7— — i. 22 7 v 2 2„ Anleitung 5 2 ö K en nt n i 6 C 7 der 2 +*— . — ion Breiefen von H Sren g el, Professor der Botanik in Vil.oHAn FD. ROCl HEN N S LN DDNTS/ 7 NO VG I NX 3weyte Samm lun g Von der Kunstsprache und dem Suste Mit oier Kupferrafeln. Halle * dey Karl An gu st R ů mmel 1803.. — —* —— —— Der dtegieren den Kaiserinun aller Reußen Majestat n 4ieffer Chrfurcht gewidmet von dem6m Verfasser. er! — dan U zwehter I Eiebente en. 2 Spiel chter B Charakt kakter. ö Reunter System. In hal t. Erster BVrief. Von der Kunstsprache überhanpt. Von dem Ueberzuge der Pflanzen insbesondere. S. 3— 15 Zweyter Brief. Von der Wurzel, dem Stamm und den Aesten. S. 16— 23. Deitter Brief. Von den Blättern. S. 23— 40. Vierter Brief. Vom Vluthenstande. S. 4r— 97. Fünfter Brief. Von den Blumenhüllen und Blumen. S. 47— 55. Sechster Brief. Von den Früchten. S. 53— 653. Siebenter Brief. Von den Merkwäahlen der Pflan⸗ zen. Bestimmung der Begriffe: Art, Abart und Spielart. Charaktere der Arten. S. 64— 95. Achter Brief. Bestimmung des Begriffes: Garttung. Charaktere derselben. Natürlicher und künstlicher Cha⸗ rakter. S. 86— 99. Reunter Brief. Begriff von System. Linné'sches System. S. 100— 112. Zehnter Brief. Würdigung des Linné'schen Systems. S. 113— 120. Elfter Brief. Erste, zweyte und deitte Klasse. S. 121— 132. Zwölfter Vrief. Gräser und Getraide Arten. S. 133— 15I. Dreyzehnter Brief. Fortsetzung. S. 151— 165. Vierzehnter Brief. Vierte Klasse. S. 165— 172. Funfzehnter Beief. Fünfte Klasse. S. 173— 197. Sechzehnter Brief. Sechste Klasse. S. 199— 222. Siebzehnter Brief Siebente, achte, neunte und zehnte Klasse. S. 222— 243. Achtzehnter Brief. Elfte, zwölfte und dreyzehnte Klasse. S. 244— 261. Neunzehnter Brief. Vierzehnte und funfzehnte Klasse. S. 261— 2765. Zwanzigster Brief Sechzehnte Klasse. S. 276— 287. Ein und zwanzigster Brief. Siebzehnte Klasse. S. 288— 3080. Z3wey und zwanzigster Brief. Achtzehnte und neunzehnte Klasse. S. 301— 312. Drey und zwanzigster Brief. Fortsetzung. S. 312— 323. Vier und zwanzigster Brief. Zwanzigste Klasse. S. 324— 337. Fünf und zwanzigster Brief. Ein und zwanzigste Klasse. S. 338— 350. Sechs und wanzigsler Brief, Zwey und zwan⸗ zigste und drey und zwanzigste Klasse, S. 3580— 367. fehnte —-287. slass. ö nie und ug9. S. ö Klasse. hanzigste d zwän⸗ 3⁵7. Sriecf über die ot a n Zweyte Sammlung. 2 theure i6 da w 9er ve Vit her L iehun senet mit —— . An Mam sell F. Die Uebereinstimmung unserer Gesinnungen, meine theure Freundinn, äußerte sich neulich sehr lebhaft, da wir über unsern Lieblings⸗Schriftsteller, den Bür— ger von Genf, und seine unsterbliche Werke sprachen. Wir wetteiferten in Ausdrücken der Ehrfurcht und der Dankbarkeit für diesen Mann der Natur und der Wahrheit, und schrieben dem mächtigen Einfluß sei⸗ ner Beredsamkeit die Verbesserung der häuslichen Er— ziehung und die edlern Gesinnungen vieler tausend seiner Leser zu. Wir schlossen damit, daß wir uns mit Vergnügen an unzählige Stellen seiner Schrif— ten erinnerten, wo er der Betrachtung der Natur und der Beschäfftigung mit der Pflanzenkenntniß so feurige und wahre Lobreden hält. Der Botanik ver⸗ dankt er in seinen Réveries d' un promeneur loli- talre die süßesten Erinnerungen an die Jahre der Un- schuld und der Freude, an den Aufenthalt in den lieb⸗ 38* lichsten Gegenden und unter den besten, einfachsten Menschen: ihr verdankt er die glücklichsten Stunden seines Lebens. Und glauben Sie mir, liebe Louise, Rousseau beschäfftigte sich nicht bloß oberflächlich mit der Botanik: er kannte ihr Wesen und ihre Be— dürfnisse. An vielen Stellen seiner Schriften zeigt er, daß die Untersuchungen des Baues der Gewächse die Botanik eigentlich interessant machen, und daß man den wahren Zweck der Naturforschung verfehlt, wenn man bey jeder Pflanze nach dem medieinischen oder ökonomischen Gebrauche derselben frägt.„Diese me— „dieinische und ökonomische Ideen“, sagt er,„sind »nicht dazu geeignet, das Studium der Botanik an-⸗ „genehm zu machen. Vor ihnen verbleichen der „Schmelz der Wiesen und der Glanz der Blumen: „durch sie ermattet die frische Kühlung der Haine, „verlieren die grünen Auen und die schattigen Lau⸗ „ben ihren Reiz. Alle diese anmuthige Formen kön⸗ „nen einen Menschen wenig anziehen, der nur dar— „an denkt, alles dies in einem Mörser zu zerstoßen: „und man wird keine Blumenkränze für Hirten un— „ter Pflanzen suchen, die man zu einem Klystiere »bestimmt hat.“ die rol Echt hat; seine Id: I df ange Cige ved Ihnet m2 Mud sthen 9 Eben so gründlich und schön äußert er sich über die Kunstsprache der Botanik, deren Schöpfer der ö große Linné ist. Die Nothwendigkeit derselben, um sich für immer verständlich zu machen; den Scharfsinn, womit sie Linné erfunden und ausgeführt ö hat; die Vortheile, welche wir von der Befolgung seiner Regeln erwarten können, hat Niemand so schön und geistreich gus einander gesetzt, als Rousseau ö in der Einleit ung zu seinem botanischen Wörter⸗ buche. ö ö In der That kann die Botanik, als wissenschaft⸗ liche Kenntniß, einer fest bestimmten Kunstsprache durchaus nicht entbehren, und es müssen die einmahl ö angenommenen Ausdrücke für gewisse Theile oder Eigenschaften, die wir an Pflanzen bemerken, noth⸗ 2 wendig beyhehalten werden. Der Grund davon wird Ihnen sogleich einleuchten, wenn Sie bedenken, daß, um Andern verständlich zu werden, solche Worte ge— braucht werden müssen, mit welchen Jedermann die⸗ selben Begriffe verbindet. Um davon ein Beyspiel anzuführen, erinnere ich Sie an die silberhlättrige Potentille, die bey uns an Straßen und auf wüsten Plätzen so häufig ist. Die Blätter derselben nenne ich gefingert fünfzählig, keilförmig, eingeschnitten, 6 oben zottig, unten weiß⸗filzig. Wenn nun die Aus⸗ drucke: zottig und filzig, nicht bestimmt wären; so könnten wir, nach dieser Beschreibung, die Pflanze leicht mit andern Arten Potentille verwechseln. Die Frühlings⸗Potentille hat nämlich Wurzelblätter, die auch gefingert sünfzählig, aber oben weichhaarig und auf der Unterfläche weiß-filzig sind: die weiße Potentille hat gefingert fünfzählige Blätter, die oben weichhaarig, unten aber, besonders an der Spitze, sei— denartig behaart sind: die kriechende Potentille hat Blätter von gleicher Form, deren Ober- und Unter⸗ fläche runzlig und weichhaarig sind: die haarige Potentille hat fast borstige Blätter. Sie sehn also, daß man die Ausdrücke: borstig, weichhaarig, seidenartig, wollig, filzig, fest bestimmen und gehörig zu unterscheiden wissen muß, wenn män die Pflanzen erkennen will. Die meisten Ungewißheiten und Irrthümer in der Botanik haben darin ihren Grund, daß die Schriststeller nicht sicher genug die Pflanzen bestimmt, die Kunstsprache nicht sorgfältig genug angewandt haben. Selbst der große Schöpfer unserer Kunst— sprache, Linné, machte sich, obgleich selten, dieser Nachlässigkeit schuldig, wie das Beyspiel seiner Pfef⸗ un Rel 1e Ferh Mi Cis nan nige uum 2 fermünze beweiset. Diese Pflanze suchte er dadurch zu unterscheiden, daß er ihr knopfförmige Aehren, eyförmige, gesägte, gestielte Blätter, und Staubfä— den gab, die kürzer als die Blumenkrone seyn. Der itzige Besitzer der Linnéschen Pflanzensammlung, Smith/ sand aber, daß Linné's Pfeffermünze nicht die ächte englische sey, und sich von der letz—⸗ tern durch die rauhen Haare des Kelches und durch die hackerigen Blumenstiele, so wie durch die gestiel⸗ ten Blätter unterscheide, da die ächte englische Pfef⸗ fermünze sitzende Blätter und glatte Kelche hat. Auf ähuliche Art wären die verschiedenen Sörten des Eisenhuts durchaus nicht zu unterscheiden, wenn man nicht auf die linienförmige oder breite, keilfö⸗ mige Gestalt der Einschnitte der Blätter Rücksicht nimmt. Es ist nur zu bedauern, daß unsere Sprache nicht reich genug und die Natur zu mannigfaltig in ihren Formen ist, als daß wir für jede mögliche Ab⸗ stufung der letztern einen bestimmten Ausdruck auf⸗ finden könnten. Wie oft kommen die Fälle vor, wo man den Umfang der Blätter nicht eigentlich gesägt oder gekerbt, die Oberfläche nicht eigentlich haarig nennen kann; sondern wo man das Wörtchen: fast⸗ 8 beynahe, hinzu setzen muß! So kommen Ueber⸗ gänge von der einen Form des Blüthenstandes in die andere vor: die Aehre geht in die Traube, diese in die Rispe über, ohne daß man bey manchen Exem— plaren bestimmt sagen kann, welcher Ausdruck für ihren Blüthenstand am meisten paßt. Diese Schwierigkeiten bey der Benutzung der Kunstsprache führen mich auf die Hindernisse bey der— Erlernung derselben, welche sich denen entgegen set⸗ zen, die der lateinischen und griechischen Sprache nicht mächtig sind. Die botanische Kunstsprache ist ursprünglich lateinisch und griechisch: wer keine Kenntniß von dem Gebrauche der lateinischen und griechischen Ausdrücke überhaupt hat, wird auch nicht im Stande seyn, die botanischen Kunst-Ausdrücke gehöͤrig zu fassen. Für unsere Muttersprache sind diese Kunst⸗Ausdrücke itzt zwar auch ziemlich fest bestimmt; allein der gemeine Sprachgebrauch weicht oft gar sehr von dem wissenschaftlichen ab, und man muß sich erst mühsam an diesen gewöͤhnen, um jenen zu verlernen. Als Beyspiel führe ich nur den Aus⸗ druck: Kelch, an, den wir in der Botanik ganz an⸗ ders gebrauchen, als im gemeinen Leben. Auch die Ausdrücke: Traube, Aehre, Büschel, Strauß, wer⸗ ö In iu simmt 1 ui E R Unnen: Iugen 5•as im in W. I 141 much ferligt ster E Emubt sum her hiidert S aume ho hhicklch sihi Mum ih 9 den in der botanischen Kunstsprache viel genauer be⸗ stimmt, als im gemeinen Leben. Unsere Muttersprache ist zwar an sich so reich, daß wir gewiß die meisten fremden Kunst⸗Ausdru⸗ cke und Pflaunzen⸗Namen recht gut in sie übersetzen können: allein theils führen manche dieser Ueberset⸗ zungen einen Doppelsinn mit sich; theils beleidigen sie das Ohr durch Mißtöne; oder sie sind zu niedrigz um im feinern Conversations-Ton gebraucht zu wer⸗ den. In solchen Fällen halte ich die Aufnahme frem⸗ der Ausdrüͤcke für sehr schicklich, und der Wohlklang mancher griechischer und lateinischer Namen recht⸗ fertigt ihre Anwartschaft auf das Bürgerrecht in un⸗ serer Sprache vollkommen. Wer z. B. Anthere durch Staubkölbchen übersetzen wollte, würde einen Doppel⸗ sinn hervor bringen, der die Deutlichkeit des Begriffes hindert. So finde ich die Namen: Pippau, für Cre⸗ pis, Schweinssalat, für Hyoseris, unschicklich; und Cynometra mag ich gar nicht übersetzen. Es kommt also bey diesen Benennungen darauf an, ob wir einen schicklichen deutschen Ausdruck für den fremden vor⸗ räthig haben. In diesem Falle sehe ich nicht ein, warum wir nicht den deutschen vorziehen, warum wir nicht Dolde statt Umbelle, Narbe statt Stigma 10 sagen wollen. Sonst aber wähle ich lieber den frem⸗ den Ausdruck statt des zweydeutigen deutschen. Ich halte es für eine eben so große Ziererey, wenn man durchaus kein fremdes Wort in unsere Sprache auf— nehmen, als wenn manu alle Kunst-⸗-Ausdrücke latei⸗ nisch geben will, ungeachtet unsere Muttersprache eben so bestimmt und reich ist, als die lateinische. Um sich in der Kenntniß der Kunstsprache fest zu setzen, ist es nothwendig, daß man die Ausdrücke bey allen vorkommenden Pflanzen anwendet. Man nimmt zu dem Ende irgend ein beliebiges Gewächs vor, und beschreibt es mit allen Kunst-Ausdrücken so genau als möglich, um sich in der Anwendung derselben zu üben. Ist die Beschreibung gemacht, so kann man sie mit der Beschreibung derselben Pflänze in irgend einem guten Schriftsteller vergleichen und darnach die Fehler verbessern. Auf solche Art erwirbt man sich in kurzer Zeit eine größere Fertigkeit in der Kunstsprache, als wenn man die bloßen Wörter aus⸗ wendig lernen wollte. Ich will Ihnen zum Beyspiel die gemeine Hya⸗ einthe, die Sie gewiß itzt in Ihrem Fenster stehen haben, kunstmäßig beschreiben; und ich bin gewiß, daß Sie mich hinreichend verstehen werden, wenn sud l hͤhlt, an de Da keinei Mlatt. tut/ frnsh heteng lihe, shwir ihen Keteht uit ei MN 11 * Sie diese Beschreibung mit der Natur vergleichen: Die Pstanze kommt aus einer ächten Zwiebel(Th. 1. S. 249. 250.) hervor, welche unter sich faßerige Wur⸗ zeln, über sich bloße Blätter und den Blumenschaft, ohne eigentlichen Hauptstamm treibt. Die Blätter sind länglich, unten und oben gleich breit, ausge⸗ höhlt, glattrandig, glatt, mit feinen Nerven versehn, an der Spitze etwas stumpf, und umfassen mit der Grundfläche scheidenartig den Schaft. Der letztere ist blattlos, ziemlich rund, wenig länger als die Blätter. Der Blüthenstand ist eine Traube. Unter den einzelen Blumenstielen stehn ungefärbte, schup⸗ penartige Deckblättchen. Die Blumenkronen haben keinen Kelch, sind überhängend, bestehn aus einem Blatte, welches an der Grundfläche bauchig erwei— tert, in der Mitte etwas verengt ist und sich oben sternförmig in sechs Einschnitte ausbreitet. In der verengten Röhre der Blumenkrone sitzen sechs läng⸗ liche, in zwey Oeffnungen nach innen aufspringende schwärzliche Antheren, auf sechs kurzen, breiten, häu⸗ tigen Staubfäden. Der Pollen ist schwefelgelb, und besteht aus länglichen, an beiden Seiten zugespitzten, mit einem dunkeln Querstriche versehenen Körnchen. In dem bauchigen Grunde der Blumenkrone ist der 12 stumpf dreykantige, sechöstreiige Fruchtknoten. Das obere Ende der vertieften Streifen schwitzt ein Tröpf— chen Honig aus. Auf dem Fruchtknoten sitzt ein rundliches, stumpf dreykantiges Pistill, mit einer ganz stumpfen Narbe. Die Saamenkaysel ist drey⸗ kantig und dreyfächerig, und in jedem Fache sind zwey, auch vier rundliche Saamen. Sehen Sie, meine liebe Louise, so beschreibe ich kunstmäßig die Hyacinthe. Da Sie die erste Samm— lung meiner Briefe gelesen hahen, so kann für Sie diese Beschreibung gar keinen unverständlichen Aus⸗ druck enthalten; und ich glaube, wir thun überall wohl, wenn wir unsere Kunstsprache, so viel als mög⸗ lich, der Sprache des gemeinen Lehens anpassen, und diese nur genauer zu bestimmen suchen. Ich werde daher nicht nöthig haben, Ihnen die gewöhnlichen Kunst⸗ Ausdrücke, die der Sprachge⸗ brauch des gemeinen Lebens schön hinlänglich bestimmt hat, umständlich zu erklären, sondern nur diejenigen werde ich Ihnen erläutern, die der gewöhnliche Sprachgebrauch nicht gehörig fest gesetzt hat. Ehe ich aber die verschiedenen Formen jedes ein— zelen Theils kunstmäßig gögebe, will ich Ihnen, was Sie in meinen Briefen über den Bau der Gewächse —ꝛ—— (T.l. hef Iun 5 de ö nit z Iu hibe! schien Natig uidd on mabt; Sa v Ig/ abet. Iheit se lugn die fus ein sshe fti Nude de Uatvinf D un lig uün dr 70 llig. 13 (Th. 1. S. 129. 130.) von dem allgemeinen Ueberzu⸗ ge derselben gelesen haben, etwas umständlicher er⸗ örtern. Die Oberfläche der Gewächse ist nämlich sehr oft mit Haaren besetzt. Die Verschiedenheiten dersel— ben habe ich zum Theil an dem angeführten Orte be⸗ schrieben. Hier setze ich noch hinzu/ daß man weich-⸗ haarig und rauh haarig unterscheidet. Jenes wird von feinen, weißen, weichen, kurzen Haaren ge— braucht; dieses von langen, etwas steifen Haaren. Sind die Haare noch steifer, fast stechend und etwas lang, so ist die Oberfläche borstig; sind die Haa⸗ re aber bey ihrer Steifigkeit und stechenden Beschaf—⸗ fenheit sehr kurz, so ist die Oberfläche hackerig. Liegen die steifen Haare dicht angepreßt und entstehn sie aus einer kolbichten Grundfläche, so heißt die Ober⸗ fläche strieg licht. Die Weichen Haare stehn oft am Rande des Blattes, der Blumenkrone, oder an den Blattwinkeln, und sind von gleicher Länge; dann hei⸗ ßen sie Wimpern: oder die weichen feinen weißen Haare liegen dicht an die Oberfläche angepreßt und machen diese glänzend weiß; dann heißt diese seiden⸗ artig. 14 Ohnye Haare zu haben, fühlt sich bisweilen die Obeirfläche der Theile scharf an, das Gesicht entdeckt aber keine Unebenheiten; dann nennt man die Ober⸗ fläche überhaupt scharf: rauh aber, wenn man einzele scharfe Punkte deutlich sehen kann. Scharf sind zum Beyspiele die Stiele des gefleckten und ka⸗ rolinischen Phlor und die Blätter des blauen Cynoglos⸗ sum, welches man gewöhnlich Vergißmeiunnicht nennt; rauh aber die Blätter einer Wachsblume, die deßwe⸗ gen die rauhblättrige heißt; rauh und rauhhaagrig die Kelche des rothen Convoloulus. Weichstachlig ist die Oberfläche, wenn kleine krautartige Stachelchen, ohne zu stechen, sich hügelförmig erheben und dem Gesühl auffallen. So eren lig und zottig zu⸗ gleich werden Sie die Stiele der gemeinen Nachtkerze sinden. Dann unterscheidet man auch die punktirte, warzige und blattrige Oberfläche. Bey jener fallen die Punkte bloß dem Gesichte, aber nicht dem Gefühl auf, wie z. B. bey der Myrte und den Citronen. Es sind diese Punkte mehrentheils Drüsen, die in ver⸗ tieften Stellen der Blätter liegen. Warzig und blat⸗ terig werden so unterschieden, daß bey jenem kleine seste Hügelchen, bey diesem sich nur Bläschen erheben, elche Kugeft spieli lich e 6 schni soll st lichtt Snad rete A cel; Fode ten 0 — Hlattti Oherft meber g an huch! eckt 13 welche entweder ganz hohl oder mit dünner Flüssigkeit angefüllt sind. Von dem letztern finden Sie ein Bey⸗ spiel in der krystallischen Zaserblume, die man gewöhu— lich Eiskraut nennt. Ferner unterscheidet man die klebrige von der schmierigen Oberfläche. Die klebrige Feuchtigkeit soll sich im Wasser auflösen, welches die schmierige nicht thue und also harzig oder öhlig sey: allein dieser Sprachgebrauch wird nicht gehörig beobachtet. Meh— rere Arten Toback haben wirklich schmierige Oberflä⸗ chen; man nennt sie aber klebrig. Am deutlichsten finden Sie die schmierige Oberfläche bey der so genann—⸗ ten Pechnelke. ö Im Gegensatz gegen die scharfe, rauhe, warzige, blattrige, weichstachlige, klebrige und schmierige Oberfläche nennt man diejenige glatt, wo sich jene Unebenheiten und Ueberzüge nicht finden. Der Man⸗ gel an Haaren, Wolle, Filz, Borsten aber wird bloß durch unbehaart ausgedruckt. 16 II. An eben dieselbe. Um Ihnen die botanischen Kunst— Ausdrücke gehörig zu erklären muß ich, der Ordnung gemäß/ mit der Wurzel anfangen. Allein gerade bey diesem Theile kommen fast gar keine Ausdrücke vor, die nicht all⸗ gemein verständlich wären. So unterscheidet man die Wurzeln nach ihrer Dauer in ein⸗, zweyjährige und perennirende. Die letztern dauern mehrere Jahre, und treiben in jedem neue Sprossen. Die ein⸗ jährige Dauer bezeichnet man mit O, die zweyjährige mit 8, die perennirende mit à. Bey denen Pflanzen, wo die Antheren⸗ tragenden Blumen von den Frucht⸗ tragenden getrennt sind, hat eine andere Bedeu⸗ tung: es bezeichnet die Antheren-tragenden; 2 die Frucht⸗tragenden; und s solche Blumen, die beider⸗ seitige Befruchtungs Werkzeuge enthalten. Die verschiedenen Formen des Wurzelstocks und der Wurzelzasern werden mit ganz gebräuchlichen Aus⸗ drücken bezeichnet. So heißt die Wurzel spindel⸗ förmig wenn sie oben dick ist, senkrecht herunter geht, und allmählig immer mehr abnimmt, wie die Wurzel der Mohrrübe und der Rübe. 17 Ungleich mehr eigentliche Kunst⸗Ausdrücke kom⸗ men bey dem Stamm oder der gemeinschaftlichen Rh Stütze des Gewächses vor. Im engern Sinne und — im gemeinen Leben nimmt man freylich den Stamm —5 nur bey Bäumen und baumartigen Pflanzen an, il wenn man nämlich findet, daß derselbe während des die Winters nicht abstirbt, sondern so lange dauert, als 98 das Gewächs lebt. Alle Gewächse, die einen solchen —9 Stamm im engern Sinne des Wortes haben, pflegt ü man, der Kürze wegen, mit h zu bezeichnen. Man theilt den Stamm insbesondere in den baumarti⸗ 5 gen und strauchartigen ein. Jener ist unten , am Boden einfach, und treibt erst in einiger Höhe Aeste; dieser theilt sich gleich von unten auf in Ae— ö ste und Zweige, wie die Rosen. Stengel nennt man den gemeinschaftlichen Stamm solcher Gewächse, die im Winter oder in gewissen Perioden ihres Lebens bis auf die Wurzel absterben. Der Stengel vflegt nämlich viel weicher und saftiger zu seyn, als der Stamm baum- und ö strauchartiger Gewachse: dennoch aber enthält er, ö wie dieser, Rinde, Holzlagen und Mark; nur daß die Holzlagen nicht zu dem Grade der Festigkeit und Härte gelangen, welchen sie im Stamme der Bäu⸗ Zweyte Sammlung..— — 18 me und Sträucher annehmen. Mau bemerkt aber einen Uebergang vom Stengel zum Stamme im en⸗ gern Sinne bey denen Gewächsen, die man Stau⸗ den nennt. Diese sterben oben ab, aber in einiger Höhe über der Wurzel behalten die Stengel ihr Leben und ihre Festigkeit. So kann man Himbeer⸗ und Brombeer-Stauden sagen, weil ihre Stäm⸗ me nicht ganz im Herbste eingehn. Halm nennt man den krautartigen Steugel⸗ grasartiger Pflanzen, der meistens durch Knoten in Glieder getheilt und inwendig voll lockern Markes, auch oft von Blüttern scheidenartig umgeben ist. Die Knoten der Grashalme entstehn von Quer⸗ wänden der Markhöhle,(DTh. 1. S. 210.0) die d die Verwickelung der Schraubengänge mit den Zel⸗ len der Rinde und des markigen Gewebes gebildet werden. Aus diesen Scheidewänden entstehn die Blätter und die Wurzeln: sie dienen also zur Ver— vielfältigung der Gräser. Die Schraubengänge um⸗ geben aber hier so wenig als in dem Strunk der Farrenkräuter das Mark in concentrischen Ringen, sondern sie sind in einzelen Bündeln zusammen ge⸗ häauft. 19 Strunk heißt der Stamm oder Stengel der Palmen und Farrenkräuter, wenn er sich oben in ein Blatt ausbreitet. Diese blattartige Ausbreitung nennt man dann Wedel. Der Strunk enthält zwar auch in der Mitte Mark, aber die Schrauben— gänge bilden keine eoneentrische Ringe, sondern ab⸗ gesonderte Bündel, die in dem Strunke der Far⸗ renkräuter noch in einer besondern gefärbten Hulle eingeschlossen sind,(DTh. 1. S. 103. Fig. 13.) Schaft nennen wir den krautartigen Stengel, der aus der Wurzel unmittelbar entsteht, und selten Blätter, gewöhnlich nur Blumen trägt. So finden Sie bey der Hyaeinthe, den Laucharten und den Nareissen einen Schaft. 29—— Daß wir die Abtheilungen des Stammes und Stengels Aeste nennen, ist bekannt. Wir unter— scheiden die Aeste und Zweige, indem wir bey den letztern auf ihre belaubte Beschaffenheit sehn, da die Aeste auch ohne Blätter seyn können. Rei⸗ ser nennen wir die Triebe eines Jahres, oder so dünne Aeste, daß man sie für Triebe eines Jahres hal⸗ ten kann. Noch finden wir Abänderungen des Stengels, wenn die Wurzel ihn neben dem Hauptstamm her⸗ 2 0 20 vor treibt. Ein solcher Steugel heißt entweder Ranke oder Sprosse. Die Ranke liegt flach an der Erde, ist blattlos, enthält aber an der Spitze eine Knospe, welche Wurzel schlägt und neue Pflänz— chen hervor bringt. Solche Ranken finden Sie bey den Erdbeeren. Die Sprosse oder der Ausläufer hingegen schießt aus der Wurzel senkrecht in die Höhe, ist mit Blättern versehn, und kann für sich als eine junge Pflanze angesehn werden. Wenn ein Gewächs Ranken oder Sprossen treibt, so ist dies ein Zeichen, daß sich dasselbe, außer der Fortpfian⸗ zung durch Saamen, auch durch Seitenverlängerung vermehren läßt. Die Gewächse aber, deren Wurzeln gar nicht Sprossen treiben, lassen sich auch schwer⸗ lich anders als durch Saamen fortpflanzen. Die verschiedenen Kunst-Ausdrücke, welche vom Stamm und Stengel gebraucht werden, beziehen sich I. auf seine Richtung. Man nennt ihn ge⸗ streckt, wenn er ganz platt auf der Erde liegt, wie der gemeine Gundermann; niederliegend, wenn er nur anfangs etwas in die Höhe steht, aber sich dann ganz auf die Erde legt, wie der Feldthymian oder Quendel; niedergebogen, wenn er anfangs gerade aufsteigt, lich dann biegt und sch endlich ge— r 21 gen die Erde krümmt, wie der Fasanenstrauch; aufwärts gebogen, wenn der untere Theil auf der Erde liegt, der mittlere sich in die Höhe biegt, und der obere gerade steht, wie einige Cytisus⸗Ar⸗ ten; übergebogen, wenn der obere Theil hori⸗ zontal gekrümmt ist, wie bey der üͤbergebogenen Si⸗ lene; nickend, wenn der obere Theil gegen die Erde gekrümmt ist, wie die Thränenweide. Man unterscheidet ferner den rankenden und winden⸗ den Stengel. Jener steigt an Bäumen und andern Gegenständen in die Höhe, und hängt sich mit Ga⸗ beln oder Würzelchen fest, wie der Weinstock. Diese Gabeln oder Ranken sind also fadenförmige Kör⸗ per, die gemeiniglich gewunden sind und sich an be⸗ nachbarte Kötper anhängen oder um sie schlingen. Sie sehn sie bey der Wicke(Fig. 1) an der Spitze des gesiederten Blattes. Der windende Stengel aber schlingt sich entweder rechts oder liüks um die Kor⸗ ver herum; und solche Gewächse heißen deßwegen Schlingpflanzen, wie unser rother Convolvulus. 2. Auch die Art der Zertheilung wird durch bestimmte Kunstwörter ausgedruckt. Man hat ga⸗ belstige Stengel, Wo allemahl nur zwey Aeste aus dem Stamm hervor kommen, von welchen sich ie— 22 der wieder in zwey theilt, wie beym Rapunzel und der Eichen-Mistel; arm förmige, wenn die ent⸗ gegen gesetzten Aeste sich rechtwinklig durchkreuzen, wie bey unserm Pfefferkraut oder der Garten-Sa⸗ turey; sparrige, wenn die Aeste unter stumpfen Winkeln abgehn, wie bey der Rothtanne. 3. Der Umfang giebt wichtige Unterscheidungs⸗ zeichen her, die durch bestimmte Kunstwörter ausge⸗ druckt werden. Was rund und halbrund sey, brauche ich Ihnen nicht zu erklären. Aber sehn Sie die Stengel des gemeinen Johanniskrauts an, so wer⸗ den Sie finden, daß auf zwey Seiten eine Haut her— unter läuft, die zwey entgegen gesetzte scharfe Win—⸗ kel bildet. Einen solchen Stengel nennt man zwey— schneidig. Sind die entgegen stehenden Winkel aber abgerundet, so nennt man den Stengel zu sam- mengedrückt, wie bey den Nareissen. Wenn der Stengel Ecken hat, so unterscheidet man kantig, eckig und seitig, nachdem die Ecken scharf oder abgerundet, und die Seitenflächen eben oder vertieft sind. So sagt man: drey-oder vierkantig, wenn der Stengel drey oder vier scharfe Ecken und ebene Seitenflächen hat, wie bey manchen Riedgräsern; dreyseitig, wenn drey 23 siumpfe oder abgerundete Ecken und drey ebene Flä⸗ chen da sind, wie beym Cypergrase; und drey⸗ eckig, wenn drey scharfe oder abgerundete Ecken und vertiefte Flächen zugegen sind, wie bey der drey⸗ eckigen Fackeldistel. 9. Nach der Bekleidung sind die Stengel nackt, wenn sie gar keine Bedeckung, weder Vlätter noch Schuppen, haben; blattlos, wenn sie nur keine Blätter haben; geflügelt, wenn von der Blatt⸗Substanz sich schmale Streifen zu beiden Sei⸗ ten des Stengels verlängern; unbewaffnet, wenn weder Dornen noch Stacheln da sind; spreuartig, wenn trockne, rauschende Schuppen ihn bekleiden, wie bey dem gemeinen Fartenkraut; bescheidet, wenn die Blätter ihn scheidenartig umgeben, wie bey den Gräsern und Iris⸗Arten. 981 Sie sehn, die Kunst-Ausdrücke vom Stamm, Stengel und Halme sind nicht zahlreich und lassen sich leicht behalten: aber bey den Blättern kom-⸗ men sehr wichtige und nicht ganz leichte Kunst-Aus-⸗ drücke vor, die ich Ihuen im nächsten Briefe zu er⸗ läutern suchen werde. 24 III. An eben dieselbe. D Bau und die Bestimmung der Blätter finden Sie im ersten Theile(S. 258. ff.) angegeben. Man belegt aber die Blätter mit verschiedenen Namen, nach den verschiedenen Stellen, die sie einnehmen. So yflegt man bey denen Gewächsen, deren Saa⸗ menlappen beym Keimen über die Erde hervor kom⸗ men, die letztern auch Saamenblätter zu nen⸗ nen. Sie werden beym Aufgehen der Faselbohnen leicht die Saamenblätter von den nachfolgenden un⸗ terscheiden können.(Vergl. Th. 1. S. 396.) Von diesen Saamenblättern sind nun die Wur⸗ zelblätter wohl zu unterscheiden. Diese erschei— nen beym Aufgehen des Pflänzchens zwar auch zuerst; aber sie haben nicht als Saamenkappen vorher in der Frucht gelegen, sie sind auch nicht von so schwam⸗ michtem Bau als die Kotyledonen, sondern haben gerade die innere Structur der übrigen Blätter; und, was das Meiste ist, die Wurzelblätter fallen entweder gar nicht, oder nur sehr spät ab, wogegen die Saamenblätter nur so lange stehn, bis die Pflan⸗ ze etwas heran gewachsen ist. M Forn hrsc Nt geln Must tun dui Ul 25 Wenn die Wurzelblätter gleich dieselbe innere Structur haben, wie die übrigen, so ist ihre Form doch oft sehr verschieden. Die gemeine rundblätt—⸗ rige Glockenblume, die auf allen Aeckern so häufig wächst, hat ihren Namen von der nierenförmigen Gestalt der Wurzelblätter, wogegen die Blätter des Stengels äußerst schmal und linienförmig sind. Wenn nun, wie bisweilen geschieht, die runden Wurzelblät⸗ ter absterben und die bloßen linienförmigen Stengel— blätter stehen bleiben; so kommt Einem wohl der Name: rundblättrig, sehr seltsam vor, und er ist nichts desto weniger richtig. Auf ähnliche Art haben einige Mimosen gefiederte Wurzelblätter, und ihre Stengelblätter sind linienformig und einfach. Unter den Stengelblättern kommen einige vor, die gemeiniglich unter dem Blattstiel sitzen, durch Form und Größe sich von den übrigen Blättern un⸗ terscheiden. Diese nennt man Blatt⸗Ansätze oder Afterblätter. Sie sehn an der schmalblättri⸗ gen Wicke(Fig. 1, E) solche eingeschnittene Blatt Ansätze, die sich von den eigentlich gestielten Blät⸗ tern gar sehr unterscheiden. Höchst selten ist ein Blatt⸗Ansatz gestielt, sondern er sitzt fast immer uumittelbar am Stengel. Bey manchen Gewächsen, 26 3z. V. bey den Jungermannien, sind sie von den eigent? lichen Blättern oft bloß durch ihre Kleinheit zu un: terscheiden. ö Blatt-Ansätze müssen von den Ausschlags⸗ schuppen unterschieden werden. Die letztern sind leine, nicht grun gefärbte Schurpen, die beym Aus⸗ schlagen der Sichen, an den jungen Trieben der Fich⸗ ten erscheinen, und gemeiniglich bald abfallen. Wenn ein Blatt dicht an der Blume sitzt und sich von den übrigen Blättern durch Farbe und Ge⸗ sialt wenig unterscheidet, so nennt man es überhaupt Blumenblatt; Deckblatt aber, wenn es sich durch Farbe, Gestalt und Bau sehr merklich unter⸗ scheidet. Am schönsten werden Sie solche Deckblät⸗ ter an den Lindenblüthen bemerken, wo sie durch ihre weißliche Farbe schon von weitem auffallen, und wahrscheinlich dazu dienen, die Bienen und andere Insecten anzulocken. Blumenblätter sehn Sie au den Blüthen der Stendelwurz,(Fig. 3.) Es ist nur zu bedauern, daß wir keinen andern Ausdruck haben, wodurch die Verwechselung mit den eigentli⸗ chen Blättern der Blumenkrone vermieden werden köunte. Wenn Blumen, die in einer Aehre oder Traube stehn, über sich noch eine Menge Blätter habe den wie O Vlat slehe chen bibo solch U W 5½˙ sud! We an Hlich Hlle schil Mul Hfiel RM 27 haben, bie sich ebenfalls durch ihre Form unterschei— den, so nennt man diesen Haufen Blätter Schopf, wie Sie dies an der Kaiserkrone, der Scharlach- Salbey und der Ananas deutlich sehen können. Bey den Gräsern bemerkt man oft da, wo das Blatt scheidenartig den Halm umfaßt, ein aufrecht stehendes Häͤntchen, welches man das Blatthäut⸗ chen nennt, und nach dessen Form die Grasarten bisweilen unterschieden werden. Sie sehn Fig. 2 ein solches Blatthäutchen(8) au dem gemeinen Wind⸗ halm. Die Blätter werden nun auf folgende Art näher bestimmt: 1. Zuvörderst nimmt man darauf Rücksicht, wie sie an dem Hauptstiel angeheftet sind. Die Blätter sind nämlich entweder gestielt oder ungestielt. Im ersten Falle sitzt der Blattstiel, wie gewöhnlich, am Rande des Blattes, oder er ist so an der untern Fläche befestigt, daß rings um ihn her sich das Blatt tellerförmig ausbreitet. Dann heißt ein solches Blatt schildförmig: diese Form finden Sie unter an⸗ dern bey der Capuziner Kresse. Ist das Blatt un⸗ gestielt, so pflegt man besonders noch zu unterschei— den, ob die Grundfläche des Blattes sich noch etwas 28 inter den Ort der Anheftung herunter zieht; dann nennt man das Blatt angeklebt, wie bey dem Mauerpfeffer. Geht das Blatt aber noch weiter am Hauptstiel herunter und macht diesen dadurch gefslü⸗ gelt, so heißt es herab laufend. Diese Form sinden Sie bey vielen Disteln... Umfassend heißt das Blatt, wenn seine Grundfläche in Lappen vorgezogen ist, die den Hauptstiel zu umfassen schei⸗ nen. So umfassen die Blatt-Ansätze der Wicke(Fig. 1, k) den Hauptstengel. Geht aber der Hauptstiel fast mitten durch das Blatt hin, so heißt es durch⸗ wachsen, wie Sie dies bey den obersten Blättern des Geisblatts(Je länger je lieber) sehn. 2. Auf ihre Lage und Stellung nimmt man ferner Rücksicht: ob sie einzeln stehn, wie bey der Rothtanne; oder ob Zwillingsblätter her⸗ vor kommen, wie bey der gemeinen Fichte; oder ob die Blätter büschelförmig stehn, wie beym Ler⸗ chenbaum. Ost stehn sie auch in zwey Zeilen am Hauptstengel, wo sie dann zweyzeilig heißen, wie bey der Weißtanne. Abwechselnd heißen die Blätter, wenn sie wechselseitig an zwey Seiten an⸗ geheftet sind, wie bey dem Windhalm,(Fig. 23 gegen über stehend aber, wenn zwey Blätter aus ten Qu til/ Hal te. Fitt Hal dich 9l U di⸗ Bl leh se siehr nile M ihn die! gelt N NM 29 aus Einer Stelle des Hauptstiels nach entgegen gesetz⸗ ten Richtungen hingehn, wie bey der Wicke,(Fig. 1. Quirl-⸗ oder sternformig nennt man die Blät— ter, wenn mehrere derselben aus Einer Stelle des Hauptstiels hervor kommen und sich nach allen Sei— ten hinwenden. Solche Blätter finden Sie bey der Färberröthe. Stehn die Blätter ohne Ordnung am Hauptstiel, so heißen sie zerstreut; wenn sie so dicht zusammen stehn, daß ste fast den ganzen Sten⸗ gel bedecken, so nennt man sie gedrängt; und ge⸗ schuppt oder dachziegelförmig, wenn sie so dicht zusammen stehn, daß die Grundfläche des obern Blattes von der Spitze des untern bedeckt wird, wie bey dem gemeinen Heidekraut. So sind die Blätter ferner einseitig, wenn sie zwar an mehrern Seiten des Hauptstengels eut⸗ stehn, aber sich alle nach Einer Seite hinkehren. An vielen Arten des Astmooses finden Sie diese Form. Man hat ferner zurück gebogene Blätter, wenn ihre Unterfläche hohl, die obere sehr erhaben ist, und die Spitze des Blattes nach unten steht. Das Ge— gentheil ist ein niedergebogenes Blatt, wo die Oberfläche hohl, die untere sehr erhaben ist, und die Spitze des Blattes nach oben steht. Man nennt PFIFI 30 die Blätter ferner straff oder senkrecht, wenn sie so aufrecht stehn, daß die Oberfläche gegen den Stamm gekehrt ist und das Blatt selbst mit dem Stamm parallel steht. Gedreht heißt ein Blatt, wenn der untere Theil wagerecht, der obere aber senkrecht steht. Diese Form lieben die Blätter des Fasanenstranchs. Gewandt heißen die Blätter, wenn der eine Rand nach oben, der andere nach un⸗ ten steht, so datz beide Flächen gegen den Horizont gekehrt sind. 3. Nach der Figur der Blätter richten wir uns sehr häusig: diese wird gewöhnlich mit irgend einem Gegenstande verglichen, und von dem letztern wird die Benennung entlehut. ö Zirkelrund sind die Blätter selten, aber rundlich oft. Im letztern Falle weichen sie nur etwas von der kreisförmigen Rundung ab. Oval heißen sie, wenn sie etwas länger als breit, und an der Spitze, wie an der Grundfläche, abgerundet sind, (Fig. 9Neyförmig, wenn die Grundfläche breit und kreisförmig abgerundet ist, die Spitze aber schmal zuläuft, wie bey Kirschblättern,(Fig. 103) lang⸗ lich, wenn die Grundfläche und Spitze auf verschie⸗ dene Art zulaufen, und die Lünge des Blattes we⸗ uigst lan der meh 9 U indii dul sih, heuun Ihn seh. doh 13 96 N epy Rnert H3 10. B ine nid, sirg cht hh. ö 31. nigstens dreymahl die Breite übertrisst,(Fig. 11 32 lanzetförmig, wenn das läͤngliche Blatt von der Grundfläche bis zur Spitze allmählig immer mehr abnimmt, wie bey der Myrte; schwertför⸗ mig, wenn ein langes Blatt an einem Rande et— was erhaben, an dem andern aber ausgehöhlt ist und in eine scharfe Spitze ausläuft, wie die Blätter der Iris. Sichelförmig heißt ein Blatt, wenn sich die Spitze eines schwertörmigen Blattes ganz herum krümmt; linienförmig, wenn ein an sich schmales Blatt oben und unten gleichen Durchmes— ser hat, wie die Blätter der Wicke,(Fig., 1.) Ist das liniensörmige Blatt oben sehr zugespitzt, so heißt es pfriemenförmig. Der Wachholder und eini⸗ ge Tannen würden pfriemenförmige Blätter haben, wenn diese nicht so steif wären und im Winter aus⸗ dauerten: ist dies der Fall, so nennt man ein sol⸗ ches Blatt eine Nadel. Haarförmig heißt ein Blätt, wenn es sast gar keine Breite hat, und deßwegen mit einem Haar oder Faden verglichen wird. Das Wort: fadenförmig, oder haar— förmig, gebraucht man auch von Blumen⸗und Fruchtstielen, wenn sie jene ungemeine Düune ha⸗ ben. 32 Ist ein Blatt an der Spitze sehr zugerundet, nach der Grundfläche hin aber sehr schmal, so heißt es spathelförmig; ist es noch dazu auf der Oberfläche hohl, so nennt man es löffelförmig: und keilförmig, wenn die Svitze wie abgestutzt ist, und das Blatt dann nach der Grundfläche hin schmälet wird. Diese Form ist von der Spathelform bloß dadurch unterschieden, daß hier die Spitze ab⸗ gestutzt und dort zugerundet ist. Umgekehrt eyförmig ist ein Blatt, wenn es, gegen die Grundfläche ange⸗ sehn, eyförmig aussieht. Es ist von dem spathelför⸗ migen wenig unterschieden. Rauten förmige Blätter stellen ein geschobenes Viereck dar; schiefe sind auf einer Seite schmaler als auf der andern, so daß die Mittelrippe nicht genau in der Mitte hin⸗ läuft. 4. In Rücksicht des Randes der Blätter be⸗ merken wir folgende Kunst⸗Ausdrücke: Gesägt ist ein Blatt, wenn sehr scharfe kleine Zähne so dicht zusammen stehn, daß sie sich zu be— rühren scheinen, wie die Psirsichblätter. Sind zwi⸗ schen den größern Zähnchen noch kleinere, so heißt das Blatt doppelt gesägt, wie bey der sauren Kirsche und bey der Ume. Stehn die Zähne etwas 33 von einander ab, so heißt das Blatt gezähnt, wie bey den Stachel- und Johannisbeer-Blättern. Sind die Zähne ganz rund, und stehn sie senkrecht auf dem Rande des Blattes, so nennt man das Blatt ge⸗ kerbt. Die Salbey hat gekerbte Blätter. Ist' der Rand des Blattes mit gleich langen steifen Haaren besetzt, so nennt man das Blatt wimperig, wie das Blatt der Berberitze. Das Gegentheil von diesen Eigenschaften des Randes der Blatter finden wir bey denen, die glattrandige heißen. Diese haben keine Zähne, Kerben oder Wimpern. Sie sind mit den unaus⸗ geschnittenen nicht zu verwechseln. Die letztern können allerdings gezähnt, gesägt und gekerbt seyn, aber sie haben keine größere Einschnitte. Die größern Einschnitte der Blätter geben dem Blatte verschiedene Formen. Es heißt ausge; schweift) wenn bogenförmige flache Ausschnitte am Rande sind; buchtig, wenn die bogenförmi⸗ gen Ausschnitte tiefer gehn. Unsere Eichen haben buchtige Blätter. Sind die Ausschnitte nicht bogen⸗ förmig, sondern spitzig und groß; so heißt das Blatt winklig, wie bey den lombardischen Pappeln, wel⸗ che gezähnte und zugleich winklige Blätter haben. Zweyte Sammlung. 3 34 Gehn die Ausschnitte bis auf die Häͤlfte des Blat; tes, so erhält es dadurch Lappen, und wird drey⸗, 700 fünflappig u. s. f. Der Wein, der Ahorn und Hop⸗ fen haben lappige Blätter. Sind die Ausschnitte zu schmal, um Lapyen zu heißen, so nennt man sie Einschnitte, und das Blatt eingeschnitten. Die letztere Form geht oft unmerklich in die ges sägte über, wie bey der Spiräa mit dem Gämanderblatt. Sind die Einschnitte von unbeträchtlicher Länge, und geben sie dem Blatte das Ansehen, als wenn der Rand ausgenagt wäre, so heißt es ausgefressen. ie klebrige und runzlige Salbey haben solche Gehn aber die Einschnitte bis über die Hälfte, und bilden sie fünf bis sieben Lappen, so heißt das Blätt han dför mig, wie bey der Passions⸗Blume. Hat ein längliches Blatt auf beiden Seiten Einschnit⸗ te, die fast bis auf die Mittelrippe geh n/ so heißt es halbgefiedert, wie bey dem Löwenzahn oder der Kul öblume. Ein solches Blatt heißt leyer förmig, wenn es oben an der Spitze zugerundet ist, wie di Wurzelblätter der Steckrübe. Das halbgeste sieder — * Blatt heißt schrot sägenförmig, wenn, wie beym Löwenzahn, die Einschnitte spitzig und all het rit teh 1 abg 9on zut 8 Di ——³ 5 der Grundfläche gebogen sind: es heißt endlich spar⸗ rig gerissen, wenn die Einschnitte nach allen Sei, ten hinsehn, wie bey den Distelarten. 5. In Rücksicht der Spitze haben wir spitzige und stumpfe Blätter. Die spitzigen werden wieder abgetheilt in lang zugespitzte, wenn sich schon hon der Hälfte des Blattes an die Verdünnung bis zur Spitze zeigt, wie viele gemeine Weiden; in fein zugespitzte und stechende. Jene haben eine Spitze, die sich in eine Borste endigt, wie bey der Wicke,(Fig. 1;) diese haben einen kleinen krautarti⸗ gen Stachel, der auch auf dem nicht lang zugespitzten, sondern zugerundeten Blatte sitzen kann. Die stumpfen Blätter sind ausgerandet, wenn an der Spitze ein kleiner flacher Ausschnitt nach innen geht; abgestutzt, wenn die Spitze des Blattes quer abgeschnitten ist, wie beym Tulpenbaum; einge— drückt, wenn ein stumpfes Blatt an der Spitze ei— nen scharfen Ausschnitt hat, worin sich oft ein kleiner krautartiger Stachel besndet; gespalten, wenn der Einschnitt von der Spitze bis über die Hälfte des Blattes geht. 6. Die Grundfläche des Blättes bestimmt zuvörberst die herzförmige Gestalt, wenn die 3* * 50 Grundfläche zu beiden Seiten ausgerundet und das Blatt eyförmig ist, wie bey der Linde. Nieren för⸗ mig ist das Blatt, wenn die Grundfläche in zwey runde weit abstehende Lappen sich erweitert, und das Blatt übrigens rundlich ist, wie bey der Haselwürz. Ungleich ist die Grundfläche bey dem Blatte der Ulme. Pfeilförmig ist sie bey der Laetuke: die Grundfläche ist hier in zwey gerade ausgehende spit— zige Lappen getheilt. Das pfeilförmige Blatt wird spießförmig, wenn die Lappen nicht gerade aus⸗ gehn, sondern nach außen gebogen sind: es wird end⸗ lich ohrförmig, wenn die Lappen klein und rund sind. 7. Die Flächen des Blattes werden besonders nach ihrem Ueberzuge bestimmt, ob sie glätt, unbe⸗ haart, haarig u. s. w. sind. Diese Kunst-Ausdrücke sind Ihnen schon aus meinem ersten Briefe bekannt. Aber außerdem hat man runzlige Blätter, de⸗ ren Fläche zwischen den Adern in Erhabenheiten auf—⸗ tritt, wie bey der Primel und der Salbey. Krause Blätter nennen wir solche, die sich am Rande in Falten legen und in der Mitte eben sind, wie die Blätter des grünen Kohls. Gefaltete Blätter haben gerade Falten, die sich von der Spitze zur Grund⸗ 37 flache fast parallel zeigen. Etwas ähnliches bemerken Sie am Blatt der Kornelkirsche; aber noch deutlicher ist das gefaltete Blatt am schwarzen und weißen Ger-⸗ mer(Veratrum) zu sehen. Geadert heißen die Blätter, wenn die Bündel von Schraubengängen von der Mittelrippe aus sich verbreiten; wenn sie aber aus dem Blattstiel an der Grundfläche eutstehn und in Vogen nach der Spitze fortlaufen, so heißt das Blatt gerippt. Geaderte Blätter haben die Apfel⸗ und Pflaumenbäume, die Ro⸗ sen und Erdbeeren: ein geripptes Blatt sehn Sie an der Stendelwurz,(Fig. 3.) Wenn die Adern oder Rippen entweder nach der untern oder obern Fläche stark hervor stehn, so heißt ein solches Blatt liniirt oder gestrichelt, wie bey der Kornelkirsche. Diese Form kann endlich in die gefaltete übergehen. Ge⸗ reift heißt das Blatt, wenn die Adern sehr dicht und parallel zusammen liegen, wie bey dem indischen Blu⸗ menrohr. Drey-⸗, vier⸗, funfrippig ist das Blatt, wenn vom Blattstiele aus drey oder mehrere Rippen sich bis an den Rand verbreiten; so wäre das Blatt der Stendelwurz fünfrippig: drey⸗, vier?, fünfadrig aber, wenn so viel Nebenadern aus der Mittelripre, etwas über der Grundflache, entstehn. 38 Die Ausdrücke: aderlos und rippenlos, sind hieraus an sich erklärbar. Noch findet man bey den Blättern der Hyaeinthe und Narcisse eine Form, die man kielförmig nennt, weil das Blatt längs der Mittelrippe ausgehöhlt ist, so daß man es mit dem Kiel eines Schiffes verglei⸗ chen kann. 8. Endlich müssen wir auch auf die zusammen ge⸗ setzte Beschaffenheit der Blätter sehen. Zusammen gesetzt heißt üͤberhaupt ein Blatt, wenn aus einem gemeinschaftlichen Hauptstiele mehrere Blätter ent⸗ stehn. Das Ganze wird dann für Ein zusammen ge⸗ setztes Blatt gerechnet, und die einzelen Blätter nennt man Blättchen. Wenn nun mehrere Blüttchen aus einem Punkte oder aus der Spitze des gemeinschaftlichen Hauptstiels entstehn, so heißt ein solches Blatt gefingert. Es findet sich am deutlichsten bey der Roßkastanje und bey den Potentillen, die daher auch im Deutschen den Namen: Fingerkraut, haben. Diese Form ist mit der handförmigen nicht zu verwechseln. Ein handför⸗ miges Blatt ist einfach, aber es besteht aus fünf oder sieben Laypen: das gesingerte Blatt kann aber bis neun Blättchen haben, die alle abgesondert sind, aus einem Ia 39 geweinfchaftlichen Hauptstiele entstehn und ein 20 sammen gesetztes Blatt ausmachen. Gezweyt heißt ein Blatt, wenn zwey, und dreyzählig, wenn drey Blätter aus einem ge⸗ meinschaftlichen Hauptstiele kommen. Das letztere sinden Sie bey allen Klee⸗Arten und bey den Erd⸗ beeren. Fünfzählig ist ein Blatt, wenn füuf Blättchen aus einem gemeinschastlichen Hauptsciel entstehn, wie bey den Rosen. Gefußt nennt man ein Blatt, wenn zu den Seiten eines fünfzäͤhligen oder gefingerten Blattes noch zwey Nebenblätter her⸗ ab hängen. Bey der Chriswurz oder dem Hellebo⸗ rus sinden Sie eine solche Form. Gefiedert nennt man ein Blatt, wenn zu beiden Seiten eines gemeinschaftlichen Hauptstiels einzele Nebenblättchen stehn, wie bey den Eschen, Aegeien und bey der Wicke,(Jig. 1.) Doppelt gefiedert heißt das Blatt, wenn aus einem go⸗ meinschaftlichen Hauptstiel noch Nebenstiele mit ge⸗ fiederten Blättchen hervor kommen, wie bey dem Tüpfelfarrn,(Fig. 4.) Die gefiederten Blätter ha⸗ ben entweder gegen über stehende Blättchen, wie bey der Wicke, oder abwechselnd stehende. Man nennt sie abgebrochen gefiedert, wenn, wie 940⁰ bey der Wicke, an der Spitze des gefiederten Blat— tes kein einzeles Blättchen steht: ist dies aber da, so heißt das Blatt ungepaart gefiedert. Un⸗ gleich gefiedert nennt man es, wenn zwischen den einzelen Blättchen noch kleinere, gleichsam Blatt⸗ Ansätze, sind, wie bey der Gänserich-Potentille. Ist die Zertheilung des Blattes unregelmäßig, so daß die ersten Eintheilungen gefiedert, die folgen⸗ den aber halbgefiedert sind, so heißt das Blatt doppelt zusammen gesetzt; ist die Unregelmä⸗ bigkeit der Zertheilung in noch höherm Grade vör⸗ handen, so heißt es vielfach zusammen gesetzt. Diese Unterschiede der Kunst-Ausdrücke sind in der That die schwersten. Indessen werden Sie Sich am leichtesten darein finden, wenn Sie die als Bey⸗ spiele angeführten Pflanzen, welche so leicht zu ha— ben sind, zur Hand nehmen und Sich dergestalt die⸗ se Formen durch die Anschauung einprägen. 4¹ IV. An eben dieselbe. Wen Sie die Kunst-Ausdrucke, die von den Blät⸗ tern gebräuchlich sind, Sich gehörig eingeprägt ha— ben, so werden Ihnen die übrigen weit weniger Schwierigkeiten machen. Sie können dann sogleich zur Blüthe übergehen. Bey derselben kommt zuerst der Blüthenstand in Betrachtung. Unter die⸗ sem Namen begreifen wir die Art, wie das Gewächs blüht: ob die Blüthe einzeln steht, oder ob mehrere Blumen und auf welche Weise sie gehäuft sind. Der einfachste Blüthenstand ist unstreitig der, wo nur Eine Blume auf einem Stiele sitzt. Nächst⸗ dem aber können wir die Aehre als einen einfa⸗ chern Blüthenstand ansehen. Eine Aehre nehmen wir da au, wo mehrere Blumen an einem gemein— schaftlichen Stiel, über einander, ohne besondere Ne⸗ benstiele sitzen. Die Stendelwurz(Fig. 3) blüht in einer Aehre. Die Lavendel(Fig. 5) scheint zwar auch eine Aehre zu haben: aber wenn man sie genau ansteht, so bemerkt man einzele Stielchen, auf wel— chen die Blüthen sitzen; auch stehn die untern Blü⸗ then in einem Kranze rings um den Stengel, wel— ches nicht mit dem Begriff einer Aehre besteht. 4² Die Aehre kann nun oft ein sehr verschiedenes Ansehen haben. Bey der Stendelwurz(Fig. 3) ist sie einseitig, weil die Blüthen alle auf Eiuer Seite stehn: bey andern Pflanzen ist sie zweyzei⸗ lig, wenn die Blüthen in zwey entgegen gesetzten Reihen sitzen. Oft ist sie mit andern Formen des Blüthenstandes verbunden: sie kann traubenförmig, büschelförmig, wirbelförmig seyn. Auch nimmt man bey ihrer Bestimmung auf ihre Gestalt Rücksicht: man nennt sie lanzet⸗, linien⸗, eyförmig. Diese Ausdrücke sind Ihnen schon von den Benennungen der Blätter her geläußg. Die Aehre ist ferner blatt⸗ los oder blättrig. Sie ist endlich einfach oder zu⸗ sammen gesetzt. In dem letztern Falle stehn mehrere Aehren auf einem ästigen Hauptstiele. Mit der Aehre kommt die Traube sehr über⸗ ein. Dies ist ein Blüthenstand, wo mehrere Blu⸗ men an einem gemeinschaftlichen Hauptstiel, aber auf besondern Nebenstielchen sitzen; und wo die letz⸗ tern fast von gleicher Länge find. Die Nachtviole blüht in einer Traube. Auch hier kom⸗ immungen vor, wie bey der 2 men fast dieselben Bet Aehre; und die Traube kann eben so gut wie die Aehre in audere Formen des Blüthenstandes über⸗ 43 zugehen scheiuen. Man hat ährenformige Trauden, wenn nämlich die einzelen Blüthenstielchen so kurz sind, daß sie nicht gleich auffallen, und also das Gan⸗ ze das Ansehen einer Aehre gewinnt. Wenn von den einzelen Blumenstielchen einer Traube die untern so verlängert und die obern so kurz sind, daß sast alle Blumen in einer horizontalen Linie zu stehen scheinen, so heißt dieser Blüthenstand eine Dolden-Traube. Sie können Sich an der Zeichnung von der Nachtviole eine deutliche Vorstek⸗ lung von diesem Blüthenstande machen, wenn Sie Sich denken, daß die untern Blumenstiele viel län⸗ ger und die obern etwas kürzer wären, daß also da⸗ durch fast alle Blüthen in einer horizontalen Linie zu stehen kämen. Das Wort: Dolden⸗Traube, führt mich auf die Erklärung der Dolde. Dies ist ein Blüthen⸗ stand, wo mehrere gleich lange Blumenstielchen aus einem Punkte des gemeinschaftlichen Hauptstiels her— vor kommen und die Blumen also gedrängt in einer hoxizontalen Linie stehn. Man nennt solche Blumen auch Schirmblumen, weil der Blüthenstand voll— kommene Aehnlichkeit mit einem Sonnenschirm hat. Erinnern Sie Sich der Blüthen der Mohrrübe, des 4⁴ Kümmels, des Fenchels; so haben Sie eine deutliche Vorstellung von dem, was Dolde oder Schirmblume heißt. Gesetzt nun, die Blumen eines Gewächses stehn zwar gedrängt in einer hörizontalen Linie, aber ihre einzele Stielchen entspringen nicht aus einem Punkte des gemeinschaftlichen Stengels; auch sind sie nicht an einem gemeinschaftlichen Hauptstiele durch ver— längerte und verküͤrzte Nebenstielchen so befestigt, wie bey der Dolden-Traube, sondern sie sitzen auf un⸗ regelmäßig zertheilten Aestchen desselben Hauptstiels: so heißt ein solcher Blüthenstand eine Afterdolde. Der gemeine Hollunder liefert Ihnen ein auffallen⸗ des Beyspiel einer solchen Afterdolde. Die Rispe ist ferner eine Art des Bluthen⸗ standes, wo aus einem gemeinschaftlichen Hauptstiel eine Menge äͤstiger Nebenstielchen hervor kommt, wie Sie bey dem Windhalm(Fig. 2) sehn. Die Rispe ist bloß darin von der Traube unterschieden, daß bey der letztern die Nebenstiele einfach, bey der erstern aber äsig oder zertheilt sind. Die Rispe hat daher an sich einen flattrigern Bau als die Traube. Aber sie nähert sich bisweilen der Trauben⸗, ja manch⸗ mahl selbst der Aehrenform, wenn die Aeste der Ne—⸗ E bil ha 0 Ris poh gl Sel ein — 4⁵ benstielchen so kurz und so gedrängt stehn, daß man bey dem ersten Anblick das Ganze für eine Aehre halten könnte. Bey einigen Gräsern kommen solche ährenförmige Rispen vot. Bekommt bey anbern Blumen die gedrängte Rispe eine eyförmige Gestalt, so nennt man sie auch wohl Strauß: daher ist der Blüthenstand des Li⸗ gustrums und der Syringe eigentlich ein Strauß. Sehen Sie, so wird in dem Munde der Gelehrten ein Wort oft von einer ganz andern Sache gebraucht, als im gemeinen Leben. Dagegen sind wir desto nachgiebiger gegen den gemeinen Sprachgebrauch bey der Annahme des Aus— drucks: Kätzche n. Wir verstehn darunter eine Aehre, wo die Blüthen in Schuppen bestehn, welche die Befruchtungs⸗Werkzeuge bedecken. Es ist Ihnen bekannt, daß die Haselstaude, die Welde, die Birke; die Buche, die Hainbuche und viele andere Bäume in Käͤtzchen blühn. WI Wirbelförmig nennen wir den Blüthenstand, wenn mehrere Blumen rund um den Stengel her in Absätzen stehn. Davon geben die untern Blü⸗ then der Lavendel(Fig. 5) ein Beyspiel. Diese Wirbel sind oft aber nur halbseitig; wenn nämlich 46 die Blumten, wie bey der Melisse, nur auf Einer Seite stehn. Oft rücken die Wirbel so nahe an ein⸗ ander, daß eine Aehre heraus kommt, wie dies unter andern bey der Lavendel und der Münze der Fall ist. Der Kunopf ist eine Art von Bluthenstand, wo die Blumen dicht auf einem Fleck gedrängt sitzen Da⸗ a⸗ bey können sie gestielt und ungestielt seyn. Bey d dent Lauch und der Zwiebel z. B. geht die Dolde schen in die Knopfform über: aber noch deutlicher sehn Sie die Knopfformi bey den verschiedenen Arten des Klees. ö Mit dem Knopf komumt auduich der Büschel sehr überein. Der letztere besteht darin, daß eine Menge Blüthenstiele aus verschiedenen Punkten des⸗ selben Hauptstengels hervor kommit und sich dicht zusammen drängt. Sie sinden einen solchen Büschel bey den Karthäuser ⸗Nelken. Aus der Dolden⸗ Traube kann ein Büschel werden wenn die einzelen Stiele kurz sind und gedrängt stehn: aber der Knopf Rterscheidet sich vom Büschel dadurch, daß dort die Blumen ungestielt seyn können, und daß sie alle auf einent Fleck gedrängt sitzen. Die Dolde ist darin un⸗ terschieden, daß die einzelen Blumenstielchen alle aus einem Punkte kommen und ziemlich weit aus einander 4² gehn; und bey der Afterdolde bemerken wir eine Zer⸗ ästelung der einzelen Blumenstiele. V. An eben dieselbe. e nun zu den einzelen 0 eilen selbst, wel⸗ che die Blume bilden. Zuerst muß ich bemerken, daß es gußer der eigentlich so genannten Blume noch eine oder mehrere äußere Hüllen derselben giebt, die man unter dem allgemeinen Namen der Blüthendecke zu⸗ sammen fassen kann. Ueber den Unterschied der eigent⸗ lichen Blum enkrone und der Blüthendecke oder des so genannten Kelches habe ich mich schon im ersten Theile(S. 315. f.) erklärt. Hier will ich Ihnen nun ferner die ve rschiedenen rten des so geuannten Kelches, oder die mannigfa⸗ chen Formen der Bluthendecke, genauer angeben. Die Blüthenhülle ist eine Art von Kelch, det vorzüglich bey Schirmblumen unter den Blüthen—⸗ stielchen steht und vor dem Entfalten der Dolde die Blümchen einschließt. Sie heißt allgemeine Blü thenhülle, wenn sie unter der Hauptdolde sitzt; be⸗ sondere aber, wenn sie unter den einzelen kleinern Ar ———————— PFPFPFPFPFPFPIFIIIIIIIexxxxxxx 48 Dolden ihren Sitz hat. Darnach werden die Schirm⸗ pflanzen zum Theil unterschieden, ob sie zugleich all⸗ gemeine und besondere, oder ob sie bloß besondere und nicht allgemeine, oder ob keine von beiden Hül—⸗ len haben. Die Mohrrübe z. B. und der Schierling haben allgemeine und besondere; der Körbel hat bloß vesondere; der Kümmel, Selleri und die Pastinake aber haben weder allgemeine noch besondere Hüllen. Außer den Schirmblumen kommen diese Hullen selte⸗ ner vor, Blumenscheide ypflegt man eine blattartige Blüthendecke zu nennen, welche, besonders bey Pflau⸗ zen) die ihre Blumen auf einem Schafte tragen, die Bluthen vor der Entwickelung einhüllt nachher aber, wegen der Verlängerung des Schaftes, von der Blüthe zurück weicht. Sie kennen bey Nareissen das rau⸗ schende Blatt unter der Blume: dies ist die Blumen⸗ scheide. Eben diese finden Sie auch bey den Iris— Arten. Sie ist entweder grün oder rauschend, d. h. trocken, wie Papier. Bey den Gräsern haben die Blumen, wegen ih— rer großen Zartheit, mehrere Kelche oder Blüthen⸗ decken. Man nennt sie bey diesen Gewächsen Bäl⸗ ge, und die meisten Gräser haben, wie Sie beym 49 Windhalm(Fig.) sehn, doppelte Bälge,(T. 2.) in welchen erst die kleine zarte Blumenkrone eingeschlos— sen ist. Die Blättchen, woraus die Bälge bestehn, nennt man Spelzen: die meisten Gräser haben de⸗ ren zwey, wie Sie auch am Windhalm bemerken. Es giebt aber auch mehrere, deren äußerer Balg, andere, deren innerer Balg einspelzig ist. Zu jenen gehört das Raygras oder der perennirende Lülch zu diesen der Wiesen⸗Fuchsschwanz. Einen dreyspelzigen äußern Balg hat die Hirse und der Fennich; wenigstens ist außer den beiden Hauptspelzen noch eine ganz kleine Nebenspelze vorhanden. Bey vielen Pflanzen, deren Blumen zu der na⸗ türlichen Klasse der zusammen gesetzten gehören, stehn alle diese einzele Blumen in einem gemeinschaftlichen Kelche, wie Sie Fig. 7 bey der Strohblume(Xeran⸗ ihemum) sehn, und haben oft noch außerdem eine be— sondere Art von Kelch, der über dem Saamen sitzt und diesen weiter verbreiten hilft. So bemerken Sie in der angezeigten Abbildung der Strohblume(Fig. 7, a) unter jedem einzelen Blümchen einen solchen eigenen Kelch, der aus fünf Borsten besteht. Gewöhnlich nennt man diesen eigenen Kelch die Saamen krone, und sieht ihn nicht ohue Grund als einen Theil des Saa⸗ Zweyte Sammlung. 