Ende fest verschraubt ist, und in ver- tikaler Lage in Glühfeuer gelegt, oder durch einen vöhrenofen ge- steckt wird, wie ungefähr Fig. 29 Tafel I. zeigt;(hier ist ein anderer Zweck, weshalb noch eine Retorte angefügt ist). Auch aus gläsernen Retorten werden Gase über der Glühelampe entbunden, wozu ein voll- ständig zusammengestellter Apparat in Fig. 5 Tafel I. vorgestellt ist, auch kann dazu der in Fig. 7 und 9 dargestellte Apparat verwendet werden, b) Auf nassem Wege durchs Erhiizen. Hiezu braucht man vorzugsweise den in Fig. 7 dargestellten Apparat, einen Kolben mit Piropfen und schräg abwärtssteigendem Gasrohr. Soll während der Entbindung des Gases eine Flüssigkeit nachgefüllt werden, so mülste ein Kolben mit weitem Hals, um noch einen Welterschen Trichter einsetzen zu können, DE} [2] a 36 Pneumatische W anne. T | M gewählt werden, wie in Fig. 25. Ist es nothwendig, dafs das entwi-| ug ckelte Gas vor dem Auffangen noch von zugleich erzeugten fremden Jan I» Gasen gereinigt werde, so leitet man es durch eine Mittelflasche, ua? welche mit geeigneten Flüssigkeiten zur Hälfte gefüllt ist, durch welche, Mm geil das Gas hindurch mufs, um dann Aufgefangen zu werden; siehe den| ib, Apparat in Fig. 8 Tafel I. und Tafel II. Fig. 20. Man bedient sich| jnmet, N auch statt der Kolben Retorten, wie z. B. in Fig. 9 und 37 Apparate ji el der Art gezeichnet sind; man kann auch Tubulatretorten mit Welter-| smit 008 schen Trichtern, oder einem sogenannten Säuretrichter, acid holter,| alhring ei mit einem quer durchgehenden durchbohrten Glaspfropfen, anwenden. sun das mit. Soll aus der Zersetzung von Dämpfen ein Gas in der Glühhitze erzeugt Imit zu op werden, so bedient man sich dazu eines Apparäts, wie Fig. 29 Tafel I.| Ihsser gell zeigt. Man legt einen Flintenlauf, oder Porzellanrohr, durch die Oeff- ei Uhrzlas, nungen eines Röhrenofen, fügt an einem Ende eine Retorte ein, in wel-| aus dem| cher sich die in Dämpfe zu verwandelnde Substanz befindet, am andern Wenn mar ein Gasleitungsrohr, beide durch Pfropfen gesteckt, welche, bei hin-| online des länglicher Länge des Rohrs von der Hitze nicht leiden.| ae li 3) Um die entbundnen Gase in schickliche Recipienten leiten zu vie die da können, dient die pneumatische Wanne, cuve pneumatigue, pneu- zusanmenzeht matie trougk or apparatus, Man unterscheidet pneumatische Was-® Wanne in die. ser- und Quecksilberwannen, euve hydro- et hydrargyro- pneu- sachen kann, matique, water and mercurial trough, or apparatus, je nachdem Wasser erden. so m oder Quecksilber als Medium in ihnen gebraucht wird. sehe vun Ihnen a) Pneumat. Wasserwannen, am häufigsten gebraucht, werden ent- uische, dann weder, sollen sie grofs sein, aus Stabholz, oder Blech gefertigt, im h) Que kleinen Mafsstab aus Weifsblech, oder aus Glasplatten zusammengesetzt,| der Art, mit ein wie in Fig. 5. Es sind theils viereckige, theils länglich runde Gefäfse,| richt) el von verschiedner Tiefe, nach dem verschiednen Zweck eingerichtet. EN In ihnen befindet sich eine Brücke, tablette, sliding shelf, ein hori- ne heit,€ zontales Breit, Blechtafel, oder Glasplatte, von Knaggen getragen, hr Ha ham oder zwischen Coulissen eingeschoben, oder sonst befestigt,(bei der in Ike u Fig. 5 abgebildeten Wanne ist die Brücke durch 4 Messingstreifen, wel- BR che oben übergebogen auf dem Rand der Wanne ruhen, gehalten). kn fıker Die Brücke hat mehrere Oefinungen, unter denen kurze Blechtrichter Bi befestigt sind, oder auch ohne diese, wie bei der Wanne Fig. 5, um Ä Kae das von unten eintretende Gas ohne Verlust nach der Oefinung und h ei durch diese zu geleiten. Zum Aufsammeln des Gases bedient man sich n fe; theils kleiner, theils gröfserer G laseylinder, Glocken, mit und ohne ls Tubulus(siehe Fig. IL und 34 Tafel I, und Fig.1 und 3 Tafel II.), die“ra u man vorher, um alle atmosphärische Luft auszutreiben, mit Wasser in M- der Wanne füllt, und auf die Brücke stellt, über welche das Wasser E I, ul entw. remden sche, welche he den nt sich ‚pparate Welter. holter, wenden, erzeugt TafelI lie ef. in we). andem ei hin- iten zu ‚ pneu- Was - Pneu: Wasser en enl- st, m sesetzt, Grefilse, richtet, in hori- etragen, der in n, wel- halten). trichter 5, um 1 und ın sich 1 ohne ), die ısser IN Wasser Pneumatische W anne. 37 stets 4 bis 1 Zoll hoch stehen muls, damit, wie aus der Physik bekannt ist, das Wasser in den Cylindern, Glocken durch den Druck der Atmosphäre getragen werde. Man schiebt nun einen solchen mit Wasser gefüllten Reeipienten(Glasglocke, Cylinder) über die Oeffnungen der Brücke, und bringt die Mündung des gekrümmten Gasleitungsrohres darunter. So bald die Gasentbindung anhebt, steigt das Gas in Blasen in das Gefäls, das Wasser flielst in demselben Mafse ab; ist das Ge- fäls mit Gas gefüllt, so schiebt man es auf der Brücke seitwärts fort, und bringt ein anderes, mit Wasser gefülltes, auf die Mündung ete. Will man das mit Gas gefüllte Gefäls wegheben, um an einem andern Ort damit zu operiren, so stellt man es unter Wasser in eine flache mit Wasser gefüllte Schale, so bleibt das Gas abgesperrt; oder man deckt ein Uhrglas, eine Glasplatte, obturateur, auf die Mündung, und hebt es aus dem Wasser, kehrt es dann um, und nimmt den Deckel ab, ete. _ Wenn man mittelst Wärme ein Gas entwickelt, und will, nach Be- endigung des Versuchs, den Apparat erkalten en so muls man nicht vergessen, die Gasröhre aus dem Wasser zu nehmen, weil sonst, so wie die Luft im Innern des Apparats beim Erkalten sich abkühlt und zusammenzieht, durch den Druck der Atmosphäre das Wasser aus der Wanne in die Retorte, den Kolben aufsteigt, und dann Schaden verur- sachen kann. Operirt man mit Gasen, we lIche vom Wasser verschluckt werden, so muls man Quecksilber anwenden, es sei denn, dals das- selbe von ihnen angegriffen würde, oder dafs letzteres die Gase ent mischte, dann muls man sich anderweitig helfen. b) Quecksilberwannen werden theils aus Holz,(eine kleine Wanne der Art, mit einer ebnen Glasplatte auf dem Boden, ist Fig. 11 Tafel 1. gezeichngt) theils aus Marmor, Gufseisen ge fertigt, überhaupt aus Ma- terien, die von ersterm nicht angegriffen erleie und die Festigkeit ge nug besitzen, einen starken Druck auszuhalten. Ihre Einrichtung ist der der Wasserwannen ganz ähnlich, man giebt ihnen nur eine geringere Tiefe, um nicht unnützerweise viel Quecksilber zum Füllen zu gebrau- chen, und zwar so, wie es Fig. 2 Tafel II. zeigt, dafs zwei Brücken, aus dem Vollen gearbeitet, zu beiden Seiten sich befinden, und dazwischen der eylindrisch ausgehöhlte Raum für das Quecksilber, um hierin Cy- linder füllen zu können. An einer Seite bringt man einen hohlen, verti kalen, eylindrischen Raum an, a in beiden Figuren 1 und 2 Tafel IH, um in demselben, da er mit Quecksilber gefüllt ist, graduirte Cylin- der eintauchen zu können, wenn man das aufgefangene Gas messen will. (Wie dies geschieht soll unter 4 gelehrt werden.) Zu dem Ende ist es gut, wenn an dieser Stelle ein Stück der Metall- oder Holzwand ausge- schnitten, und dafür ein Stück Glas eingesetzt ist, um das Auge mit EEE en en een rn ng 38 Pneumatische W anne. dem Quecksilberspiegel in eine horizontale Ebne zu bringen, um Fehler beim Ablesen zu vermeiden. Sollen gröfsere Reeipienten, z. B. gra- duirte Glocken, mit Quecksilber gefüllt werden, so muls man dazu tu- bulirte mit Hähnen verschliefsbare wählen, auf deren Tubulatur eine eiserne Saugpumpe aufgeschraubt werden kann, mittelst welcher man die Luft auspumpen und das Quecksilber anheben kann. An der in Fig. 1 und 2 Tafel II. gezeichneten Quecksilberwanne von Gufseisen, aus Newman’s Werkstätte in London, ist noch ein klei- nes Gasometer b nach Pepys’s Angabe angebracht, welches dazu dienen soll, Gas aufzusparen, um es dann in kleinern Portionen zu verbrau- chen. Zu dem Ende ist auf die Bodenplatte des hohlen gulseiser- nen Cylinders 5 ein anderer Cylinder aus Eisenblech aufgeschraubt, (man sieht ihn in Fig. 1 punktirt) welcher aber von der Peripherie des erstern überall 13— 2 Linien absteht; dieser innere Cylinder endingt sich mit einem halbkugelförmigen Deckel, wie in Fig. 2 bei e zu erse- hen ist. Durch diesen inwendig hohlen innern Cylinder geht ein Blech- rohr lufidicht so hindurch, dafs dessen obere Mündung beid 4— 6 Linien über dem gewölbten Deckel hervorsteht, und sich unten bei e in ein Hahnstück endigt; an dieses wird ein kleiner gläserner Trichter f angeschraubt, welcher in eine mit Quecksilber gefüllte Glasschale& ein- getaucht ist, die bei der Gasbereitung die Quecksilberwanne vertritt, Um den Trichter mit Quecksilber zu füllen, mufs man oben bei e sau- sen, dann den Hahn bei e schliefsen.(Zu diesem Ende müssen die Hähne von Eisen und nicht von Messing sein.) Soll das Füllen einer Glocke mit diesem Apparat anheben, so wird dieselbe in den Raum zwischen den innern Kern und den äufsern Mantel, welcher mit Queck- silber gefüllt ist, bei geöffnetem Hahn in der Tubulatur, eingetaucht, damit alle Luft entweichen kann, sodann derselbe verschlossen, die Gasleitungsröhre so zwischen der Glasschale& und dem Glastrichter f eingebracht, dafs das Gas in den Trichter einströmt, und durch das im innern Cylinder befindliche Blechrohr, dessen obere Mündung bei e sich in der Höhlung der Tubulatur der Glasglocke befindet, in die letztere nach vorheriger Oeffnung des Hahnes e gelangt, wodurch sich dann die Glocke mit Gas füllt. Will man den Inhalt der Glocke, nachdem der untere Hahn bei e geschlossen, und der Trichter mit der Glasschale weggenommen wor- den ist, in kleine Portionen zum Verbrauch abtheilen, so dient dazu das von dem Hahnstück e aufsteigende Rohr A, welches in i einen Hahn hat; es mündet auf der Ebne der einen Brücke, in einer Rinne lie- gend, bei k Fig. 2 aus. Stellt man nun über k einen mit Quecksilber gelüllten kleinen Cylinder auf, öffnet den Hahn i, und drückt die a nt en P* (edel alr I kl hl jndem an: a] wol Unter d ehsilber Wanne der sell {ine Retor gmiber sl Im Einschn Ivinge{et 4) Zum Lleinerer un ı) Glis jus, yerschi april tubulıs, aut und 34 Tall dis auehnn Iuirten, cal duadet Jars,. und Linien ze man dhs Gas belise in ek In Innern höl welcht wie di ein, al sie be ls aber er den Cl ei| Ist dann d. mmüße ud x würde,$ en(ln) le im Serhalh, wi "0 glich “de; In u. Oil, A Fehler B. en. dazu hı. tur eins IeT man erwanne ein klei- u dienen verbrau zulseiser. schraubt, herie de " ending zu erst n Dlech- 4—h en bei e 'ichter f »@ ein- vertritt, Le sau- ssen die en einer n Raum - etaucht, en, die richter f ırch das ng bei e in die rch sich alın bei en WOL- nt dazu ı einen inne lie- cksilber ückt die Apparate zum Experimentiren mit Gasen. 39 Glocke nieder, so wird das Gas durch den ausgeübten Druck durch das Rohr A aufsteigen, durch die Oeffnung bei k ausströmen, und den Re- cipienten füllen. Es ist einleuchtend, dafs dadurch dals im Gasometer ein Kern angebracht ist, sehr viel Quecksilber gespart wird, indem nur so viel nöthig ist, als den Zwischenraum ausfüllt. Unter der Wannne ist ein lackirter Blechkasten, um verschüttetes Quecksilber aufzusammeln, auch kann man an den rechten vordern Fuls der Wanne eine Eisenstange ansetzen, auf welcher sich ein auf und nieder schiebbarer Träger für eine Spirituslampe anbringen lälst, um eine kleine Retorten zu erhitzen, deren Hals man in die untere Oefflnung der gegenüber sich befindenden Brücke einstecken kann, und die dann in den Einschnitten in der Vorderwand 2, l, I ruht, m ist eine mittelst einer Zwinge festgestellte Detonationsröhre, wovon weiter unten das Nähere. 4) Zum Aufnehmen der entwickelten Gase bedient man sich theils kleinerer und grölserer gläserner Reeipienten, theils Gasometer. a) Gläserne Apparate der Art sind: Cylinder, eprouvettes, glafs jars, verschiedner Dimensionen, Glasglocken, mit und ohne Glas- tubulus, auch mit einem Hahnstück, celoche« robinet, wie in Fig. 11 und 34 Tafel I., Fig. 1 und 3 Tafel Il. zu sehen ist. Nicht selten, um das aufgefangene Gas messen zu können, bedient man sich der gra- duirten, calibrirten Cylinder, Glocken, eloche gradude, gra- duadet jars, die in pariser oder preulsische(vheinländische) Kubikzolle und Linien getheilt sind. Bei solchen Versuchen ist nöthig, dafs, will man das Gasvolum messen, das Quecksilber, oder Wasser im Innern der Gefälse in gleichem Niveau mit dem in der Wanne stehe; denn stünde es im Innern höher, so ist, wie die Physik lehrt, die innere Luft nicht so dicht wie die atmosphärische, folglich nimmt sie einen grölsern Raum ein, als sie bei gleicher Dichtigkeit mit der Luft einnehmen würde; sie mus aber gleich dicht sein. Was ist da zu thun? Entweder man taucht den Cylinder so tief in das Quecksilber oder Wasser ein, bis die Flüs- sigkeitsspiegel innerhalb und aufserhalb in gleichem Niveau stehen, und liest dann ab, oder man stellt eine Rechnung an, und corrigirt die Vo- lumgröfse auf die wie sie bei gleicher Dichtigkeit mit der Atmosphäre sein würde. Stünde z. B. das Barometer 28” hoch, und wären in einem Glascylinder scheinbar 42 Kubikzoll Gas, stünde aber das Quecksilber im Innern desselben 2” über dem Niveau des Quecksilbers aufserhalb, wie viel Kubikzoll Raum nimmt dann wohl das Gas ein, wenn es gleiche Dichtigkeit mit der atmosphärischen Luft hat? Es müs- sen sich die Räume verkehrt verhalten wie die Dichtigkeiten, und da die Quecksilberstände die Dichtigkeiten messen, also verkehrt proportional a ET ir\ he h. 40 Pepys’s Gasometer.\ den Quecksilberständen. Steht das Quecksilber im Barometer zur Zeit im hr des Versuchs 28”, und ist die Dichtigkeit des Gases im Cylinder rn 28%— 2= 26” Quecksilbersäule, erfüllt das Gas unter jener Bedin- e gung 42 Kubikzoll, wie grofs würde das Volum bei 28” Dichtigkeit I ER dis dd\ sein? 28:26= 42:x,alox= urn== 39 Kubikzoll.(Die Gründe| ar hı dieses Verfahrens lehrt die Physik.)| Aal. b) Will man gröfsere Gasmengen bereiten und sie zum Gebrauch ı Win aufbewahren, so bedient man sich dazu der Gasometer, Gazometre,| nenn Gasholder, Gasmeter. Die für chemische Experimente gewöhnlichsten rd stl sind: das Pepyssche, und das gewöhnliche Kastengasometer. dm. obern 1 a) das Pepyssche Gasometer, 1802 erfunden, auf Tafel II. Fig. 3| nid durch gezeichnet, wird aus Kupfer- oder starken Eisenblech gefertigt, und im| Ar o a letztern Fall lackirt. Es besteht aus einem oben und unten geschlosse- ‚m All ma nen Cylinder; auf demselben ist ein oben offenes, kleines, eylindrisches| sllnsen,| Gefäls gestellt, welches durch 5 Röhren, die von dem obern Boden| melche man des untern Gefälses aufsteigen, getragen wird. 3 dieser Röhren sind as, Wil blos zum Tragen und des Ebenmafses wegen angeselzt, sie sind oben 1 oder sonst a und unten geschlossen, 2 andere aber, welche auch mit Hähnen ver- 1 Gas dareh d sehen, dienen um theils Wasser, theils Gas durch sich hindurch zu> Druk is, u lassen. Die eine seitwärts stehende a steigt von dem Boden des obern Fallihte on Gefälses bis fast auf den Boden des untern herab, sie kann selbst noch ven, nd gie (wie die Figur zeigt) durchs Anschrauben anderer kupferner Röhren Ph B Fils beliebig verlängert werden, welche ein oberes Trichterstück tra-| Sehne gen, um Wasser einfüllen zu können. Die zweite, und zwar miltelste| three ieh Röhre 5 mündet in dem obern Boden des untern und den Boden des Ind, wie ı obern Gefälses. An dem untern grölsern eylindrischen Gefäls befinden ern sich 2 Handhaben, um den Apparat transportiren zu können; ferner she, erfanlrt nahe an dem uniern Boden ein schief angesetztes kurzes, weites Rohr lie c, mit einem aufzuschraubenden Deckel luft- und wasserdicht ver- het, man|; schliefsbar; ein Hahnstück d ganz oben, an welches ein Mundstück mit Michte Aa :-> N R= all, einer Platincanüle angeschraubt werden kann; endlich eine Wasserstand- nie Ulel, röhre, eine mit messinenen Fassungen versehene Glasröhre e, welche Mh Pt . 5.... ie= ıs oben und unten mit der Seitenwand des Behälters verschraubt ist, te Plant: N 5... J Ü übt Soll das Gasometer mit einem Gas gefüllt werden, so geschieht es N Im) Dan<. ie 6 MU Veck also: man füllt es mit Wasser dadurch, dass man die Hähne bei« und a va ep. 5. SR| SHNTECHte b öllnet, das Rohr bei e verschliefst, und Wasser in das obere Gefäfs| ea fee ee“ 2 z e. füllt. Ist das untere Gefäls völlig gefüllt, so verschliefst man die Hähne. iD :> Ben 7” Be| lem it selzt das Gasometer auf eine hölzerne Wanne, über welche quer über Kn . R. m N= R ein Breit gelegt ist, öffne das Rohr c, und leitet das Gasleitungsrohr nn in I‘ ANEIN des Gasentbindungsapparats in das Rohr e hinein, so wird das Gas in er) Aal 4 Mlllı take] VE REIST EEE BEE N EEE TEE EEE OUT SEELEN "zur Zeit 0y linder r Bedin- ichtigkeit e Gründe Gebrauch azometre, inlichsten I. Fig, 3 ', und im eschlosse- ndrisches n Boden iren sind ind oben nen Yel- lurch zu s obern st noch Röhren ick tra- miltelste ‚den des befinden ; ferner 'es Rohr ht ver tück mit serstand- welche ist, hieht es j a und » Geläls , ıer über ungsrolır 5 Gas in Kastengasometer. 4 dem Behälter aufsteigen und das Wasser dafür in die untergestellte Wanne abfliefsen.(Weshalb das Wasser beim Oeffnen des Rohres ce nicht alsbald ausläuft, lehrt die Physik; nothwendig muls aber dieses Rohr schräg herabwärts angesetzt sein.) Ist das Geläls so weit gefüllt, dafs das Wasser ungefähr in gleicher Höhe mit dem Rande der Oeff- nung des Rohres e steht, so hört man mit der Gasentbindung auf, und schraubt die Oeffnung zu. Will man das eingesperrie Gas zu Versuchen benutzen, z. B. damit Recipienten füllen, so verfährt man also: Man füllt dieselben mit WVas- ser und stellt sie mit ihrer Mündung auf die Oeffnung der Röhre 5 in dem.obern mit Wasser gefüllten Gefäls, öffnet den Hahn a und b, so wird durch b das Gas in den Reeipienten strömen, weil durch das Rohr a aus dem obern Gefäfs Wasser in das untere herabsinkt; so füllt man Glocken, Cylinder ete. Nachdem der Hahn bei 5 ver- schlossen, hebt man die Recipienten, mittelst flacher Schüsseln, in welche man sie mit Wasser gesperrt stellt, aus dem obern Gefäls her- aus. Will man das Gas durch die feine Platinspitze ausströmen lassen, oder sonst anders, so öffnet man die Hähne a und d, dann bläst das Gas durch d aus, und zwar desto rascher, je gröfser der hydrostalische Druck ist, unter welchem dasselbe steht. Schraubt man also auf die Fallröhre@ noch mehrere Röhren auf, die sich in einen Trichter endi- gen, und giefst nun in letztern Wasser, so kann die Druckhöhe gleich 8 bis 12 Fufs werden, wedurch die Dichtigkeit des Gases, folglich die Schnelligkeit der Ausströmung, sich vermehrt.— An der\WVasserstand- röhre e sieht man jeder Zeit wie viel Wasser schon im Geläls sich be- findet, wie viel Gas also noch vorhanden ist. #) Das Kastengasometer ist nicht so bequem, als das Pepys- sche, erfordert etwas mehr Sorgfalt in der Behandlung, und ist um- ständlicher beim Gebrauch. In Fig. 4 Tafel II. ist ein solches abge- bildet, man kann es jedoch auch, was die Anbringung der Gegenge- wichte betrifft, einfacher und wohlfeiler construiren. Es besteht aus einem lackirten, blechernen cylindrischen Gefäls aa, welches auf einem blechernen Fufs ruht; es hat einen hohlen Kern bb im Innern, um we- nig Flüssigkeit zum Gebrauch nöthig zu haben(wie schon oben Seite38 bei dem Quecksilbergasometer angegeben worden ist), durch welchen eine senkrechte Röhre aufsteigt, welche an der obern Fläche des Kerns bei ce ausmündet. Der Zwischenraum zwischen den Gefälswänden und dem Kern ist mit Wasser gefüllt, in welches ein anderes blechernes Ge- fäls d_ von gleicher Form wie a, aber von einem wenig kleinern Durch- messer als letzteres, eintaucht; es ist unten offen, oben mil einem hori- zonlalen Deckel geschlossen. Zu beiden Seiten des Gefälses@ sind KT 42 Kastengasometer. hohle, unten offene, Ständer ee, die oben durch ein gekrümmtes Querstück mit einander verbunden sind. In denselben sind 4 Rollen angebracht, über welche zwei Schnuren geschlagen, die an kleinen Haken auf dem Deckel des Gefälses« mit dem einen Ende befestigt, am andern aber Gewichte tragen, die in den beiden vertikalen hohlen Ständern sich auf und ab bewegen können. Auf dem Deckel des Ge- fälses d ist eine Stange befestigt, welche durch eine Oeffnung in dem obern Querstück der Ständer hindurchgeht, und mit einer Skala verse- hen ist, um den kubischen Inhalt des im Gasometer enthaltnen Gases stets zu messen. Die senkrechte Röhre e steht unter dem Boden des Gefälses a mit einer horizontalen in Zusammenhang, welche auf der einen Seite in ein Hahnstück endet, auf der andern aber in eine an der Seitenwand des Behälters aufsteigende einmündet, welche gleich- falls mit einem Hahn zu verschliefsen ist. Soll dieses Gasometer gefüllt werden, so geschieht es also: Man schüttet Wasser in den Zwischenraum zwischen a und 5, und drückt das Gefäls d so weit herunter, dals es un’»n aufsteht, während beide Hähne offen sind, wodurch alle im Behälter 4 enthaltne Luft ausströmen mufs. Ist es ganz von Luft befreit, so wird ein Hahn(gleichgültig welcher) geschlossen, an den andern aber das Gasleitungsrohr luftdicht angefügt, während die beiden Gegengewichte das Gewicht des Gelälses d ins Gleichgewicht setzen. Wenn nun das Gas durch die Röhre e ein- strömt, so hebt es den Kasten d, da dessen Gewicht durch die Ge- gengewichte ausgeglichen, und an dem Stand des Malsstabes f sieht man das Volum des angesammelten Gases. Ist die Anfüllung beendet, so wird der Hahn verschlossen, und das Gas ist abgesperrt, Will man vom Gase Gebrauch machen, so mufs man auf den Deckel des Ge- fülses d Gewichte aufsetzen, welche das Gas verdichten, und zu dem Ende der Röhre ausströmen machen, welches man geöffnet hat. Um Glocken etc. zu füllen, mufs man eine pneumatische Wanne haben, und ein anzuschraubendes biegsames Rohr von Kupfer, Zinn, welches unter die Brücke der Wanne geleitet wird; dies ist umständlicher, als bei dem Pepysschen Gasometer. Soll das Gasometer einfacher und wohlfeiler sein, wie Watt 1794 und später Accum ein solches angegeben haben, so lasse man den Kern weg, dann braucht man freilich mehr Wasser; zweitens nehme man statt der hohlen Ständer hölzerne Stiele, die an beiden Seiten des Ge- fälses a in angelöthete Kapseln eingesteckt werden, und verbinde sie mit einem horizontalen Querholz. In der Mitte und an einem Ende des letztern bringt man Rollen an, und schlägt eine Schnur über beide, die man an drei Haken im Mittel des Gefälsdeckels d befestigt, und am EEE ENTE EEE ander In m gu Jintl, di Dar Striche, yrilne hat, Mm it, Je 4 erwähnt Ik aufs 6: s stärker wir steif, dıl Jam P kpyssch i grüßen I In Erman schen auf kur 1 bis 2 Zull I ser mit Glaspf (rsomeler anzı Ihssen, so. bed nen Tuhulıs,€ nit einem Hal stallet st, und Tat] I, Man eı and steckt das H ser und stell sie ein, Ofet dann Wanne, so muls man den Hr Man eine Röhre Tine Mindone; Sal Waser, Pränit werfen, {en des Gin, IN Tom See I), 0 Tale Il, EiNen 0 achte All ul, Machen gi man dieelh; ) Apart,| PUR hut Metonati 64 Tat I; Yen Klee ng krümmtes 4 Rollen kleinen befestist, n hohlen des Ge- in dem ıla verse« en Gases oden des auf der eine an ° gleich. 0: Man | drückt ıd beide sströmen ichgültig ultdicht Gelälses °C ein- die Ge- eht man ıdet,. so ill man les Ge- zu dem at. Um haben, welches her, als it 1794 en Kern ne man des Ge- inde sie ‚nde des eide, di und am Apparate zum Aufsammeln von Gas. 49 andern Ende mit einer Wageschale versteht, um Gewichte hineinlegen zu können, die zur Ausgleichung des Gewichts des Kasten d dienen. Durch Striche, die man mit Firnifs auf die Aufsenseite des Kasten d gezeichnet hat, kann man das Gasvolum, welches im Gasometer ent- halten ist, leicht sichtbar machen.— Es mufs endlich noch ausdrück- lich erwähnt werden, dafs mit diesem Gasometer nur ein geringer Druck aufs Gas ausgeübt werden kann, weil, wenn der Druck et- was stärker wird, das Wasser in dem Zwischenraum zwischen a und b so steigt, dals es über den Rand des Gefälses a läuft. Dies kann beim Pepysschen Gasometer nie sich ereignen.— Ein Kastengasometer im gröfsern Mafsstabe ist das auf Tafel III. Fig. 1 dargestellte. In Ermangelung der Gasometer kann man Gasarten auch in Fla- schen auf kurze Zeit aufbewahren, man füllt sie mit Gas, aber so, dafs 1 bis 2 Zoll hoch Wasser in der Flasche bleibt, pfropft sie unter Was- ser mit Glaspfropfen und bewahrt sie umgekehrt auf. Will man, ohne Gasometer anzuwenden, ein Gas durch eine Löthrohrspitze ausströmen lassen, so bedient man sich dazu einer Tubulatglocke mit messing- nen Tubulus, der innen konisch ausgeschmirgelt ist, und einer Blase mit einem Hahnstück versehen, welches gleichfalls vorn konisch ge- staltet ist, und in d«n Ansatz der Tubulatglocke einpalst, siehe Fig. 40 Tafel I. Man entleert die Blase von aller Luft, verschliefst den Hahn und steckt das Hahnstück in die Tubulatur, füllt die Glocke mit Was- ser und stellt sie auf die Brücke der Wanne, läfst in die Glocke Gas ein, öffnet dann den Hahn und senkt die Glocke in das Wasser der Wanne, so muls das Gas in die Blase eintreten, und sie anfüllen, wor- auf man den Hahn verschliefst. Soll das Gas ausströmen, so steckt man eine Röhre auf das Hahnstück(siehe die Figur), welche eine feine Mündung hat, und drückt die Blase mit den Händen zusammen. Soll Wasser, oder andere Flüssigkeiten, mit Gasen geschwängert, im- prägnirt werden, so geschieht dies entweder durch bloses Hindurchlei- ten des Gases, oder man wendet einen Woulfschen Apparat an(siehe vorn Seite 32), oder auch einen Behälter mit Rührapparat, wie Fig: 19 Tafel II. einen solchen im gröfsern Mafsstabe für Chlor darstellt. Im einfachsten Fall leitet man Gas in eine mit ‚Wasser gefüllte Flasche, und, nachdem sie sich zur Hälfte oder 3 mit Gas gefüllt hat, schüt- telt man dieselbe nach dem Verpfropfen. 5) Apparate, welche zu Gasversuchen aufser den angeführten noth- wendig gebraucht werden, sind: a) Detonationsröhre, Eudiometre simple, Detonating jar, siehe Fig. 26 Tafel I., aus starkem oben mit einer melallnen, aufgekitieten Fassung, durch welche und das wohl gekühltem Glas gefertigt, graduirt, ’ a ng) 44, Wasserbildungsapparat, Eudiometer. Glas 2 Platindrähte luftdicht eingesetzt sind, die im Innern der Röhre einander sehr nahe gegenüber stehen. Man füllt diese Röhre mit den zu detonirenden Gasen und leitet den Funken einer geladenen elektrischen Flasche hindurch, indem man mit dem Knopf derselben den einen Draht berührt, während der andere durch eine Kette mit dem Erdbo- den in leitender Gemeinschaft steht. Wie man eine solche Röhre mit- telst einer Zwinge an die Quecksilberwanne befestigen kann, zeigt Fig. 1 Tafel II. b) Wasserbildungsapparat durch Detonation von Knallluft, Fig. 33 Tafel I., nach Newman’s Construction aus starkem Glas mit einem Glaspfropfen oben, welcher durch einen mittelst Schrauben angedrück- ten Bügel festgehalten wird. Durch den Pfropfen gehen 2 Platindrähte hindurch. Das Instrument hat unten erst einen gläsernen Hahn, dann noch in der metallnen Fassung einen messingnen, und kann auf einen tellerförmigen Fuls, so wie auf eine Glocke Fig. 34 geschraubt werden. Soll Wasser gebildet werden, so wird in der Glocke das nöthige Gas- gemeng bereitet, der Apparat auf den Teller einer Luftipumpe geschraubt und bei geöffneten Hähnen luftleer gepumpt, die Hähne geschlossen, der- selbe auf die Glocke geschraubt und die Hähne sämmtlich geöffnet, so füllt er sich mit Gas. Ist dies geschehen, so schlielst man die letz- tern, schraubt den Apparat auf den tellerförmigen Fufs und leitet einen Flaschenfunken hindurch, welcher eine Detonation bedingt. Hierdurch wird der Apparat von selbst wieder ziemlich lufileer, so dals man den- selben Versuch, ohne vorher mit der Luftpumpe zu entleeren, wieder- holen kann. c) Eudiometer. Das auf Tafel I. Fig. 28 dargestellte ist das verbes- serie Voltasche Eudiometer nebst Mefsröhre und Mafsgläschen, Fig. 41; es wird hauptsächlich zur Untersuchung der atmosphärischen Luft an- gewendet. Es besteht aus einer starken cylindrischen Glasröhre, wel- che oben und unten mit einer messingnen Fassung versehen ist, an welche Hahnstücke und messingne Trichter geschraubt sind. Von der einen messingnen Fassung nach der andern geht ein Streifen Messing, auf welchem eine Eintheilung in Zolle und Linien gerissen ist. In der obern Fassung geht ein Messingdraht durch eine Glasröhre isolirt bis ins Innere des Glaseylinders hindurch, und biegt sich nach dem mes- singnen Hahnstück hinauf, so dafs er vom Metall etwa% Linie absteht; auswendig endigt er sich in ein Knöpfchen. Auf die Oeffnung des obern Hahnstücks, wo es sich in den Trichter erweitert, kann eine graduirte gläserne Mefsröhre, die unten eine messingne Fassung hat, aufgesteckt oder geschraubt werden. Das Mafsgläschen Fig. 41 ist mit einer messingnen Fassung, die sich trichterarig erweitert, und mit einem VERS FERNER GEERBEEERNS ae > } „nase jdselhkt „rehelung „Ar Rau Jin hit (le der pi gm Hıln,| efischen: al ul ls: ma oschlielst das Jim onter den drimen, SO M gesetzt wird, Funken von el Draht schlagen, sind, und sich. ninderung, akt fünden, so Jiet Waser often sühre, Indem m den ohem Hahn fa Wasser Ieral Dliehnen Gases in nn das Nalsohr rils oben Seite I. Apparat l) Lanpen 0 dient sich der$ Ien, nicht Daken Ilpe, udn inpe mi glisere ehmuelt wid,( Il, abzehllet, m Areands fen Lpallen lı Ne On Slkap de all Mi hi ken L 0 Maya di ler, ler Röhn it den zu kirische, einen n Erdho- öhre mit- zeigt Fig, Iluft, Fig, nit einem ngedrück- atindrähle Ihn, dan auf einen werden, uge Gas- schraubt sen, der- net, so lie leiz- t einen erdurch an den- W ieder- ; verbes- Fig. 41; Luft an- e, wel- ist, an Von der Messing, In der olirt bis m Mes- „bsteht; S obern raduirte gesteckt t einer it einen Eudiometer. Lampen. 45 messingnen Schieber versehen, welcher eine runde Oeffnung hat. Der In- halt dieses Mafsgläschens, wenn es mit dem Schieber verschlossen ist, mufs zur Eintheilung der Melsröhre in einem solchen Verhältnifs stehen, dafs z. B. der Raum des erstern in letzter in 10 oder 20 Theile getheilt ist. Man füllt den Apparat mit destillirtem Wasser, stellt ihn auf die Brücke der pneumatischen Wanne, verschliefst den obern, öffnet den untern Hahn, und füllt das zu prüfende Gas, welches erst in dem Malsgläschen abgemessen worden, in denselben. Das Abmessen ge- schieht also: man füllt das Mafsgläschen mit Wasser, läfst das Gas ein, verschliefst dasselbe mit dem Schieber, bringt es mit der Mündung nach oben unter den untern Trichter, öffnet den Schieber und läfst es ein- strömen; so macht man es auch mit dem andern Gas, welches mit hin- zugesetzt wird, um eine Detonation zu bedingen. Darauf läfst man einen Funken von einer geladnen elektrischen Flasche durch den isolirten Draht schlagen, durch welchen das entzündliche Gasgemeng entzündet wird, und sich zu Wasser(ete.) umbildet, wodurch eine Raumesver- minderung, also Aufsteigen von Wasser, stattfindet. Hat dies statt ge- funden, so leitet man den Ueberrest der Gase in die oben in den mit Wasser gefüllten Trichter aufgesteckte, vorher mit Wasser gefüllte, Mefs- röhre, indem man das ganze Instrument ins Wasser taucht, und dann den obern Hahn öffnet, worauf das Gas in dieselbe aufsteigt, während das Wasser herabsinkt. Man kann dann leicht die Menge des übrigge- bliebnen Gases in Theilen des Volums des Mafsgläschens ablesen, wenn man das Mafsrohr abschraubt und gehörig in Wasser eintaucht, wie be- reits oben Seite 39 gelehrt worden ist, VII. Apparate zum Erhitzen chemischer Geräthschaften. 1) Lampen und Lampenöfen, fourneaux-lampes, lamps. Man bedient sich der Spirituslampen vorzugsweise, weil sie nicht übel rie- chen, nicht blaken, und stärkere Hitze entwickeln, als gewöhnliche Oellampen, und nicht so leicht verunreinigen. Eine gläserne Spiritus- lampe mit gläserner Kappe zum dichten Verschlufs, wenn dieselbe nicht gebraucht wird, und der Spiritus nieht verdunsten soll, ist in Fig. 3 Tafel I. abgebildet. Ist aber eine stärkere Hitze nöthig, so wendet man eine nach Argandschem Prineip construirte Spirituslampe, d. h. mit einem doppelten Luftzug und ringförmigen Docht, an. Da Oellampen von dieser Construction allgemein verbreitet sind, so ist eine genaue Be- schreibung der allgemeinsten Anordnung der Theile nicht nöthig, nur soll von den hauptsächlichsten Abweichungen von gewöhnlichen Argand- schen Oellampen die Rede sein. re erg R Glühlampe. Der ringförmige Spiritusbehälter steht mit einem Querbehälter in Verbindung, der mit dem Raum, in welchem der Docht sich auf und ab schieben lälst, communieirt. Der ringförmige Behälter bietet aber keinen zusammenhängenden Raum dar, sondern ist durch den Querbe- hälter so getrennt, dafs der Spiritus aus ersterm in den letztern nur durch ein schräg abwärts steigendes Rohr eindringen kann. Dadurch wird ver- hindert, dafs beim Anzünden der Lampe eine Explosion entsteht, wel- che bei der gewöhnlichen Einrichtung der Glühlampen erfolgt, weil der Alkoholdampf mit atmosphärischer Luft gemengt eine Art Knallluft erzeugt, wodurch der Stöpsel des Röhrehens, durch welches der Alko- hol eingegossen wird, herausgeworfen, und Spiritus brennend umherge- schleudert wird. Ist aber die Verbindung des Ringbehälters mit dem Docht blos durch das Rohr bedingt, so kann sich eine solche Entzün- dung des Alkoholdampfes nicht in den Ringbehälter erstrecken.— Weil es, um eine starke Hitze hervorzubringen, nothwendig ist, dafs der Spi- ritusstand in der Lampe stets eine gleiche Höhe habe, so ist in den ringlörmigen Behälter eine kleine Glasplatte eingesetzt, um den Stand des Spiritus nachsehen zu können. Das Auf- und Abbewegen des Doch- tes geschieht durch eine Zahnstange und Getriebe. Man setzt einen Schornstein von dünnen Eisenblech auf.— Die Lampe wird an einen ver- schiebbaren Querarm eines messingnen Trägers angeschoben, welcher letztere auf einem hölzernen Fufs eingeschraubt ist, wie Fig. 5 und 31 Tafel I. zeigen, und, mit Weglassung der Lampen, in den Figuren 7, 8 und 30 dargestellt ist. Das Lampengestell ist theils möglichst dünn gearbeitet, wenn es da- zu dienen soll, Glühungs- und Schmelzungsversuche mittelst der Lampe anzustellen, wo nur kleine Belastungen durch kleine Platintiegel und un- bedeutende Gewichte zu schmelzender Substanzen angewendet werden, oder stärkere, wenn man auf die Ringe des Lampengestells Kolben, Re- torten einlegen will, und geringere Hitzegrade gebraucht. Soll mittelst der Glühlampe ein möglichst hoher Hitzegrad erreicht werden, so mufs der metallne Träger sammt den Seitenarmen für die Lampe und zum Einsetzen des Tiegels, wie Fig. 31 Tafel 1. zeigt, dünn sein, um mög- lichst wenig Wärme durch die wärmeleitende Kraft des Metalls zu ver- lieren. Den Tiegel hängt man nieht unmittelbar in den aus dünnem Blech gefertigten Ring des Querarms ein, wie in der Figur gezeichnet ist, sondern man legt ein aus Eisendraht geflochtnes Dreieck auf den Ring, oder zieht den Draht durch drei Oeffnungen des Ringes, so dals dadurch ein 3eckiger Raum begränzt wird, in welchen man das Tiegelchen einhängt. Zur Erzeugung einer möglichst starken Hitze muls auch die Lampe nach bestimmten Dimensionen gearbeitet sein, und ein WERT 8 zZ) RE AL 3 DE: Be ——h = ng :- ic Der N) ins Je ce a Pie Jin ander ‚ln, muls de n fingen yel jilhe von It die Glas sch das Laty Ich gefertigte, ilt sind, gese rerden, wie€ Retortenalter penlanme zu| Die Oefen namız 0 vent, 0 Fournenur u 80 2) Tragba an hat auf man eingerlet, um schen zu Können kit, wie Fig, Rost versehen, m eisernen, mil To Mil man denselh 15 Dreieck auf la, oder man | Aline Oelloneen ee\ Han Selmehen, N er Une, Mer Ten], dr In Rand, u een it, N et, auflegen da im N Yrbrefen dern N Tin leben MH oder an let ann man N) Im adden ir len], ter desti] U ehälter in auf nl etet aber . nur dureh wird ver. eht, wel- Ist, weil b Knalllaft der Alko- umherg- 3 mit den he Entzür. l,— Wei s der dh ist in den len Stand des Doch- etzt einen einen Ver- welcher > und 31 uren 7,$ ın es da- r Lampe | und un- werden, Iben, Re- Il mittelst „so muls und zum um mÖg- Is zu ver- ; dünnem rezeichnet ( auf den nges, 5 man dis Jitze mul , und ein Tragbare Oefen, Kuppelöfen. 47 gleich hoher Spiritusstand erhalten werden. Zum bequemen Abnehmen eines Tiegels dient die gebogene kleine Zange Fig. 36 Tafel I., oder eine lange Pincette. Zum anderweitigen Gebrauch, wo Kolben, Retorten erhitzt werden sollen, mus der Träger stärker, und verschiedne mit gröfsern und klei- nern Ringen versehene Querarme vorhanden sein— Ringapparat—, um Geräthe von verschiednen Dimensionen aufnehmen zu können. Man stellt die Glasgefälse theils unmittelbar auf die Ringe, und erhitzt sie durch das Lampenfeuer, oder sie werden in kleine, aus dünnem Eisen- blech gefertigte, flache Schälchen, die mit feinem gesiebten Sand ange- füllt sind, gesetzt, damit sie nicht unmittelbar von der Flamme berührt werden, wie die Fig. 7, 8, 30 Tafel I. zeigen. KRetorten pflegt man in Retortenhalter(Fig. 4 Tafel I.) einzuklemmen, und so über die Lam- penflamme zu bringen, wie auch Fig. 5 derselben Tafel zeigt. Die Oefen kann man in Oefen mit Luftzug, Windöfen, Four- neaux a vent, ü reverbere, air or wind furnaces, und in Gebläseöfen, Fourneaux a soufflet, blast furnaces eintheilen. Zu erstern gehören: 2) Tragbare Oefen, fourneaus portatifs, portable air furnaces. Man hat auf mancherlei Weise tragbare Oefen zu chemischen Zwecken eingerichtet, um Schmelzungen, Destillationen, Sublimationen ete. ver- richten zu können. Eine Art solcher Oefen wird aus Reifsbleitiegeln ge- fertigt, wie Fig. 25 Tafel I. zeigt. Ein solcher Tiegel wird mit einem Rost versehen, mit einer Oeffnung über und unter demselben, die mit eisernen, mit Thon und Lehm beschlagnen, Thüren geschlossen werden. Will man denselben zum Abdampfen brauchen, so legt man ein eiser nes Dreieck auf den Rand des Ofens und stellt auf dieses die Abdampl- schale, oder man nimmt eine Scheibe Eisenblech, in welche 2 oder 3 kleine Oeffnungen geschnitten sind, um Schälchen aufzustellen. Will man Schmelzen, so wird auf den Rost ein aus feuerfestem Thon gefer- ligter Untersetzer, fromage, tourte, crucible stand, für den Tiegel ge- legt, auf,diesen der Tiegel gestellt, und auf den Tiegelofen ein zweiter grolser Tiegel, der an seiner Mündung mit einem eisernen Ring mit brei ten Rand, und im Boden mit einem 3 Fufs langen eisernen Rohr ver sehen ist,— Kuppel, döme— so aufgestellt, dafs derselbe mit sei- ner breiten Oeffnung auf dem untern aufsteht,— Kuppelofen—. Um diese Tiegel heben zu können, sind eiserne Bänder mit Handhaben um- gelegt, oder an letziern am Rohr eiserne Haken angenietet.—(Grolse Hitze kann man so allerdings nieht hervorbringen, weil das Rohr zu kurz, und die Wärme nicht genug zusammengehalten ist.) Soll über freiem Feuer destillirt werden, so hat man einen Tiegelofen, welcher einen Ausschnitt für den Hals der Retorte hat, die man, ist es eine Pens— en er ng rn- =\ Eu E 2 ENE’ ur en ee anne m u 48 Röhrenofen, Black’s Universalofen. irdne, auf einen irdnen Untersatz stellt, oder wenn es eine gläserne ist, in einen aus Eisendraht geflochtnen Korb hängt, welcher an dem Rand des Ofens befestigt ist. Zu einer Destillation, oder Sublimation, Gasentwickelung, wo'mä- fsige Wärme nöthig, und das Gefäfs mit der Flamme nicht in Berüh- rung kommen soll, bedient man sich aus starken Eisenblech gefertigter Sandkapellen, die man von dem Ofen mittelst 2 Handhaben ab- nelimen kann, in welche die Kolben, Retorten eingelegt werden, wie Fig. 25 zeigt. Um Zug zu bedingen, sind im ebnen Theil der blecher- nen Kapelle 3 Oeffnungen angebracht, welche mit Schiebern(Registern) regiistres, dampers, verschliefsbar sind. Man kann auch ein Sandbad auf einen solchen tragbaren Ofen einrichten, wenn man einen runden Kasten aus Eisenblech fertigen läfst, welcher auf den Ofen nicht unmit- telbar aufsteht, sondern mit 3 sehr niedrigen Fülsen auf dem Rand aufliegt, um den Luftzug nicht unmöglich zu machen, Aufserdem fertigt man auch tragbare Oefen aus Chamottmasse(feu- erfesten Thon, aus welchem die Kapseln für die Porzellan- und Stein- gulfabriken gemacht werden‘) von jeder beliebigen Form, wie solche besonders in Frankreich sehr beliebt sind.(Man sehe Thenard Traitd de Chimie, Dumas Traite de Chimie u. a. m.) Oder man fertigt tragbare Oefen von starkem Eisenblech, mit 3 Beinen, und be- schlägt sie inwendig mit Chamottmasse, damit die Wärme zusammen- gehalten werde, und das Eisen nicht durchbrenne; diese kann man eben- {falls zu allen Zwecken vorrichten. Röhrenöfen sind Oefen, welche construirt sind, um Röhren von Porzellan oder Eisen(Flintenläufe) durch dieselben ins Glühen zu brin- gen. Ein solcher ist Fig. 29 Tafel I. abgebildet; er ist länglich vier- eckig, von Eisenblech mit Chamottihon ausgeschlagen, hat ungefähr in der Mitte seiner Höhe einen Rost, unter demselben einen Aschenfall mit Thür. Man stellt auf denselben einen pyramidalisch zulaufenden, in ein Rohr sich endigenden Deckel, der ebenfalls mit Thon ausgeschla- gen und mit einer Thür zum Nachlegen von Kohlen versehen ist. Will man dünne Röhren einlegen, für welche die kreisförmigen Ausschnitte in den beiden schmalen Seitenwänden zu weit sind, so steckt man aus Eisenblech gefertigte Futter ein, welche konisch geformt sind und en- gere Mündungen haben. Alles übrige wird aus der Zeichnung deutlich. Blacks Universalofen von verbesserter Construction nach Knight, zu allen möglichen chemischen Arbeiten anwendbar, ist auf Tafel II Fig. 13, die dazu gehörigen Theile in Fig. 14, 15, 16 abgebildet. Er ist auf Holzkohlen-, Steinkohlen und Coaksfeuerung ein- gerichtet, aus starkem Eisenblech länglich eirund construirt, so dafs seine E—E- IE i Ba a ie vie Dirt mü } A jie Hi ern, frespl (um Th in Längena ih unsreschla Ir Feuerraun Jilhe Weite, 3 zze Til ale Seite b N eine Nuliel slech. men) ıterialien Zu. uns bestimmt ' Ihe zu ryılme m- nungen sind. obe stem Thon es wänden sind ru zustecken, wenn Dhunsüpse un Fenerrauus Kann Rlben einlezen niten, zu. trockn welcher in der 1 verschllsen kanı we Rio Fir um Abdanpl ni An baren Helen Unterba bern Ranchrhr I eiDgerihe g ve(fen, weldher Aler Beh g Naffelofen, Hd the as Rıs In Agesch are KU nlhen in de läserne ih dem Ran ‚wo mi. in Berül. gelertigter Ihaben ab- rden, wie T blecher- Registen) Sandbal en runden ht umnit em Ranl Jasse(feı- ınd Stein. vie solche "henurd )der man und be- Isammen- nan eben- ‚hren von zu brin- ich vier- gefähr in \sehenfall aufenden, ısgeschla- st. Will asschnitte man aus und en- deutlich. on nach Ibar, ist ‚1,1 rung eil- ,„ so dals seine Dlack’'s Uniwersalofen, Muffelofen. 49 seine Länge sgrülser, als seine Breite, erstere beträgt 16% Zoll, letztere 14 Zoll, die Höhe 22 Zoll preuls. Er enthält einen eylindrischen Feu- erraum, fire-place von 9% Zoll im Lichten, der von Blech geferlist mit feuerfestem Thon beschlagen ist, und oben in eine ovale Rauchröhre, deren Längenaxe 7%, die Queraxe 45 Zoll beträgt, durch einen gleich- falls ausgeschlagnen Fuchs von 5 Zoll Breite und 25 Zoll Höhe mündet. Der Feuerraum hat von oben bis zum Rost 14% Zoll Tiefe, überall gleiche Weite,. der Aschenfall ask-pit und Aschenbehälter nimmt aber die ganze Tiefe des Ofens ein und hat eine Höhe von 7 Zoll. An der vordern Seite befinden sich 3 Oeffnungen, von denen die oberste dient um eine Muffel einzusetzen,(von dieser und dem Gebrauch derselben sogleich mehr), oder auch wohl, wenn dies nicht geschieht, um Brenn- materialien zuzubringen, zu welchem Zweck eigentlich die zweite Oeff- nung bestimmt ist; die dritte dient die Luft eintreten zu lassen, den Zug zu reguliren, und die Asche auszuziehen, Die beiden obern Oeff- nungen sind oben rund ausgeschnitten, man kann sie durch mit feuerfe- stem Thon beschlagne eiserne Thüren schliefsen. An beiden Seiten- wänden sind runde Löcher zu sehen, die dazu dienen, Röhren hindurch- zustecken, wenn man dieselben glühend machen will; sonst sind sie mit Thonstöpseln und Thürchen verschlossen. Auf die Mündung des runden Feuerraums kann man eine Sandkapelle Fig. 15 aufselzen, wenn man Kolben einlegen will; ein flaches Sandbad von Eisenblech, um zu dige- riren, zu trocknen, abzudampfen; einen gulseisernen Deckel Fig. 16, welcher in der Mitte eine Oeffnung hat, die man mit einem Thonstöpsel verschlielfsen kann, wenn man schmelzen, und endlich verschiedne ei- serne Ringe Fig. 14, die in einander greifen, wenn man Schüsseln zum Abdampfen über freiem Feuer aufsetzen will. Am bequemsten stellt man einen solchen Universalofen auf einen niedrigen Unterbau von Ziegeln, an einen Schornstein so an, dafs das eiserne Rauchrohr in letztern einmündet. Soll er aber zum Transporti- ren eingerichtet sein, so mufs er mit 3 Rollen versehen werden. Die- ser Ofen, welcher in England sehr gebräuchlich ist, verdient auch in jeder Beziehung sehr empfohlen zu werden. Muffelofen, Probirofen, Fourneau& coupelle, assay-furnace, wird theils aus Eisenblech oder Gufseisen gefertigt, und mit feuerfestem Thon ausgeschlagen, theils aus Chamottthon. Fig. 5 Tafel II. stellt ei- nen solchen in der Vorder- und Fig. 6 in der Seitenansicht im Durch- schnitt dar; er steht auf einem gemauerten Aschenfall, ist viereckig, nach obenzu in eine pyramidale Kuppel auslaufend; die Haube mit dem Rauch- rohr ist abzuheben, weshalb Handhaben an letzteres angebracht sind. Der Rost liegt auf gleicher Ebne mit dem Mauerwerk, auf welchem I, 4 SZ \# Ze:£ 50 Muffelofen, Kapellen, Tiegelöfen.. der Ofen aufgestellt ist. Die über dem Rost angebrachten Oeffnungen Ag nn Ch vorn und zu beiden Seiten, mit Schiebern verschlielsbar, dienen den gu do Rau Zug zu reguliren. Auf quer durch den Ofen von vorn nach hinten ge-| gl, in eien henden Eisenstäben ruht die Muffel, moufle, muffle, ein entweder aus_(hsıfsteinen Gufseisen, oder(hessischer) Tiegelmasse gefertigtes Gefäls, welches in| yitdie Mün Fig. 7 besonders gezeichnet ist; man hat zu bestimmten Zwecken Muf- yon Decke feln mit und ohne Seitenöffnungen, wie aus der Zeichnung in Fig. 6+ diesen k und 7 hervorgeht. Die Muffeln müssen vorn durch 2 Schieber ver-|+ Kette und schlossen werden können, so wie auch zwei eiserne Träger vor der lunzen der Mündung angebracht sind, um auf dieselben ein Stück Blech zu legen, bach bei dı auf welches, wenn man Proben aus der Muffel zieht, diese gelegt wer- un auch sehr den können. An dem pyramidalen Theil des Öfens, der Kuppel, sind Iomit. Black’ ebenfalls drei Register mit Schiebern, um dadurch den Zug modifieiren ick selten sd) zu können. Man gebraucht den Probirofen um theils Silberproben zu ch Verrseb machen, theils andere Prüfungen, durch Oxydation, Verflüchtigung. Zu hr macht(dam dem Ende bringt man die zu bearbeitenden Materialien in Röst- Indrich sein). s scherben, Testen, tet, oder in Kapellen, coupelle, cupel in die | herabklappen li Muffel; erstere sind flache, aus feuerfestem Thon gefertigte, runde Schäl- en chen, oder becherarlig, oder birnförmig gestaltete Gefälse, dann nennt seele ul) u au man sie Probirtuten; letztere, die Kapellen, Fig. 8, sind flache, aus I opsckelt Knochenasche gemengt mit gesiebter Holzasche mittelst einer eignen U free N Form geprelste Schälchen, deren man sich ganz besonders zum Fein- I Ihe h N brennen, Kupelliren, Abtreiben des Bleies und Kupfers vom Silber be- Kr dient. Man verfertigt die Kapellen mittelst des Mönchs und der Nonn e, nf Mi" leiztere ist eine aus Messing gedrehte eylindrische Form, oben und unten ae offen, man stellt sie auf einen Tisch, füllt sie mit obigem Gemeng, wel- 2 es en r ches ein wenig angefeuchtet worden ist, und drückt den Mönch hinein, h er 1 enlgegenvenez In Ich dur \ ee z“ 7 ß x= Jinder Kt rise Schläge mit einem hölzernen Hammer geben der zu fertigenden Kapelle M Cha. NN die nölhige Festigkeit. einen messingnen Stempel, mit einer halbkugelförmigen Endisung, mit- ) C h oO lo) telst welcher die schüsselförmige Grube hervorgebracht wird. Einige il_ 3) Tiegelöfen, fourneau de fusion, wind furnace, melting or 1 Oh founders furnace. Sie sind auch für chemische Laboratorien sehr Hal; nützlich, so wie für Giefsereien und Gufsstahlfabriken unentbehrlich;\"ed, siehe Fig. 7 Tafel II. Der Feuerraum ist eylindrisch, der Durchmesser ie befinde, wenigstens 8 Zoll im Lichten, aus mehrern Kreissegmenten von Cha-® Sch .. En i Saul ellen och mottmasse, 2% Zoll dick, gebildet; er hat 18 Zoll Tiefe bis zu den X in get Roststäben, einen Aschenfall, cendrier, ash pit von einigen Fufs Tiefe,|" nelnee| 3% A 2 r= ln nd am besten bis in einen unter dem Laboratorio befindlichen Kellerraum" U Oder Op a A A ul, verlängert, weil dann der Zug, aus bekannten physikalischen Gründen,|" ARE enoben n: ka, sehr stark ist. Unter der Mündung des Feuerraums, welcher mit einer P\ A Ei;?== r N a U ERNETZ EEE Oeffnun lienen den hinten m, atieder u welches jn ecken Mh. 12 in Fig, 6 hieber ve ser vor der h zu lesen, gelegt u ıppel, sind modifeiten proben n lisung, Zu in Röst. pel in die nde Schil. lann nent lache, aus 1er eignen zum Fein Silber be- r Nonne, und unten ıeng, wel- ch hinein, ung, mil j. Einige n Kapelle elting or rien sehr tbehrlich; vchmesser von Cha- s zu den ıls Tiefe, ellerraun Gründen, mit einer Tiegelofen, Schmekofen mit Gebläse. 51 Platte von Chamottthon bedeckt wird, geht ein Fuchs, the vent, flue nach dem Rauchrohr, welches aus Mauerwerk, mit einem Schieber ver- sehen, in einen Schornstein einmündet; der Fuch$ ist gleichfalls aus Chamottsteinen construirt, 2% Zoll hoch und 55 Zoll breit. Nicht sel- ten ist die Mündung des Feuerraums oben zugeschrägt, und mit einem eisernen Deckel, welcher mit feuerfestem Thon ausgefüttert ist, be- deckt, diesen kann man, da er sich um eine Axe drehen läfst, mittelst einer Kette und eisernen Rolle aufziehen. Bei Gielsereien liegen die Mündungen der Tiegelöfen meistens im Niveau der Hüttensohle, wie dies auch bei den Messingwerken der Fall ist. Einen Tiegelofen kann man auch sehr leicht zum Muffelofen gleichzeitig gebrauchen(vergleiche hiermit Black’s Universalofen), so wie zu andern Operationen, wo nicht selten sehleunige Verminderung der Hitze nöthig ist; dies kann da- durch hervorgebracht werden, dafs man den Rost um eine Angel dreh- bar macht(dann muls aber der Feuerraum quadratisch und nicht cy- lindrisch sein), so dafs er sich dureh Wegziehen eines eisernen Trägers herabklappen lälst, worauf alle Kohlen inıden Aschenfall fallen, was man auch sonst durchs Wegziehen‘einiger Roststäbe, vom Aschenfall aus, erreichen kann. 4) Schmelzofen mit Gebläse, fourneau« courant d’air force, blast furnace. Nach dem bekannten Brolingschen Ofen ist der auf Ta- fel II. Fig. 12. gezeichnete Schmelzofen von Berzelius angegeben wor- den; er besteht aus zweien Cylindern aus Eisenblech, die in einander so gefügt sind, dafs sie überall gleich weit abstehen. Der Durchmesser des äulsern weitern beträgt 20 Zoll, die Höhe 18 Zoll, der Durchmes- ser des innern 12 Zoll, die Höhe 14 Zoll, daher der Abstand auf hei- den entgegengesetzten Punkten des Durchmessers 4 Zoll; beide sind oben luftdicht durch einen blechernen Kranz verbunden. Der innere Cylinder ist ringsherum und auf dem Boden mit einer 2 Zoll starken Lage Chamottthon ausgeschlagen; 6% Zoll über dem eisernen Boden des innern Cylinders sind in demselben 8 Löcher in der Kreisperipherie, von einander gleich weit abstehend, im Blech und dem Chamottbeschlag angebracht, durch welche die im Zwischenraum zwischen beiden Cy- lindern sich befindende, durch eine am Boden angesetzte Röhre mittelst eines Blasebalgs zugeführte, Luft in den Schmelzraum eindringt. Man stellt auf einen gehörig hohen Untersetzer aus Chamottmasse den Tie- gel, oder mehrere kleine Tiegel, füllt den Feuerraum mit glimmenden Holzkohlen oder Coaks von gleicher Gröfse, z. B. von 1 Kubikzoll, die man mittelst grober Drahtsiebe von den kleinern und grölsern Kohlen- slücken trennt. Nach Versuchen kann man in einem Schmelzofen nach 4° En——n arm u reg. N 52 Flammöfen, Kesselfeuerungen, Kapellenöfen. obigen Dimensionen construirt, in 20 Minuten 3 Pfund Feldspath schmel- zen, so wie Eisen leicht in Flufs bringen. Zu jedem Schmelzofen gebraucht man Zangen; die einfachsten sind die geraden mit Handgriffen, fer& moustache, ganz ähnlich den Brenneisen der Friseure gestaltet, oder die unier einem rechten Winkel gebognen, wie Fig. 10, pince@ creuset, oder die geraden, mit langen Stielen, und gebognen Klauen, wie Fig..11. Tafel II. zeigt. 5) Flammöfen, Fourneaux& reverbere, werden auch wohl zu chemischen Arbeiten in Laboratorien gebraucht, um gröfsere Quantitä- ten, als in gewöhnlichen Tiegelöfen geschehen kann, zu rösten, zu schmelzen, zu redueiren. Je nach dem verschiednen Zweck, den man durch das Feuer im Ofen erreichen will, müssen der Heerd, das Ge- wölbe, der Schmelzraum verschiedene Dimensionen erhalten, wovon un- ter„Einleitung zu den Metallen” das Nähere folgen wird. 6) Kesselfeuerungen, sind Feuerungen mit Rosten auf Torf am wohlfeilsten eingerichtet, mit einer gufseisernen Deckplatte, in wel- cher weite, runde Oeffnungen ausgeschnitten sind, um Kessel aufselzen zu können; der Zug geht dureh Füchse, die man einzeln durch Schie- ber mufs absperren können, in den nahen Schornstein. Um auch klei- nere Kessel auf dieselbe Oeffnung setzen zu können, ist ein Satz guls- eiserner Ringe nöthig, siehe Fig. 14 Tafel II., mittelst welcher beliebig die letztere verengert werden kann.— 7) Blasenfeuerungen, für Destillirblasen, auf Torf-, Holz- oder Kohlenfeuerung angelegt. 8) Kapellenöfen, Rostfeuerungen auf Torfheitzung erbaut, mit einer gufseisernen halbkuglichen Kapelle, in welcher ein Ausschnitt für den Hals der Retorie angebracht sein muls. Die Kapelle wird so eingeselzt, dafs sie mit ihrem flachen umgebognen Rand auf dem Gemäuer aufliegt, von allen Seiten vom Feuer umspült wird. Die Re- torte mufs von dem Boden 1 Zoll, von den Wänden der Kapelle etwa 2 bis 4 Linien abstehen, welcher Raum mit feinen, gesiebten, trocknen Sand angefüllt wird; der Hals muls durch den Ausschnitt der Kapelle und der Umfassungsmauer schräg herabsteigen, aber seitwärts von der Heitzthür. Zum Anbringen einer Vorlage mufs ein Vorbau aus Werkstük- ken angebaut werden, auf welchem diese ruht, und zum Abflufs des Con- densationswassers, welches während der Destillation stets aufgetröpfelt wird, eingerichtet sein, zu welchem Ende man die Oberfläche des Vor- baues nach der Mitie zu trichterarlig vertieft, und das sich ansammelnde Wasser durch ein abfallendes Rohr abführt. 9) Galeerenofen nennt man einen langen Zugofen, in welchem zwei Reihen Destillirgefälse zu beiden Seiten eingelegt werden; am ei- nen Ende befindet sich die Heitzöffnung und der Aschenfall, am andern d — (ak en 21 Id de Schon j fill l mei In, die I vol Irselber E Jr Zeichn 1) Sandb uee for the nit deinem Ahdanpkel ‚zn Entwil ‚stehen, 1 Iücip unstet ' in und her; a Jioen mit Dee n denen man ı Niederschläge, heıtat Kanmern um auf höberner schiednen Höhen selzen, Dann ı arehracht sein, ı ihren, Man hat chen Janpe gel Iue 0 opeur,- Eliten eines San Ab Brennm inist, somohl Ti lt Were Asche I ice Gröls best [3 E Angen, zu welch Me Drahisih; h te die Finke 1 1 die hilinli! PAR AR IG\ N I Ahleıhen,—) Yen Schmelgf Ahchen: zy den Ka yon der(ons m) Nnnehtune fe bestnd I ZU wer A el worden ist ie| Cl Pi, h Nm, ill Mkuenregei Jatlh schuil. einfachst. ähnlich du hten Wink) „ Mit langen ch wohl nı re Ouantili rösten, ıı den ma d, das fr. WOYON n auf Torl tte, in wel sel aufselzen lurch Schie n auch Alt n Satz aul- her beliehie ıngen, li legt. rbaut, mil Ausschnitt EI ken d auf den Die ke- pelle etwa n, trocknen Ir Kapelle ts von der Werkstük- [s des Con- ufgetröpfel e des Vor- 1> ‚ammelnd! ! welchen on; am el am ander Galeerenofen, Sandbadofen, Trockenofen, Brennmaterial. 55 Ende der Schornstein; es mögen nun die Retorten in Kapellen lagern, wie auf Tafel IV. Fig. 11 und 12, oder dem freien Feuer ausgesetzt wer- den, wie die irdnen Kolben bei der Destillation des Vitriolöls, wie Fig, $.9,10 derselben Tafel zeigt. Das Nähere ergiebt sich aus der Anschau- ung der Zeichnungen, deren Beschreibung später vorkommen wird. 10) Sandbadofen, Digestorium, fourneau a bain de sable, furnace for the sand-batk, eine Rostfeuerung, welche einen gulseiser- nen, mit feinem, gesiebten Sand gefüllten Kasten heitzt, in welchem man Abdampfschalen, Kolben aufstellt, siehe z. B. Fig. 20 Tafei H., wo zur Entwickelung von Chlorgas Entbindungsgläser in einem Sand- bad stehen. 11) Trockenöfen,.etuves, werden meist nach dem Prineip unsrer Stubenölen, nur bedeutend grölser, aus Kacheln mit hin und her gehenden Zügen erbaut, so dafs zwischen den einzelnen Zügen mit blechernen Thüren verschliefsbare Räume gebildet werden, in denen man die zu trocknenden Gegenstände, chemischen Präparate, Niederschläge, Pflanzen- und Thierstelfe ausbreiten kann, Oder man heitzt Kammern mit heilser Luft, und bringt in denselben Gerüste an, um auf hölzernen Rahmen, die mit Flechtwerk ausgefüllt sind, in ver- schiednen Höhen die zu trocknenden Gegenstände der warmen Luft aus- zusetzen. Dann mufs aber auch ein verschliefsbarer Kanal in der Decke angebracht sein, um die mit Wasserdampf gesättigte warme Luft abzu- führen. Man hat auch kleine Troekenapparate, die mit einer Argand schen Lampe geheitzt werden, etuve@ guinguet, oder mittelst Dampf, etuve& vapeur.— Es lälst sich auch eine und dieselbe Feuerung zum Erhitzen eines Sandbades und eines Troekenraums zugleich benutzen. Als Brennmaterial wendet man, wie sehon öfters erwähnt wor- den ist, sowohl Torf, Holz- und Steinkohlen, Coaks an, letztere von mög- lichst wenig Aschengehalt. Sehr wichtig ist es, dafs alle Kohlen eine gleiche Gröfse besitzen, um einen möglichst hohen Hitzegrad hervorzu- bringen, zu welchem Endzweck man dieselben zerschlägt, und durch grobe Drahtsiebe fallen lälst, von denen eins die zu kleinen, das an- dere die hinlänglich grofsen durchfalten läfst, während die zu grolsen zurückbleiben.— Sehr oft gebraucht man einen Blasebalsg, iheils um in einen Schmelzofen Luft einzublasen, theils aueh um Feuer schnell anzufachen; zu dem Zweck hat man einen ‚grofsen Schmiedeblasebalg. oder von“der Construction der Orgelbälge, auch kleine Handbälge, de- ren Einrichtung theils zu bekannt ist, als dafs sie hier noch besonders beschrieben zu werden verdiente, theils in dem Vortrag über, Physik erläutert worden ist. Um einen möglichst gleichförmigen Strom dichter Luft durch Bälge hervorzubringen, müssen dieselben aus zweien einfa- chen zusammengesetzt sein, wie dies auch bei dem Schmiede- und Or- 54 Dlasebailg, Löthrohr. gelblasebalg der Fall ist; auf Hüttenwerken gebraucht man theils einfa- che hölzerne Bälge, theils Kastengebläse, eiserne Cylindergebläse, Was- sertrommeln. 2 12) Endlich reiht sich an die Apparate, um Hitze zu chemischen Zwecken zu erzeugen, auch noch das Löthrohr, chalumeau, blow- pipe, an. Es giebt verschiedne Gestalten, unter welchen man das Löthrohr dargestellt hat, diese findet man in Berzelius’s Werk über das Löthrohr, zweite Auflage, Nürnberg 1828 genau beschrieben und abge- bildet; hier wird nur von einer Art die Rede sein, welche auf Tafel I. Fig. 16, dargestellt ist. Es besteht aus einem konisch sich verengenden Rohr, von eiwa 6 bis 8 Zoll Länge, einem kleinen eylindrischen Luft- behälter, in welchem ersteres sich einmündet, und der Ausblasespitze, durch welche die im Behälter angesammelte Luft ausströmt. Man ver- fertigt die Löthröhre aus Messing, auch wohl aus Silber, und setzt auf die Ausblaseröhrchen kleine Platinspitzen auf, welche lange brauchbar bleiben, während messingne Spitzen abbrennen, und die Mündungen der Röhrchen durch den Gebrauch sich erweitern. Man mufs zwei Spitzen haben, eine mit einer gröfsern, eine zweite mit einer” kleinern Oeff- nung, um dadurch den Luftstrom reguliren zu können, wie es zu ver- schiednen Zwecken nöthig ist, Das Löthrohr ist jetzt ein ganz unent- behrliches Instrument in der Hand des Chemikers, um im Kleinen be- deutende Hitzegrade hervorzubringen, um Körper auf ihr Verhalten in der Hitze zu prüfen, beim Zusammenbringen mit verschiednen Flufsmit- teln, um sie zu oxydiren und zu desoxydiren, welches davon abhängt, in welchen Theil der durchs Löthrohr angeblasnen Flamme man den Körper hält, und welche Oeffnung der Löthrohrspitzen man anwendet. Die Flammen, deren man sich zu Löthrohrversuchen bedient, sind theils Oelflammen, wozu Baumöl vorzüglicher anwendbar, als Rüböl, auch Spivitusflammen, wenn Glaskölbehen, Röhren erhitzt werden sollen, weil die Spiritusflammen keinen Ruls ansetzen; sie geben aber nicht die Hitze, wie Oelflammen. Zu einem vollständigen Löthrohrapparat gehö- ren vielerlei kleinere Apparate, welche au gezählt, beschrieben und ab- gebildet in dem angeführten Werk von Berzelius zu finden sind. Statt des Löthrohrs kann man auch künstliche Gebläse, wie das Pepys'sche oder Watt’sche Gasometer gebrauchen, welche man theils mit atmosphärischer Luft, theils mit Sauerstoffgas füllt; hier reiht sich auch das Knallgasgebläse an, von welchem beim Artikel „ Wasserstoff” das Nähere. iu DEREN| u ee.— LE a ee 4 | older | Tirue 7 jiulaer | ulmden run ‚inet Ist; sl schissellr Jugennglis hen Gläser ‚lt werde then, Die I his 6 Zoll zen kleine Prä Janem in, ha Inchend mache 3) Klein mit gehomen | hen; Glasröhr y und verschieden | stäbe, dünnere | teils vor de I demscharfin Ra d) Da ds] Helfen ek, in Glashlaset «la, der mit d | hr, las lower | Amt ih dazu ei Krch eine Pan tu und zu schn anne, Then chemisch Darin du Iray, Tratz IM), Dietion rauen_ U Beschreihnn | Ih Mehresen als... hi A gen, theils ei, bläse, Wr Chemischn Reau, bon. N man da rk über das n und aber. auf Tafel], verengenden ischen IM shlasespite '„ Man ver ind setzt af brauchlu ndunsen dr wel Spilza :inern Ok eS ZU Ver. ‚anz unenl- Kleinen be. erhalten in n Flufsmit m abhängt, : man den anwendet, sind theils iböl, auch len sollen, sp nicht die parat gehö- on und ab- ind. wie das man theils bier reiht j m Artikel Verschiedne chemische Apparate. 55 VII. Anderweitige Apparate, Vorrichtungen zu chemischen Versuchen, die in den vorigen Rubriken keinen Platz gefunden. 1) Hölzerne Träger, supports, stands, mit hoch und niedrig zu stellenden runden Holzplatten, wie in Fig. 8 Tafel I. ein solcher ge- zeichnet ist; sie müssen verschiedne Höhen haben, auch Teller, wel- che schüsselförmig vertieft sind. 2) Hölzerne Stative, um kleine Reagenzgläser, test glafses, aufzustellen; sie sind auf 2 oder 3 Reihen Gläser eingerichtet, welche übereinander terassenartig auf- gestellt werden, so dals die stärkern unten, und die dünnern oben stehen. Die Reagenzgläser werden aus Glasröhren geblasen, sie haben 4 bis 6 Zoll Länge, 3 bis 6 Linien im Durchmesser; mann stellt in ih- nen kleine Präeipitationsversuche, chemische Untersuchungen im Kleinen, bequem an, kann auch über der Spirituslampe Flüssigkeiten in ihnen kochend machen, da sie aus dünnem Glas gefertigt sind. 3) Kleinere und gröfsere Cylindergläser, Weingläser mit gebognem Rand, Glasplatien und Uhrgläser zum Bedecken dersel- ben; Glasröhren von verschiednem Durchmesser und Stärke, gerade und verschieden gebogen; Porzellanröhren, Flinte nläufe; Glas- stäbe, dünnere und stärkere, von verschiednem Caliber, an den En- den theils vor der Glasbläserlampe gerundet, theils mit einer Feile von dem scharfen Rand befreit. 4) Da das Biegen von Röhren, Anfertligen von kleinen Kölbehen, Retörtchen ete. sehr oft vorkommt, so muls zu diesem Behuf entweder ein Glasblasetisch, wie ihn die Glaskünstler haben, mit gutem Bla- sebalg, der mit dem Fuls bewegt wird, und Oellampe, lampe d’cmail- leur, glas blower's lamp, im Laboratorio aufgestellt sein, oder man be- dient sich dazu einer mit Weingeist gefüllten Aeolipila, deren Dämpfe durch eine Flamme entzündet, Hitze genug entwickeln, um Glas zu bie- gen und zu schmelzen. Zu demselben Zweck dient auch die Glüh- lampe. [Ueber chemische Apparate siehe Thenard, Traite de chimie Tome 5 Description des appareils. Deutsche Uebersetzung von Fechner(1828), Gray, Traitd pratigque de chimie Tome I. Deutsche Uebersetzung (1829). Dictionnaire technologique Artikel ,‚‚Appareil, Fourneaur, Laboratoire.”— Das Laboratorium, eine Sammlung von Abbildungen und Beschreibungen der Apparate zum Behuf der Chemie. VVeimar.] Die mehresten hier genannten Glasapparate, so wie sämmtliche phy- sikalisch- meteorologisehe Instrumente sind stets vorräthig und werden 56 Kitte. ı 7 | von se in allen Gattungen auf Bestellung angefertigt von J.@. Greiner jun. in| I s Berlin, Friedrichsgracht No. 49.|(ini Auch findet man in der Handlung chemischer und pharmaceutischer| ji ol gl Geräthschaften von I. F. Luhme& Comp., Kurstralse Nr. 45, alle Ap-! Im De parate vorräthig, vom kleinsten bis zum grölsten, welche zu chemischen sch Versuchen nöthig sind; man kann auch vollständige Reagentiensammlun- ul, 1 gen daselbst erhalten, vaig Was Beschl: hy IX. Angabe einiger Kitte, Beschläge. in) Th. sind wohl un Zu vielen chemischen Arbeiten, theils um Apparate mit einander gtagen, il luftdicht zu verbinden, theils Geräthe vor der unmittelbaren Einwir- gedrückt 1 kung der Flamme zu schützen, sind Kitte, Beschläge, luts infusi- ‚man, eine N bles, fire lutes, nöthig von denen: hier einige Angaben folgen. ner: gleiche. 1) Zum Verkleben von Fugen dienen folgende Massen: steile Drei g Mehlkleister, oder Stärkekleister, lut ordinaire, welchem man noch etwas-Leimauflösung zuseizt. Man sireicht diesen Kleister auf Papierstreifen, und legt diese bei Destillationen um die Fugen, welche dadurch, wenn nicht Säuren, und andere scharfe Stoffe destil- lirt werden, hinlänglich verschlossen werden. Man setzt auch wohl| Berl Leinsaamenmehl unter Stärkekleister, und überzieht damit die Kork- Mn un Nitzen se stöpsel,— Aus blofsem Leinsaamenmehl und dünner Leimauflösung erhält ınan ein sehr gutes Lutum, welches gegen Säuren, Ammoniak steht. Fetter Kitt, Zut gras, wird aus Leinölfirnifs und fettem Thon über depe gemischt, bis die Masse gehörig steif ist; er widersteht den sauren A' Dämpfen sehr gut, klebt auf allen Materialien, wenn sie nur trocken 2 sind, fest, so wie aber Feuchtigkeit irgend zwischen die Schichten des am Kitts sich eindrängt, so bindet er nicht mehr. Man kann diesen Kitt im Keller aufbewahren, und sollte er etwas zu hart geworden sein, mit ml Fi einem Zusatz von Terpentinöl umstolsen. Harzkitt, lut resineux, aus Harz und Ziegelmehl; er wird warm aufgetragen, erträgt aber natürlich keine grolse Erwärmung ohne weich und flüssig zu werden, Wachskitt, Klebwachs, Cire& luter, aus lı ih selbem Wachs und£ Terpentin zusammensetzt; fügt man noch etwas i Ar==: Ir Harz zu, so wird die Masse härter. Für Gasentwickelungen brauchbar, I 0° Arte wenn die Gefäfse nicht bedeutend warm werden. I Nele Gypskitt, aus gebranntem Gyps mit Wasser, oder Leimwasser angerührt, wird auf Leinwandstreifen aufgetragen, und schnell angelegt, ı Kıbık weil er sonst hart wird und nicht mehr klebt.— Kalkkitt aus ge- Kali branntem. Kalk und Eiweifs, oder wohlfeiler Leimauflösung gefertigt; beide Kitte sitzen schr fest, und ziehen schnell an, FERZEIER 7= TE a) Ei RR 7 ver.=, act. nn nn nei: NER jun, M 1aceukisehr ), alle A chenischen ensammlun. it einandır 'en Einwi. luts infws. l, >, welchen sen Kleister die Fugen offe dest. auch woll die Kork- ung erhält k steht. ttem Thon len sauren ur trocken ichten des jesen Kitt ı sein, mit vird warn Iine weich luter, aus och etwas brauchba,. eimwasse | angelegt tt aus fe sefertig; Beschläge. Tabelle über d. preufs. Lüngenmafse. 57 Einen sehr festsitzenden und hart werdenden Kitt erhält ınan aus Gummiauflösung, Thon und Eisenfeilspähnen.— Käsekitt aus frischem Käse und gelöschtem Kalk. 2) Zum Beschlagen. Beschlag für Oefen: 10 Theile Thon, 15 Ziegelmehl, 4 Ham- merschlag, 1 Kochsalz, 4 Kälberhaare; diese Materialien werden mit wenig Wasser gehörig untereinander gemengt und steif aufgetragen. Beschlag für Retorten: 10 Theile feuerfesten Thon(Chambotte- thon), 1 Th. gemeinen Töpferthon, 2 groben Sand, 75 Pferdeäpfel; alles wird wohl mit Wasser angeknetet, und so gleichförmig wie möglich auf- getragen, indem alle beim Trocknen entstehenden Risse mit den Händen zugedrückt werden. Ueber die erste Lage, wenn sie trocken ist, trägt man eine zweite auf, bis der Beschlag wohl 3 Linien dick ist.— Fer- ner: gleiche Theile Thon und fein gepulverte Porzellankapseln zu einem steifen Brei gemacht,(Vergleiche den Artikel„Cement” unter Kalk.) An.,h.anmig Hier folgen noch einige Tabellen, welche für praktische Chemiker von Nutzen sein können. 1. ei berle über die preufsischen Längen- und Körpermafse, Gewichte, nach der Mafs- u. Gewichtsordnung vom 16. Mai 1816. 1. Längenmafs. 1 preufs. Fufs(gleich mit einem brandenburg. oder rheinländischen) — 139,13 pariser Linien = 0.966150» Fuls == 0,313853 Metre 1» Ele= 25% preußs. Zoll = 295,65 paris. Linien 1» Ruthe= 12 preuls. Fuls 1» Meile= 2000» NRuthen. I. Körpermafs. 177» Kubikfuls destill. Wassers wiegt bei 15° R. 66 preufs. Pfund 1» Kubikzoll»»»» 1 3» Loth 1» Scheffel= 3072 preufs, Kubikzoll = 2770,742 paris.» f 2 ET 58 Tabelle der preufs. Hohlma/se und Gewichte.| 1 preufs. Meze= 192 preufs. Kubikzoll = 173,17 paris.» Jar fon 3 ON Tonne=4 preufs. Scheffel l>» Klaferr= 108» Kubikfufs 2 irhandl 1» Haufen= 4! Klafter= 486 preufs, Kubikfuls, ir Hiernach sind: a 9» Scheffel= 16 preufs. Kubikfuls| 9°. 520: Tonnen= 64.24» 1» Qut=64» Kubikzll=* Metze|| Mprametre = 57,724 paris.» 1 Kılmetre. 1»_Quart destill. Wassers wiegt bei 15° R.= 785 preufs. Loth.| Hectomeh Demnach sind: 1 Decanein 27» Quat= 1 preufs. Kubikfulfs. 1 län... I. Gewicht.| En 1> Pfund= dem Gewicht 75 Kubikl. destill. Wassers bei ls’ R.| 11... 1:,.>» Pfund= 467,71131 Gramme II" En Il» Lh- 14,615978»| a I 1» Quenichen= 3,653994» n allen 1» Gäaä= 0,811998»| Em 9) Man mıt Zentner. Pfund. Mark. Loth. Quentchen. Grän. ken 1 110 220 3520 14080 63360 1 2 32 128 576 i 1 16 64 288| 1 Rılomeire( 1 4 18] Hectom, car 1 4:| UÄresen, 1 preufs. Medicinalpfund= 24 preufs. Loth=? Pf. bürgerl. Gewichts| ke. = 550,78348 Gramme.| In Pfund. Unzen. Drachmen. Scrupel. Gran. pr. Loth.| At ni 3 3 3 9 gr.| DAN carte 1 12 96 288 5760 24 1 8 24 480 2 1 3 60 4| 1 Stire=] Kl 1 20 Be 5 Bechlie,, 1 1 Declin., 1 Karat= 0,0140625 preuls. Loth= 0,205537 Gramme.= Hiernach sind: Il... 160 Karat= 9 preufs. Quentchen.— Meme | lan I preuls. Schiffslast= 4000 preuls. Pfund Mi “Selle 4 Gh uls, Loth, i 15° R, 18 2 4 3 ‚ewichts me, Loth. Vergleich. d. französ. Mafse u. Gew. mit d. preu/s. 59 2. Vergleichung der französischen und englischen Mafse und Gewichte mit den preufsischen, nach Kitelwein. (Verhandl. d. Vereins z. Beförd. d. Gewerbfl. in Preufs,, 1827. S. 241.) I. Französische Maflse und Gewichte. ]) Längenmalse, 1 Myriamttre..........= 10000 Metre= 2655,166 preulsische Ruthen. 12Kilometre.n..2.....-= 1000»= 265,5166»» 1 Hectomötre........--= 10»= 26,55166»» 1 Decamtire.........-= 10»= 31,86199 preufsische Fufs. 3 BE EN EEE= 3,186199»» 1 Decimetre....- atmen»= 3,82394 preufsische Zoll. 1 Centime£tre.........-=.4s»= 455813 preufsische Linien. 1 Nıllımetreo. oo...— 1000»= 0,4588»» Hiernach vergleichen sich nahe genug: 58 Myriametre mit 77 preulsischen Meilen zu 2000 Ruthen, 43 Metre mit 137 preulsischen Fuls, 2 Metre mit 3 preulsischen Ellen zu 25% Zoll. 2) Flächenmalse, 1 Kilomötre carre= 1000000 M. carıe= 391,62296 preufs. Morgen. 1 Hectom. carre...= 1000»»= 39162296»» 1 Are... Be 10»»= 7,0492133 pr. Quadratruth. 1. Meäire earreen a Sa een....— 10,151867234 pr. Quadratf. Es vergleichen sich nahe genug: ie C 20 Are mit 141 preufsischen Quadratruthen, 32 Mötre carr& mit 335 preulsischen Quadratfuls. 3) Körpermalse 1 Stere=1Kilolitre= 1M£tre cube= 32,345874273 preuls. Kubikfufs. 1 Hectolitre......-= 45»»= 1819455428 preuls. Scheffel. I-Deecalitrer..r.....-=. 24:=2,911129 preulsische Metzen. — 8.733386 preulsische Quart. bitten een. 7000»»=> 0,8733386»» Hiernach vergleichen sich beinahe: 26 Stere mit 841 preuls. Kubikfufs,|| 15 Decalitre mit 131 preuls. Quart, 72 Hectolitre mit 131 pr. Scheffel,|| 71 Litre mit 62 preufs. Quart. 45 Decalitre mit 131 pr. Metzen, nn ET 60 Vergleich. d. englisch. Ma/se u. Gewichte mit d. preufs. 4) Gewichte, 1 Myriagramme= 10000 Gramme= 21,35072384 preufsische Pfund. 1 Kilogramme..= 1000»= 2,138072384»» 1 Hectogramme= 100»= 6,84183 preuls. Loth. 1 Decagramme.= 10»= 2,7367 preuls. Quentchen. 1-Gramme.........- een ar= 1,2315 preuls. Grän. 1 Decigramme.= 7;»= 0,12315%» 1 Centigramme.=;%;>» 7.:—=0.01231.>»» 1 Milligramme,,= 4055»= 0,00123»» Also vergleichen sich beinahe: 21 Myriagramme mit 449 preufsischen Pfund, 29 Kilogramme mit 62 preuls. Pfund, 95 Gramme mit 117 preuls. Grän. I. ‚Englische Mafse und Gewichte. ]l) Längenmalse. clhle ner... ee A= 427,3 preufsische Ruthen. 1 Imperial Yard..... a een. ODSBAUN SEM= 2.9134 preulsische Fuls. V-Root. ons= 11,65368 preuls. Zoll. Hiernach sind nahe genug: 14:enelische.2.- 322.5= 5 preulsischen Meilen zu 2000 Ruthen, snrenslische nes 2.= 34 preuls. Fuls, Bor ard.nen ne ee= 48 preuls. Ellen zu 25% Zoll. 2) Flächenmalse, 1 Acre...... ern= 285,29 preufsischen Quadratruthen. SElRoob. a are ee= 135,8 preufsischen Quadratzollen. Also vergleichen sich nahe genug: 53 Acre mit 81 preufsischen Morgen zu 180 Quadratruthen, 53 englische mit 50 preulsischen Quadratfuls. 8) Körpermalse, 1 Cubie Foot= 1582.667 preufsische Kubikzoll. Daher vergleichen sich nahe genug: 59 englische mit 54 preufsischen Kubiktufs. 4) Hohlmafse. Melden arm Be= 73138,7 preulsische Kubikzoll. t CO Dit a ee= 16255,05»» 1 Sackesiunesenenssensenussennnnsneennen= 6094,89;»» N EEE EEE TEE ED REEEN EEE NETT EEE TEEN 5 ENT EEE, Val N | ji It Hi 1m Onart Ska Rishel I6allonı..«- Es 3 Comm On 7.Com Om | Imperil| r\ ), 1 Imperial 1 1 Ounee,«+». 1 Grin. Als My Phn 1 Ton Aroirdn I Hindredwes 1 Pound Anoı I Ounee Aroır | Gral Dale 65 Phund Ara Nıch it z Pol, 1, Landen | nplische Kuh I Winchester | Winchester( euls, : Pfund, » en, Ruthen, . oll, Ruthen, ıtruthen, sollen. bikzoll » Vergleich. d. englischen Ma/fse u. Gewichte mit d. preufs. 61 1 Bushel........u....., 00... Eee—= 2031.63 preufs. Kubikzoll. 1 Imperial Gallon„een= 253,954» 5 Hiernach ist: 1 Corn Quarter= 5 preuls. Scheffel, 4 Metzen, 125 Kubikzoll, IESack=:=]1>»» 15» 1429» 1 Bushel......= 10 preufs. Metzen, 111,6 Kubikzoll, 1 Gallon.....-= 3 preufs. Quart, 61,95 Kubikz., oder nahe 352 Quart, Es vergleichen sich nahe genug: 31 Corn Quarters mit 164 preuls. Scheffel, oder weniger genau 7 Corn Quarters mit 37»» 31 Imperial Gallons mit 123 preufs. Quant. 5) Golda-, Silber- und Apothekergewicht. 1 Imperial Troy Pound... ren.— 25,5234 preuls. Loth. 1 Omega— 1.112695»= 1 Grain......--oo... en 0 s00cn ren en nennen ee—= 0,07976 preuls. Grän. Also vergleichen sich nahe genug: 84 Troy Pound mit 67 preuls. Pfund. 6) Handelsgewicht. 1 Ton Avoirdupois.....eresnesenenenerenen-— 2171,26 preufs. Pfund. 1 Hundredweight............ 0er ernennen.= 108.563>»» 1 Pound Avoirdupois...ee.--...--meunenen-= 31,018 preuls. Loth. 1 Ounce Avoirdupois..erreeerseeenennenen-— 1.94»» 1 Cam EEE= 0,07976 preuls. Grän. Daher vergleichen sich beinahe: 65 Pound Avoirdupois mit 63 preuls. Pfund. Noch ist zu bemerken, dafs nach Kelly(The universal cambist, Vol. 1. London 1821. p. 221.) der vormalige Winchester Bushel 2150,42 englische Kubikzoll hält. Hiernach ist: I Winchester Bushel.....= 1969,55975 preuls. Kubikzoll, = 10 preuls. Metzen. 494% Kubikzoll. 1 Winchester Gallon.....= 246,195 preufs. Kubikzoll, = 3 preuls. Quart, 54;; Kubikzoll. u En SE na a Tg Be, age ER N 1 zu ii) 7 AN MN NEE E. SEEN 722 62 Reductionstab. d Baumeschen Grade auf spec. Gew. 3. Reductionstabelle | h vAhren der Baumeschen Aräometergrade auf das specifische| i Gewicht.— (Nach Scholz’s Lehrbuch der Physik S, 743,) ee Celsius It,| Für Flüssigkeiten, welche Für Flüssigkeiten,+ leichter sind als Wasser. welche schwerer sind ER Wasser. a 99,4 - a) 88 Gr.|Sp.Gew.\or. Sp.Gew. or. Sp.Gew,| Gr,| Sp. Gew.| Gr.|Sp.Gew. hi en a 62| 0,7251||35) 0,8479 0| 1,0000||27| 1,2288|54| 1,5912 m N 61| 0,7314||34| 0,8531 1| 1,0070\28| 1,2394|55| 1,6086 a 60| 0/7354 33! 0.8584|| 2) 1o1aı|29| 1.2502| 56) 1.6264 Mi 59| 0.7394|32| 0,8638 3| 1,0213|30| 1.2612|57| 1.6446 2 58| 0.7435||31| 0,3693 4) 1,0286||31| 1,2724| 58) 1.6632 2 57! 0.7476||30! 0,8748 5! 1,0360||32! 1.2838 59| 1/6823 ı m a 56| 07518|29| 0.8804 6) 1,0435||33) 1.2954| 60 1,7019 u 98 55| 0.7560|!28| 0,8860 7| 1.0511||34| 1,3071!61| 1.7220| a 3 54| 0,7603||27| 0,8917 8| 1,0588||35! 1,3190||62| 1,7427 In 9 53| 0,7646\26| 0,8974 9) 1,0666|36| 1,3311||63| 1,7640 1 92 52| 0,7689|| 25| 0,9032 10| 1,6745 37| 1,3434||64| 1.7858 19 967 51| 0.7733||21) 0.9091| ı1| 1.0825|138| 1.3559 65! 1/8082 al 50| 0,7777|23| 0,9151|}} 12) 1,0906||39| 1,3686.| 66| 1/8312 1 Wi 49| 0,7821||22| 0,9212| 13| 1,0988||40| 1.3815| 67| 19548 I 9 48| 0,7866||21| 0,9274|| 14| 1,1971||aı| 1,3947|68| 1.8790 IM 94 47| 0,7911|\20| 0,9336 15| 1,1155|42| 1,4082|| 69| 1,9038 19 9889 46| 0,7956 19| 0,9399|| ı16| 1,1240 43] 1.4219||70| 1.9291 I 6639 45! 0,8001|| 18| 0,9462 7| 1,1326||44| 1,4359||71! 1.9548 IMS 44| 0,5047| 17| 0,9526 18| 1,1414||45| 1,4501||72| 1.9809 191 92 43| 0.8093||16) 0,9591|f| 19) 1,1504||46| 1.4645| 73| 2.0073 18 Mir 42| 0.8139||15| 0,9657| 20| 1,1596|47| 1.4792| 74| 20340 I) Sl 41| 0,8186||14| 0,9724|| 21| 1,1690 48! 1.4942|75| 2.0610 IN 6 40| 0.8233| 13| 0.9792|| 22| 1.1785|49| 1,5096 Be 39| 0,8281||12] 0,9861||| 23| 1,1882| 50| 1,5253 IM a 38| 0,8329|| 11| 0,9930 24| 1,1981|51| 1,5413| N) 99] 37| 0,8378 110| 1,0000 25| 1.2082!52| 1.5576 IB ua 36| 0,8428| 26| 1,2184| 53| 1,5742 Be N I MM : Bin Die folgende Tabelle ist deshalb vorzugsweise hierher gesetzt wor- II All] den, weil die Reduction der Fahrenheitschen Thermometergrade auf 1] RN) die Reaumurschen und Celsiusschen etwas umständlicher ist, als die| N nu der letztern unter einander, Es ist übrigens zu bemerken, dafs 9° F., Hl A =5°C.=4R, und 0’R. undC.=+ 32° F,, so wie 0° F. i 93 =— 17,75°C,=— 14,22° R. ı ni IN Kr) Br nl =]| 4 I) h| Gen Vergleich. d. Fahrenh., Cels. u. Reaum. Thermometersk. 65 4 Vergleichung der Fahrenheit’schen Thermometerskala mit der Celsius’schen fische und Reaumur’schen. Fah-; Reau- Feb“ Reau- Fahr ur Reau- ma ren-| Celsius.= ren-| Celsius. ren-| Celsius. heit. RAT.\|).Regt. Mur. il ‚heih, au: Ase+212+100|+80|-+ 1664 74,44|4-59,56||4-120/+ 48,89/+ 39,11 | 3211| 99,44 7956| 165| 73,89) 59,11] 119) 48,33] 38,67 PIE 2101 98,891 79.11) 164 73,33] 58,67) 118] 47,78} 38,22 Sp. Gew. 209| 98,331 78,671 163) 72,78| 58,22) 117] 47.22] 37,78 —— 3208| 9778| 7822| 162) 72,22] 57,78] 116] 46,67) 37,33 1.5912 207| 97,22] 77,78 161] 71,671 57,33] 115) 46,11} 36,89 1.6086 2061| 96,67| 7733| 160) 71,11) 56,89 114| 45,55] 36,44 1.6264 205| 96.11] 76,891 159| 70,55) 56,44) 113] 45 36 1.6446 204| 95,55) 76,44) 158] 70 56 112| 44,44| 35,56 1.6632 2031 95 76 157| 69,44] 55,56) 111) 43,89] 35,11 1.6823 202| 94,44) 75,56) 156) 68,89] 55,11) 110) 43,331 34,67 1.7019 2011 9389| 7511| 155] 68,33| 54,67) 109| 42,78| 34,22 17999 2001 9333| 7A.67| 154] 67,78] 54,22): 1081| 42,22] 33,78 1.7640 1983| 92.22] 73,781 152] 66,67) 53,33] 106] 41,11 32,89 1.7858 197| 91,67) 7333| 1511 66,11] 52,89|| 105] 40,55) 32,44 1.8083 196| 91,111 72.89] 150° 65,55! 52,44| 104) 40 32 1.8312 195| 90,55! 72,441 149| 65 52 1031 39,44| 31,56 118548 194| 90 72 148} 64,44) 51,56 102] 38,89) 31,11 1.8790 1931 89,441 7156| 147) 63,89) 51.11] 101) 38,33) 30,67 1.9038 192| 88,89] 71,111 146) 63,33] 50,67 100] 37,78) 30,22 1.929] ı91| 88,33] 70,67 145) 62,78] 50,22 99| 3722| 29,78 1.9548 1901 87,78| 70,22] 144| 62,22) 49,78 98! 36,67! 29,33 1.9809 189| 87.22! 6978| 143) 61,67] 49,33)- 97| 36,11] 28,89 0073 188| 86,67| 69,33) 142| 61,11) 48,89 961 35,55 28,44 .0340 187) 86.11] 68,89] 141] 60,55] 48,44 9 35 28 0610 186| 85551 68,441 140) 60 48 94| 3444| 27,56 1855| 85 68 139| 59,44| 4756| 93] 33,89) 27,11 1584| 84.44) 67,56|| 138] 58,89] 47,11 92) 33,33] 26,67 183! 83,89) 67.11| 137| 58,33] 46,67 91) 32,78) 26,22 1832| 8333| 66,67|| 1361| 57,78| 46,22l 90) 32,22] 25,78 181) 8278| 66.22] 135] 57,22] 45,78 89) 31,67] 25,33 1580| 8222| 65,781 134| 56,67| 45,3: 8s| 31,11] 24,89 179| 8167| 6533| 133) 56,11| 44,89| 87) 30,55] 24,14 zt wor- 178| 81,11) 64,89] 132) 55,55] 44,441 86] 30 24 177) 8055| 64,44| 131] 55 44 851 29,441 23.56 de auf 176) 80 64 1301 54,44) 4356| 84) 28,89] 2311 als die 175|.79,44| 63,56|°129| 53,89) 43,11 831 28,331 22.67 oF 174| 7889| 6311| 128] 53,33] 42,67 821: 27,78] 22,22 Del 173.7 78.33| 762671 32212.52.781 2.42.2211#811,27.22|,721.78 0° F. 172| 7778| 62,22] 126| 52,22) 41,78] 80] 26,67| 21,33 171) 7722| 61,78] 125] 51,67) 4133| 79| 26,11] 20,89 170)' 76,67) 6133| 124 51.11] 4089| 781 25,55] 20,44 169| 76,11} 60,89| 123]> 50.551 40,44 71 25 20 168) 75,551 60,44! 122) 50 40 761 24,44| 19,56 167) 7 60 121| 49,44) 3956| 75 233,89) 19,11 nn En Tr en ee reg- N. Zu\ 5 DEEN« TR Pe B: en.) 177> EEE RN N: a 64 Vergleich. d. Fahrenh., Cels. u. Raum. Thermometersk. j—— Fah-: Fah- r Fah-: ren-| Celsius. Bu ren-| Celsius. Dur ren-| Celsius. a heit. mur. heit. mur, heit. mur, + 744 23,33]- 18,67+35|+ 1,67) 1,33)— 3| 19,44]— 15,56 73| 2278| 18,221 3 111%. 0891 41.280 16 72| 2222| 17,781 33] 055 Al 5| 2055| 16,44 7E| ı 21,67): 17,33|...-3214 0 0 6| 21,11) 16,89 z0| 2111| 1689| 31|— 055l— 0,44| 7| 21,67) 17,33 69| 20,551 1644| 301 1.111 0,801 8| 2222] 17,78 6s| 20 16 29 1,67 1,33 9| 22,781.18,22 N 67| 1944 1556| 2838| 222) 1,781 10| 23,33) 18,67 66| 18,89 15111 27| 278 222) 11 2389| 19,11 65| 1833| 1467| 26) 3331 2,67| 12| 2444| 19,56 6A| 73208 914,221:7 725| 100 3589|: 8.111.138| 5 20 63l 17221 13,7 24| 44 356| 14| 235,551 20,44 62| 16,67| 13331 23 5 4 15| 26,111 20,89 sı| 1611] 1280| 2) 5551 4A 161 236,67) 21,5 | 1555| 124 2 611l 4389| 17| 27,22] 21,78| De Ma 59| 15 12 20) 667] 533| ı8| 27,78) 22.2 ie Natrkr 58| 1444| 1156) 19) 7221| 5,781 19! 28,331 22.67 ei 57! 1389| 1111| 181 7,78 22| 20| 28,891 23,11 hen Sf 56| 1333| 10.67) 17) 8s3l 6607| 21) 29.44 2356 ülchen Sf 5| 1278| 10,22 16 8,89 ‚ul 221 330 24| md nichton 5a| 122 9785| 151 9,44 56 23] 30,551 24,44 ker 53) 11,67] 9331 14) 10 52| 111 889) 13| 10,55 51! 205 sau m| 1,1 31,11 24.89 25 31. 67 2 5, 33 dem yerschledh 26 32,22! 25,78} guten Körpe SU U OO En SORRRAAMRMn RAT ID D SI> 50) 10 8 11| 11,67 32,78] 26,22 lich Ar he 49| 944 7561 10) 12,2 2838|. 33,331 26,67 0 s| 889 7zu 9| 12,78] 1022| 29| 3389| 27.11 Pr von ern a7| 5833| 6,67 8| 13,331 10,67) 30| 34,44) 27.56 Unoreanise A6\ 7:78| 1=26,22 7| 1389| 11,11 31|.35 28 IR sl za2l 5781 6| 1444 1156) 32| 3555| as4a) Tl une 4| 6,67) 5,33 5l| 25 12 33| 36,11} 28,89 die 43) 611] 4,89 4| 1555| 1244| 34| 36,67| 29,33 Dane‘ al 5551| 4,44 3) 16,11] 12,891 35| 37,22] 29,78 in) 4 5 4 2) 1667| 13,33 36| 37,78| 3022| med a0| 444 3,56 1| 1722| 13,78) 37) 38,33! 30.67\ Yan ie P; 3) 5389| 31 0| 17,78| 1422| 38| 38,89] 31.11| ag 38) 33] 267—1| 18,33) 1467| 39) 3940] 3156| Mldın 7 2,78) 2,22 2| 1889| 1511| 40| 40 32 nd mache 36l 2221 1,78 Prpnsl 1 Se mann | Me IM Bu Bin Id It 3 Amen un; url), ik: N ff Ten h das Teine £)> u N y Anh |. M bekan Spe- ‚in ; =,- y elersk, rn, Reau- mur, ). we > = m fe A el u Mn Nu a KO nd r<ı 5 [on ee 28, 44 28,89 29,33 29,7 8 30.8 30.67 31,11 31,56 32 nn AN er spe Specielle Chemie. Einleitung Di Naturkörper sind, in chemischer Beziehung, entweder einfache, oder zusammengesetzte, letztere entweder aus je 2, je 3, je4(und mehr) einfachen Stoffen gebildet. Man pflegt die Naturkörper in organische und nichtorganische einzutheilen, welche Eintheilung eigentlich keine chemische, sondern eine phyetblogisehte ist, hergenomme:n von dem verschiednen Bau und Thätigkeit der Ordner welche man an or- ganisirten Körpern nachweisen kann. Es lassen sich jedoch auch rück- sichtlich der chemischen Mischung organische und nichtorganische Kör- per von einander unterscheiden. Unorganische Körper sind: 1) Theils unzerlegbar, daher einfache Körper, theils zusammengesetzt, diese 2) stets aus je 2 Stoffen gebildet, binäre Verbindungen; vergleiche voru Seite 3 die Beispiele, 8) aus ihren Bestandtheilen fast stets darzustellen, und nur wenige machen Ausnahmen, indem man zeither noch keine W ege hat aus- findig machen können, sie zu vereinigen. Organische Körper sind dagegen: 1) Stets zusammengesetzt, d. h. niemals einfache, unzerlegbare Stoffe; 2) fast immer aus mehr als 2 einfachen Körpern gebildet, aus 3, 4 und noch mehrern, ternäre, quaternäre Verbindungen. Organische Körper nur aus 2 einfachen Stoffen gebildet, kennen wir zur Zeit nur 10, als: Sauerklee- und Honisdtettisikr e, aus Kohlenstoff und Sau- erstoff, Terpentin-, Citronen-, Steinöl, das Festwerdende im Rosen- öl, das reine Caoutchouc, Napkthalin, Weinöl, Schererit, aus Koh- len- und Wasserstoff, 3) aus den bekannten einfachen Bestandtheilen nicht darzustellen. Aus Kohlen-, Wasser- und Sauerstoff hat noch kein Chemiker je Zucker, I. 5 Ze RO—— mn MEERE RR y \ F 34 2 | 66 Säuren.+ Gummi, Weinsteinsäure etc. gebildet, obschon in neuester Zeit aus„De m Ammoniak und cyaniger Säure, aus Cyan und Wasser durch Zer- oa setzung Harnstoff erzeugt worden ist, wenige andere Beispiele hier Jılt al zu geschweigen.. qui litiern [Man hat auch die organischen Körper, gleich wie die unorganischen, als Di Bestimm aus je 2 und 2 Stoffen gebildet betrachtet, es ist aber diese Ansicht Jer betracl allgemein durchzuführen noch nicht möglich, obschon nicht zu leugnen, schon das\ dafs diese Vorstellung in einzelnen Fällen anwendbar und sehr nützlich schmack ein ist. So kann man z. B. den Alkohol, welcher aus bestinnmten Mengen_ das. höchste von Kohlen-, Wasser- und Sauerstoff besteht, sich denken, als aus mals analy gleichen Baumtheilen ölbildenden Kohlenwasserstoffgas und WVVasser- denselben@ dampf gebildet, auf einen Raumtheil eondensirt, weil gerade so viel natur; dies von jenen 3 einfachen Stoffen in dem Alkohol enthalten ıst, als zur ren.sind 0 Bildung jener beiden zusammengesetzten Körper erfordert wird. Eben F des Sauerst so den Aether aus 2 Baumitheilen ölbildenden Kohlenwasserstoflgas| heil Wasse und 1 Raumtheil WVasserdampf gebildet; so die übrigen Aetherarten, denen Ameisen- und Citronensäure.] Wars | Antt eine En Man kennt jetzt 53 unzerlegbare, einfache Stoffe, von denen 40 me- :°£:=:: K A eigentlichen 4 tallischer Natur sind. Diese können sich unter einander in mancherlei; „| J\ I DUT salzahnıld | Verhältnissen vereinigen, obschon einzelne Stoffe sich nicht selten mit| al nn st gewissen andern nicht verbinden; wahrscheinlich dürften sich aber noch süre N: Mittel und Wege finden lassen, die für jetzt nicht mögliche Vereinigung enfrben ot zu bewerkstelligen. kl Die mannichfaltigen, durch Vereinigung einfacher Stoffe hervorge- Ri\7 henden, zusammengesetzten Körper zeigen verschiedne Eigenschaft n, ud 2 + Di dureh welche sie sich unter einander unterscheiden. Einige, der wieı- ne 5 Ei und zeschn tigsten, und für das erste Studium der Chemie nothwendigsten, Klassen I zu.. ne re Ik geschätzt q zusammengesetzter Körper sollen hier, da sie später immer wieder vor-| gehitt a kommen, im Allgemeinen kennen gelehrt werden, als: Säuren, Oxyde,| Benennungsa, Basen, Salze u. a. m. erste un eine | Wor„äure 1) Säuren, Acides, Acids, sind Stoffe, welche sich durch folgende f .- N Kor‘ Eigenschaften auszeichnen: BE dan RB e i: 2 Ä! 5 30 bezeichnen a) Sie sind sämmtlich— elektrisch, d. h. sie scheiden sich aus ihren bezeichnet 7 Mengen Sans Verbindungen mit Basen am+ Pol der Yolta’schen Säule ab, obschon che sie selbst durch Elektrieität in ihre Bestandtheile zerlegt werden.| Ai y b) Sie bilden mit Basen(+ elektrischen zusammengesetzten Stoffen) Me) entweder unmittelbar Salze, oder sie zerseizen sich und die Basen, und h a es entstehen, unter jedesmaliger Bildung von Wasser, salzähnliche Ver- ak bindungen."in; a| c) Die mehresten sind in Wasser löslich und färben blaue Pflan-&n,; zenfarben(Lackmustinetur, Lackmuspapier) roth. I ’. ‚bl Alan ET En EEE ED EEE TEE er l R> E 4> m Be ni Säuren. 67 T Zeit a>. ce R Turd n d) Die mehresten auflöslichen, oder selbst flüssigen, Säuren schme- urch Zar. ln cken sauer. spiele hier Nicht alle Säuren schmecken sauer, so schmeckt z. B, Blausäure nach bittern Mandeln, Hydrothionsäure nach faulen Eiern. tischen, al,[Die Bestimmung des WVorts Säure ist nicht ohne Schwierigkeiten. Frü- ese Ansicht her betrachtete man als das Hauptkriterium einer Säure, wie auch zu leugnen, schon das VWVort andeutet, den Geschmack, jetzt aber ist der saure Ge- hr ‚nützlich schmack ein unsicheres Merkmal, wogegen das unter a) aufgeführte als ‚en Mengen das höchste gilt. Früher glaubten die Chemiker, weil sämmtliche da- en, als aus mals analysirte Säuren Sauerstoff enthielten, es würden alle Säuren d\WVasser- denselben als Bestandtheil haben, ja der Sauerstoff bedinge die Säure- rade so yıel natur; dieses hat sich jedoch nicht bestätigt, sondern nicht wenige Säu- st, als zur ren sind ohne Sauerstoff, in ihnen vertreten andere Stoffe die Stelle ’ird. Eben des Sauerstoffs. In ıhnen ist nicht selten als+ elektrischer Bestand- sserstoflgis theil WVasserstoff(wohl bemerkt nicht als— elektrischer Factor); sol- \etherarten, che Säuren sind: Salzsäure, Hydrothion, Hydriodsäure, Blausäure u. a.m. Wenn sie mit Sauerstoff enthaltenden Basen in Berührung kommen, tritt eine Entmischung derselben und der Basen ein, indem sie keine a a r eigentlichen Salze, sondern, unter gleichzeitiger Erzeugung von Wasser,. mancherlei nur salzähnliche Verbindungen bilden;(unter Salz mehr davon). Nicht alle Säuren sind in VVasser auflöslich, z. B, Kieselerde, Zinnsäure, Gold- aber noclı säure etc, sind unauflöslich, und können deshalb auch nicht blaue Pflan- ereinigun zenfarben roth färben.] selten nit Man bedient sich des Lackmuses zum chemischen Gebrauch folgen- dermalsen: man übergielst es mit Wasser, oder schwachen Weingeist, und tränkt mit dieser Tinetur ungeleimtes Velinpapier, trocknet im Dun- hervorge- nschaft'n, der wieı- keln und zerschneidet es dann in schmale Sireifchen, welche vor dem 1, Klassen Licht geschützt aufbewahrt werden müssen. ieder vol- [Benennungsart der Säuren, Gicbt ein einfacher Körper mit Sau- erstoff nur eine einzige Säure, so fügt man dem Namen des Stoffes das Wort„Säure” hinzu, als z. B. Kohlensäure, Jodsäure, Borsäure; giebt dagegen ein Stoff mehr als eine Säure mit Sauerstoff, z. B, zwei, so bezeichnet man dieselben dadurch, dafs man diejenige, welche ‚ Oxyde, h folgende aus Ihren weniger Sauerstoff enthält, durch Anhängen der Sylbe ige*) unter- ‚. obschon scheidet, als schweflige Säure, phosphorige, salpetrige Säure, wogegen Un i Schwefelsäure, Phosphor- und Salpetersäure die mehr Sauerstoff ent- .n Stoffen) haltenden Säuren, welche dieselben Grundstoffe enthalten, anzeigen, Im Französischen wird dies also ausgedrückt: Acide sulfurique= asen, und= en. ne= PER sen, Schwefelsäure, Acide sulfureur= schweflige Säure; A, nitrigue, ‘he Ver->:.> R liche nitreuxz; ım Englischen eben so ‚als z. B. Sulphuric acid, sulphurous acid etc, ue Plan *) Die Endigung ichte ist minder richtig, als die Entflexion ige, 5* AT T ET FEIN GET Zr TE 7; TE | 68 Oxyde. I _Phden Tritt der Fall ein, dafs mehr als zwei Säuren von einem einfachen An Farb Stoff existiren, so hat man sich dadurch geholfen, dafs man die Stelle,"Bas welche die dritte oder vierte Säure nach den Sauerstoffproportionen in Ri der Reihe der Verbindungen des einfachen Stoffes mit Sauerstoff einnimmt; u al durch das Wort„Unter” bezeichnet, als Unterschwefelsäure, Je Kür Unterphosphoörige Säure u. a. m.] ‚Als st file sich a 2) Oxyde, Oxides, Oxids, sind Verbindungen einfacher oder zu- ie sammengesetzter Stoffe mit Sauerstoff, denen übrigens alle Säureeigen- ee; h hr schaften mangeln. Die Oxyde sind metallische, wenn sich ein Me- jSe el tall mit Sauerstoff zu einem Oxyd verbindet, oder nichtmetallische, Se wie z. B. Kohlenstoffoxyd, Chloroxyd, Stickstoffoxyd. N ai M >; i oma Die Oxyde sind entweder salzfähige Grundlagen, Basen, ne oder sie sind es nicht; dies beruht auf einem bestimmten Mischungs- irn we verhältnifs, und der Natur des elektrischen Elements, welches sich mit| in dem— elektr. Sauerstoff verbindet. Es kann nämlich ein Oxyd viel AN oder wenig Sauerstoff enthalten, und dadurch bald fähig bald unfähig pi sein, sich als eine Base zu verhalten. Ueberhaupt sind nur gewisse din metallische Oxyde Basen, keine nichtmetallischen Oxyde. BR [Benennungsart der Oxyde. Diejenigen Oxyde, welche Basen sınd,| 9 kl nennt man ohne weitern Beisatz Oxyde, sind aber deren mehrere Alkalien z. B. zwei Oxyde eines Metalles Basen, so heifst dasjenige von beiden, kl welches die geringere Menge Sauerstoff enthält, zum Unterschied Oxy- It dul, Eisen giebt zwei Oxyde, beide sind Basen, das ein® heifst daher Lithion Eisenoxydul, das andere Eisenoxyd. Sind aber Oxyde keine Ba- Amnonik sen, so haben sie entweder zu viel, oder zu wenig Sauerstoff, danach i nennt man die erstern Ueberoxyde, oder Hyperoxyde, die letz- yB tern Unteroxyde, oder Suboxyde. So hat z. B. Blei 2 Ueber- Mi oxyde, das eine von beiden heifst Ueberoxydul,(da es die relativ| pl geringere Menge Sauerstoff besitzt), das andere Ueberoxyd; Gold 2 DeAlklı Suboxyde,| ben Waren a In der französischen Nomenclatur werden die Oxyde nach einem an- lesen chede dern Princip benannt; man zählt die Oxyde eines Metalls, und be- tharben Irma, nennt sie nach der Reihenfolge. Dasjenige, welches den wenigsten der Sauerstoff enthält, heifst das erste Oxyd, Protoxide, dann folgt das| & B ö 2 r h| Mm, welche al zweite O., Deutoxide, das dritte, wenn es zugleich das letzte ist, heilst| le Peroxide. So hat Quecksilber 2 Oxyde, sie heilsen demnach Protoxide: N 1a Wi und Deutoxide de Mercure,— Eben so ist die englische Benen- rl ; nungsweisc.“fiperchen, I ige Diese Methode die Oxyde zu benennen ist schwerfällig, und nicht von dem praktischen Nutzen, als die von Berzelius angegebne Nomenclatur, hei die wir oben mittheilten, und welche hier stets angewendet werden soll. u) EEE 2 Fe ns en h R.=3 s Ba BB Bi a na ne== einfachen die Stelle, tionen in einnimmt, elsäure, r oder zı- ureeigen- h ein Ne- allische, 1, Basen, Nischus- s sich nit Oxyd vie (d unfähie Ir gewvisse Jasen sind, ı mehrere on beiden, ied Oxy- eilst daher keine Ba- f, danach ‚ die letz 2 Ueber- ie relativ ; Gold? einem an und be- wenigsten folgt das ist, heilst Protoxide ‚e Benen- ’ nicht von menclatur, erden soll Basen. 69 — Ehedem nannte man wohl die MetalloxydeMetallkalke, und nach ihren Farben: Asche, Schnee, Mohr, Saffran u. s. w.] 3) Basen, salzfähige Grundlagen, Bases salifiables, Bases, sind, mit alleiniger Ausnahme des Ammoniaks, Oxyde oder sauerstoff- haltige Körper. Sie zeichnen sich dadurch aus: a) dafs sie sich+ elektrisch verhalten, am— Pol der Voltaschen Säule sich abscheiden, wenn sie verbunden mit Säuren in den Zerle- gungskreis gebracht werden, obschon sie auch selbst zerlegt werden, wenn sie für sich elektrisirt werden. b) Sie verbinden sich mit Säuren zu Salzen, oder salzähnlichen Ver- bindungen. Sowohl unorganische, als auch organische Körper,(binäre, oder quaternäre Verbindungen) können Basen sein; es sind nämlich seit mehrern Jahren auch vegetabilische und selbst animalische Basen bekannt. Man theilt die Basen ein in: A) Basen aus dem Reich der unorganischen Körper. — m— a) in Wasser auflösliche b) in Wasser unauflösliche. —L «) leichtlösliche.£) schwerlösliche.«) Erden£) Die übrigen Alkalien alk. Erden Thonerde metallischen Kalı Baryt Beryllerde Basen. Natron Sirontian Yitererde Lithion Kalk Zirkonerde Ammoniak Magnesia Thorerde B) Basen aus dem Reich der organischen Körper. r ET OR n) a) vegetabilische, Pflanzenbasen. b) animalische, Thierbasen. Die Alkalien sind sämmtlich in Wasser sehr leicht löslich, zie- ben Wasser aus der Luft mächtig an; sie schmecken laugenhaft,(daher hiefsen sie ehedem auch Laugensalze), ätzend, färben gelbe Pflan- zenfarben braun, blaue, mit Ausnahme von Lackmus, welches gar nicht verändert wird, grün. Man bedient sich zu dem Ende kleiner Papier- chen, welche mit Cureumatinetur gelb gefärbt sind; man wendet auch wohl einen wäsrigen Aufguls der Rhabarberwurzel dazu an. Statt ihrer gebraucht man mit grölserm Nutzen die durch Säure gerötheten Lack- muspapierchen, welche man am besten mittelst Phosphorsäure röthet. (In wiefern diese rothen Papierchen angewendet werden können, geht aus dem bei der„Neutralisation” Seite 6 Gesagten deutlich hervor.) RI 70 Basen, Salze. [Es verdient bemerkt zu werden, dafs nıcht alleın Alkalien und, wie so- gleich gezeigt werden wird, auch die alkalischen Erden, gelbe Pflanzen- farben bräunen, sondern dals es auch heterogene Körper zu thun ver- mögen, als z. B. Boraxsäure, salzsaures Zinnoxydul, essigsaures Blei- oxyd u, m. a] Endlich bilden die Alkalien mit Oelen und Fetten in Wasser auf- lösliche Seifen, und sind die fixen, mit Ausnahme des Ammoniaks, im Feuer nicht allein leicht schmelzbar, sondern können sogar verdampfen. Die alkalischen Erden, erdigen Alkalien, haben ihren Namen von dem erdigen Ansehen, und dem alkaliartigen Verhalten; sie sind sehr schwer in Wasser löslich,(Magnesia erst in 5000 Theilen) ziehen aber dennoch leicht, mit Ausnahme der Magnesia, aus der Luft Wasser an, binden es und zerfallen dann. Sie schmecken, mit Ausnahme der Ma- gnesia, alkalisch, wirken eben so auf die Pflanzenfarben, geben mit Oe- len und Fetten in Wasser unlösliche Seifen, und sind nicht schmelzbar, d. h. jede für sich allein ins Ofenfeuer gebracht, denn mehrere Erden zusammen dem Feuer ausgesetzt, können wohl zum Schmelzen gebracht werden. Die übrigen Erden sind dadurch unterschieden, dafs sie sich in Wasser gar nicht auflösen, oder so wenig, dals man es für nichts er- achten kann.(Die Kieselerde, welche man früher auch zu den Basen zählte, ist eine Säure, gehört also nicht zu den Basen, und ihr Grund- stolf, Silieium, ist kein Metall). Sie zeigen daher auch keinen Ge- schmack, keine Einwirkung auf die Farben, bilden keine Seifen, und sind unschmelzbar im Feuer. Die übrigen Metalloxyde, welche zu den Basen gezählt werden, verhalten sich im Allgemeinen ganz so, wie die Erden, d.h. sie sind unlöslich in Wasser, geschmacklos, ohne Wirkung auf Farbstoffe, geben, bis auf Blei- und Zinkoxyd, keine Seifen, und sind theils unschmelz- bar, theils schmelzbar, einige sogar flüchtig, sublimirbar, als Bleioxyd, Wismuthoxyd. Die organischen Basen sind darin den Alkalien ähnlich, dafs sie Alkohol oder Aether gelöst,(denn in Wasser sind sie sehr schwer oder auch wohl gar nicht auflöslich), die rothen Lackmuspapierchen bläuen; die Pflanzenbasen schmecken unerträglich bitter, auch wohl scharf, kratzend. 4) Salze, Sels, Salts, sind Verbindungen der Säuren mit den Basen. Sauerstoff enthaltende Säuren geben mit sauerstoffhaltenden Basen wirkliche Salze, die Wasserstoff enthaltenden zersetzen sich in Berührung ‚mit sauerstoffhaltigen Basen, nebst diesen, und so bil- det sich Wasser und eine salzähnliche Verbindung. Wenn z. B. Salz- En- Reue> BB a a nn en giune=( ger! Ju Jens m W du ze —. hun, sonder Im Salze? den Sale Die Salz jan verstand ıkalsch schr Ghubersalz, hulten, wie hasische: P und Doppe verschiednen saurer Thoner schon weit se enthlten, als tnd boransau Beine Ir Kal auch noch Ihn hat in saner und bass Nauen een das Velalken re Mech konnt, da | Shlris, ohschn werde malte. etc, m nennt N \ Äure In EINEM 9 seht: SUIeN, won Yraln, nd EU ln den Drennanga Und any ir N “ Phosphor AU en Algo Ma bilder Mm "us dem j Ma,. d, Wie%- Pflanze. thun ver- iures Blei. asser auf: Miaks, im dampfen, on Namen sind sehr ehen aber Vasser an. 1e der Ih. n mit Oe- hmelzbar, re Erden | gebracht e sich in nichts eı- en Basen r Grund. inen Ge- fen, und werden, sie sind e, geben, ıschmelz- Bleioxyd, ‚ dals sie wer oder ı hläuen; ] scharf, mit den \altenden zen sich | so bil ‚B, Sal Salze. 71 säure= Chlor-+ Wasserstoff sich mit Kali= Kalium-—+ Sauerstoff verbinden will, so bildet sich aus dem Wasserstoff der Salzsäure und dem Sauerstoff des Kalis Wasser, und Chlorkalium, eine Verbin- dung zweier Elementarstoffe, welche ein Salz nicht genannt werden kann. sondern nur in sofern salzähnlich ist, als es dem Ansehen nach dem Salze gleich kommt, und früherhin, ehe noch diese Theorie galt, zu den Salzen gezählt wurde. Die Salze sind entweder neutrale, oder saure, oder basische; man verstand bisher unter neutralen solche, welche weder sauer noch alkalisch schmecken, und auf die Pflanzenfarben nicht einwirken, z. B, Glaubersalz, Salpeter; unter sauren und basischen, welche sich so ver- halten, wie es die Namen andeuten, z. B. saure: Weinstein, Kleesalz; basische: Pottasche, Soda. Man unterscheidet auch noch einfache und Doppelsalze, ein solches ist z. B. der Alaun, welcher aus zwei verschiednen Salzen besteht, jedoch von gleicher Säure, aus schwefel- saurer Thonerde und schwefelsaurem Kali; es kommen aber auch, ob- schon weit seltner, Doppelsalze vor, die eine Base und zwei Säuren enthalten, als z. B. der Datholit(ein Fossil), welcher aus kieselsaurem und boraxsaurem Kalk besteht. Dreifache Salze sind selten, ein Beispiel liefert die Sorte Alaun, welche aufser der Thonerde und dem Kali auch noch Ammoniak, mit: Schwefelsäure verbunden, enthält. Man hat in der neuesten Zeit angefangen, mit den Worten neutral, sauer und basisch bei Salzen etwas ganz anderes zu bezeichnen, als die Namen eigentlich andeuten; man versteht nämlich darunter nicht mehr das Verhalten gegen Pflanzenfarben, den Geschmack, sondern ihre re- lative Mischung, das Verhältnifs der Siure zur Base. Daher es denn kommt, dals nach dieser Bezeichnungsart die Pottasche ein neutrales Salz ist, obschon sie nach der vorigen Nomenclatur basisch genannt werden mulste, der Alaun ein neutrales Salz, obschon er sauer schmeckt ete. Man nennt jetzt ein Salz neutral, in welchem der Sauerstoff der Säure in einem gewissen multipeln Verhältnifs zum Sauerstoff der Base steht; sauer, worin das multiple Verhältnils ein gröfseres ist, als in dem neutralen, und basisch, in welchem das multiple Verhältnils ein klei- neres, als in dem neutralen. [Benennungsart der Salze, Man macht die Base zum Hauptwort, und aus dem Namen der Säure ein Beiwort, als: schwelelsaures Na tron, phosphorsaurer Kalk; ist es ein saures oder basisches Salz, so setzt man diese Worte vor, als saures schwefelsaures Kali ete. Da- gegen bildet man im Französischen und Englischen ein eignes Haupt- wort aus dem Namen der Säure, und setzt den der Base ım Genitiv dazu; z.B. aus dem Wort Acide sulfurique wird das Wort Sulfate Te 12 Schwefel-, Chlorverbindungen, Metalllegirungen. 4 gebildet, welches ein schwefelsaures Salz anzeigt, so heifst Phosphat e ein phosphorsaures, Nitrate ein salpetersaures Salz. Die Endigung ite dagegen deutet auf eine Säure hin, die sich auf eux endigt; aus\ Acide sulfureux wird Sulfite gebildet, welches ein schwefligsaures BR Salz bezeichnet, Sulfite de chaux, schwefligsaurer Kalk,— Die Englischen„# u Narnen in ihren Endigungen sind ganz dieselben, wie die französischen.| sautmede Um die verschiednen multipeln Verhältnisse des Sauerstoffs einer Säure und einer Base schon durch den Namen passend anzudeuten,| Kohler bedient man sich, statt der unbestimmten Namen sauer und basisch Schme der Ausdrücke doppelt(oder zweifach) schwefelsaures Kali, d. i, Gm zweimal so viel Säure enthaltend, als das neutrale; anderthalb koh- Pa lensaures Natron; drittel essigsaures Bleioxyd; sechstel essigsaures N Bleioxyd ete.]% i Troptb: 5) Schwefel-, Chlorverbindungen, Sulfures, Sulphides, Chlorures, Chlorides, sind Verbindungen des Schwefels, des Chlors mit fürn 6 einfachen Stoffen, besonders mit Metallen, in welchem Fall dieselben. a auch Schwefel-Chlormetalle heifsen. Sie sind im Wasser zum Theil| Da löslich, zum Theil auch nicht, zersetzen dasselbe theils unmittelbar,| eich theils erst dann, wenn irgend eine Säure mit ins Spiel kommt. Wenn n u z. B. Chlornatrium, Wasser und Schwefelsäure vermischt werden, so"a bildet sich aus Natrium und Sauerstoff des Wassers Natron, welches Name[ip mit der Schwefelsäure schwefelsaures Natron giebt, das Chlor geht mit PERISS dem Wasserstoff des zersetzten Wassers eine Verbindung ein, welche Sur hrb- Hydrochlorsäure, oder Salzsäure, genannt wird. St| Is Verbinden sich zwei Schwefel- oder zwei Chlorverbindungen mit| einander, so verhält sich in diesem Fall die eine+ elektrisch, wie eine Base, die andere— elektrisch, wie eine Säure, z. B. Schwefel-| kalium mit Schwefelarsenik; Schwefelnatrium mit Schwefelspielsglanz; Ol min Chlorkalium mit Chlorquecksilber u. a. m.| iu li| [ Ganz gleich verhalten sich die Selen-, Jod-, Brom-, Bor-, Fluor-,| ei| Cyan- und Tellur-Verbindungen, von welchen die Jod- und Birken| Cyanverbindungen, namentlich die letzten, technisch interessant sind.] 6) Metalllegirungen, Alliages metalligques, Alloys of metals,| a sind Verbindungen der Metalle unter einander; die Verbindungen des| Ölen rl| A E} NN Quecksilbers mit Metallen nennt man nach einem alten Brauch Amal-| Act| Se!: BT Schvanı game, Amalgames, Amalgams. Nicht!jedes Metall giebt mit allen übri-| 7=®...[} ir Ne.| all gen Verbindungen, wenigstens hat es noch nicht glücken wollen, einige| no] [o)| u Metalle mit einander zu verbinden.(Mehr hiervon bei den Detallen.)|| j leer nd m. bio,| Phosphat, : Endien ci Dit; au vefligsaurg Englischen nzösischen, toffs einer inzudeuten, nd basisch Kali, d. i, halb koh- essigsaures Sulphides, Chlors nit dieselben zum Theil mittelbar, it. Wenn rerden, so , welches “ geht mit 1, welche ungen nit isch, wie Schwete- ielsglanz; ‚Fluor-, Jod- und ıt sind] f metals, ınzgen des h Amal- ‚len übn- on, einige stallen.) Erst eT I & En,eıL, Von den nichtmetallischen Grundstoffen. Die nichtmetallischen einfachen Stoffe sind 13 an der Zahl; sie sind entweder fest, oder gasförmig,. Feste Kohlenstoff Jod Schwefel Brom Selen Siecilium Phosphor Fluor. Bor Gasförmige Sauerstoffgas Wasserstoflgas Chlorgas Stickstoffgas. Tropfbar flüssig ist bei gewöhnlicher Temperatur Brom, und bei starker Zusammendrückung auch Chlor. Sämmtliche starre sowohl als gasförmige einfache Körper leiten Wärme und Elektrieität sehr schlecht, mit Ausnahme des Kohlenstoffs, welcher die Elektrieität leitet, obschon der Diamant ein mittelmäfsiger Leiter ist. Rücksichtlich der Farbe, des specifischen Gewichts, Schmelzpunkts, Siedepunkts, Farbe der Dämpfe etc. giebt die beigefügte Tabelle das Weitere an. Name Farbe spec.Gewicht a a a Entdeckt von, Jahr Sauer-| farb- 1,1026 Berze|—_—|Priesiley 1774 stollgas| los lius u. Du- long Wasser-! farb-!0,0688 Berz-|—_— 1766 stollgas| los lius u. Du- long: Chlor-| grün-[2,47 Berze-—==—|Scheele 1774 gas lich- lius gelb[2,4216 The- nard Stick-| farb-[0,976 Berze-)———|Rutherford 1772 stollgas| los lius u. Du- long: Kohlen-) farblos|3,5 bis 3,53)—_—=== stolf| auch(des Dia- schwarz) manten) Schwe-| gelb|1,98-+111°C.| 143| pome-|—— fel ranzen- gelb Selen|bleigraul4,3 bis 32Ber-\über100%)— gelb|Berzclius 1817 und ru-| zelius| binroth Phos- gelblich! 1,77 45° 290° Ifarblos|Brand 1669 phor 14 Sauerstoff, Darstellung desselben. Name| Farbe[spec. Gewicht se nu Da Entdecktvon.. Jahr Bor| bräun-—_———[Gay-Lussac, The- lich- nard, Davy 1809 grün Jod| grau- 14,946beil6,5°%) 107°|175°! veil-| Courtois 1811 schwarz chen- blau Brom| blei-| 2,966 flüssig|—19°} 47°|dunkel-| Balard 1826 grau, Balard roth flüsssig schwärz- lichroth Sili-| dunkel-—_—_ Berzelius 1823 eium| braun Fluor Hypothet. aufgest. von Gay-Lussac u: Thenard 1809, Erstes Kiapıtel. Vom Sauerstoff. Sauerstoff, Oxygene*), Oxygen, Sauerstoffgas, wurde 1774 von Priestley entdeckt, 1775 von Scheele ebenfalls dargestellt. Derselbe geht mit einfachen und einer grofsen Zahl zusammengesetzter Kör- per Verbindungen ein, welche man sowohl im Reich der unorganischen, als organischen Körper antrifft; letztere enthalten, bis auf sehr wenige Ausnahmen,.alle Sauerstoff in sich. Er ist ein Hauptgemengtheil der at- mosphärischen Luft, beträgt 21 Raumprocente in derselben, ein Be- standtheil des Wassers, 88,9 Gewichtsprocente desselben betragend. | Stein-, Citronen-, Terpentinöl, das Festwerdende im Rosenöl, reines Caoutchouc,' Naphthalin, Schererit, Weinöl enthalten keinen Sauer- stoff.] Man stellt Sauerstoffgas dar: 1) Aus rothem Quecksilberoxyd. Man schüttet dasselbe in eine kleine Glasretorte, fügt eine kleine runde Vorlage an, und leitet aus dieser ein Gasrohr nach der pneumatischen Wanne; siehe Tafel 1. Fig. 5; Dunkelrothglühhitze reicht zur Zersetzung hin. Das rothe Oxyd wird braunroth, schwarz, zersetzt sich in Quecksilberdämpfe und Sau- *) d. h. Säure erzeugend, ni Si a ad — . h out, ie I Il hPa de acht zul e apniket si As Bi gu ron Seh ) Ian N yon. u. B ‚cher Ouec il iin mit olrinmte€ nd fügt an ie Wanne, [ehm beschl WArIDt, Der Braunst sein, sonst deshalb prif felsäure über einem Pfund Sauerstolfgas, srülsern vis lauf anwend Inftdicht vese u porös und )) In sch 2 een Kolben ring der Kl re al, md| 7 Die Üirmung, Morychl, wel, Suertof ch Ikaıes Nauen "dreh di y Ele fe N! \ As chl NN ana ) al Sa lo m, tvon ‚Jahr ZT—— ıssac, Th. Davy 1509 ‘ots 181] rd 19% lius 193 et, aufgest, -Lussae u, 'd 1809, ırde 1774 Derselbe ter Kör- anischen, rn wenige il der at- ein Be- gend, ;l, reines en Sauer- sselbe in nd leitet Tafel 1. he Oxyd und Sau Sauerstoff, Darstellung desselben. 715 erstoffgas, erstere condensiren sich sogleich zu Tröpfchen, erscheinen theils im Hals der Retorte, theils in der Vorlage. Man erhält hiedurch 8 Procent dem Gewicht nach Sauerstoffgas. Ist das Quecksilberoxyd nicht ganz rein, enthält es noch etwas basisch salpetersaures Oxyd, so entwickelt sich auch etwas Stickstoffgas zugleich mit. 2) Aus Braunstein, oder Manganüberoxyd, entweder a) ohne Zu- satz von Schwefelsäure, oder b) mittelst derselben. a) Man nimmt ein eylindrisches Gefäls aus Guls- oder auch Schmie- deeisen, z. B. einen Quecksilberlegel,,(eine schmiedeeiserne Flasche im welcher Quecksilber im Handel verschickt wird) siehe Tafel 1. Fig. 39, füllt ihn mit gepulverten Braunstein, befestigt in dessen Mündung eine gekrümmte eiserne Röhre(Flintenlauf) durch Einschmirgeln luftdicht, und fügt an diese eine Glasröhre, eine flexible Zinnröhre an, die bis in die Wanne, oder ins Gasometer reicht. Der eiserne Cylinder wird mit Lehm beschlagen, in einem Zugofen bis zur heftigen Rothglühhitze erwärmt. [Der Braunstein mufs möglichst frei von eingemischtem kohlensauren Kalk sein, sonst erhält man zugleich kohlensaures Gas mit. Man kann ihn deshalb prüfen, indem man eine kleine Portion mit verdünnter Schwe- felsäure übergielst; braust er auf, so enthält er kohlensauren Kalk. Von einem Pfund krystallisirten Braunstein erhält man; bis 3 Kubikfuls Sauerstoffgas, und Manganoxyduloxyd bleibt zurück,— Statt eines gröfsern eisernen Cylinders kann man auch im Kleinen einen Flinten- lauf anwenden, wenn man die hintere Oeffnung und das Zündloch luftdicht verschlielst; irdne Retorten sind minder zu empfehlen, sie sind zu porös und zerspringen leicht.— Die wohlfeilste Methode.] b) Man schüttet Braunsteinpulver und$ concentrirte Schwefelsäure in einen Kolben. mischt es unter einander zu einem Brei,(sonst zer- springt der Kolben leicht), setzt einen Pfropfen mit gekrümmter Glas- röhre auf, und giebt mittelst einer Lampe gelinde Wärme; siehe Tafel 1. Fig. 7. Die Entbindung des Gases erfolgt hier darum bei so geringer Erwärmung, weil die Verwandtschaft der Schwefelsäure zu dem Man- ganoxydul, welches aus dem Braunstein durch Abgabe eines Theils Sauerstoff sich bilden wird, zur Zersetzung mitwirkt; es bleibt schwe- felsaures Manganoxydul zurück. Man erhält noch etwas mehr Ausbeute, als durch die vorige Darstellungsart, der Braunstein giebt genau die Hälfte seines Sauerstofls ab. c) Aus chlorsaurem Kali. Zu dieser Methode wendet man den- selben Apparat an, wie zu 1). Man erhält aus dem wasserfreien(ge- schmolznen) Salz 39,15 Gewichtsprocent reines Sauerstolfgas; der Rück- stand ist Chlorkalium. Es wird nämlich sowohl die Chlorsäure, als ST en u en«€ SENDE RE N EHEN NENNT 5 5 ae Y E54 m% \ 76 Eisenschaften des Sauerstoffs.- | auch das Kali zersetzt, beide entbinden ihren Sauerstoff,—(Wenn es| ‚ng auf ganz reines Gas ankommt, die beste Methode.) Be 5 d) Aus Salpeter, salpetersaurem Kali. Hiezu wendet man den- Jul selben Apparat an, wie bei 2 a). Die Salpetersäure im Salpeter wird a erh in der Rothglühhitze zerlegt, Sauerstoffgas und später auch Stickstoffgas j a hie entweichen, weshalb das zuletzt übergehende unrein ist; salpetrig sau- lan der res Kali, oder Stickstoffoxyd-Kali bleiben zurück.—(Ist kostspieliger, ehe als aus Braunstein.) Era si [Endlich wird auch Sauerstoffgas gewonnen bei der Destillation der Sal- Int man abe petersäure; der Zersetzung des Chlorwassers, der Auflösungen von Chlor- ‚werden si alkalien durchs Tageslicht; mittelst frischer Blätter saftreicher Pflanzen, rich m wenn sie unter WVasser dem Sonnenlicht ausgesetzt werden.] Ih en Das Sauerstoffgas ist farb-, geruch- und geschmacklos, spec. Ge- lem wicht 1,1026, daher wiegen 100 Kubikzolle, bei 28 Zoll Barometerhöhe| hemmt zur und 0° Wärme, 0,16303 Loth, oder 1 Kubikfuls 2,8181 Loth; es be-| nn ea BR sitzt ein Lichtbrechungsvermögen von 0,924, eine Wärmecapaeität von| Anrinden au 0,9765; leuchtet beim schnellen Zusammendrücken. Es ist zur Fort- m dauer des Lebens durchaus nothwendig, macht den respirabeln Theil|" na der atmosphärischen Luft aus, im unvermischten Zustand ist es jedoch| nicht zuträglich, indem es die Lungen zu heftig reitzt. Bei allen Zer-} die, m setzungen durch die Foltasche Elektrieität scheidet sich der Sauerstoff Erhitzen ene aus seinen Verbindungen mit andern Körpern stets am-+ Pol ab, ver- der Luftdeud hält sich also steis— elektrisch. Dar Der Sauerstoff verbindet sich mit allen einfachen und zusammenge-| Ans Anzinde setzten Körpern, mit Ausnahme des Fluors,(?) bald unter Feuerer-\ Irennbare Taf scheinung, bald ohne Licht- und Wärmeentwickelung; im ersteın Fall| Alice Fu pflegt man die Erscheinung Verbrennen zu nennen.—(Oxydirbar ne oder brennbar sind diejenigen Stoffe, welche sich überhaupt mit Sauer- a stoff verbinden können.) Durch diesen Vereinigungsprozefs entstehen ent- Hi] a weder Säuren, oder Oxyde; so giebt z.B. der Kohlenstoff mit Sauer- ennenden Sf SMUIEnden Yin stoff ein Oxyd und 3 Säuren, der Schwefel 4 Säuren, das Eisen 2 ia Wi NubNFacı Sen Oxyde, etc. a) bilden j sh a [Die Erklärung der Feuererscheinung ist bereits früher Seite 11 gegeben Me ale ma worden.](|" Kohlen Es giebt Stoffe, welche ohne vorhergegangene Erwärmung bei je- m di y x Ungebenden der, auch einer niedern, Temperatur in Berührung mit Sauerstoff ent- brennen, als Phosphorwasserstoffgas(selbst noch bei— 38°), Luftzün-"“tnen ent der,(Pyrophore) Wasserstoffgas auf Platinschwamm, oder Platinblätt- U A chen geblasen, u. a. m.; die mehresten Körper müssen jedoch erst auf Me a ehe einen bestimmten Temperaturgrad erwärmt werden, ehe sie verbrennen,| ı a na le| =-- iii Bu DS ne m RR r( Wen[N Ü man den. alpeter wind Stickstoff alhetrie sa. kostspieliger, on der Sıl. ı von Chlor- er Pflanzen, ] , spec, Gr. ometerhölr th; es br. paeität von ‚ zur Fort beln Theil es jedoch allen Zer Sauerstof l ab, ver- Sammenge- - Feuerer- stern Fall Ixydirbar nit Sauer- tehen ent- mit Sauer- s Eisen 2 1 gegeben x bei je- ıstoff ent- Luftzün- atinblät- 1 erst anl exbrenue, Verbrennen. 77 1. B. Schwefel, ‚Phosphor, Kohle. Brennen die Körper einmal, so entwickeln sie meistentheils durch ihr Verbrennen so viel Wärme, als nöthig ist, um sie auf dem zum Verbrennen erforderlichen Tempe- raturgrad erhitzt zu erhalten; die Kohle, oder der Kohlenstoff, macht jedoch hievon eine Ausnahme. Eine brennende Kohle verlöscht von selbst an der Luft liegend, weil die durch ihr Verbrennen entwicke'ie Wärmemenge, bei dem mächtigen Ausstrahlen von Wärme, nicht hin- reicht, sie selbst genugsam zu erhitzen, so dafs sie fortbrennen könnte. Legt man aber mehrere brennende Kohlen zusammen auf einen Haufen, so werden sie nicht verlöschen, weil die Wärme, welche jede einzelne entwickelt nun besser zusammengehalten wird, sich summitt. Man löscht daher brennende Kohlen aus, wenn man dieselben auseinander breitet, was beim Löschen von Feuersbrünsten geschieht. Selbst der Diamant brennt nur so lange in der atmosphärischen Luft fort, als er im Fo- cus eines Brennspiegels gehörig erhitzt wird, bringt man ihn nach dem Anzünden aus den Focus, so verlöscht er; nur im reinen Sauerstolf- gas verbrennt er angezündet ohne weiteres Erhitzen fort. [Ist der zu entzündende Körper ein Gas, so kann die vorhergehende Erwärmung desto geringer sein, je dichter es ist, und umgekehrt. Hin- dernisse, welche der Ausdehnung eines entzündlichen Gases durchs Erhitzen entgegenstehen, erhöhen die Entzündlichkeit desselben, z. B. der Luftdruck.] Das zum Entbrennen nöthige Vorerwärmen nennt man gewöhnlich das Anzünden, Anstecken. So wird Wasserstoffgas und andere brennbare Luftarten durchs Nähern eines brennenden Körpers, durch elektrische Funken, entzündet, indem es dadurch in den zu jener Ver- bindung nothwendigen Zustand erhöhter Temperatur versetzt wird. Zu- sammengesetzter ist der Vorgang beim Entzünden organischer Materien. Will man eine Wachskerze anzünden, so erhitzt man mittelst eines brennenden Stoffes(Papier, Holz) den Docht, welcher eine kleine Quan- tität Wachs enthält; das Wachs schmilzt, erhitzt sich bis zum Kochen, es bilden sich aber keine Wachsdämpfe, sondern dasselbe zersetzt sich, wie alle organische Substanzen, in der Hitze in brennbare Gasarten, wie Kohlenwasserstoffgas, Kohlenoxydgas. Diese sind es dann, welche, wenn sie die gehörige Temperatur erreicht haben, mit dem Sauerstoff der umgebenden Luft sich verbinden, verbrennen. Durch die beim Verbrennen entbundne Wärme schmelzen die nächsten Wachstheilchen, und steigen durch Capillaritätskraft in dem Docht bis zur: Flamme auf, wo sie dann eben so, wie vorhin erklärt wurde, zersetzt werden, und die Verbrennungserscheinungen bedingen. Wenn die brennbaren Körper iu der Luft verbrennen, so kann es EEE Sn 18 Verbrennen. also nur dadurch möglich sein, dals die Luft Sauerstoffgas enthält. Wenn man also in einem abgeschlofsnen Raum, der mit einer gemels- nen Menge atmosphärischer Luft erfüllt ist, einen Körper entzündet, so muls er eine bestimmte Menge atmosphärischer Luft bei seinem Ver- brennen verschwinden machen, d. h. den Sauerstoff derselben verzehren. Nimmmt man eine kleine Quecksilberwanne aus Holz, siehe Fig. 11 Tafel I., schüttet 15 Zoll hoch Quecksilber hinein, thut in ein kleines Porzellanschälchen etwa 2 Gran abgetrockneten Phosphor, stellt das Schälehen auf ein Kartenblatt, welches einen etwas kleinern Durchmesser hat, als die Glocke, und bringt dasselbe aufs Quecksilber, zündet den Phos- phor an, und stürzt darüber eine calibrirte Glasglocke, welche gerade 50 Kubikzoll Luft enthält, so werden, indem der Phosphor verbrennt, sich weilse, dicke Nebel erzeugen, welche sich als ein weilses, flo- ckiges Pulver auf der Quecksilberfläche und an den Wänden der Glocke niederschlagen, und das Quecksilber in der Glocke selbst ansteigen; 103 Kubikzoll Luft werden verzehrt, also der gesammte Sauerstoffgehalt der atmosphärischen Luft, denn 50: 10,5= 100: 21. Die entstandne Phosphorsäure wiegt aber auch mehr, als der durchs Verbrennen ver- zehrte Phosphor, nämlich 2%;mal so viel; sie enthält nämlich 56 Procent Sauerstoff. Bringt man dagegen in einen engen, mit Quecksilber ge- füllten Glaseylinder ein kleines Stückchen Phosphor, erhitzt das Glas von Aulsen, so dafs der Phosphor schmilzt, läfst dann Sauerstoffgas bla- senweis aufsteigen, so verbrennt der Phosphor und das Gas wird dabei Blase für Blase verzehrt. Um die Feuererscheinung beim Verbrennen des Phosphors im Sau- erstolfgas in einem grölsern Malsstab zu zeigen, bedient man sich glä- serner Caravinen, die man mittelst eines Gasometers mit Sauerstoffgas füllt, und bringt ein Stückchen Phosphor, welches in einem kleinen eisernen Näpfchen mit einem langen Draht, Fig. 12 Tafel I., liegt, angezündet hinein, so verbrennt derselbe mit einem Glanz, den das Auge kaum zu ertragen vermag, wobei grolse Hitze entwickelt wird. [Damit die Caravine nicht zerplatze, mu[s man nur wenig Phosphor, der vorher abgetrocknet, verbrennen, und den Stöpsel, durch welchen der Draht des Näpfchens gesteckt ist, nur lose auf die Mündung desselben auflegen.] Die intensivere Erscheinung der Lieht- und Wärmeentwickelung er- klären wir uns daher, dafs in der atmosphärischen Luft nur 21 Procent Sauerstoffgas, dagegen 79 Stickstoffgas sind, welches brennende Körper zum Verlöschen bringt, und zugleich Wärme entzieht, wodurch die brennenden Substanzen abgekühlt werden, weshalb das Verbrennen in der atmosphärischen Luft weit weniger intensiv ist. Einen andern Be- eg nn Mm mm zu U San a See EEE - In hi di Na Ak lm dnben Al goatbrennt Ind, wodar Ti man ei ice Tafel die Löthro hen heftig Weingeist Dils eı ' Wärme mei * ee susplänsche Draltes vor ı cine Kugel st wozu eine bracht mırd, Die brenn üejenien ver] sind, oder dı arten entwicke Slanzen blos ı Die Flann de mit Sauer vn, bis zum 1 tbndeliche Fi AU Seh, mag Natindeht in. 2 uk Knien ei ibe Hl, sopkicho] äh un| Se den Sm h Nacht “eh Tag enlhil, Der Senf, ntzündet, s, einem Ver. 1 verzehren, tele Fis, 1] ein kleines stellt das urchmesser et den Phn:- che gerall ° verbrennt reilses,{I der Glock ansteigen; rstoffgehil entstandıe ENNEN Yer- 6 Procat ksilber ge das Glis toffgas bla- wird dabei s im Sau- sich gli- UV ıerstoffgas n kleinen I., liest, ı das Auge sphor, der elchen der desselben elung er- ] Procent Je Körper lurch die rennen I ndern be- Erklärung-der Flamme. 19 lag für das so eben angefühzte kräftigere Verbrennen der Körper im Sauerstoffgas giebt eine Stahl=(Uhr-) Feder. Bringt man eine solche an einem senkrecht absteigenden,Draht horizontal befestigt,(wie Fig. 13 Tafel I. zeigt) nachdem man das Ende mit Schwamm versehen, und denselben angezündet hat, in eine mit Sauerstoffgas gefüllte Caravine, so entbrennt der Schwamm sogleich, macht das Ende der Stahlfeder glü- hend, wodurch auch diese unter prächtigem Funkensprühen verbrennt. [Hat man ein mit Sauerstoffgas gefülltes Gasometer, z. B. ein Pepys’sches, siehe Tafel I. Fig. 3., so öffnet man den Hahn a und d, und hält vor die Löthrohrspitze d eine WVeingeistflamme, macht die Feder in dersel- ben heftig glühend, bis sie zu verbrennen beginnt, worauf man die Weingeistflamme entfernt.] Dafs endlich die beim Verbrennen im Sauerstoffgas entwickelte Wärme weit gröfser ist, als die beim gewöhnlichen Verbrennen in at- mosphärischer Luft, beweist Platin, welches, in Form eines feinen Drahtes vor dem Sauerstoffgebläse in einer Weingeistflamme erhitzt, im eine Kugel schmilzt, und selbst zum Verbrennen gebracht werden kann, wozu eine Hitze gehört, welche durch Ofenfeuer nieht hervorge- bracht wird. Die brennenden Körper verbrennen entweder mit oder ohne Flamme; diejenigen verbrennen mit Flamme, welche entweder an sich gaslörmig sind, oder durchs Erhitzen dampfförmig werden, oder brennbare Gas- arten entwickeln, wogegen alle feuerbeständigen, nicht flüchtigen Sub- stanzen blos zum Glühen kommen. Die Flamme wird von Gasarten, welche zum Theil verbrennen, wo sie mit Sauerstoff in Berührung kommen, zum Theil, ohne zu verbren- nen, bis zum Leuchten erhitzt sind, gebildet; die zu diesem Leuchten erforderliche Hitze übersteigt die des Weilsglühens fester Substanzen gar sehr, was man sehr leicht dadurch beweisen kann, dafs ein dünner Platindraht in der Flamme einer Weingeistlampe mit doppeltem Luft- zug sogleich weils glüht, als man ihn hineinhält, ja dafs er mehrere Linien: weit über die Flammenspitze gehalten, wo die Luft nicht leuch- tet, sogleich glühend wird. Läfst man Wasserstoffgas aus einer feinen Oeffnung ausströmen und zündet den Strom an, oder Weingeist mittelst eines Dochtes brennen, und betrachtet die Flamme, so sieht man zwei verschieden helle Par- tieen in derselben, einen innern dunkeln Kern, und einen hellen Saum. Nämlich nur dort, wo die heilsen Gaspartikel, die heilsen Dämpfe, mit der Luft selbst in Berührung treten, kann Verbrennen stattfinden, also auch Wärmeentwickelung, nicht aber im Innern jener Gas- und Dampf- ströme. Die zugespitzte Form der Flamme lälst sich dadurch erklären, gm E54 a nn u Ce ner Be 80 Erklärung der Flamme, dafs die in Cylinderform aufsteigenden Gase und Dämpfe mit der Luft in Berührung verbrennen, also in der Peripherie je höher je mehr ver- zehrt werden, abnehmen, wodurch die uach oben zu verjüngte kegel- förmige Flamme sich erzeugt. In einer Kerzenflamme, Oelflamme ist’ der Vorgang etwas zusam- mengesetzter. Man kann folgende Partieen in ihr wohl unterscheiden: 1) einen dunkeln, kegelförmigen Kern im Innern, a Fig. 17 Tafel I., mit seiner Basis unmittelbar über dem Docht; 2) unten am Docht und an den Seiten desselben einen hellblauen Theil der Flamme b, b; 3) einen sehr hellleuchtenden, weilsen Theil e, welcher den dunkeln Kegel@ umgiebt und sich über ihn empor hebt und zuspitzt. Da, wo der dunkle Kegel am breitesten, ist diese leuchtende Partie am dünn- sten, und wird im Verhältnis, als der dunkle Kegel sich zuspitzt, brei- ter, und erreicht dann ihre gröfste Helligkeit. 4) Endlich umgiebt die- sen hell leuchtenden Theil ringsum ein wenig leuchtender Saum d,d,d, welcher nach oben zu etwas breiter wird. Die Erklärung dieser Erscheinung ist folgende: Aus dem Wachs entwickeln sich, wie oben erwähnt wurde, durchs Anzünden brenn- bare Gasarten, und mit diesen zugleich auch unvollkommen zersetzte kohlenstoffreiche Dämpfe. So wie diese erhitzten brennbaren Luftarten mit der Luft in Berührung treten, erfolgt an der Peripherie der aufstei- genden Gassäule das Verbrennen in d,d,d. Das am untersten Theil der Flamme brennende Gas ist nicht so bedeutend erhitzt, wie weiter oben, daher die blaue Flamme an diesem Punkt. Weiter hinauf, wo die durchs Verbrennen erregte Hitze stärker ist, scheidet sich aus dem ölbildenden Kohlenwasserstoffgas, den kohlenstoffreichen Dämpfen des dunkeln innern Flammenkegel@« Kohlenstoff aus, welcher ins Weifsglü- hen kommt, wodurch der hell leuchtende Theil der Flamme e gebildet wird. Dieser ist unterhalb sehr schmal, weil dort die Hitze noch nicht so grols sein kann, als weiter oben. [Dafs im Innern einer Flamme kein Verbrennen stattfindet, weil der Sauer- stoff keinen Zutritt hat, beweist folgender Versuch: man zünde ko- chenden Alkohol in einem flachen Geschirr an, und halte in die breite Flamme ein kleines eisernes Löffelchen mit langem, winkelrecht gebog- nen Stiel hinein, in welchem ein Stückchen Phosphor liegt. Dieser wird wohl schmelzen, aber nicht verbrennen, so wie man ihn aber mit der Luft in Berührung bringt, wird er sogleich Feuer fangen, und wieder auslöschen, wenn er ins Innere der Flamme versetzt wird.] Hält man in eine Weingeistflamme ein Drahtgewebe, so dals es in horizontaler Lage fast den Docht berührt, so wird man bemerken, dafs es nur da glühend wird, wo es mit der Peripherie der Flamme ın ! — Bert um Zuulbe jun a al geld man. |, kode jm,me en) Aune in De Yıch Dov ‘Enz, alkın 3 ghende Flammen\ lngas 0 8 tindige Ki orkalium, ı irken, Alle Iunen wieder hunydas, Se slche sglic Iper hinenbr Tanne des Ku tslt] Raun un aber Ingend ileen hinein !lendet wird ü, welche m Ine solche Vor ier von dureh (bracht wird, zdings Drunm Aessungen hen Entzelt Ma Ilrennen nö he, sp Kr | h Ton Erhy - | 4 "ran zu Können iM, guter\Y it aus dl nat Üh) In das( ———E any u it der Inf mehr yon. ugle key va3 Zusam. scheiden: [7 Tafel I, am Docht mme b,}; n. dunkel . Da, wm ® am dinn- pitzt, brei. ngiebt di. um d,d,d, em Wachs len bren- N zeiselzie ı Luftarten ler aufstei- sten Theil vie weiter inauf, wo ı aus dem mpfen des Weilsgli- B gebildet roch nicht der Sauer- zünde ko- die breite cht gebog- st. Dieser ihn aber ngen, und vird.] o dals& bemerken, »r Flamne N) Erklärung der Flamme. 8 {in Berührung steht, wodurch ein glühender Ring sich bildet; im In- nern desselben bleibt das Gewebe ohne Zeichen von Glühung. Dies kann man auch noch einfacher mit einem dünnen Draht beweisen, welchen man quer durch eine Weingeistflamme hält; man wird deut- lich, besonders wenn man gegen eine dunkle Hinterwand sieht, bemer- ken, wie er nur an den Stellen glüht, wo er mit der Peripherie der Flamme in Berührung steht. Nach Davy’s Versuchen beruht das helle Licht einer Kerzenflamme fast ganz allein auf dem Erglühen des feuerbeständigen Kobhlenstöffs in dem glühenden Theil der Flamme; aus demselben Grund: sind auch die Flammen von Phosphor und Zink im Sauerstoffgas, von Kalium im Chlorgas so sehr leuchtend, weil auch bei diesen Verbrennungen feuer- beständige Körper erzeugt werden, nämlich Phosphorsäure, Zinkoxyd, Chlorkalium, welche durch ihr Weifsglühen das Licht der Flamme ver- stärken. Alle Gase und brennbaren Dämpfe, welche bei. ihrem Ver brennen wieder gasförmige Produkte liefern, als Wasserstoffgas, Kohe lenoxydgas, Schwefel, brennen mit einer wenig leuchtenden Flamme, welche sogleich sehr verstärkt wird,‘wenn man einen feuerbeständigen Körper hineinbringt, als Platindraht, Amianthfäden, Zinkoxyd. Die Flamme des Kunallgases(einer Mengung von 2 Raumtheilen. Wasserstoff gas mit 1 Raumtheil Sauerstoffgas) sieht man am Tageslicht kaum, hält man aber irgend einen feuerbeständigen Körper, z.B. Platindraht, Kalk- kügelchen hinein, so wird derselbe so stark glühend, dafs das Auge geblendet wird. Dasselbe findet mit der Flamme einer Weingeistlampe statt, welche mit Sauerstoffgas angeblasen wird. [Eine solche Vorrichtung mit einem Kalkkügelchen, welches von 4 Seiten her von durch Sauerstoffgas angeblasne VVeingeistflammen ins Glühen gebracht wird, und in dem Focus eines Reflectors gestellt ist, hat neu- erdings Drummond*) in England zum Siguallicht bei geodätischen Ver- messungen benutzt.] Entzieht man den brennenden und glühenden Gasarten den zum Verbrennen nöthigen Temperaturgrad, durchs Hineinhalten guter Wär- meleiter, so kann die Flamme nicht mehr bestehen. Einen je höhern Grad von Erhitzung brennbare Gase und Dämpfe erfordern, um ver- brennen zu können, desto leichter kann durch die Wirkung abkühlender Körper, guter Wärmeleiter, die Flamme verlöschen. Hält man zum Beispiel ein aus Eisendraht gefertigtes Gewebe, welches 100 Oeffaungen auf den Quadratzoll hat, so geht die Flamme anfänglich nicht hindurch, so wie aber das Gewebe glühend ist, und glühend erhalten wird, su .P.A. 84,9: 8.370. I. 6 82 Erklärung der Flamme. geht die Flamme hindurch. Je mehr Oeffnungen aber das Gewebe auf nen I den Quadratzoll enthält, also je mehr dünne Drähte sich kreutzen,| ‚ll desto mehr erkältend wirkt dasselbe auf die heifsen Gase, so dals durch vn ht ein solches, welches 800 Oeffnungen hat, die Flamme des ölbildenden|„ala Kohlenwasserstoffgases, selbst wenn das Gewebe glüht, nicht hindurch- yet Sl schlägt, indem das ölbildende Gas eine sehr hohe Temperatur erfordert, ‚if Degren um brennen zu können. Hierauf beruht die Anwendbarkeit von Metall-(ch Breus drahtzgeweben zur Davyschen Sicherheitslampe, zum Newmanschen Knall- sr dire gasgebläse,(von welchen später mehr). Aehnlich ist Aldini’s*) Sicher- I, h.eifac heitsbekleidung‘ der zum Feuerlöschen bestimmten Mannschaft(Pom-| dr)ind piers); sie besteht aus einem Amianthgewebe, über welches ein aus schwachen, Draht gewebtes Panzerhemd gezogen wird.| ah sank [Nicht alle Flammen entwickeln gleich grofse Hitze; so schmilzt z. B. Pla-| nn tindraht vor einer Flamme von Cyangas, nicht aber vor einer Flamme vopfali von Wasserstoffgas in atmosphärischer Luft; WVasserstoff- und ölbil-| ler La dendes Kohlenwasserstoflgas erzeugen beim Verbrennen im Sauerstoffgas, N WVasserstoffgas im Chlorgas beträchtliche Hitze, gröfser als andere Gas-| Du Ei arten. Verdichtung des brennbaren Gases und des Sauerstoffgases macht,| lien dafs die WVärmeentwickelung beim Verbrennen beträchtlich vermehrt| Acad, wird; einen Beweis liefert die verdichtete Knallluft im Newmanschen| wunlln Gebläse, jedoch wird durch ein mäfsiges Verdichten und Verdünnen der atmosphärischen Luft die Hitze einer Flamme nicht beträchtlich ver-| mol mehrt und vermindert, weshalb auch die Luft in allen Höhen und Tie-| and, je vol fen, in welchen Menschen zu leben vermögen, in derselben Beziehung Inline Ihe zum Verbrennen steht, nur ist sie auf hohen Bergen höher, gröfser,| Ki" als in der Tiefe, und von geringerer Helligkeit, denn die Temperatur| ü steht in umgekehrtem Verhältnifs zum Volum der Flamme, je gröfser| Ar ran dieses ist, desto niedriger die Temperatur, und desto weniger Licht wird ‚m aber entwickelt.— Das Sonnenlicht soll einen Einflufs auf das Verbrennen| Nacı Tas äulsern, es soll dasselbe verlangsamen; man sucht diese Erscheinung| rel Mene aus der desoxydirenden Wirkung des Lichts zu erklären; das violette Iktiadı m Licht soll am meisten. das Verbrennen verlangsamen. M’ Keev er.](A Ikonen Das Licht der Flammen ist verschieden: Phosphor, Zink, Arsenik Snenty| geben ein. weilses, Schwefel ein blaues, Selen ein.azurfarbnes Licht;"Hol Alkohol, in welchem man Boraxsäure, Kupfersalz aufgelöst hat, brennt esofpehl mit einer grünen, enthält er Strontiansalze(Lithion-Kalksalze), mit ei- geil} ner rothen, Barytsalz mit einer gelben Flamme. Alles dieses Licht ist' fl&en nicht einfarbig(monochromatisch), sondern wird durch das Prisma in 1 del d mehrfarbiges Licht zerlegt, wobei merkwürdig ist, dals es nach Fraun- Hrn Ver kofer’s“) interessanter Entdeckung zwischen dem Rothen und Gelben Da RL ie Oh, )D.p.#5 Ba. 35. 5. 364.“) 6. A. Ba,56. 5.270.310. B, 74. 5.374.| \ kung .— nn a—— em& DB er Gewehr al ch Kreta, SO dals durch s ölbildenden cht hindurı). tur erforder, von Metıll schen Knil! ’s*) Sicher chaft(Pon. hes ein aus ılzt z.B, Ph. :iner Flann: - und ölhı. Sauerstoffe, ‚ andere 6x fgases macht, ich vermehrt /ewmanschen rdünnen der ächtlich ver- hen und Tie- n Beziehung her, größer, Temperztur r je gröhser - Licht wird Verbrennen Erscheinung das violette ever] nk, Arsenik bnes Licht; hat, brentt ze), mit ei es Licht is Prisma ı ach Fraur nd Gelba Sauerstoffverzehrung durchs Verbrennen. 83 einen hellen, scharf begrenzten Streif giebt, welcher bei allem unter- suchten Flammenlicht an ein und derselben Stelle sich zeigte; er scheint von monochromatischem Licht herzurühren, welches von beiden En- den der Flamme, besonders von dem untern, ausgeht. Auch im Grü- nen findet sich ein ähnlicher,‘aber ungleich schwächerer und minder scharf begrenzter Streif. [Nach Brewster und Fraunhofer ist das Licht von der vordern Hälfte einer durchs Glasblaserohr angeblasnen Flamme monochromatisch, d, h. einfach, homogen, und wird durchs Prisma nicht zerlegt. Brew- ster*) fand, dafs die gelbliche und bläuliche Flamme: des brennenden schwachen, d. h. sehr wasserreichen, VWVeingeists, besonders wenn der- selbe stark erhitzt ist, homogenes Licht ausstrahlt, worauf er seine Ein- richtung einer monochromatischen Lampe zu mikroscopischen Untersu- chungen gründete.— Endlich ist das Licht, welches brennende feste und tropfbarflüssige Körper aussenden, polarisirt, wogegen das Licht bren- nender Gasarten nicht polarisirt ist.] Das. Gefärbtsein einer Flamme hängt aber nicht allein von der ver- schiedenartigen Natur des. brennenden Körpers, sondern auch von dem Hitzegrad ab, bei welchem das Verbrennen geschieht. Bei mäfsiger Hitze und unvollkommnem Luftzug verbrennen die meisten Brennmaterialien nur mit gelblicher oder bläulicher Flamme, wie z.B. an der Basis der Ker- zen- oder Gaslichtflamme, welche aber um so mehr weils und hellleuchtend wird, je vollständiger das Verbrennen und je gröfser die Wärmeent- wickelung dabei ist. Nach Rumford”*) ist übrigens die Lichtmenge, wel- che Körper beim Verbrennen entbinden, keineswegs der Menge des ver- zehrten Brennmaterials proportional, wohl aber die entwickelte Wärme; es nimmt aber die Lichtmenge mit steigender Temperatur zu. Nach Versuchen von Clement erfordern folgende Brennmaterialien beigesetzte Mengen von atmosphärischer Luft, mittler"Temperatur, um vollständig zu verbrennen: 1#. lufttrocknes Holz 4,58 4. atmosph. Luft= 53,5 preufs. Kubikfuls; Sauerstoffgehalt 1,0579 t. 1&. Holzkohle 11,00#. atmosph. Luft= 128,5 preufs. Kubikfuls; Sau- erstoflgehalt 2,541 tt. 1 t. gewöhnl. Steinkohle 13,94 4. atmosph. Luft= 162,8 preufs. Kubik- fuls; Sauerstoffgehalt 3,220 X. Jedoch, da niemals aller Sauerstoff der Luft beim gewöhnlichen Verbrennen verzehrt und in Kohlensäure verwandelt wird, sondern we- nigstens zur Hälfte ungenutzt mit dem Stickstoffgas der Luft entweicht, wie Clement’s Versuche bewiesen haben, ja selbst unter Umständen )P. 2.20. 2,5.98,:”) G.A, Ba, 46.$S; 225. 6* ee ee f 8 A.; 5. nlele d 4 Tabelle der durchs Verbrennen entwickelten Wärmemengen. R z_——_ fast 3, so mufs die Menge der Luft zum wenigsten verdoppelt werden, um Rt ein vollständiges Verbrennen hervorzubringen. Es sind daher um 1%. Juft- MAN trocknes Holz vollständig zu verbrennen mindestens 10#., ja 12 4. Luft un; = 107 bis 129 Kubikfufs erforderlich ete. Deshalb ist es nöthig, bei| u allen Feuerungen eine grofse Menge Luft herbeizuschaffen, damit das| Sunlhlen Mer Verbrennen des Brennmaterials möglichst vollkommen geschehe, und. Jelengehalt nicht zu viel im unverbrannten Zustand, als Rus, Brandharz, Holz-» fette, säure ete. in den Schornstein übergehe., Ja Ueber die durchs Verbrennen verschiedner Brennmaterialien er-| jmiA zeugte Wärme enthalten die beiden beifolgenden Tabellen das Weitere,| ha I. Tabelle inthulicher 7 | | e R RE\ ler 3 über die durchs Verbrennen verschidner Brennmaterialien| ek 0 und Leuchtkörper erzeugte Wärme.| we Nach den Versuchen von Lavoisier, La Place, Rumford, Dal- hl ton, Clement, Despretz. ; N\ fereinietes habol (Peclet und Dumas bezeichnen Angaben aus den WVerken jener Schrift- walk 07 stellern ohne nähere Bezeichnung der Experimentatoren.) In! IM mn Bil» 2 s 3 Erwärmt Was: Ik Name des Brennmaterials Schmelzt Eis en 00 his 100° i 1. Kilogramme, Kilogramme, Kilogramme,| Tel ads Wasserstoflgas 295 221,25 Clem. kl a 1234,00 La Pl.| hl 236,40 Despr.| pen] Kohlenwasserstoffgas 63,75 Dalt. Oelbildendes Kwstgas 66.00— Kohlenoxydgas 18,57— I Name ds Brenm Vollkommen trocknes Holz 48,88 36,66 Clem.| | 35,97(Peclet)| LEE Lufitrocknes Holz 208 Was- lie sergehalt 38,41 29,45 Clem., Mall Desgl. 255 Wassergehalt 26,00(Peel.) el ‚ 27,00(Dumas) Holzkohlen 94 70,50 Clem. ll] 73,00(Peel.) Ball 75,00(Dum.) Steinkoblen Iter Qualität 94 70,50 Clem.| Kit NeMEngen, t werden, In rum Hl Blu 'S nöthie,| N, damit dh zeschehe, mn} ıdharz, Hıl, naterialien er das Weil unaterialiı ford, Di! jener Schr ren.) ıt Wasser bis 100° Tabelle der durchs Verbrennen entwickelten Wärmemengen. 85 Name des Brennmaterials Schmelzt Eıs Erwärmt Wasser von 0° bis 100° 1. Kilogramme. Steinkohlen 2ter Qualität 205 Aschengehalt » fette, mittler Qualität Coaks von 103 Aschengeh. »» 15» Gewöhnlicher Torf Guter» Torfkohle von 183 Aschengeh. » 20» Baumöl Gereinigtes Rüböl Schwefeläther 0,728 Alkohol 995 Trall. » 84,53» Talg Weilses Wachs Steinöl 0.827 Phosphor Terpentinöl Kilogramme, 84,6 20 Kilogramme, 59,35 Clem. 60,00(Dum.) 63,45 Clem. 66,00(Dum.) 65,00(Peecl.) 15.00 Clem. 30,00(Peel.) 64,00(—) 63,00(Dum.) 90,44 Rumf. 111,96 Lav. 93,07 Rumf. 80.30— 61,95— 52,61— 71,86 La Pi. 86.39 Rumf. 94,9°— 105,00 La P!. 73.38 Rumf. 75,00 La Pl. 45,00 Dalt. Name des Brennmaterials Erwärmt WVasser von 0° bis 100° 1 preufs, Scheffel ei- wärmt WVasser von 0° bis 100° l Heectolitre, Steinkohle Eichenkohle Aeschenkohle Buchenkohle Rüsterkohle Kilogramme, 4800(Dum.) 2550(Peel.) 1875(Dum.) 2190(Peel.) 1760(—) 1875(Dum.) 1670(Peel.) preufs, Pfund, 5631,75 2202 2202 86 Erklärung des Zugs. — als" Schelfel’er Name des Brennmaterials a a Sr| I 0° bis 100°| ‚l Hectolitre, Kilogramme, preufs, Pfund, Birkenkohle 1530(Peel.) 1725(Dum.) 1992,5= Kastanienkohle 1460(Peel.) Fichtenkohle 1600(—) 1575(Dum.) 1851 Pappelkohle 1090(Peel.) Coaks 1820(—) a 1980(Dum.) 2338,9 Torfkohle 3000(—) 3525,98? l Corde,{ 1 preufs, Klafter, Eichenholz(Querc. alba) 68460(Peel.) 122176?| N Aeschenholz 59740(—) 106613 Ri Buchenholz 560300— 99992 Pau Rüsterholz 448570— 80076 Birkenholz 41020°— 73205| Kastanienholz 403550— 72027| U Fichtenholz 12690— 76095| Pappelholz 30690— 54773 Torf 2ter Qualität 6000°— 107094?| — desgl. 50000( Dum.) 89231? es (Die Tabelle II. ist beigefügt.) Die zum Verbrennen nöthige Luftmenge wird nun entweder durch Gebläse(Blasebälge, Cylinder- Kastengebläse, Wassertrommeln) in den Ofen geschafft, oder durch den Lufizug. Aus der Physik ist bekannt, dafs Luftzug dadurch entsteht, dafs man die durchs Verbrennen erhitzte Luft in einem Kanal, Schornstein, aufsteigen läfst; je gröfser nun die Differenz zwischen der Temperatur und Dichtigkeit der im Schornstein en aufsteigenden gegen die der umgebenden äulsern Luft ist, desto kräfti- Can ger wird das Nachströmen der kältern Luft in die Feuerstätte erfolgen, u al und umgekehrt. Soon h , N [Es wiegen 100 preufs, Kubikfufs atmosphärischer Luft, bei 28 Zoll Ba- Karhans rometerhöhe, 0° WVärme und völliger Trockenheit 8,5624 Pfund, bei Richnen; 100° aber, indem sich die Luft von 09% bis 1000 erwärmt um 0,375 Sonyle ihres Raums, den sie bei 0° hatte, ausdehnt, und sich die Dichtigkei-| Naben keiten bei gleichem Druck umgekehrt wie‘die Räume verhalten, also Nbornko} | Niere] \ Ihenk ak, II. Ueber die Wärmemengen, welche durchs Verbrennen verschiedner Sorten Holz erzeugt werden, der Dichtigkeit und Kohlenproduktion der letztern. Von Marcus Bull. (Aus dem American Journal von Jones, Vol. I. p. 257. 360.) Zu Seite 86. » ll rneanniicche Zeitraum, wäh-|Relativer Werth Gewicht"| xKohlenaus rend welchem in! eines Schragen Ä Specifisches| eines Su beute Specifisches dem u Er ee Deutsche Namen. Botanische Namen. en a x re, ge et a hellen Wärme % SS rrscznen zes in STEHT der trocknen| Verbrennen von| verglichen mit Holzes. Avoirdupoids trocknen Hol-| Kohlen.|1 Pfund Materiallder von Juglans Pfunden. ZEI- erhalten wurde. squamosa & Mn als Einheit. Amerikanische Ackhe a Ru ie oensee Fraxinus americana.......... 0,772 3450 25,74 0,547 6 40 097 **) Apfel-Birne(VVillden.), gem. Apfel......»|Pyrus Malus.eersrnenseeeenn: 0,697 3115 25 0,445 6 4 0,70 #F) Gemeine Buche:....oeoencüconaruneuscenes. Fagus sylvatica..scdenenan ne. 0,724 3236 19,62 0,518 6 0,65 Zähe Birke 2 see east: Betulaslentaen ser. 0,697 3115 19,40 0,428 6 0,63 Pappelblättrige Birke...»....eerescoenrnnsnenene- er ponulifolia.n.. oo. 0,530 2369 19 0,364 6 0,48 Graue Wallnufs(Jugl. einerea L.)..........+- Juglans cathartica Mich...... 0,567 2534 20,79 0,237 6 0,51 *) Virginische Wachholder, rothe Ceder......- Juniperus virginiana......»- 0,565 2525 24,12 0,238 6 4 0,56 *) Aechte Kastanie..u..eossreesnn.> a Castanea vescazceneeeeeennn 0,522 2333 25,29 0,379 6 40 0,52 Virginische Pflaume(WVilld.), Virg. Traubenkirsch. Cerasus virginiana..........- 0,597 2668 21,70 0,411 6 10 0.55 Schönblühender Härtriegel............errsr0u..- Cornus florida..:...2cncndere. 0,815 3643 21 0,550 er) 0.75 Amerikanısche Ruster po osoreesonssen essen: Ulmus americana.cceeereeee 0,580 2592 24,85 0.357 6 49 0,58 Zottiger Tulpelobaum(Nyssa villosa Mich.)...|Nyssa sylwatica....cereseen 0,703 3142 22.16 0,400 6 0 0,67 Flielsender Amberbaum....... PR EDENLSOATER DL Liquidambar styraciflua...... 0,634 2834 19,69 0,413 6 0,57 Schuppige WVallnufs(Jugl. compressa Willd.)| Juglans squamosa...........: 1,000 4469 26,22 0,625 6 40 1,00 Schwene-N\Nallnulscseeeae sense ren.» Poreinas. en 0,949 4241 25.22 0,637 6 40 0.95 Schlitzblättrige Wallnuls.....zossueeseerororer-» laciniata? acıeneen. 0,829 3705 22,°0 0,509 6.30 0,81 Virginische Zaubernuls.zereeneeenenecnnnnnnene- Hamamelis virginiana.......: 0,784 3505 21,10 0,368 230 0,72 Dunkelblättrige Stechpalme, Hülsen...........- Hex. opaear..n.00... anna 0,602 2691 3377 0,374 6 20 0,57 Amerikanische Hainbuche........rus rw rennerne- Carpinus american zuereree- 0,720 3218 19 0,455 6 0,65 Breithlättriee Kalmie mean. Kalmia latifolia....3..2-....- 0,663 2963 24,02 0,457 6 40 0,66 Ziuekerahormee 00... 00 Je dersfale sie seele dies dn nee de Acer saccharinum szerscreee. 0,644 2878 21,43 0,431 6.10 0,60 Borher Ahorn... 20 seele dee en re 0,597 9668 20,64 0,370 6 0.54 Grofsblumige Magnolies.serereneenonsneneren en: Magnolia grandiflora.......- 0,605 9704 21,59 0,406 6.70 0,56 Kastanienblättriche Eiche... er.nsonesceessrennen Quercus Prinus..ereseseerer- 0,885 3955 997 0,481 6 30 0,86 VNesfgeöbicher wur er nn> re 0,355 3521 21,62 0,401 6 230 081 Stumpflappige Eiche...eereserrreensnennensennn:= obtusilobg Iscsenene.. 0,775 3464 21,50 0,437 6 2% 0.74 Catesbysche Eiche.uueneoseneoeesenenennnunenee: R Catbsbaee12.2:.,:3%% 0,747 3339 2317 0,392 6 30 0,73 Sumpfeiche.......ssesunnnsononennenenunennnnen> Li palustris slunecnie- 0,747 3339 22,22 0,436 6 2% 0.71 Stechpalmenblättrige Eiche(Qu.:licifolia).....» Banisteri Mich...... 0,728 3254 23,80 0,387 6 30 0.71 Hothe Eiche ar essen sed ssesemeen ae> Te 0,728 3254 92,43 0,400 6% 0.69 Schwarze Eiche(Qu. nigra).....rsnerocnnesrnee-» Mich..... 0,694 3102| 22,37 0,447 6 20 0.66 Bergeiche(Qu. montana)....er.serernonceeeene» Prinus monticola M. 0,678 3030 20,86 0,436 6 0,61 Kastanieneiche(Qu. Castanea)........rrssr0:.:» Prinus acuminataM. 0,653 2919 21,60 0.295 6.190 0.60 Sichelblättrige Eiche(Qu. elongata)..........-» Mich......... 0,548 2449 22,95 0,362 6 2 0,52 Wireins Dattelpflaume..leousonesnessunanuuecsenene Diospyros virginiana. ser... 0,711 3178 23,44 0.469 6 30 0.69 Verschiedenblättrige Fichte(P. variabilis).....- Pinus mitis Mich.............: 0,551 2463 23,75 0,333 6 30 054 Jessey-Fichte.....ou.2c00sncoersnnnnee oe BESGNOPS einen. 0,478 2137 24,88 0,385 6 8 0,48 StestesEichte„22.8.....cnn una aane seen. ee aa 0,426 1904 26,76 0.298 6 40 0,43 NN eimonths Eiehre. 28:2 200.0. 08. ans RT Ne 0,418 1868 21,35 0.293 6 40 0,42 Deren. BolpenBaumi.cas Seesen esse reenne Lyriodendron tulipifera.....: 0,563 9516 21,81 0,383 6 10 0,52 *) Italienische Pappel....uneuernnooneenensenner- Populus dilatata.cuereeerr.-. 0,397 774 25 0,245 6 40 0,40 Sassafras-Lorbeers....crsneanes.ee OBEREN SE Laurus Sassafras...........-- 0,618 2762 22,58 0,427 6.20 0,59 Baumartige Aronieann rer ers ease..|Aronia arborea.cnccaveneeeer ee: 0,887 3964 22,62 0,594 6 2 0.54 En) NV eier Alan een Acer pseudo- platanus«..-:-- 0,535 2391 23,60 0,374 6 30 0,52 ESChwarze NN allnuls een ask Juglans nero. 2...:...:.- 0,681 3044 22,56 0,418 67720 0,65 Doldentraubige Heidelbeere©......:22000s2000.. Vaccinium corymbosum«....- 0,752 3361 23,30 0,505 6 30 0,73 Bemerkung. Ds 1 Ein amerikanisches Corde ist gleich 3,62 Me£ıres cubes, also= 117,09 preufs. Kubikfufs oder 1,5 Klafter,— Diejenigen Hölzer, bei deren Namen *) steht, werden in Deutschland kultivirt, die mit”*) bezeichneten wachsen daselbst wild. Ueber die Wärmemengen, welche durchs Verbrennen verschiedner Sorten Stein- und Holzkohle erzeugt werden, und deren Dichtigkeit. Von Marcus Bull. er PEEBEESEREEEE GE ESEL ERBE nme ( Daselbst.) Zeitraum, während wel- ö in dem Prüfungs-| Relativer Werth n Specifisch. Gewicht raum eine Wärme von eines Namen der verschiednen Kohlenarten. der 10° F, durchs Verbren-| Bushel Kohlen trocknen Kohlen.|nen von 1 Pfd. Material hinsichtlich der ent- erhalten wurde. wickelten Wärme, St. Min. Cannel:-..Goal 4. 4.5 RE EEE PRATER ds ER. Pe ee ee en SORT se 1.240 10 30 2,30 ERBE. u Br 20 RE ee 1,331 9 10 2,15 Meere... m een, 1,204 9 0 1,98 Scotch ne BEN ES OBER ee. 000... ee NE RERE 1,140 9 30 1,91 eds aus a ER OIEONTE 1,263 9 20 2,08 Bichmendga ee 1,246 9 20 2.05 StomylireeE a sn 1,396 9 50 2,43 NulcbaumEolle a a 0,625 15 1,66 Ahornkohle...... ee RE Ss en 0.431 15 1,14 Eichenkohle....... en ne 2 SR 0.401 15 1,06 a 0.285 15 0,75 ae u ne a EEE RER ie REN re 0,557 12 50 1,26 “ ) | | ürklärung des Zugs... 38 1375: 1000= 8,5624: 6,2272, nur 6,2272 Pfund; folglich beträgt die Steigkraft 8,5624— 6,2272= 2,3352 Pfund. Gesetzt es sei ein Schorn- stein 150 Fufs hoch, die äufsere Luft habe eine Temperatur von 0°, die innere von 100°, so wird, von allen Hindernissen der Bewegung ab- gesehen, auch davon, dafs die Luft im Schornstein eine durchs Ver- brennen veränderte Mischung und Dichtigkeit erlangt hat, die Schnel- ligkeit des Luftzugs 59,28 Fufs betragen. Aus der Physik ist nämlich bekannt, dafs die Geschwindigkeit, mit welcher Luft in einen, sei es luftileeren, oder lufterfüllten Raum einströmt, aus der Differenz der Dichtigkeit der einströmenden Luft und derjenigen, welche den Raum bereits erfüllt, gefunden werden kann, Bei Gleichheit des Drucks, un- ter welchem beide Luftsäulen stehen, bedingt das Temperaturverhältnifs eine Differenz. Denkt man sich nämlich die 150 Fufs hohe äufsere kalte Luftsäule von gleicher Temperatur, als die gleich lange innere, so würde sie dann eine Länge von 206,25 Fufs haben(denn 150 X 100 X 0,00375= 56,25), also um 56,25 Fufs jene übertreffen, Nun verhält sich aber die Geschwindigkeit der ausströmenden Luft bei einer Druck- höhe von 56,25 Fufs gleich der zu dieser Fallhöhe gehörigen Endge- schwindigkeit, also= V 15,62 x 4 x 56,25= 59,28 preufs. Fufs.] Je höher daher der Schornstein ist, desto grölser wird die Ge- schwindigkeit der in den Feuerraum einströmenden Luft sein, desto mehr Luft wird also in einer gegebnen Zeit mit dem Brennmaterial in Berührung kommen, weshalb das Verbrennen vollständiger, und die Entwickelung von Wärme vergrölsert. Daher auch bei Feuerungen, welche rauchen, sogleich durch Erhöhung des Schornsteins dem Uebel abgeholfen wird; denn das Rauchen ist die Folge eines unvollkomm- nen Verbrennens, es ist mit einer sogenannten trocknen Destillation zu vergleichen, durch welche organische Körper nicht gänzlich in binäre Verbindungen zersetzt werden, sondern aueh mehrfach zusammenge- setzte entstehen, wie Rus, Holzessig, brenzliches Oel, Materien, welche bei gehörigem Zutritt von Luft nicht hätten ‚entstehen können, indem sie noeh brennbar sind.(Hiervon. wird später in der Einleitung zur or- ganischen Chemie weitläuftiger gehandelt werden.) |Hohe Schornsteine sind nicht genug zu empfehlen; in England verbin- det man oft durch unterirdische Kanäle verschiedne Feuerungen mit einem einzigen schr hohen Schornstein von 150 bis 175 engl. Fufs Höhe. Pdclet Traite de la chaleur, Paris 1828. 2 Tomes. Uebersetzt von Hartmann, Leipzig 1829.] Im Kleinen sieht man das so eben Gesagte an den Lampen bestä- tigt. Eine gewöhnliche Oellampe mit zusammengedrehten Docht brennt mit einer wenig leuchtenden rothen Flamme, giebt einen unangenehmen Rauch(Blak) von sich, erwärmt wenig, selzt viel Kohle im Innern der u en En rn en nn rn eg BE ar;- 2 NE 72 x? 2' EEE TE 88 Argand’s Lampen. Löthrohrflamme. Flamme'am Docht ab, weil aus Mangel an einer genugsamen Menge Sauerstoff viele Theile unverbrannt entweichen. Wenn man dagegen den Docht, nach Argand’s Weise, hohl verfertigt, so dafs auch von Innen durch einen Luftstrom das Verbrennen eben so gut erfolgen könne, wie von Aufsen, einen gläsernen Schornstein aufsetzt, um den Zug her- vorzubringen, so wird das Verbrennen vermehrt, die Hitze verstärkt, die Flamme hellleuchtend, das Rauchen aufgehoben; so wie aber der Schornstein abgenommen wird, oder die Zuglöcher zugehalten werden, ist das Verbrennen sogleich wieder unvollkommen, und alle vorigen Erscheinungen treten wieder ein, weil dadurch der Luftzug gehindert, also eine genugsame Menge Sauerstoff nicht mehr herbeigeschalft wird. — Je stärker der Zug, je weniger der Docht verkohlt und je weniger erhitzt das Oel der Flamme zugeführt wird, desto heller leuchtend ist die Flamme.(Lampen mit Pumpen und Uhrwerk.) Auch durchs Löthrohr wird eine grölsere Hitze der Flamme heryor- gebracht, als sie ohnedem besitzt, Es wird nämlich verdichtete Luft ins Innere der Flamme geblasen, wodurch auch hier vollständiges Verbren- nen möglich, und die Wärmeentwickelung verstärkt wird. Eine mit dem Löthrohr angeblasne Flamme kann daher nicht so leuchten, wie eine gewöhnliche, indem hier nur wenige kohlige Theilchen zum Er- glühen gelangen können, fast alles verbrannt wird; die Hitze concentrirt sich in der Spitze der Flamme,“4% Die Anordnung der einzelnen Partien in der mit einem Löthrohr angeblasnen Kerzenllamme mufs daher auch eine andere sein, als in einer gewöhnlichen, vergleiche Fig. 18 Tafel I. mit Fig. 17. Die hell- leuchtende Partie e wird beträchtlich kleiner, dagegen die brennende d, durch den Luftzutritt von Innen und Aufsen weit grölser; der schwarze Kegel a verkürzt sich beträchtlich. Halı inan einen oxydirbaren Körper in den Theil einer mit dem Löthrohr angeblasnen Flamme, wo das Verbrennen stattfindet, also der Luftzutriti beträchtlich ist, so wird er in demselben auch oxydirt, bringt man dagegen einen oxydirten Stoff in den Theil einer angeblasnen Flamme, wo kein Verbrennen statt hat, so. wird derselbe durch die brennbaren Luftarten, den hier befindlichen glühenden Kohlenstoff, seines Sauerstoffs beraubt, desoxydirt.— Redu- eirende d. i. desoxydirende und oxydirende Wirkung der Flamme.— Die Bedingungen also, unter welchen allein das Verbrennen möglich ist, sind: freier Zutritt der Luft, und eine bestimmte Temperatur, an welche die Fortdauer des Verbrennens geknüpft ist. Hebt man jene Bedingungen auf, so wird auch das Verbrennen aufgehoben, Oline Sauerstoff ist eine Oxygenation(Verbrennen) absolut unmög- lich, selbst ein bedeutender Grad yon Verdünnung der Luft ist hinrei- - 7 ZZ PS” ch fi a en ET\ nn er in = a ni ne- en- chend, dis Sul ya el ul opt Fine, bis Iren nicht Aimmng nur Inanf 7% ver Ing man I une Da, 0 Surf ent Irennbaren K durch, dals ı m viel hinzu obschon dann zum Unterhalt hen ist, welel Wärme enteh durch ein anzwy sto das Verhr und%6 Rauntlı 16 Rauntheile schen Funken hmpen) und 5 Sıll in Ki Tenperdurend Ih ist, wir e lit eine Kerzr Akten des h Znsent, sonder ich bremen| enden Kohle? Zen} und da Eienehgf des Ni degelhe k Kür, Kı N 6 Verden I fon heil men Nenn lan dacom [$ auch von Igen könn. n Zug her- ® verstärkt, e aber der en werden, lle vorigen } gehindert, chafft wird le wenigen leuchtend ist ıme heryır. ete Luft In es Verbrer- Eine ni ichten, wi: en zum Fr. concenkrirt n Löthrohr ein, als in Die hell- rennende d, r schwarze ren Körper eb, Wo das so wird er lirten Stoll n statt lat, efindlichen ‚— Redır- mme,— en möglich yeratur, al man jent ut unmir ist hinre- Ilndernisse des Verbrennens. 89 chend, das Verbrennen aufzuheben, oder gar, nicht eintreten zu lassen. Stellt man ein brennendes Wachslicht unter die Glocke der Luftpumpe, und pumpt die Luft aus, so brennt es mit immer matter werdenden Flamme, bis es sehr bald verlöscht; Schiefspulver, Phosphor, Schwefel brennen nicht im möglichst luftverdünnten Raum, wird jedoch die Ver- dünnung nur bis auf;; getrieben, so verbreunt noch Phosphor; Knallgas bis auf„4 verdünnt, wird durch elektrische Funken nicht mehr entzündet. Bringt man ferner einen brennenden Körper in kohlensaures, schwellig- saures Gas, Chlorgas, Stickstoffgas, in Luftarten, welche theils keinen Sauerstoff enthalten, theils nicht im Stande sind, Sauerstoff an den brennbaren Körper abzutreten, so muls derselbe verlöschen. Selbst da- durch, dals man zur atmosphärischen Luft von jenen genannten Gasarten zu viel hinzumischt, kann das Verbrennen unmöglich gemacht werden, obscehon dann Sauerstoffgas nicht ganz mangelt, aber von vielen andern zum Unterhalten des Verbrennens nicht tauglichen Lufttheilchen umge- ben ist, welche auch dadurch noch nachtheilig einwirken, dafs sie Wärme entziehen. Endlich kann auch noch, wie z. B. beim Knallgas, durch ein unzweckmäfsiges Verhältnifs des brennbaren Stoffes zum Sauer- stoff das Verbrennen unmöglich werden; 1 Raumtheil Wasserstoffzas und 26 Raumtheile Sauerstoffgas, oder 1 Raumtheil Sauerstoffgas und 16 Raumtheile Wasserstoflgas entzünden sich nicht mehr durch den elek- trischen Funken ‚gebens&nicht 1 Rmthl. Oelgas(von den tragbaren Gas- lampen) und 25 Rmthl., oder weniger als 8 Rmthl. atmosphärische Luft. Soll ein Körper brennen, so mufs er stets auf einem bestimmten Temperaäturgrad erhalten werden, bei welchem das Verbrennen mög- lich ist, wird er unter diesen abgekühlt, so muls er verlöschen. Man bläst eine Kerzenflamme aus, indem man nicht allein das regelmäfsige Aufsteigen des brennbaren heifsen Gasstroms stört, die heilsen Gase zerstreut, sondern hauptsächlich dieselben so abkühlt, dafs sie nicht mehr brennen können. Warum gelingt dies nicht bei einer glim- menden Kohle? weil hier der brennbare Körper kein Gas ist, welches zerstreut und dadurch abgekühlt werden kann. Die feuerlöschende Eigenschaft des Wassers beruht hauptsächlich auf der erkältenden Wirkung desselben. So wie nämlich Wasser auf einen brennenden fe- sten Körper, Kohle, Holz ete. gegossen wird, entzieht es demselben, indem es verdampft, viel Wärme. Wasser von 0° Wärme bedarf, um in siedend heifsen Dampf verwandelt zu werden, 640° Wärme. Der erzeugte Dampf umgiebt den brennenden Körper, so dafs die Luft kei- nen freien, ungehinderten Zutritt zu ihm hat. Wenig Wasser bei grofsem Feuer hilft nicht nur nichts, sondern vermehrt im Gegentheil noch das Verbrennen kohliger Substanzen. Des- Zn= 772 ee BE END RE rn RE BR Ze Sue 90 Mittel ‚Feuer zu löschen. i. ER.. B„Akt halb befeuchtet man(die Kohlenlösche, die Steinkohlen in den Schmie-“. n. u= A oben(re defeuern; man leitet selbst Wasserdämpfe in Feuerungen, wo man Stein- she: . 1. e yerwWall kohlen brennt, welche wenig Wasserstoff enthalten(Sinterkohlen, Sand an, . em 80 kohlen), oder auch Coaks, um dadurch eine grofse Flamme zu erhalten, hu” ns....© oje aulzus und gröfsere Hitze zu gewinnen. Der Grund hievon ist der, dals glü- e\ s% . FR n Ne) hende kohlige Körper das Wasser zerlegen, den Sauerstoff aufnehmen, im >.- 1 ib» wodurch ihr Verbrennen beschleunigt wird, den Wasserstoff aber gas- Äiner m ... humme| förmig entbinden, welcher sogleich wieder in Flammengestalt durch den escheinung Sauerstoff der Luft verbrennt, und durch sein Verbrennen die Hitze beträchtlich vermehrt. Deshalb hebt heilser Wasserdampf das Rauchen der Flammen von fettem und flüchtigem Oel, Theer sogleich auf, sie um erhet, 0 Ir anmühnlic sof), oydire brennen heller und ohne Rauch.(Morey’s Water-burner, Wasser- gm, Bl, ol brenner*)). lung, stattfind Kälte augenb] [Bei im Hohofen von Schierke, am Harz, angestellten Versuchen wurde x F-; i j loser Indir däs wöchentliche Ausbringen an Roheisen mittelst Holzkohlen von 228 heuer Ind Centner- durch'stetes Einströmen von WVasserdampf in die Form auf zeugt nl dem 352 Centner gesteigert E. J. Bd. 2. S. 509.— Man kann unter dem welche elwas Rost, bei Steinkohlenheitzung, ein Wassergefäls anbringen, ın welches m gliben, DI die kleinen Kohlen. und die Asche fallen, wodurch VWVasserdampf er- das Gemeng ei zeugt wird, der durch den Rost aufsteigt, und einmal denselben von er wach a unten kühlt, sodann das Verbrennen befördert.] uch ni Auflösungen von Salzen, Wasser, in welchem Lehm, Thon zer- Nahlenasserst rührt ist, werden als vorzüglich geeignet empfohlen, Feuer zu löschen. neläsche Erstere sind im. Grofsen des Preises wegen nicht anwendbar, letzteres eher, Sten- verstopft die Spritzenröhren; beiderlei Materien halten aber dadurch, kn ach Pi] dafs sie auf den brennenden Körpern eine Kruste, einen Ueberzug bil- ud Silbedreht den, die Luft ab,, wenn nicht jene Decke durch die Erhitzung ab- (Hiranf pründ .»». s N; ındet springt. Auf demselben Prineip beruht auch der Gebrauch einiger Salze, Tan mittelst welcher man Holzwerk, Leinwand, Papier unverbremlich zu Bi: machen versucht hat, z. B. des Boraxes und Salmiaks zu gleichen Thei- hend nr len, des Alauns, phosphorsauren Natron- Ammoniaks, des Wasserglases tu u.a. m. Diese Substanzen schmelzen in der Hitze und bilden einen did Lig dichten, glasarligen Ueberzug auf der Oberfläche jener Materien, wo- Cana durch der Zutritt der Luft gänzlich abgehalten wird, also kein Verbren- Mr, op; nen stallfinden kann, deshalb wird aber eine Verkohlung nicht unmög- HE pen P lich gemacht.' Mralindagp Wenn Oel brennt, so ist Wasser darum nicht anwendbar, weil nl, erstlich Wasser schwerer ist, als Oel, also das Oel nieht bedeckt und 5 dm D. die Luft nicht abzuhalten vermag, zweitens das brennende Oel eine ns Oli \ Ki *) Sillim, American Journal Vol, 2, pag. 119. 122, Vol. 7. pag. 14l.| LEN ER.=—— Be>= m" LIE> =--; nn n Schni. man Stein. len, Sand I erhalten, dals glü- ulnehmen, | aber gas- durch den die Hitze ; Rauchen 1 auf, sie ', Wasser- hen wurde ı von 228 Form auf unter dem ın welches dampf er- elben von Thon Zel- 1. löschen. letzteres dadurch, orzug bil- zung ab- ser Salze, nnlich zu hen Thei- ısserglases den einen vien, We ı Verbren- ht unmög- bar, wel deckt und Oel ei Pag: ul. Dunkles Verbrennen ohne Flamme. 91 solche Hitze besitzt, dafs das Wasser, welches vermöge seines specifi- schen Gewichts unter das Oel herabsinkt, in Dämpfe von grolser Span- nung verwandelt wird, welche das brennende Oel umherschleudern. In einem solchen Fall ist das Beste, das Gefäls fest zu verschlielsen, Asche aufzustreuen. Oben Seite 76 ist bereits angeführt worden, dafs sich brennbare Körper mit Sauerstoff verbinden können, auch ohne dafs eine Feuer- erscheinung dabei stattfindet, indem die Vereinigung sehr lang- sam erfolgt, oder die Temperatur zu niedrig ist. So verbinden sich bei der gewöhnlichen Temperatur der Luft mehrere Metalle mit dem Sauer- stoff, oxydiren sich, als Kalium, Natrium, Barytium, Eisen, Zink, Man- gan, Blei, ohne dafs dabei eine merkliche Wärme- und Lichtentwicke- lung stattfindet; Stickstoffoxydgas vereint sich selbst in der grölsten Kälte augenblicklich mit Sauerstoff zu salpetriger Säure, redueirter far- benloser Indig mit dem Sauerstoff der Luft zu blauen Indig; Kohle er- zeugt mit dem Sauerstoff der Luft Kohlensäure bei einer Temperatur, welche etwas höher ist, als wo Quecksilber kocht(360°), ohne dabei zu glühen. Mengt man Kohlenwasserstoff- und Sauerstoffgas, taucht in das Gemeng einen spiralförmig gewundnen heilsen Platindraht, so wird er sogleich glühend, und fährt fort zu glühen, so lange als das Gemeng noch ist; eben so verhalten sich Gemenge von ölbildendem Kohlenwasserstofl-, Kohlenoxyd-, Wasserstoff- und Cyangas mit at- mosphärischer Luft, selbst Dämpfe brennbarer Materien als Alkohol-, Aether-, Stein- und Terpentinöl-, Kampherdämpfe*). Aufser Platindraht karm auch Palladium- und Stahldraht,(Kupferdraht) nicht aber Gold- und Silberdraht angewendet werde. [ Hierauf gründete Davy**) eine Verbesserung seiner Sicherheitslampe; er brachte nämlich einen gewundnen Platindraht über der Flamme des Dochtes an, so dafs er glühend wird. Verlöscht nun die Flamme aus irgend einem Grund, z. B. durch zu grofses Vorwalten des Kohlenwas- serstoffgases, so wird der Draht, welcher fortfährt zu glühen, hinrei- chend Licht geben, um dem Bergmann zu Jeuchten, Ganz auf dieselbe Art verhält sich die Glühlam pe, lampe sans flam- me, aphlogistice lamp, welche Clarke und Gill einrichteten. Man nimmt einen Platindraht von 0,01 engl. Zoll Stärke, bildet 8 bis 10 Spiralwindungen, hängt die kleine Spirale mittelst eines gebognen Platindrahtes, den man in den Docht einer WVeingeistlampe einsteckt, über dem Docht auf; ist die Platinspirale durch den angezündeten Docht ins Glühen gekommen, so setzt man, um die Flamme zu lö- *”) G, A, Bd, 56. S. 166. 247.**) Daselbst Bd, 61. Ss. 251. 92 Desoxydationsproze/s. schen, auf ein Moment die Kappe auf die Lampe, und nimmt sie so-| on ale gleich wieder ab, so fährt der Platindraht fort zu glühen, so lange| dm, ie N noch Alkohol verdunstet; er leuchtet im Dunkeln ziemlich stark.(Räu- I dem cherlämpceuen, wenn man aromatischen Spiritus anwendet, und eine in En ınit Platinschwamm überzogne dünne, hohle Glaskugel; siehe unter Yes dam Wasserstoffgas). Füllt man die Lampe mit Aether, so ist das Glühen| udn Redut noch heftiger; die bei solchem Erglühen sich erzeugende brenzliche Essig- Kuren zen AUREL AU säure(Lampenrsäure, Aethersäure) ist für die Geruchs- und Athmungs- hend 1 ansdirende werkzeuge lästig.— Ueber Döbereiner's Entdeckung der merkwürdi- gen Eigenschaft des Platinschwamms, WVasser- und Sauerstoffgas zu eg dr Wasser zu vereinigen, wodurch erster ins Glühen kommt, wird unter usgereben 1 „»VWVasserstoff” das Nähere mitgetheilt werden.] seht bald. ge Als Anhang zu dem Gesagten folgt die Beschreibung des Desoxy- ke dationsprozesses, eines Vorgangs, durch welchen oxydirten Körpern 0 Bi der Sauerstoff entzogen wird. Dies geschieht entweder a) durch bloses rel Erhitzen, oder b) durch Hitze unter Mitwirkung eines andern Stoffes, M Tanz welcher zum Sauerstoff grolse Verwandtschaft besitzt. Sind es Metall- I en oxyde, welche desoxydirt werden, so nennt man den Prozefs Re- Di sign D ton bet 300° red a) Durchs Erhitzen allein können nur diejenigen Körper ihres Sauer-= stolls beraubt werden, welche denselben nicht fest gebunden enthalten, aa ie de als z. B. die Oxyde edler Metalle, Gold-, Platin-, Silber-, Quecksil- Be lol beroxyd. Die Ueberoxyde geben in der, Hitze nur einen Theil ihres achen Al Sauerstoffgehalts ab, nicht die ganze Menge, als Braunstein, Mennige it, or gi u. a.m. Durch die höchsten Hitzegrade, welche man nur durchs Knall- Aber nicht gasgebläse erreichen kann, sollen auch selbst Erden ohne Reductions- Oıyde menden, mittel desoxydirt werden. Tin,(ern, b) Mehrere Stoffe haben theils an sich, theils im erhitzten Zustand Prropkore,, sehr grolse Verwandtschaft zum Sauerstoff und sind daher im Stande, beten, sich andern oxydirten Körpern denselben zu entziehen. Solche Materien sind:| rührng kom Kalium, das kräftigste Mittel um zu desoxydiren, Wasserstoff, Kohlen- Yon der Lock stoff,(Oele, Fette, Harze, welche vielen Wasser- und Kohlenstoff ent- li, ud halten). Im Grolsen gebraucht man nur allein die Kohle, wie in den ce Sy Hüttenwerken um Eisen-, Kupfer-, Blei-, Zink-, Zinnoxyd zu desoxy-= ei Hulrertes diren, und aus ihnen das Metall zu gewinnen. Es ist jedoch bei der ä“= Su- Mnptes Sehe Anwendung des Kohlenstofls nicht zu übersehen, dafs sich viele Me- Be ae talle im Moment der Reduction mit Kohlenstoff verbinden, wodurch Ri du keine reinen Metalle beim Verschmelzen der Erze mit Kohlen erhalten Se werden, sondern Metalle, die bald mehr bald minder mit gekohlenstolf- Bi tem Metall verbunden sind. Dies ist zum Beispiel beim Roheisen, beim um I Zink,(beim Mangan, Uran) der Fall. Will man daher Metalle im Kleinen u e q— nei nr Fr> ST E 2 _ en a nn in en mt sie$0x s0 lang: tk,(Riu- und eine che unter a8 Glühen che Essig. tmungs- erkwürdı- offgas zu ird unter Desoxz- n Körpern ch. bloses Stoffes, s Metall- els Re- es Sauer- ‚nthalten, uecksil eil ihres Mennige hs Knall- ductions- Zustand Stande, en sind: Kohlen- stoff enl- e in den ı desoxy- bei der iele Me- wodurch erhalten lenstoll ‚en, bein 1} Klein Desoxydationsprozefs. Pyrophore. 93 rein erhalten, so mufs man deren Oxyde durch Wasserstoffgas desoxy- diren, eine Methode, welche erst in der neuern Zeit üblich geworden ist. Zu dem Ende bedient man sich folgenden Apparats: man entbindet in einer Entbindungsflasche, siehe Fig. 15 Tafel I., Wasserstoffgas, leitet es durch eine mit Chlorcaleium gefüllte Röhre, Fig. 27, hindurch in den Reductionsapparat, welcher aus einer in der Mitte zu einer dün- nen Kugel ausgeblasnen Glasröhre besteht, in welcher sich der zu des- oxydirende Körper befindet. Sobald als das’ Wasserstoffgas eine Mi- nute lang durch den Apparat geströmt, und alle atmosphärische Luft ausgetrieben hat, bringt man eine Spiritusflamme unter die Kugel, und giebt bald gelindere, bald heftigere Hitze, durch welche, wie in dem Döbereinerschen Versuch, eine Wasserbildung befördert wird, indem das Oxyd seinen Sauerstoff an das Wasserstoflgas abtritt, wobei das redueirte Metall lebhaft glüht. Schüttet man das bei möglichst niedri- ger Temperatur reducirte, noch warme, staubförmige Metall aus der Röhre aus, so pflegt es oft, wie ein Luftzünder, sich zu entzünden. Dies zeigen besonders Eisen, Kobalt, Nickel, Uran*), welche schon bei 360° reducirt werden. Einmischungen von Kohle, Thonerde, Kie- selerde siören diese Erscheinung nicht, können eher noch förderlich sein, indem sie die Theilchen des Metalls vor dem Zusammenbacken in der Hitze bewahren. Hierauf ist die Anwendung des mit Thonerde ver- mischten Platinschwamms zu eudiometrischen Untersuchungen begrün- det, wovon später mehr. Aber nicht alle Metalle werden auf diese Weise reducirt, folgende Oxyde werden z. B. dadurch nicht desoxydirt: Zink-, Mangan-, Chrom-, Titan-, Cerer-, Tantaloxyd. [Pyrophore, Luftzünder, nennt man Materien, welche die Eigenschaft besitzen, sich von selbst zu entzünden, so wie sie mit der Luft in Be- rührung kommen. Es beruht dieser Vorgang auf einer Oxydation, welche von der Lockerheit, Porosität, eignen elektrochemischen Bethätigung abhängt, und mit Feuererscheinung verknüpft ist-e Zu den pyropho- rischen Substanzen gehören nicht allein obige fein zertheilte Metalle, sondern auch selbst fein gevulverte, frisch ausgeglühte Holzkohle, Rus, fein gepulvertes und etwas angefeuchtetes Arsenikmetall, mit Kohle ge- mengtes Schwefelkalium(durchs Glühen von schwefelsaurem Kalı mit Kohle, auch durchs Glühen von Alaun, d. ı. schwefelsaure Thonerde+ schwefelsaurem Kali mit Kohle erhalten) u. a. m.] m. Au Bd, 5, 8]. ii ng ae er re eng u nen a, . Zu< MOm nz- F FEN! TEE re Mi ee 94 son Anl el . r D Zweites Kapitel| c pP| Ann ul Vom Wasserstoff. saraEnde ; fein ei Wasserstoff, Hydrogene*), Hydrogen, Wasserstoffgas, a -- i; en 5 Ir Röhre wurde von Gavendish 1766 zu bereiten gelehrt, und hiefs früher brenn- En bare, inflammable Luft. Es kommt nirgends in der Natur rein vor, u (feine ll macht den zweiten Bestandtheil im Wasser aus, 11,1 Gewichtsprocente; A se molglüben es ist in allen organischen Körpern enthalten, mit Ausnahme der Sauer- klee- und Honigsteinsäure. hl| Man stellt das Wasserstoffgas’aus dem Wasser entweder mittelst der Vol- Di Ne taschen Säule, glühendem Eisen, oder mittelst Zink und Schwefelsäure dar, sches Gew a) Mittelst der Voltaschen Säule. Schon’ein einzelnes Platten- ‚ Da paar(Zink und Platin) vermag Wasser zu zerseizen, wenn dem Wasser Loth, es it zur bessern Erregung und Schliefsung der Kette ein klein wenig Säure teste der A eaelit 0,00 zugesetzt wird; noch wirksamer geschieht diese Wasserzersetzung durch die Poltasche Säule. Am— Pol sammelt sich das Wasserstolfgas, wäh- rend sich am-+ Pol das Sauerstoffgas abscheidet. Man hat zu dem Ende einen Apparat, welcher dazu dient, beide Gase, ein jedes für {sche Funken Flamme, unter taglich; oc den kam, 0 ı sich, aufzufangen.— Das reinste Gas. b) Man zerlegt das Wasser mittelst Zink und Schwefelsäure. Zu I mung und Oh dem Ende bedient man'sich einer Entbindungsflasche Tafel I. Fig. 15, Mn benz thut gekörnten Zink oder Streifen Zinkblech hinein, schüttet Wasser lindnaschin und% concentrirte Schwefelsäure dazu, und läfst die ersten Portio- 1m Pürstenberz nen des sich entbindenden Gases entweichen, da es mit atmosphärischer giler yllch v Luft'vermengt ist.(Gekörnter Zink wird erhalten, wenn man Zink It as alien schmelzt und in Wasser gielst, während dasselbe mit einem Ruthenbe-| Mer, Ak sen stels umgerührt wird.) Jedoch ist das so erhaline Gas unrein, es, les, weld besitzt einen widrigen Geruch, dies kommt daher, dals aller Zink Koh-| ben Offen e lenstoff enthält, welcher, während der stattfindenden Wasserzersetzung,| ch de Dre sich mit etwas Wasserstoff verbindend, eine ölartige, flüchtige Substanz Elektr erh bildet, die sich in Dampfform dem Gas beimengt, und dadurch abge- de des schieden werden kann, dafs man das stinkende Gas durch Aetzkalilauge, ah, me, oder Alkohol leitet, welcher trüb wird, und das ölige Wesen aufnimmt. hal, Das Produkt bei diesem Prozels ist schwefelsaures Zinkoxyd. an, nd c) Will man Wasser durch ‚glühendes Eisen zerlegen, so bedient| san, or man sich eines Apparats, welcher auf Tafel 1. Fig. 29 abgebildet ist. Me, Man treibt durch ein glühendes Flintenrohr, welches mit dünnem Eisen- Kl Hk draht angefüllt ist, Wasserdämpfe, indem man am einen Ende des Rohrs uulen| eine Retorie mit demselben in Verbindung bringt, in welcher Was- Bink | Rklenın *) d, h, Wasser bildender Stoff, Mi \ U Hahı en Be en 'offeas, er brenn. rein vor, Procente; er Sauer- t der Vol. Säure dar, N Platten. n Wasser nie Säure ng durch as, Wwäl- zu dem jedes für ure, Zu Fig. 15, Wasser Portio- Järischer an Zink ıthenbe- rein, 8 ık Koh- ‚setzung, Substanz ‘h abge- alilauge, ılnimmnt, d, bedient Idet ist, y Eisen- s Rohrs F Wa- Wasserstoffgas, elektr.-chem. Zündmaschine. 95 ser durch eine Spirituslampe kochend erhalten wird. Um: das Rohr glühend zu machen, dient der Röhrenofen. Am andern entgegenge- setzten Ende ist ein Glasrohr angebracht, um das entwickelte Wasser- stoflgas in ein Gasometer, oder in den pneumatischen Apparat zu leiten. In der Röhre bildet sich durch den Sauerstoff des Wassers reinstes Ei- senoxydul.— Diese Methode ist umständlich, jeizt weniger üblich. (Auf eine ähnliche Weise kann sich in eisernen Dampferzeugern, wenn sie rothglühend werden, Wasser zersetzen und,\WVasserstollgas ent- wickeln). Das Wasserstoffgas ist farb-, geruch- und geschmacklos, specifi- sches Gewicht 0,0688 bis 0,0689, daher wiegen 100 Kubikzoll bei 28 Zoll Barometerhöhe und 0° Wärnie 0,01095 Loth, 1 Kubikfuls 0,18924 Loth, es ist also fast 15 mal leichter als atmosphärische Luft— der leich- teste aller Körper—, das Lichtbrechungsvermögen 0,47, die Wärme- capaeität 0,9033. Es ist brennbar, wird durch brennende Körper, elek- trische Funken entzündet, und verbrennt mit einer matten, gelblichen Flamme, unter Entwickelung von grofser Hitze. Es ist zum Athmen un- tauglich; obschon es ein Paarmal ohne grofsen Nachtheil geathmet wer- den kann, so macht es doch bei fortgesetztem Gebrauch Brustbeklem- mung und Ohnmacht, tödtet durch Sauerstoffentziehung. Man benutzt Wasserstoffgas: 1) zur elektrisch-chemischen Zündmaschine, Tachypyrien,(Schnellfeuerzeug). Sie wurde 1770 von Fürstenberg, in Basel, unter dem Namen Brennlaftlampe, erfunden, später vielfach verbessert; man verfertigte sie anfangs aus metallnen, jetzt aus gläsernen Gefälsen. In der Hauptsache entbindet man aus Wasser, Zink und ein wenig Säure(Schwefel- oder Salzsäure) Was- serstoffgas, welches durch hydrostätischen Druck verdichtet wird, daher beim Oeffnen eines Hahns in einem Strom ausbläst; zugleich wird durch die Drehung des Hahns der Deckel eines unterhalb befindlichen Elektrophors gehoben, ein Funke schlägt durch den Gasstrom, und zün- dei denselben an, so dafs eine Flamme aus der Mündung des Hahns ausgeht,-welche so lange fortbrennt, als der Hahn in jener Stellung er- halten wird. In der neuesten Zeit hat man das Elektrophor ganz wegge- lassen, und statt desselben zur. Entzündung des Wasserstollgases Platin- schwanam, oder mit demselben‘überzognen feinen Platindraht ange- wendet, auf welchen dasselbe bläst. Fig.19 Tafel I. stellt eine'so ein- gerichteie Zündmaschine dar. [Es ist in einem cylindrischen Gefäls ein nach unten konisch sich er- weiterndes Glas so eingesetzt, dafs eine an dem engern Theil angekit- tete metallne Kappe nach dem gekrümmten Gasrohr führt, welches mit einem Hahn verschlossen ist. An einem Stab, welcher in dem in- - a en ne De En nn rn eg nn rot?> N: N FENE? TE BE x er: 96 Luftbälle mit Wasserstoffgas gefüllt. nern Glas herabsteigt, ist ein Stück ‚Zink befestigt, welches aus dem Yard angesäuerten Wasser das Gas entbindet. So wie dies geschieht, muls enli 0 natürlich die Flüssigkeit im innern Gefäls. sinken, und ım äulsern stei- J Nast gen, die Gründe lehrt die Physik. In dem Deckel ist eine Oeffnung an- Inntis der gebracht, um die atmosphärische Luft frei ein- und auszulassen. Be- ‚pi, Sehne merkenswerth ist dabei, dafs die Gasentbindung nur so lange andauert, 1A, Dampl bis das eingeschlofsne Gas einen gewissen Grad von Dichtigkeit erlangt lngmische hat, um durch seine Spannung das Entwickeln des Gases zu behindern. Ei So wie man aber Gas herauslälst, die Spannung also abnimmt; fängt Anl auch die Gasentwickelung wieder an.] Wine kt Tnserstges, 2) Zur Füllung der Aörostaten, oder Luftbälle, Charles war der erste, War it dh welcher 1783 Wasserstoflgas zur Füllung anwendete; er machte mit Ro- hie Was bert zusammen am 1. December desselben. Jahres eine Luftfahrt mit ei- Mi ante we nem solchen Aörostaten. Später stellten„Blanchard und Garnerin als s Wa Schausteller viele Luftfahrten an. Um zu diesem Behuf das Gas zu ser in gröhe entbinden, bedient man sich des Eisens(aber, nicht Gulseisens), ent- Nonee 178, wickelt es in Fässern, aus welchen es in ein gröfseres, mit Wasser ab- merst der G: gesperrtes, Fals eintritt, welches als Gasometer dient. Auch muls das Sete 40) sie Gas durch Wasser streichen, um dort die mit fortgerifsne Schwelel- ser, welche] säure abzusetzen, welche sonst den Ballon zerstört. Das auf diese Art realen N dargestellte Gas ist höchstens 8 mal leichter, als atmosphärische Luft. I Bu a Nach Versuchen geben 3 Kilogramme Eisen, 5 Kilogr. conc. Schwefel- i er ale an, sie el säure und 30 Kilogr. Wasser mindestens 1 Kubikmeter Gas, also 6,41 t. Eisen, 10,69%. Ss., 64,14 t. Wasser, 32,35 preuls. Kubikfuis Wasser- süure fin, W dung des Zw; stollgas. fentaire de [Die Ballons werden aus Taffet gemacht, mit einem Firmils aus einem Apparat nach 7) trocknenden fetten Oel mit Terpentinöl bestrichen. Ein Ballon von Ih die Wig 6 Meter Durchmesser hat einen Inhalt von 179,59 Kubikmeter, eine ee Ama Steigkraft von 177,03 Kilogramme; ein Ballon von 10 M&ter Durch- ke) messer 523,60 Inhalt, 549,78 Kilogr. Steigkraft.(Man rechnet nämlich u Er MN das Gewicht eines Quadratmeters gefirnifsten Tafft zu 4 Kilogramme). fir lite Wenn nach Abrechnung des Gewichts der Stricke, Gondel, Menschen,= sonder ni Sandsäcke etc. der Ballon noch 2 bis 3 Kilogramme Steigkraft hat, so Vasenani), Ir dies vollig Kinreichend. la di Cal, Ein Ballon von Goldschlägerhäutchen mit Wasserstoffgas gefüllt, wel- Na a di‘ ches über Chlorcalcium getrocknet worden ist, steigt schon, wenn er ul, Ian kan auch nur 6 Zoll Durchmesser hat.]| HS ed 3) Zu eudiometrischen Prüfungen der Luftarten,(siehe unter„Luft”). N OR NN 4) Zu Reductionen,(vergleiche„Desoxygenation” Seite 92, 93). ‚ ii 5) Zur Darstellung von Knallluft und Wasser. I ae [6) Zur Zersetzung des Chlorgolds, um Bänder mit Gold zu be- kei Surf, drucken.]| Gall, g Ver-| Lo AUS dem cht, mul; Isern ste- nung An sen. Be- SEE, it erlangt ehindern, mt; fängt der eısie, e mit Ro- hrt mit e- mmerin als s Gas zu 15), ent- asser ab- muls das Schwelel- diese Art che Lult. Schwelel- so 64H Wasser- us einem lon von er, eine - Durch- nämlich gramme). lenschen, ; hat, so üllt, wel- wenn& -„Luft) 93). | zu be Ve- W asserbildung. 97 Verbindungen des Wasserstoffs mit Sauerstoff. Es giebt deren awei, erstlich ein Oxyd, das Wasser, zweitens ein Ueberoxy d. Das Wasser, Eau, Water, ist das Oxyd des Wasserstofls; eg kommt in der Natur vor in festem, tropfbarem und luftartigem Zustand, als Eis, Schnee, Reif, Regen-, Flufs-, Quellwasser, Mineralwasser al- ler Art, Dampf und Dunst, oder Nebel. Viele Körper des unorganischen und organischen Reichs enthalten Wasser. als Bestandtheil chemisch gebunden. Wasser kann gebildet werden aus seinen Bestandtheilen Sauer- und Wasserstoflgas; zündet man nämlich letzteres an,'so verbrennt es und Wasser ist das Produkt; auch ohne Feuererscheinung können sich beide zu Wasser mit einander vereinigen. [Der erste, welcher bemerkte, dafs beim Verbrennen des Wasserstoffga- ses WVasser entstehe, war Macquer 1776; Cavendisk stellte 1781 Nyas ser in grölserer Menge dar; seine Versuche wurden wiederholt Monge 1783, von Lavoisier und Meusnier 1785, welche sich dabei zuerst der Gasometer bedienten;(vergleiche den Artikel Gasometer” Seite 40) sie erhielten 5% Unzen und 4l Grän französisch Gewicht W von as- ser, welches jedoch etwas Salpetersäure enthielt, die von zugleich mit verbranntem Stickstoffgas herrührte, indem etwas atmosphärische Luft die Gase verunreinigt haben mochte. Später stellten See guin, Fourcroy und Fauquelin 1790 den gröfsten Versuch, und eleich den gelungen- sten an, sie erhielten 123 Unzen 45 Grän völlig reines, von Salpeter- säure freies, WVasser; der Versuch dauerte 185 Stunden.(Eine Abbil- dung des Lavoisier’schen Apparats findet man in seinem Traite mentaire de chimie pag. 346. Den verbesserten und vereinfachten Apparat nach T’henard, in dessen Traite de chimie Tom.V. Table XXV.)] ele- Um die Wasserbildung durch einen Versuch zu zeigen, dient fol- gender Apparat: man entbindet Wasserstoffgas in einer Flasche, wie be- zeits angegeben, zündet das ausströmende Gas an, und leitet in eine lange, schmale, tubulirte Glocke, die unten, nicht wie gewöhnlich ohne Bo- den, sondern mit einem etwas aufwärts sekrümmten Boden(wie eine Wassercaravine), versehen ist, der in der Mitte ein Loch hat. die Mün- dung des Gasleitungsrohrs. So wird das durchs Verbrennen erzeugte Wasser an den innern Wänden herabrinnen und am Boden sich sam- meln. Man kann sich auch eines kostspieligern und umständlichern Ap parats bedienen, wie er von Newman, in London, gefertigt wird, der bereits vorn Seite 44 beschrieben, und auf Tafel 1. Fig. 33 abgebil- det ist, Zur Wassererzeugung bedient man sich eines Gemengs von 1 Raum- theil Sauerstoff- und 2 Raumtheilen W; asserstoflgas, welches Knalllufti, Knallgas nennt, wegen des Knalls, den T. Z man beim An- 98 Knallluft.| zünden erzeugt. Es ist durch sehr genaue Versuche von Gay- Lussac| Jar D und A. von Humboldt ermittelt, dals beide Gasarten sich gerade in die-| ek Ar, sen einfachen Raumverhältnissen mit einander vereinigen und Wasser on Bl bilden. Die Knallluft wird nieht nur durch einen elektrischen Funken,| jh-P sondern auch durch brennende Körper, durch rasches Verdichten ent-| ale angel zündet,[hit a [Knallende Seifenblasen; man füllt eine Blase mit Knallluft,(wie man Fuallaft, w dies bewerkstelligt, ist vorn Seite 43 gelehrt worden), steckt ein Rohr 1 Arche wird mit hörnernem Mundstück auf das Hahnstück der Blase, und macht Panpe, Sol mit Seifenschaum Blasen, welche man, indem sie emporsteigen, anzün- worauf es di det.— Knallpistole, ein aus Messingblech verfertigtes Rohr, mit einem Alle eintrat isolirten Draht, welcher, bis auf 1 Linie Abstand von der gegenüber- El foschte stehenden Wand, in das Innere luftdicht hineingeht. Füllt man die- malsrezeln selbe mit Knallluft, pfropft die Oeffnung mit einem Kork zu, läfst ei-| are nen elektrischen Funken durch den Draht schlagen, so wird der Ban Pfropf mit heftigem Knall abgeworfen.— Entzündung einer mit con Zull Ti Knallluft gefüllten Blase durch einen elektr. Funken aus einer geladnen ltr Auch Flasche.— Chemische Harmonika; man läfst einen WVasserstolfgas- ie strom in einer an beiden Enden offnen Glasröhre brennen, wodurch ein heulender Ton erzeugt wird, Es kommt nämlich die in der Röhre Döbrener enthaltne Luftsäule durch eine Reihe stetig auf einander folgender De- eben so fin ze tonationen in tönende Längenschwingungen. Von Higgins 1777 be- Phftslnihe€ schrieben.] alas m er Woher der hefüge Knall? Zweierlei kommt hier in Betracht: erst- 0 dal sich der lich die Erzeugung von Wasserdampf durchs Verbrennen des Wasser- sim 1819 Fr stoffgases, zweitens dessen plötzliche Condensation. Im Moment der te semtder Vereinigung der beiden Gasarten wird durch die grofse Hitze das er- Tran j zeugte Wasser in Dampf von ungemein grolser Spannung plötzlich ver- Ihn 68 R wandelt, die Folge davon ist, dafs derselbe einen weit grölsern Raum Sl yefinde einnimmt, als die Gase vorher, daher die Luft wegdrückt, Gefäfse zer- Mi le a]] trümmert, um sich einen Ausweg zu bahnen, gleich wie dies auch mit Al Bel dem Pulver beim Abbrennen der Fall ist. Alsbald wird aber derselbe mo durch die kältere umgebende Luft abgekühlt, eondensirt, und deshalb In, Di Tel entsteht ein Juftleerer Raum, in welchen die umgebende Luft sich ein- ge m drängt, welches auch zu dem so heftigen Knall beiträgt;(letzteres fin- Tage 4 v det auch bei dem Experiment mit den magdeburger Halbkugeln statt, Pl N ü Fallen| wenn sie auseinander gezogen werden). Ih\ ä=+ Sabre>& EN Adern hp Da beim Verbrennen der Knallluft em so hoher Hitzegrad erreicht a wird, so hat man sich desselben bedient, um durch die Flamme des ko brennenden Gasstroms Körper zu schmelzen, welche sonst im Feuer un- lan, schmelzbar sind. Ein ziemlich starker Platindraht schmilzt sogleich, Bi: verbrennt selbst mit Funkensprühen; so schmelzen auch Kalk, Baryt,| AT an, »- ARE& q za. Su 2 Sr ee Gay- Lussan rade in di. und Wax: hen Funken dichten ent. ',(Wie man kt ein Rohr und macht igen, anzün- , mit einem T gegenüber illt man die- zu, lälst eı- 0 wird der einer mi er geladnen isserstolfga- n, wodurch ı der Röhre gender D: s 1777 be tracht: erst les Wasser Woment der ilze das er lötzlieh ver [sern Raun Gefälse zer os auch mil ‚er derselle nd. deshalb ft sieh ei- tzteres hin: ıseln st, ıd erreieh amme di Feuer ı b sogleith, alk, Dar W asserbildung. 99 Magnesia. Die grofse Hitze beim Verbrennen des Wasserstoffgases be- merkte Hare, in Philadelphia, bereits 1802; ein Gebläse, mittelst wel- chem Knallluft in eine Flamme getrieben wird, Knallgasgebläse, Gas Blow-Pipe, wurde von Newman*), in London, nach Brook’s An- gabe ausgeführt. [Es besteht aus einem Behälter, in welchem mittelst einer Druckpumpe Knallluft, welche sich ın einer Blase an der Pumpe befindet, hineinge- drückt wird; ist dies geschehen, so schliefst man den Hahn an der Pumpe. Sull das Gas ausströmen, so Öffnet man einen andern Hahn, worauf es durch eine lange feine Röhre ausbläst. Da aber Unglücks- fälle eintraten, indem das Gas ım Behälter sich entzündete, denselben mit fürchterlichem Knall zertrümmerte, so hat man auf Vorsichts- malsregeln Bedacht genommen; das sicherste ist, dafs man zwischen Hahn und der Mündung der Röhre eine kleine Büchse anbringt, mit Scheibchen von feinem Drahtgeflecht, eins hinter dem andern, auf ei- nen Zoll Länge, wodurch eine Entzündung des Knallgases in dem Be- hälter durch diese Scheibchen hindurch unmöglich wird. Abänderungen dieses Instruments sind besonders in England vielfältig gemacht worden.] Döbereiner"‘) machte 1823 die Entdeckung, dafs Platinsuboxyd, und eben so fein zertheiltes Platinmetall, so wie man es durchs Glühen des Platinsalmiaks erhält, Platinschwamm, in Berührung mit Wasser- stolfgas und atmosphärischer Luft erst roth- dann weilsglühend wird, so dafs sich der Wasserstoffgasstrom selbst daran entzündet; doch hatte schon 1819 Erman die Beobachtung gemacht, dafs ein feiner in eine Spi- rale gewtündner Platindraht bei etwa 50° in einem langsamen Strom Wasserstoffgas glühend werde und das Gas entzünde, Es findet nim- lich in diesem Fall eine Bildung von Wasser statt; Wasser- und Sauer- stoffgas verbinden sich unter Vermittelung des Platins mit einander, so- wohl ohne alle Liehtentwickelung, als auch unter Glühen, im letztern Fall geschieht nämlich die Erzeugung von Wasser schnell und kräftig, wodurch eine so grofse Hitze frei wird, dafs das Platin zum Erglühen ge- langt. Die Verbrennlichkeit des Wasserstoffgases wird durch die Be- rührung mit Platinschwamm so beträchtlich erhöht, dafs letzter einer Mengung von 99 Raumtheilen Stickgas und 1 Raumtheil Sauerstoffgas in wenigen Minuten den ganzen Sauerstoffgehalt entzieht. [Um einer zu heftigen Wirkung des Platinschwamms vorzubeugen, welche leicht eine Detonation der gemengten Gase(wie z. B. im Knallgas) be- dingen kann, mengt man Thonerdehydrat mit dem Mletallstaub, formt ) 6. A, Bd. 55. 5. 1. Ba. 62 S. 277. 339.*) 6. A, Ba. 74 5. 269. 33211, 3, Bd. 1278.62 ng TEE Zu; EIIREr 2 N Zu NR’ TEE er“ P. 100 W asserbildung. Kügelchen daraus, welche getrocknet und gelind geglükt die Eigenschaft fine, 6 haben, die WVasserbildung allmählig einzuleiten, ohne Erglühen und ddsThe Detonation zu bedingen.]| RE Thenard und Dulong*) stellten darauf umfassende Untersuchungen| Tier an, aus denen hervorgeht: dafs Platinfeilspähne, Drähtchen, besonders are di Platinblättehen, frisch ausgeglüht dieselbe Eigenschaft, als der Platin- g{nht bei schwamm besitzen, aber wie dieser unter Bedingungen verlieren; fer- ae 18 ner Palladium, Rhodium, Iridium, Nickel. Folgende Metalle verlangen inf, desse einige Erwärmung, um durch Wasserbildung glühend zu werden, als inlusse, Osmium, Gold, Silber; selbst nichtmetallische Substanzen wirken gleich- indlefsen falls Wasserbildung befördernd, als Kohle, Bimsstein, Porzellan, Glas, m Kubikır Bergkrystall, aber nur bei erhöhter Temperatur., 18; Der Platinschwamm verliert durch sehr starke Weifsglühhitze die 89 Sauer Eigenschaft Wasserstoffgas zu entzünden, obschon er eine sehr langsa- YYolım 17 me Wasserbildung noch einleitet; auch durchs Liegen an der Luft wird| Inn, 5 B er bald unwirksam, erhält aber seine Kraft durch Ausglühen wieder.| ll Durch mehrmaliges Durchglühen erlangt feiner Platindraht die Eigen-| mi schaft schon bei 60° auf das Gas zu wirken, desgleichen durchs Eintau- m. Kine: chen in Salpetersäure, verliert aber diese Eigenschaft nach einigen Stun- ala den. Platinblättchen bewirken nach vorhergegangenem Ausglühen,, be-| ı sonders zusammengekräuselt, sogleich Entzündung; Rhodium behält die 2..;:: B imip anzezo Wirkung am sichersten, und nie hat mir Rhodium, durch Zink nieder- ZUR me des Aver hlase ne eschlagen, versagt,; 5 Be> oder feucht we I [Man hat von der Döbereiner’schen Entdeckung Gebrauch gemacht, um bei der pneumatisch- elektrischen"Zündmaschine den Gasstrom durch Platin zu entzünden, und das Elektrophor zu entbehren. Man hat auch| 1s Zin, oder, Platinpapier gemacht, durch welches man den Gasstrom anzündet;(man(I künstlich tränkt Papier mit einer Platinauflösung, trocknet und verbrennt es dann).] sch In nel k!; als, Amon; Eine weit vorzüglichere Anwendung jener wasserbildenden Eigen- Kr he schaft des Platinschwamms machte Döbereiner für die Eudiomelrie, header eine wichtige Verbesserung des eudiomeirischen Verfahrens(siehe den Wan] Artikel„Eudiometrie”). Das Wasser im reinen Zustand ist farbles, durchsichtig, geruch-| Alle Wa id aueh und geschmacklos, specifisches Gewicht 1,0. Ein preufsischer Kubik- N zoll wiegt bei 182° 13 Loth und ein Kubikfuls 66 Pfund. Es gefviert 4 Mncuge: unter 0° zu Eis, dessen specifisches Gewicht 0,9268 ist, Osann, wes- Ute Yale N..» ihn halb es auf dem Wasser schwimmt; es thaut bei 0% auf. Im luft- Niiche Get leeren Raum, vor aller Bewegung gesichert, kann es ohne zu ge- A ligen, 1 chen 1eml ten Br I gemrenfh oder MEER Bd.-702 8281, nr y U EEE EEE ED ET En TE|= year E37 E w Be ee nn nn ie um 2 Eigenschi, glühen u] "suchungen , der Platin. lieren: fer. & verlangen verden, als ken gleicl- lan, Glas lahhitze dir ehr langsı- Luft wird en wieder, die Eigen- chs Eintau- nigen Stun. lühen, be. behält die ink nieder- macht, um rom durch ın hat auch det;(man es dann), len Rigen- ıdiomelnt, (siehe den r, geruch- er Kubik- [is gefrien mm, Wer Im lu: ne zu 5% WW asser. 101 frieren, bis— 5° ja— 8° sich abkühlen, gefriert aber dann schnell, und das Thermometer steigt auf 0%. Es wird durch den Druck einer Atmosphäre um 0,000045. zusammengeprelst, Oersted. Die Grundform der Wasserkrystalle ist ein Oktaöder mit rhombischer Basis(?) Das Was- ser besitzt die gröfste Dichtigkeit bei 4,19 3,28° R.) nach Hällström; es kocht bei einem Barometerstand von 28 Zoll bei 100°(steht das Ba- romeler 27 Zoll hoch bei 99°, 29 Zoll bei 1019), und erzeugt Wasser- dampf, dessen Volum zu dem des Wassers sich verhält wie 1697: 1 Gay-Lussac, d. h. ein Kubikzoll Wasser giebt ungefähr einen Kubikfufs siedendheilsen Dampf; demnach ein preufsisches Loth Wasser ungefähr 1400 Kubikzoll siedenden Dampf. Das speeifische Gewicht desselben ist 0,625, seine speeifische Wärme 1,96. Das Wasser besteht aus: 83,9 Sauerstoff, 11,1 Wasserstoff, oder aus 1 Velum Sauerstoffgas und 2 Volum Wasserstoffgas. Es absorbirt viele Gasarten in verschiednen Mengen, z. B. von Sauerstoff-, Wasserstoff-, Stickstoffgas sehr wenig, von kohlensauren, schwefligsauren, Schwefelwasserstoffgas mehr, und am meisten von salzsauren, Ammoniak- und Fluorborgas. Es löst sehr viele feste Körper auf, bald leichter, bald schwerer, verbindet sich mit den selben in einfachen constanten Verhältnissen(chemisch gebundnes Was- ser); es wird sogar aus der Atmosphäre von mehrern Stoffen dampf- förmig angezogen, condensirt, wodurch diese entweder ohne Verände- rung des Aggregatzustands schwerer werden, wie Kohlen, Holz eic., oder feucht werden, zerfliefsen, wie z. B. Pottasche, Aetzkali, salzsau- res Zinn, oder, wenn sie schon an sich flüssig sind, sich verdünnen, als Schwefelsäure. Solche Körper nennt man im Allgemeinen hysroskopische. 5 y3\ [Um künstlich mittelst Frostmischungen Eis zu erzeugen, bedient man sich in England folgender Mischung: 57 Theile Chlorkalium, 32'Th, salzs.. Ammoniak, 10 salpeters. Kalı, 40 Th. Wasser. Man erhält da durch eine Abkühlung um 20°— Eine andere Vorschrift ist folgen- de: gleiche Theile salpetersaures Ammoniak, kohlensaures Natron und Wasser.] Alles Wasser auf Erden ist nicht absolut rein, selbst nicht ganz rein- lich aufgefangnes Regenwasser. Man unterscheidet Regen-, Fluls- und Brunnenwasser; Mineralwasser sind solche Wasser, welche‘ Gase, man- cherlei Salze, enthalten, weshalb sie nieht mehr geeignet sind, als ge- wöhnliches Getränk zu dienen, sondern unter die Heilmittel gezählt wer- den müssen. Um möglichst reines Wasser zum physikalischen, oder chemischen Bedarf zu bereiten, wird entweder Regenwasser dazu an- gewendet, oder man destillirt Flufs- oder Brunnenwasser vorsichtig bis auf 2 ab; die Blasen müssen zinnerne Helme und Kühler haben, 102 Wasser, Regenwasser. sonst wird das Wasser kupferhaltig,(von einer Spur aufgelösten Grün-| Sn al span); selbst Glasgeräthe werden vom Wasser angegriffen, was schon| ale früher Lavoisier nachwies. Eine Blase, aus welcher reines Wasser de-| wi 5 stillirt werden soll, mufs nur allein dazu dienen, keine andern aroma-| ae h tischen Wasser dürfen aus ihr destillirt werden.|% en le [Oft reagirt destillirtes VVasser auf das salpetersaure Silber, eine Folge, Bi dafs man entweder zu übereilt destillirte, wo dann Kochsalztheilchen Bm mit übergehen, oder dafs sich salzsaure Magnesia, welche das Quell- isn Se wasser auch enthält, zersetze, und die Salzsäure daraus frei wurde; das ie al\ läfst sich dadurch vermeiden, dafs man ein wenig Pottasche zum VVas- een an die ser vor der Destillation zusetzt. Sehr häufig hat aber jene Reaction auf in,— En das Silbersalz seinen Grund in enthaltnen organischen Stoffen, wie Inchs Koch 2. B. Spuren von ätherischem Oel, wenn über die Blase auch aroma- nd. schmel tische Wasser destillirt wurden.] ben. meh en, Alles Wasser enthält atmosphärische Luft, selbst das aus Schnee\ amt, Aulse und Eis geschmolzne, im Durchschnitt„4 bis>; dem Raum nach. Man ach eva 7 kann die Luft aus dem Wasser entfernen, entweder durch die Luft- I Nihe Viehstl pumpe, oder mittelst Kochen. Die ausgetriebne Luft enthält mehr Sauer- 10) alpelesn stoflgas, als die atmosphärische, und zwar enthielten die ersten Portio- orgnele S nen, welche aus kochendem Seinewasser aufgefangen wurden, gegen 248, ser alen kan die letzten aber 32,5. Schneewasser giebt besonders eine sehr sauer-| Das Fuß stoffreiche Luft; die erste Portion enthielt 243, die letzte 34,82 Sauer-| Kine Se vo stollgas, v. Humboldt und Gay-Lussac*). Der Sauerstoffgehalt der im tod Ihres La Brunnenwasser enthalinen Luft ist mehr veränderlich, oft geringer, als| leere nicht a in der atmosphärischen Luft. Diese Thatsachen sind für die Anwendung| feuer Kl, des Wassers zum Waschen und Bleichen nicht unwichtig; hierauf dürf- Int ohne alle ten sich die Vorzüge des Schneewassers, Regenwassers, Flulswassers un diere Wis vor Brumnenwasser, abgesehen von dem Gehalt des letztern an gewis- Dnnueumasser sen Salzen, die es weniger anwendbar machen, mit begründen. zen, weiß Das Regenwasser, eau de pluie, rain-water, enthält nach Brandes“) Ware, cd sehr geringe Spuren von Kali-, Natron-, Kalk- und Magnesiasalzen, MD See hu selbst eine Spur organischer Materie; nach Gewittern enthält es Spuren durch de, von Salpetersäure. Es ist für den gewöhnlichen Gebrauch als reines Kalk, und< Wasser anzusehen, in so fern es reinlich aufgefangen wird, d. h. nicht Man mit Se von den Dachtraufen, denn dieses enthält Kalksalze, schwefel- und salz-| Weiges)e saure Salze, wenn auch minder als Brunnenwasser. Ver zum Das Brunnenwasser, eau de fontaines, spring- water, enthält aufser al am\ der atmosphärischen Luft noch: 1) Kohlensäure, bald mehr, bald we- N; Kal niger, und durch dieselbe einige, sonst in reinem Wasser unlösliche Alnerde Es Nie *) G. A. Bä. 20. 5.129.®) Sn. Ba. 18. 5.153, Daun ren Kl — m——— Zn No Er a“ a nn a ee, sten Grin. Was scho, Vasser de- ern aromı. ine Folge, lztheilehen das Quell wurde; das zum Wa eaction auf toffen, wie uch aromı- us Schnee nach, Man die Lufl jehr Sauer- ten Portis gegen U), ehr sauer- ‚82 Sauer: ılt der in inger, ab nwendung rauf dür- ulswassers an gewis- N. Brandes") esiasalz es Spuren als reines ‚.h. nieht und salr- lt aulser bald we unlöslich Brunnenwasser, Flufswasser. 103 Salze, nämlich 2) kohlensauren Kalk und 3) kohlensaure Magnesia, hin und wieder auch 4) kohlensaures Eisenoxydul; im letztern Fall rech- net man solche Wasser schon zu den Mineralwassern.