—— Univ.-Bibi. — Horatius Benedictus von Saussure, Professors der Weltweisheit zu Genf, Relsen durch die Alpen, nebst einem Versuche über die Naturgeschichte der Gegenden von Genf. Aus dem Französischen übersetzt und mit Anmerkungen bereichert. Mit Kupfern. Erster Theil. Leipzig, bey Johann Friedrich JInnius. 1781. I N Wf O Eumee N Rhtuut: Inmi WW Hlcher Rum Wsi Gunthl Rß soch! Iühge uhehen figergle Ccuffrge Iunruchun Wn hesschen e MWidut WRußgne Vorrede des Uebersetzers. W'iô übergeben hier dem Publiko den Anfang eines ungemein wichtigen Werks, das so— wohl seines Inhalts, als seines bekannten und gelehrten Verfassers wegen alle Aufmerksamkeit verdient, und in dieser Absicht keiner weitern Em— pfehlung bedarf. Herr von Saussure behandelt in demselben solche Dinge, die nun seit einigen Jahren den Lieblingsgegenstand der gelehrten so⸗ wohl als ungelehrten Welt ausmachen.— Ganze Schaaren von Reisenden besuchen alle Sommer die helvetischen und savoyischen Alpen; man macht Beschreibungen davon; man erdenket Theorien über den Bau und die Entstehungsart dieser großen Kolossen, die der größte Theil der Beobachter nur flüchtig durchläuft, noch flüchti— ger untersucht, und also nothwendig oft sehr un— zuverläßig beschreibt. Unser Naturforscher im Gegentheil gab sich alle nur mögliche Mühe, diese gewiß noch wenig mit gehöriger Aufmerksamkeit und nöthigen Kenntnissen untersuchte Gegenden zu durchreisen. Wie genau er beobachtet, wie sorg⸗ fältig er alles Wichtige angemerkt, mit wie vielem Scharfsinn er oft ganz neue Schlüsse aus seinen Untersuchungen und weitläuftigen Reisen gezogen — davon wird sein Werk selbst einen jeden unpar⸗ theyischen Leser sogleich überzeugen. In Absicht auf diese deutsche Uebersetzung ist es nöthig, Folgendes anzumerken. Da ich seit bald zehn Jahren fast alle Sommer verschiedene Reisen durch unsere Gebirge gemacht, und also ei⸗ nen großen Theil der in diesem Werke beschriebe⸗ a 2 nen 1v Vorrede des Uebersetzers. nen Gegenstände selbst gesehen, so entschloß ich mich, diese Uebersetzung zu übernehmen, und eini⸗ ge von mir gemachte Beobachtungen in Anmerkun⸗ gen hin und wieder einzustreuen, wozu auch der gelehrte Verfasser gütigst einwilligte. Da mir aber unerwartete Geschäfte auffielen, so war ich genöthigt, diesen ersten Theil durch einen meiner Freunde übersetzen zu lassen, der mir erlaubte, das Nöthige an seiner Arbeit zu verbessern. Giebt mir Gott Gesundheit und Leben, so hoffe ich, die folgenden Theile nun selbst bearbeiten zu können. In der Eintheilung der zween ersten Theile haben wir einige Veränderungen gemacht. Hät⸗ ten wir uns nach der Originalausgabe gerichtet, so würde der erste derselben ungleich größer als der letztere geworden seyn. Wir theilen also hier die ersten dreyzehn Kapitel mit, und versparen die fol⸗ genden, vom vierzehnten bis zum zwanzigsten, die fast ganz nur die Naturgeschichte des Jurassus be⸗ handeln, und hiemit füglich von den erstern konn— ten abgesondert werden, zum zweyten Theile; woraus eben keine Unbequemlichkeiten entstehen können, weil die Zahlen der 8o. durch beyde Theile ununterbrochen fortlaufen. Bern, den 14 April 781. Jac. Sam. Wyttenbach, Prediger im großen Spital zu Bern, Mitglied der konigl. patriot. Gesellschaft von Stockholm und der öokon. phy— sikal. von Bern. Vord SDSDSDSISISSISISSSSSISIeeeeeeeeeeeee..... CHARTE DIS GENEHER SEE. UND DER NGRXNLENDEN Iaddene Iben Zzu Taueigm nd der Gegendenaunden weissen E erg Maas Stab 2⁵ 4⁰ IIII II ⁰0 Ei ch AeEeig, 5SLan e Mel M.. 47 Bonneville MaasStab Itahemische Weilen 60 aufemen Grad len 2 o auf ernen 674d. Gememe M Cervcx 0 8——— 358 8 .— Iabelle der Hohe enni Ler Herge 1⁰ ö auldieler Charte befindhk End nach Wer AleWa ge des Sees an Somerbere Nont blanc 13428 E67⁰ Buet. 83456 67⁰ le Cramont 7½½0 60 le Breven bGbo e le Brron 4%%%.——0 le MNole. AGib5 b. 16⁰ le Reculetl A40%οe 160 la Dale S 500 les Wirons 5 12e. 530 1e Pillon Soνε H; 0o Coeguæ 8— 3⁰⁰ la Cole 1662 h 90 Boiexy- 111½1. E. Montou 6½ 16 Chalais. 13 l. 612 —...—— ses e bebeeee. ZE Sen. d. Lure. .. rluemeegen. 2 2. 2. 2 Lamen aegr. Zer urr Ee Ae,. — N.. Aaen Zagen. 22 2 ze 6. HAal, 8.... ee H. Cnee e. +— eec, aed, dle. 2—.——mn oree, ᷣn al-eel. zor dagele, zerlagore. 22 de-Lage e. e, ueell=e mare Subei. 2 vae-e eeel 2 DZ. hee e een, ee I. rams von ieie Tegur 9. 3 Da aue eeeoied, el. Vae Wdlal OLre hö⸗ zuneten galig hen zonaen, 2e, ger-aae agf, ali Heer. opomedi, uen Ourensetelhes— 6 anduemere duerur aim-dl. 5 5„——..* ⁵„. 4 be egeiene Lnee aasced., Hae ede alxhscrn dleue, dauet. Haiene 7 u — ü: ——. Vorrede des Verfassers. Er jeder, welcher mit Aufmerksamkeit die Ma⸗ terialien betrachtet, woraus die von uns be⸗ wohnte Erdkugel zusammengesetzt ist, muß erken⸗ nen, daß dieser Weltkörper große Veränderun⸗ gen erlitten hat, die ohne den Verlauf einer langen Folge von Jahrhunderten sich nicht hätten ereig⸗ nen können. Sogar in den mündlichen Ueberlie⸗ ferungen von Vater auf Sohn, die unter den äl⸗ testen Nationen statt fanden, finden sich Spuren dieser Veränderungen. Die Weltweisen des Al⸗ terthums übten ihre Seelenkräfte in der Darstel— lung der Ordnung und Ursachen dieser Veründe⸗ rungen; aber eiliger die Natur zu erklären, als ge⸗ duldig sie zu studieren, stützten sie sich auf unvoll⸗ kommene Beobachtungen und mündliche Ueberlie⸗ ferungen, die durch die Dichtkunst und den Aber⸗ glauben entstellt waren, und bauten aus diesen Materialien Kosmogonien auf, Systeme über den Ursprung der Welt, die mehr gemacht sind, die Einbildungskraft angenehm zu unterhalten, als den Verstand durch eine getreue Erklärung der Natur zu vergnügen. Es verlief geraume Zeit, ehe man erkennen lernte, daß dieser Zweig der Naturgeschichte, so⸗ a 3 wohl vI Vorrede wohl als die übrigen, durch nichts als die Hülfe der Beobachtungen müsse bearbeitet werden, und daß die Lehrgebäude nichts seyn sollen, als Resul— tate und Schlußfolgen, aus Factis gezogen. Die Wissenschaft, welche die Facta sammelt, die als Grundlagen zur Geologie, oder Theorie der Erde, brauchbar sind, ist die physische Erdbe⸗ schreibung, oder die Darstellung der natürlichen Eintheilungen unserer Erdkugel, der Natur, des Baues und der Lage ihrer verschiedenen Theile, der Körper, die man auf ihrer Oberfläche wahr⸗ nimmt, wie auch derjenigen, die in ihrer Tiefe ent⸗ halten sind, in so weit unser Unvermögen erlaubt, letztere zu erforschen. Hauptsächlich aber kann sich die Theorie der Erde durch das Studium der Gebirge mit schnel⸗ len Schritten ihrer Vollkommenheit nähern. Die Flächen sind einförmig, und man kann auf ihnen, daß ich so rede, den Anschnitt der Erde und ihre verschiedenen Lagen auf einander nur durch die Aushohlungen sehen, welche die Gewalt des Was⸗ sers oder die Arbeitsamkeit der Menschen zu Stan⸗ de bringt. Allein diese Wahrnehmungen sind sehr unzulänglich, weil dergleichen Aushöhlungen we⸗ der häufig, noch von großem Umfange sind, auch die riefsten davon kaum zwey⸗bis dreyhundert Klaf⸗ tern tief gehen. Hingegen die hohen Berge, die sowohl in ihren Bestandtheilen als in ihrer Gestalt beynahe unendliche Veränderungen zeigen, legen dem Auge von der Natur gemachte Abschnitte von einer großen Ausdehnung vor, an denen man mit der größten Deutlichkeit und auf einen—.—. Y 2 —‚eeeeerrrDEE........... ¹⁰⁷ Odag Rü sh cheh M Gih Sobch Ganseh cnscht sushn mmuu H I senn Hessch m mushe Rec N Buchl 10 a Mukan Hil vn gung Mrungt hahr fl dum iht am bo sünden. din Mu dß die hrer d im dest Ehoigg —— — die Hülfe den Und I5 Resul gen. sammelt, Theorie he Eidbe⸗ atülichen tur, des Theile, he Wahr⸗ Tiefe ent⸗ werlaubt, eorie der hit schnel⸗ an. Die auf ihnen, und ihre durch die des Vas⸗ zu Stan⸗ en sindsehr ungen we⸗ sind/ auch adert Haf⸗ Berge die rer Gstalt gen, Koel chnitte böt man mit Blek die ud⸗ des Verfassers. vi Ordnung, die Lage, die Richtung, die Dicke und selbst die Natur der Lagen übersehen kann, woraus sie bestehen, wie nicht minder die Spaltungen, welche oft durch dieselben zu laufen pflegen. Allein vergebens verschaffen die Gebirge die Gelegenheit zu solchen Beobachtungen, wenn die Beobachter nicht diese großen Gegenstände im Ganzen und in ihren ausgedehntesten Beziehungen anzuschauen wissen. Die einzige Absicht der mei⸗ sten sogenannten naturforschenden Reisenden ist die Sammlung von natürlichen Seltenheiten; mit auf die Erde gerichteten Augen schleichen sie umher, und sammlen hie und da kleine Cabinetstücke, oh⸗ ne sich nach ins Große gehenden Beobachtungen umzusehen. Sie scheinen mir einem Antiquarier zu gleichen, welcher zu Rom mitten im Coliseum oder Pantheon Erdreich aufwühlen würde, um Bruchstücke von gefärbtem Glase zu sammeln, und darüber im Stande wäre, die prachtvolle Baukunst gedachter Gebäude nicht zu sehen. Ich will damit aber nicht im geringsten die Untersu— Dann der einzelnen und besondern Gegenstände der Naturgeschichte verachten: ich halte dieselbe viel⸗ mehr für den Grund zu soliden Kenntnissen; son⸗ dern ich möchte nur gerne damit einschärfen, daß man bey der Beschäftigung mit so kleinen Gegen— ständen nie das Ganze und die großen Massen aus den Augen verliere, sondern sich überzeugen lerne, daß die Kenntniß der größern Gegenstände und ihrer Beziehungen auf einander der Zweck sey, um dessen willen das Studium ihrer kleinern Thei⸗ le vorgenommen wird. a 4 Um VIII Vorrede Um aber solche in ein Ganzes vereinigte Ge⸗ genstände zu beobachten, muß man in seinen Reisen sich nicht auf die gangbaren Straßen einschränken, welche sich fast immer in der Tiefe der Thäler durchwinden, und nur durch die nie⸗ drigsten Einschnitte und Aushöhlungen die Ketten der Berge durchkreuzen. Man muß die gebahn⸗ ten Wege verlassen, und Höhen ersteigen, von welchen das Auge eine Menge von Gegenständen mit einem Blick umschließen kann. Dergleichen naturforschende Wanderschaften sind mühselig, wie ich gerne gestehe; män muß sich Chaisen, auch selbst die Pferde versagen, die größten Beschwer⸗ lichkeiten ausstehen, ja nicht selten sich beträchtli⸗ chen Gefahren Preis geben. Oft zweifelt der Naturforscher noch, wenn er dem Gipfel der Hö⸗ he nahe ist, die er wünscht erreicht zu haben, ob seine erschöpften Kräfte noch zureichen, ihn hin⸗ auf zu bringen, oder ob er über die Abgründe hin⸗ wegkommen kann, die ihm den Zutritt dazu abzu⸗ schneiden scheinen: aber die frische und scharfe Luft, die er einathmet, verbreitet einen kräftigen Bal⸗ sam in seinen Adern, und die Hoffnung, bald ei⸗ nes entzückenden Anblicks zu genießen, und sich durch dessen Betrachtung mit neuen Wahrheiten zu bereichern, giebt seinem Muth und Kräften eine neue Stärke. Er langet an; seine von allen Seiten zugleich gereizten und geblendeten Augen wissen im Anfange nicht, worauf sie sich richten sollen; nach und nach wird ihm diese große Klar⸗ heit gewöhnlicher; er wählt unter den Gegenstän⸗ den, mit welchen er sich vorzüglich oll, SSISISISISIIIIIIIIIIIIIITITIIIIIIfItf.f............— —Isen YV. Wche Mp, N. 1 Wnfft W schte U Iu AN Wd Oe M sih. v 5 llc us N. 5 ghh Nie S ides“ Kugch; Hurng sheinen ur Muh laf Disses! Ild aubt Ind dieh hurssd nigte Ge. in seinen Straßen der Tiee die nie ie Ketten e gebahn⸗ igen, von enständen ergleichen selig wie en, auch Neichwer eträchtli— eifelt der der Ho⸗ haben, ob ihn hin— ůnde hin⸗ azu abzu⸗ arfe kuft, igen Bal⸗ bald ei⸗ und sich ahrheten Kloften von allen en Algen ch lichten oße Kar⸗ ehafin shifun Ou, des Verfassers. IX foll, und zeichnet sich die Ordnung des Gangs von seinen Beobachtungen vor. Allein welche Ausdrü⸗ cke möchten stark genug seyn, um die Empfindun⸗ gen zu erwecken, denen sich hierbey der Weise überläßt, und die Begriffe zu schildern, die in sei⸗ ner Seele entstehen? Da er aus einer so beträcht⸗ lichen Höhe auf diesen Erdball herabschaut, so dünkt es ihm, als entdecke er die Triebräder, welche ihn in Bewegung setzen, und sehe zum min⸗ desten, wie von weitem, die Gesetze, nach welchen sich die gloßen Veränderungen auf demselben zu er⸗ eignen pflegen. Von der Höhe des Aetna, zum Beyspiel, sieht er, wie die unterirdischen Feuer sich bearbei⸗ ten, der Natur das Wasser, die Luft, das Brenn⸗ bare und die Salze, die in den Eingeweiden der Erde verschlossen sind, wieder zurückzugeben; er sieht, wie diese Elemente sich aus dem Schlund ei⸗ nes ungemessenen Abgrundes erheben, und eine weisse Rauchsäule bilden, deren Durchschnitt mehr als achthundert Klaftern beträgt; er sieht, wie diese Säule himmelan steigt, die höchsten Schich⸗ ten des Dunstkreises erreicht, sich da in ungeheure ugeln zertheilt, die in großen Entfernungen dem azurnen Gewölbe des Himmels nachzustreichen scheinen. Er hört das dumpfe und tiefe Getdse der Ausbrüche, welche durch die Entwicklung die⸗ ser elastischen flüßigen Wesen verursacht werden. Dieses tobende Geräusch rollt durch die langen und ausgedehnten Höhlen der Abgründe des Aetna, und die verglaste Rinde, womit dieselben überzo⸗ gen sind, erbebt unter seinen Füßen. Er sieht sich a 5 ferner TTTTTTTTTTTTTTtTTT. X Vorrede ferner um, und zählt und durchschaut bis auf ih⸗ ren Grund die Cratere der zahlreichen Seitenöff⸗ nungen und Schornsteine, aus welchen der Aetna ehemals Ströme von verbrannten Materialien ausgoß, die aber nun schon längst erkaltet, und zum Theil mit Wiesen, Wäldern und fruchtbaren Weinbergen überdeckt sind. Er bewundert die Masse der großen Pyramide, welche das Ganze aller dieser Vulcane bildet; sie erhebt sich mehr als zehntausend Schuh über das Meer, welches ihre Grundlage benetzt, und diese Grundlage selbst hat mehr denn sechzig Stunden im Umkreise. Inzwi⸗ schen ist diese ganze Pyramide nichts als der aus⸗ gebrannte Rest von Materialien, welche schon er⸗ wähnte Feuerschlünde seit mehrern Jahrhunderten ausgeworfen haben. Und, worüber der Beobach⸗ ter noch vorzüglich erstaunt, alle diese Ausbrüche sind nicht zulänglich gewesen, in der Nachbarschaft dieses Berges die Materie des unterirdischen Feuers zu erschöpfen; denn er sieht beynahe unter seinen Füßen die äblischen Inseln, die vor Zeiten durch diese Feuer hervorgestoßen worden, und des⸗ sen noch immer von sich speyen. Betrachtet er aber den Körper des Aetna selbst noch genauer, so wird er gewahr, daß, während aus den Einge⸗ weiden der Erde Ströme von verglasten Minera⸗ lien, die die Masse des Gebirges vermehren, her⸗ vorfließen, die Wirkung der Luft und des Wassers nach und nach seine äußere Oberfläche erweicht; daß die Gießbäche, welche der Regen und ge⸗ schmolzene Schnee erzeuget, der selbst auch im Sommer die mittlere Region des Berges um⸗ giebt,‚ 0 SSSE——.— SISSIIIIIIIIITIIITITIIIIIIIttttttttf...Tssx' P⸗ PPPSs5.....TUUCUTAU TTTTTSTT *——— shshn ll Wign Ealn scafck Hyballt, GI RIt Nebee sal safhe 0 Ms saen Hehtrogg Rir en word + nstd die ver Insers achtm nit eio Hel ham den Rh bis auf ij Seitnf⸗ der Ama Laterialien altet, und uchtbaren Undert die as Ganze mehr als sches ihre selbst hat Inzwi⸗ der aus⸗ schon er— underten Beobach⸗ luobrüche hbarschaft rirdischen ahe unter or Ziten umd des⸗ rachtet er enauer, so n Einge⸗ Mimera⸗ ren, her⸗ Wisers erweiht; n und ge⸗ guch im ges mi⸗ geht, des Verfassers. ũ giebt, die härteste Lava durchgraben, zernagen, und in das Meer hinabschwemmen. Er entdeckt auf der Abendseite des Aetna die sicilianischen, und auf seiner Morgenseite die italiänischen Gebirge. Beyde, fast ganz kalkichter Art, entstunden vor alten Zeiten in dem Grunde des Meers, über wel— ches sie heut zu Tage herrschend herabsehen; aber auch sie sind der Verwitterung, so wie die Lava— schichten des Aetna, unterworfen, und kehren nun wieder mit langsamen Schritten in den Schooß desjenigen Elements zurück, aus welchem sie vor⸗ her entstanden waren. Er sieht, wie dies Meer sich auf allen Seiten jenseits Italien und Sicilien verbreitet, auf eine Strecke, davon seine Augen die Grenzen nicht kennen; er denkt an die ungeheu⸗ re Zahl sichtbarer und unsichtbarer Thiere, womit die belebende Hand des Schöpfers alle diese Was⸗ ser erfült hat; er bedenkt, daß sie alle gemein⸗ schaftlich darauf arbeiten, die Elemente der Erde, des Wassers und Feuers zu verbinden, und daß sie alle mit einander zur Bildung neuer Gebirge beytragen, die vielleicht auch, wenn ihre Zeit ge— kommen ist, über die Fläche des Meeres sich erhe⸗ ben werden. So veranlaßt der Anblick dieser großen Ge⸗ genstande bey dem Weltweisen Betrachtungen über die vergangenen und zukünftigen Veränderungen unsers Erdballs. Aber wenn mitten in diesen Be⸗ trachtungen sich die Idee von den kleinen Wesen mit einwirft, welche auf der Oberfläche dieser Ku⸗ gel herumkriechen; wenn er dieser ihre Dauer mit den großen Epochen vergleicht, wornach man die Verän⸗ XII Vorrede Veränderungen der Natur datiren kann: wie sehr muß er nicht erstaunen, daß dieselben, obschon sie einen so kleinen Platz in Raum und Zeit einneh— men, glauben konnten, sie seyen der einzige Zweck von der Schöpfung des Universum! und wenn er vom Gipfel des Aetna herabschaut, und zu seinen Füßen die zwey Reiche erblickt, welche sonst Millionen von Kriegshelden ernährten: wie klein und kindisch muß ihm dann die menschliche Ruhm⸗ sucht erscheinen! Die ersteiglichen Gipfel der Alpen zeigen kei⸗ nen vielleicht so glänzenden und ausgedehnten An⸗ blick; allein vielleicht ist er nur desto lehrreicher für den Geologen. Von da sieht er aufgedeckt je⸗ ne alten und hohen Gebirge, gleichsam die ersten und solidesten Knochen der Erdkugel, die den Na⸗ men der Ursprünglichen(primitives) verdienen, weil sie, ohne alle fremde Beymischung und Un⸗ terstützung, nur auf Grundflächen ruhen, die ih⸗ nen gleichen, und nur Körper von gleicher Natur in ihrem Schooße verschließen. Er durchforscht ihren Bau; er findet mitten unter den Verheerun⸗ gen der Zeit Merkmale von ihrer ersten Form; er beobachtet die Verkettung dieser ursprünglichen Berge mit Bergen von einer spätern Ausbildung; er sieht, wie diese neuen sich auf jene ursprüngliche stützen; er unterscheidet ihre Lagen, die sehr ab— hängend in der Nachbarschaft dieser ursprünglichen Gebirge und immer horizontaler werden, je weiter sie sich davon entfernen; er bemerkt die Abstufung, welcher die Natur in dem Uebergange von der Bil—⸗ dung der einen zu der der andern gefolgt ist; und die Kennt⸗ PSDSISISISISISSISSSISIII‚IIe‚tteee............. W F¹ MII ˙Hh¹ι W sch 8 XI Aun sil.m. I. aumi uil Fel ru Hant undz ehr wie scht öschon sie t einneh⸗ 9e Zweck wenn er zu seinen che sonst wie klein e Ruhm⸗ igen kei⸗ en An⸗ hrreicher deckt je⸗ ie ersten den Na⸗ erdienen, und Un⸗ die ih⸗ r Natur chforscht rheerun⸗ orm; er inglichen bildung; runglihe sehr ob⸗ inglihen je weiler bstufutg, der Bi⸗ und die Kent⸗ des Verfassers. XIII Kenntniß dieser Abstufungen lehrt ihn, einen klei⸗ nen Theil des Schleyers aufzudecken, unter wel⸗ 55— das Geheimniß ihres Ursprungs verborgen iegt. Der Naturkundige, wie der Geologe, findet in den höhern Gebirgen eine große Nahrung für seinen forschenden und bewundernden Geist. Die langen Ketten von Gebirgen, deren Gipfel durch die höhern Regionen des Dunstkreises dringen, scheinen die Werkstätte zu seyn, so wie der Behäl⸗ ter, aus welchem die Natur das Gute und Uebel nimmt, welches sie auf unserm Erdball verbreitet, Flüsse, die ihn benetzen, Ströme, die ihn verhee⸗ ren, Regen, die ihn befeuchten, Stürme, die ihn verwüsten. Alle Erscheinungen für die allge⸗ meinere Naturlehre stellen sich da mit einer Maje⸗ stät und Größe dar, wovon die Bewohner des flachen Theils der Erde keinen Begriff haben. Die Wirkung der Winde und der Luftelektricität be⸗ schäftigt sich hier mit einer erstaunenden Stärke; die Wolken bilden sich vor den Augen des Beob⸗ achters; und oft sieht er zu seinen Füßen Gewit⸗ ter entstehen, welche die Ebenen verwüsten, wäh⸗ rend um ihn herum die Sonne scheint, und über seinem Haupt der Himmel heiter und rein zu sehen ist. Große Schauspiele von aller Art gewähren eine immerwährende Abwechselung in ihren Auf⸗ tritten. Hier stürzt sich ein Waldstrom von einem Felsen herab, und bildet mit seinem Wasser einen glänzenden Mantel, der die Felswand umschleyert, und, in feine Dünste zertheilt, zwey-⸗bis dreyfa⸗ che Regenbogen formirt, die sich stets mit—0 Zu⸗ schau⸗ xXIV Vorrede schauer verändern und ihn auf seinen Schritten be⸗ 0 gleiten; dort stürzen sich mit einer dem Blitze glei⸗ 80 chen Geschwindigkeit ganze Ströme von Schnee umn ö (Schneelauinen) über die jähen Halden der l Berge herab; sie reissen vor sich her die mächtig⸗ 2— sten Bäume nieder, und öffnen sich also mit mehr bi E als donnerndem Getdse einen Weg selbst durch die ul dicksten Wälder. Weiterhin eröffnen sich weit dükt ausgedehnte Räume, welche von ewigem Eise zu bat strotzen scheinen; und hier erblickt der erstaunende 06 Beobachter das ausdrucksvolle und lebhafte Bild W eines durch stürmende Winde in hohe Wellen auf— WNs gethürmten Meeres, welches durch plotzliche Käl— uübte te erstarrt ist. Und neben diesen Eisfelsen, mit⸗ sei u. ten unter diesen schauervollen Gegenständen, hau⸗ sc0 chen angenehme einsame Stellen und lachende Wie⸗ WI sen den Balsam von tausend Blumen aus, die so hun selten als schön und heilsam sind, und das ange⸗ sin nehme Bild des Frühlings glücklicher Erdgegen⸗ 10ᷣ6 den darstellen, wie auch dem Pflanzenkenner die Mest reichsten Ernten verschaffen. Hulegen Der sittliche Gesichtspunkt, woraus sich die 0 keh Alpen betrachten lassen, ist eben so interessant, als sht x der physikalische. Denn obschon im Grunde der u nat Mensch überall sich gleich, und das Spiel der glei⸗ Rine9 chen durch gleiche Bedürfnisse gezeugten Lei— shaft, denschaften ist: so muß man, wenn es ja zu hoffen vomme ist, Menschen irgendwo in Europa anzutreffen, Depspi die gesittet genug sind, um nicht zu den Wilden wohlg gerechnet zu werden, und Naturmenschen genug, ih De um noch unverdorben zu seyn, diese Menschen in de St den Alpen suchen, in diesen Thälern auf der Höhe, Iin Ab wo Pbel! SDSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSeSSSS“fffff TR¶ ichrittnnbe Diiz gei on Schne Halden der ie mähtiz o mit mehr st durch di n sich wet em Eise zu Istaunende hafte Bild Lellen auf— elsen, mit⸗ den, hau⸗ ende Wie⸗ U, die so das ange⸗ Erdgegen⸗ nkenner die us sich die ressant, als Grunde der iel der gei⸗ ugten L⸗ ja zu hyft anzutrefeh, en Widen chen gesug, Nenschen n f der Hhe 0˙ des Verfassers. xv wo sich weder Herrscher noch Reiche, noch häufi⸗ ge Besuche von Fremden finden. Wer den Land⸗ mann nur in der Nachbarschaft der Städte beob⸗ achtet, ist außer Stand, sich vom Menschen nach der Natur einen Begriff zu machen. Jener kennt seine Gebieter, ist zu erniedrigenden Ehrenbezei⸗ gungen gezwungen, durch den Hochmuth unter⸗ drückt, verachtet und verderbt, und zwar durch Leute, die selbst durch die Knechtschaft erniedrigt sind; und so wird er eben so verwerflich, als die, welche ihn verderbt haben. Aber der Bewohner der Alpen sieht niemanden als seines gleichen, und vergißt mit denselben, daß es noch Mächtigere als sie in der Welt giebt; seine Seele erhebt und ver⸗ edelt sich; die Dienstgefälligkeiten, die er erzeigt, die Pflichten der Gastfreyheit, die er erfüllt, ha— ben nichts vom Miethling oder Knecht an sich; in seinen Augen funkelt jener edle Stolz, der sowohl ein Gefährte als Beschützer aller Tugenden ist. Wie oft, wenn mich die Nacht bey einsamen und entlegenen Alpdörfchen oder Sennhütten überfiel, und keine Herberge in der Nähe war, klopfte ich nicht an die Thüre einer solchen Hütte, und wur— de, nach meiner Antwort auf einige Fragen, die meine Reise betrafen, mit einer Höflichkeit, Freund— schaft, Gutherzigkeit und Uneigennützigkeit aufge— nommen, wovon man anderwärts mit Mühe Beyspiele aufzusuchen hätte! Und wird man es wohl glauben, daß in diesen wilden Entfernungen ich Denker gefunden habe, Leute, die blos durch die Stärke ihres natürlichen Verstandes sich über den Aberglauben erhuben, in dessen Becher sich der Pobel der Städte so gierig berauscht? b Dies XVI Vorrede Dies sind die Vergnügungen derer, die sich l in den Gebirgen dem Studium derselben widmen. Wpelt Was mich betrifft, so hatte ich von Kindheit an l dazu die hinreissendste Neigung; ich erinnere mich IN noch an die Empfindung, welche mich ergriff, als Wös meine Hände zum erstenmal den Fels des Saleve Ghin berührten, und meine Augen auf seinem Gipfel W sich an Aussichten weideten. Im achtzehnten Jah⸗ I re meines Alters) hatte ich schon mehrmals die W Gebirge in der nächsten Nachbarschaft von Genf Vr durchirrt. Ein Jahr nachher brachte ich vierzehn 10⁷ Tage in einer der höchsten Stäfeln oder Sennhüt⸗ Wulln ten(chalets) des Jurassus zu, um die Dole om und die benachbarten Gebirge zu untersuchen; und hehn in eben dem Jahre bestieg ich den Mole zum er⸗ n stenmal. Aber diese wenig erhabenen Berge be⸗„ friedigten meine Wißbegierde nur unvollkommen; s ich hatte das heftigste Verlangen, die hohen Al⸗ pen in der Nähe zu sehen, die mir vom Gipfel der uno genannten Berge aus so majestätisch sich darstell⸗ 100t ten; endlich gieng ich im Jahre 1760 allein und H zu Fuß in die Gletscher von Chamouni, die da⸗ 1 mals noch wenig besucht waren, und zu denen der 0 Zugang auch für schwer und gefährlich gehalten ½ wurde.) Ein Jahr nachher gieng ich wieder Im dahin, und seitdem ist mir kein Jahr verstrichen, 1 in dem ich nicht große Excursionen und auch Rei— e. sen für das Studium der Gebirge gemacht habe. n ö In diesem Zeitraume habe ich vierzehnmal auf acht Iun Wa unter⸗ 4 *) Im Jahr 1758. *0) Der durch seine vielen Reisen berühmte Pokok, und mit n il ihm der Ritter Windham, waren die ersten Beobachter, die den sich im J. 1741 in diese Gegenden wagten. Siehe Gru— Mil ners Eisgebürge, Th. I. S. 209. und Bourrit Deseription des Glacierede Savoye, Geneve 1773. 8. p. 4. 5. W. -— AASSSSSSeeeeeeSSSSSeSSSeeeeeeeeeeee.eee.........—2— er, die sih en wögmen Kindheit an innere mich ergriföas des Salene nem Gipfe ehnten Nh⸗ ehrmals die von Gen ch vierzehn Sennhüt⸗ die Dole ichen; und le zum er⸗ Berge be⸗ WMommen; hohen Al⸗ Gipfel der ch darstell⸗ allein und zu denen der ich gehalten g ich wieder versttichen, auch Ri nacht hobe nal auf ach untet⸗ okok ud mit eobachtif, die Siehe Gru⸗ iit Desctiption 4.5. W. * durchwandert. des Verfassers. âXVIñ unterschiedlichen Bergstraßen die ganze Kette der Alpen durchlaufen; ich habe noch sechzehn andere naturforschende Reisen bis in den Mittelpunkt die⸗ ser Kette unternommen; ich habe den Jurassus, die vogesischen Gebirge, wie auch die von der Schweiz, von einem Theil Deutschlands, von England, von Italien, Sicilien und den be⸗ nachbarten Inseln durchgegangen; ich habe die ausgelöschten Vulcane in Auvergne, einen Theil von denen im Vivarais, und mehrere Gebirge im Forez, Delphinat und Burgundischen Ich habe alle diese Reisen unter⸗ nommen, mit dem Berghammer in der Hand, in keiner andern Absicht, als die Naturgeschichte zu studieren; ich bin auf alle zugängliche Höhen ge⸗ klettert, die mir interessante Beobachtungen ver⸗ sprachen, und habe immer Exemplarien von Bruch⸗ stücken der Minern und Gebirgsarten mitgenom⸗ men, besonders von denen, die mir ein zur Theo⸗ rie der Erde wichtiges Factum vorlegten, damit ich sie mit Muße wieder ansehen und studieren könn⸗ te. Auch habe ich mir das strenge Gesetz aufer⸗ legt, meine Beobachtungen immer an Ort und Stelle niederzuschreiben, und so viel möglich meine Anmerkungen in 24 Stunden ins Reine zu bringen. Eine Vorsicht, die ich gebraucht habe, und die, wie ich glaube, mir sehr nützlich war, ist, daß ich mir zu jeder Reise vorher einen systemalischen Plan aufschrieb, in den alles gebracht wurde, wor⸗ über ich auf der Reise selbst Untersuchungen anstel⸗ len wollte. Da der Geologe gewöhnlich unter dem Reisen studiert und beobachtet, so kann die geringste Zerstreuung ihm, und vielleicht auf im⸗ 9 2 mer, XVIII Vorrede mer, einen interessanten Gegenstand entziehen. Iugel Auch ohne Zerstreuung sind die Gegenstände seines 1395 Studiums so mannichfaltig und zahlreich, daß es nt leicht ist, einen davon auszulassen; oft bemächtigt Ime sich eine wichtig scheinende Bemerkung unsrer gan⸗ Bit zen Aufmerksamkeit, und läßt uns die andern ver⸗ shuäst: gessen; zu andern Zeiten schreckt uns üble Witte⸗ t rung ab, und die Ermüdung benimmt uns die Ge⸗ 0 genwart des Geistes; und die aus diesem allen rN entstehenden Nachläßigkeiten hinterlassen uns ein MN lebhaftes Misvergnügen, und zwingen uns oft 0 auf unsrer Bahn wiederum rückwärts zu gehen, e N anstatt daß, wenn man von Zeit zu Zeit auf sein 05 planmäßig entworfenes Tagbuch einen Blick wirft, II man sich leicht an alle Untersuchungen zurückerin⸗ n N nert, die man vornehmen wollte. WII Mein im Anfang eingeschränkter Entwurf die⸗ 1 ser Art hat sich in Verhällniß der erworbenen Id Kenntnisse und Begriffe erweitert; ich bin geson— G nen, ihn im letzten Bande dieses Werks mitzu⸗ Igin theilen, und er wird auch Reisenden dienen, die, NA ohne im Fach der Naturgeschichte bewandert zu W seyn, von ihren Reisen einigen nützlichen Unter— sindt richt für Naturforscher zurückzubringen gesonnen I sind. Noch werde ich diesem Entwurfe Anleitun⸗ idi gen beyfügen für die, welche Lust haben, auf Ch hohe Berge zu reisen; wie nicht minder Erinnerun⸗ Cfo gen über Irrthümer, in welche unerfahrne Beob⸗ vudeh achter gerathen können. umg Ungeachtet aller genommenen Maasregeln der Hodef Vorsichtigkeit, um nichts zurückzulassen, begegnet Ihen mir, wenn ich in der Stille meines Studierzim— mers aufs neue die Gegenstände meiner Beobach⸗ tun⸗ j„ BN—*————— DSISSSSSISSSSISSISSSSSASSSSSSSSSSSISSISIII........................................... Reltzieher ände senre ich daß es bemächtigt unsrer gan⸗ andern ver lble Winne uns die Ge iesem alen M uns ein n uns oft zu gehen, it auf sein jlickwirff, urückerin⸗ iwurf die⸗ aworbenen bin geson⸗ rks mitzu⸗ ienen, die, wandert zu chen Unter⸗ n gesonnen e Aleitun⸗ jaben, auf Erinnerun: rne Beob⸗ bregehn det 1, begehnet xuldietzim⸗ Bocbach⸗ tul⸗ des Verfassers. IX tungen auf Reisen überdenke, daß in meinem Gei⸗ ste Zweisel aufsteigen, die ich nur durch neue Beob⸗ achtungen und Reisen aufzulösen glaube. Diese immer sich erneuernden Zweifel haben auch bis jetzt die Bekanntmachung meiner Arbeit verzögert, und schränken mich auf die Beobachtungen ein, die ich in den vier oder fünf lettern Jahren gemacht habe, und nöthigen mich, die älteren Bemerkungen alle für zu unvollständig anzusehen, als daß sie köͤnnten dem Publikum vor Augen gelegt werden. Auch die, welche für jetzt erscheinen, theile ich mit dem äußersten Mistrauen gegen mich selbst mit, weil ich überzeugt bin, daß Naturforscher, die nach mir die beschriebenen Gegenstände betrachten, eine unendliche Menge von Dingen entdecken werden, die meinen Nachforschungen entgangen sind. Die erste Abtheilung meines Werks enthält einen Versuch über die Naturgeschichte der Gegenden um Genf. Vielleicht findet man ihn zu ausgedehnt. Allein ich sage zu meiner Ent⸗ schuldigung, daß ich genöthigt war, eine große Menge von Begriffen zu entfalten, die zum Ver⸗ ständniß der Alpenreisen und der allgemeinen Re⸗ sultate nöthig sind, die ich beyfügen will. Und ich fand es besser, diese Kenntnisse in die Beschreibung der Gegenden um Genf zu verweben, und sie zur Erforschung der Naturgeschichte meines Vater⸗ lands anzuwenden, als sie in einer trockenen Lehr⸗ form darzustellen, um so mehr, da mir diese Me⸗ thode die Freyheit ließ, einem jeden Gegenstande eine mit seiner Wichtigkeit im Verhältnisse stehende Ausdehnung zu ertheilen. b 3—.—0 XX Vorrede Ich habe z. B.ziemlich umständlich die Geschich⸗ utdu te der Steine und Erdarten abgehandelt; weil ich bnfe glaube, dieselbe bahne den sichersten Weg zur Theorie funtx der Erde, und mache einen der unentbehrlichsten An⸗(9 fangsgründe derselben aus. Man muß die Natur ei⸗ ymne ner Substanz und ihre einfachen Theile kennen, wor⸗ Rer aus sie besteht, ehe man sich erküͤhnt, Hypothesen über ihren Ursprung und Bildung zu erfinden. Nun kann 103 man aber ohne ehymische Analysis mit Sicherheit die 1070 Natur dieser einfachen Theile und ihrer Verbindung bat nicht bestimmen. Und also ist diese Analysis dem Ge⸗ 01 ologen so unentbehrlich, als die mathematische dem 1 0 Sternkundigen; und die Erfahrung hat gezeigt, daß 0 alle, die sich in diese Kaufbahn gewagt, ohne durch die AEü Fackel der Chymie beleuchtet zu seyn, in die gröbsten 3 Fehler gefallen, und fast bey jedem Tritte gestrauchelt W haben: zum Beyspiel davon darf man nur Whiston, MI Woodward, Lazarus Moro und andere nennen. W Man muß daher in die Werkstätte der Kunst eintre⸗ Mo ten, um die Geschäfte der Natur kennen zu lernen. uy Inzwischen konnte und wollte ich doch nicht in ei⸗ ih9 nem Wer ke, wie das meine, ein voll ständiges System ualauj einer auf Chymie gebauten Lithologie geben. Um y deswillen glaubte ich folgende Mittel straße gehen zu iH müssen. Ich habe mich auf die Beschreibung der ab⸗ Ir gerundeten Kiesel(cailloux roulés) in unsern Ge⸗ Me genden eingeschränkt, und darin die Convenienz ge⸗ IId n funden, daß gerade die Steinarten sich bey diesen Kie⸗ Is seln finden, deren ich in den Alpenreisen am meisten Richm werde zu erwähnen haben. Ich habe die minder be⸗ dselt kannten Arten mit vieler Sorgfalt beschrieben, und dihg die Versuche, welche ich über die Schmelzbarkeit die⸗ thrn ser verschiedenen Steine anstell le, leiteten mich auf die ahug: Ent⸗ die Gsshich lt; wei 0 zur Theore blichsten M: ie Nature⸗ ennen, wor: othesen üher Nun kann icherheit di herbindung sis dem Ge⸗ ische dem hezeigt, daß ze durch die ie gröbsten estrauchelt Whiston, ere nennen. unst eintre⸗ lernen. hnichtin ei⸗ es System geben. Um ße gehen zu ung der ab⸗ unsein Ge⸗ venienz ge⸗ diesen Kie am muisten minder be⸗ rieben und barkal die mich aufde Esk⸗ des Verfassers. xxi Entdeckung der ursprünglichen Bestandtheile der La⸗ ven und Basalte, daher ich mir über diesen Gegen⸗ stand eine kleine Ausschweifung erlaubt habe. Eben so habe ich auch in der ersten Abtheilung meine Grundsätze uber den Ursprung der abgefalle⸗ nen und abgerundeten Steine und über die allgemei⸗ ne Bauart der Gebirge vomzweyten Range( Monta- gnes secondaires), uber die gesenkten Lagen, über ihre Abstürzungen(Escarpemens), über die Verti⸗ calschichten, über die größere oder geringere Menge von Seeproducten, die sich in den verschiedenen La⸗ gen und Schichten eines und eben desselben Berges finden u. s. w. angebracht. Die zweyte Abtheilung enthält meine Reise auf den Buetgletscher und nach Chamouni. Einige meiner Leser werden vielleicht diesem Theile meines Werks den Vorwurf machen, wie dem ersten; sie wer⸗ den zu viel lithologisches Detail, Beschreibungen von Bergen und den Lagen ihrer Schichten finden. Aber ich wiederhole es, diese Details sind die einzigen, auf welche sich tiefe und gründliche Kenntnisse bauen las⸗ sen, und oft ist das das Wichtigste, was uns am ge⸗ ringfügigsten scheint. Zuweilen habe ich aus kleinen Umständen Licht gezogen, die ich ohne ihren Werth zu kennen, aus bloßer Liebe zur Genauigkeit an Ort und Stelle selbst zu Papier gebracht hatte. Allein wie oft habe ich nicht herzlich bedauert, daß ich die Auf—⸗ zeichnung von irgend einem Detail vernachläßigte, dessen Wichtigkeit ich erst einsah, wenn es mein Ge⸗ dächtniß nicht mehr zurückrufen konnte! Doch hoffe ich, man werde mir nicht Schuld geben, ich hätte mich allzuweit in diese umständlichen kleinen Nachrichten b4 ein⸗ ᷓ.ꝗH ᷑ꝗq ‚..... 22 5 22222——— ‚ ——.— XXI Vorrede eingelassen und dabey die allgemeinen Beziehungen mihe derselben aus den Augen verloren. slle Ich hatte mir anfänglich vorgenommen, auf die⸗ hr di se Weise eine vollständige und getreue Schilderung Reft von allen Factis zu entwerfen, die eine Beziehung auf die Geologie haben, und sich in den Gegenden von Genf und den von mir bereisten Alpengebirgen fin⸗ wuicht den; und ich wollte diese Facta ohne Beymischung c von Theorie vorlegen, um alle Betrachtungen dieser Wuhl Art für die Resultate aufzusparen, womit der letzte h Theil dieses Werks schließen wird. Aber als ich die—l Hand an das Werk legte, sah ich, daß dieser Plan GG zwey Unschicklichkeiten hatte: die eine, daß ich ein flberll Werk schreiben würde, welches fuür alle, die die physi⸗ umah sche Geographie nicht mit einer Art von Leidenschaft Ruhsös studieren, äußerst trocken und langweilig ausfallen Hwo müßte; die zweyte, daß ich würde zu Wiederholun⸗ daNN gen verleitet werden, weil, wenn ich auf diese Resulta⸗ W te würde zu sprechen kommen, ich die Facta, aus denen Hiomso sie wie Schlußfolgen gezogen werden, nothwendiger⸗ MMer weise noch einmal hätte darstellen müssen. Um des⸗ ameßli/ willen schien es mir vorzüglicher, von Zeit zu Zeit in hmmlen der Folge von wichtigen Factis für die Theorie auch BWun die daraus hergeleiteten Folgen beyzubringen. Wenn shin. N man hernach zu den allgemeinen Resultaten gelangt, ö so wird man einsehen, daß sie nichts weiter sind, als 9 letey eben diese Schlüsse, zusammengezogen, vervollstän⸗ bomn digt, in Ordnung gebracht und auf Beobachtungen i gegründet, die ich im ganzen Laufe der Abhandlung 1—9 selbst nicht hätte beybringen können. Ich werde die⸗ 6. sen letzten Theil erst in drey oder vier Jahren heraus⸗ Hsche geben, worin die größern Resultate stehen, weil ich 5).b1. noch Reisen und Untersuchungen vorzunehmen habe, 5— um ziehungen en/ aufdi⸗ childerung Beziehung enden vo birgen fih⸗ ymischung Ihen dieser der lehte als ich die eser Plan aß ich ein die phys. idenschaft ausfallen ederholun⸗ se Resulta⸗ aus denen wendiger⸗ Um des⸗ Zeit in orie auch gen.- Wenn en gelangt, sind/ als ervolltat achtungen bhandlung werde en hennus⸗ , 0 ich hmen habe Iim des Verfassers. xũXIII um über einige wichtige Punkte der Theorie der Erde neue Einsichten zu erwerben. Der Theil aber, wel⸗ cher die Fortsetzung meiner Alpenreisen in sich be⸗ greift, wird in achtzehn Monaten, zum spätesten in zwey Jahren, die Presse verlassen. Man wirdaus diesen Reisebeschreibungen sehen, daß ich mich vorzüglich dem Studium der ursprüngli⸗ chen Gebirge, insonderheit derer von Granit, gewid— met habe. Wenn es scheint, die Natur hätte zuwei⸗ len den Weg versteckt, den sie gegangen ist, um gewis⸗ se Wesen hervorzubringen, so ist es gewiß in Betreff der Gebirge, die den Ursprung der ersten Dinge näher zu berühren und auch die wichtigsten Geheimnisse zu verwahren scheinen. Auch sind sie, ohngeachtet der Neugier, die sie erwecken sollten, noch am mindesten bekannt. Herr Pallas, dessen Reisen durch verschie⸗ dene Provinzen des rußischen Reichs) alles enthal⸗ ten, was den Naturforscher und selbst den Staats⸗ mann aufmerksam machen kann, und vielleicht ein Muster in ihrer Art zu schreiben sind, hat aus dem un⸗ ermeßlichen Schatze seiner Beobachtungen alles ge⸗ sammlet, was ihm das Wahrscheinlichste über die Bildung der verschiedenen Arten von Gebirgen schien.) Aber er hat von den Granitgebirgen nichts b 5 in *) Petersburg 1776. 3 Bände in 4.(Von diesem Werke kömmt ein Auszug zu Bern heraus, von welchem schon vier Theile in 8. erschienen sind, der alle wichtigen Ent— deckungen, nicht nur des Hrn. Pallas, sondern auch der übrigen Reisenden, des Gmelins, Lepechins, Rytsch⸗ kovs, Georgis, enthält, und vorzüglich die mineralo— gischen Gegenstände im rußischen Reiche behandelt. W.) +) Observations sur la formation des montagnes et les changemens arrivés au globe, particulérement àl égard de Pempire russe, Petersbourg 1777. 4.(Ist—— m; Deut⸗ JICJkꝑpI᷑]'ICꝗ9ulů——2:—2———8.— xXxIv Vorrede in Erwähnung bringen wollen, und sogar auf sie ei⸗ H9 nen Gedanken des Herrn von Paw, des Verfassers t der Untersuchungen über die Amerikaner, angewen⸗ wale det: daß es eben so gut wäre, einen Tr Tractat über die mothod Bildung der Gestirne zu schreiben, als über die Felsen, ihersz welche durch die mächtige Hand der schöpferischen 69⁰⁰ Natur seyen aufgethürmt worden, welcher wir den—0 kleinen Planeten, worauf unsre Philosophen zu rai⸗ sonniren pflegen, zu danken hätten. l Diese Schwierigkeiten machten mich nicht muth⸗ 0 +* los: ein mit Ernst fortgesetztes Studium über die WE Gebirge dieser Art, ihre in den Alpen deutlicher wahr⸗ sir Rů zunehmende Form, und einige neuere durch einen uss glücklichen Zufall mir unter Augen getretene Facta, nten haben mir, wie ich glaube, über ihren Ursprung eini⸗ nrec ges Licht verschafft. Woy Die Aussichten von Bergen, welche ich beyfüge, M2 sind durch Herrn Bourrit an Ort und Stelle mit ei⸗ 0W. ner Genauigkeit aufgenommen worden, die man ma⸗ Guw thematisch nennen könnte, weil ich öfters ihr Verhält⸗ E niß mit einem Graphometer zu berichtigen bemüht In war, ohne Fehler darin zu finden. Er hat einen Theil HeldER der Wirkung seiner Zeichnungen dieser Genauigkeit Rinpꝛ aufgeopfert, indem er mit vielem Fleiße die Schichten vlse und Lagen ausgedrückt, und die Umrisse der Felsen unghe mit scharfen Strichen angedeutet hat. Sehr gern i hätte ich eines von seinen großen Gletschergemälden Dg in Kupfer stechen lassen, wenn der Grabstichel die Stärke und Wahrheit auszudrücken vermöchte, wo⸗ Reu mit er das Eis, den Schnee, und die ins Unendliche 10 abge: dhl Deutsche übersetzt worden, in 1 Sammeunge zur b10 Physik und Naturgeschichte, Th. I. S. 131 f. Leipzig bn 1778. 8. w.) n ar auf se g 5 Verfassitz angewer; tat über de er die Feleh höͤpferishe her wir de phen zu ru nicht muth im über di licher wahs durch einen tene Facta rung eini ichbeyfüge, telle mit ei ie man ma⸗ h1 Verhalt jen bemüͤht einen Theil Henauigket eSchichten der gelsen Sehr gern ergemadden absticht di möͤchte wo⸗ Unadliche bge mlungen zut f. Hpiih des Verfassers. xxv abgeänderten Farbenspiele des Lichts auf diesen durchsichtigen Körpern darstellt. Die Nachrichten, welche Hr. Bourrit von seinen Reisen bekannt ge⸗ macht hat, sind so bekannt als seine Gemälde, und überheben mich der detaillirten Beschreibung von Gegenständen, die er darinne abgeschildert hat.) Ich hatte mir geschmeichelt, eine, wo möglich, die⸗ se Zeichnungen an Genauigkeit übertreffende Charte beyzufügen. Herr Mallet, Professor der Sternkun⸗ de, und Herr Pictet, vorzüglicher Liebhaber aller Wissenschaften, die mit der Naturlehre verwandt sind, hatten mit der größten Sorgfalt eine Charte von unserm Genfersee aufgenommen, der das Publicum mit Sehnsucht entgegen sieht. Diese Herren hatten mir eine verjüͤngte Abzeichnung von ihrer Charte ge⸗ geben, und ich hoffte, sie zu diesem Werke stechen zu lassen, und die Gebirge von unsrer Gegend hinzuzu⸗ thun, die sich auf Borgonio's großer Charte von Savoyen befinden. Ich glaubte, da die Charte von unserm See, die in des Borgonio seiner sich findet, von der Charte obgenannter Sternkundigen nicht viel dem Auge nach verschieden ist, es werde sich die ei⸗ ne in die andere einpassen lassen. Aber Herr Pictet, welcher so gefällig war, diese geographische Bemü— hung zu übernehmen, hat es nie dahin bringen köͤnnen, daß Description des Glacièeres, Glaeiers et Amas de Glace du Du- chẽ dedavoye, par M. I. Bourrit, Geneve 1773. g. mit eini⸗ gen Kupfertafeln; ist auch ins Deutsche übersetzt, Go⸗ tha 1775.— Deseription des Aspects du Mont-Elanc ete. Lausanne 1776. 8. Eben dieser Hr. B. hat auch dem Publico eine allgemeine Beschreibung der helveti— schen Gletscher angekündigt, die wirklich unter der Pres se seyn soll. Alle seine Werke enthalten aber nur mei— stens topographische Beschreibungen, weil er mit der Naturgeschichte nicht im geringsten bekannt ist. W. AXVII Vorrede des Verfassers. daß beyde Charten sich vereinigten. Um deswillen hat er sich begnügt, die Charte des Borgonio zu re⸗ duciren, und nach unsern Bemerkungen die Form und Lage von den Bergen zu berichtigen, die wir gesehen hatten. Und da die hohen Alpen, wie z. E. der Mont⸗ blane, und selbst die Richtungen der großen Thäler, dusun in der borgonischen und allen bekannten Eharten sehr mangelhaft sind, so hat Herr Pictet das Geschäft I übernommen, auf unsern Reisen eine Specialcharte. von allen diesen Bergen zu zeichnen und zu dieser OPpe. ration hat er sich der vollkommensten Werkzeuge be. hhls dient, die er in London unter seiner eignen Aufsicht 3 durch die geschicktesten Künstler hat verfertigen las⸗ hnn sen. Diese Charte wird in dem zweyten Bande erschei⸗ 0 nen, dem sie auch dienlicher als diesem seyn wird. In⸗ W zwischen haben wir einen kleinen Auszug davon in ei⸗ I180 nem Winkel der Charte dieses Bandes eingerückt. Iu Die Vergleichung wird lehren, wie vieler Berichti⸗ On gungen die Charte des Borgonio bedurfte. 