Ur Bdf. Giessen! —— W „ F. J. Horatius Benedictus von Sanssne⸗ Professors der Weltweisheit zu Genf, esen durch de Aben, nebst einem Versuche über die Naturgeschichte der Gegenden von Genf. Aus dem Französischen übersetzt und mit Anmerkungen bereichert. Mit Kupfern. EEE Zweyter Theil. Leipzig, bey Johann Friedrich Junius. 178t. 3— Vorrede. Dieser zweyte Band unsrer Uebersetzung fůͤh⸗ Wfeet nun den Leser näher zu jenen erhabe⸗ nen und prächtigen Schägerichten, die der Schöpfer in unserm Lande aufgethürmt hat— zu den Alpen, deren genauere Untersuchung er⸗ staunlich vieles Licht über die Theorie der Erde ausbreiten kann. Denn da sieht man noch die sich gleichsam selbst überlassene Natur, da im Gegentheil die niedrigern Berge und Ebenen durch die Hände der Menschen angebauet, und ihr ursprünglicher Zustand fast ganz verändert wor— den. Je näher man den höhen Alpen kömmt, je weiter man an die erhabenen Ketten derselben hin⸗ aufsteigt, ihre nackten Felsen hinanklimmt, desto a 2 deut⸗ Iv Vorrede. deutlichere Spuren ihrer innern Structur und Schichten wird man antreffen. Aber eben diese Berge, eben diese oft nur den Beherztesten zugängliche Felsen, sind noch we⸗ nig von geübten und unterrichteten Beobachtern untersucht worden. Ehmals heftete man seine Augen nur auf kleine hie und da gefundene Stei⸗ ue oder Versteinerungen, die man zur Vermeh⸗ rung eines Cabinets sammelte, ohne aber dabey freyere Blicke auf das Gänze der Berge, auf ihre Bestandtheile überhaupt, auf die Lage ihrer Schichten, u. s. w. zu werfen. Den neuern Zei⸗ ten war es aufbehalten, ausgedehntere Beob⸗ achtungen zu sammeln, viele vorher ganz unbe⸗ kannte und vernachläßigte Facta zusammenzu⸗ tragen, und so nach und nach an dem großen Gebäude der Theorie unsers Erdballs mit glück⸗ licherm Erfolge zu arbeiten. Wie viel in dieser Absicht die Entdeckungen eines Arduino, Born, Ferber, Charpentier und so vieler andern ge⸗ holfen, — s ktur und oft nur noch we⸗ bachten jan seine ne Stei⸗ Vermeh⸗ er dabey ge, auf age ihrer euern Zei re Beob⸗ anz unbe ammenzu⸗ m großen mit glͤck in diese 9, Born, mdern gl⸗ holfez Vorrede. V holfen, weiß ein jeder, der auch eine nur histo⸗ rische Kenntniß der Naturgeschichte unserer Zei⸗ ten hat. Aber bey dem allen sind doch unsere Berge und Alpen noch ziemlich unbekannt geblieben: in⸗ dem der größte Theil der Reisenden dieselben ent⸗ weder nur obenhin betrachtet, oder ganz ohne mineralogische Kenntnisse durchwandert: hat. So viele Werke auch von den helvetischen und savoyischen Alpen reden, so wenig zuverläßige Nachrichten finden wir in denselben, wenn wir sie über die Bestandtheile der Gebirge und die Theorie derselben befragen. Nur sehr wenige dürfen wir von der großen Anzahl der Schrift— steller ausnehmen. Scheuchzers Werke sind jedermann be— kannt, so wie auch der unermüdete Fleiß dieses heloetischen Naturforschers in vielen Absichten al⸗ len Dank verdienet. Wollen wir uns aber aus seinen Schriften deutliche Begriffe über die Stru⸗ a 3 ctur vI Vorrede. ctur und Bestandtheile der Alpen, die er oft durchreiset hat, sammeln: so werden wir, aus⸗ ser einigen Nachrichten von Versteinerungen und den Lagen der Schichten wenig zu unserem End⸗ zwecke dienliches bey ihm finden. Betrand kennt die Versteinerungen besser, als die Bestandtheile der Gebirge; daher auch fast alle seine Muthmaßungen auf die erstern ge⸗ gründet sind, welche doch zu der Erklärung der Theorie der ursprünglichen Berge wenig oder nichts beytragen. Mich dünkt überdem, er ha⸗ be nur aus der Ferne mit den so beschwerlichen Alpen Bekanntschaft gemacht. Grumer warf schon freyere und ausgedehn⸗ kere Blicke auf das Ganze, gab uns umständli⸗ chere Nachrichten von verschiedenen Alpen und Bergketten, und zog daraus Schlüsse, die schon weit mehrere mineralogische Kenntnisse verrathen. So groß aber auch sein Plan war, den ganzen Um⸗ er ost ir, aus⸗ gen und em End⸗ besser, her auch stern ge⸗ rung der g oder „/ er ha⸗ werlichen IsSgedehn⸗ umständl⸗ lchen und di schn perrathen. n ganzen Um⸗ Vorrede. vII Umfang der schweizerischen Eisgebirge zu be⸗ schreiben, so wenig erlaubten ihm seine Geschäf⸗ te und seine Gesundheit, viele Reisen durch die⸗ selben zu machen; so daß er das Meiste von seinen Nachrichten nur von Freunden sammelte, die aber selten mineralogische Kenntnisse besaßen. Andreä hat für die kurze Zeit seines Aufent⸗ halts in der Schweiz, deren genaue Untersu— chung mehr als ein Menschenalter erfordert, sehr vieles gethan, und uns Schweizern gezeigt, wie vieles wir thun könnten, wenn wir unser Vater⸗ land auch als Mineralogen bereisen wollten. Der selige Herr von Haller redet, aber lei⸗ der nur sehr wenig, von der Beschaffenheit uns⸗ rer Alpen, in der Vorrede zu seiner Historia Stir⸗ pium helveticarum; ist aber desto umständlicher in der Erzählung der verschiedenen Haupt⸗ und Nebenketten derselben. a 4„Mit vIII Vorrede. Mit ungemein vielem Vergnügen habe ich die von Herrn Besson auf seiner Reise durch verschiedene helvetische und savoyische Alpen ge⸗ sammelten Beobachtungen gelesen. Er unter⸗ suchte als ein guter Kenner der Mineralogie, be⸗ schrieb mit größter Sorgfalt die Structur, Be⸗ standtheile und Schichtung der Berge, und spürte aller Orten mit vielem Scharfsinn dem Ur⸗ sprunge der Erscheinungen nach, die sich seinen Augen darstellten. Man findet seine Beobach⸗ tungen in dem Discours préliminaire zu dem Text, der zu den in Paris herausgekommenen Schweizer⸗Aussichten gedruckt worden. Hieraus läßt sich nun leicht abnehmen, wie wenig bisher unsre Alpen untersucht worden, und welch eine reiche Erndte von neuen Beobachtun⸗ gen die Vorgänger unserm gelehrten Hru. Ver⸗ fasser übrig gelassen. Sein eigenes Werk mag von seinem Fleiße, von seinen weitausgebreiteten Kenntnissen und tief dringenden Einsichten zeu⸗ gen. W ½ XII H sht Vorrede. 1X habe it gen. Obschon er aber einen großen Theil der se durch Alpen in wiederholten Reisen durchwandert und dhen ge sorgfältig untersucht hat: so bleibt doch noch ei⸗ unter: ne unzählige Menge von Gegenständen übrig, gie, be⸗ die die Wißbegierde der Kenner lockt und ihnen 1, Be⸗ tausend interessante Entdeckungen verspricht. e, und Aber wo ist der reiche Gelehrte, der die so dem Uu⸗ vielen, kostbaren und noch nothigen Reisen zu stinen machen im Stande ist? wo der, der Muth, obach⸗ und Zeit, und Stärke genug hat, diesen zu dem großen Plan zu seiner Vollkommenheit zu brin⸗ muinenen gen?— Doch, was einer allein vielleicht nie⸗ mals thun wird, das können viele durch verei⸗ nigte Kräfte u Stande bringen.— Wäre es en, wie nicht möglich, eine Gesellschaft von naturfor⸗ den, und schenden Helvetiern zusammenzubringen? von de⸗ bachtun⸗ nen ein jeder seine Gegenden durchsuchte, und die ru. Vet Resultate seiner Beobachtungen den andern mit⸗ eek mag theilte.— Eifrige Patrioten haben Bienenge⸗ ebeeiteten sellschaften aufgerichtet; sollte man nicht auch hten zul eine Gesellschaft für das Studium der Alpen auf⸗ geh. a 5 rich⸗ xũ Vorrede. richten können?— So wie unser verdienst⸗ volle Freund, Hr. Füeßly in Zürich, ein ento⸗ mologisches Magazin und Archiv angefangen, so könnte auch ein Archiv zu unserm Endzwecke er⸗ richtet werden.— Doch hierüber werde ich meine Gedanken bey einer andern Gelegenheit den Naturforschern meines Vaterländes mit⸗ theilen. ö Bern, den 2ꝛten August 1781. Jac. Sam. Wyttenbach, D. G. W. erdienst in ento⸗ igen, so vecke er⸗ erde ich egenhet es mit⸗ nbach Ip. Inhalt. ö Vierzehntes Rapitel. Der Jurassus Funfzehntes Bapitel. Die Dole Sechzehntes Kapitel. Die Seen auf dem Jurassus Siebenzehntes Kapitel. Das Verbergen der Rhone Achtzehntes Vapitel. Von Linsensteinen Neunzehntes Fapitel. Der Jorat Iwanzigstes Kapitel. Der Berg Sion Seite 1 27 41 71 84 10⁰0 102 Reise durch die Gegenden des Montblanc. Einleitung Erstes Rapitel. Reise von Genf nach Bonneville Iweytes VXapitel. Reise von Bonneville nach Clüst Drittes Kapitel. Beschreibung eines neuen Magnetometers 104 109 1I7 126 Vier · Inhalt. Viertes Rapitel. Reise von Clüse nach Sallenche 135 Fünftes Kapitel. Reise von Sallenche nach Servoz 163 ö Sechstes Rapitel. Reise von Servoz nach Prieure im Thal Chamouny 183 Siebentes Bapitel. Von den Gletschern überhaupt 198 Achtes Kapitel⸗ 4 Reise von Prieure' nach Valorsine 235 Neuntes Kapitel. Reise von Valorsine auf den Gipfel des Buet 244 ZFehntes Bapitel. Beobachtungen auf dem Gipfel des Buet 263 Eilftes Rapitel. Von der Natur und Structur des Bergs Buet 30⁰0 Zwölftes Rapitel. Fernere Untersuchungen über die Granite 314 — 5 65 gen eh hin 0 N duch Mai wacher she hunger Nassus Versuch 42 uny nz 30⁰ 314 Vasuh . Versuch einer Naturgeschichte der Gegenden um Genf. Vierzehntes Kapitel. Der Jurassus. 5. 327. Westliche Seite des Sees. Fisher habe ich blos von denen Gebirgen und Hü⸗ genn gesprochen, welche auf der östlichen Seite des Genfersees sich befinden; nunmehr will ich diejeni⸗ gen beschreiben, welche das entgegengesetzte Ufer dessel⸗ ben begränzen. Die erhabenen Ufer dieser Seite des Sees zeugen durch ihren angenehmen Anblick vom Fleiß und der denge ihrer Bewohner: die entferntern Berge aber, welche hinter jenen hinaufsteigen, haben weder jene Ver⸗ schiedenheit, noch die schönen und stufenartigen Erhö⸗ hungen des majestätischen Theaters der Alpen. Der Ju⸗ rassus allein begränzt, in einer Entfernung von z bis 4 Stunden von dem See, gegen Abend und Mitter⸗ II. Theil. A nacht 2 Vierzehntes Kapitel. nacht den Gesichtskreis, und stellt gleichsam eine dun— Hl kelblaue lange Mauer vor, deren fast aller Orten glei⸗ mio cher Rücken nur hin und wieder durch einige Einschnitte— und unbeträchtliche Erhöhungen unterbrochen wird. misn 9. 328. n in sens Lage des Jurassus. Gemeiniglich sieht man den Anfang des Jurassus I an dem Rhein zwischen Zürich und Basel; der soge⸗ nün nannte Bözberg, über welchen man von Brugg auf an Rheinfelden geht, gehört wirklich zu demselben, und 90 hat schon da eine beträchtliche Höhe. 0 Zu Cäsars Zeiten war der Jurassus die Gränz⸗ 0 scheide zwischen den Helvetiern und Sequanern, welche W letztern einen Theil von Franche-Comte und Burgund 4 bewohnten.) n In den folgenden Zeiten geriethen die Helvetier unter 10 die Herrschaft der Könige von Burgund; und da dieses hn Reich getheilt ward, so diente der Jurassus zur Grän⸗ ISit ze. Das westliche Burgund ward Burgundia Cisjurana, Esh und das östliche Transjurana genennt. Nach verschie⸗* denen Veränderungen aber kamen endlich die Sachen Rn wieder in den nämlichen Zustand wie zu Cäsars Zeiten: 7˙t denn wenn man das mittägliche Ende des Jurassus Hsiht ausnimmt, welches gänzlich zu Frankreich gehört, so maün besitzen die Schweizer die ganze östliche Seite dieses e Bergs. Valla 0 Hpel 329. Allgemeiner Bau und Gränzen des Jurassus. hem N. Der Jurassus besteht, so wie die Alpen, aus unt verschiedenen parallel laufenden Ketten von Bergen und en hee Hügeln, elvetii continentur— altera ex parte monte Iura al. tissimo, qui est incer Sequanos et Helvetios. Caesar de bello Gallico C. II. —————— SiSDSSeseeeeettfffffffTTTTTTTTTTTTT..T.TTTTTTTR ꝑRRSRCRDRDRDRDTTE‚‚‚‚.— SIeeeeeeeeeeeeeeeetee...eeeeeee“. 75 2 am eine dis Orken gi ge Einschit hen wird. s Jurasss el; der sg⸗ Brugg aj nselben, und die Grän⸗ nern, welche Id Burgund vetier unter d da dieses o zur Grän⸗ 2 Cisjurans, ach verschie⸗ die Sachen sars Zeiten Jurassis gehött, s Beite diess Jurassus Ilpen, au Vergenurd Hugeh, nte Iura al Cacsar de Der Jurassus. 3 Hügeln, welche durch breitere und schmälere, mehr und minder tiefe Thäler von einander abgesondert sind. Diese Ketten haben verschiedene Namen: denn die meisten Erdbeschreiber nennen Jurassus allein jenen ho⸗ hen Berg, der sein Haupt über den Genfersee erhebt, und in seiner Fortsetzung sich durch die Schweiz ausdehnt. Der Naturforscher aber bekümmert sich nicht um die gemeinen Benennungen; er sieht, daß diese erste Linie von mehrern andern begleitet ist, daß dieselben von gleichem Stoffe sind, daß sie parallel laufen und an dem Fuß zusammenhangen, wenn sie schon durch Thäler ab⸗ gesondert werden, da die Tiefe derselben allemal noch höher liegt als das nächstgelegene flache Land. Er siehet also alle diese Berge als Theile des Ju⸗ rassus an, und begreifet unter dieser Benennung alle kalkartigen Gebirge, welche ohngefähr von Südsüdwest gegen Nordnordost laufen, und zwischen der Schweiz, der Fläche von Bügey, der Franche-Comte' und dem Elsaß eingeschlossen sind. Wenn man Maraldi's und Cassini's Charte von Frankreich betrachtet, so zeigen die Rumern 117, 148, 147, 146 und 145 eine Kette von Gebirgen, die ohn⸗ gefähr von Südsudwest nach Nordnordost gerichtet sind, und zwar gegen Osten von derjenigen Linie, welche zu Cerdon, Poncin, oder noch weiter gegen Mittag in Vallromey anfängt, sich zu Basel endiget, und über Lons le Saulnier, Salins und Vesoul fortläuft. Alle diese Reihen von Gebirgen, welche wir unter dem Namen Jurassus begreifen, sind also in gerader Linie 60 bis 80 Stunden lang, und 15 bis 16 Stun⸗ den breit. A 2§. 330. g Vierzehntes Kapitel. §. 330. Der Jurassus scheint einen Theil der Alpen auszumachen. Obschon der Jurassus durch ein etliche Stunden breites Thal von den Alpen abgesondert ist, so scheint er dennoch von diesen abzuhangen, und ehmals einen Theil der äussern Ketten derselben ausgemacht zu haben. Zwey Grunde lassen mich dieses vermuthen. Der esste⸗ re derselben ist, daß der Jurassus fast parallel mit den Alpen lauft; der andere aber, daß die höchste Spitze desselben auf der Seite der Alpen ist, und er dann stu⸗ fenweise abnimmt, so wie er sich von diesen entfernt. Die unabhängigen Berge, wenn uns dieser Aus⸗ druck erlaubt ist, diejenigen nämlich, welche nicht einen Theil von andern beträchtlichern Gebirgen ausmachen, wie z. B. die Cordilleras, die Alpen, ja selbst die von dem Hauptstamme derselben ganz abgesonderten Ae⸗ ste, wie der Apennin, haben beständig ihre größte Höhe in der Mitte, und verlieren sich auf beyden Sei⸗ ten. Doch will ich dies nicht sagen, daß die höchste Spitze stets gerade in dem Mittelpunkt sey: denn sie ist oft näher auf der einen Seite als auf der andern, aber nie⸗ mals am Rande, ausser wenn irgend eine Localursache die äußern Ketten des Gebirges angefressen oder zerstört hat. Nun sind die höchsten Gipfel des Jurassus auf der Strecke, die den Alpen am nächsten ist; und so wie die zu demselben gehörigen Gebirge sich von den Alpen entfernen, werden sie immer kleiner, und verlieren sich endlich in den Flächen von Burgund, Franche⸗Comte' und dem Bisthum Basel. 9. 33˙. ᷣᷓRWRARCSRSCRRRIRRRRrI‚‚‚‚‚‚‚‚‚‚.“‚‚.‚........ꝗEt..... eeeI Psim ndet l ahonh iherd ii Hpl Ruehe 1 WM W Nn W f d er Alpen he Stundi „so schin mals einn ht zu hahn Der astz allel midn chste Sothe r dann s⸗ entfern. dieser Jus⸗ nicht einen ausmahen, ja selbstdie nderten A⸗ ihre grͤßt deyden Sh ochste Spit sie ist n, aber nt Healursat oder zestt urassus u und sonk n den Ahh verlieren st nche⸗Cons Der Jurassus. 5 §. 33I. Die Ketten des Jurassus sind zuweilen unterbrochen. Die verschiedenen Ketten, aus welchen der Jurassus zusammengesetzt ist, sind nicht von einem Ende bis zum andern zusammenhängend, sondern hie und da unterbro⸗ chen. Allein die Einschnitte, welche sie von einander absondern, gehen selten tiefer als auf den dritten Theil der Höhe des Bergs, und die tiefsten Pässe, durch welche man über dieses Gebirge geht, sind allemal weit üͤber die Ebenen zu beyden Seiten des Bergs erhaben. Auch haben die Römer, um den Durchgang aus Helvetien zu den Raurachern zu erleichtern, einen Weg durch einen Felsen angelegt, der zu dem Jurassus ge⸗ hört. Die Straße aus dem St. Immerthal nach Moutier Grandval geht noch wirklich durch diesen Fels. Dieser Paß führt den Namen Pierre pertuis. Man glaubt gemeiniglich, dieser Fels sey von den Rö⸗ mern dürchgraben worden, welches auch die Inschrift auf dem Felsen selbst zu beweisen scheint: NUMINL AUGUSTORUM;, VIA FACTA PER TITUM DUNNIUM PATERNUM DOUUMVIRUM COLONIAE HEL- vETICAE. ö Siehe Etat et Delicer de la Suisso, Nouvelle Edition in 4. de Mr. Fauche T. II. p. 132. Dieser Inschrift ungeachtet, kann ich dieser Mei⸗ nung dennoch nicht beytreten. Diese Oeffnung zeigt nicht jene Regelmäßigkeit, welche die Alten in ihren Arbeiten beobachteten; und alle äusserliche Anzeigen scheinen zu beweisen, daß dieselbe von dem Wasser ge⸗ macht worden. Der durchbrochene Fels sperret ein en⸗ ges Thal, welches einen starken Abhang gegen densel⸗ ben zu hat. In der Tiefe dieses Thals fließt ein Bach, welcher keinen Ausfluß als 4 2 eben diesen Felsen hat, 3 so 6 Vierzehntes Kapitel. so daß, wenn die Oeffnung vermacht wäre, das Was⸗ usse ser dieses Thal anfüllen und in einen See verwandeln würde. Die Oeffnung ist von der Seite, wo das Was⸗ 11 ser herkommt, auch viel weiter als bey dem Auslauf; 0 das Gewölbe ist unregelmäßig, und sehr viel höher auf shh der östlichen Seite, wohin der Hang des Bergs den His: Stoß des Wassers nothwendig bringen mußte; und m A die Felsen, welche das Thal über der Oeffnung einschlies⸗ WI sen, sind an verschiedenen Orten und in verschiedenen n Höhen tief ausgewaschen, und zeigen deutlich, daß sol⸗ ches durch den Lauf des Wassers geschehen sey. Die⸗ ses alles beweiset, daß das Thal ehemals einem beträcht⸗ Fschn lichen Flusse zum Bette gedient hat. shup Es scheint mir daher sehr wahrscheinlich, daß der vache Duumvir Dunnius Paternus hier weiter nichts gethan, mim d als eine Straße durch den Paß zu führen, welchen die ijrde Natur viele 100 Jahre vor ihm eröffnet hatte. Die Inscription sagt nichts weiter: denn man liest Via fa- Aa, und nicht Via aperta per Dunnium Paternum. 10 che §. 332. cescht Allgemeine Structur der Schichten des shia Jurassus. rah Man kann leicht bemerkt haben, wie genau ich auf chiehn den Hang der Lagen in den Bergen und ihre gegenseiti⸗ nache ge Stellung Achtung gegeben. Diese Beobachtungen, schtah welche man bisher so sehr vernachläßiget hat, scheinen. Ui — mir in Absicht auf die Theorie der Erde von der äusser⸗ mank sten Wichtigkeit zu seyn; sie sind aber auch sehr schwer Gcich zu machen. daß mo Eine Menge von Localursachen haben sowohl die Ge⸗ rach n stalt als die ursprüngliche Lage der Berge verändert: es Vir w ist also nothwendig, unter diesen Verwüstungen der Zeit die Ordnung und die Gesetze, nach welchen sie zu Stande gebracht worden, wieder hervorzusuchen. Die V— 4. DDDDD‚i‚‚eTIIIITJ‚J‚‚‚—“..—— IDIDIDIDꝑ‚ꝑDꝑDꝑ‚I‚Iꝑiꝑ‚IPꝑIꝑ‚ꝑRPꝑR‚IRꝑIP‚IꝑIRIRICICI‚IRI‚I‚IRSSRI —.....................‚.... ꝗ-.sY-ꝗꝗ*..——.—2* 2 „das Wũ verwandeh dodas Di⸗ n Auslah, el höhe Bergs dn nußte; ud ig einschieß erschiedenen h I daß sol sey. Di⸗ em beträct 9, daß der ts gethan, velchen die tte. Die iest Via fi⸗ num. en des enau ich auf e gegenseit⸗ bachtunggh, t, scheinn der äusst⸗ schr shun wohldie Ge rändert: istungen de vlchen se suchen. iu D Der Jurassus. 7 Die Schichtung und allgemeine Structur des Ju⸗ rassus ist nicht leicht zu erkennen, weil unzählige Un⸗ regelmäßigkeiten dieselben dem Auge des Beobachters verdecken. Wenn man z. B. von der Nachbarschaft von Genf denjenigen Strich dieses Berges, welcher sich zunächst über dem See zeiget, betrachtet, so findet man bald eine jähe Anhöhe, welche bis auf die Spitze mit Waldung bedeckt ist, bald wieder den obersten Theil des Bergs nackt und steil, und weiterhin einen sanften Abhang mit Gras bewachsen. Nur wenn man mit der größten Achtsamkeit alle die⸗ jenigen Theile gegen einander hält, welche noch unver⸗ sehrt zu seyn scheinen, und alle diejenigen bey Seite setzt, welche zufällige Veränderungen erlitten haben, kann man dahin gelangen, richtige und allgemeine Begriffe üͤber die ursprüngliche Gestalt desselben zu erhalten. Wenn man so zu Werke geht, so wird man finden, daß diese erste Kette von Bergen auf ihrer vordern oder öͤstlichen Seite aus Schichten zusammengesetzt ist, wel⸗ che sich nach und nach erheben, und auf dem Berge selbst anliegen; und daß eben diese Schichten wieder auf der entgegengesetzten Seite bis in das Mijouxthal hin⸗ absteigen, und also die westliche Seite dieser Kette aus⸗ machen. Die allgemeine Gestalt der Lagen dieser Kette sieht also einem großen Strohdach gleich, welches von der Erde bis auf den Giebel sich erhebt, und von da wieder bis auf die Erde heruntersteigt. Die innern Schichten scheinen mit den äußern parallel zu laufen, so daß man alle Lagen dieses Berges mit einem der Länge nach zusammengelegten Kartenspiel vergleichen kann. Wir wollen nunmehr die nähern Umstände betrachten. A 4§. 333. 8 Vierzehntes Kapitel. dchs Die Lagen auf der Seeseite liegen gegen den 6 Berg selbst an. af Wir haben oben gesehen, daß das mittägliche En⸗ 7 de des Jurassus über dem Fort del Ecluse beynahe En senkrechte Lagen hat, welche gegen Osten ablausen und—0 an den Berg anliegen. Der Vouache, welcher der letz⸗ hll te Ast unsrer Kette zu seyn scheint, hat vollig ähnliche mu Lagen. Wenn man von dem Fort del' Ecluse gegen nin E Nordost siehet, so wird man finden, daß die ganze saht r Seite des Bergs gegen den See zu von Colonge bis bafhn in die Waadt, so weit sich das Auge erstreckt, aus I solchen sich senkenden Schichten, die alle gegen den V. Berg anliegen, zusammengesetzt ist. Fah Man wird zwar bemerken, daß viele Höhen Ab⸗ hrch stürzungen aufweisen, die den erst angeführten entgegen 9nde sind, und sich gegen Osten erheben. So stellen z. B. AII. in der Landschaft Gex die Spitze, welche oberhalb Colonge ist, und den Namen Cre' du Miroir träͤgt, diejenige, welche oberhalb Thoiry ist, und Re⸗ Ebh culet heißt, andre Gipfel an der Südwestseite des Bergs Colombier, und der lange Berg, welcher sich 4 von dem Colombier bis auf die Faucilles zieht; al⸗ le diese, sage ich, stellen sehr merkliche Abstürzungen 4* vor, die gegen den See und die Alpen gewandt sind. Widig Eben so haben der Fels der Dole in der Schweiz, und hen g viele Hügel oberhalb des Meuenburgersees, auch ihre shidꝛ Abstürzungen gegen die Alpen gekehrt. Aber diese Ab⸗ schdt stüzzungen sind das Oberste der Lagen der westlichen Sei⸗ ung te des Bergs, welche, wie ich gesagt habe auf der dereng Abendseite heruntergehen, und sich folglich gegen die Morgenscite erheben. Ich habe dieses indem ich den Shi Jurassus an verschiedenen Orten durchreiste, mehrma⸗ Colon len beobachtet; man kann aber selbst von Genf aus sich G da⸗ .. * I— EEE—— ne— ꝗSꝗSꝗSDISISISI‚I‚I‚I‚I‚I‚I‚I‚IIIIIII‚R‚‚R‚R‚RRIR‚R‚RRRRrr‚R‚‚‚‚RRRRRR‚R‚R‚‚‚R‚DDDDD‚DeeEDDDDDDeeeeeEEEEDEEeEeEEEEEff 75 gen den igliche E ise bennih lausen und her der ih ig ähnlche luse gegn die ganz longe bz mreckt, aus gegen den Hͤhen T⸗ nentgegen ellen z. B. e oberhalb Miroit „ und Re⸗ estseite des welcher sich 3 zieht; dl bstürzungen wandt sid chweiß, ud , auch ihn er diese Y stlichen Se⸗ he, auf de h gegen di dem ich da e, mehrmt⸗ enf aussc 0 Der Jurassus. 9 davon überzeugen, wenn man bemerket, daß die Ab⸗ stürzungen sich nirgends als da zeigen, wo die Ostseite des Berges bey der Spitze heruntergefallen, oder durch Zufall zerstört ist. Ueberall, wo diese Seite, die ge⸗ gen den See liegt, sich ohne Unterbrechung bis zum Rü⸗ cken erhebt, zeigt der Berg in dieser Gegend nichts als eine ununterbrochene Halde, die aus Schichten besteht, welche alle gegen den See hinabsteigen. Dieses siehet man an der Südwestseite der Spitze, welche den Na⸗ men Reculer führet, und über dem Dorfe Thoiry steht; die äussere Fläche des Berges steigt da in einer einförmigen Halde von dem Fuß an bis zu dem Gipfel in eine Höhe, welche sich sehr uber die Waldungen er⸗ hebt. Aber mehr gegen Nordosten zu ist diese vordere Fläche auf dem Gipfel des Berges zerstört worden, und der dadurch entstandene Raum zeigt nun die Abstürzun⸗ gen der Schichten der hintern Halde, welche gegen das Thal Mijoux herabsteigen. d. 334. Eben dieselben Schichten bedecken den erhabe⸗ nen Theil des Berges, und man kann sie von Genf aus unterscheiden. Dieser nämliche Theil des Berges ist darin merk⸗ würdig, daß man den Fortgang der Lagen des östli⸗ chen Abhanges mit denen des westlichen daran unter⸗ scheidet. Man siehet die Lagen, nach Maßgabe wie sie sich dem Gipfel nähern, sich krümmen und abrunden, um gleichsam die Spitze einzufassen, und alsdann auf der entgegengesetzten Seite wieder herab zu steigen. Man siehet diesen Zusammenhang und Fortgang der Schichten auch auf der rechten und linken Seite des Berges Colombier. Beobachtet man den Jurassus von den Gegenden um Genf, wenn ihn die Sonne schief be— 5 scheinet, ————— 10 Vierzehntes Kapitel. scheinet, z. B. gegen 2 oder 3 Uhr Nachmittags, so wird man deutlich an dem Schatten, welchen diese ge⸗ gen den Gipfel abgerundete Lagen an die Oerter werfen, wo dieselben mangeln, sehen, daß die steilen Spitzen gegen den See zu der hintern Fläche des Berges ge⸗ ören. Die Vergleichung der Gestalt dieser ersten Reihe des Jurassus mit einem Dach ist also nicht sehr ge⸗ nau. Die Abhänge eines Dachs sind Flächen, und diese Flächen formiren bey dem Gipfel einen scharfen Winkel. Die Lagen des Jurassus aber sind vielmehr convex, und ihre Spitze abgerundet. Der Queerdurch⸗ schnitt des Berges würde folglich keinen Triangel, sondern vielmehr eine Parabel, oder andere krumme Linie die⸗ ser Art bilden. §. 335. Die Verwustungen der Zeit haben öfters diese Gestalt verändert. Wenn aber schon diese krumme Linie einmal die all⸗ gemeine und primitive Gestalt dieser Reihe des Juras⸗ sus angezeigt hat, so hat doch diese Gestalt und Stru⸗ ctur sehr viele Localausnahmen, oder allmälige Ver⸗ änderungen ausgestanden. Der Gipfel des Berges, der auf allen Seiten von Wind und Regen bestürmt ist, hat die größten Verän⸗ derungen erlitten. Hier sind die Lagen an der Seeseite zerstört worden, und lassen die Gipfel der entgegenge⸗ setzten Lagen stehen, deren Abstürzungen gegen den näm⸗ lichen See gekehrt scheinen; dort sind die Lagen auf der Seite des Mijouxthals fortgerissen, und der auf uns⸗ rer Seite einförmig herabhangende Berg ist auf der Thalseite steil; weiterhin ist der ganze Gipfel weggenom⸗ men worden, und dort siehet man Erniedrigungen oder enge ........ SSSSSSSSSSSSSSSSSSSeeeee 10 00 afh. V 2 ittags, 6 en diese. eker werfe, en Spihn Berges g sten Must ht sehr g ichen, ud en scharsen d vielmohr vueerdutch⸗ gel, sonden ie Anie die⸗ ers diese nal die al⸗ oes Jurgß und Stu alige Ver Seiten v ten Veril der Sersit entgegeng⸗ n den nas gen auf de der auf urs st auf de weggenonk gungen dit Der Jurassus. 11 enge Pässe, wie bey den Faucillen, zu St. Sergue u. s. w. Die Seite und der Fuß des Berges sind auch durch die Ströme, welche der Regen und der geschmolzene Schnee hervorbringen, beschädiget worden, da dieselben weite und tiefe Aushöhlungen darin gebildet haben. Wenn man zu diesen zerstörenden Ursachen noch die großen Ströme rechnet, welche ehemals die Seiten des Oee angefressen und untergraben haben, und die rdbeben, welche nothwendiger Weise während so vie⸗ ler Jahrhunderte beträchtliche Verwüstungen müssen ver⸗ ursacht haben: so wird man sich nicht mehr wundern, an sehr vielen Orten umgeworfene Felsen zu sehen, wel⸗ che ihrer ursprünglichen Lage entgegenliegen, und nichts als zerstreute Merkmale der ersten Gestalt des Berges aufweisen. §. 336. Vielleicht giebt es auch ursprüngliche Un⸗ regelmäßigkeiten. Ferner ist zu bemerken, daß selbst in der Zeit der Formirung dieses Berges besondre Ursachen locale Un⸗ regelmäßigkeiten haben hervorbringen müssen; und man wird nicht immer entscheiden können, ob das Un⸗ regelmäßige, welches man jetzt beobachtet, so alt als der Berg, oder neuer als derselbe ist. Der Vouache, z. B., dessen gegen den See gekehrte Seite mit der ihr ge— genüberstehenden Seite des Jurassus, dessen Fortse⸗ hung er zu seyn scheint, vollkommen übereinkömmt, hat auf seiner entgegengesetzten Seite eine ganz andere Ge— stalt. Sie ist in ihrer ganzen Länge von oben bis un⸗ ten gegen Abend abgestürzt; diese westliche Seite zeiget keine Abhänge, sondern blos beynahe senkrechte Abschutt⸗ te der östlichen Lagen, welche sich alle gegen Abend er— heben. 1 2 4 2 2 7* ** „ 1. 2 3 * 12 Vierzehntes Kapitel. heben. Wer kann nun entscheiden, ob vormals westli⸗ che Abhänge, welche zerstört worden, oder ob niemals dergleichen da gewesen sind? Man muß also die Idee, welche ich von der Anlage dieser ersten und höchsten Linie des Jurassus gegeben, eher nur für einen überhaupt genommenen Ausdruck seiner primitiven Form ansehen, als für eine genaue Veschrei⸗ bung seiner jetzigen Gestalt. Eine solche Beschreibung wurde Weitläuftigkeiten nach sich ziehen, welche so uber⸗ flüßig, als fruchtlos und beschwerlich wären. §. 337. Allgemeiner Begriff von den östlichen Retten des Jurassus. Sie senken sich, wenn sie sich von den Alpen entfernen. Der Plan dieses Werks forderte, daß ich meinen Lesern einen Begriff von derjenigen Linie des Jurassus gebe, welche gegen den Genfersee hin liegt; die an⸗ dern Theile dieses großen Berges würden eine besondere, und sehr weitläuftige Abhandlung erfordern, die aber hier nicht Platz haben kann. Demungeachtet will ich die allgemeinen Schlüsse aus meinen Beobachtungen, welche ich auf meinen verschiedenen Reisen durch den Ju⸗ rassus gesammelt habe, hier kürzlich anführen. Die Ketten, aus welchen er besteht, verlieren, nach Maßgabe ihrer Entfernung von der öͤstlichen hohen Reihe, allmälig von ihrer Höhe und ihrem Zusammen⸗ hange. Die am weitesten gegen Abend gelegenen for⸗ miren nicht, wie die ersteren, Ketten von erhöhten und ununterbrochenen Bergen; es sind kleine Berge, zwar gedehnt, aber isolirt, oder solche, welche wenigstens nur durch ihre Grundlagen zusammenhängen. §. 338. S...........—— V EN memn E.. X DSDSDSDSDSDSDSISIDIIISIISIDI‚IIIIRIRRRRRRRRRR‚RRRt‚‚‚..‚t..‚.......——PII‚I‚‚‚‚.‚.‚...IJIIIIIIIIIII3n— als westh niemals er Anlage zeben,che uck seiner VBeschut schreibung e so üba⸗ etten n sie sich ch meinen Jurassus ; die an⸗ besondere, die abe et will ic achtungen chden Ju n. ieren, nat hen hohn zusammer⸗ egenen fot höhten und erge, ywat wenigsters . 35. Der Jurassus. 13 d. 338. Ihre Schichten sind wie Gewölbe gebildet. Ihre Structur ist nicht die nämliche in der ganzen Ausdehnung des Jurassus. Die gemeinste primitive Bildung siehet dennoch der hohen Kette am ähnlichsten, das heißt, es sind Gewölbe, die aus concentrischen Bo⸗ gen bestehen, und damit angefüllet sind. Am meisten findet man zwischen Pontalier und Besanßon Hügel, welche gewöhnlich diese Struetur haben. Die Landstraße gehet durch breite Thäler, in welchen die Lagen horizontal sind; aber diese Thäler sind durch Ketten von geringer Höhe getheilt, deren bogen⸗ artige Schichten auf der einen Seite bis auf die Höhe des Berges steigen, auf der andern aber sich wieder ge⸗ gen die Tiefe senken. Man siehet dergleichen Schich⸗ tungen auch in dem Bezirk von Moutier Grandval. Die Birs strömet durch Felsen, welche den inwendigen Bau der Berge aufgedeckt darstellen; die Felsschichten bilden an diesem Orte Gewölbe, deren eines über dem andern steht, und die dem äussern Umriß des Berges nachfolgen. Zuweilen ist der Gipfel des Berges spitziger als der oberste Theil eines Gewolbes; und seine unter einander parallele Lagen, die aber gegen den Horizont in umge⸗ kehrter Lage gerichtet sind, stellen in ihrem Abschnitt die Bildung eines Dachsparrens oder eines griechischen Lam⸗ da, A, vor. ö §. 339. Dict. Géogr. de la Suisse, Tom. II. pag. 150.(Dieses Buch wird nächstens zu Bern in einer deutschen Ueberse— tzung herauskommen, und mit vielen, insonderheit na— turhistorischen Artikeln vermehrt und verbessert werden.) 14 Vierzehntes Kapitel. §. 339. tihl Bänke von einer gegen den Horizont perpendi⸗ u cularen Richtung in abwärts gehenden Bän⸗ 0 ken eingeschlossen. it Eben diese Struetur zeigt öfters eine besondere Merk⸗ idt würdigkeit. Die Schichten nämlich, welche senkrecht shre gegen den Horizont stehen, und fast die Mitte oder das W Herz des Berges einnehmen, sondern die Lägen der ei⸗ 00 nen Seite von denen der andern ab. Auf der nämlichen Hlen Straße von Pontalier auf Besanßon, zwischen la Hst Gränge d' Alesne und Ornans, durchkreuzet man den litin Berg von Maillac. Man steiget gegen Norden durch ei⸗ firhe nen sehr steilen Abhang hinan, wo auch die Schichten der fiel Felsen gegen Mitternacht aufwärts gerichtet sind. Bey gehn der Höhe des Berges, und sogar schon etwas tiefer, kommt hale man durch Lagen, welche auch noch gegen Norden sich erheben; tiefer aber findet man senkrechte, und noch tie⸗ fer solche, die sich nach und nach senken, und gegen** Norden zu durch einen minder starken Abhang hinab— a steigen. Ich habe sowohl auf dem Jurassus als anderwärts Zun viele Gebirge vom zweyten Range(Montagnes secon- Irhl daires), und vorzüglich eine große Anzahl ursprüngli⸗ I cher Berge untersucht, deren Bau eben so beschaffen ist. shen s v §. 340. ung Allgemeine Richtung dieser verticalen Bänke. 00 Diese gegen den Horizont senkrechte Lagen, welche Le man häufig im Jurassus antrifft, haben fast alle ihre lln m Flächen von Nordnordost gegen Süͤdsüdwest, nach der sis Sr allgemeinen Richtung dieser Kette von Bergen, gerich— bs de tet. Diese Beobachtung ist von nicht geringer Wich⸗ tigkeit, 2822.—..—.—...—* A.‚‚‚—..—— DRDRDRDRDRCRDRDRIRIRRRRRRRRRRRRRRR‚RI‚I‚I‚IIT‚I‚‚‚‚‚..‚.——.———3I IIIIFHHIHIrt—— 2 erpendi en Bon⸗ ere Mal⸗ e senkreht e oder das zen der ei nämlichen vischen l et man den n durch ei hichten det nd. Bey er, kommt orden sich d noch tie ind gegen ng hinob⸗ nderwät nes seconi ursprünglk schaffen st en, wesch ast ale ihe „ nach de en, gnnt ger Wih tigleh Der Jurassus. 15 tigkeit, weil sie die Vermuthung eines Einsturzes un⸗ wahrscheinlich macht oder gänzlich zerstört. Ich habe lange Zeit geglaubt, alle Lagen und Schich⸗ ten müßten in einer horizontalen oder nur wenig gegen den Horizont gesenkten Richtung gebildet worden seyn, und diejenigen, die man in einer perpendieulären oder sehr gesenkten Stellung antrifft, seyen durch irgend eine Revolution in diese Lage versetzt worden: aber je öfter ich Lagen in dieser Richtung antraf, und sie in wohl er⸗ haltenen Gebürgen, die keinen Umsturz erlitten zu ha⸗ ben schienen, wahrnahm, und eine große Regelmäßig⸗ keit in der Gestalt und Richtung derselben erblickte, desto stärker habe ich mich überzeugt, daß auch die Natur ei⸗ nige dieser sehr gesenkten Bänke, und selbst solche, die gegen die Oberfläche der Erde perpendicular stehen, könne gebildet haben.—(S.§. 239.) d. 341. Die Boänke, die ich vertical nenne, sind es auch wirklich. Uebrigens hoffe ich, der Leser werde genugsames Zutrauen zu mir haben, um zu glauben, daß ich einen Irrthum nicht begangen habe, den der Abt Fortis in seiner Beschreibung von Dalmatien einigen Naturfor⸗ schern vorwirft. Er behauptet nämlich, daß man öf⸗ ters verticale Ritzen oder Spalten für Abtheilungen von Lagen gehalten habe, die gegen den Horizont perpendi⸗ cular sind. Es ist wahr, man sieht öfters, daß Felsen durch breitere oder schmälere Spaltungen in der Richtung von allen möglichen Winkeln gleichsam zerschnitten sind; diese Spaltungen, welche das Wasser einschlucken, sind selbst die Ursache von der Dürre mancher zum Juras⸗ sus gehörigen Berge. Auch ist es wahr, daß in ge— wissen 16 Vierzehntes Kapitel. wissen Bergen diese Ritzen auf eine so auffallende Weise anf mit einander parallel laufen, daß ein ungeubtes Auge dess de dadurch gar leicht kann in Irrthum verleitet werden. A Aber ein an die Beobachtung der Gebirge gewöhnter Hune Naturforscher betrüͤgt sich niemals hierinne. Er er⸗ bsichte kennet, was wirkliche Lagen sind, an ihrer Ausdeh⸗ Rh nung, Regelmäßigkeit, und oft selbst an dem Gewebe seren Ni des Gesteins: denn wenn der Stein auch nur ein wenig snboh blättrig ist, so sieht man, daß er in seinen kleinen Theilen Penn. der allgemeinen Richtung der Lagen folgt, welche ei⸗ nen gen gentlich selbst nur grössere Blätter sind; und wenn mir de 1— alle diese Anzeigen fehlen, und Zweifel übrig bleiben, so Eshts verheele ich sie nicht; ich habe kein System angenom⸗ Ilan nst men, welches mich veranlassen könnte, diese oder jene us vy n Form einer andern vorzuziehen: man wird aber in der der 3 Folge dieses Werks mehrere Beweise davon finden. Hse Wenn ich also behaupte, daß Lagen gegen den Horizont roch et& perpendicular sind, so kann man versichert seyn, daß sie luiz eic wirklich entweder ganz senkrecht sind, oder nur wenige hlsnn Grade von dieser Linie abweichen, und daß ich alle Vor⸗ sicht gebraucht habe, um nicht durch den Anblick zufälli⸗ ger Spaltungen betrogen zu werden. Uthr §. 342.* Regelschnittförmige Lagen. 14. 4u In einigen Gegenden des Jurassus sieht man eine 6000 Art von Halbzirkeln, die durch Felsen gebildet werden, inSh deren Lagen Abschnitte der Fläche eines gleichen Kegels sRll sind, und die sich gegen einen gemeinschaftlichen, über den Horizont erhabenen Mittelpunkt hinrichten. 06r So ist bey Pontalier das Dorf Clüse in einer i 0. Ebene gelegen, die gegen Mittag offen, und gegen Nor⸗„ 63 ö e n den durch einen halbzirkelförmigen Einschluß, der durch nib z einen aneinanderhängenden und sehr erhabenen Felsen An ge⸗ ꝗIꝗDIDRDꝗDID‚D‚I‚P‚I‚I‚I‚I‚IQI‚I‚I‚‚I‚I‚‚‚RI‚T‚TTTTTRI‚I‚I‚IT‚I‚ITIIJ‚J‚—‚—————.— — — —.. 54 2 nde Wes tes Augt et Werden, gewöhnttr e. Er e⸗ r Ausdch m Gedch r ein wenig sen Thelln welche e⸗ wenn mi bleiben s angenon 2 oder jent Iber in der on finden n Horizont yn, daß si nur wenigt h alle Voz blick zufal, eht man en det werde, ichen Kigb ichen, il ten. läse in git nl uß derdut henen Ochn Der Jurassus. 17 gemacht ist, zugeschlossen wird. Das westliche Ende dieses halbzirkelförmigen Felsen besteht aus Lagen, die unter einem Winkel von fünf und vierzig Graden gegen Morgen in die Höhe steigen, während die Lagen des ͤstlichen Endes sich in einer entgegenstehenden Richtung gegen Abend hin erheben. Die in der Mitte eingeschlos⸗ senen Schichten haben eine Richtung, die zwischen die— sen beyden das Mittel hält, daß also alle diese Lagen, wenn sie gegen die Höhe hin verlängert würden, in ei— nen gemeinschaftlichen Mittelpunkt zusammenliefen, und die Hälfte eines Kegels oder einer Pyramide formirten. Es hat so ein Ansehen, als wenn diese Schichten in den ältern Zeiten in der Gestalt des Dachstuhls eines Thur— mes wären angelegt worden, daß aber die Zerstörung der Zeit sowohl den Giebel dieses Daches, als auch die Hälfte des Thurms niedergerissen, und gleichsam nur noch einiges Gebälke übrig geblieben, woraus man in etwas auf die vormalige Gestalt des ganzen Gebäudes schliessen kann. S. 343.• Lagen in Form von Halbgewölbern. Abstür⸗ zungen, die gegen einander stehen. Noch häufiger sieht man Berge, deren Lagen die Form eines Halbgewölbes haben, und die, von der Seite angesehen, gleich unserm Saleve, auf der ei— nen Seite einen sanften Rücken, und auf der andern steile Abhänge oder Abstürzungen darstellen. Mehrere Thäler des Jurassus liegen zwischen zwey Gebirgketten, die diese Form haben, und auf den einan— der gegenüberstehenden Seiten steil abgeschnitten sind. Es scheint selbst, die Schichten dieser nun einander gegenüberstehenden Berge kommen in ihren Lagen und Richtungen mit einander überein, haben ehmals zusam⸗ B men⸗ 18 Vierzehntes Kapitel. mengehangen, nur eine Masse ausgemacht, und der zwischeninne sich vorher befindende Theil sey zerstört wor⸗ D.h den; oder der Berg sey von oben bis unten gespalten, 11 und die beyden Theile desselben seyn so weit von einan— der getrennt worden, daß dadurch das zwischen densel⸗ ö ben sich nun befindende Thal seinen Ursprung erhalten. So erhebt die Dent de Vaulion oberhalb der finsh Quelle der Orbe die steilen Abhänge ihrer starkgesenk— 1 0 ten Lagen gegenMitternacht; da im Gegentheil auf der andern Seite des Thals, eben diesem Berge gegenüber, So eine andere Kette von Bergen die Abstürzung ihrer in uschl die Höhe steigenden Schichten auf der mittäglichen Sei⸗ idabs te zeigt. So lauft auch unterhalb Besanßon der Douxr dehnn l zwischen kalkartigen Hügeln, die er getheilt zu haben Iun d scheint; die einander gegenüber stehenden Schichten der⸗ Emn, x selben scheinen noch sich aneinander anlehnen zu wollen. Cben l Inu L. 344. Ihn del Andre Abstürzungen, die sich mit einander nach ihn d einer gleichen Zimmelsgegend richten. Andre Thäler sind durch Gebirge eingefaßt, die 13 auch die Form von Halbgewölbern haben, deren Ab-⸗ fihe stürzungen aber nach der gleichen Seite hin sehen; es u à. giebt selbst Theile des Jurassus, in denen män an rr. mehrern Ketten nach einander sieht, daß sie alle ihre Ab⸗ 110 0 2 ö ö hurm stürzungen nach der gleichen Himmelsgegend gerichtet dnkhh. haben. + hen dy g So sind die meisten der äussersten Hügel des Ju⸗ rassus in den Voigteyen Orgelet und Lons le Saul⸗ nier beschaffen. Es sind wenige darunter, deren La— gen nicht gegen Westnordwest, das ist, auf der Seite Il der Grafschaft Hochburgund, gerade abgeschnitten 2„—*„* wären; da dieselben im Gegentheil gegen Ostsüdost, oder das Innere des Jurassus, in sanften Halden hinab⸗ X steigen.§. 345. SISIISISISI‚‚II‚I‚I‚I‚I‚III‚I‚I‚I‚II‚I‚III‚IccIIIIIIIIJJ————.——————.————IUUHUUIIUUITUIIIIII—————... 2 und der rstört wn⸗ gespaler, von eina⸗ hen denstt erhalter erhalb de starkgesek heil auf d gegenübe, ig ihrer in lichen Sa der Dout t zu haben hichten der zu wollen. ider nach hten. efaßt, di deren A⸗ sehen; 6 en man en alle ihre l⸗ d gerichtk iel des I 8 le Saul deren E der Seit bgeschrittl südost den hinch⸗ 6. 3½ Der Jurassus. 19 §. 345. Die gesenkren Bänke des Jurassus vereinigen sich mit den horizontalen Bänken der Ebenen, die am Fuße dieses Berges liegen. Was die Ebenen anbetrifft, gegen welche hin die niedrigen Berge des Jurässus sich endigen, so besteht ihre Grundlage aus Kalkbänken, die horizontal sind, oder wenigstens eine nur unbeträchtliche Senkrez haben. So habe ich bey Rheinfelden den Rhein sein Bette zwischen beynahe horizontalen Kalkbänken graben gesehn; und als ich Basel näher kam, sahe ich eine halbe Stun⸗ de von Kreuznach einen Hügel, den man für einen von den letzten dieses Theils des Jurassus ansehen kann, und dessen Bänke kalkartig und horizontal sind. Eben so sieht man hier und da auf dem Wege von Di⸗ jon nach Dole, daß der Kalkstein, welcher die Grund⸗ lagen der Ebenen von Jenlis ausmachet, in horizon⸗ talen Bänken liegt. Eben diese Bemerkung habe ich auch um die Stadt Dole herum, und auf dem Wege von Dole nach Besanßon gemacht. Die Bänke, welche auf beschriebene Weise die Grund—⸗ flächen dieser Ebenen ausmachen, scheinen die Fortse⸗ tzung der Schichten des Jurassus zu seyn. Ihr inne⸗ res Wesen, ihre Farbe, auch die Fossilien, welche man darin antrifft, kommen mit denen überein, die sich in den kleinen Bergen finden, womit sich über diesen Ebe⸗ nen der Jurässus endigt. L. 346. Allgemeiner Schluß über die Structur des Jurassus. Ich will nur mit wenig Worten, um die Begriffe, die ich mir von der Struetur des Jurassus mache, in B 2 einen 20 Vierzehntes Kapitel. einen Schluß zusammenzufassen, sagen: daß er aus verschiedenen Gebirgketten bestehe, die beynahe mit ein⸗ ander selbst, und mit den Ketten der Alpen parallel lau⸗ fen, aber sich ein wenig mehr als diese letztern von Mit⸗ ternacht gegen Mittag hin ziehen; daß ferner die höchste und den Alpen nächste Kette ursprünglich die Gestalt ei⸗ nes Eselsrücken gehabt, dessen Abhänge von den ober⸗ sten Höhen an nun die Seiten bedecken und bis zum Fus— se des ges herabsteigen; daß die auf der Westseite darauf folgenden Ketten aus stufenweise niedriger wer— denden und minder ausgedehnten Bergen bestehen; daß die Schichten dieser Berge überhaupt die Gestalt von ganzen oder halben Gewölben haben, und daß sich die⸗ selben in Ebenen verlieren, deren Grundlagen aus ganz horizontalen Kalkbänken bestehen, die von eben der Na⸗ tur sind, wie das Gestein des Jurassus, und vielleicht in alten Zeiten ein Ganzes mit den Schichten desselben ausgemacht haben. §. 347. Steinarten, aus denen der Jurassus besteht. Der Jurassus besteht ganz aus Kalkstein; doch giebt es an dem mitternächtlichen Ende desselben einige mit Sandstein bedeckte Berge. Der Bözbertz zum Bey⸗ spiel hat auf seinem östlichen Abhange nur Sandstein; wenn man aber auf der westlichen Seite über denselben hinabsteigt, so findet man unter dem Sandstein Kalk⸗ bänke, die ihm zur Grundlage dienen. 8. 348. ————— D! Win9 Vahsl nd d; IR R ger, di hun e af N d wo E. letseg den uch NM bitz suang kern OI das G. ge distz Ind mig hesih 2 daß er auz ahe mitein arallel lau— n von Mi; die höct Gestalt en den obet⸗ is jqum Fis⸗ r Westseit driger wer⸗ iehen; daß gestalt von aß sich dis on aus gan en der Na⸗ d vielleicht n desselben besteht. doch gibt einige mit zum Boy⸗ Sandstein; r denselbe stein Kal⸗ . 3% Der Jurassus. 21 6. 348. Der Rern der Berge des Jurassus ist härter als die Schale. Die Kalksteine des Jurassus zeigen verschiedene Abänderungen; ich begnuge mich, hierüber nur zwo Wahrnehmungen beyzubringen, die ich für neu halte, und die mir wichtig scheinen. Die eine davon ist, daß das Herz oder der innere Theil der Berge des Jurassus, hauptsächlich derjeni⸗ gen, die den Alpen am nächsten sind, aus einem grauen harten und dichten Gestein bestehet, da die äußern La— gen von einer gelblichten lockern und wenig festen Stein⸗ art sind. Man siehet diese Rinde am Fuß des Jurassus, nahe bey dem Fort del Ecluse und in verschiedenen Gegenden des Ländchens Gex; man findet sie wieder auf den Felsen unterhalb der Dole; man sieht dicke und wenig unterbrochene Lagen davon am Fuße des Ber— ges, längst den Ufern des Neuenburger- und Bie— lersees; hauptsächlich aber geht diese gelbe und weiche Rinde am weitesten, und ist am dicksten, in der Graf⸗ schaft Hochburgund. Man findet zwar in Franche-Comte' Marmor⸗ brüche: aber dieser Marmor, welcher in einigen be— sondern Plätzen durch die Krystallisation von gereinig⸗ tern Steinsäften gebildet worden, verhindert nicht, daß das Gestein, woraus der gröͤßte Theil der niedrigen Ber⸗ ge dieser Strecke des Jurassus bestehet, nicht weicher und minder dicht sey, als derjenige, welcher das Herz der höchsten und den Alpen nächsten Berge ausmacht. B 3§. 349. 22 Vierzehntes Kapitel. §. 349. Dieser Kern enthält auch weit weniger Versteinerungen. Die zweyte allgemeine Bemerkung ist, daß das graue, harte und dichte Gestein, woraus der Kern des Juras⸗ sus bestehet, nur wenig versteinerte Muscheln enthält. Hingegen die weiche und farbige Steinart der niedern Berge des Jurassus in der Grafschaft Sochburgund und in Bügey ist so voll von Muscheln, daß dieselbi⸗ gen an einigen Orten die einzigen Bestandtheile dieser Berge auszumachen scheinen. §8. 350. Aber die niedrigen Retten enthalten eine große Menge derselben. Die niedrigen Berge des Jurassus gehören unter die, welche an eigentlichen Petrefacten am reichsten sind; ich sage, den eigentlichen Petrefaeten, weil sich daselbst die Materie der Muscheln nicht so findet wie sie bey Lebzeiten des Thieres war, sondern wirklich in verschie⸗ dene Steinarten verwandelt ist. Die Gebirge im Bisthum Basel in der Grafschaft Meuenburg und in den Gegenden von Besanßon, Ornans u. w. die alle zum Jurassus gehoren, sind wegen ihrer Versteinerungen berühmt. . 35·. Versteinerungen der Voigtey Orgelet. Wenn die in der Grafschaft Hochburgund an den Gränzen des Jurassus gelegene Boigtey Orge⸗ let nicht am reichsten an Versteinerungen ist, so enthält sie doch die schönsten und seltensten Arten davon. Der Mar⸗ Mohh r 5— M ts Htag bchf vonPden muhinh Hisant Hurgtn fn Wuft Wuse,x Rurn slben K fide schhen Di Wuchen Ffundff in ufl a un Sf Hhwchg Momls simdong Iho manigg Hebehn borm V any der et Rgr 2 niger das grau, 5 Juraß n enthät. er niedem burgund 5 dieselb eile dize ne großt ren unttt hsten sind; ich daselbst vie sie bey in verschie Grafschas 5esanßon, gelet. rgund 0 tey Orgs „soenthit von. Du Der Jurassus. 23 Marquis von Lezav⸗Marnesie, dessen Güter in die⸗ ser Voigtey gelegen sind, hat in einer Versammlung der Akademie zu Besanßon eine Abhandlung voll Be⸗ redtsamkeit und philosophischer Aussichten über die Mi— neralogie dieses Landes vorgelesen, und derselben ein Ver⸗ zeichniß von Fossilien aus eben dieser Voigtey beygefügt, von denen die Marquisinn von Marnesie, seine Ge⸗ mahlinn, eine Sammlung besitzt, die so reich als inte⸗ ressant ist. Ich hatte das Vergnügen, in dieser Samm⸗ lung große und wohl erhaltene Madreporen oder Astroiten zu sehen, deren Inneres in einen schönen warzichten Achat verwandelt ist. Diese Madreporen sind auf der Pe— rouse, einem drey Meilen westlich von Orgelet gele⸗ genen Berge, gefunden worden. Ein Stück unter den⸗ selben hat die Form einer Halbkugel, und mehr als funf⸗ zehn Zoll im Durchschnitt; man unterscheider noch dar⸗ in die Löcher und selbst die Schalen der Pholaden, welche sich ehemals noch im Meere dahinein genistet hatten. Der versteinerte Meerstern des Herrn Gagnebin, welchen man auf dem Felde bey Ferrieres im Erguel gefunden, ist lange Zeit der einzige gewesen, den man im Jurassus angetroffen: aber durch einen glücklichen Zufall hat man zwey einander gleiche gefunden, indem man Steine zum Bauen spaltete, die auf dem Hügel gebrochen worden, auf dessen Abhange das Schloß Moutonne liegt, wo der Marquis und die Marqui⸗ sinn von Marnesie gewöhnlich den schönen Theil des Jahrs zubringen. Sie sind von der Art, die man ge⸗ meiniglich Pasteten(Pätés) zu nennen pflegt, und wel⸗ che beym Linne' Merias aurantiaca heißet. Ich habe ei⸗ nen von denen, die zu Moutonne gefunden worden, nach einer genauen Zeichnung der Marquisinn selbst, auf der ersten Figur der dritten Kupfertafel dieses Werks in natürlicher Größe stechen lassen. B 4 Die⸗ 2 * **„ * —8 * 22 + * N —** 97 7• 2 2. *9 43 2 9 2 2 * * — +* 8 2 228 4—0 2 77 72 Ka IEIE 2 WWer Ii n n s—! 24 Vierzehntes Kapitel. Diese Seesterne sind nicht das einzige merkwürdige Produet des Hügels von Moutonne; er ist außerdem noch voll von Entrochiten oder Asterien von verschiede⸗ ner Art; und die Marquisinn hat in dem Parke des Schlosses gelblichte Kalkbänke gefunden, worin eine Menge von Ramificationen der Bärte der Seepalme (Palmier marin), und auch ein kleiner Encrinit, oder Li— lium lapideum, der zwischen zwey Steinlagen zusammen⸗ gedruckt war, eingeschlossen liegen. 5. 35²2• Nachforschungen über die Spuren der alten Strömungen; zu Ornans; zwischen Befort und Porantrui oder Pruntrut; bey Pierre Pertuis. Ich habe auf den Seiten des Jurassus, welche das Thal unsers Sees einfassen, die Spuren des gros⸗ sen Stroms aufgesucht, der sonst in diesem Thale geflos⸗ sen ist. Ich hoffte daselbst Furchen zu finden, die mit denen übereinstimmen, welche ich an den Seiten des Saleve entdeckt habe. Aber noch bis jetzt sind meine Nachforschungen fruchtlos gewesen. Es ist wahr, daß der Jurassus von der Seite unsers Sees dergleichen Wahrnehmungen nicht begünstigt; man hat hier nicht, wie an dem Saleve, glatte und gerade abgeschnittene Felsen, sondern Abhänge vor sich, die mit Wäldern und Wiesen bedeckt sind, wo sich nur selten die Oberflä⸗ che des Felsens beobachten läßt. Hingegen habe ich in dem Innern des Jurassus an verschiedenen Orten Spuren von alten, sehr weiten und starken Strömungen entdeckt. Es ist zum Beyspiel offenbar, daß das tiefe Thal, worin die Stadt Or⸗ nans liegt, ganz durch Ströͤmungen, die sehr beträcht⸗ lich haben seyn müssen, ist ausgegraben worden. Man sieht .——.— —IIIiIIIIIImIIm——————————————.—.—]ʃ7 siht 0 Fase, 0 1 hhg des Bu Loue, hen und schantu sen Rl Hesens cafs Af Hent S Wrlgn Mlel chchn saht me sir Syul sidauft che d Nichen El Duchg Henalg chh Dih NMhulg Higels timase nungen Une rinn erkwüdge taußerdem verschiede: Parke dez worin eine Seepalm it, oder Li. zusamman: der alten n Befott Pierre 8, welch— des groß⸗ hale gefloß „ die mit Seiten det sind meint wahr, daß dergleiche hier nicht, geschnittere t Wälden die Oberfl⸗ Jurassis sehr weilen im Beyspie Stadt Ot: hr bekkäht den. Man siht Der Jurassus. 25 sieht aller Orten an den Seiten der nackten und steilen Felsen, welche dieses Thal umgeben, große, tiefe, mit dem Horizont gleichlaufende Furchen, und andere Aus— höhlungen, an denen es unmöglich ist, die Wirkung des Wassers zu verkennen. Das kleine Bächlein, die Loue, welches ruhig durch die angenehmen Baumgär— ten und Wiesen im Grunde dieses Thales fortschleicht, scheint unmöglich im Stande gewesen zu seyn, den gros— sen Raum, den man nun zwischen den herumstehenden Felsen sieht, ehemals auszugraben und mit seinem Was⸗ ser anzufüllen. Auf der Straße von Befort nach Pruntrur, zwo kleine Stunden von Delle, geht man gleichfalls einem artigen Thale nach, welches eines der ersten in diesem Theile des Jurassus ist. Dieses Thal ist mit senkrecht abgeschnittenen Kalkfelsen eingefaßt, auf deren Ober— fläche man eine Menge von Aushöhlungen sieht, die ich für Spuren alter Strömungen halte; und viele davon sind auf einer Höhe, die weit über diejenigen erhaben ist, welche der Bach, der gegenwärtig im Thale fließt, er— reichen könnte. Endlich schreibe ich ebenfalls die Formirung des Durchganges von Pierre Pertuis(F. 331.) einer ehemaligen Strömung zu, welche in ältern Zeiten hat beträchtlicher seyn müssen, als der dabey durchfliessende Bach jetzt ist, welcher keine so große Oeffnung nöthig gehabt hätte. §. 333. Hügel von gerollten Geschieben, oder von Rie— selmassen, und andre Beweise von alten Strö— mungen. Natur dieser Geschiebe in dem In⸗ nern des Jurassus. Um endlich noch andre Beweise von den beträchtlichen Strömen zu geben, die in alten Zeiten durch die Thäler B 5 des 26 Vierzehntes Kapitel. Der Jurassus. des Jurassus geflossen sind, verweise ich nur auf die Haufen von gerollten Geschieben, woraus ganze Hügel bestehen, die so hoch sind, daß die gegenwärtigen Bäche, auch selbst bey ihrem größten Aufschwellen, nicht den zehnten Theil davon erreichen. Dergleichen finden sich unter Jougne, über Clair vaux und an vielen andern Orten. Die abgerundeten Kiesel oder gerollten Geschiebe, welche im Innern des Jurassüs angetroffen werden, sind fast ganz kalkartig; ich würde sagen, ganz, wenn ich nicht bey fleißigem Nachsuchen in dem ungeheuern Kieselhaufen, den man unterhalb Jougne sieht, ein Bruchstück eines harten Steatiten und ein anderes von einer Art adrichten Granits gefunden hätte. Da aber zwey einzele Stücke im Verhältniß mit mehrern Millio— nen keine gar merkliche Ausnahme machen, und sonst noch genannte Bruchstücke durch das Thal, welches sich unmittelbar unter Jougne gegen die Alpenseite hin öff⸗ net, können herein gekommen seyn, so kann man sa— gen, es finde sich in dem Innern des Jurassus kein, oder beynahe kein Bruchstück von primitiven Felsarten. Die äußern Thäler im Gegentheil, welche an die Alpen oder die vogesischen Gebirge stoßen, und nicht durch hohe und fortlaufende Berge von diesen primiti— ven Gebirgen getrennt sind, findet man voll gerollten Geschiebes von Granit, Porphyr, und andern primi⸗ tiven Felsarten. 4**— I Ned Richten! D I1 lrcke des M li endrr it rut d abgesrde Wen shit se⸗ 8 su ahch de Uhnlt deksbe, Kullbin; Lunge by beyden E⸗ auh web gurde abg larhel de S sus. ur auf di anze Higt gen Bäch nicht den finden sh elen anden Geschich, en werden anz, wenn ungeheuern sieht, en nderes von Da aber rn Millio und sonst helches sich ite hin ͤf⸗ in man so⸗ zssus kein Felsarten, che an di und nicht sen primité U gerollen ern prini⸗ Funfzehntes Kapitel. Die Dole. 27 FIFIFTFTITFTPTFTPTITFTTFTFTTTTT Funfzehntes Kapitel. Die Dole. 8. 334. Einleitung. Der Vouarne. Gestalt der Dole. Der höchste Gipfel des Jurassus heißet die Dole. Er ist nur fünf Meilen gegen Mitternacht von Genf entfernt, und diese Nähe sowohl, als auch seine Höhe und sein in der Botanick berühmter Name ver— pflichten mich, bey demselben etwas zu verweilen. Von den Gegenden von Genf her scheint dieser Berg nur ein Auswuchs zu seyn, der sich auf der ersten Strecke des Jurassus erhebet. Nahe bey demselben steht, besser gegen Norden hin, ein andrer kleiner Berg, der Vouarne genannt, wel— cher nur durch eine kleine enge Vertiefung von der Dole abgesondert wird. Wenn man die Dole in der Nähe betrachtet, so scheint sie ein wirklicher Berg zu seyn, der fünf bis sechs⸗ hundert Schuh sich über die höchste Strecke des Juras⸗ sus erhebet. Dieser kleine Berg hat eine auffallen— de Aehnlichkeit mit dem großen Saleve: er ist, wie derselbe, aus großen auf einander liegenden weißlichen Kalkbänken zusammengesetzt, welche in der Mitte ihrer Länge beynahe wagerecht scheinen, sich aber an ihren beyden Enden steil hinabsenken. Eben diese Bänke sind auch wie bey dem Saleve auf der Seite gegen den See gerade abgeschnitten, und verlieren sich gegen das Hin—⸗ tertheil des Berges in einem sanften Abhange. 28 Funfzehntes Kapitel. e Wif §. 3 7• Gupndr Söhe des Berges über die Fläche des Sees. Kb Aussichten von dem Gipfel desselben. Mehre⸗ ni uhf re Seen. Die Alpen. uch m Der Gipfel dieses kleinen Berges, welcher, wie schon* gesagt, auf der höchsten Strecke des Jurassus stehet, 1 e ist nach der Beobachtung des Herrn de Luc 658 Klaf⸗ Eilthn tern höher als der See, und das Resultat meiner Mes⸗ sllen,e sung, nach ihm, weicht von dem seinigen nur wenig ab. I He. Fatio hät durch trigonometrische Beobachtungen Von gefunden, daß die Dole 654 Klaftern höher ist als der Ichshem See.(Hist. de Geneve T. II. p. 45 7.) stla, i6. Dieser Gipfel übersiehet nicht allein den Genfersee Dihp und seine umliegende Gegenden, sondern auch den gan⸗ 2 zen Jurassus, den er, wenn das Auge eine so große sst n Weite übersehen könnte, in seiner ganzen Ausdehnung bant eve und Zusammenhange darstellen wurde. Inzwischen sieht Honr n man doch deutlich, wie der Jurassus aus gleichlaufen⸗ Ufih g den Ketten bestehet, deren ich selbst sieben gezählt habe, In. V. welche alle niedriger als die Kette der Dole sind, und Mllgg⸗ stets desto niedriger werden, je mehr sie sich von dieser Dupeun Hauptkette entfernen. Die niedrigsten sind, wie schon A gesagt, diejenigen, welche am weitesten nordwestlich in Guftlah die Ferne auslaufen.— Man siehet oben von der Monr Dole herab, wie die ersten dieser Kettten ihre Abstür⸗ Denseb ey zungen gegen den See kehren; die entferntern aber er— Uunsh scheinen wie blaulichte Wellen, die man zwar zählen, seh, uns aber deren Gestalt man nicht deutlich unterscheiden kann. Dares aj Der gemeinen Sage nach soll man bey ganz hellem fe H Wetter und Aufgang der Sonne von dem Gipfel der bu, ugh Dole herab sieben verschiedene Seen unterscheiden kön⸗ d 190 nen; nämlich den Genfersee, den See von Annecy. Hupt in⸗ den von Rousses, von Bourget, von Jaux, den dißs von Murten, und den Meuenburgersee. Ich 42— sser d ö e —1 2 des Seez . Mehre her, wie schyn assus sieht 1c 658 KIs meiner Ma⸗ nur wenigah. eobachtungn her ist alsde den Genftts. auch den gar eine so großt Ausdehnun gwischen sieh gleichlaufnt gezählt hab, le sind, ud ch von diest d, wie sch ordwestlich n oben von de ihte Absh stern aber ⸗ pvar zähen scheiden kann ganz Helen m Gipfel de rscheiden bo oon Annech Jaur, + e. Yyghu⸗ ö be Die Dole. 29 be wirklich, daß diese sieben Saen alle entweder im Ganzen, oder zum Theil sich von der Höhe der Dole herab entdecken lassen: aber ich habe doch nur die drey ersten unterscheiden können, ob ich gleich der Kälte, die auch mitten im Sommer auf dieser Bergspitze beym Aufgang der Sonne herrschet, verschiedenemal, um sie zu sehen, Trotz geboten habe; ich sah wohl an den Stellen, wo ich wußte, daß diese Seen gelegen seyn sollten, etwas angesammlete Dünste, aber ich konnte ihre Wasser nicht deutlich unterscheiden. Was man aber auf dem Gipfel der Dole recht deut⸗ lich sehen kann, und ein vortreffliches Schäuspiel dar— stellet, ist die Kette der Alpen, welche man von dem Delphinat an bis zum St. Gotthardsberge in ei— ner Ausdehnung von beynahe 100 Stunden vor sich sieht. In dem Mittelpunkte dieser Kette steigt der Mont⸗ blanc empor, dessen beschneyte Gipfel über alle andere hervorragen, und die selbst in dieser Entfernung von ungefähr 23 Meilen von einer erstaunlichen Höhe schei⸗ nen. Die Krümme der Erde und der perspectivische Anblick tragen beyde zu der Erniedrigung der entfernten Berge bey; und da ihre Höhe an den beyden Enden der Kette wirklich abnimmt, so sieht man, wie die hohen Gipfel der Alpen zur rechten und zur linken Seite des Montblanc immer niedriger werden, je mehr sie sich von demselben als ihrem erhabenen Beherrscher entfernen. Um diesen Anblick in seiner ganzen Pracht zu genies⸗ sen, müßte man ihn sehen können, wie ich ihn eines Tages zufälliger Weise gesehen habe. Eine dicke Wol— ke bedeckte den See, die Hügel, die denselben bekrän⸗ zen, und selbst alle niedrigen Berge. Die Gipfel der Dole und der hohen Alpen waren die einzigen, die ihr Haupt über diesen unermeßlichen Schleyer emipor ho— ben; die Sonne beleuchtete die glänzende Oberfläche dieser Decke, und die sowohl durch die geraden Strah⸗ len 30 Funfzehntes Kapitel. len der Sonne als durch das von dieser Wolke auf sie len zurückfallende Licht erhellten Alpen erschienen im größ⸗ 24% ten Glanze, und konnten in einer erstaunlichen Entfer— bit ö nung gesehen werden. Dieser Anblick hatte aber etwas Dustb eben so sonderbares als schreckliches; es schien mir, ich amgbt wäre allein mitten in einem stürmischen Meere auf ei—** nem Felsen und sehr weit von einem Ufer entfernt, das süt k überdem noch mit einem langen Walle von unersteigli⸗ 0 30 chen Felsen umgeben wäre. an L Nach und nach erhob sich diese Wolke und verhüllte siht, K mich anfänglich in ihre Dunkelheit; hernach stieg sie 0l N über mein Haupt, und deckte mir plötzlich die vortreffliche Kähistah Aussicht auf unsern See und seine lachenden angebauten, In A mit kleinen Städten und schönen Dörfern besetzten Wyoh Ufer auf. chergg h, d §. 356. nult sr Terrässe auf dem Gipfel der Dole. Fest, wel⸗ WWmh ches darauf begangen wird. n, Man findet auf dem Gipfel der Dole eine ziemlich rum n große Ebene, die eine schöne mit Rasen bedeckte Terras⸗ mütuß se ausmacht. Auf dieser Terrasse kommt seit undenkli⸗ Imun chen Zeiten, an den zwey ersten Sonntagen im August⸗ Wang monat, die gesammte Jugend von beyderley Geschlecht Mas aus den am Fuße der Dole gelegenen Dörfern der sheuu Waadt zusammen. Die Hirten der benachbarten Alpen⸗ Wich hütten bewahren für diese zwey Tage ihren Rahm und sinm i Milch auf, und verfertigen allerley angenehme Spei⸗ umz f sen, die sie blos aus Milch zu bereiten wissen. ngem Hier genießt man tausendfaches Vergnügen. Ei⸗ Hsche. nige belustigen sich mit Leibesübungen; andere tanzen ichelen auf dem dichten und elastischen Rasen, welcher die star⸗ asegn ken und schweren Füße dieser guten Helvetier mit Kraft shen. zurückstößnt; und wieder andere setzen sich auf den küh⸗ Rihn len äwäPPDSSDSDRSDSDDRTRTTTTITIIIIIIRRRTDR.........— . hen En aber etuz ien mir, ih reere auf i⸗ itfernt, di unerstacgs und verhilh Kach stieg f. ö dartes angebauteh ern beschtn Sest, wi⸗ eine ziemsch deckte Terra⸗ eit undenks im August ey Geschlh Dörfern de harten Apez Rahm u nehme Sl⸗ sen. nügen. Et idere tamzen scher diestn⸗ jer mit Kut auf den iih l Die Dole. 31 len Rand des Felsen, und bewundern daselbst ruhend die prächtige Aussicht, die sich vor ihren Fussen eröffnet. Einer zeigt mit dem Finger auf den Kirchthurm seines Dorfes; er erkennt die Obstgärten und Wiesen, die es umgeben, und diese Gegenstände rufen ihm die merk— würdigsten Begebenheiten seines Lebens ins Gedächtniß zurück. Ein anderer, der gereist ist, nennt alle Städte des Landes; er zeigt den Weg über den Mont Cenis, den Weg, der nach Rom, dieser so berühmten Stadt, führt, die auch denen merkwürdig ist, welche von da weder Ablaß noch Dispensation zu holen haben. Die Kühnsten unter ihnen zeigen ihren Muth, indem sie auf dem Rande des auf dieser Seite des Berges gelegenen Abgrundes hin und hergehn. Andre, die nicht so eitel, aber gefälliger sind, wenden ihre Geschicklichkeit dazu an, auf diesen schroffen Felsen artige Blumen zu sam— meln; sie pflücken das mit seinem wollenen Kleide gezier— te Leontopodium, den mit goldenen Stralen eingefaß— ten Senecio alpinus, die einen angenehmen Liliengeruch duftende Alpennelke und das nach Vänille riechende Sa— tyrium nigrum. Unterdessen erschallt das Echo der be— nachbarten Berge von dem Getöne dieser lebhaften und ungezwungenen Freude, die eine Gefährtinn des einfachen und unschuldigen Vergnügens ist. Aber eines Tages wurde diese Freude durch einen sehr traurigen Zufall gestört. Ein junges Brautpaar, welches an eben dem Tage getraut worden, war mit seiner ganzen Hochzeitgesellschaft auf dieses Fest gekom— men; sie näherten sich dem Rande des Berges, um sich ungezwungener mit einander zu unterhalten; der Fuß glitschte der Braut aus, der Bräutigam wollte sie zu⸗ rückhalten, aber sie zog ihn in den Abgrund nach sich, und sie endigten beyde ihr Leben an dem schönsten Tage desselben. Man zeiget noch einen röthlichen Felsen, der mit ihrem Blute soll gefärbt worden seyn. 377. IIIITI———..————— 32 Funfzehntes Kapitel. §. 357. Natur des Felsen der Dole. Hütte auf der Dole. Muschelbank. Der Fels der Dole und die benachbarten Felsen sind von jenem dichten blaugrauen Kalkstein, welcher wenig Versteinerungen enthält. Man findet aber an verschiedenen Orten auf der Oberfläche dieser Felsen dun— ne Schichten von einem weichen Steine, der eine große Menge versteinerter Seekörper aufweist. Auf der Höhe des Jurassus am Fuße der Dole ist ein Fels, der im Kleinen eine Aehnlichkeit mit die— sem Berge hat, und, so wie er, aus Schichten besteht, die nach der Seeseite hin gerade abgeschnitten, nach hin⸗ tenzu aber und auf den Seiten einen Abhang formiren. Auf diesen Felsen ist die Hütte der Dole gebaut. Eben dieser Fels ist mit einer Lage von gelblichtem grobkörnichten Kalkstein bedeckt, in welichem sich Bruch— stücke von Terebratuln, von Meerigeln und andern Mu— scheln, wie auch Fungiten, Korallioliten und verstei— nerte Wurmröhren finden. Ich habe schon(S§. 348 und 349.) gesagt, daß dieser gelblichte mit Muscheln gemengte Stein an verschiedenen Orten das dichte und graue Gestein, welches den Kern des Jurassus aus⸗— mache, bedecke. §· 338. Stein, der aus runden Rörnern zusam⸗ mengesetzt ist. Auf dem Hintertheil des Felsen der Dole findet man auf der Oberfläche des sanften Abhanges einige La— gen von einem grobkörnichten Gestein, welches auch Muscheln enthält, aber von dem vorigen in manchen Stücken verschieden ist. Von Farbe ist es blaugrau⸗ licht, RX..... sich, 2 5 e Buhs A grdhe Haben, in 5R Masz Rn. E r died Eribsth. sIdER pon in stham sehnde gablihg Iuin beng sach uf h Dolhe Eunlund g siwi berschi 0 ihnlcheg auf der Eten Falsn n, welche det aber n Felsen din eine groß eder Dolt keit mit die hten besiehz n, nach hin g formiten baut. gelblichten sich Bruch andern Mu⸗ und verste⸗ von(S. 36 sit Muschih ĩ dichte und rassus au zusam⸗ Dole findg ges einiged welches a in manchn es blaugtal⸗ lch, Die Dole. 33 licht, wie das von den innern Schichten des Jurassus; es enthält weder Korallioliten, nocht Fungiten, noch Bruchstücke von Muscheln, aber gänze, sowohl gestreifte als glatte Terabratuln. Auch besteht es, statt winklich⸗ te grobe Körner mit glatten Flächen wie das vorige zu haben, ganz aus runden Körnern, die kleiner sind als ein Hirsenkorn. 9. 359. Man findet dieses Gestein an verschiedenen Or⸗ ten. Verschiedene Namen desselben. Struc⸗ tur dieser kleinen Körner. Versteinerte See⸗ krebseyer, die diesen Körnern gleichen. Sie sind keine Rogen von Fischen, noch Saamen von irgend einer Pflanze, sondern ein Nieder⸗ schlag, der sich in bewegtem Wasser gebilder hat. Concretionen im Sanct⸗Philippsbade. Diese Rörner sind kein Product einer chymischen Auflösung. Ich habe dieses kalkartige, aus runden Körnern be⸗ stehende Gestein an verschiedenen Orten angetroffen. Der gelblichte burgundische Marmor, welcher zu Dijon unter dem Namen Corgoloin bekannt ist, besteht aus solchen kleinen Körnern. Ich habe selbst nicht allein auf der Dole und dem Saleve, sondern auch zu Bath in England, bey Verona, an der Quelle von Vauclu⸗ se und zu Lichtstähl im Canton Bern, wie auch an verschiedenen andern Orten Steine gefunden, die aus ähnlichen Körnern bestehn. Mehrere ) Der Jurassus zeigt diese Steinart an vielen Orten, und ich habe eine hieher gehörende Art von grauem Kalkstein, dessen hirsenähnliche Körner sehr fest und dichte aneinan⸗ der liegen, selbst auf den Höhen des großen Breithorn⸗ I. Theil. C glet⸗ 34 Funfzehntes Kapitel. Mehrere Naturforscher haben sie für Eyer von Fi⸗ vusth. schen angesehen, und deswegen Oolithen oder Rogen⸗ ieh steine genennt. Andre glaubten, es seyn Hirsenkör⸗ Rsi ner, und nannten sie Kenchriten(von dem griechischen f Worte xe/ygee, welches Hirsen bedeutet,) und im Im Deutschen Sirsensteine. n Hil Wenn man diese kleinen Körner mit einem starken leng Vergrößerungsglase betrachtet, so sieht man an den ve⸗ umns ronesischen z. E., daß sie aus concentrischen, auf ihrer shunli Oberfläche glatten Lagen bestehen, und gar keine Spur esr M von Organisation zeigen. Andre scheinen aus einem ein⸗ Wrnde zigen ganz gleichartigen Theile zusammengesetzt zu seyn. Gen Wieder andre scheinen einen Kern zu haben, der, wo Moit nicht von einer verschiedenen Natur, doch von einer ganz W andern Farbe ist. Einige sind vollkommen kuglicht; en Ax andre haben eine länglichte Gestalt; und oft finden sich U alle diese Verschiedenheiten in dem Corgoloin beysam⸗ ceihK men. Der Stein auf der Dole hat Körner, die meist Rscheng gleichartig und rundlicht sind; wiewohl man zuweilen r, dish auch andere von einer unregelmäßigen Form, wie auch H. solche findet, worin sich deutlich eine oder zwo cöncen⸗ Eilitesz trische Lagen unterscheiden lassen. filn. Hr. D' Annone zu Basel besitzt einen Seekrebs, oe, dessen Eyer an der Stelle selbst versteinert sind, wo sie Rn aus dem Körper heraus gehen.(Dict. d' hist. nat. de Bomare, unter dem Titel Oolithe.) ens Da die Eyer der Seekrebse eine viel härtere Decke ha⸗ Wlefe gh ben als die Rogen der Fische, und sonst auch noch durch den Scfe schalichten Schwanz des Krebses bedeckt sind, so ist ihre Bunsh Versteinerung begreiflich. Aber ich könnte nicht begreifen, vrgrß, wie eine so weiche Materie wie die Rogen, die ohne allen Schn Schutz den Wellen Preis gegeben worden, sich hätte Das ver⸗ Riche 0 gletschers im bauterbrunnthal gefunden, von welchem oft bml olne Gosrhteno 8 1** Utseh 18 1 àC kleine Geschiebe dieser Art durch die Lütschinen bis ins Thal I Mi hinäb getrieben werden. W. („————2—3—— DCeeeeEEEEEA-..—.—— ẽꝛ————— — her von di er Rogez Hirsenköz griechischn „) und in nem starken ran den v „ auf ihin keine Spu is einemeitz ht zu sehn „der, un n einer ganz on kuglicht; finden sic in beysam: „die meis n zuweilen „wie auth wo contes Seekrebs nd, wo si hist. nat. de e Deckehr ch durchdn so isthn t begreisez ohne alla sch häl vll welchemof hid ind Tl Die Dole. 35 versteinern können; oder wie es möglich gewesen wäre, daß eine solche zusammengehäufte Materie lange genug der Fäulniß hätte widerstehen können, bis sie mit dem versteinernden Safte ganz durchdrungen worden. Auch könnte ich nicht annehnem, daß diese Körner Samen von Hirsen oder irgend einer Pflanze wären: denn sie haben nicht das Ansehn, Körper zu seyn, die jemals organisirt gewesen wären. Mir kömmt es aber wahr—⸗ scheinlicher vor, daß sie aus dem Niederschlage und einer Art von Krystallisation, die unter dem Wasser ab⸗ gerundet wurde, zur Zeit der Entstehung des ganzen Steines selbst hervorgebracht worden. Die steinigten Coneretionen, welche man unter dem Namen Dragees de Livoli kennt, haben einen ähnli— chen Ursprung. Die schönsten mir bekannten Concretionen dieser Art habe ich zu St. Philipp zwischen Sieng und Rom, entstehen gesehen. Ein von Natur warmes Badwas— ser, dessen Hitze z6 reaumürische Grad zeigt, welches mit einem kalkartigen Alabaster gesättigt ist, läßt beym Erkalten diesen Alabaster, welchen es aufgelost enthielt, fallen. Die Bewegung des Wassers rundet diesen Ala— baster, so wie er sich concentrirt, zu, und macht Kör⸗ ner daraus, die am Bruche aus concentrischen Lagen zu bestehen scheinen. Eben dieses Wasser läßt man auf ausgehöhlten Schwefel fallen, der nach antiken Bas⸗ reliefs gemodelt ist. Der Alabaster legt sich auf den Schwefel nieder, füllt seine Höhlen aus, und macht Basreliefs von einem sehr weißen Steine, welcher mit der größten Genauigkeit die Figuren darstellet, die man im Schwefel geformt hat. Diese Erklärung von der Bildung der Kenchriten, welche durch dergleichen Wirkungen der Natur, die vor unsern Augen geschehen, bestätigt wird, überhebt uns der Mühe, unsre Zuflucht zu chymischen Auflösungen zu —2 neh⸗ 36 Funfzehntes Kapitel. nehmen, wie jemand gethan hat im Journal de Phyfi- que vom Jahr 1778. Sonst beweist auch noch die kalkartige und durch keine Säure verstellte Natur des Marmors und anderer aus diesen Körpern zusammenge⸗ setzter Steine, daß gar keine Säure, ausgenommen vielleicht die fire Luft, zu ihrer Bildung beygetragen habe. §. 360. a. Andre Concretionen, die den Renchri⸗ ten gleichen. Man findet in den niedrigen Bergen des Jurassus Coneretionen, die ihrer Gestalt und Struetur nach eben das sind, was die Kenchriten, wovon wir geredet ha— ben, und die wahrscheinlich eben den Ursprung haben, deren körperlicher Inhalt aber weit berrächtlicher ist. Die größten, die ich kenne, sind in dem Cabinet der Frau Marquisinn von Marnesie. Man hat sie auf einem Hügel gefunden, der über dem Dorf Chaverie dem Schlosse Moutonne gegenüber liegt. Die kalk⸗ artigen Schichten der Oberfläche dieses Hügels steigen in großen Stufen empor, die alle mit diesen Conere— tionen angefüllt sind. Es giebt welche, die bis auf an⸗ derthalb Zoll im Durchmesser haben. Ihre Form ist oval oder rundlicht; oft ist ein Bruchstuck von einer Mu⸗ schel oder ein Stachel eines Meerigels in dem Mittelpun⸗ ete, und man sieht, daß die concentrischen Lagen eben so viele Schalen ausmachen, welche diesen in der Mitte befindlichen Körper umwickeln. Ich habe selbst dergleichen, doch etwas kleinere, ober⸗ halb Clairevaux und zu Chatel de Joux im Ju⸗ rassus gefunden. Und was am besten beweiset, daß diese Concretionen einerley Ursprung mit den Kenchriten haben, ist der Umstand, daß an eben der Stelle, und oft in eben demselben Stück, sie sich von verschiedenem Um⸗ Unfeg b a MI Hehe Rchih Wahn WM x 6 echh ie r udst fh gen, den tb btige slaß Hiage sfund Ileh: de Phypt. h noch R Notur dt isammurg⸗ sgenommen tragenhahz enchri⸗ Jurasss ir nachehn geredet h ung haben htlicher ist Labinet der hat sie auf Chaveri Die kalk gels sieign sen Conau bis auf ax⸗ re Form is n einer Mi Mittelpute Kgen chn nder Mhh einere, obe⸗ r in J weiset, daz Kenchriln Stelle, uud dschiedenen Im: Die Dole. 37 Umfange, wie z. B. von der Größe eines Hirsenkorns bis zu der eines Pfirsichkerns, finden.) §. 