(Das Seine- wasser in Paris enthält in trockner Jahreszeit kohlensaures Ammoniak, das Wasser des Flülschen Bievre Schwefelwasserstoflgas, Chevreul.) Diese kohlensauren Salze sind durch die Kohlensäure des Wassers lös- lich gemacht, als doppelt kohlensaure Salze aufgelöst vorhanden, und müssen sich nothwendig sogleich abscheiden, als die lösende Kohlen- säure aus dem Wasser sich entbindet; dies geschieht sowohl beim Aus- setzen an die Luft, wodurch sich auch die Wasserleitungsröhren inkru- stiren,— Entstehung von Tropfsteinstalaktiten— als auch ganz besonders durehs Kochen. Daher kommt es, dafs sich Krusten von kohlensauren und schwefelsauren Kalk an den Töpfen, Pfannen, Kesseln abse- izen, welche man gewöhnlich Pfannen-(Kessel-) oder Topfstein') nennt. Aufserdem enthält das Quellwasser 5) schwefelsauren Kalk, oft auch etwas 7) schwefelsaure Magnesia, 8) Kochsalz und, wo in der Nähe Viehställe sind, oder Mistgruben, auch 9) salpetersauren Kalk und 10) salpetersaures Kali. Endlich fehlen in dem Quellwasser nie aufgelöste organische Substanzen, welche die Möglichkeit bedingen, dals das Was- ser faulen kann. Das Flufswasser, eaw des rivieres, river-water, enthält fast gar keine Spur von freier Kohlensäure und kohlensauren Salzen, da wäh- vend ihres Laufs die erstere sich verflüchtigt, und dann nothwendig letztere nicht aufgelöst sein können; dagegen findet sich elwas schwe- felsaurer Kalk, Kochsalz, schwefelsaure Magnesia; in ihm löst siel. Seife fast ohne alle Trübung auf, eben so im Regenwasser, und daher nennt man diese Wasser weiche Wasser, eau douce, soft water, wogegen Brunnenwasser, wegen der reichlich enthaltnen Kalksalze die Seife zerselzt, weilse Flocken erzeugt(Kalkseife); man nennt es hartes Wasser, eau dure, erue or hard water. [Die Seife besteht nämlich aus talg- und ölsaurem Natron, diese werden durch die Kalksalze im WVasser zerlegt, es entstehen talg- und ölsaureı Kalk, und ein Natronsalz, welches auflöslich ist. Diese Probe kann man mit Seifenspiritus, einer Auflösung von Oelseife in schwachen WVeingeist leicht anstellen. Deshalb kann man nur Regen- und Flufs- wasser zum Waschen anwenden, nicht so Brunnenwasser, welches auch zum Kochen von Hülsenfrüchten, Erbsen, Linsen, nicht taugt, da die Kalksalztheilchen sich an den Hülsenfrüchten ablagern, und das Weichwerden hindern.] *) Wie man der Bildung des Pfannensteins vorbeugen kann, z.B. bei Dampfmaschinenkesseln, Röhrenleitungen, siehe später unter„kohlen- saurem Kalk,” 104 Prüfung des Wassers. ä i ih [Allgemeinstes Verfahren zur Prü fung des Wassers. gi TER van FÜ 1) Den Gehalt an atmosphärischer Luft und kohlensaurem Gas fin-| ar ®® Tr 3.“| dmg| det man, wenn man ein bestimmtes Volum WVasser, frisch geschöpft, Anmelie in einem Kolben mit Gasentbindungsröhre(siehe Fie. 7 Tafel 1.), über ji, wor0 der Lampe kocht, und das Gas über Quecksilber, in einer graduirten ach nich Glocke auffängt; das Kochen braucht nur einige Minuten anzuhalten. 2 sn Er I Mer: Bringt man dann das erhaltene Luftvolum ın ein Gefäls voll Baryt- oder De Kalkwasser, und schüttelt es mit einander, so wird das kohlensaure nr 3 Gas gänzlich verzehrt, und die atmosphärische Luft bleibt übrig. Der ei; entstandne kohlensaure Baryt oder Kalk giebt dann durch Berechnung en h die Menge des enthalten gewesenen kohlensauren Gases. m© 2) Kalksalze findet man durch sauerkleesaures Ammoniak, dieses bringt an einen weilsen Niederschlag hervor von kleesauren Kalk, m 3) Schwefelsaure Salze entdeckt man mittelst salpetersaurem Baryt, und salzsa welcher einen weilsen Niederschlag giebt, der, ist es schwefelsaurer Ba- l a ryt, sich nach einem Zusatz von Salpetersäure nicht wieder auflöst. Fi 4) Salzsaure Salze durch salpetersaures Silberoxyd, welches einen aueteT weilsen Niederschlag bildet, salzsaures Silberoxyd(Chlorsilber), wel- Tee je ches sich beim Zusatz von Ammoniak wieder auflöst.| nel, W 5) Magnesiasalze dadurch, dafs, nachdem aller Kalk durch kleesau- Desire res Ammoniak niedergeschlagen und der Niederschlag abfiltrirt worden, Fine basısch phosphorsaures Ammoniak zugefügt wird,- wodurch ein weilser I) ab il i Niederschlag entsteht, basisch phosphorsaure Magnesia- Ammoniak. wid, und 6) Einen etwanigen Eisengehalt entdeckt man dadurch, dafs man das i ia Nee WVasser mit etwas hydrothionsaurem Ammoniak vermischt, bei Zusatz Dein einiger Tropfen Ammoniak. Zeigt sich eine Dunkelfärbung, oder de eierne schwarze Flöckchen, so ist höchst wahrscheinlich Eisen vorhanden. Yehıden Man kocht deshalb das Wasser mit etwas Salpetersäure auf£ ein, neu- Mm# tralisirt mit Ammoniak vorsichtig, und setzt bernsteinsaures Ammo- a I niak zu, wodurch ein brauner, flockiger Niederschlag entsteht, bernstein- Kai li saures Eisenoxyd; oder man setzt Ammoniak im Üeberschuls hinzu, wo- Kl, durch ein brauner Niederschlag sich abscheidet, Eisenoxydhydrat, Austen an d 7) Einen etwanigen Gehalt an salpetersauren Salzen findet man, wenn] Nase man etwas zur Trockne abdampft, und den trocknen Rückstand auf eine dureh hie glühende Kohle bringt; entsteht dadurch ein lebhaftes Verbrennen der- lısem in selben mit Geprassel, und entbinden sich röthliche D} Int < 5 58& 2 2>/ T trockne Salz mit trocknem schwefelsauren Kali erhitzt wird, so ist ein Ir !:| man salpetersaures Salz unter den im Wasser enthaltnen Salzen.] {Ug anıven] N el ämpfe, wenn das Anwend ung des Wassers. Dieselbe ist so manniglaltig und Sue SUR, well) bekannt, dafs, um alles angeben zu wollen, man eine nutzlose Arbeit I she unternähme. Man bedient sich desselben in der technischen Chemie als Anl.) n:> ER nn:" 10; den Auflösungsmittel in unzählig vielen Fällen, z. B. hei der Alaun-, Vi- Sl ı > I 5 5 5 72 s UNE sie) triol-, Salpeter-, Salzsiederei(aus Steinsalz), der Zuckerraffinerie, Mn d: Färberei, Leimsiederei ete.; als Substrat zur Branntweinfabrikalion, Es- hs ien nme runs m en aa BE Ba a ne em Gas fj. " geschönf, el L), übe graduirten anzuhalten, Baryt- oder kohlensaur: übrig, Der Berechnung lieses bringt urem Baryt, felsaurer}.. auflöst, ches einen Iber), wıl ch kleesa. irt worden, ein weilser nonlak, [s man dis beı Zusatz ung, oder vorhanden, / ein, neı- res Ammo berostein- hinzu, wo- rat, man, wen ınd auf eine ennen der wenn das so ist ein faltig und se Arbeit Yhemie als aun-, Vi praffinerie, calion, B heinigung des Wassers. 105 sig- und Bierbrauerei; der Fabrikation von Schwefel-, Salz-, Salpeter- säure, von Laugen ete., ganz abgesehen von der vielfältigen nützlichen Anwendung der Dämpfe, als Bewegungs-, Heitzungs- und Trocknungs- mittel, wovon in der Physik das Weitere abgehandelt wird, weshalb auch nichts über die Eigenschaften derselben hier erwähnt worden ist. [Das Meerwasser enthält viele Salze aufgelöst, schmeckt salzig, bitter, erregt leicht Uebelkeit und Erbrechen beim Genuls; der Salzgehalt beträgt 3,6 bis 4,09, wovon Kochsalz das meiste, jedoch nie mehr als 2,6 ausmacht; die sämmtlichen im Meerwasser aufgelösten Salze sind ın 1000 Theilen: Kochsalz 26,6, Glaubersalz 4,66, salzsaurer Kalk 1,23, salzsaure Magnesia 5,15, die beiden letztern bedingen den ekelhaft bit- tern Geschmack; endlich hat man noch eine sehr kleine Quantität schwefel- und salzsaures Kali darin gefunden, 0,5. WVegen des Kalk- und Magnesia- salzes kann das Meerwasser zum VVaschen nicht angewendet werden, weil diese die Seife zersetzen(siehe oben Seite 103), setzt man aber vorher zum Meerwasser kohlensaures Natron, oder kohlensaures Kalı hinzu, so werden jene Salze zersetzt und kohlensaurer Kalk und Magnesia fallen nieder, worauf das WVasser zum WVaschen brauchbar wird.— Durchs Destilliren wird es trinkbar; diese Methode ist anwendbarer, als die des Filtrirens durch Sand.— Endlich verdient noch angeführt zu werden, dafs die salzsaure Magnesia sich leicht zersetzt, wodurch Salzsäure frei wird, und sich kohlensaure Magnesia bildet; erstere findet man daher in der Meeresluft durch eudiometrische Prüfungen. Durch die beim Destilliren des Seewassers sich entbindenden salzsauren Dämpfe wer- den eiserne und kupferne Destillirblasen angegriffen.] Methoden Wasser zu verschiednen Zwecken zu reinigen. Die Reinigung des Wassers hat theils zum Zweck dasselbe von me- chanisch beigemengten Substanzen zu befreien, theils von aufgelösten Kalksalzen, die das Wasser hart machen. Letzteres geschieht durchs Aussetzen an die Luft, wobei die Kohlensäure entweicht, der kohlensaure Kalk sich absetzt, auch durch Berührung mit Kohlen; ersteres sowohl durchs ruhige Stehen, wobei sich die fremden eingemengten Substanzen ablagern, theils auch durchs Filtriren durch Sand und Kohlen. a) Zum Trinken. Bekamntlich hat Paris kein Brunnenwasser,, son- dern man muls das trübe Seinewasser zum Gebrauch in der Haushal- tung anwenden. Um dies zu reinigen, bediente man sich früher des Sandes, welchen man in grofse Gefälse aus Sandstein oder gebrannten Thon schüttete. Diese Fontaines sabldes waren aber dem Zweck nicht genügend; denn sehr trübes Wasser wurde nicht völlig klar, auch ver- schlämmte sich der Sand bald, weshalb man genöthist war, in jeder Haushaltung das Wasser nochmals zu reinigen, mittelst sogenannter Fil- trirsteine, pierre filtrante, einer Art lockern Kalksteins, Später wen- 106 Reinigung des Wassers. dete man Zowitz’s wichtige Entdeckung(1790) über die reinigende Wir- I oe an kung der Kohlen auch auf die Reinigung des Wassers an; Smith und| tapitlı Cuchet”) nahmen 1800 ein Patent auf ihre Fontaines depuratoires, oder ah Is Filtres inalterables. hun,| | | fkdureh [Die Filtrirmaschinen stehen auf Dreifüfsen, sind entweder aus Holz En{ (Fässer), oder aus gebranntem Thon, oder aus Stein angefertigt; 4 oder ml= 5 Zoll vom Boden liegt ein durchlöcherter falscher Boden, über wel- aller chem ein Stück Flanell, Moltong, ausgebreitet wird. Auf dieses schüt- ‚hlten Be tet man eine 2 Zoll hohe Lage Kieselsteinchen, auf diese eine Schicht dmıekereiet eines Gemenges von groben Kohlenpulver und feinen, wohl ausgewa- sr Bleichere‘ schnen Flufssand, 8 bis 12 Zoll hoch; dieses wird fest eingestampft, ir Badeanst damit das Wasser nur langsam hindurchgehen kann. Auf dieses Ge- Um da meng bringt man wieder eine Schicht von 2 Zoll grob zerstofsnen Sand-| ufrelisien stein, schliefst die Schichtung mit einer vollkommen anschlielsenden EN ee Platte aus gebrannten Thon, welche mehrere Löcher hat, die mit con- En' vexen, mit vielen kleinen Löchern versehenen Platten geschlossen sind, mit ill Schwamm überzogen, durch welchen'das darüber gegofsne Wasser cs x] sich einzieht; die Schwämme müssen von Zeit zu Zeit gereinigt wer- jach ötens den. Das VWVasser, welches durch die Lager der filtrirenden Substanzen ale ale Ti hindurchgegangen ist, wird nun entweder unten durch einen zinnernen gkichllk die Hahn abgelassen, oder es mufs durch neue Lagen aufsteigen, und wird| ıissen Zrreck dann oben abgezapft.— Durch eine vom Raum unter dem falschen| Sei Boden nach oben aufsteigende Röhre ist gesorgt, dafs die Luft wäh-| Km kin rend des Filtrirens von unten nach oben entweichen, oder von oben| nach unten, beim Ablassen der Flüssigkeit, hinzutreten kann.— Fon-|[Dis Wass taine domestigque; Tonneau filtre.—]| aanat, Bau Es ist zu bemerken, dafs die Kohlen nach einiger Zeit des Gebrauchs| ji” sich mit fremden aufgenommnen Materien so voll saugen, dals das Was-| Kan“ ser unklar durchgeht; dann muls man frische Kohlen und frischen Sand| über hi] anwenden. Die reinigende Kraft dieses Kohlenfiltrtums wurde an fau-| Sehe ligem Wasser geprüft, und bewährte sich vollkommen. Seit der Zeit sind| msi vielfältige Abänderungen in der Anordnung solcher Filtrirmaschinen im Solliberonn: Kleinen und Grolsen gemacht, und mehrere Patenie ertheilt worden, fee Sal jedoch ist in der Hauptsache nichts wesentlich neues hinzugekommen*). Word b) Zum Bleichen, Färben, Kattundrucken, zur Papierfa- Sika ht Darf wid ..‘ UMDe aber; ten, mit hydrauli-| Fupe ab brikation etc. Hier geschieht das Reinigen sanz besonders durchs Absetzen der gröbsten Schmutztheile in wasserdich schen Mörtel ausgestrichnen Bassins; von hier aus leitei man das Was- n Mr “echt he % cthält} JS. 4 Bd. 13. 8. 108. Bd. 16. 5. 247. Ba. 21. s. 179, 185,*) Fil- N Gi trirgebäude der Chelsea- Wasserkompagnie zu London in D, p. J. Bd, Se 34. S. 206.— Zeni’s Filtrirtonnen, Daselbst, Ed, 80.8,295, BdLT, U @E. 1830. p. 16. ww. \ ET BEE TEE: a; he nen er gende ii. Smith un ” Dires, oder aus Holz igt; A oder über wel- eses schüt- ne Schicht | ausgewa- ngestampft, dieses Ge- Isnen Sand- hliefsenden e mit COn- n sind, mit e Wasser nigt Wer- Substanzen zinnernen und wird n falschen Luft wäh- von oben — Fon rebrauchs das Was- hen Sand an fau- Zeit sind 'hinen im worden, nmen”), ‚pierla- 's durchs hydrauli das Was ®) Fil- p. I. Bd, B.dls . W asserstoffüberoxyd. 107 ser entweder in grofse Tonnen mit doppelten Boden, in denen Schich- ten gröbern, feinern Sandes mit frisch ausgeglühten Holzkohlen wech- seln, 14 bis 2 Fuls dick, durch welche das Wasser entweder von oben nach unten, oder in entgegengeselzter Richtung mittelst hydrostatischem Druck durchgeprelst wird. In Manchester ist der durchfliefsende Strom Irwell von hineingeschütteten Färbellotten ganz schwarz, das Wasser wird aber durch Filtrirwerke, welche aus gemauerten, ganz mit Sand gefüllten unterirdischen Räumen bestehen, so gereinigt, dafs es für Kat- tundruckereien brauchbar wird. In England und Schottland reinigt man für Bleichereien selbst das gute Wasser kleiner Bäche, das Wasser für Badeanstalten durchs Filtriren.*) Um das Wasser vor dem Faulwerden zu bewahren, welches von aufgelösten oder hineingefallnen organischen Substanzen, todien Wasser- insekten etc. herrührt, hebt man es, nach Berthollet's Vorschlag, in angekohlten Fässern auf, was auf Krusenstern’s Seereise erprobt wurde; eben so ist Thierkohle ins Wasser geschüttet dazu nützlich, man muls jedoch öfters umrühren. Zweimal destillirtes Wasser hält sich jahrelang ohne alle Verderbnifs. Concentrirte Schwefelsäure, oder Kalk, sind gleichfalls dienlich, die Fäulung zu verhindern, wenn beide anders zu ge- wissen Zwecken nicht nachtheilig sind; auch;g500 von salpetersauren Silberoxyd soll ausreichend sein. Man empfiehlt auch Alaun, schwe- felsaures Eisenoxyd. [Das Wasserstoffüberoxyd, auch oxygenirtes Wasser ge- nannt, Eau oxigend, oxygenized water, wurde von T’henard 1818 ent- deckt. Die Darstellung desselben ıst langwienig. Man löst Barytinmüberoxyd in destillirtem WVasser auf, setzt ver- dünnte Salzsäure hinzu, wodurch sich Chlorbarytium und WVasserstoff- überoxyd bilden. Um nun das Barytsalz zu entfernen, wird verdünnte Schwefelsäure zugemischt, wodurch schwefelsaurer Baryt niederfällt; man filtrirt und wiederholt diesen Prozels mehrmals, um mehr Wasser- stoffüberoxyd zu erhalten. Die so erhaltne Flüssigkeit enthält noch freie Salzsäure, diese entfernt man durch schwefelsaures Silberoxyd, wodurch Chlorsilber niederfällt, und freie Schwefelsäure in der Flüs- sigkeit bleibt, welche durch Barytwasser sehr vorsichtig neutralisirt wird. Darauf wird die Flüssigkeit filtrirt, und unter der Glocke der Luft- pumpe abgedampft, Die concentrirte Flüssigkeit ist farblos, von syrupartiger Consistenz, schmeckt herb, bitter, riecht ekelerregend, specifisches Gewicht 1,453, sie enthält bei+ 14° 475 Raumtheile Sauerstoffgas gebunden, oder 94,12 Gewichtsprocente; sie macht die Haut sogleich schneeweils, trocken, ) v4, 6. 1824.$. 172. 108 Kohlenstoff, Diamant. &.; 2; siehe be schuppig, zerstört und bleicht alle organischen Farben, indem der a ji Sauerstoff aus der Flüssigkeit an die farbigen Stoffe tritt, und sich mit| nn ihnen zu farbenlosen Substanzen verbindet. Die Flüssigkeit ist wenig en flüchtig, verliert durchs Kochen Sauerstoffgas, läfst sich mit Wasser| Alan ohne Zersetzung mischen; ein Zusatz von Säuren hindert die Entmi-| in mke 3 schung, Alkalien dagegen befördern die Zersetzung. Metalle, welche su Toskana sich leicht und stark oxydiren, nehmen in dieselbe hineingebracht so- s) Versuche gleich die gröfste Menge Sauerstoff auf, die sie aufnehmen können, I die Ze > V wodurch einige Oxydationsstufen erhalten wurden, die man früher nicht|.einOele nlla kannte. In Berührung mit Silberoxyd wird unter heftigem Aufbrausen Sauerstoffgas entwickelt, und selbst das Oxyd redueirt, Bun Man hat sich in Paris des VVasserstoffüberoxyds bedient, um das ui ke Weils alter Gemälde(Bleiweifs), welches durch die Länge der Zeit umes 68; vergraut war, wieder zu restauriren, und zwar mit gutem Erfolg”). Es| Rauch, Ma würde überhaupt diese Substanz mehr Anwendung finden, wenn nicht lie man pl die Darstellung so schr umständlich und der Preis sehr beträchtlich zum Schleife wäre. den zum Glas (Eine leichtere Methode der Darstellung dürfte vielleicht mittelst der un Machine chlorigsauren Salze zu erreichen sein.)] N Graph baen), komm 1 sehmame hs Diniiititie&K.a.psi.tie:l udn Stich, Vom Kohlenstoff. vEH gell zen, schm Kohlenstoff, Carbone, Carbon, wurde zuerst von Lavoisier 1781 als einfacher Stoff und Hauptbestandtheil der Kohle aufgestellt, und im| Diamant nachgewiesen. Er kommt in der Natur entweder rein vor, als Diamant, oder wenig vermischt mit erdigen Stoffen, als Graphit, An- thraeit, oder endlich in grofsen Gebirgsformalionen als Steinkohlen, Braunkohlen, bis hinauf zum Torf.— Kohlenstoff ist ein Hauptbestand- theil aller organischer Körper. gelise und 7 Kohlenstof' un is metalisches tachten, sond melche den Ko denselben hi | Der Cuba, Iesthend a raonyd, Er Schiefer. ud; auch Im Stein a) Der Diamant, diamant, diamond, findet sich in Ostindien, diesseit des Ganges, in Mysore, Hiderabad, Golkonda, Visapur, auf Borneo und Malakka; im Kaiserthum Brasilien in dem Distrikt Serro do Frio(seit 1720 sind Diamanten in Brasilien gefunden worden); er kommt in einem eisenschüssigen Sand oder Thon, Cascalho, vor, oder in locke- N m lunbal, ren Sand der Ebenen und Flüsse, oft mit Goldkörnern gemengt. Er' Mae findet sich entweder kıystallisirt, als Oktaeder, oder in Körnern. so- ran n wohl farblos, als auch blafsroth, gelb, grün, blau, selbst schwarz: er ist 5 N en durehsichtig bis durchscheinend, besitzt die grölste Härte und ein spe-"Dank — Bi *)G. A. Bd. 65.5. 388, IT%: inden der nd sich m bist Wenig nit Wasser die Entmi- Ile, Welche bracht so- n können, füher nicht Aufbrausen t, um das ge der Zeit Srfolg*). Es wenn nicht eträchtlich nittelst der isıer 181 It, und in n vor, als ıphit, An- einkohlen, ptbestanl- Ostindien, apur, aul Serro do er kommt in Jocke- venat, Er nern, 50 nz; er Ist ein sp? Diamant, Graphit. 109 eifisches Gewicht von 3,52. Die Kunst Diamanten zu schleifen, welche in Asien längst bekannt war, wurde 1456 durch Berghen, aus Brügge, entdeckt; man schleift sie zu Brillianten und Rosetten. Newton hielt den Diamant für einen brennbaren Körper, weil er eine grolse Brechung der Lichtstrahlen zeigt; Cosmus llI., Grofsherzog von Toskana, liefs 1694 und 95 von Mitgliedern der Florentiner Akade- mie Versuche mit Diamanten im Brennpunkt der Brennspiegel anstellen, wobei die Zerstörbarbeit entdeckt wurde. Kaiser Franz 1. stellte Ver- suche in Oefen an, die dasselbe bewiesen; Maequer bemerkte 1771 das Verbrennen mit Flamme durch Ofenhitze. Das Produkt des Verbren- nens ist kein anderes, als von gewöhnlichem Kohlenstoff, nämlich kohlen- saures Gas; Asche bleibt nicht zurück, eben so wenig erzeugt sich Rauch. Man bedient sich der kleinen, schlecht gefärbten Diamanten, die man pulvert, und fein schlemmt, als Diamantbord, egrisce, zum Schleifen der Diamanten und anderer Edelsteine. Diamanten wer- den zum Glasschneiden, zu Linienziehen auf Kupferplatten mittelst eig ner Maschinen angewendet, eben so zum Durchbohren harter Steine. b) Graphit, Graphite, Graphit,(Wasserblei, Plombagine, Plum- bago), kommt theils schuppig, theils dicht vor, besitzt eine eisen schwarze bis dunkelstahlgraue Farbe, Metallglanz, einen schwarzen, glän- zenden Strich; ist undurchsichtig, mild, in dünnen Blättchen sehr bieg- sam, specifisches Gewicht 1,8 bis 2,1; verbrennt in hohen Feuers- graden, schmilzt nicht im Feuer, wohl aber durchs Knallsas- gebläse und Voltasche Batterien; er besteht nach Saussure aus 96% Kohlenstoff und 45 Eisen. Nach Karsten ist der Eisengehalt nicht als metallisches Eisen mit dem Kohlenstoff chemisch verbunden zu be- trachten, sondern als von eisenoxydhaltisen Gebirgsarten herrührend, welche den Kohlenstoff zufällig verunreinigen, denn Salzsäure entzieht demselben bei gelindem Erwärmen das Eisen ohne alle Gasentwickelung. Der Cumberland-Graphit hinterlälst beim Verbrennen 13,19 Rückstand, bestehend aus Kiesel- Thonerde, Magnesia, Eisenoxyd, Titansäure, Man- ganoxyd. Er findet sich auf Lagern, und in lagerartigen Massen im Schiefer- und ältern Trappgebirge,(auch in gemengten Gebirgsgesteinen) auch im Steinkohlengebirge; berühmt ist der Graphit von Borrowdale in Cumberland*); man findet iln auch bei Passau, in der Gegend von (Hafner-) Obernzell,(1825 waren daselbst 17 Gruben im Gange) in Oe- sterreich, Mähren, Spanien. Man benutzt den Graphit zur Verfertigung von Bleistiften, welche ")P. ch, E, Vol, I, p. 433, giebt eine Beschreibung davon, vn nn nn en ne En RREEN. 110 Kohlenblende, Steinkohlen. man sowohl aus den reinen derben Stücken schneidet, als auch aus dem gepulverten Graphit, den man zu einer Masse mittelst eines Bindemittels fertigt; man hat runde und vierkantige Stifte. Ferner dient der Gra- phit zur Anfertigung von Schmelztiegeln(solche werden zu Oberiizell bei Passau gefertigt, vergleiche den Artikel Schmelztiegel, unter dem Abschnitt„Thonwaaren”); zum Anstreichen von Eisen(Oefen), zur Ver- minderung der Reibung an Maschinen, theils trocken, theils mit Fett zur Schmiere von Radkämmen bei Mühlwerken, Radschmiere für Fuhr- werk mit Fett, Seife’und etwas Wachs. c) Kohlenblende, Anthracite, slaty Glance Coal, kommt in unregelmäfsigen Gestalten vor, hat einen muschlichen, auch schiefrigen Bruch, Metallglanz, eine eisenschwarze Farbe, ist undurchsichtig, et- ' was spröde, specifisches Gewicht, 1,79; sie ist frei von allem Bitumen, und brennt daher ohne Flamme und Rauch, ist aber auch schwer zu entzünden, hinterläfst einen mäfsigen Rückstand beim Verbrenner, wel- cher aus Kiesel- Thonerde und Eisenoxyd besteht. Sie kommt theils im ältern Gebirge vor, theils in verschiednen Flötzgebirgen hie und da auf Gängen. Man findet dieselbe in Schottland, England, am Harz, im Erzgebirge u. a. m.— Hier reiht sich auch die Glanzkohle an, A- thraeite compaecte, conchoidale Glance Coal, von ausgezeichnet musch- ligem Bruch, starken Metallglanz,, speeifisches Gewicht 1,48, hinterläfst beim Verbrennen 33 9 weilse Asche. Die Schwerentzündlichkeit dieser Kohlenarten hindert den vielseitigen Gebrauch, man bedient sich je- doch derselben(?) zum Hüttenbeitrieb, Kalkbrennen, selbst zur Heitzung (in Amerika). Die Faserkohle, mineralische Holzkohle, von fasriger Textur, sehr weich, zerreiblich, kommt in dünnen Lagern auf den Schichtungsflächen der Schieferkohle vor, in Schlesien, Sachsen, Thürin- gen, England. d) Steinkohlen, Braunkohlen, Houille, Charbon de terre, Black and Brown Coal. Diese so höchst wichtigen Mineralkörper kom- men in unregelmäfsiger Gestalt vor, haben einen muschligen, unebnen Bruch, mehr-oder minder ausgezeichneten Fettglanz. eine schwarze oder braune(mitunter graue) Farbe, sind undurchsichtig, mild, specifisches Gewicht der Steinkohlen 1,19 bis 32. Sie zeigen bisweilen eine mehr oder minder deutliche holzartige Structur, oft ist sie ganz verwischt. Die Braunkohlen zeichnen sich durch ein sehr unangenehm riechendes Oel aus, welches sie beim Verbrennen, oder Destilliren, entbinden. Man hat die Steinkohlen und Braunkohlen nach Farbe, Structur und Glanz in verschiedne Species getheilt, welche aber mit dem che- mischen Verhalten nicht übereinstimmen. So theilt man die Schwarz- kohlen, an denen man keine Holztextur mehr wahrnimmt, ein: in A nn | Jechhll vr Se Schal: Aula(N fin), Rlı Im, Baiern, u Derby imbkolle Auzend, Sel ılır Candle vn Bruch 1 ul grolser, 127, Engla hei Schefhel hinferlit 3, sinlich 3% Die Bra zun Teil se ftelänend, vor in Dhnnst mendorf bei A lite— Boney text, schmac ten;— Erdk tlanls, name nich, länge too Holı, ı nal, yeeiisch Isa, all flisen Ietlnet rem vn ende: gie I(d ron Na nd Sudteiahg lelk al Kr mel nl | Mnbohlen, el, Im 2 dh(E N in ich aus dan Bindemiti), nt der On. u Oberfz) unter den N), zur Ver. Is mit Fei € für Fuhr. ‚ kommt in \ schieftigen hsichtie, er. em Bitumen, schwer n enner, wel. mmt theil hie und di m Harz, in le an, A met musc- , hinterlilkt keit dieser nt sich je ur Heitzunz von fasriger mn auf den on, Thüri- 1 de terre, örper kon- unebnen warze oder pecifisches eine mehr verwischt, riechendes inden. dem che chwarr t, ein: I Steinkohlen, Braunkohlen. 111 Pechkohle, hat starken Glanz, vollkommen muschligen Bruch; kommt vor in Schlesien, Rheinprovinzen, Sachsen, Würtemberg, Baiern, Schottland.— Schieferkohle, mit deutlich schiefriger Textur, in Schlesien(Waldenburg, Bielschowitz ete.), Sachsen(Löbejühn bei Halle, Wettin), Rheinprovinzen, Westphalen, Dresden(Potschappel), Würtem- berg, Baiern, England und Schottland(Neweastle, Whitehaven, Dumfries- shire, Derbyshire) ete.— Blätterkohle, eine Varietät der letztern.— Grobkohle, Bruch uneben, grobkörnig, im Grofsen dickschiefrig, wenig glänzend, Schlesien, Sachsen(Dresden);— Cannelkohle, Cannel oler Candle Coal, Houille de Kilkenny, von grols- und flachmuschli- gem Bruch ins Ebne verlaufend, schwachglänzend, leicht entzündlich, mit grofser, heller, weilser Flamme brennend, specifisches Gewicht 1,27; England(Wigan in Lancashire, Whitehaven, in Shropshire, auch bei Scheffield), Schottland(Gegend von Edinburgh, Clydesdale). Sie hinterläfst 3,15 Asche, giebt unter allen Arten am wenigsten Coaks, nämlich 327. Die Braunkohlen werden eingetheilt in: Gemeine Br.kohle, zum Theil sehr deutliche Holzgestalt, Bruch erdig, selten flachmuschlig, fettglänzend, hat unter allen Braunkohlen die meiste Festigkeit; kommt vor in Mannsfeld, Sachsen, Thüringen(Artern), Rheinprovinzen(Em- mendorf bei Koblenz, Cöln), Böhmen, Steiermark, England(Devon- shire— Boveycoal);— Moorkohle, häufig zerklüftet, ohne alle Holz- textur, schwach glänzend, Hessen, Böhmen(Carlsbad, Teplitz), Mäh ren;— Erdkohle, staubartige, mehr oder minder festverbundne Theile, glanzlos, zerreiblich, brennt mit starkem Rauch und bituminösen Ge- ruch, Thüringen, Sachsen(Halle, Merseburg), Mannsfeld;— bitumi- nöses Holz, von deutlicher Holztextur, fasriger, muschliger Querbruch, matt, specifisches Gewicht 1,38 bis 2,0. Thüringen(Artern), Sachsen, Hessen, auf Island in grofser Menge.— Der häufige Gehalt an Schwe- feleisen bedingt theils Selbstentzündungen auf den Lagern, theils die Erzeugung von Bittersalz und Alaun(wie z. B. in Böhmen):— Alaun- erde; siehe von dieser unter„Alaun.” Man findet diese Kohlenarten theils im eigentlichen Steinkohlen- und Sandsteingebirge(Steinkohle), theils in Lagern über Kreide(Braunkohle), theils im aufgeschwemmten Land(Erdkohle, bituminöses Holz); die La- ger wechseln mit Schieferthon, gemeinem Thon, Sandstein, Kalkstein ab. Steinkohlenablagerungen sind im preufs. Staat in Ober- und Nie- derschlesien, im Saalkreis, im Saarbrückschen, an der Worm(Aachen), an der Inde(Eschweiler), in der Grafschaft Mark, im Tecklenburg- Tängenschen, im Mindenschen;— Braunkohlen werden gegraben zu u nun 112 Steinkohlenproduction. ro.. Lehr| Muskau(Niederlausitz), in der Grafschaft Mannsfeld, im Magdeburger, kin [ S> 2 4®.& AL 7.’ jhle 4 Merseburger Regierungsbezirk, im Dürner und Siegner Bergamtsrevier. jet Se [Die Steinkohlengewinnung im preufsischen Staat betrug von 1816 bis wenden D 1324 einschliefslich 176,560,594 Centner, also jährlich im Durchschnitt ‚em dur ... in 20 Millionen Centner; im Jahr:1824 24,362,017 Centner, im Jahr Tr, el 1825 27,524,763 Centner; die Braunkohlengewinnung 5,513,388 Centner.|" jülngehalt ß; Kohle die Uebersichtliche Zusammenstellung I' 5 sche 2 der Stein- und Braunkohlenproduction im preufs. Staat im Jahre 1828. ln, we Arne, Stei r B x seen sol, ı One St ein kohlen, Br aun kohlen. I > Tonnen. Tonnen. hllen awsisel alt der Stei Schlesischer 2,474,199(zu Muskau fürs Alaun- Karsten (74 Zechen) werk) orioblen Niedersächs.-Thüringsch. 70,820% 637,498’ En (3 Zechen)(aus 28 Gruben) ad VVestphälischer 2,497,413 es;%” a Gans 178; Grußen:) se Kite; die 3=- Versehiedenhen Rheinischer 1,838,758 690,849|: 7 (aus 42 Gruben)(95 Zechen) en hal; 65 eleDt 7, Summe 6,881,190% 1,378,347 Wi 9 Cl in Scheffeln oder Cent- Aug) nern*) 27,524,763 5,513,388 Die Back Davon in landesherrlichen« a üben 5.943,598% T 687,498 T. Kl ir Sm 5. Es). in Privatgruben 937,592 T 690,849 T.| ala, ide Im sa besond Die Einfuhr von Steinkohlen betrug im Jahr 1828 801,126 Centner.| Kohlen leihen Ausfuhr»»»» 2,077,824» Gabe ah ‚geh Die Steinkohlengewinnung des Königreichs der Niederlande giebt Ki Term Brard auf 24 Mill. Centner an, aus 350 Gruben, Frankreichs auf 20 Mill. Bl aus 236 Gruben, nach Heron de Villefosse 1825 28 Millionen; nach Kl. in Karsten dürfte die Steinkohlengewinnung Englands auf 400 Millionen I; Yin ::} Centner anzunehmen sein. Die Werke von Newcastle allein liefern N Ir San ale Tr sy. tim jährlich 72 Millionen Centner, fast dreimal mehr als der ganze preuls.| nd l Staat!] gi all se Ue- a) In, = N Selm *) Eine preufs. Tonne Steinkohlen wiegt durchschnittlich nahe 4| EN ln Centner,| le Bat **) A,EB, u, H, Bd, 12,$,1., auch besonders aus diesem abgedruckt,| Kl, n | Baal Bl a ns nei Ma gdehursn gamtsreyie, on 1816|; Durchschnit er, ım Jah, 338 Centner. I3 Jahre 19%, nn ıkohlen, Innen, u fürs Ala- ver k) 7,498 Gruben) gg T, IT. ) Centner, N lande giebt auf 20 Mill, Den; nach ) Millionen lein liefern nze preuß, U ch nahe! „bedruckt Steinkohlen. 4113 Ueber die chemische Beschaffenhet der Schwar@- und Braun- kohlen hat neuerdings Karsten eine sehr interessante Abhandlung mitge- theilt. Sie bestehen aus Kohlen-, Wasser- Stick- und Sauerstoff in ab- weichenden Mengenverhältnissen, sind aus Holz- oder überhaupt Pflan- zenfasern durch einen eigenthümlichen Gährungsprozels, nicht durch Feuer, entstanden. Der durch eine Verkohlung derselben darstellbare Kohlengehalt ist sehr verschieden; verkollt man Braunkohlen ‚so behält die Kohle die Form des Fossils, verbrennt man dieselben, so bleibt viel Asche zurück, weil viele erdigen Beimengungen diese Kohlen ver- unreinigen, weshalb Braunkohlen, wo schnelle und starke Hitze erzeugt werden soll, nicht anwendbar sind. Steinkohlen hinterlassen beim Ver- kohlen zwischen 50 bis 96% Kohle, Coaks, welche entweder die Ge: stalt der Steinkohlen haben, oder aufgequollen, schaumig sind. Karsten theilt daher die Steinkohlen em in: Sandkohlen, Sin- terkohlen und Backkohlen(charbon de terre collant, caking coal); die ersten sind nach dem Verkohlen ganz so, wie sie vorher waren, ohne zusammenzukleben; die zweiten kleben beim Verkohlen zusammen, sie fritten; die dritten geben eine schaumige, aufgequollne Masse, Diese Verschiedenheit hängt lediglich von dem Verhältnifs des Wasserstoff- gehalts zum Sauerstoffgehalt der Kohlen ab, nicht vom Kohlenstoffge- halt; es giebt z. B. Backkohlen, welche 50 bis 86%, Sandkohlen, welche 50 bis 943 Coaks hinterlassen. Der Asehengehält der Steinkohlen ist von 0.1 bis 20% verschieden; die Asche enthält Kiesel- und Thonerde. Die Backkohlen zeichnen sich durch eine dunkelschwarze Farbe und leichte Entzündlichkeit aus; sie sind wegen ihrer backenden Eigen- schaft für Schmelzöfen nicht geeignet, weil sie der Luft den Zutritt rauben, indem sie dichte Krusten bilden, dagegen für Schmiedefeuerun- gen ganz besonders brauchbar, weshalb sie auch wohl Schmiede- kohlen heilsen, charbon de forge, smith coal. Sie eignen sich zur Gasbereitung, geben viel Gas, welches mit wenig Schwefelwasserstoff- gas vermischt ist, schöne Coaks; feıner zum Verkohlen im Grofsen, zum Behuf des Eisenausbringens. Sie verbrennen mit einer weilsen Flamme, geben keinen stinkenden Rauch. Die Sinter- und Sandkohlen haben eine weniger dunkel- schwarze, mehr ins eisengraue sich hinneigende Farbe, Oberfläche und Bruch oftmals sehr glänzend, entzünden sich viel schwerer, geben eine bläuliche Flamme, einen stinkenden, schwefligen Geruch, weil sie meist ziemlich viel Schwefeleisen enthalten, entzünden sich nicht selten von selbst in feuchten Magazinen, selbst in den Gruben. Man bedient sich derselben zum Betrieb der Schmelzöfen. Rostfeuerungen, weil sie sich nicht aufblähen und daher den Rost nicht verstopfen; auch braucht man 8 114 Coaks, Torf. sie zum Betrieb der Kalk- Ziegel- Gypsöfen, zum Heitzen der Back- und Stubenöfen, zu welchem Ende man das Grubenklein, die Staubkohlen, mit Thonschlempe mengt und in Ballen formt, welche getrocknet ver- brannt werden. Die Braunkohlen backen nie, sie behalten auch im verkohlten Zustand ihre Form bei; sie werden zu Rostfeuerungen, als Kessel- und Pfannenfeuerungen, in der Hauswirthschaft, für Stufenöfen gebraucht, zu welchem Ende die Erdkohle mit Wasser zusammen gemengt wird, aus welchem Teig man Ziegel streicht, die getrocknet verbrannt werden. Man verkoakt auch die Braunkohlen in liegenden Meilern. Beim Bren- nen ist die Menge der Asche, besonders von der Erdkohle, nicht un- beträchtlich, so wie der üble Geruch lästig. [Bei der Auswahl der Kohlen zum Verkoaken kommt es nicht allein anf jenes Verhältnifs des WVasserstoffs zum Sauerstoff, sondern auch auf die Gleichartigkeit der Kohlenmasse und den Aschengehalt an, denn eine Kohle, welche schr zerklüftet oder mit Faserkohle durchzogen ist und nicht backt, giebt lauter kleine, zerbröckelte Coaks; eine sehr aschenreiche Steinkohle kann gar nicht verkoakt werden.(Das Nähere hierüber in der Chemie organischer Körper.) Das Verkoaken geschieht entweder in Haufen, oder eignen Oefen, ähnlich den Kalkschachtöfen; (siehe Karsten’s Handb. d. Eisenhüttenk. Bd. 2 TafelI.) Dabei ent- weicht Kohlenwasserstoffgas, Theerdampf, welche verbrennen, Ammo- niakgas, Schwefeldampf und schwefligsaures Gas; man gewinnt auch Rus dabei, wenn man den dicken, schwarzen Dampf durch eigens dazu eingerichtete Kammern leitet,(Saarbrücken), Bei der Gasbeleuchtung erhält man auch Coaks als ein nützliches Nebenproduct, siche unten.] Die Coaks sind leichter als Steinkohlen, grauschwarz von Farbe, von schwachem Seidenglanz, ausgezeichnet porös, möglichst von Schwe- fel frei, daher beim Eisenschmelzen anwendbar, überhaupt allemal da vorzuziehen, wo der Schwefel Metallen, namentlich Eisen, schaden könnte. Coaks"erfordern zum Brennen einen größsern Luftzug, als Steinkohlen, indem sie reine Kohlen sind, letztere aber noch Was- serstoff und Sauerstoff enthalten. Daher müssen die Oecfen höher sein, die, Gebläse mehr Wind in den Ofen treiben. Bei gleichem Volum ver- hält sich die Wirkung der Holzkohlen zu der der Coaks in Schachtöfen =1:2, bei gleichem Gewicht= 2: 3; in Cupolöfen im ersten Fall = 100:23, 1, im letzten Fall= 100:71,2. Coaks aus den Gasretorten sind zum Stahlschmelzen nicht anwendbar, aber zum Kupferausbringen. e) Torf, Tourbe, turf, schliefst sich unmittelbar an die Braun- kohlen an; es ist ein inniges Gewebe von in einander geschlungnen Pflanzentheilen, welche durch einen eignen Entmischungsprozels vegin- a nn dirt sul niet si u hm| Sünder {nf hurde FM sindern Int braun, ‚der Zul ve it, 9) Se fiten von H Aller Ta \ al, wenn. "m angemend Im, fir Di Skin Tönl | llzng; eig } Ind de vom "his 8 Kl I, Par, st zum Gebram ach für Paddel Veh: | der Torffi |7= | Üebepanisi I nn | Drnde Pi ‘ lieh Nr, Tr = 5 Ss = Ss => der Back. ind Staubkollm, trocknet Yen N verkohlten Kesse]- un ebraucht, 7, t wird, ans nt werden, Beim Ben. le, nicht ul icht alleın auf ern auch af lt an, den ürchzogen it ; eine sel (Das Nähe ven geschieli schachtöfe Dabeı ont nen, Ammı- ewinnt auch eigens dan chtung erhil ten.] von Farbe von Schwe. allemal di n, schaden uftzug, al noch Wi höher sein, Volum ver Schachtölen ersten Fl (Grasretorie ausbringen die Bra ‚schlungnt yzels vepl' Torf. 115 dert sind. Man theilt ihn ein m 1) Morasttorf, tourbe des marais, findet sich unmittelbar unter der Dammerde, dem Rasen; er ist braun, schwammig und zart, hat einen fasrigen Bruch, brennt leicht, ohne Schwefelgeruch, giebt aber einen dicken, stinkenden Rauch. 2) Land- torf, tourbe pyriteuse, findet sich nicht unmittelbar unter der Damm- erde, sondern mehrere Fuls tief. unter Lagern von Sand, Thon, Kreide, nicht selten mit jenen abwechselnd; weit ältern Ursprungs als der erste, Er ist braun, matt, enthält Flufsmuschen, Schwefeleisen, weshalb er an der Luft zerfällt, sich unter Bildung von Vitriol bis zum Entzünden erhitzt. 3) Seetorf, tourbe marine, aus Tangarten gebildet, an den Küsten von Holland, Schweden, Norwegen, brennt sehr gut. Aller Torf giebt ziemlich viel Asche, besonders der Landtorf; er wird, wenn er nicht gar zu viel Asche giebt, mit Vortheil zu Feuerun- gen angewendet, welche eine mäfsig starke, allmählige Erhitzung erfor- dern, für Dampfmaschinenkessel, Kesselfeuerungen, Kalk-, Ziegel-, Steingut- Töpferöfen, zum brennen auf Küchenheerden, zur Zimmer- heitzung; einige Torfarten sind zur Gasbeleuchtung brauchbar(in Eng- land der vom Dartmoor),. Beim langsamen Verkohlen giebt der Torf 26 bis 288 Kohle; die Asche enthält viel kohlensauren Kalk, Schwe- fel-, Phosphor-, Salzsäure, Kiesel-, Thonerde, Eisenoxyd.— Torfkohle ist zum Gebrauch von Reck- und Zainhämmern etc. gut anwendbar, auch für Puddelöfen. Uebersichtliche Zusammenstellung der Torfförderung im preufs. Staat im Jahr 1828. Torferäbereie ee Oberbergamtsdistrikt. PIE Bu Stück Torf Königliche] Private 2 Brandenb.- Preufsischer 5 66 84,809|4,069,000 u. 970 Tagwerke Schlesischer 2 105 1,004 11,539,220 Niedersächs. Thüringscher 2 5 12,402} 716,750 Summe h) 176 98,215}|16,324,970 und 970 Tagwerke Es sind überhaupt Torfgräbereien in der Provinz Brandenburg, Pom- mern, Preufsen, Schlesien, Sachsen, in den Rheinprovinzen(bei Mont- joeie, an der Konzener Höhe). Der Torf wird in parallelopipedischen Stücken gestochen, an der Luft getrocknet, indem er meist sehr feucht ist; nicht selten verliert er beim Eintrocknen 5 des Gewichts. g* u rn 116 Pflanzenkohle. Da alle organische Wesen Kohlenstoff enthalten, 80 ist es möglich, aus Ihnen durchs Verkohlen Kohle darzustellen; man unterscheidet Pflan zen- und Thierkohle.(Ueber den Verkohlungsprozefs, Bereitung des Ruses, auslührlich unter dem Artikel:„Einleitung in die organische Chemie.”) a) Pflanzenkohle, Charbon vegetal, Charbon de bois, vegetable eoal, vegetable charcoal. Man verkohlt meistens nur Holzarten, daher der Name Holzkohle. Alle Holzarten geben bei vorsichtig geleitetem Verkohlungsprozefs gleich grofse Kohlenausbeute, nämlich 25 bis 278, vorausgesetzt, dafs die Hölzer gleichen Grad der Trocknils besitzen*). Gute Holzkohlen müssen folgende Eigenschaften besitzen: Sie müs- sen noch ganz unversehrt die Holztexiur, die Jahresringe zeigen, nicht zerbröckeln, sondern einen solchen Grad des Zusammenhangs zeigen, dafs sie klingen, wenn man sie auf einen harten Körper fallen läfst einen geringen Glanz besitzen; die ganz matten, weichen und stark ab- färbenden Kohlen sind nicht gut, sie sind beim Verkohlen zu stark ge- branmnt, d. h. sie haben. Kohlenstoff verloren. Gute Kohlen müssen durchweg gehörig verkohlt sein, dürfen keine halbverkohlten, harzigen, schwarzbraunen Theile enthalten, welche beim Anzünden eine rus- sende Flamme geben. Harte Hölzer geben die dichtesten, bei gleichem Volum schwersten, und in sofern besten Kohlen; weiche und lockere Hölzer eine leichte, weiche, schwammige Kohle, letztere dient insbe- sondere zur Bereitung des Pulvers. Hierzu taugt die Kohle vom Faul- baum, Haselstaude, Weide, Pappel, Linde, Nufsbaum; nach Proust soll die Kohle von den Flachs- und Hanfacheln(Abfall beim Brechen) den Vorzug vor allen andern verdienen. Die Porosität der Holzkohlen hängt nicht allein von der Natur der Hölzer ab, sondern auch von der Art und Weise des Verkohlens, ob in Meilern, Verkohlungsöfen, oder in eignen Gefälsen. Beim Verbrennen erfordern die dichtern Kohlen eine dichtere Luft, um eben so kräftig zu brennen, als die leichterw Kohlen, weshalb, wenn letztere lebhaft brennen, erstere oft nur langsam ver- glimmen. Der Aschengehalt ist gleichfalls verschieden, indem einige Holzarten eine Kohle geben, welche beim Verbrennen viel Asche, an- dere, welche wenig Asche hinterläfst. So geben nach Pertuis Stauden und Reifsholz dreimal, Kräuter fünfmal mehr Asche, als der Stamm der Waldbäume.(Vergleiche den Artikel„Pottasche.”) Die Asche der Pflanzenkohle enthält: kohlensaures Kali, schwefel-, salz- und phosphorsaures Kali, kohlen- und phosphorsaure Kalkerde, phosphor- saures Eisenoxyd,(Manganozyd), Kieselerde, Magnesia.— Merkwürdig E *) Karsten in jener vorher angeführten Abhandlung, 8, 26, A nn we de Vol hl, dl zer, un Ihn benu afe Schmel it, used ) Arion(Deson alren von(i Ihlechten ir; ala Kar h) Thier {hırcoal, bon «och auch H Inhlen gesciel eisernen(alein Ing iu die Die Amoch tur, Gestalt de herihrt; die Knlle verwandt Minor,| | rind mode , Ai Palver mede th gelije as nn ehras Koll Fine rt anlen würde, darf Alk Kuchen arme Lit, y = m u (Hand Tick Bere. en St es mel heidet P Kan I, Bereit, ie organic) 18, vegetabl: ‚arten, dahe tig geleiteten 125 bis Y s besitzen‘) zen: Sie mis zeigen, nic nhangs zeirm, I fallen li und stark: 1 zu stark len‘ missı Iten, harive en eine ru bei gleichen und locken dient insbe le vom Faıl ı Proust sı) 3rechen) der kohlen hänr 'on der Ar fen, oder ı Kohlen ei term Kohlen angsam Ye! ndem einig? Asche, ar tris Stauden der Staun Die Asıı salz- ul j phosplı Merkwirl; 26, Thierkohle. 117 ist, dafs die Kohle nach heftigem Glühen ein um£ bis% kleineres Volum hat, eln guter Leiter für Wärme und Elektrieität wird, langsamer verbrennt, und viel langsamer Feuchtigkeit anzieht, als vor dem heftigen Glühen*). Man benutzt die Pflanzenkohle hauptsächlich als Brennmaterial für grofse Schmelzöfen und kleine Feuerungen und Heitzanlagen, wie be- kannt, aufserdem zum Schiefspulver, zu chemischen Prozessen der Re- duction(Desoxydation), zum Enifärben(Klären), Entfuseln, zum Aufbes wahren von Cadavern, als fäulnifswidriges Mittel, wovon weiter unten; als schlechten Wärmeleiter(bei Dampfröhren, Hohöfen), als Elektricitäts- leiter; als Farbmaterial, zu Druckerschwärze, Tusch. b) Thierkohle, Charbon animal(des os), Noir animal, animal charcoal, bone-black. Meistens werden vorzugsweise Knochen verkohlt, jedoch auch Horn, Lederabfälle,(Exkremente, Blut) u. a. m. Das Ver- kohlen geschieht entweder in eisernen Cylindern, oder in grolsen gufs- eisernen Calcinirgefäfsen, Marmites;(das Weitere hierüber unter„Ein- leitung in die organische Chemie”). Die Knochenkohle zeigt, so wie die Pflanzenkohle, die ganze Tex- tur, Gestalt desjenigen Knochen, von welchem das verkohlte Stück herrührt; die in dem Knochen enthalitne Gallert ist zerstört und in Kohle verwandelt, die übrigen Bestandtheile der Knochen, als der phosphorsaure, flufssaure und kohlensaure Kalk, sind nur zum Theil verändert worden. Eine gute Knochenkohle mufs rein schwarz aussehen, das Pulver weder braunschwarz noch grauschwarz, im ersten Fall wäre nicht gehörig ausgekohlt, im letztern zu vielKohle schon verzehrt. Kocht man etwas Kohlenpulver mit destillirttem Wasser, so mufs die abfiltrirte Flüssigkeit farblos sein, nicht gelblich oder bräunlich gefärbt, welches andeuten würde, dafs die Kohle nieht vollkommen verkohlt. Eben so darf gute Knochenkohle in einem Tiegel geglüht keinen Rauch, keine Flamme zeigen, widrigenfalls dieselbe noch unverkohlie Theile enthielte. [Hundert Theile getrockneter frischer Rindsknochen enthalten nach Berzelius: Gallert mit Wasser 33,30 Natron mit wenig Kochsalz 2,45 kohlensauren Kalk 3,85 phosphorsauren Kalk 55.45 flufssauren Kalk 2,90 phosphorsaure Magnesia 2.05 100,00 Da man nun aus 100 Theilen Hausenblase 115 Kohle gewinnt, so dirf- *) Chevreusse in D. p, I. Bd, 18. S. 377. Te ar ne nn nn er- en x A 118 Thierkohle, Reiner Kohlenstoff. ten 33 Theile Gallert 32 Theile Kohle geben, also 100 Theile trockne Knochen gegen 4$ wahre Kohle liefern, oder 100 Theile Knochenkohle 5% bis 63 Kohle enthalten. Dumas giebt 10% wohl zu viel an. Man kann die Kohle dadurch‘abscheiden, dafs man die Knochenkohle mit Salzsäure behandelt, welche sämmiliche Kalk- und Magnesiasalze auflöst.] Thierkohle aus weichen oder getrookneten flüssigen Substanzen bereitet, als aus Horn, Leder, Blut, Eiweils ete., erleidet eine Form- und Volumveränderung bei der Darstellung im Vergleich mit den Mate- rialien, aus welchen sie gewonnen wurde. Alle jene Substanzen blähen sich auf, schmelzen in der Hitze, und geben eine aufgequollne, schwam- mige, metallglänzende, den Coaks ähnliche Kohle. Alle Thierkohle enthält, aulser dem vorzüglich vorwaltenden Kohlen- stoff, noch Stickstoff, Wasserstoff, Schwefel und Phosphor mit Kohlen- stoff verbunden, weshalb sie auch beim Uebergiefsen mit verdünnten Säuren Schwefel-(und Phosphor-) Wasserstolfgas, kohlensaures Gas ent- binden; ferner Eisen, jedoch nicht alle Kohlen, z. B. die von Eiweils- und Faserstoff aus dem Blut sind eisenfrei, desto mehr Eisen enthält die Kohle des Blutroths. Man benutzt die Thierkohle zu verschiednen Zwecken; das soge- nannte Beinschwarz(fein gemahlne Knochenkohle), zum Entfärben, und unter dem Namen schwarz gebranntes Elfenbein, Noir d’ivoir, als Material zur Stiefelwichse, schwarzen Lack, und Schwarz- wachs. Hornkohle und andere Stickstoff enthaltende Thierkohle zur Fabrikation von blausaurem Eisenkali, zur Druckerschwärze(Noir d’im- pression). ‘ In allen jetzt genannten Mineral-, Pflanzen- und Thierkohlen ist der Kohlenstoff mit mehrern andern einfachen Stoffen innig verbunden und kann von ihnen nicht abgeschieden werden. Durch folgende Prozesse erhält man aber ziemlich reinen Kohlenstoff. 1) Beim Hohofenbetrieb setzt sich aus dem erkaltenden mit Kohlen- stoff überladnen Roheisen in dünnen, biegsamen, metallglänzenden, blei- grauen Blättchen der sogenannte Hohofengraphit ab, welcher rein- ster, völlig von Eisen freier Kohlenstoff ist. 2) Bei der Darstellung des Kohlenwasserstoffgases zur Gasbeleuch- tung gewinnt man in den Retorten, in welchen die Kohlen, oder das Oel, zersetzt werden, Inkrustalionen von Kohle; treibt man das Gas durch glühende Röhren, so setzt es in glänzenden Fäden reinen Kohlen- o stoff ab*). Hierauf beruht die Möglichkeit, nach M’Intosh aus Stab- 1} 5,0, 5 Ba, 17. 87821. en eisen Ya Is ) Ihn k Im, Jirkon j) Stark finersoll, Der Koll Inhsichlig ‚| Ipkteität, 0 it, durchs st, weich, Ihe Kohlens zgeblise zı vollkommen Ih fremde en cgemisch si mittest seine reine(1) Ro gerunden, ne In nimm rm sprilt] sche Balterie: schwand all den der Glck 1a, gemacht, Sarersufs und ran Mich Frisch u sch, Car dichten, Dige Grad elek Geplvete Koh] Lisürt werden, Nedrior de T den die Alk In il an Seh Ya Versuche ag Theile frodne Knochenkill, viel an. Ni, 'henkohle nit asalze auflöst) n Substanzen t eine Fon. ut den Make. anzen blähen IIne, schwan. tenden Kollı- r mit Koll. it verdünnen ures Gas cl. von Biwelk en enthält dı on; das sit um Entfirbe ‚bein, Nur ınd Schwan "hierkohle e(Noir din kohlen ist de erbunden un ‚nde Prows: n mit Kolle nzenden, DI welcher r& } Gasbeleul: 1. oder dis nan das(9 iinen Kohle sh aus Sl Eisenschaften d. reinen Kohlenstoffs u. der Kohlen. 419 eisen und Leuchtgas Cementstahl zu. verfertigen, von welcher Fismara’s Methode blos eine Varlation ist. 3) Man kann die Kohlensäure durch Phosphor, Bor, Silicium, Ka lium, Zirkonium zersetzen, wodurch sich Kohlenstoff abscheidet. 4) Stark ausgeglüktes Lampenschwarz enthält nur noch eine Spur Wasserstoff, sonst kann es für reinen Kohlenstoff gelten. Der Kohlenstoff ist also entweder, wie‘der Diamant, krystallisirt, durchsichtig, farblos, der härteste bekannte Naturkörper, Nichtleiter der Elektrieität, oder ohne krystallinische Textur, oder höchstens fadenför- mig, undurchsichtig, schwarz oder grauschwarz gefärbt, glänzend oder matt, weich, ein Leiter der Elektrieität, schlechter Leiter für die Wärme. Der Kohlenstoff ist unschmelzbar. Silliman will Diamanten durchs Koall- gasgebläse zur anfangenden Schmelzung, Graphit und Anthracit aber zur vollkommnen Schmelzung gebracht haben; letzteres beweist aber nichts, da fremde erdige und metallische Theile in beiden Substanzen stets eingemischt sind; das erstere ist noch ziemlich problematisch! Hare will mittelst seines Deflagrators(einer starken Volta’schen Batterie) ganz reine(?) Kohle zur Schmelzung gebracht haben; sie war glänzend, glasig geworden, merklich hart und dicht. Man nimmt ferner an, dafs der Kohlenstoff‘ feuerbeständig sei, da- gegen spricht Davy’s merkwürdiger Versuch: er entlud eine grofse Volta’- sche Batterie mit Kohlenspitzen im luftleeren Raum, die Kohle ver- schwand allmählig während des Glühens und schlug sich an den Wän den der Glocke nieder; ähnliche Beobachtungen haben Hare, Silliman u. a. gemacht. Auch dürfte man aus der Verbindung des Wasserstofls, Sauerstoffs und Stickstoffs mit Kohlenstoif in Gasform folgern, dals letz- tier auch flüchtiger Natur sein müsse. Frisch ausgeglühte Kohlen haben, als poröse Körper, die Eigen- schaft, Gasarten und Dämpfe in ihre Poren aufzunehmen und zu ver- dichten. Diese Eigenschaft ist den porösesten Kohlen in einem höhern Grad eigenthümlich, als den minder porösen, weshalb auch natürlich gepulverte Kohlen sehr wenig absorbiren, da durchs Pulvern viele Poren zerstört werden, Je gröfser die Dichtigkeit des luftförmigen Körpers, je niedriger die Temperatur, desto gröfser ist auch bei gleichen Umstän- den die Absorption; verschiedne Luftarten werden jedoch in srölsrer Menge als andere von derselben Kohle verschluckt. Diese merkwür- dige Eigenschaft beobachtete zuerst Fontana; die neusten und sehr ge- nauen Versuche hierüber stellte Saussure*) an, und zeigte, dafs auch *) G, A, Ba. 47. 5, 113. nn 12:0 Eigenschaften der Kohlen.- andere poröse Körper, als Meerschaum, Asbest, Holz, Wollen-, Seidenzeug luftförmige Körper absorbiren. Am stärksten absorbirto Buchsbaumkohle. [Bei-11 bis 130 Temperatur und einer Barometerhöhe von 0,724 Meter (26 Zoll 8,95 par. Linien) verschluckte ein Volum frisch ausgeglühter Buchsbaurmkohle binnen 24 bis 36 Stunden: Ammoniakgas 90 Volum Oelbildendes Gas 35 Volum Salzsaures Gas 85» Kohlenstoffoxydgas 9,42» Schwefligsaures Gs 65> Sauerstoffgas 925» Schwefelwasserstoffgas 55» Stickstoffgas 75» Stickstoffoxydulgas 40» Wasserstoffgas 175»]. Kohlensaures Gas 5 Befeuchtet man die Kohle, nachdem sie sich mit Luft gefüllt hat, &0 gieht. sie einen proportionalen Theil jener Luftarten von sich. Bei der Absorption der Gase wird in Folge der sehr beträchtlichen Raumes- verdichtung, welche die Luftarien in den Poren der Kohle erleiden, Wär- me frei. Endlich mufs noch angeführt werden, dafs, wenn die Kohle mit irgend einer Luftart angefüllt ist, und man dieselbe darauf in eine andere Luftart bringt, welche in noch gröfsrer Menge von derselben verschluckt wird, die Kohle dann einen gewissen Theil der früher ab- sorbirten Luft entweichen lälst, und dafür von der andern Luftart einen proportionalen Theil bindet. Bei dieser Aufnahme in die Poren ge- schieht keine chemische Verbindung der Gasarten mit dem Kohlenstoff; Schwefelwasserstoffsas, in die Poren eingedrungen, wird dureh den Sauerstoff der Luft zersetzt, Wasser bildet sich, Schwefel scheidet sich in den Poren ab, und die Kohle wird sehr heifs. Bringt man solch eine Kohle in reines Sauerstollgas, so erfolgt manchmal eine Detonation. — Ein ähnliches Verhalten wie der Platinschwamm, vergl. oben Seite 99, [ Das beträchtliche Absarptionsvermögen der Kohlen und Hölzer für Was- serdampf war schon früher bekannt. Nach Alten und Pepys ab- sorbirt während einer Woche an Wasserdampf aus der Luft dem Gewicht nach: Kohle von Franzosenholz 9,6 Proc. Kohlevon Buchenh. 16,3 Proc. »» Kienholz 130>»»» Eichenh. 16,5» »» Buchsbaumholz 14,0»»» Mahagonyh.18,0» Dafs eine Absorption von Wasserdampf dem Verbrennen der Koh- len nicht nur nicht schadet, sondern eher nützlich ist, ist oben Seite 89 gezeigt worden.] Ausgeglühte Kohlen besitzen ferner noch eine zweite sehr wichtige Eigenschaft, nämlich farbige Stoffe, Extractivstolf, brenzliches Oel. rie- ehende Stoffe, verschiedne Salze und andere Substanzen aus Flüssigkeiten aufzunehmen. Die erste Entdeckung‘ dieser höchst nülzlichen Eigen- schade Iruliang, Mae al ul IM de nid; zur | nftkreich Trsuchen vo alte erg ale ein gl ich, Ihre Po ern le K is Graue i kommt alles Dispersion, 1 nanstaub, 6 Kullopulve, Is geninnt,$ wirkt Desonde liche, noch nie ohe in die II chenkohle entf ach Rohlensto ellirt für ich das Vorlandens: sen Zerthellne tlekolle durch Cerichtrerhät Sch, Ir like Kol nd Hhhlll, welch Ile bereit Klee it In Blukl] tell! orden 1 tr Ka eillm Ül er Then ehr en Dal], eulki 1-, Seide; hsbaumkal) 0,724 Met, ausgeglühte Volum In dd» ig 1,15-»] gefüllt hat, on sich, Bei hen Raumes. leiden, Wir. ı die Kohle rauf in eine ın derselben r früher ab- ‚uftart einen : Poren ge- Kohlenstoff: dureh den cheidet sich man solch Detonation, »n Seite 99, r für Was- Pepys ab- Luft dem 16,3 Proc. 16,5» h,18,0’ 1 der Kol oben Seile ir wichtig S Oel, ni Jüssigkeilt hen Big Eıgenschaften der Kohlen. 121 schaft der Kohle verdanken wir Lowitz 1790; er entfärbte dadurch In- digauflösung, Syrup, Safran- und Krappaulguls, machte faulgewordnes Wasser dadurch trinkbar! Kels und Schaub bedienten sich schon 1798 und 1800 des Kohlenpulvers, um Syrup, Honig und Runkelrübensaft zu reinigen; zur Zuckerraffination wurde die Holzkohle zuerst von Guillon in Frankreich angewendet, die Thierkohle von Figuier 1810. Aus den Versuchen von Payen mit verschiednen Kohlen haben sich folgende Re- sultate ergeben: alle Kohlen, sowohl von Thier- als Pflanzenstoffen, welche ein glänzendes, glasiges Ansehen besitzen, taugen zum Entfärben nicht, ihre Poren sind verstopft, sie können nicht gehörig absorbiren, wo- gegen alle Kohlen, welche ein mattes, erdiges Ansehen haben, eine ins Graue übergehende Farbe, ganz besonders hiezu sich eignen. Es kommt alles auf die Art der Zertlieilung des Kohlenstoffs(die chemische Dispersion, wie beim Platinschwamm) in der Kohle an, weshalb Dia- mantstaub, Graphitpulver gar nicht entfärben, dagegen das höchst feine Kohlenpulver, welches man bei der Bereitung des blausauren Eisenka- lis gewinnt, sehr stark entfärbt. Kohle mit Kali(Pottasche) geglüht, wirkt besonders stark entfärbend, letzteres scheint auf eine eigenthüm- liche, noch nieht erklärte, Weise die Wirksamkeit der Kohle zu erhöhen, ohne in die Mischung derselben einzugehen. Eine gut bereitete Kno- chenkohle entfärbt besser, als Holzkohle, obschon in der letztern viel mehr Kohlenstoff vorhanden ist; der phosphorsaure Kalk in der erstern entfärbt für sich nicht, sondern wirkt nur insofern mit ein, als durch das Vorhandensein desselben die Kohlentheilchen im Zustand der fein- sten Zertheilung sich befinden. Zieht man die Kalksalze aus der Kno- chenkohle durch Salzsäure aus, so gewinnt man zwar eine bei gleichem Gewichtsverhältnifs stärker entfärbende Kohle, als die Knochenkohle an sich, ihre stärkere Wirkung steht aber zur weit geringern Quantität des Kohlenstoffs in der Knochenkohle in keinem Verhältnifs. So wirkt auch Holzkohle, welche aus mit Kreide oder Bimmsstein vermischten Holz: theilchen bereitet wurde, besser als gewöhnliche Kohle. Stickstoffreiche Kohle entfärbt nicht besser, sondern schlechter, als stickstoffarme Kohle, denn Blutkohle entfärbt an sich weit weniger, als wenn sie mit Kali geglüht worden ist, welches durch Bildung von Cyan den Stickstoff aus der Kohle entfernt. Eben so wenig äufsern die anderweitigen Bestand- theile einer Thierkohle an und für sich entfärbende Kräfte, sie können eher selbst einen gewissen Grad von Färbung bedingen.— Ausgeglühte Braunkohle entfärbt mehr als gewöhnliche Holzkohle. Te a 122 Eigenschaften der Kohlen. [Folgende Tabelle, von Bussy”) entworfen, zeigt die entfärbenden Kräfte verschiedner Kohlen, ;) Quantität| Quantität„.|Entfär- Bezeichnung= s hr entfärb- 1 entfärb- E abet. bende de= E| ten Indig- ten Melas- a Kraft E SE auflösung.| senauflös. Kraft gegen angewendeten Kohlenarten.| 50| Ind.:1000| 1:20|,8°8e@| Me- .E Flüssiek.| VVasser. Indigo. lasse. Liter Liter Blut mit Pottasche kaleinirt| 1 1,6 0,18 50 20 »» Kreide» 1 0,57 0,10 18 11 »» phosphorsaur. Kalk kalcinirt 1 0,38 0,09 12 10 Gallertmit Pottaschekaleinirt| 1 1,15' 0,14 36 15,5 Eiweils»»» 1 1,08 0,14 34 15,6 Stärkemehl»» 1 0,34 0,08 10,6 8,8 Kohle aus essigsaurem Kalı 1 0,18 0,04 5,6 4,4 Kohlenstoff aus kohlensaur, Natron durch Phosphor| 1 0,38 0,08 12 8,8 Rus kalcinırt 1 0,128 0,03 4 3,3 » mit Pottasche kalcınırt| 1 0,55 0,09 15,2| 10,6 Konochenkohle mit Salzsäure u. Pottasche behandelt 1 1,45 0,18 45 20 Knochenkohle mit Salzsäure behandelt 1 0,060 0,015 1,87 1,6 Pflanzen- oder Thieröl mit phosphors.Kalk kaleinirıı 1 0,064 0,017 2 19 Knochenkohle 1 0,032 0,009 1 1.] Kocht man z. B. eine Indigauflösung, oder eine Abkochung von Roihholz mit einer hinlänglichen Menge fein gemahlner Knochenkohle, so wird erstere ganz farblos, letztere sehr blafsroth. Die Kohlentheil- chen haben nämlich die farbigen Stoffe nicht zerstört, wie Chlor und zum Theil die schweflige Säure wirken, sondern in ihre Poren aufgenommen; dies kann dadurch bewiesen werden, dafs man die Kohle nachher ab- wäscht, trocknet und wiegt, wodurch man eine Gewichtszunahme der angewendeten Kohlen finden wird; behandelt man endlich die gebrauchte Kohle mit einem schieklichen Auflösungsmittel, so zieht dasselbe die farbige Substanz unverändert aus der Kohle.— Payen hat ein Instru- ment erfunden, Decolorimetre, um die Entfärbungskraft der Kohlen zu messen“). ) v.d.G. 1823. 85. E76,*)D. t. Artikel„Decolorimätre.” Re Jule Fu d sale hh jlyorbire Fmilstof, ze Rafhnir Iıchers an ı(sche 2 Ir, um Mhnzensäure jlnzensaun [ist beka cine Spur 1 ınan entfernt entlerat die dieser wirt 1 tt, und dat auch. stinken Grund enpl dis Wasser| senste's Re Dıls Koh schon ingen| de Ele ein bereit sich geeidetsen feichert: wer Jane dick m verschlilse Stinkenden An par (Kann man die aulzen? Ns gebrauchte K ib meist gi Yemscht it, N Ölinder Ur du Ü benden Ki, den Me- >*| lasse, en, 0 120 8 1 R ı0 06 1/15 34 156 [0,6| 88 56| 44 2 8,8 BR) 3,2| 106 > 2 7| 16 19 11] chung. von pchenkohle, Cohlentheil or und zum (genommen; nachher ab- unahme der gebrauchte lasselbe die ein Insttu- - Kohlen 1 netre” visenschaften der Kohlen. 123 Man- bedient sich der Knochenkohle in den Zuckerraffinerien zum Entfärben der Zuckerauflösung; man setzt. hier nach Mafsgabe der Be- schaffenheit des Rohzuckers 5 bis 62, auch wohl 85 hinzu. Die Koh- len absorbiren nicht blos den Extractiv- und Farbstoff, sondern auch Eiweilsstoff, Gummi, Kalk, selbst etwas Zucker; sie werden sowohl zur Raffinirung des indischen Zuckers, als des Runkelrüben- und Stär- kezuckers angewendet, so wie zur Klärung von Honig u. a. sülsen Säf- ten(siehe Zucker). Man bedient sich der Kohlen zur Reinigung von Essig, um ihn farblos zu machen(siehe destillirten Essig); von andern Pflanzensäuren, als Sauerklee-, Weinstein-, Benzo&- und Bernsteinsäure, pflanzensauren Salzen, als essigsauren, weinsteinsauren Salzen u. a. m. Es ist bekannt, dafs der aus Holzessig bereitete Tafelessig meist noch eine Spur von brenzlichen Geschmack und Geruch besitzt, dieses kann man entfernen durch Digestion ‚mit gereinigter Blutkohle; stinkendes Oel entfernt die Kohle aus der Bernsteinsäure, dem fusligen Branntwein, dieser wird mit Holzkohlenstaub einige Tage lang digerirt und geschüt- telt, und dann noch über Kohlenpulver abdestillirt. Eben so kann man auch stinkendes Wasser reinigen,(siehe beim Wasser). Aus diesem Grund empfahl Berthollet die Falsdauben innerlich zu verkohlen, um das Wasser bei Seereisen vor der Fäulnils zu bewahren, was auf Kru- senstern’s Reise um die Erde erprobt wurde. Dafs Kohlenpulver organische Körper vor der Fäulnils bewahrt, ist schon länger bekannt gewesen, weshalb man alle Pfähle verkohlt, die in die Erde eingeschlagen werden; die fäulnifswidrige Kraft der* Kohlen beweilst sich dadurch, dafs Fleisch, Thiercadaver,(welche vorher aus- geweidet sein müssen), mittelst Kohlenpulver vor der Fäulnils Monate lang gesichert werden können, wenn man sie mit frisch ausgeglühtem Koh- lenpulver dick belegt, und in mit Kohlenstaub ausgefütterten, luftdicht zu verschliefsenden Gefälsen aufbewahrt.—(Selbst beim Brand und stinkenden Ausflüssen krankhafter Natur leistet frisch ausgeglühtes Koh- lenpulver gute Dienste.) [Kann man die einmal gebrauchte Kohle wieder zu demselben Zweck be- nutzen? Man hat sich vielfältig bemüht, die bei der Zuckerraffination gebrauchte Kohle wieder zu demselben Zweck anwendbar zu machen, aber meist sind die dazu erforderlichen Prozesse kostspieliger, als die Anschaffung neuer Kohlenmengen! Denn wenn ınan so verfahren wollte, dals man die gebrauchte Kohle, welche, aufser jenen oben angegebnen Stoffen, auch noch mit geronnenem Blut(indem man Blut zusetzt) vermischt ist, mit WVasser abwäscht, ausprelst, trocknet und in eiser- nen Cylindern glüht, so würde man, da durchaus nicht alles freradar- tige dureh das warme Wasser aus der Kohle entfernt wird, was sie 124 Kohlenstoffoxydsas.| aufgenommen hatte, eine glänzende, wenig oder gar nicht brauchbare u Kohle erhalten. WVenn man dagegen die genutzte Kohle gähren läfst,“. dann mit WVasser auswäscht,(oder mit Pottasche mengt) trocknet und are glüht, so gewinnt man fast eben so gute, selbst noch besser als vorher| find dur entfärbende Kohle, Payen; aber diese ist viel zu kostbar, um ange-| h ir wendct werden zu können. Gewöhnlich nutzt man die bei der Raffı- en,> nation des Zuckers gebrauchten Kohlen zur Darstellung eines ordinären Ionen] Syrups durchs Ausziehen mit Wasser und Abpressen; die dabei übrig| ah bleibenden Kohlenrückstände werden als Dünger gebraucht.— Siehe den higrfen Artikel„Charbon animal, Ch. de bois,’ im D. t.T. 5. p. 3. 13. P, ch. Anbıdie E. Vol. I. p. 365. 418.] Yale Da der Kohlenstoff den Einwirkungen sämmtlicher Alkalien, mälsig und Kollı starker Säuren, des Chlors widersteht, so ist er ein Mittel, um unzer- mit. eonce störbare Tinte zu verfertigen, zu welchem Endzweck man die möglichst reinste Kohle mit einer schicklichen Flüssigkeit mengt,. Man hat feine Tusch mit Salzsäure behandelt, und damit geschrieben, die Säure dann mit einem Alkali abgestumpft.(Leidet dabei die Festigkeit des Pa- piers nicht?) Auf dieser merkwürdigen Eigenschaft des Kohlenstoffs beruht die Möglichkeit, alte vergelbte Drucke, Kupferstiche zu bleichen, indem nur allein das vergelbte Papier weils wird. Der Kohlenstolf verbindet sich mit Sauerstoff in 5 Verhältnissen. erzeugt WI Endlich der Kohlen schen Suhsta von Kollen I nen Sauersto Dis Koll aus Kreide un 1) Honigsteinsäure, Aeide mellitique, mellitic acid, ist nach den srlsches neusten Untersuchungen von Wöhler und Liebig eine Verbindung von nefe 50,47 Kohlenst. und 49,53 Sauerst. ohne VVasserstolf, so dafs sie& hard gentlich hier einen Platz verdiente, sie wird aber später in der Che-! Ki mie organischer Körper abgehandelt werden. vis am 2) Krokonsäure, Acide crocique, von Gmelin entdeckt, bildet sich ddl, bei der trocknen Destillation von kohlensaurem Kali mit Kohle— bei| grmenet, Es I der Darstellung des Kaliums—.| Il Kal Sie krystallisirt in pomeranzenfarbnen Nadeln, wird beim Erhitzen Up mit Wise und freiem Zutritt der Luft zerstört, besteht aus 48,8 Kohlenst. und de 51,2 Sauerst., löst sich in Wasser und Weingeist leicht auf. Gmelin ; K 5 Sauetfkel, nimmt noch 0,77% WVasserstolf in derselben an.]\ | Sie mie 3) Kohlenstoffoxyd ist gasförmig, heifst daher auch Kohlen- I grhile ber stoffoxydgas, Gas oxide de carbone, carbonic oryde, von Priestley| Schrelcun entdeckt, von Cruickshank 1801 genauer bestimmt, kommt nicht in der I Can Nälee, Natur vor, sondern wird künstlich dargestellt. Man mengt kohlensauren| Di Ko Kalk(Marmor-Kreidepulver), mit} Kohlenpulver, und glüht das Ge-| I, taronje meng; hiezu kann man ein Flintenrohr, welches an einem Ende ver- Kin hl, Mi stopft ist,(siehe den Apparat Tafel I. Fig. 29);"oder eine keine eiserne, Te oder irdne Retorte gebrauchen. Da aber das Gas mit unzerlegt geblieb- ke, nem kohlensauren Gas vermengt ist, so leitet man das gasförmige Pro- Melden, N brauchbar gähren lit, trocknet und er als vorher 7} Um ange- bei der Rah nes Ordinären ° dabei übrig — Siehe den . 13. Pd lien, milk , Um unzer- lie möglichst m hat fein Säure dann ceit des Pı. Kohlenstoff zu bleichen, ältnissen, t nach den indung von lals sie e- n der Che- bildet sich Ile— ba ı Erhitzen ılenst. und f, Gmelm Kohlen- Priestley cht in der hlensauren t das Ge- Ende ver- 18 eiserne, el gehlieh mige Pro Kohlenstoffoxydgas, kohlensaures Gas. 4125 duct durch Kalkmilch, welche die Kohlensäure verschluckt; hiezu be- dient man sich theils einer Flasche vom Woulf’schen Apparat, theils einer Flasche wie in Fig. 8 Tafel 1. [Es wird durch die Hitze aus dem kohlens. Kalk die Kohlensäure entbun- den, durch den glühenden Kohlenstoff der Hälfte ihres Sauerstoffs beraubt, wodurch sowohl aus der Kohlensäure, als auch aus dem Koh lenpulver Kohlenoxydgas wird. Eben so wird auch bei der Reduc- tion von Metalloxyden mittelst Kohlen stets Kohlenoxydgas erzeugt, so bei grofsen hüttenmännischen Operationen. Man kann auch noch da- durch dieses Gas erhalten, dafs man mit concentrirter Schwefelsäure Sauerkleesäure erhitzt, welche sich in gleiche Raumtheile kohlensaures und Kohlenoxydgas zersetzt; oder man erhitzt ein ameisensaures Salz mit concentrirter Schwefelsäure, wodurch Kohlenoxydgas und WVasser erzeugt wird.] Endlich mufs noch bemerkt werden, dafs bei jedem Verbrennen der Kohlen und Kohlenstoff enthaltenden vegetabilischen und'animali- schen Substanzen sich Kohlenoxydgas bildet, z. B. beim Verbrennen von Kohlen in Kohlfeuern, auf Herden, selbst beim Verbrennen im rei- nen Sauerstolfgas, wenn nicht ein starkes Zuströmen stattfindet, Das Kohlenstoffoxydgas ist farblos, geruch- und geschmacklos,(das aus Kreide und Kohlen dargestellte hat einen stechenden, übeln Geruch). speeifisches Gewicht 0,97, 100 Kubikzoll wiegen 0,1541 preufs. Loth, 1 Kubikfuls 2,664 Loth; Brechungsvermögen 1,157, Es verbrennt an der Luft angezündet mit hellblauer Flamme, und verzehrt die Hälfte seines Raums Sauerstollgas, Product kohlensaures Gas; geathmet erregt es Schwindel, Betäubung, Ohnmacht, selbst mit atmosphärischer Luli gemengt. Es besteht aus: 43,32 Kohlenst. und 56,68 Sauerst., oder aus 1 Vol. Kstoffdampf, und 0,5 Vol. Sstoffgas; es verbindet sich sehr we- nig mit Wasser, dieses nimmt etwa=!;/auf, aber mit Chlorgas. 4) Die Sauerkleesäure, Acide oxaliqgue, oxalic acid, steht ihrem Sauerstoffgehalt nach zwischen dem Kohlenstofloxyd und der Kohlen- säure mitten inne, und kann als aus beiden zu gleichen Raumtheilen gebildet betrachtet werden, denn sie wird durch heifse concentrirte Schwefelsäure in beide Gasarten zerlegt.— In der organischen Chemie das Nähere.— 5) Die Kohlensäure, das kohlensaure Gas, acide carboni- que, carbonie acid,(fixe: Luft, Lultsäure), wurde von Yan Helmont im I7ten Jahrh. von der atmosphärischen Luft unterschieden. Sie findet sich stets in der atmosphärischen Luft, 0,001 des Gewichts derselben betragend; ihr Vorhandensein kann man durch Kalkwasser ermitteln. welches in Berührung mit der Luft kohlensauren Kalk absetzt. Kohlen- u 126 Kohlensaures Gas, Vorkommen desselben. saures Gas wird in vulkanischen Ländern aus dem kohlensauren Kalk der Gebirgsformation vermöge des vulkanischen Feuers entbunden, Mo- fetten, in der Nähe des Vesuvs; es findet sich in der sogenannten Hundsgrotte zu Pausilippo bei Puzzuoli, wo es zunächst dem Boden sich ansammelt, ferner in mehrern andern Höhlen im Neapolitanischen; selbst in Deutschland sind solche, Höhlen, zu Pyrmont, in den Rhein- gegenden, am Laacher See giebt es Gruben in denen es sich ansam- melt; oft kommt es aus Quellen in steten Strömen hervor, so zu Fran- zensbrunn bei Eger im Polterbrunnen, bei Trier, bei Byrresborn. Es findet sich auch in Schächten, und wird saure Wetter genannt. [Neuerdings hat Bischoff angefangen, das natürliche kohlensaure Gas von Burg Brohl, am Laacher See, zur Fabrikation von Bleiweils anzuwenden.] Sehr häufig kommt kohlensaures Gas an Wasser gebunden vor; so enthält jedes Brunnenwasser solches Gas(vergleiche oben Seite 102), und hat davon einen erfrischenden Geschmack, behält es auch desto länger in sich, je mehr es vor dem Eindringen der Wärme und Kälte geschützt ist, widrigenfalls es sich entbindet, wie z. B. in dem Flufs- wasser. Nicht selten finden wir aber Quellen, welche ein mit Kohlen- säure sehr reichlich geschwängerles Wasser geben, diese nennt man Sauerbrunnen, und die Wasser Säuerlinge. Hierher gehört das weltberühmte Selterswasser, von Selters an der Lahn, im Her- zogthum Nassau, von welchem eine sehr grolse Menge Flaschen ( 2,500,000) jährlich verkauft werden. ungeachtet dafs noch weit mehr in Europa nachgebildet wird. Auch zu Roisdorf bei Alfter un- weit Bonn, zu Bilin in Böhmen, zu Rohitsch in Oesterreich, zu Pyrmont und Kissingen giebt es ähnliche Säuerlinge, u. a. a.©. m, Kohlensau- res Wasser löst kohlensaure Erden und Metalloxyde auf, als z.B. kohlen- sauren Kalk, Magnesia, Eisen- und Manganoxydul; Wasser, welche Ei- sen enthalten, nennt man Eisen-(oder Stahl-) Wasser, sie haben kohlensaures Eisenoxydul durch die Kohlensäure des Wassers gelöst. Zu diesen zählt man das Wasser von Karlsbad*, Teplitz*, Franzensbrunn bei Eger, Marienbad in Böhmen, Fachingen, Geilnau, Driburg, Pyr- mont, Ems” am Rhein, Langenschwalbach, Wifsbaden* in Nassau, Ba- den* in Baden, Cudowa, Reinerz in Schlesien etce., aulserdem noch eine grolse Zahl anderer Quellen, von denen ich nur noch Spaa in den Nie- derlanden nennen will. Endlich kommen auch häufig kohlensaure Salze in der Natur vor, als z. B. kohlensaures Natron, Baryt, Sironlian, Kalk, Eisen-, Mangan- oxydul, Zink-, Kupfer-, Bleioxyd etc. *) Die mit* bezeichneten Daelen sind heifse, » F} n. ag Ei: es ae 5 a Kıllastar U Dim‘) 60 ln neh eb Ai vet MN dr Kohle fr den At uns Gas gebi zit, kann mm 4 Rılr in Ra are Kalk Bill ar, der Fäuln lung eizubr | ung bestelt), uures Gas bei Verbrennen der Aunford die De sch any, m Man stellt d ensauren Kalls) dar, und fur 6 Darstelng de väglihe, al Bingen m Gas ans denslb invershlonen, | eng von Blei | Dh bohlensay Serich, vülhet Han lich gen de IK lh ehe, nen Drul" A bad, en Sri], Beth en ) Apparate 1 Cut{U de Morn T j h Morver = = FR zZ> E— Be Qsauren Rıll bunden. N. Sogenannten dem Boden olitanischen: den Rhein- sich ansam- so zu Fran. 'esborn, Es enannt, ure Gas von anzuwenden| ıden vor: sı | Seite 10) auch dest » und Kält mit Kohler- nennt ma gehört das 1, im Her- ® Flaschen noch weit Alfter m- u Pyrmont Kohlensau- B. kohlen- velche Ei- sie haben ers gelöst. zensbrunn rg, Pyr- assau, Da- noch eine den Nie- Vatur vor, ‚ Mangar- Kohlensaures Gas, Darstellung desselben. 427 Kohlensäure wird erzeugt durchs Verbrennen des Kohlenstoffs.(des Diamanten*) so gut, wie des Lampenrufses); merkw ürdig ist, dafs dem Volum nach eben so viel kohlensaures Gas sich bildet, als Sauerstoffgas dabei verzehrt wurde; bei dem gewöhnlichen Verbrennen des Holzes und der Kohle erzeugt sich jedoch noch viel Kohlenstoffoxydgas mit. Durch den Athmungsprozels der Menschen und Thiere wird kohlen- saures Gas gebildet. Dafs die ausgeathmete Luft viel kohlensaures Gas enthält, kann man dadurch sehr einfach beweisen, dafs man Luft durch ein Rohr in Kalkwasser bläst; sogleich wird dieses trüb, und kohlen- saurer Kalk fällt nieder. Kohlensäure ist ein Produkt der weinigen Gäh- rung, der Fäulnifs,(bei der Essiggährung scheint nur dann Kohlensäure- bildung einzutreten, wenn gleichzeitig mit ihr noch die weinige Gäh- rung besteht). Bei der Gährung und dem Athmen bildet sich kohlen- saures Gas bei einer sehr niedrigen Temperatur, indem sonst nur beim Verbrennen der Kohle kohlensaures Gas entsteht: jedoch hat schon Rumford die beohachtung gemacht, dafs Kohle mit der Länge der Zeit sich oxydirt, und kohlensaures Gas erzeugt. Man stellt das kohlensaure Gas durch Zersetzung des Marmors(koh- lensauren Kalks) mittelst verdünnter Schwefelsäure(oder Salzsäure) dar, und fängt es über Wasser auf; der Apparat ist derselbe, wie zur Darstellung des Wasserstoffgases, Fig. 15 Tafel I.; Marmor ist weit vorzüglicher, als Kreide, denn letztere enthält in der Regel fremde Beimengungen organischer Natur. Im Grofsen erzeugt man kohlensaures Gas aus denselben Materialien, auch durchs Verbrennen von Kohlen in verschlolsnen, mit einem Blasebalg versehenen Oefen, z. B. zur Be- reitung von DBleiweils. Das kohlensaure Gas ist farblos, riecht säuerlich, stechend. schmeckt säuerlich, röthet feuchtes, aber nicht trocknes Lackmuspapier, die Rö- thung ist jedoch nur vorübergehend, specifisches Gewicht 1,524: es wie- gen daher 100 Kubikzolle 0,2422 Loth, und 1 Kubikfuls 4.1859 Loth; Lichtbrecehungsvermögen 1,526, relative Wärme 0,828, Es wird durch einen Druck von 40 Atmosphären tropfbar flüssig, zu einer mächtig ver- dampfenden, explodirenden Flüssigkeit**); es ist nicht athmenbar, erregt Schwindel, Betäubung, kann jedoch 15% der Luft ausmachen, ohne’ le- *) Apparate zum Verbrennen des Diamanten haben Allen und Pepys; Guyton de Morveau angegeben, siehe Thenard TraitE de chimie, T. V. Tabl. XXV.1. Brande Manual of chemistry, Vol. 1. p. 425. ") Brunel hat in England auf eine Maschine ein Patent genom- men, welche durch diese Flüssigkeit, statt Wasserdampf, bewegt werden soll, eine Art Gas engine; siehe D, p, J, Ed. 20. 3. 209. 5 128 Eigenschaft d. kohlensauren Gases, künstliche Säuerlinge. bensgefährlich zu wirken; es ist nicht brennbar, in ihm verlöschen brennende Körper. [Man hüte sich daher in Keller zu gehen, worin viel Most und Bier gährt, ohne dafs das schädliche Gas entfernt wird, sonst kann man ersticken, wie leider viele Beispiele beweisen; dies läfst sich durch eine geregelte Ventilation’ vermeiden.(Um zu sehen, ob an einem Ort eine Luftart in Menge sich findet, welche dem Athmen nachtheilig ist, rathet man gewöhnlich ein brennendes Licht an eine lange Stange zu binden und hinein zu halten, an dessen Verlöschen man abnehmen kann, dafs die Luft zum Unterhalten des Brennens, und somit auch des Athmens, nicht tauglich sei. Dies ist jedoch nur in so fern ohne Gefahr anzuwenden, als die schädliche Luft nicht zugleich auch brennbar ist, wie Kohlen- wasserstoffgas, denn dieses würde sich dadurch entzü::den und detoniren,) Dafs man sich des kohlensauren Gases zum Löschen brennender Schorn- steine bedient, ist bereits oben Seite 89 angegeben worden, denn das Feuer wird erstickt, wenn man den Schornstein verschlielst, indem das erzeugte kohlensaure Gas das Verbrennen behindert.] Die Kohlensäure besteht aus: 27,65 Kohlenst. und 72,35 Sauerst.. oder aus gleichen Volum Kstolfdampf und Sstoffgas; sie wird durch elektrische Funken in Kohlenstoffoxyd- und Sauerstoffgas zerlegt, eben so durch Kalium, Silicium, Bor, Phosphor, welche sich unter Ab- scheiden von Kohlenstoff oxydiren;(Methoden Kohlenstoff rein darzustel- len siehe oben Seite 119.) Das Wasser nimmt bei der mittlern Lufttem- peratur ein gleiches Volum kohlensaures Gas auf, bei niederer Tempe- ratur und vermehrter Dichtigkeit des Gases mehr; man hat es bis zum sechsfachen Gehalt getrieben. Die Bedingungen zu einer reichlichen Absorption sind vorn Seile 7 angegeben. [Zu diesem Zweck sind in neuerer Zeit verschiedne Apparate erfunden worden, von welchen wir folgende nennen wollen, den von Bramah*), Cameron“), Struve*"”), Ravizzat), von Planche, Boullay und Bou- det-+f); der Struve’sche Apparat ist im preufsischen Staat patentirt. Bei allen diesen mehr oder minder zusammengesetzten Vorrichtungen ist künstliche Verdichtung des entwickelten und mittelst VWVasser gewasch- nen Gases die Hauptsache; sie geschieht theils durch das Gas selbst, welches mit grofser Schnelligkeit sich entwickelt und sich dadurch ver- dichtet, theils, und ganz besonders, durch Druckpumpen. Das Wa- schen ist deshalb nothwendig, um zu verhüten, dafs Schwefelsäure mit fort- H):.DP.1..80.10° 880, 1). D7P.72800207° 517533, *#)'Das, Bd. 14, S! 192, tt) Das, Bd, 21. S. 501,— Siehe d.D. *4*) Das, Bd, 18, Ss. 173, t, T. VII, pP, 308. Artikel„Eau minerale.” ee Cm or: a nn fongense 1 18 gun, WIN woher Infıd I Ahsorpti Slmswasser sırden ste le Insure 6a$, 17) anzusami) indem Master selbst schneid Die Säuenl enschalten: | uch, von den inerlich, hl yhäumen. beim \sshe gänlil Wasser kohlensı summenziehender selzen an der In ches sh almäh] her pin, ui ameic Insanre Usaoyy 1 ich enhindet dılin On übe, | A mo das Was | Ir Oder dh, ln endch das NS Ammoniak zu Schrein, du is bau und Tan day Way, Nasen, und yet hin un | len( "la Get ul) ken Sluerligge hun verlösch Ind Bier gähnt, Man ersticken, eine geregelt: eine Luftan , Tathet man binden und nn, dals die thmens, nich! anzuwenden, wie Kohlen ind detoniren,) ender Schorn- en, denn du st, indem dı 3 Sauent, wird dur erlest, ei h unter Ah in darzuste ern Luftten. erer Temp: es bis zın reichlichen te erfunden Bramah') y und Bau at patentirt chtungen is er gewasch- Gas selbst, ladurch ver- Das Wh (elsäure mi for! Siehe d,) en" y mineral Süuerlinge. 129 fortgerissen ın das WVasser gelangen; das VWVasser mufs reines destillir- tes sein, wird durch Eis kalt erhalten, und durch einen Quirlapparat, welcher luftdicht durchs Mischungsgefäfs hindurchgeht, zur Beförderung der Absorption umgerührt. Beim Füllen der Flaschen mit künstlichem Selterswasser ist darauf zu schen, dafs sie möglichst gefüllt seien, sonst werden sie leicht zerspringen; im ersten Fall findet nämlich das koh- lensaure Gas, welches sich entwickeln will, keinen Raum sich irgend wo anzusammeln. Eine Maschine zum Korken der Flaschen hat unter andern Masterman angegeben*), eine andere Röber**), die die Pfropfen selbst schneidet.] Die Säuerlinge, sowohl natürliche, als künstliche, haben folgende Eigenschaften: sie sind farblos, haben einen stechend-säuerlichen Ge- ruch, von dem sich stets entbindenden kohlensauren Gas, schmecken säuerlich, kühlend, röthen Lackmuspapier, aber nur vorübergehend; sie schäumen beim Ausgielsen, und lassen viel Gas entweichen, verlieren dasselbe gänzlich durchs Erwärmen und Gefrieren. Enthalten solche Wasser kohlensaures Eisenoxydul, so besitzen sie einen lintenhaften, zu- sammenziehenden Geschmack, vorher aber einen säuerlich- kühlenden, setzen an der Luft ein Häutchen von kohlensauren Eisenoxydul ab, wel- ches sich allmählig oxydirend in den Regenbogenfarben schillert, und als Eisenoxydhydrat, Ocker, niederfällt; indem nämlich das kohlensaure Gas allmählig entweicht, mufs sich das nur durch dasselbe auflösliche koh- lensaure Eisenoxydul abscheiden, und zwar an der Oberfläche, wo je- nes sich entbindet. Durch den Sauerstoff der Luft geht das Eisenoxy- dul in Oxyd über, welches mit Wasser verbunden Ocker bildet; über- all, wo das Wasser hinläuft, setzt es Krusten von gelben, oder gelb- braunen Ocker ab. [Man entdeckt das Eisen, wenn man zu solchem Wasser hydrothionsau- res Ammoniak zusetzt, wodurch ein schwarzer Niederschlag entsteht, Schwefeleisen; durch Galläpfeltinctur, welche eine purpurrothe, schnell ins blaurothe und blauschwarze übergehende Färbung erzeugt. Kocht man das Wasser mit Salpetersäure, oder erwärmt es gelind mit Chlor- wasser, und setzt dann Ammoniak im Ueberschufs hinzu, so fällt Eisen- oxydhydrat in braunen Flocken nieder etc.; vergleiche vorn Seite 104.] Kohlensaures Gas wird auch von Alkohol verschluckt, und ist in geistigen Getränken, welche nicht vollständig ausgegohren haben, als im Champagner, den moussirenden Bieren enthalten, wovon später mehr. Benutzung des kohlensauren Gases von der Gährung der Maische, zur Bereitung von Bleiweils mittelst basisch essigsauren Bleioxyds, oder ee ne, )D.p.13,B4.19, s, 15.*) v,d, 6. 1830, S, 150. T. 9 150 Kohlenwasserstoffgas. Bleiplatten; zur Darstellang doppelt kohlensaurer Salze, indem man das Gas in Auflösungen von neutralen kohlensauren Salzen leitet.— Die kohlensauren Salze, Carbonates, sind farblos, theils krystal- linisch, theils erdig, bald sauer, hald neutral, brausen mit Säuren, indem das kohlensaure Gas entweicht. Die sauren sind sämmllich, die neutra- len nur zum Theil in Wasser löslich; erstere enthalten theils 1%, theils mal so viel Kohlensäure, als letztere. Der Kohlenstoff giebt mit Wasserstolf mehrere Verbindungen, wel che sämmtlich Producte der Entmischung organischer Körper sind. 1) Kohlenwasserstoffgas, Gas kydrogene proto-carbon£, Bihy- droguret of carbon, Sumpfluft, Gas inflammable des marais, erzeugt sich überall wo organische Materien faulen, in Sümpfen, Morästen, ste- henden Wassern; es dringt aus dem Erdboden hervor, wie z. B. an vielen Orten am nördlichen Abhang der Appenninen bei Velleja, Pietra Mala, Barigazzo, zu Macaluba in Sieilien, es treibt ein schlammiges, oft salziges Wasser empor, weshalb man diese Orte Salzes nemn!. Neuerdings hat man solches Gas in Siebenbürgen bei Kis-Saros, in den Szlälinaer Steinsalzgruben gefunden. Zu Rheina an der Ems giebt es eine fortdauernde Gasentwickelung aus einem verlalsnen Gruben- schacht. Man pflegt an jenen Orten das brennbare Gas anzuzünden, und benutzt die Hitze, die es giebt, zum Kalkbrennen, zum Betrieb von Töpfereien ete., auch zur Beleuchtung, obschon es hiezu nicht beson- ders tauglich ist. Es findet sich auch in Steinkohlengruben, erfüllt die Stollen und ist, wenn es sich in Menge ansammelt, sehr gefährlich; wegen der fürchterlichen Explosionen, die es bedingt, nennen es die Bergleute schlagende Wetter, feurige Schwaden, Fire damp. üs dringt aug den Klüften der Steinkohlenflötze hervor, und bläst oli mit Macht Tage lang aus, erfüllt den ganzen Raum im Schacht; die Art und Weise der Erzeugung dieses Gases im Innern der Erde ist noch räthselhaft. Eben so hat man beobachtet, dafs es sich in den Stein- kohlen erzeugen kann, indem solche in Magazinen und in Schilfen ein explodirendes Gas entwickeln.(Fälle der Art sind nicht selten.) Man kann das Gas aus Sümpfen auffangen, wenn man den Morast umrührt, und in mit Wasser gefüllten Flaschen, die mit einem Trichter versehen sind, die sich entbindenden Gasblasen aufsammelt. Das so er- haltne Gas enthält aber noch kohlensaures Gas, auch wohl etwas Stick- gas, ersteres entfernt man durch ätzendes Kali.— Bei einer jeden trock- nen Destillation organischer Körper wird Kohlenwasserstoffgas erhalten, es ist jedoch stets mit ölbildendem Kohlenwasserstoffgas, kohlensau- rem und Kohlenoxydgas, selbst Waässerstoffgas, besonders bei höhern Temperaturgraden, vermischt.. Man pllegt es so darzustellen, dafs man 4.) K Juri dan Kollamasser ya glihend zur er ein ılan die Sun ll man di Iinwasserstof durch. ätzend wodurch sid Gas kınn di Chlorgas n0 Gefahr obw Dis Koll slsches Gern ud 1 Kubikluk Öremmbar, und dis doppelte V Waserlapl; ment. Schvind There sl, ader a 1 Vol Dinkelrahelhh sich abschedend nach al, Da die 6; Athen. somol 1 ll 1 einlreenden I Io mind. lat ı FM Di Dat) Sicherhei] Di Pc, alı 1 der Flamme! Nie oh de N | Dragon, Gen) Dre 9 i) Da, q "ert> dns Ww af Welh al den enel tund 7'R ndem man| leitet,— theils kıvst) Sinren, indkr ‘h, die nentn heils 15, theil indunsen. wı per sind, -carbone, Bil, marais, ern MN Morästen. si ) wie 7], Vellena,} in schlann; e Salzes ın 1s-Saros. f der Ems&ı lalsnen Gn) Gas anzuzin zum Betrieb zu nicht be ıben, erlill sehr gefihrl ‚nennen®| en, Fire din *, und Il m Schach; er Erde ıtı I in den St | in Schilke: t selten.) man den Ir einem Tri! elt, Dass! il etwass! yer jeden IN offgas erh as, kohle 18 bei hör Ilen, dab’ Kohlenwasserstoffgas, Daoy’s Sıcherheitslampe. 131 durch ein dunkelroth glühendes Porzellanrohr, oder Flintenlauf ölbildendes Kohlenwasserstoflgas langsam durehstreichen läfst, oder man leitet durch einen glühenden Flintenlauf(Tafel 1. Fig. 29) Alkoholdämpfe, wodurch man aber ein Gemeng von den oben angegebnen Gasen erhält, in wel- chem die Sumpfluft etwa die Hälfte ausmacht. [Will man dieses Gasgemeng so viel wie möglich trennen, und das Koh- lenwasserstoffgas absondern, so scheidet man das kohlensaure Gas durch ätzendes Kalı ab, zersetzt das Kohlenoxydgas durch Kaliym, wodurch sich Kalı bildet und Kohlenstoff abscheidet; das ölbildende Gas kann durch Chlorgas entfernt werden, aber leicht bleibt dann Chlorgas noch überschüssig, wobei auch wegen des WVasserstoffgases Gefahr obwaltet, wenn das Gasgemeng dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Das Kohlenwasserstoffgas ist farblos, riecht sehr unangenehm, spe- eifisches Gewicht 0,559, es wiegen daher 100 Kubikzolle 0,0889 Loth und 1 Kubikfufs 1,5353 Loth, das Liehtbrechungsvermögen 1,504; es ist brennbar, und verbrennt mit einer matten. gelblichen Flamme, verzehrt das doppelte Volum Sauerstoffgas und erzeugt kohlensaures Gas und Wasserdampf; es bedingt in grolser Menge mit atmosphärischer Luft ge- mengt Schwindel, Brustbeklemmung, rein geathmet tödtet es kleine Thiere sogleich. Es besteht aus: 75,38 Kohlenst. und 24,62 Wasserst,, oder aus 1 Volum Kstdampf, und 4 Volum Wsigas; es wird durch Dunkelrothglühhitze, durch elektrische Funken, in Wasserstoffgas und sich abscheidenden Kohlenstoff zersetzt; Wasser nimmt 7; dem Raum nach auf. Da dieses Gas in Kohlengruben häufig gefunden wird; und den Arbeitern sowohl durch das beschwerliche Atlımen, als auch wegen der oft eintretenden Explosionen durch die Grubenlichter, sehr nachthei- lig wird, so hat man vielerlei Mittel versucht, dieses Uebel zu beseiti- gen, bis Davy*) seine glückliche Entdeckung machte, die Erfindung der Sicherheitslampe,. Safety Lamp for coal miners, Lampe de sürete. Das Princip, auf welches sich dieses Instrument gründet, ist die Lehre von der Flamme und der Wirkung der Metalldrahtgewebe auf dieselbe, (siehe oben Seite 81). [Das Drahtgewebe ist von zo bis 75 englischen Zoll starken Kupfer-(oder Eisen-) Draht, die Oeffnungen müssen nie weiter sein als 30 Zoll im Geviert; das Gewebe, dessen Davy sich bediente, hatte 784 Oeffnun- gen auf.den' engl. Quadratzoll.: Aus solehem Gewebe wird: ein 1% Zoll weiter und 7 Zoll langer Cylinder gefertigt, nicht weiter, sonst wird *) Davy, on the safety lamp for coal miners, with some researches on flamme, London 1818, im Auszug in G. A, Bd, 56. S, 112, 9* Br 132 Daoy’s Sicherheitslampe. er Sn zu heils; überhaupt ist es vorsichtshalber nöthig, die obere Hälfte und den Deckel am Cylinder von doppeltem Gewebe zu machen. Durch eine Schraube, an welche das Drahtgewebe vermittelst eines dichten Rings befestigt ist, wird der Cylinder mit dem Oelbehälter der Lampe verbunden; durch diesen geht ein Draht zum Putzen des Doch- tes wasserdicht hindurch.(Siehe die Abbildung Fig. 17 Tafel U.) a, a ist der Oelbehälter 14 Zoll hoch, b, b die Röhre zum Einfüllen des Oels, mit messingnem Stöpsel, c,e ist die blecherne Dülle für den Docht, d ist der wasserdicht durch den Oelbehälter gehende Draht zum Stören des Dochts, e, e ist der Ring mit Schraubengewinde, auf welchem der Drahtgewebecylinder f befestigt ist, so wie auch 3 starke Drähte&, 8,&, die zur Befestigung und Sicherung dienen. A ist eine Spirale'aus Platindraht, welche Davy vorschlug, um beim Verlöschen der Lampe noch durchs Erglühen Licht zu verbreiten, vergleiche vorn Seite 91.] Bringt man diese Lampe mit brennendem Docht in eine Atmosphäre von schlagenden Wettern, so vergrölsert sich sogleich die Flamme; ist dieser Luftart„4 in der Atmosphäre, so erfüllt eine schwach blaue Flamme den ganzen Cylinder, innerhalb welcher der Docht hell und glänzend fortbrennt. So wie die schlagenden Weiter 5 bis+ der Luft- menge ausmachen, verliert sich die Flamme des Dochts in der Flamme der brennbaren Luft, die dann den Cylinder mit sehr starkem Licht er- füllt; bei einem Gehalt von#4 an jenem Gas geht die Lampe aus, dann ist aber auch die Luft zum Athmen nicht mehr tauglich. Soll die Flamme der brennenden schlagenden Wetter im Cylinder ausgelöscht werden, so braucht man nur ein Futteral über denselben zu decken. Niemals darf der Cylinder in der Grube abgenommen werden, sonst er- folgt auf der Stelle eine fürehterliche Explosion; eben so dürfen auch nirgends am Cylinder gröfsere Oeffnungen oder ausgebrannte Stellen im Gewebe sich befinden,— Man pflegt auch wohl eine Halblinse, in eine verschiebbare Metallplatte gefalst, an den Drähten g, g des Cylinders an- zubringen, um das Licht concentrirt auf einen gewissen Punkt zu werfen. Der Gebrauch dieser Sicherheitslampe ist in England, Schottland, Frankreich, den Niederlanden, den preufsischen Kheinprovinzen, Ame- rika etc. eingeführt, Nicht allein in Kohlengruben gegen schlagende Weiter sind diese Lampen sichernd, sondern auch gegen die gefährlichen Entzündungen des Pulverstaubs in Pulvermagazinen*), Laboratorien der Artillerie, des Spiritusdampfes in Brennereien,, und Branntweinniederla- gen, kurz überall sind sie anwendbar, wo brennbare Dämpfe oder Gas- arten, leicht entzündliche Staubtheile, der Luft beigemengt sind. *) Blessor in G, A, Bd, 69.$, 224, yo ger, BLAU ht nicht| nen I gm em vegel paeinen Ki Uhmelelwasse amilkommen nisersoflgas Nihere. hier Jit man 6, Jen coneentrirt n ein Kolben Dr Allohol tn Wasser ab, so fl, in ühild die Säure an saures und koll Ihe abgesche Anlp erzurt sunne and Kohler nalschen Wann Dis ülhilden tn, sinkenden dr Berechnmne Kahl 155% brelmnyernüre Und ern dh ds Knall ud bit 9 hl Pet dein Til, beste Me “ulleie zer] Mbt, sich] nn Vol liche N. Dt, al IN a dh, N dhrı , die Obere zu machen, ittelst eines behälter der 1 des Doch. 1 Tafel IL) ım Einfüllen ülle für den ende Draht ewinde, auf uch 3 starke 1. Ast eine m Verlöschen tgleiche vom Atmosplire Flamme; it wach blau ht hell ul 5 der Luft der Flamne m Licht er e aus, dam „Soll die ausgelöscht zu decken, n, sonst el- lürfen auch Stellen iu Ise, in eine ylinders ar- zu werfen. Schottland, zen, An- schlagende sefährlichen 'atorien der einniederlı oder 6# ind. Oelbildendes Kohlenwasserstoffgas. 133 2) Oelbildendes Kohlenwasserstoffgas, Gas hydrogene percarbone, Gas olefiant, Hydroguret of carbon, also genannt, weil es sich mit Chlorgas zu einer ölartigen ätherischen Substanz verbindet; es kommt nicht in der Natur vor, sondern wird allein nur durch Kunst erzeugt. Man gewinnt es durch trockne Destillation organischer Substanzen, sowohl vegetabilischer als thierischer, mit andern Gasarten, als dem gemeinen Kohlenwasserstoflgas, Kohlenoxyd- und kohlensaurem Gas, Schwefelwasserstoffgas, Ammoniakgas gemengt, von welchen es nur unvollkommen befreit werden kann, indem man das gemeine Kohlen- wasserstoffgas nicht ohne Schwierigkeit davon abscheiden kann.(Das Nähere hierüber weiter unten). Am schnellsten und sehr rein er- hält man es, wenn eine Mischung von 1 Theil Alkohol und 4 Thei- len concentrirter Schwefelsäure bei gelinder Wärme erhitzt wird, wo- zu ein Kolben mit gekrümmter Gasröhre brauchbar(Tafel I. Fig. 7). Der Alkohol tritt nämlich der Schwefelsäure nicht allein sein gebundnes Wasser ab, sondern wird so enimischt, dafs er in zwei Produete zer- fällt, in ölbildendes Kohlenwasserstoffgas und Wasser, welches letztere die Säure aufnimmt. Zuletzt wird die Säure selbst entmischt, schwelflig- saures und kohlensaures Gas werden erzeugt, eine schwarze kohlige Masse abgeschieden, welche sich aufbläht, und leicht übersteigt. Zu Anfang erzeugt sich auch ein wenig Schwefeläther.— Das schwellig- saure und kohlensaure Gas werden schon durch das Wasser der pneu- matischen Wanne absorbirt. Das ölbildende Kohlenwasserstoffgas ist farblos, von einem widri- gen, stinkenden Geruch, specifisches Gewicht 0,9852 Saussure, nach der Berechnung 0,9804, es wiegen daher nach leizter Angabe 100 Kubikzoll 0,15539 Loth und 1 Kubikfufs 2,6862 Loth, das Licht- brechungsvermögen 2,302, die relative Wärme 1,5763; es ist brennbar, und verbrennt mit einer sehr hellen, gelblich weifsen Flamme, heller als das Kerzenlicht, verzehrt dabei ein dreifaches Volum Sauerstoffgas und bildet 2 Volum kohlensaures Gas und Wasser; mit Sauerstoffgas gemengt detonirt es heftig durchs Anzünden oder einen elektrischen Funken. Es besteht aus: 85,95 Kohlenst. und 14,05 Wasserst., oder aus 1 Vol. Kstdampf und 2 Vol. Wstgas; wird durch Glühhitze in seine Bestandtheile zerlegt, indem, wenn man es durch rothglühende Röh- ren treibt, sich Kohlenstoff absetzt, und Wasserstoffgas gleich dem zweifachen Volum des Gases frei wird; dasselbe geschieht auch durch elektrische Funken. Am Platinschwamm entzündet es sich bei 300°; Schwefel verbindet sich mit dem Wasserstoff und scheidet den Kohlenstoff ab, wenn man Wärme anwendet; Chlor vereint sich mit 154 Gasbeleuchtung, Kohlengas. dem Gas zu einer ölartigen Flüssigkeit, die schwerer ist als Wasser. u Wasser verschluckt 159 von diesem Gas. mi‘ Das ölbildende Kohlenwasserstolfgas gemengt mit gewöhnlichem| I Kohlenwasserstoffgas und andern Gasen findet seine Hauptanwendung| 5 7 zur Beleuchtung, Gasbeleuchtung, Gaslicht, eelairage par Gas,\ Be 1 Tirkung des Gas light. Becher hatte bereits im letzten Drittheil des I7ten Jahrh. ..11° N: unsen EINES beobachtet, dafs Steinkohlen destillirt Theer, Coaks und eine helle a In Unerdure Jie Aetorten Inlengeschlos grofse Flamme liefern, Murdoch*) war aber 1792 der erste, dem es bei- fiel, das aus Steinkohlen, Torf und Holz durch Destillation sich ent- wickelnde brennbare Gas zu reinigen, und zur Beleuchtung fortzuleiten; 1798 stellte er den ersten Beleuchtungsapparat in London auf. Lebon"*) uiftelst welel in Paris, dem die Franzosen die Ehre der Erfindung der Gasbeleuchtung M avec zuschreiben, erfand 1799 seine Thermolampe, einen Apparat, der ner) gleichzeitig zur Gasbereitung und Heitzung der Zimmer diente, und be- ag leuchtete durch aus Holz erzeugtes Gas 1801 sein Haus und Garten. dem del Die Materialien, deren man sich zur Darstellung des Gaslichts be- Dam} dient, waren anfangs nur Holz, Torf(vom Dartmoor in England), Stein-| Inllimlichten kohlen, später'wendeten die Gebrüder Taylor(und Martineau) Oel| mia und Thran an; endlich wollte man statt des geschlagnen Oels die öl- lien, Semen gebenden Saamen, als Rübsaamen(in Amerika Baumwollensaamen), energie Velkuchen anwenden, aber bald wurde dieses Verfahren verworfen, im, und am weil man dadurch viel kohlensaures, weniger ölbildendes Gas, auch der in Schwefelwasserstoffgas erhält, und die kohlige Masse öfters aus den Retor-| hr es ten mit Verlust an Gas he ‚ausgeschafft werden mufste, viel Brennmaterial a verbraucht wurde. In der neuesten Zeit hat man Theer, Pechöl(bei der| da Of Theerschwelerei, bei den grolsen Holzverkohlungöfen gewonnen), in I Aucls, und d Schweden angewendet, Schwarz, auch Harz in Kienöl aulgelöst, Daniell. Scheide 6 liegt, [ Nicht allein aus organisch- vegetabilischen Materien kann Leuchtgas gewon- u ii nen werden, sondern auch durch zersetzende Destillation thierischer Yet Weg Substanzen, als Thran, Knochen, Horn ete., daher gewinnt man bei"dt de 2: 5 he der Fabrikation des Hirschhornsalzes(siehe unten beim Ammoniak), der Alt m Ver Thierkohle, als Nebenproduet auch Leuchtgas.] An I Net 1) Darstellung des Leuchtgases aus Steinkohlen; Kohle ngas, Amy, Gas d’ houille, Coal-gas. Die zur Gasbereitung anwendbaren Steinkoh- De Wenn len gehören unter die Kategorie der Backkohlen, wie bereits oben"ee Seite 113 gezeigt worden ist, welche vermöge ihres beträchtlichen Ge-|{de h halts an Wasserstoff im Gegensatz des Sauerstoffs ganz dazu geeignet I Bft sind, viel Wasserstoff enthaltende Gase zu liefern; sie dürfen keinen,| N oder nur sehr wenig Schwefel enthalten. Die sogenannte Cannel- Mile = al, Di °).6. A, Bd. 22. 5.51.) Das, Ba, 10, 85491.| allg, EEE a Er a u nn nenn; De: Zu als Was, Wöhnlichen anwendım. Par Gas, ‘ten Jahrh, eine hell lem es bei. n sich ent. fortzuleiten: Leben") Sbeleuchtun. Ipparat, der te, und In. Garten, aslichts be. and), Stein- ineau) Or] els die il. lensaanen) verworfen, Gas, auclı den Retor- enmmateril öl(bei der onnen); Il t, Danitll ‚as gEWOn- tierischer ıt man beı oniak), du hlengas, Steinkolr- hrells oben ichen Ge 1 geelgne n keinen, e Cannel Kohlengas, Hetorten. 155 kohle liefert die gröfste Ausbeute an Gas, sodann die Kohlen von New castle, welche am meisten gebraucht werden; unsere schlesischen Koh len sind hiezu wenig oder gar nicht geeignet. Die Kohlen werden in mög lichst gleiche Stücke zerkleinert, und in gufseisernen Gefälsen, welche man Retorten nennt, obschen sie eine ganz andere Gestalt haben, de: Wirkung des Feuers ausgesetzt. Tafel IH. giebt in Fig. 1, 2, 3 Zeich- nungen eines Retortenofens, und zwar Fig. 2 die Vorderansicht, Fig. 1 den Querdurchschnitt, und Fig. 3 den Längendurchschnitt desselben. Die Retorten a, a ete. sind hohle Cylinder aus Gulseisen, vorn olfen, hinten geschlossen; sie haben entweder hinten einen angegolsnen Schwanz, mittelst welchem sie in der Hinterwand des Ofens fest aufliegen, oder, was zweckmälsiger ist, sie liegen an 3 Punkten ihrer Länge auf Quer- mauern auf, Tafel V. Fig. 4, 1,1, 1, die nach der Länge des Ofens ange- bracht und mit feuerfesten Thonplatten 2, 2 derselben Fig. belegt sind, denn die Retorten ziehen sich in der Hitze leicht krumm. Die Gröfse der Retorten ist verschieden, meist sind sie 6 bis 7 Fuls lang, 10 bis 12 Zoll im liehten Durchmesser, 9 bis 12 Centner schwer; man hat sie auch von ovalem Quersehnitt, welche der Hitze eine grölsere Oberfläche dar- bieten. Sie werden in zwei oder drei horizontalen Reihen abwechselnd über einander gelagert, wie die Fig. 1,2 und 3 Tafel IH. u. Fig. 4, 5 Tafel V. zeigen, und zwar dafs je 5, je 7 und mehr in einem Feuerraum liegen. [1 ist der Rost, 2 die Heitzöffnung, 3 die Heitzthür, 4 der Aschenfall, 5 der Feuerraum, 6 eine in der Mitte des Ofens angebrachte Scheide, welche durch die beiden gewölbartigen Decken 7 mit den Seitenwän- den des Ofens verbunden ist. 8 ist der zum Schornstein führende Fuchs, und da‘derselbe ebenfalls in der Mitte senkrecht über der Scheide 6 liegt, so hat das Feuer gleiches Bestreben durch die Zugöff- nungen 9, 10 und 11, 12 zu gehen, weil es durch jede derselben einen gleichen WVeg zurücklegt. Die Scheide reicht, wie aus Fig, 1 zu sehen ist, durch die ganze Tiefe des Ofens, damit die mittelste der untern Retorten im Verhältnils zu den andeın nicht zu viel Wärme erhalte.] An jede Retorte ist ein eisernes Mundstück a‘, Fig. 1 Tafel II. und Fig. 4 Tafel V., angeschraubt, welches deshalb geschieht, weil dieser Theil viel weniger vom Feuer leidet, als die Retorte, also nicht'ge- wechselt zu werden braucht; es wiegt ungefähr 2 Centner. Auf die Mün- dung desselben palst ein schwerer Deckel, der mittelst eines am Mund- stück befestigten Bügels und Schraube fest aufgedrückt werden kann. Die Ladung einer Retorte beträgt 1 bis 15 Scheflel, sie darf nämlich nur zur Hälfte gefüllt werden, weil sieh die Steinkohlen in der Hitze aufblähen. Die Dauer der Retorten ist natürlich sehr verschieden, man hat sie 3 auch 9 Monat lang im Gebrauch. 156 Kohlengas, Vorlage, Theercisterne.| [Man hat auch sogenannte rotirende Retorten, horizontal rotary Re- Mm Di torts, construirt, kreisrunde, niedrige Zersetzungsapparate, welche nur Ant„Ba an einer Stelle erhitzt werden, eine beträchtliche Menge Steinkohlen ol Rast fassen, welche der erhitzten Stelle nach und nach genähert werden, An lren indem sie auf einer im Innern des Apparats befindlichen Scheibe lie-(u Doien au gen, welche horizontal umgedreht werden kann. Der dabei sich er- Winnie Au zeugende'Theer wird fast ganz zersetzt.] En a Während der steigenden Erhitzung der Retorten zersetzen sich die| nd eingeschlofsnen Kohlen, es entweichen sowohl gasförmige als dampflör-| le leben mige Producte, nämlich: Kohlenwasserstoffgas beiderlei Art, mehr ge- u am Du meines als ölbildendes, selbst Wasserstoffgas, Schwefelwasserstoff-, koh- jllgen gi lensaures, Kohlenoxyd-, Stickgas, Wasserdampf, Theer,(llüchtiges em- jdt anwitte pyreumatisches Oel, welches Brandharze aufgelöst enthält), essigsaures,| ine das Gas kohlensaures, hydrothionsaures Ammoniak. Um diese luftförmigen Stoffe\ nächst blend . aus den Retorten aufzunehmen, dienen die aus denselben am vordern I. ste dal Ende senkrecht aufsteigenden Röhren 5, 5, dB, welche mittelst der Sattel- kun abg röhren d’ din eine horizontal gelagerte cylindrische Vorlage, barillet, I gm mischen b main or hydraulie condenser, c, c einmünden, und fast bis auf.den Bo-| Spentlisizleit den derselben herabreichen,(Es ist gut, wenn die Sattelröhren 5° oben muß, weil sn! Deflnungen haben, um sie durch dieselben leicht reinigen zu können, I en Kine, u ohne sie jedesmal abschrauben zu müssen; die Oeffnungen sind mit näls war, m Deckeln luftdicht geschlossen, siehe Tafel V, Fig. 4.). If IWsser dem Hierdurch wird bewirkt, dafs der in der Vorlage sich bereits be-| Ans dem Ci findende Theer und die ammoniakalische Flüssigkeit die Oeffnung jener Hpungsappar Röhren verschliefst, so dafs alles durch dieselben in die Vorlage gelei- Di Lauten tete Gas durch obige Sperrilüssigkeit hindurch gehen muls, wodurch lg(a, eine Condensation der heifsen Dämpfe bezweckt wird. Damit sich aber under, sodann dieser als Vorlage dienende gulseiserne Cylinder nicht zu hoch mit Theer sm IRunes Gi fülle, und das Gas weiter fortgeführt werde ‚dient ein Rohr re Me vl, In| sowohl das Gas nach dem Condensator, als auch den Theer und die Kalk, welche ammoniakalische Flüssigkeit nach der Theereisterne e führt. Es tritt in Pa, ba die leiztere horizontal ein, läfst durch ein senkrecht absteigendes Rohr malschen Te ] WEL 9 S die Flüssigkeiten in die Theereisterne, ein geräumiges, aus Holz Kt Ka = uw oder Eisen gelerligtes, gehörig verschlolsnes, Gefäfs abfliefsen. In der ale, C BGE op Cisterne steht ein oben offner Cylinder, in welchen jenes senkrechte N Tin alan! 2::£ 2 RE 7, yellr Rohr£ bis fast auf den Boden herabreicht, wodurch eine Flüssiskeits- hd y n. ee A, Mi dr säule zum Ahsperren des. Gases erhalten wird, so dals kein Gas in die kn . 5=. SS EnE p Cisterne eintreten kann, Angebrachte Hähne dienen zum Ablassen des ht ei ee P. 1 er.,"ln des Iheers und der über ihm stehenden ammoniakalischen Flüssiskeit, ii E i i” STÜRRIE Das Gas wird nach dem Condensator, Condenser, g,&,& ge m"„ : ee ne Ulldın: leitet, um durch umgebendes kaltes Wasser möglichst alle condensirba- Ihn kin, N oa 3 N s"ler d ag: e a| ru;- 2 rn ne neh l rotary » Welche Ur Steinkohle, hert Werden, Scheibe lie. bei sich er zen sich di Is dampitr t, mehr Br erstoff-, hol. lüchtiees eil- , SSIgsane, rmigen Stof am vorden t der Sattı. e, darillk, auf den B. hren b' ober zu können, m sind ul bereits be. nung jener lage gelei- , wodurch sich aber m mit Theer , welches er und die Es tritt in ndes Rohr aus Hol 1, In der senkrechl: lüssigkeils- Jas in di assen des keit. 74: udensirbt Kohlengas, Condensator, Reinigungsmaschine. 157 ren Dämpfe niederzuschlagen. Man hat verschiedne Einrichtungen der Art, z. B. eiserne Röhren, welche im Zickzack in einem mit Wasser gefüllten Kasten angebracht sind, oder vertikale mit einander verbun- dene Röhren. Es wird zu dem Ende ein viereckiger Kasten mit doppel- tem Boden aus Eisenplaiten zusammengefügt, der obere Boden hat eine bestimmte Anzalıl Oeffnungen, auf welche die Röhren Ak, Rh, h, h auf- geschraubt sind, welche in parallelen Reihen geordnet mit einander durch Verbindungsstücke oben in Zusammenhang stehen. Der zwischen beiden Boden bleibende Raum ist durch senkrechte Platten i, z, z, i, welche vom obern Boden bis fast auf den untern herabsteigen, in kleine Ab- theilungen getheilt, zu denen steis zwei Röhren gehören, welche aber nicht unmittelbar mit einander verbunden sind, sondern von denen die eine das Gas aus der vorstehenden Abtheilung zu-, die. andere in die nächst folgende ableitet.-. Dadurch, dafs das Gas durch dieses Röhren: system durchströmt, welches von kaltem Wasser umspühlt ist, wird es hinlänglich abgekühlt, so dals sich aller Theerdampf in den Abtheilun- gen zwischen beiden Boden absetzen kann.(Es versteht sich, dafs die Sperrflüssigkeit stets in diesem Raum eine bestimmte Höhe behalten muls, weil sonst das Gas aus einer Abtheilung in die andere überströ- men könnte, und nicht durch die Röhren zöge.) Das Wasser wird all- mälig warm, muls also von oben abgelassen werden, während stets kal- tes Wasser dem Boden des Kastens durch eine Lutte k zugeführt wird. Aus dem Condensator geht das Gas durch ein Rohr! in den Rei- nigu ngsapparat, Epurateur, laveur, purifier, lime machine, m, m. Das Leuchtgas enthält nämlich aufser den Kohlenwasserstoffgasen noch kohlensaures Gas, welches nicht brennbar ist, und die Helligkeit ver- mindert, sodann Schwefelwassersioffgas, welches durch sein Verbrennen schwefligsaures Gas erzeugt, welches nachtheilig auf das Metall der Bren- ner wirkt. Um diese Gase zu entfernen, leitet man das Gas durch Kalkmilch, welche sowohl das kohlensaure Gas, das Schwefelwasserstoff- gas, als auch die durchs Abkühlen nicht völlig condensirten empyreu- malischen Theile aufnimmt, wodurch sich eine Verbindung von Brand- harz mit Kalk bildet, Die Einrichtung dieses Apparats ist mannichfal- tig abgeändert worden. Man liels das Gas am Boden des cylindrischen, aus Eisen gefertigten, mit einer Rührvorriehtung versehenen, Gefälses eintreten, und durch die Flüssigkeit aufsteigen. Dies hatte aber zur Folge dafs eine bedeutende Sı i allen Theilen des Apparals erzeugt werden mulste, um den Druck jener yannung des Gases in den Retorten und Ylüssigkeitssäule zu überwinden, wodurch Undichtheit, Erschwerung der Gasentbindung und schnellere Beschädigung der Jtetorten eintrat. Man lälst daher das Gas von oben in einem trichterarlig erweiterten 158 Kohlengas, Rein'sungsmaschine, Gasometer. Rohr n eintreten, welches 18 Zoll eintaucht, am untern Ende einen mit vielen kleinen Löchern durehbohrten Deckel hat, durch welche das Gas ausströmt, während man durch stetes Umrühren des Kalkbreies dafür sorgt, dals gehörige Erneuerung der Kalktheilchen, welche absorbiren können, stattfinde. Das Bewegen des Rührers geschieht iheils mit der Hand, theils mittelst Maschinen, [ D’Arcet empfahl die Anwendung einer archimedischen Schnecke(Cagnar- delle) um jenem Uebelstand abzuhelfen; das Reinigungsgefäls ist durch eine am Deckel befestigte, bis in die Kalkflüssigkeit senkrecht herabrei- chende, Scheidewand in 2 Hälften getheilt, jedoch so, dafs dieselben unter- halb mit einander Zusammenhang haben; durch beide geht die Schnecke hindurch. So wie das Gas in der einen Hälfte über der Flüssigkeit eintritt, wird es von der Schnecke geschöpft und nach dem untern Ende derselben durch die Kalkflüssigkeit geführt, wo es dann austre- tend durch die Flüssigkeit der zweiten Hälfte aufsteigt, um von dort aus weiter geleitet zu werden. Man hat in England vorgeschlagen, statt Kalkbrei gepulverten gebrannten Kalk anzuwenden; aber er ballte sich schnell zusammen, und das Gas ging nicht gehörig hindurch. Berard lehrte zu Staub gelöschten Kalk(Kalkhydrat) mit Moos gemengt in den Reinigungsapparat zu schütten, welcher zu dem Ende einen doppelten Boden haben mufs. Hierdurch erspart man das Umrühren, und nach seiner Behauptung auch an Kalk.] Was den Verbrauch an Kalk betrifft, so können mit 1 preufs. Tonne Kalk 73500 Kubikf. Gas, welches vorher durch einen Condensator gegan- gen ist, gereinigt werden, aber nur 31200 Kubikf. nicht condensirtes Gas. — Soll die Kalkllüssigkeit abgelassen werden, so öffnet man den Hahn an dem mit der Kalkmaschine verbundnen Cylinder o, und schüttet durch o frisch gelöschten mit Wasser verdünnten Kalk ein(1 Kalk und 22 his 24 Wasser). Es sind meistens 2 Kalkmaschinen im Gang, so dafs dasGas zweimal durch Kalk gehen mufs. Ist das Gas von Schwefelwasserstollgas völlig durch den Kalk befreit, so muls es in einer Auflösung von essig- sauren Bleioxyd keine Schwarz ärbung bedingen. Aus dem Reinigungsapparat wird das Gas durch das Rohr p in den Gasbehälter, Gasometer, Gazometre, Gasholder, geleitet. Die ge- wöhnlichen Gasometer sind aus Eisenblech luftdicht zusammengefügte theils runde, theils quadratische Kästen 9, unten offen, in grolse etwas weitere und tiefere Wasserbehälter r, r eintauchend. Diese sind ent- weder aus Holz gefertigt, mit starken eisernen Reifen umgeben, oder aus Eisenplatten zusammengefügt, oder es sind wasserdichte Cisternen (tank); die erstern Einrichtungen haben den Vorzug, dafs man von allen Seiten zukommen kann, und namentlich ein Lecken sehr bald ent- deckt. Das Gasometer hängt an 3 Ketten, die sich in eine Hauptkeite = en Mn nn | roll, y N heschme n ul h uinder Is ghweren selmete Gasım gensappatal ofncht außte und hervor «ls abyeleit ;30 ja 50000 iiber den in angesamm Ihn hat auch Einrichtung h nit Gaslicht ı nen in ei eines Taschentt ter theils im I Kälte bei uns ı dem Ende erne Jim role, unnziglch no auch dem Ort| Ihn und ut ol I, It ie Stel ieh, welche Gerenichte em Nr Aaucht, u, N hat zn Mr, ldap G "ech ll(4, Ant ach dem im mer emeicht it Abend l al Htsendelen Gh lm Ende di I a Welcher n h S vrscheg SM Nik der SE He 1 in Ähchupt On in Caswer de eine, I Welche|} kbreies dal IE absorbir heils mit de ke(Cagnır. als ist dur cht herahre: eselben Unter: die Schned, ler Flüssiekei 1 dem unten dann auste. um von dor schlagen, stall er ballte sl rch, Berard menet in di en doppelt n, und nl preuls, Ton nsator ger. lensirtes Gas, ın den Halı hürttet: durch und 25 dals dashıs il asserstollg# z von esslt hr pin den et, Die g nmengelügt rolse etw se sind enl ‚eben, ode e Gisternt 's man vr bald ei ‚ Haupikelt Kohlengas, Gasometer. 139 vereinigen, welche über eiserne Rollen geleitet, durch ein Gegengewicht s beschwert wird, welches durch Autlegen schwerer Platten vermehrt oder vermindert wird. Das Gegengewicht dient um das eigne Gewicht des schweren Kastens auszugleichen, denn sonst könnte das Gas das schwere Gasometer nicht heben und nicht einströmen. Aus dem Rei- nigungsapparat tritt das Gas durch eine durchs Wasser des Behälters senkrecht aufsteigende Röhre t ein, welche nothwendig über den Was- serstand hervorragen muls; durch eine zweite ähnliche Röhre u, zw wird das Gas abgeleitet. Die Gröfse der Gasometer ist schr verschieden von 10 bis 30 ja 50000 Kubikfuls Inhalt. Aus der Höhe, bis zu welcher dasselbe sich über den Wasserspiegel erhebt, beurtheilt man die Menge des in im angesammelten Gases.— Häufig haben Gasometer kein Gegengewicht. [Man hat auch drehbare Gasometer, welche cine weit zusammengesetztere Einrichtung haben, und in den besondern Schriften über Beleuchtung mit Gaslicht nachgesehen werden müssen; ferner Gasometer äus ein- zelnen in einander schiebbaren Stücken bestehend,(wie das Rohr eines Taschenteleskops) Gazometre& lunette.— Man stellt die Gasome- ter theils im Freien auf, was aber in Rücksicht auf Sturm, Regen und Kälte bei uns nicht wohl thunlich ist, oder unter Dach in eignen zu dem Ende errichteten Gebäuden.) Zum ruhigen, steten, gleichförmigen Brennen der Gaslichter ist es unumgänglich notlıwendig, dals das Gas, welches aus dem Gasbehälter nach dem Ort der Bestimmung hingeleitet wird, stets in gleicher Menge und mit gleicher Geschwindigkeit ausströme. Um dies zu bewir- ken, ist eine stets gleiche hydrostatische Druckhöhe im Gasometer er- forderlich, welche nur mit vieler Schwierigkeit durch Regulirung der Gegengewichte erreicht werden kann, denn je tiefer das Gasometer ins Wasser eintaucht, desto leichter wird es, und drückt folglich desto we- uiger. Man hat zu diesem Ende einen eignen Gasregulator, Gover- nor, regulating Guage, construirt, einen kleinen Gasbehälter, durch welchen alles Gas aus den Gasometern durchpassiren muls, um aus der Anstalt nach den zu beleuchtenden Orten geführt zu werden. Densel- ben Zweck erreicht man auch wohl noch auf eine andere Weise, Auch ist es nothwendig, genau die Quantität des zum Verbrauch aus der An- stalt gesendeten Gases zu resuliren. oO oO Zu dem Ende dient ein genau construirter Hahn in der Hauptableitungs- röhre, welcher mittelst eines Räderwerks und Schlüssels gedreht wird, so dals verschiedne Gasmengen willkührlich hindurchgelassen werden können. Mit dem Hahn ist ein Zeiger in Verbindung gesetzt, wel- cher an einem Zifferblatt die Kubikfufse Gas anzeigt, welche in der Minute durchströmen. WVill man das in einem grofsen Gebäude von dem Gaswerk erhältne Gas messen, um es nach Kubikfuls zu a 140 Kohlengas, Gasmesser, Röhren. bezahlen, und nicht nach der Zahl der Flammen, so bedient man sich dazu der Gasmesser, Gasmeter, self acting Guage. Es sind ble- cherne, runde Kasten a, a,@ Fig. 8 und 9 Tafel III, in welchen sich ein eigen gestaltetes, hohles, aus 4 getrennten Fachen bestehendes, um eine Axc bewegliches Gefäfs b, b, b, b sich bewegen kann. Im Gefäls und Kasten ist so viel VWVasser enthalten, dafs es über die Mitte reicht. Das Gas tritt durch die hohle Axe c in ein Fach des Gefäfses b ein, bewegt das Gefäls von der rechten zur linken herum, bis die Ocffnung des Fachs an der äufsern Peripherie bei d aufserhalb des Wassers ist, worauf das Gas in den Zwischenraum zwischen dem Kasten und dem Gefäfs austreten und durch das Rohr e nach dem Ort seiner Bestim- mung geleitet werden kann. Das sich drehende Gefäls bewegt durch eine Räderverbindung verschiedne Zeiger an Zifferblättern, welche die verbrauchte Gasmenge nach Kubikfuls angeben. Diese Angaben sollen, erfahrungsmäfsig nicht ganz richtig sein.— Crosley’s Gasmeter.] Um das Gas aus dem Gaswerk nach den Orten, welche dadurch beleuchtet werden sollen, hinzuleiten, dienen grölsere, weitere Röhren, Tuyaux de conduite, Gas mains, welche, von verschiednem Durchmes- ser aus Gulseisen gefertigt, unter der Erde liegen, und engere Neben- röhren, Tuyaux de distribution, Branch pipes, welche das Gas aus jenen in die Häuser führen, und sich nach den einzelnen Gaslampen verzweigen. Die Hauptröhren müssen nach Malsgabe der Zahl von Flammen, welche aus ihnen Gas empfangen sollen, und der Entfernung der entlegensten, eine bestimmte verschiedne Weite haben(2 bis 10 Zoll); sie müssen wasserdicht und luftdicht sein, man probirt sie mit der hydraulischen Presse mit einem Druck von 300 Fuls Wasserhöhe(fast 10 Atmosphären). Sie werden 1% bis 2 Fuls tief unter das Strafsen- pflaster möglichst geradlinig gelegt, mit einander theils durchs Zusammen- schrauben, theils häufiger dadurch verbunden, dafs die eine Röhre in einen weiten Ansatz am einen Ende der andern hineingeschoben wird, während man den Zwischenraum mit Blei vergielst, oder mit Kitt aus- füllt. Aus diesen Hauptröhren, welche in breiten. Strafsen zu beiden Seiten hinlaufen, verzweigen sich die Nebenröhren; diese sind theils aus Stabeisen zusammengeschweilst, theils aus Kupfer und gelöthet, theils aus Blei mit einem Zusatz von Zinn gegossen und über den Dorn gezo- gen. Zunächst an der Hauptröhre wendet man eine eiserne Röhre an, in diese fügt man für Strafsenlaternen eine kupferne ein, welche sich nach der Laterne von der Wand abbiegt; bei Beleuchtung in Häusern fügt man in die eisernen bleierne Röhren, welche längst den Wänden hingeleitet werden, um zu den Brennern zu gelangen. Was die Brenner beirifft, bee, as burner, so sind sie verschieden. ob man nach Art eines brennenden Lichts blos einen Gasstrall, jet, —> m mm nm mn mer sn men ei Seel 7 nen einen een fen, ot sine Il, k heit man© sing der| vll eine[ junder ezel yjj], so we snder gene „lt zusanmeN Jnlimige Ma smerden die en Binschn nF, Hit elocke brennt Iuft gehöng Anslöschen du Die Brenne das Gas it n {en Jntlen Raum schlossen Ist, I pt sind,(9 duelschuft,) In zun Imern des b En innen(ind ud erklärt word Seat ich be Austinen von | ana Berl um/ Rich ef dit, wem an Ares Serena wi Die Art m N man: fin Lan, mi sende Rühre ll, Pendant, eim Knlehai ei Ühren, Den, len Verse, Punkte dient man sich Es sind}. welchen sid stehendes, In 1. Im Gef Mitte reich! refälses b en die Oeffnun Wassers N, sten und din einer Besin. bewegt dur n, welche di Ingaben soll smeter,) Iche dadır itere Röhm, m Durchns nzere Nehn. das Gas all n Gaslanıpa er Zahl vn pr Entlernu 2 bis 1021); sie mit de ;serhöhe(I las Straßen 5 Zusammer. ine Röhre i hoben wir, nit Kitt au ı zu beiden sind theil (öthet,{hei Dorn gen » Röhre ar, velche si in Häusen ın Wände verschiede sstrall, Je Kohlengas, Brenner. 441 bilden, oder ob man, die Flamme Argand’scher Lampen nachahmend, eine hohle, kreisrunde Gasflamme erzeugen will. Bei Strafsenlaternen bedient man sich der einzelnen Strahlen; man schraubt auf die Aus- mündung der Röhre eimen kugelförmigen Ansatz aus Messing oder Stahl, welcher eine feine Durehbohrung hat. Will man 3, 5 Strahlen neben einander erzeugen, cockspur burner,(Hahnenspornflamme) siehe Fig. 15 Taf. III, so werden so viele Löcher in gewissen Abständen, in einer gegen einander geneigten Richtung, eingebohrt, dafs die einzelnen Strahlen nicht zusammenflielsen; will man dieses bewerkstelligen, um eine fä- cherförmige Flamme, bat’s wing(Fledermausflügel), zu erzeugen, Fig. 16, go werden die Löcher etwas näher an einander gebohrt und durch einen feinen Einschnitt in die Kugeloberfläche mit einander verbunden. [In Fig. 14 ist eine einfache Gasflamme dargestellt, welche in einer Glas- glocke brennt, an deren Basis mehrere Löcher eingebohrt sind, um der Luft gehörig Zutritt zu gestatten. Durch diese Einrichtung soll das Auslöschen durch den Wind vermieden werden.] Die Brenner einer Argand’schen Gasflamme sind also eingerichtet: das Gas tritt in einen durch zwei concentrische Metalleylinder gebilde- ten hohlen Raum ein, welcher mit einer stählernen Deckplatte ver- schlossen ist, in welche eine gewisse Zahl feiner Oefflnungen im Kreis gebohrt sind.(Siehe Fig. 11 in der Oberansicht, Fig. 12 im Längen- durchsehnitt.) Indem nun das Gas durch dieselben strömt, hat die Luft zum Innern des brennenden hohlen Gaseylinders Zutritt, indem sie durch den innern Cylinder durchströmt, wie bereits vorn Seite 88 angegeben und erklärt worden ist. Unter jedem Brenner mufs nothwendig ein Sperrhahn sich befinden, um die, Flamme auslöschen und jedes unnütze Ausströmen von Gas verhindern zu können. Nach einer polizeilichen Ver- ordnung in Berlin müssen die Hähne so gearbeitet werden, dafs sie nur um% Kreis gedreht werden können, d. h. entweder auf oder zu, damit, wenn man zudreht, nicht aus Versehen der Hahn mehr als x Kreis gewendet werde, und dadurch das Gas wieder ausströme. Die Art und Weise, die Gaslichter und Lampen aufzustellen, ist mamnichfaltig; theils sind es auf Tischen aufgestellte Argand- sche Lampen, zu denen das Gas durch eine senkrecht vom Fufsboden aufsteigende Röhre gelangt, Lheils sind es von der Decke herabhängende Röhren, Pendants,(sogar in allen Richtungen beweglich, indem sie mit einem Kugelcharnier am obern Ende versehen sind), oder an der Wand befestigte Röhren, welche aus einzelnen Juftdicht mit einander verbund- nen, beweglichen Röhrenstücken bestehen, so dafs man die Flamme an verschiedne Punkte hinleiten kann, wie Fig. 10 zeigt. | 142 Kohlengas, Ausbeute an Gas.| A 2%. m h Ah! Aus der Physik ist bekannt, dafs, soll die Luft, welche in einBni pl Gasometer enthalten ist, durch Röhren ausströmen, dieselbe unter einen ei# Druck gesetzt werden muls, der grölser ist, als der der Atmosphäre,| wm Dieser Druck ist, je nach der Entfernung und Zahl der zu speisenden a" Lampen, der Menge des Gases, welches verbraucht wird, der Länge| ihn der Köhrenstrecke verschieden,= 1 bis 3 Zoll Wasserhöhe.;| an anlzelangel [Ausbeute an Gas, und den verschiednen Nebenproducten.|" a Die Menge des Gases, die Qualität desselben, hängt von verschiednen Verhältnissen ab: erstlich von der Beschaffenheit und Güte der Kohlen,| zweitens von der Temperatur bei der Zersetzung. Die, Nach Accum giebt ein Chaldron Steinkohlen(nahe 6 preufs. Tonnen,| kat| oder 24: Scheffel) im Maximo an Gas:| Schottische Cannel-coal..... 19,390 Kubikfufs|| Lancashire Wiggan-coal.... 19.608» ra Yorkshire Cannel-coal...... 18.860» Iı vn Newcastle coal| 1 Ite Qui anazrer I 16,920») IN] 12te ee ae 8,348» d| O5 Staffordshire coal s) 3b ee 10,866» DB dee ron ie: ae 9,748» nal Die Gasmenge, welehe bei der Destillation aus den Kohlen entwi-| Fk 4, 5. ckelt wird, ist, je länger der Prozefs andauert, desto geringer. Nach| 3 Peckston geben 1 Chaldron Newcastle Kohlen in 18 Retorten vertheilt, a i in der Iten Stunde 2,000 Kubikfufs| ul ul 2 1,488 2 5 Volun Chor = 1,400 55| Iichts oeelüet 4 1,30...,| Mg 5 1,208»| u, Chr, 5 6 1,000»| indem sich 7 897»| ll Nebnprod bo) 691»| Ohm Nom ın 8 Stunden 9,985 Kubikfufs.] Mn) ht ch Die zur Zersetzung der Steinkohlen angemessenste Temperatur ist| Ca, die Kirschrothglühhitze; ist die Temperatur zu niedrig, so verflüchtigt| Mh sich viel brenzliches Oel, ohne sich zu zersetzen, man erhält zu wenig| Eu ölbildendes Gas, viel Theer; ist die Hitze zu grols, so vermindert sich{ Ar die Menge des ölbildenden Gases, es setzt sich Kohlenstoff ab, und ge- Be wöhnliches Kohlenwasserstoffgas, und bedeutend viel Wasserstoffgas, ent-© a stehen dadurch. Ueberhaupt steht der Gehalt des produeirten Gases an An ölbildendem Gas mit der Dauer des Destillationsprozesses im umgekehr- IN m h ten Verhältnifs, z. B. wenn bei Cannelkohle anfangs 183 ölbild. Gas er!| An zeugt werden, so giebt es gegen das Ende nur 49; bei gewöhnlichen| Ka Kohlengas, Ausbeute an Gas u. Nebenproducten. 143 Iche jn chen Kohlen anfangs 105 zuletzt 05. Das specifische Gewicht des Kohlenga be unter elle ses mufs nothwendig auch variabel sein, es wird im Durchschnitt zu " Atmospli 0.5 von Henıy fürs bessere angegeben, für gut gereinigtes 0,676; Prechtl ZU Speisendn giebt 0,6 an. I, der Lin, Folgende Tabelle giebt eine Uebersicht der verschiednen Mischung 6, des Kohlengases, je nachdem es zu Anfang oder zu Ende des Prozes- ses aulgefangen wird. verschiedhe 100 Volum Kohlenzas aus Cannelkohle : der Koll, Yi. entna)ten; k Dichtig- Verzeh-| Erzeu- reuls, Tonnen keit> Ba rs Kohlen- Kohle VVas- e Sauer-!Kohlen- R; Ss vralsens IN b N: serstoff-! Stickgas Als No. ak ee IE ee) siafläns oxydgas gas N| REN Me ee een) 1,3 2: 0620. 1,149| 306.5 12, 1,72 19.1 88 55 3| 0,630 196 108 12 58 12.3 16 7 4 0.500 166 93 7 56 11 21,3 4,7 5| 0,345>] 78-5 30.1.5020.)510--.|,6000 f10 [Die Proben No. 1 bis 3 wurden in den ersten Stunden entnommen; Probe 4, 5 Stunden, Probe 5, 10 Stunden nach dem Anfang der De- stillatıon. Man prüft das Gas auf einen Gehalt an ölbildendem Kohlenwasser- olilen enisı ınger, Nach ten verthalt 7. 7< r ’ stoffgas, dafs man ein abgemefsnes Volum über Wasser sperrt, und + Volum Chlorgas hinzubringt, das Gemeng vor der Einwirkung des Lichts geschützt 1 bis 2 Stunden lang hinstellt. Die beobachtete Ver- minderung des Volums, herrührend von der Condensation jenes Gases durch Chlor, giebt die Menge des erstern in dem abgemelsnen Volum an, indem sich dasselbe mit Chlor zu gleichem Volum vereinigt, An Nebenproducten werden gewonnen nach englischen Angaben von 1 Chaldron Newcastle Kohlen(nahe 6 preufs. Tonnen= 24 Schef- feln), bei durchschnittlich 10,333 Kubikfuls Gas, 1% bis 1% Chaldron Goaks, 150 bis 180 Pfund Theer,(38 Quart) welcher an 265 flüchti- mperatar ges Oel(Theeröl, Coal oil, Spirit of tar) liefert, und durchs Abdam- verflüchti pfen 46 bis 483 Pech, oder aufs Pfund 9 Kubikfuüfs, nach Aceum sogar lt zu went 15 Kubikfufs Gas erzeugen kann. Endlich 180 bis 220 Pfund ammo- nindert sich nıakalische Flüssigkeit(50 Quart), aus kohlen-, essig- und hydrothion- ab, und ge saurem Ammoniak gebildet. Man benutzt sie auf Salmiak. Den Theer toffzas, en wendet man, wie den aus Kienholz geschwelten, zum Holzanstrich, Kal- Co fatern, zum Bestreichen von Mauerwerk ete. an, man destillirt ihn um on Krases ä 4.: kl Theeröl und Pech zu gewinnen. Man kann ihn auch zu Gas benutzen, | umgekelr ld. Gas oyyöhnlichtn oder als Brennmaterial, mit den kleinen Kohlen vermengt, ın Kuchen geformt, unter den Gasretorten verbrennen. Das Kohlentheeröl dient a Ten er, 144 Londner u. Berliner Gaswerke. theils zur Auflösung von Caoutchoue und der Bereitung von Firnifs,| die Mohr theils zum Brennen in Stralsenlaternen. Den Kalk aus dem Reinigungs-| pundn, 8 apparat, welcher kohlen- und schwefelwasserstoffsauren Kalk, Verbin-| Je, wel dung des Kalks mit Brandharz und Brandöl enthält, benutzt man als gran v Düngemittel auf nassen WViesen.| gendig Es befinden sich in London 4 grofse Gascompagnieen welche 47 Ga- schen Bodı someter besitzen, von 917950 Kubikf. Inhalt; sie werden durch 1315 im, welch Retorten gespeist. Hierzu sind 33000 Chaldrons Steinkohlen erforder- in die The lich, welche 41000 Chaldrons Coaks produciren. Das jährliche Pro- age aus der duct ist mindestens 397000000 Kubikf. Gas, wodurch 61203 Lampen it, In eine in Privathäusern und 7258 Lampen auf öffentliche Kosten versehen wer- warm gewo den. Aufser diesen 4 Hauptcompagnieen giebt es noch mehrere andere. dis Conder Das Berliner Gaswerk zählt 175 Retorten, 4 Gasometer, eins von 28, Durch 4 3 von 30000 Kubikfufs Inhalt, Gesammtinhalt 118000 Kubikf.; das Ma- durch den terial, dessen man sich bedient, sind theils englische, theils schlesische ander verbt Steinkohlen; man arbeitet 8 und 6 Stunden lang, je nachdem viel oder wird dıs 6: wenig Gas bereitet werden soll. Der Gondensator besteht aus 100 Röh- tirschlofsne ren von 2200 Quadratfuls Abkühlungsfläche. Die Länge der eisernen rermeidlich 1 Leitungsröhren unter dem Strafsenpflaster beträgt über 11% preufs. Mei-| mehrere Ful len(23200 Ruthen); die Dichtigkeit des Gases über die der Atmosphäre, mit herüber wenn alle Lichte brennen,= 2% bis 3 Zoll WVassersäule, ns Hohr, n Am Ende des Jahres 1829 waren eingerichtet: afrnehmen, 2671 Argand’sche Brenner in Privathäusern, Panye use 752 Strafsenflammen»» ah Durchs] 84 3löchrige Brenner ale 4971 Flammen,| nme Der Gasverbrauch zu diesen Flammen in den längsten Winternächten Cnsnetr a betrug gegen 210000 Kubikfuls Gas.| Kid a Auf Tafel V, giebt Fig. 4 eine Zeichnung des berliner Gaswerks;| Nemeiden, ind Fig. 5 die Vorderansicht des Retortenofens. Es liegen 7 Retorten in| Dulanıen 3 Reihen in einer Feuerung;@, a die Retorten, welche auf dreien En Cerh Punkten durch aufgemauerte Scheidewände 1, 1, 1, die Lager aus feu-| en Ri erfestem Thon 2, 2 tragen, unterstützt sind;@ sind die Mundstücke der Retorten; 3, 3, Oeffnungen, um die Farbe der glühenden Retor- ten zu beobachten, 4, 4, Oeffnungen, um aus dem obern horizontalen Zug den Rus herausnehmen zu können. b die Gasröhren, b’ dıe Sat- telröhre mit 3 Oeffnungen, um dieselben leicht reinigen zu können; e die Vorlage, ce’ der gulseiserne Träger derselben, auf dem Retorten- 1% ofen aufgestellt. d die Ableitungsröhre für das Gas und die niederge-\ Alle, ie] schlagne Flüssigkeit. e die Theercisterne, f das Rohr, welches das Gas ln Oelayy nach dem Condensator&,&, 8 leitet, einem Kasten aus Eisenplatten| Vega, zusammengeschraubt, in welchem 100 Röhren Ah, A, vertikal aufgestellt Inn... md sind; die Construction dieses Apparats weicht darin, von der auf Ta- Id Bam fel III. gezeichneten ab, dafs hier das Wasser nicht bis oben herauf Be | Er Alien Un > c.., td steht, sondern nur bis an einen falschen Boden i, ö, durch welchen Sp i .“le 75 die ı 3 Dante ) Mech, Kü solchen vendelen In ß von Fi, m Bi, üalk, Verbin. ulzt man ılı velche 47 G.. | durch 13) len erforder. ihrliche Pro. 203 Lanpa versehen wer- ehrere ande, ', eins von 2, bikf.; das Mh. ls schlesische lem viel oder aus 100 Ri. der eiserna ; preufs, Me- ' Atmosphär, D, Yinternächten 'r Gaswerk; Retorteu ın auf dreia ger aus fer Mundstück nden Retor- horizontalen b’ die Sat- zu können; ‚m Retorten- Jie niederge- ches das Ga Eisenplatteı al aufgestel! der auf I: oben her! sch welchen die Oelgas. 145 die Röhren hindurch gehen. Dieselben sind nicht mit Sattelröhren ver- bunden, sondern je2und 2mit einer Stürze aus Eisenblech%, A’, über. deckt, welche leicht abgenommen, und die Röhren ohne Schwierigkeit gereinigt werden können. Durch diese Einrichtung muls sich aber noth- wendig in der obern Abtheilung des Condensators, über dem obern fal- schen Boden i, i, Theer und ammoniakalische Flüssigkeit niederschla- gen, welche ein Sperrmittel fürs Gas bildet, und durch die Röhre k? in die Theercisterne geführt wird;%k* leitet das niedergeschlagne Flüs- sige aus dem untern Behälter, der in einzelne Zellen:,:', i getheilt ist, in eine andere Cisterne. k ist das Zuflulsrohr für kaltes,%k’ für das warm gewordne Condensationswasser, k’ ein Rohr, um beim Füllen des Condensators mit WVasser die Luft abzuleiten, Durch das Rohr! gelangt das Gas nach der Kalkmaschine m, m, durch den Trichter n eintretend;(es sind 2 solcher Maschinen mit ein- ander verbunden, aber nur eine ist gezeichnet). Durch das Bohr p wird das Gas nach dem Gasometer geleitet, 0 ist eine mit einer Platte verschlofsne Oeffnung um das Rohr reinigen zu können, da Kalk un- vermeidlich hineinspritzt und es verstopft; überhaupt muls das Rohr p mehrere Fuls aufsteigen, ehe es sich herabbiegt, damit nicht Kalkbrei mit herüber gerissen werde. g ist ein in die Erde eingerammtes eiser- nes Rohr, mit einem Hahn s, es dient die sich absetzende Flüssigkeit aufzunehmen, welche durch das Rohr 7 von Zeit zu Zeit mittelst einer Pumpe ausgezogen wird; bei t geht das ins Gasometer führende Rohr ab. Durchs Zudrehen des Hahnstücks 8 wird dem Gas der Rücktritt aus dem Gasometer in die Kalkmaschine verwehrt, Eine gleiche Ein- richtung ist auch an dem Rohr angebracht, welches das Gas aus dem Gasometer abführt. Der Gasometerdeckel ist durch 48 eiserne Strebe- bänder mit der Seitenwand gehörig verbunden, um Verbiegungen zu vermeiden, indem der Quadratfuls Eisenblech etwa nur 3 Pfund wiegt: Das Gasometer ist ohne Gegengewicht eingerichtet, weshalb nach und nach Gewichte auf den Deckel gelegt werden müssen, um das Gas, wenn es ausströmt, unter gleichem Druck zu erhalten.] 2) Darstellung des Leuchtgases aus Oel;© elgas, Gas d’huile, oil gas. Di; Mechaniker Gebrüder Taylor waren die ersten, welche 1815 einen solchen Apparat ausführten; er ist mit dem für Steinkohlen angewendeten in vieler Hinsicht analog, jedoch im Allgemeinen weit einfacher. Tafel III. Fig. 6 stellt einen von Hartley in Liverpool er- bauten Oelgasapparat dar und zwar im Querdurchsehnitt, Fig. 7 im Längendurchsehnitt und Hinteransicht. In jedem Ofen lageın 6 Retor- ten, a, a, von 6 Fuls Länge, 10 Zoll Durchmesser, und zwar je 2 und 2 in einem gewölbten Raum a‘, a‘, in welche die Flamme aus dem un- ter ihnen befindlichen Feuerraum b’ durch Oe fInungen e‘, ce‘ hineinschl: ägt, und durch die Z Züge d’ in das horizontale Rauchrohr ce, welches mit Ei- T. 10 146 Oclsasapparat. N senplatten zugedeckt ist, geleitet wird. Angebrachte Schieber b, b die- eier nen den Zug durch die Züge d’ zu reguliren. Auf dem Rauchrohr e sind| a jan an der Hinterseite des Ofens die Oelbehälter d aufgestellt, wodurch sl) das Oel vorgewärmt(ist es ein Feit, dieses flüssig erhalten) wird; auf— einem eisernen Träger stehen über diesen die grölsern, verschlolsnen| | Behälter&, welche die untern speisen. Der ganze Ofen ist mit Eisen- Dicht platten verkleidet. kat Die Retorten a, a werden mit klein geschlagnen Coaks, von der| Grölse eines Hühnereies, gefüllt, um für das hinein zu leitende Oel eine| grölsere Oberfläche zu gewinnen, und dadurch die zersetzende Einwir- 1/0461 kung der Hitze zu verstärken. Ist die Retorte gehörig erhitzt,(rothglü- 2058 hend, 600° C.), so läfst man das Oel, geschmolzne Fett, Thran, aus ei- 310m nem auf dem Rauchkanal befindlichen Behälter d, durch ein Rohr e 4/09 in einem dünnen Strahl einströmen, indem man durch einen Hahn den wi Zuflufs regulirt. Entweder sind je zwei und zwei Retorten am entgegen- Il geselzien Ende mit einander verbunden, so dafs das Oel in Dampfiorm| ö 2 nieht aus einer Retorte in die andere übertreten muls, um aus der Mi E zweiten in das Ableitungsrohr zu gelangen, oder es tritt am entgegenge| ar i setzten Ende das gasförmige Product durch eine aufsteigende Röhre f aus a dem Zersetzungsraum. Um das etwa noch nicht völlig zersetzte dampf% Tartin förmige Oel, die flüchtigen Fettsäuren, welche das Gas begleiten, zu con- me in 6: densiren, leitet man das Gas in den Oelbehälter g, so dals es durch| trachet der das Oel durchgehen mufs. Zu dem Ende ist der Oelbehälter luftdicht meilich at verschlossen; aus ihm speist man den untern Kasten d, welcher das Oel Ieltun du stltes Ga= den Retorten zuführt. Statt dessen leitet man auch das lufiförmige Pro- arten Verwend duet durch einen eignen ‚Kühlapparat, ein im Zickzack gebognes, in| gebrannt Wer einem mit Wasser gefüllten Gefäls liegendes Rohr, von dessen tielstem Punet das condensirte Oel durch eine Röhre nach dem Oelbehälier stets I Inden abgeführt wird. Aus dem Abkühler iritt das Gas in ein Gasometer. In| Sn la der Liverpooler Anstalt waren für 24 Retorten 2 Gasometer von 42Fuls muelt men, Durchmesser, 14 Fuls Höhe.| Men Gas all ee‘ a Ki [Man bedient sich des Rüb-, Hanföls, des WVallfischthrans, der schlech- testen Sorte Palmöl(in England) u. s. f., deren Preis die Anwendung Din gestattet. Man berechnet aufs Kilogramme Saamenöl 830 Liter Gas= un- Kal gefähr 27 Kubikfufs; gereinigtes Rüböl gab vom Pfund 32 Kubikfulßs.* IM Nach englischen Angaben giebt ein Gallon,= 33° pr. Quart, 90 bis 105 0538 englische Kubikfuls Oelgas,= 82,37 bis 99,5 preufs. Kubikfuls; ein| Of Gallon Palmöl 95 engl. Kubikf. Die Temperatur hat auf die Menge| I; und Beschaffenheit gleichfalls grofsen Einflufs; bei der Dunkelroth-| glühhitze entsteht weniger Gas dem Volum nach, 70 bis 80 engl. Kon: I bikfufs aus dem Gallon, aber reicher an ölbildendem Gas, dagegen bei| ra MDayn 'hieber d, bi Rauchrohr es estellt, wodın) alten) wind:; n, verschlokt en ist mit Ei, Coaks, von leitende Oel setzende Ein erhitzt,(roll ib, Thran, HIN durch ein Al h einen Halı orten am enge Oel in Dans! muls, um as ritt am entzegu gende Rülr lig zerselzle da as begleiten, m , so dab wi Delbehälter I! di, welcher da! das Juftföniz! kzack gebost, von dessen I lem Oelbehilie: ein Gasouelt zn DT ‚someter Vol#! ıhrans, der Ipeis die Aurel 830 Liter 65” Pfund 32 hit pr. Quartı al euls, Kubi hat auf di 3 hei der Du‘ 70 bs 80 0 Jim a5» dagegt Vergleichung d. Leuchtkraft d. Kohlen- u. Oelzases. A447 einer lebhaften Rothglühhitze mehr, 100 bis 120 Kf., aber weniger reich an jenem Gas. Das specifische Gewicht wird angegeben im Mittel eu 0,76 bis 0,90, es kann bis 1,110 steigen. 100 Volum Oeleas enthalten . N verzeh-“ Dichtig geben| durch R ren:\ ne IL keit Sauer- Keulaz Chlor Be Kohlen- Erb h ickg No. stoff Saure absorb.|#;, 5—| tıckgas oxydgas Gas stoffgas 1! 0,464| 116 61 6 222| 141] 51| 66 2/0500| 8 wma| 2Alma|3Ala 3| 0,758 1 220| 130.| 225 1503| 155| 77|4 4|0906| 0| 58| 33 I4a5| 95| 3 3 No. 1 und 2 wurden bei lebhafter Rothglühhitze dargestellt; No. 3 bei einer möglichst niedrigen Temperatur; sämmtlich aus Oel. No. 4 von Taylor in London, aus Thran. Es entsteht noch die Frage, ob es überhaupt vortheilhaft sei, aus Oel Gas zu bereiten, da man das Oel in Lampen brennen kann? Es wird aber vom Oel, wenn es in gut construirten Lampen ohne allen Verlust brennt, nicht die Helligkeit erzeugt, als wenn man dieselbe Oel- menge in Gas verwandelt verbrennt, obgleich bei der Gasbereitung, un- geachtet der grölsten Sorgfalt, stets ein Verlust an Kohlenstoff unver- meidlich stattfindet. Nach Clement verhält sich. die Helligkeit der Be- leuchtung durch Oel und durch aus einer gleichen Menge Oel darge- stelltes Gas= 100: 133. Ferner kann man zur Gasbeleuchtung Oel- arten verwenden, welche ihres widrigen Geruchs: wegen nie in Lampen gebrannt werden können, und im Preise wohlfeiler sind.] In Betreff der Beleuchtungsfähigkeit des Oelgases im Vergleich mit dem Kohlengas bei gleichem Volum, muls voraus die Bemerkung ge- macht werden, dafs sie gar sehr von der relativen Mischung beider Ar- ten Gas abhängt. Aus einer Reihe vieler Versuche, welche Christison und Turner‘) hierüber anstellten, geht folgendes hervor. Bei einem speeif. Gewicht von verhält sich das Leuchtvermögen Kohlengas Oelgas Kohlengas Oelgas 0,659 0,818 100; 140 0,378 0,910 100= 225 0.605 1,110 10: 30 0,407 0,940 100 2 354 0,429 0,965 100: 856. ) D, I. Bd. 18. 5. 119, 465. a nn a ET rn er ET I TESSERIREER auge N"EB. 148 Höhe d. Flammen, Zahl d. Oeffnungen im Brenner. Vergleicht man das Leuchtvermögen von Oel in einer Carcel’schen m n Lampe gebrannt mit dem des Oel- und Kohlengases, so ergiebt sich ini bei gleicher Helligkeit während einer Stunde ein i| bi Verbrauch von Oel 42 Gramme= 2 Loth 33 Quentchen preufs. i ni von Kohlengas 106bis 110 Liter= 3,55 pr. Kubikf. od. 6140 Kubikz.| ik von Oelgas 23» 30»= 1660 pr. Kubikzoll. A Nach Accum ist das Leuchtvermögen eines halben engl. Kubikfufses md Kohlengas aus Newcastle Kohlen gleich dem eines Talglichts 6 aufs kennen m Pfand, eine Stunde lang brennend, so dafs 15 Kubikfuls Gas eben so Versuchen€ lange ein gleich starkes Licht gewähren, als 6 Lichte, von denen ein kann mittel jedes 5 Stunden brennt. Der Verbrauch an Gas für einen Argand’schen aigeschen Brenner und Stralsenbrenner wird in Berlin zu 5%, Kubikfuls stündlich, In Säur mit Einschlufs des nicht zu vermeidenden Verlusts, geschätzt. ds u woll dur [Die Höhe der Gasflammen muls, bei der Erzeugung der möglichst gröfs- Ve ten Helligkeit, in einem nothwendigen Verhältnifs zur Natur des Ga- Oefhune de ses stehen. Aus dem oben Seite 80 über die Flamme ım Allge- meinen Gesagten geht hervor: dafs die Helligkeit derselben vom Er- Delhi glühen des Kohlenstoffs im Innern herrührt; verbrennt nun aber fast al- tat, porfaif ler Kohlenstoff durch verhältnifsmäfsig im Uebermafs zur Flamme gelei-| Aamdatn teten Sauerstoff der Luft, so wird die Helligkeit eben so gut sich ver-\ man te sel mindern, als wenn zu viel Gas ausströmt, so dals der hinzutretende Ke, ndli Sanerstoff der Luft nicht hinreicht, durchs Verbrennen einen solchen Ki a AND ZUG aleih ml Kohle Heinen Volım Hitzegrad zu erzeugen, um den unverbrannien Kohlenstoff in WVeils- glühzustand zu versetzen. Christison und Turner haben in ihrer Ab- handlung über das Verhältnifs der Flammenhöhe, der verzehrten Menge Gas, der Intensität des Lichts Versuche mitgetheilt, nach welchen für| Knppunpe einfache Gasflammen, jets, die zweckmälsigste Höhe bei Kohlengas 5 Kslbe sch engl. Zoll, bei Oelgas 4 Zoll ist, dagegen bei Argand’schen Flammen| dam, duels 0: für Koblengas, bei 5 Ocffnungen im Brenner und einem specif. Ge- i hen nel wicht von 0,605, zwischen 3 und 4 Zoll, für Oelgas bei einem specif. Diamar Gewicht von 0,91 und 15 ÖOeffnungen im Brenner, 2% Zoll. Macht Druck yon Ihe man die Flamme des letztern höher, so fängt sie an zu rauchen. Die ka : en.. E Se Yo elf Gröfse der Oeffnungen im Ring für eine Argand’sche Flamme sowohl, gelingen als für einfache Strahlen ıst bei beiden Gasarten nicht gleich. Es ge- Ei äh I währen, nach den Versuchen der beiden englischen Naturforscher, die Nil I grölste Helligkeit die de Ah für einfache Strahlen für Argand’sche Flammen T il, Um eine] bei Kohlengas Oeffn. von zg engl.. 0,60 spec. G.10 Oeffn. z5 2.| R Kam ym’ Zoll Durchm.» Öle. 0,90»»15» 50?| Naeh » Oeclgas spec. Gewicht 0,944|» dsgl. 0,68>| Al Au 73 engl. Zoll Durchm.,| Wil Ebenso ist auch der Abstand der Oeffnungen von einander nicht gleich-| u i gültig, für Oelgas bei Zu ZollD.„5 Zoll, für Kohlengas bei 7; Zoll D. ı Yan el nn nn ner, J arcel'schen giebt sich ’n preuls, {0 Kubikz ubikfulses ts 6 aufs 8 eben so denen ein gand’schen 3 stündlich, 2 ichst gröfs r des Gn- ım Allg n vom Iı- ber fast al- imme geler- ut sich ver- nzutretend: en solchen in Weiß ihrer Ab- ten Menge elehen für yhlengas 9 Flamme pecif, Ge em specil I. Macht hen. Die ie sowolll, ıR Es ge ‚scher, dıe ammen L offn. 35% N »» cht gleich Zoll). I Zoll] Tragbare Gäslampen, 149 5 bis 45 Zoll. Die zweckmäfsigste Höhe des Glascylinders für Ar- gand’sche Flammen 6 Zoll. Die Glaseylinder müssen eine ziemliche Weite haben, um den Zug nicht zu sehr zu vergröfsern. Bourgouignon’s rauchverzehrender Apparat steht hiermit in nächstem Zusammenhang, siche Fig. 13. Es ist eine halbkugliche kleine Glocke mit einem ge- krümmten Robr zum Ableiten des condensirten WVassers, Rauchs; er vermindert, wird er über dem Glascylinder aufgestellt, den starken Luft- zug, und gewährt dadurch, dafs er das zu heftige und vollständige Ver- brennen mindert, wodurch Kohlenstoff. zu sehr. verzehrt wird, nach Versuchen eine gröfsere Helligkeit im Verhältnifs von 100.:.176,.. Man kann mittelst desselben eine Ersparnifs an Gas von# bis% erreichen, abgesehen davon, dafs die Menge des erzeugten WVassers, der schwef- ligen Säure, der entwickelten VWVärme geringer, wird. Ein ganz glei- ches Resultat erhielten Taylor und Lowry*), als sie den Luftzutritt so- wohl durch Verengerung der untern Luftöffnungen, als auch durch Verkürzung des Cylinders, Anwendung von Drahtgeweben auf die obere Ocffnung desselben, verminderten.) Beleuchtung durch tragbare Gaslampen, cdelairage& gas por- tatif, portatif gas lamps. Man hat neuerdings versucht, das Gaslicht tragbar zu machen, d.h. man prefste sehr verdichtetes Gas in einen gehörig dichten Behälter von Kupfer, und liefs es dann durch Brennmündungen ausströmen; Gordon lehrte zuerst zu diesem Zweck das Oelgas benutzen, weil dieses im Ver- gleich mit Kohlengas, um gleiche Helligkeit zu erzeugen, in einem Smal kleinern Volum erforderlich ist. Das Gas wird mittelst einer Verdich- tungspumpe in einem eignen gröfsern Verdichtungsgefäls comprimirt; auf dasselbe schraubt man die einzelnen zu füllenden Gefäfse auf, und leitet dann, durchs Oeffnen der Hähne, das Gas hinein. Ein am grofsen Be- hälter angebrachter Druckmesser zeigt den Grad der Verdichtung an. Da sowohl der Behälter, als auch die einzelnen Geläfse einen starken Druck von Innen aushalten müssen, so ist es durchaus erforderlich, dafs sie von gehöriger Metallstärke sind, und mittelst der Wasserpresse auf einen höhern Druck, als sie auszuhalten haben, probirt wurden. Die Dichtigkeit des eingeschlofsnen Gases ist 15, 25, bis 30mal grölser als die der Atmosphäre. Wäre daher 1 Kubikfufs einfach dichtes Gas nöthig, um eine Flamme eine Stunde lang brennen zu lassen, so würde ein Raum von% Kubikfuls 32mal comprimirtes Gas hinreichen, die Flamme 8 Stunden lang zu unterhalten. Eine grofse Schwierigkeit ist aber, das Ausströmen des Gases so zu reguliren, dafs es Anfangs nicht zu mächtig, gegen das Ende nicht gar zu langsam hervordringe, und RDEPAT. BE 92, 52417. 150 Harzgas. dadurch eine sehr ungleiche Flamme und Helligkeit gebe. Eine solche Ein- richtung ist noch nicht vollkommen gelungen. Aufserdem ist stets Ge- fahr wegen des Zerberstens.der Gasbehälter vorhanden und Fälle der Art sind leider nicht selten gewesen.— Tragbares Gas hat man sowohl bei Strafsenlaternen, als auch zum Erleuchten. im Innern von Gebäuden angewendet; es ist das Angenehme dabei, dafs die grolsen, kostspieligen töhrenleitungen erspart werden, und man das Gas nach Belieben kau- fen kann,‘ohne besondere bauliche: Einrichtungen im Haus deshalb nö- thig zu haben. Harzgas. Schon oben Seite 134 ist erwähnt worden, dafs man aus Theer, Pechöl, Theeröl, Gas darstellen kann. Nach Accum giebt 1 Pfund dicker schwedischer Theer 7 Kubikfuls Gas, nach Schwarz 100 Kubikzoll Pechöl 56 bis 60 Kubikfuls Gas, welches£ seines Volums öl- bildendes Gas enthält. Eben so kann aus rohem Fichtenharz, Pech in Kienöl aufgelöst Gas bereitet werden. In Frankreich, neuerdings in England, bat man Harzgas im Grofsen dargestellt, und Daniell*) darauf ein Patent genommen. Der von letzterm angegebne Apparat ist auf Ta- fel III. Fig. 4 und 5 abgebildet, erstere stellt denselben in der Vor- deransicht, letztere im Querdurchschnitt dar. [@ ist ein eiserner Kasten, in welchem das Harz oder Pech, mit einem Zu- satz von Kienöl(auf 100 Pfund Pech 10 Gallen, nahe 40 Quart), geschmolzen wird, indem das Feuer, welches die Retorten heitzt, auch diesen Kasten erhitzt. In dem Kasten ist ein angebracht, damit nur das geschmolzne Harz nach den Hähnen b, b gelangen kann, kein Harzklümpchen. Durch die Hähne wird das flüssige Harz in die Trichter€,© geleitet, welche es dann durch gekrümmte Röhren d, d in die Retorten e, e fliesen lassen. Diese sind mit Coaks zum Theil erfüllt, um die Berührungsfläche zu vergröfsern; von dem Hintertheil der Retorte führt ein Rohr nach dem Condensator f, welcher mit eı- nem Gefäfs voll kaltem WVasser umgeben ist, und dazu dient den un- zersetzt überdestillirien Antheil Kienöl aufzufangen, welches durch ein heberförmig gekrümmtes Rohr in den gröfsern Behälter&, die Oecla- sterne, abläuft, Das Gas steigt dagegen aus dem Condensator durch ein winkelrecht gebognes Rohr% auf, welches in ein mit VWVasser gefülltes Gefäls i eintaucht, wodurch das Gas gewaschen vermöge des Rohrs k nach dem Gasometer abgeleitet wird. Da sich auch im Gefäls ö noch Kienöl abscheiden wird, welches auf dem WVasser schwimmt, so ist in‘einer gewissen Höhe ein fallendes Rohr T angebracht, welches nach der Oecleisterne führt, und ebenfalls heberartig gekrümmt ist, um das Gas abzusperren.] ,D. pP... Bd. 33, 5, Al _ A en m et + Dis N find Hlln sich (shereilung Dis Ga Wras blende slktndıg ve yerheit. Im hlem es ol zieht brauch (iher die zw {ie Flamme sie zu brennt al gemöhnli gen Jultlicht nen in den Zi duch Undieht ner in Menge denn sonst ent (che oben 8e nie Deinen Aulser zum vendet; 1) zu Ich sein: es velbmch; 2) 7 IR uch 9 Most, Pig Stahl Seinen af der Hal Ueber Ga in II,_ gas, Tan Binde,— 1 alt ll solche Bi. st stets(j Ü Fälle du Man sowohl Mn Gehänden kostspieligm lieben kaı- deshalh ni. dafs man aus decum giebt Schwarz 100 i). 7, Pech in erdings iı 1*) darf ist auf Th- der Vor einem Zu 0 Quart), eitzt, auch angebracht, ngen kann, arz in die ‚hren d, d um Theil Jintertheil er mit ek it den un- durch ein die Oclu- - durch ein Y gefülltes 5 Rohrs h "als U noch nt, 50 it Iches nad 7 um du Anderweitige Benutzung des Leuchtgascs. 151 Das Kienöl wird fast gar nicht bei diesem Prozefs zerstört, sondern dient das Harz aufzulösen und zu zertheilen, man gewinnt es in der Oeleisterne beinahe vollkommen wieder. 100 Pfund Pech geben 1000 Kubikfuls Gas, dessen Leuchtvermögen sich zu dem des Kohlengases verhält= 2,5: 1; Schwefelwasserstoffgas, ammoniakalische Flüssigkeit bilden sich nicht bei diesem Prozefs. In England findet man diese Gasbereitungsmethode bedeutend wohlfeiler, als aus Oel und Fett. Das Gaslicht gewährt aulser dem, dass es hell und besonders das Oelgas blendend hell brennt, und, wenn es gehörig gereinigt ist und vollständig verbrennt, nieht stinkt, den Vortheil einer gröfsern Feuersi- cherheit im Vergleich gegen Beleuchtung mit Lichten oder Lampen, indem es ohne Kohle abzusetzen, ohne Funken zu werfen, brennt und nicht braucht geputzt zu werden. So wie der Hahn zugedreht wird, (über die zweckmälsige Einrichtung desselben siehe oben Seite 141), ist die Flamme vollkommen gelöscht, und da sie nicht tragbar ist, kann sie zu brennbaren Substanzen bei weitem nicht so leicht zukommen, als gewöhnliche Lichte und Oellampen. Es müssen aber auch alle Röh- ren luftdicht sein, denn sonst verbreitet sich Gas bei verschlofsnen Häh- nen in den Zimmern, und erzeugt einen übeln Geruch. Sollte es sich durch Undichtheit der Röhren, Offenstehen von Hähnen in einem Zim- mer in Menge angesammelt haben,,so gehe man nicht mit Licht hinein, denn sonst entzündet es sich und wirkt wie die schlagenden Wetter (siehe oben Seite 131). Jedoch kann man durch den Geruch die ge- ringste Beimengung von Gas bemerken. Aulser zum Beleuchten hat man das Kohlengas auch noch ange- wendet: 1) zur Füllung: von Luftbällen; dann muls es aber möglichst leicht sein; es steht jedoch in dieser Beziehung dem Wasserstoffgas weit nach; 2) zum Sengen loser Baumwollengewebe, denn bei diehtern ist es nicht anwendbar; 3) zur Darstellung von Cämentstahl nach M’Intosh, Vismara. In England bestehen Fabriken, welche auf diese Art Stahl gewinnen.°(4) Zum Abtreiben des Bleies vom Silber*) hat man auf der Halsbrückner Hütte bei Freiberg das Kohlengas versucht.) Ueber Gaslicht siehe: Acecum practical treatise on Gaslight. Lon- don 1815.— Accum description of the procefs of manufacturing coal-gas,. London 1819. Uebersetzt von Lampadius, Weimar 1816—19. 2 Bände.— Tabor vollständiges Handbuch der Gasbeleuchtungskunst. Frankf. a. M. 1822. 2 Bände.— Peckston theory and practice of gas-lighting. London 18319.— Dictionnaire technologigque Tome Fl. p. 399. Artikel„Eclairage” und Tom. LI. p. 465. Tom. X. p: 469. ") ET. Bd, 5. S. 206. Bd. 6. Ss. 199.381. a Ten 152 Oelartige Kohlenwasserstoffverbindungen. [Es ist bereits oben erwähnt worden, dafs Faraday*) vor einigen Jahren| deselben st mehrere neue Verbindungen des Kohlenstoffs mit WVasserstoff entdeckt guy ne hat. Man gewinnt nemlich bei der Zusammendrückung des Ocigases amp (um es in tragbare Gaslampen zu füllen) eine eigne ölartige Substanz,| jdn Pla und zwar von 1000 engl. Kubikfufs etwa 231 Kubikzoll, Diese Flüs- Jade sigkeit ist theils farblos, theils grün beim reflectirten und gelb-braun em N beim durchgehenden Licht, specifisches Gewicht 0,821, riecht wie das Shmeleiur Oelgas, ist sehr flüchtig und kocht sehr leicht, braust beim Ausgielsen his mit der wie Champagner, löst sieh nicht in Wasser, aber in Alkohol, Acther, uh I fand er den Oclen auf, verbindet sich leicht mit Schwefelsäure, N Ju gegen 1 Diese Flüssigkeit ist ein Gemeng von mehrern flüchtigen Oeclen, die Bm } einander rücksichtlich der Brennbarkeit und Leuchtkraft schr ähnlich aber durch verschiedne Flüchtigkeit verschieden sind, Faraday hat deren 3 unterschieden. 1) Kohlenwasserstoff mit’ doppelt so viel Kohlenstoff, als im öl- bildenden Gas, Bicarburet of kydrogen. Man erhält diese Substanz, wenn man das ölıge Product bei 85° destillirt, und das Destillat bis — 18° abkühlt, in farblosen, durchsichtigen Krystallen, Sie schmelzen bei-+ 5,5, riechen wie Oelgas, zugleich etwas nach bittern Mandeln,| Schnele specifisches Gewicht bei 15° 0,85, bei 0° 0,956; lösen sich nicht in Was-| Il vor, in: ser, aber in Alkohol, Aether, den Oclen auf, verbrennen mit heller| sale, som Flamme, vielem Rauch, setzen durch eine glühende Röhre getrieben Der Schwe Kohle ab, und werden zu Kohlenwasserstoffgas. Es wird diese Materie häden(meleich von Chlor, Salpetersäure zersetzt, welche sie roth färbt, verbindet sich Inschen Kan mit Schwefelsäure ahne Zersetzung, welche Verbindung bei+ 1° ud fnkönie| krystallisirt. Sie besteht aus: 91,23 Kohlenst, und 8,77 Wasserst., oder she aus gleichem Volum Kstdampf und VVstgas. ul Sl® 2) Die beim Erstarren der vorigen Materie übrig geblicbne Flüssigkeit! N kann nicht durch Erkälten fest werden, sie ist eine zweite, von der mil is ersten verschiedne Substanz;. ihr specifisches Gewicht ist bei 15,60(im Sehne 0,86, ihr Siedepunkt 85,5%; sie wird von concentrirter Schwefelsäure In lem u stärker angegriffen, als die erstere, und besteht aus: 89,08 Kohlenst, Di,(he The und 10,92 WVasserst., oder aus 2 Vol. Kstdampf und 3 Val. VVstgas, Sich, in I 3) Wenn man das Oel aus dem comprimirten Oelgas bis 37° er- in Haufen, wärmt, bei schr kalter Vorlage, so erhält man eine dritte Flüssigkeit, I da Ye® welche unter 0° kocht, specifisches Gewicht bei 120 0,627, die leich- Install Hi teste aller bekannten Flüssigkeiten; der Dampf derselben wird) Bil von WVasser wenig, von Alkohol, den Oelen, besonders von concen-“ Pike] trirter Schwefelsäure absorbirt. Die Zusammensetzung ist höchst merk- ee Ära, würdig dieselbe wie beim ölbildenden Gas, nur in einem doppelt ver- Ü lt|) dichteten Zustand. Nach di$ı Aus dem Mitgetheilten läfst sich ableiten, dafs diese 3 Substanzen,| erg welche im nicht verdichteten Oelgas vorhanden sind, zur Leuchtkraft Def, B 3 r| sh, Sch ) P. A. Bd. 5, 5. 308, Schel), | karbe nigen Fahren or entderh les Oelgaı, ‘ Substanz, Diese Flis gelb- braun ht wie das Ausgielsen ol, Acıher, Oclen, die chr ähnlich Furaday hat h als im Il. C Substanı, Destillat hi e schmelın n Mandth, ht in Wh; ı mit heller re getrieben iese Mater: bindet sl bei+ 1! serst,, oder Flüssigket ,„ von der bei 156 ‚wefelsiure Kollenst Wstgas, is 91° er Plüssigkeit, ie leich- elben wird m concen- hst merk- ppelt ver ıbstanzen, euchtkral Schwefel 153 desselben sehr viel beitragen. Brachte man gemeines Kohlenwasserstoff- gas, welches mit einer matten, blauen Flamme brennt, mit dem Oel aus comprimirten Oelgas in Berührung, so brannte es mit einer leuch- tenden Flamme; es wird daher nothwendig, um die Leuchtkraft des Leuchtgases beurtheilen zu können, den relativen Gehalt desselben an diesen ölartigen Substanzen zu bestimmen. Faraday: schlägt dazu Schwefelsäure vor, er nahm 65% des Volums jener Gasarten, sperrte das Gas mit der Säure über Quecksilber, und beobachtete die Absorption. So fand er in gewöhnlichem Oelgas gegen 228, im comprimirten Oel- gas gegen 182, im Kohlengas 3,259 an cundensirbaren ölartigen. Sub- stanzen.] Ver erste 5 K.apii.tsel. Vom Schwefel. Schwefel, Soufre, Sulphur, brimstone, kommt in der Natur sehr häufig vor, in allen 3 Naturreichen, jedoch am vorzüglichsten im Mine- ralreich, sowohl für sich, als mit Metallen verbunden,(Kiese, Blenden). Der Schwefel findet sich sowohl krystallisirt, in rkombischen Ok- taödern(ungleichschenklig vierseitigen Pyramiden), als auch in krystal- linischen Massen, eingesprengt, als Ueberzug; Bruch muschlig ins grob- und feinkörnige übergehend; glänzend bis starkglänzend, von Fettglanz; schwefelgelb ins Rothe und Grüne hinneigend; durchsichtig, zeigt dop- pelte Strahlenbrechung, auch nur an den Kanten durchscheinend; spee. Gewicht 2,0 bis 2,1. Er findet sich auf Quarzlagern im Glimmerschie- ter(im Schwefelberg Tiesan bei Quito); Uebergangskalkstein; sehr häu- fig in.ältern und neuern, zumal Steinsalz führenden, Gyps, Mergel, Thon,(die Thäler von Noto und Mazzara, an den Ufern des Salso in Sicilien, im Kirchenstaat, Oberitalien, Spanien, Krakau, Lauenstein im Hannöverschen); im Schuttland; im Trachyt(in der Auvergne, Quito). In der Nähe der Vulkane, aus den stets aufsteigenden Schwefeldämpfen kıystallisirt, Solfatara am Vesuy, bei Puzzuoli im Neapolitanischen, auf den liparischen Iuseln, Sieilien am Aetna, Island, Teneriffa, Guade- loupe, Java, Bourbon. Der Vulkan Puract in Südamerika überzieht seine nächsten Umgebungen mit dieken Schwefelkrusten.— Endlich se- tzen auch die Schwefelquellen Schwefelschlamm ab, mitunter als einen festen Ueberzug,: Geschwefelie Metalle sind sehr häufig, unter ihnen ist geschwefel- tes Eisen, Schwefelkies, das aller gewöhnlichste, welches auch auf Schwefel bearbeitet wird; unter andeın kommt auch zeschweleltes mr ei ne nn an EEE 154 Schwefel, Darstellung desselben. Kupfer(Kupferglanz), geschwefeltes Blei(Bleiglanz), geschwef, Zink Caoir T (Blende), geschwef. Spielsglanz und Quecksilber(Zinnober), nicht Raın, 90 9 selten vor, per 100 1 Viele Pflanzen enthalten Schwefel, namentlich der Senf, Knoblauch,| Seil Zwiebeln; auch in verschiednen thierischen Substanzen, namentlich den- iM Imgt m nerort glac jur Kammer werden, SO 6 Inder Mauer Eiern, findet er sich, und bedingt beim Faulen den Gestank und das Anlaufen silberner Geschirre, Um den Schwefel von den steinigen und erdigen Substanzen zu rei- nigen, unterwirft man denselben einem Schmelz- und Destillationspro- Eee zels. Im Neapolitanischen bedient man sich zu dem Ende eines Galee- ir durch ei renofens mit 10 Tiegeln, welche gegen 3 Fuls hoch sind, mit Schwe- slerdrückt felstücken gefüllt und. zugedeckt werden. Am obern Ende ist eine irdne Stel kin Röhre zur Seite in die Tiegel eingefügt, welche nach einer etwas tie- über glühen fer liegenden, oben verschlofsnen, unten offnen irdnen Vorlage führt, Die Stang welche über einem Gefäfs voll Wasser steht. So wie nun der Schwe- nem hineinpa fel sich verflüchtigt, condensirt er sich in der Vorlage, und tropft in I halte Schw das Wasser, wo er erstarrt; man nennt denselben Rohschwefel, Mauer gene Stangensel Soufre brut, er enthält noch gegen ‚'; erdige Theile, die bei dem Auf- n R 7.». 7 oe.| men, fi blähen und Verdampfen mit fortgerissen- wurden. Man reinigt den AN e . 2 s= Werden von 4 Rohschwefel durchs Umschmelzen in einem bedeckten gulseisernen Kes- Fi ae = 18; en:: SED U mitteht Wass sel, lälst die erdigen Theile sich ruhig absetzen, schöpft ihn ab und Shnslshl 3 Sare ee 25= dehwelels DIel gielst den geklärten Sehwefel in angefeuchtete hölzerne Formen. kl Schwef c 1; di In Frankreich bedient man sich zur Reinigung des Schwefels des- He selben Apparats, welcher zur Darstellung der Schwefelblumen gebräuch- dumpfnges und sich klire Der Schnel il, wid a hi Imd ach der K erlilet’ seines\ lich ist; er ist von Michel, in Marseille, erbaut worden,(siehe Tafel II. Fig. 18.) [In einem gufseisernen Kessel@(Gufseisen wird vom Schwefel in der Hi- tze nicht angegriffen), der 14 bis 16 Centner fassen kann, und durch| eine Feuerung geheitzt wird, lälst man 10 bis 12 Centner Schwefel schmelzen, den man durch die mit einer eisernen Thür verschlofsne Mi Tr er u.. Sys. enSaltonseplp Oeffnung b einschüttet. Die Schwefeldämpfe ziehen durch den gemau- implen erten Kanal e in die angebaute, aus Mauerwerk aufgeführte gewölbte eneder eins| Kammer d, die mit einem Schornstein und Sicherheitsklappe e verse- I im Oefen I hen ist, welche sich öffnet, wenn im Innern der Kammer eiwa eine Ne Yerhemen, Entzündung des Schwefeldampfs erfolgen sollte, ohne die atmosphäri- Sch verffiht sche Luft eintreten zu lassen, Je nachdem nun die Kammer geräumig- Di Al ist, oder für die Menge erzeugter Dämpfe klein, und immer fort Tag 1 Keen und Nacht gefeuert wird, oder blos periodisch, gewinnt man entweder \ I) ur 4R flüssigen Schwefel, oder Schwefelblumen, erstern, wenn dıe VVände h er ne 0 warm erhalten werden, der Raum klein und die Verdampfung stetig, j geil\ i x Am yon letztere, wenn die Kammer geräumiger, kühl gehalten und weniger " v“ 7“. ı;| Schwefel langsam verdampft wird. Verflüchugt man in der Stunde 2| Ga lir Alien Tu nn en-> N R 2-2 Z<— nl mn nn nn nn nl schwef, Ink ober), Acht Knoblauch, nentlich den nk und das NZEen zu rel. lationspne nes Galee. mit Schw. st eine Ärdıe T etwas fie. lage führt, der Schw d tropft in sch weft] ei dem Aul reinigt de sernen Ka: lim ab ud en, wwefels des n gebräul: e Talel Il in der H- ınd durch Schwefl erschlolsıt en gemau- gewölbte ee Verst: eiwa eine imosphärt | geräumig fort Ta entwedir 6 Wänl 1Dg steil | wenige Stunde} gr Schwefel, Darstellung desselben. 155 Centner Tag und Nacht, und hat die Kammer 2000 preufs, Kubikfufs Raum, so erhält man flüssigen Schwefel, wenn dagegen in einer Kam- ıner von 10300 Kubikfufs Inhalt eben so viel Schwefel einmal ın 24 Stunden sich ansammelt,. so gewinnt man Schwefelblumen, Nicht sel- ten bringt man bei einer Kammer 2 oder 3 eiserne Kessel an, um im- merfort gleichzeitig zu destilliren. Soll der flüssige und auf dem Boden der Kammer angesammelte Schwefel abgestochen und in Formen gefüllt werden, so geschieht dies also: am Boden derselben ist eine Oeffnung in der Mauer, welche mittelst einer gufseisernen Platte mit angegols- nem Rohr f geschlossen ist; in dem Rohr steckt ein eiserner Stöpsel 8, der durch einen langen Stiel bewegt werden kann, den eine Feder A niederdrückt. Soll der Schwefel abgestochen werden, so wird der Stöpsel hineingestolsen, worauf erster durch die eiserne Rınne?, welche über glühenden Kohlen liegt, abflielst. Die Stangenformen sind aus Kienholz etwas konisch gebohrt, mit ei- nem hineinpassenden hölzernen Stab, mittelst welchem dann die.er- kaltete Schwefelstange herausgeschoben wird. Die Formen werden mit WVasser genetzt, und dann der Guls vollbracht, So gewinnt man den Stangenschwefel, Soufre& canon, Roll-sulphur. Schwefel- blumen, Fleurs de Soufre, Flowers of Sulphur, sublimed sulphur, werden von den WVänden der Kammer abgekehrt, und einer Reinigung mittelst Wasser unterworfen, siehe unten.— Bei dem Destilliren des Schwefels bleibt ein grauschwarzer Rückstand, der noch Schwefel ent- hält, Schwefelschlacke, erasse de soufre, welcher die eisernen Kessel verschmiert, weswegen man einen eignen Schmelzkessel vor dem Ver- dampfungskessel anbringt, in welchem man den Rohschwefel schmelzen und sich klären läfst, bevor man ihn in den letztern leitet.] Der Schwefelkies, eine Verbindung von 45,5 Eisen und 54,5 Schwe- fel, wird am häufigsten zum Abtreiben des Schwefels benutzt, in Eng- land auch der Kupferkies; erster giebt nämlich im verschlofsnen Raum erhitzt 2 seines Schwefelgehalts in Dampfform ab, welchen man in Con- densationsgefäfsen auffängt und nochmals läutert. Man bedient sich hiezu entweder eines Röhrenofens, der Retorten, oder man lälst die Kiese in eignen Oefen mit absteigenden Rauchfängen und Condensatoren- weis verbrennen, wodurch ein ziemlich beträchtlicher Theil Schwefel sich verflüchtigt, während schwefligsaures Gas gleichzeitig erzeugt wird. Die Röhren sind aus irdner Masse, rund oder quadratisch, auch von Gufseisen, nach vorn verengt, mit horizontaler Bodenfläche; sie lie- gen 3 oder 4 Reihen abwechselnd übereinander, und werden am wei- tern Ende mit gröblich gepochten Kies(7 bis I Centner in jede Röhre) gefüllt, Am vordern offnen Ende befindet sich ein eisernes mit Wasser gefülltes Gefäfs, mit bleiernem Deckel und einer kleinen Oeffnung für entweichende Gasarten. Ist der Schwefel nach 6 bis 8 Stunden no om Tr m oma mern ng nn rn u TEE 156 Schwefel, Darstellung desselben. Feuerung abgetrieben, so zieht man die Schwefelabbrinde(das niedere Schwefeleisen) aus den Röhren, und benutzt sie auf Eisen-, oder gemischten Vitriol; der Rohschwefel, T ropfschwefel(10 bis132) liest im Wasser und sieht Sranliehe oder röthlichgelb aus, muls ge- läutert werden. u [In Schweden bedient man sich eiserner Treibröhren und eiserner Vorla- gen, die kühl gehalten werden.— Schwefeltreiböfen sind in Schlesien zu Rohnau, im Erzgebirge, in Böhmen zu Altsattel bei Elnbogen.] Bei jedem Rösten von Schwefelmetallen, Kupferkies, Bleiglanz, Schwefelkies, Blende ete., gewinnt man sublimirten Schwefel,(so bei Goslar am Ha), der gröfste Theil des Schwefels oxydirt Eich aber zu schwefliger Säure, welche theils gasförmig entweicht, theils zu Schwe- felsäure sich langsam oxydirt, und mit den oxydirten Metallen sich ver- einigt. Um hierbei möglichst viel Schwefel zu erhalten, hat man eigne Röstöfen mit Condensationsräumen für den sublimirten Schwefel erbaut, so in Schweden zu Fahlun und Oester-Silfberg, im sächsischen Erz zge- birge. Man legt Brennmaterial ein, darauf in gröfsern, dann allmähliz De, Stückchen den Schwefelkies; der Ofen ist konisch nach oben verengt, hat mehrere Abzugkanäle, die entweder nach einer gemau- erten Kammer führen, oder sich eine lange Strecke horizontal fort- ziehen. Wird nım das Brennmaterial angezündet, so fängt die unterste Schicht Schwefelkies an zu brennen, durch deren Hitze die obere Schicht die kleinere Hälfte ihres enthaltnen Schwefels abgiebt, welche mit der durchs Verbrennen eines Theils Schwefel erzeugten schwefligen Säure durch die Kanäle abzieht, und sich in denselben, oder der Kam- mer, als Mehlpulver condensirt. Der durch diese Prozesse gewonnene Tropfschwefel wird nun in eignen Läuteröfen geläutert, welche mit den in Italien gebrauchten Destillationsöfen die gröfste Aehrlichkeit besitzen. Es sind Galeerenöfen mit 8 bis 12 Läuterkrügen, aus Gulseisen gefertigten Kolben, wel- che etwa 1 Centner fassen; ein helmähnliches irdnes bauchiges Gefäls mit zwei gekrümmten Hälsen ist auf diese Krüge befestigt, von de- nen einer aus der Wand des Ofens vorsieht, und in einen irdnen Krug mit Deckel einmündet,(Vorläufer), Dieser hat über dem Boden eine Oelfnung mit Pfropfen, um den sich hierin ansammelnden Hüssi- gen Schwefel in ein darunter befindliches offnes Geschirr laufen zu lassen. Hierbei erhält man zwischen 80 bis 878 reinen Schwefel, wel- chen man sodann in Stangenlorm gielst; der Rückstand ist Schwefel- schlacke, und in den Helmen findet sich rothes und gelbes Schvwefelar- senik.— Die Schwefelschlacke umgeschmolzen liefert den grauen hofs- ._——= a Zu Be DS nn mt — schmefl g jo)(ame gemünl Ninsign IM ‚Schwefel pulen schw i, Um die I Sauerwer allen enthält un erhalten una Schw Iilurch, da Trockne al Iist, und Fs überzeht schnppen, h\ zuelh verbreite Jim reinen$; Insatz von ei die saure Aul gelber Neders Der vulkanı gewonnene,$ pomeranzenhr der Aetzkaliltu dılen, dann er Der reine$ Imtlistt ın 2 der uüliche un shliste, und in ser Ämsl j ler ind m licht zerrebli) St abe st fl lm, und ellches Gem 5 ken, Dead ia) fh eben} Win N mach e ed bi Er es ne Schwefel, Eigenschaften desselben. b rände(I; Eisen-, q. (10 bis] A| s, muls gı. schwefel.— In Schlesien bei. Kupferberg wurden im Jahr 1828 460% Centner geläuterter Schwefel, und 1% Centner Schwefelblumen gewonnen, [Verunreinigungen des Schwefels. Die Schwefelblumen enthalten ein we- nig Schwefelsäure, welche aus der bei der Sublimation sich mit erzeu- serner Vorl. genden schwefligen Säure in Berührung mit feuchter Luft entstanden in Schlesien ist. Um dieselbe zu entfernen, werden sie mit WVasser abgewaschen; inbogen.] das Sauerwerden findet jedoch nach einiger Zeit wieder statt. Nicht selten enthält der Schwefel Arsenik, wenn er aus arsenikalischen Kie- , Bleiglan, sen erhalten wurde; auch der vulkanische Schwefel führt nicht selten efel,(so bi etwas Schwefelarsenik bei sich. Einen solehen Gehalt entdeckt man sich aber zu dadurch, dafs der gepulverte Schwefel mit Salzsäure digerirt, und zur Trockne abgedunstet, der Rückstand mit schwachen WVeingeist aufge- s zu Schwe. 5;\ len sich, löst, und in die Auflösung ein blankes Zinkstäbchen getaucht wird. = A Vel- ß. g:. 5. Es überzieht sich dann das Zink mit dünnen dunkelfarbigen Metall- E man eigıe| z: 2 schuppen, Arsenik, welche auf glühenden Kohlen einen Knoblauchge- a erbaul rich verbreiten. Auch durch Verpuffung des Schwefels mit 4 Thei- chen Ei len reinen Salpeter, Auflösen des erzeugten salzigen Rückstandes, mit in allmäll; Zusatz von etwas Salzsäure, kann man Arsenik entdecken, wenn man nach oben die saure Auflösung mit hydrothionsaurem Gas zerlegt, wodurch ein ner gemal: gelber Niederschlag. entsteht, Schwefelarsenik. zontal ft Der vulkanische Schwefel enthält häufig, auch der aus den Kiesen die unlenk gewonnene, Selen, wodurch er, gleich wie durch Arsenik, mehr ins pomeranzenfarbige übergeht. Löst man solehen Schwefel in kochen- Ga der Aetzkalilauge auf, so scheidet sich von selbst an. der Luft zuerst iB a Selen, dann erst Schwefel ab.] schwerligen ' der Ku Der reine Schwefel hat eine schön hellgelbe Farbe(Schwefelgelb). krystallisirt in zwei verschiednen Formen, in rhombischen Oktaödern., ird nun i der natürliche und der aus einer Auflösung von Schwefelalkohol kry- ebrauchter stallisirte, und in schiefen rhombischen Säulen durchs Schmelzen; er- aleerenöfen stere Krystalle sind stets gelblich, durchsichtig, von muschligem Bruch, ben, wel letztere sind undurchsichtig, matt auf dem Bruch. Er ist wenig hart, ges Gelih leicht zerreiblich, wird durchs Reiben und Erwärmen— elektrisch, von de: ist aber selbst ein schlechter Leiter der Elektrieität; hat sehr wenig Ge- en indnen schmack, und nur beim Reiben, beim Erwärmen einen schwachen Geruch; lem Boden specifisches Gewicht 1,98,(des unreinen 2,35). Er schmilzt bei 111° den Hüss- zu einer klaren, gelben Flüssigkeit; bei 160° wird er dickflüssig, braun, laufen zı aber nach dem Erkalten wieder hellgelb; erhitzt man ihn bis 200°, so efel, we. bleibt er beim Erkalten weich, durehscheinend, rothgelb, zähe, und Schwelt wird erst nach einigen Tagen fest und gelb. Der geschmolzne Schwe- chwefel fel dehnt sich beim Erkalten aus, weshalb der starre leichter ist, als en Roß der geschmolzne und auf letztern schwimmt. Man bedient sich wegen 158 Schwefel, Eigenschaften, Denutzung. (, jener Eigenschaft des zähen, durch schnelles Abkühlen weich gewordnen, Is Schwefels zur Verfertigung von Abgüssen von Münzen, Cameen ete, nn Bei 143° Grad bildet der Schwefel in verschlofsnen Gefälsen einen po-| gjjliterse meranzenfarbnen Dampf, welcher sich zu gelben Blumen verdichtet, ui md "bei 316% kocht der Schwefel. Bringt man in den heilsen Schwefeldampf| bu u 1 gewisse Metalle, als Eisen, Kupfer, Silber so verbinden sie sich unter| An Feuererscheinung mit demselben. Er verbrennt an der Luft mit blals-, Er 1 blauer Flamme, und stölst ein erstickendes Gas aus, schwefligsaures Gas. Er ist in Wasser nicht löslich, ein wenig in Alkohol und Aether,| 1 m besonders in feiten Oelen, Steinöl, Aetzlauge, in Schwefelkohlenstoff, Ay (Chlorschwefel). Sıle schein Man benutzt denselben: 1) zu Schwefelfäden, Schwefelhölzern; Ü..>. 9 2) zum Schwefeln der Wolle, Seide ete,; 3) zur Fabrikation des Schiels- 2) Schn pulvers; 4) der Schwefelsäure; 5) zur Bereitung mehrerer Schwefelme-\ Silpkurus at talle, als z. B. Zinnober, Schwefelkupfer zur Darstellung eines reinen I vo, sorohl Kupfervitriols; 6) in der Mediein etc. Is belingt€ [N oelt daher [Schwefelbalsam, Baume de Soufre, eine Auflösung des Schwefels y Aal : Se:;\ Me: In er in Leinöl, eine braunschwarze, zähe, dicke Flüssigkeit, durchs Erhi- hc] Dr};: nosplärseher tzen des Oels und Zumischen von Schwefelpulver bereitet; wird zur ı Zu cn . N Br N A ame. bei ID Darstellung eines Goldüberzugs auf Töpferzeug gebraucht.| Flanne bei 15 Löst man in Kalilauge Schwefelpulver auf so viel sich lösen will,| ten(Sclmell filtrirt, und setzt nach einer vorläufieen Verdünnung der Lauge mit rei- An der Schell o o o| 'nem Wasser sehr verdünnte Schwefelsäure hinzu, so fällt, unter Ent- teren% ihres weichen von Schwefelwasserstoffgas, ein graulich- weilser zarter Nie- Rlen Koll derschlag, fein zertheilter Schwefel, welchem etwas Schwefelwas-| area 55’ Kohlenstan, N serstoff anhängt, Schwefelmilch, Lait de Soufre, Soufre preei- pite, Precipitated Sulphur genannt, Statt Kalilauge kann man auch Kalkmilch anwenden‘, dann mufs aber Salzsäure zum Niederschlagen ge- schniktes Kupl f Iläıre und erh braucht werden.(Die Eıklärung dieses Prozesses später bei dem Ar- I ki tikel:„Schwefelkalium,”)— Es ist ein feines graulich- weilses Pulver, Ipums Ga m ohne Geruch und Geschmack, verhält sich im Uebrigen ganz wie Schwe- Theil Sachs fel, Ganz dasselbe ist auch der Schwefelschlamm, der sich aus den ol life, Di Schwefelwassern absetzt.# vom Waser; Um das Verbrennen der Metalle im Schwefeldampf zu zeigen, kann 1 Am One man entweder in einem Kölbchen Schwefel bis zum Kochen über der im Sand, Lampe erhitzen, und sehr dünn ausgewalztes Kupferblech hineintauchen, Kr oder man legt einen Pistolenlauf, der mit einer kleinen Menge Schwe-| Kalle m fel gefüllt, und an beiden Enden verstopft ist, ins Feuer, so dals das hr U de Zündloch oben liegt, so wird durch dieses heilser Schwefeldampf aus- Ru. Ok strömen, in welchem obige Metalle, wie im Sauerstoffgas, verbrennen.— th dar Eine ähnliche Feuererscheinung zeigt sich auch bei der Bereitung von ZU K Schwefeleisen‘aus Eisen und Schwefel, des Zinnobers, aus Quecksil- Nagel 9 ber und Schwefel.] Värne Sul — A—— ro ER er nn nn rer me ee er z ich Se wvonlten ‚ Cameen h en verdieht chvefeldan ie sich unle ft mit blak, hwwelligsauns und Aether elkohlenstoft sen einen welelhölzem: des Schiek,. Schwefeln. eines reinen les Schwekl durchs Eıhi. t; wird ur h lösen nıl, uge mit nt ‚ unter Ent zarten Nie chwefelwas- ufre pre n man auch schlagen gt ei dem Är- (ses Pulver, ‚wie Schwe ch aus den eigen, kann on über der eintauchen, nge Schwe so dals das dampf au brennen.” etung VO) $ Quechi Unterschweflige Säure, schweflige S. 159 Der Schwefel verkindet sich mit Sauerstoff in 4 verschiednen Ver- hältnissen, welche Verbindungen sämmtlich zu den Säuren gehören. [ 1) Unte rschweflige Säure, Acide hyposulfureux, hyposulfurous acid, wird dadurch erhalten, dafs man in wäfsriger schwefliger Säure Eisen oder Zink auflöst, wodurch die Säure Sauerstoff an jene Metalle abtritt, sie oxydirt, selbst aber in unterschweflige Säure übergeht, wel- che sich mit jenen entstandnen Öxyden verbindet. WVill man aber diese Salze durch eine stärkere Säure zerlegen, und die unterschweflige Säure isoliren, so entmischt sie sich in schwefligsaures Gas und Schwe- fel; man kann sich daher dieselbe auch als schweflige Säure+ Schwe- fel denken. Sie besteht aus: 66,8 Schwefel und 33,2 Sauerst., ihre Salze scheinen in Wasser leicht löslich zu sein.] 2) Schweflige Säure, schwelligsaures Gas, Acide sulfureu«, Sulphurous acid, kommt in der Natur in vulkanischen Gegenden gebil- det vor, sowohl gasförmig, Fumaroli, als auch an Wasser gebunden; letz- teres bedingt eine rasche Oxydation durch den Sauerstoff der Luft, und es geht daher die schwellige Säure in Schwefelsäure über. Man erhält diese Säure: a) durchs Verbrennen von Schwefel in at» mosphärischer Luft oder in Sauerstoffgas; er verbrennt mit hellblauer Flamme bei 150%. Auf diesem Weg wird dieselbe häufig zum. Blei- chen(Schwefeln) angewendet. b) Durch eine theilweise Desoxyda- tion der Schwefelsäure, indem man derselben durch leicht oxydirbare Materien% ihres Sauerstoffgehalts entzieht. Hiezu sind anwendbar im Kleinen Kupferblech(Quecksilber), im Grofsen Hobelspähne, Sägespähne, Kohlenstaub. Man nimmt einen Kolben Fig. 7 Tafel I., thut kleinge- schnittnes Kupferblech hinein und 4 bis 6 Theile concentrirte Schwe- felsäure und erhitzt bis zum Kochen. Hiebei entsteht aus einem Theil der Schwefelsäure, durch Abgabe von Sauerstoff an das Kupfer, schwef- ligsaures Gas und Kupferoxyd, welches letztere sich mit dem andern Theil Schwefelsäure verbindet, und schwefels. Kupferoxyd, Kupfervi- triol liefert. Das Gas muls über Quecksilber aufgefangen werden, da es vom Wasser reichlich verschluckt wird. Im Grofsen nimmt man einen geräumigen Glaskolben, welcher in einem Sandbad erhitzt wird, thut Hobelspähne hinein, verschliefst den- selben mit einem bleiernen Pfropfen, durch welchen eine‘ Röhre zur Entbindung des Gases und ein Welterscher Trichter hindurchgehen. Auf einen Theil Holzspähne rechnet man 3 Theile concentrirte Säure; das Gemisch darf nur zu$ den Ballon füllen; die Temperatur wird bis zum gelinden Kochen gesteigert. Durch das Holz, welches aus Kohlen-, Wasser- und Sauerstoff besteht, wird die Schwefelsäure mit Hülfe der Wärme gänzlich zersetzt, es bilden sich aus einem Theil des Sauerstofls 160 Schweflige Säure, Darstellung, Eigenschaften, der Säure und dem Kohlenstoff des Holzes kohlensaures Gas, dem Was serstoff desselben Wasser, und die Schwefelsäure, eines Drittheils Sau- ersto[f beraubt, ist zu schwefligsaurem Gas umgewandelt. 100 Theile eoncentrirte Schwefelsäure geben 65,6 Theile schweflige Säure. Man bedient sich dieser Methode weniger um die schweflige Säure gasför- mig zu benulzen, als um sie an Wasser zu binden. Zu: dem Ende wen- det man einen Wonlfschen Flaschenapparat an, welcher zu 2 mit kaltem Regen- oder Flulswasser gefüllt wird. 100 Theile cone. Schwe- felsäure liefern 540 Theile starkes schwefligsaures Wasser. Auf eine gleiche Weise kann man flüssige schwefligsaure Salze darstellen.(Siche bei den einzelnen Salzen des Natron, Kalk.) Da jedoch auch stels ein wenig Schwefelsäure mit übergeht, so ist es gut, das Gas erst in einer kleinen Flasche durch Wasser*streichen zu lassen, wodurch die Schwe- felsäure gebunden wird, [ 3) Durch Oxydation des Schwefels auf Kosten von Braunstein. Man nimmt 4 Theile Schwefel- und 5 Theile Braunsteinpulver, mengt es und erhitzt es in irdnen(oder gläsernen) Retorten; ein Theil Schwefel verbindet sich mit dem Sauerstoff des Braunsteins(Manganüberoxyds) zu schwefliger Säure, der andere Theil mit dem Mangan zu Schwefel- mangan,— Hierbei entbindet sich kein fremdes Gas, aber nur die Hälfte des Schwefels wird zu schwefligsaurem Gas verwandelt; das Ne- benproduct, Schwefelmangan, ist ohne nützliche Anwendung, weshalb diese Methode nicht empfehlungswerth ist.] Das schwefligsaure Gas ist farblos, riecht eigenthümlich, reitzt die Atlımungswerkzeuge, macht Husten, Beklemmung, Exsticken, schmeckt sauer, kratzend, höchst widrig, speeifisches Gewicht 2,247, es wiegen daher 100 Kubikzoll 0,3561 Loth und 1 Kubikfuls 7,311 Loth, Licht- breehungsvermögen 2,263. Es wird bei— 18 bis 20°, so auch durch vermehrten Druck, tropfbar(siehe weiter unten), ist nicht brennbar. reagirt sauer und besteht aus 50,14 Schwefel und 49,86 Sauertst.. oder aus gleichem Volum Sdampf und Sstgas. Es wird bei+ 180 vom Wasser zu 43%, vom Alkohol zu 115! Volum verschluckt; das so erhaltne schwelligsaure Wasser riecht und schmeckt wie das Gas. specifisches Gewicht 1,04 bis 05, es verliert durchs Erhitzen alles Gas, welches übrigens auch durch den Zutritt der Luft sich zu Schwe- felsäure oxydirt, weshalb diese Flüssigkeit in wohl verstopften Ge- fälsen aufbewahrt werden mufs, denn je weniger schwellige Säure das\Vasser enthält, desto weniger bleicht es, um so mehr, als die sich erzeugende Schwefelsäure ein Hindernils für die bleichende Wir- kung der schwefligen Säure ist,(Siehe unten.) [ Man a m mes nn nn“ EEE"a nn mern vu dit a [Ihn km© Jul von feniure Und Dis schw wrölicht, d Tlimeich bir iv ginzliche jrsich das I Ilindung ver Hiehmittel at ik B, Ike vorzugt ıllich die fr | 1:’ Jubstoflen eng hervor, ıinre geblei ame werden u B, bins helle unter Ahsatz bı eine sälere a veschmndae F: dose mit schwell süre, so erhält: Ian bedient such der an Wiss | bern an[ers | mllkchenden 6 Dre yon Seh Anvendme de h Me an digen af: 8 al nen de | m Nelknzfe vg Int | Seine| NN Tann a h It Dr tn Druck dh KM le schrfi: Il ach(1 koch um oralen Um(I; [ kihl Narr An, : ten, 128, den'T., Drittheil, m OT > Säure,]j Sinne Saslın. em Ende wer. her zu 2 yı cone, Selle. T Auf eine tellen,(Siehe uch stets ci) Ist in eine h die Sehn(0 nstein. Na T, mengt ı ıcil Schwel anüberoxyd zu Schwel! ber nur Iı lelt; das N: ng, weshill 1, reitzt(| 1% sehmeel es wiegin oth, Lid aueh durel t brennbar erst, ol - 19° von kt; das 90 das 63 itzen alle zu Schwe piten Ge- se Siur % als di onde Wir [Mar Schweflise Säure, Eigenschaften. 161 [Man kann einen solchen nachtheiligen Gehalt an Schwefelsäure durch Zusatz von salzsauren Baryt entdecken, welcher dann einen in Salpe- tersäure unauflöslichen Niederschlag liefert. Das schwefligsaure Gas sowohl, als das damit angeschwängerte Was- ser bleicht, d. h. es macht gewisse Pigmente aus dem Pflanzen- und Thierreich farblos. Das Bleichen kann nämlich entweder die Folge einer gänzlichen Entmischung, Zersetzung des Farbstofls sein, oder es hat sich das Pigment mit dem bleichenden Mittel zu einer farblosen Verbindung vereinigt, oder endlich die färbende Substanz ist von dem Bleichmittel absorbirtt, und so entfernt worden. Auf die erste Art wirkt z. B. Chlor, auch zum Theil schweflige Säure; auf die zweite Weise vorzugsweise schwellige Säure, auf die dritte Art Kohle. Ist endlich die farblose Verbindung, Farbstolfen eingeht, von keinem dauernden Bestand, so tritt das Pigment welche die schweflige Säure mit den weder hervor, die vorige Färbung kehrt zurück, wie das bei mit die- ser Säure gebleichten Gegenständen häufig der Fall ist. Nicht alle Pig- mente werden durch dieselbe verändert, Cochenilleabkochung wird z. B. blos heller, mehr gelbroth gefärbt, während Fernambukabkochung unter Absatz brauner Flocken gänzlich zersetzt wird; oltmals bringt eine stärkere angewendete Säure, z. B. verdünnte Schwefelsäure, die verschwundne Farbe wieder hervor. DBleicht man nämlich eine rothe Rose mit schwefliger Säure, und taucht sie dann in verdünnte Schwefel- säure, so erhält sie zum grölsten Theil ihre rothe Farbe wieder. Man bedient sich zum Bleichen sowohl der gasförmigen Säure, als auch der an Wasser gebundnen. Man hat eigne Schwefelkammern, welche aber nur an feuersichern Orten angelegt werden dürfen, in denen man die zu bleichenden Gegenstände genetzt aufhängt, und der Wirkung des durch Brennen von Schwefel erzeugten schwefligsauren Gases aussetzt. Die Anwendung der an Wasser gebundnen Säure ist mitunter vorzuziehen, weil auf diesem Weg eine mehr gleichförmige Wirkung erlangt wird, als auf jenem des Schwefelns. Man bedient sich der schwefligen Säure zum Weilsmachen der Seide, Wollengarne, Tuche, Casimir, Darmsaiten, Badeschwämme, Stroh- und Spahngeflechte, Knochengallert, um Flecke aus Tischzeug auszubringen. Es ist bereits oben bemerkt worden, dafs durch Kälte und ver- mehrten Druck das schwefligsaure Gas tropfbar flüssig wird. Es bildet eine farblose, durchsichtige Flüssigkeit, specifisches Gewicht 1,45, sie ist sehr flüchtig, kocht schon bei— 10°, Jöst sich im Wasser bei wenigen Graden über 0° zum Theil auf, zum Theil verflüchtigt sie sich und kühlt das Wasser sehr ab, ein andrer Theil fällt unaufgelöst in ölarti- gen Tropfen zu Boden; berührt man diese mit einem Glasstab, so ge- I, 11 162 Schweflige Säure. Unterschwefelsäure. räth sie ins Kochen, und erkältet das Wasser bis zum Gefrieren. Diese Flüssigkeit ist so sehr flüchtig, dafs sie bei+ 10° eine Kälte von— 57°, im leeren Raum der Luftpumpe von— 68° erzeugt; man benuizt sie daher zur Hervorbringung ausnehmend hoher Kältegrade. Sie krystalli- sirt mit Wasser verbunden in der Kälte in farblosen Blättchen, welche angenehm frisch, sauer schmecken, über+ 4° zerflielsen, und sich zer- setzen, indem das Gas sich entbindet. Die schweflige Säure wird durch Kohle, Wasserstoffgas in der Rothglühhitze zersetzt, durch Schwefel- und Phosphorwasserstoflgas; salpetrigsaurer Dampf oxydirt dieselbe unter Beihülfe von Wasser sehr schnell in Schwefelsäure. Als Säure gehört die schweflige Säure zu den schwächsten, sie wird bis auf Kohlen- und Blausäure von allen andern Säuren aus ihren Salzen entbunden. Die schwefligsauren Salze, Sulfites, sind im neutralen Zustand geruchlos, im sauren riechen sie wie das Gas; sie sind meist unauflöslich, von kratzend scharfen Geschmack, oxydiren sich schnell an der Luft zu schwefelsauren Sal- zen und lassen sich deshalb nicht gut aufbewahren; sie bleichen im sauren Zustand, und halten die Gährung auf, vermöge der desoxydiren- den Wirkung der Säure. [ 3) Unterschwefelsäure, Acide hyposulfurique, Hyposulphurie acid, kommt nicht in der Natur vor, wird durch Oxydation des schwef- ligsauren Gases mittelst Braunstein erhalten, man leitet nämlich dieses Gas in Wasser, welchem Braunsteinpulver beigemengt ist. Hierbei entsteht sowohl unterschwefelsaures als auch schwefelsaures Mangan- oxydul, welche durch Baryt zerlegt werden. Der gewonnene unter- schwefelsaure Baryt wird krystallisirt, in Wasser gelöst, durch Schwe- felsäure zersetzt, die Flüssigkeit filtrirt, und im Vacuo der Luftpumpe bis auf ein specifisches Gewicht von 1,347 abgedampft, denn wenn man sie noch stärker concentriren will, zersetzt sie sich in schwellig- saures Gas und Schwefelsäure. Es ist eine farblöse, sehr sauer schmeckende Flüssigkeit, läfst sich ım verdünnten Zustand ohne Entmischung durchs Verdunsten bis auf jene Concentration en!wässern, besteht aus: 44,59 Schwefel und 55,41 Sauerst., löst Zink unter Wasserstoffgasentwickelung auf, wird durch Sauerstoff, Chlor, Salpetersäure in der Kälte nicht verändert; giebt in Wasser auflösliche unterschwefelsaure Salze, Hyposulfates, welche Baryt und nicht fällen, krystallisiren, und in der Hitze unter Entweichen von schwefligsaurem Gas in schwefelsaure Salze übergehen,] 4) Schwefelsäure, Acide sulphurique, Sulphuric acid, die höchste Oxydationsstufe des Schwefels, komm# in der Natur gebildet vor, a en nn It Wis anırh, st isB nilnsch pi Air in Juden, in Unter a alngt, als d in. dagest ine! Yan unle nolöl, Ri hinser)$el in sächsische Fiemitio] sinre, durchs sind auch mel Ikzere onen außerdem was ut bedingt, 1 Die Darste schmelesanes hul stark einst Wisser enthalte filtem, al Ihren heranbt hiolschmant. Die gachiht in währe de Pit He dm F elle sd ker een Bel; dem; Tel Narmeis den pe Wr An N$ ze) die em, R ETEN, Mieze von-j benutzt x; ie krystall; en, welehe d sich zer. sas in der sserstoflgas; Vasser sehr € Säure zu 'e von allen [ligsauren uren riechen nd scharkı sauren$ı pleichen in desoxydirer ıposulphunt des schwel mlich dies st, Hierba 'es Manz nene unter ırch Schve- : denn wen 7 schwelit , Jäfst sich ‚ten. bis auf | und 55jl wird durd rt; giebt iD yposulfate‘ ınd ın du Isaure dall die höcht } vol, Vitriolöl. 163 [Mit VVasser verdünnt in dem Rio Vinagre*) am Vulkan Puras@ in Süd- amerika, zu Town of Byron im Staat Genessee in Nordamerika, im See des Bergs Indienne auf Java, auch in Italien in einer Grotte des vulkanischen Gebirgs Zoccolino, in der Gegend von Siena, desgleichen bei Aix in Savoyen. Sehr häufig an Alkalien, Erden, Metalloxyde ge- bunden, im Glaubersalz, Gyps, Glauberit, Bittersalz, Schwerspath etc.] Unter allen Säuren hat keine die Wichtigkeit in den Gewerben erlangt, als die Schwefelsäure, keine wird in solchen enormen Quanti- täten dargestellt und verbraucht, und ist so sehr unentbehrlich, als diese! Man unterscheidet im Handel zwei Sorten Schwefelsäure, a) Vi- triolöl, Hrile de Vitriol, Oil of Vitriol, rauchende, sächsische(nord- häuser) Schwefelsäure,(Oleum der Färber), welche vornämlich im sächsischen und böhmischen Erzgebirge, in Thüringen, u. a. a. O. aus Eisenvitriol destillirt wird, und b) eigentlich sogenannte Schwefel- säure, durchs Verbrennen von Schwefel und Salpeter erzeugt. Beide sind auch noch in chemischer Beziehung dadurch verschieden, dafs die letztere concentrirte wasserhaltende Schwefelsäure ist, erstere aber noch aufserdem wasserfreie Schwefelsäure enthält, welche das Rauchen an der Luft bedingt. Das Vitriolöl wurde im l5ten Jahrhundert zuerst bereitet. Die Darstellung geschieht also: Zuerst wird der grüne Eisenvitriol, schwefelsaures Eisenoxydul mit Wasser, welchen man zu diesem Be- huf stark einsiedet, damit er nieht zu viel mechanisch eingemengtes Wasser enthalte, und beim Erkalten zu einer festen Masse erkalte, Vi- triolstein, caleinirt d. h. des gröfsten Theils seines Wassers durchs Erhitzen beraubt, bis er eine schmutzig gelbe Farbe erlangt hat, Vi- triolsehmant, wobei ein Gewichtsverlust von 33 bis 502 stattfindet. Dies geschieht in den im Vitriolöl- Brennofen angelegten Caleinirhöhlen, während der Vitriolöldestillation, indem durch die Ziegelwände genug Hitze aus dem Feuerraum in diese Höhlen übergeht. Die Destillations- gefälse sind feuerfeste irdne Krüge, Kolben, von denen die einen, mit einem Beschlag aus Lehm und Colcothar versehen, als Retorten, die andern als Vorlagen dienen; erstere werden in einem Galeerenofen paarweis dem freien Feuer ausgesetzt. Ein Vitriolölofen ist auf Tafel IV, Fig. 8, 9 und 10 dargestellt. [Fig. 8 zeigt die obere Ansicht und den Grundrifs in der Höhe des“ Feuerraums, Fig. 9 die Vorderansicht und ein Querprofil, Fig. 10 *) Dieser Flufs hat seinen Namen(Essigflufs) deshalb, weil sein Was- ser sauer schmeckt, 1] Litre des Wassers enthält 16,7 Gran Schvwyefel- saure und 2,8 Gran Salzsäure, 11* ne a nn 164 Fr Vitriolölofen. die Längenansicht und ein Längenprofil des Ofens. Der Ofen ist an| gut der Sohle 5 Fufs 9 Zoll breit und 9 F. lang; der Aschenfäll@ ist an sell, ınd der Mündung 1 F. 7 Z. hoch, 1 F. breit, dann verschmälert er sich gig mr etwas, und ist bei 11 Z. Tiefe nur 8 Z, breit, welche Breite er auch er), durch den ganzen Ofen behält, das Schürloch b ist 1 F. 2 Z. ins; seien Geviert, aber dieses auch nur bis 11 Z. Tiefe, dann geht es auseinan- ok if der, wie die Zeichnung deutlich zeigt, bis es LF.5 Z, breit ist. Die n i:£ 2 in, gemoln Hitze kann dadurch sich mehr verbreiten, und besser auf die darüber an liegenden Kolben wirken. Die Roststäbe e sind 1 Z, breit. Bei 3F. Jh, mein, 3 Z. Höhe vom Aschenfall geht die Feuerung gerade in die Höhe, und ud verklebt wird durch 3 Z. starke Mauern d, welche von Ziegelstücken und| ser, I Lehm auf eine Lage von Ziegelsteinen aufgeführt sind, eingefafst. Die yht mehr s Kolben e werden bei der Aufführung der Mauer d eingemauert, und hendet, im zwar wird auf die Ziegelsteine etwa 1 bis 15 Z. Lehm gestrichen, die| rauf wird Kolben darauf gelegt und dann mit Ziegelstücken und Lehm die Mauer tolkteiner noch 3 Z. hoch aufgeführt. Der erste Kolben wird gewöhnlich 1 F. en| A von dem Schirm f, welcher 2F. 12. breit, 11 Z. lang und 1 F. 9 we Z. hoch von Ziegelsteinen aufgeführt ist, angebracht; die Entfernung nl u, eines Kolbens vom andern beträgt 3 Z, Im eilt m Auf jeder Seite des Ofens liegen 12 Kolben, mithin in dem Ofen* 5 Rücstand ist 24 Stück, sie stofsen in der Mitte der Feuerung an einander; die Kol- zen Rückstand ben ragen 4 bis 5 Z. aus der Mauer hervor, damit die Vorlagen& an-! etlyden, gebracht werden können. Die Gröfse der Kolben ist sehr verschieden;| Tl(( gewöhnlich sind sie 1 F. 3 Z. lang, der Durchmesser am Hals beträgt de Derek 3 Z., eben so viel am Boden; der Hals ist 6 bis 7 Z. lang. Die Vor- EN; lagen& sind 1 F. 2 Z. lang, haben einen Durchmesser von 1% Z. in nn a der Mündung, am Boden 4 Z, im Lichten; die Thonstärke zul stAuf Eh Inn der 11 Z. hohen Mauer d liegen thönerne Platten A, welche 1 F. 9 Z.# nt lang, 1 F. breit, und 2 Z, stark sind, sie liegen 1 Z. von einander| Seren entfernt, werden mit Thon gut verklebt; nur an den Seiten werden die| dern Zuglöcher ti gelassen, um den Zug des Feuers zu befördern, welche Kb man di gen aber, je nachdem es nöthig ist, geöffnet und verschlossen werden. Zwi- Schwelle pi schen dem Schirm f und der ersten Platte befindet sich eine 3. breite Site mr Ih q Oecffnung k, welche vorzüglich dient den Luftzug zu befördern. Da- saren P}| mit aber das Feuer durch heftige WVindstöfse nicht durch diese Oeff-= un nung herausgetrieben wird, ist der Schirm f angebracht. Der Schorn-"a ehe stein 2 ist 1 F.5 Z. im Lichten breit und 8 Z. tief. Die Manerstärke| Da beträgt 6 Zoll, die Höhe desselben von den Platten% ist 13 2627,|"ehe Zum vorläufigen"Trocknen des Vitriolschmants sind die 4 Caleinir-| bericht IA, höhlen m an den Sam des Ofen angebracht; sie sind 2 F, tief, 2 F. Ön, rn n 9 2. breit und 1 F. 7 Z. im Lichten hoch. Ueber denselben ist eine Ye do fi 3, 2. starke Mauer, sur welcher die Vorlagen liegen; um derselben einen(in ieh bessern Halt zu geben, sind quer über eiserne a ae, EIN Il Der Vorsprung n dient dazu, dafs derSchmant nicht so leicht aus den hi: N Höhlen fallen kann.— Brennofen der Vitriolölhütte zu Hermsdorf.]| nl Ensalln al der Ofen ist all a istan lert er sich ite er auch "22. in 3 Auseinan- tist, Die ie darüber Ba3F Höhe, und icken und elalst, Die Dauert, und trichen, di: ı die Mau inlich IF. ndlF!0 Entfernun: dem Of ; die Kol agen X al. erschieden: als beträst Die Vor- Zn 3 Z. Aıl 1F.91 ı einander verden die n, welche den. Zwı- 3 2, breite lern. Da- jese Oel r Schora- auerstärke F.6Z, Calanır- if, 2 F. ist eine hen einen ‚gebracht aus den sdorf.] Vitriolöl, Darstellung, Eigenschaften. 165 Sind die Kolben, ein jeder mit 1% bis 2 Pfund ealeinirten Vitriol gefüllt, und eingesetzt, so wird gelindes Feuer gegeben; zuerst destillirt eine wäsrige Säure über, Vitriolspiritus, Phlegma, Esprit de Fitriol, Spirit of Vitriol,, welche meistens nicht aulgelangen wird. Sobald als die weilsen Nebel der wasserfreien Schwefelsäure sich zeigen, legt man die Vorlagen an, welche einen Vorschlag von Regenwasser erhal- ten, gewöhnlich auf einen Brand 2 Loth jede, oder auf 3 Brände 6 Loth, wenn, ohne das Destillat zu entleeren, dreimal gebrannt wird, und verklebt dann die Fugen mit Kitt. Nun verstärkt man allımählig das Feuer, bis die Vorlagen, welche anfänglich sehr heifs wurden, nicht mehr so heils werden. In 32 bis 36 Stunden ist die Operation beendet, in den letzten 6 Stunden müssen aber die Kolben weils glühen. Darauf wird die Lutirung und die Vorlagen abgenommen, die Kolben mittelst einer eisernen Kratze entleert, die zersprungnen ausgewechselt, und derselbe Prozels wieder angefangen, Man legt dieselben Vorlagen wieder vor, bis sie sich mit der dreifachen Säuremenge gefüllt haben. Man erhält ungefähr 505% vom caleinirten Vitriol an Vitriolöl. Der Rückstand ist eine rothbraune, erdige Masse, Eisenoxyd mit einem klei- nen Rückstand an basisch schwefels. Eisenoxyd, fremden beigemengten Metalloxyden, welche der Vitriol enthielt; man nennt ihn Colcothar, Todtenkopf,(Caput mortuum vitrioli), Braunroth, Rothe Farbe;(über die Benutzung desselben siehe beim Eisenoxyd.)— Während der De- stillation zerseizt sich auch ein geringer Theil Schwefelsäure durch die hohe Temperatur und durch zufällig vorhandne organische Körper in Sauerstoffgas und schweflige Säure, welche letztere dem ‚Vitriolöl beigemengt ist. In der neuesten Zeit stellt man nicht selten Vitriolöl dadurch dar, dafs man die sauren Dämpfe des destillirten Vitriols in vorgeschlagne Schwefelsäure leitet; hierdurch kann mehr oder weniger rauchende Säure unter die andere kommen. Auch durch Destillation von schwefel- saurem Eisenoxyd, aus Coleothar und Schwefelsäure bereitet,(oder von sauren schwefelsauren Natron) kann man Vitriolöl erhalten. Das Vitriolöl sieht bräunlich-gelb, oft braun aus, von hineingefallnen organischen Körpern(Kork, Stroh, Holz ete.), ist ölarlig dickflüssig, spec. Gewicht 1,86 bis 92, hat einen stechenden Geruch nach schwefliger Säure, raucht an der Luft, d. h. verbreitet dicke, weilse Dämpfe, welches daher kommt, dafs die im Vitriolöl enthaltne wasserfreie Schwe- felsäure sehr flüchtig ist, stels farblose, unsichibare Dämpfe bildet, welche, wenn sie mit der feuchten atmosphärischen Luft in Berührung treten, Wasserdampf anziehen, sich mit ihm vereinigen und eine Con- densation erleiden. Gutes Vitriolöl liefert an% seines Gewichts wasser- a Tg lee X 166 Wasserleere Schwefelsäure. Schwefelsäure. ;) freier Säure.(Die übrigen Eigenschaften, welche es mit concentrirter Schwefelsäure gemein hat, bei dieser.) Es wird in Krügen von Stein- zeug mit irdnen Schraubenstöpseln wohl verschlossen verkauft, Es wird in Schlesien auf der Hütte Morgenstern zu Ronau bei Kupferberg, zu Nordhausen, Bonn, Linz a. Rhein, in Böhmen zu Kraslitz, Lukawitz, im sächsischen Erzgebirge dargestellt. Um aus dem rauchenden Vitriolöl die wasserfreie Schwefelsäure, das rauchende Prineip, darzustellen,(es kann jedoch auch nach Gmelin aus der Schwefelsäure durch sehr langsam betriebne Destillation gewonnen werden) destillirt man gutes Vitriolöl vorsichtig bei stark erkälteter, trock- ner Vorlage; die übergehenden Nebel verschwinden bald, und es schielsen viele farbenlose undurchsichtige Krystalle an, abestartig, zähe, bildsam (eisartiges Vitriolöl); sie sind sehr flüchtig, verdampfen und geben dicke weilse Dämpfe, schmelzen bei 18°, speeifisches Gewicht bei 20° 1,97. Sie erhitzt sich mit viel Wasser in Berührung mächtig, und löst sich dann auf, verbindet sich mit wenig Wasser unter Feuererscheinung,, ist dann durchscheinend, Die wasserfreie Schwefelsäure besteht aus: 40,14 Schwefel und 59,86 Sauerst., verändert das vollkommen getrocknete Lackmuspapier nicht, wohl aber das gewöhnliche, Feuchtigkeit enthaltende; sie wirkt auf Metalle nicht ein, aber wohl die wasserhaltende; mit ätzendem Kalk und Baryt in Berührung gebracht tritt eine Feuererscheinung ein, in- dem sie sich mit ihnen verbindet. Mit Schwefel verbindet sie sich in mehrern Verhältnissen*); Phosphor entzündet sich, wenn er mit was- serfreier Säure zusammen kommt, oxydirt sich auf Kosten derselben und Schwefel scheidet sich ab. Die Kunst, durchs Verbrennen von Schwefel mit Salpeter Schwe- felsäure darzustellen, soll schön 1697 in England erfunden worden sein(); Lefevre und Lemery erwähnen eine solche Darstellungsweise zu Anfang des vorigen Jahrhunderts, Man bediente sich anfangs gläserner Apparate, um in denselben die Verbrennung vorzunehmen, grolser mit einer wei- ten Oeffnung versehener Ballons, Später wurden statt dieser Bleikästen, Bleikammern, chambers de plomb, chambers of lead, eingerichtet. Roebuck errichtete 1746 die erste Bleikammer zu Birmiı wurde die erste in Frankreich ausgeführt. ıSham; 1774 Zur Erzeugung der wasserhaltenden Schwefelsäure sind 3 verschiedne Substanzen nöthig, nämlich 1) schwefligsaures Gas, 2) salpetrigsaurer Dampf, 3) Wasser. Man hat verschiedentlich die beiden ersten darge- stellt, indem man a) Schwefel gemengt mit Salpeter anzündete und ver- 78%. Bd. 4, s, 124, Bd. 18, 5, 486, S. u. I, Bd, 20. Ss. 1, ee rn m m Zr— m 1 eg hrannl, b Sal Shell re zihlkie Ir Bil ir, pral Tichlol,| ji it Yeil if Inhalt Test in| sinen sind 9 nF, Läng ten Punkt sinem Balken N, Fin 3 un slm gelang m lönen, D un de seh hellen sich d Wine kaın 4 Ml man uischen Schm auch alter Wer 0 combustion in Verhrennen se In, ı) In hr Sehne und Nase a, vers der Kammer in schluckt Ih, Mischen An ehe ach, eentnte Schr &n er une Sul na y iM Tee ‘ll An MEI ih AN Rich Seht Ms CONEEnkre, I von Stein. ib wir! farben, m Lakayitz, wefelsiure, Gmelin aus gewonnen eter, track. 8 schielsen he, bildsam gehen dicke 120° 19, löst sich nung, is wefel und muspapier sie wirkt ndem Kıll ein, il. sie sich in mit was selben und r Schwe n sein()) u Anfang Apparate, iner wel leikästen, gerichtet m; IH ‚schiedne rigsautel n darge und ver Bleikammern, Darstellung der Schwefelsäure. 167 brannte, b) Schwefel ‚llein verbrannte und salpetrigsaures Gas mittelst Salpetersäure und Melasse, Stärkemehl u. a. m. erzeugte, c) dals man Schwefel verbrannte und Dämpfe von(rauchender) Salpetersäure hin- zuleitete. Zur Bildung der Säure dienen grofse, aus Bleiplatten zusammenge- fügte, parallelopipedische Kästen, indem man die Platten theils mit Weichloth, theils mit reinem Zinn verlöthet. Die Gröfse solcher Kä- sten ist verschieden; man hat sie zu 5, 10, 20, 50, ja 100,000 Ku- bikfufs Inhalt; ein solcher von 120 Fuls Länge, 40 F. Breite, 20 F. Höhe ist in Lancashire errichtet. Die gewöhnlichern mittlern Dimen- sionen sind 50 F. Länge, 25 bis 27 F. Breite, 15 F. Höhe, oder auch 100 F. Länge, 22 bis 25 F. Breite, 12 bis 20 F. Höhe, von dem höch- sten Punkt der gewölbten Decke gerechnet. Diese Kammern sind in einem Balkengerüst über aufgemauerten Pfeilern aufgestellt, siehe Tafel IV. Fig. 3 und 4, so dals man von allen Seiten ganz bequem zu den- selben gelangen kann, um nöthigen Falls Reparaturen daran vornehmen zu können. Der Boden wird etwas gegen die wagerechte Linie geneigt, um die gebildete Säure am niedrigern Ende ablassen zu können. Man bedient sich des Bleis, weil es von verdünnter Säure selbst in der Wärme kaum aufgelöst wird. Will man nan nach a) durchs Verbrennen des mit Salpeter ge- mischten Schwefels die Säure erzeugen, so geschieht es entweder«) nach alter Weise in gänzlich verschlofsnen Kammern,«& vaisseau clos, ü combustion intermittente, oder 8) in Kammern mit Luftzug, wo das Verbrennen stetig unterhalten wird,& courant d’air,& combustion con- tinue. «) Man brachte in die Kammern auf einem Wagen eiserne mit Schwefel und Salpeter gefüllte flache Schalen, pateres, zündete die Masse an, verschlofs die Thür. Glaubte man, dafs das über dem Boden der Kammer einige Zoll hoch stehende Wasser die gebildete Säure ver- schluckt habe, so wurde die Thür geöffnet, der Wagen herausgezogen, frische Luft hineingelassen, und der Prozefs von neuem begonnen. Man erhielt auf solche Weise von 100 Theilen Schwefel 150 bis 200. Theile concentrirte Schwefelsäure. Später bediente man sich statt der Wagen etc. eigner unter dem Boden der Kammer angebrachter Herde, d in Fig. 3 und 4; man verbrannte auf eisernen Platten e, welche durch eine eigne Feuerung geheitzt wurden, das Gemeng. Dafs bei solchen ver- schlofsnen Apparaten Sicherheitsventile e angebracht werden müssen, welche man öffnen kann, sobald als die Condensation der Gase im In- nern vor sich geht, wodurch ein lufiverdünnter Raum sieh bildet, ver- steht sich von selbst, denn sonst würde der ganze Kasten von der At- =: een 168 Darstellung der Schwefelsäure. mosphätre zusammengedrückt werden. Nach- der Capacität des Bleika- sten und seinem davon abhängenden Gehalt an atmosphärischer Luft kann nur ein bestimmtes Gewicht des Gemengs mit Vortheil verbrannt werden, denn sobald der Sauerstoff der Luft verzehrt ist, hört die Bil- dung der Säure auf.: Parkes rechnet auf 300 Kubikfufs Luft 1 Pfund des Gemengs._Verbrennt man mehr, so geht die schweflige und sal- petrige Säure beim Oeffnen der Kammer und Hinzulassen frischer Luft verloren. ‚ Letzteres wird durch eine in einer Seitenwand angebrachte Thür: und die Sicherheitsklappe c bewerkstelligt; es entweicht. das Stickstolfgas der Luft, auch etwas salpetrigsaurer Dampf.