00 Miehr geübt auf Berge zu klettern, als auf die 1 Phrasenjagd zu gehen, habe ich mich einer Klarheit Handt im Styl beflissen, mit der ich zufrieden bin, wenn sie 8010 dem Leser einen Theil des Vergnügens vorstellen Rn kann, das ich beym Anschauen der beschriebenen Ge⸗ hhn genstände gefühlt habe, und einen Geist der Nacheife⸗ Glinw rung erweckt, eine Wissenschaft zu ihrer Vollkommen⸗ Kanif heit zu bringen, deren Fortschritte die angenehmste dutshn Belohnung meiner Arbeiten seyn werden. 1 du Genf den 28 November 1779. Rth WN ==== + M Inhalt. deswillen onio zure⸗ Formund wir geschn der Mant⸗ zen Däll, harten schr 6 Geschäft eclalcharte dieser Ope⸗ kzeuge be⸗ n Aussicht rtigen las ude erschei wird. I⸗ davon in ei eingerück, er Beuicht ste. als auf di er Klatheit in, wenn se 6 borstelen cbenen Ge⸗ Nagheife⸗ olkommen⸗ ngenehnste Ihall ——————; E Inhalt. Versuch einer Naturgeschichte der Gegenden um 32— Seite 1 Erstes Rapitel. Der Genfersee* IJweytes Rapitel. Tiefe und Temperatur des Wassers im Genfersee 238 Drittes Kapitel. Hügel in den Gegenden um Genf 4¹ ——.— Viertes Kapitel. Verzeichniß und Beschreibung verschiedener in den Gegen⸗ den von Genf zerstreuten Geschiebe und Stein⸗ 33 arten Quarz 34 Petrosilex 56 Jaspis 58 Feldspath 61 Granatsteine 65⁵ Von der Schwierigkeit, die Menge des Eisens in einem Mineral durch den Magnet zu bestimRgen 68 Schörl 7² Hornstein 81 Schiefer ö 89 Steatiten oder Topfstein 91 Nierenstein 95 Amianth und Asbest 97 Glimmer 108 Kalksteine 110 Fünftes Rapitel. Fortsetzung des Vorigen. Zusammengesetzte Felsarten 112. Granit 112 Porphyre 124 Blättrige Felsarten 130 Erstes Geschlecht blättriger Felsarten: Quarz und Glimmer 131 Zweytes Geschlecht: adrichter Granit 133 Drittes Geschlecht: Quarz und Schörl n ier⸗ Inhalt. Viertes Geschlecht: Horustein 135 Von der ursprünglichen Materie verschiedener La— venmassen 139 Fünftes Geschlecht blättriger Felsarten: mit Grana⸗ ten vermischte 150 Sechstes Geschlecht: mit Steatiten vermischte Fels— arten 152 Siebentes Geschlecht: mit Eisenerz vermischte 153 Drusichte oder aderichte Felsarten 154 Aggregirte Felsarten 157 Vulcanische Producte 161 Sechstes Rapitel. Von dem Ursprunge der abgefallenen Kiesel und Bruchstü⸗ cke von Felsarten, die man in dem Thale des Genfersees und auf den benachbarten Bergen findet 164 Siebentes Rapitel. ö Der Berg Saleve 184 Achtes Rapitel. Analyse der Schwefelwasser von Etrembieres 228 Neuntes Rapitel. Der Berg von Voirons 243 SZehntes Kapitel. Der Mole 249 Eilftes Rapitel. Der Hügel von Montoue 276 Zwölftes Kapitel. Der Hügel von Boisy 275 Dreyzehntes Rapitel. Die Berge von Meillerie und St. Gingouph 287 ————————————————— Versuch „ — 135 enet La⸗ 130 t Grang⸗ 15 hte dil 151 hte 153 101 Bruchst, hale des Bergen 166 10 erslich N SPSPP SNN & ꝗ N ꝗ R e N wPPP —— ö W * 272— I— é ö 2— Nrergeee. Geie d ler Ceiee Oe, anfeer Mee — e.— 6 2.— 1 Versuch einer Naturgeschichte der Gegenden um Genf. Einleitung. 5. T. Lage von Genf. Heese Stadt scheint durch ihre Lage Geschmack an der Naturgeschichte einzuflößen: denn die Natur zeigt sich da unter dem glänzendsten Gesichtspuncte, legt eine unbeschreibliche Menge verschiedener Producte dar, einen See voll eines himmelblauen Wassers; einen Strom, der aus demselben herausfließt; reizende Hügel, die jenen umgeben, und die erste Stufe zu einem Am⸗ phitheater von Bergen bilden, dessen höchster Umkreis aus den majestätischen Alpen besteht; den Montblanc, der über sie alle herrschet, bekleidet mit einem Gewande von ewigem Schnee und Eise, welches bis zu seinen Füs⸗ sen herabfließt; einen erstaunlichen Contrast von erstar⸗ render Kälte und lachendem Grün, jene auf den höhern Bergen, dieses auf den niedrigern und auf den Hügeln. Ein solcher Anblick reißt ur Bewundenung hin, und er⸗ weckt die Begierde, seine Schönheiten näher kennen zu lernen. A§. 2. a Einleitung. 5. 2. Unfruchtbarkeit des Erdreichs um Genf. Die Fruchtbarkeit des Bodens stimmt inzwischen nicht mit der Schönheit der Lage überein: auch ist er es nicht, welcher seine Bewohner bereichert, denn er ist klein und undankbar; sondern es ist ein thätiger Kunst⸗ fleiß, begeistert und unterhalten durch das Gefühl der Freyheit, welcher auf diesen armen Boden seine Reich⸗ chümer schüttet, ihn mit angenehmen Lusthäusern be⸗ deckt, und ihn zwingt hervorzubringen, was zu den Nothwendigkeiten und Vergnügungen des Lebens erfor⸗ dert wird. ç9. 3. Reichthum dieser Gegend für den Natut. forscher. Statt dessen, und vielleicht um seiner Unfruchtbar⸗ keit selbst willen, ist der Grund dieser Gegend mit einer Menge für den Natur forscher interessanter Producte be⸗ deckt. Das Thal, worin Genf liegt, ist sůͤdöstlich durch Alpen und ihre Vorgebirge eingefaßt, nordwestlich durch die Kette des Jurassus, und concentrirt im Sommer eine Hitze, die stark genug zur Erzeugung von Pflanzen und Thieren ist, die sonst nur in den mittäglichsten Ge⸗ genden ihr Vaterland haben; und auf der andern Seite darf man sich nur auf den Bergen ein wenig aufwärts begeben, so findet man Pflanzen und Insecten von den mitternächtlichsten Ländern. . Naturforscher, welche durch die Kräuterkunde nach Genf gelockt worden. Eine das Studium der Botanik so sehr begünstigen⸗ de Lage veranlaßte den berühmten J. Bauhin 1564 in s mstbů glhe 0f,He 0 10⁰ 00 Re U 0 tatous vn h N6 0 afNE stooe W u hen Iν dasftos 89 heunge buste ne, W ner Hyrh Gsod Iurat 1 0 dic m Genf. int inzwish auch ist xr⸗ „ denn er hatiger Kun 5 Gefühl de seine Reich isthäusern he was zu den Lebens erfon Natut⸗ Unfruchtbar⸗ end mit einer Producte be WOplich dutch estlich durch n Sommer on Pfanzen lichsten Ge⸗ indern Seite ig aufvärts den von den uterkunde begünstger⸗ uhin isbi I — Einleitung. 3 in Genf zu wohnen. J. Ray, der in Einsichten am meisten sich verbreitende Naturforscher, den England je gezeugt hat, hielt sich im J. 1665 drey Monate in Genf auf, und liefert uns in seinen Bemerkungen*) das Ver⸗ zeichniß von seltenen Pflanzen, die er da gesammelt hat⸗ te. Endlich war auch im Jahr 1728 und 1736 der große von Haller in Genf, der Mann, den die Kräu⸗ terkunde schon allein hätte unsterblich machen können, wenn sich die Arzneywissenschaft im engern Verstande, die Physiologie und die Dichtkunst nicht mit ihr um die⸗ se Ehre gestritten hätten. Er durchgieng die Pflanzen auf dem Berge Saleva, und den am nächsten an Genf anstoßenden Gipfeln des Jurassus. 9. 5. Ichthyologie und Ornithologie. Der Liebhaber der Ichthyologie findet in unserm See und der Rhone einige seltene Arten von Fischen. Auf eben diesem See, an seinen Ufern, und hauptsächlich in unsern Gebirgen, findet der Ornithologe eine Verschie⸗ denheit von gewiß nicht gemeinen Vögeln. 9. 6. Eithologie. Dieser Theil der Naturgeschichte verspricht um Genf herum dem Fleiße des Forschers die seltensten und kost⸗ barsten Belohnungen. Die Ufer des Sees, der Rho⸗ ne, der Arve, selbst die Straßen der Stadt sind mit ei⸗ ner beynahe unendlichen Menge gerollter Steine und Geschiebe von aller Art bedeckt; die Berge Saleva und Jurassus finden sich reich an Versteinerungen; und die A 2 Lage Ray's Observations topographical, moral and physiolo- gical. 9—2* *. 2* 2** IIII —— 4 Erstes Kapitel. Lage der Stadt, wodurch sie von den Alpen Savoyens, des Delphinats und der Schweiz in einer fast gleichen Entfernung ist, erleichtert den Besuch aller dieser so wich— tigen als noch wenig bekannten Gebirge. Billig liefere ich also hier einige etwas umständliche Nachrichten von diesen Gegenständen; indem der reisende Beobachter nicht gern Genf verlassen wird, ohne vorher genauere Kenntnisse von dem See, den benachbarten Hügeln und Bergen und den merkwürdigsten Producten dieser Ga⸗ genden gesammelt zu haben. NI‚- Erstes Kapitel. Der Genfersee. §5. 7. Seine Benennung und Vorzüge. Dise See ist auch unter dem Namen Lac Leman bekannt; schon Cäsar nennt ihn Lacus Leman- nus.*) Er verdient berühmt zu seyn, wie er es ist, we⸗ gen seiner Größe, Schönheit seines Wassers, abgeän— derten Form seines mit dem schönsten Grün bedeckten Ufers, angenehmen Bildung der Hügel, womit er um— geben ist, und schönen Aussichten, die er darstellt; da hingegen die meisten italiänischen Seen, die ihm den Vorrang streitig machen könnten, mit steilen Gebirgen eingefaßt sind, welche ihnen ein trauriges und wildes Ansehen geben. §. 8. De bello gallico c. 2. und 8. en Sabohe V fast ge diesersoit Billg sef achrichten iy e Beobachn rher genaut n Hügeln un en dieser G zge. Lac Lemai acus Lemal- er ez ist, w. sers, abgean rün bedecktn womit er um darstelt; d die ihm di llen Gebirga 8 und wids 995 Der Genfersee. 5 §. 8. Seine Lage. Er liegt ohngefähr in der Mitte eines breiten Thals, welches die Alpen vom Jurassus scheidet. Die Rho⸗ ne, welche aus den Walliser Alpen herabfließt, und am obersten Ende des Walliserlendes entspringt, läuft durch dieses Thal. Sie findet hier ein großes Becken, wel⸗ ches ihr die Natur selbst bereitet hat; ihre Wasser füllen dasselbe aus, und so bilden sie den Genfersee. In diesem großen Behältnisse legt der Strom alles Trübe ab, fließt hernach hellglänzend aus demselben heraus, und strömt durch die Stadt Genf. §. 9. Seine Ausdehnung. Mißt man die Länge des Sees vom westlichen ufer aus, von Genf an bis nach Villeneuve, indem man durch Versoix und die Waadt(Pays de Vaud) geht, so beträgt sie nach Herrn Fatio*) Angabe achtzehn ge⸗ meine Meilen und drey Viertel; eben diese Länge oder Distanz beträgt aber, in gerader Linie über das Chablais hin gemessen, nur funfzehn Meilen.“) Nach den Ausmessungen der Herren Mallet und Pictet, die sie! machten, als sie die Charte von diesem See aufnahmen, ist letztere Distanz oder Weite von* A 3 is *) Herr J. C. Fatio de Duillier, Bürger von Genf, Ma⸗ thematiker und Bruder des bekannten Freundes vom großen Newton, gab Anmerkungen über die Naturge⸗ schichte der Gegenden um den Genfersee heraus. Sie machen einen Tractat von zwanzig Ouartseiten aus, und stehen in dem zweyten Bande der Histoire de Geneve par Son, Ausgabe von 1730. Ich werde immer in Zu⸗ kunft diese allegiren. *π) Histoire de Geueve T. II. p. 450, EcEEEe,, 6 Erstes Kapitel. ö bis nach Villeneuve, wenn man in gerader Linie über 18 das Chablais hinweggeht, drey und dreyßig tausend than v/ sechshundert und siebzig französische Klaftern(toises) V welches ohngefähr vierzehn und drey Viertelmeilen aus— habrls macht, von denen fünf und zwanzig auf einen Grad ge— rechnet werden. Was die Distanz von Genf bis Ville— neuve betrifft, wenn man durch die Waadt geht, so* kann man sie nicht berichtigen, da Herr Fätio nicht an⸗ giebt, ob er den See nach allen seinen Krümmungen, oder nur von Vorgebirge zu Vorgebirge gemessen hat. u Die größte Breite des Sees von einem Ufer zum hn andern, zwischen Roll und Thonon, ist nach Herrn Fa⸗ G r tio sieben tausend zweyhundert Klascern; Herr Mallet Edl und Dictet haben sie aber sieben tausend fünfhundert syehs Klaftern, oder drey und eine Viertelmeile, folglich noch snDd um dreyhundert der obigen Klaftern größer gefunden. dibe Die beträchtlichste Breite nach dieser ist zwischen Pre⸗— ve Loy verenge und Amphion, und beträgt nach der Aus: wach rechnung dieser Herren 6933 Klaftern. aul §. 10. un Sandbank le Travers genannt. ů—0 Bey Genf selbst hat der See wenige Tiefe. Eine üch 36 Viertelmeile von der Stadt, sagt Herr Fatio, ist eine Bank, die zu allen Zeiten mit Wasser überdeckt ist, den Ihun See von einer Seite zur andern durchschneidet, und sich sihtegs bis in den Ausfluß der Rhone erstreckt. Der obere gabgh⸗ Rand derselben ist zwischen dem Vorgebirge Secheron MD r und der Gegend untenher von Cologny. Diese Bank, fügt ymt. er hinzu, besteht zum Theil aus einer leimigten weichen Mynmn Erde(terre glaise), die hie und da mit Triebsand be⸗ lgese deckt ist. Der Rand dieser Sandbank, welcher weiter bldet in den See hinein reicht, wird le Travers genannt.) nan h Drey vola )UHistoire de Genexe T. II. p. 461. 9³ 35——— LIN I*—— ——*; ESDSSESE„. SSIIIIIeeee.e.......—.— SSI‚‚‚‚TEE‚‚...‚‚... S*DDIRI‚‚‚‚ er Linie ub, yßig tauserh rn(toises„ Ameilen aus en Grad g⸗ bis Vlle dt geht, dio nicht ay rümmungen messen hat. uUlfer zun Herrn Fa err Mallet fünfhundett olglich noch r gefunden. ischen Pre⸗ der Aus; t. iefe. Eine tio, ist eine eckt ist, det et, und sich Der obere Secheron se Bufigt gten weichen riebsand be acher wtt genannt 5 Orey Der Genfersee. 7 Drey Viertelstunden weiter hinauf wird der See sthon tiefer. Ich werde aber im folgenden Kapitel mei— ne Versuche üher die Tiefe und Temperatur des Sees beybringen. 9. 11. Die BRhone legt in dem See ihren Schlamm ab, und wird lauter. Das Wasser des Sees ist in seinem ganzen Umfan⸗ ge vollkommen hell, beym Einfluß(embouchure) der Rhone ausgenommen. Dieser Fluß ist da, wo er in den See fällt, noch mit Trümmern von den Gebirgen und Erdlagen beladen, die er untergräbt, und in seinem schnellen Laufe mit sich fort reißt. Die Rhone legt diese fremden Stoffe bey ihrem Einfluß in den See ab, wo dieselben dann auch selbst bis in die Bay bey Vllleneu⸗ ve, mit welcher sich der See endigt, von den Wellen zu⸗ rückgetrieben werden, und daselbst einen neuen Grund anlegen, welcher würklich mit Schilf bewachsen ist. Der Triebsand, den die Rhone führt, sagt Herr von Duil⸗ lier,) wird durch die Wellen des Sees in Bewegung gebracht, und, wenn die Winde von der Abendseite, oder überhaupt zwischen Norden und Süden wehen, gegen das Ufer zurückgetrieben, welches dadurch von Jahr zu Jahr beträchtlichen Zuwachs erhält. Im Jahr 1576, fügt er bey dieser Gelegenheit bey, versicherte mich eine glaubwürdige Person, die oft an dieser Gegend auf der Jagd war, haben die Sandhaufen das Ufer um vieles vermehrt, und in dem See, zwischen dem Einfluß der Rhone und Villeneuve, in Zeit von funfzig Jahren eine lange Erdstrecke von mehr als einer halben Stunde ge⸗ bildet, die über vierzig Schritte breit war. Auch zeigte man mir ein Dorf mit Namen Drevallay oder Pro⸗ vallay, im Lateinischen Portus Valesiae genannt, wel⸗ A 4 ches Histoire de Geneve T. II. p. 453• :::.—.———— IFIFIFIFII*** 2 8 Erstes Kapitel. ches jetzt eine halbe Stunde vom See abwärts liegt, ob⸗ schon es sonst hart am Ufer lag; diese Entfernung rührt M daher, daß die Rhone und der Wind in diesem Raume eine sandichte Fläche aufgeworfen haben. Da Eben diese Sedimente scheinen auch den Grund des uufch Rhonethals gelegt zu haben, welches bey dem Eintritt a des Flusses in den See anfängt, und bis Aelen und Wf weiter hinauf reicht; denn dies Thal ist vollkommen ho⸗ Rfelle rizontal, aus lauter gleichlaufenden Lagen von Sand 9 und Leimen zusammengesetzt, wenig über die Fläche des 4 Wassers erhoben, und selbst noch durch sein Wasser, wel⸗ Vfat: ches dasselbe sumpficht macht, befeuchtet.) sbae hn i §. 12. n E i en ) Das gleiche Thal erstreckt sich auch noch durch den en⸗ U gen Paß bey St Woriz hinein, und geht über Marti⸗ muh nach bis gegen Sitten hinauf, wo aller Orten noch dulg Spuren einer ehemaligen Ueberschwemmung zu sehen Eisser sind, und zu beweisen scheinen, der See habe sich ehe⸗ 00 mals bis dahin erstreckt. Die Erhöhungen des Bodens stra zwischen St. Woriz und Martinach muß man neuern 100 Zeiten zuschreiben, in welchen die Seitenwände des Tha⸗ N les durch ihren Schutt an einigen Orten das Thal erhö⸗ In het haben.— Auf eben diese Weise entstanden durch das igket; Zurücktreten des Brienzersees die Ebenen des Basle⸗ Ile d thals bis über Meyringen hinauf; durch das Abfließen 60 des Thunersees, und das Anlegen der Lütschinen, des 0 0 Lombachs und der Aare, die Flächen von Unterseen Masse und Interlachen— so entständen auch die weitläufti⸗ uuch in gen Sümpfe zwischen dem Neuenburger⸗ und Wurten⸗ amnehr see, die Thuner Allment ꝛc. daß die Flüsse durch herzu⸗ ö bengu geschwemmte Steine und Sand den Grund der Seen, des ůH· Meers ꝛc. nach und nach anfüllen, und also neues Land st,de hervorbringen, scheinen auch die weitläuftigen Flächen He, d der Lombardie zu beweisen. Man sehe, was Herr von Saussure über diesen Gegenstand angemerkt hat, in Ro⸗ zier's Journal de Fhysique 1776. S. 34. f. rts iig. g fermungrih diesem Rum en Grund de dem Einiei Aelen un ollkommen h en von Sad die Fläche de Wasser, Weh 5. I, durch den en⸗ t über Marti⸗ r Orten noch ung zu sehen habe sich ehe⸗ ndes Bodens man neuern ände des Tha⸗ as Thal erho⸗ den durch das n des Vatle⸗ das Abfliefen ůtschinen, des on Unterseen le weitlaufti⸗ und Murten⸗ edurch herzl⸗ der Serty des o neues Land tigen Hlächen das Hert von t hat, in Ro⸗ W. Der Genfersee. 9 . 1. Was die Rhone zurückläßt, arbeitet auf die Ausfüllung des Sees. Da die Rhone vollkommen hell aus dem See her⸗ ausfließt, und allen Sand und Erde, die sie von den Al⸗ pen losreißt, darin zurückläßt, so gehen diese Ablagen darauf um, nach und nach das Becken des Sees aus⸗ zufüllen. Man könnte den Zeitraum berechnen, innerhalb wel⸗ chem dies Werk ganz zu Stande kömmt. In dieser Absicht müßte man die Anzahl von Cubieschuhen Was⸗ ser berechnen, welche die Rhone in verschiedenen Jahrs⸗ zeiten in den See ergießt, und dann auch die Menge von Sediment, welches unter angegebenen Umständen in einem Cubieschuh von diesem Wasser enthalten ist. Auf diese Weise hätte man die Summe von dem Sedi⸗ ment, welches die Rhone in Zeit von einem Jahre nie⸗ derlegt. Wenn nun andern Theils man durch östere Einsenkungen des Bleylothes die Größe und den Raum des Beckens herausgebracht hätte, welches mit dem See⸗ wasser angefüllt ist, so würde man daraus ersehen, wie viel Jahre zu seiner Ausfüllung nöthig wären. Um in dieser Untersuchung mit der größten Genau⸗ igkeit zu Werke zu gehen, müßte man auch Rechnung über die Sedimente führen, die die Rhone aus dem See mit sich fortreißt, wenn starke Nordwinde(biles) das Wasser bis auf den Grund bewegen, und den Strom auch in seinem Ausflusse trübe machen: aber man darf annehmen, daß der Abgang dieser geringen Materie durch den Zusatz von derjenigen ergänzt wird, welche die Dran⸗ se, der Vengeron, die Versoix und andere kleine Bä⸗ che, die in den See fallen, darin abladen. A 5§. 13. ————— EEE—— 10 Erstes Kapitel. §. 13. ün E deh Abänderungen in der Höhe des Seewassers. 2 M Die Wasser des Sees sind nicht beständig von glei⸗— cher Höhe; gemeiniglich steigen sie vom April bis in den vah August, und fallen vom September bis in den Decem⸗ inge ber. Der Unterschied der Höhe betrifft gemeiniglich fünf lch. bis sechs Schuh. Herr Fatio sagt:⸗) im Jahr 4705 0 sey der See im Sommer nur mittelmäßig hoch gewe— 1 30 sen; doch hätte sich das Wasser nahe am Cravers, und gegen die erste Einfahrt am Hafen von Genf, seit dem achtzehnten März bis zum siebzehnten August um fünf Schuh und einen Zoll mehr erhoben, als es ebendaselbst im vorhergehenden Winter gestanden, und es sey zu gleicher Zeit fünf und dreyßig Schritte unterhalb der großen Brücke nur um vier Schuh gestiegen: also habe. in einem Raume von etwa zweyhundert und fünf und sie⸗ n benzig französischen Klaftern die Rhone dreyzehn Zoll zu 1. der Senkung(pente) hinzugethan, die man da fünf Mo⸗ 4 nate zuvor wahrnahm. Nach meiner Berechnung, fügt 11 Herr Fatid hinzu, läuft zum wenigsten achtmal mehr i Wasser im Sommer aus dem See, und in gewissen in Jahren auch zehnmal mehr, als im Winter. uih §. 1J.. Ursache davon. Der Grund dieses Unterschiedes ist sehr einfach. AUst Die Höhe des Sees hängt von der Menge Wassers ab, Ra welches die Rhone hinein gießt; die Rhone und alle an⸗ dere einfallenden Flüsse haben ihren Ursprung in den Al—⸗ pen; auf dem Gipfel der Alpen regnet es aber im Win⸗ ter beynahe niemals; alles Wasser fällt in Schnee ver⸗ N dickt 1 Al ) Histoire de Geneve T. II. p. 463. n SF.—⁴— — DI‚‚‚‚“f‚IDDDDEDEett‚.‚...“....*DDEDEDSE.— eewassers ndig von gi pril bis in eh n den Deeen, meiniglich fi uJchr d 9 boch genz Travers un enf, seit dm gust um fin s ebendaselhs nd es sey zu nterhalb der : also habe fünf und sie⸗ Nehn Zoll zu da füͤnf Mo⸗ ochnung, fügt chtmal meht in gewissen ö sehr eifach Wassers ab, und ale an⸗ in der Al her im Min⸗ Schnee bet⸗ dict Der Genfersee. 11 dickt darauf, und bleibt auf den Gipfeln, oder auch in den Thälern auf der Höhe liegen; folglich werden die aus den Alpen herabfallenden Flüsse im Winter nur durch ih⸗ re Quellen und die Regen in den niedrigen Thälern, und durch die kleine Menge von Schnee unterhalten, die die innere Wärme der Erde schmelzt, wo er am dicksten auf⸗ liegt. Im Gegentheil schwellen sie im Sommer an; und nicht allein der die Gebirge in ihrem ganzen Um⸗ fange befeuchtende Regen, sondern auch das Schmelzen des währenden Winters auf eben den Bergen gesammel⸗ ten Schnees ist Ursache davon ½. §. 15. Verbindung der Rhone mit der Arve. Die Rhone behält nicht lange die Klarheit, die sie beym Ausflusse aus dem See besitzt. Eine Viertelstun⸗ de von Genf, nachdem dieser schöne Fluß die Gärten un⸗ terhalb der Stadt mit seinem noch reinen Wasser be⸗ netzt, kömmt der Fluß oder vielmehr Waldstrom, die Arve genannt, welcher aus den hohen Alpen in der Nachbarschaft des Montblanc hervorbricht, und ver⸗ mischt die stürmischen Wellen seines trüben Wassers mit der Rhone. Letztere scheint diese Vermischung meiden zu wollen, stemmt sich an das entgegengesetzte Ufer, und man sieht einer großen Länge nach ihr blaues und helles Wasser in eben dem Bette, aber abgesondert von dem grauen und trüben Wasser der Arve, fortlaufen. §. 16. Man schlage doch über diesen Gegenstand dasjenige nach⸗ was de Luc in seinen Recherches sur les Modisications de 'Athmosphere sagt, T. I.§. 159. 160. W. SCISIIIEEERERENENENE—99—99.——*—* 12 Erstes Kapitel. §. 16. Jurücktreiben des Rhonewassers durch die Arve. Die Arve steigt ost schnell und beträchtlich; viermal hat man sie so sehr anschwellen gesehen, daß, weil sie nicht geschwind genug zwischen den Hügeln ablaufen konn⸗ te, die sie unterhalb der Vereinigung mit der Rhone einschließen, ihr Wasser in dem Bette des Flusses strom⸗ aufwärts floß, und die Rhone nöthigte, mit ihm gegen den See zurückzufließen, und alle am Ufer der Rhone liegende Mühlen verkehrt umzutreiben. Diese sonder⸗ bare Erscheinung ward bemerkt am 3. December 1770, am ein und zwanzigsten November 16½r, am zehnten Hornung 1711, und am 14 September 1733. Es hat noch andere große Austritte der Arve gege⸗ ben; man hat aber nur das Andenken der angeführten erhalten, und sie sind auch die einzigen, durch welche die Rhone gezwungen wurde, rückwärts gegen ihre Quelle zu fließen. Der letzte vom 26. October 1778, wovon ich weiter unten sprechen werde, hielt in der That den Lauf der Rhone auf, und machte ihr Wasser auf einige Augenblicke stehend, aber nöthigte sie nicht„ rvückwärts zu fließen. Die äußerste Seltenheit dieser Naturerscheinung hängt von den Umständen ab, worunter sie statt finden kann; die Arve muß zu gleicher Zeit hoch und die Rhone sehr seicht seyn. Denn wenn die Rhone hoch steht, so kann die Arve in ihrem Bette nicht stromaufwärts flies⸗ sen. Man hat noch größere Austritte der Arve gesehen, als die, welche ich angegeben habe, z. B. den vom 23. Junius 1673. Er hielt wirklich den Lauf der Rhone auf; aber sie gieng nicht rückwärts, weil ihre Wasser da⸗ mals ) Man kann das Detail dieser Begebenheit von 1711 bey Fatio a. a. O. S. 464 nachsehen. PDSDSDSDSDSDSISISISIIISSIIIIIISI...........——— —— —— —— — —..— XV N 9 Mal Il Vahu usde H Mf b U liter; Den Rh fun Wij dest! fl bere gun urch 93 wermal „ weil st aufen korn. er Rhone sses strom ihm gegen der Rhone se sonder⸗ ber 1570, n zehnten 0. lebe gege⸗ geführten welche die hre Welle 5„ wovon That den auf einige rückwäts erscheinung latt fnden die Rhone Hsteht, se wärts fies⸗ ve geschen nvom 23. er Rhone WDasahe mals n7 bey Der Genfersee. 13 mals hoch waren, und den Wassern der Arve widerstun⸗ den. Man begreift, daß die Zusammenkunft des An⸗ schwellens der Arve mit der Seichtigkeit der RBhone sehr selten seyn muß, wenn man betrachtet, daß diese beyden Ströme ihr Wasser aus der gleichen Kette von Gebirgen bekommen, folglich auch durch die gleichen all— gemeinen Ursachen in den gleichen Jahrszeiten steigen und sinken. Es müssen sich also außerordentliche Umstände erei⸗ gnen: zum Exempel ein sehr heißer Südwind, der mit⸗ ten im Winter auf die Höhen von Faucigny weht, und plötzlich eine Menge Schnee schmelzt, oder Ströme von Regen auf diejenigen Gebirge ergießt, auf welche, selbst u Frühjahr und Herbste, gewöhnlicher Weise nur Schnee ällt. Diese Betrachtung erhält aber doch eine Einschrän⸗ kung durch diese, daß selbst dann, wenn die Berge, die ihr Gewässer in die Rhone gießen, wie die von der Arve, zu gleicher Zeit mit ihnen beträchtliche Zuflüsse von Wasser bekommen, das Wachsen der Rhone bey Genf und unterhalb niemals so schnell seyn würde, als das Wachsthum der Arve, weil die Bhone dort, wo sie aus dem See herauskömmt, sich nicht erheben kann, oh⸗ ne zuvor die ganze Fläche des Sees auch erhoben zu ha⸗ ben; statt dessen die Arve, welche während ihres Laufes keinen dergleichen Wasserbehälter auszufüllen hat, in sehr kurzer Zeit anzuschwellen im Stande ist). §. 17. „) Der Winkel, unter welchem beyde Ströme sich vereini⸗ gen, muß allerdings auch auf ihre wechselseitige Wir⸗ kung auf einander Einfluß haben. Je größer dieser Winkel ist, je mehr die Arve gegen die Rhone anstößt, desto größere Kraft wendet sie auch an, um sie zum Rück⸗ flusse zu zwingen. Man hat bemerkt, daß dieser Winkel veränderlich ist. Bor 12 bis 5 Jahren schlich die Arve ganz nah an den Höhen de la Batie hin, und Wünges öGRNRNRTTTTTTTTTT—————— 14 Erstes Kapitel. enmn §. 17. nl Reinigkeit des Arvenwassers. sm u Wenn sich die Arve beym Ausruhen alles Schlam⸗ ihn mes entledigt hat, den sie führt, so ist ihr Wasser eines der hellsten Flußwasser, das ich kenne. Das vom See ö und von der Rhone, obschon reiner als das beste Brun⸗ Wie nenwasser in unsera Gegenden, ist doch minder rein, als das von der Arve. Ich habe mich davon durch chymi⸗ 67 sche Untersuchungen versichert. den M Chule §. 18. Isd 22 Geschiebe und Gold in der Arve. 2. Für den Lithologen ist genannter Fluß ungemein in⸗ 9 teressant wegen der Mannichfaltigkeit und Schönheit der tung dey gerollten Steine und Geschiebe, die er führt. Die Gold⸗ WE körner, welche man in seinem Sande sindet, geben ihm 0 u einen sich sehr schräg mit der Rhone. Nachher drang ein Theil 98 ihres Wassers mitten durch den Sand durch, und bil⸗ dete einen Arm, der in die Rhone floß, und zwar un⸗ ter einem Winkel, der sich ziemlich einem rechten oder 5 geraden vergleichen ließ. Endlich hat sich die Arve ein Sums: Bett ausgegraben, welches an den Gärten sich hinzieht, En und der Vereinigungswinkel ist wiederum sehr schief ge⸗ worden. Dergleichen Veränderungen können sich zu al⸗ Imtot len Zeiten zugetragen haben, und durch sie ist der Ein⸗ wase eg fluß der Arve auf die Rhone bald größer bald geringer eRatss geworden. Es wäre sehr gut und nützlich, hierauf Ach⸗ sch amms tung zu geben, um diesen Winkel ohngefähr in der Rich⸗ e tung zu erhalten, worin er sich jetzo befindet. Herr J. Hercf Trembley, dem man diese Beobachtungen zu verdanken un der u hat, theilte sie letztverwichenes Jahr(1778) dem Abt Frisi mit, als er durch Genf gieng; und dieser gelehrte Mathematiker, welcher durch sein Werk über den Lauf Well. der Flůsse berühmt ist, bewunderte an diesen Beobach⸗—. kungen die Genauigkeit sowohl als die Wichtigkeit. Il; — SSDSDSSSSE— IIIIIIFIFFttTtTxTxTFTDTDTTC FFTTTPTQ 8. les Scham Wasser einz a8 vom See beste Bunn der rein, as durch chymi . gemein in⸗ hönheit der Die Gold⸗ geben ihm einen ng ein Theil h, und bil⸗ id zwar un⸗ rechten oder die Arpe ein sich hinieht, hr schief get en sich zu al⸗ ist der Ein⸗ ald geringer hierauf Ach⸗ in der Rich⸗ 1. Halr J u berdanken 8) dem Mt jeser geihtte der den kauf en Vobach⸗ tigkel. Der Genfersee. 15 einen noch ausgedehntern Vorzug. Ich halte mich jetzt nicht weiter bey diesen Gegenständen auf, weil wir die— sem Flusse bis zu seiner Quelle nachgehen wollen, und kehre also wiederum zu unserm See zurück. Y. 19, Wie hoch der See über die§läche des Meeres erhaben ist. Herr de Luc hat den schweizerischen Naturforschern den wichtigen Dienst erwiesen, mit dem Barometer die Elevation des Genfersees über die Fläche des mittellän⸗ dischen Meeres zu bestimmen. Er hat diese Höhe von 1873 Klaftern oder 1126 französischen Fuß zur Zeit ge⸗ funden, wo die Wasser des Sees am höchsten stehen). Herr Fatio, welcher diese Ausmessung nach Anlei⸗ tung des muthmaßlichen Falls der Rhone machte, schätz⸗ te die Höhe auf etwa 26 Klaftern höher als die Fläche des mittelländischen Meeres). §. 20. Ebbe und Fluth des Sees, oder die Seiche⸗ desselben. Außer dem regelmäßigen Steigen des Wassers im Sommer sieht man zuweilen in stürmischen Tagen den See sich auf einmal vier bis fünf Schuh hoch erheben, dann wieder eben so schnell sinken, und so abwechselnder⸗ weise einige Stunden lang fortfahren. Man nennt die⸗ se Naturerscheinung Seicner. Sie ist nur wenig merk— lich an den Ufern des Sees, wo er am breitesten ist, mehr an seinen Enden, hauptsächlich aber bey Genf, als wo der See am engsten ist. §. 21. ) Recherches sur les Modifications de'Atmosphere, T. II. §. 645. **) Hist. de Geneve, T. II. p. 458. 16 Erstes Kapitel. §. 2f. Herr Fatio's Hypothese darüber. Herr Fatio leitete diese Erscheinung von Stößen des Südwindes her. Er nahm an, der Antrieb des Windes drücke das Wasser gegen die Sandbank hin zu⸗ sammen, durch welche der See oberhalb dem Ausflusse der Rhone eingeschlossen wird(F§. 7.), so daß also die— ses Wasser über die Bank hinein zurückgeworfen und an⸗ gehäuft werde, und so lange daselbst bleibe, bis es der Wind nicht mehr zurückhalten könne, und es dann nach heftigem Hin⸗ und Herwallen endlich wieder in seine alte Oberfläche zurückfalle. §. 22. Hypothese des Herrn Jallabert. Der verstorbene Herr Jallabert hat bekanntlich der Pariser Akademie eine Abhandlung über die Seicker über⸗ geben, die sie 1741 in ihrer Sammlung bekannt ge⸗ macht hat. Darin widerlegt er Herrn Fatio, und merkt an, daß seine Hypothese sich nicht zu der Ebbe und Fluth schicke, die auch, nach häufigen Bemerkungen, zur Zeit der Windstille Statt finde. Er fügt auch bey, daß man diese Naturerscheinung gemeiniglich in heißen Tagen wahrnehme, wo sich durch die Hitze auch das Schmel— zen des Schnees vermehren müsse. Er nimmt dem zu⸗ folge an, daß der aufgeschwollene Strom der Arve, mit diesem geschwollenen Schnee bereichert, den Lauf der Rhone langsamer mache, und nicht allein dieselbe, son⸗ dern auch das Ende des Sees, wo se herausfließt, zu steigen zwinge. Die andern Seice aber, die man beym Einfluß der Rhone in den See wahr⸗ nimmt, ) Hift. de Ceneve T. II. p. 463. SDSDSISISISISISISISISSISIIIIIIttffffffff.................—.—..—.. . Woche rei habd v nd liH schs Y hurUR bathñ Waäu RrI schnpy HW sh ufßeens heNH Kitüage sum, W Mid Nukt)a den, Pm fanderd um do des S On ibet. von Stihn er Antrieb dz adbank hin z dem Ausfast o daß also dz orfen und y e, bis es N es dann not in seine gh t. Kauntlich dee deicher übet j bekannt ge io, und mert be und Hluth gen, zur Zeit bey, daß man heißen Tagn das Schmel immt dem zu her Arde, mi den Huf del dieselbe, son ausfließt, die man beym n See vaht⸗ simmt, Der Genfersee. 17 nimmt, schreibt er der Vermehrung des Wassers von diesem Einflusse zu, die gleichfalls von dem geschmolze⸗ nen Schnee herkömmt. 5. 23. Widerlegung dieser Hypothese. Man hat aber Seicher wahrgenommen, wo weder Windstöße vorangegangen, noch auch die Arve ausge⸗ treten, oder nur merklich angewachsen war. Ich selbst habe den 3. August 1763 eine von den beträchtlichsten, die man je wahrgenommen hat, beobachtet. In einer von ihren Wallungen stieg das Wasser auf vier Schuhe sechs Zoll neun Linien innerhalb zehn Minuten, und doch war die Arve nicht merklich gewachsen). Und im Ge— gentheil sieht man auch sehr schnelle und beträchtliche Veränderungen der Höhe der Arve, ohne daß Seiches daraus entstehen. Den 26. October letztverwichenen Jahres 1778 schwoll nach häufigem Regen und einem warmen Winde die Arve in wenig Stunden auf eine seit 1740 nicht ge⸗ sehene Höhe an. Der Lauf der Rhone ward dadurch aufgehalten; der See stieg auch, aber stufenweise, und ohne die schnellen Wallungen zu zeigen, wodurch sich die Seichr charakterisiren; und sein Fallen war eben so lang⸗ sam, obschon die Arve sehr schnell wieder gesunken war. Nachmittags an eben dem Tage hatte ich den höchsten Punkt der Erhebung dieses Stroms angemerkt, wie auch den, worin sich zu gleicher Zeit die Wasser des Sees be— fanden. Den andern Morgen früh fand ich die Arve um drey Schuh gefallen, während sich die Oberfläche des Sees nur um sechs Linien gesenkt hatte. Wenn man an *) Ich habe diese Beobachtung in der Hist. de'Acad. pour Pan 1763 au fgezeichnet, 4—7 S. 18. zu lesen ist. —..——. —— 18 Erstes Kapitel. an die Ausdehnung des Sees in Vergleichung mit der 601 Arve denkt, so wird man begreifen, daß das Wasser KUs eines so großen Behälters jenem Strom nur langsam al und von weitem in seinen Veränderungen nachfolgen kann. 900 de/ §. 24. lih. Herrn Bertrands Erklärung. Im: Herr Professor Bertrand, Lehrer der mathemati⸗ schen Wissenschaften zu Genf, hat alle obige Hypothesen vollständig widerlegt, und eine sehr sinnreiche Erklärung von dieser Erscheinung erfunden, die er in einer Rede bey unsern akademischen Feyerlichkeiten mitgetheilt hat. I. Er nimmt nämlich an, daß elektrische Wolken das Was⸗ 5 ser des Sees anziehen und erheben, und daß, wenn dies 0 Wasser hernach herunterfällt, und wieder erhoben wird, 00 dadurch die Schwebungen entstehen, deren Wirkung,— wie bey der Ebbe und Fluth, desto merklicher ist, je en⸗ Hsch ger die Ufer sind. an W 9. 25. snm Auch die Aenderungen in der Schwere der Luft Dn können Einfluß auf die Seicner haben.* Ich glaube gleichfalls, daß schnelle und locale Ver- bms ͤänderungen in der Schwere der Luft zu dieser Erscheinung Leigt das Ihrige beytragen, und diese einen Augenblick dau⸗ 0 rende Ebbe und Fluth hervorbringen können, indem sie luichz auf eine verschiedene Weise auf die Fläche des Sees h drücken. ad Gaal §. 26. feuli Grund des Sees. de AIumg In seinen größern Tiefen hat der See fast allenthal⸗ ben im Grund einen sehr feinen, fast unfühlbaren Schlamm, Lr P—.—. 2— IITtIPPII!xxTTPTPTPTPTPTTTRTSTDTDTDTDTCTDTDTDTFTDTDTFT — hung nit d 6 das Dast nur langqan chfolgnkan g. r mathemat je Hppothen he Erklam einer Rar tgetheilt han en das Waf „wenn dies hoben wird, Wirkung, er ist, je en re der Luf aben. d locale Ver⸗ Erscheinung genblick dau⸗ n, indem si he des Sees st alenthal unfhlbaren Schlamm, Der Genfersee. 109 Schlamm, welcher aus einer Mischung von Thon und Kalkerde besteht. Aber die Gestade, welche durch die Bewegung der Wellen angespült werden, zeigen den ab⸗ gedeckten Sand, den Triebsand und die runden Kiesel, die, wahrscheinlich auch in der Mitte und unter genann⸗ tem Thon und Kalkerde, den Grund des größten Theils vom See ausmachen. §. 27. Riesel und Felsstücke im See. Dieser Sand und diese Kiesel sind an einigen Orten frey, und lassen sich durch die Bewegung des Wassers hin und her treiben; an andern Orten aber zusammenge⸗ backen, wie der Sandstein und die sogenannten Pudding— steine oder Kieselmassen. Die Felsen und Klippen, wel⸗ che sowohl unter dem Wasser verborgen sind, als auch über seine Fläche hervorragen, sind nicht an dem Grun⸗ de angewachsen, auch nicht mehr in ihrer ursprünglichen Lage; sondern wurden durch das Wasser herbeyge— schwemmt, und kommen sogar oft von sehr entfernten Bergen her. So ist zum Beyspiel der Fels an der Ein⸗ fahrt des Hafens von Genf, welchen man durch Verder— bung des Namens Neptun, dem er weiland heilig war, Pierre de Niton nennt, ein Granit, der nur von den ho— hen Alpen kommen kann, die zum wenigsten zehn Mei— len in gerader Linie davon entfernt sind. Auch sieht man in verschiedenen Plätzen des Sees andere, bald größere, bald kleinere Felsen, die auch abgefallene Bruchstücke von Granit, Hornstein, und blättrichtem Gesteine,(Koche feuilletée, wohin der Geniß und dergleichen noch feinere Quarz⸗Thon-⸗ und Glimmerschiefer gehören,) oder andern primitiven Felsarten sind. B 2§. 28. ao Erstes Kapitel. §. 28. Lio t Fische des Genfersees. W Der Grund des Sees ist allzurein, und sein Wasser an zu hell, als daß er sehr fischreich seyn könnte; aber da⸗ al boln für sind auch die Fische, welche man darin fängt, sehr schmackhaft und gesund. Unsere Forellen(Salmo trut⸗ ta L.)*), Aeschen(Ombres)(Salmo thymallus L.), Barsche(Perca fluviatilis L.) π), sind so berühmt, daß man sie zu Winterszeiten, weil die Kälte ihren Trans⸗ 1— port erlaubt, bis nach Paris, ja auch nach Berlin sen⸗ aulifft⸗ ö, det. Der Fera s) ist auch ein in seiner Art vortreffli⸗ 5 + cher Fisch, der sich aber zum Versenden zu zart findet. heUne Man fischt ihn im Sommer auf der Sandbank zwischen Iude Cologny und Secheron, weswegen er auch Hara dis i. Travers genennt wird. Die Platte, welche ich für den 44 Salmo (Ohyre ) Da die Linneische Nomenclatur kbeynahe allgemein für 000 die Botanik und Zoologie angenommen ist, so werde ich 1e oun sie in diesen Theilen der Naturgeschichte beständig beybe⸗ nm iiul halten. Ich werde keine andern Autoren anführen, als sit: N im Fall von Pflanzen und Thieren, die dieser berühmte Gubpu Nomenclator entweder nicht gekannt oder übel beschrie⸗ ben hat. Es giebt zum Beyspiel außerördentlich viel Al⸗ pengewächse, von denen er nur eine unvollständige Kennt⸗ niß gehabt hat, und die ich durch die Numern der Hi— 9NI. storia stirpium indigenarum Helvetiae(3 B. in Fol. 1768.) u dieses des großen Hallers höchst würdigen Werkes, an⸗ lunnt! geben werde. des En ) Dieser Fisch wird an einigen Orten in der Schweiß, iuc En wenn er noch jung ist, Eschling oder Iser genannt; zeigbh 0 60f sich auch hin und wieder in den Flüssen unsers Landes, prinusie lebt von Wasserinsecten, liebt den Rogen der Lachse, nannt:e und kömmt oft zur Größe der Forellen. W. no ke *+) Wird in der Schweiz meistens Egli, wenn er aber noch liht,e jung ist, Heuerling genannt. W. Gunf gy Willugby p. ‚ der dal) ö——.— in diest ́————— I tIIIIIIIIIItIftTffTTTTf!TTTSTFE᷑ꝗꝙ—tS.TTT sein Vast ite; aber ds fängt x sch (Salmo tuut allus L.) 0 erühmt,di hren Trant Berlin sen rt vortreff zart finde. nk zwischen ich Nya di ich für den Salano Ugemein für so werde ich dig beyb führen, als ser berühmte bel beschrie⸗ atlich viel Al⸗ indige Kennt⸗ mern der H⸗ Fol. 1768) Werkes, auz der Schwei, nannt; geht isers kandeß der hachs, D. el cberhoch Der Genfersee. 21 Salino Lavaretus) beym Linne' halten möchte, ist brei⸗ ter und platter als der gemeine Fera, dem sie sonst viel gleicht, lebt in der Bay von Thonon, und wird selten anderswo gefangen. Die übrigen Fische sind ohngefähr alle bekannten, die man in andern Seen der Schweiz antrifft*). §. 29. Vögel. Die seltensten Vögel, die an unserm See sich auf⸗ halten, sind der Haubentaucher(Grebe)(Colymbus cri- status L.), deren Haut mit ihren silberweißen Federn als eine Art von kostbarem Pelzwerke gebraucht wird; fer⸗ ner der Seeflunder oder Adventsvogel(le petit Lor- gne)(Colymbus Immer L.), die Polarente(Colym- bus arcticus Linn.) le grand Lorgne), der Erztaucher (Colymbus urinator) und andere minder bekannte Arten aus diesem Geschlecht; der Sandpfeifer(la Guignet⸗ te ou petite Becassine)(Tringa hypoleucos), welchen man im August mit Leimruthen, und einem Lockvogel fängt; der Krummschnabel(le Courly ou Corlieu) (Scolopax arquata), der Regenvogel(le Crenet ou B 3 petit Ist es in der That der Lavaretus, so ist es der gleiche, der unter dem Namen des Alboks in Helvetien sehr be— kannt ist. Man sehe von diesem Lysatus Beschreibung des Lucernersees, S. 61. 63. 65. Wyttenbachs Reise nach Lauterbrunn, S. 4J. W. ) So z. B. der Emel, Gütschen oder KRrüschling, Cy⸗ prinus Gobio, Linn. welcher im Genfersee Goujon ge⸗ nannt wird;— die sogenannte Truite saumonée, Sal- mo lacustris, Linn. von welcher Art, nach Wagners Be⸗ richt,(Hist. Nat. Helvet. p. 220.) im J. 1663 eine nach Genf gebracht worden, die 62 Pfund schwer gewesen;— der Salmo Umbla Linn. oder Omble Chevalier, der ein in diesem See sehr berühmter Fisch ist. W. 2³ Erstes Kapitel. 305 — petit Courly)(Scolopax phaeopus), der Langfuß (EEchasse)(Charadrius himantopus), und der seltene HirH und schöne Sichelschnabel(le Courly verd)(Tanta- am lus Falcinellus L.); verschiedene Arten von Täuchern,— Fischreigern Chevaliers), und eine große Mannichfaltig⸗** keit von Enten u. s. w. nicht einmal zu erwähnen. Unser See ernährt nur Strandvögel oder vollkom⸗ mene Wasservögel; aber keine Sumpfvögel, weil, die Gegend um den Einfluß der Rhone ausgenommen, es am Gestade keinen Sumpf giebt. Das Gestade ist allent⸗ halben zu jäh, als daß sich stehende Wasser oder Morä⸗ ste darauf ansammeln könnten; und auch wenn im Se⸗ ptember das Wasser fällt, so läßt es nichts zurück, was vermöchte, die Reinigkeit der Luft zu verderben. VUn §. 30. shels Lage von Genf. anth Genf ist auf die Ufer des Sees und der Rhone ge⸗* bauet, und auf den Abhang eines Hügels und dessen Spi⸗ Im tze, welcher ohngefähr achzig bis neunzig Schuh höher Au ist als die Ebene; genießt der schönen Aussicht und des( Gebrauchs von diesen Wassern, und athmet eine lebhafte und reine Luft. 0 Die herrschenden Winde kommen hier von Nordost 0 und Südwest, weil die Gebirge, welche das Thal ein⸗ d schließen, die Winde nöthigen, ihre Richtungen anzu⸗ 0 nehmen. I Das Klima ist ein wenig kälter, als das zu Paris, R obschon Genf um zwey Grade und acht und dreyßig Mi⸗ nuten südlicher liegt. Der Schnee der Gebirge und die Höhe des Bodens sind Schuld an diesem Unter⸗—„ schiede. Was die Veränderlichkeit im Klima betrifft, über 00 die man in Genf sehr zu klagen pflegt, so ist sie eine all⸗ Segg gemeine Langfif der seleet ch(Lann Taäͤuchen, nnichfalig Inen. er vollkom „weil, di ymmen, e ist allen der Morit nn im Si rück, wa n. Rhone ge dessen Spi⸗ chuh höhn cht und des ine lbhaft von Nordos 5 TDhal ein ingen anzy 8 U Partz drenßig M Hebitge u esem unta⸗ ruft, ibe se ine⸗ gemelt Zweytes Kapitel. Tiefe und Temperatur ꝛc. 23 gemeine Klage an allen Orten, die über den drey oder vier und vierzigsten Grad der Breite hinauf liegen; und dem zufolge halte ich sie bey uns für nichts besonders. FIFIFIIFIFITIFTITITTITTITTITTITTITTTTTTTRTTRCR Zweytes Kapitel. Tiefe und Temperatur des Wassers im Genfersee. §. 31. Einleitung. Doer See ist in seiner ganzen Ausdehnung gar nicht von immer gleicher Tiefe; vielmehr bestätigt er sehr oft den allgemeinen Grundsatz, daß die Wasser da am tiefsten sind, wo sich die höchsten und steilsten Fels⸗ wände hinabsenken. Herr MWallet und Pictet haben beym Aufnehmen ihrer Charte den See in verschiedenen Orten sondirt; ihre Bemerkungen sind auf der Charte eingetragen: da ihnen aber ihre Hauptabsicht keine Entfernung von dem Ge⸗ stade zuließ, so haben sie die größten Tiefen nicht erreicht. Begierig dieselben kennen zu lernen, und solche Pro⸗ ben über die Temperatur unseres Sees anzustellen, der⸗ gleichen andere Naturforscher mit dem Meere gemacht haben, unternahm Herr Pictet und ich im Winter 1779 zwey Reisen, die allein hierzu gewidmet waren. §. 32. Erste Untersuchung der Wärme des Sees im Sommer. Schon im Jahr 1767 hatte ich die Wärme des Seegrundes mit einem Michelischen Thermometer unter⸗ B 4 sucht, 24 Zweytes Kapitel. Tiefe und Temperatur ö sucht, welches ich bald beschreiben werde. Folgendes ist ahe ein ausführlicher Bericht von meinem Versuche. 