4 5 4 ö ½ ö ——— S——— 50 meus an: ich werde ihn daher in der Folge noch be⸗ sonders betrachten. Der gemeinschaftliche Kelch zusammen gesetzter Blumen hat sehr verschiedene Formen. Bey der Strohblume ist er, wie Sie sehn, geschuvpt. Oft ist er auch e infach, und besteht nur aus mehrern Blättchen, die in einer Reihe die Blume umgeben. Das letztere finden Sie unter andern beym Bocksbart. Oft ist der gemeinschaftliche Kelch an seiner Grundflä⸗ che noch mit besondern Blättchen versehn, die einzeln abstehn; man nennt ihn alsdann wohl einen gekelch⸗ ten gemeinschaftlichen Kelch. Diese Form finden Sie bey der Cichorie und dem Reinkohl. Die Blättchen oder Schuppen des gemeinschaftlichen Kelches sind an der Spitze und an den Rändern ost rauschend trocken, wie bey der Lactuke und unserer Strohblume; oder sie sind ringsum gewimpert, wie bey der Kornblume; oder sie stehn sparrig aus einander, wie bey den Artischo⸗ cken, dem Safflor und der großen Sonnenrose; oder fie sehn an der Spitze gleichsam brandicht aus, wie beym Kreuzkraut. Die verschiedenen Formen der Blumenkrone wer⸗ den im Allgemeinen nach der Zahl der Kronenblätter bestimmt. Einblättrig heißt die Blumenkrone, Bl mi Cie Hel sit Re ni f hat 51 wenn sie nur aus Einem Kronenblatte besteht. Dies kann tiefe Einschnitte haben, und so aussehen, als ob es vielblättrig wäre; aber, wenn die einzelen Lappen an der Grundfläche der Krone zusammen hängen, so bleibt es doch nur einblättrig. Man muß daher, um hierüber in jedem einzelen Falle zu entscheiden, die scheinbaren Kronenblätter abreißen, um zu sehen, ob etwas von der übrigen Blumenkrone daran hängen bleibt. In diesem Falle sind es keine einzele Kro⸗ uenblätter, sondern nur Lappen. Eine einblättrige Blumenkrone ist oft röhren⸗ formig, wie die innern Blumenkronen der Stroh⸗ blume,(Fig. 7, a;) oder glocken förmig, wie die Blumenkrone der Glockenblume; oder trichterföͤr— mig, wie bey der Weißwurz oder dem Salomons- Siegel; oder präsen tirtellerförmig, wie beym Heliotropium und dem Vergißmeinnicht; oder rad⸗ förmig, wie bey der Färberröthe. Oft ist die einblättrige Blumenkrone auch von un⸗ regelmäßigerer Form. Man findet sie zungenfor⸗ mig, wenn sie sich in ein einzeles längliches Blatt endigt, wie die Blümchen des Lowenzahns, des Bocks⸗ barts, der Scorzonere, der Cichorie und der Lactuke; oder zweylippig, wenn sie unten röhrenförmig 4* 5² ist, sich oben aber durch zwey unregelmäßige Ein⸗ schnitte in Lippen theilt, die wieder eingeschnitten zu seyn pflegen, wie bey der Lavendel,(Fig. 5)) der Salbey, dem Thymian, der Melisse, dem Isopeussaf. Bey dieser Form findet man nun östers, daß die Oeffnung in die untere Blumenröhre durch die bei den sich auf einander legenden Lippen verschlossen wird. Dann heißt die Blume maskirt oder ver⸗ larot. Dies finden Sie zum Theil schon bey der Salbey, noch mehr aber bey dem Löwenmaul. Bey den zweylippigen nicht-maskirten Blumen heißt die Oeffnung zwischen beiden Lippen der Schlund; bey maskirten hingegen heißt die Wöl⸗ bung der Unterlippe der Gaumen. Einige zwey—⸗ lippige Blumenkronen haben eine gewölbte Oberlip⸗ pe: diese bekommt den Namen: Helm. Doch ge— braucht man diese Ausdrücke auch bisweilen von ähn—⸗ lichen Theilen anderer, nicht gerade zweylippiger Blumen. Auch bey der Primel und Aurikel heißt die Oeffnung der Blumenröhre der Schlund, und beym Eisenhut spricht man auch von einem Helm. Bey Blumenkronen, die aus mehrern Blättern bestehn und regelmäßig gebildet sind, unterscheidet man den Nagel und die Platte. Jener ist der —5 ** 33 untere, diese der obere ausgebreitete Theil des Kro— nenblattes. Wenn Sie die Nachtviole(Fig. 6) an⸗ sehn, so finden Sie gerade in a die Gränze zwischen Nagel und Platte des Kronenblattes: der obere Theil heißt Platte und der untere Nagel. Unter den unregelmäßigen vielblättrigen Blu— menkronen sind besonders die Schmetterlings- blumen sehr häufig. So nennt man nämlich Blumen, die aus vier Blättern bestehn, welche fol⸗ gende Namen führen: 1. Der Wimpel(Fig. 1, c) ist das obere, ge⸗ wehnlich etwas hohl gebogene Blatt. 2. Die Segel(Fig. 1, d) sind die beiden Sei⸗ tenblätter, die gemeiniglich gegen einander ge— kehrt sind. 3. Der Kiel(Fig. 1, e) ist das unterste hohle Blatt, worin die Befruchtungs-⸗ Werkzeuge stecken. Diese Theile können Sie außer den Wicken auch bey den Bohnen, den Erbsen, den Kichern, den Aca— eien, dem Cytisus, und unzähligen andern Hülsen- tragenden Gewächsen wahrnehmen. Noch bemerke ich, daß bey den zusammen gesetz— ten Blumen ein Unterschied zwischen den Blümchen im Umfange, nahe am gemeinschaftlichen Kelche, und 5⁴ zwischen denen in der Mitte gemacht wird; ein Un⸗ terschied, den Sie auch bey der Strohblume finden, indem die Blumen a in der Mitte ganz anders aus⸗ sehn, als die b am Rande. Die letztern nennt man Strahl⸗, die erstern Scheibenblümchen. Der Grund, worauf die Blumenkrone, die Be⸗ fruchtungs⸗Werkzeuge und die Frucht sitzen, heißt der Fruchtboden. Er ist als das erweiterte obe⸗ re Ende des Blumenstiels anzusehen: bey der Stroh— blume(Fig. 7, 0 ist er mit schmalen Soreublätt⸗ chen(d) besetzt. Bisweilen finden sich auch Gran⸗ nen auf dem Fruchtboden. Dieser Ausdruck bezeich⸗ net eigentlich eine längere, steifere Borste. Gran⸗ nen finden wir vorzüͤglich häufig an den Bälgen der Gräser. Was eine obere und untere Blume sey, wird Ihnen schon an sich berfallen, wenn Sie wissen, daß es dabey auf den Stand des Fruchtknotens über oder unter der Blumenkrone ankommt. Die Sten— delwurz,(Fig. 3)) die Lavendel,(Fig. 5) die Strohblume,(Fig. 7) haben obere Blumen; aber bey der Nachtviole fällt die Blume unterhalb des Fruchtknotens ab. Es ist also eine untere Blume. 55 Von den Theilen der Blume, die Nektar abson⸗ dern und aufbewahren, habe ich, so wie von den Be—⸗ fruchtungs⸗Werkzeugen, schon im ersten Theile hin— länglich gehandelt: es bleibt mir also nichts übrig, als zu den Saamen und den Früchten überzugehen. VI. An eben dieselbe. Wenn wir die bey den Saamen und Früͤchten ge—⸗ wöhnlichen Kunst-Ausdrücke gehörig angeben wol⸗ len, so müssen wir zuerst uns den Unterschied zwi⸗ schen Saamen und Frucht deutlich machen. Saa—- men nämlich nennen wir den bloßen Körper, der das künftige Pflänzchen enthält, mit seinen Saamenlap⸗ pen und seinen eigenen Häuten; Frucht hingegen heißt die gemeinschaftliche Hülle mehrerer Saamen, besonders wenn sie von fleischichter oder zeinichter Beschaffenheit ist. So giebt es Früchte ohne Saa⸗ men, z. B. Weinbeeren, Berberitzen, bey denen sich zwar die saftige oder fleischige Hülle entwickelt hat, aber die Saamen fehlen, weil die Befruchtung fehl geschlagen ist. 56 Es giebt aber auch eine Menge Saamen, die bloß liegen und, außer ihren eigenen Häuten, keine andere Hülle haben, wie Sie an der Lavendel (Fig. 5,%) sehn. Doch kommen bey diesen nack— ten Saamen oft einige Theile vor, die zur Umhül⸗ lung und zur schnellen Verbreitung des Saamens dienen. Dazu gehören die freye Saamenhaut und die Saamenkrone. Die freye Saamenhaut umgiebt die einzelen Saamen mancher Gewächse locker und ohne ste zu berühren. Beym heimlich blühenden Riedgrase (Fig. 8, a a a) sehn Sie eine solche freye Saa⸗ menhaut von gestreifter Beschaffenheit und mit kur— zen Härchen besetzt, die man sonst bey dieser Gat⸗ tung mit dem falschen Namen des Honigbehältnis⸗ ses belegt hat. Bey dem Riedgrase ist so wenig als bey andern Gräsern an ein Honigbehältniß zu den⸗ ken. In den Kranich⸗, Reiher- und Storchschnä⸗ beln bemerken Sie eine solche lockere Saamenhaut, die sich, wenn der Saame reif wird, von ihm trennt und deren langes Ende dann spiralförmig gedreht erscheint. Dädurch wird die leichtere Verbreitung der Saamen helödert⸗ 57 Die Saamenkrone findet sich meistens nur bey zufammen gesetzten Blumen, und ist nichts an⸗ deres als der besondere Kelch, der unmittelbar die ein elen Blümchen umfaßt und auf der Spitze des Saamens steht. Bey der Strohblume(Fig. 7, a) ist er borstenartig: bey andern ist er haarförmig, oder gefiedert, wenn die einzelen Haare wieder Ne—⸗ benhärchen haben, wie z. B. bey dem Bocksbart. Diese gefiederte Beschaffenheit ist oft kaum mit blo⸗ ben Augen zu erkennen, sondern man muß, wie beym Cnicus, die Loupe zu Hülfe nehmen. Oft sitzt die Saamenkrone unmittelbar auf dem Saamen; oft aber steht sie noch auf einem besondern Stielchen, wie beym Löwenzahn. Bisweilen sind es wahre Gran⸗ nen, welche die Saamenkrone ausmachen: man nennt die Vorsten so, wenn sie sehr lang und steif sind, wie bey der Zinnia und der Studentenblume oder dem Tagetes. Bey einigen, aber bey wenigen Pflan⸗ zen, die zusammen gesetzte Blumen haben, besteht die Saamenkrone aus Spreublättcheu. Es giebt auch Saamen, die der Saamenkrone ähnliche Anhänge haben: manche sind in Wolle ein— gehüllt, wie die Sagmen der Weiden, der Pappeln, des Weidenrödleins und der Seidenpflanze; audere 55 haben ein Schwänzchen, welches die Verbreitung be⸗ fördert, wie die Anemonen, die Waldreben und die Atragene; bey noch andern findet man Widerhaken oder Grannen mit einer krummen Spitze, wie bey der Mohrrübe und dem Geum. Auch die flügelar— tigen Häute gehören hieher, wovon die Saamen der Ulme, des Ahorns, der Birke und der Fichte einge⸗ faßt sind. Bey den Früchten oder den Hüllen der Saa⸗ men kommen verschiedene wichtige Unterscheidungen vor. Die Kunstwörter sind zum Theil zwar schon im gemeinen Leben bekannt, aber der wissenschaftliche Sinn fordert eine genauere Bestimmung. Wir ge⸗ brauchen z. B. im gemeinen Leben das Wort: Scho⸗ te, häusig/ besonders für die Saamenhülle der Erb⸗ sen. Aber die Botanik nimmt diesen Ausdruck für eine andere Art der Fruchthülle. Wir nennen näm⸗ lich Schote ein längliches zweyklappiges Saamen⸗ behältniß, worin die Saamen wechselsweise an bei⸗ den Nähten befestigt sind. Sehn Sie die Saamen⸗ hülle des Kohls, der Rüben, des Rettichs an, so ha⸗ ben Sie eine Schote im ächten Sinne des Wortes. Auch die Nachtviole(Fig. zeigt Ihnen ein solches Saamenbehältniß. Man unterscheidet die Schoten 30 nach der Richtung der Scheidewand. Entweder geht nämlich die Scheidewand von einer Naht zur an⸗ dern, oder sie steht in die Quere, daß beide Nähte frey sind. ö Wenn hingegen die Saamen in einem längli⸗ chen zweyklappigen Saamenbehältniß nicht wechsels⸗ weise an beiden Nühten sondern nur an Einer befe⸗ stigt sind, so heißt dasselbe Hulse. Erbsen, Wi⸗ cken,(Fig. 1, h.) Bohnen, Kichern tragen keine Schoten, sondern Hülsen: man nennt sie daher mit Recht Hülsenfrüchte. Von deu Schoten giebt es eine besondere Abart, die man S chötchen nennt. Dies ist ein Saamen⸗ behältniß, welches nicht länglich, sondern eben so breit als lang ist, sonst aber sich wie die Schote ver⸗ hält, in zwey Klappen aufspringt, und seine Saamen wechselsweise an beiden Nähten sitzen hat. Die Kres⸗ se, der Meerrettig, die Mondviole haben Schötchen. Auüch von der Hülse giebt es eine Abart, die nicht in zwey Klappen aufspringt, sondern aus Glie— dern besteht, die sich von einander in die Quere tren⸗ nen. Diese Abart nennt man Glieder⸗ Hülse: finden ste bey einigen Arten des Süßklee's (Hedyfarum). 6⁰ Auch die Nus ist eine Frucht, welche die bota⸗ nische Kunnsprache genauer bestimmt. Sie besteht in einet harten Schale, die nicht aufspringt. Die Ha⸗ selnuß, die Eichel, die Frucht der Buche geben Ih⸗ nen Beyspiele von Nüssen. Aber die Wallnuß ist eigentlich keine Nuß, sondern eine Steinfrucht. So heißt nämlich eine Nuß, die noch mit einer be⸗ sondern fleischigen oder lederartigen Hülle umgeben ist, die wir bey der Wallnuß in der grünen Schale finden. Auch Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsi⸗ chen, Kornelkirschen sind Steinfrüchte. Die Mandel ist es auch, denn sie hat eine schwammichte, leder⸗ artige Hulle. 10 BVeere heißt eine saftige Frucht, welche die Saa⸗ men bloß, ohne alle besondere Hülle, enthält. Die Johaunisbeere, Stachelbeere und Mispel dienen hier zum Beyspiel. Die Arten der Mispel können Sie besonders von den Weißdorn-Arten nur durch dieses Merkmahl unterscheiden. Der Weißdorn nämlich trägt eine Steinfrucht oder eine saftige Frucht mit Nüssen, da bey der Mispel die Saamen nackt in dem Fleische der Beere gleichsam nisten. Die Kürbisse, Melonen und Passions⸗Blumen tragen eine ganz eigene Frucht, die man nicht anders N —————— 61 allgemein als mit dem Namen: Kürbisfrucht, bezeichnen kann. Hier sind näwlich die Saamen an der innern Fläche der Rinde befestigt. Der Ausdruck: Fruchtkapsel, kommt häusi⸗ ger* als alle übrige, weil die meisten Gewächse die Saamen in Kapseln tragen. Man versteht aber darunter ein hohles Saamengehäuse, welches auf bestimmte Art aufsrringt. Man unsterscheidet bey den Kapseln die Klappen oder die außern Wände von den innern Scheidewänden, und nennt die Räume zwischen beiden Fächer. So hat z. B. die Tulpe eine dreyklappige, dreyfächerige Kaysel. So ist die Kapsel der Nelke einfächerig, aber sie springt an der Spitze dergestalt auf, daß die Oeffnung funf zurück geschlagene Zähne bekommt. Wenn eine Kapsel mit einer fleischigen Hülle umgeben ist, so nennt man dies Kerufrucht. Dahin gehören Aepfel und Bitnen. Die Kapsel pflegt man bey diesen Früchten im gemeinen Leben das Häuschen zu nennen, und Sie wissen, daß sie hier füuffächerig ist und daß in jedem Fache zwey Saamen oder Kerne zu sitzen pflegen. Als eine unächte Art von Frucht kann man den Zapfen der Tannen und Fichten ansehen. Eigentlich 0³⁷ ist es das Kätzchen, dessen Schurpen aber holzig ge⸗ worden sind und zwischen sich die geflügelten Saamen enthalten. Man unterscheidet davon noch den Ku⸗ gelzapfen der Lebensbäume, wo die Schuppen nicht frey stehn, sondern verwachsen sind, und auch keine freye Saamen, sondern Nüsse euthalten. So gehört auch die Frucht des Wacholders hieher. Sie ist eigentlich keine Beere, sondern müßte Steinfrucht genannt werden, weil sie Nusse enthält. Aber diese falsche Beere ik aus den verwachseuen und fleischig gewordenen Schuppen des Kätzchens entstanden, und Gärtner belegt sie daher mit einem eigenen latei⸗ nischen Namen, den wir im Deutschen durch Ku⸗ gelzapfen ausdrucken. Sehen Sie, meine liebe Freundinn, das sind die wichtigsten Kunst-Ausdrücke, deren man sich in der Botanik bedient. Es giebt zwar noch mehr, als ich Ihnen erklärt habe: aber diese kommen sehr sel⸗ ten vor, und lassen sich zum Theil auch unter die Nubrik der hier aufgeführten bringen. Es wird nun hoffentlich diese Kunstsprache nichts Abschreckendes mehr für Sie haben, und Sie werden mich in der Folge hinlänglich verstehen, wenn ich Ihnen kunst⸗ mößige Beschreibungen von Pflanzen gebe. 0 ⸗ uumen Ku⸗ pen auch So Sie ucht diese ö 6³ Ich erlaube mir nun noch eine Bemerkung. Unsere Kunstsprache druckt nämlich sehr bestimmte Begriffe aus und giebt die Größe und Form der Theile durch genaue Einschränkungen an: die Natur aber kennt solche Einschränkungen nicht; sie macht unendlich viele Abweichungen und Uebergänge. Dar⸗ auf muß bey der kunstmäßigen Beschreibung Rück⸗ sicht genommen werden, indem man diese Uebergänge durch zusammen gesetzte Wörter bezeichnet. So macht die Azarole den Uebergang von den Weiß— dorn⸗ zu den Birnen-Arten. Ihre Frucht könnte man eine kernartige Steinfrucht nennen. Bey den Blättern kommen diese Uebergänge außerordentlich häufig vor. Man hat lanzet⸗linienförmige, ey⸗lan⸗ zetfrmige/ länglich⸗lanzetförmige, herz⸗ pfeilförmige, gesägt⸗gekerbte, winklig⸗ausgeschweifte Blätter. 6⁴ VII. An Frau von G. Itren Wunsch, meine gütige Freundinn, den histo⸗ rischen Theil der Botanik nüher kennen zu lernen, werde ich auf die Art zu erfüllen suchen, daß ich zu⸗ vörderst die Begriffe von Abart, Art, Gattung, Ord⸗ nümgz und Klasse sicher bestimme, und alsdann eine Einleitung in das System der Pflanzen gebe, von der ich hoffe, daß sie Ihnen hinreichenden Aufschluß über den Werth der bisher bekannten Systeme geben wird. Um Pflanzen kennen zu lernen, um sie von ein⸗ ander unterscheiden zu können, suchen wir gewisse Merkmahle oder solche Eigenschaften auf, die wir mit Worten auszudrucken im Stande sind. Wir sa⸗ gen z. B.:„Diese Hyaeinthe trögt ihre glockenförmi— 2 ge blaue wohlriechende Blumen in einer Traube „auf einem Schafte, und bat längliche grüne Blät⸗ „ter, die unmittelbar aus der Zwiebel kommen. Sie „hat sechs Staubfäden, eben so viel Antheren, und „einen dreykantigen Fruchtknoten, nebst drey Ho— „nigdrüsen an demselben.“ Finden Sie nicht, gnä dige Frau, daß die hier angegebenen Merkmahle einen Huß cben ein⸗ lisfe wir sa⸗ mi⸗ ube lät⸗ Sie und 50 nä inen 65⁵ sehr ungleichen Werth haben, daß sie wenigstens ganz verschieden sind? Die Glockenform der Blu— men ist eine Eigenschaft, die ich messen kann: die längliche Gestalt der Blätter bezieht sich ebenfalls auf eine Ausdehnung, die positiv bestimmbar ist. So kann über die Zahl der Staubfäden und der Ecken des Fruchtknotens gar kein Zweifel seyn. Ganz anders aber verhält es sich mit der blauen Farbe der Blumen und dem Wohlgeruch derselben: dies sind nicht Eigenschaften der Ausdehnung; sie lassen sich nicht positiv bestimmen, und müssen daher von jenen unterschieden werden. Wir nehmen daher zweyerley Merkmähle der Pflanzen an: Merkmahle der Ausdehnung und Merk⸗ mähle der sinnlichen Eindrücke. Von diesen sind die erstern durch Worte, Maaß und Zahl sicher und fest zu bestimmen; die letztern aber nicht. Diese haben für jeden einzelen Menschen zwar vollkömmene Ge⸗ wißheit, indem die Farben und Gerüche von jedem einzelen Menschen eben so leicht und schnell wahr— genommen werden, als die Größe, die Figur, die An⸗ zahl der Theile: allein der Unterschied ist der, daß wir uns über Farben und Gerüche nicht deutlich aus— drucken, keine vositive Bestimmung dayvon geben kön⸗ Zwehhte Sammlung. 8 V 66 nen. Daher müssen wir ohne Zweifel den Merk⸗ mahlen der Ausdehnung mehr Werth beylegen, als den Merkmahlen der sinnlichen Eindrücke. Wir bemerken ferner unter den Theilen der Ge⸗ wüchse einen Unterschied, vermöge dessen einige we⸗ sentlicher und nothwendiger als andere sind. Soll⸗ ten nicht diejenigen Theile, wodurch der letzte Zweck der Vegetation, die Fortpflanzung, erreicht wird, sollten nicht diese die wichtigsten und wesentlichsten seyn 2... Die Natur selbst scheint dieses zu leh⸗ ren; denn in keinem Theile der Gewächse sind die Verhältnisse beständiger, als in den zur Befruchtung gehörigen Werkzeugen. Daher müssen die Merk⸗ mahle, wodurch man die Pflanzen zu unterscheiden sucht, hauptsächlich von den Befruchtungs Werkzeu⸗ gen hergenommen werden. l Aber, hat man gesagt/ die Verhältuisse der Be⸗ fruchtungs-Werkzeuge zu untersuchen, das kostet zu viel Mühe. Die Merkmahle, die man von ihnen hernimmt, fallen nicht leicht in die Augen: oft sind sie so verborgen, daß man erst mikroskopisch untersu⸗ chen muß, ehe man sie entdecken kann. Dies ist be⸗ sonders bey den Moosen der Fall, deren Befruch⸗ tungs⸗Werkzeuge niemals mit bloßen Augen unter⸗ Netk⸗ alz Ge⸗ he⸗ oll⸗ weck hild, sten leh⸗ Ydie tung letk⸗ iden le⸗ 6² schieden werden. Dieser Einwurf, gnädige Frau/ wird, besonders von Dilettanten, oft wiederhohlt: aber der ächte Naturforscher wird ihn allezeit dadurch zu heben suchen, daß er den Gegner frägt, ob er die überwiegende Wichtigkeit der Merkmahle aner— kenne, die von den Vefruchtungstheilen hergenom— men werden. Dies wird Niemand läugnen kön⸗ nen, wer nur mit einigem Nachdenken die Zwecke der Pflanzen⸗Oekonomie untersucht hat. Wer also die überwiegende Wichtigkeit der Befruchtungstheile und der von denselben entlehnten Merkmahle aner⸗ kennt, der muß auf den Namen eines ächten Na⸗ turforschers Verzicht thun, wenn er sich über die Beschwerden beym Auffsuchen dieser Merkmahle be⸗ klagt. Es wäre strafbare Keckheit, die Frucht einer blöden Kurzfichtigkeit, wenn man die Natur wegen der Einrichtung ihrer bewunderswürdigen Werke ta— deln wollte. Aber, sagt man ferner, warum soll man immer Merkmahle von den Befruchtungs-Werkzeugen her⸗ nehmen, da man nicht zu jeder Zeit die Pflanzen in dem Zustande findet, wo sich die Befruchtungstheile entwickelt haben? Wet z. B. im Winter die Arten der Wald⸗-und Gartenbäume bestimmen will, kann 5* 68 sich dazu uumöglich der Merkmahle bedienen, welche die Befruchtungs⸗-Werkzeuge liefern. Wäre es also nicht besser, wenn wir andere Merkmahle hätten, die zu allen Zeiten aufzufinden wͤren? Allerdings wäre zu wünschen, daß wir gewisse Eigenschaften bestän⸗ dig und zu jeder Zeit an den Gewächsen bemerkten, die wir auch durch Worte positiv bestimmen könnten: allein bis itzt hat noch Niemand bessere Merkmahle ausfindig gemacht, und alle Bemühungen, anstatt der Befruchtungs-Werkzeuge von andern Theilen die Merkmahle zu entlehnen, sind bis itzt vergeblich ge—⸗ wesen. Wir müssen uns also schon an jene Organe der Fortpflanzung halten, und uns damit trösten, daß eine Pflanze so lange auch noch nicht sich voll⸗ ständig entwickelt hat, als man keine Befruchtungs— theile an ihr entdeckt. Es würde also auf jeden Fall zu voreilig seyn, zu glauben, daß man alle we⸗ sentliche Merkmähle einer solchen Pflanze aufgefaßt hätte und sie richtig unterscheiden könnte, wenn sie ihre wichtizsten Theile noch nicht entfaltet hat. So ging es bisher mit der Ginkgo, die Sie in Ihren Pflanzungen haben. Diesen japanischen Baum hat⸗ te bis vor sieben Jahren noch Niemand blühen ge— sehn; es könnte also auch Niemand sagen, daß er die in 60 die Ginkgo nach allen ihren Merkmahlen kenne. End⸗ lich blühte sie im Frühling 1795 und 1796 im könig⸗ lichen Garten zu Kew, und nun sah man freylich, was man schon vermuthet hatte, daß ihre Befruchtungs-⸗ Werkzeuge mit denen der Wallnuß sehr verwandt sind. Nun erst konnte man die Ginkgo aufs genaueste be⸗ stimmen. Endlich sagt man: Wozu bedarf es der Untersu⸗ chung der Befruchtungs⸗Werkzeuge, da man sich an das ganze äußere Ansehen halten kann, welches so sprechend ist, daß Niemand einen Kirschbaum mit ei⸗ nem Apfelbaum verwechseln wird, wenn er auch gar nicht die Befruchtungs⸗Werkzeuge untersucht hat?... Sehr richtig ist es, daß das äußere Ansehen für jeden, der nicht Naturforscher ist, hinreichen muß, ja, daß selbst der Naturforscher des äußern Ansehens nicht ent⸗ behren kann, um die Pflanzen zu erkennen und zu un⸗ terscheiden. Allein, lassen sich die Eigenschaften des äußern Ansehens durchgehends durch Worte deutlich machen? oder kommt es nicht vielmehr dabey auf dunkle sinnliche Eindrüͤcke an, die für mich, der ich eine Pflanze so oft gesehn habe, vollkommen hinrei⸗ chen können, welche ich aber Andern nicht mitthei⸗ len kann?... In der That giebt es eine Menge Leu⸗ 20 te, die sich Botaniker nennen, und eine betrachtliche Anzahl Gewächse, aber immer nur nach dem äußern Ansehen kennen, ohne ihre wesentliche Theile unter⸗ sucht zu haben. Solche Leute sind nur gar zu oft in Gefahr, zu irren, weil bey ihnen alles von dem dun⸗ keln sinnlichen Eindrucke abhuängt, den das Ganze der Pflanze auf sie macht, den sie aber entweder gar nicht, oder nur mit der ermüdendsten Weitschweifigkeit deut⸗ lich machen können.... Sie, meine theureste Freun⸗ dinn, werden mir also Recht geben, daß man, um der Deutlichkeit unserer Vorstellungen willen, keines⸗ weges mit dem äußern Ansehen zufrieden seyn, sondern wesentlichere, poßtiver zu bestimmende Merkmahle in wesentlichen Theilen aufsuchen müsse. Da wir uns über diesen Punkt hinlänglich ver⸗ ständigt haben, so können wir nun zu andern Erötte⸗ rungen übergehen. Im gemeinen Leben so wohl als in der Naturgeschichte kommen die Ausdrücke: Art, Gattung, Geschlecht, so oft vor, daß es wohl die Mühe lohnt, hierüber sich bestimmte Begriffe zu verschaffen. Sie wissen, daß man im gemeinen Leben sagt: der Borstorfer Apfel ist eine andere Art als der Pepin; die Calville eine andere Art als der Stettiner. Eben so sagt man: der Apfel überhaupt ist eine andere Rllche jußeth unter⸗ st in dun⸗ der licht, deut⸗ delln⸗ um ines⸗ dern e in 71 Art Kernobst als die Birne. Ja, man sagt wohl gar: die Kirschen sind eine Art Obst und die Aepfel auch. Sollten diese Ausdrücke wohl alle gleich richtig seyn? Sollte in allen diesen Fällen das Wort: Art, wohl mit gleichem Rechte gebraucht werden?... Ich zweifle sehr, und Sie werden mit mir daran zweifeln, wenn Sie bedenken, daß zwischen dem Vorstorfer Apfel und der Calville bey weitem kein so großer Unterschied ist, wie zwischen Apfel und Birne, und daß hier wie— der der Unterschied weit geringer ist, als zwischen Apfel und Kirsche. Es fragt sich nun: Bey welchem von diesen, dem Grade nach abweichenden, Unterschieden ist der Aus⸗ druck: Art, am schicklichsten?... Der wissenschaft⸗ liche Sprachgebrauch setzt das Wort bey dem zweyten Unterschiede, nämlich zwischen Aepfeln und Birnen? keinesweges aber bey dem ersten, nämlich bey dem Unterschiede der Apfelsorten. Was ist denn für ein besonderer Abstand zwischen dem Unterschiede der Cal⸗ ville und des Borstorfers, und dem Unterschiede des Apfels und der Birne überhanpt?... Mich dünkt, dieser Abstand der Unterschiede bezieht sich darauf, daß Apfel immer und zu jeder Zeit Apfel bleibt und nie zur Birne wird, er mag auch gesäet und verpflanzt wer⸗ 7² den, wohin man will. Nicht so verhält es sich mit den einzelen Apfelsorten. Die Erfahrung lehrt, daß die Kerne des Borstorfers keinesweges immer wieder Borstorfer geben. Die jungen Stämmchen der aus Kernen edler Obstsorten gezogenen Bäume bekommen sehr früh Dornen, zum Beweise ihrer Ausartung. Ja, man hat Beyspiele, daß aus den Kernen der feinsten Reinetten und Calvillen Holzäpfel erzogen sind. Sehen Sie, das ist doch ein wichtiger Abstand des Unterschiedes zwischen einer Apfelsorte und der an⸗ dern, und zwischen Apfel und Birne überhaupt. Nun sagen wir: Art soll der Inbegriss aller der Pflanzen heißen, die sich immer und zu jeder Zeit auf dieselbe Weise durch Saamen wieder erzeugen. Dar⸗ auf kommt es also an, daß gewisse Eigenschaften bey den Pflanzen immer dieselben bleiben, wenn sie auch noch so oft aus Saamen gezogen werden. Wenn wir nun die Merkmahle von diesen Eigenschaften herneh⸗ men, so haben wir den Charakter der Art be⸗ stimmt. Der Charakter der Art ist nämlich der In⸗ begriff derer Merkmahle, die einem Haufen Gewächse so wesentlich sind, daß sie sich durch keine Art der Fort⸗ pflanzung verändern. Um also einen Charakter der Art anzugeben, müssen wir solche wesentliche Merk⸗ Mit seder nen ing. gen 7³ mahle aufsuchen, die unabänderlich sind. Sie sehn, daß hierüher nur die Erfahrung und besonders die hin⸗ läugliche Beobachtung der aus Saamen in verschiede⸗ nen Klimaten und in verschiedenem Boden erzeugten Pflanzen entscheiden kann. Es ist also gar nicht leicht, den Charakter der Art unabänderlich und sicher anzu⸗ geben. Gesetzt z. B., wir wollten den Charakter des Apfelbaums fest setzen, so würde wohl ein Jeder auf die Form der Frucht fallen. Man würde sagen: der Apfelbaum trügt eine Kernfrucht, welche unten am Stiele ausgehöhlt ist: dagegen trägt der Birubaum eine Kernfrucht, die unten am Stiele verlängert ist. Wirklich gab Linné6 dreyßig Jahre lang keinen an⸗ dern, als diesen im gemeinen Leben stillschweigends angenommenen, Charakter an. Allein, sollte diese Form des Apfels und der Birne wohl unabänderlich bey allen Fortpflanzungen und Erzeugungen seyn? Oder giebt es nicht vielmehr Birnen, die eben so rund als die Aepfel und am Stiele eben so ausgehöhlt sind, z. B. die Bergamotten, die Salviati, de Frane? Real, vorzüglich aber die Bergamotte Crassanne, die vollkommen wie ein Apfel gestaltet ist?... Eben so giebt es manche Apfelsorten, die unten am Stiele 74 nicht so gar vertieft, sondern von einer so länglichen Form sind, daß man sie, wenigstens eher als die Ber⸗ gamotte, für eine Birne halten könute. Sie kennen den Aagtje oder den rothen Agatapfel, der eyförmig und mit einem Fleisch-Anwuchs am Stiele versehn ist. Eben so nähern sich die Pepins und der Pigeon rouge der Birnform. Sie sehn also, jene Formen der Frucht sind keine unabanderliche Unterschiede, die als Charaktere des Apfel- und Birnbaums angenommen werden könnten. Es muß daher ein anderer Charakter aufgesucht wer⸗ den. Diesen nehmen wir itzt in dem Blüthenstande und zum Theil in der Form der Blätter an. Der Birnbaum trägt nämlich seine Blüthen in gestielten Dolden-Trauben, der Apfelbaum hingegen in unge⸗ stielten Dolden. Auch sind die Blütter des Birnbaums eyförmig, die Blätter des Apfelbaums aber eyförmig⸗ langlich und lang zugespitzt. Diese Charaktere hat die Erfahrung als unverganglich und unabänderlich uns kennen gelehrt, und wir werden eben so wenig je⸗ mals e en Birubaum mit ungestielten Blüthen⸗Dol⸗ den als einen Apfelbaum mit gestielten Dolden⸗Trau⸗ den sehen. jchen Ve⸗ ne rmig sehn gehn eine des ten. wer⸗ ande 7³ Aus diesem Beyspiele werden Sie schließen köu⸗ nen, daß wir in der Botanik weniger auf das zu sehen haben, was beym ersten Anblick auffüllt, als vielmehr auf das, was beständig, wesentlich und keinen zurälli⸗ gen Abänderungen unterworfen ist. Die Merkmahle, welche von zufälligen Eigenschaften hergenommen mer⸗ den, bilden den Charakter einer Abart oder Spiel⸗ art. Indessen müssen wir zwischen diesen beiden noch einen Unterschied annehmen, den die Natur zu lehren scheint. Manche Eigenschaften sind nämlich mehr, andere weniger zufällig; manche geben Merkmahle der Ausdehnung, andere geben Merkmahle der sinnlichen Eindrücke her. Jene pflanzen sich bisweilen durch die Zeugung fort; diese nicht. Jene pflegt man daher mit dem eigentlichen Namen: Abart, diese mit dem Namen: Spielart, zu belegen. So scheint der Jo⸗ hannisapfel eigentlich Abart zu seyn, da er sich ge⸗ wöhnlich durch den Saamen fortpflanzt, und die Ab⸗ weichung desfelben besteht in der zottigen Oberfläche der Blätter, da andere Apfelbäume glatte Blätter ha⸗ ben. Reinetten hingegen, Calvillen, Borstorfer u. s. f. sind bloß Spielarten, da sie sich nur durch die For⸗ men der Frucht und durch den Geschmack derselben auszeichnen, welches zufällige Eigenschaften ünd und lediglich von der Cultur abhängen. I ö VI 7⁵ Die Farbe der Blumen, der Geruch derselben, der Geschmack der Früchte geben bloß Merkmahle der sinnlichen Eindrücke, und können daher nur Spielar⸗ ten bilden. Die Farbenpracht der Tulypen, Hyaein⸗ then, Aurikeln und Nelken ist etwas so Zufalliges, daß sie durch die Zeugung fast niemals übergeht. Auch findet man, daß die Farbe Einer und derselben Blu⸗ me sich sehr leicht verändert, wie ich schön im ersten Theile dieses Werkes(S. 324. f.) an Beyspielen ge— zeigt habe. So bemerkt man auch, daß die Farben der Blumen und Früchte durch die Cultur sich verän— dern. Die ursprünglich blaue Tremse vder Kornblume wird in Gärten roth, der rothe Fingerhut oft weiß, die gelbe Tulpe roth oder weiß; die schwarzen Hol⸗ lunderbeeren und die rothen Himbeeren werden weiß. Daher hat man das Gesetz in der Botanik gege⸗ ben; die Farbe dürfe niemals in den Charakter der Art aufgenommen werden, weil sie auf jeden Fall eine sehr zufällige Eigenschaft sey. Allein dieses Gesetz leidet so viele Ausnahmen, daß man es kaum als Re⸗ gel gelten lassen kann. Man würde sich vergebens be— mühen, ganze Familien und Gattungen von Gewäch⸗ sen in Arten zu ordnen, wenn man nicht auf die Far⸗ hen Rucksicht nähme. Die Flechten z. B., die Aster⸗ V Mt sch ebev, ledet ielat⸗ Heiu- iges, Auch lu⸗ 7⁷ Arten und die Arten der Kamille(Anthemis) lassen sich gar nicht ohne Rückücht auf die Farben unterschei⸗ den. So haben wir auch eine Menge Gartenblumen, die nie ihre ursprungliche Farbe ändern, sie mögen auch in den verschiedensten Boden gebracht und behan⸗ delt werden, wie man will. Die Capuziner⸗ Kresse hat noch nie ihre Flammenfarbe, die Goldruthen ha⸗ ben noch nie ihre gelbe Farbe abgelegt, um eine an⸗ dere anzunehmen. Man kann es also durchaus nicht zum unumstößlichen Gesetze machen, daß die Farben der Blumen nicht dürften in den Charakter der Art mit aufgenommen werden. ö Weit veränderlicher aber und zufälliger ist der Geruch; auch wird er von verschiedenen Menschen auf eine zu verschiedene Art empfunden, und man kann ihn eigentlich nie positiv bestimmen. Gewöhnlich ver⸗ gleicht man ihn mit andern Gerüchen, um das von ihm hergenommene Merkmahl einiger Maßen deutlich zu machen. Hiedurch wird der Geruch offenbar ein sehr mangelhaftes Kennzeichen. Wie veränderlich ist er nicht bey derselben Art Basiliceum! Dies bekannte Gartenkraut riecht bald wie Melisse, bald wie Citro⸗ nen, bald wie Anies oder Fenchel, bald wie Raute, bald wie Zimmt. Was würde daraus werden, wenn 28 man nach diesen verschiedenen Gerüchen verschiedene Arten Basilicum annehmen wollte? ö Zwar ist hinwiederum manchen Pflanzen ein be⸗ stimmter Geruch eigenthümlich und wesentlich. So wird sich der Geruch der Reseda, der Veilchen„ des Sambaks, der Aurikeln und Nelken wohl nie verlie⸗ ren, wenn sie auch noch so sehr eultivirt werden. Al⸗ lein positiv bestimmen und durch Worte deutlich aus⸗ drucken werden wir diesen Geruch nie können„ und er derdient daher keine Aufnahme in den Charakter der Art. ö RNN 196 Gerade so verhält es sich mit demn Geschmacke; auch dieser giebt bloß Merkmahle der sinnlichen Ein⸗ drücke ab, und känn zwar Spielarten bilden„aber nie in den Charakter der Art mit aufgenommen werden. Alle feine Apfelsorten machen mit dem wilden Holz⸗ asammen Eine Art aus: aber; wie unendlich verschieden ist nicht der Geschmack aller dieser verschie— denen Apfelsorten! Der wilde Selleri ist von der Gar⸗ tenpflanze in keinem wesentlichen Merkmahl unter⸗ schieden; aber die Wurzel hat einen sehr scharfen⸗ bittein Geschmack, und der Genuß derselben ist schäd⸗ lich. Dies verliert sich durch die Cultur völlig/ und der Gatten⸗Selleri ist also keine hesondere Art, son⸗ apfel 3 dern nur eine Spielart⸗ jedene in be⸗ So des ellie⸗ Al⸗ Hus⸗ dler der ncke Ein⸗ t nie den. holze lich cie⸗ har⸗ tel⸗ fen⸗ ad⸗ und son 7⁰ Die beträchtlichere oder geringere Größe ber Theile berechtigt uns gleichfalls nicht, von denselben Merkmahle der Art herzunehmen: denn die Greße an sich, wenn sie nicht mit abweichenden Formen ver⸗ bunden ist, hängt von zufalligen Ursächen, besonders von dem Klima, dem Boden, der Nahrung und det Behandlung, ab. Wie kümmerlich und winzig sind nicht dieselben Gewächse auf dürrem Boden und in Töpfen, die in seltem Erdreich und in freyem Gar⸗ tenlande den üppigsten Wuchs haben! Dieser Abstich der Größe ist manchmahl so täuschend, daß auch ein geübter Pflanzenkenner eine verschiedene Art vermu— then könnte, ehe er eine genauere Untersuchung all⸗ gestellt hat. Die verschiedene Größe macht also, wenn die Formen sonst üherein stimmen/ nur höchstens Abarten, keine ächte Arten. Endlich kann man selbst bisweilen den Ueberzug als etwas Zufälliges ansehen, ob er gleich in andern Fällen wirklich zu den wesentlichen Formen gehört und in den Charakter der Art aufgenommen werden muß. Wie zufällig oft der Ueberzug ist, sieht man vorzüglich daraus, weil er sich am meisten bey jün⸗ gern Pflänzen findet: junge Triebe sind immer haa⸗ riger als ältere Vlätter;(Th. I. G. 133.) Auch Spiel⸗ 9 80⁰ yflegen Gewächse, die in der Wildniß haarig sind, in Gärten ihre Ueberzüge zu verlieren, wie dies die Martagon⸗Lilie beweiset. Der Feld-Thymian, der in unsern Gegenden unbehaarte, nur an der Grund⸗ fläche wimperige Blätter hat, hat sie in Pommern am Strande der Ostsee mit rauhen Haaren besetzt. Indessen ist freylich in sehr vielen Fällen der Ueber⸗ zug so wesentlich, daß er sich nie verändert. Die wohlriechende, frühe Tulpe, die wir seit einiger Zeit so häufig ziehn, unterscheidet sich von der gemeinen Garten⸗Tulpe allein durch den weichhaarigen Schaft, der ganz unbehaart bey der letztern ist. Die übrigen Kennzeichen: die geringere Größe, der feine Geruch und die frühzeitige Blüthe der frühen Tulpe, kön⸗ nen nicht füglich in den Charakter der Art mit auf⸗ genommen werden: aber man giebt sie nebenher als Hülfsmittel der Unterscheidung an. Wenn Sie nun fragen, wovon denn eigentlich die Charaktere der Art hergenommen werden müssen; so antworte ich: von allen und jeden Merkmahlen der Ausdehnung und Form/ die wesentlich und un⸗ abänderlich sind. Also: 1. vön den Ztdiebeln und Knollen und ihren verschiedenen Förmen. So unterscheidet man zum Hehspiele die Otchiden. ä snnd, jes die „ de. Runde mern esetzt. leber⸗ Die Zeit einen chaft, btigen Feruch kön⸗ auf⸗ als utlich issen; ahlen un⸗ ihten zum 81 2. Vou der Wurzel, ob diese faserig, knollig, rankend ist, oder andere Formen hat. Auch die Dauer der Wurzel giebt bisweilen gute Kennzeichen. So ist der Winter-Majoran wirklich eine vom Som-⸗ mer⸗Majoran verschiedene Art. Jener wächst stau⸗ denartig, und seine Wurzel verennirt; auch hat et etwas filzige Blätter, da der Sommer-Majoran nur einjährig ist und unbehaarte Blätter hat. In⸗ dessen muß man die Dauer der Wurzeln nicht so be⸗ stimmen, wie man sie bey der Cultur wahrnimmt; denn dadurch ändert sie sich ab: sondern man muß das Gewächs in seinem Vaterlande und im uncul⸗ tivirten Zustande untersuchen und die bestimmte Dauer desselben nur dann mit in den Charakter der Art aufnehmen, wenn zugleich andere wesentliche Ab⸗ weichungen der Form mehrerer Theile auffallen. 3. Von dem Stamm, dem Stengel und den Aesten. Die Formen derselben sind wichtige Theile des Charakters der Art, obgleich bey der Zerthei⸗ lung in Aeste das Mehr oder Weniger sehr oft in Betracht kommt, wodurch diese Zertheilung relativ und eher ein Merkmahl der Abart wird. 4. Von den Blättern. Die große Mannigfaltig⸗ keit ihrer Formen läßt eine sehr vielfache, positive Zweyte Sammlung. 6 82 Bestimmung zu, und die sichersten Merkmahle nimmt man von diesen Theilen her. Doch giebt es auch einige wenige Fälle, wo die Formen der Blätter un⸗ beständig sind, wo man also lieber andere Unterschei⸗ dungszeichen wählen muß. 5. Von den Knospen kaun man bey einigen Bäumen, z. B. bey den Ahorn-Arten, gute Merk⸗ mahle zur Unterscheidung der Arten, selbst im ent⸗ laubten Zustande, hernehmen. 6. Von den Dornen, Stacheln, Ranken, Blatt⸗ Ansätzen und ähnlichen Nebentheilen entlehnt man den Charakter der Art, wenn man sieht, daß diese Theile unabänderlich so bleiben. ö 7. Der Blütheustand giedt vortreffliche Merk⸗ mahle der Arten; nur daß man sich nicht genau an die Zahl der Blüthen halten muß. Auch pflegen bisweilen der Boden und die Behandlung Einfluß auf die Abweichung des Blüthenstandes zu⸗ haben. Ein Beyspiel mag die sprossende Nelke geben: diese trägt eigentlich gehäufte Blumen; aber im magern Boden stehn die Blumen einzeln und sind kürzer als die Kelchschupven. Man hat daraus eine eigene Art, unter dem Namen der kleinblüthigen Nelke, gemacht, die aber höchst wahrscheinlich nur eine Ab⸗ art der sprossenden ist. het 0 abs sche Dhei geh nicht loch Roch scht ren, sehn. iide l shich als ühet (ch; Ih at UU ch immt auch un⸗ scheit ligen Rerk⸗ ent⸗ latt⸗ Man diese Nerk⸗ u an legen Ifluß hen. diese gern als gehe elke/ Ah⸗ 83 89. Die Formen des Kelches, der Blumenkrone, der Staubfäden, der Antheren, der Pistille und der Saamenbehältnisse sind, wenn sie in Nebendingen abweichen, allerdings als Charaktere der Art anzu⸗ sehen. Aber zu große Abweichungen in diesen Theilen, die zu den wesentlichsten gehören, berechti— gen in der Regel zur Annahme einer neuen Gattung, nicht bloß einer neuen Art, wie ich in der Folge noch zeigen werde. Ich schließe diesen langen Brief, wenn ich nur noch eine Bemerkung hinzu gefügt habe. Die Eigen⸗ schaften nämlich, die zum Charakter einer Art gehö⸗ ren, müssen beständig, wesentlich und unveränderlich seyn. Die Art selbst also, als solche, ist keinen Ver— änderungen unterworfen und kann nie in eine ande⸗ re übergehen. Dies ist ein Grundsatz der Naturge⸗ schichte, über welchen die vollfändigste Erfahrung entschieden hat. Scheint eine Art in die andere überzugehen, so muß man den Fall genau untersu— chen; und findet man, daß es Thatsache ist, so hat man geirrt, indem man eine Spiel- oder Abart zu einer Art machte. Kann aus Winterwaizen Som— merwaizen werden, so snd beide nicht als Arten ver— schieden. Eben so scheint der vielahrige Waizen 6* 84 (Tiläcum compesitüm) eine bloße Abart zu seyn; denn er soll in den gemeinen Waizen übergehen: aber daß jemals der gemeine Saathafer in Wildhafer, oder daß gar der Rocken in Trespe, die Gerste in Taumel-Lulch übergegangen wäre, wie man es vor funfzig Jahren noch öffeutlich behauptete, dies wi⸗ derspricht der Natur und der Erfährung. Man hat endlich die Frage aufgeworfen: ob neue Arten entstehen könnten. Diese Frage müßte geradezu verneint werden, wenn man die Merkmahle der Art für unveränderlich hält; denn in diesem Fal⸗ le sind im Aufange gerade nicht mehr und nicht we⸗ niger Arten vorhanden gewesen, alo itzt. Sollten in⸗ dessen itzt neue Arten entstehen, so müßten sie ehe⸗ dem bloße Abarten anderer Arten gewesen seyn, nach und nach aber immer mehrere Abweichungen erlitten haben, die für itzt sich durch keine Art der Fortpflan⸗ zung verändern. Der grün blühende Apfel Pyrus dioica) ist vielleicht durch eine solche Vermischung der Arten entstanden. Bey den Weiden mögen vor⸗ züglich solche Arten vorkommen, die durch Vermi⸗ schung anderer Arten erzeugt sind. Die Salbey⸗ weide(Salix aurita) erzeugt mit der Sohlweide(Sa— lia caprea) vielleicht die Werstweide(S. acuminata). M gen gll ges vf lih ge. W het ter seyu ober haset, te 3vor wi⸗ 00 lußte nahle Fal⸗ t we⸗ en in⸗ ehe⸗ nach litten flan⸗ Pyrus hung bor⸗ ermi⸗ lbey⸗ 85 Und kürzlich habe ich aus Schlesien und aus Re⸗ gensburg eine neue Art Weide erhalten, von der ich glaube, daß sie ein Bastard von der Werft⸗ und Salbeyweide ist. Die Blätter sind eyförmig, zu⸗ gespitzt, gesägt, auf der Oberfläche glanzend grün, auf der Untersläche grau-grün, aber nicht runz—⸗ lig;, und mit einem sehr feinen weißen Filz überzo⸗ gen. Die Blattstiele sind silzig und mit zwey run— den gezähnten Blatt-Anfätzen versehn. Doch, ich muß abbrechen, und werde Sie zu ei⸗ ner andern Zeit von dem Begriffe der Gattung un⸗ terhalten. 86 VIII. An eben dieselbe. D Die unendliche Menge von Arten, welche die Na⸗ tur hervor gebracht hat, würden wir nicht übersehen können, und unser Gedächtniß würde unter der Man⸗ nigfaltigkeit der Formen erliegen, wenn wir nicht die⸗ se Arten in bestimmte Haufen theilten, deren jeder ein oder mehrere gemeinschaftliche Merkmahle besitzt. Auch lehrt die Natur wirklich die Wahrheit solcher abgetrennter Haufen. Ich will Sie nur an das Bey⸗ spiel der Rosen erinnern. Haben nicht alle Rosen, ungeachtet einiger abweichender Formen, so viel über⸗ ein stimmende Merkmahle, daß man auch jede neue Art beym ersten Anblick nothwendig fur eine Rose erkennen muß? Wollen wir diese gemeinschaftliche Merkmahle der Rosen durch Worte ausdrucken, so werden wir sagen: Alle Rosen sind Sträucher, we⸗ nigstens Stauden; die meisten sind mit Stacheln be⸗ setzt; alle haben gefiederte und die meisten gesägte Blätter; sie haben durchgängig einen krugförmigen Kelch, der unterwärts die Frucht umgiebt, eine fünfblättrige Blumenkrone, viele Staubfäden, die alle auf dem Rand des Kelches angewachsen sind, N sehen Man⸗ t die⸗ jedet 87 viele kurze Pistille, und tragen eine weiche, gefärbte, einfächerige Beere. Dies sind Merkmahle, die allen Rosen ohue Ausnahme zukommen. Die Charaktere der Arten werden von der Form des Kelches, der Blätter, von den Stacheln und von dem Blüthenstande hergenom⸗ men. Durch jene gemeinschaftliche Merkmahle der Rosen kommen wir auf den Begriff der Gattung. Gattung nennen wir also den allgemeinen Begriff, den wir uns von den gemeinschaftlichen Merkmah⸗ len mehrerer Arten machen. Die Gattung existirt demnach nicht wirklich, sondern wir bilden sie uns als eine allgemeine Idee, um unserm Gebächtniß zu Hülfe zu kommen. Wollen wir uns einen solchen allgemeinen Be⸗ griff machen, so ist es nothwendig, daß wir mehrere Arten kennen, deren überein stimmende Merkmahle wir zusammen fassen können. Eine Art allein ge⸗ nommen kann uns nie einen bestimmten Gattungs⸗ begriff geben: denn wenn wir z. B. keine andere Ro-⸗ se als die Moosrose keunten, wie könnten wir hier die der Art eigenthuümlichen Merkmahle von den ge⸗ meinschaftlichen Gattungs-Merkmahlen abscheiden? Würden wir dann nicht vielleicht die hackerigen, drü⸗ 38 sicht⸗schmierigen Blumenstiele und Kelche, die der Moosrose als Art eigenthümlich sind, mit unter die Gattungs⸗Merkmahle aufnehmen?... In der That können wir uns nicht rühmen, feste und sicher be⸗ stimmte Charaktere von Gattungen zu haben, von denen wir nicht mehr als Eine Art besitzen. Der Hopfen z. B. und der Diptam können zwar sehr ge⸗ nau nach allen ihren Merkmahlen bestimmt werden, aber wir sind nicht im Stande,‚ zu unterscheiden, wel⸗ che unter diesen Merkmahlen der Gattung und wel⸗ che der Art zukommen. Will man einen Gattunssheari bilden, so muß man die gemeinschaftlichen Merkmahle aller und je⸗ der Arten zusammen fassen. Es ist durchaus nicht hiureichend, wo zwanzig Arten sind, bloß zwey oder drey vor Augen zu haben; sondern es muß jede von diesen zwanzig Arten ihren Beytrag zur Bildung des Gattungs-Charakters geben. Dies ist eine um so nothwendigere Regel, je mehr der Anfänger sonst in Gefahr ist, eine Art, auf die der Gattungs-⸗ Charakter nicht paßt, auch nicht unter ihre Gattung bringen zu können. Gesetzt, es gäbe eine Rose, die keinen un⸗ ten krugförmigen Kelch hätte, so würde man sie auch nicht zu dieser Gattung rechnen können. 39 Indessen hat man einmahl die Regel angenom— men: Wenn nur die meisten Arten einer Gattung in ihren Merkmahlen überein stimmen, so mögen ei⸗ nige wenige als Ausnahmen stehen, die dennoch zu dieser Gattung gerechnet werden. Von den be⸗ kannten elf Arten der Mayblume 3. B. haben 3ẽ ey eine glockenföͤrmige sechstheilige, eine hat eine sechs⸗ klättrige, kugelichte, vier haben eine trichterförmi⸗ ge sechstheilige, zwey eine sternförmige sechstheili— ge, und zwey eine sternförmige viertheilige Blu— menkrone. Welche von diesen so sehr abweichenden Formen wird man nun in den Charakter der Gat⸗ tuug aufnehmen?... Natürlicher Weise die sechs— theilige Form, weil an dieser wenigstens acht Arten Theil nehmen. Die zwey Arten, welche eine vier⸗ theilige Blumenkrone haben, müssen, da sie in den llorigen Merkmahlen überein kommen, zwar der Gat⸗ tung untergeordnet, aber durch besondere Zeichen von den übrigen getrennt werden. Wenn die Merkmahle der Art von wesentlicthen Eigenschaften hergenommen werden müssen, so gilt dies noch vielmehr von den Merkmahlen der Gat⸗ tung; und da die wesentlichsten Theile der Gewächse die Befruchtungs⸗Werkzeuge sind, so muß der Un⸗ 9⁰ terschied der Gattungen so viel als möglich in die⸗ sen Theilen gegründet seyn. Alle Einwürfe, welehe man gegen diese Begründung des Gattungs⸗Charak⸗ ters in den Befruchtungstheilen machen kann, sind schon bey der Entwickelung der Merkmahle der Art widerlegt worden. Zwar keunen wir bey manchen Gewächsen die Befruchtungs⸗Werkzeuge noch nicht: aber dann halten wir uns an die Frucht selbst, und suchen in den Formen derselben die Unterschiede der Gattungen auf. So müssen wir bey Farrenkräutern die Gattungen lediglich nach den Formen, welche die Saamenhaufen bilden, einrichten und charakte— risiren. So verfahren wir auch bey den Flechten, deren Saamengehäuse in ihren abweichenden For⸗ men und Stellungen die Charaktere der verschiede⸗ nen Gattungen bilden. 110 Ekinnern wir uns wieder an den vorhin angege⸗ benen Unterschied der Merkmahle der Ausdehnung und der sinnlichen Eindrücke; so sehn wir leicht ein, daß die letztern, die Merkmahle, von Farbe, Geruch und Geschmack hergenommen, niemals als unter⸗ scheidende Kennzeichen der Gattung gebraucht wer⸗ den dürfen, und daß unter den Merkmahlen der Aus⸗ dehnung nür diejenigen benutzt werden können, wel⸗ 9¹ che sich auf die mit den Befruchtungs⸗-Werkzeugen am nächsten verbundenen Theile beziehn. Diese Theile sind der Blüthenstand, der Kelch, die Blu— menkrone, die Honig-Werkzeuge, die Staubfäden, die Antheren, die Pistille und Narben, die Frucht endlich und die Saamen. Bey diesen Theilen sieht man auf die Form, auf das Verhältniß, auf die Stellung und Lage gegen einander, aber weniger auf die Zahl. Man kann z. B. als Gattungs⸗Cha⸗ ralter der Dulpe die sechsblättrige Blumenkrone an⸗ führen, aber bey manchen Pflanzen wird es doch nicht rathsam seyn, die Zahl der Theile so bestimmt in den Charakter der Gattung aufzunehmen. Ich sagte: der Blüthenstand gebe Gattungs— Merkmahle ab. Dies thut er nicht oft und nicht bey den meisten Gattungen, aber doch bey einigen. Der Rocken läßt sich zum Beyspiel vom Hafer dadurch unterscheiden, daß jener in einer Aehre, dieser in einer Rispe blüht, daß ferner bey jenem nur zwey, bey diesem wohl auch mehrere Blüthen in einem gemeinschaftlichen Kelche vorkommen. So gehört es zum Gattungs⸗Charakter des Organs und Ma⸗ jorans, daß die Kelche in einer Art von Zapfen zu— Immen stehn. Auch bey den Moosen kann man 92 des Blüthenstandes zur Unterscheidung Würte nicht entbehren. Aber wichtiger ist freylich der Kelch zur Anga— he der Gattungs⸗-Merkmahle, wie das Beyspiel der Rose beweiset: noch wichtiger ist die Form der Blu⸗ menkrone, die sich bey den meisten Arten derselben Gattung gleich bleiben muß, wenn man sie in den Charakter aufnehmen will. Alle Phlox-⸗Arten ha⸗ ben eine krumme Blumenröhre; alle Arten der Sal⸗ bey haben eine zweylippige Blumenkröne; bey allen Arten der Münze finden wir eine fast regelmäßige Blumenkrone. Eben so wichtig sind die Honig- Werkzenge; so wohl der Theil, welcher Nektar absondert, als auch die Theile, welche ihn aufbewahren, vor äußern Ver⸗ letzungen beschützen, und endlich die, welche den In⸗ secten den Weg zum Honig-Behältniß zeigen. Die schönsten Gattungs⸗Charaktere nimmt man von die⸗ sen Werkzengen her. Die Nareisse zum Beyspiel wird durch die Nektar- oder Safthülle vortrefflich unter— schieden, und es dient dieser Theil nicht allein über⸗ haupt als Charakter der Gattung, sondern in seinen abweichenden Formen auch als Merkmahl der ver— schiebenen Arten. So ist auch der seltsame Bau di 93 Bonig-Werkzeuge, der Safthülle und des Saft⸗ maals in der Passious-Blume ein schöner Charak— ter der Gattung. Ferner entlehnt man die Charaktere der Gat— tung von der Form, Stellung und den Verhältnissen der Staubfäden und Antheren, welche die wesentlich⸗ sten Befruchtungs⸗Werkzeuge sind. Diese Merk— mähle fallen freylich dem Laien in der Botanik nicht in die Augen; aber sie sind nichts desio weni— ger sehr wesentlich, und dürfen niemals übergangen werden. Zum Charakter der Salbey gehört der Quer⸗-Fortsatz, den die Staubfäden haben; zum Charakter der Phylica die aufrecht stehenden Fort— sätze der Staubfäden, welche über den Antheren eine Art von Dach bilden; zum Charakter des Alants die zarten Borsten, in denen sich die verwachsenen An⸗ theren endigen; zum Gattungs⸗Charakter der Kar⸗ toffel und des Nachtschattens die doppelten Löcher auf der Spitze jeder Anthere. Das Pistill und die Narhe gewähren uns in ihren Formen und in ihrer Zahl ebenfalls sehr gute Kennzeichen der Gattung; denn auch diese Theile ge— hören zu den wesentlichsten Befruchtungs-Werkzeu⸗ gen. Der Charakter der Iris besteht hauptsächlich 9⁴ 7 in den den Kronendlättern ahnlichen Pistillen; der Charakter der Wicke in der mit einem Querbart versehenen Narbe; der Charakter der Platterbse in dem breit gedrückten Pistill. Endlich sieht man auf die Frucht und die Saa⸗ men; aber nur, nachdem man die Merkmahle der Blume und der Befruchtungs⸗Werkzeuge gehörig untersucht hat. Eine Abweichung der Form der Frucht und der Saamen kann uns nur dann be⸗ rechtigen, eine andere Gattung zu machen, wenn diese Abweichung sehr beträchtlich, oder wenn sie mit eben so beträchtlichen Abweichungen in den übri⸗ gen Theilen verbunden ist. Der Mandel- und Pfir⸗ sichbaum sind freylich als Arten verschieden: aber der Unterschied ihrer Früchte ist durchaus nicht so we⸗ sentlich, daß wir deßwegen ziwey verschiedene Gat⸗ tungen daraus machen sollten; denn beide tragen doch Steinfrüchte. Ja, zwischen der Gattung der Pflaumen und Aprikosen und der Mandel⸗Gattung sehe ich durchaus keinen wesentlichen Uuterschied, als den einzigen unbedeutenden Umständ, daß bey den Pflaumen die Nuß mit hervor ragenden Nähten, bey der Mandel mit Löchern versehn seyn soll, was aber gar nicht einmahl überall zutrifft. Aber zwischen 95⁵ Birnbaum, Weißdorn und Mispel ist ein so wesent— licher Unterschied der Früchte, daß sie darum als drey verschiedene Gattungen getrennt werden müßten, wenn auch die Zahl der Pistille nicht schon einen Unterschied machte. Doch ist diese bey den Weiß⸗ dorn ⸗Arten so veränderlich, daß man sie eigentlich gar nicht in Rechnung bringen sollte. Wenn wir den Gattungs-Charakter vollständig und bestimmt angeben wollen, so müssen wir ihn nicht bloß und allein von den Befruchtungstheilen hernehmen; sondern wir müssen das ganze äußere Ausehen und die Formen aller Theile dazu benutzen. Wenn dieser vollständige Charakter auf alle Arten paßt, so ist er durchaus unerschütterlich und heißt nun natürlich. Von der Art ist der Charakter, den ich vorhin von der Rosen⸗Gattung angab. Es wäre sehr zu wünschen, daß wir lauter solche natür⸗ liche Gattungen hütten, wie die Rose, die Scabiese, der Eisenhut, der Rittersporn, das Cistus⸗Rödlein, die Nachtkerze, die Zaserblume und viele andere sind. Aber dies ist freylich bey unsern noch immer eingeschränkten Kenntnissen der Natur nicht wohl möglich. Die Gattungen der Wolfsmilch, wie hochst gerschieden sind sie nicht in ihrem äußern Ansehen! Was haben die kleinblüthige, die kleine, die gefleck⸗ te Wolfsmilch mit der gurken⸗ und melonenförmigen, mit der vielbornigen, mit der warzenförmigen Wolfs⸗ milch gemein, als die Uebereinstimmung ihrer Be⸗ fruchtungstheile?... Man rechnet aber alle diese verschiedenartigen Gewächse zu Siner Gattung, weil sie in den wesentlichsten Theilen überein stimmen. Auf je weniger Theile sich die Uebereinstim⸗ mung der Merkmahle einschränkt, desto weniger na⸗ türlich, desto künstlicher ist der Charakter, desto künstlicher auch die Gattung, besonders wenn nian dabey vloß auf Ausdehnung und Zahl der Theile Rücksicht nimmt. Die Ebereschen sind von den Mi⸗ speln bloß kunstlich unterschieden, wenn man als Unterschied allein die Zahl der Pistille anführt, de⸗ ren bey jenen nur drey, bey diesen aber fünf sind. Indessen liegen im ganzen äußern Ausehen der Ebereschen Unterschiede, die sehr natürlich sind, und die es verhindern, sie mit den Mispeln zu vereini⸗ gen, obgleich Blüthe und Frucht in den wesentlichen Formen überein stimmen.* Wenn nun der natürliche Charakter, eben weil er natürlich ist und weil er auf Uebereinstimmung sehen! gefe⸗ migeu, Wolfs⸗ Be⸗ diese weil en. stim⸗ tua⸗ desto man Theile Mi⸗ als de⸗ sind. der und eini⸗ ichen weil Run 9² aller Theile beruht, den Vorzug verdient, sollte man nicht den künstlichen Charakter überall verwerfen 2... Wer das thun wollte, der würde aller wahren Wis⸗ senschaft entgegen handeln. Würden wir je die un⸗ endlichen Haufen von Arien ordnen und Einheit in diese Mannigfältigkeit bringen können, wenn wir da keine Gattung aufstellen wollten, wo nur wenige, aber die wesentlichsten Theile überein stimmen? Wit wollen also uns immer mit der Kunst behelfen, so lange die Natur uns nicht alle ihre Geheimnisse ent— hüllt und alle Bürger ihres unermeßlichen Reiches kennen gelehrt hat. Wo wir indeß können, da wol⸗ len wir die künstlich gebildeten Gattungen den na⸗ türlichen so nahe zu bringen suchen, als möglich. Aber, wie gesagt, das hängt nicht immer von uns ab, da die Natur eine unendliche Mannigfaltigkeit der Formen geschaffen hat. Folgen wir indessen jener Regel, so werden wir auch nicht in Gefahr seyn, auf Kosten der Natür— lichkeit zu viele neue Gattungen zu machen. Es ist ein unumstößliches Grundgesetz, daß man sich nicht durch jede unbedeutende Abweichung der Form in wesentlichen Theilen bewegen lasse, eine neue Gat tung zu machen, wenn nicht diese Abweichung auch Zweyte Sammlung. 