— In engli- schen Fabriken verbrennt man den Schwefel in einem und caleinirt den Salpeter in einem andern Ofen. 2) Was die Einrichtung eines Apparats mit fortwährendem Verbren- nen bei stetem Luftwechsel beirifft, welcher 1774 in Frankreich ange- wendet und durch Cheptal. vervollkommnet wurde, so ist sie folgen- dermalsen._ Neben ‚oder unter der Kammer befindet sich ein Ofen d, zur Heitzung der eisernen Platte e, auf welcher ein Gemeng von 100 Theilen Schwefel und 10 bis 12 Theilen Salpeter abgebrannt wird, Die durchs Verbrennen erzeugten Gasarten treten durch einen kurzen Kanal Jin die Kammer, an deren entgegengesetztem Ende sich ein(hölzerner) bleierner Sehornstein e befindet, durch welchen das Stickstoflgas der zer- setzten atmosphärischen Luft, gemengt mit einer gewissen Porlion saurer Dämpfe, entweicht, Der Boden des Bleikastens muls stets einige Zoll hoch mit schwacher Säure von 10 bis 12° D, bedeckt sein; bloses Wasser kann hiezu nicht angewendet werden. Dadurch erhielt man, obschon noch manche Mängel obwalten, von 100 Theilen Schwefel 250 bis 260 Theile concentrirte Schwefelsäure. Als eine grofse Unvollkommenheit des Apparats mit stetem Verbren- nen ist theils der Verlust an nieht condensirten sauren Dämpfen, welche dureh den Schornstein entweichen, und die häufige Verflüchtigung von unverbramten Schwefel zu betrachten. Dem letztern wird durch zweck- mälsiges Regieren des Feuers, ersterm durch die Anwendung mehrer mit einander verbundner Kammern von geringerer Capaeität enigegenge- wirkt, Dieselben werden, 3 auch 4 an der Zahl, eine jede etwas höher als die andere gestellt, so dafs die nicht condensirten Gase aus der untersten in die zweite, aus dieser in die dritte ziehen, und man auch aus den höher liegenden die schwächere Säure in die unlern umfüllen kann. Die letzte Kammer hat ein schräg aufsteigendes wei- tes Rohr, welches den Luftzug bedingt, in welches stetig ein Strom g Wasserdampf geleitet wird, um die völlige Condensation des schwellig- &— en=——_ m enge suren(s Gas zulyel Iillirt a il$ nel Ik in d ahmelelsaur Iinkation h uphänsche al Clement sit das St usilnettgs Jitetend, v suflosydgns ıene Porlion Desonydation sfles Yorl slip IN Wasserlau ken, dl,® dieser würde mer nö, n Tropen sl in Ärüheren 7 Spien; il an einem Dhr Mal A in die Im it vol I au wlmendi Schmehkunren, Wilma sich feld Ikte in ein Depp| Ipsaune Ga, olloryay, Üsem letzter Kap(wen U ha \ N gl des Bla tischen If il verbean ört die Bj, 1 Pin] © und sıl. scher Luf ngebrachte veicht das - In engl d caleinirt m Verbrer. reich ang sie folgen. in Ofen d s von IN wird, Di tzen Kanl (hölzerner) as der zer. Lion saurer einige Zul in; bloses hielt man, wvefel 250 Verbren- n, welche isung von ch zweck- 15, mehrer ntgegengt- de elwäs Gase aus und mar je unten des wel in Hlran schwelli- Darstellung der Schwefelsäure. 169 sauren Gases zu vermitteln, so dafs nur Stickstoff- und salpetrigsaures Gas entweicht; Payen und Cartier*). Erklärung des Prozesses. Durchs Verbrennen des Schwefels im Ge- meng mit Salpeter erzeugen sich schwefligsaures und Stickstoffoxydgas, welche in die Kammer durch den bleiernen Kanal f strömen, saures schwefelsaures Kali bleibt auf der Platte zurück, welches zur Alaun- fabrikation benutzt werden kann. So wie jene Gasarlen in den mit at- mosphärischer Luft und Wasserdampf gefüllten Raum eintreten, findet nach Clement, Desormes und Gay-Lussac*) folgende Wechselwirkung statt: das Stickstoffoxydgas nimmt aus der Luft Sauerstoffgas auf, wird zu salpetrigsaurem Dampf, welcher, der schwefligen Säure Sauerstoff abtretend, wodurch diese zu Schwefelsäure umgewandelt wird, in Stick- stoffoxydgas übergeht, sich aber wieder durch die Luft oxydirt, eine neue Portion schwefligsaures Gas oxydirt ete, Dieser Oxydations- und Desoxydationsprozels dauert gegenseitig so lange fort, als noch Sauer- stoffgas vorhanden ist; sobald dasselbe in verschlofsnen Kammern er- schöpft ist, hört die Erzeugung der Schwefelsäure auf. Wäre kein Wasserdampf vorhanden, so würden jene Gase nicht auf einander wir- ken, d. h, es würde sich wohl salpetrigsaurer Dampf erzeugen, aber dieser würde das schwefligsaure Gas nicht oxydiren; auch ist\Vasser ferner nöthig, um die entstandne Schwefelsäure zu condensiren, welche in Tropfen auf den Boden der Kammer niederfällt. Man pflegte deshalb in früherer Zeit durch eine Druckpumpe Wasser in die Kammer zu spritzen; später bediente man sich hierzu des Wasserdampfs, den man von einem Dampfkessel g, zur Seite oder unter der Kammer, durch das Rohr% in dieselbe kräftig einströmen liefs, welches deshalb vorzuzie- hen ist, weil, besonders im Winter, eine Erwärmung des Apparats durch- aus nothwendig wird. Auch wird dadurch eine Verunreinigung durch schwefelsauren Kalk vermieden. [ Will man diesen wichtigen Prozefs im Kleinen anstellen, so bediene man sich folgenden Apparats, welcher Taf. I. Fig. 30. abgebildet ist. Man leite in einen Glasballon durch dessen weiten Hals, der mit einem Bleipfropfen verschlossen ist, mittelst 3 gebogner Glasröhren 1) schwef- ligsaures Gas, aus Schwefelsäure und Kupferspähnen entwickelt, 2) Stick- stolfoxydgas, aus Salpetersäure und Kupferspähnen entbunden,(von diesem letztern verhältnilsmälsig weniger, als von erstern), 3) VWVasser- dampf,(wenn man nicht etwa eine Portion Wasser in den Ballon ge- than hat), gegen das Eude des Prozesses in einem mäfsigen Strom. Durch *) Annales de Pindustr, franc, T.1. p. 349.”) G. A, Bad. 58. 5.67% Darstellung der Sehwefelsäure. die zweite Oeffnung des Ballons an der Seite läfst man von Zeit zu Zeit Luft ein, indem durch eine offne Röhre im Pfropfen des Hal- ses die zersetzte Luft entweichen kann. WVährend des Prozesses setzen sich weilse Krystalle an die Wände des Ballons ab, gerade als wenn Fensterscheiben im WVinter blumig mit Eiskrystallen sich bedecken; dieses ist ein Zeichen eines Mangels an WVasserdampf, denn so wie dieser hinzutritt, verschwinden die Krystalle, die Schwefelsäure löst sich im Wasser auf, und eine Menge rother Dämpfe, salpetrige Säure, entbindet sich unter Aufbrausen. Diese Krystalle bestehen näm- lich aus einer Verbindung von Schwefelsäure und salpetriger Säure, welche sich in Ermangelung einer hinlänglichen Menge Wasserdampf vereinen. Daher ist auch aus diesem Grund eine gehörige VWVasser- menge nöthig, um die Verbindung der salpetrigen Säure zu hindern, damit diese neue Portionen schwefliger Säure in Schwefelsäure um- wandeln könne, Dadurch istes nämlich möglich, mit verhältnifsmäfsig wenig Salpeter vielen Schwefel zu oxydiren,, weil die salpetrige Säure, nachdem sie an die schweflige Säure Sauerstoff abgegeben hat, immer wieder sich erzeugt und von Neuem wirkt.] Wenn die gebildete Säure am Boden der Kammer sich so weit ver- stärkt hat, dals sie ein speeifisches Gewicht von 1,38, 40° B., besitzt, so wird sie aus der Kammer abgelassen, und in bleiernen viereckigen Pfannen weiter concentrirt. Es ist nicht vortheilhaft, die Säure in der Kammer stärker werden zu lassen, sie absorbirt alsdann zu viel salpe- trigsauren Dampf, welcher zu Salpetersäure wird, und sich durchs Con- centriren nicht abscheiden läfst. Das Ablassen geschieht an dem Ende der Kammer, wo der Boden am niedrigsten liegt; hier ist ein bleiernes Bassin angebracht, welches mit der Kammer durch eine Oeffnung in der Seitenwand in Zusammenhang steht, so dafs in demselben die Säure eben so hoch steht, als in der Kammer selbst. Man wendet einen Pla- tinheber, oder einen aus gebranntem irdnen Gut an, von verschiedner Construction, nach Hempel, Payen. Die schwache Säure enthält viel Wasser, schwefligsaures und sal- peirigsaures Gas, etwas schwefelsaures Kali und Eisenoxydul, welche aus dem Salpeter erzeugt wurden, auch schwefels. Kalk, wenn das ge- gebrauchte Wasser Kalksalze enthielt. Durch Abdampfen in den blei- ernen Piannen wird ein Theil des Wassers, die schweflige und zum gröfsten Theil die salpetrige Säure entfernt, wobei sich das Eisensalz als wasserleeres schwefels. Eisenoxyd, als ein weilses Pulver, nieder- schlägt. Man kann aber die Säure in offnen bleiernen Pfannen nur zu einem specifischen Gewicht von 55° B., oder 1,62, nach andern zu 60° B., oder 1,70 eoncentriren, weil bei einer höhern Wärme das Blei weich werden, und auch sehr viel Säure unnütz verloren gehen würde. fie welt jn, de m il, zuge oe ol hold en Seh hir sam je Schwel Ylste Conee Ixe durch« Inf 5, Ifhewahrun Die Platind fang der F grolses Anlı von Breant findet sich.( der Blase u sehen ist, di Können, si dünne Rölre und durch D bei f wieder Von dh f Kupfemen 6; Wasser gefi angesezte A sen Schwefel, den Hahn 8, concentr, Sch fill nach so 1 die Bhy der Hahn 2 her der Hl Worden st, Iesen, und benden Ws Ike Blase ent Yen gef Ge m la) Mat) 3 Ph I von Zeit en des Hl. zesses setzen le als wenn I bedecken; mn so wir elsäure löst salpetrige tehen nän- iger Säure, asserdampf ge Wasser. zu hindem, elsäure um- ältnilsmälg trige Säure, hat, immer 0 weit ver B., besitz, viereckigen iure in der viel salpe lurchs Con: dem End n bleierne )efnung in die Säur einen Pl 'schiedner s und sıl |, welche nn das ge den blei- und zum Eisensal: , nieder en nur 2 ındern 71 » das Di en wirde Darstellung der Schwefelsäure. 471 Die weitere Concentration wird daher entweder in gläsernen Retor- ten, die zu 40 und mehr in einem Galeerenofen mit Sandbad- gen, vorgenommen, oder in Destillirblasen aus Platin, deren Löthun- gen mit Gold gefertigt sind. Das Helmrohr von Platin steht mit einer’ bleiernen Schlange in Verbindung, durch welche die schwache Schwe- felsäure sammt etwas Salpetersäure überdestillirt, während die concen- irirte Schwefelsäure von: 1,845, 66° B., in der. Blase bleibt. Ist die höchste Concentration erreicht, so wird die kochende Säure aus der Blase durch einen eigens construirten Platinheber, welcher auf Tafel IV. in Fig. 5, 6, 7 dargestellt ist, abgezapft und abgekühlt in die zur Aufbewahrung bestimmten Gefälse geleitet. [Die Platindestillirblasen sind von verschiedner Gröfse, nach dem Um- fang der Fabrik, von 500, 1000, 2000 Pfund Inhalt, erfordern ein grolses Anlagekapital von 10, 12, 15,000'Thalern.— Der Platinheber von Breant ist also construirt. In dem Kessel der Blase@ Fig. 3 be- findet sich der kurze Schenkel, welcher sich über dem obern Boden der Blase umkrümmt und dort mit 2% angelötheten c, c’ ver- sehen ist, die mittelst Stöpseln aus Platin luftdicht verschlossen werden können, siehe auch Fig. 7. Bei d zertheilt sich das Platinrohr in 4 dünne Röhren e, e, etc., die, wie Fig.. 6 zeigt, in einer Ebne liegen, und durch Draht zusammengehalten werden; sie vereinigen sich unten bei f wieder in ein Rohr, welches bei g mit, einem Hahn versehen ist. Von d bis f ist der lange Schenkel des Platinhebers mit einem weiten kupfernen Cylinder umschlossen, welcher durch die Röhre© mit kaltem Wasser gefüllt werden kann; dies flielst durch das am obern Ende angesetzte Rohr k heifs ab, in entgegengeseizter Richtung mit der heis- sen Schwefelsäure. WVie wird aber der Heber gefüllt? Man verschlielst den Hahn g, füllt dann den langen Schenkel durch den Trichter e mit concentr. Schwefelsäure, ist er voll, so schliefst man den Trichter, und füllt noch so viel durch c‘ hinzu, bis sie durch den kurzen Schenkel in die Blase abläuft. Darauf wird schnell der Trichter geschlossen, der Hahn& geöffnet, und es mus nun die heilse Säure, indem vor- her der Helm abgenommen, oder eine Ocffnung im Helm geöffnet worden ist, um der atmosphärischen Luft Zutritt zu gestatten, ab- fliefsen, und durch den die dünnen Röhren des Heberschenkels umge- benden Wasserstrom abgekühlt durch& in die Gefälse einlaufen. Ist die Blase entleert, so wird sie mit heifser Säure aus den Abdampf- pfanzen gefüllt, und in stetem Gang erhalten; jedes kleine Loch, was die Blase mit der Zeit erhalten sollte, wird mit einem Dukaten ver- löthet,] Man füllt die concentrirte Säure in grofse Glasballons, zu 100 und 300 Pfund Inhalt, welche in Weidenkörbe mit Siroh eingefüttert wer- 172 Darstellung der Schwefelsäure. den, oder. in grofse irdne Krüge mit Schraubenstöpseln, Dames-Jeannes; die Stöpsel müssen mit Harzkilt verstrichen werden. [In Frankreich hat man auch eine andere Methode der Schwefelsäurefa- brikation(b) angewendet, sie unterscheidet sich dadurch von der er- stern, dals kein Salpeter verbraucht, sondern statt dessen salpetrig- saurer Dampf dadurch gebildet wird, dafs man Salpetersäure durch Pflanzenstoffe zu salpetriger Säure desoxydirt. Hiezu verwendete man Melasse(die bei der Darstellung des Rohzuckers abfallende nicht mehr krystallisirende Flüssigkeit), oder auch Stärkemehl, wobei sich als Ne- benproduct Sauerkleesäure erzeugt. Dieser Prozefs wird in einem Glas- ballon vorgenommen, welcher zur Scite des Verbrennungsherdes in einem Sandbad steht. Die Verbrennungsplatte ist sanft nach Innen gebogen und ringsum von einem vertikalen bleiernen Kanal umschlossen, welcher das durchs Verbrennen erzeugte schwefligsaure Gas nach der Kammer führt; in demselben ist eine Thür zum Eintragen des Schwefels, und eine Oeff- nung um Luft zuzulassen. Die VVände des Kanals stehen über den Boden der Kammer fast 1 Fufs hoch vor; ın denselben mündet auch die Röhre ein, welche die salpetrigsauren Dämpfe zuführt. In einer Kammer von 20,000 Kubikfufs Inhalt werden auf einmal 50 Kilogramme Schwefel verbrannt, und aus 4,30 Kilogr. Salpetersäure und 0,50 Kilogr. Melasse salpetrig- saure Dämpfe erzeugt. Nach 2 Stunden läflst man siedenden WYasser- dampf mitten in die Kammer schnell einströmen, wodurch die Con- densation kräftig bewerkstelligt wird; man rechnet 50 Kilogr. VVasser auf obige Mengenverhältnisse, Darauf wird nach vollendetem Prozels gelüftet, die Sicherheitsklappe in dem Schornstein, die Thür im Ka- nal geöffnet, von Neuem verbrannt ete., so dals binnen 24 Stunden Amal dieselbe Procedur wiederholt werden kann, besser ist es aber nur zweimal.— Nach dieser Methode soll man aus 100 Theilen Schwefel 300 Theile concentrirteste Schwefelsäure erhalten(?) Payen hat später, zur bessern Mengung des schweflig- und salpe- trigsauren Gases, letzteres in einem Platingefäls entbunden, welches auf einem eisernen Dreifuls mitten in den brennenden Schwefel ge- stellt wurde. Ein Umstand macht aber dies Verfahren überhaupt nicht gut anwendbar; der Preis der Sauerkleesäure ist nämlich so niedrig, dafs dadurch die Kosten der Anwendung von Salpetersäure nicht gehö- rig gedeckt werden, zumal da ein Theil derselben, welcher sich in Stickstoffgas zersetzt, rein verloren geht. Nach der Methode c) verbrennt man Schwefel für sich und entwi- ckelt Dämpfe van salpetriger Salpetersäure, sei es nun durchs Erhitzen von Salpeter und Schwefelsäure, oder dafs man rauchende Salpeter- säure in Schalen vertheilt in die Bleikammer bringt. Durch die letz- tere wird die schweflige Säure zu Schwefelsäure oxydırt, es bildet sich jene oben beschriebue kıystallinische Verbindung, welche durch später —— Zen en ei nen ee et m ee 1 1 eigen sang Dem se hl A ai her di Gemich Inls Verda ;iekstond es nicht N) ind 1, ß \melelsture ine ein meugt,(De Esenonyd en! alist, mit/ an Kalk dur den Rückstar lisung von| niger Nieders dadurch, dals Iktet vırd, N sam gemarlıt ses herilhren Handelt Cllor Auch dis smels, Kalk eschmärze wird Ulben el man der chen durch Des, Anfbochens dir Alt) ode Sal, gef Melk, of Ne erster, Die eig| helk, Im 161 A Sk in ig hl N Neilsen It al N 30 IMES-Jeanz: wefelsäunf, von der or n salpetriz. säure dureh endete man nicht mehr sich als N. einem Gl. des in einen gebogen und ‚welcher dis nme führt; 1d eine(if. r den Bola ie Röhre en, r von 20, | verbrann, sc salpetri- len Wasser- h die Con- gr. Wasser tem Prozels hür ım Ka 24 Stunden es aber nır n Schwell und salpr- WR welche "hwefel ge- haupt nicht so niedri, nicht gehö- er sich ın und entwr 15 Erhitzu 3 Salpete- h die letr bildet sich urch spilt sigenschaften der Schwefelsäure. 4175 eingelafsne Wasserdämpfe sich in wasserhaltende Schwefelsäure und salpetrigsaures Gas scheidet.] Die nach diesen Methoden gewonnene Schwefelsäure ist nicht rein, sie enthält% ja wohl 2% bis 35 fremde aufgelöste Salze, welche be- reits früher(Seite 170) angegeben worden sind, wodurch ihr specifi- sches Gewicht bis auf 1,90 steigen kann; man entdeckt diesen Beisalz durchs Verdampfen der Säure in einem Platinschälchen, und Wiegen des Rückstandes; sie enthält meistens ein wenig Salpetersäure, welche, wenn es nicht eine ganz unbedeutende Quantität ist, nachtheilig wirkt, So wird z. B. Indigo, der sonst eine dunkelblaue Auflösung in der Schwefelsäure giebt, ins Grüne sich hinneigen, weil durch die Salpe- tersäure ein Theil Indigo zersetzt und gelb wird, und mit blau grün erzeugt.(Deshalb kann man die Säure mit Indigoauflösung probiren.) [Eisenoxyd entdeckt man, wenn der Rückstand in reiner Salpetersäure auf- gelöst, mit Ammoniak einen braunen Niederschlag giebt, einen Gehalt an Kalk durch sauerkleesaures Ammoniak; einen Kaligehalt, wenn man den Rückstand glüht, davon etwas auflöst und mit eoncentrirter Auf- lösung von VVeinsteinsäure vermischt, wodurch ein krystallinisch- kör- niger Niederschlag entsteht; einen Gehalt an Arseniksäure entdeckt man dadurch, dafs durch verdünnte Schwefelsäure Schwefelwasserstoffgas ge- leitet wird. Neuerdings hat man auf einen Gehalt an Salzsäure aufmerk- sam gemacht, aus dem Kochsalz des angewendeten Salpeters und WVas- sers herrührend;; eine solche Schwefelsäure entbindet mit Braunstein be- handelt Chlorgas.] Auch das Vitriolöl ist nie rein, es enthält schwefelsaures Eisenoxyd, schwefels. Kalk, nicht selten auch Selen, kohlige Theile, wodurch es geschwärzt wird, auch wohl Salpetersäure, wenn man zur Erzeugung desselben englische Säure anwendete, was nicht selten geschieht. Will man daher chemisch reine Schwefelsäure haben, so muls die käufliche durch Destillation gereinigt werden, welches, wegen des stolsweisen Aufkochens der Säure,(durch die sich abscheidenden Salztheile veran- lafst) wodurch die Retorte leicht zerbrochen, oder der Hals abgesprengt wird, gefährlich ist. Um diesen Uebelstand zu vermeiden, wählt man weite, grofse Iketorten und Vorlagen, und thut etwas zerstolsnes Glas in die erstern. Die reinste concentrirteste Schwefelsäure ist eine farblose, wasser- helle, ölartige Flüssigkeit, ohne allen Geruch, specifisches Gewicht 1.845 bei 15,50 Ure, schmeckt mit Wasser verdünnt,(denn unverdünnt ist sie ein arges Gift, zerstört, verkohlt die thierischen so wie die vegeta- bilischen Substanzen) sehr sauer, kocht bei 326°, und bildet einen dicken weilsen Rauch durch Condensation des unsichtbaren Wasserdampls an 174 Eigenschaften der Schwefelsäure. \ der Luft, krystallisirt bei— 34°,(das Vitriolöl aber schon bei— 120), in sechsseitigen Säulen. Die concentrirteste Säure enthält 18,32 Wasser, welches zu ihrem Bestehen im tropfbaren Zustand nothwendig_ ist, Sie zieht mächtig Wasser aus der Luft an, deshalb müssen die Gefäfse stets fest verpfropft sein; sie kann das vier- bis fünffache Gewicht Was- ser nach und nach aufnehmen. Mischt man sie mit Wasser, so geschieht es unter Freiwerden von sehr viel Wärme, und das Volum des Ge- misches ist geringer, als das der Flüssigkeiten vor dem Mischen. Man darf nicht das Wasser in die Säure, sondern man mufs die Säure ins Wasser schütten, im ersten Fall wird das Wasser rasch verdampfen und schleudert die Säure umher. Am sichersten ist es unter stetem Umrühren mit einem Glasstab die Säure in einem dünnen Strahl mitten ins Wasser zu gielsen. Die Raumescondensation beträgt bei gleichen Theilen Säure und Wasser nach dem Erkalten 2,99. Schwefelsäure kann in jedem Verhältnifs mit Wasser verdünnt wer- den: setzt man derselben so viel Wasser zu, dals sie 30,94 Wasser auf 69,06 trockner Säure enthält, so kıystallisirt sie schon bei-+ 4°; ihr specifisches Gewicht ist dann bei 16° 1,78. Tabellen über den Gehalt einer verdünnten Schwefelsäure an höchst concentrirter Säure nach den specifischen Gewichten haben Vauguelin, Dalton, Parkes, Ure und Meifsner geliefert, die von Parkes und Ure folgen beide, me FE ee nz a nn! iher de dinnten Mi Punkte er Th, Säure mL inlinnt mit Wasser | BER en Specif. Gewicht der verdünnten Schwefelsäure. 175 N bei< 1) er TrabterTe 18,3) Wa j ur hd. über die specifischen Gewichte und Säureprocente der ver- n die Get, dünnten Schwefelsäure nach Parkes, Temperatur 153°. rewicht W;.(Chemical Essays Vol. I. p. 504). s0 geschidl(Die Punkte geben die Resultate angestellter Wägungen an, die übrigen m des Gr. Angaben sind berechnet.) schen. Ihn ie Säure in 100 Th. Säure[< 100 Th. Säure verdampfen von 1,8494 a Ge- Säure- von 1,8494 B= Säure- pa z-| wicht des B..| wicht des er unter steie verdünnt mit Gemisches| Pro«ente verdünnt mit| amischesj PFOCente 2 Wasser VVasser N 1 1,8184| 99.009 22 1.6054| 70,422 bei gleichen 2 1.8465| 98.039 43 1599| 69.930 3 1,8445 97,087 44 1,5937 69,444 min: 4 1,8416| 96,135+45 1,5879| 68,965 u 5 1,8357| 95,238 46 1.5820| 68.493 t Wasser il 6 1.8358 94,339 47 1.5761 68,027 U, 7 1.8319| 93,457 48 1,5703.| 67,567 a 8 1.8270| 92.509 49 1,5655| 67.114 r den Gel 9 18222| 91.743 50 1.5585| 66.666 ure nach da 10 1,8163| 90,909 51 1,5526 66,225 a 11 1,8104 90,090 52 1,5478 65,789 12 1.8046| 89.285 53 1,5429| 65.359 13 1,7988 88,495+54 1,5390 64,935 14 1.7929| 87.719 55 15351| 64516 ‘15 1,7880 86.956 56 1,5312 64,102 16 1.7821| 86.206 57 1,5273| 63.694 17 1,7744 85,470 58 1,5234 63,291 18 1,7666 84,745 59 1,5195 62,893 19 1,7588 84,033 60 1,5156 62.500 20 1,7510 83,333 61 1,5117 62,111 21 1,7431 82,644 62 1,5078 61,728 22 1,7353 81,967 63 1,5039 61,349 23 1,7275 81,300 64 1,5000 60,975 24 1.7207| 80.645 65 1.4960| 60.606 25 1,7138| 80.000 66 1,4921| 60,240 26 1,7070 79,365 67 1,4843 59,380 27 1,7002 78,740 68 1,4882 59,523 28 1,6933 78.125 69 1,4804 59,171 29 1,6865 77,519-70 1,4765 58,523 30 1,6796 76,923 71 1,4726 58,481 3l 1,6728 76,335 72 1,4687 58,139 32 1,6660 75,157 73 1.4648 57,803 "33 1,6582 75,187 7: 1,4609 57,471 34 1,6523 74,626 75 1,4570 57,142 35 1,6464 74,074 Z 1,453 56,518 36 1,6406 13,929 77 1,4502 56,497 37 1,6348 72,992 18 1,4473 56,179 38 1,6289 72,463 79 1,4433 55.865 39 1,6230 71,942 80 1.4395 55,555 "40 1,6171 71,428 Ss] 1,4365 55,248 4l 1.6143| 70.921| 82 14336| 54.945 176 Specif. Gewichte d. verdünnten Schwefelsäure. j | 100 Th, Säure|. 100 Th. Säure A von 1,5494 Sb Ge- Säure- von 1,8494 Spec. Ge- Säure-; I R rerdünnt mi mie= des rocente verdünnt mit wicht des ente iber» 7 verdunn t Eeinisches procen er Genre. procente\ VVasser WVasser dinnlen 83 1,4306| 54,644"310 1,1582| 22,727 S1 1,1276| 54.347 350 1,1552| 22,222| 85 1,4257| 54.054 360 1,4523| 21.739— "s6 1.4218| 53,763 370 1,1494| 21,276 Il 87 1,4189:| 53,475-380 1,1464| 20,833| il ge 88 1.4160| 53,191 390 1.1426! 20,408 m 89 1,4130| 52,910 400 1.1338| 20,000|| 90 1,4101| 52,631-420 1,1328| 19,230| Re 91 1,4072| 52,356 440 1.1279| 18,518| in 118185 92 1,4042| 52,083 160 1,1240| 17,857. IR!) 93 1,4013| 51,813 150 1,1181| 17,241 N 158 -94 1.3934| 51.546"500 1,1132| 16,666 118439 95 1.3955| 51,282 550 1.1054| 15,384 5 IM) 96 1.3926| 51,020"600 1,0966| 14.285 II 97 1,3906| 50,761"650 1,0898| 13,333 i 18336 95 1.3886| 50,505 700 1.0839| 12,500 11800 99 1,3567| 50,256 750 1,0781| 11,764 2 -100 1.3548| 50,000-S00 10732:| 18 1181 105 1.3730| 48,780"850 1,0693| 10,526 m -110 1.3632| 47,619"900 1.0664| 10,000 Bm 115 1,3535| 46,511"950 1.0625| 9,523 Sm) 120 1,3437| 45,454 1000| 1,0602| 9,090 Login 125 1,3359 44.444 1100 1.0546 8,333 Blımeln 13 1,3281| 43,478 1200 11.0507| 7,692 kr 135 1,3203| 42,553 1300| 1,0488| 7,142 lm 140 1,3125| 41,666 1400| 1,0458| 6,666 Saar 145 1,3056| 40.816 1500| 1,0429| 6,250 Bl; 150 1.2988| 40.000 1600| 1.0390| 5.882 Ma 155 1.2919| 39,215 1700|.1,0370|- 5,555 o[Lyı; 160 1.2851| 38,461 1800| 1.0351 5,263 In /ii 165| 1,2783| 37,735 1900| 10337| 3.000| Hm 170 1,2724| 37,037 2000| 1,0322| 4,761 nk 18 175 1.2676| 36,363 2250| 1,0283| 4,255 nn ji "180 1,2627| 35,714 2500| 1,0254| 3,846 r Ar i 185 1.2568| 35,087 2750 1.0234 3,508 Ui IN 190 1.2520| 34,482-3000 1,0214 ı 3,235 HE 195 1,2470| 33,898 3500| 1,0185| 2,777 n in- 200 1,2421|} 33,333 4000| 1.0166| 2,439 i li‘ 210 1,2343| 32,258-4500| 1.0146| 2.173 ni Mi "220 1,2265| 31,250"5000| 1,0127| 1,960 Mal 250| 1,2187| 30,303 5500| 1.0117| 1,785 RE 240 1.2129| 29,411-6000| 1,0107| 1.639 I HE: 250 1,2060| 28.571-6500| 1,0102| 1,515 il 260 1,1992| 27,777 7000 1.0095 1,408 Fi 270 1,1933| 27,027 7500| 1,0093| 1,315 k Ni 250 1,1875| 26,315"8000 1.0088 1,234 ran bu 290 1,1825| 25,641 3500| 1,0083| 1.162 ke Ol ° 300 1,1776| 25.000-9000 1,0078 1.098 hi Ki be 310 1,1728| 24,390 9500| 1.0073| 1.041| Cat, 320 1,1679| 23,809-10000| 10068| 0,990 Ya, 330 1,1630| 23,255|| IT: 2. Ta- ne eng gr rn en== mn er en gg tr Specif. Gewicht der verdünnten Schwefelsäure. 377 is 2:7 Babe El’e Ni AUfes .s Procn! über die specifischen Gewichte und Säureprocente der ver- in. dünnten Schwefelsäure nach Ure, Temperatur 25,5°. 2,727 I(Dictionnary of Chemistry pag. 106.) ER 21.276 | 20,833 flüssige| specif.|trockne|| flüssige| specif.|trockne|| flüssige] speeif.|trockne | N Säure|Gewicht| Säure Säure|Gewicht| Säure Säure|Gewicht| Säure RN! | 19290 | 18,518 100|1.8485| 81,54| 66|1,5503| 53,82| 32[12334| 26,09 187 99 1,8475| 80,79| 65|1,5390| 53,00|| 31 1.2260| 25.28 12 98|1,8460| 79,90| 64[1,5280| 5218| 30[12184| 24.46 ı 15.666 97 1,8439| 79,09| 63[1,5170| 51.37| 29 12108| 23.63 15,81 96|1,8410| 78.28| 62|1,5066| 5055|| 28[1.2032| 22.83 1425 95|1,8376| 77,46| 61|1,4960| 49,74| 27 11.1956| 2201 13,333..94[1,8336| 76,65|| 60|1.4860| 48.92| 26[11876| 21.20 12.50) 93|1,8290| 75,83|| 59 11,4760| 48,11 25 1,1792| 20.38 11.764 92 11.8233| 75.02 58[1,4660| 47,29 24 11.1706| 19,57 IL 9ı[1,8179| 74,20| 57 1,4560| 46,48| 23|2,1626| 18.75 10,520 90[1,8115| 73,39|| 56|1,4460| 45,66 22 1,1549| 17.94 10,000 89|1,8043| 72,57| 55 11,4360| 44,85 21|1,1480| 17,12 93 88 1,7962| 71,75 54|1,4265| 44,03 20}1,1410| 16,31 3.090 87|1,7870| 70,94| 53|1,4170| 43,22 19|1,1330| 15,49 8,33 86 1,7774| 70,12|| 52|1,4073| 42,40 18|1,1246| 14,68 1,092 85 1|1,7673| 69,31 51[1,3977| 41,58 17|1.1165| 13,86 1, 84 11.7570| 68,49 50|1,3884| 40,77 4 16 11.1090| 13,05 6,606 s3 1,7465| 67,68 49|1,3788| 39,95 15|1,1019| 12,23 6,250 82|1,7360| 66,86 48|1,3697| 39,14 14|1,0953| 11,41 5.892 sı|1,7245| 66,05| 47.[1,3612| 38,32 13|1,0887| 10.60 KhBN) 80 11.7120| 65,23 46|1.3530| 37,51 12 1,0809 9,78 5,203 79 11.6993| 64,42||-45|1,3440| 36,69 1l|1,0743| 8,97 5,000 78[1,6870| 63,60| 44[1,3345| 35,88| 10[1.0682| 815 4,161 77|1,6750| 62,78 43 1,3255| 35,06 9 11,0614| 7,34 4.255 76 11.6630| 61.97 42|1,3165| 34,25 8 1,0544 6,52 3.846 75 11.6520| 61.15 41|1.3080| 33,43 7 11,0477 5,7 3,508 7: 1,6415| 60.34 40 1,2999| 32,61 6 1,0405 4,89 8,220 3|1,6321| 59,52 39 11.2913| 31,80 5 1,0336 4,08 2,117 72!1.6204| 58.71 38 11.2826! 30,98 4 11,0268 3,26 2,439 Ti 1.6090| 57,89 37.11.2740| 30.17 3!1,0206 2,446 219 70 11.5975| 57.08 36 11.2654| 29,35 2 11,0140 1,63 1.960 69|1,5868| 56,26| 35 11.2572| 28,54 1|1,0074| 0,8154 1.185 68 11.5760| 55.45 34|1,2490| 27,72 1.639 67[1,5648| 54,63| 33[1,2409| 26,91 1.515 I Schwefelsäure löst Schwefel, Selen, Jod, Tellur ohne Verinde- 134 rung, ohne Oxydation auf; sie wird dureh Glühehitze zersetzt, wie 1,162 bereits oben beim Vitriolöl erwähnt worden ist, in schweflligsaures in Gas und Sauerstoffgas, durch Kohlenstoff, Schwefel, Phosphor. mehrere 0.9 Metalle in der Wärme zu schwefliger Säure desoxydirt, indem sich . 12 ul RE)- u EN ” 7 ai YA 7 Te 178 Schwefelsäure, schwefels. Sake. vi jene oxydiren;(siehe bei der schwefligen Säure). Bei der gewöhnli- DS chen Lufttemperatur wirkt die concentrirte Schwefelsäure nur auf we- zw sch nige Metalle oxydirend und auflösend, dagegen erlolgt die Zersetzung pn bei Anwendung von Wärme leicht; Platin, und die dasselbe begleitenden 4 I Sch Metalle, Gold, Chrom, Cerer, Titan, Wolfram, Tantal werden nicht aufge-| ini sul löst. Merkwürdig ist, dals in gufseisernen Kesseln Silber von Gold durch 1 Gas kochende concentrirte Schwefelsäure geschieden werden kann, ohne dafs ende vn 5 der Kessel dabei zerstört wird. Die concentrirte Schwefelsäure entmischt fällen sowohl ohne Mitwirkung, ‚als ganz besonders unter Mitwirkung der Innen, Su Wärme, die mehresten organischen Körper, entzieht ihnen Sauer- und| Yun. W Wasserstoff im Verhältnils der Wasserbildung, wodurch der Kohlen-| va sich stoff vorwaltend wird, und die Säure sich schwärzt; sie löst Indigo| Ihaken, olıne Zerstörung in der Kälte auf, und hiezu taugt ganz vornämlich das Yin ent Vitriolöl wegen seines Gehalts an wasserfreier Säure, es kann auch Inner Sohn eine von Salpetersäure freie englische Säure, wenn sie sehr concentrirt, Ka date ist, angewendet werden, jedoch in etwas grölserer Menge. Die Schwefelsäure wird in sehr vielen Fällen, die hier nicht alle klmielt,(Si Imssihsche I aufgezählt werden können, gebraucht; z. B. zur Darstellung der Salz-, 13 Til Salpeter-, Essig-, Sauerklee-, Weinstein-, Citronensäure ete., zur Fabri- A kation des Glaubersalzes, der schwefelsauren Thonerde, des Alauns, hnbline des reinen Kupfer-, Zink-, Eisenvitriols, des Chlors, Schwefeläthers,| a Bi zum Bleichen der Leinwand, Kattune, Lumpen(Sauerbad), in der Fär-| ho £: nl ie, Sol berei, Kattundruckerei, zur Bereitung des Stärkezuckers, zum Härten des Talgs, zum Beitzen der Metalle, um die Gufskrusten abzulösen etc. an — Der jährliche Verbrauch der Schwefelsäure in England beläuft sich Be auf 3000 Tonnen!! Diese Mahode Die Schwefelsäure giebt mit Basen schwefelsaure Salze, Sul- a Shrek fates, welche, wie die Säure, die Barytsalze niederschlagen, der weilse Kalt aläu Niederschlag, schwefels. Baryt, ist in Salpetersäure unauflöslich; die Au Klkschy neutralen Salze sind bald, wie die sauren, in Wasser löslich, bald wie hm vele die basischen, unauflöslich. Schwefelsaure Metallsalze nannte man sonst= Vitriole. Die Schwefelsäure wird auf trocknem Weg durch die) Ds Sm Phosphor-, noch mehr von der Boraxsäure aus ihren Salzen ausgetrie- Rn ben, weil diese, namentlich die Boraxsäure, feuerbeständig sind: auf| al nassem Weg ist es gerade umgekehrt. In der Hitze entweicht Schwe-| ea, felsäure aus einigen Salzen, worauf z. B. die Gewinnung des Vitriolöls h il u aus Eisenvitriol sich gründet. Die schwefelsauren Salze werden durch| Ei Sb Wasserstoff, Kohlenstoff in der Hitze redueirt, wodurch Schwefelmetalle|, erzeugt werden.| ji Ks] [Ueber Schwefelsäure siehe das D. t. Artikel„ Acide sulphurique;? P. ch. in Ei Vol’ L p. 465.] Ba. md ın if,! nn Er-—m-= era li der geyilıl, AU Anl yo. ie Dersetm erleitenden| nicht auf ı Gold dur 1, ohne dil te entmiseh) wirkung der Saner- ml der Kohle. e lost Indiz prnämlich dis s kann aulı I concenktit ier nicht all 15 der Sal. ., zur Fahr. des Alu, hwefeläthen, ‚In der Fir zum Hirtı bzulösen ei: beläuft sih Jalze, Sıl der weil löslich; di h, bald wi e man son! durch di n ausgelti ‚ sind; auf ‚cht Schwe s Vitriolöh den dur! vefelmetal ey Pi Schwefelwasserstoffgas. 179 Der Schwefel verbindet sich auch mit Wasserstoff und zwär in zwei verschiednen Verhältnissen, theils zu einem Gas, theils zu einer tropfbaren Flüssigkeit. 1) Schwefelwasserstoffgas, Hydrothionsäure, Gas IIy- drogene sulfure, Gaz hydrosulfurique,(Acide h.),. Sulphuretted Hy- drogen Gas(hydrothionie acid), hepatische Luft,(Schwefelleberluft), wurde von Scheele 1772 entdeckt; es kommt in der Natur an Wasser und Alkalien gebunden vor in den Schwefelquellen(Baur minerals sul- fureuses, Sulphureous waters), z. B. zu Aachen, Baden bei Wien. Nenndorf, Warmbrunn, Baröges und Plombitres in Frankreich; es er- zeugt sich bei der Fäulnils thierischer Stoffe, der Exeremente in den Kloaken. Man entwickelt dieses Gas am besten aus Schwefeleisen und ver- dünnter Schwefelsäure; das hierzu brauchbarste Schwefeleisen gewinnt man nach Gahns Methode, wenn man auf weils glühendes Eisen Schwe- fel wirft.(Siehe beim„Eisen.”) Es wird gepulvert in eine Entbin- dungsflasche geschüttet(Tafel I. Fig. 15), und durch den Trichter mit 2 bis 3 Theilen Wasser verdünnte Säure nachgegossen. Durch die Ein- wirkung des Schwefeleisens auf das Wasser unter Vermittlung der Schwefelsäure erfolgt eine gegenseitige Zerlegung, Eisenoxydul bildet sich, welches mit der Säure sich vereint, und Schwefelwasserstoffgas wird frei. Soll das Gas ganz rein sein, so muls es durch Was- ser geleitet werden, wodurch die etwa mit fortgerilsne Säure ent- fernt wird. [Diese Methode ist die sicherste und einfachste, denn die Darstellung aus Schwefelspielsglanz und Salzsäure ist nicht so gut, weil sich zu leicht Salzsäure mit verflüchtigt; das Nebenproduct ist Chlorspiefsglanz. Auch Kalkschwefelleber, so wie überhaupt Schwefellebern, kann dazu benutzt werden.] Das Schwefelwasserstoffgas ist farblos, riecht und schmeckt nach faulen Eiern, zugleich säuerlich, speeifisches Gewicht 1,1912, 100 Ku- bikzoll wiegen 0,1888 Loth, 1-Kubikfuls 3,2537 Loth, Lichtbrechungs- vermögen 2,187; es reagirt sauer, ein feuchtes Lackmuspapier wird ge- röthet, und nach und nach weilsgrau, indem sich Schwefel darauf ab- setzt. Es is brennbar und verbrennt, indem es 1% Volum Sauerstolfgas verzehrt, mit blafsblauer Flamme, Product 1 Volum schwelligsaures Gas und etwas Wasser; gewöhnlich bleibt ein wenig Schwefel unver- brannt zurück, wenn man es an der Luft anzündet. Es ist zum Athmen unlauglich, erregt Ersticken; nach angestellten Versuchen stirbt ein Hund in Luft, die nur„45, ein Pferd in Luft, welche>55 Schwefel- 12* m nie ne De m men> in nehmen nn m were, en mn 180 Schwefelwasserstoffgas, Eigenschaften. wasserstolfgas enthält, binnen Kurzem, weshalb V rsicht nöthig ist. Es wird durch vermehrten Druck und Kälte zu einer tropfbaren Flüssigkeit condensirt, deren specifisches Gewicht ungefähr 0,9 ist, und welche so- gleich, als sie an die Luft kommt, sich in Gas verwandelt. Das hydro- thionsaure Gas besteht aus: 94,155 Schwefel und 5,845 Wasserst., oder aus 1 Vol. Schwefeldampf und 2 Vol. Wasserstoffgas, wird durch Glüh- hitze, durch elektrische Funken, in die Bestandtheile zerlegt, Schwefel scheidet sich ab. Wird dieses Gas mit Sauerstoflgas, beide völlig was- serfrei,: vermischt, so erfolgt keine Wechselwirkung, so wie aber Was- serdampf vorhanden ist, bildet sich aus dem Wasserstoff- und Sauer- stolfgas Wasser, und Schwefel scheidet sich ab; dieses erfolgt daher auch wenn Schwelclonaserstoffe ıs mit atmosphärischer Luft in Berüh- rung tritt, oder wenn Schwefelwasser an der Luft stehen. Der sich hiebei aussondernde Schwefel, Schwefelsehlamm, ist fein zertheilt, der Schwefelmilch analog(siehe oben Seite 158). Schwefligsaures Gas zersetzt das hydrothionsaure Gas, es entsteht Wasser und Schwefel setzt sich ab; dasselbe ist ganz besonders mit Chlorgas der Fall, welches da- mit in Berührung gebracht salzsaures Gas bildet, dicke weilse Dämpfe erzeugen sich, und Schwefelmilch fällt nieder. Es giebt kein besseres Mittel, das Schwefelwasserstoffgas zu zerseizen und dadurch unschädlich zu machen, als Chlorgas. [Man bedient sich des letztern um die mephitische Luft, die sich aus Abtritten, Kloaken entbindet, welche Schwefelwasserstoffgas enthält, zu entmischen*), um das Leben und die Gesundheit der Schleusen- räimer zu sichern; man schüttet in WVässer aufgelösten Chlorkalk ın den stinkenden Pfuhl der Abiritte, wonach jene Leute ohne alle Ge- fahr ihr Geschäft verrichten können“). Ueberhaupt ist in allen Fällen, wo sich Schwefelwasserstoffgas in Menge, auch andere stinkende Gas- arten erzeugen, Chlorkalk zu empfehlen;(vergleiche die Artikel ‚‚Chlor und Chlorkalk.”] Durch Salpetersäure, namentlich rauchende, wird das Schwefel- wassersloffgas mächtig zersetzt, es erzeugt sich unter grofser Erhitzung Wasserdampf und salpetrigsaurer Dampf, Schwefel scheidet sich ab; die Zersetzung ist in verschlofsnen Gefäfsen mit einer Explosion und Feuererscheinung verknüpft.— Wasser nimmt bei 11° 3 Volum des Gases auf, erhält den charakteristischen Geruch und Geschmack, röthet Lack- muspapier. Um solches Wasser darzustellen, bedient man sich eines Woulf’schen Apparats, in welchen man ausgekochtes destillirtes Wasser F)5G5 A Bd, 21,5. 468: 9:Dip,.JT.. Bd.:22,.8,.456. ni, Sl an Jän| Gas; Alta jusgezt Ik Jellnyde sont diese silich die vu das Gas Hnelall und je Ausnahn ‚i Eisenosy Jorhandense lern dag schiedner Fr Kadınionsalze okunsalzen. hr, von Zi mull-, Silber- lchleit emer Js die gerin Ing, Fhen d (as In Derührı Hintehen yon Min bedient s man let dis sÜUe angesi di hydrotho enteht kin N ug mit hrdr Hokenen Scheel Verilschung l Uugtsehzt, we Vrhinden, Ne aultel fi für schw Di h In Val allen 1 N en Y na der Lime h 5 hl thig ist,|, Tlüssigke) welche sı. Das hydr. serst,, oder urch Glül- ‚ Sehwele) völlig was aber Was- und Sauer. Hlolgt daher tin Berl. . Der sich in zertheil, ‚saures 6 iwvefel sei! velches dı se Dinp! in bessers unschädlt) lie sich au 1gas enthält, Schleuser- hloykalk in ne alle Ge. len Fällen, kende bar ikel„Chlor Schwell - Erhitzug t sich ab: Josion un des Gasö 'het Lacl sich eine ; Was Schwefelwasserstoffgas, Eigenschaften. 181 füllt. Schwefelwasserstoffwasser mufs in wohl verschlofsnen Gefäfsen an kühlen Orten aufbewahrt werden, es verliert in der Wärme das Gas; Alkohol nimmt 6 Volum von jenem Gas auf. Ausgezeichnel ist das Verhalten des Schwefelwasserstoffgases gegen Metalloxyde und Metallsalze; beinahe alle Metalloxyde werden, wenn sie mit diesem Gas in Wechselwirkung treten, zersetzt. Erhitzt man nämlich die Oxyde und treibt das Gas über sie hinweg, oder leitet man das Gas in Auflösungen von Metallsalzen, so erzeugt sich ein Schwe- felmetall und Wasser; Chrom- Cerer- und Titanoxyd machen hievon eine Ausnahme. Diese merkwürdige Zersetzung wird bei einigen, als bei Eisenoxydul und Oxyd, Manganoxydul, Kobalt- und Zinkoxyd durch Vorhandensein einer freien Säure als z. B. Salzsäure gehindert, bei den andern dagegen nicht. Die erzeugten Schwefelmetalle sind von ver- schiedner Farbe, so z. B. der Niederschlag aus Zinksalzen weils, aus Kadıniumsalzen und von arseniger und Arseniksäure gelb, von Spiels- glanzsalzen dunkelpomeranzenfarben, von Manganoxydulsalzen fleisch- farbig, von Zinnoxydulsalzen chocoladenbraun, von Kupler-, Eisen-, Wis- muth-, Silber-, Bleisalzen schwarz oder bräunlichschwarz. Die Empfind- lichkeit einer Blei- oder Silberauflösung für Hydrothionsäure ist so grols, dafs die geringste Menge jenes Gases eine Trübung und Färbung be- dingt. Eben deshalb läuft auch Silbergeräth an, wenn es mit jenem Gas in Berührung kommt, es wird gelbbraun, bedeckt sich mit einem Häutchen von Schwefelsilber. [| Man bedient sich dieser Gasart als eines Entdeckungsmittels für Metalle; man leitet dasselbe in eine zu untersuchende Auflösung, die man mit Salz- säure angesäuert hat,(man gebraucht in gewissen Fällen statt des Gases das hydrothionsaure Schwefelammonium) und beobachtet den Erfolg; entsteht kein Niederschlag, so probt man eine völlig neutralisirte Auflö- sung mit hydrothions. Schwefelammonium u. s.w.— Die sogenannte Hahnemannsche Weinprobe ist ein mit WVeinsteinsäure versetztes Schwefelwasserstoffwasser; man wendete sie ehemals an, um eine Ble:- verfälschung im WVein zu entdecken. WVeinsteinsäure wurde deshalb zugesetzt, weil sie die Fällung des Eisens durch die Hydrothionsäure verhindert, vergl. oben.— Schwefelwasserstoflwasser ein Entdeckungs- mittel für schweflige Säure, Schwefel fällt nieder.] Die Hydrothionsäure ist eine Säure von geringer Mächtigkeit, sie wird von allen andern Säuren entbunden; sie giebt mit den Basen keine unmittelbaren Verbindungen oder Salze, sondern die sogenannten hy- drothionsauren Salze, Hydrosulfates, sind theils Verbindungen der Hydrothionsäure mit+ elektrischen Schwefelmetallen, welche farb- Ios, krystallisirbar sind, scharf und bitter schmecken, an der Lult, 182 Schwefelwasserstoff. Schwefelkohlenstoff. durchs Erwärmen, durch älle oxydirenden Körper zersetzt werden, theils dern blos Schwefelmetalle, wie dies mit den eigentlich sogenannten Metall- Ne oxyden der Fall ist(siehe oben). si | h [Man hat sich des Schwefelwasserstoffwassers in der Kattundruckerei, um ai mittelst Kadmiumsalz oder arseniger Säure Gelb auf dem Zeug zu ent- ii se wickeln, versuchsweise bedient; jene Substanzen werden aufgedruckt,| und die Zeuge dann durch Schwefelwasserstoffwasser genommen.| er 2) Eine zweite Verbindung ist der flüssigeSchwefelwasserstoff, Mi an welchen man erhält, wenn eine concentrirte Auflösung von höchst ge- schwefeltem Schwefelkalium in verdünnte Salzsäure geschüttet wird, wo- en durch sich der viele Schwefel mit dem Wasserstoff der Salzsäure ver-| ne bindet. Es ist eine ölartig gelbliche Flüssigkeit, schwerer als WVasser,“ 3: 2 2 erwähnt\ zersetzt sich nach und nach von selbst in entweichendes Schwefelwas- serstoffgas und Schwefel; die Zusammensetzung ist noch nicht erforscht, Schwefelkohlenstoff, Carbure de Soufre, Sulphuret of Car- bon, Schwefelalkohol, von Lampadius 1796 entdeckt, wird da- durch gewonnen, dafs man Schwefeldampf über glühende Kohlen durch eine Röhre leitet,(oder dafs man Schwefelkies, Schwefelspiefs- glanz mit Kohle gemischt destillirt); die angelegte Vorlage muls stark[Da$e abgekühlt werden. Die gewonnene Flüssigkeit wird von aufgelöstem Indet sich überschüssigen Schwefel durch eine vorsichtige Rectification gereinigt. Kupfer, Ko Es ist eine farblose, durchsichtige Flüssigkeit, von einem durchdrin- Kupfer und genden, übeln Geruch, schmeckt scharf, brennend, specif. Gewicht| Norregen, 1,272, kocht bei 42°, der Dampf hat ein specif. Gewicht von 2,67, manchem Ki Lichtbrechungsvermögen desselben 5,11; sie ist noch nicht zum Erstar-| ducten der] ren gebracht worden, bringt durch das sehr kräftige Verdampfen grolse cher Sorte| Kälte hervor, so dals man dadurch unter der Luftpumpe Quecksilber June dos zum gefrieren bringen kann. Der Schwefelkohlenstoff ist sehr brenn- tur englische bar, entzündet sich schon aus der Ferne, wenn man einen brennenden u) Körper nähert, brennt mit blauer Flamme und entwickelt viel Hitze Klichlrum 3 dabei; die Bestandtheile sind: 84,03 Schwefel und 15,97 Kohlenst, Er Scheel nd löst sich nicht in Wasser, aber in Alkohol, Aether, Oelen auf: löst desselben aus Schwefel und Phosphor auf, welche durch Zusatz von Alkohol und ruht en Aether ausgeschieden werden. In der Hitze tritt der Dampf des Schwe- Schwefl Ä felkohlenstoffs seinen Schwefel an die Metalle ab, und der Kohlenstoff| Malle fi scheidet sich aus; Metalloxyde werden gleichfalls zerlegt, kohlensaures durch me und schwefligsaures Gas entweichen und geschwefelte Metalle bleiben tet; zurück. Hierdurch hat man in der neuesten Zeit manche Metalle ge- Kung de, schwefelt, welche man sonst nicht mit Schwefel verbinden konnte, Mas (Titan, Cerer, Chrom ete.) Man hat sich des Schwefelkohlenstoffs neuerdings bedient, um apla- Sue natische Linsengläser für Fernröhre damit zu füllen; als Auflösungsmit- N tel für Bernstein, Mastix, Caoutchouc; Lampadius. Selen bi Kohlenschwefelwasserstoffsäure, Acide Aydroxanihique,| BT Auen, Te Kohlenschwefelwasserstoffsäure. Selen. 153 den,{eis e& E. 5 a ılen Mei Iydroxanthie acid, von Zeise 1821 entdeckt, bildet sich, wenn man Schwefelkohlenstoff mit Alkohol behandelt, der mit Ammoniakgas ge sättigt ist; dadurch entsteht eine Vereinigung des Schwefelkohlenstoffs uckerei, m mit sich bildendem Schwefelammonium, welche, wenn man sie mit einer verdünnten Säure zerlegt, obige Säure niederfallen läfst. U2 zu e d ent- ulsedruckt Es ist eine ölartıge, farblose, durchsichtige Flüssigkeit, schwerer als ).. men, Wasser, schmeckt etwas sauer, brennend, zersetzt sich leicht und be- ;serstofl steht aus: 30,9 Schwefelwasserst. und 69,1 Schwfkohlenst. Sie verbindet höchst gı- sich mit den Basen nicht direct, sondern giebt, unter WVasserbildung, wird, wo- ein Schwefelkohlenstoff- Schwefelmetall. zsäure vor. Die Verbindungen des Schwefels mit Selen, Phosphor, Bor, Chlor, als Wasser Jod, Brom, Silicium, den Mectallen werden später bei diesen Stoffen chwefelwa- erwähnt werden,] ht erforscht, ret of Car« ‚wird de Funfites Kapitel. de Kolıla weielsi, Vom Selen. muls stk[Das Selen*), Selene, Selen, wurde 1817 von Berzelius entdeckt, aufgelösten findet sich sparsam in der Natur an verschiedne Metalle, als an Blei, gereinigt, Kupfer, Kobalt, Quecksilber gebunden, am Harz zu Tilkerode, an durchdrin- Kupfer und Silber ehemals in Schweden, an Tellur und WVilsmuth ın if. Gewicht Norwegen, wahrscheinlich mit Tellur und Gold in Siebenbürgen, in t von 20, manchern Kupfer- und Eisenkies, mit Schwefel ın den vulkanischen Pro- zum Bıstar ducten der liparischen Inseln. Aufserdem hat man auch Selen in man- pen grolst cher Sorte Vitriolöl und Schwefelsäure gefunden, indem zur Darstel- Quecksilbu lung des Vitriolöls ein aus selenhaltigem Eisenkies gefertigter Vitriol und ‚ehr bren- zur englischen Schwefelsäure ein selenhaltiger Schwefel angewendet wor- brennendu den war. Bei dieser Fabrikation scheidet sich ein ziegelrother Schwe- viel Hin felschlamm am Boden der Bleikammer ab, in welchem Selen mit hlenst, Br Schwefel und mehrern Metallen verbunden vorkommt. Die Darstellung 1 auf: löst desselben aus diesem Gemisch ist schr weitläufüg und umständlich, be- Ikohol und ruht darauf, dafs man durchs Auflösen in Goldscheidewasser den des Schwe- Schwefel zu entfernen sucht, dann durch Schwefelwasserstoffgas einige Kohlenstol! Metalle fällt, das Selen zu seleniger Säure oxydirt, an Kali bindet, wo- ohlensaures durch wieder Metalloxyde sich abscheiden, und das selenigsaure Salz Ile bleiben mittelst Salmiak in der Hitze zersetzt, wobei sich durch gegenseitige Zer- Metalle ge setzung der selenigen Säure und des Ammoniaks WVasser bildet, Stick- en konn! stoffgas entbindet, und Selen aufsublimirt. Aus dem selenhaltugen um apıı ösungsn*) Von Selene, der Mond, also Mondstoff, Berzelius rechnet das Selen zu den Metallen, und da viele Metalle nach den Gottheiten der alten Mythe benannt worden sind, so wählte er auch einen solchen andligl Namen, 154 Selen. Selenige Säure. Selensäure.| Schwefel kann man es dadurch abscheiden,‘dafs man denselben in ae u Kalilauge auflöst, die Lösung bei gelinder Wärme digerirt, wobei sich a Selen als ein grauschwarzes Pulver abscheidet, zuletzt auch Schwefel, U) Aus dem Selenblei kann man durch Oxydation mit Salpetersäure und| oa ik Abscheiden mit schwefelsaurem Natron selenigsaures Natron, und dar- ve 6 aus Selen erhalten.| Indre I Das Selen erscheint nach dem Schmelzen und langsamen Erkalten| gene Ver bleigrau, die Oberfläche spiegelnd, nach raschem Erkalten rothbraun, uren$ metallglänzend, nicht hart, aber zerbrechlich; es scheint nicht beson- selav ders ausgezeichnete Neigung zum Krystallisiren zu besitzen. Das Selen- In, Ae pulver ist dunkelroth, in dünnen Schichten durchsichtig, rubinroth, spe- md mittel cıfisches Gewicht 4,30 bis 32. Es wird bei 800 weich, bei 100° halb- tr Salzsau flüssig, und schmilzt bei einer wenig stärkern Erwärmung, bildet in Est e verschlofsnen Gefäfsen dunkelgelbe Dämpfe, die sich zu schwarzen in der kle Tropfen condensiren, und an der Luft ein zinnoberrothes Pulver bil- organs her den; leitet weder VVärme noch Elektrieität, wird jedoch durchs Reiben girt sauer, — elektrisch; es löst sich in Schwefelsäure, in fetten Oelen, nicht in har, wird v ätherischen, auf, Jalse sıchr mi@VVachs zusammenichmelzen, und Gesch Selen verbindet sich mit Sauerstoff in 3 Verhältnissen: Schwelelia 1) Selenoxyd, Oxride de Selene, Oxide of Selen, wird durchs then Flock: Erhitzen an der Luft, namentlich in Berührung mit einem brennenden ode und! Körper, dessen Flamme esam Saum azurblau färbt, erhalten, Es ist ein süre, prdc farbloses, nach verfaultem Rettig riechendes Gas, welches vom WVasser sid schwarz wenig verschluckt wird. st nehmen 2) Selenige Säure, Acide selenieus, Selenious acid, wırd durchs kune unmiit Verbrennen im Sauerstoffgas, durchs Auflösen in Goldscheidewasser selensaure erhalten. Sie krystallisirt durch Sublimation in langen, farblosen, vier- stehen au e seitigen Nadeln, verdampft etwas leichter als Schwefelsäure kocht, und Verbinden, bildet einen dunkelgelben Dampf, sie schmeckt sauer, hintennach bren- Im, Beil nend, besteht aus: 71,22 Selen, und 28,78 Sauerst., zieht Wasser aus F Scwei; der Luft an und zerflielst, löst sich leicht in Wasser auf, und krystal- Mal lisirt aus der Auflösung als Hydrat in farblosen langen Säulen, auch Hr, Cr, in Alkohol ist sie leicht auflöslich, Durch Hydrothionsäure wird die selenige Säure in Schwefelselen, durch schweflige Säure in Selen redu- eirt, indem sich Schwefelsäure erzeugt; man wendet hiezu am schick- lichsten schwefligsaures Ammoniak an. Die selenige Säure ist eine ziemlich starke Säure, der Arseniksäure nahe kommend; die selenig- sauren Salze, Selenites, der Alkalien sind entweder alkalisch, oder| sauer reagirend, die der Erden und Metalloxyde sehr schwer löslich. 3) Selensäure, Acide selenigue, Selenic acid, wird durchs Schmel- De Pin zen von seleniger Säure oder Selenmetall(Selenblei) mit Salpeter, sal- Mini im] petersaurem Natron erzeugt, und mittelst einem Bleisalz und Schwefel- HE wasserstoffgas ausgeschieden. YO Kuh f Eine wasserhaltende farhlose Flüssigkeit, specifischea Gewicht bei Am 165° 2,524, erträgt eine Erhitzung bis auf 280° ohne Zersetzung, wird Yin "ılı = re an en——= m nn me gan Selenwassersloffgas. Phosphor. 155 denselhen: eh i||| H in aber schon bei 290° in selenige Säure und Sauerstoffgas en, » Woher si) 17 1 ch Schwel ersäure un] 1, und dar- erhitzt sich mit Wasser in Berührung, wie Schwefelsäure, und besteht aus 62,32 Selen und 37,68 Sauerst., wird durch hydrothionsaures Gas nicht, aber durch Salzsäure in selenige Säure und Chlor entmischt, welches Gemisch Gold und Platin auflöst; auch die unvermischte Se- lensäure löst Gold, aber nicht Platin auf. Sie hat zu den Basen ge- em Erkalten ringere Verwandtschaft, als Schwefelsäure, im übrigen sind die selen- rothbraun, sauren Salze, Seleniates, den schwefelsauren Salzen sehr analog. ht besor- Selenwasserstoffgas, Hydroselensäure, Gas Hydrogene sc- Das$el elen- leniE, Acide hydroselönique, Selenietted hydrogen, hydroselenic acid, nroth, spe- wird mittelst Selenkalium und Wasser, oder Seleneisen und verdünn- 1000 halb- 3, bildet ın ı schwarzen ter Salzsäure dargestellt. Es ist ein farbloses Gas, riecht wie Schwefelwasserstoffgas und bringt in der kleinsten Menge eine gänzliche Empfindungslosigkeit des Geruch- Pulver hi. organs hervor, Schmerzen in der Nase, Luftröhre, Augen, Husten, rea- rchs Reibn girt sauer, und besteht aus: 97,54 Selen und 2,46 VWVasserst., ist brenn- N, nicht i bar, wird vom WVasser reichlich verschluckt, welches dadurch Geruch en. und Geschmack erhält; dasselbe ist farblos, wird aber, gleich dem Schwelfelwasserstoffwasser, an der Luft zersetzt, indem sich Selen in ro- vird durch, then Flocken abscheidet, es färbt die Haut bleibend rothbraun. Metall- brennenden oxyde und Salze werden von Selenwasserstoflgas, gleich der Iydrothion- Es ist en säure, präcipitirt, die Niederschläge sind Selenmetalle, die mehresten om Wassr sind schwarz oder dunkelbraun, einige fleischroth(von Zink, Mangan), sie nehmen durchs Reiben Metallglanz an. Die Hydroselensäure giebt wird durchs keine unmittelbaren Verbindungen mit den Alkalien und Erden, h ydro- heidewassr selensaure Salze, Hydroseleniates, sondern diese Verbindungen be- ‚losen, vier stehen aus einem Selenmetall und Selenwasserstoff. kocht, un i Verbindung mit Schwefel, Sulfure de Selene, Sulphuretted Se- nach bre-| len. Beide Stoffe verbinden sich in allen Verhältnissen mit einander; \Vasser au 23 Schwefel macht die Farbe des Selens heller roth, 100 Th. Schwe- ind krustl-* fel und 1 Th, Selen geben eine orangefarbne Mischung,— Mit Phos- Rand phor, Chlor, Jod, Brom, den Metallen.] e wird dı Selen redı-. am schick re ist ein Sechstes Kapıte-l ‚ selenif lisch, ode Vom Phosphor. ‚löslich,- Pe| Der Phosphor”), Phosphore, Phosphorus, kommt oxydirt als Phos- chme- FR}. Nr. N]°*. hs phorsäure im Mineral-, Pflanzen- und besonders im Thierreich vor, aber peter, Sal.. B. ni 3 am R” A nicht im isolirten Zustand. Er wurde 1669 von Brandt entdeckt, 1674 C we 5 7.».*% von Kunckel gleichfalls dargestellt, aber die Gewinnungsart geheim ge- gwicht hi zung, wi*) d.h, Lichtträger, ,' 186 Darstellung des Phosphors. halten, bis 1737 dieselbe bekannt gemacht wurde. Man bediente sich zur Darstellung des Urins, daher der Name Harnphosphor; man dun stete gefaulten Urin zur Trockne ein, und destillirte den Rückstand bei heftiger Hitze. Dadurch wurden die in demselben enthaltnen phosphor- sauren Salze(phosphors. Ammoniak, Natron, Kalk) vermittelst des Koh- len- und Wasserstolls der anderweiligen Bestandtheile des Urins redu- eirt, und der Phosphor abgeschieden. Diese Meihode giebt jedoch we- nis Ausbeute, und der Phosphor war sehr iheuer und selten, bis Scheele und Gahn 1769 ein Verfahren lehrten, wodurch er wohlleiler darge- stellt werden kann, welches bis jetzt befolgt wird. Man nimmt den aus den Knochen dargestellten sauren phosphor- sauren Kalk,(rohe Phosphorsäure), welche hiezu gerade am geeignel- sten ist, weil sie sich in der Hitze nicht, wie es reine Phosphorsäure thun würde, verflüchtigt; man vermischt sie noch flüssig mit so viel Kohlenpulver, dafs nach dem Eintrocknen des Gemengs auf 3 Theile der Säure 1 Theil kommt, und setzt das Austrocknen bis zum Dunkel- rothglühen fort. Sodann wird die Masse in feuerfeste irdne Retorten getan, welche mit einer Auflösung von Borax und Kalk bestrichen, darauf scharf getrocknet worden sind, und in einen Windofen mit Kup- pel eingelegt werden. Man befestigt an den Hals derselben ein weites kupfernes, gekrümmtes Rohr, welches in ein Gefäls voll Wasser ein- taucht, so dals dasselbe die Mündung sperrt, und giebt sehr allmählig steigende Hitze bis zum heftigen Rothglühen, welches so lange unter- halten wird, als Phosphor überdestillirt, welcher sich im Wasser zu einer wachsähnlichen Masse condensirt. Die Kohle zerlegt nämlich die Phosphorsäure, es wird kohlensaures Gas erzeugt, welches entweicht, und Pliosphor geht desoxydirt in Dämpfen über. Zugleich bildet sich auch eine ‚Verbindung von Kohlenstoff und Phosphor welche mit übergeht, und gegen Ende des Prozesses eine brennbare, phosphorhaltige Gasart, welche man für eine Verbindung des Phosphors mit Kohlenoxydgas (Kwasserstoffgas) hält. Der überdesüllirte unreine Phosphor wird da durch gereinigt, dafs man ihn unter heilsem Wasser durch sämischgah- res Leder prelst, wodurch der Phosphorkohlenstoff zurückbleibt, oder dafs man ihn blos schmelzt, wodurch sich diese Substanz oben abselzt. Man formt ihn in Stängelchen, indem man Barometerröhren, welche oben triehlerförmig erweitert, und unten verkorkt sind, anwendet, Phos- phorstückchen in den Trichter legt, und unter heifses Wasser taucht; der schmelzende Phosphor füllt die Röhre an, und das fremdarlige, leichte, schwimmt oben auf. Nach dem Erkalten schiebt man die erstarrie Stange heraus, schneidet das unreine ab, zexschneidet sie in kurze Slü- A FEIN x n a Da de, u Ie al 9 hl ı fe mise 4 un I Po Dir Plos ji sude, Tils, Äayst öl ahscheid a3 ichiger Itkt an di ind, im F sch\angs: a Plospho I in Deril zlchen mit© nırlende Wä Iicht, und Ft lälsen, gel sch stark zu r 1m Pasplr | sale vorlee Far Er schmeckt se Inieeren Ran | Al icht, 0 le in Berih wile sel, an brennt mi | Dichte bei oe 6 Kin Feng stolt einen It! Nan Kann dis ER Neikaying) ten, dann il Knd ab, Man Perle Mparigg nen Eng os Any Il, Schul, "en,}) selbe\ N “Ur , Wen bedient: il 1; man ılı) üickstand]ı en pltospln Ist des kl Urins redı ‚jedoch wo bis Scheck eiler dar. N phosplu am geelmel hosphorsinn mit so yıl uf 3 Theil um Dunkıl Ine Retorien [en mit kn ı ein weile Wasser ei hr allmähl: lange unle Wasser n nänlich di weicht, ul »t sich aul t übergel ige Gasal hlenoxylzs vr wird d sämischgil- bleibt, oder ‚ben abselz, en, welch ‚ndet, Plis taucht; de ige, Jeich lie erstarl 1 kurze Si Eigenschaften des Phosphors. 187 cke, und hebt sie in starken Glasllaschen unter ausgekochtem Wasser auf, so dafs die Flaschen gänzlich mit Wasser gefüllt sind. Diese Gefü fse müssen an kühlen und Orten aufbewahrt werden, weil sonst der Phosphor roth wird. Der Phosphor hat eine blafsgelbe Farbe, ist durchscheinend, in der Kälte spröde, bei der mittlern Lufttemperatur weich, biegsam wie Wachs, krystallisirt aus Auflösungen oder Verbindungen mit Schwefel sich abscheidend in Rhomben-Dodekaödern,(in sechsseitigen Säulen mit 3 flächiger Zuspitzung durchs Schmelzen); specifisches Gewicht 1,77. Er stölst an der Luft liegend weilse, der arsenigen Säure ähnlich rie- chende, im Finstern leuchtende(phosphoreseirende) Dämpfe aus, indem er sich langsam oxydirt und phosphorige Säure bildet; daher muls man den Phosphor stets unter Wasser aufbewahren, damit er nicht mit der Luft in Berührung kommen kann, um so‘mehr als, wenn mehrere Stän- gelehen mit einander in Berührung stehen, die bei der Oxydation frei werdende Wärme sich so steigert, dafs der Phosphor in Flamme aus- bricht, und Feuersgefahr entsteht. Er schmilzt bei 35° in verschlofsnen Gefälsen, giebt eine farblose, ölarlige Flüssigkeit, füngt bei 103° an sich stark zu verllüchtigen, kocht erst bei 290%; gielst man geschmolz- nen Phosphor in eiskalles Wasser, so wird er schwarz, nimmt aber seine vorige Farbe wieder an, wenn er umgeschmolzen langsam erkaltet. Er schmeckt scharf, widrig, wirkt gifig, wird vom Licht, selbst im luftleeren Raum, im Stickgas, geröthet, besonders schnell durch vio- lettes Licht, ohne Veränderung im specifischen Gewicht; mit Baum- wolle in Berührung, noch mehr mit Harzpulver bestreut auf Baum- wolle gelegt, entzündet sich der Phosphor im lufiverdünnten Raum, und brennt mit grofser Flamme, nicht in Luft von der gewöhnlichen Dichte bei gleicher mittler Temperatur; erwärmt man denselben bis 75°, so fängt er Feuer, verbrennt mit einer sehr hellen, weilsen Flamme, und stölst einen dicken, weifsen Rauch aus, Phosphorsäure., [Man kann diesen Versuch machen, wenn man ein Stückchen Ph. in eine Reilszwinge spannt und auf Löschpapier reibt, bis er anfängt zu leuch- ten, dann falst er sogleich Flamme, tropft aber auch dabei schmel- zend ab. Man verfertigt auf verschiedne Art Phosphorfeuerzeuge, briquets phosphoriques, phosphorie match-boxes, welche jedoch gefährlich sein können, wenn sie nicht schr sorgfältig behandelt werden. Man thut etwas Phosphor in ein irdnes Fläschchen mit gut eingeriebnen Stöpsel, engem Hals, läfst den Phosphor in dem‘ unverstopften Fläschchen schmelzen, brennen bis die Flamme verlöscht, dann verstopft man das- selbe. Berührt man dann mit einem Schwefelhölzchen die Masse, so entzündet es sich, besonders wenn man das Hölzchen etwas anfeuch- 183 Phosphorowyde. Unterphosphorise u. phosphorige Süure. tet. Die Erklärung dieser Erscheinung ist folgende: die im Fläschchen von Dat enthaltne Substanz besteht aus wasserfreier phosphoriger Säure, Phos- Phoplor In phoroxyd und unverbranntem Phosphor; so wie sie mit der Luft und hy Il dem Schwefel in Berührung kommt, zieht die erstere Wasser an ‚ und zntfl der Sauerstoff aus der Luft, wodurch viel VVärme frei und der Schwefel| zen Sänre entzündet wird. Deshalb mufs das Fläschchen völlig luftdicht ver-(hors in W schlossen, der Pfropf mit Talg stets bestrichen sein.] une verbind pl”... 7 R See| Phosphor mi ıosphor löst sich nicht in Wasser auf, aber ein wenig in Aether,| al in Alkohol, je reiner beide sind, desto mehr, in fetten Oelen; diese| min. Auflösungen leuchten an der Luft im Dunkeln, welches jedoch bei den| a Yolan (Terpenthin-, Bernsteinöl etc.) verhindert werden kann. Auch ätheri- senden Säul sche Oele lösen denselben, so wie Schwefelkohlenstoff, auf; aus den phorsiure dingt, durch letzten durch Zusatz von einer kleinen Quantität einiger ätherischen Oele| Hplorsä Auflösungen wird durchs Licht rother Phosphor ausgeschieden.' Der Phosphor verbindet sich mit Sauerstoff in 5 verschiednen Ver- N: hältnissen, giebt 2 Oxyde und 3 Säuren. und Be schwächsten\ [1) Weifses Phosphoroxyd, Oxide de Phosphore blanc, white tn Oxyd of Ph., erhält man durch Aufbewahren des Phosphors in luft- Juft be der; haltigem Wasser, es überzicht sich die ganze Oberfläche desselben mit en einer weilsen Rinde, die sich nach dem Abschaben wieder erzeugt. Es Gr d ist geschmacklos, riecht Phosphor ähnlich, schmilzt und entzündet sich. 2) Rothes Phosphoroxyd, Oxide de Phospkore rouge, red Oxyd of Ph., bleibt nach jedem Verbrennen des Phosphors zurück, ulach Wase meng von phos fir ene ee und kann auch dadurch erhalten werden, dafs man in heifsem Wasser hosphorsiu Ph. schmelzt, und Sauerstoffgas durch eine feine Röhre auf denselben Im welche Joch bläst, wodurch er selbst unter WVasser verbrennt, es bildet sich rothes Phosphörsure ÖOxyd und Phosphorsäure, ersteres scheidet sich aus. Es hat im reinen| Zustand eine zinnoberrothe Farbe, leuchtet nicht im Finstern, ver- Phosphor brennt bei 100° mit gelblicher Flamme, löst sich in den Auflösungs- mol ln lich mitteln des Ph. auf. Mshche, MM » 3) Unterphosphorige Säure, Acide kypophosphorcux, Hypo- phosphorous acid, van Dulong 1816 entdeckt; man bereitet sie mit- telst Phosphorbarytium, welches man in WVasser auflöst, wodurch rich yo, a Manson:| Phosphorwasserstoffgas sich entbindet, und unterphasphorigsaurer Baryt| Rn a gelöst bleibt, diesen zersetzt man mittelst verdünnter Schwefelsäure, ld durch welche die unterphosphorige Säure frei wird.| td dnrehr Als Die Säure krystallisirt nicht, wird durch vorsichtiges Abdunsten syrup- Ih Ih artig, Ist farblos, schmeckt beifsend, scharf, sauer, zersetzt sich beim NR Man Erhitzen in Phusphorwasserstoffgas und Phosphorsäure, und besteht aus: h, R% an 79,69 Phosphor und 20,31 Sauerst., giebt mit den Basen sehr leicht in Bi Wasser lösliche unterphosphorigsaure Salze, Hypophosphites, es welche sich an der Luft langsam höher oxydiren. Hin 4) Phosphorige Säure, Acide phosphoreux, Phosphorous acid, A mil BES .— EEE Te E— Mn nn 2— ZU eK, Phosphorige Säure. Phosphorsäure. 189 im Plisc) Säure, Pu, der Luft u) ISser an, an der Schwef, luftdicht ver 5 von Davy 1816 entdeckt, wird waässerfrei ‚erhalten, wenn man viel »hor in einer engen, wenig Luft enthaltenden, Röhre langsaın ver- 20SF>’>, o » n läfst, wodurch sich aus Mangel einer genugsamen Menge Sau- renne’ g 8 8 erstoff der Phosphor nicht. in Phosphorsäure, sondern nur in phospho- rige Säure umwandelt. Oder man löst Chlorpbosphor im Minimo des Chlors in VWVasser auf, wobei sich. das. Chlor mit. VVasserstoff zu Salz- säure verbindet, welche ‚durch gelinde VVärme entfernt wird, und der s in Aether Phosphor mit Sauerstoff; die flüssige ‚Säure kann durch vorsichtiges Jelen: dies Abdunsten krystallisirt werden. 2=. I“....> loch bei de Die wasserfreie Säure ist cin weilses, ‚flockiges Pulver, welches ein Ä grofses Volum besitzt, flüchug ist, an der Luft sich entzündet, und zu erischen Oh Auch äther. auf; aus den Phosphorsäure verbrennt; die wasserhaltende krystallisirt in durchschei- nenden Säulen, schmeckt sauer, zersetzt sich beim Erhitzen in Phos- phorsäure und Phosphor, welcher letztere eine WVasserzersetzung be- den, dingt, durch welche sich Phosphorwasserstoffgas und Phosphorsäure er- hiednen Vh:. zeugt. Sie oxydırt sich von selbst an der Luft ım flüssıgen Zustand und besteht aus: 56,67 Phosphor und 43,33 Sauerst., gehört zu den schwächsten Säuren; die phosphorigsauren Salze Phosphites, blanc, ul sind theils in Wasser löslich, theils nicht, oxydiren sich nicht an der hors in hi. Luft bei der gewölinlichen Temperatur. desselben ni Bringt man Phosphor' an feuchte Luft, jedoch so, dafs sich die r erzeugt, I Stängelchen nieht unter einander berühren, so oxydirt er sich, und zieht 5’ y’ ntzündet sh, zugleich WVasser an, es flielst eine dicke, saure Flüssigkeit ab, ein Ge- rouge, nl meng von phosphoriger und Phosphorsäure; man hielt diese‘Substanz. phors zurid für eine eigne Oxydationsstufe des Phosphors, und nannte sie Unter- ilsem Wis phosphorsäure, Acide Aypophosphorique oder A. phosphatique, uf denselhn welche jedoch keine eignen Salze bildet, sondern phosphorig- und et sich rolls phosphorsaure 3alze.] hat ım reina RE 5) Phosphorsäure, Acide phosphorique, Phosphorie acid, wurde iR: wohl schon gleichzeitig mit, dem Phosphor entdeckt, 1712 von Homberg beschrieben. Sie kommt an. verschiedne Basen gebunden im Mineral- cur, Hip reich vor, als an Kalk, Thonerde, Yittererde, Eisen-, Blei-, Kupfer-, eitet sie ml Manganoxyd; im Pflanzenreich an Kali, Magnesia, Kalk; im'Thierreich st, wodurd ganz besonders an Kalk, auch an Magnesia, Natron, Ammoniak. saurer Darf Man stellt dieselbe ‚entweder durch Oxydation des Phosphors dar, chwefelsiu oder durchs Abscheiden aus phosphorsauren Salzen. ınsten Syru][ a) Läfst man Ph. in Sauerstoffgas, oder in atmosphärischer Luft ver- zt sich ben brennen, so entsteht ein dicker weilser Rauch, welcher sich zu weifsen besteht au Flocken eondensirt,(siehe vorn Seite 78 beim Verbrennen), welche ‚hr. leicht rasch zerfliefsen. ophosphii b) Man schüttet schwache ‚Salpetersäure in eine Retorte, trägt;5 Phosphor in kleinen Stücken hinein, erwärmt dieselbe und legt eine horous a Vorlage mit Sicherheitsröhre an; hierbei wird die Salpetersäure ent- u u nn Be 190 Darstellung der Phosphorsäure. mischt, sie tritt an den Phosphor Sauerstoff ab und Stickstoffoxydgas; 2 entweicht, welches an der Luft zu salpetriger Säure sich oxydirt. Es di SI wird jedoch hierdurch nicht die ganze Säure zersetzt, sondern es de- 1 salat, stillirt ein"Theil unverändert über,>ein anderer kleinerer bleibt bei der|{in Balen erzeugten Phosphorsäure, und kann durch blofses Abdampfen nicht ab-| de W geschieden werden.‘Um die gewonnene flüssige Säure zu reinigen, chi in de Jdampft man sie ein, schmilzt im glühenden Flufs,(in Platintiegeln, süchtig; sl nicht in irdenen) und'gielst sie dann auf''ein kaltes Metallblech aus, ul ae giteht eine worauf sie zu einer durchsichtigen glasigen Masse gesteht, die sehr leicht cf. R m> Jısiure rl zerflielst. Man kann die!verdünnte flüssige Säure: auch noch durchs 1x Quran ee= I= 2 n]dh daners! Kochen mit Kohlenpulver reinigen, wodurch die Salpetersäure gleich- f M ... u 4 alt, zerllie falls zersetzt wird, indem sich kohlensaures Gas erzeugt und Stickstoff il, IE ung entweicht,— Auch die durch langsame Oxydation des Phosphors an Iiser in je der Luft erzeugte Säure kann durch etwas Salpetersäure in Phosphor- atrirten wis säure umgewandelt werden.] vn wasserlall c) Am wohlfeilsten gewinnt man nach der. Methode von Scheele und Nlafsner hat€ Gahn die Phosphorsäure aus der Knochenerde, dem Rückstand nach der welche eine Calecinalion der Knochen; er besteht haupisächlich aus phosphorsaurem Speuic Kalk. Will man eine zur Darstellung des Phosphors brauchbare, noch vie viel phosphorsauren Kalk enthaltende Säure gewinnen,(oder richtiger Is gesagt sauren phosphorsauren Kälk) so digerirt man zwei Theile Kno-| IM chenerde mit I Theil eoneentrirter Schwefelsäure und 8 Theilen Was- 1 ser in einem Kolben, in bleiernen oder kupfernen Kesseln, bei gelinder 18 Wärme, wodurch die Schwefelsäure sich mit der Kalkerde zu Gyps N verbindet und‘ Phosphorsäure frei wird. Es löst sich aber ein Theil Si al phosphorsaurer Kalk in der Phosphorsäure als saures Salz auf, welcher jtr- und Schn durch die Schwefelsäure unmittelbar nicht entfernt werden kann. Dar- A, ab jene, 0 auf'wird das Flüssige abgegossen, der unauflösliche Rückstand gehörig cn Sen und$ abgespühlt, sämmtliche Flüssigkeiten vermischt abgedunstet, wobei eine ide Kine ed, Portion Gyps sich nach und nach abscheidet, welche durch Absetzen SE me und Dekantiren entfernt wird. ein Lk Nik Soll die. so gewonnene Säure von dem Kalkgehalt frei gemacht wer- Zst, well den, so setzt man essigsaures Bleioxyd im Ueberschuls zu, wodurch phos- m Fibe u| phorsaures Bleioxyd niederfällt, welches abgewaschen, scharf getrocknet| Di los mittelst verdünnter Schwefelsäure zerlegt wird, wodurch man eine reine| il hasle Phosphorsäure erhält. Sollte ja noch etwas Bleioxyd_ zurückgeblieben I lan, ie sein, so, kann man dasselbe durchs Auflösen der syrupdicken Säure in Gen ulil Alkohol entfernen. Eine andere Reinigungsart der kalkenthaltenden Säure Fi in Ei ist mittelst kohlensaurem Ammoniak, wodurch kohlensaurer Kalk gefällt El wird, und phosphorsaures Ammoniak aufgelöst bleibt. Wird darauf ab- N gedampft und die trockne Masse geglüht, so entweicht Ammoniak und N| die Phosphorsäure bleibt zurück,_ ii | tckstoffen], ch oxydin, R 'ondern es, bleibt bei du pfen nicht;, > 20 Teinie: Platintien tallblech aus, die sehrleil noch durd) rsäure gleich und Sticksuf | Phosphor a ın Phosplor. m Scheele ın] land nach er vosphorsaure chbare, m oder richtig: Theile Ku Theilen Ws , bei gelinl rde zu 6) er ein Til auf, weld kann. Dir tand gelin, , wobei ir seh Abseln vemacht wit odurch pls re getroch Jan eine rei ückgeblieb® ken Säure! tenden Sin Kalk gel d daraul& Dem umonjak ul Eigenschaften der Phosphorsäure. 194 Die Phosphorsäure ist im wasserfreien Zustand eine weilse, flo ckige Substanz, im wasserhaltenden, nachdem man sie längere Zeit ge- schmolzen, und möglichst alles überflüssige Wasser entfernt hat, nach dem Erkalten eine farblose, durchsichtige, harte, glasartige Materie, wel- che 9,445 Wasser enthält. Sie ist geruchlos, schmeckt sehr sauer, schmilzt in der Rothglühhitze, und wird noch unter der Weifsglühhitze verflüchtigt; sie greift irdne Tiegel an, sie werden durchlöchert, und es entsteht eine Kiesel- und Thonerde haltende unauflösliehe Säure. Phos- phorsäure röthet Lackmuspapier stark, und besteht aus: 44 Phosphor und 56 Sauerst. Sie zieht sehr leicht Wasser aus der Luft an, wird feucht, zerflielst, und bildet eine syrupdicke Flüssigkeit, löst sich in Wasser in jedem Verhältnifs auf, auch in Alkohol; aus einer sehr eon- centrirten wäsrigen Auflösung hat man farblose säulenförmige Krystalle von wasserhaltender Säure anschiefsen sehen. [Meifsner hat eine Tabelle gegeben über die Procente an trockner Säure, welche eine Auflösung von Phosphorsäure in WVasser enthält. Specifisches Gc- Säureproc, dem.Ge- Säureproc. dem Vo- wicht. wicht nach. lum nach. 1,55 50 92,5 1,60 40 64 1,39 30 41,7 1,23 20 24,6 1,10 10 11.| Sie gehört zu den stärksten Säuren, treibt auf trocknem Weg Sal- peter- und Schwefelsäure aus ihren Salzen, weil sie feuerbeständiger ist, als jene, aber nicht so auf nassem, wo sie durch die genann- ten Säuren und Salzsäure ausgeschieden wird. Durch Kohle wird sie in der Hitze redueirt, Phosphor frei gemacht, deshalb ist grolse Vor- sicht nöthig, wenn man Phosphorsäure in Platingeräthen glüht, damit nicht ein kleines Stück Kohle hineinfalle, wodurch sich Phosphorplatin er- zeugt, welches leicht schmilzt und eine Durchlöcherung des Geräths zur Folge hat.(Hierauf beruht auch die Darstellung. des Phosphors). Die phosphorsauren Salze, Phosphates, sind theils neutrale, theils basische, theils saure, die neutralen sind zum Theil löslich, die der Alkalien, theils unlöslich, die der Erden und übrigen Basen; die basischen unlöslieh, die sauren löslich; sie schmelzen in der Hitze und geben beim Erkalten glasartige Massen, werden auch durch Kohle in der Glühhitze redueirt, Die Phosphorsäure findet kaum eine technische Anwendung. > n 1) Phosphorwassersto ffgas,(selbst entbrennendes), Gas Hy- drogene perphosphore, Phosphoretted Hydrogen, von Gingembre 192 Phosphorwasserstoffgase. Phosph. Kohlenst. Ph. Schwefel. | onter\m 1783 entdeckt, wird erhalten, wenn man Phosphor mit Aetzkalilauge, oder Kalkhydrat erhitzt, oder durchs Befeuchten des Phosphorcal-| weit, ciums. WVenn man den Versuch mit Aetzlauge anstellt, so erhitzt man| Php erst die mit Lauge angefüllte Retorte, und bringt dann durch den Tu- yo Sl bulus ein Stückchen Phosphor schnell hinein. Die Retorte hat einen| langen angeblasnen Hals(siehe Tafel I. Fig. 37), welcher in eine Schüs-| sel mit heifsem WVasser eintaucht. Der Phosphor zerlegt mit Hülfe des Alkalis das WVasser, es bildet sich phosphorsaures Kalı und Phosphor- wasserstoffgas; mit Kalkmilch statt Aetzlauge gelingt es oft nicht, mit erster dagegen stets, Das Gas ist farblos, riecht sehr widrig, ähnlich dem Geruch verfau- dor, Br lender Fische, schmeckt ekelhaft, bitter, specifisches Gewicht 1,761 Du- any en mas(0,902 T’homson), entzündet sich von selbst so'wie es mit der at- Ilm, oder mosphärischen Luft in Berührung kommt, selbst noch bei— 38°, brennt| lm Aus unter einem kleinen Puff Blase für Blase mit heller Flamme, wie U Ihse wird al Phosphor; es steigt ein weilser, sich beim Emporschweben immer mehr\ erweiternder, Nebelring auf(Phosphorsäuredampf). Es ist nicht athmen- a eschnah bar, reagirt nicht sauer, wird durchs Licht, durch Rothglühhitze zer- lich. m legt, setzt rothen Phosphor ab; es wird vom WVasser sehr wenig ab- en :=.-; it, verbrei sorbirt, schlägt mehrere Metallauflösungen nieder, indem Phosphorme- °. er ss 3» ö konanm ll talle sich bilden, einige auch regulinisch. Die Bestandtheile sind: ng, m 91,28 Phosphor und 8,72 Wasserst.| ce ri 2) Läfst man durchs Licht aus ersterem Phosphor sich absetzen‘, so ch due Kol erhält man ein Gas, welches sich nicht mehr an der Luft von selbst heesne, 6 entzündet, Gas Hydrogene protophosphore, Bihydroguret of Phos- Parstue bildet, phorus; es riecht noch übler als das vorige, specifisches Gewicht 1,214| und Wasser Dumas, 1,256 Dulong‘, Lichtbrechungsvermögen 2,682; es entzündet| Iechi ii sich mit atmosphärischer Luft gemengt bei einer geringen Verdünnung| kein oder Verminderung des Drucks; die Zusammensetzung ist noch nicht| AR. sicher bekannt. li Im 3) Wenn man concentrirte wasserhaltende phosphorige Säure, oder"Anno, N neutrale phosphorigsaure Salze erhitzt, so entbindet sich eine Gasart,| Mori mi welche sich nicht an der Luft entzündet, und von sehr variablen Men-| a den Wind gen Phosphor und Wasserstoff gebildet ist; im Allgemeinen enthält es dr Tl, mehr Phosphor, als das unter 1) beschriebne Gas. Sinpf, La Phosphorkohlenstoff, Phosphure de Carbone, Phosphuret of| Aare und schr Carbon, geht bei der Destillation des Phosphors mit über, und bleibt N ad beim Reinigen desselben zurück, Eine dunkel pomeranzengelbe Ma-| hen Bora terie, leuchtet nicht, verbrennt erst bei gröfserer Erwärmung, als Kin dm, Phosphor, besteht aus: 62 Phosphor und 38 Kohlenst. Ni, Phosphorschwefel, Phosphure de Soufre, Phosphuret of Sul- man| phur, beide vereinigen sich in allen möglichen Verhältnissen, man y Mmrelsgı schmilzt sie unter warmen WVasser zusammen. Die Verbindungen sind N ng leichter entzündlich, als Phosphor, schmelzen auch leichter, zerlegen Iniegı, unter| kam Öl Schnefel, t Aetzkallang | Phosphorc). 50 erhitzt mın lurch den Tı. orte hat eine n eine Schi; mit Hülfe d. ıd Phosphor t nicht, mil eruch verfa- cht 1,761 Di esmpt dert — 88, brennt Flamme, vi: 1 Immer mehr nicht athner- glühhitze ze hr wenig ıl- Phosphor: dtheile sind; absetzen, s ft von seh wet of Phi Tewicht 121 es entzundi ı Verdünnu: t noch nid | Säure, ol eine Gast riablen Mer- en enthält ı hosphurel 1 ; und blab zengelbe I; värmung, 3 huret of N nissen," dungen# Iter, zug? unit! Bor, Borsäure. 1953 unter Vermittlung des Lichts das Wasser, Schwefelwasserstoffgas ent- weicht, phosphorige Säure bleibt aufgelöst. Phosphorhaltendes Schwefelwasserstoffgas.— Phosphor verbindet sich mit Selen, Chlor, Jod, Bor, Brom, den Metallen.] Siebentes Kapitel. Vom Bor. Bor, Bore, Boron, wurde 1809 von Gay-Lussac und Thenard, von Davy entdeckt, es wird durch Desoxydation der Boraxsäure mittelst Kalium, oder mittelst weniger Kalium aus scharf getrocknetem Fluorbor- Kalium(flufsboraxsaurem Kali) durchs Glühen gewonnen; die geglühte Masse wird abgewaschen und das Bor gereinigt. Es ist ein dunkel bräunlich-grünes Pulver, stark abfärbend, geruch- nd geschmacklos, leitet die Elektrieität nicht, ist in Wasser ein wenig uflöslich, oxydirt sich nicht an der Luft bei der gewöhnlichen Tempe- Yatur, verbrennt aber bei etwa 320°-mit röthlichem Feuer und Fun- kensprühen, und erzeugt Borsäure, im Sauerstoffgas erscheint dabei eine ;hwache grünliche Flamme. Es verpufft mit Salpeter heftig, oxydirt ich durch kohlensaures Kali beim Glühen, Kohlenstoff scheidet sich ab; ‚alpetersäure, Goldscheidewasser lösen Bor unter Oxydation auf, und Borsäure bildet sich. Mit Aetzkali geschmolzen entsteht borsaures Kali, und Wasserstoffgas entbindet sich; im Feuer ist es nicht schmelzbar. Es hat nur eine Oxydationsstufe, die Borsäure, Boraxsäure, Acide borique, Ac. boracique, Boracie acid, von Homberg 1702 ent- deckt; sie kommt in der Natur sowohl frei, als an einige Basen, als an Ammoniak, Natron, Kalk, Thonerde, Magnesia gebunden vor. [ Boraxsäure mit etwas eingemengten Schwefel findet man als Ueberzug an den VVänden der Felsenhöhlen auf der Insel Volcano, am Krater der Vulkane; am Rande und als Bodensatz heifser Quellen und kleiner Sümpfe, Lagunen, auch aus dem Boden ringsum auswitternd, mit bo- rax- und schwefelsaurem Ammoniak, Thonerde, Eisenvitriol gemengt, bei Sasso in der Gegend von Florenz; man hat daher auch der natür- lichen Boraxsäure den Namen Sassolin gegeben; im WVasser aufge- löst in den Lasunen von Castelnuovo, Cerchiajo etc, Man benutzt die Wasser, um daraus die Säure zum Gebrauch der Boraxfabriken darzu- stellen; man hat neuerdings angefangen, die Wasser durch den Gradi- rungsprozels siedewürdig zu machen, worauf man sie abdunstet, und 1 bis 2% unreine Säure gewinnt.] Um die Säure aus Borax, boraxsaurem Natron, zu gewinnen, zer- legt man denselben mittelst Schwefelsäure; man löst ihn in kochendem T: 13 194 Borsäure, Schwefelbor. Wasser auf, und setzt% concentrirter Schwefelsäure zu, wodurch sich schwefelsaures Natron bildet, und beim Erkalten der Flüssigkeit Bor- säure auskrystallisirt. Die Krystalle werden gesammelt, abgetrocknet, umkrystallisirt, und, wenn es auf vollkommne Reinheit ankommt, in einem Platintiegel geschmolzen, denn die krystallisirte Säure enthält leicht noch etwas anhängende Schwefelsäure. Die wasserfreie Boraxsäure erscheint als eine farblose, durchsich- tige, harte, geruchlose Masse,(verglaste Säure) welche sich im Was- ser allmählig auflöst, und dann mit 442 Wasser verbunden in weilsen, feitglänzenden, zarten Blättchen, die ein grolses Volum einnehmen, kry- stallisirt. Die glasige Säure wird bald an der Luft undurchsichtig, be- kommt viele kleine Risse, specifisches Gewicht 1,803, schmilzt in der Rothglühhitze, und verflüchtigt sich in keinem Ofenfeuer. Die krystal- lisirte hat ein specifisches Gewicht von 1,48, verliert beim Erhitzen ihr Wasser unter Aufschäumen, schmeckt wenig sauer, mehr bitterlich, löst sich in 25,6'Theilen Wasser von 19°, und in 3 Theilen. kochendem, in Alkohol gleichfalls auf, und dieser brennt dann mit grüngefärbter Flamme, bräunt Curcumapapier, gleich einem Alkali; beide Auflösungen geben beim Destilliren ein Boraxsäure enthaltendes Destillat, obschon die Säure an sich ganz feuerbeständig ist; auch in Schwefelsäure und Oelen ist sie löslich. Die Boraxsäure besteht aus: 31,19 Bor und 68,81 Sauerst., gehört im Allgemeinen zu den schwächern Säuren, jedoch treibt sie, wegen ihrer Feuerbeständigkeit,‘die mehresten sonst weit stärkern Säuren in der Glühhitze aus ihren Salzen. Sie giebt mit den Basen boraxsaure Salze, Borates, welche gröfstentheils unauflöslich sind, nur die der Alkalien machen hievon eine Ausnahme; sie schmel- zen in der Hitze und geben beim Erkalten glasartige Massen. Weder Wasserstoff noch Kohlensioff vermögen die Boraxsäure und ihre Salze zu reduciren, daher auch die Analyse dieser Säure erst nach Entde- ckung des Kaliums möglich wurde. Anwendung findet die Säure zur Darstellung des künstlichen Boraxes,(in der Katiundruckerei in Frank- reich), zum Färben des Goldes. [Wenn man Borkalium mittelst Wasser, oder Boreisen mittelst ver- dünnter Salzsäure behandelt, so entwickelt sich ein sehr stinkendes Wasserstoffgas, in welchem etwas Bor vorhanden ist; es brennt ı mit grüner Flamme und riecht wie Stinkasant, Schwefelbor, Borure de Soufre, Boruretted Sulphur; die Ver- bindung beider Körper geschieht in der Hitze unter Feuererscheinung; eine weilse, undurchsichtige Masse, zerlegt das WVasser und bildet Schwefelwasserstoffgas und Borsäure,— Mit Chlor, Fluor, den Me- tallen.]® Fe (Hor') uplirte$ aurafique u Yfre der Rhale IH[ I Gemerbe 4 12] 2 der Tixerstofl v hie Salzsäur an hielt d Sauerstoff, 1 Chemiker ke Können, ım Wasserstoff Chlogas sl, Braune (In dm Ende zu prüfen, da Eisaoyd,| dationsstuß Sisiue, mit bi keın(is Kalkmlch sel smmf Werde SAME Deiner vorkomee, Mosel uwichs Men tin te, Salsine, Sn, 6 hit Drei 9| cha)" N UNE sehr von (tm lallen { Ni Ine k Er N. Kor In ve Di Ar 1 ssen I ıhun\ N wı Achtes Kapitel Chlor*), Chlorzas, Chlorine. Gas Cklore, Chlorine, ehedem oxydirte Salzsäure genannt, oxydirt salzsaures Gas, Acide muriatique oryzene, Gas m. 0,, Orymuriatie acid,(dephlosgistisirte Salzsäure der ältern Chemiker, Halogen einiser Neuen), wurde von Bi>->- ps j>: Scheele 1774 entdeckt, eine Entdeckung, die für die Wissenschaft und die Gewerbe gleich wichtiz und denkwürdiz geworden.— Chlor findet . Ei Fe sn pie' u 1. man in deı Na Ir nirsens Iirel, wohl ander an iuetälle Sebunden,. mit 7 De ee y Fer.- Wasserstoff vereint; dahin eehört das Chlorkaliun 1, Chloratrium_ete. freie Salzsäure an den Kratern und in den Wassern der Vull 1l!Xane, Substanz früher für eine Verbindung der Salzsäure mit r nd nd r der Name oxydırte Salzsäure; es haben jedoch die ı Sauerstoff im Chlor nachweisen oder Chlor zerleeen sentheil fand sich, dals die Salzsäure aus Chlor und F| Wasserstoff besteht.| Chlorzas wird theils aus Salzsäure und Braunstein, theils aus Koch- salz. Braunstein und Schwefelsäure entwickelt. [Zu dem Ende ist es sehr wichtig, den Braunstein vor der Anwendune zu prüfen, da dessen Güte sehr verschieden ist; er enthält nämlich oft Eisenoxyd, kohlens. Kalk, WVasser, nicht selten eine niedere Oxv- dationsstufe des Mangans,. Man prüft ihn, nach Gay-Lussae”), mit Salzsäure, mit welcher man ihn in einem Gasentbindungsapparat erhitzt, bis kein Gas mehr übergeht. Das sich enibindende Chlorgas wird in Kalkmilch geleitet, wodurch Chlorkalk sich bildet, dessen Menge be- stimmt werden kann, Aus jenen Versuchen ergab es sich, dafs 1 Kilo- gramme reiner Braunstein 0,796 Kilogr, Chlor giebt, der ım Handel 1 .:\ n..... TKommende, aus verschiednen Gruben ın Frankreich, Piemont, der M sel zwischen 0.7638 und 0.2789; ein be leut nd-r Unt rschied.] eenulverten Braunstein 3 Theile 3 Th. fein zepulverten Braun- sewöhnlich 1% Kochsalz, 1% re, Robiquet. Ure””) ciebt an gebauten Angaben die gewöhn- »:n, wird einem Jeden auffallen; ») pn « Er EA rnenng 2,99: VFX) r a “ 77 ni A Ä »V...0 In (7 aan ne Ten 196 Chlorgas, Darstellung desselben, theils ist daran die sehr abweichende Beschaffenheit des angewendeten Braunsteins, von welchem wir die beste Qualität voraussetzten, theils die verschiedne Stärke der Salzsäure Schuld, theils endlich haben sich die ältern empirischen Vorschriften bisher erhalten.— U.D, p. 559, 561. P. ch. E. Vol. I. p. 287. Supplement to the Eneyclop. brıt. Vol. II. p- 326. D. t. T. III. p. 146. Artikel„Blanchiment.” WVendet man Salzsäure an, so darf der Braunstein nıcht fein ge- pulvert sein, weil er sich fest an den Boden des Destillationsapparats anseizt, und die in ihm vorhandne Kieselerde eine Kruste bildet, so dafs die Salzsäure nicht durchwirken kann.] Die Erklärung des Prozesses ist folgende: Salzsäure besteht aus Chlor und Wasserstoff, Braunstein aus Mangan und Sauerstoff; es bildet sich aus dem Sauerstoff des Braunsteins und dem Wasserstoff der Salzsäure Wasser, die Hälfte des Chlors der Salzsäure wird enibunden, die an- dere Hälfte mit dem Mangan zu Chlormangan sich vereinigen, welches in dem Wasser aufgelöst bleibt,(salzsaures Manganoxydul der ältern Ansicht). Es wird also nicht alles Chlor aus der entmischten Säure ent- wickelt; um dies aber doch zu bewerkstelligen, braucht man nur etwas Schwefelsäure hinzuzufügen, wodurch die Bildung von Chlormangan be- hindert wird. Man setzt zum Braunstein Wasser, Schwefelsäure, zu- letzt in Portionen die Salzsäure hinzu;(das erzeugte Chlormangan kann zum Theil in der Kattundruckerei verwendet werden.) Wendet man Kochsalz,(Seesalz, Steinsalz), Braunstein und ver- dünnte Schwefelsäure an, so ist der Hergang folgender: der Braunstein, Manganüberoxyd, tritt die Hälfte seines Sauerstoffgehalts ans Natrium des Kochsalzes ab, wodurch Natron sich bildet, welches mit der Schwe- felsäure sich zu schwefelsauren Natron verbindet. Durch jenes Abge- ben von Sauerstoff ist das Ueberoxyd zum Oxydul geworden, welches sich gleichfalls mit Schwefelsäure zu einem Salz verbindet; das im Koch- salz enthaltne Chlor wird gasartig entbunden. Der flüssige Rückstand enthält also schwefelsaures Natron und schwefels. Manganoxydul. [ VVas die Kosten beider Prozesse betrifft, so ist bei Berechnung des Ko- stenpreises der Chlorbereitung nach der letztern Methode nicht aufser Acht zu lassen, dafs der VVerth des schwefelsauren Natrons die Kosten zum Theil deckt, im Vergleich mit der Anwendung von Salzsäure zu glei- chem Zweck, wobei nur Chlormangan erhalten wird. Bei wohlfeilem Salz ist die Anwendung desselben vortheilhafter, als die der Salzsäure, obschon dieselbe jetzt zu niedrigen Preisen zu haben ist.]/ Um Chlorgas im Kleinen zu entwickeln, bedient man sich ei- nes geräumigen Glaskolbens(weil die Masse steist), und einer ge- krümmten Gasröhre,(siehe Tafel I. Fig. 7.), verstreicht die Fugen mit Thon, 0 Was al ni er under g10 je Abi nn Frank Iendungsge Anf Tafel hing da, Immenberger nit ein au halt, wel Eintragen oylindrische und den De Igte Thon Stück geferli nit Bla, I gleich auflist bracht, um€ eiten. See Dis Entwicke ben, welcher: eme Ablllsro ein besonders das here G it der Mae füssen It, ver Ic Geh Abrblk sich kr ASt cherhelchr f herab,) ee), von welche fs aulteneh, kann dann d kn au u chf, ul ) chen Mm de En In, IN Pin Ay Ihrch| cn Kun geseht)| k angewendelen setzten, tl, ch haben si dp. 559, 5] brit, Vol.|| icht fein gt Ationsappankl te bildet, 0 teht aus Chr es bildet si) der Salasiu nden, die a. igen, welhs ul der älln ten Säure at Jan nur eins Jormangan refelsäure, Pmangan kan tein und ver er Braunstin, ans Nat it der Sch: jenes Alt den, well das im Kol ge Rücksiu xydul, nung des Ir , nicht aulır ns die Kostt zsäure zu gl ei wohlfeke der Salzsäur, nan sich nd einer# ie Fugen m! Chlorsas, Darstellung desselben. 197 Thonkitt, oder Harzkitt mit Gyps gemengt, und fängt das Gas über Wasser auf, durch welches dasselbe von anhängender Salzsäure oder mit fortgerifsner Schwefelsäure befreit wird. Im Grofsen gebraucht man entweder grofse Glaskolben, die in einem Sandbad erhitzt werden, oder irdne Entbindungsflaschen, welche durch freies Feuer geheitzt werden, wie in Frankreich,(dürften leicht gesprengt werden), oder bleierne Entbindungsgefälse, mittelst Dampf geheitzt. Auf Tafel II. stellt Fig. 19 einen Chlorentbindungsapparat mit Dampf- heitzung dar, wie er in der Bleichanstalt des, Heren Fabrikenbesitzer Dannenberger, in Berlin, zur Darstellung des Chlorkalks im Gebrauch ist. [a ist ein aus Blei. gefertigtes Entbindungsgefäfs von ‚etwa 10 Kubikfuls Inhalt, welches cylindrisch gestaltet, aber mit-einem weiten Hals 2 zum Eintragen der Ingredienzien versehen ist; um den Hals ‚herum ist cin eylindrisches Gefäfs angebracht, welches mit, VVasser ‚ gefüllt wird und den Deckel k aufnimmt, der durch‘das WVasser und eine umge- legte Thonwurst gedichtet wird. Das Gefäls@ selbst ist aus einem Stück gefertigt, wenn es aus zwei Stücken gearbeitet worden, muls es mit Blei, nicht mit Zinn, kalt vergossen werden, weil Chlor das Zinn gleich auflöst. Seitwärts ist ein gekrümmter. bleierner Trichter ö ange- bracht, um etwas Säure nachgiefsen. zu'können, auf der entgegenge- setzten. Seite ein. Rohr m, zur. Anbringung des Verbindungsrohrs n. Das Entwickelungsgefäls ist mit einem gufseisernen Mantel 5, b umge- ben, welcher auf einem Unterbau von Steinen ruht, und für die blei- erne Abflufsröhre d des Gefälses@ einen Auschnitt hat, welcher durch ein besonderes Stück ce geschlossen werden kann, denn sonst könnte das bleierne Gefäfs nicht aus dem Mantel herausgehoben werden. Oben ist der Mantel mit einem Kranz, der an das Entbindungsgefäls ange- gossen ist, verschraubt, wodurch ein dichter Verschlufs entsteht. o, 0 ist ein Gefäfs aus Sandstein, in welcliern Kalkmilch zur Bereitung des Chlorkalks sich befindet; in demselben ist eine Rührvorrichtung 2, p mit kreutzweis gestellten Flügeln angebracht, die durch ein bleiernes Si- cherheitsrohr 9, g hindurch geht, welches bis zur Mitte des Gefäfses herabreicht. Der hölzerne Deckel r,r wird durch kreutzweis gelegte Rie- gel, von welchen die obern durch Splinte s,s angedrückt werden, möglichst fest aufgetrieben, mit Thon ringsum verklebt; durch die Oeffnung bei ! kann dann die Flüssigkeit abgelassen werden. Statt eines steinernen kann auch ein hölzernes Gefäls angewendet werden, denn trotz aller Vorsichtsmafsregeln ist der Sandstein dennoch porös. Man überzieht die Flächen mit einem Kitt von Harz, Terpentin und etwas Ziegelmehl. Soll die Entbindung:des Chlors geschehen, so werden die Ingredien- zıen, 100 Pfund Salz und 75 Pfund Braunstein fein gepulvert und ge- mengt durch die Oeffnung 2 eingeschüttet, darauf 150 Pfund mit glei- chen Raumtheilen WVasser verdünnte Schwefelsäure, der Deckel k auf- gesetzt und gedichtet, und, damit die Chlorentbindung nicht durch Ba a Tee rn 198 Chlorgas,; Darstellung desselben. eine zu heftige Einwirkung‘der Säure zu rasch vor sich gehe, wobei auch Salzsäure mit übergehen könnte und die Kalkflüssigkeit erhitzt würde, was nachtheilig ist, der Apparat durch. VWVasser abgekühlt. Dies geschieht also: bei f ist in dem Kranz des Mantels 5 eine mit einem Stöpsel verschliefsbare Oeflnung, diese wird geöffnet, worauf durch die Röhre e kaltes Wasser, zugeleitet wird, welches den Zwischenraum zwischen Mantel und Entbindungsgefäls A, A anfüllt, und durch den Hahn x abgelassen werden kann. Das Gemeng in dem Gefäls a nimmt nämlich nur%, höchstens die Hälfte des Raums ein, weil sie in Folge der chemischen Zersetzung sich äufbläht und steigt; sie ist daher gänz- lich mit WVasser umgeben und gekühlt: Ist’ so 8 bis'12 Stunden lang ‚ fortgefahren‘worden, so geht‘:der Apparat 12 Stunden ohne Kühlung durch‘WVasser, und: zuletzt 12 bis 14 Stunden lang durch Dampfhei- tzung, zu welchem Ende aus einem Dampfkessel durch das Rohr ne Dampf in den Zwischenraum Ah,% geleitet wird. Ist der Prozefs nach jener Zeit zu Ende, so wirddurch das bleierne Rohr d der Rückstand abgelassen, In dem Kalkgefäls 0,0 befinden sich 60 Pfund Kalk mit 700 Quart Wasser‘ vermischt, so: dafs das Gefäls nur zu% damit gefüllt ist; das Rohr a,‘ welches das: Gas’ aus: dem Apparat leitet, darf nur höchstens 4 Zoll'tief eintauchen, weil sonst die nöthige Spannung des Gases be- trächtlich werden und es durch alle Fugen hervordringen würde, Die bleierne weite Sicherheitsröhre g, g dient dazu, dafs die Flüssigkeit, wenn das’ nicht verschluckte Gas, welches sich über der Flüssigkeit an- sammelt, eine höhere Spannung annimmt, dem Druck durch Aufstei- gen in dem Rohr ausweichen könne. Nach Beendigung des Prozesses erhält man‘.600 Quart klare Chlorkalkflüssigkeit von 1,05 specif. Ge- wicht,‘und aus dem Kalkrückstand noch etwas durch Abspühlen mit Wasser. Die Entbindungsapparate werden nicht selten mit Rührvorrichtungen versehen, um das Anlegen der Mischung, besonders des Braunsteins wenn man mit Salzsäure arbeitet, zu vermeiden, und eine gleichmälsige Zersetzung zu bedingen. Aber ihr Nutzen ist schr gering, denn, da sie aus Blei gefertigt werden müssen, und dieses‘wenig Festigkeit gewährt, so verbiegen sie sich leicht und machen überhaupt den Apparat zusam- mengesetzter und leicht undicht. Man kann, um die Masse recht lo- cker zu machen, so dafs sie von der Säure leichter durchdrungen wird, kleine Coaksstückchen zumengen, was mit sehr gutem Erfolg bereits geschieht. Man hat auch gerathen, das Chlorgas, bevor man es in die Flüssigkeit einströmen läfst, durch die es absorbirt werden soll, von anhängendem salzsauren Gas dadurch zu reinigen,“ dals man es durch eine mit WVasser gefüllte Mittelflasche durchtreibt. Dies ist aber, wenn man ein richtiges Verhältnifs der zur Chlorbereitung erforderli- chen Ingredienzien beobachtet, die anfänglich heftige Aufeinanderwir- kung mit kaltem Wasser mäfsigt, überhaupt den Entwickelungsprozels so Inga put br put I 114 Oi Jemgrob in Winter ji sich rt Walter u missen und li der Inverschen In des Ge führers sic Vühen ang nungen VE nen zu lass Abbildungen Plıte IA. I, 7% 14, Will man sauren Salze Areide hınaa, sig sch sale bleibt aul hit einen zu rein von N Schwelelsäure Berührung sel weicht;(Cose Dis Chr Saunen Gesch belt de] Lt ganz be Schnupfen, Ho ilmet Brust tage, und kan Irmölte Vor Önken,| I Ausahe\ UN Lah;] Ihm Kine abe go. ) D, IN) ch Sehe, Woh: lüssipkeir erhit "abgekühlt Di, ) eine Mit einen Yorauf durch di n Zyischenran » und durch der Gefäls a nina! reil sie in Rola ist daher eh 2 Stunden Jap 1 olıne Kühlu; ürch Dampfhr. ı das Rohr dr er Prozels u der Rück! mit 700 Qu gefüllt ist; I nur höchste des Gases Ir n würde, Di die Flüssizku Flüssigkeit ı- durch Auf des Prozess 05 speal, 6b: {bspühlen nı vorrichtuni ; Braunstän gleichmäls: denn, da st okeit gewäl, parat zusänr 1sse. recht Ir rungen wı) Erfolg. bereit nan es in di Jen soll, vo man es dur les st abı ng erforder feinandern“ celungsprox Chlorgas, Darstellung, Eigenschaften. 199 so langsam als möglich betreibt, ganz überflüssig, der Apparat wird nur dadurch unnöthig zusammengesetzt, erfordert eine grölsere, Span- nung des Gases, wovon Undichtheit desselben leicht die Folge wird. Da das Chlorhydrat in der Kälte krystallisirt, so muls man das bleierne Leitungsrohr n nicht zu eng machen, weil es sich sonst verstopft, und im WVinter dafür sorgen, dafs die Temperatur ım Arbeitslokal nicht zu sehr sich erniedrige. Welter und Clement*) haben Apparate zur Bereitung von Chlor- wasser und Chlorkalk angegeben, welche zur Vermehrung der Ober- fläche der Flüssigkeit gegen das Gas theils mit mehrern Scheidewän- den versehen waren, cuve& moussoir, zwischen denen das Gas vom Bo- den des Gefäfses emporsteigen mulste, und die horizontalen Arme des Rührers sich hin und her bewegten, theils schlangenförmig gewundne Röhren angebracht waren, euve@ serpentin, mit vielen ‚kleinen Oeff- nungen versehen, um das Gas an sehr vielen Punkten zugleich ausströ- men zu lassen. Alle diese künstlichen Apparate sind entbehrlich.— Abbildungen findet man in U. D. Plate I. Fig. 1. P. ch. E. Vol. H. Plate XX. Blachette Trait€ du blanchiment, Parıs 1827. Planche II. pag. 154. WVill man nach beendigtem Zersetzungsprozels die beiden schwefel- sauren Salze im Rückstand scheiden, so setzt man kohlensauren Kalk, Kreide hinzu, welche das schwefelsaure Manganoxydul zerlegt, Gyps schlägt sich nieder sammt kohlensauren Manganoxydul, und Glauber- salz’ bleibt aufgelöst, welches auf Soda benutzt werden kann. Clement**) hat einen zusammengesetzten Apparat angegeben, um das Glaubersalz rein von Mangansalz zu erhalten, indem er das aus Kochsalz und Schwefelsäure sich entbindende salzsaure Gas mit Braunsteinstücken in Berührung setzt, wobei Chlormangan sich bildet, und Chlorgas ent- weicht;(Cascade productive et absorbante,)] Das Chlorgas ist gelbgrün von Farbe, besitzt einen kratzenden, nicht sauren Geschmack, einen eigenthümlichen, sehr unangenehmen Geruch, belästigt die Lungen sehr stark wenn es mit atmosphärischer Luft in nicht ganz unbedeutender Menge gemengt eingeathmet wird, es macht Schnupfen, Husten, Kratzen im Halse, in etwas grölserer Menge einge- athmet Brustbeklemmung, fast gänzlichen Stillstand der Athmungswerk- zeuge, und kann rein geathmet sogleich tödten. Es ist deshalb die al- lergröfste Vorsicht nöthig, besonders bei der Darstellung des Chlors im Grolsen. Sein specifisches Gewicht ist 2,42, nach Berzelius 2,47; nach letzter Angabe wiegen 100 Kubikzoll 0,3915 pr. Loth, und 1 Kubikfuls 6,7675 Loth; Lichtbrechungsvermögen 2,623. Es ist nicht brennbar, in ihm können aber mehrere Körper bei der gewöhnlichen Lufttemperaiuı ADIUSTOMSAT,„Apparel2r 7), Dätfom, Ill pP, 151. 200 Chlorgas, Chlorwasser. verbrennen, z. B. Phosphor, mehrere Metalle, als Kalium, Arsenik, Wilsmuth, Spielsglanz ete. Die Producte hievon sind Chlormetalle; ein Wachslicht brennt im Chlorgas fort, aber mit einer rehr rufsenden ro- then Flamme. Das Gas wird durch einen 4 bis 5 fachen Druck tropf- bar, und bildet eine dunkel gelbgrüne Flüssigkeit, specifisches Gewicht 1,33; sie ist sehr flüchtig, lälst sich unter jenem Druck bei 330 de- stilliren. [Um das Verbrennen der Metalle im Chlorgas zu zeigen, fülle man in Medicinflaschen in einer mit heifsem Wasser gefüllten VWVanne Chlor- gas, und schütte die Metalle, fein gepulvert, mittelst eines Karten- blatts hinein, wobei eine helle Flamme erzeugt wird. Phosphor spielst man mit einem. Draht an, und bringt ihn so ins Chlorgas.] Das Chlorgas wird vom Wasser leicht absorbirt, bei 20° nimmt letzteres 14 Raumtheile, ist es jedoch kälter, so nimmt es über 2 Volum auf. Im Kleinen bedient man sich zur Darstellung des Chlorwassers entweder mit kaltem Wasser gefüllter Flaschen, in welche man zu% des Raums Chlorgas hineinläfst, dieselben sodann verkorkt und umschüttelt, oder besser eines Woulf’schen Flaschenapparats, dessen Flaschen% mit kaltem Wasser gefüllt werden; in der ersten ist aber dann ein durch Salz-(oder Schwefel-) Säure verunreinigtes Wasser, aus den oben an- gezeigten Gründen.(Vergleiche das Seite 32 über den Gebrauch des Woulfschen Apparats Gesagte.) Zur Darstellung im Grolsen bedient man sich des oben beschriebnen Apparats mit Rührvorrichtung. Das Chlorwasser(flüssige oxydirte Salzsäure) ist grünlichgelb, je mehr Gas es enthält, desto dunkler ist die Farbe, riecht und schmeckt wie das Gas, spec. Gewicht 1,003; bei— 29 setzen sich blafsgelbe Blättchen ab, Chlorhydrat, welche sehr flüchtig sind, und sich bei derselben Temperatur in verschlofsnen Gefäfsen sublimiren lassen; bei-+ 4° werden sie in 28 Chlorgas und 72 Wasser zersetzt. Durchs Erwärmen entweicht das Gas aus dem Wasser, durch den Einfluls des Lichts wird ein Theil Wasser zersetzt, es erzeugt sich aus Chlor und Wasserstoff Salzsäure, und Sauerstoffgas wird frei; auch im Dunkeln scheint eine, aber sehr unbedeutende, Zerlegung statt zu finden(?), jedoch olıne Freiwerden von Sauerstoffgas; was sich dabei bildet, ob Was- serstolfüberoxyd(siehe oben Seite 107) oder etwas anderes, ist noch nicht ermittelt. Chlorwasser löst, ähnlich dem Goldscheidewasser, meh- rere Metalle auf, so unter andern Gold, was man mit Blattgold bewei- sen kann. Das Chlorgas und Chlorwasser, so wie die später zu erörternden ehlorigsauren Salze der Alkalien und Erden, bleichen, d. h. sie zerstö- ren die Farbestoffe des Pflanzen- und Thierreichs. Nur allein der Koh- Ci Augof wi ip;(home pl nl W zii), sell anf is Verl Jaching Pow u Bleichen mi gel das dr ergiebig Urklkaulls I, Chlorwasst af die Festig ln Artikel„, Aufwelch Beichen mittels chere Luft ent erst derselbe Waserstofüber organischen Sn cher entwickelt giche Dewandı vertidongen(el Pimente nicht” zeselzt wurd, w fie Blchung ba eugeht, Anfen Äırch Ahreben [In de Stärke ÜNorg, had Arme hen Gerich es ZU Wenip von rSste Gehalt: hrtogen Würde, alt ing Yerdüinnen ud Ulgehal de SZ N u ID Blanc "ade p, Bj: of in um, Anal lormetalle: " rulsenden ı, 1 Druck im! ches Geyill bei 330 1, fülle man N Vanne Chlor. eines Karten. hosphor spil: as] ei 20° Hi über 2 Vol Chlorwas, man zu/ ihs d. umschittl; Taschen 3 vi ann ein dir) den oben a. Gebrauch ds 'olsen bediet tung, nlichgelb,} und schmeilt ch hlalsgeli d, und si niren lass: >tzt. Dank ds ıs Chlor ul im Dunklı en(?), Jedi et, ob Wis es, ist notl vasser, ml Isold bemt erörternd 1, sie zent ein der A Chlorwasser, Bleichkraft und Prüfung desselben. 201 lenstoff wird dadurch nicht zerstört oder gebleicht. Berthollet lehrte 1785 Chlorwasser zum Bleichen der Leinwand und Kattune anwenden’). Bald darauf wurde zu Javelle bei Paris das Chlorkali, später das Chlor- natron, gefertigt, Eau de Javelle, Lye of Javelle; 1798 entdeckte Ten- nant das Verfahren Chlorkalk, Chlorure de Chaux, Chloride of Lime, Bleaching Powder, d. i. Bleichpulver, darzustellen, dessen man sich jetzt zum Bleichen der Waaren im Grofsen fast ausschliefslich bedient, weil man gegen das Chlorwasser den Vortheil hat, dafs 1) die Chlorkalkbe- reitung ergiebiger ist, weil Kalkmilch besser das Gas verschluckt, 2) die Chlorkalkauflösung weit weniger die Gesundheit der Arbeiter belästigt, als Chlorwasser, 3) kein Freiwerden von Salzsäure statt findet, welche auf die Festigkeit der Fäden der Gewebe nachtheilig wirkt.(Vergleiche den Artikel„„Chlorkalk und Bleichen”). Auf welche Weise bleicht das Chlor? Bereits vorn Seite 102 ist beim Bleichen mittelst Wasser erwähnt worden, dafs es eine an Sauerstoff rei- chere Luft enthalte, als die gewöhnliche atmosphärische; dafs der Sau- erstoff derselben beim Bleichen besonders wirksam sein möchte. Beim Wasserstoffüberoxyd ist gelehrt worden,(Seite 107 u. 105) dals es alle organischen Substanzen, vermöge des grofsen Gehalts an Sauerstoff, wel- cher entwickelt wird und an die organischen Körper tritt, bleicht. Eine gleiche Bewandnifs hat es auch mit dem Chlorwasser, und den Chlor- verbindungen(chlorigsauren Salzen). Trocknes Chlorgas bleicht trockne Pigmente nicht”), sondern nur bei Vorhandensein von Wasser, welches zersetzt wird, wodurch Sauerstoff sich entbindet; dieser ist es, welcher die Bleichung bewirkt, welcher mit den Pigmenten farblose Verbindungen eingeht. Auf eine gleiche Art zerstört auch die Chromsäure den Indigo durch Abgeben von Sauerstoff, indem sie zu Chromoxydul wird. [Um die Stärke des Chlorwassers zu ermitteln, d. h. den Gehalt an Chlorgas, bedient man sich des Descroizillesschen Verfahrens, weil Aräometer hiezu nicht angewendet werden können, da das specifische Gewicht eines solchen WVassers, selbst im concentrirten Zustand(1,003) zu wenig von dem des reinen WVVassers abweicht, und der ge- ringste Gehalt an fremden aufgelösten Materien grolse Irrungen hervor- bringen würde. Descroizilles lehrte eine Auflösung von Indigo feinster Qualität in concentrirter Schwefelsäure bereiten, dieselbe mit WVasser verdünnen und diese dann als Reagens anwenden, um den relativen Chlorgehalt des Chlorwassers zu finden.(Watt bediente sich zu glei- chem Zweck einer Cochenillabkochung). Man bereitet sich eine Indigo- *) Du Blanchiment des Tioiles et des Fils par Tacide muriatique oxygend etc. Paris. 1789. ") Penot in D. p. J. Bd. 38. S. 447. 202 ei Z Chlorwasser, Prüfung desselben. auflösung aus 1 Theil gesiebiem Indigo und 9 Theilen concentrirter Schwefelsäure, indem man 6 bis 8 Stunden lang bei 100° digerirt; die Auflösung wird mit 990 Theilen VWVasser verdünnt. Von dieser verdünnten Auflösung schüttet man eine‘kleine Portion in eine gra- duir te, mit einem Stöpsel versehene, Glasröhre, Decolorimetre, Chloro- metre, Test- tube, siehe Tafel I. Fig. 21,(das nöthige Quantum ist durch einen Strich und 0 Zeichen Henn und sodann von dem zu, prüfenden Chlorwasser vorsichtig so viel hinzu, unter Umschütteln dals die blaue Farbe durch Grün hindurch nun sieht man zu, wie viel Chlorwasser, bei aufgesetztem Stöpsel, eben'braungelb geworden; den Graden des Instruments zufolge, man zugesetzt hat, um diese Wir- kung hervorzubringen. Je mehr man zusetzen'mulste, desto schwächer, Einige- bung ist nöthıg, um nicht zu. viel. Chlorwasser auf einmal zuzusetzen Der blaue Farbestoff des nicht alle Bestandtheile je weniger desto'stärker, concentrirter ist das Chlorwasser. und; so: jenen Punkt nicht zu überschreiten, Indigs wird nämlich durch das Chlor zerstört, desselben, wie Berzelius gezeigt hat, denn das in demselben enthaltne rothe und braune Pigment wird, besonders letzteres, gar nicht zersetzt, sondern fällt in braunen Flocken, mit Salzsäure vereinigt, nieder. Da- her kommt es auch, dafs die Indigoprobe sehr relativ ist, indem die eine Sorte viel, die andere wenig Indigoblau‘enthält, welches allein durch Chlor zerstört wird; übrigens haben auch die fremden im Indigo aufserdemm noch enthaltnen Substanzen, wie z. B. Pflanzenleim, wel- cher auch durch Chlor zersetzt wird, Einflufs auf: die Menge des zur Entfärbung nöthigen Chlorwassers. Es ist demnach durchaus nöthig, sich eine Indigoauflösung für längere Zeit in Vorrath zu machen, um immer mit gleichem Reagens zu arbeiten; man muls sie in steinernen Flaschen aufbewahren, indem durchs Licht der in der Säure aufgelöste Indigo sich entmischt, ausbleicht. Auffallende Verschiedenheiten in den Resultaten zeigen sich, wenn man die Indigoauflösung einmal in Chlor- wasser, das anderemal letzteres in erstere gielst; wenn man einmal Am besten ist es rasch zu mi- Einem noch gegründeterem Tadel unterliegt die Anwendung langsam, ein anderesmal rasch mischt. schen. von Cochenille, welche sehr ungleich in ihrem Gehalt an Pigment ist, und sich in Arie nicht vorräthig aufbewahren läfst, da sie so leicht sich zersetzt, fault; sie ist also ganz unpraktisch.— Vor einigen Jahren hat Gay-Lussac*) ein sehr genaues Verfahren gelehrt, den Chlorgehalt des Chlorkalks zu prüfen, um den absoluten Gehalt auf- Das Detail hiervon siehe unter dem Artikel„Chlor- kalk” Man hat noch andere Methoden vorgeschlagen, z. B. Morin**) die Prüfung durch Mangan.] finden zu können. rd: 6. 182558733. Diet, SED pP J.B0..29852 AT: V. Artikel„Chlorometrie.” (hhmmasse Pleichen vo le Kart,((das 1 Inden, al um iin, und a vr das ächte ya und stelle Pe au Pay Is Wachses) et salbarkeit, da Aufser dem che schädli us, Schweleln ıkelt,(siehe vo welche. bei bösar sch mittheilen;| as Ollorgos, De de Morveau“), ut onydıer Sa {hen von Kranken It nichts sichere eben so ist es auc Iulender agall uitelt Chlorkal, ben gebannt, die reizt, dal ale Jlk anwendbar st Cem ud wohlfile {NZ orgnischer zengen und die Li) Selen, ka, Leichen, dev alich den, die ni dr R Ollor Terhind Ahyde md?$; m || Nihere er al Ist ha 1 N, al en COMCENtrIHE l 100° iger, mt, Von diese on In eine Bra imetre, Chlor. se Quantum N dann von den ar Umschütteh srün hindurd im diese Wi. tsto schwächer Tr. Einige Ur mal zuzusein Farbestoff ; Bestandihil: ben enthalt: nicht zersei, ', nieder, Dr ist, indem di welches allkı den im Indın zenleim, wi. lenge des ur rchaus nöllj, machen, un in steinern ure aufgelöst heiten ın du nal ın Chlor man ein rasch zu nı Anwendur; ı Pigment is, [9 da sie s Vor einiga gelehrt, den \ Gehalt’ auf iikel„Chlor B, Morin“) trie Chlor, Anwendung desselben. 205 ; g Vo Chlorwasser und Chlorverbindungen sind angewendet worden zum Bleichen von Leinwand,(Leibwäsche, besonders in Krankenhäusern), Kittunen,(das Nähere hierüber beim Faserstoff), sowohl vor dem Be- drucken, als um später an bestimmten Stellen die gefärbten Zeuge zu bleichen, und an den entfärbten Stellen andere Farben aufzutragen; so wird das ächte rothe Pigment, des Krapps auf krappirten Zeugen abge- zogen und stellenweis gebleicht'), Bandanofabrikation; zum Bleichen der Lumpen zur Papierfabrikation,(des Halbzeugs), des Talgs zu Lichten, (des Wachses) etc. Für Wolle(Seide), Strohgellechte hat Chlor keine An- wendbarkeit, da diese Substanzen selbst angegriffen und zersetzt werden. Aulser dem, dals‘das Chlor so mächtig bleicht, zerstört’ es auch manche schädliche Gasarten und Dünste, z.:B. das Schwefelwasserstofl- gas, Schwefelwasserstoff- Ammoniak, welches sich in Kloaken entwi- ckelt,(siehe vorn Seite 180) auch die Miasmen, animalische Dünste, welche bei bösartigen Krankheiten sich erzeugen, und der Zimmerluft sich mittheilen; hiergegen ist kein Mittel tauglicher befunden worden, als Chlorgas. Der erste, weleher dieses Mittel, empfahl, war Guyton de. Morveau*), er nannte es Fumigation oxymuriatigue, TRäucherung mit. oxydirter ‚Salzsäure. Um Leibwäsche und Bettzeug in Lazare- ihen von Kranken, die an ansteckende Krankheiten litten, zu reinigen, ist nichts sicherer als Chlorkalk-, oder besser Chlornatronauflösung; eben so ist es auch ein vortreffliches Mittel die stinkenden Ausflüsse faulender organischer Materien zu zerstören.° So hat Labarrague””) mittelst Chlorkali, Chlornatron den Gestank aus den Darmsaitenfabri- ken gebannt, die stinkenden Fischkörbe in den pariser Fischhallen ge- reinigt, dals aller Geruch verschwunden+), wozu noch wohlfeiler Chlor- kalk anwendbar ist. Man kann sich also dieses kräftigen, sicher wirken- den und wohlfeilen Mittels in allen Fällen bedienen, wo durch Zerse- izung organischer Materien stinkende Gase oder Flüssigkeiten sich er- zeugen und die Luft verpesten, als wie z. B. in Weilsgerbereien, Leim- siedereien, Stärkefabriken, auf anatomischen Sälen zum Abwaschen der Leichen, desgleichen der Krippen und Raufen, an denen Pferde gestan- den, die mit der Rotzkrankheit behaftet waren, ete. Chlor verbindet sich mit Sauerstoff in 4 Verhältnissen, es bildet 2 Oxyde und 2 Säuren. *) Das Nühere hieriiber, und Abbildung eines Apparats, um mittelst der hydraulischen Presse und. eines eignen Druckwerks viele Stücke Kattum auf einmal stellesweis auszubleichen, siehe in den V, d. G. 1824. S. 201. P. ch, E. Vol. I, p, 298. ") 6. A. Bd. 9, S. 357.**) D, t. Tom, III, Artikel„Boyaudier.” T)EDepN TaBdmı17 25.384: } nn 04 Chloroxydul-, Chloroxydgas. [l) Chloroxydulgas, Oxide de Chlore, Oxid of Chlorine, Eu- ehlorine‘), von Davy 1811 entdeckt, wird dadurch erhalten, dafs man chlorsaures Kali mit 2 Theilen Salzsäure und Wasser gelind_ erhitzt und das Gas über Qüecksilber auffängt; das Quecksilber absorbirt in einiger Zeit das zugleich mit entbundne Chlorgas. Die Zersetzung ge- schieht so: es verbindet sich der Sauerstoff der Chlorsäure und des Ka- lis sowohl mit dem WVasserstoff der Salzsäure zu Wasser, als auch mit einem Antheil Chlor der Salzsäure zu Chloroxydulgas, das übrige Chlor aus dieser Säure wird frei; Chlorkalium bleibt im Rückstand. Das Chloroxydulgas besitzt eine dunkle Chlorfarbe, riecht dem Chlor zugleich gebranntem Zucker ähnlich, erstickend, röthet Lackmuspapier auch im trocknen Zustand und bleicht es aus, specifisches Gewicht 2,417; es besteht aus: 81,57 Chlor und 18,43 Sauerst., oder aus 2 Vol, Chlgas und 1 Vol. Sstgas; zersetzt sich bei der Blutwärme(34 bis 40°) unter heftigem Knall und Lichtentbindung in seine Bestandtheile und dehnt sich dabei um 5 seines Raums aus; Kohlen glühen darin fort, Phosphor giebt mit demselben in Berührung eine lebhafte Explosion; Wasser nimmt 8 bis 10 Raumtheile auf, wird gelb gefärbt, erhält ei- nen fast säuerlichen Geschmack, und bleicht mächtig. 2) Chloroxydgas, chlorige Säure Berzelius, Oxide de Chlore, Oxid of Chlorine, von Davy und Stadion 1814 entdeckt, erhält man durch Zersetzung des geschmolzuen(wasserfreien) chlorsauren Kalis mittelst 3% concentrirter Schwefelsäure und% Theil Wasser; man giebt 50 bis 60° Wärme, fängt das Gas im Quecksilberapparat auf. Die Schwefelsäure treibt die Chlorsäure zum Theil aus, die abgeschiedne Säure entmischt sich aber, aus Mangel an der gehörigen WVassermenge, die zu ihrem Bestehen erforderlich ist, in Chloroxyd und Sauerstoff, welcher letztere an den andern Theil der mit Kali verbunden geblieb- nen Chlorsävre tritt, und so oxydirte Chlorsäure erzeugt. Im Rück- stand bleiben schwefelsaures und oxydirt chlorsaures Kalı. Das' Chloroxydgas hat eine dunkelgelbe Farbe, riecht sehr stark, aber verschieden vom Chlorgeruch, erzeugt, wie das vorige, auch Husten und Schnupfen, bleicht trocknes Lackmuspapier nicht, wohl aber feuchtes, specifisches Gewicht 2,74, wird durch verstärkten Druck und Kälte tropf- bar flüssig, und besteht aus: 59,6 Chlor und 40,4 Sauerst., oder aus 2 Vol. Chlgas und 3 Vol. Sstgas,: Es wird durchs Sonnenlicht in seine Bestandtheile zerlegt, wobei sich das Volum um% erweitert, dieselbe Zersetzung trıtt auch durch eine Erwärmung auf 100° und durch elek- trische Funken ein, wobei eine Feuererscheinung und Explosion; Schwe- fel und Phosphor bringen dieselben Phänomene hervor. Wasser nimmt an 7 Raumtheile des Gases auf, wird dadurch dunkel gelb und erhält die Eigenschaft stark zu bleichen. Die chlorige Säure verbindet sich *) d, h. schön grün, auch det mi Jenuben m guraf indiret yfhlorsät sure peroR Intlollet entdec ad zuerst& Inllalssäure,' Im erzeugt, we in, Auch du zn aus chlars a Schwefelsäu Ich vorsichtig Hildung von Ohl Die Chlorsäu cn farblose, Ola Im Geschmack, g list sich mit ger Chlor und 53,05 4 Sie wird durcls| selig, psp inem sie Sauerst Salze, Chlorte, Hibe entnischt w nrickbleben; mit ie eng erit seine, Inden d ner dan), e Onydinte von Stadion 1814 beschriehnen Pro, im helsem Ware rt chlorsnre durch Destlaton se Sünre Ist deuch un Io, schmeı Ü Desteh, aus: Up und An Moe durch ka, Hlde rl welch, Ud, u F Chlorine, FL. halten, dals mn ET gelind erhit Iber absorbirt}, e ETSELZUNG gi. aure und desKı. Vasser, als auch Ikas, das übrige m Rückstand, techt dem Chlor t Lackmuspapie ühsches Gewil ‚oder aus AV] me(34 bis 4 estandtheile ul hen darin ii, afte Explosin; irbt, erhält& vide de Chlor, kt, erhält mı lorsauren All sser; man gi arat auf, Dt e abgeschiedı Wasserminft ınd Sauenstil unden gehlid- gt. Im Ri 1. sehr stark, ab ch Husten u! aber feuchte; nd Kälte trop! erst., oder au nlicht in sent eitert, diesel d durch eld osion; Schwi Wasser nimm lb und erli serbindet sit Chlorsäure, oxydirte Chlorsäure, 205 nicht direet mit den Basen, sondern sie zersetzt sich in Berührung mit denselben in Chlor und Chlorsäure; es werden die chlorigsauren Salze nur auf indireetem WVeg erhalten, siehe beim„chlorigsauren Kali.”] 3) Chlorsäure, überoxydirte Salzsäure, Acide chlorigue, Ac. mu- riatique hyperoxygend, Chloric acid, Hyperoxygenized muriatic acid; Berthollet entdeckte 1786 die Salze dieser Säure, Gay-Lussac schied sie 1814 zuerst ab. Man stellt sie dar aus chlorsaurem Kali mittelst Kieselflulssäure, wodurch sich(kieselllufssaures Kali) Fluor-Silicium-Ka- lium erzeugt, welches in Chlorsäure unlöslich ist, und flüssige Chlor- säure. Auch durch Zerlegung des chlorsauren Baryts(diesen bereitet man aus chlorsaurem Kali und salzsaurem Baryt) mittelst verdünn- ter Schwefelsäure durch eine Destillation; die wäsrige Säure kann durch vorsichtiges Abdampfen concentrirt werden.(Die Theorie der Bildung von Chlorsäure bei der Bereitung des chlorsauren Kalis). Die Chlorsäure kennt man nur im wasserhaltenden Zustand, es ist eine farblose, ölartig dicke Flüssigkeit, von einem sauren, etwas schar- fen Geschmack, geruchlos, Lackmuspapier röthend, ohne es zu bleichen, läfst sich mit geringer Entmischung destilliren,, und besteht aus: 46,95 Chlor und 53,05 Sauerst., oder aus 2 Vol. Chlgas, und 5 Vol. Sstgas. Sie wird durchs Sonnenlicht wenig zersetzt, schnell durch Salzsäure, schweflige, phosphorige Säure, Phosphor- und Schwefelwasserstofigas, indem sie Sauerstoff abtritt. Sie giebt mit den Basen chlorsaure Salze, Chlorates, welche in Wasser und Alkohol löslich, durch Hitze entmischt werden, Sauerstoffgas entbinden, wobei Chlormetalle zurückbleiben; mit brennbaren Körpern gemengt geben sie, wenn man die Mengung erhitzt, stark drückt, einen heftigen Knall unter Feuerer- scheinung, indem das Chlor gasförmig entweicht;(beim chlorsauren Kali mehr davon). [ 4 Oxydirte Chlorsäure, Acide perchlorigue, Oxychloric acid, von Stadion 1814 entdeckt, wird an Kali gebunden bei dem unter 2) beschriebnen Prozefs erhalten; die dabei rückständige Salamasse wird in heilsem Wasser aufgelöst, krystallisirt, wobei sich zuerst das oxy- dirt chlorsaure Kali abscheidet, welches dann mittelst Schwefelsäure durch Destillation zersetzt wird. Diese Säure ist im wasserhaltenden Zustand eine farblose Flüssigkeit, geruchlos, schmeckt rein sauer, röthet Lackmuspapier, ohne zu bleichen und besteht aus: 38,73 Chlor und 61,27 Sauerst., oder aus 2 Vol. Chlgas und 7 Vol. Sstgas, sie wird durch jene unter 3) genannten Säu- ren, so wie durchs Sonnenlicht, nicht zersetzt, gehört zu den starken Säu- ren, bildet oxydirt chlorsaure Salze, Perchlorates, Oxychlorates, welche durchs Erhitzen mehr Sauerstoffgas entbinden, als die chlorsauren N ee er ne 8 (1 Salzssaures Gas. mit brennbaren Substanzen nur schwach'verpuffen, weil sie weniger Chlor enthalten. Alle diese Verbindungen werden in den Gewerben nicht gebraucht, wohl aber chlorigsaure Salze und chlorsaures Kali, wovon später mehr.] Chlor mit Wasserstoff verbunden, Salzsäure, Kochsalzsäure, ‚Hydrochlorsäure, Acide hydrochlorique, Ac. muriatique, de. marin, Hydrochlorie acid, Muriatice acid, kommt in Jder Natur dampfförmig und tropibarflüssig in vulkanischen Gegenden vor, so z. B. im Rio Vinagre in. Südamerika,(siehe vorn Seite 163). Die Salzsäure wurde schon im 16ten Jahrhundert unter dem Namen saurer Salzgeist dargestellt, Esprit de Sel marin, Spirit of Salt, indem man Kochsalz mit calei- nirtem Eisenyitriol destillirte; später wendete man Schwefelsäure an. Beide Gasarten Chlor- und Wasserstoffgas vereinigen sich unter Vermittelung des Sonnenlichts, der Glühhitze, elektrischer Funken, un- ter einer Detonation und Feuererscheinung, salzsaures Gas wird gebil- det; im Dunkeln erfolgt keine Vereinigung. Soll der Versuch angestellt werden, so muls man gleiche Raumtheile beider Gasarten im Dunkeln mengen, oder auch bei Lampenlicht, denn dieses bedingt die Vereini- gung nicht, das Gefäfs verhüllt ins Helle tragen, und die Hülle dann so entfernen, dafs man vor Beschädigung durch Glastrümmer gesichert ist, denn wenn die Sonne hell scheint, so erfolgt augenblicklich die Deto- nation;(das violette Lieht bedingt die Verbindung, wogegen die andern Lichtstrahlen, z. B. der rothe, keine solche Wirkung zeigen). Bei die- ser Veränderung findet keine Condensation statt, Bei einer sechsfachen Verdünnung erfolgt keine Explosion. Auch das Chlorwasser wird durchs Licht in Salzsäure und freien Sauerstoff umgeändert;(siehe oben Seite 200). Man kann aber auch salzsaures Gas mittelst Kochsalz und concen- trirter Schwefelsäure erzeugen. Man thut in einen Kolben getrocknetes Kochsalz, und nach und nach 853 cone. Schwefelsäure hinzu, leitet das Gas durch ein gekrümmtes Rohr in einen Quecksilberapparat; da jedoch zuerst auch atmosphärische Luft mit übergeht, so lälst man die Röhre in Wasser gehen, und sobald alles Gas von demselben absorbirt wird, fängt man das übergehende, reine salzsaure Gas in mit Quecksilber ge- füllten Gefäfsen auf. Die Erklärung dieses Prozesses ist folgende: Koch- salz besteht aus Chlor und Natrium, die concentrivrte Schwefelsäure aus trockner Schwefelsäure und Wasser, letzteres wird zersetzt, der Sauer- stoff desselben tritt an das Natrium, bildet Natron, mit welchem sich die Schwefelsäure verbindet, das Chlor mit dem Wasserstoff zu Salz- säure, welche gasförmig sich entbindet.— Vollkommen trocknes Koch- ujyund mene Is Rus nie Di salasaur Hu, schmeckt ga(all Loth Au1aj), Lich Baihrung diehte Tisandanpl em mh I zu e hanbar, nicht at hinende Körper Ihr und 275 1 x. eg wird m srändert, noch« Ihil dureh elektn I n Berührung, Snestot der Os Iıs Chlor desselben sell uner Lichten ken Nehlle, we sa), Wassertulgas Dis silsane 6; | es immt bei 00 4 a das Prodıet di Salnlure lat en pe & Gas indem es da u Baar des Gas TEN EN Pfimier | Als en Bares der Wasser kn Man| En a ge N TOD Dt el und öfhet&s} nooleı Cl, dl Wire u Im Mi, Sal u ahrickelt euhyer N, und leitet reil sie Welke v dicht gebraul OM später mh, Chsalzsiu, fique, de, Mann, dampförmie ud im Rio Vino Wurde schon In ist darzestll chsalz. mit call velelsäute an, sen sich ur rer Funken. n. as wird erll such angestl! en im Dunkt: st die Verein: Hülle dann: T gesichert it dich die Dis sen die anden zen). Dei di ver sechsfache er wird dures (siehe. oh ‚ und con n getrockues nzu,, Jeitet da rat; da jedoch an die Röhre hsorbirt wirt wecksilber ge gende: Kot vefelsäure au t, der Sauer velchem sit toff zu Sal ocknes Kot Salzsaures Gas üssige Salzsäure. 907 32: c A} salz und trockne Schwefelsäure geben keine Salzsäure, ein Beweis, dafs das Kochsalz nicht schon gebildete Salzsäure enthält. Das salzsaure Gas ist farblos, riecht stechend sauer, erregt heftigen Husten, schmeckt sauer, specifisches Gewicht 1,269, 100 Kubikzoll wie- gen 0,2014 Loth und 1 Kubikfuls 3,4769 Loth;(nach Gay-Lussac und Biot 1,278), Lichtbrechungsvermögen 1,527. Es erzeugt mit der Luft in Berührung dichte, weilse Nebel, indem es den in der Luit befindlichen Wasserdampf condensirt; es wird durch einen Druck von 40 Atmosphä- ren bei 10° zu einer tropfbaren Flüssigkeit verdichtet. Es ist nicht brennbar, nicht athmenbar, bringt Erstickung hervor, in ihm verlöschen brennende Körper mit einem grünlichen Licht, es besteht aus: 97,25 Chlor und 2,75 Wasserst., oder aus gleichem Volum Chlgas und Wst- gas; es wird weder durch atmosphärische Luft, ‚durch Sauerstoffgas verändert, noch durch Glühhitze in seine Bestandtheile zerlegt, zum Theil durch elektrische Funken. Bringt man dasselbe mit Metalloxy- den in Berührung, so entstehen Chlormetalle und Wasser, indem der Sauerstoff der Oxyde mit‘ dem Wasserstoff des salzsauren Gases und das Chlor desselben mit den Metallen sich verbindet; diefs geschieht nicht selten unter Lichtentwickelung. Kohle zerlegt das Gas nicht, aber die- jenigen Metalle, welche das Wasser zerlegen,(Kalium ete., Zink, Ei- sen), Wasserstoflgas wird entbunden während Chlormetalle entstehen. Das salzsaure Gas wird sehr begierig von Wasser absorbirt, letzte- res nimmt bei 20° 464 Raumtheile, oder 735 seines eignen Gewichts auf; das Product dieser Vereinigung, eoncentrirteste tropfbar flüssige Salzsäure, hat ein specilisches Gewicht von 1,21. Selbst Eis verschluckt das Gas, indem es dabei schmilzt, sehr rasch; es wird nämlich bei die- ser Bindung des Gases vom Wasser Wärme entwickelt, wie immer wenn ein gasförmiger Körper in den tropfbaren Zustand’ übergeht. [Als einen Beweis der augenblicklichen Verschluckung des Gases durch Wasser kann man folgenden Versuch anstellen: man füllt ein Medi- cinglas mit reinem salzsauren Gas, bringt es, mit dem Finger die Oeff- nung fest verschliefsend, die letztere nach unten gekehrt, in kaltes VVasser und öffnet es; sogleich steigt das WVasser hinein und erfüllt das ganze Glas, als wäre es luftleer gewesen.] Um flüssige Salzsäure zu erhalten verfährt man im Kleinen also: man entwickelt entweder salzsaures Gas, nach der so eben angegebnen Weise, und leitet es in eine gewisse Quantität destillirtes kaltes Wasser, umgiebt die Vorlage mit kaltem Wasser, nassen Tüchern, oder man mischt in einer Retorte einen Theil Salz mit 859 concentrirter Schwe- felsäure, welche vorher mit$ Wasser verdünnt worden, legt eine Vor- lage vor, welche% Wasser enthält, und destillirt bei allmählig steigen- nn nn nn nn nn, ei. ae_. Tre\ nn| 208 Saksüure, Darstellung derselben. der Wärme. Da jedoch bei einem solchen Apparat mehr Gas entwi- ckelt wird, als das vorgeschlagne Wasser, unter den obwaltenden Um- ständen, zu absorbiren vermag, so ist eine Sicherheitsröhre nothwendig, welche dasselbe in ein offnes Gefäls mit Wasser ableitet. Zweckmä- fsiger ist der Woulf’sche Apparat, in dessen erster Flasche eine minder reine Säure sich bildet, die übrigen enthalten die reinere. Die Vor- lage mus durch Auftropfen von kalten Wasser stets abgekühlt werden, denn sie wird bald sehr heils. Darstellung im Grofsen. Man bediente sich in der ältern Zeit, ehe die Fabrikation der englischen Schwefelsäure so ausgedehnt war, wie in der neuern, zur Darstellung der Salzsäure sowohl des caleinirten Ei- senvitriols, ats auch des Thons. Man mischte 7 Theile caleinirten Eisen- vitriol mit 4 Theilen Salz in irdnen Retorten, gab Hitze, wodurch der Vitriol Schwefelsäure entbindet, welche das Salz zersetzt. Von Thon nahm man 8 bis 10 mal so viel, als Salz, mischte beide getrocknet zu- sammen, machte mittelst Wasser einen steifen Brei, daraus kleine Ku- geln, welche man getrocknet caleinirte. Hier wirkt die Kieselsäure des Thons zerlegend auf das Salz unter Mithülfe des vorhandnen Wassers, welches zersetzt wird, kieselsaures Natron wird erzeugt, und das ent- standne salzsaure Gas entweicht in die mit Wasser gefüllten Vorlagen. Jetzt. bedient man sich vorzugsweise der Schwefelsäure zu diesem Zweck. Man destillirt salzsaures Natron mit Schwefelsäure entweder in grolsen gläsernen Retorten, welche jedesmal verloren gehen, indem der Rückstand der Destillation, schwefelsaures Natron, so fest an den Wan- dungen haftet, dals man es nicht anders ablösen kann, als durchs Zer- schlagen der Retorten, und legt einfache gläserne Vorlagen mit Flufs- wasser gefüllt vor, welche lutirt werden; oder man wendet eiserne De- stillationsgeräthschaften an.. Auf Salinen bedient man sich der Salzmutter- lauge, welche hauptsächlich Chlormagnesium und Chlorcaleium enthält, destillirt mit Schwefelsäure, und gewinnt Salzsäure und schwefelsaure Magnesia als Nebenproduet. In England bedient man sich eiserner Destillirblasen mit irdnem Helm und Helmrohr, welcher erster zum Einfüllen der Schwefelsäure eine fest zu verschlielsende Oeffnung hat; die Entwickelung des Gases geschieht auf die Art, dafs man auf 5 Theile Salz 4 Theile concentrirte Schwefelsäure anwendet, anfänglich ohne alle Wärme, so wie die Gas- entwickelung langsamer erfolgt, giebt man allmälig steigende Hitze. Das Helmrohr geht in eine.irdne Flasche mit 2 Hälsen, und aus dieser ein irdnes Rohr in eine zweite, dritte, dann endlich ein Ausführungsrohr für das nicht condensirte Gas in einen Wasserbehälter; die Flaschen werden zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Es dürfte auffallend erscheinen, dals Tr—— Is Gußeisen Inch it 6 also Eisen m hr Ro ilälung der T ayh imerlich ei Kirn bedentend Tuulreich eier [Hl. Pelze n(nerdurchse Inderförmige, id 165 Nie ıll stark; sıe f hl, e, e gubßeı des Cylindens,/ Ill, 2 ein anı Gasıhr einbringe keine Sicherheits Phsche, m; m el Yıcldem di N ie M conc, Selm IM) miieht eines: anrelraclt, Die alı 1 erkindone, wie ln der yrlnen Kl am ei Fud. welnhn o]Lt 14 Nette slhfls;]] Prayeen NE sn 1 Kr, 9 mul an 1 INelelanne ] ln, welches diesen id ziel; Se lee rd Mu mind A | ton LEINE ee Sinre NM EN N I Than Sul] | Mitt, ler a| d a( ) MU Sl en Ki: Ellen, Ik Di Sinn ben, i M edıll, In PU q Hand + )],! | h lade,| tehr Gas hi wraltenden U ühre nothwend, kitet, Zweck; ische eine Mnde einere, Die Yı. gekühlt werd "ältern Zeit, ch lehnt war, Yı #s caleinirten Ei caleinirten Eis. ze, wodurch dr setzt, Von Ihn e getrockni: raus kleine It Kieselsäure ndnen Was ', und das u; üllten Vorl säure zu dien wre entweder i hen, inden& st an den a als durchs Zr gen mil Alk det eiserne der Salzuutr ‚aleium enllil | schwelelsu en mit jrdnn Schwefelsur ung des Ga ile concenin! u wie die 64 ıde Hitze.)) aus dieser€ usführangsn! die Flasl‘ ‚nd erschei” Mi Salzsäure, Darstellung derselben. 209 dals Gufseisen der Einwirkung der Schwefel- und Salzsäure widerstehi doch ist es also; coneentrirte Schwefelsäure, starke Salzsäure greifen Eisen in der Rothglühhitze sehr unbedeutend an, während sie es ohne „ehöhung der Temperatur weit stärker aullösen. Sodann bildet sich auch innerlich eine Kruste von Eisenoxyd, welche der Einwirkung der Siaren bedeutend widersteht, Statt eiserner Destillirblasen hat man in Frankreich eiserne Cylinder angewendet. [ Tafel IV. Fig. 1 zeigt den Salzsäuredestillationsofen im Längen- und Fig. 2 im Querdurchschnitt.@ der Rost, 5 der Feuerraum, in welchem je 2 eylinderförmige, gufseiserne Retorten d, d neben einander liegen. Sie sind 1,65 Meter lang, 0,5 Meter im Durchmesser, und 0,03 M. im Me- tall stark; sie fassen 80 Kilogramme Salz(1} Centner). ce der Aschen- fall, e, e gulseiserne Deckel zum Verschluls der beiden offnen Enden des Gylinders, f eine Röhre in dem hintern Deckel, um die Säure ein- füllen, g ein anderes Rohr in dem vordern, um das irdne, gekrünmte Gasrohr einbringen zu können. idie Shälsige irdne Flasche(bonbonne), k eine Sicherheitsröhre, l ein Rohr zur Verbindung mit der Flasche. m; m etc. Züge, n der Schornstein,] zweiten Nachdem das Salz eingetragen und Feuer angezündet worden. wer- den 805 cone. Schwefelsäure oder 83,252 einer Säure von 64° B.(etwa 1,50) mittelst eines gebognen bleiernen Triehters durch die Oelfnung T eingebracht. Die 3hälsigen Flaschen stehen entweder so mit einander in Verbindung, wie beim Woulf’schen Apparat, oder so, dafs alle Fla- schen der vordersten Reihe unter einander verbunden sind, und die letzte am einen Ende mit der ersten der hintern Reihe comnnunieirt, welche gleichfalls alle unter einander durch Röhren verbunden sind. Sie sind sämmtlich zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Ist es irgend aus- führbar, so mufs man die Flaschen der ersten Reihe in Wasser eintau- chen lassen, welches in entgegengesetzter Richtung, als das Gas durch dieselben hindurchzieht, langsam zuströmt. In den Flaschen der ersten Reihe wird eine minder reine, Schwefelsäure, Chloreisen, auch etwas schwefelsaures Natron enthaltende Salzsäure, dagegen in den der zwei- ten eine reinere Säure sich ansammeln. Man gewinnt auf diese Art von i00 Theilen Seesalz 130 Theile Salzsäure von 1,19 specifischem Ge- wicht, oder 23° B.; das erhaltne schwefelsaure Natron darf kein unzer- setztes Salz enthalten, und beträgt im krystallisirien Zustand 208 bis 210 Theile. Die Säure wird dann in srolse irdne Flaschen mit Schrau- benstöpseln gefüllt, Iufidicht verschlossen, in Körhen mit Stroh wohl verpackt in den Handel gebracht.*) Das als Nebenproduct hiebei ge- *) D,t. T,I,p,88. Abb, das, u,in Drande’s Man. of chemistr. Vol;.1.p.354. I. 14 9) di ae 1 Te nn Ye Salzsäure, Verunreinigungen derselben. 10 wonnene schwefelsaure Natron wird oft auf Soda oder kohlensaures Na- tron verarbeitet, zu welchem Bedarf obige Zersetzung des Kochsalzes dureh Schwefelsäure in grolsen Massen in Frankreich betrieben wurde, Man liefs das salzsaure Gas auch zum grofsen Theil in die Luft entwei- chen, was zu vielen Rechtsstreitigkeiten Anlals gegeben, da dieses Gas die Vegetation zerstört und der Gesundheit nachtheilig ist, [Die Apparate, deren man sich, aufser den gufseisernen Cylindern, be- diente, findet man im Dictionnaire technologique a. a. O. angegeben. Die gewöhnliche im Handel vorkommende Salzsäure ist Verunreinigt: 1) durch Schwefelsäure, 2) schwefelsaures Natron, 3) Chloreisen, 4) durch Chlorgas, 5) schweflige Säure, 6) durch hineingefallene organi- sche Körper(Stroh, Kork, etc.) bräunlich gefärbt. Die ersten beiden Verunreinigungen sind die Folge einer raschen Entwickelung des salz- sauren Gases; man kann sie durch Anwendung eines Flaschenapparaäts möglichst vermeiden, indem sich dieselben in der ersten Flasche vom Gas trennen, so dafs die zweite und dritte eine reinere Säure enthält. Chloreisen kommt sowohl von einem Eisengehalt des Salzes, als auch von dem etwa angewendeten Eisenvitriol, oder dem eisernen Apparat her, auch dieses wird sich nur in der Flüssigkeit der ersten Flasche finden. Chlorgas rührt von einem Gehalt an Salpetersäure in der an- gewendeten Schwefelsäure her, indem durch jene etwas Salzsäure zer- legt und Chlor frei wird. Man entdeckt den Chlorgehalt dadurch, dals ınan kleine Stückchen Blattgold in die Säure bringt, und beobachtet, ob sie verschwinden, oder nicht, vergleiche oben Seite 200. Einen Ge- halt an schwefligsaurem Gas, durch Zersetzung eines Theils Schwefel- säure vermittelst organischer Stoffe erzeugt, entdeckt man durch Schwe- felwasserstoffwasser, welches dadurch zersetzt wird, Schwefelmilch schei- det sich ab, indem aus dem WVasserstoff des Schwefelwasserstoffgases und dem Sauerstoff der schwefligen Säure sich WVasser bildet, und Schwefel frei wird. Einen Gehalt an Schwefelsäure entdeckt man mit- telst salzsaurem Baryt; schwefelsaures Natron durchs Abdampfen der Salzsäure, wobei ersteres im Rüstand bleibt; man erkennt es durch Kry- stallisation und Verhalten gegen Barytsalz und\WVeinsteinsäure. Chlor- eisen färbt die Salzsäure citronengelb, und wird durch chemisch reines blausaures Eisenkali entdeckt, wodurch eine Grünfärbung und ein blauer, oder durch hydrothionsaures Ammoniak, durch welches ein schwarzer Niederschlag entsteht, erster Berlinerblau, letzter Schwefeleisen.° Um chemisch reine Säure darzustellen, mufs man einen Glasapparat und destillirtes VVasser Destillat= Kochsalz rectifieiren, um die anhängende Schwefelsäure an Natron zu binden; die letzten Spuren entfernt man mittelst salzsaurem Baryt.] anwenden, das über Die tropfbar flüssige Salzsäure ist im reinsten Zustand farblos, meist ein wenig gelblich, von hineingefallnen organischen Stoffen, oder von einem GE steand niecle ums(as ent neer dnsit; spe Thnard, Sie 1 entirt veretabil Iiser in jede Ihn Tabellen i va oifischen Iislier folgen Ashes Gewicl it: sehr leichı h darsestellt ne Diehtigkeit v IN kocht und un iber die rehfir den Ge re| ol90 Speal,|(} nl! I , Oi oe] srl ae, en, N Kohlensanre N. ng des Kohl h betrieben wurd n die ii enter EN, da dieses( is ist, nen Cylindem, Ir a), angesehen, UrE St Yorunreint 3) Clloreisen,| neigelallene oranı Die ersten biltn wickelung dis al 165 Flaschen paris ersten Rlische run inere Säure al) es Salzes, aka n eisernen Apr der ersten Pl tersäure in der ur twas Salasiure ı ehalt dadurdı,& , und beohilt te 200, Einuls Theils Set man durch ihn hwefehnulch felwasserstil: asser bildet, 1 ntdeckt maz Abdampla! int es durcli einsäur,(hir \ chemisch r@ g und ein hin es ein schwa wefeleisen inen Glen" ber% h u tron zu bite it) d farblos,#* fen, oder rN Salssäure, Eigenschaften, Dichtiskeit. 211 einem geringen Gehalt an Chlor, stöfst an der Luft dicke weilse, sehr stechend riechende, saure Dämpfe aus, indem stets ein Antheil salz- saures Gas entweicht und den in der Luft enthaltnen Wasserdampf con- densirt; specifisches Gewicht der eoncentrirtesten 121 E. Davy, 1,208 Thenard. Sie hat einen sauren, ätzenden, etwas bitterlichen Geschmack, zerstört vegelabilische, weniger thierische Materien, und kann durch Wasser in jedem Verhältnifs verdünnt werden. E. Davy und Ure*) haben Tabellen über den relativen Gehalt einer Säure von verschied- nem specifischen Gewicht an trocknem salzsauren Gas geliefert, welche beide hier folgen. Die im Handel vorkommende Salzsäure hat ein spe- eifisches Gewicht von 1,09, 1,12, 1,15, 1.18. Die. eoncentrirteste Säure kocht sehr leicht bei wenigen Graden über der Temperatur, bei welcher sie dargestellt wurde, es entweicht so lange salzsaures Gas, bis sie auf eine Dichtigkeit von 1,09 herabgekommen ist, welche nach Dalton bei 119° kocht und unverändert sich destilliren läst. T:abie Ten über die relative Dichtigkeit der flüssigen Salzsäure und den Gehalt derselben an salzsauren Gas. 1) Von Ure. SEBEE IE| ar“ von1,20| Specif.| Chlor-| Salzsau- von1,20| Speaf.| Chlor-| Salzsau- in 100 Gewicht| gehalt| res Gas in 190 Gewicht gehalt|res Gas Theil. Theil. 100| 1,2000|' 39,675| 40,777 s0 ‚1620| 31,746| 32,621 99| 1,1982| 39,278| 40,369 79 ‚1599| 31,343| 32.213 938| 1,1964| 38,882| 39,961 78 ‚1578| 30,946| 31,805 97 1,1946| 38,485| 39,554 77 ‚1557| 30,550| 31,398 96| 1,1928| 38,089| 39,146 76 ‚1536| 30,153| 30,990 95| 1,1910| 37,692| 38,738 75 ‚1515| 29,757! 30,582 94| 1,1893| 37,296| 38,330 74„1494| 29,361| 30,174 93| 1,1875| 36,900| 37,923 73 ‚1473| 28,964| 29,767 92 1,1857| 36,503| 37,516 72 ‚1452| 28,567| 29,359 „1431| 28,171| 28,951 90 1,1822| 35,707_| 36,700 70 89 1,1802| 35,310| 36,292 69 85 1,1782| 34,913| 35,884 65 87 1,1762| 34,517| 35,476 67 86 1,1741| 34,121| 35,068 66 5 1,1721| 33,724| 34,660 65 54 1,1701| 33,328| 34.252 64 83 1,1681| 32,931| 33,845 63 82| 1,1661| 32,535| 33.437 62 sı 1,1641| 32,136 33,029 61 ‘) Davy’s und Ure’s Tabellen in U. D, pag. 58, 59 14* ‚1410| 27,772| 28.544 ‚1389| 27,376| 28/136 ‚1369| 26,979| 27.728 ‚1349| 26,583| 27.321 ‚1328| 26,186| 26.913 ‚1308| 25,789| 26.505 ‚1287| 25,392| 26.098 ‚1267| 24,996| 25.690 ‚1247| 24,599| 25.282 ‚1226| 24,202| 24.874 1 ] i 1 1 1 1 1 1 91 1,1846| 36,107| 37,108 7 1 1 1 1 1 ] 1 1 1 ] 1 RL, F AA | { n & De ER- 212 Salzsäure, Dichtigkeit derselben. Säure Säure a Specif.| Chlor- e Salzsau-||von1,20| Specif.| Chlor-| Salzsau- in 100|Gewicht| gehalt| res Gas|| in 100| Gewicht gehalt| res Gas Theil.| T heil.| 60 1.1206| 23,305| 24.466 30 11.0597| 11,903| 12,233 59 1.1185| 23,408| 24,058 29 7.0577 1 11,506| f1 ‚25 258 1,1164| 23,012 E 23.650 38| 1.0557| 11,109| 11,418 57 1.1143| 22,615 23202 27::) 1:0537..1-10,782: 1 A1,010 56 1,1123| 22,218| 22,834 26| 1,0517| 10,316| 10,602 55 1,1102! 21,822| 22,426 25 ı 1.0497 9.919! 10,194 54 1.1082| 21,425| 22,019 24| 1,0477 9,522 9,786 53 1.1061| 21,028| 21,611 23| 1.0457 9.126 9,379 52% 1.1041| 20,632| 21.203 22 1,0437 8,729 8,971 51 1.1020| 20,235| 20,796 21 1.0417 8.332 8,563 50 1.1000| 19,837| 20,388 20 1.0397 71,935 8,155 49 1.0950| 19,440| 19,950 19 1,0377 71,538 7.147 48 1.0960| 19,044| 19,572 18 1,0357 7,14 7,340 47 1.0939| 18,647| 19,165 17 1.0337 6.745 6.932 46 1,0919| 18,250| 18,757 16| 1,0318 6,348 6,524 45 1.0899| 17,854| 18,349 15 11.0298 5.951 6.116 44 1,0579 17,457| 17,941 14 1.0279 5,554 5,109 3 1.0859| 17,060| 17,534 13| 1,0259 5.158 5.301 42 1,0838| 16,664| 17,126 12| 1,0239 4,162 4,893 Al 1.0818| 16,267| 16,718 11 1,0220 4,365 4,456 40 1.0798| 15.870| 16,310 10| 1,0200 3.968 4,078 39 1.0778| 15,474| 15.902 9| 1,0180 3,571 3.670 38 1.0758| 15,077| 15,494 8| 1,0160 3,174 3,262 37 1.0738| 14,680| 15,087 z 1,0140 2,718 2,854 36 1,0718| 14.284! 14,679 6} 1,0120 2,381 2,447 55) 1,0697| 13,887| 14,271 5 1,0100 1,954 2.039 34 1.0677| 13,490| 13,863 4 1,0080 1,588 1,631 33 1.0657| 13,094| 13,456 3| 1,0060 1,191 1,124 32 1.0637| 12,697| 13,049 2 1.0040 0.795 0,816 3l 1.0617| 12,300| 12,641 1 1,0020 0,397 0,405 2) Nach E. Davı. ei+ 7220€,= 450 T.) Specif.| Salzsau- Specif.| Salzsau-| Speeit. Sn Specif.| Salzsau- Ge-| res Gas Ge-| res Gas Ge-| res Gas Ge-| res Gas wicht|Procente|| wicht|Procente|| wicht|Procente|| wicht| Procente 1.21| 42,43 1.15| 30.30 1,09| 18,18 1.04 8,08 1.20! 40,80 1,14, 28,28 1,08| 16,16 1,03 6.06 1,19| 38,38 1,13| 26,26 1.07:} 14:14 1,02 4,04 1.18| 36,36 1,12| 24,24 1,06| 12.12 1,01 2,02 1.17| 34,34 1,11| 22,30 1.05| 10,10 1,16| 32,32 1,10| 20,20 Man bedient sich der Salzsäure in der Technik zu verschiednen Zwecken, zur Bereitung von Metallauflösungen(salzsaures Zinn, Eisen) (Iloraam(hl Farben; zul) dis(las, deı I udeilung, |(Amel Mi {lhstlen der In, nel. mar Im. Die sogen ala nicht ei a(lormetallı | dv dasselbe; s dann das W a erst. dam et neknes Ollome Slısiure lielert, Sie sind als Ver Inchlen; saure& Nisht man Sal Könlgswasser, ces seinen Namen der Iktlle bet den, Salneter-Salasäy | rue, Ntro-muria tn werden Heli dı kl Verschiedene | aachen mil, et Dan Ansannen Ih Yale verbind Deine Wasser ı use Jen Ikihen U tch ihn, um Sr ah s0 Yale t IN IN dies Olihrn GENIEHL g9| || ul, N Im il U Eehen| DS im eich Ru mllh The u f IN, hı Un, nl), Nil leiten M IN Auch den| m Chlor- Salsa. gehalt| res, 11903| 1a 11,506.| 110 11.109| 11.415 10,72 110 10,316| 10. 9919 10 051 9 O1| 9a 879| 891 8,32| N 1,95| 85 1,538| Tl 714| il) 1,15| 6 0.348| 651 3951| A 5| 3.) 5.158| 5, 4.702| 4 4,305| 4.8 3,968| AN 3,571| 38 3.174 3) 2,78| 28 2,381| 24 1.984| 30 0,795| 0,397| U — peci,|Sır Ge-| mobi wicht|Proca — 1.04| a 103| 8° 1m ul jo| 3 u verschie ves Zi 1, Eie Saksaure Sale. Königswasser. 213 Chlorzian, Chloreisen(Salzsäure löst auch Zink auf), zum Schönen deı Farben; zur Darstellung des Goldscheidewassers, oder Königswassers, des Chlors, der Gallert aus Knochen. Bringt man Salzsäure mit Basen in Berührung, so zerselzen sich beide gegenseitig und es entsteht ein Chlormetall und Wasser, jedoch werden hierdurch nur die niedern Chlorstufen der Metalle erhalten, nicht die höhern, mit Chlor gesättig- ten, welche man nur vermittelst Königswasser oder Chlorgas darstellen kann. Die sogenannten salzsauren Salze, Muriates, Hydrochlorates, sind also nieht eigentlich aus Salzsäure und Basen bestehend, sondern sind Chlormetalle sowohl mit chemisch gebundnem Wasser, als auch ohne dasselbe; sie lösen sich in Wasser, in Alkohol auf, und zerlegen nur dann das Wasser, wenn sie mit stärkern Säuren behandelt werden, nur erst dann entwickelt sich Salzsäure aus ihnen, wogegen ein ganz trocknes Chlormetall(Chlornatrium) mit trockner Schwefelsäure keine Salzsäure liefert, vergleiche oben Seite 207. Die basisch salzsauren Salze sind als Verbindungen eines Chlormetalls mit Metalloxyd zu be twachten; saure salzsaure Salze giebt es nicht. Mischt man Salz- und Salpetersäure, so erhält man das sogenannte Königswasser, Goldscheidewasser, Eau regale, Aqua Regis, wel- ches seinen Namen dem Umstand verdankt, dafs es Gold, den König der Metalle bei den Alchemisten, auflöst; man nennt dasselbe auch wohl Salpeter-Salzsäure, Acide nitro-muriatique, Ac. hydro-chloroni irique, Nitro-muriatie acid. Die quantitativen Verhältnisse beider Säu- ren werden theils durch ihre speeifische Dichtigkeit und Stärke, theils durch Verschiedenheit der Anwendung, welche man von dem Gemisch machen will, bestimmt. Beim Zusammenmischen erfolgt eine Zersetzung: der Wasserstoff des Salzsäure verbindet sich mit einem Theil des Sauerstoffs der Sal- pelersäure zu Wasser, Chlor wird entwickelt, salpetrige Säure erzeugt; diese letztern bleiben an dem Wasser, welches beide flüssige Säuren mit sich führen, gebunden, und die gegenseitige Zersetzung jener Säuren schreitet auch nur so weit vor, bis das Wasser derselben mit Chlor gesättigt ist. Ist dies erreicht, so bleibt der Rückstand von beiden im Gleichgewicht, so lange unzersetzt, bis das in der Flüssigkeit vorhandne Chlor ausgetrieben wird.— Was die Verhältnisse betrifft, in welchen beide Säuren gemischt werden, so nimmt man auf 1 Theil Salpetersäure 3, 4, ja wohl 6 Theile Salzsäure, indem in gewissen Fällen ein Ueber- schuls an Salzsäure förderlich ist, namentlich bei der Auflösung von Zinn,(Eisen, Zink). In frühern Zeiten stellte man das Königswasser auch so dar, dafs man Kochsalz, oder Salmiak, in Salpetersäure(Scheidewasser) auflöste; EEE a en a nn 1 nn een a rn 214 Könisswasser, Eigenschaften. fe)’ fo) JningeSime dieses Verfahren wird auch wohl jetzt noch in einzelnen Fällen ange- nl wendet.\WVenn Chlornatrium oder Chlorammonium in Salpetersäure Phase, Sek geschüttet werden, so wird ein Theil der Säure zur Oxydation des ine Natriums zu Natron, oder zur Umwandlung des Ammoniums in Am- i Fr odire moniak verwendet, wodurch auch salpetrige Säure entsteht, der andere| lb Y he Theil bildet mit den Basen salpetersaure Salze, welche aufgelöst blei-| Dis Rönies ben, Chlor endlich wird abgeschieden. Da man meist zur vollkomm- ul, Phi nen Entmischung jener Salze nicht Salpetersäure genug anwendet, so| ,ffisie bleiben proportionale Quantitäten jener unzersetzt aufgelöst. Auf 1 Theil| Kar Chlonch Salmiak nimmt man 2 bis 3 Theile Salpetersäure, auf Kochsalz etwas Al erh weniger.— Obschon dieses Verfahren, namentlich bei Anwendung des Iaseree Salmiaks, nicht eben wohlfeil ist, indem Salzsäure wohlfeiler, so ge- FI) Ch währt es doch in gewissen Fällen, namentlich beim Auflösen des Zins ei ; zur Zinnsolution den Vortheil, dafs das erzeugte Chlorzinn sich mit noch hä man dh unzersetzt vorhandnem Salmiak verbindet, welche Verbindung durch man das Gemis Wasser nicht so leicht zersetzt wird, als reines Chlorzinn, auch durch slısaures Gas, den Sauerstoff der Luft nicht so schnell verändert wird.(Endlich hat welcher durch man auch Salpeter, d. i. salpetersaures Kali, in Salzsäure aufgelöst, um rent wird, Königswasser darzustellen; hier erzeugt sich Chlorkalium, salpetrige Ir Intl Säure, Wasser, und Chlor wird entwickelt.)\ mtl 20, 1 Das Königswasser hat eine gelbe Farbe, riecht nach Chlor und auch, a u sich hei der I salpetriger Säure, jedoch nur dann ausgezeichnet, wenn man beide hn m Säuren in concentrirtem Zustand vermischte; im Fall es überschüssige| Em Pi eoncentrirte Salzsäure enthält, raucht es. Es besitzt einen sehr ätzenden Mi La, Geschmack, entbindet beim Erwärmen eine Menge salpetrigsauren Dampf Aenllk 2 und Chlorgas, färbt sich dunkler. Es löst, schon ohne künstliche Tem-| in Sue: peraturerhöhung, fast alle Metalle auf, mit Ausnahme von Chrom, Ti-| sus Gas, Meta tan, Tantalum, Osmium, Rhodium, Iridium; die beiden letztern, be- de sch damıt un sonders das Khodium, sehr beträchtlich, lösen sich mit Platin in Ver- pl, I vabind bindung etwas auf, Silber löst sich nicht im Königswasser, wird aber|, Hllrkehl doch mit dem Chlor desselben sich zu unauflöslichen Chlorsilber var- Ahr dark binden. Die übrigen Metalle geben, indem sie sich, unter Entweichen Ct, re H ;- a: ER; glihende mit P, von salpetriger Säure, mit dem Chlor des Künigswassers verbinden, or auflösliche Chlormetalle mit der gröfsten Menge Chlor, wie z. B. Eisen, Re üi Zinn; Gold und Platin werden vorzugsweise nur von dieser Flüssigkeit,| Be nicht von Salzsäure oder Salpetersäure allein aufgelöst, obschon Gold auch Ma von Selensäure, und Gold und Platin von einem Gemisch der Selen-, der h hm Hydrobrom- und Salpetersäure aufgelöst werden. Auf jener Eigenschalt NER des Königswassers Gold, aber nicht Silber aufzulösen, beruht der Name u Goldscheidewasser, weil man dadurch Silber von Gold scheiden| Mag, kann. Dals es das Chlor ist, welches die Metalle auflöst und nicht die Een nen Fällen an in Salpetariy N N Onydation dis Moniumns in. Ai, Steht, der anlın e aufgelöst I zur vollkomm, 7 anwendet, s t Auf Ti Kochsalz eins Anwendung I hlfeiler, so 0 lösen des Zins ı sich mit m bindung did n, auch din! .(Endlich > aulgelöst, ı um, saleli ch Chlor m! nn man lit s tüberschisi? 1 sehr ätzendn igsauren Dauj ünstliche Ta: n Chrom, I: letztern, I" Platin in Ir er, wird dl hlorsilber\ er Entweil ers verbind ie z, B. Bis er Flüssigt hon Gold[| or Selen-,! er Eigenst ht der Gold schein und nicht N Chlorkohlenstoff. 215 salpetrige Siure, ist dadurch erwiesen, dafs auch das gewöhnliche Chlor wasser Metalle, selbst Gold auilöst(vergl. oben Seite 200). Schwefel, Phosphor, Selen. Bor, Kohlenstoff wirken auf das Königswasser gleich falls entmischend, und zwar auf die salpetrige Säure desselben, indem sie sich oxydiren; deshalb gebraucht man auch dasselbe, um Schwelel- metalle zu zersetzen. Das Königswasser wird in der Technik vorzüglich zum Auflösen von Gold, Platin, Zinn gebraucht. Man erhält eine ähnliche goldaufö- sende Flüssigkeit, wenn man Salzsäure mit Chromsäure mischt, wobei Wasser, Chlorehrom und Chlor resultiren. Chlor verbindet sich auch mit Kohlenstoff, Kohlenstoffoxyd, Koh- lenwasserstoff. Es giebt folgende Verbindungen: [1) Chlorkohlenstoff mit der grölsten Menge Chlor, Perchlo- rure de Carbone, Perchloride of Curbon, 1820 von Faraday entdeckt, erhält man durch Vereinigung des Chloräthers mit Chlorgas, indem man das Gemisch dem Sonnenlicht aussetzt; es bildet sich nämlich salzsaures Gas, welches entweicht, und Chlorkohlenstoff bleibt zurück, welcher durch Sublimation oder Auflösung und Umkrystallisiren ge- reinigt wird. Er krystallisirt in farblosen Säulen, ist durchsichtig, specifisches Ge- wicht fast 2,0, Lichtbrechungsvermögen 1,5767, riecht kampherähnlich, aromatisch, ist fast geschmacklos, leitet nicht die Elektricität, verflüch- tigt sich bei der mittlern Lufttemperatur langsam, schmilzt bei 160°, kocht bei 1829 und besteht aus: 89,67 Chlor und 10,33 Kohlenst., oder aus 3 Vol. Chlgas und 1 Vol, Kstdampf; löst sich nicht in WVasser, aber leicht in Alkohol und Aether, ätherischen und fetten Oelen auf, (Aehnlichkeit mit Kampher und ätherischem Oel), verbrennt bei 200° im Sauerstoffgas, erzeugt mit WVasserstoffgas in der Glühhitze salz- saures Gas. Metalle entziehen ihm in der Hitze das Chlor, verbin- den sich damit und Kohlenstoff wird ausgeschieden; Schwefel, Phos- phor, Jod verbinden sich mit demselben. 2) Chlorkohlenstoff mit der geringern Menge Chlor, Proto- chlorure de Carbone, Protochloride of Carbon, von Demselben ent- deckt, wird dadurch erhalten, dafs man’ die erste Verbindung durch glühende mit Porzellänstücken gefüllte Röhren treibt, wobei Chlorgas sich entbindet; die aufgefangene Flüssigkeit wird durch mehrmaliges Destilliren gereinigt, Es ist eine wasserklare, farblose, stark riechende Flüssigkeit, specifi- sches Gewicht 1,5526, Lichtbrechungsvermögen 1,4875, leitet die Elek- tricität nicht, brennt in einer WVeingeistflamme mit leuchtender heller Flamme, wobei salzsaures Gas sich erzeugt; sie gefriert noch nicht bei — 18°, kocht bei 75° und besteht aus: 85,27 Chlor und 24,73 Koh- lenst., oder aus 2 Vol. Chlgas und 1 Vol, Kstdampf; löst sich nicht ın Wasser, aber in Alkohol, Aeiher, Oelen auf und absorbirt Chlorgas. 216 Chlorkohlenstoff, Chloräther. 3) Chlorkohlenstoff mit der geringsten Menge Chlor, von Julin entdeckt, zeither aber noch nicht wieder dargestellt; eine farblose, feste, durchsichtige, leicht schmelzbare Substanz, flüchtig, wie die vorigen in Alkohol, Acther, nicht in WVasser löslich, besteht aus: 74,33 Chlor und 25,67 Kohlenst. oder aus gleichen Vol. Chlgas und Kstdampf. 4) Mit Kohlenstoffo xyd. Chlorkohlenoxydgas, Phosgengas, Gas Lecide chloroxi-carbonique, Phosgene gas, Chlorocarbonic acid, von J. Davy 1806 entdeckt, bildet sich, wenn man ein Gemeng von gleichen Volum Chlor- und Kohlenoxydgas dem Licht aussetzt, wo- bei eine Condensation auf die Hälfte eintritt. Das Chlorkohlenoxydgas ist farblos, riecht sauer, stechend, reitzt Augen, Nase, Athmungswerkzeuge stark, röthet im völlig wasserfreien Zustand das Lackmuspapier nicht, specif. Gewicht 3,4378,(nach The- nard 3,40) Lichtbrechungsvermögen 3,936. Es besteht aus: 715 Chlor und 28,5 Kohlenstoffoxyd, oder aus gleichen Volum Chlor- und Kst- oxydgas, wird vom WVasser verschluckt, sogleich tritt aber eine Zer- seizung beider ein, Salzsäure und Kohlensäure bilden sich auf Kosten eines'Theils des VVassers, erstere bleibt aufgelöst, letztere entweicht grölstentheils. Alkohol«nimmt 12. Raumitheile davon ohne. Zerse- tzung auf.] 5) Mit ölbildendem Kohlenwasserstoffgas. a) Chlor- äther,(Oel des ölbildenden Gases), Hydrocarbure de Chlore, Hydro- ehloride of Carbon, Chloric ether, wurde 1796 von holländischen Che- mikern entdeckt. Man leitet in eine mit ölbildendem Kohlenwasserstoll- gas gefüllte Glocke, die mit Wasser gesperrt ist, Chlorgas, so erzeugen sich ölartige Tropfen, die sich bald zu Boden senken, und meist von etwas überschüssigem Chlor gelblich gefärbt sind, Der Chloräther ist im reinsten Zustand farblos, durchsichtig, öl- arlig, von einem ätherischen, angenehmen Geruch und einem sülslich- aromatischen Geschmack, speeifisches Gewicht 1,22, des Dampfes 3,4484. Er kocht bei 66,75°, ist leicht entzündlich, verbrennt mit einer grün- gefärbten Flamme, und giebt einen viel salzsaures Gas enthaltenden ftauch, besteht aus: 71,33 Chlor und 28,67 Kohlenwasserst., oder aus gleichem Volum Chlor- und Kwstgas, wird in der tothglühhitze in salzsaures Gas, Kohlenwasserstoffgas unter Abscheiden von Kohle ver- ändert, vom Wasser wenig, von Alkohol, Aether leicht aufselöst, er kann Chlorgas aufnehmen, und wird dadurch gelb, Alkalien entfernen diesen Veberschuls von Chlor. b) Schwerer Salzäther, siehe unter den Aetherarten; er ent- hält auf dieselbe Menge Chlor doppelt so viel ölbildendes Kohlenwas- serstoffgas. Verbindungen des Chlors mit Schwefel, Selen, Phosphor, Bor. mal Chief m drBe is(Sal Tine rothe stehend, sel srlüchtg,| seht aus; 6, ITul Smldn ud unterschv Ir eigent scht, Y) Chlor Chloride of gen Plüssigke 17, hinterlil gelögten Schw sicht aus; D2,) Chleas und Si d) Chlorse re of Selm, bindung erhalter fe glbe Din 4Ycl, Chlkas u was Gas enthnd entwickeln, N) Chlonsele rl 0 Sen, q durch Jin Eis ls enh rt, ste besteht Ol and. Sn, Sala sche )) Alırpho Peek, fl erhalten, dl Won| ‘oa edhe, u brennen Terind (in "eg de fi U any \ chlafnen( “ü brennbar ie, Tlhet Am] IN Chlor, von Jh, ne farblose, fe Ne die vorigen us: 74,33 Cha d Kstdanpi, Bas, Phosgenp, rocarbonic mil ein Gemeng vu; t aussetzt, v1, stechend, rein Iig Wasserfrehn 78,(nach Th; aus: 715 Cihr Chlor- und X. aber eine Ir. sich auf Ko tztere entweil n ohne Zen . a) Chlar. Chlore, Hylı ändischen(Ir hlenwasserstl 18, SO ErZeN on, nd uni rehsichüig,| nem sülli Jamples 3,9 it einer gl enthalten pyst,, oder iu ehglühhile N on Kohle we ‚aufgelöst, ‚lien entlern rten; en tl s Kohle: ;plior, Dir u Chlorschwefel, Chlorselen, Chlorphosphor. 217 [1) Chlorschwefel mit viel Chlor, Deutochlorure de Soufre, Chloride of Sulphur, von Thomson 1804 entdeckt, wird durch Vereini- gung der Bestandtheile erhalten, oder durch Destillation des Chlorqueck- silbers(Sublimats) mit Schwefel. Eine rothe, etwas ins Gelbe ziehende Flüssigkeit, riecht sehr widrig, stechend, schmeckt erwärmend, stark, widrig, specif. Gewicht 1,628, ist flüchtig, kocht bei 93° und läfst sich unverändert destilliren, be- steht aus: 68,75 Chlor und 31,25 Schwefel, oder aus 2 Vol. Chlgas und 1 Vol. Swfdampf, wird mit WVasser in Berührung zersetzt, Salzsäure und unterschweflige Säure bilden sich, welche letztere aber sich nach der ihr eigenthümlichen WVeise in schweflige Säure und Schwefel ent- mischt. 2) Chlorschwefel mit wenig Chlor, Protochlorure de Soufre, Chloride of Sulphur, wird durch Auflösen von Schwefel in’ der vori- gen Flüssigkeit erhalten. Eine braunrothe Flüssigkeit, specif. Gewicht 1,7, hinterläfst bei der Destillation den vorher bei der Darstellung zu- gefügten Schwefel, wird eben so wie erstere durch WVasser zerlegt, be- steht aus: 52,39 Chlor und 47,61 Schwefel, oder aus gleichen Volum Chlgas und Swfdampf. 3) Chlorselen mit viel Chlor, Deutochlorure de Selenium, Chlo- ride of Selen, von Berzelius 1818 entdeckt, durch unmittelbare Ver- bindung erhalten. Eine feste Masse, durch Sublimation krystallisirbar, giebt gelbe Dämpfe, besteht aus: 64,16 Chlor und 35,84 Selen, oder aus 4 Vol. Chlgas und 1 Vol. Sdampf; zerlegt das Wasser, wobei sich et- was Gas entbindet, es entsteht Salz- und selenige Säure unter Wär- meentwickelung. 4) Chlorselen mit wenig Chlor, Protochlorure de Selenium, Chlo- ride of Selen, durch Vereinigung des vorigen mit mehr Selen, wo- durch beim Erwärmen eine ölartige, dunkelgelbe, durchscheinende Flüssigkeit entsteht, schwerer als WVasser, weniger flüchtig als die er- stere, sie besteht aus: 31,0 Chlor und 69,0 Selen, oder aus gleichen Vol, Chlgas und Sdampf, zersetzt das WVasser in Salzsäure und selenige Säure, Selen scheidet sich ab, 5) Chlorphosphor mit viel Chlor, Deutochlorure de Phosphore, Perchloride of Phosphorus, von Davy 1810 entdeckt, wird dadurch erhalten, dafs man Phosphor in ein mit Chlorgas gefülltes Gefäls bringt, worin derselbe, besonders wenn das Gas etwas erwärmt ist, sogleich zu brennen anfängt, einen dicken weilsen Rauch ausstöfst. Auch durch Verbindung des folgenden 6) mit Chlorgas. Es ist ein weilses, sehr lockeres, krystallinisches Pulver, läfst sich in verschlofsnen Gefälsen schmelzen und krystallisirt beim Erkalten; ist flüchug, brennbar, und giebt dann unter Freiwerden von Chlorgas Phos- phorsäure, röthet auch trocknes Lackmuspapier und besteht aus: 54,94 Chlor und 15,06 Phosphor, oder aus 5 Vol. Chlgas und 4 Vol, Phdampf; Me 218 Chlorphosphor, Chlorbor. Jod. zerlegt das Wasser, es bildet sieh Phosphor- und Salzsäure, welche letztere durch VWVärme ausgetrieben werden kann. 6) Chlorphosphor mit wenig Chlor, Protochlorure de Br phore, Chloride of Phosphorus, von Gay-Lussac und T’henard 1808 ent- deckt, wird durchs Erhitzen von Phosphor und Chlorquecksilber(Ca- lomel) in einem passenden Apparat erhalten; es scheidet sich metalli- sches Quecksilber ab, etwas Phosphor löst sich in der erzeugten Flüs- sigkeit auf, weshalb sie rectificirt werden mufs. Eine farblose, durchsichtige Flüssigkeit, von stinkendem, widrigem Geruch, specif. Gewicht 1,45, röthet trocknes Lackmuspapier nicht, ver- brennt angezündet, ist sehr flüchtig, destillirbar und besteht aus: 772 Chlor und 22,3 Phosphor, oder aus 3 Vol. Chlgas und 1 Vol. Phdampf; zersetzt das WVasser allmählig und bildet dadurch Salz- und phosphorige Säure, löst noch mehr Phosphor auf, wird roth gefärbt und entzündet sich dann von selbst, wenn man damit Papiere tränkt. 7) Chlorbor, Chlorure de Bore, Chloride of Boron; Bor brennt im Chlorgas, es entsteht ein farbloses Gas; welches einen sauren, ste- chenden, Geruch besitzt, besteht aus: 90,74 Chlor und 9,26 Bor, raucht mit der Luft in Berührung, und wird vom Wasser schnell in Menge absorbirt und zersetzt, Bor- und Salzsäure bilden sich; auch vom Alkohol wird es verschluckt. Verbindungen mit Jod, Stickstoff, Cyan, Silicium, den Metallen später.] N.e&-uUsnsbse$ RB aipfisk.ell; Vom Jod. Das Jod*), Jodine, Jode, Jodire, wurde 1812 von Courtois enl- deckt, von Gay-Lussac, Davy untersucht und 1813 beschrieben. Es komnit nicht frei vor, sondern an verschiedne Metalle gebunden„ beson- ders an Natrium, im Steinsalz und Salzsoolen, in Deutschland und an- dern europäischen Ländern, in Südamerika; in Mineralwassern; im Meerwasser finden sich geringe Spuren; ferner und h: auptsächlich Jod- kalium in dem Seetang an der Nordküste von Frankreich, den Nieder- landen, England, Schottland, Irland, auch an den Küsten der Ostsee, obschon dort die Tangarten sehr arm an Jod sind. Auch der Bade- schwamm, das Wurmmoos, selbst Polypen und Mollusken enthalten Jod. Neuerdings hat man es in einem mexikanischen Silbererz und im sehle- sischen Galmei, in einem südamerikanischen Bleierz entdeckt. *) Veilchenblau, nach der Farbe des Dampfes benannt, Dustin Viele( ' jr egem| i I Va he ‚Iollen I en! i,Kılk, Seh ärselhe au Imstallisirh Krende Mi (irefelnahrtun s welcher m ıten irduen D lzt wird, desst nun kalt halt, maruf sich. sorl sion in der 1 it durch anbänge der it wen es mach, anal a 1] 6 einer miederlol [Man hat auch den aus Kch, welh: wınnung von Jod dis Jods Braunst dei sten Mehl, een, den] hr Inte leer, sch Cnkelyie an [N It der Sulmens "ei sh 1 ut bräni h, N fa l n asüure, Wild: lorure de Ph. "henurd 1808 an. "quecksilher(fa idet sich mel. " erzeugten fi; dem, Widngt aprer nicht, vr. esteht aus: I) Vol, Plidany) und Phosphor; t und entzünl 5; Bor hi en sauren, st. und 926 Di. isser schnell den sich; au od 3 Stickstol Courtois ei chrieben. E inden, hesn land und a Iwassern; tsächlich Jot den Niede 1 der Ostsee ch der Batı enthalten I ind im sch! kt, mn Jod, Darstellung und Eigenschaften. 219 Darstellung des Jods. Man verfertigt in Frankreich, England, den Niederlanden durehs Einäschern der Tangarten eine Sorte Soda von sehr geringem Gehalt an kohlensaurem Natron,:welche den Namen Kelp in England, Varee in Frankreich führt.(Das Nähere hierüber unter dem Artikel„„kohlensaures Natron.”) Diese Masse enthält verschiedne Salze, als kohlensaures, salzsaures, schwefelsaures Natron, schwefelsaures Kali, Kalk, Schwefelnatrium; schwefligsaures Natron, Jodkalium. Wird nun dieselbe ausgelaugt, die Lauge krystallisirt, so schielsen‘die mehr- sten krystallisirbaren Salze'an, und es bleibt dann eine nicht mehr kıy- stallisirende Mutterlauge zurück, welche‘ aufser etwas Kochsalz und Schwefelnatrium'ete. das Jodkalium enthält. Diese Mutterlauge ist es, aus welcher man das Jod darstellt.‘Man‘schüttet‘dieselbe in einen gla- surten irdnen Ballon, auf welchem ein tubulirter gläserner Helm aufge- setzt wird, dessen Helmrohr in'eine irdne Vorlage geleitet wird, welche man kalt hält. Man setzt conc. Schwefelsäure im Ueberschuls hinzu, worauf sich sogleich Dämpfe von Jod und Brom entwickeln, erstere selzen in der Vorlage kleine Krystalle an. Das so gewonnene Jod ist durch anhängendes Brom und Wasser verunreinigl, man wäscht es daher mit wenig Wasser ab, prefst es zwischen Fliefspapier, wäscht es noch. einmal mit ‚sehr schwach alkalischem Wasser, und unterwirlt es einer wiederholten Sublimation. [Man hat auch den alkalischen Rückstand von der Darstellung der Lauge aus Kelp, welche die Seifensieder. in Schottland gebrauchen, zur Ge- winnung von Jod benutzt*).— Früher setzte man bei der Darstellung des Jods Braunstein zu;. dies ist aber nachtheilig, weil dadurch auch gleichzeitig Chlor entwickelt wird, welches sich mit Jod verbindet, wo- durch ein Theil Jod verloren geht.] Das Jod bildet dunkelgraue krystallinische Blättchen, die ausgebil deten Krystalle sind längliche Oktaäder mit rhombischer Basis, sie be- sitzen Metallglanz, ein speeifisches Gewicht von 4,946 bei 16,5°, einen eignen, dem Chlor sehr ähnlichen Geruch; es verdampft bei der mittlern Lufttemperatur, schmilzt bei 107°, kocht bei 175° und bildet schön dunkelviolet gefärbte Dämpfe, deren specifisches Gewicht 8,695 ist; es ist der schwerste zur Zeit bekannte Dampf. Das Jod schmeckt Iraizend, scharf, und. der Geschmack hält lange an, es färbt Papier, die Haut bräunlich, jedoch werden beide bald wieder durch Verdun- sten des Jods farblos; es leitet die Elektricität nicht, löst sich in 7000 *) U, D, pag. 512.— Soubeiran in D. p. I. Bd. 26. S. 149, lehrt aus jener Lauge Jodkupfer bereiten, und dieses durchs Glühen mit Braunstein zerlegen,— D, t, Tom, II. pag, 303. 220 Jod, Jodsäure. Theilen Wasser auf, welches dadurch safrangelb gefärbt wird, viel leichter aber in Alkohol, in 10 Theilen, in Aether, in Terpentinöl, mit braunrother Farbe auf. Die wäsrige Auflösung bleicht nicht, entbindet auch kein Sauerstoffgas im Sonnenlicht, sondern es bildet sich Hydviod- und Jodsäure. Merkwürdig ist das Verhalten des Jods zum Stärkemehl, eine Auflösung desselben wird nämlich dadurch intensiv indigblau, auch selbst schwarzblau, röthlichblau gefärbt, und ist so empfindlich gegen die Wirkung des Jods, dafs die kleinsten Mengen(Milliontheil) Jod in einer Flüssigkeit dadurch erkannt werden können; polirtes Silber läuft durch Jod an, ist aber nicht so empfindlich, als Stärkemehl. Nicht alle Abarten des Stärkemehls besitzen diese Eigenschaft, nur das gemeine Stärkemehl, nicht das Inulin und Flechtenstärkemehl. Jod wird nicht selten mit Kohlenpulver, Graphit verfälscht, welches man durch eine Sublimation entdeckt; auch wird es angefeuchtet in den Handel ge- bracht, damit es schwerer wiege. Man gebraucht das Jod in der Technik zur Darstellung von Jod- quecksilber, einer rothen Farbe, die man auf Kattun und als Malerfarbe versucht hat, sie ist nicht eben haltbar. [Jod verbindet sich mit Sauerstoff in einem einzigen Verhältnifs, zur Jo.d- säure, Aeide iodique, Jodie acid; sie wurde von Gay- Lussac entdeckt, von Davy dargestellt. Man erhält diese Säure nicht durch unmittelbare Vereinigung von Jod und Sauerstoff, sondern dadurch, dals man völlig getrocknetes Chloroxydulgas mit Jod in Berührung bringt; letzteres ab- sorbirt das Gas und es entsteht eine pomeranzengelbe Flüssigkeit. Er- wärmt man dieselbe, so entweicht Chlorgas und die Jodsäure bleibt als eine weilse Masse zurück.(Jodsäure bildet sich auch beim Auflö- sen des Jods in alkalischen Laugen, wobei jodsaure Salze nebst Jod- metallen entstehen.) Es ist eine weilse, halbdurchsichtige Substanz, geruchlos, von einem sauren, scharfen, zusammenziehenden Geschmack, schwerer als Schwe- felsäure, röthet Lackmuspapier, zerstört aber dessen Farbe, schmilzt bei einer Temperatur von etwa 300°, verflüchtigt und zersetzt sich dabei in die Bestandtheile. Sie besteht aus: 75,94 Jod und 24,06 Sauerst., oder aus 2 Vol. Joddampf und 5 Vol. Sstgas, wird an der Luft feucht, löst sich leicht in WVasser auf, oxydirt die meisten Metalle, selbst Gold und Plaun; trocken detonirt sie mit brennbaren Körpern(Schwefel, Phos- phor) erhitzt. Sie vereint sich mit Schwefel-, Phosphor-, Salpetersäure zu krystallinischen Verbindungen, wogegen schweflige Säure, Salz- und Hydrothionsäure sogleich zersetzt werden. Mit den Basen giebt sie jodsaure Salze, Jodates, welche neutral meistens schwer löslich sind; dieselben entbinden, wie die chlorsauren Salze, Sauerstoffgas in der Hitze, detoniren mit brennbaren Körpern. Jod verbindet sich mit‘ WVasserstoff zur H ydriodsäure, hydriod- I saure bis, Zusste ent; I Thılen Jot fi wird( Znodsaur, d Ist fhrbli 8 Gin) Irluft Was pp wichtig aachen\ der Rorhal cheider, Ah ılasiure ver Chiloriod bild hilden sich Jo tender Menge sure erhält m in Wasser, in Jaiet, wohe St Die Hissıre I stehend sauren Inatet wulke,$ dem durch den eutmischt, wod Hydındaurs[ festen, kill durch ge Iydriodsanre gröhtenthes and Nydriodige durds Ausetzen Ten von Jod in ke, m dem Ge wie Jod, Bst Nanpf und 1 Y Mana hd. Todkohlens üıle of Carb, hen einer alkoh N Altoho] eilt sul enkugen, Gl, al il Genich 9 In Nlh, a a ec fh wird, y Terpenti, mieht, enthin det Sich Hy, zum Stil r indiehlau,; nplindlich an lionthei]) dot; tes Silber|; tehl, Nicht; U das gene; Jod wird ul nan durch€ len Handıl? uns von] | als Malerhı Itnils, zur Jo! zussae entdel ch unmittelb; dals man vill tt; letzteres a lüssıgkeit. E- Jodsäure bl) Ih beim Auli- [ze nebst Jıl 5, von ein er als Schw >, schmilıt tzt sich dıl Sauerst, 0 ıft feucht, Ibst Gold un! ‚hwefel, Pho ‚ Salpetersiu re, Salz- un sen giebt 5 chwer löslı uerstollga" urlt, hydı | VLATKENE Hydriodsäure, hydriodige S., Jodkohlenstoff.=. sanres Gas, Aeide hydriodique, Hydriodie acid; sie wurde von Gay- Lussac entdeckt. Man erhält sie gasförmig, wenn man Phosphor mit 9 Theilen Jod vermengt, das Gemeng befeuchtet und gelind erwärmt. Hiebei wird das WVasser zersetzt, es bilden sich phosphorige und Hy- driodsäure; das Gas wird über Quecksilber aufgefangen. Es ist farblos, von sauren, stechenden Geruch, specifisches Gewicht 4,4285 Gay-Lussac, 4,37 Berzelius, das schwerste aller Gase, zieht an der Luft WVasserdampf an, verbreitet weilse Dämpfe, röthet Lackmus- papier mächtig, und besteht aus: 99,21 Jod und 0,79 WVasserst., oder aus gleichen Volum Jdampf und WVstgas; es wird durch Sauerstoffgas in der Roıhglühhitze zersetzt, indem sich Wasser bildet und Jod ab- scheidet; ähnlich wirkt Chlor, welches sich mit dem WVasserstoff zu Salzsäure verbindet, und Jod theils abscheidet, theils mit demselben Chloriod bildet. Durch Metalloxyde wird es ebenfalls entmischt, es bilden sich Jodmetalle und Wasser. Es wird vom WVasser in bedeu- tender Menge aufgenommen, wodurch man tropfbar- flüssige Hydriod- säure erhält; man kann jedoch dieselbe auch dadurch erhalten, dals man in Wasser, in welchem Jod fein zertheilt ist, Schwefelwasserstoffgas leitet, wobei Schwefel abgeschieden wird, Die flüssige Hydriodsäure ist farblos, von. sauren Geschmack und stechend sauren Geruch, specif. Gewicht 1,71, sie kocht bei 128°, ver- breitet weilse, stechend saure Dämpfe; an der Luft bräunt sie sich, in- dem durch den Sauerstoff derselben ein Theil der Hydriodsäure sich entmischt, wodurch sich etwas WVasser bildet und hydriodige Säure.— Hydriodsaures Gas verbindet sich mit den Phosphorwasserstoflgasen zu festen, krystallinischen Massen. Die Hydriodsäure giebt mit Basen durch gegenseitige Entmischung Jodmetalle und WVasser, welche man hydriodsaure Salze, Hydriodates nennt; sie lösen sich in WVasser, gröfstentheils auch in Alkohol auf. Hydriodige Säure, Acide hydriodique ioduree, wird sowohl durchs Aussetzen der Hydriodsäure an die Luft, als auch durch Auf- lösen von Jod ın Hydriodsäure erhalten. Eine dunkelbraune Flüssig- keit, von dem Geruch des Jods, schmeckt weniger sauer, mehr kratzend, wie Jod, besteht aus: 99,6 Jod und 0,4 WVasserst., oder aus 2 Vol. Jdampf und 1 Vol. Wstgas, giebt mit Basen doppelte Jodmetalle, die manauch hydriodigsaure Salze, Hydriodates iodures, genannt hat. Jodkohlenstoff 1) mit wenig Jod, Jodure de Carbone, Jo- dide of Carbon, von Serullas 1522 entdeckt, wird durchs Vermi- schen einer alkoholischen Kaliauflösung mit einer Auflösung des Jods in Alkohol erhalten, wodurch sich Jodkalium, WVasser und Jodkohlen- stoff erzeugen. Gelbliche, glänzende Blättchen, von einem safranartigen Geruch, specif. Gewicht 2,0, sind weder in Wasser, noch in Säuren und Alka- lien löslich, aber in Aether, Alkohol; die Auflösungen haben einen süfsen Geschmack. Jodkohlenstoff sublimirt sich bei 100°, schmilzt bei in nn 222 Jodkohlenstoff, Jodkohlenwasserstoff. Brom. N ‚hundel 120° unter Zersetzung, wobei Kohle zurückbleibt; auch durch Chlor Ren, wird er entnischt. Kin ie 2) mit viel Jod, Periodure de Carbone, Periodide of Carbon, von. u Demselben 1824 entdeckt, durchs Erhitzen von Quecksilbersublimat(höch-| an stem Chlorquecksilber) mit dem vorigen... Eine gelbliche, ölartige Flüs- Sn ei sigkeit, von stark angenehmen, aromatischen Geruch, süfsen und küh- Fa" lenden Geschmack, schwerer als conc. Schwefelsäure, wird an der Luft na EN “ durch Entmischung rosenroth, löst sich in VVasser wenig auf, wird Ja Bm 1 von Chlor zersetzt. Tiyekeit, ers Kohlenwasserstoffiod, Hydriodure de Carbone, Hydriodide 2& of Carbon,(Jodäther)s von Faraday 1820 entdeckt; durch Vermen- 1, he ul, gen von Jod mit ölbildendem Kohlenwasserstoffgas und Aussetzen ans An Sonnenlicht erhalten. sches v Heigraue,, kr schon bat+ 3, Jatet die tr in Alkohol, cine Abkochung Krystallisirt in: farblosen, durchscheinenden Tafeln, Prismen, riecht und schmeckt aromatisch, angenehm, ist schwerer als conc. Schwefelsäure, besteht aus: 89,86 Jod und 10,14 ölbild. Kohlenwasserst,, oder aus gleichen Vol, Jdampf und ölb. Kwstgas; schmilzt beim Erwärmen, wird bei 100° sublimirt, und in gröfserer Hitze zersetzt, brennt in der VWVein- geistflamme, löst sich in Aether, Alkohol, fetten und ätherischen Oelen Rt auf, nicht in WVasser, Säuren und Alkalien. PR Mit‘Schwefel und’Phosphor verbindet sich das Jod in mehrern Rs a. Verhältnissen zu grauschwarzen, pomeranzengelben Verbindungen, welche a a, das WVasser zersetzen, indem sich das Jod mit dem VVasserstoff die| Bm vd andern mit dem Sauerstoff des Wassers verbinden. Eben so vereint Am sich das Jod auch mit Chlor zu festen und flüssigen, rothbraunen, gel- Wein ben, flüchtigen Materien, welche WVasser anziehen und zerseizen, Lack- r hl, muspapier bleichen. Tampa Von den Verbindungen mit Brom, Stickstoff, Silicium, Metallen später.] mi h onvl ende desonpdirt, saure Sal, Brör Inn mit hrennh It Wasestoft r. Hrdaoıı. R. Ziehnmties Kapitel| omg somoll daran) =]' Vom Brom."er etc F ) Dromphuph, und [Das Brom*), Bröme, Brom, wurde von Bälard 1826 in der Seesalz- Verden,} ß ne: n;{ Nee Da mutterlauge im südlichen Frankreich entdeckt, im Meerwasser, findet ke auf 2 au sich auch in dem Sectang und der daraus gefertigten Varecsoda, an ie “... St far O8, pı Magnesium gebunden. Man hat es auch in vielen Salzsoolen, im Was- If ID m und Ye ser des todten Meeres entdeckt. Een a 5 5_ Alerstoffen, Man stellt es aus der Salzmutterlauge dar, welche man mit Chlor- vu " tl, well ie & B R». Aut de In ”)d. i. stinkender Stoff, da es einen sehr heftigen, durchdringend ni, ob ®.(| übeln Geruch besitzt,| rt Brom, ich durch ti, °F Carbon, ersublimat(I) che, Ölariee Ri sülsen und Hı, Wird an der lı wenig auf, yı ne, Hydriodi ‚ Qurch Vermi nd Aussetzen ı Prismen, ri; Ic. Schweftlin, serst,, odı ı, Erwärmen si) nt ın der WW) therischen Ol Jod in mel ndungen, vl! Wasserstoff& Eben s0 Verl othbraunen. 2! zersetzen, Lat: Metallen spi in der Secsl wasser, find Varecsoda,% olen, im W: an mit Chl Aurcharinge! Brom, Bromsäure, Iydrobromsäure, 225 gas behandelt, wodurch das Brom aus der Verbindung mit dem Ma- gnesium geschieden wird; hierauf bringt man die Flüssigkeit mit Schwe- feläther in Berührung, welcher das Brom auflöst. Zur ätherischen Auf- lösung wird Kali hinzugefügt, wodurch sowohl bromsaures Kalı als auch Bromkalium sich erzeugt, welche dann mit Schwefelsäure und Braunstein einer Destillation unterworfen werden, wobei Bromdämpfe übergehen und im vorgeschlagenen Wasser Brom niedersinkt. Vom Wasser wird es durch eine Destillation über Chlorcalcıum gereinigt. Das Brom ist bei der gewöhnlichen Lufttemperatur eine dunkelrothe Flüssigkeit, erscheint beim durchgehenden Licht in dünnen Lagen hya- einthfarben, riecht sehr widrig, dem Chloroxydgas ähnlich, schmeckt scharf, widrig, färbt organische Körper vorübergehend dunkelgelb, spe- cifisches Gewicht 2,966; bei— 20° erstarrt es, und erscheint als eine bleigraue, krystallinische, metallglänzende Masse. Es ist flüchtig, kocht schon bei+ 47°, giebt dunkelrothe Dämpfe, deren spec. Gewicht über 5,0, leitet die Elektrieität nicht, löst sich in Wasser etwas auf, leich- ter in Alkohol, am leichtesten in Aether, auch in fetten Oelen; färbt eine Abkochung von Stärkemehl pomeranzengelb. Es verbindet sıch mit Wasser, ohne es zu zerlegen, zu einem Hydrat, welches bei 0° in roihen Oktaödern anschiefst, welche sich noch bei+ 12° erhalten, bei einer höhern Temperatur aber in Brom und bromhaltiges WVasser sich zersetzen. Brom verbindet sich mit Sauerstoff zur Bromsäure, Acide brömique, Bromie acid, man erhält sie aus bromsauren Baryt durch Schwefelsäure; durch vorsichtiges Abdampfen wird sie zur Syrupsconsistenz gebracht, Eine farblose, sauer schmeckende, fast geruchlose Flüssigkeit, röthet Lackmuspapier und bleicht es, besteht aus: 66,18 Brom und 33,82 Sauerst.; wird durch unvollkommen oxydirte Säuren, durch WVasserstoff enthal- tende desoxydirt, wobei Brom sich entwickelt. Ihre Salze, brom- saure Salze, Brömates, entbinden beim Erhitzen Sauerstoffgas, und de- toniren mit brennbaren Körpern. Mit WVasserstoff giebt das Brom 2 Verbindungen. Hydrobromsäure, Acide kydrobrömique Hydrobromic acid, kann sowohl durch unmittelbare Verbindung der Bestandtheile mittelst VVärme oder elektrischer Funken(nicht durchs Sonnenlicht) erhalten, oder aus Bromphosphor und Wasser durch gegenseitige Zersetzung dargestellt werden. Das Gas muls, gleich dem salzsauren Gas, über Quecksil- ber aufgefangen werden, y Es ist farblos, riecht und schmeckt sauer, zieht an der Luft WVasser- dampf an und verbreitet weifse Dämpfe, wird weder für sich, noch mit Sauerstoffgas gemengt, in der Glühhitze verändert, aber durch Chlor zerlegt, welches Brom abscheidet, und salzsaures Gas erzeugt; Kalium, Zinn, Zink, Eisen verbinden sich mit Brom, wenn man sie mit dem hydrobromsauren Gas in Wechselwirkung bringt, und ent- wickeln Wasserstoffgas. Es besteht aus: 98,74 Brom und 1,26 WVasserst., aW/ 224 a nn ET nn Hydrobromsäure, Bromkohlenstoff etc. oder aus gleichen Volum Brdampf und WVstgas; wird vom WVasser stark verschluckt, wodurch flüssige Hydrobromsäure sich erzeugt. Zur Darstellung derselben destillirt man am einfachsten Bromkalium oder Bromnatrium mit verdünnter Schwefelsäure bei vorgeschlagnem WVasser. Sie ist farblos, specifisch schwerer als WVasser, raucht’ und schmeckt sehr sauer, löst Eisen, Zink, Zinn unter Entwickelung von WVasser- stoffgas auf, wird durch Chlor, auch, obschon langsamer, durch Sal- petersäure zersetzt, wodurch Brom frei wird und salpetrige Säure sich erzengt. Diese Flüssigkeit löst, analog dem gewöhnlichen Goldschei- dewasser, Gold und Platın auf; eine ähnliche Zersetzung bedingt auch die Schwefelsäure. Mit Basen giebt sie Brommetalle, oder hydrobrom- saure Salze, Hydrobrömates. Durchs Auflösen von Brom in Hydro- bromsäure entsteht die hydrobromige Säure, Acide hydrobrömique brömde, eine dunkelroth-gelbe Flüssigkeit, welche Gold auflöst und durchs Erhitzen sich zersetzt. Bromkohlenstoff, Brömure de Carbone, Bromide of Carbon, von Serullas 1828 entdeckt, durch Zerlegung des Jodkohlenstoffs ver- mittelst Brom. Eine ölartige, rothgelbe, ätherartig riechende, süls schmeckende Flüssigkeit, schwerer als Wasser, wird bei 0° fest, kıy- stallisirt, zersetzt sich beim Erhitzen, verbrennt mit grüner Flamme, Bromkohlenwasserstoff, Hydröbromure de Carbone, Hydro- bromide of Carbon,(Bromäther), durch Vereinigung von Brom mit ölbildendem Kohlenwasserstoffgas. Eine ölartige, farblose Flüssigkeit, von ätherischem Geruch, schwerer als WVasser, erstarrt ber— 5°, ist sehr flüchtig und verbrennt mit einem sauer riechenden Rauch, Bromschwefel, Bromselen, Bromphosphor; durch Verei- nigung der Bestandtheile, welche in verschiednen Verhältnissen sich mit einander verbinden. Theils feste, theils flüssige Substanzen, roth- braun, gelbroth, lüchug, WVasser zersetzend, es entsteht dabei Hydro- bromsäure, während die andern Körper sich oxydiren,— Chlorbrom, Jodbrom, theils flüssig, theils fest, flüchtig, Lackmus bleichend, in WVasser ohne Zersetzung löslich. Brommetalle werden sowohl auf direktem WVeg, als auch mit- telst Hydrobromsäure und Basen erzeugt, oder durchs Auflösen der Metalle in einem Gemisch von Hydrobrom- und Salpetersäure. Sämmtliche Verbindungen des Broms haben keine technische An- \ wendung.| EIF Sticksto nk IIT2 0 In, Bs kom Hmm nach ‚bet alrlan, in Yituzen, bes (destandihe stellung Kstllgas m rast enthält, ılern Luflaten ut erfüllen dı man ul el \ rndeter Phospl i | al hast gänzlich: wat Dip d ala unhülkn, um och dureh ein lebe Ga har den man Kalhırd Ih at ac 3 Örerke) Aa St due ehstind Öl DI Ah, Sl, De ea Kim Mer mn ek ein "Mei Ay me er el, % if N 08 belle der, U in Niet 05) Verdi “UP mit den N N se) Alt N ls Sn] N ad doch Das] TE U Bi, \ lalıp Yon j; Au Ei / Dh nn Il aBAURy Uhr. eng IR, Wird om Wan sich erzeugt, 7 Bromkaltun M chlagnen: W.,, acht'und sclmerl ung von Way amer, durch Sl detrige Säure) lichen Goldsl) ing bedingt; Y hydrobru, Brom in Hilı de hydrobröni, Gold aullöst| omide of(un, dkohlenstoli n- riechende, sl bei 0° fest, kr rüner Flamn: Darbone, Hylır ; von Brom n blose Rlüssyhı t ber— 3 ı n Rauch, r; durch Ver erhältnissen 5 ubstanzen, nl ht dabei Hyı - Chlorbron ıs bleichend,! ‚hm n als auch ı ıs Auflösen ‚tersäurg, technische 3 Stickstoff. 225 Eilfit eis KRidepite l. Vom Stickstoff.. Stickstoff, Stickstoffgas, Azote*), Nitrogene**), Nitrogen, wurde 1772 von Rutherford von der almosphärischen Luft unterschie- den. Es kommt theils in der atmosphärischen Luft vor, 795. dem Raum nach betragend, theils wird es aus Mineralquellen entwickelt, so auf Ceylan, in Südamerika, in den Pyrenäen. Sehr viele organische Substanzen, besonders thierischen Ursprungs, enthalten Stickstoff als Grundbestandtheil. Darstellung des Stickstoffgases. Da die atmosphärische Luft 792 Stickstolfgas mit Sauerstolfgas, kohlensaurem Gas und Wasserdampf ge- mengt enthält, so ist es möglich, aus derselben durch Entfernung jener Man läfst in einer mit Luft erfüllten durch Wasser gesperrien Glocke Phosphor verbrennen, andern Luftarten_Stickstoffgas auszuscheiden, indem man auf eine Korkplatte ein Schälchen stellt, in welchem ange- Hierdurch wird der Sauerstoff der Luft fast gänzlich verzehrt, aber noch nicht vollkommen, indem die er- zeugten Dämpfe der Phosphorsäure das zurückgebliebne Sauerstoflgas gleichsam umhüllen. Die vollständige Abscheidung des Sauexstoffs wird nun noch durch einige Stangen Phosphor bewirkt, die man ins übrig- zündeter Phosphor sich befindet. gebliebne Gas bringt, Darauf wird es mit Wasser geschüttelt, in wel- chem man Kalihydrat aufgelöst hat, um die Kohlensäure zu entfernen; Man hat es auch aus der atmosphärischen Luft durch Bleiamalgam(Blei + Quecksilber) darstellen wollen; das Bleiamalgam nämlich verbindet sich durch mehrstündiges Schütteln mit dem Sauerstoff, und das Stick- stoffgas bleibt übrig.(Unter Umständen findet sich auch in Gruben Stickstoffgas, wenn nämlich gewisse Fossilien mächtig desoxydirend auf die Luft einwirken, und kein gehöriger Weiterwechsel stattfindet.) Oder man erhitzt eine Auflösung von salpetrigsauren Ammonia<; hier zersetzt sich das Ammoniak und die salpetrige Säure, der Wasserstoff des erstern verbindet sich mit dem Sauerstoff der letzteın zu Wasser, wobei aus beiden der Stickstoff übrig bleibt.— Man entbindet Chlorgas und leitet es in verdünnten Salmiakgeist(Ammoniak), wobei sich das Chlor mit dem Wasserstoff zu Salzsäure und diese mit einem Theil des Ammoniaks zu Salmiak verbindet, Stickstoffgas aber frei wird. Endlich wird auch durch Destillation von magern Fleisch mit Salpetersäure bei einer Temperatur von 25 bis 300 Stickstoffgas entbunden, indem die Säure ee *) D. h, eine zur Unterhaltung des Lebens untaugliche Gasart, ”*) D. h, Salpeter(säure) erzeugender Stoff, I: 15 nn nn rn 226 Stickstoff, Eigenschaften desselben. Atmosph. Luft. ihren Sauerstoff ans Fleisch abgiebt; das zugleich erzeugte Stickstoff- oxydgas wird von einer Eisenvitriolauflösung, durch welche man das Gasgemeng leitet, verschluckt. Das Stickstoffgas ist farb- geruch- und geschmacklos, specifisches Gewicht 0,976, 100 Kubikzoll wiegen 0,15475 preufs. Loth, 1 Kubikfuls 2,6702 pr. Loth, Lichtbrechungsvermögen 1,020, relative Wärme 1,0318. Es kann das Verbrennen nicht unterhalten, brennende Körper verlöschen in ihm, es ist nicht athmenbar, bringt aus Sauerstoffmangel Erstickung hervor,— matte Wetter der Bergleute,— ist nicht brennbar und hat überhaupt zum Sauerstoff eine geringe Verwandtschaft. Mengt man es mit Sauerstoffgas und leitet durch das mit Wasser gesperrte Gemeng elektrische Funken, so erzeugen sich kleine Mengen Salpetersäure, aber nur an den Stellen, wo der elektrische Funke die Gase berührte, ver- binden sich dieselben. Von Wasser und Alkohol wird es wenig absorbirt, 0,04.— Es ist ohne technische Anwendung. Bevor wir zu den chemischen Verbindungen des Stickstoffs mit Sauerstoff übergehen, müssen wir der atmosphärischen Luft gedenken, einer Mengung aus beiden. Die atmosphärische Luft, deren physikalische Eigenschaften bereits in der Physik erörtert worden sind, und welche hier nur zur Vervoll- ständigung des Bildes kürzlich angeführt werden sollen, ist ein Gemeng von 4 Luftarten, von Stickstoff-, Sauerstoff-, kohlensaurem Gas und Wasserdampf. Man hat dieselbe auch für eine chemische Verbindung von Stickstoff und Sauerstoff erklärt, wogegen aber gewichtige Gründe sich beibringen lassen, wovon sogleich das Nähere. Die atmosphärische Luft ist farblos, in grölsern Massen durch Liehtbrechung blau, geruch- und geschmacklos, vollkommen elastisch; man bedient sich des specifischen Gewichts derselben als Einheit für die Bestimmung der specifischen Gewichte der luftförmigen Körper. Im Vergleich mit destillirtem Wasser ist Luft, bei völliger Trockenheit, einer Bärometerhöhe von 28“, einer Temperatur von 0°, unter 45° nörd- licher Breite, 771,74mal leichter als Wasser; 100 Kubikzolle wiegen 0.158564 preufs. Loth, 1 Kubikfuls 2,73998 Loth, 11,68 Kubikfuls 1 Pfünd. Sie ist ein schlechter Leiter für Wärme und Elektricität, dehnt sich für jeden Grad der Celsiusschen Skala beim Erwärmen um 0,00375 ihres Raums aus, den sie bei 0° besitzt; sie ist zum Unterhalten des Verbrennens tauglich, zum Einathmen einzig unter allen Gasarten brauch- bar, denn reines Sauerstoffgas reitzt die Lungen zu heftig. Die Hauptgemengtheile sind Stick- und Sauerstoffgas. Nach vielfältigen angestellten genauen Versuchen ist das Mengenverhältnils bei- der zu einander im Mittel dem Volum nach 79: 21, oder dem Gewicht ch 608 ınier den ka uf den De | nndlpar. | alt Da wilnis ver Ihnen und Ani dieserhal oxtlt, das or dem obig Ihre Sauerst Anpen beim zeichlals jene | kumen, wenn sul; und dies Dim dichtesten mihlge feiner u si die Zt eine Mine in der Zuf mh feine Risse Aueh u, 3, Way dere Gage) 6 1er Menschen, gt, 0 mind di | Mr, dach mi I tee Hp "dm of tote | ae ug, U Tin ten Hahn Pillen do uch h Dee de} u = Bm SEE E Ze) = = = = ph. Luft zeugte Sticksht welche may}; klos, Specifischz oth, l Kulikti, > Wärme Lo Örper verlösehn angel Erstickn u! Nengt manı esperste Gem alpetersäure, ah se herührte, 1. wenig abs 3 Stickstofs ni n Luft gedenba :nschaften her nur zur Ve! , Ist ein Gen saurem Gas ı sche Verhindz wichtige Gr! n Massen dı ımmen elasli als Einhei! sen Körper,| ger Trockel ‚ unter 1 ubikzolle wi; 1,68 Kubikil lektrieität, il pen UM 0.0 Unterhalter' Gasarten br tig,| ‚offgas. N onyerhältis h ler dem Gent # Atmosphärische Luft. 227 nach 76,91 Stickstoff und 23,09 Sauerstoff, Weder unter der Linie noch unter den kalten Zonen, weder im Sommer noch im Winter, weder auf hohen Bergen, oder überhaupt in höhern Regionen(aus einer Höhe von 24600 par.Fuls über dem Meeresspiegel brachte Gay-Lussae bei einer Luftfahrt Luft nach Paris herab) noch in der Tiefe ist dieses Mengen- verhältnifs verschieden, sowohl in der freien Atmosphäre, als auch in Zimmern und sonstigen Räumen gleich. Man hat vor einigen Jahren in Paris dieserhalb Versuche in mit Menschen sehr angefüllten Theatern angestellt, das Resultat ‚bewies, dafs keine bedeutende Abweichung von dem obigen Mittel stattfand. Obschon nämlich Menschen und Thiere Sauerstoff aus der Luft beim Einathmen absorbiren, Lichte und Lampen beim Verbrennen zur Erzeugung von Kohlensäure und Wasser gleichfalls jenes Gas verzehren, so vermindert es sich dennoch nicht in Räumen, wenn sie nur nicht vollkommen Iuftdicht verschlossen sind; und dies sind alle unsre Zimmer, Säle, Schauspielhäuser nicht. Beim dichtesten Verschlufs guter Thüren und Fenster giebt es noch unzählige feinere und gröbere Spalten, Klüfte, Poren, durch welche sich die Luft einen Weg bahnt, selbst, wie wir so häufig erfahren, der feine in der Luft schwebende Staub.(Es: ist kaum glaublich, durch welch feine Risse und Spalten, durch gesprungene Glasglocken hin- durch z. B. Wasserstoffgas entweichen kann. Aehnlich verhalten sich andere Gase.) Wird nun in verschlofsnen Räumen durchs‘ Athmen vieler Menschen, durchs Verbrennen der Lichte und Lampen Wärme erzeugt, so wird die Luft in den Zimmern sich ausdehnen, wird leich- ter, dadurch wird das Gleichgewicht mit der äufsern Luft aufgehoben, und letztere dringt(nach dem aörostatischen Lehrsatz von dem Luftzug und Wind) in die dünnere Luft der Zimmer ein, Dadurch findet, selbst bei dem sorgfältigsten Schluls der Zugänge, ein steter Zufluls von fri- scher atmosphärischer Luft und Abfluls von warmer Luft der Zimmer, um so mehr wenn Thüren und Fenster mitunter geöffnet werden, statt. Von einem relativen Mangel an Sauerstoffgas in der Luft kann in obi- gen Fällen also nicht die Rede sein, In Betreff des Wa sserdampfs, welcher in der Atmosphäre nie fehlt, selbst nicht in der heifsen und scheinbar trocknen Luft der Sand- wüsten Afrikas und Asiens, kann hier nur im Allgemeinen bemerkt werden, dafs der Gehalt der Luft an Wasserdampf sehr verschieden ist, nach Maafsgabe der Jahres- und Tageszeit, Lage der Orte rücksichtlich ihrer Erhebung über den der Nähe von Gewässern, oder Sandebenen, von Gebirgen, kultivirten oder wüsten Land, der herrschenden Winde, lokaler klimatischer Ver- hältnisse, Es ist aus der Physik bekannt, dafs die Menge des Wasser- 152 der Lufttemperatur, der Meeresspiegel, 22 Atmosphörische Luft. dampfs, den die Luft bei verschiednen Temperaturen aufzunehmen im Stande ist, sich nach jenen richtet, so dals eine wärmere Luft mehr, und eine kältere weniger Dampf aufnimmt, um das Maximum der Feuch- tigkeit zu erreichen, so dafs eine dem Gewicht nach geringe Menge Dampf in kalter Luft eine vollkommne Sättigung bewerkstelligen kann, während eine viel gröfsere in heilser Luft sich unsrer sinnlichen Wahr- nehmung durchs Gefühlorgan zu entziehen vermag. Man schätzt durch- sehnittlich den Gehalt der Luft an Wasserdampf 0,01 dem Gewicht nach. Die Quantität kohlensauren Gases in der Luft ist verhältnils- mäfsig sehr gering, viel weniger als man bei der grolsen Masse athmen- der Menschen und Thiere, verbrennender kohliger Substanzen, gähren- der und faulender organischer /Materien vermuthen sollte, Dagegen ist aber auch bekannt, dals die Pflanzen unter Vermittlung des Lichtes kohlensaures Gas verschlucken, und es in Kehlensteif und Sauerstoff zersetzen, erstern verwenden sie zu ihrer Organisation, letzteres athmen sie aus. Nach Versuchen, welche Saussure eine Reihe von Jahren fortgesetzt hat, ist der Kohlensäuregehalt der Luft im Sommer, sowohl in Städten als auch auf dem Lande, auf Bergen, über Wasser grölser, als im Winter, wie 10,83: 7,28 in 10000 Gewichtstheilen; auch ist die Menge des kohlensauren Gases nicht zu jeder Tageszeit gleich, die milt- lere Menge beträgt zur Mittagszeit 0,000490,, das Maximum 0,000620, las Minimum 0,000370 dem Volum nach. Während der Nacht ist mehr kohlensaures Gas in der Atmosphäre als bei Tage, wenn das Weiter ruhig ist, Es stünden demnach; abgesehen von dem Gehalt an Wasserdampf und fremdartigen Beimengungen, die Gemengtheile der atmosphärischen Luft in folgendem Verhältnifs zu einander: 21,000 Vol. Sauerstollgas 78,999— Stickstoffsas 0,001°— kohlensaures Gas 100,800— atmosph. Luft. [Es ist schon oben erwähnt worden, dafs einige Chemiker die atmosphä- rische Luft als ein Suboxyd des Stickstoffs, als eine chemische Ver- bindung desselben mit Sauerstoff betrachten, hauptsächlich weil beide in einem stets sich gleichbleibenden Verhältnils zu einander stehen, und die Sauerstoffmenge der Luft fast die Hälfte der Sauerstolfmenge im Stickstoffoxydulgas ist(siehe unten). Dagegen kann mit Grund einge- wendet werden, dals ein constantes Verhältnifs der Gemengtheile für sich allein noch nicht für eine chemische Verbindung entscheidet, zumal da mit der gröfsten Leichtigkeit der Luft der Sauerstoffgehalt entzogen und dann Stickstoff wieder zugefügt werden kann, ohne dals eine Raumesver- | enemoder \ de luft ein Jıft ak, sole dchtg d Yale un almOS] Suestoll- fl» und 9 Sale IM) wnach einer | il sein m {is Brechun ws sonst im Auer die m nachı Verkäl rt; zB, Ko Jens Schmelelm: saes(as an di (ir nrdlichen 8 " Ohemische P nl Sams der In uncs Therm Yan das Vofahn Slstanen, wie( Ihr Iyonder m las(1) len md, ht “ | leer gnang, Im da Geha Prbnen, Yy oe Kin, der ln m sn, m ax all ill Kl, Seel ! N mit Phant | 0) "N, entwei Mar ' Gef, A "ng mehr ul, Gef, If { aufzunehmen I mere Luft mel imum der Feutl geringe Men ehstelligen ku, innlichen W; n schätzt dur. Gewicht na, ist verhält. Masse athme Stanzen, gühre te, Dagegen i ung des Lid Fund Saunif letzteres ıllın he von Jim Sommer, somil Wasser grüls en; auch ist di gleich, die ni imum. 0,008 Nacht istntt enn das Wein ın Wasserdiuf atmosphärstn | r die atmosp" chemische 1! lich. weil bi der stehen, in erstolfmeng:" it Grund a ngtheile für® heider, zum ‚lt entzogen! eine Rauna" u u innen Atmosphärische Luft, Eudiometrie. 229 dichtung dabei stattfände, die stets erfolgt, wenn sich Gase ‚in andern Verhältnissen als 1:1 dem Raum nach mit einander verbinden, Bringt man atmosphärische Loft mit Wasser in Berührung, so absorbirt es Sauerstoff- und Stickstoffgas nach seinem relativen Vermögen.von dem einen oder dem andern mehr oder weniger zu verschlucken.. VVäre aber die Luft eine chemische Verbindung, so müfste wohl das WVasser die Luft als solche absorbiren, wogegen man in demselben mehr Saner- stoff- und weniger Stickstoffgas findet, als in der Luft(siehe aben Seite 102). Endlich ist auch das Lichtbrechungsvermögen so grofs, als es nach einer Berechnung aus dem Lichtbrechungsvermögen der Gemeng- theile sein müfste, indem, wenn es eine chemische Verbindung wäre, das Breehungsvermögen entweder gröfser, oder kleiner sein würde, wie es sonst immer der Fall ist. Aulser diesen vier Gemengtheilen enthält die Luft an einzelnen Siel- len nach Verhältnifs der Umstände noch andere Gase und Dämpfe beige- mengt; z. B. Kohlenwasserstolfgas in Sumpfländern, in Steinkohlengru- ben; Schwefelwasserstoffgas an Schwefelquelten; schwefligsaures, salz- saures Gas an den Kratern der Vulkane, letzteres auch über der See (der nördlichen Erdhälfte) ete, Chemische Prüfung der Luft. Dafs man den Grad der Elastieität und Spannung der Luft durchs Barometer, und_ die Temperatur dersel- ben durchs Thermometer ermittelt, ist aus der Physik bekannt, ebenso auch das Verfahren, den Feuchtigkeitszustand durch hygroskopische Substanzen, wie Chlorcaleium, zu bestimmen, oder aus den Angaben der Hygrometer zu finden. Wie kann aber der Gehalt an Sauerstoff,, (kohlensaurem Gas) bestimmt werden? Das Verfahren, welches einge- schlagen wird, hat man Eudiometrie*), die Instrumente Eudio- meter genannt, Um den Gehalt an Sauerstoff zu erforschen, mufs man aus einem gegebnen, genau gemelsnen Raum den Sauerstoff durch irgend einen Körper, der bedeutende Verwandtschaft zum Sauerstoff besitzt, absorbi- ren Jassen, um aus der Raumesabnahme auf den fraglichen Sauerstoff- gehalt schliefsen zu können. Zu dem Ende hat man Phosphor,\Vas- serstoff, Schwefelkalium, Stickstoffoxydgas etc, angewendet, [Um mit P hosphor die Untersuchung anzustellen, verfährt man zwei- fach, entweder man läfst denselben in einem schmalen, mit Wasser ge- sperrten Gefäfs, mit der Luft so lange ın Berührung, bis keine Raumes- verminderung mehr zu bemerken ist, worauf man den Phosphor entfernt und das Gefäfs luftdicht verschliefst und schüttelt; oder man zündet in ”.= 4».. ) D. h, die Kunst die Güte der Luft zu messen, nn u nn 250 Eudiometrie, Volta’s Eudiometer. einem eigens dazu geblasenen Probeglas, welches mit Luft gefüllt und mit Wasser gesperrt ist, den in der Umbiegung liegenden Phosphor durchs Erhitzen mittelst einer Weingeistlampe an, worauf derselbe rasch verbrennt, Auch hier ist esnöthig, das Gefäls zu schütteln.— Erklärung. Im ersten Fall bildet sich, wie Seite 189 bereits gelehrt worden ist, phosphorige auch etwas Phosphorsäure, welche beide mit WVasser, welches sie mächtig anziehen, eine saure Flüssigkeit bilden; im letztern aber nur Phosphorsäure, welche gleichfalls vom Wasser aufgelöst wird. Das Schütteln dient nur die Phosphordämpfe, welche sich in dem Stickstoffgas befinden dürften, zu condensiren.] Mit Wasserstoffgas lehrte Volta die Luft analysiren, und sein Instrument, das Wasserstoffgas-Eudiometer, ist nach manchen Vereinfachungen jetzt das gebräuchlichste.(Vergleiche das Seite 44 über das Instrument bereits gesagte und Tafel 1. Fig. 28 und 41.) Soll das Instrument gebraucht werden, so wird der Detonations- cylinder mit ausgekochtem destillirten Wasser gefüllt, auf die Brücke einer mit reinem Wasser gefüllten pneumatischen Wanne gesetzt, der untere Hahn geöffnet. Man lälst abgemelsne Mengen atmosphärischer Luft, z. B. 6 Maafs derselben, hineinsteigen, setzt dazu die Hälfte, oder 3 Maafs, reinstes Wasserstoffgas, und leitet einen elektrischen Funken hindurch, worauf ein Verbrennen von Wasserstoff auf Kosten des Sau- erstoffs der Luft stattfindet. Das durchs Detoniren erzeugte Wasser wird von dem Sperrwasser aufgenommen, welches in die Höhe steigt, da ein bedeutender Theil des vorigen Luftquantums verschwunden ist. Nachdem der Apparat sich abgekühlt hat, setzt man die mit Wasser ge- füllte Mefsröhre auf den obern mit Wasser angefüllten Trichter, öffnet den obern Hahn, und läfst so die rückständige Luft in jene einströmen. Ist dieses vollkommen erfolgt, so taucht man das Eudiometer unter Was- ser, nimmt die Mefsröhre ab, und beobachtet nun, wie viel die zurück- gebliebne Luftmenge noch beträgt. Vergleicht man den Rückstand mit dem anfänglichen Quanto, so ergiebt sich, wie viel sich durchs Verbren- nen aus dem Sauerstoff der Luft und einem proportionalen Theil Wasserstoff Wasser gebildet hat. Da nun das Wasser aus 1 Volum Sauerstoff- und 2 Vol. Wasserstoffgas gebildet wird, so ist% des ab- sorbirten Luftquantums= dem Sauerstoffgehalt des erzeugten Wassers, also auch= der in der atmosphärischen Luft enthaltnen Menge Sauer- stoffgas. Beispiel 100 Vol. atmosph. Luft, 50 Vol. Wasserstoffgas, Rück- stand 87, Absorptionsquantum 63, also>—= 21 der Sauerstoffgehalt der 63 Theile erzeugten Wassers, oder der 100 Theile atmosph. Luft.— Stait dieses zusammengesetzten, theuren Instruments bedient man sich auch eier€ Inasrre Ihr D ade rerollk {ih einen€ pn Nachteil irsurem A emckelt sie ischranmm(8 zn mit eina a, um die K # vorher aus nd Wasserstn ılınahlige Wa nodurch der$ ri, als auf dı Inmmne Wasser Dils das Pi gehtncht werde In, indem man | Ka and& des nnehnen, | it Schwefelk; stem Wayser melsnes Onantı sehen von den. y Sures Kalı bilde, Im Aborptone Sic dad Aromen Brg den ühnpa, ehed: Verahr een | Id Ah | ih der hi allen themi ; lee, oder r Akku Stalfind N dehmen, Ole By Ik N] Ih y Melle I N| Luft gefüllt un ‚enden Phosplı worauf dersdh; zu schütteln,— ) bereits gellhn velche beide n) üssigkeit. bilde, ls vom Was dämpfe, welt ren.) ysiten, und 9 t nach mandın he das Seit| $ und 41.) ler Detonii auf die Bril nne geseizt, atmosphärid die Hille,« trischen Ful Kosten des$ı erzeugte Wa die Höhe st erschwunden i » mit Wasir; Trichter, Ü jene einst yeter unter) viel die zu ı Rückstand ı durchs Verir yrtionalen 1! er aus 1\t so ist Z dei ‚eugten Was ‚n Menge Sa ‚stoffgas, N erstoffgehal nosph. Ju ‚dient mu® nn———.„Zu Eudiometrie. 