98 Während der vier Tage vor dem dreyzehnten Au⸗ zun gust, als auf welchen der Versuch selbst angesetzt war⸗/ al hatte die Sonne sehr stark und ohne Wind oder trübe 0 Wolken geschienen. Der Tag selbst war windstill, aber die Sonne zuweilen hinter weißen Wölkchen versteckt. Das Seewasser war vollkommen durchsichtig und him⸗ u melblau. Das in den Grund gesenkte Thermometer war 150 Schritte vom Ufer, der Spitze von Senthod gegenüber, 0 82 Schuh 6 Zoll tief unter der Fläche; ich ließ es von Hast 10 Uhr 20 Minuten bis 1 Uhr 20 Minuten darinnen, wuink und es fand sich der Grad der Wärme beym Herauszie⸗ 11, hen 22 nach Micheli, 121½5 nach Reaumur. Ich shese glaubte, es sey nicht lang genug in der Tiefe gewesen, Dste um die Temperatur des Wassers genau anzunehmen, WI und senkte es daher noch einmal ein, und ließ es bis 3 Uhr e5 Minuten darinnen, zusammen 4 Stunden und ast Minuten. Beym Herausziehen fand ich es auf 8 i. der Eintheilung von Micheli, welches vollkommen mit büef 0 des gemeinen Quecksilberthermometers überein⸗ i stimmt. Babar Ein anderes Quecksilberthermometer, welches nur ei⸗ Wüi nen Schuh tief unter Wasser war, fand sich um halb ii Uhr W 18 Grade und à, und um zUhr und ein Viertel 20 Gra⸗ 0ud: de und 5 Reaumürisch. ö d 0010 Cben dieses Thermometer, einen Schuh hoch in der Luft über dem Wasser aufgehängt, war um halb eilf Uhr auf 22; in einem Augenblicke„wo sich die Sonne ver⸗—0 barg, fiel es auf 20, aber um ein Viertel auf vier war 0 0 es, auch im Schatten, auf 23.. 4 Ich glaubte, diesen Versuch mit aller Genauigkeit ic angestellt zu haben; aber neue Proben mit eben dem GOSuund Thermometer überführten mich, daß die fünf S Rat welche Rperamur Re ksuiche ehjehnten M mgesezt wa, d oder teihz indsiilh abn hen verstekt ig und hin, eter war 10 o gegenůbe, ließ es von en darinnen, Herauszie ur. Ich efe gewesen, nzunehmen, eß eo bis z Stunden und ich es auf; ommen mit uberein⸗ sches nur ei⸗ halbrihe tel 20 Gtar hoch in der alb eif hr Sonne ver⸗ uf vier wot Henaligkei t ebon dem f Sunden, wlche des Wassers im Genfersee. 25 welche ich dasselbe im Grunde des Sees gelassen hatte, nicht zureichten, um ihm mit Richtigkeit die Tempera⸗ tur des Wassers mitzutheilen, so daß kein Zweifel ist, es würde tiefer gefallen seyn, wenn ich es, wie es auch schicklich gewesen wäre, noch drey Stunden länger darin gelassen hätte. F. 3 Versuche, welche die Herren Mallet und Pietet angestellet. Diese beyden Naturforscher fanden sich den sechsten August 1774 bey dem Schlosse Chillon auf dem See, versenkten 312 Schuh tief ein Quecksilberthermome⸗ ter, welches in einer gläsernen Röhre hermetisch einge— schlossen war, und fanden es beym Herausziehen aus dem Wasser auf 82, obschon die Temperatur der Oberfläche 15, und die der Luft mehr als 20 Grade betrug. Diese Beobachtung ist sehr merkwürdig, weil sie be⸗ weist, daß der Grund vom See an dieser Stelle kälter war als die Keller der Sternwarte, deren Wärme man gemeiniglich für die Mitteltemperatur von unserer Erde annimmt. Denn Herr de Luc hat durch sehr genaue Beobachtungen und Untersuchungen herausgebracht, daß die beständige Wärme solcher Keller mit 9 Grad und des gemeinen Thermometers übereinkömmt, welches ein Grad und Wärme mehr ist, als diese Herren im Grunde des Sees gefunden haben. Und selbst das Thermometer, dessen sie sich bedien⸗ ten, war nur unvollkommen gegen den Eindruck des wär⸗ mern Wassers, durch welches es beym Heraufziehen ge— hen mußte, gesichert: um deswillen ist es wahrschein⸗ lich, daß es einen Theil der Kälte verlor, die es auf dem Grunde angenommen hatte; so daß man also die Tem⸗ peratur dieses Grundes noch unter acht und einem halben B 5 Grad, 26 Zweytes Kapitel. Tiefe und Temperatur Grad, die das Thermometer beym Heraufziehen angab, Msh, zu rechnen hat. R 9. 34. vit Vorschlag zu genauern Versuchen. Ul In der Ueberzeugung, daß solche Untersuchungen für* die Theorie der Erde von der größten Wichtigkeit sind, Mahe entschlossen wir uns, nichts zu versäumen, was uns die dene Wärme des Seewassers und ihre Abänderungen in ver⸗ waltl schiedenen Tiefen und Jahrszeiten auf das genaueste dar⸗ W. stellen konnte. l Der Jänner von 1779, welcher bey uns beständig stt kalt und ohne einige Aufthauung war, wie auch der An⸗ deft fang des Hornungs schienen uns sehr günstig, die Wärme 1 des Wassers zu beurtheilen, nachdem die Kälte so eine Dn beträchtliche Zeit hindurch ohne Ablassen auf dasselbe ge⸗ fim wirkt hatte. Also entschlossen wir uns in dieser Zeit un⸗ sre ersten Proben zu machen. ö §. 35. Großes hierbey gebrauchtes Thermometer. Der verstorbene Herr Micheli du Crest, der durch Lach sein Universalthermometer bekannt ist, hatte mir in sei⸗ bn nem Testamente alle Werkzeuge, die zur Verfertigung mit eines Thermometers gehören, und die bereits verfertig⸗ Ich ten Thermometer, die man bey seinem Ableben finden chn würde, vermacht. metey Unter demjenigen, was mir nachher die Erben des +1 Verstorbenen zustellten, befand sich ein Thermometer, und welches der Selige das Hrunnenthermometer nannte, Sich weil er dasselbe zu Untersuchung der Temperatur des nun Wassers in den tiefsten Brunnen bestimmt hatte. fuß Die Kugel dieses Thermometers hält dreyzehn Linien Ia und eine halbe im Durchmesser, und ist, so wie auch die unde Röhre, ekatur hen angch . ungen ir Rkeit sird, a8 uns die gen in ver⸗ aueste dar⸗ bestädig h der An⸗ e Wärme te so eine isselbe ge⸗ Zeit un⸗ meter. der durch mir in sei⸗ fertigung verfertig⸗ ben fnden Erben des rmometet, er nannte, eratut des kte. jehn Hrien % duch die Nohre, des Wassers im Genfersee. 27 Röhre, in einem starken Futteral von Nußbaumholz ein. geschlossen, welches, wenn man es zumacht, das Ther⸗ mometer von allen Seiten umgiebt, und durch die an. derthalb Zoll betragende Dicke seines Holzes dasselbe wi. der alle Berührung äußerer Körper schützt. Herr Micheli hatte dieses Thermometer nach seiner Methode abgetheilt; da wir aber alle unsre Versuche mit dem gemeinen Thermometer übereinstimmend machen wollten, so schrieb Herr Pictet neben die Michelische Abtheilung die Leiter, deren Grade mit den Abänderun⸗ gen des Quecksilbers am gemeinen Thermometer nach de Lukischen Grundsätzen übereinkommen. Wenn man al— so den Gang dieses Thermometers von Weingeist auf dieser neuen Leiter betrachtet, so findet man, daß er mit dem des Quecksilberthermometers genau zusammen⸗ stimmt. 5. 36. Was hier unter einem gemeinen Thermome⸗ ter verstanden werde. Das Quecksilberthermometer, welches ich nach de Luc das gemeine nenne, ist das, welches fast allenthal⸗ ben das Reaumürische heißt: der Eispunct ist darauf mit 0, und der Grad des siedenden Wassers mit 80 be⸗ zeichnet. Hier in Genf nehmen wir, um den Grad von letzterm zu bezeichnen, den Augenblick, worin das Baro— meter auf 27 Zoll steht. Da aber, wie ich wahrgenommen habe, die Form und Größe des Gefäßes, worin man das Wasser zum Sieden bringt, und die Tiefe, auf welche man das Ther⸗ mometer in das Gefäß eintaucht, einen merklichen Einͤ⸗ fluß auf den Grad der Wärme haben, den es im sieden⸗ den Wasser annimmt; und da endlich auch das Anhal— tende dieses Siedens selbst Veränderungen unterworfen ist: —— 28 Zweytes Kapitel. Tiefe und Temperatur ist: so hielt ich mich für verpflichtet, alle diese Umstän⸗ de genau zu bestimmen. Ich bediene mich zu diesem Endzwecke eines genau cylindrischen blechernen Gefäßes, welches acht Zoll hoch ist, und von innen vier Zoll im Durchmesser häl; ich fülle dasselbe bis auf zwey Zoll am Rande mit Wasser, und tauche die Kugel des Thermometers zwey Zoll tief unter die Oberfläche desselben ein; ich wärme das Was⸗ ser so stark, daß es endlich im Sieden einen Schaum bildet, der, ohne über das Gefäß zu laufen, dasselbe ganz anfüllet. 37. Wie viel Zeit das große Thermometer vonnöthen hat, um die Temperatur des Wassers anzunehmen. Ich wollte mich hierauf der Zeit versichern, die nö⸗ thig ist, wenn das große Michelische Thermometer die Temperatur des Wassers, in welches man dasselbe ein⸗ taucht, annehmen soll. Ich fand, daß, wenn seine Wärme acht und einen halben Grad betrug, und ich es in den Grund eines großen Wasserbehälters hielt, dessen Temperatur 34 Grad bezeichnete, acht Stunden Zeit er⸗ fordert wurden, bis es genau die Temperatur des Was⸗ sers annahm. §9. 32. Veränderungen, die dasselbe beym Serauf⸗ nehmen empfindet. Diese Probe war mir noch nicht hinlänglich; man mußte auch über die Veränderung gewiß seyn, die mit dem Thermometer vorgehen würde, wenn es im Grunde des Sees einen gewissen Grad der Wärme würde ange⸗ nommen —— 3—* SDSSSSIIIIITIITITIITIItIIIIITTTFTTTTITTITITITITITIPITFTTTTTTT T. ¶ WTRCR— —.—— Hiteh flugdh suyi durhe 0fH RN Oash Ull., herqtur Unstͤ, ines grn t Zol hoch hält; ih it Vasse, Zul das Was⸗ Schaum „ dasselhe nnöthen 6 „ die nöe meter die sselbe ein⸗ enn seine d ich es t, dessen N Zeit er⸗ des Was⸗ rahf⸗ ch; nan die mit Gunde de ange⸗ nosmmen des Wassers im Genfersee. 29 nommen haben, und nun beym Heraufziehen durch Wasser von einer verschiedenen Temperatur gienge. In einer schon zuvor angestellten Probe glaubte ich wahrzunehmen, daß dieses Thermometer, wenn es durch ein Masser gezogen wurde, welches eine von der seinen verschiedene Temperatur hat, sich geschwinder änderte, als es hätte thun sollen. Ich schrieb dies dem Wasser zu, welches durch die Fugen seines Futterals eindrang, bis zu seiner Kugel gelangte, und einen starken Eindruck auf dieselbe machte. Um dieser Unbequemlichkeit zu begegnen, wickelte ich das Thermometer in eine dicke Leinwand, die fünfmal um das Futteral gewunden wurde, und unterband die⸗ selbe oben und unten. Diese Vorsorge machte, daß es weit minder der Veränderung unterworfen war, weswe⸗ gen ich mich auch hernach, bey meinen Versuchen über die Temperatur der tiefen Wasser, beständig einer solchen Leinwand bediente. Nachdem ich also mein Thermometer, da es eben auf 64 Grad stand, nach erst beschriebener Weise einge— wickelt, täuchte ich es in das Wasser eines großen Be⸗ hälters, dessen Mitteltemperatur zwey)Grad und à be⸗ trug, und bewegte es in diesem Wasser mit einer Ge⸗ schwindigkeit, daß etwa 130 Schuh in einer Minute durchläufen wurden. Nach fünf Minuten fand ich es auf 4½ Grad gefallen. Es hatte also, indem es einen Raum von 650 Schuh mit der von mir angegebenen Geschwindigkeit durchlief, dritthalb Grade der Wärme verloren. §. 39. Geschwindigkeit, womit man däs Thermo⸗ meter zurückziehen muß. Wenn gemeldetes Thermometer im Grunde des Was⸗ sers ruhig gehalten wurde, so bedurfte es einer ganzen Stun⸗ +˙....e:: 30 Zweytes Kapitel. Tiefe und Temperatur Stunde, um nur eine Abänderung von 24 Grad anzu⸗ nehmen; ich glaubte hieraus schließen zu dürfen„daß, da die Geschwindigkeit der Bewegung den Druck der Wassertheilchen gegen das Thermometer vermehrt, die⸗ selbe eine größere Veränderung in der Temperatur ver⸗ ursache, als eine langsamere Bewegung, wenn auch schon bey letzterer das Instrument länger unter Wasser bleibt. Auf diese Muthmaßung hin gebrauchte ich eine dop. pelte Zeit, nämlich zehn Minuten, um das Thermome⸗ ter durch eben den Raum von 650 Schuh laufen zu las⸗ sen; und alsdenn änderte es, statt dritthalb Grad nur noch einen Grad und ein Achttheil. Man muß aber nicht unbedachtsamer Weise diese Beobachtungen ins Allgemeine ausdehnen. Man muß begreifen, daß nach Maaßgabe der Dichtheit und Un⸗ durchdringlichkeit der Körper, in welche man das Ther⸗ mometer wickelt, um dasselbe wider die Wirkung des zu⸗ dringenden Wassers zu sichern, es einen gewissen Grad der Geschwindigkeit giebt, der die kleinste Veränderung durch eine gegebene Höhe dieser Flüssigkeit hindurch zum Vorschein bringt, und daß diese Geschwindigkeit desto größer seyn muß, je minder die Thermometer verwahrt sind. Wir werden bald eine Erfahrung anführen, durch welche diese Regel bestätigt wird. §. 40. Ein zweytes Thermometer. Außer dem großen Thermometer, welches ich be⸗ schrieben habe, gebrauchten wir auch noch ein anderes von Weingeist, das Herr Micheli gemacht„ und dem Herr Pictet die Eintheilung wie am vorigen b zgefügt hatte. Er gebrauchte dabey die Vorsicht, die Grund⸗ bunete der Eintheilung zu berichtigen, wie er auch beym großen usch u5 nisaL füg Heach aufyg Runs un Vasa sache uo eh much Nmnr, Ein shen i6 bdaug die Dy inent vum(0 ashi hergtut Grad arhh⸗ ürfen, dß Druck da mehtt, die heratur vin wenn auc iter Vasser ich eine dps Thermam⸗ aufen zu la⸗ Grad„ ur Weise dies Man nuß eit und lnn an das Thet⸗ rkung des z⸗ ewisse Gtid Veranderung hindurch zum digkeit dest ter verwahrt führen, durh lches ich be ein andes ,30 jen bgesih die Gluld⸗ er auch beyn roßl des Wassers im Genfersee. 31 großen Thermometer gethan hatte. Wir schlossen die⸗ ses Thermometer in eine mit Wasser gefüllte gläserne Flasche. Wenn nun die Temperatur des Wassers nicht mehr als sieben bis acht Gräde von der Wärme dieses Ther⸗ mometers verschieden war, so hatte dasselbe ungefähr ei⸗ ne und drey Viertelstunden vonnöthen, um zur Tempe⸗ ratur des Wassers zu gelangen, in welches es getaucht war. §. 41. Ein drittes Thermometer in eine doppelte Böhre verschlossen. Endlich nahm ich auch eine kupferne Röhre, cylin⸗ drisch, einen Schuh hoch, und viertehalb Zoll im Durch⸗ messer. Ich ließ zwey Ventile, oben und unten eines, anfügen. Diese öffneten sich beyde von unten nach oben hin, so daß das Wasser hinein kann, wenn der Cylinder herabsteigt; sie schließen sich aber beyde genau, wenn er aufwärts gezogen wird. Also füllt sich dieses Instru⸗ ment, wenn es in den Grund hinabgelassen wird, mit dem Wasser in der Tiefe, und bringt dasselbe auf die Ober⸗ fläche herauf. In das Innere dieses Cylinders thaten wir ein in eine gläserne Röhre verschlossenes und sehr ge— nau durch Herrn Pictet eingetheiltes Quecksilberthermo⸗ meter. Capitain Phipps und Herr Forster hatten sich schon eines ähnlichen Instruments bedient: aber es ist zu bedauren, daß sie keinen Versuch angestellt haben, um die Veränderungen des Wassers zu beurtheilen, das dar⸗ in enthalten ist, und welche statt finden können, wenn es vom Grunde herauf zur Oberfläche von Wassern einer verschiedenen Temperatur gelangt. §. 42: —.. 32 Zweytes Kapitel. Tiefe und Temperatur §. 42. 1 Vergleichung dieser Thermometer. 109 V Nach den Proben, die ich mit diesem und auch mit 0r H¹ dem in die Flasche verschlossenen Thermometer machte, Rutit fand ich, daß beyde Instrumente mehr Eindruck von der Temperatur des Wassers, durch welches sie gehen muß⸗ ten, annahmen, als das große Thermometer,(F. 35. welches in ein hölzernes Futteral eingeschlossen war. Denn da das Thermometer in der Flasche auf acht Grad 7 und sieben Achttheil war, so bewegte ich es in eben dem 1 Behälter, wovon ich schon gesprochen habe, und dessen 19 Temperatur zwey Grad und ein Viertheil betrug, und b6ront ließ es ohngefähr einen Raum von 650 Schuhen in ach⸗ uuge E tehalb Minuten durchlaufen: eine Geschwindigkeit, die bh ich für die schicklichste hielt, seine Wärme zu erhalten; d⁰e hiebey stieg es auf vier Grad und drey Achttheil herab, Ee WU so daß die Abänderung fünftehalb Grad ausmachte. sch wib/ Unter fast ähnlichen Umständen verlor das Thermo⸗ fingt. W meter in der kupfernen Röhre noch einen Grad mehr, ob he E ich schon die Vorsicht gebrauchte, die Ventile fest zu ma⸗ suut N chen, damit das Schütteln das temperirte Wasser, wo⸗ hy alge mit ich die Röhre gefüllt hatte, nicht heraustreiben sih disorr möchte. I diezol Ich wurde hierauf gewahr, daß, wenn man zehn gcht, Minuten gebrauchte, um dasselbe einen Raum von 650 Oeu Schuhen durchlaufen zu lassen, noch mehr Wärme ver⸗ Higen aai loren gieng, als wenn man nur die Hälfte dieser Zeit da⸗ deßs zu anwendete. Dieser Versuch bestätigt, was ich oben Ame (F. 39.) sagte, daß nämlich bey Thermometern, die min⸗ dahe der vor dem Eindrucke der sie umgebenden slüssigen Kör⸗ anfel per verwahrt sind, das Minimum der Abänderung mit üi einem größern Gräde von Geschwindigkeit überein⸗—„ 7 kömmt. rn Nr zwif Aus lahfmn — IEEEEENEEEEEEEEEE U 2IIIII‚‚Ieeeeee SEE— ————— 111 1— T T TT——*—H— spergtur leter. und auch nit neter mahtt, druck von da e gehen nuß ter,(9. 3½) chlossen wir uf acht Grad in eben den „und dessen heteug, und uhen in ach digkeit, die u erhalten; theil herab, Wachte. das Dhermo⸗ ad mehr, d le fest zu ma⸗ Wasser, wo⸗ Heraustreihn nn man zeh aum von Oj0 Wärmne ver. dieser Zůt d⸗ wad ich de stern, di m flusigen Ki⸗ Handerung n geit ha des Wassers im Genfersee. 33 Aus diesen zwey Versuchen schloß ich, daß die bey⸗ den letztern Instrumente nur bey mittelmäßigen Tiefen dürften gebraucht werden, z. B. bey Tiefen von hundert oder hundert und funfzig Schuhen, oder wenn die Tem— peratur des Grundes von der Temperatur der Oberfläche nur wenig verschieden ist, 9. 43. Erste BReise zu Erforschung der Tempera— tur des Sees. Nachdem wir uns auf beschriebene Weise des Gra— des von Zutrauen versichert hatten, dessen unsre Werk— zeuge fähig waren, schickten wir uns zu ihrem Ge— brauch an. Die Charte lehrt beym ersten Anblicke, daß der See von Meus oder von Ivoire an gegen Genf hin sich merklich zu krümmen und schmäler zu werden an— fängt. Er ist in diesem ganzen Raume von ohngefähr vier Stunden nirgends breiter als fünf Viertelstunden, anstatt daß er über Neus hinaus die doppelte, auch mehr als doppelte Breite hat. Man nennt gemeinig—⸗ lich diesen engen Theil desselben, welcher von Genf ge⸗ gen die Vorgebirge bey Dromentu und Ivoire hin geht, den kleinen See(le petit lac), und den großen (èe grand lac) den breitern Theil von gedachten Vorge— birgen an bis auf Villeneuve. Die Tiefe des kleinen Sees ist nicht beträchtlich, und geht nirgends über zwey⸗bis dreyhundert Schuh; und daher beschlossen wir, unsere Versuche im großen See anzustellen. Wir giengen in dieser Absicht den sechsten Hornung 1779 zu Meus zu Schiffe, und steuerten von da gerade auf die Mitte des großen Sees zu, und nach einer zweystündigen Schifffahrt warfen wir das Bley⸗ loth fanden aber nur Fuß Tiefe. Wir schiff⸗ ten 3Ni—.2—2 m m eetee————— —— 34 Zweytes Kapitel. Tiefe und Temperatur ten eine halbe französische kleine Meile weiter, und das VIX Bleyloth sank abermals nur auf dreyhundert und funfzig 90 Schuh. cm, Da diese Tiefe nicht beträchtlich genug war, um die bedt Mühe eines Versuchs mit dem großen Thermometer zu(6 ae verlohnen, so kehrten wir wieder zurück, nachdem wir VrEι mit der oben beschriebenen kupfernen Plumpe die Tem— Eyde 1 peratur von dieser Tiefe zu erforschen gesucht hatten. i MM Wir zogen sie in dritthalb Minuten aus dem Grunde Iuh auf die Oberfläche, und bekamen Wasser damit, worin 55 W sich das Thermometer auf vier Graden und einem Vier⸗ na theil befand, während es auf der Oberfläche beständig auf G1 fünftehalb Grad war. In freyer Luft war des Mor— su d gens um zehn Uhr das Thermometer auf viertehalb uß un Grad, und Nachmittags auf fünf über dem Gefrier⸗ Radelzut puncte. Ren, 5. 34. Nl Zweyte Reise. 11 Da wir sahen, daß in dieser Nähe bey Genf keine, d beträchtliche Tiefen des Sees zu entdecken waren, so ent⸗ Fste schlossen wir uns, bis nach Meillerie zu gehen, wo der AalS gemeinen Meynung nach der See am tiefsten ist. geliebehg Wir giengen von Genf den eilften Hornung früh en für, um sieben Uhr ab, kamen um ein Uhr Nachmittags auf Hage u Evian, und schifften uns daselbst auf Meillerie ein. saln. Wir fanden das Wasser auf seiner Oberfläche fünftehalb VDird Grad, genau wie den sechsten Hornung. nitʒ szn Unsere Schiffleute führten uns auf den Platz, wo sie den See am tiefsten glaubten; dies ist Meillerie gegen— f * 2——— V über, ohngefähr dο Klaftern vom Ufer hinweg. Hier ten,. ließen wir das große Michelische Thermometer mit einem daß fn richtigen Senkbley beschwert nieder. Es siel nicht wei— hanz g ter als auf die Tiefe von 950 Schuh. Damals war es drey Viertel auf sechs Uhr. Wir beschlossen, dasselbe 0 die im Ei —— F— 1 WE D ͤ ꝑDꝗIꝗDDDCDDCDCCCDDDDErDrt‚r... r— eratur ter, und daz Kund finfst war, um die ermometer nachdem wi pe die Tem. sucht hatth, dem Grunde amit, worin einem Vier⸗ eständig auf r des Mor⸗ fviertehalb m Gefrier⸗ Genf kein haren, so ert hen, wo der en ist. Hornung fii chmittags aj Heillere en che fünfehalb Plaß, 0⁰ st illerie gege inweg. De ter mi aemn fiel nich Wliz amabe vat es sen, dshe 1 des Wassers im Genfersee. 35 die Nacht über im Grunde des Sees zu lassen, damit es Zeit genug hätte, die Temperatur des Seewassers anzu— nehmen; und da es unmöglich war, auf erwähnter Stel⸗ le über Nacht zu bleiben, um so mehr, da die Strömung (les couran) uns von dem Ufer entfernte, so machten wir einen Strick zurecht, und befestigten ihn mit seinem Ende an ein Bret und an einen kleinen tännenen Kübel, um Morgens früh ihn wieder finden zu können. Das Thermometer war, wie schon gesagt, auf der Oberfläche des Wassers fünftehalb, und in freyer Luft einen Grad und drey Viertheil. Es war beynahe Nacht, als wir mit unserer Arbeit sertig waren; ein dichter Nebel verdoppelte die Finster— niß und verbarg uns das Ufer; wir mußten die Magnet⸗ nadel zu Hülfe nehmen, um auf Meillerie zurückzukom⸗ men, wo wir die Nacht in einem ziemlich schlechten Nachtlager hinbrachten. Des andern Morgens bey Tages Anbruch schifften wir uns wieder ein, um unser Thermometer herauszuzie— hen; ich war sehr unruhig seinetwegen, und fürchtete, die Fischer möchten es die Nacht über gestohlen, oder ein Zufall den Strick zerrissen, und unser Merkzeichen weg⸗ getrieben haben. Es war aber ein sehr großes Vergnü⸗ gen für uns, als wir den kleinen Kübel noch in eben der Lage oben schwimmen sahen, worin wir ihn verlassen hatten. Wir zogen das Thermometer etwas vor acht Uhr zu⸗ rück; so daß es also vierzehn Stunden im Grunde des 2 Sees 2) Ich erfuhr bey dieser Gelegenheit von unsern Schiffleu⸗ ten, und ward es auch durch eigene Erfahrung innen, daß sich in dem großen See Strömungen befinden, die ganz und gar nicht mit denen vom Rhonefluß in Bezie— hung stehen, die zu gewissen Zeiten aufwärts, und in an⸗ dern wieder abwärts gehen, ohne daß man ihre Ursa— chen, noch die Perioden ihrer Abänderungen zu kennen im Stande ist. 36 Zweytes Kapitel. Tiefe und Temperatur Sees geblieben war. Wir gebrauchten zehn Minuten, um es mit einer sanften und gleichförmigen Bewegung heraufzuheben, und fanden es genau auf vier Grad und drey Zehntheil. Die Temperatur der Oberfläche des Wassers war beständig fünftehalb, und die von der Luft zwey Grad und ein Viertheil. Um über diesen Versuch gar keinen Zweifel übrig zu lassen, versenkten wir das Thermometer in der Flasche, anstatt des großen, und ließen dasselbe sieben Viertelstunden im Grunde. Wir zogen es hierauf in sieben und einer halben Minute her— auf, da es sich dann auch genau auf vier Grad und drey Zehntheil befand. Dieses Thermometer konnte hier ge⸗ braucht werden, obschon es minder gegen den Eindruck des Wassers verwahrt war, durch welches es beym Her⸗ aufnehmen gehen mußte; weil der Unterschied zwischen der Wärme des Grundes und der Oberfläche und der der Zwischenräume äußerst gering war. §. 45. Proben, die in verschiedenen Tiefen gemacht worden. Während dieses Thermometer im Wasser versenkt war, machten wir zwey Versuche mit der Plumpenröh⸗ re: den einen in einer Tiefe von hundert, den andern in einer Tiefe von hundert und funfzig Schuh, und fanden daselbst das Wasser wie auf der Oberfläche zu fünftehalb Graden. H. 40. Neuer Versuch, Evian gegenüber gemacht. Um endlich den Gedanken an eine unterirdische Quel⸗ le, oder irgend eine andere Localursache zu entfernen, wel⸗ che im Grunde des Sees auf die Thermometer hätte wirken können, hielten wir dafür, unser Versuch müßte noch ——2————— SDSDSSDSSSSSISISISSSSeeeeeeeeeeeeeeeEe.EE 10 Rao „, 0 f Gun) HN f miti MNV sihe* Rumt + Hα⁴ R un CH¹ dost hl⸗ den dug Ol, Gldd u Zit dW schstun de dusshr elnes Hg hekatur u Maultn Boweguz r Grad ud derflache de von der gst hen Versc ten wir dus roßen, un unde. Wie Munute ha⸗ ad und dre inte hier ge en Eindruc beym Her⸗ od zwischen und der der gemacht sser versenkt Dlumpenröh en andern i und fandn u finftehah gemach rdishe Q⸗ iferter,wob omeir häͤlt rsh mift V des Wassers im Genfersee. 37 noch einmal, und zwar an einem verschiedenen Orte, wie⸗ derholt werden. Wir ließen uns Evian gegenüber füh⸗ ren, zwey Stunden unterhalb dem Dorfe Meillerie, und fanden da eine halbe Stunde vom Ufer die Tiefe des Grundes 620 Schuh. Wir versenkten zwey Thermome⸗ ter daselbst, nämlich das große und das in der Flasche, und ließen sie daselbst von drey Viertel auf drey Uhr Nach⸗ mittags bis um sieben Uhr des andern Morgens. Wir zogen sie in sechstehalb Minuten herauf, und fanden sie beyde auf vier Grad und drey Zwanzigtheil. Die Ober— fläche war immer auf fünftehalb, und die freye Luft auf viertehalb Grad. Wir hatten den Abend vorher die Plumpenröhre auf 370 Schuh tief eingetaucht, und Wasser damit herauf⸗ gezogen, dessen Temperatur genau von fünftehalb Gra⸗ den war. F. 47. Besultate aus diesen Versuchen. Es folgt hieraus, daß die Temperatur des Grun⸗ des vom See im Anfange des Hornungs nach einem Frost, welcher beständig anhielt, sich zwischen vier Gra— den drey Zehntheil und vier Graden drey Zwanzigtheil, oder, um eine mittlere Zahl anzunehmen, zwischen vier Grad und neun Vierzigtheil befand, und daß zu gleicher Zeit die Wärme des Wassers auf der Oberfläche, und selbst bis auf die Tiefe von 370 Schuh, fünftehalb Gra— de ausmachte; so daß also der Grund eilf Vierzigtheil eines Grades kälter war als das übrige Gewässer. C 3 9. 48. 38 Zweytes Kapitel. Ttefe und Temperatur §. 48. Unterschied der Temperatur des Landes und des Wassers. Folglich war eine beträchtliche Verschiedenheit unter der Temperatur des Sees und des Landes, welches den— selben umgiebt. Ohngeachtet einiger Tage Thauwetter war die Ober— fläche der Erde noch mehr als einen Schuh tief gefroren, und dem zufolge war sie höchstens auf Null oder dem Gefrierpuncte des Thermometers. In eben dem Au— genblick hatte, nach unserer Bemerkung, die Oberfläche des Sees fünftehalb Grad mehr Wärme. Hingegen bey einer Tiefe von ohngefähr achtzig Schuh hatte die Erde eine Temperatur von etwa neun Grad und drey Fünf— theil; und der See bey dieser und einigen noch größern Tiefen war, wie auf der Oberfläche, fünftehalb Grad, und folglich vier Grad und ein Zehntheil kälter als die Erde. §. 49. Ursachen davon. Der Grund dieses Unterschiedes ist in verschiedenen Ursachen aufzusuchen. Indem erstlich die innern Strömungen und die Win⸗ de das Wasser bis auf eine große Tiefe hinab in Bewe⸗ gung bringen, so mischen sie die untern Wasser ohne Un⸗ terlaß mit denen, welche näher an der Oberfläche sind, rühren dieselben gleichsam unter einander, und bestreben sich also, ihnen die gleiche Temperatur mitzutheilen. Aber auch ungeachtet dieser heftig wirkenden Ursa⸗ chen würde schon der Unterschied der Dichtheit des kal— ten und warmen Wassers zureichend seyn, um zur Win— terszeit ohngefähr die gleiche Temperatur einer Masse von — gene Wed 9NU urs E stllun H nuno Geaoj den Lar den Y lg. 280 I Bau ) Ratur es und iheit unte lches den⸗ die Obar⸗ f gefrorgn oder dem dem Au⸗ Oerfläce gegen bey die Erde ey Fünf⸗ größern Grod, er als die rschidenen die Wii⸗ in Bewꝛe⸗ r ohne ll⸗ fläche sud d bestebe heilen enden lst eit des kab zu Di iner Mase 0 des Wassers im Genfersee. 39 von Wasser mitzutheilen, sie möchte so tief seyn als sie wollte. Denn die ersten Fröste, welche auf die Oberfläche des Wassers wirken, machen die Theile dieser Oberflache dicht, während die untern Theile die Wärme noch bey⸗ behalten, die sie währendem Sommer angenommen ha⸗ ben. Da nun die auf der Oberfläche schwerer geworden sind, so müssen sie sinken, indem die innern ihrer grös⸗ sern Leichtigkeit wegen steigen. Wenn diese nun auf die Oberfläche gekommen sind, so erkälten sie sich auch, stei⸗ gen wieder abwärts, werden durch andere ersetzt, und so muß nach und nach in der ganzen Masse eine fast gleich⸗ förmige Temperatur entstehen. Um deswillen hat man bey den Proben, die auf dem Schiffe sowohl des Capitain Phipps als auch Cooks gemacht worden, das Wasser im Grunde nie beträcht⸗ lich viel wärmer gefunden als auf der Oberfläche. Der größte Unterschied, den man je fand, war vier Grad Fah⸗ renheitisch, welches nur einen Grad und sieben Neuntheil des gemeinen Thermometers ausmacht. Diese Probe stellte man 1772 den funfzehnten Christmonat im fünf und funfzigsten Grade südlicher Breite an. Das Ther⸗ mometer auf der Oberfläche des Wassers zeigte dreyßig Grad Fahrenheitisch; und bey der Tiefe von hundert Fa⸗ den(brasses), oder 600 englischen Schuh, war es auf dem vier und dreyßigsten Grade von eben der Einthei⸗ lung.*) 5. 50. Das Wasser kann auf dem Grunde viel kälter seyn. Wenn hingegen die Wärme der äußern Luft die Wärme des Wassers übersteigt, und also die Oberfläche E 4 heißer 4) S. Observations de Mr. Forster p. 52. 40 Zweytes Kapitel. Tiefe und Temperatur ꝛc. heißer wird als der Grund, so begünstigt der Unterschied in der Dichtheit den Unterschied in der Temperatur zwi— fie schen dem Gewässer im Grunde und dem auf der Ober⸗ sihet fläche. Das letztere wird durch die Hitze ausgedehnt, und bestrebt sich den höchsten Platz zu erhalten„ und die Was⸗ 1 780 ser im Grunde, welche dichter und schwerer sind, trach— 0 ten gleichfalls in der Tiefe zu verbleiben. Dennoch hat das Wasser in der Tiefe einen Einfluß auf die Tempera⸗ tur der Oberfläche, und zwar theils vermittelst der Be— wegungen, von denen wir schon geredet haben, welche die Wasser verschiedener Tiefen gleichsam umrühren und mit einander vermischen; theils auch, selbst wenn der See ganz stille ist, durch die Mittheilung der Temperatur, wel⸗ che sich durchs Wasser hindurch weit geschwinder und O*e leichter bewirken läßt, als durch feste Körper. Wenn aber 0 schon diese zwo Ursachen mit einander wirken, so sind sie IS dennoch nicht hinreichend, im Sommer und Winter die REI gleiche Temperatur von der Oberfläche bis zum Grunde ln zu unterhalten. Man ersieht dies aus den Versuchen,. V die im Sommer gemacht worden, und aus welchen eine Kant Verschiedenheit von beynahe zehn Graden entsprang, um gatchi welche der Grund kälter war als die Oberfläche, selbst. bey minder beträchtlichen Tiefen. dehe Daher darf man wohl muthmaßen, daß, wenn man Cu, zu solchen Proben eingerichtete Thermometer in die größ⸗ un ten Tiefen versenkt, man auch einen größern Unterschied bemerken wird. Der Versuch von Herrn Mallet und Pictet beym Schlosse Chillon scheint dies anzudeuten, und selbst unser Versuch es zu bestätigen. Denn die Ur⸗ ö sachen, welche wir betrachtet haben, konnten höchstens im Di Winter eine Gleichheit in der Temperatur des Grundes Stidt! und der Oberfläche bewirken, aber nicht, wie wir gefun⸗ ethebt den haben, eine größere Kälte in eine Tiefe bringen, die d bil so beträchtlich ist, wie die von 95o Schuh. am höt eine der Ich Latur. Unkesith ergtur zwi der Ober edehnt, ud die Das sind, taat⸗ hennoch hu e Lempekt⸗ sst der Be welche de en und mit üder See ratur, wel inder und Benn aber o sind sie Dinter die m Grunde Versuchen, Helchen eine sprang, um iche, selbs wenn mat in die groß Unterschied Vallet und anzudeukeß enn die l öchsters in es Gundes e wir gefn rilgh, de Drittes Kapitel. Hügel um Genf. 41 Ich erwarte, um meine Begriffe von diesem Gegen⸗ stande noch mehr zu entwickeln, eine Bestätigung oder nähere Bestimmung von den Versuchen, die ich künfti⸗ gen Augustmonat 1780 vornehmen werde. Drittes Kapitel. Hügel in den Gegenden um Genf. §. 51. Hügel von Genf. Der Hügel, auf welchem Genf selbst liegt, besteht ganz aus beynahe horizontal liegenden Schichten von Sand, Sandstein und Thon. Derselbe muß ehe⸗ mals durch seine Grundfläche mit dem St. Johannis hü gel, welcher sich auf der andern Seite der Rhone befin⸗ det, verbunden gewesen seyn: die horizontalen Lagen von letzterm Hügel, welche der Stadt gegenüber senkrecht ab⸗ geschnitten sind, scheinen dies sehr wahrscheinlich zu ma— chen. Indem der Strom sich sein Bette grub, sonderte er diese beyden Erhöhungen von einander ab, und der See, der sie ehemals beyde gewißlich bedeckt hatte, läßt sie nun trocken, und benetzt nur ihren Fuß. §. 52. Hügel von Cologny und Bessinge. Der Hügel oder die erhöhete Ebene, auf welcher die Stadt gebaut ist, dehnt sich gegen Osten horizontal aus, erhebt sich aber nordöstlich nach der Richtung des Sees, und bildet die Anhöhe von Cologny, die bey Bessinge am höchsten ist. Die Lage des Gipfels dieser Anhöhe ist eine der schönsten in unserm ganzen Umkreise. Man sieht C 5 von 42 Drittes Kapitel. von da gegen Abend den See, seine Hügel, die Stadd a Genf, die Rhone, den Jurassus; gegen Morgen ein 666 schönes und großes Thal mit Alpen bekränzt; und in den Zwischenräumen noch andere schöne und mannichfaltige Aussichten. Die Grundlage dieses Hügels ist ein wei— 35 cher Sandstein(rés), welchen man in der Ländesspra— che Molasse nennt. Das Uebrige besteht aus einer Mi⸗ schung von abgerundeten Kieseln, grobem Sande und VN Thone. Man findet in diesem Thone schöne Adern von WK weißem Strahlgyps.*) Ich habe auch Adern von Berg⸗ M V pecherde darin angetroffen, die man für einen Wink auf Nfth/ Steinkohlen halten dürfte. I Is §. 52. MII Hügel de la Batie. H Westlich von der Stadt, auf der andern Seite der aunhet Arve, erhebt sich der Hügel de la Batie Seine Hö— ucy N he gewährt eine ungemein angenehme Aussicht. Man sieht daselbst unter seinen Füßen die Vereinigung der N Rhone und Arve, deren getheilte Wasser zuvor durch sst eine mit Kohlgärten bedeckte Erdzunge geschieden sind. C Genf zeigt sich da von seiner schönsten Seite. Man uws sieht, wie die Rhone dasselbe in zwey Städte abtheilt. 20 Der See, welchen man durch diesen Zwischenraum er— Aukegg blickt, ziert dieses im Hintergrunde durch die hohen Gi— schsh pfel der Alpen geschlossene Gemälde. 1ll. 00 Von da verfolgt das Auge jenen reizenden Spazier⸗ WI gang, welcher sich in vielfach gekrümmten, mi Weiden⸗ bäumen beschatteten Pfaden den Gärten nach an der Rhone und Arve bis an ihren Zusammenfluß hinzieht, wo man, nicht mehr als eine Viertelstunde von einer der volkreichsten Städte entfernt, dennoch die wildesten und cher i ein⸗ Rungeg Eume ) Gypsum lamellare, bey Wallerius S. 158. der Ausgabe von 1772. die Stag Megen ei und in d den michfaltg ist ein wi Landesptz einer M⸗ Sande und Adern von von Bet Wink auf Seite der Seine Hö NH. Man sigung der Udor durch eden siid, e. Man techtheil enraum er⸗ hohen G n Spazitt⸗ Weider⸗ ach an da uß hinzieh, on einer der Idestn urd ii der Mögabe Hügel um Genf. 43 einsamsten Winkel sindet, und sich daselbst in ungestör⸗ ter Stille froh seinen Gedanken überlassen kann. §. 74. Bau und Beschaffenheit der Hügel St. Johann und de la Batie. Eben dieser Spaziergang ist sehr wichtig für einen Beobachter: er sieht von da die abgedeckten Abschnitte von St. Johann und de la Batie, beyde senkrecht durch die Rhone und Arve gemacht; er unterscheidet die fast horizontalen Lagen von feinem und grobem Sand und Kiesel, woraus diese Hügel zusammengesetzt sind, und sieht, wie sie sich durch lange Strecken ausdehnen. Wenn nun der Lithologe diese Anhäufungen von Kie⸗ seln, welche er am Fuße dieser Hügel und an der Rhone antrifft, näher untersucht, so findet er ihre Abarten bey⸗ nahe unzählig; sie sind ohne alle Ordn unter einander, und man sieht, daß es durchs Wasser abgerundete und gemischte Trümmern von Bergen sind, daß platte Kie⸗ selsteine gewöhnlicherweise auch plätt liegen, und die Schichten in ihrem Fortgange öfters ihre Natur ändern, und mit Lagen von Sand oder Thon untermengt sind. An verschiedenen Orten sind die Kiesel durch einen kalkartigen Kitt mit einander vereinigt, und bilden ziem⸗ lich feste Puddingsteine, wie zu Sousterre und la Ba— tie. Gewöhnlicherweise findet man sie an den niedrigsten Orten also zusammengeklebt. §. 5. Cartigny und seine Felsen. Man sieht dies auch zu Cartigny, einem Orte, wel⸗ cher durch die physischen und meteorologischen Beobach⸗ tungen Herrn Pictet's, welcher gewöhnlicherweise den Sommer daselbst zubringt, berühmt werden wird. Dies 44 Drittes Kapitel. —1 Dies Dorf ist auf einer weit ausgedehnten Anhöhe 11 gelegen, die sich 178 Schuh über die Oberfläche des 0. Sees erhebt. Die Rhone, welche am Fuße dieser An⸗ r. höhe vorbeyläust, hat 77 Schuh Fall, von Senf' an bis unter Cartigny; folglich läuft der Strom 298 Schuh tiefer, als die Fläche ist, worauf das Dorf stehet. 99 Diese ganze Höhe von 29ꝗ Schuh ist über der Rho⸗ ne in einem Orte, den man die Felsen von Cartigny nennt, fast senkrecht abgeschnitten. Das durch die zwi⸗ u schen den Erdlagen durchlaufenden Quellen untergrabene, Erdreich hat manchen beträchtlichen Einsturz erlitten; aber die am besten untereinander verbundenen Theile ha⸗ 10 ben sich doch beysammen erhalten, und bilden hin und bithen wieder eine Art von unregelmäßigen Thürmen oder Py⸗— ramiden von einer beträchtlichen Höhe. Wenn man diese utbes mit Einsturz drohende Pyramiden am Rande des Ab— Sinf hanges ansieht, gewähren sie einen wilden und schreckli— gaahso chen Anblick, der sonderbar mit der angenehmen Land— schaft absticht, die man jenseits der Rhone sieht. Wenn man längs diesen steilen Abhängen bis zum Bette der Rhone heruntersteigt, so sieht man, daß der 1 Boden zusammengesetzt ist, zuerst aus Gartenerde(terre lomto végetale), dann aus Horizontalschichten von feinem und abdene grobem Sand, und endlich aus dickern Lagen von sehr kallns feinem Triebsande. Sih Alle diese Schichten mit einander machen eine ohn⸗ gefähr 60 Schuh dicke Masse aus, und auf sie folgt eine beynahe ungetheilte Thonschicht von etwa 70 Schuh in der Dicke, die hie und da mit verstreuten Kieseln unter⸗ 0 mengt ist. Chou: Unter diesem Thon finden sich Lagen von grobem und iber, feinem Sand und Kieseln, woraus die noch übrigen 125 N Schuh bestehen, die bis zum Bette des Flusses herab⸗ Buüche steigen. In der obern Hälfte dieses Räumes sind die Kiesel frey und herabfallend, in der untern aber mit ei⸗ nem)( öE——.——— m ꝗSIꝗIꝗIIIII‚I‚‚‚‚‚‚‚‚..*.— m· ꝗFꝗFIIIEIII‚‚‚CC‚‚‚CT‚C‚IDDDDCDDDDISSSSEEEE..... ten Ucheh fläche des e dieser Au zenf an bs 00 Shih het. r der Ri Cartigyy ich die zu⸗ itergrabahe erlitten, Theile ha hin und oder Py⸗ nan diese des Ab⸗ schrecki nen Lnd bt. bis zum daß der de(terre nem und von sehr eine ohns folgt eine Schuh in eln utee⸗ obem und digen Las seh gah sud di Mit el I Hügel um Genf. 45 nem kalkartigen Kitt verbunden, der eine Art Pudding—⸗ stein daraus macht. Zuweilen findet man in den Zwi— schenräumen dieser Steine Kalkspath in blätterichten rechtwinklichten Krystallen verwirrt ausgebildet. §. 56. Hügel von Chaloux. Sandsteinbrüche. Von dem Ufer der Bhone an steigen die Hügel rechts und links stufenweise, bis an den Fuß der Gebir⸗ ge, die unsern Gesichtskreis schließen. So findet man, Cartigny gegen Morgen, den Hü⸗ gel von Chaldux 254 Schuh höher, als der See: er besteht ganz aus einem weichen Sandstein. Man hat in der Nachbarschaft von Cartigny, nicht weit von dem Fuß dieser Erhöhung, Brüche von diesem Stein eröffnet, welcher ein sehr feines Korn und eine an⸗ genehme aschblaue Farbe hat. 9. 77. Hügel von Confignon. Weiter nach Osten hin findet sich die Erhöhung von Confignon, deren höchste Spitze 367 Schuh höher als der See steht. Sie enthält in Thonlagen viel kry— stallinisch angeschossenen Gyps, dessen dünne seidenartige Streifen schön glänzend sind ½). §. 58. Hügel von Chouilly und Chalex. Auf der andern Seite der Rhone steigt der Hügel Chouilly empor, dem von Confignon beynahe gegen⸗ über, und genau von gleicher Höhe. Man hat auch in diesem Hügel große und schöne Brüche von verschiedenen Gypsarten entdeckt. Der 40 Gypsum striatum, bey Wallerins Sp. 73. 46 ö Drittes Kapitel. Der höchste unter allen ist aber endlich der von Cha⸗ lex, 418 Schuh über den See erhaben. Die Messungen aller dieser Höhen habe ich Herrn Pictet zu verdänken. §. 59. Allgemeine Form dieser Hügel. Diese und andre unbeträchtlichere Hügel, bey deren Beschreibung ich mich nicht aufhalte, sind alle von einer in die Länge sich dehnenden Form, und laufen mit den Bergen Saleva und Jurassus in einer parallelen Richtung. 9. 68. Grundlage des Bodens der Gegenden um Genf. Es ist sehr wahrscheinlich, daß sich die Kalkschich— ten des Jurässus sehr tief unter dem See und den um denselben herum stehenden Hügeln mit den Schichten des Saleva und der ersten Linie der Alpen vereinigen; man hat aber nie tief genug sondirt, um sie zu finden. Die nächste und allgemeinste Grundlage des Bo⸗ dens von Genf ist ein in ein wenig schiefen Schichten liegender Sandstein(Grés), der aus einem grauen oder gelblichten, mit einem kalkartigen Kitt zusammengekleb⸗ ten Sande besteht. §. 61. Sandstein. Wenn dieser Stein hart ist, so heißt man ihn Grès; wenn er 9.8 zart ist, wird er Molasse genennt. Diese Verschiedenheit in der Härte kömmt, meiner Meinung nach, von der mehrern oder mindern Reinigkeit sowohl des Sandes, als des ihn verbindenden Kittes her. Der härteste Sandstein oder Erées besteht aus einem reinen Sande, ¹ nachend usthef in dierts haunt u Lͤnge, Haben Mndabj lante Cyrteon Mussen mit Erd Prägnitt Ouögegra Suupif r don Cha⸗ e ich han . „beh dath le von eing en mit d parallele den dolkschich⸗ den um Schichten Kreinigen; finden. des Bo⸗ Schichten auen oder mengekle⸗ ihn Oez it. Dis Menung Rut soch be. Der Iem teinen Conds, Hügel um Genf. 47 Sande, mit einem sehr reinen kalkichten Kitt vereinigt; bey den andern findet sich eine Mischung von Thon, wo— durch sie brüchig werden, zumal wenn sie der Gewalt der Luft, und hauptsächlich der Kälte und dem Gefrieren ausgesetzt sind. Man kann sie nur im Innern der Häu⸗ ser verbauen, da hingegen der Gres unzerstörlich ist. Die durch den Gebrauch eingeführten Namen sind willkührlich und oft falsch. Die Steine, welche Mo— lassen genennt werden, verwittern nicht alle in freyer Luft; die Lausannischen, z. B. sind fast unvergäng⸗ lich; die, welche man ehemals aus der Grundfläche des Hügels von Cologny brach, und womit sowohl das Räthhaus von Genf, als viele andere Gebäude aufge— führt sind, haben sich schon mehr Jahrhunderte ohne alle Veränderung erhalten. §. 62. Gegrabene Rnochen. Diese Felsenbänke gehen unter den See hinab, und machen die Grundlage des ganzen Thals aus, welches derselbe bewässert. Man hat wenig fremdartige Körper in dieser Steinart gefunden; die einzigen, die mir be— kannt worden, sind Knochen von vier bis fünf Zoll in der Länge, und einen bis anderthalb Zoll in der Dicke. Sie haben allzu wenig Charäkteristisches an sich, als daß man das Thier, von dem sie kommen, darnach angeben könnte. Einer von diesen Knochen, durch Schwefelkies (Pyrites) mineralisirt, hat sich bey Dardagny in den Molassen von Mant de Roulade gefunden; der andere, mit Erdpech, welches ihn schwarz und schwer macht, im⸗ prägnirt, ist in dem Steinbruch oberhalb Lausanne ausgegraben worden, und gegenwärtig zu Lausanne im Struvischen Cabinette befindlich. §. 63. 48 Drittes Kapitel. b. 63. Diese härtern Sandsteine(Gres) enthalten auch keine gerundeten Riesel. N Die abgerundeten Kiesel, womit das ganze Thal und 6 der Grund des Sees bedeckt sind, dringen nicht in das rh el Innere der Grundschichten dieser Steinart ein; ich habe Hsche zum wenigsten kein Beyspiel davon gesehen. An ver⸗ V schiedenen Orten sieht man zwar Kieselbänke mit Sand. V untermengt, und wie Puddingsteine zusammengekittet; Idel man könnte auch den Stoff dieser Bänke als einen mit 060 gerundeten Kieseln vermischten harten Sandstein anse— u hen: allein diese Mischungen finden sich nur in den Mit⸗ bam Höe telschichten oder auf der Oberfläche der Hügel, und nicht ird in ihren Grundlagen. im bs Iera, 9. 6a. teon Anzeigen von Steinkohlen. Sa Man sieht in dem Erdreich von Dardagny zwi⸗ 0. schen den Schichten von Molasse sehr dünne Lagen von ö diesem Mineral an den Ufern eben des Baches, wo man rü 41 den oben erwähnten durch Schwefelkies mineralisirten 39 Knochen aufgefunden hat*). pnde 6. 65. Msen ber h ) Im Jahr 1770 habe ich bey der akademischen Promotion eine Rede gehalten, worinnen ich unser Publicumzum Nach— graben an diesem Ort ermuntern wollte, weil ich glaub— Cben! te, man würde auf beträchtlichere Lagen von Steinkoh⸗ sfeinhöß len gerathen. Fünf und zwanzig Pridatpersonen errich⸗ im Ean teten das Jahr darauf unte rsich eine Subscription von hhigeli 40⁰ Louisd'or, um die Kosten zu dieser Unternehmung ken vor zusammenzubringen: aber wegen der Schwierigkeit, sich ien aby mit den Grundeigenthümern über den aus der Unterneh⸗ Hführt mung zu hoffenden Profit einzuverstehen, ist dies Ge⸗ nutha schäft gänzlich ins Stecken gerathen. sehn. C— lcen auch 3 Tal ud icht in do z ich hohe An va⸗ mit Sard nengekittt; einen mit stein anse N den Mit⸗ und nicht agny zui⸗ Vagen von wo man eralisitten 9.65. Promotion nzum Nach⸗ l ich glaub⸗ u Steinkch⸗ sonen ertich cription bon iternchnung erigkit sch E Uutench⸗ sst dis Oe Hügel um Genf. 49 §. 