360. b. Merkwürdige Structur des Vouarne. Der Fels, von dem ich im§. 354. geredet habe, welcher an die Dole stößt, und den Namen Vouarne hat, ist von einer sonderbaren Structur. Die Bänke, woraus er besteht, sind steil abgeschnitten; die einen stei⸗ gen gegen Nordost, in einem Winkel von 40 bis 50 Graden aufwärts; die andern erheben sich gegen Südost. §. 361. Noch eine andere merkwürdige Structur. Man siehet vorwärts an der Ostseite dieses Felsen noch einen andern von einer sehr merkwürdigen Stru— ctur. Er sieht aus wie ein spitziger Sägebock oder ein griechisches Lamda(A). Man nennt ihn ohne Zweifel wegen seiner Form den Rocher de Fin⸗Chateau. Die Bänke, woraus er besteht, sind gegen den Hori—⸗ zont sehr gesenkt, und lehnen—— mit ihren obersten Thei⸗ 3 len ) Schöne Pisolithen oder Erbsensteine aus dem Carlsbade, die vor mir liegen, zeigen eben so concentrische Schalen, und scheinen also einen gleichen Ursprung mit den erst an⸗ geführten zu haben. Die in HBelvetien bekannten Dra— geen, welche bey Brens, nicht weit von Blonay, gefun— den werden, enthalten fast alle in der Mitte einen fremd— artigen Kern, welcher zu der ersten Anlage derselben mag Anlaß gegeben haben. Ich habe so viele derselben zer— schlagen, und fast immer etwas in dem Herzen derselben gefunden, das ich gern für kleine Stückchen von Moos halten möchte. W. 38 Funfzehntes Kapitel. len gegen einander an. Breter, die man gegen einan⸗ Muihe der stellt, um sie zu trocknen, können einigermaßen ei— uunnt nen Begriff von der Lage dieser Bänke geben. Diese 2 Stellung ist in den Kalkfelsen eben nicht selten, noch Rr häufiger und deutlicher aber in den primitiven Felsarten, hecke,) wie wir in der Folge sehen werden. uunds Man hat gesehn, daß der Saleve, und die Dole, 90 die ihm gleichet, Lagen haben, die gegen ihre Enden sehr gesenkt sind; und es ist begreifllich, daß diese Form 0 0 durch Gradation zu der Form eines Sägebocks oder 0 10 E ö durbegi griechischen A führen kann, wenn die Zwischenlagen nü 5 ⁰⁰⁰ sehr kurz oder für gar nichts zu rechnen sind. On Xuhe 2— Wi Verticale Bänke zwischen gesenkten Schichten. ium Pn. Der Fels von Fin-Chateau zeigt neben eben die⸗ hsehn ser Structur noch einen andern sehr merkwürdigen Um— stand, indem nämlich der Zwischenraum zwischen den beyden Füßen des Amit senkrechten Schichten ausgefüllt N ist. Man möchte fast glauben, diese Lagen seyn durch ö eine unterirdische Gewalt in die Höhe getrieben worden, 0 und haben die Bänke, die sich nun an beyden Seiten 2. an dieselben anlehnen, aufwörts gehoben. Wir haben 0 schon im§. 339. Felsen von dieser Structur gesehn. 198 §. 363. in Mf Wege, die man wählen kann, um die Dole mwi zu besteigen. Hbet Um von Genf aus auf die Dole zu gehen, führt Scuez der kürzeste Weg durch Beaumont, welches am Fuße ipin des Jurassus gerade unter diesem hohen Gipfel gelegen edam, ist. Von da aus kann man in drey kleinen Stunden Rr den Gipfel des Berges auf einem sehr sichern, aber zum Unmeꝛ Reiten ogen eingg. rmaßen gz en. Diss lten, koch Felsaetn, die Dol, ihre Endn diese Forn ebocks odi ischenlagn chichten eben die⸗ digen Um: wischen den ausgefilt seyn dulh en wordey den Seien Wir habin gesehn. die Dole hen, fiht es am guße ipfelgelege n Stunden „ aberzun Reiten Die Dole. 39 Reiten allzusteilen Fußpfade besteigen. Ein andrer be— quemerer, aber auch längerer Weg geht durch St. Ser— gue, ein Dorf, welches hoch oben am Jurassus an der nordöstlichen Seite der Dole liegt, und wohin eine breite, sichere, aber steile Straße, die auch nach Bur—⸗ gund führt, befindlich ist. Von St. Sergue kann man mit Pferden aus die⸗ ser Gegend bis an den Fuß des Felsen der Dole gelan⸗ gen. Man kann sogar, wenn man den Felsen von hin⸗ ten besteigt, und bey den Hütten von Pra⸗Paradis vorbeygehen will, sich auf einem Karren bis auf 200 oder 300 Schritte an den Gipfel des Berges führen lassen. Von Genf aus hat man zween Tage zu dieser Rei⸗ se nöthig. Reiset man aber von den der Dole gegen⸗ überliegenden Ufern des Sees ab, als von Neus oder von Prangin, so kann man in einem Tage den Berg besteigen und wieder nach Hause kommen. §. 364. Seltene Pflanzen der Dole. Die Dole verdient den Ruhm, in dem sie bey den Botanisten steht. Außer den Pflanzen, die ich im§. 356. genannt habe, findet sich noch die artige haärich⸗ te Androsace(Androsace villosa), deren schöne milch⸗ weiße Blüthe in ihrem Mittelpunkt einen Stern hat, der im Anfang grün ist, hernach gelb, und endlich schön fleischfarben wird; das langblättrige Bupleurum(Bu- pleurum longifolium), welches Blüthen hat, deren Farbe einer glatten Bronze gleicht; der gelbe in der Schweiz seltene Orobus(Orobus luteus); der Aster alpinus; der Mespilus chamaemespilus; eine Art von Sedum, welche beym Linne' fehlt, und bey Haller un⸗ ter Nr. 969 beschrieben wird; die kleine Bistorta, welche Linne' unter das Geschlecht des Polygonum zählt und C 4 Vivi- 40 Funfzehntes Kapitel. Die Dole. Viviparum nennt, weil sein Same oft schon Blätter treibet, indem er noch in der Aehre steckt. Die Flora Danica liefert auf der XIII Kupferplatte die Abbildung davon. In den Gegenden der Dole findet sich das wahre Eisenhütlein(Aconitum napellus), das von dem Aco- nitum, welches Hr. Leibarzt Störck als ein neues Arz⸗ neymittel empfiehlt, und das er mit Unrecht Napellus nennt, gan verschieden ist. Auf der Trift findet man die von dem Vieh unberührte weiße Nieswurz(Vera- trum album), die sich über alle andere Pflanzen erhe⸗ bet, bis daß die ersten Reife im Herbste ihre giftige Eigenschaft ein wenig geschwächt haben, und die Kühe aus Mangel an beßrer Nahrung es wagen das Oberste ihrer Stengel abzufressen. Man findet auch daselbst die Althaea spicata, den schönen Hasenkohl mit blauer Blüthe(Sonchus alpinus), zwey Arten oder Spielar⸗ ten von der Dentaria, nämlich die fünfblättrige und siebenblättrige, deren Wurzeln, in Gärten gepflanzt, sehr frühzeitig Blumen treiben ꝛc. §9. 365. Seltene Pflanzen des Berges Thoiry. Ein anderer Berg des Jurassus, welcher auch we⸗ gen seiner seltenen Pflanzen sehr berühmt ist, liegt in dem Ländchen Gex, vier Meilen von Genf, oberhalb dem Dorfe Thoiry. Der höchste Gipfel dieses Berges wird Reculet genennet. Man findet daselbst die Lunaria rediviva, die Scabiosa alpina, den Astragalus monta- nus, den Kanunculus thora, und sein angebliches Ge— gengift Aconitum anthora, die Anemonè nareissiflora und Pulsatilla, die Pinguicula alpina, das Antirrhinum alpinum, die Arenaria saxatilis und laricifolia, den Ru- bus Di dnnn El ht, uns dan sd! bes Nach ing ngen h GI En Ihe nalgsh inm s Rhi le n sh Dapni den der rasus fer Was wohii n . uBiihn Die Flort lbbibung das whe dem Aco- eues Arp Napellus ndet man (Vera- nzen erhe⸗ re giftige die Kihe s Oberste daselbst sit blauer Spielar⸗ ttrige und lamzt, sch ity. er auch t⸗ iegt in dan rhalb den erges with ie Lunam us monta- liches Ge arCifsiflona ntirrhinum den Ru⸗ b5 Sechzehntes Kap. Die Seen auf dem ꝛc. 41 bus saxatilis, dessen Beeren eine sehr angenehme Säure haben, die Coronilla minima, die Sideritis hyssopi- folia, die Dryas octopetala&c. FTTITTTTPTTTTT Sechzehntes Kapitel. Die Seen auf dem Jurassus. §. 366. Einleitung. Lac de Joux. De Flüsse, welche am Fuße des Jurassus und in den Thälern desselben fliessen, treffen an verschie— denen Stellen Becken an, welche die Natur ausgehöhlt hat, und die sich mit ihren Wassern fülen. Diese Be— cken sind sowohl für die Naturforscher, als auch für die Liebhaber abwechselnder und malerischer Situationen, gleich interessant. Mit wenig Worten will ich nun die— jenigen beschreiben, die nicht zu weit von den Gegenden von Genf entfernt sind. Einer der merkwürdigsten ist der Lac de Joux. Ich habe ihn im Julius des Jahres 1779 zum ersten— mal gesehn. Da er so nahe bey uns und so leicht zu ihm zu kommen ist, so habe ich, um dahin zu gehen, immer einen günstigen Augenblick erwartet, der sich aber bis dahin noch niemals gezeigt hatte. Pictet aber hat⸗ te ihn schon zweymal gesehn; doch machte er mir das Vergnügen, zum drittenmal dahin zu kommen, da über⸗ dem der Vorsatz, in diesem und andern Seen des Ju⸗ rassus unsre Beobachtungen über die Temperatur tie— fer Wasser zu wiederholen, die Reise uns beyden gleich wichtig machte. C 5§. 367. 7 42 Sechzehntes Kapitel. §. 367. Reise nach dem Lac de Joux. Hügel La Cote genannt. Obschon der Lac de Joux nur zehn bis zwölf Mei⸗ len von Genf gegen Mitternacht liegt, so kann man doch nicht bequem in einem Tage dahin kommen, weil man einen beträchtlichen Umweg nehmen, und über die erste und höchste Strecke des Jurassus, hinter welcher er liegt, reisen muß. Den ersten Tag kamen wir zum Mittagessen nach Rolle, einem artigen Städtchen am Ufer des Gen⸗ fersees. Um von Rolle aus auf den Jurassus zu kommen, muß man den hohen Hügel ersteigen, an dessen Fuß die schönen Weinberge gepflanzt sind, welche man La Cote nennt. Dieser ganze Hügel bestehet aus Thon, Sand und gerollten Geschieben oder Kieselmassen. Die baro— metrischen Messungen des Herrn Pictet bestimmen sei— ne höchste Höhe, die sich in einem Walde nordwestlich von Vincy befindet, auf 1581 Schuh über der Flä⸗ che unsers Sees. §. 368. Sumpfige Gründe am Fuß des Jurassus. Zwischen der Höhe des Hügels von La Cote und dem Jurassus finden sich etwas sumpfige Gründe, durch die man reisen muß. Es ist eine sehr allgemeine Be— merkung, daß Gebirgketten, die nur etwas beträchtlich lang und hoch sind, an ihrem Fuß sumpfige Thäler ha⸗ ben, die ohne Zweifel durch das Wasser, welches da— hin abfließt und sich dann anhäuft, ausgegraben worden. §. 369. 2 27 6 sij Saau H00 W 80 Re v EUU mußm. 2 shiU Heunu. OH81 s IId I sngg Inor WlAN sügyn N gel Lã Wölf Mii⸗ kann man nen, weil d uber di er welchet essen nach es Gen⸗ aKommen, n Fuß die La Cote on, Sand Die baro⸗ immen sih ordwestlic tr der Fl rassus. Cote und inde, dutch emeine Be bekröchtlch ö TDäle* welches d: ben worda 9• Die Seen auf dem Jurassus. 43 §. 369. Gimel. Abgerundete Geschiebe. Hat man den Weg über diese Wiesen zurückgelegt, so steigt man aufwärts nach Gimel, einem Dorfe, wel— ches auf dem Abhange eines Hügels gebaut ist, der aus Sand und abgerundeten Geschieben besteht, und dem Hügel von La Cote gleicht, mit dem er parallel läuft. Da dies Dorf nur zwey Meilen von Rolle ist, so ka⸗ men wir bald daselbst an: weil man aber auf dieser Sei⸗ te des Jurassus kein anderes Nachtlager findet, so mußten wir da unsre Tagreise beschliessen. Wir giengen auf den Höhen, die das Dorf über⸗ sehen, spatzieren, um den übrigen Theil des Abends nicht unnütz verstreichen zu lassen. Die abgerundeten Geschiebe, womit diese Gegend bedeckt ist, schienen mir aus eben den Steinarten zu bestehen, die ich im ten und§ten Kapitel beschrieben habe. Ich fand daselbst sowohl ganze als blättrige Steatiten, Hornsteine, meh— rere Granitarten, unter andern den, welcher aus Nie— renstein und spathigtem Schörl besteht, ferner Bruch— stücke von Granatfelsen, die Schörl oder auch Hornstein zur Grundlage haben u. s. w. Ein schöͤner Klotz von Granit, ungefähr 9 Fuß lang, 62 Fuß breit und 5 Fuß hoch, welcher aus durchsich⸗ tigem Quarz, weißlichtem Feldspath und grünem Horn—⸗ stein bestand, war die Gränze unsers Spatziergangs. Wir setzten uns darauf, und genossen da des sonderba— ren Anblickes, den die Alpen geben, wenn die letzten Stralen der untergehenden Sonne ihren Schnee mit Rosen färben. Durch unsre Ferngläser konnten wir das glänzende Eis unterscheiden, womit mehrere ihrer Gi— pfel bedeckt sind. Den 14 Julius reiseten wir früh wieder von Gi⸗ mel ab, nachdem wir zuvor unser Barometer beobach⸗ tet 44 Sechzehntes Kapitel. tet hatten, welches uns eine Höhe von 10890 Schuh über die Fläche des Genfersees angab. F. 370. Erste Schichten des Jurässus. Drey Viertelstunden oberhalb Gimel giengen wir über die ersten Schichten des Jurassus, die sich hier aufwärts an den Körper des Berges anlehnen, und aus dem gelblichten Kalkstein bestehen, wovon ich in dem §. 348. geredet habe. . 37R Senkrechte Schichten. Eine halbe Stunde von da trifft man senkrechte Schichten an, deren Richtung mit der Richtung von die⸗ sem Theile des Jurassus gleich ist, nämlich beynahe von Nordost nach Südwest geht. 8. 372. Schräge und flachliegende Schichten. Noch höher hinauf findet man Lagen, welche sich wieder gegen den Körper des Berges anlehnen; und diese Stellung ist die allgemeinste bis auf eine kleine Vier— telstunde unter dem Gipfel, dem Pra oder der Hütte von Rolle gegenüber, wo die Lagen vollkommen hori⸗ zontal werden. ö Ueber dieser Hütte senken sie sich abermals, aber in Verhältniß mit den vorhergehenden in einer umgekehr⸗ ten Richtung. Sie steigen gegen die Alpen aufwärts, und diese Stellung bleibt bis an den höchsten Ort des Durchganges, wo sie mit dem Horizont einen Winkel von 55 Graden machen. §. 373. o Schch ngen wir sich hier nd aus h in dem senkrechtz g von die beynahe ten. welche sch nen; und leine Vir⸗ der Hult men holk 6, abet i umgekeh⸗ aufwätz I Ort dez en Winkel 9. 35⁵ Die Seen auf dem Jurassus. 45 §. 373. Betrachtung über die Lage dieser Schichten. Ich habe schon oft eben diese Erscheinung bemerkt, daß nämlich nicht gerade auf dem Gipfel eines Berges die Schichten ihre Stellung ändern. Wenn ein Kalk⸗ berg mit schrägen Schichten von Mitternacht gegen Mit— tag läuft, so sehen seine Seiten gegen Morgen und Abend; seine östlichen Lagen steigen gegen Abend, und die westlichen erheben sich gegen Morgen. Es scheint also, die gegen ein⸗ ander aufsteigenden Schichten sollten stets auf dem Gipfel, so wie die Abhänge eines Daches an dem First, zusammen—- kommen. Inzwischen geschieht es häufig, wie man hier ein Beyspiel davon sieht, und auch im§. z3). gesehn hat, daß einer von den Abhängen über den andern hinüͤbersteigt und daß der Punkt, wo die aufsteigenden Lagen einander bes rühren, noch unter der Spitze, wie bey einem kleinen griechischen Lamda(), anzutreffen ist. §. 374.• Schöner Weg. Seltenheit der Versteinerun⸗ gen. Höhe von Marchairu. Wir stiegen den größten Theil dieser Anhöhe zu Fuß hinauf. Der Weg, welcher sehr schön ist, geht durch große Buchen- und Tannenwälder. Ich zerschlug viele Steine, um Versteinerungen dar— innen zu finden, traf aber nur unvollkommene Spuren davon an. Das graue und dichte Gestein, welches das Innere des Berges ausmacht, enthält sehr wenige derselben, wie ich im§. 349. gesagt habe. Wir brauch⸗ ten 2 Stunden und 35 Minuten, von Gimel bis auf den höchsten Platz dieses Durchganges zu kommen, wel⸗ cher der Narchairu genennt wird. Hr. Picter be— obachtete da das Barometer, und schloß daraus, die— ser 46 Sechzehntes Kavpitel. ser Platz sey 43 Klaftern höher als der Genfersee. Er hatte schon an der nämlichen Stelle den 3 April eben dieses Jahres eine Beobachtung angestellt, und fand bey dieser letztern nur 7 Fuß mehr als das erstemal. 9. 375. Entgegengesetzte Seite des Berges zum Herabsteigen. Von dieser hohen Stelle steigt man in das Joux⸗ thal herunter, wohin der Weg, obschon abhängig, dennoch sehr wohl angelegt ist. Die kalkartigen Lagen, über die man hinwegkömmt, behalten noch einige Zeit die Richtung wie oben am Gipfel(§. 372.): besser unten aber senken sie sich verschiedentlich; jedoch sind sie immer nach der Länge des Berges hin gerichtet. Das erste Dörfchen, welches man antrifft, wenn man eine gute Stunde von oben herabgestiegen ist, heis⸗ set Le Bräseu. Von da gehet man schräge durch den Grund des Thals und kommt in einer halben Stunde nach Sentier, dem Hauptort in der Pfarrey Chenit. §. 376. Das Jouxthal und der Lac de Joux. Dier Grund dieses Thales ist, wie in den meisten Thälern des Jurassus, mit Wiesen bedeckt, unter wel⸗ chen sich auch Ackerfeld befindet, und mit Dörfern und einzelnen Wohnungen besetzt, deren Sauberkeit und Weis⸗ se den Wohlstand der Bewohner zu erkennen geben. Der Anblick dieser Thäler würde angenehmer seyn, wenn ei— nige Gehölze oder Baumgärten die Monotonie dersel⸗ ben unterbrächen: aber es ist ganz und gar kein Baum da zu finden; wie man denn überhaupt hier keine, als auf W. aufH xjp li + α mige Buinn ² 20 weltu sch Hnn guusni Saman he G! soockhe b hmyn fH WutM WI Dih de udery Ju and su de un Hersh x lak, Autt Lachgze DW Semu M, wogn %0 0 Jur. H8 ersee. Er pril eben und fand emal. zum Jour- bhängig, LKagen, ige Zeit ser unten sie immet „ wenn ist, heis urch den Stunde Chenit. V. meisten nter wel⸗ fern und nd Wes⸗ en. Der wenn ei⸗ ie dersck n Baum ine, als auf Die Seen auf dem Jurassus. 47 auf einer gewissen Höhe auf den Abhängen der Berge, die diese Thäler einschliessen, zu Gesicht bekommt. Hier unterbricht der Lac de Joux, dessen Ende nahe an das Dörfchen Sentier anstößt, das Einför— mige der Gegend auf eine sehr angenehme Art. Seine Breite beträgt eine halbe Meile, und füllt beynahe ganz die Tiefe des Thals aus, und sein helles blaues Wasser, welches mit Gehölzen, Felsen und Wiesen, auf welchen sich hin und wieder artige Dörfer zeigen, umgeben ist, gewährt einen sehr angenehmen und lachenden Anblick. Seine Länge beträgt 2 Meilen. Er ist 317 Klaftern höher als die Fläche des Genfersees. Es fand sich hier sowohl, als unter den meisten andern auf dieser Reise von Hrn. Pictet angestellten barometrischen Beobach— tungen, eine sehr merkwürdige Uebereinstimmung: denn er fand nur 4 Schuh Unterschied unter mehrern Höhen von einerley Orte, die aus Beobachtungen von verschie⸗ denen Tagen und verschiedenen Stunden gezogen waren. Diese Beobachtungen stimmten auch vollkommen mit andern auf einer vorigen Reise gemachten überein, wo— von die auf der Ebene angestellten und zur Vergleichung der Höhen nöthigen an einem Orte gemacht worden, wel—⸗ cher sieben bis acht Stunden von demjenigen entfernt war, wo man während unsrer letzten Reise das stets an gleicher Stelle bleibende Barometer beobächtete. §. 377. Die Orbe. Der Fluß Orbe läuft 200 Schritt von dem Dorfe Sentier, und nachdem er von dem Lac des Rousses an, wo er entspringt, 4 Meilen weit durch die Tiefe die⸗ ses Thals geflossen ist, stürzt er sich in den Lac de Joux. I * FFFF —2*— —— * I * — 7* * * 2 2* 2 7 V. 7 48 Sechzehntes Kapitel. v. 378. Der Lac des Rousses. Der Lac des Rousses, welcher der höchste auf dem Jurassus ist, liegt der Dole gegen Mitternacht, und ist nur 3 Meilen lang, und noch gar viel weniger breit. Er ist von der Südwestseite mit großen sumpfi⸗ gen Wiesen umgeben, in welchen ich das Comarum pa⸗- lustre und die dWertia perennis, als in unsern Gegenden sehr seltene Pflanzen, gefunden habe. §. 379. Weg nach Charbonnieres. Wenn man sich von Sentier nach dem andern En⸗ de des Lac de Joux begeben will, so kann man nicht an dem Ufer hingehen, weil sich der Berg zu nahe an dasselbe hervordrängt; sondern der Weg gehet auf der linken Seite hin, durch das große Dorf Lieu, und ein kleineres, welches Sechay genannt wird, und führt in zwo kleinen Stunden nach Charbonnieres, einem Dörfchen am Ufer des kleinen Lac de Joux oder Lac de Brenel. §. 380. Der kleine Lac de Joux. Dieser See hat nur eine kleine Meile im Umfang, und kann als eine Fortsetzung des großen angesehen wer— den, obschon der eine mit dem andern beynahe einen gera— den Winkel macht. Sie sind nur durch eine Erdzunge von einander getrennt, die noch durch einen breiten Canal durchgraben ist, durch welchen die Wasser des großen Sees sich ihres Ueberflusses in den kleinen entledigen. Es ge⸗ het eine hölzerne Brücke über diesen Canal, welche zu dem W Misen menglui Dufe Isichr x r d Mhna m Vaha Ounj m dense 21⁰H 10 de 0 hmn She0 delich nz Hen, ym saften un amt De nh u dengg ruc Hilt mandush Rburgeg — et der in hier g enkette 10 dus nur liche öchsie auf itternach, wenigtt n sumpf: darumpa- Gegenden ndern En⸗ nan nict nahe an t auf der eu, und und fihtt 8, einem oder Lae Umfang, sehen wa⸗ einen gera⸗ unge vol ten Cann ohen Sas 1. Esg⸗ welche eln Die Seen auf dem Jurassus. 49 dem Dorfe Pont führet, das von derselben seinen Na— men hat. §. 381. Das Dorf Pont. Wir langten daselbst um halb ein Uhr an. Die Reisenden, welche diese Seen betrachten, steigen ge⸗ meiniglich in diesem Dorfe ab. Es hängt von dem Dorfe Abbaye, welches eine halbe Meile von da an dem öͤstlichen Ufer des Lac de Joux gelegen ist, ab. Da der Tag sehr schön war, und Hr. Pictet sich ihn zu Nutz machen wollte, um auf dem Gipfel des Dent de Vaulion einige Winkel aufzunehmen, die er zu seiner Charte vom Genfersee nöthig hatte, so bestiegen wir denselben, dessen Höhe nach barometrischen Messungen 240 Klaftern mehr als die Fläche des Lac de Joux/ und 557 mehr als die Fläche des Genfersees beträgt. Wir brauchten anderthalb Stunden, um diesen Gipfel zu Fuße zu besteigen; und obgleich der Tag außeror— dentlich heiß war, hatten wir doch nicht viel auszuste⸗ hen, weil man beynahe beständig im Schatten einen sanften Abhang hinauf geht, und durch Wiesen kömmt, die mit Buchen und Fichten eingefaßt sind. Die Aussicht, die man oben auf dieser Spitze hat, ist, nach der Aussicht auf der Dole, eine der schönsten auf dem Jurassus. Gegen Mitternacht sieht man bis nach Pontalier; gegen Mittag und Morgen erblickt man den größten Theil des Genfersees, den ganzen Neu— enburgersee, die Stadt Ifferten, und ihre mit schönen Landhäusern gezierte Gegend; und, was einen Liebha— ber der Berge am meisten reizen wird, man entdeckt von hier aus auf der Ostseite einen großen Theil der Al— penkette und Gipfel dieser Berge, die man von Genf aus nur undeutlich oder auch gar nicht sehen kann. u. Cheil. D Die 30 Sechzehntes Kapitel. Die Kalkschichten des Dent de Vaulion steigen, wie ich schon im§. 343. gesagt habe, gegen die Alpen⸗ ö seite in Winkeln von 30 bis 40 Graden herab, und R0 sind auf der Seite des Thales der Orbe, wo sie einen entsetzlichen Abgrund vorstellen, gerade abgeschnitten. 1„ §. 382. Iensf Untersuchungen der Lemperatur des Lac In de Joux. Eusch 1gli Wir hielten uns nicht lange auf dem Dent de Vau⸗ Mfils lion auf, weil wir noch vor Nacht den Lac de Joux sechn! untersuchen und seine größte Tiefe fsinden wollten, um sechs Thermometer darinne zu versenken„die bis den andern Iasuß Morgen darinnen bleiben sollten. Wir mietheten einen auun dt Kahn, und verlangten, daß man uns an den Platz füh⸗ Zunte re, wo der See am tiefsten seyß. Man führte uns an Eium den Fuß steiler Felsen, die eine halbe Stunde von der gg Brücke abwärts, dem Dorfe Abbaye beynahe gegen⸗ Idüm über stehen. Hier warfen wir das Senkbley, und da Ii. wir nur 80 Schuh funden, untersuchten wir noch an— Wö h dere Stellen, die aber alle noch eine geringere Tiefe ga⸗ shn t ben, so daß wir genothigt waren wieder an unsre erste h Stelle zurückzukehren. Wir versenkten daselbst unsere 6 Hhn Thermometer des Abends um 8 Uhr 40 Minuten. Die A. Temperatur des Wassers auf der Oberfläche war 1 17, an ö und die Temperatur der Luft 124 Grad. müg Die Thermometer, welche wir im Wasser ließen, 6186 waren ein Michelisches, in einer Flasche verschlossenes Run von Weingeist(H. 40.), und ein anderes, wovon ich des 83 noch nicht geredet habe. ii 30 Jum Alne D. —————— ion sign die MApn. erab, u vo sie eing schnittg, es LHe tde Vau⸗ de Jour lten, um den andern theten eing Platfih rte unoan de von di nahe gegn 9/ und d ir noch al⸗ re Tife g unste erst ͤbst unsere uten. Die war 115 asser ließe, erschlosens wobon Die Seen auf dem Jurassus. 51 §. 383. In einem doppelten Sutteral verschlossenes Thermometer. Temperatur des Grundes des Lac de Joux. Das Thermometer, von dem ich jezt zu reden habe, ist von Quecksilber, und durch Hrn. Paul auf einem dün⸗ nen und schmalen Blättchen von Silber mit der größten Sorgfalt abgetheilt worden. Ich steckte dasselbe in ei⸗ ne gläserne Röhre, deren Wände 9 Linien dick sind. Ich füllte diese gläserne Röhre mit Wasser, verstopfte sie oben und unten mit sehr dicken Korkstöpseln, und steckte sie hierauf in ein hölzernes Futteral, welches ei⸗ nen starken Zoll dick war, mit eisernen Ringen, und mit einem Deckel von eben der Dicke geschlossen. Wenn die Temperatur dieses Thermometers O oder 12 Grad von der Temperatur eines unbewegten Wassers, worein es getaucht wird, verschieden ist, so braucht es 5 Stun⸗ den Zeit, um sie anzunehmen. Indem wir also die Tiefe des Sees untersuchten, und diese Thermometer versenkten, wurde der ohnedem schon starke Nordwind sehr heftig; und da er uns ge⸗ rade auf unsrer Fahrt nach der Brücke zu entgegen war, so hatten unsre Schiffer aller Anstrengung vonnöthen, um den Kahn vorwärts zu bringen. Durch diese An⸗ strengung zerbrach eines von unsern Rudern; da uns nun kein anderes übrig blieb, so wären wir, wenn wir nicht das Glück gehabt hätten, die beyden zerbrochenen Stucke wieder zu bekommen und sehr wohl vereinigen zu können, genöthigt gewesen, uns auf das andre Ende des Sees verschlagen zu lassen: denn dieses mit Steinen und Felsen besetzte Ufer ist nur an sehr wenigen Orten zum Anlanden tauglich. Den 15 Julius, als den andern Morgen, gien— gen wir, unsere Thermometer wieder herauf zu ziehen. 2 Wir 52 Sechzehntes Kapitel. Wir kamen um halb sieben Uhr auf den Platz. Die d 0 Wärme der Luft war 104 Grad, die Wärme des Was⸗ ms an sers aber auf der Oberfläche 104 Grad. Als die Ther⸗ m6 mometer aus dem Grunde wieder herauf kamen, fand sch sich das von Quecksilber auf 823 Grad, und das von Har Weingeist auf 82 Grad. Ich kann nicht sagen, wo⸗ eumthr her dieser Unterschied von 3 eines Grads kommt: denn Tichir K die Scala von beyden Thermometern stimmt vollkom⸗ i Sn men überein; und da der Grund des Wassers kälter war als die Oberfläche, so hätte das im doppelten Futteral Hn tiefer stehen sollen, und es fand sich gerade höher als das Heed d andre. Giebt es vielleicht zwischen dem Grunde und ichee der Oberfläche des Sees ein kälteres Wasser, welches Veultoo auf das empfindlichere Thermometer Eindruck machte, Humn während dasselbe da durchgezogen wurde? Aber auch ohne nict, H den Unterschied dieser beyden Thermometer mit in Rech⸗ uuf m nung zu bringen, gestehe ich, daß ich dieselben niedri⸗ Aitl' ger zu finden glaubte, weil es mir schien, daß in einer vnn so hohen Lage, da die Oberfläche dieses Sees 317 Klaf⸗ Wg tern höher als die Fläche des Genfersees ist, die Mit⸗ usshn teltemperatur, die man gemeiniglich auf einer Tiefe von leshdt 80 Schuhen antrifft, hätte kälter seyn sollen. R W §. 384. Hen Menge von Wasser, welches in den See fließt; 590 und Trichrer, durch welche dasselbe wieder dne ö abfließt. e 6i Wir kamen zur Brücke zurück, und schickten uns laufen i an, den kleinen See zu Fuße zu umgehen, und die sine Fig Trichter, wie auch die Mühlen von Bon⸗Port und die inmer di Quelle der Orbe zu besichtigen. Das Fuhrwerk, wel⸗ Dei ches uns bis ins Dorf Pont geführt hatte, konnte uns eurif auf diesem Wege nicht dienen, weil derselbe kaum zu in ght i Pferde zu machen ist. Wir schickten also dasselbe durch elluuft die 3——.— ———————..“ *——————— 5— 7222. 2*— ISSSeeeeeeeeeEEE— IIIIIIID ab. die des Vis die Her en, fand das von igen, wo⸗ mt: denn ö volkom: kälter war Futteral r als das inde und welches & wachte, auch ohre in Rech⸗ n niedri: in einer 17Klf die Mi⸗ Diese von eefließt; wieder Eten uns und die t und die erk, pel nnte uns kaum zu be durch ie Die Seen auf dem Jurassus. 53 die große Straße zurück, die nach Coclay führet, da⸗ mit es uns zu Balaigre erwarten sollte, wo wir, um nach Ifferten zu kommen, durchpaßiren mußten. Man sieht an den Ufern des kleinen Sees zwischen Pont und Charbonnieres viereckige Vertiefungen, welche die Einwohner Entonnoirs oder Trichter nennen. Diese Trichter hängen von einem besondern Umstande an die⸗ sen Seen ab, wovon ich nun reden werde. Ich habe schon gesagt, daß der Fluß Orbe, wel— cher von dem Lac de Rousses herab kommt, in den Lac de Joux falle. Dieser See nimmt noch andre Bäche auf, unter denen der beträchtlichste eine halbe Viertelmeile von Abbayve aus einem Felsen heraus kommt; man sagt, denn gesehen haben wir ihn selbst nicht, er sey 10 Schuh breit und 2 Schuh tief, und aufe mit einer beträchtlichen Geschwindigkeit.(S. Dict. hist. de la Suisse unter dem Worte Joux.) Von allen diesen Wassern, die in den See fallen, geht gewiß ein Theil durch die Ausdünstung hinweg; in⸗ wischen bleibt doch eine beträchtlich reiche Menge übrig, die sich durch den Canal, der den großen See mit dem kleinen vereinigt, in leztern ergießet! Auch fließt alles Regenwasser, welches auf die Berge fällt, die dieses Thal einschliessen, von Rousses und noch höher herab bis zum Ende des kleinen Sees, in eben diesen kleinen See zusammen. Inzwischen fließt doch kein Fluß aus diesem See ab, und sein mitternächtliches und östliches Ende, an welchem natürlicherweise das Wasser heraus⸗ laufen sollte, sind durch Höhen gesperret, die weit über seine Fläche gehn: wie kann aber dieser See beynahe immer die gleiche Höhe erhalten? Die Natur hat dafür gesorgt, indem sie dem Was⸗ ser unterirdische Ausgänge bereitet hat, in welche es hin⸗ ein geht und sich darin verliert. Dies sind aber nicht weitläuftige Canäle oder offne Schlünde, durch welche hier D 3 das 54 Sechzehntes Kapitel. das Wasser sich in den Boden stürtzt, sondern Oeffnun⸗ he* gen zwischen den senkrechten Kalkschichten, woraus die der H Berge bestehen, die diese Seen, insonderheit den LCac. de Brenel, auf der Abend⸗und Mitternachtseite um⸗ NWenen geben. Auwi Die Einwohner des Landes unterhalten diese Ab⸗ I flüse mit vieler Sorgfalt; und wenn sie wahrnehmen, daß das Wasser nicht reichlich genug in dieselben hinein dringt, so eröffnen sie neue. Diese Sorge ist ihnen von der äußersten Wichtigkeit, weil ohne dieselbe sowohl ihr angebautes Land als auch ihre Wohnungen im Wasser Nl zu Grunde gehen wurden. Raht, Zu ihrer Absicht ist hinlänglich, in die dünnen senk⸗ Henl rechten Schichten, deren Ende so hoch empor steht als mhs der Erdboden am Ufer des kleinen Sees, Löcher zu gra⸗ Wld ben, die 15 bis 20 Schuh tief, und 8 bis 10 Schuh I breit sind. Das Wasser fließt durch dazu bestimmte olt H Gräben in diese Lcher hinein, und verliert sich daselbst, N indem es in die Zwischenräume der Schichten eindringt. Vi. Dies sind also die Vertiefungen, welche Trichter(En- wuheg tonnoirs) genennt werden. Man leert sie aus und rei⸗ h6eus nigt sie, wenn sie sich mit Schlamm anfüllen. Der In hohn größte von diesen Trichtern ist ein Werk der Natur, aus heuh dem aber die Kunst sehr viel Nutzen zu ziehen gewußt Frostt hat. Er liegt nordwestlich am Ufer des kleinen Sees, acen e ohngefähr an der Hälfte seiner Lqänge, in der Vertie⸗ dumiih: fung eines ziemlich hohen, hier nahe an den See sich uen HKtg anschliessenden Berges, dessen Lagen mit dem Horizont ulsie vollkommen perpendicular sind. Da das Wasser sich sungg mit großer Heftigkeit in diese Art von Abgrund stürzt, so hat man an dem Zuge desselben„ und niedriger als der See, Mühlen angelegt, welche Moulins de Nuf Bonport genennt werden. Ein starker Damm hält Edde hier das Wasser auf, und Oeffnungen darinnen„ die. mit guten Schleußen versehen sind, verschaffen die nõ⸗ Winn thige 184 — ——**—— 222 eeeeeeeeeeeeeee——.——————————2——.———eeeeeee:ee———.——...—— n Oeffnun voraus de k den Lac htseite um⸗ diese Yh⸗ hrnehmen, ben hinen lihnenvon sowohl ihr n Wasser mnen sene⸗ secht als her zu gra⸗ 10 Schuh bestimmte ch daselbs, eindringt. hter(En- 8 und rei⸗ len. Der VHalur, aus ngewußt en Sees, r Vertie⸗ See sich Horizont Gasser sic und slͤrg, edriger als oulins de Iamm hil nnen, die sn die r⸗ thihe Die Seen auf dem Jurassus. 55 thige Menge desselben. Die meisten dieser Wasserrä⸗ der treiben Sägemühlen, die außerordentlich geschwind gehn. Wir sahen an einer Secundenuhr, daß eine von diesen Sägen, die zweyblättrig war, in einer Minute um 15 Zoll vorrückte, so daß sie in weniger als 10 Miauten 2 Breter schnitt, deren jedes 12 Schuh lang war. 9 §. 385. Quelle der Orbe. Man glaubt in dem Lande, und zwar mit vielem Rechte, daß das Wasser, welches durch alle diese Trich⸗ ter eingeschluckt wird, nachher die Quelle der Orbe aus⸗ mache, die 3 Meilen unter dem mitternächtlichen Ende des kleinen Sees aus der Erde heraus kommt. Wir giengen sogleich von den Mühlen von Bon⸗ port hinab, um diese Quelle zu sehn, und fanden sie der Aufmerksamkeit eines Reisenden sehr würdig. Von der Abendseite wird das Thal von Valorbe durch einen halbzirkelförmigen Felsen geschlossen, wel⸗ cher zum wenigsten 200 Schuh hoch ist, und aus gros⸗ sen horizontalen, gerade abgeschnittenen Bänken besteht, die durch strichweise stehende Tannen, welche auf den hervorstehenden Theilen dieser Bänke wachsen, unter⸗ brochen werden. Berge, die noch höher und mit Wal— dung bedeckt sind, schließen um diesen Felsen herum ei⸗ nen Kreis, der sich nur öffnet, um die Orbe hindurch zu lassen, die am Fuße von eben diesem Felsen ent⸗ springt. Ihr Wasser ist von einer ausserordentlichen D 4 Klar⸗ Man trifft dergleichen künstliche, oft tief und unter der Erde angebrachte Mühlwerke in verschiedenen Thälern des Jurässus an, als zum Beyspiel in dem Thale von Bre— vine, in Locle, Chaux de Fonds ꝛc. Siehe Gruners Reisen durch die merkwürdigsten Gegenden Helvetiens, Th. I. S. 42. 46. 60. W. 56 Sechzehntes Kapitel. ö Klarheit, und läuft anfänglich in majestätischer Stille shit durch ein mit schnem grünen Moose(Fontinalis anti- stoe pyretica) bedecktes Bette; bald aber reißt es ein jäher slbe Abhang dahin, und sein Strom zerschlägt sich schäu⸗ mend an den mitten in seinem Bette befindlichen Fel⸗ Iur Gaß sen, da unterdessen das zu beyden Seiten weniger be⸗ henden wegte Wasser stets über den grünen Teppich hinfließt, har/A und neben dem weissen Schaume des Stromes in der unol Mitte vortreflich hervorsticht. So entzieht sich dieser Fluß de N dem Auge, indem er längst einem tiefen Thal dahin Reshede läuft, welches mit Fichten bewachsen ist, deren Schwär⸗ duch v ze durch das glänzende Grün der mitten unter ihnen kt, nio wachsenden Buchen noch auffallender wird. Wenn aufde man diese Quelle siehet, so lernt man begreifen, wan⸗⸗ siegen o um die alten Dichter die Quellen haben vergöttern, oder Dut auch zum Aufenthalte von Gottheiten machen können. II Ihr reines Wasser, das schattige Gebüsch, welches sie ise Hu umgiebt, die steilen Felsen und dicken Waldungen, die 1 baber den Zutritt dazu zu verwehren scheinen: eine solche lgs Mischung von Schonheiten, die zugleich Wohlgefallen Habte dih und Ehrfurcht einflößen, bringt eine Art von Empfin⸗ S W dung hervor, die schwer auszudrücken ist, und scheint Nesa die geheime Gegenwart eines über die Menschheit erha⸗ nt benen Wesens anzukündigen. Hätte Petrarch diese Quelle gesehen, und seine Caura da gefunden: wie sehr hätte er sie nicht der Quel⸗ xů le von Veaucluse vorgezogen! Letztere ist vielleicht rei⸗ cher an Wasser, und fließt schneller dahin; aber ihre I unfruchtbaren Felsen haben weder das Große noch den cu, v reichen Schmuck, welcher die Felsen der unsrigen ver⸗ wie mmn schönert. Ich habe gesagt, man sehe gemeiniglich diese rus fömn Quelle für den Zusammenfluß der Wasser an, die die Mi Trichter aus dem Lac de Joux in sich ziehen; diese fen Lien Meynung muß auch sehr alt seyn, weil man durch die uuf man. Ertheilung des Namens Orbe zu erkennen zu geben l. scheint, — SSSXN—..——— SSRSSRSSSSSIIRIDIDIDRDDDSeee....e.eeeee**———————————————————T— —————— her Sil inalis anti. Lin sihe sch schäs lichen Feb eniger hi⸗ hinflieh, nes in der ieser Fluß hal dahin Schwär⸗ ter ihnen Venn sen, wak: tern, oder n können. velches si igen, die ine solche hlgefallen Empfin⸗ nd scheint eit etha⸗ nd seine her Quel⸗ leicht Leis aber ihte noch den rigen det⸗ glich diese u, die di n; diese durch die ju geben scheint, Die Seen auf dem Jurassus. 57 scheint, sie sey eben dieselbe, die aus dem Lac de Rous⸗ ses in den Lac de Joux fällt: inzwischen konnte man hierüber doch nichts als Muthmaßungen haben, bis im Jahr 1776 dieselben durch eine son derbare Begebenheit zur Gewißheit gebracht wurden. Da in den vorherge⸗ henden Jahren das Wasser in den Seen höher gestiegen war, als es den Einwohnern im Thale Joux dienlich seyn konnte, so entschlossen sie sich, alle Trichter des Lac de Brenel zu reinigen und auszubessern. Um also dieselben trocken zu machen, schloß man den Canal, durch welchen sich der große See in den kleinen auslee⸗ ret, mit einem starken Damme; da aber das Wasser auf der einen Seite bis zu einem gewissen Punkte ge⸗ stiegen und auf der andern gefallen war, wurde der Druck desselben so groß, daß der Damm vlötzlich ent⸗ zwey riß. Dieser Einsturz setzte das Wasser in die hef⸗ tigste Bewegung; es wurde durchaus trübe gemacht, und bald hernach erschien die Orbe, deren Wasser bis⸗ her hell gewesen, an ihrer Quelle gleichfalls trͤbe, und bewies dadurch, daß sie mit dem kleinen See das glei⸗ che Wasser habe. Die senkrechte Höhe zwischen der Oberfläche des Lac de Joux und der Quelle der Orbe beträgt nach barometrischer Messung 680 Fuß. §. 386. Ein dritter kleiner See. Ich habe noch nicht von einem dritten See gespro⸗ chen, welchen man Lacter nennet, ein Name, der, wie man sagt, aus der Verstummelung von Lacus ter- tius kömmt. Man sieht ihn nahe am Wege zwischen den Dör— fern Lieu und Charbonnieres, und er ist so klein, daß man ihn eher einen Teich als einen See nennen sollte. Er ist sehr tief, und man sagt im Lande, daß 5 er S. ee.. 2—. ä SS—— — 58 Sechzehntes Kavitel. er mit den andern Seen durch unterirdische Canäle zu⸗ nach sammenhängt; allein wenn dieses ist, so müssen diese sc Canäle sehr enge seyn, und nur eben so wenig Wasser Huns abfließen lassen, als dieser See empfängt: denn da der⸗ I selbe viel höher ist als die andern, so würde er, wenn rur dit diese Oeffnungen groß wären, bald ausgelaufen seyn. uff Inzwischen erstreckt er sich doch ziemlich weit unter den den, 0 Boden, welcher ihn umgiebt, weil die Gewächse an mi seinem Ufer durch ihre Verflechtung eine Art schwim— sh mender Oberfläche machen, die immer größer wird; und gach da dieselbe sich durch die aus der Fäulung der jährlich 6 ersterbenden Pflanzen entstehende Erde vermehrt, so d K wird dadurch, wenn man es nicht hindert, der See Duiio dereinst ganz bedeckt werden. Hem Die zween Seen, selbst auch dieser Teich, sind sehr Hssngd fischreich; besonders werden vortrefliche Hechte darin geufd gefangen. wissr, l Whupi §. 387.. Einwohner des Thales Joux. nont Diese Fischerey ist ein Theil der Nahrung der Ein⸗ wohner dieses Thals. Sie sind sehr fleißig und arbeit⸗ sam, und haben auch nöthig es zu seyn: denn ob sie schon Waldung, Triften und sogar auch einiges Acker— M land haben, welches Gerste und Hafer trägt, so ist doch ut ihre Bevölkerung so beträchtlich, daß die Producte des ußn Landes zu ihrem Unterhalt bey weitem nicht hinreichen; Mon sie beschäftigen sich aber mit mechanischen Künsten, mit dEe Schlosserarbeit und Uhrenmachen, sägen Breter und an⸗ Esn deres Holzwerk, und verführen es nicht allein in die Guff, niedrigern Thäler, sondern auch bis ins flache Land. su6 Ohngeachtet ihrer Betriebsamkeit und Neigung zu den Mung Künsten, rühmt, oder rühmte man wenigstens vor Zei⸗ a un ten die Reinigkeit und Einfalt ihrer Sitten. Sie mach⸗ — ĩDSDDDSSSIieeeeeeeeeeeeeeeeeett:...f——— anäle zr sssen ditse 9 Waser in da der⸗ er, wenn ufen sehn. unter den wächse an schwin ird; und Rjährlich hrt, so der See sund sehr hte darin der Ein⸗ id arbeit⸗ m ob sie Acer⸗ o isidoch dutte des nreichen; sten, mit er undan⸗ in in die iche ld. 19 Iu den 3r J . W mach⸗ Die Seen auf dem Jurassus. 59 machten ein besonderes Volk aus, und verheiratheten sich beständig unter einander; und wahr ist es, daß, obschon in diesem Thal drey große Kirchspiele sind, näm⸗ lich Chenit, Lieu und Abbaye, man doch beynahe nur die drey Familien, Rochat, Reymond und Chail⸗ let darin findet. Aber der häufige Zuspruch von Frem⸗ den, die ihre Seen besuchen, und die Reisen, die sie selbst häufiger als ehemals ausserhalb Landes thun, ma⸗ chen sie nach und nach den übrigen Menschen ziemlich gleich. Ein Geschmack, wodurch sie sich hauptsächlich in dem Kirchspiel Abbaye, davon Pont das vornehmste Dorf ist, auszeichnen, ist der Geschmack an der Kir⸗ chenmusik. Sie üben sich darin von Kindheit an, und lassen in ihren Kirchen nur diejenigen laut singen, wel— che eine schöne Stimme haben und dieselbe zu gebrauchen wissen. Auf diese Weise sind bey ihnen die Psalmen, die hauptsächlich in den reformirten Dorfkirchen kaum den Namen einer Musik verdienen, eine wahre Har⸗ monie. §. 388. Valorbe. Eisenbergwerk. Nachdem wir bey der Quelle der Orbe ein wenig ausgeruhet, stiegen wir in drey Viertelstunden nach dem großen Dorfe Valorbe hinab, wo man eine große Menge von Eisenwerken und Hämmern antrifft, die alle durch die Orbe in Gang gebracht werden. Das Eisen, welches man daselbst bearbeitet, kömmt aus der Grafschaft Hochburgund. Der Theil des Juras⸗ sus, welcher zur Schweiz gehört, enthält zwar auch Minen dieses Metalls, wovon man auch ehemals etwas aus dem Berge, welcher hinter dem Dorfe Charbon⸗ nieres liegt, zog: es war ein ziemlich reiches Bohnen⸗ erz/ 6⁰ Sechzehntes Kavpitel. erz, wovon ich Proben gesehen habe; da aber die Ko⸗ sten des Gewinnens und Schmelzens, wegen des viel bessern Nutzens, den die Einwohner dieses Thals aus ihrem bloßen Holze ziehen können, den Profit überstie⸗ gen, so wurde diese Grube verlassen. Wir wollten die— selbe besichtigen, fanden aber die Gänge und die Tie— fen beynahe ganz ausgefüllt; die jetzt fast ganz mit Dorn⸗ gebüsch uberwachsene Einfahrt war in einen Kalkfelsen gemacht, welcher aus Kalkbresche besteht, dessen auch kalk⸗ artige Theile eckige und unregelmäßige Gestalten haben. §. 389. Balaigre. Gerollte Geschiebe von den Alpen. Wir stiegen wieder von Valorbe nach Balaigre. Da wir uns diesem Dorfe näherten, fiengen wir an die Alpen wieder zu sehen, die in den Thälern von Joux und Valorbe uns beständig durch die hohe Strecke des Jurassus, die uns zur Rechten lag, verdeckt waren, sich aber hier, wo diese Strecke unterbrochen ist, un⸗ sern Augen darstellten. Hr. Pictet, welcher sie zuerst sah, zeigte sie mir. Ich möchte, antwortete ich ihm, Ihnen nun in eben diesem Augenblick ein Bruchstück von primitiven Felsarten zeigen können, welches durch eben diese Oeffnung, die uns die hohen Gebirge dieser Art sehen läßt, in dieses Thal gekommen sey. Wir wa— ren auch kaum 20 Schritte weiter gegangen, als wir der⸗ gleichen antrafen, die auch bald hernach auf un— serm Wege sehr häufig wurden. Es ist aber hier zu be⸗ merken, daß wir von den Höhen über Gimel an bis hieher nicht das kleinste Bruchstuck davon gesehen hat⸗ ten, ob wir schon, hauptsächlich ich, sehr aufmerksam auf alle Steinarten gewesen waren, die wir zu sehen bekamen. 5. 390. ⁰ W. durch 3 Mach fertell u 1— hu. sch WWI Uadehnn Rißanter au v wals N arda In n hupfit, Nuliche T die Ko⸗ en des vil Hhals as übersiie dollten die⸗ d die De⸗ mit Dorn⸗ Kalkfelsn auch kalk⸗ in haben. Alpen. alaigre. n wir an on Jour trecke des kt waren, ist, un⸗ sie zuerst ich ihm, ruchstůck es durch ge dieser Wir wa⸗ wir der⸗ auf un⸗ ier zube⸗ A an bis hen hal⸗ smerksam schen 9, 390.• Die Seen auf dem Jurassus. 61 §. 390. Der See von Ifferten ist kleiner als ehemals. Von Balaigre kamen wir in viertehalb Stunden durch die schöͤnen Dörfer Lignerolles, Valaire, Mathou, Süsseve und Troiscovagnes nach If⸗ ferten, um daselbst das Nachtlager zu nehmen. Man hat auf dieser Reise sehr schöne Aussichten auf den See von Ifferten. Betrachtet man diesen See, so zeigen sich die alten Ufer desselben und seine ehmalige große Ausdehnung auf eine sehr auffallende Weise: denn die großen sumpfigen und horizontalen Wiesen, welche ihn auf der Südwestseite einschließen, sind ohne Zweifel ehe⸗ mals mit seinem Wasser bedeckt gewesen. Auf einem andern Ende wird er uns Gelegenheit zu einer ähnli⸗ chen Bemerkung geben. 5. 391. Sandsteinbänke. Indem wir durch Süsseve kamen, welches eine und eine Viertelmeile von Ifferten liegt, bemerkte ich Bänke von Molasse oder zartem Sandstein, die auf—⸗ wärts gegen den Jurassus sich beugen. §. 392. Dunkelgelber Kalkstein. Eine Viertelmeile weiter hin, nämlich eine kleine Meile von Ifferten, sieht man den Anfang der dun⸗ kelgelben Kalksteinschichten, wovon ich im§. 348. ge⸗ redet habe. Ich suchte Muscheln in denen, die an der Straße liegen; ich fand auch viele Bruchstücke darin, hauptsächlich von zweyschaligen, aber nichts ganzes noch deutliches. L. 393. 62 Sechzehntes Kapitel. §. 393. Reise von Ifferten nach Neuenburg. Den 16 Julius giengen wir von Ifferten nach Meuenburg, um da über Nacht zu bleiben. Beyde Städte sind nur 7 Meilen von einander entfernt, so daß man eigentlich diese Reise in einem Morgen vollen⸗ den kann; wir wollten aber lieber in dem artigen, am Ufer des Neuenburgersees, anderthalb Stunden von Neuenburg, gelegenen Dorfe Colombier zu Mittag speisen, wo wir Bekanntschaften hatten, denen zu Liebe wir schon allein diese Reise würden unternommen haben. Ich beobachtete die Temperatur des Wassers eines schönen Brunnens, der in dem Hofe des Hauses steht, worin wir zu Mittage speisten; ich fand sie 8s Grad, das heißt, genau einen Grad unter der gemäßigten Wärme, obschon der Tag ausserordentlich heiß war. §. 394. Meuenburgersee. Gerollte Geschiebe. Untere Lagen des Jurassus. Höhe des Neuenbur⸗ gersees. Die Länge des Neuenburgersees, denn man giebt ihm ohne Unterschied diesen Namen, sowol als den Na— men des Sees von Ifferten, ist 8 Meilen, da seine größte Breite nur 2 Meilen beträgt. Er ist sehr fisch reich, und seine Ufer sind, insonderheit gegen Abend und Mitternacht, wohl angebaut, sehr bevölkert, und geben den angenehmsten Anblick. Man findet auf denselben, wie auf den Ufern des Genfersees, allerley Arten von gerollten Geschieben, wie auch beträchtliche Klötze von Granit und andern Steinarten aus den Alpen. Man sieht ihrer auch viele zwischen Ifferten und Grandson. Dieser See ist, haupt⸗ * 5 han 9 200 Man E eubyln man e wartodt Yul raht u gbihlr E bachens WUI Kafh Latmat Hnn degle hande VXI urg. erten mih n. Bade itfernt, sy gen vollen: irtigen, am unden von zu Mittag en zu Hebe ien haben. ssers eines auses stoht, 85 Grcd, emäßigtn iß war. Untere Leuenbur⸗ man giebt den Na⸗ „da seine seht fish en Abend lkert, ud Ufern des Geschieben, und andern auch die See s Haußt⸗ Die Seen auf dem Jurassus. 63 hauptsächlich mit seinem mitternächtlichen Theile, dem Jurassus viel näher als der unsre: denn in gedachter Gegend benetzt er die niedrigsten Lagen dieses Berges. Man fährt auf dem Wege zwischen Ifferten und Neu⸗ enburg an verschiedenen Orten über diese Lagen hin. Ge⸗ meiniglich steigen sie gegen den Körper des Berges auf⸗ wärts; doch findet man auch welche oberhalb dem Dor⸗ fe Vaumarcus, die gegen den Horizont beynahe senk— recht stehen, und sich nicht in einer mit dem Jurassus gleichlaufenden Richtung befinden. Hr. de Lue bestimmte durch zwo barometrische Be⸗ obachtungen, aus denen er die Mittelzahl zog, die Höhe des Neuenburgersees über den Genfersee auf 262 Klafter:(s. seine Recherches sur les Modifications de Fatmosphere T. I. p. 220.) aber die Beobachtungen des Herrn Picter geben ungefähr 31 Klaftern; und da er dergleichen fünfe angestellt, die alle vollkommen mit einander übereinstimmen, so scheint dieses Resultat das zuverläßigste zu seyn. §9. 395. Fortsetzung des Vorigen. Bey unsrer Ankunft in Neuenburg stiegen wir bey dem Hrn. Buchhändler Fauchet ab, welcher die Höflichkeit gehabt hatte, uns schon vor unsrer Ankunft allhier einzuladen, und wurden von ihm und seiner Fa⸗ milie mit allen Merkmalen von Freundschaft und Ge⸗ fälligkeit empfängen. Die zwey Tage, welche wir in Neuenburgzubrach⸗ ten, waren für uns überaus angenehm. Obschon die Stadt klein ist, denn ihre Bevölkerung geht nicht üͤber 3000 Seelen, so ist doch sehr viel gute Gesellschaft, und an Gelehrten kein Mangel daselbst. Die Einwoh⸗ ner überhaupt befinden sich in ziemlich gutem Wohlstan⸗ de, 64 Sechzehntes Kapitel. de, und es giebt allda auch Häuser von sehr großem Reichthum. Die Fremden sind allhier sehr wohl auf— genommen, wovon wir schon den Abend unsrer Ankunft die glückliche Erfahrung machten. Wir hatten vor dem Abendessen Besuch in einem Hause abgestattet, welches in der Schweiz durch seine Bauart berühmt ist, dessen Besitzer aber sowohl in— als ausserhalb Landes sich durch ihre iiebe zu den Wissen⸗ schaften und tausend liebenswürdige und interessante Ei⸗ genschaften bekannt gemacht haben. Wir hatten bey diesem Besuche gesagt: ein Beweggrund unserer Reise sey die Erforschung der Temperatur des Wassers des Neuenburgersees, erwarteten aber nicht, daß wir noch eben den Abend, und in so guter Gesellschaft, auf den See fahren würden. Konnte etwas angenehmeres seyn, als unsre Ueberraschung, da wir des Nachts um eilf Uhr eingeladen wurden, ein Schiff zu besteigen, eine Musik zu hören, und unsre Versuche anzufangen? Dieser Abend war vortreflich; eine sehr schöne, kühle, stille und helle Nacht folgte auf einen sehr heißen Tag; geschickte Musikanten, die auf einem andern Schiffe in einer gehörigen Entfernung waren, führten wohlgewähl⸗ te, auf die Umstände passende Stücke auf, und schöne Echos, welche ganze Passagen wiederholten, schienen gleichsam zu bezeugen, daß die ganze Natur an diesem Concert Theil nehme. Dieses reizende und unerwarte⸗ te Fest machte den sonderbarsten Contrast mit den Thö⸗ lern von Joux und Valorbe, deren Bild noch vor unsern Seelen schwebte, so daß mir alles dieses mehr als einmal wie Traum und Bezauberung vorkam. §. 396. —..:..———— ꝗ————————p——.ꝗ———— tt.———.—— —— Dul thudg keinen den 171 Sees al y/E auburg dm Sel Hube M. Saddt j m Aum D Woser. Wrpza 4WMuurt Wur V gagme Rutur Wascts! De Nauen it der ibeten, Eihen sti de Tm ch ht großen wohl auf⸗ Ankust Rin einem urch seine sowohl ih⸗ n Wisen⸗ sante Ei— atten bey rer Reise ssers des daß wit aft, auf nehmeres achts um esteigen, fangen? e, kühle en Tag; Schiffe in Hewähl d schöne schienen diesem erwarte⸗ en Thö⸗ noch vot ses meht am. . 396. Die Seen auf dem Jurassus. 65 §. 396. Temperatur der Tiefe des Sees. Damit man uns keiner unzeitigen Zerstreuungen be⸗ schuldigen könnte, so wendeten wir diese Augenblicke zu keinen Versuchen an. Aber des andern Tages, als den 17 Junius, giengen wir auf die Untersuchung des Sees aus, und zwar unter der Anleitung Hrn. Hein⸗ zely, eines sehr gelehrten Geistlichen der Stadt Neu⸗ enburg, welcher ein Liebhaber der Schifffahrt und mit dem See vollkommen bekannt ist. Wir fanden eine halbe Meile vom Ufer an der mittäglichen Seite der Stadt eine Tiefe von 325 Schuh und ließen daselbst um 3 Uhr und 20 Minuten des Mor gens unsre beyden Thermometer hinab. Die Temperatur der Luft war 1575 Grad, und das Wasser zeigte an der Oberfläche des Sees 144 Grad. Wir zogen Nachmittags, 40 Minuten auf 5 Uhr, in 4 Minuten unsre Thermometer wieder herauf; da denn das Quecksilberthermometer im doppelten Futteral(g. 383.) genau auf 4 Grad, das von Weingeist in einer gläsernen Flasche aber auf 4735 Grad stand. Die Tem⸗ peratur der Luft war 195, und die von der Oberfläche des Wassers 182 Grad. §. 397. Betrachtungen über diesen Versuch. Diese Temperatur des Wassers im Grunde des Weuenburgersees am 17 Julius, kam vollkommen mit der Temperatur des Genfersees vom 11 Februar überein. Man muß aber nicht glauben, dies sey eine Erscheinung, welche dem Neuenburgersee besonders eigen ist: denn die Versuche, die ich regelmäßig über die Temperatur des Genfersees von einem Monate II. Theil. E zum 66 Sechzehntes Kapitel. zum andern angestellt habe, beweisen, daß sich hierin, auch in einer Tiefe, die nicht über 190 Schuh geht, keine merkliche Veränderung finde. Ich werde diese Versuche anderswo umständlich an⸗ führen; inzwischen will ich hier einen der aufallendsten beybringen. Das Thermometer, das ich den fünften August Genthod gegenüber 150 Schuh tief hinabge⸗ lassen habe, fand sich beym Heraufziehen auf 478 Grad, während das Wasser auf der Oberfläche an Wärme 17 Grad hatte. Ich hatte den 17 Februar die Tempera⸗ tur des Seegrundes an eben der Stelle 43 Grad gefun⸗ den. Die Differenz macht also nur 355 eines Grades aus, und man muß dieselbe von dem Eindruck herlei— ten, den wärmere Lagen von Wasser, durch die das Thermometer beym Heraufnehmen hindurch gezogen wer⸗ den muß, auf dasselbe machen, welche also diese Wür— kung eher hervorbringen, als daß dieselbe durch die ver— mehrte Wärme des Seegrundes selbst sollte verursachet werden. Wir werden diese Versuche an andern Orten und in verschiedenen Tiefen wiederholen, sind auch gesonnen, dergleichen im Meere selbst anzustellen: denn die bisher angestellten sind ganz fehlerhaft und unzulänglich. §. 398. Erlach. Der Bielersee. Wir verließen Neuenburg des andern Tages Abends, und blieben 3 Meilen von da in dem am Bie— lersee gelegenen Städtchen Erlach über Nacht. Des folgenden Tages sehr früh begaben wir uns von da hin— weg, um auch im Bielersee unsre Versuche über die Temperatur des Wassers in der Tiefe fortzusetzen. Der Bielersee ist wie der von Neuenburg, un⸗ mittelbar am Fuße der ersten Strecke des Jurassus ge⸗ legen⸗ —3—9.—————‚——‚‚‚‚‚.ꝗJ2.‚‚‚‚‚‚..—‚.‚—— SSIIIIIIIIII 49⁹ aue 9uN 968 19 H5 pund Reif b M Oleh d hleh, En rulen Wine 3 Gv G⁵⁰0 N Rbngz Stuu VDewi lutg d S siht Hx von V I de N seng 19 LUhhng Ehne 1⁰ dern an sah, 4 sch himn Schuh gß söndlch ufallendsen den funste f hinchhe 476 Gead Wärme Tempera/ rad gefun: s Grades vek herlei⸗ rch die das gzogen wer⸗ iese Wir⸗ ch die vet⸗ verursacht ten und in gesonnen, die bishe ich. en Tagtz am Bie⸗ cht. D n da hin⸗ uber di hen. urg/ M: assus g Hegen Die Seen auf dem Jurassus. 67 legen. Diese 2 Seen sind nur durch Ebenen von ein⸗ ander getrennt, die wahrscheinlich durch die ehemals vereinigten Wasser derselben bedeckt waren. Die Länge des Bielersees ist ohngefähr 3 Meilen, und seine größ— te Breite beträgt eine kleine Meile. Nach unsern einge⸗ zogenen Erkundigungen ist die größte Tiefe desselben un⸗ gefähr in der Mitte seiner Länge und Breite, andert- halb Meilen von Erlach. Wir warfen hier das Senk⸗ bley aus, welches auf eine Tiefe von 217 Schuh liegen blieb, und versenkten darauf an dieser Stelle, 25 Mi⸗ nuten auf 7 Uhr des Morgens, das Thermometer von Weingeist; die Temperatur der Luft war ungefähr 15 Grad, und die Oberfläche des Wassers betrug 1678 Grad. §. 399. St. Peters⸗Insel. Indem das Thermometer in der Tiefe des Wassers blieb, giengen wir zurück, um die schöne und berühmte St. Peters Insel zu sehn. Sie war uns links drey Viertelstunden von Erlach gewesen. Diese Insel liegt ungefähr in einer gleichen Entfer⸗ nung von beyden Ufern in einem Drittel der Länge des Sees; sie ist eine kleine Viertelmeile lang, und ohnge⸗ fähr 0 Minuten breit. Sie besteht aus einem Hügel von unregelmäßiger Gestalt, dessen größte Höhe nach Hrn. Pictets barometrischer Messung 121 Schuh über die Fläche des Sees erhaben ist; der See selbst ist auf seiner Oberfläche 178 Schuh höher als der Genfersee. Dieser Hügel steigt gegen Mittag in einem sanften Abhange herab, und verliert sich unten in eine kleine Ebne, deren einen Theil wir mit reicher Saat, den an⸗ dern aber mit Wiesen bedeckt fanden. Der östliche Ab⸗ hang, welcher steiler ist, besteht in einem ziemlich gros⸗ E 2 sen 68 Sechzehntes Kapitel. sen Weinberge, und oberhalb desselben zeigen sich Baum⸗ de gärten und ein uüberaus angenehmer Eichenwald, welcher un die ganze Höhe des Hügels in ihrem größten Durchmes⸗* ser bedeckt. Man hat durch diesen Wald einen schönen. und breiten Spaziergang gehauen, welcher längst dem Rndd westlichen Ufer der Insel sich hinzieht. Dieses auf eine d, ziemliche Tiefe hinab fast senkrecht abgeschnittene Ufer 1 hat etwas Wildes in seinem Anblick; dieser dient aber, WI um die herrlichen Landschaften desto besser zu erheben, Efh welche man von diesem Spaziergang aus um Meuen⸗ vscht stadt, Landeron und viele schöne Dörfer, am westli⸗ N chen Ufer des Sees am Fuße des Jurassus, mitten in Re großen Weinbergen angebaut, zu sehen bekömmt. Auch Isnßh das östliche User des Sees macht damit einen auffallen⸗ suSi den Contrast; sein Rand ist hoch und steil, und zeigt blüm nur nackte Felsen oder Wälder, die durch die Alyen be— michn krönt sind, von denen man da nichts als die höchsten 110 Gipfel erblicken kann. Mitten in diesem Spaziergange, Eudsit welcher über die Höhe der ganzen Insel der Länge nach Ritth durchgeht, findet man auf einem ebenen berasten Platze ihde k ein achteckiges Sommerhaus, welches von großen Ei⸗ wählg chen umschattet ist, und denen zum Schirm dienet, die auf diesem Spaziergange Schatten und Ruhe suchen. Diese Insel verschafft in einem Umfänge, der klein ge— Nen nug ist, um nur einem einzigen Besitzer zuzugehören, Wicen und groß genug, um eine zahlreiche Familie zu erhal⸗ MM ten, und die darneben nicht, wie viele kleine Inseln, das W. Ansehen eines Gefängnisses hat, beynahe durch sich 130 selbst die nützlichsten und manigfaltigsten Producte, fih Korn, Wein, Obst, Futter, Holz und Fische; man tug findet daselbst einsame melancholische Plätze, ruhige und durt angenehme Lagen„ und hinwiederum andre, die reich den und prächtig sind. Ich glaube nicht, daß irgendwo ein u Ort sey, der fähiger wäre im Geschmacke der englischen 5 Gärten verziert zu werden; die Kunst müßte sich aber In dabey — V—— 358 ͥIRICRAꝗCICIDID‚DCIDIDIIDIDIIIIIII——.—...eemee-e.::..—. —— 65——— sch Bum, d, welcht Durchneß ien sching längst dem ses aufeine ittene Uft dient abe, erheber, Neuen⸗ an westli⸗ mitten in mt. Auch auffallen⸗ und zegt Aen be⸗ e hehsten ziergange, inge nach ten Plabe hroßen Ei⸗ dienet, die se suchen. klein ge⸗ ugehoren, u erhal⸗ nseln, das durch sc Produck, che; Mal ruhigeund „die keih jendwo engischn sch cber dabeh Die Seen auf dem Jurassus. 69 dabey sorgfältig verstecken, um nicht ein Werk zu ver⸗ derben, das beynahe schon vollkommen aus den Händen der Natur gekommen ist. Alle Annehmlichkeiten dieser Insel sind für ihre ge⸗ genwärtige Besitzer verloren, weil dieselben von der Art sind, daß sie nur die nützlichen Produete davon genießen können. Sie gehört dem Hospital der Stadt Bern, welches daselbst einen Meyerhof, wo man auch einige Erfrischungen haben kann, bauen lassen. Man langet daselbst durch einen Canal an, welcher in dem tiefsten Theile der Insel gegraben ist, und den Schiffen zugleich zu einer Art von Hafen dient. Der Boden der Insel, dessen senkrechten Abschnitt man ganz nahe an ihrer höͤch⸗ sten Spitze am Ende der nordostlichen Seite zu sehen bekömmt, enthält unter der Dammerde Sand, hernach weichen Thon, hierauf einen harten und farbigen Thon, und endlich unter demselben Bänke von einem feinen Sandstein von mittelmäßiger Härte, dessen Brüche ge⸗ genwärtig eröfnet sind, und welcher in dem Verzeich⸗ niß der Geschenke, womit die Natur diese Insel beeh⸗ ret hat, nicht darf vergessen werden. E 3§. 400. Nahe bey dieser Insel ist noch eine andere kleinere, von welcher aber zur Vergrößerung der erstern eine erstaunliche Menge von Erde ist abgeführt worden. Man sieht an der gleichen Richtung der Schichten beyder Inseln, daß dieselben ehmals nur eine ausgemacht, welches auch durch die zwischen denselben befindlichen Untiefen noch mehr be⸗ stätigt wird. Von der kleinern Insel geht in gleicher Rich⸗ tung eine Untiefe, die mit Rohr bewachsen ist, mitten durch den See bis nach Erlach hinauf, formirt unter dem Wasser einen ziemlich breiten Felsenrücken, und ver⸗ bindet also die zwo Inseln mit dem über Erlach sich er⸗ hebenden Julimont, dessen Schichten mit denen auf den Inseln, sowohl in Absicht auf die Richtung als auf die Bestandtheile, genau übereinkommen, und sehr Lene schein⸗ 70 Sechzehntes Kap. Die Seen auf dem ꝛc. ᷓ. 400. Temperatur des Bielersees. Sehr ungern verließen wir diesen so angenehmen Ort, um unser Thermometer wieder herauf zu ziehen, und dann die Reise fortzusetzen. Wir fanden dasselbe auf 34 Grad; es war 0 Minuten auf 9 Uhr, als wir es heraufnahmen, und folglich hatte es Viertelstun⸗ den im Wasser gelegen. Die Temperatur der Luft war 17 Grad, und die des Wassers auf der Oberfläche 163 Grad. Der Genfersee ist kühler als dieser, auch selbst in minder beträchtlichen Tiefen,(§. 397. Nohne Zweifel weil die Strömungen, die über seinen Grund hinfahren, die Kälte der tiefsten Wasser in größere Di⸗ stanzen fortführen können. §. 401. Der Murtensee. Als wir wieder auf Erlach gekommen, reisten wir sogleich ab, um noch zu Murten, welches z starke Stunden davon entfernt ist, zu Mittag einzutreffen. Wir giengen über die Sümpfe, die sich am mitternächt⸗ lichen Ende des Murtensees ausdehnen, und stunden in Gefahr, auf Lebenslang darin stecken zu bleiben. Diese großen ganz flachen Sümpfe, die wenig über die Fläche des Sees erhaben sind, waren wahrscheinlich ehemals mit Wasser bedeckt; und alsdenn machten der Neuenburger⸗Bieler⸗ und Murtensee einen ein⸗ zigen zusammen aus. Von scheinlich machen, daß dieser Berg mit den Inseln ehmals zusammengehangen, und eine weit in den See hinaus sich erstrekende Erdzunge oder ein großes Vorgebirge ausge⸗ macht habe, welches auch selbst die Meynung der Anwoh⸗ ner ist. W. qWRWNA—.—.———————————————— Guf fhe· ct us h mit pucdige et Bl 4* — Eille Nr Vougi 90¹6 afth dit sstj Rimz 750 DM. R. schin bun aus sb 1 ichi schiin Higkeit Rich Nmee. genehmen zu jiehen, n dassee „ als wit iertelstun⸗ Lust wat HDerfläche ser, auch .Johne Gtund here Di⸗ isten wit z statke zutreffen, tternächt⸗ stunden bleiben. ber die scheinlich chten der einen ein⸗ Von In ehmals inaus sch 9² ausge Mwoh⸗ Siebenzehnt. Kap. Das Verbergen der ꝛc. 71 Von Murten kamen wir in dritthalb Tagen nach Genf zurück, nachdem wir in 9 Tagen eine für Natur⸗ forscher sehr interessante Reise gethan hatten, auf wel⸗ cher uns maches lustige Abentheuer aufstieß, von denen ich mir nichts zu sagen getraue, als daß dieselben oft würdige Gegenstände des Witzes eines Bachaumont oder Boufflers gewesen. IIFTITFTTITFTITFTTITTTITTTITITTITTTT Siebenzehntes Kapitel. Das Verbergen der Rhone.) §. 402. Einleitung. Mamen der nächsten Dörfer. Jahrszeit, die zu Besichtigung dieser Erschei⸗ nung am schicklichsten ist. Nochdem die Rhone bey Ecluse durch den engen Paß zwischen dem Ende des Jurassus und der Vouache hindurch Letoste⸗ so läuft sie um den Fuß — 4 des *) Hr. Guettard hat der Pariser Akademie eine sehr weit⸗ läuftige Abhandlung über mehrere Flüße der Normandie, die sich in der Erde verlieren und hernach wieder heraus kommen, übergeben.(S. Mémoires de ͤ' Acad. pour 1758.) Am Ende seiner Abhandlung giebt er auch eine Beschreibung und Abbildung von dem Verbergen der Rbo⸗ ne. Dieser berühmte Naturforscher aber hat diese Er— scheinung nicht selbst beobachtet; auch scheint die Beschrei⸗ bung und Zeichnung, die man ihm eingesendet hat, mehr aus einem ungetreuen Gedächtniß, als nach der Natur selbst gemacht zu seyn. Ich werde mich bestreben, einen richtigern und gründlichern Begriff von dieser Naturer⸗ scheinung zu geben, ohne mich bey Ahndung der Unrich⸗ tigkeiten erwähnter Beschreibung aufzuhalten. Was eine Zeichnung anbetrifft, so halte ich sie für entbehrlich. 72 Siebenzehntes Kapitel. ö des Berges Credo herum. Der Fuß dieses Berges Fh (8• 214.) bestehet aus Sandstein, Sand, Thon und Riin gerollten Geschieben. Alle diese unter sich wenig zu⸗ ö a sammenhängenden Materialien lassen sich von der Rho⸗ asin ne durchgraben, die, anstatt an ihrer Erweiterung zu arbeiten, hier beträchtlich enger und tiefer wird. Eben dieser Fluß, welcher bey Genf, unterhalb seiner Ver⸗ Bescht einigung mit der Arve, bey seiner mittleren Breite Schl; 213 Schuh beträgt, hat unter der Brücke von Gre⸗ Hs zin, 2 Meilen unterhalb Ecluse, nur eine Breite von 15 bis 16 Schuh, dafür aber eine sehr beträchtliche 42 Tiefe. 0 Er lauft beständig in einem tief durch Thonlager ge⸗. grabenen Bette fort, und trifft eine halbe Meile ober⸗ 0 Din balb genannter Brücke einen Grund von Kalkfelsen an, Iih dessen horizontale Bänke sich noch unter die Thonlagen I hinab erstrecken sstl. Man sollte glauben, daß diese Felsen, die beym lunmtoe Anschlag des Hammers so hart scheinen, dem Graben fde sn der Rhone und ihrer zunehmenden Vertiefung wider⸗ lumuß stehen sollten; aber sie hat sich im Gegentheil in diese ö M ul Felsen noch weiter hinein begeben als in die Erdlagen, shye und dieselben so sehr aus gehöhlt, daß der Fluß sich dar⸗ miuif in verbirgt und ganz verschwindet. Diese Erscheinung Im inn wird La perte au Rhone genennt. ö HIb Es giebt wenig Reisende die den Weg von Lyon Yiht.) nach Genf machen, und nicht absteigen, um diese sam sf Merkwürdigkeit zu sehen. Die Bauern von Coupy, Gah einem kleinen Dorfe, das eine Viertelmeile oberhalb der 18 Poststation von Vanchy ist, und auf der Höhe liegt, she, an deren Fuß die Rhone sich verliert, muntern die Etrom Reisenden hierzu gar sehr auf. woreint Diese Merkwürdigkeit ist nicht in allen Jahrszeiten shent, gleich bewundernswürdig: denn wenn im Sommer die lls se! Wasser groß sind, so können sie nicht alle in die Aus⸗ uihe höh⸗ —— — —... t? * ͥIAIFIIꝗIꝗFIFIFITITITITITIIIRIDIIIIRDDDEEEDEE--— ——— 5 Bergn hon un wenig zů der Rho⸗ iterung d. Ebn einer Ver⸗ en Briitz on Gre⸗ lreite von Hrächtiche nlager ge⸗ Nile obet⸗ felsen an, honlagen die beym Graben 9 wider⸗ il in diese Erdlagen, ssch dar⸗ chenung N Lyon um diese Coupy, rhalbder he ligg, ntern die ahtgeiten mmer die di le⸗ hh⸗ Das Verbergen der Rhone. 73 höhlung des Felsen hineingehn; aber im Winter und Frühling wird die Rhone gänzlich davon verschlungen, und verschafft durch ihre Verschwindung einen sehr in⸗ teressanten Anblick. §. 403. Beschreibung des Verbergens der Rhone. Schlund, worein sie sich stürzt. Canal, wor⸗ in sie lauft, nachdem sie sich verloren hat. Ehe der Rhodan, oder die Rhone, an den Ort ihres Verschwindens gelangt, lauft sie, wie wir gesehen haben, in einem in Thonlagen gegrabenen Bette. Die⸗ ses Bette wird inzwischen breiter; und da es sehr gleich ist, und sich in einem sanften Abhange dahin zieht, so ist das Wasser nicht wild, sondern fließt in stiller Ma⸗ jestät dahin. Wenn aber die Rhone an die Felsenbank kommt, welche unter dem Thonlager durch geht, so findet sie den Fels plötzlich abgebrochen, das Bette be⸗ köͤmmt die Form eines Trichters, der Fluß stürzt sich mit einer ausserordentlichen Geschwindigkeit und Geräu⸗ sche hinein, seine Wasser stoßen einander wechselsweise zurück, bewegen sich heftig und verwandeln sich gleich⸗ sam in Schaum. Die Felsen, die diesen Trichter ab⸗ geben, kommen einander so nahe, daß es einen Platz giebt, wo beyde Ufer nicht 2 Schuh von einander ent⸗ fernt sind; so daß ein Mann, selbst von mittelmäßiger Größe, den einen Fuß auf das Ufer stellen könnte, wel⸗ ches Frankreich zugehört, den andern auf das savoyi⸗ sche, und sodann zwischen seinen Füssen diesen schönen Strom könnte durchlaufen sehen, der über diesen Schlund, worein er sich unvermeidlich stürzen muß, erbost zu seyn scheint. Aber diese Stellung wäre noch gefährlicher, als sie prächtig ist, und diese einhängende Felsspitzen, welche das Wasser durch beständiges Anschlagen benetzt, 5 wur⸗ —:: d—— n .. 74 Siebenzehntes Kavpitel. würden über einem so erschrecklichen Abgrunde ein sehr nb l schlüpfriges Fußgestelle seyn. gih Ein wenig unterhalb diesem Abgrunde sind die zwey Ni Ufer weiter von einander entfernt, und man sieht die Owal Rhone ziemlich ruhig in einem Canal fortlaufen, wel⸗ n chen sie sich in den Felsen gegraben hat. Dieser Canal Wh ist in der Höhe ungefähr 30 Schuh breit, und läuft mit W. gleicher Breite auf 30 bis 32 Schuh in die Tiefe hin— süunt ab; da wird er aber beträchtlich schmäler. In dieser en Tiefe findet sich eine Felsenbank, welche härter ist als 70⁷3 die andern, und sich nicht nach der ganzen Breite des R Canals hat durchgraben lassen. Diese Bank ist nur 1 16 0 bis 2 Schuh dick, so daß die Rhone sich über ihr bey⸗ Feisl nahe so weit als unter ihr durchgegraben hat. bm Diese härtere Bank stellt in dem Inwendigen des piltd Canals eine Art von hervorstehender Wand vor, wel⸗„ che auf beyden Seiten ohngefähr 8 bis 10 Schuh her— sigen vorragt, in der Mitte aber doch offen ist, und die Flä⸗ MWI che des Wassers, das ganz ruhig in dem Grunde des herch Canals fortläuft, sehen läßt. Durch diese Wand wird c,u der Canal in den obern und untern Theil getheilt, wo⸗ 1100 von der obere etwas breiter als der untere ist. Die Rhone, welche im Winter in den untern Canal einge⸗ hrün schlossen ist, scheint, ohne Zweifel weil die Senkung da smtn nicht beträchtlich ist, sehr langsam darinne fortzufliessen. W Soll ö d.. Wih Ort, wo die Rhone verschwindet. Zugänglich⸗ ebe keit desselben. Brücke von Lucey. dug Bis hieher ist also die Rhone noch nicht verloren, 9 weil man die Oberfläche ihres Wassers noch allenthalben n 4 sehen kann. Aber 2 bis 300 Schritte unterhalb dem 3 00 Trichter, wovon ich oben geredet habe, sind große Fels⸗ 6 massen, die sich oben von den Wänden des obern Ca⸗ n nals ah 8—*— IIIII— AIISSSSSSSSeE—————.—— ee——— ein sche dieppey sieht de fen, pil ser Canal luft mit Tiefe hiz In dieser er ist als reite des st nur 1 ihr bey⸗ digen des r, wel⸗ huh he⸗ die Flä⸗ inde des and wird eilt, wo⸗ i. Die nal einge: nkung da ufliessen. anglich . verloker, ienthabn halb dem rohe Feb ohern Ear nals Das Verbergen der Rhone. 75 nals losgemacht haben, in eben diesen Canal hinunter gefallen, aber durch die oben gemeldte vortretende Wand, die über dem untern Canal ist, aufgehalten worden. Diese aufgehäuften Klötze bedecken den Canal, und ver⸗ bergen den Fluß, der in diesen unterirdischen Gang eingeschlossen ist, auf eine Länge von etwan 60 Schrit— ten. Dies ist also der Ort, wo die Rhone wirklich ver⸗ schwindet; und dieser 60 Schritt lange Raum, in wel—⸗ chem man sie nicht sieht, hat den Namen La perte au Rhone. Man kann auf diesen aufgethürmten Felsen trocke⸗ nes Fußes über die Rhone kommen; allein sie sind nicht so leicht zulänglich, und man muß, um dahin zu kommen, zuvor auf die vorgedachte Wand hinabsteigen, welche 31 Schuh tief in dem Innern des großen Canals ist, dessen Wände senkrecht abgeschnitten sind. Man steigt dahin auf einer großen Leiter hinab, die die Bau— ern von Coupy zu diesem Ende hier angebracht haben. Aber auch selbst der Zugang zu dieser Leiter ist beschwer⸗ lich, weil das Erdreich bis an den Rand des Canals in einem jähen Abhange hinab schießt. Man sieht hieraus, daß die Brücke, welche die Na⸗ tur üͤber den engen Canal der Rhone gebaut hat, nicht hinreicht, um bequem über den Fluß zu kommen, in-⸗ dem man, um dahin zu gelangen, eine Leiter von 30 Schuhen auf der einen Seite hinab, und auf der an⸗ dern hinauf steigen muß. Uebrigens bedeckt die Rho⸗ ne bey der Größe des Wassers alle diese Felsen, füllt den großen Canal aus, und erhebt sich sogar selbst über das Ufer desselben. Die Kunst mußte also der Natur zu Hülfe kom⸗ men; und man hat zu dieser Absicht eine hölzerne Brü⸗ cke gebaut, die auf beyden Seiten durch ein maßives Gemäuer befestigt ist, auf welchem die Brücke 12 Schuh höher als das Ufer des obern Canals liegt. Die⸗ se 76 Siebenzehntes Kapitel. se Brücke heißt Le Pont de Lucey. Hr. de Luc fand sie 39 Klaftern tiefer als die Fläche unsres Sees.)½ Unterhalb dieser Brücke ganz nahe an dem Orte, wo die Rhone zu verschwinden anfängt, ist die Leiter angebracht, auf welcher man zu der den untern Canal bedeckenden Wand hinabsteigt; und ist man auf dieselbe herabgekommen, so kann man mit aller Gemächlichkeit das Verschwinden des Wassers mit allen seinen Umstän⸗ den untersuchen; man kann da die Natur der Felsen ken⸗ nen lernen, in welchen der Canal gegraben worden, und man sieht ganz deutlich, daß die Bank, woraus die her⸗ vorstehende Wand bestehet, eine viel härtere und dichte⸗ re Steinart als die andere ist; auch erkennt man, daß eben diese Wand die Ursache des Verschwindens der Rhone ist, weil, wenn dieselbe nicht da wäre, die Felsstücke, die den Fluß verdecken, bis zu unterst in den Canal herab gefallen wären, und also den Fluß würden sichtbar gelassen haben. §. 405. Wiedererscheinung der Rhone. Man sieht leich⸗ te Körper, die an dem Orte des Verschwin⸗ dens hineingeworfen werden, nicht wieder her⸗ auskommen. Ursache davon. Man kann sogar, wenn man dieser Wand oder Ge⸗ wölbe nachgehet, die Wiedererscheinung der Rhone in der Nähe betrachten. Man wird vielleicht glauben, sie komme mit eben so viel Gewalt wieder zum Vorschein als sie verschwindet: da aber der Canal, der sie einschließt, immerfort ausserordentlich tief ist, und wahrscheinlicher Weise nicht viel Fall hat, so scheint das Wasser da, wo man es zum erstenmal wieder sieht, beynahe stehend; ö man ) S. Recherches sur les modifications de l' atmosphere F. 757. Auc fan 8.. m Ort, die Littr rn Canal If diescbe ichlichket Umstän⸗ elsen ken⸗ den, und die her⸗ d dichte⸗ u, daß dens der re, di st in den wüͤrden htleich⸗ schwin⸗ der her⸗ oder Ge⸗ honein uben, si Vorschein inschliez, heitlichet er da, vo sthherdz Mah osphert ⸗ Das Verbergen der Rhone. 77 man bemerkt nur einige leichte Wallungen in demselben, und nur nach und nach und in einer gewissen Entfernung nimmt die Rhone diejenige Schnelligkeit wieder an, welche sie von andern Flüßen auszeichnet. Man sagt, man habe versucht, leichte Körper in die Rhone zu werfen, um zu sehen, ob sie mit dem Was⸗ ser wieder herauskommen würden; daß man aber nie⸗ mals wiederum etwas davon habe sehen zum Vorschein kommen. Man sagt, man habe sogar ein lebendiges Schwein hinein geworfen, weil diese Art von Thieren unter den Landthieren eines der fähigsten zum Schwim⸗ men ist; daß es aber auch nicht wieder erschienen sey. Allein man hätte wohl voraus sehen können, daß dieses arme Thier an den Felsen, zwischen welchen sich die Rhone herabstürzt, würde zerschmettert werden, und daß also seine Fähigkeit im Schwimmen es nicht vor dem Tode bewahren, noch aufs neue zum Vorschein bringen würde. Was andere Körper anbetrifft, die ih⸗ rer Leichtigkeit wegen wiederum auf die Oberfläche des Wassers hervorkommen sollten, so muß man bedenken, daß die Rhone nicht an einer einzigen Stelle wiederum ganz erscheint, sondern daß, weil sie in eine sehr enge Schleuße eingeschlossen ist, ihr Wasser eine sehr große Geschwindigkeit annimmt, und in schiefen Linten auf⸗ wärts steigt, wovon mehrere sich von der Stelle der er⸗ sten Wiedererscheinung entfernen. Uebrigens müssen auch in so tiefen Abgründen die Wasser zu einem Stru-⸗ del werden, welcher sehr lange Zeit leichten Körpern das Vermögen benimmt, wieder oben auf der Oberfläche zu erscheinen; und da sie immer dem Fall des Wassers nachfolgen, welcher sie mit sich fortreißt, so können sie erst in einer großen Entfernung wieder an die Oberflä⸗ che gelangen. Man darf sich also gar nicht verwundern, daß man sie an dem Orte, wo die Rhone wieder zu er⸗ scheinen anfängt, nicht herauskommen sieht. H. 406. 