7 9 in allen übrigen Theilen anffallend ist. So machen einige Botaniker den rohrartigen Windhalm, dessen Abart man in Garten unter dem Namen: Bandgras, kennt zu einer eigenen Gattung„ weil die Blumen⸗ krone am Grunde haarig ist. Noch weniger kann ich mit meinen Freunden, den Verfassern der Wetterau'⸗ schen Flor, überein stimmen, wenn sie Mandeln, Pfirsichen, Aprikosen, Faulbaum, Pflaumen und Kir⸗ schen, jede zu einer besondern Gattung machen, oder wenn sie die Hepatiea und die Küchenschelle von der Anemone als eigene Gattungen trennen. In der That weiß ich nicht, was aus unserer Wissenschaft werden sollte, wenn jede kleine Abweichung, ob⸗ gleich in wesentlichen Theilen; den Grund zur Bil⸗ dung einer neuen Gattung enthalten sollte. Ist aber freylich die Abweichung betrüchtlich und ist das äu⸗ ßere Ansehen selbst verschieden, so haben wir aller⸗ dings das Recht, eine neue Gattung zu machen. So bekam ich voriges Jahr ein spanisches Veilchen mit quirlförmigen Blättern, welches keinen spornför⸗ migen Safthalter, kein Honig⸗Werkzeug; wie die üͤbrigen Veilchen, an den hintern Fortsätzen der Staub⸗ fäden hatte, das also unmöglich ein Veilchen seyn konnte. Da es nun zu keiner andern Gattung paß⸗ gachen dssen dgras, men⸗ in ich. Rau' dell, Kir⸗ oder voh der schast 99 te, so glaubte ich mit Recht eine neue uneg dar⸗ aus machen zu müssen. Die Aufmerksamkeit auf die Gattmgs; Charak⸗ tere ist in der Botanik von der größten Wichtigkeit, da man nur sagen kann, eine gründliche Kenntniß von einem Haufen Pflanzen-Arten zu haben, wenn man ihrer gemeinschaftlichen Merkmahle oder ihres Gattungs⸗Charakters sich deutlich bewußt ist. Aber es bleibt immer noch ein frommer Wunsch, daß die Gattungs⸗Charaktere selbst in den klassischen Schrif⸗ ten unserer Botaniker allen Erfordernissen entsprechen sollten. Die Gräser, die Dolden-Pflanzen und un⸗ zählige andere Hausen von Gattungen können, selbst nach den neuesten Ausgaben des Linné'schen Sy— stems, nicht mit Sicherheit unterschieden werden. Die Botaniker setzen großentheils ihren Ruhm dar⸗ eln, neue Gattungen und Arten zu erfinden, ohne die angenommenen sicherer zu bestimmen. In meinem nächsten Briefe hoffe ich Sie mit dem Wesentlichen des Linne'schen Systems bekannt zu machen. ö ů IX. An eben dieselbe. Wie man aus einem Haufen Arten eine Gattung macht, wenn man die gemeinschaftlichen Merkmahle der wesentlichen Theile zusammen faßt: so bilden sich Ord⸗ nungen und Klassen durch die Sammlung der gemein⸗ schaftlichen Merkmahle eines Haufens von Gattungen. Hat man einmahl bey der Bildung der Gattungen angefangen, auf die wesentlichen Theile zu merken, so muß man noch vielmehr auf sie Rücksicht nehmen, wenn man Klassen bildet, und durch das Aneinan⸗ derreihen der Klassen erwächst ein System. Ein Natur⸗System ist die Ordnung, in welcher wir uns die Verbindung der Naturkörper denken. Es ist also jedes System ein Gedanken⸗Ding, und existirt nie wirklich. Die Natur kennt kein System, ob sie gleich Arten, Gattungen und Familien aner— kennt, und obgleich manche Gruppen von Gattungen systemartig an einander gereiht werden können. Die Gräser und Moose sind durchaus natürliche Fami⸗ lien: die letztern gränzen in einer bestimmten Gat⸗ tung(Andreaea) an die Lebermoose, diese wieder in der Gattung Riccia an die Flechten, und die Flech⸗ gen. igen ken, men, ihau⸗ lcher ken. und em, uner⸗ igen Die mi⸗ 101 ten gehn in einer Gattung Baeomyces) in die Form der Schwämme über. Solche Uebergänge der einen Familie in die andere kommen aber selten vor; un— zählige Gattungen stehn ganz einzeln da, und schlie—⸗ ßen sich an keine Gruppe an: je genauer wir die Natur kennen lernen, je mehr Entdeckungen wir in ihrem Reiche machen, desto mehr einzeln stehende Gattungen, desto mehr Lücken werden wir gewahr; und wir müssen wirklich ganz Verzicht darauf thun, ein natürliches System gründen zu wollen. Es ist wahr, man hat Systeme, die natürlich heißen. Das berühmteste ist das, welchem die fran— zösischen Botaniker huldigen, von Bernard Jus⸗ sieu zuerst augegeben und von Anton Laurent Jus⸗ sieu weiter ausgeführt. Ich will hier nicht die Grundsätze, nach welchen dies System errichtet ist, prüfen, noch die Gründe der Eintheilung, die in demselben herrscht, würdigen; davon werde ich noch nachher reden: hier will ich nur vorläufig be⸗ merken, daß dies so gepriesene System weit davon entfernt ist, natürlich zu seyn. Zwar enthält es die natürlichen Gruppen oder Familien mit ihren ge—⸗ nau angegebenen Charakteren schicklich an einander gereiht; aber es ist auch eine große Menge von 10²2 Gruppen angegeben, deren Gattungen sehr wenig mit einander gemein haben. So wird die liebliche kleine Cyrille unserer Treibhäuser zu den Heidekräu⸗ tern, die Jasione zu den Glockenblumen gerechnet, die sich weit besser zu den Seabiosen paßte. Der Erdrauch kommt zu der Mohn⸗Familie; die Reseda, der Sonnenthau und die Parnassia kommen zu den Kaprer⸗Gattungen; die Balsamine kommt zu den Storchschnäbeln; und in manchen Familien stimmen kaum zwey Gattungen in allen Merkmahlen überein. Natürlich aber kann nur dann eine Gattung oder Familie seyn, wenn alle Merkmahle harmoniren. Sie werden mir zugeben, daß, wenn alle, auch die berühmtesten Versuche, ein natürliches Pflanzen⸗ System zu gründen, bis itzt verunglückt sind, wir wohl thun werden, uns an küünstliche Systeme zu halten. Diese Nothwendigkeit wird noch einleuch— tender, wenn wir bedenken, daß ein natürliches Sy— stem nie Gegenstand des Unterrichts werden kann: denn wenn alle und jede Merkmahle angegeben wer⸗ den sollen; so wird offenbar das Gedächtniß zu sehr überladen, und der Anfänger weiß unter dieser Menge von Kennzeichen nie diejenigen auszuwählen, welche die wesentlichsten, beständigsten und wichtigsten sind, llenig shlhe hekras⸗ echnet, Der esoda, ö den den umen erein. oder h. auch Hen⸗ wir e zu Sy⸗ ann: wer⸗ sehr enge elche shd, 103 Kommen ihm Gattungen vor, die zu einer natürli—⸗ chen Familie gerechnet werden, und besitzen sie nicht alle und jede Charaktere der Familie,(welches wirk⸗ lich selten der Fall ist,) so wird er sich gar nicht zu finden wissen, ja, er wird, wenn er auch schon meh⸗ rere Fortschritte gemacht hat, eine unzählige Menge von Lücken, abgesonderter Gattungen und isolirter Familien bemerken, die er nirgends unterzubringen weiß. Es fehlt also immer Einheit in der Mannig⸗ faltigkeit, und es ist so gut, als wenn er gar kein System hätte. Ganz anders verhält es sich mit einem künstli⸗ chen System. Dies entlehnt die Charaktere der Fa⸗ milien und Klassen von wenigen, aber wesentlichen, bestäudigen Merkmahlen, die, wenn sie gleich nicht auf das ganze äͤußere Ansehen passen, doch bey al—⸗ len Gattungen anzutreffen sind. Schon die geringere Zahl und die Beständigkeit der Merkmahle machen ein solches System eher zu einem Gegenstande des Unterrichts. Wenn es außerdem noch die Gründe seiner Eiutheilung von den wesentlichsten Theilen, das heißt: von den Befruchtungs-Theilen und de— ren Verhältnissen entlehnt, so eutspricht es um so mehr den Forderungen der Vernunft. Aber es wird 40¹ auch den Forderungen der Natur entsprechen, und also auf Wahrheit Anspruch machen können, wenn es sich, so viel als möglich, dem natürlichen System nähert, wenn also die Pflänzen einer Klasse sich auch durch das äußere Ansehen und durch die Uebereinstim⸗ mung der meisten übrigen Merkmahle an einander an⸗ schließen. Ein solches künstliches System wird also nicht allein dem Anfänger das Natur-Studium er⸗ leichtern, sondern auch der geübtere Naturforscher wird vorkommende neue Pflanzen leichter unterbrin⸗ gen und an schon bekannte Gruppen von Gattungen anreihen können. ö Das Linné'sche System ist das berühmteste und a allgemeinsten angenommene unter den künstlichen. Wir wollen also auf dies vorzüͤglich anwenden, was von ei⸗ nem guten kunstlichen System gefordert worden ist. Das Linné'sche System beruht auf der Voraus⸗ setzung, daß die Werkzeuge der Befruchtung die we⸗ sentlichsten seyn, und daß von ihnen die Gründe der Eintheilung entlehnt werden müssen. Gegen diese Voraussetzung läßt sich, meines Erachtens, nichts Ge⸗ gründetes einwenden, wenn man bedenkt, was ich in einem meiner vorigen Briefe über die Nothwendigkeit, sich um die Verhältnisse der wesentlichen Theile zu bekümmern, gesagt habe. und Weun ystem auch stim⸗ Han⸗ alho er⸗ cher rin⸗ gen 105 einn sand, daß die Verhältnisse der Staubfäden und Antheren zu den Pistillen und unter sich in keiner von ihm angenommenen Klasse den Abänderungen un⸗ terworfen senn. Diese Verhältnisse schienen ihm also die meisten und wichtigsten Eintheilungsgründe der Klassen hergeben zu können. Gegen diese Idee ließe sich zwar sagen: es sey nicht abzusehen, warum gera⸗ de nur die Staubfäden und Antheren den entschiede⸗ nen Vorzug vor den übrigen Theilen haben sollen; warum nicht eben so gut die Blumenkrone, die Honig-⸗ Werkzeuge, die Pistille selbst oder die Frucht in ihren abweichenden Formen Charaktere der Klassen hergeben könnten: allein dieser Einwurf läßt sich inr Ganzen dadurch abfertigen, daß man sagt: Die Natur will diesen Vorzug. Die Erfahrung lehrt, daß in keinem Theile die Abweichungen der Zahl und der Form so wesentlich und so beständig sind, als gerade in den Staubfäden und Antheren. Insbesondere kann man nie von den Formen der Blumenkrone, oder von der Frucht, oder von den Pistillen erwarten, daß sie bey großen und zahlreichen Grupyen von Gattungen so be⸗ ständig und unabänderlich seyn, als dies von der Zahl⸗ der Lage und den Verhältnissen der Staubfäden und Antheren beobachtet wird. 10 Der allgemeinste Eintheilungsgrund des Linns'⸗ schen Systems besteht in der offenbaren oder verborge⸗ nen Beschaffenheit der Befruchtungs-Werkzeuge. Die drey und zwanzig ersten Klassen dieses Systems ent⸗ halten die Pflanzen mit offenbaren, die letzte oder vier und zwanzigste enthält die Gewächse mit verborgenen Befruchtungs-Werkzeugen. Diesen Unterschied be⸗ stätiat die Natur, denn die Pflanzen der letzten Klasse zeichnen sich vor allen andern durch ihr äußeres Anse⸗ hen und durch alle Merkmahle der Formen aus. Far⸗ renkräuter, Moose, Flechten, Wassergewächse und Schwämme können nie mit einer Pflanze aus. den vorher gehenden Klassen verwechselt werden. Der zweyte Eintheilungsgrund der Pflanzen mit offenbaren Befruchtungs⸗-Werkzeugen bezieht sich auf die Zahl, den Standort, die verschiedene Länge, die verwachsene Beschaffenheit der Staubfäden und An⸗ theren, und auf ihre Trennung von den Pistillen ent⸗ weder in derselben Pflanze oder auf verschiedenen In⸗ dividuen. Wenn nämlich Antheren und Pistille sich zusammen in derselben Blume finden, so untersucht man zuerst ihre Zahl; übersteigt diese nicht zwänzig, so gehört das Gewächs in die ersten elf Klassen. Sind mehr als zwanzig Antheren da, so sieht man auf den Lune/ ecbotge⸗ e. Die 15 ent⸗ er vier kgenen d be⸗ Rlasse Mse⸗ Far⸗ e und 5. den mit Vauf die An⸗ ent⸗ In⸗ sich ucht zig/ ind den 10² Standort der Staubfäden: sie stehn dann entweder auf dem Fruchtboden oder auf der innern Fläche des Kelches. Im letztern Falle gehört die Pflanze zur zwölften, im erstern zur dreyzehnten Klasse. Ferner sieht man auf die verschiedene Länge der Staubfäden. Sind unter vieren zwey länger als die zwey übrigen, so gehört das Gewächs zur vierzehn⸗ ten; sind unter sechsen vier länger als die zwey übri⸗ gen, so gehört es zur funfzehnten Klasse. Sind die Staubfäden alle unten in einen Cylin⸗ der verwachsen, so haben wir die sechzehnte; sind sie in zwey Bündel verwachsen, oder steht nur Ein Staub⸗ faden frey und sind die übrigen verwachsen„so ist es die siebzehnte; sind die Staubfäden in mehrere abge—⸗ sonderte Bündel verwachsen, so ist es die achtzehnte Klasse. Oft sind auch die Antheren verwachsen, und ma⸗ chen eine kleine Walze aus, die das Pistill umgiebt; dann gehört das Gewächs in die neunzehnte Klasse. Die zwanzigste enthält solche Pflanzen, deren Anthe⸗ ren mit dem Pistill oder dem Fruchtkuoten verwachsen sind. Die ein und zwanzigste Klasse begreift diejeni⸗ gen Pflanzen, deren Antheren getrennt von den Pi⸗ stillen, aber auf derselben Pflanze sind; die zwey und 103 zwanzigste die, wo Antheren und Pistille auf verschie⸗ denen Individuen gefunden werden; und die drey und zwanzigste Klasse die, wo man bald Antheren und Pi⸗ stille vereinigt, bald getrennt findet. Vielleicht macht folgende Tabelle Ihnen dies Sy⸗ stem noch deutlicher. I. Pflanzen mit offenbaren Befruchtungs⸗Werkzeu⸗ gen. A. Antheren und Pistille auf demselben Frucht⸗ boden. A. Antheren und Staubfäden frey. ö a. Die Staubfäden von gleicher Länge. x ů ö 1. Eine Anthere. Erste Klasse. Zwey Antheren. Zweyte Kla sse. „Drey Antheren. Dritte Klasse. „Vier Antheren. Vierte Klasse. „Füunf Antheren. Fünfte Klasse. „Sechs Antheren. Sechste Klasse. „Sieben Antheren. Siebente Klas⸗ se. 3. Acht Antheren. Achte Klasse. Neun Antheren. Neunte Klasse. 10. Zehn Antheren. Zehnte Klasse. S P Hetschi⸗ Mey und und qi⸗ 1s Ey⸗ rkzeu⸗ kucht⸗ se. 10⁹ 1I. Zwolf bis funfzehn Antheren. Elfte Hlasse. 12. Zwanzig und mehr Antheren, aber die Staubfäden auf der innern Fläche des Kelches. Zwölfte Klasse. 13. Zwanzig und mehr Antheren, aber die Staubfäden auf dem Fruchtboden. Dreyzehnte Klasse. b. Die Staubfäden von ungleicher Länge. 14. Zwey länger als die zwey übrigen. Vierzehnte Klasse. 15. Vier länger als die zwey übrigen. Funfzehnte Klasse. B. Staubfäden verwachsen, 16. in Ein Bündel. Sechzehnte Klasse. 17. in zwey Bündel, oder nur einer frey, und die andern verwachsen. Sieb⸗ zehnte Klasse⸗ ö 18. in mehrere Bündel. Achtzehnte Klasse. C. Antheren verwachsen, a. unter sich, 19. Neunzebnte Klasse, 110 b. mit dem Pistill, dem Fruchtknoten. 20. Zwanzigste Klasse. B. Antheren und Pistille getrennt, A. auf derselben Pflanze, 00 21. Ein und zwanzigste Klasse. K B. auf verschiedenen Pflanzen, e 22. Zwey und zwanzigste Klasse. (C bald getrennt, bald vereinigt, der 23. Drey und zwanzigste Klasse⸗ m ö U. Pflanzen mit verborgenen Befruchtungs⸗Werk⸗ Gh — zeugen. ein * ö ö de ( Die elf ersten Klassen dieses Systems bedürfen gar keiner Erläuterung; es kommt däbey nur aufs ö Zühten an. Die zwölfte Klasse werden Sie sehr dald N erkennen, wenn viele Staubfäden vorhanden und ö ö dergestalt auf der innern Fläche des Kelches angewach⸗ N sen sind daß man die Blätter der Blumenkrone abrei⸗ V gen kann, ohne daß die Staubfäden mit folgen. Dies werden Sie bey den Rosen, den Blüthen der Aepfel, 16 ö Birnen, Kirschen, Pflaumen, Pfirsichen, Erdbeeren ⸗ Himbeeren finden, die daher alle zur zwolften Klasse gehören. j dussen Aufs bald und wach⸗ breiz Dies cyfel/ eren/ lasse 111 Wo aber viele Staubfäden sind, und es is ent⸗ weder gar kein Kelch vorhanden, auf welchem sie an⸗ gewachsen seyn könnten, oder sie stehn auf dem Frucht⸗ boden, da hat man eine Pflanze aus der dreyjehuten Klasse. Der Rittersporn, die Päbnie, der Mohn und die Linde gehören zu dieser Klasse. Die vierzehnte Klasse wird Ihnen die Zeichnung der Lavendel(Fig. 5) erlüutern, wo Sie zwey länge und zwey kurze Staubfäden finden. Von der funf⸗ zehnten Klasse sehn Sie an der Nachtviole(Fig. 6) ein Beyspiel. Auch werden Sie am Lak, der Levkoje, dem Kohl und der Rübsaat gemeine Beyspiele dieser Klasse finden. Zur Erläuterung der sechzehnten Klas⸗ se brauchen Sie nur eine Rosen-Malve, oder einen“ Storch- oder Kranichschnabel zu betrachten, wo Sie die Verwachsung aller Staubfäden in einen Cylinder deutlich sehen werden. Die siebzehnte Klasse erläntert Ihnen die Zeichnung Fig. 1) von der schmalblättri— gen Wicke, wo Sie(E) die Staubfäden, bis auf ei— nen frey stehenden, alle verwachsen finden. Von der achtzehnten Klasse haben Sie an den Citronen- und Pomeranzen-Blüthen, wie an dem Johanniskraut, Beyspiele. Die neunzehnte Klasse finden Sie(Fig. bey der Strohblume; üͤberdies auch bey jeder Distel, 112. bey der Kornblume, der Sonnenrose und den Aster⸗ Arten. Von der zwanzigsten Klasse liefert Ihnen die Zeichnung(Fig. 3) von der Stendelwurz eine Erläu⸗ terung. Hier sehn Sie hinter der Narbe h die Zwil⸗ lings? Anthere k in einem Fortsatz der Blumenkrone und mit der Narbe durch ein hornförmiges Gebilde verbunden. Die ein und zwanzigste Klasse finden Sie bey dem Riedgrase,(Fig. 8,) wo die untern Aehren bloße Fruchtknoten und Pistille, die obern aber Antheren und Staubfäden tragen. Auch Eichen, Buchen, Bir⸗ ken, Tanuen Fichten, Kürbisse und Melonen liefern Ihnen Beyspiele.... Die zwey und zwanzigste Klas⸗ se wird Ihnen am deutlichsten durch die Betrachtung der Weiden werden, bey denen auf einem Baume im⸗ mer nur Autheren, auf dem andern aber bloße Frucht⸗ ändten in den Kätzchen gefunden werden. Auch der Hanf, Hopfen, Spinat und die Pappel liefern Ihnen Behspiele. Von der drey und zwanzigsten Klasse kön⸗ nen Sie Sich einen Begriff machen wenn Sie die Ahornblüthen betrachten. Sie werden bald Antheren und Pistille veteinigt y bald getrennt finden. Aser⸗ huen die e Erlän⸗ ie Jbil⸗ enkrone Gebilde ey dem lloße utheren „ Bir⸗ hefen te Klaß achtung me im⸗ srücht ich det Ihnen se kön⸗ ie die theten 113 X. An eben dieselbe. Wenn Sie mit mir überzeugt sind, daß der Werth eines künstlichen Systems vorzüglich durch seine Annä⸗ herung an die Idee eines natürlichen Systems be— stimmt werden kann; so werden wir auch Linns's Sy⸗ stem aus diesem Gesichtspunkte prüfen müssen. Die Annäherung eines künstlichen Systems an das natür⸗ liche läßt sich aber daraus beurtheilen, wenn man sieht, daß die Familien und Klassen des erstern sich uicht bloß durch die Harmonie weniger wesentlicher, sondern auch durch die Uebereinstimung aller und je— der Merkmahle des äußern Ansehens und der Formen der übrigen Theile auszeichnen. In diesem Sinne kann man allerdings von meh⸗ rern Klassen und Familien des Linné'schen Systems sagen: sie nähern sich den natürlichen Klassen und Fa⸗ milien. Die vierzehnte, funfzehnte, sechzehnte, sieb— zehnte, neunzehnte; dann einige Familien in der drit— ten, vierten, fünften, sechsten, zehnten, zwölften, dreyzehnten, zwanzigsten und ein und zwanzigsten, scheinen von der Natur selbst dietirt zu seyn. Zweyte Sammlung. 8 114 Dagegen kommen freylich auch mehrere Beyspiele dor/ wo, bloß der Zahl oder anderer willkührlicher Ein⸗ theilungsgründe wesentlicher Theile wegen, natürlich verwandte Gattungen und Familien getrennt und völlig fremdartige wieder zusammen gestellt sind. Die Sal— bey, der Rosmarin/ die Monarde gehören ihres ganzen Baues und der zweylippigen Blumenkrone wegen mit der Lavendel, der Münze, der Saturey, der Stachys und Taubnessel in Eine Klasse: aber Linné trennte die erstern drey von den letztern bloß weil sie nicht vier, sondern zwey Antheren haben. Der Reiß die Ried⸗ gräser/ das Roß⸗ und Bartgras(Holcus und Andro- pogon) gehören offenbar in die natürliche Familie der Gräser: aber Linné zerstuckelte diese ganze Familie, indem er den größten Theil in die dritte, den Reiß in die sechste, die Riedgräser in die ein und zwanzigste, und das Roß⸗ und Bartgras/ die Chloris, Apluda, Anthistiria und den Aegilops in die drey und zwan⸗ zigste Klasse hrachte. Dies geschah zwar nicht will— küͤhrlich sondern theils der verschiedenen Zahl, theils der getrennten Antheren und Pistille wegen; aber die Natur scheint eine solche Zerstückelung nicht gut zu heißen, weil alle diese Gewachse in ihrem Bau und äußern Ausehen überein stimmen. So ist die Valan⸗ iel her Ei atürlich völiz ÄGal⸗ ganzen en mit tachys ute die t vier, eRied⸗ Andro- ille der ratnilie Neiß in nigste hluda, zwan⸗ will⸗ theils er die jut zu nd Valah⸗ 115 tia in die drey und zwanzigste Klasse verwiesen, da sie doch mit dem Labkraut und der Färberröthe der vier⸗ ten Klasse sehr nahe und natürlich verwandt ist. Eben so leicht wird man Beyspiele finden, wo ganz fremdartige Gewächse, der einmahl als Einthei-⸗ lungsgründe angenommenen Verhältuisse wegen, ver— einigt sind. In der zweyten Klasse stehn Jasmin und Pfeffer, in der dritten der Baldrian, die Iris⸗Arten und die meisten Gräser zusammen; in der fünften fin⸗ det man die Ulme nicht weit vom Gänsefuß und von dem Enzian; in der sechsten die Binsen nicht weit von den Berberitzen und von der Canarina, die mit den Glockenblumen äußerst nahe verwandt und nur durch die Zahl der Theile unterschieden ist; in der neunten stehn der Lorbeerbaum und die Rhabarber; in der elften die Euphorbien, die Reseda und das Haus⸗ lauch; in der ein und zwanzigsten stehn Nessel, Maul⸗ beerbaum, Riedaras, Eiche, Amaranut und Kurbis zusammen; und in den letzten Klassen ist vollends fast gar keine natürliche Oeduung. Dazu komimt, daß die Zahl der Antheren, auf welche Linné doch so sehr viel baut, in der That oft nicht sehr wesentlich zu seyn scheint. Der Wolfsmilch oder den Eurhorbien giebt Linns zwölf bis funfzehn 8* 116 Antheren; allein bey vielen kann man nur sechs, acht oder zehn finden. Bey Einer und derselben natürli⸗ chen Gattung ist die Zahl der Antheren verschieden. Die Gattung Eisenhart Verbena) rechnet Linné zur zweyten Klasse; allein unter vier und zwanzig bekann⸗ ten Arten sind nur acht mit zwey, sechzehn mit vier Antheren versehn. Der Flachs gehört eigentlich in die fünfte Klasse; aber der Purgierflachs und der kleinste Flachs Linum Radiola) haben oft, der letzte⸗ re fast beständig, vier Antheren. Der Knöterich wird zur achten Klasse gezählt; aber vier Arten haben nur fünf, neun Arten aber sechs Antheren. Und der gemei⸗ ne Vogelknöterich, bey dem man gewöhnlich acht An⸗ theren findet, hat deren oft nur sieben. Man bemerkt sogar, daß die Zahl der Antheren bey derselben Pflanze in verschiedenen Blumen ver⸗ schieden ist. Unsere gemeine Kreuzraute hat in der er⸗ sten Blume der Blüthenrispe zehn, in den meisten folgenden aber acht Antheren. Die Adoxa unserer Brüche hat in der ersten sich entwickelnden Blume des vierseitigen Blüthenknopfes acht, in den folgenden zehn Antheren. Aus diesen Bemerkungen sehn Sie, daß das Lin— né'sche System allerdiugs mangelhaft ist, und es auch chaacht ultüglt schitdel innẽ iur bekann/ mit biet tlich in und der letzte⸗ witd hen nut gemei⸗ acht N⸗ Intheren sen ver⸗ der el— meisten unseret ne des zenden ᷣLil, 5 auth 117 nothwendig seyn muß, da es kein natürliches, sondern ein künstliches System ist. Aber, wollen wir es deß⸗ wegen verwerfen, ehe wir ein besseres haben? Wollen wir den anmaßenden und völlig vergeblichen Versuch wagen, ein naturliches System aufzustellen, derglei⸗ chen es nicht giebt? In der That sehe ich keinen Grund, der uns berechtigen könnte, dies System zu verlassen, welches, als künstliches, die Forderungen der Vernunft, Einheit in die Mannigfaltigkeit zu bringen, so sehr befriedigt, ohne die große Menge von Blößen zu ge— ben, welche wir in andern Systemen bemerken. Man sagt: es lassen sich wesentlichere Verhält— nisse der Befruchtungstheile und wesentlichere Theile uberhaupt als die Antheren zu Eintheilungsgründen machen, und man hat schon mehrere Versuche gemacht, so wohl von dem Stande der Staubfäden, als auch von der Form der Saamen, besonders aber von der Art, wie die Saamen aufgehn, Angaben der Ein— theilung zu entlehnen. Es frägt sich, ob wir nicht bes⸗ ser thun, diesen Systemen zu huldigen. Der Stand der Staubfäden ist bey den meisten Pflanzen allerdings sehr wesentlich. Dies lehrt schon das Beyspiel der zwölften und dreyzehnten Klasse des Linné'schen Systems; allein er giebt keinesweges di 178 Idee zu einem Systeme, welches sich dem natürlichen mehr näherte, als das Linné'sche. Dies lehrt die Uebersicht der Gattungen in eben diesen Klassen. Wie unzählige Pflanzen giebt es ferner, bey denen die Staubfäden auf dem Hönig-Werkzeug stehn; und was haben diese mit einander gemein? Mirabilis z. B., Celosia, u. s. f. Auch würde ein solches Sy⸗ stem zu viele Unterabtheilungen fordern, wodurch es sich gewiß wieder dem Linné'schen nähern müßte. Wenn z. B. eine Klasse angenommen würde, wo die Staubfäden auf dem Fruchtboden stehn, so müßte wie⸗ der unterschieden werden, wie viel Staubfäden diesen Stand haben, weil alle diese Gewächse, deren Staub⸗ fäden auf dem Fruchtboden stehn, zu mannigfaltig sind, um geradezu neben einander gestellt zu werden. Man hat ferner vorgeschlagen, die Frucht selbst zum Grunde der Eintheilung zu nehmen: allein auch ein solches System würde sich noch weit mehr von dem ideglischen natürlichen entfernen, als das Linné' sche; denn wie verschiedenartig sind nicht die Ge— wächse, die gleichwohl dieselbe Form der Früchte ha— ben!... Ich will zum Beyspiele nur der Stein⸗ frucht erwähnen. Diese sinden wir unter andern beym Oehlbaum/ bey der Kornelkirsche, beym Seidelbast/ kirlche lhit di Klasen. ehen die u; und Lirabilis hes E urch es müste. wo die pte wit⸗ diesih Staub⸗ ttig sud/ . t selbã auch r bon Hiuné'⸗ ie Ge⸗ te ha⸗ Stein⸗ behm elbaf 119 bey der Pfirsiche, Pflaume und Kirsche, bey der Lanta⸗ na, der Spitzklette(Lanthium) und dem Sicyos. Wenn ich nun auch zugebe, daß die erstern Gewächse natür⸗ lich verwandt sind, so sind es gewiß nicht die letztern. Und nun nehme man vollends alle Gewächse mit nack⸗ ten Saamen, so wird man bald finden, daß diese ganz und gar keine Familien bilden können. Auch kann man als Beweis der geringern Wichtigkeit der Früch⸗ te die Beyspiele von solchen wirklich natürlichen Gat—⸗ tungen anführen, deren Arten sehr verschiedene Früch— te haben. Die Gattung Erdrauch ist natürlich; gleich⸗ wohl haben unser gemeiner, der gabelige und ähren⸗ förmige Erdrauch runde einsäamige Kapseln, mehrere andere haben schmale Schoten. Noch weniger kann die Art, wie die Saamen aufgehn, und die Zahl der Saamenlappen als Ein⸗ theilungsgrund bey einem Systeme angewendet wer⸗ den. Zwar ist diese Art zu keimen nichts Zufälliges, sondern etwas sehr Wesenkliches: allein, ich habe zum Theil schon an einem andern Orte(Th. 1. S. 394. 395.) die Eintheilung der Pflanzen nach der Zahl ihrer Kotyledonen verdächtig zu machen gesucht, zum Theil finde ich auch noch mehrere Gründe gegen ein solches System, die ich hier kürzlich angeben will: 120 Zuvörderst entfernt sich ein solches System weiter vom idealischen natürlichen als das Linné'sche. Jus— sien, der Stifter dieses Systems, ꝛechnet zu denen Gewächsen, die mit SEinem Saamenlappen aufgehn, die Palmen, die Gräser, die Binsen, die Spargel, die Lilien, Hyaeinthen, Nareissen, die Pisangs, das Blu⸗ menrohr, die Orchiden, von denen doch nur wenige etwas Gemeinschaftliches haben. Ferner erschwert es die Bestimmung eines Ge— wächses gar sehr, wenn man erst immer das Keimen beobachten will, ehe man wissen kann, in welche Klasse es gehört. Dagegen hat man beym Linné'- schen Systeme bloß nöthig, das völlig ausgebildete Gewächs in seiner Blüthe zu beobachten. Daher kommt es auch, daß unzählige Pflanzen ubrig blei⸗ ben müssen, die nach einem solchen Systeme sich nicht ordnen lassen. Es scheint mir also ganz vergeblich zu seyn, wenn man andere Eintheilungsgründe aufsucht, als die im Linné'schen System enthalten sind: zumahl, da das— selbe allgemein angenommen ist, die Benennungen der Pflanzen vortrefflich ersonnen sind, und man sich im Ganzen leicht hinein finden kann. teiter Jus- deheh Ufgehn, el, die Blu⸗ wenige Ge⸗ eimen welche Lunér bildete Daher 9 lleis nicht wenn ie ilu das⸗ ngen sich Ihrer Kenntnisse und zu J An eben dieselbe Sie fordern mich auf, gnädige Frau, die Klassen des Linné'schen Systems mit Ihnen durchzugehen, Sie mit den Eigenthümlichkeiten der Gewächse in jeder Klasse bekannt, Sie auf die Schwierigkeiten dey der Untersuchung derselben aufmerksam zu ma— chen, und Ihnen Mittel an die Hand zu geben, wie Sie diese Schwierigkeiten heben können. Sehr gern folge ich dieser Einladung, und wünsche mir Glück, durch dieses angenehme Geschäfft zur Erweiterung Ihrer Unterhaltung etwas beytragen zu können. Ich freue mich darauf, daß ich bey Ihrem nöchsten Besuche im künftigen Früh— linge mit Ihnen manches schöne Gewächs untersu— chen und bestimmen werde. 5 Was die erste Klasse betrifft, so enthält die⸗ se nur wenig Pflanzen, und diese wenigen sind noch dazu nicht natürlich verwandt. Bloß die Bana⸗ nen⸗Gewachse, von denen Sie das Blumen- vohr, den Ingwer und das schöne Zerumbet 122 in Ihrem Garten haben, machen eine wahrhast na⸗ türliche Familie aus. Der Charakter dieser Fami⸗ lie besteht in einer meist kuolligen Wurzel, in einem krautartigen Stengel, der von großen gereiften Blät⸗ tern scheidenartig umgeben wird, in unregelmäßigen, mehrentheils sechstheiligen Blumenkronen, die aus ei⸗ ner Scheide hervor kommen und in einer Aehre oder Traube stehn. Die einzige Anthere sitzt auf der Spitze oder an der Seite eines Einschnitts der Blu⸗ menkrone. Die Fruchtkaysel sitzt allezeit unter der Blume, und ist mehrentheils dreyfächerig. Unser indisches Blumenrohr ist zwischen den Wendekreisen zu Hause. Es zeichnet sich vor andern Gattungen dieser Bananen⸗Familie durch eine doppelte Blumenkrone aus; die äußere ist drey⸗ blättrig, die innere aber sechst heilig. An dem einen obern Einschnitte sibt auf einer Seite die schmale An⸗ there, auf der andern die Narbe: ein anderer Ein⸗ schnitt ist herunter gebogen, und dadurch erhält die Blume das Ansehen einer zweylippigen. Außer der Zierde, welche die schönen scharlachrothen Blumen unsern Gärten geben, hat dies Gewächs keinen Nut⸗ zen. Die Malayen machen aus den harten, kuge⸗ lichten Saamen Paternoster⸗ Kugeln. V Hh R j N RH ast na⸗ ami⸗ Heinen MWit higer, aus ei te bdn F der vischen ch Mr durch ö deh⸗ eilen ÄAn⸗ Eiu⸗ t die der men Nut⸗ uge⸗ 123 Außer den Vananen⸗Gewächsen gehört auch die liebliche Lopezia(Th. 1. Fig 30) zur ersten Klasse. Ich setze den Gattungs-Charakter in den vierblätt⸗ rigen gefärbten Kelch, die füufblüttrige, ungieiche Blumenkrone, in das drüsichte Neetarium, welches auf den zwey vordern Kronenblättern sitzt, und in die vierfächerige Kaypsel, die viele Saamen enthält. Die einzige Art, die wir davon kennen, ist aus Mexiko, will aber warm stehen, und blüht bey uns gewöhnlich erst im November. Der ganze Stengel ist rauhhaarig. Die Blätter sind eyförmig, lang zu— gespitzt, etwas gezähnt, gestielt, häarig. Die Blu— men stehn in einer flattrigen Rispe, und zeichnen sich durch ihre schöne vothe Gestalt aus. Die merkwür⸗ dige Befruchtung habe ich schon im ersten Theile be— ichrieben. Auch giebt es einige in Deutschland wild wach⸗ sende Pflanzen, die zu dieser Klasse gehören. Es sind durchgehends Wassergewächse, die Sie in Ih— ren Fischteichen und in den Wassergräben Ihrer Wie— sen sinden werden. Diese sind: 1. der gemeine Tannenwedel, dem Schaft— heu ähnlich. An dem zwey bis vier Schuh hohen Stengel stehn die Blätter zu achten in Wirbeln/ und 124 in den Blattachseln zeigen sich ohne Kelch und Blu⸗ menkrone die einzelen Antheren und hinter ihnen die einzelen pfriemenförmigen Pistille. 2. Die krautartige Salieornie. Ein sehr ästiges Gewächs, welches ganz gegliedert ist und seine Befruchtungs-Werkzeuge aus stumpfen Schup⸗ pen, welche die Stelle des Kelches vertreten, hervor treibt. Bisweilen, obgleich nur selten, sieht man, statt einer, zwey Antheren, neben dem Pistill, wel⸗ ches gespalten ist. Alle Arten dieser Gattung ent⸗ halten sehr viel festes Laugensalz, besonders Sode, (Th. 1. S. 159.) An den Küsten des mittelländi— schen Meeres braucht man die Asche der Salieor— nien zum Glasmachen, auch laugt man aus der Asche die Soda zur Seife aus. 3. Der Wasserstern, ein zartes Pflänzchen, wovon die eine Art ovale, die andere linienförmige, an der Spitze eingeschnittene, und die dritte theils ovale, theils linienförmige Blätter hat. Sie schwim⸗ men auf dem Wasser der Gräben und tragen ihre Blüthchen in den oberssen Blattachseln. Zwey ge⸗ krümmte weiße Kronenblätter enthalten eine Anthe⸗ re und zwey haarförmige zurück gebogene Pistille, aber so getreunt, daß die obern Blüthen immer nur ua Als 10 W ⁰ It I E such N Bla⸗ hen dis Ein ist und Schub⸗ hervor nian, wel⸗ 9eht⸗ Eode/ ellöddi⸗ alitet⸗ Ach nchen, mige/ theils wim⸗ ihre ge⸗ uthe⸗ stille/ nur 125 Antheren, die untern aber Pistille tragen. Die Gat⸗ tung gehört also eigentlich in die ein und zwanzig⸗ ste Klasse. In Ihrem Gewächshause haben Sie den ro— then Baldrian, bey dem Sie nur Eine Anthere finden werden, und der also zu dieser Klasse gehört, ungeachtet die ganze Gattung Baldrian zur dritten Klasse gezählt wird; denn unter ein und dreyßig Ar⸗ ten haben drey und zwanzig drey Antheren, drey Ar— ten haben vier, eine Art hat zwey, und vier Arten haben nur Eine Anthere. Aber der rothe Baldrian unterscheidet sich auch von den übrigen Arten da— durch, daß die Blumenkrone einen spornförmigen Safthalter hat,„eichen die Bienen sehr fleißig be⸗ suchen. Aus der zweyten Klasse haben Sie in ih— rem Garten eine Menge Pflanzen. Zuvorderst das gemeine Ligustrum, dessen Blüthen unange nehm sußlich riechen und um den Fruchtknoten her auch etwas Honig absondern. Der Gattungs-Cha rakter ist in der viertheiligen trichtersörmigen Blu-⸗ menkrone und der Beere mit vier Saamen gegrün— 126 det. Die Blätter sind lanzetförmig, und der Blüͤ⸗ thenstand ist eine gedrängte Rispe oder ein Strauß. Das harte Holz des Strauches wird zu Drechsler⸗ arbeiten, und der Saft der Beeren zum Roth-, Blau⸗ und Schwarzfärben gebraucht. Von dieser Gattung ist die Syringe oder der spanische Flieder bloß durch die Frucht wesentlich ver⸗ schieden. Die Syringe trägt nämlich keine Beere, sondern eine zweyfächerige Kapsel, deren Klappen der Scheidewand entgegen stehn. Das Honig-Werk—⸗ zeug umgiebt auch hier den Fruchtknoten. Sie ha⸗ ben zwey Arten davon: die gemeine, mit herzför⸗ migen, und die kleine persische, mit lanzetförmi⸗ gen Blättern, welche letztere bey einer Abart dersel⸗ ben auch zerschnitten sind. Beide Arten blühn in gedrängten Rispen oder in Stränßern. Die Gattung Jasmin, wavon Sie mehrere Atten besitzen, gehört auch hieher. Der Charakter besteht in einer röhrichten Blumenkrene, deren Rand sich oben in fünf, auch mehrere Elnschnitte theilt, und in einer Beere, die einen, auch zwey mit einer lockern Haut umgebene Saamenforner enthält. Zu dieser Gattung gehören: 1. der lieblich duftende Sambae, eigentlich eine Schlingpfanze, mit ein⸗ • Bh Ettanj. rechslay Blu⸗ oder der lich verr Beene Llappen Werki Sie ha⸗ herjfot⸗ törmin dersel⸗ ühn in nehrete alakter Rand theilt⸗ einer f. Zu stende it ein 127 fachen, gegen über stehenden, ovalen, zum Theil auch eyförmigen Blättern, weichhaarigen Aesten und sehr spitzigen Kelch-Einschnitten. Dies Gewächs kommt aus Indien. 2. Der wohlriechende gelbe Jas-— min von der Insel Madeira, mit theils dreyzähligen, theils gefiederten, etwas stumpfen Blättern, und sehr kurzen Kelch-Einschnitten. 3. Der gemeine weiße Jasmin, mit gefiederten, lang zugespitzten Blättern; auch eine Schlingpflanze, und kann deßwegen, da er selbst im südlichen Helvetien wächst, bey uns zur Bekleidung der Wände benutzt werden, wenn er nur im Winter mit Matten behängt wird und seine Wur⸗ zeln durch Laub oder Mist vor dem Erfrieren ge— schützt werden. 4. Der großblumige Jasmin, dem vorigen ähnlich, aber keine Schlingpflanze; auch sind die Blättchen etwas stumpfer und die drey äu⸗ hersten Blältchen des gefiederten Blattes hängen zu⸗ sammen. Der Ehrenpreis, wovon ich Ihnen neulich die schöne weiß blühende virginische Art geschickt habe, macht mit seinen sechzig Arten eine fast na⸗ türliche Gattung aus, deren Charakter in der ein— blättrigen, radförmigen, viertheiligen Blumenkrone, mit Einem schmalern Einschnitt als die ubrigen, 128 und in der umgekehrt herzförmigen, zweysächerigen Saamenkapsel besteht. Bey dem virginischen Ehren⸗ preis stehn die Blätter zu dreyen, auch vieren, in Quir⸗ len oder Wirbeln um den Stengel und die Blüthen in einer ährensörmigen Traube. Die Blätter sind lanzetförmig, lang zugespitzt und fast doppelt gesägt. Der gemeine Ehrenpreis, der auf hohen waldigen Plätzen so häufig ist, unterscheidet sich durch rundli⸗ che haarige Blätter einen gestreckten rauhhaarigen oder borstigen Stengel, und durch ährenförmige Blü⸗ thentrauben, die zur Seite aus dem Hauvtaste her⸗ vor kommen. Die schöne Monarde, gewöhnlich Hahnen— kamm genannt, gehört, nach dem Ideal eines na⸗ turlichen Systems/ in die vierzehute Klasse. Nicht bloß der viereckige Stengel, die in Wirbeln stehen⸗ den zweylippigen Blumen, sondern bey dieser Art auch zwey Paäre von Staubfäden, deren eines je⸗ doch keine Antheren trägt, und die vier nackten Saa⸗ men könuten Uns dazu berechtigen, sie geradezu in die vierzehnte Klasse zu verweisen, wenn ihre übrige sechs Schwestern nicht alle bestimmt zwey Staubfä⸗ den hätten. Der Gattungs⸗Charakter besteht übri⸗ gens in der schmalen linienfömigen Oberlipre, wel⸗ 129 wächerigeg che die Staubfäden einschließt, und in den vier nack— en ER, ten Saamen im Boden des Kelches. Unsere Att, in Qul die man die vierfädige nennt, weil sie vier Staub⸗ Vlthet fäden enthält, zeichnet sich durch glatte, eyförmige, ‚ iter ssh gezähnte Blätter aus. Die schöne rothe Blume son⸗ t gesig dert an der Grundflache sehr viel Honig ab. Das naldizen Vaterland des Gewächses ist Pensylvanien. undi7 Daß die Salbey ebenfalls, als natürliche Gat— haatigen tung, in die vierzehnte Klasse gehört, habe ich schon 1 Bu, in meinem vorigen Briefe erinnert. Weil sie aber ust he nur zwey Antheren hat, so rechnet sie Linné hieher. Ihr Gattungs-Charakter liegt in dem Quer-Fort— satz der Staubfäden; das Honig-Werkzeug ist auch ahtel— eule 0 hier der Boden der Blumenröhre; und im Kelche . Mit finden sich, wie bey der Monarde, vier nackte Saa— men. Die gemeine Salbey unterscheidet sich durch ihre Blätter, die zum Theil oval, zum Theil lan— zetförmig, am Rande fein gekerbt, etwas runzlig und grau⸗ grün von Farbe sind. Die Einschnitte des In steheg⸗ ieser Vt eines je⸗ en Gan Dezu in Kelches sind stachlig. übtige ö Man könnte noch die Weiden und Eschen zu laubst⸗ dieser Klasse zahlen, zumahl da eine Art von Eschen, lut die blühende, Antheren und Pistille in Einer und 2 Ul derselben Blumenkrone trägt; aber die übrigen Arten Zweyte Sammlung. 9 130 gehören zur drey und zwanzigsten, und die Weiden zur zwey und zwanzigsten Klasse. Auch unter den Arten der Kresse, die eigentlich zur funfzehnten Klasse gehören, findet man etliche, die nur zwey Antheren haben, und also hieher gehören würden, wenn nicht eine weit größere Menge von Arten den Charakter der funfzehnten Klasse deutlich genug zeigte. Die dritte Klasse enthält sehr ungleichartige Pflanzen: zuvörderst die natürliche Iris- Familie, und dann die Gräser, nebst einer Menge anderer/ die gar nicht natürlich verwandt sind. Der Charakter der Iris-Familie besteht in den schwertförmigen Blättern, die den Stengel scheiden⸗ artig umfassen, in einer Blumenscheide, aus welcher drey⸗, auch bisweilen sechstheilige Blumenkronen hervor gehn, die unter sich eine dreyklappige Kapsel sitzen haben. Der Charakter der Iris⸗-Gattung besteht in drey Pistillen, die den Kronenblättern ähnlich sind und auf der Unterfläche faltenförmige Närben sitzen ha— ben. Das Honig-Werkzeug ist unten in der Blu⸗ Rmh h eihe odete seh, N dl Hlch a WI sinisch Lusge Iiefer Hläm 2 se E simtten H upe Imite A: MWin Deiden uter den istehntn ur zwey würden, uArten geuug chattige Familie, eter/ die in del ceiden⸗ welchet nkronen Kapsel n drey d und en ha⸗ üV⸗ 131 menröhre; das Saftmaal besteht bey vielen Arten in einem farbigen Barte der äußern Kronenblätter, oder wenigstens in einem anders gefärbten Strei⸗ fen, der den Weg zu der innern Blumenröhre zeigt. Die den Kronenblättern ähnlichen Pistille dienen zu⸗ gleich als Saftdecken. Unter den vielen Arten bie⸗ ser Gattung werden Ihnen die milchweiße floren— tinische und die prächtige schwarz geaderte von Susa als bärtige; die kleine persische aber mit linienförmigen Blättern und die süß riechende gras⸗ blättrige als unbärtige bekannt seyn. Auch gehört der Crocus zu der Iris-Fami⸗ lie. Sein Gattungs-Charakter besteht in den zu⸗ sammen gelegten Närben, die am Rande mit langen Haaren besetzt und wie ausgefressen sind, in der sehr langen Blumenröhre, und einer Blumenscheide, die unmittelbar aus der Wurzel kommt. Wir haben drey Arten: 1. den Frühlings-Croeus, dessen drey Narben kürzer ols die Blumenkrone, keilförmig und etwas eingeschnitten, die Blätter etwas breiter als bey der folgenden Art und straff sind. Ein Merk-⸗ mahl des sinnlichen Eindrucks ist hier der Mangel an Geruch in den Narben, da bey der folgenden Art die Narben einen sehr widerlichen, betäubenden Ge— 9* 13² ruch haben. 2. Der Herbst-Croeus, dessen drey Narben länger als die Blumenkrone, mit linienför⸗ migen, schwach gekerbten Einschnitten versehn sind. Die Blätter stehn nicht straff, sondern sind etwas zu— ruck gerollt. 3. Der blattlose Crocus, dessen drey Narben kürzer als die Kronenblätter, vielfach eingeschnitten und fast pinselförmig sind. Die Blu— men kommen im Herbste ganz ohne alle Blätter, und haben eine beständige violette Farbe. Die Narben des Herbst-Crocus liefern den bekannten Safran. Von den Gräsern werde ich Sie zu einer andern Zeit unterhalten. W. sth Iuan ieil Hansch fhte d 50 Mien; Wöhgle dem F. V RMuchch, HH C Iu Itheis It e desen Hrez t Hilienftj rsehn sih, etyas zu , desen vielsach Die Blu Blatter/ e. Die bekannten ler anden XII. An eben dieselbe. Was die natürliche Familie der Gräser betrifft, so scheinen die Untersuchung und Bestimmung dersel⸗ ben anfangs freylich sehr mühsam, beschwerlich und langweilig: allein, wenn man einmahl eine deutliche Uebersicht über die ganze Familie und über die Cha⸗ raktere der einzelen Gattungen erlangt hat; so ist es in der That nicht sehr schwierig, die vorkommenden Arten zu bestimmen, und das Interesse für diese ge⸗ wöhnlich vernachlässigte Familie erhöht sich bey je— dem Fortschritte in der Kenntniß derselben. Da die Gräser eine natürliche Fämilie aus— machen, so müssen wir auch einen natürlichen Fami—⸗ lien-⸗Charakter dafür haben, den ich auf folgende Art ausdrucke: Die Gräser sind Gewächse mit meh— reutheils gegliedertem Halm, langen, schmalen, meist einfachen und ungestielten Blättern, die schei— denartig den Stengel umfassen. Die Blüͤthen stehn in Rispen, Aehren oder Trauben. Sie haben dop⸗ pelte Kelche oder Bälge, die gewöhnlich aus zwey, seltener aus Einer oder mehrern Spelzen bestehn. Innerhalb derselben sieht man bey den meisten eis 134 feine, aus zwey durchsichtigen zarten Blättchen beste⸗ hende, ungefärbte Blüthenkrone. Sie hahm fast alle drey Antheren und zwey Pistille: doch giebt es eini⸗ ge, wo man nur Eine, zwey, oder auch sechs Anthe⸗ ren, wenige, wo man nur Ein Pistill zählt. Bey einigen sind auch die Antheren von den Pistillen in verschiedenen Blüthen getrennt. Der Saame ift immer einfach und wird, statt aller Fruchthülle, von den Spelzen der Bälglein bedeckt. Da die meisten Gräser drey Antheren und zwey Pistille haben, so gehören sie offenbar in die dritte Klasse. Wir theilen die Gräser so ein, daß wir auf die Zahl der Blüthen in einem gemeinschaftlichen Kelche Rücksicht nehmen. 1. Die erste Abtheilung der Gräser hat nämlich nur Eine Blüthe in jedem Kelche, wie Sie dies bey dem Windhalm(Fig. 2) sehn. Die Gattungen, die zu dieser Ordnung gehören, werden nach der Form und Zahl der Spelzen, die das äußere Bälglein aus⸗ machen, bestimmt. So hat der Windhalm ein zweyspelziges äußeres Bälglein, dessen Spelzen spit⸗ zig/ und etwas größer sind, als die Spelzen des in— nern Kelches. Die Hirse hat ein dreyspelziges äu⸗ ßeres Bälglein, dessen dritte Spelze sehr klein und t Tell R. Ruunt Daget heita ö heht Stele st chet bese⸗ saf ll t es ein 6 Anthe It. Bo istillen u aame is chthülle, nd wey die dritte wit auf haftlichen namlic dies hey igen, di er Form ein aus⸗ Imm ein en spit⸗ des in. iges äu in ud 135 * gleichsam wie ein Anhang der beiden übrigen zu be⸗ trachten ist. Der Glanz hat ein zweyspelziges äuße⸗ res Bälglein, dessen Spelzen kielförmig sind und den innern Kelch vollkommen einschließen. 2. Die zweyte Abtheilung begreift die Gräser mit zweybluüͤthigen Bälglein. Diese werden zum Theil wieder nach ihrem Blüüthenstande unterschie— den. Der Rocken z. B. hat ein zweyblüthiges äu⸗ ßeres Bälglein, dessen eine Spelze gewöhnlich ge— grannt ist, und die Blüthen stehn alle in einer Aehre. Dagegen haben die Schmielen die Blüthen alle⸗ zeit auf einer Rispe zerstreut. 3. Die dritte Abtheilung wird durch drey oder mehr Blüthen in einem Bälglein erkannt, und die einzelen Gattungen werden ebenfalls nach dem Blü— thenstande unterschieden. Die Gerste z. B. hat ein sechsspelziges äußeres Bülglein, worin fast allemahl drey unterschiedene Blüthen mit ihren besondern Bäl— gen sitzen, und der Blüthenstand ist immer eine Aehre. Der Waizen hat dagegen ein zweyspelziges Bälg— lein, welches gewöhnlich drey, auch mehrere, ähren—⸗ förmig auf einander sitzende Blüthen enthält, und der ganze Blütheustand ist ebenfalls eine Aehre. Die Trespe hat ein vielblüthiges äußeres Bälg⸗ 136 lein; die innern Bälglein haben mehrentheils eine Granne, welche etwas unter der Spitze der äußern Spelze hervor kommt; die innere Spelze des innern Bälgleins ist gewöhnlich gewimpert; und der ganze Bluüthenstand ist eine Risvde. Der Schwingel kommt mit der Tresye sehr überein, nur hat er sel— tener Grannen, sondern zugespitzte Spelzen. Das Rispengras hat den ganzen Charakter der Trespe und des Schwingels; nur mit dem Unterschiede, daß ihm die Grannen der Trespe fehlen, und daß die Bälglein gewöhnlich eyförmig sind und nicht so sehr zugespitzte Spelzen haben, als der Schwingel. Doch gestehe ich gern, daß diese beiden Charaktere sehr in einander laufen und nur vermöge einer dunkeln Con-⸗ venienz unterschieden werden. Der Hafer hat ein dreyblüthiges äußeres Bälglein, und an der einen Spelze des innern eine gedrehte Granne sitzen. Noch giebt es einige Gräser, die zwar drey An⸗ theren, aber nur Ein Pistill haben. Diese pflegt man Binsen⸗Gräser zu neunnen. Sie haben ge— meiniglich keinen gegliederten Halm. Unsere ge— wohnliche Bin se ist eine Gattung aus dieser Fami— lie, und ihr Charakter besteht in den geschuppten Spreublättchen, die statt des Kelches dienen, und in Wf n 0 f0 100 Uhl AWhuht I Mün Aus WM Iuslt ht r MI Rus l. Ee diit, I i lils eite lufem innert r ganze wingel t er sel⸗ Das Trespe de/ daß daß die so sehr . Doch seht in Iu Can⸗ hat ein t einen . ch N⸗ uflegt ꝛen ge⸗ ge⸗ Fami⸗ uppten und in 13² den feinen Zotten, die den Saamen umgeben, und kürzer sind, als die Spreublättchen des Kelches. Da— gegen hat das Wollgras oder die Wiesenwatte lange Zotten, die über die Kelchschuppen hervor häugen. uunter den Gräsern, die nur zwey Antheren haben, bemerke ich hier das Riechgras, dessen angeneh— mer. Duft bekannt und der vorzüglichste Grund des Wohlgeruchs ist, den wir am Heu wahrnehmen. Das Riechgras hat ein zweyspelziges, einblüthiges äußeres Bälglein, und ein ähnliches inneres, welches zugespitzte, mit Grannen versehene Spelzen hat. Es blüht in Aehren. Mit sechs Autheren sind nur sehr wenige Grä—⸗ ser versehn. Unsere gewöhnliche Simsen gehören dahin. Sie tragen, wider die Gewohnheit der übri— gen Gräser, eine Kapsel und haben einen sechsblätt⸗ rigen äußern Kelch. Sie blühn in Rispen, oder auch in Knöpfen; selten stehn die Blüthen einzeln. Was die Gräser mit getrennten Antheren und Pistillen betrifft, so werden die Riedgraser zur ein und zwanzigsten Klasse gezählt, ungeachtet es un—⸗ ter ihnen auch etliche giebt, wo die Antheren- und Pistille-tragenden Bälglein unter einander gemischt ‚‚I‚IFIFI— DPꝑDꝑDSDS/SIS/S/SSqieq‚i‚e‚‚e‚e‚e‚e‚ee‚eeeeSSSSS—„ —.— 2———3 ————— 138 find. Gewöhnlich aber zeichnen sie sich durch einen dreykantigen Halm und durch eine löckere Hülle um den Saamen herum aus. Auch in die drey und zwanzigste Klasse rechnet man einige Gräser, bey de⸗ nen die Antheren und Pistille bald vereinigt, bald getrennt sind. Dahin gehören das Roß⸗ und Bart⸗ gras. Nach dieser allgemeinen Uebersicht wollen wir un⸗ sern Windhalm näher untersuchen. Den Charakter der Gattung habe ich schon vorhin angegeben. Er besteht in dem zweyspelzigen, einblüthigen Bälglein, dessen Spelzen lang zugespitzt, und etwas größer sind, als die innern Balgspelzen, und in dem rispenförmi—⸗ gen Blüthenstande. Man hat noch eine andere Gat— tung, das Miliengras, von dem eine Art in un— sern schattigen Waldungen wächst. Diese Gattung ist äußerst nahe mit dem Windhalm verwandt, und unterscheidet sich bloß durch die Form der Balgspel— zen; sie sind nämlich bey dem Miliengras vielmehr eyförmig als lang zugespitzt. Unsere Art unterschei— det sich von andern durch den aufwärts gebogenen Halm, durch die kleine gekrümmte Granne der einen innern Balgspelze, und durch die scharfe Oberfläche des äußern Bälgleins,(Fig. 2, 2. 3.) Sie finden dies ich eier Hille u drey und bey de⸗ t, halh Bart— rit un⸗ graktet . Er lglein, ser sud, eufbtmi⸗ e Gat⸗ in U⸗ Battung t, und Algiheb elmeht rschei— genen einen fläche Ndies 139 Gras auf allen feuchten Wiesen sehr häufig, und wer⸗ den es schon von weitem an dem röthlichen Schimmer der Blüthenrispen erkennen. Es ist zwar ein Futter für die Schaafe, aber sie fressen es doch am liebsten, wenn es noch jung ist. Ich will nun noch einige Getraide⸗Arten näher beschreiben, damit Sie auch diese untersuchen und bestimmen können. Der Rocken soll die erste Gattung seyn, deren Charakter in dem ährenförmigen Blüthenstande und in dem zweyblüthigen äußern Bälglein besteht, dessen eine Spelze sich in eine Granne endigt. Man pflegt gewöhnlich Winter- und Sommerrocken zu unterschei— den; allein beyde sind keinesweges unterschiedene Ar— ten, sondern nur Abarten. Beide haben scharfe Wim— pern an den Blüthenbälgen, und es ist sehr zu ver— * muthen, daß man wenigstens durch immer früheres Säen des Sommerrockens und— durch immer späteres Säen des Winterrockens beide einander völlig gleich machen kann. Zwar hat es noch nicht gelingen wollen, den Winterrocken zur Reife zu bringen, wenn man ihn auf einmahl spät im Frühjahr aussäete; aber de⸗ sto eher glückt es, den Sommerrocken durch den Win— ter zu bringen, wenn man ihn nur spät aussäet, da⸗ 140 mit er nicht zu lange geschoßt habe, wenn die Kälte an eintritt. ů gahdei Außer dem angegebenen Unterschiede weiß ich kei— Haun nen andern zwischen Sommer- und Winterrocken, alls uht daß jener nicht so langes Stroh, aber schönere, wei⸗ 510 bere Körner giebt, als der letztere. schhn ursprünglich ist der Rocken auf der Insel Kandia ude oder dem alten Kreta zu Hause, aber er wird in allen dith nördlichern gemäßigten Landern gebaut, und nur zwi⸗ schen den Wendekreisen scheint er nicht zu gedeihen. Rud Durch die Cultur nimmt er mehrere Verschiedenhei— uber ten an, die man als Abarten ansieht, die aber keines- Iul weges sich immer gleich bleiben. So findet man öͤf— nmse ters statt zwey Blüͤthen/ drey in einem Kelche. So Bltl giebt es Rockenähren, die mehrere Aeste treiben. Auch hat man eine Abart, wo aus einem Saamen— korn mehrere große und starke Halme hervor schießen. Ram Man nennt diese Abart Staudenkorn, und baut sie 90 in Pommern, Preußen und Norwegen ziemlich häufig. WI Aber sie hat die üble Eigenschaft, daß die Körner sehr leicht aus den Bälglein heraus fallen. Eigentliche Arten, die sich von unserm gemeinen sun Rocken wirklich unterscheiden, sind der zottige Ro-⸗ 0 cken mit zottigen Wimpern an den Spelzen, der die Hle iß ich kei cken, alz ke, wei⸗ Kandia in allen lur ztri⸗ edeihen. iedenhei⸗ keines⸗ man ij be. Es treiben. aannen/ schießen. baut si häufg r seht neinen e Ro⸗ ½ de 141 allezeit höher wird und längere Grannen hat, als der gemeine; ferner der morgenländische mit rauh⸗ haarigen Bälgen und pfriemenförmigen Balgspelzen, auch kürzerer und breiterer Hauptähre als unser gemei— zer Rocken, den man an den Ufern des mittelländi⸗ schen Meeres wild findet; und endlich der knollige Rocken von Kandia, mit knolliger Wurzel und aus⸗ wärts gewimperten Spelzen. Was den Waizen betrifft, so gehört er mit dem Rocken in Eine Ordnung, da er in Aehren blüht; aber er unterscheidet sich vom Rocken durch die größere Zahl von Blüthen in Einem äußern Bälglein. Bey unserm Winter⸗ und Sommerwaizen sind meist vier Blüthen in einem Kelche, die schuppenförmig über einänder liegen. Die Spelzen der äußern Bälglein sind bey vielen Arten abgestutzt, oder wenigstens etwas stumpf an der Spitze. Man unterscheidet gewöhulich den Sommer— und Winterwaizen als besondere Arten, indem man auf die Grannen des Sommerwaizens und auf die unbewaffneten Spelzen des Winterwaizens Rücksicht nimmt; allein dieser Unterschied ist keinesweges be— stäudig. Man findet sehr oft an den Aehren des Win— kerwaizens kleine Grannen: besonders habe ich öfters 142 eine Abart gebaut, die ein Sommergetraide ist, und deren Bälglein unten an der Aehre keine Grannen haben, aber oben allerdings gegrannt sind. Auch weiß ich, daß der schönste Sommerwaizen mit langen Gran⸗ nen, wenn er auf magern Boden gesäet wird, seine Graunen verliert. Ja, man hat eine eigene Spielart des Sommerwaizens ohne Grannen, die man den böͤhmischen zu nennen pflegt. Dieser verwandelt sich, wenn man immer wieder die Körner von der letz⸗ tern Aernte nimmt, bald wieder in den gegrannten Sommerwaizen, zum Beweise, daß er keine verschie⸗ dene Art ist, und daß die Grannen keinen Charakter der Art beym Waizen ausmachen können. Es wird also immer besser seyn, auch den Sommer- und Win⸗ terwaizen nicht mehr als Arten, sondern als Abar— ten zu unterscheiden, und sie unter dem Namen des gemeinen Waizens zusammen zu fassen, dessen Charakter mau daun in-die Zahl der Blüthen in ei⸗ nem gemeinschaftlichen Bälglein und in die unbe⸗ haarte Beschaffenheit des letztern setzen müßte. Der gemeine Waizen war von je her die vor⸗ züglichste Getraide⸗Art, und schon von den ältesten Völkern der Welt wurde er, nebst dem Dünkel, ge— baut. Auch versichert Herodot, ein griechischer Ge⸗ fhiht Daiie ind Hande roch luit, v Lahen Malte uhl han Iugb lunde. U hun fte Iseun gaodoe 4l5 e Iun g Il lun su i uud „Otantet Auch wei gen Gran d/ seine Spielatt man den rmandelt granyten verschiet Charakter Cs nitd und Dit⸗ ls Man⸗ amen des „ desen en in ei e Ulbe⸗ te. die bor⸗ iltesten kel/ ge⸗ her Ge⸗ 143 schichtschreiber, der vor 2200 Jahren lebte, daß der Waizen am Euphrat eine unglaubliche Größe erlange und handbreite Blätter treibe. In allen warmen Ländern, wo auch kein Rocken gedeiht, kommt den⸗ noch der Waizen gut fort. Wie groß die Fruchtbar— keit, wie erstaunlich der Ertrag dieser Getraide-Art ist, davon hat man Beyspiele gesehn, wenn man die Waizenkörner einzeln steckte und die Ausläufer der Pflanzen versetzte, wodurch Miller in England ein⸗ mahl die fast unglaubliche Summe von 560000 Kör⸗ nern aus Einem Saamenkorn erhielt. Der Dünkel ist nicht weniger ergiebig und nutzbar; man bant ihn besonders im südlichen Deutsch⸗ lande. Ich finde ihn schon durch den Bau der Aeh⸗ re vom gemeinen Waizen unterschieden. Beym l(etzt tern stehn die Blüthenbälge gedrängt und gleich sam geschuppt über einander; aber beym Dünkel stehn sie in zwey Zeilen, wechselsweise und etwas weiter aus einander. Die Absätze des mittlern Aehrenstengels, aus welchen die Blüthenbälge hervor kommen, sind beym gemeinen Waizen unbehaart, aber beym Dün— kel sind sie mit ganz kurzen Barthaaren versehn oder kurz gewimpert. Die Spelzen der äußern Bälge sind beym Dünkel viel mehr abgestutzt und eigentlich 144 ausgerandet, wogegen sie beym gemeinen Waizen etwas spitziger sind. Uebrigens trägt jedes äußere Bälglein des Dünkels zwar auch vier innere Välg⸗ lein oder Blüthen, aber nur zwey derselben haben Antheren und Pistille zugleich und sind mit langen Grannen besetzt; das dritte innere Bälglein hat eine gan; kurze Granne: man findet oft zwar Antheren und Pistille darin, aber selten trägt es gute Körner; und das oberste Bälglein hat gar keine Befruchtungs⸗ Werkzeuge, und ist also unfruchtbar. Man erhält daher aus jedem gemeinschaftlichen Kelche nur zwey gute Körner. Diese Körner hängen aber immer sehr fest in den Spelzen, und man muß sie erst in einer Beutelmühle enthülsen. Aber die Pferde fressen den unenthulseten Dünkel noch lieber als Hafer. Die häufige Cultur des Dünkels veranlaßt eben⸗ falls mehrere Abarten. Er verliert bisweilen seine Grannen: auch kenne ich eine Abart, wo nur Ein unfruchtbares inneres Bälglein vorhanden ist, die sich durch einen flattrigern Bau der Aehre auszeich— net und die in Frankreich als Sommergetraide ge— baut wird. Der eigentliche Dünkel wird nömlich ge— wöhnlich als Winterfrucht im Herbste ausgesäet, aber man kann ihn auch eben so gut im Fruhling aus— säen, wie ich gewöhnlich zu thun pflege. ist der behm Ind heit d e 1ih f 9e H ihiige Rnde Ue bse behn f00 Mgeg d gle sceg Dazen es iujert sere M hen haben nit langn u hat eine Autheren eKötnet; chtungs⸗ an erhält nur zwey immer seht ts in eing stessen det . ulajt eben heilen sen: v0 nur En Nist, N. wuhch etraide ge mlich g esũet/ bi hling IU 145 Die dritte, bestimmt unterschiedene Art Waizen ist der polnische. Dieser unterscheidet sich sogleich beym ersten Anblick durch die außerordentliche Länge und Größe, auch durch die mehr häutige Beschaffen— heit der äußern Bälglein, die bey dem Dunkel und dem gemeinen Waizen viel fester und fast knorpelar⸗ tig sind. Ich kenne kein Gras, das so große und lau⸗ ge Bälge hätte. Die Spelzen der äußern Bölge sind übrigens auch ungegrannt und an der Spitze ausge⸗ randet. Sie enthalten nur zwey gegrannte, frucht— bare innere Bälge, von denen die äußern aber weit abstehn und sie gar nicht so fest einschließen, wie es beym Dünkel der Fall ist. Außer diesen zwey gegrann⸗ ten Blüthen findet sich gewöhnlich noch eine dritte ungegrannte und unfruchtügre in der Mitte derselben, und die Zähne des Aehrenstengels, aus welchen die einzelen äußern Bülge hervor kommen, sind mit ziem⸗ lich langen Barthaaren besetzt. Ich betrachte den pol—⸗ nischen Waizen auch als ein Sommergetraide, säe ihn im Frühjahre, wo möglich im März, aus, und er giebt mir gewöhnlich sehr gute reife Körner. Auch der englische Waizen zeichnet sich als eine eigene Art beym ersten Anblick durch die wei—⸗ chen weißen Haare aus, womit die Bälge besetzt sind. Zweyte Sammlung. 