65. Ursprung von gedachten Sandsteinen. Ich gläubte anfänglich, der Sand, woraus der Gres und die Molassen in unsrer Gegend bestehen, sey durch eben die Veränderung in das Becken unseres Sees geschwemmt worden, wodurch der Grund dieses Beckens mit Trümmern von den Alpengebirgen bedeckt worden ist. Allein, als ich fand, daß man in den Grundschich— ten dieser Steinart nichts von diesen Trümmern findet; als ich ferner an die Steinkohlen dachte, die man hie und da in diesen Schichten findet; und als ich endlich auf dem Hügel von Boisy eine Bank von Kalkstein fand, welche die Molassen bedeckt, woraus das Uebrige von die⸗ sem Hügel besteht: so mußte ich meine Meinung ändern, und erkennen, daß der Sand, durch dessen Zusammen— kleben diese Molassen entstanden sind, noch vor dieser Revolution sich da müsse niedergelegt haben. Ich sage noch mehr, er muß durch das Meer nieder⸗ gelegt worden seyn: denn die gegrabenen Steinkohlen und Kalksteine sind allgemein für ein Seeproduct aner⸗ kannt). Man könnte von mir verlangen, daß ich zur Ergän⸗ zung des Beweises von dieser Meinung Spuren von in unsern Molassen gefundenen Seethieren aufweisen sollte; aber ich halte diesen Beweis für entbehrlich, weil das Meer ) Eben diesen Ursprung müssen auch viele derjenigen Sand⸗ steinhügel haben, die sich in den Gegenden von Bern, im Canton Freyburg ꝛc. befinden. Diejenigen Sandstein— hügel im Gegentheil, welche oft große Lagen und Schich— ten von Kieselmassen haben, die mit den Sandsteinschich— ten abwechseln, und dergleichen es viele in den erst an— geführten Gegenden, vorzüglich aber im bernischen Em— menthal, giebt, müssen von einem spätern Ursprunge seyn. W. D — — 50 Drittes Kapitel. Meer nicht allenthalben Conchylien nährt, und weil auch. öfters Localursachen, zum Exempel Säuren sie ändern, S und ihre Erhaltung und Versteinerung hindern. Mit(nten Erstaunen habe ich in den thonichten Hügeln von Tosca— 1— na, besonders in der Gegend von Siena, zum Beyspiel Wüos um den Wonte Chiaro herum, einander benachbarte HICit Hügel, zuweilen auch an einander anstoßende Flächen uclen auf einem und eben demselben Hügel angetroffen, wo die Rhel einen so voll gegrabener Muscheln sind, daß das Erd⸗ al reich weiß davon ist, und die andern daneben nicht die vN geringste Spur davon enthalten. Man kann inzwischen Voon denselben ihren gemeinschaftlichen Ursprung nicht abläu— uf Le gnen, und um deswillen muß man zugeben, daß sich In diese Conchylien entweder nicht allenthalben niedergelas⸗ Halleie sen, oder Localursachen sie in dem einen Orte zerstört, 1br und in dem andern erhalten haben. Geldd 25 §. 66. aome Seltene Pflanzen um Genf.. Die Hügel von Genf bringen verschiedene seltene Hchm Pflänzen hervor, die man nur unter wärmern Himmels⸗ sa n strichen findet. Der Hügel de la Batie schmückt sich S0I schon im März mit den Blüthen des Erythronium dens D7 Canis. Im Frühling findet sich auch da die Fragaria Clato sterilis, und zu Ende dieser Jahrszeit das pyrenäische 10051 Ornithogalum, und die schöne Rosenart, welche Cran 220 I5 unter dem Namen der österreichischen Rose beschrieben hat. Auf dem Hügel von Champel oberhalb der Arve habe ich einen kleinen wilden Sauerkirschbaum),F und die Colutea arborescens gefunden; unter diesem Hügel, Dʒ am Ufer der Arve, auf der Seite von Genf, die Cen- Kunen taurea solstitialis, und Anemone ranunculoides; in den Hußd Hecken den, a⸗ . Stirp. Austriac. Fascicul. II. p. 86. unte *HALLER Stirp. N. 1083. diebiee Sluc seinden, dern. Mit von Loseg. m Baspil benachbar de Flähn ffen, wo das Ed en nicht de inzwischn icht ablas ch sh edergelas⸗ zerstör, ene seltene Himmels⸗ mückt sich num dens e Fugaria pyrenaische eCranz' Mriebenhaf Hder Ardd m 50, sem Higeh f, di Ces. desʒ in den Hcke Hügel um Genf. 5¹ Hecken den Cucubalus bacciferus; und besser oben längs dem Flusse noch den röthlichten und fleischfarbenen Klee (Tritolium rubens, T. incarnatum). Auf dem St. Johanneshügel sindet sich das große Wintergrün(Vinca major), der blutrothe Storchschna— bel(Geranium sanguineum), der rauhe Eibisch(Althea hirsuta), wie auch die officinelle(Althea oflicinalis) in großer Menge im Sumpfe von Sionet. Das Antirrhinum bellidifolium wächst auf den Fel⸗ dern von Vernier, die Keseda Phyteuma am Ufer der Rhone zu Dardagny, und der Plantago coronopus auf der Straße jenseits von St. Julien. In den Wiesen hinter Frontenex habe ich eine von Hallern(Nr. 1251.) beschriebene Narcisse gesunden; in den Krautgärten das Ornithogalum nutans; am Grunde der Mauren den gehörnten Sauerklee(Oxalis corniculata); und die Kichern(Lathyrus cicera) auf den Kornfeldern. Um Genthod fand ich den von Hallern(Nr. 93 5. beschriebenen Storchschnabel, auch das blaulichte Bett— stroh(Galium glaucum), die Potentilla rupestris, Poa eragroslis, Holosteum umbellatum, und Sedum cepea. Das Flöhkraut(Plantago plyllium), Hundsauge (Plantago cynops), und der giftige Lattich(Lactuca vi- rosa), alles seltene Pflanzen in der Schweiz, wachsen in den trocknen Stadtgräben von Genf. ᷓ. 67. Seltene Insecten um Genf. Da die Gegenden um Genf viele hier, um beliebter Kürze willen, nicht genannte Pflanzen des mittäglichen Fränkreichs hervorbringen, so wird man sich nicht wun— dern, auch die Insecten von diesem Lande da anzutreffen; unter andern die Nonne(Mantis religiosa, Mante): die Cicade,(Cicada orni) grillt aber nicht in den Gegen— D 2 den 52 Drittes Kapitel. den um Genf, obschon man sie zu Chambery und im Walliserlande findet. Man findet auch in unsern Gegenden die Käfer, wel⸗ che der Ritter Linne unter den Namen Ti phaeus, Vacca, W Fullo, Eremita“), Chrysomela pallida und C. boleti, Qurculio colon, Cerambix Koehleri und C. Sutor; Gryllus faleatus und linearis; Carabus sycophanta und spinipes; Tenebrio Lanipes und sabulosus; Sphinx atropos und fuciformis; Phalaena pavonia, mendica, esculi, hecta, vitis idaeae, tragopogonis, fraxini, leu- comelas, reaumurella, de Geerella; Libellula rubra 1 Myrmeleon formicarium und barbarum; Ichneumon 5 persuasorius; Apis centuncularis, bicornis, manicata, 00 violacea und A. pascuorum; Musca morio; Asilus ater; 1900 Bombylius major, medius, minor; Panorpa tipularia 1— u. s. w. beschrieben hat. Dd *) S. J. C. Fueßlin Verzeichniß der ihm bekannten wähnt Schweizerischen Insecten, Zürich 1775. 4. Obschon Waly dies kleine Werk nur den bescheidenen Titel eines Ver— 1 N zeichnisses führt, so enthält es doch Beschreibungen von Sl neuen oder anderwärts schlechtbeschriebenen Arten, mit. bemalten Figuren von sechs Arten, wovon noch keine gu⸗ nin. te Abbildungen vorhanden waren. Dies Werk ist die i Frucht von Nachforschungen des rn. Fueßlin und ver⸗ om schiedener schweizerischer Insectenliebhaber, die ihm ihre venn 0 Bemerkungen mittheilten. Was die Gegend um Genf 0e 90 betrifft, so hat sich Hr. Fueßlin einige Zeit in der Stadt Olt selbst aufgehalten, und sich auch meiner und der Gour⸗ fin gassischen Sammlungen bedient.(Herr Fneßlin hat seit⸗ Hstseh her wichtige Zugaben zu diesem Verzeichniß gesammelt, V und einen Theil derselben in seinem für alle Kenner der Manf Insectologie sehr nützlichen entomologischen Magazʒin unsen bekannt gemacht. Wir wünschen, daß ihm seine viehen ö Geschäfte vergönnen, dieses Werk noch! schich och lange fortzuse⸗ tzen. J. S. W.) ih peg Mn it einz Vier⸗ ery und im Kiser, wil eh Vacez 5Cabolet C. Sutct Hbanta ud ; ophim „mendiz Wini, leu. ala rubra; hneumon manicata, slus ater; tipularia bekannten Obschon eines Vr⸗ ungen von rlen, mit keine gu⸗ erk ist die n md ver⸗ ie ihm ihre um Genf der Stadt der Gour⸗ lin hat seit gesammel, Kenner der Maguin seile Helen je soshjse Veez⸗ Viertes Kapitel. 53 Viertes Kapitel. Verzeichniß und Beschreibung verschiedener in den Gegenden von Genf zerstreueten Geschiebe und Steinarten. §. 68. Einleitung. Di härtern und weichern Sandsteine, woraus der Grund unsers Sees und die Fundamente seiner Hügel bestehen, sind fast allenthalben mit abgerundeten Kieseln und Bruchstücken verschiedener Felsarten über⸗ deckt. Dieser Zweig der Naturgeschichte ist, wie schon er⸗ wähnt worden, einer der reichhaltigsten in unserm Lande. Aber außerdem muß ich mich hier noch darin ausführli⸗ cher einlassen, damit der Leser genaue Kenntniß von den lithologischen Kunstwörtern erlange, die in diesem Wer⸗ ke vorkommen: dem Unkundigen muß eine solche Erklä⸗ rung willkommen seyn, und den Kundigen werden die beym Lesen darauf verwendeten Augenblicke nicht gereuen, wenn ich so glücklich bin, durch genaue und auf Versu— che gegründete Kennzeichen verschiedene Steinarten zu bestimmen, deren Namen und Natur selbst noch zweifel⸗ haft scheinen. ö Inzwischen wird man hier weder ein weitläuftiges Namenregister, noch eine chymische Analyse von allen unsern Steinarten finden; meine Hinsicht geht haupt⸗ sächlich auf wohlbestimmte Unterscheidungszeichen, und ich werde mich vorzüglich bey unbekannten und solchen Arten aufhalten, worüber die Lthologen noch nicht wohl mit einander einig sind. D 3§. 69.• 54 Viertes Kapitel. §. 69. 0 Quarz. Dessen Kennzeichen. Er widersteht auch dem heftigsten Feuer. Abänderungen in seiner b0 ö Farbe. Fetter Quarz. i Einer unserer gemeinsten Kiesel ist der Quarz. mi Schon die Kinder kennen diese Steinart, zwar nicht nach(h ihrem Namen, der durch deutsche Bergleute ins Land ge⸗ Eaff kommen ist, sondern durch die blendende Weiße einiger Rac Arten desselben, und durch den Glanz, welchen diese Kie— smbt sel verbreiten, wenn man sie im Dunkeln stark aneinan⸗ der reibt. Sie sind sehr hart; und weit gefehlt, daß 1 der Stahl sie angreifen könnte, zernagen sie ihn. Die 5 Spitze eines wohlgehärteten Grabstichels läßt auf densel⸗ se ben, so wie das Bley auf dem weißen Papier, einen ö bläulichen Strich zurück. Auch geben sie am Stahl an⸗ Mi geschlagen lebhafte Funken von sich. Wallerius, der ch su Wiederhersteller der ächten Mineralogie,(den ich immer Haen nach der letzten Ausgabe von Stockholm 1772 in der ö Folge eitiren werde,) nennt diese Art Quarzum fragile 10 opacum.(Sp. 94.) NAA Ich habe die specifische Schwere dieser weißen Kie⸗ 90 6 sel aus unserm See untersucht, und mit dem destillirten Zin Wasser in Verhältniß von 2655 zu 1000 gefunden.—— Sie sind in den Säuren unauflöslich, und ohne Zu⸗ 10 satz im Feuer nicht schmelzbar. Ganze Stücke von die⸗ N sem weißen und reinen Quarz werden im heftigsten Feuer, am By. welches die Kunst hervorbringen kann), nur noch glän⸗ Ruentt sn zend 07 ˙) Der Ofen, dessen ich mich zu allen Versuchen in der Li⸗— thogeognosie bediene, ist nach Baume's Anleitung(s. des⸗ t sen Prolégomenes de chymie experimentale et raisonnee T. I. P. LXXXIV) gebaut. Man weiß nur von den Brennspiegeln oder Linsen von drey oder vier Schuh im Durchmesser, daß sie eine größere Hitze geben, als ein solcher Ofen, wenn er recht gebauet ist. tcan n i seiner der Ouagz ar nicht nch ins Andg⸗ Baie eii hen diese Ki⸗ ark aneinor— gefehlt, d ihn. Die auf denses pier, einen Etahl an⸗ erius, der Nichimmer 772 in der num fragil weißen Kie⸗ n destillirten gefunden. ind ohre Zu⸗ ücke von die tigsten Feue, ur noch gla⸗ chen in der l leitung(/ d⸗ e et Hallonnee nur hon den hier Eihch in eben, 8 E Geschiebe und Steinarten um Genf. 55 zend weißer, weil ihnen eine unzählige Menge kleiner Spalten, die darinnen entstehen, alle Durchsichtigkeit benehmen. Eben diese Ritzen machen durch ihre Abson⸗ derung der Quarztheile den Stein zerreiblich zwischen den Fingern: Beweis genug, wie wenig sie zum Schmelzen geneigt gewesen. Wenn sie aber zerrieben und mit schick⸗ lichen Schmelzzusätzen vermischt sind, kann man sie zum Stoffe der schönsten künstlichen Edelsteine oder Flüsse machen, wie ich oft versucht habe. Man muß zu die⸗ sem Gebrauche Kiesel auslesen, die vollkommen weiß und ohne irgend einen gelben oder röthlichten Fleck sind: denn diese Flecken kommen von Eisentheilen, welche leicht die Farben des Glases oder Emails verderben könnten, wenn sie in ihre Mischung kämen. Man findet auch Quarze, die ganz gelb, oder auch roth sind: beydes von den Eisentheilen, die sie ent⸗ halten. Man findet auch, aber schon seltner, ganz durchsich⸗ tige, wahrscheinlich Bruchstücken von Bergkrystall*), die durch die Bewegung des Wassers rund geworden sind. Ihre Schwere ist etwas geringer als beym undurch⸗ sichtigen; sie verhält sich zum reinen Wasser wie 26 52 zu 1000. Noch findet man auch Bruchstücke von Quarz, die am Bruche glänzen, und schmierig anzufühlen sind. Man nennt sie fettigen Quarz**. *) Crystallus montana, Waller. Sp. 102. *π) Quarzum pingue, Wall. Sp. 95. O 4 9H. 70. 56 Viertes Kapitel. §. 78. R0 Petrosilex Wallerii, oder Sorngestein Y, findet Hm sich in Kalkgebirgen. Wirkung des 6 Feuers auf ihn. ö Aun Unsere Gegenden sind nicht, wie die sächsischen, reich 5 an glänzenden Achaten, die eine schöne Politur anneh⸗ 6 R men; wir haben von dieser Art nur Steine von einem sehr groben Korn und dunkeln Farben, die aber am N Stahle Feuer geben, und sich von den Säuren nicht auf⸗* lösen lassen. Wallerius nennt sie Petrosilex aequabi- l lis.(Sp. 122.) Die gemeinsten sind schwärzlich; auch ann habe ich grüne gefunden. 60 Man trifft diese Steine in Nestern oder Mieren RI Pen (Nœuds), zuweilen aber auch in Schichten, in dem In⸗ sahut nern der Kalkgebirge an. Die abgefallenen Kiesel die⸗ ser Art, welche sich in unsern Gegenden antreffen lassen, O kleben oft noch an einer Portion kalkichter Materie, wor⸗ d U. in sie sich gebildet haben. Ost sind sie auch als schwar⸗ duast ze und harte Kerne in kalkartigen grauen Kieseln. Moai eingeschlossen*). Zuweilen sieht man auch welche durch Ncih die Him gr cgen &) Bergkiesel, Lapis corneus Germanorum, Hornstein. Cronstedts Mineralogie von Brünnich herausgegeben, §. 63.— Silex Petrofilex, Linn. Gmelins Linn. Mi⸗ 64 neralreich, Th. I. S. 578.— W. ö **) Man wird aus allem bisher angeführten leicht einsehen, daß wir unter dem Worte abgefallene, gerollte Kiesel dn nicht immer eigentliche Kiesel, d. i. glasartige Steine— verstehen; sondern überhaupt alle diejenigen abgerunde⸗ Hfosse ten Steine, welche Cailloux roulés heißen, bald kalk— aber aif bald thon⸗bald glasartig sind, und diejenigen Felsen Ddiee e ausmachen, welche Kieselmassen, in Helvetien aber Na— Alt 0 gelfluh und in England Paddingstones genenut werden. W. 20 ) Siehe unten§. 250. ein Beyspiel auf dem Berge Sa⸗ womit d leva. Eine gleiche Beobachtung hat de Saussure auch bökt bey den Felsen von Terni in Italien gemacht. Siehe siahz ei Rozier's Journal de Physique&c. 1776. I. 5. 26. W. sschen, ni litur aunh e von einem ie aber an n nicht auf & aequab. lich; auh er Nieren dem In⸗ diesel die⸗ en lassen, lerie, wor⸗ schwar⸗ Kieseln) Helche durch die Hornstein, ausgegehef Linn. M⸗ icht einschet, ollte Riesel tige Stlin abgerunde⸗ ballo falb ligen Fesen en aber N⸗ werden. W. Belge Ha⸗ assute auch ht Sch: 25. W. Geschiebe und Steinarten um Genf. 57 die Adern von weißem Kalkspath hindurch laufen, wel— cher mit der Säure braust und sich ganz damit auflösen läßt. Diese Adern durchschneiden sich in verschiedenen Winkeln. Man könnte beynahe sagen, die kieselartige Materie habe sich zusammengezogen, gespalten, und der Spath habe durch eine Krystallisation in ihrem Innern die entstandenen Ritzen auszufüllen getrachtet. Diese Arten von Horngestein oder Petrosilex, wel⸗ che, ihrer Härte ohngeachtet, einige kalkartige Grund— theile enthalten, worin sie gebildet worden, widerstehen dem Feuer nicht so, wie der Quarz und die eigentlich ge⸗ nannten Kiesel. Ich habe ganze Bruchstücke von schwar⸗ zem Petrosilex, welcher mit Adern von weißem Kalk⸗ spath untermengt war, einem heftigen Feuer ausgesetzt, in welchem die ganzen Stücke, ohne zwar gänzlich ihre Gestalt zu verlieren, dennoch beysammen geblieben sind. Die Adern von Spath wurden zu einem grünen fast durchsichtigen und ziemlich porösen Glase; die schwarze Materie des Petrosilex wurde grau, und zeigte unter dem Vergrößerungsglase einige Bläschen, die inwendig mit einem grünen Glase, dem von dem Kalkspathe ähnlich, überzogen waren. 5. 7̃. Schmelzbarer und warzichter Petrosilex. Wir haben auch eine Spielart von Petrosilex, Idie vollkommen zu einem braunen halbdurchsichtigen Glase geflossen ist, welches dicht war, und unten im Tiegel lag, aber auf seiner Oberfläche ein zellichtes Ansehen hatte. Diese Spielart ist sehr merkwürdig wegen einer gewissen Art von rundlichten Warzen, etwas kleiner als Erbsen, womit der Stein auf einigen Stellen seiner Oberfläche bedeckt ist. Diese Warzen sind grau, wie das übrige Ge⸗ stein; einige von ihnen aber werden gegen den Mittel⸗ D 5 punct 22—————,,——— 58 Viertes Kapitel. punet weißlicht. Ich sahe diese Spielart im Anfang für einen Blatterstein(Variolite) an: aber er ist am Bru⸗ che, an Härte, an Dichtheit und allen andern Kennzei— chen wie ein Petrosilex. Ich hatte die specisische Schwere dieser Art von Stein gefunden wie 2669, die von der Art mit Spath⸗ adern aber zum reinen Wasser wie 2699 zu 1006, weil letztere dichter ist. Beyde sind, wie man sieht, etwas dichter als der Quarz. Ich halte mich hier mit der Untersuchung über die Entstehungsart des Quarzes und Kiesels nicht auf, weil ich davon im Künftigen in meinen Schlußfolgen reden werde.) 5. 72. Jaspis.““) Seine Unterscheidungszeichen. Wenn der Jaspis vom Petrosilex sich durch seine Un⸗ durchsichtigkeit allein unterschiede, wie einige Lithologen vorgeben, so würde dieser Unterschied nicht zureichen, ei— ne eigene Steinart daraus zu machen, zumal da man verschiedene Silex und Petrosilex findet, die fast ganz undurchsichtig sind. Aber der Jaspis hat einen wesentlichen Unterschied, der selbst auf seinen Bestandtheilen beruht; das ist, daß sein *) Wer unterdessen die neuern Entdeckungen über den Ur⸗ sorung der Feuersteine und Jaspisse aus Thon wissen möchte, schlage folgende Autoren nach: Pallas Reisen durch Rußland Th. I. S. 15. 19. 20. 25. 260⸗262. 410. ꝛc. Born in Abhandl. einer Priv. Ges. in Böhmen, Th. I. S. 269. 270. 276. Th. III. S. 192. 193. Beckmanns phys. ökon Bibl. II. 351. VI. 236. Gmelins Linn. Mi⸗ neralr. I. 527. 584. u. a. m. W. ) Beyträge zur Beförderung der Naturkunde, Halle 1774. Th. I. S. 26. f. Cronstedt§. 64 und in der Anmerkung S. 78. W. 000 aache mangt Grund sit in gaate! Mnee dan shcht 05 in mem hl W ch, M 9be llb Hitsse denan heN Reht lechne Ecol V Kume wan in Ren A Mut Dunes 7 kut, u dange Mfarg fl st an Vul⸗ n Kennze⸗ r Mt em mit Suuth 10⁰⁰,„ Mil iht, eun g über de t auf, wel gen reden schen. he Un⸗ Mhologen Ureichen, ei al da man fast gatz nterid, u ist, doß seh iber den lW⸗ Thon wistn allas Massh 0⁵²⁰². 40⁰0 Böhmen, I, Beckmenns n lim M. Hall 17¹ merkuh Geschiebe und Steinarten um Genf. 59 sein Grundstoff eine Thonerde zu seyn scheint,) welche durch eine kieselartige Flüssigkeit, die oft mit Eisen ver— mengt ist, verhärtet worden. Eben diese erdartigen Grundtheile sind auch die Ursache, warum die Jaspisse fast immer am Bruche ein erdichtes Korn, und keine glatte und glänzende Oberfläche wie der Silex zeigen. Man rechnet zwar einige Steinarten unter die Jaspisse, deren Bruch dem von Silex gleicht: aber vielleicht ge— schieht es mehr dem eingeführten Gebräuche zu gefallen, als in Betracht ihrer Eigenschaften. Inzwischen muß man gestehen, daß die kieselartige Flüsstgkeit, womit die Bestandtheile des Jaspis verbunden worden, ihm ziem⸗ lich, wenn sie in Menge darin ist, das Ansehen von Si⸗ lex geben kann. Ueberhaupt entstehen durch die verschiedenen Ver⸗ hältnisse der Ingredienzen gemischter Körper zwischen den an einander angränzenden Arten so viel fast unmerk— liche Uebergänge, daß eine Zwischenart mit eben so viel Recht zu dem einen Geschlecht wie zu dem andern ge— rechnet werden kann; und hieraus entstehen sehr viele Schwierigkeiten in der Mineralogie. Wohlcharakterisirte Jaspisse geben sehr auffallende Kennzeichen ihres thonartigen Ursprungs; gar oft erkennt man in ihnen das thonichte Korn und seine wellenförmi⸗ gen Adern. In einigen Arten entdeckt man noch die Merkmale vom Austrocknen und Zusammenziehen des Thones, ehe derselbe noch von der kieselartigen Flüssig⸗ keit, welche ihim die Härte des Kiesels verschafft, durch⸗ drungen worden. §. 73. Rother Jaspis. Man hat bisher in unsern Gegenden nur zwey Ar⸗ ten von Jaspis gefunden. Die erstere enthält zwey Spiel⸗ *) Wallerius p. 305. 6⁰ Viertes Kapitel. ö Spielarten, die man zu dem Geschlechte bringen kann, welches Wallerins Jaspis unicolor rubescens(Sp. 137. Var. C.) nennt. Die eine hat vollkommen den Bruch einer feinen Boluserde; die andere nähert sich ein wenig D² mehr dem Silex: beyde sind sehr hart, und geben am udei Stahle viel Feuer. Die erstere ist dichter; ihre Schwe— sne re verhält sich zum Wasser wie 2663 zu 1000, da die whs zweyte im Verhältnisse nur 2552 beträgt: beyde sind, H wie man sieht, beynahe mit dem Petrosilex gleich dichte. d Bucs 8. 74. Hsaut Adrichter oder Bandjaspis. u, 3 Die zweyte Jaspisart, wovon Herr Rilliet ½) das 01 einzige Stück besitzt, welches man unter unsern abgerun⸗ 6 deten Kieseln gefunden hat, gehört zu dem Geschlechte, R welches Walierius(Sp. 138. Var. J.) Jaspis variegata H fasciata nennt.) Diese Steinart ist hell purpurfarben, mit flachen und parallelen Bändern von seladongrüner Farbe durch⸗ schnitten; ihr Korn ist auch thonicht, aber sehr fein, und 0 die Härte sehr beträchtlich. Hgheln 9. ½.. *) Herr Ami Rilliet, Mitglied des großen Raths in unse⸗ rer Republik, und ein einsichtvoller Liebhaber der Mine-⸗ 5 ralogie, welcher ein sehr schönes Cabinet in diesem Fache ö besitzt, hat mit vieler Sorgfalt die verschiedenen Arten von Kieseln gesammlet, welche sich in unserer Gegend fin— D den, und die Gefälligkeit gehabt, mir die Geschlechtsar— 29 ten mitzutheilen, die ich nicht selbst finden konnte. üchea Eben so viel Verpflichtung bin ich Herrn Tollot, dem sebstf Besitzer einer eben so interessanten Sammlung von Stei— nen und Mineralien, schuldig.— Auch Herr Bordena⸗ ve, welcher sich mit viel Fortgang mit dem Schneiden Bey und Poliren unserer Kiesel abgiebt, hat einige Arten auf⸗ path gefunden, die mir entgangen waren. maßli rτr) Perhards Beyträge zur Miner. Th. I. S. 147. Band⸗ am h. jaspis. Brückmanns Edelst. S. 105. Silex polyzonias Weig Linn. Gmelins Linn. Mineralr. Th. I. S. 594. W. gaph lhet ant, Wch. den Bruch ein wenig geben an re Schwe O, da die beyde sid, eich dicht, et) das abgerun⸗ schlechte, Hariegata üt flachen be durch⸗ fein, und 975 d in unse⸗ der Mine⸗ sem Fache men Arten Hegend fin⸗ schlechtsat. unte. ollot, delt bon Ethß ‚ Botd ena⸗ Schheben Rthhuf⸗ 450 ohronis 5½4½ W. Geschiebe und Steinarten um Genf. 61 * 75. Wirkungen des Feuers auf diese Jaspisse. Diese Steine widerstehen dem Feuer viel besser als der Petrosiler; vorzüglich der rothe verlor nichts in dem⸗ selben als seine Farbe, die sich fast ganz in eine weiße verwändelte: er behielt seine Winkel und sein inwendiges Korn, und blos seine Oberfläche verfirnißte sich. Der aderichte purpurfarbene litt schon mehr; die Bruchstücke behielten zwar ihre Gestalt, aber ihre Win— kel stumpften sich ab; ihre Theile zogen sich in etwas zu⸗ rück, und dies brachte in dem Steine Spalten hervor, welche mit den Adern oder Bändern desselben eine glei— che Richtung hatten; und als das Innere mit einem Vergrößerungsglase untersucht wurde, schien es, als wä⸗ re es durch eine Menge von Löchern gegittert. §. 76. Sie sind nicht magnetisch. Weder diese Jaspisse, noch der Petrosiler in unserer Gegend, bewegen die Mägnetnadel. 9. 77. Feldspath.) Sein Name. Bau seiner Kry⸗ stallen. Ihre Größe. Die Granite, davon unsere Gegenden viele Bruch⸗ stücke aufweisen, und die Porphyre, die sich zuweilen da⸗ selbst finden, enthalten gemeiniglich Krystallen eines Steins *) Bey den ältern Mineralogen vermißt man den Feld— spath entweder gänzlich, oder känn ihn auch nur muth⸗ maßlich und sehr unbestimmt heräussuchen; erst die Neu— ern haben denselben näher bestimmt. Man sehe hievon Weigel in seinen Anmerkungen zu Delisle's Krystallo⸗ graphie S. 180. 181. W. —————ꝛ— —*— III 6² Viertes Kapitel. Steins, welchen die deutschen Mineralogen Feldspath + nennen.). Diese Steinart besteht aus glänzenden Blättern von ugs rautenähnlicher oder auch rechtwinklichter Gestalt. Diese n Blätter liegen über einander, und bilden durch ihre An⸗ sila, häufung zuweilen Würfel oder Rauten, am öftersten hae aber viereckichte rechtwinklichte Prismen,*) von einer lum zwey⸗oder dreymal größern Länge als ihre Breite ist. 181 Einige von diesen Krystallen haben an einem, zuweilen an ihren beyden Enden eine oder zwey Kanten abge— n stumpft. Oft scheinen die Flächen dieser Krystallen der Länge nach in zwey gleiche Theile gerheilt: einer von die— biniß sen 0 *) Ich weiß nicht, warum Herr Demarest in seiner Ab⸗ in) handlung über die Vulcane, in den Mem. de l' Acad. des ful Sciences 1771 und 1773(s. Bernisches Mägazin Th. I. c St. I. und II.) den Feldspath, welcher in die Mischung der Granite kommt, spath fulible nennt. Der Stein, welchen alle Scheidekünstler und Mineralogen Flußspath nennen, ist gänzlich vom Feldspath unterschieden, von imn einer viel großern specifischen Schwere, und viel gerin⸗ 40 gern Härte; seine chymische Eigenschaften sind ganz ver— 10 schieden, und man hat ihn niemals im Granit gefunden. anfic S. die Mineralog. von Wallerius, Cronstedt, Valmont ps de Bomore u. s. w. scchede **) Die Feldspathkrystallen zeigen unter sich eine erstaunli— Hirl che Verschiedenheit, von welcher man viele Abbildungen itnah in der Abhandlung des Herrn Pini über den Feldspath gache sehen kann. Wallerius meynt, man finde denselben fast H immer nur in rautenförmiger Gestält; er führt auch nur Dim drey Arten davon an: Feldspathum 1) ruomboidale, su- Mi persicie plana, 2) minoribus erystallis coner ππ, 3) late- ribus striatum. Deligle in seiner Krystallogravhie führt nur allein die rautenförmige Art an. Pini hingegen theilt die ihm bekannten Arten des krystallisirten Feldspaths in dam in sechs folgende Ordnungen ab: 1) prismatische viereckig— te; 2)prismatische sechseckigte; 3)prismatische achteckig⸗ te; a) vieleckigte; 5) eyrunde;) rautenformige. Meé— moire sur de nouvelles crystallisations de Eeldspath&c. Nilan 1779. 8. cum fig. W. Hihppah latten von l Dise ihre N. n örterstn von einer Breite is „zuweiln nten abge stallen der æ von die⸗ seh seiner Ab⸗ Acad. des zin Th. I. Mischung A Stein, Flußspath jeden, von viel gerin⸗ ganʒ ber⸗ gefunden. Volmont ie erstaunli Ubbildungel Feldspath enselben fis het auch nut boldale, H um, 3) hal⸗ raphie fiht ngegen thelt dalbsaths u he Reckiz⸗ che chtecih⸗ obalhe. M. Eah 4 Geschiebe und Steinarten um Genf. 63 sen Theilen glänzt und schillert, da unterdessen der andre matt erscheint. Betrachtet man sie mit dem Vergröße— rungsglase, so sieht man, daß dieser Anschein von Thei— lung daher kömmt, daß die Blätter, woraus diese Kry— stallen zusammengesetzt sind, nicht auf beyden Seiten die gleiche Anordnung und Neigung haben: woher es denn kömmt, daß sie die Lichtstrahlen nicht unter einerley⸗ Win— kel brechen. In der Größe gehen die Krystallen der Feldspathe von zwey Zoll bis auf einen Punct herab. Zuweilen bilden die Blätter dieser Steine keine re⸗ gelmäßigen Krystallen, sondern sind verwirrt unter den ändern Grundtheilen zusammengesetzter Felsarten zer— streut, oder füllen die Ritzen und Klüfte derselben aus, und finden sich daselbst in Massen, die in diese Ritzen hineingeformt zu seyn scheinen. 9. 78 Unterscheidende Kennzeichen des Feldspaths. Der Feldspath gleicht, in Rücksicht auf seine recht⸗ winklichten oder rhomboidalischen Lamellen, aus denen er zusammengesetzt ist, den meisten Spatharten, unter⸗ scheidet sich aber von ihnen durch eine ungleich größere Härte. Er giebt am Stahle sehr lebhäfte Funken. Es ist nicht zu läuggnen, daß der Schlag vom Stahl ihn zu gleicher Zeit ausschürft: aber dies kömmt mehr von der Dünne der Lamellen, woraus er bestehr, als von einem Mangel ihrer Härte her. Er bräust nicht mit Säuren, wenn er nicht zufälli⸗ ger Weise mit Kalkerde gemengt ist, welches man bey dem unsrigen nicht wahrnimmt. 64 Viertes Kapitel. 9. 20. Seine specifische Schwere. 10 Ich habe in der specifischen Schwere verschiedener shligt! Feldspathkrystallen mehr als einen Unterschied wahrge⸗ umhul nommen. Einer dieser Krystalle von zwey Zoll in der Del Länge, den ich im Gevaudan gefunden habe, gab das Huel Verhältniß von 2 94ꝗ zu r1Oοο. Ein krystallisirter Feld⸗ eVl spath in den Granitklüsten von Semur wog 289643 und sct einer von eben der Art aus einem großen Granitstücke, un welches sich vom Montblanc losgemacht hatte, verhielt hust sich wie 2615 zu 1000. Diese letztere Art ist in un⸗ serm Lande und überhaupt in den Alpen die gemeinste, und wird von Wallerius(Sp. 91.) Spathum pyrima- Gunn chum album genennt, ist auch von einer milchfarbenen Rfind fast undurchsichtigen Weiße. Ueberdies finden sich auch 9 6 einige von verschiedenen andern Farben: rothe, falbe (fauve), grünlichte, und sogar auch schwarze. §. 80. und deg Verschiedene Meynungen über seine Natur. 11 ö Herr Sage*) betrachtet den Feldspath wie einen gn, Quarz; Wallerius) sieht ihn für verschieden davon an. ö Ich will hier, ohne mich weiter mit Untersuchungen, 2 die ich auf den systematischen Theil meines Werkes ver⸗ gakn. spare, aufzuhalten, nur beybringen, daß ich wahrgenom⸗ mzux men, daß auch der weißeste und reinste Feldspath, der⸗ bemt, gleichen unsre Granite enthalten, bey strengem Feuer sich nadeà in wasserfarbenes Glas verwandelt, dessen Durchsichtig⸗ 25 keit nur durch Bläschen trübe wird, die man aber ohne shen ö gut gewaffnete Augen nicht sehen kann. Die rothen und Enges. gelben di unt, I shliege Elëm. de Minéralogie docimastique T. I. p. 250. lummt. Am a. O. S. 208. verschient ied wahig⸗ Zoll indy be, gab dy lisirter geh E Hranitsüätz te, verhit t ist in un⸗ gemeinst, m pyrinn schfarbenen sich auch ache, salbe Jatur. wie einen den davon rsuchunge, Berkes vor vahrgenoh ospath, d. Heuer sc Nuchsihthe m aberohe uthenund Rben p. 30. * Geschiebe und Steinarten um Genf. 65 gelben Spielarten haben auch ein Glas gegeben, welches entweder vollkommen weiß, oder sonst ohne Farbe und voll erwähnter mikroscopischer Bläschen war. Der Stahl schlägt aus einem solchen Glase so gut Feuer, als aus dem härtesten Kiesel. Der Quarz verglast sich nicht unter einem gleichen Grade von Hitze. Die Schmelzbarkeit des Feldspaths, die Blasen, die sich bey seiner Schmelzung aufwerfen, selbst die Form seiner Krystalle, scheinen, wie auch Wal⸗ lerius dafür hält, die Beymischung einer Kalkerde zu beweisen.*) 9. 31. Granatsteine werden in verschiedenen Felsarten gefunden. Ihre Größe, Form, Farbe, Härte und Schmelzbarkeit; besondre Benennung; Wirkung auf die Magnetnadel. Es ist nichts gar seltenes, an den Ufern des Sees und der Arve Granaten zu finden: man findet sie aber nicht einzeln; sie sind in Müttern von verschiedener Art eingeschlossen, von denen wir in der Folge sprechen werden. Sie *) Diese Meynung zu bestätigen, zeigt Brünnich an, daß der Feldspath, öfters gebrannt und wieder gelöscht, zu Kalk werde. Mit Kalkerde ins Feuer gesetzt, bäcke er nur zusammen; fließe aber mit Thon. Seine Figur ha— be mit den Kieselarten nicht das geringste Uebereinstim— mende. Einige Gattungen schlägen auf einer Stelle Feuer, und auf einer andern brausen sie mit Scheidewas⸗ ser.— Seine Leichtflüßigkeit im Feuer hat Cronstedt schon längst an der grünlichen Spielart, und nach ihm Engeström an den übrigen bemerkt: eine Eigenschaft, die uns allerdings auf die Beymischung von Kalkerde schließen läßt, mit welcher die Kieselerde leicht in Fluß kömmt. Gmelins Linn. Mineralr. Th. I. S. 438. W. E 66 Viertes Kapitel. Sie sind nicht groß; die größten, die ich gesehen ha⸗ be, hatten nicht über fünf bis sechs Knien im Durchmes⸗ ser. Ihre Form ist ein irreguläres, in Rautenflächen sich endigendes Zwölfeck.) Ihre Farbe ist ein mattes Roth(rouge terne). Sie 6 sind in ihren kleinen Theilen durchsichtig; aber die Men— Be ge von Ritzen, wodurch diese Theile getrennt werden, wie 1 nicht minder die beygemischten heterogenen Materien R00 machen, daß sie undurchsichtig scheinen, und nicht kön⸗ 9h nen verarbeitet werden. l Sie sind sehr hart, geben am Stahle viel Feuer, bn und schmelzen leicht zu einem schwarzen undurchsichtigen bh Glase. Man könnte sie unter die Gattung bringen, welche uhg Wallerius(Sp. 112.) Granatus crystallisatus vulgaris üde nennt.) 01 Sie enthalten Eisen, von welchem sie wahrscheinlich W R auch ihre Farbe haben. Der Magnet kann sie zwar HAuß nicht anziehen: aber sie verrücken doch die Magnernadel. 0 Eisenhaltige Mineralien, in denen die der Attraction fä⸗ W higen Partikeln in zu geringer Menge vorhanden sind, 9000 um die Schwere derjenigen zu überwiegen, auf welche r der Magnet nicht wirkt, können vom Magnet nicht an⸗ gezogen werden: aber wenn man sie auf die Spitze, oder 1 zur Seite einer wohl aufgehängten Magnernadel hält, I so wenden sie dieselbe von ihrem Meridian ab. äel *) FRom de V Lole Crystallogr. p. 272.(nach der deutschen ül Uebersetzung S. 277.) af S *τ) Granati helvetiei dodecaëdri, Scheuchzeri Oryët. helvet. 11 p 166. Langii Hist. Lap fig. p. 24. Granatus crystallisa- tus dodecaẽdrus, Born Ind. foss. P. 31. e planis rhom- bu b boidalibus, P. II. p. 94. W. ö theltt §. 82. Här, 0 —— SEEE*— DSDSDSDSDSSDSSSSDSSSSSSSSSSe‚eE— ᷓDRDCDIDĩDIDIDCDDDCDDCDCDID‚DDEeeEll‚——..— geschen ba⸗ Duchnesß Uleffachen erne). Ci r die Mh, verden, wi Mhuterich nicht keh diel Feuer chsichtige n, welche yulgaris escheinlich àe dat agnetnadel. kraction fi⸗ nden snd, auf welche nicht an⸗ Spihe, det nadel hal, . er deutschh rybt. hehet 15 eryllall Lanis rhou- E Geschiebe und Steinarten um Genf. 67 §. 82. Schwierigkeit, wohlbewegliche Mägnetna⸗ deln zu bekommen. Es ist so schwer, sich wohlbewegliche Magnetnadeln zu verschaffen; und auch die, welche es noch am meisten sind, werden träge, wenn die Spitze der Spindel, die sie trägt, sich durch die Friction abstumpft: um deswillen glaubte ich, zu diesen Versuchen eine von der gewöhnli— chen Art abgehende Manier, die Nadeln aufzuhängen, annehmen zu müssen. Die, welche mir am besten gera⸗ then ist, findet sich so einfach, als leicht und sicher. Ich hänge einen magnetischen Stab im Gleichge⸗— wicht in seiner Mitte blos an einem Haar auf, welches zu drehen ich sorgfältig vermeide, und dem ich vom Wa⸗ gebalken bis zum Puncte, wo es fest gemacht wird, zum wenigsten eine Länge von neun Zollen lasse. In dieser Länge befestige ich dasselbe auf den Umkreis eines kleinen Cylinders, um den es sich aufrollen läßt, und welcher dient, es zu verkürzen, wenn die Feuchtigkeit es verlän⸗ gert, und es nachzulassen, wenn Trockenheit es zusam⸗ menzieht. Ich habe herausgebracht, daß ein Balken von drey Zoll neun Linien in der Länge, und durch und durch zwey Linien in der Dicke, auf beschriebene Weise aufgehängt, aus einer größern Entfernung den Eindruck eines eisen⸗ haltigen Minerals annimmt, als ein ähnlicher, den man auf die Spitze des feinsten und bestgehärtetsten Stahls legt. Der so aufgehängte Magnet ist auch so beweglich, daß ich ihn in einer Kapsel verschließen muß, um ihn vor der Erschütterung zu bewahren, die ihm die Luft mit⸗ theilt. E 2 Ein Jch zweifle nicht, daß diese Art, die Magnetnadel aufzu⸗ hängen, nicht sehr nützlich seyn sollte, um ihre täglichen Abweichungen zu bemerken. —— 68 Viertes Kapitel. Ein gläserner Schieber, den man von unten nach oben bewegen kann, öffnet und schließt diese Kapsel. Man i hebt ihn ein wenig in die Höhe, um bey dem Balken die Körper, deren anziehende Kraft man erforschen will, an⸗ Woml zubringen. ö Stoh Y. 32. Von der Schwierigkeit, die Wenge des Eisens in aal einem Mineral durch den Magnet zu wi schätzen. 10 Ich dachte, man könne diese anziehende Kraft mes⸗ in sen, und vermittelst derselben die Menge anziehbaren Ei⸗ 00 sens, welches ein gegebenes Stück von einem Mineral 3 enthielte, wiffen; und es wäre zu diesem Zwecke genug, die Distanz, in welcher dies Mineral anfieng auf die Han Magnernadel zu wirken, mit der Distanz, nach welcher ing ein Stück Eisen von einer bekannten Form, Größe und 1 Schwere auf eben dieselbe zu wirken anfängt, zu verglei⸗ 9 chen. Zwey Hindernisse vereitelten aber diese meine nit Meynung. Das erste besteht darin, daß die Gesetze, nach welchen die magnetische Kraft in verschiedenen Entfer⸗ fin nungen abnimmt, noch nicht wohl bestimmt sind. Herr 10 Lambert glaubte, nach sehr sinnreichen Beobachtungen in und Betrachtungen, diese Kraft stünde mit dem Qua— drat der Distanzen in umgekehrtem Verhältnisse. Allein sehr genaue Versuche, die ich mit einem neuen Magne⸗ tometer angestellt, und im zweyten Bande dieses Werks 90 beschreiben werde, scheinen zu erweisen, daß, unter übri⸗ 10 gens gleichen Umständen, man sich die magnetische Kraft In mit oder zu keiner Wirkung in der Ferne proportional 5r denken darf. ä yte Das zweyte Hinderniß ist die Betrachtung der Mas⸗ 6. sen und Austheilung der Eisentheilchen in einem gegebe⸗ I5 nen Raume von Materie. Diese Betrachtung stellt un⸗ as überwindliche Schwierigkeiten dar, zum wenigsten solche, unt die 6 ken lach l. Mu olken die will h isens i zu aft mes⸗ aren Ei⸗ Mineral genug, auf die welcher ohe und erglei⸗ se meine e,nach Entfer⸗ Herr tungen m M⸗ . Alein Magne⸗ 5 Werks ster ubri che Rras Portionl der Ms⸗ m 90 cgbe⸗ sl uhe fenßsche, di Geschiebe und Steinarten um Genf. 69 die nur durch eine Reihe von zahlreichen und äußerst ge⸗ nauen Versuchen zu heben sind. Der Ursprung dieses Hindernisses liegt in der Kraft, womit das Eisen dem Eindringen des mägnetischen Stroms widersteht. Dieser Widerstand ist Ursache, daß die äußern Theile einer Eisenmasse die innern beynahe ganz vor der Wirkung dieses Stroms sicher stellen, so daß zwey ungleiche Eisenmassen auf den Magnet wirken, und zwar in einer Beziehung, die sich mehr der von ih⸗ ren Oberflächen oder den Quadraten ihrer Durchmesser nähert, als in der auf ihre Massen oder die Quadrate von eben diesen Durchmessern.“) E 3 Es Herr Daniel Bernoulli hat dieses Verhältniß zwischen den Kräften verschiedener künstlichen Magneten von glei— cher Form, an denen aber die Größe verschieden war, gefunden. Er hat diese nie gedruckte Bemerkung Herrn Trembley in einem Briefe von Basel den 7 Octob. 1775 mitgetheilt. „Jedermann weiß,“(sagt dieser große M athemgtikver⸗ ständige,) v»daß die kleinen Magneten, welche in Absicht „auf ihre Güte zu einer gleichen Klasse gehören, beträcht⸗ „lich mehr Kraft besitzen, als die großen im Verhältniß ihrer Schwere haben. Aber vielleicht weiß män die „Regel noch nicht, die ich auf viele Versuche gründen zu „dürfen glaubte, um die Kräfte verschiedener ganz ähn⸗ „licher Magneten, die nur durch ihre Masse oder viel— „mehr Größe von einander abweichen, zu vergleichen. „Die künstlichen Magneten sind zu diesem Versuche sehr „geschickt. Herr Dietrich, ein Künstler unserer Stadt, „hat deren eine große Menge verfertigt, und ihnen die „Form eines Hufeisens gegeben. Er hat ihre Kraft un— „tersucht, und mir die Resultate seiner Untersuchungen „mitgetheilt. Ich habe immer gefunden, daß ihre absolute „Kraft in einem mit dem durchweniger als anderthalb mul— ytiplicirten sous sesquipliquée) Datum ihres Gewichts „vassenden? Verhältniß zunahm; nämlich, wie die Cubic⸗ »„wurzeln der Quadrate des Gewichts, oder im Verhölt⸗ »niß mit ihrer Oberfläche. Nach dieser Regel acht⸗ 70 Viertes Kapitel. 2 Es folgt hieraus, daß, wenn es Mineralien giebt, 05 ö deren Eisentheilchen nicht sehr zahlreich, und so zerstreut H sind, daß Zwischenräume sich dazwischen befinden, durch welche der magnetische Strom dringen kann, letzterer auf die innern Theile wirken wird, und also dergleichen 2 Mineralien die Magnetnadel nach Verhältniß ihrer Massen anziehen werden, oder doch zum mindesten in ei— nem Verhältnisse, welches sich von dem in ihren Ober⸗ 0 flächen entfernen wird. Also wird überhaupt ein min⸗ imhn derhaltiges Mineral in einer Beziehung wirken, wodurch f es sich dem Verhältnisse der Massen mehr nähert. Was 1000 für ein Gesetz aber für diese Progression sey, ist noch nicht hachmn durch Erfahrung bekannt. fin Inzwischen kann man sich damit begnügen, daß man auf Hl die Abstände bemerkt, in welchen eine gegebene Größe nosctz einiger zur Beobachtung gewidmeten Steine anfängt, uuein die Magnetnadel zu verrücken. Ich messe diesen Ab⸗ 1hh u stand mit einem Tangenten des Zirkels, welchen die 5 Nadel beschreibt; indem ich von dem gegen den zu un⸗ l tersuchenden Stein gerichteten Rande der Nadel anfan⸗ mist ge, und bis zur Oberfläche des Steins, welche der Na— Ma del am nächsten ist, fortfahre. Und damit man die an⸗ 9ν ziehende Kraft verschiedener Mineralien mit der Kraft Ige I des bloßen Eisens vergleichen könne, so merke ich an, aneufN daß ein Cubus geschmiedeten Eisens, einen halben Gran H0 s. chwer, delmE amto »achtmal schwererer Magnet nur viermal mehr Gewicht. „Eine einzige Grunderfahrung ist also zureichend, um »die Kraft von allen Magneten, die unser Künstler aus⸗ „arbeitet, zu bestimmen. Der Magnet, den ich gebraucht »hatte, war einer von fünf Sols(54 Unzen), und trug „eilf Pfund, und ich war ziemlich zufrieden mit diesem I „Resultat, nachdem ich die Wirkung einiger von Straß— me de »„burg erhaltenen Magneten untersucht hatte. Die elektri⸗ eigesns „schen Kräfte schienen mir eben dies Gesetz anzuneh⸗ hhrng vmen.“ en geb, Rastraut en, durch lehtere rgleiche siß ihin ten in e⸗ en Obar ein mim wöodurch l. Was ch nicht aß man Große fängt, n W⸗ Hen die 1 zu un⸗ Hanfan⸗ der Na⸗ die an⸗ er Kraft ich oh, en Gran shor Getbicht end/ M stler aus⸗ gebruch uld ttug nit ditsen Ettaß⸗ N tti anunch⸗ Geschiebe und Steinarten um Genf. 71 schwer, auf meine Magnetnadel in einer Distanz von acht Linien und einem Viertheil zu wirken anfängt. F. 84. WMagnetische Kraft unserer und der orienta⸗ lischen Granaten. Einer von unsern Granaten also, von fünf Gran am Gewichte, welcher von seiner Mutter abgelöst war, fieng schon an auf gedachte Nadel in einem Abstande von drittehalb Linien zu wirken. Ich habe denselben glü⸗ hend gemacht, Wachs darauf geworfen, und so einigen seiner äußern Theile das Brennbare wiedergegeben, wor⸗ auf er dann schon in einer Entfernung von drey Linien und einem Viertheil auf die Magnetnadel wirkte. An⸗ dere Granaten von gleicher Art, auf gleiche Weise un⸗ tersucht, haben fast ähnliche Resultate zum Vorschein gebracht. Man wundert sich nicht, in unsern unreinen und fast undurchsichtigen Granaten Eisen zu finden, welches der Magnet anzieht: aber vielleicht erstaunt man, daß die gleiche Erscheinung an orientalischen rothen, pommeran⸗ zengelben und violetten wahrgenommen wird. Ich habe einen syrischen Granat, zehn Gran schwer, von der größ⸗ ten Schönheit und Durchsichtigkeit, der die Magnetna⸗ del merklich in Bewegung setzt, wenn sein Rand zwey Linien vom Rande der Magnernadel entfernt ist. F. 55. Granaten in Massen. Ich habe auch Kiesel gefunden, in denen die Mate⸗ rie der Granaten in kleinen nicht krystallisirten Nestern eingesprengt ist: man kennt alsdann diese Materie an ihrer mattrothen Farbe, an ihrem Bruche, der dem vom E 4 kry⸗ ö 7² Viertes Kapitel. ö krystallisirten Granat gleicht, an dem Glanz und der 1 Durchsichtigkeit ihrer kleinern Theile, an ihrer großen.. Schwere, Härte, Schmelzbarkeit und Wirkung auf die Magnetnadel. Wallerius hat diese Art(Ip. I10.) söl Granatus rudis genennt. Man könnte sie Granatstein, sie r „Granatberg(Erenat en masse) nennen.“). 7 §. 