78 Siebenzehntes Kapitel. §. 406. Die Art des Gesteins ist Schuld an den tiefen Aushöhlungen der Rhone. Die Felsen blättern sich ab; stürzen auch ein. Vertiefungen, die das Wasser gegraben hät. Wenn man nach dem Grunde der tiefen Aushöh⸗ lungen forschet, welche die Rhone in diesen Felsen gemacht hat, so glaube ich, man könne ihn in der Na— tur des Gesteins selbst finden, woraus sie bestehen. Sie sind aus einem Kalkstein zusammengesetzt, der im Was⸗ ser weich wird, folglich sehr leicht dadurch ausgefressen werden kann. Diese Beschaffenheit des Gesteins zeigt sich auf tausend verschiedene Arten. Wenn man auf das Gewölbe, oder die obenbeschrie⸗ bene Wand herabgestiegen ist, und den innern Wän⸗ den des großen Canals nachgehet, so siehet man, wie die Felsen, woraus diese Wände bestehen, durch das Wasser, welches aus dem Erdreich, womit sie bedeckt sind, herabtröpfelt, weich werden, sich von sich selbst abblättern, und die herabgefallenen Blätter sich zwi⸗ schen den Fingern zerreiben lassen. Diese geringe Fe— stigkeit st Schuld, daß sich die großen Stücke davon losgerissen haben, unter welchen die Rhone verschwin— det. Die Brücke, die man geglaubt hatte auf den Fels⸗ bänken, welche den Canal einfassen, sehr fest gebaut zu haben, stürzte vor einigen Jahren mit den sie tragenden Felsen ein, so daß man genöthigt war, sie höher hin— auf wieder aufzubauen, und auf eine breite Unterlage von Mauerwerk zu gründen. Die Leichtigkeit, womit sich diese Felsen von dem Wasser durchgraben lassen, giebt sich auch durch eine Menge runder Hcher zu erkennen, die man an verschie— denen Orten der Ufer des großen Canals antrifft; sie sind sdis bb ünu hi fsehe Mu S mhs dulsh Sung 0 DI I 0 ‚ l Hebg thehg Did en tiefe blattern gen die Muhöh⸗ en Fesse der Mo⸗ hen. Sie im Was⸗ gefressen ans deigt nbeschrit⸗ nWän⸗ an, wie urch das e bedeckt sch sebbs sich zwi⸗ inge Fe— e davon erschwin⸗ hen Fels⸗ ebaut zu ragenden her hit Unterlage von den urch ele verschi⸗ rift; se siad Das Verbergen der Rhone. 79 sind mehrere Schuhe breit, und von einer beträchtlichen Tiefe. §. 407. Aushöhlungen der Valscelline. Nicht die Rhone allein hat diese Felsen so tief durchgegraben; der Bach Valscelline, welcher unter der Brücke von Bellegarde durchläuft, und sich 2 bis 300 Schritte unter dem Ort, wo sich die Rhone ver— birgt, in diesen Fluß ergießt, hat sich in eben den Fel—⸗ sen ein Bette von einer erstaunlichen Tiefe gegraben. Dieser Zusammenfluß der Rhone und des Baches ist ein sonderbarer der Wißbegierde eines Reisenden äußerst würdiger Gegenstand. Man sieht hier einen ungeheu⸗ ren Abgrund, unigeben mit gerade abgeschnittenen Kalk— felsen, deren horizontale Lagen sich unterscheiden lassen. Man hat in der Tiefe dieses Abgrundes gegen eines von seinen Ufern eine Mühle gebaut, die von allen Seiten unzugänglich scheint, und die in der That die allerwun— derlichste Wohnung ausmachen muß. §. 408. Sonderbares Ansehen des Canals der Rhone unterhalb ihres Verschwindens. Der Canal, in dessen Tiefe die Rhone nach ihrer Wiedererscheinung fließt, verdient auch in der schönen Jahrszeit gesehn zu werden: seine 100 bis 150 Schuh tiefen, gerade abgeschnittenen Ufer sind mit Väumen bewachsen, deren Aeste von einem Ufer zum jandern zu— sammen reichen, über diesen Abgründen einen bey— nahe beständigen Bogengang ausmachen, und darin ei— ne Dunkelheit verbreiteten, die dieselben noch bewun⸗ dernswürdiger und schrecklicher macht. Im 8⁰ Siebenzehntes Kapitel. ö Im Winter hat dieser Ort noch etwas Sonderba⸗ res von andrer Art an sich, indem alle hervorragende Spitzen dieser Felsen mit einer Menge Eiszapfen geziert sind, die gleich krystallenen Leuchtern diesen tiefen Gang zu erleuchten scheinen. D daleri §. 409. Audit Die Tiefe dieser Aushöhlungen nimmt be⸗ Har ständig zu. an Diese Aushöhlungen werden täglich, wie die Ein⸗ 10 wohner im Lande einmüthig bezeugen, tiefer. Man I6 wird dieses nicht wunderbar finden, wenn man bedenkt, ö was für eine Gewalt die Rhone, besonders in den Zei⸗ ten der Wassergröße, gegen den Grund ihres Bettes Bulle ausüben muß. Man hat gesehn, daß sie im Sommer von 1777 bis auf einen halben Schuh an die Brücke Wrn von Lucey, folglich 544 Schuh über den Punkt hin⸗ 0. aufgestiegen ist, an welchem man den 2 Ssten Februar U5n des folgenden Jahrs die Fläche ihres Wassers gefunden. hat. Aber auch in dieser letztern Zeit war sie zum we⸗ 10 nigsten 15 Schuh tief. Folglich war ihre Tiefe im iin Ganzen ungefähr 70 Schuh. s Es ist aber nicht das Wasser allein, welches das Bette des Flusses benagt: denn die Rhone fließt ober⸗ halb des Orts ihres Verschwindens am Berge Credo vorbey, von welchem beständig etwas einstürzt, so daß viel Sand und Kies in die Rhone fällt, welchen sie mit sich fortreißt. Man begreift aber sehr leicht, daß, wenn 05 so harte Materien mit aller der Gewalt, deren eine 70 le Schuh hohe Wassersäule fähig ist, gegen die Felsen an⸗ Dn gedruckt und fortgerissen werden, diese letztern dadurch Lasein eben so schnell als heftig müssen angegriffen werden. .410. AAA./Iee—.—— DD— —.:mm—————..— Zondethe orragerde fen gajtn efen Gan mt be⸗ die Ein⸗ 2. Man n bedenkt, in den Zei Es Bellil Sommu e Brück unkt hin⸗ Februar gefunden zum we⸗ Dife in lsches das ießt ber e Credo „ so dof hen siems daß/ womn en eine v• Felsen an n daduh .den. 5. 40 Das Verbergen der Rhone. 81 §. 410. Versteinerungen dieser Gegend. Die obere Kalkfelsenbank, worin sich die Rhone verliert, ist voll versteinerter Muscheln, worunter die Turbiniten und Ammonshörner am häufigsten sind. Die Herren de Luc haben in ihrem Naturaliencabinet ein Ammonshorn von 3 Schuh im Durchmesser, welches aus dieser Felsenbank genommen worden. Hr. Geißler hat daselbst eine sehr schöne, beynahe zirkelrunde Auster von 6 Zoll im Durchmesser gefunden. Es ist aber sehr merkwürdig, daß, obschon diese Bank eine so große Menge von Seekörpern enthält, gleichwohl die untern Bänke, die gleich ihr kalkartiger Na⸗ tur sind, ganz und gar keine, oder nur so wenige enthal⸗ ten, daß die Bauern in diesen Gegenden, welche sich auf das Suchen der Versteinerungen, um sie an die Fremden zu verkaufen, sehr wohl verstehen, niemals welche haben entdecken können. Meine eigenen Nachforschungen sind eben so fruchtlos abgelaufen. §. 41T. Schwefelkiese. Eben diese Bauern bieten den Reisenden auch würf⸗ lichte Schwefelkiese an, die sich in einem sehr dünnen Thonlager unter der Kalkbank finden, aus welcher die Versteinerungen kommen. II. Theil. F§. 411. —— Siebenzehntes Kapitel. §. 412. Versteinerungen in den benachbarten Hügeln. Die Hügel, welche den Ort umgeben, wo sich die Rhone verliert, enthalten gleichfalls eine Menge von versteinerten Muscheln. Dieselben bestehen, wie schon erwähnt worden, aus horizontalen Sand- und Thonla⸗ gen. Ich habe daselbst Ammonshörner von verschiede⸗ ner Gattung gesammlet, deren einige durch ihre regel⸗ mäßige und erhabene Falten merkwürdig sind; auch ge⸗ streifte Gryphiten, einige kleine Echiniten, und Bruch⸗ stücke von Orthoceratiten. Diese Seekörper sind ge⸗ wöhnlich in einem grünlichten Thon eingeschlossen, sie selbst aber in einen mit Thon gemischten Kalkstein ver⸗ wandelt. Diese Materie wird an der Luft hart; aber in der Erde ist sie sehr brüchig: oft brechen die Muscheln im Augenblicke, wenn man sie herauszieht, unter den Fingern. Ohne Zweifel findet man um deswillen keine vollständige Orthoceratiten; ich wenigstens habe nur Bruchstücke davon bekommen können. §. 413. Diese Fossilien kommen vom Orte selbst. Die Versteinerungen dieser Gegend sind also nicht, wie man geglaubt hat, durch die Rhone herbeyge⸗ führt, und durch die Felsen, in denen sich dieselbe ver⸗ liert, aufgehalten werden; sondern sie gehören dem Or⸗ te selbst zu, worin man sie findet Diese Kalkbank war unstreitig eher angelegt, als die Rhone ihr Bette da— selbst eingrub; und obschon die genannten Hügel von ei⸗ ner viel neuern Entstehung sind als diese Kalkbank, so sind sie doch eher als die Rhone da gewesen. §. 414. x anein min, Rulsch du sn uril aum K. Ende hban n g fihtt nicht l dun V. RHl he V nehne nch 0 un arten wo sich de Menge von „wie schon ind Thonlt verschiede ihre reget ; auch ge: ind Bruch⸗ er sind ge⸗ hlossen, si Astein ver⸗ art, aber e Muscheln unter den willen keine habe nur selbs. also nich, herbehge dieselbe ⸗ ren dem d⸗ alkbarkwot r Balt dr ugel von⸗ bal 6 . . 4¹ Das Verbergen der Rhone. 83 §. 414 Mit Steinöl durchdrungener Sand. Auf der Seite von Savoyen habe ich ziemlich hoch an einem dieser Hügel Lagen von Sand wahrgenom— men, der mit Steinöl durchdrungen ist. Dieses mine⸗ ralische Oel verbindet die Sandkörner unter einander, und macht sie schwarz und glänzend. Wirft man die⸗ sen Sand auf glühende Kohlen, so entzündet sich das darin enthaltene Oel und wird flüchtig. Es scheint, man habe sich ehemals vorgenommen, das Oel aus dem Sande herauszuziehen: denn die Bauern von Coupy haben mich versichert, man habe vor ungefähr 40 Jah⸗ ren ganze Wagen von diesem Sande nach Genf ge⸗ führt; aber vermuthlich kam bey der Unternehmung nicht viel heraus— denn man hat seitdem nichts mehr davon abholen lassen. Ich vermuthete, man möchte vielleicht in eben die⸗ sen Hügeln Steinkohlen finden, da das Steindl öfters eine Anzeige darauf ist: allein ich konnte keine wahr⸗ nehmen, und die Bauern in der Gegend versicherten H1 auch, niemals dergleichen daselbst gefunden zu aben. ———„ 84 Achtzehntes Kapitel. ----.. er.-M.-.-.. Achtzehntes Kapitel. Von Linsensteinen. d. 415. CLinsensteine, die an dem Orte, wo die Rhone verschwindet, gefunden werden. U eber der Kalkbank, welche oberhalb dem Verschwin⸗ dungsorte der Rhone—8. 410.) Versteinerun⸗ gen enthält, findet man große Massen von Lusenstei⸗ nen von einer ganz besondern Art, die von allen bisher bekannten sehr abgehen; und selbst diese gehören un⸗ ter die Fossilien, deren Natur noch sehr 1 bekannt ist. Da ich in Ländern gereiset bin, die eine große Men-⸗ ge derselben enthalten, so habe ich eine Sammlung da— von gemacht, die mich in den Stand setzt, Beobach- tungen anzustellen, woraus sich einiges von ihrer Stru— etur wird aufklären lassen. Ich werde hier anfänglich von den gemeinen unsensteinen reden, und hernach auf diejenigen kommen, die sich an dem Verschwindungsor⸗ te der Rhone sinden. 5. 46. Gemeine Linsensteine. Diese Steine sind nicht allein unter dem Namen der Linsensteine(Lap. lenticulares), sondern auch der Pfennigsteine(Lapides numismales) oder Frucht— steine(Frumentarii) und der Porpiten bekannt.) Ihre ) In dem Thale Ronca findet man große Massen von Kalk⸗ stein, die mit dergleichen Porpiten angefüllt sind, und daher a0 Moe iumer mlche schin huralih Iyale Synde MM H-E Whe Hhln Uache 3 Richely rclinh; ¹ wshehn N gil W Mahm Dul slin gr Opanpr Cn 2 6 90 Mil dheh; den. 7 Sich Ind Ln anmg uhit, nn *.* ie Rhohe . zerschwin⸗ steinerun⸗ Lnsenstei⸗ len bisher hören un⸗ 9 bekannt oße Men⸗ nlung da⸗ Beobach⸗ rer Stru⸗ anfänglih ernach auf ndungsor⸗ Namen der auch de Frucht Akannt.) Ahr * V sind, W dhauhtr Von Linsensteinen. 85 Ihre Gestalt ist zirkelrund, platt gedrückt, gegen den Mittelpunkt etwas erhoben, wird aber nach dem Rande hin immer dünner. Von aussen findet man gar kein Merk⸗ mal einer Organisation daran; wenn dieser Stein aber sich in zwey Plättchen, die mit seiner größten Oberfläche parallel laufen, spaltet, so sieht man, daß in seinem Innern ein regelmäßiger Gang in der Richtung einer Spirallinie anzutreffen ist. Diese Spirallinie hat ihren Mittelpunkt mitten in dem Steine, und endigt sich nach vielen Windungen endlich an der Peripherie desselben. Ich habe bis auf 38 Windungen dieser spiralförmigen Höhlung an einem Pfennigsteine von Verona gezählt, welcher nur einen Zoll im Durchmesser hatte. Zahl⸗ reiche queerlaufende Zwischenwände theilen diesen Ca— nal in eine eben so große Menge von kleinen Zellen; und da diese Zellen keine Oeffnungen haben, so findet weder zwischen denselben, noch mit dem Aeussern der Muschel die geringste Verbindung statt. Gewöhnlich sind diese Zellen leer, ausgenommen wenn sie mit einer fremden Materie durch die Infiltration sind angefüllt worden. Da alle Abbildungen, die ich noch von diesen Fos⸗ sillien gesehen, sehr unvollkommen sind, und die innere Organisation sehr schlecht vorstellen,) so habe ich durch Hrn. Geißler eine sehr genaue Zeichnung davon machen lassen, die sich bey Fig. 2. auf der Zten Kupfertafel die⸗ ses Werks findet. Die kleinen Buchstaben zeigen die natürliche Größe an, und die größern, wie sich der Ge⸗ F 3 gen⸗ daher von den Einwohnern Pietra da saldo genennt wer⸗ den. Bernisch. Wagaz. 3 B. 1 St. S. 14. W. ) Siehe eine Vorstellung in Schröters Gesch. der Steine und Versteinerungen Th. 3. Tab. VI. Fig. 8. wo man die Kämmern auch unterscheiden kann. In Scheuchzers Na— turhist. des Schweizerlandes Th. 3. Fig. 15 d. ist auch eine +. nicht gar schlechte Abbildung von dem innern Bau dieses Körpers. W. 86 Achtzehntes Kapitel. genstand unter dem Vergrößerungsglase darstellt. Die Buchstaben C. und c. zeigen die äußere Gestalt eines ganzen von der Fläche angesehenen Linsensteines. 4. und 4. zeigen das Innere davon, und seinen spiralförmigen Canal mit den Zellen. B. und b. stellen die Figur im Durchschnitt und ein wenig geöffnet dar, damit man die spiralen Wände der Zellen, aus denen dieser Körper be⸗ steht, desto besser unterscheiden könne. §. 417. Orte, wo man sie findet. Man findet sie an unzähligen Orten; doch habe ich nirgends so beträchtliche Haufen davon gesehn als in den Gegenden von von St. Gobain in der Picardie, wo es Kalkfelsen giebt, die ganz voll davon sind. Man fin⸗ det auch solche, die gar nicht unter sich zusammenhän⸗ gen; wie denn in den Spaziergängen des Gartens bey der Spiegelfabrik statt des Sandes nur Pfennigsteine gestreut sind. §. 418. Meinung der Naturforscher über die Linsen⸗ steine. Meinung des Ritters Linne', Zrn. Hof⸗ raths Walch und Yrn. Breyn. Hr. Hofrath J. E. Walch hat, in seinem großen und prächtigen Werk über die Versteinerungen, von den Linsensteinen in einem eigenen Artikel gehandelt: er nennt sie, wegen ihrer inwendigen spiralförmigen Windung, Heliciten.) He. Walch erzählt in dem gedachten Artikel die verschiedenen Meinungen der Naturforscher über diesen Körper. Bloß die Meinungen des Ritters Linneꝰ S Naturgeschichte der Versteinerungen Nürenberg, Fol. 1768. B. I. S. 61. Tafel A. VIII. Lims sie V. aald De festell pole 0 Heml es m bsh sehanu Cule. W net Ab. Wü Hn d un uil Einh. udg Pein E aadX. 902 W he 5 die nů Voc) M4 itrg on f sugt Id: erhibg Ubene Ilt. di stalt entz es. Aund alfermigen Fiut in nit mandie Körperhe hobeich als in den Irdie, wo Man fin⸗ menhän⸗ ktens bey nnigsteine Linsen. rn. Hof⸗ em großen n, vonde lt: ernennt Windunh u gedachtn Kurfershe des Rittis Lume Hberh Hl Von Linsensteinen. 87 Linne' übergehet er mit Stillschweigen: inzwischen sind sie doch, wär es nur deswegen, weil er sie so oft ver⸗ ändert, merkwürdig. Dieser beruhmte Nomenclator setzte zuerst die Lin⸗ sensteine unter die Madreporen. Er nennte sie Madre- pora simplex orbicularis, plana, stella convexa. 9 Hernach änderte er im Jahr 1753, in der Beschreibung des Cabinets des Grafen von Tessin, seine Meinung, und betrachtete den Linsenstein als eine Art von Medu⸗ senhaupt, und nannte sie Helmintholithus Zoophyti Me- dusae. Das Jahr darauf gab er in einer Probeschrift, Chi- nensia Lagerstroemiana betitelt, die Beschreibung und Abbildung des Medusenhauptes, welches er für das Original des Linsensteines hielt. Dieses war ein vom Hrn. Lagerström aus Indien gebrachtes Seeproduct von rundlichter plattgedrückter Figur mit eingekerbten Streifen, deren einige concentrisch und zirkelförmig, andre aber gerade waren und vom Mittelpunete nach der Peripherie ausliefen.“*) Endlich kam er im zZten im F 4 Jahr ) S. Dissert de Coralliis Balticis, habita 8 Iunii 1745. Amoen. acad. L. I. pag. 194. Fig. V. **) S. Mus VTessin. pag. 96. ν S. Amoen acad. T. IV. p. 255. fig. 7. 8.—— Dieser Meinung scheint auch Fortis günstig zu seyn; er fügt aber bey: die verschiedenen Gattungen dieser Versteinerung, die sich im Veronesischen und Vicentinischen befinden, seyen noch nicht alle im Original entdeckt. S. Bernisches WMagaz. 3 B. 1 St. S. 67. 68. Pallas rechnet die Por⸗ piten zu seiner Madrepora fungites, die aber durch eine Art von Zerstörung dasjenige geworden ist, was sie ist. Er sagt: Sebani thesauri tab. 112. fig. 28— 30. detrita exhibet specimina, qualia ab ignaris pro diversa specie haberi possent. His simillima fossilia passim oecurrunt, quae, 88 Achtzehntes Kapitel. Jahr 1768 herausgegebenen Bande seines Natursy⸗ stems wieder auf seine erste Meinung, und setzte den Lin⸗ senstein unter dem Namen Porpita) unter die verstei⸗ nerten Madreporen, und nennte ihn Helmintholithus Madreporae deperditae, obschon das Wort deperditae beweiset, daß er sie nicht wie ehemals für das Petrefact der einfachen runden Madrepora hielt, die in unsern Meeren gefunden wird. Inzwischen giebt er doch zu erkennen, daß er noch daran zweifle, ob es nicht ein Me⸗ dusenhaupt sey, wie er schon ehedem gesagt hatte.— Nachdem Hr. Walch alle verschiedene Meinungen der Naturforscher über diesen sonderbaren Körper durch⸗ gegangen hat, so endigt er damit, daß er der Meinung des Hrn. Breyn beyypflichtet, welcher denselben in die Classe der Muscheln mit Kammern setzt, wohin auch die Ammonshörner, die Posthörner u. s. w. gehören. π Hr. quae, si prorsus detrita et laevigata fucrint, Porpitae vocan- tur. Elench. Zooph Sp. 165. P 283.284. Wüller, Berg⸗ mann und Schröter treten der Meinung des Linne' bey; Schröters Gesch. der Steine und Verstein. Th. 3. S. 50. 505. und Wüller hat in seinem Linn Wat. Sy⸗ stem Th. 6. B. I. Tab. 6. fig. 1. das vermeinte Original abzeichnen lassen. Meinecke rechnet sie zu den Korallen. S. den Naturforscher St. X S. 252. W. ) Ich glaube, Plott in seiner Naturgeschichte der Provinz Oxford sey der erste, welcher diesem Körper den Namen des Porpiten gegeben. Seine runde und convexre Form hat ihn veranlaßt, ihn im Englischen Buttunstone oder Knopfstein zu nennen; da aber der Name gelehrt seyn mußte, so nennte er ihn Porpit, von dem griechischen Wort gen, welches inzwischen doch eher eine Schnalle als einen Knopf bedeutet. ) Am angef. Orte Amoen. acad. T. IV. ν) S. Bræyn Dissertatio physica de Polythalamiis, Gedani 1732. 4.—— Dies ist auch die Meinung des Hrn. von 5. 9 ů Om Obichl inee die N M von Hahen lalgere E Hb ehe de W Meus e den Hn ievassh nthosithz leperditze Perefat in unsen r doch y t ein Me⸗ hatte. einungen er durch⸗ Meinung den in die nauch die ren. Ht. ⁴e vocan- er, Berg⸗ Linne' in. Th. Z. Nat. Sy⸗ Original Korallen. Provinz en Namen vere Forn stone odet elehrt sehn griechischl e Schnale li5 bedari D Hil voh Von Linsensteinen. 89 Hr. Walch glaubt selbst unter den lebenden Thie⸗ ren ein ähnliches in einem kleinen Nautilus gefunden zu haben, welchen D. Bianchi folgendermaßen beschreibt: Cornu Hammonis littoris Ariminensis minus, vulgare, orbiculatum, striatum, vmbilico prominente, ex quo striae et loculamenta omnia prodeunt.*) §. 419. Widerlegung dieser Meinung. Nachdem ich aber die Pfennigsteine mit sehr vieler Sorgfalt untersucht, so habe ich gefunden, daß diesel⸗ ben sehr wesentlich, nicht allein vom erwähnten mikro— skopischen Nautilus, sondern auch von allen Posthör⸗ nern mit Kammern und allen bekannten Ammonshönern verschieden sind. §. 420. Die Linsensteine haben keinen Sipho oder Ver⸗ bindungsröhre. Erstlich findet man in den Pfennigsteinen keine Spur von einem Sipho oder Verbindungscanal zwischen den Rammern, woraus sie bestehen. Ich habe sehr viele kleine und große, selbst solche zerbrochen, die mehr als 2 Zoll im Durchmesser haben, dergleichen man ober— halb Verona findet, und bin überzeugt geworden, daß, einen zufäligen Bruch ausgenommen, die Zwischenwän— de nicht durchlöchert sind, so daß sich weder Canal noch Oeffaung findet, die eine Verbindung zwischen den in— 5 nern von Born, der unsern Stein also nennt: Helminthol. Nautili nummalis, testis vtrinque convexis, in lapide calca- rio flavescente. Born Lithophylac P. II. W. ) lani Klanci Ariminensis de conchis minus notis liber, pag. 10. 4.20 I. Fig. I I. Litt. E, F. 9⁰0 Achtzehntes Kapitel. nern Kammern derselben ausmachen könnte. Diese Verbindungen aber sind den Ammoniten und Mautili⸗ ten so wesentlich, daß man sie auch in den mikroskopi⸗ schen Schnecken dieser Art antrifft. S. Gualtieri Index Testarum Conchyliorum, Tab. XIX. § 421. Die hohlen Flächen der Wände sehen gegen das Innere der Schale. Der zweyte Unterschied zwischen den Posthörnern und Linsensteinen ist, nach meiner Wahrnehmung, der, daß bey jenen die Zwischenwände, wodurch die Kam— mern von einander abgesondert werden, sich mit ihrer hohlen Fläche nach dem äußern Theile der Schnecke wen⸗ den, so daß der Grund von dieser Höhlung den hintern Theil des Thieres gleichsam wie eine Wiege einschließt. In den Linsensteinen hingegen kehrt sich die hohle Fläche der Zwischenwände nach innen zu. Man sehe die III. Kupfertafel Figur 2, A4. a. §. 422. Die Linsensteine spalten sich von selbst. Die dritte merkwürdige Eigenschaft an diesem Stein, wodurch man ihn von den Ammoniten und Nau⸗ tiliten unterscheiden kann, besteht in der Leichtigkeit, sich in zwey gleiche Plättchen zu spalten. Der ganze spiral⸗ förmige Canal nebst seinen Zwischenwänden und Kam⸗ mern theilt sich auf diese Weise, und zeigt hierdurch sehr deutlich die innere Structur dieses Steins, die ohne die⸗ sen Umstand vielleicht nie wäre entdeckt worden. Nun kennt man keine einschalige Muschel weder unter den Fossilien, noch unter den natürlichen Körpern dieser Art, die sich auf die beschriebene Weise theilen lasse: denn wenn 5. ——————— 22—.——————.—.9———.——— 9—2—9——————ͤ———— i un Dies Maulil⸗ ikroskoyt ieri Inder Hen dae sthöͤrnern ng, det, ie Kam⸗ mit ihrer lcke wen⸗ hintern yschließt. e Fläche die Ill. s. diesem nd Mau⸗ gleit, sch spira⸗ nd Kanl durhsht ohredi⸗ n. Nu unter den jeser Iu⸗ ser denn wom Von Linsensteinen. 91 wenn man den innern Bau eines Ammonshorns, eines Nautilus, oder irgend einer andern Schnecke zeigen will, so muß man sie in der Mitte entzwen sägen, oder bis auf die Hälfte ihres Durchmessers abschleifen. Die Pfennigsteine aber findet man oft schon in der Erde durch irgend einen natürlichen Zufall in zwey Theile getheilt, und die ganzen lassen sich gewöhnlich theilen, wenn man sie, nachdem sie heiß gemacht worden, in kalt Wasser wirft, oder auch, wenn man mit Gewalt eine Spitze oder einen Keil in die Hälfte ihrer Dicke hineintreibt. Bey einigen, z. B. bey denen von St. Gobain, darf man nur auf den schmalen Rand schlagen, um sie in zwey gleiche Plättchen zu spalten. Diese Leichtigkeit der Theilung bewog den Naturforscher Spada, den Pfen⸗ nigstein unter die zweyschaligen Muscheln zu zählen.) Allein diese Meinung kann man nicht annehmen, weil man deutlich an dem Rande dieses Steins das Fortlau⸗ fende der Lagen sieht, wovon bis zum Mittelpunkte hin immer eine die andere umwickelt. Siehe Figur 2, B. 5. F. 423. Die Pfennigsteine sind eher eine Art von Vermiculiten. Diese Betrachtungen, hauptsächlich aber der Man⸗ gel an Verbindung der Kammern, macht mich geneigt zu glauben, daß der Pfennigstein nicht zu den eigentli⸗ chen Muscheln gehöret, sondern vielmehr unter die zahl⸗ reiche Classe der Seeproducte zu rechnen sey, welche Wohnungen von Seewürmern oder Polypen abgeben. Es sind verschiedene spiralförmige Wurmröhren bekannt. Es giebt auch dergleichen mit Kammern, wovon Gual⸗ tieri auf der 10 Kupfertafel seines Werkes mehrere Ar⸗ ten, S. seinen Catalogus lapidum Veronensium iouogCay pag. 46. 92 Achtzehntes Kapitel. ten, die er beschreibt, hat abbilden lassen. Die Tubu— liten sind zwar in einigen Stücken von den Linsensteinen verschieden: ihre Windungen machen sich gemeiniglich nicht auf einerley Fläche, sondern sind freystehend, oder umfassen wenigstens einander nicht, und ihre Höhlung ist fast allenthalben eylindrisch. Aber in den Linsenstei⸗ nen umfassen sich die Windungen auf einerley Fläche,‚ und der Canal hat eine Form, deren Queerdurchschnitt einem halben Monde zu vergleichen ist.(Siehe Figur 2, B. ö.) Die Tubaliten gleichen aber unsern Körpern in dem wesentlichen Stücke, daß ihre Zwischenwände keinen Sipho noch irgend eine Oeffnung haben, wo⸗ durch die Kammern mit einander in Verbindung stehen. Ich wollte also wohl annehmen, daß der Bewoh⸗ ner des Linsensteines ein Wurm, oder sonst ein See— thier gewesen sey, welches in den äußersten Kammern gewohnt hat; daß sich dieses Thier fortpflanzte, indem aus seinem Obertheile ein neues Thier hervorsproßte, welches dann abermals sich eine neue Zelle baute; daß inzwischen das alte Thier starb, und seine Zelle durch eine Zwischenwand geschlossen wurde, welche dem neuen Thiere zur Grundlage seiner Wohnung diente; und daß auf diese Art sich nach und nach immer neue Thiere erzeugt haben, welche in Form einer Spirallinie ihre Woh⸗ nung an einander anbauten. Wenn die Ränder eines Pfennigsteins weder abgenutzt, noch verwittert oder mit einem steinartigen Tartarus bedeckt sind, so kann man immer mit ein wenig Aufmerksamkeit unter dem Ver⸗ größerungsglase die offene Mündung sehen, welche das Ende der Spirallinie und der Zugang zur äußersten Nammer der Wohnung ist, die dem ehemaligen wunder⸗ baren Bewohner derselben zur Oeffnung gedient hat. Man könnte von mir velangen, daß ich zur Bestätigung dieser Erklärung einige Spuren von Thieren, die ich als Bewohner dieser Zellen muthmaße, darin aufweisen sollte: slle fleh h H1 Wahn Tal chuuh diesen l alss! r + eh Rfene H. I Loch 63 fal dent un N. hutt dede hudas geba Heffin Bisesd Oeetrn Linen Di sud mi .äßer Hishahe Die Tubh senstemnn meinigsch hend, oder Höͤhlurz Lnsensth 0 Fäch, irchschnit he Figut Korpern enwände n, wo⸗ gsiehen. Dewoh⸗ in See⸗ ammern indem sproßte, e; daß lle durch m neuen und daß Lerzeugt Voh⸗ er eines oder mit mn man m Vet⸗ elche das dußetsten wunder⸗ ient bl. stihurg e ihab ufwesen soll Von Linsensteinen. 9³ sollte: aber was für eine Spur kann wohl von einem so kleinen Thiere, welches nichts als eine Gallerte ist, ibrig bleiben? Wollte man lieber annehmen, es sey nur ein einziges Thier vorhanden gewesen, welches seine Wohnung immer erneuert, und nach und nach alle die⸗ se Zellen gemacht und bewohnt hat? Diese Vermu⸗ thung wäre die sonderbarste von der Welt, weil dadurch diesem Thiere eine unnütze Veränderung und ein Leben ohne alles Wachsthum angedichtet würde; ich sage ohne alles Wachsthum: denn die letzten Zellen am Rande der Spirallinie sind nicht geräumiger als diejenigen, wel⸗ che nur um 2 oder z Windungen von dem Mittelpunkt entfernt sind. Was die Leichtigkeit dieses Körpers, sich zertheilen zu lassen, anbetrifft, so geben uns weder die Tubuliten⸗ noch Polypenwohnungen ein ähnliches Beyspiel. Es wäre möglich, daß das Thier, dem das Origi⸗ nal des Pfennigsteins zur Muschel gedient, ein auf sei— nem Rucken der Länge nach hinlaufendes Gefäß gehabt hätte, wie man dies in vielen Würmern antrifft, und daß dieses Gefäß den zur Anlegung der Schale nöthigen bindenden Saft nicht in so großer Menge von sich ge— geben, wie die übrigen Theile des Wurms, da denn die tiefsten Theile der hohlen Spirallinien nothwendiger Weise schwächer und dünner werden, und sich also in dieser Richtung am leichtesten mußten theilen lassen. §. 424. Linsensteine, die in der Gegend gefunden wer⸗ den, wo sich die Rhone verliert. Die Linsensteine, die man in dieser Gegend findet, sind mit den beschriebenen nicht von einerley Art. Ih— re äußere Gestalt nähert sich zwar den gemeinen: sie un⸗ terscheidet sich aber von denselben darin, daß sie auf der einen 94 Achtzehntes Kapitel. einen Seite hohl, und auf der andern erhaben ist; da hingegen die eigentlichen Linsensteine beständig auf bey⸗ den Seiten erhaben sind. Ihr innerer Bau ist noch mehr verschieden.— Die Linsensteine bey der Rhone lassen sich nicht in zwey gleiche und parallele Plättchen spalten; und so sorgfältig man auch ihr Inneres durch— suchen mag, findet man doch keine Spur von Organi⸗ sation darin. Auch mit dem besten Mikroskop kann man an ihrem Bruche gar nichts regelmätziges, gar keine Streifen, keine concentrische Lagen und keine Kammern entdecken. Ihr Korn gleichet dem Korn ei— nes Sandsteins, welcher aus halbdurchsichtigen Theilen zusammengesetzt ist. Die größten haben kaum bey einer Dicke von einer Viertellinie 2 Linien im Durchmesser, und die kleinsten kommen denselben kaum zur Hälfte bey. Sie sind ge— wöhnlich braun; einige haben eine glänzende Eisenfarbe, welche gegen die Mitte des Steins immer schwächer wird, und endlich einen hellern Kern übrig läßt. Man findet an dem Verschwindungsorte der Rho—⸗ ne diese Steinchen durch einen groben Kitt mit einan-⸗ der verbunden; und da sie die Form, die Dicke, und, wenn sie feucht sind, selbst die Farbe von wirklichen Lin⸗ sen haben, so sieht eine so zusammengebackene Menge derselben einem gefrornen oder versteinerten Linsengerich⸗ te ähnlich. Man sehe die 3 Figur auf der III. Kupfer⸗ tafel, wo 4. 4. die erhöhte, B.§. die vertiefte Seite, und C. einen Haufen derselben mit dem Kitt, welcher sie verbindet, vorstellen, wo man auch die Spuren von denjenigen Linsensteinen, die sich davon losgemacht ha— ben, sehen kann. 00 Habind Hraase wuf. J mn n . ad da 6 l Mout Iu w. rog f sungh 116 0 as v huen g Jun! bir g Iuahe hobir Huher Ruen, eergii desen deithbd Mfi wohlg Lic schnit Rihnin R e nist; v auf bej u ist noc r Rhone Plättchn eres durch n Organ⸗ stop kam iges, gu und keine Korn ei u Deilen von eintt e kleinsten sind ge⸗ senfarbe, chwächet der Rho⸗ nit einan⸗ icke, und, ichen d⸗ e Menge sengerich . Kupftr fte Salt, „wesche puten vos macht ha 4¹/. Von Linsensteinen. 95 9. 1425. Chymische Untersuchung dieser Linsensteine. Wenn man diese Steine von dem Kitt, welcher sie verbindet, los macht, und in Salpetergeist wirft, so brausen sie zwar darinne, lösen sich aber nicht gänzlich auf. Ich nahm 1oß von diesen Steinen, die alle zusam⸗ men nicht mehr als 24 Gran am Gewicht ausmach— ten. Ich goß schwachen Salpetergeist darauf, und so— bald das Brausen aufhörte, goß ich frischen nach: aber es erfolgte kein Brausen mehr. Ich erwärmte diese Mischung, und das Brausen fieng wieder an. Als ich nun wahrnahm, daß weder die Vermehrung der Hitze, noch frisch hinzu gegossene Säure einige fernere Auflö— sung bewirkte, so schleimte ich das Residuum ab, filtrir⸗ te es durch Loschpapier, und ließ es trocknen. Es war etwas weniger als 12 Gran schwer, und bestand aus einem gelblichten Pulver und einigen Linsen, die ihre Form und äusserliches Ansehen behalten, ihre Härte aber gänzlich verloren hatten, und sich mit den Fingern zu einem Pulver reiben ließen, welches dem auf dem Loösch⸗ papier liegengebliehenen ähnlich war. Da mir dieses Pulver eisenhaltig schien, so brachte ich den Magnet daran, der aber weder das Pulver, noch die vom Sal— petergeiste unberührten Linsensteine an sich zog. Ich dachte, wenn ich dieser Erde das Brennbare, dessen sie beraubt zu seyn schien, wiedergäbe, so wür— de ich vielleicht machen, daß sie dem Magnet gehorchte. Ich fieng durch einen leichten Versuch, welcher mir sehr wohl gerieth, an, diesen Endzweck zu erreichen: das Löschpapier, auf welchem das Residuum gewesen, fand sich mit dem feinsten Theil dieser Erde gefärbt und im⸗ prägnirt. Ich wickelte dieses Papier zusammen, zün⸗ dete es an, und als es zu einer Kohle verbrennt war, löschte 96 Achtzehntes Kapitel. löschte ich es ab. Bey dieser Operation bekam die Er⸗ de, von welcher es nun gewiß wurde, daß sie eisenhal⸗ tig sey, ihr Brennbares wieder von dem Papier, und der Magnet zog sie alsdann sehr stark an sich. Die Koh⸗ len desjenigen Theils von Papier aber, welcher nicht mit dem Pulver imprägnirt war, ließ der Magnet un⸗ angetastet. Um das Resultat dieses Versuches noch mehr zu bestätigen, machte ich von denjenigen Linsen⸗ steinen, welche im Salpetergeist ihre Form nicht verlo— ren hatten, einige in einem Tiegel glühend. Sobald sie roth glüheten, warf ich einige Stückchen Wachs hin⸗ ein, und als dasselbe völlig verbrannt war, nahm ich die Steine heraus, die nun eine dunklere Farbe ange— nommen hatten, und von dem Magnet sehr schnell an⸗ gezogen wurden. Ich machte eben diese Probe mit Linsensteinen, die nicht im Salpergeiste gelegen hatten, und sie wurden auch fähig von dem Magnet angezogen zu werden, aber in einem geringern Grade als diejenigen, aus welchen die Säure die nicht metallische Erde, womit sie beladen sind, herausgezogen hatte. Folglich bestehen diese Linsensteine aus zween fast glei⸗ chen Theilen einer Kalkerde und einer ihres Brennbaren beraubten Eisenerde. §. 426. Der Rirt, welcher diese Linsen verbindet, ist beynahe ganz kalkartig. Der Kitt, welcher diesen Linsensteinen zur Verbin— dung dienet, enthält ungleich mehr Kalktheile, und viel weniger Eisen; er brauset stärker mit Salpetergeist, und läßt nur eine sehr kleine Menge von unaufloslichem Nie⸗ derschlage zurück. Wenn D N 0 H du s e, V Man I yoh 0 wemnt ruheld liht K Hend eum I enihh han W duf bige 6n figau ufvigr Rh poche noupel I. I. 0 m die Ey eiserhhh pier, urh Die Koh⸗ scher nich Nagnetin⸗ iches noh zen Anen. icht verl⸗ Sobad zachs hin⸗ nahm ich cbe ange⸗ chnell ay⸗ einen, di se wutde rden, ahe us welhen sie beladn den fastglt rennbaren ydet, it 2 Vabbit⸗ , undoll geist 10 shen M⸗ Wanh Von Linsensteinen. 97 Wenn man ihn eben so im Feuer behandelt, wie die Linsensteine, so erlangt er doch die Fähigkeit nicht, durch den Magnet angezogen zu werden, weil die kleine in demfelben enthaltene Menge von Eisen die Kalker— de, womit er beladen ist, nicht mit sich fortführen kann. Man kann aber doch das Daseyn dieser kleinen Menge von Eisen erweislich und ihre Wirkung deutlich machen, wenn man einige Stücke von diesem mit Brennbarem be⸗ reicherten Kitt zusammennimmt, und sie an eine sehr leicht hangende Magnetnadel bringt, da denn letztere sehr merklich von ihrer Mittagslinie, um sich dieser Er⸗ de zu nähern, abweicht. Untersucht man auf eben diese Weise die rohen ver⸗ einigten Linsensteine, so wie man sie bey dem Verschwin⸗ den der Rhone findet, so wird man einige Wirkung auf die Magnetnadel an ihnen gewahr; aber 5 Gran ihres mit Phlogiston bereicherten Kitts haben, so we— nig auch derselbe reich an Eisen ist, eben so viel Einfluß auf die Magnetnadel als eine pfundschwere Masse von rohen Linsensteinen. §. 427. Diese Linsensteine sind eine Art von Eisenerz. Nach diesen Untersuchungen bleibt kein Zweifel übrig, daß diese Linsensteine nicht ein Eisenerz wären. Inzwischen scheinen sie doch nicht zu der Art zu gehoren, welche man Linsenerz(Mine de ser lenticulaire; s. La nouvelle minèralogie de Mons. Valmont de Bomare T. II. pag. 272.) nennet. II. Theil. G§. 4•8. 98 Achtzehntes Kapitel. §. 428. Es ist nicht wahrscheinlich, daß diese Steine von organisirten Körpern herkommen. Das Interessanteste und in der Entscheidung sehr Schwere bey diesen Steinen möchte wohl die Frage seyn, ob sie ehemals organischen Körpern zugehört haben. Denn man weiß, daß metallische Auflösungen, welche durch organische Körper, z. E. eine Muschel oder eine Madrepora, dringen, in ihrer Textur metallische Theile anlegen, und auf diese Weise einen solchen Körper in eine Erzstufe verwandeln können. Ich habe schon ge— zeigt, daß zwischen den Linsensteinen der Rhone und dem Petrefact, welches unter dem Namen Linsenstein oder Pfennigstein bekannt ist, nicht viel Aehnlichkeit statt findet. Die einzigen Eigenschaften, wodurch sich unsre eisenhaltige Linsensteine einem organischen Körper vergleichen lassen, bestehen in ihrer regelmäßig zugerun⸗ deten Gestalt, die auf der einen Seite erhaben, und auf der andern hohl ist, wie auch in den an einigen da⸗ von wahrzunehmenden Streifen, die vom Mittelpunkte zur Peripherie gehn.(S. Tafel III. Fig. z3. A. 2.) Ich sage, sie werden al einigen wahrgenommen: denn die meisten haben sie nicht, ob sie schon eben so gut er— halten zu seyn scheinen als diejenigen, die dergleichen haben. Man bemerkt aber eben so regelmäßige Ge⸗ stalten und Streifen auf der Oberfläche sehr vieler Mi⸗ neralien, die niemals in die Classe organischer Körper gehört haben. Bedenkt man überdem noch, daß bey unsern Linsensteinen die erwähnten äußern Kennzeichen mit gar keinem Merkmale von innerer Organisation ver⸗ bunden sind, so wird man mir sehr gern beypflichten, wenn ich diese Körper mehr für ein sonderbares sehr er⸗ diges Eisenerz, als für Ueberbleibsel eines Thiers oder einer Pflanze halte. §. 4²9. ————3—9—9————.————..— — en. ug shr Heseh, haben. welche her en 12 Thiit Aber in zon ge⸗ e un sensn Micchkat Occh sch Miörper sserun⸗ und Lien da⸗ ipurke 9.) denn Nut er⸗ 2ichen Ge M. rht 5bih A ichen VI. I. Von Linsensteinen. 99 9. 27 Bruchstüͤcke von Muscheln, die sich unter den Linsensteinen finden. Diese Betrachtung bestärkt sich noch durch die Untersu⸗ chung, welche ich mit den unter diese Linsensteine gemeng⸗ ten zerbrochenen Muscheln vorgenommen habe. Wenn diese Bruchstücke sorgfältig von den Linsensteinen abge⸗ sondert werden, so haben sie, wenn man sie auch noch so reichlich mit Phlogiston versehen hat, keine Wirkung auf die Magnetnadel; sie werden im Feuer zu Kalk, und, anstatt wie die Linsensteine braun zu werden, weiß. Wären die Linsensteine Muscheln gewesen, und durch hineingekommene Eisentheile erst mineralisirt worden, so würden diese Eisentheile die zerbrochenen Muscheln auf eben die Art haben verwandeln müssen. Da nun aber keines der Muschelstücke diese Verwandlung ausgestan⸗ den hat, so folgt hieraus, daß dieselbe gar nicht vorge⸗ gangen, und die Linsensteine ursprünglich und von selbst müssen Eisenstufen gewesen seyn. Man könnte zwar auch annehmen, daß die Linsensteine anderswo, vor ih⸗ rer Vermischung mit den zerbrochenen Muscheln, in Eisen seyen verwandelt worden, oder auch daß letztere unfähiger gewesen, die Grundtheile des Eisens in ihren Zwischenräumen zu behalten. So aber würde man Möglichkeiten auf Moöglichkeiten ins Unendliche anhäu⸗ fen; und am Ende verdient gegenwärtige Frage keine so tiefe Untersuchung: vielleicht findet mancher Leser, daß ich mich schon zu lange dabey aufgehalten habe. G 2 Neun⸗ 10⁰ Neunzehntes Kapitel. IIIIT Neunzehntes Kapitel. Der Jorat. §. 430. Unterschied des Jorat und des Jurassus. Be⸗ ö schreibung des erstern. Höhe desselben. Me muß den Berg, auf dessen Abhang die Stadt Lausanne gebaut ist, nicht mit dem Jurassus Gura) verwechseln. Jener heißet Jorat. Seine 5 atur und Lage ist vom Jurassi us gänzlich verschieden; aber die Aehnlichkeit ihrer Namen im Französischen macht, daß zuweilen einer für den andern genommen wird. Von St. Singouph, und noch besser oben von dessen Bergen herab, sieht man deutlich, wie der Jo⸗ rat oberhalb Vivis links von der Veveyse, oder am rechten Ufer dieses Flusses, entsteht. Man unterschei⸗ det die gegen Westen aufwärtssteigenden Bänke dieses Berges oberhalb St. Saphorin; man sieht auch, wie dieser Berg nach Westnordwest hin der Richtung des Sees folgt, alsdenn aber von Lausanne an sich mehr nach Mitternacht hin begiebt, um ganz nahe bey Lasaraz sich mit dem Jurassus zu vereinigen. Wenn man von Bern nach Lausanne reiset, so geht man über den Jorat, fängt eine halbe Meile hin⸗ ter Milden an, ihn zu besteigen, und erreicht seine oberste Höhe bey einem Baurengute, welches Chalet Gohet heißt. Hr. de Luc hat diese höchste Höhe 270 Klaftern über dem See gefunden.) Hrn. Mes⸗ ) S. Recherches sur les Modificat. de“atmosph.§. 753. ———.———H————— I err Ms 04 Hl W Mas IhM Huiche dun R Rschy M AKan nunle dr naf, 1 a l M. Ren, p füder Nen Rafenher · woderun Ses ö X j ih, dah un Heg un der 1 ssus. sselben. g die Sih Jurasij A. Ouh derschidy sischen nach en witd, ser ohen dn wie der Jo se, an n umlaschl Bänke dies seht auth er Aichtun Nie an sith nj nahe be W ne reist, LMele V erreiht sit eches Ol I. Hher m. Picntz Mh ob,. N Der Jorat. 101 Messungen geben 13 Klaftern mehr; vielleicht aber hat Hr. de Luc seine Beobachtung nicht genau an eben dem Platz angestellt. §. 431. Der Jorat besteht aus Sandstein. Dieser Berg scheint ganz aus Sandsteinarten oder Rolassen zu bestehen, die im Korn, in der Farbe und in der Härte unter sich verschieden sind. Alle Stein— brüche des schönen blauen Sandsteins, welcher unter dem Namen Pierre d4e Lausanne bekannt ist, sind in diesem Berge geöffnet worden. Ich habe auf dem Jorat die nämliche Bemerkung gemacht, wie auf dem Hügel von Boisy:(. 304.) nämlich daß, obschon der Berg bis auf seinen Gipfel hinauf mit Klötzen von Granit, blättrigen Felsarten und andern Bruchstücken aus den Alpen gleichsam über⸗ deckt ist, sich doch keine Spur davon in den Sandstei⸗ nen, welche die innern Lagen dieses Berges ausmachen, finden läßt. Hieraus folgt, daß der Sand, durch des⸗ sen Vereinigung diese Molassen entstanden, vor dem großen Ausbruche des Wassers, bey welchem alle nie— drigen Berge mit Bruchstücken und Alpenfelsen bedeckt worden, müsse zusammengehäuft worden seyn. §. 432. Seine Wasser fließen in zwey verschiedene Meere. Auch ist dieser kleine Berg dadurch noch merkwür⸗ dig, daß er die Wasser von einander scheidet, welche in den Ocean und in das mittelländische Meer laufen: denn der mitternächtliche Abhang stürzt seine Wasser in G 3 die 102 Zwanzigstes Kapitel. die Broye, welche, nachdem sie durch den Murten⸗ und Bielersee gelaufen, in die Aare fließt, und mit derselben dem Rhein zuläuft; da im Gegentheil die Wasser des mittäggigen Abhangs in unsern See, und von da in die Rhone abfließen. ITTTTTTTT Zwanzigstes Kapitel. Der Berg Sion. §. 433. CLCage dieses Berges. S wie der Jorat auf der nordöstlichen Seite das Becken des Genfersees einschließt, so begrenzet der Berg Sion dasselbe auf der südwestlichen Seite. Er ist, wie der Jorat, ein Berg, oder vielmehr ein hoher Hügel, dessen Richtung die Richtung des Juras⸗ sus und des Saleve beynahe in geraden Winkeln ab⸗ schneidet. Er besteht auch aus Sandsteinbänken, die auf der Oberfläche mit Sand und gerolltem Geschiebe bedeckt sind. Seine Höhe beträgt nicht so viel als die des Jorat; ich habe dieselbe zuoberst, auf dem Wege zwischen Leluiset und Frangy, drey starke Stunden von Genf, gemessen, und den Berg daselbst 837 Schuh höher als die Fläche unfres Sees gefunden. Allein ob⸗ gleich dieser Punet der höchste auf diesem Wege ist, so ist er doch nicht der höchste des ganzen Berges: denn je näher er dem Saleve, an den er sich anlehnet, kommt, desto höher wird er; inzwischen erreicht er doch nur die Hälfte von der Höhe dieses Berges. Man hat am Fuße des Berges Sion zwischen Leluiset und St. Julien J h6 0 inm O Inop Schh fundilb Dis gahitol Iun R N. l sindo und geu, W gastd Murry „ und I genthel u See, uy Seite das o begrenzet hen Seite ialmehr ei des Jurß Winkeln ch bänken, N n Geshih viel d N f dem Vy Vege st, ges: denn hnet, onh doch rurdl an hat a it ud. Ju Der Berg Sion. 103 Julien Gruben von weißem Strahlgys eröffnet, wel⸗ cher sich daselbst in dunnen, beynahe horizontalen Schich⸗ ten zwischen Thonlagern eingeschlossen findet. Dort, wo man auf der andern Seite des Hügels gegen Frangy hinabsteigt, habe ich die Plantago co- ronopus gefunden. Diese Gegend ist die einzige in der Schweiz und um Genf herum, wo diese Pflanze ge⸗ funden worden. Dies ist der kurze Abriß, den ich von der Natur⸗ geschichte von Genf und seinen umliegenden Gegenden geben wollte. Ich wünsche, daß meine Landsleute durch die Fortsetzung des Studiums der interessanten Gegen⸗ stände, welche die Natur so reichlich um unser Vater⸗ land herum verbreitet hat, das Gemälde vollenden mö⸗ gen, zu dem ich hier nur eine unvollkommene Zeichnung geliefert habe. G 4 Ersten S.SS. Ersten Theils zweyte Abtheilung. Reise durch die Gegenden des Montblane. Einleitung. X Montblanc ist einer von den Bergen Eu⸗ ropens, dessen Erkenntniß das meiste Licht üͤber die Theorie der Erde verbreiten zu müssen scheint. Sein Gipfel, welcher über die Horizontallinie des mit⸗ telländischen Meers 2446 Klaftern erhoben ist, ist der höchste von allen, die nicht allein in Europa, sondern auch in Asien und Afrika, mit einer genauen Richtig⸗ keit sind gemessen worden. Das Gebirge der Cordil⸗ leras im mittäglichen Amerika ist das einzige bekann⸗ te, welches ihn an Höhe übertrifft. Dieser ungehenre Granitfels, welcher im Mit— telpunkte des Alpengebirges liegt, und mit Bergen von verschiedenen Höhen und Bestandtheilen umgeben ist, scheint der Schlüssel zu einem großen System zu seyn; und obschon man sich in Acht nehmen soll, allge⸗ meine Inductionen aus einem einzigen Gegenstande zu ziehen, so kann man sich doch kaum enthalten zu glauben, daß, wenn man die Natur, den Bau und alle die Ei⸗ genschaften dieses ursprünglichen Berges und seiner An⸗ hänge gründlich kennte, man einen großen Schritt 2 r⸗ eeeeeeetetssee 66 Erlen I N wasl X sin K3 Infag von de as u SuN Moil Hen uall lichet x Wdu RR wichse lit Ar st, sl Sitemt ann waschei Ndgh Vuhe ungchrid hsegn Wsudn Reh Ng Kußt schtden ner Bi lle Mostt kllang tuen, g Lahum Ing. Nontblu —— Bergen Ei meiste d sen schein. lie des mit ist, ist de da, sonden uen Richth der Cordy zige bekay er im M— mit Bap len umgehn Sssen soll, dh genstande zuglabhe all die seiner l Schrit t 6 Gegenden des Montblanc. Einleitung. 105 Erkenntniß der andern gemacht hätte, und daß man zum wenigsten viele Data zur Erklärung der großen zweifelhaften Frage von ihrer Bildung beysammen hätte. Unglücklicher Weise ist es sehr mühsam, sich die— sem Kolossen zu nähern, indem, ungeachtet des großen Umfangs seiner Grundfläche, die Zugänge zu ihm fast von allen Seiten abgeschnitten sind. Von Süd, Süd— ost und Südwest sind gerade abgeschnittene viele tausend Schuh hohe Felswände; gegen Nord, Nordost und Nordwest Mauren von Eis, welche diejenigen, die ih⸗ nen nahe kommen, zu zerquetschen drohen, oder betrüge⸗ rischer Schnee, welcher gefährliche Abgründe bedecket: wodurch bis auf diesen Tag nicht allein die Naturkun— diger, sondern auch die verwegensten Gemsjäger selbst, welche man doch durch große Belohnungen aufzumun⸗ tern gesucht, abgeschreckt und abgehalten worden. Obschon aber die Gipfel dieses Berges unersteiglich sind, so findet man doch verschiedene Zugänge zu den Seitenwänden desselben, wo man genauere Untersu— chungen anstellen kann. Zudem geben zwey hohe Berge, welche ihm, der eine gegen Süden, der andere gegen Norden, gegenuber sind, bequeme Standörter fur den Beobachter, von deren Gipfel aus er das Ganze dieses ungeheuern Kolosses übersehen kann. Und die Glieder dieses großen Körpers sind selbst so groß, alle ihre Zü⸗ ge sind so stark gezeichnet, daß, wenn man ihn auf sei⸗ nen verschiedenen Seiten, insonderheit von Süden, wo er nicht durch Gletscher bedeckt wird, betrachtet, man sich sehr deutliche Begriffe sowohl von seiner Gestalt als sei⸗ ner Beschaffenheit machen kann. Ueberdem bestätigen die Berge, welche mit dem Montblanc verbunden sind Nauf der Fortsetzung und Verlängerung seiner Schichten liegen, und gleiche Stein⸗ arten, gleiche Structur mit demselben haben, die Be⸗ obachtungen, welche man über den Berg selbst angestellt G 5 hat, 106 Gegenden des Montblanc. hat, und sind auch durch sich selbst wichtig, weil sie Glieder derjenigen Kette, welche sich im Mittelpunkt des höchsten Alpengebirges befindet, ausmachen. Die Gletscher von Chamouny, deren schöner An⸗ blick die Neugierde so vieler Reisenden erwecket und im⸗ mer vergnüget, befinden sich am Fuße des Montblanc. Der Gletscher von Buet, welcher durch die Beschrei⸗ bung und Erfahrungen des Hrn. de Luc berühmt ge⸗ worden, ist nicht weit davon entfernt. Alle diese vereinigten Gegenstände haben mir für die⸗ sen Theil der Alpen eine Neigung eingeflößt, welche mich veranlaßt hat, denselben mit großtem Fleiß zu stu⸗ dieren; wozu ich auch viel Zeit und große Mühe ange— wendet habe. Nur durch das Thal von Chamouny, welches im Mittelpunkt aller dieser Berge liegt, habe ich acht ver⸗ schiedene Reisen gemacht, in den Jahren 1760, 1761, 1764, 1767, 1770, im J. 1776 zwo, und die letzte im J. 1778. Die Reise, welche ich jetzo bekannt mache, das ist, die Reise um den Montblanc durch die Alleeblanche, habe ich dreymal gemacht: das erstemal im Jahr 1767 mit einigen Freunden; das zweytemal allein im Jahr 1774 in der Absicht, dieselbe zu beschreiben, und bey meiner Wiederkehr dem Publicum mitzutheilen; als ich dieselbe aber aufs Papier bringen wollte, so fand ich viel unvollkommenes und zweifelhaftes darin. Im J. 1775 machte ich, zu Ergänzung meiner Beobachtun⸗ gen und zur Hebung der mir noch übrigen Zweifel, eine dritte Reise nach diesen Gegenden, und hatte zu Beglei⸗ tern den Hrn. J. Trembley, welcher sich schon auf eine ausnehmende Weise in der Laufbahn der Weltweisheit und mathematischen Wissenschaften bekannt gemacht hat, und Hrn. M. A. Pictet, eben diesen, welchen ich oft in diesem Werke zu nennen das Vergnügen gehabt Dir Diese Dise Fumt Ms Mhek s sil Waobch Roupos den, I. 99 a Gschsc Leshl Iwh echtbes gauß9 stH I WU Augffr vinng d nd au HAt m me aabngz Nonn das gro bon B. St G 8.. O R ibe „ Weil Nittelhunß nachen, schöner I/ Eet undin ontblag. 2 Beschn erühnt z mir furhe st, walth leiß zu si ühe augt welchesin hacht ven 00, 170,, die lebte , das ist eblanch, Jahr 179 u im Iih „ und bi en; ab i so fandti n. In) Beobachte weifel/e ten Balh Hon auftl Wetweithl genuchthl achen 0 abthe 0 96 Einleitung. 107 Diese zwey Herren, welche ich das Glück habe meine Freunde zu nennen, wollten mit mid die Arbeiten dieser Reise theilen. Hr. Trembley nahm auf sich, das Magnetometer zu beobachten, und Hr. Pictet wählte für seinen Theil alle geogrophische und barometrische Beobachtungen. Er ist selbst zum drittenmal nach Cha⸗ mounp gereiset, um einige Beobachtungen zu vollen— den, die er nicht vollkommen genug fand. Ich habe mit diesen zweyen Herren eine ungemein angenehme Reise gemacht; die Annehmlichkeit ihrer Gesellschaft ersetzte mir alles das, was die große Mühe, die schlechten Rachtlager, und selbst die Gefahren Be— schwerliches haben konnten, und ihr Geschmack an den erhabenen Schönheiten der Natur, und ihre darüber geäußerte Empfindsamkeit machten den Genuß davon desto lebhafter. In der letzten Reise habe ich alle meine Beobachtun⸗ gen über die Natur und den Bau dieser Berge wieder angefangen, als wenn sie ganz neu für mich gewesen wären; ich habe Probestücke von allen wichtigen Felsen gesammelt, und bey meiner Rückkehr dieselben untersucht und aufs neue geprüst. Wenn ich also darin Fehler be⸗ gangen, wie das nur allzu möglich ist, so werde ich mir zum wenigsten weder zu viel Hastigkeit in meinen Beob⸗ achtungen, noch zu viel Uebereilung, dieselben bekannt zu machen, vorzuwerfen haben. Hier ist der allgemeine Grundriß dieser kleinen Rei— se, so wie wir ihn abfaßten, und nachher ausgeführt haben. Wir nahmen uns vor, von Genf nach Cha⸗ monny zu gehen, so weit und so hoch als möglich durch das große Eisthal hinein zu dringen, auf den Gletscher von Buet zu steigen u. s. w.; von Chamouny nach St Ger vais über den Col de Balme zu reisen, von St. Gervais über die hohe Kette der Alpen zu gehen, und über den Bonhomme, den Col de la Seigne, und 108 Gegenden des Montblanc. Einleitung. und die Alleeblanche nach Cormajor zu kommen; von Cormajor den Cramont zu besteigen, und uns von da bis in den Anfang der Ebenen von Piemont herabzulassen; wieder nach Aoste zurückzukommen; die Kette im Mittelpunkte der Alpen durch den St. Bernhard zu übersteigen; dort einige Zeit lang zu bleiben, um verschiedene Arten von Beobachtungen an⸗ zustellen, und von da wieder nach Genf zurückzukehren. Diese mit aller der Geschwindigkeit, welche die Absichten, die wir zu erreichen hatten, gestatten konn⸗ ten, gemachte Reise hat uns zwey und zwanzig Tage ge⸗ kostet. Man muß aber nicht glauben, daß die Beob⸗ achtungen, welche ich hier zusammenbringe, nur die Früchte der Arbeit dieser zwey und zwanzig Tage seyn. Ich hatte in meinen vorhergehenden Reisen schon Unter⸗ suchungen gemacht, sowohl über Gegenstände, die wir nun noch einmal beobachteten, als auch über andre, bey welchen wir uns in dieser letzten Reise nicht aufhielten; ich habe auch diese in meine Erzählung gebracht, wenn sie mir der Aufmerksamkeit des Publicums würdig zu seyn geschienen haben. Erstes 3 D. 0 vile Ar W Inete Vash m D thinch n Miese un, dou. Sal hon(le ASth Leh RI Hicken emz urd nicht Nuh Heitung komma und uph Piemon ukommn, den 8. it larg tungen ar ückhulehnn welche R alten komn ig Tagegt die Bedb „ nur di Tage sehn on Unter „die wit ndre, ben ufhielten; ht, wenn wurdig Gsto Erstes Kap. Reise von Genf nach ꝛc. 109 qSiS- Erstes Kapitel. Reise von Genf nach Bonneville. §9. 434. Eintheilung unsers Marsches. Der Weg von Genf nach Chamouny gehet über drey kleine Städte von Faucigny: Bonne⸗ ville, Clüse und Sallenche. Diese drey Städte und das Dorf Ser voz werden die Abtheilungen dieses interessanten Weges ausmachen, welcher eine zu große Verschiedenheit von Gegenständen darbietet, als daß man sie in ein einziges Kapitel vereinigen köͤnnte. Die Entfernung von Genf bis nach Prieure, dem vornehmsten Ort von Chamouny, beträgt 18 kleine Meilen. Man könnte diese Reise in einem Tage ma⸗ chen, braucht aber gemeiniglich einen und einen halben dazu. Den ersten Tag hält man das Nachtlager zu Sallenche, welches ungefähr oder 12 Meilen von Genf liegt. Der Weg, welcher nach dieser klei⸗ nen Stadt führet, ist sehr schön, und durchaus zum Fah⸗ ren gemacht. Wir machten ihn in einem kleinen Ca— briolet, zugleich mit zweyen von unsern Freunden wel⸗ che mit uns kamen, die Gletscher von Chamouny und Buet zu sehen, aber uns auf der übrigen Reise nicht Gesellschaft leisten konnten. Wir reisten den 12 Julius 1778 um 6 Uhr des Morgens ab. 9. 43s%.• 110 Erstes Kapitel. §. 43f. Große erhabene Ebene auf der suůdöstlichen Seite von Genf. Will man von Genf aus nach den Gletschern gehen, so richtet man sich geradehin gegen den Montblanc, welcher südostwärts von dieser Stadt liegt. Man be⸗ steigt sogleich im Anfange einen sanft abhängigen Weg, welcher auf eine große Ebene leitet, die 60ó bis 80 Fuß über den See erhoben ist. Der ganze Grund dieses er⸗ habenen Orts ist aus fast horizontalen Schichten von Sand und Thon zusammengesetzt, welche mit gerolltem Geschiebe von verschiedenen Gattungen bedeckt und hin und wieder vermischt sind. Die Steine, welche längs dem Wege gesetzt sind, bestehen aus ursprünglichen Fels⸗ arten, aus Topfsteinen, Sandsteinen, grobem Mar⸗ mor und andern Alpensteinen, welche durch jene große Veränderung, mit welcher wir uns schon beschäftiget haben, in unsere Gegenden sind gebracht worden. §. 436. Chesne. Eine halbe Meile von Genf kommt man durch das Dorf Chesne, eines von den größten derjenigen, welche der Republik zugehören, und an dessen Ende ein Bach fließt, welcher von dieser Seite den kleinen Bezirk derselben einschränket. Hier kömmt man auf den Boden von Savoyen, den man nicht eher wieder verläßt, als bis auf dem St. Bernhardsberge. Die ganze Gegend bis an das Dorf Contamine, 3 Meilen von Genf, hat, wie die Gegenden der Stadt, einen sandigen leimigen Grund, mit gerolltem Geschiebe. Dieser ungleiche und durch einige Bäche zertheilte Grund erhebt sich unmerklich gegen den Mole zu, —— 70 beh + ug N 00 sam gr süteh diserh U Helte IHν funge Rhale, Scloge neht je sb W. sscht. shn u döstliche chern ghhz dontbhap Mauh⸗ gigen Ny bis 90 f d diesez a hichten h it gerollten Et und si delche ling lichen Fer em Mur jene großt eschäfliget den. durch di „welchede Bach ff, dersibe Boden Y ißt, abblt ontamini genden V It gerolth iige Biht den Moi 1 Reise von Genf nach Bonneville. 111 zu, an dessen Fuße man vorbeygehet, indem man ihn links liegen läßt. §. 437. Anblick der Berge. Auf diesem Wege ändert sich der Anblick der Berge bey jedem Schritte. Der Berg Saleve, welchen man bey der Abreise von Genf fast seiner ganzen Breite nach vor sich stehen sieht, zeigt sich nun anderthalb Mei⸗ len von der Stadt nur noch von der Seite und gleich⸗ sam verkürzt; seine Abstürzungen machen bey dieser Aus⸗ sicht eine sehr sonderbare Wirkung, vornehmlich wenn dieser Theil durch die Sonne erleuchtet wird. Wenn man weiter geht, so sieht man die Hinter⸗ theile dieses nämlichen Berges und ihren sanften und waldigten Abhang. Man entdeckt einen kleinen kegel⸗ förmigen Berg, auf welchen das Schloß Mourner gebauet ist, und ein wenig weiterhin den Hügel und das Schloß von Esery. Der Berg Voirons, welcher mehr links und weiterhin als der Saleve liegt, zeigt sich beynahe mit ähnlichen Veränderungen. §. 438. Bluft von Menoge. Grund von weichem Sandstein. Eine halbe Stunde ehe man nach Contamine kommt, geht man über eine breite und tiefe Kluft oder Rinne, welche durch das Waldwasser Menoge, das am Fuße des Voirons entspringt, ausgegraben wor⸗ den. Wenn man in den Grund dieser Kluft hinabsteigt, so sieht man, daß die Schichten der beyden Wände der⸗ selben weder auf einander folgen, noch mit einander über ö ein⸗ 112 Erstes Kapitel. einstimmen. Links an der nordöstlichen Seite sind gros⸗ se gerollte Geschiebe in sehr dicken Bänken zusammenge⸗ häuft und mit Sand untermengt, welcher ihnen das Ansehen einer zerfallenden Mauer giebt; rechts auf der andern Seite des Bachs sieht man nichts als Sand und Thon, in einer fast senkrechten Höhe von beynahe hundert Fuß: nur bemerkt man in dem Sande zwey oder drey Reihen von abgerundeten Blöcken, als wenn sie mit der Hand nach horizontalen Linien wären gesetzt worden. Man würde erstannen, eine so große Unähnlichkeit in einer so kleinen Entfernung zu sehen, wenn man nicht wüßte, daß die Gründe dieser Art durch die verworrene Anhäufung verschiedener durch die Flüsse hergeführter Materien erhoben worden, und niemals die Regelmäs⸗ sigkeit derjenigen an sich haben, welche der Niederschlag oder die Krystallisation der Gewässer des Weltmeeres gebildet hat. Der Bach fließt im Grunde der Kluft über ein Bette von weichem Sandstein; die durch ihre Bestand—⸗ theile den Schichten des Hügels von Montoux ähnli⸗ chen Lagen dieses Sandsteins hangen auch, wie jene, gegen Ostsüdost herab, und sind wahrscheinlicher Weise eine Fortsetzung der Schichten dieses Hügels. Man geht über den Bach auf einer sehr hohen Brü— cke von Kalkstein, welchen man an der halben Seite des Berges Voirons findet; es ist eben dieser, den ich im§. 276 beschrieben habe. Durch die Kluft der Menoge steigt man in eine Ebene hinauf, und erreicht 3 Viertelmeilen von da das Dorf Nangy. . 439. — 9—.—.——————ͤͤ———222 000 d Molen Desei urg/l gundeßt udgeta 6l ugen e M wie et f lchienn aten Er Wl sh 6 U In ufdespy Minernun Renen en desy y uuffn N shews shrchehr schuen u ollen se/ Müchn wuchsng Ihe ite sudgy usammanz r ihnen du ichts aufh S als Sm von bennth Sarde z u, als wun dären gish nähnlichj n man nich verworꝛ hergefühtn Regelmiß iederschla veltmeeres t über ei e Bestand our ähth wie senh cher Wis hohen B Uben Seh dieser, N nan in ee von daddb 9 Reise von Genf nach Bonneville. 11 3 §. 439. Contamine. Man kommt hierauf in das Dorf Contamine, wel⸗ ches zwischen der Arve und einem an den Fuß des Mole anstoßenden Hügel sich der Länge nach hinzieht. Dieser Hügel hat von allen Seiten einen sanften Ab— hang, ausgenommen von der Seite der Arve, wo er gerade abgeschnitten ist, und bestehet ganz aus Sand und gerolltem Geschiebe. Es scheint mir sehr wahrscheinlich, daß die Abstür— zungen sowohl an diesem Hügel, als an dem Untertheile des Mole über der Arve, nicht durch diesen Fluß, so wie er izt ist, sondern durch sehr alte und viele ansehn⸗ lichere Strömungen, die ungefähr die gleiche Richtung hatten, sind hervorgebracht worden. Ich kann Contamine nicht verlassen, ohne die schöne Antwort einer Bäurinn dieses Dorfes zu erzäh⸗ len. Ich machte im Jahr 1761 meine zweyte Reise auf die Gletscher von Chamouny zu Fuß, mit einigen meiner Freunde. Weil die Sonne sehr heiß war„so giengen wir in einen Baumgarten, um in dem Schat⸗ ten desselben auszuruhen. Wir pflückten einige von den reifsten Birnen, welche uns der Durst und die Hitze sehr verführerisch darstellte, und fiengen an mehrere ab⸗ zubrechen, als die Frau des Baumgartens er schien, und sich uns nahte. Einer von uns gieng ihr sogleich ent⸗ gegen, und sagte, sie sollte keinen Kummer haben, wir wollten ihr ihre Birnen bezahlen.„Esset sie nur, sag⸗ »te sie, ich komme nicht darum: derjenige, der diese „Früchte gemacht hat, hat sie nicht für einen einzigen »„wachsen lassen.“ Was für ein Unterschied zwischen die⸗ ser Art zu denken, und der gewöhnlichen Sprache der Einwohner großer Städte! II. Theil. H§. 440. ö AMIIIN 114 Erstes Kapitel. §. 440. Weg von Contamine nach Bonneville. Fels, dessen sentrechte Schichten Rich⸗ tungen bal ben. Senkrechte Schichten, die sich unter Abstürzungen befinden. Eingefallener Berg. Petrosilex. Der Weg von Contamine nach Bonneville ge⸗ het zwischen der Arve und den steil abgeschnittenen Fel⸗ sen der Untertheile des Mole. Dieser über den Fluß gleichsam terrassirte Weg zeiget sehr angenehme Aussich⸗ ten. Die Augen richten sich natürlich auf die Arve, welche sich durch das Thal hin schlängelt und zwischen den mit Schlagholze bewachsenen Inseln zertheilet; sieht man dann in die Höhe, so zeigt sich das Thal des Bornes, dessen gegen den Fluß geneigter Abhang sich in einen mit Wald bedeckten hohen Hügel endigt. Die erste Kette der Alpen faßt dieses Thal gegen Süüdost ein, und man fängt an sie nahe genug zu sehen, um die Theile derselben nun schon deutlicher zu unter⸗ scheiden: aber nichts intereßirt auf diesem Wege den sich mit dem Ursprung der Berge beschäftigenden Beobach⸗ ter mehr, als die Felsen des Mole, dessen senkrechter Abschnitt die Schichten zu unterscheiden verstattet. Dieser Berg ist ganz kalkartig, und seine Struttur sehr aunregelmäßig, wie ich schon in der Beschreibung desselben gesagt habe. Ein wenig weiter über Contamine geht man unter den Schutthaufen des Schlosses Faucic guy vorbey, wel⸗ ches auf dem Gipfel eines gleichsam abgeschnittenen Fel⸗ sen, der einen Theil des Fußes des Mole ausmacht, gebauet war. So lange man Weaittelder unter diesem dian kann man seine Structur nicht wohl unterschei⸗ den; ist man aber bey d demsel lben vorübergegangen, so entdeckt man mit Hülfe eines Fernglases, daß er von gegen — b———nI gagl ens 64 I 12 ihtele U te —2N Hahtilt Hunhor Mi sihhg W W hhEl I Pr 0n shich Ateh fl ündse ille. 5 edene Rih den, diest mgefglg omneville hnittenen ber den y hme Aust f die Auy dwischeny let; siehtty s Bobniz Hin einenn t man a vorbey/x Hnittenen He auen, unket dish Hmntash 30 ö eganggh, 0 daß er V Reise von Genf nach Bonneville. 115 gegen den Horizont senkrechten, und von Nordost ge⸗ gen Südwest gerichteten Schichten zusammengesetzt ist. Unter diesem Felsen gegen Südost sieht man auch andre senkrechte Schichten, deren Flächen aber die erstern in rechten Winkeln durchschneiden. Eine gute halbe Meile von diesem Schlosse beob— achtet man, wie am Fuß des Berges Saleve, eine Felsmasse, deren dünne, gegen den Horizont fast senk⸗ rechte Schichten sich an die Abstürzungen der dicken und ununterbrochenen, horizontalscheinenden Felsbänke an⸗ lehnen. Endlich zeigen Bonneville gegenüber eben diese Abstürzungen des Untertheils des Mole eine große Aus⸗ höhlung, welche der leere Raum zu seyn scheint, den ein Berg zurückgelassen hat, der vor Alters eingefallen ist; seine Ueberbleibsel sind noch unter dieser Vertiefung auf einander gehäuft. Er scheint sogar höher gewesen zu seyn als seine Nachbarn; welches ich daraus schlies⸗ se, weil die Schichten derselben rechts und links gegen den leeren Raum, den er zurückgelassen hat, aufsteigen. Unter denen von dem Mole herabgefallenen Ge⸗ schieben, mit welchen dieser Weg bestreut war, habe ich nicht eine einzige Versteinerung sehen können; wohl aher Nieren von einem grauen oder schwärzlichten Petrosilex, die in dem Kalksteine eingeschlossen waren. §. 441. Die Stadt Bonneville. Fels von Molasse. Bonneville, die Hauptstadt von Faucigny, liegt in einer angenehmen Fläche am Ufer der Arve; sie hat nichts merkwürdiges an sich, als ihre dreyeckige Gestalt, und einen Platz, der den Raum des Dreyecks in der Mitte ausmacht. Sie ist 39 Klaftern über den Gen⸗ fersee erhoben. Man rechnet von Genf nach Bon⸗ H 2 neville 116 Erstes Kap. Reise von Genf nach ꝛc. neville fünf Meilen, welche wir in drey und drey Vier⸗ tel⸗Stunden machten. Wir hielten uns hier einige Au⸗ genblicke auf, um unsre Pferde ausruhen zu lassen. Während dieses Aufenthalts gieng ich, die Felsen von Sandstein, auf welchen das Stadtthor von der Genferseite gebaut ist, zu untersuchen. Dieselben stei⸗ gen hier aus der Erde, und bestehen aus einem mit Glimmer vermischten Sandsteine. Ihre Schichten ma⸗ chen einen Winkel von 38 bis 40 Graden, und steigen gegen Norden oder Nordnordwesten hinab. Diese Bänke setzen nicht unter die Grundlagen der benachbar⸗ ten Berge fort, sondern haben einen viel neuern Ur⸗ sprung. Einige Hügel, welche zwischen Bonneville und dem Mole liegen, sind von der nämlichen Steinart. Der höchste derselben ist mit seinem Gipfel dem Dörf⸗ chen Chet⸗Chardon parallel; seine Höhe ist 117 Klaf⸗ tern über den See, oder 78 über Bonneville. Man findet in den Spalten dieses Sandsteins schö⸗ ne Krystallisationen von Kalkspath. §. 442. Berg Brezon. Bonneville gegenüber, von der andern Seite der Arve und auf der Gegenseite des Mole, erhebt sich ein hoher kalkartiger Berg, welcher Brezon genannt wird. Ich bin zwey- bis dreymal bis an seinen Gipfel hinauf geklettert. Seine höchsten Felsen sind, von der Seite gegen Bonneville, durchaus von einer sehr gros⸗ sen Höhe gerade abgeschnitten, und bilden einen entsetz⸗ lichen Abgrund. Um denselben ohne Gefahr genau zu betrachten, legte ich mich ganz auf den Felsen nieder, und und ky. votragt E V 30 In d Wuwe Iutun hj gunE gen gee Oul 4h ubg, Wchesi Ie V. b e ihe, Mulg 0 Mag en C Msamn Alemg nach n 1d drey dyj ier einigj zu lasse, h, die n ithor von x Dieselbenst 18 einemn n Schichtennz und sus lab. Do er benahtu neuem i. nepille in M Steina dem Don 117Kluf ille. dsteins sh; n Seikx erhhest zon gelan seinen Gl nd, vun iner scheg einen ensß r gen essin nids Zweyt. Kap. Reise von Bonneville nach ꝛc. 117 und kroch hervor, bis mein Kopf über den Abgrund her— vorragte. So kann man sich gewöhnen, ohne Furcht und Schwindel die tiefsten Abgründe zu sehen! =.-v--=v-v=v=d-v=d=v=d= L. Zweytes Kapitel. Reise von Bonneville nach Clüse. §. 443. Thal zwischen Bonneville und Clüse. Schöne Straße. Trümmer von ursprünglichen Bergen. Sodseic vor Bonneville geht man vermittelst ei⸗ ner langen und schmalen steinernen Brücke über die Arve, und kommt in ein Thal, welches alle Kennzei⸗ chen der großen Alpenthäler hat. Sein Eingang ist von zwey hohen Bergen beschützt, dem Mole auf der mitternächtlichen, und dem Brezon auf der mittägli⸗ chen Seite, wodurch das Thal wie durch zwo Festun⸗ gen gleichsam vertheidigt wird. Der Grund dieses Thales ist vollkommen horizon⸗ tal, und wird von der Arve und den Bächen getränkt, welche sich dort ausgießen; überdem ist es mit sumpfi⸗ gen Wiesen, mit Erlen, Weiden und Pappelbäumen bedeckt. Seine Richtung geht beynahe gegen Osten. Seine Länge von Bonneville nach Clüse ist ungefähr 3 Meilen, seine Breite beym Eingange kaum eine hal— be Meile, dehnt sich aber nachher weiter aus, um sich gegen Clüse hin, wo es sich fast gänzlich schließet, wie— der zusammenzuziehen. Allenthalben, wo das Erdreich offen ist, sieht man, daß der Grund aus Sand in horizontalen Schichten be⸗ H 3 steht, 118 Zweytes Kapitel. steht, welche einigemal mit Schichten von Kies und ge⸗ rolltem Geschiebe abwechseln. Die Natur dieses Be⸗ zirks und die vollkommene Ebene der Fläche des Thals zeigen an, daß der Grund desselben durch die Arve an⸗ gelegt worden, und daß dieser Fluß oder die Strömung, welche vor Alters die Stelle desselben einnahm, viel höher gewesen als heut zu Tage, weil sie das Thaßs, wovon sie jetzt nur einen kleinen Theil durchströmt, ehe⸗ mals ganz muß bedeckt haben. Die Straße auf Clüse ist sehr schön, und geht eine starke Meile weit in gerader und wagrechter Richtung fort, bis sich die Arve den Bergen auf der rechten Sei⸗ te nähert, wo man gezwungen gewesen, den Weg über den von diesen Bergen herabgefallenen Schutt zu bauen. Die Trümmer dieses Schuttes sind meistens kalkartig, jedoch auch mit Granit und andern ursprünglichen Fels⸗ arten untermengt, welche durch die nämlichen großen Veränderungen, die gleiche Wirkungen auch in den Gegenden von Genf hervorgebracht, sind dahin geführt worden: denn die Berge sind ringsherum ganz kalkar⸗ tig, und noch weit von den ursprünglichen entfernt. Dieser Theil der Reise hat auch viel angenehmes; er wird durch die schönsten Nuß⸗ und andere große Bäu⸗ me beschattet, und geht durch ein unter diesen Bäumen verstecktes, und von den schönsten Wiesen umgebenes Dörschen. Da man ziemlich hoch am Thale hingeht, so hat man eine schöne Aussicht über dasselbe. Man sieht den Giffre, ein Bergwasser, welches aus dem Thale von Taninge herfließt, gegen Osten unten an dem Mole hinlaufen und sein Wasser mit der Arve vereini⸗ gen. Nachdem man ungefähr 3 Viertelmeilen am Fuße dieses Berges fortgegangen, steigt man in das flache Thal hinab, und kömmt durch das große Dorf Siongy, wo die Karthäuser von Reposdir, welche die die H seicht x fost De mdon! M. Mt grs Huhgt, hahme d nung u IModer st xn 10 l aber Hhn. deGn der Sch Oe lihander! sin hrn ihe li Kies ud ug dieses des Me 0 Arven trömun, nahn, das Y strönt,! 6 ind gehten r Riching rechten Eiz n Weg ihr ult zu baun. kalkartz lichen Fet hen große ich in den hin gefuhr Nnz kallir ulfernt. ngenehmnez große Bi⸗ en Baunn umgebat le hingth be. M es aue unken an du lrve binnt delmeilen r man in d grße D oil, 06 Reise von Bonneville nach Clüse. 119 die Herren davon sind, ein Haus haben, we sches man leicht daran erkennet, daß es das beste im ganzen Dor⸗ fe ist. Die halbe Y Meile, welche noch zu machen übrig bleibt, um von Siongy nach Clüse zu gehen, ist auch sehr an⸗ — 7— Man gehet über eine kleine, wohlbebaute und mit großen Bäumen eingefaß ite Ebene. Dieses Thal brürgt, wie jenes von Taningzge, die schönsten Eich⸗ bäume dieses Landes hervor. Auf der linken Seite die⸗ ser kleinen Ebene stellet ein altväterisches, auf dem Gi⸗ pfel eines freystehenden Felsen, dessen Untertheil von Bäumen bedeckt ist, gebautes Schloß, eine ungemein schöne und sehr malerische Landschaft dar. Gar keine Ueberein sein Iett zwischen den Sergen. Wenn man in Betreff der Structur der Berge, welche dieses Thal umgeben, nach ihrer Uebereinstim⸗ mung unter einander fragt, so sage ich, daß der Mole und der Brezon, welche bey dem Eingange des Thals einer dem andern gerade gegenuber stehen, auch wirk⸗ lich von gleicher Höhe und beyde kalkartig sind, übri⸗ gens aber weiter nichts übereinstimmendes mit einander haben. Denn die Farbe und Eigenschaft des n die Gestalt derselben überhäupt, die Structur und Lage der Schichten, sind gänzlich von einander unterschieden. Die übrigen Berge, die dieses Thal umgeben, sind einander noch weniger ähnlich, und man beobachtet zwi⸗ schen ihren hervorspringenden Winkeln auch nicht die ge⸗ ringste Uebereinstimmung. H 4§. 445. 120 Zweytes Kapitel. 9. 445. Beschreibung der Berge, welche dieses Thal egen Mittag einschließen. Der Brezon. Schichten, die sich an den Fuß der Abstürzun⸗ gen anlehnen. Wir wollen diejenigen Berge, welche sich auf der rechten Seite befinden, wenn man nach Clüse gehet, umständlicher betrachten, und dann auch zu denen kom⸗ men, welche auf der linken Seite liegen. Der Berg Brezon, welcher, wenn man von Bonneville kommt, gleich ins Auge fällt, hat, wie ich schon gesagt, von dieser Seite einen Gipfel, der ge⸗ rade abgeschnitten ist. Seine Schichten steigen ganz schräge gegen hintenzu oder südöstlich hinab, und so, wie sie sich nach der Richtung des Thals verlängern, so verändert sich auch ihre Senkung; sie werden jäher, und endigen sich, indem sie vorwärts oder gegen Osten hinabsteigen. ů Aber der Fuß dieses Berges ist, wie bey dem Sa⸗ leve, mit beynahe senkrechtlaufenden großen Schichten bedeckt, welche sich an den Körper des Berges anleh⸗ nen; und obschon der Brezon sich eine kleine halbe Mei⸗ le von Bonneville endigt, so erstrecken sich dennoch sei⸗ ne Lagen, welche gegen den Fuß der mittäglichen Kette anliegen, und also der Arve den Rücken kehren, zwey Stunden weit, und bis in das Dorf von Siongy. Sie werden zwar durch ein kleines Thal am äußersten Ende des Fußes des Brezon abgeschnitten, fangen aber jenseit dieses Abschnitts wiederum an. §. 446. W solẽ V onif l, vi s, s 966 de Noman Ohe 4Wide Hewihr Hurid Ragbab Ou on efl Ihrshan In Gpp u u sicht ge rg E gen, Pi Vlde, schi M;‚ Strucu 6ish Hcht ie Wunkl, schen S In Hef Brirtzn bstürgy sch auf x Clüse 0 zu denen koy in man y „ hat, ipfel, derz steigen gn ab, und fj lingern, erden jaher egen Osien dem G/ en Schichn Berges ansh nehalbe M dennochfs glichen K kehten, on Sionh am äußirst kten, fz 46 Reise von Bonneville nach Clüse. 121 §. 