10 146 Die Aehre selbst ist dick und aufgetrieben: jedes äuße⸗ re Bälglein euthält vier gegrannte innere Bälglein, aber das äußere selbst hat keine Granne; doch kommen bisweilen an den obern Bülgen der Aehre kleine kurze Grannen, oder eigentlich Borsten, vor. Ich glaube nicht, datz der englische Waizen eine Abart des gemei⸗ nen ist; denn ich habe ihn seit fünf Jahren gebaut und nie eine Ausartung bemerkt. Endlich ist auch das Peters- oder Einkorn ei⸗ ne eigene Art, ungeachtet einige Schriftsteller den Zweifel erregt haben, ob es nicht aus dem Dünkel entstanden seyn könnte. Gewöhnlich sitzen die Blü⸗ thenbülglein in zwey Zeilen an der Aehre; die Spitzen der Balgspelzen sind mit drey Zaähnchen versehn; die zäußern Bälglein enthalten gewöhnlich nur Ein ge⸗ granntes, fruchtbares inneres, und außerdem noch ein oder zwey unfruchtbare Bälglein. Aber es kommen doch Fͤͤlle vor, wo das Einkorn auch zwey Körner in Einem äußern Bälglein trügt; doch bleibt der Bau der Aehre und der äußern Balgspelzen immer vom Dünkel sehr unterschieden. Auch verliert manchmahl die eine fruchtbare Blüthe ihre Granne, und diese ungegrännte Abart kenne ich unter dem Namen des sibitischen Waizens. Doch zeichnet lich dieser dad eh Zei shꝛuut. ist d Maisehs lst xt a Vl Iihe MWir hetkern Ile X se N selbs vaßen Hel sht h ost: t geb Ds Rij mar Res ct UI siat, A W iuto Bilglem, kommen ine kurze h glaube gemeis gebaut otn eit ler den Dünkel die Mü⸗ eSpitzn sehuz die Ein ge⸗ uoch ein kommer dörner it ner vum chmahl d diese nen des dieset 147 noch dadurch aus, daß die Blüthenbälge nicht in zwey Zeilen, sondern auf allen Seiten sehr dicht ge— schuppt auf einander an der Aehre sitzen. Natürlich ist der Ertrag des Peterskorns und des sibirischen Waizens bey weitem nicht so groß, als die Ergiebig⸗ keit der andern Arten. Vom gemeinen und englischen Walzen hat man eine Abart mit ästigen Aehren, die man auch Wun-⸗ derkorn(bléd'abondance) zu nennen pflegt, und die einige Botauiker als eine eigene Art ausehn. Daß sie das nicht ist, folgt offenbar daraus, weil ich selbst aus diesem Wunderkorn gemeinen Sommer⸗ waizen gezogen habe. Auch steht man in fettem Bo' den so wohl den gemeinen als den englischen Wai— zen oft ästige Aehren treiben, die sich auf magern, nicht gedüngten Aeckern wieder verlieren. Wo die angegebenen Waizen-Arten wild wachsen, weiß man noch nicht genau. Das Fragment eines alten chaldäischen Sterndeuters, des Berosu 8„ der etwa vor 2000 Jahren gelebt haben soll, ver⸗ sichert, daß der Waizen zwischen dem Euphrat und Tigris wild wachse; und Pallas sagt in seinen neuen nordischen Beyträgen, bey den Baschkiren in der Tatarey, öktlich vom kaspischen Meere, werde 10* 143 wilder Sommerwaizen gefunden. Daß der englische Waizen bey Nimwegen wild wachsen soll, wie Houttuyn behauptet, glaube ich eben so wenig, als daß der polnische Waizen seinen Namen davon habe, weil er in Polen wild wach se. Aber, sollten Sie nun wohl den Botanikern darin Recht geben, wenn sie das gemeine Quecken⸗ gras neben den Waizen stellen, es wenigstens mit ihm zu Einer Gattung rechnen? Das hieße ja wohl offenbar Unkraut unter den Waizen mischenI.. Dessen ungeachtet, gnädige Frau, wenn wir einmahl die wesentlichen Theile der Gewächse als Gattungs-⸗ Charaktere annehmen; so können wir nicht umhin, jenes Unkraut zum Waizen zu zählen, weil es auch in einer Aehre blüht, und ein zweyspelziges, vier—⸗ blüthiges, äußeres Bälglein hat. Das Queckengras ist also eine Waizen⸗Art, unterscheidet sich aber vom gemeinen Waizen durch seine, leider! perennirende, kriechende Wurzel, die so schwer auszurotten ist, und durch die zugespitzten Balgspelzen. Die letztern findet man bisweilen gegrannt, gewöhnlich aber haben sie keine Grannen. Wenn sie Grannen haben, so ist die Pflanze nur sehr schwer von einer Art Haargras Elymus) zu unterscheiden, das gerade auch vier Blü⸗ hed in videt d schaftle se MI gemleine fll i Nuj dos seide M sbn N Wsehn lih ei behm: leiHo g thenkrog fitit. Mung 5f f.af Woshiß siftt x sinlh f R U Hnh euglisch soll, lit 1 so nensz sen daboy Botanikett Quecker— iastens mit e ja wohl ben. ir einmahl Gattungs⸗ icht umhin, Heil es auch ziges/ ne Meckengras Habet Vn rennitende, en ist/ m tern fndt haben se so ist die gargtss cier Bli⸗ 149 then in einem gemeinschaftlichen Aehrchen trägt und, wider den Charakter seiner Gattung, keine gemein— schäftliche Blüthenhülle hat. Daher haben auch gro— ße Botaniker dieses Haargras für eine Abart des gemeinen Queckengrases gehalten. Ich finde eben— falls zwischen beiden keinen weitern Unterschied, als daß das Haargras keine kriechende Wurzel hat und keine Ausläufer bildet; daß ferner die Grannen des—⸗ selben viel länger sind, als sie bey dem Queckengrase zu seyn pflegen; und endlich, daß die Aehre gewöhn— lich etwas überhängt. Den feinen Unterschied, daß beym Haargrase die innere Spelze des innern Bälg⸗ leins gewimpert und die Grundfläche der zarten Blü⸗ thenkrone halbkugelicht seyn soll, finde ich nicht be— stätigt. Das gemeine Queckengras hat eben diese Bildung in den angegebenen Theilen. So schädlich dies gemeine Unkraut für die Aecker ist, auf denen es sich einmahl eingefunden hat: so wohlthätig sind die Wurzel und die kriechenden Aus⸗ läufer desselben für die Gesundheit. Sie enthalten nämlich sehr viel Zuckerstoff, nähren also und eröff⸗ nen gelinde. Man laßt ße zu dem Ende abkochen; auch macht man ein Eetraet daraus, welches vorzüg— lich in der Gelbsucht oft sehr wirksam gewesen ist. 150 Noch könnte ich Ihnen eine Menge Waizen ⸗-Ar⸗ ten nennen; ich will es aber bloß bey zweyen be⸗ wenden lassen, die sich durch ihre niedliche Form auszeichnen, nämlich dem kammförmigen und dem Bonaparte'schen Waizen. Jener hat eine ungemein zierliche Aehre, in welcher die einzelen Blüthenährchen in zwey Zeilen sitzen. Die Syvelzen der Bälge sind ungemein schmal, steif, lang zugespitzt und gegrannt; in jedem äußern Bälglein sitzen sechs bis acht Blüthen. Dies Gras perennitt und kommt aus Sibirien. Der Bonaparte'sche Waizen hat auch eine zweyzeilige Aehre. Die Spelzen der Bälge sind auch schmal, aber nicht scharf an der Spitze und mit keinen Grannen versehn. Es stehn in jedem gu⸗ ßern Bälglein drey ziemlich offene Blüthenbälge. Es ist ein Sommergewächs, das man in Aegypten wild findet. Er hat einige Aehnlichkeit mit dem liegenden Waizen, der am kaspischen Meere wächst; denn auch dieser trägt eine zweyzeilige Aehre. Allein die letztere ist beym liegenden Waizen eyför⸗ mig und viel mehr zusammen gedrückt als beym Vonaparte'schen: die Kelchbälge enthalten auch mehr als drey oder vier Blütheubälge, die sehr dicht auf eand Iarieh sit! Wue Rtest W ludta ht Runstt I Mhie, N SWehen he⸗ hiche sam igen un Jener hat Niugespitt stzen sechs md kommt hat auth Bälge siy Syitze u jeden jl⸗ üthenbalge XIII mit den hen Ment ige Acht. en eyih, als beyn zuch naht dicht 0. 151 einander liegen und an der Spitze mit Borsten oder kurzen Grannen versehn sind. Die ganze Pflanze liegt nieder und die Aehre schlägt wieder in die Erde Wurzeln. Das alles finden wir nicht beym Bona⸗ parte'schen Waizen. XIII. An eben dieselbe. Jo fahre in meiner Beschreibung der gemeinsten Gras- und Getraide-Arten fort. Um die Gerste vom Waizen zu unterscheiden, muß man auf die Art und Weise, wie die Blüthen an der Aehre stehn, Achtung geben. Bey der Gerste stehn nämlich im⸗ mer drey und drey Blüthenbälge zusammen, und je⸗ der hat ein zweyspelziges äußeres Bälglein. Man kann also den Gattungs-Charakter der Gerste so ausdrucken: Ein sechsspelziges äußeres Bälglein um—⸗ giebt drey neben einander stehende, mehrentheils ge⸗ granute, nicht in einander geschobene Blüthenbälg— lein, in deren jedem nur Eine Blüthe ist. Die äu⸗ ßerst kleine zarte Blumenkrone hat eyförmige gewim— perte Blättchen, und der innere Blüthenbalg um⸗ giebt das Saamenkorn gewöhnlich, wenn es reif ist. 15² Man theilt die Arten der Gerste nach dem Stande der Blüthenbälge und darnach ein, ob alle drey, die in einem gemeinschaftlichen äußern Bälg⸗ lein enthalten sind, Autheren und Pistille zugleich, und also ein fruchtbares Korn tragen, oder nicht. Im nördlichen Deutschland baut man die ge— meine oder vierzeilige Gerste am hänufigsten. Bey dieser sindet man alle drey zusammen stehende Blüthenbälge mit Antheren und Pistillen versehn, und alle drey enthalten also Körner; aber sie stehn wechselsweise um die Aehre, indem die ersten drey Blüthenbälge an Einer Seite und etwas niedriger stehn, als die drey Blüthenbälge auf der andern Seite der Aehre. Die äußern Bälglein sind bey dieser Art glatt. Gewöhnlich hängt, wie ich schon vorher gesagt habe, der innere Balg so fest an dem reifen Saamen, daß man ihn nicht leicht davon trennen kann. Es giebt indessen eine Abart dieser gemeinen Gerste, wo die Saamenkörner mit keiner besondern Hulle umgeben sind, sondern frey stehn. Man nennt diese Abart die nackte oder Him-⸗ melsgerste. Auch hat man eine Abart mit schwar— jen Körnern. R zveyr dadurc stehnde thelche ud ein Iaden a Zathen e W x dir a 1. Saam nt hit, Hut H uuch dett „ ob alle jenn Bil e zugleich icht. die ge— hanfigsten. stehende hersehn, sie stehn sien drey niedriget er andern sind heh ich schoß t au den ht davo irt dieset t keiner ey stehn. Himͤ— schwar— 133 In unserer Gegend baut man gewöhnlich die zweyzeilige Gerste, die sich von der vorigen dadurch unterscheidet, daß unter den drey zusammen stehenden Blüthenbälgen nur immer der mittlere An— theren und Pistille zugleich enthält, Grannen hat, und ein gutes Korn trägt; die beiden zur Seite ste⸗ henden aber sind ungegraunnt, enthalten bloß Anthe⸗ ren, und tragen also keine Körner. Auch stehn die Blüthenbälge wechselsweise, so daß immer eine Rei— he etwas höher ist als die andere: dadurch erhält die ganze Aehre ein schmales Ansehen. Die Spelzen der außern Bälglein sind bey dieser Art etwas haa— rig. Auch hievon giebt es eine Abart mit nackten Saamen, wo der innere Valg nicht so fest an dem Saamen anhängt. In England nennt man diese Abart sibirische Gerste. Von der zweyzeiligen Gerste ist die Bartger ste zwar durch den ersten Aublick zu unterscheiden; aber in den gewöhnlichen Handbüchern der Botanik wird eine Beschreibung derseiben gegeben, die eben so gut auf die zweyzeilige Gerste paßt, indem es heißt: Die Seitenblüthen siud ungegrannt und ent— halten bloß Antheren, und nur die mittlere hat Au— theren und Pistille und trägt Körner. Der gedräng⸗ 154 te, dichte, buschige Bau der Aehre bey dieser Art unterscheidet sie hinlänglich von der schmalen, dün⸗ nen Form der Aehre der zweyzeiligen Gerste. Dieser Unterschied rührt daher, weil bey der Bartgerste die Bälge nicht wechselsweise höher stehn, sondern ge⸗ drängt zusammen sitzen, so daß immer drey und drey Bälge in einer horizontalen Linie gesehn werden. Die Spelzen der äußern Bälge sind auch mit zarten, kaum bemerkbaren Härchen besetzt. Die vielzeilige Gerste ist die vierte Art. Sie kommt mit der vierzeiligen oder gemeinen Ger⸗ sie darin überein, daß von den drey zusammen ste— henden Blüͤthenbälgen jeder ein Korn trägt und alle Befruchtungs⸗-Werkzeuge hat. Aber sie weicht darin ab, daß hier nicht ein abwechselnder Stand der Bälge beobachtet wird, sondern die drey Bälge der einen Seite stehn den drey Bälgen der andern Seite ge⸗ rade gegen über; und wenn man also die einen drey Bälge abgerissen hat, so sieht man unmittelbar da— neben, nicht etwas höher, die andern drey Bälge sitzen. Man baut diese Gerste nicht bey uns, son⸗ dern in der Schweiz. Wo diese Gersten-Art wild wächst, ist noch un⸗ bekaunt; auch von der Bartgerste weiß man das Mierk vhehze dakale G ches N HeTh Maus fh Rse Mle Mi the UI N R f ihte Il hen dieset At malen, düz⸗ lrtgerste Re sondern x 0 und dieh iu werdet. nit zarten, nerte Aet, einen Get ammen st igt und ali veicht drii der Blhi e der eiten Seite ge einen dieh ttelbat d⸗ Hey Bllhe uns/ sl⸗ noch u Ruan di 15³ Vaterkand nicht anzugeben: aber die gemeine und zweyzeilige Gerste sollen, wie der Waizen, in der Tatarey wild wachsen. Die angeführten Gerßsen⸗Arten gehören zu dem Getraide; aber es giebt auch gemeines Unkraut k, wel⸗ ches man, wegen der Uebereinstimmung der wesentli⸗ chen Theile, zu eben dieser Gattung zählen muß. Die Mausegerste und die rockenartige sind näm⸗ lich sehr gemein: jene an allen Wegen und auf al⸗ len wüsten Plätzen; di— auf Wiesen. Die Mause⸗ gerste hat auch, wie die zweyzeilige und Bar Kgerste, unter den drey innern Bälgen nur den mittlern mit Antheren und Pistillen versehn; die beiden aubern enthalten bloß Antheren: aber die letztern haben auch Grannen, wie der mittlere Balg, und man bemerkt⸗ daß die beiden Spelzen des äußern Bälgleins, die zu dem fruchtbaren mittlern Blüͤthenbalge gehören, ge⸗ wimperte Ränder haben. Die rockenartige Ger⸗ ste kommt darin mit ihr überein, das die Antheren⸗ tragenden Bälglein ebenfalls gegrannt snd, aber die Spelzen des außern Bälgleins snd bloß scharfe Borsten, ohne alle Wimpern. Beide zeichnen sich durch die Kleinheit und schmale Form der Aehren aus. — 155 Daß der Hafer eine von den vorigen ganz ver⸗ schiedene Gattung ist, kann man schon aus dem au⸗ ßern Ansehen, und besöunders aus dem Blüthenstande erkennen. Er blüht nämlich nicht in einer Aehre, wie Rocken, Waizen und Gerste, sondern in einer Rispe. Zwar giebt es einige wenige Arten dieser Gattung, die in Aehren blühn, z. B. der zerbrech— liche Hafer in Spanien: allein da die allermei⸗ sten Arten Rispen tragen, so muß auch dieser Blü⸗ thenstand in den Gattungs⸗Charakter aufgenommen werden. Die Zahl der Blüthen in dem außern Bälg⸗ lein ist verschieden: bey unserm gemeinen Hafer sind ihrer zwey/ bey mehrern andern Arten drey, vier, auch fünf. Aber ein vorzügliches Merkmahl dieser Gattung, welches sich auch bloß durch Cultur ver— liert, ist die gedrehte Granne, die auf dem Rücken der einen Spelze des innern Bälgleins sich erhebt, und meistens länger als der Blüthenbalg selbst ist. Die bekannteste Art dieser Gattung ist der ge⸗ meine Hafer. Der Charakter dieser Art besteht in der Zahl der Blüthen, indem sich immer nur zwey in einem gemeinschaftlichen äußern Bälglein finden; ferner in der unbehaarten Beschaffenheit der innern Bälglein; und darin, daß von den beiden in⸗ en Et A 20 W. gemene ht. V Hislich hu vet⸗ à dem du⸗ ithenstande ler Aehre, in eindt ten dieser rbrech— allermei⸗ ostt Blü⸗ ommen jern Bälg⸗ Hafer sind rey/ iet, ahl diese Ultur ber⸗ m Rücke ch erhebt elbst i. dek ge— t besteht mer nut Bölglei ih eit d U eiden ni 157⁷ 5 nern Bälglein nur das eine mit einer einzigen lan— gen Granne versehn ist. Durch den häufigen Anbau en 055 eine Menge von Abarten, die man oft als eigene Arten von dem gemeinen Hafer unterscheidet. Dahin rechne ich zu⸗ vörderst den türkischen oder morgenländi⸗ sich en H afer, der sich bloß durch die mehr ge—⸗ drängte und nach Einer Seite stehende Rispe von dem gemeinen Hafer unterscheidet. Auch habe ich sonst den georgianischen Hafer gebaut, den ich für eine ungegrannte Abart des gemeinen halte. Die Rispe des georgianischen ist übrigens auch viel reicher, als beym gemeinen Hafer, und bie Grannen fehlen völlig: auch scheinen gerade deßwegen die Bäl⸗ ge und die Körner selbst größer zu werden, weil die Säfte, die bey dem gemeinen zur Bildung der Gran⸗ nen verwandt werden, hier zuruck bleiben und in die Bälge und Saamen übergehn. Das Vaterland des gemeinen Hafers ist unbe— kannt. Linné gab die Insel Juan Fernandez/ westlich von Chile, dafür aus, weil Anson, der große Weltumsegler, erzählt, man habe dort Aecker voll Hafer getroffen. Allein das beweiset nur, daß der Hafer dört gebaut wird, nicht aber, daß er aut 158 jener Insel wild wächst: und überdies kann man von einem englischen Admiral nicht erwarten, daß er die feinen Unterschiede der Hafer⸗Arten kennen soll. Es fräͤgt sich also immer, ob es unser gemeiner Ha⸗ fer oder eine andere Art war. Eine gewiß eigene Art ist der Rauchhafer oder Sandhafer, den man in der Lüneburger Hei⸗ de und in Schlezen zu bauen pflegt. Er unterschei⸗ det sich wesentlich vom gemeinen Hafer dadurch, daß beide innere Bälge, die in dem gemeinschaftlichen außern enthalten sind, drey Grannen haben. Die äußere Spelze jedes innern Bölgleins endigt sich nämlich in zwey weiche kürzere Grannen, und außer⸗ dem hat sie noch cuf dem Rücken eine lange, steife, gedrehte Granne sitzen. Dies unterscheidende Merk⸗ mahl ist nicht von allen Naturforschern gekannt wor⸗ den: daher hat man diese Art oft mit dem gemeinen Hafer verwechselt, und in Spauien machte man vor einiger Zeit eine ganz neue Art(Avena Freita) dar⸗ aus. Deutiche Botauiker) scheinen ihn für ein Unkraut zu halten; denn sie sagen, er finde sich un⸗ ter dem Getraide, und neunnen ihn selbst Getraide⸗ Hofmänn, Willdenow u. a. Ist. ie E Rag el uug siht Rach Iude /Wit Wuunsn eshn Ijun Vl Iun W 1u M u. ken Guahe! i/ m Oeh siha der WWI N XIIA ike HEn WIER Rh. urger Hai endigt sch und außez uge/ steif, ende Nab ekannt vut n getnefnes e Man t reitã) dat⸗ für ei de ssch u Getraide 159 hafer. Dies ist völlig unrichtig da er nur durch Cul⸗ tur als Getraide-Art bekannt geworden ist. Doch mag er sich seitdem, wie der gemeine Hafer, oft ge⸗ nug selbst aussäen. Auch der nackte Hafer gehört zu den Ge⸗ traide⸗Arten. Er hat allezeit drey Blüthen in einem gemeinschaftlichen Kelchbälglein, und diese stehn auf ihren besondern Stielchen so flattrig, daß sie über die äußern Bälglein hervor ragen. Zwey von diesen in—⸗ nern Bälglein sind mit einer langen, nicht gedreh⸗ ten Rücken⸗ Granne versehn, und das dritte Bälglein hat keine Rücken-Granne. Aber die größere äußere Spelze aller drey innern Bälglein ist tief eingeschnit⸗ ten, und die Einschnitte laufen in weiche, kurzere Grannen aus. Diese Art ist mit dem Rauchhafer näher verwandt als mit dem gemeinen: der letztere hat nur zwey Blüthen in jedem äußern Bälglein, und nur Eine von den beiden Blüthen hat eine Gran— ne; und der Rauchhafer hat zwar auch zwey gegrann⸗ te Blüthen, aber keine dritte grannenlose. Auch sind die Grannen des Rauchhafers gedreht, welches sie beym nackten Hafer nicht sind. Als Unkraut wachsen auch mehrere Arten bey uns wild. Wichtig ist vorzüglich der Wiesenhafer⸗ 160 U oder das französische Raygras, welches so häusig zur Verbeserung der Wiesen empfohlen wird. Auch diese Art hat zwey Blüthen in jedem außern Bälglein: von diesen beiden Blüthen steht eine oben ganz frey im Bälglein die nicht immer mit einer Granne versehn ist, oder wenigstens eine ganz kurze hat; diese obere Blüthe euthalt neben den Antheren auch Pistille mit haarigen Narben. Die untere Blüthe hat allezeit lange, gedrehte Granne, und enthält entweder eine bloß Antheren oder einen Fruchtknoten ohne Pistille, oder Pistille ohne Narben. Wie nutzbar diese Gras⸗ art zur Anlegung künstlicher Wiesen ist, erhellt schon daraus, weil sie so früh grünt und blüht, wie wohl kein anderes Gras. Im Mai kann man den Wiesen⸗ hafer schon schneiden; im Junius blüht er zum ersten und im August zum zweyten Mahl. In gutem Bo⸗ den hat er eine so üppige Vegetation, daß man ihn wohl viermahl jährlich schneiden kann. Ein sehr schwer zu vertilgendes Unkraut ist der Wildhafer, der wahrscheinlich in Italien zu Hau⸗ se ist, aber sich durch das ganze nördliche Europa aus⸗ gebreitet hat. Er kommt hauptfächlich unter dem Sommergetraide, unter dem Saathafer, auch unter den Kartoffelu, in leichtem sandigen Boden vor und Ielhe Hjet uů ausheln I du 0 I ges ge H Hsflich W na d U Vm Hhset, afjub Ee/‚ sit het Ws Hat u s n N 20 01 Nt 0⁰ NWust Iu Aud Nie älglein: un ganz frey in anne versehn 3 diese volar h Nistille ni ohne Miile alien u Curora U 5unter did 161 unterscheidet sich, ehe er geschoßt hat, von dem Saat⸗ hafer nur wenig, ausgenommen, daß er einen mehr ausgebreiketen Wuchs hat. Bestimmt aber kann man ihn durch die Zahl und Form der innern Blüthen⸗ bälge unterscheiden. Er hat nämlich allezeit drey mit langen gedrehten Grannen und unten mit gelblichen Haaren versehene Blüthenbälglein in einem gemein— schaftlichen äußern Balge sitzen, und alle drey tra⸗ gen vollkommene Körner. Diese breiten sich unge⸗ mein leicht aus, theils der Grannen, theils der Haa⸗ re wegen, womit sie an der Grundfläche versehn sind. Vermöge dieser Einrichtung stellt ein solches Wild— hafer⸗Korn ein natürliches Automat dar, welches sich beständig fortbewegt. Liegt nämlich das Korn auf der Erde, so zieht die Granne des Nachts die Feuchtig⸗ keit der Luft an, dehnt sich aus, und schiebt das Korn um so leichter rückwärts, je glatter die Haare sind, die basselbe umgeben. Bey Tage trocknet die Granne und verkürzt sich: da sie aber, wegen der nach vorn gerichteten Haare, nicht das Korn nach vorn ziehen kann, so bleibt es liegen, und zur Nachtzeit schiebt es sich selbst wieder weiter. Auf solche Art kriecht bas Korn wie ein Wurm fort und man kann es als ein Automat betrachten. Schon vor achtiis Jahren * wehte ammtung. 14 16² schlug man vor, die Grannen des Wildhafers, we— gen ihrer außerordentlichen Empfindlichkeit für die Feuchtigkeit/ als natürliche und einfache Hygrome— ter zu benutzen. Dies scheint auch der einzige Vor— theil zu seyn, den man von diesem sonst sehr schäd⸗ lichen Unkraute ziehen kann. Der Goldhafer ist ebenfalls ein gemeines Gras in Deutschland, welches auf trockenen Wiesen, auf Anhöhen und in lichten Wäldern häufig wächst. Diese Art zeichnet sich schon durch ihre gelbliche Far⸗ be, durch die Kleinheit aller ihrer Theile, besonders der äußern und innern Bälglein, aus. Er hat eben— falls drey innere/ mit Grannen versehene Blüthen—⸗ bälge; aber diese sind glatt, und nur das gemein⸗ schaftliche Stielchen, woran die Bälglein sitzen, ist mit weißen Haaren besetzt. Die innere Spelze der innern Bälglein ist ungemein zart, weiß und durchsich⸗ tig. Dies sind Merkmahle, welche den Soldhafer hinlänglich von dem Wildhafer unterscheiden. Be— sondern Nutzen zur Verbesserung der Wiesen kann man von dieser Art nicht erwarten. Ich habe vorher des französischen Raygrases er⸗ wähnt. Dies erinnert mich an das eng lisch e Ray⸗ gras, womit Sie Ihre Gartenbeete haben einfassen sseh. hsuche Gattut sche l 9nf Hli MWehfi nlch use f slunt. Raih sch Oh sch st Nue Hrgtas t l i Rutse i Rhi H Isers, e it füt de Hygunz mine I sehr shih gemeilg ien Diese, ufig woch. elblicheßnr , besonket r hat chen ie Blͤthe as gemel⸗ stzen, st Spelhe de durchsch Goldhafe iden. do iesen fum grases en he Ru/ einfaseh 163 lassen. Vermuthlich wünschen Sie auch dieses un— tersuchen und kunstmäßig bestiumen zu können. Die Gattung, zu welcher dasselbe gehört, heißt im Deut— schen Lulch, und der Charakter derselben besteht darin, daß das äußere Bälglein nur Eine Spelze hat, die dem Aehrenstielchen entgegen steht. Der Blüthenstand ist nämlich eine Aehre. Innerhalb der einzigen Balg⸗ spelze findet man mehrere Blüthen auf einander ge— thürmt. Bey dem perennirenden Lülch oder dem englischen Raygrase pflegen ihrer acht zu seyn, und der Charakter der Art besteht in der stumpfen Be— schaffenheit der einzelen Aehrchen. Es wächst dies Gras sehr häufig durch ganz Europa, und zeichnet sich schon, ehe es geschoßt hat, durch den dichten Rasen aus, den die Blätter bilden. Es ist als Fut⸗ tergras bey weitem nicht so zu empfehlen, wie das französische Raygras, weil es, so bald es nicht mehr ganz jung ist, zu hart zu seyn pflegt. Eine andere Art des Lülchs ist giftig; man nennt sie Taumel-Lülch oder Schwindelhafer. Er ist durch die steifen Grannen unterschieden, in welche die Bälglein auslaufen; übrigens sitzen in dem einspelzigen äußern Bälglein ebenfalls acht, sel⸗ tener vier gegrannte Blüthenbälge. Dieser Taumel—⸗ 11. A 164 Lulch perennirt nicht, sondern ist ein Sommerge— wachs. Unter dem Hafer, der Gerste und dem Flachs finden wir dieses Unkraut sehr häufig. Das Korn schmeckt süßlich, und erregt, in Menge genossen, Be⸗ täubung, Schwindel, Angst, Erbrechen, Schlummer und Zuckungen. Welches die Bestandtheile seyn, die diese betäubende Wirkung hervor bringen, wissen wir noch nicht; aber kein anderes Gras hat diese Bestand⸗ theile denn der Taumel-Lülch ist die einzige giftige Grasart. Die übrigen Grassaamen sind nährend: sie enthalten in ihrem Eyweiß viel reine Gallerte, Zu— ckerstoff und Stärkmehl,(Th. 1. S. 169. 170.) Diese nähere Bestandtheile sind in den verschiedenen Getrai⸗ de-Arten in einem sehr verschiedenen Verhältnisse. Der Rocken hat sehr viel Zuckerstoff, weniger Gallerte und Stärkmehl. Wegen des größern Antheils an Zu— ckerstoff gährt das naß gemachte Rockenmehl viel leichter, und eben deßwegen erregt das Rockenbrot auch leichter Säure in schwachen Magen. Auch liefert der Zuckerstof, wenn er seiner Säure entladen ist, Wein⸗ geist‚ indem der Wasserstoff frey wird. Daher zieht man Branutwein von Rocken ab. Im Waizenmehl ist dagegen das meiste Stärk⸗ mehl, fas drey Fünstheile des Ganzen, dagegen we— iht G. macht U heEi WIl HUN Maiget iN M a ge sheilen un mi 1QVn Eiurgr dem Jaq Das Kin nossen, B Schlumnn le seyn/ N wissen nij se Befunt niize giftz d nahterd: zallerte, Zu 200 Din euen Oetni erhiltuss ger Galiaz heils umehl nil keubtotut Hlieett xi is/ Dun a ieht Oahet Iie te Gil igegen ve 163 niger Gallerte, und noch weniger Zuckerstoff. Daher macht man aus Waizenmehl die beste Stärke, und das Waizeubrot ist lange nicht so sehr zur Erregung der Säure im Magen, als das Rockenbrot, geneigt. Noch mehr Stärkmehl scheint das Dünkelmehl zu ent—⸗ halten; aber, weil es so gar wenig Gallerte und Zu⸗ ckerstoff enthält, so nährt es auch bey weitem nicht so sehr, als die übrigen Getraide-Arten. Die Gerste hat fast den meisten Zuckerstoff, aber weniger Kleber, und äußerst wenig Stärkmehl. Sie ist daher zu Gährungs⸗Processen, zum Bierbrauen am geschicktesten. Der Hafer kommt in den Bestand⸗ theilen seiner Körner mit der Gerste überein: daher kann man allerdings auch Bier daraus brauen. Sol— che Versuche hat man schon vor neunzig Jahren in Schweden und Schlesien gemacht; aber am häußg—⸗ sten benutzt man die Hafergrütze zu Suppen und hei— ben Aufgussen für Kranke. Sie enthält den Kleber so innig mit dem Zuckerstoff gebunden, daß sie eine ungemein leichte Nahrung, auch für den geschwächte— sten Magen, gewährt. ů Doch ich breche hier ab, um zu einer andern Klasse überzugehen. I 16⁵ XIV. An eben dieselbe. Die vierte Klasse enthält einige natürliche Fa— milien, die aber gar nicht nach der Ordnung der Na⸗ tur an einander gereiht sind. Die Färberröthe, das Labkraut und der Waldmeister gehören unstreitig zu Einer natürlichen Familie; die Kornelkirsche und der virginische Staudenklee gleichfalls, so wie die We— berkarten und die Scabiosen. Aber der kapsche Sil— berbaum, der Wegebreit, die Stechpalme oder der Hüͤlsenbusch, und die Flachsseide haben nichts mit einander gemein, ungeachtet sie in diese Klasse gehö⸗ ren. Auch hat man eine Gattung, das Bitterblatt Exacum), welches sich von dem Enzian bloß durch die Zahl der Antheren und der Einschnitte in der Blumenkrone unterscheidet. Und ein amerikanisches Gewächs, die Dorstenia, wird mit Unrecht hie— her gezählt, da sie, wegen der Trennung der Anthe—⸗ ren von den Pistillen, eigentlich zur ein und zwan⸗ zigsten Klasse gehört. Doch wir wollen einige der gemeinsten Pflanzen aus dieser Klasse näher untersuchen. 20 Ne so geget it sih hansi Ale Mi l⸗ Ha N Kll Mäse H gennt schaft bielen ei uct, ing der M⸗ nothe, de Hstreitig he und de je die Di aysche El ne oder det nichts nit Klasse gehi⸗ Bitterblat bloß durh itte in det erikarisches nrecht hie⸗ der Nihe und zwat⸗ I 16² Zuerst die schöne braunrothe Seabiose, die so häufig als Sommergewächs in unsern Gärten gezogen wird. Die Gattung, zu welcher sie gehört, ist sehr reich an Arten. Ich kenne allein sechs und zwanzig Arten; es giebt deren aber über vierzig. Alle Arten haben folgenden gemeinschaftlichen Gat— tungs-Charakter: Sie bilden zusammen gesetzte Blu⸗ men, die man dem ersten Anblick nach zur neunzehn⸗ ten Klasse zählen könnte, wenn man nicht darauf Rücksicht nähme, daß die Antheren frey aus einan⸗ der stehn. Es sitzen viele kleine Blüthen auf einem gemeinschaftlichen Fruchtknoten, von einem gemein—⸗ schaftlichen Kelche umgeben. Der Kelch besteht aus vielen Blättern, die in verschiedenen Ordnungen un— ter einander stehn. Der Fruchtboden ist entweder nackt, oder mit Borsten oder Spreublättchen besetzt. Die einzelen Blüthen sind einblättrig, aber in vier oder fünf Einschnitte getheilt; sie sind entweder gleich an Größe, oder die Blüthen im Umkreise oder am Strahle sind größer, als die in der Mitte oder der Scheibe. Jedes Blüthchen hat noch einen besondern kleinen Kelch, der als Saamenkrone oben auf dem Saamen steht und meistens aus Borsten oder Grannen besteht: außerdem hat der Saame bey 16⁸ einigen Arten noch eine besondere häutige und gefal⸗ tete Krone. ö Man theilt die Seabiosen ein, je nachdem sie vier oder fünf Einschnitte in den einzelen Blüthen haben. Unsere braunrothe Scabiose gehöͤrt zu der letztern Abtheilung. Der Charakter der Art besteht noch überdies in den größern und ungleichen Blü⸗ then im Strahle, in den tief zerschnittenen Blättern und dem kegelförmigen Fruchtboden. Mehrere Pflanzen aus dieser Klasse gehören zur natürlichen Familie der Lab kräuter. Der Cha⸗ rakter der Familie besteht in einem kraut- oder stau⸗ den⸗, selten baumartigen Wuchs; in mehrentheils wirbelförmigen einfachen Blättern; in einem rispen-⸗ oder dolden ⸗, selten knoyf- oder ährenförmigen Blü⸗ thenstande; in einer einblättriger, mehrentheils rad— förmigen, obern Blumenkrone, deren Teller in vier Lappen getheilt ist; in vier Staubfäden, die an der Blumenröhre angewachsen sind; in zwey Narben auf einem fadenförmigen Pistille; und in zwey kleinen trockenen einsäamigen Beeren, die das Ansehen nack⸗ ter Saamen haben. Selten finden sich die Saamen in einer Kapsel, die alsdann vom Kelche umgeben wird. Mi lie 00 60 N He. U 0 R Nsal⸗ ö ichdem si u Blütha it zu der kt befeht chen Bli⸗ Blätten hten zur Der Cha⸗ oder siau⸗ „ Hrentheils heils rud⸗ Er I dlek e an det 169 Zu dieser Familie gehört zuvörderst die Fär—⸗ berröthe, die im südlichen Deutschlande wild wächst und in unsern Gärten häußg gezogen wird. Diese Gattung zeichnet sich durch eine glock uförmi⸗ ge Blumenkrone und durch zwey trockene einsagmi⸗ ge Beeren aus. Es ist eine perennirende Staude mit starker, rother Wurzel, einem viereckigen, mit krummen Stachelchen besetzten Stengel: diese Sta⸗ chelchen umgeben auch wimperartig den Rand und den Kiel der Blätter, und bisweilen wird die ganze Pflan⸗ ze gegen den Herbst mit einem Filze überzogen. Die Blätter stehn mehrentheils zu sechsen, oft auch zu vieren, wirbelartig um den Stengel, besonders da, wo er sich theilt. Der Blüthenstand ist eine sparri⸗ ge Rispe, und die Blümchen sind von gelblicher Far— be. Durch Wurzelbrut vermehrt sich dies Gewächs am leichtesten, und die Wurzeln sind, wenn sie zwey bis drey Jahre in einem leichten, guten Boden ge⸗ standen haben, zum Rothfärben und zum Sebrauche in der Arzueykunst anwendbar. In der That ist di rberrothe in vielen Krankheiten, besonders in der 2. Waunhracht und den Serofeln, ein herrliches Mittel: sie scheint durch ihren Extraetiv⸗Stoff, der hier stär— kend ist und durch den Gerbestoß, den sie ent! 17⁰ zu wirken, indem sie den Körper stärkt und ein besseres Blut bereiten hilft. Am schicklichsten wendet man sie in Thee⸗Aufgussen an, und findet, daß der färbende Stoff sogar die Knochen durchdringt. Eine andere Gattung Labkräuter ist das eigent— lich so genännte Labkraut. Sie finden mehrere gelb und weiß blühende Arten desselben auf allen Wie⸗ sen⸗Triften und hohen Plätzen. Diese Gattung zeich⸗ net sich vor andern durch die radförmige Gestalt der Blumenkrone, die keine merkliche Blumenröhre hat, aus. Die Saamen sind auch eigentlich zwey trockene Beeren, wie bey der Färbertöͤthe. Je nachdem die— se eine glatte, oder scharfe, oder hackerige Oberfläche haben, werden die einzelen Arten des Labkrautes un— terschieden. Das gelbe Labkranut ist fast das gewöhnlich— ste: es hat glatte Saamen; einen vierseitigen, etwas scharfen, an den Gelenken verdickten Stengel; wir⸗ belförmige, schmale, glattrandige, unten gefurchte, in einen feinen Stachel auslaufende Blätter, die unten zu zehnen, oben zu achten um den Stengel stehn. Die gel⸗ ven Blüthen kommen auch in Rispen auf der Höhe des Stengels im Julius zum Vorschein. Dies Gewächs ist nicht allein eine gemeine Zierde unserer Fluren, shdetn Nilh kommt. uC 0 N UU 3⁰ se W Mach ih ut dern die Mch ftuut Iuul in biseres et man se füthedt eigett mehrete llen Wies Ung zeich⸗ sialt det ahre hat, Atrockene üdem die⸗ Oberfläche autes ul⸗ wöhtlich en, eiwas gelz nin urchte in inten i Die geb Höhe e8 Gewächs Jlutey, 17¹ sondern das Kraut wird auch zur Gerinnung der Milch gebraucht, woher sein Name: Labkraut, kommt. Der Grund davon scheint in dem gesäuer— ten Extraetiv-Stoff zu liegen, den die Pflanze enthält/ und dessen man sich auch zum Rothfärben bedienen kann. Zu eben diesem Gebrauche dient auch das wei⸗ ße Labkraut, welches eigentlich unter dem drolligen Mönchsnamen: Unserer lieben Frauen Bett⸗ stroh, bekannt ist. Es unterscheidet sich diese Art nicht allein durch die weiße Farbe der Blüthen, son—⸗ dern auch durch etwas breitere, fein gesägte Blätter, die zu achten wirbelförmig um den Stengel stehn. Auch hat es einen flattrigern Bau als das gelbe Lab— kraut, blüht aber ebenfalls in Rispen oder in Dolden-⸗ Trauben, hat eben so glatte Früchte, und die Wurzel färbt eben so schön roth, als die Wurzel des gelben Labkrauts. Von der Gattung Labkraut unterscheidet sich der Waldmeister vorzüglich durch die Trichterform der Blumenkrone, die also eine viel längere Blumen— röhre hat, als die übrigen. Die Früchte aber sind Zwillingsbeeren von trockener Beschaffenheit, in deren jeder nur Ein Saame beündlich ist. Sie kennen, mei⸗ 17² ne gnädige Frau, das niedliche Portellan-Blümchen, das Ihre Kleinen auf den Bergen zu suchen pflegen. Dies ist eine Art Waldmeister, und Sie werden leicht den ganzen Gattungs⸗Charakter darin finden. Es ist ein Pflänzchen, das überhaupt nur eine Hand breit hoch wird, sich über und über etwas scharf anfühlen läßt, ganz schmale linienförmige Blätter hat, die un⸗ ten zu vieren, oben aber einander gegen über stehn. Zwey von den untern im Wirbel stehenden Blättern sind immer kleiner als die zwey übrigen. Die Blü— then haben eine schöne weißlich⸗ röthliche Farbe und sind an der äußern Fläche mit kurzen weichen Haaren besetzt. neshe fer de hste; A Hict N h W sunt achl Uhet n w Iahli Ill! HA i MWeri Münder, en plegen erden leit en. Es if Hand brei f anfühle t, die in lber siehn Bläͤtten Die Vli Farbe un sen Hatten XV. An eben dieselbe. Die fünfte Klasse, gnädige Frau, ist im Lin⸗ né'schen System mit der neunzehnten die weitläuftig⸗ ste: aber sie ist weit weniger natürlich als die neun— zehnte; denn die Natur scheint die fünfte Zahl in der Pflanzenwelt vorzuüͤglich zu lieben. Wenn daher auch nicht der Antheren fünf sind, so werden die Kronenblät— ter oder die Einschnitte der Blumenkrone doch in der fünften Zahl gefunden: daher findet man die fünfte Zahl in allen übrigen Klassen sehr häufig. Ja, beym Uebergange des Thierreichs in das Pflanzenreich bemer- ken wir schon diese Vorliebe der Natur für die fünfte Zahl in den fünf Klappen der Mundöffnung der See— Igel und der Seesterne. Von den letztern hat eine Art(Alterias ophiura) fünf Strahlen und eine fünf— klappige Mundöffnung. Die Seeralme(Euerinus Asteria) ist ganz fünfeckig, und so findet man diese Zahl auch in andern Pflanzenthieren. Eine der gewöhnlichsten Pflanzen, woran Sie die fünfte Linné'sche Klasse Sich dentlich machen können, ist die Glockenblume, von welcher Sie Iytan? 3yfo 57 79 Fen ra mehrere Arten in Ihren Gärten haben und eben so 17⁴ viele wild auf dem Felde finden. Der Gattungs⸗ Charakter ist sehr schön und beruht auf der Form der Safthülle. Im Boden der Blumenkrone nͤmlich wird der Nektar abgesondert, und zu seiner Beschützung vor dem Regen dienen fünf schuppenförmige Klappen, die sich wie ein Gewölbe an dem Pistill zufammen ziehn, und auf denen die fünf Staubfäͤden sitzen. Ferner gehört zum Gattungs⸗Charakter die Glockenform der Blu⸗ menkrone, die oben in fünf Einschnitte getheilt ist. Von diesem Merkmahle der Gattung weichen unter acht und achtzig berannten Arten bloß die fünfeckige, die schön blühende und die Bastard⸗Glockenblume (Qampanula pentagona, Speculum und hybrida) ab, deren Blumenkrone radförmig ist. Die Saamenkapsel steht allezeit unter der Blumenkrone, ist drey⸗, auch fünffächerig, und springt entweder ohen, oder zu den Seiten, gewöhnlich in fünf Löchern, auf. Der Kelch ist meistens fünftheilig/ und die Einschnitte desselben sind zurück geschlagen und bedecken bey mehrern Ar— ten die Saamenkaypsel. Die letztere Form finden wir unter andern bey der groß blühenden Glockenblume, die in allen unsern Gärten gezogen wird. Man nennt diese Art auch wohl Marietten oder Glocken von Canter⸗ Iuh. é Giagb, De M Ir u gllet I goß, uũ dit N Sun Eue sntn N be fline, Ehre s⸗ N geli hu S Ineg uneg. Hthd Ilhe Et fn WEi Wutt Ouungs; Jum d— ämlich nih hützung un lappen, di men ziehi erner gehat der Blu⸗ etheilt ist chen unter fünfeckige, lockenblume Wbricle) dl, gamenkipsl tey/ d bder zu N iehten V andern beh Fennt dit Canla⸗ 17 175 bury. Sie hat einen einfachen, nicht sehr ästigen Stengel, der überall mit scharfen Haaren besetzt ist. Die Blätter sitzen wechselsweise am Hauptstengel, sind lanzetförmig, scharf anzusühlen, am Rande et—⸗ was gekerbt und wellenförmig gebogen. Die Blumen sind groß, in fünf Einschnitte getheilt, die am Rande mit wimperförmigen Haaren besetzt sind. Die Farbe der Blumen ist blau, weiß oder purpurroth. Eine recht schöne Art, bey der auch die Ein— schuitte des Kelches die Saamenkapseln bedecken, ist die bartblüthige Glockenblume, die Ihre kleine Helene einst nach Hause brachte, als ich die Ehre hatte, Sie in L... zu sehen. Diese Art liebt die gebirgigen Gegenden, und zeichnet sch dadurch aus, daß der einfache Stengel nur mit wenigen und kleinen Blättern besetzt ist. Die meisten Blätter kommen aus der Wurzel, sind lanzetförmig, stumpf, glattrandig oder obenhin gekerbt, scharf, wie r gaunze Stengel. Die Blumen kommen in einer ein⸗ fachen Traube an der Spitze des kaum spaunenlan⸗ gen Stengels, stehn nach Einer Seite und sind inwen-⸗ dig mit vielen langen krummen Haaren besetzt. Auch gehören hieher: die schlitzblättrige Glochenblume, vom Libanon, die sich durch den 17 Ueberzug von kurzen/ weichen, feinen Haaren und durch den ästigen Bau auszeichnet; die goldfarbe⸗ ne, von der Insel Madeira, deren Kelche fleischig werden und deren Blüthenstand rispenförmig ist. Bei⸗ de sind eine vorzügliche Zierde unsers botanischen Garteus. Ich glaubte sonst, daß die Wunderblume, die Kotzebue in Sibirien sah, eine Glockenblume von dieser Art war. Es giebt nämlich in Sibirien eine punktirte Glockenblume, deren Blumen so groß, wie die Blumen der Kaiserkrone, dabey über⸗ hängend, inwendig mit rosenrothen Punkten auf wei⸗ sem Grunde geziert sind, und deren zurück geschlage⸗ ne Kelch-⸗Einschnitte die Kapsel bedecken. Allein seitdem Herr von Kotzebue die Güte gehabt hat, mir schriftlich genauere Bestimmungen dieser Blume anzugeben, seitdem ich sie besonders von meinem würdigen Freunde Swartz in Stockholm selbst er⸗ halten habe, bin ich anderer Meinung geworden. Die übrigen Glockenblumen, deren Kapseln von den zurück geschlagenen Kelch⸗ Eiuschnitten nicht be⸗ deckt werden, unterscheidet man nach der glatten oder scharfen Beschaffenheit ihrer Blätter. Sie haben in Ihren Gärten die yyramidenartige Glocken⸗ blume, mit glatten, herzformigen, gesägten Blät⸗ ul/ di Steugil Cie hih Hen⸗/t are H. e schn unet E N Ilen Hr Ium. N K die ra her Y. H n Ri Wol W5 Mlus, 1 M Württ luh N RIu Wu 30 aten ITdfarhe— e feischz iz ist. Bun botanischen uderblume, lockenblume u Sibjrig en Blumen dabey ube⸗ en auf ti⸗ geschlage u. Allel gehaht ha eset Bumie meilen u selhst A yolden. apseln us nicht de latten oder haben i lockel— ten Vll⸗ 17⁷ tern, die desto schmäler werden, je höher sie an dem Stengel stehn, und mit sitzenden Blüthendolden: Sie haben die amerikanische, mit glatten, theils herz=⸗, theils lanzetförmigen Blättern und gewim— perten Blattstielen, mit Blumen, die nach Einer Sei— te stehn und sehr tief eingeschnitten sind. Dagegen können Sie die scharfe Beschaffenheit der Blätter bey der gemeinen Glockenblume finden, die in allen Hecken und Dornenbüschen so häufig vor— kommt. Sie hat einen eckigen Stengel, eyförmi⸗ ge, etwas herzförmige, gestielte, gezähnte Blätter, die rauhhaarig sind. Die Blüthenstiele kommen aus der Blattachsel, theilen sich allezeit in. drey Zweig⸗ lein; die Kelche sind hackerig und mit Wimpern an den Rändern der Einschnitte umgeben. Die Farbe der Blumen ist auch blau und weiß. Außer den Glockenblumen sind auch die Convol-⸗ vulus-Arten und die IJpomöen gemeine Beyspiele aus dieser Klasse. Beide Gattungen machen eine naturliche Gattung aus, und unterscheiden sich nur durch den einzigen Umstand, daß bey den Ipomden die Narbe des Pistills kugelförmig und einfach ist, bey der Gattung Cenvolvulus aber sind zwey Nar⸗ ben. An dieses Merkmahl hat sich aber selbst Linns Zweyte Sammlung. 12 178 nicht genau gebunden, indem er den rothen Convol⸗ yulus, den wir in Gärten so häufig ziehn, mit Un;⸗ recht zu der ersten Gattung zählt, da er eine kuge⸗ lichte einfache Narbe hat. Auch nennt ihn Jae— guin seit ein Paar Jahren wirklich Jpomöa. Uebri⸗ gens haben beide Gattungen mehrere gemeinschaftliche * Merkmahle: die meisten sind Liannen oder Schling— pflanzen: sie haben eine schöne glocken-oder trich⸗ terformige Blumenkrone, deren Rand in fünf Spit⸗ —* zen oder größere Lappen auslaäͤuft, und eine meistens dreyfächerige Kapsel, die vom Kelche bedeckt wird. Unter den eigentlichen Convolvulus-Arten erin⸗ nere ich Sie nur an die Zaunwinde, die durch ganz Deutschland an Hecken und Zäunen häufig vor⸗ kommt und sich durch ihre schönen großen weißen Blumen auszeichnet. Die Blätter sind herz⸗pfeil⸗ förmig, mit stumpfer, buchtiger, gezöhnelter Grund⸗ fläche: die Blattstiele sind oben gefurcht und bis zwey Zoll lang: die Blüthenstiele kommen aus den Blattachseln, sind vierseitig und tragen nur Eine Bluüme. Außer dem eigentlichen fünfblättrigen Kel— che ist noch ein äußerer zweyblättriger da, dessen Blatte man auch als Blatt-Ansätze betrachten kann. W 1 ichtt. Hunige shstk NINH YI en& HNN an s Hücch Ri A Mlalh I9 lheh Ryen Cunnul ha, mit I er eine kup t ihn Jag möß. Uh Rinschaftlih der Schlihy oder tuid eine meistn edeckt rit Mten a ei die duh uhaufg roßen Rujn hetz rfd zelter Grunt tcht uud l men aus d & nur Eie ittrigen Kl da, desth betlachel 170 Auch der schöne himmelblane Convolvu⸗ lus(C. Nih, den Ihr Gärtner so häusig zieht, ist ein zächter. Er zeichnet sch durch die herzsörmigen drey⸗ lappigen Blätter, durch die zur Hälfte in fünf Ein— schnitte getheilte Blumenkrone, und durch die sehr kurzen Blüthenstiele aus. ö Aber der rothe Convolvulus ist eine Ipomäa, weil er eine kugelichte Narbe hat. Seine Blatter sind herzförmig und unzertheilt: die Blathenstiele sind am obern Ende verdickt und gehn in den mit Höckern und scharfen Haaren besetzten Kelch über. Die Farbe der Blumen ändert sich gar sehr ab: sie geht alle Schattirungen von Weiß, Blau und Roth durch, und es pflegen immer fünf deutlich unterschie— dene Streisen vom Rande der Blumenkrone sich bis auf den Grund zu erstrecken. Dies sind die Saft⸗ mäler, die zu dem Hönig- Werkzeuge hinführen. Das letztere ist bey allen Ipomöen und Convolvu-⸗ lus⸗Arten ein fieischichter Körper, der den Frucht— knoten im Grunde der Blumeukrone umgiebt. Die Blumen werden nur des Morgens von Bienen un andern Insecten besucht. Die Zartheit des Baues der Blumen macht, daß sie nur bis Mittag geöffnet bleiben und sich alsdann schließen; es müßte denn 14* 18⁰ ein trüber Tag seyn, wo nicht so viele Reize auf sie wirken und ihre Kraft erschöpfen können. Der schöne dreyfarbige Convolvulus ist ein ächter, denn er hat zwey fadenförmige Narben. Er windet sich nicht, und seine Blätter sind fast spa⸗ thelförmig; die züngern haben lange, weiche, wim— perartige Haare, die ältern aber sind glatt. Die Bluthen kommen einzeln aus den Blattachseln auf langen haarigen Stielen: der Kelch ist ebenfalls haarig und theilt sich in fünf eyförmige Blättchen: die Blumenkrone ist blau mit gelbem und weißem Grunde. Die schöne gefiederte IJpomöa, die man auch mit dem mexicanischen Namen: Quamo elit, belegt, und die eine große Zierde unserer Treibhäu⸗ ser ausmacht, ist eine wahre Ipomöa; denn sie hat eine kugelichte Narbe, die, durch das Mikroskop au-⸗ gesehn, aus unzähligen Drüsen zu bestehen scheint. Sie hat halbgefiederte Blätter, deren Einschnitte äußerst schmal und linienförmig sind, und die Blüͤ— then stehn einzeln auf besondern Stielen. Sie zeich— nen sich durch ihre prachtige scharlachrothe Farbe aus. De ghbu Zut il auh HleR de de Rhle d e uu de 0 Rnh geha LHaßtt seiche 0 sinft sj Hhis Nae se u. volvulusi mige Nun sund fast su weiche, nin d glatt. I lattachseln au ist ebensth ige Blättchn u und wesßen öa, de nu Quamoelit serer Treibhi denn se u Mikroskop estehen schet en Eiuschiit und die V m. Sie z hrothe ul 181 Die große Familie der Dolden-Pflanzen gehört ebenfalls zur fünften Klasse; aber es ist zur Zeit kaum möglich, von jeder Gattung bestimmte und auszeichnende Charaktere anzugeben. Die Natur hat alle diese Gattungen unterschieden, und man sollte ge⸗ rade bey diesen Pflanzen lieber bloß natürliche Merk—⸗ mahle aufstellen, als seine Zuflucht zu künstlichen Cha⸗ rakteren nehmen, die weder völlig unterscheidend, noch auch bey allen Arten derselben Gattung anzutreffen sind. So wird vom Haarstrang Peucedanum) als Gattungs⸗Charakter der gestreifte und mit einer Flü⸗ gelhaut umgebene Saame angegeben. Allein auch das Laserkraut, die Angelik und die Pastinake haben der— gleichen Saamen. Vom Bubon heißt es, die Saamen seyn zottig. Dies paßt nur auf eine einzige Gattung, nämlich auf das steife Bubon; die übrigen Arten haben glatte, und das maeedonische hat borstige Saamen. So ist es unrecht, bey der Hirschwurz die eingebogenen und ausgerandeten Kronenblätter als künstlichen Gat—⸗ tungs⸗Charakter aufzustellen, da viele andere Gattun⸗ gen dieser Familie, z. B. der Koriander, die Hunds⸗ Petersilie u. s. w., dasselbe Merkmahl haben. Meines Erachtens ist es bey so sehr verwandten Gattungen durchaus nöthwendig, alle Merkmahle, unter * r: hat 761 asne Nanzen 2* en, Zattunger 3 + ii E Cil⸗ — Röt der Stunn Charakten uN hat untz Frucht tiuz die Pflag ybllkomya vornügich so muß m Saame auh Sad amen l keife. Dun selhit gidt je Form d 1 neisten Dol V Iel„ Neubl CU/ ild knotens l. % Eio⸗ — I HI so daß R 183 äußern eben so groß und so gestaltet sind, als die innern, oder man bemerkt, daß sie, wie beym Ko— riander und vielen andern Gattungen, am äußern Umfange der Dolde größer und ausgebreiteter sind. Es kann indessen dies Merkmahl höchstens zur allge— meinen Unter-Abtheilung, keinesweges aber zur Un⸗ terscheidung einzeler Gattungen dienen. So wird man auch die Hüllen, ihre Gegenwart oder Abwesenheit und ihre abweichende Formen, als Charaktere zur Unter-⸗Abtheilung oder zur Bezeichnung der Gattun⸗ gen gebrauchen können. Selbst die Form der Dolden dient bisweilen zur Unterscheidung; bey der Gattung Sesel sind sie kugelicht, wenigstens sehr zusammen gedrängt. Nach diesen Grundfätzen müssen wir verfahren, wenn wir in dem schwierigen Geschäfft, die Dolden-⸗ Pflanzen zu bestimmen, Fortschritte machen wollen. Ich wähle zuerst die Gattung Dill, deren Arten in allen Gärten so gemein sind. Ihren Gattungs⸗ Charakter würde ich so ausdrucken: Eine Dolden- Pflanze, mit gesiederten Blättern und äußerst schma⸗ len, liniensörmigen Blättchen. Der Dolde fehlen so wohl die allgemeine als die besonder Hüllen. Die Bluthen sind gelb, und die einzelen Kronenblät⸗ 183 ter nicht eingeschnitten, aber eingebogen. Von den Saamen hat jeder vier längliche Furchen und fünf scharfe Ribben, und sie sind an den Seiten zum Theil etwas häutig. Die gemeinste Art dieser Gattung ist der ge— wöhnliche Dill, dessen auszeichnender Charakter in der flach gedrückten Beschaffenheit und dem häuti— gen Rande der Saamen und in den flachen Ein— schnitten der gefiederten Blätter besteht. Die zwey— te Art ist der Fenchel, der fast eben ein solches Ansehen hat, als der gewöhnliche Dill; nur daß er höher wächst, daß die einzelen Einschnitte seiner Blät⸗ ter oben rinnenförmig gefurcht, und die Saamen nicht flach gedrückt, mit keinem häutigen Rande eingefaßt, sondern im Durchschnitte völlig zugerundet, nach ei— ner Seite etwas erhaben, nach der andern ausge— höhlt, übrigens eben so gefurcht sind, als die Dill⸗ saamen, nur daß hier die Ribben der Saamen, so lan⸗ ge sie jung sind, keine scharfe, sondern abgerundete Ecken bilden. Noch eine dritte Art ist der portugie— sische Ackerdill, dessen unterscheidende Merkmahle in der Kleinheit seines Wuchses,(er wird kaum über eine Spanne lang,) und darin liegen, daß die ober— sten Stengelblätter dreymahl dreyfach sind. Der gen ud tusheh Fleen Dulhen⸗ Sen uit Mob Nb heh el MN och den llt g Rurcht Iu ei⸗ Ihtth Ethge l 1 f h i rsilt Ha l yeth . Du den den ind sin zum Tyij ist det g Harakter h dem hätt⸗ flachen Ei Die zueh ein oche hur daß a e seine dit Zuamen iich de eingestt, det, nach th dern autge Us die Dil men/ so lun Abgerundek r portugit Merkmahl faum ule die Iber 185 Der Kümmel sieht dem Dill in der natürli— chen und künstlichen Ordnung am nächsten. Er un—⸗ terscheidet sich aber als eigene Gattung durch einen kleinen Blatt⸗Ansatz, der die Stelle der allgemeinen Dolden⸗Hülle vertritt, und durch eine andere Form der Saamen. Diese sind zwar auch gefurcht und mit Ribben versehn, aber die Furchen sind flach, und die Ribben bilden abgerundete Ecken: auch erscheint jedes einzele Saamenkorn im Durchschnitte viereckig. Als Merkmahl des sinnlichen Eindrucks könnte man noch die Farbe der Blüthen zu Hülfe nehmen, in— dem diese weiß sind. Die Blätter sind übrigens dop— pelt gefiedert, und die Einschnitte an der Mittelrippe durchkreuzen sich, indem sie sich aufrichten. Außer den eigentlichen Blättern sitzen noch vielfach einge— schnittene Blatt-Ansätze an den Stellen, wo sich die Stengel theilen. Eine andere sehr gemeine Dolden-Gattung, der auch so wohl die allgemeine als die besondere Helle fehlt, ist der Selleri, wozu man als Art die Pe-⸗ tersilie rechnet. Daran thut man, meines Erach— tens, Unrecht, wenn einmahl die Gegenwart oder Ab— wesenheit der Dolden-Hüllen über die Unterschiede der Gattungen entscheiden soll. So oft ich Peter— 186 lllie blůhend gefunden, habe ich allemahl nicht bloß besondere Hüllen, sondern auch allgemeine bemerkt. Die letztern stehn freylich mehr auf Einer Seite und fallen bald ab, aber sie sind doch da. Dem Selle— vi hingegen fehlen die Hüllen gänzlich: seine Saa⸗ men sehn den Kümmelkernern, in Rücksicht der Fur⸗ chen und Ribben, ähnlich; nur sind sie nicht läng⸗ lich, sondern kugelicht und bauckicht. Die Blätter sind gesiedert: die einzelen Blättchen rundlich oder eyförmig, dreylappig, gesägt: die Stengelblätter sind schmäler und eigentlich keilförmig. Die Stellen allgemeinen Hülle vertreten die Stengelblätter, und die Dolden find also eigentlich nicht gestielt. Die Farbe der Blüthen ist weib. Wilden Selleri finden Sie an Wassergräben ziemlich häufig; er un⸗ terscheidet sich aber vom Garten⸗Selleri nur als Abart durch den milden Geschmack der Wurzel. Die Petersilie ist durch folgende Merkmah— le wesentlich von dem Selleri unterschieden. Sie hat aligemgine und besondere Dolden⸗Hüllen: die Saamen sind nicht kugelicht, sondern eyförmig, und die heryvor stehenden Ribben ragen auch oben als Spitchen hervor. Sonst sind die Saamen eben so gefurcht: als die Kümmel⸗ und Selleri⸗Saamen. Lchriget Känzeh sachr 6 in d am El mn si Bltthe R.⸗ 9 9 W V licht eine henal, jer Seite un em Selle .NNI ucht Oer Iüh e licht lih naelbl Stengelbl nicht geßiek Dilden Seln äufg; er l Aeri nur t Guveal Wurzel. Hüllen: N rmiz/ M ich bben Y men eben i:Saahh 187 Uebrigens sind die Blätter auch dopyelt geftedert und glänzend grün: die Einschnitte sind meistens drey⸗ fach, aber lͤͤnglich, in der Jugend etwas keilförmig, in der Folge aber oben und unten gleich breit, und am Stengel werden die Einschnitte so schmal, daß man sie linienförmig nennen kann. Die Farbe der Blüthen ist weiß⸗grünlich. Unter der Retersilie wachsen zwey schädliche Dol⸗ den⸗Pflanzen, deren Blätter nur von ungeübten Au⸗ gen mit den Petersilien-Blättern verwechselt werden können: die Hunds⸗Petersilie und der Schier⸗ 7 ling. Der letztere ist freylich giftiger als die erste⸗ re; a aber auch die Hunds⸗Peterslie gehort zu den sehr schädlichen Gewächsen, da mir mehrere Fälle bekannt sind, wo der Genuß ihrer Blätter Uebelkei⸗ ten, Erbrechen, Schwindel, Zuckungen und Betäu⸗ bung hervor gebracht hat. Wenun, wie gewöhnlich, die Hunds-Petersilie un⸗ ter der ächten Petersilie steht; so werden Sie so⸗ gleich, auch wenn beide Pflanzen noch nicht blähn, an dem dunkeln glänzenden Grün und an den keil⸗ sörmigen, breitern Einschnitten der Vlätter die ächte Petersilie erkennen. Die Dlätter der Hunds⸗Meter⸗ silie haben ein mattes Grün, und ihre Einschnitts 188 sind viel schmäler und eigentlich lanzet-linienförmig. Da diese Pflanze ein Sommergewächs ist, so schießt sie auch immer eher in die Blüthe als die zweyjäh⸗ rige Petersilie. Sobald sie zur Blüthe kommt, kann sie durchaus Jeder gleich beym ersten Anblick von der Petersilie unterscheiden. Sie hat nämlich zwar keine allgemeine, aber sehr ausgezeichnete besondere Hüllen: diese sind dreyblättrig und hängen nur auf Einer Seite herab. Die Saamen sind oval, tief und scharf gefurcht, und sämmtliche Ribben laufen oben in eine einzige Spitze zusammen, statt daß die Saamenribben der ächten Petersilie oben in lauter einzele Spitzchen auslaufen. Was den Schierling betrifft, so kommt dieser gleichfalls unter der gemeinen Petersilie als Unkraut vor. Aber diesen zu unterscheiden, hat man ein un⸗ verkennbares Merkmahl des sinnlichen Eindrucks, nämlich den widerlichen, muffigen, ekelhaften Ge⸗ ruch, den die Blätter und die ganze Pflanze verbrei⸗ ten; dagegen fällt die Petersilie durch den angeneh— men kräftigen Geruch ihrer Blätter auf. Auch sind die Blätter noch viel feiner zertheilt, als bey der Pe⸗ tersilie: jeder Einschnitt ist wieder halb gefiedert. Der Hauptstengel, oft auch die einzelen Blatt- und glathen scheab/ Den A hstel. sundere/ Rehrett geuinpe Indlich 2 iMall F U .sf gene Juche RH lmnierfimng is, so shiet die zweysi ommt, ken Anblick n mlich zun lete besonder ngen nut au d oval, ti Ribben kuft statt daß h⸗ hen in lalu kommt dit als Uukrut man ein l 1 Eindtuck selhasten G anze verbet en augeneh Auch sih bey det xN 0 gefiedel. Blatt/ 189 Blüthenstiele, sind mit rothen Punkten und Flecken besetzt. Dies alles sind Merkmahle des äußern An— sehens, die noch nicht so wesentlich sind, als die aus den Dolden-Hüllen und der Form der Frucht ent—⸗ lehnten. Der Schierling hat nämlich nicht bloß be— sondere, sondern auch allgemeine Hüllen, die aus mehrern lanzetförmigen, am Rande weißen und fast gewimperten Blättchen bestehn. Die Saämen sind rundlich, mit fünf abgerundeten Ribben versehn, welche wieder in die Quere gekerbt oder geriffelt sind. Dies letztere ist ein vortreffliches wesentliches rerkmahl, wodurch sich der Schierling am be— stimmtesten von den übrigen Dolden-Pflanzen un— terscheidet. Den gemeinen Ger sch oder Geisfuß, den man in allen Gärten als Unkraut so häufig findet, und der im Frühling als Sprossenkohl gegessen wird, kann man von den übrigen Dolden-Pflanzen kaum durch wesentliche Merkmähle unterscheiden. Er hat weder allgemeine, noch besondere Hüllen, und längliche, mit Furchen und Ribben versehene Saamen: dies sind die Gattungs-Merkmahle, welche man ihm beylegt; allein diese Merkmähle unterscheiden ihn eben so we— nig vom Dill als von der Bibernell. Einige Botani⸗ 190 ker, z. B. Crantz und 120 ihn daher zum Liebstöckel, von welchem ch dennoch durch die Abwesenheit aller Dolden 910 iiiimi Will man genau seyn, so wird man freylich in der Form der Saamen etwas Eigenes sinden. Sie sind nämlich an beiden Enden verdunnt; die Ribben sind schmal und V die Furchen breit und dunkel. Aber vor⸗ zͤͤglich muß man, um die Pflanze zu unterscheiden, auf den Charakter der einzigen Art, welche es davon giebt, Rücksicht nehmen. Die Blälter sind nämlich an der Wurzel gesiedert, am Stengel nur dreyfäch: die Blättchen sind unten oval und stumpf, oben lan⸗ zet förmig und zugespitzt, eingeschuitten, gezähnt; und kommen mit den B lattern der Angelik überein, weßhalb sltere Botaniker den Gersch auch wilde Angelik nann⸗ ten. Allein der Mangel aller de unter⸗ scheidet den Gersch von der Angeliken 2 3— Pastinake gehört auch zu denen D Dolden⸗ Die P Pflanzen; welchen die Hüllen fehlen: allein sie unter⸗ scheidet sich als besondere Gattung durch die sehr flach gedrückten, mit einer Hant eingefabten, und nur in der Mitte mit drey seichten, aänglichen Streifen ver⸗ seheuen Saamen. Es giebt nur noch eine einzige Gattung aus dieser Unterordnung der Dolden⸗Pstan⸗ / R GSaatmeh fl: d Guel O H fic gefch 0 funp fi e Dir Ful In tusch Heshr E HU silf mii herire Euschei han cRur Cunfi is zj Sh Inlt Ut Noch durch AUU lche es Run sind nawsch nur dreysach yf/ vben lun gizühuty u0 reih/ Welhah An gelik hanp Hüllen mi uilich. che I Vuld V eil sie Auteh die seht sad und nut trei seh ve l ii dell/ Piz 194 ‚ zen, denen die Hüllen fehlen, bey welcher auch die Saamen flach gedrückt und mit einer Haut eingefaßt sind: das ist die Thapsia; aber bey dieser sind die Saamen oben und unten tief ausgerandet, und die Flügelhäute stehn ab. hat überdies ein—⸗ fach gesiederte Blätter, und eyförmige, eingeschnitte⸗ ne, stumpf gezähnte Blättchen, von denen das äußer⸗ ste in drey große, sehr kief gehende Lappen getheilt ist. Die Farbe der Vlüthen ist gelb. Die Pflanze wächst überall bey uns wild, und die in Gärten gezogene un⸗ terscheidet sich bloß durch die Stärke und den milden Geschmack der Wurzel. Sie erinnern sich, meine gnädige Frau, des leb⸗ haften Streits, den Ihre„ehrbare Schaßnerinn“ einst mit dem treuen Gärtner über Kerbel und Käl⸗ berkroyf führte. Dieser Streit wurde mir zur Eutscheidung vorgelegt, und ich hatte die Ehre, Ih—⸗ nen damals die Unterschiede beider Pflanzen auschau⸗ lich zu machen. In der That war es„der sinnigen Eurykleia nicht zu verdenken, wenn sie meinte, in diesen Unterschied könne sich nur ein Professor finden. Beide Gattungen, Kerbel und Kälberkropf, haben nämlich selten eine allgemeine Hülle, und die be⸗ sondere, welche beständig zugegen ist, hat bey beiden 192 Gattungen dasselbe Ansehen. Auch die Saamen sind bey beiden lang gestreckt und oben zugespitzt. Es ist durchaus kein anderer Unterschied zwischen beiden Gat— tungen, als daß bey der einen die Saamen glatt und ohne Furchen und Ribben, bey der andern aber wink— lig, rauh, mit Furchen und Ribben versehn find. Aber in der Anwendung dieses an sich sehr guten Merkmahls weichen die Botaniker sehr von einander ab. Der Kälberkropf soll eigentlich ganz glatte Saamen haben, und der Kerbel rauhe, oder winklige und gefurchte: allein die meisten Arten, die gewöhnlich zum Kuölber— kropf gerechnet werden, haben gefurchte, winklige oder gestreifte und rauhe Saamen; dagegen sind die Saa— men des gemeinen Garten-Kerbels fast ganz glatt. Wir thun also besser, wenn wir jenen Gattungs-Cha— rakter gerade umkehren, und dem Kerbel glatte, dem Kälberkopf aber winklige, rauhe oder gefurchte Saa— men geben. Mehrere berühmte Botäniker haben auch schon diese Aenderung getroffen, unter denen ich Ihnen bloß einen meiner würdigsten Freunde, Roth in Ve—⸗ gesack, nennen will. Uebrigens ist der Kerbel, wie Sie wissen, ein Sommergewächs, welches sich, wenn es noch jung ist, durch das sehr feine, mattgrüne, wei— che und zarte Laub und den angenehmen Geruch des— tben l Niohsach men aus D alhg II WV sistg siles de Kichen: D⁰ getde Iug/ om E bl luges b Itgeg sidelh n i N Ichch M st H R7Hil uh Rudt H I- Eunn sud gespizt. Ez i hen beiden Oa Imen glatt un dern ader nin sehn fnd. Au ten Merkuah der ab. du Zaamen hihn und gefurcht ch zum Kilbe , Minklige sind die E sast ganz glat attungs C hel glatte/ du gefurchte E ser haben nuh euen ich Iun Roth in Y ubeh meei jch, Wenn tarüne, Geruch A 193 selben auszeichnet. Die Blätter sind doppelt oder dreysach gefiedert, ungemein fein zertheilt, und kom— men aus häutigen, weichhaarigen Scheiden hervor. Die allgemeine Dolden-Hülle fehlt oft; die beson-⸗ dere besteht aus sehr schmalen, länzetförmigen Blätt⸗ chen. Die Saamen sind lang gestreckt, nicht gefurcht und fast ganz glatt, an der Spitze mit den beiden Pi⸗ stillen versehn, die als Pfriemen hervor stehn, und zeichnen sich durch ihre schwarze Farbe aus. Der gemeine Kälberkropf, besser wilder Kerbel, hat fast eben solche Blätter, als der Schier⸗ ling, und man kann ihn, ehe er blüht, nicht anders vom Schierling unterscheiden, als durch den Mangel jener blutrother Flecke, womit der Stengel des Schier⸗ linges besetzt ist: der Stengel des wilden Kerbels ist dagegen bloß gefurcht, und die Gelenke desselben sind ein wenig angeschwollen. Schießt das Gewächs aber in die Blüthe, so wird man gleich einen beträcht⸗ lichen Unterschied darin finden, daß der Schierling nicht bloß besondere, sondern auch allgemeine Dol— den⸗Hüllen hat, und wenner gar Saamen ansetzt, so ist der Unterschied unverkennbar. Statt der rundlichen, gefurchten und gekerbten Saamen, die der Schierling hat, sind die Saamen des wilden Kerbels sehr lang Zweyte Sammlung. 