86. Cin Schörl. ain I0l Der Stein, den die Mineralogen Schörl oder 6H Schorl r) nennen, findet sich, so wie die Granaten, Rm& mit verschiedenen Steinarten gemischt, zeigt aber sowohl aft in seinen Farben als in seiner Gestalt eine größere Ver⸗ EH schiedenheit. Euhz Einige Systematiker, wie Wallerius, Rome' de l I'Isle und Sage, haben diesen Stein in die Klasse der OWll Basalte gebracht. Man weiß, daß die neuern Natur⸗ Rd sorscher jetzt fast alle den Namen des Basalts Materien a geben, die, nachdem sie durch das Feuer der Vulcane ö geschmolzen worden, beym Erkalten regelmäßige For⸗ ö men angenommen haben, und bald als prismatische Säu⸗ R len, bald als Kugeln mit concentrischen Schalen, bald—7 wiederum als flache Tafeln, die unter einander gleichlau⸗ fend R *) Granatus particulis granulatis, sigura indeterminata. 15 0 Cronstedt§. 69. W. Obh ) So nennt ihn auch Herr de Faujas in seinem Werk Auumot über die Vulcane. Dieser berühmte Naturforscher hat dkm in seiner Schrift eine Abhandlung über diese Steinart ö 5 gemacht, worin er mit der großten Genauigkeit die größ⸗ d te Menge von Gattungen und Spielarten derselben be⸗* schreibt, und mit eben so viel Richtigkeit als Tiefsinn ö shon verschiedene interessante hieher gehörende Fragen unter— e d sucht. Seine Arbeit überhebt mich inzwischen der Mühe noch nicht, hier die Kennzeichen der unserm Lande eige⸗ ö nen Arten anzugeben. jud der rer guoßen ihng aaf o) anatse, hötl odet Hranaten, ber shwohl Pere Ver⸗ lome de Hasse der in Natot⸗ Meelten Vulcare Hige For⸗ sche Sau⸗ en, bald geichlau⸗ fend terminatz, nem Weil rscher hat Stlinatt t die groh⸗ selben he Affan un ulter dek Muhe donde eig⸗ Geschiebe und Steinarten um Genf. 73 send sind, erscheinen. Da die chymische Analyse unse. rer abzuhandelnden Steinart fast eben die Producte giebt, wie die Basalte, auch oft die Farbe derselben an sich hat, und einige von den Gestalten der wahren Ba⸗ salte erhält, so hat man geglaubt, sie mit einander in eine Klasse stellen zu dürfen. Da aber ein sehr wesentlicher Unterschied diese zwey Steinarten von einander absondert, indem die eine Art beständig ein Werk des Feuers ist, und die andere sich in Körpern befindet, die niemals die Einwirkung dessel⸗ ben empfunden haben: so muß man, glaube ich, den Namen Basalt den Laven geben, die sich im Erkalten auf eine regelmäßige Art gespalten haben; Schörl aber eine harte, glänzende, krystallisiete, schmelzbare, in den Säuern zum Theil, aber ohne Aufbrausen, auflösliche Steinart heißen, die sich ursprünglich in den primitiven Bergarten findet, und welche das Wasser zuweilen auch in den Steinen der angehäuften, Berge(pierres secon- daires) gebildet hat. . 7. Der Schörl soll und kann nicht Gabbro genennt werden. Herr Desmarest hat wohl eingesehen, daß der Na— me Basalt sich nicht für den Stein schicke, womit wir uns jetzt beschäftigen, und hat ihm dafür den Namen Gabbro ertheilen wollen, der, wie er sagt, im Mieder— Limousin und einigen andern Provinzen Frankreichs bekannt ist /). Aber ohne Zweifel hat er nicht daran gedacht, daß die italienischen Naturforscher den Namen Gabbro schon lang einer davon ganz verschiedenen Steinart ge— ben, die zu den Topfsteinen und Serpentmen gehört. E 5 Diese Acad. des Scienc. 1773. p. 6¹7½. 74 Viertes Kapitel. Diese Art ist in Italien sehr gemein, und hat selbst ih⸗ Hfl ren Namen mehrern Dörfern mitgetheilt, die auf Ber— hdan gen von diesem Steine gebauet sind). Nun kann Rd man aber nicht zweifeln, daß der Gabbro, wovon hast v Targioni redet, nicht ein wirklicher Topfstein sey: erst⸗ h lich um der Beschreibung willen, die er davon mittheilt; HI 5 hernach wegen der bekannten Arten, die er beschreibt, wie dan das Verde oder Serpentine di Prato, der Galaktit u. s. f. in d und endlich zufolge der Synonymen aus andern Autoren, uufls die er anführt. Außerdem habe auch ich zwey von den H00 Dörfern besucht, die er in der angeführten Stelle nennt; br ich habe sie, wie er sagt, auf Hügeln, die aus verschie⸗ hn denen Topfsteinen bestunden, gebaut gefunden.—1 H Ich werde daher den unter den Deutschen angenom⸗ Ruhes menen Namen Schörl beybehalten, weil er nun be⸗ tn En stimmt und den Naturforschern bekannt ist. Ctista —— Aeußere Kennzeichen des Schörls. Seine Wfuh Farben. Brystallisirte Arten. uu Diese Steinart ist so mannichfaltig in Farbe und Ge⸗ HA stalt, daß ihre allgemeinen und äußern Kennzeichen sich uutz siz nicht leicht bestimmen lassen. nt an Die Farben sind überhaupt Nüancirungen von Grün, Dal Gelb, Schwarz, oder Dunkelbraun, welches ein Gemi⸗ Buche sche von diesen verschiedenen Farben ist. Schon viel sel⸗(bas h ö tener am St „Es finden sich in Toscana viele Gebirge von dieser Rllgöt „Steinart; daher ist auch der Name Gabbro so bekannt, „daß von ihm alle die Namen der Castelle und Dörfer 5) Nan „sind hergenommen worden, die auf die Abhänge solcher Arysi „Berge gebauet sind, wie zum Beyspiel, Gabbro, la 0 C „Gabbra, il Gabbreto, u. s. w.“ Targioni Relazioni d'aleuni viaggi fatti in diverse parti della Toscana, Edit. 2. T. II. p. 432.(Man schlage auch Ferbers Briefe aus Welschland nach, wo er an verschiedenen Stellen von dem Gabbro redet. W.) sbst h⸗ auf Bei lun karn „wobon sey: ast mitheit; keibt, wie tit u. sf Authren, bon den e nennt; erschie⸗ Ngenom⸗ nun be⸗ Seine und Ge⸗ chen sich onGrün in Gemi viel ses tenet hon dieste bekannt, Döfer ige soche abbto, 6 Beletioni n, blt 16 Dife Ettlla Geschiebe und Steinarten um Genf. 75 tener findet man diejenige Schörlart, welche weiß ist und eine dem Bergkrystall gleiche Durchsichtigkeit besitzt. Die Hauptformen der Krystalle dieser Steinart sind meist vollständige sechseckige Prismen, welche entweder in Pyramiden, oder in senkrecht zu ihrer Axe sich ver⸗ haltende Flächen ausgehen. Zuweilen sind alle Kanten dieser Prismen gleichsam wie abgeschlagen; zuweilen auch eben die Prismen so zusammengedrückt, daß sie recht⸗ winklichten Platten gleichen. Man findet auch Schörl in Form der Granaten, oder unregelmäßiger Zwölfecke, oder andrer Polyedern, die sich in geschobenen Vierecken endigen. Bisweilen sind auch, so wie in den Prismen, die Kanten dieser Vielecke durch Flächen abgeschnitten. Noch eine sonderbare Merkwürdigkeit an vielen krystalli⸗ sirten Schörlarten sind seine unter sich gleichlaufende Streifen, die die Flächen der Krystallen wie mit Fur— chen überziehen. Oft dient schon dies Kennzeichen, sie kennen zu lernen. Endlich sieht man auch Schörl na— delförmig krystallisirt, so daß die Nadeln in einigen Ar⸗ ten wie die Halbmesser eines Zirkels aus einem gemein— schaftlichen Mittelpunkte auslaufen; in andern sind sie unter sich parallel; und abermals in andern liegen sie ver⸗ wirrt auf einander). Der Bruch aller dieser Krystalle ist glasicht, dem Bruche des Bergkrystalls ziemlich ähnlich. Sie sind etwas weicher als Krystall, und geben inzwischen doch am Stahle Feuer. Aber ihre specifische Schwere ist viel größer als beym Krystall*½). *) Man schlage hierüber Weigels Uebersetzung von Delisle's Krystallographie nach, S. 267⸗271. W. *) S. F. 69. und 99. §. 89. 60 76 Viertes Kapitel. §. 89. uuh; Schörl in Massen. 109 In unkrystallischen Massen 5) ist er viel schwerer hn 0 zu kennen; inzwischen dient seine Schwere, einige glän— 2 Kukt zende Partikeln am Bruche, die Härte, welche zwischen Rhe dem Silex und Kalkstein das Mittel hält, und gewisse Whsh nicht wohl beschreibliche Charaktere, die einem geübten ausche Auge sogleich auffallen, dem Lithologen, ihn von ähnli⸗ ghlaht chen Geschlechtern zu unterscheiden. 0 Hrol 8 0. 90 Chymische Charaktere vom Schörl. 1.— Seine chymische Kennzeichen sind noch viel ent— Ssh scheidender. Wenn er nicht zufälligerweise mit Kalk⸗ dn theilen sich gemischt findet, so braust er nicht mit den iun Säuren, und läßt sich doch im Feuer oder der Wärme bug durch die mineralischen Säuren größtentheils auflösen. Moh Salpetergeist, welcher mit von ihm aufgelösten Schörl— nocht theilchen gesättigt ist, wird zu einer Gallerte, wenn man Hin zerflossenes Weinsteinsalz in denselben gießt. Diese Ei— 1 l genschaft kömmt von der Mischung der Magnesia, oder um Basis des englischen Salzes, und von der Alaunerde 0Vu her, welche beyde Bestandtheile dieser Steinart sind. au Die gleiche Mischung, in Vereinigung mit einer 15 Quarzerde und Kalkerde, ist die wahrscheinliche Ursache Mch der vollkommenen Schmelzbarkeit vom Schörl. Schon zu, 6 bey mittelmäßigem Schmelzfeuer verglast er sich zu einer la schwarzen dichten Masse. der N Alle Schörlarten in den Gegenden um Genf wirken auf die Magnetnadel, und sind also eisenhaltig. sün Im neunten Bande von Boziers Journal de Phy- Ne G1 sique steht eine Abhandlung von Herrn Monnet, wor⸗ siner in W⸗ ihm o ) Pasaltes solidus, Wall. Sp. 148. bez dil shwer einige gla, sche wischn und gewist em geübten von ahns⸗ l, viel ent⸗ nit Kalk⸗ mit den Wärme 5 auflosen. en Schöl wenn man Diese Ei⸗ esia, oder Mauneide art sind. mit einer he llsach . Schmn ich zueint enf wicken 0. l de shy⸗ net, wol⸗ I Geschiebe und Steinarten um Genf. 77 in er die Resultate von Analysen verschiedener Schörlar⸗ ten mittheilt*). Er hat alle die Grundtheile anerkannt, die ich ange— geben habe. Der einzige, wovon er nicht spricht, ist der Kalktheil; ich habe mich aber seines Daseyns in al— len denen Steinarten unsers Landes versichert, die ich untersucht habe, und selbst in einem Stück schwarzen vul⸗ canischen Schörls, den ich mit aus Auvergne zurück⸗ gebracht. Der ) Herr de Faujsas, welcher ein Probestück des Steins ge— sehen hat, der den Hauptgegenstand der Monnetischen Abhandlung ausmacht, glaubt, es sey ein Asbest und kein Schörl gewesen.(Recherches sur les Voleans p. 93.) Ich habe kein solches Probestück gesehen, glaube aber, aufs Wort des Herrn de Faujas, dessen Arbeiten mit dem Schörl ihn als einen Kenner davon darstellen, und selbst auch in Rücksicht auf die Monnetische Beschrei— bung, hauptsächlich aber in Betracht der reichlichen Magnesie, die er daraus zog, daß es wohl ein Asbest möchte gewesen seyn. Herr Wonnet bringt am ange— führten Orte die Analysen von verschiedenen andern Schörlarten bey, die weniger Magnesia geliefert haben, und sehr wohl mit den Proben übereinstimmen, die ich selbst mit Steinen dieser Art vorgenommen habe. **) Ich nahm ihn zwey Meilen von Clermont von einem vulcanischen Hügel, la CTChana genannt. Man findet diese Steinart daselbst in Form großer schwarzer sechs— eckiger Krystallen, ganz frey und zerstreuet in der Er— de; einige, halb durch die Wirkung des Feuers geschmol— zen, zeigen abgestumpfte oder abgerundete Winkel, da andere im Gegentheil dieselben noch ganz vorweisen. Herr Mussier, Apotheker zu Clermont, ein großer Na— turforscher und Scheidekünstler, hatte die Gefälligkeit, mich auf diesen Hügel, wie auch in verschiedene andre interessante Orte um Clermont zu führen. Er hatte auch die Gütigkeit, mich mit mehreren schönen Stücken aus seiner Sammlung von auvergnischen Naturalien zu be⸗ schenken. Mit Vergnügen ergreife ich diese Gelegenheit, ihm öffentlich meine Hochachtung und Verpflichtung zu bezeugen. Viertes Kapitel. Der Beweis davon ist so sicher, als leicht. Ich siede Salpetergeist auf gepülvertem Schörl ab, seihe ei⸗ nen Theil dieses Decocts durch, thue ein wenig destillir— tes Wasser dazu, tröpfle etwas Vitriolöl auf diese Mi— schung, und in Zeit von 12 bis 15 Stunden bildet sich in derselben eine sehr beträchtliche Menge nadelförmiger Krystallen, aus einem Selenit, welcher aus der der Sal⸗ petersäure durch die Vitriolsäure geraubten Kalkerde besteht. 78 §. 9r. Steinarten, worin man ihn findet. Der Schörl ist sehr gemein in den abgerundeten Kie⸗ seln unsers Sees und der Hügel um ihn herum; aber er wird selten ganz rein angetroffen. Zuweilen ist er eine Mutter von andern Steinen, zum Beyspiel von Granaten, ein andermal selbst in srem⸗ de Mütter eingesprengt, wie in Quarz, Feldspath, und in den aus beyden Arten gemischten Graniten. Oft läuft er auch adernweise durch Kiesel von verschiedener Gat— tung. Man findet ihn auch häufig mit Hornstein, und endlich nicht minder mit Kalkspath gemischt. §. 92. Prismatischer sechseckiger Schörl. Hier muß ich doch, obschon ich von allen andern Schörlarten besser unten reden will, zwey merkwürdige Gattungen nicht übergehen. Die eine ist in sechsseitigen Prismen krystallisirt, welche sich in senkrecht zu ihrer Axe verhaltenden Flächen endigen). Diese Krystallen sind schwärz, in einer weis⸗ sen Felsart eingeschlossen, davon der Grund ein mit Glim⸗ ner(Mica) und Quarz gemischter Feldspath ist. Sie gleichen *) Basaltes erystallisatus, Waller. Sp. 150. r 0. Insel hio, sart srihe Oed Lls h U daw tentdj asle f RrE sugte⸗ I mel lgle shniß Echbi leh, zu benih Rkech, cb, sihez denig destlk. auf die M. n bidetsh zadelförmy der der Ei ten Kalkech indet. Kundeten Kis tum; aber er n Steien, sabst in srem⸗ Iospath, nd n. Oft lus Ndener Gdt rysthoin, und höll. allen anden merkwüdte m kipstolt, nden Fchn in et uus ein nola athi Ei WU Geschiebe und Steinarten um Genf. 79 gleichen vollkommen denen, welche man so häufig in den vulcanischen Materien antrifft; und ihre Existenz in obi⸗ ger Felsart, die sicherlich die Wirkung des Feuers nicht erfahren hat, zeigt deutlich den Irrthum derer, die be— haupten, aller Schörl sey durch unterirdische Feuer ent⸗ standen). §. 93. Irrthum, welchen diese Schörlart veran⸗ lasset hat. Dieser Irrthum ist aber nicht der einzige, wozu diese Krystallen verleitet haben. Herr Canonicus Ricu⸗ pero, der nämliche, welchem Brydone in seiner in⸗ teressanten Reise durch Sicilien und Malta gerechte Lob⸗ sprüche ertheilt, sagte mir 1773 zu Catanea, daß am Ende der Ausbrüche der Aetna eine Menge Schwefel⸗ kies(Pyrites) ausspeye. Dies Factum schien mir nä⸗ here Untersuchung zu verdienen, weil es dienen konnte, den wahrscheinlichsten Begriff über den Ursprung des un⸗ terirdischen Feuers zu berichtigen, nämlich daß es von einer freywilligen Entzündung der in den Eingeweiden der Erde aufgehäuften Schwefelkiese komme. Ich ver⸗ langte also diese Schwefelkiese des Aetna zu sehen; aber zu meiner Verwunderung zeigte mir Herr Bicupero länglichte sechseckige Krystallen, am Bruche glasicht, schwärzlich, halbdurchsichtig, die gar in nichts einem Schwefelkies glichen, und vielmehr Zeichen an sich hat⸗ ten, zu der Steinart zu gehören, wovon wir reden. Ich bemühte mich, dem Herrn Canonicus den Irrthum je— ner Benennung zu zeigen; da ich aber keine Präliminar⸗ kenntnisse bey ihm fand, so war es mir nicht möglich, ihn zu überzeugen, so daß ich glaube, daß, wenn seine Natur⸗ ) De Fanjas a. a. O. S. 103. ff. wo umständliche Nach⸗ richten und Untersuchungen über den Ursprung des Schörls zu finden sind. 8⁰ Viertes Kapitel. Naturgeschichte des Aetna, woran er arbeitet, in den He Druck kömmt, man lesen wird, daß der Aetna Schwe⸗ f felkies auswerfe). Die Furcht, dieser Irrthum möch⸗ Iim te sich fortpflanzen, hat mich veranlaßt, desselben hier Cuhh; zu gedenken: denn meine Absicht ist gar nicht, der Hoch⸗ gHzg/ achtung etwas zu benehmen, die man diesem sonst eifrig Nldie für die Aufnahme der Naturgeschichte besorgten vortreff⸗ ri Kehe lichen Manne mit Vergnügen schuldig ist. Es giebt mde aber Studia, bey welchen der Eifer noch nicht alles macht; auen. es ist unmöglich, ohne Lehrer, und fast ohne Bücher ein Mineraloge zu werden, und nichts läßt sich in der Na⸗— turgeschichte minder durch Erräthen herausbringen, als Namen. Pũ. 6 11 Bhomboidalischer Schörl. W0l Eine andere Steinart, die ich glabbe zum Schörl Wahalt rechnen zu müssen, ob sie vielleicht mit eben so viel Recht Röhl; zu den Granaten gehört, ist von Herrn Tollot gefunden thalth worden. Dieser schwere und dunkelgelbe Stein scheint roch c6 aus einer Menge von Krystallen zusammengesetzt zu seyn, Enur. davon die meisten nicht wohl charakterisirt sind, einige Hlurheg aber sich freyer und durchsichtiger zeigen, und ihre Form u n leicht zu erkennen geben. Es sind geschobene Vierecke War oder Rhomboiden, die sich mit sechs gleichförmigen und Paragre ähnlichen Rauten endigen. Die zwölf Kanten von je⸗ fimnte,! dem dieser Rhomboiden sind abgeschnitten, und endigen sich in Flächen von länglichter sechseckiger Gestalt. Die⸗ se Krystallen, deren größte kaum mehr als eine Linie Hon oder anderthalb im Durchmesser haben, besitzen vollkom⸗ men die Farbe des Hyacinthen. Ihre Zwischenräume* sind mit einer Materie angefüllt, die vom Gelben ins l Grün⸗ ) Eben diesen Irrthum hat auch P. della Torre in seiner 9*5 Beschreibung des Vesuvs begangen, und die Schörl⸗ granaten für Markasiten ausgegeben. W. tek, in den tna Schwoe hum näc⸗ selben hir der Hah⸗ sonst eth en dorttefé Es gitt les magh Bücher ein der Na⸗ igen, als u Schorl Viel Recht t gefunden In scheint zu seyn, „ einige e Furm Vierecke migen und n don je⸗ dendigen halt. Die eine Lnie vollkom⸗ henräme heben ins Hrn⸗ in siner Ecl Geschiebe und Steinarten um Genf. 81 Grünliche spielt, und aus kleinen glänzenden, seidenar⸗ tigen Fasern besteht; sie scheinen fasrichter Schörl ½) zu seyn. Die Krystallen sind hart, und geben Feuer am Stahle; die fasrichten Theile scheinen auch hart und brü⸗ chig, aber lassen sich mit dem Messer schaben; und kein Theil dieser Steinart brauset mit den Sauren auf. Ei⸗ nige kleine Bruchstücke, die ich davon losgemacht hatte, schmolzen zu einem schwarzen Glas, wie andere Schörl⸗ arten. §. 95. Hornstein. Ich gehe zu einer Steinart über, die noch schwerer zu bestimmen ist als der Schörl, und in Ansehung chy⸗ mischer Eigenschaften viel Bezug auf ihn hat. Es ist der Hornstein. Dieser durch Wallerins von deutschen Bergleuten angenommene Name ist nicht gar glücklich gewählt, weil man ihn auch verschiedenen Kieselarten er⸗ theilt hat, deren Farbe und halbdurchsichtiges Wesen noch eher die Vorstellung von Horn erweckt, als die Steinart, wovon gesprochen wird. Ich finde aber zu viel unbequemes darin, die angenommenen Benennun⸗ gen zu ändern, daß es mir besser dünkt, nach vorgängi⸗ ger Warnung über die Misdeutung, welche der diesem Paragraphen zur Aufschrift dienende Name veranlassen könnte, denselben beyzubehalten. §. 96. Hornstein in Massen. Blättriger und spath⸗ artiger Hornstein. Er findet sich zuweilen in Massen, woran aber nicht der geringste Anschein von Krystallisation zu bemerken ist. Der *) Basaltes fibrosus, Wall. Sp. 15I. 3 82² Viertes Kapitel. ö Der Bruch ist alsdenn ohne allen Glanz, und zeigt ein N feines Korn und erdartiges Ansehen. 14 Die meisten Arten aber, welche wir in unsern Ge— hh genden antreffen, wenn sie auch nicht regelmäßig krystal⸗ heh, lisirt sind, haben ein Gewebe, welches eine Neigung zur Wime Krystallisation verräth, und schuppenartige, faserichte 0 65 und verschieden spielende(chatoyant) Gestalten. So sind alle die Spielarten, die Wallerius(Sp. 170.) zu m seinem Corneus fislilis zählt. Hemet Endlich finden wir auch regelmäßig krystallisirte, in ust rechtwinklichten Blättern, wie die von Schörl gestreift, I und die Wallerius(Sp. 171.) Corneus spathosus cbine! nennt. Verschiedene Schriftsteller heißen sie Horn⸗ blende. §. 97. Andere äußerliche Kennzeichen. Dit Unsre Hornsteine sind noch mannichfaltiger in ihren sun. Farben, als in ihren Formen; man findet graue, schwar⸗ chen a ze, grüne, rothe und von Mittelfärben. den wij Die meisten Arten, die wir finden, sind weich, so tm hu daß man einige sogar mit den Nägeln kratzen kann. Die⸗ 10 se Weichheit nebst ihrem wenig glänzenden und erdarti⸗ Hhnij gen Aussehen, macht zwischen ihnen und dem Schörl den Hauptunterschied aus. Wallerius thut noch hinzu, daß sie, wenn man sie pülvert oder schabt, eine graue Farbe geben, die Farbe vom Steine mag übrigens seyn welche sie will; nicht minder, daß sie einen thonigen Ge⸗ ruch beym Reiben oder Anhauchen von sich geben. 8 Di Stee . 8 um S Chymische Rennzeichen. shint! Diese sind beynahe wie die beym Schörl. Die Horn⸗ ancbe steine schmelzen noch leichter zu einem schwarzen und dich⸗ ruheum ten Glase. Wenn sie rein sind, brausen sie nicht mit der H Rigt ey msern Ge ai kusl NMlgurg zr „faseuiht alten. Ey b. I70) allistte, u il gestreif, soathosus se Horn⸗ il ihren u, schwat⸗ weich, so ann. Die⸗ d erdarti— Scörlden noch hinzu, eine graue rigens sen onigen O bben, Dehhn nunddich⸗ cht mit V Geschiebe und Steinarten um Genf. 83 der Säure; wenn man aber Salpetergeist mit ihnen ab⸗ gekocht hat, und nun flüssiges feuerbeständiges Laugen⸗ salz darauf gießt, so entsteht ein gallertartiger Nieder⸗ schlag, wie beym Schörl; und die Analyse zeigt auch darinne Thon, Magnesia, Kalkerde, Eisen und glasar⸗ tige Erde; letztere scheint aber in den Hornsteinen in ge— ringerer Menge vorhanden zu seyn als im Schörl, und um deswillen ist an ihnen minder Härte, und am Bru⸗ che mehr erdartiges Wesen wahrzunehmen. Die Ma⸗ gnesia ist auch minder reichlich darinnen; hingegen aber Thon, Kalkerde und Eisen in weit größerm Verhältniß, als im Schörl zu finden. §. 99. Specifische Schwere. Diese ist beym Schörl größer, als bey dem Horn⸗ stein. Im fasrichten Schörl*) habe ich sie mit dem oben angenommenen Gewicht des reinen Wassers gefun⸗ den wie 3143, und in einem grünen, weichen, schuppich⸗ ten Hornstein, welcher unter die von Wallerius(Sp. 170.) Corneus fissilis mollior genannte Gattung zu rechnen ist, wie 2973. §. 100. Nůancen zwischen dem Schörl und Hornstein. Dieser Verschiedenheiten ungeachtet, findet man oft Steine, von welchen es schwer zu entscheiden ist, ob sie zum Schörl oder zum Hornsteine gehören. Die Härte scheint ein bestimmendes Kennzeichen abzugeben; wenn man aber von einer Geschlechtsart zur andern durch bey⸗ nahe unmerkliche Nüancen übergeht, so möchte da ein 2 Grad *) Basaltes fibrosus acerosus, WMall. Sp. 15. 84 Viertes Kapitel. Grad mehr hinlänglich seyn, Steinen verschiedene Na— Ih men zu geben, die sich sonst sehr gleich zu seyn scheinen. sufgi Wir finden, zum Beyspiel, Steine in rechtwink⸗ Mde 9 lichten Blättern krystallisirt, grün von Farbe, die am Stahle lebhafte Funken von sich geben, und folglich wah⸗ rer Schörl sind). Hernach finden wir auch welche br von eben der Gestalt und Farbe, die etwas weniger Fun⸗ zull ken geben, und wieder andere, an denen man nur äus⸗ nn serst schwer Feuer schlagen kann; und so kommen wir 0 durch verschiedene Nüancen bis zu Arten herab, die weich genug sind, um Hornsteine) zu heißen. Die ö Gränzlinien sind also sehr wohl bestimmt; aber wo sollen D. die Zwischenlinien hinkommen? trinnel Wir müssen gestehen, daß wir nur die Klassen und Wf Geschlechtsarten gemacht haben, um unserm Verstand sth und Gedächtnisse bey Betrachtung der unendlich man⸗. De nichfaltigen Producte der Natur zu Hülfe zu kommen; Uußenn daß aber im Grunde die Natur selbst, zumal in den Mi⸗ Rebas neralien, keine Classen noch Arten festgesetzt hat. ke. In Ansehung der Schörle und Hornsteine bin ich vonth geneigt zu glauben, man dürfe sie bey der Classification 6 nicht absondern, und könne ohne Unschicklichkeit die Horn— Ns Et steine, besonders die unkrystallischen, weiche Schörle Es nennen. engt Masse §. 10r. hbe f Steine mit einer Rinde von Eisenocher. fuins⸗ Sehr gut ist die Anmerkung des Herrn Wallerius,* i daß in einigen Hornsteinen das Eisen, welches einen u Bestandtheil davon ausmacht, sich auf ihrer Oberfläche verändere, die Farbe und auch die Textur derselben ver⸗ n, derbe, und auf diese Weise eine Rinde bilde, die vom mfing übrigen D Shdo ) Basaltes spathosus, Mall. ) Corneus spathosus, Wall. hiebene Mo. Hn scheilen rechtwitk be, die an aglich wah⸗ uch pesh eniger Fu aan nur a⸗ ommen wit helab, die hen. Die wo sollen lassen und Verstand lich man⸗ komwen; n den Mi⸗ hat, ine bin ith Mfffcation die Horn⸗ e Scöcle ocher, Vallerus, sches eng Obaffähe rselbn he⸗ „ de von 2 470 beigen Geschiebe und Steinarten um Genf. 85 übrigen Gestein ganz verschieden ist. Wir sehen dies häufig an den grünen und dichten Hornsteinen, deren Rinde an der Luft eine deutliche Rostfarbe annimmt. §. Ioa/. Neue Art von Hornstein. Bildung ihrer Rinde. Zufällig darin formirte Dendriten. Wirkung dieser Steinart auf den Magnet. Rorn derselben. Chymische Eigenschaften. Schmelzbarkeit. Specifische Schwere. Diese zufällige Eigenschaft ist aber noch merkwürdi⸗ ger in einer Art, die ich nicht bey Wallerius beschrie⸗ ben finde, und von der Herr Rilliet in seinem Cabinet eine sehr unterrichtende Reihe von Abarten gesammelt hat. Das Innere dieses Steins ist schön grau, und von außen mit einer schwarzen oder sehr dunkelbraunen Rin⸗ de bedeckt, von zwey, drey auch mehr Linien in der Di— cke. Zwischen dem Kern und der Rinde ist eine Schicht von weißgelblichter Farbe. Es scheint deutlich, daß die schwarze Rinde, welche diese Steinart von außen annimmt, von der Zerstörung des Eisens kömmt, welches sie enthält. Diese Farbe dringt mehr oder minder tief ein, je nachdem Luft und Wasser zu dem Innern des Steins Zugang finden. Ich habe selbst einen Stein entdeckt, der bis in die Mitte hinein schwarz war, weil sich Ritzen an ihm fanden, die den Einfluß dieser Elemente bis in sein Inneres gelan⸗ gen ließen. Wenn zufälligerweise diese Rinde zerbrochen wor⸗ den, so sieht man, daß sich gleich eine neue zu bilden anfängt. Da der graue Grund dieses Steins den Anstrich von Schwarz und von Rostfarbe da annimmt, wo Wasser und Luft an ihn kommen, so sieht man, daß durch un⸗ F 3 regel⸗ 86 Viertes Kapitel. regelmäßige Ritzen oft ohngefähr so etwas Dendritisches sch entsteht, wie am ägyptischen Kiesel). Die Mineralo— woe gen, welche glauben, daß der Kiesel kalkartigen oder W thonigen Ursprungs sey, könnten auch auf die Vermu⸗ 1 thung gerathen, die ägyptischen Kiesel seyn ursprüng— Gund lich Steine gewesen, die den unsrigen gleichen: denn sie lun haben ein sehr feines Korn, eine schwarze oder braune 0 Rinde, und Bäumchen wie die bey gedachten Kieseln. Gah Der graue und schwarze Theil dieses Steins wirken Rlu beyderseits kräftig auf die Magnetnadel. Der graue gch scheint in diesem Punkt noch wirksamer zu seyn, ohne sef, Zweifel, weil die Eisentheile durchs Rosten etwas von ihrer magnetischen Kraft verlieren. SOn Das Korn dieser Steinart ist am Bruche fein, gleich V (uni), dicht, ohne allen Anschein von Krystallisation. 10 mi. An Härte kömmt sie beynahe dem Marmor gleich, und Rsel giebt beym Anhauchen einen erdichten Geruch von sich. ihun Die weichsten davon, deren Korn weniger dicht ist, 110 und deren Rinde eine hellbraunere Farbe hat, enthalten W eine mehr entwickelte Kalkerde; und wenn ein Tropfen she von Säure darauf fällt, entsteht ein gelindes Auf⸗ gast brausen. hlh Diejenigen aber, welche ein dichteres Korn und Ge— inse K webe, und eine schwarze oder dunkelbraune Rinde haben, neue brausen nicht mit Säuren, weder ihre Rinde, noch ihr küne Inneres. Wenn man aber Bruchstücke davon in Sal⸗ bin gt petergeist wirft, und der Auflösungskraft desselben mit ein wenig Hitze nachhilft, so gehen, sowohl aus der Rin⸗ de als dem Kern, Blasen los; die Rinde wird von aus⸗ sen röthlicht, und zeigt ein blätterichtes Gewebe, sondert sich auch zuweilen in Blättchen ab, indem das Innere sin sein dichtes einförmiges Gewebe behält. Der Salpe⸗ tergeist zieht also einen Theil des Eisens und der Kalk— NS erde dieses Steins heraus, und letzterer selbst verliert zu gleicher *) Silex aegyptiacus,. Sp. 118. dudristhe Ne Mpenth⸗ karige ce de Vam yn ursprin⸗ hen: dennst oder bra en Kiesch eins wirtn Der grau schn, ohnt etddas von efein, glich Fallsation. Rich, und von sch. Hr dicht is, „ enthalen Iin Lopfan Indes Nuf— en und Ge⸗ unde habez , noch ih von in Sdl esslben nt us der M⸗ ird von as ebe, snde das nnen Dir Eale⸗ 0 de Kal⸗ Helliett glihe Geschiebe und Steinarten um Genf. 87 gleicher Zeit einen Theil von seiner Härte. Wäscht man nachher diese Bruchstücke, zerreibt sie, und kocht sie mit Vitriolsäure, so lösen sie sich zum Theil darinnen auf; und auch diese Säure zieht Kalkerde und Eisen, die Grunderde des Alauns und etwas weniges von Magnesia heraus. ö Ein sehr gelindes Schmelzfeuer verwandelt diesen Stein in eine schwarze zellichte, in der Mitte etwas auf⸗ gelaufene Schlacke, die aber gegen den Grund hin, und auch am Rande des Tiegels dichter und selbst vergla⸗ set ist. Alle diese Eigenschaften beweisen, daß man diesen Stein zu den Hornsteinen classificiren muß. Die einzi⸗ ge andere Geschlechtsart, wohin er auch zu rechnen wä⸗ re, möchte der mergelartige Stein seyn): aber die Mer⸗ gelsteine zerfallen bekanntlich an der Luft, oder zum we⸗ nigsten in den Säuren, sind schwerflüßiger im Feuer; ihr Glas ist nicht schwarz; sie enthalten auch keine Ma⸗ gnesia, und nehmen an der Luft nicht, wie jene Art, eine schwarze Rinde an. Ihre specifische Schwere ist weit größer als die der Mergel; sie ist 3017, da hingegen die von letztern kaum etwas über 2700 ist. Folglich muß unsre Steinart zum Hornstein gehören, und zwar eine neue Art desselben ausmachen; wenigstens kann sie unter keine der bisher von den Mineralogen beschriebenen Ar⸗ ten gebracht werden. §. 103. Oeftere Verkennung der Hornsteine. Das Geschlecht der Hornsteine scheint von den mei⸗ sten franzöischen Mineralogen verkannt worden zu seyn. Herr Sage) führt nur diejenige Art an, welche die Schweden Erapp nennen. Er scheint sie sogar auch F4 mit *) Margodes, V. Gen. 25. *π) Elémens de Minéralogie docimastique L. II. p. 215. 88 Viertes Kapitel. mit dem Basalt in Tafeln zu vermengen. Der Trapp P ist mit dem allen ein dichter Hornstein, und gar kein Product des Feuers, folglich vom wahren Basalt sehr verschieden. she Herr Valmont de Bomare gedenkt sowohl in sei⸗ 1 nem Wörterbuche, als auch in seiner Mineralogie, der Rut Hornsteine nur nach fremden Beschreibungen; wenig⸗ I stens führt er keine Gegend von Frankreich an, wo er ö 0 0 diese Steinart selbst gefunden habe: und doch ist dieselbe ö Vl in diesem Lande sehr gemein. Ich habe im Dauphine' W ganze Berge davon gesehen; und ohne Zweifel müssen 11 die pyrenäischen Gebirge und die Alpen der Provence auch dergleichen enthalten, weil die Gebirge im Dau⸗ phine' sowohl, als in Savoyen und in der Schweiz da⸗ 8 von voll sind. Ich habe deren auch in Forez und in den vogesischen Gebirgen wahrgenommen, und die Rhone 0 führt sie bis nach Languedoc, und zwar von derselben Art, wie wir sie an ihrem Ufer bey uns, und am Ufer von un⸗ f serm See finden. 0 Inzwischen hat man diejenige Hornsteinart, welche ö 30 am merkwürdigsten und am deutlichsten von allen andern Arten unterschieden ist, nämlich den Trapp der Schwe⸗ ö N den, noch nicht in Frankreich gefunden, eben so wenig her als in unsern Gebirgen. Die Hornsteinarten, welche man bey uns und in R Frankreich findet, sind fast alle blättricht; um deswillen ö wird man ihnen auch den allgemeinen Namen von Schie— fer(Schistes oder Schites) gegeben haben, womit man 5 gemeiniglich alle diejenigen Steinarten, die sich in Blät⸗ ter und dünne Schichten zertheilen, ausschließungsweise beleget. 0 Nichts aber hält den Fortgang der Naturgeschichte mehr auf, als so unbestimmte Benennungen; sie sind ein Polster der Faulheit, weil man, sobald man sie brauchen zu Da Dapp u. gar kein Bactsch wohl in sez logie, der ; wenig. an, wo er Jist dieslbe Dauphine el müsen Provence im Dau⸗ hweiz dar nd in den Rhone ben Mt, er von un⸗ kt, welche en andern X Schwe⸗ se wenig 6 und in deswillen WnSchie⸗ omit man in Bld⸗ ungswese dgshihe sestdeit ehauche 0 Geschiebe und Steinarten um Genf. 89 zu können glaubt, sich aller weitern Untersuchungen über⸗ hoben hält. Wenn man sagt, ein Berg bestehe aus einem schie— frigen Gestein, so glaubt man seine Natur hinlänglich bestimmt zu haben, weil sich die Steine desselben in Blätter abtheilen. Es giebt aber Kalksteine, Thonstei⸗ ne, Mergelarten und Hornsteine, ursprüngliche Felsar⸗ ten(Koches primitives) u. s. w. die sich alle gleicher Weise in Blätter abtheilen. Diese blättrichte Form ist also etwas zufälliges, welches bey der Benennung nie kann zum Grunde gelegt werden. §. 104. Schiefer(Ardoisic). Unterschied derselben vom Sornstein. Die Bruchstücke von verschiedenen Arten von Schie⸗ fer sind häufig in unsern Gegenden. Obschon diese Steinart allgemein bekannt ist, so fällt es doch zuweilen schwer, sie von gewissen schwarzen und blättrichten Horn⸗ steinen zu unterscheiden. Ich merke folgende vier Unterscheidungszeichen hier an: 1) Die Schiefer sind gemeiniglich leichter. 2) Angehaucht geben sie keinen Geruch von sich; da hingegen man unter diesen Umständen an den Hornsteinen einen deutlichen Erdengeruch findet. 3) Im Schmelzfeuer verwandeln sich die meisten in eine leichte löcherichte Schlacke; da hingegen die Hornsteine zu einem soliden Glase werden. 4) Die chymische Analyse zeigt an den meisten Schie⸗ fern eine Zusammensetzung aus Thonerde, zuwei⸗ len mit Kalkerde gemischt; und wenn Magnesia dazu kömmt, so ist es gewiß in sehr geringer Men⸗ · ge/ 9⁰ Viertes Kapitel. ge, da hingegen letztere Substanz im Hornsteine sehr reichlich zugegen ist. Dieser Unterscheidungszeichen ungeachtet, und ob⸗ schon die Gränzlinie zwischen beyden Steinarten sehr deutlich gezeichnet ist, kann man doch nicht läugnen, daß einige Arten von beyden so nahe an einander stoßen, daß man in Verlegenheit ist, ihre Geschlechtsgattung zu be⸗ stimmen. H. 185— Dachschie fer. Die am deutlichsten bezeichnete Art, von der ich un— ter unsern abgerundeten Kieseln Bruchstücke gefunden habe, ist hart, leicht, klingend, und gehört zu derjeni⸗ gen, welche Wällerius(Sp. 157.) Ardesia tegularis nennt. Im Feuer läuft sie beträchtlich auf, verwandelt sich in eine schwämmähnliche Schlacke, welche von innen graulicht und grünlicht, von außen wie Bronze, gleich vulcanischen Schlacken, und so leicht ist, daß sie auf dem Wasser, sogar auch auf dem Weingeist oben schwimmt. Ein noch stärkeres und längeres Feuer schlägt sie nieder, und macht sie dichter; doch behält sie immer Blasen. §. 106. Schiefernieren. Die Schiefer in unsern Bergen enthalten oft solide Nieren, welche viel härter sind als die blättrichten La— gen, worin sie sich gebildet haben. Diese Nieren finden sich zerstreut und abgerundet in unsern Gegenden. Oft ist ihre Härte groß genug, daß sie lebhafte Funken beym Anschlagen mit dem Stahle von sich geben. Dann nehmen sie eine sehr schöne Poli⸗ kur an. In hanstane et, md ch. inartn sch säugmer,dy stoßen, dy Ittung zub der ich un⸗ e gesunden 3u der jeni tegularis dondelt sich von innen onhe, glich ste auf den schwimmt, se nieder, Basen. n ost solde keichten L Hrundt gentg, dy On Sichle sh Pol⸗ Iu V Geschiebe und Steinarten um Genf. 91 In diesen harten Steinarten sind fast immer Nester von gelben würflichten Schwefelkiesen, die zwar an der Luft blaß werden, aber ohne gänzlich zu verwittern. Wallerius gedenkt dieser Steinart unter dem Na⸗ men Schistus reniformis(Sp. 164.); aber er beschreibt keine, die, wie unsre, an Härte dem Jaspis gleich kömmt. Außer dieser Härte hat sie noch seine Feuerbe⸗ ständigkeit. Bruchstücke, worin kein Schwefelkies ist, behalten auch im heftigsten Feuer ihre Form, ihre schar⸗ fen Ecken, und sinken weder ein, noch kleben an einander; aber ihre schwarze Farbe wird kupfricht, von außen glän⸗ zend, und von innen grau. Es verliert sich auch ihr fei⸗ nes Korn, und im Innern werden einige Blasen an ih⸗ nen wahrgenommen. §. 107. Steatiten oder LTopfsteine. Serpentin. Der Topfstein wird uns hier nicht lange beschäftigen. Seine sanste und beym Anfühlen beynahe schmierige Oberfläche; seine wenige Härte, ehe er ins Feuer kömmt, und die, welche er annimmt, wenn er durch dasselbe ge⸗ prüft worden; seine Unschmelzbarkeit; die Magnesia, die er in großer Menge enthält: dieses alles macht ihn sehr kennbar. Die gemeinste Art in unsern Gegenden ist eine Art von Serpentinstein.“) Es gleicht derselbe dem Zöblitzer in Sachsen, den man zu unterschiedlichen Dingen aus⸗ dreht, und ist wesentlich von gleicher Natur: aber seine Härte, welche größer ist, verstattet nicht, daß man ihn wie den sächsischen bearbeite.“) Inzwischen ist er doch nicht *) Steatites serpentinus viridis granularis, Wall. Sp. 187. Var. a. n) Alle Serpentinsteine, welche ich bisher in der bernischen Emme, wo sie sehr häufig sind, gefunden habe, sind Rals alls 9² Viertes Kapitel. nicht so hart, daß er am Stahle Feuer gäbe. Seine ge⸗ 5l wöhnliche Farbe ist grün; aber zuweilen ist dies Grün ahat so dunkel, daß er ganz schwarz scheint. 0 Man findet fast immer in demselben eine Mischung Wchet von grauen Eisentheilchen, die ihn sehr wirksam auf den schsh Magnet machen. Selbst die Theile des Steins, welche kigu davon frey zu seyn scheinen, thun diese Wirkung, ob— Rlent schon schwächer; und wenn der Stein in Pulver verwan⸗ delt ist, so zieht ihn der Magnet ganz an sich. ost Der hellgrüne hat die wenigste specifische Schwere; sie verhält sich um Wasser wie 263 5 zu 1000; aber M beym schwarzen wie 2661. fFeihah Zuweilen sieht man Adern oder runde Flecken darin, Gastz die heller sind, und ins Gelbe oder Weiße fallen. Die Biet Theile sind von eben der Natur als der Grund, aber l weicher; ja man bemerkt an ihnen sogar einen Anfang kal von Krystallisation in rechtwinklichten Blättern. §. 108. Chymische Eigenschaften desselben. Wirkung des Feuers auf den Serpentinstein. u Der Topfstein brauset gar nicht mit den Säuren,‚ 110 löst sich aber nach und nach darin auf, wenn man mit der Wärme zu Hülfe kömmt; und diese Säuren ziehen vilv eine beträchtliche Menge von Magnesia daraus, die in 00 Form eines weißen und dicken geronnenen Wesens durch das zerflossene Weinsteinsalz daraus niedergeschlagen V wird. Herr Bayen) hat diesen Stein genau untersucht.— 2 Herr boh nah ber. falls sehr hart, und ich kenne keine in Heletien, die man 0 wie die von Zöblitz bearbeiten könnte. W. Ibe *) Journal de Physique, T. XIII. P. I. p. 46., . Guhe O. dis Hn e Mscug am auf dn teins, weh itkung, cr Wer verwa⸗ e Schwen; 9005 abet en darin, len. Die und, aber n. Anfang 0. Wikkung ih. u Säuten, n man mit uren ziehen us, die in esens durch geschagen untrsch Her Ien di mah Geschiebe und Steinarten um Genf. 93 Herr Warggraf) hatte zuerst an seiner Prüfung ge⸗ arbeitet.) Unser Serpentinstein verliert in einem Feuer, bey welchem das rothe Kupfer schmilzt, seine Schwere, und zieht sich mit Spaltungen in sich selbst zurück. Die dun⸗ kelgrünen Theile werden braun oder schwarz, die von hellern Farben grau oder weiß; und der ganze Stein er⸗ langt eine so große Härte, daß er am Stahle sehr leb⸗ haft Feuer giebt. Bey einem noch stärkern Feuer aber sinken seine Bruchstücke ein, und, ohne ganz ihre Form zu verlieren, kleben sie zusammen, werden mit einer bronzefarbenen Glasur überzogen, und am Bruche findet man sodann Bläschen. Der Tiegel sindet sich allenthalben, wo ihn der Serpentinstein in diesem Grade des Feuers berührt, stark angefressen. §. 109. Eisenhafte Binde. Einige Spielarten dieses Serpentins nehmen äußer⸗ lich, wie die Hornsteinarten, eine eisenhafte Rinde an, die aus der Verwitterung des Eisens entsteht, welches einen Bestandtheil davon ausmacht. Diese Rinde ist viel weicher; zuweilen scheint sie aufgeblasen, und stellt auf der Oberfläche des Steins eine Art von Krätze vor. Aber *) Mém. de' Acad. de Berlin pour' année 1759. *ν) Man schlage auch Potts chymische Versuche mit dem von den Alten Steatites, von den Deutschen aber so ge— nannten Specksteine nach, aus den Mém. de l' Acad. de Berlin T. III. ins Deutsche übersetzt, in den mineralogi— schen Belustigungen, Th. I. Nr. 13. S. 192⸗228. wo er aber nur im Vorbeygehen von dem Serpentinstein re— 92 und meistens den sogenannten Speckstein ꝛc. behan⸗ delt. W. 1..————. 94 Viertes Kapitel. Aber diese Spielarten widerstehen nicht minder als die gewöhnliche Art dem Feuer, und erlangen durch das⸗ 0— selbe eine große Härte. 5. IIO. Unterschied, den Herr Sage zwischen den Topf⸗ 0 — Ior steinen und Serpentinsteinen macht. Versu⸗ che über die unsrigen. Die Mineralogen begriffen gewöhnlicher Weise dbpt Steatiten und Topfsteine unter einerley Geschlecht; und Wsi in der That trifft man viel Gemeinschastliches unter ih⸗ Hatit nen an: aber Herr Sage“) machte zwey unterschiedene de Geschlechter daraus. Der Unterschied, welchen dieser vödre tiefsinnige Scheidekünstler zwischen ihnen festgesetzt hat, Vocht besteht darin, daß die Topfsteine den Salpeter zerlegen, u fů und der Steatit es nicht thut. huch Ich wollte wissen, zu welchem von beyden Geschlech⸗ Ot tern man unsre Serpentinsteine zu rechnen hätte. Ich 1115 ließ eine halbe Unze von letztern zu möglichst feinem Puls W ver machen, vermischte sie mit einer eben so großen Men⸗ Dl ge reinen Salpeters, und that die Mischung in eine klei⸗ ne gläserne Retorte. Um ein Datum der Vergleichung zu haben, rieb ich gleichfalls eine halbe Unze von eben ar dem Salpeter mit dem schönen weißen Thon von Vicen⸗ za in gleicher Quantität ab, und that diese Mischung 0 auch in eine Retorte, wie die vorige. Ich brachte beyde Retorten in den gleichen Ofen, Ei und trieb auf beyde die Gradation des Feuers, bis sie limt, zwey Stunden lang sich glühend befanden, und beyde ga⸗ in unse ben Salpetergeist: aber die, worin Thon war, gab ihn Klher geschwinder, reichlicher, von stärkerer Farbe und con⸗ centrirter als die andre, welche den Serpentinstein ent⸗ Aa hielt. 7 Nach *) Elemens de Minéralogie docimastique, T. I. p. 188. und 1 297. mither alg en duchdaß den Cops Versu⸗ her Wist Hlecht; und unter ih⸗ tekschiedene schen dieser Hesht hal zellegen, Guchleh⸗ ate. Ih seinem Pul Oßen Man⸗ n eine klei gleichung von eben von Vieey⸗ Mischufg ichen Ofeh r, bis se behde gl , gabih e Und ealt insten N W 9.105 Ih Geschiebe und Steinarten um Genf. 95/ Nach den Grundsätzen des Herun Sage müßte al⸗ so dieser Serpentinstein das Mittel zwischen Topfstein und Steatit halten. §. 11I. Zwey andre Arten von Topfstein. Wir finden auch, aber seltener, Bruchstücke von wei⸗ chem Topfstein,) und von blättrichtem Topfstein.) Beyde Arten sind viel dichter als der Serpentinstein. Der weiche Topfstein hat an specifischer Schwere, im Verhältniß mit dem Wässer, 2880 zu 1000, und der blättrichte 3023. Der blättrichte, obschon er der weichste von allen ist, widersteht der Wirkung des Feuers am stärksten. Die Bruchstücke davon zogen sich nicht zusammen, klebten auch nicht an einänder, und erlangten einen beträchtli⸗ chen Grad der Härte. Inzwischen haben doch kleine Splitter(éEclats) von diesem Steine, die auf dem Boden des Tiegels lagen, zu schmelzen angefangen, auch eine Neigung verräthen, die thonichte Materie von eben dem Tiegel anzufressen. §. 112. Nierenstein(Jade).) Felsart, worin er sich fin⸗ det. Seine Härte, Dichtheit, Kennzeichen und chymische Eigenschaften. Eine Steinart, die man zu den Steatiten rechnen könnte, ist ein sonderbarer Nierenstein, der sich häufig in unsern Gegenden, und selbst in beträchtlich großen Klötzen, aber nie rein findet. Dieser Nierenstein macht die *) Wallerius Sp. 189. —) Ebenderselbe Sp. 190, **) Jaspis unicolor, particulis subtilissimis, visu et attactu pinguis, durus, ist Wallerius Nierenstein, T. I. p. 302. Sp. 140. W. 96 Viertes Kapitel. die Hauptbestandtheile einer Felsart aus, welche bald + mit derbem, bald aber mit spathartigem Schörl ver⸗ mischt ist. hne Seine Härte ist sehr beträchtlich, noch größer als 1 beym Kiesel, und seine Theile hängen stärker zusammen sMhe, als in keiner mir bekannten Steinart; man zerbricht ihn Utz nur mit der äußersten Mühe, und die besten Hämmer werden an ihm stumpf oder zerspringen. Rn In specifischer Schwere übertrifft er alle andere Ar⸗ N ten in unserer Gegend: ich fand dieselben in einem Pro⸗ G bestücke von 3318; in einem andern von 3327; und in* einem dritten von 3389. Die Schörltheile, die damit E vermischt sind, vermindern auch seine Dichtheit. Denn ui die letztere Steinart wiegt nicht viel über 1144. Der Mh orientalische Nierenstein ist nicht so dicht wie der unsere. f Denn zwey verschiedene Stücke, die ich untersuchte, ga⸗ dlt ben, eins 304 1, und das andere 2970. Derjenige, wel⸗ NũI cher in unsern Gegenden gefunden wird, scheint in der usa That härter und dichter zu seyn. I Man kann übrigens dem Steine, wovon hier gespro⸗ fust chen wird, den Namen eines Nierensteins nicht versagen, Eume weil er alle Kennzeichen desselben besitzt. Seine äußere Fläche ist glatt und schmierig anzufühlen; am Bruche ist sein Korn wie gestandenes Oel, und seine dunkelgelbe Am Farbe und Halbdurchsichtigkeit vermehren die Aehnlich⸗ keit noch mehr. In Betreff seiner Härte habe ich schon gemeldet, wie bemerkenswerth sie sey. cr6 Wenn man diesen mit Schörl gemischten Stein, Hst wie man ihn bey uns findet, in ein gutes Schmelzfeuer gen bringt, so schmelzen die Schörltheile ziemlich geschwind Hige zu einem schwarzen Glase: aber der Nierenstein, wel Wc6 cher den Grund des Steins ausmacht, wird weiß, und nimmt, ohne zu schmelzen, einen Porcellainglanz an. Verstärkt man das Feuer, so greift das Glas vom Schörl den Nierenstein an und benagt ihn, ohne 3.