446. Thal, welches auf den Brezon führet. Bohe südlich gegen den Brezon gelegene Berge. Dieses kleine Thal, welches sich am Fuße des Bre⸗ zon öffnet, ist krumm und enge; seine vortretende Win⸗ kel, welche in die einwärtsgehenden gleichsam eingrei⸗ fen, sind hier sehr deutlich zu bemerken. Es führet in das Dorf Brezon, welches hinter dem Berge dieses Namens liegt. Oberhalb dieses Dorfes findet man schöne und gros⸗ se Weiden mit Alphütten, die aber nur im Sommer bewohnt, und ler Granges de solaison genennt werden. Hier übernachtete ich, als ich den Brezon und die be⸗ nachbarten Berge besuchte. Die Granges de Solaison werden südwestlich von einer sehr erhabenen und kalkartigen Gebirgkette übersehen, welche den Namen Vergy führet, und de⸗ ren Gipfel, welche man von den Gegenden von Genf aus auf der rechten Seite des Mole sieht, ich auch be⸗ sucht habe. Diese Gebirgkette, welche von Nordost nach Südwest läuft, endigt sich hinter denjenigen Ber⸗ gen, welche unserm Wege rechter Hand liegen. §. 4˙47. Berge, deren Lagen gebogen worden zu seyn scheinen. Thal, das nach Reposoir führet. Man kann aus den Gegenden von Siongy die Structur des äußersten Berges dieser Kette betrachten; sie ist sehr merkwürdig. Seine auf dem Gipfel wage— recht liegende Schichten krümmen sich in beynahe rechte Winkel, und steigen von da senkrecht auf der nordwest⸗ lichen Seite herunter. Man sollte sagen, sie seyn durch einen heftigen Stoß so gebogen worden, indem man an H 5 ver⸗ 122 Zweytes Kapitel. verschiedenen Orten bemerkt, daß sie getrennt und ge— brochen sind. Am Fuße dieses Berges gegen Mittag öffnet sich das Thal, welches nach der Karthause von Repo⸗ soir führt. ᷓ. 448. Ueberhangende Felsen. Wenn man sich Clüse nähert, so gehet man unter Felsen durch, deren dicke Lagen über den Weg hinein hangen. Diese Felsen halten sich an einem Berge, des⸗ sen pyramidenförmige Spitze sich in eine ziemliche Höhe empor hebt. §. 449. Berge, die auf der östlichen Seite unsers We⸗ ges stehen. Der Mole. Ich komme nun zu denen Bergen, welche auf der linken Seite oder nördlich das Thal von Bonneville nach Clüse umgeben. Der Mole macht da den beträchtlichsten Theil aus. Man ist ganz erstaunt, diesen Berg, der von Genf aus einem Zuckerhut ähnlich scheint, sich hier der Rich— tung des Thals der Arve nach verlängern zu sehen. Von hier aus scheinet er mit mehrern Gipfeln bekrönt zu seyn, die sich aber alle in einer gleichen Linie befin⸗ den, und deswegen von Genf aus nur einen einzigen auszumachen scheinen. Zwischen zween dieser Gipfel befindet sich eine große Tiefe, welche offenbar daher kommt, daß der zwischen ihnen liegende Theil ein⸗ gestünzt ist, wovon man die herabgefallenen Ruinen noch amn Fuße des Berges antrifft, da sie einen kleinen Hügel formiren und wirklich mit Reben bewachsen sind. Der DrN ynt dt üi06 De l die rschn Ein eh Jorm! sanm lah, Hak, Hachl W Di v Mit ein er6 Habse rine 5 b Vachle und die Hekber den W 0 umr Vbst 5 Uet sinlch öfret sh von Rpo tman unte Weg hint Bergt/ x. kliche H0 sers WE he auf de onnevil u Diillabz von Gaf r der Mi⸗ n zu schn feln bekit mie bifk nen eithigl jestt G Rbar dihe Thel s nen Rumt einen klintt vachsn sih, O Reise von BVonneville nach Clüse. 123 Der Mole endigt sich bey der Vereinigung des Giffre mit der Arve, wo die äußersten Lagen desselben sich jäh in das Bette dieses kleinen Flußes hinabstürzen. Die Berge, welche auf den Mole folgen und nach ihm die mitternächtliche Seite des Thales der Arve aus⸗ machen, sind niedrig, und keineswegs merkwürdig. Ein einziger derselben verdient seiner pyramidenartigen Form und seiner Lagen wegen, die an seinem Gipfel zusammenlaufen und ihm die Form eines Sägebocks geben, angemerkt zu werden. 9. 4s0. Berg von Clüse. Die Stadt Clüse ist auf den Fuß eines Berges ge⸗ bauet, dessen Structur sehr außerordentlich ist: man beobachtet solches in einer gewissen Entfernung besser, als von der Stadt selbst. Dieser Berg, welcher die Form eines stumpfen oder vielmehr parabolischen Kegels hat, ist gleichsam mit einem Gürtel von Felsen umgeben, die oben von seiner Spitze rechter und linker Hand bis zu seinem Fuß herabsteigen. Das Kahle dieser Felsen wird durch das Srün erhoben, womit der ganze übrige Theil des Ber⸗ ges bedeckt ist. Sie bestehen aus vielen untereinander gleichlaufenden Bändern, von denen die äussern weiß und dick, die innern aber braun und dünner sind. Der Körper des Berges selbst, von dem man hie und da durch den Wald, der ihn bedecket, Felsstücke siehet, scheint aus unregelmäßigen und verschiedentlich gesenkten Lagen zu bestehen. Man könnte glauben, dieses Band sey das Ueberbleibsel einer Art von Kappe, welche wahr— scheinlich ehemals den ganzen Berg bedeckt hat. §. 451. 124 Zweytes Kapitel. §. 451. Kurze Schilderung dieses Thals. Das Thal, welches sich zwischen Bonneville und Clüse hinstrecket, ist also auf der rechten und linken Seite von Bergen umgeben, welche vollkommen kalk— artig, von sehr verschiedener Form, sehr unregelmäßig, und deren Schichten sehr selten horizontal sind. Die platte Ebene dieses Thals bestehet aus Sand, Kies und abgerundetem Geschiebe; auch die Hügel, wel⸗ che sich aus diesem Grunde erheben, sind von Sand— stein. §. 452. Hügel des Schlosses von Musel. Dieser Zuckerhut, der sich zwischen Siongy und Clüse befindet und auf dessen Gipfel ein zerstörtes Schloß stehet, welches eine sehr anmuthige Wirkung in dieser Landschaft macht, ist auch aus Sandstein zu⸗ sammengesetzt. Die Lagen dieses Felsen sind in Anse⸗ hung ihrer Dicke von einem Schuh bis auf einige Linien, auch in Absicht auf ihr Korn, woraus sie bestehen, von einander verschieden; ihr Abhang ist von ungefähr dreys⸗ sig Graden hinunterwärts gegen Osten. §. 453. Die Stadt Clüse. Man kommt nach Clüse, nachdem man eine Brü⸗ cke von einem einzigen Bogen über die Ar ve paßirt hat. Diese kleine Stadt ist drey- und sechzig Klaftern über unsern See erhoben, und hat nicht mehr als eine Gasse, welche gegen das Bette der Arve hinauf im⸗ mer enger wird, weil sie zwischen derselben und dem Ber⸗ ge 10 0 E gst flln testhaß 50¹⁰ V Sum nicht Moh M Lumad hseuau Svenr Rendue seuritgg Rur Sclat R Lo Gurtnn de Moe D shng 90, abij ls. neville uy und lnnky ymmen kah Rregelnußz nd. aus Sah Hügel, ui von Sa el. ongy uh jerstörtes Wirkung dstein y d in Ans⸗ nige Aniez estehen, an efähr draß neine V e paßirthh 109 Kaftn hr alse sinauf ik 1 dem Vo⸗ Reise von Bonneville nach Clüse. 125 ge eingeschlossen ist. Sie ist gegen das untere Theil brei⸗ ter; und hier sieht man, wie in Genf, der Länge der Straße nach Gewölber oder hölzerne Lauben auf hohePfei⸗ ler gestützt, welche dem Auge eines Bauverständigen miß⸗ fallen würden, jedoch für die Fußgänger und Kaufleu⸗ te sehr bequem sind, indem diese Lauben den Kramladen zu Schirmdächern dienen. Von Bonneville nach Clüse zählet man drey Stunden: allein da die Wege schön sind, so hatten wir nicht mehr als zwey dazu nöthig. §. 454. Aussuchung eines Orts, um magnetometrische Beobachtungen zu machen. Wir hielten uns hier auf, und suchten uns, Hr. Trembley und ich, einen bequemen Ort aus, um unsere erstelntersuchungen über die mag netische Kraft zu machen. So viel es uns möglich war, stellten wir diese Untersuchun⸗ gen außer den Häusern an, damit das darin befindliche Ei— sen nicht etwa auf die magnetische Nadel einige Wirkung verursachen, und ohne unser Wissen einen Einfluß auf die Schlüsse aus unsern Versuchen haben möchte. Um vor dem Winde gesichert zu seyn, setzten wir uns hier in ein Gartencabinet, welches am Eingange zu einer am Ufer der Arve befindlichen Wiese angelegt ist. Damit man sich aber einen Begriff von diesen Ver⸗ suchen und Beobachtungen machen könne, so ist es nö⸗ thig, das Instrument zu beschreiben, dessen wir uns dabey bedienten. ——— Drit⸗ 126 Drittes Kapitel. .- Drittes Kapitel. Beschreibung eines neuen Magnetometers. §8. 455• Untersuchung über die dirigirende Rraft. Ver⸗ nachläßigte Untersuchung der anziehenden Kraft. De Naturforscher haben die mübs⸗ amsten Untersu⸗ chungen über die Abweichung und Neigung der Magnetnadel, wenn man dieselbe an verschiedene Orte der Oberfläche unsrer Erde versetzet, angestellt; und die Wichtigkeit 19.0 Untersuchungen für die Schifffahrt berechtiget alle Mühe, die man selbigen aufgeopfert hat. Allein es ist fast unbegreiflich, daß man noch keine Pro⸗ be gemacht, um zu wissen, ob die anziehende Kraft des Magnets mit der dirigirenden einigen übereinstimmen⸗ den Veränderungen unterworfen s sey und daß man nicht einmal daran gedacht, zu pr üͤfen, ob diese Kraft in verschiedenen Ländern nicht stärker oder schwächer wer⸗ de. Die Kenntnisse, welche aus einer Probe dieser Art entstünden, wären wirklich sehr interessant, und wür⸗ den nicht nur die Theorie der Natur des Magnets, wel⸗ che noch so unvollkommen ist, vollkonunener machen, sondern vielleicht auch zu einer wichtigern Entd ꝛeckung über die Gesetze der dirigirenden Kraft, welche noth⸗ wendig mit der e verbunden, und nichts als eine gemeine Modisication derselben ist, führen. Man hat tedüch zu Hiterihen gedache, ob die Intensität der magnetischen Kräfte, sowohl der anzie⸗ henden als der dirigirenden, sich an einem gleichen Orte verändere. Hr. Musschenbroet beschreibet in seiner gres⸗ Hh gesße Vasch shfet Hft hi is;N Hadal dem M Gauf mn/int Nun Win 4. Daah berich Reun W hellrth shen 60 M Idcht macul 780 shongh DRN V 6 mi dente n schenen! scherf Musser iehendi sten Untasz Megung R hiedene Hn tellt; undd. Schiffah geopfert hu keine Pros e Kraft des einstimmnr⸗ d daß mm diese Krat hwächer wi⸗ obe dieser E t, und uin agnets, Wi ener mache Enkoelünz welche no d nichts cb hren. icht, H d H1der angk acherdt bet in selt 9b Beschreibung eines neuen Magnetometers. 127 großen Abhandlung über den Magnet(Wien 1756.) die Ver suche der Naturforscher, und auch diejenigen, welche er selbst angestellt hat, die täglichen Veränderungen dieser Kraftzu messen: bald durch die Beobachtung der Ge— schwindigkeit der Schwingungen eines magnetischen Ei— sens;([Dislertatio de Magnete Experim. C. II und VII.) bald auch indem er die Wirkung des Eisens auf einen an dem Arm einer Wage aufgehöngten Mägneten durch das Gewicht bestimmte;(a. a. O. S. 11— 34.) bald wieder⸗ um, indem er die Entfernungen untersuchte, auf welche ein Magnet die Abweichung der Magnetnadel von ihrer Mit— tagslinie bewirken kann.(a. a. O. S. 49— 55. Andere neuere Naturforscher haben diese nämliche Versuche auch wiederholt und verändert: allein ich glau⸗ be nicht, daß jemand untersucht habe, was die Verän⸗ derung des Orts auf die anziehende Kraft der Magnet—⸗ nadel für Folgen nach sich ziehe. Der Gedanke an sol⸗ che Untersuchungen kam mir zuerst wegen der Gebirge: es schien mir sehr nützlich zu untersuchen, ob die Richtung des Magnets auf ihren Gipfeln sich nicht verändere, und ob sich nicht die anziehende Kraft, so wie man sich nach und nach von der Oberfläche der Erde entfernt, wie die Schwere, und das vielleicht noch mit mehrerer Ge⸗ schwindigkeit, vermindere. §. 456. Die Richtung der Magnetnadel ist auf den Ge⸗ birgen die namliche. Was die Richtung betrifft, so hatte ich keine Mu— he, mich vollkommen darüber zu befriedigen. Ich be⸗ diente mich eines mit einer Maschine zum Visiren ver— sehenen Compasses, visirte von einem Punkt der Fläche, welcher sehr leicht von dem Gipfel eines Berges herab zu unterscheiden war, auf einen deutlichen und zugäng— lichen 128 Drittes Kapitel. lichen Punkt eben dieses Berges, und schrieb den Win⸗ kel, welchen diese Richtung und die Magnetnadel mit einander machten, auf. Hernach trug ich meinen Com— paß auf den Punkt des Berges, nach welchem ich an⸗ fänglich visirt hatte, und richtete ihn auf meinen Stand—⸗ punkt in der Ebene; und da ich die Magnetnadel in eben der Stellung fand, so schloß ich, daß der Ma— gnet auf dem Gipfel des Berges und in der Ebene einer⸗ ley Richtung behalte. Ich hatte dennoch etlichemal einige Veränderungen gefunden, deren Ursache aber wahrscheinlich in den Ei⸗ senminern, welche der inie, wodurch beyde Standpun⸗ ete verbunden werden, zur rechten und linken Seite lie⸗ gen, zu suchen ist. Wir werden bey den Beobachtun⸗ gen, die ich auf dem Cramont gemacht, ein auffal⸗ lendes Beyspiel davon sehen. Ich bin auch gesonnen, über die Neigung der Ma⸗ gnetnadel Versuche anzustellen, wenn ich mit der Ver⸗ fertigung eines neuen Compasses, den ich für diese Ver⸗ suche bestimme, werde zum Ende gekommen seyn. §. 457. Erste Versuche über die Abwechselungen der anziehenden Kräft. Die Messung der anziehenden Kraft schien mir schwe⸗ rer zu seyn, als die der dirigirenden Kräfte. Ich nahm zuerst einen Magnetstein, welcher nach der gewöhnlichen Methode armirt war; ich versuchte, welches das größ⸗ te Gewicht sey, das er auf der Ebene zu tragen ver⸗ möchte, und wiederholte die Probe auf den Gebirgen. Ich wurde aber bald gewahr, daß die kleinsten Ver⸗ schiedenheiten in der Stellung des Trägers an dem Ma⸗ gneten die Versuche äußerst ungewiß machten: denn je nachdem der Träger sich auf diesen oder jenen——6 Füße Dch Fißed 16l aflt H Hlhte oM Hu die M. rahigr 30n Hf E tusg and Iscbn Dind nicht ge H Mhode sh HEiir dakeg stu Bhn ud oem I RWanch dusth an einam ge. R sen an ei Aboadin s, veil grig mn ger veden, IREf Lche eb den„ netnadel mj meinen Co chem ic er einen Stunz agnetnadely aß der M; Cbeneenz randerunnn h in den E⸗ Ständuun n Seite ⸗ Beobachtn⸗ „ein aufsh g der Mr it der Ver— diese Ver seyn. ungen de en mir shte Ihnahe Rwähnhs es das gla ttagen dy n Gebign einstn YM an den M en: denl an Hunkn 7 0 Beschreibung eines neuen Magnetometers. 129 Füße der Armatur stützte, trug der Magnet ein größe⸗ res oder kleineres Gewicht; und ob ich schon die Plätze, auf weschen ich ihn sich stützen ließ, genau mit Stri⸗ chen bezeichnete, so fand ich doch immer sehr beträchtli⸗ che Unterschiede bey einerley Zeit und an gleichem Orte. Ich verfiel alsdann auf den Gedanken, kleine Wände von Kupfer an dem Träger fest zu machen, in welche die Absätze der Armatur genau einpaßten, damit sie ge⸗ nöthigt wären, beständig auf eben dieselben Punkte an dem Träger zu stohen. Im Jahr 1767 ließ ich zu mei⸗ ner ersten Reise um den Montblanc diese Abände⸗ rung an dem Magnetstein anbringen, und bediente mich desselben zu verschiedenen Versuchen auf den Bergen und in den Ebenen: meine Resultate aber waren noch nicht gleichförmig genug, um mich zu befriedigen. Ich hatte auch Gelegenheit, mich zu überzeugen, daß diese Methode von Versuchen nicht richtig genug sey, weil es sehr schwer hält, die Füße der Armatur und den Trä⸗ ger beständig in einer gleichen Trockenheit und vom Staube gleich rein zu erhalten, und daß selbst vermit⸗ elst der kupfernen Seitenwände nicht immer die gleichen Berührungspunkte zwischen den Fußen der Armatur und dem Träger können erhalten werden. Ich schloß hieraus, man müsse ein Mittel finden, die anziehende Kraft des Magneten zu messen, ohne daß derselbe eben das Eisen berühre, und dieses Mittel an einem bequemen und tragbaren Instrumente anbrin⸗ gen. Mir fiel anfänglich ein, ich wollte ein Stück Ei⸗ sen an einer sehr feinen und dehnbaren Uhrfeder(ressort à boudin) anbringen, und das Eisen so richten, daß es, weil es beym Anziehen des Magneten durch die Fe⸗ der zurückgehalten wurde, sich dem Magneten bis auf einen gewissen Punkt, aber ohne von ihm berührt zu werden, nähern köͤnnte. Die vermehrte oder vermin⸗ derte Entfernung des Eisens von dem Magneten sollte II. Theil.—— als⸗ 130⁰ Drittes Kapitel. alsdann der Maaßstab von der Zunahme und Abnahme der magnetischen Kraft seyn, und es würde nicht schwer gehalten haben, die kleinsten Veränderungen dieser Di⸗ stanz zu vervielfältigen und merkbar zu machen. Ich war aber nicht ganz mit diesem Einfall zufrie⸗ den, weil ein Instrument dieser Art uns eher die Ver⸗ änderungen der Verhältnisse zwischen der magnetischen Kraft und der Federkraft, als die eigentlichen Verän⸗ derungen des Magneten, dargestellt hätte. Da nun aber die Federkraft nichts beständiges ist, sondern we⸗ gen der Hitze und Kälte, vielleicht auch anderer minder bekannten Ursachen, abwechselt, so hätte man niemals mit Gewißheit erfahren können, ob die bemerkten Ver⸗ änderungen blos der magnetischen Kraft zuzuschreiben wären. §. 458. Neues Magnetometer. Ich richtete also meine Aufmerksamkeit auf die Schwere, welche, wenn sie schon ebenfalls nicht un⸗ veränderlich ist, sich doch wenigstens nach so bekannten Gesetzen verändert, daß man ihre Veränderungen im⸗ mer voraus sehen und bestimmen kann. Ich dachte, ei⸗ ne Kugel von Eisen, die an einem sehr leichten und an seiner Axe sehr beweglichen Pendul befestigt wäre, wür⸗ de sich durch einen Magneten, den man in einer gehö⸗ rigen Entfernung von ihr anbrächte, von der Vertical⸗ linie entfernen; und da die Gewalt, womit diese Kugel in Bewegung gebracht wird, größer seyn muß, je grös⸗ ser der Bogen ist, den man sie durchlaufen läßt, so würde man aus den Veränderungen dieser Bogen auch die Veränderungen der anziehenden Kraft des Magne⸗ ten erkennen können. Ich machte alsobald einige Ver⸗ suche, die mich überzeugten, daß dieser Gedanke reali⸗ Hchr kealsten sen dn nacn, H ub sine iafl thüb on vesch 1 st Hussu dgfenen ue Kg Vasede: mn. I Dndg ber dÿ. „ 0 00 Ailderg ilatf. R Hechari Hachicl lischr Guditz Eiunamg sufrts lise W man sesth Ruuen S h6rsoida 1 Moel Huht s. s Selhn Munn und Ahuhe de nihtshn gen digser d achen, Eirfall ft eher die Vy. magnesshz lichen ui te. Dam sondern derer mirhy man nien merkten Vy ujuschtash eit auf N. nicht un so bekannth derungen ij 0 dachte, ichten unden t wäre, vi n einet gyh der Vertth it disekn nuß egi fen läst, Bogen des Mah eingẽ do HWanke 6 h Beschreibung eines neuen Magnetometers. 131 realisiren lasse; noch kam es aber darauf an, die klein⸗ sten Veränderungen dieser Bogen dem Auge sichtbar zu machen. Mir fiel alsobald ein sehr einfaches Mittel ein, welches darin bestand, daß ich das Pendul ober⸗ halb seiner Axe, in welcher es aufgehenkt war, so hoch hinauf laufen ließ, daß es um vielmal so lang war als unterhalb derseiben, und daß ich an dem Zirkelbogen, an welchem dieser obere Theil hin und her zu laufen hat⸗ te, sehr feine Abtheilungen anschrieb. Denn da die Pendulstange nothwendig in Bogen laufen muß, die denjenigen gleich sind, in welchen die unten daran hän⸗ gende Kugel von Eisen läuft, so kann man auf diese Weise die gleiche Größe von eben diesen Bogen bekom⸗ men. Ich hätte auf diese Art die Sichtbarkeit dieser Veränderungen beträchtlich vergrößern können; weil aber das Instrument zum Transportiren dienen muß⸗ te, so glaubte ich, es wäre genug, wenn der obere Theil der Pendulstange den untern fünfmal an Größe übertreffe. Hr. Paul, ein Künstler in unsrer Stadt, der mit mechanischem Genie und Kenntnissen noch die größte Geschicklichkeit und Genauigkeit in Verfertigung physi kalischer Instrumente verbindet, hat mir nach diesen Grundsätzen zwey Instrumente gemacht, die ber meine Erwartung gut gerathen sind Denn die Kugel von Ei⸗ sen sirirt sch nach den regelmäßigsten Schwingungen auf ine gewisse Entfernung von dem Magneten; und wenn man sie schon aus dieser Lage wegrückt, so fixirt sie sich nach neuen Schwingungen wieder auf eben den Punkt mit ei⸗ ner sonderbaren Genauigkeit. Ein äußerst empfindli⸗ ches Nivellirwerk, welches an diesem Instrument ange⸗ bracht ist, dient dazu, demselben eine sehr genau verti⸗ cale Stellung zu geben; starke Schrauben ma Chen den Magneten in einer Lage fest, die man nach Belieben 2 än⸗ 132 Drittes Kapitel. ändern kann, die aber, wenn sie einmal bestimmt ist, sich von selbst nicht ändert; und ein solides Futteral über das ganze Instrument, welches durch eine halbe Spie⸗ gelscheibe geschlossen ist, setzt das bewegliche Pendul vor den Bewegungen der Luft in Sicherheit. §. 459. Bemerkte Veränderungen. Seit den fünf Jahren, da diese Instrumente ver⸗ fertigt worden, habe ich ihren Gang vielmals beobach⸗ tet, und gesehen, daß die anziehende Kraft abwech selt; daß die allgemeinste Ursache dieser Veränderungen in der Hitze besteht; daß die magnetische Stange von ihrer Kraft verlieret, wenn die Hitze zunimmt, und sie bey deren Abnahme wieder bekömmt. Meine Instrumente stellen diese Veränderungen so merklich dar, daß man schon den Unterschied, welchen hierin ein halber Grad nach reaumürischem Thermometer hervorbringt, auf das richtigste wahrnehmen kann. §. 460. Warum diese Instrumente so empfindlich sind? Es ist wahr, daß selbst nach dem Grundsatz, wel⸗ cher bey ihrer Verfertigung zum Grunde gelegt worden, diese Magnetometer einen sehr sonderbaren Vortheil ha⸗ ben, und daß ihre Veränderungen in einem viel grös⸗ sern Verhältnisse zunehmen müssen, als die Verände⸗ rungen der anziehenden Kraft selbst, da diese Kraft des Magneten gegen das Eisen größer ist, je näher sich die⸗ ses bey jenem befindet, und dieses zwar in einem Ver⸗ hältnisse, welches in gewissen Entfernungen das umge⸗ kehrte Verhaltniß der Quadrate übertrifft. Wenn ir⸗ gend eine Ursache die Intensität der magnetischen Kraft ver⸗ Heh herheh! W Wuns Nlln Wechsh gege! (lso sch Mnnah ugehb Rc o I N D̃ul mam dyy IUum In de, sicht Raht abn wanigj Wn dermmnl, sahmeg HRäͤrderz 0 gn scht, de Müng) besümnti Futtenn 10 2 halhe Hi ePerdulz N, strumerte y lmals bobht ft abvafhj anderungn! angevon hy und se Jnsttumh r, daß in halber Gu bringt, a indlich sh rundsab, u gelegtwoch nn Vorthih nem vit die Vaii dies Krst näher schs in einen V. gen das ud st. Vunn Nshe d 0 Beschreibung eines neuen Magnetometers. 133 vermehrt, und die eiserne Kugel nöthiget, sich dem Magneten zu nähern, so vermehrt diese Näherung die Wirkung des Magneten auf die Kugel, und um des⸗ willen nähert sich ihm dieselbe mehr als es die bloße an⸗ wachsende magnetische Kraft mit sich bringt. Wenn hingegen die magnetische Kraft abnimmt, die Kugel also schwächer angezogen wird, und sich mehr, von dem Magneten entfernt, so fällt sie in einen schwächern Wir⸗ kungskreis, und um deswillen entfernt sie sich mehr als nach dem bloßen Verhältnisse der absoluten Vermindes rung der anziehenden Kraft. §. 461. Schwierigkeit, die Veränderungen der anzie⸗ henden Kraft zu berechnen. Wenn aber dieser Vortheil deswegen groß ist, daß durch denselben die Veränderungen der magnetischen Kraft deutlicher gemacht werden, so macht er hingegen die Berechnung dieser Veränderungen verwirrter, weil man dieselben nicht bestinmmen kann, ohne das Gesetz zu kennen, nach welchem die Abnahme der Entfernun⸗ gen die anziehende Kraft des Magneten vermehrt. Run ist aber dieses Gesetz noch nicht bekannt; unser Instru⸗ ment aber kann helfen es auszusuchen, weil man zum wenigsten in gewissen Abmessungen die Entfernung des Magneten von der Kugel nach Belieben vermehren und vermindern kann, und dadurch die Zunahme und Ab⸗ nahme der Kraft zu sehen bekommt„welche aus diesen geänderten Entfernungen entsteht. Die Proben„die ich gemacht habe, beweisen mir, wie ich im§. 83. sagte, daß dieses Gesetz veränderlich ist, und mit keiner Wirkung der Entfernung im Verhältnisse steht. 21. Die⸗ 134 Drittes Kap. Beschreibung eines neuen ꝛc. Diesen Mangel an Regelmäßigkeit zu ersetzen, habe ich angefangen, die Gesetze, denen diese Kraft nach allen Entfernungen, welche die Größe des In⸗ struments zwischen dem Eisen und Magneten zu bezeich⸗ nen erlaubt, unterworfen ist, nach sehr genauen Ver⸗ suchen auszurechnen. Diese lange und beschwerliche Ar⸗ beit aber ist noch nicht zu Ende gebracht; und da die Schlüsse aus den Erfahrungen, die ich mit diesem Ma⸗ gnetometer angestellt, nicht ohne diese Tabelle konnen berechnet werden, so bin ich gezwungen gewesen, die Nachrichten von diesen Versuchen für den folgenden Theil dieses Werks zu versparen. Ich werde dann zu⸗ gleich eine Abbildung und umständliche Beschreibung dieses Magnetometers mittheilen; woraus man, mei⸗ nem Vermuthen nach, sehen wird, daß dieses Instru⸗ ment, unter geschickten Händen, zu sehr wunderbaren und mannigfaltigen Versuchen über die Gesetze der magnetischen Kraft dienen kann. Vier⸗ Rudunn Gokn shenh D0 Wierß fih 0 shen d llshen en Fe Hun 9 diest Ht ͤßꝛ de h eten zu bißt genauen y schwerscheh t; und da it diesem H/ Lubelle kötz gewesen, den folhntz erde donn y Beschrehn 13‚ man, u dieses Iit wunderburt Gesehe l Viertes Kap. Reise von Clüse nach ꝛc. 135 Viertes Kapitel— Reise von Cluse nach Sallenche. §. 462. Allgemeine Beschreibung dieses Weges. Das Thal, welchem man von Clüse nach Sallen⸗ che folget, erstrecket sich gegen Süden, und schneidet das von Bonneville nach Clüse beynahe in geraden Winkeln ab: es ist viel enger und von höhern Gebirgen umgeben; welche beyde Umstände dasselbe sehr wunderbar und ungemein malerisch machen. Da dieses Thal sehr krumm hinläuft, und die das⸗ selbe umgebenden Berge oft bis in eine sehr große Höhe fast senkrecht abgeschnitten sind, auch an verschiedenen Orten über den Weg hinhangen, so geht der erstaunte Reisende nicht ohne eine Art von Furcht fort, und zwei⸗ felt, ob es ihm wohl möglich sey, einen Durchgang zwi⸗ schen diesen Felsen zu finden. Die Arve, welche an etlichen Orten kaum für sich Raum zu haben scheint, streitet gleichsam mit ihm um den Weg, und wirft ihre mit Ungestüm schäumende Wellen über die Ufer, um den Wanderer von der Reise nach ihrem Ursprung abzu⸗ schrecken. Allein dieses Thal zeiget nicht nur schauervolle, son⸗ dern auch ungemein sanfte, schöne und angenehme Ge⸗ mälde, schöne Brunnen, Wasserfälle, und kleine, ein⸗ same und gleichsam zu stiller Ruhe einladende Oerter, welche entweder an dem Fuß eines jähen herabhangen⸗ den Felsen, oder am Ufer des Flußes, mit lieblichem Grün geziert, im Schatten hoher Bäume liegen. 3 4 Die 136 Viertes Kapitel. Die Berge allein wären schon hinreichend, den Rei⸗ senden durch ihre beständig abwechselnden Anblicke zu unterhalten. Hier zeigen sie sich ganz nackt und steil, dort aber in Waldungen verhüllt; hier erheben sie sich in langausgedehnte Rücken, dort aber steigen sie in himmelhohe Spitzen empor: auf jeden Schritt hat man ein neues Gemälde! Allein ich würde mich mit einer Arbeit beladen, die sowohl mühsam für mich als undankbar für meine Le⸗ ser wäre, wenn ich eine umständliche Beschreibung die⸗ ser zwey Gebirgketten, welche beynahe in einer Länge von 4 Stunden dieses Thal einschließen und umgeben, machen wollte: ich werde mich dennoch nur bey demje⸗ nigen aufhalten, was mir einige nützliche Beobachtun⸗ gen darzureichen scheint. L. 463. Schichten, welche in rechte Winkel gebo⸗ gen sind. Sobald man die Stadt Clüse verlassen hat, und sich nach der Rechten umkehret, so siehet man die über⸗ hängenden Felsen, unter welchen man durchgehen muß, ehe man über die Arve kommt.(F. 448.) Man un⸗ rerscheidet von hier das Profil dieser Felsschichten, und erkennet, daß sie beynahe senkrecht gegen den Horizont gerichtet sind. Diese Schichten liegen an andere auf, welche auch, wie dieselben, kalkartig und senkrecht sind, die aber die Fortsetzung von beynahe horizontalen Bänken ausma⸗ chen. Man sollte sagen, daß eine unbekannte Kraft das Ende dieser Schichten in gerade Winkel gebogen hätte, um sie dadurch zu zwingen, eine senkrechte Stel⸗ lung anzunehmen. F. 464. K. suces dahsch. sulben thdl Aah V Flh: Mun lusache! ischen h In, W dun Igur! I unhe! hem W. 1ts Oser Ienhor 0 s , da Anblahk dat und ss heben se sh stige h Schiitt beladen, fur meiel hreibungj einer san d umschz bey doss Beobachnn Agebo⸗ hat, an die ibe⸗ hgchen mi Man ul ichten, u. en Horiyt wesche ul, die aberh ken auent annte Ki nlel gebagt Rch E • 60 Reise von Clüse nach Sallenche. I §. 464. Fortsetzung des Vorigen. Der Weg nahe bey Clüse ist zwischen der Arve und dem Fuße des Berges eingeschlossen, und zeigt zur Linken zusammengehäuften Schutt von eben diesem Ber⸗ ge. Diese daselbst befindliche heruntergefallene Fels⸗ stücke sind ihrer unregelmäßig vieleckigen, oft rhomboi⸗ dalischen, oft parallelepipedischen schiefwinklichten Ge⸗ stalten wegen sehr merkwürdig: ihre Winkel sind vor— stehend und scharf, und ihre Materie ist eine Gattung groben Marmors von hunkler Farbe. — Diese natürlichen Zertheilungen des Steins sind die Folge einer Zurückziehung, welche die Austrocknung der Materie, aus der dieser Stein formirt worden„ver⸗ ursachte: eben so wie die regelmäßige Gestalt der vulca⸗ nischen Basalte durch die Zurückziehung bey der Erkäl⸗ tung ihren Ursprung erhalten. Die besondern Gestal⸗ ten, welche diese verschiedene Körper in ihren verschie⸗ denen Zurückziehungen annehmen, werden durch die Figur ihrer kleinsten Theile und durch die Natur ihrer Aggregation bestimmt. §. 465. Söhle von Balme. Eine kleine Meile von Clüse gehet man unter einer Höhle durch, welche sich im Berge zur Linken der groß— sen Straße befindet. Sie verdient wohl, daß wir uns einige Augenblicke dabey aufhalten. Man siehet von dem Wege her ihre Oeffnung, welche der Oeffnung ei⸗ nes Ofens gleich siehet, und zwischen den abgeschnitte⸗ nen horizontalen Schichten eines kalkartigen Berges ge⸗ legen ist. Das Dorf, welches unten an dieser Höhle 3 5 liegt, 138 Viertes Kapitel. liegt, hat von ihr den Namen Barme oder Balme bekommen. Ich untersuchte dieselbe das erstemal den 26 Junius 1764. Ich glaube nicht, daß sie ein Beobachter vor mir gesehen hat; und zu dieser Kenntniß gelangte ich durch einen ziemlich sonderbaren Zufall. Ein Hirt, der mir auf einer Reise auf den Berg Vergy zum Wegwei⸗ ser diente, wollte mir beweisen, daß es ehemals Feen allhier gegeben, welche die Regierung über dieses ganze Land gehabt hätten; und da ich seinen Gründen keinen Glauben beymessen wollte, so sagte er mir:»Was wollten Sie antworten, wenn ich Ihnen einiges von ihrer Arbeit zeigte, Sachen, welche nur allein durch über⸗ natürliche Kräfte so konnten ausgeführt werden?« Ich war sehr neugierig, wie man leicht denken kann, diese Werke zu sehen, und zu wissen, was solches seyn möch⸗ te.„Erstlich, sagte er mir, will ich Sie an einen Ort führen, wo sie sich das Vergnügen gemacht haben, al⸗ len Steinen die Form von Schnecken, Schlangen und allerhand sonderbaren Thieren zu geben.“ Ich begriff leicht, daß er von Versteinerungen reden wollte, und da ich in dieser Gegend noch keine kannte, so war es mir sehr angenehm, durch unsere Unterredung von den Feen dazu geführt zu werden. Auch führte er mich in der That, nachdem wir unsere Reise zu Ende gebracht, zu einem Felsen nahe bey Clüse, auf dem Wege von dieser Stadt nach St. Sigmund. Ich fand auf diesem Felsen große Ammonshörner, welche mein Führer Schlangen nennte, die um sich selbst herum ge⸗ wunden seyn, und Turbiniten, die seine Schnecken waren; auch fand ich ein Petrefaet, welches, zum we⸗ nigsten in unsern Gegenden, viel seltener ist, nämlich Bruchstücke von großen Orthocerätiten, deren ästige Gelenke Dendriten vorstellen. Diese * ihr sehlt Cule olle Rals! derne wodof Ma. 1 I0l u W sen, Unr Hlunt Rms 0r Ihtr Hule Wen bhnn Wh W d de Rißte : gasteg cer n der hi fihen kurm Rsit oder Bahn n 26 Jni obachttey gelangte! En hit x um Wyhnt hemass u dieses h Unden kesr nir: n V ges von sn durch ihz rden 4 kann, d sehn mich n einen Or haben, a langen un Ih begli dollte, u so wal 6 ung von de er moh i de gebrahh Wioge u h find u welche x st herung e Schnh 6/ um 6 st, änt deren ish D Reise von Clüse nach Sallenche. 139 Diese geschnittenen Steine waren aber nach meines Führers Meinung nicht das einzige Werk der Feen; sie hatten noch eine unermeßliche Höhle mit Kammern, Säulen, und dergleichen in den Felsen gegraben. Ich wollte auch diese Höhle sehn; da aber mein Führer nie⸗ mals darinne gewesen, so mußte ich mich nach einem an—⸗ dern erkundigen, welches ich in der Stadt Clüse that, wovon diese Grotte nicht gar weit entfernt seyn mußte. Man nennte mir einen Mann, der zwölf andere Ein⸗ wohner dieser Stadt, in deren Gesellschaft er vor Zei⸗ ten eine Untersuchung dieser Höhle unternommen, von der man viel gesprochen, noch allein überlebt hatte. Ich gieng zu ihm: er war zu alt, um mein Führer zu seyn, erzählte mir aber die Geschichte seiner ehemaligen Unternehmung. »Diese Grotte, sagte er, ist schon lange im Lande bekannt. Zu ihrem Eingange, welcher mitten in ei— nem steilen Felsen ist, kann man nicht gar leicht gelan⸗ gen; wenn man aber einmal bis dorthin gekommen ist, geht man ohne große Schwierigkeit in eine weitläuftige Gallerie, welche sehr tief in das Innere des Berges hinein führt. Diese Gallerie theilt sich in andere Sei⸗ tengänge, in welchen allen man ohne Gefahr hin und her gehen kann; nur muß man sich vor einem Loche in Acht nehmen, welches mehr als 600 Schuh tief ist, und dessen Oeffnung sich in der Mitte des Bodens der größten unter allen Gallerien befindet. Er fügte noch hinzu: er sey mit noch fünf andern in dieses Loch hinab⸗ gestiegen, um einen Schatz darinnen zu suchen, wel⸗ cher nach einer alten Tradition, die durch den Schall der hinabgeworfenen Steine bestätigt würde, darin zu finden wäre; denn nachdem diese Steine öfters an den krummen Wänden des Loches rechts und links angeschla⸗ gen hätten, fielen sie auf etwas, welches einen Klang wie 140 Viertes Kapitel. wie gemünztes Gold und Silber von sich gebe. Schon vor ihm und seinen Kameraden hätten verschiedene Personen sich an Seilen in dieses Loch herablassen wol⸗ len; sobald sie aber zu einer gewissen Tiefe gelangt wä⸗ ren, sey ein schwarzer Bock aus dem Abgrunde herauf⸗ gekommen, hätte sie in die Beine gebissen und genöthigt, sich so geschwind als möglich wieder hinauf ziehen zu las⸗ sen. Um diesen höllischen Wächter des Schatzes zu ent⸗ fernen, hätten sich ihrer zwölf Bürger von Clüse ver⸗ bunden, einen starken Vorrath von Reliquien und ge⸗ weihten Wachskerzen angeschafft, einen Baum queer über die Oeffnung des Loches gelegt, und alsdenn mit diesen heiligen Waffen gerüstet, sechs von ihnen sich durch die sechs andern an Seilen hinabsenken lassen, und sie seyen ohne Gefahr bis zu dem Grunde des Loches herabgekommen. Sie häatten aber daselbst nichts ge⸗ funden, als zerbrochene Kieselsteine, von welchen der betrügerische Klang her kam, wie auch zwey kupferne Armspangen und einige Gemsenknochen. Durch fleißi⸗ ges Nachsuchen hätten sie aber doch im Grunde des Lo⸗ ches eine Oeffnung oder einen sehr engen Durchgang entdeckt, durch welchen sie in eine Art von geräumigem Saal gekommen seyn, dessen eine Hälfte unter Wasser gestanden, die andere aber trocken gewesen wäre; von einem Schatze aber hätten sie nicht die geringste Spur wahrgenommen, so daß sie mit großer Beschämung wieder zurückgekehrt, und sich dem Hohngelächter der ganzen Stadt, die ihnen entgegen gegangen, Preis ge⸗ ben müssen. Ich fragte ihn, ob ihm dieser tiefe Saal ein Werk menschlicher Hände geschienen hätte? Er ant⸗ wortete, er glaube es; auch hätten sie ein musikalisches Instrument wie eine Geige in erhabener Arbeit in einer Felswand dieses Saales gehauen erblickt, und dieses Schnitzwerk sey sogar auch mit Farben angestrichen ge⸗ wesen. ö Der sach 661 der cher; das! wunt dink rubt⸗ nirad se u dult 11U Du Reu + Shal shaft Vm ole Ein seiltn shen Iur I e. SihI verschidm blassen pi⸗ gelangt U inde hus Wgenüthg, siehen zulh hahes zuen Clüse ur ien und ge Baum gut alsdenn ni n ihnen st nlassen, u des Hce nichts g⸗ weschen der y kupferne urch fleißt ade des Y/ Durchgatz eraumigen nter Wasn wäre; d naste S Beschamuh Rlächttt di 1„ Mesh tiefe Gu 7 Erqt ruskolste heit in iie und diss srichn h 00 Reise von Clüse nach Sallenche. 141 Der gute Alte erzählte mir dieses alles mit einemn solchen Anschein von Einfalt und Treuherzigkeit„ daß ich Mühe hatte an seiner Erzählung zu zweifeln. Er widerrieth mir nicht in die Höhle zu gehn, widerstrebte aber sehr dem Verlangen, welches ich bezeigte mich in das Loch hinabzulassen. Er sagte mir, diese Unterneh⸗ mung sey sehr gefährlich, weil das Seil, indem es an den krummen Wänden des Brunnens hinabliefe, sich ab⸗ nutzte, und olso leicht zerreißen könne; er und seine Ka⸗ meraden seyn dieser Gefahr nur dadurch entgangen, daß sie außerordentlich dicke Seile gebraucht, die sie aus⸗ drücklich dazu hätten machen lassen, und deren ich keine in Clüse finden würde. Es war mir unangenehm, die Begierde, diesen Saal und die daselbst befindliche Gei⸗ ge zu sehen, unterdrücken zu müssen; ich folgte aber dem Rathe des Alten, der mir so ehrwürdig war als eine Sibylle der Vorwelt. Da ich keine Fackeln hatte, so schaffte ich mir Wachskerzen an, und gieng in das Dorf Balme, um einen Führer zu suchen, den mir der Alte selbst angezeigt hatte. In der That konnte ich nur mit einiger Mühe zum Eingange der Höhle gelangen, welcher mitten in einem steilen Felsen ist, dessen Hoöhe nach meiner barometri⸗ schen Messung ohngefähr 700 Schuh über die Fläche der Arve gehet. Dieser Eingang ist ein halbzirkelför miges, ziemlich regelmäßiges, ohngefähr 10 Schuh hohes und 20 Schuh breites Gewölbe. Sobald ich den Stand des Barometers und Thermometers beobachtet hatte und unsre Kerzen angenündet waren, giengen wir in die Höhle hinein. Ihr Grund ist beynahe horizon⸗ tal, nur daß er gegen das Innere des Berges ein wenig abhängig ist. Die Höhe, Breite und Gestalt der Wän⸗ de der Höhle überhaupt sind sehr abwechselnd: denn hier hat man einen breiten und schönen Gang, dort einen so 142 Viertes Kapitel. so engen Durchgang, daß man, ohne sich tief zu buüͤ⸗ cken, nicht durchkommen kann. Weiterhin findet man geräumige Säle mit sehr hohen Gewölbern, die denen von gothischer Bauart gleichen. Es zeigen sich daselbst Stalactiten und Stalagmiten, die sehr groß und schön sind, obgleich unsre Höhle in dieser Absicht den Grotten von Orselles in der Grafschaft Sochburgund und der Pool'shöhle in Derbyshire nicht gleichkommt. Ich habe aber in dieser Höhle etwas Besonderes wahrgenommen, welches ich in den beyden letztgenann⸗ ten gar nicht, zum wenigsten nicht so deutlich gesehen habe; dies besteht in einer spathigen Krystallisation, die sich auf der Oberfläche der stehenden Wasser, welche hie und da den Boden der Höhle bedecken, anlegt. Ich wunberte mich zu hören, daß zuweilen der Grund unter unsern Füßen ertönte, so wie wenn man auf einem dün⸗ nen und klingenden Gewölbe gehet: da ich aber den Bo⸗ den aufmerksam untersuchte, so fand ich, daß er aus einer krystallisirten Materie bestund, die derjenigen glich, womit die Mauern in der Grotte belegt sind; ich er— kannte hierdurch, daß wir auf einem betrüglichen Bo⸗ den giengen, der in einer beträchtlichen Weite über dem wahren Boden in der Höhe schwebte. Ich konnte an⸗ fänglich nicht begreifen, wie ein solches Gewölbe habe entstehen können: als ich aber stehendes Wasser im Grunde der Höhle untersuchte, so sahe ich, daß auf der Oberfläche desselben eine krystallisirte Rinde entstand, die anfänglich einem unzusammenhängenden Staube glich, nach und nach aber dick und fest wurde; so daß ich da, wo sie einen oder zwey Zoll im Durchmesser hatte, sie nur durch starke und wiederholte Streiche des Ham⸗ mers zerschlagen konnte. So konnte ich nun begrei— fen, daß, wenn diese Wasser verliefen, diese durch die Seitenwände unterstützte Rinde einen falschen—828 abge⸗ bgt seln Hein V 6010 Hat, shasser Hlich Linge sen flschn . de Wache! Mäun WI Hahlin V 31 M 8t Ge u, u Stt is Mhen Rildat . Di De Fale Aieh, Aange shrebn Wrkurg His d de ise e tif in findenn n, die dann sch dosh roh und shhz den Gunn urgund uß leichkomm. Besondat letztgenmn klich geshn rystallsatj zasser, woc anlegt. I Hrund umt einem di her den Bo daß er aut nigen glich d; ich th glichen Be⸗ ite uberdi konnte wölbe heh Wasser in daß auftn entstand: R taube gich daß ic 0 halte, s des Huh⸗ run begnl se dulch d Bon e ai Reise von Clüse nach Sallenche. 143 abgeben könne, der dem ähnlich war, welcher unter un⸗ sern Füssen ertönte. Dieses mit spathigen Bestand⸗ theilen geschwängerte Wasser ist vollkommen klar; da ich es kostete, entdeckte ich in der That etwas geschmacklo⸗ ses erdichtes darinne, das aber um vieles unmerklicher war, als in einer großen Menge Brunnen und Quell⸗ wasser, dessen man sich zum täglichen Getränke bedient. Gleiche Wasser, die an den Wänden der Höhle der Länge nach herunter triefen, haben daselbst Krystallisa⸗ tionen von einer beträchtlichen Dicke gebildet. Diese falschen Alabaster sind an einigen Orten blendend weiß, und die glänzenden Plättchen, woraus sie bestehen, und welche das Licht unsrer Kerzen von allen Orten her zu⸗ rückwarfen, könnten in einer poetischen Beschreibung den Ausdruck einer mit Diamanten besetzten Wand sehr wohl rechtfertigen. Ich sahe auch das tiefe Loch, von welchem mir der gute Alte zu Clüse Nachricht gegeben hatte. Es ist 340 Schritte vom Eingange entfernt. Ich hatte keine Seile bey mir, um die Tiefe dieses Loches damit zu mies⸗ sen, und konnte dieselbe auch nicht aus der Zeit, welche die Steine zum Hinunterfallen brauchen, beurtheilen, da dieselben zu wiederholten Malen an die Wände der Höhle anschlagen und ihre Geschwindigkeit hierdurch ver⸗ mindert wird. Ich mußte aber doch schließen, daß diese Tiefe sehr beträchtlich sey; auch hörte ich am Ende des Fallens der Steine jenes Anprellen auf Haufen von Kieseln, welches die Schatzgräber von Clüse für den Klang eines Goldhaufens gehalten hatten. In der Be— schreibung des Hrn. Bourrit kann man die wunderbare Wirkung einer Granate nachlesen, welche er in der Tiefe dieses Loches springen ließ. Die Oeffnung desselben ist nicht viel weiter als die Hälfte der Entfernung, in welcher man zu dem Grun⸗ de 144 Viertes Kapitel. de der Höhle gelangt; ich zählte vom Eingange bis zu diesem Grunde ungefähr 640 Schritte. Die Gallerie wird nicht völlig zugeschlossen, sondern zieht sich zuletzt so nahe zusammen, daß man endlich nicht mehr durch⸗ paßiren kann. Man sagt, nicht ohne große Wahr⸗ scheinlichkeit, daß die Incrustationen den Gang nach und nach enger machen, und dadurch den Forschenden an einem weibern Vordringen verhindern. Das kommt mir aber sehr unwahrscheinlich vor, daß sich dieser Gang, wie die Anwohner berichten, bis auf zwo Stunden weit in den Berg hinein erstrecken solle. Das Quecksilberthermometer stund hier etwas höher als 91 Grad, auf eben dem Punkte wie in den Kellern des Observatoriums, wo es Hr. Delin auf 9à Grade be⸗ stimmt hat. Bey unsrer Rückkehr giengen wir noch durch zwey Arme der Gallerie, deren einer zur Rechten, der an⸗ dere aber zur Linken war, und beyde zu halbzirkelförmi⸗ gen Oeffnungen führen, die sich an unzugänglichen stei⸗ len Höhen befinden. In dem Innern dieser Grotte habe ich nichts gesehn, woraus sich vermuthen ließe, daß sie ein Werk menschlicher Hände sey. Ihre Unregel⸗ mäßigkeit und der gänzliche Mangel an Producten des Mineralreichs, welche zu einer so großen Arbeit hätten einladen können, neigen meine Meinung dahin, daß sie ein Werk der Natur, und wahrscheinlicher Weise des Wassers sey. Doch sind die Spuren des letztern nicht so sichtbar darinnen, wie in der Grotte von Orselles, wo man sieht, daß die Felsenbänke, welche die Wände der Grotte ausmachen, gleich den Ufern eines Flußes ausgehöhlt und angefressen sind. F. 466. Det kuhnltel einegl su sidl ve Sl Rüghche Zuno Hnmtale Dünmi I0n gean gr Wolftdin Ren, d us u sen gu uudst e Mpn nuche Des Daf lerihnn sht de Sum, mach, ez ard uch den disr 0 Ron iner IC‚ Rgange He, Die Galhz iht sch nt t mehr dut grohe Wih en Ganz ut n Forshah Daskn 9 dieseron oStundend. ier etwabhh, in den Kih f½ Gah durch z en, der a lbjrkehͤrn änglichen f dieser Gun then liͤße,H Ihte Unmh Oroducten& Arbeit hit dahin, V r Wisth Rletztern e Orseh e di Wi 8E N . Reise von Clüse nach Sallenche. 145 §. 466. Steinkohlen. Die nordöstlichen Kalkgebirge oberhalb der Höhle enthalten beträchtliche Bänke von Steinkohlen, welche in einem dichten und schwarzen Schieferstein eingeschlos⸗ sen sind. Würde die Regierung erlauben, auf der Ar⸗ ve Schifffährt zu treiben, so könnte man aus diesem nützlichen Produete viel Vortheil ziehen; denn der Transport desselben zu Lande auf gewohnlichen Wagen kömmt allzu hoch zu stehen. §. 467. Dünnblättriger Ralkstein, welcher zwischen dicken Schichten eingeschlossen ist. Wenn man seine Augen von der Hauptstraße, wel⸗ che am Fuße der Höhle liegt, auf den Felsen richtet, worin dieser ihre Oeffnung ist, so wird man wahrneh⸗ men, daß die Bänke dieses Felsen sehr dick sind, und aus einem grauen Kalkstein bestehen, und daß über die⸗ sem grauen Kalkstein ein anderer von brauner Farbe und sehr dunnen Schichten liegt, die aber doch durch ihre Menge einen Körper von beträchtlicher Dicke aus⸗ machen. Diese Lagen von dünnblättrigem Stein erstrecken sich bis auf Sallenche und noch weiter, und über und un⸗ ter ihnen liegen Bänke von grauem dichtem Kalkstein in sehr dicken Schichten. Zuweilen senkt sich der graue Stein, der den Boden oder das Lager des braunen aus⸗ macht, und dann zeigt sich dieser zuunterst an der Er⸗ de; anderswo steigt der graue Stein empor, und treibt auch den braunen auf eine beträchtliche Höhe hinauf. Dieser braune und blättrige Stein ist, wie der graue, von einer kalkartigen Natur; aber eine Vermischung II. Theil. K von Viertes Kapitel. von Thon und vielleicht ein wenig fetter oder brennbarer Materie giebt ihm die braune Farbe, und macht, daß er sich gerne in winklichte Bruchstücke mit flachen Sei— ten spaltet. Diese Art von Stein hat öfters gebogene oder wel⸗ lenförmige Schichten in Form eines lateinischen 8, 2 oder C. Nahe bey der Höhle sieht man eine Lucke mit⸗ ten in den grauen Felsbänken. Diese Lücke ist durch die dͤnnen Schichten ausgefüllt, welche aber in diesem Raum ein äußerst verworrenes Ansehen haben. Es ist begreiflich, daß dieser leere Raum und die Ausfüllung desselben gleich bey Entstehung des Felsen müssen Statt gefunden haben. Diese thonichten Kalksteine in dünnen Schichten ma⸗ chen öfters den Uebergang von den reinen Kalksteinen zu den Schiefern: sie theilen sich, wie die meisten Schie— fer⸗und ursprünglichen Felsarten, in Bruchstücke, deren Seiten flach sind und öfters die Form eines geschobenen Vierecks haben; sie sind auch, wie diese, oft durch große senkrechte, auch zuweilen mit der Fläche ihrer Schichten schräglaufende Spalten durchschnitten. Die⸗ se Spalten sind Ursache, daß von diesen Felsen große würflichte rhomboidalische Stücke losspringen: auch sieht man auf diesem Wege eine große Anzahl von Klötzen, die diese wunderbare Regelmäßigkeit in ihrer Gestalt haben. 146 §. 468. Schöne Brunnen. Der See Flaine. Eine starke Viertelmeile jenseits dem Fuß der Höhle sindet man vollkommen helle und ungemein frische Was⸗ serquellen, die mit so großer Kraft und Ueberfluß aus der Erde hervorkommen, daß sie alsobald einen kleinen Bach ausmächen, der in die Arve läuft. Diese D. II Haupr hn. Im de R0 an, be N fhlef K Cobms 90 Ul Hern Hh il delle I inuun 9 el. E An 06 die n dun thhirn lhin ss x Raede dom Ufe sen Ge boniihre le att, oder hiunhz nd mach, e ut fahn d Ogene oderyl lateinischn! reine Ackeß Acke is x e aber in haben. Ei die Ruefth n müssen S ᷣSchichtnn .Kalksteng neisten Et ichstücke, de geschober se, oft dil Fläche nitten. I n Felen grj gen: auchft bon K—he nihter Gle dain S i fishedz Udbaffohe“ eihen eh 7 D Reise von Clüse nach Sallenche. 147 Diese Quellen sind, wie ich glaube, der Ausfluß eines sehr hoch gelegenen Sees, welchen man Lac de Flaine nennt. Ich habe denselben im Jahre 1764 be⸗ sehen. Nachdem ich die Höhe besichtigt hatte, gieng ich an dem Felsen herum, worin ihre Oeffnung ist, und kam durch die Dörfer Arbere, Arache und Per⸗ nan, und durch die Steinkohlengrube, welche eine halbe Meile von dem letztern Dorfe entfernt ist. Ich schlief in einem ziemlich entlegenen Bergdörfchen, das Colonne heißt, und des andern Tages früh gieng ich den See zu besehen, welcher fünf Viertelmeilen vom letztern Dorfe befindlich ist, und eine sehr sonderbare Lage hat. Er ist ein Theil von einer vollkommen ovalen Ebene, die eine Viertelmeile lang, und noch dreymal schmäler ist. Obschon diese Ebene sehr hoch liegt, so ist sie doch im Grunde einer Vertiefung, welcher die sie umgeben⸗ den hohen Berge ein sehr mannichfaltiges Ansehen ge⸗ ben. Ein schönes Grün bedeckt den Grund der Ebene; ein kleines Gehölz liegt an einem Ende derselben, und aus diesem Gehölze koömmt ein Bach, welcher das Thäl⸗ chen durchschlängelt, und am andern Ende einen halb⸗ zirkelförmigen See bildet. Eine bis zwey Wohnungen lehnen sich an den Fuß des höchsten Berges in einem gleichen Abstande vom See und vom Walde, und ihnen gegenüber weidet eine kleine Heerde auf der Wiese an dem Ufer des Baches. Wenn die Feen jemals auf die⸗ sen Gebirgen regiert haben, so hat ohne Zweifel eine von ihnen, welche Neigung zu einer sanften Melancho⸗ lie hatte, sich diese romantische Einsiedeley zubereitet Ich glaube also, die schönen Wasserquellen, welche auf dem Wege von Sallenche aus der Erde hervor⸗ sließen, seyn ein Ablauf des Wassers aus dem See Flaine. Denn dieselben sind unterhalb diesem See, K 2 und 148 Viertes Kapitel. und da sein Wasser keinen sichtbaren Abzug hat, so muß nothwendig einer unter der Erde befindlich seyn. §. 469. Versteinerte Austern, welche sich in einer sehr großen Höhe befinden. Auf eben dieser Reise bestieg ich, dem See Flaine gegen Osten, einen Berg, welcher le Haut de Veron, oder auch la Croix de Fer genennt wird, weil man wirklich ein eisernes Kreuz dort findet, welches zu Be⸗ zahlung einer Gelübde dahin getragen worden. Diese Höhe geht 984 Klaftern über unsern See, und folglich 1172 über die Fläche des mittelländischen Meeres, und ist darum merkwürdig, weil man auf derselben Bruch⸗ stücke von versteinerten Austern findet, dergleichen ge⸗ wiß sehr selten auf einer so beträchtlichen Höhe gefun⸗ den werden. Ich machte auf dieser hohen Spitze eine meiner er— sten Beobachtungen über die directe Hitze der Sonnen⸗ strahlen. Ein Quecksilberthermometer mit einer entblöß— ten Kugel, welches ich den 27 Junius von 12 bis 1 Uhr bey vollkommen heller und stiller Witterung ungefähr 5 Schuh höher als der Boden der Wiese, welcher den Gipfel dieses Berges ausmacht, der Wirkung der Son⸗ nenstrahlen aussetzte, stieg nur bis zum noten Grade der reaumürischen Eintheilung; und zu Genf steigt es in eben der Jahrszeit und unter eben den Umständen zum wenigsten bis zum 26 Grad. Dieser Berg wird von einem steilen Felsen überse⸗ hen, welcher, wenn er auch nicht ganz unzugänglich ist, doch einen sehr beschwerlichen Zugang hat. Er scheint fast ganz aus versteinerten Muscheln zu bestehen, die in einem hren K geds Hennchh Mfe uNCur Von geng ih woche u Ccen A Iufd Lu nahe vor tuledie. schen, hn bs kunnte, u Rdg uhwodde sechn Eu Ene hulen, habn 4* Dof M byrchen lnd, un Hanhlun che she uihn V. lug hu, sih ch sehn. in einer „ em Seee aut de Ouz vird, wal w welches n vorden. dee, undfish u Meerts, rselben But dergleiche Hohe gaß ine meintk! e der Somn iteinerenth urbösth ing ungeihn ö wiche kung dete! oten G Genff en Umsih Falen 106 muagirist 1. Er sth sichen, N. h Reise von Clüse nach Sallenche. 149 einem Kalkselsen von grobem schwärzlichen Marmor ein⸗ geschlossen sind. Die Bruchstücke, welche sich davon losmachen und beym Hinaufsteigen zum eisernen Kreuze angetroffen werden, sind voll verschiedener Gattungen von Turbiniten. Von dem eisernen Kreuze stieg ich wieder hinab, und gieng über St. Sigmund den hohen Gipfeln nach, welche man les Sommers des Fretes nennt, nach Clüse zurück. Ich befand mich gerade da, wo sich das Thal der Arve in die Länge zieht, so daß ich den gan⸗ zen Lauf des Flusses von Clüse bis zum Saleve vor Augen hatte. Die Sonne, welche ihrem Niedergange nähe war, stand hinter gefärbten Dünsten und beleuch⸗ tete die Arve, so daß dieselbe ganz in Feuer zu seyn schien. Dieser feurige Fluß kroch schlangenförmig da— hin, bis man ihm mit den Augen nicht mehr folgen konnte, welches mitten unter diesen hohen Bergen und in dem Grunde dieses schönen Thals den schönsten und außerordentlichsten Anblick machte, den man sich vor⸗ stellen kann. §. 470. Maglan. Schönes Echo. Eine kleine Viertelmeile von den schönen Wasser⸗ quellen, die uns so weit von unserm Wege abgebracht haben, gehet die Landstraße mitten durch das schöne Dorf Maglan. Die Einwohner dieses Dorfes sind beynahe alle in guten Umständen: sie gehen nach Deutsch⸗ land, und treiben daselbst mit vieler Sparsamkeit eine Handlung, die anfänglich sehr klein ist, nach und nach aber sich erweitert; und endlich kommen sie mit einem artigen Vermögen wiederum in ihr Land zurück. K 3 Ein 13 Viertes Kapitel. Ein wenig jenseits von diesem Dorfe lassen die Weg⸗ weiser, welche die Jremden in die Gletscher führen, Gra⸗ naten losbrennen, damit man das Echo zu hören be⸗ kömmt, welches hier von einer außerordentlichen Schön⸗ heit ist. Ein Knall wird durch dasselbe sehr vielemal wiederholt; die Felsen wiederholen und schicken ihn hierauf noch weiter fort, und so entsteht ein langer Nach⸗ klang, welcher im Großen das vorstellt, was im Klei⸗ nen der Nachklang eines stark angeschlagenen Flugels ist. 9. 471. Bruchstücke von grauem Marmor. Eine kleine Meile von Maglan findet man große Blocke von grauem Marmor, welche sich im Winter 1776 oben vom Berge losrissen und bis in den Weg und noch weiter herab rollten. Wenn man links in die Höhe sieht, so wird man in einer Erhöhung von 1400 bis 1500 Schuhen den Platz gewahr, aus welchem sie herabgefallen sind. Diese leere Stelle macht eine Nische aus, die noch mit einer großen Tafel von Felsen be— deckt ist, worauf Bäume wachsen. Die Form dieser Nische gleicht einem dreyeckigen Prisma, dessen Grund— fläche aus einem rechtwinklichten Triangel besteht. Die Lagen dieses Felsen scheinen horizontal zu seyn, hatten aber, wie man sieht, senkrechte Ritzen oder Spalten; und als das Wasser, welches in dieselben eingedrungen war, bey der großen Kälte im Jahr 1776 gefror und sich also in diesem engen Raume sehr ausdehnte, so wur⸗ den dadurch diese Steinmassen von einander gesprengt. Wast sdd un ul Wasse Wökts Ei Hasif Rnt 35 0 rgn schahh thũ Hih N . O hcht, Wth Zuchn M5 Wan sin Shihs Soch bsüt Rehest sir El obeker dung ll ln. J um usd sch 96 Hassen d erführen hy ho zu hanhz ntlichen Sh be schr win d schiken i ein langtre „Was im dl enen Fligte armor. det man gh sch in Viu in den Y an links in! ng von 14. us Welchem cht iine Mt von Felsen ie Form di dessen Gth besteht.L seyn, hel oder Spah neingedeuz 7 geschr dehnte, sen der gißnh Reise von Clüse nach Sallenche. 151 §. 472. Wasserfall von Arpenaz. Großer Berg, des⸗ sen Schichten im Ganzen wie ein lateinisches 8 gestaltet sind. Beschreibung des Felsen, wor⸗ auf sich der Wasserfall befinder. Messung des Wasserfalls. Jache Schichten, die sich vor⸗ wärts an den bogenförmigen Schichten ange⸗ legt haben. Eine kleine Meile von Mäglan giebt ein artiger Wasserfall, der durch einen Bach Nant d' Arpenaz genannt entsteht, einen Anblick, welcher denjenigen, die durch häufige Bergreisen noch nicht an dergleichen Ver⸗ gnügen gewöhnt sind, so neu als angenehm ist. Wer sich aber um den Bau der Gebirge bekümmert, muß hauptsächlich sich mit dem Felsen beschäftigen, von dessen Höhe 95 Wasserfall herabstürzt. Hr. Bourrit hat unter meinen Augen mit der größ⸗ ten Genauigkeit den Felsen und den Wasserfall so ge⸗ zeichnet, wie sie sich mitten von den Wiesen aus, die unterhalb dem Wege sind, ausnehmen. Nach seiner Zeichnung ist die te Kupfertafel gestochen worden. Man hat aber in dieser Zeichnung einen noch viel höhern Berg nicht anbringen können, weil derselbe hinter die⸗ sem Felsen ist, und ganz durch ihn verdeckt wird. Die Schichten dieses Berges sind eine Fortsetzung der obern Schichten des Felsen, über den sich der Wasserfall hin⸗ abstürzt, und machen concentrische Bogen, die in ent⸗ gegenstehender Richtung laufen, so daß das Ganze die⸗ ser Schichten die Form eines lateinischen S hat, dessen oberer Theil sehr rückwärts gekrummt ist; unsere Abbil⸗ dung konnte aber nur den untern Theil dieses§ vorstel⸗ len. Man muß dergleichen große Gegenstände von wei⸗ tem und aus verschiedenen Standpunkten ansehen, um sich ihre Form im Ganzen vorstellen zu können. Die 4 um⸗ 152 Viertes Kapitel. umständlichere Untersuchung derselben muß aber in der Nähe vorgenommen werden. Der Fels des Wasserfalls, welchen die Ate Kupfer⸗ tafel vorstellt, ist ganz kalkartig; die Schichten, welche sich unter 4 und e befinden, bestehen aus jenem grauen dichten Felsen, dessen Bänke, wie oben erwähnt wor⸗ den, gewöhnlich sehr dick sind. Aber die äußern Schich⸗ ten zwischen e und 7 bestehen aus einer braunen dünn⸗ schichtigen Felsart, deren gleichfalls gedacht worden. Man sieht auch diese dünnen Schichten im Zwischen⸗ durchschnitte der perpendiculären Schichten, welche durch die Buchstaben a und e durchgehn. Hier ist also die graue Felsart zwischen zwey Bän⸗ ken der braunen eingeschlossen, anstatt daß bey der Höh⸗ le(§. 467.) der braune Fels zwischen zwey Bänken des grauen sich in der Mitte befand. Dieser Unterschied ist aber noch nicht das Schwerste zu erklären; wohl aber die bogenförmige Gestalt dieser großen Schichten, wo⸗ von man die Ursachen anführen sollte. Ich bat Hrn. Pictet und Hrn. Trembley, sie geometrisch zu messen, damit man einen genauen Be⸗ griff von ihrer Größe bekäme. Diese Herren nahmen in den Wiesen, die unterhalb der Landstraße sind, dem Wasserfall gegenüber eine genugsame Standlinie; und das Resultat ihrer trigonometrischen Operation war, daß der Punkt, wo das Wasser der Cascade über dem Felsen hervorspringt, eine perpendieuläre Höhe von 858 Schuhen über diesen Wiesen habe; und da der niedrig⸗ ste Punkt des Falls sicherlich nicht mehr als z Schuh üͤber diese Grundlinie hinauf gehet, so bleiben zum we— nigsten 0ο Schuh für die Höhe des Wasserfalls. Die Wiesen selbst sind 77 Klaftern höher als der Genfersee. Die Sehne des größten Zirkelbogens, welchen die äußern Schichten dieses Felsen beschreiben„ist folglich eine Linie von 800 Schuhen, und in diesem 55 Rau⸗ Run Inheth I Suh Men: 8⁰ hn tü Wats Bchl Heche lPd 1 Reen E 0 an y h de Vats: du Per Vemt Rhe u abee te Kuj, schter, uth Pnem gun erwähtt u ußern Sh btauntn di dacht pacz im Zpihn ichten, uth en zwey Y b bey der hj ey Bänkenh r Unterschh n; wohlah hichten, w embley, genauen Y. ren nahmn he sind, de ndlinie; u veration ade üit x Höhevong a der nich⸗ 1s 50 800 iben zum: sserfal.N et Genfel „woschen W sfiht .sen gonh Reise von Clüse nach Sallenche. 153 Raume laufen diese Schichten sowohl als die innern un⸗ unterbrochen fort. Um hierüber keinen Zweifel übrig zu lassen, kletterte ich im Jahre 1774 zum Fuße dieser Schichten hinan, und untersuchte sie an verschiedenen Orten genau. Man kann also gewiß seyn, daß es wah— re Schichten sind, und keine bloße Ritzen, oder sonst ein täuschender Anschein. ö Inzwischen muß ich doch anmerken, daß man vor— wärts am Felsen des Wasserfalls, sowohl oben bey dem Buchstaben a, als auch unterwärts, Schichten siehet, welche von den zirkelförmigen völlig los sind und nicht von denselben abhangen; es sind gesenkte Flächen, die sich gegen den Körper des Berges anlehnen, und den— jenigen gleichen, die ich am Fuße des Saleve wahr— genommen habe, und wahrscheinlich von einer viel neu— ern Entstehung sind als der Berg selbst. Hinter diesen Flächen aber sieht man, wie die un⸗ tern horizontalen bogenförmigen Schichten die Grund— lage des Felsen ausmachen, hernach rechter Hand auf— wärts steigen, und, indem sie fortfahren sich zu beugen, den Gipfel des Felsen bilden. §. 473. Betrachtungen über den Ursprung der bogen⸗ förmigen Gestalt dieser Schichten. Verschie— dene Beyspiele von Schichten, die sich um sich selbst herumbeugen. Es wäre jetzt die Frage aufzuwerfen: durch welche Kraft diese Schichten eine solche Stellung haben anneh⸗ men, und wie sie haben so umgeschlagen werden können, daß aus den niedrigsten derselben die höchsten gewor⸗ den sind? Der erste Gedanke, auf den man verfällt, ist un⸗ terirdisches Feuer. Der Umstand, welcher auf die Ver⸗ K 5 muthung 154 Viertes Kapitel. muthung führet, daß diese Schichten wirklich durch eine unterirdische Kraft in die Höhe gehoben worden, liegt barin, daß demsaus diesen Schichten bestehenden Fel⸗ sen zur Rechten ein leerer Raum ist, in welchem unge⸗ fähr so viel fehlt, als nöthig wäre, um die Höhe des Wasserfalls auszumachen: denn der unter den Buch— staben 9 und stehende Berg ist auf einer weit mehr rückwärts befindlichen Linie. Diesem leeren Raume zur Rechten fangen diese Schichten mit gleichen gekrümm⸗ ten einien wieder an; und weil sie auf ihrer Seite sast senkrecht abgeschnitten sind, so sieht man, daß sie die gleiche Farbe und Dicke, aber in einer horizontalen La⸗ ge haben. An mehr als einem Verge habe ich solche umgeschla⸗ gene Schichten gefunden, bey welchen man den leeren Raum sieht, welchen sie bey der Beugung um sich selbst scheinen zurückgelassen zu haben. In dem Thale von Meiringen, das zum Oberhasleland gehört, ober⸗ halb dem Dorfe Stein, findet sich ein schönes Beyspiel davon. In dem Canton Uri an den Ufern des Ku⸗ cernersees sieht man auch mehrere sehr deutliche Er— scheinungen dieser Art. 5 Ein anderer näher an unserm Wasserfalle gelegener Berg, der sich nordöstlich hinter demselben zwischen dem Dorfe Seiz und den Granges des Fonds befindet, und Anterne heißt, zeigt eben die Erscheinung. Er ist höher als der Berg des Nant d' Arpenaz, und seine Schichten machen concentrische Bogen, die noch viel größer und gekrümmter sind; auch siehet man gleich⸗ falls ihnen zur Rechten einen leeren Raum, den sie she⸗ Man schlage hierüber Scheuchzern nach in seiner Na⸗ turgeschichte des Schweizerlandes, Th. 1. S. 111— 113. Taf. 1. und Phys. Saer. I. Abth. S. 64. 65. Taf. 36.— auch Gruners Lisgebirge Th. I. S. 63.— W. schhe I s x 6 II 4 W In wI der In es do Mlln aher uo IHL Hfn 9 D e Hicgen W 6 lich durh worden, 6 ieh hudnn belchem 0 die Hehe er den But ler weit mih n Raumen en 1 er Sein s „daß seh rizontalen h heumgesche an den lerrn HWiah stc 0sel 6 Hale V ehört, obet es Beyspi en des Lu Nurliche Ey alle geleger zwischen da ds befnög einung. pensʒ,A 110 u, d die tot etmangeih m, shh sin .e en 5 19— Reise von Clüse nach Sallenche. 155 scheinen übrig gelassen zu haben, als sie empor stiegen und sich nach der linken Seite umbogen. Dieser Wahrnehmungen ungeachtet aber nehme ich sehr ungern meine Zuflucht zu solchen fast übernatürli— chen Wirkungen, zumal wenn ich keine von ihren Spu— ren wahrnehme: denn weder dieser Berg noch andere in der umliegenden Gegend haben dergleichen Zeichen ei— nes vorhanden gewesenen Feuers an sich.“) Um des— willen lasse ich diese Frage unentschieden; ich werde mich aber noch öfter und auch noch vor dem Schlusse dieses Kapitels damit beschäftigen müssen. Jezt müssen wir einen Blick auf die Berge der andern Seite der Arve werfen. §. 474. Sohe Rette von Ralkbergen oberhalb Sallenche. Dem Wasserfall gegenüber sieht man auf der an⸗ dern Seite der Arve eine Kette von sehr hohen Ge— birgen, deren steile Abhänge über Sallenche hinweg und gegen den Montolanc gerichtet sind. Ihre Schichten steigen folglich abwärts gegen das Thal von Reposoir, welches nordwestlich an ihrem Fuße liegt. Man sieht aber am Fuße der steilen Abhänge eben die— ser Kette eine Reihe niedriger Berge, welche mit der— sel⸗ Kalkgebirge dieser Art giebt es auch zwischen Launter brunn und Grindelwald, wo aber die auf horizontalen Bän⸗— ken liegenden wellenförmie gen und auch anders gekrümm⸗ ten Schichten eben so wenig durch ein unterirdisches Feuer können gebilbet worden seyn: denn sonst hätte ja ihre Ba— sis nicht horizontal bleiben können, welches sie doch oft bis in eine sehr beträchtliche Höhe ist, wo dann erst die wunderbar gekrümmten Schichten anfangen. W. 156 Viertes Kapitel. selben eine gleiche Richtung haben, gegen diese Abstür zungen sich anlehnen, und, so wie beym Saleve, in einem sanften Abhang gegen Sallenche hinabsteigen. 9. 475. Schichten, die auf verschiedene Art umgeschla⸗ gen sind, und einander durchkreuzen. Fortse⸗ tzung der Betrachtungen über die bogenförmi⸗ gen Schichten. Von dem Wasserfall an bis nach St. Martin siehet man häufig zur Linken sonderbar gekrümmte Schich⸗ ten, die immer noch in dem braunen Kalksteine, dem wir schon so lange nachfolgen, fortlaufen. Einige die— ser Schichten machen beynahe einen ganzen Zirkel aus; die merkwürdigsten derselben sind eine halbe Meile vom Wasserfall entfernt. Sie stellen Bogen vor, deren convexe Richtungen einander fast wie in der beystehen⸗ den Figur)entgegen stehen; aber mit Flächen, wel⸗ che zwischen beyden Convexitäten schräg liegen, und mit flachen, horizontalen Schichten, welche unmittelbar über dem linken Bogen sitzen. Diese verschiedene Schichten gehen so regelmäßig in ihren Umrissen fort, und sind so sonderbar in einander gewunden, daß es mir schwer fällt, zu glauben, sie seyn in einer horizontalen Lage entstanden, und hernach durch Umstürzungen in so! wunderbare Stellungen ge⸗ rathen. Erstlich müßte man schon voraussetzen, diese Um⸗ stürzungen seyn in einer Zeit vorgefallen, worin diese Schichten noc) weich und vollkommen biegsam waren: denn man sieht nichts gebrochenes daran, und ihre Krüm⸗ mungen, auch sogar die, welche am meisten eckig sind, finden sich vollkommen ganz. Zweytens hätten diese Schichten in einem solchen weichen Zustande auf eine ö ganz V n ig fb Hlsht benh detgl! e Sl hastt. vumn hh, Au sehei hs Reht 11 0 usich Die! K sehtn fe S Ehsch hezh diese Wl Saleve hinabsihz umgeschh en. Som hogenforn It. MxII mmte Sa lksieine, du Einihed Zirkel au, e Meile u vor, diin u beyhstehe lächen, w. den, undm mittelbariiz regelmaßht in einashy glauber, und heng telunge „ diss 5 worin da sam an dihte Kr en ¹ s% Ham d nde auf ĩl 66 Reise von Clüse nach Sallenche. 157 ganz besondere, und beynahe gar nicht genugsam zu er⸗ klärende Weise gequetscht und herumgedreht werden müs⸗ sen. Ueberdem brechen und zerreißen bekänntlich unter⸗ irdische Ausbrüche alles, was ihnen im Wege steht, und heben es nicht mit einer solchen Schonung in die Höhe, dergleichen der Zusammenhang aller dieser Theile, wenn er ununterbrochen bleiben soll, erfordern wurde. Nach meiner Meinung kann die Krystallisation al⸗ lein sich zur Erklärung so sonderbarer Umstände gebrau⸗ chen lassen; wir sehen, wie ich schon gesagt habe, Ala— basterarten, die gleichsam unter unsern Augen durch wahre Krystallisationen in den Spalten und Höhlen der Berge entstehen und Schichten zeigen, worin man eben so sonderbare Naturspiele wahrnimmt. Es käme mir also nicht schwer vor, zu glauben, daß der Fels des Wasserfalls vom Anfang her in eben der Lage habe entstehen können, in der man ihn jetzt siehet; wenn der leere Raum zu seiner Rechten, seine Schich— ten, welche, obschon sie fortlaufend sind, doch in den etwas starken Beugungen einige Brüche zeigen, und seine großen Bänke von grauem dichtem Gestein, wel⸗ ches nicht so oft so wunderbare Gestalten anzunehmen ge⸗ neigt ist, nicht einen großen Unterschied zwischen ihnen und den Schichten, die wir eben betrachtet haben, ver⸗ ursachten. §8. 476. Die ersten Schieferlagen, deren Schichten mit Ralkschichten abwechseln. Kurz zuvor, ehe man nach St. Martin kömmt, sieht man auf diesem Wege den ersten Schiefer. Sei— ne Schichten sind mit zerbrochenen und verschobenen Schichten einer Art schwarzen brüchigen Marmors, wel⸗ che 3 bis 4 Zoll dick sind, vermischt. Dieses Gemische von 158 Viertes Kapitel. von Stein macht einen kleinen Berg aus, der auf der linken Seite des Weges liegt. Ich habe in den apenninischen Gebirgen(s. Jour- nal de Physique Tom. VII. p. 30.) ähnliche Mischun— gen von Kalk- und Schieferbänken, welche aber viel dicker sind, angetroffen. Auch werden uns noch viele andere Beyspiele davon vorkommen. §. 477. Ordnungen der verschiedenen Arten von Bergen. Hier fangen also die Schiefer an, in die Stelle der Kalkberge zu treten. Es ist eine allgemeine, obschon einigen Ausnahmen unterworfene Bemerkung, daß man in den großen Gebirgketten außen die Kalkberge, her⸗ nach die Schiefer, dann die ursprünglichen blättrigen Felsarten, und endlich die Granite findet. §. 478. St. Martin. Diesen Namen führt ein ziemlich armes Dorf an dem Ufer der Arve, Sallenche gegenüͤber, welches an dem andern Ufer des Flußes, eine Viertelmeile da⸗ von liegt. Man gieng sonst auf einer schönen Brücke, welche aus einem einzigen Bogen von schwarzem Marmor be⸗ stand, über den Fluß; die Wasserfluth aber vom Nov. 1758 hat dieselbe niedergerissen. Von dieser Brücke nach Sallenche gehet ein schöner Weg in gerader Linie durch den ebenen Grund des Thals hin. R habss lah y ch Hl HAt ahn Ah 1 H Wum WMäßeh 190 age 9 bm h1π vider i hung) d dih Rapa Ger WI. dhn irgen( nlche Mstz velche abay uns noc Arten voß in die Stthe emeine, ahtz rkung, deßw Ralkberge, e ichen hatty 2 Emes Duft üͤber, ni Ziertelmats Brücke, ue n Mamu ber von distt rt n gaade N Reise von Clüse nach Sallenche. 159 §. 479. Rurʒe Beschreibung dieses Thals. Beschaffen⸗ heit seines Grundes. Vergleichung der Gebir⸗— ge, die es umgeben. Das Thal, welches wir beschrieben haben, hat al⸗ lenthalben, wo seine Breite beträchtlich ist, hauptsäch— lich von Maglan bis nach Sallenche, einen horizon⸗ talen Grund, welcher aus Sand, Kies und gerolltem Geschiebe besteht. In den Theilen, wo der Grund sflach und breit ist, findet sich keine Beziehung weder zwischen den Bergen selbst, welche das Thal umgeben, noch zwischen den Winkeln, die diese Berge machen; vielmehr scheint es im Gegentheil, als ob die vortretenden Winkel, welche andern vortretenden Winkeln entgegengesetzt sind, eine Art von engen Pässen formirten, dergleichen ich in vie— len Alpenthälern, und hauptsächlich in den Thälern von Maurienne, welche zum Mont-⸗Cenis führen, be⸗ obachtet habe. Zwischen Clüse und Maglan, wo das Thal viel enger ist, sieht man häufig auf der einen Seite des Thals die vortretenden Winkel zu einwärtsgehenden Winkeln der Gegenseite passen. Die Berge selbst aber stimmen weder in Rücksicht auf ihre Hohe noch auf die Ausdeh⸗ nung ihrer Schichten irgendwo mit einander uberein; und dieser Umstand rührt von der Unregelmäßigkeit und großen Senkung dieser Schichten her. §. 480. Gesenkte Schichten, welche horizontal zu seyn scheinen. Wie in vielen andern Thälern, so sieht man auch in diesem öfters Schichten, die, ohne es wirklich zu seyn, hori⸗ 160 Viertes Kapitel. horizontal scheinen. So oft die Schichten durch eine Fläche abgeschnitten sind, welche mit dem gemeinschaft⸗ lichen Durchschnitt der Fläche dieser Schichten und mit der Fläche des Horizonts parallel ist, stellen sich ihre Zwischenräume auf der Seite ihrer Absturzungen wie horizontale Linien dar, die Senkung der Schichten selbst sey auch welche sie wolle. Der hohe Berg, welcher auf der ten Kupfertafel unter den Buchstaben und zu sehen ist, mag zum Beyspiele davon dienen. Seine Schichten scheinen horizontal zu seyn, oder zum wenig⸗ sten nur einen sehr sanften Abhang gegen die rechte Sei⸗ te oder gegen Mittag hin zu haben; und doch haben sie einen viel jähern an der Hinterseite, oder gegen Mor⸗ gen. Es ist also noch nicht genug, daß man einen Berg von der Vorderseite seiner steilen Abschnitte oder Abstürzungen angesehen hat, wenn man die Lage seiner Schichten bestimmt angeben will, sondern man muß denselben auch im Profil betrachten. Folglich giebt es auf diesem Wege, ob man gleich mehrere Berge sieht, deren Schichten in ihrer Absonderungslinie horizontal scheinen, dennoch sehr wenige, deren Bänke wirklich mit dem Horizont gleich laufen. §. 481. Sallenche. Klötze von Granit. Schiefergrund. Natur dieser Granite. Aussicht auf den Montblanc. Sallenche ist eine kleine und für ihre Größe noch ziemlich bevölkerte Stadt: die Gebäude aber sind schlecht, und die Wirthshäuser gewiß nicht von den besten in Sa⸗ voyen, ob es gleich an häufigem Zuspruche von Reisen⸗ den, welche die Gletscher besuchen, gar nicht mangelt. Man rechnet vier kleine Meilen von Clüse nach Sal⸗ lenche, die wir aber in neun Viertelstunden zurückleg⸗ ten⸗ t. Hhle N Hale date d a 0s vei N seht Raf srst Ran D0 gag, lste RI Ghen nch gei . Shieß 360 In Hch Ssht vid in ble X D6 Vued bamth mengese her M= einen 9 Welg e; d Iheg St I. hten durß 0 in gemeinsh hichten nöz stelen sch h bstürungun Scichtnfz erg, wochz den und! ienen.& er zum vn die rechte d doch haln er gegen daß man l Aoschuithe n die vgess ndern mun n Folglih gh rere Bane s/ elinie hunhe anke wirh chieftytn cht auf d hre Grͤßeu abersrosh den bestne uche don M nicht ul la nuch&i Inde urith Reise von Clüse nach Sallenche. 16t ten. Der untere Theil der Stadt ist neunzig Klaftern höher als die Fläche des Genfersees. Mitten durch die Stadt läuft ein kleiner Fluß, von welchem sie ihren Namen bekommen hat. In dem Bette dieses Flußes sowohl oberhalb als unterhalb des Städechens siehet man sehr große Bruchstücke, welche aus verschiedenen Arten von Granit bestehen, abgerun⸗ det sind, und von den hohen Alpen herkommen, wel⸗ che auf der mittäglichen Seite der Stadt liegen: denn hier ist der Grund des Erdreiches noch auf den Granit und andere nachentstandene Steinarten([econdaires) angelegt. Da ich längs dem Fluße Sallenche aufwärts gieng, hatte ich Gelegenheit, mich von der Richtigkeit dieser Behauptung zu überzeugen. Dieser kleine reißen⸗ de Fluß hat sich ein wenig oberhalb der Stadt durch die Schieferbänke, welche in einer dem Falle des Wassers nach gerichteten Senkung fortgehen, ein Berte gegra⸗ ben. Man bemerkt in diesen Schieferbänken dichte Schiefernieren,(Schistus reniformis ovalis Mallerit, p. 346.) welche aber viel härter sind als der Schiefer selbst, und zwischen den Blättern desselben liegen, durch die sie gleichsam umwickelt werden, ohne daß dadurch die Schichten ihre Richtung überhaupt verändern. Auch wird in diesem Schiefer ein beygemischter Zusatz von kleinen Glimmertheilchen angetroffen. Der größte Theil der Granitklötze, welche in dem Bette des Flusses Sallenche angetroffen werden, ist beynahe gänzlich aus großen Feldspachkrystallen zusam⸗ mengesetzt; denn Quarz findet man nur in sehr gerin⸗ ger Menge darin. Diese Felospathkrystallen sind durch einen grünlichten Glimmer von einander abgesondert, welcher zuweilen in sehr kleine Theile zertheilt ist, und das Ansehen, wie auch das fette, schmierichte Wesen eines Steatiten an sich hat. II. Theil, Wenn 162 Viertes Kap. Reise von Clüse nach ꝛc. Wenn ich auf meinen Reisen nach Sallenche kom⸗ me, so kehre ich gewöhnlich in demjenigen Wirthshause ein, welches sich an dem Eingange der Stadt befindet; nicht, daß es etwa besser als die andern sey, sondern weil sich in demselben Wirthshause eine Laube befindet, von welcher aus man den Montblanc von seiner Vor⸗ derseite und vollkommen freystehend betrachten kann. Der Gipfel dieses Berges ist beynahe auf der gan⸗ zen Reise dem Auge durch die hohen Gebirge, von wel⸗ chen man aller Orten umgeben ist, entzogen, und fängt erst zwischen dem Wasserfall und dem Dorfe St. Mar⸗ tin an, sich ein wenig zu zeigen. Auf der Brücke die⸗ ses Dorfes kann er sehr gut gesehen werden, und noch besser von Sallenche aus, wo er sich in einer erstau⸗ nenswürdigen Höhe darstellet. Am allermeisten aber setzt die Höhe desselben in Erstaunen, wenn der größte Theil seines Körpers in Wolken verborgen ist, die dann etwa eine Oeffnung übrig lassen, durch welche man nichts als seinen Gipfel entdecken kann. Alsdann glaubt man beynahe, es sey unmöglich, daß der Gegenstand, wel⸗ chen man auf diese Weise erblickt, ein Theil von unserer Erdkugel sey; und diejenigen, welche ihn so zum ersten⸗ mal sehen, lassen sich nicht ausreden, es seyn weiße Ge⸗ wölke, dergleichen sich öfter sehr hoch über den Gipfeln der Berge zusammenhäufen. Soll ihr Irrthum ver⸗ schwinden, so müssen sich die Wolken zerstreuen, damit die große und solide Grundlage, wodurch dieser in höhe⸗ re Regionen emporsteigende Gipfel mit der Erde sich vereinigt, sichtbar werde. ö Fünf⸗ 7I onte W8 durhu ber hstun schruln Hen fed hu. Vunn schit dufor, gelheuer bus, Hide der dihhgn F—— nach* allenchetn Witheh todt bftch sch, sudn aube beßtz on seiner Hy ichten kam auf dar z irge, vonn. jen, urdsin fe St.M 2 Brücke v N, und ut n einer ast rmeister dr in der gi Hist, die dy he man nich glaubt m nstand, u il von uns so zum erst yn weife H den Gafth Irrthum w reuen, dal jeser ihih er Erest Fünftes Kap. Reise von Sallenche ꝛc. 163 TR Fünftes Kapitel. Von Sallenche nach Servoz. §. 