13 — SSSSS —.— 19⁴4 zugespitzt und an der Spitze mit zwey Stacheln, wel— che die stehen gebliebenen Pistille sind, versehn, übri— gens ganz glatt. Diese beide Gewächse, der gemeine und der wilde Kerbel, gehören also in Eine und die— selbe Gattung. Die übrigen Arten, die man sonst entweder zum Kerbel oder zum Kälberkröpf rechnete, muß man unter dem Namen: Kälberkropf, ver⸗ einigen, weil ihre Saamen durchaus gefurcht, oder gestreift, oder rauh sind. Dahin gehört der knollige Kälberkropf, der in unsern Vüschen und Wäldern so sehr gemein ist, und leichter noch als der schon beschriebene wilde Kerbel mit dem Schierling verwechselt werden kann, da er ebenfalls einen rothfleckigen Stengel hat. Allein folgende Merkmahle unterscheiden ihn hinlänglich: Er hat nämlich eine knollige Wurzel: sein Bau ist viel straffer und schmäler, als das äußere Ansehen des Schierlinges, dessen Aeste sich weit und flattrig aus—⸗ breiten: die Blätter sind zwar auch dreyfach gefiedert, allein die einzelen Blättchen und Einschnitte sind un— gemein schmal und linienförmig. Auch haben die Blattstiele und Blätter unterwärts weiche, weiße Haa⸗ re. Ein Hauptzeichen ist, daß die Gelenke des Sten⸗ gels ungemein stark aufgeschwollen sind. Der Stengel Konmt Remreit chel s IMcht, Hatbil⸗ O ri chtriht: oer l G bethn u N Huch ei Vab all Lahlal N Ifit eachnt Etachch, 0 versehn, In e/ der genn Eine und die man sinz Ektopf ahnn erkteyf, n gefurcht, e Talberken so seht genm schriebene niht elt werden kan, Rgel hat. Mut hinlängich:& ein Bau it e Auschen d8 nd flattrig dl⸗ eyfach gefehen hnitte sind i luch habet nke des Eih Oer Eiun 195 ist nur unten etwas rauhhaarig, oben aber glatt. Kommt die Pflanze zur Blüthe, so zeigt sie keine all⸗ gemeine Dolden-Hülle, und endlich sind die Saamen eben so lang zugespitzt und oben mit zwey Pfriemen besetzt, wie die Saamen des gemeinen und wilden Kerbels, aber sie sind zugleich gefurcht. An einigen Orten wird die knollige Wurzel als Salat gegessen; aber ihr Genuß bringt oft Schwiudel, Erbrechen und andere üble Folgen hervor. Eine andere Art ist der berauschende Käl⸗ berkropf, der auch an Hecken, Zännen und auf wü⸗ sten Plätzen bey uns sehr häufig wächst. Er hat zwar auch einen gefleckten Hauptstengel, dessen Gelenke et⸗ was angeschwollen sind; allein der ganze Stengel so wohl als die Aeste, Blatt⸗und Dlüthenstiele, wie auch die Blätter, sind mit scharfen Haaren besetzt, und die Einschnitte der Blätter sind breit und an der Spitze stumpf. Die allgemeine Dolden-Hülle ist bisweilen da, und besteht aus wenigen Blättchen. Die Dolden selbst hängen herab, ehe sie sich aufgeschlossen haben. Die Saamen sind lang gestreckt, unten etwas dünner als oben, wo sie auch mit den stehen gebliebenen Pi— stillen als Pfriemen besetzt sind. Wenn sie zur völli⸗ gen Reife gekommen, so sind sie ebenfalls gefurcht in der Jugend aber glatt. 13⁰ 196 Seltener ist bey uns der rauhhaarige Käl⸗ berkropf, den man am Harze und in Schlesien bis⸗ weilen findet. Sein Stengel ist zwar gestreift, aber an den Gelenken nicht geschwollen und nicht fleckig. Die Blätter und Blattstiele sind überall mit rauhen Haaren besetzt, doppelt gefiedert; die Blättchen ziem⸗ lich breit, lanzetförmig und halb gefiedert; und die Laypen eingeschnitten und gesägt. Die allgemeine Dolden-Hulle fehlt. Die Saamen sind, wena sie reif geworden, lang zugespitzt, gefurcht und mit weit abstehenden Pfriemen gekrönt. In der Lausitz und in Schlesien wächst der ge⸗ wurzhafte Hälberkropf, dessen Stengel mit noch steifern, fast borstigen Haaren besetzt ist. Die Wurzel hat einen starken gewürzhaften Geruch. Die Blätter sind einfach gefiedert, mit breiten und herz— förmigen Blättern, und haben fast das Ansehen der Blätter des Gersch. Die Saamen kommen mit den Saamen der vorigen Art überein. Der goldfarbene Kälberkropf, den man in Thüringen, Schlesien und Oestreich wild findet, hat einen gestreiften, gefleckten, rauhhaarigen Sten⸗ gel, dessen Gelenke aber nicht angeschwollen sind. Seine Blätter sind dreyfach gefiedert, mit weichen omten! seite un sn aohgeb O susf u usthel s d N Reecht ußer Eisch oher H HWlhcte Wlter Iag V aarize Käl⸗ Schleser diz gestreift /n d nicht feiz rall mit musn Blättchen Ien siedert; u N Die allgenen sind/ heln f ht und mit re wächi duf sen Stengl n. hesetzt is. A n Geruch. de reiten und e Nnsehen dr Immen mit du opf/ den nil ich wild slde hagrigen Sit schwollen sih mit wchn 19⁷ Haaren besetzt und sehr tief eingeschnitten. Biswei— len ist eine allgemeine Dolden-Hülle da. Die Saa—⸗ men sind lang gestreckt, ohne scharfe Spitzen, aber mit goldgelben Streifen versehn. Der langsaamige Kälberkropf, den man sönst zu den Kerbelarten rechnete, gehört auch hieher, da seine Saamen gefurcht und rauh sind. Er wächst bey uns unter dem Getraide, und zeichnet sich beson⸗ ders durch die außerordentliche Länge seiner Saamen aus, die bisweilen der Länge des ganzen Pflänzcheus gleich ist. Die Blätter sind dreyfach gefiedert, mit äußerst schmalen, linien-oder selbst fadenförmigen Einschnitten. Die größte Länge des Saamens macht der obere Theil oder der Schnabel aus, der mit schar— fen Borstchen besetzt ist und in zwey Pfriemen, die ver⸗ trockneten Pistille, übergeht. Der Saame selbst oder der untere Theil ist mit Furchen versehn, und die gan-⸗ ze Pflanze ist mit kurzen weichen Haaren besetzt. Der wohlriechende Kälberkropf unter⸗ scheidet sich von dem vorigen schon durch die Größe des Wuchses, indem er bis gegen vier Schuh hoch wird. Die ganze Pflanze riecht nach Anis, und ist üͤberall mit weichen Haaren besetzt. Die Blätter sind äwey⸗ bis dreyfach gefiedert: die Blättchen lanzetför⸗ 198 mig, iief eingefchnitten und gesägt: die besondern Dolden-Hüllen lang und zurück geschlagen, und die Dolden selbst stehn straff aufrecht: die Saamen sind fast einen Zoll lang, dunkel, fünfeckig und mit kurzen Härchen besetzt. Die Pflanze wächst in gebirgigen Gegenden. Der gemeine Kletten-Kerbel gehört auch ei— gentlich zur Gattung des Kälberkropfes. Seine Saa— men sind eyrund, hackrig und oben zugespitzt. Das ganze Pflänzchen wird kaum über einen Schuh hoch, hat einen glatten Stiel, und nur die Blattscheiden und die Ribben der Blätter sind mit Zotten besetzt. Die Blätter sind doppeit gefiedert, sehr fein zerschnit— ten und den Blättern des Garten-Kerbels ähnlich. Die Dolden sind fast nur einfach und enthalten wenig Blüthchen. Doch ich fürchte, Sie mit meinen Dolden-Pllan⸗ zen zu ermüden. Ich breche daher ab, wenn ich nur noch vorher ein Paar Worte über den Flachs gesagt habe, der auch zu dieser Klasse gehört. Als Gat⸗ tungs⸗Charakter können wir theils die Zahl der Pi— stille, deren fünf sind, theils die Zahl der Kelch- und Kronenblätter, deren ebenfalls fünf sind, theils die Form der Kapsel, die fünfklappig und zehnfächerig ist, Hauchie uun ad getf ie Irmnl hedet Keche Vugh ric O Klass M Mi h i f. Ige h Il„ y die kesnker agen, un z e Saamen l und mit kun in gebitzin gehött auh 3. Seine E zugespizt. Iu sen Schuh hih ie Battschehn t Zotten Heig r sein zushit Kerbels ahult. enthalten vant DolbenM „ Penn ichnt Flachs giil Irt. M h die duhl d der Kelch sud/ theit N hrsächn 6 199 betrachten. Der gemeine Flachs unterscheidet sich von andern Arten durch die wechselsweise stehenden, lanzetförmigen, glattrandigen Blätter, durch die spit⸗ zigen Kelche und Kapseln und durch die gekerbten Kronenblätter. Der sihirische Flachs unter—⸗ scheidet sich von diesem bloß durch die stumpfen Kelche und Kapseln, und durch die perennirenden Wurzeln, da jener, wie bekannt, ein Sommerge— wächs ist. XVI. An eben dieselbe. Die schönsten Pflanzen liefert uns die sechste Klasset: selbst unter unsern einheimischen sind wah— re Prachtstücke, wie die Tulpen und Lilien beweisen. Natürliche Familien sind zwar in dieser Klasse, aber es ist sehr schwer, wo nicht gar unmöglich, ihren allgemeinen Charakter anzugeben. Die Lilien kom— men zwar mit den Fritillarien, den Tulpen, dem Af⸗ fodill, dem Spinnenkraut(Antbericum), den Hyaein— then, den Aloden, der Vogelmilch, der Taglilie, der Zeitlose und dem Schneeglöckchen überein: aber zu sagen, worin die gemeinschaftlichen Merkmahle aller 200 dieser Gattungen bestehn, das ist in der That nicht leicht. Indessen will ich versuchen, einen solchen Familien-Charakter für die lilienartigen Ge⸗ wach se zu entwerfen; vielleicht trifft er zu. Es sind größtentheils krautartige Pflanzen, sel⸗ tener Stauden, und noch seltener baumartige Ge— wächse: die Wurzeln kommen bey den meisten aus Knollen oder Zwiebeln. Die Blätter sind gewöhn— lich einfach, saftig und umfassen den Stengel. Die Blüthen stehn meistens auf einem Schafte, und kom— men aus einer Scheide hervor, welche die Stelle des Kelches vertritt. Die Blumenkrone ist entweder sechsblättrig oder sie hat wenigstens sechs Einschnitte. Die Früchte sind meisteus dreyfächerige Kapseln. Unter diesen lilienartigen Gewächsen ist das Schneeglöckchen das früheste. Der Gattungs- Charakter besteht in der dreyblättrigen Blüthen— krone, innerhalb welcher das so genannte Honig⸗ Werkzeug, in Gestalt dreyer ausgeranderter grün und gelb gestreifter Kronenblätter, befindlich ist, und in der pfriemenförmigen Spitze der Antheren. Ich habe lange daran gezweifelt, ob man die drey innern Kronenblätter Honig-Werkzeug nennen könnte, theils, weil ihr Bau nicht viel Drüfichtes verräth; theils, — uul de x 0 Mil seten uf M 0/ d yay ab ullih/ K I R eh' M I u in Swejen uit gel Metar; Udeten Nun kal Nriht, M.fe W Ehl Lablgje. en HaNun Rüs, Mh D icht ntn iicn tigen ge zu. flanzen.% martige meisten als sind gepohe Steugel. Y te/ und kox/ ie Stele u ist entweh VEinschucg, Kapsehz hsen is d Gattuw en Vuthw unte Huui Dertet gii lich it, m heren. Y drey inhen inte/ thest 9; theil 201 weil die Befruchtung, wegen der nahe zusammen um das Pistill her stehenden Antheren, auch ohne In-— seeten erfolgen zu können scheint; theils, weil hier die Absonderung des Honigs über den Antheren ge— schieht, da sonst der Nektar immer eher abgesetzt wird, als die Säfte zu den Antheren gelangen; theils endlich, weil die Pflanze zu einer Jahreszeit blüht, in der es wenig geflügelte Insecten giebt. Aber alle diese Zweifel werden durch die Beobachtung des Ho— nigs in jenen Theilen gehoben, und die grünen Streifen der innern anscheinenden Kronenblätter sind mit gelblichen Streifen vermischt, in welchen der Nektar abgeschieden wird, so wie die innern ausge⸗ randeten Kronenblätter selbst die Safthulle sind. Man kann ihn kosten, und es ist also keine Frage darüber, ob wir diese Theile Honig-Werkzeuge nen— nen dürfen. In der natürlichen Ordnung folgt auf das Schneeglöckchen die Märzblume oder Linn éEs Levkoje. Der unterscheidende Gattungs-Charakter der letztern liegt in der sechsblättrigen glockenförmi— gen Blumenkrone, deren Blätter an den Spitzen ver—⸗ dickt sind, und in dem keulenförmigen Pistill. Das Neetarium hat hier eine ganz besondere Stelle: es 202 ist nämlich das keulenförmige Pistill selbst, und die grünen Flecke an den Kronenblättern sind die Saft⸗ mäler. Uebrigens kommt sie mit dem Schneeglöck—⸗ chen überein, und blüht auch zu gleicher Zeit. Die Nareissen-⸗Gattung zeichnet sich eben⸗ falls durch eine sechsblättrige Blumenkrone aus, de—⸗ ren Blätter aber gleichförmig sind, und in deren Mit⸗ te eine anders gefärbte, einblättrige Safthülle steht und in sich die Staubfäden enthält. Das eigentliche Honig-Werkzeug ist im Boden der Blumenkrone. Im Uebrigen haben die Nareissen den allgemeinen Familien-Charakter der lilienartigen Pflanzen. Die Arten werden nach dem Verhältniß der Safthülle zur Blumenkrone eingetheilt. Bey der weißen oder voetischen Nareisse ist die roth gerandete, tro— ckene, fein gekerbte Safthülle wenigstens noch ein— mahl so kurz als die Kronenblätter, und jeder Schaft trägt nur Eine Blüthe. Haworth's dünnere Nareisse hat auch eine kürzere Safthülle als die Kronenblätter, aber sie trägt fast beständig zwey Blüthen auf Einem Schafte; ihre Blätter sind li⸗ nienförmig und sehr zugespitzt, und die Farbe der Blüthen bleichgelb. Diese Art wird in unsern Gär— ten gewöhnlich Tazette genannt; aber die ächte Mhette CiemS Wnnn sh d auh de Ritge tisser x D Sif In M W Vte Shast N i; ll hat, i 0e U I hishe Ehlste Ilb i I/ sxse I HRW 10 die Eß Schneehlld bue aus, A in deren Ry afthülle sih eigertlich Blumenkron Rallgeweine fanzen. De et Sasthil. veifenn erandete/ H us noch ii⸗ jedet Sait 5dͤͤnnete Hulle als le indig guh ter sud L6 Farbe di sern U die ge 203 Tazette hat breitere Blätter und mehr Blüthen auß Einem Schafte: übrigens kommt sie mit Haworth's dünner Art überein. Die Jonquille unterscheidet sich durch halbrunde Blätter, durch viele Blüthen⸗ die doldenförmig aus Einem Schafte kommen, und durch die Glockenforrm der kurzen Safthülle. Längere Safthüllen hat die gemeine Nar⸗ eisse, die in der Lausitz und Wetterau wild wächst. Die Safthülle ist sast so lang als die Kroneubläͤtter, am Rande wellenförmig gekräuselt und von dunkel⸗ gelber Farbe, da die Blumenkrone bleichgelb ist: die Blätter sind breit und schwertförmig, und auf iedem Schaft ist nur Eine Blüthe. Mit dieser Art stimmt die zweyfarbige Nareisse vollkommen über⸗ ein; nur daß sie fast beständig weiße Kronenblätter hat, und daß die Safthulle glockenförmig und in sechs Lappen getheilt ist. Auößerdem haben Sie noch die morgenlän⸗ dische Nareisse, mit zwey Blüthen auf Einem Schafte, mit einer dreylappigen Safthulle, die fast halb so lang ist als die Kronenblätter, und mit brei⸗ ten, schwertförmigen Blättern. Die Kronenblätter sind weiß und die Safthülle ist gelb. Die wohlrie— chende Nareisse, gewöhulich mit unter den so ge— 204 nannten Tazetten oder Haworth's dünnen Nareissen, hat drey Blüthen auf Einem Schafte; eine Safthülle, die halb so lang als die Kronenblätter und am Ran⸗ de wellenförmig gekräuselt ist. Seltener als die itzt angefuhrten Arten sind: die schöne Nareisse, mit einblüthigem Schafte; einer glockenförmigen, gefal⸗ teten, krausen Safthülle, die um die Hälfte kürzer als die Kronenblätter ist; und breiten schwertförmi⸗ gen Blättern: die kleine Nareisse, der ge⸗ meinen sehr ähnlich; nur in allen Theilen viel klei— ner; mit einblüthigem Schafte; mit einer sechslappi⸗ gen krausen Safthülle, die fast so lang als die lan⸗ zetförmigen Kronenblätter ist: endlich die aufrech— te Nareisse, die von allen andern Arten sich durch den aufrechten Stand der Blüthen, und durch die sehr große glattrandige, goldfarbene Safthülle unterschei⸗ det. Jeder Schaft trägt nur Eine Blume und die Blatter sind scharf zugespitzt. Sie haben, meine theure Freundinn, die Macht⸗ lilie oder das Paneratium,(wörtlich übersetzt: Allmacht,) bey mir blühen gesehn: unstreitig eine der schönsten und wohlriechendsten Blumen, die mir je vorgekommen ist. Sie werden die Uebereinstim⸗ mung dieser herrlichen Blume mit der Nareisse he⸗ uht Imth Gshil llli il M Eis Ubdel Hulicht! Rnhahge se N se Masen Iftung sinnt llin eh mr shöe. lllthige“ Mihep Hn N um 0 hurch IMnaft vHNues ue Gisthil, ind am An; r als dir reissem nigen, geih Hͤlste kuy schwertsürmi se/ dery len viel H. et sichslun als die lup ie guftet/ ten scc duh urch die she unterscht me und de die Macht; übersegt⸗ reitig eite „ die mt hereinstit areisse de 205 merkt haben. Die Machtlilie hat, wie die Nareisse, innerhalb der Blumenkrone eine der letztern ähnliche Safthülle, aber diese ist bey allen Arten der Macht— lilie in zwölf Einschnitte getheilt. Von den durch diese Einschnitte entstehenden spitzigen Loppen tragen die abwechselnden sechs die Staubfäden. Das ei⸗ gentliche Honig-Werkzeug ist im Grunde der Blu⸗ menkrone, und die Jussieu's haben Unrecht, wenn sie die sechsblättrige Blumenkrone hier, wie bey der Nareisse, für den Kelch halten, da sie keine Spalt— öͤffaung auf der äußern Fläche zeigt. Uebrigens stimmt die Machtlilie mit dem Familien-Charakter der lilienartigen Pflanzen überein. Die Art, die Sie bey mir blühen gesehn haben, heißt vorzugsweise die schöne. Sie zeichnet sich vor andern durch die viel— blüthige Blumenscheide,(ich finde eilf bis vierzehn Blüthen in Einer Scheide,) durch die ovalen, an der Grundfläche schmäler zulaufenden Blätter, durch die zum Theil gespaltenen Zähne der Sasthülle, und durch die abwechselnd ausgehöhlten Lappen der Blumenkrone aus. Mit einer andern Art, der an-⸗ genehmen Machtlilie, kommt die schöne sehr überein: allein die erstere hat schmälere, lanzetfor⸗ mige Blätter; die Lappen der Blumenkrone sind alle 2⁰0 ausgehöhlt; und die abwechselnden Zähne der Saft⸗ hülle sind durchgehends gespalten. Zu dieser Familie gehört ferner die Hakenli⸗ lie, wovon Sie die schöne asiatische Art besitzen. Diese Gattung unterscheidet sich durch den dolden⸗ förmigen Blüthenstand; durch die sehr dünne Blu⸗ menröhre, welche sich in sechs schmale, am Ende wechselsweise hakenförmig niedergekrmmte Blumen⸗ blätter ausbreitet; durch den Stand der Vlumen⸗ krone über dem Fruchtknoten; und durch den Stand der Staubfäden auf der Mundöffuung der Blumen-⸗ töhre. Die asiatische Hakenlilie unterscheidet sich von andern durch die lanzetförmigen, sehr scharf zugespitzten, mit einer Rinne versehenen Blätter; durch die größere Länge der Blumenröhre; und durch die purpurrothe Farbe der Blume, die mit weißen Rändern eingefaßt ist. Von dieser Gattung unterscheidet man itzt die Schmucklilie oder den Agapanthus dadurch/ daß hier die Blumenkrone nicht über, sondern unter dem Fruchtknoten sich befindet. Alle übrige Merk⸗ mahle stimmen mit dem Charakter der Hakenlilie überein. Sie haben bey mir die doldenblüthi— ge Schmucklilie gesehn, die sich durch sehr Ihale; Ecaft 9 Kush D Doch ium. laet ah Iuahll sn Vl Linge Iu Nt Hug⸗ da Et Haen D- Ne Gart Nstt ge NWh N uuj hR Mͤse Num ur ehe! Hin H le Ei Hakerli Nt besta den dolhay dünne N am nte Nuna der Blunun h den Guth der Bunih Unterschadt scht sn hen Vitta II mit neijg man iit N s dhuch ndern untt hnge Nut⸗ Hakelle ublüthis durch set 207 schmale, linienförmige Blätter, durch einen langen Schaft und durch die blaue Farbe ihrer Blumen auszeichnet. Die schöne Amaryllis, welche die Gärtner noch immer Iris Ruesien zu nennen pflegen, gehört zu einer andern Gattung. Der Charakter der Gattung Amaryllis besteht in der sechsblättrigen unregelmä— ßigen Blumenkrone, und in den niedergebogenen, an Länge und Richtung ungleichen Staubfäden, die auf der Mundöffnung der Blumenkrone stehn. Ihr Honig-Werkzeug sind sechs Schuppen, die unten an den Staubfäden sitzen. Die übrigen Merkmahle ge—⸗ hören zum Familien-Charakter. Die Laucharten, meine gnädige Frau, und die Garten-Zwiebeln pflegen die Botaniker auch zu dieser Familie zu rechnen; und Sie werden sie deß— wegen nicht tadeln, wenn Sie zu erwägen belieben, daß der Familien-Charakter der lilienartigen Ge— wächse durchaus auf die Laucharten paßt, und daß die unansehnliche Beschaffenheit der Blumenkrone nur eine unwesentliche Abweichung macht. Die Lauch—⸗ arten blühn überdies in Dolden, wie die Schmuck- lilie und die Hakenlilie: auch sitzt ihre Blüͤthenkro—⸗ ne, wie bey der erstern, unter dem Fruchtknoten. 206 Ich weiß keinen andern wesentlichen Unterschied der Gattungen anzugeben, als daß die Staubfäden der Laucharten pfriemenförmig zugespitzt, meistens unten erweitert sind, oft auch oben in drey Spitzen sich en⸗ digen, von welchen die mittlere die Authere auf sich sitzen hat. Die Saftdrüsen am Boden des Frucht-⸗ knotens sind die Nektarien, und die anders gefärb⸗ ten Streifen der Kronenblätter die Saftmäler. Als ein Merkmahl des sinnlichen Eindrucks kann man den besondern Geruch annehmen, den alle Laucharten haben. Dies Gattungszeichen finden Sie vorzüglich bey dem Garten-Porré, der sich uberdies durch fla— che, grasartige Blätter und durch eine scharfe Be—⸗ schaffenheit des Rückens der Mittelrippe von jedem Kronenblatte auszeichnet. Aus den Nebenschößlin—⸗ gen des Porré erhült man das so genannte Perl⸗ lauch⸗ welches sich, als Spielart/ bloß durch feinere Blatter und durch kleine perlfarbene Zwiebeln un⸗ terscheidet. Der Knoblauch hat ebenfalls flache grasartige Vlätter und dreyspitzige Staubfäden, aber in der Blumendolde trägt er auch Zwiebelbrut. Durch das letztere Merkmahl zeichnet er sich wesent⸗ lich von dem Porré aus. Bey den Rockenbol⸗ huV A 110 ale Nihit i 6M ir, All Iet Ieh. Die Rnmn e Sh 5 Hi. 2 inan lilz In Ralsim⸗ such, pie Whuth Rässvij Mhuh s. Di— Ateishid der aubfiden de eistens uptyn Here guf s des uth Iders gesin stmͤͤler. V kann un Horzüglic k. ies durch fi e schatse V. pe von sther Rebenschöflh unte Nerl durch fiinet Iwiebelt u ufalls nadt hflden/ n Zwiebelbcl ssch Misch ockenheh 209 len,(woraus die Franzosen Rocambole machen,) sind alle diese Merkmahle auch: sie haben neben den Bluthen in der Dolde junge Zwiebeln,(vergl. Th. I. S. 257.) dreyspitzige Staubfäden, und flache Blät— ter, aber die letztern sind am Rände sein gekerbt. Ganz anders verhält es sich mit den Schalot⸗ ten. Diese haben gewöhnlich nur an der Wurzel pfriemenförmige Blätter, und einen ganz blattlosen runden Schaft, der länger als die Wurzelblät⸗ ter ist; übrigens sind ihre Staubfäden auch drey— spitzig. Das gemeine Schnittlauch kommt im äußern Ausehen ziemlich mit den Schalotten über— ein; nur ist der Schaft nicht länger als bie pfrie—⸗ menförmigen Wurzelblätter, und die Staubfäden sind einfach, nicht dreyspitzig. Die gewöhnliche Gar— ten⸗Zwiebel, deren Schaft ebenfalls blattlos ist, ist dadurch unterschieden, daß die Staubfäden nur wechselsweise dreyspitzig sind, und daß der Schaft un— ten bauchicht und länger als die runden Wurzelblät— ter ist. Die Winter- oder langen spanischen Zwiebeln sind von den gewöhnlichen bloß dädurch unterschie— den, daß der Schaft gerade so lang als die Wurzel— blätter ist; und die Zwiebeln nicht rund, sondern länglich sind. Zweyte Sammlung 14 210 Ich komme zu den eigentlichen Lilien, die der ganzen Familie den Namen gegeben haben. Das Un⸗ terscheidende dieser Gattung liegt in den Honig-Werk— zeugen, welches längliche Gruben in dem Grunde der Kronenblätter sind, üͤber denen man bey mehrern Ar— ten eine bärtige Saftdecke bemerkt. Bey der wei— ßen Lilie ist die Blumenkrone inwendig glatt und glockenförmig: die Stengelblätter sind zerstreut und lanzetformig. Bey der Feuerlilie ist die Blu⸗ menkrone inwendig mit Haardrüsen besetzt und rauh. Bey der chaleedonischen ist die Blumenkrone zurück geschlagen und inwendig punktirt: die schma⸗ len Stengelblätter besetzen denselben ganz dicht bis unter die Blume. Die Pomponische Lilie hat auch eine zurück geschlagene Blumenkrone, die aber inwendig warzig und, beym Eingange in das Ho— nig⸗Behältniß, gezähnt ist: die Stengelblätter stehn zerstreut, sind dreyseitig und sehr spitzig auch gehn sie nicht so hoch bis an die Blume, wie bey der chal—⸗ cedonischen. Das bekannte Martagon hat auch zurück geschlagene feuerfarbene Blumenkronen, die mit schwarzen Punkten besetzt sind, und wirbelförmig den Stengel umgebende Blätter. De Ihereih; Guunf Hiclucht ½ Mt 05 Neel Rschi NserHn Hüwe! sheg d D I O galbe luste 2 hase f. hm Shch Rhechse Hcst lin In 9, Hie Honig-Wah u Grunehy mehrenn v ey der ge dig glatt in Trelt Jerstreut uh t: die shhn 3 dicht is e Lilit h ne/ die dte iI dis H. lblättet seh Sauch gl bey der all hit u fronen/ Ne vitbelomnt 211 Die Fritillatien kommen mit den Lilien sehr überein: das Honig-Werkzeug ist ebenfalls an der Grundfläche eines jeden Kronenblattes, aber es ist pielmehr eine Falte, die zu einer in der Substanz des Blättes selbst befindlichen länglichen Röhre führt/ aus deren drüsigen, fleischichten Wänden der Honig abgeschieden wird. Die beiden bekanntesten Arten dieser Gattung, die Kaiserkrone und die Schach— blume oder das Kibitz-Ey, unterscheiden sich schon beym ersten Anblick sehr deutlich von einander. Bey jener endigt sich die Blumentraube oben in ei⸗ nen Blätterschopf, und die Blumenkrone hat eine gelbe Farbe. Dagegen trägt das Kibitz-Ey nur Eine bunte Blume auf dem Stengel, der mit wechsels— weise stehenden, linienförmigen, mit einer Rinne ver⸗ sehenen Blättern besetzt ist. Die breitblättrige Schachblume, welche mit der letztern bisweilen verwechselt wird, zeichnet sich durch ihre breitere, mehr längliche Blätter aus, die alle wechselsweise stehn: auch kommt sie etwas früher zur Blüthe als die gemeine Schachblume. Die pyrenä ische Schachblume hat mehrere Blumen auf Einem Stengel, und die untersten Blätter stehn einander gegen über. Die persische Fritillarie hat 14* 212 schief stehende Blätter, und die kleinen Blüthen kommen auf langen Stielen aus den Blattachseln hervor. Auch die Tulpee stimmt mit den Fritillarien in der äußern Form der Blumenkrone sehr überein nur fehlen ihr das Honig-Werkzeug und das Pi⸗ still; die dreylappige Narbe sitzt unmittelbar auf dem rundlich dreyseitigen Fruchtknoten. Die gemei⸗ ne Garten-Tulpe hat stumpfe, inwendig glät⸗ te Kronenblätter; aufgerichtete Blumen; breite, lau⸗ zetförmige, am Rande wellenförmig gebogene Blät— ter; und einen glatten einblüthigen Stengel. Die wilde Tulpe zeichnet sich schon durch einen hö—⸗ hern Wuchs aus: ihre Stengelblätter sind schmäler; die Blumen hängen etwas über; und die Kronen— blätter so wohl als die Staubfäden sind an der Grundfläche haarig. Die früh blühende, wohlrie— chende Tulpe hat einen weichhaarigen Stengel von viel geringerer Länge als die vorigen; übrigens kommt sie mit der gemeinen Garten-Tulpe überein, nur daß sie früher blüht und augenehm riecht. Die Vogelmilch, von der mehrere Arten bey uns wild wachsen und mehrere in Gärten gezogen werden, stimmt ungemein genau mit den Lauchar⸗ ibete Rlsri lehteth! uin ff d Mhud Hesanden zilbed Rihnläch Whes Wünlg Auge. elst unmig Ril geln Hich . M nen Blithn Blatucsh ritillaieu u sehr Ubern. mittelbar u ie gene — uwendiz g ; breite, In ebogene Dii Stengel. V. rch einen sud schmilt; Eigen Stehgl n; i dulhe ibenn, llecht. ere Mle l Irten geon den Ruchn 213 ten überein: einige blühn in Dolden; viele haben drepspitzige Staubfäden; bey allen aber sind die letztern nach unten breiter. Es giebt in der That fein festes Unterscheidungszeichen der Vogelmilch und des Lauches, als den gedrängtern Stand der Blükhendolde des letztern, und vielleicht selbst den besondern Geruch, den alle Laucharten haben. Die gelbe Vogelmilch ist eine der frühesten und ge⸗ wöhnlichsten Blumen auf unsern Aeckern, Sie hat meistens nur Ein oder zwey Wurzelblätter, einen winkligen Hauptstengel, mehrere mit Haaren besetzte lange Hüllblätter an der Dolde: die einzelen Blü⸗ thenstiele sind glatt, und die Kronenblätter länzet⸗ ormig. Von dieser Art ist die kleinste Vogel⸗ milch durch folgende Kennzeichen unterschieden: die einzelen Blüthenstiele sind mit weichen weißen Haa— ren dicht bedeckt, und die Kronenblätter sind spitzi⸗ ger. Uebrigens wächst sie an denselben Orten, blüht zu gleicher Zeit mit der vorigen, auch haben die Blumen dieselbe Farbe, wie die vorige Art. Neuer— lich hat man von diesen beiden noch die scheiden— blüthige Vogelmilch unterschieden, die auch bey uns in feuchten waldigen Begenden bisweilen vorkommt. Sie hat ihren Namen von dem lanzet⸗ 214 förmigen Blatte, welches, entfernt von der Dolde, den Stengel scheidenartig umfaßt. Ihr Hauptsten-⸗ gel ist nicht, wie bey den vorigen, winklig, sondern rund: die Wurzelblätter sind linienförmig und straff: die Hüllblätter sind am Rande gewimpert, und in ieder Dolde sind nur drey Blüthen. Die große weiße Vogelmilch, die in unsern Gärten häu⸗ sig wächst, blüht etwas später als die vorigen. Ihr Blüthenstand ist eine Dolden-Traube, deren untere Blüthenstiele sehr verlängert sind und an Länge die kleinen Deckblätter übertreffen: die Wurzelblätter sind linienförmig und auf der Rückseite mit einer weißen Linie bezeichnet: die Staubfäden sind unten erweitert. Die Meerzwiebel ist von der Vogelmilch bloß dadurch unterschieden, daß hier die Blumenkro— ne leicht abfällt, und die Staubfäden eigentlich fa— denförmig, oben und unten gleich dünn sind. Allein diese Unterschiede sind in der That nicht zureichend: denn es läßt sich gar nicht positiv bestimmen, wie lange bey der einen oder andern Gattung die Blu⸗ menkrone stehen bleibt; und was die Ferm der Staubfäden betrifft, so haben auch mehrere Arten Vogelmilch gerade solche Staubfäden wie die Meer— uichel in WI 0 Me Hs Huth! Nah G ed hel, Habtf l Raßlich V er I Deh r Hxfin llig, sim lig und en pert, In Die gu Günten Iiv vötigen. Jj deren utan Vurzelblatz ate mit eina en siud uutn t Whamid e Bumenlz eigentlih fl sind. Mh zureichen) immen/ iug die di Herm d hrete Ral die Nu 213 zwiebel. Das Neetarium der letztern sind Sastdrü— sen in den Furchen des Fruchtknotens. Daher findet man auch mehrere Arten, die der eine Votaniker Vogelmilch, der andere Meerzwiebel nennt. Die schöne Meerzwiebel, die in allen unsern Gärten wächst, hat einen winkligen Schaft, hüngen⸗ de Blumen und kurze stumpfe Deckblätter. Sehr unterscheidend ist der Gattungs— Charak- ter des Affodills: er besteht in den Safthüllen, auf welchen die Staubfäden stehn, und die sich ge⸗ wölbeförmig nach dem Pistill hin krümmen. An der Seite und am Boden des Fruchtknotens wird der Nektar abgesondert. Der schöne gelbe Affodill, eine Zierde unserer Gärten, hat einen mit dreykan⸗ tigen, linienförmigen, gestreiften Blättern besetzten Hauptstengel; niedefgebogene Staubfäden, wovon drey kürzer als die drey übrigen sind; und große, weißliche, häutige Deckblätter. Von dem Spinnenkraut kann ich, nach ge— nauern Untersuchungen, folgenden Gattungs⸗Charak⸗ ter angeben: Die Blumenkrone ist sechsblättrig und fast rad⸗, bisweilen auch glockenförmig; die Honig⸗ Werkzeuge bestehn in Drüsen, welche in den Fur⸗ chen des Fruchtknotens sitzen; uyvd ron den Staub⸗ 216 fäben ist entweder die eine Hälfte kürzer ale die andere, oder sie sind alle mit langen Haaren besetzt. Eine der gewöhnlichsten Arten ist die Sandlilie (Anthericum Liliago), welche auf unsern felsigen Bergen häufig genng ist. Sie hat einen einfachen, nicht ästigen Hauptstengel, mit einer Rinne versehe— ne Wurzelblätter, und beständig weiße Blumen. Der Spärgel sollte billig nicht hieher gerech— net werden, weil er in seinem Banu nicht viel Aehn— lichkeit mit den übrigen lilienartigen Pflanzen hat; bloß seine Blüthe kommt mit ihnen überein. Die Frucht ist eine Beere, statt daß die meisten übrigen lilienartigen Pflanzen eine Kapsel haben. Er unter⸗ scheidet sich dadurch hauptsächlich, daß die drey in— nern Kronenblätter zurück geschlagen sind. Unser ge⸗ meiner Garten⸗Spargel hat gewöhnlich Antheren und Pistille auf verschiedenen Pflanzen getrennt, und gehört also eigentlich in die zwey und zwanzigste Klasse. Er zeichnet sich durch den krautartigen Sten⸗ gel und die wirbelförmigen borstenartigen Blätter aus, die nach außen noch mit kleinern Blatt-Ansät⸗ zen versehn sind. Auch die Mayblumen unterscheiden sich von ändern lilienartigen Pflanzen durch die Frucht, die e Beel s sh ddung/ urt t Hu ner gln usee dir sie/ Re 0 huch Reaed R wlz Imfase Rlen E chin hlüttch eshe W MMan Wilse lun x Andr Wüte ahh MWil Unzer alt h Naaren Hih Sandlilh usern sehsin len einsachn Linne vaseh Blumn. hiehet guih t viel Nhy Pflanzen h. Pboroin 95 Udekelh. VI die drey it d. Mi g lich Nthent getreunt. zwanpa tigen Eteh ihen Btil att⸗Mhit en ssch vin frucht/ N 217 eine Beere ist. Von den Spargeln unterscheiden sie sich so wohl durch ihr äußeres Ausehen, als dadurch, daß die drey innern Kronenblätter nicht zurück geschlagen sind. Das Honig-Werkzeug ist der Fruchtknoten selbst. Die Blumenkrone ist ent⸗ weder glocken⸗, oder trichter⸗, oder radförmig. Die erstere Form hat sie bey der gemeinen Mayblu⸗ me, die sich überdies durch einen blattlosen Schaft und durch eyrunde Wurzelblätter auszeichnet. Da— gegen hat das Salo mons-Siegel oder die Weis⸗ wurz ovale Blätter, die wechselsweise den Stamm umfassen. Die länglichen Blumen hängen in ein— zelen Stielen, die nach Einer Seite aus den Blatt-— achseln kommen. Das zweyblättrige May⸗ blümchen gehört eigentlich in die vierte Klasse des Linnéschen Systems, weil nur vier Antheren zu— gegen sind: allein zu der natürlichen Gattung der Mayblume gehört diese Pflanze ohne Bedenken, weil das äußere Ansehen und die Frucht überein stimmen. Unter den Mayblumen scheinen das Salomons-Sie- gel und die zweyblättrige durch Hulfe der Juseeten befruchtet zu werden. Wenigstens sondert hier der Fruchtknoten selbst Honig ab; aber in der gemeinen Mayblume scheint keine Saftdruse zu seyn. 218 Dagegen hat eine verwandte Gattung, die Tu⸗ berose, ein gar seltsames Honig-Werkzeug. Dies ist nämlich die Narbe selbst, und die Inseeten, wenn sie ja den Nektar aufsuchen, köunen die Befruchtung dieser Pflanze doch nicht befördern. Auch setzt die Frucht fast nie bey( uns Saamen an, sondern mau muß sie durch die Zwiebeln fortoflanzen. Außer die—⸗ sem besondern Honig⸗„Werkzeuge unterscheidet sich die Tuberose von den vorigen Gattungen durch die dreyseitige dreyfächerige Kapsel. ö Die Hyaeinthen haben zwar auch eine sol— che Kapfel, aber ihr Honig ⸗-Werkzeug besteht in drey Saftdrüsen, die in den Furchen des dreyseitigen Fruchtknotens stzen. Ein ähnliches Honig-Werk— zeug haben zwar noch einige andere Gattungen aus dieser Klasse, wie z. B. das Spinnenkraut; allein die Hyaeinthen unterscheiden sich von diesen durch die Form ihrer Blumenkrönen. Alle haben eine ein⸗ blättrige, glockenförmige, oben mit sechs Einschnitten versehene Blumenkrone; nur die englische Hvaeinthe hat eine fast sechsblöttrige Blume. Zu den Hyaeinthen rechnete man sonst auch die Lachenalien, unter denen Sie die schöne drey— farbige und die grüne kennen. Allein ie unter⸗ shden e V 1 uls gerj,d Hst l sigtfüth ausclh ne gt l. Di R He Hseht Mume Rgen Hig Iatre at i utung/ die di Derkieug. Di Niteteh arn die defuhnn Auch sh „ sonden nu Ien. Auftr y uterschee it ungen durc v auch ein. Hieuz keirt des duhsthnt Hniz A Gattuuye. Ienkrnut; dls n Tieseg kur h u schint Rit len i u. 2¹9 scheiden sich als Gattung wesentlich durch die Form der Blumenkrone: die drey dußern Blätter derselben sind nämlich kürzer und stumpfer, als die drey in— nern, die lang und fein zugespitzt sind. Auch ist die Kapsel nicht bloß dreyseitig, sondern auch mit drey flügelförmigen Rändern versehn- Eine ähnliche Kapsel hat die Veltheimia, wovon Sie die schöne grünblättrige wohl bey mir blühen gesehn ha— ben. Diese Gattung aber unterscheidet sich von der Lachenalie durch die röhrichte, einblättrige Blumen— krone, die oben an der Mündung mit sechs Zähnen besetzt ist, und durch die Staubfäden, die an der Blumenröhre selbst angewachsen nd. Die letztern dienen zugleich als Saftdecke, obgleich auch, wegen der hängenden Lage der Blumen, schwerlich ein Re— gentropfen zu dem Nectarium kommen kann. Das letztere ist der Umfang des Fruchtkaotens selöst, be⸗ sonders die Furchen desselben. Die Bucca stimmt in ihren Gattungs„Cha⸗ rakteren fast durchaus mit der Tulpe überein; nur daß sie keine sechs⸗, sondern eine einblättrige glocken— sörmige Blumenkrone hat, die in sechs große Lap— pen gespalten ist. Auch schwitzt aus den Furchey des Fruchtknotens wirklicher Honig aus, ds die Tul⸗ — 220 pe keinen Nektar enthält. Sie kennen die große aloeblättrige Art derselben, die zum Theil unsere Winter im Freyen aushält, weil sie auch in Kanada wild wächst. Sie gränzt sehr nahe an die natürli⸗ che Gattung der Alven, und ich glaube, daß die— se sich fast nur durch das sehr ergiebige Honig⸗ Werkzeug unterscheiden, welches der Boden der Blu⸗ nie ist. Man findet fast bey allen Aloe-Blumen den untern Theil der Blumenröhre mit Honig angefüllt, der größtentheils aus dem Fruchtboden, zum Theil auch aus den Seitenwänden der Blumenkrone aus⸗ schwitzt. Die im gemeinen Leben so genaunnte ame-⸗ rikanische Aloe ünterscheidet der Botaniker, als eine eigene Gattung, unter dem Namen: Agave: der Unterschied der Gattungen liegt aber nur darin, daß bey den afrikanischen Aloen die Blumen herab hän⸗ gen, bey der Agave aber aufrecht stehn. Die Blu— men der letztern sondern so viel Honig ab, das man ihn durch untergestellte Gefäße auffangen kann, und die Kolibri's vflegen daher in Amerika die Blü— then beständig zu umschwärmen. Diese in unsern Gewächshäusern so sehr gemeine Pflanze ist in jeder Rücksicht eine der merkwürdigsten. Man nutzt sie nicht allein in ihrem Vaterlande, und zum Theil — uuc in Miicki dus N 110 Hl r dun wahh! gMhiik: Män I N α W WMun H sche nit haj Rhein; Ij9 chnihet Re Maly d Mohe Wa Hn U Rue die gnt U Theil W auch in Eunh an die mtin NHlaube, dij Rebige uz Boden der do lbe ⸗ Bung N Honig augeith den„ Zum A lumenktene u⸗ genaunt ar taniker, alt u : Aghaten tur duni men herth ii Iihu. Di N. uig dl, vaĩ na ugen lin u Ret de N Diese in unn ut it i Nan ust ů 0 Iud iu 221 auch in Spanien, als ein treffliches schweißtreibendes Mittel in gewissen Krankheiten, sondern man macht gus den Fasern der Blätter Stricke, Garn Zwirn und Leinwand. Ja, in Portugall will man itzt Pa⸗ pier daraus bereiten. Aus dem Safte der Wurzel mächen die Merieaner ein angenehmes weinartiges Getränk: die Stacheln der Blätter dienen ihnen statt der Nägel und Nadeln, und die holzigen Stengel als Nutzholz. Für den Forscher des Pflanzenbaues hat dies Gewächs einen eben so großen Werth: die Blätter desselben liefern eine ungemein große Men⸗ ge Lebensluft: sie haben seht merkwürdige, vier⸗ eckige Spaltoffnungen: der Bau des Zellgewebes, mit dazwischen liegenden Salz⸗Hrystallen; die un⸗ gemein starken Schraubengänge, die man selbst mit bloßen Augen sehen kann, wenn man ein Blatt zer⸗ schneidet: alles ist an diesem Gewächs interessant, und die Häufigkeit desselben in unsern Häusern macht, daß man unzählige angenehme und lehrreiche Versuche damit anstellen kann. Noch muß ich der schönen Tagblume erwäh⸗ nen, von der man die gelbe und braunrothe Art fast in allen. Gärten hat. Eine japanische blaue Art habe ich erst vor einem Jahre aus England erhal⸗ 222 ten. Dieses Gewächs unterscheidet sich weder natür⸗ lich noch künstlich anders von der gemeinen Lilie, als durch die Verschiedenheit des Honig-Werkzeu⸗ ges. Bey der Lilie nämlich findet sich dies, auf der innern Seite der Kronenblätter, in Gestalt einer länglichen Grube; aber hier muß man es an dem Fruchtknoten selbst suchen, dessen Furchen den Saft ausschwitzen. Die braunrothe Art hat auch ein schö— nes Saftmaal, welches aus sechs gelben Strahlen jn Boden der Blumenkrone besteht. Hier haben Sie, meine kheure Freundinn, eine kurze Uebersicht der Gattungs„Unterschiede der ge⸗ wöhnlichsten lilienartigen Pflanzen. Manche Gat— tungen, sind in der That künstlich nicht wohl zu un⸗ terscheiden: man muß daher zu dem natürlichen Charakter seine Zuflucht nehmen. Aber Sie sehn auch, wie wichtig die Honiz-Werkzeuge zur Unter⸗ scheidung der Gattungen sind, und es ist nur zu be⸗ dauern, daß man bis itzt so wenig Sorgfalt auf dieselben gewandt hat. Dʒ f side X.e Henfict Nahschg M RIt ken g au i Ol li fin sit Subsi Saacheh Ds Hoh hn dm WEh nafure f uiht H Hdede ull ewenn d, onig⸗D j die lus y Gesalt V Nan es au y dchen du ei t auch eit si S Aden Shahl reundiap y ij ischiede du y Nuuche du is nut il Sorgfat 223 AVII. An eben dieselbe. Di siebente Klasse, meine gnädige Frau, ist eine der ärmsten. Die Natur scheint der Zahl sie⸗ ben nicht die Wichtigkeit beyzulegen, womit sie die Menschen beehrt haben. Unter funfzehn Gattungen und ein und dreyßig Arten, welche diese Klasse ent⸗ hält, kenne ich nur elf Arten. Die gemeinste Gat— tung aus dieser Klasse ist die Roßkastanie, de⸗ ren Gattungs⸗-Charakter in dem röhrenförmigen, mit fünf Zähnen versehenen Kelche, der vier- oder fünfblättrigen Blumenkrone, den niedergebogenen Staubfäden, und der lederartigen zum Theil mit Stacheln besetzten, dreyfächerigen Kapsel besteht. Das Honig-Werkzeug ist eine Sasftdrüse, die zwi— schen dem untern Theil der obern Kronenblätter und den Staubfäden sitzt. Die gelbrothen Flecke der Blu— menkrone sind die Saftmäler, und die schönen Blu⸗ men werden wirklich von Bienen und Hummeln sehr fleißig besucht, ohne deren Hülfe auch die Befruch—⸗ tung nicht geschehen könnte, weil die Narbe des Pi⸗ stills sehr dünn und auswärts gebogen ist, da die Staubfäden mit den Antheren niederliegen . 2²24 Die gemeine Roßkastanie unterscheidet sich von andern durch die Blätter: diese bestehn nämlich aus sieben länglichen, doppelt gesägten, auf bei— den Seiten unbehaarten Blättchen. Die Blumen kommen in schönen traubenförmigen Rispen. Eine andere Art ist die gelbe Roßkastanie, deren ĩlätter auch gefingert sind, aber nur aus fünf schmä⸗ leru, an beiden Enden zugespitzten, scharf gesägten, auf der Unterflache sein-filzigen Blattchen bestehn: die Blumen stehn in ärmern Rispen als bey der vori⸗ gen Art, sehn gelb aus, und bestehn aus vier Kronen⸗ blättern: die Frucht ist glatt. Die dritte Art, oder die rothe Roßkastanie, unterscheidet sich von der gelben durch die glatte Unterfläche der Blätter, die auch ungleicher gezähut sind; durch die scharlachrothe Farbe der Blumen; und durch die Zahl der Staubfä⸗ den, deren acht zu seyn pflegen. Beide letztere Arten sind kleiner von Wuchs als die gemeine Roßkastanie, und etwas zärtlicher, ungeachtet sie aus Nordamerika stammen. 7 In der achten Klasse bildet das Heide— kraut oder die Erica die reichste Gattung. Unter den hundert und vierzig Arten, welche diese große Gat⸗ z eut reh M theils tuthel ashin sh Illch! 6 geh WI schlafe M die Et dulliche duftf Heidel ut Amllie ladil, ff. di vl sushn: Nx M aun ustershedg 44* 1 besichn Linb gten, aus Die MI Ole Ma Nisel. Ei stanie, n aus fins iht schats gsüm Lättchen Heich aus viet Aun dritte Itt/ A⸗ eidet ich ui der Blltta, die schatlacne ahl de Liah de kehtitt A ine Noßttint 1 NN 110 Nordapheg D Helt huturg. M. diese dle 6 225 tung enthält, kenne ich ungefähr neunzig, und nur drey wachsen in Deutschland wild. Die übrigen sind theils in England, Frankreich und Spanien, größ— tentheils aber im sudlichen Afrika zu Hause. Wun—- derschöne Pflanzen gehören zu dieser Gattung, die sich so wohl durch das zierliche Laub, als auch vor— züglich durch die Pracht der Blumen auszeichnen. Es giebt zwey schöne Kunstwerke von Andrews und Wendland, die vortreffliche Abbildungen der schönsten Eriken enthalten; aber sie erreichen kaum die Natur. Selbst unter unsern deutschen Arten ist die Sumpf⸗Erike ungemein schön. Diese Gattung ist nicht allein für sich eine na—⸗ türliche, sondern sie macht auch mit den Blaerien, Duftsträuchern(Dielma), Andromeden, Heidelbeeren, Pyrolen und Rauschbeeren eine natürliche Familie aus. Die Gattungen dieser Familie mußten aber im künstlichen Systeme getrennt werden, weil die Zahl ihrer Staubfäden verschieden ist. Die Blaerien z. B. gehören in die vierte Klas— se, weil sie vier, die Andromeden in die zehnte, weil sie zehn Antheren haben, und die Rauschbeeren in die drey und zwanzigste Klasse, weil Antheren und Pistille bald getrennt, bald vereinigt sind. Zweyte Sammlung. 15 226 Der natürliche Charakter dieser Familie besteht dartn, daß es mehrentheils Sträucher oder Stauden sind, deren Blötter fein, nadelförmig und immer grün zu seyn pflegen. Nur einige Gattungen, als die Pyrola und die Heidelbeere, haben breitere Blätter. Die Blumen sind oft mit einem doppelten Kelche versehn, wo der innere gefärbt ist, die aber beide stehen bleiben und die Frucht umgeben. Die Blu-⸗ menkrone ist einblättrig und in vier bis fünf Ein⸗ schnitte getheilt. Das Hönig-Werkzeug ist entwe⸗ der der Fruchtknoten selbst, oder es sind acht bis zehn Drüsen, die zwischen dem Fruchtknoten und den Staubfäden stehn. Die Antheren sind unten bey vielen Arten dieser Gattungen mit zwey gezähnten Spornen versehn. Das Pistill ist einfach, und die Narbe meistens schild- oder knopfförmig, bey meh— rern Arten in Einschnitte getheilt. Die Frucht ist überall eine vielfächerige Kapsel, deren Zwischenwän⸗ de entweder die Nähte der Fächer stoßen, oder in der Mitte zwischen zwey Nähten stehn. Der Charakter der Erike selbst besteht in demt vierblättrigen äußern Kelche, innerhalb dessen mei— stens noch ein zweyter gefärbter steht; in den vier Einschnitten der Blumenkrone; in den getheilten Ru He Mlche Huotat en N 0 sihs. MI A Eii dil u R Rehn Bum 2 Oattl hen! Icht, WII ut iuRN H aus Jamisie DI odet Stnz und imma nt ungen, asg reitete Nihn oprelten die abet j ben. Die t dis sun reug if ait Wacht lis noten und u sind Wtin I. wep gailut infach und miz/ baj n Dit gruit Zuishuni foft, x heseht ile alb dessen u. I den gethalt 227 und meistens unten mit zwey Spornen oder Gran-⸗ nen versehenen Antheren; in den acht Saftdrüsen, welche zwischen den Staubfäden und dem Frucht— knoten sitzen, oder in dem Drusen-Kranz, auf wel— chem der Fruchtknoten ruht; und in dem Ursprung der Zwischenwände aus den Nähten der Kapsel selbst. Der letztere Umstand macht besonders, nebst dem künstlichen Merkmahl der Zahl, den Unterschied der Erike und der Andromeda aus. Die letztere hat nämlich eine Kapsel, deren Zwischenwände in der Mitte zwischen zwey Nähten stehn: auch hat sie zehn Antheren und eine in fünf Einschnitte getheilte Blumenkrone. Man unterscheidet die zahlreichen Arten dieser Gattung nach der Form und dem Stande de An⸗ theren und des Pistills: man sieht also darauf, ob die Antheren unten spornförmige Anhänge haben oder nicht, und ob diese spornförmige Anhänge glatt und dünn, den Grannen ähnlich, oder breit und ge⸗ wimpert sind. Man unterscheidet ferner, ob sie oder das Pistill in der Blumenkrone verborgen sind, oder über dieselbe hervor stehn, und dann sieht man haupt⸗ sächlich auf den Stand und die Torm der Blätter. Zur Bestimmung der Form der Anhänge an den 15 2²² Antheren gehört eine scharfe Loupe; denn bey man⸗ chen kleinblüͤthigen kann man diese Theile nicht mit bloßen Augen sehen. Nach diesen Eintheilungsgrün— den will ich Ihnen die gemeinern und schönern Ar⸗ ten dieser Gattung beschreiben. Das gemeine Heidekraut hat Antheren mit spornförmigen gewimperten Anhängen, die in der Blumenkrone versteckt bleiben; ein Pistill, welches weit über die Blumenkrone hervor ragt; glockenför— mige Blumenkronen; einen doppelten Kelch; und kleine pfeilförmige Blätter, die vierfach geschuppt, ohne besondere Stielchen, am Hauptstengel sitzen. Der Blüthenstand ist eine einseitige Traube. Die Sumpf-⸗Erike hat Antheren mit gran— nenförmigen Anhängen, die in der Blumenkrone blei— ben; ein Pistill, welches über die Blumenkrone her⸗ vor ragt; einen einfachen Kelch, dessen Blättchen gewimpert sind; eine bauchichte, oben verengerte Blu⸗ menkrone. Die Blätter sind linienförmig, stark ge⸗ wimpert, und stehn zu vieren wirbelförmig in Ab—⸗ sätzen um den Hauptstengel. Die Blumen sitzen ge— drängt in Büscheln am Ende der Aeste. Auch fin⸗ det man hier die Zwischenwände der Fruchtkapsel nicht auf den Nähten, sondern zwischen denselben, 1 die sählen r Ei Hufl. fe U1 sht le sch l sike Rnteh 6 N Bum gete! Hefitht Ihgebe uf de heulle Rhen Imse W Wiim Ian 105 denn e0 h heile niht v theilupgih schögen l Autheret z Pistil, y lat; glodafß Kelch mach gehn Unthensol 5e Uptstenge za ren mit gun umenkton Hl lumenkrone. ssen Mlitumn ereugitte di mi/ fin sümmiz in lumen sthen 11. Aac fi 4 fu Hen dah 229 und diese Art würde also zu den Andromeden zu zählen seyn, wenn nicht die Zahl der Staubfäden, der Einschnitte der Blumenkrone und der Fächer der Kapsel dagegen wäre. Der Name: Sumypf-Eri— ke, lehrt, daß man diese Art in unsern Sümpfen findet. Unter den ausländischen Arten ist die Mon⸗ son'sche Erike fast die schönste, aber auch eine der seltensten. Ich besitze sie nur getrocknet aus dem Garten zu Kew. Die mit grannenförmigen Anhän⸗ gen versehenen Antheren bleiben mit dem Pistill in der Blumenkrone verborgen. Die röhrichte, oben veren— gerte Blumenkrone wird fast zur Hälfte von den schön gefärbten glatten Blättchen des doppelten Kelches umgeben. Die Blumen sitzen gewöhnlich zu dreyen auf der Spitze der Aeste: die Aeste sind filzig, und überall von dicht geschuppten, länglichen, stumpfen, glatten Blättchen umgeben, die immer zu dreyen am Hauptstengel sitzen. Die kaffersche Erike, wovon Sie ein schö— nes Exemplar bey mir gesehn haben, hat feine gran⸗ nenförmige Anhänge an den Antheren. Die letztern bleiben in der Blumenkrone; aber das Pistill erhebt sich über die Blumenkrone. Die Blumen sind ey⸗ 230 förmig, und stehn auf besondern Stielen sehr hän sig in den Blattachseln. Die Bläͤtter sind nadelför⸗ mig, weichhaarig, und stehn zu dreyen. ö Die schöne gewimperte Srike aus Portu⸗ gall hat stumpfe Autheren, ohne Grannen und Spor— nen, die in der Blumenkrone verbörgen bleiben; ey⸗ förmige Blumen, die aus den Blattachseln hervor kommen; eyförmige, weit abstehende, am Rande ge— wimperte Blätter. Die Seba'sche ist eine der schöͤnsten. Ihre ungegrannte Autheren stehn aus der keulenförmigen, etwas gekrümmten Blumenröhre hervor. Die Blät— ter stehn auch zu dreyen um den Stengel, und sind linien-oder nadelfͤrmig. Die krautartige Erike ist eine der gemein⸗ sten. Ihre Antheren sind auch ungegrannt und stehn sammt dem Plstill etwas aus der Blumenkrone her⸗ vor. Die schönen röhren-glockenförmigen, perlfar⸗ benen Blumen hängen äus den Blattachseln nach Einer Seite hin, sind mit dem dicht angedrückten Kelche zur Hälfte bedeckt, und die Blätter stehn zu dreyen, vieren, auch sechsen um den Stengel, und sind nadelörmig und glatt. Sehr verwandt ist mit dieser Art die vielblüthige Erike, die auch im lche wfersh duch! Ium El sil slalel⸗ ut ed supie den Et dud d uhe! duuch cehf shmal! NE clen shr hin sind naxssʒ e aus Yump nen und En en lleibeng tachsen hn am Aune chünsen. M keulenfitmint B.Il ot. V * iue der gxmn dunnt uud iit lumenione hu nigen, vust Ittucheln u ht undridht lätter fest Cuungil/ M wunt ii ut d uh 231 südlichen Europa und in England wild wächst. Sie unterscheidet sich von der krautartigen hauptsächlich durch die längern Blüthenstielchen, die wenigstens immer so läng als die Blüthen selbst sind, und nicht nach Einer Seite, sondern nach allen Seiten hin stehn. Die Blumenkrone selbst ist mehr krug⸗ und glocken⸗, als röhrenförmig: der Kelch ist nicht au— gedrückt, sondern steht ab, und seine Blättchen sind zart gewimpert. Die Blätter sind etwas breiter und stumpfer, und stehn auch zu vieren oder funfen um den Stengel. Auch die mittelländische Erike aus dem südlichen Europa ist mit der krautartigen nahe verwandt, und unterscheidet sich hauptsächlich durch die Form der Blumenkrone, die walzen⸗ und glockenföͤrmig ist, und durch die Blätter, die ganz schmal und linienförmig sind, ubrigens eben so um den Stengel stehn, als bey den beyden vorigen. *..——— Die Heidelbeeren, Preußelbeeren, Sumpf- und Moosbeeren machen zusammen Eine Gattung aus, die zu der achten Klasse ge— hört, ungeachtet man bisweilen auch zehn Antheren sindet. Mit den Eriken ist diese Gattung natürlich V 23² verwändt; denn auch sie besteht aus Sträuchern, de⸗ 0 ren Blätter bey manchen Arten immer grün bleiben. u Die Blumenkrone ist durchgehends einblättrig, krug— u oder kugelformnig und oben mit kleinen Zähnen ver⸗ 5 sehn. Die Antheren sind entweder, wie bey der Eri— unm ke, mit Grannen besetzt, oder sie sind zweyhörnig. 5NE Das Honig-Werkzeug ist auch hier ein drüsiger Kranz Hahh auf dem Fruchtboden, oder der Fruchtboden selbst. stt Aber die Unterschiede dieser Gattung von den Eri—-⸗ 0 ken beruhn theils auf dem Stande, theils auf der 0 Form der Frucht. Es ist nämlich eine vierfächerige R Beere, die unter dem Kelche und unter der Blumen⸗ Heit krone steht. gesit Unter den einheimischen Arten dieser Gattung, 4 0 die immer grüne Blätter haben, kennen Sie wahr—⸗ u H. scheinlich die Preußelbeere, deren rothe Beeren Wt für viele Menschen ein angenehmes Gericht sind. N Dieser kleine Strauch unterscheidet sich durch die le— Rthtt derartigen, umgekehrt eyförmigen, oben nur mit einer xhen kleinen stumpfen Spitze versehenen Blätter, deren Rän⸗ hn der fast glatt, aber etwas nach unten gebogen sind, und deren Unterfläche punktirt ist. Die Blumen stehn in überhängenden Trauben; die Staubfäden sind be⸗ haart; und die Antheren zweyhörnig, aber unge⸗ 6 grannt. Struden, u grün Hehg Wlätniz/ hen Ahher j vie dey dr E ind Iwensin 1Drison dig uchtboder III Rtheils aur H ine vietiühan ler der Bunn diest Batn nuen Cie nit en uthe Beh Snich il ich durch x en nut nit dte tter derergiz gebchet f, Blumen inn bfäden sid %/ he l 233 Auch die schöne kleine Moosbeere hat immer grüne, eyförmige, kleine Blätter, die etwas zugespitzt find, und deren Rand glatt und etwas nach unten ge— bogen ist. Die Stengel liegen an der Erde und sind fa—⸗ denförmig: an ihrem Ende tragen sie auf ziemlich lan—⸗ gen Stielen, die zwey kleine Deckblättchen haben und gewöhnlich zu dreyen stehn, violette Blumen, deren Einschnitte zurück geschlagen sind. Die Antheren sind mit zwey langen Hörneru versehn, aber ungegrannt. Zwey andere einheimische Arten haben nicht im— mer gruüne, sondern abfällende Blätter, nämlich die Heidel-⸗ und Sumpfbeere. Jene hat eyförmige, gesägte Blätter; einen winkligen Stengel; einblüthi⸗ ge Blumenstiele; und Antheren, die mit Grannen an der Grundflͤche versehn sind. Die Früchte sind be— kanntlich schwarz; doch giebt es auch eine Abart mit weißen Beeren. Die Sumyfbeere hat eysörmige, glattrandige Blätter; einblüthige Blumenstiele; und Antheren, die oben mit etwas gekrümmten Grannen versehn sind. Die Früchte sind blau. Auch die neunte Klasse ist sehr orm an Ar⸗ ten. Unter sieben Gattungen hat sie kaum funfzig Ar⸗ 234 ten, und von diesen kenne ich nur zwanzig. Ich führe hier als ein gemeines und schönes Beyspiel aus dieser Klässe nur den doldenförmigen Butomus an, der in unsern Teichen und Flüssen so sehr häufig vor⸗ kommt. Da es nur eine einzige Art davon giebt, so muß man sich mit einer genauen Beschreibung begnü— gen, und kann, statt des Gattungs-Charakters, höch—⸗ stens angeben, wie er sich von andern Pflanzen dersel—⸗ ben Klasse unterscheidet. Er hat nämlich innerhalb der neun Staubfäden sechs Pistille auf sechs längli⸗ chen Fruchtknoten, und zwischen den letztern sind eben so viele Saftdrüsen. Die Blumenkrone besteht aus sechs runden weißrothen Blättern, und der Blüthen⸗ stand ist eine schöne große Dolde, mit einer dreyblätt⸗ rigen Dolden⸗Hülle versehn. Das Gewächs hat eine knollige Wurzel, und erhebt seinen blattlosen Blu⸗ menschaft vier bis sechs Schuh über die Wurzel und über die Oberfläche des Wassers hervor. Die Blät⸗ ter kommen aus der Wurzel und sind dreykantig. Dies Gewächs ist eine der größten Zierden unserer Gewässer, und liesert ein schönes Beyspiel von der Befruchtung durch Insecten. Die Antheren nämlich verblühn eher, als die Narben der Pistille. So lan-⸗ ge die Antheren voll Pollen sind, stehn die Staubfä⸗ e emshng sch N suchr Riht N Ne Rusthin le yadeh. Rechei Mde Hse. 0 fiunnte R Iit ggt huhlät Ri Wf6 Wr W oulig. Jo fl, aspiel unM Itenut niy scht hiufz y⸗ t dauin git/ schrabun Hu Chanitert, Il u Pflanter yj namlich maßh auf sche lh letzten suh z krone heshtu Ind der Biihe t einet drerlit Hewichs it u blattlon ⁰ snd Rbkunt Zieden mit espiel tet x Itheren ninst sile. E. h Enl 235 den aufrecht, aber dann haben die Narben noch keine Empfänglichkeit. Wenn sie diese erlangen, so haben sich die Staubfäden längst niedergelegt und ihren fruchtbaren Pollen verloren. Dann kann durch sie nicht mehr die Befruchtung der Narben in derselben Blume erfolgen, sondern es muß von andern Blumen derselben Pflanze durch die Nektar-suchenden Inseeten der Pollen jüngerer Antheren auf die Narben gebracht werden. Aus der zehnten Klasse wähle ich zwey der gemeinsten Gartenblumen, die Nelke und Lychnis. Beide gehören mit vielen andern Pflanzen derselben Klasse zur natürlichen Familie der Nelken-Gewäch— se; ich getraue mir aber kaum, von dieser einen be⸗ stimmten Charakter anzugeben. Die meisten Mitglie⸗ der dieser Familie sind indessen krautartige Pflanzen, mit gegen über stehenden schmalen Blättern; einem einblättrigen, röhrichten Kelch; fünf Kroneublättern, die zwischen dem Nagel und der Platte oft kleine auf⸗ recht stehende Saftdecken, als Zähnchen sitzen ha⸗ ben; und die Frucht ist eine ein⸗ oder dreyfächerige Kapsel. 