— e —— S EN—————— weshe boh Shll vir Rßerch er zusammn Jerbrichtin en Hämmi oandere N einem M 273 und in „die damt eit. Dem 40. Det der unsere. suchte, ga⸗ enige, wel⸗ eint in der hier gespr⸗ t bersagen, ane äußere Bruche ist dunkelgolbe ie Llch be ich schon hten Steil, chmehfene geschwic sten, vel Weiß, aingatz an, Gas volh W sauh schs Geschiebe und Steinarten um Genf. 97 selbst nach dem heftigsten Feuer von mehrern Stunden, die etwas dichten Theile des Steins gänzlich zu schmelzen. Um ihn mit Säuren zu untersuchen, hatte ich große Mühe, Bruchstücke aufzutreiben, worin kein Schörl war; man mußte ihn in sehr kleine Trümmer zerschla⸗ gen, und aus diesen diejenigen auslesen, worin nicht das geringste grüne Theilchen zu sehen war. Ich pulverisir⸗ te diese ausgesuchten Trümmer, und digerirte sie mit Salpetergeist, da dann, wie man wohl vermuthet, gar kein Aufbrausen zu merken war. Inzwischen hat doch die Säure Eisen ausgezogen, und eine Erde, die sich mit jenem in Form eines gelblichten und dicken geronnenen Wesens beym Auftröpfeln des zerflossenen Weinsteinsal⸗ zes niederschlug. Ich schlemmte diesen Niederschlag, und löste ihn in Vitriolsäure auf. Ich versuchte hernach, die Auflösung zu Krystallen anschießen zu lassen, um zu wissen, ob diese Erde die Grunderde des Alauns oder englischen Salzes wäre: aber sie trocknete auf, ohne zu krystallisiren, obschon ich mich zum Abdampfen nur der Sonnenhitze bedient hatte. 5. 112. Amiänth und Asbest. Steinarten, die ihnen zu Müttern dienen. Wir finden zuweilen an den Klötzen von Topfstein oder Serpentin Faden eines harten holzartigen As⸗ bests.“) Auf eben diesen Steinen zeigen sich auch oft ganze Sträuschen oder Bündel von Fasern des wahren biegsamen Amianths.““) Und endlich sieht man auch noch auf andern Steinarten diese Substanz in weiße sei⸗ den⸗ *) Wall. Asbestus immaturus, Sp. 193. π) Wall. Sp. 791. G 98 Viertes Kapitel. denartige Faden krystallisirt, und sogar in dem Innern des Serpentinsteins eingesprengt. §. 114. Verwandtschaft des Amianths mit den Stea⸗ H9e titen oder Specksteinen. aohn Da sich diese Arten von Amianth und Asbest fast ud immer mit dem Topfstein verbunden finden, und man S zu bemerken glaubt, daß letztere Steinart die Krystalli⸗ sation und Form des Asbests annehme, und durch un— 0 merkliche Nüancen von der Steife und Dichtheit des holzartigen Asbests zur Biegsamkeit und Leichtigkeit des Amianths übergehe; und da man endlich, Versuchen in H schlechten Oefen zufolge, gläubte, dem Amianth die Un— Iult schmelzbarkeit des Topfsteins zuschreiben zu dürfen: so In in haben Wallerius und fast alle systematische Schriftstel⸗ H* ler den Amianth an die Seite des Topfsteins, als eine 00 Gattung, die damit sehr verwändt wäre, gesetzt.) J. I15. Brünnich sagt in einer Anmerkung zu Cronstedts Mi⸗ neral.§. 83. er sey durch die Kenntniß der Geburtsörter 0 der Serpentine auf die Gedanken gekommen, daß sie mit 6 den Asbestarten verwandt seyn könnten. Lettres sur fund Ihist. nat. de l'Isle d' Elbe par Mr. Kœstlin, 1780. p. I10. seri & 17. Ferbers Briefe aus Wälschland S. 333. Pal⸗ las hat nicht weit vom Jaik auf einer Höhe der guber— 0 linskischen Berge einen talgartigen glatten Hornschiefer bes gefunden, unter welchem eine Menge solcher Stücken R war, die an der Oberfläche, wie Asbest, faserigt aussa⸗ Ib hen; ja hin und wieder war das Gestein wirklich mit Klh Asbest durchsetzt, der sich aber nur wenig in spröde Fa— ö M den zersplittern ließ. Von diesem fasrigten Stein findet nad man vieles, welches vom Wetter und der Sonne eine und Art von Verkaltung erlitten zu haben scheint, ganz weiß tine und mürbe geworden ist, und sich auch an der Oberflä— che leicht in Fasern zersplittern läßt, gleichwohl aber ge— re gen das Feuer und saure Geister fest ist. Reisen durch 0 b das russische Reich Th. I. S. 258. Ein anderes Bey⸗ spiel ⁷) dem Imran en Stn Aobest ff „ und mun ie Kypsalh d durch mn ichtheit de tigklit de dersuchen i ith die Un⸗ Urfen: so christstel „als eine cht. d) Ru ysiedis Mi heburtsorte daß sie mt Lettres sut 1780. p. I. 353. Pll der guber⸗ Hornschieft er Stlcken nigt aussa vicklich mit sprode ga⸗ liin fnde Sonne lhe „h iß obafle blabet ge— lißen durch dynes Bih⸗ U Geschiebe und Steinarten um Genf. 99 §. IIP. Verwandtschaft mit den Schörlen. Aber Herr d' Arcet hat erfahren, daß der Amianth bey einem Grade des Feuers fließt, dem die Steatiten noch widerstehen); und diesem Versuch zufolge hat Herr Sage*) diese Steinart unter die Basalte und Schörle gebracht. §. 116. Diese Steinart ist noch nicht genugsam ge⸗ prüft worden. Da Herr d' Arcet weder den harten Asbest im Feu⸗ er untersucht, noch auch bey seinen Proben über den rei⸗ uen und weißen Amianth ein starkes Feuer gehabt hat***), so entschloß ich mich, diese Steinarten in ver⸗ schiedenen Gräden des Feuers zu probiren. G 2 Da spiel von Amianth in thonartendem Hornschieser, a. a. O. S. 184⸗186. Nebel hat auch Asbest in Thon ge— funden, Act. Soc. Hassiacae 1771. p. 50. s. auch Baldas⸗ sari Atti dell' Academia di Siena T. IV. p. 217. s. zuwei⸗ len waren die Fasern an einem Ende hart und unbieg— sam, am andern aber zerreiblich. Stitz glaubt, der As⸗ best entstehe aus der Verwitterung des Hornsteins. Beck⸗ manns phys. ökon. Bibl. IX. S. 286. Abhandl. einer Priv. Ges. in Böͤhmen, Th. III. S. 325. Pallas fand in Klüften von Steinmergel Bergleder, und Asbest auf dem Alabaster,(a. a. O. S. 42.) welche Erscheinung man, nach Wällerius Meynung, als eine Geburt des Gypses und der Thonerde ansehen müßte. Born in den Abhandl— einer Privatges. in Böhmen, Th. I. S. 292. 293. W. ) Prem. Mémoire h. 52. 1) Elemens&c. T. I. p. 217. 218. J. Mem.§. 52. II. Mém. g. 67. 68. 9—9—9—9—‚‚‚..‚“‚.““.——— 100 Viertes Kapitel. Da unsere abgerundete Kiesel nicht beträchtliche und vollkommen reine Stücke dieser Steinart geben, so nahm ich Bruchstücke, die von unsern Bergen losgeschlagen worden. F. 117. Zu neuen Versuchen angewandter Asbest. Der harte Asbest, den ich brauchte, kömmt vom St. Bernhardsberge, noch über dem Gletscher von Valsorey hinauf. Er ist schön grün und etwas durch—⸗ sichtig; seine Faden sind verschiedentlich gekrümmt, aber mit einander immer gleichlaufend; hängen stark an ein⸗ ander an; sind ohne Biegsamkeit; und der Stein, wel⸗ cher aus ihnen zusammengesetzt ist, mag etwas härter als ein sächsischer Serpentinstein seäyn. Man sieht in dem⸗ selben hie und da kleine Blättchen von Eisenglimmer(ker spéculaire); und nicht nur diese Blättchen, sondern alle Theile des Steins wirken auf die Magnetnadel. Ich habe die Bruchstücke dieses Steins ins Feuer gethan. So lange es nicht von der äußersten Heftigkeit war, schienen sie sich auf keine Weise zu verändern, und selbst nachdem das Feuer auf den höchsten Grad war ge— trieben worden, schien es beym ersten Anblick, als hätten sie nur ihre Farbe geändert, und eine bronzefarbene Gla— sur angenommen. Man unterschied noch auf ihrer Ober⸗ fläche die Zwischenräume zwischen den Asbestfaden. Wenn man sie aber genauer ansah, so nahm man wahr, daß sie eingesunken, unter sich zusammengeklebt, und selbst auch inwendig geschmolzen waren. Der Tiegel war allenthalben angegriffen, wo sie ihn berührten; und als ich sie zerschlug, konnte ich im Innern nicht die ge⸗ ringste Spur von der Asbeststructur entdecken; es war vielmehr eine gräue zellichte Gläsfritte. Das, was am meisten Aufmerksamkeit verdiente, war, daß man bey, der Betrachtung mit dem Handmi⸗ kroskop kträchiichenr geber o rahn logichagn Aobest kommt vw Gletsche w elwas duutz krümmt, aln stark an ei⸗ Stein, woh s harter ab iht in dem⸗ limmer ler sondern alle doel. ns ins Fene en Heftigket Handern, und rad war ge , als hatten farbene Ga⸗ fihrer W Asbestfadn. man wah, geklcht, und Der Tigh rührten; m nicht de ge fen; eit Hedlent, am Handml Kiosth Geschiebe und Steinarten um Genf. 101 kroskop die geschmolzenen Theile in sehr feine Faden, wel⸗ che netzartig über einander lagen, krystallisirt fand. §. 118. Wirkung des Feuers auf den Steatiten, worauf der Asbest festsaß. Ich prüfte zu gleicher Zeit und auf gleiche Weise den Steatiten oder Serpentinstein, auf welchem sich dieser Asbest gebildet hatte; und die Resultate waren eben die⸗ selben. Der Serpentinstein war sogar noch mehr ge— schmolzen, und verschaffte eine deutlichere Krystallisation. Wahr ist es, da ich diesen Steatiten, ehe er ins Feuer gebracht wurde, mit dem Handmikroskop betrachtete, so ließen sich in seinem Innern zerstreute Fasern von As⸗ best, und selbst von seidenähnlichem Amianth unter⸗ scheiden. §. I19. Amianth von Tarentoise. Zu meinen Versuchen mit Amianth nahm ich den von Tarentoise, der von einer blendenden Weiße ist, und lange, gleichlaufende, freyliegende, leichte, glänzende und seidenartige Faden hat; er brauset nicht mit Säu⸗ ren, und scheint mit keiner fremden Materie gemischt zu seyn. Um ihn zum Fluß zu bringen, bedarf es eines weit stärkern Feuers, als für die Hornsteine und die meisten Schörlarten. Und wenn er einmal ganz geschmolzen ist,‚ und man das Feuer nicht weiter vermehrt, so findet man ihn in eine dichte Schlacke verwandelt, die wohl am Bo⸗ den vom Tiegel niedersißt, und eine graue aufs Gelbe ste⸗ chende Farbe hat, die aber da weiß geworden ist, wo die nasse mit dem Tiegel in Berührung stund, und letzte⸗ rer ist davon durchdrungen und etwas angegriffen. Die G 3 Ober⸗ 10² Viertes Kapitel. Oberfläche dieser Materie gleicht einem Netze von nadel⸗ förmigen Krystallen, die sich nach allen Richtungen durch— kreuzen, und von welchen einige büschelweise oder wie ein Fächer aus einander gehen; auch sieht man in dem In⸗ nern der Schlacke dergleichen Nadeln hin und her zer⸗ streut. In diesen Zustand brachte auch Herr d' Arcet seinen Amianth, und bemerkte eben dieses krystallisirte netzartige Gewebe. Diese Nadeln sind etwas dicker als ein Haar. Ich betrachtete sie mit einem Vergrößerungsglase, welches ei⸗ nen Focus von einer Linie hatte; diejenigen, deren Ge⸗ stalt ich erkennen konnte, schienen mir vollkommen durch⸗ sichtig, von einer viereckigen prismatischen Form, mit scharfen Ecken und wohl abgeglätteten glänzenden Flä⸗ chen. Die Faden des rohen Amianths scheinen unter dem Mikroskope weiß, durchsichtig, aber viel zu fein, als daß man ihre Gestalt unterscheiden könnte, wenn man auch Vergrößerungsgläser von der ersten Stärke dazu nähme. Wenn man, statt in der Verstärkung des Feuers stil⸗ le zu stehen, noch ferner darin fortfährt, so ändert sich diese Schlacke in ein grünes Glas, welches sich nicht krystallisirt, den Tiegel bald durchfrißt, und, ohne eine Spur von Krystallisation zurückzulassen, aus demselben heraustritt. §. 120. Anderweitige Versuche mit dem Amianth. Da mir noch keine Versuche mit dem reinen Ami⸗ anth bekannt sind, so habe ich einige damit unternom⸗ men. Ich wog 100 Gran von dem schönen Amianth von Tarentoise ab, den ich beschrieben habe. Ich goß auf gedachte Quantität eine halbe Unze Salpetersäure; da sich aber diese Dosis im Augenblick in den Amianth einsaugte, so that ich noch eine halbe Unze hinzu, 05 au che unadel Rungnduth e oder wie en in dem y und her hetr deAunn kepstalist Haur. A welche 6 „deren G nmen durch Jorm, mi jenden Fli einen unter iel zu fein, ute, wenn sten Stäͤrke Jeuets stl ändert sich s scch nicht „chle eite 16 demsehbe hianth. Feinen Am⸗ t Mierno⸗ an Mma . ahse I Mmianth ö h*0 0 Geschiebe und Steinarten um Genf. 103 auch fast ganz absorbirt wurde. Ich sott diese Mischung zwey Stunden lang, und that ein wenig destillirtes Was⸗ ser hinzu, als das Abdampfen anfangen wollte, den Ami⸗ anth zu trocknen. Ich filtrirte nachher dieses Decoct, und schlemmte den Amianth öfters mit destillirtem Was⸗ ser ab, welches ich dann auch zum Decoct goß. Dieser gewaschene und getrocknete Amianth hatte nichts von seiner Weiße und Biegsamkeit verloren; die einzige Aenderung, die man wahrnehmen konnte, war, daß seine durch das Sieden getrennten Faden mehr ein baumwollenes Ansehen erlangten. Das Decoct war nicht gefärbt, und hatte seine Säu⸗ re fast ganz behalten. Mit einer Solution von Weinsteinsalz, welches mit fixer Luft geschwängert war*), gesättigt, schlug es zwey Gran weniger ein Sechzehntheil graue Erde nieder. Die auf diese zwey Gran geschüttete Vitriolsäure lö⸗ ste anderthalb Gran davon auf, und gab durch das Ab⸗ rauchen einige kleine Krystallen, Epsomsalz und Se⸗ lenit. Die Gran, welche der Vitriolsäure widerstunden, probirte ich mit der Salpetersäure. Es wurden nur zwey Sechzehntheile davon angegriffen. Die übrigen fünf Sechzehntheile zeigten sich völlig unauflöslich in bey⸗ den Säuren, auch dann, wenn man das Feuer zu Hül⸗ fe nahm. Dieses unauflösliche Residuum ist wahrscheinlich noch Selenit, der durch die Vereinigung der Vitriolsäure mit G 4 einer *) Herr de Morveau hat die Nothwendigkeit gezeigt, in solchen Proben mit fixer Luft gesättigtes Laugensalz zu gebrauchen, weil das kaustische Alkali die Erde auflöst, welche es niederschlug, wenn man nach der Sättigung der Säure auch nur ein klein wenig zu viel darauf schüt⸗ tet. S. Elémens de Chymie théorique& pratique, T. III. p. 166. 104 Viertes Kapitel. einer Kalkerde, welche der Salpetergeist aus dem Ami t anth gezogen hat, entstanden ist. an Hundert andere Gran von eben dem Amianth wur⸗ O den mit der Vitriolsäure auf eben dieselbe Weise behan⸗ he delt, und gaben die gleichen Resultate. Diese Säure ö lin zog nur zwey Gran aus, die aus Magnesia und Kalker⸗ 14 de bestunden; diese vereinigte sich, wie im vorigen Ver⸗ 10 suche, mit der Vitriolsäure, und bildete einen im Wasser fast unauflöslichen Selenit. Ich sott von neuem mit Vitriolsäure den Amianth ll ab, welcher schon der Wirkung dieses Auflösungsmittels war bloßgesetzt worden. Der alkalische Liquor, welchen wd ich bis zur Sättigung auf dieses Decoct goß, schlug im hlit Anfange nichts nieder; inzwischen sah man nach einigen des Stunden leichte Flöckchen„wie in der ersten Decoction, heh aber in geringerer Menge. Feh Ich wusch Amianth, den ich in Salpetergeist abge— phe kocht hatte, und untersuchte ihn darauf mit Hülfe des M Feuers. Er verwandelte sich in eine krystallisirte Schla⸗ a4s cke, vollkommen wie die vom rohen Amianth. sieg Es erhellet aus diesen Proben, daß die Erden, wel. b che aus dem Amianth durch die Säuren ausgezogen worden, in so geringer Menge vorhanden sind, und durch utn ihre Abwesenheit die Eigenschaften dieser Steinart so bu wenig ändern, daß man sie eher für fremd oder nur auf Mfa der Oberfläche der Fasern klebend, als für einen Bestand⸗ tiit theil davon anzusehen hätte. Hieraus würde folgen, da a der Amianth selbst vollkommen unauflöslich in diesen Nu Säuren ist. an Aber der berühmte Herr Marggraf hat andre Re⸗ a sultate erhalten. Er sagt*), zwey Drachmen Amianth der! von Reichenstein, mit der Vitriolsäure behandelt, hät⸗ oee ten mehr als eine Drachme Magnesia gegeben. Kömmt uidd dieser leke * Mem. de P' Acad. de Berlin pour l'année 1759. p. 15. 5 dan Am⸗ mint hlk⸗ Weis bhm, Diese Sühr und Kalter aihn d im Vasse en Amiant Ungsmittez lor, welchen schlug im ach einigen Decochion, geist abe Mhe des siete Schl „ Edn, wel usgezogen d ddurch Steinatt so oder rur auf N Bostand⸗ folger, daß Jin dissen andre R n Muimß mdel, H⸗ n. Kanmt dese Geschiebe und Steinarten um Genf. 105 dieser Unterschied von dem Unterschiede der Amianthe, oder der chymischen Processe? Da Herr Marggraf in seiner Auflösung einen grös⸗ sern Grad der Hitze angewandt zu haben scheint, als der meinige war, so wiederholte ich, um keinen Zweifel übrig zu lassen, den Versuch, und behielt seinen Proceß bey⸗ nahe ganz bey. Ich wog zwey Drachmen, oder 144 Gran, wohlge⸗ trockneten Amianth, und that sie in eine kleine gläserne Retorte; ich goß vier Drachmen Vitriolöl darauf, und um diese dünne und leichte Materie wohl naß zu machen, thät ich noch anderthalb Unzen destillirtes Wasser hinzu. Die Retorte versah ich mit einer Vorlage, und stellte ste in ein Sandbad, welches so warm war, daß das Flüssi⸗ ge zum Sieden kommen konnte; und dieser Grad von Hitze wurde bis zum Austrocknen des Amianths erhalten, ja sogar noch vermehrt. Alsdann nahm ich die Retorte aus dem Sande, und brachte sie sogleich ins Feuer, bis sie glühete; und auch in diesem Zustande erhielt ich sie, bis nichts mehr übergieng, und man in dem Innern der Retorte keine Dämpfe mehr gewahr wurde. Die Ope⸗ ration dauerte in allem fünftehalb Stunden; und also wurde in dieser Zeit der Amianth der Wirkung der im Anfange schwachen, nachher im höchsten Grade concen⸗ trirten Säure unterworfen, die noch durch den stärksten Grad der Hitze unterstützt wurde, den man in solchen Versuchen geben kann. Die Säure mußte sich also mit allem Auflöslichen in diesem Steine vereinigen. Es ist auch nicht zu befürchten, daß die Hitze, die ich am Ende der Operation gebraucht, die Vitriolsäure genöthigt habe, die Erden zu verlassen, welche durch sie waren aufgelöst worden: denn Herr Warggraf hat Salze dieser Art unter einem Schmelzfeuer untersucht, welches sich meh⸗ rere Stunden gleich war, ohne daß die Säure sie ver⸗ G 5 ließ. 106 Viertes Kapitel. ließ.)Es ist nur Vitriolsäure in die Vorlage gekom⸗ men, welche im Anfange schwach, und endlich so con— centrirt war, daß die abfallenden Tropfen ein Geräusche machten, wie ein glühendes Eisen, welches man ablöscht. Ich habe keinen Schwefelgeruch, noch irgend eine andere Anzeige von Aenderung in dieser Säure bemerkt. Als die Retorte erkaltet war, so fand ich sie durch die Gewalt des Feuers etwas zerspalten, aber doch nicht zerbrochen. Ich goß destillirtes Wasser hinein, welches sich nicht erhitzte, und auch nicht allen Amianth, der sich am Boden des Gefäßes angehängt hatte, losmachen konnte. Ich zerbrach sie also, und fand, daß der Amianth am Grunde und den Seitenwänden des Ge⸗ fäßes röthlich, der übrige aber graulich war. Ich sott zu verschiedenenmalen destillirtes Wasser auf diesem Ami⸗ anth ab, bis endlich dässelbe so rein heraus kam, als es darauf geschüttet worden. Ich seihte alle diese Was⸗ ser durch, und trocknete vollständig auf, was nicht durch das Filtrum gieng. Es fand sich, daß der Amianth durch diese Operation nur siebenthalb Gran am Gewicht eingebüßt hatte. Seine Farbe war braungelb(kauve), aber seine Biegsamkeit immer die nämliche, auch seine Feinheit, Leichtigkeit, und folglich sein Volumen größer als vor der Operation. Ich habe die Wasser, womit ich den Amianth ge— waschen hatte, abrauchen lassen; und weil alle überflüs⸗ sige Säure abgetrieben war, so hatte ich nicht, wie Herr Warggraf, vonnöthen, die salzige Materie, die sie auf⸗ gelöst hatten, zu calciniren. Als diese Wasser durchs Abrauchen hinlänglich con⸗ centrirt worden, ließ ich einige Tröpfen in eine Solu⸗ tion von phlogisticirtem Laugensalze fallen; und es schlug sich kein Berlinerblau nieder: welches beweist, daß die⸗ ser Amianth kein Eisen enthält. Das *) Memoires de Berlin 1759. Ip. 7. und 13. äꝑPSSSSSIIIIPIII....................— N rutlag gekam ndlih so ah, ein Grasch man abliht d eine ardee merkt. ich sie dut ber doch ich inein, welhe mianth, de losmachen d‚ daß der den des Ge⸗ I)q sol iesem Ami kam, als diese Was⸗ uicht durch er Amianth am Gewicht elb(laure) auch seine men größer Imianth ge⸗ le uberflͤß wie hitt de se aif anglih c⸗ eie Sl⸗ d e tg das dies Dau⸗ Geschiebe und Steinarten um Genf. 107 Das Uebrige vom Kquor setzte ich einer gelinden Wärme aus, wobey es ganz zu Krystallen anschoß. Ei⸗ nige derselben formirten Parallelepipeden, und schienen mir deutlich Krystallen vom englischen Salze zu seyn; aber die größte Menge bestund in freyen Nadeln von sehr verlängerter pyramidalischer Form, sternförmig geord— net, und in feinen glänzenden Lamellen, die sich in Win⸗ keln von ohngefähr 60 Graden endigten. Diese zwey letztern Gestalten charakterisiren den Selenit, welches die Unauflöslichkeit dieser Krystallen völlig außer Zwei— fel setzte: denn der größte Theil unter ihnen löste sich nicht im siedenden Wasser auf, und wurde ohne den ge⸗ ringsten Anschein von Veränderung wieder herausgenom⸗ men. Ich trocknete sie, und brachte anderthalb Gran am Gewichte zusammen, welche ich mit einer alkalischen Lauge abkochte, da sie dann eine wahre Kalkerde hin⸗ terließen. Der Theil von diesen Salzen, welcher sich im Was⸗ ser aufgelöst hatte, mit firem Alcali zerlegt, gab einen Gran und ein Viertel einer schönen weißen Erde, die aus Kalkerde und ein wenig Magnesia bestund. Dieser Versuch stimmt also genau mit meinem vo— rigen überein: 144 Gran Amianth gaben mit der Säu— re etwas weniger als drey Gran, so wie hundert etwas weniger als zwey gegeben hatten. Man kann dem zufolge für gewiß halten, daß der Amianth von Tarentoise von dem Bergreichenstei⸗ ner, welchen Herr Marggraf untersucht hat, sehr ver⸗ schieden ist. Ich möchte fast glauben, daß derselbe mit einem unter der Form des Asbests krystallisirten Serpen⸗ tinsteine gemischt war; zum wenigsten war er grün. Herr Lehmann), auf welchen Herr MWarggraf in Betreff der Beschreibung seiner Steinart verweist, sagt es ausdrücklich. Der ) Phys. chymische Schriften, S. 12. 108 Viertes Kapitel. Der reine Amianth, so wie der von Tarentoise, ist also Keine sowohl vom Schörl, als vom Steatiten ver⸗ schiedene Substanz: denn diese zwey Steinarten sind größtentheils in Säuren auflöslich, statt daß der Ami⸗ anth sich darin wenig oder gar nicht auflöst. Sonst sind auch seine Biegsamkeit, und der krystallisirte Schmelz, den man von ihm erhält, sehr merkliche Unterschei⸗ dungszeichen. §. 121. Asbestsolution in Salpetergeist. Der Asbest ist ein krystallisirter Serpentinstein. Was den Asbest anlangt, zum wenigsten jenen, wel⸗ chen ich oben(H. 117.) beschrieben habe, so ziehen die Säuren mehr als die Hälfte seines Gewichts an einer mit Eisen gemischten Magnesia heraus. Die in Sal⸗ petersäure gemachte Auflösung dieses Steins giebt eine merkliche Menge Salz, welches sich in der Säure selbst, wenn sie concentrirt ist, zu Krystallen ansetzt, nicht min⸗ der auch in einer heißen und trocknen Luft; wenn es aber in eine feuchte kömmt, zerfließt es, oder wird zu einem Liquor, als welche Eigenschaft der Basis vom englischen Salze zugehört. Der Serpentinstein liefert eben dieselben Resultate; und der Asbest gleicht ihm auch in andern Rücksichten so sehr, daß ich mich nicht enthalten kann, ihn als eine Krystallisation dieser Art von Steatiten anzusehen. 9. 122. Glimmer(Mica). Wo er gefunden wird. Der eigentliche. Der Glimmer ist eine so bekannte Steinart, daß ich nicht nöthig habe, lange dabey zu verweilen. Wir finden ihn selten rein; aber er macht einen der gewöhn⸗ lichsten Bestandtheile der blättrichten Felsarten und Gra⸗ nite kentoss, f Kralten ve⸗ inatte sch aß der Imj Sanst 0 e Schnah Untersch⸗ lebest it ů. jenen, wel⸗ ziehen die an einer in Sal⸗ gebt äne dude sehbt, nicht min nn es aber zu einem englischen Resultate; ikschten s Mals eine n, wild. natt, daß lrn. Vr gböht⸗ undGra⸗ sits Geschiebe und Steinarten um Genf. 109 nite aus. Man findet ihn auch in dem Sande, welcher aus dem Zerfallen und dem Verwittern dieser Felsarten entsteht. Der gemeinste ist der eigentliche Glimmer (Waller. Sp. 174.), welcher aus kleinen glänzenden und biegsamen, gold- oder silberfarbenen, zuweilen auch grünen, braunen, oder schwarzen Blättchen besteht. 5. 123. Russisch Frauenglas. Wir finden auch in den Bruchstücken der blättrichten Felsarten Lamellen von russischem Frauenglase(Wall. Sp. 173). Ich habe deren gesehen, die auf der Fläche von zwey bis drey Zoll waren, und sich in dünne und durchsichtige Scheiben spalten ließen, die minder ausge⸗ dehnt, aber inzwischen doch von eben der Art waren, wie die, aus welchen man in Rußland Fenster zu machen pflegt. §. 124. Wirkung des Feuers auf den Glimmer. Alle Glimmer, die sich in unsern zusammengesetzten Felsarten befinden, schmelzen bey einem Grade des Feuers, welcher etwas stärker ist, als um den Schörl in Fluß zu bringen, und werden zu einem halbdurchsich⸗ tigen Glase, von schwarzer, brauner, oder grünlicher Farbe. Diese Glasarten sind hart, gleichartig, und am Bruche glänzend, aber hin und her mit Bläschen besetzt. Herr Sage), welcher sehr interessante Untersu⸗ chungen über diese Steinart angestellt hat, sagt, sie ver⸗ glase sich auch im heftigsten Feuer nicht. Ohne Zweifel hat dieser große Scheidekünstler mit reinern Arten gear— beitet, die von den unsern, des Chevalier d' Arcet und Herrn *) Elém. de Minéralogie, T. I. p. 197. 11⁰0 Viertes Kapitel. Herrn Potts verschieden sind: denn die beyden letztern haben verschiedene Arten in Fluß gebracht, und ich habe keine in unsern Gebirgen gefunden, die sich nicht vollkom⸗ men hätten verglasen lassen. §. 125. Kalksteine. Deren Kennzeichen. Die Bruchstücke von Marmor und andern Arten von Kalksteinen findet man sehr häufig an den Ufern von un⸗ serm See, unsern Flüssen, und in dem Innern unsrer Hügel. Dieses Geschlecht ist leicht zu erkennen. Seine mittelmäßige Härte, seine gänzliche Auflöslichkeit in Säuren mit Aufbrausen vergesellschaftet, seine Ver⸗ wandlung in ungelöschten Kalk durch die Wirkung des Feuers, sind Kennzeichen, die nicht dem geringsten Mis⸗ verstande unterworfen seyn können. §. 126. Die vornehmste Art, welche man in unsern Gegenden findet. Man findet verschiedene Arten und von verschiedenen Farben, deren Hererzählung eben so langweilig als un. nütz seyn würde. Ich will mich um deswillen auf die Anzeige derjenigen einschränken, welche Wallerius Cal- careus aequabilis niger nennet. Sie ist merkwürdig wegen des starken Erdharzgeruchs, den sie beym Reiben von sich giebt. §. 127. Versteinerungen. Die interessantesten abgerundeten kalkartigen Steine sind die, welche Spuren organisirter Körper aufweisen. Ich habe längst der Arve versteinerte Madreporen, auch Steine gefunden, die Anomiten oder Bohrmuscheln ꝛc. ꝛc. enthiel⸗ ehden lhte dihhiß nicht ulthn en. rn Arten dy fern von mn ssern unste en. Seint dlichkeit in seine Van lickung des Isten Mis⸗ unsern Ischiedenen lig als un. len auf die Hlerius C⸗ merkwürdi ym Roben gen Chlhe dufeisc, Mur,h ichhhx uthe⸗ Geschiebe und Steinarten um Genf. ur enthielten. Herr Tollot hat Steine dieser Art gefun⸗ den, die voll kleiner Muscheln waren. Er hat sie sägen und schleifen lassen: sie gleichen den schönsten Lumachell⸗ marmorn, die man je in Italien zu sehen bekömmt. §. 128. Kalk spath. Endlich trifft man auch den Kalkstein in einer krystal⸗ lischen Form, hauptsächlich als Spath in viereckigen oder rautenförmigen auf einander liegenden Blättern an. Man findet abgerundete Bruchstücke von diesem Spath, die undurchsichtig, aber von einer blendenden Weiße sind. Oft kleben auch Blätter von Schiefer dar⸗ an, weil sich der Spath oft in den Ritzen dieser Berg⸗ arten, die an den Ufern der Arve die gewöhnlichsten find, krystallisirt. Zuweilen findet man ihn auch mit Quarz untermengt, in verschiedenen Gestalten; ich werde aber davon bey Ge⸗ legenheit der zusammengesetzten Felsarten sprechen. Endlich sieht man auch Spath zwischen den zu Pud⸗ dingstein zusammengeklebten Kieseln, am Ufer der Rho⸗ ne und Arve. Dieser Spath ist das Product der Kry⸗ stallisation des kalkartigen Kitts, welcher diese Kiesel verbindet. 112 Fünftes Kapitel. .=-=.. Fünftes Kapitel. Fortsetzung des vorigen. Zusammen⸗ gesetzte Felsarten. §. 129. ö Granit. Ma muß ihn nicht mit dem Sandstein(Gres) ver⸗ „ wechseln, von dem wir oben(§. 61.) gesprochen haben. Diese Steinart verdient in verschiedenen Ab— sichten, daß wir uns mit derselben beschäftigen: theils weil dieselbe den Stoff zu den schönsten Arbeiten des ent⸗ ferntesten Alterthums gegeben; theils weil sie eine der wichtigsten Erscheinungen ist, die uns in der Lehre von der Zusammensetzung unsers Erdballs Licht verschaffen; theils auch wegen ihrer wunderbaren Structur, und der noch eingeschränkten Kenntnisse, die wir sowohl von ih⸗ rer Beschaffenheit als Entstehungsart haben. Da über⸗ dem in der Folge unsers Werks oft die Rede davon seyn wird, so muß ich hier ihre Charaktere auf eine sehr siche⸗ re und genaue Weise angeben. 5. 130. Granite sind Felsarten, oder zusammen⸗ gesetzte Steine. Die Granite gehören zu der Klasse von Steinen, wel⸗ che die Naturforscher zusammengesetzte Steine, Fels⸗ arten(Kocher), Rocsvif), oder auch nach Walle— rius ) So nennt man zu Genf und in einigen Provinzen Frank⸗ reichs sehr uneigentlich eine Art gęroben Marmors oder Kalksteins, der solld und dicht ist, und verbaut wird. Eben so uneigentlich nennen wir zu Genf Serpentin, was die Naturforscher Roc vif, oder Roche nennen. Lis Hch M, aase ser Gem Mi serdh Schil denen + ammen: (Ored) „NKestrochn hiedenen Al⸗ igen: theil iten des ent⸗ sie eine der er Schre von verschoffe tur, und der owohl von iß Da bes 15 sehh ine seht sche mmen⸗ Stinen, weo teine, Jel⸗ sach Woll⸗ s binte Rgan walass oe verbut witz Gerpenin e Henhen. Zusammengesetzte Felsarten um Genf. u3 rius Anleitung Saxa mixta nennen. Diese Klasse be⸗ greift die Steinarten unter sich, die aus zwey, drey, oder verschiedenen Gattungen zusammengesetzt sind, und bald aus einer Mischung von eckigen Körnern, bald aber aus Blättchen bestehen, welche, allein durch ihre genaue Be⸗ rührung, ohne irgend einen fremdartigen Kitt, mit ein— ander vereinigt sind. Diejenigen/ welche sich in Blättchen theilen lassen, nennt man blätterichte oder schieferichte Felsarten (Nocsies schtisteuser, Nochies feuillettee, Saxa fHlia bey Wallerius); die aber, welche aus Körnern beste— hen, und weder merkliche Blättchen, noch Adern dar⸗ stellen, nennt man dichte Jelsarten, Felsarten in Wassen(Koches en mousse, Saxa 1. nach Walle⸗ rius). Von dieser Art sind die Granite. 9. 131. Ursprüngliche Gebirge. Diese zwey Felsarten machen die Bestandtheile der höchsten Berge aus, wie z. B. die Centralketten der Al⸗ pen, der Cordilleras, des Ural, des Kaukasus und der altaischen Gebirge. Man findet sie niemals auf Schie⸗ fer oder Kalkstein aufsitzen; vielmehr dienen sie diesen zu Grundstützen, und sind folglich vor ihnen entstanden. Mit Recht giebt man ihnen alsh den Namen der ur— sprünglichen oder primitiven Gebirge), da die von Schiefer und Kalkstein nur den Namen der nachentstan⸗ denen(Lecondaires) tragen. §. 132. 4) Daß nicht nur der Granit, söndern auch verschiedene schieferichte Felsarten, insonderheit die, welche von den deutschen Sneiß genannt wird, zu den ursprünglichen Gebirgsarten gehöͤren, nimmt auch Charpentier an, in seiner vortrefflichen unterirdischen Geographie von Chur⸗ sachsen, S. 389— 396. u. a. O. W. 14 Fünftes Kapitel. §. 132. Die Granite sind vorzůglich eine primitive Bergart. 0 Die Felsen in Massen, und hauptsächlich die Gra⸗, th nite, scheinen noch besser, als die blättrichten Felsarten, Hr den Namen der ursprünglichen oder primitiven zu ver⸗ Wuhsh dienen; weil man sie näher dem Mittelpunkt, und in He dem Mittelpunkte der hohen Gebirgketten selbst findet; und weil man an ihnen nicht so leicht Schichten, welche schit Spuren ihrer Entstehung darbieten könnten, entdecken kann. Viele Naturforscher haben sogar auch das Da⸗ l seyn solcher Schichten geläugnet. Ry Det 9. 133. hitit Aber gleichwohl sind sie schichtenweise an⸗ W gelegt worden. Ri Allein wir werden im Verfolg dieser Abhandlung 35 inne werden, daß, wenn man die Granite in den Ber⸗ Uch gen, da, wo ihre erste Anlage ungeändert geblieben ist, ö beobachtet, man daselbst Schichten oder Bänke findet, i die zuweilen dicker, aber fast immer so beständig und re⸗ 10 Dagt. sind, als wie in den nachentstandenen ergen. In den abgefallenen Granitklötzen, auch in den be⸗ 5 trächtlichsten, folglich um so mehr in den kleinen, sieht ü man keine Spur von Lagen, weil jedes Stück ein Bruch⸗ ö 0 stück von einer einzigen Schicht ist. Die Bänke dieser 20 Steinart sind entweder zu dick, oder zu wenig unter sich I 0 zusammenhängend, um ohne Absonderung mit einander 6 in große Entfernungen herabzufallen.. lin von gefant 9. 134. ————— primiide lich die His en Jebauth liden zu dn nkt, ud z selbst fudtz hlen, wesh N, entdecken ich das Do⸗ tise an Whendlung in den Ber gebleben is, zanke findet, dig vnd re⸗ gentstondenen h in hnnbe Henen, seeht ein Buch⸗ Banke diese ig urttrsch nmit einande + Zusammengesetzte Felsarten um Genf. uz §. 134. Charaktere der Granite. Die, welche die Granite nur obenhin betrachtet ha⸗ ben, sehen sie für eine Art von Sandstein an, oder auch wie Körner von Flußsand, die zusammengebacken sind; wahrscheinlich hat ihnen auch dies körnichte oder granu⸗ lirte Ansehen den Namen Granit ertheilt. Wenn man aber ihre Structur mit Aufmerksamkeit studirt, so wird man sehen, daß alle Körner, woraus ein Granit zusammengesetzt ist, sich mit einer Genauig⸗ keit an einander anfügen, bey der unmöglich eine zufälli— ge Anlegung der abgesonderten Theile sich denken läßt. Die Sandsteine, die Breschen(Bréches), die Pud⸗ dingsteine, welche wirklich durch die Verbindung abge— sonderter Bruchstücke sich gebildet haben, sind in ihren Theilen nicht so in einander eingeschichtet. Noch mehr, in eben den Steinarten sieht man gewöhnlich die Zwi— schenräume der Bruchstücke, woraus sie gebildet sind, mit einer Art Kitt ausgefüllt, der sie in Verbindung er— hält. Aber in den Graniten ist es unmäglich, irgend einigen Kitt zu unterscheiden; alle ihre Theile scheinen gleich zur Formirung des Ganzen beygetragen zu haben, und sind so wohl an einander gepaßt, daß man sagen möchte, sie seyen in einem Stande der Weiche und Bieg⸗ samkeit zusammengeknätet worden. Ohne Zweifel liegt es in dieser Structur, daß man glaubte, die ungeheuren Granitmassen, die uns aus den Zeiten des Alterthums übrig sind, und deren Bearbei— tung sowohl, als auch noch mehr die Versetzung von ei— nem Orte zum andern, die menschlichen Kräfte zu über⸗ treffen scheint, seyen Mischungen von verschiedenen Ar⸗ ten von Teig, die an Ort und Stelle seyen geknätet und geformt worden. *—— — V — ĩ‚X1 116 Fünftes Kapitel. §. 135. Die Granite sind kein mit Quarz verbun⸗ dener Sand. Die scheinbarste Art, womit man einigermaßen be⸗ weisen könnte, daß die Granite durch die Vereinigung von gröbern oder kleinern Sandtheilen, oder auch von einem zuvor schon gegenwärtigen Sandsteine zusammen⸗ gesetzt worden, wäre, wenn man annähme, daß der Quarz, welcher ein Hauptbestandtheil der Granite ist, sich in die Zwischenräume hineingeseigert, und diese Theile verei— niget habe. Ich war ehedem in eben diesen Gedanken: aber ich mußte sie aufgeben, als ich sahe, daß in man⸗ chen Granitarten der Quarz nicht allein den Kitt, son⸗ dern auch den Grund und den Hauptbestandtheil der Steinart selbst ausmache, und daß auch sogar in den meisten die verschiedenen Materialien solche Verhältnisse unter einänder haben, und so an einander gefügt sind, daß es scheint, sie seyen zur Erhaltung des aus ihnen be⸗ stehenden Baues alle gleichnothwendig, so daß man kei⸗ nes davon herausnehmen könnte, ohne daß das Ganze einstürzte. Hieraus folgt nothwendig, es sey unmög⸗ lich, daß zwey oder drey von diesen Materialien zum Voraus da gewesen, und hernach das letzte die Zwischen⸗ räume ausgefüllt habe. Man sieht Granite, die eine Mischung von grobem, beynahe gleichem Korne von zwey verschiedenen Stein⸗ arten sind, bald von Quarz und Schörl, oder auch von Quarz und Feldspath. Wenn man in Gedanken eines von diesen Ingredienzien wegnimmt, so sieht man, daß das Gestein, welches aus dem Uebrigen zusammengesetzt ist, sich nicht würde halten können, sondern nothwendig hätte einsinken und die leeren Räume ausfüllen müssen, die gegenwärtig von dem Theile besetzt sind, welchen man sich als nachgekommen einbildet. Noch 0 UU (ahen reil Hehn Im bon Runen sche Woh, Iu Oade de Hchen 0 dot Maug hhe, 1 H dus; humsh Eiheg! sih de aundee Rebbun üt Ekt e du werden darlege men ha ) Da H 1 H-el verbhn, igermaßnh e Derenipn oder auch n ine zusanm daß der un ist, sich ud Theile ven n Gedankez daß in may en Kitt, su andtheil de sogar in den Verhältvis e gfügt sih) aus ihnen d daß man ka das Ganh seh unmo ttrialen zun die Zoischey 0 von gicbe jedenen Etl oder auch kr wanken e scht may x Isammegotz n nothberdh fultn müst, vchen mn M Zusammengesetzte Felsarten um Genf. u/ Noch mehr: oft sind in eben demselben Klotze die gleichen Materialien ungleich gemischt. Hier ist fast ganz reiner Glimmer; dort fast alles Quarz; noch wei⸗ ter hin Krystallen von Feldspath angehäuft. Man mag nun von diesen drey Bestandtheilen für den nachgekom⸗ menen annehmen welchen man will, so muß man bey ei⸗ ner solchen Voraussetzung sehr große leere Räume anneh⸗ men, die doch in einem aus beweglichen und zusammen⸗ hängenden Theilen bestehenden Gestein, oder in einem Sande gewiß nicht lange hätten bestehen können. 2 §. 136. Die Granite sind ein Werk der Rrystallisation. Ich glaube daher, daß die Theile des Granits alle gleichzeitig sind, daß sie alle in dem gleichen Elemente und durch die gleiche Ursache gebildet worden, und der Anfang ihrer Bildung die Krystallisation war. Quarz⸗ theile, Schörltheile und Theile von Feldspath, in einer⸗ ley Fluidum aufgelöst, schossen im Grunde dieses Flui⸗ dums zu Krystallen an, die hier abgesondert, und dort vermischt sind; so wie wir in einem mit verschiedenen Salzen gesättigten Wasser im Grunde von einerley Ge⸗ fäß die regelmäßigern oder unregelmäßigern Krystallen von diesen Salzen, bald mehr bald minder mit einander verbunden und unter einander gemischt, sich bilden sehen. Ich verschiebe die Beweise und nähern Umstände die⸗ ser Erklärung bis dahin, wo wir uns in den Gebirgen, die aus diesen Graniten bestehen, befinden werden: sie werden uns handgreifliche Spuren von den Operationen darlegen, die die Natur bey ihrer Bildung vorgenom⸗ men hat). 9 3§. 137. *) Wer unterdessen eine mit vielem Scharffinn ausgedachte Hypothese über den Ursprung der Granitgebirge oder vielmehr des Grauits lesen will, der schlage die im J. 1779 40 n8 Fünftes Kapitel. ö 5—§. 4+27 05t Verzeichniß der Granite in unsern Gegenden.(ans Granite aus zwey verschiedenen Steinarten zu⸗ Iis1 sammengesetzt. Erstlich: aus Quarz. und Feldspath. e* Um, wie Herr Wallerius, bey denen anzufangen, udinl. welche nur aus zwey Steinarten bestehen, so melde ich, hh daß in unsern Gegenden fünf deutlich unterschiedene Ar⸗ + ten davon vorhanden sind. 0 Die erste ist eine Mischung von Feldspath und Jlan Quarz). Sie ist ziemlich selten in unsern Gegenden, sihlt weil sich der Quarz und Feldspath daselbst wenig ohne die me Beymischung von Glimmer zeigen. Doch habe ich zwey Kangus Spielarten davon gefunden: in der einen ist der weiße Feldspath der Grund des Gesteins, und der Quarz in kleinen Körnern eingesprengt; in der andern ist falber* Feldspath in beynahe gleichen Quantitäten mit weißem 0 brüchigen Quarze vermengt*). zn §. 138. U Iweytens; aus Quarz und Schörl. Die zweyte Gattung des aus zweyerley Bestandthei⸗ len zusammengesetzten Granits entsteht aus einer Mi— 990 schung von Quarz und Schörl*). Diese Gattung ist Wa sehr gemein, und zeigt sich in tausend verschiedenen Ge⸗ siun v stalten. 606 1779 zu Berlin herausgekommenen Beobachtungen und sching Wuthmaßungen über den Granit und über den Gneis Starg nach, wo der Verfasser der nun so beliebten fixen Luft die größte Wirkung in der Hervorbringung des Granits zuzuschreiben scheint.— W. Granites simplex, Wall. Sp. 199. **) Ich verschiebe die chymischen Untersuchungen, Betrach⸗ Di tungen und Schlüsse bis auf§. 171. Gann *) Granites basalticus, Vall. Sp. 200. Geherdrn inatten zj Duarz Karzufang, so meheeit N schirdene I. spath n n Gegende enig ohne d habe ich 0 ist der nuß der Quz u dern is slbe on nit vuhen horl Besurdthei 3 eindgt M. „Galtung i edenen Ge stalten htungen und r den Gneis en fiken lust des Gami Lat Zusammengesetzte Felsarten um Genf. ug stalten. Der Schörl ist verschieden in Farben, Härte und Bildung: hier ist er schwarz, dort grün, anderswo braun; hier weich, dort aber sehr hart. In den mei⸗ sten Gattungen ist er in rechtwinklichten Blättern kry⸗ stallisirt; in andern hat er keine bestimmte Form. Bald ist er in Nestern von einer gewissen Größe ausgetheilt, bald in kleinen Körnern zwischen die Körner vom Quarz eingesprengt. Der Quarz ist weniger Abänderungen unterworfen; es ist immer ein brüchiger und körniger Quarz, der der Zusammensetzung dieser Steinarten beytritt. Doch in einigen Gattungen scheint er seine Natur zu ändern, di⸗ cker und dichter zu werden, und in Gradationen die Kennzeichen des Nierensteins anzunehmen. §9. 139. Drittens: mit Schörl und Nierenstein. Die dritte Art ist aus Nierenstein und Schörl zu⸗ sammengesetzt, und besser oben(H. 112.) beschrieben worden. §. 140. Viertens: mit Schörl und Topfstein. Die vierte Gattung ist, gleich der vorigen, nicht von Wallerius beschrieben worden, und besteht aus Topf⸗ stein und Schörl. Dieser Topfstein spielt vom Gelben ins Grüne, und ist mittelmäßig hart. Der Schörl zeigt sich in schwarzen, dünnen, rechtwinklichten Blättern; der Stein giebt Feuer am Stahle. §. 141. Nachentstandener Granit. Die fünste Gattung könnte man nachentstandenen Granit(Granit secondaire) nennen, weil sie aus gra⸗ 5 4 nitarti⸗ 120 Fünftes Kapitel. nitartigen Theilen besteht und auf Granitgebirgen gebil⸗ det wird. Sie besteht aus brüchigem Quarz und Kalk⸗ spath, wovon der letztere falb und in rechtwinklichten Blättern krystallisirt, der erstere aber weiß, halbdurch⸗ sichtig und ohne bestimmte Form ist. Diese zwey in wink⸗ lichten, sich wechselsweise durchdringenden, unregelmäs⸗ sigen Massen gemengten Bestandtheile haben sich gang⸗ weise(par filons) in den Ritzen der Schieferberge und Hornsteine, welche zwischen dem Dorfe Servoz und dem Thale von Chamouny das Ufer der Arve einfassen, nie— dergelegt und krystallisirt. Von da sind auch die Bruch⸗ stücke, die sich aus diesen Lagen oder Schichten losge⸗ macht haben, in diesen Strom gestürzt, der sie bis in die Rhone sortgetrieben hat. §. 142. Aus mehr als zwey Bestandtheilen zusammenge⸗ setzte Granite. Eigentlicher Granit. Spielarten desselben. Unter den genannten Arten muß man zuerst desjeni⸗ gen erwähnen, dem der Name Granit vorzugsweise zu— kömmt). Er besteht aus Quarz, Feldspath und Glim⸗ mer. Die hohen Gipfel der Alpen bestehen fast alle aus dieser Steinart, und man darf sich daher nicht wundern, wenn wir in den Thälern große und kleine Massen davon sehr reichlich verstreut finden. Mehrere dieser Klötze sind groß genug, um Mühlsteine, wie auch Mahltröge für das Obst, den Hanf, u. s. w. daraus zu verfertigen. Dieser Granit ist in dem Verhältniß seiner Bestand⸗ theile zu einander ungemein verschieden, und diese Ver— schiedenheit läßt sich sowohl in verschiedenen Felsen, als auch öfters in unterschiedlichen Theilen eines und eben desselben Felsen wahrnehmen. Auch ist er sehr ne derli Wall. Sp. 207. E Gund Haben Nisen man s. eunn Ind R diesen bindun Ruusch Hit; * I Vr. Rbin Hehi⸗ alz urd Kat, hmnifhchn 5, habouh, zwey inwif „Aunkegelnq, on schn eserberge ug voz und den einfassen, nn h die Buh lichten boege r sie bis i sammenge⸗ Ranit. erst deeen⸗ ugsweise zu und Glim, Ffast alle aus icht wunder, Mossen daban Klobe sih rahtroge fi ffertigen. iner Bosard ud dibse V Fase nes u ele sh al⸗ Ral Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 121 derlich in der Größe seiner Theile, hauptsächlich der Feld⸗ spathkrystalle, die zuweilen einen Zoll lang, ein ander— mal aber nicht größer als ein Sandkorn sind. Die verschiedenen Farben, welche der Feldspath oft an sich zeigt, veranlassen auch eine Menge von Spiel— arten. Die gemeinste unter denselben ist milchweiß; man sieht ihn aber auch gelb oder falb, roth, violete, und selten, aber doch einigemal, von schöner schwarzer Farbe. Der Quarz nimmt niemals so verschiedene Farben an: er ist entweder weiß und undurchsichtig, oder durch⸗ sichtig ohne bestimmte Farbe, oder von grauer, die ins Violette fällt. Aber die glänzenden Blättchen des Glimmers brin⸗ gen alle Nüancen hervor, als weiße, oder graue, grüne, gelbe, schwarze ꝛc. ꝛc. §. 