492. Abreise von Sallenche. Der Weg von Sallenche auf Chämouny war sonst, auch sogar zu Pferde, gefährlich; man konnte ihn nur zu Fuß oder auf Maulthieren des Landes mit Sicherheit machen. Der große Zufluß von Frem⸗ den hat aber die Provinz veranlaßt, die Straße etwas breiter machen und die steilsten Abhänge ein wenig ver⸗ bessern zu lassen. Seitdem kann man diese Reise auf schmalen und leichten Wagen, dergleichen die Leute zu Sallenche für die Frauenzimmer und die, welche sich zu Pferde zu reisen scheuen, in Bereitschaft halten, ma⸗ chen. Man bot uns zwar bey unsrer Ankunft solche Wagen an; aber ich hatte schon nach Chamouny ge⸗ schrieben, um Maulthiere zu bestellen„deren wir uns auf der ganzen Reise bedienen könnten und mein alter getreuer Wegweiser Peter Simon, aus der Pfarrey Pre's, dem ich diesen Auftrag gemacht, führte uns viele derselben entgegen, daß wir für uns, unsere Be⸗ dienten und unser Gepäcke genug hatten. Ich wollte so früh als möglich ausreisen, um bey gu⸗ ter Zeit nach Chamouny zu kommen, und die entsetz⸗ liche Hitze in dem Thale zu vermeiden, durch welchss ungefähr noch ein Dritthei von unsrer Reise gieng Wir waren in aller Frühe zur Reise fertig; denn man verläßt das Nachtlager von Sallenche ehne groß⸗ sen Zwang; aber die Andacht unsrer Maaleseltreiber ö L2 aus 164 Fünftes Kapitel. aus Chamouny machte, daß wir uns erst spät auf den Weg begeben konnten: denn es war eben Sonntag, und daher wollten die guten Leute, ohne zuvor die Mes⸗ se gehört zu haben, die Reise nicht antreten. Wir be— obachteten also unterdessen das Magnetometer, welches wir an dem Ufer der Sallenche auf eine große Tafel von Granit stellten, und reiseten hernach etwas weni⸗ ges nach 7 Uhr ab. §. 483. Soher Berg oberhalb St. Martin. Man muß von Sallenche wiederum rückwärts und aufs neue über die Arve, dem Dorfe St. Martin gegenüber, gehen, wo man dann einen Kalkberg vor Augen hat, welcher mehr als 1200 Klaftern höher seyn muß als der Genfersee. Sein Gipfel, welcher Lai— guille de Varens heißt, ist von dreyeckiger Gestalt; von 2 Seiten sieht man die steilen Abschnitte seiner Schich⸗ ten, und der steile Abhang ebenderselben macht die drit⸗ te Fläche dieser Pyramide aus. Die Spitze dieses ho⸗ hen Berges besteht aus einem grauen Kalkstein: aber besser unten sieht man Bänke von einem braunen Ge⸗ stein in sehr dünnen Schichten; wahrscheinlich ebendas⸗ selbe, welches wir schon in diesen Bergen wahrgenom— men haben. Seine Grundlage besteht wahrscheinlich aus Schiefer: denn oberhalb St. Martin giebt es Gruhen davon, aus denen derselbe zum Gebrauche ge⸗ brochen wird. Ich habe da sehr schöne leichte und dich⸗ te Arten angetroffen, von der Gattung, welche Wal— lerius(Sp. 157.) Ardesia tegularis nennt. Diese Shiefer würden sich zu Genf sehr wohl verkaufen, wenn man durch Erlaubniß der Schifffahrt auf der Ar⸗ ve den Transport davon erleichterte. 9. 4847 kitten eihe d D gsine seine Hessen un cstspät ajß en Sontz wuvor diedh ten. Mü metet, wich ne großꝛ di etwos Nartin. wruückväe St. MI Kalkben; tern höͤhuß welcherl Gestalt; seiner Sch Rocht died sibe diese alksten: braungn 9 inlich ebr nwahthnx wahrschñt rtin gib Gebraucht dichte ut vech W. rennt. D l varfuus, auf V II — 5— 4— +— Reise von Sallenche nach Servoz. 165 9. 484. Schaden, den die Arve gethan hat. Gleich bey St. Martin kömmt man auf einen schönen geraden Weg in dem ganz ebenen Grunde des Thales, und siehet mit Bedauren die großen Strecken von Land, welche durch die öftern Uberschwemmungen der Arve ganz verderbt worden: der Schade davon wird erst dann recht auffallend, wenn man bedenkt, wie kost⸗ bar das Ackerland in diesen bergichten Gegenden sey. Der Grund des Thals ist so flach, daß es, wenn der Fluß auch nur ein wenig austritt, gänzlich über⸗ schwemmt wird; sogar in gewöhnlichen Zeiten bedeckt er einen großen Theil desselben, und das geringste Hinder⸗ niß veranlaßt ihn, fast von einem Tage zum andern sein Bette zu ändern. Könnte man ihn durch einen Damm beständig in einem gleichen Bette erhalten, so würde man beynahe eine Quadratmeile Landes gewinnen, wel⸗ che sehr bald tragbar würde, weil der Schlamm dieses Flusses sehr fein und fruchtbar ist. Wenn die Arve nicht hoch ist, so giebt dieser öde und sandige Erdstrich einen traurigen und unfrucht⸗ baren Anblick; wenn er aber überschwemmt ist, so gleichet das Thal einem See; und die Stadt Sal⸗ lenche, die von hier aus an dem Ufer dieses Sees zu liegen scheint, ihre Höhen und glänzenden Kirchthürme, die holzreichen Hügel, welche über der Stadt stehen und mit den überhangenden Gipfeln der hohen Gebirg⸗ ketten von Keposoir gekrönt sind, machen zusammen eine der prächtigsten Landschaften aus. Die Arve war nach vielen starken Regen im Au⸗ gustmonat des Jahres 1776 so stark ausgetreten, daß sie eine halbe Meile von Sallenehe den Weg mit fort⸗ gerissen hatte, und man genöthigt war, über den steilen Abhang einer zu gehen, deren durch — 3 den 166 Faunftes Kapitel. den Regen befeuchteter thonichter Grund außerordent⸗ lich schlüpfrig war. Beynahe wäre ich damals daselbst ums Leben gekommen. Ich war abgestiegen und führte mein Pferd, welches auf einmal neben mir mit allen Vieren ausglitschte, und mich über einen Abhang hin— abdrückte, unter welchem der Strom fortlief; zum Glück hatte ich noch Zeit genug, vorwäcts zu springen, und mich und mein Pferd aus dieser Gefahr zu ziehen. §. 485. Plötzliche Strömungen. Eine noch viel außerordentlichere Gefahr, welcher man auf dieser Reise ausgesetzt ist, sind die Strömun⸗ gen, wovon man kann überfallen werden, indem sie sehr plötzlich entstehen, und mit einer unglaublichen Hef⸗ tigkeit von den Bergen, die auf der linken Seite des Weges sind, herunterstürmen. Diese Berge sind fast alle von Schiefer, welcher an meh⸗ reren Orten ganz zerfallen ist, und enthalten eine Art von sehr weitläuftigen Becken, worin bey Ungewittern sich zu⸗ weilen eine unermeßlicheMenge Wassers versammelt. Die⸗ ses Wasser bricht, wenn es auf eine gewisse Höhe steigt, auf einmal eine von den schwachen Wänden seines Behälters durch, und schießt alsdenn mit einer erstaunlichen Hef— tigkeit gegen das Thal hinab. Es ist nicht bloßes Was⸗ ser, sondern eine Art von flüßigem Koth, welcher mit aufgelöstem Schiefer und zerbrochenen Felsstüͤcken ver⸗ mischt ist; die Triebkraft dieses dicken und zähen Gemi⸗ sches ist unbegreiflich, führt Felsen mit sich fort, wirft Häuser um, die es auf seinem Wege antrifft, reißt die größten Bäume aus den Wurzeln, und verwüstet die Felder, indem es tiefe Rinnen darin ausgräbt und das Land auf eine beträchtliche Höhe mit Schlamm, Kies und zerbrochenen Felsstücken bedeckt. Die Leute in I I. . Wdo H Auch 0 Hay sic Fumm baure x U 0 Mrkwü fhlte außttoh damatzdaft gen urdsih Whagg u 5 zu suimt hr zu ss fahr, üt die Strönp en, inden! aublichenhj en Seile lcher anm eine Atty wittern ssh sammel. i zͤhestign nes Bihiln unlichen H bloßes M „ welcherl cbstückn x sühen Hin fort, m sst, usttl verbüstt sgräbt u0 Ec Di xd Reise von Sallenche nach Servoz. 167 in dieser Gegend nennen einen solchen Strom—Nant sauvage; und wenn sie ihn kommen sehen, so schreyen sie aus vollem Halse, um diejenigen zu warnen, welche unterhalb demselben sind, damit sie sich von seinem Lau⸗ fe entfernen. Es ist begreiflich, daß ein solcher Strom aufhört, sobald der Behälter ausgeleert ist, oder zum wenigsten beträchtlich abnimmt; selten dauert er über eine Stunde. Solche Vorfälle sind sehr selten. Ich habe deren nur einen einzigen den 7Tten August im Jahr 1767 ge— sehen; und ob ich ihn gleich nur in seinem Abnehmen sahe, so konnte ich mir doch einen deutlichen Begriff davon machen. Man kann sich keinen scheuslichern An⸗ blick gedenken. Der aufgelöste Schiefer machte eine Art von dickem Brey aus, dessen schwarze Wellen mit dumpfem und traurigem Geräusche daher brausten; und ungeachtet sie sich nur langsam zu bewegen schienen, sah man sie doch Bäume und Steinklötze von beträchtli⸗ cher Größe und Schwere mit sich fortwälzen. Es war mir inzwischen doch lieb, diese Art von Ausbruch mit angesehen zu haben: denn er machte mir begreiflich, wie der große Ausbruch des Meers Fel— sen von den Alpen auf eine große Entfernung mit sich hat fortschleppen können. §. 486. Mischung von schieferigen, spathigen und quar⸗ zigen Blättern. Der Fuß der Berge, an welchen man links vorbey⸗ köͤmmt, besteht entweder aus Schiefer oder aus dem braunen Kalkstein mit dünnen Schichten, wovon ich schon geredet habe. Man sieht in diesen Schiefern merkwürdige Mischungen von schwarzen deutlichen Schie⸗ ferblättern und dunnen Blättchen von weißem Kalk⸗ 24 spath. 168 Fünftes Kapitel. spath. Man sieht andre, die auf eben die Art mit Quarz gemengt find. Diese Blättchen sind bald flach, bald wellenförmig und in krummen Windungen laufend; in einigen Stücken durchschneiden sie sich auch in geraden Winkeln, so daß der Stein einem Schachbrete mit sehr kleinen Feldern gleich sieht. Es ist lehrreich, Steine vom zweyten Ursprunge (Pierres secondaires), die nach der allgemeinen Muth⸗ maßung aller Naturforscher unter dem Wasser gebildet worden, zu sehen, welche Mischungen und Gestalten darstellen, die man so oft in den primitiven Gebirgen antrifft. Ich habe viele Tausend von diesen Schieferblättern gespalten, und niemals die geringste Spur von einem organischen Wesen darin entdecken konnen. §. 487. Dorf Passy und Gebirge desselben. Es ist keine Uebereinstimmung zwischen den Seiten des Thals. Ich habe schon gesagt, das Dorf Passy liege zur linken Seite der Straße auf dem Abhange des Berges. So groß dieses Dorf ist, so sieht man doch wegen der Obstgärten, die es umgeben, nur die Kirche und eini⸗ ge zerstreute Häuser. Ueber diesem Dorfe sind Wälder, höher hinauf Wiesen, und noch höher eine Kette von sehr hohen Kalkfelsen, deren steile Seiten oder Abstürzungen sich gegen die Centralketten der Alpen hinrichten. Auf der andern Seite der Arve hingegen sieht man nur einen nicht d I uid ma Au N. Aut Re Mec. 6•6 ReM W die MI 0 sud bab se ungen laft, auchingan ihbtete Rih ten Urstn meinen M Wasser gchz und Gisth iden Gahz Ichiefetbiz vur von ahe . en. Ls den San assy le/ 3e des Bun och wegen! itche uud f Hhihet sin on sht fj ütu Heh. f on mur t 0 Reise von Sallenche nach Servod. 169 nicht sonderlich hohen Hügel, dessen Grund aus Schie⸗ fer besteht. Es ist also zwischen diesen zwey Seiten des Thals der Arve keine Uebereinstimmung. §. 488. Hoher Weg bey Chede. Nachdem man den schönen geraden Weg im Grun⸗ de des Thals eine oder anderthalb Stunden fortgesetzt hat, kömmt man zu einem kleinen Dörfchen, das Che⸗ de heißt. Hier zieht sich die Arve zwischen die Felsen, und man kann ihrem Ufer nicht mehr nachgehen, son⸗ dern muß sich zur Linken wenden, und einen ziemlich ho⸗ hen Abhang besteigen. §. 489. Dorf St. Gervais Auf der andern Seite der Arve sieht man am Ein⸗ gange eines Thales, durch welches wir, um in die Alleeblanche zu kommen, gehen werden, das Dorf St. Gervais. Man sieht in eben der Richtung auch die beschneynten Grundlagen des Montblane die wir auf dieser Reise links liegen liessen. Das Dorf St. Gervais ist 150 oder 200 Schuh höher als die Arve. Das Erdreich, welches in diesem Abstande gerade abgeschnitten ist, scheint ganz aus Sand und Trümmern zu bestehen, die der Strom am Ende dieses Thals, wo er herauskommt, zusammengehäuft hat, oder die vielleicht auch durch beträchtlichere Strö⸗ me, welche in alten Zeiten diesen Platz besetzt haben, herbeygeführt worden. 85§. 490. 170 Fünftes Kapitel. §. 490. Weg von Sallenche nach St. Gervais auf der andern Seite der Arve. Wenn man von Sallenche gerades Weges durch die Alleeblanche nach Cormajor gehen will, so kömmt man nicht wieder rückwärts, um bey St. Martin über die Arve zu setzen, sondern folgt dem linken Ufer derselben, und kommt auf St. Gervais. Ich machte diesen Weg im Jahre 1774. Man gehet längs der Arve auf dem Abhange der niedern Berge, oder vielmehr Hügel, welche das linke Ufer die⸗ ses Flusses einfassen. Diese Hügel bestehen aus Schie⸗ fer; hie und da sind aber Blöcke von Granit darauf zer⸗ streut, die durch alte Revolutionen dahin geworfen wor⸗ den. Einer von diesen Blöcken ist bemerkungswürdig; seine Oberfläche, welche 20 Schuh im Durchmesser hat, ist vollkommen flach, und scheint ganz aus ähnlichen unter einander gleichlaufenden Tafeln zu bestehen. Ich rechnete anderthalb Meilen von Sallenche nach St. Gervais, und eine von St. Gervais nach Bionnay, wohin wir von Chamouny kommen wer⸗ den, um den Weg nach der Alleeblanche einzuschlagen. Ich komme jetzt auf den Weg von Sallenche nach Ser voz zurück. §. 491. ö Kleiner See oberhalb Chede. Nachdem man eine kleine halbe Stunde lang den Berg von Chede hinauf gestiegen, kann man sehr an⸗ genehm an einem schönen Wasserbehälter ausruhen, den die Natur gegraben zu haben scheint, um das Wasser eines vom Berge hinabstürzenden Baches austeuntet, ie⸗ Dist Wu Shit s S ff, I Rhen, selhohe lin eif 0 L 1 dl dagrun 0 Hen Ipe, fdde) ufßer Ei schde! auh Guhn Anchn hsen M liige inß shr masshr ) f vais gufh . Wage n anwill, uoh, St. Mn dem linken x 18. 1774.9 age der nie linke U chen aus Ei ranit darauf geworfenn Tkungswi urchmesser! aus ähnle bestehen. on Sallen Gervaiu kommen v 6einzuschth allenchen de. Runde g mot sht E dab W — ufh O6 Reise von Sallenche nach Servoz. 171 Dieses Wasser ist vollkommen hell, und mit großen Bäumen umgeben, die sich auf der beständig ruhigen Oberfläche desselben ungemein schön darstellen. Auf der einen Seite ist es durch einen mit Moos bedeckten Fel⸗ sen, und auf der andern mit einer reizenden Wiese um⸗ geben, welche mitten unter den traurigen Aussichten die⸗ ser hohen Berge so angenehme und beruhigende Gedan⸗ ken einflößen, daß man diesen Ort äußerst ungern ver⸗ läßt. Der aus diesem Behälter abfließende Bach läuft unter dem Wege fort, macht einen Wasserfall, und treibt Mühlen, die an seiner Seite angelegt sind. Hr. Bourrit hat den Montblanc am Ufer die⸗ ses kleinen Sees gezeichnet. Das Wasser des Sees und die denselben umgebenden Bäume machen den Vor⸗ dergrund des Gemäldes aus; der Mittelgrund besteht aus den waldigen Gebirgen an der andern Seite der Arve, und im Hintergrunde steigen die beschneyten Gi⸗ pfel des Montblanc hervor. Dieses Gemälde ist von großer Wirkung, und stimmt vollkommen mit der scho⸗ nen Aussicht, die es vorstellt, überein. §. 492. Pont aux Chevres. Ein wenig oberhalb dieses angenehmen Sees stürzt sich die Arve mit einem entsetzlichen Gebrülle zwischen aufgethürmten Felsen in einen viele 100 Schuh tiefen Graben herab, und gewährt einen Anblick, der mit den Annehmlichkeiten desjenigen, welchen man so eben ver⸗ lassen hat, den sonderbarsten Contrast ausmacht. Man gehet längst diesem Graben einen schmalen ab⸗ hängigen Fußweg hinab, und kömmt über die Arve auf einer schmalen hölzernen und gar nicht soliden Brücke, die man sehr schicklich die Ziegenbrücke(le Pont aux che- vres) nennt, weil sie in der That nur zum Gebrauch ei⸗ nes 172 Fünftes Kapitel. nes so leichtfüßigen und verwegenen Thieres zu dienen scheint. Auf diesem Fußsteig und über diese Brücke kömmt man durch einen Weg nach Chamouny, wel⸗ cher um eine Meile kürzer, aber nur zu Fuß zu machen ist; im Jahr 1764 bin ich denselben zweymal gegangen. Jetzt wollen wir aber der Straße von Servoz nachgehen, welche zwar nicht so wild, aber doch sehr interessant ist. §. 493. Soher Berg, welcher im Jahr 1751 eim sturzte. Schreiben des Hrn. Bitalliano Dona⸗ ti darüber. Auf diesem Wege sieht man zur Linken die Fortse⸗ tzung der steilen Felsen, welche die Berge oberhalb Passy bekrönen. Einer von diesen Felsen ist so hoch und dünn, daß man kaum begreifen kann, wie er aufrecht stehen und allen Stürmen Trotz bieten kann. Bey dieser hohen Spitze lag ein Berg, welcher im Jahr 1751 einstürzte, und ein so entsetzliches Getöse und Krachen, und einen so dicken und dunkeln Staub verursachte, daß viele Leute der Welt Ende vermuthe⸗ ten. Dieser schwarze Staub wurde für Rauch ange⸗ sehen, und die durch die Furcht mit falschen Vorstellun⸗ gen eingenommenen Leute bildeten sich ein, unter diesen Wirbeln von Rauch Flammen zu sehen; man schrieb. also nach TLurin, es habe sich mitten unter diesen Ber⸗ gen ein schrecklicher Vulcan geöͤffnet. Der Koöͤnig schick⸗ te den berühmten Naturforscher Vitalliano Donati dahin, um die Sache genauer zu untersuchen. Dieser eilte so stark, daß er, ehe die Felsen noch völlig eingestürzt waren, schon daselbst anlangte, und er also von einem Theil dieser Begebenheit ein—.61 eyn Reise von Sallenche nach Servoz. 173 98 in seyn konnte. Er stattete dem Könige einen genauen ise V Bericht von seinen Wahrnehmungen ab, und an einen mounp, seiner Freunde schrieb er eine kurze Nachricht davon, die ut zu Ii ich im Original besitze. Dieser Brief ist vom 15 Oeto⸗ nslben ue ber 1751, und lautet in der Uebersetzung also:) 35.„Hochgeschätzter Freund! J reiste den oten Julius von Turin ab, und bin erst seit wenig Tagen daselbst wieder angekom⸗ men. Gegen das Ende des Monats August war ich r 17511 im Thal von Aosta, und hoffte den September und alliano dꝛ Oetober wieder in Venedig zuzubringen. Ich mußte aber wieder zurückkehren und eine Bergreise von unge⸗ fähr 230 Meilen machen, um nach dem Befehl seiner in di. königlichen MajestätWahrnehmungen an einem vor⸗ oberhabhj geblichen neuen feuerspeyenden Berge zu machen. Ih⸗ hochundt nen die Wahrheit zu gestehen, so eilte ich, ob ich gleich aufrecht f6 an Xa, Welhtt) Da dieser interessante Brief niemals gedruckt worden, so rari 00 halte ich für meine Pflicht, die italienische Urschrift hier Ende vermoh ¶ Rauch 0 15 Octobre 1751. hen Vusth eAN.&. n, unr dl ̃; ö u. al di 16. di Luglio solo haltro giorno mi 0 and⸗ sono restituito a Torino; verso il sine dꝰ Agos- * to mi ritrovavo alla Val d'osta, e speravo di potere 7.404½½ e Künihsht„ 8 ö in Settembre ed in Ottobre ritrovarmi in Veneꝛzia, ‚ + — 20 ma fù di mestiere il rittornare addietro, e fare un ihn x giro di montagna di duecento et cinquanta leghe di H incirca, per andare, secundo ordine avuto da&. Hargt ut M. ad osservare il creduto nuovo vulcano. Io vi Hohlehe E 1* con- 174 Fünftes Kapitel. an der Richtigkeit der Begebenheit zweifelte, dennoch in der Hoffnung mich zu irren, mit einem großen Ver⸗ gnügen herbey, um eine solche Erscheinung zu betrach⸗ ten, und fand mich endlich nach einer ununterbrochenen Reise von vier Tagen und zwey Nächten im Angesicht eines Berges, welcher ganz mit Rauch umgeben war, und von dem sich immerfort Tag und Nacht Felsstücke mit einem erstaunlichen Getöse losrissen, das noch stär⸗ ker war, als das Getöse des Donners oder der Knall einer Batterie von grobem Geschütze. Die Bauern hat⸗ ten sich alle aus diesen Gegenden hinweg geflüchtet, und getrauten sich nicht, dieses Einstürtzen der Felsen näher als in einer Entfernung von zwey oder mehr Meilen an⸗ zusehen. Alle benachbarte Felder waren mit einem Staube bedeckt, der vollkommen einer Asche glich, und durch den Wind an einigen Orten bis auf die Entfer⸗ nung von 5 Meilen fortgeführt wurde. Jederman sag⸗ te, man habe zuweilen einen Rauch gesehen,— bey age confesso il vero, che sebbene dubitai della verità del fatto, pure sperando d ingannarmi accorsi con piacer sommo ad osservare un si fatto fenomeno, e con il continuo cammino di quattro giorui e due notti, mi sono ritrovato a vista dꝰun monte tutto cir- condato da sumo, da cui continuamente, giorno e notte, grandi massi di pietra diroccavano con uno strepito molto maggiore, mà rassomigliantissimo a quello de tuoni, e di grande batteria di cannone. Li villani tutti sꝰerano ritirati da quei contorni, e non osavano mirare il diroccamento che in distan- za di due o pià miglia. Tutte le campagne cir- convicine erano coperte di una polvere simigliantis- sima alla cenere, e questa in aleunĩ luoghi era stata transportata da venti alla distanza di einque leghe. Tutti Ti. gaba memte fi hsech Isd midtz dl 0 be 6. uuch Ird Huschek Moe N Honhenthn Mid 00 . gundag cha schi dyßher Luug WN0 Ichh ij 0 ehminn luatg IHm ozehz Canobe luloe rai He. 1 rocca f 0 f, U ltey * ——— lifebe, demt dem großn dr nung zu hing ununterbroch, ten im Nß ungeben Nacht Fahl. „ das rochs oder det g Die Baumn. geflüchtrn der Feleant mehr Maln varen mit ej Ache glchn auf die Ei Ndermant esehen, de al della v rmi accorsa 0 fenomeio 0 giori 0 monte tutod jente, gomo Ivano con u niglantis eria i cunoe I iei Contommi, che in dith campagie ele finigland Dooghi e 0 angue E4 Id .— ——.7 Reise von Sallenche nach Servoz. 175 Tage roth gewesen, und in der Nacht Flammen von sich gegeben. Diese Wahrnehmungen zusammengenom⸗ men veranlaßten den allgemeinen Glauben, daß man hier einen ausgebrochenen Vulcan finden würde. Ich untersuchte die angebliche Asche, und fand, daß sie nichts als Staud eines zu Pulver gewordenen Marmors sey; auch gab ich genau auf den Rauch Achtung, sah aber keine Flammen, bemerkte auch keinen Schwefelge⸗ ruch, und weder die Bäche noch die Quellen, die ich un⸗ tersuchte, gaben die geringsten Zeichen von schweflichter Materie. Hierdurch ward ich überzeugt, daß hier nichts von entbrannter Solfatara zu finden sey, und begab mich hierauf, wiewohl allein und ohne alle Begleitung, in das Rauchgewölke hinein und an den Rand des Ab⸗ grundes. Ich sah da einen ungeheuern Felsen, wel— cher sich in diesen Abgrund stürzte, und wurde gewahr, daß der Rauch nichts weiter als Staub sey, der von dem Fall Tutti dicevano d aver alcuna volta veduto il fumo rosso, e nelle notte con fiamme. II complesso diĩ tali osservazioni facea uniformemente credere che ivi un vulcano aslolutamente si ritrovasse. Io esaminai la creduta cenere, e ritrovai una polvere formata da marmi pesti; osservando attentamente il fumo, non vidi fiamme, non sentii odore di Z20l- fo; esaminati li fondi de correnti e fontane, non ri- conobbi verun segno di materia sulfurea; onde per- suaso che ivi zolfatara accesa non si ritrovasse, en- trai nel fumo, e benche solo e senza veruna scorta, mi portai fulla voragine, e quivi vidi una vasta rocca clie andava precipitando, ed osservai che il fumo altro non era che una polvere sollevata dalle cadute pietre. Riatracciai allora la causa del diroc- camento. Vidi una grande parte della montagna lot- 176 Fünftes Kapitel. Fall der Steine aufstieg. Ich suchte, und fand hernach auch die Ursache des Einsturzes dieser Felsen; denn ich sahe. daß ein großer Theil des unter dem sich trennen⸗ den Berge gelegenen Grundes aus Erde und Steinen bestund, die nicht lagen- und schichtenweise geordnet wa⸗ ren, sondern ohne Ordnung unter einander lagen. Ich kennte auch hieraus ersehen, daß an eben diesem Berge schon ähnliche Einstürze müßten vorgegangen seyn, nach welchen der in diesem Jahr herabgefallene große Fels ohne Unterstützung und mit einem beträchtlichen Ueberhange zurückgeblieben war. Dieser Fels bestand aus horizontalen Schichten, davon die zwey niedrigsten aus Schiefer oder einem blättrigen leichtbrüchigen Ge— stein ohne große Consistenz bestanden; die zwey höhern Schichten aber glichen dem Marmor von Porto-Ve— nere, der aber durch viele queer durch die Schichten gehende Spalten zertheilt war. Die fünfte Schicht be⸗ stand abermals aus einem Schiefer mit senkrechten Blät⸗ tern, die ganz getrennt waren, und machte die ganze obere Fläche des herabgefallenen Berges aus. Auf die⸗ ser sottoposta al diroccamento formata di sassi e terra, non già à carriere o strati disposti, mã ammassati alla rinfusa; onde conobbi essere altre volte simili ruine nella stessa montagna avvenute, dopo le qua- li la grande rocca che in questꝰanno è caduta, n'era rimasta priva di sostegno e con uno strapiombo grandissimo. Questa era composta di carriere ori- zontali, due delle quali, le più basse, erano di la- vagna o pietra a fogli fragile e di poca consisten⁊a; le due carriere sovraposte erano dꝰun marmo simile al Porto- Venere, tutto sfeso a traverso di carriera. Il quinto strato era tutto formato di lavagna a fogli verticali tutti disuniti, e questo formaya tutto il pia- no irchnt diz i nunht. Vhu u 1 Iugs Wdodit on Rhe hiren, Iu sud Hch Hale, dei Ium dith sihlchih on ar vshes opim; eanni 0 in Kyols Camentz mtera nohe., wonmi fd x dlegr conto Predis. di fto IU UChei ind fends Hesen; dent dem sichumn de und Ei wesegrordn inder Hagn.) ben ditsen d orgegangen abgefalene em bekrahht oser Fils h zwen nichij chtbrüchgn! die zveyhh pon Porto/h cch die Sat inste Schth senkrechtend machte die Saus, Mu Gfle i, mã aund lre vobe fu e, Copo li. E uno rwid ETL le, erilo dl 0⁰1 Oulttem in marmo oUHee ö Iragne 115 d 0 Reise von Sallenche nach Servoz. 177 ser obern Fläche waren drey Seen, deren Wasser bestän⸗ dig in die Oeffnungen der Schichten eindrangen, sie im⸗ mer mehr von einander absonderten, und auf diese Art ihre Grundpfeiler untergruben. Der Schnee, welcher dieses Jahr in Savoyen höher als bey Menschengeden⸗ ken gefallen ist, hat diese Gewalt noch so sehr vermehrt, daß dadurch der Fall von drey Millionen Cubicklaftern von Felsen verursacht wurde, welche allein schon genug wären, einen großen Berg zu bilden. Unter den Rui— nen sind sechs Häuser, sechs Menschen und sehr vieles Vieh begraben worden. Meinem Bericht von diesem Falle, den ich dem König überschickt, habe ich eine ge⸗ naue Zeichnung von diesem Berge beygefügt, sehr aus⸗ fuhrlich die Ursache und die Wirkungen dieser Revolu⸗ tion angegeben, vorausgesagt, daß sie in kurzer 5 auf⸗ no superiore della montagna caduta. Nello stes- so piano tre laghi si ritrovano, le acque di quali di continuo penetravano per le aperte carriere, e se- parando le stesse, e marciendo Lappoggio; essen- do in quest anno tal quantità di neve caduto in Savoia, che a memoria d'uomini non se ne vide Peguale, aceresciuto lo sforzo, ne nacque il diroc- camento de massi di tre millioni di tese cubiche; materiale che da se solo potrebbe formare un gran monte. Sotto le ruine poi restarono sei case, sei uomini, e molti animali. Nella storia che 10 scris- si di tal ruina da me inviata à S. M. con un esatto disegno di quella montagna, diedi più esattamente conto della causa ed efsetti del diroccamento, e predissi che tra poco tempo sarebbe cessato Ccome di fatto avenne, ed in tal guisa il vulcano fù da me distrutto.4 II. Theil. M .————— „W———— 2—— r..—..?..—. — V 178 Fünftes Kapitel. aufhören würde, wie auch wirklich geschehen ist, und auf diese Art den neuen Vulcan zerstöͤrt.) It x §. 494. ahnt Sd n „Ich füge hier die Beurtheilung dieses berühmten Natur⸗ VN forschers bey, welche er in diesem Briefe über die Stadt e Genf äußerte and sihen du NI „Doveiĩ per afsare di consequenza dopo la visita W della montagna passare a Ginevra. Oh la bella citta V, Wut che& quella] mi parve di mirare un pezo di Ve- umu nezia. Ella è situata sul Lago Lemano, e viene un 3 divisa dal fiume Rodano, e sult uno e sull'altro 3u Sl bellissimĩ edifiæi fabricati vi sono per i lavori di pani, I Im di cuogi, ed altro. Le strade son belle; le case o 5i**5 palazzi e le chiese sono magnifiche: in quella cit- 11˙ ta non vè Ozio, ed il commnerzio e le arti fiorisco- it no a maraviglia. Parte della città è in collina, e 100 parte alla pianura, ed alla parte di ponente la colli- ö He na forma un grande piano tutto fiancheggiato di Eakuh belle fabbriche, e piantato d alberi, ed erbe, e siori, 0 unn e da questo si discende per due grandi scasinate alla aunn C pianura, tutta eguale, con grandi stradoni d alberi, Iuhechn con fiori e piante di bella vista con sedili di legno Whsich dipinti: e quivi ne'giorni festivi, concorrono tutte sfn le donne di qualunque condizione della città al gran N passeggio. La pubblica libreria è abondantissima e Iu Sin bemiflimo tenuta. Ritrovai li Genevrini di temper·- mento piuttosto melancolico che allegro, e molto sos- Rud, 6 tenuti trattando col forestiere. Intesosi per altro, sinn che io era Veneziano, fui trattato con la maggior ANEun gentilezza.c Wne Laltn —— 1 FPFPFPPPPPL„¶.A.S.ULUä. ꝓꝓ EEE ————————— schehe. 16 0 berühntn r fe uber de E 24 dopo Oh hbehz un pezxo d Lemano, e uno e slh er i lxvoti c ybelle; les e: in queh e le arti fii e in colhn ponente be fianchegga ed erbe ei andi scalnat stradoni d on sediidx concomono Celacina abondeltitn rini dtemp⸗ egr0, enonů niesost pet A cn E M Reise von Sallenche nach Servoz. 179 §. 494. Trümmer dieses eingefallenen Berges. Blöcke von grauem Marmor. Mit Spath und Quarʒ gemischter Schiefer. Feiner und harter Sand⸗ stein. Gemischte Lagen. Die Trümmer des Berges, dessen Einsturz in dem angeführten Briefe so wohl beschrieben worden, liegen nordöstlich vosm Dorfe Servoz. Ich habe sie nicht un⸗ tersucht; aber der Weg, den wir zu machen hatten, ist mit großen Bruchstücken bestreut, welche sich oben. von der Kette losgemacht haben, wovon dieser Berg ein Theil war, und mit ihm ohngefähr von gleicher Natur ist. Einige von diesen Trümmern sind der Aufmerk⸗ samkeit würdig. Man findet darunter: 1) Große Blöcke von Kalkstein, oder einer Art von grauem Marmor, durch welchen weiße Spatha⸗ dern laufen. Ich suchte öfters in diesem Marmor Spu⸗ ren von Seekörpern, konnte aber niemals welche darin entdecken. 2) Große und kleine Stücke von Schiefer, dessen Blätter eine unreglmäßige Wellenfigur haben, und mit Adern und dünnen Schichten bald von Quarz, bald wiederum von Spath untermengt sind, welche denen im 486.§. gleichen. 3) Bruchstücke einer Art grünlichen Sandsteins, welcher von sehr feinem Korn, sehr hart und außenher gefleckt ist. Dieser Sandstein brauset nur schwach mit dem Scheidewasser: zwar etwas stärker, wenn dasselbe ge⸗ wärmt wird; es nimmt ihm aber weder seine Härte, noch seinen Zusammenhang, denn auch nach dieser Pro⸗ be giebt der Stein noch am Stahle Feuer. Hieraus folgt, daß die Sandkörner und der Glimmer„woraus dieser Sandstein besteht, durch einen quarzigen oder M 2 thoni⸗ 180⁰ Fünftes Kapitel. thonigen Kitt vereinigt seyn müssen, und daß die Kalk⸗ theile, von welchen das leichte Aufbrausen kömmt, durch die äußern Poren des Steins hineingedrungen seyn, und sich darin als ein fremder Körper aufhalten müssen. Ich habe in Italien Antiken gesehen, von denen man vorgab, daß sie aus Basalt gearbeitet wären, die mir aber von einer Steinart zu seyn schienen, welche er⸗ wähntem Sandsteine sehr ähnlich war, und folglich von wahren vulcanischen Basalten äußerst verschieden ist. Die Bildsäule eines Kindes, welche unter dem Namen des Britannicus in der Gallerie zu Florenz vorgewie⸗ sen wird, und gleichfalls von Basalt seyn soll, ist wahr⸗ scheinlich aus eben dieser Steinart gemacht. Ich habe ein Stück von diesem Sandstein schleifen lassen, und die Politur, die er angenommen, gleicht vollkommen der Politur von dieser Bildsäule. 4) Bruchstücke, welche wechselsweise aus dem Sand⸗ sieine, den ich beschrieben habe, und aus einem schwar⸗ zen glänzenden Schiefer, beyde in sehr dünnen Schich⸗ ten, bestehen. In andern Bruchstücken finden sich kalkartige, in der Säure auflöͤsliche Schichten, welche mit eben der⸗ gleichen Schiefer, dessen Materie thonicht ist, und mit dem Salpetergeiste nicht brauset, vermischt sind. §. 495• Der schwarze Nant. Wieren von Schiefer, worin sich Schwefeliies befindet. Mitten unter diesen Ruinen kömmt man über ein Waldwasser, welches mit Recht der schwarze Mant heißet, weil die Trümmer von Schiefer, die es führt, sein Bette und Ufer schwarz färben. Der Graben, wel⸗ chen dieser Bach gemacht hat, war vor der Ausbesse⸗ rung des Weges sehr gefährlich; man mußte auf einem engen Huftct Wiuh Ilnitre, VWM chl Vuhsht e an Wn en De Orud; R V Anahgn Iudau u in de z m R. Iu urdn. WMn 0 Mu as e a 10 Witt h, uu Iust nd daß Rgh sen kömmp y Rungen sin, alten müssh Hen, von hh beiet vam, hienen, uith und folgih st verschihn inter dem MM lorenz wun yn soll, iz ucht. J en lasen, u t vollkommy se aus dend uUs einem sth dunnen Et kalkatth, che mit ehng iicht ist, n nischt sind on Sch efinder t man 1 Hwatze N , di h EHubn de Lo ußte I II + ——— EttscctccccCCC///ꝗee———— öCIICICC· C Reise von Sallenche nach Servoz. 181 engen und schrägen Fußpfade auf beweglichem Erdreich in denselben hinabsteigen, wo der Grund oft unter den Füßen der Pferde fortglitschte, und sie zuweilen in den Strom hineinstürzte. Man findet unter diesen Trümmern sehr merkwür⸗ dige Abänderungen, unter andern Nieren von einer Schiefermaterie, die aber so hart ist, daß man gut Feuer damit schlagen kann. Diese Nieren enthalten kleine würflichte Schwefelkiese, die um den Mittelpunkt derselben herum eingesprengt sind. Wahrscheinlicher Weise kommen von hier die Bruchstücke dieser Art, wel⸗ che ich in dem Bette der Arve gefunden habe.(F. 106.) §. 496. Grund von Tuff⸗ oder Toffstein. Aus dieser unfruchbaren Einsamkeit, worin alle diese Ruinen liegen, kömmt man in einen Wald, des⸗ sen Grund aus einem gelblichten Tuffstein besteht. Man wird in der Folge sehen, wie häufig große Lagen von Tuffstein in der Nachbarschaft primitiver Gebirge an⸗ getroffen werden. §. 497. Kröpfe. Bey dem Ausgange dieses Waldes findet man sich in den Wiesen, und hierauf in den Feldern von Ser⸗ voz, die auf einem sanften, gegen Mittag herunter⸗ steigenden Abhange gelegen und sehr wohl angebaut sind. Diese mittägliche Lage, die gänzlich vor den Nord— winden sicher ist, macht meiner Meinung nach die Ur⸗ sache aus, warum man in diesem Dorf einige Kröpfe sieht. Man sieht auch dergleichen zu Chede, und aus M 3 eben 0 182 Fünft. Kap. Reise von Sallenche nach ꝛc. +* eben der Ursache. Ich werde an einem andern Orte von* dieser in gewissen Thälern so gemeinen Krankheit reden. 4 8. 498. E Bleyerz. Die Berge, welche das Dorf Servoz auf der öst⸗ lichen und südöstlichen Seite übersehen, bestehen aus ö Schiefer und Hornstein, und sind sehr reich an Bley⸗ l erz, welches in einem silberhaltigen kleinen Bleyglanz be⸗ ö steht. Es wird aber keines davon gegraben; denn Finn die Schwierigkeit, genugsames Geld zum Aufwande, bhaht und verständige und treue Aufseher zu finden, ist die ein⸗ I zige Hinderniß, da sonst das Land Reichthum an Holz Emenn hat, und der Bach, der bey Servoz vorbeyläuft, zur Whnn u Anlegung der Poch- und Blasewerke bequem gelegen ist. INEsi Die Gebirge des Dorfes Sixt, welches Servoz 0 gegen Mitternacht liegt, und zwar hinter der Gebirg⸗ n 2 kette, welche dem Einstuürzen so sehr unterworfen ist, Hr enthalten auch sehr viel silberhaltiges Bleyerz. Die 915 ö Mineralogen wissen, daß die Schiefer, welche an den 5 Hornstein und andere ursprüngliche Felsarten gränzen, r 0 immer an Erzen dieser Art sehr reich sind..U W fi Wüun e nn Wichtite Adawl Achstrn Wee e 1 Dn Vafhein Hahhn Sechs⸗ —..—— allhenh, mandenom, Klankhainz hervoz aufy hen, beshhn hr reich an z einen Bephn gegraben d zum Mfn finden, isty Reichthum n 0z vorbeylü e beguem gih welches O hinter der h. he untermu 5 Been. fer, peschen Felsartn giz sud. Sechstes Kap. Reise von Servoz nach ꝛc. 183 FIFIFIFIFIFIFIFIFTFTIFTFTFTFTFTFTITFTITPTTITTRCRC Sechstes Kapitel. Von Servoz nach Prieure' im Thal Chamouny. §. 499. Felsen von Sandstein. He man Servoz verlassen, so führt die Straße un⸗ ter lothrecht abgeschnittenen Felsen hin, welche über den Weg hineinhangen. Diese Felsen bestehen aus einer Sandsteinart, deren Körner mit grauem und schwärzlichem Quarz, glänzenden Glimmerblättchen, kleinen Eisenrostflecken und einigen Theilen von Horn⸗ stein eingesprengt sind. Diese Art gehört zu der Gat⸗ tung, welche Wallerius unter dem Namen Cor mola- rit, oder Cos particulis majoribus sabulosis diversae na- turae coalita,(Sp. 90.) beschrieben hat. Der Sandstein, woraus diese Felsen bestehen, ist sehr dicht und hart, giebt am Stahle viel Feuer, und brauset mit keiner einzigen Säure. Der Bau in den Felsen selbst nimmt sich nicht sehr deutlich aus; man sieht Spalten darin, wodurch sie in große unregelmäs⸗ sige Massen getheilt werden, ohne daß sich mit Wahr⸗ scheinlichkeit entscheiden käßt, ob diese Abtheilungen zu⸗ fällig oder wirkliche Abtheilungen von Lagen sind. Noch schwerer wäre es zu sagen, warum und wie dieser kleine freystehende Sandsteinberg, der sich mitten zwischen Bergen von einer ganz verschiedenen Art befin⸗ det, auf diesem Platz entstanden ist. Wir werden je⸗ doch einmal versuchen, diese Schwierigkeit aufzulösen. M 4§. 500. 184 Sechstes Kapitel. K 3500. Waldwasser von Servoz. Grüne Bornstein⸗ arten. Granite. Versteinerte Muscheln. Jenseits dieser Felsen kömmt man über den Bach von Servoz, welcher Steine verschiedener Arten in seinem Bette führt. Die merkwürdigsten sind ) Grüne Hornsteinarten, Corneus fissilis molli or, Vall.(Sp. 170.) 2) Blöcke eines Granits, der aus fleischfarbenen Feldspathkrystalen, weißlichem Quarz, Glimmer und grünlichem Hornstein zusammengesetzt ist. Nach Mas⸗ gabe des Hornsteins, welchen diese Granite enthalten, geben sie einen starken Erd- oder Thongeruch von sich, wenn man sie anhauchet; die Granite aber, welche kei⸗ nen Hornstein enthalten, haben auch diesen Geruch nicht. Ich habe in den vogesischen Gebirgen Granitberge an⸗ getroffen, die zum Theil auch Hornstein enthalten. Der elsassische Ballon gehört hieher; in diesem Granit aber ist der Hornstein in Form von Strahlen krystallisirt, da er bey dem unsrigen keine bestimmte Form zu haben scheint. 3) Große Bruchstücke eines schwärzlichen Kalk⸗ steins, worin zweyschalige Muscheln enthalten sind, die glatte Anomiten zu seyn scheinen. §. 501. Rautenförmige Hornsteinarten. Wenn man über diesen Bach gekommen ist, so schlägt man sich rechts, und läßt links hohe Berge von einer schwarzen blättrigen Steinart liegen, welche man beym ersten Anblick für Schiefer halten möchte. Be⸗ trachtet man sie aber genauer, so zeigt es sich, daß es ein Hornstein ist, der sich in lange Würfel, deren Grund⸗ HMS Iut, n WM ur Ilchlis, Iumaihlt db de, Ra, u WMen. Wauu unen Kue Punte( n d E Wllalcenj deEn Il: den inon: WInch Anhe ud Zan 6 aaey Wumsc Sa A is rüne gons 0 te Muhth iber dng hiedener Iiz sten sind eus flllls g I feischfth Glimmh. ist. Mahd Graniteeith ongeruch wu. aber, wih jesen Gerutt Granitbo m enthaltey. esem Gras. en krystal st Form zus wänlichn K nthalten sih narten. Kommen IM, Reise von Servoz nach Prieure' 185 Grundfläche rautenförmig ist, zertheilt, und folglich zu der Steinart gehort, die von den schwedischen Minera⸗ logen Trapp genennt wird. Wallerius heißet sie Corneus trapezius squamulis oblique nitentibus.(Sp. 172&c.) Die ersten, welche man jenseit des Baches antrifft, haben durch ihre Farbe die größte Aehnlichkeit mit den Schiefern; oft theilen sie sich sogar, wie diese Steinart, in düͤnne unter sich gleichtaufende Blättchen ab. Nach und nach entfernen sie sich aber von dieser Aehnlichkeit, und nehmen eine graue glänzende, fast glimmerähnliche Farbe an. Diese Felsarten sind wei— cher als die, welche die Schweden Trapp zu nennen pflegen, und ihre Teytur besteht aus ungemein feinen Blättern. Vielleicht wäre es also schicklicher, sie unter die Gattung zu bringen, welche Wallerius unter dem Namen Saxum corneo- micaceum fissile, colore ni- gricante(Sp. 211. a.) beschreibt. Denn die kleinen glänzenden Pünktchen, welche man im Inwendigen die⸗ ses Steines wahrnimmt, konnten wohl kleine Glim— merblättchen seyn. Die Structur dieser Berge ist nicht leicht zu unter⸗ suchen: denn da sie sich von Natur in Massen abtheilen, deren Form ein geschobenes Viereck ist, und sich auf diese Art nach und nach ganz absondern und in Unord⸗ nung gerathen, so ist es schwer, ihre ursprüngliche La— gen und Formen ausfindig zu machen. Wir werden aber andere von eben der Art zu sehen bekommen, de⸗ ren Form sich noch besser erhalten hat. §. 502. Schloß von St. Michael. Die Brücke Pelisier. Eine halbe Meile von Servoz läßt man oben auf einem Felsen rechter Hand die Trümmer des Schlosses 5 von ——... 186 Sechstes Kapitel. von St. Michael liegen, welches den Einwohnern im Lande vielen Stoff zu abentheuerlichen Geschichten von Teufeln, Zauberern und verborgenen Schätzen giebt. Eine halbe Viertelmeile weiter kͤmmt man auf ei⸗ ner hölzernen Brücke, die Pont⸗Pelisier genennt wird, über die Arve. Man findet auf diesem Wege Bruchstücke von einer Felsart, worin Quarz und Kalkspath gemengt ist, und die ich oben(§. 141.) beschrieben habe. Diese Mischung entstehet in den Spalten der Berge von Hornstein, die gegen Osten von diesem Wege liegen, und von da her werden sie auch durch die Arve in die Gegenden von Genf gebracht. Wir werden noch Gelegenheit haben, in Gebirgen von eben der Art ähnliche Mischungen zu finden, die noch in den Spalten selbst liegen, worin sie entstanden sind. 6303. Les Montees. Primitive Felsarten. Wenn man auf dem Pont⸗Pelisier über die Ar⸗ ve gekommen ist, so muß man einen auf naktem Felsen befindlichen jähen Weg, welcher den Namen Les Mon⸗ tees fuhret, besteigen. Dieser Berg ist eine primitive Felsart, und gehört zu den schieferartigen oder blättrigen Felsarten; ist aber zugleich sehr dicht und hart, und fast allenthalben mit Hornstein vermengt. Die Gebirge der(§. 501.) be⸗ schriebenen Art gehen noch lange diesem gegenüber auf der andern Seite der Arve fort. Außer den Horn⸗ steinen enthalten aber die Montees noch andre Be⸗ standtheile von primitiven Gebirgen, wie z. B. Quarz und Feldspath. In einigen Orten ist der Hornstein in sehr geringer Menge in Gestalt eines grauen Staubes in den Zwischenräumen der Quarz⸗ und Feldspathkorner ein⸗ dis sshun Dase ah, den Ube liten dat We ltheng alsteng 1Mn Häthen lchtgan⸗ humstein dyelten de Hllen scster . M ule, Is Eirwohin ö Geshichn Schähn 0 mimnt man ah sler geunmy achsüück du gemengt is,, Diese Mi. n Hornseh und von y ie Gegerdn. Nlegenhut e Mishum liegen, vu Felsarten sier uber e uf naktem amen Les M gart, und l larten; alenthaba: (f m gehee lußtr de vch N v: der Hermsch grmuen 60 Kaale hfh ö Reise von Servoz nach Prieure'. 187 eingestreut, und hier ist der Fels von beträchtlicher Härte. An andern Orten macht der grüne Hornstein fortgesetzte und unter einander gleichlaufende Adern, die sich zwischen den Quarz⸗ und Feldspathkörnern befinden, und da ist dann der Fels viel weicher. Glimmer findet sich in dieser Felsart nur in sehr unbeträchtlicher Menge. §. 504. Mischungen, die den Uebergang von einer Art zur andern darstellen Diese blättrigen Felsarten, welche aus Hornstein, Quarz, Feldspath und Glimmer gemischt sind, stellen den Uebergang von den reinen Hornsteinen zu den Gra⸗ niten dar. Wir haben also schon zwey deutliche Uebergänge wahrgenommen: nämlich den Uebergang von reinen Kalksteinen zum Schiefer, vermittelst der Kalksteine, die mit Thon vermischt, und in dünne und krummlaufende Blättchen getheilt sind(F§. 467.); und dann auch den Uebergang vom Schiefer zum Granit, welcher durch die Hornsteine und blättrigen Felsarten geschieht. §9. 505. Spalten, die mit Guarz und Glimmer aus⸗ gefüllt find. Die Felsen der Montees werden hier und da von Spalten durchschnitten, worin sich unordentlich kry⸗ stallisirter und mit Glimmer vermengter Quarz befin⸗ det. Man unterscheidet diese Spalten leicht an ihrer Farbe, da sie weißer sind als die andern Theile des Felsen. §. 506. 188 Sechstes Kapitel. §. 506. Rupfererz. Schwefelkiese. Ein wenig mehr auf der rechten Seite des Weges, aber in eben dem Felsen, ungefähr eine Viertelmeile oberhalb der Brücke Pelisier, findet sich die Oeffnung eines Ganges, welchen man auf ein Kupfererz getrie⸗ ben, bald aber seiner Armuth wegen wieder verlassen hat. Einige Stücke, die ich auf der Halde gefunden, zeigten mir, daß es ein gelbes Kupfererz sey, das in einem Gange von Quarz eingeschlossen war. Man sieht auch besser gegen das Thal von Chamouny hin, auf dem Wege selbst, kleine würflichte Schwefelkiese, die aus⸗ serordentlich glänzend und in die primitive Felsart ein⸗ gesprengt sind. Die Schichten dieser Felsen schienen mir weder sehr deutlich noch regelmäßig. §. 507. Aderige Granite. Man findet auf diesem Wege hier und da Kloötze von verschiedenen Granitarten zerstreut, die sich von der Cenrtalkette, welcher man hier sehr nahe ist, losgeris⸗ sen haben. Viele von diesen Granitarten gehören zu de⸗ nen, die ich aderig nenne.(§. 163.) Die silberfarbe⸗ nen Glimmerblättchen sind in diesen Granitarten in et⸗ was wellenförmigen Linien gelegt, die inzwischen doch unter sich gleichlaufen und durch den ganzen Stein un⸗ unterbrochen fortgehen. Von diesen Granitarten fin⸗ det man auf diesem Wege eine große Mannigfaltigkeit; man sieht einige, deren Blättchen nur eine halbe Linie dick sind, und wiederum andere, wo sie beynahe einen halben Zoll im Durchmesser haben. Ich N RAI V 2 n v Aufd II Mse nu Went nich anh und wir hin u g Apenga gung, es Runt, in Rche das bu gewäl Riodode sin imt sc snd, 0 e 5 in un , cher Huh be uc d n. Wer llkiese Seite dis Wn eine Varhn t sich di Ift Kupfere en wieder ven Halde H fererz sch, V war. Mi mouny hy, bwefelki mitide Feen jsen mir wog. * und da Kih die sich M nahe ist, Sez ten gehenn Die sthas ranitarten. die inzwischhl ganzen En Granitanth Momgfih. r eine hube osehmnchen Are—— ee.( Reise von Servoz nach Prieure'. 189 Ich werde in einem der folgenden Kapitel zeigen, wie viel Licht diese gemischte Steinart über die Entste⸗ hung der eigentlichen Granite, oder der Granite in Massen verbreitet. §. 5058. Alpengewächse. Auf den Felsen, die diesen Weg einschließen, wach⸗ sen die ersten wirklichen Alpenpflanzen, die man auf der Reise nach Chamouny das Vergnügen hat anzutreffen. Wenn die Kälte und die Winterbeschäftigungen mich lange Zeit von den hohen Alpen entfernt gehalten, und mir die Rückkehr der schönen Jahrszeit wieder da⸗ hin zu gehen erlaubt, so setzt mich der erste Anblick der Alpengewächse allezeit in eine sehr angenehme Bewe⸗ gung; es dünkt mich alsdenn, ich sey in meinem Ele⸗ ment, und mitten in den angenehmsten Ergötzungen, welche das Studium der Natur einem Liebhaber dersel⸗ ben gewähren kann. Mit neuer Lust sehe ich alsdenn das Rhododendron ferrugineum, diesen schönen Strauch, dessen immergrüne Zweige mit purpurnen Blumen ge⸗ ziert sind, und einen eben so angenehmen Geruch haben, als ihre Farbe fein ist; ferner die Alpenaurikel, welche zwar in unsern Gärten prächtigere Farben angenommen hat, aber daselbst bey weitem nicht den angenehmen Geruch besitzt, welchen sie auf diesen Felsen verbreitet; so auch die Astranica alpina, die Saxifraga cotyledon u. a. m. §. 5⁰9. Enger und wilder Paß. ö Aber nicht allein die Pflanzen geben diesem Wege ein alpenähnliches Ansehen, sondern auch die ursprüng⸗ lichen 12 Sechstes Kapitel. lichen Felsen, über welche hier die Straße geht. Die Sn Arve, welche hier in eine enge und tiefe Kluft einge⸗ an schlossen ist; der weiße Schaum derselben, den man n mitten durch die unter den Füßen des Wanderers be⸗ 0 findlichen Spitzen der Tannen erblickt; und auf der an⸗ n dern Seite eine schwarze, beynahe gerade abgeschnittene 2— Felswand, welche hie und da mit metallischen Farben n bemalt, und auf ihren hin und wieder hervorragenden in i Schichten, so wie auf Terrassen, mit großen Tannen*u besetzt ist, deren dunkeles Grün mit dem Weiß der Bir⸗ ken einen sonderbaren Contrast macht: alles dieses giebt Rhanh dem Eingange ins Thal von Chamouny einen wahren Rschtzj Anstrich von alpinischer Beschaffenheit. Diese über der Ianhe Arve in den Felsen gehauene Straße war ehedem nur nImm ein enger Pfad, wo man nicht ohne Gefahr auf dem uudibrr Pferde blieb: seit einigen Jahren aber hat man Felsen ng gesprengt, und den Weg so breit gemacht, daß nun Glh kleine Karren darauf fahren können. Ohne einige Ge⸗ l 0 fahr geht man jetzt da hindurch, und kann sich doch da⸗ HeEe bey einen deutlichen Begriff von den gefährlichen Päs⸗ sn e sen auf hohen Gebirgen machen. Dise 6 Dieses enge Thal, durch welches man in das Thal sssen Aul von Chamouny gelangt, liegt gleich dem großen Thal 11 von Bonneville gerade gegen Süden nach der Ma⸗ Ram ein gnetnadel, welches so viel sagen will, als ungefähr süd⸗ sic hum südost. Mielen e s r §. 50o. Fin f Thal von Chamouny. Prächtiger Anblick Lhe desselben. 3 schsst Hat man sich endlich durch diesen engen und wilden n Paß durchgedrängt und darauf nach der Linken gewendet, Hüße G. so kommt man in das Thal von Chamouny, dessen Waltnt An⸗ raße git) nie Kußez rseben, dyr es Wordeug ; undauf rade abgeshiz netaliischen der hervonmnr it großen dr dem Wiißden alles diez uny einen u. t. Diiseil je war chehn e Gffaht au ber hat man gemacht, di Dhe eng kann sich d gefähtichg) man in du dem gußnt den nach u als ungfife Huhtr Mlt 0 engen und W H zmoumy/ N. Reise von Servoz nach Prieurei. 191 Anblick im Gegentheil sehr angenehm und lachend ist. Dieses einer Wiege gleich gestaltete Thal ist mit Wie— sen bedeckt, durch welche der mit kleinen Zaunpfählen be⸗ setzte Weg mittenhindurch geht. Nach und nach ent⸗ deckt man die verschiedenen Gletscher, welche in dieses Thal herablaufen. Anfänglich sieht man nur den Glet⸗ scher von Taconay, der von dem steilen Abhange eines kleinen Grabens, dessen Grund er einnimmt, gleich— sam herabzuhangen scheint. Bald aber richten sich die Augen auf den Gletscher von Buisson, den man von den benachbarten Gipfeln des Montblanc herunterstei⸗ gen sieht; sein Eis blendet durch seine Weiße, steigt in Form hoher Pyramiden empor, und macht mitten in den Tannenwäldern, durch die es sich seinen Weg gebahnt, und über welche es hervorragt, eine erstaunende Wir— kung. Endlich entdeckt man auch von weitem den gros⸗ sen Gletscher des Bois, der im Herabsteigen sich gegen das Thal von Chamouny hinkrümmt, und unterschei⸗ det seine Eiswände, die über gelbe schroff abgeschnitte⸗ ne Felsen emporragen. Diese Gletscher gewähren den größten und sonder⸗ barsten Anblick, den man sich vorstellen kann: ihre Lage hat etwas majestätisches; sie sind durch große Waldun⸗ gen von einander getrennt und mit Granitfelsen, die gleich himmelhöhen mit Schnee und Eis umgebenen Obelisken emporsteigen, gekrönt. Die reine und frische Luft, die man hier einathmet, und die von der dum— pfichten Luft der Thäler Sallenche und Servoz so sehr verschieden ist, das schön angebaute Thal, die länd⸗ lichen Hutten und Hofe, die man bey jedem Schritte antrifft, stellen bey schöner Witterung eine neue Welt, eine Art von irdischem Paradiese dar, welches eine wohl⸗ thätige Gottheit in diesen Gebirgen verschlossen hat. Der allenthalben schöne und angenehme Weg wieget gleich⸗ 192 Sechstes Kapitel. gleichsam den Reisenden in sanfte Träumereyen, welche tausend mannigfaltige, süße und ganz neue Empfindun⸗ gen in ihm hervorbringen. Zuweilen aber wird man plötzlich aus seinem Schlummer mit Schrecken erweckt, da starkes Knallen mit donnerähnlichem Gebrülle durch die langen Thäler rollt, und dem erstaunten Wanderer von der ungeheuern Größe dieser Eislasten, deren Ein⸗ sturz dergleichen Getöse verursacht, einen Begriff giebt. Die Größe der Gegenstände macht, daß sich das Auge wegen der Entfernungen betrügt; man glaubt beym Eintritt in das Thal, man werde das Ende des⸗ selben in einer halben Stunde erreichen, und braucht doch zwey volle Stunden, um nur bis nach Prieure zu kommen, welches noch bey weitem nicht in der Hälf⸗ te der Länge des Thales liegt. §. 51. Allgemeiner Begriff von diesem Thal. Plan von unsern darin vorzunehmenden Beschäfti⸗ gungen. Das Thal Chamounp ist gleich einem Bogen ge⸗ krümmt. Seine mittlere Richtung geht von Südwest nach Nordost, läuft folglich mit diesem Theil der Kette der Alpen parallel, und gehört deswegen unter diejeni⸗ gen Thäler, welche ich in die Lange hinlaufende (Vallées longitudinales) nenne. Die Thäler hingegen, durch die wir von Bonneville nach Chamounpy ge⸗ kommen, schneiden, obschon etwas schief, die Alpen⸗ ketten ab, und gehören also zu denen, die ich Vallses transversales nenne. Die Enden des Thals Chamouny krümmen sich, das eine gegen Westsüdwest, und das andere gegen Nordnordost. Alle V Vobi ynii G he Un c VMostble Ahen. Al aes Heol0 Winde der Runde H stlas ust duwsit in Mihe r Rmmmgfih Aale Herat uarn. Hme IWauf hm Mshseahr Wfehla Mhmahte mounphr Michn, u Rhster, d ugienf igt s +8 Htom d Etiseh I . dumery, nneeu len aber uih Schrekmn an hem Gebelhz staunten Vuh dlasten, denj einen Bauuff acht, daß st rügt; mn erde das E chen, und h. bis nach un m nicht in x m Thal. ö nden Besh einem Buy geht von E em Theil x egen Untel nge hinlo Däler gih H Chamoas schef, W n, di 10 my Frummh dab anden —— Reise von Servoz nach Prieurei, 1 93 Alle Gebirge, welche dieses Thal einfassen, gehören zu den ursprüglichen: doch findet man einen oder zwey Gypsbrüche und Kalkfelsen in der Tiefe des Thals zer— streut; auch einige Schieferbänke, die sich an den Fuß des Montblanc und die Gebirge von der Kette desselben anlehnen. Alle diese Steine vom zweyten Ursprunge (pierres secondaires) nehmen aber nur die Tiefe oder die Wände der Thäler ein, und dringen nicht bis in das Innere der Gebirge, deren Mittelpunkt sowohl als ihre Gipfel aus ursprünglichen Steinarten bestehen. Die westliche Hälfte dieses Thals, welches wir auf dem Wege nach DPrieure durchreisen, ist so reich an mannigfaltigen Gegenständen, daß, wenn wir sie jetzt alle betrachten wollten, sie uns zu lange aufhalten würden: deswegen will ich dem Leser nur das Merkwür⸗ digste auf dem Wege zum Fusse des Buet erzählen, den Berg selbst aber werden wir nachher besteigen, seinen Bau sowohl als den der von seinem Gipfel sichtbaren Berge betrachten, und darauf wieder in das Thal von Chamouny hinabsteigen; wir werden seine Gletscher untersuchen, und sehr umständlich den Gegenständen nachforschen, die der Aufmerksamkeit der Naturforscher am würdigsten sind. §. 5IZ. Nant de Nayin. Schiefer. Man kömmt eine starke halbe Meile vom Eingange in das Thal über einen tiefen Graben, den der Wald⸗ strom Nant de Nayin gemacht hat. Am Fusse des Berges zeigt sich ein großer Haufe von Trümmern, den dieser Strom durchgefressen hat, und über diesen Trüm⸗ mern Schieferbänke, die gegen den Korper eben dieses Berges angelegt sind selbst das Bette des Stroms ist II. Theil. N voll 194 Sechstes Kapitel. voll von mit Spath und Quarz gemengten Schiefer⸗ stücken. ö §. 513. Das Dorf Ouches. Sehr gesenkte Lagen von Schiefer. Eine halbe Viertelmeile jenseits dieses Grabens kommt man in das Dorf Ouches, welches eine von den drey Gemeinden des Thals von Chamouny ausmacht. Auch hier sieht man zur Rechten Schiefer in einer bey⸗ nahe senkrechten Lage gegen die primitiven Gebirge an⸗ gelehnt. Die Häuser dieses Dorfes sind mit solchem Schiefer gedeckt. 9. 514. Nant und Gletscher von Gria. Gletscher von Taconay. Einige Minuten von Ouches kömmt man aber⸗ mal über einen tiefen Graben, der durch den, von einem kleinen Gletscher herabkommenden Bach la Gria, den man rechts oben an eier Vertiefung des Gebirges hängend wahrnimmt, ausgehöhlt worden. Eine halbe Meile von dem vorigen kommt man üͤber ei⸗ nen andern Bach, der gleichfalls von einem Gletscher herabfließt, und von demselben den Namen Taconay erhalten hat. Seit dem Jahre 1760, da ich diesen Gletscher zum erstenmal sah, scheint er mir beträchtlich zugenommen zu haben. Nant und Diese zwey Gletscher steigen von den zwey Seiten eines hohen Berges herab, welchen man von Genf aus unten an dem Schnee des Montblanc siehet; er gleichet einem großen schwarzen Thore, ist oben in einen halben Vrind HL nuftte Hher Vn En Gel . Vemnisulde ult one yehe I1 Wyndest schr uh dosthe wumahn rnt N Rn ihn Etiur, WW DN8 M vt Ahuhenhse l, Rindn Alhite F Whu, udi Auubeuttn ah nsinnt s Wun gn 2 an dy ö hiberde bit RiheS — ißan — 8————...— merggenhj Resenkte Iy ts dieses G welches enen mounp alh hiefer in e tiden Ghh 8 sind nitf ia. M onay. kommt ny der durch d, nmenden B eiver Vuten ausgehöͤhl u kommt mus von einem l Mmen L 7⁰⁰ ö a 0 er mir hul den n min —* 0 I. HU ———.——2— Reise von Servoz nach Prieure'. 195 halben Zirkel geformt, und mit senkrechten Furchen ein⸗ geschnitten. §. 515. Nant und Gletscher von Buissons. Eine Viertelmeile von dem Bache Taconay gehet man auf einer hölzernen Brücke üer den Strom, wel⸗ cher von dem Gletscher von Buissons abfließt, und seinen Namen von eben diesem Gletscher führet. Die⸗ ser Strom ist viel beträchtlicher als die vorhergehenden; er rollet eine große Menge von Granitstücken mit sich fort, und rundet sie durch den Trieb seines Wassers ab, daher auch dasselbe von dem in Staub und Sand zer⸗ malmeten Granit eine weiße Farbe erhält. Nahe bey diesem Strom findet man Blocke von eben dieser Steinart, welche von der Höhe des Mont⸗ blanc heruntergerollt sind, und ihren Weg in die Tiefe durch das Thal dieses nämlichen Berges, welches sich ununterbrochen bis an den Gipfel dieses hohen Kolossen erstrecket, gefunden haben. Wenn man keine Zeit zu verlieren hätte, so könnte man sich nach der rechten Sei⸗ te wenden, und diesen Gletscher auf dem Wege nach Prieure'b etrachten, welches von da noch drey Vier⸗ telmeilen entfernet ist. Man würde zum wenigsten eine ganze Stunde gewinnen, die man mehr haben muß, wenn man von diesem letzten Dorfe aus dahin gehet. §. 516. Brücke über die Arve. Schöne Quellen. Ge⸗ birge von Hornstein. Eine halbe Stunde, ehe man zu Prieure' an— langt, verläßt man das linke Ufer der Arve, welchem N man 196 Sechstes Kapitel. man seit der Brücke Pelisier immer nachgegangen ist, und geht auf einer hölzernen Brücke über diesen Fluß. Man nähert sich alsdann den Felsen, welche das rechte Ufer der Arve einschließen, und sieht am Fusse derselben schöne Quellen entspringen, die denen gleichen, welche wir zwischen Clüse und Sallenche gesehen ha⸗ ben, und welche eben so der Auslauf eines auf dem Ber⸗ ge befindlichen Sees zu seyn scheinen. Derjenige, wel⸗ chen die Landeseinwohner für den aufnehmenden Behäl⸗ ter dieser Quellen halten, ist hinter dem höchsten Gi⸗ pfel des Berges Breven: er hat keinen sichtbaren Ab⸗ fluß, und empfängt doch Wasser von einer großen Ober⸗ fläche von Felsen. Die Grundlage des Berges, woraus diese Quellen hervorfließen, ist ein mit Glimmer und Quarz gemeng⸗ ter Hornstein; seine beynahe senkrechten Schichten sind öfters zerbrochen und von verschiedener Richtung. In⸗ zwischen scheint es doch, die allgemeine und ursprüngli⸗ che Richtung ihrer Flächen laufe mit der Richtung des Thals gleich, welche hier beynahe gegen Nordost gehet. §. 517. Prieure' im Chamounythal. Prieure'˖, welches den Hauptort in dem Tha⸗ le von Chamounp vorstellt, ein Flecken oder zum we⸗ nigsten ein sehr großes Dorf, liegt am Ufer der Arve, auf dem Abhange eines Hügels, der aus der Anhäu⸗ sung der Trümmern vom Mont Breven, welcher sich an der Hinterseite des Dorfes nordwestlich erhebt, ent⸗ standen ist. Bey einer andern Gelegenheit werde ich von den Bewohnern dieses Thals und seiner zu Alpen⸗ reisen fͤr Naturforscher bequemen Lage reden, und hier nur anführen, daß der häufige Besuch von Fremden zu Aufrichtung einiger Wirthshäuser ermuntert hat, wo man Rmdun fe Hufide Gaten el IHannter 00 und ihr 0 H. sustrt im gshit sh et im! uhst in ger 6 Whllg Ich frden Duch nahran M eder Erds aun gegeri Imferse, fi IR6 wittel Vir kun ic dasebbt. uir, um a u, und de Nsch vil! aunsin B Ischz hofen Mnachen ueld Rung un hse Bage Mir bih 6 Hamo Ish wuder ust Rase nahygnpn ö über disngi resn, wehj und sieht anz die denen gi lenche gshn kintsaufhw „. Derieni nehmendnd dem hocs einen sichthag reiner großgl voraus diet d und Quan hten Schihn ser Richtuß ine und usß t der Richin egen Moh nythal. ptort in d secken odet s am Ufer. r dus d reven Wl veslich Hh, Hegaet ud semner V 0gè rede, ihmem munnat* LI —.———ñ—72——227722—522—— IIIIIIIIII Reise von Servoz nach Prieure'ꝰ⸗ 197 man einen ziemlich guten Tisch und eine sehr reinliche Herberge findet. Ich kehre gewöhnlich bey der Frau Couteran ein, der Witwe eines Notarius, einer Frau von bekannter Rechtschaffenheit, die sehr gute Zimmier hat, und ihre Gäste wohl und um billigen Preis bewir⸗ thet. Hr. Charlet, ihr Tochtermann und der erste Magistrat im Thal, ein Mann von Kenntnissen, und sehr geschickt die Fremden von allem zu unterrichten, was hier im Lande ihre Aufmerksamkeit verdient, be⸗ wohnt ein geräumiges Gebäude, und giebt denjenigen das Nachtlager, welche bey Frau Couteran nicht Platz finden. Durch die ausgezogene Mittelproportion zwischen mehrern Messungen haben wir gefunden, daß die Hö— he der Erdfläche des Dorfes dem Hause der Frau Cou— teran gegenüber 337 Klaftern mehr beträgt als der Genfersee, folglich 524 Klaftern höher ist als die Flä⸗ che des mittelländischen Meeres. Wir kamen zu Mittage zu Prieure' an, spei⸗ seten daselbst, und giengen hernach noch vier Meilen weiter, um am Fuße des Buet das Nachtlager zu neh⸗ men, und den Tag darauf diesen Berg zu besteigen. Da sehr viel daran gelegen ist, zu dieser Bergbestei⸗ gung schön Wetter zu haben, so muß man, sobald sich dasselbe hoffen läßt, sich ohne Verzug dahin auf den Weg machen. Ich werde hier in der Beschreibung um so lieber der Orbnung unsrer Reise folgen, da der erhabene Gipfel dieses Berges uns zu allgemeinen Anmerkungen, wo⸗ von wir bey unserer Reise durch die verschiedenen Theile des Chamounythals umständlichere Berichte einsam— meln werden, Anlaß giebt. Da wir unterdessen auf dieser Reise verschiedene Gletscher werden zu sehen bekom⸗ N 3 men, ————————p— —7——2—— + 198 Siebentes Kapitel. men, und auf dem Gipfel des Buet noch eine größere Zahl derselben entdecken werden, so halte ich es für schick⸗ lich, in meiner Reisebeschreibung hier ein wenig stehen zu bleiben, um einige allgemeine Gedanken über die Na⸗ tur und Bildung der Gletscher anzubringen. IIIIIIIITITFTITTTITTITFTITTTTTRT Siebentes Kapitel. Von den Gletschern überhaupt. 8. 518. Unterschied zwischen Gletscher und Eisgruben (Glacier& Glaciere). J5 glaube, ich müsse, wie die Einwohner der Al⸗ pen, unter dem Namen Gletscher(Glacier) An⸗ häufungen von immerwährendem Eise begreifen, die in den Thälern und an den Abhängen hoher Berge in frey⸗ er zuft entstehen, und sich daselbst erhalten; der Name Eisgrube(Glaciere) aber wird, wie gewöhnlich, un⸗ terirdischen Höhlen gegeben, die sowohl von Natur als durch Kunst entstanden sind, und worin das Eis vor den Stralen der Sonne gesichert und aufbehalten wird. §. 519. Schriftsteller, welche von den Gletschern ge⸗ handelt haben. Das Grunerische Werk davon. Mehrere schweizerische Naturforscher und Erdbe⸗ schreiber haben über die Gletscher der Alpen geschrieben, wie, zum Beyspiel, Merian, Simler, Sottinger, Scheuchzer und andere. Niemand aber hat diesen Gegen⸗ 50 u‚f xsld Rn ndr Im n du 8. AWnlo 0 ml luthubn De reh et. nel, 0⁰ 1 U Fun de ner WIS M s Imm bode, f Wumt Wbün 4 * Hibinen Hastenn) n U Ini de! Wuhnrtz Mlt hu, u sche, 1.061 140 11 AHhn.) 0 M. Uberczn V ů X d z W V dun fn E mis Rt di Wursiche sc nyen Mt. 90 ih h 10 — roch eit 90 Ie ich 8 susz Wein waz 0 nen iberyj tinen. tel. gerhaupt und Lin ). inwohna her(Clen begreiftr oher Bglit jlten; de d i gevöhfst H1von M. vorin das dr aufbehalar Gleschen e Wathn schet iid 0 Ahen gh 10, W Von den Gletschern überhaupt. 199 Gegenstand aus führlicher und gründlicher behandelt als der sel. Landschreiber G. S. Gruner, in seinem Wer⸗ ke von drey Oetavbänden, welches im Jahre 1760 zu Bern unter dem Titel: Beschreibung der Eisge⸗ birge des Schweizerlandes herausgekommen ist. Hr. Reräglio hat uns im Jahre 1770 unter dem Ti⸗ tel: Histoire naturelle des Glaciert de Suisse zu Paris eine Uebersetzung davon in einem Quartbande geliefert. 290 Die zwey ersten Bände der Urschrift, welche mit den zwey ersten Abtheilungen der Uebersetzung überein⸗ kommen, geben umständliche Beschreibungen und Zeich⸗ nungen der merkwürdigsten Gletscher in der Schweiz und in Faucitzny. Die Beschreibungen, in so fern sie aus eigenen Beobachtungen des Verfassers hergenom⸗ men worden, sind sehr genau und umständlich; da es aber unmöglich war, daß derselbe eine so große Menge von Gebirgen selbst bereisete, so mußte er sich auch frem⸗ der Hülfe bedienen. Die Beschreibung, welche er von den Gletschern in Faucigny liefert, ist aus zwey Brie⸗ fen gezogen, welche im Jahr 1743 in die Monate May und Junius des Mercure helvétique eingerückt worden. Ich weiß nicht, wer Hrn. Gruner den Kupferstich mit⸗ getheilet hat, welcher diese Gletscher vorstellen sollte; gewiß ist es aber, daß sie keine Aehnlichkeit mit den⸗ selben haben. N 4 Der Diese Uebersetzung ist aber sehr schlecht, oft ungemein falsch, und zuweilen so beschaffen, daß man sich ganz ir⸗ rige Begriffe von den Gedanken des Verfassers macht. W. *⁷) Schon Bourrit machte dem sel. Sruner über die Unzu⸗ verlässigkeit dieser Gletscherabbildungen Vorwürfe, und dieser suchte sich dagegen zu vertheidigen, in den Beyträ⸗ gen zur Nat. Gesch. des Schweizerlandes St. I1. S. 5— 7. in einer Anmerkung.— Die Wahrheit fordert, daß auch ich hier bekenne, daß bey weitem nicht alle Abbil⸗ —————— 200 Siebentes Kapitel. Der dritte Band des Grunerischen Werks macht die dritte Abtheilung der französischen Uebersetzung aus, und enthält eine Abhandlung vom Ursprunge, der Na— tur und dem Unterschiede der Gletscher. Der berühm⸗ te Verfasser hat darin seinen Gegenstand erschöpft, in soweit als eine physikalische Materie der Erschöͤpfung fähig ist; und wenn auch ein Naturforscher vielleicht nicht in allen Stücken seiner Meinung seyn kann, so wird es doch schwer halten, im Allgemeinen von den ver⸗ schiedenen Erscheinungen, die sich an den Gletschern wahrnehmen lassen, bessre Erklärungen zu geben.) §. 520. Abbildungen, die wir in des sonst unermüdeten sel. Freun⸗ des Werken finden, getreu seyn. Die Gestalt der Glet— scher verändert sich zwar fast alle Jahre; aber die Lage und Gestält der dieselben umgebenden Berge ist doch nicht so großen Veränderungen unterworfen, dergleichen man nothwendig annehmen müßte, wenn man diese Abbildun—⸗ gen als ehmals mit der Natur genau übereinstimmend an⸗ nehmen wollte. W. ) Des sel. Hrn. Gruners Werk hat gewiß sehr große Ver— dienste, und soll billig als ein clässisches Buch angesehen werden. Er war der erste, der diesen so weitläuftigen Gegenstand in allen seinen Theilen betrachtete— denn Alt—⸗ manns Werk ist allzu schlecht, als daß man daraus großen Nutzen ziehen könnte.— Doch erlaubten die Umstände dem sel. Gruner nicht, viele Reisen durch Helvetien zu machen— er war genöthigt, sich meistens nur auf Nach⸗ richten andrer zu verlassen, die er aber mit erstaunlichem Fleiße und vielem Scharfsinn in Ordnung gebracht. Ganze Schocke von Bergen und sehr große Gletschermassen blie— ben ihm unterdessen noch unbekannt, und warten auf neuere Beobachter, deren Muth weder Mühe noch Gefahren scheuet, und vielleicht der Welt mit der Zeit interessante Nachrichten davon wird mittheilen können. W. D deu Jhte/ MChamo Aht, estt Hfben is. hen bekann 7 Dihe HGcgenst Iit grahem macte auch JZet, in pe he drite A Ihe de En hl Einschg bsumneh y Drey M öffentl Ussch ab, Alund de Rude Vaht IMe Hanken he hh, illei huneiisch hien! l. hen Nath, Ucbasthn runge, vi r. Di hyn sund elshogz e der Ershy urfotschr hů n sehn kin meinen vony an den G6 838——.— Hen zu ghn Hmmüdetn i ie Gestalt v ahre; abnr Berge ist N, dekglty man diese W ͤbeteinsinm: ewiß scht zu Hes Buceh sen so halth achtete— I man darnk ubten die It durch Kehl sstens nuras. tertaunlhe E Gletschemase; ndwannash Uhe uoch Gy h ii mmm. V. —— eeeeteteEeteetettt:t:t?:t:t:t:œ:?:?:?:'CJC⁊ůui D*F CCI Von den Gletschern überhaupt. 201 §. 520. Neuere Untersuchungen. Die deutsche Urschrift dieses Werks erschien in eben dem Jahre, worin ich zum erstenmal in die Gletscher von Chamouny reisete. Ich kannte es damals noch nicht, verstund auch die Sprache nicht, worin es ge⸗ schrieben ist, und die französische Uebersetzung davon er⸗ schien bekanntlich 10 Jahre später. Da ich also von den tiefen Untersuchungen über die⸗ sen Gegenstand noch nichts wußte, studierte ich ihn selbst mit großem Fleiß in den Jahren 17600 und 176A: machte auch mitten im März des Jahres 1764 zu einer Zeit, in welcher noch der Winter in den Alpen herrscht, eine dritte Reise in die Gletscher, um Beobachtungen über die Entstehung dieser Eislasten zu machen, und neue Einsichten in die Ursachen ihrer Bildung und Dau⸗ er sammeln zu können. Drey Monate nach meiner Zurückkunft las ich bey einer öffentlichen Promotion in unsrer Akademie einen Aufsatz ab, welcher eine kurze Beschreibung der Glet⸗ scher und die allgemeine Theorie ihrer Bildung enthielt. Da die Wahrnehmungen, die ich nachher an einer gros⸗ sen Menge von Gletschern gemacht habe, mich in den Gedanken bestärkten, die ich in jener Abhandlung vor⸗ trug, vielleicht auch nicht allen Lesern meines Werks die Grunerische Schrift bekannt ist, so will ich hier die allgemeinen Resultate aus meinen Beobachtungen ziehen. N 5§. 5ar. 202 Siebentes Kapitel. F. F2T. Allgemneiner Anblick der Alpen. Eintheilung der Gletscher. Wenn ein Beohachter sich so hoch über die Alpen erheben könnte, daß es ihm möglich wäre, die Alpen der Schweiz, Savoyens und des Delpbinats mit ei⸗ nem Blick zu Abersehen, so würde er wahrnehmen, daß diese Kette von Gebirgen durch zahlreiche Thäler durch⸗ schnitten wird, und aus mehreren gleichlaufenden Ge⸗ birgketten bestehet, davon die höchste in der Mitte ist, und idie andern nach Maßgabe ihrer Entfernung von derselben stufenweise abnehmen. Die höchste Kette, welche ich die Centralkette nenne, würde ihm mit steilen Felsen besetzt erscheinen, die allenthalben, wo ihre Seitenwände nicht ganz gerade abgeschnitten sind, auch im Sommer mit Schnee und Eis bekleidet stehen. Zu beyden Seiten dieser Kette aber würde er kiefe Thäler sehen, die mit schönem Grün geziert, durch zahlreiche Dörfer bevölkert und durch Flüs⸗ se gewässert werden. Bey noch genauerer Betrachtung würde er wahrnehmen, daß die Centralkette aus erha⸗ benen Spitzen und besondern Gebirgketten besteht, de⸗ ren Gipfel mit Schnee bedeckt sind; daß aber alle Ab⸗ hänge dieser Spitzen und Gebirgketten, zum wenigsten die, welche nicht außerordentlich jähe sind, eine Decke von Eis haben, und daß die Zwischenräume derselben hohe Thäler ausmachen, deren unermeßliche Eislasten bis zu den tiefen, bewohnten und am Rande der gros⸗ sen Kette befindlichen Thälern herabsteigen. An den andern Ketten, die der Hauptkette am nähe⸗ sten sind, wurde der Beobachter eben diese Erscheinun⸗ gen, aber mehr im Kleinen, wahrnehmen. Weiterhin würde er kein Eis mehr, nur hier und da etwas Schnee auf einigen beträchlichen Höhen zu sehen bekommen; die Berge Sulitde Ml! Mhmete asinen der! Msben ver De al⸗ lnterschi unt woche Wsihhn chne Deehen schosen, v Wu dln Se sud. Dennd dun dehnen Hlcher de emein i De Ge dundederhy Lisdch Has. Y ushere M. hn Male! Men hihen Lesta lisen G. N Kachern acuug . Luthahz h über del wäre, die 'elphingtzr wahrnehnt uche Bülrv eichlauferdyn in der M Catfernuz die Centrt n beseht eit nicht gang er mit Sh eiten diest mit schonn Krt und dut werer Beht tralkette au ketten bisth daß aber l n, zun d sud, u! Henrähme weßlihe d u Rude d teigen. Nuptkett dl⸗ 1 RestEchs Hen W 6⁰ da ethas ubtomm, VV Von den Gletschern überhaupt. 203 Berge würden vor seinen Augen, je niedriger sie wer⸗ den, immer mehr ihren rauhen Anblick verlieren, eine angenehmere und rundere Form annehmen, sich mit ei⸗ nem grünen Teppich bekleidet darstellen, und endlich am Anfang der Ebenen gleichsam auslöschen und sich mit denselben vermischen. Diese allgemeine Uebersicht macht uns mit zwey deut⸗ lich unterschiedenen Gattungen von Gletschern bekannt, unter welche sich auch die zahlreichsten Abänderungen derselben ohne Mühe bringen lassen. Die einen sind in mehr oder minder tiefe Thäler ein⸗ geschlossen, welche, obschon selbst sehr hoch, dennoch von allen Seiten mit noch höhern Gebirgen umgeben sind. Die andern sind nicht in Thäler eingeschlossen, son⸗ dern dehnen sich auf den Halden der hohen Gipfel aus. F. 522. Gletscher der ersten Classe. Dieselben finden sich insgemein in den queerdurchgehenden Thälern. Die Gletscher der ersten Classe, nämlich die im Grunde der hohen Thäler eingeschlossenen, machen sowohl ihrer Ausdehnung als Tiefe nach die beträchtlichere Gat⸗ tung aus. Man sieht solche in den Alpen, deren Län⸗ ge mehrere Meilen beträgt. Der Gletscher des Bois in dem Thale Chamouny ist ununterbrochen beynahe fünf Meilen lang; seine Breite ist veränderlich, gegen die Höhe zu aber beträgt sie mehr als eine Meile. Es ist auch eine ziemlich gemeine Meinung, daß die meisten Gletscher eine Verbindung unter sich haben, und die hohen Thäler in einer mit den der Länge nach laufenden Alpenthälern gleichen Richtung ausfüllen. Es giebt aber meines Wissens keinen Gletscher, der in die⸗ ser Richtung auf mehrere Meilen weit hinläuft, ausge⸗ nom⸗ 204 Siebentes Kapitel. nommen der große Gletscher in dem Thal von Bagnes, welchen Hr. Bourrit zum erstenmal im Jahr 1778 be⸗ sucht hat, und den ich noch nicht gesehen habe. Sie sind fast alle in Thälern eingeschlossen, die ih⸗ rer Richtung nach in die Queer auslaufen(Vallées transversales), sieigen in die niedrigen der Länge nach hingezogenen Thäler(Vallées longitudinales) hinab, und endigen sich an der Höhe der Berge in großen zu⸗ geschlossenen Tiefen, welche mit unübersteiglichen Felsen umschlossen sind. Man sieht inzwischen doch auch von dieser Art von Gletschern einige, deren Ende nicht von dieser Beschaffenheit ist. So läuft, zum Beyspiel, der Gletscher auf dem Griesberge, welchen ich im Jahr 1777 auf meinen Reisen besucht habe, auf beyde Sei⸗ ten der hohen Alpenkette hinab; und sein höchster Theil, welcher eine kleine Ebene von Eis ausmacht, dienet zu ei⸗ ner Gränzscheidung zwischen Wällis und Piemont. §. 