2 auch einer einfachen, aus stärkem, gut gekühlten Glas gefertigten De- tonationsröhre, Fig. 26 Tafel I.,(vergleiche Seite 43.) Durch Döbereiner’s Entdeckung ist das Wasserstoffgas- Eudiometer sehr vervollkommnet und vereinfacht worden, indem die Detonation durch einen elektrischen Funken nicht mehr nöthig ist, wodurch meh- rere Nachtheile entstanden, als z. B. die gleichzeitige Bildung von sal- petersaurem Ammoniak, durch den plötzlichen Druck aufs Spertwasser entwickelt sich aus diesem Luft ete. Man verfertigt nämlich aus Pla- tinschwamm(siehe Seite 99) und 4 Theilen Thonerde, welche man genau mit einander mengt, kleine Thonkugeln, knetet kleine Platinöhsen ein, um die Kugeln mittelst eines Drahts entfernen zu können, glüht sie vorher aus, und bringt sie dann in ein Gemeng von atmosph. Luft und Wasserstoffgas. Der dem Thon beigemengte Platinstaub bedingt eine allmählige Wasserbildung ohne Detonation und Gefahr fürs Instrument, wodurch der Sauerstoffgehalt der Luft selbst noch genauer gefunden wird, als auf dem frühern Weg der Detonation, indem hier eine voll- kommne Wasserbildung stattfindet. Dals das Voltasche Instrument auch zur Untersuchung solcher Gase gebraucht werden kann, welche Wasserstoflgas als Bestandtheil enthal- ten, indem man dann Sauerstoffgas hinzusetzt, ist leicht ersichtlich; dann sind 2 des verschwundnen Luftvolums= dem Wasserstoffgehalt zu nehmen. [Mit Schwefelkalium( Schwefelleber), welches frisch bereitet in de- stillirtem VVasser aufgelöst wird, schüttelt man einige Minuten ein ge- melsnes Quantum atmosph. Luft; hierdurch wird der Sauerstoff der- selben von dem Schwefelkalium absorbirt, indem sich unterschweflig- saures Kalı bildet. Die Sauerstoffmenge in der Luft wird dann nach dem Absorptionsquantum geschätzt.(Unzuverlässig, indem auch etwas Stickstoffgas dadurch verschluckt wird). Abbildung des Hope’schen In- struments in Brande’s Manual of chemistry Vol. I. p. 382.— Von den übrigen, ehedem gebrauchten und vorgeschlagnen Eudiometern und Verfahrungsweisen kann hier nicht die Rede sein.] Da die Atmosphäre die Erde umgiebt, so sind alle irdischen Gegen- stinde der steten Einwirkung derselben ausgesetzt, und wir müssen da- her bei allen chemischen Erscheinungen, welche nicht geradezu in ei- nen luftleeren, oder in einem mit anderer, sauerstofffreier Luft ange- füllien Raum stattfinden, auf den Sauerstoff und dessen mächtigen Einflufs Rücksicht nehmen. Das Athmen, das Verbrennen, Gährung und Fäulnils geben grofsartige Beispiele des Einflusses der atmosphärischen Luft auf die Sinnenwelt. In wiefern die Luft bei der Heitzung durch Brennma- teriallen jeder Art, bei Feuerungsanlagen, wirksam ist, haben wir schon 252 Stickstoffoxydulgas, Stickstoffoxydgas.| . er...| h uftels früher beim Verbrennen Seite’ 77 u. f. gezeigt, eben so wie man die mit sine stinkenden Ausflüssen verwesender organischer Körper geschwängerte Luft Il, er ey=;\ 2 vice$ durch Chlor und namentlich Chlorkalk reinigen kann(siehe Seite 203). Im ic Der Stickstoff verbindet sich mit Sauerstoff in 4(oder 5) Ver- Far hältnissen, von denen 2 Oxyde, 2(oder 3) Säuren sind, ui Te i ll, un [D Stickstoffoxydulgas, Gas protoxide d’Azote, Protoryde of lu Nitrogen, Nitrous oxyde, von Priestley 1772 entdeckt, von H, Davy 5 Sp 1800 genauer untersucht, kommt nicht in der Natur vor. Man erhält fell weld a a:= nunelt, es durchs Zuudaa von salpetersaurem Ammoniak in einem Kolben mit yönäune ver Gasröhre, Fig. 7 Tafel I., und fängt es über Quecksilber oder einer ge- sättigten Kokhealzaofiöäiue auf. Ein Theil des Sauerstoffs der Salpeter- aSanerstof säure(3) verbindet sich dabei mit dem WVasserstoff des Ammoniaks iber an, WI zu Wasser, der Stickstoff des Ammoniaks und der Salpetersäure mi: Ps ist far dem übrigen Sauerstoff der letztern(2) zu Stickstoffoxydul. Die Ent- sch. so bald mischung erfolgt etwa bei 250°, grölsere Hitze kann eine Explosion be- tragen D dingen.(Auch durchs Behandeln des Zinns oder Zinks mit sehr ver- lien A dünnter Salpetersäure, durch partielle Desoxydaton des Stickstoffoxyd- le gases durch VVasserstoffgas schwellige Säure, kann ınan Stickstoffoxy- u n dulgas erzeugen.)| un a: Es ist farblos, riecht nicht unangenehm, schmeckt süfslich, specihi-| Demi Jh sches Gewicht 1,527, 100 Kubikzoll wiegen 0,2421 pr. Loth, 1 Kubik- Sao al u fuls 4,18395 pr. Loth, Lichtbrechungsvermögen 1,710, relative VVärm« Stelst, und 53.0: 1.3503; es wird durch grofsen Druck tropfbar flüssig, Es ist nich; md durch Glih brennbar, unterhält aber das Verbrennen brennender Körper, welch:|(Speer) 0 in ihm wit hellerem Licht fortbrennen als in atmosphärischer Luft amt 05 do zum Entzünden ist jedoch eine grölsere Erwärmung nöthig als im Sauer ul, Raodi DOG, 28 SCHON, stoffgas; ein glimmender Spahn fängt in diesem Gas an lebhaft mt Kine “ ER gr 3 Nie, indem€ Flamme zu brennen. Es ist auf eine kurze Zeit athmenbar, erzeujt{ ;:; ae; J zit anf dreht Heiterkeit(mitunter aber auch Traurigkeit), darauf berauscht es, we-| rel . A NERr,, ne F alnakane ATi eher Zustand jedoch bei baldigem Aufhören des Einathmens nicht lange Sipeesnrer Salz anhält; wird aber dasselbe noch länger geathmet, so entsteht Bewuls- IN Bktof eine michi Ro] Il)| technisch henlsch losıgkeit und alle Symptome des Schlagflusses, oder auch Raserei, de ein schlimmes Ende nehmen können. Thiere sterben in dieser Gasaı am Schlagflufs. Es hesteht aus: 63,9 Stickst. und 36,1 Sauerst., ode i Dan, If ‚ aus 2 Val. Ststgas und I Vol. Sstgas, wird durch Glühhitze in Stickstof- N hi NEE und Stickstoffoxydgas, durch elekirische Funken in seine Elemente ze- kunt il); Netn Stlstfhpp setzt, verpufft mit VVasserstoffgas gemengt beim Entzünden heftig. Es E I° 8 wird von WVasser, Alkohol verschluckt, ersteres nimmt 7 seines Voluns letzteres 14 auf, auch von Aether und Oelen.| n le \ ä z rei 2). Stickstoffoxydgas, Salpetergas(Salpeterluft), Gas deutojide ya . re Sehent d’dzote, Gasnitreug, Nitrie oxide, Nitrous gas, von Hales beobachtet, Ed, h » mr». Ar 2 Urelber von Priestley 1772 beschrieben, kommt in der Natur nicht vor. Pf,| Es bildet sich dureh eme unvollständige Desoxydation der Salneter- HER In + U “U Yen IS, wie man die u schwängere], iehe Seite a) 4(oder N | . » Protorude it, von H,Dı or. Man er} rem Kolben ı; rt Oder einer» NIS der Salpete des Ammonkık re alpetersäure n sydul. Die Hi nel splosion g Loth,| Kl- ‚ relative Win 9, Es ut ad Körper, welt sphärischer Iıf ug als im Sau an lebhaft n menbar, erz rauscht es, W nens nicht lı ntsteht Bewn ıch Raserei,! in dieser. Gax | Sauerst., ‚ze in Stickit ne Elemente[An . hi} Ian inden heitı?. % seines Val h, Gas deuto Jules beobac icht vor. ‚on der Dal! a EEE u on mein m nm ge ee Stickstoffoxydgas, Salpetrige Säure. 233 säure mittelst oxydirbarer Körper, wie Kohle. Schwefel, Phosphor, Metalle, mit Ausnahme derer, die sich durch Salpetersäure nicht lösen, organischer Substanzen. wie z.B. Stärkemehl, Zucker, Melasse, Gummi. Man nimmt gewöhnlich Kupfer, auch Quecksilber, übergielst es mit mälsig verdünnter Salpetersäure in einem Kolben mit Gasrohr, Fig. 7 Tafel I., und giebt gelinde Wärme. Hierdurch bildet sich salpetersau- res Kupferoxyd und Stickstoffoxydgas, indem durch einen Theil(2) des in der Salpetersäure enthaltnen Sauerstoffs das Metall sich in Oxyd um- wandelt, welches sich mit einer andern Portion unzersetzt gebliebner Sal- petersäure verbindet, der Stickstoff der Salpetersäure aber mit dem übri- gen Sauerstoff(3) derselben Stickstoffoxyd bildet. Wendet man Queck- silber an, wobei übrigens der Vorgang derselbe, so erhält man es reiner. Es ist farblos. Geruch und Geschmack sind unbekannt, indem es sich. so bald es mit der Luft in Berührung kommt, oxydirt und in sal- petrigsauren Dampf übergeht, specifisches Gewicht 1,0393, 100 Kubik- zoll wiegen 0,16479 preuls. Loth und 1 Kubikfufs 2,8476 pr, Loth, Licht- brechungsvermögen 1,030. Es ist nicht brennbar, löscht die mehrsten brennenden Körper aus, angezündeter Phosphor brennt aber in demsel- ben mit lebhaftem Lieht; es oxydirt sich an der Luft sogleich, nimmt Sauerstoff auf und geht in salpetrige Säure über. Es besteht aus: 46,95 Stickst. und 53,05 Sauerst., oder aus gleichen Vol. Ststgas und Sstgas, wird durch Glühhitze, durch elektrische Funken in salpetrige Säure (Salpetersäure) und Stickstoff zerlegt. Reines, ausgekochtes Wasser nimmt 0,05 davon auf, desgleichen Oele, Salpetersäure, Eisenoxydul- salze. Es gehört, obschon es nicht sauer reagirt, zu den säureähnlichen Körpern, indem es mit Basen Verbindungen eingeht, welche man zwar nicht auf direktem Weg, sondern nur durch lange andauerndes Glühen salpetersaurer Salze darstellen kann. Das Stickstoffoxydgas spielt bei der Erzeugung der Schwefelsäure eine wichtige Rolle,(siehe oben Seite 169); es entbindet sich bei vielen technisch-chemischen Prozessen, und erscheint dann als salpetrigsaurer Dampf, indem es sich an der Luft oxydirt, 3) Salpetrige Säure, Acide hyponitreuzx(nitreux), Nitrous aeid, kommt gleichfalls in der Natur gebildet nicht vor, erzeugt sich jedesmal, wenn Stickstoffoxydgas mit Sauerstoffgas in Berührung kommt; 4 Vo- lum des erstern erfordern 1 Volum des letztern. Man kennt die salpe- irige Säure im Allgemeinen noch nicht vollständig. \ Sie erscheint bei der gewöhnlichen Temperatur der Luft als ein dımkel rothgelber Dampf, w’rd bei— 20° tropfbar flüssig von dunkel- grüner Farbe, hinterläfst beim Destilliren eine dunkelgelbe Flüssigkeit, weshalb man vermuthen kann, dafs sie im reinen Zustand blau gelärbt N m 0 eanezı= 234 Salpetrige Säure. sein dürfte. Sie besteht aus: 37,12 Stickst. und 62,88 Sauerst., oder aus 2 Vol. Ststgas und 3 Vol. Sstgas, färbt organische Körper bleibend gelb, ist für die Lungen sehr nachtheilig, bringt Erstickung"hervor, wird von Wasser unter Zersetzung aufgenommen, es erzeugt sich Salpetersäure und Stickstoffoxydgas, letzteres entweicht unter Aufbrausen, und wird an der Luft zu salpetriger Säure. Dabei findet ein Farbenwechsel statt, ganz ähnlich demjenigen, welcher bei der rauchenden Salpetersäure wird angeführt werden. Die salpetrige Säure oxydirt mächtig oxydirbare Körper: Phosphor, Schwefel, Kohle, Metalle, erstere werden in Säuren verwandelt, letztere in Oxyde. Salzsäure, Hydriod-, Hydrobrom-, Hy- drothionsäure werden zersetzt, letztere unter Feuererscheinung und Ex- plosion, indem sich Wasser bildet. Die salpetrige Säure wirkt auf trockne schweflige Säure nicht ein, aber unter Vermittelung von Wasserdampf wird letztere in Schwefel- säure, erstere in Stickstoffoxydgas verwandelt,(siehe bei der Schwefel- säure Seite 169). Hauptanwendung in der technischen Chemie zur Dar- stellung jener Säure. Salpetrige Säure mit Salpetersäure verbunden giebt rauchende Salpetersäure(siehe weiter unten bei der Salpetersäure); im Goldscheidewasser ist gleichfalls salpetrige Säure vorhanden(siehe oben Seite 213), und wirkt auf Schwefel, Phosphor, Kohlenstoff ete. oxydi- rend ein, während mit Metallen das Chlor jener Flüssigkeit sich ver- bindet. [Verbindungen der salpetrigen Säure: a) Mit Schwefelsäure. WVenn man ein Gemeng von Stickstoff- oxyd- und Sauerstoffgas mit concentrirter Schwefelsäure sperrt, so ver- schluckt diese die gebildete salpetrige Säure; eben so wenn schwellig- und salpetrigsaures Gas in einem mit atmosphärischer Luft und WVas- serdampf erfüllten Raum aufeinander einwirken. Es bilden sich dann weilse Krystalle, welche bei gelindem Erwär- men schmelzen und aus 80,77 conc. Schwefels. und 19,23 salpetriger S. bestehen, sich bei gröfserer Erwärmung, durch Berührung mit Wasser zersetzen, indem das letztere von der Schwefelsäure gebunden wird, und die salpetrige Säure in Stickstoffoxydgas, welches sich an der Luft wie- der in salpetrige Säure umwandelt, und in Salpetersäure zersetzt wird. WVerden jene Krystalle destillirt, so geht eine Verbindung von Schwe- fel- und Salpetersäure über, welche durchs Erwärmen nicht getrennt werden kann, specifisches Gewicht 1,94 bis 96. Deshalb ist es wichtig für die Darstellung der Schwefelsäure, dieselbe in den Bleikästen nicht zu lange stehen zu lassen, weil sie sonst leicht Salpetersäure aufneh- men kann, die man durchs Concentriren nicht zu beseitigen im Stande ist. b) Mit Salpetersäure, rauchende Salpetersäure,(siehe diese weiter unten). Ba ( Nint), un kn Jundurch€ Suestoflgs ya Bleiosf fire wird 1Salpe! jpnt de Nitr An kommt Ik Nazıesi ten Zustan runde. früher eter dargese Ihren Gold vo alt, este Salpetersin und Sauersoßz scher Funken hi aler mar an den eteht Super Zonen wird, wandtschat den Gemeng ch en Ein um vis bei eine betächi ensteende Sippe Bshıllet sch ah ann Ammon | Mali ku Ger geumaser, welch Spıren 7M sılnet Fun de Se Iigem) Kal[wo Air eilstehen 5 Ü beine I Kl I, bei Kal lnzem Nu tl üi a u Sal AUORE eine anerst, Oder a er bleibend ol Iervor, wird ch Salpetersin, sen, und wi enwechsel sit n Salpetersiu, htig oxydirhir den in Säum ‚drobrom-, IH. einung und Er Säure nicht eh e in Schwell i der Schmil hemie zur Da. rerbunden gilt petersäure); in len(siehe obtı stoff ete, onylı igkeit sich vr von Stickstolt sperrt, so ww renn schwell uft und Wi indem Eri: ; salpetriger) g mit Wasst den wird, und der Luft we zersetzt wid ;g, von Schwe: nicht getrent! ist es wicht leikästen nic! saure aufnel ‚ im Stande (siehe die Salpetrigsaure Salze, Salpetersäure. 235 ce) Mit Basen giebt dieselbe salpetrigsaure Salze, Hyponitrites (Nitrites), welche nicht durch unmittelbare‘Vereinigung dargestellt werden können, indem sich dadurch die salpetrige Säure zersetzt, son- dern durch gelindes Glühen' der betreffenden salpetersauren Salze, wobei Sauerstoffgas entbunden wird; oder durch Zerlegung von salpetrigsau- rem Bleioxyd mittelst:verschiedner schwefelsaurer Salze. Die salpetrige Säure wird leicht ausgetrieben.] 4) Salpetersäure, Acide nitrique, Nitric acid, Salpetergeist, Esprit de Nitre, Spirit of Nitre, Scheidewasser Eau forte, Aqua fortis, kommt an Basen gebunden in der Natur vor, an Kali, Natron, Kalk, Magnesia, sowohl im Mineral- als im Pflanzenreich, nicht im iso- lirten Zustand. Schon im 13ten Jahrhundert war sie gekannt, und wurde früher blos mittelst Eisenvitriol und Thon(Lehm) aus dem Sal- peter dargestellt. Der Name Scheidewasser bezieht sich auf das Ver- fahren Gold vom Silber durch diese Säure zu scheiden, letzteres wird aufgelöst, ersteres nicht. Salpetersäure wird erzeugt, wenn man ein Gemeng von Stickstoff- und Sauerstoffgas durch Kaliauflösung sperrt, und eine Anzahl elektri- scher Funken hindurchleitet, Hiedurch verbinden sich die beiden Gase, aber nur an den Stellen,' wo der elektrische Funke sie berührte, es entsteht Salpetersäure, welche von dem Kali der Sperrflüssigkeit auf- genommen wird, welches auch seiner Seits durch prädisponirende Ver- wandtschaft den Bildungsprozefs befördern dürfte(?). Setzt man dem Gemeng noch etwas Wasserstoffgas hinzu, so ist die Salpetersäurebil- dung um vieles erleichtert, indem durch dieses sich Wasser bildet, wo- bei eine beträchtliche Erwärmung stattfindet, und zugleich auch für die entstehende Säure das zu ihrer Existenz nöthige Wasser beschafft wird. Es bildet sich aber auch hiebei etwas salpetersaures Ammoniak,(wo- von unter Ammoniak mehr). Auf diesem Weg mag auch in der At- mosphäre bei Gewittern Salpetersäure entstehen, denn man hat in Re- genwasser, welches nach und während Gewittern sich niederschlug, Spuren von salpetersauren Salzen gefunden. Merkwürdig ist die Erzeu- gung der Salpetersäure aus den Elementen bei dem Prozels der Salpe- tergewinnung(wovon später unter dem Artikel„Salpeter” das Nähere). Hier entstehen aus dem Stickstoff animalischer in Zersetzung, Fäul- nils begriffner Materien, in Berührung mit dem Sauerstoff der atmosphä- rischen Luft,’ bei Vorhandensein von Basen, salpetersaure Salze wäh- rend eines längern Zeitraums der gegenseitigen Einwirkung. Man stellt die Salpetersäure allgemein, sowohl im Kleinen als Gro- [sen, aus Salpeter(salpetersauren Kali) dar. Zu diesem Entzweck nimmt man eine Tubulatretorte, befestigt sie an einem Retortenhalier, 296 Salpetersäure, Darstellung derselben. trägt 6 Theile getrockneten gepulverten Salpeter ein, und schüttet durch den Tubulus, oder mittelst‘eines eignen Trichters mit langem Rohr, eben so viel conc. Schwefelsäure, welche vorher mit 2 Theilen Wasser ver- dünnt wurde, dazu. In dem Ballon werden 4 Theile Wasser vorge- schlagen, und eine Sicherheitsröhre angebracht; die Vorlage muls durch auftropfendes Wasser gekühlt werden. Es treibt nun die Schwefelsäure die Salpetersäure aus, welche mit Wasserdampf verbunden überdestil- lirt, und saures schwefelsaures Kali bleibt in der Retorte. Gegen das Ende der Destillation, wenm die Hitze sich vermehrt und die Menge des Wassers abgenommen hat, zersetzt sich ein Theil der Salpetersäure in salpetrige Säure und Sauerstoffgas, denn dieselbe kann ohne Wasser nicht bestehen, sie entmischt sich auch durch eine Steigerung der Temperatur über den Siedepunkt des Wassers, Wenn keine Säure mehr übergeht und der Rückstand ganz trocken ist, bricht man die De- stillation ab. [Ehe die Fabrikation der Schwefelsäure so weit gedichen war, als jetzt, und das Fabrikat so wohlfeil, bediente man sich zur Gewinnung des Scheidewassers und der rauchenden Salpetersäure des Eisenvitriols und Thons. Man mengte 8 Theile Salpeter mit 7 Theilen roth calcinirten Vitriol, und destillirte aus irdnen Geräthen(auch aus eisernen Retorten, Kolben), die in einem Galeerenofen gelagert wurden. In den mit der nöthigen Menge Wasser angefüllten, oder auch leer vorgelegten gläser- nen oder irdnen Vorlagen sammelt sich die Säure.(Die Anwendbar- keit des Eisens zu Retorten bei dieser Fabrikation heruht auf denselben Gründen, welche bereits Seite 209 angegeben worden sind,)— Durch doppelte WVahlverwandtschaft erzeugt sich aus dem caleinirten Vitriol und Salpeter salpetersaures Eisenoxyd und schwefelsaures Kali, ersteres giebt seine Salpetersäure in der Hitze ab.— Wird Thon angewendet, sa nimmt man auf I Theil Salpeter 2 bis 3 Theile, mengt dieses wohl und destillirt in gleichen Geräthen. Die Kiesel- und Thonerde im Thon verbinden sich hier mit dem Kali des Salpeters, zu dem sie Verwandt- schaft besitzen, und die Salpetersäure geht über, Es erfordert viel Brennmaterial, giebt wenig Ausbeute; zuerst‘geht eine sehr wäsrige Säure über, welche besonders aufgefangen wird, sodann erst die stär- kere. Der Rückstand von dieser Destillation, eiment d’eau-forte, wird zur Fabrikation des Alauns benutzt, Chaptal lehrte zu jenem Gemeng vor der Destillation noch Schwefelsäure hinzufügen, um im Rückstand nach der Destillation fertigen Alaun zu erhalten.] Man bedient sich jelzt nur der Schwefelsäure zur Zersetzung des Salpeters, und entweder gläserner Retorten,‘welche in Galeeren- öfen in Kapellen lagern, oder eiserner Apparate., Man darf die Retor- ten nicht über die Hälfte füllen, denn die Masse bläht sich auf, steigt, safe ee Ve hen Je Die Sijldiröhre| dad slpetri Piudapparl m Kinn ‚esernet Inhihen 2 bis Mn irine Röhr Tier abgekühlt ion Oylinden wrollkommner g wendet ınan 4nFlaschen an, }his 4 Fschenr Iisser geslzt we Was dns Verl s lat man sehr ' sudhmeen von Ahtse cane, Schmellsinre uolktändi, bei sta Teure; nimmt m scmells, Kalıventste man mals hohe Hit Sie meht,(o de man keine Sıldersi 0a 100 Is 190. N] mind diese rece‘ tan and IM geschm | Nase, erält ma 10= Gmühnlich aM Til, Sılp Tee om, Schwefe TEN Mn eine verdi Nein, Yen Gelben din mit RO die net | Di de genühnlie ln, Hort a N Brande NR —_—— m me Ten- ri h Salpetersäure, Darstellung derselben. T nd Schültet dıy I langem Ar eilen Wasser, ® Wasser wodurch eine Verunreinigung des Destillats, auch Verstopfung entste- hen könnte. Die gläserne Vorlage mufs gleichfalls geräumig, mit einer Sicherheitsröhre versehen sein, durch welche namentlich Sauerstoffgas, } Von, oft auch salpetrigsaure Dümpfe entweichen; besser ist ein Woulfscher 25° muls di) Flaschenapparat mit 2 oder 3 Flaschen. Statt gläserner Retorten wen- \ Shwelik, det man eiserner Destillirblasen mit irdnem Helm und Helmrohr an*), den überdei desgleichen 2 bis 3 irdne zweihälsige Flaschen(bonbonnes), welche Ne, Gegen lı durch irdne Röhren mit einander verbunden sind, und durch kaltes und die Mey Wasser abgekühlt werden. Später vertauschte man die Blasen mit ® Salpetersin eisernen Cylindern, welche weniger Brennmaterial erforderten, und he kann. dl eine vollkommnere Zersetzung möglich machten, vergleiche Seite 209, ae Steigen nur wendet man gläserne Zuleitungsröhren aus den Cylindern in die er- enn keine Sir, sten Flaschen an, um den Gang des Prozesses beobachten zu können, und ht man di) 3 bis 4 Flaschenreihen, von denen die beiden ersten in fliefsendes Wasser gesetzt werden. war, al Was das Verhältnifs des Salpeters und der Schwefelsäure betrifft, ’ eil, Gewinnung so hat man sehr verschiedenartige Vorschriften gegeben. Nach Unter- Sisenvitriols ul suchungen von Mitscherlich**) wird geschmolzner Salpeter durch 48,55 roth calknitn cone. Schwefelsäure(so viel, dafs neutrales schwefels. Kali entsteht) nur sernen Reiorta, unvollständig, bei starker Hitze langsam zerlegt, man erhält nur$ der Sal- In den nit de petersäure; nimmt man 72,69 cone. Schwefelsäure,(so dafs anderthalb gelegten glic- schwefels. Kali’entsteht) so geht auch etwas Salpeters. verloren, und ie Anwendb man mufs hohe Hitzegrade anwenden. Wenn man dagegen 96,83 a denscha Siure zusetzt,(so dals zweifach'schwefels. Kali entsteht,) so verliert id,)— Dal man keine Salpetersäure, die Destillation erfolgt schneller, und zwar apa bei 120 bis 125°, specif. Gewicht der Salpetersäure 1,522 bei 12,50; Kalı, erstet..ın.®.. re N wurde diese rectifieirt, so hatte die Säure in der Vorlage 1,54, Nimmt man auf 100 geschmolznen Salpeter 96,8 cone. Schwefels. und 40,5 Wasser, so erhält man eine Säure von 1,40, Destillationshitze 130 bis 132°.— Gewöhnlich wendet man viel zu wenig Schwefelsäure an, auf 100 Theile Salpeter zur Destillation der rauchenden Säure 60 Theile conc, Schwefelsäure, oder 80 Theile von 1,60 spee. Gewicht n angewenli st dieses wol erde im Tin sie Verwand- erfordert vi sehr wäsnk erst. die slir wenn man eine verdünnte Säure gewinnen will; jedoch ist bei dieser u-forte, wıl Verdünnung, wenn man eiserne Geräthe anwendet, kein Vortheil, da enem Gemn; dieselben dann weit stärker angegriffen werden. Geschmolzner Salpe- imm Rückst! ter giebt die stärkste rauchende Säure. Da der gewöhnliche Salpeter nicht unbeträchtliche Mengen Chlor- sr kalium, Chlornatrium und salpetersauren Kalk und Magnesia enthält, in Galeer- die Rei auf, sten *) Siehe Brande’s Manual af chemisiry, Vol, I, p, 354. “) PA, Bd, 18, s, 152. ann SANT rn %7 238 Sulpetersäure, Darstellung u. V. erunreimgung. derselben, und besonders erstere Salze Ursach petersäure durch Chlor sind, so einer Verunreinigung der Sıl. ist es wichtig‘, um eine reine und gute Salpetersäure darzustellen, den dazu zu verwendenden Salpe. ter vorher zu reinigen, welches“einfach dadurch geschieht, dafs man denselben mit wenig kaltem Wasser(45) einigemal auslaugt, wo- dureh sich die leichter als Salpeter löslichen fremden Salze auflösen, Nachdem derselbe in Haufen etwas abgetrocknet hat, schüttet man in jeden Cylinder 180 Pfund Salpeter und 150 Pfund cone, Schwefelsäure, Als Kitt wird Thon angewendet, weichen man mit einem Gemeng von Lehm und Rofsäpfeln bedeckt. Es wird anfangs bei gelindem, allmälig bei steigendem Feuer destillirt, so lange als noch rothe Dämpfe bemerkt Die Stärke der erhalinen Säure ist in den einzelnen Flaschen- reihen sehr verschieden; in der ersten ist dieselbe am beträchtlichsten, werden. und nimmt allmälig ab. bis zur letzten, in welcher man Wasser vorge- schlagen hatte; hier ist sie sehr unbedeutend. Die Säure in der ersten Flasche ist am meisten verunreinigt, und zwar durch Chlorgas, salpe- trige Säure, Schwefelsäure; die in der 2ten und 3ten Flaschenreihe be- findliche durch salpetrige Säure; die aus der letzten Flasche wird in der ersten oder zweiten zur folgenden Destillation vorgeschlagen, Das Chlorgas und die salpetrige Säure sind F olgen der Zersetzung des im Salpeter enthaltnen Chlorkaliums; ein Theil Salpetersäure oxy- dirt nämlich das Kalium zu Kali, wodurch salpetrige Säure erzeugt und Chlor entbunden wird. Die gröfste Menge der salpetrigen Säure aber entsteht durch Mangel an hinlänglichem Wasser bei steigender Hitze, Um die Säure hiervon und von der oft noch enihaltuen Schwefelsäure, die gleichfalls zu Ende mit übergeht, zu befreien, destillirt man das Fabrikat ‚aus Glasretorien und fängt die erste Portion besonders auf, bis die Säure anfängt ‚völlig farblos überzugehen,(eoncentrirte Salpeter- säure); dadurch wird Chlor und salpetrige Säure entfernt; das letzte 10[heil der gesammten Säure wird dann wieder besonders aufgefangen, es enthält Schwefelsäure; auf diese Art gewinnt man die Säure zwar nicht völlig chemisch rein, aber doch bedeutend gereinigt, von einem speeif. Gewicht 1,33, oder 36° B. Will man. eine verdünnte Salpeter- säure erhalten, so kann man entweder die starke rauchende mit Was- ser verdünnen, oder man verdünnt die angewendete Schwefelsäure und schlägt auch Wasser vor.— Um die Salpetersäure völlig zu reinigen, schlägt man mittelst salpetersaurem Silberoxyd das Chlor, mit salpeter- saurem Baryt die Schwefelsäure nieder, und rectifieirt, oder man wen- det hiezu salpetersaures Bleioxyd an, welches sowohl Chlor, als Schwe- felsäure bindet,(zu dem Ende setzen einige dünn gewalztes Blei, andere Bleiglätte hinzu).— Niedergeschlagnes Scheidewasser, Jah (jr Supetersä mei m nn, der mi PL) Versuc , rire Sat u einas salp ii itie nur| fi se schon un Geruch, stü ut zerstört| Inhmack, fü 1, Nigel, wei h speciische ber 1199, Thenard], Inch gelb gelirbt, aber concenlrit, 410 Int ud It ie gefert d sinkte ber— 50) ul 7385 Sauerst, 0 erentureste aus: 9 sul am Lichte al Sin und San, uch mehr entischt, gerühnlichen Tkaper st, Waxersofbas 7 Hupar, Schmel,, In, Zucker, Com Manch sh it ee har rolllunne ann In, Me she, {m Safe bed | Sl, modul diese] Sata Alhekrie Yan); | Men ny In rdch Nicht Mn, It tl Arm Tin Burn kl AN, derselen auslug}, ıden Salke aullü R Lv, F it, Schültet any ne | emene 'gelindem, al the Dänple bene ‚einzelnen Mash, m beträchlich, nan Wasser 1, äure in der ws; | Chlorgas, N! Flaschenreils‘, n Flasche wir); geschlagen, en der Zeiseim Jalpetersiure N) )äure erzeugt u rigen Säure il steigender Hi n Schwefekän estillirt man| ı besonders& nirirte Salptı: lernt; das li leıs aufgelanza die Säure m nigt, von ein dünnte Salpııı rende mit Ns hwelelsäure u ig zu einge r, mit salpett oder man mt: Jor, als Schr es Blei, ander I Salpetersäure, Sisenschaften derselben. 239 Die Salpetersäure existirt nicht im wasserfreien Zustand, wir kei. nen sie nur im wasserhaltenden als concentrirte, oder verdünnte SIpe- tersäure, oder mit salpetriger Säure vermischt als rauchende Salpeı.. säure. Alle Versuche sie zu entwässern sind fehl geschlagen. Die rein- ste concentrirte Säure ist nie farblos zu erhalten, weil bei der Destilla- tion stets etwas salpetrige Säure sich erzeugt und die Säure gelblich färbt; farblos ist sie nur bei einem mälsigen Grad der Concentration, über 1,47 wird sie schon gelblich. Sie besitzt einen eignen, nicht unange- nehmen Geruch, stölst weifse Dämpfe aus, schmeckt verdünnt(denn concentrirt zerstört sie die organischen Gebilde sogleich) sehr sauer, ohne Beigeschmack, färbt organische Stoffe unter Oxydation bleibend gelb, (Haut, Nägel, wenn man sich mit Salpetersäure beschmutzt, Wolle). Das specifische Gewicht wird verschieden angegeben: Gay-Lussae 1,510 bei 18°, Thenard 1,513, Kirwan 1,553. Sie kocht bei 86°, wird da- durch gelb gefärbt, indem eine Zersetzung beginnt, sie wird allmälig weniger concentrirt, bis zu einem specif. Gewicht 1,42, welche Säure bei 120° kocht und fünfmal mehr Wasser enthält, als die concentrir- teste; sie gefriert desto schwieriger, je mehr sie concentrirt ist, die stärkste bei— 50°. Die wasserfreie Säure besteht aus: 26,15 Stickst. und 73,85 Sauerst., oder aus 2 Vol. Sistgas und 5 Vol. Sstgas; die concentrirteste aus: 85,75 wasserfreier Säure und 14,25 Wasser. Sie wird am Lichte allmälig, durch Glühhitze vollkommen in salpetrige Siure und Sauerstoffgas zerlegt; eine Säure von 1,32 wird durchs Licht nicht mehr entmischt. Oxydirbare Stoffe entziehen ihr sowohl bei der gewöhnlichen Temperatur der Luft, als auch mittelst Erwärmung Sauer- stoff, Wasserstoffgas z. B. bildet Wasser, und Stickstoffgas bleibt übrig; Phosphor, Schwefel, Kohle,(kohlenstoffige Substanzen, organische Ma- terien, Zucker, Gummi, Stärkemehl ete.) entbinden Stickstoffoxydgas, manchmal selbst mit Stickstoffoxydul- und Stickgas gemengt, und es entstehen Phosphor-, Schwefel-, Kohlensäure, Oxalsäure,(Aepfelsäure); unvollkommen oxydirte Säuren wandeln sich in vollkommen oxydirte um, wie schweflige, phosphorige Säure; Stickstofloxydgas wird von der Salpetersäure bedeutend absorbirt, besonders im concentrirten Zu- stand, wodurch dieselbe, unter Abgabe und jenes durch Aufnahme von Sauerstoff zu salpetriger Säure umgewandelt wird;(künstliche rauchende Säure). Salpetersäure oxydirt viele Metalle, und löst sie dann meistens auf, dies ist jedoch nicht der Fall mit Zinn und Antimon, ersteres wird in Zinnoxydhydrat, letzteres in basisch salpeters. Antimonoxyd verwan- delt; dagegen lösen sich! Zink, Eisen, Blei, Wismuth, Kupfer, Sil- ber ete., mittelst gelinder Wärme sehr leicht auf. Es ist merkwür- er nn.- nn 240 Salpetersäure, Eigenschaften derselben, Dichtigkeit. dig, dals eine Säure von 1,48 Zinn, selbst bei gelinder Wärme, durch- aus Acht oxydirt, verdünnt man sie aber mit sehr wenig Wasser, of gielst man ein wenig stärkere Säure zu, so erfolgt eine schleunige JIxydation. Von der Salpetersäure werden nicht oxydirt: Gold, Platin, Rhodium, Iridium, Chrom, Titan, Tantal, Wolfram, Cerer; Palladium löst sich in der Säure unter Entbinden von salpetriger Säure auf, wäh- rend die andern Metalle nur Stickstofloxydgas, zum Theil mit Stickgas gemengt, entwickeln. Mit Wasser Jäfst sich die cone. Salpetersäure in jedem Verhältniß mischen, wobei eine beträchtliche Erwärmung und Verdichtung stati- findet; sie zieht selbst Wasser an, mufs daher in gut verschlofsnen Ge- fälsen aufbewahrt werden. Man hat über die relative Dichtigkeit eines Gemengs von concentrirter Säure und Wasser Tabellen von Kirwan, Richter, Dalton, Davy, Ure,‘) Meifsner;**) die frühern Tabellen sind darum weniger zuverlässig, weil die Verfertiger nicht bestimmt angege- ben haben, ob die Normalsäure reine nicht rauchende, oder reinste rau- chende, oder ein Gemisch beider war. Ure bediente sich einer Nor- malsäure von 1,50, Meifsner von 1,56, 4... 2 b2e 7 Le über die Mischungen aus Salpetersäure und Wasser. Nach Versuchen von Meifsner. Salpe- Salpe- Salpe- Salpe- tersäure] Specif.|| tersäure Specif.|| tersäure Specif.||tersäure Specif, von 1,56) Gew. bei||von 1,56! Gew. bei||von 1,56) Gew. bei\von 1,56. Gew. bei spec. 17,5°. spec. 17,50, spec 17.302 spec. 17,9% Gew. Gew. Gew. Gew. 100 1,560 86 1,518 12 1,469 58 1,408 99 1.557 85 1,514 71 1,465 57 1,403 98 1,554 84 1511 7 1,461 56 1,398 94 1,551 83 1,508 69 1,457 55 1,393 96 1,548 82 1,505 68 1,453 54 1,387 95 1,545 sl 1,501 67 1,449 53 1,381 94 1,542 80 1,498 66 1,445 52 1,374 93 1,539 79 1,495 65 1,441 51 1,368 92 1,536 7 1,491 64 1,437 50 1,362 91 1.533 77 1,487 63 1,433 49 1,356 90 1,530 76 1,483 62 1,428 48 1,349 89 1,527 75 1,480 61 1,423 47 1,342 88 1,524 74 1,477|| 60 1,418 46 1,335 87 1,521 13 1,473 59 1,413 45 1,328 U,'D. Pag 7T. =) Meifsners Aufangsgr, d, chemisch, Theils d, Naturvwissensch, Bd. 2. S, 855, sne Sm) N| uni Spell| 2 Ih) Gem Im | 15",| Bl| 31a| #130 1,129| 18| | 1m| Bar »| 10| 5 lat 1a Is specischen rare= Ka Mis-| via ehr Trockn ben. d, Sin] Jäure fe,|| | Proc| Por, ET 10| 1 70 | 99 803 a0 09 AI LAU 97 ara MI 6 Ian ARE LERN LU) 4 Ir n Dichtigken, Specif. Gewichte verdiünnter Salpetersäure. 244 ler Wärme, ia. Ir wenig Wie Salpe- Salpe- Salpe-| Salpe- Kö let eine en tersäure Specif. tersäure Specif. tersäure Specif. tersäure Specif, Mi 3) von 1,56) Gew. bei||von 1,56] Gew. bei||von 1,56! Gew. bei|'von 1,56! Gew. bei int; Gold, iM spec.| 17,5°. spec. 17,5°. spec. 15% spec. 17,59. Üerer: P; Gew. Gew. Gew, Gew. 9 all, z "Säure au, 4| 1321 334.181:259 22 1,155 11| 1.072 heil mit Si, 43 1,314 32 1.231 21 1,147 10 1,065 bs; 42| 1,306 312107:993 20| 1.139 9| 1,058 41 1,299 30 1.215 19 1,131 fo) 1,051 jedem Verhilh 40 1,292 29 1,207 18 1,123 7 1,044 Verdict 39 1,284 28 1,200 17 1,115 6 1,038 ehtung si 38 1,277 27 1,193 16 1,108 5 1,032 verschlofsnen 37 1,270 26| 1185 15 1,101 4 1.025 ® Dichtickeit«; 36 1.262 25 1,177 14 1.093 3 1.018 le DS 35 1.254 24 1,169 3 1.086 2 1.012 en von Kinn, 34 1246| 23 1,162 12 1,079}| 1.006 ern Tabelle; bestinnmt a, , Oder rein, 2. T a b e I| e e sich eine. des specifischen Gewichts der mit Wasser verdünnten Salpetersäure. Nach Ures Versuchen. nd. Wasser, SR ERETTENS Flü FrRTTmErTe® Specif, 1 lüs- Trackne) Speeif. I 2 N Specif.| f Es Wihckne ; Gew. d.| 2 S@m9saure Gew. d. 2156 Säure||Gew. d. So Säure Säure. Säure Säure, Bäure| Säure, Säure Sape| Proc.| Proc. Proc,| Proc,| Proc.| Proc. i$| EEE 1,5000| 100| 79,700|| 1,4269| 77.| 61,369| 1,3163| 54| 43.028 BE 1,4980| 99| 78,903|| 1,4228| 76.| 60,572| Ls1ı0| 53|A>aıı ne 1,4960| 98| 78,106|| 1,4189| 75|59,775| 1.3056| 52 11,444 Auf 1,1940| 97| 77,309|| 1,4147| 74| 58,978| 1.3001| 51| a0'6ı7 58| 1 1,4910| 96| 76,512|| 1,4107| 73| 58181 1,2947| 50:.| 39.850 7m 1,4880| 95| 75,715. 1,4065| 72. 157.384|| 1.2897| 49| 39/033 56| 1 1,1850| 94| 74,918|| 1,4023.| 71| 56,587|| 1.2826.| 48| 38,256 55| 1.4820| 93| 74,121| 1,3978| 70.| 55.790| 12765| 47| 37.439 7 18 1.4790| 92| 73,324|| 1,3945| 69| 54.993| 12705| 46 6 53| 1.4760| 91| 72,527|| 1,3882| 68 54.196| 1641| a5|: 52 1,4730.) 90| 71,730 1 1,3833| 67[53.399| 10583 1 ar|: sı Im 1,4700| 89| 70,933|| 1,3783| 66| 52.602|| 125323| 42|: 50118 1,1670| 88| 70,136| 1,3732| 65| 51.805| 12462|> 1a 1,4640| 87| 69,339| 1,3681| 64| 51.068| 12402| 41 48| 130 1.1600| 86| 68,542|| 1,3630| 63| 50211| 12341| 40 47 11 1,4570) 85| 67,745| 1,3579) 62|49414| 12277| 39 a“ 1,4530| 84| 66,948| 1,359| 61 48.617| 12212| 38:|> =| 1,4500| 83| 66,155|| 1,3477| 60|47.820| 12148| 37| 29.488 "a 1,2460| 82| 65,354| 1,3427| 59|47.023| 120841 36| 9869: H 1,4424| 81| 64,557| 1.3376| 58| 46,226|| 1.2019| 35| 27.895 1,4385| 80| 63,760|1.1,3323| 57.| 45.429|| 111958| 34| 97.098 Nature 1,4346| 79| 62,963|| 1,3270| 56| 44.632| 1/1895 33| 26,301 1,4306| 78|62.166| 1,3216| 55 43,835 1 1,1833| 32| 25,504 I: 16 TG 242 Wasserfreie salpetrige Salpetersäure. Specif. t nn Trockne|| Specif.! a Trockne|| Speaif. k x Trockne Gew. d. Sa Säure||Gew. d. SE Säure||Gew. d. 5,5°| Säure SE äure re äure et Säure jure Proc. Proc. Proc. Proc. Proe. Pror. 1.1770| 31| 24,707 1,1109| 20| 15,940 1.0485 9 71,173 1.1709| 30 23.900|| 1.1051 19| 15,143|| 1,0430 8 6,376 1.1648| 29| 23,113 1.0993| 18| 14.346 1,0375 7 5.579 1.1557| 28| 22,316|| 1,0935 17 13.549|| 1,0320 6 4,182 1.1526| 27 121,519|| 1,1878 16 12.752|| 1.0267 1) 3.985 1.1465| 26| 20,722|| 1 ‚0821 15 11.955|| 1.022 4 3.188 1.1403| 25 19.925|| 1,0764 14!11,158|| 1,0159 3 2.391 1.1345| 24 19.128|| 1.0708| 13| 10,361|| 1,01 06 2 1,594 1.1286| 23| 18,331 1.0651 12 9,564|| 1,0055 1 0,797 1.1227 32 117.534|| 1.0595) 11 8,767 1.1168| 21 16,737\| 1,0540 10 7,970 Siedepunkte verschieden starker Salpetersäure nach Dalton: 999. von 1,35 kocht bei 117° Salpeters. von 1,50 kocht bei »» 45.»» 115»» 30»» 115 »» 42°»» 120»» 90°»» 108 »» 40»» 119»» 15»» 104, Die im Handel vorkommende Salpetersäure hat gewöhnlich ein specf: Gewicht von 1,19, 1,22, 1,33, 1,48, und führt danach die Namen ein- faches, doppeltes Scheidewasser. Man stellt die verschiednen Grade der Concentration durchs Vermischen von rauchender Säure mit WVasser dar, wobei freilich immer etwas Verlust an salpetriger Säure stattfindet. a) Wasserfreie salpetrige Salpetersäure, Acide nitreux der französischen Chemiker, von Gay-Lussae und Dulong dargestellt. Man destillirt vollkommen trocknes salpetersaures Bleioxyd und hält die Vorlage durch eine Frostmischung auf— 20° abgekült; es geht die Säure über und Sauerstoffgas entweicht durch eine Sicherheitsröhre, Bleioxyd bleibt in der Retorte zurück. Eine Flüssigkeit von verschiedner Farbe nach ihrer verschiednen ‚| Dichtheit:"bei— 20° farblos, bei 09 wachsgelb, bei+ 15° orange farben; sie hat einen starken Geruch, schmeckt sehr scharf, ätzend, sauer, specif. Gewicht 1,451(Meifsner giebt 1,63 an), zerstört organı- sche Körper mächüg, färbt sie gelb, kocht schon bei 28°, giebt rothe, auch orangefarbne Dämpfe, besteht aus: 41,34 salpetriger Säure und 58,66 trockner Salpetersäure, oder aus 30,68 Stickst. und 69,32 Sauerst oder aus 1 Vol. Stgas und 2 Vol. Sstgas, ihr sonstiges Verhalten ist dem der salpetrigen und Salpetersäure ganz analog; sie wird von Salpetersäure verschluckt, je stärker die Säure, desto mehr nimmt sie auf; eine Säure von 1,51 wird dadurch braun, von 1,41 gelb, von 1,32 grün. Setzt man zu einer mit dieser Doppelsäure gesättigten concentrirten Salpeter- Tmchende zn Waser hınz „de ‚erändert, ; un Wasser' ‚an Zersetzun ir und Stickst ıj, Mit Basen 5 line yon wrasserffe hr Slpeersiure, \ntersäure, 1 ‚ben Seite BT Sie erscheint, I J} Aunkelroth, hal helger Sure aus; h(aus geschmolzme int man dieselb: Im unter a) ermähr lei von schun Je die Ditieke Nıch V u 2. Ram timde R| a| dendı len Bu None KUHN NE alpele Mi v|fure vo f 1 In I1b spe a WR nen# |[Procent IM|| RN sm] gr nl 8 nl 5 N 13 4 hl|. | I| 8 | INN hy ı 15| hy MN aM np la r ir Fe en menunnne- , Rauchende Salpeters., Verdiünn, ders. mit Wasser. 243 a, see| mi i Säure| Sir säure Wasser hinzu, so wird die Farbe nach Mafsgabe des cben mit- ; 3 a ä n- B IT getheilten verändert. Ganz gleiche Farbenerscheinungen gewährt ein Zu- satz von Wasser zur salpetrigen Salpetersäure selbst, hierbei findet aber eine Zersetzung eines Theils der salpetrigen Säure statt in Salpe- tersäure und Stickstoffoxydgas, welches sich entbindet(vergleiche Seite 8 han 234). Mit Basen giebt sie keine eignen Salze.] 7 5 N) b) Wasserhaltende salpetrige Salpete rsäure, oder Ver- Ike 2 BER 2 S Ps e r N bindung von wasserfreier salpetriger Salpetersäure mit conc. wasserhal ; IN: R P& 7° IE= | 3 19% iender Salpetersäure. Dies ist die schon öfters erwähnte rauchende j 2 Salpetersäure, rauch. Salpetergeist, über deren Gewinnungsart be ) reits oben Seite 237 das nöthige mitgetheilt worden ist. Sie erscheint, nach dem verschiednen Gehalt an jener Doppelsäure, bald dunkelvoth, bald gelbroth, stöfst an der Luft rothe Dämpfe von Dalton: salpelriger Säure aus; specifisches Gewicht der stärksten nach Meifsner 5 kocht beilf 1.56,(aus geschmolznem Salpeter bereitet) gewöhnlich 1,50, oder 1,48, 0»»1} man dieselbe mit Wasser, so erfolgt dasselbe Farbenspiel, 0»»18 dessen unter a) erwähnt wurde. Eine Tabelle über die verschiedne 5»»1 von Mischungen der Art hat Meifsner geliefert. ‚hnlich ein spil die Namen cır tTtabelTe über die Dichtigkeit der Mischungen rauchender Salpeter- säure mit Wasser. die verschiedn hender Säure ı salpetriger dir Acide nitren! Nach Versuchen von Meifsner. an he| Rau- Rau- Rau- Rau- lerosyd un i chende|._ chende ll chende I,. chende ekült; es geht! Salpeter- Bee Salpeter- ak Salpeter- Bet Salpeter- 2 von) 7,"[|säurevon| 7; säurevon|„,;|jsäure von h N 1,56 spec. 175 1,56 spec.) 1750,|1,56spec.| 1--0|[1,56spec.! 4 0 En& Gew.” Gew. an Gew. 17,5 Gew. 11,5 ırer Bee rocente, Procente. Procente, Procente. orante |. m 100 1.560 83 1,483 76 1,424 64 1.367 Bas Er= 99 1.552 87 1,478 75 1.419 63 1,362 |, zerstört 0" 95 1.544 86 1,473 74 1,414 62 1,357 980, giebt nl 30.1 1.552. 17.85°. 1 1,4080 73°.10.1409| 61 1,352 triger Säure 0 36 1,530 84 1,463 72 1,404 60 1.346 | ı0 29 Sau 95 1,524 83 1,459 7 1,399 59 1.340 ul 94 1.518 82 1,454 70 1,395 58 1,334 Verhalten st 95 1,512 sl 1,449 69 1.391 57 1,328 von Salpeter 92 1.506 80 1,444 68 1,387 56 1.323 fe eine Si 91 1.500 79 1,439 67 1,332 55 1,318 ji a 90 1,494 78 1,434 66 1,377 54 1,313 1,92 gr s9| 1,488 77 1,429 65 1,372 53 1,308 trirten Salpdt 16” De Te ge sh\ 1 1 A 7 7 THE ER rn en mn au= wen are uner enn A} ICE 244 Speoif. Gewichte der verdünnt. rauch. Salpeters. Bau- Rau- Rau- Rau- chende 2 chende e:;hende R chende- Salpeter Speat. Salpeteı Specif. Sal a Specif. Salpeter Opec d(ed) dr” d BLEI 7 sLerr Y€ E-_ Y SER Gew.| 1 Gew.| P Gew.| P Gew. säure von)]; säurevon|„.;|säurevon| 7,; säure von) 2; 1,56 spec.| 17 so|11,56spec.| 1-0|1,56spec.; ı-- 1,56 spec.| ım ro 2 1.80. 47,902 17,5°.= 17,5°, Gew. Gew. Gew. Gew. Procente. Procente. Procente. Procente. 52 1,302| 39| 1.226: 26| 1214| 33|1201 51 1.296 I 38.431.250. 25_1-1.138.|. 12| 1.00 50 1.290| 37 1214| 24,1 1.132| 1.060 49|. 1,285. ,.36-.,151,207..1| 4.235 12127:=-10, 61.05 48| 1230| 35|.1200| 22| 112 9| 1,050 47 le 1.116 8| 1085 46| 1,268.’:337°-| 1,1862] c 20. 11;110 7 1.040 45:| 2.262.|| 32...1,1,180.1+..19-:1.104 6.1.1034 44 1.256. 31.10.1174, 188.121.098 5| 108 3| 1850| 30| 1168| ı7 1.092 A| 102 42| 1244| 29| 1.162| 16| 1.087 3 1.1016 a|138| 8 1156| 35[1082 2| 1010 40: 119521 27 1.1001 14°1 10% ı| 1,005 Die Salpetersäure bildet mit den Basen salpetersaure Salze, Nitrates, welche durch unmittelbare Vereinigung sowohl, als auch zum Theil wenigstens im Grofsen durch einen eignen Prozels gewonnen wer- den, welcher beim Salpeter genauer wird beschrieben werden. Sie sind in Wasser löslich, krystallisirbar, besitzen einen salzig-kühlenden Ge- schmack, entwickeln in der Glühhitze Sauerstoffgas, und werden da- durch erst in salpetrigsaure Salze, dann unter Entweichen von Stick- stoff- und Sauerstoffgas in Stickstoffoxyd- Verbindungen redueirt(vergl. Seite 76 und 235); sie detoniren mit brennbaren Körpern gemengt und erhitzt, indem sie Sauerstoff an jene abtreten, wodurch Stickstoffgas frei wird. Mehrere von ihnen sind technisch wichtig. Anwendung der Salpetersäure. Zur Fertigung verschiedner Metall auflösungen wird dieselbe gebraucht, zur Lösung des Silbers, Scheidung von Gold(wovon unter„Gold” specieller, im Grofsen ist dieser Pro- zels nicht rathsam wegen des hohen Preises der Salpetersäure); des Zinks, Bleies, Eisens, Wismuths für Färber, Kattundrucker; des Queck- silbers für Hutmacher(Seeretage), für Vergolder(Quickwasser); des Kupfers ete. Die Kupferstecher gebrauchen zum Aetzen verschieden starke Salpetersäure,(1,15 bis 1,17) die sie sich selbst mit Hülfe der Senkspindeln mischen. Da bei dem Aetzen Stickstoffoxydgas frei wird, welches sich an der Luft in salpetrige Säure verwandelt, welche den Lun- gen leicht nachtheilig wird, so ist es wünschenswerth, den Prozels in einem zweckmälsig eingerichteten Apparat vorzunehmen; die Abbildung eines solchen findet man in den Verhandlungen des Gewerbvereins, 1827. 111. Eben so gebraucht man diese Säure zum Aetzen in Stahl, Si- {munph gen st ZU I Sie vll, N] wi im 0 Schr al um au (fin zu erze ufwollie Ze huhu un Der Stick swdenen di )) Ammı \ Laugensalz Ihrhundert v | hmm es neh ui ren, als esisanres. Äur venelings Dat enden, | Ammonlak 5 Nisersol- und | 8 lhtenauns Sıhtersäure Zn lim nicht Hs nl, wodud d Km zuSammenket Ken rn, ale ich An Ins Anna; | dp Fi, Yan 5 Um Ei Crch die Ira den, Il Lin N all un "u I einen\ Lat fin vll Wi dien hahe Fa Ein | 1, anen 1 u "lie. Ineters, chende Salpeter- Spe Säure yon) m N,ö6spen,! Sl en| Procente.) 3 nl 2|1M 1 Un 10 1% 9 1 8 ı 18 1m b Im h) IM 4| IM 3 1 2 m 1 IN rsaure Sılı hl, als auch [s gewonen m verden, Sie: ig- kühlenden und werden ichen von$i 1 redueırt(1 ven gemenft I urch Stick rschiedner Ik Silbers, Schi ist dieser! Ipetersäut); cken; des(iv tiekwasser); tzen versch st mit Bile iydgas frei ı welche dl ‚den Prut ; die Abhil „byereins 15 in Stall,! 104 Ps a-_ Finene nn nn nn— un nennen nn nn mn en Anwend. der Salpetersäure. Ammoniak.>45 derographie, in Stein bei der Lithographie; die Metallarbeiter gehrau chen sie zum Beitzen des Metalls. Zur Darstellung des Königswassers, der Schwefelsäure,(siehe oben Seite 172), der Sauerkleesäure wird die- selbe, so wie zur Auflösung mancher Erze, bei Analysen zur Oxyda tion von Schwefelmetallen angewendet. Man bedient sich endlich der- selben um auf Seide ein dauerhaftes Gelb, und wenn sie blau gefärbt, Grün zu erzeugen; desgleichen druckt man dieselbe, stark verdünnt, auf wollne Zeuge, um gelbe Muster hervorzubringen, man heitzt Nuls- baumholz dunkelgelb mit Salpetersäure. Der Stickstoff verbindet sich mit Wasserstoff in zwei Verhältnissen, von denen die eine Verbindung noch nicht isolirt dargestellt worden ist. 1) Ammoniak, Ammoniaque, Ammonia, flüchtiges Alkali, fl. Laugensalz, Alcali volatil, Volatile alcali, wurde erst im vorigen Jahrhundert vom kohlensauren Ammoniak unterschieden. In der Natur kommt es nicht im freien Zustand vor, aber einige seiner Verbindungen mit Säuren, als schwefelsaures, phosphor- und boraxsaures, salzsaures, essigsaures Ammoniak, sowohl im Mineral- als Thierreich(im Urin); neuerdings hat man es in mehrern Eisenoxyderzen, Thonfossilien auf- sefunden. Ammoniak bildet sich, wenn man durch ein Gemeng von Stickstoff-, Wasserstoff- und Sauerstoffgas elektrische Funken leitet, das Product ist salpetersaures Ammoniak,(vergl. oben Seite 231); weun man mittelst Salpetersäure Zinn oxydirt, erzeugt sich dasselbe Salz, indem durchs Zinn nicht blos die Salpetersäure, sondern auch das Wasser zerseizt wird, wodurch der Stickstoff der erstern mit dem Wasserstoff des letz- iern zusammentretend Ammoniak bildet. Wenn slickstoffhaltige Thier- körper faulen, oder einer troeknen Destillation unterworfen werden, entbinden sich Ammoniaksalze, mehr hiervon unter dem Artikel„koh- lensaures Ammoniak, Hischhornsalz”); durch Zerseizung von Cyanver- bindungen, eyaniger Säure, Hydroeyansäure u. a. m. Den Gehalt an Ammoniak in Eisenoxyderzen*), im Rost(Eisenoxydhydrat), erklärt man durch die Eigenschaft des Eisens unter Vermittelung der Kohlensäure der Luft Wasser zu zerlegen, wo dann aus dem Wasserstoff desselben und dem Stickstoff der atmosphärischen Luft Ammoniak sich gebildet bat. Ammoniakgas stellt man also dar: Man mengt gleiche Gewichts- theile Salmiak und gebrannten Kalk im gepulverten Zustand, schüttet das Gemeng in einen Kolben mit Gasröhre., giebt gelinde, allmälig steigende Hitze, und fängt das Gas im Quecksilberapparat auf. Will man es völlig trocken haben, so leitet man es vorher noch über geglühtes Chlor- *) Chevullier in P, A. Bd, 14, Ss. 147. u EEE EEE run RI 246 Eigenschaften des Ammoniakgases. calefum. Erklärung. Der Kalk=Caleiumoxyd und der Salmlak= Chlor ammonium(Ammonium= Ammoniak+ Wasserstoff) zersetzen sich ge- genseitig, es entstehen Chlorcaleium, aus dem Sauerstoff des Kalks und dem Ueberschuls an Wasserstoff im Ammonium Wasser, und Ammoniak wird entbunden. Diese Zersetzung fängt schon beim Mischen an, da- her Augen und Nase von dem sich entwickelnden Gas gereitzt werden; (das Gemeng nennt man auch englisches Riechsalz.) Das Ammoniakgas ist farblos, besitzt einen höchst durchdringenden Geruch, einen scharfen, brennenden Geschmack, reagirt alkalisch, bräunt schon in einiger Entfernung Cureumapapier; specifisches Gewicht 0,5912, 100 Kubikzoll wiegen 0,09374 pr. Loth, 4 Kubikfufs 1,6198 pr. Loth, Lichtbrechungsvermögen 1,309 Dulong. Es wird durch eine Kälte von — 40°, auch bei+ 10° durch einen Druck von mehrern Almosphären tropfbar flüssig, bildet eine farblose Flüssigkeit von 0,76 speeifischem Gewicht, welche bei+ 10° Dämpfe bildet von 6,5 Atinosphären Span- nung. Es unterhält das Verbrennen nicht, löscht brennende Körper aus, ist selbst in atmosphärischer Luft nieht brennbar, verbrennt aber im Sauerstoffgas mit gelber Flamme; zum Einathmen ist es nicht tauglich, erregt Brustkrampf und Erstickung. Es besteht aus: 82,54 Stickst. und 17,46 Wasserst., oder aus 1 Vol. Ststgas und 3 Vol. Wstgas, wird durch kothglühhitze nicht zersetzt wenn es durch glasurte Porzellanröh- ren geleitet wird, von nicht zu geringem Durchmesser, ist aber die Röhre mit Porzellanstückehen, Metalldrähten gefüllt, und die Hitze ge- steigert, so erfolgt eine Zersetzung, desgleichen durch elektrische Fun- ken sehr allmälig unter Verdoppelung des Volums. Mengt man Ammo- niak- und Sauerstoffgas und leitet das Gemeng durch glühende Röhren, oder führt elektrische Funken hindurch, so erfolgt eine heftige Explo- sion, Wasser bildet sich, Stiekstoffgas. wird abgeschieden. Bringt man Chlor- und Ammoniakgas zusammen, so erfolgt unter Feuererscheinung eine Zersetzung, Salzsäure bildet sich, Stickstoffgas wird entbunden. Leitet man Chlorgas in Ammoniakflüssigkeit, so bildet sich bei überwie- sendem Ammoniak Salmiak und Stickstoffgas wird frei, bei überwiegen- dem Chlor aber Salmiak und Chlorstickstoff, von welchem weiter unten das Nähere angegeben werden wird. Jod absorbirt Ammoniakgas,, und bildet Jodstickstoff und hydriodsaures Ammoniak; Schwefel zerlegt es nut mit Hülfe der Wärme, Stickstoflgas wird abgeschieden, hydrothionsau- ves Ammoniak gebildet. Bringt man Ammoniak und salzsaures Gas zu sammen, so erzeugen sich dicke weifse Nebel von Salmiak; man ent- deckt dadurch die kleinsten Mengen von Ammoniak, dafs man ein in Salzsäure getauchtes Stäbchen der Flüssigkeit nähert, in welcher freies Ammoniak vermuthet wird. Dell jejene0 6 vn jan 6 ji bi d In is, ol ui so dal einen, D sulllüssigk sis, Boprit I Flisigke Dereitung st destilliter enappatl, a, ud 1,3 Theile 1 che Iaben will Lit so fiel als isilitsile a$ aeillt werd ach eines Äits Sinel vesrche Darstellung dt mollllem sl | in, obschon dh dan versandt di lit nsQ ln ul nitrnlg Mr ade Koll 1 SI, mens: anllıl tlg alıan lift, Yan Felt nel Anrede "te Flle h SI zwei] [7 Veh, Uli tl en! Mk, und könn Uno, IE | Ast anlı ZU kin ll ler P.) It th, Oder I: lieh eh NN llk=0)), Selzen sich». } des Kalls u, und Anmaik Mischen a. ı sereitzt werde lurchdringen) Ikalisch, bin sewricht 0,50} 8198 pr. Li eine Kälte ı m Atmosnlie 76 speeilichn nosphären Sn ende Könnt brennt aber In s nicht tal 04 Stickst, u tgas, wirl dın te Porzellan Tr, ist aber l ıd die Ai; he ngt ınan Ann elektrise ühende Aüln heftige Iy en, Brinztu "euererschein vird entbur ch bei üben bei übern; m weiter Il moniakges, U fel zerlegt" hydrotlin zsaures 68! niak; mau# als man du) welcher ii u--— nm— u Per Salmiakgeist, Darstellung desselben. 247 Das Wasser absorbirt das Amımoniakgas In eimem höchst ausge zeichneten Grad, nach Davy nimmt Wasser bei+ 10° 670 Volum von jenem Gas auf, und vermehrt sein Gewicht dadureh fast um die Hälfte; bei der mittlern Lufttemperatur nimmt das Wasser 460 Vo lum Gas, oder% seines Gewichts auf; dabei wird viel Wärme eniwi ckelt, so dafs selbst Eis und Schnee mit Ammoniakgas in Berührung schmelzen. Das Protluet dieser Vereinigung führt den Namen Ammo niakflüssigkeit, Ammoniague liquide, Liquid Ammonia, Salmiak geist, Esprit de sel ammoniae, Spirit of Sal ammoniac. Black lehrte diese Flüssigkeit 1756 darstellen. Bereitung des Salmiakgeistes im Kleinen. Man leitet das Gas in ein mit destillirtem Wasser gefülltes Gefäßs, oder in einen Woulfschen Fla- schenapparat, welche Gelfälse durch Wasser stets abgekühlt werden müs sen; auf 1 Theil des Gemengs zur Ammoniakerzeugung nimmt man I, 1%, 2 Theile Wasser, je nachdem man das Präparat stärker oder schwä cher haben will. Die das Gas zuleitende Röhre muls in die Flüssig keit so tief als möglich eintauchen, damit das Gas durch die ganze Flüssigkeitssäule emporsteige. Die Retorte, oder der Kolben, darf nur zu% gefüllt werden, da sich die Masse etwas aufbläht; man bedient sich eines Kitts aus Eiweils und Kalk, mit welchem die Fugen und Stöpsel verstrichen werden. Darstellung im Grofsen. Man bedient sich statt des Salmiaks auch des wohlfeilern schwefelsauren Ammoniaks bei gleichen Mengungsverhält- nissen, obschon das letztere Salz nur 298 Ammoniak, ersteres 335 lielert; man verwandelt den Kalk durchs Befeuchten mit Wasser in ein Hydrat, destillirt aus Glasretorten, die in Sandkapellen liegen, siehe Taf. IV. Fig. 11 u, 12, mit vorgelegten Ballons, oder man wendet eiserne Geräthe an; irdne Retorten oder Kolben sind nicht wohl anwendbar, weil sie erstens po rös sind, zweitens auch durch den im Innern nach dem Gebrauch noch anklebenden salzsauren Kalk, welcher Wasserdämpfe anzieht und zer llielst, von Feuchtigkeit durchdrungen werden, so dals sie bei einer zweilen Anwendung bersten, indem sich die in die Poren eingedrun gene Flüssigkeit in Dämpfe verwandelt, und die Iketorten zersprengtl. Kaum zweimal ist eine solche Retorte zu gebrauchen. Hiedurch wird diese Verfahrungsweise kosispielig, Auch die Glasretorten, wenn man das Gas trocken entwickelt, erleiden grofse Hitze, kommen dem Schmel sebraucht werden, da das Chloreal o zen nahe, und können nur einmal cium sehr fest anhaftet, weshalb die Retorte, um dieses herausnehmen zu können, zerschlagen werden mufs. Man bedient sich deshalb eiser ner Itetorten, oder auch eiserner Destillirblasen, in welche das Gemenz durch eine luftdicht mittelst eines eisernen Pfropfens zu verschligfsend‘ Zar nn men Tr en nern nen= es ar EICHE 248 Salmiakgeist, Darstell. u. Eigenschaften desselben. Oeffnung geschüttet wird. Der Hals der Retorte, oder das Helmrohr, wird durch eine luftdicht eingepalste eiserne Röhre verlängert, und in diese eine Glas- oder Bleiröhre gekittet, welche nach einem Woulfschen Apparat führt. Die erste Flasche wird nicht mit Wasser gefüllt, hat eine Oeffnung am Boden, mit Pfropfen versehen, um aus derselben das sich niederschlagende empyreumatische mit vielem Ammoniak gesättigte Oel ablassen zu können, indem der zur Darstellung des Salmiakgeistes ge- brauchte Salmiak, oder das schwefelsaure Ammoniak, nicht immer völlig rein ist, nicht selten noch empyreumatisches Oel enthält, weshalb jene Vorsicht nothwendig. Die zweite und dritte Flasche ist mit Wasser angefüllt, letztere enthält einen schwachen Salmiakgeist, sie wird bei einer wiederholten Darstellung in die zweite entleert. Wenn man den nöthigen Kalk vorher zu Hydrat verwandelt, oder zu steifen Kalkbrei, so erfolgt die Entwickelung des Gases, wegen der zugleich sich bilden- den Wasserdämpfe, leichter. Man bedient sich dieses Verfahrens be- sonders in Apotheken. Der Salmiakgeist ist eine farblose Flüssigkeit, von starkem Geruch nach Ammoniak, von einem ätzenden Geschmack, specifisches Gewicht des concentrirtesten 0,875(Gehalt an Ammoniakgas 32,5% Davy), nach Dalton 0,85,(Gehalt 35,35); Siedepunkt— 4°, gefriert bei— 40°, wird trüb, und setzt kleine seidenglänzende Nadeln ab, verliert den Geruch. Er reagirt alkalisch, läfst sich mit Wasser verdünnen,, speeil, Gewicht des gewöhnlichen 0,96 bis 0,965,(Gehalt 10 bis 9,65% an Ammoniak). Tabellen über das specif. Gewicht verschiedner Gemenge von An- moniakgas und Wasser haben Dalton, Davy, Ure”) und Meifsner“) ge- liefert; erstere ist nur auf wenige Versuche gebaut. Trab et. über den Gehalt an Ammoniak im Salmiakgeist, nach Davy. Specif. Gew. des Ammoniak- Specif. Gew. des Ammoniak- Salmiakgeistes procente Salmiakgeistes procente 0,8750 32,50 0,9435 14,53 0,8875 29,25 0,9476 13,46 0,9000 26,00 0,9513 12,40 0,9054 25,37 0,9545 11,56 0,9166 22,07 0,9573 10,52 0,9255 19,54 0,9597 10,17 0,9326 17,52 0,9619 9,60 0,9385 15,85 0,9692 9,50 N U. Dap 156: AAN) A. 050, Sımukgeis sun 09 spe Gemacht — I) | 95 % bw) bl fh) 70 b 6) » 50 (6) ) » 30 » iber M da Imı- | N Age | von It, | 1999,, Met) ah | Ch I.| | Coricht 10 Fa N | nor me en me Tier.-“ lessell, ” Specif. Gewichte des verdünnten Salmiakgeists, 919 ler da N Heları, enger, 2, grabel te einem Pau) über den Gchalt an Ammoniak im Salmiakgeist, T selillt, hat Terselhen Ki von Ure. lak gest(= Slate 5 Salmiakgeist PER HERE. abe. N| Miktleres icht inner yi von 0,9 spec. rocente VEIEEN AURCH spec, Gewicht l hu ii Gewicht PAICH Versuche x Ib, wesha I st mit Wis 100 26,500 0,9000 Ist, Sie wird 95 25,175 0.9045 0.90452 W 90 23,850 0,9090 0.90909 Vem an 55 22,525 0,9133 0,91370 steilen Kıll s0 21,200 0,9177 0.91838 eich sich Il 73 1 9,875 aa ee Eee 70 8,550),9275),9278 : Verfahnes 1; 65 17.225 0.9320 0.93264 60 15,900 0.9363 0.93750 karkeih le 55 14,575 0,9410 0,94241 IT 50 13,250 0,9455 0,94737 sifisches Gen 45 11,925 0,9510 0.95238 5° Dan): 40 10,600 0.9564 0.95744 a 35 9,275 0,9614 0,96256 iert bei- 4 30 7.950 0.9662 0.96774 ab. verler 2> 6,625 0.9716 0.97297 20 5.300 0,9768 0,97826 Au 15 3.975 0,9828 0,98360 10 bis 96; 10 2.650 0,9837 0,938900 5 1,325 0,9945 0,99447 emenge Yon | Mijn") 3: ach e.] 1°e über Mischungen von Salmiakgeist und Wasser, nach Meifsner., jakgeist, Salmı- Salmi- Salmı- Salımı- ent akgeist akgeist akgeist akgeist|< x FE an un FE 2 Soe Ge- u Bas ce se Br S e- ve 0,883 sp er ei(0,983 sh. 0,883 sp. ee Da 0,883 sp.\” De a Gewicht 13 Gewicht Ki Gewicht ee Gewicht“ ei plte. pCte, pCte. pCte, 12.0 100| 0,8830 92| 0,8925 54 0,9011 76 0,9088 1156 39| 0,8842 91| 0,8936 83| 0,9021 75| 0,9098 108 98| 0,8854 90| 0,8947 82 0.9031 74 0,9107 10,17 97| 0,8866 89| 0,8958 sl 0,9041 73 0,9117 9,60 EN 0,5878 tote) 0,3969 80 0,9050 72 0,9127 9,0 95, 0,8890 87 ı 0,5980 79 0,9059 71 0.9137 94| 0,8902 86| 0,8991 78| 0,9068 70.| 0,9147 93| 0,8914 85| 0,9001|| 77| 0,9078 69| 0,9157 a Zr U en 0 177 A TEE ER Fe EEE AT ER_ RE En AR xy; N er EN 250 Specif. Gewichte, des verdünnten Salmiahgeistes. Salmı- Salmı- Salmı- Salımı- akgeist Spec. Ge- akgeist Spec. Ge- akgeist Spee. Ge- akgeist Spee. Ge- x wicht bei liche belt richt beill) con wicht bei 0,8855p.| 1750|0,883sp.|" 77.0 110,883 sp." ot 240,883 sp. 1750 Gewicht 2 Gewicht 175 Gewicht 17,5 Gewicht u pÜte. püte. püte. pCte. 68 0,9167 5l 0,9348 34 0,9540 17 0,9766 67 0,9177 50 0,9360 33 0,9552 16 0,9780 66 0,9187 49 0,9371 32 0,9554 15 0,9794 65 0,9198 48 0.9382 Sl 0,9577 14 0,9503 64| 0,9208 47 1 0,9393 30| 0,9590 13| 0,982 63 0,9219 46 0,9404 29 0,9603 12 0.9536 62 0,9229 45 0,9415 28 0.9616 lt 0,9551 61 0,9239 44 0,9426 27 0,9629 10 0,9565 60 1 0,9250 43::! 0,9437 26| 0,9643 9 1 0,9879 59 0,9260 42 0,9448 25 0,9657 8 0,9593 58 0,9271 al 0,9459 24 0,9670 Ei 0,9907 57 0.9282 40 0,9470 23 0,9684 6 0,9921 56 0,9293 39 0,9481 22 0,9697 5 0.9954 55| 0,9304 33: 1 0,9492| 21| 0,9711 4| 0,9948 54 0,9315 37 0,9504 20 0,9725 3 0,9961 53 0,9326 36 0,9516 19 0,9738 2 0.9974 52 0,9337 3) 0,9528 18 0,9752| 1 0,9987 Der Salmiakgeist mufs in völlig lufidicht verschlofsnen Flaschen an kühlen Orten aufbewahrt werden, denn einmal entbindet sich aus ihm Ammoniakgas, er wird schwächer, und zweitens zieht er Kohlensäure aus der Luft an, wird kohlensauer, Man erkennt dies, wenn man in ein Glas, in welchem sich verdünnte Schwefelsäure befindet, Salımiak- geist schüllet, durchs Aufbrausen. Enthält derselbe etwas stinkendes Oel, so verräth sich dasselbe dadurch, dafs bei Zusatz von concenlı, Schwelelsäure die Farbe der Flüssigkeit gelb- bräunlich wird; endlich kann er noch salzsaures Ammoniak enthalten. dies findet man dadurch, dals man die Flüssigkeit mit reiner Salpetersäure neutralisirt und salpeler- saures Silberoxyd hinzusetzt, wodurch Chlorsilber sich niederschl wenn Salmiak vorhanden ist. Anwendung des Salmiakgeistes in der Chemie, in der Medicin, Färberei zum Schönen der blauen Farbe durch blausaures Kali sefärbt, um derselben einen Veilchenton zu geben, des Holzblaues; bei der Fa- brikation des Schnupftabaks; zum Auflösen des rothen Karnins; zum Fleckausmachen ete, ägl {e) [| 2 Ammonium,(Ammoniakmetalloid) ist noch nicht isolirt darge- stellt worden, wird mit Quecksilber verbunden erhalten, wenn man eın Ammoniaksalz mit Quecksilber in Berührung in den Kreis der Vol- taschen Elektricität bringt, das letztere mit dem— Pol, ersteres mit dem+ Pol verbindet. Es erfolgt eine Zersetzung des Salzes und des jalcenda ‚ulls, AM Jun af, W zul\ Ku Alkohol al Wasser zuktas eoth. Wisserstofft zonlum unzt Dir Stichst st oder€: (olureb of N In nicht vo len, sonder Je Substanzen le beim(an olslbes da, (fun zeseizl, Amulak, Roll Bsist hallo | alu sehr see (pr, al BL, md 09 srl(em Hllauen Flune de Als alien A et, I Ca ae dir en tn Tun, N) el Innden, Gi, ei Ile ch| Fe u Aa I[ Ach und Ir W alsrh hm Br Su Tr N (JR | Tange$ R lc, kı a om mn nn TE-. geistes, Ammonium. Cyan. 251 d begleitenden Wassers, am+ Pol entbindet sich die Säure und Sauer- u a stoflgas, am— Pol schwillt das Quecksilber auf das 5 bis 6 fäche Vo- \883cn ich) lum auf, wird bleigrau, steif, krystallisirt beim Erstarren. Diese amal nn Ih gamartige Verbindung entmischt sich von selbst, noch leichter mit Was- ı DIE EEE ser, Alkohol und Aether in Berührung, es entbindet sich Ammoniak- 17 Jos; und WVasserstoffgas, und awar von leizterm,% Volum des im Ammo- 16 09x niakgas enthaltnen WVasserstoffgases. Es muls daher das Ammonium 15 Ion Wasserstoff mehr enthalten, als das Ammoniak. Alle Versuche, das An- > R on ınonium unzersetzt abzuscheiden, sind fehlgeschlagen.] \ THE ID) Ks Der Stickstoff verbindet sich mit Kohlenstoff zu einer Gasart, Blau- I 10,8; stoff- oder Cyangas, Cyanogene*), Azoture de Carbone, Cyanogen, 2 er Carburet of Nitrogen, von Gay-Lussac 1814 entdeckt, kommt in der 8 om Natur nicht vor. Es bildet sich nicht unmittelbar aus beiden Bestand- 7 108 theilen, sondern auf indirektem Weg, wenn man stickstolfhaltige thieri- ‚ F sche Substanzen mit fixen Alkalien glüht, wobei sich Cyanmetalle erzeugen 4 00(siehe beim Cyaneisenkalium). Man stellt es durch Zersetzung des Cyan- i Kae quecksilbers dar, welches bei selinder Wärme sich in Quecksilber und 1 1 Uyan zersetzt, wenn es völlig trocken, sonst bilden sich noch Blausäure, Ammoniak, Kohlensäure. Es wird über Quecksilber aufgefangen. Es ist farblos, riecht sehr durchdringend, stark, reitzt Augen, Nase, schmeckt sehr stechend, specif. Gewicht 1,8064, 100 Kubikzoll wiegen 0,2864 preuls. Loth, 1-Kubikfufs 4,949 preuls. Loth, Liehtbrechungsver- mögen 2,832, wird durch vermehrten Druck zu einer tropfbaren Flüssigkeit nen Flaschen: jet sich aus ih er Kohlen ‚wenn il indet, Sılui! was. stinken. von 0,9 specif. Gewicht, die in der Kälte erstarrt. Es verbrennt mit einer rothblauen Flamme und besteht aus: 53,66 Stickst. und 46,34 Kohlenst,, oder aus gleichen Volum Sistgas und Kstdampf., wird in der Hitze z von con i$ E i on z 9 nicht zersetzt, dessleichen nicht durch den Sauerstoff der Luft, leitet wird; en er; A man aber durch ein Gemeng von Cyan- und Sauerstolfgas einen elek- t man dalı trischen Funken, so bildet sich unter Detonation Kohlensäure und Stiek- irt und sıly;: E 3 nun gas wird entbunden. Wasser absorbirt bei 20° das 4%fache Volum des jederselli-.;& z R a I Gases, erhält dadurch einen sehr pikanten Geschmack; diese Verbindung entmischt sich aber leicht, indem aus Cyan und Wasser sich Kohlensäure, ‚pn Heli B n 1 1| L 1 den A Dlausäure und Ammoniak bilden; Alkohol nimmt ein 23faches Volum es Kali# auf, Aether und Terpentinöl wenigstens eben so viel als Wasser, Ka- s: bei der!--\| N 5; bei di lium absorbirt Cyangas unter F euererscheinung, es entsteht Cyankalium Karnuns; Das Cyan verbindet sich mit Sauerstölf zu 2 Säuren. ll) Cyanige Säure, Acide cyaneux, Cyanous acid, von Wöhler t isolirt dat 1822 entdeckt, kommt nicht in der Natur vor, wird nicht unmittelbar en, wenn 1> Kreis der] |, erstes!*) Soll heifsen Blausäure erzeugender Stoff, da dasselbe mit Wasser- ı, stoff Blausäure bildet, Salzes uni a Zn ak N RT na 252 Cyanige Säure, Knallsäure, Cyansäure. aus Cyan- und Sauerstoffgas erhalten, sondern dadurch, dafs man Cyan une gas in eine Auflösung von kohlensauren Kali leitet, wobei die Kohlensäwme ll entweicht und cyanigsaures Kali und Cyankalium sich bilden. Aucl sn al durchs Glühen von wasserfreiem Cyaneisenkalium mit Braunstein ge- ist winnt man eyanigsaures Kali. Versucht man daraus die eyanige Säure| zii h durch Schwefelsäure abzuscheiden, so gelingt dies zwar, aber die abge- ud Ablan schiedne Säure entmischt sich alsbald; mittelst Schwefelwasserstoffgas| Was und cyanıgsaurem Silberoxyd ist es dagegen gelungen. Es ist im wasserhaltenden Zustand eine farblose Flüssigkeit, von sau- nr, dl rem Geruch, der conc. Essigsäure ähnlich, saurem Geschmack, Lack- Insiure), A6 mus röthend, besteht aus: 76,74 Cyan und 23,26 Sauerst., oder aus 2 IM as dem Vol, Cgas und 1 Vol. Sstgas; sie bildet eyanigsaure Salze, Cyanites, ui äherisch welche sich durchs Erhitzen in Ammoniak und Kohlensäure unter Zu- elkchts Am rücklassung der Base zersetzen.] Iisich-, Pil Eine mit dieser Säure völlig gleiche Mischung hat die Knall- la, P säure, Acide fulminique, Fulminic acid, von Liebig und Gay- Lussac len 1824 entdeckt. Sie kommt nicht in der Natur gebildet vor, wird nicht| wi tele auf direktem Weg erzeugt, sondern dadurch, dafs man salpetersaure Baus Metallauflösungen, z. B. salpeters. Quecksilber-, Silberoxyd heils mit HR Niiere hierüber Alkohol mischt, wobei sich das erzeugte knallsaure Metalloxyd abschei- det(Knallsilber, Knallquecksilber); es entmischt sich nämlich der Al-| San kohol und die Salpetersäure, es bildet sich aus dem Stick- und Sauer-|“: Url stoff der Salpetersäure und dem Kohlenstoff des Alkohols Knallsäure, MAL: gr ferner Salpeteräther ete.(siehe beim Knallsilber.) Alle Versuche die|, kun Knallsäure zu isoliren sind zeither vergebens gewesen. Di Dante: 1 Darstellng Die Bestandtheile der Säure sind ganz dieselben in Qualität und besonders dal; Quantität, als die der eyanigen Säure, obschon beide Säuren in ihrem INH hlende Säure Il) ee ne nn rn rn me ame nn I| IN) Verhalten sich gänzlich unterscheiden. So sind die Salze der Knall- Yen ne] | säure, Fulminates, sowohl die metallischen, als auch die Doppelsalze In Anstand al dieser mit Alkalien detonirend, wogegen die eyanigsauren Salze diese| Drum Ph Eigenschaft nicht besitzen; zersetzt man ein knallsaures Salz durch eine CME ihre Sauerstoffsäure, so entmischt sich die Knallsäure in Ammoniak und Blau- Torte mi säure, dagegen die eyanige S. in Ammoniak und Kohlensäure etc. een l Rücksichtlich des Knallsilbers und Knallquecksilbers hat diese Säure|"" Kal, technisches Interesse.| 2 Darf y a BE og| oral [| 2) Cyansäure, Acide ceyanique, Cyanic acid, von Serullas 183 len) durch Zerlegung des Chlorcyans mit viel Chlor durch Wasser dar- en gestellt; die gleichzeitig gebildete Salzsäure wird durchs Erwärmen ent- Hal Br fernt. el 3| Sie krystallisirt in farblosen, durchsichtigen, glänzenden Rhomben, durch dam ei Sublimation in zarten Nadeln, ist fast geschmacklos, Lackmus röthend,| Tl kb erwas leichter als conc. Schwefelsäure, verflüchtigt sich über 350° und N a nnt | al in EEE a ren le N zry' Se(Re RR 5, Ta yT Zen 77", Te ! + a \\| \ DM Pr a 4 Ak L Far[#| hd ar| ı ı 4 A “ ws= k I) a"+ a e la! 02% Ir a)[3 sn u j“m i f f 4 hr |- Je-|| x wi\[| 1 wi k| ng BE ie== E1 ie\ Ss Av| N E “[e] | ru Mo [2-Ä L SS oO 9 ke | rg EB% F t r IV A ! N Be Book H ß\ | amd] | 194= ‚|[2| N a R I V | E- P1 vi [S 5 kıA:H m =|| De| Ä ne Vo a a fi h er„ei )[= 4\\ Dar© EA ar - i \ ke” b u LIT; d [ u) 8 1} m ..-” £ 5[m u } f\ un $ ui n [=] u 4 g®© A v- A|\ iM "“© el| u“ F Fi I” Rn aA Ku RB ro we I= 1-_ j j=| 4 =]| 4> 5 ra u+ E55 3: I E=!;= 1 vi er 5; i= 5 A ı2;=,| re] 4 R#|[an 4= i 4 Pr» a an 9’= 1} i%=} 4 7 7 Ag 4 Pr‘[2 2==] L“ u. we- h\ j= ı wi Mi 1]= i 2 m vl|| en r en 2 3©= 1| 1 3 we;&l 2 B| ar 1 ji wi,| ww m-| n HJ 9 3 5 A| fr 254 Blausäure, blausaure Salze. Phosphorsäure und WVasser vermischt destillirt, und stärksten Alkohol vorschlägt(für den Medicinalgebrauch); wenn man Cyanquecksilber in Wasser auflöst und mittelst Schwefelwasserstoffgas präcipitirt.— Beim ersten Prozels bildet sich durch WVasserzersetzung phosphorsaures Kali und Eisenoxydul nebst freier Blausäure, beim letztern Schwefelqueck- silber und Blausäure.] Die concentrirte Blausäure ist eine farblose Flüssigkeit, von einem höchst penelranten Geruch nach bittern Mandeln, kühlenden und ste- chenden Geschmack, welcher längere Zeit ein kratzendes Gefühl im Schlund hinterläfst; es ist das heftigste Gift, tödtet mit Blitzes- schnelle, gegen welches kein sicheres Gegengift bekannt ist. Das spe- eifische Gewicht derselben ist 0,7058 bei+ 7°, 0,6969 bei+ 19°; sie kocht bei+ 26,5°, die Dämpfe derselben haben ein speeif. Ge- wicht von 0,9476; sie gefriert bei— 15° zu einer krystallinisch festen Substanz, erzeugt durch ihr rasches Verdunsten Kälte, so dals sie dadurch selbst bei+ 20° zum Gefrieren kommt; Lackmuspapier röthet sie nur schwach und vorübergehend. Sie besteht aus: 96,35 Cyan und 3,65 Wasserst., oder aus gleichem Vol. Cgas und Wöstgas, entmischt sich leicht, besonders beim Zutritt der Luft, des Lichts und der Wärme, die Flüssigkeit wird röthlichbraun gefärbt, braune Flocken— nach Boul- lay aus Kst, Wst, Stst bestehend,(Acide azulmigue genannt)— schei- den sich ab und blausaures Ammoniak bildet sich; ein Zusatz von Al- kohol hindert, diese‘ Entmischung kräftig. Dämpfe der Blausäure sind brennbar, entzünden sich an brennenden Körpern wie Aetherdampl, verpulfen mit Luft gemengt wenn elektrische Funken durchgeleitet wer- den. Wasser und Alkohol nehmen die Blausäure in jedem Verhältnils auf; erwärmtes Kalium absorbirt aus den Dämpfen der Blausäure Cyan und entbindet Wasserstollgas. Bringt man Blausäure mit Ba- sen in Berührung, so entstehen nicht eigentlich blausaure Salze, Hy drocyanates, Prussiates, sondern durch eine Zerselzung derselben so wie der Basen Cyanmetalle, Cyanures, Cyanides. Die Verbindungen mit den Metallen der Alkalien und Erden zersetzen sich mit Wasser in Berüh- rung, so dals Blausäure durch den Geruch sich zu erkennen giebt, und die Basen durch Reaction, dies findet im trocknen Zustand nicht statt. Anwendung der Blausäure hauptsächlich in der Mediein, aber auch in der Färberei in einem sehr verdünnten Zustand, beim Färben des Tuchs mit blausaurem Kali. Zu dem Ende wird eine Auflösung von blausaurem Kali mit Schwefelsäure vermischt. [ Mit Schwefel verbindet sich das Cyan zu Schwefeleyan, Sulfure de Cyanogenc, Sulphuretted Cyanogen. Das Schwefeleyan ist noch nicht Schn jdn ya, Schwelt yuzalum mi and und Sch Yulmllösunge In schwefeluya nn Schwefeey zn durch eine ı hin-sulfo-eym nillirbende Sau sallteoden Zus Geuch, etwas e zent her— 1 it gleichfalls 2 Wasserst,, zerse lurch Chlor, en Ing des Schwele !leyanmetalle Ir Alkali und ienmydolaulösun Di Cyan verbig I/Chloreyan mi Illrid of Cian at Wasser bofcuch genendete Rilke ech Er Art hei ku]? ee hr HB had, ha ud Nase, inch| U Dane An a elächen Yo var a Nat. a& MÜnTch, 4 eat[ Alullen Mragpl], Fü y' } U Warearf..: * JSeptp, A li, Av,"er T Stünksten Alk Janquerksil): Präcipitint,=) hosphorsanre N ern Schwelt| keit, von d Iılenden m; zendes Gelill dtet mit N) anne ist, Diss ),6969 bei+1 n ein speni| 'ystallinisch ilte, so dh kmuspapier N 5: 96,35 Chan Vsigas, il 3 und der\li cken— nl] genannt)- in Zusatz vı (er Blausin wie. Alles durchgeleitn jedem Verl on der Din Blausäue ni) aure Salut! o derselben®' Verbindung Wasser in) kennen gill tand nicht& ediein, abe beim Fire! je Aullosu| Ayla sul an ist nnd Schwefelcyan, Schwefelblausäure, Chlorcyan. 255 isolirt dargestellt, man kennt nur Verbindungen desselben mit den Me- tallen. Schwefeleyankalium wird erhalten, wenn man 2 Theile Cyan- eisenkalum mit 1 Theil Schwefel glüht, wodurch das Eisen sich oxydirt und Schwefeleyankalium sich erzeugt. Durch dieses kann man Metallauflösungen zersetzen und andere Schwefeleyanmetalle erhalten. Das Schwefeleyan besteht aus: 45,05 Cyan und 54,95 Schwefel. Mischt man Schwefeleyankalium mit Wasser und Schwefelsäure, so erhält man durch eine Zersetzung des Wassers Schwefelbla usäure, Aeide hydro-sulfo-cyanique, Sulphoeyanic acid(Blutsäure, red tinging acid, rothfärbende Säure); sie kommt nicht gebildet vor. Es ist im was- serhaltenden Zustand eine farblose Flüssigkeit, von sauren, stechenden Geruch, etwas essigähnlich, sauren Geschmack, specif. Gewicht, 1,022, gefriert bei— 12,5°, krystallisirt in 6seitigen Säulen, siedet bei 102,59, ist gleichfalls giftig und besteht aus: 98,32 Schwefeleyan und 1,68 WVasserst., zersetzt sich leicht am Licht, durch Sieden, an der Luft, durch Chlor, ein gelbes Pulver scheidet sich ab, eine höhere Verbin- dung des Schwefels mit Blausäure; sie giebt mit den Basen Schwe- feleyanmetalle, Sulfocyanures, Sulphocyanides; die der Metalle, der Alkalien und Erden sind in Wasser und Alkohol löslich, färben Eisenoxydulauflösungen blutroth, daher der Name rothfärbende Säure. Das Cyan verbindet sich auch mit Chlor, und zwar in 2 Verhältnissen, 1) Chloreyan mit‘wenig Chlor, Protochlorure de Cyanogene, Pro- tochlorid of Cyanogen, wird erhalten, wenn man Cyanquecksilber mit WVasser befeuchtet mit Chlorgas in Berührung bringt, Durch an- gewendete Kälte erhält man das Product im festen Zustand. Es krystallisirt bei— 180 langen durchscheinenden Säulen, bildet bei— 15° eine farblose, schr flüchtige Flüssigkeit, welche schon beı —+ 18° kocht, besitzt einen sehr durchdringenden Geruch, reitzt Augen und Nase, ist nicht brennbar, wirkt gleichfalls giftig; specif. Gewicht des Dampfes 2113. Es besteht aus: 42,76 Cyan und 57,24 Chlor, oder aus gleichen Vol. Cyan- und Chlorgas. Mengt man den Chlorcyandampf mit WVasser- und Sauerstoffgas und leitet einen elektrischen Funken hindurch, so erfolgt eine Entzündung. Das’ WVasser nimmt 4, Alko- hol 1, Aether 29 davon auf; die wäsrige Auflösung wird durch Er- wärmen in Salzsäure, Kohlensäure und Ammoniak zerlegt; Kalium ent- mischt gleichfalls das Chlorcyan, es entsteht Chlorkalium und Cyan- kalıum. Mit Alkalien in Berührung erzeugt das Chloreyan cyanigsaure Salze und Chlormetalle, schlägt aus Eisenoxydsalzen eine grüne Verbin- dung nieder, 2) Chloreyan mit viel Chlor, Perchloride de Cyanogene, Per- chlorid of Cyanogen, wird durch Vermischung des trocknen Chlor- gases mit wasserfreier Blausäure erhalten, indem das Gemeng dem Licht ausgesetzt wird; es bildet sich eine farblose Flüssigkeit in die- ser die Krystalle. Es krystallisirt in blendend weilsen, nadelförmigen Kıystallen, von nn— 256 Chlor-, Jod-, Bromeyan. Chlorstickstoff.| einem scharfen, mäuseurinähnlichen, reitzenden Geruch, schwachen Ge- le schmack, specif. Gewicht ungefähr 1,32, schmilzt bei 140°, kocht bei Ei 190% und besteht aus: 27,14 Cyan und 72,86 Chlor, oder aus 1 Vol. Cgas und 2% Vol. Chlgas, löst sich wenig in kalten, leichter in kochen- in den VVasser auf, dadurch erfolgt eine Zersetzung in Salz- und Cyan- ine säure; in Alkohol und Aether löst es sich leicht auf. Mi De Auch mit Jod verbindet sich Cyan, Jodeyan, Jodure de Cyanogene, na u Jodid of Cyanogen, durch Sublimation des Jods mit Cyanquecksilber, I; Oi oder Cyansilber.— Kleine, weise, zarte Nadeln, von sehr stechendem u) Geruch, scharfem Geschmack, sie bestehen aus: 17,29 Cyan und 82/71 Ri en Jod, oder aus gleichen Vol. und Jdampf, lösen sich in Wasser, He ia leichter noch in Alkohol auf; mit Alkalien in Berührung erfolgt eine en Entmischung in eyanigsaure Salze und Jodmetalle. Hl Ne Bromcyan mit wenig Brom, Protobrömure de Cyanogene, Pro- karl en ä) 2 ä{ nal! und viol tobromide of Cyanogen, durch Sublimation des Cyanquecksilbers mit gi RR:; Iplodiren gebr Brom erhalten.— Kıystallisirt in langen, farblosen Nadeln, besitzt hch Erin einen starken, stechenden Geruch, ist schon bei 15° flüchtig, besteht ll Fi 25,22 Cyan und 74,78 Brom, oder aus gleichen Vol. Cgas und aus: Brdampf, löst sich in WVasser und Alkohol leicht auf, zersetzt das ae WVasser in Hydrobrom- und cyanıge Säure, ul apa Si Bromcyan mit viel Brom, Perbrömure de Cyanogene, Perbro- ia mide of Cyanogen, durchs Vermischen von Brom und Blausäure beide Amok im wasserfreien Zustand; besitzt einen Geruch nach Mäuseurin. rin Fohenden Stickstoff verbindet sich mit Chlor und Jod.)Roklensaur Chlorstickstoff, Chlorure d’Azote, Chloride of Nitrogen, von inigue,(, f Am Dulong 1811 entdeckt, wird durch Zersetzung eines Ammoniaksalzes, /nmikzs nt]] oder der Ammoniakflüssigkeit, mittelst Chlor dargestellt. Man löst Jin Kine mie] Salmiak in Wasser auf und leitet Chlorgas hindurch, hiedurch. bildet a u War sich aus dem WVasserstoff des Ammoniaks und dem Chlor Salzsäure at, aus dem Stickstoff des Ammoniaks und Chlor Chlorstickstoff, welcher In} in Tropfen zu Boden sinkt. Man muls denselben stets unter einer„denk Salzauflösung aufbewahren, indem er sich sonst entmischen würde, nie, of ...”. Ti"... Nakd np,’ Es ist eine gelbliche, ölartige Flüssigkeit, von durchdringendem Ge- h tes Ri ruch, scharfem Geschmack, specif. Gewicht 1,653, ist sehr flüchtig, ver- 2 eh Ari dampft bei der mittlern Lufitemperatur schr schnell, kocht bei 71° ın ii(hl Am verschlofsnen Gefäfsen und besteht aus: 11,76 Stickst. und 88,24 Chlor, iklen Kal, td aus 1 Vol, Ststgas und 3 Vol. Chlgas, zersetzt sich durchs Erwär- u Fit hit oder men bis gegen 96° unter Licht- und Wärmeentwickelung mit einem hm . r...&.» So Senmenn heftigen Knall, indem die beiden Elemente sich in Gasform trennen ki]\| , um beı my wobei sie sich mächtig ausdehnen; gleiche Detonation findet statt Da Berührung mit Phosphor, Baum-, Terpentin-, Steinöl, Caoutchouc nldhe Mil u..a. m. Bringt man den Chlorstickstoff mit Metallen in Berührung, Pa so bilden sich unter Freiwerden von Stickstoffgas Chlormetalle. Er Ai, verbindet sich mit Alkohol,und Aether zu ölartigen dicklichen Massen, Ha. Ruh welche nicht explodiren; Wasser löst nach und nach ein wenig auf a hi un-| rl Yan| |) I ), schwachen 140, kocht h oder aus]\ chter In korl Salz- und(R : de Oyanoe) Cyanqueckill sehr stechen]: Cyan und} sich in Wi ung erfolgt \ x n Yanogene,} nquecksilben Nadeln, h flüchtig, b n Nol, Gau auf, zerseh| nogene, Pr d Blausäure} Täuseurin, f Nitrogen, Ammonuk tellt. Mir I Chlor Si ickstofl, Y stets unter@ schen wünl dringenden sehr flüchtz kocht bei 1 rl und 94! \'h durchs Er elung mil Gasforn{reD öl, IK n ın Berül IM Yhlormetalt cklichen Ib .h ein WO Jodstickstoff. Kohlensaures Ammoniak. 257 unter theilweiser Zersetzung in Salz- und salpetrige Säure. Uebergiefst man Chlorstickstoff mit Salzsäure, so wird unter Abscheiden von Chlor Salmiak erzeugt. Jodstickstoff, Jodure d’Azote, Jodide of Nitrogen, erhält man durch Digestion von Jod und Ammoniakflüssigkeit, wodurch ein dunkel- farbiges Pulver sich erzeugt, während in der Flüssigkeit Jodammonium aufgelöst ist. Die Zersetzung ist eben so zu erklären, als die so eben angeführte. Oder man löst Jod in Goldscheidewasser auf,(hiedurch ent- steht Chloriod) und schlägt mit Ammoniak nieder, wodurch das letztere zersetzt wird, so dals Hydrochlorsäure und Jodstickstoff sich bilden. Ein bräunlich-schwarzes Pulver, in WVasser unauflöslich, besteht ans: 3,11, Stickst. und 96,39 Jod, oder aus 1 Vol. Ststeas und 3 Vol. Jdampf; zersetzt sich, wenn es trocken ist, von selbst mit heftigem Knall und violetten Licht, und kann durch die leiseste Berührung zum Explodiren gebracht werden; im feuchten Zustand detonirt es nur durchs Erhitzen, Druck, Schlag; dabei entbindet sich Stickstoffgas und Joddampf. Brennbare Substanzen bedingen in Berührung mit Jodstick- stoff dessen Zersetzung; heilses WVasser entmischt ihn in Hydriodsäure und salpetrige Säure, desgleichen Salzsäure, Alkalıen.] Ammoniak giebt als eine salzfähige Grundlage mit den Säuren Salze, welche in Folgendem abgehandelt werden sollen. 1) Kohlensaures Ammoniak, a) neutrales, Carbonate d’ Am- moniague, C. of Ammonia; durch unmittelbare Vereinigung von 2 Vol, Ammoniakgas mit 1 Vol. kohlensaurem Gas, beide im wasserfreien Zu- stand. Eine weilse, krystallinische Materie, riecht stark nach Ammoniak, wird durch Wasser in die folgende Verbindung und freies Ammoniak zerlegt, enthält 43,7 Ammon. und 56,3 Kohlens. b) Anderthalb kohlensaures Ammoniak, Sesquicarbonate d’Ammoniaque, S. of Ammonia, gewöhnlich„kohlensaures Ammo- niak,” englisches Riechsalz, Sel volatil d’Angleterre genannt, wird in chemischen Fabriken im Grofsen durch Sublimation von Hirsch- hornsalz(kohlens. Ammoniak mit brenzlichem Thieröl vermengt) mit thierischer Kohle, oder auch aus Salmiak und Kreide erhalten. Zu dem Ende bringt man in eine gläserne Retorte mit Vorlage trocknes Hivschhornsalz vermenst mit Knochenkohle und sieht starke Hitze; der Prozefs wird wohl zweimal angestellt, um es ganz rein zu erhalten, Oder man mengt Salmiakpulver mit 14 bis 15 Theilen gut gewaschner und scharf getrockneter Kreide, bringt das Gemeng in eine gulseiserne oder irdne Retorte, mit irdner, eläserner, auch wohl bleierner Vor- lage, und giebt Rothglühhitze, wobei sich kohlens. Ammoniak subli- mirt, und basisch salzsaur. Kalk zurückbleibt:; dieser Prozefs erfordert ziemlich viel Wärme, und ein sehr vorsichtiges Operiren. I 17 rn m ne Kohlens. Ammoniak, Hirschhornsak. |) a 0,0) Das anderthalb kohlensaure Ammoniak krystallisirt auf nassem Weg in Rhombenokta&dern, durch Sublimation erhält man es in’ Broden(schüs- selförmigen Stücken) weils, es riecht stark ammoniakalisch, schmeckt scharf, ätzend, alkalisch, reagirt auch also, löst sich in zwei Theilen kalten und weniger als gleichen Theilen heilsen Wasser auf, muls in wohl verschlofsnen Gefäfsen aufbewahrt werden, weil es einmal sich ver- flüchtigt, und zweitens Kohlensäure anzieht. Es besteht aus: 28,92 Am- mon., 55,91 Kohlens. und 15,17 Wasser. Man gebraucht es in der Che- mie als Reagens, zur Darstellung verschiedner Ammoniakpräparate, in der Mediein, in der Kuchenbäckerei zum Auflockern des Teigs(zu welchem Entzweck es, vollkommen rein sein muls; beim Backen. des Gebäceks entweicht es), um Flecke, dureh Säuren hervorgebracht, ausa- bringen. Ein mit stinkendem Thieröl vermengtes kohlensaures Ammoniak er- hält man im Grofsen durch trockne Destillation thierischer Stickstoff ent- haltender Materien, als der Knochen, des Horns(Rindshörner, Hüfe von Pferden, Rindvieh ete., Hornspähne von Horndrechslern, Schmieden,) der Abgänge von Häuten(der Schwanz-, Kopf- und Fufsenden aus den Gerbereien), getrockneter menschlicher und. ihierischer Exkremente eie. Ehedem wendete man vorzugsweise Hirschhorn dazu an, woher der Name Hirschhornsalz, Salt of Hartshorn. Man bedient sich im Kleinen einer irdnen Retorte, füllt sie mit ge- raspeltem Hirschhorn.,' Jegt eine geräumige: Verlage vor, und verkittet den Hals der Retorte mit der Vorlage; für die entweichenden Gase bringt man in der Kugel der: Vorlage eine ‚gekrümmte Glasröhre an. Man giebt allmälig steigende Hitze, bis zum, lebhaften Glühen. der Retorte.. Durch die Hitze zersetzen sich die organischen Materien, Horn bläht, sich auf, schmilzt, Knochen dagegen und«Hirschhorn blähen sich nicht auf; die Bestandtheile vereinigen sich zu neuen Verbindungen, Produeten. welche theils Gase, theils Dämpfe sind und sich conden- siren, theils feste Substanzen. Es zeigen sich. dicke weilse Dämpfe in der Vorlage, und in Tropfen scht eine braungelbe stinkende Flüssigkeit über, auf. welcher ein braunschwarzes Oel schwimmt; brennbare Gase entweichen nebst Dampf von kohlens. Ammoniak.(Man stelle die- sen Versuch in einem lufligen Kaum an, und lasse‘die Gase verbren- nen, wobei zugleich ein Begriff von Gasbeleuchtung gegeben werden I) kann.) Folgende Producte entstehen(das Ausführliche in dem Artikel „trockne Destillation” in der Einleitung zur Chemie organischer Körper): kohlensaures, Kohlenoxyd-, beide Kohlenwasserstoffgase„ Stiekstoflgas; kohlens., etwas essig- und blausaures Ammoniak in Wasser, wel- Il stm N (m Then) hr f Hi[I N. ik Ei zug sink Jule Fl sa, Auf «ın Keinen I Versuch 1 Th rolle bleil In chenisch 1 Stillen nicht ges ID ik In beiient N! denen Cylinde \inkohlen, od ben einander Inch eiseme R niten Fisserp Ietinander verbu Iichhornsal. bs 1 die Luft, oder y vie, Sind de, (die Flisihei te Salz shnehmen Ihmbohle dient zur I Reime| "ans Knochen len dan di 2) md vehlie Tue de Dinpk en Kinn, in de, äh san Di sind), Um al Milren AN€ Iws vi a, gr Bm an, ran he Rf rn, ii] Au nassen I in Broden Ich alisch. sehn: in zwei I ser auf, mık s einmal sic); t aus: 39| ıb es in der lakpräpara, ı des Teig em Backen drgebracht, un 'es Ammon: her Stickstf hömer, Hiln ern, Schmid d Fulsenden scher Exkrens dazu al, Wi , füllt sie ni; or, und ve veichenden( te Glastölr (ten Glühe| n Materie, I horn bliles n Verbindin nd sich cu :ejlse Diun! kende Flis brennbare b# Man stell i e Gase ve opseben WEN gel in dem AH nischer Kir x Stickstl Wasser, Hirschhornsalz. 259 ches theils Eduet, theils Produet ist, gelöst und mit gleichzeitig er- zeugtem slinkenden Oel— Hirsehhornöl— vermenst, A braungelbe Flüssigkeit, Hirschhornspiritus, Spirit of Hartshorn, genannt, Auf dieser zeigt sich Hirschhornöl schwimmend. Endlich setzt sich in kleinen Portionen ein wenig Hirschhornsalz an, welches aber, beim Versuch im Kleinen, fast immer sich auflöst und verschwindet, Thierkohle bleibt in der Retorte zurück. In chemischen Fabriken, welche wegen des abscheulichen Gestanks in Städten nicht geduldet werden können, geschieht der Prozefs also: Man bedient sich grofser eiserner Destillirblasen, oder auch liegender eiserner Cylinder, welche, wie bei der Bereitung des Leuchtgäses aus Steinkohlen, oder der Salzsäure, in einer eigens construirten Feuerung neben einander lagern, Die flüchtigen Produete der Destillation gehen durch eiserne Röhren in einen dem Woulfschen Apparat ähnlich con- struirten Fässerapparat, indem 2 auch 3 Fässer mit Bleiröhren un- ter einander verbunden sind, in welchen sich die Flüssigkeiten und das Hirschhornsalz absetzen. Die Gase entweichen aus dem letzten Fals in die Luft, oder werden auch wohl in die Feuerung zum Verbrennen geleitet. Sind die Fässer ziemlich voll, so werden sie entleert, man lälst die Flüssigkeiten ab, und schlägt dieselben auseinander, um-das feste Salz abnehmen zu können. Die in dem Destillirgeräth gebliebne Hornkohle dient zur Fabrikation des blaus. Kalis, die Knochenkohle als Reinigungsmittel(siehe oben Seite120). Man kann auch in Schacht- öfen aus Knochen Hirschhornsalz und Hspiritus gewinnen, man füllt dieselben durch die Gicht mit trocknen Knochen(zu unterst wird Holz gelegt), und verschliefst, wenns Feuer auf dem Rost brennt, die Gicht, wodurch die Dämpfe nur durch besonders angelegte Abzugskanäle ab- zichen können, in denen sie sich verdichten, und als flüssige Producte in Cisternen sich sammeln. Das Hirschhornsalz sieht braungelb aus, von beigemischtem stinken- den Thieröl herrührend,, riecht nach Ammoniak und Hirschhornöl, löst sich in Wasser eiwas schwerer als reines anderthalb kohlens. Am- moniak auf, wobei sich stinkendes Oel abscheidet. Hirschhornspiritus sieht gelbbraun aus, speeif. Gewicht 1,01, setzt besonders am Licht eine braune Materie(Fusein) ab, eine Folge der Zersetzung des ent- haltnen Hirschhornöls. Hirschhornöl, eine dickliche, schwarzbraune Flüs- sigkeit, von argem Gestank, wird mit der Zeit durch den Einfluls von Licht und Luft immer dicker, theerartig. Anwendung. Hirschhornsalz und Hspiritus zur Darstellung des Sal- miaks, ferner zur Verfertigung von Ammoniakalaun, von kohlens, Am- 17* u nt EEE ET BE TER 2 FROH 260 Dopp. kohlens. Ammon., schwefels. A., schwefligs. A. moniak; ferner als Heilmittel, desgleichen'auch Hirschhornöl(letzteres auch zur Salmiakbereitung). [Doppelt kohlens. Ammoniak, Bicarbonate d’Ammoniaque, B. of Ammonia. Das anderthalb kohlens. Ammoniak zieht an der Luft Kohlen- säure an, und wird nach und nach zum doppelt kohlens. A., noch schneller, wenn man eine Auflösung jenes Salzes mit kohlens. Gas behandelt. Es krystallisirt in 6seitigen Säulen, schmeckt und reagirt kaum noch alkalisch, löst sich in 8 Theilen kalten WVasser auf, und verliert durchs Erhitzen der Auflösung+ der enthaltnen Kohlensäure, wird zu andert- halb-kohlens. A. Es enthält 21,7 Ammon., 55,7 Kohlens. und 22,6 W.] 2) Schwefelsaures Ammoniak, Sulfate d’Ammoniaque,$. of Ammonia,(Sal ammoniacum secretum Glauberi), findet sich in vul- kanischen Ländern, tropfsteinartig, auch als ein mehliger Beschlag, gelb- lichgrau, mit Salmiak und Eisenoxyd gemengt zu Solfatara, am Aetna, aufgelöst in dem Wasser der Lagunen von Siena im Toskanischen, wo es sich an den Ufern ansetzt, nach dem Entdecker Mascagnin genannt. Man gewinnt es im Grolsen dadurch, dafs man Hirschhornsalz und Hspiritus mittelst Gyps(oder Eisenvitriol) zerlegt, unter Abscheiden von kohlens. Kalk(kohlens. Eisenoxydul), oder mit Schwefelsäure neutralisirt, darauf zur Trockne eindunstet, und, um das stinkende Thieröl sowohl theilweis zu verflüchtigen, als auch zu zerstören, so weit trocken er- hitzt, bis keine stinkenden Dämpfe mehr sich bilden. Sodann wird die schwärze, kohlige Salzmasse mit kochendem Wasser ausgelaugt, die Lauge geklärt, abgedampft und krystallisirt. Es bildet farblose, durchsichtige, 6seitige Säulen, von einem schar- fen, bittern Geschmack, löst sich in 2 Theilen kaltem und 1 Theil ko- chendem Wasser auf, ist ‚uftbeständig, verknistert beim Erwärmen, wird in höherer Hitze zersetzt, besteht aus: 22,81 Ammon., 53,28 Schwe- fels. und 23,91 Wasser. Bildet mit schwefels. Thonerde Ammoniak- alaun, mit schwefels. Kali und Natron gleichfalls Doppelsalze. Anwendung. Zur Darstellung des Salmiaks, zur Gewinnung des Salmiakgeistes(siehe oben Seite 247), zur Verfertigung des kohlens. Am- moniaks, des Alauns. [Doppelt schwefels. Ammoniak, Bisulfate d’Ammoniaque, B. of Ammonia, krystallisirt in Tafeln, Schuppen, schmeckt sauer, wird an der Luft feucht, löst sich ın gleichen Theilen Wasser auf. 3) Schwefligsaures Ammoniak, Sulfite d’ Ammoniagque, S. of Ammonia, indem man schwefligs. Gas durch eine Auflösung von koh- lens. Ammoniak streichen läfst; krystallisirt in 6seitigen, farblosen Säu- len, wird feucht, zieht Sauerstoff an und geht allmählig in schwefels. Bn Anl halt a A Redue ih „Aydro un, Fhdrosl du) Aluken, Abtr si nd Selm zihnjich stellt \mfewassen ur enthält, 1 | sit wird, Es Iiystl ren, oder üb U 9m sieh durch hi sie ziehen fisirenFom, te nederzuell | Alien enthal Irunschwarzen| ai (5) Phosp Ph, of Ammn: saden Tiere Kalk bereitet w B; krpstlli hltn Wer; Aare Dlabt Au (se vom Site Phosponiun 4 Doppel, ah (Selenigen Siehe yon See h) Salısan Ürehlrae, Mur N inmoniae,$ Me, Diese Rinde im Ä eh, Yon NG: ml N UL dureh la ae, wefles, Ä ıhommil(let, Moniaque,|, der Luft Kol ohlens, A, ml ut. kohlen, M agirt kaum | verliert du wird zu anl scund 261 Ammoniagu,| ndet sich Inn) r Beschlag ıl) atara, am kin, oskanischei, 7 scagnin gan rschhorsi: u Abscheilen ıı ‚äure neulrli Thieröl om! weit trockene 1. Sodanı mi 1sser ausglın on einem si und 1 Tiel! eim Erwint l, hBAN) Schr rde Ammn Isalze. Gewinnung& es kohlens ds oniaque, B-! en, wird an nonagt, S:! sung voD hi farblose? si gm schmitt IT m Pet; Hydrothions. Ammon., phosphors. A., sals. A. 261 Ammoniak über, löst sich in gleichen Theilen kalten Wasser auf, ent- hält 29,46 Ammon,, 55,10 schweflige S., 15,44 VV,— Man gebraucht es als Reductionsmittel für selenige Säure, um Selen auszuscheiden.] 4) Hydrothionsaures Ammoniak, Hydrosulfate d’Ammoni-' aque, Hydrosulphuret of Ammonia,(eigentlich hydrothionsaures Schwe- felammonium), wird erzeugt wo animalische Substanzen verfaulen, in Kloaken, Abtritten. Es bildet sich aus gleichen‘ Raumtheilen Ammo- niak- und Schwefelwasserstoffgas, wobei es in Krystallen anschielst; ge- wöhnlich stellt man es flüssig dar, indem man in Salmiakgeist so lange Schwefelwasserstoflgas leitet, bis die Flüssigkeit kein freies Ammoniak mehr enthält, bis eine Auflösung von schwefels, Magnesia nicht mehr ge- trübt wird. Es kıystallisirt in farblosen Nadeln, Blättchen, welche nur im luft- leeren, oder überhaupt sauerstofffreien, Raum dauern können, sie zerse- tzen sich durch den Sauerstoff, es bildet sich Wasser und Schwefel wird frei; sie ziehen auch Wasser an. Man bedient sich dieses Salzes in flüssiger-Form, um Metalle aus ihren Auflösungen als geschwefelte Me- talle niederzuschlagen(siehe oben Seite 181). Es’ greift sogar das im Bleiglas enthaline Bleioxyd an, und giebt einen unendlich feinen braunschwarzen Ueberzug auf demselben, welcher Regenbogenfarben spielt.| [5) Phosphorsaures Ammoniak, Phosphate d’Ammoniaque, Ph. of Ammonia, kommt im Urin des Menschen und der fleischfres- senden Thiere vor, kann aus kohlens. Ammoniak und sauren phosphors. Kalk bereitet werden. Es krystallisirt, schmeckt kühlend, stechend, löst sich in 5 Theilen kalten WVasser auf, entbindet in der Hitze Ammoniak und Phosphor- säure bleibt zurück, aber nicht völlig von allem Ammoniak befreit (siehe vorn Seite 190). Man bedient sich daher auch dieses Salzes um Phosphorsäure darzustellen. Mit phosphorsaurem Natron giebt es ein Doppelsalz, siehe beim. Natron. (Selenigsaures Ammoniak dient zur Bereitung des Selens, siehe vorn Seite 183).] 6) Salzsaures, oder hydrochlorsaures Ammoniak, Hy- drochlorate, Muriate d’Ammoniaque, H., M. of Ammonia, Salmiak, Sel ammoniac, Sal ammoniac, Chlorammonium, Chlorure d’Am- monium. Dieses Salz findet man in allen'vulkanischen Ländern, auf Laven als Rinde oder Beschlag, in Spalten, Höhlungen vulkanischer Gebilde, sowohl in haarförmigen Krystallen, als kuglich, tropfsteinar- tig, mehlig, durch Schwefel, Selen und Eisenoxyd gefärbt. So am Aetna, Solfatara am Vesuv, Lipari, vorzüglich viel in der Tatarei, Bucharei, | I) II) a= nn"si u EEE TEE- ER 262 Salzsaures Ammoniak, Darstellung desselben, im stidliehen Amerika.- Ueber Sibirien kommt ziemlich viel natürlicher Salmiak aus der Tatarei nach Rufsland. In frühern Zeiten erhielt man Salmiak allein aus Aegypten, wo derselbe aus dem Kamelmist verferligt wird. Man verbrennt getrockne- ten Kamelmist, sammelt den Salmiak‘enhaltenden Rus, und sublimirt denselben, wobei der Salmiak in Broden erhalten wird. Der Kamel- mist enthält nämlich stickstoffige thierische Substanzen und salzsaures Kali, Natron, daraus entsteht in der Hitze durch gegenseitige Entmi- schung Salmiak; aus 5 Pfund Rus erhält man etwa 1 Pfund Salmiak, Der ägyptische Salmiak zeichnet sich durch eine graulich-weilse Farbe. aus. Die Darstellung in Europa. fand erst im vorigen Jahrhundert statt, 1759 wurde die erste Salmiakfabrik in Deutschland zu Braunschweig von den Gebrüdern. Gravenkorst angelegt, Man bereitet ihn: 1) aus kohlens...(schwefelwvasserstoffs.) Ammoniak. und Salzsäure, 2) aus scliwefels. Ammoniak und Kochsalz, 3) aus kohlens. Ammoniak und Salzmutterlauge, 4) aus: Steinkohlenklein,. Steinkohlenrus, Salz und Thon. Man‘ neutralisirt. Hirschhornsalz und Hspiritus mit Salzsäure, oder auch das durch Destillation der Steinkohlen bei’ der Gasbeleuchtung er- haltne ammoniakalische, welches kohlens., schwefelwasseı- stoffs,, essigs. Ammoniak enthält, dampft in zinnernen Kesseln die Flüs- sigkeit zum Krystallisationspunkt ab, und läfst keystallisiren, oder man unterwivft die zur Trockne abgedampfie Salzmasse einer Sublimation. Hiezu dienen gläserne fast eiförmig gestaltete Ballons, welche in Sandka- pellen in Galeerenöfen zu 20, 24, 30 Stück eingelegt werden, siehe Taf, IV. Fig.11 uw. 12. Auch werden eiserne birnförmige Geräthe angewendet, wel- che’aus 2 Theilen bestehen,— Wendet man schwefels. Ammoniak und Kochsalz an, so erfolgt. in.der Auflösung: eine Zersetzung, es bilden sich schwefels..-Natron. und-salzs, Ammoniak; läfst man die Auflö- sung krystallisiven, so: schielst' das erstere Salz zuerst an, ‚sodann.der Salıniak, welcher aber leicht etwas schwefels, Natron noch beigemischt enthält, Will man auf trocknem Weg arbeiten, so wird das Aufge- löste abgedampft, und die trockne Masse sublimitt, Die Mutterlauge von Salzsaole, von Meersalz, the bittern, ent- hält: salzs. Magnesia, salzs. Kalk, sie kann daher zur Zersetzung von Hivschhornsalz_.ete, angewendet werden, wobei ‚kohlens. Magnesia, kohlens. Kalk ımd Salmiak resultiven, Die Flüssigkeit wird geklärt, ab- gedampft, krystallisirt oder ‚sublimirt. Man hat auch angerathen, die animalischen Substanzen mit der Mutierlauge zu tränken‘und getrocknet in eignen Oefen zu verbrennen, den Rauch in Kammern zu condensiren; salzs, Magnesia entbindet nämlich in der Hitze Salzsäure,— In. den Niederlanden bei Lüttich gewinnt man ‚endlich durchs Verbrennen von Salsa Sina jun Od Sıl ulm Am uthnd Sl hl kann,| Ai, die sie menlele, hl [rinspirilus ‚hr Bisenvit yk benutzt, Yhn destillir Destillation£ hleiernen He In bringt oder in Ev | ill Krytıl | sehen,"anche uit dem Stine enmichen sind; it, sind weg aucı icdne Suhl sllst aus Gran CONVER-CnNty, schwer, in der. wel, feteläne Bruch gobpli sun Üiloreken, sauren Risnkai rührt man di] an, fref in jp sell sind, und Salniak I, Nalln, di n Su ho, Hi lie ah m) sta ghry Well Dipl Ilniakı Salt, Ka -lben, I viel Matti N Meeyıten, brennt Betr S, und sublı td, Der Kun und salz nseitige Fi) Pfund Sılı veilse Farbe; ahrlnndert; zu Brannschn; itet ihn:|), lzsäure, N ‚ Ammonil u) , Salz und!) t Salasiue ul asbelenchtun schweilns Kesseln die! isiren, ode iner Suhliu elehe in Sul en, siehe Ti] angewenlei 5, Ammoniu zung, es| man die Al an, sodann ı noch. heizen: wird das Au je bitten,| n Zersetzung hlens, Iigs vird gehlin, angerallet,| und geinil zu. eondens AUTE, 25 I Verbrenel Salssaures Ammoniak, Darstells u. Eigenschaft. desselb, 265 Steinkohlengrus gemengt mit Steinkohlenrus, Kochsalz und Thon’ in eig- nen Oefen Salmiak. Der'Prozels ist folgender: Steinkohlenrus"enthält schwefels. Ammoniak,'auch wirklichen'Salmiak, Kochsalz und Thon entbinden Salzsäure(siehe oben Seite 208), wodurch sich also Salmiak bilden. kann. Auch in der I mgegend ‚von London bestand eine,Salımiak- fabrik, die sich ‚des Ruses aus den Schornsteinen der Hauptstadt be- diente,— Ehe man: Hirschhornsalzi,im ‚Grolsen zur Salmiakfahrikation anwendete, hat’man gefaulten Urin destillirt,-und‘den gewonnenen Urinspiritus, welcher. kohlens. Ammoniak ‚enthält, mittelst: Gyps, öder Eisenvitriol,"in'schwefels. Anmnoniak umgewandelt, und auf Sal miak benützt. FU [Man destillirte 2 des Urins ab, spesif, Gewicht‘ des Destillats. 1,01;, die Destillation geschieht theils. in ‚grolsen eisernen.\ Blasen ‚\.theils in mil bleiernen Helmen: bedeckten eisernen Pfannen,] Man bringt den Salmiak entweder sublimirt: in Broden in den Han- del. oder in Form kleiner Hüte, letztere aus den. auf nassem Weg ‚ge bildeten Krystallen ‚erzeugt. Bei jeder Sublimation geht dev Glasballon verloren, auch springt: er zuweilen mit.argem’ Knall. wenn er zu früh mit dem Stöpsel von Kreide verschlossen wurde„ ehe alle Wasserdämpfe entiwichen sind; eiserne Sublimirgeschirre/ aus 2'Theilen zusammenge- fügt, sind wenigstens im nördlichen Deutschland nicht üblich;'män hat auch irdne Sublimirkessel, die in Kapellen stehen, mit eisernen Deckel, selbst aus Granit gefertigte Geschirre. Die Brode sind meniskenartig, convex-concav, 20 bis 30 Pfund, die englischen an 50 und niehr Pfund schwer. in der Mitte 2 bis 5 Zoll stark, nach dem Rande verjüngt, weils, feitglänzend, vielfach geborsten, klingend, durehscheinend,, der Bruch grobsplittrig;; sie dürfen nieht gelblich aussehen,( Zeichen von Chloreisen, welches sich durchs Auflösen und Zusatz von blau- saurem Eisenkali zeigt).— Um den Salmiak in Hutform zu bringen, rührt: man. die Krystalle nit. etwas siedendem: Wasser zu einem Brei an, trägt ihn in thönerne,, glasurte Formen, die auf’der Spitze. aufge- stellt sind, und läfst in diesen das Salz erstarren. Salmiak kıystallisirt. in. Oktaödern, gewöhnlieb in ziemlich, langen Nadeln. die zu einem Federbart an einander gereiht sind, dieselben sind farblos, biegsam, luftbeständig, schmecken scharf, stechend, salzig, lösen sich in 2,72 Theilen kalten und gleichen Theilen kochenden Was- ser auf, sehr wenig in Weingeist; in der Hitze verflüchtigt er sich in weilsen Dämpfen,, besteht aus 32,03 Ammon, und 67,97 Salzsäure. Salmiakblumen nennt man den durchs Auflösen und Umkry- stallisiren gereinigten Salıniak. Salmiak dient zur Darstellung des Sul- AR Ben RE); RN \E EN. 7 4 er) N [ PS r ee nenn. EEE TEE TER 264 Chlors., boraxs., blaus. salpeters, Ammon. Silicium. miakgeisies, des kohlens. Ammoniaks, wird gebraucht zum Löthen und Verzinnen.. von Eisen- und Kupfergeräth, zur Darstellung von Königs. wasser, zur Bereitung von Eisenkitt,(50 Eisenbohrspähne, 2 Schwefel, 1 Salmiak),, in der Mediein, in der Färberei, [ 7) Chlorsaures Ammoniak, Chlorate d’Ammoniaque, CRl. of Ammonia, auf direktem Weg erhalten, krystallisirt in Nadeln, löst sich in WVasser und VVeingeist leicht auf, verpufft bei geringer Wärme; besteht aus 16,89 Ammon., 74,24 Chlors. und 8,87 WV!— 8) Borax- saures Ammoniak, Borate d’Ammoniaque, B. of Ammonia, kommt in kleinen;‚Quantitäten in: dem VVasser der Lagunen bei Velterrano im Toskanischen vor; krystallisirt in Rhombenoktaödern, verwittert, löst sich ın 12 Theilen WVasser auf, besteht aus 12,18 Ammon., 49,50 Bo- raxs., 88,32 WV,— 9) Blausaures Ammoniak, Hydroeyanate, Prussiate d’Ammoniaque, H., Pr. of Ammonia, durch unmittelbare Vereinigung erhalten, krystallisirt'in Würfeln, ist'sehr flüchtig, schmeckt und riecht nach Blausäure und Ammoniak, zersetzt sich leicht, setzt eine stickstoffige Kohle’ ab.— 10) Salpetersaures Ammoniak, Nitrate d’Ammoniague, N. of Ammenia(knallender Salpeter), wird aus köhlens;, Ammoniak: und Salpetersäure bereitet, krystallisirt in 4 und Öseitigen Säulen, Nadeln, welche Seidenglanz zeigen, farblos sind, leicht feucht werden, und bitterlich kühlend, scharf‘schmecken. Es löst, sich in 2 Theilen kalten, gleichen Theilen siedenden WVasser auf, zersetzt sich hei 250° in Wasser und Stickstoffoxydulgas(siehe oben Seite 232), explodirt auf glühenden Kohlen, besteht aus 21,36 Ammon, 67,44 Salpeters., 11,20 WV.] Zwölftes Kapitel Vom Silicium, Silieium,(von Berzelius Kiesel genannt) Silicium, von Berzelius 1823 dargestellt, kannte man früher nur in Verbindung mit Kalium, Ei- sen, welche Verbindungen man durchs Glühen von Kieselerde mit Ka- lium, oder mit Kohle und Eisenspähnen erhielt, [Um es darzustellen glüht man Fluor- Silicium- Natrium(flufskiesel- saures Natron) in einer Glasröhre mit Kalium gemengt, wobei sich kein Gas entwickelt; das Product ist Fluornatrium und Silicıtumkalium. Man löst darauf den Rückstand in kaltem Wasser auf, wobei ersteres: sich auflöst, letzteres das Wasser zersetzt, indem sich Kalı erzeugt und Wasserstoffgas entbindet, von welchem ein kleiner Theil mit Silicium sich verbindet, Man wäscht mit vielem kalten, dann siedenden Was- gel N)) nel mm enihä male(h ‚chaden, ma keaufwlöse fs ist ein u unter den It sehr alt fh,| ori an de ten, Aurel et, Was ıhter Im Sa nilzt es, 0 Ft ıfolee des au u! kieselsanres matron mit$ ieseuem Ralı weder oxydit, n Nhersume(Fl Istich leicht in kluge nit Es verlindet einmeryd, Ki In, Sili au, Gecllecht de iin Ders ut Tinende, X; heron m Sal Indet mn el | al, In m Sch Un ven Kir lid Them fine | j Tiere(Pan Ua dem, Eilal Klıde des Om iM kat SA ver) BE en en 27 2 ns nn— mn me a BEN S an Silicium, Kieselerde. 265 luns k ser ab, welches lange fortgesetzt werden mufs. Das: so gewonnene S$i- 5 von Ki) | licium enthält immer noch:VVasserstoff in sich, und ein wenig Sıli- ine. r» m-— 4 2 Schn ciumsäure(Kiesclerde); man glüht es, um das WVasserstoffgas abzu- scheiden, man übergielst es mit schwacher Flufssäure, um die Kiesel- ‚ erde aufzulösen, und erhält es hiedurch rein.] ‚omtague,(}) zu Nadel,| Es ist ein dunkelbraunes Pulver, ohne allen Metallglanz, erhält a. auch unter dem Polirstahl ‚keinen solchen Glanz, es färbt stark ab, 8) Bin hängt sich sehr leicht an’ Körper an, leitet die Elektrieität nicht, ist mmonia, ka ci Velterran: , verwittert,| amon,, 490} » Hudrocyns nicht flüchtig. Naeh dem Ausglühen verträgt das Silicium Rothglühhitze, ohne sich an der Luft und im Sauerstoflgas zu oxydiren; es wird durch Salpeter, durch chlorsaures Kali nicht oxydirt, Ist es dagegen nicht geglüht, Wasserstoffsilicium, so verbrennt es an der Luft leicht, noch ırch leichter im Sauerstoffgas,' Mengt man es’ mit kohlensaurem Kali und flüchtig, sch erhitzt es, so verbrennt es bei der Dunkelrothglühhitze, die Masse wird sich leicht, in Folge des aus der Kohlensäure abgeschiednen. Kohlenstoffs schwarz,> es Ammaı) und: kieselsaures Kali hat sich gebildet. Eben so bedingen Aetzkali, Aier, ° Salpete), Aetznatron mit Silicium geglüht eine rasche Oxydation und Bildung von| RS krystallirt h kieselsaurem Kali, Natron. Es wird von den stärksten Mineralsäuren SS sen), farlls si Zr 7 weder oxydirt, noch aufgelöst, nur von einem Gemeng von Flufs- und F Ischmecku,| n r den Was; alas(siche.h x x Salpetersäure(Fluor und salpetrige Säure), Das nicht geglühte Silicium \ Pr löst sich leicht in Flufssäure, selbst ohne Wärme, auch in concentrirter Aetzkalilauge mit Hülfe der Wärme auf. BL Au Es verbindet sich mit Sauerstoff nur in einem, zu Si- liciumoxyd, Kieselerde, Kieselsäure, Silice, Acide silicique, Si- lica, Silieice acid, den Hauptbestandtheil der meisten Fossilien aus dem Geschlecht der Erden und Steine; es findet sich in mehrern fast rein; als im Bergkrystall, Feuerstein, Chalcedon, Achat etc., in vielen andern ! mit'Thonerde, Kalk, Magnesia, Kali, Natron ete. verbunden.(Mehr hievon am Schluls dieses Kapitels). Auch in Pflanzen- und Thierstoffen findet man Kieselerde, besonders in den harten Gräsern, im Schachtel- 3, von Berk halm, in dem Schmelz der Zähne, in den Knochen ete. anit Kalt, I Um reine Kieselerde darzustellen, mengt man Quarzpulver mit 3 selerde nik bis 4 Theilen reinem kohlensauren Kali, schmelzt das Gemeng in ei- nem Tiegel(Porzellan oder Platintiegel) und löst dann die Masse nach dem Erkalten in Salzsäure auf. Durchs Schmelzen hat sich die um WR Kieselerde des Quarzes mit‘dem gröfsten Theil des Kalis in dem koh- Me M lene. Kali verbunden und die Kohlensäure ausgetrieben, wodurch ein bei erster st basisch kieselsaures Kali entstanden ist, obschon immer auch noch et: I erzug was kohlensaures Kali unverändert dabei geblieben. Durch Salzsäure il mit Siles wird nun aus dem kiesel- und kohlensauren Kali Chlorkalium und Was- ‘odenden Vi ser gebildet, die Kieselerde als ein Hydrat in weilsen gallertartigen Tr rn 266 Kieselerde, Bergkrystall. Flocken abgeschieden. Darauf wird die Flüssigkeit sammt dem Präei- pitat zur staubartigen Trockne abgedunstet, und der Rückstand mit et. was verdünnter Salzsäure digerirt, worauf die Kieselerde völlig rein von anhängender Thonerde und Eisenoxyd übrig bleibt. Sie wird ab- gewaschen, getrocknet und geglüht. Die Kieselerde erscheint als ein weilses, körmiges Pulver, ohne Ge- rnch und ‚Geschmack, fühlt.sich rauh an, speeifisches Gewieht 2,66, sehmilzt nur in den höchsten:Hitzegraden einer Volta’schen Baiterie, des Kuallgasgebläses,, nicht in, der Ofenhitze, zu'einem farblosen, durchsich- tigen.Glas, bestelıt'aus:;, 48,05 Silicium und: 51,95 Sauerst., ist in Was- ser‘ völlig unlöslich, desgleichen in Säuren mit Ausnahme der Fluß- säure, bildet:mit Wasser ein Hydrat, ‚welches frisch gefällt gallertar- tig, flockig erscheint,: durchs, Eintrocknen gelblich-weils, gummiartig und. endlich. weils wird, gegen 115 Wasser. enthält, In der Natur kommt ein solches Hydrat‘als Opal vor... Das Kieselerdehydrat: ist in Wasser, namentlich. in kohlensauren Wasser,(so besonders‘ in dem heilsen\Vasser der vulkanischen Quellen. Islands, aus welchem es sich als Kieselsinter beim Erkalten abscheidet), in allen Säuren: was auflöslich, meutralisirt aber dieselben nicht im Mindesten, und kann durch vieles Wasser zum: Theil abgeschieden werden. Durch Fluß: säure wird sie sehr leieht aufgelöst, es bildet sich Fluorsiliciumgas, durch Kalium redueirt, desgleichen durch die veremte Wirkuns. von ‚Kohle und Eisen oder Platin, wobei sich Silieiumeisen, Silie.platin erzeugen. Sie löst sich in Aetzkali; in der Hitze auf, und giebt‘mit diesen, so wie überhaupt mit Basen, salzartige Verbindungen, weshalb man die Kieselerde jetzt unter die Säuren rechnet. Die kieselsaw ren Salze, Silicates, sind ‚meist glasartig, zum kleinsten Theil in Was- ser löslich, besonders. die der fixen Alkälien. Im Mineralreich: findet man höchst manniehfaltige Verbindungen‘der Art. Die Anwendung der: Kieselerde in der Technik ist eine höchst aus- gedehnte, und kaum findet man ‚ein Naturproduct von gleich grolser Nützlichkeit, als jene.— Es sollen im Folgenden die wichtissten Fossi- lien, in denen Kieselerde mehr oder minder rein der Hauptbeständtheil ist, und welche technische Anwendung finden, namhaft gemacht werden: 1) Quarz, Quarz, Quartz, und zwar a) Bergkrystall, Krystall, Crystal de Roche, Rock or Mountain erystal, meist in sechsseitigen Säulen mit sechsflächiger Zuspitzung, spe- eifisches Gewicht 2,65, farblos, wasserklar, auch gelb(böhmischer To- pas, Citrin), braun oder schwarz(Rauchtopas, Morion, guarz enfum, Topaze enfume), starker Glasglanz bis Fettzlanz: durehsichtiz. doppelte Strahlenbreehung, Bruch muschliz, giebt am Stahl Funken; enthäl Amethyst, Quarz. 267 SammmE dem it a[ei ückstay] ni elerde yöl, bt, Sie) N Spuren von Thonerde und Eisenoxyd, welches letztere die Färbung be- dingt. Man findet die schönsten Stücke in‘dem Schweitzer! Hochge: birge, in dem von Savoyen, namentlich von Madagaskar. Citrine und Rauchtopase auf Ceylan. Endlich kommt noch durchsichtiger: Quarz. in pı) Flufsgeschieben, namenlich im Rhein vor.— Man benutzt den Derg- ulyer, ohne 8 Gewicht) hen Balteni losen, dur Ist, ist in] Yalıme der[} h geillt gılk weils, gi krystall zu Luxusgegensländen, Brillen, welehe: ihre Politur stets be- halten, wenn Glas blind wird; das Schleifen, geschieht mit Smirgel. Gefärbte Krystalle‘ und farblose werden als Nachahmungen von Edel: steinen geschliffen und. gefalst(böhmische Steine); man wendet den farblosen auch zur Verfertigung von Glasflüssen( Strals) an. b) Amethyst, Amethyste, häufig krystallisirt, Geschiebe, auch in stänglich- abgesonderten Stücken, violblau, glas+ bis fettglänzend; ‚dureh- sichtig his durchscheinend, Bruch ‚muschlig-splittig;.specif. Gewicht >, T I lo) I bi In der li 2,65 bis 2,78, Enthält etwas Thonerde,.Eisen- und Manganoxyd,letz- eselerdehyih teres bedingt die Färbung. Findet sich auf Achatgängen zu.Oberstein; (50. beson; der schönste aus Sibirien am Ural, von: Ceylan, Brasilien. ,—. Be- ds, aus milde nulzung zum Schmuck etc. ı allen Sum c) Gemeiner Quarz, Quarz öpayque, Common quarz, derb, zel- ndesten, un lig, eingesprengt, weils,(Milchquarz,:quarz laiteux, Milkquarz) grau, 1. Durch Fi rosenroth(Rosenquarz, guarz rose, rose quars), braun-(Eisenkiesel, silieiungs{ quarz rubigineux, Iron Flint), blau(Saphirquarz) ete,, theils körnig, kung von I dicht, feitglänzend, auch wohl: nur schimmernd, durchscheinend, un- ic,platin en durehsichtig, splittrig im ‚Bruch; speeif. Gewicht 2,64; enthält kleine fe, und ai Mengen Thonerde und Wasser. Er kommt sehr häufig. ver auf Gängen, ndungen, m! Lagern, als Geschiebe in Flüssen, als eigne Felsart, Quarzgestein, Die’kitah Quarz en roche, als Gemengtheil von Gebirgsmassen, als im Granit, en Theil Syenit, Gneils ete,— ineralreich& Man wendet den Quarz an zur Fabrikation der bessern und feinen Glassorten, des Porzellans, Steinguts, überhaupt der feinern irdnen ‚eine höcte Waaren, der Smalte(des Kobaltglases);; als Baumaterial, Chaussee- lee Pflasterstein, als Mühlstein das poröse Quarzgestein(Quarz meu- vrichtilen I tiere), welches im Becken von Paris und: einigen andern Gegenden ; Frankreichs vorkommt, besonders zu Tarterai bei La Fert&-sous- Jou- arre(Dept. de la Seine et Marne), wo.die gröfsten Bänke von 8 bis 12 bis 20 Fuls Mächtigkeit sich finden, auch zu Houlbec bei Pacy und zu Molieres bei Limours.(Dept. de Eure), zu Domme(Dept. de la Dor- dogne), zu La Ferts-sur-Loire bei: Neyers(Dept. de la Nievre). Es ist ein höchst feinkörniger, mit zahllosen kleinen, unregelmälsigen Höh- Hau pibestalk gemacht we och or Marl v Zuspitaun, (böhmisch ö=- lungen durchzogner Quarz, von bläulich- und gelblichweilser Farbe. enthält Versteinerungen von Muscheln und Pflanzentheilen.— Man schleift endlich auch Reibschalen, Farben- und Glättsteine aus Quarz. 1, qum% enjin hsichlig, dr Funken; 0 ==> me nme nmnen> ne 1 mn men 5 in men u: Hm nern, ar Su6 ne Du nn 3 FRE Fra 268 Feuerstein, Bimmsstein. d) Feuerstein, Siler pyromaque, pierre& fufil, Flint, rundliche Massen, knollige Stücke, derb, auch als Versteinerungsmittel; grau-gelb, -bräun,-schwarz, muschlig im Bruch, specif. Gewicht 2,57. Er besteht aus 97 Kieselerde, 1 Thonerde und Eisenoxyd, 2 Wasser, oft enthält er mehrere Procente kohlens. Kalk, Spuren von zerstörbaren ein flüch tiges Oel gebenden Substanzen. Er kommt im jüngern Kalk- und Kreidegebirge lagenweise, auch in rundlichen Massen vor, so in der Champagne; wo'man in mehrern Gemeinden des Dept. de Loir et Cher, zu St. Aignan, Meunes, Noyers, Couffi, im Dept. de I’Indre, Ardeche, Yonne, Seine et Oise, zu Roche-Guyon und Bougival bei Marly Flinten- steine'verfertigt; in Dänemark, auf der Insel Moen, in Jütland; auf Rü- gen, Schottland, Tyrol, Galicien(Podgozze), Polen, Rulsland. Zur Ferti- gung‘ der-Flintensteine"bedient'man sich verschiedner'Hämmer, mit welchen‘man kunstmälsig' mit grolser Fertigkeit die gebrochnen Platten spaltet, und die einzelnen Steine schlägt”). Die Fabrikation und der Absatz vermindern sich‘jetzt durch die Einführung. der Perkussionsge- wehre mit Zündhütehen.— Man bedient sich des gebrannten Feuersteins zur Verfertigung des englischen Steinguts(Flintware), des Glases(Flint- glas), man ‚schleift Reibschalen aus Feuerstein, Glättsteine; Feuerstein- pulver zum Schleifen von'Glas, Metall. Aufserdem verdienen noch genannt zu werden: Achat(Achatschlei- ferei.zu Oberstein), Chalcedon, Jaspis, Hornstein, Prasem, Karneol, Heliotrop, Chrysopras(durch Nickeloxydhydrat grün gefärbt, findet sich zu Kosemütz in Schlesien), Kieselsinter.— Opal, Hyalith, Ob- sidian, Pechstein, Perlstein. e) Bimmsstein, pierre& ponce, pumice, ein schwammiges, glas- arliges Gestein, aus in einander geschlungnen, verworrenen Fasern ge- bildet; perlmutterglänzend, gelblichgrau ins Bräunliche, Grünliche, an den Kanten durchscheinend, specif. Gewicht 0,37 bis 0,9; enthält an 185 Thonerde, etwas Kali und Natron, Eisenoxyd, auch mitunter etwas Magnesia. Es ist ein vulkanisches Product, bildet grofe Massen in den Umgebungen vieler Vulkane, auch in einzelnen Stücken, die oft unter einander verbunden sind, Bimnssteinbreccie. Namentlich auf den vulkanischen Inseln Italiens, Lipari, Ponza, Ischia, Volcano etec., fin- det sich auch am Laacher‘See bei Andernach, Neuwied, in Ungarn, Auvergne, Island, Quito, Mexiko. Man bedient sich desselben zum Ab- reiben, Schleifen des Holzes, Ellfenbeins, Filzes, Pergamenis, Leders, *) Beschreibung des Technischen in Brard’s Mineralogie Tom. III, PL133.2D 6.T. XV p. 154 ding ) der Yale Alılasle, all sin Tipraene Mund,€ I der ar Im, Bestand In Erst e silehn- und in Gegenden Ikeresuler Ihfsand,€ „Gruben: s! Geschieber ht und der] ihereitung any Ihrerbe ein u m Glıs- md Schenem, Phlze nee der Ikalkıses,(Po Ir), rüber Thser durchsick 2) Sandstei inendstein, gr Tehindang von. klin, and kulichen Zweck sen Tererune Ton möcht ob älter nen An ds Schleife, hi Üe Wett IN Pe 0 De nen de il Anhane; » Dicht ZU Wer an I Inch, Maren ’] h, Di In ne weil la em, Dihmen | "re u) 1, Ant, ran smittel; KTAU«H} 25T, Er her Vasser, oft en Örbaren ein|; gern Kılk., I vor, 0 ıı de Loir«() ’Indre, Anl ei Marly Fl: Vüllandz au ulsland. Zur)» ter Hämmer,ı ebrochnen Pi; brikation u, ler Penkusin, annten Fer des Glass(Mi teine; Teuer hat(Achil Prasen, Kur in gelirbt, ul, Hyalil, hwannigs,;: wenen Far! e, Grünlih 5 0,9; enllit -h mitunter er fe Massen u! m, die ala ventlich al Volcano ei, wwied, in Ui esselben zn! amenls, Jake zralogie Ton. m 1 mn ne mn un. ne il Sand, Sandstein, Tripel. 269 der Metallflächen, zum Abreiben und Poliren von Steinen, von Marmor, Alabaster; auch als Zusatz zu Kalkmörtel, Steinpappe(zum Glasuren von Töpferzeug). f) Sand, ein Product der Zersetzung vielfältiger Felsarten, nament- lich der quarzreichen, des Granits, Glimmerschiefers ete, ist in Farbe, Korn. Bestandtheilen nach Mafsgabe seiner Abstammung sehr verschie- den. Er ist ein Hauptglied des aufgeschwemmten Lands, wechselt mit Lehm- und Thonschichten, mit Gerölleablagerungen; er bildet in vielen Gegenden die Hauptmasse des Bodens. Auch in Flufsbetten und am Meeresufer kommt Sand vor. Deshalb unterscheidet man auch Flufssand, der reinste,(Meersand enthält salzige Theile beigemengt), und Grubensand, welcher mit Thon, vegetabilischen Ueberbleibseln mit Geschieben vermengt ist. Aus diesem Grund mufs der letztere ge- siebt und der Meersand ausgewaschen werden, wenn man sie zur Mör- telbereitung anwenden will.(Siehe unter Kalkmörtel). Er ist für viele Gewerbe ein unentbehrliches Material; der reine quarzige Sand dient zur Glas- und Schmaltefabrikation, Mörtelbereitung, zum Schleifen, Scheuern. Putzen; der eisenschüssige thonige als Versatz zur Ziegel- brennerei:; der feine scharfkantige Sand zur Formerei behufs des feinen Metallgusses,(Formsand von Freienwalde, Petersdorf bei Fürstenwalde, Paris), gröberer zum sogenannten Sandguls. Durch Sand läfst man Wasser durchsickern, um es zu reinigen(siehe beim Wasser Seite 105). 5) Sandstein, älterer, oder rother Sandstein, gres rouge, Koh- lensandstein, gres houiller, Quadersandstein, gres psammite, Molasse, Verbindung von gröfsern oder kleinern Quarzkörnern durch thoniges, kalkiges, auch quarziges, eisenschüssiges Cement. Zu verschiednen baulichen Zwecken sehr anwendbar, als zu Baustein, zu architektoni- schen Verzierungen, als Mühlstein, hiezu taugen nur grobkörnige Steine von möglichst gleichförmigen Korn und Festigkeit, man verarbeitet hiezu ältern rothen Sandst., Quaders., Kohlens.; zu Wassertrögen, Hüttenöfen; als Schleifstein für eiserne, stählerne Instrumente, hieher gehören auch die Wetzsteine für Sensen und Sicheln, Wassersteine, pierre a faux, pierre& Veau, für Glas, Gesteine mancherlei Art, auch als Filtrirsteine, besonders der Sandstein von Fontaineblau(vergl. oben Seite 105). Als Anhang an die Quarzfossilien verdient der Tripel, Tripoli, betrachtet zu werden. Derb, gelblichgrau, gelblichweils, matt, erdig im Bruch, mager anzufühlen, hängt an der feuchten Zunge, brennt sich in der Hitze weils, specif. Gewicht 2,3; bildet Lager im Flötzgebirge und im Schuttland, findet sich auf Korfu.(venetianischer Tripel), in Baiern, Böhmen, Thüringen, England(rotten stone), in Frankreich (terre pourrie). Man gebraucht den Tripel zum Putzen von Metall, beson- 270 Polirschiefer. Wasserst.-, Kohlenst.-, Schwefel-, Chlorsilic. ders Messing, Steinen, Glas, zur Darstellung der Form für Glaspasten, ai him — Polirschiefer, Tripelschiefer, Silbertripel, Schiste tripolden, von Dun an dünnen geradschiefrigen Gefüge, im Bruch erdig, gelblich- röthlichweißs,|” ai mitunter gestreift, ist weich, saugt begierig Wasser ein, unter A je stofsen von Luft, schmilzt kaum, speeif. Gewicht 1,9. Er findet sich Ara in der Nähe von Steinkohlengebirgen, bildet Lager, so zu Planiz bei Inluors Zwickau, in Böhmen, Hessen ete., ‚ratur ni fur, Aluor) WU [Wasserstoffsilicium, Hydrure de Silicium, Hydruretted Silicium, 1177] durch Zersetzung des Silictumkalium in Wasser, Kali und WVasserstoff- al ei silicium bilden sich. Es ist im Aeufsern dem Silicium völlig ähnlich, Jimi m verhält sich aber anders als geglühtes Silicium.(Vergleiche das vorn Thrmit dem Seite 265 gesagte, wo von nicht geglühtem Silicium die Rede ist, wel- ulm sind. ches eigentlich Wasserstoffsilictum).— Kohlenstoffsilicium,(ar- ‚les ein D bure de Silicium, Carburetted Silicium, wird durch Reduction der| ilırdl gehen Kieselerde mittelst kohlenstoffenthaltenden Kalıum gewonnen; es ist sehlißt: ak dunkler von Farbe, als gewöhnliches Silicium, giebt beim Verbrennen is Infiich auch. kohlensaures Gas.— Schwefelsilicium, Sulfure de Silicium, ss eine Oefh Sulphuret of Silicium, durchs Erhitzen von WVasserstoffsilicium und lnulrere Schwefel, unter lebhaft rothem Licht. Eine weilse, erdige Substanz, Bi en welche sich in Berührung mit der Luft durchs Erhitzen in Kieselerde ie gr ni und schweflige Säure umwandelt, zersetzt das VVasser, entbindet Schwe- ületien, felwasserstoffgas./ ir Wänne Ianes Chlorsilicium, Chlorure de Silicium, Chloride of Silicium,) Yen Wirk durch unmittelbare Vereinigung von WVasserstoffsilietum und trocknen ie wölig,- Chlorgas bei mälsiger Hitze, wobei eine Feuererscheinung stattfindet; I Schnee oder dadurch, dals man Kieselerde und Kohlenpulver mengt und mit il, welche mi Chlorgas in der VVärme behandelt; hiebei bildet sich auch Kohlenoxydgas, ie wird en Eine tropfbare, farblose, durchsichtige Flüssigkeit, speecif. Gewicht 2 1,5, sehr flüchtig, kocht bei 50°, Dichtigkeit des Dampfes 5,939, besitzt ID Ay da einen stechenden, Augen und Nase reitzenden Geruch, raucht an der mi Luft stark, und zersetzt sich dabei, noch schneller durch WVasser, in- OO dem Salzsäure und Kieselerde sich bilden.] baln, in Silieium vereint sich auch mit Metallen, wenn man Kieselerde, em, vb Kohle und Metalle mit einander stark glüht, so bildet sich z. B. Sili- ciumeisen, welches im Roheisen, im Stahl enthalten ist. Di Ah Sende, del Kid Dreszehntes’ Kapıtert 0 Alahı =" Yin sul Vom Fluor. Een R Sl Fluor, Fluor, Fluorine, der hypothetische, noch nicht dargestellte Ak Grundstoff der Flufssäure,' kommt mit verschiednen Metallen im Mine- a, ral-, auch Pflanzen- und Thierreich vor, namentlich mit Caleium, Alu- A Ta 1 üa Te un nn en ne ee— en fel-, Chlor, Fluor, Flufssäure. 271 u für(N FOR mium‘, Natrium, Yitrium, Cererium. Nach Analogie mit Chlor, Jod, te Eripolken, Brom ete. hält man dieses hypothetische Radikal der Flufssäure für ei- lich“ yühli nen einfachen Körper, wofür auch das Verhalten der Verbindungen, T ein, unker| die es eingeht, spricht. 9 Er finde Flulssäure, Flufsspathsäure, Acide fluorique, Fluorie acid, So zu Plui Hydrofluorsäure, Acide hydrofluorigue, Hydrofluorie acid, kommt in der Natur nicht gebildet vor, wird aus Fluorealeium(Flufsspath, Spath ruretted Si) fluor, Fluor) mittelst concentr. Schwefelsäure dargestellt; Scheele be- und Wass: schrieb sie 1771. Man muls zur Darstellung dieser Säure Platin- oder um völlig äh Bleigeräthe anwenden, indem Glas sogleich zerstört wird, und sich das ergleiche das Fluor mit dem Silicium und Kalium verbindet, welche im Glas vor- die Rede is, handen sind. Man nimmt ein bleiernes birnförmig gestaltetes Gefäls, auf Hsilieiun, welches ein Deckel von Blei, nebst einem durch die Mitte desselben ch Reduciz hindurch gehenden und verlötheten Bleirohr, mittelst Aufreiben fest sewonnen; aufschlielst; als Vorlage dient ein Bleigefäls, in welches die Röhre des beim Vera Kolbens luftdicht eingerieben ist; es wird mit Eis umgeben, und muls re def eine kleine Oeffnung haben, um die Luft entweichen zu lassen. Auf 1 serstoffsiliiun Sa ee 3: h n Theil gepulverten Flulsspaih wendet man 3 bis 3,5 Theile cone. Schwe- , erdige Jul:;& E- ER ih hi h felsäure zur vollständigen Zersetzung an; alle Fugen werden mit fettem en in Ks k h Senhinletl Kitt bestrichen, mit Blase überbunden. Die Destillation muls bei gelin- , Ku der Wärme langsam erfolgen; grolse Vorsicht ist wegen der höchst ride of Sl gefährlichen Wirkung der ilufssauren Dämpfe und der tropfbaren Fluls- jum und ind säure nöthig.— Erklärung. Fluorcaleium zersetzt unter Vermittelung heinung stalkl der Schwefelsäure das Wasser der letztern, es bildet sich Kalk=Calcium- rer mengt ulı oxyd, welcher mit der Schwefelsäure sich verbindet, und Hydrofluor- ich Kohlen; säure wird erzeugt. , specif, Gr; pfes 5,939, I[Der Flufsspath darf kein Schwefeleisen, wie so häufig, enthalten, sonst ch, raucht a entbindet sich auch Schwefelwasserstoffgas, keinen Quarz(Kieselerde), ıch Wasse, sonst entsteht auch Fluorsiliciumgas, welches sich mit der Säure ver- bindet. Dann mufs man das Silicium mittelst Fluorkalium niederschla- man Kies gen, wodurch Fluorsilicrumkalium sich bildet, welches unlöslich ist.] '£ sich z.B en 2; r ee he: A Die Flufssäure ist eine farblose, sehr saure Flüssigkeit, von einem . stechenden, durchdringenden Geruch, und heftigster Aetzkraft; speeif. Gewieht 1.0609. Sie raucht an der Luft stark, zieht Wasser an, ist so flüchtig, dafs sie bei einer Temperatur wenig über 15° schon kocht, el ihre Dämpfe sind für den thierischen Organismus höchst gefährlich, bedingen die schleunigste Zerstörung, so wie sie überhaupt unter al- len ätzenden Substanzen in Heftigkeit und Schnelligkeit der Wirkung oben an steht. Sie gefriert nicht bei— 40°, röthet Lackmuspapier, färbt Fernambukpapier gelb, läfst sich mit Wasser in jedem Ver- icht dargest a, tallen in ‚ Caleinn,? ah! J) An Il) I) ET TEn B 272 Flufssäure, Eigenschaften derselben. hältnils unter sehr starker Erwärmung und Zischen mischen. Sie be- steht aus: 94,93 Fluor und 5,07 Wasserst., oder aus gleichem Volum Fluordampf und Wstgas, wird durch die Metalle der Alkalien und Eı. den, durch Eisen, Mangan, Zink zersetzt, Wasserstoffgas entbindet sich und Fluormetalle sind die Producte; sie zerfrilst Glas, indem sich das Fluor mit Silicium zu einer eignen Gasart entbindet, und Fluorsilieium- kalium als eine weilse Salzmasse zurückbleibt; dabei wird auch Wasser erzeugt. Die Eigenschaft der Flufssäure in Glas zu ätzen, war schon 10 Jahre früher bekannt, ehe Scheele die Flufssäure darstellte und be- schrieb; ein Nürnberger Künstler Schwanhard hat 1670 Aetzungen mil- telst. Flufsspath gemacht. Zu dem Ende wird eine Glasplatte mit dem gewöhnlichen Aetzgrund der Kupferstecher überzogen(Wachs, Harz, As- phalt und Terpentin), darauf mit eimer Radirnadel die Zeichnung in den Aetzgrund radirt. Das Aetzen geschieht entweder mittelst flufssaurer Dämpfe, oder mit verdünnter tropfbarer Säure. Im ersten Fall entwickelt man in einem bleiernen Schälchen über einer Lampe aus Flufsspathpulver und cone. Schwefelsäure Dämpfe von Flufssäure, und hält die Glastafel so darüber, dals sie nicht warm wird, und zieht sie in verschiednen Richtungen über dem Schälchen hin und her; 3 bis 5 Minuten reichen aus zur Aetzung. Darauf nimmt man mittelst Terpentinöl den Aetzgrund ab, wäscht die Tafel rein. Die Zeichnung wird matt aber sehr sauber auf dem Glas sichtbar sein. Will man hingegen mittelst flüssiger Säure ätzen, so muls man verdünnte Flufssäure bereiten, indem man bei der Darstellung derselben destillirtes Wasser vorschlägt. Diese wird dann noch mit Wasser zur beliebigen Verdünnung gebracht, wie die Probe es als die beste ergiebt. Die Platte, wie vorhin angegeben, radiıt wird mit einem Rand von Klebwachs versehen, und nun die verdünnte Säure darüber gegossen, welche man, nach Malsgabe ihrer Concenira- tion, und ob man eine flache oder tiefe Aetzung beabsichtigt, längere oder kürzere Zeit darüber stehen läfst. Die Aetzung ist, war die Säure eoncentrirt, matt, war sie verdünnt polirt, welches davon herrührt, dals das erzeugte Fluorsiliciumkalium von der concentrirten Säure nicht, aber wohl von der verdünnten aufgelöst und aus dem Grund der ent- standnen vertieften Linien weggebracht wird, wodurch ein polirtes An- sehen ensteht, doch sieht man die matte Aetzung besser, als die polirte. [ Auf alten geätzten Scheiben ist die Schrift erhaben, der Grund geätzt, so an denen der Nürnberger Künstler Sckwanhard, Helmhackh. Man bedient sich der Flufssäure auch noch um bei Ueberfangglas die farb- lose Ist Gilich {non Glasn ji Pnlsi sullche ls Jeich T Jr zum Aelı chen Art el, Ya kınt nur 2 dor und 9 !uorbor, ıre, Aeıde tnard 1809 are, 2 Theile 10 Schwelelsä | ul gicht mil ie und dem Schwefelsäure. sel kalt, über trock Iitumeas und D En Farhloses 6 AUT, IM kmuspa Ir allen Gasen ar | Gicht BI 1 und 1 Kubi;( Kos untanplch, \ anderbar el Tl, Dampf u Im uner Dedent Wet Tango de In Bars Neon Phle borsiurs, Io h Ming d m are, on di Ih Alan Inh a Nboslitnn il: Dean m ar(te Ni he Sch] L j, über im kl,} m Ge N | u) m elben, EM Mischen,$i au&leichen\ der Alkal Stollen, enlhinde Ias, Inden si und Alan, bei wir] auch); zen, war Sal te darstellı ul 1670 Acta ß Glasplt N n(Wachs lie Zeichn; mittels A rsten Fall ai aus Flulsul nd hält de); sie in vers ıs 5 Minuten ntinöl den Ar att aber sehrs ttelst Aüssiel n, indem mı hläst, Die gebraclt, v n angegehe, nun die ver e ihrer Ci absichtigt, I ist, war dieS von herriht, ‚ten Sur I 1 Grund de h ein polits - besser, ib - Grund geil! Telmhackh, fangglas die ien ul| ma zu» T Zi nee en——> m mm un EEE Flufssaure Sake, Fluorbor, Fluorsilicium,”e lose Glasfläche zu entfernen, statt des Ausschleifens, und so eine cigne Art von Glasmalerei hervorzubringen; siche den Artikel„Glas.”] Die Flufssäure giebt, mit den Basen Fluormetalle, Fluorures, nicht eigentliche flulssaure Salze, Hydrofluates oder Fluates; sie sind theils leicht in Wasser löslich, theils unlöslich.— Anwenduns. Aulser zum Aetzen in Glas, dient die Flufssäure auch zu chemisch- analytischen Arbeiten, um Fossilien, welche Kali enthalten, aufzu- schlielsen. [Man kennt nur 2 Verbindungen des Fluers mit andern Körpern, nämlich mit Bor und Silicium. Fluorbor, Fluorure de Bore, Fluoride of Boron,(Flufsborax- säure, Acide fluoborique, Fluoborie acid) von Gay-Lussae und Thenard 1809 entdeckt. Man vermengt 1 Theil geschmolzne Borax- säure, 2 Theile Flufsspath im gepulverten Zustand mit 8 bis 12 Theilen conc. Schwefelsäure in einem bleiernen oder auch wohl gläsernen Apparat und giebt mälsıge VVärme. Es entsteht aus dem Sauerstolf der Bor- säure und dem Calcium des Flufsspaths Kalkerde, welche mit der Schwefelsäure schwefels. Kalk giebt, Fluorbor wird gasförmig entwi- ckelt, über trocknem Quecksilber aufgefangen. Es ist meist mit Fluor- silieiumgas und Dämpfen von Schwefelsäure verunreinigt. Ein farbloses Gas, von sehr stechendem, ja erstickendem Geruch, sehr sauer, Lackmuspapier stark röthend, raucht an der Luft sehr stark, un- ter allen Gasen am stärksten, zieht WVasser sehr energisch an; specif. Gewicht 2,371 Thenard, 1090 Kubikzoll wiegen 0,3759 preufs. Loth und 1 Kubikfufs 6,4964 pr. Loth. Zum ÜUnterhalten des Verbrennens ist es untauglich, und weder durch WVärme, noch durch Elektricität veränderbar; es besteht aus? 27,94 Bor und 72,06 Fluor, oder aus: 1 Vol. Bdampf und 3 Vol. Fldampf. Das WVasser verschluckt 700 Vo- lum unter bedeutender Wärmeentwickelung, wobei aber’ eine theil- weise Zersetzung statifindet, es wird WVasser zerlegt, es bildet sich aus % des Bors Borsäure, welche sich ausscheidet, und eine proportionale Menge Flulssäure, es entsteht dadurch die sogenannte Hydrofluor- borsäure, Hydrofluate de Fluorure de Bore, specif. Gewicht 1,77, Auflösung des Fluorbors in Flufssäure; eine wasserhelle, selır ätzende, scharfe, an der Luft rauchende Flüssigkeit, welche erst bei bedeutender Eıhitzung kocht, auf Glas nicht einwirkt. Fluorsilicium, Fluorure de Silieium, Fluoride of Silicium, von Scheele bereits im vorigen Jahrhundert bemerkt. Man mengt Flufsspaih- und Quarz-(oder Glas-) Pulver mit einander, übergielst das Gemeng mit conc. Schwefelsäure, und erwärmt es in einem Glaskolben,, fängt das Gas über Quecksilber auf, Es ıst farblos; hat einen stechenden, erstickenden Geruch, sehr sau- ren Geschmack, specif. Gewicht 3,5735, 100 Kubikzoll wiegen 0,5666 pr, I, 18 274 Fluorsilicium. Metalle. Loth, 1 Kubikfufs 9,791 pr. Loth; raucht stark an der Luft, reagirt sauer, löscht brennende Körper aus, ist selbst nicht brennbar, besteht aus: 27,75 Silicium und 72,25 Fluor, oder aus 1 Vol. Sildampf und 3 Vol. Fldampf; wird durch Erhitzen nicht zersetzt, aber durch glü- hendes Eisen, wird von Wasser, Alkohol, Steinöl verschluckt. Was. ser nimmt an 265 Volume auf, wird zum Theil dabei zersetzt, indem sich ein Antheil Kieselerde als Hydrat absetzt, und eine proportionale Menge Flufssäure bildet, welche die übrige Menge Fluorsilicium auf- gelöst erhält; diese Flüssigkeit, Hydrofluorkieselsäure, Hydro- fluate de Fluorure de Silicium, eine Auflösung des Fluorsiliciums in Flufssäure, ist sehr sauer, läfst sich concentriren, und giebt eigne Salze, nämlıch Doppel-Fluorverbindungen.] ’Fluormetalle, die der Metalle der Alkalien sind in Wasser Jös- lich, können in fester Form nicht neutral erhalten werden, krystallisi- ren mit Flufssäure in Verbindung. Die Fluormetalle der Erden sind in Wasser unlöslich. we RT HP Te Von den Metallen. Einleitung. Man hat sich vielfälig bemüht, genaue unterscheidende Merkmale zwischen Metallen und nichtmetallischen eimfachen Substanzen aufıu- stellen, allein viele von ihnen sind ziemlich relativ. So giebt man an, die Metalle zeichnen sich aus: 1) Durch einen eignen Glanz, Metallglanz. Diese Eigenschaft, das Licht stark zurückzuwerfen, bedingt durch einen besondern Aggregat- zustand der Massentheile, ist aber den Metallen bei weitem nicht allein eigen; so besitzt z. B. Glimmer, manche Thierkohle, Selen, Indig Metallglanz, ohne deshalb Metall zu sein. 2) Sind die Metalle, so weit die Untersuchungen reichen, gute Lei- ter für Wärme und die mehresten auch für Elektrieität, jedoch nieht alle(?). Was das Wärmeleitungsvermögen anlangt, so stehen dieselben allen andern Naturkörpern voran, sie selbst aber besitzen nicht gleiche Leitungsfähigkeit. Tabelle über das Wärmeleitungsvermögen der Metalle, nach Despretz. Gold 1000 Kupfer 898,2 Zinn 303,9 Platin 981 Eisen. 374,3 Blei 179,6. Silber 973 Zink 363. Ttiogale m Auf. Hydro. ums In e Salze, ser Jös- ystallisi- sine. in rkıl ale auzu- nan an, ft, das stehäl- t allein ; Indig ıte Tei- h nicht eselhen gleiche Spi\tz. Ü'ebersichtliche Zusammenstellung der bis jetzt bekannten Metalle und deren wichtigsten physi- kalisch- chemischen Eigenschaften. Zu Seite 275. ! n; 3 E Niederschla er Ausdc hnung| Schmelz-| Verdam- Entdeckt Oxyde.| Hydrate| Szuren. a g Namen. Farbe. Spec. Gewicht.| Härte. in der VVärme von von: Zahl und|der Oxyde.= 0 bis 100°. punkt. pfungspunkt. x 5 Farbe Schwefelwas- ım Jahre Farbe. Farbe. h serstoff. Kahumse zinnweils 0.865 bei 15° Gay- weich— 58° vor der Roth- Davy 1807 L) grau . Lussaec glühhitze 2) weils weils>— are 2 3) orange Natrium.Isilberweils 0,972 beı 15° weich—— 909 heftige Roth-|Davy 1807 l) grau 0,954 Davy glühhitze 2) weils weils— ge 28 3) grüngelb Lithium.. Zen... we ls|—[weich|®=|=|==|Davy 1818|weils[weils|—|— Barytium Aue grau schwerer als concen-|weich|_ Rothglühhitze| VVeilsglüh- Davy 1808 1) weils farblose Kryst.— BE trirte Schwefelsäure hitze 2) weils weils 4 Strontium....|grau|awischen 4 und: 5,0 weich|_ Rothglühhitze|VVeilsglüh-|Davy 1808 1) weıls farblose Kryst,| 2—==: a__Clarke: Be 1 RE hitze 2) weils weils Galcum...... weils—[weich| F=| Fer:| ZI Davy 1808 1) weils weils—— ee N Ealgae Ber 2) weils weils Magnesium.. Filberv rwe veils,=> Pege3 ze br[weic h| SE| er| ZBeR|Bussy 1828 weils|weils| et|— med zrauweils Der Ispröde| 3|—_|—|Wöhler 1828|weils|= Be ee Beryllium.. dunkelgrau|—|=|= sehr sireng-— Wöhler 1828 weıls E=_—— de Eee er ee flüssıg Zirkonium.... dunkelgrau| echt Pe| AIE|=|==|Berzelius 1823[weils| Si| Fr|— Alumium.... Jzinnweils| Ze| ERS|= noch nicht bei= Wöhler 1827 weils—— er |= 130° W. Thorium..... Igvau|== N en|=—|—_|Berzelius 1828 Iweils|weifs.—|— Maneanı 2. grauweils 8013 John sehr h er 16025,— Gahn 1774 1) grün weils fleischfarben spröde! 2) schwarz|braun 3) grauschw,\schwarz ” ann: 1—+ 2 braun 4) roth linken... bläulichweils|6,86 Brisson hart, zwi-]1,002968 Horner 370° Weilsglüh-|Paracelsus?+ 154111) grau 7,19 bis21 gewalzt| schen 100/1,00310833 Smeaton hitze 2) weils weils—_ weils und 150°](gewalzt) 3) weils dehnsam, sonst spröde Kadmium..... grauweils ins 3,604 Stromeyer weich_ vor d. Roth-|vor d. Weils-| Herrmann und Stro-'braunroth weils— gelb bläulich-wei-8,659 Herapath glühhitze glühhitze meyer 1817 [se 8,694 gehämmert Eisen 4... grauweils 71,188 Brisson,|weich 1,0012666 Dulong u.| 155° W.== Difeksare werle= 7,7 Karsten ım Mit- Petit 2) roth braun schwarz tel 1,001446 Hallstrom 1—+ 2 grau-|grün 7 schwarz Kobalt.......igrauweils 8,71 Lampadius mittelmäfs._ 145° WV.— Brandt 1733 1) grünl.grau|bräunlichroth Ehwaz hart, halb 2) schwarz dehnbar 3) roth Nickel... Mast silb.weils|8,279 Richter hart, dehn-—_ 160° WW,?— Cronstädt 1751 1) grau grün— schwarz [etwas 1. Graue|8,66 gehämmert bar 5 2) schwarz| VVismuth.... Jröthlichweils|9,822 Brisson spröde et Smeaton 246 Weilsglüh- re 1546? 1) graubraun— 9,831 Herapath hitze 2) gelblich[weils schwarz Cererium..... Bi|=||=|—_—_ Berzelius und Hisin-l)— weils=== E zer 1803 2) braun gelb a Uranium..... Se&? Bucholz||_ sehr streng-— et 1789 1) schwarz|braun SE f .. schwarz flüssıg 2) schnitz.gelbigelb| Bler. 2.8 bleigrau 11.325 Brisson weich,|1,002902 Horner 262 9 heftige Roth-— 1) grau 11,445 gereinigtes Bl.) dehnsam|1,002866 Smeaton glühhitze 2) gelb weils— schwarz | 3) roth IE 4) braun Zinn... zınnweils 7,291 Brisson weıch,[1,0024833 Smeaton 2280 heftige Roth-_— 1) aschgrau_ chocoladen- 7,285 Herapath dehnsam|1,0022833» glühhitze weils braun 7.299 gewalzt(feines) 2) gelbl.grau== schmutzig gelb Kupfer...:.: kupferroth 8,378 Draht weich,|1,0018411 Dulong u.| 27° WV.|heftige VVeifs-!— 1) roth gelbroth— 8,667 Brisson dehnsam Petit. glühhitze 9) schwarz|lölaa schwarz 8,5 bis9 Herapath 1.001709 Horner 3) gelbbraun Silber.......a silberweils 110,474 Brisson weich,[1,001988 Guyton del 22° WV.|heftige WVeils-_ 1) schwarz--—— 10,51 gehämmert dehnsam| Morveau glühhitze bräunlich 2] 2) schwarz schwarz. Quecksilber. J.innweils 13,568 bei 17° Bris-|flüssig, 1,01772 Cavendish— 40° Siedepkt.360°— 1) schwarz= son u. Cavendish 1 s Verdunstun 2) rotl elb schwarz 14,4 gefroren bei-40°%|dehnsam|55,5 Dulong u. Petit 949 s Jarorh£ Daun re weils ins stahl-|21,25 geschmie-| Wol-| weich,|1,0009839 Dulong u.| 175° WV.?— 1752 unrein, 1863 rei-|1) grau schwarz== graue det la-| dehnsam Petit ner dargestellt von)2) dunkelgrau 21,4bis5 Dr aht); ston| Wollaston 3) schwarz_|rostfarben schwarz, Palladium... Afast silber- E: 3bis8 4 ollaston| weich,|1,00100 Wollaston|150-160°VV.= Wollaston 1803 l) schwarz_|rothgelb— schwarz weils 12,1 gehämmert dehnsam 2) dunkelgelb- a]| braun Rhodium.... fgrauweils über 11,0 Wollaston|spröde|=—_— Wollaston 1503 1)=|= | 2) braun[gelbhbraun schwarzgrau Irdium...... sau 15,588 Berzelius=%== 175° N.:= Tennant 1803 l) schwarz|graugrün= 15,862 in Staubform nicht im Sau- 3) schw.blau|dunkelbraun dunkelbraun | erstoffgasge- 3)—— fast schwarz ER ee EM I TE el ee bläse 4) an braungelb Osmium......fzraublau 10,0 Berzelius———_ Tennant 1803 I) dunkelgrün-——| 7.0 in Staubform schwarz schwarzbraun 2) dunk.braun 3)_ schwarz SR dene ler 4) weils An ‚Igelb 19,25 Brisson weich,-[1,001475 Guyton del 32° W,[heftige WVeils-_ 1) grün_ 19,4 bis 6 gehämmert höchd Morveau glühhitze 2) purpur h schwarz ee dehnsam 3) dunk.braun/röthlichgelb Spielsglanz... zınn weils 6,702 Brisson spröde j1,0010833 Smeaton 432 heftige Roth--|Basil. Valentinus im|l) schmutzig- 1) weils E feuerroth 6,723 Boeckmann glühhitze 16ten Jahrh.' weils 2) weils orange | se|| 13) gelb|desgl. Titanium..... Ikupferroth 5,0 Wollaston sehr hart,——=— Klaproth 1794 1) schwarz—= er 21% spröde B 2) weils Tantalum... ‚keisengrau=—==—= Hatchett 1801 1) dunkelgrau—= RE 2) weils| Tellurium.,. fgrauweils 6,115 Klaproth sehr— zwischen 262°\heftige Roth-|Müller von Reichen-—= blafsgelb| braunschw arz 5 816, 1379 Mag gnus ‚spröde und 432° glühhitze stein 1782| Wolframium. dunkelgrau 1% 22 bis 17,6 Allen u.|schr hart,—— jüber 160° W.— Gebrüder D’Elhu- 1) dunk.braun—| Aikin, D’Elhuyart| spröde yart(kupferroth) 2) blafs- gelb ran 1 Een Es Ben|| 1+2 blau, grün| orange| RUN BE Chromium...ksrauweils 5,9 Richter?|bart, sehr Ze über 160° W, 33 Vauquelin u. Klap- 1) grün graugrün Er spröde roth 1797 2) braunroth|rothbraun| | 3) roth Molybdän....fsilberweifs,[8,6 Bucholz| hart,— über 160° WV. SR Hjelm 1782 Dre chese schwarz spröde 2) dunk.braun|rostfarben dunkelbraun- schwarz 3) weils|schwarzgrau Arsenik......[stahlgrau|5,96 Guibourt sehr—_ sublimirbar_ Brandt 1733 1) schwarz— r spröde bei 180° 2) weils|} gelb 3) weils r J ] di (necks h jum Nach ui 1 Jelen 3 Telua al es ht a ii erh Ic dus Gil ro) e h Lie loh Kor| Jirt darzt Siriekba Niedersc), durch ie Schweiz, serstoll —_ 7 ıls lorange b des l ee, Ib| braunschwa — 5- IM a, |— schwarz dunkelbraun- schwarz [s\schwarzgral b au s gelb ; = .r Metalle, allgemeine Eisenschaften derselben. 275 Den Metallen zünächst stehen die Edelsteine, andere harte un feste Fossilien, jedoch immer in einem sehr beträchtlichen Abstand. Tabelle über das Leitungsvermögen der Metalle für Elekivieität, 1) Nach Beeguerel‘) 2) Nach Ohm‘): 3) Nach Harris") 4) Nach Davy+) Kupfer 100 Kupfer 1000 Kupfer. 100 Silber 60 Gold 93,6 Gold 514 Silber 100- Kupfer 55 Silber 73,6 Silber 336 Gold 66,6. Gold 40 Zink 285 Zink 333 Zink 33,3 Blei 38 Platin 16,4 Messing 280 Platin 20 Platin 10 Eisen 15,3 Eisen 174 Eisen 20. Palladium 9 Zinn 15,5"Platin 171 Zinn 16,6 Eisen 8 Blei 83 Zinn 168 Blei 8,3 Quecksilber3,5 Blei 97 Kalium 1,33 Nach den Metallen folgt Graphit, gut ausgeglühte Holzkohle. Die jenigen Metalle, welche die Elektrieität am wenigsten, fast gar nicht ‘leiten, sind: Zirkenium, Alumium, Tantalum in pulvrigen Zustand, und Tellurium., 3) Die Metalle sind undurchsichtig. Wie viele andere Körper sind “es nicht auch! Schon Newton hat bemerkt, dafs Goldblättchen Licht- strahlen durchlassen, so dafs man alle Gegenstände in einem grünen Eicht erbliekt, Dies beweist jedoch nicht, dafs die Metalle, oder in Specie das Gold durchsichtig sei, sondern blos so viel, dafs im Blattzold eine grolse Zahl feinster Spalten und Poren sein muls, durch welche die Lichtstrahlen hindurchgehen. Uebrigens sind die Metalle einfache, zur Zeit noch unzerlegbare Körper; ihre Zahl beträgt 40, einige sind erst in der neuesten Zeit iso- lirt dargestellt worden. Die Metalle sind in Farbe, Härte, Sprödigkeit, Streckbarkeit, Schmelzbarkeit, Flüchtigkeit, Ausdehnsamkeit durchs Er- wärmen, specifischem Gewicht sehr verschieden, wie beigefügle Ta- belle zeigt. [Die Metalle werden durchs Erwärmen theils weich, wie Eisen, Platin, Silber, theils spröde, wie Zink, Antimon(Messing); beim Erkalten nach dem Schmelzen nehmen sie ein krystallinisches Gefüge an, weshalb sie durchs Hämmern, WValzen, Drahtziehen dichter werden, indem die Theilchen näher in einander gehen. Beim Erstarren dehnen sich ei- nige aus, wie z. B. Wismuth und einige Legirungen desselben, andere ziehen sich zusammen, wie Zink, Schwefelspiefsglanz. ‘) Bullet d. sciences 1824 p. 180.*) S. n. I. Bd. 14. 5. 245.”*) p A. Ba. 12. 5. 279,+) 6. A, Ba, 71 s. 251. 18* u 276 Oxydationsmethoden der Metalle." {dene af al Aulis jen zit Hi {ak Rus Je von 0yy Man versuchte in frühern Zeiten die Metalle verschiedentlich abzu- theilen, 1) in edle und unedle, d. h. in solche, welche sich durch den Sauerstoff der Luft weder bei der gewöhnlichen noch erhöhten Temperatur oxydiren, und deren Oxyde sehr leicht durchs Erwärmen desoxydirt werden, und in solche, die sich entgegengesetzt verhalten, u 2) In Ganz- und Halbmetalle, oder in vollkommen dehn- und jew! streckbare, und in spröde, die sich nicht also verarbeiten lassen. Die| u Deapl Erfahrung lehrt jedoch, dafs manche Halbmetalle bei zweckmälsiger Be- ‚Wasser a handlung, und namentlich Befreiung von Arsenik, dehnsam sind, wie nf dh: „.B. Zink.(3) Man theilt wohl auch die Metalle ein in Metalloide|" ul und Metalle,. zu erstern rechnet man diejenigen Metalle, deren spe- en A i cifisches Gewicht unter 5,0, zu letztern die übrigen, deren Dichtigkeit Ion nd gb über 5,0).] unsten sie Endlich ist Alle Metalle können sich mit Sauerstoff verbinden, jedoch ist die Iehne, dh Verwandtschaft derselben zu jenem verschieden; die gröfste Verwandt- Arte schaft zum Sauerstoff besitzen Kalium und Natrium, die getingste Ar- len; sıbal senik und Chrom; diejenigen Metalle, welche in der chemisch- elektri- Be schen Reihenfolge als— Metalle dem Sauerstoff am nächsten stehen, Be geben, wenn sie sich mit letzterm verbinden, Säuren, wogegen die ee + el. Metalle, die dem Sauerstoff am fernsten stehen, Basen bilden. inte [Die ältern Chemiker nannten die Metalloxyde Kalke, Chaux(metal-| Arimmflihe liques), und den Prozefs ihrer Erzeugung Calcination, ın so fen| nn el durchs Glühen derselben, oder durchs Behandeln mit Sauerstoff entbin- lite, hl denden Körpern in der Hitze eine Oxydation bedingt wurde. Der Name Kalk bezieht sich auf den erdigen Zustand der Oxyde im Gegensatz der eigentlichen Metalle, die man Könige, Reguli nannte, woher z. B. der Nr enthalten | Ahlaten zın An Ausdruck Spiefsglanzkönig, Regulus Antimoni, ferner regulinisch d. h, plane fen metallisch, im Gegensatz von oxydirt.— Die vorstehende Tabelle giebt(1= Sal 1 eine Uebersicht der Metalle, der Oxyde, Säuren welche sie bilden, der| mine this Farbe derselben, der Hydrate, der Niederschläge durch Schwefelwas- il in der serstoffgas.] Ch mie de Wan erhält die Metalloxyde entweder auf trocknem oder auf nas-| ne Dunpf sem\We 2. NEITASSEIS ange) 1) Auf trocknem Weg, wenn man a) Metalle der Luft aussetzt, akut wobei sie unter Mitwirkung der Kohlensäure und des Wasserdamps| Unzlehrt} anlaufen, rosten; so z. B. Eisen, Kupfer(Messing, Bronze), Blei, Zink,) Mn Kin 4 Mangan, Arsenik. Um das Rosten der Metalle zu verhindern, ist es N men u F nöthig, erstlich dafs die Luft trocken sei, denn nur in feuchter Luft le gl ga rosten jene Metalle.(Vergleiche das zu 2 a) gesagte.) Man erreicht dies RD z. B. bei feinen Wagen, wenn man in die Glaskästen, in denen sie ein- I] se ::- 5 a ‚Ow geschlossen sind, kleine Portionen geglühtes Chlorcaleium bringt, und Nee : AR i\ dieses sobald es zerflessen mit frischem erneuert, Zweitens durch ei- At me rd m — un En ch ren ei BEE ee Ueber das Rosten d. Metalle, Verhütung desselben. 271 schie an! 1- n“».. x as, ıh Ueberzug auf dem Metall, durchs Ueberfirnissen mit Copallack, Berm- Welche sich}< E 5.. Ne 2 A ci MELehe sch di steinlack, Auflösung von elastischem Harz; Eisen wird im glühenden en noch eh= durchs Em; engesetzt yerl, Zustand mit Horn, Harz, oder kalt mit einem Gemisch von Leinöl- v firnifs mit Rus und Bleiglätte überzogen. Auch schützt eine dünne ommien In Decke von Oxydul, daher läfst man Eisen in der Hitze blau anlaufen, hen brunirt es mit Spiefsglanzbutter, oder mit folgender Flüssigkeit: salz- ssen,> S E saure Eisenoxydauflösung 2 Loth, Kupfervitriol 1 Loth in% Quart destill. Wasser aufgelöst. Diese Flüssigkeit wird aufgepinselt, und die Eisenfläche oft abgerieben. Wickelt man feine Stahlwaaren in leinene ) lehnsam sul nın Meul etalle, dm oder wollene Lappen ein, welche mit einer Auflösung von schwefelsaurem ‚ deren Dihi Natron und gebranntem Kalk getränkt, und dann scharf getrocknet sind, so rosten sie nicht, denn das Salz verwittert und zieht kein Wasser an. Endlich ist auch noch durch die Volta’sche Elektrieität ein Mittel dargeboten, das Rosten, Oxydiren der Metalle zu verhindern. Aus der Elektrieitätslehre ist bekannt, dafs gleichnamig elektrisirte Körper sich ED U) en, jedoch i grölste Ver\ € die gehinst: N ; abstofsen; sobald ein Metall in den— elektrischen Zustand versetzt wird, mufs es den— elektr. Sauerstoff abstolsen, wird also dann nicht oxydirt werden. Soll Kupfer vor dem Rosten und Zerfressenwerden durch ° chemisch-d m nächsten si ren, wogeg- o- g Seewasser geschülzt werden, so braucht man, nach Davy, nur eine a, Basen bil i; 3 a,..- kleine Eisenplatte von 490 der Oberfläche des Kupiers mit diesem auf ke, Chaur(m der innern Fläche in genaue Berührung zu bringen; dadurch wird näm- atıon, In 5) lich Kupfer— elektr., Eisen aber+ el. Dies führt aber den Nach- it Sauerstoff ei{heil mit sieh, dafs sich nun am Kupfer die+ el. Erden aus den im N. 2 #“ Wasser enthaltnen Erdensalzen absetzen, welche den Seepflanzen und Je ım Gegensati A: Se: Kae Mollusken zum Anhaltpunkt dienen, so dals dadurch dem Schiff eine te, woher z.B I i nte, woher 2. D en r... 4 nich 2 srolse Masse fremder Körper anhängt, welche die Beweglichkeit sehr jer regulinisch|{ 2= R-. z 2 stört.— Sollen feine Stahlinstrumente, Rasirmesser ete. nicht rosten, so >hende Tabelle; 2 N.:: 5 en 2 che sie bilde werden sie theils in Silberpapier(besteht aus Ziun und Zink) gewickelt, he sie bilden, NS a ä durch Schwell' theils wird in der Schale der Klinge‘ein Stückchen Zinn angebracht, durch welches der Stahl in Berührung— el. wird. Auf der See wird m ea der eiserne Dampfkessel der Dampischiffe leicht durch die Salze des Seewassers angegriffen; auch hier hilft ein Stück Zinn, welches man in as den Kessel thut, durch welches das Eisen— el. wird. u a Umgekehrt befördert die Elektrieität, welche durch Berührung des NAT Mil zweier Körper erregt wird. bedeutend die Oxydation des einen, so u&’) Jronze), DE z. B. wenn man Kupferplatten mit eisernen Nägeln aufnagelt, werden verhindert,>= R 2 r ven letztere sehr schnell dureh das Regenwasser zerstört, denn hier ist Ei- sen+ elektr. Desgleichen wenn Zinkblech mit eisernen Nägeln be- pie ur In jet hr; Map erelt!..:-- A. ) Man el festist wird, so wird Zink+ el. und zerlegt das Wasser, oxydirt sich 1, In den und um den Nagel herum entsteht einLoch im Zink; dasselbe geschieht len bog,?..» 5 e 2 2 aleium noch heftiger, wo Kupfer das Zink berührt. Bei Pumpen, wo Eisen Zweitens 18 Oxydationsmethoden der Metalle. und Messing in Berührung mit Wasser stehen, leidet das letztere durchs Rosten nicht, aber ersteres bedeutend. Hierin liegt auch ein Grund, weshalb in Uhren kein Oel unverändert bleibt. Bei den Kattundruck- walzen, welche mit einem stählernen Abstreichmesser(Doctor) verse- hen sind, welches dieselben in allen Punkten berühren muls, leidet dieses, welches— el. wird, von den Säuren in den Beitzen der Farben be- trächtlich, während das Kupfer der Walzen nicht angesriffen wird. b) Erhitzt man Metalle an der Luft bis sie verbrennen, so bildet sich das Oxyd entweder in Form eines Staubs, einer Kruste, oder es schmilzt selbst zu einer glasartigen Masse, oder, wenn es flüchtig ist, verdampft es, und setzt sich in Kıystallen ab. Beispiele zu«) Zink, Blei, Zinn, Wismuth; zu£) Eisen, Kupfer; zu 7) Blei, Wismuth; zu ö) Spielsglanz, Osmium, Auf diese Weise bereitet man die Bleiglätte.(Massicot), Zinnasche, Zinkoxyd, Hammerschlag, Kobaltoxyd, arsenige Säure u. a. m. Die Oxydation erfolgt schneller, wenn man beim Caleiniren c) Salpeter hin- zusetzt, indem dann der Sauerstoff der Salpetersäure die Oxydation be- fördert, So geschieht dies z. B. beim Caleiniren des Uhromeisensteins, um chromsaures Kali zu bereiten, bei der Darstellung der antimonigen und Antimonsäure, Auch selbst d) kohlens. Kali, kohlens. Natron lei- sten Dienste, obschon beide keinen Sauerstoff abireten, so bedingen sie doch durch prädisponirende Wahlverwandtischaft die Oxydation der Metalle in der Hitze, wodurch. solche Oxyde entstehen, welche als Me- tallsäuren die vorhandnen Basen. neutralisiren.. Z, B. bei der Darstel- lung des chromsauren Kalis wendet man weit mehr kohlensaures Kali als Salpeter an, bei der Darstellung des Rhodium-, Iridiumoxydes der Titansäure eie.(Statt Salpeter Kann man auch chlorsaures Kali im Klei- nen anwenden.) 2) Auf nassem Weg, entweder a) mittelst der Wasserzersetzung, b) durch Zerseizung einer ‚Sauerstoflsäure, ec) durch Zersetzung beider, oder d) durch Zersetzung einer Base, a) Nur wenige Metalle zersetzen unmittelbar das Wasser, als Ka- lium, Natrium, Lithium,(Ammonium), Caleium, Barytium, Strontium, Mag- nesium, Alumium(beide nur kochendes Wasser, nicht kaltes);(Eisen, Zink, Zinn, Kobalt, Nickel zerlegen in der Glühhitze das Wasser, ent- binden Wasserstoffgas, Despretz), folgende Metalle nur dann, wenn eine Sauerstoflsäure dabei ist: Yttrium, Beryllium, Zirkonium, Mangan, Zink, Kadmium, Eisen. In solchen Fällen erzeugen sich aus dem erzeug- ten Metalloxyd und der zur Darstellung angewendeten Säure, durch prä- disponirende Verwandtschaft(siehe oben Seite 10), Salze. Die Metalle. welehe das Wasser sowohl unmittelbar als mittelbar zerlegen, lösen | u unl, 0 N } Aydı fl jene 1, Mnnch AR: ni gpmelzt, 100 Jh duch d lan Jkicht br serdanp! olacknuspapi sahen feucht Durch Z in, welche ı wos, Stieksto I, indem die si gehlienen A ze au eine| Inn ul 8; bilde, Sinn, | sten Dhhlk Teicht dur acht bedeu Sn rend dm, Idiun, Ti Seine list Isumer allen 1 rniın bedim: Wayne Indet It I, weh; KALK menu Krtasanes Sa Vu L, |\n il N, al; Silbe, Üoneenfite Se Hlnscn See, HN| ii Ai m "tin e gar nicht, Rt Dip Ding | ah I Ur ige SR her, I Um aus d A Yu, Mare Nusere Veran Auflösung der Metalle ın Säuren. 27 | letztere dan. uch ein Gr, 2 Kattunfn, (Docto) Yen SS£ us, lila metalle. Manches Metall, welches an und für sich weder direkt Was- >, EAU die der Farben griffen wir] einen, so Il) sich auch in Wasserstoffsäuren unter Entbindung von Wasserstoffzas auf, als in Hydrochlor-, Hydrofluorsäure, indem sich das— elektrische Element jener mit den Metallen verbindet; so entstehen Chlor-, Fluor ser zersetzt, noch indirekt unter Mitwirkung irgend einer Säure, wird dennoch durch den Sauerstoff der Luft nur unter Mitwirken des Was- serdampfs leicht oxydirt, z. B. Kupfer(Messing, Bronze); hier scheint Kunde In der Wasserdampf als Träger, Vermittler zu wirken, gleich wie trock- uste, oder\ C e8 lüchtig f iele zu e) |, Wisnull; nes Lackmuspapier von trocknem kohlensauren Gas nicht geröthet wird, wohl aber feuchtes. b) Durch Zerzetzung von Sauerstoffsäuren, als Salpeter-, Schwelel- säure, welche man allein zu diesem Zweck anwendet, wobei schwellig- Nr saures, Stickstoffoxyd- und Oxydulgas(salpetrigsaures Gas) sich entbin- cot), Zinni E uam) c) Salpete Oxy dation den, indem die Metalle sich oxydiren und die Oxyde mit den. unzer- setzt gebliebnen Antheilen Säure sich vereinigen. Manchmal findet gleich- zeitig auch eine\WVasserzersetzung statt, wie bei der Oxydation des Zinus mittelst Salpetersäure, wobei sich salpetersaures Ammoniak hromeisenst bildet der anti Salpetersäure, namentlich die concentrirte, rauchende, löst die mei- ens, Natron| sten Metalle leicht auf, selbst ohne Wärme, folgende werden da- 50 bedingen: durch nicht bedeutend aufgelöst, obschon sie oxydirt werden: Zinn, Osydaton Spielsglanz; folgende: werden gar nicht angegriffen: Gold, Platin, Rho- welche all dium, Iridium, Titan, Cerer, Tantal, Wolfram, Chrom. Rauchende ei der Das Salpetersäure löst Gold ein wenig auf; Palladium entbindet beim Aul- Iılensaures I lösen unter allen Metallen allein salpetrigsaures Gas; sehr verdünnie iumoxydes€ Salpetersäure bedingt die Bildung von Stickstoffoxydulgas. Bei dem Oxy s Kali in Kt dationsprozels findet zum Theil bedeutende Erhitzung statt, bei Eisen, Zink, Kupfer, weshalb die Säure nieht concentrirt sein darf, weil sonst asserzerselun, ein Theil ungenutzt verdampft. Das Product solcher Auflösungen ist ein setzung bei salpetersaures Salz. Folgende Metalle werden häufig in Salpetersäure aufgelöst, als: Silber, Eisen, Wismuth, Blei, Quecksilber. asser, ab Ar Concentrirte Schwefelsäure löst fast eben so viele Metalle auf, als Strontiun, Ir die Salpetersäure, aufserdem noch ein wenig Tantal. hierbei ist aber kaltes);(Ei gleichzeitige Anwendung von Wärme erforderlich; Palladium, Nickel ; Wasser, ü: werden gar nicht, Blei, Spielsglanz nur wenig, besonders ersteres, nn, weil‘ aufgelöst. Das Produet ist ein schwefelsaures Salz. Folgende Metalle Mangan, In werden häufig in Schwefelsäure aufgelöst: Eisen, Zink, Kupfer,(Queck- silber), Silber. s dem ek Will man aus diesen Metallauflösungen das enthaltne Oxyd abschei- re, durch I Die Heil den, so muls man eine Base hinzubringen, welche zu der Säure eine ‚rlesen, IM grölsere Verwandtschaft besitzt, als das aufgelöste Metalloxyd, ein Al 280 Metalloxydhydrate. Auflösung durch Chlor. kali, oder eine alkalische Erde. Hiedurch wird meistens das Metalloxyd präeipitirt, wenn es nicht etwa in einem Ueberschuls an Alkali löslich ist, wie Blei- Zinnoxyd und Oxydul, Zinkoxyd in Kali, Natron, Kupfer-, Niekeloxyd in Ammoniak. Auch verbinden sich manchmal die Fällungs- mittel mit den Metalloxyden, wodurch Verbindungen beider gefällt wer- den, z. B, Silberoxyd mit Ammoniak, Uranoxyd, Goldoxyd mit Kali. Das niederfallende Metalloxyd ist gewöhnlich mit Wasser chemisch verbunden, ein Hydrat;. diese erscheinen anders gefärbt, als die reinen Oxyde, meist heller. Z. B. Eisenoxydul schwarz, das Hydrat weils; Kupferoxyd schwarz, das H, blau; Eisenoxyd roth, das H. braun- gelb; Bleioxyd gelb, das H. weils; Niekeloxyd grau, dasH, grün. Wenn man die Hydrate mehr oder minder erhitzt, so wird das Wasser ent- fernt und die Oxyde nehmen ihre eigentlichen Farben an.— Schlägt man statt mit ätzenden Alkalien mit kohlensauren nieder, so erhält man kohlensaure Metalloxyde, welche durchs Glühen in reine Oxyde über- gehen; eben so kann man auch durchs Glühen salpetersaurer Metallsalze die Oxyde erhalten, wie beim Quecksilber- und Wismuthoxyd geschieht. ec) Man kann endlich auch Metalle oxydiren durch Desoxydation eines Alkalis einer alkalischen Erde, Zu dem Ende muls man ein Ne- tall in einer Wasserstoffsäure auflösen, oder mit dem— elektrischen Radikal einer solchen Säure verbinden. Man bedient sich hiezu gewöhn- lich nur der Salzsäure(Hydrochlorsäure) und des Königswassers(Chlor- llüssigkeit mit salpetriger Säure). Nur wenige Metalle lösen sich in Salzsäure auf; aufser den Metal- len der Alkalien und Erden nur Mangan, Zink, Kadnium, Eisen, Zinn, Metalle, welche das Wasser zersetzen(vom Zinn siehe oben Seite 279). (Silber läuft an, und wird oberflächlich in Chlorsilber verwandelt, aber nicht aufgelöst.) Dabei entweicht Wasserstoffgas und ein niederes Chlor- metall bleibt aufgelöst; hiehei findet nicht selten bedeutende Erhitzung statt. Aehnlich verhalten sich die andern Wasserstoffsäuren, namentlich Flufs- säure, ein kräftiges Auflösungsmiitel der Metalle. Wendet man Königswas- ser an, so lösen sich in demselben weit mehr Metalle auf, als in der Salz- säure, unter Entweichen von salpetrigsauren Dämpfen, indem sich die höhern Chlorverbindungen bilden. Folgende Metalle lösen sich in demselben sehr wenig auf, als: Chrom, Tantal, die folgenden gar nicht: Titan, Rhodium, Iridium, Osmium; Silber wird in unlösliches Hornsilber (Chlorsilber) verwandelt. Folgende Metalle löst man gewöhulich in Salzsäure auf: Eisen, Zinn, in Königswasser aber Gold, Platin, Eisen, Zinn. Selzt man zu einer Auflösung eines Chlormetalls ein ätzendes Al- yjlInn, 80 al! I( uam Jigegen | ws „rd Wem [renen) Kali su jlbt, und Die Metallox alle die es ni nl(siehe\ | yirden, so 4 Gewicht, ichtir, wie 0 nd, andere rÜ M(siehe oben Iren Gliser& ann, Kahl ul holt dint Di Metal] | dh, me die dis Suralicht is sen eines Red ds st im Gr er inleifnne.€ Inimischen Pro Ks doch au Tünlchen Ofen biltpehlise, “a, wodurch vı lt Yerden, Klone, 5 nd Ihrın,{ 1 dien Zweck Nein, Tale ds Einom ) Esanıds z Na kn aus Ute Aupt en Wehlli Mk Piste AU kt, En Ik, Nas A hlor, 6 el, Alk) Natron. Kı mal dief;] a ider gehill Idoxyd mit Vasser cm refärbt, il wz, das I 1, das H;| N, srün, 1 das Was b lan— N T, 80 erlili ine Osyde saurer Mehl thoxyd ges ch Desanl uls man ei n— elektis ch hiezu ger sswrässers((L aulser den um, Eisen, 1 oben Seite X verwandel ‚ n niederes© de Erhitzugs namentlich F t man Kius f, als in derd indem sl Jösen S senden gal sliches Hi N auf: Eisen 1 ein älzeul® Eigenschaften der Metalloxyde. 281 kali hinzu, so erfolgt durch doppelte Wahlverwandtschaft eine Zer- setzung; das Chlor tritt an das Metall des Alkalis, der Sauerstoff des letztern dagegen an das aufgelöst gewesene Metall, so dafs sich das leiz- tere als Oxyd präeipitirt, während das erstere als Chlormetall aufgelöst wird. Wenn z. B. zur Auflösung des Eisens in Königswasser(höchstem Chloreisen) Kali gesetzt wird, so entsteht Chlorkalium, welches aufge- löst bleibt, und Eisenoxyd fällt als Hydrat nieder. Die Metalloxyde theilt man ein in solche die Basen sind, und in solche die es nicht sind, letztere wieder in Suboxyde und Leber- oxyde(siehe vorn Seite 65). Die Farbe der Oxyde ist sehr ver- schieden, so wie die der Hydrate, ‚der Metallsäuren, das specih- sche Gewicht, ihr Verhalten in der Wärme. Einige sind nämlich flüchtig, wie Osmiumbioxyd, Tellursäure, arsenige Säure, Spielsglanz- oxyd, andere völlig feuerbeständig; einige schmelzen leicht und vergla- sen(siehe oben Seite 278), und werden deshalb auch zur Darstellung farbiger Gläser angewendet, andere nicht, wie Chromoxydul,, Uran- oxydul, Kobaltoxyd, deren man sich wegen ihrer Feuerbeständigkeit und Unschmelzbarkeit zum Bemalen des Porzellans unter der Glasur be- dient. Die Metalloxyde lassen sich theils durch gelindes Erhitzen re- dueiren, wie die Oxyde der edeln Metalle und des Quecksilbers, selbst das Sonnenlicht ist im Stande dieselben zu redueiren, theils verlangen sie ein eignes Reduetionsmittel,(siehe oben beim Sauerstoff Seite 92); dieses ist im Grolsen allein der Kohlenstoff. Hierüber wird am Ende dieser Einleitung eine weitere Mittheilung, in Beziehung aul den hüt- tenmännischen Prozels der Reduction, erfolgen. [Es mufs jedoch ausdrücklich bemerkt werden, dafs hier nur von der ge- wöhnlichen Ofenhitze die Rede ist, nicht von den durch Brennspiegel, Knallgasgebläse, Volta’sche Säulen zu erreichenden höchsten Hitzegra- den, wodurch viele Oxyde ohne Zufügung von Reductionsmitteln re- ducirt werden. In einzelnen Fällen ist auch der Schwefel ein Re- ductionsmittel, siehe unten Seite 285; auch Wasser- und Kohlenstoff in den Harzen, fetten Oelen, im Talg, welche gleichfalls in der Technik zu diesem Zweck angewendet werden, und zwar Harz beim Löthen, Verzinnen, Talg beim Verzinnen des WVeilsblechs, Oel zur Reduction des Eisenoxyds zum Oxydul in Apotheken.] Man kann aus einer Metallauflösung, ‚in welcher ein Metall sowohl im oxydirten Zustand, als auch mit Chlor verbunden, vorhanden ist, dasselbe in metallischer Form niederschlagen,‘ wenn man in die elwas angesäuerte Flüssigkeit ein Metall bringt, welches in Berührung mit der- selben+ elektr. wird, oder, wie man es auch auszudrücken pllest, ein Metall, welches gröfsere Verwandtschaft zum Sauerstolf besitzt, als das 2 \6)> WR, N Az 7 7a (ZR Na u 252 Niederschlagung.d. Metalle, aus Auflös. durch Metalle. aufgelöste. Es versteht sich, dafs das einzutauchende Metall eine rein metallische Oberfläche hat. Taucht'man z. B. in eine Bleiauflösung ein Zinkstäbehen, in eine Kupferauflösung ein Eisenstäbchen, bringt man in eine Silberauflösung einen Tropfen Quecksilber, so findet folgender Pro- zels statt. Das eingetauchte Metall wird in Berührung mit der Metall- auflösung+ elekt., letztere— el.; der kleine Ueberschuls an freier Säure macht die Flüssigkeit theils zu einem bessern Leiter und Schlie- fser der Kette, theils wirkt auch die saure Flüssigkeit selbst stark erre- gend; alsbald wird das Wasser nach bekannten physikalischen Lehr- sätzen zerlegt, der Sauerstoff tritt ans+ el. Metall, dieses oxydirt sich und löst sich in der Säure auf, der Wasserstoff dagegen geht an das — el. aufgelöste Metalloxyd, und bedingt hier eine Reduetion und Was- serbildung; das redueirte Metall der Auflösung wird von dem+ el. Metall, welches eingetaucht worden, angezogen, und folgt, weil es in sehr feiner Zertheilung sieh abscheidet, jener kräftigen Anziehung, la- gert sich an ersterm ab, und überzieht es entweder, oder bildet baum- ähnliche Vegetationen(Metallbäume— Dianen- oder Silberbaum, Blei- baum'ete.), welche so lange vom+ el. Metall abwärts sich ausbreiten, als noch Metall redueirt wird, und die Schwere der gesammten Vege- tation das Abfällen noch nicht bedingt. Das Vergröfsern, Fortwachsen erklärt man dadurch, dafs jedes Partikelchen des— el. Metalls, so wie es das+ el. berührt, selbst+ el. wird und nun die andern anzieht, gleich wie ein Magnet unparteiisches. Eisen: von fern schon durch Ver- theilung magnetisch macht und anzieht, welches dann selbst attractorisch andere Eisenspähnchen eben so wie der Magnet anzieht. Folgende Reihe zeigt, wie ein Metall vom andern gefällt wird: —+- Zink, Quecksilber, Eisen, Silber, Zinn, Gold, Kupfer— Platin. Wismuth, [ Um einen Bleibaum zu machen, löst man 1 Quentchen Bleizucker, es- sıgsaures Bleioxyd, in 24:Loth destillirtem WVasser auf, setzt etwa Quentchen cone, Essig hinzu, und filtrirt durch Fliefspapier. India Wlüssigkeit, die man in ein weilses, weites Glas schüttet, taucht man etwa einen Zoll tief, ein blankes Zinkstäbchen, oder einen zwei Linien breiten Streifen Zinkblech ein.— Kupferbaum aus Kupfervitriolauflö- sung und etwas freier Schwefelsäure und einem ‚Stückchen reinen Ei- sendraht, Messerklingen.— Sılberbaum aus einer Auflösung von salpe- tersauren Silberoxyd und einem Tropfen Quecksilber.] Man bedient sich solcher Ausscheidungen zu verschiednen techni- el | J ‚ds Inechen, ji„ıdehme ‚aa Aufl ni) uitelst Bi zur Aufl zn Bupler Imllug nit el Ikea u von Ch h6nld- oder di erst and Ingen, welt hlwrasser, d.. | an, wodare anird, Yan benutzt au Hirand einer Fl {hs Mess oder (Hr a Baypiel dırch Natläsigk el inklaures \ dem Hinmensalt 1 u luplmen eek Od$: |(il, Erbrech „L Akten, Wenn y ultne sine Me: £ al.]5 Ist Kat var, und. Ela Nıs nicht Incl Iieımi Ed gehen€ Ik verfe, I FU zu fühen, in Um Hk] !anpeiure A Al al du Kık Uehlisch f5 m ranlschaf kind 7. , i ul fie, "U eine JB MAN Au U en eanen as nn— nm on rennen m m N cn Viederschlagung d. Metalle aus Auflös. durch Metalle. 283 schen Zwecken, z. B. um aus dem Cementwasser(einer in Kupfersru- ben, wo Schwefelkupfer bricht. durch allmälige Oxydation desselben entstandnen Auflösung von Kupfervitriol, oder schwefelsauren Kupfer- oxyd) mittelst Eisen das Cementkupfer zu gewinnen; um fein Silber aus einer Auflösung des kupferhaltigen Silbers einer Münze durch ein- setauchtes Kupfer zu fällen. Um Eisen behufs der Versilberung oder Vergoldung mit einem Kupferhäutchen zu belegen, taucht man es in eine Kupferauflösung; um Stahl zu vergolden, taucht man ihn in eine Auflösung von Chlorzold in Schwefe ‚läther;, um Kupfer, Bronze, Messing durch Gold- oder Sill en verzolden oder versilbern zu können, wird es erst angequickt, d. h. es—— mit einem Häutchen Quecksilber Quickwasser, d. i. einer Auflösung von sa lpetersauren Quecksilberoxyd benetzt, wodurch Quecksilber metallisch auf dem Kupfer niedergeschla- überzogen, welches dadurch geschieht, dals man das Kupfer etc. mit sen wird. Man benutzt auch zur Entdeckung einer Spur aufgelösten Kupfers in irgend einer Flüssigkeit das blanke Eisen als ein höchst empfindli- ches Reagens oder Entdeckungsmittel. [ Hier einige Beispiele aus dem Leben. Nicht selten ist das Pflaumenmus durch Nachlässigkeit und Mangel an Kenntnils kupferhaltig, d. h. enthält äpfelsaures, citronens., weinsteins. Kupferoxyd, indem die in dem Pflaumensaft enthaltnen Pflanzensäuren, wenn das heilse Pflaumen- mus in kupfernen Kesseln erkaltet, das Kupfer oxydıren, und mit dem erzeugten Oxyd Salze bilden, welche der Gesundheit nachtheilig sind, Uebelkeit, Erbrechen, Leibschmerzen erregen. Dies kann man sogleich entdecken, wenn man das Mus mit ein wenig reinem Essig anmengt, und eine reine Messerklinge eintaucht; wird diese roth, so ist Kupfer vorhanden. Es ist indes merkwürdig, dafs, wenn der Kessel rein ge- scheuert war, und beim Bereiten, wie es sich gehört, stets gerührt wird, und das Mus nicht im Kessel erkaltet, keine are sich bild Vergleiche hiermit das bei der Salzsäurebereitung Gesagte). Eben so sind nicht selten Gurken(sogenannte Pfeffergurken) durch essigsaures Kupfer vergiftet, indem man den dazu nöthigen Essig, um erstere schön grün zu färbeu, in kupfernen Geräthen kocht. So entdeckt man auch ob ım Zinkvitriol Kupfervitriol enthalten ist, wennn man in eine et- was angesäuerte Auflösung desselben einen Eisendraht steckt.] Nicht allein durch ein Metall kann man aus einer Auflösunz ein anderes metallisch fällen, sondern auch durch ein Metallsalz, welches grolse Verwandtschaft zum Sauerstoff hat, als z. B. durch Eisenvitriol schwefelsaures Eisenoxydul), niederes Chlorzinn(salzsaures Zinnoxy- dul). Wenn zu einer Auflösung’ von Chlorzold Eisenvitriol gesetzt wird, so Jällt Gold als ein feiner, dunkel graubrauner Staub nieder, indem 284 Verbindung. d. Metalle mit Wasserst.-$Kohlenst., Schwefel. ein Theil des Eisenoxyduls seinen Sauerstoff an den andern Theil ab- giebt, wodurch jener zu Oxyd wird, das redueirte Eisen aber sich mit dem Chlor des Chlorgolds zu höchstem Chloreisen verbindet, welche sammt dem schwefelsauren Eisenoxyd aufgelöst bleiben. Auf diese Weise wird das Malergold für die Vergoldung von Porzellan, Glas, zur kalten Vergoldung auf Metalle verfertigt. Das niedere Chlorzinn wirkt auf eine Gold- oder Quecksilberauflösung ganz ähnlich, indem sich hö- keres Chlorzinn bildet, oft auch Zinnoxyd niederlällt. Die Metalle verbinden sich: [ 1) Mit Wasserstoff. WVasserstoff giebt nur mit wenigen Metallen theils luftförmige, theils starre(?) Verbindungen, Hydrures; z.B. mit Arsenik, Tellur(Kalium) luftförmige, beide sollen auch mit Wasser- stoff Verbindungen in concreter Form geben, was neuerdings bezwei- felt worden ist. Solche Verbindungen kommen nicht in der Natur ge- bildet vor.] 2) Mit Kohlenstoff; Kohlenstoffmetalle, Carbures, finden sich nicht in der Natur, werden aber durchs Ausschmelzen der Metalle und deren Oxyde in Berührung mit Kohlenstoff im Grofsen und Klei- nen erzeugt,(siehe vorn Seite 92). Hieher gehört Roheisen, Stahl, selbst gewissermafsen Zinn, Zink, Stabeisen, Mangan u. a. m.— Das damaseirte Ansehen des ostindischen Wootzes(Stahl), des von Breant darzustellen gelehrten Gufsstahls beruht auf der Entstehung zweier ver- schiedner Kohleneisenverbindungen, von denen die eine in der andern krystallisirt. 3) Mit Schwefel; geschwefelte Metalle, Sulfures, Sulphides, kom- men in der Natur sehr häufig vor, gehören zu den gewöhnlichsten und wichtigsten Erzen. So kommt Schwefeleisen, Schwefelkupfer, S. Dlei, Zink, Antimon, Silber, Quecksilber, Arsenik u. a. m. vor. Man nennt sie in der Mineralogie Kiese und Blenden; erstere sind undurchsich- tg, und haben Metallglanz, die andern sind durchscheinend, ohne Me- tallglanz: Beispiele: Schwefelkies, Kupferkies, Zinnkies; Zinkblende, Spielsglanzblende. Man kann auf verschiedne Weise geschwefelte Metalle darstellen: a) durch unmittelbare Vereinigung, wobei oft ein lebhaftes Feuer gese- hen wird;(siehe vorn Seite 158). So verbrennt im Schwefeldampf Ei- sen mit blutrothem, Kupfer mit rosenrothem Licht. So bereitet man ge- schwefeltes Eisen zum chemischen Bedarf, dafs man auf glühendes Ei- senblech(nicht Gufseisen) Schwefel wirft; im Grofsen Schwefelkupfer zur Darstellung des Kupfervitriols, Schwefelquecksilber(Zinnober), Schwefelsilber, zum Niello,(siehe beim Silber). Zink und Gold las- sen sich auf diese Weise nicht schwefeln, ebenso wenig als man alle Sehaef Am) Verb N„ul kann, yJunls R In fuesol N Is illkt, und | Sinfune ing \ fie ! Ireestell| u fen sich un Sue, we alie Kılisc Sinelelkaltım I) Durch Sch Licht. geschne | Nehenprodu | fliuren Sale uhmefauen. e) YirkiSch EB nam(Vele VO) \ il lee] ul Ih, Chrom DJ; Schwefel Re. Iimament in d Int un kstll br de einzel) Ürtinstulen urn geht E Kütan) Verbin lanın gmisser all: asere. Äien Ietın Se ı Üeeıhui Allen sel{m ul Yemande Kelch der$ | Trlkiche yo N il Well da Mt | Schwef Le der kpl{ı Mk BEZ PP UT einen n— de hst, Sch Netzl i ref Schwefelmetalle, Darstellung_ders., Eigenschaften. 285 andern TI.) E: r# hl bekannten Verbindungsstufen der Metalle mit Schwefel auf diese Art isen aber gi) Fi darstellen kann. b) Durchs Erhitzen von Schwefel mit Metalloxyden, wobei bon dem Sauerstoff der letztern und einem Theil des erstern schwelligsaures Gas bildet, und das redueirte Metall mit dem übrigen Schwefel eine ? Mi Verbindung eingeht. So wird z. B. das gelbe und rothe Operment ‚Anden si( Schwefelarsenik) auf den Gifthütten aus arseniger Säure und Schwe- fel dargestellt. Ist das Metalloxyd ein Alkali oder eine alkalische Erde, so bilden sich neben den geschwefelten Metallen auch noch schwefel- se o verbindet, 'iben, Auf rzellan, Ola , “ F RE) wenigen N. saure Salze, welche Gemische man Sch wefellebern nennt, So be- Ydrures; 21 steht die Kalischwefelleber aus einem mehr oder minder geschwefelten\ .> A 1» uch mit Vi Schwefelkalium und schwefelsaurem Kali. v3 enerdings} ‚: Be wi [ ce) Durch Schwefelkohlenstoff kann ein Metalloxyd ın der Glühhitze> t in der Na leicht geschwefelt werden, indem kohlensaures, oder Kohlenoxydgas N als Nebenproduct sich bildet. d) Auch wohl durch Glühen der schwe- SS f f es, finden felsauren Salze mit Kohle; so stellt man 2. B. Schwefelkalium aus PS elzen der I schwefelsaurem Kalı, Schwefelcaleium aus schwefelsaurem Kalk dar.] N“ Bere u e) Mittelst Schwefelwasserstollgas und hydrothionsauren Schwefelam- ' Role, monium(siehe vorn Seite 181). Es werden aber einige Metalle dadurch ALL nicht als Schwefelmetalle gefällt, als, aufser den Metallen der Alkalien ); des m und Erden, Chrom, Titan, Tantal, Cerer. tehung zwei Die Schwefelmetalle sind theils kıystallisirbar, theils nicht, erstere ine in der a kommen meist in der Natur vor, nur wenige künstliche Schwefelmetalle kennt man kıystallisirt; sie sind theils leichter, theils schwerer schmelz- 5, Sulphide,| bar als die einzelnen Metalle an sich. Gewöhnlich giebt es so viele ewöhnlichste Schwefelungsstufen eines Metalls, als es Oxyde giebt, jedoch nicht efelkupler, 8. immer; so giebt Eisen und Arsenik 5, obschon ersteres nur 2, letzteres n. vor, In höchstens 3 Verbindungen mit Sauerstoff eingeht. Die Schwefelmetalle ‚sind undaı kann man gewissermalsen in Sulphuride, Ueber- und Untersulphuride heinend, ol eintheilen; erstere sind diejenigen, welche im verschlofsnen Raum beim nkies; Zul Erhitzen keinen Schwefel abgeben, und sich mit andern Sulphuriden und Uebersulphuriden verbinden. Die Uebersulphuride geben beim Metalle hrs Erhitzen sowohl im verschlofsnen Raum, als auch im Freien Schwefel haftes Fur® ab, und verwandeln sich in einfache Sulphuride. Hierauf beruht die Schweden Möglichkeit der Schwefelgewinnung aus dem höchsten Schwefeleisen, Sp bereite nd!(vergleiche vorn Seite 155). Dabei bleibt ein niederes Schwefeleisen auf glöhends! zurück, welches dann mittelst der Luft zu schwefelsaurem Eisenoxydul " Sejmekl sich oxydirt. silber(Am Einige Schwefelmetalle oxydiren sieh von selbst an der Luft, an- dere nicht; zu den letztern gehören alle Uebersulphuride, und über- ak und 6ol| a Metalle, die ‚geringe Verwandtschaft ig, als ma" .. 286, Eisensch, ders. Selen-, Phosphormet, zum Sauerstoff haben, wogegen andere sich leicht oxydiren und in schwe- felsaure Metallsalze verwandeln, z. B. Schwefelkalium, Natrium, Schwe. feleisen niederes, Schwefelzink, Schwefelkupfer. Dagegen werden alle mittelst der Wärme oxydirt, wobei die Uebersulphuride theils Schwe- fel abgeben, theils schweflige Säure entbinden. Dieser Prozefs wird im Grolsen der Röstprozefs auf den Hütten genannt, und sehr oft an- gestellt, vorzüglich bei Kupfer-, Blei-, Silbererzen; Producte des Rö- stens sind dann überbasische schwefelsaure Metallsalze.(Das Nähere hiervon unten.) Einige Schwefelmetalle lösen sich in Wasser auf, die der+ elektr. Metalle der Alkalien und zum Theil auch der alkalischen Erden, und zwar ohne alle Zersetzung, welche nur erst dann beginnt, wenn irgend eine Säure ins Spiel kommt. Andere, und zwar die Mehrzahl, sind in Was- ser unlöslich, einige davon werden gerade in feuchter Luft am leichte. sten oxydirt,(wie sich auch die Metalle verhalten. vergleiche oben Seite 279). Diejenigen Sulphuride, welche Metalle enthalten die das Wasser entweder an sich, oder mit Hülfe einer Säure zersetzen, entbinden, wenn sie mit einer verdünnten Säure'übergossen werden, reichlich Schwefelwasserstoffgas, wie Schwefelkalium, Snatrium, Sbarytium ete,, niederes Schwefeleisen, eben so die Sulphuride der Metalle, welche sich in Salzsäure auflösen, wenn man sie mit Salzsäure behandelt.(Erklä- rung des Prozesses siehe vorn Seite 179)..; [Die Schwefelmetalle verbinden sich unter einander in bestimmten Ver- hältnissen, indem sich eins zu dem andern— und+ elektr. verhält, so zB, Schwefelspiefsglanz mit Schwefelsilber im Rothgültigerz, Spröd- glaserz, wobei das erste— el. das letzte+ el. sich verhält; so auch Schwefelarsenik mit Schwefelkalium bei der Darstellung des Nickels aus der Speise(Arseniknickel) mittelst Pottasche und Schwefel. Auch mit Oxyden verbinden sie sich, wie z, B, Schwefelspiefsglanz mit Spiels- glanzoxyd in dem Rothspielsglanzerz,(Spiefsglanzblende), Schwefelko- balt mit Kobaltoxyd, Schwefelzink mit Zuinkoxyd. 4) Mit Selen; Selenmetalle, Seleniures, Selenides, kommen nur spar- sara in der Natur vor, als Seleneisen, S.Kupfer, Blei, Silber, Quecksil- ber, Kobalt. Selen verbindet sich mit den Metallen oft auch unter Feuererscheinung; auch können Selenmetalle durch Präcipitation auf nassem WVeg erhalten werden. Sie haben meist ein metallisches An- sehen, grauschwarz, schmelzen leichter als die Metalle, geben beim Rö- sten das Selen von sich, indem ein Theil verbrennt, Man bedient sich des Selenbleies zur Darstellung des Selens. 5) Mit Phosphor; Phosphormetalle, Phosphures, Phosphorides, kommen nicht in der Natur vor, werden theils durch unmittelbare Ver- bindung der Metalle mit Phosphor erhalten, wobei eine Licht- und | h rnefwie Yıalıyde m „umasersol } ‚jı verwan sl lan, sprö let Nırsırku p) Mt Bor. Niue vor, Wer [lihen von bo nl Chl Jlıtur häulıg I im, Blei, Rı ‚nl trocknen Uhrgas but in, Wimath, Ihn gemengt ach Ins ment fl Chlormismat, Ch | ei Nelln Salns | ind sh Wasse in hm entsteht Yale tl aufz Dr lhrmeta Geld licht, 1a Tre an, ti lim m Na(ke Butt, tn, zei in haische Ma, loan Ile hmeta “e enltelen, er hl 0) A vet is g Chir ud Ion ef ihre Ku(tl Se Mh. Naseleer,\ Sul)+ hosplg ma (en. Natran,\ Segen Wan) ie dl: er Pro, dulS m } ‚und Sehr ni Produ Re Le dr N die der-+s schen Erdan innt, Wenn zahl, sind * Luft an »leiche oh IN ı die das) tzen, en] verden, 1 Ä Sarytiun talle, welches ehandelt,(& } bestimmten| + elektr, ve heülugen, Sp verhält; so a ng des Nickel wefel, Aukr sglanz mit dp de), Schwellh ommen nurs] Silber, Qu oft auch u Präcpitat 1 metallisch& geben beim! Tan bedient Phosphor mittelbare Te ne Licht. U Bormetalie,; Chlormetalle, Eigenschaften. 287 Wärmeentwickelung stattfindet, theils’ durch Reduction phosphorsanrer Metalloxyde mit Kohle, durch Fällung von Metallauflösungen mit Plhos- phorwasserstoflgas,(einige Metalle sollen hiedurch» nicht: in»Phosphor- metalle verwandelt, sondern regulinisch niedergeschlagen werden). Sie sind hart, spröde, glänzend, oxydiren sich leicht an: der Luft, entbinden, unter Mitwirkung einer Säure häufig Phosphorwasserstoflgas. 6) Mit Bor; Bormetalle, Borures, Borides, kommen nicht. in der Natur vor, werden sowohl auf direktem VVeg erhalten, als auch durchs Glühen von Borsäure mit einem Metall und Kalium,] 7) Mit Chlor; Chlormetalle, Chlorures, Chlorides, kommen in der Natur häufig vor: Chlorkalium, Natrium, Ammonium, Caleium, Mag- nesium, Blei, Kupfer: Man stellt sie’ dar! auf'trocknem und nassem Weg, a) auf trocknem, wenn man gepulverte Metalle in troeknes, erwärmtes Chlorgas bringt unter Feuererscheinung,'z. B. Kalium, Arsenik, Spiels- glanz, Wismuth, oder: wenn: man'gepulverte Metalle mit Quecksilber- chlorid gemengt destillirt. Hierbei geht Quecksilber über und zugleich auch das meist flüchtige Chlormetall. So stellt man z. B. Chlorzinn, Chlorwismuth, Chlorspiefsglanz dar. b) Auf nassem ‚Weg; man löst ein Metall in Salzsäure, oder in Königswasser"auf, im ersten Fall ent- bindet sich Wasserstolfgas, und ein’ niederes: Chlormetall wird erzeust, im letztern entsteht ein höheres Chlormetall. Auch Chlorwasser ist im Stande Metalle aufzulösen. Die Chlormetalle sind entweder starr oder flüssig, letztere meist bedeutend flüchtig, rauchen an der Luft, eondensiren Wasserdampf und ziehen Wasser an, wobei sie meistens krystallisiren, so z. B. wasser- freies Chlorzinn mit viel Chlor, Spielsglanzbutter(sie führen die Namen Oele, Buttern in der ältern Chemie), sie werden durch Hitze nicht zerlegt, zersetzen das Wasser meistens nicht, nur dann, wenn sie sich in basische und saure Chlormetalle scheiden, wie bei Chlor- wismuth, Chlorzinn,: Chlorantimon der Fall ist.“Dabei wird ein Theil des Chlormetalls Wasser zerlegen, wodurch Metalloxyd und Salz- säure entstehen, ersteres mit einem Antheil Chlormetall verbunden fällt als basisches Chlormetall: nieder, letztere bleibt mit einem andern Antheil vereint als saures aufgelöst. Setzt man‘zu einem Chlormetall eine Säure und irgend ein Ueberoxyd, oder einen Körper, der reich- lich Sauerstoff abtreten kann(wie Chromsäure) hinzu, so wird Chlor entbunden(vergl. Seite 195 u. 213). Die starren Chlormetalle sind ent- weder wasserleer, weils, grau von-Farbe, oder wasserhaltend, kıy- stallinisch, farblos, durchsichtig, verlieren durchs Glühen das Wasser, 9) Chlormetalle verbinden sich unter einander wie Schwefelmetalle, 288 Jod-, Brom-, Cyan-, Silicium-, Fluormetalle. z. B. Chlorquecksilber(Sublimat) mit Chlorkalium, Chlornatrium, wo- bei ersteres— el. letzteres+ el. sich verhält. [. 8) Mit Jod; Jodmetalle, Jodures, Jodides, kommen in der Natur sparsam vor, Jodnatrium, Jkalium, Jsilber, Jzink. Man erhält sie auf glei- che Weise wie die Chlormetalle, einmal mittelst Joddampf, oder mit- telst Jod und Wasser, oder mittelst Hydriodsäure. Sie sind meist ge- färbt in allerlei Farben, theils flüchtig, theils nicht, mit WVasser verbun- den krystallisirt.— 9) Mit Brom; Brommetalle, Brömures, Bromides. Man kennt nur das Brommagnesium in der Natur, die übrigen sind Kunstproducte; von ıhnen gilt beinahe. dasselbe, was bei den Chlor- und Jodmetallen gesagt worden ist.] 10) Mit Cyan; Cyanmetalle, Cyanures, Cyanides. Sie kommen in der Natur nicht vor, werden sowohl auf trocknem, als nassem Weg er- zeugt. a) Wenn man in Cyangas erhitzte Metalle bringt, z. B. Kalium, so verbinden sich dieselben mit jenem unter Lichtentwickelung. Calci- nirt man stickstoffenthaltende Thierkohle mit fixen Alkalien, alkalischen Erden, so-bilden sich durch gegenseitige Entmischung Cyanmetalle, so das Cyankalium, Cyaneisen etc. b) Durchs Auflösen.von Basen in Blausäure, durchs Kochen eines Cyanmetalls mit Wasser und einer Base, welche ihren Sauerstoff an das erstere Metall abgiebt, wird das letztere Metall in ein Cyanmetall verwandelt; z. B. Cyaneisen mit Quecksilber- oxyd, oder Kali, giebt Cyanquecksilber, Cyankalium, und Eisenoxyd- hydrat. Die Cyanmetalle sind theils in Wasser löslich(unter beginnender Zersetzung), theils unlöslich, zersetzen unter Mitwirkung einer Säure das Wasser, erzeugen Blausäure(vergleiche Seite 253); sie sind theils farb- los, theils farbig, verbinden sich unter einander, z. B. Cyankalium mit Cyaneisen, Cyankupfer mit.Cyaneisen ete., wohin das bekannte hlausaure Kali und das Berlinerblau gehören. Theils vertragen sie die Hitze, theils werden sie dadurch zersetzt, so wird z. B. das Cyankalium durchs Er- hitzen nicht zersetzt, dagegen Cyanquecksilber, Cyaneisen. 11) Mit Silieium; Siliciummetalle, Silieiures, Silicides, sind blos Kunstproduete, kommen in der Natur nicht vor. Man erhält sie durchs Glühen der Metalle oder deren Oxyde mit Kieselerde oder kieselerde- haltenden Fossilien und Kohle; so z. B. enthält der Stahl Silicium zu 0,2 bis 0,85, auch das Roheisen. Die Silieiummetalle sind hart, spröde, noch unvollständig bekannt. 12) Mit Fluor; Fluormetalle, Fluorures, Fluorides, kommen in der Natur nicht selten vor, am häufigsten Fluorealeium, aber auch Flu- ornatrium, Fluorytirium, Alumium, Cerer, Tantal. Man stellt sie durchs Auflösen der Metalloxyde in Flufssäure dar, oder durchs Behandeln ei- nes ni\omellls joint, um and Ileı ‚mdıstanzen ‚um, zerseze „ach erzeugt hr wie die Fhoralamnum, Jie Detale v hilissen, we yıf metalls len, diese Ju viele Legirı ilige. Verbin van, an ko alten, Die Mater {m emen ar der Mktmite st, da, it Im niftle mil sundem the at er vefünd U under hat MU ofen), “rbemelt eier &le Je gie eg um | Ind me Neal] Nen tuande: Um schnelz By 1 Ka tr un hi"und le hi kn Kan] |""and | i\fnte o h un Nenn! BE ge Yen nn u Nelalle Legirungen, Saigern. 289 Chlomatiın R nes Fluormetalls mit einem Metalloxyd, welches seinen Sauerstoff dem Metall abtritt, und dafür das Fluor eintauscht. IMen In der\ aa Sie sind theils in Wasser löslich, theils nicht, krystallinisch, theils erhält ea, dan, Ole, starre Substanzen, theils ‚dampfförmige, se A um; Fluorarsenik, Sie sd& u. a. m., zersetzen das Wasser unter Mithülfe einer Säure, wobei Flußs- mie Waren säure sich erzeugt, schmelzen ohne Entmischung, verbinden sich unter Töne, Br: einander wie die obigen. So enthält z. B. der Kryolith Fluornatrium , die. ühniem und Fluoralumium. Tas beiden(U Die Metalle verbinden sich endlich unter einander in mannigfaltigen Verhältnissen, welche Verbindungen man Legiru ngen, Alliages, Al- Se loys of metalls nennt, mit Ausnahme derjenisen, welche Quecksilber 5. DIR Kot a® Is nassen Is ngt, u. DiÄ 'wickeling| kalien, aldk & Oyanmeill U‘ enthalten, diese führen den Namen Amalgame, Amalgames. Obschon man viele Legirungen zur Zeit untersucht hat, so sind doch noch man- nigfaltige Verbindungen theils noch nicht versucht, theils auch nicht gelungen, man konnte mitunter einzelne Metalle mit einander nicht verbinden. Die Metallegirungen haben eiene Farben, jenachdem bald mehr von dem einen oder dem andern Metall in die Mischung eingeht. Die Härte ist meist grölser, als bei den einzelnen Metallen, die Schmelzbar- keit erhöht, so dafs die Legirungen meist leichter schmelzen, als die sen. von Dir er und em] ‚wird das ı mit. Onech Bestandtheile, oder doch wenigstens als der Hauptgemischtheil, z. B, 1, und Bistur Schnellloth aus Wismuth, Zinn und Blei, Newton’s, Rose’s Metall. Merkwürdig ist, dals das specifische Gewicht der Legirungen selten, fast nie, dem mittlern specifischen Gewicht der einzelnen Metalle ent- spricht, sondern theils gröfser ist, in Folge einer Verdichtung, theils auch geringer gefunden wird, indem sich die Masse ausgedehnt haben muls;(besonders hat man dies an verschiednen Legirungen des Zinns (nter hesinn ine einer Sun L je sind Heil 3, Oyankallın bekannte Ins mit Blei gefunden). Hieraus geht hervor: dals man aus dem speeili- je. die ltr, I schen Gewicht einer Legirung und den speeilischen Gewichten der Be- kaliumn dur] standtheile keinen sichern Schlufs auf das Mengenverhältnifs der Metalle oISen, in der Legirung unmittelbar machen kann, wie man dies früher glaubte, Silieides, si! Sind zwei Metalle in ihrer Schmelzbarkeit sehr verschieden, und erhält ie de haben sie zu einander keine hedentende Verwandtschaft, oder überwiegt oder ki das leichter schmelzbare bei weitem das schwerer schmelzende, so Stahl Sim kann ersteres bei mälsiger Hitze zum Schmelzen gebracht werden, sind hart, 9 während letzteres ungeschmolzen zurückbleibt, Dies ist z. B. der Fall mit Kupfer und Blei, mit Zinn und Kupfer, mit Wismuth und Ko- sides, kommt balterz; man kann Blei und Zinn vom Kupfer zum gröfsten Theil ab- 1, aber auch scheiden, so auch Wismuth vom Kobalterz, Schwefelantimon von sei- anstelle dt ver Gangart(fonte erue), welchen Prozels man das Saigern, ligua- cs Behudıh tion, refining nennt, Hierbei kann auch noch das leicht schmelzende B T, 19 290 Saigern, Löthen. Metall, wenn ein drittes, viertes zugleich mit vorhanden ist, welches zum leicht schmelzenden gröfsere Verwandtschaft hat, als zum schwerer schmelzenden, dieses mit aufnehmen, was z. B. beim Saigern des sil- berhaltigen Kupfers der Fall ist, wo das zugeschmelzte Blei mit dem Silber abtropft, obschon das Silber weit schwieriger se-hmilzt, als Blei, während das Kupfer, mit wenig Silber und etwas Blei verbunden, als Kiehnstock zurückbleibt.' Diese Prozesse werden sowohl auf eignen Heerden, Saigerheerd(wie das Saigern des Kupfers) betrieben, oder in Röhrenöfen, wie das Absaigern des Wismuths, des Schwefelantimons aus dem Antimonglanz. Auf der Eigenschaft der leicht schmelzenden Metalle schwerer schmelzende, wenn sie anders Verwandtschaft zu jenen haben, aufzu- nehmen, sich mit ihnen zu verbinden, beruht die Möglichkeit Metalle durch Metalle zu löthen. Löthen, souder, soldering, nennt man die Verbindung zweier Stücke eines oder auch verschiedner Metalle ver- mittelst eines dritten leichter flüssigen Metalls, welches sich mit jenen fest verbindet; das leichtflüssige aufgetragene Metall nennt man Loth, soudure. Dieses muls nach der verschiednen Schmelzbarbeit und Natur des zu löthenden gewählt werden, z. B. um verzinntes Eisenblech zu löthen dient das Schnellloth der Klempner, aus Zinn und Blei zu glei- chen Theilen, zum Löthen des Eisens, Gufseisens bedient man sich theils des Kupfers, des Schlageloths, soudure forte, einer Legirung von Kupfer und Zinn, des Silbers, aber auch, wo die gelöthete Stelle nicht ins Feuer kommt, des reinen Zinns, indem man die Flächen erst verzimt, und dann mit Zinn verlöthet. Um Kupfer zu löthen wendet man Zinn, auch sogenanntes Silberloth an, ein Gemisch von5 Theil. Silber, 6 Messing, 2 Zink; um Messing zu löthen, Silberloth, Schnellloth; um Zink zu lö- then Blei und Zinn; um Blei zu löthen Schnellloth, auch selbst Blei, wobei aber eigens verfahren werden muls, damit nicht das zu löthende Metall einschmilzt;(Löthen mit dem kalten Kolben, Vergiefsen). Platin löthet man endlich mit feinem Gold, Gold mit einer Legirung von Gold und Silber, oder Gold und Kupfer, Silber mit einer Legirung von Silber un dKupfer. Bei jedem Löthen ist nöthig: I) dafs die Löthstellen völlig rein von Oxyd sind, weshalb man sie abschabt, 2) dafs man die Luft abhält, welehe sonst das heifse Metall sich oxydiren würde, oxydirte Flächen nehmen aber das Loth nicht an. Dies wird erreicht entweder dadurch, dafs man die zu löthende Stelle, nachdem das Loth zwischengebraeht ist, mit Lehm umklebt, dann trocknet und erhitzt,(wie es die Schlos- ser oft thun) oder man bedient sich hiezu einer schmelzenden Substanz, welche sowohl die Löthsielle und das Loth bedeckt, somit die Luft ab- Jule ii N auch M h Snbstan Ins bei Phhns nölh ztndne Ony va beim N cn Tel verke Kan zum Li (betragen \ Das Sılz be Ins, en yit Jeicht vo ioreh.stumpl | Mit dem Io | alın leicht Hl {rinnen klar sn, Ins Verzlde ren On dis 7 yenchikn; en | fr remög | Li michengehr litt die| Matt(ah) In re Ikasdr 6 Ei ehanse Ma, unlernye Amel, ei einge A Di Aal LE Fila) Melde ih hehe IR n U Mäche um Kling Se N Al | bi, alle) ty Ih In - m un Eee I mann Zi ln an—_—n am nn nn ann Löthen, Plattiren. Mechan. Aufbereitung der Erze, 291 ıden r> "1, me hält, als auch das etwa noch vorhandne Oxyd auflöst, oder redueirt. Solche Substanzen sind: Borax, Kolophonium( Glaspulver); Borax dient besonders bei dem Schlagloth, Silberloth, überhaupt, wo eine grölsere Erhitzung nöthig ist, Borax nimmt auch‘das eiwa noch vorhandne und entstandne Oxyd auf, reinigt die Löthstelle, Kolophonium dagegen wen- det man beim Schnellloth, beim Löthen mit Zinn an, wobei es schmilzt, als zum Selle, 1 Saigem fi, zte Blei ni) schmilzt, ıh} \8) ei verbunden, wohl au ı zum Theil verkohlt wird, und dadurch redueirend wirken kann. Wen- etrieben, u det man zum Löthen Zinn an, so wird häufig Salmiak mit Wasser oder e Schwefel Oel aufgetragen, um das Verzinnen der Metallflächen zu erleichtern. a Dieses Salz bedingt Reinigung der Metallflächen und Beseitigung des N Metalle sch Oxydes.— Glaspulver wenden die Schlosser statt Borax an, nur ist es er nen haben, ı nicht leicht von den Löthstellen loszumachen, und die Feilen werden= [ögliehkeit I: dadurch stumpf. 1, nennt na Mit dem Löthen hat auch das Ueberziehen eines Metalls mit einem :dner Net, andern leicht flüssigern die grölste Uebereinstimmung, wie z. B. das 1es sich mit Verzinnen kupferner Geräthe, von Eisenblech und Eisengeräth, Gufsei- nennt man| sen, das Vergolden und Versilbern mittelst Amalgam,(wovon an gehö- zbarbeit ud) rigen Orten das Nähere). Das Plattiren dagegen ist wesentlich hiervon ntes Bisenlk! verschieden; ein starres Metall haftet auf dem andern starren durchs ı und Blein Aufwalzen vermöge der Adhäsion fest, ohne dafs ein Bindemittel, ein bedient ma ı Loth zwischengebracht würde, so Silber, Gold, Platin auf Kupfer; einer Leziruy hierauf beruht die Fabrikation von plattirten Geräthen, Lyoner Gold- und elöthete Sl Silberdraht(Lahn), wovon unter den betreffenden Metallen ein Mehreres. lüchen erst ver Einige Worte über die Aufbereitungs- und Zugutemachungsmethoden. wwendet man l Die aus der Grube geförderten Erze werden vor dem Schmelzen 1 Silber, ls mehrern mechanischen Operationen, der Aufbereitung, preparation th; um Ziuk mecanique, unterworfen,_ sie von dem Felsgestein, in welchem sie , auch sel eingewachsen, eingesprengt sind, möglichst zu scheiden, fein zu zerthei- ‚ht. das m li len ete. Das Aushalten, oder das erste Trennen von der Gebirssart, Versielsen) D geschieht sowohl in den Gruben, als über Tage;(Handscheidung, Lesirung ol triage«& la main). Man unterscheidet Stufferze, mine grasse, derbe ein mal Erze, welche nicht weiter zerkleinert werden und zur Hütte gehen, und Pocherze, eingesprengte Erze, welche durch anderweitige Zer- Ten völg kleinerung, Wäsche ete. in den Pochwerken, bocard, aufbereitet wver- stellen UL;; Jelihil den. Dieselben sind mit Stempeln, Queischwalzen versehen; erstere zer- jan die LET n 5 e; Ye fi pochen das Erz entweder trocken oder nals, bei stetem Zu- und Abflufs von oxvyan! ) Wasser, welches die zerkleinerten Erztheile, welche durch ein aus Eisen- draht geflochtnes Sieb durchgehen, mit sich in grofse Sümpfe, bassins, lu- A byrinthe fortnimmt, wodurch eine vorläufige Trennung der schweren ’ Erztheile von den leichten Gesteintheilen bewirkt wird. Aus diesen entweder dit wie es Cuhsl elzenden DU! {N 19* mit de 292 Mechan. Aufbereit. d. Erze. Zugutemachung derselben. wird das Pochmehl von Zeit zu Zeit ausgeschlagen und durch die fol- genden Wascharbeiten, lavage, weiter aufbereitet. Diese geschehen durch Siebe, welche in Trögen voll Wasser auf und ab bewegt werden, criblage& la cuve, in denen man das Erz von der Gebirgsart einfach scheidet, oder mittelst Schlämmgraben, Stolsheerde, tables mobiles, ow ü percussion, Plan- und Kehrheerde; letztere sind schiefe Ebnen, theils vom Holz, theils von Seegeltuch gebildet, wie die Planheerde, theils beweglich wie die Stofsheerde, theils unbeweglich wie die Kehr- heerde, tables dormantes,«a balais. Auf diesen wird durch einen dün- nen Wasserstrahl das Pochmehl verarbeitet, theils durch die bewegli- chen Stofsheerde, ohne dafs besondere Handarbeit stattfindet, indem das leichtere mit dem Wasser abfliefst, das schwerere aber auf dem Heerd zurückbleibt; theils auf den Kehrheerden, indem stets mit Tan- nenreisig das Pochmehl mit dem Wasser gewaschen wird. Das Pro- duct dieser Operation heilst Schliech, wenn es fein, Graupen, wenn es mindestens die Gröfse einer Erbse besitzt; erstere werden wieder verschieden benannt.(Zu gewissen Zwecken werden die Erze nach dem Pochen noch gesiebt und gemahlen.) * Die rohen Erze und Schlieche werden nun von dem Hüttenmann übernommen, und meist vor dem Schmelzen einer Vorarbeit unterwor- fen, welche man Rösten, grillage, nennt. Durch diesen Prozels wird nur in seltnen Fällen eine mechanische Auflockerung bezweckt, in den mehrsten ist der Zweck Verflüchtigung einiger Bestandtheile des Erzes, als Wasser, Kohlensäure, Schwefel, Arsenik ete., wozu bald Zutritt der Luft, bald nicht erfordert wird. Sollen Erze von Schwefel befreit werden, so geschieht dies entweder in freien Haufen, oder in sogenann- ten Röststätten, äuf von 3 Seiten mit Mauerwerk eingeschlofsnen Plätzen, aires murdes, oder in eignen Oefen. Die Rösthaufen werden theils ohne Dach, theils unter Bedachung über einer Unterlage von Brennmaterial, Holzkohlen, Holz aufgestürzt, von unten angezündet, wobei die schwe- felreichen oder bituminösen Erze(Kupferkies, Schwefelkies, Bleiglanz, Kupferschiefer) selbst sich entzünden und fortbrennen. Der Rost muls mehrere Male gewendet werden, d. h. es müssen mehrere Röstungen hinter einander erfolgen. Das Rösten in Oefen ist besonders zur Auf- lockerung, Zertheilung, Verflüchtigung von Wasser und Kohlensäure sehr ökonomisch; die Ofen sind niedrige Schachtöfen, wie die Kalkschacht- öfen, fours& chaur; will man aber dadurch Substanzen verflüchtigen, welche gleichzeitige Einwirkung von Luft und Hitze erfordern, so sind dazu Flammröstöfen erforderlich, fourneaur@ reverbere. In diesen Oefen kann, unabhängig von Wind und Wetter, der Röstprozels gleich- mälsig und vollkommen betrieben werden, es sind aber hiezu nur N jede a ei| Ih j Yan Il sin Innels j, andern Idea bedeutend sluet mir yobrden, Sa si ner sie ken, we ou leiten mu fing yon Fl Llstein, Der in mehr wird Ihn ein beden ul, was Aurel snden al die let der Sihlicke sad I Ihnen anlilk de roh 1 de Gehliehnf Id al von der Sal, in de Sean, um je tee sich Mal A im il, mie Ko) Nr Bet 2 lei ke gar I un, u, bil,$ | Hin(en 1 h ll Da it Anen "la N S U Tally "hy Ne U, dla Rd Alte Et. nd u a nn_ En n— Zn e in a A Sal rer— Der Turn ann— od > dersell,£- en 3 h 2 Zugutemachung d, Erze, Flüsse, Zuschläge. 293 ıd durch def! Schlieche anwendbar, dafür wird aber auch eine vollkommne Röstung Diese Segel) R 3”)... Ie ef” 2 ER erzielt.(In England wird meistens in Röstöfen geröstet.) DEWERH warn]= n. 2 RR hi 0. We Nun folgt das Zugutemachen, fonte. Durch diesen hültenminni- reDINESU pi,:. j en? n Ss ei schen Prozels muls das Metall nicht allein von seinen Verbindungen im 1bles mobil; schiefe} die Planlı h wie diel\ Erz, sondern auch von der Bergart geschieden werden, welche sich durch mechanische Mittel nicht trennen liefs. Manchmal überwiegt letz- tere bedeutend, wie beim Kupferschiefer, wodurch das Zugutemachen u vertheuert wird. Es müssen von den Metallen die mit ihnen verbund- wech eine rch die ben nen Erden, Sauerstoff, Schwefel getrennt werden; erstere werden so- wohl unter sich, als mit leicht schmelzbaren Metalloxyden sich ver- tattfindet, I) schlacken, welchen Schlackenbildungsprozels der Hüttenmann nach Re- re aber all geln leiten muls, sowohl durch zweckmälsige Gattirung der Erze, als Zu- m stets mil] fügung von Flüssen, fondans, wie Flufsspath, Quarz(für Eisen, Blei) wird, Di) Kalkstein, Mergel, Schlacken. Je diekflüssiger die Schlacken, laitiers, Graupen, n desto mehr wird Metall verloren, indem dann in die Schlacken nicht e. werden ı allein ein bedeutender Antheil des zu reducirenden Metalloxydes ein- lie Erze nal geht, was dureh gröfsere Hitze und gehörige Flüsse vermieden wird, sondern auch die redueirten Metallkörner sich nicht wegen der Zähig- ‚ dem Hütten keit der Schlacken gehörig vereinigen und unter diese senken können, oranbeit un sondern in ihnen zerstreut bleiben. Zu dünnflüssige Schlacken dagegen Jiesen Prozel v umhüllen die redueirten Metallkörner nicht gehörig, weshalb dieselben bezweckt, ı von der Gebläseluft wieder oxydirt werden, und nehmen auch bedeu- dtheile des! tend viel von den Metalloxyden auf, welche redueirt werden sollen. u bald ut Schlacken, in denen Metallkörner zerstreut sind, werden gepocht und Schwehl I gewaschen, um jene zu gewinnen(z. B, Wascheisen). Von den Flüssen oder in sn unterscheiden sich die Zuschläge, welche man hinzufügt, um das ‚schlofsnen lit Metall von den im Erz vorhandnen mit ihm verbundnen Substanzen zu verden the& scheiden, wie Kohlen um den Sauerstoff zu entlernen, Eisen um von Brent Schwefel vom Blei zu scheiden ete., und das Metall in sich aufzuneh- vrobei die a men.