236 Die eigeutliche Gattung der Garten⸗-Nelken un⸗ terscheidet sich hauptsächlich durch die Schuppen, wo⸗ mit der Kelch unten eingefaßt ist; ferner durch zwey lange Pistille; durch Kroneablätter, deren Platte nicht gespalten, sondern am Rande bloß gekerbt ist, und durch die einfächerige Saamenkapsel. Das Ho⸗ nig⸗Werkzeug ist ein drüsiger röhrenförmiger Kör⸗ per, der den Stiel des Fruchtknotens umgiebt; der Nektar sammelt sich zwischen den Nägeln der Kronen⸗ blätter an, und wird vor dem Regen durch die feinen Borstchen geschützt, womit die Kronenblätter der mei⸗ sten Nelken⸗Arten besetzt sind. Die Nelken⸗Arten werden näch dem Blüthen— tande eingetheilt. Eutweder sitzen die Blümen in Büscheln, oder einzeln; und in dem letztern Falle stehn mehrere Blamen auf Einem Stengel, oder jeder Haupt⸗ stiel trägt nur eine einzige. Unsere Garten⸗Nelke gehört zu denen Arten, wo mehrere, aber abgesonderte Blumen auf derselben Pflanze stehn. Der Charakter der Art besteht ferner in den sehr kurzen, eyförmigen, spitzigen Kelchschunzen, und in den gekerbten unbe⸗ haarten Kronenblättern. Auch die schöne chineser Nelke gehört zu denen Arten, deren Blumen einzeln auf besondern Stielen stehn. Ihre Unterscheidungszei⸗ Habddie ee Hl Weͤblättr de xt E/M sh Hattehn Huth k uine I schr aher Ighpicheg shrmigen 4eu wit iM Nef h eũ Mi ild g Refect sihlich dhe/ d Raishan VRit Wih Rlashn lun uten /Nalex y ie Schubey Ine dulc R, dennn Rle bloß gekeis Hapsel. du; tensirnun eus ungilt/ igelu du In durh R eublätta ur vn Bihe die Nuna; lattem giki oder jedet hi e Sn aber abgeinzet Der Hanlu Hu/ aubmnie gekethta 0 Hre cilet Blunei ad terscheutzi. 257⁷ chen sind die langen pfriemenförmigen, weit offen ste⸗ henden Kelchschuppen, die bis an die Platten der Kro⸗ nenblätter gehn, und die lanzetförmigen Blätter. Die dritte Art, die hieher gehört, ist die Federnel— ke, die sich durch die vielfach eingeschnittenen, an der Platte haarigen Kronenblätter, und durch die äußerst stumpfen, kurzen Kelchschüppen unterscheidet. Die vierte Art, oder die stolze Nelke, ist dieser ähn⸗ lich, aber unterschieden durch die sehr lang und scharf zugespitzten Kelchschuppen, und durch die feinern, haar— förmigen Einschnitte der Kronenblätter, deren Plat—⸗ ten mit gelben Haaren besetzt sind. Die fünfte Art ist die fleckige Nelke Dianthus deltoides) mit zwey eyförmigen spitzigen Kelchschuppen, etwas stum— pfen und weichhaarigen Blättern, und gekerbten, dun⸗ kel gefleckten Kronenblättern. Endlich die jung⸗ fräuliche Nelke, mit beständig steischfarbener Blüthe, die sich durch zwey sehr stumpfe, kurze Kelchschuppen, und durch uneingeschnittene, am Ran⸗ de gekerbte Kronenblätter unterscheidet. Sie wächst im sudlichen Europa wild, und wird auch in unserm botanischen Garten gezogen. Unter denen Arten, die nur Eine Blume auf je— dem Hauptstengel tragen, ist die Sandnelke eine ——————.— —— ———— Gärten. 23⁸ der seltensten, und wird mit der Federnelke gewöhn⸗ lich verwechselt; denn sie hat ebenfalls vielfach ein— geschnittene, an der Platte haarige Kronenblätter, und stumpfe Kelchschuppen. Aber der Unterschied besteht darin, daß die Federnelke in flattrigen Rispen bluht, die Sandnelke hingegen nur Eine Blüthe auf jedem Hauptstengel trägt. Auch sind die Kronenblätter bey der Sandnelke noch tiefer eingeschuitten als bey der Federnelke, und gewöhnlich mit einem dunkelro— then Barte besetzt. Unter denen Nelken, deren Blumen haufenweise stehn, bemerke ich zuerst die in Gürten häusig gezo— gene, so genannte Kart hänser-Nelke, die man, zum Unterschiede von der sehr verschiedenen, wild wach— senden Karthäuser-Nelke, die Büschelnelke nen⸗ nen könnte. Sie trägt nämlich ihre Blumen in dich—⸗ ten Büscheln; hat eyförmige, mit Grannen verseheue Kelchschuppen, die kürzer als die Blumenröhre sind; unbehaarte Kronenblätter; eine gemeinschaftliche ge— grannte Hülle, die an Länge dem ganzen Blumen⸗ büschel gleich kommt; und breite, lanzetsörmige, mit keinen Nerven versehene Blätter. Sie wächst ei⸗ gentlich in Italien wild, und perennirt in unsern de d ulte d RN ol M Enn Pohml I l ½ N du Harti shh, Hu Racshur % M Ch Bischehe sthu. H. au der d hhke,l ushy s Ach it hye! shlt sh x Wa si mssiy hemelt grr als viülng; Krrenblättzrg Uuterschich uj Ngen Nirerl Blüthe aujn die Luumilt geschuilun ul st einen Iun lumen hiu rten hirin Nelke/ Miu (denen, ridet ischelnellen e Blupen u Ituunen tnh Aumenit il meinschislihtz E anzetsörmit/ Sie niti Hahhirt in iuh⸗ 239 Die deutsche Karthäuser- oder Feld— Nelke, die auf unsern Rainen wild wächst, hat da⸗ gegen viel weniger Blumen in ihren Büscheln. Die Eraunen der Kelchschuppen sind kürzer als die Blumenrohre; sie hat behaarte Kronenblätter; Pi⸗ stille, die länger sind als die Blume; und sehr schma— le, mit drey feinen Nerven versehene Stengelblätter. Die Bartnelke trägt ihre Blumen auch in Bü⸗ scheln, aber diese sind viel dichter. Die gegrannten Kelchschuppen sind eben so lang als die Blumenröh—⸗ ren; die Kronenblätter sind glatt und nicht behaart; die Stengelblätter fast so breit als die Blätter der Büschelnelke und mit einem Mittel-Nerven ver— sehn. Hierdurch unterscheidet sie sich hauptsächlich von der Karthäuser-Nelke in Gärten, oder der Bü— schelnelke, deren Blätter mit keinem Mittel-Nerven versehn sind. Auch die Hügelnelke(Dianthus Armexia) trägt ihre Blumen in dichten Büscheln: sie unter— scheidet sich aber hauptsächlich durch die lanzetför⸗ migen, mit Zotten besetzten Kelchschuppen, die so lang als die Blumenröhre sind, und durch schmale, wenig gezähnte Kronenblätter. Endlich gehört die sprossende Nelke hieher, ein unansehnliches Ge— 2⁴⁰ wachs, welches auf trocknen Wiesen häufig genug Die bey uns vorkommt. Die Blumen stehn in knopfför⸗ n an migen Büscheln; die Kelchschuppen sind glatt, stumpf, RI und ragen über die Blumenröhre hinauf. Die Blu-⸗ Ian menkrone beseht aus kleinen, schmalen Blättern, Nel und schließt sich nur zu bestimmten Stunden des Ta⸗ sserN ges auf. Die Stengelblätter sind linienförmig und ut su spitzig. h it Was die Gattung Lychnis betrifft, so unter— shuse, scheidet sie sich von der Nelken Gattung so wohl W durch den Mangel an Kelchschuppen, als durch funf Zunet Pistille, statt daß die Nelke nur zwey hat. Auch chh pflegen die Kronenblätter gespalten zu seyn, und an uich den Nägeln zwey Ansätze zu haben, welches die heißꝛ Safthüllen sind. Das Honig-⸗Werkzeug selbst ist N der ringförmige Körver, auf welchem die Staubfä⸗ um se den und die Kronenblätter ruhn. Die Saamenkap⸗ 0 H A sel ist ein⸗ drey⸗„auch fünffächerig. Die schönste Art list unstreitig die chaleedonische Lychnis Ishig unserer Gärten, bie am schwarzen Meere wild x wächst. Sie trägt ihre scharlachrothe Blumen in 56 reichen Büscheln auf der Spitze des Hauptstiels h und ist überall mit rauhen Hagren besetzt. ieha i hun iid glun, in binanf N. Rua. de V** Wmilen dür Ctun au daimt betrift/ I 12* deu, Als d Ded DM. I h su 3*5 V j del, NEA H.er ii Dexizel* * lcem Rl hunthe Nunn e Hum hasett. 1 24¹ Die rothe und weiße gemeine Lychnis Abarten Siner und derselben Art gehalten, aber sie sind wirklich unte erschieden, und hat man sonst für indern sich durch Cultur gar nicht, ungeachtet bei⸗ de den gemeinschaftlichen Charakter haben, daß An⸗ the nund 2her auf verschiedenen Pflanzen ge⸗ trennt sind. Die rothe gemeine Lychnis, die auch häufig in unsern Gärt„ hat einen 2. 2— — 2 1 —— ²³ * * — 42 — 4 charfen, rauhhaarigen Stengel; eyförmige, oben — zugesritzte, rauhhaarige Blätter; und bartförmige Di f den Narben sitzen. Die weiße wemeine u Lychnis aber hat einen weichen Stengel; graue, — weichhaarige, lanzetförmig ze Blätter; viel größere, weife Blumen; und ganz glatte Narben. Bei⸗ —.— 7 de Arten werden offenbar durch Juseeten befruchtet: denn sie haben ein eigenes Honig⸗Werkzeug, näm lich den ringförmigen Körper, worauf die Staubfä⸗ den und die Kronenblätter stehn; auch sind sie mit Saftdecken versehn, welches die Ansätze an den Nä⸗ geln der Kronenblätter ünd, und es wäre Unbegreif⸗ lich, wie zwischen Pfanzen, die oft sehr weit von einander entfernt sind, irgend eine Gemeinschaft, die zur Befruchtung erfordert wird, statt finden sollte, wenn dies nicht durch die Dazwischenkunft der In⸗ — Zweyte Sammlung. 16 242 seeten geschähe. Da man nun Blattläuse, Ameisen, tbe Bläsenfüße und andere kleine Juseeten sehr häufig d Vchh im Boden der Blumenkrone findet; so leidet die Sache gar keinen Zweifel. Bisweilen, obgleich im Mhet Verhältniß seltener, findet man Autheren und Pi⸗ t stille in Einer und derselben Blume: gewoöͤhnli aber W sind nur die unvollendeten Spuren der Staubfäden, fle git in Gestalt der Zähne, oder die unvollendeten Spu⸗ sihrige ren des Fruchtknotens, in Gestalt eines Stiftes, vor— Iutf n handen. heh u Die Kukuks-Lychnis, auf Wiesen bey uns N. äußerst gemein, unterscheidet sich hauptsächlich durch u l vierfach getheilte Kronenblätter. Ihre Stengelblät— Hlth ter sind lanzetförmig, zugespitzt und unten zusammen dldn gewachsen. Die Blumen haben gewöhnlich eine ro— the, doch oft auch eine weibe Farbe, und sind an den Nägeln ebenfalls mit zahnförmigen Saftdecken versehn. Die Pechnelke oder die klebrige Lych⸗ nis, die auf waldigen Bergen bey uns ebenfalls tbild wächst, unterscheidet sich durch die uneinge— schnittenen Kronenblätter. Ihre Stengelblätter sind lanzetförmig zugespitzt, unten gewimpert und an der Spitze röthlich: unter den Blättern ist der Stenge ktlause, Aneij Kten sehr gitz 15 so lada z Hu, obglache Autheten unpn emähnt Eenihn det Staubhn Rvollendeter E Aues Stista Diesen y r haupisachuh k Inr Etuui dunten uunn. ewöt Hlich ue che/ m siht migen Sust klebtite l ded W chnh urch die a Huugeblitt 0 npett und il i bet Elh 243 auf eine Strecke mit schwärzlichem Kleber bedeckt. Die Blumen haben auch die zahnfoemigen Ansätze‚ die als Saftdecken dienen. Diese fehlen der zierli— chen Alpen-Lychnis, die ihre Blumen in dich⸗ ten, knopfförmigen Dolden trägt, und bis zur Hälfte gespaltene Kronenblätter, gewöhnlich auch nur vier Pistille hat. Eine andere Art Lychnis, die vier⸗ zähnige, die auf den östreichischen Alpen wächst, hat oft nur drey Pistille, und unterscheidet sich au⸗ ßerdem noch durch vier große Zähne, die, wie Lap— pen, den Rand der Kronenblätter umgeben, und durch linienförmige, glatte, zurück gebogene Stengel⸗ blätter. Ihre Blumen trägt sie auf einzelen, weit aus einander stehenden Stielen. 24⁴ XVIII. An eben dieselbe. Bisher, meine gnädige Frau, hat die Uebersicht der Klassen nicht die mindeste Schwierigkeit gehabt; denn bey den zehn ersten brauchte man nur die An— theren zu zählen, um die Klasse zu wissen. Auch hat man dies noch bey der elften Klasse nöthig, aber hier ist die Zahl der Antheren nicht so bestän—⸗ dig. Die Pflanzen aus dieser Klasse haben zwölf bis funfzehn Antheren, bisweilen etwas weniger, oft auch einige mehr. Als ein merkwürdiges Beyspiel aus dieser Klas— se führe ich die Reseda-Gattung an, von welcher die wohlriechende Art allgemein bekannt ist. Die Reseda-Arten machen zwar zusammen eine völlig natürliche Gattung aus, allein diese gehört zu gar keiner natüͤrlichen Familie als Glied, sondern steht völlig vereinzelt da. Der Charakter dieser Gattung besteht darin, daß die Kronenblätter vielfach einge— schnitten, die obern an ihrem untern Ende drüsen⸗ förmig verdickt sind, und einen Theil des Honig- Werkzeuges ausmachen, welches zwischen dem Frucht— knoten und dem Kelche liegt. Der Antheren sind vi N Ruch Ei Nesth! Ohirlktee ch el h, aft s Hhe her aul i ty m uhhat. Iune he. hu die unt wierigkit ghn man nur di⸗ L uU nisen. Klissenh unicht i lasse habn i etwas nu Haus Reje l, 3 au, dn nilt ckaunt if. A. mmmen ait uih jese gehůtt u led/ seuden i V HAUH ter diestt O — 666½½ ten Ee dus dheil des M 4 N schen den un '& MM 245 meist zwölf bis funfzehn; der Pistille drey bis vier; und die Blume hinterläßt eine winklige einfächerige Kaysel, die nach innen aufspringt. Erlauben Sie nun, Ihnen die wohlriechende Reseda kunstmäßig zu beschreiben, um Sie auf die Charaktere der Art aufmerksam zu machen. Es ist nämlich ein zweyjähriges Gewächs, mit etwas wink— ligen, ästigen, hier und da weichborstigen Stengeln; mit lanzetförmigen, bisweilen ungetheilten, bisweilen aber auch dreylappigen Blättern, die durchaus glatt und nur am Rande wellenförmig gebogen sind. Die Blumen stehn in aufrechten Trauben; an jedem ein— zelen Blumenstielchen sitzt noch ein feines Deckblätt— cheu. Die Kelche sind radförmig, fünf- bis sechsblätt— rig, und gerade so lang als die Blumenkrone. Die letztere besteht aus fünf bis sechs Blättern, die einen ganz eigenthümlichen Bau haben. Sie sind nämlich bis über die Hälfte in mehrere feine, weiße, linien— förmige Stücke gespalten, am untern Ende aber ver— dickt, von gelber Farbe und am Rande schwach ge— wimpert. Von den vierzehn Staubfäden, welche die Blume enthält, ruht fast die Hälfte auf eben solchen gelben, drüsigen, am Rande gewimperten Körpern, wie der untere Theil der Kronenblätter ist„ und diese 246 Körper vereinigen sich alle zu einer gemeinschaftlichen großen Saftdrüse, die zwischen den Pistillen und dem Kelche liegt. Wenn man die Blume genau beobach— tet, so sieht man bald, daß Inseeten ihre Befruchtung bewirken müssen. Die Antheren öffnen sich früher, und streuen früher ihren Pollen von sich, als die Nar— hen Empfänglichkeit haben. Die Pistille liegen vor— her ganz nieder. Nur erst, wenn die Antheren sich ihres Pollens entledigt haben, richten sich die Pistille auf, und die Narben erhalten ihre Empfänglichkeit. Sie werden aber gewiß durch den Pollen anderer Blu-⸗ men derselben Art befruchtet; denn die Schmetterlin—⸗ ge flattern von Blume zu Blume, und suchen den Nektar auf. Dieser ist auf die mannigfaltigste Art vor dem Wegspülen durch Regen geschützt. Die auf— recht stehenden vielfach eingeschnittenen Kronenblätter lassen die Regentropfen nicht durch, und noch mehr verhindern dies die gewimperten drüsigen Fortfätz des Honig-Werkzeuges, auf welchen die Staubfäden und die Kronenblätter stehn. Der gemeine Wau ist auch eine Reseda; aber er unterscheidet sich von der wohlriechenden Art durch solgende Merkmahle: Die Blätter sind unzertheilt, lanzetförmig, glattrandig„ und nur die untersten ha⸗ Iw, EI siht th s snl 0 Ns/ di Hutt uen hen Mt D5 Hal Maeyt it Hiebt a Hitbekn 6 Rehl Raug d sich Rn gef Im h Eam WN h fachf Wiinschrign Isillen un genau Wu ihre Befruchn fuen sch füh ich, e Mv istille lign x ie Authun i sch die Hid Empfinelat Hex auden ie Samelum uud suchn v mmigfaltist: A. Hüͤzt. D an Krodehhsth und ulc u isaa dan ine Resedt: A wuden A d sild W V Imnerfeh 247 den an der Grundfläche zu beiden Seiten einen kleinen Zahn. Er blüht in langen Trauben: der Kelch ist nicht sechs?, sondern vierblättrig. Die Kronenblätter sind zwar auch eingeschnitten, aber auf verschiedene Weise, wie die wohlriechende Art. Das oberste Kro— nenblatt hat nämlich vier lange, schmale Lappen; die andern sind zwey⸗, auch dreylappig; und die beiden untersten sind äußerst klein und unzertheilt. Das Honig-Werkzeug ist eine beträchtliche runde Drüse, ohne besondere Fortsätze, über den Pistillen und unter dem obersten Kronenblatte. Die Pflanze giebt eine sehr schöne gelbe Farbe, und wird als Färbekraut in Frankreich, unter dem Namen: Gau⸗ de, gebaut. Auch wächst die gemeine gelbe Reseda häufiz genug auf unsern Bergen. Sie unterscheidet sich durch sechsblättrige Kelche, und durch dreylappige, unten gefiederte Blätter. Zum Anbau kann ich Ihnen, wegen ihres Wohl— geruchs, die französische Reseda(Releda Phy- uma) empfehlen. Sie kommt mit unserer wohkrie⸗ chenden sehr üͤberein; nur sind ihre Stengelblütter be⸗ ständig dreylappig, und ihre sechsblättrige Blüthen⸗ kelche sind größer als die Blumenkrone. Der Geruch 248 ist bey dieser Art schwäächer als bey unserer Garten⸗ Reseda, und lommt den Veilchen nahe. Ich gehe nun zur zwölften Klasse über. Der Charakter derselben besteht darin, daß mehr als zwanzig Autheren vorhanden sind, deren Staubfäden auf den Rändern des Kelches stehn. Zu dieser Klasse gehören die meisten unserer Obstbäume. Ich stelle hier zuerst die Bflaumen⸗Gattung auf, zu welcher, meines Erachtens, die Schlehen, Kirschen, Apriko-⸗ sen, Mandeln und Pfirsichen als Arten gehören. Eini—⸗ ge machen aus allen diesen Arten besondere Gattun— gen; allein sie unterscheiden sich durch so wenig we— sentliche Merkmahle, daß wir ganz gegen die Grund⸗ säͤtze handeln wuürden, welche die Natur bey Bildung der Gattungen zu dietiren scheint, wenn wir sie tren⸗ nen wollten. Ich versuche, den vollständigen Charak—⸗ ter dieser Gattung anzugeben: Alle Gewächse, die zu dieser Gattung gehören, sind Bäume oder Sträucher. Alle haben einsache, mehrentheils gesägte Blätter. Der Blüthenstand ist mannigfaltig: bald stehn die Blumen auf einzelen Stielen, oder sie sitzen einzeln am Stengel; bald sitzen sie in Dolden; bald hängen —.... 4 u dN B. Huf R Hlniz Iusn 4i1e ti Klasseth NII eten Suubshn r½% u Nieset lez auf, z Wile Kitschen, Muh gehireg Ein esondere Outu ich so neri v/ zegen die En tur bey Hn eun win jt z indigen Cnd sie stei d Hd Hul 249 sie in Trauben. Der Kelch ist einblüttrig in fünf stumpfe Einschnitte getheilt, und fällt nach Vollendung der Befruchtung ab. Die Blumenkrone besteht aus fünf inwendig ausgehöhlten Blättern. Der Staubfä⸗ den sind zwanzig bis dreybig, und sie stehn alle auf den Rändern des Kelches: das Pistill ist nur einfach. Das Honig-Werkzeug ist ein gelber drüsiger Körper im Umfange und Boden des Kelches. Die Frucht ist eine Nuß, mit einer saftigen, fleischigen, oder leder⸗ artigen trockenen Hülle umgeben, eine eigentliche Steinfrucht. Diese Nuß hat bey einigen Arten Gru⸗ ben, bey allen aber hervor stehende Nähte. Der Pfirsichbaum ist die erste Art dieser Gat⸗ tung. Ihr Charakter besteht in den einzeln aus den Knospen, ohne besondere Stiele hervor kommenden Blumen, die meistens eine schöne rothe Farbe haben; in den gleich spitzigen sägenförmigen Zähnen der lan— zetförmigen Blätter; und in der mit Gruben und Nähten versehenen und mit saftigem Fleische umgebe— nen Nuß. Der Mandelbaum ist die zweyte Art. Sei⸗ ne Blüthen sitzen zwar auch einzeln oder doppelt in den Knospen; aber die untern sägeförmigen Zähne der Blͤͤtter sind mit Drüsen besetzt, und die Frucht besteht 250 in einer Nuß, die voll Gruben und mit einem tro-⸗ ckenen lederartigen Wesen umgeben ist. Wie wenig aber der letztere Umstand wesentlich ist, beweiset Du-⸗ hamel's Erfahrung, der eine Art oder Abart be— schreibt, wo die Hülle der Nuß theils fleischig, wie bey der Pfirsiche, theils lederartig, wie bey der Mandel, war. Die Zwergmandel, eine beson⸗ dere Art, die wir der schönen Blüthe wegen in un⸗ sern Pflanzungen untethalten, unterscheidet sich theils durch ihren niedrigen Wuchs, theils durch die Form der Blätter, die an der Grundfläche immer schmä— ler werden, bis sie in den kurzen Blattstiel übergehn; auch sind sie nur einfach und scharf gesägt. Der Aprikosenbaum ist die vierte Art. Sei⸗ ne Blüthen sitzen auch einzeln oder doppelt auf sehr kurzen Stielchen. Die Blätter aber sind länglich rund, etwas herzförmig, fein gesägt, mit Drüsen auf den Sägezähnen, und auf beiden Seiten unbehaart. Die Frucht ist eine ziemlich glatte, mit hervor sprin— genden Nähten versehene und mit einer fleischigen Hülle umgebene Nuß. Der gemeine Pflaumenbaum hat die Blumen auf einzelen Stielen sitzen. Die Blätter Ind oval, stumpf gesäägt; auf der Oberfläche glatt O Haen uli sfigeh sult. fune h² Caau Auchart ginʒ d D i sthn gete helben rie dñ ufel ht se Hicht A ft Mlt Ru I o wit ehe 6 sst. Die It biweist dr irt Her Wun h heilz Ruischg, lig/ vit li del te H lthe nigen ir a scheidet sh ua Rhurch de zun che inma str uetsiel Aban f gesiz. Riette N.. Ei LIIII ber sud Hele mit drinn Seiten uulhen nit hert in ena fult H die Niit obee in 251 und nur auf der Unterfläche zuweilen mit feinen Haaren besetzt. Die Frucht besteht in einer etwas runzligen, zusammen gedrückten Nuß, die mit einer saftigen Fleischhülle umgeben ist. Die Farbe der Frucht ist nicht wesentlich: einige Abarten, wie die jaune hative, Damas blanc, Perdrigon blanc, Rei- ne Claude, die Mirabelle, die Weinpflaume, die Katharinen- und gelbe Eyer-Pflaume, sind gelb oder grün; die andern aber violett oder blau. Die Kirschpflaume ist eine besondere Art, die in Kanada wild wächst. Ihre Blüthenstiele stehn einzeln, auch gedoppelt. Die Blätter sehn den gemeinen Pflaumenblättern ähnlich, sind aber an beiden Seiten völlig glatt. Die Früchte sind rund, wie eine Kirsche, lang gestielt, herab hängend, von dunkelrother Farbe. Die Blüthe kommt im Früh— jahr sehr zeitig, verdirbt aber gewöhnlich, ehe die Früchte ansetzen. Die Kriechen-Pflaume, mit'kleinen violet— ten Früchten von süßem, etwas herbem Geschmack, unterscheidet sich von der gemeinen Pflaume durch die unten zottigen oder behaarten Blätter, und da—⸗ durch, daß die Blumenstiele immer doppelt stehn. 25²2 Die Schlehen unterscheiden sich von den ge— meinen Pfläumen durch den strauchartigen Wuchs; durch die kleinern, schmälern, unten etwas behaarten Blätter; durch die sehr kleine schwarzblaue Frucht, von ungemein herbem Geschmack. Auch haben sie weit mehr Dornen, als die andern Arten. Der suße so wohl als der saure Kirsch— baum haben alle Charaktere, die bey dieser Gat— tung überhaupt angegeben sind; sie unterscheiden sich als Arten wesentlich von den übrigen durch den Blüthenstand, der immer eine Dolde ist. Bey der sauren Kirsche stehn diese Dolden oft auf kurzen Stielchen, und die Blätter sind länglich eyförmig, stumpf zugespitzt, am Rande doppelt gesägt, und auf beiden Seiten unbehaart. Die süße Kirsche hinge— gen hat meistentheils ungestielte Blüthendolden: ihre Blätter sind länger zugespitzt, am Rände ungleich gezähnt, und die untersten Sägezähne sind drüsig; auf der Unterfläche haben sie an den Adern kurze Härchen sitzen. Auch der Blattstiel hat gewöhnlich zwey Drüsen. Die süßen Kirschen sind also von den sauren, als wirkliche Arten, verschieden, und von bei— den hat man bekanntlich die zahlreichsten Abarten, die sich zum Theil, bey schicklicher Behandlung, auch durch Saamen fortpflanzen lassen. C Ind He unz/ d ud st du Ol dm 5 Milsi suchti Weleg n net lg Chan er A Wa Hitte V„ Nttel sh mn u cartizn Dit etnas hehin wandlue zut Auc heher! Ubriger lurh olde ist. du y ost guj lup Hinglich erini t gesit UE se Kissche gi Abondalden“ üthendolbeg. uRunde Ag I Ahne sind d ind alse I Id lichlen Ning, — hamlutzj A 25³ Sogar der Faulbaum unserer Waldungen und Holz-Pflanzungen gehört zu dieser großen Gat⸗ tung, da er den ganzen Charakter der Gattung hat, und sich nur als Art durch die in Trauben hängen—⸗ den Blumen, und durch die doppelt gesägten, unter dem Blatte mit zwey großen Drusen versehenen Blattstiele unterscheidet. Die schwarze kleine Stein-— frucht ist mit einer saftigen Hülle umgeben, die bis⸗ weilen getrocknet und dann gegessen, aber vorzüglich zum Rothfärben der Weine benutzt wird. Auch der Kirschlorbeer, den wir, seines im⸗ mer grünen schönen Laubes wegen, in unsern Pflan⸗ zungen unterhalten, blüht in Trauben. Der Haupt- Charakter der Art besteht in dem lederartigen Bau der Blätter, deren Rand etwas umgebogen und mit weitläufigen Zähnen versehn ist: auch haben die Vlätter auf der Unterfläche zu beiden Seiten der Mittelrippe ein Paar eigene drüsige Flecke, die sehr charakteristisch sind. Ich gehe sogleich zur dreyzehnten Klasse über, in welcher die Gattungen auf eine sehr wenig natürliche Art an einander gereihet sind. Das Merk⸗ 25⁴ mahl dieser Klasse besteht darin, daß der Staubfä⸗ den mehr wie zwanzig sind, und daß sie alle auf dem Fruchtboden stehn. Nur eine einzige Gattung, Ternströmia, trägt die Staubfäden auf der Blu⸗ menkrone, und nur drey ost⸗ und westindische Gat— tungen, Elaeocarpus, Lecythis und Lemnilcia, haben sie auf den Saftdecken oder den Honig-Werkzeugen stehen. Viele Gattungen aus dieser Klasse haben gar keinen Kelch; und es kann also nicht die Frage seyn, ob sie zur zwölften Klasse gehören, weil bey allen Pflanzen aus der zwölften Klasse das Daseyn des Kelches erfordert wird. Doch ist oft bey denen Gewächsen aus der dreyzehnten Klasse, die keinen Kelch haben, eine kelchartige Hülle mit offenbaren Spaltoffnungen auf der äußern Fläche der Blumen⸗ krone zu bemerken. ö Ich wähle als Beyspiele aus dieser Klasse, aus mehrern Gründen, den Eisenhut, von dem wir mehrere Arten in unsern. Gärten zu ziehen pflegen, bey deren Unterscheidung oft auch sehr geübte Bo—⸗ taniker anstoßen. Ich glaube hier die wahren Un-⸗ terscheidungszeichen dieser Arten sehr bestimmt auge— ben zu können. Zuerst will ich aber den Gattungs⸗ Charakter des Eisenhuts entwickeln. Nij Eul daj st my ennge Gun eu auj 1 O wesindisch DLemnilcia N Hanig Dahhn dieset Kaast alio nickt d iů gehören, ni Klase du die ist ost du N Klasse, d llle nit tfat zliche du dun diset Rus x hut, un M! zu siche 1 h scht gae d ier die xejtal r hestinnt i her DeN H . 7255 Dieser beruht zuvörderst und hauptsächlich auf der Form der Blumenkrone. Sie besteht aus fünf unregelmäßigen Kronenblättern, von denen das ober— ste das größte, nach Art einer Möuchskappe, gewölbt und auswendig bey manchen Arten mit der Ober— haut überzogen ist. Dieses Kronenblatt erstreckt sich nach vorn und unten in eine schnabelsörmige Ver-⸗ läugerung. Die beiden Kronenblätter zur Seite klap⸗ pen oft über die Befruchtungstheile zusammen, und die beiden untersten sind eyförmig und hängen etwas herab. Der Staubfäden sind gewöhnlich mehr als zwanzig; sie find unten etwas breiter, stehn alle auf dem Fruchtboden, und zwischen ihnen stehn sechs li— nienförmige Blättchen, von eben der Farbe, wie die Blumenkröne, von denen gewöhnlich die zwey ober— sten oben gespalten sind. Das Honig-Werkzeug ist sehr merkwürdig: es ist eine hörnformige, an einem Ende offene Maschine, die auf langen Stielen steht und in dem mönchskappenförmigen obern Kronuen— blatt, als in einer sehr sichern Safthülle, verborgen ist. In dem dünnern, verschlossenen Ende diese Maschine wird der Nektar bereitet, und kann von größern Inseeten, besonders von Bienen und Hum mel„ leicht aus dem geöffneten röhrichten Ende der 256 Gaftmaschine ausgesogen werden; wenn die Insecten nur auf die beiden Kroneubl lätter zur Seite, oder auf die Befruchtungstheile selbst treten, und ihren Rüssel in die Mönchskappen stecken, wo die Saft— maschinen verborgen sind. Daß durch diesen Besuch der größern Inseeten wirklich nur die Befruchtung geschehen kann, sieht man besonders doraus, weil in derselben Blume allezeit die Antheren eyer ih— ren Vollen verlieren, als die Narben der Pistille ih⸗ re E rfänglichkeit zur Befruchtung erlangt haben. Die Inseeten aber, die von Blume zu Blume fliegen, bringen den Pollen der jüngern Blumen auf die Narben der ältern, welches sonst auf keine andere Weise geschehen könnte. Der Fruchtknoten sind bey dieser Gattung drey, vier, auch fünf, die in der Folge zu eben so vielen einfächerigen Kapseln werden, worin eckige, runzlige Saamen enthalten sind. Uebrigens sind alle Arten dieser Gattung perennirende Stauden mit handför⸗ mig oder vielfach getheilten Blättern. Die Farbe der Blumen ist bey dieser Gattung sehr weseutlich, und unabanderlich entweder blau oder gelblich. Um die Arten zu unterscheiden, muß man auf mancherley Dinge Rücksicht nehmen: auf die di⸗ Kllt det sh U III er zn Eu, ten, ud Een, u durch ditset Aut die Brrntt auben der Rilt tung elliigt ne zu Vunri Vunan ust auf li dieser Gaunn votin tchgt/ II ů tauden mit lu Attem. leh Nen hu Hehtnede H erscheide/ M 5FN Rehuen, Al 257⁷ gentliche Form der Blattlappen, auf den Ueberzug der Pflanze, auf die Verschiedenheiten des Schna— bels am obern gewölbten Kronenblatte, und auf die Zahl der Fruchtkunoten. Unter den blau blühenden Arten ist der wahre Eisenhut seltener als man glaubt, und gewöhn— lich hat man in Gärten andere Arten unter diesem Namen. Man erkennt ihn daran, daß er einen ge— raden, nicht sehr ästigen Hauptstengel treibt; daß die Blätter auf ziemlich langen Stielen stehn, hand—⸗ förmig gefingert, oben und unten glänzend grüͤn sind, und ganz schmale, fast linienförmige, mit starken weißen Rippen gezierte und mit großen Zähnen ver— sehene Lappen haben. Das obere Kronenblatt hat einen nach oben gewölbten, kurzen Schnabel. Der Blüthenstand ist eine aufrechte Traube, und die ein— zelen Blüthenstiele sind etwas weichhaärig. Dies sind die Kennzeichen des wahren Eisenhuts, wodurch er besonders von dem steyermärkischen(Aconitum Camma⸗- rum) unterschieden werden kann. Zwar hat der letz— tere auch hanoförmig getheilte, gefingerte Blätter, deren Lappen sehr schmal sind: allein die Blätter sind nicht glänzend, sondern matt grün; sie haben Zweyte Sammtung. 17 258 keine weiße Mitkelrippe, und sie stehn auf keinen so langen Stielen, sondern sind immer mehr angedrückt au den Hauptstiel. Die Blumentraube ist weiter ausgebreitet und unten fast rispenartig getheilt: die einzelen Blüthenstiele sind nicht weichhaarig, wie beym wahren Eisenhut, sondern ganz glatt. Auch der neubergische Eisenhut kommt ö in unsern Gärten oft genug unter dem Namen des wahren vor; aber er ist von ihm durch folgende Merk— mahle unterschieden: Die Blätter sind zwar auch handförmig gefingert, besonders oben glänzend, und die Lappen mit einer weißen Mittelrippe durchzogen; allein der Umfang der Blätter ist bey dieser Art viel großer, ihre Lappen sind oben breiter, stehn weiter aus einander, sind tiefer gespalten, so daß sie voll⸗ kommen keilförmig erscheinen, und ihre Zähne oder Nebenlappen sind weitläufig und groß. Die Blu— men stehn in einer eigentlichen Rispe flattrig aus einander, und haben glatte Stiele. Der taurische Eisenhut hat auch blaue Blumen, aber die breitesten Blätter unter allen blauen Arten. Die Lappen sind ungemein breit, und die Einschnitte derselben endigen sich in eine knorp⸗ lichte weiße Bucht. Die Blumen stehn in Trauben, he nich Hel, die sd ft 1 Nej ge Ien N Ugchk adetth seht U snde Bll hen shhlic u l Ir ha E Wher seh hit IN Ei ut aul En weht aupoht taube is uz lliz gethetk; deichhamnz/ z glatt isenhit hn dem Mana ch stlad:g sind zur u Len glinan elrippe duchhgt beh Mest Nx iter/ sihn ve „so dij ii ihre N guj. Md⸗ Lispe fatug& hat uud ll 7 1 tter unmn 0. 0 gemein H ch il emtful fehn in 259 die nicht bloß das Ende des Hauptstengels ausma⸗ chen, sondern auch aus den Blattachseln kommen. Die Blüthenstiele so wohl als die Blüthen selbst sind stark behaart. Der bunte Eisenhut hat blau und gelblich— weiß gemischte Blumen, deren Form von allen vo— rigen Arten auch darin abweicht, daß das oberste mönchskappenförmige Kronenblatt sehr weit von den andern absteht, unten schmal und oben mit einem sehr langen, gebogenen Schnabel versehn ist. Auch sind gewöhnlich fünf Fruchtknoten vorhanden. Die Blüthenstiele sind glatt: die Blätter sind den Blättern des steyermärkischen und wahren Eisenhuts darin ähnlich, daß sie schmale Lappen haben, oben matt und unten mit weißen Mittelrippen durchzogen sind. Aber ihre Eintheilung ist anders: nur die beiden obern Einschnitte gehn sehr tief herab, und es stehn daher nur drey Lappen weit aus einander; von die— sen hat aber jeder der beyden Seitenlappen noch ei— nen Einschnitt, wodurch eine halbhandförmige Ge—⸗ stalt heraus kommt. Seltener als die vorigen ist der windende Eisenhut aus Sibirien, mit windendem Stengel, dessen Blätter und Blumen übrigens mit den Blät⸗ 177* 260 tern und Blumen des steyermärkischen überein kom—⸗ men, nur daß er mehrentheils vier Fruchtknoten zu haben pflegt. Was die weißgelb blühenden Arten des Eisen— huts betrifft, so kann über deren Unterscheidung we— niger Zweifel entstehen, da die Merkmahle sehr aus⸗ zeichnend sind. Der Wolfs-Eisenhut hat sehr breite gro— ße Blätter, mit nicht tiefen Einschuitten, aber sehr breiten Lappen. Die Blumen stehn in einer flattri— gen rispenartigen Traube, haben schwach behaarte Stiele, und ein zang gestrecktes oberes Kronenblatt. Der pyrenäische Eisenhut hat handför— mig gefingerte Blätter, deren Einschnitte viel tiefer wie bey dem vorigen und bis auf den Blattstiel gehn, und deren Lappen sehr lang und schmal sind. Die Blumen stehn in ährenförmigen Trauben, und haben also sehr kurze Blütheustiele, und das oberste Kronenblatt ist in der Mitte etwas zusammen ge— drückt. Endlich hat der feinblättrige Eisenhut, wie der Name lehrt, äußerst schmale, linienförmige Lappen der handförmig gefingerten Blätter, und jene Lappen sind wieder durch tiefe und schmale Einschnit— 2il chih wep sichh sie Hoole Oaüt Grhuts u the3 Eufmash Nee iñ d schr K M. Klaser! Ghandkte Apickll fed scht 0 alsse Sbfid M WI f N N xruchtkrnig; IVI V Aten des HMAAN Uuterchedugr at sehr Hette Hhitten Ale u in eihet fit schwach keltt Kνe N dekes WIII. vut hit H ujchnitt mit uf dur Ban und schndl u Tua VVthl „ und dl 171 Nn pas usandu ige Eisei nale/ Luiafi Blittt, sumil Lustn ertmohls 66 mähle shr 20¹ te in eben so feine Nebenlappen getheilt. Die Blu— men stehn in ziemlich breiten Trauben, und das ober⸗ ste Kronenblatt ist weit ausgehöhlt. Diese Unterschiede der gewöhnlichen Arten des Eisenhuts scheinen mir die ausgezeichnetsten zu seyn, und ich glaube nicht, daß man auf die Form der Saftmaschinen so sehr Rücksicht zu nehmen hat, da diese in der That bey den verschiedenen Arten nicht so sehr abweichend ist. XIX. An eben dieselbe. Wir nähern uns nun, gnädige Frau, den schwerern Klassen des Linné'schen Systems, deren künstlicher Charakter wenigstens nicht überall und sogleich sich eutwickeln läßt, deren natürlicher Charakter aber mei⸗ stens sehr leicht in die Sinne fällt. Bey der vierzehnten und funfzehnten Klasse kommt es auf die verschiedene Länge der Staubfäden an. Bey der vierzehnten sind un⸗ ter vier Staubfäden zwey länger und zwey kürzer, und bey der funfzehnten sind unter sechs Staub⸗ fäden vier länger und zwey küͤrzer. Größtentheils find beide Klassen völlig natürliche. 262 Die vierzehnte Klafse begreift die so ge⸗ nannten zweylirpigen Blumen, weil die mei⸗ sten Gewächse aus dieser Hlasse eine einblättrige, in zwey ungleiche Lippen getheilte Blumenkrone haben. Außer der Münze haben nur noch einige andere Gat— tungen eine regelmäßige, einblättrige; und eine ein—⸗ zige Gattung, die Honigblume, hat eine vierblättri— ge Blumenkrone. Die meisten Pflanzen aus dieser Klasse haben krautartige Stengel; Bäume und Stau⸗ den giebt es nur wenige unter ihnen. Die Haupt— stengel sind gewöhnlich viereckig, vierseitig oder vier⸗ kantig: die Blätter sind meistens gegen über stehend und einfach, selten gefiedert. Fast alle Blumen aus dieser Klasse haben Kelche, die gewöhnlich fünf Ein— schnitte haben, oder auch zweylippig sind. Außer den vier Staubfäden, deren zwey länger als die zwey übrigen sind, haben noch einige wenige Gattun— gen einen fünften, aber unfruchtbaren Staubfaden, (I. B. Gloxinia, Pentastemon, Chelone, Ridndnte Cyrilla, Martynia.) Bey manchen Gattungen ist die verschiedene Länge der Staubfäden nicht so deutlich zu bemerken, z. B. bey der Münze, der Braunwurz, dem Fingerhut und der Elsholzia. Weil sie aber den ganzen übrigen natürlichen Charakter dieser ase hid ndetn auneu n gulch i gchem Ge D sscch M Walige g derwW 9a. 2 de O Iun 9 Muthe! Hebor; M Mile ul al, Hissch Heh dl u N. E Hasel RI hegteit M, „ weil her Ine lue einklättza Numertrne emige ander e Eige; und anrg ut ene riailtz Dfen dus Baume u E .—* vierseitig an gegen ile iig Rü st alle Burn 1 44 66 ewöhnuch fu e zuse M heh Hoe I RN lige enig tbaren Etldi V W 263 Klasse haben, so rechnet man sie nicht zur vierten, sondern zur vierzehnten Klasse. Daß manche Gat⸗ tungen, wie die Salbey und die Monarde, aus der zweyten Klasse/ nach dem natüͤrlichen System ei— gentlich zu dieser gehören, habe ich schon bey einer andern Gelegenheit bemerkt. Die Pistille sind in dieser Klasse gewöhnlich einfach und nur oben in zwey Narben gespalten. Wenige giebt es, die, wie die Perilla, zwey Pistille, oder, wie die Cleonig und Aiuga/ vier Narben ha— ben. Die Honig-Werkzeuge sind fast durchgehends die Oberfläche des Fruchtbodens, und die Befruch⸗ tung geschieht gewöhnlich durch Insecten, weil die Narbe des langen Pistills weit uber die Antheren hervor ragt, und also von ihnen nicht ohne Zuthun der Insecten befruchtet werden kann. In dem untern Theile der Blumenröhre häuft sich meistens der Nek⸗ tar an, und beym Einkriechen in die Blumenröhre mussen nothwendig die Insecten den Pollen der An⸗ theren abstreifen und ihn nachher auf die Narbe an⸗ derer Blumen bringen. Einen sehr wichtigen Umstand macht bey dieser Klasse die Beschaffenheit der Saamen aus. Sie lie— gen nämlich entweder zu vieren bloß im Boden 264 des Kelches, und dieser zieht sich nur bey einigen Gattungen, z. B. beym Helmkraut, oben zusammen, bleibt aber bey den übrigen offen stehen; oder die Saamen liegen in einer Kapsel, ja, bey einigen ausländischen Gattungen ist die Frucht eine Beere oder eine Steinfrucht. Je nachdem nun die Saa⸗ men bloß im Kelche liegen, oder in einer Kapsel oder andern Frucht versteckt sind, theilt man die vierzehn— te Klasse in zwey Ordnungen, nämlich in die mit nackten und in die mit bedeckten Saamen. Was die erste Ordnung betrifft, so passen fäst auf alle Gattungen derselben die angegebenen natürlichen und kunstlichen Klassen-Charaktere. Ich wähle aus dieser Ordnung eine sehr gemeine Gar— tenblume, die Lavendel. Sie sehn den Charakter der Klasse in der zweylippigen Blumenkrone,(Fig. 5, d 39 in den vier Staubfäden,(e.) wovon zwey länger als die zwey übrigen sind; und den Charakter der Oed— nung in den vier nackten Saamen, die im Boden des Kelches liegen. Der Charakter der Gattung, oder die Merkmähle, wodurch sich diese Gattung von den übrigen unterscheidet, sind die flachen fünf Zäh— ne des Kelches,(a, c,) unter welchem ein Deck-oder Väeblät mabkitte! urgen n weh/ un sc % Miftt ui vach WM Hehdeln schwal fill. L Buthe ltetdt Hadene Waell/ Hashes cheraso I Huun AIhen znmdn sichen; ORelh R„ d gin Fruct aine dy n uun de E „—— eihet Kipse man dit nian namich nxI uamen etrift, y die auzertan harnkterg. Y — r gemen He eu Chortlte one,(i. pey linal V Nrakter N Nio in Sidte „die Iu Ole + det UA iese Gattun acher fünf E 265⁵ Nebenblättchen(b) sitzt; ferner die zurück gebogene maskirte Blumenkröne, in welcher die Antheren ver— borgen sind. Die Oberlipye der Blumenkrone hat zwey, die Unterlippe drey Lappen. Diese Merkmahle finden sich bey allen Arten der Lavendel, von denen die meisten im südlichen Europa und in der Levante wild wachsen. Die gewöhnlichste Art ist die gemeine La— vendel, die aber wieder in zwey Abarten, die schmalblättrige und die breitblättrige, zer⸗ fäll. Beides sind Staudengewächse; beide tragen die Blüthen in ährenförmigen Trauben, die hier und da unterbrochen sind und dergestalt Wirbel bilden; bey beiden sind die Blätter mit einem feinen Filze über— zogen, wodurch sie ein grauliches Ansehen bekommen, welches aber bey der schmalblättrigen Abart deutli— cher als bey der andern ist. Die schmalblättrige Ab⸗ art hat aber linienförmige Blätter und dreyeckige Ne— benblättchen, die lang zugespitzt sind: die breitblättrige Abart hat spathelförmige Blätter, linienförmige Ne— benblättchen, und dreyzehn Streifen oder Furchen im Kelche. Sie hat einen viel höhern Wuchs, und bey weitem nicht den feinen Geruch der schmalblättrigen Abart. Ohne Zweifel ist sie durch Cultur aus der erstern Abart entstanden. 266 Die zwweyte Art ist. die Schopf-Lavendel, mit ähnlichen Blättern wie die gemeine, aber mit dreylappigen Nebenblättchen, und einer ährenförmi— gen Traube, die oben in einen Schopf übergeht. Mit dieser kommt die gekerbte Lavendel überein, denn auch sie hat einen Schöpf oben üͤber der Blü— thenähre, aber ihre Blätter sind gekerbt und halb ge— fiedert. Die gefiederte Lavendel hat gefiederte Blätter, deren einzele Blättchen spathelförmig sind. Die schönste Art aber ist unstreitig die kanarische Lavendel, die Sie bey mir bis über drey Schuh hoch im Lande blühen gesehn haben. Ihre Blätter sind gefiedert, und ziemlich grün, mit herab laufenden, halb gefiederten Blättchen: die Blumenähren sind ästig und bilden eine vierseitige Säule, und die Nebenblät⸗ ler der Blumen sind eyföͤrmig, zugespitzt, mit Nerven versehn, und glatt. Sie hat ihren Namen von den kanarischen Inseln, auf denen sie wild wächst. So schön sie den Sommer hindurch im Freyen blüht; so darf man sie doch nicht den Winter hindurch stehen lassen, weil sie zu zärtlich für unser Klima ist. Ich lasse sie im Herbste ausheben und in einem Topfe ins Gewächshaus bringen, um sie im Frühjahr wieder ins Land zu setzen. Die! IYfaazer schlos dither + hesen Hyt une bift shr Ruul Halliz N V men flst! I er Lör um Sa 267 E ö ö ö debde, Die zwevte Ordnung dieser Klasse begreift solche Meine, aber n— e n Pflanzen, deren Saamen in eigenen Kapseln einge— uer ähregsär 3——5——— hi schlossen sind. Als ein sehr gemeines Beyspiel aus ibeneht. 4——— 63 uk. 46 dieser Ordnung nenne ich das Lowenmaul unserer vendel fus 2 42„ ů vendel iln Gärten, wovon es mehr als siebzig Arten giebt, und a iber er A. dessen Gattungs⸗Charakter in der maskirten Blumen-⸗ arbt ud l krone besteht, wo nämlich die Unterlippe, mit einem del hat gfar sehr deutlichen Saftmaal versehn, sich dicht an die Raheüm Oberlippe, in Form eines Gewölbes, anschließt, und die kantri dergestalt eine Saftdecke bildet. Das eigentliche Ho— uber El nig-Werkzeug ist nämlich ein drüͤsiger Kranz, der den Vre Niuni untern Theil des Fruchtknotens umgiebt, und von hier hetab Hrin fließt bey einigen Arten des Löpenmauls der Nektar menähruschä in einen spornformigen Safthalter, der aber dem schö— u die Nächl nen Lövenmaul unserer Gärten fehlt. Ferner gehört uith MRen zum Gattungs-Charakter der fünftheilige Kelch und u Niman i die zweyfächerige Kapsel. nib vidit Die schöne Cyrille unserer Treibhäuser gehört hn ll ebenfalls zu dieser Ordnung. Wir unterscheiden sie Hud von andern Gattungen durch die Trichterform der Blu— nri menkrone, deren Teller in füuf fast gleiche Lappen ge— anih theilt ist; durch den Ansatz eines fünften Staubfa⸗ 1 0 dens und die halb zweyfächerige Kapsel, 268 Auch der gemeine rothe Fingerhut muß zu dieser Ordnung gezählt werden. Der Gattungs-Cha— rakter besteht in der bauchichten Glockenform der Blu— menkrone, die sich oben in funf kurze Lappen theilt; in dem fünftheiligen Kelche und der zweyfächerigen Kapsel. Das Honig-Werkzeug ist ebenfalls der un⸗ tere Theil des Fruchtknotens, und die punktirten Fle⸗ cke der Blumenkrone sind die Saftmäler. Die funfzehnte Klasse ist ebenfalls fast durchgehends natürlich. Nur eine einzige ausländi⸗ sche Gattung, Cleome, scheint nicht in die natürli⸗ che Reihe dieser Gattungen zu gehören. Die andern alle haben folgende gemeinschaftliche Merkmahle: Es sind durchgehends Kräuter, höchstens Stauden, fast kein einziger Baum. Selbst die beiden Arten Meer⸗ kohl, die Masson auf Teneriffa und Madeira baum—⸗ artig fand, werden kaum drey Schuh hoch und haben ein shwaches Stämmchen. Die Blätter sind einfach oder zusammen gesetzt/ aber fast nie gegen über ste⸗ hend, sondern allezeit abwechselnd. Sie haben, wie alle Theile der Pflanzen, einen scharfen Geschmack und einen flüchtigen laugenhaften Geruch, welche sinn⸗ sche M Bluthen Ride. ölt si Rh Hichr O Hul Hitterd, Ctabsi fultzero Wöil theilz fuoteh e d H chhist! Matue r Mse sit eite u sud dh e toseh vud ie R — 7**——4 ** +** 2——* — 2*5 68—* —— ** 7*0—— *—*— 4*8** 1 2463 E 2 S8 — 0 2. 8 8 3 7 *— 3* 2 8. — —— 2** **— III —* er ——— ** ů * 50 Ern. WNender ektar ab 600⁰ 2 270 sind. Wegen dieses auszeichnenden Merkmähls nennt man diese ganze natürliche Familie Schoten⸗Gewächse. Die Unterscheidung der Gattuigen, welche eigent⸗ liche Schoten tragen, ist oft sehr schwierig. Linns pflegte auf die Saftdrüsen Rücksicht zu nehmen; al⸗ lein diese kommen in derselben Zahl mehrern Gattun— gen aus dieser Familie zu. Aber wichtiger ist die abweichende Form der Schote, und die Art, wie sie aufspringt; die offene oder geschlossene Beschaffenheit des Kelches; u. s. f. Uebrigens gestehe ich Ihnen gern, gnädige Frau, daß, wenn es darauf ankommt, den Köhl vom Senf kunstmäßig zu unterscheiden, oft das dunkle Gefühl von dem Eindruck, den das Ganze des äußern Ansehens auf uns macht, mehr entscheidet/ als alle wissenschaftliche Bestimmungen. Die Gattung, zu welcher die Nachtviole(Fig. 5) gehöͤrt, unterscheidet sich ziemlich gut durch folgende Merkmahle: zuvörderst durch den geschlossenen Kelch, (a;) dann durch die schief gebögenen Kronenblätter; und durch die zwey Saftdrüsen, welche die Grundflä⸗ che der kürzern Sttaudfäden(b) umgeben. Andere Charaktere scheinen mir weniger unterscheidend zu u. D Dan Lebit dem/ N 30 Il Fum Diet Ren ander RMu N M 3 MN beh de Hiich l r bild sußen. D L gh I, finn shls chhdn W IhN lg, Alah! 27¹ Nulrahl tn seyn. Die Form der Narbe(e) ist gerade auch so bey den Levkojen und dem Lack, und die Schöte hat außer— dem, daß sie steif aufrecht stehen bleibt, nichts Aus⸗ 4 zeichnendes. Auch der Höcker unten an den Kelchblät⸗ u, velheehn tern(b) kommt bey vielen andern Gattungen dieser schrieng. iu Familie vor. t u uhnn Die eigentliche Nachtviole unterscheidet sich uchrem derr von andern Arten dieser Gattung durch die glattran— nichtize il digen, ey-lanzetförmigen Blätter, die oben am Sten-⸗ die Nu, nt gel nach unten herzförmig ausgerandet sind. Dage— sue Beshtsnt gen hat die Matronalis gezähnte Blätter, und gesiche i0 Y bey der geruchlosen Nachtviole, die in Oest— Daraf u reich wild wächst, sind die Blätter spießförmig, d. h. Iutersöe die beiden spitzigen Lappen der Grundfläche laufen nach außen. d, den du d Mahlat Die Gattung, zu welcher die Levkojen und der VMehr e Lack gehören, hat mit der vorigen Gattung viel über— 4. K V 01 Nahtoible 4 ein stimmende Merkmahle. Der Kelch ist auch ge— schlossen und unten mit zwey gewölbten Höckern ver⸗ gut durh iln ö ö sehn, die den Safthalter ausmachen: die Grundfläche eschleserg Amullit Gruik der kürzern Staubfäden wird ebenfalls von einer wul—⸗ stigen Drüse umgeben, und die Narbe ist auch so ge— spalten, wie bey der Nachtviole und der Matronalis. Allein die Unterschiede der Gattungen beziehn sich zu— NII macben. W ö 9 n9½ Untershue. ö 27² vörderst darauf, daß außer jenen zwey ringförmigen Drüsen, die, als Honig-Werkzeuge, die Grundfläche der kürzern Staubfäden umgeben, noch gewöhnlich zwey andere Saftdrusen an der Grundfläche der län⸗ gern Staubfäden sitzen, ja, bey der Winter-Levkoje ist die ganze Grundfläche aller Staubfäden mit einem zusammen hängenden drüsigen Körper umgeben. Au-⸗ ßerdem ist ein Haupt⸗ Charakter der Gattung der, daß die Narbe auf der Spitze der Schote sitzen bleibt, auch, wenn diese reif ist) und von der Nachtviole sind die Levkojen und der Lack durch die gerade, nicht schief gebogene Stellung der Kronenblätter unterschie⸗ den. ö ö Der Lack selbst unterscheidet sich als Art von andern durch den eckigen, strauchartigen Stengel; durch die lanzetförmigen, spitzigen, glattrandigen, et⸗ was schief gebogenen, fast unbehaarten Blätter, auf deren Fläche man nur mit der Loupe feine, platt anlie⸗ gende Härchen bemerkt. Diese gemeine Gartenblume wachst auch im füdlichen Deutschland, in Helvetien und Englaud wild. Als Abart derselben sehe ich den ei⸗ gentlich so genannten strau chartigen Lack an, der sich bloß durch den kleinern Wuchs, durch die grauli— che Farbe der etwas stärker behagrten Unterfläche det Itlet s gehr N un Haden um st im u sit iun de Hatherd vn bgeß schn sth I ein hynse hünstn. Miat . N I My ih 80 vd nughhmn 273³ Blätter, und durch einen schwächern Geruch der hel⸗ ler gelben Blumen auszeichnet. Die Sommer-Levkoje hat fast spathelförmi— ge, stumpfe, am Rande mit einigen Zähnen, und auf beiden Flächen mit einem feinen, den bloßen Augen kaum sichtbaren, filzigen Ueberzuge besetzte Blätter; einen krautartigen Stengel; und ihre Schoten sind oben spitzig. Dagegen hat die Winter-Levkoje einen beynahe strauchartigen Sten gel; glattrandige, lanzetförmige, stumpfe, mit einem ähnlichen Ueberzu-⸗ ge versehene Blätter; und Schoten, die an der Spitze abgestutzt sind. Die kleine Fenster⸗Leokoje, die sich wegen ihrer in einer gedrängten straußartigen Trau⸗ be stehenden Blumen so schön ausnimmt, ist vielleicht nur eine Abart der Winter-Levkoje. Sie ist durch den einfachen Stengel, durch den angegebenen Blü— thenstand, durch die oben am Stengel zusammen ge⸗ häuften, zurück gebogenen, etwas wellenförmigen Blätter unterschieden. Wegen ihrer Schönheit kann ich besonders auch die Meerstrands-Levkoje(Cheiranthus mariti- mus) empfehlen. Sie ist ein kleines Sommergewächs, mit weit ausgebreiteten Stengeln; ovvalen, lang ge⸗ stielten, stumpfen, etwas scharf anzufühlenden, übri⸗ Zweyte Sammlung. 18 2²⁴ geus grünen Blattern, wovon die obern mit kleinen Zähnen besetzt ind. Die Blumen sind roth, violett und weiß gemischt. Die Gattung, wozu der Kohl als Art gebört, hat als Gattungs⸗Charakter den geschlossenen Kelch; vier Saftdrüsen am Fruchtknoten, von denen zwey ke⸗ gelformig, zwey aber abgestutzt sind; und eine Schote, deren Scheidewand etwas länger als die Klappen ist. Der letztere Umstand ist ein wesentlicher Unterschied zwischen den Levkojen und den Kohlarten; er bringt die letztern aber dem Senf nahe. Doch ist dieser vom Kohl durch den an den Seiten offen stehenden Kelch unterschieden. Die meisten Arten dieser Gattung ha⸗ ben Blatter, die den Stengel umfassen. Unser ge— wöhnlicher Gartenkohl ist eine durch Cultur entstandene Abart einer Pflanze/ die in England am Strande wild wächst.) Sie zeichnet sich durch eine fleischige in den Stengel übergehende Wurzel; durch glatte, bläu⸗ liche, ausgeschweifte oder gelappte Blätter aus, von denen die obersten den Stengel umfassen und gezähnt sind. Das Weißkraut, der Wirsing, der Plu- magekohl, der Blumenkohl, der Kohlrabi unter und über der Erde sind nichts als Spielarten des wilden Kohls, die durch Cultur entstanden sind. Wi Fohlant secht. Haihn III Ol sah Ihe xi D Wũie fühle Diet im R al O10f sshi 2 Heht hun nu i ind nth it IIII ehUssun d don denn nn d dltett uls die Lanai licher Miast⸗ hlarten; Doch iñ uiun stehenden dieset Bumg sassen. Usn tett“ Cultutaw damEnaix eine feicheh! durch glaun Bliltet uut/N sasen urM itsinz/ V e Sahli III dyulnt ut iMiundi i0 27³ Auch die Sommer⸗Ruübsaat wird zu den Kohlarten gerechnet, ungeachtet ihr Kelch etwas offen steht. Sie hat an der Wurzel leyerförmige, glatte, gezähnte, oben aber herz⸗lanzetförmige glatte Blätter, die den Stengel umfassen und tief gezähnt sind. Die⸗ se Pflanze wird in unserer Gegend nicht so häufig als die folgende gebaut. Aus den Saamen beider Arten aber wird Oehl geschlagen. Die Winter⸗Rübsaat unterscheidet sich von dieser nur durch die Wurzelblätter, die schärfer anzu⸗ fühlen und runzliger, übrigens eben so leyerförmig und gezähnt sind, als bey der Sommer-⸗-Rübsaat. Diese Art wird nicht allein für vorzüglicher gehalten, um Rübsen⸗Oehl daraus zu gewinnen, sondern die eigentlichen Steckrüben oder märkischen Rü⸗ ben sind eine durch Cultur entstandene Spielart der⸗ selben. Von denen Pflanzen aus dieser Klasse, die Schöt⸗ chen tragen, führe ich hier nur die Mondviole an, wovon wir zwey Arten in unsern Gärten ziehn, die auch auf dem Harze wild wachsen. Der Gattungs⸗ Charakter der Mondviole ist besonders in dem vvalen flachen Schötchen zu suchen, dessen Klappen mit der Scheidewand parallel laufen. Uebrigens sind die zwey 18.* 27 Kelchblättchen unter den kürzern Staubfäden eben so beutelförmig als die Kelchblättchen der Levkoje. Die Honig-Werkzeuge sind sechs Saftdrüsen, von denen je drey und drey die Grundfläche der kürzern Staubfäden dergestalt umgeben, daß zwey nach unten und eine nach oben steht. Von der Mondviole haben wir eine Art mit länglichen, an beiden Enden verdünn⸗ ten Schötchen, und spitzigen Zähnen der Blätter, und eine andere mit zugerundeten Schötchen und stumpfen Zähnen an dem Rande der Blätter. XX. An eben dieselbe. Di sechzehnte Klasse umfaßt eine Menge Gattungen, die in einer ziemlich natürlichen Ordnung zusammen hängen, und deren Charakter durchgehends in den unten verwachsenen oder zusammen hängenden Staubfäden besteht. Es sind nämlich zwey Hauptfa— milien, die Kranich schnäbel und die Malven⸗ Familie, die zu dieser Klasse gehoren. 