523. Dicke des Eises. Spalten in den Gletschern. Die Dicke oder Tiefe dieses nach und nach zu so großen Massen angewachsenen Eises ist so verschieden, als die Stellen verschieden sind, auf denen sich dasselbe befindet. Ich habe dasselbe in dem schon mehrmals er⸗ wähnten Gletscher des Bois im Thal Chamouny ge⸗ meinigllch von achzig bis hundert Schuhen gefunden; es ist aber leicht zu begreifen, daß da, wo sich große Höhlen oder Vertiefungen befinden, diese Dicke noch viel beträchtlicher seyn müsse. Man sagt, man hätte Massen von Eis angetroffen, welche mehr als hundert Klaftern dick seyn; und dies ist mir nicht schwer zu glauben, ob ich gleich selbst keine dergleichen gesehen habe. Diese 2909 H Rssdern Riil cle, de i, vel Hund, vo affüthen Iflige Dihe dürchdend ghoben ue von wunden suszen durt De M sugn nirge sschen hobe n Delkd segtoße 2 Uen dut o sebst Rbikder ko Hnd ib Ildem N nihm den shingli chn, ur schen. Per al erigf luch die ihsd V . Tel boh 0 lin 1 chen hoh. 00 Hlese. d. 0 auelaufen(/ gen der dͤg Vtudingts) erge in 17 bersteigichn hen doch ah den Endent zum Bapii delchen ich ij be, auf bad stin höchsh! Smacht, den is und Pin den Gersh ach und nah. ist so denen sch x schon mohme alChamum ch uhen gan f da, v˙ sch diese Ou sagk, Rl niht aen iir nich dugahagl — —————.——— D 57575759...2H—— Von den Gletschern überhaupt. 205 Diese großen Eisthäler haben gemeiniglich einen mehr oder minder abhängigen Grund: allenthalben, wo derselbe steil ist, theilt sich das Eis in große Queerab⸗ schnitte, die durch große Spalten von einander getrenyt sind, weil ihre Schwere sie fortreißt und der unebene Grund, worauf sie ruhen, sie nicht allenthalben gleich unterstützen kann. §. 724. Zufällige Gestalten der Eismassen. Ebenen von Tis. Diese so zertheilten Eisfelsen, welche einigemal selbst durch den Druck derer, die nach ihnen folgen, in die Höhe gehoben werden, zeigen große und schöne Gegenstände von wunderlichen Gestalten, Pyramiden, Thürmen, großen durchlöcherten Kämmen, u. d. gl. Die Neugierigen, welche diese sonderbaren Anhäu⸗ fungen nirgends als am Fusse des Gletschers Buissons gesehen haben, glauben, diese Erscheinung sey dem un⸗ tern Theile der Gletscher eigen; diejenigen aber, welche eine große Menge von Eisthälern bis an ihre höchsten Enden durchwandert haben, wissen, daß diese Erschei⸗ nung, selbst in der Höhe dieser Thäler, an solchen Stel⸗ len wieder kommt, wo die Neigung des Bodens 30 oder 40 Grad übertrifft. Diese zackichten Gletscher sind oft selbst dem Naturkundigen zur Hinderniß, und versper⸗ ren ihm den Weg, weil sie an dergleichen Oertern ganz unzugänglich sind. Man kann nirgends über dieselben gehen, und um so viel weniger auch auf ihren Abhang klettern. Aber allenthalben, wo der Grund horizontal, oder zum wenigsten in einem sanften Abhange geneigt ist, ist auch die Fläche des Eises ohngefähr gleich; die Spal⸗ ten sind daselbst sehr selten, und meistens ziemlich schmal. Die⸗ 206 Siebentes Kapitel. Diese Theile der Gletscher bieten dem Reisenden einen sichern und leichten Weg dar; man könnte zu Pferde, ja auch selbst in der Kutsche über dieselben reisen, wenn es hier Wege gäbe, um ein Fuhrwerk auf diese Höhen zu führen. §. 725. Ihre Fläche ist nicht schlüpfrig. Ihre Sub⸗ stanz ist löcherig. Die Fläche des Eises ist nirgends schlüpfrig, wie das Eis in den Gräben und eingefrornen Seen; man könnte auf demselben keinen Gebrauch von Schlittschuhen machen; seine Oberfläche ist vielmehr rauh und körnicht, so daß man sich nur dann in Gefahr setzt auszuglitschen, wenn diese Fläche einen sehr jähen Abhang erhält. Die Substanz des Eises selbst ist sehr löcherig; man sieht nirgends weder große durchsichtige und von Was⸗ serblasen befreyte Stücke davon, noch andre, die gros⸗ se Blasen enthalten, dergleichen in dem gemeinen Eise Sede angetroffen werden; man hat Mühe, sol⸗ che zu finden, deren Größe eine Erbse übertrifft; oft sind diese Blasen verlängert, ihre Gestalten ungleich und verzogen, jenen ähnlich, welche das zerschmolzene Bley an sich nimmt, wenn es im Wasser Kebinhnt Die Theile dieses Eises haben nicht viel Zusammenhang un⸗ ter sich; oft war ich genöthigt, in dichte Eismauern Treppen einzuhauen, habe dasselbe aber niemals so hart gefunden, wie das gemeine Eis; und es ist sehr natür⸗ lich, daß diese große Menge von Löchern und Blasen es weniger dicht lassen. Es ist eben so wenig, wie man es vermeint hat, schwerer zu schmelzen als das gemei⸗ ne Eis. §. 526. Ile de Mlle duch d uh ufei fiherden L le auf nite Ei is ihe duch! socch sin ummflt. Wastt get Hollammen sch in n , nicht g dterige Gcfrite Rchen die Wiklich iun mit Impid!! Rök kliie Ise bedun N, wenne . sest, uf lutg bl Wim A V Hhn ———IJIJIJ—!/...f— B———‚—‚ ‚ FF—:—TCTJ—ͤ'... . Von den Gletschern überhaupt. 207 MWisin 6§. 526. önnte zu Mr,——— Nätnn Dieses Eis ist das Product von sehr wässerigem * 0 fr ce. ihmeke gefrornen Schn ö Alle diese Eigenschaften des Eises, welches die ho⸗ hen Thäler der Alpen anfüllet, beweisen, daß es we⸗ der durch das Gefrieren großer Wasserbehälter, noch ig. Ins durch aufeinander folgende, allmälige Anlegungen ge— 33 frierenden Wassers, wie die Eiszapfen, erzeugt worden. Alles auf die eine, oder die andre dieser Weisen for⸗ ds schliyfih, mirte Eis ist durchsichtig, dicht, und wenn es schon ei— tornen Siun nige durch Löcher trübgemachte Zwischenräume hat, so von Schiht ist doch seine Substanz nicht auf gleiche Weise damit rauh unpf angefült. Nur das durch das Gefrieren eines mit seht usht Wasser getränkten Schnees gebildete Eis ist dem unsern hang ehit vollkommen ähnlich. Da das Wasser die Luft, welche schrlahenz. sich in den Zwischenräumen der Schneetheilchen befin⸗ ige und un det, nicht gänzlich vertreiben kann, so bildet diese Luft, Handte,L mit derjenigen vereinigt, welche sich in dem Augenblick en eme des Gefrierens loswickelt, die zahlreichen Blasen, mit 0110 welchen dieses Eis angefüllet ist. Es ist leicht, sich von se bedhs der Wirklichkeit dieser Beobachtung zu überzeugen„wenn Guln 0 man mit Fleiß naßgemachten Schnee gefrieren läßt. Man wird die große Anzahl und die ungleichen Gestal⸗ ten der kleinen Blasen, welche die Durchsichtigkeit des Eises verdunkeln werden, mit Verwunderung entdecken, und, wenn man nachgehends das Eis von unsern Glet— schen sieht, wegen seiner Aehnlichkeit mit diesem durch Kunst nachgemachten Eis in Erstaunen gesetzt werden. 2 dis zeshtt assr gerimt! usammerhug dichte Eunn ber nienaEfts 65 30 Ich halte diese Beobachtung für sehr wichtig, weil sie n u 0 mir im Jahr 1764 die Auflösung rdes Problems von ni ber Bildung der Gletscher gegeben hat. en dls die 208 Siebentes Kapitel. 9. 327. Ursprung der Gletscher. Es ist augenscheinlich, daß sich eine unermeßliche Menge Schnee in dem Grund der hohen Alpenthäler häufen muß: nicht nur, weil während neun Monaten des Jahrs alles Wasser, welches in den untern Gegen⸗ den der Atmosphäre als Regen hinabfällt, in den ho⸗ hen Thälern stets in Schnee verwandelt wird; sondern auch, weil die jähen Abhänge der Berge, welche die⸗ selben umringen, alles, was sie empfangen, in den Schoos dieser Thäler ausschütten: denn da die unbe— deckten und schroffen Felsen den Schnee, welcher sich auf ihren Halden zusammenhäuft, nicht erhalten kön⸗ nen, so glitscht er hinab, und bildet die erschrecklichen Schneelauwinen, von welchen wir anderswo reden werden. Der durch diese zwey Ursachen in dem Grunde der hohen Thäler aufgehäufte Schnee, welcher durch sein Herabfallen und den Druck seiner Schwere dichter zu⸗ sammengepreßt wird, bleibt da fast ohne eine Verände⸗ rung, bis die Hitze der Sonne und die warmen Winde des Sommers die diesen hohen Gegenden natürliche Käl⸗ te mäßigen, und einen Theil dieses Schnees auflösen. Ich sage einen Theil: denn da die Schneelauwinen, welche in die niedrigern Thäler herabfallen, die sonst warm genug sind, um angebauet zu werden, oft kaum während dem ganzen Sommer wegschmelzen, so kann man sich wohl vorstellen, daß dergleichen Schneemas⸗ sen, welche in die hohen, unbewohnten, und wegen der daselbst herrschenden Kälte ungebauten Thäler fal⸗ len, daselbst niemals gänzlich zerschmelzen können. Es bleiben also in diesen Thälern selbst bis ans Ende des Sommers große Lasten von Schnee, welche die Hitze gar nicht hat auflösen können; und eben dieser Schnee ẽt 2 s uh h Mhhegefri Wüs Gl 0 hab Ihrehaul 3 Waser, W, dos all Iuten ger duh eilen h an Vesn nungett iy Ceisth labwinen in chsleen ku s San Lusge der MWandest z We ande Glets Die E sist peef Menigichs uudun, de Wle,) „ elche! Hlann den V thin de Hr Boa Mletsche Hrpise in IChel ———————.——— ** =ee. Von den Gletschern überhaupt. 209 ist es, welcher, nachdem er durch Regen vasser und zer⸗ scher. schmolzaen Schnee getränkt worden, während dem ö Winter gefriert, und das durchlöcherte Eis bildet, aus Hne Muamns dem diese Gletscher zusammengesetzt sind. ohen Npan Ich habe oft am Ende des Sommers dergleichen 0 mun 5 Schneehaufen gesehen, welche durch ihr Gewicht und den untern gj 5 das Wasser, das sie eingesogen, dichter gemacht wor⸗ abfält, R den, das alte Eis bedeckt, wie dasselbe breite und tiefe delt wird; Spalten geworfen haben, und sich durch nichts als derge, wih durch einen höhern Grad von Undurchsichtigkeit und lo⸗ mpfangen, ckerm Wesen, welches aber die Kälte des Winters nicht denn da di ermaagelt ihnen zu benehmen, unterscheiden. hnee, wetz Es ist eine in den Alpen sehr gemeine Sache, Schnee⸗ nicht ethat⸗ lauwinen in Gründen zu sehen, wo das Wasser nicht die erschtt. abfließen kann, und wo dieselben nachdem sie der Hi⸗ ir andersui. tze des Sommers widerstanden, nach der allgemeinen Aussage der Thalbewohner, den Winter durch in Eis u dem Geud verwändelt werden. welcher dn ö Schwere diy§. 328. hne eine d Eine andere Meinung über die Bildung der die varmen! Gletscher. Widerlegung derselben. Wmnoürd Diese Erklärung von der Bildung der Gletscher 1.iri scheint so einfach und so natürlich, daß einem keine an⸗ Whn, dere möglich scheinen sollte. Man wird sich also sehr ver⸗ Wi K wundern, daß ein neuer Autor(siehe das Journal de werden, M ö Physique, May 1779.) eine Meinung vorgetragen hmeyn. 5 hat, welche dieser ersteren schnurstraks entgegengesetzt ist. eichen Sh Er glaubt, die Gletscher formiren sich nicht wäh⸗ nten, aut rend dem Winter, sondern den Soinmer hindurch, und Hauken Rh selbst in der größten Hitze. Dieser übrigens sehr ge⸗ en Enmt schickte Beobachter hat in der Höhe eines der Chamou⸗ bis alo 6l nyglerscher einige Eisschichten gesehen, welche zu ͤlli⸗ „vache gerweise in der Folge einiger kühlen Rächte gebildet wor⸗ hen dise 7 II. Cheil. O ö den, rtioummumunere ———338. nnin SIS Siebentes Kapitel. den, und sogleich daraus geschlossen, daß alle diese un⸗ geheure Eishaufen in den Sommernächten durch das Gefrieren des während dem Tage geschmolznen Schnees hervorgebracht worden. Es ist wohl wahr, daß es in den hellen Sommer⸗ nächten auf diesen erhabenen Gegenden gefriert; aber, einige sehr sonderbar gelegene Oerter, oder einige Näch⸗ te von außerordentlicher Kälte ausgenommen, übertrifft das, was selbst auf dem höchsten Punet der Gletscher durch die Hitze der Sonnenstralen geschmolzen wird, dasjenige weit, was die Nacht hindurch gefrieren mag. Ich habe so viele Nächte am Fuß und selbst am Rande der Gletscher zugebracht, ich habe sie so oft vor Auf⸗ gang der Sonne besucht, daß ich wohl habe beobachten konnen, was die Wirkung der nächtlichen Kälte über sie vermöge. Kam ich mit anbrechendem Tage auf die Gletscher, so fand ich dünne Eisschichten, welche auf der Flöche der Wasserbehälter gebildet worden, die man häufig in den Spalten der Eisthäler antrifft: aber nie⸗ mals hatte dieses Eis mehr als die Dicke eines Fingers, und folglich war das Gefrieren weit entfernt, bis in den Grund der Spalten zu gelangen, oder sogar ganze Eis⸗ schollen mit einander zu verbinden, wie dieser Autor sagt; dieses Eis war überdem hell, durchsichtig, von Blasen befreyt, durchaus von dem Eis des Gletschers selbst un⸗ terschieden; und die Hitze der Sonne des darauf folgen⸗ den Tages schmelzte völlig nicht allein dieses neue Eis, sondern auch noch eine Menge vom alten wieder weg. Das Wasser von zerschmolznem Schnee, welches uber die Eisebenen, die man auf der Höhe der großen Gletscher findet, hinfließt, gräbt, anstatt es zu ver⸗ mehren, im Gegentheil auf diesen nämlichen Gletschern tiefe Rinnen und Gräben aus, und bildet mitten in die⸗ sen großen Eisthälern jene durchsichtigen Canäle, wel⸗ che mit einem frischen, hellen Wasser angefüllt sind,* en üh + todde WIIht, V Indunk shetden Ammnt het hm Ta und den! suhlde E fder Mk Hchhehmen Weln künen , Wit si Wesche unem sheinen wůr o nict zu Mi ettet Wrin Wirtn dchigcherder IIDhm Wi Siht mu Werhaufe Unt das hingn Whf Astehei ch den Ad woche 0 hichg Ischen Da Hufdr; Whindut⸗ 0 abe d Mobret mushat; uf il, , df le r enichten drh eschnohnenet en hilen Eiz nden gefinn. „ oder enih enommen, ij Punctdegh geschmohn: urch grfimn n selbst ad sesocfn vohl hibe hen hlichen Kihl endem Zunet hichten, V det worden, antrist: Dicke ente tenfernt, H der sogar gn vediest dus schig, vnd Glescherssth e des dorusth ein dieses nu alten wiederg u Schue, r Hohe deg Rausiat G amiche Gilt Hidet miem n Eili Rgftl 0 06 ..“c— Von den Gletschern überhaupt. 211 sen Kälte seiner Lauterkeit gleich kommt, und welches so geschwind dem ermüdeten Naturkündiger die Kräfte wie⸗ der ersetzt, wenn er sich an den Gestaden derselben durch einen Trunk labet. Ueberdem schmelzen die warmen Winde, welche im Sommer herrschen, während der Nacht sowohl als wäh⸗ rend dem Tage, selbst auf den erhabensten Gipfeln, das Eis und den Schnee, so daß durch alle diese Ursachen sowohl die Eis-als Schneelasten in dem ganzen Um⸗ fange der Alpen während der schönen Jahrszeit ansehn⸗ lich abnehmen.) Kurz, man hat bey Menschenge⸗ denken keinen Gletscher mitten im Sommer entstehen ge⸗ sehen, wie sich dies, zufolge der angeführten Meinung, welche einem Einwohner der Alpen gewiß sehr seltsam scheinen würde, zutragen müßte. Ich sage nicht, daß man nicht zuweilen neue Gletscher entstehen sieht, wo⸗ von wir weiter unten reden werden; dies geschieht aber nur im Winter durch das Gefrieren des während dem vorhergehenden Winter gefallenen und in dem Som— mer vom Wasser getränkten Schnees. Sieht man auf den Gletschern ein wenig beträchtli⸗ che Eishaufen, an welchen man Schichten unterscheidet, so kommt das entweder von den Schneeschichten„wel⸗ che von einem Jahr zum andern nach und nach sind zu⸗ sammengehäuft worden, oder von einigen Quellen, O 2 wel⸗ ) Es ist eine in den Alpen sehr gemeine Erscheinung, daß die von den Gletschern abfließenden Bäche und Flüße am Abend nach einem warmen Tage siets beträchtlich größer und reicher an Wasser sind, als sie am Morgen eben⸗ desselben Tages gewesen. Die Wirkung der Sonnenstra⸗ len auf den ganzen Umfang des Gletschers schmelzet den Tag hindurch eine erstaunliche Menge von Eis weg; so⸗ bald aber die Sonne untergegangen und diese Wirkung aufhöret, muß nothwendig auch das abfließende Wasser vermindert werden. Ich habe hiervon sehr starke Beyspie⸗ le auf verschiedenen helvetischen Alpen gesehen. W. ————— +—— 212 Siebentes Kapitel. welche während dem Winter aus dem Innern der Ber⸗ ge entspringen, oder unter dicken Eislagen hervorfließen, und dann an der freyen Luft nach und nach gefrieren, wie man das selbst in den Ebenen sieht. Aber dieses Eis unterscheidet sich immer durch seine Festigkeit und dichtes Wesen(§. 525 und 526.) von dem übrigen Eis der Gletscher. Die Wirkungen dieser Ursache sind uberdem auch sehr eingeschränkt; und da sie niemals als während dem Winter wirket, so hat sie auch nichts gemeinschaft⸗ liches mit der angenommenen Meinung, welche ich hier untersucht habe. 5. 3529. Gletscher von der zweyten Art. Ihr Eis ist gemeiniglich poröser. Die Gletscher von der zweyten Art, welche nicht in den Thälern eingeschlossen, sondern über den Abhang der hohen Spitzen ausgebreitet sind, haben ohngefähr den nämlichen Ursprung. Oft ist ihre erste Ursache ei⸗ ne Schneelauwine, welche auf Felsen und den am Fuße eines abhängigen Felsen aufgehäuften Trümmern ist auf⸗ gehalten worden. Ein andermal häufet sich der Schnee selbst, so wie er vom Himmel fällt, mit der Länge der Zeit an, weil der Abhang des Berges nicht jäh genug ist, um ihn unter der Gestalt der Schneelauwine her⸗ abglitschen zu lassen. Dieser Schnee, wie jener, welcher die Gletscher von der ersten Art bildet, schmilzt zum Theil während der Hitze des Sommers; das davon abfliessende Wasser durchdringet und tränket den untenher liegenden, wel⸗ cher nicht Zeit zu zeeschmelzen gehabt hat, und die Käl⸗ te des Winters, da sie ihn in diesem Stande überra⸗ schet, verwandelt ihn in Eis. Aber W Ws V shdeder 66. dj det ut, und ht ud 5 de El VHsh der Muen de Mhung dn Shhte Hahes ehen Hlen Al, IRlab, a Wstbau 0 sihen, het, Vemn ihiiz b sahtbe, shashiede Hgcht de an er esede umder hn, diß R neh lnmnt, humg p::——“ tl. Von den Gletschern überhaupvt. 213 m Irnemiyd Sahmhenngt Aber auf den Gletschern dieser Gattung, wo das drahgftn Wasser, welches den Schnee erweichet, und die Ursa⸗ I. Wer che seiner Berwandlung in Eis ist, nicht wie in dem Fesigeun Grunde der Thäler zurückgehalten wird, ereignet es sich oft, daß der Schnee nicht vollkommen vom Wasser ge⸗ tränkt, und also das Eis, welches daraus entsteht, noch löchriger und weniger zusammenhängend wird, als das m ibtiyn Ursache srdiz N aehn Eis der Gletscher der ersten Gattung. Man fin⸗ dün det selbst dergleichen, das einen so geringen Zusammen⸗ hang hat, daß man zweifeln kann, ob man ihm den Namen des Eises, oder den Namen des Schnees ge⸗ ben solle. Nur an dem niedrigsten Theile dieser Gletscher, wo lrt. Ir! der Abhang des Berges genug Wasser hinführt, um öser. den Schnee vollkommen zu tränken, findet man Eis, ö welches eben so dicht ist, als das in den Gletschern der t, witl ersten Art. Die Festigkeit des Eises nimmt stufenweise müber a! so viel ab, als man auf der Höhe weiter herab kömmt; , habn 6 und selbst auf den Spitzen, zum wenigsten, wenn sie ihre erste M frey stehen, findet man niemals etwas anders als en und dang Schnee. n Tumman Wenn noch ein Zweifel über den Ursprung der Glet⸗ Aufetschdoe scher übrig bleiben könnte, so würde dieses stufenweise nit delh Steigen von dem eigentlich sogenannten Schnee zu dem 25 nicht f wahren Eise jenen Ursprung, welchen ich ihm beyge⸗ Schnetlalge messen habe, vollends beweisen. Denn folgt man die⸗ sen verschiedenen Nüancen nach, so sieht man deutlich, Her HeG daß allzeit der Schnee die Grundlage dieses Eises bil⸗ Dl misth det; man erkennet in dem dichtesten, wie in dem locker⸗ ablisa sten Eise die nämliche Structur, auch Blasen und L⸗ Her Hagndal cher von der nämlichen Gestalt, und kann sich also über⸗ üht, 0 zeugen, daß ihre mehrere oder wenigere Dichtigkeit nur sn Sl von der mehr oder weniger großen Menge des Wassers herkommt, welches dasselbe während seines Gefrierens durchdrungen hatte. 9 3§. 530. ——————. eeeeeeeeeeee————— 214 Siebentes Kapitel. §. 530. Die freystehenden Gipfel sind blos mit Schnee bedeckt. Ich habe weiter oben gesagt, daß man auf den Gi⸗ pfeln der freystehenden Berge niemals etwas anders als Schnee finde; unterdessen glauben einige Naturkündiger, die Berge, welche sehr erhaben sind, zum Beyspiel, der Montblanc, seyn mit bloßem Eise bedeckt. Ein dop⸗ pelter betrügerischer Schein ist Ursache dieses Irrthums gewesen. Wenn man den Montblane von der Ebene, oder von dem Gipfel des Mont⸗Breven, mit Ferngläsern betrachtet, so sieht man die Flächen desselben so glän⸗ zend, als wenn sie aus glattem Eise beständen. Die⸗ ser glänzende Teppich ist aber nichts anders als eine durch den Schnee hervorgebrachte dünne Rinde, welche die Strahlen der Sonne oder ein warmer Wind auf der Fläche erweicht haben, und welche in der Folge wieder gefroren ist. Ich habe wohl hundertmal die hohen Gi⸗ pfel mit diesen harten und glänzenden Rinden bedeckt gefunden; sie machen oft selbst den Weg gefährlich, der sonst, wenn der Schnee weich ist, mit Sicherheit und ohne große Mühe gebraucht werden kann. Ich habe selbst den Gipfel des Buet wie ein glattes Eis von Genf aus glänzen gesehen, und zwar durch die nämli⸗ che Ursache: denn es ist ganz gewiß, daß der Gipfel dieses Berges mit nichts anderm als mit Schnee be⸗ deckt ist. Ein anderer Anschein, welcher zu glauben Anlaß gegeben hat, daß der Gipfel des Montblanc mit Eis bedeckt wäre, ist, daß die Ferngläser dort breite und tiefe Spalten, welche jenen ähnlich sind, die die wah⸗ ren Gletscher abtheilen, anzeigen. Aber ich habe schon (. 527.) gesagt, daß der Schnee sich, indem 10 bu fel Hf 0 D0 Ihen ne Ma l; me Iude MIl Mahe und Ist Siit hien, un Rdschto —6 Docg in deie x bedelt is. Fernglast, nicht au ifoene Iut. Da Durchse ust dls de sit von du Iglicher ht Gees Rn Had I Dhes im poschen eh, kinen D gniß herhah Hethet) OMn shshen ban Rf Hadn Astzm l. sind bbo s . aß man aufy als etwaß u nige Muunfh „Jun Bashi se hikt, che diez y don der Ein en/ mit zen desse ben j se bestandm. anders alzen Rinde, u mer Wind in der Fohy: tmal die sy den Rinden Wez gefähtt wit Sicherh u konn. Y in gaatts E. ar durch N 5„ du N 15 uit Shl glaln! Tontblanen sser dithud⸗ snd, de R Nerih Hl IM sch/ m ———— Von den Gletschern überhauvt. 215 senket, spaltet oder zertheilet, und eben so wohl, ja ohne Zweifel noch leichter Ritzen annimmt, als das Eis selbst. Betrachtet man den Montblanc nur von der nördlichen Seite, so kann man von der Natur der ge— frornen Materien, welche ihn bedecken, nicht wohl ur— theilen; man muß ihn aber von der südlichen Seite, von der Alleeblanche, von dem Gletscher Ruize de Miage und von der Höhe des Cramont sehen. Von dieser Seite ist er ganz an seinem Gipfel gerade abge⸗ schnitten, und zeigt unter demselben über den unbedeck⸗ ten und schroffen Felsen, welche an diesem südlichen Thei— le des Berges stehen, senkrechte Durchschnitte der ober⸗ sten Decke von Schnee, mit welcher dieser Gipfel selbst bedeckt ist. Geübte Augen erkennen ohne Hülfe der Ferngläser, daß dieser oberste Theil aus Schnee, und gar nicht aus Eise besteht, oder daß zum wenigsten die— ses Gefrorne vielmehr dem Schnee als dem Eise nahe kommt. Das matte Weiß dieser Abschnitte, ihre we⸗ nige Durchsichtigkeit, ihr ebnerer und gleicherer Durch— schnitt als der vom Eis, stellen sie so vor, daß man sie leicht von dem letztern unterscheiden kann. Und da man zu gleicher Zeit, und fast in der nämlichen Entfernung, wahre Gletscher sieht, welche in den engen Gräben und auf den Halden am Fuße der steilen Felsen dieses näm⸗ lichen Berges liegen, so läßt die Vergleichung, welche man zwischen diesem Eis und diesem Schnee machen kann, keinen Zweifel über ihren Unterschied mehr übrig. Vernünftige Ueberlegungen bestätigen auch hierin das Zeugniß der Augen: denn es ist unmöglich, daß in einer so erhabenen, und folglich sehr kälten Gegend so viel Schnee zerschmelzen könne, welcher hinreichend wä⸗ re, den ganzen ubrigen Haufen desselben, der hier nicht schmelzen kann, durch sein Wasser zu tränken. Nur in einer gewissen Entfernung von dem Gipfel kann sich Wasser genug sammeln, um die kleinen Theilchen des — 4 Schnees 216 Siebentes Kapitel. Schnees zu binden, und ihm eine solche Consistenz zu geben, welche dem Eise gleich kommt. Mit einem Wort, wenn diese Beobachtungen und Gründe durch ein Ansehen bestärigt u werden nöthig ha⸗ ben, so will ich den Herrn Gruner anführen.„Auf den hohen Bergen sagt er,„und auf ihren mit „Schnee bedeckten Gipfeln findet man niema s ein ei⸗ »gentlich sogenanntes Eis, sondern nur alten und hart »gewordenen Schnee(Siehe Description des Gla- ciers de la Suisse, p. 314.70 5.331. Ursachen, welche dem Wachsthum der Glet⸗ scher Gränzen setzen. Die Sitze des Sommers. Die Ausdünstung. Nach allem, was nun von der Bildung der Glet⸗ scher gesagt worden, möchte man in Versuchung gera⸗ then, zu glauben, dieser Schnee, der sich immer auf einander häufet, im Sommer sich nie so stark vermin⸗ dert, als er im Winter wieder vermehret wird, und sich stets i in noch sesteres und dauerhafteres Eis verwandelt, müsse, und zwar sehr geschwind, sowohl in Absicht auf seine Dicke als Ausdehnung anwachsen. Glücklicher⸗ weise ) Der Herr von Bäller sagt folgendes von der Decke der hohen Alpen:„Der größte Theil der Alpen scheint mit Schnee bedeckt zu seyn. der an vielen Orten unver gänglich ist. Es ist aber nicht alles wirklicher Schnee, was Schnee zu seyn scheinet. Ein IIe Eis deckt, wie ein Panzer, die abhängenden Gipfel der Alpen: erst auf Wat Eise liegt der Schnee.“(Vallers kleine Schriften Th. 3. S. 127.) Dieses Eis ist aber aus dem Schnee maßand n, und zwär so, wie es unser Verfasser oben erklärt hat.— Auch meine auf vielen Alpenspizen angestellten Beobach⸗ tungen haben mich von der Wahrheit dieser Sache über⸗ zeugt. W. gunl Uldd füh in siht Ieh Ki Ile. Yler d hlchen den, u ih woch bitwickeh Glascher: Ene v lde, wel ungsten g Kde Eil Rsen Hchein ste Unsete apderr sio, inen Hi einer die(8 16 In snlie hungme si 96 10 06 H kel Von den Gletschern überhauyt. 217 acht Essz 0 7 2 du. weise hat aber die Natur seinem Wachsthum Gränzen Bibb. dachthn gesetzt. ö Bamd dunt Die Sonne, der Regen, die warmen Winde, tra⸗ as Rüh ö gen alle während dem Sommer bey, das Eis zu zerstö⸗ vnnd a sy ren; und das Ausdünsten, dessen Wirkung auf das Eis nun nienth und noch mehr auf den Schnee sehr beträchlich ist, haupt⸗ sächlich in einer dünnen Luft, zerstreuet, selbst in der 1 llter eh— E4 5 größten Kälte, eine ansehnliche Menge von allen diesen escripi md Materien. Aber diese zwey Ursachen würden nur schwach den jährlichen Wachsthum des Schnees und des Eises ver⸗ hethum x hindern, wenn es nicht zwey andere gäbe, von welchen Y‚ch ich noch gar nicht gesprochen habe, und welche ich doch entwickeln muß, um diesen Entwurf von der Theorie der — Gletscher zu vollenden. Bildunn Vessucyn 93 ö der sch im Die unterirdische Wärme. ne so siatk! ö ů inn Eine von diesen Ursachen ist die innere Wärme der 1 Eom Erde, welche den Schnee und das Eis auch während der Cis vin strengsten Kälte schmelzen macht, wenn nämlich die Di⸗ wohl i 30 cke der Eislasten groß genug ist, um den Grund, auf Hsu Gl welchem sie liegen, vor der äußern Kälte zu verwahren. Unsere Erde hat von der Sonne, und vielleicht noch 5 bon de e von andern Ursachen, welche uns nicht wohl betonrt der Mon ffs sind, einen gewissen Grad von Wärme erhalten, wel⸗ Orten utb che in einer Tiefe von 6o bis do Fuß in denf esten T Thei Schnit, wüt: len dieses Erdballs fast immer gleich seyn soll, und in , d den nämlichen Theilen und in gleicher Tiefe die Verän⸗ 1—. n derungen der Jahrsz zeiten nicht merklich empfindet. Dies i1 ist die Hitze, Welch ich die innere Wärme der Er⸗ Hactn ⸗ de nenne. Sie offenbaret ihre Wirkungen, ungeach⸗ Rugelbn S tet der Kälte des Winters, an allen Körpern, welche, h El—93 sie 218 Siebontes Kapitel. sie mögen in der Erde vertieft seyn, oder sich auf ihrer Oberfläche befinden, genugsam vor den Wirkungen der äußern Kälte gesichert sind. Nun ist es bekannt, daß der Schnee und das Eis vielleicht unter allen Köͤrpern von der Kälte am wenig⸗ sten durchdrun zen werden; nichts derwahret die Gewäch⸗ se sicherer vor der Strenge des Winters, als der Se chnee, welcher uber dieselben zusammengehäuft worden. In den Ländern, wo die Kälte eben nicht übermäßig ist, sieht man oft gar wohl, daß die Erde, welche schon, ehe der Schnee gefallen, gefroren war, unter diesem Schnee die Wirkungen der innern Wärme empfindet, und wieder aufthauet, wenn auch die Kälte in der Luft noch immer her schet, unterdessen die Körper, welche dan Schutz nicht d beständig gefroren sind. Die Gewächse, welche also vor der Kälte Saddne sind, Heter sich schon während idem Winter zu ihrem künfti⸗ gen Wachsthum, so daß sie in dem Augenblick, sobald nur der re. über ihnen weggeschmolzen ist, erstau⸗ nend zunehmen, nachdem sie schon während ihres„Auf⸗ enthalts unter diesem heilsamen Schutze darzu vorberei⸗ tet worden. Wir sehen auf den Alpen die kleine Sol⸗ danella und den Safran im Frühjahre blühen, so bald sich der Schnee weg begiebt, und an dem nämlichen Ort, welchen der Schnee noch gestern bedeckte, öffnen si sich heute schon ihre Blüthen.) 6. 533 Ich habe sehr oft auf unsern hohen Alpen, in einem klei⸗ nen Umfange, neben der Soldanella, hier die ersten Blät⸗ ter des Veratrum album noch fast unter dem Schnes her⸗ vorkeimen gesehen, da dort nur wenige Schritte davon der aufgeschossene Stengel dieser Pflanze schon Blühten, und weiterhin auch! Früchte zeigte. Oft stand ich mit einem Fuße noch mitten im Schnee, da der andre auf dem Trock⸗ nen stand und mit blühenden Aurikeln umgeben war. W. — -i tel HR u aun, 0 Hahit d shtt von! deUn Mise ue Hter gu! um do tin Mult sn Frlen Este vn Eäummg ghaht std Acalen ing Mhischeide I der RMalen G suchatzi hudken. M, Wenn W l N une 90 in gr ded asserhele Idehut ————2—222—— Schnee und d er Kateap . iters, alsdes Hän wade 18— bamiß Erde, be war, unter d Wärme ems ie Kͤͤlte in x die Korper,: indig In Kelte öshe Ner zu ih rehf Augenb nolzen ist, g vahrend ihrk utze darzu vh pen die kliß, re blahen, fl dem nänichrs decte, fte. 0 yoen, Man. Hir Re r dem Eate Schlil hun hon Mhhla v dand ich mit mdbeaufbend Hl Imph der *e—. Von den Gletschern überhaupt. 219 §. 333. Diese Wärme verursachet auch im Winter un⸗ ter dem Eise strömendes Wasser. Die unterirdische Wärme wirkt also unaufhörlich auf die untern Schichten der Gletscher und Schnee— haufen, deren Dicke nur wenig beträchtlich ist. Sie unterhäl t die Flüsse, welche auch in der größten Kälte immer von den großen Gletschern herabfließen. Die Untersuchung dieses Gegenstandes bewog mich, die Reise nach den Gletschern von Chamouny auch im Winter zu machen. Ich fand das ganze Thal mit ei— nem so stark Vate Schnee bedeckt, daß die belaste⸗ ten Maulthiere, ohne mehr Spuren als auf einem fe⸗ sten Felsen zuruckzulassen, darüber giengen; und der Schnee war in solcher Menge, daß die Palissaden, oder Einzäunungen, welche um die Grundstücke herum an⸗ gebracht sind, darunter verborgen lagen, so daß man nach allen Orten ganz gerade hin gehen konnte, ohne das Geringste von dem überall hoch bedeckten Wege zu unterscheiden. In der nämlichen Zeit flossen doch Wasserströme von allen Gletschern des Thales hinab, die freylich nicht so reich als im Sommer, doch aber immer sehr beträcht⸗ lich waren. Woher könnte nun dieses Gewässer kom⸗ men, wenn es nicht von dem durch die unterirdische Wärme zerschmolznen Schnee und Eis seinen Ursprung hätte? Ich untersuchte auch den Grund dieser Flüsse: sie waren gar nicht gefroren, und es bildete sich darin nicht im geringsten neues Eis; alles dieses Wasser floß in die Arve hinab; und dieser in Wahrheit kleine, aber immer helle Fluß eilte, wie in der schönen Jahrszeit, den Tribut von seinem Gewässer in die Rhone zu tra⸗ gen. §. 534. —— WP//DDDHDmWF ddVSdNw 220 Siebentes Kapitel. §. 734. Die nämliche Wärme verdünnet die unteren Logen des Schnees. Das Schmelzen des Schnees und des Eises durch die innere Wärme der Erde findet noch neue Beweise in der Betrachtung der Schneehaufen, welche mit der Grunofläche des Erdreichs gleichlaufende Schichten haben. Eine jede von diesen Schichten ist das Produet von einem Jahre; und man kann sie vorzuüglich an den Glet⸗ schern der zweyten Art beobachten: denn die Gletscher von der ersten Art, welche fast gänzlich aus großen Lau⸗ winen zusammengesetzt und ganz verworren auf einander gehäuft sind, zeigen nur selten regelmäßige Spuren ih⸗ res Wachsthums. Man beobachtet, daß die Schnee⸗ schichten, je näher sie dem Grunde des Bodens sind, auf dem sie ruhen, auch desto dünner sind. Die ungleiche Menge von Schnee, welche in verschiedenen Jahren fällt, die verschiedene Hitze der Sommer, und andere zufällige Ursachen verwirren zwar ein wenig die Regel⸗ mäßigkeit dieser Progession, verhindern aber doch nicht, daß insgemein die tiefsten Schichten auch die dünnsten seyn. Das Gewicht der obern Schichten, welche die untern drücken, trägt ohne Zweifel auch bey, sie dünner zu machen; unterdessen ist ihre Dichte nicht im umge⸗ kehrten Verhältnisse mit ihrer Dicke: die Schichten vom Grunde enthalten in der That viel weniger Materie, als die von der Oberfläche. Also kann diese Verminderung nur von ihrem Schmelzen, welches durch die Wirkung der unterirdischen Wärme geschieht, entstehen. §. 535˙ D6n Ene! Iem Hsts vide Hit wen Hafihe Iusezus Heult v hung, do dn woed ngame Wat sete Jast Iu Mt, , unde schn hb an Wass inem G. Mun onasen luden! Rchen, uden, sahgits Hstdich N.i 10 6 ises slehs! bh bes Uache 0 uhe E Uhn — — e, 2 ꝙ+———————.:* Von den Gletschern überhaupt. 221 ü d. 533. 70 u Das Gewicht des Eises ühret sie in die niedri⸗ gen Thäler hinab. n ds it Eine andre Ursache, welche sich mit vieler Wirksam⸗ roch mur dn keit einem übermäßigen Wachsthum des Schnees und n, welce u Eises widersetzet, ist ihre Schwere, welche sie mit mehr lauferde Ett oder weniger Geschwindigkeit in die niedrigen Thäler hinabfuhret, wo die Hitze des Sommers stark genug ist, 0 das Mroy um sie zu schmelzen. Das Fallen des Schnees unter der uglich anduk Gestalt von Schneelauwinen ist eine bekännte Erschei⸗ denn die Gl nung, von welcher wir bey einer andern Gelegenheit re⸗ Lich ausgafz den werden. Das Hinabstürzen des Eises geschieht Worrenauf er langsamer, gemeiniglich mit weniger Getöse, und ist mäßize Syn weit seltener beobachtet worden. et, daß dies Fast alle Gletscher, sowohl von der ersten als zwey⸗ des Boden ten Art, liegen über abwärts sich senkenden Grundla— snd. Demn gen, und alle auch nur ein wenig beträchtliche unter den— ushrdren! selben haben, selbst im Winter,(. 937.) Ströme ammer, und: von Wasser unter sich, welches zwischen dem Eis und seinem Grunde fliesset. Man begreift also, daß diese gefrorne Schnee⸗ und Eismassen, welche auf abhängenden Halden liegen, und überdem durch die darunter abfließenden Wasser unter⸗ graben, ja selbst oft durch dieselben in die Höhe gehoben werden, nothwendig nach und nach über ihren Grund hinabglitschen, und in die Thäler oder über die daselbst befindlichen Felsen hinabsteigen und sie bedecken müssen. Dieses langsame aber ununterbrochene Hinabglitschen 0 des Eises auf seinen gesenkten Grundflächen führt das⸗ durch de selbe bis in die niedrigen Thäler hinab, und unterhält entstchn, auch beständig Eishaufen, selbst in solchen Thälern, welche sonst warm genug sind, große Bäume und selbst reiche Ernten hervorzubringen. In dem Grunde des Thals von Chamouny, zum Exempel, bildet sich nie— mals wenig de! ern aber dotz n auch dirdi hichten, ut uch beyj si hhte nicht ins die Schichtn niger Matt se Vermich — S eeeeeeeeeeeeeeeeeeeee——————:. 222 Siebentes Kapitel. mals ein Gletscher; der Schnee selbst vergeht daselbst in dem Monat May oder Junius; und doch steigen die Gletscher von Burssons, von Bois und Argentiere bis in den Grund dieses Thals hinab. Aber das unte⸗ re Eis dieser Gletscher ist nicht in dieser Stelle gehildet werden, sondern bringt gleichsam Zeugen und Beweis⸗— thümer von dem Ort seiner Entstehung mit hinab, in⸗ dem es sich mit Trümmern von Felsarten, welche das erhabenste Ende des Eisthales umgeben, belastet hin⸗ absenkt, und diese Felsarten auf den Bergen, welche den unteren Theil des nämlichen Thals umringen, nir⸗ gends anzutreffen sind. §. 536. Saufen von Steinen, die man an dem Rande und den Seiten der Glerscher antrifft. Alle großen Gletscher haben an ihrem äussersten En⸗ de und längs ihren Ufern große Haufen von Sand und durch das Einstürzen der Felswände, welche sie umge⸗ ben, hervorgebrachten Trümmern. Oft sind selbst die Gletscher nach ihrer ganzen Länge mit einer Art von Wällen oder Verschanzungen eingeschlossen, welche aus den nämlichen Trümmern zusammengesetzt sind, die das Eis an die Seiten und Ufer derselben ausgestoßen hat. An den Gletschern, welche vor Alters größer ge⸗ wesen, als sie heutiges Tags sind, sind diese Wälle höher als das gegenwärtige Eis; an denjenigen aber, welche nun größer sind, als sie noch niemals waren, sind diese Wälle niedriger als das Eis; endlich sieht man auch einige, die mit dem Eis ungefähr eine gleiche Hö⸗ he haben. Die Bauern von Chamouny nennen diese Haufen von Trümmern die Moraine des Gletschers. Die Steine, deren Anhäufung diese Wälle bildet, sind meistentheils rund, sowohl weil ihre Scken 5 as ——————.— 9 Hum Hlhh, Nüslin Whade! u auf d hekäht Hfn uld Tun enbed Huen Di Zhat, wi usecbet d glrdgen er Sn, d sin is. Vke von V Oleshe aun gsg lur, welch hilföhte Cöschein den Sant minder M uen En 0 M es l Nöngen, Dsse St Ws Glas schite schet lan Ese Eahn nn lbst begt V ab. Me dur dieser Stileg Jeugen ud, ung mit hih, lsarten, mit geben, belz en Bergen, z gals unnumng n an den v cher antrist ihrem ässast afen von Sil / welche st Ift sirdh mit einet& chlosen, uit sengesebt si selben aub t Ueers giß sind del N m densenign niemals wathf endlih sht hr ene gete ouny nonsen e des Haih ise Vile te Ci 0 Von den Gletschern überhaupt. das Herabrollen von der Höhe der Berge abgestoßen werden, als auch weil das fortrückende Eis dieselber durch seinen Druck zerbricht, und gegen den Grund oder die Wände des Gletschers abreibt. Diejenigen aber, welche auf der Oberfläche des Eises verblieben sind, und kein beträchtliches Reiben ausgestanden, haben ihre scharfen und schneidenden Ecken erhalten. Was ihre Natur anbelangt, so sind diejenigen, welche man an den obersten Theilen der Glerscher findet, von der nämlichen Steinart, wie die Berge, welche dieselben einschließen; da sie aber durch das Eis in die Tiefe der Thäler hinab⸗ getragen werden, so findet man sie dann oft zwische Bergen, deren Natur gänzlich von der ihrigen unter⸗ schieden ist. 223 §. 537. Bänke von Steinen und Sand in der Mitre der Gletscher. Sie sind nicht von den Glet⸗ schern ausgeworfen worden; sondern Trüm⸗ mer, welche das Lis gegen die Mitte der Thä ler hinführet. Sie könnten dienen, um das Al⸗ ter des Eises zu erkennen. Es scheint ein wenig schwerer zu seyn, die Ursache von den Sand- und Steinhaufen anzugeben, welche man in der Mitte der Eisthäler, und zwar oft in einer so weiten Entfernung von den Wänden derselben fin⸗ det, daß es unmöglich scheint, daß diese Haufen von den Bergen, welche sie umgeben, kommen können. Diese Steine liegen gemeiniglich in mit den Wän⸗ den des Gletschers gleichlaufenden Linien, deren man oft mehrere siehet, die durch breite Striche von frischem und reinem Eise abgesondert sind. Wenn man über das große Eisthal, zwey Meilen über Montanvert gehe, so ist man genöthigt, vier oder fünf dieser Arten von ::;Fs. i:Nr:.888—.. 224 Siebentes Kapitel. von Wällen oder Verschanzungen zu übersteigen; einige derselben sind 30 bis 40 Fuß über die Fläche des Glet⸗ schers erhaben, welche Höhe bey ihnen theils von der Menge der angehäuften Steine, theils von dem darun⸗ ter liegenden Eise selbst herkömmt, das durch dieselben vor der Sonne und dem Regen gesichert ist, und also nothwendiger Weise viel höher bleiben muß, als da, wo es nackt, und allem widrigen Einflusse der Luft ausge⸗ setzt ist. Ich habe einige Einwohner der Alpen gesehen, wel⸗ che, da sie den Ursprung dieser Bänke nicht zu erklären wußten, sagten, das Eis treibe in die Höhe aufwärts, und jage alle fremde Körper, die sich in seinem Inne⸗ ren eingeschlossen finden, hinauf an seine Oberfläche,‚ selbst sogar die beweglichen Felsarten und den Sand, welche sich unter demselben befinden Aber außer daß eine solche Kraft überhaupt unbegreiflich seyn würde, so zeigt sich noch eine größere Schwierigkeit dabey, da nämlich das Eis, wie ich eben gesagt habe, unter diesen Bänken von Trümmern viel erhabener ist als in dem übrigen Thale; so daß diese Trümmer nur die Er⸗ höhungen der Eisschollen bedecken, welche bisweilen 15 bis 20 Fuß höher sind als das nackte Eis, das sie von einander sondert. Man müßte also voraussetzen, daß das Eis sich selbst in die Höhe hinauf treibet, und das eigentlich und ganz allein nur an denen Orten, wo es mit dem größten Gewichte belastet ist: welches wider alle Vernunft wäre; um so viel mehr, da man einen vollkommenen Zusammenhang zwischen dem bedeckten Eis und dem ganz nackten bemerket. Man sieht die nämlichen Spalten, die nämlichen Gegenstände sich von einem zum andern fortsetzen, so daß man unmöglich be⸗ haupten kann, das eine werde aus dem Grunde hervor⸗ gestoßen, und das andere gehöre allein zu der Ober⸗ fläche. 1 11 16 W Iufid n, Bur Infilig Iulbgehn HEN Ost st thil, an bersche WN Ef Ihn, Hu Ruwehus, chns, f Ir wsiglt ha hatk, Eume, u ghruff pn Ahsshem se! 1 W l Whr, dahe uhuchgtsh Ihdler En e Wassr 0 Songu A 2 s derun o diess Aahn, har Im 6 6 zen Ur n her ldem E 0 Gei üh Mlle itel. uibessign, die Fähegg ihnen ths 0 Heit vndenh dad dulch N. esihett it, u ben muß, Aez lase der Af Loengsß inke nttne die Hehe s e sichin sm an sie rten und du⸗ n Werah egreifsch sn: wirgith Rsagt hi al ethabent. Tüͤmmer nu „nelheben kr Es„ du 0 voraubsh auf treibef e enen Oren t ist: wahe meht, da mu hischen den Ee let. Wi Ghestihst 6 nnan dem Gulh., I N alleij 0 —— e.tsttttst—— Von den Gletschern überhaupt. 225 fläche. Ich glaube, die wahre Ursache dieser Erschei⸗ nung in Folgendem entdeckt zu haben. Man findet auf den hohen Alpen, wie auch auf den Ebenen, Berge, welche sich in einem solchen Zustande von Hinfälligkeit befinden, daß beständig Stücke von ihnen losgehen, entweder ganze, oder klein gemachte, unter der Gestalt von Erde und Sand; und das ereig⸗ net sich theils, weil diese Berge natürlicherweise in Stü— cke von verschiedenen Gestalten sich zertheilen, theils auch, weil die Einflüsse der Luft sie auflösen und in Theile zerlegen. Hauptsächlich im Frühjahr, in der Zeit des Thauwetters, der warmen Regen und des Schnee⸗ schmelzens, fallen Felsstücke, Sand und Erde, welche der Frost gleichsam losgemacht und von einander getrie⸗ ben hatte, auf das Eis der hohen Thäler herab. Die⸗ se Steine, welche an dem Rande der Gletscher zusam⸗ mengehäuft worden, folgen der Bewegung des Eises, auf welchem sie sich befinden. Nun haben wir schon ge⸗ sehen, daß alles dieses Eis eine fortschreitende Bewe— gung hat, daß es auf seinen sich abwärts senkenden Grün⸗ den hinabglitscht, daß es nach und nach bis in die niedri⸗ gen Thäler kommt, wo es durch die Hitze des Som⸗ mers zerschmelzt wird, und daß dasjenige, welches also durchs Wasser abtrieft, beständig durch die fortschrei⸗ tende Bewegung des Gletschers wieder ersetzt wird. Doch ist der unterste Theil der Thäler nicht der einzige Ort, wo dieses Schmelzen geschieht. An schönen Som⸗ mertagen, hauptsächlich, wenn Mittagswinde gehen, oder wenn es warme Regen giebt, schmilzt das Eis in dem ganzen Umkreise der Gletscher; das durch dieses Schmelzen hervorgebrachte Wasser versammlet sich, bil⸗ det auf dem Eis selbst breite und tiefe Rinnen und Klüf⸗ te; die Gletscher trennen sich in große Spalten, und da alle Thäler, mehr oder weniger, die Gestalt einer Wiege haben, und im Grunde tiefer als auf den Sei— II. Theil. P ten ————t::t:—.. —————————————— 226 Siebentes Kapitel. ten sind, so drückt sich das Eis, und ziehet sich gegen die Mitte der Thäler fester zusammen; dasjenige Eis, wel⸗ ches sich an den Seiten befindet, entfernet sich von den⸗ selben, weichet gegen den niedrigsten Ort ab, und füh⸗ ret gegen die Mitte der Thäler die Erden und Steine, mit welchen es bedeckt ist, mit sich hinweg. 9 Der Beweis dieser Wahrheit ist, daß man gegen das Ende des Sommers viele Oerter sieht, besonders in den breitesten Thälern, wo zwischen dem Fuße des Bergs und dem Rande des Gletschers beträchtliche Räu⸗ me sind, welche von keiner andern Ursache, als von dem Schmelzen des Eises am Rande des Gletschers und von dem Fortrücken desselben gegen die Mitte des Thals, her⸗ *) Ich habe wenige Gletscher gesehen, wo man sich von der Wahrheit dieser von dem Verfasser hier angebrachten Erklä⸗ rung deutlicher hätte überzeugen können, als auf dem Lau⸗ teraargletscher im Canton Bern. Dieser füllet ein sehr gros⸗ ses und langes Thal an, das sich neben dem seiner Kry⸗ stalle wegen sehr berühmten Finkenberg hinein zieht. Nach⸗ dem es 2 bis 3 Stunden lang fast gerade fortgelaufen, theilt es sich in zwey Arme, die ihm die Gestalt eines V geben, und auch immerhin ganz mit Gletscher angefüllt sind. In der Mitte des Hauptthals, sieht man einen großen Theil hindurch lange Linien oder Bänke von Fels⸗ trümmern, die aber auf der rechten Seite des Thales aus andern Steinarten, als die auf der linken, bestehen, weil die einander gegenüberstehenden Wände von Bergen aus verschiedenen Bestandtheilen bestehen. Da, wo die beyden Arme des Gletschers sich mit ihrem Hauptstamme vereinigen, und also eben im Punkte ihrer Vereinigung, sind erstaunend große Haufen von Felsstücken aller Arten, welche durch das fortrückende Eis beyder Arme sind hie⸗ her getragen worden. Diese sehr interessante Stelle wird in der Wagnerischen Sammlung von Schweizer⸗Pro⸗ dem Publico mitgetheilt, und von mir mit den n Beschreibungen begleitet werden. W. * PDeeteis Wll WL al v yn nur Im bede gegen ere p peten 2 Ihang de dhtrscts hn den r heboset dv 66 in denen sher mt j hde A Ehne oe Mm sl Hlen Hne I02 bgeit N Gehsh von d Acschen e un V Me, Uud pitel, und jchesoz n; drheige enlfernt shn sten Ortch, z ie Erden u ch hinweg.) it ist, daß nu etter sieht,. wischen den x chers betrahtth Ursache, ar des Gletsher die Milte d en, wo manst hier angebrath onnen, alsau Dieser fülltet 9 neben dem e fast gerade i ihm die Geit mit Gletshe ⸗ kthals, sicht x n oder Bictn chten Seitt M. auf det Inia den Binde bestehen. A mit ihrem H —————2——.— Von den Gletschern überhaupt. 227 herkommen können. Während dem folgenden Winter werden diese leere Räume wieder mit Schnee ausgefüllt, der dann mit Wasser getränkt, und darauf in Eis ver⸗ wandelt wird. Dieser Rand von neuem Eis, der dem Berge nun am nächsten ist, wird mit neuen Trüm— mern bedeckt; diese bedeckten Linien rücken auch nach und nach gegen die Mitte des Gletschers fort, und bilden also jene parallelen Bänke, welche sich schief in einer doppelten Bewegung hinlegen, die einerseits durch den Abhang des Bodens gegen die Mitte des Thals, und andrerseits durch den Abhang dieses nämlichen Thals gegen den untern Theil des Bergs entsteht. Endlich beweiset das vollends den Ursprung dieser Bänke, daß es in denen Orten keine derselben giebt, wo die Glet— scher mit Felsen von unzerstölichem Granit umgeben, oder die Abhänge der Berge, die sie umringen, mit Schnee oder Eis bedeckt sind. Man sollte beym ersten Anblick glauben, diese pa⸗ rallelen Linien von Sand und Trümmern könnten die Jahre bezeichnen, und das Alter der verschiedenen Thei⸗ le der Gletscher zu bestimmen dienen; wenn aber diese Bänke von den beyden Seiten des Thales herkommen, so vermischen sie sich in der Mitte mit einander: oft ver⸗ wirret auch der unregelmäßige Abhang des Bettes ihre Ordnung und parallele Lage. Doch findet man auch Oerter, wo es nur von einer Seite des Gletschers Ber⸗ ge giebt, die sich zerstören, und wo man diese Berech⸗ nung mit weniger Ungewißheit machen könnte. P 2§. 538. 228 Siebentes Kapitel. §. 538. Andere durch das Heräbfallen des Eises her⸗ vorgebrachte Erscheinungen. Spalten. Ein⸗ stürzen des Eises. Durch die Gletscher fortge⸗ triebene Erden und Steinarten. Die gegen den Untertheil der Thäler fortschreitende Bewegung des Eises zeigt sich noch durch viele andere Erscheinungen. Oft sieht man in sehr kurzer Zeit große Spalten entstehen, weil das Eis, welches durch das unter ihm durchfliessende Wasser verzehrt worden, oder ungleich auf das sich unregelmäßig abwärts senkende Bette, wel⸗ ches ihm zur Grundfläche dient, gelehnt war, herab⸗ fällt, und jenes, welches ihm nachfolget, zurückläßt. Vielmals sieht man wieder diese nämlichen Spalten sich plötzlich und mit einem großen Getöse durch das Ab— steigen oder vielmehr durch den Fall der obern Eisschol⸗ len, welche sich auf die vorhergehenden lehnen, zuschlies sen. Wenn sich ein Gletscher auf dem Rande eines ab⸗ geschnittenen oder jähen Felsen endigt, wie man das sehr häufig sieht, so werden die Eisschollen am Rande dieses Felsen durch das Gewicht der nachfolgenden her— vorgedrückt, und in den Abgrund gestoßen; die zer⸗ brechliche und elastische Materie dieser gefrornen Massen, da sie auf noch härtere Felsen fällt, zerbricht mit einem erschrecklichen, und oft selbst mehr als donnerähnlichen Getöse; das durch die Gewalt des Stoßes zu Pulver gemachte Eis erhebt sich sehr hoch in Wirbel von Staub, und die gröbsten Theile davon fließen, gleich einem Flusse oder einer Schneelauwine, bis an den Untertheil des Berges hinab. Die Gletscher bringen auch die Erden und die ge⸗ gen ihr Eis aufgehäuften Steine an ihreim untersten En⸗ de in Bewegung, und treiben sie vor sich her. Ich sahe diese W IE. 1 6 I slt Oode 1 Sch Re dun dene Swagunt Raitm une Iundiess ien H. dibon. rem M oohen G sher gege Cran 1640 Fl in Fuße d lcch diest h elen, e sc ssoßen u a i Flitat niber d l, hnh, ich aufe Wln gth budd, fie darn M sh, , sowo U vitel, len ds Ei Spelzn 2Gleschrß teingrten Biler fush ch durch vi Zeit goh durch dae nn orden, ory senkende I Relehnt va, chfoget, ut ese nämichne Getose duth all der ben nden lehne dem Rmdun ndigt, vie w scholen er nachfoged gestoßn, er gefrermn Ayrbrit m als donnaag Susis. U Wicbel 0 n, glich ett. den l Etdn 05 ihtenuh dschhr ——— rn.sss RFFFFCCJʃII Von den Gletschern überhaupt. diese Erscheinung im Jahr 1764 auf die augenschein⸗ lichste Weise, und hatte zu gleicher Zeit den Beweis vor mir, daß diese Bewegung, selbst in einer Jahrszeit, welche fü·r diese Berge noch Winter ist, vor sich gehe. Da der Gletscher und alles rings um ihn her gänzlich mit Schnee bedeckt war, so stürzte sich der Erdschutt, da er durch den Gletscher vorwärts getrieben wurde, so über den Schnee hinab, und zeigte also auch die kleinsten Bewegungen des Gletschers an, welche während der gan⸗ zen Zeit meines dasigen Aufenthalts immer fortdauerten. Im Sommer aber sieht man die größten Wirkun— gen dieses Drucks des Eises gegen die Körper, die sich seinem Hinabsteigen widersetzen. Hier ist ein Exempel davon. Im Monat Julius 1761 gieng ich mit mei⸗ nem Wegweiser, Peter Simon, unter einem sehr hohen Gletscher vorüber, welcher dem Pelerinsglet⸗ scher gegen Abend liegt. Ich benierkte einen Block von Granit, von fast cubischer Gestalt, und von mehr als 40 Fuß im ganzen Umkreis, auf den Trümmern am Fuße des Gletschers gelagert, und an diesen Ort durch diesen nämlichen Gletscher niedergelegt.»Laßt uns eilen, sagte Peter Simon zu mir; denn das Eis, welches sich gegen dieses Felsstück lehnt, könnte es wohl fortstoßen und auf uns herabrollen. Kaum waren wir auch bey ihm vorübergegangen, so fieng er schon an, erschüttert zu werden; er glitschte im Anfang ganz lang⸗ sam über die Trümmer, welche seine Grundfläche wa⸗ ren, hinab; dann stürzte er auf seinen vordern Theil, her⸗ nach auf einen andern; nach und nach ward er zum Rollen gebracht, und, da der Abhang immer steiler wurde, fieng er alsbald an im Anfang kleine, und so⸗ gleich darauf fast unglaubliche Sprünge zu machen. Man sahe, so oft er aufprallte, Splitter heraussprin⸗ gen, sowohl von dem Block selbst, als auch von den Felsen, auf welche er fiel; diese Splitter rollten nach P 3 ihm 229 230 Siebentes Kapitel. ihm über den Abhang des Bergs hinab; und so bildete sich bald ein Strom von großen und kleinen Felsstücken, welche den Vordertheil eines Walds, in welchem sie aufgehalten wurden, in Stücken zerschmetterten, nach⸗ dem sie in wenig Augenblicken einen Weg von fast einer halben Meile mit schrecklichem Getöse und einer erstau⸗ nenden Verwüstung gemacht hatten. §. 539. Gleichgewicht zwischen den hervorbringenden und den zerstörenden Ursachen. Die Gletscher, welche durch das Ausdünsten, durch die äußere und innere Wärme, und durch den Abhang ihrer Betten, welcher sie in die niedrigen Thäler hin⸗ führet, in gehörigen Gränzen erhalten werden, reichen also einen neuen Beweis jener wunderbaren Verhält⸗ nisse dar, welche die Natur zwischen den hervorbringen⸗ den und zerstörenden Kräften aller Orten eingeführt hat, wo sie eine gewisse Gleichheit hat unterhalten wollen. Denn die beyden letztern dieser Ursachen„welche auf die Zerstörung des Eises abzielen, wirken mit einer um so viel größern Kraft, als dieses nämliche Eis mehr zu⸗ sammengehäuft ist. Je mehr sich der Haufe des Eises vermehret, destomehr treibt es auch der Druck seiner Schwere in die niederen Thäler und in die Abgründe hin⸗ ab, wo es nothwendigerweise wegschmelzen muß. Und zu gleicher Zeit, je größer seine Dicke ist, destomehr Mühe hat die äußere Kälte, es zu durchdringen, und die innere Wärme der Erde hat desto mehr Kraft es zu schmelzen. . 540. ——. D Iw yachte Mang Maen. Haehme Deal R, 0 Iuh 5 Eih Gasche o gepor; Endt efttz Humme an si bbt de shitt, ud unird aler Iin untetet lid verwan 0 selbsE Ib. Dn ndssem ne Hufe pid Immetz u Ifshrett Ihot, s shernner Dise r Hashrt u Rds Ess nach ein l, und el ö Von den Gletschern überhaupt. 231 ihz ubßtz 5 kean gth.§. 340. da, 1 Die Einwohner der Alpen glauben, das Eis shnn.vermehre sich. Bildung neuer Gletscher. Aus⸗ Wamih dehnung der alten. Gränzen dieser Ausdeh⸗ dseind emng. nungen. Abwechslungen vom Zunehmen und . Abnehmen. Durch die Gletscher unfruchtbar gemachte Gegenden. Die allgemeine Meinung der Einwohner der Alpen ervorbi ist doch, daß sich die Gletscher mehr in ihrer Ausdeh⸗ Ursachn nung, als in der Höhe oder Dicke vergrößern. 5 Ausdinshn Erstlich ist es wahr, daß von Zeit zu Zeit neue o durch der Gletscher an Orten, wo man sich nicht erinnerte, eini⸗ iedrign Y ge zuvor gesehen zu haben, entstehen. Wenn an dem Ende eines schneereichen Winters sich eine große Schnee⸗ lten wotden irimn— lauwine an einem Ort aufhält, wo ihre Höhe oder Lage dehmnt sie vor den Mittagswinden und der Hitze der Sonne Nen eigs. sichert„und der folgende Sommer nicht sehr warm ist, mnahahn so wird aller dieser Schnee zu schmelzen nicht Zeit haben; m, mihn sein unterer Theil, von Wasser getränkt„wird sich in Eut Wnn Eis verwandeln; man wird immerwährenden Schnee, uucheEtn und selbst Eis an einem Orte sehen, wo es zuvor keines 10 gab. Den folgenden Winter wird sich neuer Schnee uan an diesem nämlichen Orte anlegen, und sein vermehrter 0 de 97 Haufe wird noch besser als das erstemal der Hitze des mdieg Sommers widerstehen können. Wenn man also einige mehen m auf schneereiche Winter folgende nicht sehr warme Som⸗ ice st, R mer hat, so werden Gletscher an Orten, wo man sich 110 00 nicht erinnern wird, einige gesehen zu haben, entstehen. omahr M Diese nämlichen Ursachen können auch die alten Gletscher vermehren; und so kann auch die ganze Sum⸗ me des Eises anwachsen, bis es in der Folge einige Jah⸗ re nach einander giebt, wo wenig Schnee im Winter fällt, und wo die während dem Sommer daurende ö P4 Hitze 232 Siebentes Kapitel. Hitze die neuen Gletscher zerschmelzt, und die alten in ihre gehörige Schranken zurückbringt. Wahrscheinlicherweise sind es dergleichen Abwechs⸗ lungen, welche unter den Einwohnern der Alpen ein fast allenthalben ausgebreitetes Vorurtheil in Ansehen ge— bracht haben, daß es in dem Wachsthum und dem Ab⸗ nehmen der Gletscher regelmäßige Perioden gebe. Sie sagen, die Gletscher wachsen während sieben Jahren, und nehmen während andern sieben Jahren wieder ab; so daß sie nur erst nach vierzehn Jahren wieder zu dem nämlichen Maaße zurückkämen. Die Wirklichkeit der Perioden ist gewiß; nur ihre Regelmäßigkeit besteht in der Einbildung: aber, wie man wohl weiß, die Regelmäßigkeit gefällt den Men⸗ schen; sie scheint ihnen die Begebenheiten zu unterwer⸗ fen; und diese geheimnißvolle Zahl von zweymal sieben Jahren, welche groß genug ist, die Erinnerung von dem eigentlichen Zustande der Sachen aus dem Anden⸗ ken dieser guten Leute, welche kein Tagebuch darüber füͤhren, auszulöͤschen, hat leicht Glauben bey ihnen fin⸗ den können. Bey allen diesen Abwechslungen derliert der Bo⸗ den, der einmal durch das Eis eingenommen worden, seine Pflanzenerde, welche das Wasser der Gletscher hinwegführet, und wird mit Trümmern von Steinen bedeckt, welche denselben auch nach dem Schmelzen und Zurückziehen des Eises untauglich machen: mehrere Ein⸗ wohner der Alpen könnten also sagen, das Eis habe ih⸗ nen ihr Erbgut entzogen, ohne daß das bewiese, daß der ganze Haufen der Gletscher sich beständig vermehre. §. 541. —: aum Vlise. Rcung ichtungen Ruung d 0 W U soh de Vr vele uft Dait RV Rem We seh, deß gebt, ann A Imchmer,d iit Vasn b dunn Oun n, uc Hlescher de Aestn R 7 nerkle Hlunte ute nt ö uht AUsewehte hnso i hertz und . De .—.—.——.—.——.. 2.——) t—— äP—s Von den Gletschern üerhaupt. 233 §. 541. 8 Fernere Betrachtungen über den Wachsthum Hlhn x. des Eises. Beobachtungen, welche seine Ver⸗ , udec . 11.— mehrung an gewissen Orten beweisen. Beob⸗ hil in Ms achtungen, welche im Gegentheil eine Vermin⸗ chun unß derung desselben an andern Orten bezeugen. . Die Frage bleibt unentschieden. Rhe Ohne weder die Wirklichkeit einiger neuen Gletscher, ren wihr noch die Vermehrung des Umkreises einiger alten läug⸗ nen zu wollen, dünkt es mich, daß im Ganzen keine große Veränderung geschehe. ist gevißz n Die Beobachtungen, welche Herr Gruner in sei⸗ bidungr nem Werk gesammlet hat, scheinen unterdessen zu bewei⸗ it griltz sen, daß es in der Schweiz immerwährende Gletscher nhitenpn giebt/ einige von neuer Bildung, andere, welche von want die Ausdehnung alter Gletscher sind, und nun Oerter ue Eulun einnehmen, die vor Alters entweder mit Wäldern, oder n MSM. mit Wiesen bedeckt waren. Ich habe selbst an verschie⸗ Tnh denen Orten kleine Gletscher von neuer Bildung gese⸗ saubmbgt hen; auch habe ich oben(S. 514.) angemerkt, daß der Gletscher von Tacona y in seinem Wachsthum seit mei⸗ ner ersten Reise im Jahr 1760 bis zur letzten im Jahr n derliet x 1778 merklich zugenommen habe. Aber Hr Gruner Nramman erkannte unterdessen doch auch selbst, daß der Grindel⸗ us Wl waldgletscher zu der Zeit, in welcher er sein Werk amern voñ d(im Jahr 1760) bekannt machte, viel kleiner war, als I Oi er seit mehreren Jahrhunderten gewesen. When: mshl Eben so hat ohne Zweifel der große Gletscher des u, dis Cuß Bois, in dem Thale von Chamouny, vor Alters dur bulh höheres und mehr ausgedehntes Eis gehabt als heutiges 1. Tags. Denn unter dem Montanvert ist das Eis 40 bis 50 Fuß niedriger als der Wall von Trümmern, welcher den Gletscher umringt, und den man die Mo— raine(S. 536.) nennt. Es muß doch mit diesem 60 P 5 Walle + 234 Siebentes Kap. Von den Gletschern ꝛc. Walle parallel, ja selbst noch höher gewesen seyn, weil es denselben dahin gestoßen und angehäuft hat. Die— ser Wall besteht nicht aus von dem Berge Montan⸗ vert selbst losgerissenen Stücken, sondern aus Granit⸗ klumpen, von welcher Felsart man Berge nur in der Höͤhe des Eisthales sieht. Und am Untertheil des näm— lichen Gletschers, gegen Nordwest von dem Ausfluß des Arveron, sieht man bis auf einen großen kalkichten Felsen, von welchem ich die Beschreibung machen werde, hinauf Blöcke von Granit, welche vor Alters durch den Gletscher dahin niedergelegt worden, der heutiges Tags weit hinter diesem Felsen ist. 9 Es ist also möglich, daß es darin Ersetzungen giebt, und daß das Eis in gewissen Orten das verliert, was es in andern gewinnt; oder daß die Perioden des Wachs⸗ thums und der Abnahme der Gletscher viel größer sind, als man sich einbildet. Erst alsdann, wenn man viele Faeta gesammlet, und sie mit einer großen Genauigkeit aus einer langen Reihe von Jahren gegen einander verglichen hat, wird man mit Gewißheit entscheiden können, ob die ganze Summe des Eises vermehrt oder vermindert werde, oder beständig gleich bleibe. Allein Ich habe viele dergleichen mit dem Ende des Gletschers gleichlaufende Wälle oder Woraines gesehen, die nun weit von dem Gletscher selbst entfernt sind, und die ehmalige, nun verminderte Größe desselben beweisen. Man sieht der⸗ gleichen bey dem obern und untern Gletscher in Grindel⸗ wald; bey dem sehr schönen Rhodangletscher am Fusse der Furca, an einigen Gletschern in Lauterbrunn ꝛc. Oft habe ich mehrere derselben gesehen, die in gewissen Entfernungen mit einander parallel liefen, und also ver⸗ schiedene Perioden von Abnehmen und Wachsthum an⸗ zeigten. Siehe meine Beschreibung des Lauterbrunn⸗ hals, Fol. S. 14. W. Hrl, iur chr dw V. I Iymoumy , Wdih 02 dists Geihl ud lks ai uisher ven heys uch ve HRgeb N Bickr shan wr 1h, cdet d huribert ah saht wid sllet uit! shuhht lashant sh, g fthe. V Mo ais Grmz lthe ur lecheldenh mufth tohen kusch nucenah s duchh beulget Rchung elitt, ug den dis Mit Il gräßrf gesam ener E hen hat, 10 b rlerdy, Mh Gbetshes eh, dee uu dfeehmasg, Au siht u Eri X. nerbrunn l X I ast tl hethun gulitbroo Achtes Kap. Von Prieure' nach Valorsine. 235 Allein wir wollen unsern Weg nach dem Buet fort⸗ setzen, und sogleich zum Dorfe Valorsine gehen, wel⸗ ches am Fusse dieses Bergs liegt. -. Achtes Kapitel. Von Prieure' nach Valorsine. §8. 542. Thal, in welchem dieser Weg geht. Von der Höhe der Bergspitzen herabgerollte Blöcke von Granit. Der Weg von Prieureꝰ nach Valorsine geht zwey ganze Meilen in dem Grunde des Thals von Chamounvp hin, da er sich dann gegen Norden dre— het, und über eine beträchtliche Erhöhung führt, wel⸗ che dieses Thal von dem Thal von Valorsine trennet. Gleich bey dem Dorfe Prieure' sieht man rechts und links auf dem Wege große Blöcke eines Granits, welcher wenig Quarz in sich hält, aber fast gänzlich von großen Krystallen von Feldspath zusammengesetzt ist, wel⸗ che durch wellenförmige Adern von einem glänzenden und goldgelben Glimmer abgesondert sind. Man sagt, diese Blöcke seyn durch einen großen Einsturz, welcher sich schon vor vielen Jahren von der Höhe der Aiguil⸗ les, oder der hohen Gipfel, welche das linke Ufer der Arve übersehen und einen Theil der Kette des Mont⸗ dlanc ausmachen, ereignet habe, an diesen Ort ge⸗ bracht worden. Diese Granite haben eine große Aehn⸗ lichkeit mit denen, welche ich auf dem Hügel von Boisy beobachtet habe.(§. 308.) §. 43. 236 Achtes Kapitel. §9. 543. Pre's, ein Dörfchen. Kalkichte Felsen. Eine kleine halbe Meile von Prieure' geht man auf einer hölzernen Brücke über die Arve, und kommt in das Dörfchen Pre's, wo mein alter Wegweiser Peter Simon wohnt. Diesem Dörfchen gegenüber an dem linken Ufer der Arve, am Fusse eines primitiven Berges, welcher zu der Kette des Mont-Breven gehört, ist ein gros⸗ ser kalkichter Fels, den ich mit vieler Sorgfalt im Jahr 1776 beobachtet, und wovon ich die Beschreibung in dem zweyten Theile geben werde. Eine Viertelmeile von da läßt man rechts den Un⸗ tertheil des Gletschers Bois, welcher sich durch ein gros⸗ ses Gewölbe von Eis endigt, aus dem der Arveron hervorfließt. Bey dem Untertheile dieses Gletschers ist ein andrer kalkichter Fels, von welchem ich auch in dem zweyten Theile reden, und zu gleicher Zeit die andern angelegten Felsen(Rochers secondaires) beschreiben werde, welche zwischen den primitiven Bergen, die das Thal von Chamouny umfassen, eingeschlossen sind. §. 544. Capelle von Tines. Sand und Trümmer von Felsen. Les Isles, ein Dörfchen. Nachdem man von Prieure' eine Stunde Weges zurückgelegt hat, gelangt man zu einer kleinen Capelle, mit Namen Tines. Hier wird das Thal, dessen Grund bisher breit, horizontal und wohl bebauet war, schmal und wild; der Weg, welcher auch breit und schön war, wird nun bergig und beschwerlich, und geht mitten durch ein Gehölz von Tannen und Lerchenbäu⸗ men, welche auf einem sandigen Grunde zwischen 3 en Hr xane Hiil. I Hlchl,! Ount R RMcse, I MI u0 H Iubger yn i N U Mbanx. Y Suct. de Ire fu Hchiehez stgnzer th n InEtis, mam, dunnn vn Hen leihnn Wün darah hnd sid, vlhaf Vanschne en Wafih — 8—— Von Prieure' nach Valorsine. 237 cken von Granit hervorwachsen. Das Erdreich von Iels. der andern Seite der Arve ist von der nämlichen Be⸗ egh schaffenheit; es scheint, ein Bergfall habe diese unge⸗ 17 heure Menge von Trümmern hier aufgehäuft. Die 1 0 Ar ve hat sich einen Weg mitten durch diese Trümmer R gebahnt, wo ihr Gewässer, durch große Blöcke von 1 Granit, welche es nicht hat wegschleppen können„ ein⸗ geschlossen, verschiedene Wasserfälle formirt und male⸗ 0 wih rische Aussichten darstellt. ste Man geht während einer halben Stunde mitten Haltin durch diese Trümmer, da sich dann das Thal wieder chrühun ein wenig erweitert, und einige Weiden hat, bey welchen man ein kleines Dörfchen sieht, welches les Isles hts den l heißt. urchengg er Mran§. 545. Slcchel Ralkartige Bruchstücke. Felsen, von denen diese Stücke abgesondert worden. Tuffsteine. ö beschtetn Die Arve, die man immer links hat, fließt hier en, diedd über einen flachen Grund, welchen sie mit gerolltem sen snn, Geschiebe bedeckt hat. Zwischen diesen Geschieben, wel— che fast ganz von Granit und blättrigen Felsarten sind, entdeckte ich hin und wieder Stücke eines kalkigen, bläu⸗ lichen Steins, dem Marmor, welchen man bleu tur— quin nennet, ähnlich, der aber mit Spathkörnern und 5 Blättern von Glimmer, wie die alten Marmor, wel— ude Vh che die Italiener Cipolini nennen, untermengt war. en Captl Als ich mit Aufmerksamkeit die Berge dieser Ge⸗ l, Mt genden betrachtete, sah ich am Fusse derer, welche lin⸗ hauet ker Hand sind, einen Felsen von der Farbe dieser Stü⸗ hatih cke, welcher sich gegen den Fuß dieses nämlichen Ber— Wögh ges anlehnet. Weiterhin bis an den Rand des Gler⸗ aui schers von Argentiere sah ich ähnliche Felsarten, welche un Stt auch auf ähnliche Weise gelagert sind. 1— Ueber 238 Achtes Kapitel. Ueber diesen kalkartigen Felsen sieht man ein gelbli⸗ ches Erdreich, welches wahrscheinlicherweise ein Tuff— stein ist. Ich habe ihn nicht in der Nähe beobachtet, habe aber dergleichen so oft in ähnlichen Orten gesehen, und es ist so leicht, diesen Stein an seiner Farbe und seinen mit Erde vermischten Trümmern zu erkennen, daß ich nicht glaube, mich darin zu betrügen. Die Berge, gegen welche sich diese Tuffsteine und diese kalkartige Felsen lehnen, bestehen aus blättrigen Felsarten, deren Kern Granit ist. §. 546. Rette der Aiguilles rouges. Diejenigen, welche ihnen entgegengesetzt sind, und auf unserer linken Hand über dem rechten Ufer der Ar⸗ ve stehen, sind auch primitive Felsen; aber hier sieht man an ihrem Fuß keine nachentstandne Felsen(rochers secondaires). Diese Berge, welche gegen Mord— west das Thal von Chamouny umfassen, und die wir von Servoz bis hieher immer linker Hand gesehen ha⸗ ben, sind durch viel weniger hohe Gipfel gekrönt als die von der mittlern oder Hauptkette, aber doch sehr er⸗ haben. Der Breven, von welchem ich oben(g. 5 17.) gesprochen habe, ist einer davon; die andern höͤhern und mehr gegen Morden gelegenen nennet man Ai⸗ guilles rouges, wegen der röthlichen, blättrigen Fel⸗ sen, von welchen sie zusammengesetzt sind. In der Fol⸗ ge werde ich diese Kette von Bergen immer unter diesem Namen anführen. S. 547. Wuh ümht RNN ein gah, se ein df bubath ten Hish Farbeh Ekemney dufstexen us büti 0 bt sud, y Ifer de Yy er hitt sh sen roche en Noth und dienn geschen so ekrönt ab schler⸗ (½⁷79 on höͤhann man M trigenge⸗ Inder gler disen ———————— Von Prieure' nach Valorsine. 239 §. 347.• Argentiere. Man setzt über die Arve, und geht am Fusse die⸗ ser Kette vorüber, indem man Argentiere, das dritte Pfarrdorf des Thales Chamouny, zwey kleine Mei⸗ len von Prieure', auf der rechten Hand läßt. Man sieht den schönen Gletscher, welcher den Namen dieses Dorfes hat, in Form eines Zickzack bis in den Grund des Thals hinabsteigen. §. 748. Merkwürdiger Fels von Sornstein. Am Fusse der Aiguilles rouges, Argentiere gegenüber, habe ich Stücke eines sehr sonderbaren Steins gefunden. Der Grund desselben ist eine rothe, weinfarbige Hornsteinart, mit weißen Blättchen von Glimmer untermengt, und aus unendlich vielen Schich⸗ ten, welche dünner als Papier sind, zusammengesetzt. Zwischen diesen Blättern sieht man eine Menge kleiner, weisser Quarzkörner und Feldspath von der nämlichen Farbe. Diese Körnchen sind hart, aber die Blätter des Hornsteins, welche sie umgeben, sehr weich, und wenn man diese Blättchen anhaucht, geben sie einen sehr starken erdigen Geruch von sich. Wenn die Erde, welche die Grundtheile dieses Steins ausmacht, statt sich in dünnen Schichten anzulegen, sich gesetzt und in eine feste Masse verhärtet hätte, in welcher eben die Krystallen, welche man hier findet, wären zerstreut worden, so wür⸗ de daraus eine Art von Porphyr gebildet worden seyn. §. 549. 240 A1chtes Kapitel. §. 549. Montets. Sobald man bey Argentiere vorübergegangen ist, dreht man sich gegen Nordosten und steigt auf einem jähen und steinigen Wege nach Montets, einem sehr wüsten und ungebauten Paß in die Höhe; kömmt dar⸗ auf durch ein armes Dörfchen, mit Namen Trelefan, und erreicht 3 Viertelmeilen von Argentiere die höch⸗ ste Stelle dieses Weges. Hier theilen sich die Gewäs— ser: die von der nördlichen Seite fallen in die Rhone hinab; und die auf der mittäglichen Seite ergiessen sich in die Arve. Eine kleine Viertelmeile von der höchsten Stelle die⸗ ses Weges sieht man durch ein Thal, welches sich auf der linken Seite öffnet, den beschneyten Gipfel des Buet, welcher dem Giebel eines Dachs ähnlich ist, dessen Ab⸗ hänge nur wenig geneigt sind. Der höchste Theil dieses Passes ist von Bäumen und Wohnungen entblößt, und scheint äußerst wüste: er ist fast aller Orten mit großen und von der Höhe der Ber— ge, welche ihn rechts und links umgeben, herabgeroll— ten Blöcken von aderichtem Granit bedeckt. Gegen die Tiefe aber wird das Land sehr angenehm. Man geht längst einem Bache hin, welcher von der einen Seite von einem kleinen Gehölze von Lerchenbäumen, und von der andern von schönen Wiesen umgeben ist. Weiter am Fuß des Bergs sieht man einen Hügel, der mit wohl bebauten Feldern, und hie und da mit hölzer⸗ nen Häusern, welche die Wohnungen und Speicher der Besitzer dieser Felder sind, besetzt und geziert ist. §. 550. ————— u ö 6 M- ynt ẽ HlH Br h misn f, M WMhhh Hrshe, Hsthoy III nten X üen Waane ssn Sun Surgh Wsrghen agigt sh u shestne foen V lg. sickfnn wenem n uug M l — — ——J—7—F— ...sss. Von Prieure nach Valorsine. 241 §. 550. Poya und Couteraye, Dörfchen, welche zu Wehungenfj Valorsine gehoren. Speicher der Alpenbewoh⸗ auf enn ner. Erhöhung von Couteraye. , Einemsis kommt dn Man braucht zwey kleine Stunden von Argentie⸗ en Trelefn re nach Valorsine; aber wir giengen nicht in das Dorf, iere de sit weil wir von da, um in das Thal, welches auf den die Geah Buet führet, zu gehen, wieder hätten dan die Roh müssen. Unser Vorhaben war, in dem letzten Dörf⸗ ergiesert chen, welches man auf dem Wege dieses Bergs findet, das Nachtlager zu halten. Dasselbe gehört nach Va⸗ lorsine, ist 3 kleine Viertelmeilen davon entfernt, und En Stellt heißt Doya. 055 Als wir dort angelangt waren, sagte man uns, es 1 sey nicht einmal Stroh zu unserm Nachtlager vorhan⸗ Ddssa l den, wir würden aber dergleichen zu Couteraye, ei⸗ nem andern Dörfchen, finden, welches nur eine kleine Viertelmeile gegen Norden von Poya ist. Wir ent⸗ 5• l schlossen uns um so viel lieber dahin zu gehen, weil da ö der Bauer wohnt, welcher mich im Jahr 1776 auf den 40 Buet geführt, und auch dem Herrn Bourrit als Weg⸗ 25 weiser gedient hatte, da er im vorigen Jahr die Entde— „ Ggn ckung dieses neuen Wegs machte. Dieser Mann, wel⸗ . Wn cher sich durch seinen Verstand und in seinem Stande 4 4 sehr seltene Kenntnisse unterscheidet, verdient denen Rei⸗ Habäuman senden empfohlen zu werden, welche auf den Buet stei⸗ nobbenst gen wollen. Er nennt sich Peter Boyon; aber man W0 0 spricht seinen Namen Bozon aus. m acherdr Wir stiegen also von unsern Maulthieren ab, liessen s sie in Poya„ und giengen zu Fuß nach Couteraye, von einem Haufen junger, äuss erst 163 ter und aufge⸗ 3. Mädchen begleitet, für welche der Zweck unse⸗ 6 5%˙ II. Theil. rer 242 Achtes Kapitel. rer Reise, unsere Kleidung, unsere Reden, ja unsere mindesten Bewegungen Gegenstände eines unmäßigen Gelächters waren. Sie leisteten uns mit dieser unun⸗ terbrochenen Freude bis nach Couteraye Gesellschaft; sie hatten uns selbst einen Theil ihrer Fröhlichkeit einge⸗ flößt, bis wir bey unserer Ankunft den Verdruß hat⸗ ten, das Haus unsers Wegweisers, und selbst alle Häuser dieses Dörfchens geschlossen und verlassen zu finden: denn alle Einwohner hatten ihre Sommersitze auf den hohen Viehweiden an dem Abhange des Bergs aufgeschlagen. Wir dungen einen jungen Knaben, da⸗ hin zu gehen und den Wegweiser aufzusuchen, und wäh— rend daß wir auf seine Rückkehr warteten, standen wir viele Kälte aus; unsere dienstfertige Gefährtinnen aber zundeten uns ein großes Feuer in der freyen Luft vor dem Hause des Peter Boyon an, welcher endlich zu— ruckkam, uns sein Haus öffnete, so gut als möglich be⸗ wirthete, und uns gute Betten mit frischem Stroh in seinem Speicher zubereitete. Diese Speicher, oder Regards, wie sie sie in dem Lande nennen, sind kleine, gänzlich von den Häusern abgesonderte Gebäude, um vor Ratzen und Feuers⸗ brünsten mehr gesichert zu seyn. Sie sind von dicken Dielen aus Lerchenbäumen aufgebaut, mit vieler Festig⸗ keit und Genauigkeit zusammengefügt, und zwey oder drey Fuß über dem Boden durch Pfeiler, auf welchen große steinerne Platten liegen, gestutzt, damit die Ra⸗ tzen, welche längst den Pfeilern hinauf klettern, nicht den Fußboden benagen, und in das Innere des Ge⸗ bäudes dringen können.