(Bei den einzelnen Metallen hievon genauer.) Ueberhaupt erfolgt „felkies, Dit die Scheidung nach Mafsgabe der verschiednen Eigenschaften der Me- ‚ Der et talle bald durch Verflüchtigung(Arsenik), durch blofse Schmelzung > (Wismuth, Gold, Silber), durch Oxydation(arsenige Säure), durch Des- oxydation(Eisen, Blei, Zink, Zinn), auch durch aufeinander folgende nehrere Ri? esonders mu Rollen Oxydation und Desoxydation(Blei, Kupfer), endlich auch durch den die Kalk" Zusatz eines dritten Körpers. m verlit Die Resultate der Schmelzung sind meist Schlacke, Stein, Metall zen voll (Bleiglanz, Fahlerze), mitunter blos Schlacke und Stein(Kupferschiefer), Schlacke und Metall(Eisenerz, Kupfer- und Bleiglättirischen). Stein, matte, nennt man Schwefelmetalle, Producte aus den geröstelen Erzen durch die reducirende Wirkung der Kohlen im Ofen; ist dagegen Arsenik fordem, 9 : rbere. hs! RN ı aber hien I 294 Verschiedenheit der Hittenöfen. Schachtöfen. mit im Spiel, so entstehen Arsenikmetalle als Halb- oder Zwischenpro- ducte, welche man Speise nennt(Kobaltspeise bei der Schmaltefabrika- tion,— Arseniknickel). Stein und Speise unterliegen einer neuen Verar- beitung. Schlacken sind kieselsaure Erdensalze und Metalloxyde, wo- von bei den einzelnen Metallen das Genauere. Die Oefen, deren man sich bedient, sind 1) Schachtöfen, 2) Flammöfen, 3) Gefälsöfen. Die erstern, Fourneaux 4 courant d’air force, sind so konstruirt, dafs durch Mauerwerk ein senkrechter hohler Raum, Schacht, puit, von verschiedner Form, Höhe und Weite gebildet wird, in welchem die Erze mit dem Brennmaterial(Holzkohle, Coaks) unmittelbar umgeben sind. Gebläsemaschinen führen verdichtete Luft in den mit Brennmaterial und Erz schichtenweis erfüllten Ofen, Die obere Oeffnung, zum Eintragen der zu schmelzenden Massen, nennt man die Gicht, gueulart, die zweite, durch welche in einer, gewissen Höhe über der Grundfläche des Ofens die Luft eindringt, die Form- öffnung, orifice, trou de la tuyere, die dritte, durch welche das geschmolzne Metall abgelassen werden kann, die Stichöffnung, Stich, orifice de could&e ou de perede; er ist immer auf dem tielsten Punkt des Heerds oder der Grundfläche des Schachtofens. Häufig wird in dem Heerd noch eine Vertiefung angebracht, Tiegel, Sumpf ge- nannt, in welchem sich das geschmolzne Metall sammeln kann. Der Raum, in welchem das Metall zu fliefsen beginnt, oder der Schmelz- raum, ist zwischen der Heerdsohle und der Formhöhe; dieser Theil des Ofenschachts leidet natürlich am meisten von der Hitze. Je nachdem man den Heerd und die Vorwand des Ofens verschieden construirt, entstehen mancherlei Abweichungen, welche man mit verschiednen Namen belegt. [Liegt z. B. der Heerd ganz unter dem Schacht, so dafs die geschmolzne Masse während der Arbeit nicht abfliefsen kann, sondern abgestochen werden muls, so heilst diese Art der Construction das Schmelzen mit geschlofsner Brust, fondre& poitrine fermdez; liegt aber der Heerd theils unter dem Schacht, theils vor der Vorwand, und stehen beide Theile des Heerdes durch eine Oeffnung in der Vorwand in Ver- bindung, so heifst dies das Schmelzen mit offner Brust, fondre a poitrine ouverte, über den Tiegel oder Sumpf, mit einem Vor- heerd. Vor dem Ofenheerd liegt gewöhnlich noch ein Stichheerd, bassin de reception ou de coul&e, in welchem beim Abstechen des Heerds die Masse gelassen wird. Liegt endlich der Heerd zwar unter dem Ofenschacht, aber der Tiegel, oder der tiefste Punkt desselben, ganz vor der Vorderwand, bassin d’avant-foyer, so dals die ge- schmolzne Masse während der Arbeit durch eine Oeffnung ununterbro- chen aus dem Heerd in den Tiegel fliefsen kann, so nennt man diese Finchtung ol, ya s Aug nd „iloseh ısl In bene Yacts; man nz d man Ihöfon, den Its nurnea Yaltilen nel fcht, d.h son Schmel Manmatertl jms, auch F natürlicher Die Flamn Ir nit dem sndem bl der Dr Fhunol er dis Breuntertl ud Glihraum Il nct verkl Pl Iren; in hnug Ik. milk, al Peru ud I Bltuder yerbı M alenlen k U dm Glas mil ei a See ok "fe ee e ln IM 2 lfm Cam nach l M Ik erllh: a dh an Spell h, I N mm de —_ıZ==. sn— En fen, Schachtöfen, Flammöfen 295 - fen. 295 ler Irisch Einrichtung das Schmelzen über oder durch das Auge, fondre sur Schalt, oeil, ou sur trace; sehr häufig hat ein so construirter Schachtofen 2 Der neuen Yı, Augen und 2 Tiegel, von denen abwechselnd eins offen und eins ge Tetallorıia., schlossen ist.] Man benennt endlich auch die Schachtöfen nach der Höhe des hachtöln, Schachts: man unterscheidet Krummöfen, fourneaur courbes, four- Can a tu neaux& manche, wo der Schacht nicht über 5 Fufs hoch ist, Halb- ein senkt hohöfen, demi- hautes fourneaux, nicht über 12 bis 14, Hohöfen, löhe und I hautes fourneaux, über 14 bis 60 und mehr Fuls Höhe.— An die vertal(Hol Schachtöfen reihen sich noch Oefen an, welche zwar keinen eigentlichen ühren vendil Schacht, d. h. keinen Kanal über der Formöffnung haben, aber wohl is erfüllten 0) einen Schmelzraum, in welchem der zu behandelnde Körper mit dem len Massen,» Brennmaterial in Berührung kommt; man nennt dieselben Heerde, in einen gs foyers, auch Feuer, z. BD. Frischheerd oder Frischfeuer, Saigerheerd ingt, die Fu(wo natürlicher Luftzug ist), Gaarheerd. urch welch Die Flammöfen, fourneaux& reverbere, sind so construirt, dafs die Stichöff Erze mit dem Brennmaterial nicht in unmittelbare Berührung kommen, r auf dem it sondern blos der Flamme desselben ausgeseizt werden,(vergl. Taf. V.Fig.9). fens, Hiuler Der Flammofen enthält daher 2völlig gesonderte Räume, einen, in welchem das Brennmaterial verbrennt, den Feuerraum, zweitens denSchmelz- sel, Sunyı oder Glühraum, Heerd, laboratoire, la chauffe, hh. Hier muls rohes nmeln kann,| der den Sch d. h. nicht verkohltes Brennmaterial angewendet werden, welches mit ; dieser Tl Flamme brennt; die zum Verbrennen nöthige Luft wird durch na- tze, de nad türlichen Luftzug ohne Gebläse beschafft, weshalb im Feuerraum ein ohieden oonsn nit, verschie! Rost, grille,« liegen muls, unter welchem ein Aschenfall, cendrier, ce. Feuerraum und Heerd werden oben mitttelst eines Gewölbes, reverbere, mit einander verbunden, damit sich die Flamme aus dem ersten in den zweiten begeben könne. Eine eigne Oeffnung, die Einsatzöffnung, g Fig. 9 oO Is die ge Taf. V.. dient dazu das Erz auf den Heerd einzutragen; sie wird beim Gang ndern Se des Ofens mit einer Thür oder Schieber verschlossen, befindet sich auf las De der einen Seite oder im Gewölbe des Heerdraums. Auch ist wohl fi h| in besondern Fällen, wie bei den Flammöfen zum Schmelzen des Roh- a eisens, eine eigne Stichöffnung durch die eine Seitenmauer des Heerds, A Brust, zum Ablassen der geschmolznen Masse, angebracht. Endlich führt eine andre Oeffnung k,. der Fuchs, rampant, den Flammenstirom aus dem Heerdraum nach dem Schornstein 7, welcher eine Höhe von 24 bis 50, ja 80 Fuls erhält; manchmal entweicht die Flamme durch die Einsatz- % mit einen I ein Stichit ; N ym Absteclit au! öffnung, und dann ist kein besondrer Schornstein, wie z. D. bei den , Punkt des! Treiböfen, Spleilsöfen; dann liegt aber auch jene Oe Inung dem Rost go. dal dei gegenüber. Der Feuerraum liegt tiefer, als der Heerdraum, damit nur ung unuol! die Flamme über den Heerd streiche; auch leitet man die Flamme und , nennt Di 296 Flammöfen, Gefüfsöfen. Kalium. den Luftstrom am Gewölbe hin, so dafs sie die Heerdsohle nicht be- rühren. Deshalb ist eine Brücke f, autel, pont, eine senkrechte Mauer zwischen dem Feuer- und Heerdraum aufgeführt, welche be- wirkt, dafs die Flamme aufsteigen mufs, und nicht unmittelbar die Heerdsohle, sole, aire, will. Nach Verschiedenheit der Erze und des zu erzielenden Effects des Brennmaterials ist die Construction der ein- zelnen Räume, des Gewölbes, Schornsteins verschieden. Ein gut con- struirter Flammofen kann eine Hitze von 150 bis 160° W. hervorbringen, meistens ist sie bedeutend geringer. Gefälsöfen endlich sind solche, in denen eigne, aus feuerfestem Thon gefertigte, Gefälse von verschiedner Gestalt, als Tiegel, Muffeln, Retor- ten, Röhren, sowohl durch glühende Kohlen, als auch durch die Flamme des Brennmaterials erhitzt werden,(Ueber Tiegelöfen siehe vorn Seite 50). Messing- Gulsstahlofen, Ofen zum Tiegelgufs für Roh- eisen, zur Sublimation des weilsen, gelben, rothen Arsenikglases. Bei den Muffel- Retortenöfen ist die Construction ganz wie bei den Flamm- öfen, die Gelälse, welche entweder auf dem Heerd aufgestellt, oder über dem Feuerraum angebracht sind, werden von der Flamme umn- spühlt, welche durch Oellnungen im Gewölbe des Schmelzraums ent- weicht. Hierher gehören auch die Glasöfen, Cementiröfen für Stahl, Ziuköfen, Schwefeltreib- und Wismuthsaigeröfen, [ Von der besondern Construction der Oefen soll das Nöthige bei den em- zelnen Metallen, so viel nämlich unumgänglich erforderlich ist, um sich einen richtigen Begriff von dem hüttenmännischen Verfahren zu zuachen, aufgeführt werden.] Erstes Kapıtrer Vom Kalium, Kalium, Potassium, entdeckte 1807 Davy mittelst der Polta’schen Säule; er zerlegte Aetzkali(Kaliumoxydhydrat), wobei sich das Metall am— Pol in kleinen Kügelchen sammelte, Nimmt man Quecksilber zu Hülfe, indem man in ein Stück Aetzkali eine Grube macht, und ei- uen Tropfen Quecksilber hineinfüllt, letzteres mit dem— Pol verbindet, so erhält man Kaliumamalgam, welches das Wasser mächtig zer- seizt. Gay-Lussac und T’henard stellten das Kalium zuerst in erölsern Quantitäten auf chemischem Weg durchs Glühen von Aetzkali En Ei- sendrähten in einem Flintenlauf dar, wozu ein eisner Ofen conslruirt wurde. Da jedoch dieses Verfahren kostspielig war, so versuchte man Kal [ nem W „jmarzl fl ‚umenglel Ilm e hm rhrd 5 und id it D ale Fukliung (ri if rel Tiserstollga Ihre in die br in Keine sell Proreh ekannle sch sent, und ı uichtnerhe [{hhldne des In Äerzustel 1A so a Mm. X Di Kaum bil iO? ca gell Bü npfe, talk Dane äh ehr u! Masge mager 4 &EKne Hne Ur ln R Kalium, Darstellung und Eigenschaften desselben. 297 auf einem wohlfeilern Weg zum Ziel zu gelangen, Brunner lehrte schwarzen Fluls(caleinirten rohen Weinstein, d. i. kollens. Kali mit einzemengtem Kohlenstoff) mit einem Zusatz von 7; Holzkohle in ge- schmiedeten eisernen Cylindern(Quecksilberlegeln) zu zersetzen. Der hiezu erforderliche Ofen ist sehr einfach, die Ausbeute ergiebig, nur erhält man das Kalium mit Kohlenstoff verbunden, von welchem es durch eine Destillaion, am sichersten aus einer ähnlichen schmiede- eisernen Retorte, gereinigt werden kann. Erklärung des Prozesses.\Yenn caleinirter Weinstein in eisernen Geräthen mit eiserner Ableitungsröhre geglüht wird, so wirkt der Koh- lenstoff reducirend aufs Kali, es entstehen: Kohlenoxyd-, kohlens. Gas, Wasserstoffgas und Kaliumdämpfe, welche durch die angefügie kurze Röhre in die mit rectifieirtem Steinöl gefüllte Vorlage dringen und sich hier in kleine Kugeln condensiren. Aufserdem bilden sich noch bei diesem Prozels: Sauerkleesäure, Krokonsäure, eine noch nicht genau gekannte schwarze, unschmelzbare Masse, welche die Ableitunssröhre verstopft, und deshalb herausgebohrt werden muls, soll der Prozefs nichtunterbrochen werden; ferner ein Kalium enthaltendes Gas,(RKalium- wasserstoflgas,"ob eine chemische Verbindung, oder blolse Mengung’?) [Abbildung des Apparats und Ofens, um nach Brunner’s Methode Ka- lium darzustellen, findet man in Berzeliuss Lehrbuch der Chemie Bd. 1.S. 740; so auch T’henards Apparat, auch ın Thenard Trait& de chimie Tom. V. Pl, XXXL] Das Kalium ist zinnweils, stark glänzend, specif. Gewicht 0,865 bei 15°, bei 0° ist es fest, spröde, beit 20° weich wie Wachs, dehn- sam, geschmeidig, bei 58° flüssig, verdampft vor der Rothzlühhitze in srünen Dämpfen, läfst sich destilliren, muls in rectifieirtem Steinöl. wel- ches keinen Sauerstoff enthält, aufbewahrt werden. An der Luft oxy- dirt es sich sehr schnell, verliert den Metallglanz, zersetzt das\Vasser sehr kräftig, wobei es sich entzündet und mit einer röthlichen Flamme verbrennt(Wasserstoff und Kalium brennen), Kali erzeugend, welches sich im Wasser auflöst.\Venn das Verbrennen aufhört, erfolgt gewöhn- lich eine kleine Explosion, wobei Kali umhergespritzt wird. Kalium hat unter allen Körpern die grölste Verwandtschaft zum Sauerstoff, re- dueirt alle andern oxydirten Stoffe oft unter Lichterscheinung, dient da- her auch die Metalle einiger Erden, Bor, Silicium darzustellen, zur Analyse des Kohlenoxydgases etc. Kalium giebt mit Sauerstoff 3 Verbindungen, von denen eine eine Base ist. PP) Kaliumsuboxy d erhält man durchs Schmelzen eines Gemengs von Kalium und Kali. Es ist grau, schmelzbar, verbrennt erwärmt an DR 16) fe We ” j wi 298 Kali, Darstellung und Eigenschaften desselben. der Luft, zersetzt das Wasser ohne sich zu entzünden, und enthält 90,74 Kal, und 9,26 Sauerst.] 2) Kaliumoxyd, Protoxide de Potassium, Protoxid of Pot., Kali, Potasse, Potassa,(Pflanzenlaugensalz, vegetabilisches Al- kali), kommt im Mineral-, Pflanzen- und Thierreich an verschiedne Säuren gebunden vor, als an Schwefel., Phosphor-,, Salpeter-, Sauer- klee-, Weinstein-, Kieselsiure u. a. m. Mehrere in der Technik ange- wendete Fossilien enthalten Kali, als Feldspath, Glimmer, Basalt, Klingstein, Granit, welche dadurch die Eigenschaft besitzen zu schmel- zen und zu verglasen. Das reinste Kali, frei von Hydratwasser, kann nur durchs Verbren- nen des Kaliums in trockner Luft, oder Sauerstoflgas dargestellt wer- den, denn man kennt keine Methode. das Kalihydrat vom Wasser zu befreien. Es ist grauweils, fest, hart, spröde, schmilzt bei der Roth- glühhitze, ist in Wasser sehr leicht auflöslich, zieht an der Luft Was- ser und Kohlensäure an, zerfliefst zu kohlens. Kali; ist sehr ätzend, zerstört thierische Gebilde, wirkt giftig, reagirt alkalisch und besteht aus: 83,05 Kal. und 16,95 Sauerst. Man wendet dasselbe nicht an, statt dessen wohl das Kalihydrat, Aetzkali, von dessen Darstellung in Fol- gendem. Zur Darstellung des Kalihydrats dient das reinste kohlens. Kali. Man löst es in einem silberplattirten Kessel mit 10 bis 12 Theilen de- stillirten Wasser auf, und setzt nach und nach% Theil frisch gebrann- ten Marmor, welcher zu Hydrat gelöscht worden ist, hinzu, während dem die Flüssigkeit im Kochen erhalten wird. Hiebei witt durch ein- fache Wahlverwandtschaft die Kohlensäure an den Kalk, es bildet sich kohlens. Kalk, und das ätzend gewordne, von der Kohlensäure befreite, Kali löst sich in der Flüssigkeit auf, Die Probe, ob alles Kali von Kohlensäure völlig befreit sei, besteht in folgendem: Es wird ein wenig von der Flüssigkeit abfiltiirt, und das Durchfiltrirte schnell in ein Glas geschüttet, in welchem verdünnte Schwefelsäure sich befindet, oder auch in Kalkwasser; im ersten Fall wird sich ein Aufbrausen zei- gen, im letztern ein weilser Niederschlag, wenn noch kohlens. Kali übrig ist. Ist dies der Fall, so setzt man noch etwas Kalkhydrat hinzu, kocht wieder, und wiederholt obige Probe, bis man sich überzeugt, dals kein kohlens. Kali mehr übrig is. Man kann aber auch zu viel Kalk hinzusetzen, dann löst sich ein klein wenig Kalk in der Lauge auf, welches man durch einen Zusatz von kohlens. Kalilösung entdecken kann. Darauf wird die Flüssigkeit in einem gut Terschlofsnen Gefils zum Klären hingestellt, das Trübe durch einen aus gebleichter Lein- „a eeen j Ailı) desire | ga Sim e ler (yezen hidge mit egelan ji Inse schm nis Ingmskop A alyeinch | gilt werden, } Jallvon dem I | Kgewonnen m | Wo es ale | InSalen in Kal ale seite P: It eben so, Il zu nilig onen chen, fill dann. d Ile die ed: In fit, und di si innen, Wen irn de Salzanl cu Ialich zeines EC Ülorkllum | Mille ent: | a wmlhlt di | Go ethiel Ik Kalibydı ll denein, 1 Id Pofaaı 3) N, ca unte Ri Telken, AU ensire an, | N Pen in | Al ulisliel Hl, Schyefe] \ Celle, Ale ech | Ah us 84 Alam K he Kalıhyd rat, Kalllaug ee 299 wand gefertiten Beutel durchgeseiht, der Rückstand von kohlens. Kalk wohl mit destillirtem Wasser abgespühlt, um die anhängende Kalilauge zu gewinnen, Sämmtliche Flüssigkeiten werden sodann vermischt, in Sale] einem sil Iberpla ıttirten Kessel schnell abgedam pt t und dann nochmals zum n 2 am von Klarabsetzen hinzestellt, hierauf aber die are Lauge abgegossen und Oalpetir.| so weit einzedampft, dals die dickflüssige Masse beim Erkalten gesteht. lechnk x ei Masse schmelzt man dann in einem silbernen Tiegel vorsichtig Immer,| um alles hygroskopise he Wasser zu entfernen. Das Kalihydrat muls so- N ee den zu; eleich in abzetrocknete und erwärmte Gläser mit lufidichtem Verschluls + 3 , u \ ! = Ä e gebracht werden.(Silberne Geräthe sind deshalb nöthig, weil dieses t durchs Ta; Metall von dem Kali nicht angegriffen, und dadurch ein völlig reines Kali gewonnen wird; Platin 2: aber angegriffen.) vom\ Wo es auf einen mehr oder minder bemerklichen Gehalt an frem- Izt bei de den Salzen im Kalihydrat nicht ankommt, kann man zur Bereitung des- n der If selben gereiniste Pottasche und gebrannten Kalk anwenden. Man ver- St sdeä fährt eben so, nur gebraucht man blanke eiserne Kessel. Setzt man sch u zur mälsig concenirirten Lauge starken Alkohol und läfst einmal aufko- be nicht ı chen, füllt dann die Flüssigkeit in verschlofsne Gefälse, so scheidet zehn;} derselbe die fremden Salze vom Kali ab, indem letzteres sich im Al- kohol auflöst. und die erstern in der Flüssigkeit gelöst von dem letztern ie Ike| sich trennen.\Venn man die alkoholische Kalilö vorsich- nT ‚bt und verdunstet, ‚so gewinnt man IHR Wi Potasse& Falcool, welches nur noch RAR Kali. letzteres durch Zersetzung eines E05 Theils Alkohol entstanden, enthält. Wendet man dagegen keinen Alko- en lihydr: fremden Salze beigemengt, welche r ee de Potasse, Hydrat of P., Aetz- 2 kali. Aetzstein, Pierre& cautere, Potasse& la chaur Eh Po- rn task, dry Potassa, ist eine weilse feste Masse, spr ide, specil. Gewicht ii 1.708, schmilzt unter der Rothglühhitze, verdampft bei höher Hitz- - graden in weilsen, ätzenden Dämpfen, zerfliefst auch an der Luft und ER zieht Kohlensäure an. löst sich leicht in Wasser und Alkohol auf, giebt mit 2 Oelen und Fetten in W lösliche weiche Seifen, auch so mit Wachs ar und Harzen unlösliche, löst Schwefel, einige Schwefelmetälle(Schwe- R felarsenik. Schwvefelantimen etc), Thonerde, Kieselerde auf, zerstört ierische Gebilde. wie Haare, Wolle, Seide, Horn, Haut etc., mach - 3 Sn nrafl PAsSS fr} 1r dıeselDe fettız anluhlt. die letztere so weich und sı| es:[ Es besteht aus: S4 Kali 1 16 Wasser. Aetzlauze, Ka lila auge(Seifensiederlauge), Lessive caustic, Cau- ara stic ley, ist eine Auflösung von Aetzkali in Wasser. Die reinste Rali- 300 Kalılauge, Aescher. lauge ist farblos, oder blafsgelb,, specif. Gewicht verschieden, wie bei- folgende Tabelle nachweist; sie besitzt einen eignen, unangenehmen Ge- ruch, höchst ätzenden Geschmack, zerstört thierische Gebilde, setzt im concentrirten Zustand in der Kälte Krystalle ab, Kalihydrat in farb- losen Oktaödern, dünnen Tafeln, welches 305 Wasser enthalten soll, Auch die Lauge mufs aus den angegebnen Gründen vorsichtig vor Luft geschützt aufbewahrt werden.(In Glasflaschen aufbewahrt, setzt sich der Glaspfropf oft sehr fest ein, dagegen hilft Betalgen desselben.) Tab el ke über den Gehalt einer Aetzkalilauge an Aetzkali, nach Richter. Specif, Kali- Specif.= Specif.—. Specif. Sn Specif, Kalı- Gew. PP| Gew]{Pers Gew. PO ey} BEO- Gew.| PO cente cente cente cente cente 1,58|53,06| 1,46|42,31| 1,34| 32,14| 1,22 123,14| 1.10 11,28 1,56 151,58| 1,44[40,17| 1,32| 30,74 1.20|21.25| 1.08 9,20 1,54|50,09| 1,42|37,97| 130|29,34| ı ‚18 119,34| 1,06| 7,02 1,52 48,46| 1,40|35,99| 1,28 27,86| 1,16| 17,40 1,04| 4,77 1,50| 46,45| 1,38 ER 1,26|26,34| 1,14|15,38| 1.02 2,44 1,45|44,40| 1,36| 33,46| 1,24 24,77| 1,12| 13,30 1,00| 0,00 Aetzkali und Aetzlauge dienen zum chemischen Gebrauch bei Ana- Iysen von Mineralien, als Auflösungs- und Fällungsmittel; Kalilauge löst auf Thonerde, selbst Kieselerde, Beryllerde, Zinnoxydul und Oxyd, Zink-, Bleioxyd, Antimonsäure, antimonige Säure(Antimonoxyd). Man bedient sich derselben sehr häufig zum chemischen Gebrauch, zum Bleichen, Seifesieden, in der Färberei, Kattundruckerei u.s. w.. Zu diesem Behuf wird die Kalilauge auf folgende Weise entweder a) aus Asche, oder b) aus Pottasche gefertigt. a) Bereitung der Seifensiederlauge aus Asche und Kalk; Darstel- lung des Aeschers. Man bringt gesiebte Holzasche(nicht Torfasche) am besten die von Büchenholz, auf einen mit Fliefsen beleg ; ten Fulsbo- boden und feuchtet sie mit Wasser än, setzt dann etwa 8 bis 102 ge- brannten Kalk, nach Malsgabe des Kaligehalts der Asche(siehe bei dem Artikel„Pottasche” das Nähere über die Prüfung) zu, und formt aus der Asche einen kegelförmigen Haufen, lest den zerschlagnen Kalk hin- ein, bedeckt dann denselben, nachdem man ihn mit ungefähr$ seines Gewichts Wasser besprengt hat, mit Asche, so dafs der Kalk ringsherum im Aschenhaufen eingeschlossen ist. Hat sich der Kalk gelöscht, ist er zu einem staubartigen Hydrat geworden, so wird der Haufen auseinan- der geschaufelt, gemengt und in das Aescherfals gebracht, Diese haben A MN fische Form Pi Kinbal oder Ma tichtig q ) Jnmub, mm den ara, auszuzieht „}Inerhallesten, iu dis Gem | al, dis Aesch son Haln Bi sl hoch u Jich%4 Sim | melche 2 b zä dann bei re | er, und erläl dh m.sod Js Get, w altochen,(heil 7 kan, Daraugelug Znde, ahlens, u In Boden, san ode Änleıs, im men, Zum Aufh Laraleiller ans| Aalisem in. di merla missen,—] Ita tracnstff. a | au He der 1 Bang der] ehe ni Hi) "ak, mh ie h Ma De Kılka I dm Gel an ee, le] Kılk(d: U Aloe Kan [17 Filenet | Na I lage a Inf des| 1 ein ! Ylınmlen 3 Phulen K ce Schieden, Nie] Man Se nEhnn > Gehille, si Kaltyd| Ser enlall Vorsichli im at| ewahrt, su I desselhu) nach Richt, m 1% sl 0. pecil ne Gew. nn 14| 1101 2) 108 I} | 1067 | 1005 38| 11 0) 10| rebrauch bei I tel; Kalilauge vydul und Or monoxyd),| 1 Gebrauch, ı erel 1, 8. W| entwveder 4): 1 Kalk; Ds nicht Tori! belegten Is va 8 bis 1; .(siehe beit und fonnt# lagnen kıl! ngeliähr il Kalk ringien gelöscht, W aufen ausei® ‚ Diese ua Aescherlauge, Lauge aus Pottasche. 301 eine konische Form, nach unten zu verjüngt, mit doppelten Boden, theils aus Kienholz oder Buchen- und Eichenholz, welches vor dem ersten Gebrauch tüchtig aussebrüht, besonders mit Kalkmilch behandelt wer- den mufs, um den Extractivstoff, Gerbstoff, welche die Lauge färben würden, auszuziehen, theils aus Gufseisen, unstreitig die brauchbarsten und dauerhaftesten. Ueber den durchlöcherten Boden wird Stroh ge- legt, und das Gemeng von Asche und Kalk darüber geschüttet, festge- stampft, das Aescherfafs gefüllt, mit Stroh bedeckt. Man giefst bei ver- schlofsnem Hahn Regen- oder Flufswasser auf, und zwar so viel, dafs es einige Zoll hoch über der Oberfläche des Aeschers steht, deckt das Fals zu. i Nach 24 Stunden öffnet man den Hahn, und läfst die klare Lauge ab, welche 20 bis 259 Kali enthält, und Feuerlauge heifst. Man sielst dann bei verschlofsnem Hahn wieder Wasser auf, verfährt wie vöcher: und erhält nun eine schwächere Lauge, Abrichtelauge, von 8 bis 10%; sodann auf dieselbe Art die schwache Lauge, von 3 bis 49 Gehalt, welche theils statt Wasser auf einen frischen Aescher aufgegeben, theils zur Verdünnung der Feuerlauge angewenden werden kann. Der ausgelaugte Aescher, soap-waste, enthält noch ein wenig Kali, ätzenden, kohlens. und kiesels. Kalk, wird theils als Dünger für thonig- lehmigen Boden, saure Wiesen benutzt, theils in Glashütten zu Kalk- oder Kreideglas, in Salpeterhütten, auch zum Mörtel bei Fundament- mauern. Zum Aufbewahren der verschiednen Laugen hat man eigne Laugenbehälter aus Holz, oder besser aus Gufseisen, welche unter den Aescherfässern in die Erde versenkt angebracht und wohl zugedeckt werden müssen.— Eine solche Lauge sieht braun aus, von dem aufge- lösten Extractivstoff aus dem nicht völlig verbrannten rückständigen Holz, aus dem Holz der Aescherfässer; sie enthält vielerlei fremde Salze aufgelöst. b) Bereitung der Lauge aus Pottasche und Kalk. Meistens wird die Pottasche mit Holzasche gemengt zur Darstellung der Lauge ange- wendet, wodurch sie lockerer wird, und sich leichter auslaugen lälst. Die Menge des Kalks richtet sich nach der Güte der Pottasche, d. h. nach dem Gehalt an kohlens. Kali, und nach der Menge der Asche, die zugesetzt wird, man rechnet im Durchschnitt 2 Theile Pottasche und 1 Theil Kalk(das Genauere hierüber bei der Pottasche). Das Ver- fahren ist im Allgemeinen ganz"gleich; die Pottasche wird zerklopft, mit Asche gemengt, in dem angefeuchteten Gemeng der Kalk gelöscht und sodann ausgelaugt. Zum Behuf des Bleichens bereitet man die Lauge also: man setzt zu einer bestimmten Menge Pottasche den zur Bereitung der Lauge nö- thigen gebrannten Kalk in kleinen Stücken hinzu, mengt alles wohl 302 Prüfung der Stärke der Laugen. unter einander, und setzt anfänglich nur so viel Wasser hinzu, als zum Löschen des Kalks nöthig ist. Indem nun letzter sich löscht, entbindet er die zur Beförderung der chemischen Prozesses nöthige Wärmemenge; darauf fügt man noch so viel Wasser allmählig hinzu, dafs die ganze Menge des Alkalis aufgelöst ist. Nach öfterm Umvihren läfst man end- lich klar absetzen, zapft die Lauge vorsichtig vom Bodensatz ab, und spühlt letztern so lange mit Fluls- oder Regenwasser ab, als das Wasser noch alkalisch schmeckt. Prüfung der Stärke der Laugen. Eine empirische Probe ist die Geschmacksprobe, nur bei schwächern anwendbar; die Fingerprobe, ob sich die Lauge mehr oder minder fettig anfühlt; die Eiprobe, ob ein Ei auf der Lauge schwimmt oder sinkt, wie tief es beim Schwimmen eintaucht. Alle diese Proben sind sehr ungewils. Man bedient sich zur genauern Prüfung sowohl einer eigens dazu angefertigten Senkspindel, Alkalimeter, Laugemesser, oder einer chemischen Methode der Neu- tralisation mit Säuren. Was die Senkspindel betrifft, so gewährt sie darum keine Genauigkeit, weil man sich bei der Anfertigung der Procenten- skala zu den Versuchen eines reinen Kalihydrats und destillirten Was- sers bediente, in einer rohen Lauge aber aufser dem Kalihydrat noch verschiedne Salze, Thon-, Kalk- und Kieselerde, Extractiv- stoff, Ulmin etc. aufgelöst sind, welche auf die Dichtigkeit der Lauge ihren Einfluls gleichfalls ausüben, so dafs eine Lauge, in welcher das Instrument 205 andeutet, keineswegs 205 enthält, sondern nur einschließs- lich der fremden Materien 20%, wie viel kommt aber auf letztere? Die- ser Fehler der Ungenauigkeit wird bei schwachen Laugen noch merk- licher, als bei concentrirten, da diese viel fremde Stoffe enthalten kön- nen. Dennoch bedient man sich zu relativen Vergleichungen der ver- schiednen Stärken der Laugen dieses Laugemessers, auch wohl des Baumeschen Instruments. Genauere und zuverlässigere Resultate gewährt das andere Verfahren, die Menge des in einer Lauge enthaltinen Kalis durch die zur Neutra- lisalion desselben erforderlichen Menge Säure zu erfahren. Home schlug im vorigen Jahrhundert zuerst ein solches Verfahren ein, welches Vau- quelin, Descroizilles, Gay-Lussae weiter verfolgten und zur Erreichung der genausten Resultate ausbildeten.(Das Ausführlichere hierüber bei dem Artikel„Pottasche” Seite 313.)- [ Verfahren, um eine beim Bleichen gebrauchte ee zu machen, Berthollet rieth sie abzudampfen und die feste Masse zu caleiniren. Aber, wo hätte ein Bleicher Geräthschaften, Raum zu sol- chen Arbeiten?‘ Folgendes Verfahren ist aber ausführbar. Man setzt zu diesen Laugen, welche Farbestoff, Extractivstoff enthalten, so lange Kjndero Kalk h Probe ni ji, Di so N] auch gan! IN ll N he Way© Inn ts Afıltmmübe si halten, WEN A dunds Schmel ide Duft wi sy latene, Vöst al, Inden& 000 Kal nd |. | Wasserstoffk Ihs Jalıom yerschlu vn, gan P | tindt, and dabe In, Nach Daoy; Klınvinersto In, welches N | nillndher bon I! übt mehr ein| hllastoffkalın ıldh Calcınatıo vn brlken erhal hr, schwer Blillamasserstof imelelkalium Ai line Verl " melche d den an ZU ln wird, "hl| IM) m ‚A ER als au A I bereı Alt il nit l sf alkıl n, Kaliumüberoxyd, Wasserst.-, Kohlenst.-, Schwefelkalium. 505 Ser lim, akı ich Jüsch; gebrannten Kalk hinzu, welcher jene Stoffe niederschlägt, bis eine SEAL, eilt abfiltrirte Probe mit Schwefelsäure neutralisirt keine Flocken nieder- OllIre Wu ale schlägt. Die so wieder erhaltne Bauge ist allerdings ‚schwächer, als „> AB der die erste war, auch etwas gelb gefärbt, weshalb man sie zu den ersten ihren läst mu Operationen mit starker vermischt verwenden mufs; auch enthält sie Dodensatz N Kalk aufgelöst. ab, als das) 3) Kaliumüberoxyd, Peroxide de Potassium, Peroxide of Pot., wird erhalten, wenn man Kalium im Sauerstoffgas verbrennen lälst, auch durchs Schmelzen des Kalis bei einer hohen Hitze und freiem Zutritt der Luft wird es zum Theil erzeugt. Es ist eine pomeranzen- gelbe Materie, löst sich im WVasser unter Entweichen von Sauerstoff- gas auf, indem es zum Kaliumoxyd zurückgebildet wird, Es bestcht sche Probe die Fingern), ie Riprobe, 3 bein Seh aus: 62,0 Kal. und 38,0 Sauerst. lan bedien Wasserstoffkalium, Hydrure de Pottassium, Hydruretted P. rtigten Sal Das Kalium verschluckt in der Wärme Wasserstoffgas, wird zu einem u Methode grauen, glanzlosen Pulver, welches sich an der Luft und auf WVasser entzündet, und dabei mehr WVasserstoffgas entbindet, als reines Ka- lium. Nach Davy giebt es auch eine gasförmige Verbindung beider, Kaliumwasserstoffgas, Gas hydrogene potassid, potassiuretted 0 gewährt sl zung der nd destillrtn' i 5 a hydrogen, welches sich bei Bereitung des Kaliums bildet(siehe oben). r dem Kl i z; ä nl Es entzündet sich von selbst an der Luft wenn es warm ist, brennt selerde, Et mit blafsgelber Flamme, setzt beim Erkalten Kalıum ab, und möchte ichtigkeit der überhaupt mehr ein Gemeng, als eine chemische Verbindung sein.— ige, in meld: Kohlenstoffkalium, Carbure de Potassium, Carburet of P., dern nur eins. wird durch Calcination des schwarzen Flusses mit Kohlenpulver in ei- sernen Gefäfsen erhalten(siehe oben beim Kalium.) Eine schwarze, kohlige Masse, schwerer als WVasser, entbindet mit letzterm in Berüh- rung Kohlenwasserstoffgas, giebt durch Destillation das Kalium ab.] Schwefelkalium, Sulfure de Potassium, Sulphuret of P. Es r auf Jetztere!| Laugen nach toffe enthalt! leichungen de 5, auch mil giebt 7 verschiedne Verbindungen des Schwefels mit Kalium, von de- nen diejenige, welche die geringste Schwefelmenge enthält, zinnober- 15 andere Verl roth, fleischfarben aussieht, in Wasser und Weingeist löslich ist, und durch Zersetzung des schwefelsauren Kalis mittelst Kohlenpulver in der Glühhitze erhalten wird. ch die zur ren, Home [Dieses Schwefelkalium löst Schwefelarsenik, Schwefelantimon auf, ver- bindet sich mit Schwefelwasserstoff zu dem sogenannten hydrothion- sauren Kali, Hydrosulfate de Potasse, Hydroswlphuret of P., wel- ches man jetzt als aus Schwefelkalium+ Schwefelwasserstoff gebildet betrachtet. Man bereitet es durch unmittelbare Vereinigung von Schwe- ein, welde! und zur Ent chere hierile wieder ante felwasserstoffgas mit Kalilauge, Es krystallisirt in farblosen Säulen, die feste Nor schmeckt scharf, alkalisch, bitter, zieht sowohl Wasser als auch Sauer- ten, Ran" stoff an, und wird in Kali, Wasser und höher geschwefeltes Schwefel- ihrbar. N kalium verwandelt. Bringt man dieses Salz, oder das vorher genannte sthalten,» Schwefelkalium, ins Wasser und eine Säure dazu, so wird Schwefel- 304, Darstellung u. Eigenschaften derselben, wasserstoffgas entbunden, und die Säure giebt mit dem entstandnen Kalı ein Salz.] Wenn man das zweifach schwefelsaure Kali mit Kohle reducirt, er- hält man ein zweites Schwefelkalium, welches doppelt so viel Schwe- fel enthält als ersteres, und orangefarben aussieht. Wird dieses in Wasser gelöst, durch eine hinzugefügte Säure zersetzt, so fällt Schwefel nieder(Schwefelmilch), und Schwefelwasserstoffgas wird entbunden. Die dritte Verbindungsstufe des Schwefels mit Kalium erhält man durchs Zusammenschmelzen von 100 Theilen kohlens. Kali mit 58 Thei- len Schwefel; man nennt das Product dieser Darstellung Schwefel- leber, Foie de Soufre alcalin, Liver of Sulphur,(unrichtig Sch we- felkali, Sulfure de Potasse, Sulphuret of P.) Man mengt vor dem Schmelzen beide Materien wohl unter einander, und bringt sie in einem bedeekten Schmelztiegel oder eisernen Topf allmählig zum Schmelzen, Wenn keine Gasentwickelung mehr stattfindet, und die Masse durchweg dunkelbraun aussieht, wird sie ausgegossen, und nach dem Erkalten schnell in luftdicht zu verschliefsenden Gefäfsen aufbewahrt. Hiebei findet folgende Zersetzung statt:„5 des angewendeten Schwefels ver- bindet sich mit dem Sauerstoff von% Kali zu Schwefelsäure, welche mit dem übrigen, 7 unzersetzten Kali schwefels. Kali bildet; die Kohlen- säure entweicht. Das aus/ Kali frei gewordne Kalium verbindet sich mit 75 des angewendeten Schwefels zu Schwefelkalium, welches, mit dem schwefels. Kali vermischt, die Schwefelleber darstellt. Hat man weniger als 58 Theile Schwefel angewendet, so bleibt noch etwas un- verändertes kohlens. Kali in der Mischung. Die Schwefelleber ist eine in der Hitze leberbraune, nach dem Erkalten grünlich-gelbe Masse, fest, von muschligem Bruch, frisch be- reitet fast geruchlos, zieht aber sehr schnell und mächtig Wasser aus der Luft'an, wird feucht und stinkt in Folge einer eingetreinen Zer- setzung des Schwefelkaliums und des Wassers unter Vermittelung der Kohlensäure der Luft, indem Schwefelwasserstoffgas sich entbindet. Sie zieht auch Sauerstoffgas an, und dadurch verwandelt sich das Kalium in Kali und der Schwefel in wuiterschwellige Säure, welche endlich selbst zur schwefligen und Schwefelsäure oxydirt wird. Die Schwefel- leber schmeckt bitter, scharf, alkalisch, nach faulen Eiern, löst sich leicht in Wasser zu einer grüngelben Flüssigkeit auf, aus welcher Säuren, unter Entbindung von Schwefelwasserstoffsas, Schwefel nieder- schlagen. Sie besteht aus: 68,73 Schwefelkalium und 31,27 schwelels. Kali; ersteres enthält in 100 Theilen: 44,81 Kalium und 55,19 Schwefel. — Man bedient sich der. Schwefelleber zur Bereitung des Schwefel- nie- se il, in der: fische li je Trbindon hurhalten, dl ic nur Jsen klinnd Sehwe dm 2lı den Kim, welche si unetten Ralı it ın höchsten sl u.0 vereint sich NT anne Fırbe, ver | role Ir Inltmseheinnn?' 1 N J sefalinre, die ice Inm nut> JehWe höl a 1] ss Sehmeleikalium I| \inkalıum, sel h Lultn) rauen, ATTSLLUDISCHEN hin, Phosph '] a iatrickeling; zul Wisser wie Ülıiliam; Ch il, Aydrochl Kult, kommt| Sur 1 Nirasser, In gewi Phdac, al Ilm, welch 8 ahrese % akelöst ku in Wi Ni hlhestän "ren Theil & le Abk Mrd im] Kain UN Salze Ha der| bil ner Ne y\ Klkifs el 1 u- m ie ne— m nn——n U u. mm eg Ten u-- ten dersel Schwefel-, Selen-, Chlorkalium. 305 Mit dem A niederschlags, in der Mediein, zur Scheidung des Arseniks von Nickel, \ als eudiometrisches Mittel(vergl, vorn Seite 231). nit Kalle tedınn Ippelt STE[Die höchste Verbindungsstüfe des Schwefels mit Kalium wırd entweder eht, Wird th dadurch erhalten, dafs man Schwefelpulver in heifser Kalilauge auflöst, elzt, so fill 9, so viel sich nur lösen will, oder dafs man gleiche Gewichtstheile koh- 80 Kl$ı} 8 wird en, “YT% It Naltım er; NS, Kali mit jur lens. Kalı und Schwefelpulver zusammenschmilzt, Im ersten Fall ent- steht, indem 2 Kali den Sauerstoff an$ Schwefel abtreten, unterschwef- lige Säure, welche sich mit dem unzerlegten 5% Kali verbindet; das aus dem zersetzten Kali freigewordne Kalium verbindet sich mit? Schwe- arstellung Sch, fel zum höchsten Schwefelkalıum. Schmilzt man obige Mengen zusam- °,(ünrichte men, so vereint sich 75 Schwefel mit dem Sauerstoff von 2 Kalı zu Man mente Schwefelsäure, die mit dem übrigen 4 Kali sich verbindet, und das d bringt geh; Kalium mit 1? Schwefel. Diese Art Schwefelleber besitzt eine dunkel- ihlig tn braune Farbe, verhält sich im Allgemeinen wie die vorige, nur enthält die Masse Ih nach dem}} .*. 2 4 Eu dieses Schwefelkalium 3 mehr Schwefel als voriges. Selenkalium, Seleniure de Potassium, Seleniuret of P.; unter Lichterscheinung erfolgt die Vereinigung beider Stoffe zu einer stahl- aulbeweh,! grauen, krystallinischen Substanz,— Phosphorkalium, Phosphure leten Schwil de Potassium, Phosphuret of P. Die Vereinigung beider geschieht hwefelsäure, v unter Lichtentwickelung; die Masse hat eine chocoladenbraune Farbe, li bildet: die zersetzt das WVasser wie die vorige.] altum i;} alım ver Chlorkalium, Chlorure de Potassium, Chloride of P., salz- saures Kali, Hydrochlorate, Muriate de Potasse, H. or M. of P., Digestivsalz, kommt in der Natur sowohl im Steinsalz, den Salz soolen, dem Seewasser, als auch in vegetabilischen und animalischen Körpern vor. Man gewinnt es bei mehrern technisch- chemischen kalium, welch, » darstellt, Hi ‚leibt noch eins erbraun, Ei Prozessen als Product, als: auf Salinen aus der Mutterlauge, in che- em Bruch, I mischen Fabriken, welche ehlorsaures Kali darstellen, beim Salpe- mächtig Nr tersieden, wo es abgeschieden wird, beim ‚Seifesieden, wo es in ie eingelni der Unterlauge aufgelöst bleibt. ter Vermilklz Es krystallisirt in Würfeln, schmeckt bitterlich, salziz, speeif, Ge- ; sich entbul wicht 1,826, ist luftbestindig, löst sich in 33 Th. Wasser von 0°, und elt sich di! weniger als gleichen Theilen heilsen Wasser auf, erregt beim Auflösen re, welche# in Wasser gröfsere Abkühlung als Kochsalz, löst sich auch in\Wein- ird, Die Sch geist auf, verknistert im Feuer und verflüchtigt sich in grofser Hitze, en Eiern, I#: besteht aus: 53,0 Kalium ünd 47,0 Chlor,(nach der ältern Ansicht aus auf, aus" 63,26 Kali und 36,74 Salzs.) s. Schwekl Man bereitet aus der Unterlauge der Seifensieder, welche nach dem nd 31.27 sch Aussalzen der Seife unter der letztern steht, und Chlorkalium, Chlor- und 55,198 natrium, etwas Kali und einige andere fremde Kalisalze, unter andern 1D5 des Sir ölsaures Kali, Oelsüls enthält, durchs Abdampfen zur Trockne in ei- I E 20 —— Egg tn Ver 306 Chlor-, Jod-, Brom-, Cyankalium. sernen Kesseln eine Salzmasse, welche Seifensiederflufs oder Flufs genannt wird. Dieses Produet sieht braunschwarz aus, von den verkohlten vegetabilischen Stoffen, zieht Wasser an, weil es etwas koh- lens. Kali enthält, welches durchs Zerstören des ölsauren Kalis, des Oelsüfs entstanden ist, stinkt, wird in Glashütten und Alaunsiedereien angewendet. Das reine Chlorkalium gebraucht man theils zu Frostmischungen, theils zur Bereitung des künstlichen Eises,(1 Theil Chlorkalium in 4 Th. Waässer gelöst bringt eine Temperaturerniedrigung von 11,4° hervor, Chlornatrium dagegen nur. von 1,9%), auch hat man daraus kohlens. Kalı * darstellen wollen.(Ueber die Prüfung des Seifensiederflusses auf den' Gehalt an Chlorkalium und Chlornatrium siche bei leizterm). [Jodkalium, Jodure de Potassium, Jodide of P., hydriodsaures Kali, Hydriodate de Potasse, H. of P., erhält man durchs Auflösen von Jod in Kalilauge, bis das Kalı neutralisirt ist; hiedurch erzeugt sich, indem 2 Kali Sauerstoff an+ Jod abtreten, Jodsäure, welche mit£ Kali, welches unzerlegt geblieben, sich zu jodsauren Kalı verbin- det, während? Jod mit dem Kalium sich zu Jodkalium vereinen. Die Flüssigkeit, in welcher beiderlei Producte aufgelöst sind, wird abge- dampft, die trockne Salzmasse geglüht, wodurch das jodsaure Kalı unter Entbindung von Sauerstoffgas zu Jodkalium umgewandelt wird. Nach dem Glühen löst man die Masse in Wasser auf und läfst krystallisiren. Es bildet farblose, durchsichtige WVürfel, Oktaöder, Dodekaöder, wird feucht an'der Luft, löst sich in% kalten VVasser auf, ın 6 Theilen Weingeist, schmeckt salzig, scharf, bitterlich, schmilzt ın der Hitze und kann verflüchtigt werden, besteht aus 23,69 Kalium und 76,31 Jod, (nach der ältern Ansicht aus: 27,05 Kalı und 72,95 Hydriods.) Man bedient sich desselben zur Darstellung von Jodquecksilber und andern Jodmetallen, in der Medicin. Bromkalium, Brömure de Potassium, Bromide of P., hydro- bromsaures Kali, Hydrobrömate de Potasse, H. of P., vermittelst Brom und Kali erhalten, krystallisirt in farblosen WVürfeln, schmeckt salzig, verknistert, schmilzt in der Hitze, löst sich in WVasser und Al- kohol auf, besteht aus 34,24 Kalium und 65,76 Brom. Cyankalium, Cyanure de Potassium, Cyanide of P., blausau- res Kali, Hydrocyanate, Prussiate de Potasse, H Pr. of P., erhält man entweder durch unmittelbare Verbindung von Kalium und Cyangas unter Lichtentwickelung, ofer dafs man reines Kalı mit Blausäure neu- tralisirt, oder durchs Glühen von Cyaneisenkalium, wobeı das Cyan- eisen sich zersetzt, und Cyankalium unverändert übrig bleibt. Auch gewinnt man es durch Caleimation von kohlens. Kali mit thierischen stickstoffhaltigen Materien, welche frei von Eisen und fremden Salzen sind.(Die Theorie des Prozesses siehe beim„Cyaneisenkalium.”) | Du In UHR) "2 unsteinsa Stlmef 114 Ksme ya Kane ya Naude ah il Jydıinng ers 1, Jill, blaus Mn» Cym nal, 310 I) shlom (neelopankt fP, schwel ul f P,\ Il Schwefel N 1 Kal alles 1 se in heise N lust, welche I hin Wasser und Imelun, und aus« | yhehen, Pärht Sl uorur db Pofassiu funk(le, in, rüliurt sehn 1, lich, ı alt: 67,9 Inc, 7090 Kal Kar lulssaures Sur$ il, sauer, lilnsres R: DENT ma{ep neuer Wende bin era "RE mei dia ll, we f if I yon) U fum zlihend Ulmer efyy Ban LUSAUre l binde Am d hi 1} DEN Ki N Wr dh \.\ Nat It, dl SR y 1 N \ it gen en a Iium, Schwefeleyan-, Fluorkalium,. Kohlens. Kalı. 307 nsiederfli' schwarz, ang, a Es bildet kleine farblose Körner, schmeckt alkalisch und zugleich Yon 1, weil es eis! Ölsauren Kıls lens. Kalı, blaus. und kohlens. Ammoniak; es besteht aus: 52,54 und Alaunsıl Kalium, 35,39 Cyan und 12,08 VWVasser,(nach der ältern Ansicht aus: 62,05 Kalı, 37,95 Blaus.) Es bildet den einen Bestandtheil im Cyan- zu Frostnid, eisenkalium. eil Chlorka; Schwefeleyankalıum, Sulfocyanure de Potassium, Sulfocya- nide of P., schwefelblausaures Kalı, Hydrosulfoeyanate de Po- nach bittern Mandeln, reagirt alkalisch, löst sich leicht m VVasser auf, die Auflösung zersetzt sich allmählig, rascher beim Erwärmen’in koh- ing von 11) \ koll tasse, H..0f Pr Nan schmelzt 2 Theile trocknes Oyaneisenkalium mit \ daraus ko JR\ z i 1 Theil Schwefel, laugt aus, stellt die Auflösung an die Luft, und fälh siederlusn durch Kali alles Eisen als Oxyd, filtrirt, dampft ein, und löst die I letztern), Masse in heilsem WVeingeist auf, aus welchem sie in farblosen Säulen hai anschivfst, welche kühlend salzig schmecken, an der Luft zerllielsen, 2 EEE sich ın WVasser und heilsen WVeingeist leicht auflösen, in der VVärne Be schmelzen, und aus 36,70 Kalium, 54,86 Schwefeleyan und 8,44\WVas- ser bestehen. Färbt Eisenoxydsalze blutroth.—, Fluorkalium, Fluorure de Potassium, Fluoride of P., flufssaures Kalı, Hydro- fluate de Potasse, H.of P., durch Neutralisation des Kali durch Plufs- säure, krystallisirt schwierig, zerflielst leicht an der Luft, schmeckt sal- Ist; hiedurch ı; 0, Jodsiure, ı Jodsanren Rılı Ikalum verein öst sind, wi zig, scharf, alkalisch, reagirt auch also, löst sich leicht in VWVasser'auf las Jodsaur Ki und besteht aus: 67,69 Kalium und 32,31 Fluor,(oder nach der ältern ewandelt wird Ansicht aus: 70,55 Kalı und 29,45 Flufss.)— Fluorkalium+ Flufssäure, und läst kr saures Slulssaures Kali, kıystallisirt-in vierseitigen Tafeln, VVürfelo, f hä i- cder, Dodeköl schmeckt scharf, sauer.] pn ser auf, m d; FE a u Kohlensaures Kali,(basisch nach der ältern Nomenklatur, schmilzt in dir! Kaltum und 76) 12,9 Hydro)} jecksilber ud# neutral nach der neuern), Souscarbonate de Potasse, Subcarb. of Potassa, Weinsteinsalz, Sal Tartari, Sel de Tartre, Salt of Turtar, (mildes Pflanzenlaugensalz), kommt nieht in der Natur vor. Man stellt \ 5’ es auf verschiedne Art dar: 1) aus Weinstein, d. i. saurem weinslein- omide of P. hy sauren Kali. Der rohe Weinstein wird entweder für sich in einer Pa- ‚Hof Pr piertule, die man etwas anfenuchtet, oder in einem eisernen Schmelztie- n Würfeln, gel verkohlt, wobei die Weinsteinsäure zerstörtwird, Kohle und Koh- ‚hin Wasser ud lensäure sich bildet, welche mit dem Kali sieh vereint: oder man ver- drom, puflt ein Gemeng von 2 Theilen Weinstein und 1 Theil gereinisten Sal- ide of P., bir peter in einem glühenden eisernen Tiegel,(irdne sind verwerllich, ‚HPı. he weil dadurch immer etwas kieselsaures Kali entsteht), wobei der Sau- ı Kalium ud Blau: erstolf der Salpetersäure sich mit dem Wasser- und Kohlenstol der lı mit blausif a\Weinsteinsäure verbindet, Wasser und Kohlensäure erzeugt werden, her das! m, wobel H\ 1 ubrıg habt me Kalı mit U emden\ welche letztere das Kali des Weinsteins unıl Salpeters neutralisirt. Diese Salzmasse wird darauf mit destillirtem Wasser in blanken eiser- i nen Kesseln sekocht, die Flüssiskeit durehgeseiht, und der Rückstand und durch Auskochen mit Wasser völlig erschöpft, Sämmitliche Flüssigkei- 20% qneisenkallum 308 Kohlens. Kali. Aschengewinnung aus verschiednen Pflanzen. ten werden dann in einem eisernen oder silberplattirten Kessel abge- dampft und zur staubigen Trockne gebracht, 2) Aus essigsaurem Kali durchs Caleiniren und Auslaugen, wie so eben erzählt; 3) aus doppelt kohlensaurem Kali durchs Glühen, hiebei entweicht die Hälfte der Kohlensäure. Dieses Verfahren liefert ein sehr reines Product. Das kohlensaure Kali ist eine weilse, feste Masse, zieht Wasser aus der Luft an, wird schnell feucht, muls deshalb in luftdicht ver- schlofsnen Gefälsen aufbewahrt werden, schmeckt und reagirt alkalisch, löst sich leicht in Wasser auch in Weingeist etwas auf, krystallisirt aus einer coneentrirten Auflösung in rhombischen Okta@dern, die 20,665 Wasser enthalten, schmilzt nicht ganz leicht; es besteht aus: 68,09 Kalı und 31,91 Kohlens. Das zerflofsne Salz nannte man sonst Weinsteinöl, Huile de Tartre, Oil of Tartar. Das reine kohlensanure Kali dient in der Chemie zur Präcipitation kohlensaurer Erden- und Metallsalze, zum Aufschlielsen erdiger Fossilien, zur Bereitung des reinen Aetzkalis u.a... Zam technischen Gebrauch stellt man das kohlensaure Kali aus ver- schiednen Vegetabilien und Pflanzenstoffen dar, in welchen Kali an Pflanzensäuren(Weinstein-, Acpfel-, Citronen- Gallertsäure) gebunden enthalten ist. Man verbrennt nämlich das Holz verschiedner Bäume, Kräuter zu Asche und laugt dann dieselbe mit Wasser aus, dunstet die Lauge zur Trocknils ein. |Tabelle über die Aschengewinnung aus verschiednen Vegetabilien, und den Gehalt der Aschen an ın WVasser löslichen und unlöslichen Substanzen. Von Berthier.*) Ah 100 Theile Asche enthalten: Name der Vegetabilien. zer; 5 procente,| an löslichen| an unlös- Salzen lichen. VVeiflsbuchenholz 18,9 81.1 » 0,0265 17,2 13:9 Rothbuchenkohle 0,0300 16,0 82,0 Eichenkohle 0,0330 15,5 84,5 Eichenholz 0,0250 12.0 83,0 Eichenrinde 0,0600 25,0 75.0 Lindenholz 0,0500 10,8 89,2 St. Lucienholz(Mahaleb) 0,0160 16,0 84.0 Hollunderholz 0,0164 31.5 68.5 °) D. p. J. Bd. 22, s. 150, ‚Aehenge — Yıne der Pegel |/dum Ymulheerbaum 1) kl Inrimenholz Yuchenhulz Palola Ih Ehenholz(Bo | inienkolıle Inkolıle aenkohe L) | Inkl Neinenrch her Karlkrat Nnfırmtrnt IT Dr nislchen Des | ip, el Kalı, Bl, pls N N! N\ ımesl I | ıetrten(sr Kinn, welcher | NLA il die Ascl li Kalle folaeı Maren Itdenholz Mm "enlılhuchenh, Sm alhuchen] il Inkelol, > "um fi) Schiednen M An, Plattirten Ku; ind Auslangen, N durchs 6) erfahren| im,| teen 4 ® Masse, zip) shalh in Il, kt und reast al was auf, Krk Oktaöden, besteht an: in] n sonst Wein ıSanre Kali di und Nktlsl: des reinen hlensaure Kal ‚in welchen I Gallertsiun) ı , verschiedne li Vasser aus, dus .dnen Vegetahlit, en und unlöslihe ‘) Zr Ber Theile Asche all BERN. .} 'öslichen| a alzen| Ic 189 N m|® 0, Fi RL Be 5,0 il Te Bo Ze ee — 1 2 nn m nn Es x Aschengewinnung aus verschiednen Pflanzen. 209 1100 Theile Asche enthalten: Name. der Vegetabilien. üschenn Er; Peer pröcente,| an löslichen an unlös- Salzen lichen. Nulsbaum 0,0157.:|...:,.15,4 84,6 Papiermaulbeerbaum 18,9 sL1 WVeils» 0,0160 15,0 85,0 desgl. 25.0 73.0 Pomeranzenholz 9,6 90.4 Sernerhenhols v2 92,5 Birkenholz 0,0100 16,0 84,0 Falsch Ebenholz(Bohnenbaum) 0,0125 31.5 68,5 Kastanienkohle 14,6 85,4 Erlenkohle 18,8 81,2 Tannenkohle 25,7 74,3 » 0,0083 50,0 50,0 Fichtenkohle 0,0124 13,6 86,4 Weitzenstroh 0,0440 19,0 81,0 Getr. Kartoffelkraut 0,0150 4,2 95,3 Hainfarrnkraut 29,0 71,0 Tabakwurzel 12.3| Die auflöslichen Bestandtheile waren: kollens., schwefels., salzs., phosphors., kiesels: Kali; und Natronsalzez; der unauflösliche Rückstand enthielt: kohlens., phosphors. Kalk, Kieselerde, Eisen- und Mangau- oxyd, kohlens. Magnesia. Kali und Nalron stammen aus den Gebirgs- massen, dem zerstörten Granit, Basalt u. a, her, die phosphorsauren Salze aus dem Humus, welcher aus abgestorbnen Pflanzen entstanden ist. [Tabelle über die Aschengewinnung aus verschiednen Vegetabilien; nach Karsten.*) Die Kohle folgender Hölzer giebt von 100 Theilen: von jungem Eichenholz 0,15Asche]|von jungem Fichtenh. 0,15Asche » altem» 0,ll»» altem» 015» » jungem Rothbuchenh. 0,375»» jungem Tannenh, 0,225» » altem» 0.40»» altem» 0,250» » jungen WVeifsbuchenh. 0,32»» jungem Kiefernholz 0,120» » altem» 0,35»» altem» 0,150» » jungem Ellernholz 0,35»» Lindenholz 0,40>» » altem» 0,40»» Roggenstroh 0,530» » jungem Birkenholz 0,25.»» Farrenkrautstroh 2,75» » altem» 0,30»» Mohrstengeln 1,70. 2] nn ).A ER u.H: Bd. 12. 310 Darstellung der lPoitasche. Die Asche wird entweder in den Feuerungen, wo Holz verbrannt worden, gesammelt, oder man verbrennt in Wäldern das Holz, die Zweige, Blätter, Rinde der Pottasche liefernden Pllanzen in eigens dazu gemachten Gruben,. oder Oefen zu Asche, und zwar möglichst vollkommen, so dafs keine Kohlen oder halb verbrannte Holztheile übrig bleiben. Die erhaltne Asche brachte man früher in den Handel, indem man‘dieselbe mit Wasser‘(oder Aschenlauge und einem Zusalz von Kalk) zu einem Teig knetete, trocknete, und einer Glühung in Oefen unterwarf, wodurch es eine feste Masse wurde.(Russische Asche, Scha- drik, Preufsische, Polnische. Danziger Blaukrone, Blaubrack, Waid- asche, Käschubasche, cassoudes, casottes,|mit Aschenlauge und Kalk bereitet}, Schwedische, Pommersche Asche. Die Asche von- schiednen Arten Nufsbäumen in Nordamerika(hickories) ist sehr rein, weils, Hefert sehr gute Pottasche). Soll nun aus der Asche die Pottasche gezogen werden, was in den Pott- aschesiedereien geschieht, so wird also verfahren. Man wählt besonders die Asche der festen Hölzer aus, welche mehr Pottasche liefern, als die der weichen, bringt dieselbe in Laugefässer mit doppelten Boden, über deren durchlöcherten obern Stroh ausgebreitet ist, feuchtet dieselbe an und stampft sie fest ein. Darauf laugt man anfangs mit kaltem, dann mit heilsem Was- ser aus, bis alle salzigen Bestandtheile ausgezogen sind, und die Asche er- schöpft.ist, ‚Diels läst:sieh, mit‘ Ersparnils an Zeit am vortheilhaftesten so anstellen, dafs die Laugefässer terrassenartig über einander stehen, so dals man die schwache Lauge des obern auf ein unteres Fals zapft, bis die Lauge gehörig concentrirt und siedewürdig geworden ist. Die Lauge mufs dann wenigstens 202 Poltasche nach dem Aräometer enthalten. Yarauf bringt man die siedewürdige Lauge in eiserne Vorwärm- und Siedepfannen und dampft ab, während neue Lauge aus einem Behälter hinzugelassen wird. Ist die sämmtliche Flüssigkeit von Syrupsdicke, so läfst man keine Lauge mehr zu, sondern dampft bis zur Trocknils ein; das Product heifst rohe Pottasche,(Pottaschenfluls, Ochras), Salin, black salt. Es ist eine braune Salzmasse, zerflielst an der Luft, ent- hält noch unverbrannte vegetabilische Bestandtheile, die durchs Auslau- gen aus der Asche sich aufgelöst hatten, Man bringt diese rohe Pott- asche nicht häufig in den Handel, für Glashütten und Salpetersiedereien, meist wird sie caleinirt und als(caleinirte) Pottasche verkauft. Die ausgelaugte Asche, eharrde, eendres lessivdes, dient als Dünser für leh-' mizen Boden, feuchte Wiesen, und wird auch an die Glashülten zur Darstellung des grünen und schwarzen Glases verkauft. Das Caleiniren geschah ehedem in eisernen Töpfen, Potten, woher der Name Pottasche‘, jetzt aber in eisnen(Flammöfen). ’ x P Dirsellu Thed\l bis| ne Rose 1 ‚(awölbe t or zu VERS! ] .,Jroge aus DEIN \ ‚yPotasche, W nd hi O0 nit eisernell Il ı N jr zu bemerkt ‚(ıleininen Ve Naser, die s Kohlensiure a ie talayd 1] 7 e yorlianden Walt Die Pottasche, \ welkerfarbe, ‚ein Il iichen Dur Poll io Ye D: I N In le und B ül» von der( | Y ade iozer wuchs MICher Cal Rt MIET, EINE F Ische, Jie vll se zu dem „Le es{hr Amadıne zu “U bey nlzehalt (Hier Manzen g bitten Pf] Yı Dir mehr U not D sie mm mn ergangen ie ig=. & Darstellung und Eigenschaften der Pottasche. 311 en, W h=-= u A 0 N deren Heerd 10 bis 12 Fuls lang, und 4 bis 5 Fufs breit ist; am einen Väldemn das| en Pilzen Un aan Ende ist eine Rostfeuerung, am andern der Rauchfang, an der Seite ist unter dem Gewölbe eine Oeffnoung zum Einbringen der rohen Pottasche, init Schieber zu verschliefsen, eine andere am Schornstein, um die cal- ran einirle Masse aus dem Ofen zu nehmen; vergl. Taf. V. Fig.9. Die Masse Dit den Hal der rohen Pottasche, welche auf einmal eingesetzt wird, beträgt bei jenen und einen Mir Dimensionen 4 bis 500 Pfund; das Feuer wird allmählig verstärkt, die einer Gllihnr Masse mit eisernen Haken durchgearbeitet, bis keine kohligen Veberbleib- (Russische Al sel mehr zu bemerken sind, und das Ganze in Dicktluls gekommen ist. ‘one, Blauhral 1 Durchs Caleiniren verliert die Masse 20 bis 259 am Gewicht, es ent- E Aschenlaus weieht Wasser, die unverbrannten Pflanzenstolfe werden verbrannt, und Die Asııe n etwas Kohlensäure ausgetrieben, wodurch ein kleiner Theil Kali ätzend hickories) xt, wird; die Metalloxyde, welche in der rohen Pottasche als kohlensaure Salze vorhanden waren, oxydiren sich zu höhern Oxyden und färben verden, win die Masse. Ist die Hitze zu grols, so wird selbst etwas Kali verflüchtigt. Man wähltlen Die Pottasche, Potasse, Potash, ist eine feste Masse, theils sche Jiefen. von weilser Farbe, ein wenig bläulich, Perlasche, Perlasse, Perl-ash, yelten Bode ih theils mit bläulichen und grünlichen Flecken, von Manganoxyd herrüh- t dieselben: rend,(Danziger Pottasche, Russische P.) theils röthlich, von Eisen ms oxyd und einem geringen Antheil Schwefelkalium, wie die Nordameri- sndamdlllk kanische Pottasche. Sie mufs trocken, in gröfsern Stücken, in gut ge- step vonlei bundnen Fässern verpackt sein. Die Farbe ist kein sicheres Kennzei- aber ernulrs chen der Güte und Brauchbarkeit einer Pottasche, denn dieselbe ist nanlenes ie theils zufällig von der Oertlichkeit, dem Klima, dem Boden, auf wel- vewvorden it Di chem die Hölzer wuchsen, abhängig, theils von dem Verlahren, ob stär- ne ker oder schwächer ealeinirt wurde, theils wird auch künstlich, für un- erfahrne Käufer, eine Färbung bedingt. Die Güte einer Pottasche, so wie die der Asche, liest in dem Gehalt an Kali-(und Natron-)salzen; je nachdem sie zu dem einen, oder dem andern Zweck angewendet wer- eiserne Vom: unge aus el| ceit von Sy t bis zu In venfluls, Ochs)! Riefst an der I oile, die din bringt diese N! den soll. kommt es theils mehr auf das kohlensaure Kali allein, wie bei der Anwendung zum Seifesieden, Bleichen, Färben, oder überhaupt auf den Gesammtsehalt an Kali- und Natronsalzen an, wie bei der Glasfabrikation.(Hiervon weiter unten das Ausführlichere.) Nicht alle Pflanzen liefern gleichviel Pottasche. Im Allgemeinen ge- ben die krautartigen Pllanzen mehr als Sträucher. diese mehr als Bäume, nnd Sur Zweige, Blätter mehr als Stammholz. Auch kommt es auf das Alter ttasche N der Bäume an, ob sie abgestorben, oder in voller Kraft, auf den Boden, lient ak Dirt ob sie auf feuchtem, sumpfigem, oder troeknem gewachsen, ob das 1 an die Gl Holz lange im Wald der Witterung blosgestellt gelegen, vermodert, orkaull oder frisch geschlagen und Juftirocken, denn im ersten Fall sind die a kalireichen Theile, die Pflanzensalze mit dem Extractivstolf, Gerbstolf Jeimirölen(I 312 Pottaschenertrag aus verschiednen Pflanzen. etc. ausgezogen. Folgende Tabelle zeigt die Ausbeute an Pottasche aus verschiednen Pflanzen als Durehschnittsertrag, nach den Versuchen von Vauquelin, Pertuis, Kirwan und Saussure. Von Tausend Theilen Pottaschen- Von Tausend Theilen Pottaschen- ertrag. erirag. Fichtenholz 0,45|Farrnkraut 6,26 Pappelholz 0,75 Grolse Binse 7,2% Buchenholz 1,45 Maisstengel 17,50 Buchsbaumholz 2,26 Kuhdistel 19,60 Eichenholz 2,53 Bohnenstengel 20,0 Weidenholz 2,85 Sonnenblumenstengel 20.0 Rüsterholz 3,90 Nesselkraut 25,03 Weitzenstroh 3.90 Wickenkraut 27,50 Rinde von Eichenästen 4,20 Disteln 35,37 Kleine Binse 5.08 Trockne Weitzenstengel Weinreben 5,50 vor der Blüthe 47,0 Gerstenstroh 5,80 Wermuthkraut 73,0 Trockne Buchenrinde 6,0 Erdrauchkraut 79,0. Auch Tabakstengel, Kartoffelkraut, Ginster, Heidekraut, Pfriemen- kraut liefern Pottasche, Mollerat beobachtete, dals das Kartolfelkraut unmittelbar vor der Blüthe weit mehr, als unmittelbar nachher und später Pottasche, liefert, Man verfertigt in der Bourgogne aus Wein- hefen: und. Weinkämmen eine Art Pottasche, welche Weinhefen- asche, Drusenasche, Cendres graveldes, genannt wird. Die Hefen werden durchs Absfizen gewonnen, in Brode(pains) ver- wandelt, und dann an der Luft und Sanne getrocknet, caleinirt. Diese Art Pottasche ist eine leichte, poröse, graulich- weilse Masse, mit grü- nen und blauen Flecken; die beste Sorte enthält nach Chaptal nur;; unlösliche Bestandtheile; dagegen ist die Asche, welche man aus den Weintrestern darstellt, Waidasche, viel weniger rein. Sie wird auch in den KRheingegenden bereitet, Welche Stoffe sind nun in der Pottasche enthalten? Kohlens., schwefels., salzs., phosphors., kiesels, Kali, schwefel- und salz. Natron, Kieselerde, kiesels. Kalkerde, Eisen- und N: ınganoxyd; einige, wie die amerikanischen Pottaschen, enthalten Schwefelkalium, Nicht in jeder Sorte Pottasche ist ein gleiches Mengenverhältnils dieser genannten Stoffe, auch dürften vielleicht nicht in jeder alle jene Substanzen zugleich vorkommen. n vll: hc d x 1a, ierü zyl Int her die einen faul ul „lc 11927 Be ) iyelesorleD»| user| \ Wogheen| hühun der Pot [Die Prüfung ka | All an Aohlensanrer ade über die resp 1m eıtem Zweck 1° r han, dlls J/ [IN nen ed A In adit dis(das ] l IM{nen ein je nme Wasser Sl il verdiiun In ital verschi | Kai ud wieot 5 1 Neral ii, si Aare it einer ROSEN dem( rat) Kam, zuletz Manch, Ih die Ne Oil Inge Pro; klei,( n“ln W il l I der still N A chr schm DI kenn allen An "ckfehler l in "nl y9 Aa) "km UT ze nn 7 pe Te nn eg gg. Pf yunzen, Mischung d. versch. Sorten Pottasche, Prüfung derselben. 315 Jeule ule an Pkt, i ee 2& ch den\| Yauquelin hat hierüber vor 36 Jahren Versuche angestellt,.und folgende den Vers m Ä 5: ci«® tl Besultate, die einen schr relativen WVerthi haben, erhalten, Es enihiel- h ten nämlich 1152 Theile: u | i l Dh Pottaschesorten. Kalı. ee| un SR — 2| f | iM Russische 772 65>| 96 254 j. | 7m- Amerikanische 857 154 20 2 119 j | ma Perlasche 754 80 4 6 808 N Im Triersche 720 165 44 24 199 N 1 ||" Danziger 603 152 14 79 304 N (1 a. d. Voghesen 444 148 16') 34 DLOF|> istengel| 3 E | Prüfung der Pottasche und Asche auf den Gehalt an kohlensaurem| | 1 Kali. Die Prüfung kann eine zweilache sein, einmal auf den absoluten ya| I Gehalt an kohlensauren oder reinen Kali gerichtet, oder eine verglei- ER enstengel chende über die respectiven Mengen an Kali in verschiednen Sorten, 7 the Fan Zu dem letztern Zweck dient das Descroizilles’sche*) Alkalimeter, ein Q | an Glaseylinder, 8 bis 9 Zoll hoch, 7 bis 8 Linien weit, oben mit einem 5 | aM umgebognen Rand und Ausguls versehen, siehe Taf. I. Fig. 23. Vom Boden auf ist das Glas in 100 gleiche Raumestheile, oder Grade, einge- Teidekraut, Hi theilt, von denen ein jeder gleich 050 Liter, oder gleich dem Raum ls das Karol eines 4 Gramme Wasser; die Zahl der Grade ist von oben nach unten ttelbar. nacllı steigend. Man füllt den Cylinder mit verdünnter Schwefelsäure, aus 1 oungorne a| Th. eone, Säure und 9 Th. Wasser. bereitet, bis an den 0 Strich, so elche Wein dals 100 Volum verdünnter Säure darin sind, nimmt von der zu prü- genannt wi, I fenden Pottasche verschiedne Stückchen, zerreibt sie in einem Porzel- Brode(pain) lanmörser, und wiegt 5 Gramme ab, löst diese in heilsem destillivten kmet, ealeini, 1 Wasser auf, filtrirt, süfst den Rückstand auf dem Filter sehr sorglältig oilse Masse, u; aus, und rührt mit einem Glasstäbehen die Flüssigkeit wohl um. Dar- jach Chaptel u auf setzt man aus dem Cylinder allmählig von der Probesäure(liqueur welche ma a d’ epreuve) hinzu, zuletzt, wenn das Aufbrausen sehr schwach wird, er rein, Sen tropfenweis, bis die Neutralisation erfolgt ist. Die zur Neutralisation | verbrauchte Menge Probesäure findet man durch Besichtigung des Stan- halten? Kull des der Flüssigkeit im Oylinder, und man rechnet 5 Grad weniger, um 1- und sıl.) sicher zu gehen. Will man Asche prüfen, so wiegt man 10 Gramme nd; einige, ab, kocht sie mit destillirtem Wasser einigemal aus, so lange, bis das m, Nicht i| Wasser nicht mehr schmeckt, und verfährt wie oben, nimmt aber von ser genannte! a——— Substanzen D;") Es ist in allen Angaben statt 16 gewöhnlich 304 gesetzt, was of- fenbar ein Druckfehler ist. ") D. t, Tom, I, p. 255.„Alkalimetre,” Webers Zeitbl, Bd. 1. 8.179, 314 Alkalimetrie. der erforderlichen Anzahl Säuregrade nur die Hälfte als entsprechende Zahl an, da man die doppelte Menge Asche nahm. Descroizilles, Darcet, Blachette haben mittelst dieses Alkalimeters folgende Sorten Pottasche geprüft und beistehende Resultate erhalten. Amerikanische Perlasche 1. Sorte......60 bis 63° » ätzende Poltasche1.8,...60» 63° in röthlichen Stücken » Perlasche 2&8.........:50°» 550 » ätzende Pottasche2.S...50» 550 in grau-weilsen Stücken weilse Russische Pottasche............52» 58° » Danziger Besen een AD 520 blaue» Dee AIR DO Asche von frischem Holz...............820 » wr Blolsholz:e. 2. segle.ae...Ae Kassubasche..... Se ed Es is klar, dafs statt der Eintheilung nach Tausendtheil Liter und französischen Gewicht eine jede beliebige Raumeintheilung in 100 glei- che Volumtheile gewählt werden kann, wenn sie nur zu der Gewichts- menge der Poltasche in einem passenden Verhältnils steht. Da aber dieses Instrument immer nur den relativen Gehalt,! nieht den abso- Iuten angiebt, und dieser erst aus den exstern Angaben durch Rech- nung gelunden werden kann, so ist ein Verfahren sehr zweckmälsig, durch welches man sogleich, ohne grölsere Schwierigkeit, auch den ab- soluten Gehalt finden kann. Es ist nämlich erfahrungsmälsig, dafs 100 Gewichtstheile cone. Schwefelsäure 96,14 reines wasserleeres Kali neu- tralisiren, oder 100 Theile Kali 104 Th. cone, Schwefelsäure, Wenn man nun 100 Gran Pottasche abwiegt, auflöst und 104 Gran cone. Schwefelsäure mit so viel Wasser verdünnt, dafs ein Cylinder, der in 100 gleiche Volumtheile, Grade, getheilt ist, davon gefüllt wird,(es ist nöthig, dafs die Verdünnung wenigstens mit 8 bis 9 Theilen VVas- ser geschehe) und aus diesem in die Pottaschenauflösung schüttet, so findet man aus der Menge der verbrauchten Schwefelsäure in Graden die Gewichtsprocente des reinen Kalis in der Pottasche, und aus der ange- fügten Tabelle die Procente an Kalihydrat, kohlens. Kali. Es wären z. DB. 60 Grad jener Probesäure erforderlich gewesen, so enthalten 100 Gran Pottasche 60 Gran reines Kali, denn wenn 100 Gran reines Kali 104 Gran conc, Schwefels.,= 100 Grad Probesäure, zur Neutralisation nöthig haben, 100 Gran Pottasche aber nur 60 Grad= 0,60 von obiger Menge Schwefelsäure, so müssen nothwendig in 100 Gran Pottasche ıfl der Kılln fl Iiolo te Nm el 1. Jjuf einer$0N ill gebraucht ont Schwelle sedinot werden, Ih dann sold File sor zoo sIl Imende h st enlench In Sinregehalt 1 nl genauer, ıl mengungen nal a Neuerdings hat Ittasche, und an Is eım sel lt, aber auch w tale nittelst e 1, sl chemisch hl neutralı Auın.ans dem mı kann schwefels, Yratiin Grade( N [l Kulal Tabelle nl, vl ItD* und\ in non lacht ber zo Dun 1 A lsche ent Mn a dire ibige 0) | KO tum bequem Ulrkalium rl ormatriurn) IE VL, Hälfte al, en lin, telst: dieses Alk de Result| 60 bis o0 0 Een 30» 5) 0» 550 2 m 59 5» Ay 5» 5 g10 ; 4.0 IM. Tausendihel 1 neinlheilung in > nur zu dert ältnils steht, I halt,! nicht di \ Angaben din) hren sehr zwei yierigkeit, an I ahrungsmilsg, IN ‚ yyasserleeres Ri Schwefelsäue,| und 104(m Is ein Oylude Iavon gell! m 8 his 9 Tiela| nauflösung si vefelsäure in 6% ie, und au di# Jens, all, 3° sen, SP enthalt n 100 Gran reiß) ie, ZU Null rd= ol un" „0 bu hi Il m Alkalimetrie. 315 nur 0,60 der Kalimenge enthalten sein, welche 104 Gran Schwefels. neutralisivle, [Zum Behuf einer solchen Prüfung kann das Descroizilles’sche Instrument ebenfalls gebraucht werden, man bereitet nun dıe Säure so, dals 104 "Th. cone. Schwefels. mit der genugsamen Menge destillirten WVasseı verdünnt werden, um den Cylinder bis zu 100 Grad zu füllen; man kann sich dann solche Probesäure im Voraus verfertigen und für vor- kommende Fälle sorgfältig aufbewahren. (Es ist einleuchtend, dafs man auf einem entgegengesetzten\WVeg den Säuregehalt einer sauren Flüssigkeit bestimmen kann, und zum Theil genauer, als durch‘Aräometer, auf deren Angaben heterogene Beimengungen nothwendig Einfluls haben müssen.) Neuerdings hat Gay-Lussac*) ein Verfahren bekannt gemacht, Pottasche, und andere Kalisalze auf ihren Caligehalt zu prüfen, wel- ches ein schärferes Resultat, als das von Descroizilles angegebne, ge- währt, aber auch weit umständlicher ist, und für ungeübte, oder we- nig geübte Hände viel zu compliecirt.— Zur Prüfung des Kaligehalts ım schwefels. Kali dient folgende Verfahrungsweise. Man verfertigt eine solche Auflösung von Chlorbarytium in destillirtrem Wasser, dafs sie durch ein gleich grofses Volum Probesäure(1: 10 WVasser) vollkom- men zersetzt wird. Zuyı dem Ende löst man 248,435 Gramme trocknes krystallisirtes Chlorbarytium in 1 Liter Wasser auf, specif, Gewicht der Auflösung bei 15° 1,1812. VViegt man nun 48,07 Gr. Pottäsche ab, löst sie in$ Liter WVasser auf, nimmt davon—(= 50 Kubik- centimeter) mittelst eines graduirten Saugröhbrchens, Fig. 22 Tafel I., her- aus, setzt chemisch reine Salz- oder Salpetersäure zu, um das koh- lens. Kalı zu neutralisiren, so dals selbst von der Säure vorwaltet, und fügt nun aus dem mit Chlorbarytiumauflösung angefüllten Maafsgläschen Fig. 24 Tafel I. so lange von der Auflösung hinzu, bis kein Nieder- schlag von schwefels. Baryt mehr erfolgt, so hat man aus der Zahl der verbrauchten Grade der Auflösung die Procente an Kalı im schwefels. Kali. Beigefügte Tabelle zeigt die Aequivalente des reinen Kalis, Kalılıy- drats, kohlen- und schwefels. Kalis und Chlorkaliums; nach derselben kann man leicht berechnen, wie viel kohlen- und schwefels. Kalı ın einer Pottasche enthalten sind, wenn man den absoluten Gehalt an Kali durch obige Operationen gefunden hat. Die kleinern Tabellen dienen zum bequemern Gebrauch in einzelnen Fällen. WVas den Ge- halt an Chlorkalium und Chlornatrium ın der Pottasche betrifft, sıche unter„Chlornatrium’” das Nähere. 5) D, pP. je Bd, 32, 5 190, SE Alkalimetrische Tabellen, Be Vergleichende Tabelle Bi Ile z m Ische zralk über den relativen Gehalt des Kalihydrats, kohlen-, schwefel- und salzsauren Kalis an reinen wasserleeren Kali.| »| 4D Von Gay-Lussac.| 5 5| dl ee| z FR| 48 Gewichts-| Alkalimetri-| e Koakfer: Salzsaures| Schwefel- v4| mengen| sche Grade| Kalihydrat. sanres Kalı Kali. saures“08 Kali. im Handel. Kalı.> ET) m 1.04 1.19 1.47 1.58 1,85 I 50 2 2.08 2.38 2.93 3.16 3.70| 40 3 3.12 3.58 4.40 4.74 5.55 9| 519 4 4.16 4.76 5.87 6.32 7.40 M| su > 5.20 5.95 7.33 7.90 9.25 5 Bil 6 6.24 7.14 8.50 9.19 11.10| 55 7 7.23 8.3: 10.27 11.07 12.95 30 8 8.32 9.52 11.73 12.65 14.80| 9 9.36 10.72 13.20 14.23 16.65 la 10 10.40 11.91 14.67 15.81 18.50 le 11 11.44 13.10 16.13 17.39 20.35 06| 12 12.49 14.29 17.60 18.97 22.19» 9 14 14.56 16.67 20.53 22.13 25.89 Bu 15 15.60 17.56 22.00 23.71 27.74 eh 16 16.64- 19.05 23.47 25.29 29.59 bla 12 17.65 20.24 24.93 26.87 31.44 En 18 15.72 21.43 26.40 23.46 33.29| 5/am 19 19.76 22.62 27.87 30.04 35.14 Im 20 20.50 23.81 29.33 31.62 36.99 las 21 21.84 25.00 30.80 33.20 38.84 nl 22 22.88 26.19 32.27 34.78 40.69 aM 23 23.92 27.38 33.73 36.36 42.54| 21..20= 94,96 28.57 35.20 37.94 44.39| 25 26.00 29.76 36.67 39.52 46.24|| 26 27.04 30.96 35.13 41.10 45.09„| Sl 1 27 23.08 32.15 39.60 42.68 49,94„| 28 29.12 33.31 41.07 44.26 51.79'| 98 29 30.16 34.53 42.53 45.84 53.64 13 30 31.20 35.72 44.00 47.43 55.49"An By| 32.24 36.91 45.47 49.01 57.34‘ha 32 33.28 33.10 46.94 50.59 59.19| 33 34.32 a 3939 48.40 52.17 61.04 hin 34 33.37 40.48 49.87 53.75 62.88 Mu 35 36.41 41.67 51.34 55.33 64.73 ti 36 37.45 42.86 52.80 56.91 66.58| 37 38.49 44.05 54.27 58.49 68.43 38 39.53 45.24 55.74 60.07 70.28| 39 40.57 46.43 57.20 61.65 72.13 40 41.61 47.62 58.67 63.23 73.98 A 42.65 48.81 60.14 61.81 75.83 42 43.69 50.00 61.60 66.40 77.68 belle , Kohlen. Str! IN Sserleere Kl mm Salzsaureg| in Kal,| m Hl Bu 3004 ll 31,52| Ri! 30 34,73 EN) 36,30| Ai ET 3952| Mil 410| Mi PO fm| Mi PET Be 13| a 30,9| N 27| ol: Sy an) ES TH ua 3| 8 0| 15| 2 | al| “ IN vr tt en 2 ers nn en Alkalimetrische Tabellen. 317 Gewichts-|Alkalimetrı-|__.. Kohlen: Salesanres Schwefel- mengen| sche Grade ISEERE saures Kali. Kalı. saures Kalı. ım Handel. Kalı. 43 44.73 51.20 63.07 67.95 719.53 44 45.717 52.39 64.54 69.56 81.58 45 46,81 53.58 66.00 71.14 83.23 46 47.85 547 67.47 12.72 85.08 47 48.59 55.96 683.94 74.30 86.93 48 49.93 57.15 0.40 15.88 88.78 49 50.97 58.34 11.87 77.46 50.63 50 52.01 59.53 13.34 79.04 92.48 sl 33.05 60.72 74.80 80.62 94.33 52 54.09 61.91 76,27 82.20 95.18 53 55.13 63.10 77.1: 83.79 98.03 54 50.17 64.29 719.20 85.37 99.33 55) 57.21 65.48 80.67 86.95 56 58.25 66.67 82.14 88.53 57 59.29 67.86 83.60 90.11 58 60.33 69.05 85.07 91.69 59 61.37 10.25 86.54 93.27 60 62.41 71.44 88.00 94.55 61 63.45 12.63 89.47 96.43 62 64.49 73.82 90,94 98.01 63 65.53 75.01 92,40 99.59 64 66.57 76.20 93.87 65 67.61 71.39 95.34 66 68.65 78.58 96.80 67 69.69 79.77 98.27 68 70.73 80.96 99.74 69 A 82.15 70 12.81 83.34 7] 73.55 84.53 72 74.89 85.72 73 75.93 86.91 7 16.97 88.10 75 78.01 89.29 16 79.05 90.49 71 80.09 91.68 73 81.13 92.37 79 82.17 94.06 80 83.21 95.25 s1 84.25 96.44 82 85.29 97.63 33 86.33 98.52 84 87.37 100.01 318 Alkalimetrische Tabellen. Alkalımetri- Gewichts- Kohlensaures Salzsaures Schwefelsaures sche Grade.| menge Kalı. Kalı. Kalı. Kalı. 1 0,96 1.41 1.52 1.78 2 1.92 2.52 3.04 3.56 e 2.83 4.23 4.56 5.33 4 3.55 5.64 6.08 7.31 5 4.81 7.03 7.60 8.89 6 5.77 8.46 9.12 10.67 7 6.73 9.87 10.64 12.45 = 511.28 12.69 14.10 12.16 13.68 15.20 14.23 16.00 17.78 Kohleusaures Kalı. Salzsaures Kalı. Kalı. I Schwefelsaures Gewichts- menge Kalı. Alkalımetri- sche Grade. l 2, 3 t 5) 6 Ü 5 9 10 1.08 2.16 Ba ‚3l 3) .47 BE: .62 9,70 10.75 9 al. Ko ries zu 1.26 2.52 3,78 53.04 6.30 1.57 5.53 10.09 11.55 12.61 0.68 1.36 2.05 2.13 3.41 4,09 4.77 5.45 6.14 6.52 u —_ stm aumN (OA SER| Salzsaures Kalı. Kohlensaures Kalı. Kali. Schwefelsaures! Gewichts- menee Kalı. Alkalimetri- sche Grade.| 9 10 DH 6.49 7.42 8.59 9.28 Us 0.63 1.26 1.90 2.33 3.16 3.30 4.43 5.06 5.69 6.33 0.66 1.32 1207 2.63 3.29 3.95 4.61 5.26 5.92 6.58 Schwefelsau- Kohlensaures Gewichts- Alkalimetri- res Kalı. Kalı. Kalı. menge Kalı. sche Grade. I 0.79 0.55 0.54 0.56 Di 1.59 om 1.08 1.12‘ 5 2.38 2.56 1.62 1.69| A SH 3.42 2.16 2.25 5 3.97 4.27 2.70 2.81| 6 4.76 5.13 3.24 3.37 7 5.55 5.98 3.78 3.94 5 6.34 6.54 33 4.50 9 7.14 7.69 1.87 5.06 10 I 8.55 5.40 5.62.] Rau Aug der\ Ink ale| ’ ud KR sie z ii Flissi ls|inenes 1 N Iiungab, his s A ul und sl Aisch diese | Sun sich obsch ua wird danı a Gelüsen aul wyanen Rückhalt hin der Glas ! land bein Ausl N nlkles durch k Anmenlng der Pı aullm, heumders 1 Inter, Tnlerei, Ne I ll Ir art arte aus Ruß] I 4, Linden, hr AKA, Be Duni kollensau | N mn durchs ! In list koh i hoben I iklsch, A lac, ist sie un ALCiUnp$0 “hlbkohlens I) Ylsh f "th abped: Neon UM, nicht In 2 4609 R i Üesselhen Ki\ N Al, Sch, Nfraure, AUTEN Selmef) * N alı. (a| Alkalaur » Kalı,| 8 I > m Da ichts-| Alk » Kai in 16 in 3) 3 43 All u chts-| Alkalı Kalı,| sche Dan Te 7 m Tr nn= eg Te Reinigung der Pottasche. Doppelt kohlens. Kali, 319 teinigung der Pottasche. Zu dem Ende übergielst man gute, mög liehst wenig kiesels, Kali enthaltende Pottasche mit einem gleichen Gewicht Wasser, und lälst sie aufweichen; nach dem Absetzen des Bodensatzes gielst man die Flüssigkeit klar ab, den dicken Bodensatz vorsichtig durch ein dichtes leinenes Tuch, und dunstet in einem reinen eisernen Kessel die Auflösung ab, bis sie Eine starke Salzhaut zeigt. Beim Erkalten schei- Jen sich salz- und schwefels. Kali ab; die Flüssigkeit wird wieder abg>- dampft, bis sich dieselbe Erscheinung wiederholt, und keine weitere Spur jener Salze sich abscheidet, sondern blos kohlens. Kali. Die geremigte Flüssigkeit wird dann zur staubigen Trockne eingedampft und in lult- dichten Gefälsen aufbewahrt. Es ist eine weilse Salzmasse, welche noch einen Rückhalt an salz- und schwefels., kiesels. Kali enthält, sie dient in der Glasmacherei, Mediein und zu andern Zwecken. Der Rückstand beim Auslaugen der Pottasche ist srölstentheils schwefels. Kali, welches durch kochendes Wasser ausgezogen werden kann. Anwendung der Pottasche. Dieselbe ist vielfach und der Verbrauch derselben. besonders in den nördlichen Ländern, in welchen die Soda noch nicht so viel angewendet wird, als in den südlichen, ausnehmend grols. Zum Seifesieden, Bleichen, Färben, Glasmachen, Bereitung des blausauren Kalis, zur Darstellung von Farbewaaren, in der Kattun- druckerei, Töpferei, Mediein ete, wird Pottasche verbraucht. Man be- zieht dieselbe aus Rufsland, Preulsen, Polen, Ungarn, Toskana, Nord- amerika u. a. Ländern, wo man das Holz nicht besser zu Gelde ma- chen kann. [Doppelt kohlensaures Kalı, Bicarbonate de Potasse, Bo pP. erbält man durchs Hinzuführen von Kohlensäure zum kohlens. Kal. Man löst kohlens. Kalı auf, leitet kohlens. Gas in die Auf- lösung, bis keine alkalische Reaction mehr obwaltet; hiebei schlägt sich Kieselerdehydrat nieder, wenn in der Pottasche kiesels. Kalı enthalten war, Die Flüssigkeit wird filtrirt, langsam verdunstet und krystallisirt. Es bildet geschoben vierseitige Tafeln(Bhombenoktaäder), schmeckt sehr wenig alkalisch, reagirt kaum etwas alkalisch, wird an der Luft nicht feucht, Jöst sich in 4 Theilen kalten, in 2 Theilen kochenden Wasser, in 1200 Theilen kochenden Alkohol auf. Kocht man die wäsrige Auflösung, so entweicht+ der Kohlensäure und es bleibt an- derthalb kohlens. Kalı zurück, Pesquicarbonate de Potasse, P. of P., welches abgedampft krystallisirt, an der Luft feucht wird, sich in Wasser, nicht in WVeingeist, auflöst. Das doppelt kohlens. Kalı besteht aus: 46,99 Kali, 44,04 Kohlens. und 8,97 Wasser. Man bedient sich desselben in der Medicin, auch zur Darstellung des reinen kohlens, Kalis. Schwefligsaures Kali, Sulfite de Potasse,$. of P., aus koh- 320 Schwefligs., schwefels., selenigs., phosphors., boraxs. Kali. lens. Kali und schwefligsauren Gas bereitet, krystallisirt in langen Nadeln, Tafeln, verwittert an der Luft und zieht Sauerstoff an, wird zu schwe- fels. Kalı, schmeckt schweflig bitter, löst sich in gleichen Theilen Was- ser auf, und besteht aus: 59,52 Kali und 40,48 schwefliger$.] Schwefelsaures Kali, Sulfate de Potasse, S. of P., Doppel- salz, vitriolisirter Weinstein, Polychrestsalz, kommt im Steinsalz, in Salzsoolen, im Alaunstein, der Alaunerde, in Pflanzenstoffen vor. Man gewinnt schwefels. Kali als Nebenproduct auf Salinen, bei der Dar- stellung der Salpetersäure, der englischen Schwefelsäure, in beiden letztern Fällen ist das Salz aber im sauren Zustand, und mulfs erst neu- tralisirt werden.(Die Gewinnung desselben aus der Pottasche ist oben angegeben worden.) Das schwefels. Kali krystallisirt in vier- und sechsseitigen Säulen, mit Gllächiger Endspitze, specif. Gewicht 2,63, schmeckt bilier, salzig, etwas scharf, ist luft- und feuerbeständig, löst sich m 12 Theilen Was- ser von 0°, und 4 Th. kochendem auf, besteht aus: 54,07 Kalı und 45,93 Schwefels. Man bedient sich desselben zur Darstellung des Alauns aus dem Alaunschiefer und A.erde, des Glases, des Salpeters, in der Mediein. [Doppelt schwefelsaures Kali, Bisulfate de Potasse, B. of P., wird nebst dem anderthalb schwefels. Kali bei der Scheidewasserbren- nerei gewonnen; man stellt es aus 2 Theilen des neutralen Salzes und 1 Theil conc. Schwefelsäure dar. Es krystallisirt in seidenglänzenden schiefen rhombischen Säulen, schmeckt sauer, beilsend, schmilzt leicht in der WVärme, löst sich in 2 Theilen kalten und% Theil kochenden Wasser auf und besteht aus: 34,61 Kalı, 58,80 Schwelels., 6,59 W. Man bedient sich desselben in der Chemie als Reagens, zur Darstel- lung des doppelten Schwefelkaliums. Selenigsaures Kali, Selenite de Potasse, S. of P., bildet beim Abdampfen kleine Krystallkörner, welche in der Hitze schmelzen, sich in WVasser leicht, nicht in Alkohol auflösen, besteht aus: 45,9% Kali und 54,08 seleniger Säure. Das doppelt selenigs. Kalı kıystallisirt und wird ebenfalls leicht feucht.— Phosphorsaures Kalı, Phos- phate de Potasse, Ph. of P., kommt im Pflanzenreich vor, daher auch ın der Asche der Pflanzen, in der Pottasche; eine weıilse Salzmasse, welche leicht feucht wird, und schwer krystallisirt, löst sich leicht in WVasser und Alkohol auf, schmilzt zu einer glasartigen Masse, besteht aus: 56,88 Kalı und 43,12 Phosphors. Das saure krystallisirt in farblosen Säulen, welche gleichfalls zu einer glasartigen Masse selimelzen, enthält 34,55 K., 52,27 Phs. und 13,18 W.— Boraxsaures Kali, Borute de Po- tasse, B. of P., krystallisirt in sechsseitigen Säulen, besteht aus: 40,35 Kalı und 59,65 Boraxs.] Chlorigsaures Kali, Chlorite de Potasse, Chlorite of P., Chilor- kalı | \ | ji), Are de ‚ji, Ara to de j, Deihmas Ir Tihindung. N Jg Beichen at stellen Jeıtet Jade so Jnge l1falnd ver le Dane wir ind dem schei Ina hlens, un Jeunleelöst, Ilärng des} I ie Ihre Koll lt Iohlns, Ki tes an Sy dilmeer NM !Klmehhnes, Ka 1 sch u dm einem a uitest ch] I bereiten, 1 Ay Il N Dill, De Mile Ist mil ehe Farbe Sat lt muneeneh; bh man es| un RR, deren vl Int IM bansı Ä N Ion der { u Oh Anwen. ! N ein; Na U an lenenger (ha ‚. Mnres Ka] ii \ ll tesRali at Wh) 1 AU, wurde AullHI ‚MM ma \ ine|. N\ |ıı li, Por, boranı} a- za "u Chlorigsaures, chlorsaures Kali. 324 Ben 'stoff an, Wird u stallisirt} Sn Ihn kali, Chlorure de Potasse, Chloride of P., oxydirt salzsanreg m gleichen, Kali, Muriate de Pot. oxigene, Oxymuriate of Pot., Javellische Fer Lauge, Bleichwasser, Fleckwasser, Eau de Javelle, Ley of Javelle, Diese Verbindung wurde 1792 in Javelle bei Paris zuerst dargestellt, ass op] kommt in N IN. Hanzenstoftn in © Salinen, bed und zum Bleichen angewendet(siehe oben beim Chlor Seite 201), Um es darzustellen leitet man in eine verdünnte Auflösung von gereinigter Pottasche so lange Chlorgas, bis die alkalische Reaction derselben sich bedeutend vermindert hat, und die Flüssigkeit bleichend auf das chwelelkäu i gefärbte Papier wirkt, ohne die blaue Farbe vorher zu vermehren. and, und nik Während dem scheidet sich Kieselerdehydrat und Chlorkalium ab, und y; S der Potter; doppa. kohlens. und chlorigs. Kali, welche sich gebildet haben, blei- ben aufgelöst. nd sechs Erklärung des Prozesses. Die Hälfte des angewendeten kohlens, schmeckt il, Kalis giebt ihre Kohlensäure an die andere Hälfte ab, wodurch diese zu ich in Th doppelt kohlens. Kali wird.% des von der Kohlensäure freien Kalis Be 4\ us: 5407Kil geben Sauerstoff an% des gebunden werdenden Chlors ab, wodurch stellung des Al dieses zu chloriger Säure wird und sich mit dem unzersetzt gebliebnen peter, in dir)% Kali zu chlorigs. Kali verbindet, während die übrigen% des Chlors sich mit dem freigewordnen Kalium zu Chlorkalium verbinden. Man kann auch mittelst chlorigs. Kalk und kohlens. oder schwefels. Kali chlorigs. Kali bereiten, wobei kohlens. oder schwefels. Kalk als Neben- produet abfällt. Die Flüssigkeit ist blalsgelblich, auch wohl rosenroth(von überge- de Potasse,}) der Scheidenas Jes neutralen$ıı isirt in seidengli sn al “m gangnen Chlormangan herrührend, welches in Mangansäure zersetzt wird, 0 Schweil, welche die rothe Farbe hervorbringt), riecht schwach nach chloriger Reagens, zur I Säure, nicht unangenehm, schmeckt eigenthümlich salzig, bleicht Pflan- zenfarben, indem es Sauerstoff abtritt, und in Chlorkalium über- se, Sof PB! geht. Dampft man es im luftleeren Raum ein, so erhält man eine kry- in der Hitze sn stallinische Masse, deren Auflösung bleicht; dunstet man es an der Luft en, besteht ax mittelst Wärme ab, so wird eine Zersetzung bedingt, Sauerstolfgas ent- elenigs, Ralı ii weicht, Chlorkalium und etwas chlors. Kali bleiben zurück. Das chlo- irsaures hal rigs. Kali besteht aus: 44,27 Kali und 55,73 chloriger S. Man bediente reich vor, dir sich früher, bevor der chlorigs. Kalk, das Bleichpulver, entdeckt war veilse Salamas 1 sich Jeicht ı asst, besteht as" irt in farblosen und im Grofsen Anwendung fand, des chlorigs. Kalis zum Bleichen der Kattune und der Leinwand, jetzt nur noch im Kleinen, um Obstflecke, Rostflecke aus Leinenzeug zu entfernen. Fo Chlorsaures Kali, Chlorate de Potasse, Chl. of P., tiberoxy- Kali, Bol dirt salzsaures Kali, Muriate de Potasse suroxigene, Orymuriate I, bush FM of P., Knallsalz, wurde von Berthollet 1786 entdeckt. Man bereitet es Beer folgendermafsen: man leitet in eine Auflösung von gereinigter Pottasche so lange Chlorgas, bis nichts mehr aufgenommen wird. Zu dem Ende Chlorite{Fr(! R ai 322 Chlors. Kali, Darstellung desselben. werden in einem Sandbadofen die zur Entbindung nöthigen Glaskolben gestellt, oder irdne Entbindungsgeräthe in einen Kapellenofen ig das Gas wird durch kleine Mittelflaschen mit 3 Hälsen, welche zu! mit Wasser gefüllt sind, und zum Waschen des Gases dienen, hindurch! geleitet und von hier aus in die geräumigen gläsernen Vorlagen, welche mit einer Pottaschenauflösung gefüllt ns ib Tafel II. Fig. 20. In den Mittellaschen sind Sicherheitsröhren angebracht, um an dem Stand der Flüssigkeit in denselben zu sehen, ob der Gang des Prozesses re- gelmäfsig ist, oder ob sich etwas verstopft hat. Zum Nachschütten von Schwefelsäure zur Chlor entbindenden Mengung dienen gekrümmte Trich- ter auf den Entbindungsgefälsen. Da während des Zersetzungs- und Bildungsvorgangs sich viel Chlorkalium in Salzkrusten abscheidet, und diese leicht die Gasröhren in den Vorlagen verstopfen, so hat man für diesen Fall weite Gasröhren zu wählen, welche aus der Mittelflasche nach der Vorlage leiten; auch bringt man Glasstäbe an, welche sich durch den Pfropf der Vorlage luftdicht bewegen lassen, am untern Ende hakenförmig umgebogen sind, und mit dem aufwärts gebognen Ende in die weiten Gasröhren hineinreichen; sie dienen zum Abstofsen der Salz» krusten. Andere rathen die Endigung der Gasleitungsröhre in einen wei- ten Trichter ausgehen zu lassen. [Die zur Darstellung des Chlors nöthigen Mischungsverhältnisse sind be- reits oben Seite 195 angegeben worden; die Pottasche wird vorläufig in wenig kalten Wasser gelöst, das Klare abgegossen und so weit mit Wasser verdünnt, dafs die Dichtigkeit der Lösung 30 bis 35° B.(1,26 bis 1,32) wird, je nach der Jahreszeit und Lufttemperatur. Einfacher als der vorhin erwähnte und abgebildete Apparat ist ein solcher, wie er zur Darstellung des flüssigen Chlorkalks angewendet wird, und auf derselben Tafel Fig. 19 dargestellt und beim Artikel„Chlor” beschrie- ben ist; das bleierne Rohr kann in einen weiten Trichter enden, und durch die stete Bewegung des Rührers wird das Ansetzen grofser Kru- sten vermieden. Für das sich entbindende kohlens. Gas wird eine Röhre angebracht werden müssen, welche aus dem grofsen Gefäfs nach der freien Luft führt; auch bei dem erstern Apparat ist eine ähnliche Einrichtung nothwendig. Alle Fugen und Oeffnungen müssen mit Kitt gut verstrichen werden.] Der Vorgang ist von vorn herein derselbe, wie beim chlorigs. Kali, es erzeugt sich dieses, so wie Chlorkalium und doppelt kohlens. Kali, Kieselerdehydrat fällt nieder. Wird aber ferner Chlorgas hineingeleitet, so zersetzt sich sowohl das chlorigs. als auch das doppelt kohlens. Kali, es erzeugt sich unter Austreiben aller Kohlensäure wieder Chlorkalium und chlors. Kali, indem% des chlorigs. Kalis seinen Sauerstoff an% der Chlrsı\ Im dom Sie ah: ns A(hlorka x em Sıltes& ß (ok gli N han di Vorkz Io als, I I Imschmasser 2 Am nid, Nest! {she anhängen 1a{Ir mehr a0 uertennt diesen fh den Flüsigki dr ine gebe Firl usalaen Badensa dal sie dıre k he enthäl | yalıe Hlsiekeit w I: 1ll von(lorkaltın | nile Se durch en ji Ich SF) gelrennt L{511 Tnd chlors, t Dsclm, Kalı er | tt, ethindet 3 ai Be 0 ale; mit Kin A Stoß, (1 Im) "DL 1 einem N, in] id oh An,&tolch ma sch ı |*:ahkllen K | im nl sch |"Ku wie \ CA dm 9, In ARM enlteht 9 I) Alla ua SU Chlor u | In tinbare: selben, Chlors. Kali, Darstellung u. Eisensch. desselben. 323 10 nöhigen p], TIERERRS,. Kapellentı chlorigen Säure abgiebt, wodurch diese in Chlorsäure überzeht, und apellenofen Al= 8=- N.. 3 Hilm\* ersteres zu Chlorkalitum wird.— Sobald sich eine bedeutende Menge N, Well,; :s leiztern Salzes gebildet hat,(der Zeitpunkt, wo das Lackmuspapier Gases Hin des leiztern Salzes gebilk rat,(der Zeitp ‚ackmuspapieı sernen Vorbr, e Tate II fe} racht, um an sogleich gebleicht wird, ohne vorher dunkelblau gefärbt zu werden) kann man die Vorlagen wechseln, das Flüssige vom krystallisirten Bo- densatz abgielsen, und diesen mit Wasser abspühlen, entfernen, worauf ER n das Abwaschwasser zur Flüssigkeit gesetzt, und letztere wieder vorge- ang des Pr,. ee nd Ri 7 i H, 2 schlagen wird. Meist ist das Salz von chlors. Kali frei, oder nur sehr wenig um Nachscii, 3 des letztern anhängend. Ist die Flüssigkeit mit Chlor gesättigt, nimmt sie dienen gelrin” d des Zerschnn. zkrusten abs; kein Chlor mehr auf, so ist die Bildung des chlors. Kalis vollendet; man erkennt diesen Zeitpunkt auch daran, dafs die anfänglich rotlıe Farbe der Flüssigkeit(von Mangansäure herrührend) verschwindet, und stop, wi dafür eine gelbe Färbung sichtbar wird. Man trennt nım die Flüssigkeit 1e aus der Ih vom salzigen Bodensatz, löst letztern in 3 Theilen kochenden Wasser asstäbe an, mi auf und scheidet durchs Krystallisiren das chlors. Kali vom Chlorkalium; ‚lassen, am un! die Mutterlauge enthält dann meistens kein chlors. Kali mehr. Die ab- wärts geboma gegolsne Flüssigkeit wird abgedampft und beim Erkalten schiefsen Kıy- zum Abstolı& stalle von Chlorkalium, chlors. Kali, gemengt mit kohlens. Kali an, tungsröhre neh welche Salze durch erneuertes Auflösen, wie oben angegeben, und Um- krystallisiren getrennt werden. Von 100 Pfand Pottasche soll man 9 bis 10 Pfund chlors. Kali erhalten. Das chlors. Kali erscheint in perlmutterglänzenden zarten Blättchen, (rhombischen Säulen) schmeckt kirhlend, widrig, ist geruchlos, lufibe- u en ständig, specif, Gewicht 1,989, löst sich in 16 Theilen Wasser von 19% und 8 Theilen von 35°, und 12 Theilen kochendem auf: es schmilzt in ungsverhälinie© Pottasche wu ı ufitemperatur Ih: j Er der Hitze, verliert sein beigemengtes Wasser, bei vermehrter Hitze wird rat ıst eIn sol fe) fe’ wendet wird, u es zersetzt, entbindet Sauerstoffgas(siehe vorn Seite 75) und Chlorka- ) Artikel„Chlor ki lium bleibt übrig. Bei starkem Stofs leuchtet es, und sprüht unter ten Trichter ala! Zersetzung Funken; mit brennbaren Körpern vermengt detonirt es beim as. Änseizen gile! heftigen Schlag, Stofs, unter Feuererscheinung. Wenn es z. B. mit kohlens. Ga m! Schwefelpulver in einem Mörser vorsichtig gemengt wird(es mals nur dem grofsen Gelln wenig auf einmal und ohne alles Drücken und Stofsen gemengt werden, \pparat ist nedb auch darf man ein solches Gemeng nicht aufbewahren, indem Fälle be- nungen miss" kannt sind, wo es sich von se}bst entzündete), und man thut von dem Gemeng einen halben Kaffeelöffel voll in Papier, dreht dieses zu einem ef runden Knopf und schlägt mit einem Hammer darauf, so erfolst ein vie. beim clln# doppelt john» Be nl pas line| ;| zersetzen, es entsteht Schwefelsäure, welche mit dem Kali schwefels. 3 doppell johles 3 ve. wieder I je Saersoll a" sehr starker Knall, wie von einem Büchsenschufs. Durch den Schlag wird nämlich der Schwefel(eben so auch Phosphor) die Chlorsäure MAN Kali bildet, und Chlorgas wird entbunden, verursacht den heftigen Knall. Auch andere brennbare Substanzen verhalten sich analog, wie Zinnober, ZA 324 Chlors. Kali, Eigenschaften desselben. Zucker; sie erfordern aber eine höhere Temperatur zur Zersetzung, wes- halb man einen heifsen Hammer anwenden muls. Mengt man chlors. Kali mit Kohlenpulver, Schwefelpulver, und zündet das Gemeng an, so verbrennt es sehr rasch mit lebhaftem Feuer. Auch mittelst concentr. Schwefelsäure können solche Gemenge entzündet werden, sie bedingt gleichfalls Entmischung der Chlorsäure,— Das chlors. Kali besteht aus: 38,5 Kali und 61,5 Chlors. Man bedient sich des chlors. Kalis zu den chemischen Feuerzeugen, zu Feuerwerken, zum Zündpulver u. a. m. Die chemischen Feuer- zeuge, briquets oxigends, oxymuriatie matches, deren Millionen ver- fertigt werden, sind im Allgemeinen zu bekannt, als dafs eine umständ- liche Beschreibung nöthig wäre. Die Schwefelhölzchen werden mit ei- nem rothgefärbten, Ueberzug versehen, welcher aus 30 Theilen chlors. Kali, 10 Th. Schwefelblumen, Traganthschleim, etwas Zinnober ge- mischt ist. Die Zündhölzer, alumettes, müssen scharf getrocknet, über- haupt an trocknen Orten aufbewahrt werden. In dem Zündbüchschen befindet sich etwas Amianth(Asbest) mit Vitriolöl befeuchtet; wird nun das Hölzchen mit der Spitze auf diesen angefeuechteten Amianth ge- drückt, so erfolgt sogleich eine Zersetzung, es erzeugt sich schwefels. Kali, die Chlorsäure wird entmischt, Chlorgas entbunden, und der Schwefel brennt vermittelst des frei werdenden Sauerstofls aus der Chlorsäure, wodurch schwefligsaures Gas erzeugt wird. Die Zündfläsch- chen missen wohl verkorkt werden, weil, so wie die cone. Schwefel- säure Wasser angezogen hat, die Entzündung nicht mehr erfolgt. Berthollet vieth zuerst chlors. Kali statt Salpeter beim Schiefspulver anzuwenden; bei den Versuchen, welche 1788 zu Essone angestellt wur- den, verloren, indem das Gemeng sich schon während des Zusammenmi- schens entzündete, 2 Menschen ihr Leben. Ein solches Pulver ist al- lerdings von mächtiger Wirkung, aber zu gefährlich darzustellen, auf- zubewahren und zu transportiren; man gab deshalb die Idee, das chlors. Kali statt des Salpeters(welcher auch. weit wohlfeiler als ersteres ist) zum Schiefspulver anzuwenden, auf, jedoch bediente man sich desselben zu Anfertigung von Zündpulver, Zündkraut, amorce, welches ohne Stein und Batterie auch in feuchtem, regnerischem Wetter durch den starken Schlag eines eigens dazu construirten Hahns mit einem Schlagstück ex- plodirt. Man mischte 100 Theile chlors. Kali, 12 Schwefel, 10 Faul- baumholzkohle, auch 108 chlors. Kali, 42 Salpeter, 36 Schwefel, 14 Lycopodium, machte mittelst etwas Wasser daraus einen Teig, körnte denselben, oder formte kleine Kügelchen, welche man mit einer Harz- oder Wachsauflösung überzog, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen; auch hat man solches Gemeng in Pulverform angewendet, welches höchst „lt dh A ml den€ q 1, Se ent] Inner führt W nlties\ vs Jndlrants I „Jin gab mar aochelg wirkt In,(mogegen aäummollte); m zlber, mit w ıltmselbem be Ninidt über Anal ihrt, Pellsıer{ sl] Nu Ttnmerken ıbam Mer| {tell Aalı und Aid Maserstofl Ki laden wird, (m D Manzenana u te mlation de ara Kalı, J ahlintl ar arlın Kallanze In id Ämstali | Cl we beim ch 't, heligen Si ER ha N Anl al, uch s Nah Erwärm h-Doppe, %litgrh n7 Irch tcliren ß Nptaure, | N Glıhen d An: di Uerind dert a SR, Welche| h U dtick; | url »A) If Öestelht A selben, tur zur Tor, ö uls, Nenzt u ndet das Gen, Auch miles IM det werden, si; I chlors, Kıl bet ehemischen Tkım Die chemisch S, deren Mil t, als das een: hölzchen werbı; v aus 30 Tell) m, ekwvas Zi scharf geile In dem Zul) ol befeuchtet:n fenchteten Anl erzeugt sich« as entbunden, u len Sauerstlk t wird, Dieln! wie die con,$ icht mehr erlıe, peter bein Sieh u Essone angst ihrend des Zusu n solches Puls hrlich darzsila, alb die Idee, ds ohlfeiler als ent onte, man sich 8 106, welches hi etter durch det einem Sehlgit 1% Schwefel, I ter, 30 Selm! aus einen Ten" e man nl ger) zkeit zu shi ondet,| velules!* et 2 Dee- rn A 7’ EEE u nn EEE Chlors., jods., salpetriss. Kalı. 325 gefährlich ist, da Fälle von Selbstentzündung vorgekommen sind. Spi- ter gab man den Gewehren die Einrichtung, dafs sie statt einer Pfanne an der Seite eine Zündröhre, piston, erhielten, deren Bohrung nach der Pulverkammer führt: auf die Zündröhre setzte man ein kleines aus dünnen Blech gefertigtes Kupferhütchen, an dessen Boden eine kleine Menge jenes Zündkrauts im feuchten Zustand eingebracht worden war. Aber auch diese gab man bald auf, weil das freiwerdende Chlorgas dem Ei- sen nachtheilig wirkte, Rost bedingte, die Schlagröhren, Zündlöcher aus- brannten,(wogegen man durchs Ausfüttern mit Gold und Platin sich schützen wollte); man wählte das weit sichrere und vorzüglichere Knall- queeksilber, mit welchem man jetzt allgemein die Kupferhütchen füllt; (von demselbem beim„Quecksilber” das Weitere.) [ Schmidt über Knallpulver zum Zündkraut in S. n. J. Bd. 11. S, 66.— Alibert, Pellisier und Gay-Lussac über Zündpulver in E. J. Ba. 7. Ss. 109,] Bei Feuerwerken dient chlors. Kali zum raschen Abbrennen der Sätze. z. DB. zum Rothfeuer für Theater, zu Brandraketen; äuch kann man mit- telst chlors. Kali und Salzsäure schnell Bleichwasser darstellen, indem durch den Wasserstoff der Salzsäure ein Antheil Sauerstoff des chlors. Kalis gebunden wird, wodurch Wasser und chlorigs. Kali erzeugt wer- den. Bei Pflanzenanalysen wird endlich dasselbe auch angewendet, um eine Oxydation des Kohlen- und Wasserstofls zu bedingen. [Jodsaures Kali, Jodate de Potasse, J, of P,, wird durch Auflösen von Jod in Kalilauge erhalten, and vom gleichzeitig’ erzeugten Jodka- lium durch Krystallisation geschieden;(die Erklärung des Prozesses ist dieselbe, wie beim chlorsauren Kali). Es schiefst in farblosen, durch- sichtigen, 4seitigen Säulen an, schmilzt in der Hitze, entbindet Sauer- stoffgas 22,595, hinterläfst Jodkalium, löst sich in 13,45 Theilen WVas- ser von 14° auf, nicht in Alkohol; es detonirt gleichfalls, verlangt aber eine stärkere Erwärmung als chlors. Kali, besteht aus: 22,5 Kali und 77,5 Jods.— Doppelt jodsaures Kali, krystallisirt in rhombischen Säulen, löst sich in 75 Theilen Wasser von I5P auf; dreifach jods. K. in durchsichtigen Rhomben, in 25'Ih. Wasser löslich. Salpetrigsaures Kali, Nitrite de Potasse, I% of P., erhält man durchs Glühen des salpeters. Kalis bis die Entwickelung von Sauer- stollgas abnimmt; die Salzmasse aufgelöst und abgedampft setzt zu- erst unveränderten Salpeter ab, nachher erhält man eine zerfliefs- liche Masse, welche in gröfserer Hitze nochmals Sauerstoffgas entbin- det, und in Stickstoffoxydkali verwandelt wird, welches eine farblose, alkalisch schmeckende, zerfliefsende Substanz ist. Das salpe- trigs. Rali besteht aus: 30,28 Kalı und 64,72 salpetrig. S.(Deshalb 326 Salpetersaures Kali, Darstellung desselben. mufs beim Schmelzen des Salpeters Vorsicht angewendet werden, weil sonst Verlust eintritt.)] Salpetersaures Kali, Nitrate de Potasse, N. of P., Salpe- ter, Nitre, Salpetre, Saltpetre, kommt in der Natur vor, wittert aus Kalk- und Sandstein, Mergel, Kreide, Kalktuff aus, zeigt sich in Höh- len einen Ueberzug. bildend, an der Erdoberfläche, besonders wo ani- malische Substanzen verwesen, Höhlen, in denen sich Salpeter erzeugt, finden sich in Deutschland bei Homburg(Burkardush.), in Apulien am adriatischen Meer(Pulo di Molfetta), in Frankreich, in Ostindien, auf Ceylan(hier sind 22 salpetergebende Höhlen), in Brasilien, Afrika, Teneriffa; aufserdem wittert Salpeter aus in Spanien,(Arragonien) Un- garn, Podolien, Sicilien, Aegypten, Persien, Bengalen, China, Arabien, Nordamerika(Georgia, Kentucky), Südamerika. Auch Pflanzen enthal- ten Salpeter, so besonders der Boretsch, Dill, Tabak- und Maisstengel, Runkelrüben, Buglossum, Parietaria u. a. m.; in thierischen Materien hat man ihn noch nicht entdeckt. Wie erzeugt sich aber in jenen Kalkgesteinen, in der Salpetererde der Salpeter? Der sekundäre Kalkstein enthält Ueberreste von organischen stickstolfhaltenden Materien, wie dieses von dem Kalkgestein in Frank- reich, der Kreide von Rocehe-Guyon, Meudon, Mousseaux und von der salpetererzeugenden Erde in Bengalen, in einigen Höhlen auf Ceylan, nicht in allen, ermittelt: worden ist; in dem Kalkstein auf Ceylan fand sich auch Feldspath eingemengt. Die Erzeugung von Salpeter ist auf eine bestimmte Entfernung von der Oberfläche eingeschränkt, so weit alıno- sphärische Luft und Wasser in das poröse Gestein einzudringen vermö- gend sind; völlig dichtes Gestein, wie Marmor und Quarz liefern kei- nen Salpeter. Man ist der Meinung, dafs durch einen allmählig fort- schreitenden Zerzetzungsprozels in Folge des Eindringens von Wasser und Luft der Stickstoff der thierischen Materien sich entwickle, mit dem Sauerstoff der Luft sich vereinige, Salpetersäure bildend, welche mit dem Kalk, Kali, Magnesia sich zu Salzen vereint. Man hat ferner gefunden, dals besonders poröser Kalkstein, Tuffstein dazu geeignet, da- gegen vorzugsweise thonige Fossilien sehr wenig Salpeter geben. J. Davy') und Longcchamp**) stellten dagegen in neuester Zeit die Meinung auf, - ud.= N Val Tee dafs ohne Vorhandensein organischer stickstoffiger Körper durch den Sauer- und Stickstolf der Luft, unter Vermittelung den porösen Gesteinen, bei gleichzeitiger Einwirkung o) c oO des Wassers, in irgend einer dazu geeigneten Base, als Kalk, Kali, Magnesia, sich Salpetersäure bilden *) Ss. n, I. Ba, 13. 8, 227,**) D, p, I, BA,23, S. 450, Bd. 24,8. 148. Bd. 30, S 396, 4 Jah y, dt zluben „ie nd Wa | 4 Dog | Qui die Am kein nl Isle wirken K im Steril 'der ande 3 | hl (fin erwiesen, hen, ole ao, Erzeugt iehen Keine Sal I den Versuchen iin an die Duft lg ngerasch Yı 6 ) kurasch.k Id 96 Yı ok Ir» Gr ) uinlaltiger] N silererde.. \Yı a ‚mit N» IE sch$; %.llm, Erde, m hasse in Ilım aus | Mn sau Ulehe, Sal tyygy dent Mint auch desselben, BER Salpeters. Kali, Darstellung desselben. 32 gewendet wı,! SNENÜER Werd,= R r. Ir ki könne. Sie glauben, ‚dafs, gleich wie Platinschwamm die Vereinigung des Sauer- und Wasserstoffs zu Wasser, die des Alkohols und Sauer- Isse, N, EN a stoffs zu Essigsäure mächtig ‚befördern, Eisenoxyd und Oxydhydrat, ANALUE Yon, wi, Fi | Thonfossilien die. Ammoniakerzeugung bedingen„ eben so auch! der po- AUS, Zeit sich; che, besonden ven sich Sıleten ardush,). in I reich, in Oslad; röse Kalkstein unter Mitwirkung des Wassers auf die Bestandtheile der Atmosphäre wirken könne, ohne dals‘ thierisehe Substanzen unumgäng- lich zur Salpeterbildung eoncurriren mülsten, Auf der andern Seite ist es dagegen. durch eine grofse Reihe von Versuchen erwiesen, dafs in den bei weiten aller mehrsten Fällen thie- sin Bra vische Materien, oder überhaupt Stickstoff enthaltende organische Sub- J a““”.*» Yanlen,(Argus stanzen, zur Erzeugung des Salpeters wesentlich beitragen, ja dals ohne engalen, Clin dieselben keine Salpeterproduetion erfolgt, Auch Plus)?. ri Al bak I[ Nach den Versuchen von Fontenelle) gaben, nach eınem Sjährigen Aus- abak- und Nix in Hhlerule! setzen an die Luft unter einem Schoppen in hölzernen Kübeln, omanhan u- S= 2 a In Lhleriia 20 Kilogr, ungewasch. kalkıg. Sand, mıt dest. WVasser befeuchtet, Spuren 20»», nu»» desgl. ven, in der Sir 20». gewasch.kalkhalt,Sand,».»»» keine Sp. oberreste vonımı 20.255»», TER»» keine Sp. m Kalkzestein h/ 20; 2»» kalkhalt. Sand, ea nr 3 0,004: salpe- Mia u 20,»»_Granitpulver un he ven Höhlen ll 3) Bawsrhonhaltiger Erden... 3. wre er OO alkten ae MN. puräckererdes.. nasy a. ocnfe Arne sedurests 0,356:0.030,> q N 20.»» mit 4 gutern Kalkputz gemengt.... 003585» ii Sapeeri 202.2%»» 70 Schaafmist» ne 0.0505 schränkt, s m: 20»»» er Pferdemist u ae 0,048» ein einzudupe 20»»» 10 Kuhmist» LE und Onarz Ita 20»»» 4'5 thierischer Düngererde gemengt 0,060» vch einen all 20»» 5 vegetabil.»» 0,040» Eindrinzens vu| 2 a ae» 75 Weidenerde Mi 0,050» son’sich ent 20:58» wi 4 vegetab.-animal. Düngererde ge- Herne mengt und$ guten Kalkputz 0,080» N I SE Dh eu DAS yereint, Man!=’; stein dazu ge? Es erzeugt sieh Salpeter in feuchten Wänden, weit mehr in Sou- leer geb terrains, Kellern, Erdgeschofs, als in den höhern Stockwerken, in en- Tat de Yere sen, schmutzigen Gassen, wo er an den Wänden in Form emes fein- haarigen Beschlags auswittert, und hie und da abgekehrt und gesam- lung des Ns kung irgend& ch Salpetestt melt wird; ebenso sammelt man auch: den aus dem Erdboden auswit ternden natürlichen Salpeter, welchen man deshalb Kehrsalpeter, nitre de houssage nennt. Man gewinnt auch künstlich Salpeter, wenn man durch ein Ge 3,5,*) S,n.J. Bd, 13, 5. 233, 328 Salpetererzeugung. meng von Stickstoff- und Sauerstoffgas, welches mit Kali gesperrt Ist, häufige elektrische Funken schlagen läfst(siehe bei der Salpeters\ure oben Seite 235). Dals dadurch nur sehr geringe Quantitälen erzeugt werden können, leuchtet ein; ebenso mögen sich auch in der Atmospj:äre nach Gewittern salpetersaure Salze bilden, die man im Regenwasser ge- funden hat(siebe beim Wasser Seite 102). Im Grolsen erzeugt man Salpeter in den sogenannten Salpeterplantagen, Salpeterhütten, Die Materialien, deren man sich dazu bedient, sind: Ackererde,«der Düngererde, in welcher verrodete vegetabilische und animalische Sisffe sich befinden, die noch Stickstoff enthalten und zugleich Kali, zu wel- chem Ende man Wermuth, Disteln, Erdrauch, Schierling, Bilsenkraut in Gruben, mit gehacktem Stroh vermengt, mit Gassenkoth, Schloum bedeckt verfaulen läfst, Muttererde; Aaserde, wo Blut, Fleisch er- weste; Erde aus Schaafställen, Pferdeställen, welche mit Urin und Koth durchdrungen, in dem Zustand der Verwesung begriffen, Salpe- tererde; ausgelaugter Kalkäscher von Seifensiedern, welcher kohlens. Kalk und Reste von kohlen- und kiesels. Kali enthält; ausgelaugte Holzasche aus Pottaschesiedereien, Kalkschutt, Lehmschutt aus alten Ge- bäuden, feuchten Mauern; an der Luft zerfallner Kalk, Kalkmergel u. a. m. Aus diesen angeführten Substanzen werden in verschiednen Pro- porlionen Gemenge gemacht, nitrieres artificielles, welche entweder in Form pyramidaler Haufen von 6 bis 8 Fuls Höhe, 4 bis 6 F. Gmud- fläche, oder niedriger Wände gebracht werden, letztere 2 bis 3 Fuls dick, 6bis 7 Fuls hoch, mit einer Strohhaube. bedeckt, nitrieres a air libre, oder unter leichten Schoppen aufgeführt, nitrieres couvertes,, über einer festgestampfien Thonsohle, damit sich keine salpetersaure Salze enthaltende ‚Flüssigkeit in die Erde ziehen könne. Diese Haufen oder Wände. müssen stets feucht und warm erhalten werden, der atmosphä- rischen Luft ausgesetzt, weshalb‘man sie öfters mit Flulswasser, oder gebrauchter Kalilauge,(nicht mit Urin) befeuchtet, so dals sie wie eine gute Gartenerde feucht bleiben; im Winter ist die Salpetergewin- nung gehemmt, auch wirkt Trockenheit im Sommer nachtheilig ein. Man stellt deshalb die Wände und Haufen gegen die Wetterseite, damit sie zwar lultig stehen, aber nieht zu trocken, durchflechtet dieselben mit Dornenreis, bohrt Löcher hindurch, damit sie locker dem Eindringen der Luft wenig Hindernils entgegensetzen. Die Haufen werden endlich auch jährlich einigemal umgeschaufelt, damit möglichst alle Theile mit der Luft in Berührung kommen, und ein gleicher Feuchtigkeitsgrad er- halten wird, Nach einiger Zeit bildet sich eine weilse, salzige Auswitterung, ein Beweils, dafs sich salpeters. Salze bereits gebildet haben; hiezu gehö-' ode Inss Spende| sh sli-kühle MM zulıngemü "jr 1 Klo Ale äde ad Jin Jr, gell ur; diese Zund rar desw Ilsmehrmalige zahlt, auf die Lange o } Die Iranzösise us, starke I ann, eOuE fi !R, die zweite von lm I een Beil | m Si, die sch ie a inch Gra Di la, in ps m, Kali, s& iu schwefel k | kit Ai ‚Nmnderte p! Ar axendet tn lkten der N] alsnıl slheer, Xu Ton diesem | tl lefern 129 mi N lagnesıa ger, Üighe zerlegt U Dersetzend m N, woher Na ee g Kun, Yılas, M ı 1, durch| lt& stets'd Bm der} I"lungen, | 1, Me, nd 1, Umyande LAN BT h; Salt Ku Km e bei der Ka nge Onanii„ hauchinde ih Dan in Bere, In Grolken u tagen, Sal sind: Ackm und animal I zugleich Ki, Schierlin, Die Gassenknlt| ‚ Wo Blut, Pk welche uit Ih sung, besrila,| dern, welche] li enthält: ze ehmschutt au ds alk, Kılkmexlı n in verschie es, welche aim. he, A bis RL n, letztere 215 bedeckt, nitriraı nitrieres couven! eine silpelesur ne, Diese Huz 1,5 Am werden, del#@ mit Flulwas chtet, 50 di: . ist die Sal ommer nacht I , die Wetten durchfechtet© lo ker dem If Haulen wel öglichst alle 18 7 Feuchtzie® Izige Aus Y Jet haben; ME —-- u nn ne u Zn EN—— u nn i ri”: en Bu de En.G. Salpetererzeugung. 329 ren, soll die Masse durch und durch Salpeter enthalten, an 8 Jahre. Die Salpetersieder beurtheilen den Gehalt nach dem mehr oder minder starken salzig-kühlenden,, stechenden Geschmack der Salpetererde. Ist die Erde auslaugewürdig,(nach französischen Angaben geben 8 Kubik- fuls Erde 1 Kilogramme, also 1 Kubikf, über% Pfund Salpeter), so wird die Erde an 2 bis 3 Zoll tief abgekratzt, dies geschieht 2 bis 3 Mal im Jahr, zerklopft; und auf Fässer mit doppeltem Boden gethan, und ausgelaugt; dieselben stellt man in 3 Reihen'bandes, übereinander auf, und zwar deswegen, damit man die schwachen Laugen, die man durchs mehrmalige Ausziehen der Salpetererde der obersten Reihe Fis- ser erhält, auf die Erde der darauf folgenden Fässerreihe leiten kann, um so die Lauge olıne Kosten zu verstärken und siedewürdig zu erhal- ten. Die französischen Sieder unterscheiden 1) Siedelauge, Eaur de euite, 2) starke Lauge, Eaurfortes, und 3) schwache Lauge, petites eaux, eaur faibles, eaux de lessivage; die erstere von 10 bis 14° B., die zweite von wenigstens 4°, letztere von 1 bis2°, Die starke Lauge der ersten Reihe auf die Fässer der zweiten Reihe gezapft, wird zu Siedelauge, die schwache aber zu starker ete.— Man kann die Roh- lauge auch durchs Gradiren concentriren, Die Lauge, in Oesterreich Grundwasser genannt, enthält aufge- löst: salpeters. Kali, salpeters. Kalk) Magnesia, salzs. Kalk, Magnesia, Kali, Natron, schwefels. Kalk und organische Stoffe.— Waren es Dün- gererde, vermoderte Pflanzenerde, welche hauptsächlich zur Salpeterer- zeugung angewendet wurden, so waltet salpeters, Kali vor, war aber in einem Kalkstein der Nitrifieationsprozels eingeleitet, so erzeugt sich be- sonders viel salpeters. Kalk. [100 Theile von diesem Salz werden durch 108 Theile Pottasche.zer- setzt und liefern 122,6 salpeters. Kali. Gewöhnlich ist die Menge der salpeters. Magnesia gering, einige Procente; 100 Theile dieses Salzes, durch Pottasche zerlegt, liefern 135,4 salpeters. Kali. Der salzs. Kalk ist durch die zersetzende Einwirkung des kohlens. Kalks auf das salzs. Natron erzeugt, wobei sich etwas kohlens. Natron bildet, welches aus- wittert; 100 Theile dieses’ Salzes, durch Pottasche zersetzt, liefern 133,5 Chlorkalium,. Salzs. Magnesia kommt in sehr geringer Menge vor, 100 Theile liefern, durch Pottasche zersetzt, 155,2 Chlorkalium. Chlorna- trium begleitet stets’ den Salpeter, und das Chlorkalium ist meistens erst ein Product der Erzeugung salpeters. Salze und der dadurch be- dingten Zersetzungen.] Um salpeters. und salzs. Kalk und Magnesia zu zersetzen und in Kalisalze umzuwandeln, setzt man zu der siedewürdigen Lauge, welche sich in einem Behlensumpf durch Absetzen geklärt hat, entwe- 330 Salpetergewinnung. der Aschenlauge,«(Pottaschenauflösung) hinzu, das Brechen‘in' Oester- reich genannt,(Bruch nenut man die Kalilauge); man kann auch, nach einem. vorher angestellten ‚Probeversuch, der Salpeter- erde eine bestimmte Menge Holzasche hinzusetzen, und dann dieses Ge- meng, auslaugen,, oder schyyefels, Kali,;oder..ein Gemisch von 93 Chlor- kalium(Glasgalle), und: 89.schwefels. Natron,, welches, durch doppelte Wahlverwandtschaft sich, zersetzend, schwefels. Kali und Chlornatrium liefert; dann muls man aber vorher Kalkwasser. zuthun, um die Magne- siasalze zu zersetzen... Braucht ‚man... 100. Theile schwefels.. Kali, so reicht man schon mit 79,3 ıkohlens. Kali aus, im. ersten Fall fällt. schwe fels. Kalk nieder, aber schwieriger, im letztern köhlens. Kalk und Mag- nesia, leichter.(Saures ‚schwefels. Kali,— der Rückstand bei der Sal- petersäuredestillation— ist. nur nach vorhergegangner Neutralisation anwendbar.) Die Lauge wird: alsdann. in die Erdfallbottiche gezaplt, in denen die kohlens. Erden. binnen einigen Stunden sich absetzen; die klare Lauge abgelassen,„Sälpeterrohlauge, enthält nun ‚mehr blos salpeters. Kali, Chlorkaliam und Chlornätrium, Extractivstolf, et- was kohlens. Gas, durch welches eine kleine Portion kohlens. Kalk und Magnesia in Auflösung erhalten werden. Man dampft sie in gulseisernen, oder kupfernen Kesseln, ‚mit Vorwärmekesseln, bis zu einem bestimn- ten specif. Gewicht, 50,5 bis 52,75° B. ein, wobei sich Schaum ansetzt, aus den aufgelösten organischen Substanzen bestehend, welcher abgenom- men und nach dem Abtröpfeln der anhängenden Lauge zur Salpetererde wieder gemengt wird.‘Die Lange wird nun in die Salzfallbottiche gezapft, in denen während des Abkühlens bei 45 oder 50° der grölste Theil des Chlorkaliums und Chlornatriums sich abscheidet, darauf in hölzerne Wachsgefälse geleitet, in denen Salpeterkrystalle anschie- sen. Die Mutterlauge wird abgelassen, die Krystalle mit 5 ihres Ge- wichts kaltem Wasser einen Tag lang eingeweicht, dann getrocknet; hiedurch verlieren sie 3 bis 49 am Gewicht, Die Mutterlauge, wenn sie nicht viel organische Substanzen aufgelöst enthält, kann zu der siede- würdigen Lauge hinzugefügt werden, im enlgegengesetzten Fall. aber gielst man dieselbe auf die Salpeterhaufen. [Das abgeschäumte und. sedimentirte Chlorkalium und Chlornatrium hat noch Salpeter in sich, etwa 2%, um diesen zu gewinnen, erwärmt man dieselben mit 4 bis 4 WVasser in einem Kessel auf 40 bis 50°, hiedurch löst sich fast aller Salpeter vollständig auf, aber auch 3 des Gewichts der Wassermenge an Chlorverbindungen; diese Lauge setzt man zur sie- dewürdigen Lauge,(Obige"Trennung beruht auf der gröfsern Löslich- keit des Salpeters im Vergleich mit den Chlorverbindungen in heilsem fi) 7 Di| ie, und lief mo Ye] [ya gen v4,(leer vom ‚ie Damme Far x gilichen 8 (la, m selben, rof f ll: Man Arie \ipeer, gebt Un, dann trägt ch wird ein gr Iren, welche si nd mc noch kl nichts mehr [lm Leim ab, st |{uüc kn Sellanm Imie ul sich im sthale Wellen vet malen, oder \ I, u die Arbe «| Imiderstürte K Inkrehl, bild sure irch Chlo mm mit ei saldselben in Kar(ehem mil "3 ie Sılpe Alanen unter et, IR" FÜ ronnener an ihr) m Keiltigte| if Alk? kung, Ortione IE Hanfen auf | Amen Al " Oer auch 1 It Clorna “A lırch ge zu wem stoff Nm | a ud ff Br Man Kann au Sulaugenden$} 1, und dann di, Gemisch y gi liches, du hı Kali un(Il, ulhun, un k echen Wk schnell, N ersten Fall fl, köhlens. Kalt) Rückstand hi)| gangner Nail ottiche m en sich als , enthält m mm, Extractisit tion kolılen Il npft stein Dis zu einen Ih sich Schau& end, welcheralr Lauge zur Sal lie Salzlallı 5 oder 50° de abscheidet,& Ipeterkslt N stalle mit} ln cht, dann gi )ie Nutterluzt, hält, kann Ir sngeslzen 3 und(Ilona ewinnen, ei! „f 40 bi in ‚auch ‚ds ber auge setzt m! f der grölsen ‚bindung? u W# mn Salpeterreinigung. 991 Wasser).— Die ausgelaugte Salpetererde wird zu nen Haufen ver- wandelt, und liefert nach einigen Jahren eben so viel Salpeter, wie früher.] Der so gewonnene Salpeter heifst roher Salpeter, salpetre brute,(Salpeter vom ersten Sud, salp&tre de premiere cuite); er be- sitzt eine braune Farbe, von dem enthaltnen Extractivstoff, enthält 85 bis 889 wirklichen Salpeter, 12 bis 155 hauptsächlich Chlornatrium, auch Chlorkalium, und zerfliefsliche Kalk- und Masnesiasalze,. Die Rei- nigung desselben, raffinage, geschieht auf verschiedne\Veise; in Frank- reich also: Man trägt in eine Siedepfanne 600 Kilogr. Wasser und 1200 Kil. Salpeter, giebt allmählig Hitze, und vermehrt sie endlich bis zum Sieden, dann trägt man noch 1800 Kilogr. Salpeter in Partieen hinzu; dadurch wird ein grofser Theil Chlorkalium und Chlornatrium. niederge- schlagen, welche sich nicht auflösen; man nimmt sie weg, und: setzt nach und nach noch Wasser zu, um den Salpeter aufgelöst zu erhalten. Setzt sich nichts mehr ab, so schäumt man mittelst einer Auflösung von 1 Kilogr. Leim ab, setzt nach und nach noch 400 Kil. Wasser zu. Bil- det sich kein Schaum mehr und ist die Lauge klar, so wird sie, nach- dem sie auf 88° sich gekühlt hat, in die Rührkästen geleitet, in wel- chen stehende Wellen mit Rührern angebracht sind, die in. Bewegung gesetzt werden, oder sie haben einen gegen die Mitte zu geneigten Boden, und die Arbeiter rühren mit Krücken die Flüssigkeit stets um. Durch die gestörte Krystallisation können sich nur kleine Krystalle, Salpetermehl, bilden, welches sehr wenig Mutterlauge einschlielst, also wenig durch Chlorverbindungen verunreinigt ist. Das Salpetermehl wird nun noch mit einer conc. Salpeterauflösung, die einige Stunden lang mit demselben in Berührung bleibt, sodann mit reinem Wasser in hölzernen Gefälsen mit Zapfen gewaschen, Tavage, bis letzteres als eine völlig gesättigte Salpeterauflösung abläuft. Darauf wird es in eignen Troeknenpfannen unter stetem Umrühren getrocknet, besser als durch Luftheitzung, [Die dabei gewonnenen. Mutterlaugen, die Abwaschwasser, werden einer eignen Aufarbeitung, ganz so wie die rohen Laugen, unterworfen; blos die ‚letzte gesättigte Salpeterauflösung braucht man wieder zum Reini- gen anderer Portionen,— Man hat auch vorgeschlagen, den rohen Sal- peter in Haufen auf wasserdichtem Boden aufzustürzen, und mit der Raffınirmutterlauge zu begiefsen, welche blos die fremden Salze auflö- sen wird; oder auch mit kaltem WVasser, denn dieses löst mehr Chlor- kalium und Chlornatrium auf, als Salpeter. Man reinigte früher den Salpeter durch zweimaliges Umkrystallisiren und Kochen mit Kalk, um den Extractivstoff zu zerstören und in Schaum zu verwandeln; Salpeter vom zweiten und dritten Sud, Salp. de second, troisicme ecuite. sulpe obachteten Temperatur erschen, wie viel an reinem Salpeter in jenem 332 Salpeterproben. Aber auch ein solcher gereinigter Salpeter ist noch nicht gänzlich von| ze allen anhängenden Chlorverbindungen frei, was man durch salpeters.| Mm“ Silberoxyd entdecken kann, zum Gebrauch in der Technik und Chemie Them ei : kn;/ re:: le Na jedoch hinlänglich rein. Seine Reinheit prüft man zum technischen— Behuf auf nassem WVeg, wie in Frankreich, dafs man den zu prüfen-„ll h den rohen Salpeter mit einer völlig concentrirten Auflösung von reinem m| 2 Salpeter übergiefst, welche nur die fremden Salze auflöst, nicht aber 1 h den Salpeter;(Gay-Lussac hat vorgeschlagen, durch Kohle den Salpe- Mn m ter in kohlens. Kali zu verwandeln, und dieses mittelst des Alkalimeters 1m N zu prüfen). In Schweden beurtheilt man die Güte auf trocknem VVeg,| M indem man den geschmolznen Salpeter auf dem Bruch untersucht. Ganz 1|% reiner Salpeter ist grobstrahlig, enthält der Salpeter 45 Kochsalz, so ist Ki; der Bruch weniger grobstrahlig,„5 bildet in der Mitte einen nicht N: strabligen Streifen,„45; macht nur an den Kanten einen strahligen Bruch. fo 9 In Oesterreich‘) ist folgende Methode üblich, Man löst 40 Theile ge- 1350| 2 trockneten Salpeter in 100 Theilen destillirtem VWVasser von 55° auf, DB| 2 und rührt die Flüssigkeit, in welche ein sehr empfindliches Thermome-| ne i ter, dessen Grade in Viertel getheilt sind, eingetaucht ist, um. Sobald Ih| y die Krystallisation beginnt, bemerkt man den'Temperaturgrad; mit Hülfe I m|% von durch Erfahrung gegebner Tabellen kann man dann aus jener be-| h| al IS al, \ geprüften enthalten war. Je mehr nämlich Salpeter in der Auflösung Dr She Anden Jüchen, enthalten ist, bei desto höherer Temperatur fängt die Krystallisation an, unbeschadet der mit aufgelösten fremden Salze. Die folgende, von Hufs entworfne, Tabelle zeigt, wie viel, bei einer IE£ Di Ant nie gegebnen Krystallisationstemperatur ın 100 Theilen WVasser salpeters.| i Sl nmelchen Is Brbeitzt | rl best Wall), sch | afır NND Hr Kali aufgelöst, und daher in 100'Theilen des geprüften Salpeters ent- halten ist. Diese Tabelle hat aber den Fehler, dafs bei ihrer Entwer- {ung übersehen‘wurde, dals Wasser, welches Kochsalz enthält, mehr Salpeter auflöst, als destillirtes. Diese Unrichtigkeit hat aber meist für die Praxis keinen Nachtheil; die Tabelle zeigt die Salpeterproc., die man beim Läutern erhalten kann. Denn so viel sie bei stark mit Kochsalz Pisten age vermengten Salpetern zu wenig an letztern angiebt, so viel wird beim Mullnulg Raffıniren durch sich ausscheidendes Chlorkalium ete. mit entfernt. Mh Rh » Elta Te Fr au Se le Tempera.|100 Theile| 100 Theiled.| Tempera- 100 Theile|100 Theile d. a er d. Auflös.| gepr. Salp. tür! d. Auflös.| gepr. Salp. K I Tom s enthalten|enthalten an; enthalten| enthalten an Die Tori nl R. Therm. Salpeter. reinen Salp. R. Therm. Salpeter.| reinen Salp. ln N — R Tan Zaren 22,27 55,7+ 9,25 23,64 59,1| AR, eine| 8,25 22,53 56,3 9,50 23,92' 59,8\&a Teig 8.50| 22,80 57,0 9,75|. 24.21 60,5 N 8,75 23,08 57,7 10 24,51 61,3 a IUEN le|| 1025 ans| 02| Bryan m| Sm *) Scholz, in den I. 8.%. K. per. Bd. 1.8. 408.| nn | el \ | och nicht Kin man durch sl r Technik nill Man zum te, $ man den 1 ii Auflösng Von ze auföst, nid rch Kohle da ü ittelst des Alk, te auf trocken uch untersul; er 5 Kochzl, der Mitte em einen strahlgal lan löst 40 74), VVasser von ji findliches Th ucht Ist, um,) peraturgrad: ni! ın dann auı jan yern Salpetr in ‚eter in der Auf die Krystalitn igt, wie viel, he len Wasser sl prülten Salptı dafs bei ıhrer Div Kochsalz enthil, eit. hat aber nt Salpeterprot, den bei stark mit t, so viel vb etc, mit entlent — 0 Theile 100 Ihi ‚ Auflös. othalten\€ alpeter: —;—,,- IE 39 ya Al u) 8. Salpeterproben, Eigenschaften des Salpeters. 7 ae Fe DS ET 339 Tempera- 100 Theile! 100 Theile d. Tempera- 100 Theile)100 Theile d. dar d. Auflös.| gepr. Salp. an d. Auflös, gepr. Salp. enthalten| enthalten an enthalten| enthalten an R.'Therm, Salpeter,| reinen Salp.| R. Therm. Salpeter.| reinen Salp. —- 10.50 25.12 62,8—+ 15.50 31,83 79.6 10,75 25.41 63.5 15,75 32.21 80,5 11 25,7 64,3 16 32,59 81,5 11,25 26,02 65 16.25 32,97 52,4 11.50 26,32 65.8 16.50 33.36 83,4 11,75 26,64 66.6 16,75 33,19 84,4 12. 26.96 67.4 47 34,15 85.4 12.25 27,28 68.2 17.25 34.55 86,4 12.50 27,61 69 17,50 34.90 87,4 12,75 27,94 69.8 17,75 35,38 83.4 13 28,27 70.7 18 35,81 89.5 13.25 28,61 71.5 18.25 36.25 90,6 13.50 28,95 72,4 18,50 36,70 91,7 13.75 29,30 73.2 18,75 37.15 92,9 14 29,65 74,1 19 37,61 94 14.25 30,00> 19.25 38.08 95.2 14.50 30.36 75.9 19,50 33.55 96,4 14.75 30,72 76.8 19,75 39,03 97,6 15 31,09 ATEM. 20 39,51 98,8 15,25 31,46 78,6 20,25 40 100,] Der Salpeter krystallisirt in 6seitigen Säulen, mit 4 schmalen und 2 breiten Flächen, auf letztern eine 2flächige Zuschärfung aufgesetzt. Die Kıystalle zeigen Längenstreifen, enthalten in der Längenaxe kleine Spalten, in welchen sich Mutterlauge befindet; specifisches Gewicht 1,93 bis 2,0. Er besitzt einen kühlenden, bitterlich-scharfen Geschmack, ist geruchlos, luftbeständig(nur dann wird er feucht, wenn er zerfliefsliche Salze enthält), schmilzt vor der Rothglühhitze bei 350°, ist dann öl- artig diekflüssig, gesteht nach dem Erkalten zu einer festen, im Bruch grobstrahligen Masse(vergleiche oben Seite 332), welche man ehemals Prunellensalz, Sel de prunelle, Sal prunelle, auch Crystal mineral nannte. Erhitzt man ihn stärker, so zersetzt er sich leicht, und liefert Sauerstoffgas, indem salpetrigs. oder selbst Stickstoffoxyd- Kali zurück- bleibt(vergl. vorn beim Sauerstoff Seite 76 und 325). Es ist daher grofse Vorsicht nöthig, wenn man den Salpeter schmilzt, um ihn in Kuchenform zu iransportiren,(was allerdings, wegen Austreibung der Mutterlauge, eine Ersparnils an Gefälsen und Fracht bedingt), damit nicht ein Theil desselben sich entmische, Er löst sich in 7% Theilen Wasser von 0°, in fast 3% Theilen von 18°, in 1% von 45°, und in we- niger als 4 Theil Wasser von 979 auf, wenig, in absolutem Alkohol gar nicht auf. Er besteht aus: 46,55 Kali und 53,45 Salpeters, Mit Kochsalz gemengt in Wasser gelöst zerseizt In Weingeist löst er sich sehr 334 Knallpulver, Schnellflufs, Schiefspulver. sich ein Theil Salpeter, indem sich salpeters. Natron und Chlorkalium bildet. Streut man ihn auf glühende Kohlen, so befördert derselbe durch Sauerstolfgasentwickelung das Verbrennen derselben(verpufft), eben so geschieht es auch mit Schwefel; wenn man eine Mengung beider in einen glühenden Tiegel trägt, so erfolgt ein augenblickliches heftiges Verbrennen. Phosphor mit Salpeter gemengt kann durch einen Ham- &, unter heftigem Knall, entzündet werden. Man wendet den Salpeter an, 1) zur Darstellung des Pulvers, des Knallpulvers, Schnellflusses ete.; 2) zur Bereitung der Schwefelsäure; 3) zur Darstellung der Salpetersäure; 4) in der Glasfabrikation; 5) in der Mediein; 6) zur Bereitung verschiedner Arzneimittel; 7) zur Dar- stellung des chroms. und arseniks. Kalis; 8) zur Bereitung des reinsten kohlens. Kalis, des sogenannten weilsen Flusses; 9) zum Einpökeln des Fleisches,(Schlackwürste); 10) in der Landwirthschaft zur Conserva- tion der Getreidearten ete. Man bezieht ihn meist aus Ostindien, wo er zu wohlfeilern Preisen geliefert wird, als man ihn bei uns schaffen kann. merschlas [Knallpulver, poudre fulminant, fulminating powder; mengt man d Theile Salpeter, 1 Theil Schwefelpulver und 2 Theile Pottasche und er- hitzt das Gemeng, so erzeugt dasselbe einen hefügen Knall so wie der Schwefel geschmolzen ist. Die gewaltsame plötzliche Entwickelung von Stickstoffgas aus der Salpetersäure erzeugt den Knall, während sich schwe- felsaures Kali bildet.— Schnellflufs, poudre de fusion; man mengt 3 Theile getrockneten Salpeter, 1 Theil Schwefelpulver und 1 Theil Sägespähne mit einander. Bringt man in dieses Gemisch eine Kupfer- oder Silbermünze und zündet dasselbe an, so schmilzt diese ein; dies ist daraus erklärlich, dafs sich geschwefeltes Kupfer, oder Schwefel- silber bildet, welches leicht schmilzt.] Schiefspulver, Poudre& tirer, Gunpowder. Zur Verfertigung des Pulvers gehören 3 Ingredienzien, Salpeter, Kohle, Schwefel. Von der Reinigung des Salpeters war im Vorhergehenden die Rede; ein Ge- halt an Kochsalz im Salpeter hat den doppelten Nachtheil, erstlich dals Kochsalz kein Sauerstoff lieferndes Salz ist, welches also das Ver- puffen nicht befördert, und zweitens, dafs dann auch salpetersaures Na- tron mit vorhanden ist, welches feucht wird, und dadurch das Pulver verschlechtert. Was die Kohle betrifft, so ist nicht jede gleich brauch- bar, man giebt den leichten, trocknen und wenig Asche gebenden Koh- len den Vorzug, der Kohle aus dem Faulbaum-, Hasel- und Weiden-, Ellern-, Pappeln-, Kastanien-, Lindenholz; festere Kohlen sind nicht so fein zu zertheilen, entzünden sich schwerer.(Vergleiche vorn beim Koh- lenstoff Seite 116). Nicht allein auf die Qualität des Holzes zur Koh- lenbereitung kommt es an, sondern auch noch hauptsächlich auf die Art Js ‚Torahlung: N | m Kolle vor | rt Terohlungst m werden, d kl des Pulne I An der] „halversalz, B Tischrilen Pal Infisches Ni Inzösisches un » ron v0 dad Indisches Dartfore Iimer gschllfnes A ADINDITNUCHIPREEE | Oeieliches N | DeDatellune d \ Anz renden | Atmldrc ein I | tan oder Mi | della, beide, s erbrnln Neneer A ler rend dar, als, ar, td, und | Akte In af. NM nreleneht (SEE #2 le hmefe "Ra en Ton N IM f EINEN Im 7 Mil Masten f un M ANcken I," Temutte „., Me Amen y Ad u Ispuloer, Nat{ron und Oil| beft Irde rd Kl be n(Terufl)£ { ine Neem MM augenblicklich kann durch; rde n, K Ulung des? ton tung der Seln, 1 ww; T Glasfahrl; ni zneimittel: 7 f Bereitunz% 9) zum Ei irthschall u ist aus Ost ın bei unsschd powder; na Thesle Pott 1 all, während e de fusin; na welelpulrer \ es Gemisch ein I N 4{ schmilit 06 Kupfer, oder Dir n w de r, Li Kalle, Schmek en dit Jie Relt! nd N ‚chthei„en weiches 4° 1 1 m noters aul N Sal} a Asche gei _Hasel- nd e Kohle sl neleiche 1! des Bois! zpisäohlel } al SEEN in n SER A-” ee ven Ping Sr er ren-- rennen = N Seas P”r r> 75 ee. EN ERrTTE WER Schiefspuler, Darstellung: desselben. 335 der Verkohlung. Man zieht die durch Verkohlung in verschlofsnen Gefifsen erhaltne Kohle vor, zu welchem Ende man Oefen erbaut, in denen’ ei- serne Verkohlungsgefälse eingesetzt werden."Der Schwefel muls gehörig geläutert werden, damit die fremden, erdigen Theile nicht mit in die Mischung des Pulvers gelangen. In Betreff der Mischungsverhältnisse dieser 3 Stoffe zur Pulverberei- tung, Pulversalz, so arbeiten die Pulvermühlen nach sehr verschied- nen Vorschriften. Bestandtheile. Pulversorten. Salpeter. Schwefel. Kohle. Preufsisches Militärpülver....2..e0oaceseeo 75 11,5 13,5 Französisches und englisches............. 75 12,5 12,5 » von Champy No. 2........ 80 5 15 » Jagdpulver von Bouchet.... 78 912 12,83 Englisches Dartford-powder.seeeeseeensne 79,7 7,52 12,48 Berner geschliffnes..... a ya ae Er ur Er Eee 76 10 14 Schwellisches:..n iur. 2 Bar 5.7 9 15 Oestereichisches Musketenpulver:......... 72 16 re Die Darstellung des Pulvers in den Pulvermühlen, poudreries, ist im Allgemeinen folgendermalsen: der Salpeter, in kleinen Krystallen ralfı- nirt, wird durch ein Drahtsieb geschlagen, der seläuterte Schwefel durch ein Stampf- oder Mühlwerk mit hölzernen Läufern zerkleinert, ebenso die Kohlen, beide, so auch der Salpeter, gesiebt. Man Nor, nun die erforderlichen Mengen ab und verfährt auf verschiedne Art, Erstlich, von Alters her wendet man zum Zerkleinern und Mengen der Masse Stampfen, pilons, an, welche mit einem metallnen(bronznen) Schuh beschlagen sind, und in einem eichnen Trog sich auf und ab bewe- gen; jeder Trog fafst 43 Pfund. Zuerst giebt man die Kohlen hinein, mit Wasser angefeuchtet, um das Stauben zu vermeiden, sodann den Salpeter und Schwefel. Alle Stunden wird die Masse mit kupfernen Spaten aus einem Trog in den andern gebracht, hin und wieder ange- feuchtet(besonders im Sommer), bis naeh Verlauf von 14 Stunden die Masse gehörig fein und innig gemengt ist. Statt der Stampfen bedient man sich auch der Läufer und Walzen. Man läfst auf einem horizontal gelagerten Bodenstein aus Marmor, welcher mit einem hölzernen’ Rand versehen ist, vermittelst marmorner Läufer, die‘an einer stehenden Welle mit zwei Armen sich vertikal bewegen, den Pulversatz zerreiben; zwischen ihnen sind kupferne Abstreichmesser angebracht; um die steife Masse abzustreichen, damit sie sich besser mengen und zerkleinern lasse. Man hat auch auf eichnen Bode nplatten Brorind Läufer sich bewegen lassen. Die Walzwerke sollen die Masse nicht so erhitzen, als die I 336 Schiefspuloer, Darstellung desselben. Stampfen, weil hier stets andere Stellen abwechselnd anter die Wal-ı zen kommen und nicht, wie bei erstern, stets dieselben Punkte getrof- fen werden. Jedes Steinchen.ist bei dieser Bearbeitung Gefahr bringend. Endlich geschieht auch wohl das Mengen auf die Art, dafs man die gepulverten und gesiebten Materialien nebst bronznen Kugeln in Tonnen thut, welche durch ein.Mühlwerk um ihre Axe gedreht werden können. Das Gemeng wird mit 149 Wasser gemengt, um gekörnt zu werden, vorher aber noch geprelst; Champy's Methode. Der durch die so eben beschriebnen Operationen erhaltene Teig, päte, gäteau, wird nun ge- körnt; dies geschieht auf verschiedne Art. Der Teig wird ein Paar Tage getrocknet, dann auf Siebwerken, grenoir, gebracht, hölzerne Kisten mit einem Boden aus Pergament mit vielen kleinen Löchern, oder mit durchlöcherten Kupferblech; um die steife Masse durchzupres: sen, dient eine hölzerne Scheibe, Läufer, linsenförmig, mit abgerunde- ten Flächen, kleine Kugeln, die sich auf der Masse hin und her bewe- gen, oder hölzerne Cylinder, die durch Krummzapfen in den Kästen be- wegt werden, während das Sieb durch das Mühlwerk in schüttelnder Be- wegung erhalten wird. Da aber auf diese Weise das Korn nicht gleich- förmig genug ausfällt, auch Mehlpulver sich erzeugt, so bringt man das Ganze nach dem Trocknen auf ein Sieb, egalisoir, durch welches das Mehlpulver und die kleinen Körner abgesondert werden, sodann auf ein zweites, durch welches die groben Körner nieht hindurchgehen. Kano- nen- und Sprengpulver pflegt man auch wohl auf folgende Art zu körnen. Die Masse wird, so wie sie von der Mühle genommen wird, in Tücher eingeschlagen, mit einer hydraulischen Presse stark geprelst, und die fe- sten Kuchen zwischen kanellirten bronznen Wellen zerquetscht, darauf durch eine eigene Maschine zerkleinert, und dann gesiebt. Das Mehl- pulver sowohl, als die grölsern Körner, werden dem Pulversalz wieder zugemischt und noch einmal gemahlen. Soll das Pulver nicht noch ge- schliffen werden, was nur mit dem Jagdpulver zu geschehen pflegt, so wird es getrocknet. Dies geschieht entweder durch die warme Luft im Sommer, bei heitern und windstillen Wetter, in Trockenhäusern mit Glasfenstern; zu dem Ende breitet man es auf Tischen aus, die mit Leinwand belegt sind; oder mittelst heilser Wasserdämpfe, die man un- ter den Trockenplatten von Metallblech hinleitet; oder mit heifser Luft von 50 bis 60° C., mit weleher'man die Trockenzimmer, in denen das Pulver auf Leinwand ausgebreitet liegt, erwärmen kann. Nicht selten, wenn man zu viel Wasser zum Benetzen angewendet hat, findet man Salpeter in kleinen Krystallen auf den Körnern ausgewiltert, was nach- theilig ist, indem das Pulver sich schnell in Staub verwandelt. Nach dem. + m | | Pıber, ir Jehulver | ‚ll erden, j sch vlg ge ulg Tonne, Ww hi kun, Inden a! vollbracht W| Ind werden; | | 1y ine wird 13 |} yJllelen ver Dh Pulver ent Tnnschalten e ea I Nüsse an; 68 1 | yim leicht erei sende, 80 aRüestand zu. | schmaner Rücks | dn Paseln 3 ls Der seine al alberahrt Yale va mber ein alt, as tmckuen vl verpackt | Hule Nimer s mild kiue Pulve mit da Pılver n Fee entlern I Mt an Lanter j ala deshal 0 Ntnlser ul Med, Il U nl abtı je | ln, im y | h UN] kurz / il Pılve in 1 Il), |. a Ca fir Bi Mann '\ del ek {Ag I, 1, Sl sselben, Pulver, Eigenschaften u, Aufbewahrung desselben. 337 hse]| SEINK Anlar In 5.& “ dem Trocknen wird es durch feine Haarsiebe geschlagen, um das ent- die St[ben Pıyl; ha standne Mehlpulver. abzuscheiden,'&poussetage. Soll das Pulver noch en: veitune Gehlrı: a. E 5 in ee f geschliffen werden, lissage, so geschieht dies also: man schültet das ii die; Rdık a 5 Nznen Rural,\n Kt dre ht Wwenim noch nicht völlig getrocknete Pulver in eine mit gewalztem Blei ausge- schlagne Tonne, welche durch ein Mühlwerk um ihre Axe bewegt werden kann. Indem nun mit einer gewissen Geschwindigkeit diese Be- um eelönt,... 1% 17% 5 D SER wegung vollbracht wird, reiben sieh die Körner aneinander und an dem “x urch der Blei ab und werden glatt; darauf wird das Pulver getrocknet, gesiebt ele, , frätenu, ven Das Abschleifen vermindert das Abschmutzen, das Feuchtwerden, ge- )er Teie wın schliffnes Pulver entzündet sich aber schvrerer. rs gebral Eigenschaften ‚eines guten Pulvers. Es besitzt eine bläulichgraue vielen Kl Farbe(Schieferfarbe), eine dunklere, schwarze Farbe zeigt zu viel Kohle reife Masse d oder Nässe an; es muls ein rundliches, gleiches Korn haben, darf sich nförmig, nit nicht zu leicht zerreiben, abfärben, keine harten Theile enthalten. Wird asse hin ul] es angezündet, so muls es sich schnell entzünden ohne zu prasseln, ohne iplen in den ki einen Rückstand zu lassen, und die Unterlage zu versengen; ein gelber werk in schitt oder schwarzer Rückstand zeigt Uebersehufs an Schwefel oder Kohle an, e das Korn nid: so wie das Prasseln Feuchtigkeit, fremde Salze im Salpeter. Soll aber uet, so brntn ein gutes Pulver seine vorzüglichen Eigenschaften behalten, so muls es ;oir, durch n sorgfältig aufbewahrt werden. Gleich nach dem Trocknen wird es in werden, sodın Säcke von grober Leinwand, Drillig, geschültet, welche in sehr gu ge- t hindurch: arbeitete, aus trocknem Holz. verfertigte Fässer, deren Fugen mit Papier folsende Ann) verklebt sind, verpackt werden. Da aber sowohl Leinwand als Holz hy- ee groskopische Körper sind, und dadurch. das Pulver verderben kann, so rk geprest m wird das feinere Pulver in ledeıne Beutel geschüttet, in Fässer einge- spundet; das Pulver muls von Zeit zu. Zeit umgepackt. werden. Dals Kr Pulvermagazine entfernt von bewohnten Orten angelegt werden, ohne Io Polrenks Gewölbe(ausgenommen in Festungen), umgeben mit einem Erdwall, | dem IUruN. 5 er».. Polver ih Blitzableitern an Lantennen, ist bekannt. Sie müssen möslichst trocken 15 FUIVer dl R Br sein, man pflegt deshalb stets gebrannten Kalk in denselben zu vertheilen. on oeschehen IiH° u Um Schielspulver zum Entzünden zu bringen ist eine Temperatur urch die Waltı z a Tui f Tischen ab rdi pie, url von 215° hinreichend, eine Wärme, welche von der Glühhitze noch ziemlich entfernt ist; ist das Pulver feucht, so erfolgt erst bei 330% die Detonation, also kurz vor der Rothglühhitze des Eisens. Durch eine r Flamme läfst sich Pulver schwerer entzünden, als von glimmenden koh- ligen Substanzen, im Wasserstollgas gar nicht, im Stickgas schwierig, nzimm.. A i} NE& s tum in kohlensaurem Gas ziemlich leicht. Durch einen heftigen Schlag mit Inn,®. N ien ka einem schweren Hammer auf einen Ambos kann Pulver entzündet wer- let hal,:‘ n A: n x. 7 D ven den, eben so durch elektrische Funken, Stofs von Eisen gegen Messing, ” ge E grewillt Kupfer, Marmor, Messing gegen Messing, Blei gegen Blei, selbst gegen } opanl!< aub ve ‚a 22% 338 Entzündung des Pulers, Producte derselben. ae... en Holz, wenn es äufserst heftig geschieht*); ebenso wenn man Quarzkör-„ed ' Jr Versut ner unter Pulver mengt und ein schweres Quarzstück darauf fallen Hälfst, gar| Sobald als ein glühender oder brennender Körper mit dem Pulver„üchirs in Berührung gebracht wird, fängt die Kohle Feuer und augenblicklich MI N erfolgt die Detonation. Es erzeugen sich in Folge dieses chemischen ya I Prozesses mehrere luftförmige und feste Produete, als kohlensaures und„hi ic st Kohlenoxydgas, Stickgas, schwefligsaures Gas, Wasserdämpfe bilden ge Bil: sich; an festen Producten entstehen: schwefels., kohlens. Kali, haupt- zwi sächlieh Schwefelkalium, welche mit etwas Kohle gemengt zurückblei-' ANAND ben; der Sauerstoff der Salpetersäure im Salpeter, welche hierbei: ganz Til Pulver zerselzt wird, erzeugt mit dem Kohlenstoff kohlensaures und Kohlenoxyd- Ida voll gas, mit ein wenig Schwefel schwefligsaures Gas und Schwefelsäure, zu einem be die sich mit Kali verbindet, während der gröfste Theil des Schwefels gudfener ab sich mit dem Kalium des Kalis im Salpeter zu Schwefelkalium vereint,|. gl, sndem ei so wie auch ein Theil Kali sich mit Kohlensäure verbindet. Stickstoff I fm Zindrü gas wird aus der Salpetersäure, Wasserdämpfe theils aus dem im Pul-| ah under ‚ ver vorhandnen hygroskopischen Wasser, theils aus dem WVasserstolf ulere os 2 der Kohle und Sauerstoff der Salpetersäure erzeugt. Die Erzeugung von| zulishmyse Schwefelwasserstoffgas in Folge der Bildung von Schwefelkalium: ist er- nem bed: klärlich. Die treibende'Kraft des Pulvers hängt ab von der grolsen il den d Menge luftförmiger Produete, welche sich durchs Entzünden.dessel- Inland Äuehse] ben bilden. Es entstehen nämlich aus einem Raumtheil Pulver mehr| mins. als Tausend Raumtheile gasförmiger Produete, welehe im Moment des| nllkm Pl Entstehens auf den kleinen Raum des Pulvers eingeschlossen sind, und daher mit einer gewaltigen Spannung nach Ausdehnung streben, die Ku- gel fortschleudern, oder den Fels sprengen.| [Um wie viel die erzeugten luftförmigen Producte im Gegensatz des Pul- ı vers sich ausdehnen, ist noch nicht mit völliger Sicherheit bekannt; ba nen Rumford glaubte, die treibende Kraft hauptsächlich den Wasserdäm- bl kt pfen zuschreiben zu können, denen er eine 50,090 Mal gröfsere Span- Inkl I nung zuschrieb, als der atmosphärischen Lafts]. FAN Die Kohle bedingt die hauptsächlichste Detonation durch den Sal- N peter, es würde sich aber ein solches Pulver ohne Schwefel nicht"m P schnell genug durch und durch entzünden, dies bewirkt der Schwefel-„0 ge zusatz, der allerdings zur Erzeugung von Gasen kaum etwas beiträgt, wo- Anal gegen die Kohle kohlensaures und Kohlenoxydgas liefert. Salpeter und Be Schwefel ohne Kohle geben ein schwerer entzündliches, langsam abbren- it ish nendes, weniger kräftiges Pulver. Die Gröfse der Pulverkörner hat ei- h_ I EENENN Ni, *) Aubert’s Versuche in D. p. J. Dd. 21. Ss. 364. hi,® | Ned - Your iote dersellen ensn wenn na N araslück daten AU T Ki per mit in 5 Fer uer Und am ı Folre di dlese N u8, Waren mn Kolıle seen? n yeter, welche 1] ul jensaures und] 8 Gas und Sr mn, Viste Ihe dal zu Schwehl| äure verbin,\ fe theils an dr eils aus den\ rzeuet, Die ine: von Schwelth IM jänet ab r durchs Entzinda n Raumthal Pı rs eingeschlossn sdehnunz streben,& uete ım Gegen -Ilioer Sicher NCHT hlich den In 30.090 Mal gr ] t,) Jet Inalion di h ver ohne Schmi os bemirkt kaum etwas Ki; le 15 Jie fer, N ‚3, RSS ZT ER EEE Entzündung des Pulers, Pulverprober. 339 nen bedeutenden Einflufs ‚auf die Heftigkeit der. Detonation, wie viele angeste ‚Ilte Versuche hinlänglich gezeigt haben. Der. nach dem. Abbren nen des Pulvers bleibende Rückstand‘an Salzen, Kohle ete. ist ein kräl- tiger Pyrophor; j je unvollkommner das Pulver verbrennt, desto'mehr bil- det sich davon. Es ist eine schwarzgraue Masse, wird schnell feucht, und erhitzt sich schnell in Wolle oder Papier eingepackt bis zum Ent- zünden der Hülle; an der Luft längere Zeit gestandne Masse wirkt nieht mehr pyrophorisch. Das enthaltne Schwefelkalium ist die Ursach die- ser ‚leicht gel[ährlich. w erdenden Wirkung(verglei iche vorn ‚Seite 93), Wird Pulyes auf ein Häufchen geschüttet und angezündet, so ver- brennt es. vollständig ohne ‚bedeutende Explosion, stampft man es dage gen in einem Gewehr, Geschütz fest ein, setzt die Kugel oder Pfropfen auf und feuert ab,.so verhrennt es mit heftigem Knall, aber nicht voll- ständig, sondern ein Theil wird unverbrannt, herausgesehleudert. Wegen des festen: Eindrückens entzündet sich. nämlich, ‚dasselbe nicht augen- blicklieh, sondern indem von hinten. die Explosion"beginnt, wird. das vordere vorwärts getrieben, und verbrennt theils noch im Lauf, tlheils wird es'herausgeschleudert,„ohne. zu, verbremnen,; Die, neuern Perkus- sionsgewehre, bedingen dagegen ein vollständigeres Entzünden, der Pul- verladung, indem die Detonalion des Knallquecksilbers einen kräftig'zün- denden und durchschlagenden. Feuerstrahl erzeugt, ‚so, das man mit einer 2 seringern Ladung denselben Effect erreicht,(Von der Anwendung, des chlors. Kalis zur Pulverfabrikation war; bereits Seite 324 die Rede.) [Man prüft die Stärke(treibende Kraft)‘des Pulvers theils im Kleinen mit einer sogenannten Pulverprobe,€prowvette, einer Art Pistole,"an welcher ein in‘ Grade"eingetheiltes Rad’ arigebracht ist, welches‘ von einer Feder gehalten wird. Das ım Lauf befindliche Pulver muls nun beim Abbrennen: einen am ‚Rad ‚befestigten ‚Arm, welcher die Mündung bedeckt, zurückstofsen, und dadurch wird ‚das, Rad um ein'gewisses herumgedreht. Im grölsern Maafsstab: gebraucht man Probemortiers, mortiers-eprouvettes, um zu ‚sehen wie weit bei 45° Elevation das Pulver eine Kugel treibt. Diese Probe verdient den Vorzug vor evster. Auch hat man Pulverproben in Form yon Federwagen, eprouvettes & main de Regnier, Pendel mit Gradbogen, fusil-pendule eic. Die Methoden Pulver zu analysiren findet man kurz angegeben in Ber- zelius’s Lehrbuch'd. Chemie Bd. 2. S. 470.' 8 Gebrauch des Pulvers‘ zum Schiefsen,'Sprengen von Gestein) Bau- werken, Baumwürzeln,‘zum Reinigen der Luft in lang versehlofsnen Räumen, zu Feuerwerken; Fanalen;;(zum; Treiben von Maschinen, Ext plosionsmaschinen ‚'wo,;durch das; Entzünden von Pulver Bewegung er- zeugt und mitgetheilt wird.) Zum Behuf der Feuerwerkerei, pyr0- technie, werden dem Pulver noch eigne ‚Zusätze. beigemischt, ‚oder ın 99* 340 Cyanigs., kiesels. Kali; Kieselfeuchtigkeit. andern Proportionen‘Schwefel, Kohle und Salpeter gemischt. Man braucht dazu Eisen-, Kupfer-, Messingspähne, Zinkfeilich, Schwefelspiels- glanz, Schwefelarsenik, Blutstein(Eisenoxyd), Bernstein, Kolophönium, (für Theaterfeuer auch salpeters. Strontian, chlors, Kalı,) Grünspan, Kupfervitriol, Salmiak.— Rothfeuer für Theater: 40 Theile salpe- ters, Strontian, 13 Schwefelblumen, 5 chlors. Kalı, 4 Schwefelspiels- elanz. Weilsfeuer Salpeter 48 Theile, Schwefel 131, Schwefel- spielsglanz 74; oder 24 Salpeter, 7 Schwefel, 2 Realgar; 16 Salpeter, 12 Mehlpulver, Gufseisenspähne, 8 Kohlenstaub. Blaufeuer Mehlpulver 4 Theile, Salpeter 2, Schwefel, Zinkpulver 3 etc.— Ruggieri elemens de pyrotechnie, 3me edit. Paris 1821. 5 Cyanigsaures Kali, Cyanite de Potasse, C. of P. Durchs Glühen von wasserfreien Cyaneisenkalium mit Braunsteinpulver. Die Masse wird mit Alkohol ausgekocht, worauf das Salz krystallisirt. Es bildet farblose Blättchen, schmeckt kühlend, löst sich leicht in WVasser auf, wird durch kochendes zersetzt, indem kohlens. Ammoniak ent- weicht und köhlens. Kalı zurückbleibt; es besteht aus: 57,84 Kalı und 42,16 cyanig. S.] Kieselsaures Kali, Silicate de Potasse, S. of P. Kali kann sich in mehrern Verhältnissen mit Kali verbinden, mehrere solche Verbindungen kommen im Mineralreich mit kiesels. Thonerde, kiesels. Kalk, im Feldspath, Glimmer,(Leueit, Apophyllit, Chabasie, Harmotom, Eläolith), vor, in welchen die Sauerstoffmenge der Kieselerde zu der des Kali sich verhält= 2, 3, 6:1. Von den wichtigsten derselben wird bei der Thonerde, beim Kalk ete, die Rede sein. Durch Kunst kann man verschiedne Verbindungen des Kalis; mit Kieselerde darstellen, als z. B. das Glas, verre, glace, glafs, von,'welchem beim ‚kiesels. Natron ausführlich die Rede sein wird, indem auch kiesels. Natron als Glas auftreten kann.» Hier soll nur des\WVasserglases und der Kiesel- feuchtigkeit gedacht werden, Kieselfeuchtigkeit, Liqgueur des caillour, Liquor Silicum, durchs Zusammenschmelzen von 1 Theil Quarzpulver und 3 Theilen kohlens. Kali. Eine durchsichtige, farblose(grünliche) Glasmasse, löst sich in Wasser leicht auf, wird an der Luft feucht, und setzt mit einer Säure vermischt Kieselerdehydrat als eine gallertartige Masse ab. Man bedient sich derselben, um reine Kieselerde: darzustellen(siehe Seite 265) und bildet sie bei jedem Aufschlielsen Kieselerde enhaltender Fos- silien; zu dem Ende werden dieselben fein gepulvert mit 3 bis 4 Thei- len kohlens, Kali(oder Natron) gemengt geglüht. Wasserglas, von Fuchs 1818 beschrieben‘), erhält man durchs ”) D: Pr% Bd, 17. Ss 465. (ut zit Pıfche nlulb,| ct ‚nich ih srlandne ı 1b gold 11(jnmasse Je von el yo 0 d ‚Ir Dtsche 31, Tiger Di | udemd is Ira Portionen on Gewicht l | Wie de | slirnd, regir | le 80 wa | alien. Ali | slide Alanas | dh Kohlasiue de © Amnhelent sie | sh, Lnmand N werd eilt, | aan cr mad ame fo Tin, Kndemsche Ihe ki Lomnd, Id, Deka bang, db nicht Im Ilner Kia ilerzore Iy ln, Sad u Kelım( üih m Ki ul } en Un h Kr] ., Mermef Ü M Nu) ! Alm Ta RENT EN SS©: De RE Te 5 EI=: En a FRE FR RARTe Rn= ae 2 En NE DER a BEE ER HET non htigei, Wasserglas, Natrium. 341 IPeter Remisch,\ı it}<.€ N.- felich.& Zusammenschmelzen von 3 Theilen feinen Quarzsand, 2 Theilen gerei- y OCliwell, RAR, nigter Pottasche und# Kohlenpulver; der Zusatz von letzterm ge- lors, Kal ı schieht deshalb, um die Schwefelsäure, welche in dem in der Pott- it asche befindlichen schwefels. Kali enthalten ist, zu zersetzen, und Kalı, 4 Sc so alles vorhandne Kali zu benutzen. Die durch längeres Schmelzen er- welt! 13°,% haltne Glasmasse ist grauschwarz, porös, verliert an der Luft durch Realkarı 168, Anziehen von etwas Wasser ‚den Glasglanz; setzt man sie im gepulver- laufen) ten Zustand an die Luft, so wittern die fremden Salze aus, welche «— Rugein in der Pottasche noch enthalten waren, und lassen sich dann durch kaltes Wasser leicht abspühlen. Darauf löst man das gepulverte Was- Eh serglas in 5 bis 6 Theilen kochenden Wasser auf, indem man es in Braunstenpdh,| kleinen Portionen hinzusetzt. Die Auflösung kann man zur Syrupsdicke, Salı kr specik, Gewicht 1.25, eindunsten‘; in diesem Zustand wird sie von der sıch lacht] Kohlensäure der Luft nicht‘verändert, wohl aber dünnflüssig. Sie ist len Anand 4 opalisirend, reagirt und schmeckt alkalisch, und enthält bei obiger Diehtigkeit 282 wasserfreies kiesels. Kali, läfst sich mit Wasser beliebig verdünnen. Allmählig eingetrocknet erhält man eine farblose, durch- nr Al TI, t aus: dulth Sypk scheinende Glasmasse, von muschligem Bruch, Glasglanz, welche durch den, mare die Kohlensäure der Luft nieht verändert wird. Is. Thonenl Man bedient sich dieses Wasserglases als Ueberzug für Gegenstände ; Chabasıe, In aus Holz, Leinwand, Papier, um sie dadurch vor dem Anbrennen zu der Kieser schützen. Sie werden mit einer Auflösung des Glases bestrichen, wel- cher irgend eine feuerfeste Körperfarbe hinzugeseizt wird, als Kreide, Thon, Knochenasche, Glaspulver, auch Bleiglätte, letztere ganz beson- ‚Rieselerde dir ders bei Leinwand. Hin und wieder fand man aber das Glas leicht relchem bein I abspringend, es bekam Haarrisse, welches wohl nur daran gelegen ha- ch: kiesels, Ni ben mag, dafs nicht genau nach den Angaben verfahren worden war. Iases- und dr Im neuen Müchner Theater hat man alle leicht feuerlangenden Gegen- stände damit überzogen. (7, Liu 3 ver und 31 iche) Glasma®, und s Zweites Kapitel. tige hs r. E m Vom Natrium. ustellen(NEM de en ander] Natrium, Sodium, wurde von Davy 1807 entdeckt(vergleiche ATI) das beim Kalum Gesagte); man gewinnt es aus kohlens. Natron mit einem Zusatz von Kohlenpulver aus eisernen Retorten, und bewahrt es ori gun I unter Steinöl. Es ist silberweifs, stark glänzend, specif. Gewicht 0,9722 bei 15°, bei der mittlern Temperatur der Luft ist es fest, aber weich, bei 90° 342 Natrium, Natr.suboxyd, Natr.oxyd, Natron. flüssig, wird in höhern Hitzgraden verflüchtigt;"zersetzt das Wasser ohne‘zu verbrennen, wenn es aber mit‘wenig Wasser beleuchtet wird, brennt es;(es ientwiekelt bei einer langsamen Zersetzung nicht so viel Wärme, als das Kalium, weshalb die Entzündung schwieriger er- folgt). Nächst dem Kalium hat es die gröfste Verwandischaft zum Sauer- stoff, und wird zu chemischen Analysen verwendet, Es siebt 3 Verbindungen mit Sauerstoff, von denen nur eine Ei- genschaften einer Base besitzt. [Natriumsuboxyd, dunkelgrau, brüchig(ähnlich erhalten, als Kalıum- suboxyd) besteht aus: 85,33 Natr. und 14,67 Sst.] Natriumoxyd, Protoxide de Sodium, P. of S., Natron, Soude, Soda,(Mineralalkali, Alkali mineral, Mineral-alkali) kommt in der Natur rein nicht vor, aber an verschiedne Säuren gebunden, als an Kohlen-, Schwefel-, Phosphor-. Borax-, Salpeter-, Kieselsäure, im Mi- neral-, Pflanzen- und Thierreich: mehrere Fossilien enthalten es, als: Natrolith, Sodalith, Analeim, Zeolith, Albit, Labrador, Lava, Basalt, Chabasie, Mesotyp, Mesolith, Mesole, Skapolith, Natronspodumen, Eläolith ete. Das reinste von Hydratwasser freie Natron erhält man nur allein durehs Verbrennen des Natriums.‘Eine grauweilse Masse, hart, spröde, schmilzt schwerer als Kali, verdampft schwerer als dieses, sehr ätzend, alkalisch reagirend;‘es besteht aus: 74,42 Natr, und 25,58 Sst. Natron- hydrat wird auf folgende Weise, gleich wie Kalihydrat, dargestellt (siehe oben). Man’nimmt reinstes krystallisirtes kohlens. Natron, löst es in 8 bis 10 Th. destillirten Wasser auf, und setzt X frisch'gebramn- ten Marmor, welcher vorher zu Hydrat gelöscht worden ist,, hinzu und kocht in einem silbernen Kessel. Wendet man völlig wasserfreies koh- lens. Natron an, so würden 55 Theile reinster Kalk nöthig sein.(Das wei- tere Verfahren und die Erklärung desselben ist gleich mit der beim Kali Seite 298.) durch Aetzkali das Natron ausscheiden, indem das schwefels. Kali, Man kann auch aus dem reinen schwefels. Natron welches sich dabei bildet,; ‚die Flüssigkeit wird dann zur Honigdieke eingedampft, und mit Alkohol behandelt, durch welchen jede Spur des letztern abgeschieden wird. Das übrige Verfahren ist wie. beim Kali. Das Natronhydrat, Hydrate de Soude, H. of Soda, Aetzna- tron, Caustie Soda, ist eine weilse, spröde Masse, von fasrigem Bruch, specif. Gewicht 1,536, schmilzt unter der Rothglühhitze, schmeckt sehr scharf, ätzend, alkalisch, löst sich leicht in Wasser und Alkohol aul, zieht: an der Luft Kohlensäure, wenig Wasser an, und zerfällt zu trock- hlle,[ AN hr \ In all, mil Waser, } lm ud pinige. ge ug unse ıdk 5’\ im, oder eines l orschüttet k dj änen eigelbe } N j/iung von\ aysich kein N .n hervor, die. il darauf absch Inefeh, Thonerd ln Kalalun, We Il Naromakun, Natronlauge, uf Sa, eine ' Ü\ IM behrau 1 fit, Eine irhlose, (melfnschieden 1 Kif M f 1 eınm EIED LETIEH, ka Intlle al iron Gehalt ein nn en | Ntron- im Drocente I nm nam Il 4 Ih| 389 N nn | 1 "1110 4, Amalon und N ) \ ulm 1aup M IN | Iı diesen I der King | K Mon Klks hd.» Kl y RESTE ET BEE rn FE— en Zee ar re a ee Natron, Natronlauge. 545 il; nem kohlens. Natron; giebt mit Fetten, Oelen, Wachs, Harz Seifen, Ser Il von denen erstere sich in\WVasser auflösen, letztere nicht; zerstört thie- In ui vische Gebilde, Wolle, Haare, Seide, Horn, löst Thonerde, Kieselerde, 5 SChmirn Schwefel, einige geschwedelte Metalle auf. Es besteht aus: 77,66 Natr. al zu), und 22,34 Wasser, steht in der Verwandtschaft zu den Säuren dem Kali nach. | Natron unterscheidet sich vom Kali dadurch, dafs eine Auflösung des- selben, oder eines Natronsalzes, in eine spirituöse Auflösung von Ghlor- erhalten, ak platin geschüttet keinen Niederschlag erzeugt, während Kalı oder Kalı- salze einen eigelben hervorbringen. Bringt man eine völlig concentrirte E* Auflösung von VVeinsteinsäure mit Natronauflösung zusammen, so eı- $., Natron, zeugt sich kein Niederschlag, Kalı dagegen bringt Krystalle von VVein- kali) konn stein hervor, die sich entweder sogleich nach dem Umschütteln, oder n gebunde, bald darauf abscheiden.(Gleich verhält sich auch eine Auflösung von Kiesel; schwefels. Thonerde, durch Zusatz von Kali entsteht der schwer lös- liche Kalialaun, welcher sich absetzt, durch Natron dagegen leicht lös- licher Natronalaun, wobei kein Niederschlag fällt.)] 1, Natroupi Natronlauge, Aetznatronlauge, Lessive caustique de Soude, Cau- stie ley of Soda, eine Aullösung des Natronlıydrats in Wasser, wird zum man chemischen Gebrauch rein, wie oben ‚schon gelehrt worden ist, ange- Masse, hats fertigt. Eine farblose, oder wenig gelbliche Flüssigkeit, deren speeil. Gewicht verschieden ist, wie nachstehende Tabelle angiebt; sie besitzt einen eignen Geruch, setzt, wenn sie sehr concentrirt ist, in der Kälte talelartige Krystalle ab. Taberre über den Gehalt einer Aetznatronlauge an Aetznatron, nach Rickter. or yyasserifes Speeif. sein,(Ui Gewicht Natron- procente Specif. Gewicht Natron- procente Specif. Gewicht procente | Natron- eich mi(1 1.00 ee B| „f Soda,> on[asrıgtu lze. sch und N 0,00 1.14 2.07 1,16 4.02 1.18 5.89 1,20 7.69 1.22 9.43 1.24 11,10 1,26 brauch, sondern hauptsächlich auch in (Bleichen). Zu diesem Behuf verfertigt man Natronlauge also. Man bedient sich der künstlichen rohen, oder gereinigten kıystallisirten Soda, 12.81 14,73 16.73 18,71 20,66 22.28 24,47 | 1.28 26.35 1.30 28,16 132 29.96 1.34 31.67 1.35 32.40 1,36 33,08 1.38| 34,41 Actznatron und Natronlauge dienen nicht allein zum chemischen Ge- der Technik zum Seifesieden Me des gebrannten Kalks und eiserner Laugefässer, wie bereits oben Seite | zerfilln 344 Natronlauge, Natr.überoxyd, Schwefelnatrium. 301 bei der Bereitung der Kalilauge angegeben worden ist. Will man rohe Soda anwenden, so muls sie erst fein gemahlen werden, läfst sich nicht leicht auslaugen, daher und weil überhaupt dieses rohe Produet bei wei- st, auch viel gröfsere Laugefässer nöthig sind, bedient man sich nicht selten, des zerfallnen gereinigten kohlens. Natrons. Auf 110 Pfund gemahlne rohe tem Transport viele Frachtspeesen und Verpackungskosten erzeu Soda rechnet man 40 Pfund frisch gebrannten Kalk. Man verfährt also: in ein Laugefals von Eisen bringt man die zerkleinerte Soda, oder das kohlens. Natron, letzteres wird eingedrückt, übergiefst es mit weichem Wasser oder schwacher Lauge. Nach mehrern Stunden wird die klare Lauge abgezapfi, neues Wasser aufgeschüttet, bis endlich nichts mehr ausgezogen wird, das Aräiometer 0° zeigt.(Die Laugen unter 6° DB. werden besonders gesammelt, und statt Wasser aufgegossen.) Diese Laugen werden sodann auf einen.Kalkäscher gebracht, d. h, auf ein mit zu Hydrat gelöschten Kalk gefülltes Fafs. Indem nun die kohlens. Na- iron enthaltenden Laugen langsam durch den gelöschten Kalk sich hin- durch ziehen, wird kohlens. Kalk erzeugt und das Natron ätzend; es werden die Laugen so lange aufgegeben, bis sie nicht mehr mit Säuren aufbrausen.°(Von den Laugebehältern sielie das oben beim Kali Seite 301 Gesagte; über die Prüfung der Lauge Seite 302, 313.) I 3) Natriumüberoxyd, Deutoxide de Sodium, Peroxide of S., eine schmutzig grüngelbe Masse, welche durchs Auflösen in Wasser sich in Natron und Sauerstoffgas zerlegt, besteht aus 66 Natr. und 34 St. Natrium verbindet sich mit Schwefel in 7 verschiednen Verhältnissen, wie das Kalium(siehe oben: Seite 303); die einzelnen Verbindungen werden auf gleiche WVeise dargestellt, und besitzen auch mit jenen gleiches Verhalten. Die niedrigste Verbindungsstufe mit Schwefel kry- stallisirt in Aseitigen Säulen, mit 4seitiger Zuspitzung, schmeckt beilsend, nach faulen Eiern, alkalisch, wird feucht an der Luft, löst sich in Wasser leicht, in WVeingeist schwer auf, oxydirt sich an der Luft zu schwefels. Natron, besteht aus: 59,12 Natr. und 40,88 Schwefel. Es löst Schwefelarsenik, Schwefelantimon auf, verbindet sich mit Schwe- felwasserstoffgas zum sogenannten hydrothionsauren Natron, Hydrosulfate de Soude, Hydrosulphuret of Soda,(Die Darstellung siche Seite 303.) Es krystallisirt in farblosen Säulen, schmeckt alkalisch bitter, wird an der Luft feucht, und oxydırt sich auch, löst sich leicht in WVasser und WVeingeist auf, entbindet mit einer Säure übergossen eine grolse Menge Schwefelwasserstoffsas.— Selen- und Phosphor- natriüm wie die analogen Kaliumverbindungen.| Chlornatrium, Chlorure de Sodium, Ehloride of S. Salz- saures Natron, Hydrochlorate, Muriate de Soude, H. or M. of Soda, Kochsalz, Steinsalz, Seesalz, Sel marin, Sel Femme, uam Sal, (gun lb el Gi | Iren,[N yerbt ul(einen, a zn Degen 3 a mol in we, Salztlon (nd Kllstei yoltich aus N) tler), TS Ihnberg(Nast ill); in€: ala, im Veber 1 jnhefFie); in alien(Zlafia, Inlon in Catalon hu(Nünhmich in A Mi, Wien vo. der it, anairliehen Al Dam, Datur, Habes in Hrlud von Tihe Na vemnnt das Petltnd ahban et, di sich au kunt lalsın Wir \ Au a voll air Ei fi, oder Men Iltumnds 1%, Uelscheinend 1, erlin "dm Almakun,} ü Urin,( "I, Hecht gell | mn ach B + Il on d Ihn “uille feucht Del dis$ Um Kirn Ute m ls AU( _— "tan,| nl Se nn FREE= u: BEIN er— a I ze er ee ER SER EB TER ELSE" Kochsalz. Steinsals. 345 U Win, den. hrs common Salt, sea salt, bay salt, rock salt:. Es kommt in grofsen Ban hi Pro,] Al | Massen als ein Glied der Gebirgsformationen vor, dem Flötzgebirge an- gehörend, es verbreitet sich über Vertiefungen und Niederungen zwi- schen Gebirgen, nicht selten erfüllt es Gebirgskessel; man findet es in Flötzen und liegenden Stöcken von grölserer oder geringerer Mächtig- = keit, auch wohl in einen bituminösen Kohlenstoff enthaltenden Thon Air eingemengt, Salzthon, begleitet von Gyps, Anhydrit, Thon, Stinkstein, Sand- und Kalkstein(Erdpeeh, bituminösem Holz). Ein Steinsalzgebirg erstreckt sich aus Oberösterreich(Ebensee, Ischl, Hallstadt) nach Steier- mark(Aussee), Tyrol(Hall), Salzburg und Berchtesgaden(Hallein), Würtemberg(Jaxtfeld, Wimpfen, Rappenau), Baden(Dürrheim, schwä- bisch Hall); im Canton Wallis(Canton de Vaux)(Bex) findet sich Steinsalz im Uebergangsgebirge; in Frankreich in dem Dept. de la Meurthe(Vie); in Galieien(WVieliezka, Bochnia bei Crakau), in Sie- benbürgen(Zlatina, Visachna), in der Moldau(Rymnik); in Spanien (Cardona in Catalonien, Poza bei Burgos in Castilien), Sieilien, Eng- land(Northwich in Cheshire). Endlich giebt es beträchtliche Salzstep- pen, Wüsten wo der Boden mit krystallinisch-körnigem Salz bedeckt ein AU ist, am nördlichen Abhang des afrikanischen Hochlands,(Steppen von Burnu, Darfur, Habesch, Dongoli) in Mittelasien, am ‚kaspischen Meer, Peraside| im Hochland von Tibet. In Peru, Chile giebt es endlich auch Steinsalz. Ku Man gewinnt das Steinsalz bergmännisch, indem man Stollen in den wi Flötz treibt und abbaut, wodurch grölsere oder kleinere gewölbte Räume en entstehen, die sich auf Salzpfeiler oder Wände stützen.— Das Salz\ nen Verb kommt theils in Würfeln vor, theils blättrig, fasrig,; derb, nicht selten n auch m körnig, durchseheinend bis durchsiehtig, zwischen Glas- und Wachs- | glanz, auch wohl nur schimmernd, specif. Gewicht 2,2 bis 3. Es ist hmect I entweder farblos, oder grau, roth, bläulich, gelb, grün; grauweils von beigemengten bituminösen Thon, roth und gelb von Eisenoxyd, blau von Manganoxyd, grün(von Chlorkupfer?). Das Steinsalz enthält aus- ser dem Chlornatrium, was den Hauptbestandtheil ausmacht, Chlorka- lium, Chlorealeium, Chlormagnesium, ‚schwefels. Kalk und Magnesia, (Die Dat Jodnatrium, nicht selten etwas bituminösen Mergel, weshalb es schon beim Zerreiben nach Bitumen riecht,(Steinsalz von Vie); es wird mei- stens beim Liegen an der Luft dureh das Chlorealeium und Chlormagne- Sure übe sium allmählig feucht. und Phospi Man benutzt das Steinsalz zu verschiednen Zwecken, das reinere zerstolsen zum Küchengebrauch, Einsalzen von Fleisch, Fischen; das „8 unreine fürs Vieh zur Salzlecke, auch unter das Futter gemischt; zum i Ir Wi chemischen Gebrauch, um daraus Salzsäure, Glaubersalz ete. zu berei- FE I... n. n eg an. N. gg ten, Häufig wird Steinsalz aufgelöst, künstliche Soole bereitet, und rin,{ n7 z Y D 346 Seesals, Gewinnung desselben. diese dann zu Siedesalz verkocht. Zu dem Ende leitet man in die Salz- kammern, im Salzstock ausgearbeitete gewölbte Räume, die sülsen Gebirgswasser hinein, und läfst sie so lange darin stehen, bis sie so viel Salz aufgelöst haben, dafs die Soole siedewürdig ist; während dem setzt sich ein thoniger Schlamm auf dem Boden ab, der das Auflösen des Salzes von der Sohle der Salzkammer hindert. Die künstliche Soole wird.dann abgelassen und verarbeitet(Hallstadt, Ischl, Hallein ete.) Kochsalz findet sich auch in Wasser gelöst, sowohl in den grolsen Weltmeeren, und zwar in denen der heifsen Zonen mehr, als in denen der kalten, in Folge der starken Verdunstung des Wassers, als auch in einzelnen Seen, endlich auch in den Soolquellen, Salzquellen, an vielen Stellen des Festlands.— Aus dem Meerwasser gewinnt man das soge- nannte Seesalz, Baysalz, an den Küsten des Mittelmeers, des atlan- tischen Oceans, der Nordsee; in Portugal zu St. Ubes, in Spanien zu Figueras u. a. a. O., in Frankreich an der Küste des atlantischen Meeres im Dept. de la Charente-inferieure, an dem’ Mittelmeer im Dept. des Bouches- de-Rhöne und de /’Herault, auch im Dept. de la Manche, in Holland, Italien, Illyrien ete, Die Gewinnung geschieht also: Man legt am Meeresstrand’ Salzgärten an, marais salans; ein grolses Bassin, dessen Sohle mit Thon festgestampft wird, kann vermittelst einer Schleuse mit Seewasser gefüllt-werden. Aus diesem Wasserreservoir jas, vaset, speist: man, nachdem das Seewasser, sich in demselben gereinigt hat, die andern Bassins, couches, tables, aires, brine-pits, welche eine grolse Fläche bei sehr geringer Tiefe dem Wasser darbieten. Sie stehen mit dem Hauptbehälter durch Canäle, gourmas, brassoures, in Verbindung, welche absichtlich sehr lang angelegt sind, damit sich in ihnen das Was- ser kläre, Im Mafsen nun das Wasser verdunstet, schielst in Kıystallen das Seesalz an, und wird herausgenommen; man läfst dann wieder frisches Wässer aus den Hauptbassin hinzu. Das so gewonnene Salz wird an der Luft ausgebreitet, damit die zerflielslichen Salze zerfliefsen können, darauf schaufelt man es in pyramidale Haufen, pilots, vaches, und be- deckt sie mit Binsen; die Mutterlauge lälst man ohne weitere Benutzung aus den Behältern ins Meer abflielsen. Die Arbeit beginnt im April und wird im September eingestellt, je heilser der Sommer, je windiger das Wetter, desto gröfser ist natürlich die Ausbeute an Salz und umgekehrt. — An einigen Orten wird das Seesalz durchs Abdampfen gewonnen, wie z. B. in der Normandie, in England(Hampshire), Zu Lymington lifst man das Seewasser erst bis auf# verdampfen, dann siedet man es in Pfannen; als Nebenproduet wird im Winter aus der Mutterlauge schwefels. Magnesia. gewonnen(siehe bei dieser).— Auch durchs Aus- frieren des Seewassers, wie in Ochotsk in Sibirien, gewinnt man Seesalz. (jy Semi eD "1, Sprasser | hm 3) Ü ufmel Kılk; hau; heidı ‚um, Drom ut der Nara I Sewsilz kt NR zuchdem di ‚dt, Das Se 1519 Kocısa ylfassens dter xdhwelek, Kal W enthält: 88| ik. 05 Chlormarı In yet al un nen abet, Ih Sal rallı | Hrln llnd, ab uch in I Sılellen,$ genauen indie des Vors a lich entlernt tinenden| U ll; Sie a, ud snthalten in, In de rı Akad mldst kol im, Ma, Chlorl ER I‘ ‚lmesin, {El man sg | 7 ds ‚uf IN Wassep| alanlı 1 kahl), und I; | A nl, ul | ale Ihr Firde ı| j A| N h alien Vemie \\ Ale, arch !) Kal ia, A Yon m SE An hol l Ne(id Net man NN det 1} Räume, if n steh) Selen, hi. Des. ın In 8 ] imeer) VL. del In cl ein v nitteist einer) UM ut[4 elche t el, Dies urcs, Il| Ku Kr N* N N gerrgeiis ur en= enter 2 a= BE FREHT rm men ee nn ur ee EEE ge url Armen Seesalz, Soolensak. 347 | Das Seewasser enthält verschiedne Salze aufgelöst, zwischen 3% bis 49, das Seewasser enthält in 1000 Tbheilen 25,0 Kochsalz, 5,3 schwefels. Magnesia, 32 Chlormagnesium, 0,2 kohlens. Kalk und Magnesıa, 0,1 schwefels. Kalk; aufserdem fand Wollaston noch schwefels. Kalı und Chlorkalium, beide höchstens 2000 der Masse. Auch enthält es noch Jodnatrium, Brommagnesıum, letzteres hat Balard zuerst aus der Mut- terlauge der Marais salans erhalten(siehe vorn Seite 222).] Das Seesalz ist von verschiedner Farbe, es ist weils, grau, röth- lich, je nachdem der Thon, welcher auf der Sohle der Behälter liest, gefärbt ist. Das Seesalz von St. Ubes erster Qualität enthält nach Ber- thier 95,19 Kochsalz, 1,69 schwefels. Magnesia, 0,56 schwefels. Kalk, 2.45 Wasser; 3ter Qualität aber 80,09 Kochsalz, 7,27 schwefels. Magnesia, 357 schwelels. Kalk, 0,2 Sand, Thon, 8,36 Wasser. Lymington cat salt‘enthält: 98,8 Kochsalz, 0,5 schwefels. Magnesia, 0,1 schwefels. Kalk, 0,5 Chlormagnesium, 0,1 unlösliche Materie. Letztere besteht aus eisenschüssigen Thon, kohlens. Kalk und Magnesia, feinen Sand”). Man pflegt auch das Seesalz zu raffiniren, es wird in Meerwasser von neuem aufgelöst, und die Auflösung, wie es mit der Soole geschieht, verkocht. Solch raffinirtes Salz, salt upon salt, wird sowohl in Nord- holland, als auch in England dargestellt. Salzquellen, Soolquellen, eaux sales, salt- waters, finden sich häufig in genauem Zusammenhang mit den Steinsalzgebirgen, theils in der Nähe des Vorgebirgs, zwischen, Hügeln und Bergen, theils aber auch ziemlich entfernt von Steinsalzablagerungen, welches von der Na- tur der angränzenden Gebirgslager, von den Ueberlagerungen des Salzge- birgs ete. abhängt. Sie verdanken wohl unstreitig Steinsalzlagern ihr Ent- stehen, und enthalten Salze in sich, die im Steinsalz gleichfalls ange- iroffen werden. In den Soolen finden sich meist folgende Salze: in freier Kohlensäure gelöst kohlens. Eisenoxydul, Kalk, Magnesia, Gyps, Erd- harz, Kochsalz, Chlorkalium, Chlormagnesium, Chlorealeium, schvwefels. Kali, Natron, Magnesia,— Man bohrt mittelst Erdbohrer nach Salzquel- len, und findet man solche, so dringt durch die letzte Gyps- oder Thon- decke das Salzwasser mit grofser Mächtigkeit hervor. Man teuft dann ei- nen Schacht ab. und läfst durch verschiedne Bohrlöcher die Soole in den Schacht einflielsen, oder man setzt unmittelbar in die Bohrlöcher die Saugröhren der Förderungspumpen ein, wodurch die Vermischung mit wildem Wasser vermieden wird. Aus dem Kunstschacht fördert man die Soole, saumure, durch Pumpensätze, und verfährt nach Malsgabe der ._——___ * 1 7 ) Analysen von mehrern Sorten Seesalz findet man in U. D. p. 610, in den Annal, de Lind, franc. T. 5. p. 240. 348 Gradiren der Soole. Grädigkeit oder Löthigkeit derselben auf verschiedne Weise. Ist Wie Soole so reich an Salz, dafs sie siedewürdig,(wenigstens 16 löthig), so wird sie sogleich versotten, ist sie aber nicht so concentrirt, so wird sie erst dureh das Gradiren auf den nöthigen Grad der Coneentralion gebracht. Da wo die Soole mit unter ihr lagernden Salzstöcken im näch- sten Zusammenhang steht, kann man dureh ein fortgesetztes Nieder- treiben der Bohrlöcher stärkere Soole gewinnen. Das Gradiren geschieht also: es werden eigne aus Holz construirte Gebäude aufgerichtet, Gradirhäuser, batimens de graduation, gradua- tion houses, welche eine beträchtliche Länge bei nur geringer Tiefe be- sitzen,(das Gradirhaus zu Salza bei Schönebeck hat eine Länge von 5817 pr. Fufs, die Dornenwände eine Höhe von 33% bis 52 F., überhaupt eine wirksame Dornenfläche von 250000 Quadratfuls. Durchschnittlich ver- dunsten im Jahre auf 1 Quadratfuls Dornenwand in Salza 16,13 Ku- bikfuls Wasser). In ihnen ist aus Dornenbündeln, von Schwarzdorn oder Schleehdorn eine ziemlich hohe Wand aufgeführt, unter welcher ein Soolbehälter aus Bohlen gezimmert liegt, in welchem sich die längs der Dornenwand von oben herunterträufelnde Soole sammeln kann. Auf dem First der Gradirhäuser befindet sich ein unbedeckter, in früher angelegten Gradirhäusern mit Dach versehener Gang, längs welchem eine offene ‚Soolenleitung läuft, aus welcher die Soole in 2 oder 4 Rinnen, die zu beiden Seiten der doppelten Dornenwand gelegt sind, sich vertheilt. Diese Rinnen haben viele Hähne, durch welche die Soole durchsickert, und längs den Dornenbündeln auf beiden Seiten herabfallen kann. [Man unterscheidet Flächengradirung und kubische Gradirung, bei erster liegen nur 2 Reihen Tröpfeltröge, und die Soole fällt längs beiden äufsern Dornenwandflächen herab; bei der letztern aber liegen 4 Rei- hen Tröpfeltröge, und die Soole fällt sowohl nahe den äufsern als auch nahe den innern Oberflächen der Dornenwände herab. Letzteres Ver- fahren liefert mehr Product in gleicher Zeit, concentrirtere Soole, er- fordert weniger grolse Dornenflächen.] Mittelst des Kunstgezeugs im Kunstthurm wird die Soole aus dem Schacht auf den höchsten Punkt des Thurms in ein Bassin gehoben, von wo dieselbe durch ab- und aufsteigende Röhren auf den First. des Gradirhauses aufsteigt, und dort ausfliefst. Meist sind aber auch noch Pumpensätze dureh Windkünste, oder durch das Kunstgezeug bewest, zu diesem Entzweck im Gang. Ein mälsiger, trockner, hesonders warmer Wind befördert die Verdampfung des überflüssigen Wassers der Soole, indem sie tropfenweis von Dorn zu Dorn herabfallend der durchstrei- chenden Luft ausgesetzt ist;(man lälst meist nur auf der unmittelbar IM mil Tind Inst 4 das Ort It de Ind erstre! gg all N il jl h In | h alle „Jrhrungen k: i am \leck, a N sndem N jlmaber; am| 14 Sue st bi ke alingie vl din, Di N! mal grad Yu dem Ende ale Sole JB it der Din S arbarigt BL, Iehrenihrten nach Ins st ich€ In Dinen ab, wc zus Ierutation er | malıll, Kalk, E | da Milde ch ı let Dhmenst LTR sc— (railk malen, Sl nQEn, | fein, Wenng ul mon die Dä is Verden oe: nad or "Hal. vie hal. ud T reden, I. ACIE mfst kl Dielen Car, u die Unkefimi h dr de s Ih Dann an) Wu (innen nah u la NR Gradirung der Soole, Versieden derselben. 349 In N ste ns Ih): il coneenh vom Wind bestrichnen Fläche die Soole herabfallen). Deshalb erbaut man auch das Gradirhaus gegen den am häufigsten herrschenden Wind a oerichtet. Ist der Wind zu stark, so treibt er die Soole durch die m® Wand und zerstreut sie, weshalb bei zu heftigem Wind, eben so wie bei anhaltendem Regen, nicht gradirt werden kann.(Nach mehrjähri- gen Er ahrungen kann im Durchschnitt nur an 275 Tagen in Saiza bei en an 202 Tagen in Dürrenberg gearbeitet werden, vom März " Aıcn bis November; am’ besten im Mai bis August). Ein beträchtlicher Ver- "aan, lust an Soole ist beim Gradiren nicht zu vermeiden. Je nachdem nun die Soole anfänglich beschaffen war, wird zweimal, dreimal‘oder meh- “hen reremal gradirt, bis die gehörige Concentration erreicht ist, indem man | die einmal gradirte Soole auf andere Abthieilungen des Gradirhauses an- hebt; zu dem Ende ist dasselbe in mehrere Fälle einge:theilt. Die siede- würdige Soole, 18 bis 20 löthig, wird in grofsen Reservoirs, baissoirs,(die 1, VON deln Capaeität der 8 in Salza bei Schönebeck angelegten Reservoirs für Siede- ührt, ınlr soole beträgt 2,421,720 pr. Kubikfuls) zum Winter aufbewahrt, und durch Ichem si Röhrenfahrten nach den Salzkothen geleitet. Während des Gra- e Sammeln ka direns setzt sich ein Theil des in der Soole aufgelösten Gypses. an bedecktr,} den Dornen ab, und bildet den Dornenstein, welcher eine grau- n?, Lins m weilse Inerustation erzeugt. Auch entweicht Kohlensäure, wodurch et- Doole in? was kohlens. Kalk, Eisenoxyd(Kieselerde) sich mit dem Gyps ausschei- den. Sobald der Ueberzug zu stark wird, müssen die Dornen gewechselt w werden; der Dornenstein kann als Düngegyps dienen, und wird auf einer bein$ Gypsmühle gemahlen. In;.den Soolbehältern schlägt sich gleichfalls durch Einwirkung ‚des Sauerstofls der Luft Eisenoxydhydrat nieder. pe|Aufser der Dormengradirung wendet man auch die Sonnengradirung an, welche ‚jetzt, wenigstens zum Theil mit. der erstern verbunden wird, | insofern man die Dächer von den Gradirhäusern abgenommen hat.] are Das Versieden geschieht in den Siedehäusern, Salzkothen, Coetur- orab, Lei gebäuden, in bald grölsern, bald kleinern, aus starkem Eisenblech ver- ntrirtere Di fertigten, flachen‘, viereckigen Siedepfannen,, welche auf. Holz-, ‚Stein-, Braunkohlen- und Torffeuerung eingerichtet. sind. Ihre Capaeität ist hg sehr verschieden, in Schönebeck sind deren 22, die: kleinsten von’ 400 Be Quadratfuls, die gröfste von 1250 Quadratfuls Bodenfläche, siehe Tafel V. Fig. 1. Dieselben befinden sich in eigens dazu gebauten grolsen Pfannenstuben, um die Abkühlung von Aufsen abzuhalten, über ihnen ist ein trichterförmig nach oben erweiterter, hölzerner- Schwadenfang u angebracht, der den Wasserdunst in einen vertikal aufsteigenden Schlott 1. leitet. Die Pfannen sind theils bedeckt, theils nicht bedeckt. dei a[Die Siedepfannen ruhen auf 4 Umfassungswänden a,b,c,d, Fig. 1, 3, 3 auf Tafel V. des sogenannten Heerds, und auf Ribben e,e,e von feuerfe- EN en ne ie a Sn— Tue re_ urn__ u 350 Versieden der ‚Soole, Siedepfannen. sten Steinen, welche innerhalb der'Umfassungswände nach verschied- nen Richtungen liegen; die Richtungen dieser Ribben, welche zugleich die Feuerzüge bilden, machen den Heerd entweder zu einem Strahlen- heerd, oder zu einem Cireulirheerd. Fig. 1 stellt einen Strahlenheerd dar, Fig. 2 einen Circulirheerd, Fig. 3 kann als ein Mittelding zwischen Strahlen- und Cireulirheerd betrachtet werden. Sehr lange Pfannen(50 Fufs), und dazu gehörige Trockenräume, können nur durch Strahlen- heerde überall gleichförmig durchwärmt werden, bei kürzern Pfannen ver- dienen Cireulirheerde den Vorzug, Am vorzüglichsten sind Pfannen von 26 Fuls Länge und 24 F. Breite, und man soll sich von diesen Dimensio- nen nicht viel entfernen, und den Pfannen höchstens 33 F. Länge und 30 F. Breite geben. Aus der Zeichnung ist zu schen, dals man immer doppelte Feuerungen, und zwar am vordern Ende, in der Mitte der Brei- tenrichtung% Roste ff neben einander legt, und dafs die Züge jeder Feuerung unabhängig von einander angeordnet, und. deshalb durch eine längs des ganzen Heerds laufende Ribbe g geschieden werden, A,%h sind die Heitzthüren,, i, ö die Oeffnungen, aus welchen die Flamme nach den Trockenräumen, und von dort in den Schornstein geht. Fig. 1 stellt den Strahlenheerd der Siedepfanne im Heinitzkoth zu Schönebeck dar; 50 F. lang, 25 F. breit, 1250 Quadrätf. Bodenfläche.— Fig. 2 der Circulirheerd einer Siedepfanne zu Colberg; auf Holzfeuerung eingerichtet, 273 F. lang, 24 F. breit; die Feuerhöhen sind an den ver- schiednen Stellen der Zeichnung durch Zahlen angedeutet; vorn über dem Rost beträgt sie 24 Zoll, hinten 25 Z.— Fig. 3 stellt den Heerd der Pfanne No, lim Probekoth zu Schönebeck dar.] Man füllt die Pfannen mit siedewürdiger Soole, die im Reservoir sich schon: möglichst abgeklärt hat, und bringt dieselbe zum Aufwallen, ‚schlägt allmälig immer mehr Soole nach, im Verhältnifs dieselbe durehs Verdampfen sich vermindert, bis’ sie die höchste Concentration erlangt hat, gaar' ist, was sich‘durchs Erscheinen kleiner Krystalle an der Ober- fläche ankündigt, und'genug vorhanden, um eine bestimmte Menge Salz -zu liefern. Während diesem‘ Aufwallen und Sieden scheidet ‚sich, in- ‚dem die in der Soole ‚enthaltne Kohlensäure entweicht, kohlensäurer Kalk, Gyps, Eisenoxyd aus, welche theils einen schmutzigen Schaum bilden, welcher abgeschäumt wird, theils einen Niederschlag, schlot, in der Pfanne, welchen man zusammenkrückt und herausschafft, Dieser Abschnitt in der Siedearbeit, vom ersten Kochen an, heilst. das Stören der Pfanne, das Stören der Soole, schlotage. Nun lälst man das heftige Feuer sich langsam mälsigen, um die gaare Soole zum Krystallisiren, Soggen, soccage, zu bringen und dabei zu erhalten. Während die Was- serdämpfe die sich stets bildenden Salzhäutehen an der Oberfläche durch- brechen, fallen die Salzkrystalle nieder; die Mutterlauge wird allmählig Ma ang! mil si werden, 1 In mehreM Ort rim fnnı uni die 6a un er lg Ik Ihnpalati der feiokö Z— a, 0 Ikatümıgen[ Ime der helser iyl vornawär Kidet, Anw Jiigkeit. zu Ilse Luft übe Ir Pfannznbot rd,— Aschen hide Erdkohlen DM Centner$ Dis him$ dr nit Ihn Hım si Kür ee ind: die —n nik, Hirn wu (ki) shracht, | alien meebr hi, Dix: Trock ulm durch he id wer] Cl ben in Nserlin Vi, Yahald nlin mckt a — "van Sl, Uilkdı Nihenpri | Braltr.n | ed, | Fa, Aut | N,» u Schin er An(A h Im SS TE TS re ER Tee nen, Versieden der: Soole. 351 wände nach Yan bben, wild, immer speeif. schwerer, daher mufs die Wärme wieder langsam ver- 9: WEICHE IM der m+ stärkt werden, um das’ Ausscheiden zu erleichtern. 1 einem\:- It einen Sl),[An mehrern Orten hat man eigne Störpfannen und Soggepfannen, auch ein Mitelinr, Anwärmepfannen; aus letzfern wird die Soole ım die Störpfannen, und, Schr Ian. Hi wenn sie die Gaare hat, in die Soggepfannen übergeführt, indem man letz- en nur durd 6. tere tiefer legt als erstere, und beide durch Röhren in Verbindung’setzt. bei kürzen? i Die Manipulation, die Hitzegrade sind verschieden, ob man grobkörni- chsten Am ges, oder feinkörniges Salz gewinnen will. Je heftiger das Feuer, desto h von diem] kleinkörniger, je ,mälsiger desto grobkörniger fällt das Salz.— Anwen- dien]; ıstens 3} dung der heilsen Dämpfe, welche beim Sieden sich erzeugen, um die schen, Aılını Soole vorzuwärmen, welche in einer Pfanne über der Siedepfanne sich er befindet. Anwendung heifser trockner Luft, um das Verdampfen.der : Flüssigkeit zu befördern. ‚Man. leitet nämlich die Flamme und die heifse Luft über der Siedepfanne hin, so dafs nicht blos von unten ı der Pfannenboden, sondern auch die Oberfläche der Soole geheitzt a wird.— Aschenpfannen, wie z, B. in Dürrenberg, wo man die glü- hende Erdkohlenasche für einige Pfannen benutzt, in denen jährlich an 23300 Centner Salz producirt werden.] nad.” Das beim Sosgen auf dem Boden der Pfanne sich sammelnde olbere, af Salz: wird mit langen Krücken an die Pfannenborde gezogen, mit Schau- höhen sind feln in spitze Körbe gefüllt, welche an den Borden in Lattenrahme 1 angedeutet: mn eingesetzt sind; die dem Salz anhängende Soole tröpfelt in die Pfanne Fig. 3 stell de! zurück. Hierauf wird das Salz in den Körben in eigne Trockenstuben dar,(Petsche) gebracht, wo die Körbe in Gerüsten aufgestellt, oder das Salz lie in auf Horden ausgebreitet wird, welche auf ähnlichen Gerüsten sich be- RR RENT finden. Diese Trockenstuben sind unmittelbar neben den Pfannenstuben, hältuis dies und werden durch die Feuerung der Pfannen geheitzt, indem der heilse » Cpearnin! Rauch durch zweekmälsig angebrachte Kanäle aus guten Wärmeleitern Krallen el durch jene Stuben geleitet wird. Kanäle in der Decke dienen zum Ab- best N zug der Wasserdämpfe; die Temperatur in diesen Lokalen ist ungefähr den hi 50 bis 60°. Sobald das Salz gehörig trocken ist, wird es im Magazin in Fässer verpackt aufgespeichert. 1 schmalzi[Sonntagsalz, dasjenige Salz, welches auf einigen Salinen vom Sonn- Niederschl abend bis Montag in den Soggepfannen durch langsame Krystallisation he in festen, körnigen Krystallen anschiefs.— Gelbes, graues, her usschll Q P e ia schwarzes Salz, verschiedentlich verunreinigtes Salz, welches zu ver- meidende Nebenproducte'sind; wird in der Technik und Oekonomie angewendet.— Schlamm’ aus den Siedepfannen, seine Bestandtheile zum A siehe oben. Auf 100 ‚Lasten weilses Salz erhält man 150 Kubikfufs an, Während dt Schlamm in Schönebeck.] der Ober fer dl all, heist. 8% Jalst man BE )Ie | Pfannenstein, ecaille„ scale, setzt sich aus der Soole nach und orlange M nach an den Boden und Seitenwänden der Siedepfannen fest an, und [\ Mutterlauge,. Eigenschaften des Kochsakkzes. wird, von Zeit zu Zeit. losgebrochen; er‘ besteht hauptsächlich aus koh- Jens. und schwefels. ‚Kalk, schwefels. Natron mit‘, beigemengtem Koch- salz. Man gewinnt ‚aus ihm hauptsächlich das schwefels. Natron, in Schönebeck an 9000 Centuer,— Salzmutterlauge, Bitterlauge,’amer, the bittern, bleibt übrig, wenn möglichst alles Salz, krystallisirt hat. Die- ‚selbe ist gelblich, dicklich,(speeif. Gewicht 1,26 bis 28), von widrig bittern Geschmack, enthält: schivefels. Natron, Magnesia, Chlormagnesium, Chlor- ealeium, ‚Chlorkalium; schwefels. Kali,(Jodnatrium, Brommagnesium). Man benutzt sie: 1) zur Gewinnung von schwefels. Natron, 2) von schwe- fels. Magnesia, und dabei’ 3) von Salzsäure, siche oben Seite 208, 4) zur Salmiakfabrikation, siehe oben Seite 262, 5) zur Gewinnung von Kochsalz bei, der Bearbeitung auf schwefels. Natron, 6) auf Chlorcaleium, 7) schwefels, Kali, 8) Brom. Sie wird in hölzernen Sümpfen aufbewahrt, In der schönebecker,Soole fanden sich in einer Menge, die zur Erzeugung von 20000 Last Salz nöthig war, im Jahr 1796 ungefähr 6000 Centner Glaubersalz, jetzt aber an 38000 Centner! Die Mutterlauge beträgt dort jährlich 35000 Kubikfuls. Wird.dieselbe über ‚die Hälfte abgedampfi, so schiefst mit Glaubersalz verunreinigtes Kochsalz, an; beim weitern Abdampfen und Krystallisiren alle Kalisaloe, so ah Bitiersalz,. und UI Chlormaenesium, Chlorcaleium bleiben allein übrie.: { fe)’ o®f [Sehr reiche Soolen finden sich in Deutschland, Hi den in beiliegen- der Tabelle angegebnen preufsischen zu Halle und, Stalsfurt, zu Lüne- burg 25 löthig, Reichenhall 231,, Offenau, vrapen: 1 Jaxtfeld, Rap- penau, Dürrheim 24 bis 26 1.] Das Kochsalz krystallisirt in farblosen:Würfeln, so findet man es zu Wieliezka, Ischl, Hallein, das Soolensalz bildet dagegen meist hohle, wwichterarlige, 4seitige Pyramiden, auch wohl ireppenförmige Krystalle von kleinen Würfeln erzeugt, speeif. Gewicht 2,12, Es ist geruchlos, schmeckt rein salzig, wird an der Luft weder feucht noch verwiltert.es, (das Steinsalz, Seesalz, auch meist das; Salinensalz, wird ein wenig feucht, weil es einen kleinen Hinterhalt an Chlormagnesium ete. ent- hält), verknistert im Feuer, indem es die, eingemengte Mutterlauge ver- liert, verflüchtigt sich in hohen Hitzgraden, wie die Salzglasur auf Steinzeug, Steingut, beweist, löst sich sowohl im kalten als im heilsen Wasser gleich viel auf, 273 nach Bergman,,2,7 nach Fuchs, und er- zeugt dabei nur geringe Kälte im Vergleich. mit Chlorkallum; auch in wäsrigem Weingeist, nicht in absolutem Alkohol. Es besteht aus: 40 Natr. und 60 Chlor. Im Winter schiefst aus gesättigter Soole bei— 10° ein Hydrat’ in tafelfürmigen Krystallen an, welche leicht zerfliefsen und nach ee u EU she. nn nenn nn__— Il St Uebersichtliche Zusammenstellung der preulsischen Salınen und deren Salzproduktion im Jahr 1828. (Die mit einem Stern bezeichneten sind landesherrliche Werke.) Zu Seite 332. Die.' RZ EEE itern© EHE hlor-- Namen der Salinen.= 228 Yan.| Tiefe der Schächt Me t E: BL ir Eee Geförderte Soole a 4 Salzproduk- um), n Geognostisches Verhältnifs|"" Sr ne 5 IR Specif, Gewicht Löthigkeit oder necheen nach 10jährigem Bruns Zahl der Bodenfläche Feuerhöhe und|tion, weilses Bemerkun IWwe- Zahl der Brunnen. der Quellen. un DCAOL: IR der Sooles Procinte‘ in der Minute, Dischschnüt: Dornenfläche, Peer der Pfannen, Rostfläche. Salz, Tasten& ® Fuls, BR. Kubikf, Kubikf£. Quadratf, Quadratf, zu A000 1Sa. ) Provinz Pommern. \ nr x Tee 1) Colberg*, 1 Brunnen......... am Strand der Ostsee»» Er 1,0394 5,188 30 2163660 75680 5 2841 x 1212[Die Produktion an weilsem Salz war u eilig, 1 Brnanen Desel. iedesoole 1,1214] Siedesoole 16,0 6 Fälle im Jahr 1825 im ganzen Staat 36628,8 ner Bosenihäler Brunnen.....- 30 6 1,0101$ 6 Bee> Lasten; im Jahr 1828 41967,65 La- ” Friedrichs DER ELS 24 5 1.0122 35 durchschn, 2.66 2707160 120414 B} 1057,5» Y 322 uw. 2: 2 8 Fälle sten; an gelben Salz wurden 183,5, fi ‚Provinz Westphalen Siedesoole 20,0= pi, RG FREE! an grauen und schwarzen 470,3, an ern 3) Königsborn*, 5 Brunnen..... im jüngern Kalk- und Mer- Dünzesalz 5,3Lasten und 41925 Schef- oil der Happibaunnenl en, gelgebirge(Kreidegebirge)| 164 Schacht und|10,0 bis 10,3] 1,0334[4,6 durchschnitt. N 5868462 171139,8 15 15678|Feuerh.2F.Rostfl. 5] 3000 ER 5 4 N 328,5 Bohrloch: 5 Fälle%| des Dennenbodenn fel, an Chlorkalium 300 Centner pro- >, Mae BIRD: 452,75 das tiefste 9,0 bis 9,3|Siedesoole 1,1092) Siedesoole 15,0 Steinkohlen,; ducirt. Zu obigem Quantum von wei- erl,& TUNNEN verrreenn 0000; R Hey 5£ n- Stadtbrunnen BRBERBORRE NEE Desgl. 26 Schacht 9,6 5 6,12 4 gegen 5® bs& x= 900(sem Salz lieferten die Salinen eh an der Höppe............- 27» 9,0» 8,10 A»»»»»» Oberbergamts- Distrikt. Lasten, I 5) Sassendorf, 3 Brunnen......;; Ä= Pr 4 Hauptbrunnen..2e... er:.- Desgl. 26,5 9.0 ii 75 3 95 2 ss a a‘ im brandenburg.-preufsisch. 1534 a ennneere: 23,9 9.0» 686=»»»»»» 600» niedersächs.-thüringsch.. 29869,1 te Brunnen....oen...enee. 7 4 e zu 6) W en sur 198» 4,44»» 2 ö»» 5: wesiphälischens««>.» 5983,35 le, Gappelerbrunnen ee er ee re» Desgl. 55 11,4 N 8.0 bis 8,75= Ri 5 ä& 500» rliemischen...+..----- a 45812 le 7) Salzkotten....... oh Desgl. 26 14,1» 5,25 2.08»»»»» 700 Summa 41967,65 s, 8) Rheina, Hauptbrunnen.......- im Schieferthon, dem Qua-| 217 Schacht 9,5» 20 bis 2,36 1,0»»»»» 330 oder 1526096% Centner Salz. Im f dersandstein untergeordnet 320 Bohrloch oe i 5 Bohrlöcher........ er.:»»» 413»»» n>” österreichischen Staat werden 6 Mil- 15 9) Neu Salzwerk* bei Rheme..foberhalb des bunten Sand- lionen Centner Salz jährlich gewon- t- edler Quell...............- steins 240,25 Schacht und 11,12 bis 12,75 DO 10,125 9,11 949360 51827 7 4111,96» 1400 nen, im Salzkammergut in Oberöster- = A Bohrloch Siedesoole 1,1756] Siedesoole 24,0 4 Fälle’ k leichter Quell.............-»» 1,029 4 durchschnittl.»»»»» reich(zu Ebensee, Ischl, Hallstadt) r Provinz Sachsen. allein 800000 Centner.] 10) Halle*, 3 Brunnen.....eerer0.- Muschelkalk i 10 4839,8 Feuerh. 27 bis 29 Zoll 7 teutscher Brunnen........-» 68 12.0 1.145 19,57 wird nicht gradirt bei Stein- und Braun- n Gutjähr nee aeeseblien.» 93 10,75 bis 12,0 1,116 16,85 4 1758980» kohlenfeuer 3645 ) Hackebrunnen.............» 69,2 9,4 bis 10,0 1,105 14.85» Siedesoole 1,138| Sjedesoole 18,84 11) Schöneb eck*, 2 a..... Muschelkalk auf buntem 22 16286 Feuerh. 282. beiıHolz, Soolschacht# 3........-- Sandstein 236,5 Schacht 112,25 bei 151’ 1,0833 11,93 20 bis 3| 8971882 250000 20 b. Torf; Rostflächel 13500 nr R 29,56u. 33 Bohrlöch. Tiefe 3 Fälle sabiszz b."Holz,„5 bis 2» 2 Aseeneenee- 271» Siedesoole 1,1832) Siedesoole 24,08»£ 7 bei Torf 12) Stals Funthezn.eeetsganeesee bunter Sandstein mit Gyps 167 8 bis 9 1,1273 17,52(urchschn. 1,66 412047 wird nicht gradirt 4 13935» 1166 13) D ürrenb erg* ER MR MW N dichter Gy ps im bunten Feuer rh. 31, 572. Rostfl. Re 2 Brunnen nun desaeskeneees Sandstein 712,8„113,66 bis 14,0 1,0593 3,244 29 20574107 1684423 23 10496,6|+45 bei den ältern klei- 6599 Siedesoole 1,1645) Siedesoole 22,0|seit 4 Jahren 51,5 3 Fälle nen,g9, ee 14) Kösen*, 2 Brunnen........... bunter Sandstein und(sern, Erdkoble, 310 obere, Brunnen... em... Muschelkalk 557 1 14 bis 145 1,0356 5,0 8,65 9528698 63104»»» \ untere Brunnen............ 520,6 14,5 bis 16,0|Siedesoole 1,1570) Siedepole 21 05»» 4 Fälle P ler a en 15) Antennen ee Gyps im bunten Sandstein] fliefst zu Tage aus 11,0 1.0234| 106,8 3402272 90000 8 2733,9»| 3 { Sites 1,1568 saneteall 0 6 Fälle| 16) Körschaw.is se oberhalb des Muschelkalksı»»|"3,34»»»»»| 2 17) Bendırzs mn ser bunter Sandstein|»»|»|»»»» 3 4| H- Rheinprovinzen.|| 18) Mi|| JeNlunistier amıSteineseuneden: Porphyrschiefer»»| 19) Theod} Saas\&\ orshall bei Kreutznach Desgl.»»| 20) Rölching Doro nenne bunter Sandstein|”» 2l)Aroittesgabe.. anukan: RER» 13»» RRETEREETERDE EN FETTE Te ge a TER Te 57 Prüfung eines Gemenzs von Chlornatrium u, Chlorkalium. 353 nach Fuchs 47,9% Wasser, nach Mitscherlich 388 W. enthalten. Das Kochsalz wird in der Hitze in Berührung mit Kieselerde, Thonerde hal- tenden Massen zersetzt,(siehe oben bei der Salzsäure Seite 208), indem sich salzsaures Gas entbindet, und das Natrium sich zu Natron oxydirt. und mit der Kieselerde und Thonerde verbindet, [Das gewöhnliche Coctursalz ist nie rein, es enthält meist etwas schwe- fels. Kalk, Magnesia, Chlorcalcium und Chlormagnesium; man kann es ziemlich reinigen durchs Auflösen in destillirtem WVasser, Filtriren und langsames Abdunsten, Krystallisiren; auch durchs Glühen, wodurch das Chlormagnesium zersetzt wırd, kann es etwas gereinigt werden, voll- ständiger durch einen Zusatz von kohlens. Natron zur Auflösung, wo- durch kohlens. Kalk und Magnesia niedergeschlagen werden; darauf wird filtrirt und krystallisirt.— Eine schr vollständige Tabelle über das specifische Gewicht der Soolen bei 15° R., Gehalt an Salz nach Gra- den, Procenten, Pfunden in 1 Kubikfuls, Gefrier- und Siedepunkt, Verdunstungsverhältnifs hat Bischoff”) geliefert. Merkwürdig ist die Zeı setzung, welche in concentrirten Soolen unter 0° stattfindet: es bil- den sich aus der schwefels. Magnesıia und dem Kochsalz, schwefels. Natron und Chlormagnesium, wodurch dann solche gefrorne Soolen weniger Kochsalz geben, und mehr zerfliefsliche Salze in der Mutterlauge, Schwä chere Soolen leiden durchs Gefrieren nicht auf diese Art. Da ein beträchtlicher Unterschied in der Kälte erregender Eigenschaft des Chlorkaliums und des Chlornatriums beim Auflösen in Wasser ob- waltet,— 50 Gr. Chlorkalium in 200 Gr. VWVasser gelöst bringen eine Temperaturerniedrigung von 11,4°, eben so viel Kochsalz nur von 1,9° hervor,— so hat Gay-Lussac**) dieses Verhältnifs benutzt, um ein Ge- meng beider Salze quantitativ zu untersuchen. Das zu prüfende Ge- meng beider Chlorverbindungen trocknet man, wiegt 50 Gr. davon ab, thut sie in ein Glas mit 200 Gr. destillirten WVasser, dessen Temperatur auf /5 Grade bekannt ist, und beobachtet die Temperaturabnahme. Die Differenz der Temperaturen giebt mittelst beifolgender Tabelle den Gehalt an Chlorkalium in Procenten an; das Gomplement zu 100 isı die Zahl der Kochsalzprocente. lempera- Ehlorka- l'empera- Chlorka- I LIES| cChHotz turvermın-. turverfmmn-. turvermın-. ö lıum lıum lıum derung derung derung| 1,90 0.00 2,50 6,31 310 2.0 1.05 2.6 1,37 a0 2,1 2,10 2,7 8,42 33 2,2 3,16 2,8 9,47 3,4 2,3 4,2 2,9 10,53 3,5 2,4 5,26 3,0 11,58 3.6 FRAEB wEB:BdlE ss. 263) Dr. 1,88, 32,5.190, I; 23 354 Prüfung eines Gemengs o. Chlornatr. u, Chlorkal., Jodnatrium, | Tempera-= Tempera- 5 n Tempera- A Chlorka- en Chlorka: turvermin- Ohlenka; derung lum derung ie derung a 3,7 18.95 6.3 46,31 8.9 73,68 3.8 20,00 6,4 47.37 9.0 74,74 3.9 21.05 6.5 48,42 9,1 75.79 4,0 22.10 6.6 49,47 92 76.84 al 23.16 6,7 50,53 93 77.89 42 24.2, 6.8 51,58 94 78.95 43 25.26 6.9 52.63 95 80.00 4.4 26,31 7.0 53,68 9,6 81.05 4.5 27.37 7.1 54.74 9.7 82.10 4,6 28,42 73 55,79 98 83,16 47 29,47 7.3 56,84 9.9 84.21 4.8 30.53 7.4 57.89 10.0 85.26 49® 31,58 75 58,95 10.1 s6,31 5.0 32.63 7.6 60.00 10.2 87.37 5,1 33,68 77 61.05 10,3 83,42 5.2 34.74 7.8 62,10 10.4 89,47 5,3 35.79 7.9 63,16 10,5 90,53 5,4 36.84 8.0 64.21 10,6 91,58 5.5 37,89 s1 65.26 10,7 92,63 5,6 38.95 8.2 66.31 10,8 93,68 5,7 40.00 8.3 67.37 10,9 94.74 5,8 41,05 8.4 68,42 11.0 95,79 5.9 42,10 8.5 69.47 11.1 96.54 6,0 43.16 8.6 70,53 11.2 97.89 6,1 44.21 8,7 71,58 11,3 98,95 6,2 45,26 8,8 72,63 11,4 100,00.| Aufser dem, dafs das Salz in der Haushaltung zur Bereitung von Speisen, zum Einsalzen von Fischen, Einpöckeln von Fleisch angewendet wird, verbraucht man es noch zur Fabrikation der Salzsäure, des Glau- bersalzes, Salmiaks, zur Amalgamation silberhaltiger Erze, zur Glasur irdner Waaren, zur Chlorbereitung, in der Lohgerberei zum Schwitzen der Häute, in der Weilsgerberei, Seifensiederei, Landwirthschaft, ete. [Jodnatrium, Jodure de Sodium, Jodide of S., hydriodsaures Natron, Hydriodate de Soude, H. of Soda, findet sich in den Meer- gräsern,(Fucus-, Ulvaarten), die am Meeresstrand wachsen, aus welchen man die Varec- oder Kelpsoda verfertigt, daher auch in der aus ihnen gefertigten Soda, im Steinsalz, den Salzsoolen, dem Meerwasser. Die Darstellung desselben ıst völlig der beim Jodkalium gleich(vergl, Seite 306). Es krystallisirt in geschobnen 4seitigen, gestreiften Säulen, löst sich schon ın 3 kalten WVasser, auch in WVeingeist auf, zerfliefst leicht, besteht aus: 15,56 Natr. und 94,44 Jod, oder aus 19,7% Natron und 80,28 Hydriods., giebt ein Hydrat, welches 20,23 VYasser enthält. Man bedient sich desselben zu gleichen Zwecken, als des Jodkaliums,— Bromnatrium, wic Bromkalium, enthält 26,37 Hydratwasser,— )( f (anatrio Ihdroc Analog \‘ \ıtrody | tl quch A) schal sich „a Wı= 11, Julssaur Ih frhlose, di Tuer, zieht in h Ih, jonmit mit! in, saures fl ıf,suuer, löst Inhlensaure: I, naclı der net Soda, Sodas ol n Imern ] sollon ar teilen AU ( 1 Inein den heilsen I ud. Die Durstellan | fie ul verschiedn | Din Strande, IM kalı Kisten In Orzins wyacl melt die nisse Jet lite ln Ihelh: N\ a dam in Gn Sa Den ana a nen in N He In, bi | Am voreli 1 Und die Ase TE welehe | Alm seinen, J x in Grube, \%ufol, Soun dal N I ih, hrlle, ı ur Mockn | A, nkelasce ha Y AN m von l Ten, | turı der In? ermin.| Yan, ee—— a ERNEST, Gyan-, Fluornatrium, kohlens. Natron. 355 Cyannatrium, Cyanure de Sodium, Cyanide of S., blausaures Natron, Hydrocyanate, Prussiate de Soude, H. or Pr. of Soda, wird nach Analogie mit dem Cyankalıum dargestellt,(vergleiche Bere 306) verhält sich ganz ähnlich, besteht aus: 39,68 Natr., 44,09 Cyan und 16,253 W,— Fluornatrium, Fluorure de Sodium, Fluoride of S., flulssaures Natron, Hydrofluate de Soude, H, of Soda, bildet farblose, durchsichtige WVürfel, Okta@der, löst sich leicht in Wasser, nicht in Alkohol auf, besteht aus: 57,35 Natrium und 42,65 Fluor, kommt mit Fluoralumium im Kryolith vor.— Fluornatrium+ Flufs- säure, saurces flufssaures Natron, bildet Rhombo&äder, schmeckt scharf, sauer, löst sich leicht in VWVasser auf.] Kohlensaures Natron,(nach der ältern‘Benennungsweise ba- sisch, nach der neuern neutral), Souscarbonate, Carbonate de Soude, C. of Soda, Sodasalz, Sel de Soude, Soda-salt, findet sich in eini- gen Mineralquellen aufgelöst, z. B. im Karlsbader Wasser, in gröfserer Menge in den heifsen vulkanischen Quellen auf Island, im Geyser; es wittert auch nicht selten in zarten Nadeln aus feuchten Mauern aus, von einer Zersetzung des Kochsalzes durch den Kalk des Mörtels herrüh- rend. Die Darstellung des neutralen kohlensauren Natrons findet im Grofsen auf verschiedne Weise statt. 1) Aus Strandgewächsen, und zwar: a) aus den Salzpflanzen, welche an den Küsten des Mittelmeers, des kaspischen Meers, des at- lantischen Oceans wachsen; b) aus verschiednen Tangarten. a) Man sammelt die Salzpflanzen während der Ebbe im Sommer ein, trocknet sie bei heiterm Wetter, so dafs sie möglichst dürr werden, wobei man dieselben vor dem Regen wohl bewahren muls, und ver- brennt sie dann in Gruben von 3 Fuls Tiefe, 4 Fuls Weite, in festen trocknen Boden gegraben. Man zündet zuerst Reifsholz an. wirft. die trocknen Pflanzen in kleinen Portionen darauf, unterhält das Verbrennen mehrere Tage lang, bis sich eine beträchtliche Menge Asche gesammelt hat, wobei man sorgfältig den Wind abhält, Durch die fortwährende Gluth kommt die Asche in Flufs, stöfst unter wallender Bewegung Flammen aus, welche theils von Kohlenoxydgas, theils von Natrium herzurühren scheinen. Nach beendeter Arbeit wird die feste, harte Masse aus den Gruben losgebrochen, und in Fässer verpackt; man nemt sie Soda, Soude, Soda. Die beste kommt aus Spanien, wird aus der Sasola Soda bereitet, welche eultivirt wird; sie führt den Na- men Barilla, barille, von Alicante, Malaga, Carthagena; dieselbe ent- hält 25 bis 308 trocknes kohlens. Natron, hat ein schlackenartiges An- sehn, ist dunkel-aschgrau von Farbe, fest, derb. [Die beste Sorte von Alicante nennt man in Frankreich Barille, Soude 23* 356 Soda, Darstellung derselben. douce, sie ist gleichförmig gut geschmolzen; die zweite Sorte barille, soude melangde, dunkler in Farbe, nicht so fest und derb als erste, enthält viele Poren; dritte Sorte, bourde, aus allerlei Salzpflanzen be- reitet, enthält Kohlenstückehen in sich. Die Soda von Carthagena stellt sich zwischen die zweite und dritte von Alicante.] Im südlichen Frankreich fabrieirt man verschiedne Sorten Soda, als in der Gegend von Narbonne das Salicor, von der Salicornia annua, welche man aussäet, und nach der Saamenentwickelung einsammelt, sie enthält 14 bis 15% kohlens. Natron; zwischen Aigues-mortes und Fron- tisnan die blanguette, aus den wild wachsenden Salzpllanzen, Salicor- nia europaed, Salsola Varec, S. Tragus, 8. Kali, Atriplex portula- coides, Statice Limonium; sie enthält nur 3 bis 85 kohlens. Natron.— Auch an den Küsten des kaspischen Meers in der Gegend von Astra- chan, in Sieilien, Syrien, Aegypten(genannt Rochetta), bereitet man Soda. Die in England aus verschiednen Salsolaarten, sea-weed, sea wrack, bereitete Soda führt den Namen Kelp, sie wird in gemauerten, in Gruben angelegten Brennöfen dargestellt. Dieselbe ist aber von sehr geringem Gehalt an kohlens. Natron, 2 bis höchstens 52. Sie wird in Irland, Schottland, auf den Orkneyinseln gewonnen. Die Bestandtheile dieser Sodasorten sind: kohlens. und schwefels. Natron, Schwefelnatrium, unterschwelligs. und schwefligs. Natron, Chlor- natrium,(Uyannatrium,,) kohlens. Kalk, Schwefelealeium, kohlens. Mag- nesia, Schwefeleisen, Kiesel-, Thonerde, phosphors. Kalk und Mag- nesia, auch wohl schwefels. Kali und Chlorkalium. I) Die verschiednen Tangarten wachsen am Meeresgestade an Stel- len, die nur zur Zeit bedeutend niedriger Ebben zugängich werden; sie setzen sich fest an die Felsgesteine an, und wachsen dort in srolser Menge an den Küsten des atlantischen Oceans. Das Einsammeln, Trock- nen, Verbrennen geschieht ganz auf ähnliche Art, wie so eben angegeben worden ist. Man verfertigt in der Normandie aus ihnen die Warecksoda, Wareck, soude de Normandie; dieselbe enthält fast gar kein kohlens. Na- tron, dagegen viel schwefels. Natron, Kali, unterschwefligs. Kali, Chlor- nätrium, Chlorkalium, Jodkalium.(Ueber die Gewinnung des Jods aus dieser Soda ist bereits oben beim Jod, Seite 219, die Rede gewesen.) [Ist das kohlens. Natron in den Pflanzen gebildet vorhanden? Das Na- iron wird in der Pflanze selbst durch eine eigne organische Zersetzungs- thätigkeit aus dem Kochsalz entwickelt, und steht nach Faugquelin gröls- tentheils mit Sanerkleesäure in Verbindung, zum kleinern Theil scheint aus dem schwefels. Natron vermittelst des kohlens. Kalks und der Kohle sich kohlens. Natron zu erzeugen. Aus den Sodaarten kann man das kohlens. Natron durchs Aufweichen mit Wasser, Auflösen, Abdampfen v Soda Kuren Mn Imallsme oda sall let, ‚rich vor N I, \udbı m mehr be n Schon m vor fin aus tr | unilteltar a0 ji) m gewinnen, Yanrlagte Kochsal Iimpfte ab un fi, daranl in( Iins, Kalı, als n Preises der P ) II It gebrannt Nhullinng, formie Irarll eine Zerse | hs Wayer anzieht, Kollayın aufnımmı elta hazsam, und 1 all sıch auch Ihn= e) Auch ı slnlNaron zerlegt | eis und] Theil | Iarılalält, Das ka Stoll des.( aim Waser auflo i- Diese N ld als\tbenp Il bnuat wer N dm Ghubers: hl, hl, nach l iabaan, Hl, elle ki im, Woher ZuN M anschiels n, Di Dantellun: N hi k Ind Kl m Großen Ause d Mm ı> Sie das\ erl ball, e N)| | Na N uf| INN) In J(von ei N Shen Gi en IE a weite du, fest und d\ allerlei$; oda von Ga, te.); orschiedne& m dei Salıtır., .ı% Ickelune ein u ı Salzpl Kali, A 5 87 kohlı der(er Rochetta ] Ildı i sie wi eselbe chstens d;,) ner kohl: } cliwe\ REFERENT ER RE NE>77 EU RE FE BES TEE Soda künstliche, Darstellung derselben. 357 und Kıystallisiren' darstellen, man nennt es daher Sodasalz,$Sel de Soude, Soda salt. Da jedoch die fremden Soden, aus den Strandge- wächsen bereitet, durch die künstliche Soda der chemischen Yabriken fast gänzlich vom Markt gewiesen sind, so möchte solch eine Reinigung nicht wohl mehr bei uns vorkommen.] 2) Schon im vorigen Jahrhundert hat man Versuche gemacht, koh- lens. Natron aus Natronsalzen chemisch darzustellen. Man versuchte es sowohl unmittelbar aus Kochsalz, als auch aus Glaubersalz,(schwefels. Natron) zu gewinnen, [Man zerlegte Kochsalz: a) mit kohlensaurem Kali; man löste beide Salze aul, dampfte ab und liels krystallisiren, wobei Chlorkalium zuerst an schofs, darauf in der Kälte kohlens, Natron, welches aber sowohl durch kohlens. Kali, als auch durch Kochsalz verunreinigt ist. WVegen des hohen Preises der Pottasche ist dieser Prozels nicht wohl ausführbar.