143. Harte Sranite. Verwitternde Granite. Noch ein wichtiger Unterschied, den man unter den Graniten findet, ist der Unterschied in der Härte. Wir haben welche, die hierin den orientalischen Graniten nichts nachgeben. Aber von dieser äußersten Härte kann man nüancen⸗ weise bis auf Arten herabsteigen, die so weich sind, daß man sie mit den Fingern zerbröckeln kann). Die Bän⸗ ke von abgerundeten Kieseln, welche das Ufer der Arve und Rhone einschließen, zeigen häufig Bruchstücke von diesen Graniten, deren Theile unter sich gar keine Ver⸗ bindung haben. Man känn nicht muthmaßen, daß diese zufällige Ei⸗ genschaft von einem fressenden Saft komme, welcher den Kitt zwischen ihren Theilen zerstört haben sollte: denn 95 oft ) Granites suscus aere destructihilis, Waller. Sp. 201. Var. K. 122 Fünftes Kapitel. oft an der Seite, und über und unter diesen Kieseln fin⸗ det man andre, deren Härte nicht die geringste Verän⸗ derung erlitten hat. Die Sache ist vielmehr ein Fehler des Steins, die Wirkung von einer salzichten oder tho⸗ nichten Materie, die sich bey seiner Zusammensetzung ein⸗ gemischt hat, und die genaue Berührung verhinderte, welche zum wechselseitigen Ankleben der Theile nothwen⸗ dig ist. Doch muß man voraussetzen, diese fremde Ma⸗ terie habe einer gewissen Zeit oder gewisser Umstände von⸗ nöthen, um die Verbindung der Theile des Steins zu zerstören: denn wenn das Unzusammenhängende dieser Granite vom Anfange an schon Statt gefunden hätte, und zwar in einem so starken Grade wie jetzt, so hätten sie weder abgerundet werden, noch die Revolutionen ertra⸗ gen können, denen sie unterworfen worden; der erste Stoß hätte sie in Sand verwandelt. Zuweilen greift aber diese Krankheit die Granite auch in ihrem Entstehungsorte an. Ich habe im dyoni⸗ schen, in Auvergne, in Gevaudan, in den vogesischen Gebirgen ganze Meilen Landes angetroffen, deren Bo⸗ den aus nichts als einem grobkörnichten Sande bestund, der aus der Zerlegung des Granits entstanden war, wel⸗ cher in diesen Provinzen die Grundlage des Bodens aus⸗ macht.“) Man findet diese Erscheinung nur selten in den ) Aus dem verwitterten Granite entsteht oft eine Thoner⸗ de, welche ihren Ursprung dem Feldspath zu danken hat; der in dem Granit enthaltene Glimmer zeugt auch zu— weilen bey seiner Verwitterung eine rostige Erde: wie beydes durch sehr viele Erscheinungen in der Natur be— wiesen wird.— So können auch aus der Verwitterung des Granits neue Steinarten entständen seyn, wie z. B. der Sandstein aus dem Quarzsand, aus magerm Tho⸗ ne neue Jaspislager, und vielleicht auch verschiedene Porphyrlager, wenn sich mit dergleichen Thonarten noch unaufgeloster Quarz, Feldspath oder Schörlkorner ver⸗ binden. W. Du shibß 0e),9 Msl 5 ue chr wessf ken Br (Aau; cn Rin is n Hsh fh ernsst rih mehrenhle hichtenchn 0 Rmensthung e uug wahrdatz Ml uhre dissnde 2 Umstüdedoy e de Stelp chitynde dis Rfunden häth eiht, sy hitg eoatihnen ettz cchen; der eit het N Otuit Hhchein hofß hh Whsssch fihn, deen V. Sunde Hafuuh Ipden boh, ½ BWls aul 10 W tn tie Zhonte u danken hat zagt aug u 10 Etder l der Mtlk 0 Vewitaulg schn ez& ö Rgen Hesctekt hencte ö0 11 0 Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 123 den Alpen; die Granite dieser hohen Berge haben mehr Solidität. §. 144. Aus Quarz, Feldspath und Schörl zusam⸗ mengesetzte Granite. Die zweyte Granitart, welche aus dreyerley Gestein besteht, ist das Resultat einer Mischung von durchsichti⸗ gem Quarz, dunkelgelbem Feldspath, und schwarzem Schörl, in mittelmäßig harten Blättchen. Man findet beträchtliche Klötze davon auf den Hügeln von Chougny, Boisy, u. a. m. §. I45. Granit aus Nierenstein, Schörl und Gra⸗ naten. Die dritte Gattung ist eine schöne, nirgendwo be⸗ schriebene Felsart; eine Mischung von Nierenstein(Ja- de), spathichtem grünen Schörl, und Granatstein in Massen. Diese beträchtlich harte und dichte Steinart läßt sich schön schleifen, und die großen rothen, grünen und gelben Flecken derselben sind für das Auge von treff⸗ licher Wirkung. Die Mischung und genaue Verbindung der ver⸗ schiedenen Materien, woraus diese Gattung besteht, be⸗ weisen vorzüglich, daß diese Felsart weder aus zerstreu⸗ ten Bruchstücken, noch durch die Verkittung eines vor⸗ her existirenden Sandes, sondern durch eine gleichzeitige („imultanée) Kryställisation verschiedener in dem glei— chen Fluidum aufgelösten Elemente zu Stande gekom⸗ men ist. §. 146. 124 Fünftes Kapitel. §. 146. 4 Mischung von Nierenstein, Schörl und Fn Glimmer. eu ů— ict u Auch diese drey werden zu einer Granitart mit ein⸗ Cuil ander gemischt angetroffen. 66 6. 147. in Granite von vier oder fünf Bestandtheilen. 90 Wir finden auch Granite von viererley Steinarten, 9N zum Beyspiel, von Steatit, Quarz, Feldspath und Glim⸗ N mer; von Quarz, Feldspath, Glimmer und Schörl, u. Maal s. w. Man erkennt auch in einigen fünf Steinarten. M daninr §. 148. WL Wie zahlreich die Granitarten sind. uundie Man muß aber dies Verzeichniß einschränken; denn Räß man könnte fast eben so viel Arten darin aufstellen, als u es mögliche Combinationen von sieben oder acht Stein⸗ 19 arten giebt, die Bestandtheile des Granits werden. h Nicht als ob es uninteressant wäre, die Arten näher zu betrachten, die sich gerne vereinigen, oder im Gegentheil der Vereinigung gleichsam ausweichen, oder zum wenig⸗ sten sich nicht verbinden, als wenn sie mit noch andern Arten in Gesellschaft sinnd. Man müßte aber alsdenn ri die Klasse der zusammengesetzten Felsarten in ihrer gan⸗ zen Ausdehnung betrachten; und hier müssen wir uns e nur auf die Gattungen einschränken, die in unsern Ge⸗ he genden gefunden werden. fcal behm F. 149. durch Porphyre. dem. Die zweyte Gattung der Felsarten ist der, seiner Na⸗ 00 tur nach, dem Granit sehr nahe Porphyr. 0 Er hllind ilart nit zj ndtheilen, Stinath th und Gin, d Schölh Keinatten, sind. Hrätkhz deh aufstelen, a6 er acht Stelz Rits werdej ten naher z Gegenthel eum wenig hoch ader aber albden in iher gaß ssen wir unt useen Gl Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 125 Er gehört, wie der Granit, unter die ursprünglichen Felsarten, und besteht, wie derselbe, aus verschiedenen Steinarten, aber mit dem Unterschiede, daß bey ihm, nicht wie im Granit, ein Teig vorhanden ist, welcher die Steinkörner mit einander verbindet, und einen einförmi⸗ gen Grund oder Mörtel ausmacht, in welchen die an⸗ dern Steinarten eingesprengt sind. Dieser Mörtel ist ge⸗ wöhnlich undurchsichtig, selbst auch von einer dunkeln Farbe. Man wird aber fragen, worin sich die Porphyre von den Puddingsteinen unterscheiden, in denen auch ein Mörtel oder Kitt zu sehen ist, welcher die verschiedenen Theile verbindet? Die Antwort ist, daß der Unterschied darinnen besteht, daß die Körner der Puddingsteine ent⸗ weder Bruchstücke verschiedener Steinarten, oder abge⸗ rundete Kiesel sind; da hingegen sich im Porphyr regel⸗ mäßige Krystallen von Schörl oder Feldspath finden, die, nach Maaßgabe daß der bindende Kitt sich auf eine sei⸗ ner Natur analogische Weise in verwirrter Art nieder⸗ schlug oder krystallistrte, zu Krystallen anschossen. 5. 150. Erste Gattung des Porphyrs. Die erste Gattung des Porphyrs, welche hier be⸗ schrieben wird, besand sich in dem Pflaster einer unserer Stadtgassen. Seine Form war eyrund; von außen war der Stein braun, auch röthlicht, wie die antiken Por⸗ phyre, mit länglichten rechtwinklichten weißen oder dun⸗ kelrothen Flecken. Ich ließ denselben herausreissen, und beym Zerschlagen fand ich, daß der Grund ein etwas durchsichtiger Teig war, dessen grobes Korn ein wenig dem Korn von quarzichtem Sandsteine glich. Im In⸗ nern des Steins ist dieser Teig grau: aber so wie er der Oberfläche näher kömmt, nimmt er röthlichte Nüancen an; und außen ist er, wie schon gesagt, braunroth. Man sieht 126 Fünftes Kapitel. sieht deutlich, daß diese Nüancen auf der Zerlegung des Eisens beruhen, welches in diesem Stein unter der Ge— stalt von schwarzen, zarten, pulverichten Pünctchen ein— gesprengt ist. Dieser Teig ist von außerordentlicher Härte, ja der ganze Stein ist noch härter als ein orien⸗ talischer Porphyr. Man hat Mühe, denselben zu zer⸗ schlagen; er giebt lebhaft Feuer am Stahle; und die Säuren, auch mit Hülfe der Wärme, können ihn im ge⸗ ringsten nicht verändern. In dieser Grundlage des Gesteins sind Feldspath⸗ krystallen eingeschlossen, deren einige weiß, andere röth⸗ licht, alle aber in sehr glänzenden rechtwinklichten Blät⸗ tern schön angeschossen sind, und im Gänzen rechtwink— lichte Säulchen mit scharfen Ecken vorstellen. Die größ⸗ ten sind sieben bis acht Linien in der Länge, und vier in der Breite. Es giebt aber auch sehr viel kleinere. Zu⸗ weilen trifft man auch halbdurchsichtige Quarztheilchen darinnen an. §. 151. ZIweyte Gattung von Porphyr. Die zweyte Gattung hat einen sehr angenehmen hell⸗ purpurfarbenen Grund, außen wie innen. Der Stein ist gekörnt, wie der vorige, aber etwas minder hart, und giebt inzwischen Feuer. Dieser Grund enthält Feldspathkrystallen, einige weiß, andre purpurfarben, wie der Grund selbst, und ziemlich grobe Körner von durchsichtigem Quarz. §. 152. Dritte Gattung von Porphyr. Die dritte Gattung hat einen grauen ins Schwärz⸗ lichte fallenden Grund, ist sehr hart, und von feinerm Korn als die beschriebenen Gattungen. Die 4 D.. 0 b hfcchet u, Del Fanenl he 16 l Hrbst Shill Gl den P. eite wis Dieint suthhy Rasch He e Dan Auten; dle fie b an, 5 Ruent, hn Kö IM phhrn y ltgyg d untet y H inahn in roerihg als en az elben z. hez ud ihn in y b Kedpecz andere rih ichten Blh Wrechtwihk Die graß und vier in iuete. Zu⸗ Heyhelchen . chmen hell Der Stein hart, o len, einige sebst, ud atz . Schuih on fileem O Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 127 Die Feldspathkrystallen, welche der Grund enthält, sind weißgraulicht und solider, auch von engerer und mehr einfacher Tertur als Krystallen dieser Art gewöhnlich sind. Man bemerket keine Quarzkörner darin. §. 153. Vierte Gattung. Der Grund der vierten ist mit Pünetchen von sehr kleinen weißen undurchsichtigen Quarzkrystallen, und kleinen Krystallen von schwarzem Schörl zusammenge— setzt. Auf diesem Grunde sieht man weiße rechtwinklich⸗ te Feldspathkrystallen und Körner von schwarzem Schörl. ů§. 154. Fünfte Gattung. Eine weit sonderbarere Gattung, die ich auch aus dem Pflaster unserer Stadt habe ausbrechen lassen, hat eine weiche graulichtgrüne Glimmererde zur Grundlage. Die in derselben befindlichen großen rosenfarbenen Feld⸗ spathkrystallen und rundlichten Drüsen eines grünen halb⸗ durchsichtigen Steatiten stechen schön ab, und geben dem Steine ein gutes Ansehen. Beym Schleifen bleibt dieser Grund matt: aber die harten Feldspathkrystallen und Steatitenkörner nehmen eine für das Auge sehr angenehme und schöne Po⸗ litur an. §. 155. Betrachtungen über alle mit einander. Ich habe die fünf beschriebenen Felsarten Porphyre genennt, weil sie einen Grund haben, der die krystalli⸗ schen Körner, woraus sie bestehen, vereinigt. Inzwischen sind sie doch von den orientalischen Por⸗ phyren verschieden, weil der Teig von diesen gar kein, zum 128 Fünftes Kapitel. zum wenigsten ein äußerst feines Korn hat, welches eine vollkommen homogene Substanz, einen Jaspis, einen Schörl in Massen, oder einen harten Hornstein andeu. 3 tet; da hingegen der Teig von den fünf beschriebenen A⸗ ten ein etwas grobes, mit glänzenden Puncten besätes an Korn hat, so daß man vermuthen darf, der Stein be— hnh stehe aus sehr kleinen gemischten Krystallen, um welcher 718 willen man ihn auch den Graniten zuzählen könnte. ami Diesen Betrachtungen zufolge scheinen mir diese„ D Gattungen ein Zwischengeschlecht zwischen dem wahren Hah Granit und Porphyr zu seyn: denn wäre ihr Korn um I etwas feiner, so würde man es nicht mehr unterscheiden können, und alsdann hätte sich gar kein Unterschied zwi⸗ mish schen ihnen und den eigentlichen Porphyren gefunden. wßells Ich bin um so viel geneigter, einen solchen Uebergang ruen anzunehmen, weil ich die Natur in den Gebirgen selbst ihn befolgen sah. N Da ich von Lyon nach Clermont durch Roane, 3900 St. Just und Thiers reiste, fand ich den ganzen Theil Gam von Forez, durch den die Heerstraße geht, auf Porphyr 0 gegründet; die Stadt Roane selbst ist nur aus diesem Ush Stein gebaut. Die Gränzen von Auvergne von dieser f Seite her sind hingegen alle von Granit, wie z. B. der 8 Berg oberhalb Thiers. Zwischen St. Just und Thiers n 3 habe ich Felsen gesehen, die den unsrigen ähnlich waren, wovon der Grund weder vollkommen das Homogene und Undurchsichtige vom Porphyrgrunde hatte, noch auch die körnichte und krystallische Form der Granite besaß: folg⸗ ö lich bildeten sie eine Mittelgattung, und bezeichneten die dis Stufenfolge der Natur beym Uebergehen von einem Ge⸗ Msis schlechte zum andern. sch aht hem hoh Di Iug R. §. 156, CSSSS‚SI.‚‚ee.eeee.--..eeeeeeeefeeeeee—— at, wichrg an Mspös, u vornsten arhn ochtiebnng! huncten bsetz der Stenn h en, um wt len könnt. einen mit d n dem wahh iht Korn u e ultersche Unterschied ⸗ hten gefngde scher Aeberga Gditger shf t duch Wy n ganze I 1, auf Munh rur aus dit xzne von di „ie 3. HustudChl Hahnsich par, Homogere Icauch iite bsaß: Hgichen von eiy Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 129 §. 166, Sechste Gattung von Porphyr. Wir haben nicht allein diese gemischten Arten, son— dern man findet auch bey uns zwey Sorten von wahrem Porphyr. Der erste von diesen hat einen Jaspis, oder vielmehr einen schwarzen undurchdringlichen Petrosiler zum Grun⸗ de, der am Bruche dem Petrosilex squamosus bey Wal⸗ lerius(Sp. 121.) ein wenig gleicht, aber viel härter ist, und stark am Stahle Feuer giebt. Dieser Porphyr gleicht bem schwarzen orientalischen, und ist, gleich ihm, mit sehr kleinen rechtwinklichten weißen Feldspathkrystallen eingesprengt, wie auch mit runden durchsichtigen Quarzkörnern ohne Farbe. Ich argwohnte, ob diese Körner nicht glasichter Schörl wä⸗ ren: aber ich habe mich versichern können, daß sie Quarz sind, da ich sah, daß sie dem Feuer widerstunden, wel⸗ ches den Teig des Porphyrs in ein braunes zellichtes Glas verwandelt. Die Feldspathkrystallen, welche dieser Jaspisgrund in sich verschließt, machen ihn etwas leichter als die rei⸗ nen Jaspisse.(§. 73.) Seine specifische Schwere verhält sich zum Wasser wie 2028 zu 1000. §. I7. Siebente Gattung von Porphyr⸗ Die zweyte Art von wahrem Porphyr hat auch einen Jaspis oder Petrosiler zum Grunde, demjenigen ziem⸗ lich ähnlich, welchen ich beschrieben habe, aber von ei⸗ nem hellen Grün und etwas durchsichtig. Die Feldspathkrystallen, die er enthält, sind ein we⸗ nig größer als bey der vorhergehenden Art Wund die Quarz⸗ 130 Fünftes Kapitel. Quarzkörner, obschon minder durchsichtig, zeigen oft Spuren von einer Krystallisation: man sieht darunter mehrere, deren sechs Seiten deutlich ausgebildet sind; ei⸗ nige haben nur vier, andre fünf derselben. Man sieht auch eisenrostige Flecken darauf, die oft diese Krystallen einhüllen, und man unterscheidet auch schwarze Schörl⸗ krystallen darin. Beyde Sorten von Porphyre nehmen eine ziemlich schöne Politur an. §. 158. Blätterichte Selsarten. Deren Kennzeichen. Sie sind überhaupt aus eben den Materialien, wie die Felsarten in Massen, zusammengesetzt, und jene dar⸗ in eben so durch die genaueste Berührung und ohne einen sichtbaren Kitt vereinigt. Der einzige Charakter, wodurch sie sich von den gan⸗ zen Felsarten unterscheiden, ist ihre blättrichte Textur, oder Zusammensetzung aus dünnen Schichten, die auf einander liegen. Man kann diese Schichten nicht im⸗ mer leicht trennen; zuweilen hängen sie sogar außeror⸗ dentlich stark zusammen: aber das Auge kann sie erken⸗ nen und unterscheiden. §. 159. Ihre wellenförmige oder im Zikzak laufende La⸗ mellen, und deren Ursache. Die Lagen der blättrichten Felsarten sind nicht im⸗ mer flach und regelmäßig; oft sind sie von ungleicher Di⸗ cke, oder wellenförmig, oder über sich selbst zurückgebo⸗ gen, daß sie die Figur eines römischen 8 oder, und oft noch complicirtere Gestalten formiren. Der berühm⸗ te Wallerius schreibt diese Art von Gestaltung Einstür⸗ zungen oder andern dergleichen starken Veränderungen zu, welche diese Lamellen in einem weichen und biegsa⸗ men miU U1U. ue Subl Ru Ull ene N sobe. E sah I n ens en Reungt dmn B Sonn 1 sud, stute vehn huce 19, Migen seht Li ebibbet V n. Masth dise Kusth Warze Schs eine gens nnʒeiche erialien, und jene du nd ohne eint von den ga trichte Tiyy chten, die d hten nicht in gar außeng ann sie erke laufende l e. snd nicht k ungliche 0 t znicht der I M Darbuisn alturg Gstiz Vailtautz u M 6 Zusammengesetzte Felsarten um Genf. Ir men Stande zu leiden hatten; und es ist kein Zweifel, daß dergleichen Ursachen nicht zuweilen einige Verände— rungen hervorgebracht haben. Inzwischen wollte ich doch glauben, daß die Krystallisation, welche diesen Steinen den Ursprung gegeben, in denselben auch diese so verschie⸗ dene und sonderbare Structur und Gestaltung gezeugt habe. In der That sehen wir, daß die Alabaster, ein sichtbares Werk der Krystallisation, in den Formen ih— rer Schichten und Lagen eben so mannichfaltig und selt⸗ sam sind. Die blätterichten Felsarten legen uns eben so viel, und noch mehr unterschiedene Arten vor, als die Felsstei— ne in Massen. Ich habe die unsrigen unter sieben ver⸗ schiedene Gattungen gebracht. §. 160. Erstes Geschlecht der blätterichten Felsarten. Die gemeinste Gattung besteht aus Quarz und Glimmer, und hat fast unzählige Spielarten. Was die Härte betrifft, so ist ihre Mischung härter oder weicher, je nachdem der Glimmer, als einer der weichsten, oder der Quarz, als einer der härtesten Stei⸗ ne, das Verhältniß abändern. Wo der Quarz vorschlägt, sind sie sehr hart, und gehören zum Saxum fornacum bey Wallerius(Sp. 203.). Wir finden welche, worin der Glimmer in so geringer Menge vorhanden ist, daß man seine glänzen⸗ den Blättchen nur bey einer schiefen Haltung gegen die Sonne gewahr wird. Andre, die fast ganz aus Glimmer zusammengesetzt sind, enthalten den Quarz nur in kleinen hin und her zer⸗ streuten Körnern, die, weil sie nicht vereinigt sind, nicht verhindern, daß man den Stein zwischen den Fingern brechen kann. Hieraus läßt sich nun leicht abnehmen, 2 2 wie 13² Fünftes Kapitel. wie viele und mannichfaltige Spielarten zwischen diesen zwo nun angeführten Gattungen können gefunden werden. Zuweilen ist der gleiche Fels in verschiedenen Theilen von verschiedener Härte; man sieht zum Beyspiel wel⸗ che, worin die Blättchen abwechseln, daß das eine fast ganz reiner Quarz, und das darauf folgende eben so fast ganz Glimmer ist. §. 16r. Quarzknoten. Ein andermal enthalten diese Felsarten den Quarz in Form eyrunder oder zirkelförmiger Knoten oder Nester krystallisirt, die platt gedrückt und scharf an den Rändern sind, und wenn man sie in der Mitte theilt, sehr viel ei⸗ nem Auge gleichen. Diese Knoten sind von ungleicher Größe: zuweilen so klein wie ein Hirsenkorn, zuweilen aber auch von einem bis zwey Zoll im Durchschnitte. Der Quarz ist in dieser Form gemeiniglich milchweiß und undurchsichtig, zuweilen aber auch gelblicht und halb⸗ durchsichtig. Von was für einer Größe und Farbe die⸗ se Augen auch seyen, so ist ihr größester Durchmesser doch jederzeit in der Richtung der Blättchen dieser Stein⸗ art; und die Glimmeradern, welche ihre Richtung ver⸗ lassen, um diese Augen gleichsam einzuwickeln, nehmen, indem sie sie verlassen, ihre parallele Richtung und dage wieder an. 5. 162. Verschiedenheiten in den Farben und La⸗ mellen. Eben diese Felsart ändert sich auch mannichfaltig in den Farben ab. Der Glimmer nimmt sehr verschiedene derselben an: er ist bald weiß, bald gelb, bald grün, bald braun, bald roth oder auch schwarz. Der Quarz wechselt rmut. uch dashe Ganit D Dale Wach sasen, Herdyol Atise Wischn Rese men gindn edenen Daln I„ 0 Bepspil ui das eine ff de eben sysi den Qucgi oder Min den Randen seht viel on ungleiche Nn, wweile Durchschnitt michweiß uh icht und hib nd Farbe dio Durchmess dieser Steiz Richtung vi keln, nehng tung und sy und V amnichth dshen „a uul D M heg Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 133 wechselt gleichfalls zwischen dem Weißen, Röthlichten und Gelben ab. Auch die Dicke, die Form und der Zu— sammenhang der Lamellen werden zu einer neuen Quelle von Spielarten. §. 163. Zweytes Geschlecht von blättrichten Felsarten. Adrichter Granit. Oft verbinden sich Feldspathkrystallen mit dem Quarz und Glimmer. Die Felsarten, welche aus der Zusammenhäufung dieser drey Gattungen entspringen, sind sehr merkwür— dig. Sie unterscheiden sich von dem Granit durch nichts als durch ihr adrichtes Aussehen, und eine Neigung, sich eher nach der Richtung dieser Adern, als die Queere hin⸗ durch zu spalten: denn im Uebrigen sind sie aus eben denselben Bestandtheilen zusammengesetzt, und, wie im Granit, ohne einen sichtbaren Kitt verbunden. Diese Adern entstehen aus der Zusammenlegung der glimmerichten Theile, die zuweilen in wellenförmigen und gekrümmten Linien liegen, deren mittlere Richtun⸗ gen aber immer unter sich gleichlaufend sind; und das Wellenförmige dieser Linien kömmt davon, daß die Glim⸗ mertheile die Feldspathkrystallen und Quarzkörner um⸗ fassen, und durch dieselben ein wenig aus ihrer Richtung verdrängt werden. In einigen Gattungen sind die Feldspathkrystallen dünn, platt gedrückt, und wie die Blättchen gerichtet; an⸗ dremale sind diese Krystallen von ungleicher Dicke, und haben, wie in den Gräniten, schiefe Stellungen unter sich angenommen: aber die Glimmeradern umfassen sie beständig, und nehmen erst, wenn sie dieselben verlassen, ihre gemeinschaftliche Richtung wieder an. Der berühmte Wallerius hat diese Felsart nicht unterschieden, zum wenigsten spricht er nicht in seinen 33 Werken 124 Fünftes Kapitel. Werken davon; inzwischen ist sie zum mindesten in un⸗ sern Gebirgen nicht selten: ich habe auch Kiesel und öf⸗ ters große Klötze davon in unsern Gegenden, zum Bey⸗ spiel auf dem großen Saconer, gesehen. Diese Felsart scheint mir sehr merkwürdig. Sie ist eine Mittelgattung zwischen den Graniten und blätterich— ten Felsarten; sie verbindet diese zwey Gattungen, und trägt dazu bey, die Identität ihres Ursprungs zu be⸗ weisen. Ich nenne diese Art adrichten Granit, und wir werden sie auf unsern Alpenreisen öfters von der Natur eben so, wie ich that, zwischen oberwähnte Arten in die Mitte gestellt antreffen. §. 164. Drittes Geschlecht von blatterichten Felsarten. Quarz und Schörl. Blättrichter Schörl. Bündelweise krystallisürter Schörl. Der Quarz und Schörl bilden durch ihre Vermi⸗ schung eine dritte, sehr gemeine und sehr abwechselnde Felsart. In den meisten ist der Quarz weiß und undurchsich⸗ tig, und der Schörl in schwarzen glänzenden Blättern, deren Flächen mit den Blättern des Steins gleichlaufend sind. Man sindet auch deren, woran der Schörl grün ist; andre, wo er ins Bräunlichte fällt. Die merkwürdigste Krystallisation aber, welche uns diese Steinart vorweiset, ist in einem abgerundeten Kie⸗ sel anzutreffen, den Herr Hordenave am User unsers Sees gefunden hat. Schwarze, glänzende, feine und zahlreiche Krystallen gehen aus einem gemeinschaftlichen Mittelpuncte heraus, und bilden eine Art von Bündel, oder vielmehr Fächer, dessen Stäbe zwey oder drey Linien lang sind. Der Grund des Gesteins, welcher aus einem weißen Quarz Die SM len den sude dannte W shl Dee V. vom E d eit: fdam. schiel V Scin H Hshs Ve tefih Hunst men d daraue D shider 90 idiin nn Kistlow i n, um d. 1g. Eis und blältth attungen, sprungs u anit, und i on der Mau Arten in Felsarten Schorl. chocl. ihte Vemm abwechsehh dundurchsih den Blatten, Sgeichaufc Schölgrl E, welcei rundeten K. u User ut che Kuschn punck Haat, lcht Rite, soh, dr Ihen Ha V Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 133 Quarz von sehr feinem und gedrungenem Korne besteht, ist mit einer Menge solcher Garben oder Büschel über⸗ säet. §. 165. Spielarten von dieser Gattung. Diese Felsarten wechseln eben so ab, wie die von Quarz und Glimmer. Man findet daselbst auch zuwei⸗ len den Quarz knotenförmig, zuweilen nimmt statt des⸗ sen der Schörl diese Form an. Man sieht auch Knoten darinnen aus concentrischen Lagen von weißem Quarz und schwarzem Schörl. Diese Felsart sollte beständig hart seyn, weil ihre zwey Bestandtheile hart sind; allein da die Spielarten vom Schörl in unmerklichen Nüancen von der Härte des Siler zur Weichheit des Hornsteins herabsteigen, so sindet man in dieser Gattung den Grad der Härte in ver⸗ schiedenen Steinen verschieden. Wenn noch der Glimmer sich mit dem Quarz und Schörl, woraus diese Felsarten zusammengesetzt sind, vereinigt, so entsteht aus dieser dreyfachen Mischung der basaltische Mühlstein beym Wallerius.“) §. 166. Viertes Geschlecht von blätterichten Fels⸗ arten. Die aus weichem Schörl zusammengesetzten Felsar⸗ ten führen uns ganz natürlich auf die, worein sich wahrer Hornstein mischt. Wallerius macht unter dem Na⸗ men Saxa molliora cornea eine abgesonderte Familie daraus. Der Hornstein in derselben zeigt sich unter vier ver⸗ schiedenen Formen: 34 Zuerst *) Quartrum molare basalticum, Wall. Sp. 206. 136 Fünftes Kapitel. ö Zuerst in glänzenden, gestreiften, zuweilen recht⸗ winklichten, grünen, gelblichten, oder braunen, am öf⸗ R tersten aber schwarzen Blättchen, wie des Wallerius ö Schörl oder Balaltes spathosus( Sp. 149.); aber ihre Weichheit setzt sie zu der Art, welche derselbe(Sp. 171.) l Corneus spathosus nennt. alen Dann auch in Nadeln oder glänzenden Fasern, die euhe in einigen Spielarten so fein und an einander gedrungen sind, daß man sie kaum gewahr werden kann. l Drittens in etwas wellenförmigen Schuppen, die vit schwer vom Glimmer zu unterscheiden sind„außer durch 5 einen matten Glanz, erdhaften Geruch, und Resultate assll in der chymischen Prüfung. Endlich auch in der Gestalt einer verhärteten grauen, braunen, oder grünen Erde, in der gar keine bestimmte 6 Form zu ersehen ist. §. 167. Wih Gemischte Felsart aus Hornstein und Quarz. 1 Man findet in der Mischung dieser Steinart mit dem R Quarz Ungleichheiten im Verhältniß, Verschiedenheiten in der Härte und in den wellenförmigen und winklichten fun D Schichten, wodurch, so wie bey denen aus Glimmer und nuch N Quarz, unendliche Spielarten entstehen. Rattg Der Quarz nimmt auch in dieser Steinart sehr ver⸗ iin V schiedene Gestalten an, wovon ich nur eine einzige, von chnd mir noch nicht beschriebene anführen will. Man sieht ihn G krystallisirt in kleinen Körnern, die unter die kleinen ten Bl Schuppen oder Fasern eines grünen Hornsteins einge⸗ 1ddo streut sind; und diese Körner selbst scheinen hinwiederum 30 aus noch kleinern Körnern zu bestehen. kdicht ner 6 Auschl 50 S §. 168. ö lubeler uth Walan 3 Ag dbe(hm n usan nder gehnnz fann. Schuppen, d„ außer du und Rsshe zͤtteten gn leine beihn Ind Olatz llufart mit d rschiedenheit ind winkiichte 3Gummer uuh tenatt ht u eeiszige, v Mau sehtih ter die klig Insteins tit hinwihn Zusammengesetzte Fels arten um Genf. 137 §. 168. Ralkspath im Hornstein. Spiegelerz(Ver spt. culaire). Achteckichtes Eisen. Außer dem Quarz findet man oft in den Hornstein⸗ arten Adern von weißem Kalkspath, auch Adern aus Spath und Quarz gemischt. In einer dieser Adern habe ich glänzende Lamellen von Spiegelerz entdeckt, die auf die Magnetnadel wirkten. Endlich sindet man auch in eben den Felsarten kleine achteckichte Eisenkrystallen, die der Magnet anzieht. §. 169. Selsart in Gestalt eines Trapezium. Der Hornstein vereinigt sich auch mit dem Schörl, und ihre Mischung bildet diejenige Felsart, welche sich von selbst in große schiefwinklichte, würfelartige, oder pfei⸗ lerförmige Massen abtheilt, die Wallerius(Sp. 210.) Saxum Lrapezium genennt hat. Ich habe einen schönen Klotz von dieser Felsart in ei⸗ nem Walde gesehen, der auf dem Wege von Evian nach Weillerte befindlich ist. Er hatte die Form eines platt gedrückten Trapeziums; und als ich anschlug, um ein Bruchstück zu bekommen, so sprang ein Stück von eben der Form ab. Sein grobes Korn besteht aus gestreiften schwärzlich⸗ ten Blättern, die an der Sonne sehr glänzend scheinen, und vom Violetten ins Grüne spielen. Zwischen diesen Schörlblättern sieht man die grauen erdichten und weichern Theile vom Hornsteine. Wegen jener Schörlblätter giebt der Stein bey einem stärken Anschlage des Stahls einige Funken. In dem Innern des Steins sieht man einige kiesartige Punete und kleine J5 Rost⸗ 138 Fünftes Kapitel. Rostflecken, die außen am Stein hervorstehen, sich aus⸗ dehnen, und einer Art von krebsichtem Wesen gleichen. Ich habe sonst noch Bruchstücke von diesem Stein ge⸗ funden, die viereckig oder schrägwürflicht waren. §. 170. Versuche die Laven betreffend, welche schörlhaltig sind. Diese gemischte Felsart schien mir schicklich zu ei⸗ nem Versuche, den ich schon lange im Sinn hatte. Ich that ein Bruchstück davon in den Tiegel; ich setzte es un⸗ ter einer Muffel einem gemäßigten Schmelzfeuer aus, gab auf den Augenblick Achtung, worin es zu fließen an⸗ fieng, und in eben dem Augenblick nahm ich es aus dem Feuer und ließ es erkalten. Da der Hornstein nicht so strengflüßig ist als der Schörl, so hoffte ich, jener würde geschmolzen seyn, während die Schörlnadeln noch ganz wären, und ich würde auf diese Art die Laven nachge— macht haben, in welchen man glänzende und unversehrte Schörlnadeln antrifft. Aber ich war in meiner Hoff⸗ nung betrogen. Der geschmolzene Stein hatte kein Blätt⸗ chen von Schörl ganz erhalten, obschon er in allem ei⸗ ner Lave ähnlich ah, welche schwarz, mit großen Blasen durchgesprengt, und von außen mit einer Art von golbfärbigem Firniß überzogen war, wie gewisse Bruch⸗ stücke vom Vesuv. Alles war geschmolzen, dabey aber nur in eine halbe, aber durchgängig gleiche Verglasung übergegangen. Entweder war die verschiedene Schmelzbarkeit des Schörls und der ihn en haltenden Materie größer in den Steinen, welche solche Lava geben, oder die Natur braucht dazu ein mehr graduirtes Feuer. Ich hatte doch einen sehr schicklichen Zeitpunkt gewählt; denn das Stück von gedachter Felsart war, obschon inwendig geschmol⸗ zen, D 0 H0 ch Hades. Indes Wat, W V Mi NeMl d Rrindg Hens Rf Renu M then, nM Hihlts! Mulosch 0 De. schän d Mslt D—ste eischt uch, Htht dnz e 5) Men (Be siher, sih l Disen glihz sem Stg waren. „welche schiclich un nn hatke. Y ich sehte 3 mehfeuer au, zu fließen ay es aus den stein nicht f „Fsener würde Nn noch gat Hven nachge nd unverscht meiner Hof te kein Blal in allem ei⸗ „mi große teiner At vot Rwise Bricß , dobey che Vaghsc Rehbarkit großer I er di Mir Hh enn h 6 gan 6 Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 139 zen, doch noch nicht eingesunken, und hatte seine Gestalt noch nicht ganz verloren. §. 171. Digression über die ursprüngliche Materie ver⸗ schiedener Lavenmassen. Meuheit dieses Gegen⸗ standes. Bemühungen des Herrn Desmarest. Er irrt, wenn er glaubt, die Granite seyen die Mäterie der Basalte. Versuche des Hrn. d' Arcet. Neue Versuche. Mich wundert, daß man so wenig Versuche über die Natur der Steine gemacht hat, welche durch ihren Fluß die verschiedenen Laven müssen erzeugt haben, die wir in den Vulcanen finden. Herr Desmarest hat in der That mit der anhaltend⸗ sten Aufmerksamkeit den Gang der Natur in der Hervor⸗ bringung vulcanischer Materien beobachtet, und viele ih⸗ rer Operationen mit nicht gemeinem Scharfsinn erra⸗ then. Inzwischen möchte man doch lieber die sinnrei— chen Muthmaßungen desselben der Prüfung des Schmelz⸗ tiegels unterwerfen; und ohne Zweifel würde man oft wahrnehmen, daß die Kunst, nach den Grundsätzen die⸗ ses Beobachters, der Natur ähnliche Materien zum Vor—⸗ schein bringen würde. Allein zuweilen würden doch die Resultate auch verschieden ausfallen. Ich glaube, zum Beyspiel, er habe gar zu allgemei⸗ ne Schlüsse aus seinen Beobachtungen gezogen, wenn er behauptet, die Granite seyen die gemeinste Materie der Basalte). Die Versuche, die ich verschiedentlich mit verschiedenen Granitarten angestellt habe, überzeugten mich, daß sie nicht in eine homogene Materie auch im hestigsten Feuer des Ofens konnten umgeschmolzen wer⸗ den; einem Feuer, welches, nach dem Geständniß des Herrn *) Mem de I'Acad. des Scienees pour l'annëe 1771. p. 273. (Ber nisches Wagazin I. 139. 140.) 2* 140 Fünftes Kapitel. 47 Herrn Desmarest selbst, an Stärke dem vulcanischen vorgeht. hrs Wahr ist es, daß Herr d' Arcet es dahin gebracht hat, die Granite zu schmelzen, aber erst, nachdem er sie af sehr fein gepülvert hatte; denn sie widerstunden der Wir⸗ kung des Feuers, wenn er sie in ganzen Stücken, wie 10100 man sie von Natur findet, hinein warf). Andere n. Granite, die er geschmolzen hat, und von welchen er in 9% seiner zweyten Abhandlung redet, waren auch wahrschein⸗ 10 0 licherweise zu Pulver gestoßen worden; zum wenigsten 9 sagt er dies ausdrücklich von dem Petersburger*). 15 Und obschon das Pülvern der Granite ihren Fluß erleich⸗ n tert, indem die schmelzbaren Elemente mit den unschmelz⸗. baren vermischt werden: so erfordert doch diese Schmel⸗. zung ein Feuer, welches heftiger als ein vulcanisches ist. Rar Sonst verwandelt auch noch der zum Flusse, selbst. zermalmter Granite, nöthige Grad des Feuers dieselben 1 in ein hartes, graues, halbdurchsichtiges Glas, welches 11 von dem Basalt sehr verschieden ist: denn derselbe ist ei⸗ ne unvollkommene Verglasung, gewöhnlich schwarz, und Wgn immer undurchsichtig..* Da aber die Meinungen eines so erfahrnen Natur⸗ forschers, wie Herr Desmarest ist, nicht sollen mit un⸗ 1 bestimmten und allgemeinen Beobachtungen und Versu⸗ chen äbgewogen werden: so entschloß ich mich, blos zu ihrer Berichtigung, einige neue chymische Prüfungen RVusict vorzunehmen). 0 5. 172. Inten *) Mém. sur l'action d'un feu égal&c. P. I.§. 49. i. *) Second Mém.§. 66. Hestal α) Die Versuche, welche Herr von Saussure hier über die Heih 0 Schmelzbarkeit des Granits angestellt, kommen genau ndr mit denen überein, die wir in den obenangeführten Be— 16.0 obachtungen und MNuthmaßungen über den Granit nschen Pen 8(von Gerhard?) S. 12. 13. zu lesen fin⸗ na MN. 2 em Wlcnich dahin ghrgh Rnachdeng unden de Sticke, z f). M on welchen a uch pahrschh zum wenihse ersburger on Jluß etlth denunschmeh diese Schmi Iscanisches if Fuse, seb duers dieselbe Gas, welhe derebb ists schwarz u Henen Mall sollen mit un n und Vaust mich, bosy he Mfungs 9.40 Hre hitkiler kommen Rfth r den Granl 3 Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 141 9. 172. Versuch mit dem gepüͤͤlverten Granit vom Meptunusstein. Ich suchte einon Grunit, dessen drey Bestandtheile, nämlich der Quarz, der Glimmer und der Feldspath, sehr wohl unterschieden und charakterisirt wären. Der Neptunusstein(Pierre à Niton), jenes oben beschriebene große abgefallene Felsstück im See bey der Einfahrt des Havens unserer Stadt, besitzt diese Eigenschaften in ei⸗ nem vorzüglichen Grade. Sein Feldspath ist in großen, weißen, undurchsichtigen Krystallen zu sehen; sein Quarz in Stücken von unbestimmter Form, aber durchsichtig und ins Violette spielend; und der Glimmer in kleinen schwärzlichten Blättern. Ich ließ ein Stück dieses Granits zu einem feinen Pulver stoßen, und setzte es in das heftigste Feuer mei⸗ nes Schmelzofens, wo es zu einem grünlicht grauen, halbdurchsichtigen, wohleingesunkenen, auf der Oberflä⸗ che glänzenden Glase wurde, welches aber voll sehr klei⸗ ner Bläschen war, und durch das Vergrößerungsglas weiße Quarzkörner zeigte, die, weil sie nicht so fein wie die andern waren, der Verglasung widerständen hatten. 9. 173. Versuch mit eben diesem nicht gepůlverten Granit. Das Feuer macht keinen Basalt aus ihm. Unter eben der Muffel, und neben dem Tiegel, wel⸗ cher den gepülverten Granit enthielt, hatte ich in einem andern Tiegel Stücke von eben demselben. Die solcher⸗ gestalt an ganzen Stücken gemachten Proben sind un⸗ gleich lehrreicher, weil man auf diese Weise die verschie⸗ denen Veränderungen, welche die Substanzen eines ge⸗ mischten Körpers erleiden, besser erkennen kann. Nach⸗ dem erwähnte Stücke die Wirkung des Feuers erfahren hatten, 142² Fünftes Kapitel. hatten, fanden sie sich zusammengeschmolzen, eingesun— ken, und füllten den Grund des Tiegels an, wo diese ge— Glic schmolzene Materie eine vertiefte, aber glänzende Ober⸗ fläche erhielt. Brach man diese glasichte Materie, so ö erkannte man deutlich die drey Bestandtheile vom Gra⸗ ö 65 nit. Der Glimmer war zu einem schwarzen Glase ge⸗. schmolzen, welches etwas von Braun und Grün an sich möhten! hatte, und mit Bläschen von der Größe eines Hirsen— fiafß korns ausgehöhlt war; der Feldspath war ein durchsich⸗ 0 tiges ungefärbtes Glas, voll Bläschen, die nur durch Lox das Mikroskop sichtbar waren, so hart, daß man Fen⸗ nssh, sterscheiben damit schneiden konnte, und am Stahle dͤstun Feuer davon erhielt; der Quarz aber war unversehrt, fi selbst in seinen kleinsten Theilen, geblieben, und hatte ehnth nur seine Durchsichtigkeit vermittelst der Ritzen verloren, m ethe die er im Feuer erhalten hatte, und die ihm eine schöne gh mattweiße Farbe verursachten. 2r ö tge Die Verglasung dieses Granits ist folglich weit d. n M von entfernt, einem homogenen Basalt zu gleichen. Stätz⸗ kere Grade des Feuers würden, wenn sie auch den Quarz angriffen, den Granit zu einem noch härtern und durch⸗ Chnn sichtigern Glase machen, welches dem Basalt noch min⸗ der ähnlich wäre. Und schwächere Grade des Feuers würden, wie ich erfahren habe, im Anfange unzusam— menhängende zerreibliche Massen geben, hernach aber. höhlichte Fritten ohne Verbindung und homogenes We⸗ 6 sen; daß es also unmöglich scheint, daß ein sol her Gra. nit jemals eine Materie geben könne, die einer homoge ⸗ in nen Lava zu vergleichen wäre. Wt Aehnliche Proben mit andern Graniten unserer Ge⸗ Wua gend haben mir ähnliche Resultate gegeben..n chen, vamisc §. 174. mast uf, 6n, Ril 6 Härchegh, chte Mun dthelle vng, Warzen G nd Grüng iße eins hů war ein duth M, die nut dy „duß noz und am E war unven ieben, ud Rihen vel⸗ eihm einest st sogich rt zugeichen El sie auch dendu harten und de Basct rachm Hrade des Fan Hfarge umpfr eu, henach d Hemogerts Hen solher e einer hog niten nst 6 hen, Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 143 §. 174. Gleiche Probe und Resultat an einem Granit aus Auvergne. Es stieg mir aber ein Zweifel auf: ich dachte näm⸗ lich, die Granite der Länder, welche Basalte enthielten, möchten schmelzbarer seyn als andere. Um diesen Zwei⸗ fel aufzulösen, prüfte ich im Feuer Bruchstücke, die ich selbst von einem Felsen abgeschlagen hatte, der unter Tour d'Auvergne ist. Dieser Granit ist, so wie der unsrige, aus weißem Feldspath, durchsichtigem Quarz und schwarzem Glimmer zusammengesetzt; aber der we⸗ nige Zusammenhang dieser Theile schien eine größere Schmelzbarkeit anzudeuten. Und doch gleicht das von ihm erhaltene Glas vollkommen dem, welches aus un⸗ sern Graniten erhalten wird; man unterscheidet eben so darinne das schwarzgrüne Glas vom Glimmer, das durch⸗ sichtige vom Feldspath, und die weißen völlig unversehr⸗ ten Quarzkörner. 9. 175, Eben dasselbe bey einem mit Schörl gemisch⸗ ten Granit. Ich gieng in meinen Zweifeln noch weiter, und dach⸗ te, daß, da der Schörl schmelzbarer ist als der Feldspath, vielleicht die aus Quarz und Schörl bestehenden Granite sich ganz schmelzen lassen, und eine gleichartige den Ba⸗ salten mehr ähnliche Verglasung darstellen möchten. Um deswillen that ich einen Granit ins Feuer, von welchem der Ueberfluß an Schörl, und die äußerste Kleinheit der Quarztheile eine vollkommnere Schmelzung versprach. Er schmolz in der That, aber zu einem schwarzen, zel⸗ lichten, mit weißen immer unveränderten Quarztheilchen vermischten Glase. §. 176. 144 Fünftes Kapitel. 9. 1/0. Gleiches Resultat von Porphyren. Die fünf Gattungen von Porphyr, die ich oben (§. 10⸗-166. beschrieben habe, und die sich der Natur der Granite nähern, haben alle diese ungleichartige Ver⸗ glasung, von der die Rede ist, gegeben. Das sonderbarste Resultat war inzwischen von der dritten Gattung.(§. 152.) Der graue Grund des Ge⸗ steins verglaste sich ganz; er bildete einen vollkommen dichten, schwarzen und glänzenden Schmelz. Das Glas vom Feldspath war leichter als dieser Schmelz, ohne Zweifel wegen der kleinen Bläschen, die nie davon weg⸗ bleiben, und schwammen auf der Oberfläche, wo es eine weißgraue Marmorirung bildete. Die sünfte Gattung, deren Grund eine glimmerich⸗ te Erde ist, die vielleicht mit ein wenig Hornstein sich vermischt findet, schmolz sehr leicht, und gab ein schwar⸗ zes, etwas poröses Email, welches, der Heftigkeit und Dauer des Feuers ohngeachtet, weder die Quarzkörner verändern, noch das Glas vom Feldspath auflösen konn⸗ te. Diese zwey Materien lassen sich immer mitten in dem Email noch unterscheiden. Die sechste und siebente Gattung von Porphyr, de— ren Grund eine Art von Petrosilex ist(§. 6. 157½), gaben ein graues, beynahe durchsichtiges, außerordentlich poröses Glas, worin man immer, wie in den vorherge— henden, Theile von Quarz und Feldspath unterscheiden konnte. 9. 177. Schluß daraus. Allen diesen Erfahrungen zufolge scheint es unmög⸗ lich, daß irgend ein Stein aus der Klasse der Granite, aus Quarz und Feldspath gemischt, habe zur Materie der I2 Il bek j u ö Rein ginl NH vnne U I hmn andesck Ih, sr Meis We Wlath G K %M shufin Wu RRon duuer vovyn det sen Hubanse in hal, Du se Behn hen des; Wrn hwamm lhgesch finiht! hyren. de h 0 e ssch de Wu leichartgen wischen yynh/ Gtund dezg, nen volkomnz liz. Das G Schmeh, h nie daben u. ache, woes h ine gimmait Hernstiinst gab ein schn Heftigket m he Quasfn auflosen ki ner mitten Porphyr, de h. 107) außerordentih den vorhergs uultesheite int e umn der Gtanth ir Müin Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 145 der Basalte oder homogenen Laven dienen können. Die uns bekannten Arten von Feuer machen sie nicht homo— gen; und ein Feuer, welches hierzu fähig wäre, würde sie in ein durchsichtiges, äußerst hartes, von den Basal⸗ ten gänzlich verschiedenes Glas verwandeln. §. 178. Die Hornsteinarten scheinen die Materie der La— ven und Basälte zu seyn. Poröse aus diesen Stei⸗ nen erzeugte Lavenärten. Art, auf welche sich diese Laven verdichten. Ich würde viel eher glauben, daß es die Hornsteine und hornsteinartigen Felsen sind, welche uns die meisten von diesen schwarzen, dichten, wohlgeschmolzenen Laven geben, die man bey den Vulcanen findet. Alle Steine dieses Geschlechts, welche ich im Feuer untersucht habe, flossen bey eixer mäßigen Hitze, die der vulcanischen scheint ähnlich gewesen zu seyn; und dieser Grad des Feuers verwandelte sie in schwarze halbvergla— ste Materien, vollkommen wie die porösen Lavenarten be⸗ schaffen sind. Wenn die Hitze eines unterirdischen Feuers die Stei— ne in poröse Laven verwandelt hat, so vertreibt die lange Dauer von eben dieser Hitze nach und nach die Bläschen, wovon dies poröse Wesen kömmt; und folglich verwan⸗ delt sie sie in dichte Laven. Denn nur im Innern der vulcanischen Ströme, wo sich die Hitze lange Zeit erhal— ten hat, findet man dichte Laven ohne Bläschen. Der Ritter Hamilton wies mich zu Neapel auf die⸗ se Beobachtung an einer Menge von vulcanischen Strö⸗ men des Vesuvs. Ihre obern Flächen, sowohl als die untern und die von der Seite, bestehen immer aus schwammichten übel verbundenen Schlacken, weil das allzugeschwinde Erkalten dieser Oberflächen ihrer Mate⸗ rie nicht erlaubte, sich vollständig zu setzen. K§. 170. 146 Fünftes Kapitel. 1 0 §. 179. 10 Eben diese Steine geben ein Glas wie das. vulcanische. bu Eben diese Hornsteinarten, die durch ein mäßiges I Feuer zuerst in poröse, dann in dichte Lava verwandelt Ru werden, verändern sich bey einem stärkern Feuer in einen. Schmelz, oder schwarzes glänzendes, undurchsichtiges we und demjenigen vollkommen ähnliches Glas, welches sthlb man auf Vulcanen findet, wo zufällige Ursachen ihre Hi⸗ Ale tze verstärkt haben. In Die homogenen Laven und Basalte, welche die Vul⸗ End cane zeugen, geben bey diesem gleichen Grade von Feuer auch ein schwarzes Email, welches mit dem aus Horn⸗ stl stein erhaltenen vollkommen überein kommt. ü §. 