1 D · i h Rohe mun H Wuac miure GN Wul ven stehh leche ent Ihnen In N hescte h A Eun a U Cuhe G. ben du duh Eastdrüsg Rich dullz EIN Nundꝛule la en Enda piy det Buin u tchen uinne lbe. * nfaßt ent Aarlichen Nu arurnce N altet uag sammel WIII sammeh uu lch nua en Nio MIN Ind die WI ch. 2²⁷ I. Die Familie der Kranichschnäbel oder der Geranien. Diese schließt füͤnf Gattungen in sich, nämlich die eigentlichen Kranichschnäbel(Pelargonium), die Reiherschnäbel Erodium), die Storchschnäbel(Ge— ranium)/ die Monsonien, und das Grielum. Die letz⸗ tere Gattung wird aber, weil ihre Staubfäden nicht serwachsen sind, zur zehnten Klasse gerechuet. Der natürliche Charakter dieser Familie besteht darin, daß es Pflanzen von baum⸗, strauch⸗, oder krautartigem Wuchse sind, deren Blumen großentheils in Dolden, wenigstens zu zweyen, auf ziemlich langen Stielen stehn; deren Kelche fünfblättrig sind; deren Blumenkro⸗ ne ebenfalls aus füͤnf regel⸗ oder unregelmäßigen Blät⸗ tern besteht; deren Staubfäden, zu fünfen sieben, zehnen und zwölfen, unten zusammen hängen; und de⸗ ren Narbe mehrentheils funftheilig ist. Die Saamen dieser Familie stehn mehrentheils zu fünfen, und find mit einer lockern Haut eingefaßt, die oben grannenar⸗ tig mit dem Pistill zusammen hängt, und wenn der Saame reif geworden, mit einer spiralförmig gewun⸗ denen Granne versehn ist. In Deutschland wachsen nur von den beiden Gat⸗ tungen: Storch- und Reiherschnabel, einige Arten 2² wild. Die sämmtlichen Kranichschnäbel, die Mon⸗ sonien und das Grielum sind im südlichen Afrika, vorzüglich am Kap, zu Hause. ‚ Die Gattung Neiherschnabel zeichuet sich durch eine regelmäßige Blumenkrone, fünf Antheren, fünf Honigdrüsen an der Grundfläche der Staubfä⸗ den, und füuf Schuppen aus, die mit den Staub⸗ fäden abwechseln und als Saftdecken dienen. Die Saamen⸗Grannen sind überdies haarig. Die einzi⸗ ge Art, die bey uns wild wächst, ist der Reiher⸗ schnabel mit Schierlingsblättern, den Sie auf düͤrren Aeckern und wüsten Plätzen ziemlich häu⸗ fig sinden. Seine Blätter sind geftedert, und die einzelen Blättchen sitzen ohne besondere Stielchen am Hauptstiel, sind wieder halb gefiedert, eingeschnitten und haarig. Die Blumen stehn in Dolden zu fünfen und mehrern auf besondern Stielen, und die Dolden-⸗ Hülle besteht aus fünf eyrunden, spitzigen Blättchen. In Garten ziehn wir unter mehrern Arten be⸗ sonders den bisamriechenden und den Rei⸗ chard'schen Reiherschnabel. Der erstere zeichnet sich durch den Moschus⸗-Geruch und durch die Menge Haardrüsen aus, welche die ganze Pflan⸗ ze klebrig machen. Er ist dem Reiherschnabel mit Sie eiheben hesonde kun! 0 N. 1 fl Hahige beile Bitter 0 N süden Ind bel N 1 sidlchn W del nu / fius Auhan du Eih mit du E en Man uung. N it de dh itteM 150 Rfchah u Rent Enülcern dert, irtrürtt Dilher u fn LIE Rihinm Vth. nehtnt L b N . a 1 3r ue R ihen 279 Schierlingsblättern übrigens ähulich; nur daß die einzelen Blättchen der gefiederten Hauptblätter auf besondern Stielen stehn, ungleich eingeschnitten und kaum halb gefiedert sind. Der niedliche Reichard'⸗ sche Reiherschnabel muß im Gewächshause unterhal⸗ ten werden, da er aus Korsika kommt. Er hat ein⸗ bluthige Blumenstielchen, und herzförmige, rundliche, bisweilen etwas eingeschnittene, mit Härchen besetzte Blätter. Der eigentliche Storchschnabel unterscheidet sich vom Reiherschnabel durch die Zahl der Staub⸗ fäden: er hat nämlich zehn, worunter fünf länger und die übrigen kürzer sind. Unten an den län⸗ gern sitzen fünf Saftdrüsen: als Safthüllen dienen die Barthaare, womit die Nägel der Kronenblätter unten eingefaßt sind. Die Saamen⸗-Grannen sind gerade, nicht gewunden, und unhehaart. Eine der gemeinsten Arten dieser Gattung ist der schöne Wiesen-Storchschnabel, dessen blaue und weiße Blumen unsere Wiesen so sehr verschönern. Er hat fast schildförmige, in füuf oder sieben Lap⸗ yen getheilte, etwas runzlige Blätter, deren Lappen wieder dreyfach eingeschnitten, halb gefiedert und tief eingeschnitten sind. An den Blattstielen stehn noch 280 vier große Blatt-Ansätze. Seine Blüthenstiele stehn immer zu zweyen, und seine Kronenblätter sind durchaus glattrandig. Mit dem Wald-Storch⸗ schnabel kommt er sehr überein; denn auch die⸗ ser hat zweyblüthige Blumenstiele, und fast schild⸗ förmige, in fünf Lappen getheilte Blätter. Allein die Lappen der letztern sind nicht halb gefiedert, son⸗ dern nur eingeschnitten und gesägt. Die Kronen⸗ blätter sind nicht durchaus glattrandig, sondern aus⸗ gerandet: die Farbe der Blumen ist violett oder weiß. Der Blatt-Ansätze sind nur zwey, und sie sind viel kleiner und schmäler als bey der ersten Art. Auch der Sumpf⸗-Storchschnabel mit blutrother Blume ist diesen beiden Arten ähnlich; allein er un⸗ terscheidet sich durch die sehr langen, zurück geboge⸗ nen Blüthenstiele. Die Gattung der Kranichschnäbel ziehn wir unter dem Namen: Geranium, in unsern Gewachs⸗ häusern, und bringen sie den Sommer über ins Land, wo sie uns durch ihre zum Theil sehr schönen Blu⸗ men ergötzen. Diese Gattung hat sehr viel Merk⸗ mahle, die sie von den andern Mitgliedern dieser Familie unterscheiden. Zuvörderst enthäit der Kelch die Honig„Werkzeuge. Das obere Blättchen des Alches halber. dent„ Heth MWl silt Hiben Iltirt Etriie N snd Mis Ind lge Rsuhht 0 g haldi dune WAL I R U M G6 Blhafitt duenbllan su INSin Neun auc j uu sti i Butit. na geßan. i Die Eu ½ lolett e vj und si iid sen M. M mil Hulrttt. alei e rict ne AbelRen Insem dirit iberR sching du seht d A talieden thilt du 50 Miuchi 0 281 Kelches ist nämlich ausgehöhlt und dient als Saft⸗ halter. Der Nektar wird von einer Drüse abgeson— dert, die sich im Böden dieser vom Kelchblatte ge— bildeten Röhre befindet, und die sich durch einen Höcker an der Aubenseite des Kelches zu erkennen giebt. Die Blumenkrone ist unregelmäßig. Die beiden obern Kronenblätter stehn weit von den drey untern ab, sind breiter und mit dunkler gefärbten Streifen oder Flecken geziert, welche, als Saftmäler, den Weg zum Safthalter zeigen. Der Staubfäden sind eigentlich zehn; aber drey davon tragen keine Antheren. Die Saamen⸗Grannen sind gewunden und inwendig haarig. Bey wenigen Pflanzen⸗Gat⸗ tungen hat die Natur zur Befruchtung und zur Fort⸗ pflanzung so viele und so bewundernswürdige Anstal⸗ ten getroffen, als bey den Kranichschnäbeln. Noth⸗ wendig mussen die Insecten, welche die nektarreiche Blume besuchen, die Befruchtung bewirken; daher setzen die Kranichschnäbel auch so leicht guten Saa⸗ men an. Die Verbreitung der Saamen wird durch die behaarte und gewundene Saamen-Granne un⸗ gemein leicht befördert, und uberdies pflanzen sich die meisten Arten dieser Gattung sehr gut durch Stecklinge, und einige durch Knollen fort. 28² Unter hundert und zwanzig Arten, die von die⸗ ser Gattung am Kap gefunden werden haben wir mehr als die Hälfte in unsern Gewächshäusern. Sie kennen gewiß den wohlriechenden Kranich⸗- schnabel, den man unter dem falschen Namen: Geranlum molchatum, in Zimmern zu ziehen pflegt. Die herzförmigen, rundlichen, weichhaarigen Blätter, und die fünfblüthigen Blumendolden unterscheiden diese Art von andern. Der bastardartige Kra⸗ nichschnabel zeichnet sich besonders durch seine scharlachrothen größen Blumen aus, die in vielblü⸗ thigen Dolden stehn. Die Blätter sind rundlich/ obenhin gelappt, gekerbtglatt⸗ ungefleckt, und an der Grundstäche wie adgestutzt. Die in unsern Gür⸗ ten sehr gemeine Art mit schwarzem Gürtel auf den Blättern unterscheidet sich nicht allein hie⸗ durch, sondern auch durch die herzförmige Gestalt der Blätter. Der beschmutzende Kranich— schnabel hat eben solche Farbe der Blumen, als die beiden vorigen; aber die Blätter sind rundlich, etwas nierenförmig/ fühlen sich klebrig an, und be⸗ schmutzen die Hände, wenn man sie reibt. Sehr be⸗ liebt ist auch unter unsern Blumenfreunden das so genannte Geranium raseum, mit dem angenehmen Rle· wehn Rkad Cabu I WU vlichhe liit Habeg. Richi dele Ini U 0sl mum uwt , Iua. dchiim eu Aun Ichen Run schn i urin dun 4 ruunhin dartih kn dets hul ii dit i il u in uilt XIXLI in ui Itgen innt nicht Au x ůmim bil üde i Nun/ r sid uul 1 N Heiht. S Iftuthet d ö I W 283 Rosen⸗Geruch. Unter diesem Namen hat man aber zwey ganz verschiedene Pflanzen, die als Abarten hetrachtet werden müssen, da dieser Geruch, durch Cultur entstanden, keinesweges hinreicht, um eine Art von der andern zu unterscheiden. Die eine Art hat nämlich handförmige, in sieben Lappen getheilte, weichhaarige Blätter, deren Lappen länglich, einge— schnitten, gekerbt sind, und einen umgebogenen Rand haben. Diese Art ist der stark riechende Kra⸗— nichschnabel(Pelargonium graveolens). Die an- dere Art unterscheidet sich durch viel schmälere, fast lIinienförmige, halb gefiederte Lappen, und durch die scharfe Oberfläche der Blätter. Diese Art ist der raspelblättrige Kranichschnabel(Pelargo⸗ nium Radula). Ueber die Kranichschnäbel empfehle ich Ihnen das schöne Werk des Hofgärtners Dietrich in Ei⸗ senach, worin Sie neue und seltene Arten abgebildet und beschrieben finden werden. II. Die Malven⸗Familie. Zu dieser Familie gehören die schönsten Bäume warmer Himmelsstriche: die fürstliche Carolinea in Gujana, wovon ich Ihner eine Abbildung in 284 Aublet's Prachtwerk zeigen kann; die riesenmäßi⸗ ge Adansonia am Senegal; die majesdätische Gustavia in Suriname; die kostliche Barring⸗ tonia der Südsee-⸗Inseln, wovon ich ein Exemplar getrocknet besitze; die japanische Camellia, die ich Ihnen frisch zeigen kann; die schöne Achania unserer Treibhäuser; und unzählige andere. Unter den deutschen Mitgliedern dieser Familie sind die meisten krautartig, oder Sträucher und Stauden. Ihre Blätter sind meist einfach, bisweilen gefingert, selten gefiedert. Die Blumen sind groß und schön, und haben meistens einen doppelten Kelch. Die Staubfäden machen zusammen einen Cylinder aus, der das Pistill umgiebt, und eine unzählige Menge Antheren trägt, deren Zahl Aublet bey der Caro⸗ linea auf drey hundert bis drey hundert und zwanzig angiebt. Die Narbe des Pistills ist ebenfalls sehr vieltheilig. Die Honig„Werkzeuge sind meistens funf Saftdrüsen im Grunde des Kelches, und als Saftdecken dienen die Wimpern, womit die Nägel der Kronenblätter unten besetzt sind. Die Frucht be⸗ tteht gewohnlich aus mehrern Kapseln, die wirbel⸗ förmig zusammen stehn, oder sie hat nur mehrete Facher. Iil Wfti Rencht ligh. rchn hlt. in W Rn e H sched W Her sihge 1 rabli 1 Rou Whfe R W au U Nengmij 12 maffit de Bant h ein Eumse Ameli Höne Acin dudere. ll⸗ Vumiu i N t ud Eit eilen Rx LILII u Kuch. e Ulat u wuhige A et ha Idert uud iI daftl ge sih hui ahe/ nonit. Rit Die Iu 1, N hut u ule 2385 Unter den einheimischen Pflanzen, die zu dieser Familie gehören, ist die thüringische Lavatera unstreitig die schönste. Sie wird zu einer Gattung gerechnet, deren Charakter in dem doppelten Kelch liegt. Der äußere Kelch ist nämlich einblättrig und dreylappig, der innere aber in fünf Einschnitte ge⸗ theilt. Die Frucht besteht in mehrern Kapseln, die im Wirbel stehn, und deren jede nur Einen Saa⸗ men enthält. Die thüringische Art wächst bey uns in Hecken und Buschen ziemlich häufig, und unter⸗ scheidet sich durch den krautartigen, filzigen Stengelz durch etwas filzige, dreylappige Blätter, deren mitt⸗ lerer Lappen lang vorgezogen und stumpf ist; durch einzeln in den Blattachseln stehende Blüthenstiele; und durch ausgerandete, umgekehrt herzförmige Kro⸗ nenblätter. Wir bauen in Gärten als Zierpflanze die drey⸗ monatliche Lavatera, die sich beym ersten Anblick von der thüringischen Art dadurch unterschei⸗ det, daß sie durchaus keinen filzigen Ueberzug, son⸗ dern nur scharfe Punkte und oberwärts etwas steife Haare hat. Die untern Blätter sind rund; die obern dreylappig, mit lang vorgezogenem lanzetförmigen mittlern Lappen. 2³⁵ Die eigentliche Malven⸗Gattung unterscheidet sich von der Lavatera bloß durch den äußern Kelch, der hier aus drey deutlich abgesonderten Blättchen besteht, da er bey der Lavatera einblättrig und nur in drey Lappen getheilt ist. Die gemeinste Art ist die rundblättrige Malve, die wir unter dem Namen: Käsepappel, an allen Wegen finden. Sie hat rundliche, herzförmige, fünflappige, gezähnte, am Rande gewimperte Blätter, und einen gestreckten Stengel. In unsern Waldungen wächst eine seht schöne Art, die schlitzblättrige Malve, deren Blätter in fünf schmale Lappen getheilt und scharf anzufühlen sind: die einzelen Lappen der Blätter sind wieder dreymahl eingeschnitten. Die Blumen sind groß und weißröthlich: der äußere Kelch hat drey vvale, an der Spitze etwas stumpfe Blättchen. Sel—⸗ tener ist bey uns die bisamduftende Malve, mit ähnlichen Blüttern, wie die vorige Art. Aber die Wurzelblätter sind halbkreisförmig, dreymahl ein⸗ geschnitten und gekerbt; auch die obern haben Lar⸗ pen, die tiefere und mehrere Einschnitte haben; und die äußern Kelchblättchen sind lanzet⸗linienformig und zugespitzt. ö V Iene den f Ihnng W s H imihe ibiß ARe schyit 96 nicht fl Mlh mli IIII derte Bltt Hlättiz m gemeinfe. ie nit una y dezer jin in, ehtt/e einen xfnth nichi in Nalyn halt uud K i dlni Die dunn i e H Bltida tende M Rig II ohenn Hea Iute t Hi 287 Die große Rosen⸗Malve oder Stockrofe ist eine eigene Gattung, die wir Eibisch oder mit dem schönen griechischen Namen: Althaa, nennen können. Ihr Charakter beruht auf dem vielfach ein—⸗ geschnittenen äußern Kelch, der entweder sechs oder neun Lappen hat. Die Unterscheidungszeichen dieser Art bestehn in den funf⸗ oder siebenwinkligen, herz⸗ sörmigen runzligen Blättern. Eine andere Art, der Eibisch von Narbonne, hat filzige Blätter, die in drey, fünf, oder sieben lange, keilförmige, einge⸗ schnittene Lappen getheilt sind. Der hanfblättri⸗ ge Eibisch ist diesem ähnlich; nur daß die Blätter nicht filzig, sondern scharf anzufühlen sind. Auch hat er sehr lange, einzeln in den Blattachseln stehende Blüthenstiele. XXI. An eben dieselbe. Auch die siebzehnte Klasse, meine theure Freundinn, ist meistentheils natürlich„und besteht aus Gewächsen mit Schmetterlingsblumen und Hül⸗ senfruchten. Es gehören indessen bey weitem nicht alle Gewächse mit Hülsenfrüchten in diese Klasse; denn die Mimosen, Gleditschien, Cassien, die Sopho⸗ ren und mehrere andere gehören zu andern Klassen, ob sie gleich Hülsen tragen. Auch giebt es einzele, aber wenige Gattungen in dieser Klasse, die entweder keine Schmetterlingsblumen oder keine Hulsenfrüchte tragen, und diese wenigen sind dann zum Theil von der naturlichen Ordnung ausgeschlossen. Die Amor⸗ pha unserer Pflanzungen gehört zu dieser Klasse, aber sie hat keine Schmetterlingsblume, sondern nur ein einziges Kronenblatt. Der Erdrauch hat eine etwas undeutliche Schmetterlingsblume und keine Hülsen, sondern theils runde Früͤchte, theils längliche Schoten. Der vorzüglichste und künstliche Charakter dieser Klasse ist indessen das Zusammenhängen der Staubfäden in zwey Bündeln, oder daß, einen einzi⸗ gen frey stehenden Staubfaden ausgenommen, die ½ silfe U YI sinf M U D d 6 I hg myh ihi 05 10 e. II ich, W dlumen un bey nelmn i in ditt assien, Vens IIILLL gleht tauh asse/ MArN eine Hisnrit in in M sen. Du Ar r A lume/ sochen x Emruch Nn hlumt mN / thalhHge 1441 16 IN Unstliche Vn mmelhehsl uf/ a onna/ 289 übrigen alle in einen Cylinder verwachsen sind. Von diesem Haupt-Charakter giebt es nur sehr wenige Ausnahmen, z. B. bey dem Pfriemenkraut, wo die Staubfäden alle in einen Cylinder verwachsen sind. Zum natürlichen Charakter dieser Klasse gehört, daß die meisten Pflanzen aus derselben zusammen ge— setzte Blätter haben, die entweder zu dreyen oder zu funfen auf einem gemeinschaftlichen Stiele stehn oder selbst gefiedert sind. Die Blumen, die gewöhnlich in Trauben, in Knöpfen oder Dolden stehn, haben einen fünfzähnigen, seltener einen anders eingetheilten Kelch. Die Blumenkronen sind gewöhnlich aus vier bis fünf Kronenblättern zusammen gesetzt und unregelmäßig. Oben steht der Wimpel, zu beiden Seiten die Segel, und unten der ausgehöhlte oder gespaltene Kiel, der die Befruchtungs-Werkzeuge einschließt.(S. 53.) Der Fruchtknoten und das Pistill sind immer nur einfach, niedergebogen und von dem Cylinder der Staubfäden umgeben. Die Zahl der letztern schränkt sich gewöhn⸗ lich auf zehn ein, wovon neun verwachsen sind und einer frey steht. Wenige Gattungen haben fünf, sechs oder acht Antheren. Das Honig-Werkzeug ist meistens eine Saftdrüse, die den untern Theil des Fruüchtkno⸗ Zweyte Sammlung. 19 290 tens umgiebt, oder es ist der Boden des Kelches. Als Safthülle dient die ganze Form der Blume, besonders die sehr wohl angebrachte Stellung des Wimpels, der Segel und des Kiels, und das Saftmaal findet mau gewöhnlich in dunkeln Strichen oder Flecken des Wim— pels. Der Fruchtknoten wächst nach abgefallener Blu—⸗ me in eine Hülse aus, deren Form bey verschiedenen Gattungen äußerst verschieden ist. Sehr wenige ha— ben eine zweysächerige, die meisten eine einfächerige, drey Gattungen auch eine Glieder-Hülse. Die meisten Merkmahle des Klassen-Charakters werden Sie an der schmalblüttrigen Wicke (Fig. 1) finden, wovon ich Ihnen eine Zeichnung bey⸗ lege. Sie sehn das gefiederte Laub,(i) den fünfzäh⸗ nigen Kelch,(b.) den Wimpel,(e,) die Segel,(dd,) und den Kiel,(e;) ferner die verwachsenen Staubfä⸗ den, über denen einer frey steht,(E;) unter dem Fruchtknoten(8) die Saftdrüse,(„Nendlich die Hülse () mit den Saamen, die alle an einer Naht fest hän⸗ gen. Den Charakter der Gattung bemerken Sie in den Barthaaren,(a,) welche unter der Narbe das Pistill besetzen. Dieses schöne Gattungs⸗Merkmahl zeichnet die Wicke vor allen andern Pflanzen dieser Klasse aus. Die Arten dieser Gattung werden nach I hm en fet 5i uite fen 291 dem Blüthenstande abgetheilt: sie tragen nämlich entweder die Blüthen auf langen Stielen, oder diese sitzen ohne besondere Stiele an den Blattachseln. Un— sere schmalblättrige Art gehört in die letztere Abthei⸗ lung. Sie hat überdies linienförmige, zugespitzte, glattrandige Blättchen, und nur unten am Hauptsten⸗ gel sind diese Blättchen etwas breiter und an der Spitze ausgerandet. Die Blatt-Ansätze sind gezähnt. Durch diese Merkmahle unterscheidet sie sich von der gemeinen Saatwicke, von welcher Linné die schmalblättrige mit Unrecht als Abart ansah. Die gemeine Wicke hat viel breitere Blätter, die umge⸗ kehrt lanzetformig, oben ausgerandet und mit feinen Härchen besetzt sind. Auch sind ihre Blatt-Ansätze mit einem dunkeln Fleck versehn. Die große Gar— tenbohne gehört auch in die Gattung der Wicken. Sie unterscheidet sich aber von allen übrigen durch den aufrechten, nicht windenden Stengel, und durch den Mangel an Gabeln oder Ranken. Die Gattung der Platterbsen(Lachyrus), wovon wir mehrere Arten in Gärten bauen, gränzt zunächst an die Wicken. Sie unterscheidet sich aber von ihnen theils durch den Mangel an Bart um das Pistill, theils durch die platt gedrüͤckte Form des Pi⸗ — 10* 292 stills und der Narbe, theils endlich dadurch, daß die zwey obern Zähne des Kelches kürzer als die drey un⸗ tern sind. Der Grund des Kelches sondert hier den Nektar ab. Auch diese Gattung theilen wir nach dem Blüthenstande ein, indem die Blumenstiele entwe— der nur Eine, oder zwey, oder mehrere Blüthen tra⸗ gen. Die schönste Art ist unstreitig die wohlriechen⸗ de Platterbse, mit zweyblüthigen Blumenstielen, mit eyrund⸗ länglichen Blättern, die zu zweyen stehn, und deren gemeinschaftlicher Stiel in eine mehrfach ge⸗ theilte Ranke übergeht, und mit rauhhaarigen Hülsen. Man hat zwey Spielarten derselben: die eine hat einen blaßrothen Wimpel, weiße Segel und einen weißen Kiel; die andere einen dunkelrothen Wimpel, violette Segel und einen violetten Kiel. Auch die Platt-⸗ erbse von Tunis Lathyrus ingitanus) ist recht schön. Sie hat ebenfalls zweyblüthige Blumenstiele; ihre Blätter sind lanzetförmig, stehn abwechselnd zu zweyen am gemeinschaftlichen Stiel, und dieser endigt sich in gespaltene Gabeln. Die Blatt-⸗Ansätze sind halbmondförmig. Die breitblättrige Platt⸗ erbse, die wir in Gärten ziehn und die auch in Deutschland wild wächst/ ist ebenfalls eine der schön⸗ 40 siche H V 16 W hel! al uw M W Ndert hie n WIITUI Nenstielt uh Bachen tint narur V Ai MEI V. Ne eld Hal IN 293 sten Gartenpflanzen. Sie hat vielblüthige Blumeu⸗ stiele, zweyblättrige Gabeln, und einen zu beiden Sei⸗ ten häutigen oder geflügelten Stengel. Die Lupinen, eine sehr beliebte Zierpflanze un⸗ serer Gärten, machen eine eigene natürliche Gattung aus, deren Charakter in dem zweylippigen Kelch und der Verschiedenheit der Formen der Antheren zu su— chen ist. Unter den zehn Antheren sind nämlich fünf länglich und die ubrigen rund. Die Narbe ist knopf⸗ förmig, und der Grund des Fruchtknotens sondert den Nektar ab. Die gewöhnlichen Arten werden auf fol— gende Art unterschieden: 1. Die weiße Lupine hat einen einfachen, zweyliprigen Kelch, dessen Ober— lippe nicht eingeschnitten, dessen Unterlippe aber drey⸗ zähnig ist. Die Blätter sind siebenzählig ⸗/ länglich, mit weichen feinen Haaren besetzt, die am Rande in lange Wimpern auslaufen. Mit diesen weichen Haa— ren ist auch die ganze Blumentraube besetzt. 2. Die haarige Lupine hat lanzetsörmige Nebenblättchen an den Blumenkelchen; die Oberlippe der letztern ist gespalten, die Unterlippe aber uneingeschnitten: die Blüthen stehn in Wirbeln, sind hochrotb und weiß: die Stengelblätter sind neunzählig, spathelförmig, und mit eben den weichen Haaren besetzt als die erste Art. 204 3. Die bunte Lupine hat ebenfalls Nebenblätt⸗ chen an den Blumenkelchen, deren Oberlippe gespal⸗ ten und die untere obenhin dreyzäͤhnig ist: die Blu⸗ men stehn in halben Wirbeln: die Blätter sind schmal, weichhaarig, und endigen sich in einen kleinen kraut— artigen Stachel. 3. Die gelbe Lupine hat linien förmige Nebenblättchen an den Kelchen, deren Ober⸗ lippe gespalten, die Unterlippe aber dreyzähnig ist: die wohlriechenden gelben Blumen stehn in ganzen Wir⸗ beln; und die Stengelblätter sind neunzählig, schmal, und weniger haarig als bey den vorigen Arten. Einen der schönsten Gattungs-— Charaktere hat die Schminkbohne, nämlich die spiralförmige Win⸗ dung des Kiels sammt dem darin enthaltenen Pistill und den Staubfäden, und dem schönen röhrenförmigen gekerbten Honig-Werkzeuge, welches den Fruchtkno— ten von unten umgiebt. Die Windung des Kiels ist fehr vortheilhaft eingerichtet, indem jede Berührung desselben das Pistill hervor springen und mit seinem haarigen Theile den Pollen der Antheren abstreifen läßt, den das Nektar-suchende Inseet nun nothwen⸗ dig auf die Narbe bringen muß. Anders könnte näm⸗ lich die Befruchtung nicht geschehen, da die Narbe des Pistills viel länger als die Staubfäden ist und K MV Mal linpe geni it: de du fudshun line lul ehetln XII Rhnn il K II Iblis. ri + nlene TWiastu haen Ml brafüm III den Fucht bes A Peribehn Se Sauu e ul ede⸗ Kren Ibste 6 aun uhhed 1 70 Il. iuntt un N Mai V t 10 295 weit aus dem gewundenen Kiele hervor ragt, da auch die Antheren früher verblühn, als die Narbe hinrei— chende Empfänglichkeit bekommen hat. Wir haben in Gärten zweyerley eigentlich unterschiedene Arten yon Schminkbohnen: die windende und die Zwergbohne. Von jener ist die Feuer bohne nur eine Abart, die sich durch nichts weiter als durch die Feuerfarbe ihrer Blumen unterscheidet. Die Zwergbohne aber ist von der windenden theils durch ihren Wuchs, theils durch die runzlige Beschaffenheit ihrer Hüllen, theils dadurch unter— schieden, daß die Nebeublättchen am Kelche größer als der letztere sind, da die windende Schminkboh— ne kleinere Nebenblättchen hat. Auch die gemeinen Zuckererbsen haben einen sehr ausgezeichneten Gattungs⸗Charakter, nämlich ein dreyseitiges, oben gerinntes Pistill, und zwey obere Zähne des Kelches kürzer als die drey übri⸗ gen. Die Art, welche wir in Gärten bauen, unter— scheidet sich von andern durch die runden Blattstiele, durch die unten zugerundeten, gekerbten Blatt⸗An⸗ sätze, und durch vielblüthige Blumenstiele. Die Linsen geüoren zu einer Gattung, deren Charakter in der Länge des Kelches gegründet in; V 296 die Zähne des Kelches sind nämlich eben so lang als die Blume: und die gemeine Saatlinse zeichnet sich durch zweyblüthige Blumenstiele und durch zusam⸗ men gedrückte Saamen aus. Die schöne Gattung des Bohnenbaums oder des Cytisus hat aber keine sehr ausgezeichnete Merkmahle, und man kann sie fast auf lauter nega— tive zurück bringen. Der zweylippige Kelch, dessen Oberlippe zwey, die Unterlippe drey Zähne hat, und die an der Grundfläche dünnere Hülse kommen meh⸗ rern Gattungen zu, die aber außerdem noch andere Merkmahle haben, welche dem Cytisus fehlen. Auch der Umstand, daß sämmtliche Staubfäden verwach—⸗ sen sind, findet sich bey mehrern Gattungen aus die— ser Klasse. Wir haben in unsern Pflanzungen eine Menge schöner Sträucher, die zu dieser Gattung ge— rechnet werden und die fast durchgehends dreyzählige Blätter haben. Die schönste Art ist unstreitig der goldene Regen(Cytisus Laburnum), mit einfachen, großen, hängenden Blumentrauben, und eyförmig ⸗länglichen Blättchen, die unten kurze, dicht anliegende Härchen haben. Der schwärzliche Cytisus ist von der ersten Art hauptsächlich durch die gufrecht stehenden ————— aunet Ruun W ul I 001 0%/M Ilt 1L uh 30 f ‚ ohen lh 16 H Rall Ruli Ul 6 2 ngeh eicae zj uch jn dumt Ugizeichn luuter ueg Rach, Mn Rue hath u hmma ne noch irxe fehlex. I0 * 7* Rel hergas b gölhe 6 n lintea Ibe Hittt I febende Heh 29⁷ Blumentrauben; durch die ovalen, mit einem kleinen krautartigen Stachel versehenen Blätter; durch die weißhaarigen Kelche; und durch fadenförmige Ne— benblättchen am Kelche unterschieden. Der niedri— ge Cytisus(Cyülus elongatus) hat ebenfalls auf⸗ rechte Trauben, aber keine Nebenblättchen am Kel— che, und keine krautartige Stacheln an der Spitze der Blätter, die mehr zugerundet sind. Der itali— sche Cytisus(Cytilus lellilifolius), den Sie in unsern Pflanzungen fast am häufigsten finden, zeich⸗ net sich theils durch dreyzählige Nebenblättchen an den Blumenkelchen, theils dadurch aus, daß die obern Stengelblätter keine besondere Stiele haben, sondern unmittelbar am Hauptstengel sitzen. Der knopfförmige Cytisus ist auch ein kleiner niedlicher Strauch, dessen Unterscheidungszeichen in derk nopfsörmigen Blumendolde, in den schmalen Ne— benblättchen dicht am Kelche, und in dem zottigen Ueberzuge der Aeste und Blätter liegen. Auch der öͤstreichische Cytisus blüht in Dolden, die aber flattriger als bey der vorigen Art sind; er hat viel schmälere, mit sparsamen Härchen kaum seidenartig überzogene Blätter, die am Ende fein zugespitzt sind. Der haarige Cytisus(Cyrilus lupinus) ist mit 298 eben so langen und etwas rauhern Haaren besetzt als der knopfförmige: die Blumen stehn aber nicht in Dolden, sondern kommen zu zweyen und dreyen aus den Blattachseln. Sehr hübsch ist auch der kleine blattreiche Cytisus(Cytilus koliololus), mit ungemein kleinen schmalen Blättchen, die über— all die Aeste besetzen, aufrechten Trauben, und zu⸗ rück geschlagenen Kelchen. Die Acaeie gehört zu einer Gattung, die Linné Robinia nannte. Ihr Charakter besteht in dem vierzähnigen Kelche, da die meisten andern Gattungen aus dieser Klasse füuf Zähne an der Mündung des Kelches haben. Doch giebt es auch einzele Arten dieser Gattung, bey denen dies Merk; mahl nicht zutrifft. Der untere Theil des Frucht⸗ knotens und die Oberfläche des Kelchbodens sondern auch hier den Honig ab. Die gemeine Acageie zeichnet sich vor andern Arten durch die einfachen Blumentrauben, durch die ungepaart gefiederten Blatter, und durch die Dornen aus, die an den Blattstielen sitzen. Die schönste Art ist die rothe Acacie, mit rauhhaarigem Ueberzuge der Zweige ohne alle Dornen. Bekanntlich ist sie zärtlicher als die vorige Art, da ihr Vaterland die südliche Ge⸗ l / u Nttung, M Akte VN Aklet N Esteg And * ihne au V icht es ui 44 ct I ĩDet V I .½%%½ Hirtihe Hsche L. 299 gend der vereinigten nordamerikanischen Staaten ist. Ziemlich gemein ist aber auch die strau chartige Robinia, mit vierzähligen Blättern, dornenlosen Aesten, und einfachen Blüthenstielen. Von dieser unterscheidet sich die Zwerg-Robinia bloß durch die starken Dornen, die am Ende der Blattstiele stehn: und die Cara gana durch die gepaart ge— fiederten Blätter, die aus acht Blättchen bestehn. Endlich will ich aus dieser Klasse noch den Klee anführen. Der Charakter dieser Gattung besteht darin, daß die meisten Arten einen krautartigen, ge— wöhnlich niederliegenden Stengel, dreyzählige Blät⸗ ter, einen knopfförmigen Blüthenstand haben; daß ferner die Kronenblätter unten meistens zusammen gewachsen sind, und daß der Kelch gewöhnlich eben so lang als die kurze Hülse ist und mit der letztern zugleich abfällt. Das Honig-Werkzeug ist auch hier der unterste Theil des Fruchtknotens. Alle diese Merkmahle fiadet man indessen nicht bey jeder Art. Der gemeine rothe Wiesenklee hat noch die meisten derselben, und unterscheidet sich als Art durch die zottigen Blumenknöpfe; durch die rauhhaarigen Kelche; durch die gegen über stehenden, häutigen Blatt-Ansätze; und dadurch) daß die kurze Hülse 30 ein eigenes Deckelchen hat, welches, wenn der Saa— me reif geworden, aufspringt. Der weiße Feld— klee hat dagegen mehr doldenartige Blumenknöpfe, und vier Saamen in Einer Hülse. Der kleine Katzenklee hat ovale, ährenförmlge, rauhhaari—⸗ ge Blumenknöpfe, und borstenföͤrmige, rauhhaarige Kelchzähne. Daß weder Esparcette noch Luzerne zu den Klee-Arten gehören, werden Sie bey näherer Untersuchung leicht bemerken. Die Espareette hat nämlich eine doppelte, in einander geschobene, stachlige Saamenkapsel, mit einem einzigen Saa⸗ menkorn; in der Blume einen nach vorn abgestutzten und unten gespaltenen Kiel; und blüht in ziemlich langen Aehren. Und die Luzerne hat einen mit betraächtlicher Federkraft versehenen Kiel in der Blu⸗ me, welcher bey der Berührung die Befruchtungs— Werkzeuge hervor treibt, die alsdann an den Wim— pel hinauf springen. Ihre Hülsen sind schneckenför⸗ mig gewunden, und dieser Merkmahle wegen rechnet man sie zu den Arten des Schneckenklees. Die Esparcette wird aber mit Unrecht zu einer Gattung gerechnet, die sich durch Glieder-Hülsen auszeichnet. UU fin G st E Wn shl a E Riie y Bumallin Du ilein I„ klubhig nuphunz Lulene ie he iher Esomntt et gechidg tinmgen E geiitt 1 u gen Hat eueg g HuH Beftuchturt 31 D V shu negel tihnt Allat. N inet Hanh un 301 XXII. An eben dieselbe. Die achtzehnte Klasse ist in der That sehr wenig natürlich. Die wenigen Gattungen, welche sie enthält, haben unter sich nicht viel natürliche Ver— wandtschaft, oft aber weit mehr mit Pflanzen aus andern Klassen, von denen sie das künstliche System trennt. Auch trifft der künstliche Charakter dieser Klasse, daß die Staubfäden unten in mehrere Bün⸗ del verwachsen sind, nicht so genau zu, und ist kei—⸗ nesweges so auffallend, daß man nicht, besonders aus der zwölften Klasse, manche Blumen auffinden könnte, wo oft noch stärkere Verwachsungen der Staubfäden vorkommen, als bey den Pflanzen aus dieser Klasse. Eine der bekanntesten Gattungen aus dieser Klas— se, die Agrumen oder Orangen-Bäume, zeigen den Klassen-Charakter keinesweges ganz of⸗ fenbar. Man wird manche Orangen-Blüthe sehen, wo die Staubfäden in einen Cylinder verwachsen sind; bey andern Blüthen scheint bisweilen gar keine Verwachsung vorhanden zu seyn. Der Charakter dieser Gattung ist hauptsächlich in den fünf längli⸗ liche, am Rande etwas gekerbte Blätter, und fast 30² chen, fleischigen Kronenblättern, und in der Form der Frucht zu suchen, welche eine neunfächerige Beere ist. Das Honig-Werkzeug ist eine fleischige Saft— drüse, die zwischen dem Kelch und dem Fruchtkno— ten sitzt und den letztern umgiebt. Uebrigens haben alle Agrumen immer grüne Blätter von festem le— derartigen Bau und mit vielen fast durchsichtigen Drüsen durchflochten. Die Cultur hat unzählige Abänderungen dieser asiatischen Bäume hervor gebracht, von denen es noch ungewiß ist, ob man sie als wirkliche Arten zu betrachten hat. Gewöhnlich nimmt man die allge— meine Eintheilung in solche Agrumen an, deren Blattstiele mit einem blattähnlichen Rande einge⸗ faßt und deren Früchte fast kugelförmig sind; und in solche, deren Blattstiele keine solche Einfassung haben und deren Früchte eyförmig und an beiden Enden etwas verdünnt sind. Zu den erstern rechnet man die Pomeranzen mit ihren Abarten; zu den letztern die Citronen. Indessen giebt es ganz offenbare Uebergänge von Citronen zu Pomeranzen, und umgekehrt. Die eigentliche Citrone hat ovale, gelbgrün— l HN ung Hl Miht N- oj un ichnig dy Hischie E em Fäth Wrigent W hn feien udsihin Rne h von dehn liche Aun Man die d Nen auy x LIL mi iih v lche Eusn L Waurd; N giebt l Ten Vi huley Re I/ I 6 30⁰³ runde Blattstiele ohne alle Einfassung: ihre Früchte sind schön gelb und oben zugespitzt. Eine Abart da— von mit kleinern, mehr länglichen Früchten, die eine dünnere Schale und deren Fleisch einen sehr sau— ren Geschmack hat, nennt man Limonie. Eine andere Abart mit großen dunkelgrünen, wellenförmig gebogenen, fast runzligen, am Rande wenig gekerb⸗ ten, völlig stumpfen Blättern kenne ich unter dem Namen: Citronat. Die Fruchte aber habe ich noch nicht gesehn. Was die ächte Pomeranze betrifft, so unter⸗ scheidet sie sich hauptsächlich durch die zugerundeteß blattartige Einfassung des Blattstiels, und durch die mehr kugelförmigen Früchte von sehr dunkelgelber Farbe. Ihre Blätter sind übrigens vval- lanzetför⸗ mig, lang zugespitzt und beynahe glattrandig. Ob die Pompelmus eine Abart der Pomeranzen oder eine wirklich unterschiedene Art ist, wage ich nicht zu entscheiden. Ihre Blattstiele haben eine viel brei— tere, mehr zugerundete, blattartige Einfassung: ihre Blätter sind weniger zugespitzt und gewöhnlich am Rande mehr obenhin gesägt als die Blätter der Po⸗ meranze: und die hochrothen, schmackhaften Früch⸗ te erlangen eine sehr betrüchtliche Größe. Eben so 30⁰⁴ wenig kann ich bestimmen„ ob die Apfelsine nur eine durch Cultur entstandene Abart der Pomeran⸗ ze, oder eine wirklich verschiedene Art ist. Der Un⸗ terschied ihrer Blätter von den Blättern der Pome⸗ ranze liegt darin, daß die blattartige Einfassung des Blattstiels fast unmerklich; daß das Blatt nicht flach, sondern gleichsam zusammen gefaltet und an der verdünnten Seite etwas stumpf und ausgerandet ist. Die Fruchte kommen in der Form mit deu Pomeranzen überein; nur ist die Farbe der Schale röther und das Fleisch schmackhafter. Endlich kenne ich noch eine Abart der Pomeranzen, die ich die weidenblattrige nennen möchte. Ihre Blatt⸗ stiele haben eine breitere blattartige Einfassung als die Apfelsinen, die aber bey weitem nicht so breit ist als bey den Pomeranzen. Die Blätter selbst sind sehr schmal, lanzetförmig, nach unten verdünnt, wel— lenförmig gebogen, und nach der Spitze zu obenhin gesägt. Die Früchte sind mir nicht bekannt. Eine der weitläufigsten und am schwersten zu untersuchenden Klassen ist dieneunzehnte. Wie groß die Anzahl der Arten ist, die man itzt schon selhin u det Innu it. Iu h un da Lis ih1 Cinsoso Van it eftltut ui 1 n Ium N ube de Eel Emlo in ½ Ne 0 Iyn de Cinasun nicht int I Ittet seht. IIL 0 Ride 0 H1 hekunn. sni Aehte N a N N 30⁵ aus dieser Klasse kennt, weiß ich nicht genau anzu⸗ geben; ich kenne und besitze allein an acht hundert Arten, und vielleicht ist dies kaum der dritte Theil derer, die Thuaberg, Vahl oder Willdenow kennen. Ein großer Vortheil bey der Untersuchung der Pflanzen aus dieser Klasse ist indessen der, daß sie mehrentheils alle zu Einer natürlichen Familie ge— hören, und der Haupt-Charakter dieser Familie ist darin zu suchen, daß allezeit mehrere Blümchen auf einem gemeinschaftlichen Fruchtboden stehn und von einem gemeinschaftlichen Kelche umgeben sind. Zwar sinden wir des letztere Merkmahl auch bey der Sca—⸗ biose, die bekanntlich zur vierten Klasse gehört, und ehemals rechnete man auch die Veilchen, die Lobelien, die Jasione und Balsamine zu der neunzehnten Klasse, weil ihre Antheren oben verwächsen sind. Wenn also gleich diese Klasse durch Trennung der Scabiosen, Knautien, Weberkarten und anderer Gattungen an Natürlichkeit verloren hat, so hat sie doch offenbar an dieser Eigenschaft gewonnen, da man diejenigen Pflanzen von ihr trennte, deren Blumen nicht zusam-⸗ men gesetzt sind. Der künstliche Klassen-Charakter, die Verwachsung der Antheren, muß also mit dem na— türlichen verbunden werden. Zweyte Sammlung⸗ 20 306 Außer dem gemeinschaftlichen Kelche, der unter den bekanntern Pflanzen dieser Klasse allein der Ku— geldistel Echinops) fehlt, giebt es noch bisweilen besondere Kelche, die aber gewöhnlich das Ansehen der besondern Kelche der Scabiose haben; das heißt, sie sind Saamenkronen. Doch giebt es einige wenige Gattungen, z. B. eben die Kugeldistel, wo die beson⸗ dern Kelche auch eine andere Form haben. Die Blu— menkrone ist allezeit einblättrig und entweder röhren⸗ oder zungenförmig. Nur die Gattung Beyfuß hat am Rande Befruchtungs-Werkzeuge, ohne besondere Blumenkrone. Der Staubfäden sind allezeit fünf; sie sind sehr kurz und mit der Blumenkrone verwachsen. Die An⸗ theren sind viel länger und in einen Cylinder verwach⸗ sen, der das Pistill umgiebt. Das letztere ist fäden⸗ förmig, länger als der Cykinder von Antheren, und endigt sich oben in zwey zurück gebogene Narben. Das Honig-Werkzeug ist allezeit eine Saftdruse, die oben auf dem Fruchtknoten sitzt. Hier ist der Nektar durch den Cylinder von Antheren, der die Blu⸗ menröhre anfüllt, vollkommen vor dem Regen ge— schützt, und er kann sich in dem Grunde der Blumen— röhre ansammeln, die als Safthalter dient. Da die ue a dn Ly h Hiötein dus Miha RIAII Muige vaz u M H I. Di du vber uhn Beysij ht hhe Hng . 6 M V sel. Y indet terrid tele NNen H Uuthereh Nne * Eur e Cane 3 Her t x VxIs E H er Bun t A 307 Narben weit über den Antheren-Cylinder hervor stehn, und da oft auch die Pistille von den Antheren getrennt sind, so kann auf mechanische Art keine Be— fruchtung geschehen. Daher sind die Inseeten noth—⸗ wendig. Die Blasenfüße, die Bienen und Schmet— terlinge, die Fallkäfer, die Schmalbock- und Schild— käfer u. s. f. besuchen die Blumen aus dieser Klasse sehr häusig und befördern die Befruchtung. Der Saame sitzt immer unter der Blumenkrone, auf dem gemeinschaftlichen Fruchtboden, und hat nur bey sehr wenigen Gattungen eine besondere Hülle. Gewöhnlich ist er ganz nackt, und mehrentheils mit jener Krone an der Spitze versehn, die, so lange die Blume steht, als besonderer Kelch dient. Doch giebt es auch mehrere Pflanzen aus dieser Klasse, denen die Saamenkrone völlig fehlt. Die außerordentliche Menge von Gewächsen, wel—⸗ che zu dieser Klasse gerechnet werden, macht Unter— Abtheilungen nothwendig. Linné hat dergleichen Ordnun gen eingeführt, welche die Natur zu be— stätigen scheint. Man bemerkt nämlich oft ein ver— schiedenes Verhältniß der Befruchtungs-Werkzeuge in den Blüthen am Umfange,(Strahlblumen,/) und in den Blüthen der Mitte,(Scheibenblumen,) 20* 308 und eine verschiedene Fähigkeit derselben, gute Früch— te anzusetzen. Bald enthalten nämlich die Scheiben⸗ blumen beiderley Befruchtungs-Werkzeuge, die Strahlblumen aber bloß Pistille, oder auch nicht ein— mahl diese, sondern sind ganz leer und setzen deßwe— gen auch gar keine Saamen an. Bald enthalten die Strahlblumen allein Pistille mit empfänglichen Nar— ben, die Scheibenblumen aber bloß Antheren: alle Saamen sind daher bloß im Umfange. Bald sind die einzelen Blümchen durch besondere Kelche von einan⸗ der getrennt und jedes setzt guten Saamen an. So sehn Sie, gnädige Frau, daß man mit ei— nem gewissen Schein viele Pflanzen aus dieser Klasse zur ein und zwanzigsten ziehen könnte, weil Antheren und Pistille oft in verschiedenen Blumen getrennt sind; allein, da sie auf einem gemeinschaftlichen Frucht— boden stehn, so muß man sie dennoch zu dieser Klas— se zählen. Auch leuchtet von selbst ein, wie noth— wendig, wegen des abgesonderten Standes der Anthe— ren⸗tragenden von den Pistill- tragenden Blumen, und wegen der größern Länge der Narbe in solchen Blumen, die beiderley Befruchtungs-Werkzeuge ha⸗ ben, wie nothwendig die Befruchtung durch Inseeten geschehen müsse, und wie wenig sie auf mechanische 11 55 ue dit) ie Etln fleuge, y uch richt z sihen öde authaha Reu ah. man nt VAe C Mier I weil Mhen Aettertt 0 getreht + Hlchen Fud ule ilen Ballun uuth nn II 5 309 Art erfolgen könne. Das Inseet, nur nach Nektar begierig, kriecht auf der ganzen Blumenscheibe herum, und besucht bald die Scheiben⸗, bald die Strahlblu-— men, schleppt also den Pollen der einen auf die Nar— be der andern. Daher findet man die Blumenkäfer oft in den Röhren der Blumen selbst, wo sie, beladen mit Pollen, kaum zwischen den Staubfäden durchkom— men können. Ich glaube, folgende Uebersicht der Ordnungen in dieser Klasse wird hinreichende Deutlichkeit haben: Erste Ordnung. Scheiben- und Strahlblüm— chen haben ohne Unterschied beiderley Befruch— tungs-Werkzeuge, und setzen auch alle guten Saamen an. Dabey sind die Blümchen seibst entweder alle zungenförmig und schmal, oder alle röhrenförmig. Zweyte Ordnung. Die Scheibenblümchen al— lein haben beiderley Befruchtungs-Werkzeuge und sind röhrenförmig; die Strahlblümchen ent⸗ halten aber bloß Pistille, und sind entweder zun⸗ gen⸗ oder röhrenförmig. Beide aber setzen guten Saamen an. Dritte Ordnung. Die Scheibenblümchen al— lein haben beiderley Befruchtungs-Werkzeuge, 310 sind röhrenförmig und setzen guten Saamen an; die Strahlblümchen dagegen enthalten entweder nur einen Ansatz zu Pistillen ohne Narben, oder gar keine Pistille, sind zungen⸗ oder röhrenförmig und völlig unfruchtbar. Vierte Ordnung. Die Scheibenblümchen ha— ben einen bloßen Autheren-Cylinder, und entwe— der gar keine Pistille, oder Pistille ohne Narben. Sie können daher keine gute Saamen tragen. Die Strahlblümchen dagegen haben Pistille mit Narben und sind allein fruchtbar. Hier stehn also die Saamen im Umfauge des Fruchtbodens, und die Scheibe ist leer, da bey der dritten Ordnung die Scheibe bloß Saamen trägt, der Strahl aber unfruchtbar ist. Funfte Ordnung. Außer dem gemeinschaftli— chen Kelche sind die Blümchen noch von beson— dern Kelchen umgeben, und das Verhältniß der Befruchtungs-Werkzeuge ist eben so verschieden wie bey den andern Ordnungen. Wollen Sie also eine Pflanze aus dieser Klasse untersuchen, so ist es nothwendig, daß Sie erst die Ordnung bestimmen, zu welcher die Pflanze gehört. Zu dem Ende nehmen Sie ein Blüthchen aus der 2 a d, WR Nrte, u shrenüm Wünche v % Menthr ohue Min Mume ttun Mfile m Hiet sehr tl thodens/ W ittet Orhu XI gemeilshtt ch beth 10 II 4 4 1 Dahilnij u. 0 Kscheon hichet II E Nup uaie n selten Pflanzen vorkommen. Nur bitte ich, bey die— 311 Scheibe und eines aus dem Strahl, und vergleichen beide mit einander. Sicher fühtt diese Vergleichung zum Zweck, wenn sie gegen die Zeit vorgenommen wird, zu welcher die Blume bald verblüht hat, weil man dann erst beurtheilen kann, ob und unter welchen Blüthen sich gute Saamen befinden. Finden Sie keinen Unterschied zwischen Scheiben- und Strahl— blümchen, sondern in beiden Antheren und Pistille zu⸗ gleich, und unter beiden gute Saamenkorner, so ha— ben Sie die erste Ordnung. Finden Sie zwar un⸗ ter beiden gute Saamen, aber in den Scheibenblüm-— chen nur Pistille, so haben Sie die zweyte Ord— nung. Bemerken Sie, daß die Scheibenblümchen al— lein Saamen tragen, die Strahlblümchen aber un— fruchtbar sind, so ist es die dritte; und wenn nur die Strahlblümchen Saamen ansetzen, die Scheiben— blümchen aber unfruchtbar sind, die vierte Ord— nung. Aus der fünften Ordnung werden Ihnen ser Vergleichung erst bestimmt auszumachen, was Strahlblümchen sind. Dies sind nämlich allezeit di aäußersten Blümchen am Rande, die zunächst am ge—⸗ neinschaftlichen Kelche stehn. e 312 Bey der Bestimmung der Gattungen nimmt man hauptfächlich auf dreyerley Dinge Rücksicht: auf die verschiedenen Förmen des gemeinschaftlichen Kelches, der Saamenkrone, und des Fruchtbodens. Bisweilen wird man aber auch die Gestalt der Blu— menkrone oder der Saamen selbst mit in Betrachtung ziehen müssen. Eine genauere Untersuchung der be— kanntesten Pflanzen aus dieser Klasse Ihnen vorzule— gen, werde ich zu einer andern Zeit die Ehre haben. XXIII. An eben dieselbe. Ja fange, meinem Versprechen gemäß, meine Un⸗ tersuchung der bekanutesten Pflanzen aus der neun⸗ zehnten Klasse mit der ersten Ordnung an. In dieser kommen dieienigen Pflanzen mit verwachsenen Antheren vor, wo man kein verschiedenes Verhältniß der Befruchtungs-Werkzeuge in den Scheiben⸗ und Strahlblümchen bemerkt, und wo beide gute Saa— men ansetzen. Diese Ordnung hat wieder zwey Ab— schnitte: zu dem ersten gehören diejenigen Gewäch— se, die lauter zungenförmige Blümchen in einem ge— meinschaftlichen Kelche enthalten; und zu dem an— hernu! fud. Ne! venj 0 ul *— 11 N Od I0 H Mit N Iuhl gshu i5 f fitla Ratkeg U Vth Iugen unnt HAhschasthchg Kruchtiiun A Naeu uni e Ehre Hein t. 1 us, neine lr aus het Rl 146½½ I ö * i n l Cchehn /N ude gute El WI Iedet weh N. / Rigen Hedit chhen V 13 dern diejenigen, deren Blümchen alle röhrenförmig sind. Beide Abschnitte sind völlig natürlich. Daß die Laktuke mit der Seorzonere, diese mit dem Lö⸗ wenzahn und mit den Cichorien natürlich verwandt ist/ sieht man auf den ersten Anblick. Ja, fast alle Gattungen dieser Familie scheinen dieselbe Mischung der Säfte zu haben; denn sie geben Milchsaft. Auch aus dem zweyten Abschnitte dieser Ordnung sind die Gattungen natürlich verwandt; denn die Distel⸗ und Kletten-Arten stimmen mit den Schärten und Artischocken allerdings sehr überein. Zum ersten Abschnitt dieser Ordnung gehört also der Salat oder die Laktuke. Die Merk⸗ mahle dieser Gattung werden aus dem cylindrischen, geschuppten Kelche, dessen Schuppen am Rande häu⸗ tig sind, aus dem nackten Fruchtboden, aus der ge— stielten, haarförmigen Blumenkröne, und aus den glatten Saamen hergenommen. Unser Garten-Sa— lat unterscheidet sich als Art durch die zugerundeten Blätter, die am Stengel herzförmig sind. Die Seorzonere kemmt mit dem Salat darin überein, daß die Kelchschurven am Rande häu— tig, und der Fruchtboden kahl ist; aber sie unter⸗ scheidet sich dadurch, daß die Saamenkrone nicht ge— 314 stielt ist, sondern unmittelbar auf dem Saamen sitzt, üi auch dadurch, daß die Haare der Saamenkrone wie⸗ 11 der Nebenhaare haben, die Saamenkrone also eigent— 113 lich gestedert ist. Die meisten Arten dieser Gattung sut haben auch nicht glatte, sondern runzlige, wenigstens Reht gestreifte Saamen. Unsere Garten-Seorzonere nennt Linné die spanische, weil sie in Spanien wild 10 wächst, und sie zeichnet sich als Art durch den ästi— hfe gen Hauptstengel, und durch die nicht eingeschnit— tenen, sein gesägten Blätter aus, die den Stengel umfassen. tehg Auch die Haferwurzel hat einen kahlen Eun Fruchtboden und eine gefiederte Saamenkrone, aber Rh diese ist lang gestielt. Der gemeinschaftliche Kelch ist* nicht geschuppt, sondern einfach, und besteht meistens lhe aus acht lanzetförmigen Blättchen. Die Saamen sind etwas scharf anzufühlen. Man baut bey uns ge— a meiniglich die helvetische Art mit rothen Blumen c (Tragopogon crocifolius), die sich dadurch auszeich— net, daß die Kelchblätter länger sind als die Blume, und daß die Stengelblätter straff aufrecht stehn. Wild Hn wachsen bey uns noch der Wiesen⸗-Bocksbart und die große Haferwurzel. Jener hat fast rundli⸗— che Saamen und Kelchblätter, die so lang als die Gatha menfrani j alsr iggt sisc Gutn R/ vemgin orpnere nt SInim aü durch I Ej cht egrnt 1 den Eiu eiun Kln Rulue/ tit sliche Kelt i hesiht miüt De Sung u e u aunh uhjil 16 N Vuh fchn. L Esbittth 3 fuf undd N 315 Blume sind: diese hat fast sünfeckige Saamen, län— gere Kelchblätter als die Blumen, und beynahe noch einmahl so viel Blätter im Kelche, als die beiden vo— rigen Arten. Der Wiesen-Bocköbart so wohl als die große Haferwurzel blüht gelb. Der Löwenzahn unterscheidet sich als Gattung durch den geschuppten Kelch, dessen äußere Schuppen schlaff und zurück geschlagen sind; durch eine gestielte, einfach-haärige Saamenkrone; und durch einen kah— len Fruchtboden. Man rechnete sonst auch einige Ar— ten zu dieser Gattung, die eine gefiederte, ungestielte Saamenkrone haben, allein itzt trennt man sie mit Recht unter dem Namen: Apargia. Die Cischorie hat einen gekelchten Kelch; we— nige Spreublättchen auf dem Fruchtboden; die Saa— menkrone ist etwas haarig und besteht aus fünf Zähn—⸗ chen. Bey der Endivie finden wir diese Gattungs-⸗ Charaktere gleichfalls, aber sie unterscheidet sich als Art durch die gestielten Blüthen und uneingeschnitte— nen, bloß gekerbten Blätter, da wir bey der gemeinen Cichorie ungestielte Blüthen und schrotsägeförmige Blätter finden. ö Der zweyte Abschnitt dieser Ordnung um— faßt die Gewächse mit röhrichten Blümchen. Hiezu Scheibenblünmchen aber 316 gehören die Disteln. Als Gattungs-Charaktere dienen der geschuppte, bäuchichte gemeinschaftliche Kelch, dessen Schuppen sehr zahlreich, meistens ab—⸗ stehend sind und sich in Dornen eudigen; ferner ber mit Haaren besetzte Fruchtboden, und die ungestielte, einfach-haarige Saamenkrone. Die Disteln unter⸗ scheiden sich von der Gattung Cnieus bloß durch das letztere Merkmahl; denn die Cnicus-Arten ha— ben vielmehr eine gesiederte, als einfach- haarige Saamenkrone. Sie kennen die kleine Erd-Cypresse unserer Gärten. Auch diese gehört zu diesem Abschnitt. Ihre Gattungs-Charaktere bestehn in dem halbku— gelförmigen, geschuppten Kelch, dessen Schuppen dicht angedrückt sind; in dem mit Spreublättchen besetzten Fruchtboden; und in dem Mangel aller Saamen-⸗ krone. Die zweyte Ordnung dieser Klasse begreift die Sewächse, deren Strahlblümchen bloß Pistille tragen und mehrentheils zungenförmig sind, die beiderley Befruchtungs- Werkzeuge enthalten und immer röhrenförmig sind, wo man aber so wohl im Strahl ais in der Scheibe gute Saamen findet. 0 + Ich du n 10—1 ufl aun untk (60¹ l h + RIN hls W uu Ial Meiuschrttz Meisien z u; senn di ugef Mil un lar doc I duh sen Withit IIII Soulnen dit ichu Hn Ile En nis sid/ K Befuchtut sirnit ih 1IN E 31¹7 Ich führe als Beyspiel zuerst die gemeine Strohblume unserer Gärten(Fig. Nan. Sie sehn hier den Klassen-Charakter in den verwachse— nen Antheren,(k;) den Charakter der Ordnung darin, daß die Strahlblumchen(b) nur ein Pistill, die Schei⸗ benblümchen(a,) aber Antheren und Pistille ent⸗ halten, und beide gute Saamen(3, h) ausetzen. Der Gattungs-Charakter liegt in dem geschuppten gemeiaschaftlichen Kelche,(i,) dessen innere Schuppen (se) länger als die Blümchen und gefärbt sind; ferner in der borstigen Saamenkrone(a) und in dem mit feinen Borsten oder zarten Spreublättchen be— setzten Fruchtboden,(c, d, d.) Die Art unterschei⸗ det sich durch die lanzetförmigen Stengelblätter. Sie werden bemerken, daß bey dieser Pflanze die Strahlblümchen auch röhrenförmig sind, wel—⸗ ches sie nur bey wenigen Gattungen aus dieser Ord⸗ nung zu seyn pflegen. Die meisten haben zungen— sörmige Blumchen im Strahle. Nehmen Sie nur irgend einen Aster zum Beyspiel: hier werden Sie die schönen Strahlblümchen überall zungenförmig und bloß mit einem Pistill versehn finden. Der Charakter der Gattung besteht übrigens beym Aster in dem geschuppten Kelche, dessen Schuppen schmal 318 und meistens weit abstehend oder sparrig sind; ferner in der einfach-haarigen Saamenkroöne, und in dem entweder ganz kahlen oder nur schwach behaarten Fruchtboden. Die einzelen Arten werden darnach unterschieden, ob sie einen kraut- oder strauchartigen Stengel haben, ob die Blätter gesägt oder glattran⸗ dig, ob die Blumenstiele mit Blättern oder Schup— pen besetzt sind oder nicht. Der schöne großblu— mige Aster z. B. gehört zu den krautartigen, de—⸗ ren Blätter glattrandig und deren Blumenstiele mit Blättern besetzt sind. Seine Blättern umfassen den Stengel, sind lanzetförmig, gewellt, hackerig, am Rande gewimpert. Der nicht weniger schöne Amellus hat auch einen kräutartigen Stengel, glattrandige Blätter, und seine Blumenstiele sind blattreich, aber die Kelchschppen sind stumpf und an der Spitze etwas gefärbt. Man sieht indeß itzt mehr und mehr ein, daß die zahlreichen Aster⸗-Ar⸗ ten sich nicht wohl, ohne die Farbe der Scheiben- und Strahlblümchen zu Hülfe zu nehmen, unter⸗ scheiden lassen, so wie der Gattungs-Unterschied zwi⸗ schen Aster und Goldruthe in der That an sich sehr schwankend ist, wenn man nicht auf die natür— lichen Merkmahle Rückücht nimmt. Der wesentliche Ch hlel Hahe cheh. che Rly i I M uheh Raed W Chh A n S un Hu ach ri ¹ / und i j vach Wtun werden ung r iacheug N-er gluthz . ern cher Ein ͤxe großss Rulurtin/ Blumasih u VH umtiF Umsahg! Mige Ein X V Blumerstee! + Dal R6fel Nuli 319 Charakter der Goldruthe besteht nämlich in dem kahlen Fruchtboden, der einfäch— haarigen Saamen⸗ krone, und der sehr geringen Anzahl der Strahlblüm— chen. Allein gerade dieses letzte, eigentlich unter⸗ scheidende, Kennzeichen findet sich oft auch bey ein— zelen Aster⸗-Arten. Der großblttrige Aster hat nämlich nur fünf Strahlblümchen, und würde also vielmehr eine Goldruthe seyn, wenn es Gold— ruthen mit blauem oder violettem Strahl gäbe. leberdies besitze ich die vielstrahlige Goldru— the des Kew-Gartens, die man, wegen der Menge Strahlblümchen, zum Aster machen müßte, wenn nicht die Farbe der Blume ein natürliches Hinder— niß wäre. Aus diesem allen ziehe ich den Schluß, daß die Gattungen: Aster und Goldruthe, natürliche sind, ader daß man kaum im Stande ist, künstliche Charaktere derselben anzugeben. Die Zinnia unserer Gärten, die auch zu die—⸗ ser Ordnung gehört, hat einen sehr ausgezeichneten Charakter. Außer dem stumpfschuppigen Kelche, den sie mit mehrern Gattungen gemein hat, ist das Haupt-Merkmahl, wodurch sie sich unterscheidet, die Auödauer der zungenförmigen Strahlblumen, auch nachdem der Saame reif geworden. Ferner besteht 320 die Saamenkröne aus zwey ungleichen Grannen, und ver Fruchtboden ist mit Spreublättchen besetzt. Wir haben itzt fünf Arten, die in unsern Gärten ziemlich gemein sind: 1. Die ungestielte(Linnia pauciflora)/ mit ungestielten, gegenüber stehenden, dreynervigen, am Rande scharfen Blättern; mit Blumen, die dicht über den Blättern sitzen und ge⸗ wöhnlich gelb, oft auch roth sind. 2. Die gestielte (Linnia multiflora), mit gestielten Blättern, rauh⸗ haärigem Stengel; mit Blumen, die hoch über den Blättern auf den verdickten Stengeln stehn und ge⸗ wöhnlich roth, oft aber auch gelb aussehn. 3. Die wirbelförmige, mit punktirten Blättern, die im Wirbel stehn, und rothen, oft monströsen, Blumen. g. Die zierliche, mit fast verwachsenen Blättern, violetten Strahlblumen und fein gezähnten Spreu— blättchen auf dem Fruchtboden. 5. Die zuruck ge— schlagene, mit sehr scharfen, fast hackerigen Blät⸗ tern, und schmalen, zuruck geschlagenen Strahlblüm⸗ chen von Feuerfarbe. Was die dritte Ordnung betrifft, so beseht diese aus Pflanzen, deren Strahlblumen keine Saa⸗ men tragen, und entweder gar keine Spur vom Pi⸗ still, oder doch nur einen Ansatz zum Pistill ohne b U N ckeht N- W Ilt bodll I . ihet Zung littchn kin Unsern Hiy ielte sn — 7* Nuder Rehen 9 60 M Hetlifft/ NV. * * Ame Ketge Lue Imeh V IIUE III tEin —* AFiH W um Riil 321 Tärbe, zeigen. Die Kornblume ist das gemein⸗ ste Beyspiel aus dieser Ordnung. Ganz deutlich sehn Sie die großen röhrichten Strahlblumen völlig leer, und keinen Saamen unter ihnen. Ju einigen Arten werden Sie wohl noch eine Spur von Frucht— knoten unter den Strahlblumen bemerken, aber we— der Pistill noch Narbe, und der Fruchtknoten kann also nicht zum reifen Saamen gedeihen. Uebrigens ist der Kelch der Kornblumen bauchicht und ge— schuppt. Die Form der Kelchschuppen aber ist sehr verschieden. Bey der gemeinen Kornblume sind sie gesägt; bey der rispenförmigen gewimpert; bey der Bisamduftenden glattrandig; bey der glänzenden tro⸗ cken und rauschend. Bey der rübenblättrigen haben die Kelchschuppen handförmig getheilte Dornen; bey den Kardobenedieten sind die Dornen der Kelch— schuppen gefiedert; bey der syrischen(Centaurea Cro⸗ codilium) einfach. Der Fruchtboden aller Kornblu-⸗ men ist mit ziemlich weichen Borsten besetzt; auch die Saamenkrone besteht gewöhnlich aus einfachen oder döppelten Borsten. Auch die große Sonnenrose gehört zu dieser Ordnung. In den zungenförmigen Strahlblumen werden Sie keine Spur von Narbe oder Pistill be⸗ Zweyte Sammlung. 21 322 merken; und wenn gleich unter diesen Strahlblu⸗ men bisweilen Ansätze zum Fruchtknoten vorhanden sind, so gedeihen sie doch nie zu guten Saamen. Uebrigens ist der Kelch auch geschuppt, mit sparri⸗ gen, zuruüͤck geschlagenen Schuppen. Die Saamen der Scheibenblumen sind oben mit zwey spitzigen Spreublättchen versehn, und der Fruchtboden ist ebenfalls mit langen Spreublattchen besetzt. Die vierte Ordnung begreift diejenigen Pflanzen, deren Strahlblümchen allein gute Saamen tragen, die Scheibenblümchen aber, weil sie keine eigentliche Narben haben, unfruchtbar abfallen. Ich führe hier nur die Ringelblume unserer Gärten und Felder ols Beyspiel au. Im Umkreise des gemeinschaftlichen Fruchtbodens finden Sie hier große, kahnförmig gekrümmte, dreyeckige, zackige oder runzlige Saamen, ohne eigentliche Saamenkro— ne. Unter den Scheibenblumchen aber kommen bey manchen Arten häutige Saamen vor, die schon ein viel unvollkommneres Ansehen haben und auch selten aufgehn. Der Kelch ist übrigens einfach, vielblätt— rig und der Fruchtboden kahl. Die fünfte und letzte Ordnung dieser Klasse enthält diejenigen zusammen gesetzten Blumen, de⸗ Eue heu vuhu un Cunn nit zin di Eunz Iaer sin huatan behett Reist Nazn 1 gult Eah LIIUIII cthit anla blune umn . + Unheg iIde E welizt/ Uth ich Eunnt het Eana / N HUU ELI usach n⸗ M I III 323 ren einzele Blümchen mit besondern Kelchen versehn sind. Als Beyspiel mag die Kugeldistel Echin⸗ ops) dienen. Bey dieser Gattung findet sich ein kleiner gemeinschaftlicher Kelch, mit fast fadenförmi⸗ gen, schwach gewimperten, zurück geschlagenen Blätt⸗ chen; über demselben der kugelförmige Fruchtboden, mit Spreublättchen oder Borsten besetzt; und zwi—⸗ schen diesen die einzelen Blümchen, in eigenen Kel—⸗ chen, die aus schmalen, gewimperten Blättchen be⸗ stehn, eingeschlessen. Die zurück bleibenden Saamen sind häagrig, und an der Svitze mit einer gezähnten, kurzen Saamenkrone versehn. Die Stengelblätter der gemeinen Kugeldistel sind halb gefiedert, und die Lappen mit grannenartigen Zähnen besetzt. Die Unterfläche der Blätter ist filzig. + P— 324 XXIV. An eben dieselbe. Die schönen Orchiden Ihrer Bergwiesen haben uns schon oft auf die angenehmste Art beschäfftigt; auch itzt hoffe ich, nachdem Sie schon die meisten der gewöhnlichen Orchiden keunen„ Ihnen über diese sehr merkwürdige Familie etwas Interessantes sagen zu können. Sämmtliche Orchiden und einige andere Pflanzen, unter denen bloß die Osterluzey einheimisch ist gehören zur zwanzigsten Klasse, die sich dadurch auszeichnet, daß die Antheren mit dem Pi⸗ still verwachsen sind. Die eigentlichen Orchiden sind eine völlig na— türliche Familie/ deren Mitglieder zwar bey uns ziemlich zahlreich, aber gewiß am zahlreichsten in den Ländern zwischen den Wendekreisen sind. Es sind mehrentheils Pflanzen mit krautartigem Stengel; nur einige Vanillen und die mit der Vanille ver⸗ wandten Gattungen sind etwas holzartig. Unsere Orchiden haben häufig Knollen, die entweder rund oder länglich entweder einfach oder handförmig ge— theilt/ und bey einer Art den Korallenzinken ähn—⸗ lich sind. Viele Arten haben indessen eine faserig. 19 R testath üter Noh Ue M W1es i Intes sizu ellize eunn 0 ehei asse, Mit mit den V U W VIht 4 *** hand In! Wunnn dl h 325 Wurzel. Sie lieben mehrentheils einen schattigen, feuchten Boden: viele tropische Gattungen, beson-⸗ ders die mit der Vanille verwandten, und der Cyti— nus in Portugall, sind Schmarotzer⸗-Pflanzen, die sich auf Wurzeln und verfaulten Stämmen der Bäume und sträuchartigen Gewächse finden. Die Blätter aller Orchiden sind unzertheilt und einfach, meist glattrandig, eyförmig, oval, länzet-⸗ oder herzförmig, ungestielt, und umfassen den Sten⸗ gel. Der Blüthenstand ist gewöhnlich eine Aehre, oft eine Traube, oder eine Art von Knopf, bisweilen stehn die Blumen auch einzeln. Meistens kommen sie aus Blumenscheiden hervor, die bey einigen Ar⸗ ten Limodorum abortivum, Ophrys cucullata, Se- rapias Lingua) sehr groß und gefärbt ist. Auf ei— nem, mehrentheils gedrehten, Fruchtkuoten steht die Blume, die aus vier bis fünf äußern und einem oder zwey innern Blättchen besteht. Die äußern Blättchen sind als Kelch anzusehen, ob sie gleich mehrentheils gefärbt sind, denn ihre äußere Fläche hängt mit der Oberhaut des Fruchtknötens genau zusammen. Die eigentliche Blumenkrone ist aufs in⸗ nigste mit den Befruchtungs-Werkzeugen verbunden, und besteht aus einer ausgehöhlten, sackförmigen⸗ 3²26 oder flachen, schmalen, langen Lippe, die bey einigen Arten sich in einen Sporn nach unten endigt, und aus einem aufsteigenden Säulchen, welches die Be— fruchtungs-Werkzeuge enthält. 