“) Die Einwohner der Ber⸗ ge „ Man rrifft dergleichen Speicher in den Alpen fast aller Orten an, und Scheuchzer hat, ihrer Bequemlichkeit und Sicherheit wegen, in seinen Itineribus alpinis eine Abbildung davon gegeben. I— n, su U 8 unmäßse t diser um Gsthz Hlchketty Vadnite nd sehjeh d velaffnn e Somna De Kaabej K hen, Aubnh „ stardnn ahrinmmh eyen asty er ensg/ 5 mög hem Eachl e steseid den Hüst und Sum d oon diäh vieler Fest d wey ode auf welhe mnit die x ltern, nic ran des Hl er der d 0 si dl umuchit Ipiö 1 Von Prieure' nach Valorsine. 243 ge erhalten in diesen Speichern ihr Korn, ihren Vor⸗ rath, und alles, was sie kostbares haben. Die große Ermüdung machte, daß wir unsere Bet⸗ ten vortrefflich fanden, und bis zum Ausbruche des Tages, dessen vollkommene Hiterkeit uns zu unsrer bevorstehen⸗ den mühvollen Reise neuen Muth einflößte, in bester Ruhe schliefen. Zwey hier, in dem Hause unsers Wegweisers, durch Herrn Pictet gemachte Beobachtungen mit dem Barometer geben dem Dörfchen Couteraye eine Höhe über den Genfersee von 483 Klaftern, oder 67¹ über das mittelländische Meer. 2 Neun⸗ 244 Neuntes Kapitel. IIITITTITTTTTTTT Neuntes Kapitel. Von Valorsine auf den Gipfel des Buet. §. 551. Einleitung. Dieser Berg, dessen runden, und immer mit Schnee bedeckten Gipfel man von Genf aus zwischen den Voirons und dem Mole sieht, ist in der gelehrten Welt durch die Versuche des Herrn de Luc berühmt geworden. Man muß in dem zweyten Theil seiner Ke— cherches sur les modifications de atmosphere*) den interessanten Bericht von der Mühe und den Gefahren lesen, welche er zu überwinden hatte, um auf den Gi— pfel dieses hohen Berges zu gelängen. So wie man indessen dem Herrn de Lusc die erste Kenntniß dieses Berges zu danken hat, so ist man auch dem Herrn Bourrit wegen des Weges, welchem wir dahin folgten, verbunden; denn er ist in der Nachbar⸗ schaft von Chamouny, auch sicherer, leichter und be⸗ quemer, als der, den Hr. de Luc genommen hatte. Herr Bourrit hat auch in seiner Deseription des aspeets du Montblanc einen Bericht von der Entdeckung dieses neuen Weges und den auf dem Gipfel des Berges sich öffnenden Aussichten bekannt gemacht. Da aber diese beyden Herren in demjenigen, was sie bisher hierüber der Welt mitgetheilt,—— den Uet „ Sowohl dieses Werk, als auch die in demselben befindli⸗ che Beschreibung der Reise des Hrn. Verfassers besonders, sind ins Deutsche übersetzt worden. Die letztere findet man in dem zweyten Stück der Beyträge zur Naturge⸗ schichte des Schweizerlandes. W. — 05 oh I man el Dat L 0N N det I shesh n gch ekwarde anges ur wͤcher hid, f Berard de Ha Des nn Kdurch; Mag wohges k NS 22.— + DDEDe. Reise von Valorsine auf den Buet. 245 —6— it Buet selbst, noch die Aussicht, welche man von seinem Gipfel hat, in Absicht auf die Theorie der Erde betrach⸗ ů tet haben, und derselbe in Absicht auf diese Gegenstän⸗ des Bu de ganz neu ist, so wird dies nun vorzüglich der Zweck meiner Untersuchungen seyn. Ich habe schon gesagt, daß wir, um uns dem Fus⸗ se des Bergs zu nöhern, auf Couteraye, ein Dörf⸗ chen, welches zu Valorsine gehöret, gekommen, um da über Nacht zu bleiben. Wir reiseten von da den 13 nit Sin Julius bey anbrechendem Tage auf unsern Maulthie⸗ wihnd ren ab; denn ob man sich gleich derselben nicht weiter der Rch als zwey kleine Meilen bedienen kann, so ist diese Er⸗ luc Haihn sparung der Mühe doch keineswegs zu verachten, da Wutte man eine so beschwerliche Tagreise vor sich hat. molphere) ö denGiihn§. 552. af duh Der Trient oder das Wässer von Berard. Thal von Berard. Aderichter Granit mit Quarz⸗ uc dee a nieren st mmah welchem tt Man geht zuerst einem Waldstrome nach, der in er Machhrr der Tiefe eines Schlundes zwischen Granitfelsen einen ler und he sehr schönen Fall macht, und von großen, daselbst ste⸗ men halt cken gebliebenen Granitstücken zertheilt und in Schaum desaspech verwandelt wird. Bald darnach kömmt man in ein kungdiest enges und ungleiches Thal, aus welchem dieser Fluß, Drrges sh welcher Trient oder das Wasser von Berard genennt wird, herströmt. Dieses Thal leitet auf den Col de gen, ut Berard, über welchen man von Valor sine nach Sixt pedet dn oder Passy geht. Bun Dieses Thal, dessen Hauptrichtung von Ostnord— ö ost gegen Westsüdwest geht, ist bey seinem Eingan⸗ bftb ge durch zwey hohe Berge eingefaßt, deren einer gegen S Mittag das äusserste Ende der Kette der Aiguilles Iurfr. rouges bildet,(H. 546.) und der andere gegen Nor⸗ RMurhi 3 den ——————'.. emä ́⸗———————————— 246 Neuntes Kapitel. den der Berg von Loguia genennt wird. Diese bey⸗ ö den Berge bestehen aus einer adrichten mit Quarznieren durchsetzten Gränitart. Diese Nieren oder Rester kom— men in ihrer Bildung einer Linse sehr nahe; ihr größ⸗ ter Abschnitt ist ein Zirkel, und der kleinste, welcher den andern in geraden Winkeln abschneidet, macht mit sei⸗ daed nen äussersten Enden ein spitziges Oval. Diese linsen⸗ 00 förmige Nester liegen zwischen den Blättern der Stein⸗ h art flach, und untereinander gleichlaufend. Wenn nun Hnibe Blöcke von dieser Steinart, wie das oft geschieht, in uungt einer gegen ihre Schichten senkrechten Richtung gebro⸗ Walle chen sind, so sieht man außen an ihrem Bruche die uu Durchschnitte dieser Nieren, welche sich darin gleichsam in uuh als eyrunde weiße Augen zeigen, die unter sich parallel, Muachl 8 bis 10 Linien lang, und oft viel kleiner sind. Shn Hc Aus dieser Felsart bestehen die Berge, welche den Eingang dieses Thals umringen, wo sie in dem Berge Loguia in Schichten oder großen Blättern geordnet erscheint, die fast senkrecht gegen den Horizont stehen. NNO Aber mehr vorwärts in dem Thale erscheinen die Schich⸗ Stllt ten der Berge rechts und links in sehr großer Unord⸗, nung. Im Man geht auf einer schlechten hölzernen Brücke üͤber anhem den Trient, und ersteigt hernach auf einem sieilen MN Wege eine von ungeheuren Blöcken eben dieses aderich⸗ HUhnsh ten Granits mit Quarzaugen zusammengesetzte Höhe. It. H Diese Blöcke, deren Winkel alle scharf und ganz sind, uht en scheinen durch den Bruch und das Sinken eines Bergs Uuvt in dem nämlichen Orte, welchen sie nun einnehmen, ge⸗ u bildet worden zu seyn. Muen le öb! uuchh x 6. 553. Dusß th Wlanrn LMeerth, z iht giß „welhrz nacht mi j iese tz der S Wimmn geschieh, htung ghz Buty rin glechen schpun stnd. „wlhey dem Bm ern geordy rizont sihn ndie S ßer Uuntz Brickeih nem sieiln ses aderth she Hl gam ss ins Busß uhmnn e V ———— DꝑꝑP;;PFP‚rfTfTTT?'T TDTBZTBTKTRTRTRTHT—TDT—T—TPT—TDTDTD*—*— Reise von Valorsine auf den Buet. 247 §9. 553• Schneegewölbe über dem Trient. Auf diesem Wege sahen wir unter unsern Füssen die Ueberbleibsel einer großen Schneelauwine, welche das Bette des Trients überschüttet, und unter welcher die⸗ ser Fluß sich nachher einen Weg geöffnet hatte. Der obere Theil dieser Schneelauwine bildet noch ein leichtes Gewölbe, welches von einem Ufer des Flusses bis zum andern geht. Im Jahr 1775 sahe ich in dem obern Wallis eben dergleichen, aber ungleich größere Schnee⸗ bogen, weil sie sogar über die Rhone giengen; sie wa⸗ ren auch so fest, daß die Reisenden und die belasteten Maulthiere auf diesen Brücken von hart gewordenem Schnee über die RKhöne giengen, ohne daß man einige Gefahr zu befürchten hatte. 9. 574• Zwey Wege, die man wählen kann. Bleyerz. Steiler Abhang von Schnee. Pierre a Be⸗ rard, wo man die Maulthiere zurückläßt. Immer dem Laufe des Trient folgend, köͤmmt man hierauf über eine kleine ovale Fläche, in der Länge von 10 Minuten; worauf man durch einen Wald von Lerchenbäumen geht, der auf dem Abhange des Berges liegt. Gleich beym Ende dieses Waldes findet man rechts einen steilen und mit Gras bewachsenen Abhang, über welchen ich im Jahr 1776 gieng. Dieser Weg ist der kürzeste; aber man muß ihn ganz zu Fuß machen. Da uns unsere Wegweiser versprachen, daß wir noch eine halbe Meile zu Pferde würden machen können, und daß nachher der Weg, den wir zu Fuß zu machen hät⸗ ten, angenehmer und leichter sey, so folgten wir ihrem 84 Rathe, 248 Neuntes Kapitel. Rathe, und setzten unsere Reise durch den Grund des Thals Berard weiter fort. Bald darnach giengen wir über Schnee vom vori⸗ gen Winter, welcher noch nicht geschmolzen war, und sahen lincks über unserm Haupte die kleinen Gletscher, welche von der Hinterseite der Aiguilles rouges her⸗ absteigen. Unser Wegweiser, Peter Boyon, sagte, der Berg rechter Hand, den er Oreb nennet, enthalte ein Bleyerz, oder einen kleinkörnigen Bleyglanz, von wel⸗ chem er selbst mehrere Centner herausgegraben habe. Die Materie dieses Bergs scheint ein Hornstein zu seyn. Weiterhin hatten wir einen sehr steilen Abhang von Schnee zu besteigen. Einige von uns verließen sich auf ihre Maulthiere; andere stiegen ab, und diese Par⸗ they ist die klůgste: denn oft, ungeachtet der Stärke und der Geschicklichkeit dieser Thiere, sinket der Schnee un⸗ vermuchet unter einem ihrer Füsse; dann fallen sie nie⸗ der und setzen ihren Reiter dadurch in Gefahr. Auf der Höhe dieses Abhangs von Schnee entdeck⸗ ten wir zu unserer rechten Seite den nun durch die Stra⸗ len der Sonne beleuchteten Gipfel des Buet, welcher sich uns so deutlich zeigte und so nahe zu seyn schien, daß diejenigen, welche an die durch die Durchsichtigkeit der zuft auf den Bergen verursachten Blendungen nicht ge⸗ wohnt sind, nicht glauben können, daß man noch so viele Mühe brauche, um dahin zu gelangen. Nachdem wir endlich in einem kleinen Schritte auf unsern Maulthieren noch zwo Stunden lang fortgeritten waren, so langten wir bey dem Pierre a Berard an, der ein großer, flacher, von dem Berge klosgemachter Fels ist, unter welchem man einen Stall für zwanzig Kühe, Betten für die Hirten, und alles Zubehör zur Verfertigung des Käses angebracht hat. Hier mußten wir unsere Maulthiere zurücklassen, und den 95 des Wegs 8—7804 ——————. Van M H —.. ————————— g——t .———————.— Reise von Valorsine auf den Buet. 249 an Gun Wegs zu Fuß machen. Doch behauptete unser Weg⸗ u von u weiser, daß er mit einem Esel oder einem kleinen sehr zn wan sicheren Maulthiere einen Mann bis an den Gipfel füh⸗ nen Halz ren könnte; aber er müßte doch einen großen Umweg rouhe machen. §. 555. Ygte, F. „ Ri Grasichte Abhänge zwischen abgerundeten Sel⸗ m, vn sen. Structur 7 Felsen. Die Table au benhabe d Chantre. asen Wir fiengen an zwischen Felsen hinauf zu steigen, dlen W deren Gipfel, wo sie aus der Erde hervorgehen, ohne Swerlehni Zweifel durch die Einflüsse der Luft und durch das Rei— nodffe⸗ ben des Schnees, der Steine und der Erden, welche thih von der Höhe des Bergs herabfallen, abgerundet wor⸗ Schnen den. Die Räume zwischen diesen Felsen sind mit Gras sallen sent bewachsen, und die Ungleichheiten des Bodens mach— he. ten unsern Marsch, ungeachtet des steilen Abhangs, si— chnee entbet cher: denn wenn der grüne Rasen flach, hart und schlü⸗ ich die Sty pfrig wäre, wie man dergleichen oft auf den Bergen lUet, vuche antrifft, so würde man da zu gehen viele Mühe haben. schien, di Die obersten Theile dieser Felsen sind immer von hligleit de adrichtem Granit, welchen ich oben(§. 552.) beschrie⸗ n nicht ge ben habe. Man unterscheidet ihre Structur nicht all⸗ nan noch s zeit deutlich; unterdessen sah ich nach einer Stunde We— ges einige, welche augenscheinlich von beynahe senkrech— ctitte a ten Blättern oder Schichten zusammengesetzt und von fortheriln Nordnordost gegen Südsüdwest gerichtet sind: ei— verorda ne Richtung, die die allgemeinste zu seyn scheint. Doch Sgemah giebt es auch Schichten, die nach einer etwas verschie⸗ ir unz denen Richtung gekehrt sind; besonders sah ich einige bhn hier, welche von Nordnordwest gegen Südsüdost lau⸗ muhn fen, und folglich mit den vorhergehenden einen Win⸗ Hf kel von 45 Grad machen. WI 5 Nach 250 Neuntes Kapitel. Nach zwey Stunden eines fortgesetzten, aher nicht zu sehr beschleunigten Marsches gelangten wir an den Fuß eines Felsen, auch von aderichtem Granit, dessen Grundfläche natüͤrliche Bänke formirt, die den Reisen⸗ den einzuladen scheinen, um da auszuruhen. Herr Bourrit, der hier bey seiner ersten Reise sein Mittags⸗ essen einnahm, hat diesem Orte seinen Namen zurück— gelassen, und die Wegweiser nennen denselben von ihm la Table au Chantre.*) §. 556. Erste Kalkfelsen. Zwanzig Minuten höher fanden wir die ersten Kalk⸗ felsen, welche sich gegen die primitiven Felsen, die wir eben verlassen hatten, abwärts senkten und anlehnten. Sie erheben sich gegen Ostsüdost, und machen mit dem Horizont einen Winkel von 24 bis 25 Grad. Ich beobachtete im Jahr 1776 die Verbindungen, welche man zwischen diesen nachentstandenen Felsen(Ro- cliers secondaires) und den Graniten findet; ich hoff⸗ te sie auch dieses Jahr wieder zu sehen: aber der Schnee verdeckte den ganzen Grund des Erdreichs, und ließ nur einige der obersten Theile der Felsen wahrnehmen, wel⸗ che sich hier und da über den Schnee erhoben. Unterdessen will ich, weil diese Verbindungen oder Uebergänge meiner Meinung nach für die Theorie der Erde sehr wichtig sind, bey dem Herabsteigen, so, wie ich sie in dieser ersten Reise gesehen habe, beschreiben. Von 29 Hr. Bourrit ist Cantor(Chantre) der Kathedralkirche zu Genf. W. ‚— ih. Rehst autwid denseb is J nach Desn Hlckn macht ur G. Schnre den B uben, niht 1 dupur scet Immer st in ss. s m auf Chahm ist eine sihe de ...— E.:.?:.— Reise von Valorsine auf den Buet. 251 u, aher 1 Wn Von hier bis auf den Gipfel geht man immer ent⸗ hanit, n weder auf langen Stücken kalkichter, zerstörter und auf 2 de Rash ihrer Oberfläche zerbrochener Felsen, oder auf Schnee, ihen 0 der die Zwischenräume dieser Stücke ausfüllet. Ken Mitz Tumen zut 9. 887. Abenuunsh Weg auf dem Schnee. Man wird vielleicht gläuben, es sey sehr beschwer⸗ lich, einen Berg über die mit Schnee bedeckten Abhän⸗ ge hinan zu klettern; und das ist wahr, wenn der Sehnee entweder zu hart oder zu weich ist. Wenn man aber denselben gerade so weich antrifft, daß er den Eindruck die estergeh des Fusses, ohne einen sinken zu lassen, erhält, so esen, de macht er im Gehen die vortheilhafteste Stütze aus. llehnten. E Dieser Schnee läßt sich dann unter dem Fusse nieder⸗ hen nit x drücken, nimmt genau die Gestalt desselben an, und ad. macht nachmals den nothwendigen Widerstand, um ihm abid zur Stütze zu dienen. Darin unterscheidet sich der e Schnee von dem Sand und der Asche der feuerspeyen⸗ den Berge, welche ungemein ermüden, weil sie nach⸗ detz ih e geben, und in dem Augenblick, da sich der Fuß be⸗ rSchn muht, den Körper vorwärts zu bringen, ausweichen. und lehm Der zu weiche Schnee verursachet die nämliche Schwie⸗ hmen, vi rigkeit. Wenn man ihn aber ganz hart fände, wie er . immer sehr früh Morgens nach hellen und kühlen Näch⸗ ten ist, so würden die steilen Abhänge nicht nur beschwer⸗ durge 0 lich, sondern auch sehr gefährlich seyn; man könnte als⸗ Dau dann auf dieselben nur in starken mit Eisen beschlagenen , Schuhen oder mit Haken klettern, oder man müßte schrabin mit einem eisernen Instrument Treppen auf der Ober⸗ V fläche desselben aushöhlen. bonit §. 558. — ———— 252 Neuntes Kapitel. §. 358. Baken der Gemsenjäger. Ihre Unbequemlich⸗ keit. Bequemere Haken. Die Haken oder Fußeisen, deren sich in unsern Alpen die Gemsenjäger bedienen, bestehen aus zwey Stängchen von Eisen, welche parallel, einer Fußbrei⸗ te lang, und zwischen sich an ihren Enden durch zwey verticale Halbzirkel vereinigt sind, in deren Zwischen⸗ raume der Fuß befestigt ist, den man mit ledernen Rie⸗ men über die Mitte des Fusses anbindet. Jedes dieser zwey eisernen Stängchen ist an seinem Ende mit einem Stachel bewaffnet, so daß der an diesem Insirument befestigte Fuß in der Mitte auf diesen zwey Stängchen, und diese auf den vier Stacheln oder Haken, welche sie an ihren Enden haben, ruhen und fest stehen. Diese Haken sind sehr gut, um auf dem Schnee oder auf dem grünen Rasen zu gehen, aber auf den Fel⸗ sen sehr unbequem, weil das ganze Gewicht des Kör— pers durch die Mitte des Fusses auf diese kleinen eiser⸗ nen Stangen fällt, welche wegen der Stacheln, mit denen sie versehen sind, höͤher werden; und weil dieser Theil des Fusses gemeiniglich durch die Höhe des Absa⸗ hes gesichert ist, so ist er sehr zart, daß also diese Stan⸗ gen, welche denselben sogleich drucken, denjenigen, wel⸗ che nicht daran gewöhnt sind, unerträgliche Beschwer⸗ den und Schmerzen verursachen. Ueberdem steht der Korper auf diese Weise auf der Mitte des Fusses im Gleichgewichte, und bewegt sich gerne bald hin bald her, welches in gewissen Umständen sehr gefährlich seyn kann. Ich habe mich doch dieser Haken, ungeachtet ihrer Un⸗ bequemlichkeiten, so lange bedient, bis ich andere er⸗ funden habe, die ich jetzt beschreiben will. Ich habe bemerkt, daß starke mit Nägeln beschla⸗ gene Schuhe, wie ich sie trage, und dergleichen 29 au gie⸗ Dieser Winem ment IDise ybsa⸗ Nan⸗ Naoet 2et: der im her, Oann. Cn⸗ hla⸗ man auf Wd.. 0..... dae=Kieie, Fle, Zhdlefe. ee, Le,. 22 auf den⸗ sind, m und weiů wenn so somache! süt, d welches! nen Nill Din diser ⸗ ben C Wsch d) sung ven stätt. L sung an bey Bul Fußeisen le ich in faßb, d Riemen bunden men, u ihn in se an den anschwei bohren, gen die jemen ndere g angemat machen, uc mzuneht biy mert indem et Reise von Valorsine auf den Buet. 253 auf den hohen Bergen nothwendig haben muß, genug sind, wenn nur der Absatz mit Stacheln versehen ist; und weil diese Stacheln nicht fest genug seyn würden, wenn sie nur in den Schuhen selbst festgemacht wären, so mache ich sie an einem flachgeschlagenen eisernen Bande fest, das den Absatz des Schuhes genau einschließt, und welches man nach Belieben wegnehmen oder mit leder⸗ nen Riemen fest anbinden kann. Die ate Figur der dritten Kupfertafel stellet einen dieser Haken mit ledernen Riemen vor. Die Buchsta⸗ ben 5 CO zeigen den eisernen Rahmen an, welcher den Absatz des Schuhes umfaßt, und unten mit einer Einfas⸗ sung versehen ist, auf welche sich der Rand des Schuhes stätzt. Drey Stacheln von Eisen sind unter dieser Einfas⸗ sung angebracht, einer hinten bey C, und die zwey andern bey Bund Dan den zwey Ecken des Absatzes. An den ersten Fußeisen, welche ich nach dieser Erfindung machen ließ, hat⸗ te ich in dem eisernen Rahmen, welcher den Absaß ein⸗ faßt, drey Oeffnungen anbringen lassen, wo lederne Riemen durchgiengen, womit er auf dem Fuß ange⸗ bunden ward. Aber ich erfuhr gar bald, daß die Rie⸗ men, welche sich über den Vorderfuß zusammenzogen, ihn in seinen Bewegungen sehr hinderten. Ich ließ also an den Haken zwey eiserne Stängchen, B 4 und D E anschweißen, und sie an ihren äußersten Enden durch⸗ bohren, um die Riemen durchzubringen, und sie ge— gen die Schuhschnalle vorwärts zu tragen. Der eine Riemen endigt sich an einer kleinen Schnalle y, und der andere geht über den Fuß und wird an dieser Schnalle angemacht. Ferner, um den Haken von hinten fest zu machen, ist der eiserne Rahmen, welcher den Absatz umfasset, bey u durchbohrt, um einen dritten Riemen anzunehmen, welcher sich bis an die Höhe des Schuhes bey n erhebt; hier geht ein vierter Riemen durch, welcher, indem er um den Absatz läuft, bey einem seiner äußer⸗ sten 254 Neuntes Kapitel. sten Enden an dem einen der ersten Riemen E ange— näht und bey seinem andern Ende an einer Schnalle!: festgemacht wird, und bey dem andern äußersten Ende dieses nämlichen Riemens E angeheftet ist. Seit sieben oder acht Jahren, da ich Gebrauch von diesen Fußeisen mache, habe ich sie immer sehr sicher und bequem gefunden; mehrere Personen, die sich nach dem Modell der meinigen dergleichen haben machen las⸗ sen, sind sehr damit zufrieden gewesen; und weil sie im Gehen gar keine Hinderniß verursachen, so befestigt man sie an die Füße, wenn man auch, genau genommen, derselben nicht vonnöthen hat, weil man auf ihnen mit mehr Sicherheit und Geschwindigkeit gehet. Als wir aber auf die Höhe des Buet stiegen, hat⸗ ten wir deren nicht nöthig. Der erste Schnee, den wir antrafen, hatte die gute Härte der Consistenz, von welcher ich anfangs gesprochen habe; und gegen Mittag hatte ihn die Hitze der Sonne dergestalt erweicht, daß wir bis auf die Knie hineinsanken: dies machte unsere letzten Bemühungen, um auf den Gipfel zu gelangen, sehr beschwerlich. §. 559. Sonderbare Wirkungen der verdünnten Luft auf die Muskelkräfte. Sie erschöpfen sich sehr geschwind; aber sie werden mit der nämlichen Geschwindigkeit wieder ersetzt. Einschläfe⸗ rung, als eine zweyte Wirkung von der verdünnten Luft. Die Steilheit des Abhangs der hohen Gipfel, und die zu große Weiche, oder zu große Härte der Oberflä⸗ che des daselbst befindlichen Schnees, sind nicht die ein⸗ zigen dengz list moseh Kral wenix ermis! hen I so uoe zu vort selbsyã fortfu⸗ —.— men I h ner Schunh dußerste stenih 9 Gebnuchg imer sihr sty n, die scht ben machn und wellsey so befelthnn rau genong auf ihmn he. t stiegen, x Schna, x Lonsssten, x gegen Maz erweicht, machte untt z Rlatgg nnten Lf fen sichst namlihg Einschlo 0 v0n G der Oufß nicht de 0 I — Reise von Valorsine auf den Buet. 255 zigen Ursachen der Mühe, welche man beym Hinanklet⸗ tern auf dieselben auszustehen hat; die Dünne der Luft, so bald man über die Höhe von 13 bis 14 hundert Klaf⸗ tern über die Fläche des Meeres hinauf gekommen ist, bringt auf unsere Körper die merkwürdigsten Wirkun— gen hervor. Die eine von diesen Wirkungen ist, daß sich die Muskelkräfte mit einer ungemeinen Geschwindigkeit er⸗ schöpfen. Man könnte diese Erschöpfung der einzigen Ermüͤdung zuschreiben; und das ist die Meinung des Herrn Bouguer gewesen, welcher diese Erscheinung auch wahrgenommen, da er die Cordilleras bestieg. Aber das, was die Art der Ermüdung, welche man auf den großen Höhen erfährt, unterscheidet und charakte⸗ risirt, ist eine gänzliche Erschöpfung, eine absolute Un⸗ möglichkeit, seinen Marsch fortzusetzen, bis die Ruhe die Kräfte wieder ersetzt hat. Auf der Fläche oder auf den wenig erhabenen Bergen wird ein Mann selten so sehr ermüdet, daß er ganz außer Stande wäre weiter zu ge⸗ hen; aber auf einem hohen Berge wird man bisweilen so müde, daß, um selbst die augenscheinlichste Gefahr zu vermeiden, man nicht vier Schritte, oder vielleicht selbst nicht einen mehr machen könnte. Denn wenn mau fortfährt sich weiter anzustrengen, so wird man von Herzklopfen und so schnellen und starken Schlägen in allen Pulsadern überfallen, daß man in Ohnmacht sin⸗ ken würde, wenn man zu steigen fortführe. Die zweyte Beschaffenheit, wodurch sich die son⸗ derbare Art von Ermüdung auszeichnet, besteht darin, daß die Kräfte eben so geschwind, und dem Anscheine nach eben so vollkommen wieder ersetzt werden, als sie erschöpft worden sind. Der einzige Stillstand der Be⸗ wegung, selbst ohne daß man sich niedersetzt, scheint in drey oder vier Minuten die Kräfte so vollkommen wie— der herzustellen, daß man, indem man sich wieder auf den Weg ——— 256 Neuntes Kapitel. Weg begiebt, glaubt, man werde nun in einem Athem bis auf den Gipfel des Berges steigen. Auf der Ebe— ne aber wird eine so große Ermüdung, wie jene, von der wir jetzt geredet haben, nicht mit solcher Leichtig⸗ keit gehoben. Eine andere Wirkung dieser dünnen Luft ist das Ein⸗ schläfern, welches sie verursacht. Sobald man einige Augenblicke auf diesen großen Höhen ausgeruht, so fühlt man, wie ich schon gesagt habe, seine Kräfte gänzlich wieder ersetzt; der Eindruck der vorhergehen⸗ den Ermüdungen scheint selbst gänzlich ausgelöscht zu seyn; und doch sieht man, daß alle diejenigen, welche sich nichts zu thun machen, ungeachtet des Windes, der Kälte und der Sonne, oft in den unbequemsten Stel⸗ lungen in wenigen Augenblicken vom Schlaf überfallen werden. Ohne Zweifel verursacht die Ermüdung, selbst auf den Ebenen, den Schlaf; aber nicht mit einer so großen Geschwindigkeit, insonderheit wenn sie gänzlich vergangen zu seyn scheint, wie auf den Bergen zu ge— schehen pflegt, sobald man nur einige Augenblicke aus⸗ geruht hat. Diese Wirkungen der verdünnten Luft haben mir sehr allgemein geschienen. Einige Personen sind ihnen weniger unterworfen; zum Beyspiel, die Einwohner der Alpen, welche in dieser dünnen Luft zu leben und zu handthieren gewohnt sind, scheinen wenig dadurch be⸗ schwert zu seyn: aber doch entgehen sie ihrer Wirkung nicht gänzlich. Man sieht, daß die Wegweiser, welche auf den Untertheil der Berge zwey Stunden nach einander, ohne sich aufzuhalten, steigen können, doch alle hundert oder zweyhundert Schritte gezwungen werden, anzuhal⸗ ten, um wieder zu Athem zu kommen, so bald sie auf einer Höhe von vierzehn oder funfzehn hundert Klaf⸗ tern sind. Und sobald sie sich einige Augenblicke aufhal⸗ ten, sieht man sie auch mit einer erstaunenden Geschwin⸗ digkeit 7 dokel sern /e Sonis Schat qnetol⸗ Jach: hsch l ken. shliefe Scn ichen sit e der MäR Höhih Ohnna hfindls achtet sie ins men sa 6 Herr, die Dr auf ds doch ih lichte kn, s. lern ii hangt ich ft sen gre noch d 1. einem Uhn Auf de Gh wie sere, scche dähh hutisthurdz ald munestz ausgeriht, sine His vorherghhn ausgelsttj igen, ith s Wudeh u uemsten S⸗ Hlaf ibafth mudunz ss ht mit ein nn sie ginsh Bergen zx Renblik a uft haben uů n sind ihnn e Einwohnn ju leben ur 3 daducchh⸗ Dirkurgnth „ welchee ach einande, Lalle hunder eu„ mnihtz hald seaf undett Kos Hlckaf NHschvin dhlat —— *—:—— —— IIFIFTTTTTTTTT.TWTDTMTNTAT— Reise von Valorsine auf den Buet. 257 digkeit in Schlaf fallen. Einer von unsern Wegwei⸗ sern, welchen wir auf der Höhe des Buet mit einem Sonnenschirm in der Hand stehen ließen, damit er Schatten mache, während Herr Trembley den Ma⸗ gnetometer beobachtete, schlief alle Augenblicke ein, un⸗ geachtet der Bewegungen, welche wir machten, und welche er selbst machte, um diesen Schlaf zu unterdrü⸗ cken. Und bey meiner ersten Reise auf den Buet schlief Peter Simon, welcher sich in einer Spalte von Schnee verbarg, um sich vor einem uns sehr beschwer⸗ lichen, kalten Nordostwinde zu verwahren,‚ ganz fest ein. Es giebt aber Temperamente, welche diese Di der Luft noch viel stärker beschwert. Man Vumreh Männer, die sonst sehr stark sind, auf einer gewissen Höhe beständig von Ekel, Erbrechen, und selbst von Ohnmachten überfallen werden, worauf ein fast unem⸗ pfindlicher Schlaf folgt. Und alle diese Zufälle, unge⸗ achtet der fortgesetzten Ermüdung, hören auf, sobald sie im Herabsteigen wieder in eine dickere Luft gekom⸗ men sind. Glücklicher Weise für den Fortgang der Physik wird Herr Pictet nicht bis zu diesem äußersten Grade durch die Dünne der Luft beschwert; doch wird er es mehr als viele andere: denn ob er schon sehr stark, hurtig, und auf die Berge zu klettern wohl geübt ist, so W1 er doch immer von einer Art von Beklemmung, von einer leichten Ueblichkeit, und einem gänzlichen Ekel überfal⸗ len, sobald er auf die Höhe von ungefäͤhr 1400 Klaf⸗ tern über das Meer hinauf kommt. Was mich anbe⸗ langt, so empfinde ich keine andere Wirkung, als daß ich öftrer auszuruhen verbunden bin, wenn ich auf die⸗ sen großen Höhen steile Abhänge besteige. Ich machte noch den Beweis davon bey dieser letzten Reise auf den II. Theil. R Buet. !E RRRRR— jAAIII——. 258 Neuntes Kapitel. Buet. Als wir den mit weichem Schnee bedeckten Ab⸗ hang, welcher den Berg bekrönt, hinankletterten, konn⸗ te ich durchaus nicht mehr als funfzig Schritte nach ein⸗ ander, ohne anzuhalten, machen; und Herr Picter, welcher diese Wirkung der dünnen Luft noch mehr em⸗ pfand als ich, zählte seine Schritte, ohne mir es zu sa— gen, und fand, daß er deren nicht mehr als 40, ohne frische Luft zu schöpfen, machen konnte. §. 560. Diese Wirkungen kommen nicht vom schweren Athemholen. Man möchte vielleicht geneigt seyn, diese Wirkun⸗ gen der Schwierigkeit Athem zu holen zuzuschreiben: denn es scheint natürlich, daß diese dünne und leichte Luft die Lunge nicht genug erweitere, und daß die Werk—⸗ zeuge zum Athemholen zu sehr angestrengt werden, um diesen Mangel an Erweiterung zu ersetzen; oder man könnte glauben, daß, da das Amt dieser Lebensverrich⸗ tung nicht vollkommen erfüllt werde, das Blut, zufol— ge der Lehre des Herrn Priestley, sich nicht genugsam von seinem Phlogiston entlade, und die ganze thierische Einrichtung darüber in Unordnung käme. Aber das, was mich überzeugt, daß die wahre Ursache dieser Wir⸗ kungen keineswegs hierin zu suchen sey, ist, daß man sich wohl ermüdet, aber nicht engbrüstig fühlt: denn wenn die Beschwerlichkeit, einen steilen Abhang zu bestei⸗ gen, das Athemholen kürzer und mühvoller macht, so läßt sich diese Unbequemlichkeit auf den niederen Bergen sowohl als auf den hohen empfinden, und verursacht uns doch keineswegs, wenn wir auf diese niedern Ber⸗ ge klettern, die Wirkung, welche wir auf den sehr ho⸗ hen erfahren; und wenn man übrigens ruhig ist, so schöpft 2 shipte Berg schein nes 28 den eE inmei visde A E 96 kungm die Ar sachete heit, leben/e ses G51 nomien am U53 Korpenn Zll in⸗ Zol dis schuhesz Gran uf dit: Pfund! bon 10. von miiz Druck 12 Um et, W. nuß, ——— bedeckenz ltetten, kun, rite rch h Herr Dia och mihr g mir es u als 4⁰ m schwan diese Vits Wzuschtuhh ne und Hü daß die V werden, u ; odet nu Lebensherrt Buul, uf cht genugs je thietitz aber daß ieser Wi „ daß un fihlt: den angiu bist maht/E Nren Bachl d vsat niedern Vr⸗ dansch HN V 2 Reise von Valorsine auf den Buet. 259 schöpft man mit der größten Leichtigkeit auf diesen hohen Bergen Athem. Endlich, und diese Betrachtung scheint mir entscheidend zu seyn, wenn ein unvollkomme— nes Athemholen diese Entkräftung verursachte, wie wür— den einige Augenblicke genossener Ruhe, da man doch immer die gleiche Luft schöpft, die Kräfte so vollkommen wieder ersetzen können? §. 56r. Es ist vielmehr die Verminderung des Drucks der Luft auf die Gefäße. Ich wäre vielmehr geneigt zu glauben, diese Wir⸗ kungen müßten einer Erschlaffung der Gefäße, die durch die Verminderung der drückenden Kraft der Luft verur— sachet worden, zugeschrieben werden. Die Gewohn— heit, durch das Gewicht der Atmosphäre gedrückt zu leben, macht, daß wir nicht viel an die Wirkung die— ses Gewichts und seinen Einfluß auf die thierische Oeko— nomie denken. Wenn man unterdessen erwäget, daß am Ufer des Meers alle Puncte der Oberfläche unsers Körpers mit dem Gewicht einer Quecksilbersäule von 28 Zoll in der Höhe belastet werden, und daß ein einziger Zoll dieses Fluidums auf der Oberfläche eines Quadrat—⸗ schuhes einen Druck von 78 Pfund, 1 Unzen und 40 Gran nach gutem Gewicht ausübt; daß folglich 8 Zoll auf dieser nämlichen Oberfläche den Druck von 2203 Pfund und 6 Unzen machen, und also eine Oberfläche von 10 Quadratschuhen, wie man sie bey einem Mann von mittelmäßiger Gröze gemeiniglich annimmt, den Druck eines ganzen Gewichts von 22033 Pfund und 12 Unzen zu tragen hat; wenn man, sage ich, erwä⸗ get, was aus der Wirkung dieses Gewichts entstehen muß, so wird man einsehen, daß es alle Theile unsers + 7 Kör⸗ ——*————— ——————————————————————————————————————.—————— 260 Neuntes Kapitel. Körpers zurücktreiben, daß es, so zu sagen, sie näher an einander bringen, und die Gefäße zusammendrücken muß, daß es die Schnellkraft der Pulsadern vermehrt, die Wände dieser Gefäße dichter macht, sich dem Aus⸗ schwitzen der subtilsten Theile, z. B. des Nervensaftes, entgegensetzt, und durch alle diese Ursachen zu der Mu— skelkraft beytragen muß. Wenn man also plötzlich von den. Ufer des Meers nur auf die Höhe von 1250 Klaftern gebracht würde, wo das Gewicht der Luft nicht mehr als ungefähr 21 Zoll der Quecksilbersäule trägt, so würde die Wirkung der Atmosphäre auf unsern Körper um einen vierten Theil, oder fünftausend fünfhundert und acht Pfund und sieben Unzen, vermindert werden; folglich wüͤrden al⸗ le die Wirkungen dieses Drucks merklich abnehmen, und die Muskelkräfte müßten nothwendiger Weise darunter leiden. Die Gefäße würden besonders einen viel weni⸗ ger beträchtlichen Druck auf die flüßigen Materien, wel⸗ che sie einschliessen, ausüben, und eben deswegen der Beschleunigung, welche die Muskelbewegung der gan— zen Masse unserer Säfte zu geben sucht, weniger Hin— dernisse entgegensetzen. In erhabenen Gegenden also, wo die Gefäße nur schwach durch den Druck der Atmosphäre beschwert werden, müssen die Bewegungen, welche man im Klet⸗ tern eines steilen Abhangs macht, den Lauf des Bluts vielmehr beschleunigen, als in den niederen Gegenden, wo der Druck der Gefäße dieser Beschleunigung wider⸗ steht. Daher kommen ohne Zweifel jene schnelle Schläge in allen Pulsadern, jenes Herzklopfen auf den hohen Bergen, welche Ohnmachten verursachen wür— den, wenn man immer knd sich mit zu großer Hurtigkeit zu bewegen. Aber 20 schla ken, schEuS word wennd 3 tit di hre fottge seli daim abet. 9⁴ der YJ genb od Stilse biesente Kuhe die w. quickt P sey ged 8 die sichliche die U= shuinths vot. gen, i ume gern ⸗ lang, kung⸗ Merkr —————— —. IRIEIEE ꝑPCRCRCRCRFRꝗRSRSRPRPRISIRIRIRPSPSSIISSSSSSSSSSSSR —.——. Reise von Valorsine auf den Buet. 261 gen, su nin Aber auch durch eine Wirkung dieser nämlichen Er⸗ den Wnes schlaffung der Gefäße, da sie schwach auf das Blut wir⸗ sch Mh ken, sobald man die Bewegung unterläßt, hört die Be⸗ Maunn schleunigung, welche durch diese Bewegung verursacht urh worden, in kurzer Zeit von sich selbst auf; anstatt daß, wenn die Gefäße stark gespannt wären, ihre Elastici⸗ tät diese Beschleunigung noch lange nachher, nachdem fer d Mn ihre Ursache schon zu wirken aufgehört, dennoch würde chuchennn fortgesetzt haben. Es ist schwachen Wesen eigen, daß mni; sie leicht bewegt, und eben so wieder beruhigt werden; e die Mih da im Gegentheil starke Wesen schwer zu erschůttern sind, ilnn in aber auch noch viel schwerer wieder beruhigt werden. ndaht Ny Wenn also die Gefäße durch den verminderten Druck Hlichwitdag der Luft schlapp gemacht worden, so werden einige Au— abnehnmen genblicke von Ruhe schon zureichen, die Ordnung und Weise dunt Stille der Cireulation wieder herzustellen, und durch inen vilonz diesen langsamern Umlauf eine Empfindung von innerer Noterin ub Kühle hervorzubringen, welche mit der Kühle der Luft, deswenx die man auf diesen hohen Gegenden einathmet, zur Er⸗ ung dergr quickung hilft, und uns glauben macht, die Ermüdung weniger hy sey gänzlich gehoben. Was das Einschlafen anbelangt, so glaube ich, daß Gesihe v es die Wirkung der Erschlaffung der Gefäße, und haupt⸗ 1e beshm sächlich derer des Gehirns sey. Dies ist zum wenigsten unimab die Ursache dieser Wirkungen„welche mir am wahr⸗ des MI scheinlichsten vorkömmt. Ich überlasse denen, die sich en Ggende vorzüglich mit physiologischen Untersuchungen beschäfti⸗ igung u gen, ihr Urtheil darüber zu fällen.) ene shl R 3 Indem ofn asen) Um diese physiologische Ausschweifung nicht zu verlän— rsachen dl gern, die ohnedem vielleicht schon mehreren meiner Leser zu nit Iuge lang gewesen, will ich hier nicht von einer dritten Wir— kung der Luft der hohen Berge reden, welche doch sehr merkwürdig ist, da nämlich die unbedeckten Theile der 5I Haut, ů 5—*— ——————————— 262 Neuntes Kap. Reise von Valorsine ꝛc. Indem wir also Versuche und Betrachtungen über untere Müdigkeit machten, und oft das Vergnügen hatten, dieselbe durch einige Augenblicke von Ruhe zu vertreiben, strich die Zeit hin, und wir brauchten sechs⸗ tehalb Stunden von Pierre a Berard, wo wir un⸗ sere Maulthiere gelassen hatten, bis auf den Gipfel des Berges. Haut, und hauptsächlich des Gesichts, roth werden, und sich oft abstreifen. Diese Wirkung kömmt zum Theil von der Lebhaftigkeit des Lichtes her; denn sie ist viel em— pfindlicher, wenn die Sonne scheint, und wenn man mit Schnee und Eis bedeckte Berge durchläuft. Die Luft trägt indessen auch etwas dazu bey. Ich werde an ei⸗ nem andern Orte darauf zurückkommen. Zehn⸗ ** Va V 8 daß w. Ihh renůvo dem u ker hidt uns 1 uns d te ich Schanz wichti roch ss Gewö og, E den ms Hobacr 50 Onet in schönen Sammt chn, Uobelke. unst ver lorfne z chtunger 0 E Vanj Hlh von duhey Wuchni „ wo wr yj den Gpfth oth bechene nt zum Yelt sie ist l a d wenn mungt uuft. Diß Ich vudrah .——— ———— Zehntes Kap. Beobachtungen auf ꝛc. 263 TTTTT Zehntes Kapitel. Beobachtungen auf dem Gipfel des Buet. ᷓ. 7 62. Wer langten erst um halb ein Uhr zu Mittage auf diesem erhabenen Gipfel an, und bedauerten, daß wir eine Stunde, ja wohl anderthalb Stunden durch zu langsames Steigen verloren hatten; denn kaum wa⸗ ren wir auf dem Gipfel, als das Gewölle, welches von dem Punet, wo wir waren, sich in den Grund der Thä⸗ ler hinabzusenken schien, sich erhob, ausbreitete, und uns einen Theil der schönen Aussicht entzog, welche wir uns versprochen hatten. Glücklicher Weise für mich hat⸗ te ich im Jahr 1776 diesen Anblick in seiner ganzen Schönheit genossen; ich hatte Anmerkungen von allen wichtigen Beobachtungen gemacht, und konnte dieselben noch selbst auf dieser letztern Reise bestätigen, weil das Gewölke, ob es uns gleich das Ganze der Aussicht ent⸗ zog, seine Stellungen änderte, und uns nach und nach den meisten Theil der Gegenstände, welche ich von neuem beobachten wollte, sehen ließ. Herr Pictet aber, welcher zum erstenmal auf den Buet kam, und sich versprochen hatte, nicht nur einen schönen Anblick zu genießen, sondern auch eine reiche Sammlung von geographischen Beobachtungen du ma⸗ chen, hatte darüber ein Misvergnügen, das noch die Uebelkeit vermehrte, welche ihm die zu große Dunne der Luft verursachte R 4 5. 563. ———.—ä————— 264 Zehentes Kapitel. 8. 363. Beobachtungen mit dem Barometer. Söhe des Buet. Damit aber diese Reise doch nicht ganz fruchtlos ab⸗ laufen möchte, machte er seine Beobachtungen mit dem Barometer, und fand dasselbe, nachdem er die Wir— kung der Wärme auf die Quecksilbersäule abgerechnet, auf 19 Zoll, 8 Linien und 4 Sechzehntheil. Hr. Mal⸗ let, Professor der Astronomie, beobachtete in dem näm⸗ lichen Augenblick zu Avully, einem zwey Meilen von Genf 158 Schuh über den See gelegenen Dorfe, ein mit vieler Sorgfalt verfertigtes Barometer. Seine ver⸗ besserte Höhe war daselbst von 27 Zoll und 3 Sechzehn⸗ theil einer inie. Das Thermometer war in der freyen Luft auf dem Buet auf— 16 nach der Eintheilung des Herrn de Luc, welches ungefähr mit io nach der Ein⸗ theilung des Reaumür übereinstimmt; und ein ähnli⸗ ches Thermometer war zu Avully auf 10 nach der Eintheilung des Herrn de Luc, oder T21 nach reau⸗ mürscher Eintheilung. Die Höhe des Gipfels vom Buet, nach dieser Be⸗ obachtung den Lehrsätzen des Herrn de Luc zufolge be⸗ rechnet, beträgt 8196 Schuh über Avully, oder 8334 über den See. Die nämliche Beobachtung, nach der Höhe berechnet, auf welcher dazumal zu Genf ein and⸗ res Standbarometer war, das der üngere Hr. de Luc beobachtete, giebt 9 Schuh weniger: nämlich 8335 Schuh über den See. Diese zwey Schlüsse kommen sehr gut mit dem Maaße überein, welches der Ritter Schuckburgh durch sehr genaue trigonometrische Beobachtungen von dem Buet genommen hatte: denn dieses Maaß, in fran⸗ zösische Schuh verwandelt, giebt 8345, das ist, fast auf 6 Zoll, das Mittel zwischen den zwey Resultaten der von von tung./ teigo nimn * sets d ine ches E. +Q— achtu mun n Beob 900 Ee ket 96 auszunt um dẽ jumes Gicke sten la des Mi. hn voi set WE uer. Hiß Ipfruchlhez ungen mit dy mer die Wy le abgrehy I. Hr te in dinnz⸗ h Milhntn en Dorse, er. Sonend 0; Schs in der frn Linthiur o nachhrb und ennß Tio shu zah uur nach diestxz c zufogeE , oer gzů 3„, nach d zenf en at Hr. delll amlich 5 gut nt ir chukbuch hturgn n aß, insah. Wifssa Wsulaen 00 ““s“—— — —.———IIIIHIIIIEn— R Beobachtungen auf dem Buet. 265 von Herrn Pictet gemachten barometrischen Beobach— tung.) Wenn man also diese Mittelzahl, die mit der trigonometrischen Messung so gut übereinstimmt, an-⸗ nimmt, so würde der Gipfel des Buet 15792 Klaf⸗ ter über das mittelländische Meer erhaben seyn. Aber die auf diesem Berge durch den Erfinder un⸗ sers Barometers selbst gemachten Beobachtungen gaben eine um 182 Klafter kleinere Höhe.(Siehe Recher- ches sur les modifications de' Atmosphere, T. II. §. 937.) Vielleicht wird man unterdessen die Beob— achtung des Herrn Pictet, wegen ihrer Uebereinstim— mung mit dem trigonometrischen Maße und mit meiner Beobachtung vom Jahr 1776 vorziehen. §. 564. Söhe des Montblanc. Meue Art die Refra⸗ ctionen der Erde zu berechnen. Sobald als Herr Pictet das Barometer beobach— tet hatte, war er beständig beschäftigt, die Oeffnungen auszukundschaften, die sich in dem Gewölke machten, um die Winkel der Entfernungen der Gegenstände ab⸗ zumessen, je nachdem sie sichtbar wurden. Er hatte das Glück, jenen Punet zu entdecken, an dem uns am mei— sten lag, nämlich den Winkel von der Höhe des Gipfels des Montblanc über den Gipfel des Buet. Er fand ihn von vier Grad, 21 Minuten, 30 Secunden. Die⸗ ser Winkel war wichtig, um die Höhe des Montblanc R 5 zu ) Ich machte im Jahr 1776 eine Beobachtung mit dem Barometer auf dem Gipfel des Buet, deren Resultat 10 Schuh weniger giebt als diese Mittelzahl; ich habe sie aber nicht in die Berechnung derselben bringen wollen, weil die übereinstimmende Beobachtung auf der Ebene nicht zu gleicher Stunde gemacht wurde. FFF...ee.ee......———————————————————————U—.— 266 Zehentes Kapitel. zu bestimmen, weil die bekannten Maße von diesem un⸗ besteigbaren Berge alle nur von den Ufern unsers Sees oder den benachbarten Bergen sind genommen worden. Die genaue Richtigkeit der bey so großen Entfernungen gemachten trigonometrischen Arbeiten beruht auf so klei⸗ nen Höhewinkeln, daß die kleinsten Fehler dabey von sehr großen Folgen sind. Die Gelegenheit, das Maaß von diesem Winkel aufzunehmen, verursachte uns ein sehr großes Vergnügen. Ich wüßte aber kein besseres Mittel, den Vortheil bekannt zu machen, welchen Hr. Pictet aus dieser Beobachtung gezogen hat, als daß ich hier den Auszug eines Briefs gebe, in welchem er mir die Resultate seiner Arbeit mittheilte: »Ich habe endlich durch eine Verbindung barome— vtrischer und trigonometrischer Beobachtungen die Höhe »des Montblanc berechnet, wovon ich glaube, daß »der Schluß der Wahrheit sehr nahe kommen werde. »Ich kann Ihnen diese interessante Bestimmung nicht »mittheilen, ohne zugleich die Art umständlich zu erzäh⸗ »len, nach welcher ich verfahren habe, um sie zu erlan⸗ »gen; sie wird den Grad von Zuverläßigkeit bestimmen, »„welche man dem Resultat beylegen kann. »Nachdem ich durch das Barometer die Höhe des „Gletschers Buet bestimmt, und von eben diesem Glet⸗ »scher aus die scheinbare Höhe des Montblanc ver⸗ »mittelst des Zirkelsextanten und des künstlichen Hori⸗ »zonts, welchen ich von dem geschickten englischen »„Künstler Herrn Rainsden besitze, beobachtet hatte, so »blieb mir, um dadurch auf die wahre Höhe desselben »über den Buet zu schließen, die horizontale Entfernung »dieser zween Berge, und die Wirkung der Refraction »der Erde auf den Winkel der beobachteten Höhe zu er⸗ »kennen noch übrig. ö »Ob ich schon, nach meinen eigenen Beobachtungen, »die Entfernung des Buet von dem Montblanc genau ge⸗ genil »mid 5 vbodit Mit „madei richtl. vattici ten Mao⸗ ven i vanged Ws 5 Roff „dens veinil che1 vhat 0 ifll vterw yschon vhe. Erde odie K. Gege mem 4 Werde Refre wchtst maspl oehttt . Mnzur men x „Due bon diisengz unsetz S uumen wohh Eufan aht aufßfß chle d Heiz w lsachte uz. er kiin bfh u„ wachnh hat, at v in wechn . ndung biry ungen di glaube, ommen wuh immumst udlich zuch im sie zuein keitbstm d Hhe 1 disem G itblanc y/ slchen H n engisch ht hth he descho KEntfemt it Mfraein Hbe u wbachtugeh OHancg M — —— ——‚——— Beobachtungen auf dem Buet. 267 »genug hätte bestimmen können, so habe ich doch lieber »mich der Beobachtungen des Ritters Schuckburgh »bedienen wollen, weil sie mit noch mehr Sorgfalt, und „mit Instrumenten von einer vollkommnern Art sind ge⸗ „macht worden. Er bestimmt in seiner gedruckten Nach⸗ »richt, in dem LXVII Bande der philosophischen Trans⸗ »actionen der königlichen Gesellschaft der Wissenschaf⸗ »ten zu London, die Entfernungen des Piton von dem „»Montblanc und dem Buet mit dem darin begriffe⸗ »nen Winkel; ich habe daraus die dritte Seite des Tri⸗ „angels hergeleitet, nämlich die horizontale Entfernung vdes Montblanc von dem Buet, welche ich zu 65443 vfranzösischen Schuhen gefunden habe. »Ich hatte noch die Wirkung der Refraction auf »den Winkel der beobachteten Höhe zu bestimmen. Nach »einigen Untersuchungen über diesen Gegenstand, wel— »che mich zu meiner Absicht nichts Bestimmtes lehrten, »hat mich mein eigenes Nachdenken auf eine einfache Art „geführt; und die Begierde, sie Ihrer Prüfung zu un⸗ »terwerfen, macht, daß ich, so lang dieser Brief auch »schon seyn mag, noch hier die Erzählung davon herse⸗ »he. Es schien mir alsbald, daß die Refraction der „Erde, wovon in diesem Fall die Frage ist, nämlich »die Krümmung, welche ein Lichtstrahl zwischen zween „Gegenständen auf der Erde, die beyderseits unter ei⸗ »nem gewissen Winkel von Höhe oder Tiefe betrachtet »werden, zu leiden hat, vieles zu der astronomischen „Refraction, oder der ganzen Krümmung, welche ein »Lichtstrahl leiden muß, indem er durch die ganze At⸗ „mosphäre unter dem nämlichen Winkel hindurchgehet, beytrüge. „Um diesen Grundsatz auf den gegenwärtigen Fall »anzuwenden, lassen Sie uns einen Lichtstrahl anneh⸗ „men, der durch einen Theil der Atmosphäre nach der „Queere durchgeht, und die Gipfel zweyer ungleich er⸗ vhabe⸗ ——.— ———..‚et——DCt““T“T“T“TT 268 Zehentes Kapitel. »habener Berge berühret; verlängern wir nun diesen »Strahl von einer Seite bis an die Grenzen der At⸗ »mosphäre, und von der andern bis auf die Oberfläche »der Erde, so ist es klar, daß die Krümmung, welche ver zwischen den zween Gipfeln leidet, oder seine Erdrefra— »ction, einen Theil seiner ganzen Krümmung von sei— »nem Eintritt in die Atmosphäre bis auf die Oberflä⸗ »che der Erde ausmacht, und nichts anders ist, als sei⸗ »ne astronomische Refraetion. Wenn man also die astro⸗ »nomische Refraetion, welche an jeder von den zwey „Stationen statt haben würde, fuůͤr den Winkel von der „Höhe, unter welchem die obere von der untern gese— »hen wird, berechnet, so wird der Unterschied dieser Re⸗ »fraetionen die ganze Erdrefraction seyn, welche zwi— »schen diesen zween Orten für eben diesen Winkel statt »hat; und wenn man voraussetzt, wie es sich ohne merk⸗ »lichen Irrthum thun läßt, daß die Krümmung des „Strahls, welcher die zwo Stationen vereinigt, zirkel⸗ »förmig ist, so wird die Wirkung der Refraction sich »gleich zwischen ihnen theilen müssen. »Man kennt beynahe immer die absolute Höhe der „Oerter, und weiß also auch, wie hoch das Barome— „ter an jedem dieser Oerter seyn würde. Man kann in »den Berechnungen von dieser Art annehmen, daß die astro⸗ »nomischen Refraetionen dem Verhältniß der Höhen des „Barometers folgen. Wenn man also eine Tabelle von „Refractionen braucht, welche für eine bestimmte Höhe »dieses Instruments verfertigt worden, so wird man »durch ein einfaches Verhältniß die astronomische Re— »fraction für jeden Ort haben, und die Hälfte des Un⸗ »terschieds der also erlangten astronomischen Refractio— »nen wird, wie wir schon gesagt haben, die Erdre⸗ »fraction seyn, welche bey jeder der zwey Stationen ustatt hat. »Ich 7 „Reꝛ 2 ⁰¹ 43% 52⁰ 3 „Di 05. des A E oche 3 0 WH Mur. 9 vso Iund vsenod „Ain S »Reg e vgefar ydie 8 viern& „des vund ohe, E. „As Won d. Mit d. Romm vund m; »Hohe! „man deinger —.————-lß..—— ..s... Beobachtungen auf dem Buet. 269 n»Ich habe durch diese Methode die Wirkung der E„Refraction auf den Winkel der Höhe des vom Buet mii»aus beobachteten Montblanc gefunden: sie ist von Hinmn„4z und einer halben Secunde; welches ihn auf 4 Grad, ri 30„20 Minuten, 46 und eine halbe Seeunde gebracht hat. n„Dieser Winkel, mit der horizontalen Entfernung von Rß 5„65443 Schuhen, hat mir 4974 Schuh für die Höhe sRs df»des Montblanc über den Buet gegeben. Diese asodechz„Zahl, mit 109 Schuhen für die Verbesserung, wel⸗ von din n»che die Runde der Erde erfordert, vermehrt, und zu Jinkel ny„S345 Schuhen, als der mittlern Höhe des Buet, hin⸗ rurten g»zugefügt, giebt 13428 Schuh oder 2238 Klaftern hitd distrg vfür die Höhe des Montblanc über den See, und al⸗ Dae»so 35 Klaftern mehr als die Höhe, welche Herr de Wälse»Cucidemselben giebt, und 19 Klaftern weniger als %0 ohhunsh»jene, die aus den trigonometrischen Berechnungen des ummum i6„Ritters Schuckburgh entsteht. ang„»Wenn man nach diesem letztern annimmt, daß die eftaalnsh„»Regel des Herrn de Luc die zu kleinen Höhen von un⸗ »gefähr 15568 giebt, und dann nach diesem Verhältniß ö»die Höhe des Buet vermehrt, so wird man 33 Klaf— e HN vtern beyzufügen finden, und folglich auch zu der Höhe Ö Bamn„des Montblanc, welche dadurch von 2271 Klaftern Nan fanmi»und also 14 Klaftern größer werden wird, als die Hö— ——»he, welche ihm der Ritter Schuckburgh giebt. er H „Tbilan„Weil aber mein mittleres barometrisches Maaß inmte Hil»vpon der Höhe des Buet fast auf einen halben Schuh pird nn»mit dem trigonometrischen Maaße des Ritters überein⸗ ansht x»kömmt, so glaube ich nichts daran ändern zu müssen, ste des l»und werde also den Gipfel des Montblanc für eine N„Höhe von 2238 Klaftern über den See annehmen, bis Ed⸗»man zu mehrerer Belehrung ein Barometer dahin E vbringen wird.e Nach —— ö— öͤxꝑPDSDSDPDPFPPSS—3— 2 ᷣDꝗDꝗDRDRSDRIDRIDSIIISISDSSSSSSSSSSeeISSIIIIIIIee.———— 270 Zehentes Kapitel. Nach diesen Maaßen, welche des größten Zutrau⸗ ens würdig scheinen, sowohl wegen der Geschicklichkeit der Beobachter, denen wir dafür verbunden sind, als wegen des geringen Unterschiedes, welcher sich zwischen ihnen findet, ist der Montblanc 2426 Klaftern über das Meer erhaben, und der höchste Berg der alten Welt, welcher bis dahin mit einiger Richtigkeit gemes⸗ sen worden. Denn ich werde in dem zweyten Theile zeigen, daß es eine Folge von Irrthümern über die Na⸗ men und über die Entfernungen ist, daß der verstorbene Hr. Micheli duů Crest einigen Bergen von der Schweiz, deren Höhe über die Festung Arburg er gemessen, be⸗ crächtlichere Höhen zugeschrieben hat. §. 565. Erklärung der achten Rupfertafel. Wir brachten zwey ganze Stunden auf der Höhe der großen Schneedecke, die den Gipfel des Bergs Buet bedeckt, zu, und waren während dieser ganzen Zeit alle drey beständig beschäftigt. Herr Trembley beobach— tete in 4 verschiedenen Stellungen das Magnetometer und die dazu gehörigen Instrumente; Hr. Pictet mach⸗ te sich alle die Oeffnungen zu Nutzen, welche in dem Gewölke zum Vorschein kamen, um Winkel von Lagen zu nehmen; und ich vermengte Salpeterluft mit der Luft vom Buet, und suchte alle hellen Augenblicke zur Be⸗ stätigung meiner im J. 1776 gemachten Beobachtun⸗ gen, und zur Berichtigung der achten Kupfertafel dieses Theils, welche damals schon gestochen war, und wovon ich hier die Auslegung geben will, anzuwenden. Diese Kupfertafel war bestimmt, einen Begriff von der Aussicht über alle Berge zu geben, welche man von dem Gipfel des Buet entdeckt. Der Zuschauer wird in den den N de sin vie sia . inend& de vol nögli maßen:= nungei sichtetyrn Amain wenien aller N auf eit line ot eine ber ctid noxre den Krnt auf de d von Zirv —.—————— ——.—. Beobachtungen auf dem Buet. 271 r den Mittelpunet der Figur gestellt, und alle Gegenstän⸗ Ruliech de sind perspectivisch um diesen Mittelpunet gezeichnet, sr wie sie sich einem in demselben befindlichen Auge, das Hine sich nach und nach rund herum drehet, darstellen. 44— Die Idee von dieser Art von Zeichnung kam mir auf Igkitgmt dem Buet selbst im Jahr 1776.„Nachdem ich die veyten Tui Beschreibung der sich von dieser Höhe dem Auge mit niber deßz unendlicher Mannigfaltigkeit darstellenden Gegenstän⸗ de vollendet hatte, so sahe ich wohl ein, daß es mir un⸗ et versorhy ö 9— nir der Shm möglich seyn würde, meinen Lesern einen nur einiger⸗ genefn maßen deutlichen Begriff davon zu geben, ohne Zeich— + nungen hinzuzufügen. Wenn man aber einzelne Aus⸗ sichten malen wollte, so würde man davon eine große Anzahl nöthig haben; und je zahlreicher sie wären, desto weniger würden sie das Ganze und den Zusammenhang taft. aller dieser Berge, so wie man sie in der Natur sieht, auf einmal und deutlich darstellen. Dem Zeichner ist f d.f eine sonderbare Anstrengung von Aufmerksamkeit und Bastdn eine beschwerliche Anwendung der Regeln der Perspe⸗ en du ctiv nothwendig, um auf verticalen Ebenen und gera⸗ ley bct den Linien Gegenstände zu entwerfen, die er eigentlich ahnehnen auf den Umkreisen und in dem Innern einer Anzahl tetmt von Zirkeln sieht, wovon sein Auge der Mittelpunet ist. sche in da Auch für den Leser ist eine gleiche Anstrengung nothwen⸗ en dig, um das Gegentheil der Arbeit des Malers zu ma⸗ nitder x chen, indem er sich auf den Umkreisen von Zirkeln das ile ur Sr vorstellt, was ihm der Abriß in gerader Linie zeigt. annde Zufolge der Methode hingegen, die ich gebraucht und aun habe, malt der Zeichner die Gegenstände genau, wie . er sie sieht, indem er sein Papier eben so umdreht, wie er selöͤst eine andere Stellung nimmt. Und diesenigen, Burfen welche nach seiner Arbeit sich einen Begriff von den Ge— n d genständen machen wollen, welche er abgezeichnet hat, Aun brauchen sich nur vorzusteln, sie siyn in den Mitel. V pune 27²2 Zehentes Kapitel. punet des Risses gestellt; sie vergrößern sich in ihrer Ein⸗ bildung dasjenige, was sie über diesen Mittelpunet se⸗ hen, drehen die Zeichnung herum, und durchschauen also alle Theile derselben. So sehen sie nach und nach alle unter einander zusammenhängende Gegenstände ge⸗ nau so, wie sie sich einem Beobachter, der sich auf den Gipfel des Bergs gestellt hat, darstellen. Ich hatte mir sogar vorgenommen, dieser Art von Zeichnung eine fast geometrische Richtigkeit zu geben. Ich wollte, der Zeichner sollte damit anfangen, daß er auf seinem Papier einen großen Zirkel zeichnete, welcher der Horizontalzirkel heißen sollte; er sollte auf dem Umfange dieses Zirkels alle si chtbare Puncte bemerken, welche mit seinem Auge in gleicher Höhe wären; außer diesem Zirkel sollte er die über seinem Horizont gelege⸗ nen Gegenstände verzeichnen, und innerhalb desselben alle diejenigen„welche unter diesem nämlichen Horizont seyn würden. Ich verlangte ferner, daß jeder Gegen⸗ stand über und unter diesem Horizontalzirkel, in einer mit dem Winkel seiner Höhe oder Tiefe, über oder un⸗ ter dem Horizont des Zeichners, verhältnißmäßigen Ent⸗ fernung angebracht würde. Wenn man also voraussetzt, daß der zwischen dem Mittelpunet und dem Umfange des Horizontalzirkels be⸗ griffene Zwischenraum in 90 gleiche Theile abgetheilt würde, und man eben so viel concentrische Zirkel zeich⸗ nete, welche durch die Abtheilungen dieser 90 Theile giengen: so würde ein Gegenstand, welcher auf einen Grad unter dem Horizont des Gipfels des Buet wäre, innerhalb dem Horizontalzirkel auf den Umfang des— jenigen, welcher durch die erstere Abtheilung gienge, zu stehen kommen; ein anderer Gegenstand, welcher auf 50 Grad unter diesem Horizont wäre, würde auf dem Umfang des Foten Zirkels, und also auch die andern, angebracht werden. Man Raeicht S de OrlA Higen Haller 3 r Höl c, d ssy mit Ilwir ichen y aller sig Hr 17⁷ mitthen Ind sch.= akedies3 nen in e Horißons Hatte, gen einel Höhenz dltt hy siht verrs g, Uls uche nacht 963 Hirhnd Miteipon duchche nach udnt Ngersiidz 6 dersch ufh „ fangen, A chnete, vut sollte aj intte binghz wären, af ooriort gyz erhab vsch lichen gyht b jedet hyn irkel, Ru über dur smäßhney zwischen d nlasirkebh ele abgeth Irkel it ser 90 Yl her auf ee ö Bue il Umsang d ug gerge/ welchtu de af d 111 MG Beobachtungen auf dem Buet. 273 Man würde ebenfalls, um die Berge, die sich über den Horizont erheben, vorzustellen, außer dem Hori— zontalzirkel, andere mit den innern concentrische Zirkel und die einen gegen die andern in gleichen Entfernungen gezeichnet haben. Der erste dieser äußeren Zirkel würde der Ort aller einen Grad über den Horizont erhabener Gegenstände gewesen seyn; der zweyte würde die Stel⸗ le aller derjenigen bestimmt haben, welche zwey Grad der Höhe hätten; und so bis auf den Montblane, wel⸗ cher, da er ungefähr vier Grad und ein Drittel erhaben ist, mit seinem Gipfel bis zwischen den ten und 5ten Zir⸗ kel würde gekommen seyn. Man würde auch mit der näm⸗ lichen Pünetlichkeit die horizontalen Winkelentfernungen aller sichtbaren Gegenstände bestimmt haben. Herr Bourrir, dem ich diesen Gedanken im Jahr 1776, da ich eben von dem Gipfel des Buer zurückkam, mittheilte, ergriff ihn mit dem ihm eigenen Enthusiasmus, und schritt sogleich zur Ausführung desselben. Er vollen— dete diese Arbeit mit dem glücklichsten Erfolge, ausgenom⸗ men in dem, was die Gegenstände betrifft, die sich über den Horizont erheben, denen er eine zu große Höhe gegeben hatte, weil ich ihm vielleicht den Werth der Abtheilun⸗ gen eines kleinen Graphometers, welches ich ihm, die⸗ se Höhen zu messen, mitgegeben, nicht deutlich genug erklärt hatte. Diese Unvollkommenheit wird mich aber nicht verhindern, von dieser Aussicht Gebrauch zu ma⸗ chen, um Nachricht von den Beobachtungen zu geben, welche ich auf den darauf vorgestellten Bergen ges macht habe. §. 566. ) Herr Silberschlag hat ungefähr nach dieser Methode den Brocken und die von dem Gipfel desselben sichtbaren Gegenden abgezeichnet. Siehe Beschäftigungen der Ber⸗ linischen Gesellschaft naturforschender Freunde, B. Iv. Taf. X. W. II. Theil. S 274 Zehentes Kapitel. §. 566. Aussicht gegen den Montblanc und die hohen Gipfel, welche mit ihm verbunden sind. Der Gegenstand, welcher den Blick des auf den Gipfel des Buet gestellten Beobachters sogleich an sich zieht, ist der Montblanc, dessen Gipfel unter dem Buchstaben a steht. Man sollte glauben, derselbe wür⸗ de von dem Gipfel eines so hohen Bergs weniger erha⸗ ben scheinen, als von der Ebene oder von dem Grunde der Thäler; und doch verhält es sich damit ganz anders, weil die hervorstehenden Theile seines Körpers dem in der Tiefe sich befindenden Auge das Haupt entweder gar verbergen, oder wenigstens einen Theil seiner Entfer⸗ nung entziehen, daß man also den ganzen Berg nur ver⸗ kurzt und auf einmal sieht, statt daß man von dem Gi⸗ pfel des Buet seine Blicke, nachdem sie bis auf den Fuß des Montblanc hinabgedrungen, nach und nach über alle Theile des Berges hin bis zu seinem Gipfel richten, und auf diese Weise die erstaunende Höhe des⸗ selben gleichsam messen kann. Mehr links) zwischen den Buchstaben a und sieht man die Stufen, durch welche man von dem Gi⸗ pfel des Montblanc bis ans Ende seiner Kette hinab⸗ steigt. Die Aiguille du Midi und die andern pyra⸗ midenförmigen Felsen, welche das Thal von Chamou— ny bekrönen, sind unter dem Buchstaben. Hinter diesen Spitzen sieht man in der Entfernung eine andere Kette, welche vom Hintertheile des Du lanc Entweder der Ungeschicklichkeit oder der Trägheit des Ku⸗ pferstechers müssen wir es zuschreiben daß diese Kupfer⸗ tafel die Gegenstände verkehrt vorstellt, und dasjenige hier auf der Rechten ist, was auf der Linken stehen sollte. W. ö Spi ten 40 Ale runeꝛ 127 uners Stein— lange soviel J ung Hy ne aust ein B 2 anem 12 pen. digen bigen 13 bestiheg Vukeg .—.——. ud die hihh nden sh. ic des uf cglah a jipfel urteh u, dessibenz wenigrr Hon dem Grh mit gamanz Körpers upt entwehyn eil seinttE en Betgtup an von du sie bis uh „nach uhin Sseinem H ende H hstaben von dehsh r Kette hu andern iy von Chasy . der Entfng eiledes N + hitbes U dit Khh Ind dahhll a sth —— DNNSDSRSDITTFRFAIII Beobachtungen auf dem Buet. 275 blanc ausgehet, und den Grund des großen Eisthales umringt, dessen unterer Theil der Gletscher des Bois ist. In dieser Kette bemerkt man unter„ einen dünnen schornsteinähnlichen und erhabenen Gipfel, den man Geant oder Mont-Mallet nennet. Er ist für die To⸗ pographie dieser Berge sehr wichtig, weil man ihn auch von der andern Seite der Alpen, in den Gegenden von Cormajor, deutlich erkennet. Noch mehr links unter dem Buchstaben sieht man den hohen Gipfel des Gletschers Argentiere. Der Gler⸗ scher dieses Namens selbst aber ist unter dem Buchstaben p. Weiter hin unter dem Buchstaben o zeigt sich die Spitze und der Gletscher du Tour, welcher den wei⸗ ten Bezirk der hohen Alpen von Chamouny endigt. §. 767. Alle diese Spitzen sind von Granit. Erklä⸗ rung der fünften Rupfertafel. Merkliche Gra⸗ dationen in der Härte der Berge. Die Gipfel dieser hohen Pyramiden sind zwar alle unersteiglich; man erkennt aber doch die Natur der Steinart, von welcher sie zusammengesetzt sind. Die lange Gewohnheit, die Berge zu beobachten, hat mich so viel gelehrt, daß mich meine Augen in der Beurthei⸗ lung dieser Sache sehr selten betriegen: denn ich erken— ne auf große Entfernungen die Materie, von welcher ein Berg zusammengesetzt ist, vorzüglich wenn er aus einem harten Granite besteht, wie der in den hohen Al⸗ pen. Die aus dieser Steinart bestehenden Berge en— digen ihre Gipfel mit sehr scharfen Einschnitten und spi— tzigen Winkeln, und ihre Oberflächen und Seitentheile bestehen aus großen, flachen, senkrechten Taseln, deren Winkel auch scharf und schneidend sind. S 2 Da 276 Zehentes Kapitel. Da die Natur oft unmerkliche Uebergänge von wei⸗ chem Hornstein zu hartem Granit gemacht hat, so be⸗ obachtet man auch diese Nüancen in den Abschnitten der Ecken dieser Berge. Die Ränder derjenigen, welche von einer weichen Hornsteinart zusammengesetzt sind, scheinen rund, stumpf, ohne merklich ausgezeichnete Ge⸗ stalt; so wie sich aber die Steinart mit Quarz und Feld⸗ spath vermischt, und der Härte des Granits nähert, so sieht man deutlichere Einschnitte und bestimmtere Ge⸗ stalten entstehen. Dergleichen Gradationen kann man auf der fünf⸗ ten Kupfertafel sehen. Sie stellet die Spitze der Char⸗ moz vor, welche in dem Bezirk des Thals Chämou—- ny über dem Montanvert und dem Gletscher des Bois steht. Wenn man von dem Buchstaben a gegen c kömmt, und dem Rande des schwarzen Bergs folgt, weicher den Vordertheil der Zeichnung einnimmt, so wird man das stufenweise Steigen, wovon ich rede, be⸗ obachten können. Unter dem Buchstaben» sind die Einschnitte breit und stumpf; nachdem sie sich aber dem Gipfelec nähern, sieht man sie sich tiefer einschneiden, und spitziger und schärfer werden. Die auf dem Gipfel d, welcher weiter entfernt ist, sind auch tief eingeschnit⸗ ten. Steigt man ferner von der Höhe der Aiguille ⸗ bis auf den Gletscher des Bois hinab, welcher durch zwey kleine Figuren angezeigt ist, so wird man diese nämliche Einschnitte nach und nach ihre Winkel und ihre scharfe Ecken verlieren sehen. Nun ist dieser Berg aus großen, fast senkrechten Schichten zusammengesetzt, die gegen einander ange⸗ lehnt sind. Die äußersten, oder die, welche man am ersten beym Besteigen des Berges antrifft, sind von ei⸗ ner wenig harten Felsart, weil dieselbe viel Hornstein enthält: die zum Kerne des Berges gehörenden Schich⸗ len aber, oder diejenigen, deren Spitzen den Gipfel ö der MWddth Whhh I I 2 NN N —.. 1 V 8 209 BW SN NVSN W V III IIIEE Läh, ee e, L, l —— der nit; die na her! — bisch Geetsc nitma nämlie der vo higt i funge D Berg Nati 96 der sebtt sigen didsser von i ttächt von d Dei der k odere Glim die Zuwe Gran Dei ——— PIIITRV ——.— Beobachtungen auf dem Buet. 277 der Aiguille bilden, sind von einem sehr harten Gra— nit; und man findet in der Härte der Zwischenschichten die nämlichen Nüancen, welche man in den Abschnitten ihrer hervorragenden Spitzen und Ecken sieht. Die hohe Kette endlich, welche man in der Entfernung zwischen den Buchstaben a und à sieht, und welche den Gletscher des Bois bekrönet, besteht aus ganzen Gra— nitmassen von der größten Härte. Der Gipfel ist der nämliche Geant oder Mont-Mallet, welcher auf der vom Buet genommenen Zeichnung durch»ange⸗ zeigt ist. Der Granit allein zergt in so großen Entfer⸗ nungen so kühne und deutlich gezeichnete Gestalten. Der große, weiße Strich, welcher queer über den Berg der Charmoz hingehet, ist eine Schneelauwine. §. 568. Natur des auf den hohen Gipfeln der Alpen befindlichen Granits. Ob man aber schon durch den einzigen Anblick von der Natur dieser Berge zu urtheilen in den Stand ge⸗ setzt wird, so behaupte ich doch nicht blos nach diesem ein⸗ zigen Kennzeichen, daß die Gipfel und der Kern aller dieser hohen Berge von Granit seyn; ich bin auch da⸗ von überzeugt worden, als ich ihre Seitentheile an be⸗ trächtlichen Höhen beobachtete, und die Stücke, welche von denselben herabfallen, untersuchte. Der größte Theil derselben besteht aus einem grobkörnigen Granit, der mit weißem undurchsichtigen Feldspath, grauem oder weißlichtem, halbdurchsichtigen Quarz, und mit Glimmer in kleinen glänzenden Schuppen vermischt ist. Die Farben desselben verändern sich an einigen Orten. Zuweilen findet man zufälligerweise Hornstein, Schörl, Granaten, oder Schwefelkiese darin; aber der größte Theil ist so, wie ich erst gesagt habe. S 3 8. 569. 270 Zehentes Kapitel. §. 569. Structur der hohen Granitberge. Was die Structur dieser Berge anbetrifft, so sa⸗ gen uns fast alle Schriftsteller, welche vom Granit ge⸗ redet hahen, die Steine dieser Art werden in unförmli⸗ chen, ohne einige Ordnung auf einander gesetzten Mas⸗ sen gefunden. Ich werde bey einer andern Gelegenheit die Quellen dieses Vorurtheils zeigen, welches haupt⸗ sächlich daher kommt, daß man immer geglaubt, aller Orten Unordnung zu finden, wo man nicht horizontale Schichten gesehen hat. Ein jeder aber, der die Stru⸗ ctur dieser hohen Granitketten im Ganzen und ohne Vorurtheil beobachten will, wird erkennen, daß sie aus großen Tafeln oder pyramidenförmigen Blättern bestehen, welche sich gegen einander lehnen und mit nichts besser können verglichen werden, als mit zusam⸗ mengedrückten und platten Blättern einer Artischocke. Die achte Kupfertafel stellt mehrere von diesen Blättern unter dem Buchstaben, zwischen und v, z und o, u. s. w. vor. Diese Blätter sind beynahe alle senkrecht; die in dem Mittelpunet oder dem mittleren Theil der Kette sind es fast immer: die andern aber, so wie sie sich davon entfernen, neigen sich gegen diesen nämlichen Mittelpunet hin. Man sieht bisweilen andere, welche verkehrterweise umgeschla⸗ gen sind; dergleichen Beyspiele sind aber sehr selten. Fast alle diese großen Blätter sind mit ihren Flä⸗ chen genau unter einander gleichlaufend; und was sehr merkwürdig ist, sie sind auch mit der allgemeinen Rich⸗ tung derjenigen Kette, von welcher sie einen Theil aus⸗ machen, parallel, so daß, wie die Kette der Alpen hier ungefähr von Nordost gegen Südwest läuft, diese gros⸗ sen Blätter auch ihre Flächen in der nämlichen Stel⸗ lung haben. Es — Mit wie d Bere Mid⸗ Bout7 chem BidiS mler sersteiz prünitz tern ing und dig gange* sunden? Di. ven. Be Vatter werden werde i Zweck! Renug s achten. —— 2.— I——— ————. Beobachtungen auf den Buet. 279 Es giebt unterdessen einige Berge von Granit, von erge. pyramidenförmiger Gestalt, deren Blätter sich um den wrst 6 Mittelpunet oder die Achse der Pyramide drehen, fast n Ga ö wie die Blätter einer Artischocke. Jener unbesteigbare 01 üün Berg, welchen man zu Chamonny die Aiguille du Hschnh Midi nennt, scheint von dieser Art zu seyn. Herr 90 0 Bourrit hat davon einen Abriß gemacht, nach wel⸗ in Mch chem ich die ote Kupfertafel habe stechen lassen. Diese walhe 2 Bildung ist aber sehr selten, da die meisten Berge aus 7 unter sich selbst parallelen Blättern bestehen. der de Eir§. 570. 0. Berge der zweyten Art, deren Structur die nü nämliche ist. Erklärung der siebenten Ru⸗ nigen VBun pfertsfel. ehnen uit ls nit niz Noch mehr, man sieht nicht allein Berge von Gra⸗ er Artst nit, welche aus pyramidenförmigen und parallelen Blät⸗ niesen Hun tern bestehen, sondern auch häufig Berge der zweyten v, pubih Art(Montagnes secondaĩires), zum Beyspiel von Schie⸗ ferstein, oder Kalkstein, die, indem sie sich gegen die ht, di in d primitiven anlehnen, auch aus pyramidenförmigen Blät⸗ Iite sndesf tern in einer fast verticalen Lage zufammengesetzt sind; on entfernn und dies ist eine der auffallendsten Proben der Ueber⸗ it hin M. gänge, welche ich zwischen den primitiven und nachent⸗ ie ugsh standenen Bergen(M. secondaires) entdeckt habe. chrln, Die siebente Kupfertafel stellt einen dieser primiti⸗ ut ihun d ven Berge vor, gegen welchen sich pyramidenförmige und ruf Blätter von Materien der zweyten Art anlehnen. Wir anenndt werden am Fusse dieses Bergs vorbeygehen, und ich Ml werde ihn in dem zweyten Theile beschreiben; fur den e Ls. Zweck aber, welchen ich mir hier vornehme, wird es f Nief genug seyn, die allgemeine Structur desselben zu beob⸗ mith achten. S 4 Der 280 Zehentes Kapitel. Der entfernteste Theil dieses Bergs, welcher sich bey dem Buchstaben a befindet, besteht aus einem pri— mitiven, mit Glimmer vermischten Quarzfelsen, wel⸗ cher einen Theil einer höheren und beträchtlicheren Ket⸗ te ausmacht, die in dem Punet, wovon dieser Berg abgezeichnet worden, nicht sichtbar ist. Diese ganze primitive Kette ist mit der Kette des Montblanc ver⸗ bunden. Die andern Gipfel 5, e, a, e, f. g, h, sind kalkicht, aber meistentheils mit glänzenden Blättern von Glimmer untermengt. Alle diese Gipfel haben die Ge⸗ stalt großer pyramidenförmiger Blätter, welche alle eine sich sehr abwärts senkende Stellung haben. Diejenigen unter denselben, welche der primitiven Kette am näch⸗ sten stehen, wie, a, a, sind fast ganz senkrecht gegen den Horizont; die andern aber neigen sich um so viel weniger, je weiter sie von den primitiven entfernt sind. Was aber den Anblick dieses Bergs sehr sonderbar und auffallend macht, ist daß die Zwischenräume dieser Felsen mit weichem Schiefer angefüllt sind, der verwittert, und also zwischen den Gipfeln dieser Felsen beträchtliche leere Räume läßt. Ich habe diese Schiefer deutlich zwischen dem Felsen a und dem Felsen, zwischen und cund zwi⸗ schen 4 und» gesehen. Dies sind also Felsarten, welche ohne Zweifel von der Natur derer der zweyten Gattung(M. secondaires) sind, die nach der Meinung aller Naturkündiger in dem Schooß des Gewässers sind gebildet worden, und in welchen man genau die Struetur und die Lage beobach⸗ tet, welche den primitiven Felsen eigen zu seyn scheinen. Man sieht auch zwischen den Elementen dieser gros⸗ en sich abwärtssenkenden Schichten gleichförmige Aehn⸗ lichkeiten mit denen, welche man in ihren Gestalten be⸗ merkt: denn der Glimmer, der eines der gemeinsten Elemente primitiver Felsen ist, wird hier mit dem Kalk⸗ stein, welcher die Grundlage dieser Felsarten der zwey⸗ ten weleEx wie/ odede sen die M dere st, A durckj inmz bleibe brig Blät= Schrz N Bergez die my. theile z wes. Bätte genug — ö„ wesch 0 aus einen ufelsen„ hlicheren d V dieser Dw ie guj Kontblane. 6½ 5 0 n Balmz Uhabendih; welche alhz . Dieshn Rette am si senkreht zn sch um so rentferntsh sonderbmn ne diest han verwittihnnd tracttichehen eullichwstn undeundin Zwafel vu secondaite, ndigerindz den, und i Oge bohat sehn shuft dest g⸗ sürmgel Hesun nit hudlk un dl l Beobachtungen auf dem Buet. 281 ten Gattung bildet, untermengt gefunden. Wir werden viele andere Beyspiele von den zwischen den primitiven und den Bergen zweyter Art unmerklich fortrückenden Uebergängen zu sehen Gelegenheit haben. §. 571. Ursache der pyramidenförmigen Gestalt der Blätter. Die pyramidenförmige Gestalt der Blätter von pri⸗ mitiven sowohl als von Felsen der zweyten Gattung, welche sich gegen die erstern anlehnen, ist nicht immer, wie man glauben könnte, die Wirkung des Ohngefährs, oder des in der Länge der Zeit vorgegangenen Ausfres⸗ sens; sie wird oft durch schiefe Spalten bestimmt, welche die Blätter in große Parallelogrammen theilen, von deren spitzigen Winkeln einer gegen den Himmel gekehrt ist, so daß, wenn diese Blätter zerbrochen werden, ihr durch diese natürliche Ritzen hervorgebrachter Bruch immer den Stücken, welche an ihrer alten Stelle ver⸗ bleiben, die Bildung von pyramidenförmigen Blättern übrig läßt. 9. 572. Blätter, welche die Pyramiden verbinden. Schrägstehende Pfeiler, welche aus eben die— sen Blättern bestehen. Man kann alle diese besondere Eigenschaften der Berge nicht von dem Gipfel des Buet unterscheiden: die meisten von den hohen Pyramiden, deren Seiten⸗ theile abhängig genug sind, um von Schnee entblößt zu werden, zeigen unterdessen die pyramidenförmigen Blätter von Granit, aus welchen sie bestehen, deutlich genug; und ich habe schon gesagt, daß die 8ie Kupfer— S 5 tafel, -—..——I—.—— E ĩeeeeeee‚ee———————.--------- 282 Zehentes Kapitel. tafel, obgleich auf derselben diese Gegenstände erstaun⸗ lich klein ausgedrückt sind, mehrere Beyspiele davon darstellet. Diese Pyramiden sind durch ihre Grundlagen mit einander verbunden; welches gleichfalls durch große Granitblätter geschieht, die mit der allgemeinen Rich⸗ tung der Alpenkette gleichlaufend sind. Man erkennt endlich die nämliche Structur in den ununterbrochenen primitiven Ketten, auf deren Seiten⸗ theilen die Einflüsse der Zeit Furchen gegraben haben. Man sieht von einer Stelle zur andern nacheinander fol⸗ gende Reihen von pyramidalen Blättern, die sich ge⸗ gen einander und gegen den Körper der Kette lehnen, gerade als wenn sie gleich schrägstehenden Pfeilern den Berg zu unterstützen bestimmt wären. Es ist wahr⸗ scheinlich, daß diese leeren Räume ursprünglich mit an⸗ dern Blättern ausgefüllt gewesen, und nachher zerstört worden, da unterdessen diese, als viel fester, sich erhal⸗ ten haben. Die Aiguilles rouges, welche man auf der 8ten Kupfertafel unter dem Montblanc zwischen den Numern und 2 und andern großen Ketten sieht, jene zum Beyspiel, welche zwischen den Buchstaben o und p befindlich ist, zeigen diese Structur deutlich an. §. 73. Gletscher. Die Zwischenräume der hohen Pyramiden und der Pfeiler, von welchen wir eben geredet haben, sind mit großen und herrlichen Gletschern ausgefüllt, welche man in fürchterlichen Einöden, zwischen schwarzen und un⸗ fruchtbaren Felsen entstehen, und sich von da bis in die niedrigen Thäler, mitten durch Wälder und Viehwei⸗ den, verbreiten sieht. Man entdeckt auch eine Menge von Gletschern der zweyten Gattung, die hie und. au auf d hohe Schv Eis— K. das* shwo aber A an eins yohere dar, 24 scht o en welesy te NE ein;/ weisen tben e aufpun genebs densem Bidig Ursad a große aufthiz srung gen big noch E Mu Ii Upen; sen, se sch schen! ——.