— b) Mittelst gebranntem Kalk: man vermengte Kalkhydrat mit einer cone. Salzauflösung, formte hieraus flache Steine, legte sie in Keller. Allmäh- lig erfolgt eine Zersetzung des Salzes, es bildet sich Chlorcalcum, wel- ches Wasser anzieht, und Natron wird entwickelt, welches aus der Luft Kohlensäure aufnimmt, und als kohlens. Natron auswittert; Scheele. Es geht zu langsam, und die Zersetzung ist nicht vollständig genug. Hier- aus erklärt sich auch das Auswittern von kohlens. Natron aus alten Mauern.— c) Auch mittelst(Bleioxyd,) Bleiglätte, hat man das Koch- salz auf Natron zerlegt; man macht von 1 Theil gesiebter Glätte, 4 Theil Kochsalz und 1 Theil Wasser einen Brei, welchen man ein Paar Tage lang stehn läfst. Das Chlor tritt ans Blei, bildet basisches Chlorbleı, der Sauerstoff des Oxyds ans Natrium, Natron erzeugend, welches sich im WVasser auflöst, und an der Luft allmählig kohlensauer wird. Chaptal.— Diese Methode ist wegen des theuren Bleiosyds, und weil das als Nebenproduct gewonnene Chlorblei technisch nicht vol- theilhaft benutzt werden kann, nicht wohl ausführbar. Aus dem Glaubersalz hat man kohlens. Natron dargestellt, a) mittelst kohlens. Kalı, nach FHagen’s Angabe 1768; man löst 8 Theile schwefels. Natron, 35 Theile gereinigte Pottasche in WVasser auf, und lälst kry- stallisiren. wobei zuerst schwefels. Kalı, dann kohlens. Natron, aber unrein anschielsen. Aus den bereits angegebnen Gründen unpraktisch.] h) Die Darstellung des kohlens. Nalrons aus Glaubersalz mittelst kohlens. Kalk und Kohle wurde in Frankreich von Leblane und Dize zuerst im Grolsen ausgeführt, welche ein Patent nahmen, D’Arcet und Anfrye haben das Verlahren verbessert. Man vermengt 150 Theile was- serleeres Glaubersalz, eben so viel fein gepulverten kohlens. Kalk,(Kreide,) 100 Kohlenstaub(von Holz- oder Steinkohlen) sorgfältig mit einander, trägt die Masse in einen Caleinirofen(Platte V. Fig. 9) und giebt mit- telst Steinkohlen Glühfeuer, welches eine mäfsige Rothglühbitze nicht ER PIE u 398 Soda künstliche, Darstellung u. Eigenschaften derselben. übersteigen darf; alle Viertelstunden wird die Masse umgewendet, Nach einiger Zeit wird sie dickflüssig, teigarlig; in diesem Zustand wird sie aus dem Ofen genommen, und entweder im rohen Zustand als künstliche rohe Soda, Soude artificielle,$. brute, verkauft, oder, was gewöhnlicher geschieht, gereinigt. Aus obigen Mengen(460 Theile) erhält man 275 Theile Soda, welche 603 krystallisirtes kohlens. Na- tron giebt.(Man hat auch gebrannten Kalk statt Kreide angewendet.) [ Fig. 9 Tafel V. stellt einen Sodaofen im Längenprofil dar; a die Roststäbe, 5b Rostbalken, e Aschenfall, d Zugöffnung, e Heitzthür, f Feuerbrücke, g Thür zum Einsetzen der Materialien, 3 Heerd, i ei- serne Platte zum Auflager des Gewölbes, k Fuchs, U Schornstein, m Schieber zum Ermälsigen und Schlielsen des Zugs, er läuft in einer eisernen oder steinernen Zarge; nm Thür zum Umrühren der Soda, o Rolle zum Auflager der Krücke bei dieser Operation; p Platten zum Zusammenhalten des Mauerwerks, g Anker durch dieselben, von aulsen gegen die Platten p versplintet.] Die graue feste Masse besteht aus: ätzendem und kohlens. Natron, Schwefelcaleium, Schwefelnatrium, unterschwefligs. Natron, etwas un- zersetztem Glaubersalz, Kalk, Kohle. Es wird nämlich die Schwefelsäure dureh die Kohle in der Glühhitze zersetzt, so wie auch ein Theil des Kalks, es bildet sich Kohlensäure, welche ans Natron tritt, Kohlenoxyıdgas und Schwefelealeium. Soll die rohe Soda gereinigt werden, so wird sie durchs Uebergiefsen mit Wasser heifs abgeschreckt, wodurch sie in Stücke zerfällt, auf Mühlen mit vertikalen Läufern gemahlen, in Laugefäs- sern mit kaltem Wasser aufgeweicht, ausgelaugt,(heilses Wasser darf nicht angewendet werden, wegen eintretender Zersetzung des kohlens. Natrons und Schwefelcaleiums in Schwefelnatrium und kohlens. Kalk.) Die klare Lauge wird dann abgedampft und krystallisirt, die Krystalle durchs Uinkrystallisiren gereinigt. Man hat auch wohl die zur Trockne abgedampfte Salzmasse in den Handel gebracht. [Man hat auch vorgeschlagen, künstliche Soda vermittelst holzessigsau- ren Kalks und schwefels. Natrons zu bereiten, indem sich dadurch holzessigs, Natron und schwefels. Kalk bilden. Die heifse Auflösung läfst man sich klären, wodurch sich Gyps abscheidet, dunstet darauf die klare Lauge, welche das holzessigs. Natron enthält, zur Trockne ein, und glüht; hierdurch wird der Holzessig zerstört und Kohlensäure ge- bildet.— Diese Darstellungsweise fällt nicht wohlfeil genug aus.] Prüfung der verschiednen natürlichen und künstlichen Sodasorten zum Behuf technischer Anwendungen. Ich beziehe mich hierbei auf das bei dem Artikel„Pottasche” Seite 313 hierüber weitläultig erörterte, tale ui Indien! sich N \ ade einem ‚I, ua SIE 1 | iger, |,„Jtjernelst l zın dis frine f" Aullisung ei ig, voran m nei 1u Sala s« hanf (lıh sl il vl Inhlens, Nat B! ‚äeeyplen on [sd mlıe Sola.. fl man den« (ıwelekiure n 1 4 r iqnenis dal GEN geraliren I hi der Brilon der | In Probeiore zugest Jndve Natron neutı nn. chwelleen Säur innıherzeugende | Ind, als sie ı Y Ilfter Tolsendı (mtltn Aulösung io Yllen, wieder Durch das FTIR end der Sch we m\ N N ‘ahnen dun lt Nacht man sl, ll man nf ie in: IM Na alton} War \ der als dem$ 8 He kollen "se, dirchsir] are. u nn. I üle, he SM N ne en de"selbe N Ss u Mer] IT Weng{ N diesen Ins l Ist Tohen Zustand {a S ° Verkauf, nl) enfen(460 71.) Irteg kohlens\ Keen Dprofil dar: Ai D5,& Heitahir, 1, A erd. is,| Schornstei ‚ Er läuft in eine hren der Soda c | p Platten um elben, von au kohlens. Na iron, etwas. ieSchwelckin ı ein Theil Kohlenoyyl; 1, So wirds odurch Sie| n, in Lauzels 5 Wasser dar r des kolleıs olılens, Kill die Kıystil zur Trocı holzessigsau- sich dadurch [se Auflösung et darauf di Trockne en, ılensäure gr 5 aus.| Sodasortn »ybei aufdas je erorlerle, | 1 | | | 2 1 Ei | Prüfung der Sodasorten. 359 man bedient sich desselben Verfahrens. Prüft man rohe Sodasorten, so müssen sie in einem eisernen Mörser aufs feinste zerstolsen und zerrie- ben werden, man siebt das Pulver, wiegt die vorschriftsmälsige Menge ab, und übergielst dieselbe mit Wasser zu drei verschiednen Malen, indem man das feine Pulver mit dem Wasser wohl anrührt. Hierauf wird die Auflösung eine zeitlang hingestellt, filtrirt und die Probesäure zugesetzt, worauf man die alkalimetrischen Grade, Procente, nach Des- ceroizilles erhält. Alikantische Soda.... 20 bis 33° Künstl. rohe Soda aus Natürl, kohlens. Natron guten Fabriken.... 27 bis 32° aus Aegypten.....20— 33° Kıystall.kohlens.Natron 30— 36° Kinstl. rohe Soda..... 10.— 38°» Sodasalzı... ster 20%... 434,509 Will man den absoluten Gehalt wissen, so mufs man 157 Gran cone, Schwefelsäure mit so viel Wasser verdünnen, dafs 100 Grad des Instruments damit genau erfüllt werden, denn 100 Theile reinstes Na- tvon neutralisiren 157 Theile cone. Schwefelsäure. [ Bei der Prüfung der Sodaarten treten manche Schwierigkeiten ın den Weg, die bei der Pottasche nicht vorhanden sind. Die Soda enthält nämlich schweflig- und unterschwefligs. Natron, Schwefelnatrium; wird die Probesäure zugesetzt, so wird nicht allein das an Kohlensäure ge- bundne Natron neutralisirt, sondern auch das mit der unterschwefligen und schwefligen Säure vereinte Natron, und das aus dem Schwefelna- trium sich erzeugende. Dadurch erscheint die Soda reichhaltiger an koh- lens. Natron, als sie in der That nicht ist. Hiergegen haben Gay-Lussac und Welter folgendes Mittel in Anwendung gebracht; sie lassen zuı gemachten Auflösung etwas chlors. Kalı setzen, zur Trockne abdampfen und glühen, wieder auflösen, und nun die gewöhnliche Prüfung an- stellen. Durch das Glühen mit dem chlors. Kali ist die schweflige Säure und der Schwefel in Schwefelsäure verwandelt worden, welche mit dem Natron ein durch Zusatz von Probesäure nicht zersetzbares Salz bildet. Macht man nun einen Versuch mit einem so behandelten Soda- salz, so erhält ınan weniger Procente Natron, als ohne dem; war blos schweflige Säure in der Soda, so braucht man nur die gefundne Diffe- renz zu verdoppeln, so hat man die mit ihr ın Verbindung stehende Menge Natron; war es Schwefel, so ist die erhaltne Differenz die An- zeige der aus dem Schwefelnatrium sich entwickelnden Menge Natron.] Das reine kohlens. Natron krystallisirt mit 62% 5 Wasser verbunden in farblosen, durchsichtigen Rhombenoktaödern, mit 57,4% in rechtwink- ” aus einer econcentr. Auflösung bei 30°, in 4seitisen Tafeln, schmeckt und reagirt alkalisch, löst sich in 2 lich 4seitigen Säulen, mit 45,75 Theilen kalten, 1 Theil kochenden Wasser auf. Es schmilzt leicht beim Erhitzen in seinem vielen gebundnen Wasser, das wasserfreie Salz 360 Anderthalb kohlens. Natron. schmilzt im Feuer leichter, als das kohlens. Kali(daher auch Natron- glas bei geringerm Feuer dargestellt werden kann, als Kaliglas), ver- wittert an der Luft schnell, zerfällt; das mit 57,45 Wasser verbundne verwiltert nicht, man erhält es, wenn man das erstere gelind schmelzt, und das Geschmolzne vom Ungeschmolznen abgielst, abdampft und kry- stallisirt. Das wasserleere besteht aus: 58,57 Natron und 41,43 Koh- lensäure, Anwendung, Die natürlichen Sodasorten braucht man, die bessern zum Seifesieden, die schlechtern, welche sehr wenig kohlens. Natron enthalten, zur Glasfabrikation; das Sodasalz zu denselben Zwecken, auch in der Färberei, Kattundruckerei, Mediein, Darstellung chemischer Präparate. Anderthalb kohlensaures Natron, Sesguiearbonate de Soude, S. of Soda,(natürliches Natron, Natron) kommt in der Natur vor, be- Amerika. Delta, in der Makariuswüste, liegen mehrere Natronseen, deren Boden aus Kalkstein besteht; das Wasser enthält anderthalb kohlens., schwefels. \Wihrend des heifsen Sommers sonders in Aegypten, Ungarn, In Aegypten im Westen des Natron und Chlornatrium. verdunstet das Wasser dieser Seen, Naeh Laugier enthält dasselbe 22,44 kohlens. 38,64 Chlornatrium, 14,0 Wasser, 6.0 unlösliche Theile. In der Nähe von Fessan in der Provinz Sukena im nördlichen Afrika findet man dasselbe in krystallinischen Massen, mit welches man losbricht. Natron, 18,35 schwefels. Natron, Glaubersalz vermischt, man nennt es Trona. Klaproth fand darin 25 Giaubersalz. Laugier untersuchte ein aus dem nördlichen Alyika ab- 71,65 schwefels. Na- 24,0 Wasser, 1,0, unlösliche Substanz. Auch in in der Tataret, Hindostan, Sibirien: stammendes Natron und fand 65.75 kohlens. Natron, iron, 2,63 Chlornatrium, der Gegend von Smyrna, in Un- garn zwischen Debreezin und Grofswardein sind mehrere Natronseen. auf deren Bette man, wenn das Wasser im Sommer verdunstet. das In Mexiko giebt es mehrere Na- zumal nördlich von Zacatecas, auch in mehrern andern Pro- weilse Salz, Szeksö, in Masse sammelt. tronseen, vinzen; in Südamerika bei Columbia, 48 engl. Meilen von Merida, Urao genannt.— Das ägyptische und ungarische Natron kommt im Handel vor, in grauweilsen Stücken, auch anders gefärbt. Künstlich kann man anderthalb kohlens, Natron dadurch erhalten. dals man doppelt kohlens. Natron mit Wasser kocht, wobei dieses 4 Kohlensäure abgiebt. Es krystallisirt in ungleichschenklichen 4seiligen Pyramiden(hemiprismatisches Natron Mohs), schmeckt alkalisch, Er wiltert nicht, Jöst sich leicht in Wasser aul, besteht aus: 37,93 Natron, hinterläfst eine dichte Decke von Natronsalz,. Dom! } Als. ı, ihn! N ydnsol orte Joel kohlen (, Jonml in der fl it, wie dis di Kin JarbloseD, ‚hl reg is Wasser auf, „Änneiben vo \n, 3 Kohlı I, zur Darstell in kohlens, N jchwelligsa" 3 der Natur nich m doppelt schw ıÄmekt nach sehn Inklln, in wen ori uch an. der Pi eh as 493 | E Del schwe 1, lt man. di f Nm in anem Mor nt Kinsilisit, Ian ia el sch Jul chwelle,$ 4 Shlelalte und ve Ihmefelsaur libesalt, el« Ua) Natırreiche ill assilternd, Nadel und 12 Pl, mel ans ad schwel ubelöst, kan) Slguell Sr Yen in Rufs “U al Glaube Mi konnt es 2 ernnt es} [nn N] Im Sıllnen: LEO Au HERR AR INN liste, | ln ni> "au Die N nn a ET nn eg nn er Er EEE— RR ELERT EEE Doppelt kohlens., schwefligs., schwefels. Natron. 361 ch Natren 40,24 Kohlens. ,. 21,83 W. Man wendet es zu denselben Zwecken an, glas), vr als die Sodasorten. verbundn I[Doppelt kohlensaures Natron, Bicarbonate de Soude, B. of | schmelt x 2- s i i S., kommt ın der Natur nicht vor; man bereitet es auf‘eine gleiche ana kn, Weise, wie das doppelt kohlens. Kalı(siehe bei diesem). Es krystal- 1,43 Kol. lisirt in farblosen, geschobnen 4seitigen Tafeln, schmeckt nur noch we- nig alkalısch, reagirt sehr schwach alkalisch, löst sich in 13. T'heilen e bessen kalten Wasser auf, und wird durch Kochen in das vorige Salz, un- Ss, Natron ter Entweichen von% Kohlensäure, verwandelt; es besteht aus: 37,00 ken, aue] Natr., 52,35 Kohlens. und 10,65 W, Man gebraucht es ın der Ne- icin, zur Darstellung künstlicher Mineralwasser, auch zur Bereitung des ’ 8; g hemische reinen kohlens. Natrons durch Glühen. de Soud, Schwefligsau res Natron, ss de Soude, S. s Soda, kommt u in der Natur nicht rn erhält es durch Alzulunen von Natron ERDE zum doppelt scehwelligs. Natron. Es krystallisirt ın farblosen Säulen, Vesten dl schmeckt nach schwefliger Säure, reagırt alkalisch, löst sich ın 4'"Thei- ren Bol len kalten, in weniger als gleichen Theilen kochenden WVasser auf, schweltk, oxydirt sich an der Luft zu schwefels. Natron, und verwittert daher. verdunstet Es besteht aus 49,35 Natr. und 50,65 schweflig. S.] Natronsıı, Doppelt schwefligsaures Natron, Bisulfate de Soude, B. of 4 koles, Soda, erhält man dadurch, dals durch eine Auflösung von kohlens. ) Wasser, Natron in einem Woulfschen Flaschenapparat schwefligs. Gas geleitet nz Suken wird. Es krystallisirt, röthet: Lackmuspapier, verwandelt sich an der Assen, I] Luft in doppelt schwefels. Natron, und besteht aus, 30,52 Natr. darin 25 und 69,48 schweflig.$.‘Man bedient sich desselben zum Bleichen der Llrika al. Strohgeflechte und verwandter Gegenstände. velels, Mı- Schwefelsaures. Natron, Sulfate de Soude,$. of Soda, ‚ Auch in Glaubersalz. Sel de Glauber, Glauber’s salt, findet sich in der Natur 1; in Un in allen 3 Naturreichen. Man findet es in einigen Ländern aus dem atronseen, Erdboden auswitternd,(Thenardit in Spanien enthält 99,78 wasserleeres ıstet, das Glaubersalz und 0,22 kohlens. Natron), aus alten Mauern, alten Gruben- hrere Na- gebäuden, meist aus Gyps und Kochsalz entstehend, auch wohl aus lern Pio- Kochsalz und schwefels, Eisen. In vielen Mineralwassern findet sich la, Urao Glaubersalz aufgelöst, als im Karlsbader, Pülnaer, Seidschützer Wasser, n Handel im Steinsalz, Soolquellen(vergleiche vorn beim Kochsalz), in dem Wasser mancher Seen in Rufsland, Frankreich, Ungarn ete.; mit schwefels. Kalk erhalten. verbunden als Glauberit, im Pfannenstein der Salinen. Im Pflanzen- und i dieses Thierreich kommt es auch vor, so findet man es z. B. in der Soda. fseitigen Man gewinnt es hauptsächlich 1) aus der Mutterlauge und dem Pfan- ch, ver: nenstein der Salinen; letzter wird zerschlagen, mit heifsen Wasser aus- , Natron gelaugt, die Flüssigkeit durch Abselzen geklärt, und zum Krystallisiren abgedampft. Die Mutterlauge der Salinen enthält Glaubersalz, etwas nn nn EEE rn mn man wur un r en en rer nn EEE. "-) ne || 362. Natron, Darstell. u. Eigenschaften desselb.| eunallen, 9 schwefels. Magnesia, Chlormagnesium, Chlornatrium ete.; wird sie vor- N |) sichtig abgedampft, so schiefst noch Kochsalz an, sodann in der Kälte er n Glaubersalz, und zwar theils das in der Mutterlauge gebildet vorhandne, n Bien theils das in der Kälte durchs Zersetzen des Chlornatriums und schwe- ji Di fels. Magnesia entstandne. 2) Durch unmittelbare Zersetzung des Koch- hai ı salzes(See- Steinsalzes) vermittelst Schwefelsäure, wobei Salzsäure ge- ihn kl wonnen wird; siehe bei dieser Seite 208. Das gewonnene Salz wird us hi dann in Wasser gelöst, abgedampft, wobei das nicht zersetzte Kochsalz zit schwel zuerst krystallisirt, sodann das Glaubersalz. 3) In Schweden aus der| m Irrstallisrt Mutterlauge der Vitriolsiedereien, aus den vitriolhaltenden Grubenwas-„Pi gleiche sern, indem man sie durch einen Zusatz von Kochsalz zersetzt; Neben-| merreie Sıln, produet Chloreisen. Die abgedampite Salzmasse wird geglüht, wodurch) Mhosphorsat das Chloreisen sich zersetzt, und beim Auflösen Eisenoxyd hinterlälst, u perlatun, I 4) Bei der Amalgamation der Silbererze, welche bei Freiberg, und 1 Me und der silberhaltigen Kupfererze, welche bei Hettstädt im Mannsfeld betrie- Ns Na ben wird, gewinnt man Glaubersalz als Nebenproduet(vergleiche die Be- Kia nd win dann not schreibung des Verfahrens bei der Amalgamation der Silber- und Kupfer- ei = din brlanrung gelel erze). 5) Bei der Salmiakbereitung aus schwelels. Ammoniak und Koch- salz durch Sublimation, oder auf nassem Weg. 6) Bei der Darstellung der kohlens. Magnesia aus schwefels. Magnesia mittelst kohlens. Natron, der hl Boraxsäure aus Borax, wobei‘das Glaubersalz in der. Flüssigkeit aulge-| Me löst bleibt, und durchs Abdampfen gewonnen werden kann, 7) Durch kill Zersetzung des Kochsalzes mittelst Alaun, wodureh salzs. Thonerde ge- Inlm Wasser wonnen wird; durch schwefels. Magnesia in der Winterkälte(siehe oben). all W, (5) Man hat auch aus gepochten Sehwelelkies, Kochsalz(und Kohlen-| staub) durehs Rösten Glaubersalz darzustellen gelehrt, wobei Eisenoxyd ii tum mık als Nebenproduct erhalten wird.) KOMMEN, We Das Glaubersalz kann sowohl wasserleer, als auch mit verschiednen sl us dem Mengen Wasser verbunden kıystallisiren; schielst das Salz bei 33° an, ul Theil so kıystallisirt es ohne Wasser in Rhombenoktaedern, löst sich in 10 Rn ud durchs Theilen kalten Wasser auf und krystallisirt dann mit der gewöhnlicher ‘ o° 1| E Aral, Es te verbunden; die gewöhnlichen Glaubersalzkrystalle enthal- hl KU MIX zerlegt d ten 55%; 2 Wasser, es sind farblose, durehsichtige, 4 und 6seitige Säulen. Ann,= F Es schmeckt kühlend, bitterlich, verwittert stark an der Luft, zerfällt I he zu einem weilsen Staub, schmilzt in seinem Wasser bei geringer Wärme, 1 M se r das wasserleere aber schwerer. 100 Theile Wasser von 09 lösen 5.02 Ermn he| Theile auf, von 18° 16,73 von 30%° 43,05, von 325° 50,65, von 70,60 lamodhk un. 44,35. bei 103,170 42,65 Theile, Gay-Lussac; Glaubersalz löst sich in de auch Alkohol nicht auf. Läfst man durch langsames Erwärmen eine Auflö- ALLA sung dieses Salzes krystallisiren, z. B, im luftleeren Raum, so bilden lich sich farblose, durchsichtige, säulenförmige Krystalle, welche weniger“ya lat ln ce nn Tr ar TR TG sell,>- n Re Phosphors. Natron, Harnsalz. 363 \ sie Tor der Kill: Orhandne 1d schwe. les Koll. SÄULE on. v Wasser enthalten, als das gewöhnliche Salz, nämlich nur# jenes Quanti, also ungefähr 44%, härter sind, als jenes, und leieht undurehsichtig wer- den, sie verwittern nicht an der Luft, und schmelzen nicht in der Wärme. Durchs Schmelzen und Glühen mit Kohlenstaub giebt es Sehwefelnatrium, Man bedient sich des Glaubersalzes zur Darstellung des künstlichen kohlens. Natrons, des Glases, des essigs., holzessigs. Salz wir] Kochsalı aus der Natrons aus holzessigs. Kalk; in der Mediein findet es grolse Anwendung. [Doppelt schwefelsaures Natron, Bisulfate de Soude, B. of } Soda, krystallisirt in Öseitigen Säulen, löst sich ın 2 Theilen WVasser JENWwAR-. , Neben. von 0°, in gleichen Tehilen kochendem auf; erbitzt man das geschniolzne wasserfreie Salz, so erhält man wasserfreie Schwefelsäure. wodurch Phosphorsaures Natron, Phosphate de Soude, Ph. of Soda, erläfst,(Sal perlatum) kommt mit phosphors, Ammoniak verbunden im Harn erg, und des Menschen und einiger Thiere vor, so auch in andern anımalischen d betrie- Flüssigkeiten. Man bereitet es aus Pliosphorsäure, oder sauren phos- die Be- phors. Kalk und kohlens. Natron, man neutralisirt erstere mit letzterm, 1 Kupfer und setzt dann noch einen kleinen Ueberschufs des letztern hinzu, weil Haken. die Erfahrung gelehrt hat, dafs aus einer alkalisch reagirenden Flüssig- Manz der keit das Salz leichter krystallisirt.— Es erscheint ın farblosen, durch- u sichtigen, geschoben 4seiugen Säulen, schmeckt salzig, nicht bitter, rea- itron, der< 3-;; on ME: givt schwach alkalisch, verwittert stark an der Luft, verliert an 61%, 5 eit aulze- Wasser, schmilzt bei mäfsiger Hitze zu einer klaren Glasperl, die beim 7) Durch Erstarren undurchsichug wird, löst sich in 4'Theilen kalten und 2 nerde ge- kochenden Wasser auf, besteht aus: 17,88 Natr., 20,40 Phosphors. ıe oben) und 61,72 WV, Kohlen Das phosphors. Natron bildet mit phosphors. Ammoniak ein Doppel- isenoxrd salz, chemals mikrokosmisches Harnsalz genannt, Sal urinue microcosmicun, welches sich im menschlichen Harn findet. Man kann el es sowohl aus demselben darstellen, als auch künstlich bereiten, wenn »hiednen 990 I in 10 man 6 bis 7 Theile phosphors. Natron mit 2 Theilen VWVasser mengt, an),» a NER: a 2 UFER T schmilzt, und 1 Theil Salmiakpulver hinzufügt, die Flüssigkeit durch- seiht und durchs Erkalten krystallisiren lälst; in der Mutterlauge bleibt hulichen Chlornatiium, Es wird nämlich ein Theil des phosphors. Natrons durch - den Salmiak zerlegt, es bilden sich phosphors, Ammoniak und Chlor- Säulen, natrıum.— Es krystallisirt in farblosen, durchsichtigen Kıyställen, zerfill schmeckt kühlend salzig, stechend, verwittert nicht an der Luft, ver- Wärme, liert Wasser und auch etwas Ammoniak, löst sich leicht in Wasser sm auf, schmilzt bei gelinder Hitze mit Aufbrausen, verliert den Gehalt sen»,0% „0, an Ammoniak, und hinterlälst eine helle Perl von doppelt phosphors. n VD Natron, die auch nach dem Erkalten noch klar bleibt. Es besteht aus: sich in 40,63 phosphors. Natr., 32,07 phosphors. Ammoniak und 27,30 WV. e Aufli- Man bedient sıch desselben als Flulsmittel bei Löthrohrversuchen gleich ) bilden Borax, auch hat man es als Surrogat desselben zu technis« hen Zwecken weniger vorgeschlagen, als ein feuersicherndes Mittel zum Ueberziehen der Lein- SEE ER REES r— nen er EUREN ER BE Iren mn nenn au,"> ee Erneeewe. re a RE EEE ERLTEETEN\TEEEE 364 Doraxs. Natron. wand, der Gewebe(für Theater).— Doppelt phosphorsaures Natron, Biphosphate de Soude, B. of Soda, krystallisirt in 2 ver- schiednen Grundformen bei gleichem Gehalt an chemisch gebundnen Wasser; löst sich leicht in WVasser, nicht ın Weingeist auf.] Boraxsaures Natron, Borate de Soude, B. of Soda, Borax, kommt im Mineralreich an verschiednen Orten der Erde vor. Man fin- det ihn, mehr oder minder mit einer seifenarligen Masse vermengt, hauptsächlich in Ostindien, am Grund und den Ufern eines durch sal- zige Quellen unterhaltnen grofsen Sees, 15 Tagereisen nördlich von Tez- hoo- Lomboo in Tibet, auch im Bezirk Sembul soll es solche Seen ge- ben. Auf Ceylan, in der südlichen Tatarei, so wie in Südamerika un- fern Potosi in den Gruben von Viquinta soll roher Borax sich finden, Der rohe Borax, Borax brut, heifst in Tibet Tinkal, erscheint in kry- stallinischen, meist zusammengesinterten Massen, halbdurchsiehtig, grau- weils, gelb- grünlich, mit einer Art Natronseife umschlossen, aus Berg- fett und Natron erzeugt, mit boraxs. Kalk, Magnesia vermengt. Man hat im Handel auch chinesischen Borax, welcher eine vorläufige Raflination bereits erlitten hat. Ehedem reinigte man den rohen Borax vorzugsweise in Venedig, woher der Name venetianischer Borax für den gereinigten borax; jelzt ge- schieht es in mehrern grolsen Seestädten, namentlich in Amsterdam. Das Verfahren, welches man daselbst beobachtet, ist nicht völlig bekannt; man bedient sich verschiedner Methoden. Nach der einen weicht man den Tinkal in wenig kaltem Wasser ein, rührt öfter um, setzt nach und nach 15 gelöschten Kalk hinzu und rührt um. Nach einem längern Maceriren wird durchgeseiht, und die durch den Kalk von dem gröls- ten Antheil der Fettigkeit befreiten Krystalle in 25 Theil kochendem Wasser aufgelöst; man setzt 25 Chlorcaleium hinzu, seiht durch, dampft die Flüssigkeit bis zu 18 oder 0° B. ein, schültel sie zum langsamen Ab- kühlen und Krystallisiren in hölzerne mit Blei ausgefütterte kegelförnige Gefälse. Ein sehr langsames Abkühlen ist zur regelmälsigen Kırystal- lisation nothwendig, weshalb man die Gefälse mit schlechten Wärme- leitern umgiebt. [ Statt der Behandlung mit Kalk verfuhr man auch also, man schüttete den zerstofsnen rohen Borax in ein mit einem durchlöcherten falschen Bo- den versehenes Fals, übergofs ihn mit wenig Wasser, sodann mit Actznatronlauge von 5° B., bis letztere wenig gefärbt ablief. Nach dem Abtropfen löste man den Borax in siedendem Wasser auf, brachte die Auflösung auf 20° B., setzte 125 kohlens. Natron hinzu, liefs klar ab- setzen und Krystallisiren.] In neuerer Zeit hat man in Frankreich angefangen aus kohlens. Dora Kinn nd der 1 hy an(artıe j Thalen koche N Kegel a Inlchäume in in Opel ale at ih; m uff Alm yollende‘ Im von koll hrhendem W: „am B. 4, melde. ein echten Wimel I, in welchem Ihr dises Anschie Ant de scharfen. Be Tilo oberfläch Fund von Dr Dırar krysta ulzlichrer Zu n mis weise) a a| 1 A] alkalıs ii lau von der ı ein Kmstallw Hmmm N "len Dorax wird em einem ll eva T la am aul N, De URN Ion er «> Eenschaf| im;|} “2 Imderlich PR as F a Aulliıng Üh N Ächte Ok ie N assan Eh), Nu Y Borax, künstlicher, Darstellung desselben. 365 014....... un ge Natron und der italienischen Boraxsäure künstlich Borax zu fertigen; nd vn. s< B x 2- oe ;. Payen und Cartier errichteten die erste Fabrik der Art. Man löst in tbun Den: ] 500 Theilen kochendem Wasser:600 Theile kohlens. Natron in einem N kupfernen Kessel auf, setzt nach und nach 500 Boraxsäure hinzu, wobei '; Orax Nan in. vermenel, heftiges Aulschäumen stattfindet. Ist dies geschehen, so erhält man die Temperatur nahe am Sieden, deckt den Kessel zu und lälst ganz all- hi mählig abkühlen; nach 30 Stunden wird das Klare abgezogen, in bleierne durch sıl. y H ı von Ter. Seen ge» Krystallisationsgefäfse geleitet, worin binnen 3 bis 4 Tagen die Kıy- stallisation vollendet ist. Die Mutterlauge dient zur Auflösung neuer Portionen von kohlens. Natron, Das krystallisitte Salz wird hierauf terika un- in kochendem Wasser gelöst, 10% kohlens. Natron hinzugesetzt, die % finden, Lauge bei 20° B. in die mit Blei ausgefütterten Kıystallisirgefäfse ge- 2 in by leitet, welche eine abgestumpft pyramidale Form besitzen, und mit ılig, grar- schlechten Wärmeleitern bedeckt sind. Die mittlere Temperatur des us Der; Lokals, in welchem das Krystallisiren stattfindet, mufs 18° sein; die Man ha Dauer dieses Anschiefsens beträgt 17 bis 18 Tage, die Temperatur beim allınati Kıystallisiren 30°. Darauf werden die gröfsern Kıystalle in kleinere 1 Stücke zerschlagen, getrocknet, auf einem Sieb hin und her geschüttelt, Venedig, damit die scharfen Eeken und Kanten sich abrunden, auch eine leichte jetzt ge- Verwitterung oberflächlich eintrete. Die kleinern Krystalle werden wie- um, Di der aufgelöst und von Neuem krystallisirt. bekanl; Der Borax krystallisirt in farblosen, durchsichtigen, 6seitigen Säu- jeht man len mit Sflächiger Zuspitzung, verwittert oberflächlich, und wird da- jach un durch etwas weifslich, durchscheinend, schmeckt süfslich, alkalisch, längern reagirt schwach alkalisch, löst sich in 2 Theilen kochenden, in 12 Thei- m gröls len Wasser von der mittlern Temperatur, bläht sich im Feuer auf, chenden verliert sein Krystallwasser, über 472, in diesem Zustand nennt man ihn , dampl! gebrannten Borax, Borax caleine, caleined borax. Erhitzt man ihn men Al- bis zu 300°, so wird er weich, teigartig, und in der Rothglühhitze Jlörnige schmilzt er zu einem farblosen, durchsichtigen Glas, welches an der Krystal- Luft allmählig etwas Wasser anzieht, rissig und staubig wird, löst sieh \Värne- in Wasser langsam auf; der Borax besteht aus: 15,93 Natr., 37,36 Bo- raxs., 47,11 W. Der aus den Bestandtheilen künstlich dargestellte Kür Borax hat, obschon er reiner ist, als der gereinigte indische, die unan- tete dt h® hen Bo- ann mil genehme Eigenschaft leicht zu zerbröckeln, was bei der technischen Anwendung hinderlich ist; es scheint fast davon herzurühren, dals der da indische noch etwas Fett in sich hat(2). Läfst man Borax aus einer chte die eoncentrirten Auflösung zwischen 790 und 56° anschielsen, so bilden klar ab- sich harte, dichte Oktaöder, welche weniger zerspringen, nicht verwil- tern, weniger Wasser enthalten, nämlich nur 30,8%.— Borax nimmt kohlens. in der Schmelzhitze verschiedne Metalloxyde auf, verbindet sich mit p FEN TEE EEE EEE EEE 366 Chlorigs., chlors. Natron. ihnen, und wird gefärbt; so vom Kohaltoxyd blau, Chromoxydul grün, Kupferoxyd hellgrün, Eisenoxyd gelbbräunlich ete.; er befördert den Flufs von Kiesel- und Thonerde, dient beim Löthen als Flufsmittel, fondant, indem er einmal den Flufs des Loths befördert, zweitens den Zutvitt der Luft von der Löthstelle abhält, wodurch einer Oxydation vorgebeugt wird, und löst auch schon vorhandnes Metalloxyd auf. Anwendung des Boraxes: 1) zum Löthen für Gold- und Silberarbei- ter, wo mit Schlageloth, Hartloth, Silberloth gelöthet wird; 2) zum Probi- ren mittelst des Löthrohrs, auch als Flufs zur Untersuchung der Erze; 3) zur Darstellung feiner Gläser(Spiegelglas), des Strafs, leichtllüssiger Glä- ser, zu Glasuren; 4) zur Abscheidung der Boraxsäure; 5) in der Mediein, [Saures boraxsaures Natron, Biborate de Soude, B. of Soda, durch Zusatz von Boraxsäure zum Borax erhalten; krystallisirt schwierig in tafelförmigen Krystallen, schmeckt wie Salpeter, kühlend, schmilzt in der Hitze zu einem Glas.]. Chlorigsaures Natron, Chlorite de Soude, Chl. of S., Chlor- natron, Chlorure de Soude, Chloride of Soda, oxydirt salzsau- res Natron, Muriate de Soude oxygend, Oxymuriate of Soda, wird ebenso wie das chlorigs. Kali(siehe oben Seite 321) dargestellt, und gleichfalls flüssig als Bleichllüssigkeit,(Eau de Javelle), Liqueur de La- baraque, gebraucht. Man kann es auch schnell durch doppelte Wahlver- wandtschaft aus chlorigs. Kalk und schwefels. oder kohlens. Natron darstel- len, indem sich schwefels. Kalk und chlorigs. Natron bilden. Die Eigen- schaften dieser Flüssigkeit sind dieselben, wie die des chlorigs. Kalis. [ Chlorsaures Natron, Chlorate de Soude, Chl. of Soda, über- oxydirt salzsaures Natron, Muriate de Soude suroxygene, Oxymuriate of Soda, wird auf gleiche WVeise, als das chlors. Kalı erhalten, vergleiche oben Seite 322.(Man kann es auch direct mittelst Chlorsäure und kohlens. Natron darstellen.) Vom gleichzeitig mit er- zeugten Chlornatrium ist es schwer zu trennen, indem es fast gleiche Löslichkeit mit letzterm besitzt. Es krystallisirt in 4seitigen Tafeln, schmeckt kühlend stechend, löst sich in 3 Theilen kalten und wenig leichter in kochenden WVasser, leicht in WVeingeist auf; es entbindet in der Hitze Sauerstoffgas und Chlorkalium bleibt übrig. Es besteht aus: 29,31 Natr, und 70,69 Chlors,.— Jodsaures Natron, Jodate de Soude, J. of Soda, wird ebenso dargestellt, wie das jods. Kalı; es krystallisirt in kleinen Säulen, ist lufibeständig, schmilzt in der Hitze, entbindet Sauerstoffgas, hinterläfst Jodnatrium, löst sich in 14 Theilen VVasser von 15° auf, nicht in Alkohol, besteht aus: 16,09 Natr. und 83,91 Jods.; basısch jodsaures Natron krystallisirt in kleinen nadelförmigen, seidenglänzenden Krystallen, ist luftbeständig, Inılıt in der ‚I, eniertde Sulpetersa \ salpelers 171 , Jin kon€ \elnge(oh Jirectem Wa una nn spe! vo on La Ahrssullisrt l, weniger al P OR IR- {, löst sieh 1 chende, ver ben Flamme, x, mr sind elen yon mr, Dibereiner \ıtın und u Wien e A, dar V %& Vers] Vases überhar R Ms Chhsni Ylay u m U chen tind EREE N ie ze Zn—— en-= re SE TTRESTEÜRERR sn. N ee ze— ne en m a LT rien 77 RR Salpeters., kiesels. Natron, Glas. 367 Yııl ein, schmilzt in der WVärme, enthält viel Krystallwasser, ıst leichter löslich Krdert den als ersteres. Plulsnite, Salpetersaures Natron, Nitrate de Soude, N. of Soda, WV ür- Weiteng Jen felsalpeter, Nitre cubique, Cubie nitre, findet sich unter dem Erd- ° Oral salpeter in Spanien, Indien, namentlich aber in Peru ım Distrikt Ata- l anf cama, wo ein Lager von 25 Meilen Länge neuerdings entdeckt worden Silber ist. Man kann es darstellen, wenn man Salpeterrohlauge statt durch SUDETArdEN. Pn) Aschenlauge(kohlens. Kali) durch kohlens., Natron zerlegt; oder auch zum roh). N auf directem WVeg; endlich zersetzt sich auch salpeters. Kali und Chlor- er Erze:) natrıum ın salpeters. Natron und Chlorkalium. ssiger Gli Es krystallisirt in Rhomboädern, schmeckt kühlend, stechend, bitter- er Mediein lich, weniger auffallend als das salpeters. Kali, wird feucht an der f Luft, löst sich in 3 Theilen Wasser von 15,5°, in weniger als 1 Theil of Soda, kochendem, verpufft langsamer als Kalisalpeter mit einer pomeranzen- 't schwierig mr gelben Flamme, besteht aus: 36,6 Natr, und 63,4 Salpeters.— Zur schmilzt ı Darstellung von Pulver ist es nicht brauchbar, weil es feucht wird, aber für die Feuerwerkerei, da es 3mal langsamer verpufft, und ein d P’ SICH: pomeranzengelbes Feuer hedingt; auch ist es zur Gewinnung von Salpe- ae tersäure, von Schwefelsäure, Glaubersalz anwendbar.] oda, wird Kieselsaures Natron, Silicate de Soude, S. of Soda. Man tellt. und kann mittelst kohlens. Natron eben so gut, als mit kohlens. Kalı(Pott- ur de La- asche), sowohl Kieselfeuchtigkeit als Wasserglas und eigentliches Glas Wwahe darstellen, nur sind die dazu erforderlichen Mengenverhältnisse nothwen- a dig verschieden von denen, die bei der Anwendung des Kalis nöthig Yen waren, Döbereiner lehrt aus 70 Theilen kohlens. Kali, 54 Theilen Sal; kohlens. Natron und 152 Th. Kieselerde ein Wasserglas darstellen, wel- | ches mit Wasser eine dünnere Flüssigkeit giebt, als Kaliwasserglas, a, über nicht so leicht gerinnt, leichter in die Poren des Holzes eindringt; es ronygent, ist leicht zu schmelzen, hlors, Kal Im Mineralreich kommen verschiedne Verbindungen des kiesels. ct mittelst r... Se‘ rn Natrons mit kiesels. Thonerde vor, welche bereits Seite 342 angeführt 18 mit er. ee worden sind. ast gleiche n Tafeln, ınd wenig Glas, verre, glace, glafs, ist eine chemische Verbindung von Kieselerde mit Kali, Natron, oder beiden zugleich, Kalk,(Thonerde), Bleioxyd,(Eisenoxyd);(Baryt, Strontian). entbindet [is besteht[Man erzählt, dafs phönicische Kaufleute, welche Natron(kohlens. Na- 1, Jodate tron) aus Aegypten bei sich führten, am Ufer des Flusses Belus in Sy- ds. Kalı; rien Feuer anmachten, und sich einiger Stücke Natron als Dreifuls.be- zt in dei dienten, das Verglasen des feinen Sandes bemerkt haben; die Erfindung ch in H des Glases überhaupt ist noch dunkel. Die Phönicier sollen zu Sıdon us: 16 und Tyrus Glasniederlagen gehabt haben; dia Aegypter besafsen die pystalliirt Kunst Glas zu machen, die Mumien in den Katakomben zu Memphis Ibestindie und Theben sind mit Glasschmuck verziert, Aber nur schr langsam eo ee 0 ARTEN U EBOT IDEE SEE 7 EEE TEE IL Bu TgT— 368 Materialien zur Glasbereitung. verbreitete sich die Kenntnifs des Glases unter den Völkern des Abend- lands: die Römer kannten es zwar 200 Jahr vor Christus, es wurde aber erst später gewöhnlicher; Glasscheiben wurden erst zur Zeit des Kai- sers Nero bekannt. Im Jahr 674 wurden’in England die Fenster der Kirche und des Klosters zu WVeremonth in Durham mit Glas verse- lien, welches wahrscheinlich venetianische Künstler verfertigten; die äl- testen Spuren der Glasmalerei(Gl asmosaik) fallen in das Ende des Sıen Jahrhunderts; im 12ten Jahrhundert wurden in der Abtei St. De- nys bei Paris farbige Glasfenster eingesetzt.(Das nn hierüber siehe unter andern in Parkes’s chemical Essays Vol. 2. pag. 167; Edinburgh. Encyclopaedia Vol. X. pag. 306„Glafs”;— Rees Cyclo- paedia Vol. XFT. ‚‚Glafs.”)] Die Materialien, deren man sich zur Verfertigung des Glases be- dient, sind folgende: 1) Quarz, Quarzsand, der feinste, weilseste Sand, welcher mög- lichst frei von Eisenoxyd ist, dient zu den besten Glassorten, so wie auch gepulverter Quarz; zu dem Ende wird derselbe geglüht und in kal- tem Wasser abgeschreckt, wodurch er spröde wird, zerspringt und sich nun sehr gut durch ein Stampfwerk, Walzwerk, oder Stein und Läufer mahlen läfst, Je feiner der Sand ist, desto leichter läfst er sich in Glas verwandeln und desto weniger Alkali ist dazu nöthig. Häufig muls der Sand geschlemmt werden, um ihn von beigemengten Thon, Mer- geltheilen, Humus, Pflanzenresten zu trennen. Nicht selten wird der Sand auch geglüht, theils um alle verbrennbaren organischen Ueberre- ste zu zerstören, theils um ihn glühend ins Wasser zu schülten, wo- durch er eine feine Zeriheilung erhält. Man gebraucht aber auch den gefärbten gelblichen Sand zu ordinären Glaswaaren, und die Erfahrung lehrt, dafs ein solcher leichter schmilzt als ganz weilser, reiner Sand, welcher immer noch ein wenig Thonerde, Kalk, Eisenoxyd enthält, vergleiche oben Seite 267. 2) Kalk, sowohl der gebrannte, an der Luft zerfalne Kalk, als auch der natürliche kohlensaure Kalk, Kreide.— Da letztere oft or- ganische Ueberbleibsel enthält, die durch ihren Kohlenstoffgehalt das Glas färben können, so bedient man sich lieber des gebrannten, an der Luft zerfallnen Kalks(kohlens. Kalk+ Kalklhıydrat). Der Zusatz von Kalk macht die Glasmasse flüssiger, giebt derselben die Eigenschaft leichter einen Temperaturwechsel zu ertragen, macht das Glas wei- cher. und leichter durch den Diamant schneidbar; nur muls die Menge des Kalkzusatzes eine erfahrungsmälsige Gränze nicht übersteigen, weil sonst das Glas milchig wird, und nach dem Erkalten sich der Kalk vom Glas scheidet. Natronglas verträgt einen grölsern Zusatz von Kalk, als Kali- 18 1. Auch ge uukın De * m ‚enden, h Pıtasche 1m Ih, Sılıe zer ‚(Isschmerer$ Ilsche, N ehe, welche f;ik nd Ki Iächer der N ii, Jiesel. R Inn dient nur las, 4) Pott ahsche selhst, Au) nit N ad Pt ische sihilen, welche 1, sine u DU r die sine Alte an Ydıda. Somohl ie Bl, die far Tell, ak: and N)(ha anpewe altaıerer Zei | MM I dich el | atnirdin, Natron #*, alt Eihweich Ihe Ihre l ah, al *erlne Weise Ha Pate! li, de Kı Ca in,{NN i R vb wer /"SENDEN y \ dk da Gl ak n il Auleitu N Isal, W Ri; Ollorka LI all Ai W l zu Materialien zur Glasfabrikation. 369 des Ahent. Kaliglas. Auch greift der Kalkzusatz die Häfen während der Schmel« 1» 68 Wurde zung stark an. Der kohlens. Kalk dürfte vor dem Aetzkalk deshalb den heit dis Kr Vorzug verdienen, weil dann durch doppelte Wahlverwandischaft die Fenster der in der Pottasche und der Soda enthaltnen schwefel- und salzs. Salze Glas vers in kohlens. Salze zerlegt werden. Ein Gehalt an Magnesia im Kalk macht u; die il. das Glas schwerer schmelzbar. pen: de 3) Holzasche, zu den geringern Sorten auch die ausgelaugte “ ix Holzasche, welche immer noch einen Rückstand an kohlens., kiesels,, er Kali, Kalk und Kiezelerde enthält; ebenso wird der ausgelaugte Ri Cych Kalkäscher der Seifensieder gebraucht, in welchem hauptsächlich kohlens., kiesels. Kalk ete. enthalten ist(vergleiche oben Seite 301). Letzterer dient nur zu den geringern Sorten, zu dunkelgrünen(schwar- Glases I. zen) Glas. 4) Pottasche. Meist bereiten die Glashütten ihren Bedarf an Poltasche selbst, weil sie so wohlfeiler zum Ziel kommen, und alle Icher mir. Nebenproducte mit Nutzen anwenden können. Zu den feinern Gläsern 1. so wi wird die Pottasche gereinigt, um die fremden schwefel- und salzs. Salze und in kil. abzuscheiden, welche letztere mit der ‚Kieselerde nicht leicht. vergla- t und sich sen, sondern nur die Verglasung stören, ‚es sei. denn, dafs. man. eine ınd Läufer sehr grofse Hitze anwenden kann, wodurch sie sich verflüchtigen. er'sichin 5) Soda. Sowohl das Natron aus Aegypten, Ungarn ete., die spa- Läufe mul nische Barilla, die französischen und sizilianischen Sodaarten, Kelp- und on: Ner. Warecksoda, als auch. künstliche Soda, werden zur Darstellung von ah(Natron-) Glas angewendet. 6) Glaubersalz. Wasserfreies Glauber- Ueber. salz ist in neuerer Zeit öfters zur Glasbereitung angewendet worden, es ilten, wo- wird nämlich durch'einen Zusatz von wenig Kohle. in schwefligs. und auch den unterschwefligs. Natron redueirt, und dieses mit Kieselerde geschmolzen Erfahrung giebt, unter Entweichen der schwefligen Säure, kiesels. Natron. Es ner Sand darf aber die Menge der Kohle nicht zu grols sein, weil sie sonst das d enthält, Glas braun färbt, auch verdirbt eine zu grofse Menge des Glaubersalzes die angenehme Weifse des Glases, macht es gelblich. Wendet man Kalk, al zugleich auch Pottasche an, so erzeugt sich schwefels. Kali und koh- ve ofk ar lens. Natron, oder Kohle und kohlens. Kalk, so entsteht gleichfalls ehalt dis kohlens. Natron. 7) Schwefelsaures Kali kann gleich wie Glau- Ar bersalz gebraucht werden, wenn kohlens. Kalk und etwas Kohle zum /usalz von Glassatz genommen werden. vonsehalt[| Scholz, über das Glaswesen und seine Vervollkommnung, ın den Jahr- Ans Hi büchern des k. k. polytechn. Instituts Bd. 2. S. 192. Versuch einer i« ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst. Bd: 2. S. 39.] lie Im 8) Kochsalz. Wenn man das Kochsalz neben Pottasche anwendet, N so bildet sich Chlorkalium und kohlens. Nätron, ersteres scheidet sich Kalk als Glassalle ab und es erzeugt sich ein Natronglas. An und für sich Kılk, al I> ü n 24 Kalı-’ zn an FÜRSTEN BB iron um aun ar Se AS 370 Materialien zur Glasfabrikation. ist es durchaus kein Ersatzmittel für das kohlens. Natron, da es direet mit Kieselerde nicht verglast. 9) Seifensiederf[luls(Chlorkalium, Chlornatrium mit etwas kohlens. Kali und Kohle). Wird in calei- nirttem Zustand zu Tafelglas,‘Grünglas, schwarzen'Bouteillenglas an- gewendet. 10) Heerdglas, pieadit, das Glas, welches beim Verarbeiten oder durchs Reifsen der Häfen in den Heerd geflossen ist, wird dem Glassatz für geringe Glassorten wieder beigesetzt. 11) Glasbrocken, Bruch- glas, calein, cullet, werden sortirt und beim Glasschmelzen in bestimm- ten Mengen zugesetzt, wodurch eine bessere Masse entsteht. 12) Schmie- deschlacken, Hohofenschlacken, kiesels. Kalk mit kiesels. Eisen- oxydul, kiesels. Manganoxydul, für schwarzes Bouteillenglas. 13) Mennige dient zur des Bleiglases,(Kıystall- und Flintglases). Sie giebt dem Glas ein‘bedeutendes Gewicht, macht es weniger spröde, weich, leichter zu schleifen, leichter schmelzbar, und bedingt ein bedeutendes Farbenzerstreuungsvermögen, Die Mennige greift aber auch die Häfen stärker an,'und ‚macht das Glas leicht gelblich. Sie’ muls völlig kupferfrei sein, sonst wird das Glas grün gefärbt. [Man hat neuerdings vorgeschlagen, statt Mennige schwefels. Bleioxyd an- zuwenden, weil dieses kupferfrei darzustellen, wohlfeil, und mit Kie- selerde leicht verglast. Beim Glasschmelzen geht übrigens die Mennige in das niedere Bleioxyd über, giebt etwas Sauerstoff ab. Man bedient sich auch wohl bei der Erzeugung der Schmelzgläser des Bleiweilses, (kohlens. Bleioxyds).] 14) Braunstein. durch Entbindung von Sauerstoffgas in der Hitze die den Glassatz fär- benden Kohlentheile zu verbrennen, in Kohlenoxyd- und kohlens. Gas Je reiner, eisenfrei, desto besser, Er dient um zu verwandeln. Das dadurch entstandne Manganoxydul geht sodann mit in die Mischung des Glases als kiesels. Salz ein, und bedingt, wenn et- was mehr, als nöthig, hinzugesetzt wurde, einen Stich ins Blaue. Sol- che Gläser werden mit der Zeit, wenn sie am Sonnenlicht stehen, durch höhere Oxydation des Manganoxyduls zu Oxyd, violett; dies erfolgt aber nur am Licht. Setzt man zum grünen Bouteillenglas viel Braun- stein hinzu, so wird‘es gelb. Die alten Glasmacher nannten den Braun- stein, weil er das‘ Glas entfärbt, Glasmacherseife, savon des ver- riers, glafs-soap. 15) Arsenige Säure, weilser Arsenik, dient zu ähnlichem Behuf als der Braunstein, er oxydirt den Kohlenstoff und wird als Arsenikmetall verflüchtigt. Man glaubt, dafs ein Theil als Ar- seniksäure an Kali gebunden mit in die Glasmasse eingehe(?). Solche Gläser sollen im Sonnenlicht farbig anlaufen(?), Feuchtigkeit anziehen; ein zu grolser Zusatz macht die Glasmasse trüb. 16) Salpeter, zu PL) schwarz fm Feldste ; Jilhsch ij faner m je dl m The „inf an dunk l ureuge,\ | N) Mehrere Ip dienen,& iyewachsnen F ide; aschgrau, Ile von Basalt Fıldipath, kes mil, Palltan.- | mat,= Sreni Hende und Horn a sch en braun: Hin, Thürioge lnuam Ta Ir Otahrikat Irelune des ride las gi imina der Schu \k lan für] ale Gismaren, apa iltene => m Ik iv N) laofen het, h lim, si Ei ini Dr de april | kn, nit a inteen, ash u: nr! line\W Un, Drama, a RESTE en en en An me en De“* N irmazererne 70h ae Materialien zur Glasfabrikation, Glasofen. 371 dh ed: 7.1: 2; r 6 Ai eleichem Zweck gebraucht, das Kali.desselben trägt auch noch mit zur Werkalın, Verglasung bei. ind incl, FR,.. en in ealı. 17) Basalt. Man bedient sich des Basalts als Zusatz zur Ferti- teillenelas&. re x engl u. gung des schwarzgrünen Glases. Basalt ist ein inniges Gemeng von Feldspath, Feldstein, Augit und Magneteisentheilen, sehr dieht und rarbeiten de hart, bläulich-schwarz, grauschwarz; er scheint seinen Ursprung vulka- dem Gl nischem Feuer zu verdanken. Man findet ihn im Uebergangs- und Flöz- en, Bruck gebirge oft zu Tage ausgehend. Er schmilzt an sich in mäfsiger Hitze, 1 in best und giebt ein dunkelgrünes, braungrünes Glas.(Findet sich in der Ei- 2) Schmi fel, Rhöngebirge, Westerwald, böhmischem Mittelgebirge, Erzgebirge.) cesels, Bis, RE=\ [ 18) Mehrere andere Fossilien können noch zum Glassatz als Zu- $ Krystall- u schlag dienen, als z. B. Phonolith,(Klingstein), Feldsteinmasse mit eingewachsnen Feldspathkrystallen, Magneteisen, Glimmer, Augit, Horn- ht, macht+ blende; aschgrau, rauchgrau ins Grüne, Braune. Fast immer in der nelzbar. uf Nähe von Basalt vorkommend.(Siebengebirge, Böhmen, Fulda.)— [ennige em Feldspath, kiesels. Thonerde mit kiesels. Kali(Kalk), glasiger Feld- cht zelhl spath, Feldstein.— Granit, aus Quarz, Feldspath, und Glimmer ge- Bärbt, mengt;— Syenit aus Feldspath und Hornblende gemengt;— Horn- blende und Hornblendeschiefer zum grünen Bouteillenglas, giebt schon Bleionyd a an sich ein braunschwarzes Glas(Hornblendeschiefer im Erzgebirge, ind mit N Böhmen, Thüringer Wald, Fichtelgebirge, Schlesien).— Bimsstein, die Men Lava u. a. m. Tafelspath, kiesels. Kalk.] Man bedieı Bleiweils Zur Glasfabrikation sind verschiedne Oefen erforderlich, theils zur Vorbearbeitung des Glassatzes,(Mengung der verschiednen Materialien, Er dient m aus welchen Glas gefertigt wird)— Caleinir-, Frittöfen,— theils zum Glassatz fi Anwärmen der Schmelzhäfen, zum Schmelzen des Glases, zum Strecken cohlens. 6; der Glasplatten für Fenster- und ordinäres Spiegelglas, theils zum Küh- sodann ni len der Glaswaaren, Auslauföfen. Sämmtliche Oefen stehen unter ei- ve, wenn dl nem grofsen Hüttengebäude, woher der Name Glashütte, glas- house; Blaue, Sıl in England sind es grolse konische, thurmähnliche Gebäude von 60 bis 100 Fufs Höhe und 50 bis 80 Fuls Durchmesser an der Sohle. Der Glasofen, Schmelzofen, fourneau de fusion, melting or jehen, durch dies erlol viel Braun working furnace, siehe Tafel V. Fig. 6, 7, 8, ist entweder quadratisch, ‚ den Brau länglich viereckig, oder rund construirt, letztere Einrichtung zieht man wegen der Ersparnifs an Brennmaterial, welche man in denselben er- yon des ver e di reichen kann, mit allem Recht vor, indem sich die Wärmestrahlen nicht lenstofi u so zerstreuen, als bei den eckigen Oefen; ihr Durchmesser varürt von heil als 6 bis 8 Fuls; nur ist das Unbequeme, dafs man an runde Oefen keine 2), Sol Nebenöfen anbringen kann. Die Umfassungswände sind aus Ziegelstei- it anzieht nen, die innern Wände, welche mit dem Feuer in nächste Berührung | Ipeten kommen, Brustmauern, aus feuerfesten Ziegeln aufgeführt, deren An- ‚ter, 8 21* PS Z men ee ren re NETTE EB Fre nn Sa. er 7 mc EEE Be ee Le Lan; si 372 Glasofen, Beschreibung desselben. fertigung eine wichtige Nebenbeschäftigung ist; besonders mufs das Ge- wölbe mit vorzüglich guten Steinen’ angefertigt sein. Die Gröfse dieser Schmelzöfen, deren Construction ist nicht gleich, man hat Oelen von 6, 8, 10 Schmelzhäfen, je nachdem es der Betrieb erfordert. [Er wird über gut angelegten Fundamenten mit Abzüchten, b,b,b, aufge- führt, welche parallel den Umfassungsmauern laufen und 1 Quadratfuls Querschnitt haben, in gleicher Höhe sich durchkreuzen. 6,6, 6,€ sind darüber liegende kleine Abzüchte, von 5 Zoll ım Quadrat, die sich gleichfalls durchkreuzen und von den untern durch eine 4 Zoll starke Platte getrennt sind. Die Sohle des Aschenfalls liegt mehrere Fulßs unter der Hüttensohle, nach Maalsgabe der Umstände; je tiefer die Sohle des Aschenfalls unter dem Rost des Olens liegt, desto stärker ist der Zuflufs von Luft; man legt auch wohl Kanäle an, a, um die Luft von Aufsen zuzuleiten, welche unter dem Fundament in der Mitte durchgehen, und von beiden Seiten.aufserhalb der Hütte, oder doch wenigstens mehrere Fufs vom Ofen entfernt, ausmünden, mit welchen die Aschenfälle d beider Feuerungen in Verbindung urben.: r die Schürlochheerde. e ist einer der beiden Roste, gewöhnlich 18 Zoll lang, 10 Zoll breit, überhaupt richtet sich die Gröfse derselben, der Abstand der Roststäbe nothwendig nach dem Brennmaterial; f eine Platte über dem Aschen- fall, die zugleich zum Auflager der Feuerungsthür dient, 5 bis 6 Zoll dick, 16 Z. breit, springt 5 Z. vor die Umfassungswand. g ist der Fundamentstein, 1 Fufs stark, welcher von allen vier Seiten 1 F. weit unter die überliegenden Mauerwerke reicht, und zwar unter die Bänke h und auf den beiden andern gegenüberliegenden Seiten unter die Schür- lochheerde r. An den längern Seiten des Ofens sind die Bänke, siöges, bancs, h, auf denen die Schmelzhäfen k, k, stehen; ist der Ofen rund, so bilden dieselben eine kreisförmige Ebene, in der Mitte ein Feuerloch, durch welches der Feuerstrom aufsteigt, welcher von dem Brennmaterial auf den unter den Bänken liegenden Rosten gebildet wird. Die Bänke sind in dem gezeichneten Ofen 28 Z, hoch, oben 30 Z., unten 40 2. breit, greifen Z Z. unter die Brustmauer(siehe Fig. 8).(Zeine Giels- hafenbank, sie ist oben und unten gleich, 40 Z. breit, liegt 1 Z, hö- her als die andere Bank, damit sie von dem aus den Häfen herabfal- lenden Glas freibleibe. Nur selten dürfte gleichzeitig Hohlglas und Glas zum Gufs in einem Ofen geschmolzen werden. 2 ein Gielshafen, m das Aufbrechloch für denselben.)_ Die Umfassungsmauern des Ofens haben an den Stellen, wo ım In- nern die Häfen stehen, grofse Oeffnungen, durch welche die Häfen ın den Ofen gebracht werden können, Aufbrechloch, Tiegelloch, tonnelles, n,n, sie werden jedesmal, nachdem die Häfen herausgenommen und wieder eingesetzt sind, mit scharf gebrannten Steinen vermauert, faus- | | | | (rast, 1 A Mi gem an, durch Yu, Jr wel Ay in de Sg W schied gut$ehirmwä alle vor dem ılicer au sel u zum Brhi {her der Um! ‚g eine beso aus festzeb 1 gebaut; di Form, Care indes Ofen,| In, Nan legt Inn m beförd Tehindung geetzt ıtt werden Können ‘ {a Ürlhungen im Ih{halt den ON obmbenraum it uln Ib L, (fm rn der Obe kitde Hilenra L0l,$D Tage it da(fens üb wi hoch, der iin Schnel: tal moll nur Hl Fichee at, a Terhindun Uni, 1 de Tindimen liche n Fu n]je Ih | ih, oder. Ulla sen We die Herde IN} th die Ne in tenölen d ={heils & Nmnın Mi Onbiereg,| Mus das. Größe diese Velen yon, byb,b, a 1 Quadtathl; 066 sl rat, die sic Zoll stark ıelirere Fu le tiefer di desto stärke ‚a, um die ın der Mitt oder doch mit welche hen; rd 0 Zollbrei, or Roststih: em Ascleı- bis 6 Zoll & ist der ı IF; wa » die Bänke v die Schür , bancs, I, , so bilden och, durch aterial auf Die Bänke ıten 40 2. eine Giels- ; 1 Z, hö- \ herabfil- s und Gls fen, m das wo im Ir fen ın da tonnelk, nmen und ıcrt, jus N ne E—— —- za Fan Te a>- En >= ee EHE eneterg n n Glasofen, Beschreibung desselben, Nebenöfen, 318 ses claies. Ueber dem obern Rand der Häfen befinden sich ın der Umfassungsmauer die Arbeitslöcher, ouvreaur, working holes, boc- cas, 0,0, durch welche der Glasbläser zum geschmolznen Glas gelangen kann, durch welche auch das zu bearbeitende, an der Pfeife sitzende, Glasgeräth in dem Öfen angewärmt wird. Die Weite dieser Löchei ist sehr verschieden. Zwischen ihnen springen aus der Umfassungs- mauer Schirmwände vor, 9, 05 welehe dazu dienen, den Glasbläser, welcher vor dem Arbeitsloch arbeitet, vor der Hitze der nächsten Ar- beitslöcher zu schützen. Unter den Arbeitslöchern sind kleine Oeff- nungen zum Erhitzen der Pfeifen angebracht, trou de la canne. Ueber der Umfassungsmauer ist ein Gewölbe gesprengt, dessen Anfer- tigung eine besondere Sorgfalt erfordert; es wird theils aus weichen, theils aus festgebrannten Steinen, die nicht mehr in der Hitze schwin- den, gebaut; die Steine werden mit Thonspeilse, coulis, verbunden. Die Form, Curve des Gewölbs, richtet sich theils nach der Construc- tion des Ofens, theils nach dem Brennmaterial und der beabsichtigten Hitze. Man legt auch eigene Schornsteine neben dem Ofen an, um den Zug zu befördern, sie sind durch Füchse mit dem Ofenraum in Verbindung gesetzt, die mit eisernen Schiebern geschlossen oder geöfl- net werden können. Sind keine Schornsteine angebracht, so muls durch die Oeffnungen im Gewölbe die Flamme entweichen. Man theilt den Ofen in 3 besondere übereinander liegende Räume ein; den Grubenraum bilden der Fundamentstein g und die Bänke A, h, er ist unten 16 Z., oben 36 Z. breit, und 28 Z. hoch. Der Raum des Ofens von der Oberfläche der Bänke bis zum Anfang des Gewölbes heifst der Häfenraum, er ist 21% Z. hoch; da aber die Häfen 32 2. hoch sind, so ragen sie noch in den Gewölberaum hinauf. Die Höhe des Ofens über dem Fundamentstein ist 8F. 1 Z., das Gewölbe ist 4 F. hoch, der ganze Ofen hat 8 F. im Quadrat.] An den Schmelzofen sind Nebenöfen, arches, angebaut, meist& oder auch wohl nur 2, sie stehen theils mit dem Schmelzofen durch angebrachte Füchse, Tunettes, linnet-holes, p, p; von S bis 9Z. Durch- messer, in Verbindung, theils sind sie auch ohne Zasammenhang mit dem erstern, [s sind die Fundamente der Nebenöfen, t die innern Räume derselben, uw Abzüchte im Fundament unter den Ofenräumen. Diese Nebenöfen sind länglich, oder rund; die Kanäle können mittelst Schiebern geöffnet und geschlossen werden, oft sind auch noch, wenn auch nicht bei al- len, eigne Heerde v angebracht, um die Hitze steigern zu können, wenn gleich die Nebenöfen mit. dem Schmelzofen in Verbindung stehen.| Die Nebenöfen dienen theils zum Aufwärmen der Häfen— Tem- peröfen,— theils zum Caleiniren der Materialien, Materieöfen, arches& matiöres, calcar, zur Bereitung von Fritte, Fritiöfen, fine nee 0 DE FETTE WE DE TWEEEEE SS EN. 1 77 EETETEREEE EEE TE 5 374 Kühlöfen, Strecköfen, Glashäfen. arches, arches ü fritter. Bei kleinen Glasmachereien werden auch wohl die Nebenöfen als Kühlöfen, fourneuu« reeuire, lier, leer, annealing furnace, gebraucht. Bei runden Schmelzöfen, wo man nieht gut Nebenöfen anbauen kann, hat man eigne Calcinir-, Anwärme- und Kühlöfen. Man bringt einen Kühlofen mit einem runden Schmelzofen auf folgende Art in Ver- bindung: man macht im Scheitel des runden Gewölbes eine Oeffnung, (oechio, lumella) aus welcher die Hitze in den angebauten, zum Theil auf dem Gewölbe des Schmelzofens ruhenden, Kühlofen, tower, hereinschlägt, einen 16 bis 20 F. langen Kanal, galerie, leer, welcher in eine Kühl- kammer ausläuft, Man kann durch in der Seitenwand angebrachte Oelfnungen die Hitze mehren und mindern, und durch eine grös- sere die gefertigten Glaswaaren in eiserne Kästen, fraiches, lier- pans einsetzen, die, wie sie gefüllt sind, weiter nach der Kühlkammer hin fortgestolsen, und andere gefüllt werden. Man hängt einen Kasten an den andern, so dals man sie am andern Ende langsam vorwärts ziehen kann. Meistens steht aber der Kühlofen neben dem Schmelzofen, selten mit letzterm durch einen Fuchs verbunden. Die besonders erbauten Kühlöfen, fours& recuire, haben eine verschiedne Construction, je nach- dem man IHohlglas, Tafelglas verschiedner Art darin abkühlen will; es sind längliche, überwölbte Räume, welche von einem eignen Heerd aus bis zur Dunkelrothglühhitze geheitzt werden. Strecköfen, fourneau detendage, spreading oven, dienen um Gläser von ceylindrischer Form in ebene Tafeln zu verwandeln; sie sind verschieden eingerichtet, ob man die zu streckenden Cylinder heils, wie bei geblasnen Spiegelglas, in den Ofen bringt, oder kalt, wie bei Fensterglas. Der Hitzegrad solcher Oefen geht bis zur Rothgluth, bei welcher sich das Glas biegen lälst. Der Streckheerd wird aus einem guten feuerfesten Thon und Cement, aus zerstamplien Ziegelscherben, gefertigt, aber aus einem Stück, wel- ches vorher wohl gebrannt und geebnei sein muls, auch aus Gulseisen, Bronze. Die Strecköfen sind mit eignen Kühlöfen unmittelbar verbun- den, damit die gestreckten Tafeln sogleich zum Kühlen aufgestellt wer- den können; in ihnen ist die Hitze nicht so grols. Die Glashäfen, pots, ereusets, glafs-pots, werden auf den Glas- hütten selbst angefertigt; ihre Darstellung ist ein wichtiger Gegenstand für den Glasfabrikant. Nur feuerfester Thon allein ist hiezu anwendbar, welcher frei von Kalknieren, Mergel, Schwefelkies, fast ganz allein aus Kiesel- und Thonerde mit wenig Eisenoxyd besteht,(vergleiche unten den Artikel„Thon”; in England dient der berühmte Stourbridge-Thon). Der Thon wird sorglältig geschlemmt, mit Cement gemengt verarbeitet; das Cement wird durchs Zerstampfen, Zermahlen von Schmelztiegel- "n Gl Mi) orhallen, PN) dense | mm) abs ah Pascha 4 le, di chiedne| [oe der]: mil Formen gep [Ai yermied \üm, Die Ges | Yimmen höch ‚oDunchmesser zIn Höhe meist \ rund Brei, I ki Fb: 39? hr Inga | tl, dann br ale uf I 6 Igor mehr a s Tele ar ler gelr gilimlehe mit€ ‚hun disolhe elmne ÜRSEIDEN dann Glassch tin dure Intlıher In nei Ua an Alkal Made ‚lörig tar kllnt man “Hin, capt ak Ken Seil ARE: Im th der 2,18 di erster hr Autellen nm, auch}; Noll, welch ; CH übeflüg ln den IM a u He ae ne en m ER a u täten 7ER BE Glashäfen, Anfertigung derselben. KBrennmaterial. 375 en ach weh] brocken erhalten, die der heftigsten Hitze ausgesetzt waren; war be- er, amnealır reits Glas in denselben geschmolzen worden, so muls dieses erst sorg- fültig davon abgeschlagen werden. Die Mengungsverhältnisse richten-sich Ölen anbare nach der Beschaffenheit des'Thons, ob er feit, oder mager, ob die Hä- . Man bel fen für Krystall-, Tafel-, oder Flaschenglas gebraucht werden sollen, de Art in Ver. welche verschiedne Hitzegrade erfordern, auch nach der Grölse und den ine Oeffnun: Dimensionen der Häfen. Die wohl dureh einander gearbeitete Masse um Theil sı wird in Formen geprelst, damit die Häfen. möglichst. dicht, und alle hereinschlir Luftblasen vermieden werden, welche beim Anwärmen ein Zerspringen eine Kl bedingen. Die Gestalt derselben ist meist rund, viereckige Schmelzge- angebracht fälse kommen höchstens noch beim Gufs der Spiegelgläser vor; der 1 eine ars obere Durchmesser ist gröfser als der untere, jedoch nicht viel, und , Ten mit der Höhe meist gleich; die Stärke richtet sich nothwendig nach der Höhe und Breite. Ist die Höhe und Breite‘ 2 Fuls, so ist die Stärke 3 Zoll, bei 2% Fuls 4% Zoll. Die Häfen müssen in der Schatte bei 16 bis 20° sehr langsam trocknen, indem man den dicken Boden täglich kammer hin 1 Kasten a wärts zielen z0fen, sel feststampft; dann bringt man sie in eine eigens gebaute Trockenkammer, 8 verhanin welche auf 36 bis 45° geheitzt wird, aber stufenwveis und nicht höher, on, je nal um sie noch mehr austrocknen zu lassen, Nachdem sie wenigstens 4 na Wochen lang hier getrocknet haben, werden sie in die Aufwärmeöfen j Heer gebracht, welche mit einem Heerd versehen sind, und so aufgestellt, dals n, four ie Flamme dieselben von allen Seiten bespühlen kann; die Hitze steigt here sehr allmählig bis zur lebhaften Rothglühhitze; sodann bringt man die- selben in den Glasschmelzofen, um sie dort völlig fest zu brennen. Da die Schmelzhäfen durch das Schmelzen des Glassatzes in ihnen stets an- gegriffen werden, so wird dadurch jedes Glas etwas Thonerde haltend. tet, ob m prelelas,| Pohl o pad solche Man trägt daher in neue Häfen nur Glasbrocken ein, weil diese keinen biegen Li, ö Ueberschufs an Alkali enthalten, welches die Häfenmasse stark an- nd Cemert, Stück, we s Gulseise, bar verbur- stellt wer greift, ehe sie gehörig auf der innern Fläche glasurt sind. Zur Flintglas- bereitung bedient man sich in England, bei Steinkohlenfeuer, einer Art bedeckter Häfen, capt pots, ungefähr von der Form der Bienenstöcke, die an der einen Seite eine Oeffnung haben, mit. welcher sie durch die Umfassungsmauer ausmünden. Zum Betrieb der Glasöfen gebraucht man Holz, Torf, auch Stein- kohlen; was das erstere betrifft, so muls es möglichst trocken sein, wel- ches durehs Aufstellen desselben über dem Schmelzofen auf Darrbalken erreicht wird, auch hat man wohl zu diesem Zweck eigne Holzdarrö- fen eingerichtet, welche mit Torf am wohlfeilsten geheitzt werden, aber ıf den Glis Gegenstanl anwendba z allein 38 eiche ul> r F ER ü RN) mehrentheils überflüssig sind. Torf ist besonders zum Anwärmen der rdger LI ie”. R nee hi Häfen, Kühlen der Geschirre, zur Dereitung der Fritte brauchbar, auch yerarbelll: 2 TE 2 hat man ihn zum Heitzen der Strecköfen empfohlen. Steinkohlen, be- chmeltiezt: IE ee ee age Pr er EURE TREE DE BE BE TOWER SN DEREN, A 77 ERTL EEE a N 376 Verschiedne Glassätze. sonders solche, welche wenig Asche hinterlassen, und die Roste nicht verstopfen,(also Sinter--und Sandkohlen) sind gleichfalls anwendbar zum Betrieb des Schmelzens, nur muls dann ein verhältnifsmälsig grölsrer Luftzutritt stattfinden, und:'die Construction des Rosts, die Höhe des Gewölbs eine andere sein. [Ueber den Bau der Oefen, Fertigung der Glashäfen siehe Loysel, Es- sat sur Vart de verrerie, Paris 1800, Versuch einer ausführlichen An- leitung zur Glasmacherkunst, Frankf. a. M, 1502. Zweiter Theil 1818, Ato. Bastenaire-Daudenart, Vart de la vitrification, Paris 1825. 8v0o. Die Edinburgh Encyclopacdia und Rees Cyeclopaedia Ar- tikel„Glafs.”] Man: unterscheidet die Fabrikation von Hohlglas, Tafelglas, welche beide durchs Blasen erzeugt werden, und des gegolsnen Gla- ses. Das Hollglas selbst ist in der Qualität sehr verschieden, dunkelgrü- nes, schwarzgrünes Flaschenglas, halbweilses, weilses, Krystallglas, Flint- glas; das Tafelglas, als grünes:Fensterglas, halbweilses, weilses. Diese verschiednen Sorten werden aus verschiednen Ingredienzien erhalten. Es folgen hier einige Angaben von Glassätzen, die man nur als Bei- spiele für einzelne Fälle, nach Maalsgabe der Einrichtung der Schmelz- öfen, betrachten darf. [Flaschenglas, verre a bouteilles, bottle-glafs; 11 Pfund trocknes Glaubersalz, 10 Pf. Seifensiederflufs,% Scheffel ausgelaugten Seifensie- deräscher, 56 Pf. Sand, 22 Pf. Heerdglas, 1 Ctnr. grüne Glasbrocken, 25 Pf. Basalt; giebt dunkelgrünes Glas.— Desgleichen: gelber Sand 100, Warecksoda 90 bis 140, ausgelaugte Holzasche 160 bis 170, frische Asche 30 bis 40, Lehm 80. bis 100, Glasbrocken 100,—(Basalt; dann kann die Menge der WVarecksoda bedeutend vermindert werden.) Grünes Fensterglas, Broad- glafs, inferior window- glafs. 11 Pf, trocknes Glaubersalz, 10 Pf. Seifensiederflufs, 4 Scheffel ausgelaug- ten Seifensiederäscher, 50 Pf. Sand, 22 Pf. Heerdglas, 1 Ctnr. grüne Glasbrocken.— Desgleichen 6 Scheffel Kalkäscher, 3 Scheffel Kelpsoda, 4 Scheffel Sand; diese Materien werden 20 bis 30 Stunden calcinirt, und in 12 bis 15 Stunden zu Glas geschmolzen. Halbweilses Glas, verre@ vitre demi-blance, 20 Pfund Pottasche, 11 trocknes Glaubersalz, 10 Scifensiederfluls, 55 Sand, 140 Tafelglas- brocken.— 100 Sand, 235 rohe VVarecksoda, 60 Asche, 15 Braunstein, 100 Glasbrocken. Weilses Glas, verre avitre blanc, ou en table, 40 Pf. Pottasche, 11 Kreide, 76 Sand,% Braunstein, 95 weilse Glasbrocken;— 50 ge- reinigte Pottasche, 100 Sand, 20 Kreide, 2 Salpeter.— 100 weilsen Sand, 65 gute Pottasche, 6 zerfallnen Kalk, 50 Glasbrocken, 1 arsenige Säure,% Braunstein.— 100 weilsen Sand, 80 gute Soda, 8 Kreide, 110 Glasbrocken, 5 Braunstein(765 Kobaltoxyd). (um-glah | pt Sol, 3) y uit Pot alles hc, 0 Tale il I Sure, (dh oder Pott Ivehs Ki cf Sand, 00 a 10 ui, 4 Braun I, 2 Salpel ud, 45 Neon a las jpiegelglas, — nehme gereinigt| A)- Feinsten pr 9 Glısbr var ler Boransä | Dis Verihren | bene best | h Ih Ihlere- u Imbare Subs In, ImE Kılk\ N IE I} S altern Hiken | na, Darch. di Alar, werden. d "nen der ae Verbindı Kanals elei it; Illkmerung alten Jab- it Ireritung tie Ihe de a rinnen Qlkn Schmelz un, taclıden {ah nielich Arte fl N lan die| a ie Hey BE. RETTEN n BB— Zee eg age Im m gg Tree Er Tee Glassätze, Fritten. 5877 ie Rosa.. LOSte nicht Croun-zlafs(Window-glafs, Fensterglas), 300 feinen Sand, 200 ” ei i 1% g’ Awendbar zu, sute Soda, 33 Kalk, 250 bis 300 Glasbrocken.— 60 weilsen Sand a 5:’: mälsig Mülsten 30 gereinigte Pottasche, 15 Salpeter,(1 Borax,) 7 arsenige Säure, die Ile ih Krystallglas ohne Bleioxyd, verre ad Gobeletterie, 60 gereinigte >ottasche 120 Sand, 24 Kreide 2 Salpeter, 2 arsenige Säure,-! b) 3 I oO’ 16 3raunstein.— 70 gerein. Pottäsche 129 weılsesten Sand, 10 Salpeter Lonsel MR’’ t ı führlich,# 3 arsenige Säure,+ Braunstein.— 100 weifsen Sand, 50 bis 60 ger. ürlichen“ a‘ n Soda, oder Pottasche, 8 kohlens. Kalk, 50 Glasbrocken,% Braunstein. er Theil ISIN ation, Par, jelopaedia A Bleiglas, Krystallglas, Flintglas,(Klingglas), Cristal, 120 weifsen Sand, 50 Mennige, 40 gereinigte Pottasche, 20 Salpeter,* Braun- stein.— 120 weilsen Sand, 40 ger. Pottasche, 35 Mennige, 13 Sal- peter, 13 Braunstein.— 30 feinsten Sand, 20. Mennige, 8 ger. Pott- Tafelela asche, 2 Salpeter, ein wenig arsenige Säure und Braunstein.— 100 olsnen Gl Sand. 45 Mennige, 35 ger. Pottasche, 2 Braunstein,+ arseniee Säure, ’ 5°& 7 BE 5 n, dunkelsii- Spiegelglas, verre a glaces, plate-glafs, ganz weilsen Sand 300, tallelas. Flht trockne gereinigte Soda 100, kohlens. Kalk 40, Braunstein 1, Glasbrocken 300.— Feinsten Sand 420, ger. Soda 450, gebrannten Kalk 80, Sal- peter 25, Glasbrocken 425. Man schreibt‘auch einen Zusatz von Bo- ilses, Div n erhalten, Ih: rax oder Boraxsäure vor,(so auch etwas Kobaltoxyd).] ı nur als be. ler Schuel Das Verfahren beim Glasmachen ist ungefähr. folgendes. Die‘zur Glasbereitung bestimmten abgemelsnen Materialien, der Glassatz, wer- ua th den in den Materie- oder Fritteofen, nachdem vorher die Feuchtigkeit es und brennbare Substanzen enthaltenden Ingredienzien caleinirt worden ısbrocken,} sind,(wie Kalk, Seifensiederäscher, rohe Soda) unter stetem Umwenden er Sand Il mit eisernen Haken erhitzt, jedoch nicht so stark, dals sie in Fluls ge- 170, fnsch rathen. Durch diesen Vorbereitungsprozels, das Fritten, frittage, Basalt; dan fritting, werden die ungleichartigen Substanzen in eine nähere Berüh- rden.) rung mit einander gebracht, und mit Hülfe der Wärme eine innige - olfs, 5 7.. O S R dow j) chemische Verbindung vorbereitet. Man erreicht durch diesen Vorbe- fel ausgelau-- Senn 8 1 F a : Dr reitungsprozefs gleichförmigere Masse, durchsichtigere, reinere Gläser; . Utor. grunt [rel Kelpsoli Jen calenıtt, Braunstein, Mennige, Kobaltoxyd setzt man zum Glassatz vor dem Frit- ten; Holzfeuerung ist für Fritte zum weilsen Glas nothwendig. Da das Fritten holz- und zeitraubend ist, so hat man in mehrern Fällen nd Pottasche diese Vorbereitung aufgegeben, indem sich obige Vortheile durch ge- 40 Tafelalıs schickte Leitung des Schmelzens erreichen lassen.— So wie die Häten ; Braunsti in dem Aufwärmeofen stark und lang genug erhitzt worden sind, werden sie in den Schmelzofen, dessen Temperatur mit der des erstern gleich Pf, Pottasch sein muls, nachdem. die Aufbrechlöcher aufgemacht worden, glühend so 1; N”| schnell als möglich gebracht, worauf jene wieder vermauert werden; 100 wa eine sehr gefährliche Operation, enfournement, setting of pots. Man N ei lälst langsam die Hitze steigen, und unterhält sie an 6 bis 8 Stunden, 2 SLn| ehe man die Häfen Jadet. Man trägt in die glühenden Häfen die roth- RER SR ie EEE TEEN EEE STERN 7 ETEETREEREEEE Eee TE EEE EEE N= 378 Schmelzen des Glases, Biasen desselben. glühende Fritte durch die Arbeitslöcher in 2 bis 3 Zeitabschnitten ein, damit sich während dem die geschmolzne Glasmasse, Metall, gehörig läutere(affiner, refining), die Luftbläschen sich entfernen, die Glas- galle, glafs-gall, sich an der Oberfläche des geschmolznen Glases ab- scheide. Diese Masse besteht hauptsächlich aus Chlorkalium, sel de verre,(schwefels. Kali, fiel de verre), aus der Pottasche, der Asche, der nicht gereinigten Soda ‚herrührend, sie schwimmt oben auf, verglast nicht mit der Kieselerde, und verdirbt leicht das Glas. Man schöpft sie theils mit einem eisernen Löffel ab, theils läfst man sie auch wohl, wenn,es nur wenig ist, bei einem hohen Hitzgrad des Ofens sich ver- flüchtigen, was aber eine längere Zeit der Läuterung erfordert. Es giebt besonders viel bei der Anwendung von Asche, Warecksoda, Seilensie- derfluls; sie lälst sich durch möglichste Reinigung der alkalischen Sub- stanzen vermeiden. [Glasgalle dient zur Salpeterfabrikation, vergleiche oben Seite 330, zum Färben des Goldes auf Bronze, und zu einigen andern Zwecken.] Ist die Glasmasse gehörig geschmolzen, geläutert, so wird die Hitze im Ofen so weit vermindert,(der Ofen abgelassen, kalt geschürt) dals das Glas zäher wird und zum Bearbeiten geschickt; bei dieser Temperatur(29 bis 30° Wedgwood) muls der Olen so lange erhalten werden, als das Verarbeiten dauert., Zur Verfertigung des Hohlglases ist die- Pfeife, canne, blowing-iron, ein unentbehrliches Werkzeug; es ist ein eisernes Rohr, ungefähr 4% bis 5 Fuls lang, 2 bis 3 Linien im Lichten, am einen Ende mit einem Mundstück und hölzernen Hand- griff von etwa 1 Fuls Länge, am andern mit einem runden Knopf; es ist. die Seele der ganzen Fabrikation. Aufserdem sind noch erforderlich, Hefteisen, pontil, eiserne Platten,(Marbel) um auf denselben das an der Pfeife haftende ausgeblasne Glas zu ebnen; Scheeren zum Auswei- ten und Ebnen der Mündungen und Hälse der Gefälse, Sprengeisen etc., Formen von Holz, Eisen, Kupfer, Messing. Der Arbeiter taucht die angewärmte Pfeife ins Glas, nimmt etwas mit derselben heraus, läfst es etwas erkalten, taucht wieder ein, bis die Glasmasse die gehörige Grölse erreicht hat. Soll es eine Flasche werden, so wird das Glas, nachdem die Pfeife in vertikaler Richtung gedreht vorden ist, um der anhängenden Masse eine längliche Form zu geben, und auf der Eisen- platte gearbeitet, zur Eiform aufgeblasen, darauf durchs Arbeitsloch hin- durch in den Ofen gehalten, indem die Pfeife auf einem eisernen Bock aufgelegt wird, um das Glas wieder weich zu machen. Hierauf wird es in einer Form unter stetem Umdrehen der Pfeife und Andrücken des Glases gegen den Boden aufgetrieben, der Nabel der Flasche einge- Ai | | ih ud der Pr N(hfden 0 dm Hal a ;{or pie ‚ie Pinsel f! Yıhelasen ie eehezt St | Ir yermal hi ‚ih man oht ylTatel- od nlhuchen ei 1 befestigt(am | su dam pen ı\ahungen I AN vırd, hierd Inu der Oli 1, mihes Äıdarc I in Öfen re | vn naches Ausch ta nu Missertro Il in densell fl, mim si Ka tin Ins ht Rıl bes £ Islas we nl Rn nit dem Chain meh; ’l gie !yetikler| Bo I Ten ü 0% Me ame Fahr: \lere a do © leben NE Oro el \i Slallien Kl, Un unte I lin Sehr Ale\ a, SPUREN?, 4“ un. 2 Pe ne ö< an TRRTESTRÄREIT N SAN an ze ZU DESSEN nn nn> er Tg ggg mens nes er men ml a H urmaze- " N er Taerar 17, PART Fabrikation von Tafelglas, Mondglas. 379 schnitten en all, a) ‚rückt, und der Hals von der Pfeife durchs Benetzen mit Wasser 3. gelte abgesprengt. Man befestigt am Nabel- das sogenannte Nabeleisen,, legt einen Glasfaden um die Mündung der ei den Ring bildend, ba, wärmt den Hals auf, und gleicht die innere Mündung und den Hals er Asche M mit einem pincettenartig gihtalieten Instrument unter stetem Drehen a, ae, aus. Ist a Flssche nn so wird sie nach dem Kühlofen getragen Im nn und das Nabeleisen abgelöst. Der Kühlofen mufs bis zur Dutikelroth- in= glühhitze geheitzt se in(für Flaschen); ist er völlig gefüllt, so werden .] Are Zugänge vermauert, und derselbe einer langsamen Abkühlung über- ns sich ver tl, Es sieh la, Seilensie lassen, bis man ohne Nachtheil die Hand hineinhalten kann. Soll Tafel- oder Spiegelglas geblasen werden, so wird durch öfte- res Eintauchen eine bedeutend grolse Glasmasse an den Knopf der lischen Sul Pfeife befestigt(an 4 Pfund und daktıler); länglich bearbeitet, aufgetrie- ben und dann pendelartig in eigens dazu in der Hüttensohle angebrach- te 330, an ten Versenkungen hin und her bewegt, während dem absatzweise- ecken.] blasen wird; hierdurch nimmt das Glas eine eylindrische Form an. Nun mus der Cylinder am entgegengesetzten Ende durchgeblasen wer- 0 wind di den, welches dadurch bewerkstelligt wird, dafs der Bläser, sobald der lt ges] Cylinder im Ofen recht heifs geworden, mit aller Kraft hineinbläst, und bei die so ein rasches Ausdehnen und Oeffnen bedingt. Darauf wird wieder ge erhalt pendelartig geschwenkt und, wenn die gehörige Länge erreicht ist, ab- Hohlgss gesprengt; alsdann wird der Länge nach der Cylinder aufgesprengt, in- Werk dem man Wassertropfen daran herablaufen läfst, und mit einem glü- is 3 Linn henden Eisen denselben nachfährt. Man bringt die Cylinder nach dem nen, Ban Streckofen, wärmt sie erst allmählig an, und legt sie dann mit einem Knopl;# heilsen eisernen Instrument, Walzengabel, mitten auf die mit feinem rlordenlich, Sand oder Kalk bestäubte Streckplatte, die Längenspalte nach oben ge- yen das an kehrt. Das Glas weich geworden durch die Hitze legt sich selbst platt, m Auswel und wird mit dem Streckeisen auf die Streckplatte angedrückt, mit geisen elt, dem Polireisen geebnet, aufgestellt und in den Kühlofen geschoben, wo taucht die die Tafeln an quer durchgehende eiserne Stangen angelehnt, neben ein- eraus, Li ander in vertikaler Stellung abkühlen. Sind es Spiegelgläser, so müs- je gehöre sen sie, wie die gegolsnen Spiegelplatten, liegend kühlen. ] das Gl Eine eigne Fabrikation von Tafelglas ist die des sogenannten Mond- st, um det slases, verre a boudines, welche zuerst in Frankreich in‘der Nor- der Eisen mandie betrieben wurde, jetzt aber weit seltner ausgeübt wird. Das tsloch hir englische Crown-glafs ist ein Fabrikat dieser Art. ‚nen Dot Der Glasbl: äser treibt das Glas in Form emer Melone auf, flashing, erauf wil heftet dann am untern Ende ein Eisen an, und drückt die Bodenfläche rücken 45 platt. Hierauf wird es von der Pfeife abgesprengt, in einem eignen Ofen che einge mit sehr grolsem Arbeitsloch, Auslaufofen genannt, flashing furnace, BETEN en ae ee en DE SEHR ME BTW H N. 707 EEE TEE ER EEE ARTE 380 Fabrikation von Bleiglas, Spiegelzu/s. aufgewärmt und durch die'Centrifugalkraft des schnellen Umdrehens der Pfeife immer flacher, und flacher ,„ bis das Gefäls endlich in eine. ebne grolse‘ Scheibe von 40..bis: 50. ja 60 Zoll Durchmesser ausgellächt ist. Es wird sodann in einem angebauten, eigens construirten Kühlofen abge- külilt.:: Man bemerkt in;der. Mitte dieser kreisförmigen Glasscheiben. eine etwas.dickere Stelle, das Ochsenauge, bulls. eye._ Aus diesen runden Scheiben schneidet ‚man halbe Monde, Mittelstücke, viereckige Scheiben sechseckige u. s. w. Bei der Verfertigung von Bleiglas, Flintglafs*), Klingglas, auch wohl Kıystallglas genannt, welches ganz besonders zum Schleifen sich eignet, ist der ‚nöthige Hitzgrad im ‚Schmelzofen weit.geringer, 5 bis. 6060° R., als bei..andern ‚Gläsern, wegen der Leichtllüssigkeit, welche das Blei- oxyd bedingt; beim’ Schmelzen darf kein Rauch entstehn,. muls man aber. Steinkohlen anwenden,‘welche Rauch machen, so können nur be- deckte Häfen. angewendet, werden(wie namentlich in England), was eine weit beschwerlichere Arbeit macht(48 Stunden dauert die Schmelz- hitze)..und, um eben. so schnell zu schmelzen, als mit offnen Häfen, einen stärkern Zusatz von Bleioxyd erfordert. Zur Läuterung mufs be- deutende Zeit: verwendet werden,. Bei dem. Zusatz von Mennige ist es schwierig ein durchweg gleiches Glas, zu. erhalten, indem wegen des grofsen'specif. Gewichts derselben das entstehende Bleiglas sehr schwer ausfällt:und sich sehr bald lagert, wodurch ‚sich die. ganze Glasmasse im Tiegel in Schichten von verschiedner Dichtigkeit absondert, Wellen im Glase entsteln. Zum optischen Gebrauch ist, besonders von Fraunhofer, Guinand, vortreffliches Glas in unsrer Zeit dargestellt worden. Um das Schleifen für kleinere Gegenstände zu ersparen, treibt man das Glas in fein polirten Messingformen auf, welche aus zweien mit. Charniren verbundnen Stücken bestehn. Die Verfertigung gegolsner Spiegelplatten erfordert eigne Einrich- tungen. Der Glassatz wird bei Holzfeuer, neuerdings auch mit Stein- kohlen, in den Schmelzöfen eingeschmolzen, welche eine bedeutende Gröfse haben. Ist das Metall geläutert, so wird es in eigne kleinere vierkantige Gielshäfen, euvettes, eisterns, die vorher gehörig angewärmt worden sind, umgefüllt(euvage); in denselben bleibt es noch eine Zeit lang im Ofen stehn um alle Luftbläschen auszutreiben(revenir le verre). Darauf werden die Giefshäfen mittelst Krahnen aus dem Ofen gehoben, auf einen Wagen gestellt, nach der Gielstafel hingefahren, um dort ent- leert zu werden.. Die Tafel, auf welcher das Glas ausgegossen wird, *) Also genannt, weil man sich früher der calcinirten Feuersteine, flints, zu dessen Bereitung bediente, | | Ya one Ste | A snheisen ai) Del uf, welche file I Giel vl Nie d f ydır hrmzne |, kam die$ ‚Slam der „vorher An | An heran, nes Kraos hen oder mi I dis Glas aus inte Stirk as, It die lei neh, Ir pen, S6 In pblten), ln hssen, sun de Plten "Di Gemilhe d te Luflöch tal, af wel tn nicht auf ln let, w a dad best tlst Diam I Nleen dı halten 6; “lhal) hen; Sa neck; N) etz Ü brihnen: In, küp "aber der en Hi dd} pmedet un Ü a(lang Ki Spiegelgiefserei,' Schleifen der Platten. 381 drehen der ist aus einem Stück von Kupfer oder Kanonenzut, völlig eben und polirt, hin eine ehın 12 Fuls lang, 7% Fufs breit, 4 bis 6 Zoll dick.(In England"bediente arsgellit man sich gulseiserner Tafelnvon beträchtlicher Dicke, man fand sienicht Kl aln. vortheilhaft.) Die Tafeln ruhen äuf einem sehr stark gearbeiteten hölzer- scheibe nen Gerüst, welches auf angebrachten Walzen fortgerollt werden kann; diesen mund die Höhe‘des Giefstisches beträgt etwa 2% Fuls. Um beim Guls die kige Sehe Breite und Stärke der zu gielsenden Glastafel zu’ bestimmen, dienen ei- serne oder bronzne Lineäle, tringles, rulers, ribs; die Höhe dersel- S, auch wo ben bestimmt die Stärke, der Abstand von einander die Breite der Glas- n sich eim tafel. Soll’ nun der Gufs vor sich gehen, so muls der Kühlofen, car- bis 6060° R quaise, vorher angefeuert, die Tafel angewärmt sein; man bringt den che das Ble Giefshafen heran, schäumt das Glas ab, hebt ihn‘über die Tafel mit- 1, Muls ana telst eines Krahns in die Höhe und gielst-aus. Sogleich wird mit einer Innen nur be. bronznen oder gulseisernen Walze, deren Länge gleich der Breite der land), wa Tafel. das Glas ausgebreitet, und gleichmälsig ausgewalzt, so dafs es die Schmd: ie bestimmte Stärke erhält, welche die Höhe der. eisernen Lineale offnen Hiln, festselzt. Ist diese Arbeit vollbracht, so wird die Glasplatte in den ng muls Ik Kühlofen geschafft. Während dies geschieht, wird schon wieder’ eine enmige ist zweite gegossen. Sobald‘der Kühlofen gefüllt ist(man hat solche zu wegen de 1, 2, 4, ja 6 Platten), wird er völlig verschlossen, um ilın sehr allmählig sehr schw abkühlen zu lassen, was eine sehr wichtige Sache ist, denn sonst zer- slasmasse in springen die Platten von der geringsten Erschütterung, Temperaturwech- „ Wellen in sel. Das Gewölbe der Kühlöfen für. gegolsne Platten ist sehr flach, Fraunhofer hat mehrere Luftlöcher, welche mittelst Blechplatten verschlossen wer- den können, auf welche man Thon oder Lehm streicht. Die Glasplat- ten werden nicht auf die hohe Kante gestellt, sondern platt auf die Sohle des Ofens gelegt, welche zu dem Ende höchst eben gefertigt worden und mit Sand bestreut sein’muls. Nach dem Abkühlen werden die Platten mittelst Diamanten an den beiden Enden glatt geschnitten, vorden, Ui nan das Gls it, Charnien ne. Einric- h mit Sei Das Schleifen der Platten wird nun‘also verrichtet. Man-_kittet die Glasplatten in Gyps auf eine hölzerne oder steinerne Tischplatte, (Schleifbank) eben so andere auf eine kleinere Steinplatte, welche am Boden eines viereckigen hölzernen Kastens sich befindet(Reibkasten, Oberkasten), legt letztere so auf erstere, dals die Flächen der Glasplat- ien sich berühren; man streut etwas geschlemmten Sand zwischen beide Flächen, tröpfelt Wasser auf, und nun die obere sich schleifend über der untern in allen Richtungen durch Menschenhände oder Maschinen hin und her bewegen. Nach und nach nimmt man im- mer feinern Sand, bis die Flächen eben geworden, darauf werden die Platten gewendet und ebenso abgeschliffen. Das Gewicht des abge- Fenerstel schliffnen Glases ist nicht unbeträchtlich, das Glaspulver mit jenem Sand ne kleinere r angewänul ‚ch eine Zeil ir leverrt) fen gehobe, ım dort ei sossen will, Ö vn Teen ENTE BRETT EHESTEN Ta) u 7 EEETEEER BEE ng EEE ER NET TE EEE 332 Schleifen und Belegen der ‚Spiegelplatten. semengt ‚wird zur ‚Flaschenbereitung ‚angewendet, weil der Sand un- rein, eisenhaltend; man. hat daher statt des Sands: Feuersteinpulver angewendet, weil dann das abgeschliffne zu feinerm Glas wieder ange- wendet. werden kann, Das Abschleifen geschieht langsam, man rechnet täglich 4% Quadratfufs Fläche. Sind ‚die Platten mit Sand gehörig. ge- schliffen, das Rauhschleifen und Klarschleifen, degrossi_ et ‚.douei, grinding and ruffing,, so wird.Schmirgel zu demselben Zweck ängewvendet(Feindoueiren),; smoothing; zu dem Ende lest man) die unterste ‚Platte auf eine mit Flanell bedeckte Tafel. Zuletzt erfolgt das Poliren, poliment, polishing mit Coleothar, welches theils wie das Schleifen. mittelst: einer Maschine verrichtet wird, theils auch mit der Hand, indem das’ Polirkissen‘ mittelst eines an der Decke befe- ‚stigten Spreitzhölzes stark auf ‚die Platte angedrückt wird. Auch dient hiezu eine eigne Vorrichtung von Holz mit Filz überzogen, welche mit- telst Metallplatten ‚gegen die Glasplatte ‚angedrückt und darauf hin und her. bewegt wird. Nachdem jene Operationen beendet, die Platten fehlerfrei befunden worden, werden sie belegt, mise au tain, foliating, silvering, das heifst. mit einem Amalgam von Zinn‘und Quecksilber auf einer Fläche bedeckt, ‚etamage, damit. die Lichtstrahlen, welche zwar schon von der vordern glatten Fläche des Glases zum Theil zurückgeworfen wer- den; möglichst vollständig zurückgestrahlt werden. Man breitet zu dem Ende auf Tischen mit Steinplatten, Belegsteine, welche vollkommen horizontal gelagert-und eben sind, Stamnioltafeln,(dünn ausgewalztes Zinn) Spiegelfolie(feuille d’etain, tinfoil) aus und zwar von solcher Gröfse, dafs dieselben über die Ränder der Glasplatte vorstehen. Nach- dem die Stanniolblätter ganz eben gestrichen sind, giefst man reines Quecksilber auf dieselben und breitet es ‚auf ihnen aus, so dals alle Stellen. davon ‚bedeckt sind. Darauf wird die vollkommen gereinigte Spiegelplatte so auf das Amalgam gelegt, dafs die vorangehende Kante der breiten Seite der Platte stets unter der Oberfläche des Quecksilbers, aber ohne die Folie unmittelbar zu berühren, vorgeschoben wird, um alles Oxyd, Staub, Luft zu entfernen. Ist die Platte gehörig aufgelegt, so wird ein Gewicht aufgesetzt, die Tafel etwas geneigt, damit das überflüssige Quecksilber ablaufen kann; darauf wird die Platte mit Flanell bedeckt, und mit Gewichten an allen Punkten gehörig beschwert und bleibt so 24 Stunden liegen, während ‚dem die Tischplatte immer mehr geneigt wird(8 bis 10°). Nachher bringt man die Platten auf hölzerne Ablaufgerüste, die belegte Seite nach oben gekehrt und so ge- lest, dals sie an einer Ecke am tiefsten liegen, um sie nach und nach | tl sl All) Hi |„ Jahr f isst) in „liherop: In Id bereis eye die erste 1(erbourg| Iinart zu Par | Mm in Dipart | Indgeleret Ggmihtel «ergleiche d | 4 Feller im 6 KR: e sind Jul von in di \erihrnd, wel! Schleren des Oft | ıbliliche Ver \ Sullinem, Sten | Lig duch länge Tirenschafte Il nd Sobst: Ist Natron. b Im Iberchuls Lt in de wit Masın, so Brlindens(( bene st N Ihe, win hi hie A karhn, ie ide] Hl de ld I L Um und "ih Ver, % Ds A n Nds Je |}ı er dl ENIIMUN AU(lie% -=‘ BETON oe 7, PT Fee Pe>—— 7 nee ns ee gen GE En ER Te nen 5 Glas, Eisenschaften desselben. 385 | Sad fast vertikal zu stellen, damit auch die letzte Spur von Quecksilber ab- euerste,.. c.. Ersehal laufen kann. Hiezu sind 2% bis 4 Wochen erforderlich. A ee Mn Ye| Im lAten Jahrhundert verfertigte man kleine runde Spiegel mit Blei and ae: übergossen, indem man eine Glaskugel blies und diese mit jenem Me- RU Sellon op,> a yraH) tall überzog. Im 16ten Jahrhundert wurden auf der Insel Murano beı N, derung Venedig bereits Spiegel mit Amalgam belegt. Unter Ludwig XIV. mselben Zu} wurde die erste Spiegelfabrik von geblasnem Glas zu Tourlaville dem Ende|; bei Cherbourg 1665 errichtet; 1688 wurde eine Spiegelgielserei von Tafel, A Thevart zu Paris angelegt, sehr bald aber nach St. Gobin bei la welches{hi Fere, im Departement de l’Aisne, verlegt. In England wurde 1771 eine :d, theils a, Spiegelgielserei zu Bavenhead in Lancashire eingerichtet, so wie zu er Decke|; East- Smithhield eine Glashütte ist, in welcher man Spiegelglas bläst. — Vergleiche das D. t« Artikel„Glace” T. X. p- 1S27 Be ch, ku Vol. IL. p. 220. Bastenaire-Daudenart a. a. O.p. 250.— Ueber die Fehler im Glas siehe die genannten Werke und Loysel a. a. O. S. 242: es sind Streifen, Fäden, Tropfen, Striche, Blasen, Knoten, theils von in die Glasmasse gefallnen Tropfen eines Thonerdeglases Auch di 1, welche n) arauf hin un) trei befulı hierrührend, welches von dem Gewölbe des Schmelzofens abtropft(das silvering, dı Schlieren des Ofens), indem hier von den verflüchtigten Alkalien eine einer Fli oberflächliche Verglasung und Schmelzung eintritt, theils von gröfsern ar schon r Sandkörnern, Steinchen, Glasgalle, theils von Luft, welche nicht ge- -eworlen wt: hörig durch längere Läuterung entfernt worden ist.] reitet zu de Eigenschaften des Glases. Es ist durchsichtig, farblos, oder durch fremde Substanzen, Metalloxyde, Kohle gefärbt, hart, besonders ausgewald das mit Natron bereitete, überhaupt ein solches, welches durchaus von sold keinen Ueberschufs an Alkali enthält und lange geschmolzen wurde. stehen, Nic Es dehnt sich in der Hitze sehr wenig aus, wird aber durchs Erhitzen t man rer weich, dehnsam, so dafs es sich aufs Feinste ausziehen lälst, zur Dünne so dals al eines Coconfadens(Glasspinnerkunststücke); in diesem Zustand der fein- en gereinigt sten Zertheilung ist es bedeutend elastisch. Es ist klingend, besonders ehende Kat das bleihaltige, wird durch Reiben an Wollenzeug, an Amalgam+ ele- Quecksilies ktrisch, bricht die Lichtstrahlen, am meisten den violetten, am wenig- ‚en wird, u sten den rothen, jedoch nicht jede Glassorte gleich stark, am bedeu- ärig aufge tendsten tritt die Farbenzerstreuung beim bleihaltigen Flintglas hervor, 4, dani I welches auch dieserhalb zum optischen Gebrauch angefertigt wird, seit ie Platte n John Dollond 1757 die Entdeckung machte, dafs durch ein Linsenglas vig, besch von Crownglas‘und ein Hohlglas von Flintglas die Farbenzerstreuung platte Ann beträchtlich vermindert, für einzelne Strahlen aufgehoben werden kann. o Platten# Gutes Glas muls Abwechselungen der Temperatur möglichst ertragen, rt und s0f und zwar desto leichter, je dünner es ist, weil es dann, als schlechter Wärmeleiter, desto schneller die Temperatur wechseln kann. Schlecht gekühlte Gläser zerbrechen sehr leicht, wie die holländischen Glas- ach und nt EEE. Dann nn m ne SE ee sr EN BETTEN WE WE TTWENEENSN TEN. N 107 EEE TEE EN GETRETEN ee 384 Glas, Eigenschaften desselben. tropfen,(Glasthränen), larmes bataviques, glafs tears, Prince Rupert's drops, und die Springkolben, glafs cups, Bologneser Fläschehen, fioles philosophiques, Bologna phials, beweisen; erstere zerbersten in ein gröberes Pulver, wenn man den Stiel abbrieht, letztere zerspringen in Stücke, wenn ein scharfes Stückchen Feuerstein hineinfällt, obschon sie von einem Schlag eines nicht ritzenden Körpers nicht zertrüm- mert werden. Erstere sind schnell in kaltem Wasser, letztere an der Luft abgekühlt, wodurch eine widernatürliche Lage der kleinsten Theilchen und Spannung hervorgebracht zu werden scheint. Hier- aus leuchtet der Nutzen einer guten Kühlung aller Glasgeräthe ein. Man hat gefunden, dafs, wenn Glasgeräthe nicht gut abgekühlt waren, eine nachträgliche Behandlung in folgender Art nützt. Man thut die- selben in einen Topf mit Wasser, Salzwasser, oder Oel, und lälst dann die Flüssigkeit eine kurze Zeit lang kochen, und langsam erkal- ten, wodurch die frühere Sprödigkeit bedeutend vermindert wird.— Das speeifische Gewicht des Glases ist nach Mafsgabe der verschied- nen Mischungen sehr verschieden, auch nach den angewendeten Hitz- graden. [ Loysel Bieht für Glas aus Sand und Alkalı an 2,36 bis 38; für Spiegel- glas aus Soda und Kalk, 2,42 bis 48; Natronglas 2,52 bis 53; halb- weilses Fensterglas 2,68 bis 70; Bonutcillenglas 2,65 bis 73; Bleiglas (Kıystallglas) 28 bis 33 ja 3,6, wenn der Gehalt an Bleioxyd sehr beträchtlich.] Nach der verschiednen Mischung ist auch die Schmelzbarkeit ver- schieden; je mehr Bleioxyd das Glas enthält, desto leichter, je we- niger Alkali, je mehr Sand, desto schwerer ist es zum Schmelzen zu bringen, Natronglas ist leichter schmelzend als Kaliglas.. Das Glas wird von einigen starken Säuren angegriffen, von Flufssäure aufgelöst (siehe vorn Seite 272), von cone. Schwefelsäure und Phosphorsäure beim Kochen, so wie von starken Aetzlaugen, selbst vom Wasser(vergl. vorn Seite 102). 100 Gran Flintglas, öfters mit Wasser abgekocht, hatten nach Griffiths 7 Gran verloren. Diesem ist das Kaliglas mehr, weniger das Natronglas, ausgesetzt, Kalkerde haltendes Glas wird am meisten angegriffen; man probirt daher auch die Güte der Gläser dadurch, dafs man cone. Schwefelsäure oder Königswasser in ihnen kocht. Auch an der Luft erleidet manches Glas, besonders Kaliglas, eine Veränderung; das mit Alkali übersetzte Glas wird nämlich allmählig blind, indem durch die Einwirkung der Feuchtigkeit das Alkali oberflächlich sich löst, die Oberfläche verliert dadurch den Glanz, und es entstehen sehr feine Schuppen, die sich allmählig ablösen. Solches Glas spielt die Regenbogenfarben sehr schön, besonders grün und blau, aus demselben Grund ai hf schse) | ‚jun, dur ‚he dhs| „jQimelelnas „ci een, ylnda m® Job Seite| (ll die Glas In nt alkalısc . Wenn auc sunlich genat Jay weit me li die Riesel | shmdoen Basen July— Dis N her die D: Iunliche hier „si niken den ! Idee it oder ta Veinderor zu be Pb ef u Inmond best "tv, Rleı a,(che we Ai Far II nl f “lt, ka gemah IHN PER 1 “1(ib mehr Ilm hy “ap möge! "Yin dur em); ein | iR Ale au Kae, Jı bed$ li re Boute, m Mann| N| Yen) MN ik >>» u RRESTTÄRETRTN SIND un nen u Fe RESET ones nn ze re a Re Tee En a Fan Ey Farben für die Glasmalerei. 355 "ince Runen), Mc Grund als Fischschuppen, Perlmutter, Irisknöpfe etc.,(Göthe's epop Inn' tische Farben, durch Beugung hervorgerufen). Eine ähnliche Verände- nal rung erleidet das Glas auch in der Erde, unter Wasser, namentlich en dureh Schweielwasserstff: Glas, welches einen zu starken Zusatz von er Braunstein erlitten, wird vom Licht nach und nach rosenroth, violett, . nicht aber da wo es bedeckt, vor dem Licht völlig geschützt ist,(ver- tztere an Ih der kleinst heint, Ni gleiche oben Seite 370 beim Braunstein). [Sind wohl die Glasarten als feste chemische Verbindungen der Kiesel- säure mit alkalischen, erdigen und metallischen Basen zu betrachten? seräthe«| ne 5 e e{ he di Nein. Wenn auch hin und wieder durch eine und die andere Analyse kühlt war ein ziemlich genaues Verhältnifs der Sauerstoffmultipeln sich findet, so lan Ant dir giebt es weit mehrere andere Fälle, wo so etwas nicht zutrifft. Meist |, und ll enthält die Kieselerde ungefähr Amal so viel Sauerstoff, als die mit ihr nesam erh. verbundnen Basen, auch wohl 6 bis 9 mal so viel im Spiegel- und ert wird.- Bleiglas.— Das Nähere in Dumas Tr. de ch. Tom. II. p. 538.] r verschie Ueber die Darstellung von farbigen Glas. und Glasmalerei. ndeten I. Sämmtliche hiezu angewendete Farbstoffe gehören dem Mineralreich an, sie müssen den hohen Hitzgrad, der zum Schmelzen des Glassatzes für Spk erforderlich ist, oder doch die Hitze des Einbrennens der Schmelzgläser, te ohne Veränderung zu erleiden, aushalten. 73: Blue[Rothe Farben liefern: 1) der Cassius’sche Goldpurpur(aus Gold leioxyd sehr und Zinnoxyd bestehend), und zwar ein Purpurroth, pourpre rose, von ausnehmender Kraft und Reichthum; 2) silberhaltender Gold- böl niederschlag,(aus Gold- und Silberoxyd bestehend), liefert schönes Kar- barkeit ver minroth zu den Fleischtinten; 3)Eisenoxyd,(Colcothar, oder aus salz- ter, je mt saurem, salpeters. Eisenoxyd, durchs Verbrennen von Eisen, durchs Schmeln Glühen von Ocker etc. dargestellt), theils wenig, theils mit mehr Thon- Das Gl erde versetzt, Fleischroth; 4) Kupferoxydul ist nur für Üeberfangglas re aufgelisl geeignet,(siche weiter unten), rsiure bein Blaue Farbe liefert Kobaltoxyd, geröstetes Kobalterz,( Zaffra) (vergl, vom Smalte, fein gemahlnes blaues Kobaltglas. Je mehr es Nickeloxyd ent- ocht, hatt hält, desto mehr sticht das Blau ins Braunrothe, denn Nickeloxyd Leinen färbt Glasflüsse hyacınthroth. Auch durch Eisenoxydul scheint eine ln Blaufärbung möglich zu sein, so wie durch Kupferoxyd. am meiste::: Sr,; 2: f Gelb wird durch antimonigsaures Kalı erhalten,(Antimonium di- adnreh, dab°<. a® e adurch, aphoreticum); ein Zusatz von Eisenoxyd nüancirt ins Orange; man t. Audıa wendet ersteres auch mit Mennige zugleich an, und dann bildet sicl eränderun: das Neapelgelb, Jaune de Naples. Chlorsilber(Hornsilber) und bo- ind, inden raxs, Silberoxyd geben auch eine gelbe Farbe.(Kohlenstoff macht ‚chlich si das ordinäre Bouteillenglas roth- und braungelb, weshalb man oxydı- stehen sit rende Substanzen bei feinern Gläsern zusetzen muls, um diese Fär- spiel de bung aufzuheben.) Jeelln Grün wird theils durch Chromoxydul und Kupferoxyd, welches letz- 5 demse E I, 25 Grund = ar han a% h un ZEN PETER N LE HE ITOENEES NH 1. 1 77 EEE TEEN TIER u ZEEERD N EEE 386 Farben für die Glasmalerei, Flüsse. tere eine ausgezeichnete färbende Eigenschaft besitzt, erzeugt, theils aus med I antimoniger Säure, Mennige und Kobaltoxyd gemischt.(Eisenoxydul färbt|„al ch das Bouteillenglas grün).| and: Violett durch Manganoxyd, aus Braunstein und einem Zusatz von[yfa, ba Salpeter(mit etwas Goldpurpur besonders schön); ein mit Manganoxyd j; um die| gefärbtes Glas hat die Eigenschaft im rauchigen Theil der Flamme,{indie zu welcher desoxydirend wirkt, farblos, und in dem äulsern, oxydirend joy, fe wirkenden, Saum der Flamme, oder in der Spitze derselben, wieder ge- Yıdı jedes 6l färbt zu werden. al schadet Schwärz durch viel Eisenoxydul, besonders mit einem Zusatz von| sun, keine R Kupferoxyd und Braunstein, Kobaltoxyd; gleiche Theile geglühter Braun-| ‚in böhr stein, Kupfer- und Kobaltoxyd.— Braun, mittelst Eisenoxyd mit erdi-| Yntinöl anf gen Stoffen vermengt, calcinirten Ocker, Terre de Sienne. A dient ei Weifs liefert Zinnoxyd, welches als höchst strengflüssig sich ZWI-(cher übers schen die Theilchen des Glasflusses legt, dadurch das Glas durchschei- kan, Ai nend, trüb macht; es wird besonders zum Email und zur Glasur von N fu und Erf Fayence, Ofenkacheln gebraucht. u Die Art und Weise der Zubereitung der einzelnen Farbstoffe wird nt nn Toy im Verfolg der Beschreibung der einzelnen Metalle am gehörigen Ort ee gelehrt werden. Durch die grofsen Fortschritte in der Chemie neuerer Zeit sind die Farben in so reicher Fülle geschaffen worden, so rein und schön, dafs die Glasmalerei neuerer Zeit gegen die der Alten vie- les voraus hat. Um nun die genannten Farben auf Glas einbrennen zu können, ohne dafs dadurch die Glastafel selbst sich verzieht, oder gar schmilzt, ha . n. mil fobealäse müssen den genannten Materıen Flufsmittel, fondans, zugesetzt wer- kN ur Aut Ing ypat den, die aber nach der Natur jener verschiedenartig sind. Man be- dient sich für die Metalloxydfarben der Mennige, Bleiglätte, des ba- sisch salpeters. Wismuthoxyds, blanc de fard, für salzige Farbstoffe des Boraxes, des kohlens. Natrons, des Salpeters- Diese werden mit feinsten Sand, calcinirten Feuerstein, Milchquarz in verschiednen Ver- bältnissen innig vermengt zusammengeschmolzen, wodurch leichtflüssige Gläser, Flüsse erhalten werden. Man nimmt z. B. 2 Theile Quarz- sand, 15 Boraxglas,% Salpeter und% gereinigten kohlens. Kalk, dies aan liefert einen alkalischen Flufs; 3 Theile Quarzsand, 2% Bleiglas(ge- n ealrht schmolznes Bleioxyd), 1 Wismuthglas, den metallischen Flufs, glafs ad of lead; gleiche Theile beider den gemischten Flufs. Die Menge des"6 Kl 0 Ce Olmaler Flusses, welche jede Farbe erfordert um gehörig zu fliefsen, und einen glasglänzenden Ueberzug zu bilden, ist sehr verschieden, meist 3 bis 4 Theile; dadurch wird auch die Tiefe der Farben bestimmt. Nicht Ki Von jede Farbe kann mit demselben Flufs aufgetragen werden, so verlangt Seil z. B. Goldpurpur, Kobaltblau einen alkalischen Flufs, denn Blei- und Wismuthoxyd wirken nachtheilig ein; dagegen die andern dunkeln hs m Ile; Farben mit Bleiflufs und gemischtem Fl. sehr gut werden, Einige Far- ie 7 ben müssen mit dem passenden Flufs erst verglasen, ehe sie aufgetra-| pre, Ü IN(iM ’ Fu.: Fe ssn EP—> ee Sen nme nor un nu ie Ba Tr namen Ba SE RETTÄREET NED en: Sea732== nase Glasmalerei. 387 eugt, tel,“ ak gen werden können, indem die geringere Hitze des Einbrennens unter 1Senoxydulli,L, 5. Br........ y us Ja der Muffel nicht hinreichend ist, ihre eigenthümliche Farbe gehörig zu 1 entwickeln: dahin gehört das Kupferoxyd, die gelben, blauen, violetten Rem Zusatz, s. Y 2. DRPRE SER n All) Farbstoffe; beim Goldpurpur, KEisenoxyd ıst dabei viel Vorsicht nö- nt Ana T il der Rh, Isern, Oxydıren thig, um die leicht zerstörbaren Farbentöne nicht durch zu grolse Schmelzbitze zu zerstören. Die erhaltnen gefärbten Schmelzgläser wer- den gepulvert, fein gerieben mit Wasser und trocken aufbewahrt. ben, Wieder 4 Nicht jedes Glas ist zum Bemalen tauglich, denn jeder Ueberschufs an Alkali schadet; daher ein möglichst hartes, viel Kiesel enthaltendes em Zul u trocknes, keine Feuchtigkeit anziehendes, leichtes Tafelglas den Vorzug ee verdient,— böhmisches Glas. Man reibt die farbigen Schmelzgläser mit \Oxyd mit ert Terpentinöl auf Glasplatten ab, und trägt sie mit dem Pinsel auf, zur IE, San Palette dient eine Porzellanplatte.e Das Technische des Malens selbst lüssg sich an muls hier übergangen werden. Ist die Tafel bemalt, so folgt das Ein- las durchs brennen, euisson, unter der Muffel, eine sehr schwierige und grolse ur Glasur u Umsicht und Erfahrung erfordernde Operation. Zu diesem Endzweck bedient man sich aus feuerfestem Thon gefertigter grofser Mufieln, arbstoffe mr mit einer Thonplatte zu verschliefsen, die auf Trageisen gelagert, von gehörigen I dem Flammfeuer eines Heerds von allen Seiten geheitzt werden kön- nen, fourneau de vitrification;, zum Abkühlen aber eigner Kühl- öfen,, fourneau de recuisson, die aus dünnern Platten gefertigt durch ;hemie neu rden, so ri der Alten n Kohlfeuer erwärmt werden. Die einzelnen Platten werden eine über die andere auf Thonplatten gelagert, die durch thönerne Träger ge- m zu kön tragen werden. Um den Hitzgrad beurtheilen zu können, dienen r gar schnil bemalte Probegläser, die man in den Einbrennofen mit einsetzt, und zugesetzt WE nd, Man b olätte, des b mittelst eines Spatels, palette, herausnehmen kann, Sind die Farben gut geflossen und verglast, so werden die Platten in den Kühlofen ge- bracht, in welchem sie allmählig abkühlen, denn sonst ist ihre Dauer zige Farbitol sehr vergänglich, e werden m Dit DT. XV, p- 453 Artikel„Peinture” T. XVI. p: 493(Additions). ‚chiednen Ver Rees Cyclopaedia Vol. XVI.„Glals Painting.” Edinburgh Eneyelopae- h leichtflüssg: dia Vol. X. p. 316, Theile Qu Man mufs 3 Arten von Glasmalereien unterscheiden, nämlich die ns. Kalk, die Malerei in gefärbten Gläsern, Glafs staining, die Malerei auf farbloses | Bleiglas Tafelglas, und die Malerei auf Spiegelglas; nicht selten hat man aber , gie auch die beiden ersten Methoden zugleich angewendet, was eine vierte ie Menge& Art der Glasmalerei ausmacht.— Was die eigentliche Glasmalerei- en, und ein trifft, so ist im Vorstehenden eine kurze Notiz der gebrauchten Far- „meist 31 ben gegeben worden. Die erst genannte Art der Glasmalerei ist un- ‚timmat, Nib streitig die älteste; man fertigt farbige Glastafeln, und zwar blaue, vio- 1, so verlad; lette, gelbe, grüne, rothe, und setzt dieselben dann in passende Stücke nn Ber u geschnitten mit Fensterblei zusammen. Die Anfertigung von rothem dern dunkel Glas zu diesem Zweck war bis auf die neuesten Zeiten so in Verges‘ Einige Ei senheit gerathen, dals man glaubte die Kunst seı ganz verloren gegan- e sie aufge gen, Man fertigt das rothe Glas nicht mit: Goldpurpur, denn dieser 25* war en nn wen ea WERE EINEN ENG 7 EEE EEE ke Fr u 388 Glasmalerei. hl; Fnealh | pp disell ide kn giebt kein scharlach- und feurig weinroth, und würde auch viel zu ıheuer sein, auch nicht mittelst Eisenoxyd, sondern mittelst Kupfer- oxydul*), Da aber dieses einen ungemein tiefen Farbenton hervor- bringt, wodurch das Glas an Durchsichtigkeit verlieren würde, so wird ne rothgefärbtes Glas auf farbloses, weilses Glas blos als ein höchst dün- ji ch Ai ner Ueberzug aufgeblasen, welches gleichsam plattirte Glas Ueber- jnch nl fangglas genannt wird. Die technische Ausführung ist folgende. se, mann Man setzt 2 Tiegel in den Ofen, in dem einen bleihaltiges Kling- Ilkn, ab glas, in dem andern das Kupferoxyd enthaltende grüngefärbte. Der in Jhrund Glasbläser taucht seine Pfeife zuerst in dieses, und nimmt ein we-| Ir nnd diese ann in den Tiegel mit weifsem Glas, und nimmt von die- ople nig auf, sod| ‚frgunstand sem weit mehr auf, treibt dann das plattirte Glas, wie zu Tafelglas Jiten vl üblich ist, auf; dann wird die Tafel geplättet und durchs Anräuchern GInsfäden| (Desoxydation durch die rufsigen Theile der Flamme) das Kupferoxyd Jim Wie di zum Oxydul reducirt, wodurch die Farbe des dünnen Ueberzugs schön fhnnt— Du dunkelroth erscheint, Von dieser Art ist alles rothe Fensterglas in den Japlre, ein ä bunten Kirchenfenstern früher Jahrhunderte; solches Glas wird jetzt in nis] Frankreich zu Choisy-le-Roi, ferner bei Besancon, und nach Engel- hardt’s Angaben in Schlesien zu Hofnungsthal von Matterne gefertigt, Die farbigen Glastafeln werden, wie gesagt, zerschnitten, die Schat- ten und Halbschatten mit Schmelzfarben aufgemalt, eingebrannt, und kam der sl dann nach Mafsgabe der Umrisse in Blei gefalst und zusammengesetzt.| uni, dhrel Sollen kleine Glasgemälde, die in der Nähe gesehen werden, gefertigt al nme werden, so bedient man sich hiezu nur des Ueberfangglases, nicht des 1 ii durch und durch farbigen, schleift an den Stellen, wo es nöthig ist, Ma A die gefärbte Glaslage ab, und malt dann auf das weilse entblöste Glas Ri: Suhuelzela: 1].] ml) dırchs send a Ihelen fe Schmelzfarben auf, deren man bedarf. So erhält man Verzierungen\ er lit 10 in ganz andern Farben, als der Grund besitzt; statt des Abschleifens bedient man sich auch des Actzens oder’ Auflösens mittelst Flufssäure, N in hi die — Die aufgemalten eingebrannten Farben der alten Glasgemälde wer- are Inner den durch die Witterung allmählig angegriffen. u ur Das eigentliche Glasmalen, Auftragen von farbigen Schmelzgläsern la De odhm, anf farblose Glastafeln, war den ältern Künstlern wenig bekannt, ist M erst in neuerer Zeit durch die Vervollkommnung der Chemie zu einem uf hohen Grad der Ausbildung gelangt.— WVas die Malerei auf Spiegel- Bas i glas betrifft, von Dihl 1800 zuerst ausgeführt, so wird ein und dieselbe| Ce Ar Zeichnung auf 2 Spiegelglastafeln aufgetragen, eingebrannt, und dann UNI! beide Tafeln, die Malerei nach Innen gewendet, an einander gelegt in NN, "Nena, ) uhr eelı Rahmen gefalst. Brongniart Denkschrift über die Glasmalerei, in den V. d. G. 1830. Se = Yen *) Die Alten haben solches Glas gefertigt, wie Ueberbleibsel aus MM Ein der Villa des Kaisers Tiberius auf der Insel Capri beweisen, in denen El Klaproth 7% Kupferoxydul, 1 Eisenoxyd, 14 Bleioxyd, 71 Kieselerde, ba N 2%; Thonerde, 14 Kalk fand, ya Al), Bd TRETEN u” nn a en a—— ec- a en er ne ü WEST Zn mer Schmelzglas. 389 e auch yı “ AUEh el N. Are. nit L E S. 121; Engelhardt Preisschrift über die Darstellung des rothen Üeber- eist Inlar. 2), N- I fangglases, daselbst 1828. S. 15, enton heryn\=.. rd Er Die Alten kannten und übten eine ganz besondere Art Glasmalerei ürde, so in hör aus, welche untergegangen, von der jetzt nur noch einige seltne Ueber- ein höchst din.| Glas Urn. $ st folge) ihaltiges Kin, ngelärbte, D Immt ein w bleibsel sich finden. Sie bedienten sich der Glasfäden von farbigen Glas, die sinnreich unter einander gewoben, durchs Schmelzen an einander befestigt, mannichfaltige Figuren von bewunderungswürdiger Schärfe darstellen, als wären sie mit dem Pinsel gemalt. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden die ersten Exemplare der Art sufgefunden. Der Grund dieser Glasmassen ist dunkelfarbig, in ihnen erblickt man Immt von di ie zu Tafel) hs Amräucher den Gegenstand der Darstellung ın farbigem Glas, und zwar auf bei- den Seiten völlig gleich, so dals die aus in einander gewobnen farbı gen Glasfäden dargestellten Figuren durch die Glasmasse hindurch- las Kupferon gehen. WVie diese Kunstproducte mögen gefertigt worden sein, ist un- eberzugs sc bekannt:— Der berühmte Klaproth, in Berlin, besafs zwei solche ‚tere In da 3. 2. n..= N ro» terglas ın du Exemplare, ein ähnliches befindet sich in der Sammlung des Kön. Ge- ; Tohtın.. wird jet werbinstituts.] nach Ent. terne geleit Schmelzglas, Email, Enamel, ist ein gefärbtes, theils undurchsich- n, die Seht tiges, theils durchsichtiges Glas, ersteres wird durchs Hinzufügen von ;ebrannt, ı Zinnoxyd zu der schmelzbaren durchsichtigen Glasmasse erzeugt, wenn ammmengeset es weils, und durch Zusatz verschiedner Metalloxyde zur undurchsichti- den, gelah gen Masse, wenn es farbig erscheinen soll. Die Basis aller Emailen ses, nich ist ein leichtflüssiges, vollkommen durchsichtiges Bleiglas, couverte. es nöthg I Will man weilses Email darstellen, so schmilzt man 10 Theile Blei mit ntblöste Gl: ak mu. Tr i X\ 3 > 3,5 bis 4 Theilen feinsten Zinn zusammen, caleinirt die Legirung unteı einer Muffel, fügt 10 Theile feinsten Sand, oder Quarzpulver, 2 Theile kohlens. Natron hinzu und schmilzt das Gemisch zusammen. Das un- Verzierung ; Abschleifen ist Flulssäur| gemälde wer schmelzbare Zinnoxyd legt sich zwischen die Glastheile und macht die 3 Glasmasse undurehsichtig; weniger Zinnoxyd. macht eine opalisivende chmelaglien Masse, Die gelben, rothen etc. Schmelzgläser werden, wie beim Arti- bekannt,! kel Glasmalerei gelehrt worden ist, zubereitet, nur brauchen sie nicht mie zu eine so leichtflüssig zu sein, als für das Glas nothwendig war, da das Email i auf Spiegel einen höhern Hitzgrad verträgt, als ersteres. Man trägt das Schmelz- und diesh glas auf Metallbleche auf, auf Kupfer-, Silber-, Goldblech, besonders it, und dam auf ersteres, wie z. B. die Zifferblätter beweisen, und auf letzteres zu nder galt feinen Bijouteriewaaren, Ordensdekorationen, Verzierungen ete. Zu dem EM Ende wählt man entweder fein Gold, oder 20 bis 22 karätiges. Das en Schmelzglas wird im Siahlmörser zerstolsen, im Achatmörser fein gerie- ben,— jedes Email verlangt verschiedne erfahrungsmäfsige Feinheit des vbleibsel#% Korns—, geschlemmt, und auf die Metallbleche, welche mit einem aul- nn, Im den 1. Kieser gebognen Rand versehen sind, mehr oder minder diek aufgetragen, und zwar entweder blos auf einer Fläche, oder auf beiden. Bei Gegenstän- 390 Glasflüsse, Glaspasten, Mitchglas. den von ziemlicher Gröfse wird die untere Fläche stets auch emailirt, um das Gleichgewieht herzustellen, wenn sich das Email auf der obern Fläche beim Erkalten zusammenzieht, während das Metall noch weich ist. Die mit Email belegten Bleche werden nun in einem gro- [sen Muffelofen, fourneau de vitrification, wie die bemalten Glasschei- ben, eingetragen und gehörig erhitzt. Nicht selten trägt man eine zweite Lage Email auf. Die Oberfläche wird dann mit feinem Sand und ei- ner englischen Feile geschliffen, mit fein geschlemmten Tripel, terre pourrie, polirt. Auf weilses Email wird mit Schmelzfarben gemalt, deren Zusammensetzung gleich ist mit denen für die Glasmalerei, mit dem Unterschied, dafs die Flufsmittel weniger leicht schmelzbar zu sein brauchen. [D. ı. T. VII. p. 1. Artikel„Email”, T. XV.p. 470.„Peinture” T. XVI. p- 508, D. p. J. Bd. 28. S.452, Wynn über die Bereitung der Email- farben in D. p. J. Bd. 12. S. 204. Ueber die Verfertigung der emailirten Zifferblätter siehe das D, t. T- IV. p- 3l, D. p: 3. Ba. 2308. 7449| Glasflüsse, Amausen, stellt man aus den aben angeführten Me- tallpräparaten und einem leichtflüssigen farblosen Glas dar. Man nennt solehe Glasmasse, nach dem Namen ihres Erfinders, Strals, past; sie wird aus Bergkrystall, oder feinsten, mit Salzsäure digerirten, weilsen Sand, reinem kohlens. Kali(wirklichem Sal tartari) oder Aetzkali. rein- stem Bleiweils, oder Mennige, arseniger Säure und Borax, oder Borax- säure dargestellt. Die Glasflüsse werden dann nach Art der Edelsteine geschliffen und unterscheiden sich nur durch geringere Härte und spee. Gewicht, Zerstörharkeit durch cone. Säuren, geringes Wärmeleitungs- vermögen. [Strafs nach Douault- Wieland: 3600 Bergkrystall, 8508 kohlens. Blei- oxyd, 1260 kohlens. Kali, 360 calein. Borax.— 4056 Bergkrystall, 6300 Mennige, 2154 kohlens. Kalı, 276 calein. Borax, 12 arsenige Säure.— Vorschriften zur Darstellung verschiedner künstlicher Edel- steine siehe in Gray’s Trait& pratique de chimie T. 1. p. 3922. D.p. J. Ba. 3. S. 163, Schrader in Meifsner’s Chemie Bd, 3. S. 57l. Glaspasten, pierres mouldes, fietitious gems, werden nach Fontanieu, Douault- Wieland also gefertigt: man drückt den geschnitt- nen Stein in eine Masse von fein geschlemmten rothen Tripel, welcher in einer kleinen Kapelle sich befindet und mit gepnlverten gelben Tripel bestäubt ist- Nach dem Abheben des Steins wird die Form vorsichtig gebrannt und dann der Glasfluls heils darauf angedrückt, wodurch er die Gestalt der Form annimmt; darauf wird er abgeschliffen. Siche die Rdinburgh Encyelopacdia Vol. X. p. 128. Artikel„Gems.”] Milch- oder Beinglas wird durch Zusatz von 8 bis 108 reiner Knochenasche,(phosphors. Kalk), 6 bis 85 Mennige zum Glassatz für Ja h di(Is orhn | pm L | a are: In, wird pie ba immer, Qlilich st ‚ul, eins 1 N Fam nänle | ai andere pt Stunden Js(las dh ulömigen, St gan am I "imo sche sn num Ki ni Kimene Iise hide, Bin {eristtuls vo Al rt d 1 hmnse In 9 kanar Stahl zul sheilen, ya Äilsichlie N in de ot in ve N N üer Ai ‚min Inere la Leiten Inlı ber hl Ir ger ı, kile, "tk m dl tisch a I asehillet Surlyhlipen fuel ın been; I‘ Kt Man mit Mitchglas, Reaumursches Porzellan. Glasinkrustationen. 391 | auch email weilses Glas erhalten; es besitzt Durchscheinenheit, und zwar bei zu- Il auf der om rückgeworfnem Lieht eine milchbläuliche, bei hindurchgehendem: eine S Meall u weingelbe Farbe; setzt man* Theil Hornsilber, und 3 Theile Knochen- I IN Einem m, asche zu, so wird die Farbe noch mehr opalartig. Man bedient sich des alten Glas); Nilchglases zu Lampenschirmen, durchscheinenden Glocken für Lampen Man eine zei in Schlafzimmern, Blumenvasen, Flaschen etc. Sand ul ı Schlüfslich ist noch des sogenannten Reaumur’schen Porzellans zu I Tripel, te gedenken, eines im Zustand der Entglasung sich befindenden Glases. larhen gen: Wenn man nämlich grünes Glas, besonders Flaschenglas, welches viel Iasmalerei. ı Kalk- und andere Erden enthält, in einer Umgebung von Sand und Gyps schmelzbar mehrere Stunden lang glüht, und sehr langsam abkühlen lälst, so ver- liert das Glas das gewöhnliche Ansehen, wird undurehsichtig und nimmt aM yı einen körnigen, steinartigen Bruch an. Man bemerkt eine solche Aende- inture'T, X] sen, Fe) uns der kn runz auch am Heerdglas, welches bedeutend Thonerde haltend ist. ng der Email fo) o , der emallr Da wo es schnell gekühlt, hat es das glasige Ansehen, weiter hin aber, BS4 wo es langsam kühlte, finden sich kleine, weilse, undurchsichtige, stern- neeführten I förmige Körperchen, welche endlich zusammenflielsen, eine verworrne nn n Masse bilden. Ein schönes Exemplar besitzt die Sammlung des königl. strals, pi Gewerbinstituts von der königl. Glashütte Friedrichsthal. Sehr wahr- Era scheinlich liegt der Grund dieser Erscheinung in einer Trennung Actlalln ler Glasmasse in verschiedne kieselsaure Salze, wie beim künstlichen Side damaseirten' Stahl nach Breant sich‘ verschiedne Kohlenstoffeisen ‚von der Eilelker einander scheiden. Dumas analysirte ein solches Exemplar und fand in der durchsichtigen Masse 64,7 Kieselerde, 3,5 Thonerde, 12,0 Kalk, 19,3 Natron; in der krystallisirten aber 68,2 Ks., 4,9 Th., 12,0 K., 14,9 N. Also ist Natron verflüchtigt und mehr Thonerde aufgenommen worden, irte und$ Värmeleituz wodurch dieser Antheil Glas mehr Neigung zum Krystallisiren erlangt nern, hat, und schwerer schmelzbar geworden. Uebrigens ist solches Glas Den ein besserer Leiter für Wärme und Elektrieität. nstlicher Ei[Man bat bereits Reibschalen, Mörser, Fliefsen aus solcher Masse ın p- 392 1 Frankreich gefertigt, und sie dürfte für chemische Geräthschaften, Re- 3. Söll torten, Kolben, Abdampfschalen, Röhren sehr brauchbar sein. werden in Glasinkrustationen, Crystallo-ceramie, bereits vor 50 Jahren von den gesch einem böhmischen Glasfabrikanten erfunden, in Böhmen und Frank- ripel, well reich ausgebildet, nennt man diejenigen. Gläser, in welchen aus einer ‚ gelben In ündurchsichtigen Glasfritte gefertigte Verzierungen, Medaillons, Büsten, "rm vorsih Wappen etc. in die Glassubstanz eingeschlossen sind. Die zu inkrusti- t) wodurd renden Gegenstände werden aus einer Fritte von 100 Sand, 30 Soda, hliffen. 9 welche man mit 10'Th. kohlens, Kalk gehörig mengt, mit WVasser an Gems.”)] knetet, gefertigt. Ist die Masse geformt, getrocknet und bei 18 bis 20° bis I gel Wedgwood gebrannt, so wird die Figur auf das in Arbeit befindliche m Glassil EL een> CS Nee= 0 EB WEN EN WENDEN U ERLERNEN ET, | Ih 392 Lithium, Lithion.; ‚ N 1.) soni3t Glas gelegt, mit einem Löffel Glas darüber gegossen, bis alles gehörig gi fu bedeckt ist, Glaswaaren werden in berühmter Qualität verfertigt: ın Böhmen, vor- IN neh! A) al 1:[Kg ar. a- et a. Mg) treffliches Krystallglas mit schöner Schleiferei,.ın England, ın Frank- Une ‚90 Saoel reich, in Venedig.— In Preufsen ist die einzige gröfsere Spiegelmanu- ae faktur zu Neustadt a. d. Dosse, wo auch Spiegelguls ausgeübt wird; bin die meisten geblasnen Spiegelgläser werden aus Niennover, im König- an! e reich Hannover, eingeführt. Sehönes Krystall- und Klingglas liefert die na f Zechliner Hütte in der Mark, die schlesischen im Gebirge, die zu Hoff-[| ein eR % nungsthal, die Gernheimer Hütte bei Minden, die Louisenhütte bei Do-| m N brilugk, die Glashütte zu Baruth u, a. m.]| RT hr isch in N Hü ie al verlücht Mor,— Pl Awerin Wa | m ls st Di etes Karpıtenl. Ku e 3 A* Kohlensat Vom Lithium. Ba [Das Lithium wurde von Davy 1818 aus dem Lithion mittelst der Folta- Joh ch a schen Säule dargestellt; es verhält sich dem Kalium und Natrium ana- Ai, un log. Auf chemischem Weg durch Reduction mittelst Eisen und Kohle| li, tk scheint es nicht dargestellt werden zu können. Es verbindet sich mit iin, Sulfat Sauerstoff nur in einem Verhältnifs zum Lithiumoxyd, Lithion, Ike Prsm Litkine, Lithia. lit ach kacht Das Lithion wurde von Arfwedson im Petalit, Spodumen,, Turmalin Air, 59 1817 entdeckt, später im Lepidolith, Amblygonit, im Carlsbader, Eger, lin, Phosp Pyrmonter Mineralwasser und andern mehr, in letztern ist es als koh- ie dr schwe lens. in erstern als kiesels. Salz. enthalten, mit kiesels. Thonerde ver- Ha dis sau bunden, im Petalit 5,75 a in Spodumen 8,853 Lithion. Man stellt= Phoyph es also dar: man mengt das geschlemmte Fossil mit 2 Theilen ge- Sıhttersau brannten Kalk, glüht, löst das Product in Salzsäure auf, setzt Schwe- Il" felsäure hinzu, um die Kalkerde zu neutralisiren, dampft zur Trockne ul It ab. Diesen trocknen Rückstand behandelt man mit VWVasser, welches LU 5 schwefels, Lithion, schwefels. Thonerde und ein wenig Gyps auflöst. lu, Um die Thonerde aus dieser Auflösung zu entfernen, wird dieselbe ka vor] mit kohlens. Kalk digerirt, darauf der Ueberschufs an aufgelöstem Kalk durch sauerklees. Ammoniak niedergeschlagen; die filtrirte Flüssigkeit enthält nun blos schwefels. Lithion, Sie wird zur Trocknifs abge-| dampft, geglüht, in WVasser aufgelöst, mit essigs. Bleioxyd(oder Baryt) gefällt, wodurch essigs. Lithion gelöst bleibt, welches nach dem Ab- dampfen und Glühen kohlensauer zurückbleibt. Um nun endlich aus diesem das Lithion rein zu gewinnen, verfährt man, wie beim Kali und haylan Natron, mit gebranntem Kalk. tl,| Das Lithionhydrat ist eine weilse, feste Masse, im Bruch krystalli- in IN go“x CRRETERE TUN DET IE EI Lithion, Chlorlithium, Lühionsake. Barytium. 393 Js alles nl. h R..: a Be nisch, von: sehr ätzendem Geschmack, reagirt alkalisch, wird an der Luft nicht feucht, schmilzt leicht, löst sich in WVasser laugsam und 1 Böhm: A 5 5 BR:- A Nr nur wenig auf, greift Platin in der Hitze an, weshalb es, wie Kali, ın a, in Phart. Silbertiegeln geschmolzen werden mufs. Es besteht aus 56,1 Lithium , Penn, und 43,9 Sauerst., zeichnet sich dadurch vor Kali und Natron aus, dals ausgiht rd, es nicht feucht wird, sich schwer in Wasser auflöst, dafs das kohlen- Fi Kinn und phosphors. Salz schwer löslich ist, dafs Alkohol, in welchem Sl ie Hi man Lithionsalze auflöst, mit purpurrother Flamme brennt.— IM= zu Hol Verbindungen des Lithiums mit Schwefel sind noch unbekannt. ahütte bei) Chlorlithium, Chlorure de Lithium, Chloride of L., krystallisirt in farblosen WVürfeln, schmeckt wie Kochsalz, zerfliefst sehr schnell, löst sich in Wasser, auch in absoluten Alkohol auf, schmilzt leicht und verflüchtigt sich in der Hitze, besteht aus: 17,7 Lith. und 82,3 Chlor.— Fluorlithium, Fluorure de Eithium, Fluoride of L., schwer in WVasser löslich, schmilzt zu einem Glas; das saure Fluor- lithium löst sich leichter auf, krystallisirt, und giebt in der Hitze die Säure ab. Kohlensaures Lithion, Carbonate de Lithine, C. of Lithia, eine weifse Salzmasse, löst sich in 100 Tb. Wasser von 10°, in Al- ]st der Voll. kohol nieht auf, schmilzt ın der Hitze, reagirt alkalisch, besteht aus: Natrium aut 45,28 Lith. und 54,72 Kohlens.; das doppelt kohlens. Salz ist leichter en und Koll löslich, setzt krystallinische Körnchen ab,— Schwefelsaures Li- indet sich m) thion, Sulfate de Lithine, S. of Lithia, krystallisirt in farblosen d, Lithior 4seitigen Prismen, schmeckt salzig, nicht bitterlich, ist luftbeständig, löst sich leicht in Wasser auf, schmilzt in der Hitze und besteht aus: en, Turmilı 27,07 Lith,, 59,56 Schwefels., 13,37 W.— Phosphorsaures Lı- Isbader, Eye thion, Phosphate de Lithine, Ph. of Lithia, eine weilse, in WVas- st es als kol: ser sehr schwer lösliche Salzmasse, besteht aus: 33,8 Lith., 66,2 Phos- Thonerde we phors.; das saure löst sich leicht auf und setzt krystallinische Körnchen 1. Man st! an.— Phosphors. Lithion-Natron sehr wenig in Wasser löslich.— 2 Theilen# Salpetersaures Lithion, Nitrate de Lithine, N. of Lithia, , setzt Schne krystallisirt in farblosen rhombischen Säulen, schmeckt wie Salpeter, t zur Troch zerfliefst, löst sich leicht in Alkohol und Wasser auf, besteht aus: 25,17 asser, welths Lith., 74,83 Salpeters.— Kieselsaures Lithion, Silicate de Li- ; Gyps auf thine, S. of Lithia, kommt mit kiesels. Thonerde im Petalit, Spo- wird disc dumen vor.] fgelöstem kill— Irte Flüssıg| ocknils abge.-. Korkal Viertes Kaprtel :d(oder Bir nach den 3 Vom Barytium. n endlich als Barytium wurde 1808 von Davy mittelst der Volta’schen Säule entdeckt; man bringt einen Teig von Aetzbaryt und Wasser mit Queck- silber in Berührung in den elektrischen Kreis, es erzeugt sich Bary- beim Kılı ud ruch kr EEE VETETEEEEHEETEESET FERD WESER) U PT Sn a 1 rn Zee Si 2 394 Darytium, Baryt, Barytwasser. liumamalgam, welches in einem mit Wasserstoffgas gefüllten Retörtchen durchs Erhitzen zersetzt wird. Auch mittelst Kalium hat man in der Hitze Barytium erhalten. Es besitzt eine dunkelgraue Farbe, ist weniger glänzend als Roheisen, bedeutend specif. dichter als Schwefelsäure, läfst sich etwas platt drü- eken, oxydirt sich schnell an der Luft, zersetzt das Wasser mit Heftig- keit, schmilzt noch vor der Rothglühhitze, verbrennt mit dunkelrothem Licht. Es verbindet sich mit Sauerstoff in zwei Verhältnissen. 1) Barytiumoxyd, Baryt, Schwererde, Baryte, terre pesante, Baryta, heavy earth, wurde 1774 von Scheele entdeckt, und als eine eigne Erde anerkannt. Sie findet sich nicht rein, sondern an Säuren gebunden, als kohlens., schwefels., kiesels. Baryt. Darstellung des Aetz- baryts. 1) Aus salpeters. Baryt. Man glüht denselben in einem Por- zellan- oder Silbertiegel bis kein Gas sich mehr entwickelt. Zuerst entsteht Barytiumüberoxyd, welches sich später noch zersetzt unter Ent- weichen von Sauerstoffgas. 2) Aus kohlens. Baryt, sowohl natürlichem, als künstlichem, durchs Glühen mit 8 Thln. Kohlenstaub; man trägt das Gemeng mit Wasser angefeuchtet in einen Porzellantiegel ein, und glüht stark; dadurch bildet sich Kohlenoxydgas, welches entweicht, und Aetz- baryt bleibt im Rückstand. Ohne Kohlenzusatz gelingt die Zersetzung nicht. 3) Man löst Chlorbarytium in Wasser auf und schlägt mit Aetz- kali nieder; das Präcipitat wird ausgesülst und geglüht; aufgelöst bleibt Chlorkalium. Eine grauweilse, erdige Substanz, in keinem Olenfeuer schmelzend, nur im Knallgasgebläse und der Brennspiegelhitze, schmeckt brennend, scharf, ätzt thierische Theile, wirkt giftig, reagirt alkalisch, specif. Ge- wicht gegen 4,0; erhitzt sieh mit Wasser befeuchtet mächtiger als Kalk, zerfällt zu einem feinen, weilsen Pulver, zu einem Hydrat, welches 10,52 Wasser enthält, löst sich in 200 Thl. kochendem Wasser auf, und besteht aus 89,55 Barytium und 10,45 Sauerst. Die Auflösung des Ba- ryis in Wasser nennt man Barytwasser, eau de baryte, baryta-water, es ist eine farblose, alkalisch schmeckende und reagirende Flüssigkeit, welche beim Abdampfen in einem verschlolsnen Geräth durehs Abküh- len, so auch durchs Gefrieren, krystallisirt; es setzt sich ein farbloses Ilydrat in durchsichtigen Säulen ab, welches 61% Wasser enthält, in höherer Temperatur schmilzt, 50, Wasser verliert, und pulvrig wird. Dieses niedere Hydrat enthält noch 10,52 Wasser, schmilzt in einer stär- ken Hitze, wird dickflüssig, und erstarrt zu einer krystallinischen Masse, welche ihr Wasser durch keine Hitze verliert. Der krystallisirte Baryt löst sich in 24 Th. kaltem und 2 Th. kochendem Wasser, in 180 Th. Weingeist auf. Baryt hat unter allen Basen die grölste Verwandtschaft i(fmefohiut B* 5 iihes bi Jar el la ji, Darst I file l, |} Jarytiomi rin; ma Jäst solls siriche vlt vergl u Wasser ei ang milsg iuerst, Das mällıg zerse! \ Inch kochende ierossdh, Ver Yartiom ver gnelnise N v m, nid Din des se karl mr Dars raten sch efe! sub art, w Krim Plspho alle it hand lt I eine\ nu, ellnde N ul koche Ar$ Inp (din teschi ui der[. Im, le| Beso ienrı 2 Doloene eat ulk lüchste EN wellhar ar rn a nr en ER TEE Barytiumüberoxyd, Schwefelbarytium. 395 en Rat, Yin zur Schwefelsäure, weshalb man Barytwasser anwendet, ‚oder irgend ein lösliches Barytsalz, um jene Säure zu entdecken; sie giebt nämlich ls Role mit dem Baryt einen Wen in Ware und Säuren unlöslichen Nieder- # na schlag. Baryt und Barytwasser ziehen schnell aus der Luft Kohlen- Sa säure an. er mit Helır. dnnkelrtlen[ 2 Barytinmüberoxy d, Deutoxide de Barytium, Peroxyde of Ba- ssen, riumz; man läst über glühenden Aetzbaryt in Porzellanröhren Sauer- erre pesank, stoffgas streichen; es wird auch durchs Calciniren des salpeters. Baryts gebildet(vergleiche oben 394). Eine schmutziggraue Masse, welche er mit ie ein we staubförmiges Hydrat bilder, kann ohne Ber- setzung mälsig geglüht werden, besteht aus: 81,07 Barytium und 18,93 1 des Ak Sauerst. Das Hydrat wird durch WVasser bei der mitllern Temperatur einem Por allmählig zersetzt, weshalb es alkalisch reagirt und schmeckt, schnell kelt, Zuent durch kochendes WVasser.— Es dient zur Darstellung des VVasserstofl- zt unter Eıl überoxyds, vergleiche Seite 107.] natürlichen Barytium verbindet sich mit Schwefel in‘mehrern Verhältnissen. n at= Ä. y r. y jan trägt dis Das niedrigste Schwefelbarytium, Sulfure de Barytium, Sulpkuret 1, und gli of Barium, wird erhalten: 1) wenn man über glühende Baryterde Schwe- 1, und Act felwasserstoffgas leitet, unter Bildung von Wasser; 2) durchs Glühen von Zersetzung Aetzbaryt mit Schwefel, wobei auch schwefels. Baryt entsteht; 3) durch zt mit Art Reduction des schwefels. Baryts mit Kohle. Will man das Schwefel- zelöst Dil barytium zur Darstellung von Barylpräparaten bereiten, so glüht man ge- pulverten schwefels. Baryt(Schwerspath) mit% Mehl und% Kohlen- schmelzen staub gemengt, will man dagegen blos zum Beweis, dafs das Schwefel- E brennen barytium phosphoreseitt, dasselbe darstellen, so mengt man Schwer- specil, Gr spathpulver mit Tragantschleim zu einem steilen Teig, trocknet densel- or als Kal, ben, und glüht ihn zwischen Kohlen aus. t, welches Es ist eine röthlich-gelbe, lockere Masse, im frischen Zustand ge- er aul, und ruchlos, entbindet aber beim Stehen an der Luft Schwefelwasserstollgas, ng des bi löst sich in kochendem Wasser auf, krystallisirt mit Wasser verbunden ryta-water, in weilsen Schuppen. Das Schwefelbarytium hat die Eigenschaft, von Flüssigkeil der Sonne beschienen im Finstern zu leuchten, welches Phänomen vom chs Abkül- Sauerstoff der Luft nicht abhängig ist, da es auch im verschlofsnen in farbloses Raum, so wie im Stickstoffgas stattfindet. Dieses beobachtete zuerst enthält, in Vincenzo Cascariolo, ein Schuhmacher in Bologna, woher auch der Ivrig. wirl Name Bologneser Phosphorus, B. Leuchtstein. Löst man das einer slit Schwefelbarytium in Wasser auf und kocht es mit Schwefel, so erhält ‚hen Nass, man die höchste Schwefelungsstufe des Barytiums.— Man bedient sich sirte Dart des Schwefelbarytiums zur Darstellung aller Barytpräparate. in 180 N. Chlorbarytium, Chlorure de Barytium, Chloride of Barium, wandische! salzsaurer Baryt, Hydrochlorate de Baryte, H. of Baryta,(salz- IL N bene IR. ie EEE EN EEE TEE TTEEBESS UNE 1 17 EEE RT u a Fa ws- 396 Chlorbarytium, Jodbarytium. saure Schwererde), kommt nicht in der Natur vor. Man kann es theils dadurch darstellen, dafs man über glühenden Baryt Chlorgas streichen lälst(wobei gleichzeitig Sauerstoffgas entbunden wird), oder 2) aus koh- lens. Baryt und Salzsäure, 3) aus Schwefelbarytium und Salzsäure, 4) ‚durchs Glühen von Schwerspathpulver mit Chlorcaleium. Wenn man nach 3) verfährt, so löst man Schwefelbarylium in ko- chendem destillirten Wässer auf, und setzt zur Auflösung so lange Salz- säure hinzu, als noch Schwefelwasserstoffgas entbunden wird; darauf filtrirt man die heilse Flüssigkeit und dampft sie zur Trockne ab. Aus Schwefelbarytium und Chlorwasserstoff werden Schwefelwasserstoff und Chlorbarytium gebildet. Bedient man sich der Methode 4), so mengt man 2 Th. Schwerspathpulver mit 1 Th. geglühten Chlorcaleium und läfst die Masse im Feuer schmelzen. Nachher wird mit destillirtem Was- ser ausgekocht, der Rüstand heils abgewaschen, die Flüssigkeiten zur Trockne abgedampft. Aus schwefels. Barytiumoxyd und Chlorcaleium bilden sich: Chlorbarytium und schwefels. Caleiumoxyd(Gyps).— Die zur Trocknifs abgedampfte Masse wird nun ausgeglüht, weil im Schwer- spath slets etwas Eisenoxyd und schwefels. Strontian enthalten sind, wodurch sowohl Chloreisen, als Chlorstrentium in die Masse kommen, welche also entfernt werden. Das Chloreisen wird durchs Glühen zer- selzt, es bleibt beim darauffolgenden Auflösen in Weingeist Eisenoxyd zurück; Weingeist wird angewendet, um das Chlorstrontium, welches in jenem sich löst, vom Chlorbarytium zu scheiden, welches sich höchst wenig in demselben auflöst. Darauf löst man den Rückstand in destil- lirtem Wasser auf und läfst krystallisiren. Chlorbarytium mit 14,755 Wasser verbunden krystallisirt in farblo- sen, durchsichtigen, vierseitigen Tafeln(Säulen), speeif. Gewicht 2,825, schmeckt bitterlich, scharf, ekelerregend(macht Erbrechen), ist luftbe- ständig, löst sich in 2% Th. Wasser von 15° und in weniger als 15, Th. kochenden, in 400 Th. siedenden absoluten Alkohol, in Weingeist etwas leichter auf, dann brennt derselbe mit gelber Flamme,(war aber noch Chlorstrontium dabei, so brennt er mit rother Flamme), löst sich in conc. Salzsäure fast gar nicht auf, schmilzt in der Hitze, bläht sich auf, verliert das chemisch gebundne Wasser, und es bleibt eine weilse Masse zurück, welche sich in Wasser etwas schwerer auflöst als das krystalli- sirte Salz. Es besteht aus: 66 Barytium und 34 Chlor(oder aus 62,77 Baryt, 22,48 Salzs. und 14,75 W.)— Es dient als Reagens auf schwe- fels. Salze, Schwefelsäure, auch in der Mediein. [Jodbarytium, Jodure de Barytium, Jodide of Barium, hydriod- saurer Baryt, Hydriodate de Baryte, H. of B., kıystallisirt mit Wasser verbunden in kleinen farblosen Säulen, wird an der Luft Kol Jartı setzt A Mn Zope N(panda ’| ragt al N jyer elWaS| Hg nit A {nhlensau ‚on der N kant, N \u fpglnd 1 ud N Stey Jnhweilsen, Ih; halbdar amch in Sl | zii, derb, von A Ines künst hm ui Koh ai Th Iallens Fumeike, I IM Du,(ss rel m Äeliung), wi stur dur 7 ah 1 Inhles,\ NE DLR, welel List aus: 77 da mm Darstel al[X 1 N 4, tstimack An Waser| tel- Un BB, af un elle U Then W ng vird ig Alva hl Wrückh]; IN\ uf el Selm Kl, ah ERSTES N an SE FRREFTTREIFT N RDE one S ESSEEE>= gg EN en Te_ on Kohlens., schwefligs., unterschwefels., schwefels. Daryt. 397 er 8 el feucht, zersetzt sich unter Entweichen von wenig Jod in kohlens. Ba- "808 Slim syt und doppelt Jodbarytium. Üs besteht aus 35,37 Barytium und 64,63 Mans hl. Jod.€ yan baryt ium, blausaurer B aryt, in Wasser schwer lös- | Salzsäure, N lich, reagırt alkalisch. Fluorba rytiu m, flufssaurer Baryt, in Wasser etwas löslich, leichter in Salz- und Salpetersäure, wird durchs Glühen nicht zersetzt.] Ayla in, 8° huge Kohlensaurer Baryt, Carbonate de Baryte, C. of Baryta, Wird; dar kommt in der Natur vor, wurde 1783 von Withering als ein eignes Ine ab, A Fossil erkannt, nach ihm Witherit genamt, Es findet sich nament- isserstoff und lich in England in der Grafschaft Cumberland, Durham. Lancashire, Ä), so men u.a. m,, in Steyermark, Salzburg, Ungarn, Sibirien. Es kıystallisirt in realeium u graulichweilsen, sechsseitigen Säulen, auch gelblich, grünlich, selten illirten W;; yöthlich; halbdurchsichtig, durehscheinend, von Wachsglanz, es kommt siekeiten nr aber auch in stänglich- abgesonderten Massen vor, kuglich, nierförmig, Chlorealein zellich, derb, von blättriger, strahliger Textur; spec. Gewicht 4,33 bis yp).— Dı 4,4. Um es künstlich darzustellen schlägt man eine Auflösung von Chlor- | im Sehnen. barytium mit kohlens. Kali nieder, oder man glüht Schwerspathpulver ıthalten sid mit 2 Th. kohlens. Kali, wobei aber nicht alles zersetzt wird. asse konnen, Ein weilses, in Wasser fast unlösliches, geruch- und geschmacklo- 5 Glühen zer ses Pulver,(es verlangt 4300'Th. kaltes und 2300 kochendes Wasser ist. Eisenosyl zur Auflösung), wird durch Glühlitze allein seiner Kohlensäure nicht be- jum, welches raubt, nur durch Zusatz von Kohle(siehe oben beim Aetzbaryt), löst es sieh höclt sich in kohlens. Wasser ein wenig auf, indem sich ein doppelt kohlens. Salz bildet, welches aber nicht in fester Gestalt erhalten werden kann. nd in dest Es besteht aus: 77,59 Baryt und 22,41 Kohlens. Man bedient sich des- irt in farbl- selben zur Darstellung der Barytpräparate, namentlich des künstlichen, ewicht 289, auch wird es in England als Rattengift angewendet, rats stone. n). ist Jullbe P; s malt[LSchwefligsaurer Baryt, Sulfite de Baryte, 8. of B., ein weı- Er[ses, geschmackloses, in WVasser unlösliches Pulver; das saure Salz ngeist an ist in Wasser löslich, krystallisirt, beide oxydiren sich sehr leicht an ar aber nocl der Luft.— Unterschwefelsaurer Baryt, Hyposulfate de Baryte, Jöst sich I H. of B., auf die oben Seite 162 angegebne Art erhalten, krystal- Jäht sich aıl, lisirt in Aseitigen, farblosen Säulen, schmeckt scharf, bitter, löst sich ‚weilse Most in 7 Theilen Wasser von 15°, in gleichen T'heilen kochendem, die dns Ans Auflösung wird weder an der Luft noch durchs Kochen zersetzt. Durchs 2 ht Glühen entweichen 10,8% WVasser und schwefligs. Gas, indem schwefels., San, Baryt zurückbleibt. Er besteht aus 46,0 Baryt, 43,2 Unterschwefels. ns auch 10,8 W.— Man bedient sich dieses Salzes zur Darstellung der Un- terschwefelsäure.] , Aydrit Schwefelsaurer Baryt, Sulfate de Baryt S..ofi B. li ame yt, Sulfate e aryte, S. 0] PB. er je la kommt im Mineralreich vor unter dem Namen Schwerspath, Spath an Sn x am 398 Schwefels., phosphors., chlors., salpeters. Baryt. pesante, heavy spar, Baroselenite, cawk. Man findet. ihn sowohl krystallisirt in verschiednen Formen, welche auf eine gerade rhom- bische Säule sich zurückführen lassen, theils strahlig,(Bologneserstein am Monte Paterno bei Bologna), fasrig, körnig, derb und erdig, spee. Gewicht 4,1 bis 4,6; der krystallisirte ist theils durchsichtig, theils durehscheinend, fast undurchsichtig, gelblich- weils, grau-weils, auch wohl röthlich und bläulich; stark glänzend, zwischen Fett- und Glas- glanz; ist ziemlich allgemein verbreitet. Er schmilzt bei 35° W, zu ei- ner weilsen, undurchsichligen, emailartigen Masse, wird durchs Glü- hen mit Kohle zersetzt,(siehe oben Seite 395) und besteht aus: 65.63 Baryt und 34,37 Schwefels.— Meist enthält derselbe etwas schwefels. Strontian, Kalk, Kieselerde, Eisenoxyd. Künstlich erhält man schwe- fels. Baryt durch Fällung eines auflöslichen Barytsalzes oder des Baryt- wassers mittelst Schwefelsäure oder schwefels. Salze; ein weilses, ge- ruch- und geschmackloses, in Wasser unlösliches Pulver, löst sich nur in kochender cone. Schwefelsäure ein wenig auf, nicht in Salz- und Salpetersäure. Man bedient sich des Schwerspaths: 1) zur Bereitung aller Baryt- präparate, 2) zur Vermischung mit Bleiweils; hiezu sucht man die wei- fsesten Stücke aus,(auch behandelt man das Pulver mit Salzsäure, um alles Eisenoxyd auszuziehen); für sich allein hat man es auch als eine unveränderliche weilse Farbe(permanent write) anwenden wollen, mit Firnifs abgerieben hat aber die Farbe zu wenig Körper. 3) Zu den dry bodies der Engländer, einer Art Steinzeug; zur Fabrikation des Jaspisguts (Wedgwoods Jasper ware). 4) Zum Emailiren eiserner Töpfe? [Phosphorsaurer Baryt, Phosphate de Baryte, Ph. of B., durch doppelte WVahlverwandtschaft aus Chlorbarytium und phosphors. Am- moniak; ein weilses, in Wasser kaum, aber in Salz-, Phosphor- und Salpetersäure lösliches, geschmackloses Pulver, besteht aus: 68,20 Baryt und 31,80 Phosphors. Das doppelt phosphorsaure Salz, Biphosphate de B., bildet weifse Krystalle, welche lufibeständig sind, sauer, bitterlich schmecken, wird durchs Auflösen in Wasser zersetzt, indem neutrales Salz sich abscheidet, schmilzt in der Hitze, verliert Wasser, besteht aus: 46,14 Baryt, 43,02 Phosphors., 10,84 W,.(Es giebt aulserdem noch mehrere andere phosphors. Barytsalze).— Chlor- saurer Baryt, Chlorate de Baryte, Chl. of B., durch unmittel- bare Zusammensetzung aus Chlorsäure und Barythydrat; bildet wei- [se, vierseitige Säulen, löst sich in 4 Theilen kaltem und weit weniger heifsem WVasser auf, enthält 65 WVasser, explodirt, besteht aus: 50,38 Baryt und 49,62 Chlors.] Salpetersaurer Baryt, Nitrate de Baryte, N. of B., wird ebenso dargestellt als der salzsaure Baryt; man zersetzt Schwefelbary- t | Sale nisıne nit$ fi Die Being MM sich der ’ In gilt di Julien\ | gell WE srl sich N h slhgerem id, von Di Tulln Wasser ai 3 Theiler at, sılpdlers 4 dire Cal In darf, Indem so Parst und 4, N] mu ancewendt Iantlarmot om Däheier hat D Nato,&9 kolılen ln, Sa !mnlıom wurd NHOLCHES u Ektrieät.€ Ävu Jlinzen. Mi mdınd} | Nrontium Mlnch einer le hıllens N Ton der sel Kr Älens; Ale, als dieser "ER altes, lan ist el Une, Gew Nen Agezen F Iamıt W m al The für hllyen ır Salpeters. Baryt. Strontium, Sirontian. 399 “ln Sonl] tinmauflösung mit Salpetersäure, oder löst in dieser Säure kohlens. Ba- erde Yon. ıyt auf. Die Reinigung von Strontiansalz kann nicht mittelst Alkohol er- log, folgen, da sich der salpetersaure Strontian in Alkohol sehr schwer auf- eng, SR, löst. Man spühlt daher die Krystalle des salpeters. Baryts mit wenig sichtie, A kaltem destillirten Wasser ab, um jenen Endzweck zu erreichen.(Dals I-Weils, au nicht ausgeglüht werden darf, um den etwanige Eisengehalt zu entfer- It und Gl nen, versteht sich von selbst.) Wii Der salpgtersaure Baryt bildet farblose, durchsichtige, Oktatder, durchs Gh. Teträeder, von bittern, kühlenden, scharfen Geschmack, löst sich in it auss 65,63 20 Theilen Wasser von 0°, in 12 Th. bei 15°, in 6 Th. bei 48°, in we- as schwefels, niger als 3 Theilen kochendem auf, auch in Alkohol, nicht in Salpe- man schiye- tersäure; salpeters Wasser löst bedeutend weniger auf, als reines. Er er des Baryt liefert durchs Caleiniren(welche Operation nicht in Platintiegeln statt- weilses, et. finden darf, indem diese angegriffen werden), Aetzbaryt, besteht aus: löst sich nır 58,56 Baryt und 41,44 Salpeters.— Er wird als Reagens wie Chlor- - un barytium angewendet. [Barytharmotom, kiesels. Baryt+ kiesels. Thonerde+ WVasser.— aller Dany Döbereiner hat Barytglas aus 70 Th. kohlens. Kalı, 54 Th. kohlens. an die wei. Natron, 99 kohlens. Baryt und 224 Kieselerde dargestellt; es war sehr lzsäure, un hart, klar.] uch als ein wollen, ni Zu-den dry DS Jaspisgus Fıiin.bt-e 8+Kia;pı tel. ‚le? Vom Strontium. " B., durch[Strontium wurde von Davy 1808 aus dem Strontian durch die Folta- sphors, An- sche Elektrieität dargestellt. Es besitzt gleichfalls eine grauweilse Farbe, Phosphor- ist wenig glänzend, sinkt in conc. Schwefelsäure unter; specif. Gewicht aus: 082) zwischen 4 und 5,0. Es giebt mit Sauerstoff zwei Verbindungen. wure Salı, l) Strontiumoxyd, Strontian, Strontiane, Strontia, also ge- ständig sind, nannt nach einer Stadt Strontian in Argyleshire, wo man 1787 den na- sser zersel, türlichen kohlens. Strontian entdeckte.— Hope unterschied 1791 diese tze, verliert Erde von der sehr ähnlichen Baryterde. Strontian kommt, wie Baryt, 4 W.(& nur mit Kohlensäure und Schwefelsäure in Verbindung vor, aber weit — Chlor- seltner, als dieser; man stellt denselben ganz so wie Baryt, namentlich -h unmilte aus der salpeters. oder kohlens. Verbindung durchs Glühen dar. bildet we Strontian ist ein graulich-weilses, im Ofenfeuer unschmelzbares Pulver, veit weniett dessen spec. Gewicht sich dem des Baryts nähert, schmeckt scharf, ätzend, aus: 50% weniger ausgezeichnet als Baryt, stärker als Kalk, erhitzt sich beim Be- feuchten mit Wasser, und zerfällt zu einem pulverartigen Hydrat, löst sich in 160 Theilen Wasser von 15°, in weit weniger kochendem zu einer farblosen Flüssigkeit auf, Strontianwasser, Eau de Stron- ' B., ind hwegelbary: .:; ns, seht 400 Strontian, Schwefel-, Chlor-, Jodstrontium, kohlens. Strontian. ja / hl tiane, Strontia water, welches alkalisch reagirt. Aus dieser Auflösung pt schiefst beim Concentriren im verschlofsnen Raum ein Hydrat in farblo-| A# sen, vierseitigen Tafeln an, welches gegen 68% Wasser enthält, sich in ee! 52 Theilen Wasser von 15° und in beinahe 2 Th. kochenden auflöst, ji Em in der Wärme 532 WVasser verliert,(Kohlensäüre anzieht), und als ein ji ber weilses Pulver zurückbleibt, welches sein chemisch gebundnes WVasser ja© 14,8% selbst nicht durchs Glühen verliert. Strontian giebt vor dem Löth- jgedmulses rohr erhitzt ein blendendes Licht von sich, ohne zu schmelzen, besteht al, ch aus: 84,55 Strontium und 15,45 Sauerst. pr"| ij Ai Unterschied zwischen Strontian und Baryt. Erster ist leichter, löst| ash lichte sich in Wasser leichter auf, schmeckt nicht so heftig ätzend; Stron-| ling, Doppi tiansalze in Alkohol aufgelöst machen letztern mit rother Flamme bren-| Inter Wasse nen, während Barytsalze eine gelbe Flamme bedingen. Kieselflufssäure ‚! Kohlens fällt die Barytsalze, aber nicht die Strontiansalze, wenn ein geringer Ihwefelsau Säureüberschufs vorhanden ist. Strontian und seine Verbindungen wir-| mt als Colestu ken nieht nachtheilig auf den thierischen Körper. hat, derb vn 7 er 2) Strontiumüberoxyd, Deutoxide de Strontium, Peroxyde of ln, duch S., bildet als Hydrat glänzende Schuppen, besteht aus: 73,23 Siron- final, von Ga tium und 26,77 Sauerst,: ze, belt 36 Schwefelstrontium, Sulfure de Strontium, Sulphuret of S.s ka Sl, 7) wird aus dem schwefels. Strontian durchs Glühen mit Kohle dargestellt;| ia ul ha verhält sich dem Schwefelbarytium sehr ähnlich, leuchtet wie dieses,| autmh, Stront löst sich in WVasser auf, und besteht aus: 68,5 Stront. und 31,5 Schwefel. Intl Chlorstrontium, Chlorure de Strontium, Chloride of S., salz-.n0Ml) Theler saurer Strontian, Hwydrochlorate de Strontiane, H. of S., wird in Swelesäure eben so bereitet, wie Chlorbarytium, nämlich aus Schwefelstrontium Ah baeht ans: oder kohlens. Strontian und Salzsäure. Es krystallisirt, mit 40,523 klin ur D Wasser in. Verbindung, in farblosen, langen Säulen, die an der Luft| Munkorsaur feucht werden, scharf, stechend, bitter schmecken, sich in% kaltem N Are, in und in viel weniger kochendem WVasser auflösen, auch in WVeingeist, arten Sul und zwar in 6 Theilen von 0,833, in 24 Th. absoluten Alkohol bei 15°. ing, best Schmilzt man dieses Salz, so bläht es sich auf, und es bleibt unter Ent- Mr Sironti; weichen von Wasser eine weilse Masse zurück, welche sich in Wasser Hl. schwerer auflöst. Chlorstrontium besteht aus: 58 Stront. und 42 Chl.— kn N. Man bedient sich desselben auf Theatern, um rothe Flammen zu be- Eh werkstelligen.— Jodstrontium, Jodure de Strontium, Jodide of 8., Mi, hydriodsaurer Strontian, Hwydriodate de S$trontiane, H. of S., Hr bildet mit Wasser verbunden weilse Krystalle, ist in Wasser leicht Hu löslich, läst sich bei Ausschlufs der Luft ohne Entmischung schmelzen,| Ser beim Zutritt derselben entmischt es sich, Jod entweicht, und kohlens. il un Strontian bleibt zurück. Es besteht aus: 26,25 Stront. und 73,75 Jod. ah hi Kohlensaurer Strontian, Carbonate de Strontiane, C. of S., hs 0 kommt im Mineralreich als Ströntianit, aber selten, vor; kıystalli- Ih al, sirt in Rhomboödern, sechsseitigen Säulen mit sechsflächiger Zuspitzung, Ni FI se halb- ö Strg’: Nm, Kohlens., schwefels., phosphors., chlors., salpeters. Strontian. 404 ‚dies Auf. Ina ln halbdurchsichtig bis durchscheinend, perlmutter-, glasglänzend, grünlich- ; he hl, auch grauweils, specif. Gewicht 3,67 bis 3,8; auch kommt dieses Fos- " enthält, sı,L'. m.” a sil in derben Massen vor, von strahliger Textur, in Schottland, dem ‚Chenden auf in sächsischen Erzgebirge, auf Sicilien. cht)), und ak eh bundnes Way t vor dem Lil, hmelzen,, bay Künstlich erhält man kohlens. Stirontian durch doppelte WVahlver- wandtschaft aus Chlorstrontium und kohlens. Kalı; ein weifses, geruch- und geschmackloses Pulver, löst sich in 1536 Theilen kochendem VVas- ser auf, läfst sich glühen, ohne die Kohlensäure zu verlieren, dies ge- schieht jedoch mit Hülfe von WVasserdämpfen, In kohlens. Wasser ıst leichter, lis ätzend; Stron- r Flamme: bren. löst es sich leichter auf, und krystallisirt als neutrales Salz aus dieser Auflösung, Doppelt kohlens. Strontian findet sich im Karlsbader- und E Pyrmonter Wasser. Das neutrale Salz besteht aus 77,66 Stront. und Kieslluhsiue 22,34 Kohlens. On EIN geringer Schwefelsaurer Strontian, Sulfate de Strontiane, S. of S., "bindungen wir kommt als Cölestin(Schützit) sowohl krystallisirt, als auch strahlig, fasrig, derb ve; er bildet gerade rhombische‘Säulen, büschelartig. ver- „ Perond: j bunden, durchsichtig. bis durchscheinend, doppelte Strahlenbrechung, 3 73,23 Sim glänzend, von Glasglanz, wasserhell, himmelblau, auch gelb, grau, speeif. Gewicht 3,6 bis 4,0. Er findet sich fast in allen Schwefelgru- phuret of| ben Siciliens, in Tyrol, England, Schottland; fasriger Cölestin zu Dorn- hle dargesill; burg a. d. Saale bei Jena. Es kommt auch im Schwerspath ein Gehalt tet wie diese, an schwefels. Strontian vor, so auchin Meerversteinerungen. Künstlich 31,5 Schwell, dargestellt ist es ein weilses, feines, geschmäck- und geruchloses Pul- e. of S,, salı- ver, in 3840 Theilen kochendem Wasser löslich, ebenso in kochender 1. of$., wıl conc, Schwefelsäure, schmilzt in heftiger Hitze zu einer glasartigen wefelstrontiun Masse, besteht aus: 56,36 Stront. und 43,64 Schwefels. Man bedient sich , mit 405% des Cölestins zur Darstellung der Strontianpräparate, zu den drye bodies. e an der lu Phosphorsaurer Strontian, Phosphate de Strontiane, P. of ı in% kalten S., eine weilse, in WVasser unlösliche Masse, schmilzt in der Hitze zu in WVeingeit einer glasartigen Substanz, löst sich in Phosphorsäure und andern stärkern kohol bei 15", Mineralsäuren, besteht aus: 59,2 Stront. und 40,8 Phosphors.— Chlor- ibt unter Ent saurer Strontian, Chlorate de Strontiane, C. of S., wird eben ch ın Wasser so dargestellt, als wie das ihm entsprechende Barytsalz, krystalli- nd 42 Chl,- sirt in farblosen Nadeln, wird an der Luft feucht, löst sich in Wasser inmen.milt und Alkohol leicht auf, verpufft, und besteht aus: 40,7 Stront. und Jodide of b 59,3 Chlors. ce, Buofihı Salpetersaurer Strontian, Nitrate de Strontiane, N. of S., Wasser leid wird ebenso dargestellt als das entsprechende Barytsalz; krystallisirt in a schmelzen farblosen, durchsichtigen Oktaödern, schmeckt kühlend, etwas scharf, und: kohle löst sich in 5 Theilen kalten und% Thl. kochenden Wasser auf, ,d 73,75 Jıl ın absoluten Alkohol, ıst luftbeständig, verpufft in der Hitze, giebt ne, C. Sauerstoffgas ab, und hinterläfst Actzstrontian. Er besteht aus: 48,9 = kystall Stront, und S1,1 Salpeters., enthält bisweilen Krystallwasser. 25 Man cn Zuspitzuß bedient sich desselben zum Rothfeuer für Theater(siche oben beim Pul- T, 26 halb- ea. VE EZEEEEEEESE TERD WREEENT ET 7 FE ERZTRE NET zer 402 Kiesels. Strontian. Caleium, Kalk. ver Seite 340).— Kieselsaurer Str ontian;z Strontianglas hat Döber- einer aus 70 kohlens. ‚Kali, 541 kohlens.'N 74 kohlens. Strontian, &s ıst leichter atron, 224 Kieselerde geschmolzen. schmelzbar als Kronglas, dichter und stärker lichtbrechend.] Sie chstes Kapitel Vom Calcium Das Caleinm wurde von Secbeck. als Amalgam dargestellt, von ser, Verbindung abgeschieden; Darstellung wie beim Bavy- Davy aus dies ums Es ist silbeiweifs, Test, entzündet sich leicht an der Luft, ver- brennt,'oxydirt sich zu Kalkerde.; zersetzt das Wasser unter Entbindung von Wasserstoffgas. Es giebt‘2 Verbindungen mit Sauerstoff. 1)€ Caleinmoxyd, Kalkeral, Aetzkalk, Chaux,(Terre calcaire), Chaux vive, Lime, kommt im reinen Zustand nicht in der Natur vor, sondern mit verse"hiednen Säuren verbunden, als mit Kohlen-, Schwe-: fel-, Phosphor-, Bor-, Salpeter-, Kieselsäure, mit Titan-, Uran-, Woll Arsenik-,(Oxal-, Weinstein-, Aepfelsäure) verbunden, im Mine- vam-, Um reinen, von Säure befreiten. ral-, Pflanzen- und Thierreich vor. Kalk darzustellen„ bedient man sich des natürlichen kohlens. Kalks, wel- cher in heftiger Glühhitze die Kohlensäure abgiebt. Will man zum che- nischen Gebrauch möglichst reinen ätzenden Kalk bereiten, so wendet man dazu den remsten kohlens. Kalk an, den Kalkspath, weilsen kar- Yarischen Marmor,(Austerschalen). Man legt die Stücke zwischen Kohlen und glüht sie so lange aus, bis ein Pröbchen, mit Wasser be- netzt, sich vollkommen löscht, und nicht aufbraust wenn Säure hinzu- gebracht wird. WVendet man Austerschalen u. dgl. an, etwas Schwefelealeium dabei, von dem SR organischer Ma- so ist meistens terien, herrührend. Im Grolsen gewinnt man den Kalk durchs Brennen, euisson, der Kalksteine„ des Kalkinie rgels, der Kreide, der Muschelschalen(an den Meeresküsten). Man brennt den Kalk entweder in Gruben, nste Verfahren, wobei auch viel Holz verschwendet wird; in das unvoll- komme Meilern, en tas, F eldöfen, indem man die gröfsern Stücke so zusam- menstellt, dals sie eine-Feuergasse bilden, in welcher man das Feuer unterhält, die kleinern Stücke werden um die gröfsern aufgeschüttet; oder in eignen Brennöfen, Kalköfen, chaufours, fours a chaux, lime- kilus, deren Construetion theils nach Malsgabe des Brennmaterials ver- mn) I | je[nerbet iM Jie! f„ie! fer Bi; oder ı jeliegenden fait, welche in fg, Il ana 6, 9 | sinlfunen, In ul eme dell |„Jimaelhher vor | m Seitenwände Ylünfächer, I yhemülbe ist el „(ehr vor D ci A Ranch x) den Selorstein |\ ir Tieren | mm den e | ldın de Raum a und der on elhume un Ka, ee s Yale zy tl(fh Me Ukehrt It “ YES, un ner e I| gen “dc Kalk er di N ‚Me ul lin' “u UN ne n RKalköfen, liegende. 403 ah N Niasle a] Bl at Dh schieden, ob man Holz, Torf, Steinkohlen, Coaks anwendet, theils ob ohlens. Sir. De i on, man ohne Unterbrechung oder periodisch brennen will. Man theilt die var als Kron, ae tl, Kalköfen ein in liegende und stehende, letztere nennt man auch oO Schachtöfen; ferner in solche, in denen stetig gebrannt wird, four-coulant, oder nur periodisch, four intermittente. Die liegenden Oefen sind länglich viereckige Räume, mit dicken Wänden, welche inwendig mit feuerfesten Ziegeln bekleidet sind, siehe Tafel V. Fig. 10, 11, 12; im Gewölbe sind mehrere Reihen von Zug- löchern e, e, e, angebracht, die beliebig geölfnet und geschlossen werden können. In einer der schmälern Seitenwände des Ofens befin- det sich eine Oeflnung a zum Einseizen und Ausfahren der Kalksteine, dargestellt, v welche nachher vor dem Beginn des Brands vermauert wird. In den wie beim Bars n der Luft, ver nter Entbindn; rstoft. Terre calcarr der Natur m ohlen-, Sehn , Uran-, Wil längern Seitenwänden des Ofens, oft auch nur in einer, befinden sich die Schürlöcher, Mundlöcher b, d, d, zum Einlegen des Holzes. Ueber dem Gewölbe ist ein zweites f, f in einem Abstand gesprengt, damit keine Gefahr vor Brandschaden stattfinde; aus dem Raum d, d ent- weicht der Rauch durch die seitwärts angebrachten Oelfnungen e, e, und den Schornstein%. Meist stehen 2 solcher Oefen nebeneinander, und sind nur durch eine Quermauer geschieden, beide unter einem Bohlendach, g, g; oder sie stehen unter einem massiven Gebäude, wel- den, im Jin ches man eine Kalkscheune nemnt. Säure beiten Das Einsetzen des Kalks geschieht in der Art, dals von den Schür- ns. Kalks, w löchern aus nach der gegenüber stehenden Wand Kanäle aus Kalkstei- | man zum cl nen gesetzt werden, von der Höhe und Breite der erstern, welche als ten, so wenlt Schür- oder Feuergassen zum Einlegen von Holz dienen; der Zwischen- , weilsen bı raum zwischen den einzelnen Schürgassen wird mit Kalksteinen gefüllt, jücke zwisch und dann der Raum zwischen den das Gewölbe der Kanäle bildenden nit Wasser br Kalksteinen und dem Ofengewölbe mit Kalksteinen locker ausgefüllt, ın Säure hin: damit die Flamme ungehindert durchschlagen kann. Nicht selten schich- so ist meisten tet man, um eine stärkere und gleichmäfsig vertheilte Hitze zu errei- organischer Ih chen, Steinkohlen zwischen die Kalksteine. Vermöge der im Gewölbe angebrachten Oeffnungen kann die Flamme geleitet werden, indem man 1. cuisson, de da, wo die Hitze zu grofs, die Oeffnungen durch Thonstöpsel verschliefst, ischalen(an de und umgekehrt. Ist der Kalk_gaar gebrannt, so wird die Einsatzöfl- en. das unol nung aufgerissen, und der Kalk mit eisernen Haken herausgezogen, der endet wird; I Ölen, wenn er genugsam sich abgekühlt hat, von Neuem beschickt. tiicke so zusauk Man hat auch Kalköfen mit Ziegelöfen verbunden, indem man theils un- man das Feut mittelbar über die Kalksteine die Ziegel schichtete, oder über dem Kalk- 1 aufgeschil ofen einen eignen Ziegelofen anlegte. In England hat man auch vorge- A chaus, Int schlagen und hin und wieder versucht, die Hitze der Eisenhohöfen, nmateriab Ver welche meist ungenutzt entweicht, zum Betrieb von Kalköfen zu 26* Bzw Tees EEE Zu ERS WERE EU TREE 7 ERTZEREETTEEUEER LTE TH 404 Kalköfen, liegende, Schachlöfen. nutzen, die Erfahrung lehrte aber, dafs sich dann der Gang des Hoh- ofens zum Nachtheil' änderte. Das Anfeuern des Ofens geschieht von Anfang mälsig, enfumage, um die Steine langsam anzuwärmen, damit sie nur allmählig ihren Gehalt an hygroskopischen und chemisch gebundnen Wasser verlieren, widri- genlalls sie zersprengt werden, wodurch die aufgesetzte Feuer- oder Schürgasse einstürzen und der Zug im Ofen sehr gestört würde. Beim Beginn des Anfeuerns steigt 6 bis 8 Stunden lang ein dicker, schwarzer Rauch auf, welcher nach und nach verschwindet, wenn die Gluth sich vermehrt; endlich schlägt die Flamme durch die Zuglöcher im Ge- wölbe. Die Farbe der Flamme ist erst dunkelroth, violett, dann blau, zuleizt weils; die Weifsglühhitze wird nun nach Beschaffenheit des Kalk- steins, der Härte desselben, des angewendeten Brennmaterials, der Wit- terung, längere oder kürzere Zeit unterhalten, darauf vermindert man das Feuer und läfst den Ofen langsam erkalten, um den Kalk ausziehen zu können. MHeftiger Wind, Regen,'so wie sehr trocknes, warmes Weiter haben einen mehr oder minder ungünstigen Einflufs auf den Gang des Brennens, jedoch weniger auf die unter Dach stehenden Oefen.— Die Dauer eines Brands ist natürlich ‚sehr relativ und ver- schieden, bei gewöhnlichen Oefen 36 bis 40 Stunden; die Gaare der Steine erkennt der Brenner theils an der weilsen Flamme, dem heftigen Weifsglühen der Steine, theils an der Raumesverminderung derselben, indem Wasser und kohlens. Gas entwichen sind. Man verschlielst die Zuglöcher im Gewölbe an den Seitenwänden des Ofens zuerst, da an diesen Stellen die Steine früher gaar werden, damit dann die Flamme mehr nach der Mitte schlage. Die stehenden oder Schachtöfen, Stichöfen, weil man den gaaren Katk durch an der Sohle des Schachts angebrachte Stichöffnungen ab- sticht, herauszieht, legt man gern am Abhang von Hügeln an, an diese angelehnt, theils um so gegen den Wind wenigstens von einer Seite geschützt zu sein, theils um von dem Hügel aus bequem zur Gicht ge- langen zu können, um Kalksteine, auch Brennmaterial aufgeben zu kön- nen. Die Form des Schachts hat man sehr mannigfaltig abgeändert, theils mit saigern Wänden, theil nach unten verjüngt, trichterförmig, theils nach unten sanft erweitert, und dann verjüngt, eiförmig u. a., je nachdem man verschiednes Brennmaterial, verschiedne Beschickungs- weisen anwendet. Man kann in Schachtöfen theils periodisch bren- nen, theils ununterbrochen; zu ersterm Behuf ist der Schacht niedrig, aber weit, eiförmig gestaltet, man setzt in demselben ein Gewölbe von gröfsern Kalksteinen, schichtet darüber die kleinern bis über die Gicht heraus, und zündet unter dem Gewölbe Reisholz, Klobenholz, Knüppel- Mh Ninehtt A" gel ; udsc, f Itaber I seen die zul Tıllsten Ilm heseı N Iin| hr ‚ha Resls, Jucheht angel ‚mmmatertal one die X hingen Rılkc Ind abeilde hl acht die( un Aue, Pi, Lünen Grund Stu, Ai. 2, ul nude gste ur Höhe der alinhneser, iitran engsten he Unhss Nlhıch, anf va, die 1 Al auad It m rn der WW a ‚reler mit IR, wall Mt mie aufs hl, T inde zus RN "Aikkr, un at ime di N ia fir die "Ü M de en Li Attlanp f|; All can Ein AH enlıen| Mille, w| = hl Weit R N update RR his Be Rüdersdorfer Kalkschachtöfen. 405 "Gang des, holz, Wurzelstöcke ete. an, zu welchem Behuf ein Rost in der Mitte angebracht sein muls. Ist der Brand beendet, so zieht man den Kalk , Enfunapr, 1 aus. und setzt, wenn sich der Ofen gekühlt hat, frischen ein. Weit vor- hlie ihren CA) züglicher ist aber die ununterbrochne Benutzung der Schachtöfen. Zu dem verlieren, wi, Einde werden diese entweder nach Art der Schachtöfen zum Erzschmel- izte Feuer. u) zen mit Kalkstein und Kohlen(Steinkohlen, Coaks[Knüppelkohlen]) rt würde, Pin schichtweis beschiekt, wie in England, den Niederlanden, Frankreich, licker, schwa, in Schlesien(Grafschaft Glatz),— die Form des Sehachts ist die eines um- n die Gluth& gekehrten Kegels,— oder das Brennmaterial wird auf rings um den glöcher im(} Öfenschacht angebrachten Feuerungen entzündet, und die Flamme, nicht olett, dann hl das Brennmaterial, kommt mit den Kalksteinen in unmittelbare Berüh- Tenheit des Kıl rung, wie die Kalköfen in Rüdersdorf bei Berlin construirt sind; ein terials, der Wi öschüriger Kalkschachtofen von Rüdersdorf ist auf Tafel VI. Fig. 1, 2, vermindern. 3 und 4 abgebildet. Kalk ausıck[ Fig. 1 zeigt die Ober-, Fig. 3 die Seitenansicht des Ofens und der gan- cknes, warn zen Anlage, Fig. 2 einen senkrechten Durchschnitt des Ofens, und Fig. inlluls anf in 4A einen Grundrifs desselben nach den Linien AB CD. Der innere )ach stehen Schacht, Fig. 2, hat die Form zweier mit ıhren grölsern Endkreisen lat ul auf einander gestellter abgekürzter Kegel; die grölste WVeite besitzt er die Gaare dr , dem helle in der Höhe der Heitzöffnungen db, und zwar hat er daselbst 8 Fuls im Durchmesser, unten an den Abziüchten und oben an der Gicht ist er am engsten, und zwar an beiden Stellen 6 F. im Durchmesser. pn; derseh Die innere Umfassungswand d des obern Schachts ist von Mauersteinen verschlielt& 38 F. hoch, auf 25 F. Höhe aber mit feuerfesten Thonplatten aus- zuerst, di gesetzt, die ın Absätzen 1; bis$ Stein Stärke haben. Diese Umfas- ın die Flann sungswand ist mit einem Mantel e von Kalksteinen umgeben, deı aber von der Wand um einige Zoll abstehend einen Zwischenraum an den guart läfst, welcher mit Asche ausgefüllt ist. Dieser Zwischenraum ıst des- höffnungen dl halb nöthig, weil die innere Mauer sich stärker ausdehnt, als die weni- ger erwärmte äufsere WVand, wodurch Risse entstehen würden, wenn beide Wände zusammenbingen, Ferner ist die Asche ein schlechtei Wärmeleiter, und es hat die Ausfüllung daber den Zweck, dafs die innere Wärme den Aufsenwänden mögliehst wenig mitgetbeilt werde ı an, an dies yn einer Sell zur Gicht# [geben zu Kr Der Rost für die Feuerungen db besteht aus Tbonplatten, die in der ig abgeändet Mitte, wo die einzelnen Stücke zusammenstofsen, auf einer gewölbten trichterlörn, Unterstützung f liegen. Die Heitzöffnung selbst ist überwölbt, und hat eiförmig 1. ebenfalls eine Einfassung von Charmottsteinen, wie auch aus der Zeich- Beschickuf nung zu ersehen ist.& ist die eiserne Thür vor der Heitzöffnung. Die Thonplatten, welche den Rost bilden, haben 3 bis A Einschnitte ven einem Zoll WVeite für die Einströmung der Luft, welche durch den Kanal A zugeleitet wird. Der untere Theil des Schachts, von den . Feuerungen bis zum Heerd, ist 7 F. hoch, und die Umfassungsmauer ber die U desselben, bis auf die innere Einfassung mit Charmottsteinen und einzelne 1olz, Kaip! riodisch br -hacht niednt Gewölbe I EEE nen TE 0085 WERNER 17 ERFZZEREEDESSEU ZEREA TREO ETEEEER 406 hüdersdorfer Kalkschachtöfen. ‘ ce Bögen aus Ziegelsteinen, durchaus von Kalksteinen aufgeführt. In der- And selben befinden sich die Aschenfälle i, die Abzüchte@ und die Kanäle M(fen k vor den Abzüchten. Jeder Aschenfall ist mit einer eisernen Thür dl verschlossen, welche geöffnet wird, wenn der Raum i voll Asche ist. nn Die glühende Asche muls in dem untern Raum so lange liegen bleiben,, je bis sie sich so weit gekühlt hat, dafs man sie in Karren laden kann. 7 jr ein Ein Vortheil hiebei ist der, dafs ein grofser Theil der Asche beim Her- ak ausfallen von allen Seiten sich ausbreitet, und sich so ohne Kosten von ai selbst fortschafft, ve a Auch die Abzüchte sind mit eisernen Thüren verschen, sie werden en Ri nur beim Herausziehen des.Kalks geöffnet Die Oeffnungen sind nach vorn verjüngt, damit der Kalk aus dem Schacht leichter nachfällt, wenn A der vorn liegende herausgezogen ist; auch die Gestalt des Heerds be- an fördert dies Nachfallen: die Kante«(siehe den Grundrifs Fig. 4) ist» nase nämlich erhaben und wagerecht, die Kanten$ und 7,& und Ö sind Wer Ole von dem erhabnen Mittelpunkt aus nach vorn um gleich viel geneigt, Flpmden. so dafs die Flächen£& und 7 ö, die vor den Abzüchten liegen, gegen 1 Are die Horizontalebne, die Flächen«$ und«/ aber sowohl gegen die ni horizontale als auch gegen die vertikale Ebne geneigt sind. Damit der malte: Arbeiter beim Herausziehen des Kalks nicht zu sehr von heilser Luft zei leide, sind die Kanäle k angebracht, durch welche unmittelbar vor dem on, der Ofen der gröfste Theil der heilsen Luft in dieHöhe geht. Die äufsern 4 rd Fils hl Wände Il, m, n, des Ofens sind nicht wesentlich nothwendig, aber Yılmlle den vortheilhaft, sofern nämlich der Kalk in dem untern, und das Brenn- i Jh Air material in dem zweiten Stockwerk trocken liegen kann. Holzwände Ka kdachte sind gefährlich, auch lassen sie den Regen durch, Die verschiednen Aue Stockwerke sind durch Gurtbögen 0 und überwölbte Kappen p gebil- er det, die noch mit Kalksteinplatten gepflastert sind.(In dem dritten und ra vierten Stockwerk halten fremde Arbeiter ihr Nachtlager.) Auch ist oil fen dieser Ofen mit einem Anbau versehen, in dem eine oder mehrere Ar- ‚Wh Ph beiterwohnungen eingerichtet sind, siehe Fig. 3. Die Wohnungen com- wlenmal i municiren mit den Stockwerken des Ofens, haben aber einen beson- zmk, J) dern Eingang und zwar die obere Wobnung von der Seite g, von wo Ian in aus sie betrachtet das Erdgeschofs bildet, und die untere durch die Thür s; r sind die Schornsteine für die zu ıhnen gehörenden Feuerun- ir Riders gen. Die im Kalkgestein ausgehauenen Treppen f, uw und v, gewähren Mund den leichten Zutritt von allen Seiten. ta Ofen Da der Kalkstein von oben eingetragen werden mufs, so ist die Gicht- Ih har; mauer zur Vermeidung der Gefahr mit einem starken Geländer versehen; Caliß die Pfeiler und Plinten sind von Kalkstein, die Gitterstäbe von Eisen. ken Auch ist dies Geländer bis zu den Seitenwänden des Bruchs fortge- AITM setzt; über dem Dach des Anbaues ist es der Leichtigkeit wegen von Of, Holz; ferner ist die Platform mit Schienen w belegt, auf welchen die 73 ni mit Kalkstein beladnen Hunde nach der Gicht geschafft, und leer wie- ie. N dkbran . En I T— gern 2: " ann ae Te% u. Rüdersdorfer Kalkschacht öfen. A407 He der zurückgefahren werden z ist en anderer'Schienenweg aus einem Ser nl andern Bruch nach einem zweiten Ofen: 5 eisernen Th Die Oefen erhalten ihren Namen von. der Anzahl der. Heitzöff- nl Asche nungen, und heifsen hiernach 3, 4, 3 schürige Oefen; unter 3 und über NSe liegen bleıhe, 5 Feuerungen sind nicht gebräuchlich, anch richter sich die äufsere arten Laden kan Form des Ofens nach der Anzahl der Feuerungen- Der Ofen ist nämlıch T Asche beim. auswendig eine abgekürzte Pyramide von gleiebgrofsen Scıtenflächen, i ohne Kosten 1 In den Mittellinien dieser Seitenflächen befinden sich der Reihe nach abwechselnd die Feuerungen und die Abzüchte;'es hat also jeder Ofen then, sie wer: doppelt so viel Seitenflächen als Feuerungen, Der äulserste Mantel 1, nungen sind na. m, n hat gegen den innern Ofen die Lage, dafs immer eine Kante des- rt nachfällt, wer selben auf eine Fliche‘des innern Ofens trifft, und zwar deshalb, da- t des Heerds h; mit der Arbeiter zu seinen Manipulationen vor. der Oelfnung einen indrıls Fig. 4), möglichst grofsen Raum habe. 7,& und ds f Soll der Ofen in Betrieb gesetzt werden, so wird er auf die Höhe leıch viel genen, a 2 x BC, bis zu den Feuerungen, mit rohen Kalksteinen angefällt, Holzleuer in den Abzüchten@ angemacht, und der‘Kalk gar gebramt. Hierauf gaaren Kalk wieder reher Kalkstein aufgeschüttet, und ıten liegen, veam owohl gecen di sind, Damit k wird auf diesen von heilser Il zwar nicht von der Gicht heruntergeworlen, sondern in Kübeln herab- nittelbar vor dın gelassen, bis der Ofen voll ist, auch wird noch auf der Gicht ein un- eht, Die äufen gefähr 4 Fuls hoher Kegel von Kalksteinen regelmäfsig aufgesetzt, so othwendi, ik dafs derselbe den zurückspringenden Rand der Gichtnlatte zum Theil und das Ina bedeckt. Hierauf wird in den Heitzöffnungen b mit Torf gefeuert. Der a Hol Kalk im Schacht schwindet sobald er heils wird, und der obere Kegel “ En stürzt nach; ist dieser bis zur Oberfläche der Gicht gesunken, so wird Ah ein neuer Kegel aufgesetzt. Ist dder obere Kalk gar gebrannt, so wird der obere stürzt dafs#s nöthig dern dritten ur! ger.) Auch Il= nach. und der Prozefs geht so ununterbrochen fort, ohne Jer mehrere Ar anzulegen, weil in C B der Kalk immer Stunden, der unter den Fenerungen befindliche herauszezogen, ist, noch einmal in a Feuer gar sein muls, Das Anusziehen des Kalks geschieht alle 12 und es werden in jener Zeit 20 bis 24 Tonnen Kalk gewonnen. "ohnungen on er einen ber jeite g, von m itere durch di h ö ae k L enden Prem aut de: Büdersdorfer Kalkbrennerei sind«4 Schachtöfen ım Gang, zwei do, gewäheı öschürige, ein 4 und ein Dschüriger Olfen. Die Schächte der A und 9 schünigen Oelfen sind nicht viel gröfser; der Aschürige Fufs hoch, hat auf der Gicht 7 F., bei den Veuerungen 9 F. dem Heerd 6 F. im Durchmesser, der Schacht desselben nimmt 12 änder verseht i{ A; Klafter Kalksteine auf, und es können aus demselben‘ von 12 zu 12 Ofen ist 92 und auf o ist. die Gic! “Lo v sel/ ne 2 Diundes 20 bıs 25 Tonnen gebrännter Kalk gezogen werden. Der> u ehe sebürige Ofen ist 39 F. hoch, hät auf der Giebi 8 Föofs, bei den- af welchen& rungen 9 F, und auf dem Üleerd 6F. im Durchmesser, er talst tt kilal- ter Kalksteine, und es können von 12 zu 12, Stunden 25. bis 30 Ton- und leer W 5 E. ? Bei den 4 und Ödschüngen nen gaar gebrannter Kalk gezogen werden. Dem} I nennen. BER 408 Gebrannter Kalk, Fehler desselben. Oefen ist der Verbrauch an Brennmaterial verhältnifsmälsig gröfser, als bei den 3schürigen Oefen, weshalb diese vortheilhafter sind. 1 Klafter Kalksteine, von 108 Kubikfufs, wiegt 80 bis 82 Centner, 1 Klafter Kothen 76 his 78 Centner; 1 Tonne gebrannter Kalk,= 4 Scheffel,= 7 Kubikf. 192 Kubikzoll, wiegt 2% bis 3 Centner. Beim Brennen werden halb Brennsteine, halb Kothen angewendet, man er- hält von jeder Klafter derselben 15 Tonnen Stückkalk und 4 Tonne Mehlkalk. Zum Gaarbrennen einer Klafter Kalksteine werden erfordert 17; Klafter Holz oder 1% Kl. Torf; nur zum ersten“nbrennen wird 73 als Schwindemaals annimmt. Es wurden 1829 20,000 Tonnen Kalk gebrannt, hiezu waren Holz verwendet, im Uebrigen Torf, wo man 1840 Klafter Stene, 212% Kl, Holz zum Anfeuern und 2535 Kl. Torf zum Brennen erforderlich.] Aus einer Vergleichung der stehenden und liegenden Kalköfen er- giebt sich, dafs bei den letztern offenbar ein bedeutender Verlust an Brennmaterial obwaltet, indem der Ofen, bevor er wieder beschickt werden kann, abkühlen mus, was sich beim stehenden vortheilhafter gestaltet. Jedoch gestatten die Zuglöcher im Gewölbe des liegenden Ofens ein gehöriges Reguliren der Gluth, was bei Schachtöfen nicht stattfindet.— Es ist ein Erfahrungssatz, dafs frisch gebrochne Kalksteine, welche noch einen gewissen Gehalt an Wasser mehr besitzen, als an der Luft ausgetrocknete, sich leichter brennen lassen, als jene. Dieses beruht auf der Thatsache, dafs eine Luftart das Entbinden einer andern statt zu behindern, im Gegentheil bedeutend befördert, so hier der sich erzeugende Wasserdampf das Entweichen des kohlensauren Gases. Eben so ist. trockne Luft dem Kalkbrennen nicht günstig. Die Gewichtsver- minderung, das Schwinden der Kalksteine beim Brennen ist nach der Be- schaffenheit derselben verschieden; meistens 45% an Gewicht und 10 bis 202 des Volums, es giebt aber auch Kalksteine, die 54, andere die nur 235 am Gewicht verlieren. Nach Versuchen von Triest wog ein Kubik- fuls Rüdersdorfer Kalkstein 160 Pfund 23% Loth, nach dem Brennen 83 Pf. 17 Lotli, also Gewichtsverlust 77 Pf. 6% Loth, oder 482, Man findet unter dem gebrannten Kalk nieht selten bald mehr bald weniger Steine, welche sich schwer oder gar nicht löschen lassen, bis- euits; dieser Umstand ist die Folge von 1) zu geringer Hitze des Olens an einzelnen Stellen, woher es kommt, dafs Kalksteine nicht zur Gaare gekommen sind, noch Kohlensäure enthalten(basisch kohlens. Kalk), dann brausen sie auf, wenn fan sie mit Säuren übergiefst. Solche Steine können bei einem spätern Brennen wieder eingesetzt werden, aber an solchen Stellen, wo die Hitze am gelindesten. 2) Zu grolse Hitze des Ofens in Bezug auf die Mischung des Kalksteins. Es ist erfahrungs- mäfsig, dals reiner kohlens. Kalk in einem Platintiegel in der hefligsten PB PP 1, Aremi Jimi ” Por| ‚Ik, ehe hr Kollens am eichen h in m Joh Todbrennen, Brennen vo. Kalkmergel u, Muschelschalen. 409 m in r nd Ofenhitze(Porzellanfeuer) gaar gebrannt wird, ohne zusammen zu sin- bis Cn| tern oder zu schmelzen, seen pflegen Kalksteine, welche viel fremde ante Kl, Beimischungen von Kiesel-, er Eisenoxydul,, Manganoxydul 3 Contaer, h(Magnesia) enthalten, bei heftiger Gluth zusammen zu sintern, Diese wendet, ma, Eigenschaft nennt man das Todbrennen. Keiner der Urkalksteine, al und Aus welehe reinen kohlens. Kalk enthalten, wird todgebrannt, aber wohl © werden erforl der Flötzkalk, welcher von 6 bis 175 an jenen fremdartigen Substanzen 0.Dbrennen wid enthalten kann.(Rüdersdorfer Kalkstein, gelblichgrau, feinkörnig, ent- is Schwindeng;, hält nach John 83 Kieselerde, 8 Thonerde, 0,5 Eisenoxyd.) Tod ge- "at, ie Waren brannter Kalk, chaux mort, enthält im Innern oft noch kohlens. Kalk, 05 Kl Tal indem die Kohlensäure durch die äufserlich zusammengesinterle Rinde nicht entweichen kann; jedoch sind auch Fälle bekannt, wo Auster- nden Kalköfen er schalen in zu hohen Hitzgraden gebrannt, ohne noch Kohlensäure zu ender Verlat m enthalten, tod gebrannt waren; überhaupt dürften wohl die Ursachen wieder besdic dieses fehlerhaften Verhaltens des Kalks noch nicht alle genug ge- len vortheilhat kannt sein. be des iesendn Soll Kalkmergel gebrannt werden, welcher in einem lockern, erdi- chachtöfen nid gen Zustand sich befindet, so wird er erst eingesumpft, in Ziegel ge- ochne Kalk, formt, diese getrocknet und dann gebrannt. Der hiezu gebräuchliche besitzen, ik a Ofen ist meist ein Ziegelofen ohne Gewölbe, besser aber ein überwölb- als jene, Dies ter. Nach dem Brennen löscht man den erhaltnen Mergelkalk zu ei- (den einer andın nem trocknen Staub(Kalkhydrat) und hebt dasselbe in Fässern zum ‚50 hier der sich Gebrauch auf. Ein Kubikfufs roher Kalkmergel gestrichen wiegt 120 bis ıren Gases, Ein 124 Pfund, getrocknet 100 bis 103, gebrannt 36 bis 38 Plund. Beson- )ie Gewichtsrer: ders viel Kalkmergel wird in Pommern, der Neumark, im Posenschen ist nach der De gebrannt und verarbeitet.— Muschelschalen müssen scharf gebrannt wicht und 1005 werden, denn der geringste Hinterhalt an Kohlensäure hindert das Lö- ‚ andere die nt schen; man brennt sie in Gruben, Meilern mit Torf, besonders in Hol- wog ein Kubi land, der Nordküste von Deutschland(Friesland) ete. Da die Muscheln Jem Bremen d Kochsalz enthalten. so bildet sich durchs Brennen etwas Chlorcalcium, 180, weshalb der damit gefertigte Mörtel steis hygroskopisch wirkt, die bald mehr bil Mauern feucht werden, und kohlens. Natron auswiltert. Man räth hen Jassen, Di deshalb die Muscheln mit Wasser auszulaugen. Ueberhaupt löscht sich Titze des Os auch der Kalk aus Muscheln, chaux deccailles, schwerer als Steinkalk. vicht zur Gar tigenschaften des reinen Aetzkalks aus Kalkspatlı, Marmor ete, Der kohlens, Kal) gebrannte Kalk ist weils, specil. Gewieht 2,3, schmilzt in keinem Ofen- niefst, Sol feuer für sich allein, wohl aber in dew*Kette grofser Folta’scher Bat- werden, alt terien, im Knallgasgebläse; schmeckt laugenbaft, scharf, ätzend, zerstört thierische Gebilde, besteht aus 71,91 Caleium und 28,09 Sauerst. Be- u grolse Hit feuchtet man ihn mit Wasser, so erhitzt er sieh schnell, selbst bis zum ist erfahruf der hell Hellrotbglühen der Masse, berstet unter einem knisternden Geräusch, daR mes. En EEE EEE FE De EITEEREEE TEEN 7 ee Er] 410 Eigenschaften des a Kalks, fetter u. magerer K. Wasserdämpfe, welche etwas Kalk enthalten, und daher die zarten Theile des Körpers, als Augen, Nase reitzen, steigen in Menge auf, er fällt gänzlich zu einem weilsen feinen Pulver aus einander, welches 24% Wasser enthält, Kalkhydrat, gelöschter Kalk, chaux eteinte, slacked lime. Dieses Pulver schmeckt nicht mehr so heftig ätzend, als der ungelöschte Kalk. Die Erhitzung beim Löschen des Kölle, extinc- tion, in Folge der Bindung des Wassers durch denselben, ist so grols, dafs dadurch Pulver entzündet wird; so können auch Kähne, die mit gebrannten Kalk beladen sind, wenn Wasser eindringt, und der Kalk sich zu löschen beginnt, in Brand gerathen. Läfst man gebrannten Kalk an der Luft, besondess an feuchter Luft liegen, so stirbt er ab, er zer- fillt, zieht Kohlensäure und Wasser an; dieser abgestorbne Kalk, zer- fallne K., besteht aus neutralem kohlens. Kalk und Kalkhıydrat. Wendet man beim Löschen des Kalks mehr Wasser an, als zur Erzeugung des Kalkhydrats nöthig, so wird der gelöschte Kalk breiartig, Kalkbrei, chaux fondue, noch mehr Wasser giebt Kalkmilech, lait de chaux, eine noch gröfsere Menge das Kalkwasser, eau de chaux, Time- water. Kalk löst sich nach Davy in 450 Theilen Wasser von 20° auf, nach Phillips in 750 Theilen, kochendes Wasser löst weniger auf, es sind von demselben 1280 Theile erforderlich. Kalkwasser ist farblos, klar, schmeckt schrumpfend, gelind alkalisch, reagirt eben so, zieht, aus der Luft Kohlensäure an, und setzt ein Häutehen von kohlens. Kalk an, welches allmählig_niederfällt und sich stets erneuert, bis endlich aller Kalk sich kohlensauer niedergeschlagen hat. Beim Abdampfen im Iult- leeren Raum setzen sich kleine 6seitige Säulen an, ein höheres Kalk- hydrat. Kalkwasser, so wie auch überhaupt gebrannter Kalk, mufs in wohlverschlofsnen Geläfsen aufbewahrt werden. Man unterscheidet, in technischer Hinsicht, fetien Kalk, ehaux grasse, welcher aus Marmor, Kalkstein, der wenig fremde Bestand- theile enthält,(Muschelschalen) erhalten wird, beim Löschen sein Vo- lum bedeutend vergröfsert,(aufgeht, gedeiht,) viel Wasser gebraucht, lange Zeit gleichsam fettig, schlüpfrig bleibt, und bei der Bereitung des Mörtels viel Sand verträgt;—(ein aus Kalkspath, Marmor gebraunter Kalk, erhitzt sich weit mehr, als ein aus diehtem Kalkstein gewonnener, geht schnell auf, und giebt stets viele harte Körner beim Löschen);— magern Kalk, chaux maigre, nennt man dagegen denjenigen, welcher viel fremde Substanzen enthält; er besitzt meist eine gelblich-graue Farbe, erfordert weniger Wasser beim Löschen, geht weniger auf, fühlt sieh körnig an, ist weniger schlüpfrig, weniger bindend, verträgt weniger Sand, als er- sier, verliert, wenn er gelöscht aufbewahrt wird, seine Geschmeidig- keit.— Jeder unvollkommen gebrannte, sonst ziemlich reine Kalk, we- In m Asse de f jun N] Mawerbat 4a Kalk, el ie a Tin m mil jprers nl hachieb dem Silsw: „pikb hesteht "105 erobkör urn Kalk, at Ingerend vol (mit bl ein hust enlilt, ihrer, se InKilk von 68 jn\leylkak von hub 1 Marne, an, ud wird Ten und Au ma Tier n, Jäßt alt Haken( ihn chen di {a lerhrenı nüntl die K lm din ıDmmenw Ihr Grube ® tm sich. y li zunimr I fin sch All werde le uKa fe Ralkste ı(tr IM 7 1 kn Kal "rannte R ug m — % kura then au Ins "0, hackt "man{kn K: RETTET EN TE—— 7 ZT Ten gen ern een RE een gm BE U, mas,} derer r. r \ Hydraulischer Kalk, Löschen des Kalks. 4 daher lı IP Yapl,, r ae A Ah hört zur Klasse des magern Kalks. Einiger magerer Kalk hat die be- in Menge hr der, we s ausgezeichnete Eisenschaft, unter Wasser zu erhärten, weshalb -T, Welches A= 5 sonder er beim Wasserbau wichtige Anwendung findet, man hat ihn hydrau- lischen Kalk, chaux hydraulique, genannt, Er enthält zwischen 25 # Kal und einige 30) Thon,(Kiesel- und Thonerde), HUB nesta: Eisenoxydul. ars n Smeaton war der erste, welcher diese merkwürdige Eigenschaft bemerkte BERN und 1759 beschrieb. 1 Kühne, die ni ER A, und der KR[Der aus dem Süfswasserkalk yon Chäteau-Landon, beı Nemours, erhäline oehrannten fette Kalk besteht nach Berthier aus: 964 Kalk, 18 Magnesıa, IS Thon- erde; aus grobkörnigem Kalkstein von Paris aus: 972 Kalk, 28 Thon.— k, chaur eheinte, heftir älzen|: bt er ı, em Magerer Kalk, aus einem zum Süfswasserkalk gehörigen Kalkstein aus orbne Kalk, ze der Umgegend von Paris, enthielt 780 Kalk, 200 Magnesia, 20 Thon. hydrat, Wen Dolomit giebt einen ziemlich fetten Kalk, obschon er 425 kohlens. r Erzeuzug is Magnesia enthält, Fuchs. Ein in der Gegend von Metz brechender, tig, Kalkıri bläulich-grauer, sekundärer Kalkstein, liefert gebrannt einen hydrauli- schen Kalk von 683 Kalk, 20 Magnesia, 240 Thon, 57 Eisenoxyd ete.; der Mergelkalk von Senonches, bei Dreux, gebrannt besteht aus: 700 Kalk, 10 Magnesia, 290"Thon; erhärtet schneller und vollkommner, als lait de chn, nur, Lime ua 1 20° aul, u er auf, esäil st farblos, Ihr ), zieht aus de Ilens. Kalk a is endlich alı ampfen in hi! ı höheres Kıl - Kalk, mula voriger, und wird in Paris viel gebraucht.] Löschen und Aufbewahrung des Kalks. Man feuchtet den Kalk mit Wasser an, läfst ihn sich löschen, worauf man mehr Wasser zulei tet, und mit Haken oder Krücken umrührt; zu wenig Wasser macht, dafs beim Löschen der Kalk nicht gehörig aufgeschlossen wird, man nennt es Verbrennen des Kalks, dabei steigt die Hitze bedeu- tend, wodurch die Kalktheile zusammenbacken; zu viel Wasser macht den Kalkbrei zu dünn. Weiches Wasser, möglichst frei von Salzen, ist besser, als Brunnenwasser, aus bereits oben Seite 356 angegebnen Grün- den. In der Grube wird der Brei nach und nach steifer, die Kalk- theile einigen sich vollkommner mit Wasser, wodurch der gelöschte Kalk an Güte zunimmt, wenn er nur vor dem Zutritt der Kohlensäure der Atmosphäre gehörig geschützt ist. Eingesumpfter Kalk mufs mit Sand bedeckt werden. Nach angestellten Versuchen nimmt der Kalk beim Löschen zu Kalkbrei einen 3,2 bis 3,6 mal grölsern Raum ein. Kalk, ch ende Bestnt schen sein\# sser gehrantll » Bereitung is ebrannter Kıl [ Rüdersdorfer Kalkstein gab von 1 Kubikfufs 3% Kfufs völlig steifen Kalk- brei, oder 160% Pfund Kalkstein 833 PI. gebrannten Kalk, und dieser 281 Pf. steifen Kalkbrei, oder über 34 mal dem Gewicht nach mehr, 1 vonnener, x op); mag! ‚her viel Iren ne Ren als der gebrannte Kalk wog.— Eine andere Art des Löschens ıst die, * der den Kalk blos kurze Zeit ins WVasser zu tauchen, und dann trocken sich kön" sich löschen zu lassen. Dadurch wird aber der Kalk nicht so fein auf- \ Sand, ab geschlossen, backt mehr zusammen, und fühlt sich wie Sand an. Auch ‚ Geschmt!! löscht man den Kalk mit Sand bedeckt, so dals man den Sand benetzt, yeine Kalk,#* 412 Luftmörtel, Darstellung desselben. und wohl darauf achtet, dafs an keiner Stelle der Kalk ohne Sand mit der Luft in-Berührung kommt; trocken gelöschter Kalk, chaur etouffee.] Der Gebrauch des Kalks ist sehr alt, und höchst mannichfaltig, erstlich, und vor allem andern, zur Verferligung von Mörtel, zum Ab- putz, Anstrich, zur Bereitung von Aetzkali, Natron, Ammoniak, zum Be- huf chemischer und technischer Prozesse, der Seifensiederei, Bleiche- rei,(Kalkmilch zum Büken des Kattuns), in der Gerberei zum Enthaa- ren der Kuh-, Kalb- und andrer Felle, zur Pergamentfabrikation; in der Färberei zum Anstellen der kalten Vitriolküpe, zum Schäumen des Zu- ckersafts in den Colonien, des Bunkelrübenzuckers; zum Reinigen des Deleuchtungsgases,(so wie zur Reinigung anderer Gase im Kleinen); bei der Glasfabrikation, in der Landwirthschaft zum Kalken der Felder; zum Verschlucken des Wasserdampfs(bei der Aufbewahrung von Pul- ver), zur Verfertigung von Kitt mit Eiweils, oder frischen Käse, Blut, als Polirmittel(Wiener Kalk) u. a. m.— Kalkwasser wird in der Tech- nik theils zum Dleichen, Enthaaren der Felle, Raffiniren des Zuckers u. a. m. gebraucht. Unter Mörtel, mortier, ciment, mortar-cement, versteht man eine aus Kalk und verschiednen andern Mineralsubstanzen auf nassem Weg bereitete Steinmasse, welche theils zur Verbindung der Bausteine, theils zum Abputz ete. dient. Man unterscheidet Luftmörtel, gemeinen Kalkmörtel, und Wassermörtel, hydraulischen M. Der Luftmörtel kann nur da angewendet werden, wo Gebäude auf- geführt werden sollen, welche blos der Wirkung der Luft und Witte- rung 8 Wasser ausgesetzt ist, so erhärtet er nicht. Gelöschter Kalk an sich al- nicht aber des Wassers, ausgesetzt sind, denn wenn er stets dem lein erhärtet an der Luft, zerklüftet sich aber sehr, und es würde auch, wollte man denselben allein anwenden, zu viel aufgehen. Man vermengt ihn deshalb mit irgend einem brauchbaren Zuschlag, welcher meistens in Sand besteht, und zwar Quarz-, Feldspath-, Glimmer-, Kalksand, Gruben-, Flufssand, Steinsand von Steinmetzen,(recoupes de pierres) von verschiedner Gröfse des Korns. Der Sand muls rein, d. h. nicht mit Thon, Humustheilen vermengt sein, weder ganz fein, noch in zu sroben Körnern, sondern es ist am besten, wenn die Gröfse des Korns verschieden, aber mehr vom feinkörnigen, als vom grobkörnigen. Man schätzt besonders den Grubensand vor dem Flufssand. Je fetter der Kalk ist, desto mehr Zuschlag verträgt er, Mergel- und Muschelkalk erfordern eine weit geringere Menge Sand; Kalk aus Kreide gebrannt erfordert dagegen gerade mehr Zuschlag als Steinkalk. Auf 1 Kubik- fufs eingesumpften steifen Kalkbrei nimmt man 1%, 2, bis 25 Kubikf. Sand; zu wenig Sand giebt einen schlechtern Mörtel, der Ueberschuls Jufime (fit nehlech | sr anreler Am sehöf Il Hndende K oral, well en der Inu di all ‚orlades€ hftnd bas {lm auch nl durch K: ycht, ehemise Is Austrockn inteende Verlerieung ı ‚Kıls, welchem zu ech vudneen, ‘gi, I a Bins Ist Mate, Al sin, Pırell ‚ Nendet lu mes, E Int rennen älerreht, suneukmeke Iuolane turreihlic Sch the 'aanıyen. h Mn tatlıcher ermmt Jain Phnol: "klang an{ I Ihm bis Ur beend ı i ar finde a Dnemen m Ri onerde SE== N ER> TEE RT Zee eng nn zer EEE eg Er Fe— ' Luftmörtel, Wassermörtel, Cemente, Puzzolane. 415 ık ohne re add Luft z e k, hau Auf, an Kalk verschlechtert denselben; er darf nicht zu dünn, d. I. mit zu Ist. manjcdt) viel Wasser angefertigt sein, keine Kalkstreifen zeigen, ein Beweis, NChlahe? S Mörtel, zn dals& nicht gehörig gemengt. r S: mmoR, u}, Die bindende Kraft des Luftmörtels erklärt man also: vermöge der siedere, Bl, Adhäsionskraft, welche= Sand gegen— Kalk, und so auch die berei zum Fu, Oberflächen E Mu gegen jene ausüben, EZ derselbe an ih- abrikaton: nd nen, und beim un Zusammentrocknen= un. sich Schäumen der}, ein festwerdendes Conglomerat, indem zugleich allmählig Kohlensäure verschluckt und basisch kohlens. Kalk neben dem Kalkhydrat sich bil- det. Es kann auch wohl unter Umständen fast alles Wasser entwei- chen, und durch Kohlensäure ersetzt werden. Der Kalk wirkt auf den zum Reinizen}; ase im Kleinen - alken der Felde Ä:;-% i 4 Sand nicht chemisch ein, wie man früher zu glauben geneigt war. vahrune von Pıl.. PR=.’ se on Pi Schnelles Austrocknen ist dem Mörtel nachtheilig, eben so heftiger, chen Käse, Dh. 2 ven ‚I schnell eintretender Frost. vird in der Th) nen del Zur Verfertigung von Wassermörtel, beton, bedient man sich: 1) des ren des Zucks 2 S:&. be fetten Kalks, welchem man verschiedne Zuschläge beisetzt, welche dem - Kalk die Eigenschaft ertheilen, im Wasser zu erhärten; man nennt sie versteht man en». 2 i E;; as Cemente, chemische Zuschläge, eimens. Es sind verschiedne kiesel- auf nassem\ 2 saure Verbindungen, theils Naturproducte, theils Kunsterzeugnisse, als: * Bauen, Br Puzzolane, Trals, Bimsstein, Basalttulf, Pausilipptuff, Peperin, gebrann- örtel, gemein ter Basalt, Wacke, Klingstein, Thonschiefer,(Erdschlacken), gebranntes Eu Töpfergeschirr, Porzellankapselscherben,(Charmotte) Ziegelmehl, Eisen- wo Gebäude al schlacken. 2) Wendet man auch einen sehr magern Kalk an, welcher Luft und It. viel Thon,(Magnesia, Eisen-, Manganoxydul) enthält, hydraulischen Kalk, renn er stets den welcher durch Brennen in den Zustand eines mit Kalk vermischten Thon- alk a ich al 7:.y en er.. Kalk a st Kalksilikats übergeht. 3) Auch künstlich erzeugten hydraulischen Kalk, 1 es würde u durchs Zusammenkneten von Kalk mit Thonfossilien, und Brennen die- ne . Man vermer; ses Gemengs. relcher meistens ner-, Kalksat, [Zu 1) a. Puzzolane, Pozzolana, vulkanischer Tuff, ist eine lockere, weiche, fast zerreibliche, aschgraue, gelblichbraune, schwarze, glanzlose pes de piern! Masse, im Bruch theils feinkörnig, eben, theil erdig, bald ziemlich frei in, d.h, nel von Einmengungen, bald verschiedne Fossilien und Felsarten einschlie- in. noch in fsend, von deutlicher Schichtung. Es ist ein vulkanisches Product, wel- .öfse des Kım ches, fortgeschwemmt von Wasser, an entferntern Orten sich abgela- körnigen, Ja gert hat. Die Puzzolane bildet zusammenhängende Hügel von ziemli- Je fetter dt ‚d Muschelk reide gebruu cher Ausdehnung an der südwestlichen Seite der Apenninenkette, in der Gegend von Rom bis gegen die Pontinischen Sümpfe und Viterbo, Bol- sena; in der Gegend von Neapel, Puzzuolo(Puteoli der Alten), woher der Name; auch findet sich vulkanischer Tuff in der Auvergne, Viva- Auf 1 nr rais. Nach Bergman besteht die italienische Puzzolane aus: 60 Kie- bis% Ku selerde, 19 Thonerde, 6 Kalk, 15 Eisenoxyd; eine andere aus: 59 Ks., ex Veberelt 20’Th, 5 K., 20’E.] EEE hin Er TE Zu EEE II SS N 7 ER EZEEREETTEUEEATTERE EZ j er; PN Kar be; A) EEK #2\ ie en BT, Tas» 414 Trafs, Wassermörtel, Eigenschaften desselben. b) Trafs, Tuff- oder Duckstein, pierre de tuff, traas, tarras, eine erdige, schmutzig-gelbe, ins graue und braune ziehende, poröse, auch mehr oder minder dichte Masse; man findet in derselben eingemengt Bimssteinrollstücke, weniger häufig Basalt-, Trachytbrocken, Schlacken- trümmer, Baumstämme, Pflanzentheile; er findet sich in Bänke von eini- gen Fuls Mächtigkeit abgetheilt. Der Trafs ist ein vulkanisches, durch Wasser aufgeschwemmtes Conglomerat, füllt Thäler aus, Lager von 10 bis 20 Fuls Stärke bildend. Man findet denselben in den Schieferge- bilden des Rheinufers eingelagert, grölsere und kleinere Spalten dessel- ben erfüllend, besonders in der Gegend um Andernach, bei Pleit, Kriz- kruft, Tönisstein, im Norden von Irland. Er besteht aus: 57 Kieselerde, 28 Thonerde, 6,5 Kalk, 8,5 Eisenoxyd. Er wird ganz besonders nach Holland zu Wasserbauten ausgeführt, dort in eignen Mühlen gemalen. [Die Quantitäten dieser beiden am meisten angewendeten Cemente, um mit! fetten oder magern Kalk WVassermörtel zu bereiten, sind nach Maafsgabe der verschiednen Güte derselben und der Qualität des Kalks verschieden; magerer Kalk enthält schon Cement in sich, bedarf weni- ger. Oft setzt man noch Sand, Steingrus mit hinzu, wodurch eigent- lich eine Vermischung von WVassermörtel mit Luftmörtel entsteht.] Wassermörtel erhärtet schnell an der Luft, binnen 12 Stunden, be- kommt aber Risse, unter: Wasser erfolgt das Erhärten langsamer, bin- nen einigen Tagen, sie geschieht aber gleichförmiger, ohne Risse und Spalten. Dies erklärt sich daraus, dals unter Vermittelung von Was- ser der feuchte Kalk das lockere Cement, ein Silikat von Thon-, Kalk- erde,(Magesia), Eisenoxydul allmählig aufschliefst, und sich damit che- misch verbindet. Zu 2) Der hydraulische Kalk enthält schon ein Cement in sich, in- dem er kiesels. Kalk und kiesels. Thonerde, Magnesia,(Eisenoxydul) enthält. In diese Kategorie gehören alle magern Kalksteine, welche über 20 bis 305 Thon- und Kieselerde enthalten, namentlich die Kalk- mergel. Thonerde, Magnesia allein reichen zu diesem Zweck nicht aus, hauptsächlich muls Kieselerde vorhanden sein; Eisen- und Manganoxy- dul spielen dabei keine active Rolle. Durch schwaches Brennen des Kalkmergels erhält man einen guten hydraulischen Kalk;' brennt man stark, was bei grolsem Gehalt an Thon nicht ohne Todbrennen gesche- hen kann, so wird alle Kohlensäure ausgetrieben, und sehr viel Kalk mit dem Thon vereinigt, so dals nur sehr wenig freier Kalk überbleibt; durch schwaches Brennen wird dagegen nur wenig Kohlensäure verflüch- tigt, und wenig Kalk mit dem Thon verbunden; im letzten Fall hat sich ein Thon-Kalksilikat von wenig Kalkgehalt,.ferner basisch kohlens. Kalk erzeugt. Ein Kalkmergel von mittlern Gehalt an Thon kann schon ein N m feen Mel Pr) „ind Anjcen Bes yeört auch (mat m „Poker zalı „band sl Im Namen ix te frames, Pıhrikn im I ıl Fozland R antelo 10 Mac Mn Thonsch hanlormaliod' ılar Is an eklrt wird In, Glmorg; Ind ım An, lıdus um uch b N m To ‚ton ähn br,(sich el Vv “ni Adern um hilks ih lichen all 05| Mer \ il u Thoı ment aus: Dh_ Ai Kik 130 ‚Me, Hi Ihlın' Raklın y af ad kanal sselhen,: Römischer Cement, Cementsteine. 415 'aas\ 2=" 3 ‚frag, di stirkeres Feuer vertragen.(Nicht jeder Mergel von gleichem Thonge- Ce Pe, halt wird gleichmälsig behandelt einen gleich gnten hydraulischen Kalk ea pe liefern, dies liegt wohl in dem Verhältnifs der Kiesel- und Thonerde, ven, Sl, der physischen Beschaffenheit des Thons, den beigemengten Substan- in Bänke yon ei zen tr) ch,[ Hierher gehört auch. der sogenannte Bömische Cement, Roman Ce- Zi Lage ment, Ciment romain, welcher in London verfertigt wird. Ein ge- m den Sahut 5>: a de Schiea wisser Parker nahm 1796 auf die Darstellung eines WVassermörtels ein * Spalten des. Patent, verband sich später mit White und sie fertigten den Gement ‚bei lit, Ki unter dem Namen Parker’s Cement. 1801 entstand die Fabrik von 15: 57 Kieselenl, Franeis& White in London, seitdem noch viele andere, unter andern 2 besonders nu die von Francis, White& Francis, welche den Vorrang vor allen an- ‚len gemalen, dern Fabriken in London verdient, und die gröfsten Geschäfte macht, i Das Fossil, welches zur Cementbereitung angewendet wird, nennt e Cemenk, ı man in England gewöhnlich Cementstein; es sind Kalksteinnieren, ıten, sind nd Jualität des Kl ch, bedarf win. die einzeln in mächtigen Thonlagern liegen. Sie kommen meistens in denjenigen Thonschichten vor, welche mit den Kalksteinbänken der Oolithenformation wechseln, und in derjenigen Thonschicht, die über wodurch ee der Kreide liegt, und gewöhnlich London clay heifst. VVo nicht be- Y} 2...... rtel entsteht. sondere Umstände die Gewinnung dieser Nieren erleichtern, können sie : ae in, 3 1 12 Stunden, nicht gewonnen werden, da sıe einzeln zerstreut im Thon liegen; an lanesamir.hn. der Meeresküste aber wird der Thon zerstört, und die Nieren in gro- vr Rüge nl fser- Menge lose an den Strand. getrieben, wodurch ihre Gewinnung PER MR sehr erleichtert wird. Man findet sie in Sommersetshire, Derbyshire, telang von Ir Yorkshire, Glamorganshire, auf den Inseln Wight, Thanet, Sheppy, an von Thon, Kl den Ufern und im Bett der Themse. Man nannte sie ehedem auch d sich damit di Septaria, Ludus Helmontii, Des de Van-Helmont; ähnliche Kalknıe- ren kommen auch bei Neustadt Eberswalde und auf Rügen am Abhang ment in sich, ir bei Arcona im Thon vor; so bei Antwerpen, in Baiern beı Altdorf, ‚(Eisenoxsdil Kulmbach; von ähnlicher Beschaffenheit ıst auch der Platre- Ciment kateine: ih: von Boulogne,(siehe weiter unten).— Diese Kalksteinnieren sind theils ıtlich die Kalk faustgrofs, theils von der Gröfse eines Menschenkopfs,. gelblichgrau, öichin braun, mit Adern von Kalkspath durchzogen, nicht selten im Innern weck nicht all, Da. cr.> In hohl und mit Kalkspathkrystallen drusenartig ausgefüllt; specifisches Ge- Manganoyy-:: ee:»— DT wicht der englischen 2,59. Nach Berthier bestand eine Probe aus: 65,7 s Brennen ds kohlens. Kalk, 0,5 ks. Magnesia, 6,0 ks. Eisenoxydul, 1,9 ks. Mangan- Ik; brennt mat oxydul, 18 Kieselerde, 6,6 Thonerde; der daraus gebrannte Kalk aus: rennen gesclt 55,4 Kalk, 36 Thon und 6 Eisenoxyd. Nach Davy besteht Parker’s sehr viel kıl Patent-cement aus: 22 Kieselerde, 9 Thonerde, 13 Eisen- und Mangan- alk überblailt oxyd, 55 Kalk.— Die Kalknieren von Arcona bestehen aus: 82,9 siture verlich kohlens. Kalk, 13,0 Kieselerde, 4,3 Eisen- und'Manganoxydul, Spuren ‚n Fall hat st! von Thonerde, Hünefeld. \ kohlens Kıl Der Cementstein wird in England in Schachtöfen,(auch ın Meilern) ge- \ schon# brannt, fein gemahlen, gesiebt und in Tonnen verpackt; die Farbe ist ann schon# 416-ciment, künstl, hydraul. Kalk, Dihl’s Kikt. dunkel-braunroth. Beim Anmachen mit Wasser saugt er wenig Wasser ein, erwärmt sich wenig, und erhärtet in ganz kurzer Zeit; man mengt ihn mit Sand in verschiednen Verhältnissen, und verarbeitet ihn schnell, Er wird in England bei VVasserbauten angewendet, bei uns zur Abhal- tung von Feuchtigkeit aus dem Erdboden in die Mauern eines Gebäu- des, sowohl als Mörtel, als auch als Abputz; zum Gesimsziehen, zum Wölben, wo die Gewölbe dem Einregnen ausgesetzt sind. Von ähnlicher Beschaffenheit ist der Plätre- eiment von Boulogne- sur-mer; man fand dort einen thonhalten Kalkstein in losen Geschieben, galets de Boulogne, am Meeresufer in einer geringen Breite, von rost- brauner Farbe, hart, schwer zerbrechlich, specif. Gewicht 2,16. Das Vorkommen ist selten, weshalb man jetzt nicht mehr die Geschiebe zur Verarbeitung einsammelt.— Ciment de Pouilly wird aus einem dem Ju- rakalk angehörigen Kalkstein angefertigt, welcher 392 Kiesel-, Thonerde, Magnesia, Eisenoxyd enthält; nach in Paris und Cherbourg ange- stellten Versuchen zieht man denselben dem Roman-cement vor.— Man hat in neuerer Zeit in manchen andern Ländern gleichfalls hydrau- lischen Kalk entdeckt, in Rufsland, Schweden, der Schweiz, Italien etc.] Zu 3) Früher, ehe man die Erfahrung gemacht hatte, dafs ein thon- haltiger. Kalkstein, der zur Bereitung des Wassermörtels sich eignet, so häufig vorkommt, suchte man dem Mangel an solchem dadurch abzu- helfen, dafs man künstlich aus Kalk und Thon ähnliches Material zu er- zeugen suchte, chaux Ahydraulique artificielle.. John und Vicat ‚haben dazu Vorschriften ertheilt. Man bedient sich hiezu theils der Kreide, theils des Steinkalks, welchen man, letzterm gelöscht, in einem gewis- sen Verhältnils Thon zusetzt, daraus ein inniges Gemeng macht, Ziegel formt, trocknet, und mälsig brennt. Yicat lehrt auf 4 Theile fetten Kalk 1 Theil trocknen Thon zu nehme; ist der Kalk mager, so mufs nach Verhältnifs die Thonmenge vermindert werden. Man ist öfters in neue- rer Zeit davon abgegangen, Kalk und Thon gemengt zu brennen, und hat lieber die Methode vorgezogen, Cement dem Kalk zuzusetzen. [In Paris wird der künstliche hydraulische Kalk von St. Legere vielfältig angewendet, welcher in Meudon nach Vicat's Angaben gefertigt wird. Er enthält nach Berthier gebrannt: 74,6 Kalk, 238 Thon, 1,6 Ei- senoxyd, Einige besondere Mörtelarten zum Abputz bei feuchten Wänden. Dihl’s Kitt, Mastic de Dihl, wird aus Porzellankapselscherben ange- fertigt, welche zum feinsten Pulver gemahlen werden; man trägt das- selbe mit Leinölfirnifs auf, Statt der Porzellankapseln kann auch an- deres gebranntes Töpferzeug, Scherben von Schwefelsäure-, Scheidewasser- flaschen, irdnen Röhren, Ziegelsteinen gebraucht werden, letztere aber sind am wenigsten gut.— Hamelin’s mastic, lithie paint, wird in England zum Abputz der Fagaden, zu’äufsern und innern Verzierungen gebraucht \ MR) p Aanelim? br Ic, DM karl anf Stein, bi „| Oater mit umge(pe? Hiumipöser IN „frech bereite heaa Il ufrotz Traikt| De ‚I, lortier. „Ihn Roman| Yemen In MP al, 1% Int von Franc Jh mil, Verbind a, Datorde de au de Kalk im, weis Pol art UDIER Wise, k * Sehreleltaleıum Imtlkber, Schn 1 uPlohor, R [Ani Hohlenstaub raztılt leitet, i:mellse Fa M Th zur zn faulen F lan welse Kr tn Fnstern, J hl verbur N Tıkhulver n ! Int überdeck “NG alt, Funde Kalisch rlinnten. "lhwefele: “| Aydrosul U ud Schw U Shmefeh *anctels, "te Schwef &uhäl, gan: ji,„ ‚lan Mer und V Muderg „na TRESTERRRERTEN DE en pen= Fe nun nn nn u nn WsK; h s Hamelin’s Cement, Calciumüberoxyd, Schwefelcaleium. 417 er Wenig Way MR gebraucht, um feuchte und salpetrige VWVände damit zu bekleiden; er at; Man In Kl haftet auf Stein, Ziegel, Holz, Metall; man trägt ihn mit Oel auf, und ie Ihn sche, ı zwar‘1 Centner mit 4,1 QOnart Oel. Er wird aus 50 Maalfs Kieselsand, ? Uns zur All, 50 Kalkmergel(pierre tendre) und 9 Bleiglätte und Mennige gefertigt, ee eines(li, Bituminöser Kitt, Mastie bitumineux, mit Mineraltheer, flüs- Gesimgeichn, un lzt sind, ienE von Boulon, sigem Erdpech bereitet; von diesem beim Erdharz, Erdpech das Weitere. Literatur. John über Kalk und Mörtel, Berlin 1819, 8vo. Has- senfratz Traitd de lart de calciner la pierre calcaire etc. Paris in Üosen Gesch, 1825. 4to. D. t. T. V. Artikel„Chaur, Ciment” T. XII. Mastic; 0 Breite, von n, T. XIV. Mortier. Fuchs über Kalk und Mörtel in E, J. Bd. 6. S.1. nicht 216,— Ueber Roman Cement, Harmelin’s Mastic, Ciment de Pouilly, ie Geschicke Plätre-ciment in dem Bulletin de la SocietE d’Encouragement aus einem dem) 1829. p. 317. 1830 p. 194.— Ueber die Brauchbarkeit des Rom. Kiesel-, Thoner Cement von Francis, White& Francis in den V.d. G.1829, S. 123, Cherbourg an Die zweite Verbindung des Calciums mit Sauerstoff ist das Ueber- a Yon,= oxyd, Deutoxide de Caleium, Peroxyde of C., man erhält es durchs gleichfalls hyinı Vermischen des Kalkwassers mit WVasserstoffüberoxyd; kleine, glänzende ıweiz, Italien ei. Schuppen, weilses Pulver, zersetzt sich sowohl beim Trocknen, als tte, dals einihn, auch unter Wasser, besteht aus: 56,14 Calc. und 43,86 Sauerst. ls sich eine y Schwefelcalcium, Sulfure de Calcium, Sulphuret of C., Kalk- f schwefelleber, Schwefelkalk, Sulfure de Chaux, Sulphuret of Lime, Cantons Phosphor, gewinnt man theils durchs Glühen von schwefels. Kalk mit$ Kohlenstaub, theils dafs man über glühenden Kalk Schwe- em dadurch ah es Material zu e und Vicat hal felwasserstoffgas leitet, wobei auch noch WVasser entsteht,— Es hat theils der Ari eine röthlich-weilse Farbe, löst sich sehr schwer in Wasser auf, ver- , In einem gen langt 500 Theile zur Auflösung und wird dadurch kaum verändert, omg macht, Zi schmeckt nach faulen Eiern, alkalisch, setzt beim Abdampfen im luft- Theile fetten Kal leeren Raum weilse Krystalle an, leuchtet dem Tageslicht vorher aus- or. 50 mals na gesetzt im Finstern. Man erhält dieses Schwefelcaleum auch mit schwefels. Kalk verbunden dadurch, dafs man 2 Theile Kreide mit 1 Theil Schwefelpulver mengt, in einen Tiegel fest eindrückt, mit einer Lage IKreide überdeckt, und stark rothglüht, MHiebei findet der- ist öfters in nei zu brennen, ud selbe Prozels statt, wie bei der Schwefelleber(siehe oben Seite 304). velflig Es hat mit der Kalischwefelleber vieles gemein, entbindet beim Ueber- ven gefertigt wid gielsen mit verdünnten Säuren Schwefelwasserstoffgas.