2 An der Spitze dieses Säulchens befinden sich nämlich gewöhnlich zwey Fächer, in denen eine Zwillings-Anthere steckt, die keine Staubfäden, son⸗ dern oft nur ganz kurze Stielchen hat, die völlig lose in den Fächern sind. Nur eine einzige Gat—⸗ tung, der Frauenschuh, hat zwey ganz abgesonderte Antheren. Eine Zwillings-Anthere in vier Fä—⸗ chern hat die Linné'sche Ophrys corallorrhiza, die wir in dem L... schen Forste zusammen fanden. Die Zwillings'Authere selbst besteht bey den mei— sten Orchiden aus körnigen, stumpf-dreyeckigen oder ovalen, blasigen Pollen⸗Körperchen, die oft an dem verlängerten Stielchen, welches sich kettenförmig windet, fest hängen. Diese Pollen ⸗Stäubchen lösen sich in der Feuchtigkeit der Narbe sehr bald auf, bleiben aber unverändert, wenn man sie in Wasser taucht. ö Die Narbe selbst sieht bey diesen Pflanzen ganz besonders aus. Sie ist eine rundliche Fläche auf der vordern Seite des Befruchtungs⸗Säulchens, vor den 7 Leh intg eudin, Iches N 6 heindg it I e usn hat, x ilh e fihsit: 6 Iu, chhl il Alandla, N sunmn snn ½ d ndichtet u die Iit ich Ktusnt Ethian ii scht de n st i Lit Huumn un I0/ 322 Antheren die mit einer glänzenden, klebrigen Feuch⸗ tigkeit überzogen, durch das Säulchen selbst mit den Antheren verbunden, aber oft von ihnen noch durch ein besonderes Blättchen, wie bey der Stendelwurz und dem Vogelnest, getrennt ist. Die Honig-Werkzeuge sind entweder auf der lippenförmigen Blumenkrone, vor dem Befruchtungs⸗ Säulchen, zu suchen, wie bey der Gattung Cymbi- dium und Ophrys; oder es ist ein spornförmiger Fortsatz der Blumenkrone und des Kelches vorhan⸗ den, dessen oberster Theil Nektar abscheidet. In beiden Fällen müssen Inseeten, die Honigsaft suchen, die Zwillings⸗-Anthere, die sehr locker in ihren Fä⸗ chern steckt, heraus ziehen, und diese fällt nun ent— weder auf die Narbe, oder sie fällt auch bisweilen, ohne Zuthun der Inserten, von selbst aus ihren Fä⸗ chern, auf die untern und vordern Theile der Blu⸗ me, folglich auf das Neetarium oder auch auf die Narbe. Daß beym Vogelnest und bey der Stendel⸗ wurz noch eine andere Veranustaltung getroffen ist, um den Pollen eist mit dem klebrigen Safte, der von einem besondern Saftblättchen abgeschieden wird, zu vermischen, ehe er auf die Narbe gelangr, habe ich schon im ersten Theile(S. 372) erzählt. Da 328 indessen das Herabsinken des Pollens auf die Narbe sehr oft dem Zufall überlassen ist; da ferner sich der Pollen aus der einzigen Zwillings Anthere nicht zer⸗ streut, sondern an dem Mittelfaden fest hängen bleibt, bis die Anthere auf die Narbe gelangt ist: so sieht man ein, wie wenig leicht und allgemein die Fort— pflanzung der Orchiden durch Saamen seyn musse. In der That vermehren sie sich hauptsächlich durch Knollen und Wurzeln. Die Frucht der Orchiden ist meistens eine läng⸗ liche, zwey- oder dreyklappige Käpsel, die bey der Vanille ungemein lang und hülsen- oder schotenför— mig ist. Die Saamen sind immer außerordeutlich fein, und hängen an länglichen Fäden, welche durch die Kapsel hingehn. Die Eintheilung der Orchiden in Gattungon ist bis itzt noch unvollkommen, weil wir die zahllosen Ar⸗ ten der tropischen Gegenden noch zu wenig kennen. Indessen hat der treffliche Swartz seinen Aufent— halt in Westindien dazu benutzt, unter unzähligen Pflanzen, deren Bestimmung er aufgeklärt hat, auch die Orchiden näher kennen zu lernen. Mehrere Auf—⸗ sätze von ihm üͤher diese Familie stehn in den Abhand—⸗ lungen der schwedischen Akademie der Wissenschaften, tus h huhj ima sth lhene niht hingen lih iat ii: i Rer di zy nen sun rij I Rstens ti la MIII odet shnal NAWNI AUFt AMUUII Gttunge ; siun Nn e e llit u/ 00 Nahlt 0 i del Whtte Nisahimn 320 vom Jahre 1800, und in Schrader“'s Jourual der Botanik. Ich seldst besitze zwar nur einige sechzig Arten Orchiden getrocknet, und habe kaum zwan⸗ zig Arten im frischen Zustande untersucht; aber Swartz'ens Untersuchungen finde ich durchaus so vortrefflich, daß ich wünschte, man nähme sie künf⸗ tig überall als Norm an. Diesen und meinen eigenen Untersuchungen zu⸗ folge müssen wir den Gattungs⸗Charakter der eigent⸗ lichen Orchis, die nur ein Mitglied der großen Orchiden-Familie ist, darein setzen, daß die wahre Blumenkrone aus einer breiten, mehrentheils lappi⸗ gen, Unterlippe und aus einem äußerst kurzen Befruch⸗ Tungs-Säulchen besteht, zu dessen beiden Seiten die Zwillings Anthere, ohne eigene Haut, in besondern Fächern liegt. Die Unterlippe selbst, als der Haupt— theil der wahren Blumenkrone, geht in ein Horn oder in einen Sporn über, der vor dem Befruchtungs-— Säulchen sich öffnet: diese Unterlippe ist bey mehrern Arten(Orchis Morio, mascula und latifolia) mit dunkeln Punkten, als Saftmälern, geziert. Die letztern führen den Weg zum Safthalter, der eben je⸗ nes Horn ist. Diesen findet man bey einigen Arten, 3. B. bey der wohlriechenden weihen(O. bilolie) und 33⁰ bey der schnakenartigen(O. conopsea), beständig mit Nektar angefullt, der aus Drüsen im Eingange des Horns ausschwitzt. Die gemeinste Art ist bey uns die breitblätt⸗ rige Orchis, mit fast handförmig getheilten Knol⸗ len; hohlem, röhrichten Stengel; gefleckten Stengel⸗ blättern; Blumenscheiden, die länger als der Frucht⸗ knoten sind, mit einem kegelsörmigen Safthalter, und einer dreylappigen, an den Seiten zurück geschlagenen Kronenlippe. Von dieser Art ist die eigentlich ge— fleckte Orchis schwer zu unterscheiden, wenn man nicht auf den inwendig festen, nicht röhrichten Sten⸗ gel, auf die weiter ausgebreiteten Wurzel⸗Knollen, auf die schmälern, aber auch gefleckten Blätter, auf die schmälern und kürzern Nebenblätter, und auf die längere, etwas dünnere Blumenröhre Rucksicht nimmt. Auch die schnakenartige Orchis hat handför⸗ mig getheilte Knollen, aber einen sehr langen geboge— nen Safthalter, der wenigstens weit länger als der Fruchtknoten ist. Von den Kelchblättchen stehn zwey besonders ab. Die Stengelblätter sind sehr lang/ schmal und etwas stumpf; der Stengel ist hoch, die Aehre lang und vielblumig. Ein oberer Fortsatz des Beffruchtungs„Säulchens ist gar nicht da, und die ilu egeng Meithlte detheiher au sein Eun als du gut Sasthaler u tud hum eigenthg Iden, nent u ührctr ein Dunsl anli 11 Vi /u 1u/ MN Auchsch un. HI uge g liut An Ice iht un sud sht d 1 0 n u / 531 Zwillings⸗Anthere fällt alio, sobald sie reif gewor⸗ den, gerade auf die unten stehende Narbe. Die wohlriechende weiße Orchis hat einfache, rundliche Knollen; an der Wurzel zwey eyrunde Blätter; ein sehr langes Horn; eine unzer⸗ theilte, lanzetförmige Kronenlippe; und fast gar kei⸗ nen obern Fortsatz des Befruchtungs Säulchens. Daher steht die Zwillings-Anthere auch unmittelbar über der Narbe, und fällt, sobald sie reif geworden, aus ihren Fächern auf die Narbe herab. Auch die bunte Orchis(O0. Morio) hat einfache, rundliche Knollen; einen stumpfen, aufsteigenden Safthalter, der fast eben so lang als der Fruchtknoten ist; eine zwey⸗, drey-, gewöhnlich aber vierlappige Kronen⸗ lippe; und Kelchblättchen, die sich zusammen neigen. Man hat sie mit violetten und weißen Blumen. Die zurück gebogene Orchis(O. mascula) konimt mit der stumpfen völlig überein; nur daß die Kelch— blättchen zurück geschlagen sind. Unsere Stendelwurz(Fig. 3) gehört zu ei⸗ ner andern Gattung. Ihre Blumenkrone besteht aus einer sackförmigen Unterlippe,(e;) einer helmförmi— gen Oberlippe,(E;) und einem kurzen Befruchtungs- Säulchen,(i.) an dessen hinterm Ende(„) die 33²2 Zwiltings⸗ Anthere(r) in besondern Fächern steckt an dessen vorderm Ende die rundliche flache Narbe (h) von der Anthere durch das halbmondförmi— ge Saftblättchen() getrennt ist. Von den Kelch— blättchen stehn drey oben dicht zusammen, und die Nebenblättchen(b) sind so lang als der Fruchtkno⸗ ten,(9.) Das Vogelnest, das wir im F... Forste so häufig fanden, gehört zu der Linnéschen Gattung Ophrys, deren Charakter in dem Mangel irgend eines horn- oder sackförmigen Fortsatzes der Blumen— krone, in der flachen Kronenlippe, auf welcher sich ei⸗ ne längliche Saftdrüse befindet, zu suchen ist. Bey der Art, die wir das Vogelnest nennen ist die Kro⸗ nenlippe herzförmig und stark ausgerandet: in der Mitte befindet sich eine längliche Grube. Der ganze Stengel ist blattlos, aber mit Ansätzen von Blatt⸗ scheiden umgeben. Die schönue zweyblattrige Art (Ophrys ovata) hat eine schmale, lange, gespaltene Kronenlipye, und zwey eyrunde Blätter unten am Stengel. Die Korallenzinke(Ophrys corallorrhiza), die man sonst zu dieser Gattung rechnete, gehört nicht hieher; denn sie hat eine vierfücherige Zwillings⸗An⸗ Ridenitz fahe M Hubmorfn dun du d mna/ u f... Juri tes du Flunn nehe sö: suche il. S n, ij de An Nrandet: u N *U Dy RN Ude. Y N *0 blatttige RN unge/ Reiala Hilutt Aun. chrll HHIIA 00 Halt ey Hhonn m aylit /l 333 there, und eine höckerige, dreylappige Khonenlippe. Dazu sind die beiden untersten Kelchblattchen lang vorgezogen und stehn von den übrigen ab.(Neottia.) Ihr Stengel ist auch blattles, und mit ähnlichen Scheiden bedeckt, wie das Vogelnest. Die seltene Lösel'sche Ophrys unserer Sümpfe gehört ebenfalls nicht hieher, sondern zu ei— ner andern zählreichen Gattung(Cymbidlium), deren Charakter in dem ausgehöhlten oder fast flachen, al—⸗ lezeit aber von dem aufrecht stehenden Befruchtungs- Säulchen abgesonderten Kronenblatte besteht. Das Lösel'sche Combidium hat einen dreykantigen Schaft, zwey ey ⸗lanzetförmige Wurzelblätter, und drey ste⸗ hende Kelchblätter. Zu dieser Gattung gehört auch die Linné'sche langblättrige Serapias, deren Kronenlippe stumpf gekerbt und fast größer als der Kelch ist. Den Stengel fassen lanzetförmige Blät⸗ ter ein, und die Blumen hängen herab. Eine andere Art Serapias, die rothe, ist ebenfalls ein Cym— bidium: sie unterscheidet sich von der vorigen durch aufrechte Blumen und eine zugespitzte Kronenlippe, mit wellenförmigen Linien gezeichnet. In unsern Treibhäusern haben wir eine Orchide, Limodorum Tancaroilliae, welche sich durch die 334 Schönheit und den angenehmen Geruch ihrer Blü⸗ then auszeichnet. Die Gattung kommt mit der Or⸗ chis darin üͤberein, daß die Kronenlipve vor dem Befruchtungs⸗ Saulchen in ein Horn übergeht. Allein das Befruchtungs⸗Säulchen, welches bey der Orchis⸗ Gattung äußerst kurz war und einigen Arten völlig fehlte; ist hier aufgerichtet, ziemlich lang gestreckt und etwas nach vorn gebogen. Das Tankervil⸗ li'sche zeichnet sich durch große/ nervige/ fast gefal⸗ tete eyrund⸗„lanzetföͤrmige Wurzelblätter; durch ei⸗ nen einfachen vielblüthigen Schaft; und durch eine unzertheilte Kronenlippe aus. Auch in Deutschland wachsen zwey schöne Orchiden, die zu dieser Gattung gehören nämlich Orehis abortiva und Satyrium Epipogium. Aber das hohe ind knollige Li⸗ modorum unserer Treibhäuser sind Cymbidien, weil ihnen das Horn der Blumenkröne fehlt. Endlich muß ich des Frauenschuhes erwäh⸗ nen) der) als eine sehr ausgezeichnete Gattung, zu dieser Familie gehört. Er hat nicht eine Zwillings⸗ Anthere, sondern zwey ganz deuklich unterschiedene Antheren, die zu beiden Seiten der rundlichen Nar⸗ be abgesondert stehn und nach vorn von einem ei— genen Vorhange oder Deckel bedeckt werden. Diese *V U EI 50 U Kr fn . X. E. W. u II hl 5 3 duch Hn Rl unt nit ud Rulinre uur w ancht. Ma unch un un il lich lun iit N Ttilmn Herwigi, sit Ulitte; uut st; n dutt f ich in dutüw IIII 7%½ M dalyyn krillige sid Uuhg tole sh Iscuhtt ai Hhete Buuult Iteiteal llch mtfaidu. HH nhdn 1 eh d 333 Theile sind an einem wagerecht stehenden Befruch⸗ tungs⸗Säulchen befestigt, welches zu oberst an dem eigentlichen Kronenblatte zu sehen ist. Das letztere ist bey unserm Frauenschuh von gelber Farbe, und hat das Ansehen eines weiten Holzschuhes. Der Kelch besteht dageg n aus vier lanzetförmigen, rothen Blät⸗ tern. Die Blume ist gewiß eine der schönsten, und in unserer Gegend gar nicht selten. Zu dieser Gattung gehört auch die schöne Blu— me, die Herr von Kotzebue in dem merkwür— digsten Jahre seines Lebens, S. 343, be⸗ schreibt, und die die allgemeine Aufmerksamkeit der Leser dieser Schrift erregt hat. Ich gestehe gern, daß ich anfangs die häufigen Anftagen, die ich we— gen der Bestimmung dieser Blume erhielt, nicht be⸗ friedigend beantworten konnte, indem ich bald die punktirte Glockenblume, bald, wie ein Ungenannter in der Botanischen Zeitung, S. 92, das nordische Cym- vidium oder Cypripedium bulbosum VLinn. dafür hielt; bis Herr von Kotzebue mich schriftlich und ausführlich zu belehren die Güte hatte. Er fand nämlich, daß der schöne Frauenschuh(Cypripe— dium spectabile Saliab., C. album Ait.) die größte Aehnlichkeit mit jener sibirischen Pflanze habe. 33⁰ Ich halte es der Mühe werth, Herrn von Kot⸗ zebue's Beschreibung mit der Natur selbst zu ver⸗ gleichen, da ich den schönen Frauenschuh aus dem kö⸗ niglichen Garten zu Kew getrocknet besitze. Herr von Kotzebue sagt, der Stiel sey ungefähr fünf Zoll hoch einblumig, und mit Blättern kesetzt, die den Blättern der Mayblume ähnlich seyn. In Pensyl-⸗ vanien, von wo man in Kew die Pflanze erhalten hat, ist der Stiel oft bis einen Schuh hoch; mit ovalen, glattrandigen, gerippten Blättern besetzt, die den Stengel umfassen) und von denen das oberste senk⸗ recht über der überhängenden Blume hervor steht. Dies letztere fand auch Herr von Kotzebue bey sei⸗ ner Pflanze, wie er die Güte gehabt hat, mich schrift⸗ lich. zu versicherg. Die Blume selbst vergleicht er mit einem Damen-⸗Strickbeutel, oben mit Bändern versehn) inwendig und auswendig purpurroth: auf demselben lag ein herzförmiges Blatt von schneewei⸗ ber Farbe, gleichsam als Deckelchen, dessen untere Fläche auch purpurroth war. Jene Bänder des Strickbeuiels sind die flügelförmig abstehenden wei⸗ ßen Kelchblätter,(Fig. 127 a, b, c, d,) die je⸗ doch Herr von Kotzebue auch als roth und sehr schmal beschreibt. Der Strickbeutel selbst ist das ei⸗ n vun t nut silbs Wl huh tus Ru defe. harm meihr fu 3 àHa, Mu sehn. I Ri lanze uhin hoch m nit hr besegt/ N IIIUA dume henn Kotzehrehgl um ichstrt selbi wlechtt 4„imi latt M sh Se/ dn i N•„ N Jebe Bundet 1 III H V NI 6 UU V* 337 gentliche Kronenblatt,(k.) welches von rosenrother, mit purpurnen Streifen gemischter Farbe, aufgeblasen und hohl ist. Das Deckelchen(e) ist das wagerecht stehende Befruchtungs⸗Säulchen, schneeweiß und unten mit purpurnen Punkten geziert. Die Anthe— ren(hh) und die Narbe,(1) welche Herr von Kotzebue nicht bemerkt zu haben scheint, sind von dunkelgelber Farbe. Am besten findet man diese Pflanze in den Abhandlungen der Linné'schen Gesell⸗ schaft in London, B. 1. S. 78. 79. von Salisbury beschrieben, und eine Zeichnung der Blume habe ich Ihnen hier(Fig. 12) beygelegt. Eine sehr schöne Abbildung haben Schneevogt und van Geuns in den Albeeldingen van zeldazaame en fraaye Bloe- men, tom. I. fol. Haarlem. 1792. gegeben. Da diese Pflänze bis itzt nur in Pensylvanien ge⸗ funden worden, so hat Herr von Kotzebue wirklich eine Entdeckung gemacht, da er sie auch in Sibirien antraf. Zweyte Sammlung. 22 338 XXV. An eben dieselbe. Die drey vorletzten Klassen des Linns'schen Systems sind durchaus nicht natürlich. Zwar enthalten sie mehrere verwandte Gattungen, die nach dieser na— türlichen Verwandtschaft zusammen gestellt sind, als: die Eichen, Buchen, Birken, Haselstauden, Plata⸗ nen, ferner die Fichte, Tanne, Cypresse und den Le⸗ bensbaum, die Mimosa und Gleditschia: aber diese wenige natürlich verwandte Gattungen sind mit so vielen andern untermischt, die nicht die mindeste Aehn⸗ lichkeit haben, daß diese Klassen unstreitig die wenig⸗ sie Uebereinstimmung mit der Natur zeigen. Indes— sen müssen wir uns damit begnügen, daß sie nothwen⸗ dig sind, wenn das Princip des künstlichen Systems durchgeführt werden soll. Die ein und zwanzigste Klasse begreift diejenigen Pflanzen, welche die Antheren und Pistille abgesondert in verschiedenen Blumen auf derselben Pflanze tragen. Ja, einige Gattungen, z. B. Parthe⸗ nium, Iva und Clibadium, lehren, daß Linns so⸗ II Ik Me Nr HE be. Wschen Stien Ner euthaltn z ie vach Nesn u gesilt i, Al selsaude, Nur rresse u N ilschu: d M Iugen ii nt, die muxit nitteitt de nn iut Kn. 0 / dai it ulhter Hunslda eR Klasse ku Ithtrn m Ril men duf! RWuseh I IV 5 IIU W 339 gar die Trennung der Antheren-tragenden Blumen von den Pistill-tragenden auf einem gemeinschaftli— chen Fruchtboden hieher rechnete. Die angeführten Gattungen gehören nämlich, nach ihrer natürlichen Verwandtschaft, in die neunzehnte Klasse. Aber, weil die Antheren nicht verwachsen sind, so zählte sie Linn é zur ein und zwanzigsten Klasse. Auch die Riedgräser, eine sehr zahlreiche Gattung, werden zu dieser Klasse gerechnet, ob sie gleich, wegen natürlicher Verwandtschaft mit den übri⸗ gen Gräsern und weil sie auch drey Antheren euthal— ten, zur dritten Klasse gerechnet werden müssen. Al⸗ lein die meisten Riedgröser haben die Antheren-tra— genden Bülglein von den Pistill-tragenden getrennt; ja, gewöhnlich sind sogar ganze Aehren auf derselben Pflanze bloß mit Pistillen und andere bloß mit Anthe— ren versehn, wie Sie an der Abbildung des heimlich blühenden Riedgrases(Fig. 8) deutlich bemerken. Den Gattungs-Charäkter des Riedgrases glaube ich so ausdrucken zu können: Ein in Aehren blühen⸗ des Gras, dessen Antheren von den Pistillen entweder in derselben oder in verschiedenen Aehren getrennt; dessen Bälglein einspelzig und dachziegelförmig ge— schuppt sind; welches allezeit drey Antheren auf lan⸗ 22* 22 3⁰⁰ geu, fadenförmigen Staubfäden, und entweder zwey oder drey Narben auf dem Pistill enthält, dessen Saamen gewöhnlich dreykantig, oft auch, wenn nur zwey Narben da sind, zusammen gedruckt und rund—⸗ lich, und mit einer lockern Saamenhülle umgeben sind. Die Unterscheidung der Arten ist sehr vielen Schwierigkeiten unterworfen, und nur durch die sorg⸗ fältigen Untersuchungen des trefflichen Schkuhr sind wir in den Stand gesetzt, feinere und sicherere Be⸗ stimmungen der Arten zu machen, als es vorher mög⸗ lich war. Man sieht bey der Unterscheidung der Riedgräser zuerst darauf, ob die Antheren⸗tragenden Bäalglein von den Pistill⸗tragendemin derselben Aehre oder in verschiedenen Aehren getrennt sind. Sind sie in derselben Aehre getrennt, so unterscheidet man die Zahl der Narben, ob ihrer zwey oder drey sind; man oberst oder zu unterst in derselben Aehre stehn. Wenn die Antheren-tragenden Bälglein von den Pistill⸗ tragenden in verschiedenen Aehren getrennt sind, so bestimmt man die Zahl der Antheren-tragenden Aehren: man nimmt dann ferner Rücksicht auf die Form der Aehren; auf ihr Verhältniß zu den schei— unterscheidet, ob die Antheren⸗-tragenden Välglein zu Watocg 0 authllt, n uch, neun iu aridt und unr Wahüle umnan il sN ui ur duut Rei en Glast i uud sahun de als et uthn uij Uuterschetuz M athern muan sin deschn Mt uut fnd. Ed terschidttun det due ldʒ gender Nshii v schtt sih + MMl gnen inh uhenn; w III N In 1 + 341¹ denartigen Blättern; ferner auf den Durchschnitt des Halms, ob er dreykantig, oder rund, oder zusammen gedruckt ist; auf die Form der Blätter, der Bälg⸗ lein, des Saamens und seiner Hülle. Nach allen diesen mannigfaltigen Grunden wird die Bestimmung der einzelen Arten geordnet. Das heimlich blühende Riedgras, welches auf Ihren waldigen Hügeln ziemlich gemein ist, hat An— theren- und Pistill- tragende Aehren getrennt: der Antheren-tragenden(a) giebt es nicht mehr als eine auf iedem besondern Halme; die Pistill- tra⸗ genden(b) sind ungestielt, mit großen, gefärbten Scheiden von unten her umgeben, welche die Aehr— chen beynahe ganz verdecken. Die Aehren- tragen⸗ den Halme sind gewöhnlich viel kürzer als die Blät— ter, woher, und wegen der Umhüllung der Aehrchen von den Scheiden, der Name: heimlich blühen— des Riedgras, gewählt ist. Sie sehen in o ein Bälglein mit Antheren aus den obern Aehren; dies Bälglein ist oval, stumpf und oben kurz gewim⸗ pert. Die Pistill-tragenden Bälglein(d) sind oben mit einer kurzen grannenartigen Borste versehn, und enthalten einen haarigen Fruchtknoten,(e,) mit drey Narben(8) auf dem Pistill. Der Fruchtknoten wird 34² zum dreykantigen Saamen,(h.) mit der haarigen, birnförmigen Saamenhülle( umgeben. Daß man diese Saamenhulle bisher mit Unrecht Nectarium genannt hat, leuchtet sogleich ein, wenn man nur weiß, was zum Nectarium gehört. In der That ist die ganze Eiunrichtung dieser, wie aller übrigen Grä⸗ ser, dergestalt, daß sie der Befruchtung der Insecten nicht bedurfen, weil ihre Antheren so groß und zahl—⸗ reich, und die Narben ihrer Pistille so weit ausge— breitet und pinselförmig sind. Eben so verhält es sich mit den Fichten, die auch zu dieser Klasse, und zwar zu Siner Familie mit den Lebensbäumen und Cypressen, und zu Einer Gattung mit den Tannen, Kiefern, Lerchen und Cedern gehören. Diese Gattung trägt in Kätz⸗ chen Antheren, die unten zusammen gewachsen sind, und eine außerordentliche Menge Pollen enthalten, welche, ohne Dazwischenkunft der Inseeten, zu den auf demselben Baume befindlichen, auch in Kätzchen unter besondern Schuppen sitzenden Narben gelangen kann. Diese Narben sitzen zu zweyen auf dem Frucht— knoten. Wenn die letztern befruchtet sind und auf—⸗ schwellen, so verwandelt sich das Kätzchen in einen Zapfen, dessen verschiedene Formen bey der Unter⸗ che. Daj un tät Nemur en mmn iu Vn ditt i dler ibrnen ö. tung Mun so nuj uo za Le so it us Ficten, zu Einet smnit hpresen, u „Kusen Luht hunz titti Ki et ertüsn 1 PIn ahal Nu N auch Hiccht Nulha gilut f II Hlet suh 10 N0 Fihthn uu 343 scheidung der Arten mit in Betracht kommen, und un⸗ ter den Schuppen dieses Zapfens stecken die Saamen, welche mit Flügelhäuten eingefaßt sind. Um die Arten dieser Gattung zu unterscheiden, nehmen wir hauptsächlich auf die Zahl der Nadeln Rücksicht, die aus Einer Blattscheide hervor kommen. Wenn wir die Nadeln ohne Ordnung rings um den Stengel her einzeln stehen sehn, so haben wir eine Kreuztanne. Zu dieser Unterordnung gehören aber drey verschiedene Arten, die in unsern Pflanzun⸗ gen nicht selten sind; nämlich: I. die gemeine Kreuztanne, deren Nadeln zwar einzeln um den Stengel her stehn, aber sich doch mehr nach oben rich⸗ ten, so daß die Unterfläche des Stengels frey bleibt. Auch sind die Nadeln selbst dunkelgruün, etwas über einen halben Zoll lang; die Zweige sind glatt und die größern hängen herab. Die Zaypfen sind eylin⸗ drisch. 2. Die weiße Kreuztanne, die wir aus Nordamerika erhalten haben, unterscheidet sich beym ersten Anblick dadurch, daß die Farbe der Nadeln nicht dunkelgrün, sondern bläulich ist, weil die vier⸗ seitigen Nadeln mit vier weihen Streifen durchzogen sind. Auch stehn die Nadeln zwar nach oben, aber doch setzen sich auch viele auf der Unterfläche der Zwei⸗ 344 ge an. 3. Die schwarze Kreuztanne kommt auch aus Nordamerika, und zeichnet sich schon beym ersten Anblick durch ihren dürftigern Wuchs und durch die rauhe, dunkel gefärbte Beschaffenheit der Zweige aus. Die Blätter sind feiner und kürzer, als bey der rothen Kreuztanne, und stehn auch rund um den Stengel. Die Zapfen sind länglich und an beiden Enden verdünnt. Andere Arten Tannen haben die Nadeln in einer zweyzeiligen Fläche stehen. Zu diesen gehören: 4. die Balsamtanne, bey welcher die zweyzeilige Stel⸗ lung der Nadeln nicht so deutlich ausgedruckt ist als bey der folgenden Art. Hier sind nämlich die Nadeln zum Theil nach oben, oft auch nach unten gerichtet, ob sie gleich nur auf zwey gegen über stehenden Flä⸗ chen der Zweige entstehn. Auch sind sie selbst flach, liniensörmig, fast einen Zoll lang, an der Spitze aus⸗ gerandet, oben glänzend dunkelgrün, unten mit zwey weißen Strichen geziert. Die Schuppen der blü⸗ henden Kätzchen sind lang, zugespitzt und zurück ge—⸗ schlagen. 5. Die Edeltanne hat Nadeln, die ge⸗ nau in einer zweyzeiligen Fläche stehn, übrigens den Nadeln der vorigen Art ähnlich sind, und die Schup⸗ pen des Kätzchens sind stumpf und angedrückt. 6. Die M HU Ia E. H. Al I Hute hun sch shan dun Duchs un gut aheit ye uiz Me Ae M ch uud un l ch u in g ie Nadth nut gehitn: N Ient Eil autpedudt itel Amlich de Nn ich nia zeittt ibe irhayr Ri ind se sbi ie an der Enhe rün Mi chunn in izt Il + Mdilh; R n/ Amna u 345⁵ Hemlocks-Tanne zeichnet sich durch ihren flatt— rigen Bau; durch die kürzern, an der Spitze etwas verdünnten, also lanzetförmigen Nadeln aus, die voll— kommen in zwey Zeilen stehn und an der Spitze nicht ausgerandet sind. Die dritte Unter⸗Abtheilung begreift diejenigen Arten, wo mehrere Nadeln aus Einer Scheide kom⸗ men. Dazu gehören: 7. die gemeine Fichte, mit doppelten, steifen Nadeln, die aus einer ziemlich kur⸗ zen Scheide kommen und etwa anderthalb Zoll lang sind, und eyrund-kegelförmigen Zapfen, von der Län⸗ ge der Nadeln. Eine Abart davon scheint das Krummholz des Brockens und des Riesen— Gebir— ges zu seyn, bey dem man etwas längere Blattschei— den, und gewöhnlich auch nur doppelte, bisweilen aber drey Nadeln aus Einer Scheide hervor kommen sieht. Der Zayfen ist länglich, und der Wuchs des Baums krüppelhaft. 8. Die sparrige Fichte aus Nord⸗ amerika, mit doppelten Nadeln aus einer sehr kurzen runzligen Scheide, die breiter, kürzer und sparriger sind, als bey der geineinen Fichte, mit rauhen Ae— sten und eyförmigen Zapfen, deren Schuppen weit aus einander stehn. 9. Die italienische Fichte hat auch nur doppelte Nadeln in jeder Scheide, aber die 34 Scheide ist drey Viertelzoll und die Nadeln sind oft fich fünf Zoll lang; auch sind. die Zapfen Schuppen mit 3—590 — Dornen besetzt. 10. Die Harzfichte hat ebenfalls I fHur doppelte Nadeln in jeder Scheide, aber die Schei— de ist sparrig⸗offen, und die Nadeln sind sehr schmal R und zwey Zoll lang. Die Zapfen sind um die Hälfte r kürzer als die Nadeln. 11. Die Fichte von Alep⸗ 1 po hat zwar auch nur doppelte Nadeln in jeder Schei⸗ at de, aber diese Nadeln sind die schmälsten unter allen, W85 über fünf Zoll lang, völlig pfriemenförmig, und kom—⸗ n men aus einer drey Linien langen Scheide. Die Zap⸗ 00 fen sind viel kurzer als die Nadeln und haben stum⸗ Il pfe Schuppen. 12. Die Pinie hat auch nur doppelte Nadelu in jeder Scheide, allein die Nadeln sind in der Ju⸗ 0H gend gewimpert, und die Saamen sind nicht mit Flü⸗ Ds gelhäuten versehn. Diesen schönen Baum preisen die Reisenden durch Italien immer vorzüglich bey uns.. 13. Die dreynadlige Fichte hat, wie der ms Name lehrt, drey Nadeln in jeder Scheide, die fünf 3 Zoll lang und am Rande etwas scharf sind. Die Zap⸗ 44 fen⸗Schuppen sind dornig. Eine Abart ist die steife ö Fichte, deren Nadeln kürzer, gewöhnlich nur zwey— 7 0 bis dritthalb Zoll lang sind. 14. Die Sumpf⸗ Rdeh 10 V EU HIUUI uhn e Ec sud schr södt un i temh 12uaet, liten unn lln Imiy mpin heide. die v uud hun in ö dunun Mün sid i t michntt Run nain l inlich u te it/ NM / M N fsid. I i N lst Ihulich uu M Il 347 fichte ist die schönste unter allen, aber sehr schwer zu ziehen. Sie zeichnet sich durch die außerordentlich langen Nadeln aus, die gewöhulich über einen Fuß lang sind. Auch die Blattscheiden, gus denen immer drey Nadeln kommen, sind über einen Zoll lang. Die Zapfen-Schuppen sind dornig. ö Mit fünf Nadeln aus Einer Scheide sind mehrere der schönsten Arten dieser Gattung versehn, als: 15. die Weymouths-Kiefer, deren Radeln et— wa drey bis vier Zoll lang und etwas hängend sind. Sie hat eine sehr glatte Rinde, die sich zusammen drücken läßt, und lange eylindrische Zapfen, welche herunter hängen und mit den gewöhnlichen Flügel⸗ haut⸗Saamen angefüllt sind. 16. Die Zirbelfich— te ist der Weymouths⸗Kiefer zwar darin ähnlich, daß sie eine eben so glatte Rinde und fünf lange dünne Nadeln in jeder Scheide hat; aber die Nadeln stehn alle straff aufrecht, statt daß die Nadeln der Wey⸗ mouths⸗Kiefer schlaff herum hängen. Auch sind die Zapfen kürzer, stumpfer, und die Saamen haben keine Flügelhaut. Mit mehr als fünf Nadeln aus Einer Scheide sind 17. die Ceder, 18. die weiße, und 19. die schwarze Lerche versehn. Die Ceder vom Liba— 348 non hat immergrüne, büschelformige spitzige Nadeln; eine glatte Rinde; und stumpfe, kurze Zapfen, mit angedrückten Schuppen. Die schwarze und weiße Ler⸗ che aber verlieren ihre Nadeln im Winter: beide sind hauptsächlich durch die Form der Zapfen unterschie⸗ den; bey der schwarzen Lerche sind sie elliytisch, und die glatten Schuppen bedecken die dazwischen stehen— den Nebenblättchen völlig. Die weiße Lerche aber hat länglich- eyförmige Zapfen, mit scharfen, am Rande eingerissenen Schuppen, über welche die Ne— benblättchen hervor stehn. Der Lebensbaum gehort mit zu der Fami⸗ lie, zu welcher die Fichten und Tannen gezählt wer⸗ den. Die Antheren kommen in sehr kurzen, kleinen Kͤtzchen an der Spitze der Triebe zum Vorschein, stecken aber unter den Schuppen, zu dreyen oder vie— ren, an ihrer untern Fläche mit einander verbunden. Auch die Pistill⸗tragenden Kätzchen sind sehr kurz und bestehn höchstens aus fünf bis sechs Schuppen. Unter jeder Schuppe sitzen zwey Fruchtknoten, mit einer ausgerandeten Narbe versehn, die in der Folge Flügelhäute bekommen, wenn sich, bey mehrerer Reife der Saamen, die Zapfen verdicken und zurunden. Ich gestehe, daß, ungeachtet ich seit mehrern Jah— 05 W 9 ⁰0 bu 1* ½ Har 7⁰ WI 1 190⁰⁵ H hrl ν Hus E 1 igür Wih ie zusn, u ud wase n Miet: heideu Nie unmnh sie Citit/ u Amwiqhin ful deiße Luhe nit schiayu t delche M tit de n m guidt n un Luschn Rrede St MIIUU uchrmdl Ardet 111 0 it Hhhem e 640 ren unzählige Lebensbäume beobachtet habe, es mir doch unbegreiflich ist, wie ihre Befruchtung vor sich geht, da man keine Spur von Honig-Werkzeug ent⸗ deckt, und die Antheren so wohl als die Narben der Fruchtknoten so entfernt von einander und so versteckt unter den Kätzchen-Schuppen sind, daß ich nicht sehe, wie die Befruchtung auf mechanische Weise erfolgen kann. Die beiden Arten, der morgenländische und abendländische Lebensbaum, lassen sich sehr gut durch ihr äußeres Ansehen unterscheiden. Das Laub des morgenländischen hat ein helleres, das Laub des abendländischen Lebensbaumes ein dunkleres Grün. Die Zweige des erstern sind gedrängt und stehn dicht zusammen; die Blätter haben keine Drü— se auf dem Rücken. Die Zweige des abendländischen Lebensbaumes aber stehn flattrig aus einander, und die Blätter sind auf dem Rücken mit einer Drüse versehn. Die Cypresse könnte mit dem Lebensbaum sehr wohl unter Eine Gattung gebracht werden. Die Befruchtungs-Werkzeuge verhalten sich vollkommen so, wie bey dem Lebensbaum; nur die Frucht ist etwas unterschieden: es ist nämlich deutlicher eine 35⁰ Nuß, die zu den Seiten ebenfalls flügelartige An⸗ 01 sätze hat. Wir haben dreyerley Arten von dieser i Gattung in unsern Gärten: 1. die immergrune Cypresse aus Griechenland, mit geschuppten, an— gedrückten Blättern und vierseitigen Zweigen. Da⸗ 10 von giebt es zwey Abarten: die pyramidenarti⸗ 1 ge und horizontale, die man auch wohl sonst die männliche und weibliche genannt hat.— 2. Die weiße Cypresse, mit geschuppten, ange— neh drückten Blättern und zusammen gedruückten Zwei⸗ gen; und 3. die zweyzeilige Cypresse, deren m Nadeln in zwey Zeilen von den Zweigen abstehn. DN ‚ aligd: XXVI. U nristau An eben dieselbe. n Die beyden letzten Klassen der offenbar blühen⸗ Miit den Pflanzen des Linné'schen Systems fasse ich in ht diesem Briefe zusammen, und bitte mir die Erlaub⸗. niß aus, Sie mit der Geschichte der Farrenkräuter, les Moose und Flechten zu einer andern Zeit unterhalten Huth zu dürfen. us Die zwey und zwanzigste Klasse enthält miu. diejenigen Gewächse, welche Antheren und Pistille finthrng in 0 N Iten von Wa inmergrin chunrten ùavegen. D branidehen auc uohl Eit he guunmt Iu geschurn, u gedrücten z Ceptessey un ueizn alli. lhe. offerbur Hiin ostems ist II te nit N 1 Iun zuuliit E Mihite N Hasst a MIU henen uu. 351 auf verschiedenen Stämmen getrennt tragen. Sie i eben so wenig natürlich, als die ein und zwanzigste und drey und zwanzigste Klasse. Eine der gemeinsten, zahlreichsten und schwierig— sten Gattungen aus dieser Klasse ist die Weideß wovon ich allein fast achtzig Arten getrocknet besitze. Einige dreyßig Arten wachsen in Deutschland wild oder werden in unsern Pflanzungen gezogen. Der Charak— ter dieser Gattung liegt darin, daß die Antheren so wohl als die Pistille in schuppenreichen Kätzchen er⸗ scheinen. Die Zahl der Antheren beschränkt sich zwar bey den meisten Arten auf zwey, aber es giebt auch einige mit drey, fünf und mehrern Antheren. An der Grundfläche der Staubfäden ist eine gelbliche Honig⸗ drüͤse, die vollkommen von den weichhaarigen und ge⸗ wimperten Kätzchen-Schuppen bedeckt wird. In den Pistill⸗tragenden Kätzchen finder man über jeder Schuppe einen länglichen Fruchtknoten, und neben demselben eine gelbliche, längliche Honigdrüse: das Pistill erhebt sich in eine vierspaltige Narbe: und der Fruchtknoten hinterläßt eine zweyklappige Kapsel, die voll dünner Saamen ist, welche an der Grundfläche mit wolligen Haaren versehn sind. Das Daseyn der Honigdrüse, so wohl in den Pistill⸗tragenden als 35² in den Antheren⸗tragenden Kätzchen, und der häufige Besuch, den die Weidenblüthen von Inseeten er⸗ halten, überzeugt uns davon, daß die Befruchtung hauptsächlich durch Beyhülfe der Inseeten geschieht. Eine der häufigsten Arten an unserer Saale und an Ihrer Elster ist die Weide mit drey Anthe⸗ ren, deren Blätter lanzetförmig mit lang vorgezo⸗ gener Spitze, in der Jugend mit Seidenhaaren be— deckt, nachher aber ganz unbehaart, am Rande stumpf gesägt oder gekerbt, und an der Grundfläche bald ver⸗ dünnt, bald zugerundet sind. Der Blattstiel ist ge⸗ wöhnlich mit zwey oder drey Drüsen versehn: die Blatt-Ansätze sind rundlich⸗herzförmig und eckig ge⸗ zähnt. Diese Art bleibt gewöhnlich ein Strauch mit langen, ruthenförmigen Aesten. Die Weide mit Mandelblättern ist wahrscheinlich dieselbe Art— die man so genannt hat, wenn die Weide mit drey Antheren deren nur zwey zeigte. Auch die Dotterweide kommt an unsern Flüssen und Bächen ziemlich häufis vor. Ihre Zwei⸗ ge sind dottergelb: die Blätter lanzetförmig, an bei⸗ den Enden verdünnt, am Rande fein gesägt, und die Sägezähne mit kleinen knorplichten Drusen besetzt. Die Unterfläche der Blätter ist grau, mit sehr feinen, d da ing àMhei u 4 Demtn chen gescih. san Eulen Rrery Tuih uit lun uungz Sadustun am Nameing Bamsil i Ru muschs. mi nd eii EMLTTL die Dade glich ischK 1D m ammt u Il I M Ir tsümi EI. a Dise H Mn s +V 353 seidenartigen Härchen besteht; an dem Blattstiel stehn zwey kleine Drüsen, und die Blatt-Ansätze sind sehr klein und fast pfriemenförmig. Fast noch häufiger ist die Bruch weide, die als Strauch an unsern Gräben wächst. Ihre Blätter sind breiter und größer als bey beiden vorigen Arten: sie sind eigentlich oval-lanzetfrmig, am Rande etwas stumpf gesägt, auf der Unterfläche graulich, und ha— ben am Blattstiel zwey zahnförmige Drüͤsen sitzen. Die Blatt-Ansätze sind lanzetförmig und etwas gebo— gen. Oft fehlen aber so wohl die Blatt-Ansätze als die Drüsen am Blattstiel, und dann ist es freylich sehr schwer, diese Art zu erkennen. Die ziemlich gemeine Sohlweide(Salix ca- prea) ist sehr leicht zu unterscheiden. Ihre Blätter sind nicht lanzetförmig, sondern eyrund, runzlig, auf der untern Fläche stlzig: der Rand ist nach der Spitze hin fein gezähnt, aber die Zähne werden gegen die Grundfläche immer stumpfer und gehn in wellenför⸗ mige Ausbiegungen über. Die Blatt-Ansätze sind halbherzförmig, kurz gezähnt und etwas nach dem Blattstiel gebogen. Auch die geöhrte Salbeyweide ist leicht zu unterscheiden. Sie wird nur ein drey bis fünf Fuß Zweyte Sammlung. 23 3⁴ hoher Strauch. Die Blätter sind eyförmig, an der Grundfläche lang verdunnt, am Rande ungleich ge— zähnt, auf der Oberfläche etwas runzlig und mit fein anliegenden Härchen, auf der Unterfläche aber mit einem dichten, weißen Filze besetzt. Die Blatt- Ansätze sind rundlich- herzförmig, nach außen gebo⸗ gen und etwas gezähnt. x Die Korbweide unserer Bach-Ufer zeichnet sich durch ihre sehr langen und schmalen Blätter aus, die gewöhnlich käum einen halben Zoll breit und sechs bis acht Zoll lang, dabey am Rande zu⸗ rück geschlagen, wenig wellenförmig ausgebogen und kaum gezähnt sind. Die Unterfläche ist weiß⸗filzig, und der Blattstiel mit schmalen, lanzetförmigen Blatt⸗ Ansätzen versehn, welche aber bald abfallen. Auch die weiße Weide unserer Saal-Ufer läßt sich durch die langen lanzetförmigen, fein ge⸗ sägten Blätter, die auf beiden Flächen mit Seiden-⸗ haaren bedeckt sind, unterscheiden. Die untersten Blattzähne pflegen etwas drüsig zu seyn. Die große Werftweide(8S. acuminata) ist etwas seltener; doch findet man sie, als einen ziem⸗ lich hohen Strauch, an den Ufern unserer Flüsse bis— weilen. Ihre Blätter sind länglich⸗ eyförmig/ oben Imip u e V Ind mi mafiche th 1. die Buth aaser ghz Use gun bwalm dür Aben Zl M am Aun auspeltgu m it neij flih tsümizen Dit Iblala. ent Sul I migu, fin y Heg mit Eeh die mmii sohn. . Icumitt) N als e H neht dist 16 4.W. 0 ELLU 0 3355 breiter als unten, wo sie sich allmählig in den Blattstiel verdünnen, am Rande schwach gezähnt, auf der Oberflüche fast unbehaart, auf der Unterflä⸗ che aber mit einem weißen Filze überzogen. Die Blatt⸗Ansütze sind halbherzförmig und gezähnt. Die Unterscheidung dieser Art wird dadurch erschwert, daß die Form der Blätter sich sehr abändert, und bald rundlicher, bald schmäler und spitziger ist. In unsern Pflanzungen ziehn wir noch die schöne zweyfarbige Weide(Salix bicolor Erh., cine- rea Milld.), mit elliptisch-evförmigen, fast gar nicht gezähnten, auf der Unterfläche mit feinen Seiden—⸗ haaren bedeckten Blättern, deren Blatt-Ansätze läng⸗ lich zugespitzt sind: ferner die Sandweide, mit ey—⸗ rund⸗länglichen, glattrandigen, oben etwas zottigen, unten seidenartig⸗filzigen Blättern, und eyförmigen, spitzigen Blatt-Ansätzen. Diese schöne Weide ist mit der braunen(S. fulca) nicht zu verwechseln. Die letztere hat ganz kleine, ovale, glattrandige, oben glat— te, gerippte, braungrüne Blätter, deren Unterfläche ei— nen seidenartigen dichten Ueberzug hat. Die babylonische oder Thränenweide unterscheidet sich gleich beym ersten Anblick durch die überhängenden Zweige, und durch die sehr langen, 23* 35⁵ linien ⸗lanzetförmigen Blätter, die am Rande scharf gesägt und auf der Unterfläche graugrün sind. Die Blatt-Ansätze sind lanzetförmig. Aus Nordamerika haben wir noch eine Trau— erweide(S. triltis) erhalten, die sich von unse⸗ rer gewöhnlichen Thränenweide sehr leicht unterschei⸗ den läßt. Die Zweige sind mit Filz uberzogen; die Blätter lanzetförmig, nach unten verdünnt, oben kurz zugespitzt, auf der Oberfläche mit Seidenhaaren, auf der Unterfläche mit dichtem weißen Filze bedeckt, und etwas runzlig. Eine andere schöne neue Art habe ich eben daher erhalten, die ich die ul menblätt— rige nennen möchte, weil die Blätter an der Grund⸗ fläche ungleich sind. Uebrigens sind sie lanzetförmig bis funf Zoll lang und über anderthalb Zoll breit, am Rande scharf gesägt, und die Sägezähne so wohl als der ganze Rand sind etwas knorpelartig. Die Unterfläche ist graugrün, und die Blatt-Ansätze sind rund, gezähnt und kraus. Eine andere Art, die Weide von Lancaster, ist dieser ähnlich; nur daß die lanzetförmigen Blätter unten schmal zulau⸗ fen, daß die Zähne krumm gebogen und mit Drüsen besetzt, und die Blatt-Ansäͤtze nicht kraus und we— niger gezähnt sind. in sud. N 0en Tin HIII leidt munch LLTI dünnt, Harin eidenhuen ihe batz u e nue M sh eulnenblitt tu ù& E H lutmt Relb ail Eiiihte Iut Humd die Zlut Mü Eue mant Niget iusch n shm + Düün t Hul II 357 Der Spinat giebt uns auch eines der gemein⸗ sten Beyspiele aus dieser Klasse. Einige Pflanzen tragen bloß Autheren, und zwar vier bis fünf in einem vier-ober fünftheiligen Kelche; andere haben bloß Pistille, und zwar je zwey und zwey, oder auch vier und vier, in einem zwey- oder vierspaltigen Kelche. Der Kelch verhärtet sich in der Folge, und enthält einen bald rundlichen, bald mit zwey oder vier Stachelchen versehenen Saamen. Die Blätter der Pflanze sind pfeilförmig. Auch der Hanf und Hopyfen gehören hieher. Die so genannte Hänfinn trägt bloß Antheren, und zwar fünf in einem fünftheiligen Kelche; auf andern Pflanzen findet man in den Blattachseln lange pfrie⸗ menförmige Pistille, die aus engen einblättrigen Kel— chen hervor kommen und eine zweyklappige Nuß hin⸗ terlassen. Die Blätter sind fingerförmig getheilt. Die Befruchtung geschieht wahrscheinlich auf mecha— nische Art. Der Hopfen unterscheidet sich als Gattung vorzüglich durch die Form der Pistill⸗tragenden Blu⸗ men und der Frucht. Die Blumen sitzen nämlich allezeit zu vieren in einem Zapfen, und haben unter sich zwey ausgehöhlte Nebenblättchen. Der Saame 358 ist mit einer Flügekhaut versehn, und die Stengel—⸗ blätter sind drey- und fünflappig. Die drey und zwanzigste Klasse ist durchaus unnatürlich; denn unter den Gattungen, die diese Klasse ausmachen, findet gar keine natür⸗ liche Verwandtschaft statt. Mimosen und Ahorn, Melde und Honiggras, der Zürgelbaum und das Glaskraut, die Esche und das Bartgras haben nicht die mindeste Aehnlichkeit oder Uebereinstimmung der finnlichen Merkmahle. Zum wesentlichen Begriffe dieser Klasse gehört, daß man, außer den Blüthen, die beiderley Be⸗ fruchtungs-Werkzeuge enthalten, noch andere Blü⸗ then, entweder auf derselben oder auf verschiedenen Pflanzen derselben Art, findet, welche entweder bloß Antheren oder bloß Pistille tragen. In dieser Rücksicht nehmen die Gewächse aus dieser Klasse also entweder Theil an dem Charakter der ein-, oder der zwey und zwanzigsten Klasse. Beym Ahorn z. B. sind auf demselben Baume, außer denen Blü⸗ then, die beiderley Befruchtungs⸗Werkzeuge enthal⸗ ten,(4) auch noch solche, worin man bloß Anthe— Eun⸗ Alisse j u Sittun, kein uuih u Min baum uuh u hühn iusimnutz Kase gehin Hbeddaly d 0 udar di — IXXI U derschidetet . V N⸗ Me Hai Bun Man her dun V ahaun and Hl MH06 330 ren findet.(S)%) Bey der Melde und dem Glas⸗ kraut aber sind außer den Blüthen auf dersel⸗ ben Pflanze noch solche, die nur Pistille zeigen.(2) Diese Pflanzen haben also zugleich Theil an dem Charakter der ein und zwanzigsten Klasse. Bey der Esche hingegen findet man auf verschiedenen Pflan⸗ zen derselben Art bald ⸗, bald-Blüthen. Die Gleditschia hat&- und 8⸗Kätzchen auf demselben, 2„Kätzchen aber auf einem andern Stamme. Wie wenig natürlich dieser Klassen Charakter ist, sieht man daraus, daß manche Gräser, z. B. das Honiggras, die man zu dieser Klasse rechnet, weit natürlicher zur dritten Klasse gezählt werden. Das Honiggras haben daher auch einige zu den Schmie⸗ len(Aira), andere zu dem Hafer gezählt. So hat man manche Gattungen die sonst zu dieser Klasse gehörten, itzt zu andern Klassen gezogen, z. B. die Rottböllia, Lightfootia u, s. w. Auch findet man bey vielen Pflanzen, die unbezweifelt zu andern Klas⸗ sen gehören, als zufälligen Umstand, die Trennung der Befruchtungs-Werkzeuge. Unter den Dolden-— Gewächsen sind sehr viele, wo in derselben Dolde *) Die Erklärung dieser Zeichen finden Sie S. 5. 360 2„ und& Blüthen stehn. Die Stechvalme hat ebenfalls auf verschiedenen Stämmen- und ⸗ Blüthen; und unsere Roßkastanie pflegt in der Kro⸗ ne meistens 8, unten aber 3-⸗Blüthen zu tragen. Wenn also irgend eine Klasse des Linné'schen Sy⸗ stems Tadel verdient, so ist es diese, da sie wirklich nur der Einheit des künstlichen Systems zu Gefal— len da steht. Auch ist es sehr schwer, mit Sicherheit zu be— stimmen, daß eine Pflanze zu dieser Klasse gehört, weil man erst viele Blüthen auf verschiedenen Pflan⸗ zen derselben Art untersuchen muß, ehe man den Klassen-Charakter bestimmt ausmachen kann. Am leichtesten geht diese Bestimmung noch beym Ah orn an, den ich als Beyspiel aus dieser Klasse wähle. Der Gattungs-Charakter des Ahorns besteht in dem fünf⸗, bisweilen viertheiligen Kelche; der fünf⸗ blättrigen Blumenkrone, die auch bisweilen vierblätt⸗ rig ist, selten ganz fehlt; in acht Antheren, deren in einigen Arten auch vier, fünf, zehn oder zwölf sind; in einem Honig-Werkzeug, welches, als drüsiger, kranzförmiger Wulst, zur Stüͤtze der Staubfäden dient; in zwey Narben auf Einem Pistill; und in rundlichen, flach gedruckten Saamen, deren zwey im⸗ uchnunt hit inde it in det I dher zu tuun Umescher Ey dst rilh stemt ir Hl dichehit z ir Kast nün schidun ie Vthe nun u HIIII h Hen Ah Klase nibt. Momt heithen gulche d in weilt uiib utheten, Ed cdet ris in (6/ Al Hüit. u Ehint Mhil; Wt der Spitze versehn sind. 361 mer zusammen hängen und mit einer Flügelhaut an Eine der gemeinsten Arten ist der weiße Ahorn(Acer Pseudoplatanus), der durch ganz Eu— ropa wild wächst. Die Unterscheidungszeichen dieser Art sind folgende: Fünflappige, an dem Blattstiele etwas herzförmig ausgeschweifte Blätter, deren Lap⸗ pen mit flachen, stumpfen Zähnen besetzt sind und in stumpfe Spitzen auslaufen. Die Unterfläche der Blätter ist nur in der Jugend an den Rippen etwas behaart. Die Knospen sind abgerundet und stehn vom Blattstiel ab. Die Blumen stehn in hängenden Trau⸗ ben und hahen acht Antheren. Sehr gemein ist auch der spitzige Ahorn (A. Platanoides), dessen Blätter zwar auch fünflappig sind, aber die Lappen laufen in feine, fast borstenarti⸗ ge Spitzen aus, und die Zähne der Lappen sind groß und ebenfalls fein zugespitzt. Die Blätter sind ferner auf beiden Seiten vollkommen glatt, am Blattstiele nicht herzförmig ausgerandet, sondern eher pfeilför⸗ mig verlängert. Die Knospen sind abgerundet, roth und werden von den Blattstielen löffelförmig umgeben. Die Blumen stehn in Dolden-Trauben, und sind übrigens den Blumen der vorigen Art ähnlich. Von 362 dem spitzigen Ahorn hat man eine Abart mit krausen Blättern, die gewöhnlich viel zärtlicher ist und sich nur durch Pfropfen vermehren lüßt. Eben so gemein ist in Deutschland der Feld- ahorn, mit kleinern, zwar auch fünflappigen Blät⸗ tern, deren Lappen aber völlig zugerundet, fast ohne Zähne sind; nur die drey größern Lappen haben auf jeder Seite einen zugerundeten Nebenlappen. An der Grundfläche sind die Blätter, wie beym weißen Ahorn, auch etwas herzförmig ausgeschweift, und beide Fläͤ⸗ chen gemeiniglich mit einem feinen Filze überzogen. Die Knospen sind spitzig, röthlich und werden von den ausgehöhlten Blattstielen umgeben. Die Blumen stehn in Dolden-Trauben, und der Kelch so wohl als die Blumenkrone ist am Rande gewimpert. In unsern Pflanzungen ziehn wir mehrere aus— ländische Arten, unter denen ich folgende nenne: Den rauhen Ahorn(A. dalycarpum), mit fünflappigen ö Blättern, die auf der Unterfläche ganz weiß und an dem Blattstiel herzförmig ausgeschweift sind. Die Lappen laufen ziemlich spitzig zu, und haben ungleiche Zähne, die sich nach dem Blatte hinbiegen. Die Blu-⸗ men stehn in knopfförmigen Dolden, bestehn aus blo⸗ ßen, gelben oder vöthlich-gelben Kelchen, öhne Blu-⸗ h-ũ5d uin Eu suss' duhn H del E diihn W ett nit kune 0 is u id der elh Ranan di uuder in ihn Wren Ia Nlarpe. IxN n neijn hn ihe Banna doaden run do De Bumn genimnnt. wit mettete dl jende nunt: 3 mit sürlun uj dei mu neit iin. d. dhahet nlac hitget. dedly Heltht u 0 Ichnn vl + 363 menkrone, haben acht Antheren, und rauhe, weißhaa⸗ rige Fruchtknoten. Die Knospen sind abgerundet und den Knospen des spitzigen Ahorns ähnlich. Mit Unrecht hat man sonst diese Art zu dem ro-⸗ then Ahorn gerechnet. Dieser ist in mehrern Punk— ten gänzlich verschieden. Die Blätter des rothen Ahorns sind nämlich zwar auch fünflappig und unten weißlich-grau, aber weder an dem Blattstiel herzsör— mig ausgeschweift, noch läufen die Lappen in so lange Spitzen aus. Die Knospen sind nicht abgerundet, sondern spitzig. Die Blumen stehn in Dolden, sind dunkelroth gefärbt, und bestehn so wohl aus Kelchen als aus gleich großen Blumenkronen. Der Staubfä⸗ den sind nur vier, die Fruchtknoöten sind glatt, und die ⸗ und&-Blüthen sind auf verschiedenen Stäm⸗ men getrennt. Der ächte Zuckerahorn hat auch fünflappige Blätter, und man hat daher behauptet, daß er mit dem spitzigen leicht verwechselt werden könne. Allein zu⸗ vörderst sind die Lappen der Blätter mit sehr wenigen, und noch dazu stumpfen, fäst abgerundeten Nebenlap— pen besetzt, und haben also gar keine Zähne. Dann sind die Einschnitte zwischen den Hauptlappen nicht spitzig, sondern buchtig ausgebogen. Die Blätter 36⁴4 selbst sind am Blattstiele herzföͤrmig ausgeschweift und auf der Unterflache fein⸗filzig. Die Knospen sind nicht abgerundet und roth, sondern spitzig, schwärzlich, und stehn frey ab, statt daß die Knospen des spitzigen Ahorns von den Blattstielen löffelförmig umgeben werden. Die Blumen stehn in lockern Dolden-Trau⸗ ben. Der tatarische Ahorn ist in seinem äußern Ansehen sehr von den vorigen verschieden. Seine Blätter sind nicht fünflappig„ sondern länglich⸗eyför⸗ mig/ am Blattstiel herzförmig ausgeschweift, mit zwey, auch vier etwas tiefen Einschnitten versehn, und ringsum scharf und ungleich gesägt. Die Dol⸗ den⸗Trauben stehn aufrecht. Der gestreifte oder pensylvanische Ahorn hat dreylappige, am Blattstiel herzförmig ausgeschweifte Blätter, deren Lappen sehr lang zuge⸗ spitzt sind. Die Blätter sind ringsum doppelt unge⸗ mein scharf und fein gesägt; in der Jugend pflegen sie auf der Untertläche mit einem gelblichen Filze beklei⸗ det zu seyn. Die Knospen sind sehr lang, spitzig zu⸗ laufend, und mit einer großen, filzigen Hülle umge⸗ ben. Die Aeste sind durchgehends mit weißen Streifen versehn Die Blumen stehn in einfachen Trauben, die etwas überhangen. uRe uh Kuuspen ind nt Vshätzich, ren dig srhh Effrng Wuin en Dihen dun in seumm inim erschichen. Eitt n lnsh u ausgeshreist /v iuschiitin uent gesigt. die dN pensylstrisch lattfitl Rnier, pen seht un un Herrt M t Nied nni blichtt H⸗ t lalg/ tin V fI Hiltenn mit xeifen Emt hilfacn Rhh 365⁵ Mit dieser Art kommt der Bergahorn(A. montanum) ziemlich überein. Die Blätter sind fast bloß dreylappig, wenigstens sind die beiden untern Lappen nur klein und stehn wenig ab. Die Blätter sind unten mit weißem Filze bekleidet. Die Knospen sind klein, spitzig und rauh. Die Blumen sind äußerst klein und stehn in aufrechten Trauben. Deritalienische Ahorn(A. Opalus) ist sel⸗ tener in unsern Pflanzungen. Er nterscheidet sich zu⸗ vörderst durch die sehr langen Blattstiele; dann durch die Form der Blätter. Diese sind nur obenhin fünf⸗ lappig„ eigentlich fast rund, an dem Blattstiel herz⸗ förmig ausgeschweift: die Lappen sind sehr stumpf und mit eben 20 stumpfen Zähnen besetzt. Die Unter⸗ fläche der Blätter ist filzig/ und die Substanz dersel⸗ ben ist lederartig. Die Blumen stehn in aufrechten Dolden-⸗-Trauben. Den französischen Ahorn(A. monspessu- lanum) unterscheidet man sogleich beym ersten Anblick durch seine kleine, dreylappige, fast ungezähnte, an dem Blattstiele herzförmig ausgeschweifte Blätter, de⸗ ven Lappen stumpf, und die auf der Unterfläche grau— lich ind. Der Blüthenstand ist eine lockere, überhän⸗ gende Dolde. 366 Der immergrüne Ahorn(4. sempervi-⸗ rens Miller, heterophyllum Milld.) hat mehren—⸗ theils ovale, oft auch eyförmige, sehr kurz gestielte, immergrüne, mit kleinen, ungleichen Zähnen am Rande besetzte, bisweilen kurz dreylappige, allezeit glatte Blätter. Der kretische Ahorn hat dage⸗ gen immer dreylappige, weichhaarige, glattrandige Blätter, und kann eher für eine Abart des französi⸗ schen als dieses immergrünen angesehn werden, wo⸗ mit man ihn wohl zu verwechseln pflegt. Endlich der eschenblättrige Ahorn, der in seinem Bau sehr von den übrigen Arten abweicht. Er hat nämlich gefiederte Blätter, die aus drey bis funf länglichen, eingeschnittenen, gezähnten Blätt⸗ chen bestehn. Die Knospen liegen in einem Wulst der Rinde verborgen, der den Ast beynahe umfaßt. Die Blumen hängen an langen Fäden, und die&⸗ Blüͤthen sind von den 2„Blüthen beständig getreunt. Sie haben keine Blumenkrone, und gewöhnlich nur vier bis fünf Staubfäden. Sehen Sie da, gnädige Frau, eine kurze, und, wie ich glaube, deutliche Einleitung in das Linné'- . Lenpeu. hst nahe hun geiih Zhneh n Iurin Alah henn het u ey Athurdiz uut suij HW fegt. e Iyeru,. Ie b die gus dren N Waihumn Alih in eiben Dui Hedlabe Wfti un M ndir ger ie ku/ W e IUl 0* ö 367 sche System und in die drey und zwanzig ersten Klassen desselben. Findet mein Unterricht Ihren Beyfall; so werde ich auch die Ehre haben, Sie in die Geheimnisse der vier und zwanzigsten, meiner Lieblingsklasse, einzuweihen, und Sie also näher mit den Farrenkräutern, Moosen und Flechten bekannt zu machen, als es bis itzt geschehen konnte. N Erk lärung d er Ku pif e r zur zweyten Sammlung. ö Erste Tafel. Fig. 1. Die schmalblättrige Wicke(Vicia an⸗ gustifolia),(S. 290.) a das Pistill, unter der Nar⸗ be mit Barthaaren besetzt. b der fünfzähnige Kelch. c der Wimpel der Blumenkrone. dd die Segel. e der Kiel.(S. 53.) k der frey stehende Staubfaden uber dem Cylinder zusammen gewachsener Staubfä—⸗ den. 8 der Frucht ibten udie Hülse. idie ge⸗ fiederten Blätter,(S. 39.) deren Blättchen linienför⸗ mig sind, und sich in einen krautartigen Stachel en-⸗ digen:(S. 35) am Ende des Blattstiels die Ga— beln.(S. 21.) K die gezähnt ten Blatt⸗Ansätze.(S. 25. Fig. 2. Der gemeine Windhalm(Agrostis ca- nina), mit gegliedertem Halm. Das zweyspelzige aäußere Bälglein(1) euthält nur Ein inneres Bälg⸗ lein,(2)) dessen eine Spelze(3) gegrannt ist. (S. 48. 49.). Es enthält die eigentliche Blumen-⸗ krone,(6,) die pinselföͤrmigen Narben auf dem Fruchtboden,(5,) und die drey verhältnißmäßig großen Antheren auf langen Staubfäden,(4.) Der Blüthenstand ist eine Rispe,(L.)„(S. 44) An 8 Ste der Grundfläche der Blätter bemerkt man die Blatt⸗ 14 scheide,(.)(S. 27..28.) 4 Zweyte Tafel.(Oin Fig. 3. Die kriechende Stendelwurz(Saryrium repens). b die Nebenbläfter. e die sackförmige Unterlippe der Blumenkrone. k die helmförmige ů Oberlippe. g der Fruchtknoten. hedie Narbe. i das 5 40 Befruchtungs⸗Säulchen. K das hintere Ende dessel⸗ 1⁷ ben. Hdas halbmondförmige Saftblättchen. r die ö Zwillings⸗Anthere.(S. 331. 332.0 ‚ Fig. 4. Ein doppelt geßedertes Blatt von einer N Mimose.(S. 39.) Fig. 12. Der schöne Frauenschuh(Cypripe— dium[pectabile Salisb.),(S. 336.) wovon ö 9 Herrn von Kotzebue's Blume eine Abart ist. I abed die vier weißen Kelchblätter,(Bänder des Strickbeutels, die in Herrn von Kotzebue's 9 Blume aber roth und viel schmäler sind) e das ö 9*7 Deckelchen oder die Oberlippe der Blumenkrone, I (schneeweiß und wie emaillirt, noch mehr herzförmig.) kdie aufgeblasene Unterlippe der Blumenkrone, hier M roseursth mit Purpurstreifen,(purpurroth. Der Strickbeutel selbst.) 66 die obern Lappen des Be⸗ 4 fruchtungs⸗-Säulchens,(purpurroth.) hh die bei⸗ m den Antheren,(gelb.) i die Narbe. II uu M Batt wurz(Sumin d Resümn ie Humsh e Nt i itere Eie se lattcu re Bluii un i Uupunreih det Cappeg Nei IUDI Dritte Dafel. Fig. 5. Die gewöhnliche Lavendel(Lavandula Spica), mit vierseitigem Stengel,(S. 22.) linien⸗ förmigen, fein⸗filzigen, glattrandigen, gegenüber stehenden Blättern. a der mit feinem Filze überzo⸗ gene fünfzähnige Kelch, bey c eröffnet, um die nack⸗ ten vier Saamen darin zu sehen. b der Blüthen⸗ stand, eine ährenförmige Traube, hier und da unter⸗ brochen, wodurch Wirbel entstehn.(S. 41. 45.) d die zweylippige, etwas maskirte Blumenkrone, (S. 52.) in e eröffnet, wo man zwey längere und zwey kürzere Staubfäden bemerkt.(S. 254. 265.) Fig.. Die Nachtviole(Helperis triltis), mit ey-lanzetförmigen Blättern,(h.)(S. 31.) die oben Blüthensand eine Traube.(S. 42.) De schlossen,(a.) In b die Saftdrüse, welche die kür⸗ zern Staubfäden—— 0 e die Narbe des Pistills. e die Schote.(S. 53. 270. 271.) Vierte Tafel. Fig. 7. Die gemeine Strohblume(Xeranthe⸗ mum annuum). a die röhrenförmigen Scheibenblüm— chen, deren Saame h mit einer füufborstigen Saa⸗ menkrone versehn 0 b die Strahlblümchen mit bloßem Pistill und dem unterstehenden Saamen,(3.) cder Fruchtboden mit Spreublättchen(d) besetzt. elch e die gefärbten innern Kelchschuppen.„ die verwach⸗ ——.—.— PSSIIIIII. senen Antheren in der geöfftneten Röhre der Schei—⸗ benblümchen. ider geschuppte Kelch von außen. (S. 49. 51.0 ö Fig. 8. Das heimlich blühende Riedgras(Ca- rex clandestina). a die Antheren⸗tragenden, b die Pistill⸗tragenden Aehren. c eine Kelchschurpe mit Antheren. 4 eine Kelchschuppe mit Fruchtknoten, Pistill und Narben. e der Fruchtknoten selbst, mit den Narben,(g.) k die lockere Saamenhülle. h der Saame. Fig. 9. Ein fast ovales Blatt vom Viburnum Tinus.(S. 30.) Fig. 10. Ein eyförmiges, gekerbtes Blatt vom Plectranthus fruticosus.(S. 50. 33.) Fig. 11. Ein längliches Blatt von der Magao- lia grandillora.(S. 30.) Nicta an Os, Polee x c. 2 clo 2 1. + + 2 2 I. . 7 V—— * 7½% IMN RMN „. „ 7 V. (herdpedium speclabile(* V H Jest. C Cberlerd Z. e rengebi Hol. * 2 ri grasee „ 22 1 2 orenge Oo. 22 V.. 4 48 viærod 2 2 60 I V ů 8 W II W 22 rengele, Faese, 2... rν . —— 2* 8— 8— 7— 2. 2 8—— ,, 2 8— 4 . 2 8 . 55— 3 W.. 8 L I m rl 1„snA7sTn,Jnh, LLA 1 1, I 1, ſel,, dl l naratn MMnannnn DnUnn Anntnn Cähaehanrhäne ſiteung LuILIn 9 0 ecm 2 3 4 5 6 1 8 — Coſour& Grey Control Chart Blue CQyan Green Vellow Hed Magenta GSGer Sere eeeee e „ wuite sU--=