—. WDSDSSITHHRIIIII 2 Dee.e Beobachtungen auf dem Buet. 283 ande eisan, auf den sanften Abhängen, in den Tiefen, am Fuße der pile dnn hohen Gipfel und allenthalben vorkommen, wo sich der Au Schnee auf einander häufen kann, und von dem vom Rhnn Eis absließenden Wasser getränkt wird. bur gn Diese unermeßlichen und alten Felsen, welche durch emenent das Wasser, das auf ihre Seitentheile herabtrieft, ö schwarz gemacht, vom Schnee und glänzenden Eise ruttut ni aber hin und wieder bedeckt sind, stellen, wenn man sie deren Sufz an einem schönen Tage durch die durchsichtige Luft dieser Raben hin hohen Gegenden erblickt, das vrächtigste Schauspiel ceinardei dar, das man sich nur immer denken kann. Die Aus⸗ „die sch sicht, die man von der Höhe des Aetna hat, ist ohne Kette shm Zweifel ausgedehnter und angenehmer: diejenige aber, Pfeilen welche sich von dem Gipfel des Buet über die hohe Ket⸗ CS I te der Alpen erstrecket, flößt vielleicht mehr Erstaunen nglich mt n ein; sie dringet tiefer in die Seele, und giebt dem Welt⸗ achhet t weisen mehr zu denken. Denn wenn man(ohne sich r, sichehh eben bey der Betrachtung dieser Schnee- und Eislasten elche maj aufzuhalten, welche gleichwohl dem Bewunderer die an⸗ lanc zusth genehme Versicherung von der steten Fortdauer der von Kellen sh denselben abfließenden Bäche und Flüße geben,) die Buchlubn Bildung dieser Berge, ihr Alter, ihre Ordnung, die Nullich u. Ursachen, welche diese steinigen Elemente auf eine so große Höhe über die andern Theile der Erdfläche haben aufthürmen können, erwäget; wenn man dem Ur⸗ sprunge dieser Elemente nachforschet, die Veränderun⸗ gen betrachtet, denen sie unterworfen sind, und die sie den ude noch erwarten: was für ein Abgrund von Gedanken! n, sio sh Nur diejenigen, welche sich auf den Gipfeln der hohen „veltemn Alpen mit dergleichen Gedanken beschäftigt haben, wis⸗ Rinun sen, wie viel tiefer, wie viel erweiteter, wie viel heller 0 sie sich daselbst der Seele vorstellen als wenn man zwi⸗ nd Mi schen die Mauern seines Cabinets eingeschlossen ist. eimt M 9e W §. 574. — ntTT.—.————— 284 Zehentes Kapitel. §. 774. Fortsetzung der Beschreibung der auf der 8ten Rupfertafel vorgestellten Berge. Den Bergen von Savoyen gegen Osten fangen die Berge des Walliserlandes an. Man sieht bey 1 auf der Sten Kupfertafel eine hohe Pyramide, welche der Berg Velan genennt wird, und zu dieser Repu⸗ blik gehört. Die Straße über den großen St. Ber⸗ nardsberg ist diesem Gipfel gegen Südwesten. Die Rhone, die durch ur angezeigt wird, und deren Ursprung zwischen den Bergen /und ist, fließt durch das Hauptthal von Wallis, welches von hier gesehen wird und den schönsten Anblick zeiget. Der grüne Teppich dieses Thales wird von der schlängelnden Rhone gleichsam durchschnitten, und stellet dem durch den Anblick jener schauervollen Schönheiten der Felsen und Gletscher der Centralkette ermüdeten Auge Gegen⸗ stände dar, auf denen es angenehm ausruhen kann. Dieses Thal gehet, der Richtung dieses Theils der Al— pen nach, beynahe von Osten gegen Westen, und macht eines der größten unter denjenigen aus, die sich der Län⸗ ge der hohen Kette nach erstrecken. Man sollte glau— ben, die Centralkette der Alpen habe sich, um dieses Thal zu bilden, ihrer Länge nach in 2 Ketten abgeson⸗ dert, deren sich die eine gegen Mitternacht und die andere gegen Mittag befindet. Die erstere begreift die Gem-⸗ mi h und die Berge vom Grindelwald und der Grimsel zwischen/ und iin sich. Die zweyte besteht aus den hohen Bergen, welche gegen Norden das Thal von Bagnes zwischen und bekrönen, wie auch dem S. Plomb m, dem Gries u. s. f. Diese zwey Ketten nähern sich bey Brieg und vereinigen sich gänzlich in der Furca„, theilen sich aber nachher auf der andern Seite der Furca wieder, um das Urseen⸗ thal thal Gotiã dem Fre afel man 19⁰ Marv wird. S und Der k des EE Rollt IMN R C nen hyn Gen der C Gypfels Fussel tung r der grs *sig die Y Fur Pässe den, x auf d ihneng weitens fen Er Hroßesß des R krönetf siht, ——(SHIHIHHHII SSSI Beobachtungen auf dem Buet. 285 thal zu bilden, auf dessen südlicher Seite der St. Gotthardsberg ungefähr in der Gegend einer Höhe, zu n die mit“bezeichnet ist, stehet. 7) Ofer fm Fährt man fort, die Reihe der auf dieser Kupfer⸗ hun sehthen tafel vorgestellten Gegenstände zu betrachten, so sieht amide, wuth man unter 9 den hohen Berg, welcher die Stadt St. diese Rup Maurice übersieht, und Dent du Midi genennt zen St. y wird. Mehr zur Linken zeigt 10 die Dent d Oche besten. und die Berge des Thales d' Abondance an. a1 witd, u Der kleine weiße mit 9 bezeichnete Raum ist ein Theil d Hist, sih des Genfersees, welchen man zwischen den Städten lches don gh Rolle und Morsee sieht. Der Berg der Voirons higll. d ist durch 8 bemerkt. Nahe bey 7 sieht man wieder ei⸗ shligehn nen kleinen Theil des Sees, und unterscheidet die Stadt llt den dit Genf, die in der Verlängerung des angenehmen Thals ten der In der Giffre, welche bey 16 vorbeyfließt, steht. Der Gipfel des Mole ist mit 6 bezeichnet, und an seinem Auge Ghn ö On Fusse bey dliegt Bonneville; in der nämlichen Rich⸗ Dels bl tung zeigt sich auch das Thal von Cluse, die Arve und m 1uum der große Weg von Cluse nach Bonneville. ie sch derd jest sollte gas 1 00 um 110„) Es ist zu bemerken, daß, obschon die Durchgänge durch ten abgesh die Alpen, wie der St. Bernard, St Plomb, die nd die ander Furca, der St. Gotthard, sich immer in den engen istdie Gem Pässen, und gar nicht auf den Gipfeln der Berge befin⸗ ald und d den, man sie dennoch in den Aussichten, und oft selbst wehte hhl auf den Charten stets durch die Gipfel der Berge, welche ihnen am nächsten sind, anzeigt, weil diese Gipfel sich von Woen weitem entdecken, da hingegen die engen Pässe in den tie⸗ krönen, fen Gründen verborgen bleiben. Dies giebt aber oft zu f. O großen Irrthümern Gelegenheit, weil die scheinbare Lage Rnnih des Passes, in Absicht auf den Gipfel, welcher ihn be⸗ 5 krönet, sich zufolge der Stellung dessenigen, der ihn an⸗ X sieht, verändert. thl ᷣᷓDSꝗSꝗSꝗDSDꝑSDIDIDISISIIIIIIISSSSSSSIIISSD....... 286 Zehentes Kapitel. Dieser ganze Theil des Horizonts wird durch den Jurassus bekränzt, welchen man in einer großen Ent⸗ fernung wie eine blaue und gleichförmige Linie sieht. Er fängt auf der linken Seite der Dent du Midi bey gan, und geht bey/ vorbey, wo die Dole ist, nach e, wo sich der Berg von Thoiry, und 4, wo sich der Durchgang von Eclüse befindet, fort, und kommt fast bis an c, wo er sich mit den Bergen von den Gegenden von Chambery und von Annecy vermischet. Der Gipfel, der unter dem Buchstaben« ist, zeiget den Gipfel eines pyramidenförmigen, kalkichten und überaus hohen Bergs an, welcher den See von An⸗ necy übersieht, und Tournette genennt wird. Man nimmt bey sehr weit entlegene Berge wahr, die in dem Dauphine', oder vielleicht in der Nachbarschaft des Sees Bourget zu seyn scheinen. §9. 575• Der Buet scheidet die primitiven Berge von den Bergen der zweyten Art. Ein sehr merkwürdiger und sonderbarer Umstand bey dem Kreise von Bergen, welche den Gipfel des Buet umringen, ist, daß die eine Hälfte derselben fast ganz primitive, die andere aber fast ganz von der zwey⸗ ten Art(secondaires) sind. Alle Berge, deren Gi⸗ pfel am Rande des mittäglichen Halbzirkels unter den Buchstaben 2, K, I, i, u, o, p,, v, v, a, õ stehen, sind primitive, ob es schon am Fusse dieser Berge und in den Thälern, welche sie von einander absondern, oft kalkich⸗ te und von Schiefer zusammengesetzte Felsen giebt, wie wir dergleichen in dem Thal von Chamouny gesehen hoben. Alle andere Gipfel 4, c, A, e, V g, O, sind kalkicht. Der — FTaòͤW WV.pe., ,. ee, noree, TJeui, ar, n. HI, VIIV. * E.—— 4 . CGV Aen., Leulen, leue. 2 Beobachtungen auf dem Buet. 287 Der Buet selbst steht genau auf der Linie, welche die kalkichten Gipfel von den primitiven absondert; denn sein Grund ist primitiv, und die erhabenen Gipfel, die zwischen ihm und der Centralkette sind, so wie die Ai⸗ guilles rouges, die man unter wund 2 sieht, wie der Berg von Loguis oder von Chesnay, welcher mit 13 bezeichnet ist, und die Berge rechts und links von dem Thal Berard, das durch 14 angezeigt ist, sind ganz primitiv. Ich kenne in diesem Umfange nicht einen kalkichten Berg von einer nur wenig beträchlichen Höhe, ausgenommen den unter 12 bemerkten Col de Balme. §. 576. Lage der Abstürzungen oder jähen Abschnitte. Die kalkichten hohen Berge, die sich in dem mit⸗ ternächtlichen Halbzirkel befinden, und in der Nachbar⸗ schaft des Buet sind, wie die Berge von Anterne Nr. 4, der Grenairon Nr. 17, und andere Berge rechts oder gegen Osten desselben, deren Namen unse⸗ re Wegweiser nicht wußten, haben alle ihre abhängi⸗ gen Theile oder Abstürzungen(Esearpements) gegen die Centralkette gekehrt; welches die Beobachtung bestätigt, die ich auf dem Gipfel des Mole(H. 282.) gemacht habe. Die Schichten des Buet selbst steigen auswärts von den Alpen hinab, und sind gegen den Mont⸗ blanc hin abgeschnitten oder abgestürzt. 8. 577. 288 Zehentes Kapitel. 9. 377. Thäler. Die Gletscher von der ersten Art neh⸗ men die Queerthäler ein. Unter sich selbst pa⸗ rallele Retten. Schätzung der Beobachtung des Bourguet über die zurücktretenden und her⸗ vorspringenden Winkel. Die Lage der Flä⸗ chen der Schichten ist für die Theorie wichtiger. Was die Thäler anbelangt, so zeigt der Gipfel des Buet nicht eine so große Anzahl derselben, wie der Gi⸗ pfel des Cramont, welchen wir auf der andern Seite des Montblanc sehen werden. Das Thal der Rho⸗ ne, Nr. 11, ist das einzige große nach der Länge der Hauptkette hin ausgedehnte Thal, welches man deutlich sieht. Das Thal der Arve, Nr. 5, welcher wir zwi⸗ schen Bonneville und Clüse gefolgt sind, und das Thal der Giffre Nr. 16, welches mit dem erstern pa⸗ rallel ist, gehören zu der Zahl der Queerthäler. Man kann aber von hier das, was ich in dem Ka⸗ pitel von den Gletschern(S§. 5 2 2.) gesagt habe, daß diese letztere Art von Thälern größtentheils von denen der ersten Art eingeschlossen seyn, bestätigen. Man wird auch die Ursache davon begreifen, wenn man sich an das erinnert, was wir oben(§. 57 3.) sahen, daß nämlich diese Gletscher die Zwischenräume der Pyrami⸗ den und der Spitzen, welche von den hohen Ketten ab⸗ hangen, ausfüllen. Denn nach dieser Beobachtung müssen sie sich nach solchen Richtungen verlängern, die mit diesen Ketten beynahe einen rechten Winkel machen. In der That sind fast alle ein wenig beträchtliche Glet⸗ scher, welche man von der Höhe des Buet entdeckt, und selbst, wie wir in der Folge sehen werden, diejenigen, welche man von der andern Seite der Alpen findet, in Thälern eingeschlossen, welche beynahe von Südost ge⸗ ö gen gen N liche nämli Glesch O der Ha man de slbst y leve, Aguil die Ke dies ist der do den he (Angl gemach die schn een Urt dem Z1 üͤckwei Gegent fenden Berge! hetracht de Aus das Ge⸗ lretende den, f Hachen Nene selt I.L *——..* F—ęę ———..... Beobachtungen auf dem Buet. 289 ien Nrz gen Ee. laufen; da sich unterdessen dieser näm⸗ 0 scbs liche Theil der Alpen von Nordost gegen Südwesten, obachn Gase nach rechten Winkeln gegen die Richtung dieser dennddie letscher, hinstreckt. In Ob man aber gleich von hier nicht viele der Länge der Hauptkette nach gehende Thäler entdeckt, so sieht man dagegen eine große Anzahl von Ketten unter sich de Gpih selbst yaralleler Berge, als: den Jurassus, den Sa⸗ „ we duh leve, die Berge Vergy, die von Reposoir, die andern Sth Aiguilles rouges, die Aiguilles von Chamounny, hll der Rhr die Ketten, welche Wallis umgeben, u. s. w. Und de Lige dies ist eine wichtige Erscheinung. Denn ich werde in mandul der Folge zeigen, daß Bourguets Beobachtung von sher ui y den hervorspringenden und zurücktretenden Winkeln 1d, wdn(Angles haillans& rentrans), wovon man so viel Geschrey nessen gemacht hat, ganz falsch ist; daß sie nur in Absicht auf 11 die schmmalen Queerthäler richtig ist, welche einen neu⸗ Induh ern Ursprung haben und durch Bäche und Flüsse seit hab, U 1 Zurückziehen des Gewässers, oder durch ihr Zu⸗ 6 bun dein rückweichen selbst, sind ausgegraben worden: da im Gegentheil die großen der Länge der Hauptkette nach lau⸗ en Mn fenden Thöler, deren Daseyn eben so alt als das der mm mm st Berge ist, und die allein in einer allgemeinen Theorie schen, da betrachtet zu werden verdienen, oft einander abwechseln⸗ r Mrran de Ausdehnungen und enge Pässe zeigen, und folglich Hlnch das Gegentheil von den hervorspringenden und zurück⸗ Bobahng tretenden Winkeln darstellen. Ingem,. rkenin Wenn man einen Schlüssel zu der Theorie der Er⸗ Hllche H de in Absicht auf die Richtung der Strömungen des al⸗ ee ten Weltmeers, in welchem die Berge sind gebildet wor⸗ denhh, den, finden kann, so muß man ihn in der Richtung der fil Flächen der abhängigen Schichten suchen; dabey aber Sost jene seltene und besondere Fälle ausnehmen, in welchen II. Theil. T die⸗ *———....———— Deeeeeeeeeeeeeee.e.—t—.—e—e.— 3—ee......—— 2———————————— 290 Zehentes Kapitel. diese Schichten von der parallelen Lage abweichen, die sie sonst überhaupt mit den Ketten der Berge, welche aus ihrer Zusammensetzung entstehen, gemein haben. Und ich glaube der erste zu seyn, der das Allgemeine und die Wichtigkeit dieser Erscheinung beobachtet hat.) Weil die Erklärungen der 8ten Kupfertafel an verschiede⸗ nen Orten des Textes zerstreut sind, so finde ich nöthig, sie für die Bequemlichkeit des Lesers in dieser Anmerkung zusammenzubringen. a. Der Montblanc. 5. Berge von den Gegenden des Sees Bourget, oder vielleicht im Dauphine'. c. Die Tournette. d. Ecluse. e. Der Berg Jura, oder Jurassus: . Die Dole. g. Aiguille du Midi, über dem St. Waurice. 5. Der Gemmiberg. i. Die Grimsel. K. Die Furca. I. Der St. Gotthard. m. Der St. Plomb, oder, wie man öfters schreibt, Simplon. n. Der Velan, gegen Nordosten des großen. St. Bernard. 0. Aiguille und Gletscher Tour. p. Gletscher von Argentiere. . Aiguille von Argentiere, und rechts unter dersel⸗ ben die Aiguille du Dru. r. Der Wället oder der Geant. 6. Die Aiguilles von Chamouny. Nr. 1— 2. Die Aiguilles rouges. Der Berg Breven ist unter Nr. 2. 3. Thal von Megeve über Sallenche. 9 r. 4. é ibt/ N2. A. C. lirenal e, er aucllite, man on em Cgasel. 2 — 2 7*— 35 Gaauecte, Lgl, ir, de, Nren 2.. Gclgerer Ra, 7— Beobachtungen auf dem Buet. 291 Nr. 4. Berg von Anterne. Die symmetrischen Zacken, welche man am Fusse dieses Bergs sieht, sind Trümmer, die sich am Untertheil der jähen Rin— nen desselben auf einander häufen, und in dem Berge Furchen ausgraben. — 5. Thal der Arve und Bonneville. — 6. Der Wole. — 7. Genf. — 8. Die Voirons. — 9. Theil des Sees zwischen Rolle und Morges. — 10. Die Dents d' Oche und Berge von Abondance. — 11. Thal der Rhone zwischen Brieg und Sitten. — 22. Der Col de Balme. — 13. Berg von Lognuia, oder Chesnay. 14. Thal des Col de Berard, wodurch man auf den Buet steigt. 15. Viehweiden des Fonds. 16. Thal der Giffre, wo die Stadt Taninge ist. 17. Der Grenairon. — 18. Eismauern des Buer, welche das Thal von En— traigues bekränzen. — 19. Theil des Thals von Valorsine. — 20. Eisfelder, welche über Entraigues hereinhangen. Hierbey muß ich noch anmerken, daß ich die Numern 18 und 20 auf Treu und Gläuben des Herrn Bourrit hieher gesetzt habe: denn ich erinnere mich nicht, diese Eislasten von dem Gipfel des Buet gesehen zu haben. + 2 5. 578. AI 292 Zehentes Kapitel. §. 578. Versuche über die Reinheit der Luft. Gründ⸗ liche Beobachtungen des Herrn Priestley dar⸗ über. Eudiometer. Bequeme Zubereitung der⸗ selben für die Berge. Art mit diesem Instru⸗ ment Versuche anzustellen. Zweifel, die man erregen könnte. Mittel, diesen Zweifeln vor⸗ zukommen. Schlüsse. Uebereinstimmung die⸗ ser Schlüsse mit den Erfahrungen des Serrn Volta. Beschluß. Ich werde diesen Bericht von den auf dem Gipfel des Buet gesammelten Beobachtungen mit der Vor⸗ stellung der Methode beschließen, der ich gefolgt bin, um die Reinheit der Alpenluft durch Vermischung mit der Salpeterluft zu erfahren. Man weiß, daß Doctor Priestley beobachtet hat, daß, wenn man gewisse Substanzen, und besonders metallische, in dem Salpetergeist auflösen läßt, durch diese Auflösungen ein Fluidum erhalten wird, das durch seine Elasticität und Dauerhaftigkeit der Luft, welche wir einathmen, ähnlich ist, das sich aber durch andere Eigenschaften von ihr unterscheidet, und von ihm Sal⸗ peterluft genennt worden ist. Er hat ferner beobach⸗ tet, daß diese Luft, nachdem man sie zubereitet und in verschlossenen Gefäßen aufbewahrt hat, wenn man sie nachgehends mit der gemeinen Luft vermischt, eine Art von Aufbrausen hervorbringt, wodurch dann nachher diese zwey Luftarten einigermaßen decomponirt werden; ingleichen daß sie nach dieser Vermischung und Decom⸗ position weniger Raum einnehmen, als sie vorher jede besonders einnahmen; daß zum Beyspiel zwey Maaß gemeine Luft, mit einem Maaoß Salpeterluft vermischt, statt einen Raum von drey Maaß einzunehmen, nach ihrer Vermischung einen Raum einnehmen, welcher nicht is. Grusth riesley d⸗ reitung ⸗ iesem Iny fil, deng wejfhh voß timmundo gen des 6. uf dem Gf mit der Vun ch geflgt d ermishung beobachttht und beserdes u laßt, dut Hird, dasdulc lust, vesch dülch ardit von ihm Syh mer beobach lreitet und i venn man si t/ eile M. dann nachht nift vetdeg, und Oel vochtr 6 on Moh ft vumsth man/ ih „ Haadt nit ————— Beobachtungen auf dem Buet. 293 nicht einmal dem von zwey Maaß gleich ist. Der wich⸗ tigste Umstand bey dieser Erscheinung aber ist, daß, je reiner die gemeine Luft ist, sie desto mehr durch die Sal⸗ peterluft vermindert wird, so daß, wenn die gemeine Luft unrein, und mit faulen oder phlogistischen Mate⸗ rien vermischt ist, sie alsdann eine kleinere, und selbst zuweilen gar keine Verminderung leidet. Herr DPriestley hat aus diesen Erscheinungen ge⸗ schlossen, die Verminderung einer jeden Luft durch ihre Vermischung mit der Salpeterluft könne gewissermas⸗ sen die Gesundheit derselben anzeigen. Nach diesem Grundsatz hat man, um diese Versuche zu machen, In⸗ strumente verfertiget, die man Eudiometer, oder In⸗ strumente die Güte oder die Gesundheit der Luft zu mes⸗ sen, nennt. Die mihrsten dieser Instrumente, ob sie schon auf eine sehr sinnreiche Art erfunden worden, sind wenig tauglich, auf die Gipfel hoher Berge gebracht zu wer— den, und daselbst mit der in dergleichen Umständen nö⸗ thigen Geschwindigkeit Versuche damit anzustellen. Sie sind entweder zu groß, oder zu zerbrechlich, oder kommen zu leicht in Unordnung, oder fordern für die Mischung der Luftarten eine zu lange Zeit. Ich dachte also dar⸗ auf, diese Versuche mit mehr Geschwindigkeit, Be⸗ quemlichkeit, und zu gleicher Zeit mit mehr Genauig⸗ keit zu machen, und machte folgende Methode ausfin⸗ dig, bey der ich auch verblieb. Ich nahm ein cylindrisches Glasfläschchen, dessen Durchmesser fast seiner Hohe gleich war, welches unge⸗ fähr Unzen Wasser in sich hielt, und mit einem rauh⸗ geschliffenen Glasstöpsel genau verschlossen wurde. Die⸗ se Flasche wurde zum Behälter bestimmt, in welchem ich die verschiedenen Luftarten mit der Salpeterluft ver⸗ mischen wollte. Ich nannte sie den Recipienten. + 3 Um ——— 294 Zehentes Kapitel. Um die Menge der Luft, die ich in diesen Recipien⸗ ten wollte hineingehen lassen, zu messen, wählte ich eine kleine Phiole, auch von Glas, deren Inhalt ungefähr das Drittheil des Inhalts des Recipienten ausmachte. Der Inhalt derjenigen Phiole, die ich zu meinen Ver⸗ suchen brauchte, war Unze 6 Quentchen und 12 Grän Wasser; daß also der Recipient drey von diesen Maaßen, und ungefähr zwey Drachmen mehr enthielt. Ich versah mich außer diesem mit einer kleinen sehr genauen Wage, einem kleinen Trichter, und mit meh⸗ reren fast der erstern ähnlichen Flaschen von Glas, die eben so mit rauhgeschliffenen Glasstöpseln sich verschlies⸗ sen liessen. Die Bestimmung dieser Flaschen war, um jene, die zum Recipienten diente, im Fall, daß sie zer⸗ brochen würde, wieder zu ersetzen, und um darin die verschiedenen Lustarten, die ich prüfen und mit einander vergleichen wollte, von einem Orte zum andern zu brin⸗ gen. Diese Flaschen, diese Wagen, und was zur Zube⸗ reitung der Salpeterluft nöthig ist, werden in einer leich⸗ ten und nicht gar großen Schächtel verwahrt, die ohne Mühe und Gefahr auf den Gipfel der steilsten Berge gebracht wird. Man nimmt in der letzten Sennhütte, die man antrifft, einen kleinen hölzernen Kübel, den man mit dem letzten Wasser, welches man im Hinauf⸗ steigen findet, anfült. Mit dieser Zubereitung kann man in einer Stunde sieben bis acht verschiedene Ver⸗ suche machen, und eine größere Genauigkeit erlängen, als mit keinem jener zerbrechlichen und kostbaren Eudio⸗ meter, die aus Röhren und Hähnen zusammengesetzt sind. Will ich meine Versuche machen, so fange ich, im⸗ mer nach dem nämlichen Verfahren, mit der Zuberei⸗ tung der mir nöthigen Salpeterluft an. So bald sie fertig ist, fülle ich den Recipienten mit Wasser an, halte ihn ihn Kil ters gehe sogl sche ser wie ihte abet e di siea dan der hol Wo men dem den daß Me der oder find Fas hält meit ten vers meh Ver nac verr heit sstt.. dehen Rehth wihlte ihen Ahit uigntz nten ausnugh Iu meinen Dy entchen unden drey von dih en meht ertht iner klanens „und muntz von Gaas, ln sch vesshz laschen pu, w l, Vösey und um durn e und mit eorde andernuh dWas zurge den in einerkih ahtt, de qhe steisten Bah en Smsith en Kubel, R n im Hunt Ubertiturg kun uschiden V ligket etangg, Hoschen Eihe Pmma vfrh nit de Aet⸗ Sobdse Haser an H. ———————πł–ε—j—— Beobachtungen auf dem Buet. 295 ihn darauf umgekehrt in das Wasser, womit der kleine Kübel angefüllt worden, und lasse vermittelst des Trich⸗ ters alsbald zwey Portionen gemeiner Luft, und nach— gehends eine von Salpeterluft hineingehen. Ich sehe sogleich die zwey Luftarten sich mit Aufbrausen vermi⸗ schen, eine Pomeranzenfarbe annehmen, und das Was⸗ ser in gleichem Verhältnisse wieder in die Flasche treten, wie diese beyden Luftarten einander verschlingen. Um ihre Vermischung vollständig zu machen, verstopfe ich, aber immer unter dem Wasser, die Flasche, und schütt— le dieselbe darin; hierauf öffne ich sie von neuem, halte sie aber immer umgekehrt unter dem Wasser: so geht dann wieder eine neue Menge von Wasser an die Stelle der aufgelösten Luft hinein. Diese Operation wieder⸗ hole ich dreymal, und immer auf die nämliche Art. Wenn denn also die Vermischung der Luftarten vollkom⸗ men vollendet worden, so verstopfe ich die Flasche unter dem Wasser zum letztenmal, ziehe sie heraus, trockne sie vollends ab, und wäge sie. Man sieht wohl ein, daß die Flasche um so viel schwerer wird, je eine größere Menge von duft verschlungen worden ist, weil der Druck der Atmosphäre das Wasser, so wie die Luft zerstört oder aufgelöst wird, in die Flasche hineintreibt. Ich finde also gemeiniglich nach der Vermischung, daß die Flasche 1 Unze, 6 Quentchen und 40 Gran mehr ent⸗ hält als sonst, wenn ich, anstatt einer Vermischung ge⸗ meiner und Salpeterluft, nur eine einzige dieser Luftar⸗ ten hineingebracht hätte: denn durch die Vermischung verschlingt sich eine Quantität von duft, die ein wenig mehr als eine von meinen Portionen ausmacht. Wenn ich mich aber damit befriedigt hätte, diese Versuche schlechtweg, anfangs auf der Ebene, und nachgehends auf dem Berge zu machen, so würde man vermuthet haben, daß vielleicht die verschiedene Dicht⸗ heit sowohl der gemeinen Luft, als der Salpeterluft, in ꝰT 4 den 296 Zehentes Kapitel. den zwey Standpuneten ihre einsaugende Kraft mäßigen könnte, so daß man nicht gewußt hätte, ob man den Unterschied der Resultate dem Unterschiede ihrer Dicht⸗ heit, oder einem wesentlichen Unterschiede zwischen der Luft des Bergs und der Luf der Ebene beymessen sollte. Wenn man unterdessen auch alle nur mögliche Vorsicht gebraucht, die Salpeterluft immer auf die nämliche Wei⸗ se zuzubereiten, so kann man sich doch nicht versprechen, daß sie in allen Versuchen genau die nämliche Kraft ha⸗ ben werde; und wenn man sie in eine große Flasche bringt, um sie immer aus dem nämlichen Behälter zu ziehen, so sind die Ungewißheiten, wegen der Verän⸗ derungen, die ihr begegnen können, vielleicht noch grös⸗ ser. Um diesen zwey Quellen von Unrichtigkeiten auf einmal abzuhelfen, habe ich mir immer die Mühe gege⸗ ben, diese Versuche doppelt zu machen, indem ich in der nämlichen Zeit und an dem nämlichen Orte die zwey verschiedenen Luftarten, die ich unter einander verglei⸗ chen wollte, zweymal prüfte. Da ich also Willens war, die Luft auf dem Gipfel des Buet mit der Luft in dem Thale Chamouny zu vergleichen, so nahm ich bey mei⸗ ner Abreise in sehr reinen und wohlverstopften Flaschen einen Vorrath von der Luft des Thals mit, und machte, nachdem ich auf dem Gipfel angelangt war, mit der nämlichen Salpeterluft zuerst drey Versuche, über die Luft von Chamouny, und drey andere über die von dem Berge; und verglich also diese zwey Luftarten in der dunnen Luft auf dem Gipfel des Bergs. Als ich nachher wieder herabsteigen wollte, spülte ich die nämli⸗ chen Flaschen aus, füllte sie mit der Luft auf dem Buet an, und verglich dieselbe, nach meiner Rückkunft in das Thal von Chamouny, von neuem mit der Luft des Thals in der daselbst befindlichen dichtern Atmosphäre. Wenn lse unm Diej von! syr mit der dem einer ande ron nam schi⸗ Ebe Ge nach Cha scheh der grof diese nän luft in de diese als HDi rein Vor 8, ber von — r.—— ———— — 2 EEHE Beobachtungen auf dem Buet. 297 wustmiß II b man d Wenn man auf di; eihier 0 telsatz aus den aeenen Wwinng poshn d. Dan daß noch Zweifel übrig ee scheint es messrsiltz iejenigen, welche ich erhalten habe, al iben konnen. Lch Dusth von dem Gipfel des Buet mit der Luft Gn rünlhe ny verglich, beweisen, daß die Luft 9995 n toastehn en Wei vermischt, enr 958 iche Hnnte 28 Gran Wasser mel 5, 23—. einen ich auf an ehen St. Dernh. ninn W5 andern auf dem Pi ö Dernhardsberge, d u der Velar⸗ n Piton und. e eii icht n rons angestellt, haben alle annchr Rs een nämlich daß die Luft von diesen Gi deen 0 schienen hat, als die von zipfeln weniger rein ge⸗ Higkiin af Eb cn drem F 9 benen oder Thälern. Die Luft, di nuat n n 131 Gletscher von Talefre einathmet O eihn nach diesen Versuchen besser al rn S M Ebamenny Geschien als die von dem Thal von naer muü scheinlicherweise Leber bat und das kömmt wahr⸗ non der wässerigen IWaneen Diose Luft durch die Menge hin n große Umfang von Eis 195. welche der ungemein mnich beyme⸗ dieser Gletscher liegt, ausdü chnee, in deren Mitte sten Hlashen nämlichen Versu Ghanadt nstet, gereinigt wird. Den undmacht, Luft von Chamouny gl hat die Luft von Genf der , m 30 iu denbenendon Pien 4917 doch aber besser als die 6ibr d Da alsd von fimf Be 2 geschienen. ihr den diese Versuche gemacht 25 auf deren Gipfel ich Rsutn als die von den an ihrer e ele uft 5. Aei Thäl ihrem Fusse gelegenen Eb 95. W 0 hälern gegeben, und da der einzi erl ch dienint⸗ reinere als die von unser Cbenn Berg, der eine ufden Bnet Vorzug seiner besondern La enen gezeigt, diesen Nuckunst u. es, man könne aus rin Ve danken hat: so scheint rftds üͤberhaupt die Luft auf einer damn. schliessen, daß lsoshit von ihrer Reinheit verliert. gewissen Höhe ein wenig Wa Ich 298 Zehentes Kapitel. Ich würde unterdessen mehr Bedenken tragen, all⸗ gemeine Schlüsse aus einer so kleinen Anzahl von Be⸗ obachtungen zu ziehen, wenn nicht die schönen Versuche des Herrn Volta über die entzündbare Luft bewiesen hätten, daß beständig eine unermeßliche Menge von dieser Luftart hervorgebracht wird, die, da sie viel leich⸗ ter als die gemeine ist, sich in die Atmosphäre erhebt, und folglich eben deswegen in den höchsten Gegenden derselben in größerer Menge muß gefunden werden. Wenn aber diese Luft mit der gemeinen vermischt wird, so macht sie die letztere vuum Athemholen weniger taug⸗ lich, und vermindert ihre Eigenschaft, durch Vermi— schung der Salpeterluft verschlungen zu werden.(Sie⸗ he Lettere sull' Aria infiammabilée, nativa delle paludi, Como 1777 0: ein mit vielem Scharfsinn geschriebenes Werk, in welchem Herr Volta von der Zusammen⸗ häufung der entzündbaren Luft in den erhabensten Ge⸗ genden der Atmosphäre die Auflosung einer Menge für die Meteorologie wichtiger Probleme hergeleitet hat.) Es scheint also nach diesen Versuchen und Grund⸗ sätzen, daß, wenn die Luft von den niedrigen Ebenen weniger gesund ist, weil sie wegen ihrer Dichtigkeit die aufsteigenden groben Ausdünstungen annimmt und er⸗ hält, von einer andern Seite die Luft von den Bergen, die Man hat zwo deutsche Uebersetzungen von diesem Werk⸗ chen, deren die eine, die ich vor mir habe, unter folgen⸗ dem Titel 1778.8. zu Winterthur herausgekommen: Brie⸗ fe über die natürlich entstehende, entzůndbare Sumpf⸗ luft von Zrn Alexander Volta ꝛc. Der in der Che⸗ mie sehr erfahrne und durch verschiedene andere Werke und Unternehmungen bekannte Herr D. Fiegler ist der Ver⸗ fasser davon, da die andere von Hrn. Röstlin, auch ei⸗ nem dieser Dinge sehr kundigen Manne, ist. W. die K Ober düͤns heit: Luft! Höhe Lber gens it. groß sch! Mie ltagen, ll nchl vnn nen Dush Baust buns e MM u da sevielh vschit ahth sen Ggade unden wudn ermischt vih weniger ng⸗ durch Dum derden.(S wa cst sch un gachtihans der Zusamnar chabasin he er Mn i Heleitet ut nund Grut⸗ drizen Ebenn Ochtiit sunmt und ir den Bergen MS Wl „ mr sohhz Immeh: Eeb dbateSunp/ n M. ad Ut Rlrstord sln, . W. Beobachtungen auf dem Buet. 299 die mehr als fünf oder sechshundert Klaftern über die Oberfläche des Meers erhaben sind, durch andere Aus⸗ dünstungen verderbt wird, die dennoch ihrer Gesund— heit nachtheilig sind, wenn sie schon leichter als die gemeine Luft sind; und daß es also hier noch eine gewisse mittlere Höhe giebt, in welcher die Dichtheit der Luft für das Leben und die Gesundheit des Menschen, wenn übri⸗ gens alle andere Umstände gleich sind, am gemäßesten ist. Mich düͤnkt, diese Höhe sollte in den Ebenen und großen Thälern der Schweiz gefunden werden, die sich zwischen zwey⸗ und dreyhundert Klaftern über das Meer erheben. Eilftes 30⁰0 Eilftes Kapitel. . Eilftes Kapitel. Von der Natur und Structur des Bergs Buet. §9. 379. Einleitung. J5 werde in diesem Kapitel die Beobachtungen erzäh⸗ len, die ich im Jahr 1776 über die verschiedenen Steinarten, aus welchen dieser Berg besteht, gemacht habe. Ich habe schon oben gesagt, daß ich auf dieser letzten Reise nicht das Vergnügen gehabt, diese Beob⸗ achtungen zu wiederholen, weil der Schnee die interes⸗ santesten Theile bedeckte. Da ich aber im Jahr 1776 Probestücke von allen diesen Felsarten genommen, so habe ich sie mit guter Muße noch einmal durchgesehen und untersucht, so daß man sich auf die Genauigkeit ihrer Benennungen verlassen kann. Ich muß nur be⸗ richten, daß ich diese Beobachtungen machte, als ich durch den kürzesten Weg gieng, den ich§. 534. ange⸗ zeigt habe. §. 580. Gipfel von reinem Schnee. Eis am Unter⸗ theil der Abhänge. Der Gipfel des Bergs Buet ist auf seiner mittäg⸗ lichen Seite bis auf eine große Tiefe gerade abgeschnit⸗ ten, und zeigt daselbst kein Eis; über einander gehäufte Schichten von hart gewordenem Schnee bedecken seine ganze oberste Höhe. Von Osten, Norden und Nord⸗ westen —.*— äꝑP des W Htungencgiz e verschiden sieht, gnatt ich auf Rt „ disst Vub⸗ see die ilehg N Jahr175 enommn 6 durchgsche 1e Genauglel nuß nut d Whte, ab ih . 53⁴ a am Untez Imnet miiiy ch uder ht eckel Ms Natur und Structur des Buet. 301 westen aber dehnen sich die Abhänge des Bergs auf eine große Entfernung aus, und endigen sich durch Eiswän⸗ de, die ihm den Namen Gletscher gegeben haben, und die in der That einen Gletscher von der zweyten Art bilden.(§. 529.) §. 581. Matur der erhäbensten Felsen des Buet. Ihre Lage. ö Man kann also keine Steine von dem Gipfel des Bergs losmachen; da aber auf der westlichen Seite die denselben bedeckende Schneekappe nach und nach dünner wird, so läßt sie endlich Felsen nackt, die eine Fortse⸗ tzung der Felsen des Gipfels zu seyn scheinen. Diese Felsen sind von einer kalkichten Steinart, de⸗ ren blättrichte Bildung und schwarzgraue Farbe ihr das Ansehen des Schiefers geben würden, wenn nicht die Unregelmäßigkeit und Grobheit der Blätter, ihre matte Farbe, welche gar nicht den gehörigen Glanz des Schiefersteins hat, und endlich auch die Beschaffenheit ihres Korns im Bruche, ihre kalkichte Natur verrie⸗ then. Die chymischen Versuche beweisen deutlich, was ein geübtes Auge bey dem bloßen Anschauen erkennt. Diese Steinart veranlaßt mit dem Scheidewasser ein lebhaftes Aufbrausen; sie löset sich aber darin nicht gänz⸗ lich auf, indem einige Theile von Thon oder vielmehr von Hornstein, die dieser Steinart einen erdichten Ge⸗ ruch geben, wenn man sie anhauchet, der Wirkung des Auflösens widerstehen. Sie enthält auch einige Eisen⸗ theile, und einige eckige Quarzkörner, welche man aber erst dann findet, wenn das Scheidewasser alles von dem Steine ausgezogen hat, was es davon auflösen 4 ie⸗ 302 Eilftes Kapitel. Dieser Quarz ist auch die Ursache, warum man mit dem Stahl hin und wieder aus demselben Feuer schlagen kann. Die in diesen Felsen enthaltenen kalkichten und quar⸗ zichten Grundtheile werden durch das Wasser aufgeloset und weggeschlemmt, versammlen sich aber wieder und krystallisiren sich in den Spalten und Zwischenräumen der Schichten; wo dann allerhand, oft wunderbar gestal⸗ tete, weiße und röthliche Coneretionen entstehen, die aus einer Vermischung von harten, nicht aufbrausenden Quarzkrystallen, und von weichen und mit Aufbrausen auflöslichen Spathkrystallen zusammengesetzt sind. Die Bänke dieser kalkichten Steinart sind gegen den Gipfel beynahe horizontal; so wie man aber nach und nach hinabsteigt, findet man sie abhängender; sie sen⸗ ken sich gegen die Außenseite der Alpen, und erheben sich wieder gegen Süden oder Südost. Diese Bänke sind durch die Wirkung des Wassers und der Luft von einander getrennt und zertheilt worden; so daß sie auf der südlichen Seite, wo sie abgeschnitten sind, Befestigungswerken gleichen, die über einen Hau⸗ fen fallen. §. 582. Zweyte Steinart: Schiefer. Sarte und kiesich⸗ te Nieren. Eine seltene Pflanze. Nachdem man eine ziemliche Zeit lang durch einen steilen Abhang, der mit Trümmern von dieser nämli⸗ chen Steinart bedeckt ist, herabgestiegen, so trifft man eine sehr dicke Bank von einem wirklichen Schiefer an, zwischen welchem sich eisenhaltige Adern befinden, die unter sich parallel sind. Diese im! Bl Sch Spoe sud, wint 9en schu ursa die mit! aufs Kal den gesc und diese diede nich men fer ber von es, und ferb. Sta ren! genb eend Witte —— Natur und Structur des Buet. 303 hn nidn Diese Schiefer sind dicht, schwarz, glänzend, und hntn im Anfühlen fast ölig, und lassen sich in äusserst dünne in udgu Blätter zertheilen. Ihre Schichten sind, wie die srahhn Schichten von fast allen Steinen dieser Gattung, durch u 100 Spalten abgetheilt, die mit ihren Flächen fast senkrecht 3an sind, und sie häufig in kleine Tafeln in Form eines schief⸗ ntaumende winklichten Parallelogramens zertheilen. Man sieht eini⸗ debar gst, ge weiße, dünne Blättchen von Glimmer auf dem nischn, schwarzen Grunde dieser Steinart glänzen. Sie ver⸗ ustrauan ursacht kein Aufbrausen, wenn man Scheidewasser auf Mufufn die Fläche ihrer Blätter gießet; greift man sie aber da⸗ tht sud mit auf ihrem Bruche an, so läßt sie einige Bläschen sud gen aufsteigen. Dieses Aufbrausen wird nur durch einige Ibe hi Kalttheilchen hervorgebracht, welche das Wasser von bur s den über diesen Schieferlagen stehenden Kalkfelsen weg⸗ arden, geschwemmt hat; es hört in wenigen Augenblicken auf; nd n und selbst alsdann, wenn man einige kleine Stücke von dieser Steinart in dem Scheidewasser kocht, kommen des Dist dieselben wieder unangegriffen heraus, und scheinen gar khabrndn; nichts weder von ihrer Härte, noch von dem Zusam⸗ abgechrten menhang ihrer Blätter verloren zu haben. Diese Schie⸗ hu fer enthalten, eben so wie die kalkichte Steinart, die über ihnen steht, ein wenig Eisen und eine Vermischung von Thon oder Hornstein. Und die Vermischung ist es, die ihnen einen Erdgeruch giebt, den der trockene ndtisth und harte Dachschiefer nicht hat. 30 Die eisenhaltigen Adern, welche durch diese Schie⸗ uhah ferbänke gehen, enthalten so harte Nieren, daß sie am dast irt Stahle Funken geben; und der mittlere Theil dieser Nie⸗ ouftn ren ist gemeiniglich mit Kiesen angefüllt, die in dem Au⸗ S genblick, wo man den Stein zerbricht; gelb und glän⸗ fh zend scheinen, aber in der Luft zu einem Eisenrost ver⸗ wittern. die Man N 304 Eilftes Kapitel. Man sieht zwischen diesen Schiefersteinen einige Bü⸗ Del schel von einer kleinen, sehr seltenen Glockenblume(Cam- bang panula uniflora). Dies ist die einzige Pflanze von dem sem“ gern Buet, die ich nicht auch auf den Bergen, die das Thal von Chamouny umgeben, gefunden habe. Ich wer⸗ hrme de anderswo von den merkwürdigsten Pflanzen dieser och Berge reden. tn 6 von snd, 9. 383. tin e Dritte Steinart: Kalkstein mit Sandstein e di vermischt. sind y Unter diesem Schiefer findet man einen Felsen, der 2 aus einer kalkichten Steinart besteht und der von dem 39 8 Gipfel ähnlich ist, deren Farbe aber weniger dunkel, Wal das Gewebe oder die Tertur dichter, und die Schich⸗ 10 ten ebener sind. Man bemerkt zwey sonderbare Er⸗ W scheinungen daran. Die eine derselben ist diese, daß die Abschnitte der Blätter dieser Steinart, sobald sie den Einflüssen der Luft ausgesetzt sind, sich in kleine sn Verkröpfungen, oder abgerundete, hervorragende Rän⸗ 0 der endigen, die ungefähr eine Linie dick, und unter sich nien vollkommen parallel sind. Diese hervorstehende Rän⸗ 25 der sind gelblicht weiß, da der übrige Theil des Steins 0 dunkelgrau ist. Wenn man die Blätter dieser Stein⸗ dohn art zerbricht, so zeigen sich einige, in welchen man eine ich, weißlichte Schicht unterscheidet, die mit diesen Rän⸗ 91 dern übereinstimmt; andere scheinen von innen sich voll⸗ kommen gleich und homogen zu seyn. Wenn man diese Steinart in dem Scheidewasser sieden läßt, so löset sich der Theil, dessen Farbe am dunkelsten ist, vollständig auf, ausgenommen ein klei⸗ ner schwarzer Rest, der mit ein wenig Sand vermischt N ist; die weißen Verkröpfungen aber, und der innere 0N Theil. —— Natur und Structur des Buet. 305 Heinige Theil der Steinart, der mit ihnen übereinstimmt, blei⸗ une(Cn. ben ganz, doch weniger zusammenhängend als vor die⸗ anze vonden sem Versuche, indem man sie alsdann unter den Fin⸗ dedudgl gern zerbrechen, und zu einem sehr feinen Quarzsande Yer zermalmen kann. Diese Felsen bestehen also aus ab⸗ fange dist wechselnden Schichten von einer ziemlich reinen, kalkich⸗ ten Steinart, und einem sehr feinen Sandstein, wo⸗ von die Körner mit einem kalkichten Kitte verbunden sind; das Regenwasser ergreift und verzehret die kalkich⸗ ten Schichten geschwinder als die von Sandstein, wel⸗ andstei che die kleinen hervorragenden Ränder bilden, und diese sind weißer als die innern Theile der Steinart, die mit ihnen übereinstimmen, weil die Einflüsse der Luft den D K kalkichten, dunkelgrauen Leim, der in dem Innern de vn dn der Steinart die Farbe der kleinen Quarzkörner, aus nigt Aun welchen diese Schichten von Sandstein bestehen, ver⸗ die Stz ändert, zum Theil zerstöͤren. detbne Er h V Die andere sonderbare Erscheinung, die diese Fel⸗ t„ shidse sen zeigen, ist eine große Anzahl von senkrechten Spal⸗ sch i b ten, die durch das Wegfressen des Wassers erweitert gerde Rir werden, dieselben in abgesonderte Massen zertheilen, 0 Irtrsth und von weitem dicken prismatischen Pfeilern ähnlich sind. rde Rur Der größte Theil von diesen Pfeilern ist unregelmäßig; des Sulmd doch unterscheidete ich einen davon, der genau rechtwink Nr Stei licht, einen Schuh breit, und vier hoch war. Es scheint, mn elt diese Spalten seyn durch ein Sinken, das ein natür⸗ sn Ml liches Zurückziehen befördert, hervorgebracht worden. aschub hebense Iu n h Humsht 20 I Cheil. u 9. 384 30 Eilftes Kapitel. §. 584. Vierte Steinart: aderichter Kalkstein. Unter diesen Felsen sieht man einige andere, die wesentlich von der nämlichen Natur zu seyn scheinen, aber mit Adern, von Spath und Quarz untermischt, angefüllt sind. Diese Adern laufen in allen Arten von Richtungen, unter Winkeln von allen Größen, und in solcher Menge, daß es deren fast mehr giebt, als des Steines selbst. Auch hier findet man auf den Ab⸗ schnitten der Schichten kleine weiße hervorragende Rän⸗ der, wie in den vorhergehenden; die Schichten aber sind hier weniger flach und unregelmäßiger. Diese vier Arten oder Spielarten haben alle ihre Bänke auf die nämliche Weise gelagert; sie steigen in einem sanften Abhange gegen die Außenseite der Alpen hinab, und erheben sich gegen die Centralkette. §. 585. Fünfte Steinart: nicht aufbrausender Sandstein. Nachdem man eine Zeit lang auf den nun beschrie⸗ benen Trümmern fortgegangen, so trifft man Bänke von einem Sandstein an, der aus groben, weißen und glänzenden Quarzkörnern besteht. Dieser Sandstein giebt an dem Stahl viel Feuer, und macht mit dem Scheidewasser kein Aufbrausen; wenn man ihn einige Zeit lang in dieser Säure hat sieden lassen, so ist die einzige Veränderung, die er gelitten zu haben scheint, die, daß er ein wenig weißer und ein wenig zerbrech⸗ licher wird. Man DS — — stenn andets, de sun shyg Junternish, len Mren vn Hräßn, un r giht, h auf den l⸗ agende M cichten ch * ben alket sie siign i ite der ig lelte usende uun beschtt man Bust waßen uu Sundfii acht M de an en ben 1 ihpiez M- ———.———————————π+κε—ff Natur und Structur des Buet. 30 Man zählt fünf oder sechs Schichten von diesem Sandstein, deren jede 12 bis 15 Zoll dick ist. Ihre Lage ist überhaupt die nämliche wie der vorhergehenden; doch senken sie sich mehr abwärts, und ihre Abhänge scheinen sich ein wenig mehr gegen die östliche Seite zu drehen. F. 586. Sechste Steinart: aufbrausender Sandstein. Unter diesem Sandstein findet man einen andern zröbern, den man sogar einen Pudding nennen könnte. Er besteht aus grauen oder dunkelrothen, halbdurchsich⸗ igen Quarzstücken, aus Stücken von röthlichtem Feld⸗ path, und kleinen gelben Kiesen. Dieser Pudding oder grobe Sandstein macht mit tem Scheidewasser ein sehr lebhaftes Aufbrausen, und nachdem er in dieser Säure gesotten worden, findet man, daß sich seine Körner von einander gesondert ha⸗ ben, oder sich zwischen den Fingern ohne einige Mühe von einander scheiden lassen. ö Es giebt von dieser Art hier nur eine einzige Bank, die einen Schuh dick, und wie der vorhergehende an⸗ gelegt ist. Ihre äußere Oberfläche ist durch das Auf⸗ löͤsen der Kiese schwarz geworden, die feinsten Theile derselben sind weggeschwemmt, und daher entdeckt man die eckigen Bruchstücke des quarzichten Sandes, der die Grundtheile dieser Steinart ausmacht. u 2§. 787. ****Ee‚——————————..— D—Hceee.———————————.— 308 Eilftes Kapitel. §. 587. Siebente Steinart: blättrige Felsart. Unter diesem Pudding ist ein blättriger Fels, der aus röthlichtem Glimmer und durchsichigen Quarzkör⸗ nern besteht, mittelmäßig hart ist, und einen Thon⸗ geruch von sich giebt, mit dem Scheidewasser aber kein Aufbrausen verursachet. Seine Schichten senken sich noch mehr abwärts als die vorhergehenden, und neh⸗ men im Ganzen ungefähr eine Dicke von 8 Schuhen ein §. 388. Achte Felsart: ein mit Quarzknoten einge⸗ sprengter Stein. Diese Felsart bedeckt Bänke von der nämlichm Gattung, deren Stein aber minder gefärbt, dichter, mit Quarzknoten untermischt, platt und an seinen Rän⸗ dern schneidend ist, und dessen Flächen mit den Flächen der Blätter parallel sind. Es giebt deren von 15 Schu⸗ hen. Die Schichten dieses Steins, die sich gegen Süd⸗ westen kehren, verlieren fast ihre Farbe, so daß man darin kaum eine violblaue Nüanee unter scheiden kann; sie sind auch dichter, und haben den Anschein eines ade⸗ richten Granits. §. 389. Neunte Felsart: Glunmer ohne Quarzknoten. Unter dieser mit Knoten vermischten Felsart findet man wieder mehrere Klaftern eines blältrigen, glim⸗ meri⸗ ten G Richt sund, Skein Größ Spiel die ga an zo . nit st Ru& Bleck man 1 Verg durch cen g wahre Gattr Leruch sss... logrt. r Fels, de n Quunsh einen Thur sser aber ki on siuken sh „ und nh Schuhne ten einge Er nänithe rbt, Rht, n siinen M it den Hlah on LhSEhe gen so daß m Heäden knn ein ein Ren 0 In, M. nf —.— PPPTTTTTRTR.&c&RLRæRæõẽV(ST Natur und Structur des Buet. 309 merigen Felsen, der der siebenten Art(§. 587.) ähn⸗ lich ist, und gar keine Knoten hat. §9. 590. Zehnte Steinart: adrichter Granit. Unter dieser letzten Felsart fangen endlich die adrich⸗ ten Granite an, die mit linsenförmigen, und nach der Richtung der Blätter liegenden Quarzkörnern vermischt sind. Diese Körner sowohl als die andern Theile dieser Steinart ändern sich an verschiedenen Stellen in der Größe und Farbe: abstrahirt man aber von diesen Spielarten, so kann man sagen, diese Steinart bilde die ganze Grundfläche des Bergs von Valorsine bis an zwey Drittel seiner Höhe. Man könnte zwar dieser Felsart den Namen Gra⸗ nit streitig machen, nicht allein wegenl ihres blättri— gen Gewebes, sondern auch, weil man nicht im ersten Blick Krystallen von Feldspath darin entdeckt. Wenn man unterdessen ihren Bruch an der Sonne durch ein Vergrößerungsglas betrachtet, so wird man darin halb⸗ durchsichtige, winklichte, über einander liegende Blätt⸗ chen glänzen sehen, und gezwungen seyn, sie für einen wahren Feldspath zu erkennen. Die Steine von dieser Gattung, die hart und dicht sind, geben keinen Thon⸗ geruch von sich. §. 591. Betrachtungen über die vier letzten Arten. Die vier letzten Arten machen, selbst im siedenden Scheidewasser, kein Aufbrausen, und kleine Stucke,‚ wenn sie eine Zeit lang in dieser erwärmten Säure ge⸗ u 3 lassen ———— ————— 310 Eilftes Kapitel. lassen werden, kommen wieder ohne scheinbare Verän⸗ derung heraus, außer daß die gefärbten Arten durch die Auflösung des Eisens, welches die Grundursache dieser Farbe war, etwas davon auf ihrer Oberfläche verloren zu haben scheinen. Diese nämlichen Arten, die ich für primitive ansehe, nähern sich mit ihren Bänken, die ungefähr von Sü⸗ den gegen Norden gerichtet sind, immer mehr und mehr der verticalen Lage. Indem sich dieselben gegen die nördliche Seite verlängern, lehnen sie ihre Abschnitte an die Flächen der Schichten des Bergs Loguia oder Chesnay,(s. die Ste Kupfertafel Nr. 13.) deren Richtung verschieden ist, da sie nämlich von Ostnord⸗ ost gegen Westsüͤdwesten, ungefähr wie die Blätter der Aiguilles rouges und der andern innern Ketten, laufen. §. 392. Structur des Bergs Chesnay. Die Structur des Bergs Chesnay verdienet wohl beobachtet zu werden, und die besie Stelle dazu ist ein wenig unter der Höhe, bey welcher die in diesem Kapitel behandelten Uebergänge zu sehen sind. Man sieht die Schichten der Mitte des Bergs in einer vollkommen verticalen Lage, und die andern nach und nach gegen die mittlern Schichten, je nachdem sie sich davon entfernen, einhangen. Man könnte das Ganze dieser Schichten einem Spiel Karten vergleichen, das man auf einem Tische aufrecht stehen macht: die äußersten von densel⸗ ben stehen unten von einander ab, und lehnen sich oben an die in der Mitte sich befindenden, welche senkrecht auf dem Tische siehen. H. J93. Do I wer v⸗ tenthel nung beobat labten ersten! J‚ großer auch i venne diese erzäͤh chen ie V * ich hal der zw NE.E Natur und Structur des Buet. 311 are Vaezz, nn.555. durchd doche dit Vom Chesnay herabgefallene Trümmer von ihe uihen Steinen. Ich fand beym Herabsteigen von dem Berge Trüm⸗ mer von einigen andern Steinarten, die von den Sei⸗ in tentheilen des Bergs Chesnay herabgefallen waren: als z. B. Granitmassen von schöner Rosenfarbe; blät ⸗ Hrundmth; ö Schörl in Täfelck gun trige Felsen, die aus schwarzem chörl in Täfelchen Aschit und kleinen, linsenförmigen, weißen Quarzknoten be⸗ opumner stehen; blättrige Quarzfelsen, deren Blätter sonderbar 9 0 und wellenförmig gekrümmt sind. ů i Sod ö Ich komme aber wieder auf unsere Uebergänge, und Bunad die Schlüsse, die daraus fliessen, zurück. nern Hehn 8. 594. Sandstein oder Puddings zwischen den primi⸗ tiven Bergen und denen der zweyten Art. ay. Es ist, wie ich glaube, eine sehr wichtige Erschei⸗ ö nung für die Theorie der Erde, die doch noch niemals rdintuel beobachtet worden, daß man fast immer zwischen den dau sstc letzten Schichten der Berge der zweyten Art und den Ism Kit ersten primitiven Sandstein⸗oder Puddingbänke findet. lun scht N Ich habe diese Erscheinung nicht allein in einer volkomme großen Anzahl von Alpengebirgen beobachtet, sondern h gn auch in den vogesischen Gebirgen, und in den Ce⸗ enffun/ vennen, in Bourgogne und Forez; und ich werde st Suihh diese Beobachtungen an einem andern Orte umständlich an ufhn erzählen, und die Namen der Oerter angeben, in wel⸗ bs chen ich sie gemacht habe. nstehn Diese Bemerkung ist sogar noch allgemeiner; denn At ich habe gesehen, daß der Uebergang von den Bergen der zweyten Art zu denen der dritten auch mit Schichten U 4 von 65 312 Eilftes Kapitel. von Sandstein und Breschen(§. 242 b und 243.) be⸗ zeichnet ist. Um uns aber hier auf die Beobachtungen, welche wir auf dem Buet gemacht haben, einzuschränken, so sieht man den gröbsten von diesen Sandsteinen(F. 5 86.) auf der Oberfläche der ersten primitiven Felsart ange⸗ legt, und einen weniger groben Sandstein,(F§. 385.) der auf jenem ruhet. Da die kalkartigen Schichten (. 58; und 584.) sich zu bilden angefangen hatten, so behielt das Wasser noch die feinsten Theile von Sand zurück, die sich in die Zwischenräume legten, und jene dünne Schichten von Sandstein hervorbrachten, die sich in den kleinen, weißen Verkröpfungen oder Rän⸗ dern, die wir untersucht haben, sehen lassen. Kurz, die Steinart, die den Gipfel des Buet bildet, enthält nur einige zerstreute Körner von diesem Sande. d. 59/. Theoretische Schlüsse aus dieser Erscheinung. Wenn diese Beobachtung so allgemein ist, wie ich es glaube, so beweiset sie, daß vor allen großen Ver⸗ änderungen in den erzeugenden Ursachen der Berge Er⸗ schütterungen des Erdballs geschehen, welche verschiede⸗ ne Theile der damals vorhandenen Berge in mehr oder weniger grobe Bruchstücke verwandelten; daß diese Stü⸗ cke auf der Oberfläche dieser Berge in einer auf ihre Schwere sich beziehenden Ordnung schichtenweise abge⸗ legt worden, wo dann Kitte von unterschiedlicher Na⸗ tur sie zusammengeleimt und in Sandstein oder Pud⸗ dings verwändelt haben; daß in der Folge neue Zufätze oder neue Krystallisationen neue Schichten hervorge⸗ bracht, die wegen der in den erzeugenden 91—5 der er⸗ arti die ei Glim Rein! arten scheid Verb verhi 2950U Hen, pachz Wäh hen(* 500 Rlcat ug „(E) I Schchn en hatter, v bon 0 u, und pn rachten, h N odet Mt u. Kuydi esthiltr * Ischenung st, we ih Roßen Bu⸗ Bege Er verhid⸗ ũnaht He hfEtt nir auf shr mist chye Hlr Mo f nuuegle Nhaulge 0 dit Dl⸗ Natur und Structur des Buet. 313 Berge geschehenen Veränderungen eine von den erstern ganz verschiedene Natur erhielten und neue Gattungen von Bergen bildeten. §. 596. Die Zwischenlage dieser Sandsteine zerstöret die *n zwischen den verschiedenen Ord⸗ nungen der Berge nicht. Diese Bänke von Sand und Trümmern, die zwi⸗ schen den letzten primitiven Schichten und den ersten der zweyten Art liegen, verhindern nicht, daß nicht überhaupt eine merkbare Verbindung und allmälige Ue⸗ bergänge zwischen diesen zwey Ordnungen von Bergen statt haben sollten. Selbst hier sieht man, daß die kalk⸗ artigen Steine und die Schiefer des Buet vermischt sind, die einen mit Quarzkörnern, die andern mit Blättchen von Glimmer, und alle mit Theilchen von Thon und Horn⸗ stein, die unter die Bestandtheile der primitiven Berg⸗ arten gehören. Dieser Sand ist gleichsam ein Unter⸗ scheidungspunct zwischen zwey Perioden, der aber die Verbindung der in denselben enthaltenen Begriffe nicht verhindert. u 5 Zwölf⸗ 314 Zwölftes Kapitel. .-.-.-:.-- Zwölftes Kapitel. Fernere Untersuchungen über die Granite. §. 797. Trümmer von primitiven Felsarten in den Ge⸗ genden von Valorsine. J kam nach Valorsine im August 1776, um auf den Buet zu steigen, und das üble Wetter hielt mich zwey Tage lang in diesem Dorfe zurück; ich machte mir aber alle Augenblicke, da es nicht außerordentlich stark regnete, zu Nutze, um diese Gegenden zu durchlaufen. Die trockenen Mauern, mit welchen der mitten durch das Dorf gehende Weg umgeben ist, sind eine reiche Sammlung von zusammengesetzten Felsarten. Man sieht daselbst alle erdenkliche Vermischungen zwi⸗ schen den adrichten Graniten und den Graniten in Mas⸗ sen, und alle Farbenveränderungen, deren diese Fels⸗ arten fähig sind. Man findet auch verschiedene Arten von Hornstein, unter denen einige von innen grün sind, von außen aber eine braune Farbe annehmen, die durch die Auflösung des mit ihren Elementen vermischten Ei— sens hervorgebracht wird. An einigen Stücken dieser Art findet man zuweilen in der Mitte einen einzigen recht⸗ winklichten Krystall von rosenfarbigem Feldspath, in andern aber mehrere derselben. Nachdem ich mich eine Zeit lang mit Betrachtung dieser Naturspiele beschäftiget hatte, so nahm ich mir vor, bis an den Fuß der Berge hinauf zu steigen, die gegen gegen Ads ich solchen lingst! snud a klnstli nen wi arbau⸗ gemad befindl verschie merget Vorra selben unter: Schon Gras verei — derune weger kleine Gran ich de NEE———————————.—————— F FF ö Untersuchungen über die Granite. 315 VA. mar gegen Nordwesten das Thal von Valorsine umgeben. Als ich dahin gieng, kam ich über Felder, die mit eben ö solchen Trümmeen vermischt waren, dergleichen ich Giahit längst dem Wege hin beobachtet hatte. Diese Felder sind auch gewissermaßen diesen Trümmern durch den künstlichen Fleiß der Einwohner dieses Thals abgewon⸗ nen worden: denn sie haben das wenige Land, das sie in din G⸗ anbauen können, nur dadurch nach und nach brauchbar gemacht, daß sie die auf den erhöhten Seiten ihres Thals befindlichen vielen Felsenstücke zusammengelesen und in verschiedene hin und wieder zerstreute Haufen zusam⸗ 75/Jun af mengetragen. Diese Haufen von Trümmern sind auch Wiltr V Vorrathsorter für den Steinliebhaber; ich fand an den⸗ ihnncht selben neue Spielarten verschiedener Felsen, und einige ddentichfit unter ihnen enthielten artige Krystallen von schwarzem durchlufn, Schorl. der maee I„ sind ast§. 598. n Fibann +....—— Punmn ad Granitstück, das mit einer blättrigen Felsart umgn ij⸗ e ö——— in N vereinigt ist. Beschreibung der Berge, von int welchen dieses Stück kam. diese ee eEnn Das Stück aber, das mich am meisten in Verwun⸗ rin sud derung setzte, bestund aus zwey Stücken, die stark zu⸗ „ dedurh sammengekittet waren; das eine war ein Granit in nischten Ei Massen, und das andere ein Hornfels von sehr dünnen lucen diest Blättern. miigentech Wprab, i Ich war sehr begierig, den Ort zu sehen, von wel⸗ chem dieses Stück abgesondert worden. Ich stieg des⸗ wegen gerade vor mir hinauf, und gelangte auf einen Birahog kleinen Graben, auf dessen einer Seite alle Stücke von ahn Granit, von der andern aber alle von Hornstein waren; . ich dachte, daß, wenn ich weiter in diese Kluft hinauf⸗ stiege, „ II— u I — —— 316 Zwölftes Kapitel. stiege, ich auf die Vereinigung dieser zwey Steinarten kommen würde. Meine Hoffnung betrog mich auch nicht: denn ich kam wirklich hinauf, hatte aber, um dähin zu gelangen, sehr steile Abhänge zu beklettern. Ich fand zu meiner Rechten einen Berg, der gänz⸗ lich aus derjenigen blättrigen Felsart bestand, welche die eine Hälfte des Stücks ausmachte, das ich ange⸗ troffen hatte. Seine Blätter sind äußerst dünne, roth mit Weiß vermengt, und haben eine sonderbare Aehn⸗ lichkeit mit den Fasern eines versteinerten Holzes. Die rothen oder braunen Theile dieser Steinart sind eine Ver⸗ mischung kleiner Blätter von Glimmer und einer sehr zertheilten Hornsteinart. Die weißen Theile sind ein sehr feinkörnichter Quarz. Wenn man dieselbe anhau⸗ chet, so giebt sie einen starken erdichten oder thonichten Geruch von sich. Dieser Fels ist in verticalen Schichten angelegt, die sehr flach sind und wohl auf einander folgen. Ihre Di⸗ cke ändert sich von einem Zoll bis auf einen Schuh, und ihre Flächen, die sich von Westnordwest gegen Ostfüd⸗ osten stürzen, sind mit den dünnen Blättern der Stein⸗ art vollkommen parallel. Schiefe Spalten an den Flä⸗ chen der Schichten schneiden diese Felsart an verschiede⸗ nen Orten von einander, und nöthigen sie, sich in Stüͤ⸗ cke von rautenförmiger Bildung zu zerbrechen. Auf der Linken steht ein Berg von grauem, nicht aderichtem, kleinkörnichtem Granit. Er hängt über den Hornfelsen her, und es scheint selbst, daß das Ge⸗ wicht des Granits die Schichten dieser Felsart einge⸗ drückt oder zerquetschet hat: denn sie sind unter dem Gra⸗ nit zerbrochen, in Unordnung und umgestürzt, und er⸗ halten ihre Regelmäßigkeit nur in einer gewissen Entfer⸗ nung wieder. Eine schmale Spalte theilet diese zwey Berge von einander. Ich drängte mich so hoch und so weit in dieselbe hinauf, als es mir möglich war, 0/ aber 0 das n Horn sten! von v füllt word 8 dreh: Blt iht e Lͤnge te sin 8 ist, chen und dieset ange schied Wirt Reiger herth. Arttk N Untersuchungen über die Granite. 317 Si aber irgendwo einen vollkommen zusammenhängenden mich auh Fortgang zwischen dem Granit und der blättrigen Fels⸗ eahe, u art zu finden, wie ich ihn in dem Stücke gesehen, das belan mich dahin geführt hatte. m der giz ö ö and, wach W6* 9. 599. dinmne, uh Granit, der in den Spalten einer blättrigen 0. 9 Felsart gebildet worden. o113. Di nhereh Ich fand hingegen etwas, das ich nicht suchte und d enirs das mir ein großes Vergnügen machte. Als ich den al sch E Hornstein an denen Orten, wo er dem Granit am näch⸗ Isibe uher sten war, untersuchte, sahe ich in demselben Spalten thonche von verschiedenen Breiten, die mit einem Granit ange⸗ füllt waren, der in ihrem Innern erzeugt und geformt angelg, he worden. . Indi Die größte dieser Spalten hat etwas weniger als Scyh w drey Schuh in der Breite; sie schneidet die Flächen der gen Oi⸗ Blätter, durch die sie gehet, in rechten Winkeln ab, und der Stin ihr entblößter Theil, wo er zu Tage ausgeht, hat eine anden Zl⸗ Länge von 7 bis 8 Schuhen. Die Ränder dieser Spal⸗ Nerschede te sind sehr deutlich gezeichnet, und unter sich parallel. sch in Sti 0 Der Granit, mit welchem diese Spalte ausgefullt uem, ficht ist, besteht, eben so wie der Granit des Bergs, an wel⸗ hinz i chen er anstöͤßt, aus grauem Quarz, weißem Feldspath, wj oh⸗ und grauem glänzenden Glimmer. Man bemerkt in Hiat Ieg diesem Granit kleine geradlinichte Spalten, die vielmehr rdendtt⸗ angezeigt, als wirklich vorhanden sind, und sich in ver⸗ , m schiedenen Richtungen durchkreuzen; diese scheinen die subei Wirkung eines angefangenen Zurückziehens zu seyn, und II zeigen die Neigung, sich in flachwinklichte Stücke zu 10 zertheilen, die man so allgemein in den Steinen dieser Art beobachtet, an. 75 l Ueber 318 Zwölftes Kapitel. Ueber und unter dieser Spalte sieht man auch eini⸗ ge andere, die schmäler sind, und eine unter andern, die nur 6 bis 7 Linien in der Breite hat, und sich, wie die vorhergehende, auf 7 bis 8 Schuhe verlängert. Einige dieser kleinen Spalten zeigen, daß die Schich-⸗ ten des Hornsteins ungleich eingesunken sind, seit sich der Granit hineingedrungen hat: denn man sieht, daß sie plötzlich abgebrochen sind, und nachher wieder bald ein wenig höher, bald ein wenig tiefer anfangen. Die breiteste Spalte scheint auch an einigen Orten sich ein we⸗ nig darnach gerichtet zu haben. §. 600. Schluß aus dieser Erscheinung. Diese Adern von Granit, die damals neu für mich waren, schienen mir über die Bildung dieser Steinart Licht zu verbreiten. Denn für jedermann, der ein wenig in der Mine⸗ ralogie bewandert ist, ist es fast bewiesen, daß der Gra⸗ nit in diesen Spalten durch das Einfiltriren des Wassers gebildet worden, das, indem es von dem Granitberge, der über diese blättrige Felsen herhängt, hinabfiel, die Bestandtheile dieses Bergs wegschwemmte, sie in dem Innern dieser Spalten ablegte und krystallisiren ließ. Wenn man die Spalten eines Marmors oder Schiefer⸗ steins mit Spath oder Quarz angefullt findet, so ent⸗ scheidet man sogleich, daß diese fremden, oder, wie sie Linnäus nennt, parasitischen Körper durch das Was⸗ ser herheygefuhrt und in diesen Spalten krystallisirt wor⸗ den. Da nun die Bestandtheile des Granits der Kry⸗ stallisirung durchs Wasser fähig sind, warum sollte man in den nämlichen Umständen Bedenken tragen, anzu⸗ nehmen, daß der selbe auch aufgelöst und durch Hulfe des — 8 krystallisirt worden? 36 Ne Verg und maue Sao maue ungef sehen, de wi Quar den G Heriz einen West Side — funde ausge prrall Filsa ert.e.e..— nan auc ei unter ardin, und sch /M e erlange 0 die Ssth sud, sit sh zan sicht, vj wieder bih fungen. D. ten ssch iun, ung 5uel firnit jeser Snm in der M daß der Gir des Vast Grantberz inabfel, de se in den alisten ließ drScheft det, so el oder, w st W staliittwot Its d K⸗ msilem „, M Whe Untersuchungen über die Granite. 319 Ich glaubte also einen großen Schritt in der Er— kenntniß der Bildung des Granits gethan zu haben, da ich so deutlich gesehen, daß die Natur ihn durch Hülfe des Wassers bilden konnte. Das Einzige, was ich da⸗ bey bedauerte, war, daß der Beweis dieser Wahrheit in dem Mittelpunct der Alpen, einem Orte, wohin so wenige Leebhaber der Lithologie sich wagen dürfen, ver⸗ borgen wäre. F. 60T. Aehnliche zu Lyon gemachte Beobachtung. Ich hatte aber am Ende des nämlichen Jahrs das Vergnügen, diese Erscheinung an einem sehr besuchten und zugänglichen Orte, nämlich am Fuß der Stadt⸗ mauern von Lyon, wieder zu finden. Wenn man vor dem rothen Kreuzthore gegen die Saone durch einen Fußweg, der längs der Stadt⸗ mauern hingeht, hinabsteigt, so wird man zur Rechten, ungefähr unter dem Fort St. Jean, Sandklippen sehen, deren Abschnitte nackt sind. Unter diesem San⸗ de wird man blättrige Felsen finden, die aus weißem Quarz und bald rothem, bald schwärzlichtem, glänzen⸗ den Glimmer bestehen. Diese Schichten sind gegen den Horizont beynahe senkrecht, denn sie machen mit ihm einen Winkel von 80 Graden, und stürzen sich gegen Westen mit einer Verlängerung von Norden gegen Süden. Daselbst habe ich eine 21 Zoll breite Granitader ge⸗ funden, welche ungefähr 18 Schuh lang nackt zu Tage ausgeht. Diese Ader, deren Ränder unter sich sehr parallel sind, geht durch die Schichten der blättrigen Felsart unter einem Winkel von 0 Graden, und macht mit SIDSDSCSRSCSSSSSSSSSRSSSSSSSeSIIIIIIIII.æ... —3————————— 320 Zwölftes Kapitel. mit dem Horizont einen Winkel von 30 Graden, indem sie von der nämlichen Seite wie diese Schichten hinab⸗ steigt. Der Granit, woraus diese Ader besteht, hat, wie der von Valorsine, einige geradlinichte Spalten, die sich sehr unregelmäßig durchkreuzen. Man sieht in eben dem Felsen andere weniger be⸗ trächtliche Adern von Granit, unter denen die großte mit der erst beschriebenen parallel läuft, die andern aber gegen dieselbe schief sind. Ich beobachtete ähnliche Adern in der blättrigen Felsart selbst am Fuße der Stadtmauer, und unter dem Fußwege, der längs derselben hingeht. Eine darunter, von 14 bis 15 Zoll in der Breite, ist gegen den Hori⸗ zont senkrecht, solwie die Blätter des Felsen. Sie geht unter der Mauer durch, und muß bis in die Stadt hin⸗ eindringen. Noch näher gegen die Saone, und in dem Innern der Stadt selbst, ist ein Steinbruch von Granit, aus dem man eben, als ich ihn sahe, Steine brach. ů§. 602. ö Aehnliche zu Semur gemachte Beobachtung. Endlich habe ich zu Semur in Auxois eine den vorhergehenden ähnliche Beobachtung gemacht, welche eben dieselbe Wahrheit bestätigt, daß sich nämlich der Granit durch die gemeinschaftliche und gleichzeitige Kry⸗ stallisirung von zwey bis drey verschiedenen Steinarten bilden kann. Der Granitfels, auf welchem diese Stadt gebauet ist, zertheilt sich von Natur in große Massen, die sich in flachen Seiten endigen, und hier und da durch Spal⸗ ten von einer gewissen Breite abgesondert sind. In Pa — en fonnt then lich v blicu filn, indem ment EEE Untersuchungen über die Granite. 321 odenn sen Spalten habe ich, wie in dem Granit, mit Quarz hihten gnt Feldspath und Glimmer vermischte, aber gröber gekörn- kescht, s te Massen gefunden: denn es waren 1 bis 2 Zoll dicke ihe Sultz Stücke von beynahe durchsichtigem Quarz, durch wel⸗ che so große Blätter von Glimmer giengen, daß man te wenihte ihnen den Namen Talk obder rußisch Frauenglas geben in di güsz könnte. Das Ganze war mit großen Stücken von ro⸗ h andencth them Feldspath untermischt, der dem Granit selbst ähn⸗ lich und verworren krystallisirt ist. Man kann bey Er⸗ blickung dieser Nester von großen Krystallen kaum zwei⸗— de blättz feln, daß sie das Werk des Regenwassers wären, das, undunterdn indem es durch den Granit geht, diese verschiedene Ele⸗ Eme danmn mente aufgelöst, weggeschwemmt und in diese breite agen den Hf Spalten abgelegt hat, wo sie sich krystallisirt, und neue sen. Segh Steine von der nämlichen Art gebildet haben. Die die Stadtht Krystalle dieser neuen Granite sind wegen des ruhigen Stillstandes, worin sich das Wasser in dem Innern indem M I dieser Behälter befunden hat, größer als die des alten von Oun Granits geworden. Mine brah, §. 603. obochuung. Schlüsse aus unsern Beobachtungen über die Granite. dis ene eacht, woch Laßt uns nun alle in diesem Werke zerstreuten Be⸗ ch änich x obachtungen, die une einiges Licht über den Ursprung Hachetge dieser so alten und so wenig bekannten Felsart geben Ren Cilunt können, zusammenfassen. Ich habe in dem ersten Theil(F. 134. 136 und * 136.) gezeigt, daß die Natur der des ahen Granits, und die Art, wie sie unter sich verbunden 130 sind, zu beweisen scheinen, daß die Steine dieser Art ssch II. Theil. durch *ee SSSE——e— 75758————————— SSSFSeeeeeet.—————— 322 Zwölftes Kapitel. durch eine Krystallisirung gebildet worden; auch habe ich eben Granite angeführt, die gewiß durch Vermit⸗ telung des Wassers sind hervorgebracht worden: was wäre also noch nöbhig, um mit Gewißheit darzuthun, daß die Berge von Granit wirklich in dem alten Welt⸗ meer gebildet worden? Zwey Punete würden hierzu noch erfordert: erstlich, daß die Granite aus Schichten bestehen; und zweytens, daß sie Ueberbleibsel oder Spuren von Bewohnern des Wassers in sich schliessen. §. 604. Die Granite sind in Schichten angelegt. Die⸗ se Schichten sind aber nicht immer deutlich von einander zu unterscheiden. Warum? Was die Anordnung in Schichten betrifft, so bleibt mir deshalb kein Zweifel mehr ürig. Jene gros⸗ sen Blätter, die mit der Kette der Alpen parallel ge⸗ richtet sind,(§. 569 u. ff.)., sind nichts anders als Schichten; denn die sich abwärts senkende/ selbst ver⸗ ticale Lage derselben wird nicht hindern, daß man sie für wahre Schichten erkenne, seitdem ich gezeigt habe, daß die Kalksteine und die Schiefer so häufig in eben der Lage gefunden werden. Und wenn wir die Granit⸗ berge näher untersucht, und an ihnen vielfache, regel⸗ mäßige, unter sich parallele Schichten werden beobach⸗ tet haben, die von einer beträchtlichen Ausdehnung sind, so werden wir an ihrer Wirklichkeit nicht mehr zweifeln. Man muß aber doch bekennen, daß nicht alle Gra⸗ nite diese Schichten so regelmäßig zeigen, und, was l merk⸗ mer Ge Be sib lor Sch Fas ef abge Sei und dal steh. ken wid daß tehet cher Iwa Kra selbs Fork nen sen Ma kom nisse beyr Kauch hah uch V Du dorden: uiz 1 danuhn alten Mi⸗ dert: Ee und ppertetz awohnern ds elegt. diz deutlichr grum? beklift, . Megiß M paralla 9 andets db X 6 daß man Nhi anmtg i r de Heust sach, 100 adanbht⸗ Rahnugs wehun cl 10 R I. Untersuchungen über die Granite. 323 merkwürdigsten ist, daß, überhaupt genommen, die Granite von der Ebene und den niedern Bergen, zum Beyspiel, die von Bourgogne und die vogesischen, selbst die von einigen kleinen Alpenbergen, wie von Va⸗ lorsine,(§. 597.) nur selten wohl zu unterscheidende Schichten darstellen. Die Ursache dieser Verschiedenheit ist aber sehr klar. Fast alle diese Granite der Ebene und der niedern Ber⸗ ge sind natürlich und wirklich in rautenför mige Stücke abgetheilt, oder endigen sich zum wenigsten in flache Seiten. Diese Abtheilungen nun haben den Bruch und die Verwirrung ihrer Schichten verursacht: denn da dieselben aus nicht usammenhängenden Stücken be⸗ stehen, so haben sie der Zerstörung der Zeit, dem Sin⸗ ken ihrer Grundflächen„ den Erdbeben u. s. w. nicht widerstehen können; und sie sind daher so verworren, daß diese Berge oft nur ungestalte Haufen von zerspal⸗ tenen Massen zu seyn scheinen, die nach allen rent chen Richtungen zertheilt sind. In den Bergen der hohen Alpen aber, wo es zwar auch Spalten giebt, haben die Schichten mehrere Kraft gehabt, der HDerieung zu e weil da⸗ selbst diese Spalten seltener, und oft mit Quarz sehr stark gleichsam zusammengekiktet sind. Fragt man aber, warum diese Granite der Ebe⸗ nen mehr als die von unsern Alpen zertheilt angetrof⸗ fen werden, so sage ich, daß dies von den thonichten Materien, zum Beyspiel, von dem Hornstein, her⸗ kommt, der in diesen Graniten in größerem Verhält⸗ nisse vermischt gefunden wird. Denn die Neigung, sich beym Austrocknen durch eine Art von Zurückziehen in *. 2 mehr 2. V W 324 Zwölftes Kapitel. mehr oder weniger regelmäßige Stücke, die sich in fla⸗ che Seiten endigen, zu zertheilen, ist eine den Thon auszeichnende Eigenschaft; und diese Erdart theilet die⸗ se Reigung allen Mineralien mit, in welche sie sich mischt; man findet sie auch sogar in den Basalten, die, wie wir(§. 183.) gesehen haben, durch das Schmel⸗ zen der mit Thon vermischten Felsarten, nämlich der Hornsteine, hervorgebracht werden. Die Verwitterung der Granite, die große Stür⸗ zung ihrer Schichten, und zuweilen noch die große Di⸗ cke derselben, sind folglich Ursache, daß die meisten Naturkündiger ihre Structur verkannt haben. Wenn sie aber die Granite an denen Orten, wo sie nicht zer⸗ brochen und in Stücke zertheilt sind, wohl studiren, und erkennen wollen, daß die Natur die stürzenden und selbst vertiealen Schichten mit eben der Regelmäßigkeit wie die horizontalen hervorbringt; kurz, wenn sie bemerken wollen, daß man in den kalkichten Bergen Schichten sieht, die bis 60 Schuh in der Dicke haben:(§. 247.) so getraue ich mir zu glauben, daß sie überzeugt seyn wer⸗ den, wie ich es selbst bin, daß die Granite ursprüng⸗ lich, eben sowohl als die Marmor und die Schiefer, schichtenweise sind gebildet worden. §. 6o53. Untersuchungen über die Granite. 325 0§. 60f. ĩ%RSRL lt e. Die Granite enthalten gar keine Seekörper. usch Die blättrigen Felsen eben so wenig. Die älte⸗ , V., sten Felsarten der zweyten Gattung schliessen Sh deren wenig oder gar keine ein. N ,n ö Die zweyte Bedingung, der man eine Gnüge thun müßte, um zu beweisen, daß die Granite unter dem n Wasser gebildet worden, ist nicht so leicht zu erfüllen; ja be D es ist sogar wahrscheinlich, daß man dieselbe niemals mesten erfullen werde. So viel gute Augen, um von den Wann meinigen nichts zu sagen, haben vergebens in den Gra⸗ icht zr⸗ niten Spuren von Seekörpern gesucht, so daß es sehr en, und wahrscheinlich ist, daß es deren keine darin giebt. d selb r Ist diese Bedingung aber unumgänglich nothwen⸗ nekken dig? Sind nicht die blättrigen Felsen, deren Blätter Rchtn und Schichten ein so sehr über alle Zweifel erhabenes 240. Daseyn haben, und die durch so deutliche Nüancirun⸗ in wr gen so sehr mit dem Schiefer und den kalkichten Stein⸗ prung⸗ arten zusammenhangen, augenscheinlich das Werk des hiser, Wassers? und sind sie nicht dem ohngeachtet, eben so wie die Granite, aller Spuren von Seekörpern gänz⸗ lich beraubt? Noch mehr, ich habe mich durch eine große Anzahl von Beobachtungen überzeugt, daß in den hohen Ber⸗ gen die Schiefer und die ältesten Kalkarten, die näm⸗ lich unmittelbar nach den primitiven Felsen hervorge⸗ bracht worden zu seyn scheinen, gar keine, oder unge⸗ mein wenige Seekörper enthalten. Die Schiefer und kalkichten Steinarten hingegen, die in den flachen Län⸗ dern, oder auf den daran gränzenden Bergen, und 605 X 3 über⸗ 326 Zwölftes Kapitel. überhaupt in denen, die einen neuern Ursprung haben, gefunden werden, wimmeln von Seekörpern aller Art. Man könnte sogar beynahe sagen, daß, unter gleicher Bewandtniß der übrigen Umstände, die Anzahl der in einer Steinart enthaltenen Spuren von Seekörpern im umgekehrten Verhältnisse mit ihrem Alter stehe. Man darf aber nicht meynen, als ob die Zeit diese Spuren zerstört hätte. Denn wenn man in diesen Steinarten dünne, zarte Schichten, feine Krystallen, wie Seidenfasern, in dem vollkommensten Zustande erhalten sieht: muß man nicht glauben, daß starke Mu⸗ scheln, wenn sie in diesen Steinarten eingeschlossen ge⸗ wesen wären, eine Spur von ihrer Gegenwart zurück⸗ gelassen hätten; insonderheit da es sich so häufig ereig⸗ net, daß sie, ohne etwas von ihrer Bildung zu verlie⸗ ren, die Härte und die Natur der Felsarten, die sie einschließen, selbst annehmen? §. 606. Muthmaßungen. Ich möchte vielmehr glauben, das alte Weltmeer, in welchem die Berge gebildet worden, habe ur⸗ sprünglich nur leblose Elemente enthalten, und die Kei⸗ me der lebenden Wesen haben sich in dem Innern sei⸗ nes Gewässers nur nach und nach entwickelt, so daß sich ihre Anzahl durch ausgebreitete Gradationen in einer langen Reihe von Jahrhunderten vermehrte, und sich vielleicht noch ferner vermehren wird. Eben so wird eine anfangs reine, von lebenden Wesen leere Infusion binnen einer gewissen Zeit Thierchen hervorbringen, und zwar a eino pun meh iti gen Zu f ben, ben. Be gen Kmeer, be ur⸗ die Kei⸗ ern sei⸗ dßsch n einer md sch 0 pird Fsason V Ind ar Untersuchungen über die Granite. 327 zwar anfangs in kleiner Anzahl, deren Arten aber auf einander folgen, und sich bis auf einen gewissen End— punct, zufolge einer regelmäßigen Progreßion, ver⸗ mehren. Diese Muthmaßungen sind aber vielleicht zu früh⸗ zeitig; und überdies ist es auch Zeit, diesen Theil zu schließen. Ich werde also nur noch ein Wort hinzufü— gen: wenn nämlich diese Begriffe einigen meiner Leser zu fremd scheinen, so bitte ich sie, ihr Urtheil aufzuschie⸗ ben, bis sie die ganze Entwickelung davon gesehen ha⸗ ben, und besonders, bis sie die zahlreiche Reihe von Beobachtungen und Erscheinungen betrachtet, die mich genöthiget haben, sie anzunehmen. Ende des zweyten Theils. ——— 1l V 1ÄG-- V lſ- 1ſ 3 Mlnannſun Eoſour& Grey Control Chart Magenta — 6 — — ͤͤͤ