— H ydrothion- 8 Thon, Jh saures Schwefelcalcium, Hydrothionsaurer Kalk, Hydrosulfate de Chaux, Hydrosulphuret of Iime, durchs Zusammenbringen von hten Wänden Kalkmilch und Schwefelwasserstoffgas; die Flüssigkeit zersetzt sich „selscherben at leicht in Schwefelwasserstoffgas und Schwefelealcium, welches in . man wit dir Krystalle anschielst. n kann auch a* Das höchste Schwefelcalcium, welches 5mal so viel Schwefel, als er- 2, Scheidenas" steres, enthält, gewinnt man durchs Kochen von gelöschtem Kalk mit n, letzter Dt Schwefelpulver und Wasser; dabei erzeug® sich unterschwefligs. Kalk paint, vd und auch ein niederes Schwefelcalcium.— Man hat sich dieser Flüssig- ern Verzirun? 1. 27 grad ÄRZTE. ET EEE TEEN REDE NEED 77 PETER TEE ZERETTERE FH I: 418 Phosphor-, Chlorcaleium, keit in der Leinwandbleicherei als Ersatzmittel der Pottasche bedient, ist aber bald davon zurückgekommen. Phosphorcaleium, Phosphure de Calcium, Phosphuret of C. durchs Erhitzen von gebrannten Kalk mit Phosphor, unter gleichzeitiger Erzeugung von phosphors. Kalk; hat eine braune Farbe, entbindet mit Wasser benetzt' Phosphorwasserstoffgas, eben delt, mufs in gut verstopften Gefälsen aufbewahrt werden.) so mit Salzsäure behan- Chlorealeium, Chlorure de Caleium, Chloride of C., salz- saurer Kalk, Hydrochlorate, Muriate de Chaux, H. or M. of Lime, (fixer Salmiak, Sel.ammoniae fixe, fixed sal- ammoniae, Homberg’s Phosphor), findet sich in der Natur, im Steinsalz, Soolwasser, Meer- wasser. Man: gewinnt dasselbe auf Salinen aus der Mutterlauge, indem man die Chlormagnesium und Chlorealeium enthaltende Flüssigkeit mit kohlens: Kalk zersetzt, wobei kollens. Magnesia niederfällt, und Chlor- caleium aufgelöst bleibt. Bei der Destillation des Salmiakgeists bleibt Chlorcaleium zurück, welches aber einen Ueberschuls an Kalk, ferner Kiesel-, Thonerde, Eisenoxyd, von dem unreinen Kalk herrührend, bei- gemengt enthält, von welchen es dadurch befreit wird, dafs man den überschüssigen Kalk mit Salzsäure neutralisirt, die Masse in Wasser löst und dekantirt. Eben so erhält man bei der Bereitung von kohlens. Ammoniak, von Natron aus Kochsalz und Kalk Chlorcaleium, aber: stets unrein, rein nur durchs Auflösen von Marmor in Salzsäure. Chlorealeium krystallisirt mit 49,12 Wasser verbunden in vier- und sechsseitigen, langen, gestreiften Säulen, schmeckt ekelhaft bitter, salzig. erwärmend, zerfliefst an der Luft sehr schnell, löst sich in der kleinsten Menge Wasser auf, erregt starke Kälte, löst sich auch in Weingeist, und macht, dafs er mit rother Flamme brennt. Es schmilzt in der Wärme in seinem Wasser, bläht sich dann auf und wird wasserleer; das wasser- leere Salz ist weils. schmilzt in höherer Hitze, leuchtet nach vorausge- gangnem Bescheinen durch die Sonne im Finstern, zieht Wasser sehr begierig an und erregt mit Wasser benetzt Wärme, indem es sein Kry- stallwasser wieder bindet, sodann Kälte, wenn es die gehörige Menge aufgenommen hat; es absorbirt viel Ammoniakgas und schwillt dabei auf, besteht aus: 36.64 Cale. und 63,36 Chlor. Beide, das wasserleere und das krystallisirte, müssen aus angegebnen Gründen in luftdicht ver- schlofsnen, ausgetrockneten Gefäfsen aufbewahrt werden. Man bedient sich des geglühten Chlorcaleiums als eines hygrosko- pischen Körpers, um Gase zu trocknen, wasserfrei ‚darzustellen, den Wassergehalt derselben zu bestimmen; um absolutem Alkohol darzustel- len, indem man dasselbe mit sehr starken Weingeist befeuchtet, und dann langsam ‚2 der aulgeschütteten Flüssigkeit abdestillirt; zur Dar- ll in(or N u einst, rn Jurehs Ein un,(hezo ob, }Thek Chloral pR-In der ja Jhteial zur aoense ndet. N M l Iren ah dis Öllere Rei »u.j der Steindn cullne m bezw ech Nincaleiam mit C are de Qoletum, vltom nit Wasst c ds hohlens, Amır his Ylmtllört aus eine a hina terselit 3 h lnaleıum aufl | ieres K a, Kalk und& 1,Jhte of), hy Ulm, eine weulse zu bie in verschl {rmlaibt, Jod ı -(nncaleium na luft durel ‚malıum, Fu tk, Aydroflua La ls Plus ai ac im Pf {A Imhen ARE, t Mh, Spat 2 ilkm, Wir Atkcer Smarard an durch in "ll Vinerbe| Int außerden "hr in 7 IN nah os a === en mes on un ren a neigen. Chlor-, Jod-, Fluorcaleiurmn. 119 Pottanche A, stellung von Chlorbarytium(siehe bei diesem), von Weinsteinsäure aus Phospkura neutralem weinsteins. Kali, zur Reinigung des Boraxes. Das in fe- ter el sten Massen durchs Eindampfen erhallme Salz wendet man zu Frostmi- rbe* sehungen an,(hiezu taugt das geglühte nicht, weil es erst Wärme er- t Salzsäure| zeust); 3 Theile Chlorealeium und 2 Schnee von 0° geben eine Kälte rden, von— 36° R.— In der Technik hat man Chlorealeium als ein hy- groskopisches Material zur Bereitung der'Weberschliehte empfohlen und mit Nutzen angewendet, um das Austrocknen derselben zu verhüten, or M, of],=--=, La; n 5 wodurch das öftere Reifsen der Kettfäden bei feinem Garn unvermeid- 1c Homber A F. als. n a> ? lich ist: in der Steindruckerei, um das Feuchtbleiben der lithographi- oalwacser. M Iwasser,| ge.. I. f 2: schen Steine zu bezwecken; als Düngemittel für die Kunstgärtnerei. [Chlorealeium mit Calciumoxyd, basısch salzsaurer Kalk, Sous- St od chlorure de Calcium, Subchloride of C., wird durchs Kochen von 1 iakeeists Chlorcaleium mit VWVasser und Kalk erhalten, bildet sich bei der Be- Kalk reitung des kohlens. Ammoniaks aus Salmiak und Kreide, des trocknen gr chlörigs. Kalks. , 2 i Es krystallisirt aus einer heilsen Auflösung in langen, flachen, farb- u losen Prismen, zersetzt sich mit WVasser und Alkohol in Berührung, lasse in N welche Chlorcaleium auflösen mit Hinterlassung von Kalkerdehydrat, an ung von k der Luft zieht letzteres Kohlensäure an. Es besteht aus: 20,29 Chlor- ılcium, aber s caleium, 30,92 Kalk und 48,79 VV.— Jodcalcium, Jodure de Cal- äure cium, Jodide of C., hydriodsaurer Kalk, Hydriodate de Chaur, den in vie H. of Lime, eine weilse, sehr zerfliefsliche Substanz, zersetzt sich A hiktor durchs Glühen in verschlofsnen Gefälsen nıcht, aber ın of[nen, indem p del Kalk zurückbleibt, Jod verdampft, besteht aus 14,25 Calc. und 85,75, Ws; Jod,— Cyancalcıum, blausaurer Kalk, zersetzt sich sehr leicht n VYEIDSEI U in der Win er; d 15 W schon an der Luft durch die Kohlensäure derselben.] Fluorealeium, Fluorure de Culeium, Fluoride of C., fluls- Re saurer Kalk, Hydrofluate de Chaur, H. of Lime, kommt sowohl ra" im Mineralreich als Flulsspath vor, im Yittrocererit, in einigen Mineral- Ei rl wassern als auch im Pflanzen- und Thierreich, im Schmelz der Zähne, lem es sein A in den Knochen. ut rehörige m hwillt dabei Der Flulsspath, Spath fluor, Fluor spar, krystallisirt in regel- gwasserleert I mälsieen Oktaödern, Würfeln, kommt auch derb vor, farblos, gelb- .n Juftdich grün(böhmischer Smaragd), veilchenblau, grau, von starkem Glasglanz, durchsichtig, bis durchscheinend, speeif, Gewicht 3,3 bis 3,09. Die oil Grafschaft Derbyshire in England ist wegen grolser Stücke. berühmt, welche in der Odingrube bei Castleton gebrochen und geschliffen wer- den; man findet aufserdem Flulsspath im böhmischen und sächsischen I Erzgebirge, am Harz, in Tyrol, der Schweitz, Schweden, Ungarn, Sibi- Dar rien etc, Der Flulsspath hat meist die Eigenschaft gepulvert bei selindem . 9” id 24 Zn= ar VER EEE An u Er EEE 420 Fluorcaleium, kohlens. Kalk. Erhitzen auf einem Metallblech mit violetten oder grünen Licht im Fin- stern zu phosphoreseiren, doch giebt es auch Flufsspath, welcher diese Eigenschaft nielit. besitzt. Bei.diesem Erhitzen verknistert, zerspringt er; ausgezeichnet schön phosphoreseirt der sibirische Flufsspath, Chloro- phan genannt, mit smaragdgrünem Licht, dieser leuchtet auch nach lem Bescheinen durchs Sonnenlicht. Der Flufsspath schmilzt in grölserer Hitze zu einem undurchsichti- gen Glas, leichter bei einem Zusatz von Gyps, Schwerspath; das glas- artige Produet ist heifs durchsichtig, wird aber beim Erkalten undurch- sichtig. Concentrirte‘Schwefelsäure zersetzt bei niedern Temperatur- sraden den gepulverten Flufsspath nicht, bildet eine dicke, zähe, durch- scheinende Masse, bei einer Erwärmung auf 40° hebt die Zersetzung an, wenn das Fluorealeium rein ist, Flufssäure wird gebildet und entwickelt, Weder Kali- noch Natronhydrat greifen Flufsspath an, aber kohlens. Alkalien in der Hitze; seine Zusammensetzung ist: 52,29 Calc. und 47,71 Fluor(74,35 Kalk, 25,65 Flufss.). Künstlich kann man durch Zersetzung des kohlens. Kalks mittelst reiner Flufssäure Fluorcaleium bereiten; ein weilses, körniges Pulver, geschmacklos, in Wasser äulserst wenig löslich. Man"bedient sich des Flulsspaths zur Darstellung der Flufssäure (Kiesel- und Borflufssäure) siehe oben Seite 271, als Zuschlag(beson- ders des dichten) zum Ausschmelzen von Kupfer-, Eisenerzen, woher auch der Name Flufsspath gekommen, indem derselbe den Schlacken- bildungsprozels befördert, und dadurch zum leichtern Fluls derselben beiträgt; zum Email auf eiserne Kochgeräthe, mit Gyps und Schwer- spath vermischt. Kohlensaurer Kalk, Carbonate de Chaux, C. of Lime, kommt ‘mn Mineralreich in ungeheuren Massen vor, mächtige Gebirgszüge bil- .dend; auch im Thierreich zeigt sich kohlens. Kalk nicht selten, beson- ders in den Muschel-, Schnecken-, Eier-, Krebsschalen ete. Dagegen scheint er in Pflanzen nicht vorzukommen, denn der in der Asche sich findende kohlens. Kalk dürfte aus pflanzensaurem Kalk durchs Einäschern entstanden sein. Der neutrale kohlensaure Kalk kommt theils krystallisirt als Kalk- spath und Arragonit vor, theils keystallinisch als weilser Marmor, theils derb als Kalkstein, und erdig als Kreide, Schaumkalk ete. Die Grund- form der so zahlreichen secundären Formen des Kalkspaths ist ein Rhombo&der von bestimmten Winkeln, die Grundform des Arragonits, welcher oft, aber nicht ‚immer, etwas kohlens. ‚Strontian enthält, ein Octaeder; specif. Gewicht 2,6 bis 7. Auf künstlichkem Weg hat man kohlens. Kalk noch nicht in Krystallen erhalten, wohl aber hat man sta- laktitenartige(tropfsteinartig gebildete) Massen aus Kalkwasser erhalten, Dont ‚udn(hlorkall fl as jinslich em! I : dl veschD ") Inehter N! ho Mn hildend,| nn end W: nt(hi rüber V les a 1 Kohlensäu yıl. Br bes airammled Kalk an „in, ei anderer ich ıteres au 1 1 Jnylt kohlensa ul I sehr I \ fl 5 If auleeiost,& zack bhlens, K I mer anch u Yrlmktein in Hö Ab tt sich auc Trkochen, e Im und Gla MA, kalkreiche \eselstein, v ebesteht aus tn so In W &ttaus den Kı itakılk von 2 a chtensen,» Su st, da das Yan kann sich "r kllenen, ve M Us feinen P bp allein, Ku beläls nicht & Üsteres wır Mkruste ih D; | Alt, Welche u “bıken der NIE‘ tier dich, Doppelt kohlens. Kalk, Pfannenstein. 424 nen Lil in hı al, Wed.+. B. in der Chlorkalkküpe bei der Kaättundruckerei, ganz so wie sie istert, zen, sich in Höhlen aus doppelt kohlens., in Wasser löslichen, Kalk erzeu- &} ANDI“... R Nulsal N gen. Der künstlich erzeugte kohlens. Kalk ist ein weilses, zartes Pul- y VUN:.> a.. eüchte a ver, geruch- und geschmacklos, in 16000 Theilen reinem Wasser, da um h{ En k a gegen viel leichter in koblensaurem Wasser löslich, in letzterm doppelt kohlens. Kalk bildend. Er giebt in heftiger Glühhitze die Kohlensäure nem undrelsil IND| s|| ab,(besonders wenn. Wasserdämpfe mit im Spiel sind) und wird nicht verspall; das alt Erkalten ni tod gebrannt(hierüber vergl. das vorn Seite 409 Gesagte). Wenn man “Kalten unda! 2; dem T gepulverten kohlens. Kalk in einen Tiegel einstampft und glüht, so giebt ( emperch< c© lcke, zähe, dur die Tersezuns er kaum die Kohlensäure aus, wohl aber, wenn er in losen Stücken eingelegt wird. Er besteht aus: 56,29 Kalk und 43,71 Kohlens. Legt a ınan gebrannten Kalk an die Luft, so wird ein Theil davon sich mit et und entwick jE an, aber kollen 29 Cale, und&7) n durch Zersehm Kohlensäure, ein anderer mit Wasser verbinden, und es entsteht beim Zerfallen desselben kohlens. Kalk+ Kalkhydrat; nur sehr langsam ver- wandelt sich letzteres auch in kohlens. Kalk. Doppelt kohlensaurer Kalk, Bicarbonate de Chaux, B. of Lime, findet sich sehr häufig in Mineral-, in Brunnenwassern(den har- ten Wassern) aufgelöst, aus denen sich beim Verdunsten der Koblen- säure neutraler kohlens. Kalk absetzt, wie z. B. der Sprudelstein in Carlsbad, welcher auch unter andern ein wenig kohlens, Strontian ent- hält, der Tropfstein in Höhlen(Baumanns-, Bielshöhle am Harz). (cum bereiten; serst wenig li ing der Flulur 5 Zuschlag,(he Eisenerzen, wi elbe den Schul Deshalb setzt sich auch aus den Soolwassern beim Gradiren, noch m Fb u mehr beim Verkochen, eine feste Kruste an den Pfannen ab, welche Gyps und Schr auch noch Gyps und Glaubersalz, Kochsalz enthält,— Pfannenstein—; ! aus den harten, kalkreichen Brunnenwassern beim Sieden der sogenannte C. of Lime, kun Topf- oder Kesselstein, welcher die Töpfe, Kessel der Dampfmaschinen e Gebirgeige| auskleidet, er besteht aus kohlen- und schwefels. Kalk(vergleiche vorn cht selten, vr Seite 103); eben so in Wasserleitungsröhren, namentlich in metallnen. len ete, Dan: 5=; [| Man entfernt aus den Kochgeräthen, Siedepfannen und Dampfmaschinen- in der Asche ä er ar;; a i kesselon den Kalk von Zeit zu Zeit dorchs Abklopfen N Ausbrechen mit } nehm e=:; 2 h 2 durchs Eins! eisernen Werkzeugen, was aber für die Haltbarkeit der Geräthe nicht vortheilhaft ıst, da das Metall, die Vernietungen dadurch angegriffen stallisirt als Kl werden; man kann sich auch wohl in einzelnen Fällen der schwachen er Marmor, Üt Salzsäure bedienen, vrelche den kohlens. Kalk auflöst, und den Gyps ete, Die[Kin in Form eines feinen Pulvers; scheidet,— besteht jedoch der Pfannen- ‚alkspaths NE stein aus Gyps allein, so. kann Salzsäure nichts nutzen,— aber nur wenn das Gefäfs nicht aus Eisen, sondern aus Kupfer, Blei oder irden n des Arragı vi; ne:. , bill Zeug, denn ersteres wird dadurch auch aufgelöst. Verhütet wird eine tian enWlal,; W hat D solche Kalkkruste in Dampfmaschinenkesseln durch Hinzuthun von Kar- n reg A toffeln, Malz, welche zu einer schleimigen Masse zerkochen, und das ‚u hat man!"& u ber hat 1 Zusammenbacken der sich aus der Flüssigkeit niederschlagenden Kalk- wasser erhilt theilchen zu einer dichten Kruste verhüten. Man findet dann blos einen a 13) 22717 7277ER NEEragGR En Sn hs AR Rus Kirmzer, 422 Pfannenstein, Kalkspath, Arragonit. Kirager Kal Kalkschlamm am Boden des Kessels, welcher abgelassen wird. Man i jr li a,\ bat auch die Bemerkung gemacht, dals schon vorhandne Krusten durch..jehst F „hp A Kartoffeln sich auflösen, Die Kalkkrusten sind schlechtere WVärmeleiter als das Metall, hiedurch wird nicht so schnell und so viel VVärmestoff un gi gl an die Flüssigkeit abgesetzt, als wären die Metallflächen rein; es kann Ad in dadurch der Uebelstand entstehen, dafs, wenn die Krusten dick, und he al das Wasser mit dem Metall nicht mehr in unmittelbare Berührung on fall Thei kommen kann, das’ Metall glühend wird und dann plötzlich, durch ı hide meist, sehr starke Ausdehnung des Metalls, die adhärirende Kruste reilst, und ht Anwend Wasser von niederer Temperatur mit glühendem Metall in Berührung ne Mr -®. ak len, Jet a tritt, wodurch eine so plötzliche Dampferzeugung erfolgt, dals Gefahr OB S.. yhık, ZU' wegen Sprengung emtrıtt. ie Um” aus WVasserleitungsröhren, namentlich metallnen, den Kalknie- ja Hjuale. derschlag zu entfernen und zu verhindern, hat man wollen das von Jiltr Kalkste Dauj. zuerst im Grolsen angewendete Princip der elektro- chemischen Inntin Vebergan Wirkung zweier Metalle in ihrer Berührung benutzen. Dumas rıeth, lan Man ı um in bleiernen Röhren Kalkkrusten zu vermeiden, stellenweis eiserne"inhlk, Grobka Pfropfen einzusetzen; dadurch werden aber nur die Pfropfen(der+ m BEN, elektr. Faktor) schnell oxydirt, in kohlens. Eisenoxydul, Oxydhydrat FR Lu verwandelt, während die erdigen Substanzen sich am Blei(dem— Eäe n au, ll ohne Ye elektr. Faktor) niederschlagen, ohne dafs das Blei oxydirt und gelöst wird.(Uerhaupt sind bleierne Röhren, um Trinkwasser zu leiten, ganz verwerflich, was schon die Römer wulsten!)]. sch desselben zu mÜhansseebau vn Drandmaner ra- und Natron tnlörmie bre als diesem K x beim Schm Einiges über das Vorkommen des kohlens. Kalks im Mineralreich und die technische Benutzung desselben. [ 1) Kalkspath, Doppelspath(Isländ. Krystall), Spatk calcaire, Cal- careous spath, erscheint in einer grofsen Mannigfaltigkeit von secun- dären Formen,(unter andern in 6seitigen Säulen, Doppelpyramiden) deren gemeinschaftliche Grundform ein bestimmtes Rhomboeder, theils farblos, durchsichtig, theils gelb, grau und anders gefärbt, von Glas- Aoheisens, und Perlmutterglanz, doppelter Strahlenbrechung, specif. Gewicht 23. mphischer Auch zeigt sich Kalkspath in stänglig-abgesonderten Stücken, tropf- farbe, brie steinartig; er erscheint in Felsarten aller Bildungszeiten des Erdkörpers.—' im Bruch Durchsichtige Krystalle von rhombischer Gestalt werden zu Versuchen über% moßse Zah] doppelte Strahlenbrechung, Polarisirung des Lichts, dichter Kalkspath zur nf Darstellung von Kalk und Kalkwasser im Kleinen angewendet, auch 3 ndet brennt man wohl, wenn sich derselbe in Masse findet, Kalk im Gro- Ungreich Ba fsen aus ihm,— Arragonit, krystallisirt in regelmälsigen Oktaödern, Yen von Neubı erscheint in nadelförmigen, spielsigen Krystallen, Textur blättrig, ins Nermanton in Strahlige, muschliger Bruch, durchsichtig, doppelte Strahlenbrechung, raphischen N farblos, grau- auch grünlichweils, lebhaft glasglänzend.— 2) Faser- Man Kay ee Sr- E"rapt, Kalk kalk, tropfsteinartig, korallen-, staudenförmug, derb, verschieden gefärbt; 5 wird nicht selten zu Schmucksachen verarbeitet.] Mollere Y TE Tito vo ak, anc, 7 mn nn rn en Ban WERE Er rap 77 REN BEZ Körniger, dichter Kalk, Lithograph. Stein. 423 lassen Wwı \ z er.; = Hy 3) Körniger Kalk, Urkalk(Kararischer Marmor), Calcaire ° Arüsten dr ae£ B a) es chtere ans primitif, Marbre salin, granular Lime-stone, von körnig- blättrigem ATEleter ge so viel Wi, Gefüge Arms] SR.».° A und anders gefärbt, gelleckt, vielfarbig(architektonischer Marmor), durch- bis ins höchst Feinkörnige; weils(Statuenmarmor), gelb, grau, chen tin:& kn Krusten dk scheinend, oft nur an den Kanten, zwischen Glas- und Perlmutterglanz. Itelbare Ben, Er zeichnet sich unter andern dadurch aus, dafs man in ihm keine Ver- in plötzlich, in steinerungen findet. Theils kommt er ungeschichtet vor, theils ge- © Ännse pas, u] schichtet, er bildet meist Lager im ältern Gebirge, im Ur- und Ueber- letll in Beil, gangsgebirge.— Anwendung zu Bildhauerarbeiten, architektonischen erlolst, dals Geh Werken, Zierrathen ete., zum Kalkbrennen, er liefert einen sehr schö- Be: nen fetten Kalk, zur Entwickelung von kohlensaurem Gas, Zu andern 1a in Kal chemischen Präparaten. in wollen das m 4) Dichter Kalkstein, Pierre calcaire compacte, compwet Lime- 1} elektro- chemisch R a i: 2: en= stone, kommt im Uebergangs- und Flötzgebirge in verschiednen Bil- zen, LUmMas rl E< ke ä ke fe dungsperioden vor. Man unterscheidet Uebergangskalk, Alpen- kalk, Jurakalk, Grobkalk, Muschelkalk, nach Verschiedenheit ihres Alters, Einlagerungen, Beimengungen. Derbe Masse, von splittri- stellenweis eisen: & ropfen(de+ oxsdul, Orrährtn (du gen ins flachmuschlige und ebne verlaufenden Bruch, grau ins gelbe, am Blei(den- | onpdirt und geh bläulich-grau, theils ohne Versteinerungen, theils enthält er solche in ımwaser zu lc reichlicher Menge; meist ungeschiehtet, aber auch mitunter geschichtet. \ Man bedient sich desselben als Baustein zu Fundamentmauern, zum . Wasserbau; zum Chausseebau ist er zu weich, eben so als Pflasterstein, Iks im Nnenlei noch weniger zu Brandmauern, nicht bei Kloaken und Viehställen, weil er zur Salpeter- und Natronerzeugung geneigt ist.—(Schwedische path enleait,(u Fliefsen, plattenförmig brechender rother und bläulicher Kalkstein.) altgkeit. von en—_ Man brennt aus diesem Kalkstein den meisten Kalk, man gebraucht ‚Doppelpane ihn als Zuschlag beim Schmelzen von Eisenerzen, beim Frischen des Ahombokde, phosphorhaltigen Roheisens, zum Kalken der Felder ete. ‚ gelärbt, von li spec, Gewicht 2 5) Lithographischer Stein, dichter Kalkstein, von licht- gelb- et und rauchgrauer Farbe, bricht in horizontalen Platten von verschiedner en Yluckel, N n des Erdkörpes= D zu Versuchen ih ichter Rap und Pflanzen. Man findet ihn im oder auf dem Gebiet des Jurakalk, namentlich im Königreich Baiern zu Solenhofen, im Landgericht Mon- Stärke, muschlig im Bruch, dicht und sehr gleichförmig im Gefüge. umschlielst eine grolse Zahl mannichfacher Versteinerungen von Thieren angewendel, ad ir. heim, 3 Stunden von Neuburg an der Donau. Neuerdings hat man in Bun. Frankreich zu Vermanton in Burgund, im Juragebirge bei Salins vor- Bern trefflichen lithographischen Stein gefunden, auch zu Damvant bei Prun- I re,. a n° ne r. je trat”). Der lithograph. Kalkstein muls von gleichem, teinen Korn sein, zend.- N) Faser she eh *) Eine gröfsere Liste von Fundörtern in Frankreich siehe in den Annales de Vinduser., franc, T, 3. p. 571. EEE TEE TEENS OR EEEEEEEETESSE E00 ERS WERT] U PN= Te u FR a 424 Kreide, Bergmilch, Süfswasserkalk. ohne Adern, Flecke, weiche Stellen; er darf von Stahlinstrumenten nur schwierig angegriffen werden. Der Gebrauch, den man von diesem Stein macht, wird schon durch den Namen angezeigt, aufserdem dient er auch zum Belegen» von Fulsböden. 6) Kreide, craire, chalk, Kalkmasse von theils fein- theils grober- digem Bruch, theils weich, locker, theils ziemlich hart, von weilser Farbe, ins gelbliehe und graue. Reine Kreide enthält nur kohlens. Kalk, ein wenig Thon, Eisenoxyd, nicht selten ist sie aber mergelig oder mit sehr feinkörnigem Quarzsand vermengt. Die Kreide enthält merk- würdige Versteinerungen, zeigt keine regelmälsige Sehichtung, wohl aber mächtige Bänke, enthält Lager von Feuerstein, meist in einzelnen Knollen, Thon und Mergel. Ihre Berge und Hügel ziehen sich in grofsen Strecken längs der Meeresküste der Niederungen des nördlichen europäi- schen Festlands, an der Nord- und Ostsee, oder in der Nähe dersel- ben. So auf Rügen, an den Küsten von Jütland, Seeland(Insel Möen), in England besonders in York-, Wilthshire, Sussex, in Frankreich in der Champagne.— Die Anwendung derselben ist vielfach und bedeu- tend; zum Kalkbrennen sehr gewöhnlich in England, die härtere als Baustein; zum Zeichnen, Schreiben, zum Anstrich, zum Versetzen des Bleiweilses, zum Grundiren von Pergament, Holz, welches vergoldet werden soll, zum Putzen metallner Gegenstände, zum Glassatz, zu Kitt; in der Chemie zu mancherlei Präparaten. Zu verschiednen Zwecken muls sie gereinigt, geschlemmt werden, [Fabriken für die Darstellung von Schlemmkreide sind in Berlin, Wien u. a. a. OÖ, in Frankreich zu Meudon,'Troyes, daher die Namen Blanc de Meudon, Bi. de Troyes, Bl. d’Espagne. Geschlemmte Kreide wird halbtrocken in Kuchen, kleine Cylinder geformt.— Bergmilch, Mondmilch, Lait de lune, Moölle de pierre, Agarie mindral, Rock- milk, derb, theils schwammartig., theils locker verbundne staubartige Theile, undurchsichtig, matt, gelblichweifs ins graue und röthliche, ma- ger anzufühlen. Ein kalkiger Niederschlag in‘Höhlen und Klüften des Flötzkalks, in Kalkıuff, Sandstein, findet sich ın VVürtemberg, Baiern, der Schweiz, Piemont,-England, Schweden, Nach einer Analyse von Fabroni enthielt dieselbe kiesels. Magnesıa, Thonerde, Kalkerde, Eisen- oxydul. Er Ichrte dieses Material zur Verfertigung schwimmender Steine, Drigues flottantes, anwenden, welche sich durch Leichtigkeit und schlechtes VVärmeleitungsvermögen auszeichnen, ein Ziegel von 7 Zoll Länge, 4% Breite, 1% Stärke wog 28% Loth, während ein gewöhnlicher Stein von gleichen Dimensionen 5 Pf 13% Lth wog. Sie sind im Feuer nicht schmelzbar(?). Schwimmende Steine waren den Alten bekannt.| Süfswasserkalk, Kieselkalk, Kalktuff, gehören einer spä- item Formation an, werden gleich den andern Kalkarten verwendet; „ji ut Sıln „Ihre|, man (udn zarablen Yenerde; MA ie lich Ic den Finful ‚sem Bak, si „, Jan gebrau untl Kalk gen !„ Tionbode l, anidln.— Ton, minlichg ie: san sieh ı, Jan wendet de In Arikel„Ziese anne des Mage kt N! WR, Kıllm vr, dm leften, vd it meist d ) Birke, Kt stels lat und Re tl üllerer un Iran Land. zy Klein, Le ill Ihmesia, bla Üisterreich urn Inverer Narıban, W I len, sic hr ul le ich, I \ N de er de Winde Nklden Verd YUWorden, ı taplisch Um, (Nude Yon Nat Sn De me Tee= Mergel, Dolomit. 425 ins Put»;\ S 5- Me u letzter dient zur Salpetergewinnung, wie oben Seite 326 gezeigt worden MAN Yan)= i x 2 S üie, ist.— Mergel, marne, marl, ein Gemeng von kohlens. Kalk, Thon allserden N..-...»= h 1 Uber de und Sand in variablen Verhältnissen, theils fest, verhärteter M., theils erdig, Mergelerde; man unterscheidet Kalkmergel, marne calcaire, [ hart, yon Wei thlt ame kahl her Mergelir ol In{heils Ehe, von weilser, gelblich weilser Farbe, erdigem Bruch, matt, zerblättert sich durch den Einflufs der Witterung, zerfällt, brennt sich zu einem guten magern Kalk, siehe vorn Seite 409, wird leicht in der Hitze tod- B gebrannt. Man gebraucht ihn theils zum Kalkbrennen, wodurch oft ein ie enthält net hydraulischer Kalk gewonnen wird, zum Mergeln der Felder von fetten, \ In| ai[3. r. hi hung, ill schweren Thonboden. Kalkmergel ist in der Mark Brandenburg nicht Meist in einzeln selten anzutreffen.— Thonm ergel, marne argileuse, mit vorwalten- en Sich in gro dem Thon, grünlichgrau, hellgrau, derb, auch erdig, besonders der rdlichen eunpil thonreiche; saugt sich an die Zunge an, riecht beim Anhauchen stark der Nähe dent. thonig. Man wendet denselben theils zum Ziegelstreichen an(siehe un- and(Insel Mi) ter dem Artikel„Ziegelbrennerei”), theils den derben zu Platten, zur in Frankreich h Verbesserung des magern Kalk- und Sandbodens.= San dmergel, Wach und beik, marne sableuse, Kalkmergel mit Sand innig gemengt, verhält sich wie , die härtere ıh dieser, findet im fetten, kalkreichen Thonboden nützliche Anwendung. um Versetzen dk Der Mergel ist meist deutlich geschichtet, bildet mehr oder minder welches verzli mächtige Bänke, ist stets stark zerklüftet, und wird dureh die Einwir- Glassatz, m Kt kung von Luft und Regen leicht zerstört; er kommt im Flötzgebirge, ohtednen Zweck als ein Glied älterer und neuerer Kalkformationen, nicht selten im aulf- geschwemmten Land zwischen Sand- und Thonschichten vor. Er geht et ie in diebten Kalkstein, Lehm, Sandstein über.— Dolomit, kohlens. Kalk ‚ daher dieNana mit kohlens. Magnesia, kommt im Urgebirge auf eignen Lagern vor, so oschlemmte Krc in England, Oesterreich, Tyrol, Baiern, kann zu Kalk gebrannt werden, — Bergnil jedoch etwas schwerer, und giebt einen brauchbaren Mörtel, besonders , Ru: für den Wasserbau, wie Versuche in England und Baiern gezeigt ha- undne staubuli ben. Man bedient sich auch des magnesiahaltigen Kalksteins zur Ge- ıd röthliche, nr und Klülten&& te mberg, Dale winnung von kohlens. und schwefels. Magnesia(siehe bei diesen wei- ter unten.) ner Analyse 1[Brard’s Verfahren die Güte der Kalksteine zu prüfen, ob sie vom Frost alkerde, Ei leiden oder nicht, nämlich mittelst einer gesättigten Auflösung von immender Sie Glaubersalz, siche in den V. d. G. 1829. S. 178. Chevallier hatymit Leichtigkeit U Salzsäure gesäuertes Wasser zum Reinigen vergrauter Marmorbekleidun- egel von hi gen, alter VVände empfohlen, allein dadurch entsteht salzsaurer Kalk, In gewöhnli wodurch die WVände, wenn sie nicht gut abgewaschen werden, leicht e sind im Fo feucht bleiben; verdünnte Schwefelsäure ist von andern dazu vorge- Alten ben schlagen worden. H eine ge Lithographisches Verfahren,. Die Kunst: auf Stein zu zeich- ‚oren EN“|= N. s N) S nd nen, wurde von Senefelder in München gegen Ende des vorigen Jahrhun- ten venmel 426 Li hog apt 1 hisches}"erfahren, Zeichne nkrei le, Tinte. derts erfunden. Die Möglichkeit auf diese WVeise Abdrücke machen zu können, beruht auf folgenden Punkten: es haftet auf dem Kalkstein die harzig-fettige Materie, mittelst we Icher man auf den Stein zeichnet, und nimmt“die Druckerschwärze an; alle übrigen Stellen des Steins, welche nicht bezeichnet, nehmen keine Schwärze an, indem sie mit Wasser genetzt sınd. Druckt man nun den mit Schwärze überfahrnen Stein auf Papier mittelst einer eigens konstru irten Presse ab, so erscheint ein Abdruck der Zeichnung.— Di Siäke werden in rechtwinklige [ub] © j Platten zersägt, die gröfsten sind 3 Fufs lang, 2 F. breit, die Stärke 20 bis 24 Linien, sie werden mit Sand und Wasser geschliffen(siehe oben Seite 38I). indem man einen über den andern sc leifend hin und her bewegt, welches am schicklichsten in grofsen Anstalten durch Ma- schinen geschieht.(Zu diesem Zweck sind auch in Frankreich mehrere X ausgeführt a Man schleift dann die Steine, nachdem sie aus dem Groben bearbeitet sind, mit grolsen Stücken Bimsstein und WVas- ser nach. Man unterscheidet zwei verschiedne Maniren des S Steindrucks, erhabne und vertiefte, erstere durchs Auftragen von fettig-harzigen Tinten, Kreiden, letztere durchs Stechen, Aetzen. Zum Zeichnen bedient man sich entweder der lithographischen Kreide, crayon litkographique oder der Tinte, encre litkogr. Die Masse dieser fettigen Substanzen mufs fest am Stein haften, und weder uch das Aetzen des Steins mit verdünnter Säure, noch während des Abdrucks sich vom Stein ab- lösen, sie muls einen solchen Grad von Consistenz haben, dafs sich selben dıe feinsten Linien ausführen lassen, ohne dafs sie we- =] =B Du v gen ni ligkeit brechen, noch wegen WVeichheit sich verschmieren. Es giebt sehr viele Vorschriften zur Verfertigung vun hthographischer Kreide: die Ingredienzien sind Wachs, Seife,(Talg, Wallrath, Schel- lack) Rufs. Z. B. weifses Wachs 4 Th., harte Talgseife, reinen Schellack von jedem 2 Th., Bufs 1 Tb.; oder trockne Wachs von jedem 6 Th., Rufs 1 Th. Aus die- zen und vereinigt wird, giefst man mittelst einer von der Form Zeichenstifte.— ıtl inte verfertig an - Wachs 16 Th., Schellac 2,\ sti: un Tale, harte Talz- En von jedem 6 Th., Rufs venetianis'erpenti= oder: hellack 150 Th., trockne sei ereinigt od dem 30 Th., Rufs 12. Die geschmolzne] inni: üschte Masse gielst man in Tafelform, und Die Tinte mulßs mit Wasser em nulsion geber h. sich fein zeribeilt mit VWVasser innig mengen, so dals sie zut aus de tahlfeder, Ziehfeder flielst. Man behan] int dem Pinsel auf. Man== h- nung gleich auf Stein fertigt uls damit beim Abdruck der Ge Tin rs Ueberdruckpapier, Aetzen. 427 Kbrück, Machen uf dem Kl a Stein Zac nannten Ueberdruckpapiers, papier autographique, eines eigens hen zugerichteten Papiers, auf welches man mit einer besondern Kreide oder inet ll, tellen des Stan, 1, Indem si IM Tinte zeichnet oder schreibt, und nachmals das Gezeichnete oder Ge- schriebne auf den Stein abdruckt, so dafs sich die Zeichnung von dem i Papier ablöst und auf den Stein übergeht. Zu dem Ende wird un- varze überf “almmen \ geleimtes Druckpapier mit Stärkekleister, welchem arabisches Gummi, e ad,$0 ersehen ’ Tscheint Alaun und eine Abkochung von Gelbbeeren, um dem Papier eine Farbe in rechtwink!: en En. 5 N ‚recht, zu geben, zugesetzt worden, heifs überstrichen, getrocknet und geprelst; reit, die SızL- ae r. 2°= 37 t, die Sk 120 Stärkemehl, 40 arab. Gummi, 20 Alaun. Eine andre Vorschrift li N lehrt auf 3% Th. Stärkemehl 1 Th. Gummi Gutti zu nehmen. eifend hin und alten durch Mh ankreich mehrere Man zeichnet oder schreibt auf dasselbe mit einer Kreide oder Tinte, welche weicher und fettiger ist, als diejenige, deren man sich unmit- telbar auf Stein bedient; trockne Seife, weilses Wachs, von jedem 100 nachden sie Aus Th., Schellack, Mastix, von jed. 50 Th., Hammeltalg, Rufs, v. j., 30 Th. stein und War Ist der Bogen bezeichnet, so wird er auf der Rückseite befeuchtet, und auf den bis zu 360 angewärmten Stein gelegt, mit Fliefspapier bedeckt, 1drucks,, erh einigemal geprelst, bis die Zeichnung sich gelöst und auf dem Stein harzıgen Ting sich befestigt hat. Das Papier klebt fest am Stein und wird durch nen bedient nu Wasser abgelöst.] Iithographim:, hören Subsaden Die Steine werden, nachdem sie bezeichnet, sei es nun direct, oder er des Sim indirect, mit sehr verdünnter Salpetersäure(100 Wasser, 1 Salpeter- ch vom Stein ab säure) geätzt,(acidulation) um der Kreide und der Tinte das Alkali zu haben, dils sl nehmen, wodurch die Masse fester und weniger in Wasser auflöslich hne dals se we wird, und die nicht bezeichneten Stellen von allem Steinstaub gereinigt, verschmiere, die Poren geöffnet werden, so dals sie Wasser einsaugen können. Nach 1 Jihographic dem Aetzen nimmt man mit Wasser das erzeugte Kalksalz hinweg, und Wallrathı, Sc Br präparirt den Stein mit Gummiwasser, welches sich in die Poren ein- Be ir zieht, und bewirkt, dafs die damit getränkten Stellen keine Schwärze TR annehmen. Nach Chevallier und Langlumd bereitet man eine Aetzflüs- Ben sigkeit aus 6 Loth geschmolznen: salzsauren Kalk, 19 Loth Regenwasser, ar deren man löst auf, filtrirt, und mischt den aus 4 Loth arabischen Gummi ge- verfertit ma fertigten Schleim darunter, und setzt zuletzt 1 Loth reine Salzsäure zu. ale, harte Ti}; Diese Flüssigkeit dient zugleich zum Aetzen, Gummiren, und erhält durch n 1. Th,; ode den salzsauren Kalk, den sie enthält, die Steine, in deren Poren sie e Soda von] sich einzieht,, stets feucht, was für den Druck sehr vortheilhaft ist, ernischte Nas Die Schwärze, deren man sich zum Abdruck bedient, ist ganz ana- N a: log der Buchdruckerschwärze, nämlich sehr dick eingekochtes Leinöl, d. h, sich juD der Spahlfeden a auch mil gt sie Aue! mit Ruls gemischt,(hiervon das Genauere unter Leinöl); man hat zwei- erlei, eine steifere und eine weniger dicke, erstere für Steine, die mit Kreide, letztere für Steine, welche mit Tinte bezeichnet sind. Das Br, Jeich” eine.>:: IL Auftragen der Schwärze geschieht mit Walzen wie in der Buchdrucke- 1an ‚escheben nu, wird, das 428 Lit hographisches Verfahren. rei, der Abdruck mittelst‘einer Presse eigner Einrichtung, auf ange- feuchtetes Papier.— Soll die Zeichnung von einem Stein ganz, oder theilweis weggeschafft werden,(effagage), so schleift man dieselbe im ersten Fall mit Sand ab, oder nimmt,-im zweiten, mittelst eines Scha- bers den Theil hinweg. Beide Verfahrungsweisen sind gleich unbe- quem, und letztere besonders deshalb, weil stellenweis der Stein ver- tieft wird und es schwer hält, die neue Zeichnung ganz in Ueberein- stimmung mit der verbliebnen zu bringen. Deshalb bedienen sich Che- vallier und Langlume einer Auflösung von Aetzkali in 3 Theilen Regen- wasser, welche sie sowohl auf den ganzen Stein, als auch blos stellen- weis auftragen, wodurch die fettig- harzige Masse aufgelöst wird. Auch bedient man sich des Terpentinöls zu gleichem Zweck. Durch diese Verfahrungsweise werden die Steine sehr geschont, welche durch das Abschleifen, welches viel mehr Zeit und mehrere Arbeiter erfordert, stark abgenulzt wurden. Oft tritt der Fall ein, dafs der Künstler retouchiren mufs, d. h. dies und jenes zufügen, verbessern. Ist aber der Stein schon mit Siure geätzt, gummirt, so würde sich die neu aufzutragende Kreide, Tinte mit der ihres Alkalis beraubten Kreide und Tinte, welche auf dem Stein haftet, nicht verbinden. Zu dem Ende suchten die genannten Männer die letztere wieder zu alkalisiren, und so fähig zu machen, frische Masse anzunehmen. Sie bereiteten eine Auflösung von 1 Theil Aetzkali in 63 Th. Wasser, und befeuchteten damit die Stelle, welche retouchirt werden soll; selbst die sehr conc. Auflösung von Kali ist hiezu mit Vorsicht an- wendbar, sie darf nur 2 bis 5 Minuten lang einwirken. Man spült dann die Flüssigkeit ab, läst trocknen und zeichnet das nöthige hinein, säuert mit gummihaltender verdünnter Säure, und druckt ab. Mittelst dieses Verfahrens ist es dem Steinzeichner möglich, eben so wie dem Kupfer- stecher, Probedrücke zu erhalten, um zu sehen, wie die Zeichnung ausfällt, was früher nur sehr schwierig möglich gemacht werden komte. Die vertiefte Manier wird folgendermalsen ausgeführt. Ein harter Stein wird mit Gummiwasser präparirt, dann mit Wasser abgewaschen, mit einer schwarzen oder rothen Farbe, die mit Gummiwasser bereitet, bestrichen, um die radirten Stellen erkennen zu können. Darauf wird mit einer Nadel oder Grabstichel die Zeichnung eingestochen, die Staub- theile mittelst trockner Pinsel weggenommen, und die vertieften Linien mit einer dünnen Druckerschwärze eingerieben, um die Farbe mit Was- ser abwischen zu können. Man bedient sich auch der Aetzmanier, wie beim Kupferstich, besonders bei Landkarten, um blos eingerilsne Zeich- nungen mittelst Scheidewasser in den Stein zu ätzen. Zu dem Ende mufs der Stein mit dem sogenannten Aelzgrund überzogen werden, ei- Jill fi, Br Ge elle MN) ei „Je cmach Den ln, de, an) Tolle ‚gilt, de ,_ Jin eine „Je Weise „it eine „um sie Sp I eimen CONS rund Bol Hirn der Zeil u, dm Siem m za ne, wele ren tl, DIT 4 Inilanın, Manuel vun saurer| 1üt0 SON schwe fi lt sıch ara Ärsallwa ılatt as 4TK, erlViser auf, Aklınt sich de uf, seine in vrhüten, y ülnschlage \nklanrer 19m, kommt; Allem or) lmdch, obse Ünenleeren, Matte di Ih path, Alydrit Ir YANtE HM an Nu, nt li mr een- REEESEERS BER Lithographie, schwefligs., schwefels. Kalk. 429 tung, anf an. ner aus Wachs, Harzen und Talg gemischten Masse. Man kann ver- Sein San, ol schiedne Töne erhalten, wie beim Aetzen in Kupfer, dafs man die Stel- Man diesel), Ih len, welche schwache Tinten geben sollen, nach kurzer Einwirkung der ttelst eines fi), Siure mit Deckgrund zudeckt, dann weiter ätzt, wodurch Mitteltöne er- nd gleich un, reicht werden, deckt, und zuletzt die tiefsten Töne durchs tiefere Aetzen 15 der Sin m. erzeugt. Nach Vollendung des Aetzens wird die Säure abgegossen, mit anz in Ueli. Wasser abgespühlt, der Aetzgrund und Deekgrund mit Terpentinöl'auf- dienen sich(he. gelöst.— Eine eigne Manier ist noch die Aquatinta auf Stein,«welche 9 Theilen Ro. auf verschiedne Weise ausgeführt wird; Lavis von Engelmann mittelst uch blos stellh. Tampons.— Ist eine Steinzeichnung nach geschehenem Abdruck aufzu- löst wird, Au bewahren, um sie später wieder zu benutzen, so wird die Zeichnung k, Durch dis mit einer eignen conservirenden Farbe,(enere de conservation), aus elche durch I Wachs, Talg und Rufs bestehend, eingerieben, oder aufgewalzt, um "beiter erforder em Erhärten der Zeichnung und daraus entstehender Sprödigkeit vor- zubeugen, der Stein mit einer cone. Auflösung von Gummi(und Zu- ren muß.(I ckerkand) genetzt, welehes ihn theils vor Staub schützt, theils selind schon mit Sin feucht erhält. Er muls an einem kühlen Ort aufbewahrt werden. BR[Al. Senefelder, vollständiges Lehrbuch der Steindruckerei, München 1818. he aufden dh Ato. Franz, Ausgabe, Tart de lithographie, Paris 1819.— Bregeaut, zenannten li Manuel de dessinateur et de’imprimeur lithographe, Paris 1827.— hen, fische I Engelmann, Manuel de dessinateur lithographe,?e edit., Paris 1824. ei] Aetzkıli nd) SchwefligsaurerKalk, Sulfite de Chaux,$. of Lime, wird durchs retouchirt werden Hineinleiten von schwefligsauren Gas in Kalkhydrat erhalten. Ein wei- (ses Pulver, löst sich in 800 Theilen WVasser auf, verwittert langsam, mit Vorsicht a- Man sl u verliert sein Krystallwasser, verwandelt sich an der Luft in schwefels. ‚an spuit dl ae Kalk, besteht aus 47 K. und 53 schwefl. S. Das saure Salz löst sich viel vie hinein, sit::.. R; ä C x leichter in Wasser auf, krystallisirt aus der Auflösung ın farblosen Säulen. . Nittelst ans SR as. Man bedient sich des neutralen Salzes wegen seiner Verwandtschaft dl Kun° a dem Kult:= A r Fre AEIE zum Sauerstoff, seiner‘ Umwandlung in Gyps, um die Gährung des e die Zeichn Mosts zu verhüten, wenn man Traubenzucker verfertigen will; auch it werden kant soll er das Umschlagen junger WVeine verhüten.] ihrt, Ein hatt Schwefelsaurer Kalk, Sulfate de Chaux,$. of Lime, Gyps, &ypse,&ypsum, kommt in der Natur vorzüglich im Mineralreich vor, des- gleichen in Wassern gelöst,(harte Wasser siehe S. 103); auch im PHlan- zen und Thierreich, obschon weit seltner. Man unterscheidet wasserhal- tenden und wasserleeren, letztern nennt man Anhydrit,(wasserleer) auch Muriacit, weil er stets das Steinsalz begleitet; erster wird im kıystallisir- ten Zustand Gypsspath, Marienglas,(Frauenglas, Fraueneis) genannt. Der Anhydrit.krystallisirt in‘geraden, rechtwinkligen Säulen, specif. Gewicht 2,7 bis 3,0, kommt auch strahlig und körnig vor, ‚weils ins graue, gelbe, röthliche, durchscheinend bis undurchsichtig, findet ser abgewasc N, wasser bereit on, Darul gi oehen, die Ni vertieften Jin Farbe it Ns Aetzmaniet,„ ingerilsne Jul Zu den Pat ‚on wende:" TEE TEE EEE BEER ESS BERN ESS TE Fe Eu EEE N ee 430 Gypsspath, Alabaster,; Gypsstein, Gypsbrennen. sich im Steinsalz- und Gypsgebirge, in Salzburg, Tyrol. zu Bex in der Schweiz.— Gypsspath, Selenite, krystallisirt in schiefen, rechtwin- kligen Säulen, farblos ins graue und gelbe, braune, zwischen Glas- und Perlmutterglanz, durchsichtig, specif. Gewicht 2,26. findet sich im Gyps- und Steinsalzgebirge, seltner auf Gängen, oft auch als ganz junges Ge- bild in verlafsnen Grubenzebäuden. in den ausgelaugten Alaunerzen (Freienwalde). Gyps kommt auch fasrig, schaumig. erdig vor, beson- ders aber: körnig, sowohl im Ur-, Uebergangs-, als älterm Flötzgebirge, Alabaster. Dieser ist feinkörnig. seltner klein- oder grobkörnig, ins schuppige oder blättrige übergehend, von weilser, gelblich-grauer, röth- licher Farbe. nicht selten gelleckt, gestreift, geadert; den ans Dichte angränzenden körnigen Gyps nennt man Gypsstein, pierre@ plätre. Er enthält mehrere Procent kohlens. Kalk, theils keine organischen Ue- berreste, theils in reichlicher Zahl aus dem Thier- und Pflanzenreich; er ist der Zerstörung sehr unterworfen, zerklüftet sich, bildet Schlotien, bedingt Erdfälle.— Thongyps, ein aus Gypsspath, körnigem und fas- rigem Gyps mit Thon gemengtes und innig verwachsnes Gestein, grau von Farbe, zerfällt sehr leicht an der Luft zu unreiner Gypserde, wel- che man oft gleich unter der Dammerde antrifft: er gehört dem Mu- schelkalk oder der Formation des bunten Sandsteins an. Der Gyps ist sehr weit verbreitet, und vielfach benutzt. Man be- dient sich desselben zu verschiednen Zwecken: Gypsspatb, in dünne Blättehen gespalten, als ein Stellvertreter von Glas. zum Putzen von Edelsteinen. Perlen. zum Gypsbrennen; der fasrige Gyps zum Brennen, auch gepulvert als Streusand; körniger Gyps— Alabaster— zu Vasen,. Uhrgehäusen, Verzierungen auf Holz, Tischplatten, Bildhauerarbeiten, nur müssen solche der Witterung nicht ausgesetzt werden, indem er sich auflöst: er ist leicht zu behauen,. weich. nimmt aber schwie- riger Politur an. Am meisten bedient man sich des Gypssieins zum Brennen, um gebrannten Gyps,(Sparkalk), Gypse euit, Platre(de Pa- ris), Plaster of Paris, boiled plaster, zu verfertigen, wovon gleich mehr; auch wird roher, so wie noch mehr gebrannter, Gyps als Dün- ger auf Wiesen, Kleefeldern angewendet.— Gyps wird auch in der technischen Chemie‘,‘unter andern zur Darstellung von schwefels. Am- moniak aus dem kohlens. Ammoniak, bei der Fabrikation des Sal- miaks, angewendet. Die Gypssteine werden entweder mit Holz geschichtet in Meilern gebrannt, oder in Haufen, indem man die grölsten Stücke zu einer Feuergasse zusammenstellt, die kleinern daneben und darauf schüttet, und‘mit Holz anfeuert; oder in niedrigen Schachtöfer, mit triehterför- mig gestaltetem, nach unten verjüngtem Schacht, mit Steinkohlen a Brennen des Gypses, Eigenschaft d. gebrannt. Gypses. A514 abe), schichtenweis aufgegeben. Bei uns bedient man sich eigner Oefen, ef, me, nach Art der Backöfen eingerichtet; man heitzt sie mit Holz mä- ischen Gl[sig an, wie jene, zieht die Brände heraus und bringt den Gypsstein etc, hinein, breitet ihn auf der Sohle des Ofens aus, vermauert das Mund- UN Junges(5 loch. Die Operation des Brennens erfordert viele Aufmerksamkeit, weil en Almen durch eine zu starke Hitze der Gyps tod gebrannt wird, d. h. nicht al- rip vor, hy lein sein Krystallwasser verliert, welches der Zweck des Brennens ist, m Plötzgehin. sondern anfängt zusammenzusintern, wodurch er dann mit Wasser an- grobkönig, in gemengt sich nicht mehr löscht, erhärtet. Die nöthige Temperatur ist ich grauer, till ungefähr höchstens 120°; das Brennen muls gleichmälsig geschehen. den ans Dicht Umgekehrt kann er aber auch zu wenig gebrannt sein, dann enthält er pierre& plüh noch Wasser, und saugt daher mit Wasser befeuchtet nur wenig ein, organischen| erhärtet nicht gleichförmig. Nach dem Brennen wird der Gyps gemah- d Pflanzenreich len, zu welchem Ende man an einer vertikalen Welle zwei vertikale bildet Schhtin Mühlsteine so befestigt, dafs dieselben beim Umdrehen der.erstern in mizem und Is einer Kreisbahn umherlaufen, und auf der Steinsohle den ausgebreiteten s Gestein, gebrannten Gyps zerkleinern; auch hat man Mühlen nach Art der Ge- Gypserde, wi treidemühlen, Quetschwalzen ete. Darauf wird der Gyps gesiebt und rehört den Ih in Fässer geschlagen, welche wohl vor der Nässe geschützt werden müs- . sen. auch darf er nicht der Luft ausgesetzt werden, weil er\WVasser- enutzt, Man I dampf aus derselben anzieht. spath, in din Der Gypsspath ist farblos, durchsichtig, der künstlich dargestellte um Putzen m Gyps ist weils und undurchsichtig, kann aber auch krystallisirt werden; er besitzt einen sehr wenig ausgezeichneten, faden Geschmack, indem er wenig löslich ist, er erfordert 460 Theile Wasser, gleich ob es kalt oder siedend heifs ist, in Alkohol ist er unlöslich; er besteht aus: 32,9K., 46,3 Schwefels. und 20,8 W. Letzteres wird ihm durchs Brennen ent- zogen, wodurch seine Verwandtschaft zum Wasser so gesteigert wird, dafs derselbe, mit Wasser zu einem Brei angerührt, sich erhitzt, Was- ser bindet, und unter Vergröfserung seines Volums erhärtet; dies kommt s zum Diem op— zu Var, Idhawerarbeilt, len, inden# aber schri zypssteins zu Plätre(der orale davon her, dals eine unzählige Menge kleinster Krystallkörner sich bil- Gyps al Dir det. Je frischer guter Gyps ist, desto kräftiger und schneller bindet er, 1 auch in de chwefels. Au ‚tion des Su ist er aber schon etwas alt,‘so bindet er langsamer, hat dann etwas WVas- ser angezogen. In höhern Hitzgraden verliert der Gyps diese ausgezeich- nete Verwandtschaft zum Wasser,(perdre son amour sagt der Fran- zos), und. schmilzt endlich selbst zu einer undurchsichtigen, weilsen, emailartigen Substanz. Er löst sich in cone. Schwefelsäure nicht auf, wird: durch glühende Kohlen in Schwefelealeium verwandelt,(siehe oben Seite 417, weshalb auch das Brennen zwischen Kohlen oder Holz keinen guten reinen Gyps liefern kann), welches beim Befeuchten mit Wasser einen Geruch nach faulen Eiern entbindet und gelblich wird, htet in Meilen ücke zu ei Jarauf schül nit triehtefi it Steinknhle EL Bee EEE 1). EDEN ESSEN LEE 1 Fe be FREE nr 432. d. gebrannt, Gypses, Gypsmarmor, Estrich. durch allmähliges Ausscheiden von Schwefel.(Dies zeigt sich mitunter an gegypsten Wänden). Der gebrannte Gyps findet Anwendung hauptsächlich zu baulichen Zwecken, aber auch zur Darstellung von Gegenständen der bildenden Künste. Gypsmörtel, aus 2 Raumtheilen gebrannten Gyps und 1 Rmthl. Wasser; es ist nöthig, gleich beim Zusammenrühren das rechte Maals des Wassers gegen den Gyps zu treffen, so dals man weder Gyps noch Wasser hinzuzuthun nöthig hat. Dieser Mörtel mufs sogleich verbraucht werden, man darf nicht mehr fertigen, als man schnell verarbeiten kann. Wo der Gyps wohlteil ist, bedient man sich des Gypsmörtels um die innern Wände der Gebäude damit aufzuführen, besonders wird er bei Gewölben, die der Nässe nicht ausgesetzt sind(Kirchengewölben), als Mörtel angewendet. Man braucht ihn zum Abputz berohrter Decken, Wände, zu Gesimsen, zum Ausputz der Fugen. An feuchten Orten ver- liert: Gypsmörtel die bindende Kraft, daher taugt er nicht zum Ausstrei- chen der Fugen zwischen Dachziegeln, Hohlziegeln ete., zum Vergiefsen von Fugen zwischen Werksteinen an Treppen, Balkons, da er binnen wenigen Jahren aufweicht, Man bedient sich auch einer Vermischung von gelöschten Kalk, Gyps und feinem Sand, mit Wasser zum Mörtel angemacht, um Verzierungen damit auszuführen; die Masse erhärtet lang- samer, als reiner Gypsmörtel, deshalb läfst sie sich bequemer, als blo- fser Gypsteig, ausarbeiten, formen. Die daraus zu bildenden Verzierun- gen werden auf den Kalkanwurf der Zimmer aufgetragen, überweilst, oder bemalt.— Gypsmarmor, Stuck, stuc, stucco, eine aus gebr. Gyps und Leimwasser gebildete Masse, theils ungefärbt, theil mit ver- schiednen Pigmenten gemengt. Die Masse wird nach dem Erhärten mit Sand- und Bimsstein, mit Tripel und Schleifstein geschliffen. Soll die Stuckaturarbeit dem vielfarbigen Marmor gleichen, so werden verschie- den gefärbte Massen einzeln gefertigt, und dann untereinander gemengt.— Gypsestrich, aus Gypsmörtel gegofsne Fulsböden, bei uns nicht mehr üblich, wohl aber in Frankreich, Italien. Um mittelst Gyps Büsten, Statuen, Vasen ete. zu gielsen, bedient man sich des feinsten, aus Gypsspath, oder dem besten Gypsstein, kör- nigem Gyps, vorsichtig gebrannten Gypses. Im Kleinen macht man dies also: man thut den gepulverten rohen Gyps in einen Kessel, und setzt diesen über Feuer, so fängt der Gyps an sich zu bewegen, als wäre es Wasser, welches siedet; er verliert das Wasser, und kommt durch des- sen entweichende Dämpfe in jene wallende Bewegung. So wie diese Bewegung aufhört, hat der Gyps seine Gaare. [Schwefelsaurer Kalk mit Fluorcalctum zusammengeschmolzen giebt eine weilse, emailartige’ Masse, die man auch zum Emailiren gulseiserner Koch- Ph ale anwent I utrales Da) in ser vor, M | sh DAOSD h Passt ‚uliliches Pal ud 2190\ a Pu m Tee ng y Estrich Phosphors. Kalk, Knochenasche. 433 ee} sie]\ Sim Kochgeschirre anwendet. Man gebraucht den Gyps endlich auch noch lich zu hal) als Zusatz zur Porzellanerde bei Anfertigung von Porzellanmasse, um Allichen len der ill durch das Schmelzen in der Gluth des Brennofens das WVeichwerden, Jeden die angehende Schmelzung der Masse zu veranlassen, da sonst die Por- N Ya ii zellanerde feuerfest ist. Auch zur Glasurmasse wird Gyps zugesetzt; das renlıe J(siche beim„Porzellan.”)— Schwefels. Kalk+ schwefels. Natron, Weder Gy Glauberit, Brongniartit, in Steinsalzmassen in Spanien. Opleich verhray Phosphorsaurer Kalk, Phosphate de Chaux, P. of Lime, Verarbeiten kam kommt als neutrales Salz in einigen Mineralwassern aufgelöst in kohlen- Psmörtels um di saurem Wasser vor; man stellt denselben durch Präcipitation von Chlor- ders wird er hi caleium durch phosphors. Natron dar. Ein krystallinisch-körniges, in Wasser unlösliches Pulver, geschmacklos, besteht aus: 34,66 K., 43,44 Phosphors. und 21,90 WV.] engewälben), erohrter Deck, neliten Orten yo. | Basisch phosphorsaurer Kalk, a) in den Knochen, Kno- cht zum Aus chenerde, Knochenasche, Cendres d’os, Caleined bones,(gebranntes „zum Verzehn Hirschhorn, corne de cerf calcine, burnt harts-horn). Dieser phosphors.' a; da en bin Kalk bildet einen Hauptbestandtheil der Knochen des Thierreichs, kommt m Vernishn aber auch in andern flüssigen und festen Theilen des thierischen Orga- asser zum Ni nismus vor, im Harn, dem Eiweils, der Milch ete. Endlich auch, ob- lasse erhärte In schon sehr selten, als Phosphorit im Mineralreich. Dequemer, ab I Aus den Knochen gewinnt man den phosphors. Kalk durchs Caleini- denden Verzin: ren, indem dadurch alle brennbaren Theile zerstört werden. Die Knochen ragen, überveli, behalten dabei ihre Gestalt, werden aber beträchtlich leichter,(um CO, eine ans gt, etwa 372), mürb; die Knochenasche ist aber nicht reiner phosphors. bt, theil nit we Kalk, sondern untermengt mit kohlens. Kalk, Fluorealeium, phosphors. dem Exhirnn! Magnesia, köhlens. Natron; Knochenasche von Menschenknochen- enthält »hliffen, Soll dk 81,9% phosphors. Kalk.— Will man die Knochenasche reinigen, so löst werden ver man sie in Salzsäure auf, und schlägt durch Ammoniak nieder, wodurch ander gemagt- das Kalksalz rein niederlällt. ; uns nicht nl Eine grauweifse, pulvrige Masse, das frisch gefällte ist gallertartig, und trocknet zu harten Klumpen ein, geruch- und geschmacklos, in gielsen, bedinl Wasser unlöslich, löst sich dagegen sehr leicht in Salz- und Salpeter- \ Gypostin, It säure, Phosphorsäure auf, indem sich ein saures Salz bildet, welches macht ma d# leicht löslich ist; phosphoreseirt in der Wärme, schmilzt in der Hitze esse), und st zu einer porzellanartigen Masse. Er besteht aus: 51,68 K. und 48,32 zen, als wirt® Phosphors. ommt durch d6 Man bedient sich der Knochenasche( weilsgebranntes Elfenbein oft l So we die? genannt), zum Putzen von Messing, zu Zahnpulver, zur Bereitung, der Kapellen, auf denen man Silber unter der Muffel des Probirofens ab- BR" Br treibt, Aus Knochenasche und'verdünnter Schwefelsäure verfertigt man i: guen® sauren phosphors. Kalk,(unreine Phosphorsäure, siehe vorn Seite 190), iren In L. 98 434 Apatit, saur. phosphors., boraxs., chlorigs. Kalk. aus diesem den Phosphor. Man setzt Knochenasche dem Glas zu, um Milchglas, und der Porzellanmasse, um durchscheinende Waare zu ver- fertigen, englisches Fritteporzellan. [| b) Apatit, Spargelstein, krystallisirt ın sechsseitigen Säulen, von grü- ner und blauer Farbe, durchscheinend, specif. Gewicht 3,0 bis 3,3 be- steht aus 54,48 K. und 45,52 Phosphors.— Er enthält nicht selten Chlorcaleium, phosphorescirt auf glühenden Kohlen.] Saurer phosphorsaurer Kalk, Biphosphate de Chaux, B. of Lime, durchs Auflösen des neutralen oder basischen in irgend einer starken Mineralsäure; krystallisivt in blättrigen Krystallen, wird leicht feucht, zerfliefst, schmeckt sehr sauer, löst sich leicht in Wasser zu einer syrupartigen Flüssigkeit,(Alkohol zieht die freie Phosphorsäure aus, ein neutrales Salz hinterlassend), schmilzt in der Rothglühhitze und erstarrt zu einem halbdurchsichtigen, farblosen Glas, besteht aus: 34,73 K. und 65,27 Phosphors. Dient zur Darstellung des Phosphors, zur Ge- winnung reiner Phosphorsäure. [Boraxsaurer Kalk, Borate de Chaux, B. of Lime, wnlöslich ın Wasser, schmilzt in der Hitze zu einer glasartigen Masse, besteht aus: 29 K. und 71 Bors. Mit kiesels. Kalk und Wasser verbunden ım Da- tolıth und Botryolith.] Chlorigsaurer Kalk, Chlorite de Chaux, C. of Lime, Chlor- kalk, Chlorure de C., Chloride of L., oxydirt salzs. Kalk, Mu- riate de Chaux oxygend, Oxymuriate of L., Bleichpulver, Bleaching powder of Mr. Tennant, welcher denselben 1798 bei Glasgow verler- tigte, und beim Bleichen der Baumwollenzeuge anwenden lehrte; seine Fabrik ist eine der gröfsten, in welchen dieses Präparat verlertigt wird, er verbraucht täglich dazu 400 Centner Kalk, und 1200 Ctnr. Steinkoh- len zur Feuerung der Chlorentbindungsöfen. Man unterscheidet rücksichtlich der verschiednen Anfertigung und Beschaffenheit trocknen Chlorkalk(Bleichpulver) von dem flüssig dargestellten Präparat; erstern bereitet man zum Verkauf, letztern da- gegen nur zum Selbstgebrauch. Zur Darstellung des. trocknen Chlorkalks bedarf man einer Kammer, in welcher Kalkhydrat ausgebreitet mit dem Chlor in Berührung gehracht wird; sie-wird aus guten Werksteinen ge- baut, z. B. 30 Fuls lang, 20 F. breit, 6 oder 12 F. hoch, die Fugen mit Harzkitt,(aus Pech, Harz und Gyps zu gleichen Theilen) verstri- chen. An dem einen Ende ist eine hölzerne Thür, welche luftdicht ver- klebt werden kann, so wie in der Decke ein oder zwei grolse Oeflnun- gen, welche mittelst eines Wasserverschlusses luftdicht verschlossen wer- den können; sie dienen die Kammer zu lüften, wenn die Thür geöffnet de Kammer ‚einen gel ul gs, IN ] im Inge| N)| Ai) seleitel N [ipuerd hiher al met ing zuren könn ihr, Bier I aber auch ı Ih Y sureerich 11 n Ä mecaes 8 2 das Chlor a Meint wor kiztereg h s Ohlorenlı N Präparat "albemahr ‘one Chlorka iD nach ı RR daran ver ] N der Ire in, wel] N Dırch l ind I uem A, und die ( u—— nn Nr= rn u ir eg 16, Kal Chlorigs. Kalk, truckner. 435 dem Ola u\ ande IV| ist. Ist die Kammer niedrig gebaut, so breitet man eine Schicht zu “an Pulver zerfallnen gelöschten Kalk von 3 bis 4 Zoll Höhe auf dem Bo- | Jen derselben aus, und rührt ihn mittelst hölzerner Rechen, deren aheh.. ; Siulen, vn; rere an den langen Seitenwänden angebracht und durch mit Kalk gefüllte ee I a Stopfbüchsen geleitet sind, von Zeit zu Zeit durcheinander’). Sind aber eNLnAlE mc n,] N die Kammern höher angelegt, so bringt man im Innern derselben Gerü- ste an, in welche, in geringen Zwischenräumen übereinander, Bretter ein- te de Chaus, R geschoben werden können, auf welchen der zerfallne gelöschte Kalk aus- hen In irgend ei gebreitet liegt. Hier können natürlich keine Rechen angebracht werden, tullen, wird wofür man aber auch die Schichten minder hoch macht. icht in Wasser In die so vorgerichteten Kammern, combination rooms, leitet man [reje Plosplun das Chlorgas, welches sorgfältig entbunden(und gewaschen worden), an- r Rothelühlite fangs in gröfserer Menge, später, wenn die Absorption durch den Kalk sich besteht an: 3; vermindert, in geringerer Menge; das Gas tritt in der Decke der Kam- Phosphor, nr; mern ein, damit es sich niedersenke. Nach Tennant’s Verfahren sind 2 Tage(48 Stunden) Einwirkung hinlänglich, um den Chlorkalk zu ferti- gen, nach einem andern Verfahren, um möglichst wenig Chlor zu ver- Lime, unlöslıd Tale:| Masse, bestelt ı or verbunden ım) lieren, bringt man gleichzeitig auf den Brettern, theils halbfertigen Chlor- kalk, theils Kalkhydrat in die Kammer, und lälst 2 Tage lang Chlor- gas einströmen, worauf man lüftet, das fertige Präparat gegen Kalkhy- drat vertauscht, wieder 2 Tage operirt und so fortlährt.— Jede Erwär- >. of Line, Oil mung des Präparats ist möglichst zu vermeiden.— Man rechnet, dals salzs, Kalk, ein Centner Salz 15 Ctnr. Chlorkalk zum wenigsten liefern kann, ıpulver, Blac, Erklärung. Der Kalk verschluckt im trocknen, wasserleeren Zustand hei Glasgow vet kein Chlor, weshalb aller Kalk nothwendig als Hydrat angewendet wer- enden lehrte; si den muls; durch das Chlor wird, wie bereits vorn Seite 321 beim chlo- arat verfertigt wi rigsauren Kali gezeigt worden ist, theils chlorigs. Kalk, theils Chloreal- 200 Ctnr, Stein cium gebildet, letzteres tritt mit einem Antheil Kalk in Verbindung, und bildet basisches Chlorcaleium,(bas. salzs. Kalk); chlors. Kalk bildet en Anfertigung ı sich nicht. Das Präparat mufs in luftdichten Gefälsen, an kühlen und von dem Hisst“ dunkeln Orten aufbewahrt werden. orkauf, Jetzt d Der trockne Chlorkalk ist ein weilses Pulver, von einem eignen trocknen Chlnkl schwachen Geruch nach chloriger Säure,(riecht nieht nach Chlor, son- usgebreitet nit dt dern bestimmt davon verschieden), zieht an der Luft allmählig kohlens on Werksteinn Gas an, wodurch der freie Kalk in kohlens. Kalk sich umbildet, Chlor- “Joch, die[Wr caleium frei wird, weshalb auch Wasser angezogen, das Präparat feucht n Theilen) ver" wird, zerfliefst, Durch die Einwirkung der Kohlensäure wird aber auch elche Iufielt* Chlor entbunden, indem sich dieselbe mit der Kalkerde im chlorigs. ei grofse be Kalk verbindet, und die chlorige Säure ihren Sauerstoif an das Caleinm verschlos"" dir Th öl*) Siehe eine Abbildung in den V. d. G. 1828. S. 215. 28° EEE TEE HE EEE Ban ES TERE WEEZE RSS 7 BERG ZEERELEETT U ZERATTED CHE 436 Chlorigs. Kalk, trockner, flüssiger. des Chlorecale, abtritt, wodurch sowohl aus der chlorigen Säure, als aus dem Chloreale. Chlor sich entwickeln mufs, indem die Kohlens. an den Kalk tritt, doppelt kohlens. K. bildend. Uebergielst man das Präparat mit Wasser, so löst sich der chlorigs. K., das Chlorcale., auch ein we- nig Kalk auf, und Kalkhydrat bleibt in ziemlicher Menge ungelöst zu- rück; der Niederschlag ist desto beträchtlicher, je unvollkommner die Bereitung war, je mehr unveränderter Kalk der Wirkung des Chlors sich entzog. Zwr möglichst gesättigten Auflösung sind 10 Theile Wasser von der mittlern Temperatur(20°) erforderlich. Wird auf das Präpa- rat eine Säure in genugsamer Menge geschüttet, um eine vollkommne Zersetzung zu bedingen, so enlbindet sich Chlor, indem derselbe Pro- zefs eintritt, nur weit rascher, als durch die Kohlensäure der Atmosphäre; wird dagegen nur in kleinen Portionen Säure zu einer Auflösung des Chlorkalks hinzugefügt, wodurch nur ein Theil Kalk vom chlorigs. Kalk gebunden wird, so erzeugt sich saurer chlorigs. Kalk, von beträchtlich stärkerer bleichender Kraft.— Der chlorigs. Kalk besteht aus: 33,4 Kalk und 66,6 chloriger Säure. Setzt man die Auflösung des trocknen Chlorkalks dem Tageslicht aus, so entbindet sich allmählig Sauerstoffgas, eben so auch durchs Er- hitzen, Sieden, auch in Berührung mit organischen Körpern, wenn es bleichend wirkt. Hiebei verwandelt sich der chlorigs. Kalk in Chlor- caleium. Beim Sieden entsteht auch noch ein wenig chlors. K. [Wird gut bereitetes Bleichpulver in einer Retorte trocken mäfsıg erwärmt, so entweicht Chlorgas, zuletzt auch etwas Sauerstollgas, Chloroxy- dulgas, und es bleibt dann chlors. K., Chlorcale. und Kalkhydrat zu- rück. Der chlorigs. K. geht nämlich unter Entbindung von Chlorgas ın chlors. Kalk über, welcher bei zunehmender Wärme auch Sauerstoff- gas(Chloroxydulgas) entbindet. Der erhitzte Mückstand bleicht nicht mehr. Wenn man dagegen die klare Auflösung mit Ausschlufs des Tageslichts im luftverdünnten Raum abdunstet, so krystallisirt ein Salz, welches die Eigenschaft zu bleichen besitzt.] Der trockne Chlorkalk läfst sich in gut verschlofs nen Gefälsen län- gere Zeit ohne Entmischung aufbewahren, transportiren, eignet sich da- her zum Debit. Nach Versuchen, die in Mühlhausen ang estellt wurden, ist die concentrirteste Auflösung des besten trocknen Chlo.rkalks von ei- ner Dichtigkeit= 16,5° B.(1,128), und entfärbt 300 Volu'm einer In- digauflösung won+50 Indigo. Zur Gewinnung des Nüssigen Präparats bedient man sieht eines auf Tafel II. Fig. 19 abgebildeten Apparats. Man leitet in dünne.Kalkmilch einen langsamen Strom von Chlorgas, damit kein salzsaures G.1s unzer- setzt mil übergehe, und rührt die Flüssigkeit beständig um. 1liedurch hr ch sc ne (Hal sich „is ajichl ce ds Ü Ä nd er chen vl, Ds Un ‚tgl Jucl nn, modul| n heart wird il apbringt je Flüssieke ‚mDeikel d a venge Iol 1{la Jeich hi ul, erg | es steh Til der Pro hl al auch ini rhlich öchste] {kV Eine vol YamR.: kr So m adet wer in le Lalt, N indet siel ttsich d; (re Sleinsal SIR) mit tin Kon MA, Mr ein !huaküp ‚| Inkl, Man m; Nam | | ET TER Tee Terre Erreger ERN FT EIERN T, Chloriss. Kalk, flüssiger. 497 ös Sun,; bildet sich mehr chlorigs. K., als auf trocknem Weg, indem kein basi- die Kohlen sches Chlorcale. sich erzeugt, sondern blos neutrales; eine Spur chlors. © man das Pi Kalk entsteht gleichfalls, und zwar desto mehr, je dicker die Kalkmilch ale, auch dh ist, je rascher das Chlor eintritt, und je höher dadurch die Tempera- Nenze une tur während der chemischen Aufeinanderwirkung des Chlors und Kalks unvollkommner erhöht wird. Das Umrühren hat endlich auch noch den Zweck, dafs die Virkung des noch nicht mit Chlor vereinten Kalktheile in stete Berührung mit demsel- I 10 Theile W, ben kommen, wodurch gleichfalls der Erzeugung von chlors. Kalk mög- ird auf das Din lichst vorgebeugt wird. Die Abbildung zeigt wie man die Rührvorrich- 1 eine vollkonı tung Juftdieht anbringt, nemlich durch eine oben verschlolsne, unten den derselbe Pı offne, in die Flüssigkeit eingetauchte Röhre 9, 95 welche durch den fest te der Atnoslin aufgekitteten Deckel des Fasses durchgeht. Die Chlorentwickelungsröhre ner Auflisıne d taucht nur wenige Zoll tief ein, um jede unnöthige Spannung des Ga- vom ehlories, Ri; ses, und dadurch leicht eintretende Undichtheit des Entbindungsapparats, zu vermeiden,(vergleiche vorn Seite 197 wo die ausführliche Beschrei- bung des Apparats steht). Statt, eines Fasses bedient man sich auch so- wohl senkrechter, als liegender Behälter aus Sandstein, deren Fugen mit , von betrichl! bestelit aus; 3 ks dem Tora Harzkitt ausgestrichen sind; in leiziern bewegt sich eine horizontale rk Rührwelle, und das Ganze ist mit einem hölzernen halbrunden Deckel, es der in einen Falz des steinernen Trogs palst, verschlossen.) Kl in Cr Während der Prozefs fortschreitet, wird sowohl die Temperatur Alk der Flüssigkeit, als auch die Dichtigkeit derselben allmählig erhöht. Nach Versuchen ist es räthlich, die Temperatur nicht über 30° bis 35° steigen er Be& zu lassen; die höchste Dichtigkeit ist gleich 95° B. oder 1,07(nach andern En 1.097 bei 20°). Eine völlig gesättigte Flüssigkeit von 94° B. entlärbt ein a 175mal und von 9° B. ein 163mal gröfseres Volum einer Indigoauflösung ach Saum von zoo Indig. So wie das Präparat fertig ist, muls es auch zum Ge- brauch verwendet werden, denn es zersetzt sich unaufhaltsam durch die mit. Aussehluls di Kohlensäure der Luft, es bildet sich eine Haut von kohlens. Kalk, und evstallisirt ein Sal Chlorgas entbindet sich; aber auch in einem von der Luft abgeschlolsnen tand bleicht nal Apparat zersetzt sich das flüssige Präparat, Sauerslolfgas entbindend. Aus einem Centner Steinsalz gewinnt man 20% Kubikfufs flüssigen Chlorkalk von 3° B.(1,021), mit welchen 1200 Stück Kattune, zu 4% Pf. schwer, sebleicht werden können. Nach Versuchen, die im Mühlhausen ange- se nen Gefilen it n, eine sich dr an? osfe]lt wurden Yhlo kalls von el stellt wurden, war eine Auflösung von guten trocknen Chlorkalk ebenso a gut zur Ertlärbungsküpe brauchbar, als anderer auf nassem Weg dar "jun eier HH\. Volu gestellter Chlorkalk. [| Prüfung der Stärke des Chlorkalks.. Schon oben Seite 201 ist gelehrt 1 siel ons Al: er.> r r Kl worden, wie man nach Descroizilles Angabe mittelst eıner Indigoauf unne„8 - 16 ie"= es 6:3!*) V..d,G. 1828. s. 215. um. Jieut ch re jr u TEE FEBSTN ZEITREISE 7 EB ae u FT> ee- EEE EEE FE 7... 7 38 Prüfung des chloriss. Kalks. lösung die relative Stärke des Chlorwassers prüfen kann; ebenso ge- schieht auch die Untersuchung des Chlorkalks.. Man zerreibt ein be- stimmtes Quantum trocknen Ühlorkalk, übergielst ihn mit wenig kal- tem Wasser, reibt ihn mit demselben wohl zusammen, giefst die trübe Flüssigkeit in ein Glas, läfst abklären, wiederholt denselben Prozefs mehrmals, bis man 10mal so viel Wasser angewendet hat, ais der Chlorkalk wog. Darauf giefst man von der klaren Flüssigkeit in den Prüfungsceylinder Fig. 21 Tafel I. bis zum 0 Strich, und von der Indi- gosolution so lange dazu, bis die grüne Farbe eben verschwindet.(Die Darstellung der Indigauflösung, die Vorsichtsmafsregeln siehe oben Seite 202). Dieses Verfahren liefert aber freilich nur vergleichende Resultate über die relativen Chlormengen in gleichen Qnuantitäten Chlorkalk, nicht die absoluten Mengenverhältnisse des enthaltnen Chlors. Um auch diese auf eine einfache WVeise ermitteln zu können, bedient sich Gay-Lussac folgendes Verfahrens. Er löst besten Guatimalaindig in conc, Schwefelsäure auf und setzt so viel WVasser hinzu, dafs ein Vo- lum trocknes Chlorgas, bei 0,76 Meter Luftdruck und 0° VWVärme, ein 10fach gröfsres Volum jener Flüssigkeit entfärbt. Jedes einfache Vo- lum nennt er einen Grad=;'; Volum Chlor, und theilt ihn in 10 Theile; setzt man nun zu einem Maafs Chlorkalkauflösung so lange In- digsolution hinzu, bis die Entfärbung vollendet ist, so zeigt die Zahl der dazu nöthigen Grade den Chlorgehalt in 75 Maafs an. Das Ver- fahren ist also: Man wiegt ,d5 Gramme Chlorkalk ab, und macht nach der so eben gegebnen Vorschrift eine Auflösung, setzt noch so viel Wasser hinzu, dafs alles genau% Liter beträgt, und rührt um. Man ’ T 2 o' ‚füllt mit der Probeflüssigkeit(Indigsolution) das Maalsgläschen, burette, Fig. 24 Taf. I. bis zum Nullstrich, welches in Grade und jeder Grad in Fünftel getheilt ist. Aus demselben giefst man etwa 5° in ein Be- cherglas und hebt mittelst einer Saugeröhre, Fig. 22, die man in die Chlorkalkauflösung taucht, ein bestimmtes Volum, 2% Kubikcentimeter heraus, läfst die Flüssigkeit schnell in jenes Becherglas laufen, indem man in die Röhre bläst, und rührt um. Ist dieselbe sogleich entfärbt, so setzt man aus dem Maafsgläschen noch einige Tropfen hinzu, bis die Farbe blafs-grünlich wird; die sodann verbrauchte Menge Probeflüssig- keit giebt in Graden und Zehntelgraden das Maafs des Chlors im Chlor- kalk an. Betrug das zuletzt hinzugefügte Quantum Probeflüssigkeit mehr als 0,3 Grad, so muls der Versuch mit der Probeflüssigkeit wiederholt werden, und zwar so, dals man gleich so viel von derselben anwendet, als beim ersten Versuch überhaupt zugesetzt wurde, bis dafs die Mi- schung sogleich eine blafs-grünliche Farbe zeigt, ohne neuen Zusatz von Probeflüssigkeit.e. Man kann sich auch des andern Maalsgläschens ohne Schnabel, Fig. 20 Tafel I., bedienen, um ein darın abgemelsnes Quan- tum Probeflüssigkeit in die abgemeflsne Menge Chlorkalkauflösung schnell zu schütten; zu dem Ende ist dieses Maalsgläschen in entgegengesctzter Art graduirt, als ersteres. M Geinauch 4 Mi die Anl ‚Ion mL biter "yeOhorgealt Ilnhlks nl z ‚othalten. ‚hist, sie MI ‚Inbnils der P Bm zur Prü ı_ Jin hat v ‚I entmisch jung vON nie! Jah Dep Yin po dı zu de Chlork „tel, ZUM Im, me Wei zn weils zu 5, qm Bleich „zur De »; begriffen Seite 203 (m reinigen iz jene M alinnter Sch m der schla ıln Englan Hnmden, Br st Chlork: tung, if Kalk, Kalk. Lind Fluo Iskrstalli lit einen sc I[ In%| töslich° k Nersaurer initunler| Dkinders al Asiedereien {il and$; NLLNTR wi | kam: Cem y, n zerreiht d h Ihn mit wen Ien, Bielst dem { denselben di endet hat, il h 2 Plüssipken nd Und Yon der It. verschwindet,(Dj In siehe oben Sit lichende Resulı tıtäten Chlorkıll ltnen Chlors, In ‚onen, bedient si Guatimahindı InzU, dak ein Tr 1ıd 0° Wärme, in Jedes einfache Tr 1 teilt ihn in 10 lösung so lange Ir t, so zeigt die Dil Naals an, Das Th. Ik ab, und nad sung, setzt noch s 1d rührt um. Mio ıde un etwa 5° in an be 2, die man in die 9% Kubikeentine glas Jaufen, ind be sogleich enllrl), If[en hinzu, bi I Menge Prohelist- le$ Chlors in Lilor- | obe Rüssigket nel Jüssigkeit wiederlol derselben anwenil e, bis dals di It e neuen Zunl Taalsglischen oil (an N f „bremelsnö Ikauflösun sche REN, Prüfung u. Gebrauch d. chlorıgs. Kalks, chlors., salpeters. K. 459 Hätte z. B. die Auflösung von 5 Gramme Chlorkalk in# Liter WVas- ser(= 106r. in L Liter) 7,5 Grad Probeflüssigkeit entfärbt, so betrüge der absolute Chlorgebalt 0,75 Liter, also der Gehalt eines Kilogramme reinen Chlorkalks 75 Liter; der beste Chlorkalk würde 100 Liter ım Kilogramme enthalten.—. ‚Ist eine Chlorkalkauflösung stärker als 102, so ist es besser, sie mit einer gleichen Menge Wasser zu verdünnen, und das Ergebnifs der Prüfung ın Graden zu verdoppeln.— Gay-Lus- sac, Anweisung zur Prüfung des Chlorkalks, in den V. d. G. 1823. S. Su,= Morin hat vorgeschlagen, statt einer Indigauflösung, welche sich sehr leicht entmischt, und deren Beschaffenheit so sehr variabel, eine Auflösung von niedern Chlormangan anzuwenden, jedöch ohne ge- nauere Details. D. p- J. Ba. 29 S. 41. UÜeber Chlorkalk siehe auch noch Dingler im p. J. Bd. 26 S, 223.} Gebrauch des Chlorkalks. Man bedient sich desselben, wie sehon der Name andentel, zum Bleichen, und zwar zum Bleichen der baum- wollnen Zeuge, zur Weifsbleiche, zum Bleichen krappirter Waare, um den Grund ganz weils zu erhalten, zur Entfärbungsküpe bei der Banda- nofabrikation, zum Bleichen der Leinwand, der Lumpen, des Papier- stoffs(Halbzeugs), zur Desinfieirung stinkender organischer Stoffe, die in fauliger Gährung begriffen sind, zur Zerstörung miasmatischer Materien, (vergleiche vorn Seite 203.) Zu dem Ende lüst man in Auflösungen von Chlorkalk die zu reinigenden Stoffe eintauchen, oder benetzt mit diner solchen Auflösung jene Materien; auch kann man aus Chlorkalk sehr be- quem mit verdünnter Schwefelsäure Chlorgas entbinden. Man hat auch zur Beseitigung der schlagenden Wetter in Kohlengruben Chlorkalk em- pfohlen, und in England versucht. Es dürfte aber nicht viel dadurch ausgerichtet werden. Bei stockenden Wettern, wo die Lichte schlecht brennen, leistet Chlorkalk nur in grölsrer Menge auf kurze Zeit eine namhalte Wirkung. [ Chlorsaurer Kalk, Chlorate de Chaux, C. of Lime, überoxy dirt salzsaurer Kalk, Muriate de Chaux suroxrygene, erhält man aus chlors. Kalı und Fluorsilicium-Calcium, indem Fluorsilicium-Kalıum nie- derfällt. Es kıystallisirt schwierig, ist in WVasser sehr löslich, auch ın Alkohol, hat einen scharfen, bittern Geschmack, besteht aus: 37,4 K. und 72,6 Chlors.— Jodsaurer Kalk, Jodate de Chauz, J. of Lime, ist schwer löslıch, krystallisirt, enthält 14,88 K. und 85,12 Jods.] Salpetersaurer Kalk. Nitrate de Chaux, N. of Lime, Kalksalpe- ter, kommt mitunter im Brunnenwasser vor, in dem Erd- und Wand- salpeter, besonders auch im»alksteinhöhlensalpeter, in der Rohlauge der Salpetersiedereien(vergleiche vorn Seite 329). Man stellt ihn aus kohlens. Kalk und Salpetersäure dar, Er krystallisirt in farblosen sechs- seitigen Prismen, wird an der Luft sehr schnell feucht, zerflielst, löst TER WEEZE FRI I 797 BRFZERUUT N![ 440 Kiesels. Kalk. Magnesium, Magnesia. £„gehraDl sich schon in% seines Gewichts kaltem, und in heifsem Wasser noch Ben vche weit leichter auf, in heifsem Alkohol zu gleichen Theilen, schmeckt bit- nn spe ter, scharf, kühlend, besteht aus 34,46 Kalk und 65,54 Salpeters. Er- u el hitzt man denselben, so entwickelt er Sauerstöffgas, der Rückstand Ne 510 leuchtet dann im Finstern(Balduins Phosphor); er verpufft auf glü- welche sel henden Kohlen schwach, weil er stets feucht ist,— Dient zur Darstel- ua mit W. lung des Kalisalpeters. lm Kieselsaurer Kalk, Silicate de Chaux, S. of Lime, kommt in der\rin Mei Natur in verschiednen Verbindungen vor, sowohl als neutrales, als auch It llmalıl als% basisches Salz, letzteres nennt man Tafelspath; ersteres macht ei- hg, mit nen Bestandtheil im Apophyllit, Sulbit, Mesolith ete., letzter kommt auch I noch im Harmotom, Mesole vor. Auch halb und drittel kiesels. Kalk u BB kommen vor, erster im Prehnit, letzter im Thomsonit.— Tafelspath kann“% x man zur Glasfabrikation anwenden. Kieselsaurer Kalk ist in jedem le Kreide- oder Kalkglas enthalten, wie bereits Seite 368 gezeigt worden Nah ist; je nach der Menge des dem Glassatz zugemischten Kalks ist das entstandne Kalksalz verschieden gemischt.— Kiesels. Kalk bildet sich Ka im Wassermörtel beim Erhärten desselben, wie oben Seite 414 ange- Bi führt worden ist. — oo nieht, W Siebentes Kapitel 1 I Vom Magnesium. an ind ı [ Das Magnesium wurde 1808 von Davy mittelst der Volta’schen Elcktri- une eität und durch Kalium, neuerdings von Bussy aus Chlormagnesium ‚"urlaone durch Kalium dargestellt. Es ist silberweils, sehr glänzend, dehnbar, IN, kommt zchmilzt in einer nicht sehr hohen Temperatur, ist an trockner Luft Uelil e unveränderlich, läuft an feuchter an, verbrennt beim Erhitzen an der u Luft mit Funkensprühen;; luftfreies Wasser wirkt nicht auf dasselbe, u kochendes wird ein wenig zersetzt, verdünnte Säuren stark; Magnesium n amalgamirt sich erst in der Wärme mit Quecksilber. nl - Magnesium giebt mit Sauerstoff nur eine Verbindung, Magnesium- er K 2 oxyd, Magnesia, Magndsie, Bittererde, Talkerde(weil die Salze lndne Ri derselben bitter schmecken, und im Talk sich Magnesia als charak- Win ® teristischer Bestandtheil findet. Magnesia kommt in der Natur als Ma)| och Hydrat vor, mit Kohlen-, Schwefel-, Phosphor-, Borax-, Salpeter- 1 ter F säure, mit Kiesel- und Tihonerde verbunden; ferner als Chlor- und je SI Brommagnesium. j| > Magnesia stellt man aus kohlens. Magnesia durchs Glühen dar; zu £ dem Ende thut man dieselbe in einen Schmelztiegel und glüht so lange,"aa bis eine herausgenommene Probe mit Säuren übergossen nicht mehı Ba sig, isn N Akten y| eilen,» Schmert n 3,0 kt Rn} Sy der Ri hl ET verpaf af -Dient Eau Di Lime, komnt ind neutrales, al ‚ ersleres macht. I Inter kommt all titel Kisels, Ku = Talelaat kı alk ist in ihn 08 geze i2t wor iten Kalkı Kt . Kalk bilde: n Seite dllın. ’olta'schen Ehkr- ıs Chlormasıssın länzend, dena + an trocknen Lul m Erhitzen an dkt icht auf dassche stark; Magassun IR, Magnesium (weıl die Jill nesia als char n der Nator ab Borax-, Salpeler » als Chlor- und (zlühen dar MI 1d glüht o ha pssen nicht mel Salt) Mlagnesia, Schwefel-, Chlormagnesium. 44 braust; gebrannte Magnesi:', caleined M. Es ist cin weilses, ge- ruch- und geschmackloses, im Ofenfeuer für sich alleın nicht schmelz- bares Pulver, specif. Gewicht 2,3, schmilzt aber durchs Knallgasgebläse, durch mächtige Volta’sche Batterien, ıst in Wasser sehr schwierig lös- lich, bedarf 5150 Theile kaltes und 36000 Th. kochendes zur Auflö- sung, welche schwach alkalisch reagirt. Befeuchtet man gebrannte Magnesia mit WVasser, so findet kaum eine Erwärmung statt, es bil- dei'sich allmählig ein Hydrat, welches 30,33 Wasser enhale: und ın der Natur in kleinen Krystallschuppen vorkommt. Magnesia zieht aus der Luft allmählig Kohlensäure an, nicht so das natürliche Hydrat, und bedingt mit andern Erden gemischt meist Strengflüssigkeit der- selben; mit Kalk gemischt schmilzt sie in hohen Hitzgraden zu einem harten gelben Glas. Magnesia besteht aus: 61,21 Magnesium und 38,79 Sauerst. WVVie schon erwähnt besitzen die Magnesiasalze#inen bittern Geschmack, geben leicht mit Ammoniak-, Kali-, Natronsalzen Doppel- salze, von denen einige auch in der Natur vorkommen. Magnesia mit salpeters. Kobaltoxyd vermischt und geglüht wird nach dem Erkalten fleischroth, sie löst sich ın Aetzkalı, Natron, Ammoniak nicht auf. Sie findet nur in der Medicin und Chemie(zur Ausscheidung von Pflanzen- alkaloıden) Anwendung. Schwefelmagnesium, Sulfure de Magnesium, Sulphuret of M., läfst sich nicht, wie beim Kalk, Baryt, Strontian etc. es der Fall ist, durchs Glühen von Schwefel mit Magnesia gewinnen, nur durchs Ver- mischen einer Auflösung von schwefels. Magnesia mit Schwefelcalcium, während schwefels. Kalk niederfällt. Die Eigenschaften des Schwefel- magnesiums sind noch wenig bekannt.] Chlormagnesium, Chlorure de Magnesium, Chloride of M., salzsaure Magnesia, Hydrochlorate, Muriate de Magnesie, H. or M. of M., kommt im Meerwasser, Soolwasser, Quellwasser aufgelöst vor. Man erhält es auf nassem Weg entweder durchs Auflösen von kohlens. Magnesia in Salzsäure, oder durch doppelte Wahlverwandt- schaft aus schwefels. Magnesia und Chlornatrium, welche man in einer ziemlich concentrirten Auflösung von 2% Theilen des erstern und 1 Theil des letztern der Kälte aussetzt. Dann krystallisirt schwefels. Natron und das entstandne Chlormagnesium bleibt aufgelöst; solche Zersetzung findet in der Winterkälte in concentrirten Salzsoolen statt(vergleiche vorn Seite 353). Um Chlormagnesium auf trocknem Weg wasserleer zu erhalten, leitet man über glühende Magnesia salzsaures Gas, wo- bei sich Wasserd: ampf bildet, oder Chlorgas, wodurch Sauerstollgas frei wird. Das wasserfreie Chlormagnesium ist eine weilse Salzmasse, welche leicht feucht wird, sich in Wasser unter starker ürwärmung auflöst; mit Wasser verbunden krystallisirt das Salz schwierig in farblosen Säul- /i. 442-, Jod-, Brom-, Fluormagnes. kollens. Magnesia. chen, weil es sehr leicht zerflielst, schmeckt ekelhaft bitter, salzig, zersetzt sich beim Abdampfen, Eintrocknen, indem salzsaures Gas ent- weicht und Magnesiahydrat mit einem geringen Antheil unzerlegten Chlor- magnesium übrig bleibt, welches nur in der Weifsglühhitze völlig zer- setzt wird. Es löst sich sehr leicht in Wasser und Alkohol auf, besteht wasserleer aus 41,71 Magnesium und 58,29 Chlor, das wasserhaltende enthält 48,333 Wasser. Man benutzt die salzsaure Magnesia in der Kochsalzmutterlauge (vergleiche vorn beim Kochsalz Seite 352) zur Darstellung von Salz- säure, von. Salmiak,(von unreiner kohlens. Magnesia), von schwefels. M., von salzs. Kalk, indem man die Mutterlauge mit kohlens. Kalk ver- mischt.— Wegen des Gehalts an salzs. Magnesia schmeckt das Meer- wasser ekelhaft bitter, wird Seesalz leicht feucht; dieselbe ist der Ve- getation sehr nachtheilig. [Jodmagnesium, Jodure de Magnesium, Jodide of M., hydriod- saure Magnesia, Hydriodate de Magnesie, H. of M., krystallisirt mit Wasser verbunden schwierig, zerfliefst sehr leicht, zersetzt sich beim Abdampfen und Trocknen in Hydriodsäure, welche entweicht, in Magnesia, besteht aus: 9,30 Magnesium und 90,70 Jod.— Brommagnesium, Brömure de Magnesium, Bromide of M., hydro- Magnesia, HAydrobrömate de Magnesie, H. of M., ur Gewinnung des ht, und entbindet und bromsaure kommt im Meer- und Soolwasser vor, und dient z Broms; es krystallisirt mit WVasser, zerflielst sehr leic beim Abdampfen Hydrobromsäure.— Fluormagnesium, Fluorure de Magnesium, Fluoride of M., flufssaure Magnesia, Hydro- fluate de Magnesie, H. of M., ein in Wasser und Flufssäure unaul- lösliches, in der Hitze nicht zersetzbares Pulver.] Kohlensaure Magnesia.[a) Neutrale, Carbonate de Magnc- of M., kommt als Magnesit vor, derb, knollig, von weilser e und röthliche übergehend; kann auch künstlich dar- n man basisch kohlens. Magnesia in kohlens. WVas- sie,©. Farbe, ins grünlich gestellt werden, wen ser auflöst, und die A lisirt in kleinen, farblosen Säulchen, weils, undurchsichtig, wird durch kaltes Wasser in doppelt kohlens. Magnesıa, welche löslich ist, und in basisch kohlens. Magnesıa, wel- che sehr schwer auflöslich ist, zersetzt, besteht”aus: 29,67 Magnesıa, 31.76 Kohlens, und 38,77 WVasser.— Kohlens. Magnesıa+ kohlens. Braunspath, vergleiche oben uflösung langsam verdampfen läfst. Sie krystal- verwittert in der VWVärme, wird Kalk, Bitterspath, Dolomit, Miemit, Seite 425.] b) Kohlensaure Magnesia mit Magnesiahydrat, basısch kohlens. M., Souscarbonate de Magnesie, gewöhnlich Magnesia im Handel genamt,(weilse M., Magnesia alba im Gegensatz von M. nigra, Lo il Saul einer 1, INten Jahr 1 enthalt meet,(N Jid as(vergl de ul(Bitters Ip, Um aus N is zohen nules, dur schlit un set man ge] melden Ian d ud illens, I ii, me es bei Ist man gle ir Niederse uimelels, Ka In gehört e nehrmal AH ED vitin die] vet, Die N Hei ul FLUR le Yatmehl an, t ist Ant ickerer "ls, Ma STE and auf V Rt al eı Sin Sala, Au a Dee "-Bitm Iltr mischt, ll, kn Siege MAR) ıitleheg u a aa 1 A de BE a EEE ET Armee 7ER EP Mogesi, 5: ee Kohlens. Magnesia. 445 alt lt a1 nl, dem Braunstein, einem Namen dei jetzt nicht mehr üblich ist). Zu An- alısaures\ u.. fang des 18ten Jahrhunderts wurde die kohlens. Magnesia aus der nl Mur Magnesiasalze enthaltenden Salpetermutterlauge durch Een mit nur Kalk dargestellt,(Magnesia Nitri genannt). Hierdurch fällt sie aber kalkbaltend aus(vergl. oben Seite 329). Die Bereitung der kohlens, Magnesia geschieht entweder aus der schwefels. M.(Bittersalz), oder aus dem Chlormagnesium der Salz- kohol aul bes ag Wasserhalinf, rem mutterläuge. Um aus der letztern kohlens. Magnesia zu fällen, bedient Mon di man sich des rohen kohlens. Ammoniaks, des Hirsehhorngeists und Een sche Hirschhornsalzes, durch welches kohlens. Magnesia sich bildet, welche Mr r Hi sich niederschlägt und salzsaures Ammoniak, welches aufgelöst bleibt. merkt das Meer. Auch wendet man gepulverten Dolomit, magnesiahaltenden Kalkstein an, selbe idee durch welchen man die Mutterlauge zersetzt, wobei sich Chlorcaleium bildet, und kohlens. Magnesia sich abscheidet. Um aus der schwefels. a) Magnesia, wie es bei uns allein nur üblich ist, kohlens. Magnesia zu Brain bereiten, löst man gleiche Theile Bittersalz und gereinigte Pottasche, Re jedes für sich in kochendem Wasser auf, seihet durch, setzt dann welche entweıdh zur heilsen Auflösung des erstern die Pottaschenauflösung unter stetem nd 0 Jod,- Umrühren hinzu, und läfst das Gemisch% Stunde lang sieden. Nach- ide of N, hydn dem sich der Niederschlag abgeschieden hat, gielst man die Salzlauge, nösie, B. of 1 welehe schwefels. Kali(oder hätte man Natron angewendet, wozu 15 ur(rewionng db kohlens. Natron gehört, schwefels. Natron) enthält, ab und spühlt den A, un ar Niederschlag mehrmals mit Regenwasser ab, bis jede Spur beigemeng- gan e ter Salze entfernt ist; darauf wird das Präparat nach gehörigem Ab- A 4 tropfen meist in die Form kleiner parallelopipedischer Stücke gebracht Julssaure LLAU" und getrocknet. Die so gewonnene Magnesia ist körnig, fein sandig, schwerer als diejenige, welche man ohne Anwendung von Wärme honate de Nozn; n 2>-»%:; "n kalt niederschlägt; letztere ist weit lockerer, leichter, fühlt sich wie u feines Stärkemehl an, und wird durchs Ausfrjeren des feuchten Nieder" Ale NY schlags noch lockerer. aa Sie il Die kohlens. Magnesia ist schön weils, geruch- und geschmacklos, Jr Wine, löst sich in 2500 Theilen kalten und 9000'Theilen siedendem Wasser 1 doppelt kollas auf, schwimmt auf Wasser, vermöge ihrer grolsen Zertheilung, obschon 15, Magnesa sie dichter ist als ersteres; sie löst sich in kohlensaurem Wasser zu 96 Nagu einem sauren Salz auf, ebenso in den Säuren unter Aufbrausen. Nach zuesia+ hal Berzelius besteht sie aus 44,69 Magnesia, 35,86 Kohlens. und 19,45 h, verglich 9 Wasser.— Es ist merkwürdig, dafs, obschon man zwei neutrale Salze mit einander mischt, die sich gegenseitig zersetzen, dennoch die nieder- dat, ba fallende kohlens. Magnesia nicht ein neutrales Salz ist; es entweicht ı Maga in nämlich beim Sieden ein Theil Kohlensäure, wodurch Magnesiahydrat tz von Matt entsteht, welches mit der übrigen neutralen kohlens. Magnesia chemisch |£ 4 WELL hen u TE 000 EB WÄREN I WEST, 7 CERTEEREEEEENSEE EEEZEREN ee Sehwei 7 r.. 444 Kohlens., schwefligs., schwefels. Magnesia. . M. reden zamonnene verbunden, niederfällt; beim kalt Prieipitiven entsteht dagegen mehr ae \ N:; it onrell neutrale kohlens. Magnesia, und weniger Magnesiahydrat, welches daher gay| . Te.. 0) Sl auch die langsamere Niederschlagung bewirkt.— Man gebraucht die koh- BULL| lens. Magnesia in der Chemie zur Darstellung von Magnesiapräparaten, PR. IN Yımesia, zur Bereitung der gebrannten Magnesia; E. Davy schlug dieselbe vor als ein Mittel Brod lockerer zu machen, er rieth aufs Pfund Mehl 20 ii zerselze, bis 40 Gran Magnesia zu setzen. Wahrscheinlich liegt die Wirksamkeit je dur darin, dafs die kohlens. Magnesia die sich bildende. Essigsäure im Teig aan noch bindet, kohlensaures Gas entwickelt, wodurch die ‚Masse desselben lo- ‚Jim Hins! alın anschie 1| Iis) 6, lim gereinie ckerer werden möchte. [Doppelt kohlensaure Magnesia, Bicarbonate de Magnesie, B. of M., findet Sich in Mineralwässern, und kann dadurch dargestelit werden, dafs man in kohlens. Wasser kohlens. Magnesia auflöst. Die Auflösung schmeckt bitter, und setzt Krystalle beim allmähligen Ab- dunsten ab, welche aber nicht doppelt kohlens. Magnesia sind, son- ‚ llt Schwe dern neutrale kohlens. M.— Schwefligsaure Magnesıa, Sul- Inne die fite de Magndsie,$. of M., ein erdiges, in Wasser schwer auflösli- Ne ches Pulver, von einem schwachen salzig-schwefligen Geschmack, oxy-| ei dirt sich an der Luft allmählig zu schwefels. Magnesia, löst sich in ei- ee nem Ueberschuls von schwefliger Säure auf, und hLildet beim Abdam- Bi pfen Krystalle, welche sauer schmecken, saure schwefligs. Mag- nesia, die sich in 20 Theilen kalten und weniger heilsen Wasser[hl Kochsalz auflösen, und an der Luft sich oxydiren.] I, Sıle hinzı din schwel Ware {en ıersalz Schwefelsaure Magnesia, Sulfate de Magnesie,$. of M, By Bittersalz, Sel amer, bitter salt, englisches, Epsomer Salz, Epsom Ra u salt, kommt in der Natur theils im Meer- und Soolwasser, selbst e a im Bruunenwasser aufgelöst vor; solche Quellen liefern ein bitter salzig ig schmeekendes Wasser, Bitterwasser. Die älteste bekannte ist die MU, er zu Epsom in Surrey, in England, in welcher 1695 das Bittersalz ent- lied deckt wurde, aber auch in Böhmen zu Saidschütz, Sedlitz finden sich ei abselzt solche Bitterwasserquellen, so wie zu Püllna, unweit Brüx. Endlich ‚erster: 7 wittert auch hie und da schwefels. Magnesia aus der Erdoberfläche, 180 ge z von ältern Mineralogen Haarsalz genannt; sie findet sich auch in der"ul Schw ‚Ss Asche verbrannter Vegetabilien. e a Glaul ® Gewinnung des Bittersalzes: J) aus den Bitterwassern. Diese Was-!tuschen F 2 ser sind kohlens. Wasser. enthalten aufser der schwefels. Magnesia noch N Ist m .“ schwefels. Natron(besonders das Püllnaer W.) schwefels. Kali, Chlor- Mn erüfse - magnesium, kohlen- und schwefels. Kalk, kohlens. Magnesia ete.; in I pe ea einem Pfund Wasser iand man gegen 79 Gran Bittersalz, Mahn im Püllnaer 68. Man dampft die Bitterwasser in grolsen se ab, te Tlkschi und läfst die concentrirte Salzlauge in hölzernen Geräthen krystallisiren. den la ken RETTET RT SS nn er 7 7— Be Ser karucsr Ä SI rg TE EEE TE ER EEE ETET TEN esig, Schwefels. Magnesia, Darstellung desselben.. $ danen y, at, Welle dal gebraucht di) age, hlug diesel» IN IS Pfund Ne] Das so gewonnene Salz schiefst gewöhnlich in kleinen nadelförmigen Säulen an, ist unrein, enthält Chlormagnesium, wodurch es immer feucht bleibt.— 2) Aus dem Meerwasser, aus der Mutterlauge von der Ge- winnung des Seesalzes. Diese Mutterlaugen enthalten unter andern schwefels. Magnesia, salzsaure Magnesia, schwefels. Natron, welche letz- tern sich zersetzen, Kochsalz und schwefels. Magnesia bilden; man { die we gewinnt dieselbe durchs Abdampfe n der Mutterlauge während des Win- ie def), ters. wodurch noch ein Antheil Koe:hsa!z zuerst sich abscheidet, und nachmals beim Hinstellen in Kühlgefälsen an die kalte Luft Bittersalz in Krystallen anschielst. Man rechnet zu Lymington auf 100 Centner de Maentsie, B, Kochsalz 4 bis 5€. rohes Bittersalz, welches durchs Auflösen und Um- adurch darge krystallisiren gereinigt wird. Früher glaubte man der Mutterlauge sta aullöst, Di schwefels. Salze hinzusetzen zu müssen, um die salzs. Magnesia zu zer- alnillien A setzen, und in schwefels. Magnesia umzuwandeln,‘als schwefels. Eisen- Aland; m oxydul, selbst Schwefelsäure. Die Erfahrung hat aber gelehrt, dals lagnesıa, Si. I auch ohne diese die Zersetzung erfolgt, und Bittersalz gewonnen wer- 1 schwer au. 3\ e Er;: N den kann; es ist mit salzs. Magnesia verunreinigt, und wird daher leicht aeschmack, or:£ E ER,& 4 u feucht. 3) Aus der Mutterlauge der Salinen, welche theils Chlormag- d. 4051 SICH In A.< x nesium, theils schwefels. Magnesia mit schwefels. Kali verbunden, wie 1 ara det beim Ablır in Schönebeck, enthalten. Wenn man 2 Theile dieses Doppelsalzes hweflies, Max Hk und 1 Theil Kochsalz in möglichst wenig Wasser auflöst und die Auf- lösung im Winter einer Kälte von— 12,50 aussetzt, so bildet sich dadurch Glaubersalz und Chlormagnesium, ersteres scheidet sich nesie, S. 1 Krystallen ab, und durchs Abdampfen erhält man schwefels. Kali, wäh- ner Salz, In rend das Chlormagnesium zurückbleibt. Um aus dem Chlormagnesium DW schwefels. Magnesia zu gewinnen, vermischt man die Mutterlauge mit ein bier schwefel. Natron, erwärmt bis höchstens 50°, und dampft bei dieser bekannte IS© Temperatur ab; hiedurch erzeugt sich Chlornatrium, welches aus der as Bittersils e* Auflösung sich abselzt, und schwefels. Magnesia, welche nach dem Ab- edlitz finde scheiden des erstern aufgelöst bleibt. Dampft man dann zum Kıystalli- t Brüs, El sationspunkt ab, so gewinnt man Bittersalz.— Auch dadurch, dafs man Ier Erdobefl Mutterlauge mit Schwefelsäure vermischt und destillirt, erhält man aus sich auch In# dem Rückstand Glaubersalz, Bittersalz, schwefels. Kali, Gyps.— Das von den chemischen Fabriken aus der Mutterlauge des Kochsalzes gelie- orn, Diese N i ferte Bittersalz ist meistens rein, weil es gehörig krystallisirt wird, o]s, Magnesi E und erscheint in grölsern Kystallen. fels. Kali, U[% Man gewinnt ferner Bitterssiz aus Talkschiefer ın der Nähe Naguesiı di von Genua, welcher reich an Schwefelkies, Kupferkies )(ran Bil“ ist. Dieser Talkschiefer wird geröstet, eine Zeit lang der Luft aus- (sen Plan! ıı gesetzt, vor dem Regen durch leichte Schoppen geschützt, und von en keystalit Al Zeit zu Zeit benetzt. Es oxydirt sich dadurch das Schwefeleisen, has NS nn a: RE WEEZE TEENS 17 ERZIELEN EC FE 446 Schwefels. Magnesia, Doppelsalze. Schwefelkupfer, es bilden sich schwefels. Metallsalze, welche jedoch der vorhandnen Magnesia einen beträchtlichen Theil ihrer Säure abtreten; sobald sich eine Salzkruste an. dem verwitternden Schiefer zeigt, wird derselbe mit WVasser ausgelaugt. Um die Metallsalze zu zersetzen, ver- fährt man also: ist es hauptsächlich nur Eisenvitriol, so setzt man Kalk- milch hinzu, wodurch Gyps und Eisenoxyd sich präcipiuren, war abeı auch merklich Kupfervitriol gelöst, so steckt man Eisen in die Lauge, um dadurch das Kupfer metallisch zu fällen, und verfährt dann, um den Eisenvitriol zu entmischen, wie angegeben. Darauf wird die klare Lauge abgezogen und in Pfannen versotten. Die einmal ausgeläugten Schiefer werden von neuem jenem Prozels des Röstens etc. unterwor- fen. Das hiedurch erhaltne Bittersalz ist nie völlig frei von Eisen- und Kupfervitriol.— 5) Oft enthält der Alaunschiefer einen ziemlich bedeutenden Gehalt an Magnesia, dann benutzt man die Mutterlauge des Alauns zur Gewinnung von Bittersalz, welches in ihr noch aufgt- löst ist.(Vergleiche den Artikel„Alaun” weiter unten.) In Schweden gewinnt man auf diese Weise zu Garphyttan eine beträchtliche Menge Biitersalz von vorzüglicher Reinheit. Es verdient noch bemerkt zu werden, dafs, wenn man auf frisch ausgeglühte Magnesia 4 Theile conc. Vitriolöl schüttet, eine so hef- tige Einwirkung stattfindet, dafs die Masse anfängt zu glühen und mit- unter auch Funken wirft.] Die schwefels. Magnesia krystallisirt mit 51% Wasser verbunden in farblosen vierseitigen Säulen mit vierflächiger Zuspitzung, besitzt einen bittern, salzigen Geschmack, verwittert nur wenig(das unreine, Chlor- magnesium enthaltende, wird leicht feucht), löst sich in 4 Theilen Was- ser von 0°, in 3 Th. von 15°, in 1,4 Th. von 97° auf, nicht in Al- kohol; es schmilzt erwärmt in seinem Krystallwasser, und in gröfse- ver Hitze zu einem undurchsichtigen Email ohne Zersetzung; es besteht aus 16,72 Magnesia, 32,39 Schwefels. und 50,89 Wasser.— Es dient als Arzneimittel, zur Darstellung von kohlens. Magnesia und sonstigen Magnesiapräparaten. [Schwefelsaure Magnesia-+schwefelsaurem Ammoniak, bil- det farblose, durchsichtige, geschoben 4seitige Säulen, von stechend- salzig, bittern Geschmack, schwerer löslich als die Factoren.— Sch we- fels. Magnesiıa+ schwefels. Kalı, krystallisirt in rhombischen Säulen, kommt in einigen Soolwassern, auch im Meerwasser vor, wird auf Bittersalz und Kochsalz benutzt(siehe oben).— Schwefels. Magnesıa+ schwefels. Natron, ebenso, verwittert nicht an der Luft.— Polyhalit aus schwefels. Magnesia, Kalk und Kalı nebst Wasser bestehend, von Gyps und Anhydrit begleitet, im Steinsalzge- birge vorkommend. Phosphorsaure Magnesia, Phosphate de Magnesie, Ph. of M., Ulmen: U Wen, Pioyphor Anal in den\ jndüssgen 9 Mill hrdeutende m Nagnesta bi Inulist, mit Hr, hesitzt€ HThalen alten ‚lerluft, schr ua: 007| alt%| sn der Natı [mmesta, So din Anmonıak perelöntD, in Install b; kar Wihlver Uhrsmeum d I, MellSeS Puls all, welche: A, xmlat ın. d Ih= Halb Yan a Dorac \ nf, Ge !ty Erw; ‚nd be Ste h ni Ina Gyp Inigsaure Si,(horide( ni, a y Cargesi I, Non H, D "0, bet uns (pr ga Kl keine sc N dat (Hersaur m’ a. ber R *n sellen In Au Un, farb] a Incl it, ze LAnlel Yan | RER m r—— nen RETTEN Tg Phosphors., boraxs., chlorigs., salpeters. Magnesia. 447 “%, wel| je kommt in den Saamen der Gräser, ın den festen sowohl:äls auch in her Sue ah m den flüssigen organisch-thierischen Substanzen vor, in letztern aber in chief Lu, Wi nicht bedeutender Menge; man kann sie aus einer Auflösung von es- em Kt sigs. Magnesia bereiten, welche man durch Phosphorsäure zersetzt. Sie su setzt mukı, krystallisirt, mit 5ls Wasser verbunden, in zarten Nadeln, oft nur iipiiren y War ale körnig, besitzt einen bitterlichen, kühlenden Geschmack, löst sich in Eisen| n die Da, 15 Theilen kalten, und weniger heifsen Wasser auf, verwittert langsam verfälrt dann, ın an der Luft, schmilzt in der Hitze zu einem durchsichtigen Glas, be- araof wird die ki, steht aus: 36,67 Magnesia und 63,33 Phosphors.— Kommt ım Sorda- einmal auszelaun walit vor.—% phosphors. Magnesia kommt als Wagnerit sehr tens etc, ale selten in der Natur vor, schmilzt im Glühfeuer.— Halb phosphors. & frei von Eisen Magnesia, Sousphosphate de Magndsie, findet sich mit halb phos- eler einen ziemlich phors. Ammoniak und WVasser verbunden nicht selten in thierischen ın«die Mutterliun Coneretionen, in Harnsteinen, setzt sich auch aus faulenden Harn in in Ihr noch auff. Krystallen ab; kann auch künstlich dadurch erhalten werden, dafs man In Schwede ein Magnesiasalz durch basisch-phosphors. Ammoniak fällt. Das künst- eträchtliche Mus lich gewonnene bildet ein krystallinisches, weilses Mehlpulver, ın WVas- ser nicht ganz ünlöslich, zersetzt sich beim Erhitzen, Ammoniak und 38) nn man auf In Wasser entweichen, und neutrale phosphors. Magnesia bleibt zurück. ttet, eine so hl. Boraxsaure Magnesia, Borate de Magnesie, B. of M., durch u glühen und ni doppelte WVahlverwandtschaft aus einer concentrirten Auflösung von Chlormagnesium durch boraxs. Ammoniak erhalten. Ein krystallini- sches, weilses Pulver, in Wasser schwer löslich, wird durch Alkohol m sser verbunden£:: z& En entmischt, welcher Boraxsäure auszieht und ein basisches Salz zurück- ung, besitd 4 läfst, schmilzt in der Hitze und besteht aus: 22,85 Magnesia und 77,15 Jıs unreine, Ci Boraxs:— Halb boraxsaure Magnesıa, Sousborate de Magnesie, ind Theilen kommt als Boracit vor, in abgestumpften WVürfeln, grauweils von 9 auf, nicht n a Farbe, specif. Gewicht 2,56 bıs 91, durchscheinend, von WVachsglanz, ser, und in gilt wird durchs Erwärmen polarisch elektrisch, schmilzt zu einem gelben otzune: es bel Glas, und besteht aus 37,21 Magnesia und 62,79 Boraxs.; findet sich Iasger,— Bis di im körnigen Gyps eingewachsen bei Lüneburg und am Seegeberg ın Holstein. ysia und sul).:: 168 Chlorigsaure Magnesia, Ghlormagnesıa, Chlorure de Mag- nesie, Chloride of M., wird wie Chlorkalk, auf trocknem und nas- : Ammoniak, sem WVeg dargestellt, ist nur sehr unvollkommen chemisch unter- Era stchnt sucht, von FH. Davy als Bleichmittel für den Galicodruck empfohlen ren,= Shnt worden, beı ‚uns aber nicht angewendet; sie zersetzt sich sehr leicht, Ar home und giebt keine so guten Resultate als chlorigs. Kalk, Kalı und Natron. R eermser Salpetersaure Magnesiıa, Nitrate de Magnesie, N. of M., fın- san det sich in der Rohlauge aus der Salpetererde, in der Mutterlauge, und de obschon selten in Quellwasser. Sie krystallisirt schwierig in geschob- nen Säulen, farblos, schmeckt bitter, stechend, kühlend, wird sehr abge schnell feucht, zerfliefst, löst sich in weniger als$ Theil Wasser, in 9 Theilen WVeingeist auf, verliert durchs Erhitzen Wasser und ei- nen Antheil Salpetersäure, besteht aus 27,6 Magnesia und 72,4 Salpe- n). wittert nicht ‚gnesie, F ip 448 Kiesels. Magnesia, Speckstein, Meerschaum. ters., giebt mit salpeters. Ammoniak ein Doppelsalz, welches krystalli- sirt, sich in 11 Theil@n kalten, weniger heilsen WVasser auflöst, und langsam an der Luft feucht wird.] Kieselsaure Magnesia, Silicate de Magnesie, S. of M., kommt in der Natur sowohl neutral, als auch als doppelt, dreifach saures Salz vor, theils für sich allein, theils besonders in Verbindung mit andern kiesels. Salzen. Neutrale kieselsaure Magnesia, Speckstein, Seifenstein, Spanische, Venetianische Kreide, Steatite, Craie de Briangon, Steatite, Soap stone; derb, oder in Afterkrystallen, matt, oder fettglänzend, split- trig im Bruch,'grauweils, grünlich, röthlich, häufig mit dendritischen Zeichnungen, specif. Gewicht 2,6 bis 2,8, fühlt sich sehr fettig an, findet sich auf Gängen, seltner auf Lagern(im Serpentin), in Sachsen, Baiern (Baireuth), Ungarn, England. Man bedient sich desselben zur Po- litur von Serpentin, Marmor, Gypswaaren, Spiegelgläsern; man benutzt ihn fein gerieben und geschlemmt zur Schminke; als ein Reibung ver- minderndes Mittel zu Wagenschmiere; zum Vorzeichnen auf Seidenzeug, Tuch, Glas, zu: Pastellfarben, zum Malen auf Glas, zum Fleckeausma chen aus Wollen- und Seidenzeug. Man hat Speckstein als Zusatz zur Porzellanmasse empfohlen und angewendet, er- macht die Masse durch- scheinender, aber auch spröder, bei geringern Hitzen gaar zu brennen; zur Darstellung von Kameen, die gefärbt und hart gebrannt ein onyxar- tiges Ansehn erhalten; auch verfertigt man Pfropfe für Sublimationsge- schirre, für Chlorentwickelungsapparate, zur Gewinnung von Salzsäure aus Speckstein. Meerschaum, Ecume de mer, derb, selten in knolligen Massen, gelblichweils von Farbe, glanzlos, undurchsichtig, Bruch erdig, an die Zunge sich stark ansaugend, specif. Gewicht 1,2, schmilzt in starker Hitze zu einem weilsen Email. Er findet sich hauptsächlich in Klein- asien, in Griechenland, der Krimm, Spanien, Piemont. Man verfertigt daraus, wie bekannt, Pfeifenköpfe, und das dabei beobachtete Verfah- ren ist dem bei Fertigung von Thonwaaren ganz gleich. Die aus der Türkei kommenden Köpfe werden in Deutschland, besonders im Städt- chen Ruhla auf dem thüringer Wald, appretirt, und gesotten, erst in Talg, dann in Wachs und mit Schachtelhalm polirt. % kiesels. Magnesia mit Magnesiahydrat verbunden edler Ser- pentin, derb, durchscheinend, dunkellauchgrün, ins Schwärzliche(durch Eisenoxydul gefärbt), schwach fettglänzend; findet sich im Serpentin im Erzgebirge, Schlesien, Fichtelgebirge, Schweden, Norwegen.— Gemei- ner Serpentin, eine aus Diallag: und Feldstein innig gemengte Felsart, splittrig im Bruch, ins Ebne verlaufend, grün, schwärzlich, braun-grau sefärbt, Mi get u(Jon, Arsen in, ei Zibl | MN Iomselhe pt, Ni Sr h we pin Diegsam I Ahaat ligm Pack cırk, li ‚ Anlant erst ‚ir Fädcheı silmelänzen ;9M, schmilz ud hinmers ulle(erehe n sul nm Schu ten] in aDRRSIc "le 82); ul uelren, in u federw 1 wende tape, kr Ic nd E \ ıSiılen, Ir Bruch al, schv 3 Sr Hldet “m Gnei "Ay Wlnde beis “UL gIe zu au sich a Sf, kiese ul:(lm: 1 Teleflanıs s ven Mass Ma, 5 af hen al .: E em u er RE ET= en FERREFREETN UNE a ee Tr Eee TER EEE, j ] Naum, Amiant, Hornblende, Talk. 449 v Welches Li.... 3 N en gefärbt, oft gefleekt, geflammt, ist weich, mild, enthält oft-@ranaten, asser auflöt:. r».. KH» N u Talk, Chlorit, Arsenik-, Kupferkies eingemengt, Man findet Serpentin im Eızgebirge bei Zöblitz, unfern Marienberg, wo man mancherlei Ge- A) R 5:. s s Au MI ha schirre aus demselhen dreht, Serpentinreibschalen; in Schlesien, im Fich- Br eifach sanree&| j-= la ur\ telgebirge, in Schweden u.a. a. 0.— Hieher gehört der Asbesi, wel- INdIn® mit„1= SR Ö°% 9 Mi al chen man in biegsamen A.— Amiant—, gemeinen A., Holzasbest— ins Bergholz, Asbest ligniforme, Rock-wood—, schwimmenden A,— Berg- teIn, eilensten | kork, Rock cork, liege fossil, eintheilt. 'rianeı.:....= en "sanpon, Stenlit, Der Amiant erscheint in leicht zu trennenden, fasrig krystallinischen Ieltelinzend, sl Massen, die Fädchen durchscheinend bis halbdurchsichtig, weich, ela- u dendriischen stisch, seidenglänzend, weils ins grünliche, gelbliche, speeif. Gewicht ir et an, finde 0,9 bis 3,00, schmilzt im heftigen Glühfeuer; findet sich im Serpentin, n Sanhcan RB. a°. L..= 2 1 Dachsen, Bakn Gneis und Glimmerschiefer,, hauptsächlich in der Schweiz, Piemont, esselben zur P. Savoyen,!England, Sachsen, Schlesien. Man verfertigt daraus unver- ern; man ben brennliche Gewebe mannigfacher Art, neuerdings durch Aldini wieder ein Reihung ve angewendet zum Schutz gegen Flammen für die zum Feuerlöschen und n auf Seidene, Retten angestellten Mannschaften(siehe vorn bei dem Artikel„Ver- zum Fleckeansın brennen” Seite 82); ferner macht man Lampendochte daraus, welche ein al Zusatz a sich nicht verzehren, und wenn sie verrust sind nur brauchen ausge- t die Masse dar glüht zu werden. Bei den Zündbüchsen für die Schwefelhölzer dient | gaar zu bremen; der Amiant(Federweils) als Körper für die concentrirte Schwefel- brannt ein one säure. Endlich wendet man auch die gewöhnlichen Asbestarten zu so- ir Sublimatonsee genannter Steinpappe, Steinpapier an, ung von Salz Hornblende enthält neutralen kiesels. Kalk,% kiesel- und thon- saure Magnesia und Eisenoxydul; sie kommt krystallisirt vor in schiefen ı kuolligen Isa, rhombischen Säulen, in krystallinischen Massen, derb, von blättrig-strah- ch erdig, a dt liger Textur, Bruch grob- und feinkörnig, undurchsichtig, perlmutter- chmilzt in starker bis glasglänzend, schwarz ins Dunkelbraunschwarze, speeif. Gewicht 2,8 sichlich in Rkır bis 3,25. Sie bildet eigne mächtige Lager, Hornblendschiefer, Horn- 1t. Man vererts blendgestein im Gneis, Glimmerschiefer, kommt als Gemengtheil vor sobachtete Ver im Syenit, Porphyr u. a.— Gebrauch. Dem Glassatz zu Bouteillen ich, Die as ir wird Hornblende beigesetzt(siehe vorn Seite 371), denn schon für sich sonders im Sit! allein schmilzt sie zu einem undurchsichtigen Glas. epsotten, erst N] s°.... TO | gesol[Endlich findet sich auch in einigen Glimmerarten, so wie im Talk, Chlo- rit, Topfstein, kiesels. Magnesia, deren Sättigungszustand noch nicht er- Mar Sor-. 2 ä 2: ıden€ Ui. mittelt ist;(Glimmer siehe unter kiesels. Thonerde).] hw ärzliche(rl A 2 im Seal in Talk, venetianischer Talk, Tale de Venise, Steatite lamelleuse, m ım A. ee. € Genel krummblättrigen Massen, schuppig, derb, grünlichweifs, Bruch uneben, PFEN.: Er z fühlt sich fettig an, findet sich als Talkschiefer auf Lagern im ältern Ge- birg, auf Gängen als blättriger Talk, in den schweizer Alpen(Grau- I: 29 lard emenglt fake, lich’ ng men ZT ERS WR EUER NS EU EEE STREN EEE 450 Topfstein, Chlorit. Yttrium, Yitererde. bünden), Tyrol, Sachsen, Baiern. Der Gebrauch wie beim Speekstein.— Bildstein, Agalmatolith, chinesischer Speekstein, in China, dient zu Schnitzwerken.— Topfstein, Lawezstein, pierre ollaire, ein inniges Talk, Chlorit, Magneteisenstein, bildet mächtige Gemeng von Glimmer, to] so unter andern bei Chiavenna, in Lager im Urgebirge im Alpenland, Schweden(Jämtland), Norwegen, Grönland. Man fertigt Kochgeschirre mancherlei Art, Ofenplatten von grolser Dauerhaftigkeit daraus, man braucht ihn auch als Baustein. [Chlorit, Chlorite, kommt in Krystallen, krystallinischen Massen, derb vor, von laachgrüner ins silberweifs gehender Farbe, Bruch splittrig, härter als Talk; findet sich auf eignen Lagern im Urgebirge— Chlorit- schiefer— ‚ oder kommt auf Erzlagern, besonders Magneteisenstein vor— blättriger Chl., in vielen Ländern.] — Achtes Kapitel: Vom Yttrium. [Das Yttrium wurde 1828 von Wöhler aus Chloryttrium mittelst Ka- lium durchs Erhitzen dargestellt. Es erscheint in metallglänzenden, ci- sengrauen Schuppen, nimmt unter dem Polirstahl einen dunklern Me- tallglanz an, als Alumium, scheint spröde zu sein. Bei der gewöhn- r oxydirt es sich weder an der Luft, noch ım Wasser, lichen Temperatu Glühhitze und verbrennt mit blendendem Licht, entzündet sich in der föst sich in verdünnten Säuren unter WVasserstoffgasentbindung auf, we- niger leicht in Aetzkali, nicht ın Ammoniakflüssigkeit. Yttriumoxyd, Yttererde, Yttria, Gadolinerde, von Gadolin 1794 im Yiterit entdeckt, kommt auch noch in einigen andern seltnen Fossilien in Schweden und Norwegen vor. Man zersetzt den Ytterit, welcher aus kiesels. Eisenoxydul, Cereroxydul und Yıitererde besteht, durchs Kochen des gepulverten Fossils in Goldscheidewasser, dunstet zur Trockne ein und löst den Rückstand in salzs. VVasser auf, wodurch Kieselerde zurückbleibt. Man bringt in die Auflösung Krusten von schwefels. Kali, wodurch ein Doppelsalz von schwefels. Cereroxydul- Kali sich absondert; die abfiltrirte Flüssigkeit wird mit Ammoniak neu- tralisirt, das Eisen aus derselben mittelst bernsteins. Ammoniak gefällt, durch Aectzammoniak die Yittererde und Manganoxydul niedergeschlagen, welche beide dadurch getrennt werden, dafs man den feuchten Nieder- schlag mit kohlens. Ammoniak einweicht, wodurch sich die Y. auflöst. Diese Auflösung wird abgedampft, wobei kohlens. Y. zurückbleibt, wel- che getrocknet und geglüht wird.— Am reinsten erhält man sie durchs Verbrennen des Yttriums. Iiterer Jie Sirererde n gel Gew \nlıbar, best fur an weil [in sich ananuk an| ‚ymeersüls,\ a fir diesel jwelelytth aullas, wirk ‚pttrlum rende erhit i, welehe Im her gunmiarl horyttrium| vererif vor, Tasse, löst sich Imitllut in. keı tin Th amt nllallenı ni=Phosph lit in wei hei NÜKIUTE löst, une &=Nlese Is tal Inenoxye Ni N Ham wu "Am durch: U, Immt It sid im liche, "rl selbs "te schn] Mmory a Ymepl, u Thore "rl, SE WIETEREETNTNEERTET RENT IE Te Tree Fre ER Te N erde i Yitererde, Yttererdesake. Thorium, Thorerde. 451 rk. Die Yıtererde ist ein gelblich-weifses Ealars geruch- und geschmack- / ag) 1 los, specif. Gewicht 4,842, in Wasser unlöslich, im Öfenfeuer un- a EN schmelzbar, besteht aus: 80,07 Yttrium und 19,93 Sauerst., bildet mit in, bilde I Wasser ein weilses, pulvriges Hydrat, ist ın ätzenden Alkalien unlös- bei Chiarenn, lich, löst sich aber in kohlens. Alkalien, namentlich im kohlens. erligt Kochen Ammoniak auf. Die Salze, welche sie mit den Säuren bildet, schme- irkeit daraus, m cken zuckersüls, werden von Cyaneisenkalium weils niedergeschlagen, welches für dieselben unter allen Erdensalzen charakteristisch ist. per Schwefelyttrium, durch unmittelbare Vereinigung beider; eine Isch A-;“fu a en Nasen, graue Masse, wirkt zersetzend aufs WVasser unter Beifügung von Säure,— be, Bruch split Chloryttrium erhält man, wenn man mit Kohlenstaub innig gemeng- rgebiree— Chlo te Yitererde erhitzt einem Strom von Ühlorgas aussetzt; eine weilse rs Magneteisen Masse, welche im wasserhaltenden Zustand nicht krystallisirt, sondern zu einer gummiartigen Substanz eintrocknet, welche leicht zerfliefst,— Fluoryttrium kommt mit Fluorcaleium und Fluorcererium als Yt- trocererit vor. Kohlensaure Yttererde, weils, geschmacklos, unauflöslich in Wasser, löst sich in kohlens. Ammoniak auf.— Schwefelsaure Y., krystallisirt in kleinen säulenförmigen Krystallen von Amethystfarbe, löst sich in 38 Theilen kalten, nicht viel weniger heifsen VWVasser auf, überhaupt auffallend langsam, wird durchs Glühen basisch, und schnee- ylrium mil weils.— Phosphorsaure Y. findet sich in der Natur, das neutrale etallglänzende,& Salz ist ein weilses, in WVasser unlösliches Pulver, welches sich in nen dunkln I Phosphorsäure löst, und durchs Abdunsten gallertartig wird.— Sal- Bei der gi petersaure Y., eine schwer zu krystallisirende, zerfliefsende Salz- ', noch in Wis masse.— Kieselsaure Y., im Ytterit, Gadolinit,} kiesels. Y.+ blendenden|% kiesels. Eisenoxydul und% kiesels. Cererozydul.] ntbindung al, 1 rde, von Gadıln ven andern st setzt den II Neuntes-Kanpıker Re n Vom Thorium. idewasser, du asser auf, wolht[Das Thorium wurde 1828 von Berzelius aus dem Chlorthorium mit- ssung Kruste 1 telst Kalium durchs Glühen dargestellt. Ein dunkel-bleigraues, schwe- efels, Cererom res Pulver, nimmt durch einen Druck Metallglanz an, von eisengrauer ‚it Ammoniak 2 Farbe, oxydirt sich nicht im WVasser, verbrennt bei gelindem Erhitzen Ammoniak geil mit ungewöhnlichem Glanz unter Erzeugung von Thorerde. Salpeter- l niedergeschlge säure oxydirt selbst kochend das Metall gar nicht, dagegen löst es sich n feuchten Nieder in Salzsäure sehr leicht auf; Aetzkali wirkt auf nassem Weg nicht ein. ‚ch die I aulli i Thoriu moxyd, Thorerde, Thorina, wurde 1828 von Berzelius ‚urückblabt nl In einem norwegischen Fossil, Thorit, entdeckt. Thoritpulver, in wel- It man gig durch chem 57,95 Thorerde an Kieselsäure gebunden enthalten, wird mit Salz- säure gekocht, die Auflösung durch Schwefelwasserstoffgas zerlegt, fil- 29° EEE EIER, EEE EEE 0 FESTEN E PTR Dh 7 A Fe a An- 52 Thorerde, Thorerdesalze. beryllium. trirt, nachher fügt man Ammoniak hinzu. Der Niederschlag wird gut gewaschen, in verdünnter Schwefelsäure gelöst, die Flüssigkeit abge- dampft, der Rückstand geglüht, worauf die T'horerde zurückbleibt, Es s Pulver, nach dem Glühen hart und schwer zu pulvern, specif. Gewicht 9,40%, unschmelzbar, be- steht aus: 88,16 Thorium und 11,84 Sauerst., giebt mit Wasser ein gallertartiges Hydrat, zieht während ‚des WVaschens, Trocknens leicht feucht leicht in Säu- ist ein weifses, geruch- und geschmacklose Kohlensäure an, backt zusammen; löst sich noch ren auf, nach dem Trocknen sehr langsam, nach dem Glühen gar nicht. Thorerde löst sich nicht in ätzenden Alkalien, aber ın kohlens., beson- ders in kohlens. Ammoniak auf; ihre Salze besitzen einen ausgezeichne- ten rein zusammenziehenden Geschmack., wie Gerbstoff. Diese Erde charakterisirt sich dadurch, dafs das schwefels. Salz sich in der Siede- hitze aus der Auflösung in Wasser niederschlägt, in kaltem WVasser aber allmählig wieder löslich wird. Schwefelthorium, durch wumittelbare Verbindung mit einer glän- zenden Feuererscheinung; ein gelbes Pulser., wird durch wasserhaltende Säuren nicht merklich verändert, löst sick in erhitztem Königswasser.— Chlorthorium, durch Behandlung ‚eines innigen Gemengs von Thor- erde und Kohlenstaub mit Chlor im der Wärme; eine weilse Salzmasse, erhitzt sich mit VVasser benetzt, löst sich in Wasser und Alkohel auf. Kohlensaure Thorerde, ein weilses Pulver, in kohlens. WVas- ser löslich.— Schwefelsaure Th., schiefst ın farblosen, rhombo&- drischen Krystallen an, sie werden schnell unter Verlust von 3 Was- ser, ohne zu zerfallen, milchweils; löst sich sehr langsam an WVasser auf, die siedende Auflösung wird trüb, das Salz schwer löslich; ent- hält 29,5% Wasser. Bildet mrt schwefels. Kali ein Doppelsalz in Asei- tigen Säulen.— Phosphorsaure Th., selbst nicht in einer Üeber- schufs von Phosphorsäure löslich.— Salpetersaure Th., höchst zerfliefslich, in Alkohol und Wasser sehr leicht löslich.—% kie- Sellees 2iSh. mit NVasser Thorit.] Zehntes Kapitel Vom Beryllium. [ Das Beryllium, Glycinium, wurde von MWöhler 1828 durch Re- duction der Beryllerde durch. Kalium dargestellt. Ein dunkelgraues Pulver, welches unter dem Polirstahl Metallglanz annımmt, und sehr strengflüssig zu sein scheint; bei der gewöhnlichen Lufttemperatur oxydirt es sich weder an der Luft, noch im WVasser, ‚verbrennt bis zum Glühen erhitzt mit grofsem Glanz, löst sich unter Entwickelung A Wasersof \ammonkd Puyylliumo ‚Tal| „gHehin entde Benhält, ul hlolsnt June Die| edırch Thoner‘ Il, Ammon! Die abflt ayımak entwe srynd gerlüht€ N M! ein we Tier ulslieh, t ei kl daduı scod, giebt MI Ielat kohlensau lin Anmonk In Ammoniak a Alm lonerde, Kart 3 Imeckene Intics Kenn hmm Verbindı aymtllsırt. \irelelbery ik! eine pri hausen Sc Inn, eine all. alisırt, U saure ui n kohl : d, lacht ine D, eine u, schmi Sa] SE ie au N ul K nm vor: 3 BEN ll, Tho lerschlap Wir] Un Al } Rlüssieke; ab. e zurückhlil, hı nach dem Oli unschmelshar Ir ot mit Ware „ Trockaens I ucht kicht in N m Glühen garni 1n kolıens, best einen ausgezeichn: bstofl, Diese Bi sich in der Sid: in kaltem Wax Ing mit einer tür: ırch w asserhil m Königswair- remengs von Ih je weilse Salını r und Alkohol u in kohlens, N farblosen, rhonbı 'erlust von; N langsam in Wax chwer Jöslıch: 1 Doppelsalz I N ht in einen(et aure Th, höcht löslich,= A e 183 durch N Ein dunkelgrau nnimnt, und# en Lufieopt" Ser, verbrat! bu ıter Entwick WI ETITE Berylierde, Beryllerdesalze. 455 von Wasserstoffgas in verdünnten Säuren, auch in Actzkalılauge, nicht in Aetzammoniak auf. Ber ylliumoxyd, Bery ITerde, Glycine, Glyeina,(Süfserde) wurde von Vauquelin 1797 im Beryll und Smaragd, nachher noch ım Euklas und Helvin entdeckt. Ihre Darstellung ist folgende: Berylipulver, welches 132 B. enthält, wird mit kohlens. Kali durchs Schmelzen aufgeschlossen, die aufgeschlolsne Masse in Salzsäure gelöst, wodureh sich Käeselerde abscheidet. Die filtrirte Flüssigkeit wird nun mit Ammoniak gemischt, wodurch Thonerde und Beryllerde niederfallen, welche man durch kohlens. Ammoniak trennt, indem dadurch nur die Beryllerde gelöst wird. Die abfiltrirte Lauge wird abgedampft, wodurch das kohlens. Ammoniak entweicht, kohlens. Beryllerde niederfällt, welche getrock- net und geglüht die reine Erde giebt. Sie ist ein weilses, leichtes Pulver, gerueh- und gesehmaeklos, ın Wasser unlöslich, specif. Gewicht 2,967, unschmelzbar in der Ofenhi- tze, erhärtet dadurch nicht, aus 67,82 Beryllium und 32,18 Sauerstoff bestehend, giebt mit VVasser ein weilses, lockres Hydrat, welches an der Luft kohlensauer wird, löst sich in den ätzenden fixen Alkalıen, nicht in Ammoniak, ebenso in den kohlens. Alkalien selbst im koh- lens. Ammoniak auf. Sie hat zu den Säuren stärkere Verwandtschaft als die Thonerde, geringere als die Magnesia, giebt süls und zusammen- ziehend schmeckende Salze, welche Lackmus meistens röthen. Ein cha- rakteristisches Kennzeichen dieser Erde ist, dafs sie mit Fluor und Ka- lium eine Verbindung giebt, welche in Schuppen aus einer heıilsen Auf- lösung krystallisirt. Schwefelberyllium, durch directe Verbindung unter Feuerer- scheinung; eine graue, im WVasser nicht lösliche, mit verdünnten Säu- ren übergossen Schwefelwasserstoffgas entbindende Masse.— Chleor- beryllium, eine weılse krystallinische Masse, welche in Wasser ge- löst krystallisirt, und in Weingeist sich auflösen kann. Kohlensaure Beryllerde, ein weifses, leichtes, in WVasser un- lösliches, in kohlensaurem Wasser lösliches. Pulver.—. Schwefel- saure B., leicht in Wasser löslich, das saure krystallisirt.— ‚Phos- phors. B., eine weilse unauflösliche Masse, erscheint frisch gefällt gummiartig, schmilat zu einer glasigen Masse, löst sich in Phosphor- säure auf.— Salpeters. B., krystallisirt schwierig, verwittert theils, theils zieht sie auch wieder Wasser an, löst sich leicht in Wasser und Alkohol auf:— Kiesels. B., kommt in der Natur in verschiednen Ver- bindungen vor:% kiesels. Be+ 5 kiesels. Thonerde als Euklas; N; kiesels. B.+% kiesels. Thonerde als Sinaragd, Beryll.— rt; Thons. B., ++% kiesels. Thonerde im Chrysoberyll(Cymophane).| ae ERS FREENET Bu PERS! Ir 454 Zirkonium, Zirkonerde. {opium dor Elftes Ka pP itel. it Wasser Vom Zirkonium. ih” file ab, [Vom Zirkonium hatte Davy nur Spuren erhalten, Berzelius stellte es Ka, 1823 aus Fluorzirkonium-Kalium durchs Glühen mit Kalium dar; die A geglühte Masse wird mit Wasser, dann mit Salzsäure digerirt, der j Be Rückstand sodann mit Salmiakauflösung, nachdem mit WVeingeist und li Wasser gewaschen und getrocknet, Ein schwarzes, kohlenartiges, zu- ern der sarmmengetrocknetes Pulver, nimmt unter dem Polirstahl einen dunkeln I 1 Metallglanz an, leitet die Elektricität nicht, entzündet sich beim Er- Mn ih hitzen noch ehe es glüht, und verglimmt mit starker Lichtentwickelung. ei en WVenn es mit chlors. Kali gemengt geschlagen wird, so fängt es Feuer au 1 5 ohne zu detoniren, verglimmt mit kohlens. Kalı erhitzt, indem die ja ul yacın Kohlensäure Sauerstoff abgiebt; es löst sich selbst in kochender Salpe- tersäure, Goldscheidewasser sehr wenig, in Flufssäure dagegen sehr leicht auf. Zirkoniumoxyd, Zirkonerde, Hyacıntherde, Zircone, Zirconia, Iw wurde von Klaproth 1789 ım Zirkon und 1795 im Hyacinth entdeckt, kommt auch im Eudyalit vor, an Kieselsäure gebunden. Zirkonpulver, welches 67,165 jener Erde enthält, wird mit 3 Theilen kohlens. Kalı geglüht, dann Aetznatron nach dem Frkalten beigemischt, und völlig heilunium ı aufgeschlossen; die aufgeschlolsne Masse wird in Salzsäure aufgelöst,{hu drgeste zur Trockne abgedampft, der Rückstand in salzsaurem Wasser gelöst, zul Allan wodurch Kieselerde ungelöst zurückbleibt. Die filtrirte Flüssigkeit ver- Vınlınlım mil setzt man mit Ammoniak, wodurch Zirkonerde gefällt wird, welche lm Wasse man abwäscht, trocknet und glüht. Nicht selten enthält die Zirkonerde Ne viel Eisenoxyd, wenn die Zirkone solches enthielten; man zieht es auf FA verschiedne Art aus, z, B. durch Salzsäure, Oxalsäure etc. all Arme Ein feines, weifses, geruch- und geschmackloses Pulver, ist hart, ritzt"er Glas, schmilzt nicht in der Ofenhitze, specif. Gewicht 4,3, besteht aus: Ian, verhreni 73,70 Zirkonium und 26,30 Sauerst.; löst sich nicht in WVasser auf,{und 6 bildet mit demselben ein Hydrat, welches frisch gefällt fast gallertaruig, tulkkem allı voluminös, sich in Säuren leicht auflöst, wogegen es mit heifsem Was- An Sale ser gewaschen sich kaum in concentrirten Säuren löst; nach dem Trock- He$;] nen wird es gelblich fest, gummiartig, enthält 12,95 Wasser, verliert ei durchs Glühen alle Löslichkeit in Säuren; beim Glühen giebt die Zir-"lila konerde ein blendendes Licht von sich, so auch das Hydrat. Sie löst lmoxye sich nicht in den ätzenden, aber in den kohlens. Alkalien auf, wenn Ye Natır man die Salze durch diese im Uebermafs zugesetzt niederschlägt. Die"* Ihphor Salze der Zirkonerde schmecken rein zusammenziehend, werden von Gall- N Maloryde äpfelaufguls gelb gefällt, auch von schwefels. Kalı, welches dadurch zum el Fl sauren Salz wird und ein höchst basısches Zirkonerdesalz niederschlägt. N Mes| Schwefelzirkonium auf directem Weg unter geringer Feuerer- Kon scheinung erhalten, eine braune Masse, welche von kochenden Königs- a h nd wasser sehr langsam, leicht von Flufssäure aufgelöst wird.— Chlor- NR nlhe tn Amel zig- dee x> EST Zirkonerdesake._Alumium, Thonerde. 455 zirkonium durch unmittelbare Vereinigung unter Verbrennen, krystal- y lisirt mit Wasser verbunden ın farblosen kleinen Nadeln, verwittert, löst sich in Wasser und Alkohol auf, giebt durchs Zrhitzen einen Berzelius al, Buhig it Kaltın% i Theil Chlor ab. 2 er| saure Ne}= 3 Riga A Ko: ee erd er an weılses, ın N: asser yulösliches h Wen it Pulver.— Sch we fels au merZe. sowohl als ee gummige Masse, Mil ul als auch, wenn dıe Auslosung ae Säure enthält, in Krystallen erhalten sah Ko werden. Es löst sich leicht in heifsen, schwerer in kalten Wasseı “ na Ku auf, verliert ıo der Hitze das Wasser, dann auch die Säure.— Halb Ki beim Ir schwefels, Z., eine gummiartige Masse.— Salpeters. Z., eine ä Aletwickln gummige, nicht krystallisirende Masse, in WVasser löslich, wenn die Bir, su Abdunstung nicht über 100° geschah,—%»kiesels. Z. kommt vor als elta, indem d Zirkon und Hyaecinth.] n kochender Salhr auc dagegen seit Zircone, Ziremi, Zw ölifitie's Ka pÄitie Hyacınth entdecht den, Zirkonpil: r. EN Vom Alumium. eilen kohlens, Kl mischt, und vl Das Alumium wurde von Davy nur in sehr kleinen Spuren mit- y| Salzsäure aus, telst Kalium dargestellt, Oersted lehrte aus Chloralumium dureh Ka- rem Wasser gl liumamalgam Alumiumamalgam gewinnen; Wöhler stellte es 1827 isolirt rte. Flüssigkeit vr aus Chloralumium mit Kalium dar. Die geschmolzne graue Masse löst fälle wird, wi man in kaltem Wasser auf, wodurch sich Alumiumn abscheidet. | ie ırko erd.. er 1°. BR er Ein graues Pulver, auch in metallglänzenden Flittern, wird unter 1 man zielt& ul... E... 5 7 ala dem Polirstahl zinnweifs und glänzend, schmilzt noch nicht bei 130° W.., re eiCe 5 3 r° x ie Ä SE. TER leitet in Pulverform die Elektrieität nicht, fängt beim Erhitzen an der ulver, ist hart, ni ht 4,3, besteht au ht in Wasser a, allt fast gallenr Luft Feuer, verbrennt zu harter, weilser Thonerde, die zum Theil ge- schmolzen ist und Glas schneidet. Es wird von kaltem Wasser nicht, aber von heifsem allmählig oxydirt unter Entwiekelung von Wasserstolf- it. hefsen We gas, wird von Salpeter- und Schwefelsäure kalt nieht aufgelöst, dagegen ts nach. dem Int von verdünnter Salz- und Schwefelsäure unter Wasserstollgasentwicke- I? Wasser, wel lung, von Aetzkalilauge, selbst von Aetzammoniakflüssigkeit. \ühen giebt die Alumiumoxyd, Alaunerde, Thonerde, Alumine, Alumina, 5 Hydrat, Set kommt in der Natur theils ziemlich rein, theils als Hydrat, theils mit Alkalien auf u Schwefel-, Phosphor-, Borax-, Kieselsiure; theils auch mit andern Erden, niederschlg 4 Alkalien, Metalloxyden verbunden vor, und bildet überhaupt eimen grolsen |; werde m Theil des festen Erdkörpers. Fast reine Thonerde enthält der Korund, velches ea Saphyr, Telesie, Corindon- hyalin, welcher von verschiednen Farben desalı En gefunden und im Handel verschieden benannt wird, die blauen heilsen ! a: M Saphyre, die rothen orientalische Rubine, die gelben or. Topase, die le violetten or. Amethyste, die grünen or. Smaragde etc. Die Grundform 456 Thonerde, Korund, Smirgel, Benutzung des letztern. ist ein Rhomboeder, sechsseitige Pyramide, von lebhaftem Glasglanz, durchsichtig, doppelte Strahlenbrechung, speeif. Gewicht 4,3, ist nach dem Diamant das härteste bekannte Fossil, unschmelzbar, enthält etwas Kieselerde und ein wenig Eisenoxyd. Die kleinern Steine, so wie die un- reinen, undurchsichtigen, milsfarbigen grauen werden unter dem Namen Korund, Diamantspath, Corindon, adamantine, Adamantin spar, zum Schleifen und Poliren von Edelsteinen angewendet, besonders in China. Man findet die Saphyre im Sand der Flüsse, im Schuttland mit Zirko- nen, Granaten, Magneteisenkörnern auf Ceylan, China, Siam, Pegu, aber auch in Böhmen, Sachsen, Frankreich; den Diamantspatlı einge- wachsen in Urgebirgsgesteine, in China, Ostindien, Savoyen, Piemont. Smirgel, emeri, emery, der reinste, ist dem Korund unmittel- bar beizuzählen, er kommt in kleinen Portionen eingewachsen vor, häufiger nur eingesprengt, undurchsichtig, blos an den Kanten durch- scheinend, wenig und fettglänzend, dunkel, bläulichgrau, uneben klein- und feinkörnig im Bruch. Man trifft denselben in grofsen losen Mas- sen am Fufls von Urgebirgen, als auf Naxos und andern Inseln des griechischen Archipels, im Erzgebirge, Spanien, England, im Altaige- bivge. Tennant fand im Smirgel von Naxos 86 Thonerde, 3 Kiesel- erde, 4 Eisenoxydul.(Es wird aber unter dem Namen Smirgel vieler- lei anderes Material in den Handel gebracht, meistens innige Gemenge von Korund und Magneteisenstein. Hierher gehört sicher der Smirgel von der Insel Jersey, welcher nach Yauquelin 53,83 Thonerde, 12,66 Kiesel- erde, 24,66 Eisenoxyd, 1,66 Kalk enthält) Der Smirgel wird also präparirt: man pulvert ihn mittelst Stampfwerken, die mit eisernen Schuhen versehen sind, oder zwischen Gufswalzen, siebt und schlemmt das Pulver, und sortirt die Niederschläge von verschiedner Feinheit, indem man die trübe Flüssigkeit nach bestimmten Zeiträumen aus einem Präeipitirgefäls in andere leitet; zuerst, wie bekannt, setzt sich das grö- bere Pulver ab, sodann das feinere, das feinste zuletzt.— Man wendet den Smirgel an um Edelsteine theils mit dem gröbern Pulver zu schlei- fen, theils um mit dem feinsten zu poliren, dieselben zu zerschneiden; auch zur Politur von Stahl-, Glaswaaren, Rasirmessern und andern schnei- denden und scharfen Werkzeugen, z. B. um Baumwollkratzen zu schärfen, Stahlwaaren von Rost zu befreien gebraucht man Smirgel, welchen man zu dem Ende auf Papier aufträgt, Smirgelpapier, oder auf Leder(Rasir- streichriehmen). In England fertigt man das Smirgelpapier dadurch, dafs man in den Smirgelmühlen mit Leimwasser bestriehne Papierbo- gen in verschiednen Höhen vom Fulsboden aufwärts aufhängt; der feinste Staub steigt am höchsten an, der gröbere bleibt unten, so entstehen zu gleicher Zeit verschiedne Sorten‘ Smirgelpapier; die gröbste muls aber Timer, „ Anbieben da „map D Ya sell Thon hl kehmelel tan I| Jim, als noc Iollens,(as um Natro „» ll niede ‚er so Jar ulm In rein sılin Vebers I omnnen W ‚ni Thonerde ul,miche rei Jhnerde ers lies Pulver, sa Menge ı all hellie aim Sauer Iem hrb Die Thon tülle un ne in d mid,$ aleberse Len gallı za velblic) we dem] Ül! Wasser & den sch * nee sl Imerdeh li, als] tbaltnen N, welch Wenden, hint S) anler äh des ltd, lebhaften Ol, ewicht NE e| ) eine, 80 WR len En mnter dem, damantın N N et ar, yı { besonden in(Mi, Schutt ( land mi luna, Siam, Pe, D amanlspath ey rn daroyen, Diem em Korund uni N einsewarlsen iM m den Kanten dr} ierau, uneben| 1 erolsen losen J[, | andern Inch Ih Eneland, im Altin. Thonerte,) Rier \amen Smiel vida stens Inniee Genkın cher der Sinn onerde, 1266 Kerl r Smirgel wid al on, die mit dienen „sieht und schkunt erst iedner Tai il Zeiträumen aus tu t, setzt sieli dis gi etzt,— Man wer I ern Pulver zu si hen zu zerschnttt; rnund andern st ollkratzen zu sehr Siuren selbst den schwächsten, in kohlensaurem Wasser auf, wogegen nirzel, welchen m geglühte Thonerde sich nur in den stärksten Säuren langsam auflöst. Jar auf Leder(as Natürliche Thonerdehydrate sind der Gibbsit, welcher eben so we gen ar Wasser enthält, als das künstliche, und der Diaspor, welcher% des Kost Pre im vorigen enthaltnen Wassers besitzt. anfängt, de Jin Die Salze, welche die Thonerde bildet, besitzen einen säuerlich zu- r En sammenziehenden, hintennach süfslichen Geschmack, reagiren stets sauer um E auf Lackmuspapier, ätzende Alkalien schlagen aus ihnen die Thonerde nie- ” ai AEG EB RETHT EN NEE Diss 7 ERSETZT EHE bar, enllil, Im Thonerde, Darstellung und Eigenschaften derselben. 457 durch Aufsieben dargestellt werden. Auf gleiche Weise kann man auch Feuersteinpapier, Bimssteinpapier etc. fertigen. Man stellt Thonerde aus dem Alaun, schwefels. Thonerde+ schwe- fels. Kali(schwefels. Ammoniak) folgendermalsen dar: den eisenfreien Alaun löst man in heilsem Wasser auf, und setzt kohlens. Natron so lange hinzu, als noch ein gallertartiger Niederschlag fällt. Hiebei ent- weicht kohlens. Gas, theils bleibt es auch in der Flüssigkeit: aufgelöst und schwefels. Natron bildet sich, Thonerdehydrat mit kohlens. Natron- Thonerde fällt nieder. Der Niederschlag wird mit kochendem destil- lirten Wasser so lange abgespühlt, bis das Wasser geschmacklos ab- liuft, sodann in reiner Salzsäure aufgelöst und nochmals mittelst Aetz- ammoniak im Ueberschuls gefällt, wodurch reines Thonerdehydrat gal- lerlartig gewonnen wird. Dieses abgewaschen, getrocknet und geglüht liefert reine Thonerde. Ammoniakalaun, d. h. Alaun, welcher schwe- felsaures Ammoniak(und, keine Einmischung von schwefels. Kali, was meist der Fall ist), enthält, braucht man nur stark zu glühen, so ent- weicht das Ammoniaksalz und die Schwefelsäure trennt sich von der Thonerde, welche rein zurückbleibt. Die Thonerde erscheint als ein weifses, lockeres, geruch- und ge- schmackloses Pulver, im Ofenfeuer unschmelzbar,(weshalb sie auch dem Glas in Menge zugesetzt, dasselbe trüb macht), specil. Gewicht gegen 2,0 nach heftigem Glühen 4,15, hängt sich an die feuchte Zunge an, schmilzt im Sauerstoff- und Knallgasgebläse, den Volta’schen Bat- terien zu einem farblosen klaren Glas, zieht an feuchter Luft 155 Wasser an. Die Thonerde besteht aus: 53,3 Alumium und 46,7 Sauerst., ist in Wasser völlig unauflöslich, bildet aber mit demselben Hydrate, deren zwei verschiedne in der Natur vorkommen, von denen eins auch künst- lich erhalten wird. Schlägt man nämlich ein reines Thonerdesalz mit Ammoniak im Ueberschufs nieder(denn sonst fällt ein basisches Salz), so bildet sich ein gallertartiges Thonerdehydrat, weils von Farbe, wel- ches zu einem gelblichen, gummiartigen Körper zusammentrocknet, in- dem die Masse dem Raum nach ungemein sich vermindert; letzteres enthält 34,318 Wasser. Frisch gelälltes Thonerdehydrat löst sich in Fluoral 458 Thonerde, Schwefel-, Chlor-, Fluoralumium. - andern eb! der, Aetzkali und Natron aber lösen, im Ueberschufs angewendet, die i en niedergeschlagne Thonerde wieder auf. Thonerde mit salpeters. Kobalt- van eine oxyd geglüht wird schön dunkelblau gefärbt. Die Thonerde ist keine I ct P starke Base, dennoch hat sie zu schwach säureartigen Körpern, wie m die mancherlei Pflanzenpigmente sind, eine ausgezeichnete Verwandt- ne schaft, worauf sich viele wichtige Prozesse der Färberei und Kat- Be, s rırkomml, u tundruckerei gründen(wovon später mehr). Thonerdehydrat löst sich te reichlich in Kali-Natronlauge auf, ‚selbst Baryt und Strontian wirken En. -: e:-: pn DNA lösend, Ammoniak äufserst wenig; es verhält sich nämlich die Thonerde vi heil gegen Alkalien, Erden, Metalloxyde als eine schwache Säure, bildet Dan| mit ihnen, analog der Kieselerde, salzartige Verbindungen, thonsaure om) Be Salze, Aluminates, von denen mehrere in der Natur vorkommen; siehe ya Ks weiter unten.— Reine Thonerde findet an sich sehr geringe Anwen- ı bin ıl dung, desto mehr aber verschiedne Thonerdesalze und Verbindungen, ,aldie u von denen später das Nähere. Man hat Thonerdehydrat für die Oel- aut malerei empfohlen, um das Lasiren zu vermindern. [Schwefelalumium, Sulfure d’Alumium, Sulphuret of A., von vn m Wöhler 1327 dargestellt, durch Vereinigung beider ın der Glühhitze; Tief, beim E eine schwarze, halbmetallische Masse, nimmt einen eisengrauen Glanz htnder, Schlä unter dem Polirstahl an, wird durch die VVasserdämpfe der Luft zer- aluchofs niede setzt, entwickelt Schwefelwasserstoffgas. sin, Alklı und Chloralumium, Chlorure d’Alumium, Chloride of A., findet sich in dem WVasser des Ochotskischen Meeres, und ın dem daraus\infelsaure gewonnenen Seesalz; man erhält es, wenn über fein gepulverte mit he im| Kohlenstaub gemengte Thonerde in der Hitze Chlorgas hinweggeleitet all$. wird unter Erzeugung von Kohlenoxydgas.— Ein blafls grünlichgelbes Ihklrefelen Pulver, krystallinisch-blättrig, halbdurchscheinend, wird feucht an der N Luft, zerfliefst, zersetzt sich, riecht dann nach salzsaurem Gas, stölst! weilse Dämpfe aus, Jöst sich unter Erhitzung schnell sm WVasser auf, sand wobei Salzsäure und Thonerde sich bilden. Chloralumium verflüchtigt"sn Alkol sich über 100°, setzt sich krystallinisch ab, besteht aus: 20,5 Alum. Ka aus:| und 79,5 Chlor;(oder aus 38,46 Thonerde und 61,54 Salzsäure, Std? Wasse Löst man Thonerdehydrat in Salzsäure auf, oder durch Zersetzung km In des Alauns mittelst Kochsalz in der Kälte, wobei Glaubersalz auskry- i stallisirt, so erhält man eine gelbliche, stets sauer reagirende Flüssig- of 1 keit, welche abgedunstet meist eine gummiartige Salzmasse giebt, die u E schnell aus der Luft WVasser anzieht, feucht wird, sich leicht ın WVas- r IN se 2 ser und Weingeist auflöst, durch Hitze zersetzt wird. Man hat die Pe aug Ss salzs. Thonerde für die Seidenfärberei, so wie die Färberei mit Lac-'inmer m n_ dye empfohlen.] Fluoralumium, Fluorure d’Alumium, Fluoride of A., durchs Re DEU Nassep Auflösen von Thonerdehydrat in Flufssäure; die Flüssigkeit krystallisirt 1" - Irseh 7x IR ENT Be, ir ER fi NEE TE mim, uls end it Salpetag,\ Done; gen Kine, I zeichnete Yen, M! ärbere)| IM erdehydra list oh nd Stop Wk Yimlich di Timer Wache Sinn, bilde Junzen, thonsaurı Ir vorkommen: sr, ehr gerinze Änwe und Verbinlum, hydrat für die QJ Dhuret of A, mn r in der Glühhi: n eisengrauen(ln dänpfe der Luft ur loride of A, Ink und ın dem din r fein gepulere mt hlorgas hinwenekt 1 blals grünliegebe : wird Ik veht a ler Insaurem Gas, sit inell ım Wasser au y kn ‚ralumium vertluchı eht ans; 20,5 Al 1.54 Salzsäure, Jer durch Zersetm ; Glaubersalz anf er ff aoirende f si Salzmasse oncht, di sich Jeicht ın Nr wird, Man hat ut : Firberä ni Jar ze I RBB. ssjokeil[malt Fluoralumium, kohlens., schwefels. Thonerde. 459 nicht, sondern giebt nach dem Abdampfen eine gelbliche, durchschei- nende, gummiarlige Masse, die sich anscheinend in kalten Wasser nicht löst, aber nach einiger Zeit völlig auflöst, ist geschmacklos, greift Glas- gelälse an, besteht aus: 32,43 Alum. und 67,57 Fluor. Fluoralumium+ Fluornatrium kommt vor als Kry olith, ferner+ kiesels. Thonerde+ basischem Fluoralumium, als Topas, welcher in Säulen mit Längen- streifen vorkommt, theils farblos, theils gelb(honig- weingelb), glasglän- zend, durchsichtig, doppelte Strahlenbrechung, speeif. Gewicht 3,4 bis 6. schmilzt mit Dorax zu einem klaren Glas. Er bildet einen wesent- lichen Gemengtheil des Topasfelsgesteins(Schneckenstein bei Auerbach im Voigtland), man findet ihn auf Zinnlagerstätten im Erzgebirge, Eng- land, in losen. Krystallen und Rollsteinen im Schuttland in Brasilien, Sibirien. Er wird als Schmuckstein, besonders der gelbe brasilianische, gebraucht, und die unbrauchbaren Individuen dienen als Topasbrack zu Schleiipulver. [Kohlensaure Thonerde, Carbonate d’Alumine, C. of A., kennt man im isolirten Zustand nicht; Thonerdehydrat löst sich ın kohlens, Wasser auf, beim Entweichen des kohlens. Gases fällt aber Thonerde- hydrat nieder. Schlägt man ein Thonerdesalz mit einem kohlens. Alkalı im Ueberschufs nieder, so bildet sich eine Doppelverbindung von Koh- lensäure, Alkali und Thonerde.] Schwefelsaure Thonerde, Sulfate d’Alumine, S. of A., kommt auf Guadeloupe im Uebergangsthonschiefer, an mehrern Orten Ame- rikas, z. B. zu Rio Saldana vor; wird durchs Auflösen von Thonerde- hydrat in Schwefelsäure und Abdunsten bereitet. Sie krystallisirt in dünnen, perlmutterglänzenden, durchscheinenden, farblosen Blättchen, von sülsen, zusammenziehenden Geschmack, löst sich in 2 Theilen kal- ten Wasser, in Alkohol fast gar nicht auf, verliert durch Glühhitze alle Säure, besteht aus: 29,90 Thonerde und 70,10 Schwefels., aufserdem führt es 46,6% Wasser. Dieses neutrale Salz verbindet sich mit schwe- fels. Alkalien zu krystallisirenden Doppelsalzen, welche man Alaune nennt. %2 schwefels. Thonerde erhält man mit schwefels. Kalı ver- bunden durch Zersetzung einer Alaunauflösung mittelst kohlens. Kali, welches so lange zugesetzt wird, als der anfänglich entstandne Nieder- schlag sich immer noch im Wasser auflöst, auch dadurch, dafs man% schwefels. Thonerde in neutraler auflöst; nach dem allmähligen Ab- dampfen bleibt eine gummiartige Substanz übrig, die durch starke Ver- dünnung mit Wasser, so wie durchs Kochen, in neutrales und% basi- sches Salz zersetzt wird. Dieses Thonerdesalz bildet mit schwefels. EEE WEEZE WESEN. 1: 7 ERFZEEETEE 460 Schwefels. Thonerde, Kalialaun. Salzen gleichfalls Doppelsalze, welche keine Neigung zum Krystallisiren besitzen.—% schwefels. Thonerde+ schwefels. Kali wird unter dem Namen neutraler Alaun für die Zeugdruckerei, auch zur Bereitung der essigs. Thonerde verfertigt. Im römischen Alaun ist ein Antheil von% schwefels. Thonerde-Kali enthalten. %: schwefels. Thonerde kommt in der Natur vor als Alumi- nit, Websterit(natürliche Thonerde), in kleinen nierförmigen Stücken, von weilser Farbe, feinerdig, undurchsichtig. Man fand dieses Fossil im Thon und Mergel zu Halle a. d.$., auch zu Morl im Saalkreis, neuerdings hat man es in Frankreich zu Bernon, Epernay, in England bei Newhaven gefunden. Man erhält diese Verbindung auch künstlich durch Präeipitation einer Auflösung von schwefels. Thonerde mittelst Ammoniak; ein weilses, in Wasser unauflösliches Pulver, besteht aus: 29,80. Thonerde, 23,25 Schwefels., 46,95 Wasser. Es kommt im Alaun- stein mit schwefels. Kali und überschüssiger Thonerde verbunden vor, wovon gleich mehr. Doppelsalze von schwefels. Thonerde mit schwefels. Alkalien, Alaune; sie sind so gemischt, dals die Sauerstoffmenge in der Thon- erde zu der der alkalischen Base, und so auch die Sauerstoffmenge in demjenigen Theil der Schwefelsäure, welcher mit der'Thonerde ver- bunden, zur Sauerstoffnenge in der andern mit dem Alkali verbundnen Menge sich verhält= 3: 1. [Wenn man statt schwefels. Thonerde gewisse andere schwefels. Salze, die mit ersterm isomorph sind(vergleiche vorn Seite 28) mit schwe- fels. Alkalien verbindet, so erhält man auch Alaun von derselben Kry- stallform; solche sind: schwefels. Eisenoxyd, Manganoxyd, Chrom- oxydul.] I. Kalialaun, schwefels. Thonerde-Kali, Alaun, Sulfate d’Alumine et de Potasse, Alun, S. of A. and Pot., Alum;, kommt in der Natur gebildet vor, theils in haarförmigen Krystallen eflloreseirend, in Klüften und Spalten von Alaunschiefer, Thonschiefer, Kohlengebil- den, theils in krystallinischen, tropfsteinartigen Massen, als erdiger Be- schlag, graulich weils, perlmutterglänzend, so in Böhmen, im Voigt- land, zu Freienwalde; ferner in der Nähe von Vulkanen, am Vesuv, Solfatara, Grotta di Alume am Capo Miseno bei Neapel, Sieilien, auf den vulkanischen Inseln nächst Sieilien ete. Auch in der Nähe von Erdbränden findet man Anflug von Alaun, so bei Duttweiler, in der Auvergne, wo besonders viel Alaun sich bildet.— Feder- alaun, Federsalz,(Alumen seissile, Al. plumosum, Alun de plume). Alaun von fasriger Textur auf Milo.(Jedoch nennt| man auch ms zunchmal 1, Bnenonjt 1,(emässenn Liga; Yugenmwärme nal 1 Putung de IN Javen, w ‚Yıllara bei in Fisilien h Iuere; 4) am a Thon Ylyılann h: sich Del, {run Gas 18] jsund den ii je ra |unzrmandelt 18 Bein nlhizes A ı die Erd it das N ul, und in ungelös nhrsche‘ ir durch lade,—$ı ltdm Ala A lm. it, derh y AN schwach U, ing& Ndı, U ter Fel: “0, durch Mm eins a Äitchen, ü Nein Pr und 7, NUR UAR Ntın ulNTen SU NS zum Amy): Kali WI nl Im » Auch zur(WO laun ist ein hi aaOr vor ak Ani Dierlörmizen N an land dies| Norl im Stall "rtay, in Eneh, N E T Es kommt in erde verbunden yr schwelels, Alkılı menge in der Tr ® Sauerstoffnen er Thonerde w- n Alkali verbunden re schwefels, Sıl w%)) mit schre von derselben hir anganoxyd, Chrome li, Alaun, Salt 1, Alum, konnt vstallen efllorescien, | hiefer, Kohlen i. ssel, als erdiet. Böhmen, in fur Vaur, el Neapel, Sie, Auch in dor Nil 50 bei Dultmele 2 bildet,= feder m, Alun dt pl) auch /ulkanen, au h nenpt| il dung auch künst;ı « Lonerde mittel Pulver, beste EIN Ir All Alaunhaltige Lava, Alaunstein. 4A Fasergyps manchmal Federalaun.) Nicht selten kommt Alaun mit schwefels. Eisenoxyd vor, auch mit schwefels. Magnesia.— Man findet auch in Gewässern Alaun aufgelöst, so in Indien in der Provinz Cutch, in Ungarn; in ersterm Land gewinnt man durchs Abdampfen in der Sonnenwärme den Alaun, welcher als ostindischer in den Han- del kommt. Die Bereitung des Alauns geschieht auf verschiedne Weise, näm- lich I) aus Laven, wie in der Alaunhöhle am Capo Miseno, besonders von der Solfatara bei Neapel; 2) aus dem Alaunstein; in diesen beiden genannten Fossilien befindet sich der Alaun gebildet vorhanden. 3) aus der Alaunerde; 4) aus dem Alaunschiefer; 5) aus der Asche von Stein- kohlen; 6) aus Thon mittelst Schwefelsäure und schwefels. Alkalien. 1) Aus alaunhaltender Lava. Zu Solfatara bei Puzzuolo, im Königreich Neapel, findet sich eme durch das stets in Menge erzeugte schwefligsaure Gas zerstörte Lava, welche Thonerde und Kali haltend durch jenes und den Sauerstoff der Luft in ein Alaun enthaltendes Ma- terial umgewandelt ist. Cordier glaubt, dafs basaltische Schlacken, gla- sige Laven in der Nähe von Vulkanen oft mögen Alaun geben, wie Ver- suche ihn gelehrt. Man ‚sammelt in Solfatara den weilsen Anflug von Alaun an der Erdoberfläche, löst ihn in Wasser auf, klärt die Auflö- sung durch ruhiges Absetzen, dampft dann in bleiernen Pfannen ab, die man in die Erde eingräbt, deren Temperatur dort 40° C. be- trägt, und läfst das Salz anschiefsen; den rohen Alaun(alun brut) löst man wieder auf, und läfst ihn zum zweiten Mal krystallisiren. Die rückständigen ungelösten Substanzen bestehen in Kieselerde, Thonerde, Eisenoxyd, wahrseheinlich auch basisch schwefels. Thonerde mit Kali, welches Salz durch Zusatz von Schwefelsäure in Alaun umgewandelt werden könnte.— Sehr reiner Alaun! 2) Aus dem Alaunstein, Mine ou pierre d’Alun, Alunite. Der Alaunstein kommt theils krystallisirt, in spitzen Rhomboädern, theils krystallinisch, derb vor, oft mit vielen kleinen Blasenräumen; halbdurch- sichtig bis schwach durchscheinend, matt, die Krystalle feitglänzend, Bruck uneben, ins Splitirige, farblos, gelb, grau, braun, specif, Ge- wicht 2,6 bis 2,74. Er findet sich auf Gängen und Drusenräumen im Alaunfels, einer Felsart die aus Trachyten und trachytischen Gebilden, aus Laven, durch die Wirkung der vulkanischen schwefligen Säure entstanden zu sein scheint, Alaunstein findet man zu Tolfa bei Civita- Vecchia im Kirchenstaat, Montione im Herzogthum Piombino, zu Sol- fatara im Neapolitanischen; in Ungarn zu Bereghszasz und Muszay in der Beregher und Zempliner Gespannschaft, ferner in der Auvergne am Mont d’Or, in Geschieben und Blöcken, auf einigen Inseln des griechi- en RE EREZNT EU HENES DE 7 ERFREUT 462 Alaun aus Alaunstein, Römischer Alaun. schen Archipelagus.— Der Alaunstein besteht, und zwar der krystal- lisirte, nach Cordier, aus: 10,377 Kali, 39,533 Thonerde, 35,263 Schwe- fels., 14,827 Wasser; der von Tolfa nach Klaproth aus: 4,0 Kali, 19,0 Thonerde, 56,5 Kieselerde, 16,5 Schwefels., 3,0 W.; es enthält der- selbe% schwefels. Thonerde, schwefels. Kali und kiesels. Thonerde im dichten Zustand, Der durch Tagebau zu Tolfa gewonnene Alaunstein wird in freien Haufen über einer gepflasterten Roststätte mit Holz zweimal geröstet; jedes Feuer dauert 6 bis 7 Stunden, so bald sich schweflige Säure ent- bindet, wird mit Feuern aufgehört. In Ungarn röstet man mit Erspar- nifs an Brennmaterial, und überhaupt zweckmälsiger, in Schachtöfen, noch besser in Flammöfen. Nach dem Rösten werden die Steine zur Verwitterung und Auslaugung gebracht, sie werden in hölzernen Kästen aufgeschichtet, ein Paar Monate lang täglich mit Wasser angefeuchtet, wodurch die Masse allmählig bedeutend sich senkt und in einen Schlamm sich verwandelt, über welchem eine eoncentrirte thonhaltige Alaunlage sich sammelt, welche man abläfst, den Schlamm aber entfernt. Darauf wird die Lauge in kupfernen oder bleiernen Kesseln versotten, welches in 4 bis 5 Stunden vollendet, wobei sich wieder Schlamm abscheidet; die gaare Lauge schielst dann in den Wachsgefälsen zu Krystallen an, zuerst in Okta&dern, zuletzt in Würfeln. Die Mutterlauge wird durch einen eignen Verdunstungsprozels noch eoncentrirt, und aus ihr Alaun gewonnen, der noch brauchbar ist.— Ohne vorgängige Caleination ist das Gestein zur Alaungewinnung nicht anzuwenden, indem Wasser kei- nen Alaun auszieht; man glaubt, dals durchs Erhitzen sich ein Theil Thonerde von der höchst basischen schwefelsauren Thonerde trennt und dadurch ein neutrales Salz gebildet werde, was dann durch Was- ser ausziehbar ist. Die Siedereien zu Tolfa sollen jährlich 100000 Centner Alaun liefern. Der aus dem Alaunstein dargestellte Alaun heifst im Handel Röm i- scher Alaun, Alun de Rome, Roman Alum, er kommt in kleinen Stück- chen vor, von fleischrother Farbe, welche von sehr wenig beigemeng- tem Eisenoxyd herrührt. Löst man ihn auf, so bleibt dieses zurück und es schiefst dann bei gelinder Erwärmung Alaun in Würfeln an; macht man aber die Auflösung bis 45° heils, so scheidet. sich 5 schwefels. Thonerde-Kali ab, und die heifse Flüssigkeit abfiltrirt kıystallisirt in Oktaödern, läfst man sie aber über dem Niederschlag sich abkühlen, so schiefsen zuletzt wieder Würfelkrystalle an. Demnach ist es sehr wahr- scheinlich, dafs der kubische Alaun% schwefels. Thonerde+ schwe- fels. Kali enthält, der oktaödrische aber nur neutrale schwefels. Thon- erde-+ schwefels. Kali. Er enthält 0,0005 schwefels. Eisenoxyd, wes- ‚uf meil er kin der Kil y le Rünise Ihus). ‚lhunwerk zu „,(ut gleichz „1 hit seinen zum Blesa, 3l all(stein ge Ih fiche,. R An sehr heruhn Inder All gern zpnanıat, ‚mahab sie Dh, reich, 2 Inlan etwas sel Alal?, Ma ilTdet entdee ink aielst hin hiliken,(Rerb traut; zu N A Trkfart), K ‚ltr Fresdorl Kia zu Co ix Dr Zusam Isunstellun AN Alaune ta tm Anel) Eisenox Thona "Rılk 'Ralı Alaun, nd zwar den Im Merde Ay, haus: Ag Kl. W.:« enllil H kiesels, Thon u Unstein wir]| Dh olz zweing] ver Schwellge Süne m set man nit Ensp ver, jn Schachtäfn den die Seine u in hölzernen Kit Wasser anzefud nd in einen Sthlan honhaltige All: ber entfernt, Dan n versotten, well Schlamm: sen mu Ärystalle a, tauze wird dur zänree Caleinatin 5 n, Indem Wasser hitzen sich ein Thl uren Thonerde tr was dann durch I ollen jährlich 10 ist ID Handel Rin: umt in kleinen dio: ohr wenig, beige eibt dieses zurück ul an Würfeln an; nat schmeb idet sich 3 1304 Vrestllit filtrirt kystlit ao sich abkühlen 9 hlag sl h d {i ach ist& gehn mal Thonerde+ schne ne rale schweik im fe), Bien SERETERET IE RE FF TEL EEE TER eng Alaun aus der Alaunerde. 463 halb, und weil er reich an Thonerde ist, man denselben zu gewissen Zwecken in der Kattundruckerei als Beitzmittel anwendet. Darcet[abri- eirte guten Römischen Alaun.(Siehe weiter unten die Eigenschaften des Alauns). [ Das Alaunwerk zu Tolfa wurde 1460 oder 65 von Johann de Castro an- gelegt, fast gleichzeitig auch eins auf der Insel Ischia,— Alaun von Rocca hat seinen Namen von Rocca in Mesopotamien(Syrien), dem jetzigen Edessa; andere meinen das WVort Rocca solle andeuten, es seı ein aus Gestein gefertigter Alaun,(woher die Uebersetzung Al. rupeum, Al. de Roche, Rock-Alum). Der Alaun von Rocca war in frühern Zeiten sehr berühmt; hier soll Joh. de Castro seine Kunst gelernt haben.] 3) Aus der Alauerde, Aluminite bitumineux, Alum-earth, meist Alaunerz genannt. Sie bildet untergeordnete Lager. in. Braunkohlen- flötzen, weshalb sie auch mit diesen zusammen, oder sie ersetzend, auf- tritt. Derb, weich, zerreiblich, bräunlich-schwarz, matt, erdig im Bruch, im Grofsen etwas schiefrig, wird auf dem Strich glänzend, specif. Ge- wicht 1,2 bis 7. Man findet Alaunerde zu Freienwalde an der Oder, seit 1717 dort entdeckt, wo sie ein mächtiges Flötz bildet, und berg- männisch, mittelst hineingetriebner Stollen, abgebaut wird; zu Schwemm- sal bei Düben,(Regbzk. Merseburg) wo man die Alaunerde durch Ta- gebau gewinnt; zu Muskau in der Lausitz, zu Gleifsen bei Zielenzig, Regbzk. Frankfurt), Kreuzkirch bei Neuwied,(Regbzk. Coblenz), Pütz- berg hinter Friesdorf bei Bonn, Pützgen, Spich(Regbzk. Cöln), Un- garn, Böhmen zu Commotau, in der Picardie in Frankreich, auch im Vivarais. Die Zusammensetzung der Alaunerde geht aus der beifolgen- den Zusammenstellung der Resultate von Klaproth und Bergemann hervor. [Freienwalder Alaunerde, Klaproth. Pützberger Alaunerde, Bergemann. Thonerde 160 108 Kieselerde 400 453 Magnesıa 2,9—— Schwefel 28,5 39,4 Kohle 196,5 59,5 Eisenoxydul 64,0 55,0 Manganoxyd— 6,0 Schwefels. Eisenoxydul 18,0 57,29 » Thonerde— 12,0 » Kalk 15 17,1 » Kalı 15 17,49 Salzs. Kalı 5 3,01 Wasser 107,5 165,0 Schwefelsäure= 4,74 1012,0 998,03.] hei IM Fe 100 EN VEREINTEN 7 EUER TEE 464 Alaungewinnung aus der Alaunerde. Die Alaunerde enthält meist keinen Alaun in sich, zum Theil aber auch etwas gebildeten Alaun. Die Alaunerde wird der Verwitterung ausgesetzt, einem zeitraubenden Prozefs, durch welchen die Bildung von schwefels. Thonerde bezweckt wird. Sind nämlich die Alaunerze von lockerer Beschaffenheit, nicht fest, hart, nicht bituminös, enthalten sie wenig Schwefelkies, so erfolgt, ohne vorhergegangne Röstung, die Ver- witterung freiwillig. Zu dem Ende werden dieselben in Halden aufge- stürzt, die theils mit leichten Schoppen überdeckt sind, theils unter freiem Himmel sich befinden. Es erfolgt durch den Einfluls von Sauer- stoff und Wasserdampf eine Oxydation des Schwefels zu Schwefelsäure, des Eisens zu Oxydul, es erhitzt sich die Masse oft bis zur Entzündung, welehe besonders beim Umschaufeln des Erzes stattfindet, die man je- doch zu unterdrücken sucht, weil durch dieselbe die Masse in Brand ge- räth, und ein Theil der Schwefelsäure dadurch zersetzt und als schwe- flige Säure verflüchtigt wird. Abwechslungen in der Temperatur, der Feuchtigkeit sollen das Verwittern sehr begünstigen, weshalb man in der trocknen Jahreszeit die bedeckten Halden mit Wasser befeuchtet. Die Zeit, binnen welcher die Verwitterung möglichst vollständig erreicht wird, ist nach Maafsgabe der verschiednen Beschaffenheit der Erden sehr verschieden, 1, 15, 2 Jahr; das Kennzeichen‘des vollendeten Pro- zesses ist das Beschlagen mit einem gelblich-weifsen Salz— schwefels. Thonerde, schwefels. Eisenoxydul—, und die Ergiebigkeit an Alaun- rohlauge, wenn eine Portion mit Wasser ausgelaugt wird. Der erzeugte Eisenvitriol ist nämlich durch die Einwirkung eines Theils Thonerde zersetzt worden, wodurch sich schwefels. Thonerde erzeugt hat, das Ei- senoxydul ist in Oxyd übergegangen, welches mit Schwefelsäure ein ba- sisches Salz bildet. Hierauf erfolgt das Auslaugen der verwitterten Erze. Erze, die bedeutend viel Schwefeleisen, Bitumen enthalten, kommen gewöhnlich schon von selbst-binnen Kurzem auf den Halden in Brand, und man zündet sie auch wohl absichtlich darum an, um das Bitumen zu zerstören, und die schwefelreichen Kiestheile dadurch in minder ge- schwefeltes Eisen zu verwandeln, welches sich an der Luft leicht zu schwefels. Eisenoxydul oxydirt, wogegen dies das höchst geschwe- felte Eisen nicht thut. Zu dem Ende läfst man das geröstete Erz löschen, umschaufeln und zur Verwitterung auf Halden stürzen, welche nur kurze Zeit gebrauchen, um laugewürdig zu sein, Das Auslaugen, lessivage, lavage, geschieht entweder auf den Halden mittelst aufgegolsnem Wasser, zu diesem Zweck muls die Sohle der Hal- den wasserdicht und abschüssig sein, oder geschieht in hölzernen Auslau- gekästen, baquets, pits, die aus Bohlen gefertigt, terrassenartig über einander aufgestellt werden, um das Abzapfen der Laugen möglichst zu erleich- Alm ‚lim, nd 7 ul des Ind ka dnitten Ras ine mach zwei udn Hi al ie noch ih Irteoschafl Ai] bilden, ' von) in milred,) D im, einem nei) Shopper ein ab, Zr fi ankelisten ıl,ab ein bra JNSSt hf n In isannsil er] KIN, wovon Ka die Iuninen un | die 1 Iıla Läuse Httiklich si ik inlen d nun sel al übe Ber St IM ehr ver u len, seh Al Ilkästı Ma oe Mat» a solten (d fiselhe j N, desto| "tler Lliren 1, dpen Urey i ‚'"lage, ' hu Inil m ln EN ey . a ze ug — a—. za BEE SE u Ex ee Zur SIE 707 TE TE Lu z = fi— vr NZ erde, Alaun, Darstellung desselben aus Alaunerde., 465 sich hi 1 am) ö; in de ih erleichtern, und zwar so, dafs die schwache Lauge der obersten K;- er Yenmar a ri 5 ö B I 2 elchen en sten auf das Erz der untern gezapfi wird, hier sich eoneentrirt, dann en die],:£ S e:: ä chi: ı SM auf den dritten Kasten kommt, wo sie noch reichhaltiger wird. Sind ne Alm...._f E. in; me die Erze nach zweimaligem Auslaugen erschöpft, so werden sie heraus- ANUmInos, all. R geschafft und in Halden aufgestürzt, dem Verwittern wieder ausgesetzt, uf Rost de Re elben in Hull, al A.) eckt sind l wodurch sie noch einmal Rohlauge liefern, sodann aber zewöhnlich Oo to) gänzlich fortgeschafft.(In den ausgelaugten Erzen zu Freienwalde. die c x© Ä "m ll dort Hügel bilden, findet man bedeutend grolse Krystalle von Marien- den Emfıls zn 8,>-: “ US von San. glas(Gypsspath) in grofser Menge, von dem Gehalt an Gyps im Alaun- ES machen erz herrührend.) Die Rohläuge wird in einem Rohlaugensumpf, sett- ek ling cistern, einem(oder mehrern) wasserdichten Behälter,’ welcher ak kun mit einem Schoppen bedeckt ist, aufbewahrt; hiedurch klärt sich die an Lauge einmal ab, zweitens wirkt auch der Sauerstoff oxydirend auf den ersetzt und als schn: ae Ten De“ zu Zeit herausschafft, und in eignen Oefen caleinirt, wodureh man nit Wasser helm) L Gehalt an aufgelösten Eisenvitriol, und es schlägt sich% schwefels. Ei- eralng, dh senoxyd, als ein braungelber Schlamm nieder, welchen man von Zeit rothes Eisenoxyd erhält,(Braunroth, Berlinerrbth genannt). An einigen Ist vollständig ei Orten bedient man sich der Dornen- oder Tafelgradirung um schwache schafenheit der Ti Rohlauge zu verstärken, wobei der Gyps mit% schwefels. Eisenoxyd on des vollendeten I vermischt einen Dornenstein bildet, und daher der Pfannenstein nicht [sen Salz— schnlk so stark wird, wovon die Siedepfannen sehr leiden. Erziebiekeit an din Hierauf wird die Rohlauge in bleiernen Siedepfannen von verschied- ırt wird, Der ent; nen Dimensionen und Feuerungseinrichtung zur raschern Abdampfung eines Theils Thon(z. B. hat man die Flamme, den heilsen Rauch, über die Fläche der sde erzeugt hat, dal: abdampfenden Lauge geleitet, zu welchem Ende aber steinerne Siede- it Schwefelsäureeile räume erforderlich sind), versotten, wodurch nicht allein die Flüssigkeit u dervermitterint durchs Verdampfen des Wassers dichter wird, sondern sich auch Gyps en enlallen, hust ausscheidet und% schwefels. Eisenoxyd, indem das Oxydul in der Sie- # den Halden ine dehitze in Oxyd übergeht, und ein Theil sich präeipitirt, Die Siede- = um das Bi zeit ist nach der Stärke der Rohlaugen und der mannichfaehen Verlah- bi hin mit rungsweise sehr verschieden. Die Lauge läfst man bis 75° in den ER[uf Kin Pfannen erkalten, schlägt sie dann in hölzerne Sümpfe, oder steinerne ak nal Behälter, Kühlkästen, coolers, zur Abklärung, wodurch ein dem oben erwähnten ganz gleicher Schlamm sich abscheidet. Die klare Lauge wird nun gut gesotten, welches bald längere, bald kürzere Zeit dauert, je nachdem dieselbe reiner ist, oder viele fremde Salze enthält, denn je reiner sie ist, desto mehr kann sie concentrirt werden; ınan läfst die Lauge wieder klären und abkühlen, und bringt sie sodann zum Mehl- machen, brevetage, in die Rühr-(Schüttel)kästen, setzt ihr ein ntweder u mufs die DAR rel 1 Au oht ın hölzert| KA Kalisalz zu,(will man Ammoniakalaun bereiten, ein Ammoniaksalz, er, fertaselilie. ERLT.; FR a gt, ihn meist aber auch etwas Kalisalz) und befördert durch Heilsiges Umrüh- zen nogle i R Lage)£ ki I, 30 en -- RE BEZIEHEN N EEE EEE N 466 Alaun, Darstellung desselben aus Alaunerde. ren die Erzeugung von Alaun, der sich als ein körniges Mehl nieder- schlägt, Alaunmehl, denn die Lauge enthält nur schwefels. Thonerde, es mangelt, noch ein schwefels. Alkali zur Erzeugung von Alaun. Die Kalisalze, welche man hiezu anwendet, sind: kohlens. Kali, (Holzaschenlauge, rohe Pottasche), schwefels. Kali,(der Rückstand von den Scheidewasserbrennereien, Fabriken von engl. Schwefelsäure), salzs. Kali,(Unterlauge, Seifensiederflufs, welche auch salzs. Natron und etwas kohlens. Kali), in England Kelp, welcher viele Kalisalze enthält. Man rechnet auf 100 Theile schwefels. Kali von Scheidewasserbrenne- reien 450, von den Bleikästen 50 bis 150 Theile Alaun. Die Wahl ist theils von der Natur der Rohlauge, theils vom Preis der Materialien ab- hängig. Schwefels. Kali wendet man am liebsten an, kohlens. Kali kann nur bei Ueberschufs an Schwefelsäure in der Lauge gebraucht werden, sonst schlägt es Eisenoxyd und Thonerde mit dem Alaunmehl nieder; ‚salzs. Kali setzt eine'genugsame Menge noch enthaltnen schwefels. Ei- senoxyds voraus, denn durch letzteres wird aus ersierm, durch dop- pelte Wahlverwandtschaft, schwefels. Kali und Chloreisen gebildet, wel- ches letztere in der Mutterlauge bleibt.(Im Fall nicht hinlänglich schwefels. Eisenoxyd zur Zersetzung des Seifensiederflusses vorhanden wäre, so setzt man wohl Mutterlauge von Eisenvitriol hinzu.) Die Menge der hinzuzufügenden Präeipitirmittel bestimmt man nach einer im Klei- nen gemachten Probe, und setzt sie in möglichst concentrirter Auflösung, das schwefels. Kali kochend heifs, der Rohlauge zu, ja man hat sie auch in fein gepulvertem Zustand allmählig hinzugesetzt. Da nun der gebildete Alaun schwer löslich ist, die schwefels. Thonerde aber sich weit leichter auflöst, so muls sich demnach der sich bildende Alaun durch stetes Umrühren, gestörte Krystallisation, in kleinen Körnchen ab- scheiden, welches man deshalb bezweckt, damit der Alaun möglichst wenig Mutterlauge aufnehme, die ihn durch Eisengehalt verunreinigt. Nachdem sich das Mehl abgesetzt, die Lauge geklärt, läfst man letz- tere in den Sumpfkasten ab, sticht ersteres aus, und läfst es auf einer hölzernen Bühne etwas ablaufen, bringt es dann auf eine aus Brettern zusammengelügte schiefe Ebene, und wäscht es mittelst Besen und eines dünnen Wasserstroms, um alle anhängende Mutterlauge, beigemengte Eisensalztheile abzuspühlen. Hierauf wird das gewaschne Mehl in sie- dendem Wasser in kleinen Pfannen aufgelöst, specif. Gewicht der Flüs- sigkeit 48 bis 50° B., die heifse Lauge in tiefe eylindrische, oder ko- nische nach oben verjüngte, Fässer, welche zum Auseinanderschlagen eingerichtet und mit vielen hölzernen Stäbchen im Innern versehen sind, in Wachsgefälse,(WVfässer,) Masses, casks, zur Krystallisation ge- füllt, welche im Sommer schneller, im Winter langsamer erfolgt. Dar- Jarstell Im, }Iiht man die ka, zerschl fol und verW Ai nik für ‚ zesch agen Nharhs zochma ‚reifigen R Thnkraich hat am, dals sı lindel zu Ihuee viel Ei Julben an, un auhielien, welel ifın nochmals nommen,= Infne und der aid, it enth: Narnia,(nd ac hresen, s mn scheidet nı N ten und mDIEn ZUF Tr ıla augen a dä, hierdu 4 Yd in| ll Bildung nitlir die$; %}JAuch F (0ka heim B Nilunschi U, 1m schief “mar, sc Cl ih Ah fichen kt kulich ton b da Y th] 2 bil AR nänhst Vaunerdh, Kömiees I) Uhl Ir schwelel;, Dan) Un? von All, t, Sind; Koll N li,(der Rücksunl, L Schwelm! salzs, Natron ud, tele Kalisalıe al ı Scheidervassrin ? Alaun, Die Il); reis der Naterkln | an, kohlens.Kalıla aure gebrauch we dem Alaunnell ukle ' f N Nhaltnen schwelk, s ersterm., durch d asiedertiusses vorl hinzu.) Die Mk nach einer in‘ ommeentrirter Auliu; we, ja man inzuresetzt, Da uni ls, Thonerde abs ler sich bildende Abo in Kleinen Kömha mit der Alaun wit engt yalt verunreiift irt, Jäfstmu 1] ze geil 1 lefıy an anı All! ( Jäfst eg all! uU W in auf eine aus brtn miltelst Besen ul Jane, beit Ill u eewast hne pecil Gewicht üel 4 oylindrisch: m um Auseind j ansehen SE m Inner ve Tat[% ,, zur Kia Jangsamer Alaun, Darstellung desselb. aus Alaunerde u. Alaunschie fer, 467 auf läfst man die Mutterlauge vom Wachs,(so nennt man die Kıy- stalle) ab, zerschlägt die Gefäfse, und die Alaunkrystalle, trocknet das Wachs und verwahrt es. Die Mutterlaugen vom Mehl, vom Wachs werden theils für sich allein zugutegemacht, theils letztere der Roh- lauge zugeschlagen, wovon weiter unten.— Hin und wieder löst man das Wachs nochmals auf, und läfst die Lauge von 25 bis 30° B. in klei- nen regelmälsigen Krystallen anschielsen; raffinirter Alaun, Alun fin c& [In Frankreich hat man auch den Gebrauch, die Rohlauge so dick einzu- dampfen, dafs sie beim Erkalten gesteht, und in Klumpen geformt in den Handel zu bringen, unter dem Namen Magma.— Enthält die Rohlauge viel Eisenvitriol, so dampft man zum Krystallisationspunct desselben ein, und läfst dann in eignen Krystallisirgefälsen Eisenvitriol anschielsen, welches nach einigen Tagen vollendet ist und nach Um- stäinden nochmals wiederholt wird; dann erst wird die Alaunbildung vorgenommen.— Die Mutterlaugen sind nach Mafsgabe der Mischung der Erze und der Natur der hinzugesetzten Präcipitirmittel sehr ver- schieden; sie enthalten schwefels. Eisenoxyd, Magnesia, Kalialaun, auch Natronalaun,(indem Seifensiederfluls auch Kochsalz enthielt), sodann auch Chloreisen, selbst Glaubersalz. Man benutzt sie verschiedentlich: l) man scheidet noch etwas unreinen Alaun aus; 2) man gewinnt aus der Chloreisen und schwefels. Eisenoxyd enthaltenden Mutterlauge durchs Abdampfen zur Trockne und Glühen Braunroth, oder man setzt zu säu- rereichen Laugen alt Eisen um Eisenvitriol zu bilden, den man krystal- lisıren läfst; hierdurch wird nämlich das in der Lauge vorhandne schwe- fels. Eisenoxyd in Oxydul umgebildet. 3) Man bedient sich der Mutter- lauge zur Bildung von schwefels. Ammoniak durch Zusatz von Hirsch- hornsalz für die Salmiakfabrikation, oder zur Bereitung von Ammoniak- alaun. 4) Auch Bittersalz gewinnt man aus magnesiahaltenden Erzen, (siehe oben beim Bittersalz S.446 und beim Alaunschiefer weiter unten).] 4) Alaunschiefer, Schiste pyriteux, S. alumineur, Schistus alu- minaris, von schiefrigem Gefüge, Bruch erdig, graulich-schwarz oder bläulich-schwarz, schimmernd, undurchsichtig; speeif. Gewicht 2,3 bis 2,4. Er enthält nicht selten Versteinerungen in sich, so wie einen mehr oder minder reichen Gehalt an Schwefelkies, mitunter auch viel Bitu- men; er ist deutlich geschichtet, von Quarzadern häufig durchzogen, und bildet Lager von bedeutender Mächtigkeit im neuern Thonschieferge- birge. Man findet ihn in Böhmen, Sachsen, am Harz, in Schweden und Norwegen, in England zu Witby, zu Hurleit bei Paisley, in den Niederlanden bei Lüttich, zu Sulzbach bei Duttweiler(Regbzk. Trier), zu Velbert nächst Werden, Auroraalaunhütte, Alaunhülte von Siebel, Alaunhütte Gute Hoffnung bei Lintdorf, Klein- Umstand bei Essen (sämmtlich im Regbzk. Düsseldorf.) 30* FE REF a, VS TB Aa Zn ee [4 468 Alaun, Darstell. desselb. aus Alaunschiefer u. Steinkohlen. Die Behandlung des Alaunschiefers ist ganz analog der der Alaun- erde, nur mit dem Unterschied, dafs erster stets geröstet wird, weil die feste, diehte Masse von der Luft nieht verändert wird, auch oft das Bitumen in soleher Menge vorhanden ist, dals es nothwendig zerstört werden mufs. Das Rösten, grillage, wird also vo macht auf einer, mit Thon wasserdicht gestampften, Sohle ein Rostbett von Holz und stürzt darüber die Schiefer zu grolsen Rösthaufen, wel- che sehr lang aber schmal sind, man zündet an und läfst das Feuer langsam und gleichmälsig wirken; so bald dies eine Zeit lang gesche- hen, schichtet man wieder Holz auf und Schiefer, und führt so fort, bis 6, 8 solche Lagen übereinander liegen und der Rösthaufen eine be- trächtliche Höhe erreicht hat. Um die Lauge, welche durch Regen aus dem Haufen ausgezogen wird, nicht zu verlieren, ist eine wasser- genommen:» man dichte Grube mit Rinnen angebracht, in welche sich von der Sohle der Roststätte aus alle Flüssigkeiten hinbegeben. Bei diesem Rösiprozels ist eine zu starke Hitze stets nachtheilig, es wird dadurch die Menge der sich bildenden Schwefelsäure vermindert, wodarch nur basische Salze entstehn. Ist dies erfolgt, so wird das überröstete Erz,(cendres passces) mit frischem Schiefer gemengt, und mehrmals umgeschaufelt. Es ver- dient bemerkt zu werden, dafs durch das Kali des verbrannten Holzes etwas Kalialaun in der Rohlauge enthalten ist, den man gewöhnlich vor dem Zusatz von alkalischen Salzen durch Krystallisation abscheidet; wurden beim Rösten Steinkohlen angewendet, so enthält dann die Roh- lauge Ammoniakalaun, da schwefels. Ammoniak durch die Steinkohlen sich bildete. Enthält der Alaunschiefer Magnesia, so erzeugt sich auch Bittersalz, welches, wie zu Garphyttan in Schweden und im Regbzk. Düsseldorf auf dem Alaunwerk Klein-Umstand bei Essen u. a. a.©. mehr aus der Mutterlauge geschieden wird; es isb aber meistens unrein, und mufs durch Umkrystallisiren gereinigt werden. 5) Aus Thon und Schwefelkies haltenden Steinkohlen. In Oberschlesien,(Mislowitz, Regbzk. Oppeln), im Königreich Polen, und dem Gebiet von Krakau, Galizien, bedient man sich gewöhnlich des Grubenkleins oder Jer Staubkohlen von den dortigen mächtigen Stein- kohlenflötzen, welche einen geringen Werth haben, zur Bereitung von Alaun, indem ihre Asche reich an Thonerde ist, und aus dem Schwe- feleisen durchs Rösten sieh Schwefelsäure erzeugt. Zu dem Ende wer- den diese kleinen Kohlen in grofse Halden aufgestürzt von 60 Fuls Länge, 10 F. Breite, 7 F. Höhe, und angezündet, wodurch zuerst die äulsere Fläche verascht, sodann langsam auch das Innere; man kratzt die Asche ab, wodurch der Zutritt der Luft zum Innern erleichtert wird, welcher Prozefs 8 bis 12 Monat andauert. Es leuchtet ein, dafs eine sorgfältige Alnn, Dh zung I fe „ik obel erortt ‚| nlehrte zoll bespt Aulfng der ‚ji Kollen im uejnd man 1 je Auchenkru ‚;frrinmt, ‚lin sich 1 am ilte; ahchendes W: yinlıh das Br Tuer um Aus rin! und mitte nid, Die aussela In, wolorch sie ie de sie a liptiber wasse In la legen, w sauer Zeit. em, ucht bleie 1- Hollund us yh] IM verfertis ".ilserschie Ik tes nen ann Alban I, “nl manı un) wol lud Eis it ehren, it keine "tat die A U Thon ar E Nnundı It{hm Gi tr imag| an lısam Ur Yird,| U, Steikefn aloe der de Al, gerücet wi; N rt wird, au N I I VORREMOMMEN: en, Sohle ein I sen Rüsthaufn, n \ und lißt das Tar eine Zeit Jane sr 7, und fährt so|| er Rösthaufen eine]; elche durch Rosen en, Ist eine wi. ich von der Sulle d Jiesem Röstpnzi jurch die NMenze& ch nur basısche St e En,(cendres pa meeschaufelt, Es des verbrannten This en Man Lew öhnlich nr tallkation abseheit ‚enthält dann die Aurch die Steine 1. so.erzemet si weden und im Aa | hei Eisen u aa ‘db aber meistens mh n, Ion Steinkohle I Köujmeich Pla, i het wohn! 1 sl op DI rtigen mächtigen» hen, ZU Bere a" und aus dem Sun 4 Zuden Dit Mt f IN: ur rch, zuerst AR FT . man hratıt 7 ejchter! win! = Pl ‚, dals euıe son ’ ] galt j, ut 7t von gut EEE. NEIL EEN TEN Alaun, Darstellung desselben aus Steinkohlen und Thon. 469 Regierung des Feuers durchaus nothwendig ist, aus Gründen, welche bereits oben erörtert worden sind; bei windigem Wetter mufs die dem Wind zugekehrte Fläche mit abgelaugten Erzen bedeckt werden. Zur Sommerszeit besprengt man die Halden mit Wasser, wodurch theils die Verflüchtigung der Schwefelsäure aufgehalten, theils auch das Verbren- nen der Kohlen im Innern begünstigt wird. Von 7 Tonnen kleiner Koh- len rechnet man 1 Tonne Asche, hieraus% Centner Alaun. Die Aschenkrusten werden alle Wochen, oder 2 Wochen, mit Krü- cken abgeräumt, und als Alaunerze dem Auslaugeprozels unterworfen. Man bedient sich hiezu Laugekästen oder Tonnen, welche mit Tannen- reisern zur Hälfte gefüllt und diese mit Asche beschüttet werden, gielst dann kochendes Wasser auf, und zapft die Lauge nach einigen Stunden ab. [Da nämlich. das Brennmaterjal dort schr wohlfeil, so kann man heifses Wasser zum Auslaugen gebrauchen, welches in eisernen Kesseln er- wärmt und mittelst Pumpen und Rinnen auf die Laugefässer geleitet Die ausgelaugte Asche dient zum Bedecken der brennenden Hal- Schwe- wird, den, wodurch sie selbst wieder auslaugbar wird, vermöge der felsäure die sie aus jenen aufnimmt, oder man läfst sie auch halber- schöpft über wasserdichten Sohlen in kleine Haufen aufstürzen und an der Luft liegen, wodurch eine Verwitterung, Oxydation eintritt, die sıe nach einiger Zeit auslaugewürdig macht. Zum Versieden wendet man eiserne, nicht bleierne, Pfannen an; die Rohlauge enthält Ammoniak- alaun.— Hollunder, in Kasiner’s Archiv für die gesammte Naturlchre, Ba. 13. S. 275.] 6) Man verfertigt endlich auch Alaun aus Thon und Schwefel- säure, auf verschiedne Weise, welchen Alaun man in Frankreich Alun Die ersten, welche auf diese Art Alaun fabri- de toutes pieces nennl. seit cirten waren Alban zu Javelle bei Paris, Chaptal zu Montpellier; jener Zeit sind mannichfaltige Verbesserungen in diesem Zweig der In- dustrie gemacht worden. Man wählt einen Thon aus, welcher möglichst wenig Kalk und Eisenoxyd enthält, weil diese einen Theil der Schwe- dann dureh felsäure verzehren. Der Thon wird in Flammöfen geglüht, vertikale Mühlsteine zerrieben, gesiebt: je feiner die Pulverung, besser gelingt die Auflösung in der Schwefelsäure. Man wendet desto deshalb caleinirten Thon an, weil dieser die Säure leichter annimmt, als der ist, das Eisen- feuchte Thon, und überhaupt auch feiner zu zertheilen ist, oxyd nach dem Glühen von Schwefelsäure nicht aufgelöst wird; darf der Hitzegrad bei der Glühung nicht zu anfangende Zusammensinterung die Verwandtschaft vermindert wird, Das Caleiniren geschieht bei« 100 Theile dieses gebrannten unt lemselben Feuer, wel ches die Siedepfannen heitzt. ERS WERTET U HESSEN 1 1 EREZZREEE ERS jedoch srols sein, weil sonst durch : L der Säure zum"Thon l fein 470 Alaun, Darstellung desselben aus Thon. gemahlnen Thons werden mit 45 Theilen Schwefelsäure aus den Blei- kästen von 45°B.(1,45) in einem steinernen Behälter, welcher oben überwölbt ist, vermengt; über der Oberfläche dieses Behälters streicht unter dem Gewölbe die heilse Luft und der Rauch vom Flammofen, welcher vorher noch 2 Abdampfpfannen geheitzt hat, hinweg, und er- wärmt dadurch die Mischung bis zu 70°. Hiedurch verdickt sich nach und nach das Gemeng, so dals es aus dem Behälter ausgestochen und in einem warmen und feuchten Lokal in Haufen aufgeworfen werden kann. Diese müssen wenigstens einen Monat ruhen, ehe man sie auslaugt, je länger, desto besser. [ Man versuchte auch schwefels. Thonerde auf die Art darzustellen, dals man Thon mit Säure von 5 bis 6°B. anrührte, in die Bleikästen ein- trug, und damit den Boden derselben 6 bis 7 Zoll hoch bedeckte; nach jedem Abbreunen von Schwefel und Salpeter wendete man beim Lüf- ten des Apparats die Masse, und liefs sie so lange im Kasten, bis eine zur Erzeugung von 40°B. starken Schwefelsäure hinlängliche Portion des Gemischs verbrannt worden war.] Die so behandelte schwefelsaure Thonerde, päte alumineuse, wird ausgelaugt; man erhält durch das öftere Aufschütten von Wasser viel schwache Laugen, petits euux, welche stark abgedampft werden müs- sen. Sämmtliche Rohlaugen werden bis 20° B. abgedampft, dann in Kühlkästen geleitet, nach dem Klären abgelassen, und auf 25°B. ge- bracht, wenn schwefels. Ammoniak, und auf 40° B., wenn.schwefels. Kali zugesetzt werden soll um Mehl zu machen; alles übrige Verfahren ist mit obigem gleich. [ Man hat auch Thon mit Pottasche gemengt, das Gemeng calcinirt, und fein gemahlen mit schwacher Schwefelsäure aufgelöst; hierdurch entsteht gebildeter Alaun, den man krystallisirt, wieder auflöst und durchs Um- krystallisiren reinigt. Curaudau lehrte 5 Theile Schwefelpulver, 2 Th. Salpeter, 5 Th. schwefels. Kalı mit 100 Th. getrockneten Thon mengen, mit WVasser daraus Kuchen formen, welche getrocknet in einem Flammofen 24 Stun- den lang der Rothglühhitze ausgesetzt werden. Darauf wird der Thon gepulvert, und mit 153 concentrirter Schwefelsäure gemengt, und nach und nach 50 Th. WVasser unter Umrühren zugesetzt; ist die Auflösung erfolgt, so laugt man mit WVasser vollends aus, dampft die Laugen ein und gewinnt Alaunkrystalle, etc.(Brevets d’invention Tom. 8. p.140.)— Ucber Alaun siehe überhaupt noch den betreffenden Artikel im D. t. Tome]. p- 359.— Neuerdings ist von Sprengel vorgeschlagen worden» Kalialaun aus geschlemmten Feldspath und cone. Schwefelsäure durch warme Digestion darzustellen.— E. J. Bd. 8. S. 220. II. Natronalaun, schwefelsaures Thonerde-Natron, Sul- pie gilumine fl ul der] If man AUF ‚lat, oder Koch ig he ‚ulun, Is b gufen, wenn M jr eben dem niet j ı n der ılnds Ihdamıpl ‚„Pndietion Impfens, Die |, Annoni 1 Sılıte d’ tn Dimen mi hen Rad Inch Alan, 1 Kinnend, % Ianlind de zen Dnunkohl v, dem man Inn ermitteru an iloch 1 Irvorhand au! 1 kilmach amkııın glei th Bitte Inoniakalau ih, Inzland ut-[lschhe int, us Hirs ‘Valtlen be Harms nie mai Th, \ Hnnlen, '%,o nn Upancıe ib Auneniak [) lihern p (m des N les, N RETTEN BE Erg Ion,} Natron-, Ammoniakalaun. 471 'Ure. US den fate d’Alumine et de Soude, S. of A. and Soda, kommt in einer P.*. r. I, Welcher Höhle auf der Insel Milo vor und wird im Kleinen dadurch erhalten, S Behälenuyj, dafs man zur Auflösung von schwefels, Thonerde Glaubersalz hinzu- h vom Mlanıaf, setzt, oder Kochsalz, wenn freie Säure vorwaltet. Die Auflösung wird ‚ hinme, ul, pur mälsig abgedampft und es krystallisirt allmählig bei 20° der Na- verdickt Sch auszestoehr tronalaun. Es bildet sich solcher auch als Nebenproduct auf den Alaun- werken, wenn man zum Mehlmachen Seifensiederfluls anwendet, wel- Land.. T ofen el A cher neben dem Chlorkalium auch Chlornatrium enthält; Natronalaun en Werden I.®."f. „lan, findet sich in der Alaunmutterlauge, und läfst sich aus derselben durch ION Sie 9 rh 5....& aus, gelindes Abdampfen scheiden. Es scheint aber eine besonders eingerich- tete Production‘rdes Natronalauns, wegen des erforderlichen gelinden ! darzustellen, Abdampfens, nicht sehr räthlich.] die Blekinn III. Ammoniakalaun, schwefelsaures Thonerde-Ammo- 10ch bedeckt: nu niak, Sulfate d’Alumine et d’Ammoniaque, S. of Al. and Ammoniaca, Iete man ben Li. kommt in Böhmen gebildet vor, in einem Braunkohlenlager bei Tscher- im Kasten, bi in mig, zwischen Kaden und Kommotau, im Thal der Eger; dieser kry ingliche Portion da stallinische Alaun, von grauweilser Farbe, bricht dort in Gangtrüm- mern, fettglänzend, Bruch strahlig, halb durchsichtig, speeif. Gewicht 1,56. Man fand denselben 1816, und benutzte die mit Alaun durch- drungnen Braunkohlen auf eine bereits oben Seite 468 genau erörterte Weise, indem man dieselben auf Halden stürzt, entzündet, und dann noch zur Verwitterung der Luft auslegt. Hiedurch bildet sich Ammo- niaxalaun, jedoch ist das erzeugte schwefels. Ammoniak zur Alauner- fe alumineuse, vl on von Wasser nl anplt werden ni; »elamplt, dann I nd auf SB, r- zeugung der vorhandnen schwefels. Thonerde nicht ausreichend, weshalb e en man zum Mehlmachen Seifensiederflufs zusetzt, wodurch also Kali- und Ammoniakalaun gleichzeitig entstehen; die Mutterlauge enthält aufser Ei- senvitriol auch Bittersalz. emeg alt Ammoniakalaun verfertigt man besonders in Frankreich, den Nie- Mae au derlanden, England, indem man zur Alaunrohlauge theils kohlens,'Am- ös nd du Io moniak,— Hirschhorngeist, gefaulten Urin,— theils schwefels. Ammon. Th, Salpeter, 57 hinzusetzt, aus Hirschhornsalz gebildet, auch durch trockne Desällation engen, zit War von Steinkohlen bei der Gasbeleuchtung gewonnen, Bei uns Ist diese Flammofen Ar Bereitungsweise nicht so gewöhnlich. 100 Theile schwefels. Ammoniak auf wird der Th erzeugen 600 Th. Alaun; man kann zu dem Ende die Rohlauge bis zu , gemengt, und sh 25° B. abdampfen, weil das hinzuzusetzende Präcipitirmittel leicht aul- an it die Auliun löslich ist, also nur wenig Wasser zu seiner Auflösung bedarf, wodurch mpft die Laugen& die Laugenmenge nicht beträchtlich vermehrt wird.— Meistens enthal- on Tom. 8. pP ten alle Ammoniakalaunsorten gleichzeitig aueh Kalialaun, weil man we- len Artikel in Dt gen des höhern Preises des Ammoniaksalzes Kalisalz mit zusetzt, 3° przeschlagen wein wöhnlich+. Schweleiun Reinigung des Alauns. Da fast alle Sorten Alaun mehr oder we- N, BRRRR! niger schwefels. Eisenoxyd enthalten, z. B. der römische 0,0005, dei rde Ma BE en ee ER: u EEE 0 EEE WEELN EN HEISE Dad. 70 FELL SEE ERLLTUE E 472 Reinigung und Eigenschaften des Alauns. lütticher 0,001, der von Javelle 1,0008, der englische 0,0012, eisenfrei war der neapolitanische, und fast gänzlich der freienwalder, so ist es wichtig, besonders für die Anwendung desselben in der Färberei und Kattundruckerei bei lichten, delikaten Farben, wo der Gehalt an Eisen stumpfe Farben bedingt, den»\laun zu reinigen. Dies geschieht am be- sten durch Umkrystallisiren und gestörte Krystallisation. Die Prüfung des Alauns auf einen Gehalt an Eisen geschieht mit einer Auflösung von blausauren Eisenkali; bläut sich die Flüssigk:it nicht sogleich, son- dern erst nach 1 bis 2 Stunden, so ist der fragliche Alaun eben so rein, als der römische; ist aber selbst nach 24 Stunden keine Bläuung in der Flüssigkeit zu sehen, so ist der Alaun reiner, als der römische. [Im preufsischen Staat wurden im Jahre 1828 31,8384 Centner Alaun verfertigt, wovon die gröfsere Hälfte allein in den Alaunwerken der Rheinprovinzen, und% in Freienwalde. Die Ausfuhr an Alaun be- trug 1828 5,367 Centner.] Der Kalialaun krystallisirt mit 45,55 Wasser verbunden in farb- losen, durchsichtigen Okta&dern, deren Kanten und Ecken nicht selten abgestumpft sind, ist geruchlos, schmeckt süfslich, herb, zusammenzie- hend, löst sich bei 12,5° in 13,3,'bei 87,5° in 0,6 Theilen Wasser auf, die Auflösung reagirt sauer, specif. Gewicht der eoncentrirtesten 1,0465, Er verwittert an der Luft, schmilzt in der Wärme, verliert sein che- misch gebundnes Wasser, bläht sich auf und liefert eine schwammige, weilse Masse, gebrannten Alaun, Alun caleine, caleined Alum, welcher sich in Wasser nur sehr langsam wieder auflöst. In höherer Hitze ent- weicht Schwefelsäure und es bleibt Thonerde gemengt mit'schwefels. Kali zurück. Er besteht aus: 9,94 Kali, 10,82 Thonerde, 33,77 Schwe- fels., 45,47 Wasser.— Natronalaun kommt in Kıystallform dem Ka- lialaun vollkommen gleich, er verwittert aber sehr stark,(wegen des schwefels. Natrons), löst sich in 2,14 Wasser von 13° auf, specif. Ge- wicht der eoneentrirtesten Auflösung 1,296; er besteht aus: 6,55 Natron, 10,77 Thonerde, 33,62 Schwefels., 43,06 W.— Ammoniakalaun kry- stallisirt in regelmäfsigen Okta&dern, verwittert nicht mehr als der Ka- lialaun, löst sich nicht viel leichter auf als dieser, schmeckt und reagirt gleich, er unterscheidet sich aber durch folgende Eigenthümlichkeiten: er lälst beim Erhitzen. Ammoniak und Schwefelsäure entweichen, hin- terläfst Thonerde(siehe oben Seite 457), er entbindet Ammoniak beim Behandeln mit ätzenden Alkalien und Erden. Er besteht aus: 3,79 Am- mon., 11,35 Thonerde, 35,42 Schwefels., 49,44 Wasser, Man bedient sich des Alauns um Thonerdehydrat und vielerlei Thon- erdepräparate darzustellen, man gebraucht ihn in der Färberei, Kattun- dan, Ba juni he a (sl) „dr Ti ‚Weilgrberel, I Prodbae ‚tab uns Innichen 4 fun, Tales, 1 and Pyropl ‚la Kier IN} Nhsse, W | | ll die Ei 1 je h muls Inc mıkt nicl hat ich Sch Ni nt dem fe Kezhet 1 Arien, Oals SCH ch redi Kal, Il an de irn! und Luft | ondır InmAlanı 111 Ortintrat anf tl ulzulöse Kb scho at Ks Ri heils U Alan %r indert, nr I essie, Mh zu Ulli Sa] in erhält ı be dit ei "\tnl-Ro] Sl tube,\ ta ISERRETT a PEE ET ge TRETEN ae—— 7 Te Ten nn To Er Feen launs, Alaun, Benutzung desselben, Pyrophor, kubischer Alaun. 473 I On, Ein) lruckerei theils an sich als Beitzmittel, theils auch zur Gewi© Ye Walde, au uaue ei f= L A 9 s3 2 L ‚winnung von 1 de Ein;| essigs.(sal.) Alameuk, u San kubischen oder neutralen der Geh Ir Alaun, m der Türkischrothfärberei; uns von Lackfarben, in es gi, der Weilsgerberei, zum Leimen des Papiers, a Planiren, zum Klä- al, Di Mr ren, Gum! Brodbacken in Buzlands e soll us\ en gaben ma- Mit eine Br chen, ist abe unstreitig nachikerhz ine die Gesundheit), zur Lu. Dich AA von feuersichern Anstrichen auf Gewebe, Holzwerk ete., zum Reinigen m des Fetts, Talgs, in der Medicin ete. Alaun eben DM [Homberg’s Pyrophor. Wenn man 3 Theile Alaunpulver und 1 Theil (eine Dliun:;| x"U r... a. Sa Mehl, oder Kienrufs, gemengt calcinirt, so erhält man eine schwarze T Tönische 3 E= kohlige Masse, welche in gut verschlofsnen Gefälsen aufbewahrt, ziem- RE Contr j lich lange die Eigenschaft behält, beim Zutritt der Luft sich zu entzün- u 2 ET Alaın n Alsunweln} den, jedoch mufs die Luft etwas WVasserdampf enthalten, denn völlig aUDWErKen der fhr an Al trockne wirkt nicht also, wohl aber Sauerstoffgas. Durch die Calcına- un AUAUD de- tion hat sich Schwefelkalium gebildet, welches das eigentlich pyrepho- rische mit dem fein zertheilten Kohlenstoff ausmacht, denn es ıst er- verbunden in fr. wiesen, dafs schwefels. Thonerde ohne schwefels. Kali keinen Py- Ecken nichts rophorus giebt, eben so wenig schwefels. Baryt, wohl aber schwefels, Kali, schwefels. Natron mit Rufs geglüht. Die Erscheinung ist ganz IE), Zusammen. ß:< c 2 analog mit der bereits oben Seite 93 erwähnten, dafs durch WVasser- Theilen Wasser Ale Ser all n..... r stoffgas frisch reducirtes Eisen, so auch Platin mit Kohlenstaub ge- entrirlesten 1.0f.: a 2: a lesten 1,0 mengt, sich an der Luft entzünden. Hier condensirt die Kohle Was- ‚Terliert sein de serdampf und Luft, wodurch das höchst fein zertheilte Schwefelkalium ‚ cine schwannı sich schnell oxydirt, erhitzt.] ined Alum, welle a]: R Alum, wi% schwefelsaures Thonerde-Kali, kubischer Alaun Pal TTn u i; x 1 höherer Ri«(neutraler Alaun). Man erhält dieses Salz dadurch, dals man zu iengt mit sschwekk, einer Auflösung des Alauns so lange kohlens. Kali hinzusetzt, bis sich rede, 33,17 tim Thonerdehydrat anfängt abzuscheiden, ohne sich wieder zu einer klaren rystallform den Kr Flüssigkeit aufzulösen. Es entsteht hiedurch noch einmal so viel schwe- r stark,(were des fels. Kali, als schon im Alaun vorhanden, uud% schwefels. Thonerde 13° aul, spe ir die Flüssigkeit krystallisirt in Würfeln, wird in der Färberei und Kat- It aus: 6,99 Na tundruckerei theils an sich als Beitzmittel gebraucht, indem es vor ge- moniakalaunk wöhnlichem Alaun voraus hat, dafs es durch keine saure Reaction die It mehr als de Kr Farbentöne ändert, was erster zu thun pflegt, theils und besonders zur chmeckt und vr Bereitung der essigs. Thonerde mittelst Bleizucker, um dieselbe recht Eigenthümlichkelt: thonerdereich zu erzeugen. Auch durch zerfallnen Kalk kann man ve. entweichen, Alaun in dieses Salz umwandeln, und zwar durchs Kochen. Dieselbe Jet Ammoniak bi Verbindung erhält man auch dadurch, dafs man frisch gefälltes Thon- steht ans: 34 erdehydrat mit einer Alaunauflösung digerirt, oder auch% schwe- sser, fels. Thonerde-Kali; nur ist in diesen Fällen nicht ebenso viel schwe- & und viele At fels. Kali dabei. wie im erstern, es sei denn, dals etwas schwelels. er Firbere ‚klue N ii # vi 4 & a en r_ u is A scan 474 Phosphors., boraxs., chlorigs., salpeters., kiesels. Thonerde. Kali noch besonders hinzugethan würde.— In wiefern der römische Alaun hieher gehört, siehe yorn Seite 462. [% schwefels, Thonerde-Kali, Alun satur& de sa terre, erhält man durchs Kochen einer Aulaunauflösung mit Thonerdehydrat; ein weilses, geschmackloses, erdiges Pulver, in WVasser unlöslich.— Aus der Auflösung des römischen Alauns scheidet sich in der VWVärme ein solches Salz ab; es besteht aus: 10,82 Kalı, 35,17 Thonerde, 36,19 Schwefels,, 17,32 W.— Phosphorsaure Thonerde, Phosphate d’ Alumine, Ph. of Al., ein weilses, geschmackloses, in Wasser unlösliches Pulver, welches in der Hitze zu einer porzellanartigen Masse fliefst, besteht aus: 32,5 Thonerde und 67,5 Phosphors. Sie löst sich m Phos- phorsäure zu einem sauren Salz auf, welches abgedampft eine gummi- artige, zerflielsende Masse bildet, die im Feuer zu einem farblosen, durchsichtigen Glas schmilzt. Halb phosphors. Thonerde kommt mit Fluoralumium gemengt als Wawellit vor, kann auch künstlich erhalten. werden; 4 phos- phors, Thonerde+ neutral. phosphors. Lithion, Amblygonit, 4 phosphors, Thonerde+% phosphors. Magnesia und Eisenoxydul, La- zulith,(Türkis, Kalait gehört auch hieher), Phosphors. Thon- erde-Ammoniak ist in erdiger Form in einer vulkanischen Höhle auf der Insel Bourbon gefunden worden,— Boraxsaure Thon- erde, Borate d’Alumine, B. of Al., in Wasser unlöslich, löst sich mit etwas Boraxsäure im Ueberschufs behandelt leicht in Wasser auf, zerfliefst, verglast in der Hitze. Chlorigsaure Thonerde scheint nicht zu bestehen; man hat zwar angegeben, eine Alaunauflösung durch eine Auflösung von chlorigs. Kalk zu zersetzen, allein es erzeugt sich nur saurer chlorigs. Kalk, Gyps fällt nieder nebst basisch schwelels. Thonerde-Kalı. Tbonerdehydrat mit Chlorgas behandelt giebt theils salzs., theils chlors. Thonerde.— Salpetersaure Thonerde, Nitrate d’Alumine, N. of Al., auf di- reetem WVeg, kıystallisirt durch langsames Abdampfen in kleinen Blättern, durch schnelles Eindunsten wird sie gummiartig, schmeckt sauer, Zusarm- menziehend, löst sich in Wasser und Alkohol leicht auf, zerflielst an der Luft, besteht aus: 24 Thonerde und 76 Salpeters.] Kieselsaure Thonerde, Silicate d’Alumine,$. of Al., kommt in ungemein vielen Fossilien vor, in mannichfaltigen Verbindungen. Neutrale kiesels. Thonerde findet sich in allen feuerfesten Thonarten, wie z. B. in dem von Brierleyhill unfern Stourbridge in Staffordshire, von Rouen, von den Steinkohlengruben von Högenäs in Schweden; fast gehört auch die Porzellanerde von Aue bei Schneeberg hierher, jedoch sind die Porzellanerden in ihrer Mischung nieht constant.(Ueber die wichtigsten Thonarten, Walkererde weiter unten.)— 4 kiesels. Thonerde, Cyanii(Disthene), sehr hart. Fl h, (ielsaur$ Petuntze der MM Instlls 1 Nasen, deı kn, Jırchschei zn, von W ‚oem und( 1(nie, Sy serhetet,] ‚u Jomnitz 1, Trach alk n Siebe ı, umpacle inch, me Srach vor, Ah ll am Harz mh Hall ılı al Thhmittel/ Ina Pre ur schmil Kal, na tires Thon ul Peldspat 1, Kult, hieheı ınin, Dapis Yalnıch, Wer tan Man tbikalsee, !üfieselerde sk], \ eeitung d "nn Farbe “un Rotheli met ihn “N inter zus “m Wasse "er beimen, "In nenest ul Anwei; > ses, Then,; f a Feldspath, Albit, Petalit, Lasurstein, Ultramarin. 475 ofen dr Yin, Ä E n Kieselsaures Thonerde-Kali, Feldspath, Felspath, Fel- spar,(Petuntze der Chinesen), kommt in der Natur ziemlich häufig de 0 Terre, al vor, theils krystallisirt, theils, und zwar weit häufiger, in krystal- mer in linischen Massen, derb und eingesprengt(in Granit), Bruch uneben ins : unlöslich,— Au in der Wir ei 7 Thonerde, 300 erde, Phosphat] Splittrige, durchscheinend, Perlmutterglanz, zum Theil dem Glasglanz nahe stehend, von weilser, grauer, rother, grüner Farbe. Er findet sich auf Lagern und Gängen, bildet einen wesentlichen Gemengtheil der Granite, Gneise, Syenite, Diorit, Dolerit u. a. m.; sein Vorkommen Wu. a ist weit verbreitet. i Man bezieht un bei uns aus Schlesien von Schrei- je lt sich u berhau, von Lomnitz zwischen Hirschberg und Schmiedeberg.— Gla- lat eine gummi siger F. in Trachyt, Laven, Bimsstein eingewachsne Kıystalle, im zu einen füllen Drachenfels im Siebengebirge ete.— Feldstein, dichter Feldspath, Petrosiler, compacte Felspar, derb, durehscheinend an den Kanten, oralumtum gemeng splittrig im Bruch, meist glanzlos, weils, grau, roth, grünlich, kommt werden;; pls theils für sich vor, theils als Gemengtheil im Gabbro, Grünstein, Feld- Amblygoit, steinporphyr; am Harz, im Erzgebirge, Schweden, Schottland.— Be- 1 Kisenonl, Lx nutzung des Feldspaths, hauptsächlich als Zusatz zu den Porzellanmas- 1osphors, Thr- sen, als Flufsmittel, fondant, um das Zusammensintern zu bewirken, Ikanischen Bill N... 2 Tee; zur Glasur von Porzellan, Steingut, indem derselbe zu einem weilsen raxsaure Thor en: en- Fe N Glas im Feuer schmilzt; zur Glasfabrikation. Nach Fuchs kann man unlosiıc ost sich re° wenn aus Feldspatlı Kali, nach Sprengel Alaun gewinnen, ht ın Wasser al 5 [Kieselsaures Thonerde-Natron, Albit, verhält sich völlig wie der chen; man hat mr gewöhnliche Feldspath,— Kiesels. Thonerde 4 doppelt kiesels. Li- sung von chlon. ihion, Petalit; hieher auch der Spodumen. Hier reiht sich auch der chlorigs, Kalk, pp Lasurstein, Lapis Lazuli, an, welcher derb vorkommt, von fein- I Thonerdehrdu körnigem Bruch, wenig glänzend, lasurblau, mit eingesprengten Schwe- hlons, ee felkiespunkten. Man findet ihn auf Gängen im ältern Gebirge, in Sı- \Nf Al,, all birien am Baikalsee, in der kleinen Bucharei, besonders in China. Er besteht aus Kieselerde 35,8, Thonerde 34,8, Natron 23,2, Schwefel 3,1, kohlens. Kalk 3,1. Man benutzt ihn nicht allein als Zierstein, sondern n kleinen Blit, IM cht sauer, 2USll- cht auf, zerflet u auch zur Bereitung des Ultramarins, Qutremer, einer vortrefflichen ei ächten blauen Farbe für die Oelmalerei und Lackirkunst. Man erhitzt ihn bis zum Rothglühen und löscht in WVasser ab, puivert aufs feinste, 8,0 Al, In und unterwirft ihn einem Schlemmprozels, wadurch das zarteste und Iren Verbindungtt: feurigste Pigment zuerst, dann die lichtern Tinten erhalten werden. nerfesten Thomartı Zu dem Ende bereitet man eine Harzmasse, Ciment, mit welchem man pe in Staflnklir, das zarte Pulver zusammenknetet; dieses harzige Gemisch wird dann 2 Gh meden; unter kaltem Wasser geknetet, wodurch die feinsten Yarbtheile sich hy, je dem Wasser beimengen.(Das Detail im D. t. Tom. Il. p. 225.) erg, hie ne Man hat in neuester Zeit künstlichen Ultramarin geferugt, und Gme- onstanl R lin”) hat eine Anweisung zur Darstellung bekannt gemacht. Man nimmt » Je Thoseldt, A kıest li )P. A. Ba. 14. 5. 363, 416 Ultramarin, Thonarten, allgem. Eigenschaften derselben. Kiesel- und Thonerdehydrat, Aetznatronlauge und Schwefel, dampft ab, setzt kohlens. Natron und Schwefel hinzu, und schmilzt die trockne Masse in einem Tiegel, wobei der Sauerstoff der Luft noth- wendig Zutritt haben mufs, soll die Farbe gehörig blau werden. Dalfs diese Farbe vom Schwefel herrührt, und nicht von irgend einem andern färbenden Metalloxyd, ıst sicher, aber in welchem Zustand der Schwefel dieses bewirkt, ist noch nicht enträthselt. Guimet in Frankreich fer- tigt schr schönen Ultramarin, aber zu hohen Preisen, Die Thonerde giebt selbst auch mit Basen Verbindungen, welche man Aluminate, thonsaure Salze nennt, vergleiche oben Seite 458; z. B. doppelt thons. Magnesia, Spinell, doppelt thons. Eisenoxy- dal—— doppelt thons. Magnesia, Pleonast(mit Blei- und Zinkoxyd, siche bei diesen). Thons. Beryllerde+ kiesels. Thonerde, Cymopban.] Ueber Thonarten, deren Vorkommen, Eigenschaften, Benutzung zu verschiednen Zwecken der Industrie. Die verschiednen in den Gewerben so nützlich angewendeten un- entbehrlichen Thonarten gehören nicht unter die primitiven Gebilde unsers Erdkörpers, sondern unter die secundären, durch Zerstörung an- derer entstandnen, es ist daher auch unmöglich, die charakteristischen Kennzeichen derselben im Allgemeinen und im Speciellen genau anzu- geben, da so unzählig viele Uebergänge und Varietäten existiren, und überhaupt in einer Grube oltmals verschiedne Lagen nicht mit einander übereinstimmen, Die Thonarten kommen in folgenden Eigenschaften mit einander überein: 1) sie lassen sich in Wasser zertheilen, und bilden damit eine fettige, zähe Masse, die knet- und formbar ist(jedoch in verschied- nen Graden). 2) Sie werden durchs Trocknen fester, werden in eineni passenden Feuersgrad mehr oder minder hart, selbst bis zum Feuer- schlagen an einem Stahl; in diesem Zustand lassen sie sich nicht mehr mit Wasser vermengen. An sich sind die Thonarten unschmelzbar, so wie aber fremde erdige Beimischungen sich in ihnen finden, z. B. koh- lensaurer Kalk, Eisenoxyd, so werden sie bald leichter bald schwerer schmelzbar. Die Thonarten schwinden im Feuer, und zwar sehr ver- schieden, indem sie ihr Wasser verlieren, und die ungleichartigen Theil- chen einander näher rücken; sie saugen alle begierig Wasser an, weshalb sie auch sich an die feuchte Zunge hängen; unreine, ockerent- haltende, Thonarten geben einen eignen unangenehmen Geruch von sich, wenn sie angehaucht werden.— Die unreinen Thonarten enthalten: überschüssige Kieselerde(Sand), wodurch ihre Bildsamkeit, Zähigkeit vermindert wird; Eisenoxyd, dieses bedingt Färbung, sowohl im unge- brannten, als gebrannten Zustand, und macht auch die Masse leichter schmelzend; Schwefelkies(geschweleltes Eisen), dieses bedingt durch Feu zulk eine( ji nl fliyde Felt ua „ zstürten ‚Dınlen, rt?) the jmneni y2)8 f) uilaltende N fire 00 fierleste| ‚hen betr "allulten© Fund, wohe sie Thonse yon, Man rec ul, Porze 4, eine nac \rsiımoe enista hr n mals An I, I, dul el md in einze ul blnmerkrys sh, und si) hindeut keit erschöpl N h Sennewi tm Deidersi Elm balerise rund Diend aus Kaol Umwall “bei Helst (china s issen Fi “ch ziemli rien zu kö ten ders, nd Schwef, 1, und schnihy IM SORT der IM a 18 blau Werden,} Di ) Kny N Irgend einem Anden Seh Zustand der Sch net In Frank -Isen, rei fh. Verbindungen, Bel leiche oben Seite Ai, pelt thong, Eisenon: Blind Zink honerde, Comp) nschaften, Benutan l anzewendelen IN primiiiven Gehill Aurch Zersthmng an die charakteristisch reiellen genan un- täten existiren, ın en nicht mi einandı halten mit. einander n, und bilden din (jedoch in vers ter, werden in em elhst bis zum Fa- n sie sich. nicht ud ten unschmelzht, s ven finden, z. B.b sichter bald. schmert ‚ und zwar sel ee ungleichatigen Tl besit N Waser a pn: unreine, 0: men 6 ruch von sth Thonarten enthalt: same, Ze una! \n NE, sowohl In h die Mose heilig Jurch hier Jieses Feuerfeste Thonarten, Porzellanerde. 477 Zerselzung einen Gehalt an Eisenoxyd, macht Risse, Borsten; koh- lens. Kalk bedingt bedeutende Schmelzbarkeit; Magnesia eine beson- ders auffallende Fettigkeit, keineswegs aber Schmelzbarkeit; Ueberre- ste von zerstörten Pflanzentheilen bedingen beim Verbrennen leere Räume, Borsten. Brongniart*) theilt die Thonarten ein, in 1) feuerfeste, Argiles apyres, fire clay, 2) schmelzbare, A. fusibles, 3) brausende(koh- lens. Kalk enthaltende), A. effervescentes, 4) ockrige, A. ocreuses, I. Feuerfeste Thonarten sind in keinem Ofenfeuer zu schmel- zen, schwinden beträchtlich beim Brennen, sind mitunter wenig bin- dend; sie enthalten entweder keinen oder äulserst wenig kohlens. Kalk und Eisenoxyd, woher es kommt, dafs sie sich weils brennen. Man wendet solehe Thonsorten zur Verfertigung von Porzellan, Steingut, Steinzeug an. Man rechnet hieher folgende: 1) Kaolin, Porzellane rde, Terre«@ porcelaine, Porcelain-earth, China clay, eine nach der Meinung der Mineralogen aus Feldspath durch Zersetzung entstandne Masse; sie ist erdig, zerreiblich, mager an- zufühlen, weils, auch röthlich, grauweils ete., findet sich im Urgebirge auf Lagern und in einzelnen grölsern Partieen im Granit, zum Theil mit Quarz und Glimmerkrystallen, welche auf die Entstehungsart des Kao- lins aus Feldspath, und dem Feldspath sehr nahe verwandten Fossilien (Porzellanspath) hindeuten. Man findet ihn zu Aue bei Schneeberg, (dies Lager ist erschöpft), zu Sedlitz bei Meifsen, bei Morl im Saalkreis unweit Halle,(Sennewitzer, Sebner Porzellanerde, der Porphyrformation angehörig, zu Beidersee); zu Strebel am Fuls des Zobtenbergs in Schlesien; im baierischen Landgericht Wegscheid im Unterdonaukreis zu Obernzell und Diendorf unweit Passau; zu St. Yriex-la-perche, 5 Mei- len von Limoges(Kaolin de Limoges), zu Epieux bei Cherbourg, zu Alencon; in Cornwall bei St. Austle(cornish clay, china clay), zu Tregoninghill bei Helstone, ein feldspathreicher veränderter und aufge- löster Granit(china stone, cornish stone, ein wenig Quarz enthalten- der Granit, dessen Feldspath in Porzellanerde übergegangen, welcher aber immer noch ziemlich viel kiesels. Kali enthält, um zur Glasur an- gewendet werden zu können); in China, Japan. *) Dictionnaire des sciences naturelles Tom, III.„Arelle,.= DSEL10m% XVII, ‚‚Poteries.” 478 Plastischer Thon. [ Analysen einiger Porzellanerden. von Aue von Passau von St. Yriex Kieselerde 46 45,06 46,8 Thonerde 39 32,00 37,3 Kalk_— 0,74— Eisenoxyd 0,25 0,90— Kalı—__ 2,5 Wasser 14,50 18,00 13,0 99,75 96,70 99,6.| 2) Plastischer Thon, Argile plastique, plastie elay, Pfeifen- thon, Terre@ pipes, pipe clay(Porzellan-, Steingut- Kapselthon), sehr zähe, bildsam, brennt sich fest, und ist im Porzellanfeuer unschmelzbar; einige Sorten brennen sich roth, andere nicht. Er besteht aus Kiesel-, Thonerde und sehr wenig Eisenoxyd. Im Königreich Preulsen finden sich solche Thonarten im Regbzk. Coblenz zu Vallendar, von wo aus die Steingutfabriken von Metlach bei Saarbrücken und Wallerfangen u. a. m. ihren Thon beziehen, vieler geht auch ins Ausland, nach den Niederlanden und Frankreich. Im Regbzk. Cöln, in der Nähe der Stadt, und in den Umgebungen des Laacher Sees, an mehrern Punkten; man nennt diesen weilsen Thon auch gewöhnlich Cölnischen Pfeifenthon, er wird zu verschiednem, Stein- gut, Pfeifen ete. verbraucht, und häufig ins Ausland verkauft(im Jahr 1827 23,532 Centner). Im Regbzk. Merseburg wird unweit Halle in der Grafschaft Mannsfeld, auf dem linken Ufer der Saale, bei den Dörfern Bennstädt, Kapselthon, bei Niedleben, besonders zu Salzminde feuer- fester Pfeifenthon gegraben, welcher von den Steingutfabriken zu Ber- lin, Rheinsberg, Magdeburg, Althaldensleben verbraucht wird, zu Bei- dersee ein für die Porzellanfabrikation brauchbarer Thon; zu Belgern a. d. Elbe ein feuerfester Thon für Steinzeug, desgleichen zu Hohen- leipa u. a. a. O. mehr. Regbzk. Liegnitz zu Tillendorf bei Bunzlau, welcher zu dem bekannten Bunzlauer Geschirr verarbeitet wird, zu Muskau, Freystadt. Bei Gefell im Hennebergschen, Regbzk. Erfurt, findet sich eine zur Steingutfabrkation brauchbare Sorte Pfeifenthon. Regbzk. Oppeln zu Ruda bei Beuthen, rother und weilser feuerfester Thon für die Muffeln zur Zinkdestillation,'Kattowitz bei Königshütte, auch grauer, Lissek bei Ratibor, Proskau nächst Oppeln(Steingutgeschirr). Regbzk. Trier, bei Marmagen findet sich eine Art Thon, Lenzin genannt, theils opalartig durchscheinend, theils thonartig undurechsichtig; erster ist milchweils, von flachmuschligem Bruch, letzter mehr erdig, specif. Gewicht 1,8 bis 2,0. Erster besteht aus 37,5 Kieselerde, 37,5 Thonerde, 25 Wasser, Kalk eine Spur; letzter aus 39,0 K., 35,5 Th., 25,0 W., Kalk Phsfischer Sch stellte in neh ame ‚hr war sell re es brau n Zurland in] ie il Northumb Tnänliche 1 Till Dorsetshir „ı, von dun sah, zu Kıp Im, um das Bi Vearbeitung$ ıStehriode, sich Inln-Thydwill| j- Ihondant be ‚nliubeuge, Me m mın Steinzul ıh-In Köniereic ei ineStemeutlal erild, m Kurh tn Meisner; I KEN, Iulmt, in derbe ‚kt Weilsenfels l u, 14 Riese IM derbe, erd sillch, specil, te(dem alten ne Insel zu braucht, be "39 Kalı, 1 'pierre,(Ter: “derb, Bro: % feckig und 2 Inder sich im "%, Ganptrümm u) Geil, sch "ta hat, gie N sche Betigne = Ce fa he: lung d “En dem 1 von St, Tr 468 313 lastıc elay, Pfeifn nut» Kapselhon) W nfener unschmehl, "besteht aus Ki) honarten im Re), ken von Neth ion beziehen, y nd Frankreih,| n Uingebunn jesen weils] erschiednen 1 verkauft(mL unweit Halle il le, bei den Dil: zu Salzmind ngutfabriken z 1 aucht wird, alt r Thon; zu Bin seleichen zu Bi lendorf bei Bu erarbeitet wirl, ı hen, Regbzk, Br, e Sorte Pfeikalin ifser feuerfester Tin Mi Königshütt, an In(Steingutgechi hon, Lenzn segalll, ndurehsichti;= r mehr end gel erde, 31 Thu, ; Th, 3, 1, Kl Plastischer Thon, Collyrit, Cimolit, Steinmark. 479 05. Nach angestellten Versuchen ist dieses Fossil für die Porzellanfı- brikation nicht anwendbar, die Masse mit Feldspath versetzt und ge- hörig glasirt war gelblich, nicht genug durchscheinend; für Steingulfa- briken dürfte es brauchbar sein.— Man findet feuerfesten plastischen Thon in England in Devonshire, den: man in den Potteries von Staf- fordshire, in Northumberland verarbeitet; er ist grau, bremnt sich aber weils. Von ähnlicher Beschaffenheit ist der Thon von Cornwallis, der Insel Wight, Dorsetshire. Eine eigne Art findet man bei Coalbrookdale in Shropshire, von dunkelgrauer, fast schwarzer Farbe, welcher völlig feuerbeständig, zu Kapseln verbraucht wird; er muls aber lange an der Luft liegen, um das Bitumen, welches er enthält, zu verlieren, und zur fernern Verarbeitung geschickt zu werden. Auch der bei Brierleyhill, unfern Stourbrigde, sich findende Thon gehört hieher(siehe oben), der von Merthyr-Thydwill in Südwales.— In Frankreich findet man be- sonders zu Abondant bei Dreux, zu Houdan einen feuerfesten Kapsel- thon, zu Maubeuge, Montereau, zu Forges-les- Eaux u.22.0. zur Fabrikation von Steingut, Fayence, Steinzeug, Porzellankapseln ange- wendet.— Im Königreich Sachsen zu Hubertusburg, Koldiz(am erstern Ort besteht eine Steingutfabrik), in den sächsischen Herzogthümern, auf dem Thüringer Wald, in Kurhessen zu Grols- Almerode,(berühmte Schmelz- tiegel ete.) am Meisner; im Königreich Böhmen*) im Bunzlauer und Leit- meritzer Kreis. [ 3) Kollyrit, in derben Massen, im Sandstein, im Porphyr auf Gän- gen, bei Weifsenfels(Regbzk. Merseburg), in Ungarn, dieser enthielt 45 Thonerde, 14 Kieselerde, 42 Wasser.— 4) Cimolit(ereta ei- molia), eine derbe, erdige Masse, graulichweils, wird an der Luft all- mählig röthlich, specif. Gewicht 2,0 bis 2,18, findet sich auf der Insel Argentiera(dem alten Cimolis) nächst Milo, und wird von den Be- wohnern der Insel zum Reinigen und Entfetten von Kleidern, zum Waschen gebraucht, besteht aus: 26,5 Thonerde, 54,0 Kieselerde, 1,5 Eisenoxyd, 5,5 Kali, 12,0 WVasser.— 5) Steinmark, Lithomarge, Möelle de pierre,(Terra miraculosa Saxoniae), theils in Afterkrystal- len, theils derb, Bruch grofs- und flachmuschlig, matt, grau, roth von Farbe, fleckig und streifig, specif. Gewicht 2,2 bis 49, fettig anzu- fühlen; findet sich im primitiven Gebirg, in Mandelstein- Porphyr, Grauwacke, Gangtrümmer füllend.— 6) Leichter Thon, ein ganz besonderes Gebild, schwimmt auf WVasser, so lange er nicht Was- ser angesogen hat, giebt ein sehr feines, hartes Pulver, zum Putzen von Silber sehr geeignet, gleich dem Tripel, zerfällt im Wasser fast =*) Eine Aufzählung der Fundörter von Porzellanthon im Königreich Böhmen siehe in dem J, d,k, k. p. J, Bd, 7. S, 66. 480 Leichter Thon. Schmelzb. Thonarten, Bergseife, W alkererde. gar nicht, schmilzt nicht im Porzellanfeuer, zieht sich um 0,23 zu- sammen, erhält grofse Härte und Dichtigkeit. Man hat solchen Thon zu Santa-Fiora in dem Gebiet von Siena, im Grofsherzogthum Toskana, gefunden, von aschgrauer Farbe, er bestand aus: 55 Kieselerde, 15 Magnesia, 14 WVasser, 12 Thonerde, 3 Kalk, 1 Eisenoxyd; man hat ihn zur Fabrikation schwimmender Ziegel, briques flottantes, verwen- det. Ein ähnliches Fossil hat man auch in den Monts Coirons, Dept. de l’Ardeche gefunden, und fertigt ebenfalls leichte Ziegel daraus.] II: Schmelzbare Thonarten.[1) Bergseife, Savon de mon- tagne, Mountain-soap, schr weich, mild, fettig anzufühlen, erlangt sehr leicht Fettglanz, schreibend, hängt sich an die Lippe, Bruch er- dig, bläulich-, grau- und pechschwarz, findet sich in Lagen mit Lehm und Thon geschichtet am nördlichen Abhang des Thüringer Walds, in Polen, Schottland, unfern Dillenburg im Nassauschen.] 2) Walkererde, Terre ü foulon, Argile smectique, Fullers earth, eine weiche, zerreibliche, grob- und kleinkörnige Masse, das Resultat von zersetztem Diorit und Dioritschiefer, graugrün, gelbgrau, stets un- rein, glanzlos, erhält durch den Strich Fettglanz, fühlt sich sehr fettig an, hängt sich nicht an die feuchte Zunge, speecif. Gewicht 1,82 bis 2,19. Sie zerfällt im Wasser schnell unter Ausstolsen von Luftblasen zu einem zarten Pulver, bildet einen Brei, der sich nieht formen lälst, schmilzt in starker Hitze zu einer braunen Masse. Man findet sie bei Briekhill in Staffordshire, bei Woburn in Bedfordshire, bei Ryezate in Surrey, sie besteht aus 53,0 Kieselerde, 10,0 Thonerde, 9,75 Eisenoxyd, 1,25 Magnesia, 0,5 Kalk, 24,0 Wasser, eine Spur Kali; in der Graf- schaft Kent bei Maidstone, Petworth, auf der Insel Skye in Schottland. Ihre Ausfuhr ist mit Lebensstrafe verboten. In Sachsen bei Rofswein, in Schlesien bei Riegersdorf(Spuren zu Freienwalde, Neustadt- Ebers- walde, zu Drossen, Gleifsen unweit Züllichau). Man wendet diese Erde zum Walken der Tuche, zum Fleckausmachen aus wollnen, seid- nen Zeugen an(Fleckkugeln); die Wirksamkeit liegt darin, dafs die Walkererde sich schnell und sehr fein im Wasser zertheilt, und dadurch Fett absorbirt, weshalb auch manche andere Thonarten hiezu mehr oder minder brauchbar sind, nur dürfen sie nicht zu fett und nicht sandig sein, weil im ersten Fall sie sich im Wasser nicht schnell zertheilen, und im zweiten Löcher im Tuch beim Walken entstehen. 3) Töpferthon, Argile figuline,(Terre a potier) Potter’s clay. Die hierher gehörigen Thonsorten haben mehr oder‘minder Aechn- lichkeit im Aeufsern mit dem feuerfesten Thon, sie sind aber weni- ger derb, mehr zerreiblich, sie zergehen weit leichter im Wasser; nicht wenige sind farbig und behalten auch nach dem Brennen eine röthliche oder Top jr elle Farbe } paclen den U „il darch diese „eilt magert | rl, nelcher rele zit so dal 4 Bnndenburg fi mul, Angeriü islm, Krossen m ti hr In Vorkomm ul Generbeblatt ) Sıhieferth. le sehifeuse, Illater Thon,' üherzehe ac, meicht sich «ntuischeidet eı Ihrlt selten ısinen Masse 1ktuetioes Ge tler bei Sa al meend vol tan Altsrass 2a,"Wenn em Alaunfab \rferthon. Am Schmel le), bei T Murle Porz die sch; Hl ag beig: u Inschen eli hi 9; U, auch i Sn, N kkhalı N Name, Mar "An dener Je Wahn, Ü sich mn DE U: lan hat solchen Im Sheroglum a}, Is: 5) Kieselnd, I Eisenonyd, mal; es Nottantes, vn, Monts Coirons, D, te Ziegel daraus] seile, Savon denn ig anzulühlen, er die Lippe, Bruch, I in Lagen nit 14 Thüringer Wall chen,] tigue, Fullers ui Masse, das Ra gelbgrau, stels ühlt sich sehr(# f. Gewicht IN sen von Lulll nicht formal: Man findet s ire, bei Ryey nde, 9,75 Ein Kali; in de( Skye in Selotlı achsen bei Bolt de, Neustadt-Is Man wende ii n aus wollnen,# liest darin, bt ortheilt, und da rien hiezu mehr fett und nicht sul ht schnell zer itstehen. potier) Pofters A oder minder Ad sie sind aber gell ‚ter im Wıst u I .hliehe rennen eine ML oder 1 ET EEE ne u Töpferthon, Schieferthon, Thonmergel. 484 oder gelbe Farbe, einige enthalten schon merklich kohlens. Kalk und machen den Uebergang zur dritten Hauptabtheilung, dem Thon- mergel; durch diesen Gehalt schmelzen sie in gröfserer Hitze, Man unterscheidet magern, kurzen Thon, der reich an Kiesel, und fetten, langen, welcher reich an'Thon ist. Solche Thonarten sind sehr weit verbreitet, so dafs eine namentliche Aufzählung nicht nöthig; in der Mark Brandenburg findet man Töpferthon unweit Ziesar, Mürow i. d. Ukermark, Angermünde, Grossin bei Schiefelbein i. d. Neumark; bei Rheinsberg, Krossen, Königs- Wusterhausen, unweit Fürstenwalde, Ra- thenow etc. [Ueber das Vorkommen des Töpferthons in Baiern siche das B. Kunst- und Gewerbeblatt 1826 S. 283 etc,] 4) Schieferthon,(Kohlen- Kräuterschiefer); Argile feuilletee, Argile schisteuse, Slate clay, ein verhärteter Kohlenstoff oder Bitumen enthaltender Thon, von dickschiefrigen Gefüge, ebnen Bruch, dem Flachmusehlichen sich nähernd, von grauer, ins brauie, rothe, und schwärzliche übergehender Farbe, giebt angehaucht einen starken Thon- geruch, erweicht sich in Wasser, quillt auf und zerfällt langsam,(hie- durch unterscheidet er sich vom Thonschiefer), braust mit Säuren; er enthält nicht selten viel Schwefelkies, schmilzt im Feuer zu einer braunschwarzen Masse, Er ist ein den Steinkohlen und Kohlensand- stein gleichzeitiges Gebild, nicht sehr häufig verbreitet. Man findet ihn zu Duttweiler bei Saarbrücken(Regbzk. Trier), in der Grafschaft Mark, in der Umgegend von Halle, zu Wettin, Löbejün, Giebichenstein; in Schlesien zu Altwasser, Hausdorf, Berthelsdorf a. Queils; in Sachsen, Böhmen etc.* Wenn der Schieferthon reich an Schwefelkies ist, so taugt er zur Alaunfabrikation, vergleiche oben Seite 467.— Gebrann- ter Schieferthon, die Folge von Erdbränden, da wo die Hitze nicht so grols, um Schmelzung zu ‚bedingen, z. B. zu Duttweiler(am bren- nenden Berg), bei Teplitz; wo die Hitze Schmelzung bedingt, entsteht der sogenannte Porzellanjaspis— Brandschiefer, Schiste bitu- minifere, Argile schisteuse bitumineuse, bituminous shale, der Name bezeichnet das beigemengte Bitumen: pechschwarz, bräunlichschwarz, brennt zwischen glühenden Kohlen mit blauer Flamme, und Geruch nach schwefliger Säure; kommt im Steinkohlengebirge vor, zwischen Kohlenlagen, auch in neuern Flözgebilden; im Thüringer Wald, am Harz, Schottland. II. Kalkhaltige Thonarten, Thonmergel, Marne argileuse, Argile Marne, Marle; so benennt man Gemenge von Thon und koh- lens. Kalk, in denen jedoch erster vorwaltet, denn den kalkreichen Mer- IL sl Y a a . Ss ; Y(6 482 Thonmergel, Mergelerde, Lehm. gel nennt man Kalkmergel, von welchem oben beim Artikel„koh- lens. Kalk” bereits Erwähnung geschehen ist. Er ist derb, im Bruch s$ uneben, ins Splittrige, Flachmuschlige,, seltner blättrig im Gefüge, zum Schiefrigen sich hinneigend,(Uebergang zum Schieferthon); grau-gelblich- weils, grünlich, röthlich, bräunlich, gestreift, gelleckt, fest, weich, ja zerreiblich, ist nicht selten frisch weich und wird beim Liegen an der Luft hart, jedoch sind die untern Lagen häufig dichter und härter, als die obern. Der Mergel braust mit Säuren auf, zertheilt sich mit Leieh- tigkeit in Wasser, und giebt eine teigige Masse, welche hinlänglich bin- det. Der Thonmergel schliefst nicht selten nierförmige Stücke festern Mergel eia, welche reicher an Kieselerde oder Kalk sind; er verläuft häufig in Töpferthon und Lehm, ist deutlich geschichtet, sehr zerklüf- tet, verwittert an der Luft, zerfällt in eine gelblichgraue Erde, Mergel- erde. Der Mergel bildet die mächtige Grundlage von einem srolsen Theil Norddentschlands,(Mecklenburg, Mark Brandenburg, Hannover, Schleswig, Holstein), Jütland; man findet ihn auch im Mannsfeld, am Warz, in Schlesien, Böhmen, Mähren, längst der Küste von lHampshire, Dorsetshire; in Frankreich, Gegend von Paris, Mont Martre, Menil Mon- tant,(zum Fleckeausmachen, pierre& degraisser), Argenteuil(dient zum Frittenporzellan in Sövres), zu Viroflay bei Versailles,(dient zu Kapseln fürs Fritteporzellan).— Anwendung des Thonmergels hauptsächlich zur Töpferei.— Me rgelerde, erdiger Mergel, Asche, earthy marle, das Produet der Zersetzung von Stinkkalk, aus Kalk, Thon, Bitumen und et- was Kiesel bestehend, braun, grau, glanzlos, feinerdig, bald mehr tho- nig, bald mehr sandig, beim Eintrocknen zu Staub werdend. Sie quillt mit Wasser zu einem schwarzen Schlamm auf, bildet oft Flöze unter der Dammerde, besonders im Mannsfeldischen, Thüringen und Hessen. Lehm, Leimen, Terre franche, terre limoneuse, Loam, ein mit Quarzsand und Eisenocker, zuweilen auch mit kohlens. Kalk gemengter Thon, aus der Zersetzung sehr verschiedenartiger Gesteine entstanden. Sehr weich, zerreiblich, gelbliehbraun, gefleckt und geadert; Bruch un- eben, erdig, ohne Glanz, brennt sich in mälsigem Feuer hart, wie Tö- pferthon, und erhält eine schmutzig rothe Farbe, in höhern Hitze- sraden schmelzend; er saugt Wasser stark ein, und zerfällt in demsel- ben, bildet eine breiige Masse. Man findet ihn im aufgeschwemmten Land in Lagern, die nicht selten Mergelknollen enthalten, Ueberreste von Bäumen, Rollstücke, Blöcke, Sand.— Er findet eine vielfältige Anwendung in der Baukunst, zu Dach- und Mauersteinen, Luftziegeln (Lehmziegeln), Lehmpatz, mit Stroh vermengt zum Ausstaken der Fach- wände, der Decken, zum Vermauern der Steine der Brandmauern, Heerde, Schornsteinmauern, Backöfen, Gypsöfen; er kittet aber die A hoch If nicht zusam N Former gebrat ‚hr Jehmluret In), Klonken, Jinsundirem 2 ‚Im Khinen Ste ln, Inder Ma irndem zu Od in isdam, so 1 Ocker e JRöthel, Roi at,(yon roug ung, dub, von ilend, Manch: fan das Fos 1 Imfndet den ur mitllren Las verduleld, zu T) A il n I’] tus Zeseimeiden ı se sul aber die; the tane Sandthei tunka Röthel m ne und m f It Aneeschlas lehrle mehr Yhıhe, Terrg lem Bru Hu, tothgel a Inge, s] um “nelzen, "Mi ereinigt "lesen zu ll SM hen Kasse] ah) Mh hm f Kell p pl dara U Wasser U Salt Bolns Fang Geller Och \ Orım irg N oc A h Mlydezt eh N versch M, beim Ark A ist derb, in}. Ing im Gefi q ll); ern A | beim Liesen a chter und ltärer, heilt sich mit Li elche hinlinslich|; Örmize Stücke fer Lalk sind: er ver] hichtet, sehr zer hsraue Erde, Non von einem mil ndenburg, Hau h im Mannstell, üste von Haux t Martre, Meull \rgenteuil(diet: s,(dient zul Is hauptsächl , earthy marl yon, Bitumen u die, bald mel werdend, Si l ‚ildet oft Flüze u ringen und Hs euse, Loam,! ılens. Kalk geilt!, Gesteine enistul nd geadert; Bruce Feuer hart, meh e. in höher Ir nd zerfillt in dx im aufgeschwenz enthalten, Uekr“ findet eine yield! jersteinen, Li a | Ausstaken iul* ne der Brande 4 HN II er kittet 1 höthel, Bolus, Ocker, 485 Steine nicht zusammen, wie Kalkmörtel, sondern füllt nur die Fusen aus. Ferner gebraucht man ihn beim Setzen von Stuberöfen. zum Sets gen der Lehmfluren,(Dreschtennen in Scheunen, eben so für Kesel bahnen), Kloaken, Viehställe; zum Belegen der Chausseen(Lehmchaus- seen) in sandigem Boden, ebenso zur Auffüllung von Steinchausseen. um mit den kleinen Steinen eine dichte, feste, ebne Bahn zu erlangen; zum Pisebau. In der Mark Brandenburg findet sich Lehm an vielen Orten. unter andern zu Oderberg, bei Glindow und Löcknitz am Schwilowsee. hinter Potsdam, so auch bei Rathenow nebst Thonlagern. IV. Ocker enthaltende Thonarten, 1) Röthel, Rotlhstein, rothe Kreide, Argile ocreuse rou®e, San guine, Crayon rouge, Reddle, aus Thon und rothem Eisenoker innig gemengt, derb, von erdigen Bruch, bräunlich-roth, blutroth, sehreibend. abfärbend. Manchmal ist der Eisenoxydgehalt sehr bedeutend, dann rechnet man das Fossil als rothen Thoneisenstein zu den Eisener- zen. Man findet den Röthel im Thonschiefer der Uebergangszeit, auf wenig mächtigen Lagern, im rothen Berg bei Saalfeld im Herzosth. Mei- ningen-Saalfeld, zu Thalitter in Hessen. Man verfertigt aus dem Röthel durchs Zerschneiden und Belegen mit Holzschalen die Rothstiftes noch besser sind aber die aus geschlemmten Röthel künstlich geformten Stifte, welche keine Sandtheilehen enthalten; zu dem Ende mengt man den ge- schlemmten Röthel mit Gummi- oder Hausenblasenauflösung, und form! daraus runde und quadratische Stängelchen, welche in Rohr, Papier, oder Holz eingeschlagen werden. Setzt man ein wenig Seife hinzu, so wird die Farbe mehr braun, und die Stifte weicher, 2) Bolus, Terra lemnia, Bol, Siegelerde, Terra sigillata, derb, von muschligem Bruch, selten erdig, undurehsichtig, schwach schim- mernd, matt, rothgelb, braun, auch gefleckt, fühlt sich fettig an, hängt sich an die Zunge, speeif. Gewicht 1.4 bis 2,0; brennt sich hart, ohne leicht zu schmelzen. Findet sich auf der Insel Stalimene(Lemnos der Alten), wird gereinigt und mit einem Siegel bedruckt, woher der Name; auch in Schlesien zu Striegau, Liegnitz, zu Säsebühl bei Göttingen, Ha- bichtswald bei Kassel, in Böhmen, ferner bei Siena, Terre de Sienne. Man gebrauchte ihn früher in der Mediein, jetzt fertigt man in der Tür- kei Pfeifenköpfe daraus, die sehr beliebt sind, poröse Gefälse zum Ab- kühlen von Wasser und Wein, nach Art der Alkarazzas.(Hie und da wird auch Bolus gegessen, so in Bengalen, ete.) 3) Gelber Ocker, brauner Ocker, Oecre jaune, brune, gel- low, brown iron ochre, ihonige Massen durch gelbes und braunes Ei- senoxydhydrat gefärbt, erdig, eingesprengt, auch in knolligen Massen, glanzlos, von verschiednen Farbetönen, breehen auf Lagern und Nestern 3l* If = r i er[oder ds Nr 41S% Gelbe Erde, grüne Erde. Anwendung der Thonarten. ap desto. Dit im Flözgebirge, im Schuttland:; man findet Ocker am Harz(bei Goslar, He viert: Elbingerode, Tilkerode), im Siegenschen ete. in Frankreich.— Gelbe eh m: Erde, Argile ocreuse jaune, yellow-earth, derb, feinerdig, sehr weich, are de malt, ockergelb, fettig anzufühlen, etwas abfärbend, brennt sich roth ge nich und hart, kommt auf Lagern im jüngern Flözgebirge mit Thon vor, in N hl Baiern zu Amberg, in der Oberlausitz zu Wehrau, in Frankreich zu= hl Bitey, St. Pourrain ete.— Man gebraucht den Ocker geschlemmt als ie Im Anstrichfarbe, so auch die gelbe Erde, zum Gelbmachen von Sämisch- r we N: leder.— Grüne Erde, Terre verte de Verone, green earth, derb, ae R mandelförmig, als Ueberzug, auch in Afterkrystallen des Augits, un- I: durchsichtig, matt, Bruch uneben bis ins Feinkörnige, wenig glänzend, u zperalüt IE (Feitglanz), fühlt sich wenig fettig an; Seladongrün, ins Schwärzliche und Bräunliche. Erfüllt Blasenräume im Mandelstein, Porphyren, auch in Nestern und schwachen Lagen im Monte Baldo im Veronesischen, auf Cypern. Varietäten in Sachsen, Böhmen, Island, den Faröer Inseln.— Man gebraucht grüne Erde gereinigt als eine dauerhafte Farbe für den Anstrich; sie enthält viel Eisenoxydul- Oxydhydrat. ak sn Riese ein Trocknen, 1 apaere Kie: zu(brraiser)\ ig Waser& nd. Es zeigen Gebrauch verschiedner Thonarten,(aulser dem bereits bei einzelnen ile Tnarten di < alte in resulä auf Alk Thonar angegebnen). 1) Zur Bereitung von Alaun, hier ist nur allein die Thonerde, nicht die Kieselerde ete. nützlich,(vergleiche oben Seite 469). 2) Zur Raf- ln, db besond fination von Zucker, zum Decken,(terrer). Hiezu braucht man einen nl Degenständ feinen geschlemmten Töpferthon; nach neuern Verfahrungsweisen ist das il Dike und Decken mit Thon nicht mehr nöthig. 3) Beim Wasserbau, überhaupt am Thonv um Eindringen von Wasser zu verhüten, also bei Wasserbehältern, Ci- em zweiten sternen für Gasometer, bei Gebäuden, um das Eindringen von Grund- allsızon feine wasser in die Keller za verhüten etc. 4) Zur Fabrikation irdner Ge- ta,(Come schivre aller Art. fein und ordinär, mit und ohne Glasur, von Röhren, rind des Thor : Ziegeln, Kacheln, Pfeifen, Klinkern, Flielsen, architektonischen Ver- ht nd gene Be zierungen ete,— Kaum ist aufser den Eisenerzen irgend ein anderes rohes mn ib 4 Naturproduct so vielfacher Bearbeitung fähig, und beschäftigt so viele ae) g tausend Menschenhände, als der Thon. Ein Gegenstand von der gröls- & ten Wichtigkeit für die Gewerbsamkeit! Endet . Allgemeine Erfahrungssätze für die Anwendung des Theons zu ge-. Über brannten Geschirren. Ag Reine Thonerde ist im Ofenfeuer unschmelzbar, sehr kurz im Hy- m dratzustand, nicht plastisch; durch einen Zusatz von Kalk, oder Kiesel, wird die Thonerde nicht schmelzbar, wenn gleich ziemlich beträchtli- che Mengen von jedem einzeln hinzugefügt werden, mengt man aber gleichzeitig Kiesel und Kalk hinzu, so wird die Thonerde schmelzbar, 97 TEEN ie Ay N A man hat “* verlen dah "a, Minden; , ‚nlen au N > “M, melchen ma l a ın, N au ler Thonarin am Mar(dr ankri, hl), einenlig, sehryei) 1d, brennt si N e mit Thon vi; u, im Franke, Jcker geschlenn machen von Sink, » green earth, Üi len des Ansits, ige, wenie. lin ins Schwärzliehe, Porphyren, au ı Veronesischn, len Faröer Ins "hafte Farbe Ir bereits bei ei lie Thonerd 169). 2) Il braucht mu ırungsweisen& Vasserban, übt! Wasserbehältn. indringen von abrikation. ind Glasur, von Il rehitektonischt send ein anders’ beschäftigt Hu onstand von def nz des Thon n! | ar. sehr kur I von Kılk, ode I r hafpzellu h ziemlich D n Del DE‘ en, men! Thonerde sehe CR ETEROT U Ir— pri Tr== 7 a nn nn en= Ueber das Verhalten d. Thons im Feuer. Ziegelbrennerei, 485 und zwar desto mehr, je mehr sich das Verhältnifs der Gemenstheile folgendem nähert: 1 Theil Thonerde, 1 Th. Kalk und 3’Th. Sand; 5 Th. Sand hinzugefügt machen das Gemeng schon unschmelzbar. Eisenoxyd, in kleinsten Mengen dem Thon beigemischt, färbt ihn beim Brennen im mälsi- gen Hitzgraden nicht roth, aber im starken Porzellanfeuer; daher kommt es denn auch, dafs Porzellanerden, Porzellanthon nicht immer für die Fa- brikation einer tadellosen Waare brauchbar sind. Grölsere Mengen von Eisen färben den Thon blaugrau, grün, und bedingen beim Brennen eine gelbe, rothe Farbe, und machen bei gleichzeitigem Kalkgehalt den Thon schmelzbar, weshalb solehe Thonsorten nur schwaches Brennfeuer vertragen; die Waaren sind porös und halten starke Abwechslungen der Temperatur ziemlich gut aus. Fette Thonsorten,, welche viel Thon, im Gegensatz von Kiesel, enthalten, lassen sich nieht gut verarbeiten, rei- (sen beim Trocknen, verziehen sich; deshalb setzt man feinen Sand, oder gepulverte Kieselfossilien hinzu, um dem Thon die Fettigkeit zu nehmen(degraisser), man vermeidet dadurch auch die Zähigkeit, das Vermögen Wasser anzusaugen, wodurch das Trocknen gleichförmiger stattfindet. Es zeigen aber auch andere mit erdigen Theilen stark ver- mischte Thonarten die Eigenschaft beim Trocknen zu bersien, und zwar nicht selten in reguläre säulenförmige Massen, wie z. D. häufig der'Thon- mergel. Alle'Thonarten schwinden,(retraite, shrinkage), sowohl beim Trocknen, als besonders noch beim Brennen, woher es kommt, dafs die Form der Gegenstände leidet. Letzteres hat seinen Grund in der un- gleichen Dicke und dem dadurch bedingten ungleichen Austrocknen. Haben einmal Thonwaaren durchs Feuer sich zusammengezogen, so kann man sie zum zweiten Mal fast ohne alles fesnere Schwinden brennen. Ein Zusatz von feinem Sand, Kieselpulver, scharf gebrannten fein gepul- verten Thon,(Cement, eiment), verursacht gleichfalls ein regelnälsigeres Schwinden des Thons; letzter Zusatz macht auch die Waare dauerhaf- ter, fester, und gegen den Temperaturwechsel beständiger. [ Brongniart a. a. O. pag. 62 u. f.] Ziegelbrennerei. Kaum findet man eine Gegend, wo nicht Thonmergel, Thon, Lehm zur Ziegelbrennerei tauglich angetroffen wird. Je nachdem diese'Thon- erden verschieden beschaffen sind, wird auch die Qualität der Ziegel ausfallen; man hat ziemlich feuerbeständige, und auch leicht schmelzende, erstere werden daher zum mauern von Heerden, Feuerungen, Schorn- steinen, Plinten angewendet. Meist ist es Thonmergel und lehmiger Thon, welchen man zu Ziegeln anwendet; ist er zu fett, so setz man Sand zu, ist er zu mager Thon; je grölser die Beimengung von kollens. ES% Lak Treatettene 172: 3 Fl Ss F sh(8 486 Ziegelbrennerei, Vorbereitung der Erde. Kalk, desto leichter schmelzen die Ziegel beim Brennen, überhaupt ver- langt jeder Thon einen verschiednen Hitzegrad zum Brennen, und ein kalkreicher Thonmergel kann dennoch gute Ziegel geben, wenn sie nur bis zur Steinhärte gebrannt sind, ja dadureh, dafs kalkreiche Ziegel beim Brennen verglasen, können recht danerhafte Steine gewonnen werden.— Ob ein Thon zur Ziegelfabrikation brauchbar sei oder nicht, lälst sich nicht durch blolses Ansehen beurtheilen, sondern nur durch ein Probe- Bi brennen.— So wie der Thon gegraben, läfst man ihn über Winter in Haufen liegen, ausfrieren, wodurch er im Frühjahr besser zu bear- beiten ist; jedoch ist dies nicht ohne Ausnahme mit allen Thonsorten der Fall. Hiedurch werden die Pflanzenreste verfaulen, die etwanigen eingemischten Schwefeleisentheile eine angehende Entmischung erlei- den.— Zu Dachziegeln gehört ein besserer, minder magerer Thon, als zu Mauersteinen, ‚Die Fabrikation der Ziegelsteine, Backsteine, briques, bricks, Dachsteine, tuiles, tiles, Dachpfannen, Flielsen, carreaur, zerfällt in 4 Operationen, das Bearbeiten der Erde, das Formen, Trock- nen und Brennen. 1) Vorbereitung der Ziegelerde. Der Lehm, Thon, wird in Sümpfen, fosses, mit Wasser gemischt, fleilsig durchgetreten, marcher, alle Steine, Wurzelstücke, Kalkmergelbrocken werden entfernt, welche, wenn die Zie- gel keine gehörige Hitze beim Brennen erhielten, leicht abblättern, zer- bröckeln; Schwefelkiesstücken bedingen, da sie beim Brennen nicht völlig zerstört werden, eine allmählige Verwitterung, Salzauswitterung und Zer- bröckeln. Die Ziegelerde zu schlemmen scheint im Allgemeinen weni- ser ratlısam, weil dadurch aller gröbere Sand entfernt, der Thon zu fett wird, und daraus Nachtheile erwachsen. Man setzt meistens Sand hinzu, nach Verhältnifs# bis 4 der Masse, ja man würde noch mehr zuselzen können, wenn beim Brennen, wegen unvollkommner Ofencon- struelion, stärkere Hitze gegeben werden könnte. Ein zu grobkörniger Sand macht die Steine zu schwer, mürbe und zerbrechlich, sie taugen nicht für Gewölbe, zu welchen leichte und dabei feste Steine nöthig sind. Zu dem Ende setzt man auch Torfgrus, Steinkohlengrus hinzu, welche beim Brennen sich verzehren und die Masse porös machen. Man hat das Geschäft des Durchtretens durch Thiere verrichten lassen, al- lein dann werden die Steine, Wurzeln, Knollen nicht entfernt, welche der Arbeiter beim Durcharbeiten findet und herausliest, und dadurch die Masse verbessert. Je mehrmals übrigens der Lehm gewendet und durch- gearbeitet wird, desto diehter und härter werden die Ziegel. Mittelst einer Thonmasehine, deren Construction weiter unten beschrieben wer- den wird, kann geschlemmter Thon auch gut vorbereitet werden, u Streichen l )| „) N ‚me Rulmen, Tineln einge? jo, go mi sforli W erde ji Yuks beh sit, 9 Jıls sie ı asser Iise),| did Aneindı Jane des Ralın Tin mit kart Ir Forn ind bsfreulen Ihe, ın die A rd dem ist sc vs It, Yan n hs B Arbeits: Yirlen han, verst Du Trockne kn sie, ol elite gestel CHI, ZI welelı dr stumplen tIntenscheun ui; dag Tr üliser im Ih {ln Verzieh A melen die N ent wei rewerkste zen Masc ir tnledhi: Mm und wi ui kin Eine "dr Maschin tel lrheit N Itelst Pre tückt, um N Alm, die Che milte] Stck, Brlanı Irde, Men, über); Ann. I} Drenne Ram eben, WENN Sie KRETA RETTEN ET— en Z——== 2 2 nn ar. Va a nnd re ern. me ne em v. pP v7. Streichen und Trocknen der Ziegel. 487 Me -eWwonnen Werde der nicht, il ii ur durch ein D, Mir an Ilm über im It jahr besser zu I mit allen Thonsr; ulen, die ehwanlı Entmischune ch " magerer Thin,} ne, brigues, hi ielsen, cam das Formen, Ih 1, wird in Sin) archer, alles lehe, wenn li] cht abblätten, Brennen nich; switterung und! ı Allremeinen lernt, der Th setzt meistens iu Pr} 1 ı W iirde nocl I l!kommner Ol Ein zu grobling ‚rechlich, sie I 1 feste Steine ı% teinkohlengrus\ porös machen verrichten lasse# seht entlernt, M est, und dadın© gewendet undn die Ziesel, ‚in ten beschriet| ;peitet W ‚den pl. 2) Streichen der Ziegel(moulage). Die Streichformen sind theils hölzerne Rahmen, theils eiserne, welche dauerhafter; sie sind zu je zwei Ziegeln ei ingerichtet. Da die Ziegel beim Trocknen und Brennen schwinden, so müssen natürlich die Streichformen um ein gewisses grö- [ser gefertigt werden, damit die Ziegelsteine nach dem Brennen ein be- stimmtes Maafs behalten. Die Form wird in Wasser getaucht, in Sand gewi älzt, so dals sie sich inwendig mit Sand überzieht,(damit sich der Thon besser löse), darauf auf dem Streichtisch mit vorbereiteter Ziegel- erde durch Hineindrücken mit dem Händen gefüllt, so dafs die Masse die Leere des Rahmens auslüllt; darauf streicht ler Arbeiter den über- flülsigen Thon mit einem Streic hholz, plane, ab, ein anderer Arbei- ter trägt die Form nach dem Troekenplatz und schlägt sie auf den mit Sand bestreuten horizontalen Boden aus, zieht dieselbe lothrecht in die Höhe, um die Kanten und Ecken der Steine nicht zu beschädigen. Während dem ist schon wieder eine andere Form gestrichen, und so geht es fort. Man nimmt an, dafs ein leifsiger und geübter Streicher in 12 his 13 Arbeitsstunden 9 bis 10,000 Ziegel von der kleinern Sorte streichen kann, versteht sich aber nieht ohne Beihülfe von Handlangern. 3) Das Trocknen, sechage. So bald die Steine so weit trocken sind, dafs man sie, ohne sie zu zerdrücken, anfassen kann, werden sie auf die hohe Kante gestellt, und entweder noch auf dem Streichplatz weiter getrocknet, zu welchem Ende, um Raum zu gewinnen, man dieselben unter einem stumpfen Winkel gegen einander aufsetzt, oder auf Brettern in die Trockenscheune getragen, in welcher man sie völlig lufttroeken werden läfst; das Trocknen mufs langsam geschehen, sonst bleibt noe h zu viel Wasser im Innern während die äufsere Oberfläche erhärtet, dies bedingt dann Verziehen und Reifsen beim Brennen.— Bei den Dach- ziegeln werden die Nasen, crochet, mittelst welcher sie auf die Dach- latten eingehängt werden, dure h eine eigne, im Streie htisch angebrachte Vertiefung bewerkstelligt.— Man hat vielfältige Versuche gemacht zum Ziegelstreichen Maschinen anzuwenden, bei uns aber haben sie, we- sen der sehr niedrigen Lohnsätze der Handarbeiter, im Vergle ch mit Nordamerika und wegen des Umstands, dafs der Arbeiter jeden Stein im Lehm beim Einschlagen mit den Händen fühlt und herauswerfen kann, was bei der Maschine nieht geschieht, und weil die Form der Ziegel bei der Handarbeit weit exacter wird, keinen Fortgang gehabt. Man hat auch mittelst Pressen(Schrauben-Hebelpressen) die Masse stark zu- sammengedrückt, und aus trocknem"Thon mit der hydraulischen Presse Ziegel geformt, die ganz vorzüglich waren. Hier in Berlin werden von Ilerın Feilner mittelst eigner Vorrichtung und Schraubenpressen Ziegel, Gesimsstücke: geformt, indem die Thonmasse durch eiserne Formen 488 brennen der Ziegel, Ziegelöfen. durchgeprefst und mittelst Draht in einzelne gleichlange Stücke geschnit- ten wird. Auch werden auf diese Art irdne Wasserleitungsröhren von vorzüglicher Güte gefertigt. Herr Feilner hat auch eine Maschine con- struirt, um Dachziegel zu verfertigen. 4) Das Brennen, cuisson, geschieht entweder in Feldöfen, Meilern, oder in eignen gemauerten Ziegelöfen. Zum Brennen in Meilern wen- det man Steinkohlen, Braunkohlen, Torf an, führt aus schon gebrannten Ziegeln den untern Theil des Feldofens auf, bestehend aus mehrern parallelen, langen Bänken, zwischen welche man das Holz zum Anzün- den der Kohlen einlegt; auf diese werden die Ziegelsteine so aufgesetzt, dafs die Flamme zwischen ihnen durchschlagen kann. Ueber diesen Un- terbau stellt man die lufttrocknen Ziegel übers Kreuz so auf, dals Zwi- schenräume bleiben, und schüttet Steinkohlen, Braunkohlen zwischen je 2 oder 3 Ziegelschichten. Die Aufsenwände des Meilers werden ziem- lich stark gesetzt und die Fugen mit Lehm verstrichen, sodann das Holz angezündet; die Leitung des Feuers ist, da der Meiler frei steht, schwie- ig, Wind’ und Regen äufsern nachtheiligen Einflufs. Die äufsern Ziegel sind natürlich weniger gebrannt, als die innern, und dienen dann noch einmal zum Unterbau. Die Zeit eines Brands richtet sich theils nach der Grölse des Meilers, theils nach der Trockenheit der Ziegel, nach der Witterun terial sehr wohlfeil, wo der Landmann auf seinem Acker Thon und 5; man wendet dieses Verfahren da an, wo das Brennma- Steinkohlen hat, wie in Schlesien, am Rhein. Die Ziegelöfen sind theils für Holzfeuerung eingerichtet, wie bei uns, theils auf Torf- und Steinkohlenfeuerung, wie in Holland und am Rhein. Die gewöhnlichen Ziegelöfen sind inForm eines länglichen Vier- ecks, entweder stehende, mit höhern Umfassungsmauern, oder liegende, längere, mit niedrigern Wänden, welche oft 2 Fuls dick, am besten aus einer inneradund äufsern Mauer bestehen, zwischen welchen Asche, Koh- lenklein ete,, schlechte Wärmeleiter geschüttet werden. Sie sind oben ent- weder offen, und mit einem leichten Ziegeidach überdeckt,(Ziegel- scheune), oder mit einem Tonnengewölbe überwölbt, in welchem Zug- löcher reihenweis angebracht sind, wie bei den liegenden Kalköfen(siehe oben Seite 403). Im leiztenFall ist eine Einsatzthür in der hintern Um- fassungsmauer angebracht, durch welche die Ziegel eingeselzt werden können, letzteres geschieht bei den oben offenen Oefen auch von oben. Unter dem Ofen sind die Feuerungen in derselben Art erbaut, wie bereits bei den Feldöfen gesagt worden ist, nämlich parallele Kanäle, welche von einer langen Wand des Ofens zur gegenüberstehenden sich erstrecken, und durch aufgemauerte Bänke von einander getrennt sind, auf welche über die Heitzkanäle die trocknen Ziegel auf verschiedne Art ge- Drenne worden, 60 d J, hmme des en nilenden/ hen Jagen au {1eN, und die ei ie[hmme 2 it sehr vers gun gülsern Ind, Zuerst Yieiegel ni lm shörig lItmad seh a ıladet,( ala; die dem Ihnpa(Sauen u, Prikeine elc ar{ie hüber hi ud iberhaup y menka noch ein Di Zelsteine ti ienlichen Inme liege), ılliiter nennt: (ik ie Masse ültuiherte,( 'uistlhre scha all die sich “ nucht we “ nd nicht ud den St N lnyelähr- A tinden, l let, 2 Jh N’ II en Diese Zt Diebersc} Lu Nom ziwise AIM, ll SE müsse \r N, dem Fros In} AU er Eizeye hu{e den D U lenälhzie in$ er as N, 1 Pe SE nn TREE Zn EZ Be— PT ge ren rer Nge Stiche ka) e eleikm er m eine ad Mn. in Feldit fen, Neil, en in Meilen m aus sehon Se tehend aus nel las Holz zum Au, elsteine so aufzes n. Ueber final nz so auf, dals] nkohlen zwischn eilers werden ir en, sodann dis| r frei steht, sn Die äufsen I d dienen dam: et sich theikı t der Ziegl, l ‚wo das Brus ı Acker Tiux nzerichtet, W in Holland u ines länglichen] auern, oder I? ‚ dick, am bestas welchen Asche, I on, Sie sind obu® überdeckt,(I bt, in welchen“ enden Kalköfen ir in der hinten!# ze] eingeselat 1 Oefen auch von! en Art erball nt lich pi arallele IM zenüberse! R der getrennt s" Im ıf verschie 2 u en ee TE RR Brennen der Ziegel, Eigenschaften der Ziegel. 489 „tzt werden, so dafs zwischen diesen für die in den Ofenraum eindrin- gende Flamme des Holzes Raum bleibt. B nken ruhenden Ziegel werden nun die übrigen gesetzt, so dals die Ueber diese untern auf den einzelnen Lagen auf der hohen Kante einander unter spitzen Winkeln kı-utzen, und die einzelnen Steine jeder von dem andern etwas absteht, Grölse der man hat sie zu 30, 50, 100,000 Ziegel, ja von noch grölserm Kaliber; hienach richtet sich auch die Dauer ei- Jdanit die Flamme zwischen allen durchdringen kann. Die Oefen ist sehr versch’eden, Zuerst feuert man schwach, Schmauchfeuer, nes Brands. enfumage, damit die Ziegel nicht bersten, dann immer stärker, bis die obersten Schichten gehörig glühend sind, doch ist hier, wie schon gesagt, der nöthige Hitzgrad sehr relativ nach der Beschaffenheit des Thons. Ist das Brennen vollendet, der Ofen langsam abgekühlt, so werden die Steine ausgefahren; die dem Feuer zunächst gestanden haben, sind geschmolzen, in Klumpen(Sauen) zusammengeflossen,,[man braucht sie als Eck- steine, Prellsteine ete.; diesen zunächst sind die härtesten, klingendsten, glasirte, die höher hinauf befindlichen in abnehmender Güte, die ober- sten und so überhaupt diejenigen, die nicht genug Hitze bekommen ha- ben, werden noch einmal wieder eingesetzt. Die Ziegelsteine sind nach dem Brennen theils von rother Farbe, (von einer ziemlichen Menge Eisenoxyd herrührend, wie z. B. hier die Rathenower Ziegel), oder gelb, auch braunschwarz, verglast, welche man Klinker nennt; sie sind klingend, besonders die letztern, denn je dichter die Masse durchs Brennen wurde, je mehr sie sich dem Schmelzen näherte, desto klingender, Stahl schlägt an solchen Feuer. Sie müssen ihre scharfen Kanten und Ecken, glatten Flächen behalten, denn Ziegel, die sich verworfen, schief gezogen haben, können nicht zum Mauern gebraucht werden; sie dürfen keine Spalten und Löcher haben, in Wasser liegend nicht abblättern, dann enthalten sie Kalktheile, die sich löschen und den Stein auseinandertreiben. ansaugen,(ungefähr 5; von ihrem Gewicht), um sich mit dem Mörtel 9 bei uns 10 Zoll Sie müssen Wasser stark gut zu verbinden. Ihre Gröfse ist verschieden, hier lang, 5 Zoll breit, 24(bis 2%) Zoll stark, ein Kubikfuls wiegt ungefähr 100 Pfund, ein Ziegel wiegt ungefähr 7 7 Pf., 14% auf einen Kubikfuls. Dachziegel(Bieberschwänze) haben 15 Zei Länge, 6 Zoll Breite, 3 Zoll Stärke, wiegen zwischen 3 und 4 Pf., man rechnet 36 Stück auf einen Kubikfufs; sie müssen besonders gut gebrannt sein, sonst werden sie der Nässe, dem- Frost, der Sonnenhitze ausgesetzt, zerbröckeln, und ge- Alterge- wächsen, die den Dachziegel unfehlbar zerstören helfen.— Man verfer- list eigne Gewölbziegel, besonders zu kleinern Gewölben, Brunnenziegel, ben dann der Erzeugung von Flechten und Moos Gelegenheit, ZU WEEZE HESS 17 BRFZZEREDELSEBTERZ 490 Feuerfeste Ziegel, Charmottesteine. Segmente von kreisförmigen Ringen, Dachpfannen n gestaltet,(taugen nichts, weil die Bedachung mit solchen Pfannen durch den Wind abge- hoben wird), Hohl- oder Forstziegel, zur Bedachung der Forste, auf dem Harz auch zur Dachbedeekung RL in beistehender Art,(sind zu schwer). In Holland, auch hie und da bei uns, werden die Dachziegel gla- sirt, theils mittelst Salz, theils mittelst Bleiglätte und Braunstein, oder mit gebranntem Kalk und Steinkohlenstaub, welches eine schwarzbraune Farbe bedingt. Es ist klar, dafs sie länger der Witterung widerstehen, als nicht glasirte, sie sind aber auch theurer. Feuerfeste Steine, Charmottesteine, Porzellansteine. Da die gewöhnlichen Ziegelsteine bei beträchtlichen Hitzgraden weich wer- den und schmelzen, so ist es sehr wichtig für den Feuerbau Steine zu besitzen, welche auch dem höchsten Hitzgrad der Oefen widerstehen. Man verferligt solche Steine aus feuerfestem Thon, mit einem Zusatz von gebrannten Thonscherben; zu welchem Endzweck man Porzellan- oder Steikiöntkapseler:herben durch Pochstempel, oder Walzwerke zerkleinert, siebt, und dem Thon in bestimmten Verhältnissen beimengt; dies ge- schieht entweder durchs Durchtreten, oder mittelst einer Thonmaschine, (siehe Seite 492). Man verferligt aus dieser Masse nicht allein Steine, sondern auch Futter für Tiegelöfen, in Kreissegmenten, Platten, Röhren in einzelnen Segmenten, Kapseln für Porzellan, Steingut, Fayence, Muf- feln fürs Einbrennen von Porzellan, Glas und andere Zwecke, Beschläge in chemischen Oefen. Die Farbe solcher Fabrikate ist schmutzig gelb- lich-weils, die Härte nach dem Brennen ziemlich grofs, sie sind schlechte Wärmeleiter, und auch in dieser Beziehung vorzüglicher als gewöhnli- che Ziegelsteme; da wo sie glühend mit Alkalien in Berührung kommen, z. B. mit Holzasche, verglasen sie;(verglaste Kapseln können als Ce- ment nicht gebraucht werden, da sie nicht gut binden, und bei der Verarbeitung die Arbeiter verletzen. [ Man verfertigt solche Steine in Berlin sowohl in der Königl. Porzellan- manulaktur, als auch in der Fabrik des Herrn Albrecht; ın Stourbridge, in England, aus derselben Masse, aus welcher die weltberühmten Schmelztiegel hervorgehen, sie werden mit den Tiegeln zugleich ge- brannt; die Oefen sind theils rund, wie die zum Steingutbrennen mit ringsherum angebrachten Feuerungen, oder länglich-viereckig mit quer durch den Ofen gehenden Rosten, wo dann von beiden Seiten gefeuert wird.— Hier auf der Porzellanmanufaktur werden die Steine ım Por- zellanofen mit eingesetzt, in der Fabrik des Urn. Albrecht ist dazu cın runder Etagenofen, mit besondern Feuerungen für jede Etage, ım Ge- brauch, welcher auf Tafel VII. dargestellt ıst. Fig. 1 Ansicht des Ofens, Fig. 2 senkrechter Durchschnitt, Fig. 3 Grundrils. A der unterste, B der mittlere, C der oberste Ofen, D Kappe, welche in den Schorn- Ki N} B führt, F Asche auszieln ned Thür bedt Fuel, SI ‚ee des Gew Jungen zuM I jrug IM obers in der untere| nes Kienholz,’ zur), gelegt yn fin vollen ‚num. Eın u, Bekards Ie Kügl, Porz item aus Poı k Zantirung. W Thnkaton von| Ankdeo Glied lm verlertiet (ertinde ans x Sandstei 1 Ihm Reiner Mi welche, “ndn Tlion {hl rom Tr ‚ulche sic te In mit d Itiennen Is! I der Trop Mrd er d 1ätdırch G ” on abl: hnälter sind ‘Mt unten H A, welche ren mit “ Manerten\ "li, dar > ide liege). Angler ERLERNEN EEE Fr ee Te gg en ET: ne, 2 Künstliche Steinmassen von. Feilner. 494 N gestaltet sestaltet, II, S%= 7 keit ee stein E führt, F Verankerungen, a, a Aschenfälle, db, b Räume, um teh den Wi}, R.“.. Pr. nid a, die Asche ausziehen zu können, mit einem hölzernen: Deckel, oder ci- une der F en SEX.: 3 v der Ku, sernen Thür bedeckt; d Schauloch, mit. einem'Thonstöpsel versehen, ender Art,(sul e Feuerplatz, f» f Kanal in der Mitte der Gewölbe, 8, g Zuglöcher an n die Dachzey der Seite des Gewölbes, zwischen je 2 Feuerungen angebracht, A, i, k und Brannsteh Oelfnungen zum Einsetzen der zu brennenden WVaaren, I Rost für die 5 eine schwardm Feuerung ım obersten Ofen, m Aschenfall, n Schürloch. Zuerst wird itterune wider allein der untere Ofen gefeuert, zu welchem Endzweck sehr dünn ge- eye®.. m.. 3 spaltnes Kienholz in die Feuerungen, auf die vorspringenden Auflager Pl(repaires), gelegt wird, wie aus Fig. 4 hervorgeht. Ist der Brand im Orzellanstei,|.... A | asien| untern Ofen vollendet, so beginnt man ım zweiten, und dann ım drit- tzeraden weidhn ten zu feuern. Ein gleicher Ofen wird auch zum Brennen von Steingut Sin; in der v. Eckardstein’schen Steingutfabrik angewendet. Oefen wider Die Königl. Porzellanmanufaktur fertigt zum eignen Gebrauch Por- ‚it einem Zusihi zellansteine aus Porzellanmasse, die weils, sehr hart und schwer sind, nan Porzella.| jeder Zerstörung widerstehen.] Izwerke zer Fabrikation von künstlichen Steinmassen, plastique, zu ar- beimengt; di chitektonischen Gliedern, Verzierungen, Basreliefs ete. Seit einer Reihe :iner Thonni nicht allein$ n, Platten, hi von Jahren verlertigt Herr Feilner in Berlin mit ungetheiltem Beifall obige Gegenstände aus gebrannter Thonmasse, als ein wohlfeileres Er- satzmittel des Sandsteins*). Zu diesem Ende muls der Thon geschlemmt gut, Fayen,) werden. Herr Feilner bedient sich dazu eines muldenartigen Trogs aus Zwecke, Bst, in welchem sich eine horizontale Welle mit Daumen be- ist schmulz}; west, um den Thon und das Wasser zu mengen. Die Daume stehen fs, sie sind sılk 3 bis 4 Zoll vom Trog ab, damit eine Thonrinde an demselben stehen Jicher als ger bleibe, in welche sich alle Steine, Kalkmergelknollen eindrücken. So- ı Berührung k bald der Thon mit dem Wasser gehörig durchgearbeitet ist, welches seln können daran zu erkennen ist, dafs, wenn man den Finger in die Thonflüssig- Jinden, und keit taucht, der Tropfen an der Fingerspitze hängen bleibt ohne abzu- fillen, so wird er durch eine Oeffnung und untergestelltes Sieb abge- der Königl, Por lassen, läuft durch Gerinne in die Thonbehälter. Im Mafsen der ge- ‚recht; jo Stou schlemmte Thon abläuft, flielst frisches Wasser in den Trog hinzu, ‚r die weltber Die Thonbehälter sind theils aus Bohlen zusammengefügt über der Erde, Tiegeln zuglitt oder gemauert unter der Erde, die Sohle der Behälter aus verglasten N Steingubrene Ziegelsteinen, welche auf ebnen mit Sand beschütteten Boden gelegt, ich-vierechs Mm und deren Fugen mit Thon verschmiert werden; mit demselben werden buiden N 7 auch die gemauerten Seitenwände berappt. Am Ende des Gerinns liegt 2. Eue ein zweites Sieb, damit keine Steinchen in die Behälter mit übergehen Albrecht is jede Ba)| 7] Ansicht 46 i i i) In den V. d. G., Jahrg, 1824. S. 20. Jahrg. 1828. S. 3 sind No- Ä A der u Me a ıber diesen gleich interessanten als wichtigen Gewerbszweig eut- | Sant we el he in iM 492 Künstliche Steinmassen von Feilner. können. Der geschlemmte Thon setzt sich nun bald wieder, und das Wasser wird durch verschiedne Zapfenlöcher abgelassen. Zunächst der Einflufsrinne enthält der Thon den meisten Sand, weiter davon entfernt weniger. Die Thonbehälter werden zweckmälsig"mit einem bewegli- chen Bretterdach versehen, um Regen abzuhalten, bei Sonenschein aber die Bretter abgedeckt. Die Gröfse solcher Behälter ist sehr ver- schieden von 400 bis 2,000 Kubikfuls. Zum schnellern Abtrocknen bei ungünstiger Witterung ist auch ein eigner Trockenofen in Gang, wie später unter dem Artikel„Steingut” beschrieben werden wird. Der geschlemmte Thon wird darauf mit dem zwei- oder dreifachen seines Gewichts Cement, auf der Mühle zermahlnen und gesiebten Zie- gel- oder Ofenkachelscherben, vermischt, und wohl durch einander ge- arbeitet. Hiezu dient die englische Thonmaschine, durch deren Messer der Thon zerschnitten, gemengt und geprefst wird; der aus der untern Oelfnung derselben herausgeprefste Thon wird mittelst Draht in läng- lich- viereckige Stücke, Ballen, zerschnitten, welche wieder auf die Maschine gegeben und mehrmals durchgearbeitet werden. Man bringt sie in feuchte Kellerräume, und läfst sie da, ehe sie verarbeitet wer- den, eine Zeit lang liegen. Das Formen der Stücke geschieht in Gyps- und gebrannten Thonformen, das Brennen in liegenden Etageöfen, von 2 meistens 3 übereinander angebrachten länglich- viereckigen Oefen, de- ren jeder seine eignen Feuerungen hat; auch in runden Oefen, welche mit der Construction der englischen und französischen Steingutöfen sehr viel Aehnliches haben. Die künstliche Steinmasse, aus welcher auch Vasen, Schalen, Fi- guren, Candelaber, nach ausgewählten Mustern der Antike, gefertigt werden, leidet nicht von der Witterung, steht im Frost und Nässe, wie die mehrjährige Erfahrung gelehrt hat, indem an mehrern grolsen Gebäuden in Berlin solche Verzierungen angebracht sind. Nach Accum ist das specif. Gewicht derselben 2,12, es wiegt also ein Kubikfufs 140 Pfund. Es werden in der Fabrik des Herrn Feilner auch noch Oelfen*) von zweckmäfsiger Construction und gefälligem Aeufsern, mit Verzierun- gen in bunten Farben, geschmackvolle Badewannen, Zuckerformen und zum eignen Gebrauch Ziegel gefertigt. [Beschreibung der auf Tafel VI. abgebildeten Thonmaschine und Oefen. Die in Fig. 11 und 12 dargestellte Maschine besteht aus einem zufs- eisernen(oder hölzernen) konischen Gefäls, von 4$ Fuls Höhe, 25 F. obern, und 2 F. untern Durchmesser, mit einer seitlichen quadratischen Oeffnung am Boden von 6 Zoll ins Geviert. In diesem stehenden Be- *) v.d, 6, 1823 S. 105; 1826 S. 142, Enz fe st cine es ; nglucen, fl und un ud ia Iweck, ‚ide, von unten ‚son 3 l,, 3 ' 7, von$ \y Belilers bis 1 gr dir Messer Inhalte, A ‚rn, olcher\\ ‚J stlienden h augriekt we „ndtalleın ze ıh diRlichen d Iinzonk geneigt ıl ur Öclinung 3 Tu hmd 6 ste] al den Linie IB Dr innere mdmit den z [hlren von£ Ye Sl inmlche das u Dt Feuerung mit Jiegend all die Flar tin dem? !ülınme je !hnden dur Yhkn aber d un gehen si "im mittlern urtmehrere| M fl mit "ec nach de “ıh, Dam a Monmaaren A liege a { üecht über Gelben stri ie Tiere\ et: en FETTE en RESET PR S u IT I pen Pr er ee EcR Fre ld Wieder, u M lassen, Im, Teile dayn el, mit einem Im) en, bei San; 3ehälter ist Sry ellern Abtrockn h enofen in Gun; werden wird, zwei= oder Anti), n und gesicht | durch einmal; durch deren)k ; der aus derun ittelst Draht ı che wieder ıl werden, Mal sie verarbeiliı e geschieht il nden Etageila »reckigen Ok nden Oefen, ı hen Steingulü Vasen, Schi, der Antike, im Frost und! m an mehren? ‚ht sind. Nacı is also ein Kubi! ner auch noch U eufsern, mit Ver j en, Zuckerlor ‚\onmaschine und hestelit aus anf in 4} Fuls Hol" seitlichen quali n diesem siehade# TEE EEE WETTE u ES NBEEZNETHINS SET ZILEZEEREZTEE Englische Thonmaschine, Brennofen. 495 hälter ist eine eiserne WVelle angebracht, mit 10 eisernen Messern, die in ungleichen, nach unten zu abnehmenden, Entfernungen von einander befestigt und unter bestimmten Winkeln gestellt sind, welche sich nach dem Zweck, den man zu erreichen beabsichtigt, richten. Die Ab- stände, von unten nach oben gezählt, sind folgende, l von 2 3% Zoll, 2 von 3 3} Z.,3 von 4 33 Z., 4 von 3 32 Z.,5 von 6 3% Z., 6 von 7 3 Z.,7 von 84 Z., 8 von 9 4% Z., 9 von 10 45; Z. Vom Boden des Behälters bis zur Axe des untersten Messers 10 Zoll. Die Stel- lung der Messer gegen einander ist eine solche, dafs dadurch eine Schneckenlinie, eine Schraube ohne Ende, gebildet wird. Es stehen mehrere solcher Maschinen um eine Kammrad herum, welches in die an den stehenden Wellen befestigten Räder eingreift, die ihrerseits ein- zeln ausgerückt werden können. Der oben eingeschüttete Thon wird nun nicht allein zerschnitten, sondern auch gehörig gemengt, zugleich durch die Flächen der unter bestimmten Winkeln(20 bis25°) gegen die Horizontale geneigten Messer gedrückt, von oben nach unten geprelst, und zur Oeffnung am Boden herausgeschoben.] Fig. 5 und 6 stellen den runden Brennofen dar; Fig. 5 ist ein Quer- profil nach den Linien 4B C, Fig. 6 ein Grundrifs nach den Linien DabE. Der innere runde Raum ec mit überdecktem parabolischen Ge- wölbe wird mit den zu brennenden Thonwaaren erfüllt, die auf Stän- der, Unterlagen von gebranntem Thon, gelagert werden. Der Heerd liegt über der Sohle um einige Fuls erhöht, daher ist die Thüröffnung d, durch welche das Einsetzen der Waaren geschieht, mit Stufen ver- schen. Die Feuerung geschieht von 4 Seiten unter dem Heerd. In dem zunächst liegenden ringförmigen Zug begegnen sich die Flammen, zugleich geht die Flamme jeder Feuerung durch die geraden Züge[% fi und fk; in dem 2ten ringförmigen Zug g,g, so wie in dem 3ten 2,1 bleibt die Flamme jeder Feuerung abgesondert, und wird von dem zu- nächst liegenden durch die Steine% und m abgesondert. In dem 4ten Zug n treffen aber die Flammen wieder zusammen, eben so in 0, und in der Mitte gehen sie vereint über den Heerd in die Höhe. Aulser dieser grofsen mittlern Oeffnung sind in dem Heerd über den genannten Zügen noch mehrere kleinere Oeflnungen p, p, um auch die Flamme an andern Punkten mit den Thonwaaren in Berührung zu bringen. Die Züge werden nach der Mitte zu enger, um dem Feuer mehr Intensität zu verschaffen. Damit nun aber auch die an den Seitenwandungen be- findlichen Thonwaaren Hitze erhalten, sind in denselben Nischen q,9 g€- bildet, und diese mit dünnen Vormauern r versehen. Diese Nischen stehen senkrecht über den ersten Zügen e, durch welche das Feuer auch in dieselben strömt. Die Vorwände r haben mehrere kleine und oben eine gröfsere Oeffnung, durch welche das Feuer wagerecht und h x=. 494 brennofen. Inglisches Steingut. geneigt in den Ofen dringen kann. s sind die Zuglöcher zu Abführung der Flamme in den obern Raum x, der gewöhnlich nicht benutzt wird; diese Zuglöcher können durch eiserne Schieber verschlossen wer- den, wozu die seitlichen Oeffnungen im Gewölbe. t, t sind Schaulö- cher, durch welche man den Grad der Glühröthe beobachten kann: sie sind aber gewöhnlich vermauert, da man sie nicht gebraucht. Fig. 7 bis 10 stellen einen Etagenofen dar, von nur zwei übereinander liegenden Räumen; Fig. 7 zeigt denselben im Grundrifs, Fig. 8 im Län- gen- Fig. 9 im Querdurchschnitt, Fig. 10 die Ansicht von der Seite der Heitzlöcher. a der untere Ofen, b, db die Feuerungen, ce die Einsatzthür, d,d die Feuerungen für den obern Ofen, e,e Züge im Gewölbe des untern Olfen, f der obere, g der Schornstein,% Einsatzthür für den obern Ofen Die Thongesehirre(Kacheln), werden auf irdne Ständer— bei den g-- wöhnlichen Töpferöfen sind es meist Mauersteine— aufgestellt, der untere Ofen zuerst angefeuert, und zwar im mittelsten Schürloch, mit kurzem Holz, damit die Waaren erst sich langsam anwärmen, dann wird auch in den beiden andern gefeuert, und zuletzt das Holz, 2 und 2 Kloben an einander befestigt, in die von Ständern gebildeten Schür- gänge hintergestolsen, und scharfes Feuer gegeben. Ist der Brand voll- endet, so verschliefst man durch Schieber die Zuglöcher nach dem obern Ofen, brieht die Schürlöcher desselben auf und feuert in allen 3 zugleich, bis auch hier die Gaare erreicht ist.(Ist es ein Ofen mit 3 Etagen, so wird dann noch in der obersten gefeuert.) Fabrikation irdner Waaren, poterie, pottery. Man kann sämmtliche irdne Waaren in glasirte und in nicht glasirte eintheilen, oder auch in solche, deren Masse durchscheinend ist und durch einen hohen Hitzgrad zum Weichwerden und selbst zur Schmelzung gebracht worden, wie Porzellan, und in andere, deren Masse nicht durch- scheinend und in mehr oder minder hoher Hitze blos zusammengesin- tert ist, ohne Spuren von Schmelzung, wie Steingut. 1. Vom englischen Steingut, Faience fine(anglaise), Terre de pipe, earthen ware, pottery im engern Sinne. [Im 17ten Jahrhundert wurde blos ordinäres Steinzeng, Stoneware, in Staffordshire, besonders zu Burslem verfertigt, mit gewöhnlicher Blei- glasur aus Bleiglanz; 1690 vervollkommneten Deutsche, die Gebrüder Ellers, diesen Fabrikationszweig, sie führten die Salzglasur ein, wurden aber vertrieben, da die salzsauren Dämpfe, welche aus den Schorn- steinen der Oefen aufstiegen, den Einwohnern lästig fielen. Wedewood war es vorbehalten, diesen Gewerbszweig auf die höchste Stufe der Vollkormmenheit zu erheben. Der Anfang seiner Wirkungszeit fällt ins Jahr 1763. Er begründete eine eigne riesenhafte Fabrik zu Etruria.] Dj Stein Il) vo$ fe, aber m MI) Ypnsel „ie Piteries” | mn Deronsl ause, M Icher she und riken Far nl wird zu ‚nlhrbnen or bl, za ing, ud zum uch di. bre ,aherleicht jr an Devonsbi Hı1d dm, welch Il kin Dren an Peg {ls chen ui le mnehiednen kt valen, au ila Potter ® itschmül Mm i Dis 5| lea eiserne (Nm einem willen au el Vterleis Mh ein N Eihn noc Knien;| Lin Einrichtı "U drückt — A Palpen, ut, see hrs 2 R Fabrikation des englischen Steinguts. 495 uelöcher mıı i F ee S; u Die Steingutfabriken Englands sind in Staffordshire, auf einem 2 I. ei micht ha, 2. x>.» N Beute, Landstrich von 8 engl. Meilen Länge und 6 Meilen Breite, wo man Fersen feuerfeste, aber minder feine Thonarten und Kohlen in Ueberflufs fin- ” En' det. 30.000 Menschen bewohnen diesen Landestheil, den man gewöhn- er lich..the Potteries” nennt. Die Thonarten bezieht man aus dem südlichen Nicht gehn Theil von Devonshire, von der Insel Purbecek in Dorsetshire, woher u wei übe der feinste, welcher bläulich aussieht, aber durchs Brennen weils wird; indrißs, Bi L er ist sehr fett und erfordert einen beträchtlichen Zusatz von Kieselerde, Sicht von de Jie zur weilsen Farbe beiträgt. Er enthält 24 Thonerde und 76 Kiesel- igen, e die Inst erde. und wird zu den verschiedensten Geschirrsorten gebraucht, als im Gewölbe da, zu der milchfarbnen Waare, eream colour, zu der für den Kupferdruck, ür für den ch printing body, zur verglasten Waare(feinen Steinzeug) nach Wedgwood’s Ständer— bi Erfindung, und zum Fritteporzellan. Aufser diesem bläulichen hat man ne— aufgest auch noch einen braunen Thon aus Dorsetshire, der sich auch weils elsten Schi brennt, aber leicht zu Sprüngen in der Glasur Gelegenheit giebt, era- am anwärna|; aus Devonshire einen schwarzen und leicht berstenden Thon, jetzt das Hol! crazing clay, welcher, wenn nicht gehörig Kieselpulver untermischt m gebildetat ist, leicht beim Brennen Risse bekommt. Man gebraucht auch Kaolin, Ist der Bra aus zerseiztem Feldspath des Granits von Cornwallis entstanden, wvel- Zuglöcher wi cher durchs Pochen und Ausschlemmen gewonnen, und in Schlemmgru- und feuert i ben gesammelt wird. Die feinste abgetrocknete Masse wird in Ballen, Ist es ein Oi!, an der Luft getrocknet, und unter dem Namen China clay ver- ert.) sendet, Auch der in Zersetzung begriffne Granit*) selbst wird gebraucht und sonderbarlich von den Arbeitern Composition genannt. rie, pottery. 2:: ER ae Die verschiednen Thonsorten werden, so wie sie aus den Gruben je und in nicht: gefördert werden, auf eisernen De allandelee. Inrchsche. bracht, in den Potteries aber also verarbeitet. Man bringst den Thon | selbstzur Sl auf eigne Quetschmühlen, wo zwei durch eine stehende Welle bewegte a Steine von 4% bis 5 Fuls Durchmesser und 12 bis 14 Zoll Breite den e blos zusau® Thon auf einer eisernen Bahn, auf welcher sie laufen, zerdrücken. Der ızut, Thon wird nun einem Siebwerk durch ein Tuch ohne Ende, welches ,=| ee aufsteigend bewegt, und in Abständen von 1% Fuls e, mit stehenden Querleisten versehen ist, zugeführt, Der feine Aheeeichie einzeng, Ston? Thon wird durch ein gleiches Tuch ohne Ende andern Steinen zuzge- mit gewöhnlic# führt, welche ihn nochmals, aber mit einem Zusatz von Wasser, mah- ee der gröbere, nicht durchs Sieb gefallne, wird dureh Sala© eine ähnliche Einrichtung dem ersten Paar Steinen wieder zugeführt, um u noch einmal zerdrückt zu werden. Der Thonschlamm, slip(slop), bar- istig fielen. Mur die höchste d SE“ a iner Wırkuß h-%) so oft im Folgenden Granit genannt wird, ist dieser zu verstehen, hr zu ‚alte Fa n EA . a &1 (P% K 7 SA 496 Fabrikation des englischen Steinguts. botine, läuft durch eine Reihe von Sieben, denen eine schüttelnde Be- wegung ertheilt wird, längst Gerinnen in eigne Thonbehälter. Der zur Fabrikation nöthige Zusatz von Kieselerde wird. aus Feuer- steinen beschafft, daher auch der ältere Name Flintware, Feuerstein- ware, cailloutage, welche theils von Irland, theils von Gravesand kom- men; sie werden in Caleiniröfen, ähnlich den Kalköfen, gebrannt, in kaltem Wasser abgeschreckt, unter Pochstempeln oder Hammerwerken zerklopft und auf eignen Mühlen gemahlen; letztere sind von folgender Einrichtung. Auf einem Bodenstein von Granit oder Quarzfels, chert, oder chertz in England genannt,(er kann auch aus mehrern Stücken zusammengesetzt sein), welcher in einem cylindrischen Gefäls liegt, wird ein Läufer, oder durch die Welle mit horizontalen, flügelartigen Armen mehrere schwere Steine derselben Art bewegt, zwischen welchen die zerstampften Kieselsteine mit einem Zusatz von Wasser fein gerieben werden. Die milchige Flüssigkeit wird durch feine seidne Siebe ge- leitet, und alle gröbern Theile zurückgegeben, Man macht den Kiesel- schlamm, so wie den Thonschlamm, von einem bestimmten Gewicht, so dals z. B. ein Weingallon des erstern 32 Unzen, des letztern 24 Unzen wiegt, mischt sodann im schicklichen Verhältnifs beide zusam- men, nach Mafsgabe der Verschiedenheit des Thons, durchschnittlich % bis 4 Kiesel auf 1 Thon. Dieses Mischen geschieht theils mit Rüh- rern in grofsen Behältern, theils durch Maschinen in Fässern mit stehen- den Flügelwellen. [ Zusammensetzung der Massen: zu der cream colour VVaare 100 Thon, 20 Kiesel, 2 zersetzten Granit, ecornish stone, siehe die vorige Seite, zu den zu bedruckenden Waaren, printing body, 40 Maals Thonschlamm, 13 M. Kieselschlamm, 12 M, Kaolinschlamm, 1 M. Granitschlamm.] Hierauf wird die gemischte Thonmasse in eignen Abdampföfen, slip kiln, abgedampft und in einen steifen Teig verwandelt. Diese sind 12 Fufs breit, 20 bis 30 F. lang, der Boden aus feuerfesten Zie- geln oder gulseisernen Platten, unter welchen die Flammen zweier Feue- rungen in hin und her gehenden Zügen sich verbreiten. Sobald die Masse die gehörige Steife hat, wird sie ausgestochen, und in einer Thonmaschine, deren Beschreibung bereits oben Seite 492 gegeben wor- den, mehrmals durchgearbeitet, in Ballen, ballooms, geformt, und in einem feuchten Keller längere Zeit aufbewahrt, wodurch die Masse ho- mogener wird, und einen eignen fauligen und ammoniakalischen Geruch verbreitet; über letztern siehe oben Seite 245. Je länger die Masse liegt, desto besser wird sie, sie schwindet dann gleichförmiger, indem das Wasser, so scheint es nämlich, gleichmäfsiger unter die einzelnen Bestandtheile der Masse vertheilt ist. Soll gıldellas n Inarbellet, il teil, mit ‚Khopen in } rillkonmne m), Dis V men; alerst line veferli „Dt Tnitsch 4 nit dein F ap der ‚nie bi Wer Mnehelle, Id I un jeder obs ders th diese Rinvie oder Inzsamer Im Önben ve 1 ulaner Dreh Im nitelst sch In el erden N Ihr Tnnmasse Ne Ginormen Ik Asielter altem Tise tu bon; ln nehnet \ ul ut Mess Sk ile Ge “nl f en best Rn eina “ref { Ah Prefsn the Mnnne: Walal nl terschni RETTET ET) neuts, en eine schh Thonbehäl selerdk wi N aß fm N Flintware, Inn eis von Gray,| Kalköfen, eh In oder Haunn Iztere sind von, t oder Quark h aus mehren\ ischen Gefil len, flügelartee zwischen will | Wasser fein feine seidne$ \an macht dal 1 bestimmten| Unzen, des Ik erhältnils beit "hons, durchs chieht theikı in Fässern u lour Waare IN iehe die vorige 40 Maals Thu IM, Granitst in eignen Al "eig. verwandel len aus feuerls ie Flammen zit verbreiten. ‚estochen, und 1 Seite 492 gegtk ooms, geforul,© _ wodurch die Is aummoniakalsl 5 5, Je länger ın Jeichlömkt" A iger unter I Fabrikation des englischen Steinguts. 497 Soll die Masse verarbeitet werden, so wird sie noch mit den Händen durchgearbeitet, indem der Arbeiter eine bestimmte Menge in zwei Theile theilt, mit Kraftanstrengung eins aufs andere wirft, battage, und den Klumpen in die Quere zertheilt, coupage, und so fortfährt, um eine vollkommne Mengung und Dichtung zu bewirken,(sloping and wedging). Das Verarbeiten geschieht entweder auf der Scheibe, oder inFormen; auf erster werden alle runden, hohlen, eylindrischen, konischen Gegenstände gefertigt, dagegen ovale, flache und irreguläre in den letz- tern. Die Tritischeibe, throwing lath, toure, bewegt der Arbeiter theils selbst mit dem Fuls, oder sie wird mittelst eines Stricks an einem Krummzapfen der Spindel gedreht, oder durch ein Schnurrad bewegt, oder, wie bei Wedgwood, durch eine von einer Dampfmaschine beweg- ten Betriebswelle, auf welcher eine konische Riemscheibe sitzt, so wie eine dergleichen in entgegengesetzter Richtung auf einer horizontalen Welle unter jeder Scheibe, welche durch ein konisches Rad, das in ein gleiches der stehenden Scheibenspindel eingreift, letztere dreht. hnel- lere oder langsamere Bewegung erzeugen. Hat der Arbeiter die Masse Durch diese Einrichtung kann der Arbeiter sich jede beliebige sc aus dem Groben gefertigt, so läfst er sie etwas trocknen, und dreht sie dann auf einer Drehbank, turning lathe, tour anglaise, in hölzernen ab. Henkel, Tüllen ete. werden in Gypsformen besonders geformt und mittelst aufge- Futtern mittelst schneidender Werkzeuge, tournassins, weichter Thonmasse,, Schlicker, slip, barbotine, angesetzt(garnissage). Die Gypsformen werden also gebraucht: sollen flache Gegenstände, wie Teller, Asietten u. a. m. gefertigt werden, so wird erst ein Stück Thon auf einem Tisch zu einer dünnen runden Scheibe gehildet, eroüte, diese in die Form gedrückt, mit einer ebnen Metallplatte der Grund des Tellers geebnet, mit einer Schablone aus Messing der Rand ge- formt und mit Messingdraht das Ueberflüssige am Rande abgeschnit- ten; sollen hohle Gegenstände angefertigt werden, so werden die aus zweien Hälften bestehenden Formen, eine jede mit einer Thonplatte versehen gegen einander geprelst, um die beiden Hälften mit einander zu verbinden, prefs works. Um Röhren zu fertigen, bedient man sich eines eignen Prefswerks mit einer Schraube und Kernstück in der Mitte der Oeffnung; eben so werden auch kanellirte Thonstücke gefer- tigt, welche zerschnitten als Henkel dienen ete. Man gielst auch in Gyps- formen verschiedne Artikel, die binnen kurzer Zeit durch den Gyps ge- trocknet sind, so dafs man sie herausnehmen kann. [Das Genauere über das Formen, Gielsen, Abdrehen, Fertigmachen ete. findet man im Artikel„Poteries” von Brongniart im D. ı, T. XV. pag. 87, 94 u. f. beschrieben.] T, 32 498 Fabrikation des englischen Steinguts, Brennöfen. Simmtliche gedrehte, geformte Gegenstände werden nun in geheitz- ten trocknen Stuben bei 30° auf Brettern, die in hölzernen Gerüsten liegen, langsam getrocknet, bis sie zum Brennen brauchbar sind. Dies geschieht, um Asche, Rauch und Flamme von denselben abzuhalten, in aus feuerfestem Thon und gebrannten gepulverten Kapselscherben ange- fertigten Kapseln, cazettes, gazettes, saggars, von verschiedner Form und Grölse. Jede Kapsel hat zwei Hälften, die auf einander passen, man stellt in die unterste die zu brennende trockne Waare, und deckt die obere darüber, schichtet die Kapseln über einander im Ofen auf, so dafs dadurch parallele Säulen, Kapselstölse, gebildet werden, die von den Wänden des Ofens und von einander etwas abstehn. Bei uns wird das Geschirr bei Holzfeuerung nicht in Kapseln verglüht, sondern frei in den Ofen gesetzt. Der Steingutofen ist in England auf Steinkohlen- und Coaksfeuer eingerichtet, so wie auch die Porzellanöfen; beide haben gleiche Form und weichen nur in der Weite und Höhe von einander ab. Der Ofen zum Brennen des Steinguts ist ein stehender, four@ alandiers, hat 16 Fufs im Durchmesser und 7 Rostfeuerungen ringsherum, mouths, alan- diers; er ist entweder eylindrisch mit einem Gewölbe überspannt, oder konisch, nach oben zu beträchtlich verjüngt, mit einem Gewölbe, in welchem in der Mitte und ringsherum runde Rauchlöcher angebracht sind, welche mit Stöpseln verschlossen werden können; eine jede Rost- feuerung hat ihren eignen Rauchkanal der an der Wand des Ofens aufsteigt und 3oder 4 Fufs unter dem Gewölbe endet, damit die Rauch- massen und das heftige Feuer zu Anfang des Brands die Kapseln nicht treffe, sondern durch die obern Oeffnungen entweichen kann. Die Flamme wird unter der Sohle des Ofens.durch zwei kreisrunde concen- trische Feuerzüge geleitet, und schlägt an mehrern Stellen durch Oeff- nungen in den Ofen. Um denselben ist ein konischer Thurm, howell, gebaut, dessen Durchmesser an der Basis 25 bis 30 Fufs, in der oben Oelfnung 6 bis 8 F., die Höhe 40 bis 50F. Die Zahl der Kap- selsäulen beläuft sich in dem bezeichneten Ofen auf 48 bis 50. Es wer- den eigne Probescherben, trial pieces, montres,, von rothen Thon, wie er in Staffordshire zu den Ziegeln gebraucht wird, eingesetzt, um an ihnen den Gang des Ofens zu beurtheilen; sie werden durch eigne in der Umfassungsmauer angebrachte Oeffnungen gezogen, und mit Scher- ben von frühern Bränden verglichen. Um das Feuer an einzelnen Stel- len des Ofens zu vermehren oder zu vermindern, werden die auf den Feuerungen liegenden Deckel gelüftet, wodurch kalte Luft hinzutreten kann, oder aufgelegt, wo die Hitze nicht stark genug ist.— Das Bren- nen dauert 40 bis 48 Stunden, während welcher Zeit 14 Tonnen Kohlen Fabr zhrancht werd ‚190 100° „gaellisen| m die Kapsel 1 heul, Fer Ir überogen. , Oeriche de ind DW i se Pisigkeite Ind ir den ;(hs, glazi ik(iohlens fir die raum© unsenten Gran werden vorher Way angerüht er schwach Th Alntelıs, 6 der ntte 40| fir Murten, die 1} Thelen obigeı Du Clsiren: melde die. fein Ifthrn schweb ap, und zie 1, nt die Gla Nam, 1] die W Ir ulräglich an voll wech auf Yale Boden indolben ni = Ha aßefrgckne “ Ialhen in Ku lu der Gla U le(chirre Kl ich die Meng, de um versehe, Le leo ln, ve d B> M rennen, werden MIN In). Ulak, in hölzerne(er I brauchbar zy Ih enselben ab n Kapselscher M von verschiel, h ie auf einander, "kne Waare, ul) " einander in II , gebildet wort was abstehn,} pseln verglüht, w ohlen- und(il le haben glei inander ab. 1 ur a alandıen, sherum,, mouth völbe überspa it einem Gen tauchlöcher a! ‘önnen; eine il der Wand i ondet, damit dl rands die Kap entweichen ku zwei kreisrund‘ rern Stellen dur onischer Thum| 5 bis 9 Fuß} 0 F, Die Zahl 1 auf 48 bis SI s, von rothen In wird, eingesell® , werden durd# gezogen, und n'* ‚Feuer an ein? an, werden## h kalte uf 9 genug ISt„I or Zeit 4 In! N|| Fabrikation des englischen Steinguts, Glasiren. 499 verbraucht werden. Die Hitze beträgt gemeiniglich 60° W., nach an- dern 90 bis 100°. Ist das Brennen vollendet, so werden alle Oeffnun- gen geschlossen und mit Lehm verstrichen, nach dem Abkühlen des Ofens die Kapseln mit den gebrannten Geschirren herausgeschafft, wel- ches biscuit, terrecuit, degourdi heilst; dieses wird darauf mit einer Glasur überzogen, welche beim zweiten Brennen schmilzt, sich über die Oberfläche des Geschirrs verbreitet, und sich mit demselben innie fe] verbindet. Es würde nämlich ohne diesen Ueberzug die poröse Thon- masse Flüssigkeiten durchsickern lassen, wodurch das Geschirr unrein- lich und für den häuslichen Gebrauch unbrauchbar werden würde.— Die Glasur, glazing, couvert, vernis, besteht aus einer Mischung von Bleiweifs(kohlens. Bleioxyd), zersetztem Granit, Kiesel und Flintglas. [Für die eream colour Waare besteht die Glasur aus: 40 Bleiweils, 36 zersetztem Granit, 12 Kiesel, 4 Flintglas; die einzelnen Ingredienzien werden vorher nicht gefrittet, sondern blos sehr fein gemahlen, mit Wasser angerührt. Zu den printing bodies nımmt man eine farblose, oder schwach bläuliche, Glasur folgender Mischung: man frittet 20 Th. Flintglas, 6 Kiesel, 2 Salpeter, 1 Borax, und setzt zu 12 Theilen dieser Fritte 40 Bleiweils, 36 zersetzten Granit, 8 Kiesel, 6 Flintglas. Für Waaren, die bemalt werden sollen, fertigt man die Glasur aus: 13 Theilen obiger Fritte, 50 Th. Mennige, 40 Bleiweifs, 12 Kiesel.] Das Glasiren selbst geschieht also: man taucht in die Flüssigkeit, in welcher die fein gepulverten Bestandtheile der Glasurmasse durch Aufrühren schwebend erhalten werden, Biscuitwaare ein, dipping, trempage, und zieht sie nach einigen Augenblicken heraus, schwenkt sie, damit die Glasurmasse sich überall gleichförmig vertheile; an den Stellen, wo die Waare angefalst worden, trägt man mit dem Pinsel die Glasur nachträglich auf, retouche. Die Poren des gebrannten Geschirrs saugen sich voll Wasser, wodurch die fein zertheilten Partikel der Gla- surmasse sich auf den Flächen niederschlagen und anhaften. Von den Rindern am Boden der Geschirre wird die Glasur sorgfältig abgeschabt, damit dieselben nicht an die Kapseln beim Brennen ankleben. Ist die Glasur aufgetrocknet, so werden die Geschirre in Kapseln gebracht; man pflegt dieselben innerlich mit Salz und Pottasche zu glasiren, damit sie dem Glanz der Glasur der Geschirre keinen Eintrag thun sollen. Damit nun die Geschirre, wenn man sie auf einander stellt, nicht ankleben, bedienen sich die Arbeiter der sogenannten Hahnensporn, cock’s spurns, pattes de cogs, dreizackiger aus feuerfestem Thon geformter, mit feinen Endspitzen versehener Träger, die sie zwischen die Schalen, Hohlwaa- ren ete. einlegen.(Hierdurch müssen aber nothwendig fleckige Glasuren entstehen, denn da, wo diese Träger die mit Glasurmasse bedeckten 32 en me a EEE ELAR Artegkprnner 7REN 500 Fabrikation des englischen Steinguts, bedruckte W aare. Flächen berühren, schmelzen sie an.) Der Einbrennofen, glafs- oven, hat dieselbe Form, ist aber etwas kleiner, hat etwa 11 bis 11} Fuls Durchmessen, 7 Feuerungen, falst 40 Kapselstöfse, wird weniger stark angeheitzt, auf 50° W., nach andern 30°; der Brand dauert nur 14 Stunden, und 5 bis 6 Stunden kühlt der Ofen ab, dann werden die Geschirre ausgenommen. Eine gute Glasur mufs durchsichtig, farblos, glänzend und hart sein, mufs gleiche Ausdehnsamkeit mit der Thonwaare besitzen, damit sie beim Erwärmen und Abkühlen nicht reifst, und sich nicht in viele kleine Partieen zerklüftet; auch darf sie nicht für die Gesundheit nachtheilig sein, was stets der Fall ist, wenn zu viel Bleioxyd zugesetzt wurde, welches nicht mit einer gehörigen Quantität Kieselerde verbunden ist. Glasuren ohne Bleioxyd, wie z. B. aus Kiesel und Pottasche oder Soda gefertigt, zerklüften sich sehr leicht, bekommen Haarrisse(fendiller), aus den oben angegebnen Gründen. Die Masse des Steinguts ist stark zusammengesintert, erdig, matt, saugt stark Wasser an, ist nicht durch- scheinend, klingt nicht. Man verfertigt in England sehr gewöhnlich be- drucktes Steingut, indem sowohl unter die Glasur, als auch auf dieselbe Zeichnungen abgedruckt werden. Es vertragen aber nur wenige Pigmente die Hitze des Ofens beim Einbrennen der Glasur, die mehrsten würden sich theils verflüchtigen, theils andere Farbentöne annehmen; folgende kann man aber unter der Glasur anwenden: Kobaltoxyd zur blau be- druckten Waare, blue printed, und ein Gemisch von Eisenoxyd und Braunstein zu schwarzen Drucken. Man verfertigt eine farbige Fritte, zerreibt dieselbe zum feinsten Staub(setzt als Flufsmittel Flintglas und Kieselpulver hinzu). Um diese Farbe aufzudrucken, mischt man sie mit zur Honigdicke eingekochten Leinöl. Soll gedruckt werden, so reibt man die erwärmte Kupfer- oder Stahlplatte mit Farbe ein, nimmt das Ueberflüssige mit einem breiten Messer ab, reinigt die Platte, lest auf dieselbe sehr feines, ungeleimtes, mit Wasser angefeuchtetes Papier(Sei- denpapier, silver paper, auch pottery tissue paper, genannt, und druckt wmittelst einer Druckerpresse die Farbe aufs Papier, welches man darauf ins Wasser legt. Sogleich wird das bedruckte Papier nach dem Ab- laufen des überflüssigen Wassers aufs Geschirr gelegt, mittelst eines aus Flanell gefertigten Reibers aufgedrückt, um die Farbe auf das Bis- euit abzudrucken. Darauf feuchtet man das Papier an um es abzuneh- men, und bringt das Geschirr in mäfsige Hitze, um den Firnifs zu zer- stören, nachher in die Glasurflüssigkeit, welche vollkommen auf dem farbigen Druck haftet, so wie auf der Gesammtoberfläche der Waare. Soll aber auf die Glasur gedruckt werden, so wird verher die Stelle “ Falk Je Anosum; nn der Abd hd sch. „tim 1 Wi ‚3 Linien star ‚kn sll; daraı „bunöl und v ‚ante, wel It einer 9 d sgschehen, so Jul B, en ‚soll, kogsam erh wird, ı, Jäht ihn re {.die nur da ha, 1 dieFarbe unte als gehnucht wer uch mt man Ienfur au gran sten(ehe ober werd dann und the Auch ver ann und E rl aub auf Ste ad die Gla mp zu bi Ih metten 6; alt un Weilses mol dunkelfar Mein Flle aucl amsklen Ges In Aal und ir irre dies lm, (ie IM liter wir Mike anf (fg Ads eh NUDE zu IE ganıg Gewir A sel nach um ch 3p Gr iM Bay auf d N er Ay ‚Setzt bedruckt,),, nl Fabrikation des englischen Steinguts, Lüsterwaare. 504 rennolen, ı) Yalllın \", er as el% at etwa]] hal, mit einer Auflösung von Copal oder Terpentin in Terpentinöl bestrichen, ölse, wir] Mh, und dann der Abdruck vollbracht. ler Br; 5. ran day[Man bedient sich auch zum Umdruck der Leimtafeln, indem man rei- en ab, dann Wr nen Leim in WVasser auflöst, und auf Schüsseln ausgielst; sie sind 2 bis 3 Linien stark, von der Gröfse des Bildes, welches aufgedruckt S, glänzend und hy werden soll; darauf wird die Kupferplatte erwärmt, mit dick eingekoch- vaare besitzen,| tem Leinöl und wenig Terpentinöl ohne Farbe eingerieben und auf | sich nicht ah die Leimtafel, welche= einer halbrunden erhabnen Fläche ruht, ver- le Gesmähe; mittelst einer an der Rückseite angebrachten Handhabe SE eQeuckE Ist B dies geschehen, so legt der Arbeiter die Leimtafel auf einen ebnen Tisch Dleiors an 5 B x 1 mes und rollt z, B, eine Tasse, auf welche die Zeichnung abgedruckt wer- Kieselerde verbul den soll, langsam darüber, wodurch der Firnifs auf die glasirte VVaare und Pottasche ul, umgedruckt wird. Man bestäubt den Abdruck mit der feingepulverten men Haarrisse(fl Farbe, läfst ihn trocknen und nimmt mit Baumwolle die lose Farbe " des Steinen Hi auf, die nur da haftet, wo der Firnifs aufgedruckt worden ist; hierauf ser an. ist nl wird die Farbe unter der Muffel eingebrannt. Die Leimtafel soll mehr- hand schr geh mals gebraucht werden können.] ur, als auch anf ba Auch malt man sowohl unter der Glasur, auf Biscuit, Rohmale- rei, peinture au grand feu, diels kann jedoch nur mit wenigen Farben geschehen(siehe oben), als auch auf glasirtes Steingut; die bemalte Waare wird dann unter Muffeln in eignen Oefen eingebrannt, peinture ‚abernu wenige Pi sur, die mehrsten n töne auehmen; Kobalrlauriin& rdverbere. Auch vergoldet man Steingut. Ueber die Verfahrungsweise nisch Eko beim Vergolden und Einbrennen siehe unter dem Artikel„Porzellan.” ae aa hie)[Es wird auch auf Steingut ein metallischer Lüster aufgetragen, zu wel- Flufsmittel Flntis: chem Behuf die Glasur sehr reich an Bleioxyd sein muls, um dellek Bene des Ueberzugs zu bewirken. Man fertigt sie aus 60 Theilen Bleiglätte, 36 Th. zersetzten Granit und 15 Th. Kieselstein. Für den Platinlüster wendet man weilses Geschirr, für Gold- und Kupferlüster dagegen mufs der Grund dunkelfarbig sein, und je nachdem die Farbe dunkler oder heller ist, fällt auch der Lüster verschieden aus, Die Masse, welche man zu solchen Geschirren verarbeitet, wird gewöhnlieh aus 4 Theilen gedruckt werden, yit Farbe ein, nn ojniet die Platte, bin ngefechtetes Pay iper, genannt, un Thon, Kaolin und Kiesel und 6 Th. Granit zusammengesetzt, sie ist er, welches ma braun und wird mit obiger Glasur überzogen; auch pflegt man auf e Papier nach(> weilse Geschirre diese braune Masse durch Begufs aufzutragen und dann vr gelert, qitteß zu glasiren, 1 die Farbe au ‚Goldlüster wird also verfertigt: man löst 48 Gran Gold in Kö- fer am In nigswasser auf, setzt 4% Gran Zinn hinzu, und gielst eine kleine Menge dieser Auflösung zu 20 Gran Schwefelbalsam, welchen man mit der den Fimi Ri; HAT: es&. ‚um Hälfte seines Gewichts Terpentinöl verdünnt hat. Man miseht alles nen Au S z.. e rl. wohl, setzt nach und nach die ganze Goldsolution hinau und unter Um- toberfläche er" rühren noch 30 Gran Terpentinöl. Man trägt diese Mischung mittelst hie. a Z A A wird vorher eines Bausches auf das Geschirr auf und brennt den metallischen Ueber- zug unter der Muffel ein.— Platinlüster. Man löst Platin in $ k 2% Er 502 Fabrikation des englischen Steinguts, Lüsterwaare. Königswasser auf und setzt die Auflösung tropfenweis zu einem Ge- misch von Steinkohlentheeröl, Spirit of tar, esprit de goudron, und Schwefelbalsam, beides zu gleichen Theilen, Diese Masse aufgetragen und eingebrannnt giebt einen stahlgrauen Lüster; soll aber der Lüster silberweils sein, so bereitet man sich durch Niederschlagung von Pla- tinauflösung mittelst kohlens. Ammoniak einen Niederschlag, welchen man aussülst, trocknet und mit jenem Firnifs vermischt mittelst einer weichen Bürste aufträgt, einbrennt; man wiederholt das Verfahren mehr- mals, reibt sodann die Oberfläche mit Baumwolle, wodurch ein Sil- berglanz sich zeigt.— Eisenlüster wird mittelst Chloreisen(salzs. Eisenoxydul) und obiger Mischung gegeben.— Eine schwarze Glasur wird zu Nottingham aus 21 Bleiweifs, 5 Kiesel, 3 Braunstein gefertigt, auch kann man durch CGementiren mit Knochenkohle eine schwarze Farbe bewirken, welche aber leicht ungleich und theuer ausfällt. Man pflegt in England auch Steingutgeschirre mit verschiedenfarbigen Verzierungen zu fabrieiren; man prefst durch eine Molette auf einer Drehbank, tour@ guillocher, die Umrisse der Figuren in die Ober- fläche des Geschirrs, und füllt dieselben mit farbigem Thonschlicker durch den Beguls, engobage, mittelst einer Begufskanne, pot a engo- ber, aus; ist alles gehörig trocken, so dreht man das Geschirr ab. Auch marmorirte Begüsse werden auf ähnliche Art gefertigt, indem zwei- oder dreierlei Begüsse in besondern Abtheilungen des Gefälses sich befinden, und gleichzeitig ausfliefsen. WVill man die ganze Ober- fläche mit Begufs überziehen, so taucht man die Gefälse vorsichtig ein oder gielst den Begufs über; soll die innere Fläche damit bedeckt wer- den, so gielst man den Begufs hinein. Begüsse bestehen aus einer Thonmasse, welche theils von Natur gefärbt ist, wie geschlemmter Ocker, oder durch Zusatz einer durch Metalloxyd gefärbten Fritte eine bestimmte Farbe erhält.] In Deutschland und Frankreich weicht man bei der Fabrikation des Steinguts von dem so eben erzählten englischen Fabrikationsbetrieb ab, auch ist ganz natürlich das rohe Material sehr verschieden, und dies bedingt eine wesentliche Abänderung. Die Steingutfabriken in Ber- lin und dem Regbzk. Potsdam, Magdeburg beziehen ihren Thon aus Salzminde, die Fabriken im Regbzk. Cöln und Trier von Vallendar; ein Zusatz von Kaolin oder Feldspath, welche einen Uebergang zur Por- zellanmasse bedingen, wird nicht angewendet, wohl aber ein kleiner Zusatz von Kreide, wie z.B. zur Steingutmasse von Boch-Buschmann zu Metlach an der Saar. Das Brennen geschieht theils in einfachen Oefen, theils in Etagenöfen, wie sie beim Porzellan üblich sind, mit Holz- oder auch Steinkohlenfeuerung, in welchen 2 oder 3 besondere Räume, durch Gewölbe geschieden, von einem Feuer geheitzt werden Man hat aber auch Etagenöfen, wo in jeder Etage besondere Feuerungen ange- Fahr hl, wie( n;&D sich ‚uldaf abrı ähnlicher Ofen AN Dort, b krpus Gin€ Ias Dramen& ea huerfes (km ohn A Irlurch, Ale fıhmen In Finden u Slate nid 4 In, fonbıur, gt sn, Inden Rok A Arclutige, tal Ehene hi > Ge in di ker Rumerspar hr Gerustinde, in armen, W Inte Dhatten( tina, Die ımabmelzt, d -fıpader Kok Im, Ich dies im ellan, 1, si verzieht Sit mden. m all meh, Sonde vis#rihrt na Die Isıren| tt Äiiht gchr ia, ih, Granit wm Sılpeter Wim Sfich ins Al m setzt ı Ste zu m ee Ar\ IÄiker hen, Uster@ags Dei Zu em, "it de Foudre, u} se Masse aulktan soll aber der[in derschlagung ml, Niederschlag, Yılln rmischt mittel, Mm It das Verfahren ul. le, wodurch ch) elst Chloreisen(il Eine schwarze() 3 Braunstein gela ‚kohle eine schne theuer ausfill, it verschiedenhl: ne Molette auf iguren in die rbigem Thon [skanne, pot in an das Gestr Art gefertigt, ı ilungen des& man die ganıt Gefälse vorsicht ‚e damit bededt » bestehen au ki; wie geschke | gefärbten Fri ‚ei der Fabrikat en Fabrikation! sehr verschiedt® teingutfabriken ur ehen ihren Tn® Trier von Val en Vebergang| wohl aber ein I an Boch-Buschn ls in einfache li lich sind, gi? od hesonder a sitzt werden Jo dere Feuer? a u nn he —rrSurwur Se ee Fabrikation des englischen Stemguts bei uns. 503 hracht sind, wie die Zeichnungen auf Taf. VII. Fig. 1, 2, 3 und 4 dar- stellen; ein solcher Ofen ist in der von Eckardstein’schen Steingutfa- brik und der Fabrik feuerfester Steine von Hrn. Albrecht ausgeführt. [Ein ähnlicher Ofen wird im D. t. Tom. XVII pag, 136 und 331 erwähnt, der zu Doccia, bei Florenz, in der Porzellan- und Steingutfabrik des Marquis Ginori erbaut ist.] Das Brennen geschieht, wie auch bei dem Fayence, in Kokers*), welche aus feuerfestem Thon, mit einem Zusatz von Charmotte, in Form von Cylindern ohne Boden und Deckel angefertigt werden; diefs ge- schieht dadurch, dafs man die Thonmasse auf ein Tuch, welches un- ter einem Rahmen liegt, ausbreitet, und so zu einer viereckigen Fläche mit den Händen und mittelst hölzerner Instrumente ausbreitet. Diese Thonplatte wird dann vermittelst des Tuchs um einen hölzernen Cy- linder, tambour, gewickelt, und die aneinanderstofsenden Näthe verei- einigt. In den Kokers werden flache Geräthe, wie Teller, Schüsseln etc. durch dreikantige, aus Thon gefertigte, und durch 3 Löcher in einer ho- vizontalen Ebene hindurchgesteckte, Pinnen, pernettes, unterstützt, so dals die Geräthe in dicht gedrängter Reihenfolge über einander mit mög- lichster Raumersparnils eingesetzt werden können. Kleinere und grö- [sere Gegenstände, welche nicht wie Teller und Schüsseln grolse Flä- chen einnehmen, werden auf scheibenförmige, aus feuerfestem Thon gefertigte, Platten(Pumbs) gestellt, die gleichfalls durch Pinnen unter- stützt werden. Die Kokers werden, wie die Kapseln, über einander in Säulen aufgesetzt, die Löcher der Pinnen mit Thon verstrichen, so auch die Fugen der Kokers, von denen nur der oberste und unterste Boden haben. Durch diese Einrichtung wird viel Raum erspart im Vergleich it dem Porzellan, welches, da es beim Einbrennen der Glasur weich wird, sich verzieht, in allen Punkten der untern Fläche möglichst un- terstützt werden muls, was beim Steingut nicht der Fall ist, da dieses nicht weich, sondern immer härter wird. Die beträchtliche Raumer- sparnils gewährt natürlich Ersparnils an Brennmaterial. Die Glasuren betreffend, so sind diese in qualitativer und quantita- tiver Hinsicht sehr verschieden. Man wendet Quarz, Sand. Mennige, Glas. Soda, Granit ete. an, und sucht für schön weifse Massen die Gla- sur durch Salpeter zu entfärben, setzt auch ein wenig Kobaltoxyd hinzu, um einen Stich ins Bläuliche zu geben. Brennen sich die Massen etwas um dieselbe un dann gelblich, so setzt man der Glasur etwas Zinnoxy d zu, durchsichtig zu machen, wodurch das gelbliche bedeckt wird, *) Koker bedeutet im Holländischen Köcher, Futteral. % d R RW N Le | sy 504 Fayencefabriken, Majolika. kann die Masse noch sa stark gefärbt sein, und die Oberfläche sieht dennoch weils aus. Was die Malerei auf Bisceuit unter der Glasur be- trilft, so hat man gefunden, dafs die Schwierigkeit wegen des augen- blicklichen Ansaugens der Farben durch ein vorgängiges Eintauchen in schwaches Gummi- oder Leimwasser grölstentheils aufgehoben werden kann, dafs das Durchpauschen mit Braunkohlenstaub vortheilhaft, so wie der Gebrauch von enkaustischen Zeichnenstiften für die Conturen statt der Pinsel, [ Albrecht, in Weber’s Zeitblatt für Gewerbtreibende. Bd. 3. S. 199.— Steingutfabriken sind im preufs. Staät: in Berlin die v. Eckardstein’sche, in Rheinsberg, in Althaldensleben bei Magdeburg von Nathusius. in Magdeburg, in Ratibor, in Proskau in Oberschlesien, in Metlach an der Saar, von Bock-Buschmann, zu WVallerfangen von Villeroi, beide im Regbzk. Trier, zu Bonn, Cöln, Nippes, Frechem im Regbzk. Cöln. Brongniart, Artikel„Argile”, im D. d. sc. n. Tom. III. p. 1., im D. t. Tom. xr II. p. 25l. Rees Cyclop. Vol. 28„Pottery”— P.ch. E. Vol. I. p. 72.— St. Aimans, im B, d. 1. s. d Enc. 1829, p. 15, 83, 152] 2. Vom Fayence. Man versteht unter Fayence eine irdne Waare, welche theils aus farbigen, theils auch aus ziemlich weifsen Thon, Töpferthon und Thon- mergel, gefertigt ist, und eine undurchsichtige, sowohl weilse, zinn- oxydhaltende, als auch farbige Glasur hat, einerseits an das englische Steingut angränzt, voh len es sich aber durch die undurchsichtige Glasur, welche eine Kruste auf der Thonmasse bildet, und den ie chen, folglich schmelzbaren, Thon unterscheidet, anderntheils, nament- lich das ordinäre Fayence von sich roth brennendem Thon, mit der gemeinen Töpferwaare, besonders den Ofenkacheln, nahe verwandt. Die Franzosen nennen sowohl das englische Steingut, als auch das Fa- yence, zusammen Faience, unterscheiden aber Faience anglaise, F. fine, terre de pipes, und Faience commune,(blanche et brune). In Deutsch- land rechnet man auch wohl das Fayence, welches aus ziemlich wei- [sen Thon gefertigt wird, mit zum Steingut, von dem es sich jedoch, wie schon erwähnt, unterscheidet. [Die ältesten Spuren von Fayence finden sich im 9ten Jahrhundert bei den Arabern in Spanien, später verbreitete sich im l3ten, besonders in der. Mitte des l4ten Jahrhunderts, die Fabrikation von Majorka aus nach Italien, woher man auch den Namen Majolika ableitet, mit wel- chem man besonders in Italien dieses Geschirr bezeichnet. Es wurde auch Porzellan genannt. Die ersten Geschirre der Art wurden zu Faünza im Kirchenstaat, später auch zu Castel Durante, Florenz verfertigt; sie ohörd jet u ‚hi 10 verferlß die je Pabrık „ans ee 8 at ppsertD Ofer sch eine Geh Our i eiDe „| Znnud m 2 sch aber© Jılereieı arben steh: Chemie noch in der Mitt inte in Frank in\anaDelt ad aus einer€ ut Nee gem par, wann ges ra bemilt, Au ins ın Iropa se Ir Ukerste m vet, Thonm tnden b nit Ürelstein deescknet, m barsische ff ler, A ÜR zunäe N& ie "kak geb m Ei Fayencefabrikation, Delfter Porzellan. 505 die Ober, gehören jetzt zu den Kunstseltenheiten. Ein italienischer Bildhauer della unter der Hi Fir Nm Robbia verlentigie gegen 1450 aus jener Masse’ Basreliefs; später behaup- Rum teten die Fabrikate von Pesaro den ersten Rang. Man fertigte diesel- Fangiges Eintudı; ben aus einem ganz gemeinen, zum Theil ungeschlemmten"Thon, der Is eh, mit unserm Ofenkachelthon kaum vergleichbar ist, und sich im Feuer Staub vortheil) IM, durch einen Gehalt an Eisenoxryd röthlich, auch wohl roth färbt. Die ten für die(. Glasur ist eine ganz gemeine undurchsichtige Kachelglasur, aus Blei- e und Zinnoxyd mit Pottasche oder Soda und Sand gefertigt. Sie zeich- nen sich aber oft durch eine sehr gefällige Form, und durch ori- de. BU. 3. 51, gineii> Malereien aus, die an die Schule eines Raphael’) erinnern. le v, Eckardsti, Die!'arben siehen freilich sehr hinter den jetzigen zurück, da damals 8 ron Nathusiy die Chemie noch in der Kindheit war. Bernhard von Palissy verfer- ien, ın Metlach u tigte in der Mitte des 16ten Jahrhunderts das erste weılse Fayence zu en Nlleroi, hi Saintes in Frankreich. Aechnliches lieferten später die Holländer unter im Regbzk, Ci, dem Namen Delfter Porzellan, Delfware, Poterie de Delft; es be- ‚ Tom. III. pl stand aus einer eisenhaltigen Thonmasse, die aus rothen, blauen Thon „Pottery”—? und Mergel gemischt, mit undarchsichtiger, zinnhaltiger Glasur bedeckt .d Ene. 199) war, weniger geschmackvoll in Form, aber von sehr geschickten Künst- lern bemalt. Auch diese Geschirre, welche vor Erfindung des Porzel- lans in Europa sehr gesucht waren, sind jetzt längst untergegangen, und die Ueberreste mur noch. in:Kunst- und Fabrikatensammlungen zu , welche ihlı finden.] inferthon und ER. MEN: Kalt, u | ji Man fabrieirt jetzt hauptsächlich zweierlei Sorten Fayence, nämlich owohl weil ı i\ a a;- j r weilses und, weniger bei uns als in Frankreich, braunes, aus Thon und its an das en a Kalkmergel, Thonmergel, Sand. Diese werden geschlemmt, jedoch oft ı die undurebil; det, und den ll anderntheils, nu und zwar zu-den braunen Waarengattungen weniger genau, mit Sand, statt mit Kieselsteinpulver, vermengt und in den Thonbehältern an der Luft abgetrocknet.(Um dieses zu beschleunigen, bedienen sich die m Thon, ui&: a::; ‚den; kleinern französischen Fabriken grolser, aus Gyps oder Lehm geformter In, nahe ver Er}: en und gebrannter, Abtrockengefälse, renversoires, in welche man den als e Jh|‘. Par. 7 zut, als auch i dicken Schlamm, barbotine, füllt, in denen er schnell, durch WVasser- elai Fi... Pr} ence anglaise,} absorption von Seiten jener porösen Substanzen, trocknet.) Das Brennen brune), In Dei h geschieht in einfachen oder Etagenöfen, gewöhnlich stehenden. Brennt es aus ziemlich man in einfachen, so setzt man die lufttrockne Waare und das mit Gla- dem es sich je® surmasse bedeckte Geschirr, letzteres in Kokers, gleichzeitig ein, und zwar letzteres zunächst der Sohle des Ofens, ersteres aber höher hin- dien Jahrbunr auf, wo die Hitze geringer ist, 17° W., denn wenn die Waare vor der m Idten, bes“ Glasur zu stark gebrannt wird, nimmt sie, wie Porzellan, die Glasur ‘on yon Najık® schwer an; zum Einbrennen der Glasur muls aber die Hitze beträcht- ıka ableitet, it nt a a ar:) Dafs der unsterbliche Raphuel selbst Gemälde auf Majolika gefer- Art wurden ar. tigt, ist eine völlig grundlose Behauptung; der Name Raphael, deu man Florens vorerst auf Geschirren autrifft, bezieht sich auf andere Künstler gleiches Namens. Rlore N 506 Fayencefabrikation, weifse Glasur. lich stärker sein, 270 W,. Bei Etageöfen brennt man die Glasur im untern Ofen ein. Fast ohne Ausnahme brennt man Holz beim Anfeuern des Olens, wozu Kienenholz vorzüglich brauchbar, man hat auch Torf ver- sucht, welcher aber durch seine viele Asche, welche die Koker glasirt und Zerspringen bedingt, nicht so vortheilhaft ist. Die weilse Glasur, email, wird aus Blei- und Zinnoxyd, Sand und fixen Alkalien oder Kochsalz bereitet. Das Zinnoxyd, als unschmelzba- rer Körper, bedingt das trübe, undurchsichtige und die weilse Farbe. Man schmilzt 100 Theile Blei mit 22 Th. Zinn,(andere nehmen 25 ja 30) in einem eignen Reverberirofen, fournette, zusammen und lälst über die Oberfläche des Metalls Luft strömen, wodurch sich dieses in Oxyd von aschgrauer Farbe verwandelt; von Zeit zu Zeit zieht man die Oxyd- decke mit Kratzen ab, bis alles Metall verbrannt ist. Dann wird das Oxyd noch auf einige Zeit. unter fleifsigem Wenden der Hitze und dem Zutritt der Luft auf der Sohle des Ofens ausgesetzt, darauf herausgezo- gen 109 mehr als die Metalle, darf 5 aber kein unverändertes Metall mehr enthalten. Herr Feilner bedient gen. Das Product, caleine, wiegt ge sich einer aus Charmottemasse geferligten Muffel, welche vorn und hin- ten mit Oeffnungen versehen, um einen Luftstrom hindurchzuführen, wo- durch das Metall sich oxydirt. [ Folgendes sind einige Mischungen zu weifsem Email: 100 Th. Blei-u. Zinnoxyd(von 100: 22) 100 Sand, 18 Kochsalz, 5 Mennige, 100»»»»—— 100» 6» 6 Soda. Der Sand muls schmelzbar sein, d. h. er mufs nicht reine Kieselerde, sondern er muls etwas Kalk- und Thonerde enthalten; in Frankreich wird der Sand von D£sise bei Nevers angewendet, bei uns der von den Müchelsbergen. Ist derselbe ganz rein, so ımuls etwas mehr Schmelz- mittel hinzugesetzt werden. Hier in Berlin wendet man weilses Glas zur Emailbereitung an.] Die Materialien werden innig gemengt, durch feine Siebe geschla- gen, wobei wegen des Bleistaubs, der auf die Gesundheit nachtheilig wirkt, Vorsicht nöthig ist. Man bringt die Masse theils in Schmelz- töpfe,(Glashäfen) theils in mit, Sand ausgestreute Gruben in den Feu- erraum unter den Ofen, wo dieselbe während des Brandes bei 50° W, schmilzt; ist das Feuer ausgegangen, der Ofen erkaltet, so nimmt man die geflofsne Masse heraus, schlägt den angefritteten Sand ab, und mahlt, eplucher, die weilse undurchsichtige Glasur auf eignen Mühlen, deren Einrichtung gleich den oben beschriebnen ist,(siehe Seite 496). Bedient man sich zur Emailbereitung der Kochtöpfe, so stellt man 3 bis 5 in eignen Oefen, nach Art der Glasöfen, auf. Um das Feuer recht um die Häfen herum zu leiten, sind hinter jedem Hafen Züge in Fur [gsermal gun de han r Im In In ini em Felner Funhpschr In hnunen, au, sondern jun we 1, brines Inelenzien nl, ein onen mihlt; g. win, die B a man mit gl var, ud. in de In alt Aadır kl), wel kttes Emiltest hut vn Salpete Da(unten ge als Entnchen I am auf die Ir hie Ancchs el durchs Un R rothen 2 1 andere "ud denn lt, so. we in Hitze eine des F A mil dureh il] stehen 1, Munensink, che Infls 1 SEE Acht al Fi Ueh: h Se ht Ha Ne lich ist | I Ymalt au “u, Kımler Ar al sur, n die Glasın kn 2 beim Ankım Ih an hat auch Inn. h Iche die Kalar a d Zinnoxd, Sal) xyd, als unschyl, und die weile} (andere nehnas, sammen und ii, h sich dieses ih t zieht man dilh ist, Dann wi n der Hitze ul t, darauf herz als die Met! Herr Feilner| welche vorn ul indurchzuführe il: 18 Kochsalz, 51la bo nicht reine Kir ıthalten; in Fra t, bei uns der! Is etwas mehr&* ndet man WEIN ‘h feine Siebe f ‚ Gesundheit na sse theils in N te Gruben in di Jes Brandes TE erkaltet, 50 pin fritteten Sand& sul auf ejznel M (siehe Seik# ochtöple, ot ) In fen n, aul, Un! dem Bala im ıst, >r je cn ieh a WAR ET Genen in Zi FERN Fayencefabrikation, bunte Glasuren. 507 ler Umfassungsmauer des Ofens angebracht, die mit dem Feuerloch in Die Zeit, wäh- rend welcher das Email fertig gekocht, beträgt 12 Stunden, wenn der Ofen im Gang ist. Solche Einrichtungen sind in Wallerfangen, in Ber- der Mitte der Kuppel in einen Schornstein einmünden. lin bei Herrn Feilner. Die gekochte Masse wird ausgeschöpft, in kal- tem Wasser abgeschreckt, gemahlen etc. [Zu der braunen, oder schwarzbraunen, Glasur gebraucht man kein Zinnoxyd, sondern z. B, 100 Mennige, 86 Ziegelmehl, 12 Braunstein; die Materialien werden mit einander vermahlen und nicht vorher ge- frittet. Grünes Email aus weilsem und Kupferoxyd, welches man zu den Ingredienzien der erstern zusetzt, und beide zusammenfrittet. Blaues E., ein Gemeng von weilsem und Smalte, welches man zu- sammen mahlt; gelbes E. mittelst antimonigs. Kali(Antimonium dia- phoreticum, die Bereitung siehe bei dem Artikel„Spielsglanz”), wel- ches man mit gleichviel Bleiglätte, und 4 Salmiak,(% Alaun) innig mengt, und in dem Feuerraum in eine Kapsel eingeschlossen einsetzt. Man erhält dadurch eine schöne gelbe Substanz, Neapelgelb,(Jaune de Naples), welches mit weilsem E. zusammen gemischt wird. Vıio- lettes E. mittelst Braunstein, den man in kleinen Portionen mit einem Zusatz von Salpeter dem weilsen E. zusetzt, und zusammenfrittet.] Das Glasiren geschieht, wie beim Steingut beschrieben worden, durchs Eintauchen in die dünne Breimasse des feingeriebnen Emails mit Wasser; auf die gehörige Dicke des Ueberzugs kommt viel an, denn da die Masse durchs Brennen mehr oder minder röthlich wird, so mulfs die weilse undurehsichtige Glasur eine gewisse Dicke haben, um das Lasiren des rothen Grunds ganz zu beseitigen,(% Linie Dicke); für braune und andere dunkelfarbige Glasuren kann er 4 Linie höchstens betragen, und dennoch ist das Durchscheinen gehoben. Sind die Waa- ren trocken, so werden sie in Kokers auf bekannte Art eingeschlossen, einer mälsigen Hitze ausgesetzt um die Glasur in Fluls zu setzen. Dals die Leitung des Feuers eine sehr wichtige Sache ist, leuchtet ein, denn sowohl durch zu niedere Hitzegrade, als durch zu hohe, kann Nachtheil entstehen, im letztern Fall können die Geschirre weich wer- den, zusammensinken, und das Email ganz blasig werden, bouillionner 5 (welchen Einflufs zu grofse Hitze auf das Biscuit hat, ist bereits vorn Seite 505 gelehrt worden). Die Dauer des Brennens ist etwa 18 bis 20 Stunden. Ein Uebelstand bei allen undurchsichtigen Fayanceglasuren ist, dafs sie leicht Haarrisse bekommen, fendiller, selbst bersten, wenn die Masse kalkreich ist, und abblättern. Man bemalt auch das Fayence sowohl auf die noch uneingebrannte Glasur, Rohmalerei, indem dann zugleich die Glasur und die Farben eingebrannt werden, als auch auf die schon emailirten Geschirre, dann EINEV TEE 7. 70 BRGZZEWUEBE N 508 Fayencefabrikation, Malerei auf dasselbe. brennt man unter einer Muffel die Farben bei 4 bis 5° W. nachträglich ein. Man bedient sich zu ersterm Zweck des Kobaltoxyds, oder der Smalte, zu blau, des Hammerschlags, Kupferoxyds und Braunsteins zu gleichen Theilen zu schwarz, ealeinirten Ockers und Siener Erde zu braun, Neapelgelbs, Manganoxyds zu violett, Colcothars mit gebranntem Alaun vermischt zu roth, des Chromoxyds zu grün,(Kupferoxyd ist nicht gut anwendbar, da es flüchtig ist). Alle diese Farben werden ohne besonders zugesetzte Flufsmittel aufgetragen, und schmelzen mit der Glasur ein. Die Farben aber, welche auf die Glasur gemalt wer- den, bekommen einen Zusatz von Flufsmitteln,(Borax, Salpeter, Kreide Sand, Bleiglätte), um bei einer sehr niedern Temperatur zu schmelzen; es sind im Allgemeinen dieselben Pigmente, deren bereits Erwähnung geschehen ist. [Fayencefabriken, wenn man nicht unter diesem Namen auch das Stein- gut mit begreift, sind im preufs. Staat wohl nur sehr wenige, oder wohl gar keine; in Frankreich unter andern in Paris, Luneville, Nevers, Rouen u. a.a. O. Die blafsrothe Masse des letztern schmilzt bei 150° W, zu einer festen, durchsichtigen Glasmasse, von der Farbe dunkelgefärbter Feuersteine, die Bestandtheile derselben waren gleich denen der gewöhn- lichen Hohofenschlacken,(siehe unten). Ein braunes Fayence von Pa- ris hatte eine rothe Masse und hielt starkes Feuer aus, ohne zu schmel- zen. Analysen von Berthier: Fayencemasse von Nevers. Fayencemasse von Paris. Kieseerde 72———— 541 Thonerde 124———— 27 Kalkerde 26———— 1663 Eisenoxyd 66———— 70 Magnesia_——-_o- 24 Wasser(Kohlen- u. Schwefelsäure) 17,3 08,8 99,8. Brongniert, im D. d. sc. n. T. III. p. 67, im D. t. T. XVII. p. 235, T. XV. p. 476, über Fayencemalerei; Bastenaire- Daudenart, lart de fabriquer la faience, recouverte d'un dmail opaque, blanc et colore, Paris 1828.— Berthier, ia D. p. J. Bd. 29. S. 63.] 3. Vom Töpferzeug, Schmelztiegeln. 3 Die Verfertigung von Töpferzeug, Poterie commune, coarse Pot- tery, ist schr alt; schon in den frühesten Zeiten verfertigten die Völker des Alterthums unglasirte Waaren aus gemeinem Thon, wie noch heut zu Tage die Blumentöpfe, hin und wieder Ofenkacheln, Zuckerhutfor- men(Ziegel, Röhren) u. a. m. ohne Glasur gebrannt werden. Die Gla- sur mitlelst eines Bleiglases ist erst in späterer Zeit erfunden worden. a a unrehe H, Wahlen Jar Anker ine Thonar Ior Kohlns Ir fnerhestän } unchnelzb schlamnt vel nl, nd de Ite Thnarte Is Vernenge {nun engesi Jschneie her nVerartiten v sale(erlich int alle Steine ser Tand, ten mit dem Fi sind sh, weni sh eher, hei il, k na ala Ware mit at, s berief mike be side u Die pipe nl+ kiese) (hi der( kat hierzu "rel, Glas nLoTom " eehm) la et, in U od bepil lag hy, der Na fh km„Mr NS eg Iheis\ un ep anz) A, Hl Kanı A In A TRETEN GERIET u ETF ZIETSERE ee Fa EEE ER E E x E Rei ST TIER WER lasselle bis 50 W talıy), Obaltonyah, ni Is und Br, ; und Siener Pl, °olhars mit Bela grün,(Kup diese Farhen 1, und Rn Glasur gemil i Tax, Salpeter, I Iperatur zu schul :n bereits En, amen auch du\ ır sehr weni: ris, Luneville\ schmilzt bei 1} Farbe dunkel ch denen dern nes Fayenc: vı aus, ohne zul se von Paris, Al 99,8, Dt TI ‚. Daudenart,| aque, blanc ei© 63.) ‚jegeln ymmune, COAFN Pi: verferligten di ir Thon, wie ni im ‚acheln, Tuch E fr int werden, h“ lot ei. erfunden gi Töpferzeug, Glasur desselben. 509 Man unterscheidet Weilstöpferei(Küchengesehirr), Brauntöpferei(Bunz- lauer, Waldenburger Geschirr), Tiegelbrennerei ete. Zur Anfertigung der verschiednen Töpferwaaren dienen sehr ver- schiedne Thonarten; für die Weifstöpferei der gemeine Töpferthon, welcher kohlens. Kalk und Eisenoxyd enthält; für die Brauntöpferei ein mehr feuerbeständiger, und für die Schmelzgefälse ein noch im höhern Grad unschmelzbarer Thon. Derselbe wird theils geschlemmt, theils ungeschlemmt verarbeitet, je nach der Waare, die man daraus verferti- gen will, und der Beschaffenheit des Thons. Oft verarbeitet man ge- mischte Thonarten, indem der eine zu fett, der andere zu mager ist, durchs Vermengen aber das rechte Verhältnils erlangt wird. Der Thon wird nun eingesumpft, durchgestochen, auf Haufen geschlagen, mit der Thonschneide herabgeschnitten, durchgetreten, in Ballen gestolsen. Vor dem Verarbeiten wird er noch auf der Bank mit den Händen gut durch- gearbeitet(geglichen), oder ‚mit einem Streichholz heruntergestrichen, damit alle Steine und Knoten herauskommen. Das Verarbeiten geschieht aus freier Hand, oft auch mit einer Schablone(Leere) auf der gewöhn- Ist die Waare lufttrocken, so wird sie, wenn sie für den Küchengebraueh bestimmt ist, theils lichen mit dem Fuls bewegten Drehscheibe. gleich glasirt, theils erst einmal gebrannt, ehe die Glasur darauf ge- 5 bracht wird, je nachdem es die Qualität des Thons und der zu ferti- genden Waare mit sich bringt. Sollen die Geschirre weilse Glasur be- kommen, so begiefst man sie vor dem Glasiren noch mit weilsem Thon, wenn nicht, wie bei Ofenkacheln es der Fall ist, die röthliche Farbe des Thons durch die undurchsiehtige Zinnglasur des Emails gedeckt wird. Die gemeine Töpferglasur ist ein leichtllüssiges Bleiglas(kiesels. Bleioxyd+ kiesels. Thonerde), welches bei mäfsiger Hitze schmilzt, und sich mit der Oberfläche der Geschirre innig verbinden kann.: Man bedient sich hierzu der Bleiglätte(Bleioxyd), oder auch des Bleiglanzes (Schwefelblei, Glasurerz, Alquifour). den auf eignen Glasurmühlen fein gemahlen, Lehm(Versatzlehm) innig vermengt; statt des Lehms geschlemmten Sand an, mit Wasser zu einem dünnen Brei angerührt, in welchen man die Geschirre theils eintaucht, theils begiefst oder bespühlt man auch blos eine Fläche, trägt auch wohl mit dem Pinsel die Glasur auf. Seltner wird die lufttrockne Waare vor dem Auftragen der Glasur halb gebrannt, wie z. B. Ofenkacheln u. a. m. wodurch sie theils weniger porös in die Glasurflüssigkeit gelangen, also weniger Wasser anziehen, sich daher nicht so dick mit Glasurmasse be- decken, theils kann man nach diesem Verfahren geborstne Geschirre schon vor dem Glasiren ausschielsen, die sonst glasirt verworfen wer- Diese bleiischen Materialien wer- mit einer gewissen Menge für weilse Glasuren wendet man 510 Töpferglasur, Darstellung derselben. den müssen, Es erfordert jedoch eine solche Behandlung mehr Drenn- material, gröfsere, geräumigere Oefen. Wo man sie in Anwendung bringt, setzt man sowohl glasirtes als unglasirtes Geschirr gleichzeitig in den Ofen ein, wodurch man beide Zwecke zugleich erreicht. Beim Brennen schmilzt die Glasur, das Bleioxyd der Glätte, oder das durch Oxydation des Bleiglanzes erzeugte Oxyd,(schwefligsaures Gas ent- weicht,) verbindet sich{mit der Kiesel- und Thonerde des Thons, und be- deckt die Oberfläche mit einem schmutzig gelben Glas. Soll die Glasur eine andere Farbe erhalten, z. B. braun erscheinen, so setzt man Ham- merschlag hinzu, grün Kupfer(asche)oxyd, schwarz Braunstein, dunkel- gelb spielsglanzige Säure(Antimonium diaphoreticum), oder rohes Schwefelspielsglanz, desgleichen Eisenoxyd, blau durch Zaffra, weils durch einen Zusatz von Zinnoxyd; auch werden diese Farben roh auf die noch nicht eingebrannte Glasur aufgetragen, indem man aus jenen mittelst Bleiglätte und etwas Thon eine leichtflüssige Fritte zusammen- setzt, welche gepulvert und mit Wasser angemengt aufgetragen wird. Je mehr Bleiglätte von dem Töpfer angewendet wird, desto leichter schmilzt die Glasur, desto geringere Hitze ist im Ofen, also desto we- niger Holz erforderlich; setzt aber derselbe weniger Glätte zum Versatz- lehm, so fliefst die Glasur weniger leicht, erfordert eine grölsere Hitze und also mehr Brennmaterial. 4 Theile Lehm und 7 Th. Glätte sind ein schickliches Verhältnifs, eben so 3:5. Der Versatzlehm wird vorher geschlemmt, um die Sandtheile zu entfernen, dann mit der Glätte gehörig vermengt, was am schicklichsten auf der Glasurmühle geschieht. Ist die Glasurmasse in einem passenden Verhältnils, welches nur für eine bestimmte Art von Töpferthon passen kann, und für jede andere modifieirt werden mus, gemischt, so bleibt nach dem Brennen kein loses Bleioxyd übrig, alles ist gehörig mit Kieselerde verbunden, verglast, und in den gewöhnlichen schwächern Säuren so gut als unauf- löslich. Hat dagegen der Töpfer eine grölsere Menge Bleioxyd ange- wendet, und eine geringere Hitze gegeben, so kann es der Fall sein, dafs sich eine Portion Bleioxyd mit der Kieselerde nicht gehörig ver- bunden hat, und daher von den in Küchen gebrauchten Pflanzensäuren aufgelöst werden kann. Man hat die Töpferglasur als der Gesundheit nachtheilig erklärt, und ihre gänzliche Verwerfung gewünscht. Dals man in dieser Bezie- hung manches mit zu grellen Farben geschildert hat, ist unleugbar, eben so wünschenswerth aber auch eine bleifreie Glasur, welche alle Bedin- gungen erfüllt, denen die Bleiglasur zeither genügte, zu ermitteln und statt der erstern im allgemeinen Gebrauch zu ziehen; allein eine solche scheint noch nicht gefunden zu sein. Theils sind manche der vorgeschlagnen rein Tipke in Tipfnt „ler die T lm, ab die (, dıls die A hi de Arad ae@ sichten Ne sihnlicen la in meliger lie Glasun In Tnschrı chlog Pingla vet ls Ga his sei, und im Iahen gege Natron nd I Bnden ud W ‚ren»schmo Dis Glis hat ei wendet werden f {halhalte wäre lashroden un. hoben und koer Sad, 1 nındetÖs Jeic hl Ispatl bl munmen; ıhlemnir Lei ine schiralich hlbare Glasur, Sn vertat, I Ep Did, lem heile, Biden se Neplatund de Ünulver ml, Be Kl Geschirı ern, Gl, Shi yon dh in Ins: Verden Kan \ = FRRESTRÄRSETEN IR Rn EETTRIE selben, Behandlung lm man sie jn tes Geselin al, zugleich emik r Glätte, Oder m (schwelliesann h inerde des Tiny) en Glas, Sıllı, PINEN, so seht l 'warz Braunsteh Am IM 'horeticum), ıb blau durch 2 len diese Far n, indem mas lüssige Fritte m mengt aufgehen det wird, dei m Ofen, alsot iger Glätte zu erfordert ei: Lehm und 71 Der Versatk ntfernen, dat ten auf der 6 nden Verhältnik assen kann, u bleibt nach den! mit Kieselerde n Säuren so gu! ne Menge Bl so kann es der! selerde nicht gebrauchten Plus ındheit nachtheil Dals man in die! ert hat, I unleir Glasur, welche# ügte, ZU em ‚: allein eine s' F manche da 108° hen ne A ee > ee Zr eg mn nn er Er EEE SE Teen Bleifreie Glasuren auf Töpferzeug. 5 pleifreien Töpferglasuren zu strengflüssig, so dafs entweder die gewöhn- lichen Töpferöfen einen hiezu erforderlichen Hitzegrad nicht hervorbrin- gen, oder die Thonmassen weich werden, und selbst früher schmelzen würden, als die Glasuren; theils bekommen sie Risse, eine Folge da- von, dafs die Ausdehnsamkeit und Zusammenziehung des Thons nicht gleich ist mit der der Glasur, wodurch auch Abblätterungen entstehen; theils sind sie auch mit mehr Umständen, bessern und kostspieligern Einrichtungen verknüpft, oder erfordern mehr Kenntnisse, als von einem gewöhnlichen Landtöpfer erwartet werden können, theils— und dies ist ein wichtiger Punkt— waren sie beträchtlich theurer, als die ge- wöhnliche Glasur. [Einige Vorschriften zu bleifreien Glasuren für Töpferzeug. Chaptal schlug Flintglas vor, welches fein gemahlen mit geschlemmten Lehm versetzt als Glasur aufgetragen wird. Sie dürfte aber einmal zu streng- flüssig sein, und zweitens leicht Risse bekommen. Achnliche Vorschrif- ten haben gegeben Frick, Feilner, z. B. 5 Theile calcinirtes koblens. Natron und 9 Th. feiner Sand werden in einer irdnen Kapsel, deren Boden und Wände mit Kreide ausgestrichen sind, im Töpferofen zu- sammengeschmolzen, das Glas gemahlen, mit Wasser angemengt etc. Das Glas hat eine grüne Farbe, kann auf lufttrocknes Geschirr ange- wendet werden, ohne dafs es vorher verglüht zu sein braucht. Vor- theilhafter wäre die Bereitung der Glasurmasse auf Glashütten, aus Glasbrocken und einem Zusatz von kohlens. Natron, oder trocknem Glaubersalz und Kohle.— 8 Theile caleinirtes kohlens. Natron, 7.:ch. feiner Sand, 1 Th. geschlemmter weilser'Thon. Dieser Zusatz ver- mindert das leicht rissig werden.— 4 Theile geschlemmter Lehm, und 2 Th. Flufsspathpulver werden zu einem dunkelbraunen,, schwammigen Glas zusammengefrittet; giebt eine blalsgelbe Glasur.— 4 Theile ge- schlemmter Lehm und 1 Theil fein gepulverter Hammerschlag geben eine schwärzlich-rothe Fritte, und auf dem Thon eine schwarze, sehr halıbare Glasur.— Fourmy in Paris schlug Bimsstein vor mit 4, Braun- stein versetzt, Lava; zu strengflüssig für gemeines Töpferzeug, für Stein- zeug passend.— Niesemann’s Glasur, aus Salpeter und Pottasche von jedem 4 Theile, Salz 8 Th., Glas 3 Th.; dies mufs noch mit einem Bindemittel gefrittet werden.(WVozu das Salz, welches nicht leicht verglast und der theure Salpeter?)— Fuchs’s Glasur aus Glas und Kieselsteinpulver von jedem 12 Theile, Salz 4 Th., weifser Pfeifen- thon 1 Th., Borax 3 Th.; es wird zusammengeschmolzen und auf ver- glühtes Geschirr aufgetragen; zu theuer durch den Borax. Nimmt man Feuerstein, Glas, Pottasche, Salpeier von jedem 2 Th., Pfeifenthon und Salz von jedem 1 Th., so erhält man eine Glasurmasse, welche Geschirr aufgetragen Meigh's Glasur für nach dem Zusammenschmelzen auf lufttrocknes werden kann, und eine gelbe Glasur giebt.— ET NER ZIUTDSI 7 FARFZEIE n ER Q- 512 Töpferofen, Construction desselben. Geschirr aus sich rothbrennenden Thon. Die lufttrocknen Geschirre erhalten erst einen Begufs mit rothen sehr zarten Mergel, dann, wenn dieser aufgetrocknet ist,®mit einer Glasurmasse, welche aus zersetztem feldspathreichen Granit(cornish stone), Glas und Braunstein zu glei- chen Theilen zusammengefrittet worden. Für unsere gewöhnliche Töpfer- waare zu strengflüssig.— Mat hat auch Phonolith(Klingstein) empfoh- len.— Wasserglas aus Natron und Kali gefertigt hat Leibl anzuwen- den gelehrt, und zwar mit einem Zusatz von kohlens. Kalk, so dals beim Brennen sich auch kiesels. Kalk bildet.— Salzglasur ist auf Töpferzeug nicht anzuwenden, sie erfordert eine zu starke Hitze um einzubrennen, wobei die Waare eher schmelzen würde, ’ Der gewöhnliche Töpferofen ist länglich-viereckig, von verschiedner Grölse, mit einem Tonnengewölbe überspannt; an der einen schmalen Vorderwand sind 3 Schürlöcher, von denen das mittelste das gröfste ist; vor der Hinterwand ist auf das Gewölbe ein Schornstein aufgesetzt, in der Hinterwand das Kriechloch. Hinter der Vorderwand wird aus ‚ Ziegelsteinen eine Scheidewand, Ständer, angebracht, welche die Feu- erkamm&r, fournaise, von dem eigentlichen Ofenraum scheidet. In dem Ständer werden gröfsere Oeffnungen, den Schürlöchern entsprechend, aus- gespart, und kleinere, indem man zwischen je 2 Ziegeln Zwischenräume läfst. Man setzt auch aus losen Ziegeln den Schürlöchern entsprechende Kanäle durch die Länge des Ofens, die man Schürgänge nennt, in wel- che während des Brands Holz durch die Schürlöcher eingeschoben wird. Man füllt nun den Ofen von vorn nach hinten mit Geschirr an, setzt in die Töpfe auf kleine Dreifüfse kleinere Geschirre und deckt dann mit Thonplatten dieselben zu, stellt darauf wieder andere Geschirre etc., bis der Ofen gehörig bis ans Gewölbe gefüllt ist. Schüsseln, Nipfe ete, werden zu oberst aufgestellt, und zwar auf die Kante, und mit ihnen der Ofen verlegt. Das Geschirr, welches die stärkste Hitze verträgt, wird zunächst dem Ständer geschichtet und umgekehrt. Das Feuer wird zuerst im mittelsten Schürloch angemacht, und ziemlich lange in dem- selben allein unterhalten, dann werden auch die Seitenlöcher aufgebro- chen, eingeschürt und das Holz allmälig weiter in den Schürgängen in den Ofen hintergestolsen. Das Brennen dauert ungefähr 26 bis 30 Stun- den, dann wird der Ofen zugeschmiert, worauf er allmählig abkühlt. Die Masse des Töpferzeugs ist auf dem Bruch erdig, gelblich-weils, porös, verträgt bedeutende Abwechselung der Temperatur ohne zu rei- fsen und zerspringen, schmilzt bei höhern Hitzgraden durch den Ge- halt an Kalk und Eisenoxyd; die Glasur muls gut eingebrannt sein, keine Risse bekommen, noch weniger abblättern, darf keinen Ueberschuls an Bleioxyd enthalten, welches dadurch erkannt wird, dafs man Essig in dem un Geschit koc 4 Sejmelelwas Jh en sehn Ent übeı sie zu unferwerl Dis banzlan ıi, Inarchie n Thn gefer !Andet;(die V sehen worden, a nit)utrothe wen; er wird » Versiz gebra Jim, vd derse alt nun die Ges erieht: nur Glası ar von in gem a nur de Kafleel se, me wendig r Plihen, wen) im ablende G selben Jeim Bren) Der Drnnofen| en da Porzell: Ivan de vorder sh lane, n tem Vanwand 2 Ukt, Inerkamm "ar, An "Pc, moefihr j Mal, up lührt| Eh ac) hint " Ü herans AU, dafs si iM * All hra a brennt A | on FR) f} , ‚en die U Ahr IN\ selben, ie Vuftrocknn v ten Nergı],& %, Welche au N j und Braunsiin h nsere gewöhnlich, plith(Klinesti)„, tigt hat Zei A n kohlens. Kıl, te— i eine zu starke I| ‚en würde] ereckig, von yon) an der einen; as mittelste dı n Schornstein» r Vorderwand n pracht, welch nraum scheidet; chern entspredh ‚ Ziegeln Zwisc irlöchern entsyr Jürgänge nenn cher eingeschdi it Geschirr an, re und deckt{ r andere Gesch t, Schüsseln,\ı e Kante, und u stärkste Hitze 1 gekehrt, Das Fr | ziemlich lange lie Seitenlöcher# or in den Schürft ; ungefähr% bi f er allmählig ab ruch erdig, gelbli Temperatur a tzgraden durch# ‚ut eingebrannt su rf keinen Ueber, vird, dab mat r en Me hen TE ı Vet RE a BEZ dee ne ne nn Born m ST Fabrikation des bunzlauer Geschirrs. 513 dem Geschirr kocht, darauf den Essig auf einen Gehalt an Bleioxyd mit telst Schwefelwasserstoflgas, oder hydrothiöns, Schwefelammonium prüft, wodurch ein schwarzer, durch chroms. Kali ein gelber Niederschlag ent- steht. Es ist überhaupt gut, jeden neuen Topf einer Vorbehandlung mit Essig zu unterwerfen, um die Glasur vom losen Bleioxyd zu befreien. Das bunzlauer Geschirr, welches in dem östlichen Theil der preuls. Monarchie allgemein beliebt ist, wird aus einem ziemlich feuer- festen Thon gefertigt, den man in der Nähe der. Stadt bei Tillen- dorf findet;(die Vorbereitung des Thons ist, bereits oben Seite 509 he- schrieben worden.) Das gefertigte und schnell getrocknete Geschirr wird dann mit blutrothem Begufsthon von Neuland, bei Bunzlau, gefärbt, d.h. begossen; er wird gesiebt, geschlemmt, und für die ordinären Töpfe ohne Versatz gebraucht, für die Kaffeekännchen und andere feinere Ge- schirre, wird derselbe noch mit einem gelben versetzt. In diese Farbe taucht man die Geschirre so ein, dafs nur die Aufsenfläche sich damit überzieht; zur Glasur auf der innern Fläche. dient für die Töpfe ein Ge- meng von fein gemahlner Glätte und gelber Erde. Aufswendig bekom- men nur die Kaffeekännehen Glasur und zwar mit derselben gemischten Masse, wie inwendig. Auch glasirt man mit reiner unvermischter Glätte innere Flächen, wenn sie weils bleiben sollen, Die am Boden der Ge- schirre anhaftende Glasurmasse mufs sodann abgekratzt werden, damit dieselben beim Brennen nicht anbacken, Der Brennofen ist ein liegender Ofen(wie sie sonst auch zum Brennen des Porzellans angewendet wurden), 7 bis 8 Fuls hoch, 9 bis 10 F. an der vordern Stirnwand breit,’ an der hintern etwas schmäler, 20 bis 25 F. lang, mit einem Tonnengewölbe überspannt; er hat in der vordern Stirnwand 2 Schürlöcher, ein kleines unteres und ein viermal grölseres oberes. Hinter der Stirnwand, in 3 bis 4 Fufs Abstand, ist eine 3 bis 4 Fufs starke Mauer aufge”’hrt, der Ständer, der sich bis fast zur Höhe des obern Schürlochs@rhebt, und die sogenannte Heitz- kammer, Feuerkammer begränzt, einen Raum, in welchem sich die Koh- len ansammeln. An der hintern Wand befindet sich eine Oeffnung, das Kopfloch,, ungefähr in der Höhe zwischen beiden Heitzlöchern der Yor- derwand, sie führt in den Schornstein; in einer der. Seitenwände be- findet sich nach hinten zu das Kriechloch, durch welches die Geschirre eingesetzt und herausgenommen werden. Die Ofensohle wird mit Sand beschüttet, so dafs sich die Sanddecke nach hinten bis ans Kopfloch er- hebt, Man brennt alles feinere Geschirr in eignen aus scharfen Sand und Thon gefertigten Kapseln, deren man 6 bis 7 übereinander schich- tet; sie bilden die 2 vordersten Querreihen hinter der Heitzkammer, und eine Reihe zu beiden Seiten des Ofens; in der Mitte werden dann T, 33 En EEE EVEN NETTES Sal 2 7 FF A 1 [4 E ag Se er‘ 514 Bunzlauer Geschirre, griechische, etruskische Gefülse. die Töpfe eingeschichtet, und zwar auf folgende Art. In die Töpfe, die:zu unterst auf die Sandschicht gestellt werden, legt man einen so- genannten irdnen Dreifufs, auf diesen stellt man feineres Geschirr, deckt die Töpfe mit gebrannten, eigens dazu gefertigten, Thonblättern zu, und stellt darauf wieder feinere Geschirre, die mit umgekehrt aufgestellten Töpfen bedeckt werden, und so fort, bis der Ofen voll ist, Man ver- streicht mit sandigen Thon die Töpfe, damit sie sich nicht verschieben, denn nie dürfen die feinern Geschirre der Flamme unmittelbar ausge- setzt werden. Zuerst feuert man durchs untere Schürloch langsam an, dann durchs obere; der Brand dauert 18 bis 20 Stunden. Der Holz- verbrauch beträgt wenigstens 4 Klafter,(3 Haufen); der Ofen kühlt 10 bis 12 Stunden lang ab. Nach einer neuern Verbesserung‘) bedient man sich einer Glasur für feinere Geschirre aus Bleiglätte, mit% Feldspath und 5 Kreide ver- setzt, welche nach angestellten chemischen Prüfungen, sich sowohl ge- gen Essigsäure, als gegen verdünnte Mineralsäuren unveränderlich be- wiels; sie ist jedoch nur für die 3 ersten Feuersgrade anwendbar, und bekommt leicht Haarrisse. Rothe irdne Waare, ohne(auch mit) Glasur, poterie rouge. Aus Ei- senoxyd haltenden Thon, weleher sich im Feuer roth brennt, für gemeine Waaren ungeschlemmt, für feinere geschlemmt, mit Sand oder gebrannten und gepulverten Scherben vermischt verarbeitet wird, verfertigt man nicht allein ganz gervöhnliche Blumentöpfe, Ofenkacheln, Zuckerformen, sondern auch feine Waaren, als Vasen, Badewannen, Candelaber, Statuen ete., vergleiche oben Seite 492. Die Ofenkacheln werden mit weilser Email- glasur, auch mit schwarzer, gelber ete.,, marmorirter überzogen; auch die Kunsigegenstände werden nicht selten glasirt und bemalt. [ Ganz ähnlicher Art sind die alten griechischen, etruskischen, römischen Gefäfse, welche man im südlichen Italien, Sicilien ausgräbt. Die vor- züglichsten hinsichtlich der Beschaffenheit der Masse, der Schön- heit der Form, der Malerei und des Glanzes der Glasur hat man zu Nola gefunden. Die feinste Masse ist stets mit einer schwarzen Gla- sur versehen, die kein Bleioxyd enthält, sondern von einer kohlen- stoffreichen, brennbaren Materie herzurühren scheint, man vermuthet von Erdpech, Gagat. Aulser der schwarzen Farbe finden sich'auch noch andere Farben auf den etruskischen Gefälsen; sie zeichnen sich vorzüglich durch eine besondere Leichtigkeit aus, sind durch- aus. nicht verglast, überhaupt nur schwach gebrannt. Haufsmann in Göttingen hat hierüber genaue Untersuchungen angestellt. Dessen Com- *) v.d. G. 1828. s. 292. Alca sent de. eon airuscd appellan Tim, AFII pag‘ Dyrise Thongel Mi Min hedien \inks egper‘ pol Ihe, un Wasse Inch die Poren 1 zdunset, und( ‚ gbenden| I: Temperatur dı Ihrezus haben st und Jart, von Ind und Nalaga@ lit, Ihre Parbe 15 the Parke, und. sir as, oem felten 7 rohfeuer gebrann Gesch unter den Nase, schmutzig=wi Pallapschirr,| al kan zum Abk hal a, dem The ide Hi zu gebi Iaten-| ıksamkeit ürbrone der Porosi it veruhrt wird, My ft den ostir I ıulztiege kl heil. au Lan Veite 2), Med Iwecke Hl auch di Nm na die Gef; ae ge} ehmelen, Flul N Mentarerhöh, Halk Altlune, q i Se fen von Sl lc durch hi ider hesh Inhen Mir; aan ische Gefil, le Art, In den, N, lest man d, eineres Ges Lim, Un umgekehrt N fen voll ist K sich nicht verdi, me u, Schürloch Jan 20 Stunden, Dh, >); der Ofen ki) man sich eintl; path und 5 Kril gen, sich sn) ren unveränderl srade anwendbu poterie rouge ii th brennt, fürge t Sand oder seine ird, verfertigt ni ‚ Zuckerformen; andelaber, Statt den mit weilse! rter überzogen; 1 d bemalt, etruskischen, ri lien ausgräbt, Jer Masse, der der Glasur hat» nit einer schwanz’ pdern von einer| . MV scheint, man ‚ Farbe finden sid N frfzonı sie MP Gejälsen; sıe tigkeit aus, SD ‚ebrannt. Das! angestellt. Haufe ee ern Alcarazzas, Hygroceramen, Schmektiegel. 515 mentatio de confeetione vasorum antiquorum fietiium, etrusca appellantur, Gottingase 1823. 4to,— Tom. XVII. pag. 225. Poröse Thongefäfse: zum Abkühlen des Wasser, Alcara nier, Man bedient sich in den heifsen Ländern Europe guae vulgo Brongniart, im D. t. zzas der Spa- ns, Asiens und Afrıkas eigner poröser, Thongefälse. von verschiedner Gestalt, Farbe, Masse, um, Wasser ‚abzukühlen, welches dadurch bewirkt wird, dafs es durch die Poren nach der äufsern Fläche hindurchdringt, dort stets verdunstet, und dadurch Kälte erzeugt. WVenn,z. B. die Temperatur der umgebenden Luft 20 bis 25° beträgt, so kann durchs Verdampfen die Temperatur des-VWVaässers um 5° niedriger werden. Die spanischen Alkarazzas haben die Gestalt einer Flasche mit Henkeln, sind ziemlich fest und hart, von feiner Masse, sie werden in der Umgegend von Ma- drid und Malaga aus Kalkmergel verfertigt, hält, ihre Farbe ist röthlich-gelb. der vielen kohlens. Kalk ent- Die ägyptischen haben eine grünli- che Farbe, und sind mehr scharf getrocknet, als gebrannt, sie werden und nach dem Trocknen bei In. Paris fertigte Fourmy eine Nachahmung jener Geschirre unter dem Namen Hygroceramen, von einer g aus einem fetten'T’honmergel gefertigt, Strohfeuer gebrannt. robkörnigen Masse, schmutzig-weils von Farbe. Jedes schwach gebrannte(verglühte) porcelaine degourdie, lälst Wasser durchsickern, und kann zum Abkühlen desselben gebraucht werden. Porzellangeschirr, Es kommt nur darauf an, dem Thon viel Sand beizumengen, und beim Brennen ge- linde Hitze zu geben;' man hat einen Zusatz von Salz vorgeschlagen, dessen: Wirksamkeit nicht recht klar ist, dagegen Kohlenpulver zur Ver- mehrung der Porosität nützlich erscheint, indem es beim Brennen gänz- In. England fertigt man Abkühlungsgeschirre in Masse für den ostindischen Handel.] lich verzehrt- wird. Schmelztiegel, creusets, erueibles, melting pots, werden theils aus Metall, theils aus verschiednen Thonarten gefertigt(vergleiche die Einleitung Seite 21), von letztern kann hier nur allein die Rede sein. So wie die Zwecke verschieden, zu deren Erreichung man Tiegel ge- braucht, sind auch die Materialien von verschiedner Beschaffenheit, aus Selulen man die Gefälse formt. Sie müssen möglichst schwer: schmelzbar sein, damit die zu schmelzenden Gesenstände, olıne dafs sie selbst zusam- menschmelzen, in Flufs gebracht werden können; sie müssen eine allmäh- lige Teniherstürerhöhhne ohne zu bersten ertragen, eben so eine darauf folgende Abkühlung, damit man sich derselben mehr als einmal bedienen ei sie dürfen von den in ihnen zu schmelzenden Materien weder an- gegriffen, noch durehbohrt werden. Schmelzgefälse, in denen man keine alkalischen oder bleihaltigen Flüsse schmelzen will, und welche keinen sehr hohen Hitzgraden ausgesetzt werden, brauchen nicht alle angegeb- nen Eigenschäften in sich zu vereinigen, wenn sie nur nicht zu dicht 35* Zr en ER ee 516 Schmelstiegel, Stourbridgetuegel. sind, damit sie in der Hitze nicht Risse bekommen. Hierher gehören die Tiegel, deren man sich zum Schmelzen von Metallen, zu chemisch- pharmaceutischem Gebrauch bedient, welche aus einem wenig eisen- schüssigen Thon mit Sand- oder Cementzusatz gefertigt werden; in ho- hen Hitzgraden schmelzen sie aber, und sind für Glasflüsse zu. porös, diese dringen durch und greifen die Tiegel stark an. Tiegel, in denen man Glas schmelzen will, Glashäfen, müssen aus völlig feuerfestem Thon mit einem Zusatz von scharf gebrannten Thoncement, welches fein ge- mahlen hinzugeselzt wird, bereitet werden(siehe oben Seite 374), allein nach einigen Monaten sind sie vom Alkali, Bleioxyd so angegriffen, dafs sie als unbrauchbar ausgewechselt werden müssen. Muffeln für die Zinkdestillation(siehe bei diesem) müssen auf gleiche Weise angefertigt werden, desgleichen die irdnen Röhren zum Treiben des Schwefels, Saigern von Wismuth. Berühmt sind die Tiegel von Stourbridge, welche aus dem’ dortigen feuerfesten Thon mit gebrannten Thoncement gefertigt werden. Der Thon wird eben so vorbereitet, als beim Steingat Seite 495 angegeben worden ist. Tiegel, Häfen ete. werden aus freier Hand gefertigt, in durch Oefen erwärmten Trockenkammern langsam getrocknet, dann auf Eisenplatten gestellt, die durch Feuerkanäle geheitzt werden. Sie werden in England gewöhnlich ungebrannt verkauft, nur für die Ausfuhr gebramnt. Das Brennen geschieht in Oefen, die eben so con- struiet sind, als die Steingutöfen, nur werden die untern Feuerkanäle durch die gleichzeitig zu brennenden Ziegel gebildet, die Feuerröh- ven an der Umfassungswand fehlen. Die grolsen Gulfsstahlfabriken in England(Sheffield), so wie auf dem Continent, können diese Tiegel nicht entbehren. [Man hat mit sehr gutem Erfolg% Theil Coakspulver der Masse zuge- setzt, um sie dadurch noch poröser und weniger dem Bersten ausge- setzt zu erhalten. Ein solcher von Anstey*) verfertigter Tiegel hielt 1A bis 18 hintereinanderfolgende Schmelzungen von Eisen aus; ein Tiegel von Smith, aus Stourbridge Thon, Coaks und Graphit, hielt 23 Schmelzungen zu 70 Pfund Eisen aus! das Verhältnifs war 8 Raum- theile Thon, 5 Rthle Coakspulver und 4 Rthle. Reifsblei. Diese Tiegel hielten die grölsten Hitzgrade ohne zu erweichen aus,. so dals man Stabeisen in ihnen schmelzen konnte(155° bis 157° WV.), und ertru- gen Temperaturwechsel, ohne zu bersten.— Eine andere. Mischung*) für die Messingfabrikation ist folgende:% Stourbridge Thon,% gebr. Thoncement, 4 Coakspulver,% Pfeifenthon; die Masss wird geprelst.] Die hessischen Tiegel von Grofs- und Klein- Allmerode und *), D, p. I. Bd. 21. Ss. 115,”) D. p 1.Bd,i2l. Ss. 187. Hase] (ner, IM N „denhalende A Sud gelert ji in Tr sl zacl dm Tr ; je Tigelmas \hmelrn aller] Iharkeit begrüu mdsich d \ichtee Masse sun, keine, mi ıftel, Si: habe sJhleisce Glas ihr bei 150 jeniht jeder fi dies haben E vl, wo man| In hessen In jshen Jaborator! Il belt, Sie nd n kmur, 1 ılr linın Schich ı en, Man fe Ahr, tirbare Dres Thrık fi dt ka, zu Mi m mitrn Sor u Hes | sch | Te | rn Ks,| 0 Ühnnerd| ler 9 st| 14 sel, \. Hierher All etallen, zı in US einem EN efertiet werde.) ir Glasflüsse my; an. Tierel, hi, völlig feuerleshl, ment, welche}, - oben Seite 1; ıyd so angerrih, issen, Muffeh| eiche Weise;} alt reiben des$ on Stourbride ı n Thoneement! Is beim Stein verden aus fiel ern langsam ge anäle geheittı verkauft, mul fen, die eba ie untern Fer obildet, die Ir en Gufsstahlkir , können dies spulver der N: yiger dem Berste verfertigter Ti ‚en von Eisen’ yaks und Graf Verhältnils war! „ Reifsblei, Div ichen aus, S0! 17 W), w' Eine andere Nur ourbridge Thon,\! je Masss wird it ] Klein- All 21,5 Bl Hessische Tiegel, Nachahmung ders., Analys.o.Tiegelmassen. 517 Ellmerode, im Kurfürstenthum Hessen, werden aus einem wenig Eisen- oxyd enthaltenden, kalkerdefreien, feuerfesten Thon mit Zusatz von grö- bern Sand gefertigt; die Masse wird mit wenig Wasser angemengt, he halb sie beim Trocknen wenig schwindet, in eisernen Formen geprefst, und nach dem Trocknen mälsig stark gebrannt. Durch den gröbern Sand ist die Tiegelmasse sehr rauh, daher zu manchen Operationen, als zum Schmelzen edler Metalle, unpraktisch; dagegen liegt hierin die längere Haltbarkeit begründet, da die Masse durch den gröbern Sand porös wird, und sich daher schneller ausdehnen und zusammenziehen kann, als dichtere Massen. Man fertigt dreikantige kleinere; konische mit Aus- güssen, kleine, mittlere und grofse; Tiegeldecken, Muffeln, Retorten u. a. Artikel. Sie haben eine schmutziggelbe Farbe, klingen, vertragen salzige und bleiische Glasflüsse ziemlich gut, schmelzen aber eher als Stabeisen (ungefähr bei 150° W.) Man hat vielfach versucht sie nachzubilden, aber nicht jeder feuerfeste Thon, nicht jeder Sand ist dazu anwend- bar; dies haben Erfahrungen bei uns”) sowohl, als auch in Frankreich gelehrt, wo man in neuerer Zeit Tiegel fabrieirt(Beaufay in Paris), die den hessischen in nichts nachstehen sollen und deren man sich in che- mischen Laboratorien, Münzwerkstätten, ja selbst zum Schmelzen von Strafs bedient. Sie werden aus einem Thon gefertigt, der in der Ge- gend von Namur, in den Ardennen, gegraben wird; sie sind mit'einer sehr dünnen Schicht Thon übergossen, um ihnen eine glatte Oberfläche zu geben. Man fertigt aus dieser Masse auch Röstscherben, Muffeln, Retorten, tragbare Oefen ete. [ Deyeux, Fabrik feuerfester Tiegel, in denen Stabeisen geschmolzen wer- den kann, zu Mouchy-St.-Eloy im Dptmt. de P’Oise.— Berthier hat von mehrern Sorten Schmelztiegeln Analysen geliefert, die hier folgen: Engli-| St. Eu-| Glasha-| Böhmi- Glasha- Hessi-| Beau- he alas en sche| fay in sche fürlenne für! fen von] scher| fen von 0 I. Gufs-| Gufs- Ne- Glas-|Greusot Tiegel| Parıs stahl stahl| mours| hafen Kieselerde 70.9 646 63,7 65.2 7,4 68.0 68,0 Uhonerde 24,8 34.4 20,7 25,0 32,0 29,0 28,0 Eisenoxyd 3,8 1,0 4,0 72 0,3 22 2.0 Magnesia Spur—— Spur Spur 0,5| Spur Wasser——= 10,3 Sa 7= SE 10_ 9,5| 100,0 98,7| 97,4| 100,2| 99,7| 990 —_ *) vd, 6. 1828. s. 249. TE eat m ur m zer er er ge a Leo NETZ IV TS 7 32 SERZERE N an Ber han x ee 2 518 Graphittiegel, Pfeifenbrennerei. Nach einer von. mir angestellten. Analyse mit ungebrannter Masse ei- nes hessischen Tiegels lielsen sich aus 100 Theilen derselben, welche beim scharfen Trocknen 4,83 WVasser verloren, ausschlemmen 59,65 Sand und 35,21 Thon. Dieser gab 56,23 Kieselerde, 36,49 Thonerde, 0,68 Kalkerde, 6,58 Eisenoxyd, Spuren von Magnesia.] Graphittiegel*), ereusets de plombagine, black-lead crucibles, (63 pser. Tiegel), Passauer Tiegel, werden aus feuerfesten Thon und dem zweifachen Gewicht Reifsblei. gefertigt. Beide werden mit Wasser innig gemengt, darauf geformt, getrocknet und nicht gebrannt, sondern blols zum vollkommnen ÄBrockoen mälsig erwärmt. Man fertigt dreieckige und konische, benennt sie nach‘dem Markgewicht, als 10, 15, 20 Märker etc. Sie halten grolse Hitze aus, ohne zu schmelzen, gröfsere als die hessi- schen Tiegel, ertragen starke Abwechselung der Temperatur, ohne zu bersten, ‚können deshalb auch mehrmals gebraucht werden; sie dienen zum Schmelzen von edlen: Metallen, wegen ihrer glatten Oberfläche bleibt nichts hängen, also möglichst wenig Verlust, zum Bronzeguls, nieht zum Schmelzen salziger Materien, Glas ete. Man fertigt dieselben nicht in Yps, sondern in(Haffner-) Obernzell bei Passau, wo sich in der Nähe Graphit und geeigneter Thon findet, auch werden dort, jedoch seltner, andere chemische Feuergeschirre, als Röhren, Retor 2anf; Muf- feln.ete,, auch: Ziegel, Oefen, Kochgeschirre gemacht. Besonders in den Münzanstalten, und von den Gold- und Silberarbeitern werden die Graphittiegel viel gebraucht; sie dienen auch zur Fertigung tragbarer chemischer Oefen(siehe die Einleitung). Man fertigt auch aus Steinzeug, Porzellan, sowohl dem verglühten als Biseuit und glasirtem, Schmelztiegel, welche aber wegen ihres dichten Gefüges dem Bersten sehr ausgesetzt sind; sie sind zum Schmel- zen salziger Stoffe, zur Darstellung von ätzenden Erden brauchbar. Hierher gehören auch die Feuerwaaren von Wedgwood, W. fire- wäre, 4. Pfeifenbrennerei. Man unterscheidet weilse und farbige Pfeifen, letztere bestehen jedoch nur in Pfeifenköpfen. Das Material zu den weilsen Pfeifen ist ein feiner, feuerfester eisen- und kalkfreier Thon, Pfeifenthon, terre& pipe (siehe oben Seite 478), der sich leicht verarbeiten läfst und sich weils brennt. Man findet ihn bei Cöln, daher er auch Cölnischer Pfeifenthon genannt wird, bei Lüttich, Namur in den Ardennen, in Frankreich, England eie. Derselbe wird durchs Einsumpfen, Schneiden, Treten, *) Kunst- und Gewerbeblatt d, polytechn. Vereins in Baiern 1826. Ss. 250. chen el seh sihnlichen Veı M Sleinchen V |ammt, Die ” ce ar ke, m der Ko m N ık am I, It sie ein 'yinnt se der nen Draht, ıit Ol bestrı 1, nd var in Iie Form des R ı pre beide ı 10 aszuhöh u, sipper, ein ‚Lbnsriben eing edrict and dei ı Pl kransgen Iranmma, die I zn cunlen Mess im as Ichat ger] n giktzten Brei u Kia 900 Ste Dis Dennen« te is eylin asia und. die en ul ftanzösi il, Sende 0 a efüllten Al m einen le anıbern Thu uhr Krumgest Ateten nachher nit Torf oder ul ein er Kaps Ol die Pfei all, an Aula I N tem ıh Über g mar il. j di Kammer "el nkohle U FE Pak hi, en derselbe,& ausschlerumi he de, 30,49 Um nesin,] black-Iend Oil, festen Thon u| rden mit Wax, nut, sondern| h fertigt dreier, 10, 15, 20 Mir grölsere als di; Temperatur, t werden; sı »r glatten Ol: ist, zum Bruns Man fertigt di Passau, wo: werden dort ren, Retorta, acht, Bes arbeitern wer ‘ Fertigung tx u u owohl dem ver he aber weit . sie sind zum! len Erden bi ‚wood, W. fin ifen, Jetztere , weilsen Pfeile 'eifenthon, terre ten Jälst und si | Cölnischer Pix dennen, im 1, Schneiden, in == 3&= = EEE Be ER EEÄTNT Pfeifenbrennerei, 519 Gleichen ete. sehr sorgfältig vorbereitet(vergleiche die Beschreibung des gewöhnlichen Verfahrens der Töpfereien Seite 509), denn hiebei muls jedes Steinchen wohl vermieden werden, weshalb man sandigen Thon schlemmt. Die Pfeifen werden also gefertigt: man formt aus einem Thonklos eine lange dünne Thonwulst, Weller, roll, der an dem einen Ende, wo der Kopf der Pfeife, fourneau, bowl, entstehen soll, dicker sein mufs, als am andern. Der Roller legt die fertigen Weller auf ein- ander, läfst sie etwas trocknen, ehe sie weiter bearbeitet werden. Dar- auf nimmt sie der Kaster, oder Former, durchbohrt sie der Länge nach mit einem Draht, Weiserdraht, aiguille, bis an den Kopf, legt sie in lie mit Oel bestrichne, aus zwei Hälften gefertigte, messingne Pfeifen- form, und zwar in die eine Hälfte derselben, so dals das stärkere Ende in die Form‘ des Kopfs zu liegen kommt, setzt die zweite Hälfte auf, und prelst beide mittelst einer Schraubenpresse zusammen. Um nun den Kopf auszuhöhlen, bedient sich der Arbeiter des Stopfers,, etam- peux, stopper, eines eisernen Kegels mit eisernen Grilf, weleher mit Oel bestrichen eingedrückt wird, worauf aller überschüssige Thon her- ausgedrückt und der Kopf hohl wird. Hierauf wird die Form geöffnet, die Pfeife herausgenommen, die Nähte, rebarbes, mittelst eines Drahts abgenommen, die Mündung beschnitten, das Rehr und der Kopf mit einem stumpfen Messer gestrichen und geebnet, endlich mit einem Glätt- stein aus Achat geglast, polirt. Die fertigen Pfeifen werden auf eigens dazu gefertigten Brettern getrocknet. Ein Arbeiter mit einem Gehülfen kann täglich 900 Stück fertigen. Das Brennen der Pfeifen geschieht in eignen Kapseln, Kästen, welche theils eylindrisch geformt sind, und im Olen aufrecht stehen, theils liegen und die Form eines Parallelopipedums haben. Die hollän- dischen und französischen Pfeifenbrennöfen sind ganz ähnlich den Stein- gulölen, stehende oben überwölbte Räume, in denen die cylindrischen mit Pfeifen gefüllten Kapseln auf einanaer gestellt werden. Jede Kapsel hat im Innern einen hohlen Kegel, chandelier, mit einer randen Thon- platte am obern Theil, gegen welche die Enden der Pfeifenröhren, die im Kreis herumgestellt werden, sich anlegen. Der Ofen wird gelind angefeuert, nachher stärker, der Brand dauert 16 Stunden, und man heitzt mit Torf oder Holz. Der in England gebräuchliche Ofen enthält statt einzelner Kapseln nur eine einzige grolse Kapsel oder Kammer, in welcher die Pfeifen um eine durchgehende Spindel, mit horizontalen runden, zur Aufnahme der Pfeifen ausgeschnitinen Thonplatten, in mehrern über einander angebrachten Abtheilungen im Kreise aufgestellt sind; die Kammer falst 7200 Pfeifen. Der Ofen hat einen Rost, auf ‚jo|| Tereins# Bui! welchem Steinkohlen gebrannt werden, der Brand dauert 7 bis 9 Stunden. eg un EEE EEE TE EN WEEZE VHS 1 9 FF EG r... 520 Ipfeifenbrennerei, Steinzeug. | in Polar, In Deutschland brennt man die Pfeifen in Oefen, ähnlich den ine und ' Fayanceöfen, bei denen die Feuerkammer unter dem Brennofen liegt;| sie sind 8 Fufs ins Geviert und 14 Fuls hoch. Die Kästen werden in zwei Reihen, je 3 auf einander gestellt, sie sind gegen 4 Fuls lang, 2 Fuls breit und hoch, und, damit sich die hineingepackten Pfeifen nicht. werfen, mit gestofsener und gebrannter»Pfeilenerde und rohen Pfeifen schichtweis gefüllt. Der Brand dauert 14 Stunden. Kleinere Oefen sind in Münden und Hameln im Königreich Hannover gewöhn- lich, für 1200 Pfeifen, die keine eigentlichen Kästen enthalten, son- dern wo sämmtliche Pfeifen durch eine dünne Thondecke," wie von nie h, ilrend Fa ‚kznsammenges ud feine | niteht Kochs ;n, auch nilunt Der Tin zur im, weile el jinelche Menge einer Muffel, überkleidet, ohne dafs sie von der Flamme berührt wer-{nl 5 den können, gaar gebrannt werden. Diese dünne Decke wird mittelst ‚ll Bun$: Papier, auf welches Thon gestrichen ist, gebildet, das Papier verbrennt idea Vorler in der Hitze, und der Thon bleibt als Kruste übrig. 5) ms Sand hinzu, Die gebrannten Pfeifen haften an den feuchten Lippen, und werden in Bilenasser leicht schmutzig, deshalb werden sie mit einer Tünche überzogen, wel- rhmken, Töpfe, che aus Gummi Traganth, weilsem Wachs, Seife und WVasser besteht;-,$; man bestreicht die Pfeifen damit, läfst einige Minuten lang trocknen, inr, nie Was und reibt sie dann mit Flanell, wodurch sie Glanz bekommen. Man Innienhur, bei Dı verpackt die Pfeifen in Kisten, Körbe, mit Häcksel, Buchweizenkleie. al dam In-einer Pfeifen werden in Holland, besonders in Gouda, gefertigt, woselbst Ar al ist, ein sehr viele Fabriken seit langer Zeit exisliren; in England noch früher, in Selmstein: d in Deutschland zu Grofs- Allmerode, Minden, Uslar, Hameln, Münden, und di im Kurfürstenthum Hessen, im Königreich Hannover; zu Speichen im WW, Ich ohn Regbzk. Trier, zu Bonn, Cöln u. a, a.©. im Königreich Preussen. alte Flssicke [ Krünitz Encyklopädie B. 109. S. 589. D. ı. T. XVI. p- 207.„Pipe.” Al me pllest N Rees Cyclopaedia Vol. XXVI.„Pipe Tabacco.”— In Ungarn und der\ ik, Son, We Türkei fertigt man arıs eisenschüssigen Thon(Bolus, Siegelerde), theils“ Shllde Ofen in auch aus einem geschlemmten fetten Thon mit Zusatz von Ziegelmehl, sel gewor Pfeifenköpfe, von denen manche sich dunkelbraunroth brennen, und A in brühruns mit Röthelpulver abgerieben werden, um sie roth zu färben, Die tür- y re Inh, kischen Köpfe sind klein, und ähneln, da sie schwach gebrannt, der i etruskischen VWVaare, die ungrischen, stärker gebrannten, mehr dem, Halver Steingut; erstere werden oft vergoldet.]" dm fihenden Al ‚ man S. 5. Vom gemeinen Steingut, oder Steinzeug. Äh N a et N a Das gemeine Steingut, Steinzeug, gres, stone ware, eine Gät- a® werde Ey tung irdner Waaren, welche sowohl von dem englischen Steingut, als| sa auch von der gewöhnlichen Töpferwaare, dem Fayence, wesentlich da-| ke der durch verschieden ist, dals die Masse so stark gesintert, dafs sie am 1. ran Stahl Funken schlägt, und sich dem Halbgeflofsnen nähert, analog dem Mehr dicht, FRE le Fabrikation von Steinzeug. 524 2 Oelen, 1) a), dem Brenn\ Die Kästen Eon d gegen Aa Ineinze yacktar?- AR. N.. Di h ta, ben, und auf eine ganz andere Art glasirt werden. Steingut wird näm- eitenerde nl ;chten Porzellan, von welchem es sich nur durch die stark gefärbte, minder feine und homogene Masse, und abweichende Glasur unterschei- det, während Fayence, Töpferzeug, Steingut nur mehr oder minder stark zusammengesintert sind, daher nicht die beträchtliche Härte ha- Tr, lich mittelst Kochsalz,‘oder mittelst Schmiedeschlacken, Laven, Bims- 44 ı\ Inn P.= N 1 hl u stein, auch mitunter gar nicht glasirt. 'cht Hannover» ferferti i i i nn Over pi, Der Thon zur Verfertigung dieser Art Waaren ist ein feuerfester, asten enthalln Thondecke, N) feiner, wenig eisenhaltender, fast ganz kalkfreier Thon, der oft eine \ hinlängliche Menge feinen Sand enthält; so z. B. der Thon von Belgern Flamme bei an der Elbe. 5% Pfund enthielten 3 Pfd. 133 Lth. feinen Thon und 1 Pfd. ® Decke wi 26% Lth. feinen Sand. Die Vorbereitung des Thons ist dieselbe, wie ', das Panien uk 7.. ‚die Papier sie in dem Vorhergehenden angegeben ist, nur setzt man nicht selten No: etwas Sand hinzu. Man fertigt daraus Flaschen für Mineralwasser,(Sel- n Lippen, ul ters- Bitterwasser u. a. m.), Krüge, Reibesatten,, Milchnäpfe, Apothe- ünche' überzun kerkruken, Töpfe,(nicht zum Gebrauch am Feuer), Flaschen für Säu- » und Wasser ren,(Schwefel-, Salz-, Salpetersäure), für Woulf'sche Apparate. Wasser- Tinuten lang h eimer, grolse Wassergefälse für Küchen ete.,(letztere sehr schön in lanz bekomm Oranienburg, bei Berlin, von Hrrn. Dr. Hempel). Die lufttrockne Waare sel, Buchweik wird dann in einen liegenden Ofen geschichtet, der dem Töpferofen a, gefertigt, n sehr analog ist, eine etwas ansteigende Sohle hat, meist ohne eigentli- England nod chen Schornstein; die Feuerkammer ist aber weiter. Das Brennen dau- \ar, Hameln,! ert 8 Tage, und die Hitze erreicht eine ansehnliche Höhe von 100 bis nover; zu Spei 120°W, Auch ohne alle Glasur würde das Geschirr dicht genug sein, jnigreich Preus um keine Flüssigkeiten hindurchdringen zu lassen, allein der Reinlich- D.XVn. 207 keit wegen pflegt man es mit einer Glasur zu überziehen, nämlich mit Fr ı.« aVlıv r L R k Ma AR kiesels. Natron, welches auf folgende Weise zu Stande gebracht wird. . d Sobald der Ofen in der beträchtlichsten Gluth sich befindet, wird Salz Jolus, Siegelerde, aaa in denselben geworfen, dieses verdampft, kommt mit dem glühenden Ge- Ibraunroth brenna schirr in Berührung, und wird zersetzt, indem das Chlor als salzsaures roth zu färben,) Gas entweicht, das Natrium sich oxydirt und als Natron mit der Kie- & schwach gebrat selerde sich verbindet, und so eine Verglasung bewirkt. Der Rauch, der gebrannten, mi mit dem glühenden Geschirr in Berührung tritt, macht dasselbe etwas gelbbräunlich, man hat es aber auch von ziemlich blafsgelber Farbe. Soll das Steingut mit Schmiedeschlacken und Hohofenschlacken glasirt er Steinzeug werden, so werden diese fein gepulvert auf die feuchten Geschirre ı est g, stome wart, aufge stäubt. unglischen Seit Die Farbe der Masse ist auf dem Bruch theils bläulich-grau, braun, Fryence, weil theils gelblich-grau, von verschiednen Mengen Eisenoxyd abhängig; die k"esintert, dal Masse ist sehr dicht, weshalb die Geschirre den Temperaturwechsel, ohne Ar..=. a s 1en nähert, an zu zerspringen, nicht ertragen, sie pafst daher auch nicht für Schmelz- ‚nen nalell, I rien a. TTS EEE CZ TEEN WEINE VE SA 79 7 PRFZEE nl u= 522 Steinzeug, Wedg wood-Geschirre. tiegel. Wäre der Eisengehalt geringer, go würde man Kalk hinzusetzen können, ohne zu befürchten, dafs die Masse dadurch im heftigen Feuer schmelzen dürfte, hiedurch würde die dem Porzellan eigne Durch- scheinenheit hervorgebracht werden; überhaupt ist zwischen dem wei- [sen Steinzeug, welches beim Brennen durchscheinend wird und feuer- beständig ist, und dem Porzellan kein wesentlicher Unterschied, als die Beschaffenheit der Glasur. Steinzeug wird in dem preulsischen Staat an vielen Orten pro- dueirt, im Regbzk. Merseburg zu Belgern a. d. Elbe, Hohenleipisch, Straach, Kraupa, Döllingen, Elsterwerda, Liebenwerda, in Zeitz, Skö- len; im Regbzk. Liegnitz zu Muskau, Freistadt, Waldenburg, Bunzlau; Regbzk, Trier, zu Speichen; im Landkreis Cöln, zu Frechem, Vallendar, Niederfell; Regbzk. Münster zu Stadtlohe, Ochtrup ete. [ Geschichtlich verdient angemerkt zu werden, dafs aus einem bei Plaue auch in unweit Brandenburg gegrabenen Thon vor hundert Jahren ein schönes Steingutgeschirr, Plauesches Porzellan, fabrieirt worden ist, von braun und schwarz gefärbter Masse; es wurde bemalt, vergoldet, die Fabrikation aber nicht lange fortgesetzt.] An das Steinzeug, oder gemeine Steingut, reiht sich eine Art Ge- schirr an, welches Wedgwood zuerst verfertigte, und das man nach dem Erfinder Wedgwood-Geschirre genannt hat. Diese werden aus gelärbten Massen gefertigt, die beim Brennen nach Art des Steinzeugs in Halbfluls kommen, daher ein porzellanartiges Ansehn erhalten, dry bodies der Engländer; sie werden gewöhnlich nicht glasirt. Die Masse, welche durch verschiedne Metalloxyde gefärbt wird, besteht aus 47 Schwerspath, 15 Granit, 26 Thon von Devonshire, 6 Gyps, 15 Kiesel, 10 kohlens. Strontian; oder auch 30 Granit, 23 Gyps, 17 Kiesel, 15 Thon, 15 Kaolin, 10 Schwerspath. Die Farbestoffe sind die bereits schon mehrmals erwähnten; Kobaltoxyd macht blaue, Nickeloxyd blals- grüne, Kupferoxyd braune ins grünliche, antimonige Säure orange- gelbe Massen; zur schwarzen werden 7, Eisenoxydul und Manganoxyd angewendet. Die gefärbten Massen lassen sich ebenso leicht verarbei- ten, als die Masse zum englischen Steingut. Man bringt gewöhnlich ver- schiedenfarbige Verzierungen, Abdrücke von Gemmen, geschnittnen Steinen, so wie andere Zierrathen an, welche besonders geformt und aufgelegt werden. Sie werden meist nur einmal gebrannt; sollen sie glasirt werden, wie z. B. die schwarzen Wedgwood-Geschirre, so be- steht die Glasur aus einem sehr leichtflüssigen Bleiglas, durch etwas Braunstein gefärbt; dieses wird gleich beim Brennen mit eingebrannt, Nicht selten zeigen die Wedgwood- Geschirre einen glänzenden Lüster, welcher ihnen ohne eigentliche Glasur, auf folgende Art ertheilt. wird. Wed ;Gescit® we | Pollasche 81 h Verfichtig ıfpe von Ghsui m vn wird hie(no MN Auf ide W Im Art, mie be hiıke ul brau unjer Säure Al |Flintels, zum aeg N jenel Yon It an m Ahrebillet: die 5 ik von Ützschn fen aid allgeı srenständ aulrest ı Dresden erligte, Irmpnurt, im D Rs xhekannt. ya silen älte it 4 Fiilien, ık oder ch Fe ulm ul wohll Je ande Mat art Oıken getr an, Tsscheint lem litrocken ner weils di(sur is Iimen ad sehr June Tlipe Zeie Lschen Porzella le, I Gese Die iR, Mh ans zwi mol] auch; len, dat RETTET NE ET, irre, man Kalk. ‘ch im hen rzellan een hi E zwischen re inend wird u 4 r Unterschied, am vielen Orten Elbe, Hohe;\ W erda, in Zah! Waldenburg,' is Cöln, zu f he, Ochtrup aus einem| rt Jahren an ıcırt worden il, jemalt, vergoll ıt sich eine Ai d das man nd Diese werk h Art des Si \nsehn erhalt t glasirt, Diel ird, bestelt ı 6 Gyps, 1] Gyps, 17 Ks toffe sind. die aue, Nickeloxy nonige Säure 1 vdul und Manz henso Jeicht Tel bringt gewöhnl Gemmen, gestl bi sonders selorı ‚| gebrannt; soll »ood- Geschirte, 1 Bleiglas, durch ennen mit ejprei! nen oinzenden a ıde Art ertheu a nn hen Wedgwood-Geschirre. Porzellanfabrikation. 523 Die Geschirre werden in Muffeln, deren innere Oberfläche durch Salz und Pottasche glasirt ist, zum zweiten Mal gebrannt, wodurch sie, durch Verflüchtigung der Alkalitheile von der innern Fläche, einen Anflug von Glasur erhalten,‘ welches Verfahren in England the smea- ring genannt wird. Man bringt selbst noch absichtlich eine leichtflüs- sige flüchtige Composition in die Muffeln, um jenen Lüster gehörig zu erreichen. Auf solche Waare werden auch farbige Drucke aufgetragen, in der- selben Art, wie bereits oben Seite 500 angegeben worden ist; um gelbe Abdrücke auf braunen Geschirren- zu fertigen, wendet man Ocker mit an- timoniger Säure an, das Flufsmittel besteht aus gleichen Theilen Kiesel und Flintglas; zum weifsen Druck wendet man auf farbigen Grund ein Gemeng von jenem Flufs und Kieselstaub an. Man hat an mehrern Orten des Continents diese Wegdwood-W aare nachgebildet: die schwarze Masse zu Saargemünd(Saarguemines) in der Fabrik von Utzschneider; sie können jedoch der natürlich theuren Preise wegen nicht allgemein in Gebrauch kommen, werden mehr als Kunst- gegenstände aufgestellt.— Das erste Porzellan, welches Böttcher 1703 in Dresden fertigte, war eigentlich roth-braunes Steinzeug. [Brongniart, im D. t. Tom. XFIl. p. 269. St. Aimans, a.a. O. p. 155.] 6. Porzellanfabrikation. Es ist bekannt, dafs die Kunst Porzellan zu fabrieiren in China und Japan seit den ältesten Zeiten ausgeübt worden ist; man bedient sich dort 4 Fossilien, des Kaolinus, des Petunze, eines feldspathreichen Gra- nits oder auch Feldspaths, des Hoache, Talks, Specksteins für die leichten und wohlfeilern Sorten des Porzellans, und des Chekao, Gypses. Die einzelnen Materialien werden sehr sorgfältig zubereitet, die Masse durch Ochsen getreten, und lange Zeit aufbewahrt, ehe sie verbraucht wird. Es scheint als würden die gefertigten Geschirre nicht verglüht, sondern lufttrocken glasirt. Die Masse des chinesischen Porzellans ist weit weniger weils, als des jetzigen europäischen, aber sehr feuerbestän- dig, die Glasur ist stets srünlich, und mitunter voller Haarrisse; die Formen sind sehr barock, geschmacklos, die Malerei höchst einfach, ohne richtige Zeichnung und lebhaftes Colorit; sie tritt auf dem chi- nesischen Porzellan auf der Glasur hervor, nicht auf dem japani- schen. Die Geschirre zeichnen sich durch grolse Leichtigkeit und Dünne aus. Man mufs zwei Arten Porzellan, die in ihrer chemischen Mischung sowohl, als auch in ihrem sonstigen Verhalten verschieden sind, unter- scheiden, 1) das Feldspathporzellan, porcelaine dure, 2) das Frittenpor- 524 Feldspathporzellan. zellan, porcelaine tendre, soft porcelain, iron stone china, welches bereits vor Entdeckung des erstern durch Böttcher, in Frankreich 1695 gefertigt wurde, und noch gefertigt wird. Die erste Fabrik-war zu Saint-Cloud, darauf entstanden andere zu Chantilly, Orleans, Villeroy, das Fabrikat war aber keineswegs lobenswerth. 1756 wurde die Fabrik von Sevres ursprünglich für F rittenporzellan errichtet, in welcher 1768 angefangen wurde ächtes Porzellan zu fertigen, aber erst 1774 kam die- ser Fabrikationszweig in Schwung."Weit früher als in Frankreich wurde in Sachsen ächtes Porzellan gelertigt. Böttcher stellte 1703 das erste aus Meifsner Thon dar, welches eine rothgefärbte Masse hatte,(vergl. das auf voriger Seite gesagte), 1709 mit Beihülfe des Baron von Tschirnhausen weilses Porzellan; hierauf wurde die Porzellanfabrik zu Meifsen 1710 errichtet, Später entstanden Fabriken zu Wien 1721, Fürstenberg 1744, Frankenthal 1754, Berlin 1760, Nymphenburg a. a. a. O., besonders mehrere in den thüringschen Fürstenthümern, zu Gotha, Ilmenau, Gera, Rudolstadt; in der neusten Zeit in Althaldensleben und Weifsenfels. a) Aechtes oder Feldspathporzellan. Zur Verfertigung der Porzellanmasse, pdte, sind erforderlich 1) Por- zellanerde, Kaolin, als Hauptbestandtheil, und 2) ein Flufsmittel, fondant, mehrentheils Feldspath, wie in Berlin und den mehrsten deutschen Por- zellanmanufakturen, aber auch ein kalkhaltiger Sandstein, wie z.B, in den thüringer Fabriken(Gotha, Weilsenfels), Gyps, Kreide und Kiesel, Durch den Zusatz des Flufsmittels wird der feuerbeständize Thon durchs Brennen in einen Zustand der Dichtigkeit gebracht, der das Durchscheinende der Masse, das Klingende bedingt, die Partikeln des feuerbeständigen Thons werden gleichsam zusammengeschweilst; doch darf nicht zu viel hinzu- kommen, weil sonst die Porzellanerde zu viel von ihrer Bildsamkeit und Zähigkeit verlieren würde, auch nicht zu wenig, indem sonst die Kapseln eher erweichen und schmelzen würden, bevor die Masse gehö- rig gut gebrannt wäre, Die Bearbeitung der einzelnen Materialien zur Porzellanmasse und Glasur ist folgende. Die Porzellanerde, so wie sie von der Grube kommt, wo man die Steine und die gröbern Beigemengsel bereits aus- gelesen hat, wird geschlemmt; hierzu sind grolse Schlemmvorrichtungen erforderlich. Man stellt in einem langen, gepflasterten Raum grolse hölzerne Botliche auf, und zwar so, dals sie zwei Reihen über einander bilden, indem die obern auf ein mit Brettern belegtes Gerüst über die untern gestellt werden. Die Bottiche haben in verschiednen Abständen vom Boden Löcher, welche mit hölzernen Pfropfen verschlossen sind. Ueber je zwei obere Bottiche stellt man einen kleinen, in welchen 2 Centner Erde eingetragen und mit Wasser aulgeweicht wird. Das zum (|JemmeN ur ‚Decke I S ‚j. oder Ropl ht serfau der Sehlt drei ‚nieht jr tee Zufl in dem 1 de Ir einge 4 alt sind, Gyäblhe al die vrtern 1 durchs Oel a[tines Sieb in , eima noch nic Aus den un ein Immen sl It, welttes so Iranf st, Aus uhereen Anfrüh innen; nam weil lase an tiekner ult fir ie Destı Dr dspath as eneleischre vl, awird d Nilen areliefer tele rch ei kim Stücke In Iiichtung am, Währ 1, wendie Mas ie mil dick, Sk NR Mer hen,| Ne 2 Bott nl, da Ihs af h Ainbr feule kml aber in lan Erde, ia, dh ds( Sie Ay N ” I==—y Ten genen N een en Fabrikation von Feldspathporzellan. 525 Bone Ch.) N, ", in Fra, Ma Schlemmen erforderliche Wasser wird durch eine Röhrenleitung längst l ' ser erst 1774 ı : Bu Is in Franken, ellte 1703 dun, sse hatte, or on von Technik, brik zu Men 12l, Fürstenhei, 8% 0),, In sotha, Ilunen| ı und Weil) lan. d erforderlich| , hrsten deutsch stein, wie 2); le und Kiesel Thon durchsin ‚Durchscheinn: euerbeständige) r£ nicht zu viel von ihrer Bild venig, indem sız bevor die Mas; ır Porzellanmas e sie von der igemengel hereiis Schlemmvorricliz asterten Raum i Reihen über e ‚lextes Gerüst il! ‚erschiednen Ali fen. verschlossd an ‚leinen, in md eieht wid Im RR a RT ee Fu der Decke des Schlemmgebäudes zugeführt, die Decke am besten mit Zink- oder Kupferplatten belegt, da Holz von der steten Feuchtigkeit sehr leicht verfault. Ist das Aufweichen unter Durcharbeiten geschehen, so zieht der Schlemmer die Pfropfen zu beiden Seiten heraus, und läfst, unter stetem Zufluls von Wasser, die Erde auswaschen, bis nur noch wenig im obern Bottich als Rückstand bleibt. Darauf wird eine neue Partie Erde eingetragen, und so fortgefahren, bis die beiden untern Bot- tiche gefüllt sind. Nach einiger Zeit hat sich das gröbere, der Sand, die Gypstheilehen in den gröfsern Bottichen zu Boden gesetzt, wäh- rend die zartern Theilchen sich noch schwebend erhalten, worauf dann durchs Oeffnen des obersten Zapfens die trübe Flüssigkeit durch ein feines Sieb in die untersten Bottiche abgelassen wird, auf welchem die etwa noch nicht: gehörig abgeschiednen sröbern Theile zurückblei- ben. Aus den untersten Bottichen kommt die Erde in die Vorrathsbot- tiche,, in denen sie sich immer mehr vom überflüssigen Wasser schei- det, welches so weit abgelassen wird, dafs es nur 2 bis 3 Zoll hoch darauf steht, Aus diesen Bottichen wird die feingeschlemmte Erde, nach vorherigem Aufrühren, in Kübeln abgemessen und zur Massebereitung ge- nommen; man weils nämlich, wie viel 1 Kubikfufs solcher dickflüssigen Masse an trockner Erde und Wasser enthält, und diefs ist der Anhalte- punkt für die Bestimmung der Kübelzahl. Der Feldspath‘, dessen man zur Porzellanmasse bedarf, mufs höch- stens eine fleischrothe Farbe besitzen, denn wenn er zu sehr eisenhal- tig ist, so wird die Masse sehr leicht gelblich. Er wird in kleinen Stücken angeliefert, mit Wasser in Fässern abgewaschen, getrocknet, entweder durch ein Pochwerk, oder mittelst zweier gulseiserner Walzen in kleinere Stücke gebrochen, und diese dann unter die Mühle gebracht, deren Einrichtung dieselbe ist, wie sie bereits vorn Seite 496 beschrie- ben wurde. Während des Feinmahlens mit Wässer steigt die Tempera- tur, wenn die Masse eine gewisse Feinheit erlangt hat, beträchtlich, die Masse wird dick, gleich als ob eine innige Bindung von Wasser statt- findet. Nach 12 Stunden ist gemeiniglich der Feldspath zum feinsten Pulver gerieben, und kann dem Feinschlemmen unterworfen werden, welches in 2 Bottichen geschieht, und überhaupt schneller vollbracht wird, da das gröfsere specifische Gewicht des Feldspaths dies erheischt. Das minder feine ‚abgeschlemmte wird nochmals gemahlen, das ge- schlemmte aber in Vorrathsbottiche gebracht, und eben so, wie die ge- schlemmte Erde, behandelt.— Das Schlemmen der Materialien zur Glasur, als des Gypses, Kiesels, der Porzellanscherben geschieht auf gleiche Art; sie werden vorher geglüht, wozu ein Flammofen am vor- 2 526 Fabrikation des Feldspathporzellans. theilhaftesten, die Scherben und der Quarz, Sand, glühend in Wasser abgeschreckt, unter dem Quetschwerk zerdrückt, und zwischen den Mühlsteinen fein gemahlen, So einfach auch der Prozels des Schlemmens an sich ist, so erfor- dert er doch eine grolse Aufmerksamkeit, Genauigkeit und Reinlichkeit, indem die kleinste Unreinlichkeit von Folgen sein kann. So wie Eisen- rost, oder irgend eine eisenoxydhaltende Materie in die Fässer fällt, et- was Lehm hineinkommt, giebt es in der Masse gelbe Flecke; durch or- ganische Substanzen, die sich verkohlen, entstehen schwarze Flecke. Wird beim Schlemmen. der Pfropfen. zu früh gezogen, so ist die Sub- stanz noch nicht von den minder feinen Theilen gehörig getrennt, und umgekehrt schon zu viel abgesondert, Das Vermischen beider Ingredienzien geschieht, wie schon gesagt, im feuchten Zustand, nach Kübeln; zur Erreichung einer innigen Men- gung wird dann das Gemisch noch einmal geschlemmt, wobei ein Sieb im letzten Bottich angebracht ist, durch welches etwa zufällig in die Masse gekommene fremde Körper abgeschieden werden können. Nach diesem Schlemmen’läfst man die Masse sich ruhig absetzen und zapft alles unnöthige Wasser ab.. Das Abdampfen und Trocknen der Masse geschieht in eignen Trockenräumen; welche nach Art der oben Seite 496 beim englischen Steingut beschriebnen, eingerichtet sind. Es sind aus feuerfesten Charmöttesteinen gemauerte länglich- viereckige Kästen, deren Boden mit Gyps ausgegossen ist, oder auf Charmotte- steinen ruhende Kästen yon Zinkblech; sie werden durch eine Rost- feuerung, mit unter dem Boden hin und her geführten Kanälen, sehr mälsig geheitzt, so dals das Abdampfen langsam geschieht, wozu auch der‘ Gyps am Boden des Behälters das Seine mit beiträgt; über den flachen Behältern ist ein Brodenfang angebracht, durch welchen auch die Schornsteine der Feuerungen geführt sind. Die Masse darf nicht trockner werden, als ein weicher Teig, denn sonst verliert sie an Bild- samkeit aufserordentlich; hat sie diese Consistenz erreicht, so theilt man sie in viereckige Stücke, die man dann herausnimmt und einer mecha- nischen Vorbereitung unterwirft. Diels geschah früher, auch jetzt noch an einigen Orten, um alle Luftbläschen herauszutreiben,:durchs Treten, marcher, marchage, in Berlin, mittelst Stöfseln in hölzernen, mit Blei ausgefütterten Kästen, (damit keine Holzspäne hineinkommen); darauf wird die Masse noch mit der Thonschabe bearbeitet, coupage, wedging, slapping, und in Ballen, ballons, ballooms, geformt, die man in feuchten Kellern aufbewahrt. Je länger das Aufbewahren dauert, desto bildsamer wird ‚die Masse, desto mehr haben sich die ungleichartigen Substanzen genähert; während Falntof ) untbindet si sk,| iler d serstoßas dur Ä mie scheinongn beit Die Iasenver ‚Ivecken ıbwe sh yererit, w Lines, 10 T ale m Bougiv preschlemmt ‚nsannengesel ‚achlennten K: Ihpatl m gese Igende Angaben Inmay sind vi ) Iiselerde Nonerde kl hik Yiemesia Vasser Ds Inte(ächt dis üln: englisch - Ir Irfertigun tin 1, bei 7 Reno na als Flı to eft, man ei dınde Isa erhä la wrzellan Her, daher N\ros EN ellech trägt.] Die barbeitun ie| %, Mit mehr lusen, da ah N Alle Por Mm gelernt‘ Made den sen müs \ N vn. ans, d, glühend N N it, und AN N Sam Sich ish n igkeit und Ri ı ı kann,$ nn in die Färf, relbe Plecke:} h ehen chen ZOgEn, 0 hl gehörig gelte ht, wie schmx: ng einer innkal, mmt, vwobei si‘ etwa»zufillen verden könne\ g absetzen ul Trocknen del. jach Art de 1, eingerich e Jänglich- vi oder auf Chr len dureh ein! ührten Kandla geschieht, wınz it beiträgt; il ‚durch welche: Die Nase dir st verliert sie al erreicht, so theilz amt und einer 1% nigen Orten, wi areher, marchagt) auszefütterten 8 ird. die Masse pc apping» und ubh 1 Kellern aulber mer wirddit Ist, zen gentit; m Fabrikation des Feldspathporzellans, Massenversatz. 527 dem entbindet sich ein fauliger Geruch,(pourriture des pätes), Am- moniak,(über die Ammoniakbildung siehe oben Seite 245) Schwefel- wasserstoffgas durch das in dem Feldspath fein eingesprengte Schwefel- eisen entwiekeln sich, und die Masse läuft schwarz an, welche beide Erscheinungen beim Verarbeiten verschwinden. Die Massenversätze sind in verschiednen Fabriken und zu verschied- nen Zwecken abweichend; die Masse, aus welcher man zu Sevres Tisch- geräth verferligt, wird aus 64 Theilen geschlemmten Kaolin von St. Yriex, bei Limoges, 10 Eh} geschl. Quarzsand von Aumont, bei Senlis, 6 Th. Kreide von Bougival, und 10 Th. feinen Sand, den man aus dem Kao- lin ausgeschlemmt hat, welcher ein Gemeng von Quarz und Feldspath ist, zusammengeseizt. Die Masse der pariser Fabriken besteht aus 8 Th. ugeschlemmten Kaolin und 2 Th. Feldspath.. In Berlin setzt man 323 Feidspath zur geschlemmten Porzellanerde von Morl. [Folgende Angaben über die chemische Zusammensetzung von 3 Porzel- lanmassen sind von Berthier'). Masse von Sevres von WVorcester aus Piemont. Kıieselerde 59,6 77,0 60,0 Thonerde 35,0 8,6 9,0 Kalı 1,8_— Kalk 2,4 1,2 1,6 Magnesıa— 7,0 15,2 Wasser 0,8 5,6 13,6 99,6 99,4 yy,4 Das beste(ächte) englische Porzellan wird zu WVVorcester gefertigt, das übrige englische Porzellan ist eine Art Frittenporzellan,(siehe unten.) — Zur Verfertigung des piemontesischen Porzellans wird Magnesit von Baudissero, bei Turin, angewendet. Die Erfahrung hat gelehrt, dafs wenn man als Flufsmittel Magnesiafossile anwendet, wie Talk, Speck- stein ete., man eine zwar bei schwächern Feuersgraden sich gaar bren- nende Masse erhält, die jedoch eine ganz andere Schwindung hat, als Feldspathporzellan, etwas durchscheinender, aber auch spröder ist, als letzteres, daher viel Bruch veranlalst, und den Temperaturwechsel schlecht verträgt.] Die Bearbeitung der Masse, das Aufdrehen der Geschirre, ebau- chage, ist mit mehr Schwierigkeiten verknüpft, als die Bearbeitung der Steingutmassen, da diese bildsamer sind, als erstere und nicht so leicht bersten. Alle Porzellangefäfse, Geräthe, Zierrathen ete., werden in Gypsformen gefertigt, deren für jeden Artikel eine hinlängliche Zahl vorhanden sein müssen, damit die Arbeiter ohne Unterbrechung arbei- YA, a0, 928 Fabrikation des Feldspathporzellans, Drehen und Formen. ten können. Hierdurch allein wird es möglich, gleiche Form und Gröfse zu erhalten, was bei dem Bearbeiten aus freier Hand nicht in demsel- ben Mafs erreicht werden kann. Sind es runde flache Gegenstände, wie z.B. Schüsseln, Teller, Tassen, so dreht sie der Arbeiter vor, und nachdem er sich eine hinlängliche Anzahl vorgedreht, bringt er sie in die Gypsformen, moulage a la housse, drückt sie mit einem Schwamm fest an, ‚und nimmt sie nach einiger Zeit, während der Gyps das Was- ser angezogen hat, und die Masse steifer geworden ist, vorsichtig heraus und dreht nun die innere Fläche bis zur hinlänglichen Stärke mit einer messingnen Schablone aus. Sind es flache Gegenstände und solche, die vermöge ihrer Form nicht gedreht werden können, als ovale 4 und 3 eckige flache\Waaren, so bildet der Arbeiter eine Platte, eröute, in- dem er auf einer Marmorplatte, oder einem mit einer Bleiplatte belegten Tisch über einem Stück feuchter Leinwand, coutil, zwischen zwei höl- zernen Linealen, die Masse mittelst eines Mangelholzes, billette, roulcau ausgleicht, um ein überall gleich dickes und ebnes Stück von hinläng- licher Gröfse zu erhalten. Dieses wird dann mit aller Vorsicht in die Gypsform eingetragen, damit die Luft entweiche, die sonst Blasen, soufflets, hervorbringt, die Leinwand abgezogen und die Thonplatte mit einem nassen Schwamm angedrückt, die vorstehenden Ränder aber mit einer scharfen Klinge abgeschnitten. Die runden Fülse werden aus freier Hand gefertigt und angesetzt. Sämmtliche Geschirre werden dann noch glatt gemacht und mit Schlicker, barbotine, gleichsam polirt.— Runde und hohle Gegenstände, als Kaffee- und Theekannen, Vasen, werden aus freier Hand gedreht, nach Chablonen von Aufsen und von Innen bearbeitet und dann garnirt, d. h. mit Henkeln, Tüllen ete, ver- sehen. Figuren werden aus sehr vielen einzeln geformten Theilen zusammengesetzt. Bei allen Gegenständen, welche gefertigt werde.a, ist die Schwin- dung, retraite, zu berücksichtigen, welche bei verschiednen Massen natürlich verschieden ist, sie beträgt für die Berliner Geschirmasse 1. der‘ Dimensionen; danach müssen die Formen von Geschirren, de- ren Grölse bestimmt ist,* gröfsere Dimensionen erhalten.— Die ferti- gen Gegenstände werden auf glatten Brettern, welche in Gerüsten auf- gestellt werden, in den Stuben, in denen das Drehen geschieht, lang- sam getrocknet, denn durch schnelles Trocknen würden sie leicht bersten. Nachdem die Waaren lufttrocken sind, werden sie im Verglühofen ver- glüht, euire en degourdi; durchs Verglühen tritt keine merkliche Schwin- dung ein, die Masse wird aber so fest, dafs sie durch Berührung mit Was- ser nicht aufweicht, folglich ohne Gefahr glasirt werden kann.(Die zum Ver- hnlihen orf Jung der Po ine 55 Di 0‘ kyehrre 6 ıfifge(sogeNal ick Ringe vor to haszubr Ni Vorlerieung Wichtekeit;, 7 Jr Porzlaneı Bennstidter T nit einem Ci welchen man( tnglıch wort wählt, zerstam kin emahlı nl Nulfln gebrau Pumbs rondı wie sieson den Scheih{ dr ht, orale duchs Sl Formen telormt Der Inzellan scher Ersenofe dar Ier 7a Urmur, Dit eina nes der( ie dı Vere eh ein, wölbte l in! lange Ya, Pzellann ten dl Brän. N Kietaholz ll, Topf ei ik It, wo N pnlisch I being(Sa und ek ende rehen und In, gleiche Fan, r Hand Nicht)| |\ U Lin Nacle Gegen) : der Arbeilen. Y|\ zedreht, bring, einen"u rend der Ci, den ist, Vosil, nglichen Stil, h ‚enstände und u nnen, als or eine Plate, ci, ‚ einer Bleiplat, ke util, zwischami sie mit Iholzes, billeh bnes Stück nl nit aller Vorsitil iche, die son zen und die Ih orstehenden Milk unden File min e. Geschire werke ine, gleichsam pi- und Theekannen, ia nen von Aulsen air Tenkeln, Tüllen«+ nzeln geformten I werden, ist die ‚ei verschiednen b# Berliner Geschrs, .n von Geschimt* n erhalten,— It welche in Geristt Drehen oschie i nen würden se 1 sie im Verla" keine merklt ur ch Berührung? Ir verden kann,( E pe Porzellanfabrikation, Brennofen. 590 u Verglühen erforderliche Hitze richtet sich nach der verschiednen Mi- schung der Porzellanmassen; im Verglühofen zu Sevres beträgt die Hitze 55 bis 60° W.) Das Verglühen geschieht in Kapseln, aber so, dafs mehrere Gegenstände auf einander gestellt werden; für hohe Gefäfse(sogenannte Ringwaare) werden zwischen die beiden Kapsel- stücke Ringe von Kapselmasse, cerceaus, wads, gelegt, um die nöthige Höhe herauszubringen.*) [Die Verfertigung der Kapseln ist für die Porzellanfabrikation von grofser Wichtigkeit; man bedient sich dazu eines feuerfesten'Thons, der von nur durch minder weiılse der Porzellanerde sich Farbe unterscheidet (Bennstädter Thon, siehe oben Seite 478). Er wird nicht geschlemmt, mit einem Cement von gemahlnen Porzellankapselscherben versetzt, welchen man Charmotte nennt. Zu dem Ende werden von den un- tauglich gewordnen Kapseln die nicht durch Asche verglasten ausge- wählt, zerstampft oder zerquetscht, dann zwischen eisernen WValzen fein gemahlen und durchgesiebt; das gröbste wird zur Verfertigung der Muffeln gebraucht, das mittlere für die Kapseln, das feinste für die Pumbse(rondeau). Die Bearbeitung des Kapselthons ist ganz. dieselbe, wie sie von den Töpfern ausgeübt wird. Die Kapseln werden auf der Scheibe gedreht, sollen sie oval werden, aus der runden Foım in die ovale durchs Schieben gebracht. Die Muffeln werden über hölzernen Formen geformt.] Der Porzellanofen ist, wie der Steingutofen, ein stehender, eylin- deischer Etagenolen, an seinem Umfang sind Feuerungen, alandiers, 4 oder 5 an der Zahl angebracht; er hat meistens 3 durch Feuerkanäle, carnaux, mit einander in Verbindung stehende Brennräume, von denen der unterste der Gutofen, Glattbrennofen heilst, four« couverte, der obere der Verglühofen, four a degourdi, über dem zweiten ist noch ein gewölbter Raum,(globe), in welchem man Kapseln brennt, der in den langen, runden Schornstein ausmündet. In der hiesige Königl. Porzellanmanufaktur sind 6 Brennöfen in stetem Gang, 1829 wurden 400 Brände gemacht. Man brennt allgemein Holz und zwar bei uns Kienenholz von gewöhnlicher Qualität, in Frankreich Birkenholz, Pappelholz; Torf ist, wie Erfahrungen hier gelehrt haben, wegen der vielen Asche, wodurch die Kapseln verglasen und leicht zerspringen, nicht praktisch brauchbar. Steinkohlen werden in England allgemein, auch bei uns(Sanitätsgeschirrfabrik) angewendet, es müssen Stückkoh- len und backende sein, die stark Flamme geben; auch hier ist die Asche m—— ‘) Ueberhaupt ist der Artikel ‚‚englisches Steingut” zu vergleichen, indem sehr vieles dort weitläuftiger abgehandelt ist, » 34 » 330 Porzellanfabrikation, Glasur. nachtheilig. Man wendet auch nach liegende Oefen an, wie in den thü- vingschen Fabriken, und bis vor einigen Jahren in Meilsen und Wien; sie verzehren weit mehr Brennmaterial, als die Etagenöfen, geben eine sehr ungleiche Hitze, so dafs man gezwungen ist, verschiedne Massenversätze zu machen, und einen Theil des Ofens ganz unbenulzl lassen muls.— Die verglühten Geschirre werden hierauf glasirt, passer en couvert. Das Material zur Glasur ist eine erdige Masse, welche in hef- tigem Feuer, ohne Zusatz eines Alkalis oder Bleioxyds, zu einem farb- losen, durchsichtigen Glas schmilzt, welches das durchs Gutbrennen weich gewordne Porzellan überdeckt, und die weilse Farbe desselben durchscheinen läfst. Man bedient sich zur Glasur theils des Feldspaths, welcher in höhern Hitzgraden schmilzt, auch des Gypses und Sands in Verbindung mit einem Zusatz von feingemahlnen Porzellanscherben. a | Die Glasurmasse zu Sövres\besteht nach Berthier aus 73,0 Kiesclerde, 16,2 Thonerde, 84 Kali(0,6 Wasser), sie wird aus Quarz und Feldspath bereitet. Die Berliner Glasur besteht aus Gyps, Kiesel, Por- zellanscherben und etwas Porzellanerde. Der Zusatz von Gyps, den man nicht selten macht, soll die Schmelzbarkeit befördern, leicht wird aber dadurch ein Stich ins Grüne bedingt; zu viel Porzellanscherben- zusatz bewirkt, dafs in der Glasur sehr viele feine Pünktchen sichtbar werden, coque d’ocuf, gs sieht aus wie Eierschalen.] Die zur Glasur erforderlichen Materialien werden sehr fein semah- len und zu einem dünnen Brei mit\Vasser angemengt. In diesen taucht man die verglühte Waare ein, oder zieht sie durch, tremper, poser par immersion, und trägt mit einem Pinsel die Flüssigkeit auf denjeni- gen Stellen auf, an welchen das Geschirr angefafst wurde. Sodann wird die Glasurmasse vom Fufs der Waaren mit hölzernen Schablonen abge- schabt und abgebürstet, damit sie nicht auf dem Boden der Kapsel beim Gutbrennen ankleben. Sind die Waaren trocken, so werden sie in Kapseln eingesetzt, encaster, encastage, und zwar entweder jedes Stick in eine einzelne, oder mehrere kleinere Stücke, wie z. B. Tassen, Schäl- chen, neben einander in eine. Man stellt die Waaren auf eigens gefer- tiste runde Thonplatten, Pumbse, rondeau, die aus Kapselmasse mittelst eiserner Formen auf ebnen Brettern geformt, mit einem Draht platt abge- schnitten, mit Thonschlicker und Sand überzogen, gebrannt, in die mit Sand bestreuten Kapseln gelegt werden, damit sich die Geschirre beim heftigen Feuer, in welchem die Masse weich wird und sich leicht verun- staltet, nicht krumm ziehen kann; aus diesem Grunde kann man auch die einzelnen Geschirre nicht aufeinander stellen, oder auf 3 Punkten al- lein unterstützen, wie in den Kokers der Steingutfabriken, es muls viel- mehr der Boden der Geschirre in allen Berührungspunkten durch eine ‚|kommen I 1 Ware, ıl yeltı, oil elche b Mi im, W ringen ab u „weit wel (dd 3 Teller von 1 WIND) Stein achir verklel Das Einsetz Iien de Kay liren Jeuers rund Lnsie in Ansuindune illern, gkiche es Dranls al 1 Kapcherl fike wird die uert, In derse solls Gr Ilse u ver er des Dfens andere, um dl a,(is obezt te Ponllanse] iin da Prol In Deleil: ar Is Wirk Aerung(Lay iler| der( file, und; It ent,$ ml Berli 1 der( en gel nen band er die tl eine, Aer Baliner a$ı tcke\ Stuhr NÜeN % Porzellanfabrikation, brennen des Geschirrs. 531 An, Wie.| Ui: in Meilen ı.\ teen ni. I N* n ER Im: die Waare, abgesehen von der weit schwierigern Anfertigung durch For: “enolen, Rn DEN Ist, Yan): | SL, Velkehi,| t|| | den, welche bei dem mindesten Verziehen im Feuer, oder durchs Zer > Kunz, lb! \ N i erauf glasirt, w vollkommen horizontale Ebne unterstützt werden, Dieses alles machi men ete., weit theurer als Steingut, da'so viele Kapseln gebraucht, weı springen als unbrauchbar verworfen werden müssen. Endlich können en 2” auch m Ranger a auf eunmaal im’ Ofen gebrannt wer oRyds, Zeh E den als Steingut, da jedes Porzellangeschirr einer eignen Kapsel bedarf: Ri f' in; 12 Teller von Porzellan nehmen mit ihren Kapseln eben so viel Platz "ne ein, als 38 Steingutteller.— Die Kapseln werden nach dem Füllen mit Geschirr verklebt. Das Einsetzen der Kapseln in den Ofen, enfournement, das Au weilse Farbe Ih), r theils des rl N N Gypses und Kt|"en || ordnen der Kapselcolonnen, piles oder files, bungsy die Bildung deı Porzellansche}. e u en: elinsche nöthigen Feuergänge ist eine sehr wichtige Sache, die grolse Erfah er aus 130 Ri rung und Umsicht erfordert, um sowohl in den äufsersten Colonnen, die wird aus(tn den Ausmündungen der Feuerungen zunächst stehen, als auch in den aus Gyps, Ku mittlern, gleichen Effeet zu erzielen; hiervon hängt das ganze Gelingen Zusatz, von bm.d befördern, kın) viel Portland ine Pünktcher W eines Brands ab. Der Boden des Ofens ist wagerecht, mit gepulver ten Kapselscherben bedeckt. Nach vollendetem Einsetzen der Kapsel stölse wird die Einsatzöffnung mit 3 Reihen feuerlester Steine ver- mauert, in derselben ein Probeloch, trou de montre, visiere, von 5 aenı bis 6 Zoll ins Geviert ausgespart, und mit beweglichen Steinen ver- den schr fein; schlossen und verstrichen; ähnliche Oeffnungen sind in der Umfassungs- vengt, In diese mauer des Olfens angebracht und zwar 5 oder 6, eine immer höher al: lurch, trempes, die andere, um durch dieselben Probescherben, montres, ziehen zu kön Flüssigkeit aul nen,(das Probeziehen, tirer des montres). Zu dem Ende werden gla t wurde, Soda sirle Porzellanscherben in eigens dazu verferligten vorn offnen Probe ornen Schablone; kapseln den Probeöffnungen gegenüber in die Kapselreihen eingesetzt Boden der Kaps Man beurtheilt aus der Beschaffenheit dieser Scherben den Gang des on, so werden& Ofens, die Wirkung des Feuers. Man heitzt anfangs schwach, Voı ır entweder jedes! feuerung,(Lavierfeuer, Flattirfeuer), petit feu, trempe, allmählig sie vB, Tassen,» stärker, bis der Ofen völlig rot glüht, wozu etwa 12 bis 15 Stunden Tgaren aul eigens! erforderlich sind; sodann wird das Feuer bis zur stärksten Weilsglüh us Kopsmasse hitze vermehrt, Scharffeuer, grand feu, welches 17 bis 18 Stunden einem Draht pl lang in den Berliner Oefen unterhalten wird, so dafs einige 30 Stunden 1. gebrannt, in ü lang der Ofen gefeuert wird. Der Verbrauch an Brennholz beträgt hier ch, die Geschirr auf einen Brand ungefähr 1% Haufen. Die Hilze im Gutofen zu Sevres and sich ih ist 134° 97,, die im Berliner Ofen größser, indem Stückehen von den runde kann il“ feuerfesten Steinen, mil welchen der Gutofen zu Sevres aufgeführt ist, x oder aufaPub* in einer Berliner Porzellantasse in den Gutofen eingesetzt sich in eine > hriken,& glasise Schlacke verwandelten. Die Hitze steigt so hoch in demselben, au’ z 5 dur! dafs Stabeisen, in eine Kapsel eingesetzt, sich verschlackt und verllüch- 34* 1gspuul el 532 Porzellan, Eigenschaften desselben. tigt. Ist das Gutbrennen vollendet, so werden alle Feuerungen dicht verstrichen, die Klappe im Schornstein geschlossen, bis der Ofen aach 3 oder 4 Tagen abgekühlt ist, darauf werden die Kapseln herausgenom- men, defourner, die Geschirre sorgfältig sortirt, die tadellosen theils als Weifsporzellan verkauft, theis noch auf der Glasur bemalt, vergol- det, diejenigen aber, die mit der Kapsel in Berührung waren, auf einer Porzellanscheibe abgeschliffen, und auf einer Holzscheibe polirt. Man pflegt auch auf die Stellen, die von Glasur entblöfst sind, eine sehr leichtllüssige Glasur aufzutragen, blane de gorge, und unter der Mullel einzubrennen. Dieselbe mufs möglichst gleiche Farbe mit der Porzel- langlasur besitzen. Die zurückgestellten mangelhaften Geschirre werden zerbrochen und zur Glasur vermahlen. Das Porzellan besitzt eine angenehme weilse Farbe, die manchmal etwas ins bläuliche, graue, und gelbliche sticht, ist an dünnen Stellen durchscheinend, im Bruch flachmuschlig, feinkörnig, etwas fettglän- zend, saugt die feuchte Zunge nicht an, da die Masse nicht wie die des Steinguts und Fayences hartgebrannter Thon ist, sondern im Feuer halbgeflossen; davon rührt auch die Durchscheinenheit, der Klang, die Beschaffenheit des Bruchs ab. Die Glasur auf dem Porzellan bildet eine dünne Fläche farblosen Glases, welches durchsichtig die weilse Farbe der Masse durchscheinen lälst. Nicht wenig Porzellan wird unter der Glasur bemalt auch bedruckt(vergleiche den Artikel„englisches Steingut”), zu welchem Endzweck man zeither blofs Chromoxydul, Uranoxyd und Kobaltoxyd als Pigmente wegen ihrer Feuerbeständigkeit hat anwenden können. Diese Art. Malerei, couleurs au grand feu, ist, da das besondere Einbrennen in der Muflel erspart wird, natürlich wohl- feiler als auf der Glasur, aber auch nur auf wenige Farben beschränkt.— Was die zum Porzellanmalen nöthigen Farben betrifft, so vergleiche man das bei dem Artikel„Glas” Seite 385 gesagte, welches auch für die Porzellanmalerei im Allgemeinen gilt. Das am häufigsten angewendete Flufsmittel ist Bleiglas, ein höchst basisch kiesels. Bleioxyd; bei ge- wissen Metallfarben setzt man noch etwas Borax hinzu. Die Mischung des Flufsmittels mufs so sein, dafs das dadurch geschmolzne Glas einen schnellen Temperaturwechsel eben so gut erträgt, als das Porzellan, und nicht rissig wird; ein zu grolser Zusatz von Flüssen macht die Porzellanfarben matt. Sämmtliche Flüsse müssen den Farben gleiche Schmelzbarkeit ertheilen, so dafs sie beim Einbrennen alle gleichzeitig in Flufs kommen. [Die gebräuchlichsten Farben, couleurs de moufle, sind: Goldpurpur, ıman mischt ihn mit Fluls und malt mit dem Gemisch, ohne vorher den Farbstoff mit dem Flufs zusammenzuschmelzen. Es giebt ein schönes Purpurroth, erfordert sorgfältige Beobachtung der Ich verflüchtig Eisenos)( und ornroth hiesel D aX* „ erlält man, Ninneen, gast Braune Farb gemischt, wele Spielsglar sermischt, gel ein Zusatz von man aber das| gemischt stebt Kobaltox die. hellem F u verlichtige Bau henalte l sonst die weils Kupierox heftige Hitze ve Uranıyd wid, dn feine aus Ri oxvdu Frankrach plle ieres it iedocl veränd ch; St Die Torschri hie unlda In sehrnliven V' und Purserad aul de Pabrık Di) tallfa ir fh erie Kt; senden Ti neue zit$ Pd| oder del kurzen|| nt en y gesehn (Tonalor elle dag ı klime alereip IM I Yände Aultelst{ner 7. Nelalo In Ih RETTET NETT U 5= RR ran 77,_ ann % ER ö ge IN x v2 en, Porzellanfarben, Flüsse, E33 le Fene un urn itze beim Einbr Se rap sichern bed Witze beim Einbrennen, wenn die Farbe nicht verlieren soll. Ein Zu- . whttla\ satz von Silber macht eine rosenrothe Tinte; durch Zusatz von Kobalt- vapsch herag, oxyd erhält man Violet. Die rothen Farben werden im Gutofen gänz- die Ep lich verflüchtist. ‘ tadellos 1. WENG o 2 gi ä 1; "un Eisenoxyd giebt auch eine rothe Farbe, welche zwischen ziegelroth lasur bemalt, und granatroth mitten inne steht; man vermischt das Eisenoxyd mit TUNG waren. i Kiesel, Borax- und Bleiglas; vermischt man Eisenoxyd mit Eisenoxydul, En ü! so erhält man, nach Mafsgabe der Mischung, verschiedne braunrothe j Pal Nüancen, kastanienbraun etc.— Fleischroth, Thonerde und Eisenoxyd. löfst sind,) Braune Farbentöne werden aus Eisen- und Manganoxyd zuzammen- gemischt, welche man mit dem Flufs vorher schmilzt. Spielsglanzige Säure( Antimonium diaphoreticum), mit Bleiglas arbe mit der In vermischt, giebt gelb; mitunter setzt man auch noch Zinnoxyd hinzu; ten Geschimn!. ein Zusatz von etwas Eisenoxyd macht eine Saffranfarbe, dann schmilzt ınan aber das Ganze vorher zusammen.— Uranoxyd mit Bleioxyd N gemischt giebt eine strohgelbe Farbe. Farbe, dien Kobaltoxyd giebt blau; ein Zusatz von Zinn- und Zinkoxyd giebt die hellern Farbentöne. Kobaltoxyd fängt an in grolser Hitze sich i zu verflüchtigen, weshalb man im Gutofen in einer Kapsel nicht mit ng, etwa Blau bemalte und weilse Geschirre zusammen einsetzen darf, es wird Masse nic sonst die weilse Glasur einen bläulichen Stich haben. Kupferoxyd(und zwar das schnell niedergefallne durch Nieder- schlagung eines Kupferoxydsalzes mittelst Kali) giebt ein dunkles Grün, und unter del st an düma)) st, sondern ale heit, der Älz, welches im Gutofen sich verflüchtigt, wogegen Chromoxydul diese lem Porelulh heftige Hitze verträgt.; a Uranoxyd giebt in der Hitze, wobei es zum Oxydul desoxydırt rchsiehtig ii wird, ein feines Schwarz; gewöhnlich setzt man eine schwarze Farbe Porzellan sie: aus Eisenoxydul, Mangan- und Kobaltoxyd künstlich zusammen; in Artikel Frankreich pflegt man statt Eisenoxydul Kupferoxyd zu nehmen, letz- j ui teres ist jedoch nicht feuerbeständig und durch Desoxydation leicht blols Chi, veränderlich; setzt man viel Fluls zu, so wird die Farbe grau. Die Vorschriften zur Darstellung von Porzellanfarben, welche man g er Feuerbesil|- zur r J T hie und da in quantitativen Verhältnissen angegeben findet, haben einen rs au grandi\ sehr relativen VWVerth, einmal und hauptsächlich weil die Porzellanglasuren wird, nalürl und Feuersgrade sehr verschieden sind, und zweitens dieser Gegenstand Farben bescht- auf den Fabriken als ein wichtiges Geheimnifs betrachtet wird.] Jlue Dh! Die Metallfarben werden mit ihren Flüssen auffeinem Reibstein mit fit, so verglann Läufer fein gerieben, wobei man entweder Wasser, oder Spieköl anwen- ‚Jehes auch it. Ä ER:; welches at det; sie werden trocken aufbewahrt, und beim jedesmaligen Gebrauch ufiesten ang von neuem mit Spicköl abgerieben, welchem man ein wenig altes, diek gewordnes, oder durchs Abdampfen verdiektes Oel zusetzt. Das Tech- 1 1 1, un UnA Bleioxyd;!.&. 5 ur 5.. , nische des Malens selbst gehört nicht hierher. und läfst sich nieht mit hinzu, Die kurzen Worten verständlich machen.— Das. Einbrennen der Porzellan- veselimolzne but malereien geschieht ebenso, wie das der Glasmalereien, in. der Mulfel, (vergleiche das oben Seite 387 angelührte). Man stellt die einzelnen Ge- I j das IH, te z x aa! 5 B B it, al schirre eins über das andere so auf, dafs sie sich nicht berühren, und on Flüssen wi von den Winden der aus feuerfestem Thon verfertigten Muffeln gehörig n den Farba abstehen. Man legt zwischen die Geschirre verschieden geformte, aus : Porzellanmasse gefertigte, verglühte Untersetzer, Brunen, Ringe mit 3 sennen alle ga kleinen Füfsen, die auf die glasirte Fläche gelegt werden, auf welche man das zweite Geschirr stellt. Ist die Muffel angefüllt, so wird sie mit einer Vorsetzplatte seschlossen und verklebt, In derselben ist aber ‚sind: nich, unten eine Oelfnung mit einem Rohr aus gleicher Masse angebracht, um |t mit din" ı- r,=>.|®=“ a mittelst einer Zange kleine bemalte Porzellanscherben ziehen zu können, - enzusehl r oln\ RRARS» IM ame du welche man hinter der Oelfnung aufgestellt hat. Itige Beobar / 2 & “ ‚g @ RENT Ra, 534 Kinbrennen der Farben, Vergolden. Frittenporzellan. Geübte Augen erkennen an der Farbe der glühenden Muffel den Hitzgrad, und beurtheilen danach, ob die Farben gehörig geflossen oder nicht. Man bringt im obern gewölbten Theil der Muffel ein aufsteigen- des Rohr an, um den Oeldämpfen, so wie den sonstigen sich entwickeln- den Luftarten, einen Ausgang zu gewähren. Das Anfeuern geschieht mit trocknem Holz, auch mit Holzkohlen. Unter der Muffel wird auch das Gold,(Platin, Silber) eingebrannt. Man bringt niedergeschlagnes reinstes Gold,(Platinoxyd, Silberoxyd) mit Spicköl: angerieben, zugleich mit einem Flufsmittel, meistens(5 bis„.) Wismuthoxyd auf, und erhitzt dann das Geschirr unter der Mulfel bis der Flufs völlig geflossen und das Gold auf der Glasur gehö- rig befestigt ist. Die Vergoldungen werden dann entweder polirt, oder matt gelassen. Im ersten Fall wird mit einem Achat das Gold überall gehörig angedrückt, degrossir, und dann mit Blutstein polirt, brunir. Der Arbeiter falst das Geschirr mit einem leinenen Tuch an, weil der Schweils der Hände dem Glanz des Golds nachtheilig ist. Nicht selten soilen die Goldgründe matt bleiben und nur einige Zeichnungen in denselben glänzend hervortreten, diese werden dann mittelst Blutstein verzeichnet. Um einen gleichförmigen matten Grund zu erhalten, polirt man die Gold- fläche nur leicht und bringt das Geschirr nochmals unter die Muffel. [ Einige Notizen über die Fabrikationsquanta an weilsern Porzellan in der königl. Porzellanmanufaktur zu Berlin, welche ich der Güte des Hrn. Geh. Bergrath Frick verdanke. Im Jahre 1829 wurden verarbeitet 5670 Gent- ner Porzellanerde, 1080 Cir. Feldspath, 209 Ctr, Sand, und 28681 Ballen Masse, zu 20 Pfd., gefertigt. Zu den Kapseln und Muffeln wur- den verbraucht 21000 Ctr. Thon, 24400 Ctr. Charmotte, daraus ge- fertigt 188000 Stück Tellerkapseln und 327000 Stück Schälchenkapseln. An Porzellangeschirren wurden gefertigt: 745000 Stück von allen Sorten, in Specte 430000 Stück Kaffeegeschirr, 133000 Stück Tafelge- schirr, 27000 Stück blau, schwarz und grün unter der Glasur bemalte Geschirre, bei 400 Bränden; Arbeiter waren 246; für verkanftes weilses Porzellan wurden eingenommen 136000 Rthlr.— Seit 1822 bis 1829 einschliefslich sind 720000 Stück Teller gefertigt worden.] In Berlin wird aufser dem Porzellan noch eine wohlfeilere Sorte Geschirr unter dem Namen Sanitätsgut, Gesundheitsgeschirr, fabrizirt; die Masse desselben ist ein Gemisch von Porzellanmasse und * feuerfesten Thon; sie wird aus freier Hand gedreht, daher die ein- zelnen Geschirre nicht so genau gleicher Grölse und Form sind, wie das Porzellan, aber, weil diese Arbeit schneller vollbracht werden kann, wohlfeiler. Die Glasur ist ganz dieselbe. Da jetzt die Preise des Porzellans bedeutend ermälsigt sind, so ist der Unterschied im Preis zwi- schen Gesundheitsgeschirr und Porzellan nicht mehr so grofs als früher. b) Frittenporzellan. Vorn Seite 524 ist bereits erwähnt worden, dafs das Frittenporzel- lan, porcelaine tendre, iron stone china, früher gelertigt werde, als das Feldspathporzellan. Es wird aus einem weilsen feuerfesen Thon init einem Zusatz von Glasfritte(kiesels. Kali, kiesels. Natron, sder bei- den zugleich) verfertigt, welche als Flufsmittel die Halbverelne das Weichwerden und Zusammenschweilsen bedingt. [ Die Fritte verfertigte man zu Stvres aus 22 geschmolznen Salpeter, 12 Kochsalz, 3,6 spanischer Soda, 3,6 Alaun, 3,6 Gyps und 60 reinem Qnuarzsand von Fontainebleau; man läfst das Gemeng in Dickflufs kom- men, zerstöfst die Fritte zu einem feinen Pulver, wäscht es mit ko- chendem Wasser. Zu 75 Theilen dieser Fritte mischte man 8 Thl. ge- schlemmten weilsen Thonmergel von Argenteuil, und 17 Thl, Kreide.] D: each d Man R ie ind Dergan was je J n /jhen zu kön nljon, modell 1! setrocknet e seringef Hi | sehr jeict, erlesten Ton IA Int, renveı m nieht dreh nl sehraueht lt versteht Ialıyonllar ırınnt, ın der mn Diet; Mt danert b)| ‚21 Th. Ienen Dleiossd bere {eilt in den 6 im, nochmals sense, un€ jed, dal, dh isiekeit nzuSa I werden kan ıin der bern 1 | Weithmrden all je ers It, triet dan ein Ans da Gesa nella\ wieri! ne, d bt arb In aher irülichen if Fi vll or G NEN, Mlenporztan vor Kehle 7 Thon| Kal|| Nairı Kalk l u — 1 | iR| ver IN N, wi Et, a der R on Anoehr ı 1 aber la tralın an. RETTET EEE, Re—n- e—— SU REN tan Ä En= ER WITZ EHER RETTET - Ltenpor, Kl a).° le Fabrikation von Frittenporzellan. 535 \ lühe nden In, 2>‘ 5 5.® gehen Im Da jedoch die Masse zu wenig Zähigkeit und Bildsamkeit hat, so Nee setzt man+ des Gewichts der Masse einer Mischung von schwarzer Anl),. Y.”.r |“ln Seife und Pergamentleim, oder noch besser Traganthschleim statt Seife tisen sie} RL DU SICH enknı) R. SET...\.» N Ä Inn was jedoch nicht hinlänglich ist, um die Geschirre auf der Scheibe Anleuern ges: zu,& Br RIES ee lg en oe dk) aufdrehen zu können, weshalb alles in Gypsformen, die aus 2 Hälften 15 Silber) ein bestehen, modellirt und geprelst werden muls. Sind die Geschirre ein no. Nie wenig getrocknet, so werden sie abgedreht. Frittenporzellan erfordert smitte. I eine geringere Hitze zum Gaarbrennen, als Feldspathporzellan, verzieht 8 Geschire u sich sehr leicht, weshalb man die Geschirre theils über Formen yon auf der Che j fenerfesten Thon brennt, welcher gleiche Schwindung, mit dem, Por- entweder u zellan hat, renversoirs, oder mib Uhonstücken unterstützt, damit die chat das Al n Form nicht durchs\WVeichwerden leide. Leiztere können natürlich nur atetein I| einmal gebraucht werden. Dals auch hier das Brennen in Kapseln ge- m PO, hr schieht, versteht sich von selbst. Der Ofen ist ganz derselbe wie beim n Tuch al, Feldspathporzellan, er hat 2 Abtheilungen, in der untern wird Biseuit ig ist, Nil gebrannt, in der obern die Glasur, wozu geringere Hitze erforderlich ist, emungen in.! als zum Biseuit; beim Biseuitbrennen beträgt die Schwindung+, der Blutstein vert, Brand danert 75 bis 100 Stunden. Die Glasur ist ein Bleiglas, welches ‚ Polirt man aus 27 Th. feinem Sand, 11 Quarzpulver, 15 Poltasche, 9 Soda und unter die It) 38 Bleioxyd bereitet wird. Man setzt das&emeng in Schmelztiegel [sem Porzellı) vertheilt in den Gutofen und läfst es fliefsen; darauf wird das Glas zer- ler Güte deshl stolsen, nochmals geschmolzen, fein gepulvert ‚ mit Wasser(und Essig) verarbeitet Sl angemengt, und damit auf gewöhnliche Art glasirt, nur mit dem ÜUnter- tr, Sand, und) schied, dafs, da das verglühte Gut’ nicht porös genug ist, um die In und Mufkır- Flüssigkeit einzusaugen, diese Operation nicht, durehs Eintauchen ver- harmotte, din richtet werden kann. Die glasirten Geschirre werden einzeln in Kap- ick Schäldinie, seln in der obern Etage des Brennofens gebrannt, wobei kein Verziehen 0: Stück mh und Weichwerden mehr statt findet, sondern allein die Glasur in Fluls 3000 Stückli: kommt; auf die erste Schicht derselben, da sie meistens ungleich aus- dr Clasun fällt, trägt man eine zweite auf.\ "öierkanfiäh Aus dem Gesagten geht hervor, dafs die Anfertigung des Fritten- Seit 1822 ii porzellans schwieriger ist, als die des Feldspathporzellans, die Masse theurer, das Bearbeiten umständlicher, viel Bruch nieht zu vermeiden. worden....... FR. | Die Masse ist aber durchscheinender, jedoch gelblich, sie verträgt kei- ; nen beträchtlichen Temperaturwechsel ohne zu zerspringen. In Betreff undheilsge der Malerei auf Frittenporzellan ist noch zu bemerken, dals wegen des \ Porzellanmis Bleischalts der Glasur mehrere Metalloxyde nicht aufgemalt werden dreht, daher ı nen., und Form sm ine wohlfeiler\ or vollbracht ı[Frittenporzellan von Tournay, 7a jetzt die Pre Kieselerde 75,3 erschied Im ff Thonerde 8,2 Das Frittenporzellan von Tournay, dessen hr. so grols al Kali»g Analyse Berthier,(3.2. 0.) geliefert hat, wird e Natron 3 aus Thon, Kreide und Soda gefertigt, es ist Mitten Kalk 19,0 sehr leicht flüssig, wenig zerbrechlich, weshalb Jafs das tril! Wasser 0.6 es in Restaurationen in Frankreich häufig ge- gefertigt w Nr n feueries :o]s, Natron, 100.0. braucht wird.] 7.... In England verfertigt man unter dem Namen iron stone china viel , Halbverglastin® Frittenporzellan, welches bei der Fabrikation weniger Schwierigkeit a:„ wrsacht, und der Gesundheit der Arbeiter nicht nachtheilig ist. Ein molzuen Salpatı" ni von Knochenasche bedingt, als Flufsmittel, die Durchschei- Gyps und UF Re aber auch zur Sprödigkeit bei, so dals es einen mälsig eng ID Diehl! fi:d emperaturwechsel nicht aushält. In Folgendem sind Vorschril- rn, wäscht€ dazu: yischte EN nd N hi 536 Fabrikation von. Frittenporzellan. [8 Eimer(20 Quart englisch) Schlamm von blauen Thon(das Quart 48 Unzen wiegend), 6 Eimer Schlamm von gebrannten Knochen(das Quart zu 4 Pfund), 130 Pfund Kaolın(china clay), 120 Pfund zer- setzten Granit, I Unze Kobaltblau(Smalte).— Die Glasur dazu: 18 Pfd. Flintglas, 20 Pfd. gebrannter Kiesel, 56 Pfd. zersetzter Granit, 46 Pid. Boräx, 1 Unze Kobaltblau. Diese Masse wird geschmolzen, zer- stofsen und mit 60 Pfd. Bleiweils vermischt, auf der Glasurmühle ge- mahlen und fein gesiebt.— Eine andere Composition ist: Sand von Lynn 150, Knochenasche 300, Pottasche 10; der Fritte von diesen Substanzen setzt man 100 Kaolin zu. Die Glasur besteht aus: zersetztem Granit 45, Kiesel 12, Borax 15, Flintglas 20, die Fritte davon wird mit 12 Mennige vermischt. Man fertigt aber auch in England ohne Knochenäsche ein Frittenpor- zellan, wie folgende Massenversätze beweisen: 60 zersetzter Granit, 40 Thon und 2 Flintglas; die Glasur aus: 30 Granit, 15 Kiesel, 6 Men- nige, 5 Soda, diese werden gefrittet und zu 44 Th. der Fritte 23 Flint- elas und 15 Bleiweils gesetzt. Auch soll man mit Schwerspath und kohlens, Strontian Massen fertigen.] Es ist einleuchtend, dafs zum Glattbrennen eines solehen Porzel- I weniger Witze erforderlich ist, als zum Brennen des ächten Feld- spalhporzellans, dafs die Glasur weit leichter schmelzen muls, da sie viel Bleioxyd, Glas und Borax enthält, es steht aber in Güte dem äch- ten beträchtlich nach. Die Construction der Brennöfen in den Potteries R bedingen durchaus nicht die Erzeugung einer hinlänglichen Hitze, um ichtes Porzellan brennen zu können.— Frittenporzellan wird in England zu Chelsea, Coalport, Derby gelertigt. [| Ueber Porzellan siehe Brongniart im D. d. se. n. T. IT. p. 78. und im D. t. T.XVIH. p. 279.— Bastenaire- Daudenart Vart de fabriquer la porceleine, Paris 1827, 2 Tom, Klaproth und HWolfs Wörterbuch der Chemie Artikel„Thonwaaren”(was Porzellan betrifft zum gröls- ten Theil von Hrn. Geh. Bergrath Frick, Dirigenten der Fabrikation von weilsem Porzellan in der königl. Manufaktur zu Berlin bearbeitet). Tcher Porzellanmalerei.: das°D. 14s8::XV. p. 486.— 5. dimans m Bullet..d. 1. societe d’Encour, 1829. p. 157.— Prrch- Es Vol Ile. 73.— Krünitz ökonomisch-technologische Encyklopädie Bd. 115. Artikel „Porzellan”(unvollendet).] TREE ET ge AT TION ans > Ai 7 Berlin. gedruckt bei A.. Petsch. FENEEE 739.20 ELISE TI III: Fig 230 \ N Fig 70 Ss gez. von Horn A nn 5 Pe 90 x KLETT RR EAN Tafel 1 TERERESEEFEFERFEH ERRERERFEN gr J is N EREE gez von Horn. gest: ron Theod: Glas/ brenner. EEE genen EDEL KT ZUTRETEEEEC mE ee eng ernten ee Pr Eh Punmmegein re Mabttab zu Fig. 1 bis 7 77 10 15 Fids — AL| M| I sETa l te T Malsltab zu Fig I0. 6 9 15 Zofl I l I OÖ PINTST DE IAIISITN FIAT PISIAIIIN FT OR SSGESE FRE (0) NH zon Hoffmann. gest. ron Theod. Glas[brenner. # an; Eat ZB ul 2 banal Dada un Mn u a na a nn un Be ENTER TREE FE Tr BR Teer en, M Y j ao“ er j N A N ET HTRERN Be gan Ag EN ENGINE i f; Ü 4 Pe nr PR is) Du Te A u RE BEE DIBESZIIECZUEDOT ar en - EETTT Tafel IV. 3 4 6fiuds e N en ‚ger. ron Haffinann. | ron Theod. Glaslbrenner i F Fatel. V Maaksltab zu Fig 2.223:0.7.0% 10 h 20 sofub. mn =>- an N N IT a im hm be bb 1 | {E —T { : i I| ol 7 Waalsltab zu Fig 4 u.5 sol ds |[2 AR gez. ron Hoaffinann gast. von Vheod. Glaslbrenner Tafel II. 1 30 Pid's. Kuh DH 4 Maasltah zu Fig ELITE EN F4 R RE 3 Fulr. o 0 20 30 40 Erler Ber I 4 I Zr=t—— T-; J Ri.= m Maabslftab zu Fig. 7_10. II IT 1a KR FRE gelt. von Theod.Glafsbrenner. gez. von Hoffmann. —— — — EEEEEE — 1 4 7 —. 88— 4— 8 8 2 8 al W Rad deu 8 — Soſour& Grey Seumoi Char Blue Cyan Green Vellow Hod Magenta „Groy Ger SGres Siera Glack