180.— Gleiches Resultat aus ihrer Analyse. un Die Verglasungen der Hornsteine lösen sich in den Min Säuren zum Theile auf, und geben genau die gleichen hann Producte, wie die Laven und Basalte. Iug + ö ö 2. Nuůancen zwischen den Graniten und dichten hbaachs; Laven, nebst der Ursache davon. Der Hauptbewegungsgrund des Herrn Desmarest, die Granite für die Materie der Basalte anzusehen, ist, Im daß, indem er vulcanisirte Länder betrachtete, ihm hier Koh unversehrte Granite, weiter veränderte, noch weiter hin 0 halbgeschmolzene, und so fort immer Nüancen aufstießen, die bis zu Laven und vollkommen homogenen und ge⸗ schmolzenen Basalten herabstiegen). Diens Die tie deoj r ) Mém. de L'Acad. des Sciences, Ann. 1771. p. 723. 724• Der (Bernisches Mägazin I. 139 f.) s wn dn Urch ein nihy Hava 00 Feuer intz te u x Gas, Rt Uschenth welche died Grade von gr dem aus g I Mahyse. lasen sich in! genau die get n und dicht davon. arn Desmah lte anzusche, achtete,— e, noch he uancen miü mogenen u 0 * 77%½5 75⁷ Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 147 Die wahre Ursache dieser Erscheinung ist aber, daß die Natur eben so nüancirte Uebergänge zwischen den im vulcanischen Feuer nicht schmelzbaren Graniten und den schmelzbärsten Hornsteinen darstellt; so daß diese Mate⸗ rien bey einem gleichen Grade von Feuer in ihren Pro⸗ ducten eben die Nüancen darlegen müssen, welche die Natur in ihre Schmelzbarkeit gebracht hat. Ich habe diese nüancirten Uebergänge im Forez, in den vogesi— schen Gebirgen und in den Alpen allen angetroffen. Der kleine Theil von letzterer Gebirgkette, welcher in diesem Bande beschrieben ist, wird uns mehrere schöne Beyspie⸗ le davon geben. Noch mehr, ein einziger Fels, ein einziges Bruch— stück, welches kleiner als eine Faust ist, kann alle diese Nüancen enthalten. Ich habe auf dem Hügel von Baisy solche Stücke gefunden, und wir werden eben sol— che in den Alpen antreffen. Eins von diesen Stücken zeigt in einem gemäßigten Feuer auf einander folgende Nüancen, die von der vollständigen Schmelzung der hornsteinartigen Felsen oder glimmerichten Erdarten an— fangen, und beym unvollkommenen Fluß der Granite aufhören. Ich habe die Erfahrung davon an einem Stücke dieser Gattung, welches ich vom Chamouny brachte, selbst gemacht. §. 182. Laven, die heterogene Theile enthalten. Mit Seldpatbkörnern Lee Basalt. Vergla⸗ sung desselben und einer Lave mit Flecken wie Rebhüneraugen. Auch scheint es nicht, daß der Feldspath, den Herr Desmarest Flußspath(Spath fulible) nennt, die Mate⸗ rie des geschmolzenen Teiges sey, welche in einigen Laven oder Basalten ganze ungeschmolzene Körner enthält. Der Feldspath ist, wie—9.„ gesagt, zu strengflüͤssig; und 148 Fünftes Kapitel. und wenn man ihn endlich auch zum Flusse bringt, so giebt er immer ein durchsichtiges, sehr hartes, mit Bla⸗ sen unter dem Mikroskop angefülltes Glas, welches nicht die geringste Aehnlichkeit mit dem geschmolzenen Teige dieser Laven und Basalte hat. Die Krystallen dieser Steinart erhalten, auch nachdem sie die Wirkungen des vulcanischen Feuers ausgestanden, die Eigenschaft, ein Glas von dieser Art zu geben. Ich hatte selbst ein Bruchstück von einer der merk⸗ würdigen Basaltsäulen abgeschlagen, die Herr Des⸗ marest in einem Orte la Cour genannt, nahe bey den Bädern von Mont⸗d'or beobachtet hat. Diese Säu⸗ len enthalten eine Menge weißer Feldspathkrystallen, die calcinirt scheinen, und sich zwischen den Fingern zerrei⸗ ben lassen, woran man aber noch die glänzenden recht⸗ winklichten Blättchen erkennt. Der Teig, worin diese Krystallen eingeschlossen sind, ist undurchsichtig, asch⸗ grau, von ziemlich grobem Korne, und mit kleinen schwarzen Schörlnadeln, ohne einige Mischung von Quarz, eingesprengt. Ich unterwarf einige Bruchstücke dieses Basalts ei⸗ nem strengen Feuer. Sie vereinigten sich durch die Schmelzung in einen vollkommen verglasten Guß. Wenn man den Grund dieses massiven Glases ansieht, so scheint er schwarz, glänzend, und mit einigen Bläschen von der Größe eines Hirsenkorns besäet. Aber auf diesem schwar⸗ zen Grunde unterscheidet man Stellen, die gegen die Sonne durchsichtig scheinen, ohne Farben und Bläschen, und unter dem Vergrößerungsglase äußerst kleine Bläs⸗ chen aufweisen. Hier erkennt man also das Glas, wel— ches von den Feldspathkrystallen kömmt: es behält im⸗ mer die gleichen Charaktere bey. Ich glaube, der Teig, welcher den Grund des Ba⸗ salts ausmacht, kommt von einem Hornstein oder einer glimmerichten Erde. Die Materie dieser Säulen scheint dem⸗ ö ö EI—. vemol on Hsell uUsht. Eid 0dete 0. vn Lüe sr 0 Furrd Gtb zu Esis dewa Wche mitvcht sch sub, HD Wslts d He Hen, din spahhti shlee DR Hasteinezn ter Fufh lin zu Enb. Luen n Im Sch⸗ Fasthhug, huttd müd, las wichert Smchnndi Kustlath Wirkugnz Ehesheß, ieinle der die Herr d I., nahe ho t. Diesee ihkrystalle, Fingern zr sanzenden u ig, worin! uchsihtig, und mit keh Mschurg! ses Basalb. sch durch En Guß. W. inseht, sost Blaschen won If disemsch „die gagch und Blah erst Ree x das Gas, hl Guld L nstin Hn EI 0 Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 149 demnach eine Art von weichem Porphyr, mit einer Ba⸗ sis von Hornstein oder glimmerichter Erde, wie man sie in unsern und den Gebirgen im Forez antrifft, gewesen zu seyn. Eine Lava mit Flecken wie Rebhüneraugen, die ich von der Somma oder dem alten Vesuv losgemacht habe, gab einen schwarzen verglasten Grund, vollkommen dem von la Cour ähnlich; aber die vieleckichten Körner die⸗ ser Lava blieben gänzlich ungeändert, auch im stärksten Feuer; dieses beweist, im Vorbeygehen, daß sie weder Schörl noch Granaten sind. §. 183. Zusammengezogene Betrachtungen und Schlußfolgen. Es scheint also, daß überhaupt der Hornstein, oder die weichen Schörlarten sowohl in Krystallen als Massen, welche die Natur mit so viel Verschwendung in den pri⸗ mitiven Gebirgen verbreitet hat, wie auch in denen, die zwischen den primitiven und nachentstandnen in der Mitte sind, den größten Theil zu den homogenen Laven und Basalten hergegeben haben; und daß eben diese Steine den Grund der meisten dieser Laven und Basalte ausma⸗ chen, die in einem homogenen Teig Quarzkörner, Feld⸗ spathkörner und andere strengflüssige Materien ver⸗ schließen. Die kalkartigen Thonarten, oder Mergel und Mer⸗ gelsteine, und einige glimmerichten Erdarten, deren leich⸗ ter Fluß auch dichtes Glas giebt, können auch Materia⸗ lien zu verschiedenen soliden Laven hergegeben haben. Endlich auch sind die zellichten und schwammichten Laven wahrscheinlich Producte von verschiedenen Arten von Schiefer.(§. 105.) & 3 9. 184. 150⁰ Fünftes Kapitel. §. I 84. S§ünftes Geschlecht blättrichter Selsarten. Waken mit Granaten vermischt. Granaten in Horn⸗ steinen, in Schörl, in Topfstein. Ich komme auf unsre Felsarten zurück. Das fünfte Geschlecht, welches in unsern Gegenden sehr gemein und mannichfaltig ist, begreift die Arten unter sich, zu deren Zusammensetzung Granaten kommen. Diese Granaten sind alle von der oben(F. 8 1.) be⸗ schriebenen Art. Ihre Größe ist verschieden, zwischen fünf oder sechs Linien im Durchmesser, und der Klein⸗ heit eines kaum sichtbaren Punktes. Der Hornstein ist bey uns die häufigste Basis oder Mutter dieser Granaten, und hat diesen Charäkter in den vier verschiedenen oben(F. 166.) beschriebenen Ge⸗ stalten. Man sieht auch den Schörl als Mutter von diesen Granaten, hier unter einer soliden unkrystallischen Form, da in Schuppen oder dünnen und engen Blättchen, an⸗ derswo wiederum in viereckigen spathartigen Blättern. Auch zuweilen, aber schon selten, findet man die Grana⸗ ten auch im serpentinsteinartigen Topfsteine. §. 185. Verschiedene Steinarten in den Granatfelsen. Glimmer; brüchiger und sandichter Quarz; Feldspath. Eisenrost. Die Steine, welche die Mutter der Granatfelsen ausmachen, enthalten oft, außer den Granaten, noch andere Steinarten. Wenn der Glimmer hinein kömmt, so stellt er sich fast immer in silbernen glänzenden Blättchen dar, hier in der ganzen Substanz zerstreut, dort in Nestern oder Nieren. Letzteres 1 H Iosthe Der Huene mit eisiz Ahht Nser? mihs atg N HN Raches O hon E hchi Idethy t wiße Hest dise K nich L Hnm ost Mis Stein. Das bekass en Queen Schn cben nen poros hirter Hr a, dartey, Vch, aten incyn psstein lck. Dis sl sehr ginmnr nier sih, N cbm( 0 schisden, „ und de K Ustgste Biß esen Chans beschrähena Nutter vn K stalischrr en Blächen, hartigen Vir t man diebe steine Guunatst chter uaz st. e Grun Granatel, , sosileh lattchn r/ In Mun Zusammengesetzte Felöarten um Genf. 131 Letzteres wird hauptsächlich an einer Felsart wahrge⸗ nommen, deren Grund ein schöner grüner, sehr schwerer und sehr harter Schörl in Massen(Balaltes solidus) ist. Der Glimmer ist darin in runden Nestern von 3 bis 4 Linien im Durchmesser; die Blättchen sind silbern und mit einigen unzusammenhängenden weißen krystallischen Quarzkörnern vermischt. In den abgerundeten Kieseln dieser Art verwittern die Nester auf der Oberfläche, und an ihrer Stelle bleiben Höhlen, welche in dieser Stein⸗ art gerade die entgegengesetzte Wirkung der harten und vortretenden Punkte des Blattersteins in der Dürance machen*). Die Granatfelsen enthalten auch Quarz. ECinige davon sind eine Mischung von beynahe gleichen Theilen brüchigen Quarzes und schwarzen blätterichten Schörls. Andere enthalten sandichten Quarz*). Zuweilen sam⸗ melt sich derselbe in kleine rechtwinklichte Massen, die weiße, viereckichte Flecken auf dem grünen Grunde des Gesteins abgeben. Man könnte leicht verführt werden, diese Flecken für Feldspath zu halten: allein sie haben nicht die Krystallisation desselben; ihre Elemente sind Körner und nicht Lamellen; und diese Körner sind auch oft mit Blättchen von Glimmer untermengt. Die Steine, welche den unter dieser Form angehäuften Quarz K 4 enthal⸗ Dieser Blatterstein, welcher den Naturforschern sehr bekannt ist, und worin Herr de la Tourette kleine Theil— chen gediegenen Silbers entdeckt hat,(Journal de physi- que Lom. IV. pag. 320.) hat zum Grunde einen grünen Schörl in Massen, welcher etwas minder hart, aber von eben der Natur als der Grund der von mir beschriebe— nen Felsart ist. Das Feuer schmolz ein schwärzlichtes, poröses Glas aus ihm, worin man einige Spuren der härtern Kügelchen, welche vorher seine vortretenden Kör— ner ausmachten, erkennen kann. *4) Quartzum arenaceum, Wall. Sp. 99. 15² Fünftes Kapitel. enthalten, haben auch wahre Feldspathkrystallen von fal⸗ ö ber Farbe in sich. Endlich findet man auch in den Granatfelsen, und 605 hauptsächlich bey ihrer Oberfläche, kleine Höhlen mit Ei⸗ ö 00 senrost ausgefüllt, den ich für das Ueberbleibsel der Zer⸗ legung einiger unvollkommnen Granaten ansehe. 9 Ha ö§. 186.. Sechstes Geschlecht von blättrichten Felsarten. 5i Man kann noch ein sechstes Geschlecht blättrichter 15 Felsarten bestimmen, von welchen der Steatit den 20 Haupebestandtheil ausmacht., Wir haden schon oben(§. 184.) gesehen, daß diese. Steinart den Grund eines Granatfelsens ausmachte. ul Sie vereinigt sich auch mit dem Glimmer. Ich fand ch in unsern Gegenden Felsarten aus grüngelblichten, halb⸗ 4 durchsichtigen, mittelmäßig harten Blättchen des Stea⸗ n titen zusammengesetzt; diese Blättchen waren durch dün⸗ ne Lagen von glänzenden Glimmerblättchen von einander 2 gesondert, wodurch die Theilung der Blättchen des Stea⸗ Sat titen erleichtert wurde. sign ö dibstz §. 187. Hel Blätterichte Felsarten von Steatit und 11 Quarz. nah Die Felsart, welche aus der Mischung des Steati⸗ m ten und Quarzes entsteht, ist unter unsern abgefallenen achst Kieseln nicht gemein. Es ist die Art, welche Walle⸗ rius Mühlstein nennt.) Die wenigen Bruchstücke 16 dieser Gattung, welche ich angetroffen habe, faßten mehr ein Quarz als Steatit in sich. Der Quarz war weiß, un⸗ bhs durchsichtig, und der Steatit hellgrün. §. 188. ul, Saxum molare, Sp. 204. Ve RMule un mnaffehe, 0 Hohln U 6 bleibgldez ansehe ten Helsauy lecht blatit L Stlatt! schen, daß! ausmacht nmer. Ichl slblichten, lchen des e waren durhd hen don enu lichen des E eclit und ung des G am hgeh⸗ welch O n Buhst be, fern * wat voß/l 610 Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 153 §. 188. Siebentes Geschlecht von blättrichten Felsarten. Mit Eisenerz gemengte Felsarten. Quarz und Spiegelerz(Fer speculaire). Wir haben schon gesehen, wie das Eisen sich in ver⸗ schiedenen Formen in die Zusammensetzung verschiedener Steinarten einmischt; aber als ein fremder Körper, der zufälliger Weise zwischen den Bestandtheilen des Steins inne liegt, oder auch als ein zweytes Element von eben diesem Steine. Hier hingegen werden wir Felsarten se⸗ hen, von welchen es einen Hauptbestandtheil ausmacht. Die erste Gattung scheint im ersten Anblick eine aus Quarz und Glimmer gemischte Felsart zu seyn, weil das Spiegelerz, welches einen Theil derselben ausmacht, und in glänzende wellenförmige Flächen auslauft, dem Glim⸗ mer vollkommen ähnlich ist. Aber am Bruch erkennt man inwendig das Korn des Eisenerzes; und der Ma⸗ gnet, der davon sehr schnell angezogen wird, macht den Beweis vollständig. Dieses Eisenerz ist ein grauer Ei⸗ senglimmer; zum mindesten gleicht es nicht denen von dieser Art, welche ich auf der Insel Elba gesammelt habe. Letztere sind ganz aus dünnen Blättchen zusam⸗ mengesetzt, die, so wie beym Glimmer, sich leicht von einander absondern; statt daß in dem unsrigen die glän⸗ zenden, dem Glimmer ähnlichen Theile nur die Oberflä⸗ che von einer soliden und kernichten Materie sind, die sich auch sogar schleifen läßt. Herr Tollot, welcher diese besondere Felsart unter unsern abgerundeten Kieseln zuerst gefunden hat, ließ ein Stück davon bearbeiten, worin die Eisenpuncte eine sehr schöne Politur angenommen haben. Ich habe nachher eine andere Spielart davon ent⸗ deckt, welche, so wie der Eisenglimmer von der Insel Elba, nur schwach auf die Magnetnadel wirkt, aber K 5 sonst 15⁴4 Fünftes Kapitel. sonst alle Charaktere von derjenigen besitzt, die ich so eben beschrieben habe. U. 189. Graue Eisenminer und Steatit. Die zweyte Gattung ist ein Gemisch von einer grau⸗ en, nicht glänzenden Eisenminer, welche der Magnet anzieht, und einem grünen halbdurchsichtigen Serpentin⸗ stein. Ich verdanke die Kenntniß davon Herrn Billiet. §9. 190. Drusichte oder aderichte Felsarten, und de⸗ ren Kennzeichen. Wallerius setzt nach den Felsarten in Massen und den blättrichten die, welche in einem einförmigen Grun⸗ de Drusen oder Adern von Steinen, die von diesem Grunde unterschieden sind, enthalten. Diese Felsarten sind von den Puddingsteinen ver⸗ sthieden, und zwar darinne, daß die in diesen enthaltenen Steine besonders und nicht mit dem sie verbindenden Kitte gebildet, und zufälliger Weise mit letzteren verei⸗ nigt worden, anstatt daß die Drusen oder Felsenkörner, wodon hier die Rede ist, regelmäßige Körper sind, wor⸗ in nan deutliche Spuren von Krystallisation findet, und zu gleicher Zeit mit dem sie vereinigenden Kitt entstan⸗ den zu seyn scheinen. §. 19˖. Blatterstein vom Drac. Wir finden unter unsern abgerundeten Kieseln eine schöne Gattung dieses Geschlechtes, welche dem Blatter⸗ steine vom Drac d) vollkommen ähnlich ist. Der Grund ö ist *) Ein Waldwasser, welches aus den Alpen des Delphi⸗ nats herabkömmt, und sich unter Grenoble in die Ise⸗ re stürzt. deihsoch teatit. von einergy he der Mun igen Serdat Herrn Nl on, und de in Massan ormigen E die von RM ddingsteine x diesen eithten sie berbidad sit lehten d der Feserkom Kärpet sud, u. sllhn fudezn n Kit arse . ten Küsthe he dem Bh it. Ducin 0 7 6 Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 153 ist ein Hornstein, braun oder röthlicht, weich, von sehr feinem Korn, nimmt eine ziemlich schöne Politur an, und braust gar nicht mit den Säuren. Dieser Grund enthält Kügelchen wie Erbsen, zuweilen auch weiße Kalkspathadern, die sich ganz und mit Brausen bey den Säuren auflösen lassen. Man sieht auch andere kleinere Kügelchen von braunem Topfstein darinnen. Im Feuer fließt dieser Stein sehr leicht zu einem schwarzen ziemlich dichten Glase, worin die Kalktheile unter der Form ei⸗ nes weißen Kalks erscheinen, die minder sichtbaren Kör⸗ ner des Steatiten aber sich doch an der grünen nicht glas⸗ artigen Farbe unterscheiden lassen. Zuweilen enthalten eben diese Felsarten, nebst den Kalkspath⸗- und Steati⸗ tennieren, auch harte und unauflösliche Krystallen von Feldspath. §. 192. Andere Blattersteine. Man findet auch schwarze Hornsteine, blättricht, mit weißen kalkartigen Körnern von der Größe einer Linse oder auch eines Hirsenkorns eingesprengt. §. 193. Noch andere. Auch habe ich endlich welche gefunden, deren Basis immer Hornstein, aber grün und verwirrter Weise kry— stallisirt ist, und braune Körner von Kalkspath enthält. §. 194. Drusichte Felsarten, deren Grund ein Schörl ist. Der Schörl macht auch eine Basis der drusichten Felsarten aus. Der Blatterstein aus der Dürance und der granatartige Fels, welcher im§. 185. beschrieben worden, 156 Fünftes Kapitel. worden, können zum Beyspiel davon dienen; ihr Grund ist ein Schörl in Massen. Aber wir sehen auch, daß der krystallisirte Schörl die Basis von einer dieser Felsarten ausmacht. Seine Krystallen sind glänzende Nadeln, ohne Ord⸗ nung auf einander gehäuft.) Man sieht zwischen die⸗ sen Nadeln Theilchen von Kalkspath, die an verschiede⸗ nen Stellen sich in Form runder Nester vereinigen, und von zwey, drey bis auf sechs Linien im Durchmesser ha⸗ ben. Ich habe diese Felsart in Klötzen von beträchtli⸗ cher Größe am Ufer des Sees zwischen Vengeron und Bellevue gefunden. Diese Klötze sind mit einer dicken Borke von mehr als einem Zoll im Durchschnitt überzo⸗ gen, welche durch die Verwitterung des Eisens, als ei⸗ nes Bestandtheils vom Schörl, eine Rostfarbe annahm, und schwammicht ward, weil das Wasser die zwischen den Schörlnadeln darinne verstreuten Kalktheile wegge⸗ spült hat. Ich stelle übrigens diese Art mehr zum Schörl als zum Hornstein, weil ihre Theile einen sehr lebhaften Glanz haben, am Stahle Feuer, und keinen erdichten Geruch von sich geben. Wenn man die Theile dieses Steins, welche gar kein grobes Spathkorn enthalten, der Prüfung des Feuers unterwirft, so schmelzen sie zu einem schwärzlichten und, obschon es mit einigen Blasen bestreuet ist, dennoch dich⸗ ten Glase. Dasselbe giebt an seinen Rändern einige An⸗ zeigen von einer netzförmigen Krystallisation, welche der von dem im 119 H. beschriebenen Amianthglas ähn⸗ lich ist. 4) Basaltes fibrosus, Vall. Sp. 15 1. c. 59. I9‚. 5 Hl naon s V V 9 vollaß Hnwl Hchr gee hermy m Ugr Va z mien ibr au Su sill Wix WMI Etinm aung H. sid I nachhz Waln Rer ihr Hiwi I Sthi . , Shred zwiscen, an verschiez ereinigen, u urchmaset h von beleächt engeron in it einer dieh cchnitt ubrte ssens, als rbe annahn, die zwischt thele wegge u Schol ehr Kbhaft nen erdichtn bchegat kei 9 des Zeun tzichtn u dennoch diß m einige l , wilhe nthgls 00 6 10 —————9——3————————— Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 157 §. 197. Zellichte Kalkfelsarten. Ich weiß nicht, ob ich unter Wallerius adrichte Felsarten gewisse sehr merkwürdige Steine bringen soll, welche sich häufig in dem Innern unserer Hügel antref⸗ fen lassen. Ihr Grund ist eine Thonart, oder vielmehr eine ver⸗ härtete Mergelerde, durch welche Lamellen oder Adern von Kalkspath laufen, welche einander unter verschiede⸗ nen Arten von Winkeln durchschneiden, ohne deswegen nicht meistentheils senkrecht, oder zum wenigsten auf eine gleiche Fläche gesenkt zu seyn, welche ohne Zweifel die Horizontalfläche zur Zeit der Bildung dieser Lamellen war: denn es scheint, der Spath habe sie durch Ausfül⸗ lung der verticalen Spalten, welche durch das Zurückzie⸗ hen der Mergelmaterie entstanden sind, erzeugt. Das Wasser weichet den Grund einiger von diesen Steinen wieder auf, und führt ihn fort; alsdann bleibt nichts übrig als die Lamellen von Spath, welche eine zellichte Substanz von ungemein sonderbarem Ansehen dar⸗ stellen. §. 196. Aggregirte Felsarten. Sandstein. Abgerundete Riesel dieser Art. Verschiedenheit in ihren Elementen und ihrem Kitte. Die vierte und letzte Klasse der zusammengesetzten Steine sind die, welche aus einer zufälligen Versamm— lung verschiedener Steinarten, die ganz oder zerbrochen sind, entstehen, die sich nämlich besonders gebildet, und nachher durch einen Teig oder Kitt vereinigt haben. Wallerius giebt ihnen den Namen Saxa aggregata, oder angehäufte Felsarten. Die 158 Fünftes Kapitel. Die meisten Sandsteinarten gehören hieher, zum we⸗ nigsten alle, worin man, wie in den unsern, Theile von verschiedenen Geschlechtern unterscheidet, und alle, deren Theile sich durch einen von ihnen insgesammt verschiede— nen Kitt zusammengeklebt hatten. Außer den Molassen oder gröbern Sandsteinen, wel⸗ che die Grundlage beynahe von unserm ganzen Thale ausmachen, finden wir auch eine große Mannichfaltig⸗ keit von feineren, oder Gres, unter unsern abgerundeten Kieseln. Sie sind unter sich erstlich durch die Natur und Größe der Sandkörner verschieden, woraus sie gebildet sind. Wir finden sie selten von reinem Quarz; gewöhn⸗ lich sind die Quarzkörner mit Glimmer, mit Körnern von Feldspath, und mit andern Steinarten vermischt. Der Kitt, welcher diese Sandkörner verbindet, ist auch von verschiedener Natur. Wenn er blos kalkartig ist, so widerstehen die Sand⸗ steine der Gewalt der Luft, brausen aber mit den Säu⸗ ren, bis der Kitt gänzlich aufgelöst ist; und nach dieser Auflösung verlieren die Körner ihren Zusammenhang, und fallen als Sand zusammen. Ist er thonicht, oder mit Kalkerde und Thon ge— mischt, so zerlegt ihn schon die Wirkung der Luft, wie auch die Steine, deren Theile er vereinigte. Wenn er aber von der Natur des Quarzes oder Silex ist, so sind die Körner mit der größten Gewalt an einander gebun⸗ den und auch die concentrirten Säuren vermögen nicht, sie zu trennen. Oft sind die Sandsteine eisenschüssig; zuweilen hilft auch dieses Metall selbst ihre Theile unter einander zu verbinden. §. 107. 8½ hhs n san, M 0 und ale un ummt vpsiih andsteiney y⸗ Hanzen ö Mamisth rn abgermden die Malt u aus sie gehb, marz; ganiz mit Kunnn bermisch. erbindet, iehen die Ei mit den Ci und nach 3usammasy und Thn 9 der dt,x igte. Man iler ist, s einandit ghy vermogen nß urelel ter enmdi Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 159 §. 197. Breschen und Puddingsteine. Unterschied davon. Die Puddingsteine und Breschen sind vom Sand— stein nur darin unterschieden, daß ihr Korn gröber ist, die Zwischenräume unter diesen Körnern oder Steinstü⸗ cken folglich größer sind, und der Kitt, welcher sie aus⸗ füllt, häufiger und sichtbarer wird. Es giebt selbst grob⸗ körnichte Sandsteinarten, die man Puddingsteine nen⸗ nen könnte; so wie es feinkörnichte Puddingsteine giebt, die man der Klasse der Sandsteine beyfügen dürfte. Der Sprachgebrauch nennt Breschen die aus kal— kichten Bruchstücken zusammengesetzten Marmorarten, und Puddingsteine diejenigen, welche aus der Verei⸗ nigung einer großen Menge von kleinen Kieseln entste⸗ hen. Nach diesen Grundsätzen sollte man also immer die— se Namen brauchen. Zwar müßte man doch noch eine dritte Benennung für die Steine haben, in welchen eben derselbe Teig die Kiesel oder Quarze mit kalkartigen Bruchstücken vereinigt. §. 198. Verschiedene Arten davon. Wir finden unter unsern abgerundeten Kieseln eine große Mannichfaltigkeit dieser verschiedenen Zusammen⸗ setzungen. Hier sind die Bruchstücke kalkartig, dort von Quarz, weiterhin aus beyden Arten gemischt, wieder an⸗ derswo zugerundet, und abermal anderswo winklicht. Auch sind sie, wie der Sandstein, in Ansehung des Kitts, welcher die Theile vereinigt, unterschieden. §. 199. 16⁰ Fünftes Kapitel. §. 199. Bresche, deren Ritt ein Petrosiley ist. Die merkwürdigste Spielart, die ich, mit Ueberge⸗ hung der andern, zu beschreiben gesonnen bin, hat einen Grund, welcher eine Art von Kiesel oder Petrosilex, und beynahe undurchsichtig, grau oder schwärzlicht, von sehr feinem Korn ist, auch am Stahle Feuer giebt, und eine sehr schöne Politur annimmt. Dieser harte Kitt oder Grund enthält eckige Bruchstücke von unregelmäßiger Form, von einer Art grauen oder weißlichten sehr wei⸗ chen Mergels, der an der Luft verwittert, und auf der Oberfläche des Steins tiefe Höhlungen zurückläßt, de⸗ ren Ränder durch das Wälzen der Kiesel abgerundet werden. Diese schwarze, mit Höhlungen besäete Steine scheinen beym ersten Anblick poröse Laven zu seyn: aber am Bruche kennt man den Ursprung jener Höhlen; und wenn man von diesen innern Bruchstücken, die denen ähnlich sind, deren Zernichtung die leeren Räume zeugt, mit Säuren prüft, so lösen sie sich mit Brausen auf, und lassen eine Portion Thonerde mit Sande vermengt zurück. In einigen Spielarten von eben dieser Gattung ist der kieselartige Kitt, welcher diese mergelartigen Körner vereinigt, selbst mit Theilen von zellichtem Kalkspath vermischt, die sich mit Brausen auflösen; und man kann von diesen Spielarten in Abstufungen bis auf andere her⸗ absteigen, deren Kitt ganz auflöslich ist, einige Körner von Quarz und Siler ausgenommen, die nach Abzug des kalkichten Theils abgesondert bleiben. Sollte man da nicht Nüancen von der Verwand⸗ lung des Kalksteins im Silex wahrzunehmen glauben? In einigen dieser Breschen findet man, außer den Bruchstücken von Mergel, Trümmer von Steinen, die eine gänzlich verschiedene Natur haben. §. 200. 1 (6 9 NR U 0 D m de. W al amsh r silesz Boboat gug'e ine 0 uH genbems 5 H⁰0 R Boraaun be„ I Rili suon Ii ner glxzn flt. stenge d Dabig schedetts! oflleriß ich, nit Ulag n bin, guu r Perossh y inlicht, wuh gibt, mdtz r harte Kih untegemiß slichten schen ert, und auf hruckaß, Kiesel abgnn en besäet Er en zu somr ener Höhtn ucken, de du ten Ruumt in nit Brause Sande venz eser Gattuh artigen Hin ichtem Kakl⸗ und mante auf ander „ einige Ks nach Mygx der V men Raahl Ran, ßtx Slml,N * Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 161 §. 200. Vulcanische Producte. Eine Steinart, von der wir kein einziges deutli⸗ ches Bruchstück finden, sind die vulcanisirten Steine. Ehe ich die Länder besucht hatte, welche von alten oder neuern Vulcanen verwüstet worden, glaubte ich, es sey Mangel an Kenntnissen und Uebung, wenn ich in unsern Gegenden keine Spuren von diesen Steinen fän— de. Aber seitdem auf meinen Reisen in Italien, Si— cilien und Auvergne meine Augen in der Erkenntniß vul— canischer Producte, in ihren so sehr verschiedenen Ge— stalten, sich geübt haben, und seitdem die geschicktesten Beobachter nicht glücklicher bey uns in ihren Untersu— chungen gewesen sind, muß man wohl glauben, es seyen keine vorhanden, oder sie seyen ungemein selten. §. 20r. Iweifelhafte Arten. Inzwischen hat man doch unter unsern abgerunde⸗ ten Kieseln zwey oder drey schwarze mit runden Höhlun⸗ gen besprengte Steine gefunden; man zweifelt aber, ob es Laven oder Hornsteine sind. Der merkwürdigste Stein dieser Art ist von Herrn Bordenave auf dem Hügel de la Batie gefunden wor⸗ den, und besindet sich in der Sammlung des Herrn Billiet. Die in demselben befindlichen kleinen Löcher sind rund, aber von unregelmäßiger Form, und mit ei⸗ ner glasartigen, grünen, durchsichtigen Materie ausge⸗ füllt. Ein Stück von diesem Stein schmolz in einem strengen Feuer zu einem schwarzen und dichten Email. Da aber die Hornsteine eben das Product geben, so ent⸗ scheidet diese Prohe nichts. ö Diese 162 Fünftes Kapitel. Diese zweifelhaften Steinarten geben beym Anhau⸗ chen, wie die Hornsteine, einen Erdgeruch von sich: im ersten Augenblick schien mir dies Kennzeichen ent⸗ scheidend; aber ich wiederholte eben diese Probe an wah⸗ ren Laven, und sah zu meiner großen Vewunderung, daß mehrere Arten davon eben den Geruch gaben. Ihre runden Löcher oder Höhlungen sind auch kein entscheidendes Kennzeichen: denn ich habe unter unsern abgerundeten Kieseln unzweifelhafte Hornsteine, und auf dem Gotthardsberge Schiefer gefunden, die porös und höhlicht geworden sind, weil die weichen und auflösli⸗ chen Materien, welche sie enthielten, nach und nach auf⸗ gelöst und vom Wasser fortgeführt worden. §. 202. Fortsetzung des Vorigen. Hätte man diese Steine in Ländern gefunden, die von Vulcanen verheert worden, so würde niemand Be⸗ denken tragen, sie Laven zu nennen; aber man urtheilt mit mehr Zurückhaltung, wenn man bedenket, daß bis jetzt noch keine Spur von Vulcanen weder in unsern Ge— genden noch in der ganzen Schweiz gefunden worden, und daß, nachdem ich selbst mit der genausten Aufmerk⸗ samkeit an verschiedenen Orten die ganze Kette der Al⸗ pen besucht habe, die von Grenoble bis nach Inspruk reicht, ich nicht die geringsten Anzeigen von unterirdi⸗ schem Feuer, ausgenommen einige warme Bäder, wahrgenommen habe.) In⸗ ) Ich habe auch einen großen Theil der Gebirge unsrer Al⸗ penkette besucht, und ungeachtet aller angewendeten Auf⸗ merksamkeit dennoch nirgendwo Spuren von vulcanischen Producten gefunden. Der sel. Gruner fand einstens ein abgerundetes Bruchstück in der Emme, welches viele Merkmale der Wirkung des Feuers an sich hatte, aber wahr⸗ ——8 1 ac Mx Mas aaln Rmed N I den/ sl do, M OQu sle MI Kisel un Kelsss wallo Paroa 1n H¹ 9 Hiix ichtö, 8 ehhen nl dieseng von l. gcben umdie Ewgenh Wst 15 Kampte diese Prbein ßen Daun Geruch gihg, ngen sind auh ch habe untriz Hornsteine, udt nden, die pont lichen und aft nach und nihr orden, igen. dern gefunden, würde niemand aber man urt rbdenket, dht weder in unsenb gefunden woh Sastendufn genze Kett de! bis uach t gen von mnhi e warme V er Gebitge i Mwadin Iren von vubnsth ö esae 90 Zusammengesetzte Felsarten um Genf. 163 Inzwischen könnte es doch alte unbekannte Vulcane geben, in Orten, die ich nicht besucht habe; oder es wäre auch möglich, daß eine Revolution, deren Datum und Natur uns unbekannt ist, von jenen ausgelöschten Vul⸗ canen im Breisgau oder Vivarais solche Bruchstücke zu uns geführt hätte. Man muß sich über diese Distanzen nicht wundern: denn obschon die meisten von unsern abgerundeten Kie⸗ seln von Steinen kommen, die wir in unsern Alpen fin⸗ den, so giebt es doch deren auch, von welchen wir den Geburtsort noch nicht wissen, und die wahrscheinlich von sehr weit von uns entfernten Gebirgen losgerissen worden. Ich eile aber von diesem trockenen Verzeichnisse der Kiesel hinweg, und komme auf einen allgemeiner in— teressirenden Gegenstand, nämlich auf den Ursprung der bisher beschriebenen Kiesel, wahrscheinlicher Weise nur das Produet einer Glashütte war, deren einige in diesen Gegenden sich befanden. Vie— le Schriftsteller wollen die sogenannten Schweizerhacken im Canton Schweiz zu alten Vulcanen machen: aber die neusten Beobachtungen beweisen, datz man daselbst nichts als Kalksteine findet. Daß der von andern für einen Vulcan angegebene Berg von Diableret im Wallis diesen Namen nicht verdiene, ist schon von dem sel. Hrn. von Haller bewiesen worden. W. 22 Sechstes 164 Sechstes Kapitel. IFIFFIFFTIFTITFTTITFTITFTFTITPTITTTRCé Sechstes Kapitel. Von dem Ursprunge der abgefallenen Kiesel und Bruchstücke von Felsarten, die man in dem Thale des Genfersees und auf den benachbarten Bergen findet. §. 203. Was man unter diesen Rieseln verstehe. (Tedermann weiß, daß man abgefallene oder abgerun⸗ — dete Kiesel(Gaeti, Cailloux roules,) eine Steinart nennet, die eine runde Form hat, oder davon wenigstens die Ecken stumpf geworden sind. Man findet sie ge⸗ wöhnlich in dem Bette der Flüsse und in den benachbar⸗ ten Eb nen, hauptsächlich bey Bergen, wo diese Flüsse ihre Quellen haben. Unstreitig kömmt der Name, wel⸗ chen man diesen Kieseln giebt, davon, daß man an⸗ nahm, das Wasser habe sie abgeschliffen und gerundet. Aber da man auch welche findet, die weit von Flüs⸗ sen hinweg, und selbst in Orten sind, wo man gemeini⸗ glich nicht vermuthet, daß Wasser durchgeflossen sey, so hat man über ihren Ursprung Zweifel erhoben, wie über den von versteinerten Seekörpern. Man hat gesagt, die Natur könne wohl Körper von einer bestimmten Gestalt gebildet haben, und, um ein Beyspiel zu geben, eben so leicht runde als eckige Steine zum Vorschein bringen. Inzwischen sind die Naturforscher, ohne die Macht der Natur zu bestreiten, doch einmüthig geneigt, die ei⸗ gentlich sogenannten abgerundeten Kiesel für ein durch das Wasser geführtes und rund gemachtes Product zu halten. §. 204. . M. Cteinae hum E Kesht Cualte di m En inmo Cuwem sinmed so Cuskes bomenge D50 tut, An hat. J1 diche 056 cr Hun Deg Jum En wohl ben genen N ber H *0 mesg duemach hicht in fe, Ade der Men, we, el , itel. efalleneg h, 11 W. und aufs 1 fnddt itseln versh Fallene cdet h oustt)eimet der davon wah Man fiot und in der bent rgen, wo dih mmt der Man davon, daß m Hfen und ga , die weit v d„ Wo mattgl durchgefeossn fel eoben, Man hat gez besimmten iel zu geheh Vorschen bin Her, Shne R nithiz hruß Kiesel fit A wmachte l Ursprung der Kiesel um Genf. 165 §. 204. Von Natur zugerundete Steine. Man will damit gar nicht läugnen, daß es nicht auch Steine von verschiedenen Geschlechtern gebe, deren Form von Natur zugerundet ist, indem man in der That Kieselarten, Geoden, und kalkichte oder selenitische Concretionen in natürlich runden Gestalten findet. Aber diese Steine unterscheiden sich leichtlich von den abgefal⸗ lenen Kieseln durch ihre innere Structur, welche fast immer eine Analogie mit ihrer äußern Gestalt hat. Entweder sind diese Körper aus concentrischen Lagen zu⸗ sammengesetzt, die mit ihrer äußern Oberfläche parallel sind, oder sie enthalten Höhlungen in der Mitte, oder auch Steinkerne, die nach ihrem Mittelpunkt liegen, und von einer dem Steine selbst ähnlichen Form sind. Die abgerundeten Kiesel hingegen haben eine Stru— etur, die mit ihrer äußern Oberfläche gar keine Analogie hat. Ein kuglichter Stein, zum Beyspiel, ist etweder dichte und ohne eine Anzeige von Lagen; oder er besteht aus Lagen, die hier flach und dort gekrümmet sind, aber der Form des Steins auf keine Weise nacharten. Diejenigen, welche von Natur eine zugerundete Form haben, sind übrigens den Naturforschern sehr wohl bekannt; man findet sie in dieser Form in ihren ei⸗ genen Müttern, worin sie erzeugt worden, anstatt daß der Granit, der Marmor, der Jaspis, der Topfstein, die meistentheils die Materie der abgerundeten Kiesel ausmachen, in ihrem Entstehungsorte betrachtet, sich nicht in einer runden Gestalt zeigen, sondern als Bän⸗ ke, Adern, Gänge oder Schichten(Filons), die nichts mit der Figur gemein haben, welche diese Kiesel anneh⸗ men, wenn das Wasser sie abgerundet hat. 3§. 205. 166 Sechstes Kapitel. §. 205. 4 Ahnde Das Wasser rundet die eckigen Steine an der ghs Quelle von Strömen und am Ufer des histes Meers. alfe Ein Naturforscher, welcher die hohen Gebirge be— bnso reiset, wo die Flüsse ihre Quellen haben, sieht Steine, E. die von Natur eckig sind, beynahe unter seinen Augen suef ihre Ecken abstoßen, sich runden und zu abgerundeten shnN Kieseln werden. Hauptsächlich beym Ausgange großer D Gletscher, wo die Strömne von ihrer Entstehung an mit uigt Heftigkeit hervorbrechen, habe ich mit viel Vergnüg⸗en enqil diese schöne Bemerkung gemacht; zum Beyspiel, an der muts Quelle der Aare, der Rhone, des Arveron u. s. w. gat, gd Da diese Ströme unter dem Eise hervorkommen, und den dahs das in Höhen, wo keine andere Ströme ihren Lauf ge⸗ Wiene habt, so zeigen sich alle Steine, die außer ihrem Bette duheiz liegen, noch in ihrer natürlichen oder ursprünglichen Vohuß eckigen Gestalt. So sieht man auf dem Gletscher, aus amzen welchem der Strom hervorkömmt, und an den Seiten⸗ Rüerde wänden der Berge, die den erstern einschließen, nicht dar, aw einen einzigen Stein, der nicht gleichsam abgebrochene Alen, a Ecken und scharfe Känten habe. Aber in dem Bette Raslhegs des Flusses selbst haben eben diese Steine alle nur stum⸗ angag pfe Ecken, sind abgerundet, und erscheinen alsdann un⸗ Hediestn ter der wahren Gestalt von abgerundeten Kieserln. erse mm Die Wellen haben auch die Gewalt, den Steinen zugen eine runde Form zu geben. Den Beweis davon findet N g man am Ufer großer Seen, und noch deutlicher an den wuhe, ö Ufern des Meers, wo sich Felsen finden, deren Bruch⸗ Mor ge stücke von Natur eckig sind. Man findet, daß dieje⸗ Nsn N. nigen Bruchstücke, welche dem Schlagen der Wellen r Witl ausgesetzt sind, stumpf und rund werden, während die uud, außer dem Wasser ihre natürliche Ecken behalten. hn So u S, am Uer d hohen Gü ban, sihhte unter seineg! d zu abgentt u Wogangen Entstehugur it viel Van Beyspieh x Arveron u vorkommeh ne ihren S ußer ihtem! der Usprumgt em Gletsche, nd an den E einschließen sam abgehit Her in dem ae alle wif Nnen alodat en Kisen, alt, de El weis dabgt x deukliher n n, dann dn ndet, MR agen de E. en, vihndů behne Ursprung der Kiesel um Genf. 167 So habe ich große Bruchstücke von der harten und eckigen Lava des Aetna vollkommen durch den Anstoß der Wellen zugerundet, und in wenig Jahren selbst auf die Hälfte ihrer körperlichen Ausdehnung verkleinert ange⸗ troffen. Der Prinz von Biscaris, welcher allenthal⸗ ben so gekannt und geschätzt zu seyn verdient, als er es in Sicilien wegen seines edlen Charakters, seiner Gast— freyheit, seines verfeinerten Geschmacks im antiquari⸗ schen Fache, den Künsten und der Naturgeschichte, und wegen vieler Gebäude ist, die er auf seine Kosten hat errichten lassen, und die sowohl mit den Werken der al⸗ ten Römer um den Vorzug streiten, als zum Nutzen und zur Verschönerung von Cataneg, seinem Geburts⸗ ort, gereichen; dieser große Prinz hat es unternommen, den Laven des Aetna die schönen Gärten wieder abzuge— winnen, welche in dem Brande desselben von 1696 durch diese Laven verschlungen worden. Seit diesem Ausbruche stellte eben der Platz, wo ehemals Pomme⸗ ranzen⸗ und Citronenbäume, Blumen und Früchte das reizendste Schauspiel verschafften, dem Auge nun nichts dar, als den gräßlichen Anblick schwarzer unfruchtbarer Felsen, ein trauriges Denkmal der Verwüstungen, die derselbe angerichtet hatte. Der Prinz hat mit einem königlichen Aufwande angefangen, die rauhe Oberflä⸗ che dieser Berge von Lava eben zu machen; hierauf hat er sie mit fruchtbarer Erde belegen lassen, und Pflan⸗ zungen von der schönsten Hoffnung darauf angelegt. Man hat die großen Lavenstücke, die man sprengen mußte, gleich am Fuße dieser neuen Pflanzgärten ins Meer geworfen. Als ich im Jahr 1772 einige von diesen Massen besah, waren sie schon seit zwey Jahren der Wirkung der Wellen ausgesetzt gewesen, und schon so rund, als ob man sie mit dem Meissel bearbeitet hätte. 984 6. 206. 168 Sechstes Kapitel. §. 206. Die Riesel in unsern Gegenden sind durch das Wasser hergeführt und rund gemacht worden. Um aber auf Genf zurückzukommen, so wird man, im Fall man die Natur und Läge der Kiesel und Bruch⸗ stücke von Felsen, welche sich in unserm Thale und auf den benachbarten Gebirgen finden, aufmerksam unter⸗ sucht, sich leicht überzeugen, daß sie von dem Wasser zugerundet, und hieher geführt worden, und daß es aus⸗ ser aller Wahrscheinlichkeit ist, daß sie sollen an dem Ort entstanden seyn, wo man sie findet. dan wird sehen, daß der größte Theil von diesen Kieseln und Felsen aus Granit, blättrichten Felsarten, oder andern primitiven Alpensteinen besteht, während der Grund, auf welchen sie gelegt worden, ein Kalkstein oder ein Sandstein, folglich von einer ganz verschiede⸗ nen Natur ist. Man wird bemerken, daß diese Kiesel und großen Bzuchstücke nie anzutreffen sind, als auf der Oberfläche der Bänke von Kalkstein, oder Sandstein, und daß eben diese Bänke nicht ein Stückchen davon in ihrem Innern enthalten; im Gegentheil, wenn man jeden von diesen Steinen mit denen vergleicht, wovon man Berge in den Alpen findet, so erkennt man sie fast so genau, daß man den Felsen angeben könnte, wovon sie losgerissen wor⸗ den. Man wird ferner bemerken, daß sie gar nicht mit dem Boden, worauf sie geworfen worden, zusam⸗ menhängen; daß derselbe Boden ganz und gar verschie— dene Eigenschaften hat; und daß man sie endlich nicht auf der andern Seite des Jurassus, sondern nur auf derjenigen findet, welche gegen die Alpen gekehrt ist. Bey Erwägung dieser Betrachtungen wird man sich nicht erwehren können, zu gestehen, daß diese nicht EE niht NW. 48 saush II9 Gee den. liter M im köih gedeu Hetbog losen Hane heftgr schuhg zum 18 usgerf be,u geringe Oal . suddug d Hemaht sen, 0 U Küesel udgz rm Dhale un aufmerkan/ e von dem N , und daß z sie solen ay et. Theil von richten Flbt besteht, w en, ein Kal ganz virst Kiesel und x auf der Ohij ein, und diß minihem J jeden von! man Bagei enau, Me se Hegeist duf se h worden/N. und gur xM se ach sondern lu Myen fl vird mal shn vis das Ursprung der Kiesel um Genf. 169 nicht in unserm Thale gebildet worden, auch nicht auf den Bergen, die dasselbe einschließen, sondern daß sie fremdhergekommene Körper sind, die auf den Alpen aus ihrem Geburtsorte durch eine mächtig wirkende Ursache losgerissen worden, welche sie fortgeführt, zugerundet, und ohne Ordnung auf einander gehäuft hat. §. 207. Fortsetzung des Vorigen. Daß das Wasser diese würkende Ursache sey, daran ist auf keine Weise zu zweifeln, weil diese Kiesel, klein und groß, sich in horizontalen Bänken, mit Sand und Gries gemengt, wie sie das Wasser führt, angelegt fin⸗ den. Denn wenn man eins von diesen Bruchstücken bloß findet, so zeigt schon das bloße Ansehen deutlich, daß geschmolzener Schnee oder Regenwasser die leichtern Theile, welche sonst diese großen Massen umgeben hat⸗ ten, mit sich fortgerissen haben. Das Feuer ist das einzige wirkende Wesen, welches dem Wasser das Fortführen dieser Steine streitig machen könnte; hat man aber wohl je Beyspiele gesehen, daß in einer Explosion Steine von mehr als einer Cubicklafter im körperlichen Inhalte, dergleichen wir in unsern Ge— genden häufig finden, zwölf bis funfzehn Stunden weit weg⸗ geworfen worden? Wollte man diese Hypothese statt finden lassen, so müßte man zur Erklärung so großer Wirkun— gen Feuer von einer außerordentlichen Ausdehnung und Heftigkeit annehmen: dergleichen Feuer hätten aber sicherlich diese Felsarten geschmolzen oder calcinirt, oder zum wenigsten Laven oder verglaste Materien mit ihnen ausgeworfen. Man findet aber weder an diesen Klö⸗ tzen, noch an den Materien, welche sie umgeben, die geringste Spur von der Würkung des Feuers, und im Gegentheil werden der Sand und Gries, die sich bey 8 5 ihnen 170 Sechstes Kapitel. ihnen antreffen lassen, zu unläugbaren Zeichen des Durch⸗ gangs vom Wasser. §. 208. Die Wasser haben diese Steine bis in unsere Berge fortgeführt. Nicht allein die Ufer unsers Sees und der Fuß der benachbarten Gebirge sind mit Kieseln und Bruchstücken primitiver Felsarten bedeckt; man findet auch ähnliche zerstreut auf dem Berge Saleve, und auf den den Al⸗ pen gegenüberstehenden Halden des Jurassus, drey bis vierhundert Klaftern höher als die Fläche von unserm See: folglich müssen sich die Wasser auch so hoch erho⸗ ben haben. §. 209. Ueber den Ursprung dieser Wasser. Aber, wird man fragen, welchen Ursprung hatten diese Wasser? Was gab ihnen einen so heftigen Trieb? Wie haben diese Felsmassen auf Höhen können versetzt werden, die von den ursprünglichen Alpen durch breite und tiefe Thäler getrennt sind? Die Antwort auf diese Fragen würde zu weitläufti⸗ gen Erörterungen führen, wozu hier nicht Raum ist. Um inzwischen diesen Theil der Genfer Naturgeschichte nicht unvollständig zu lassen, und die Wißbegierde vieler Leser, die mit den Resultaten der Untersuchungen, ohne sich eben um die Untersuchungen selbst zu bekümmern, bekannt zu seyn wünschen, zu befriedigen, will ich hierü— ber in der Kürze beybringen, was mir am wahrschein⸗ lichsten dünket. §. 210. ö . bldeg end g V n W ihter d a, Ie M bn in H gaho Rlevopl Es im Den nehmog nach 6 d J Scht Iigen Vürbug Einn Gewichl unsern 6 us den; sch erwe siden, Hle d Jichndede biz nunn und der ri und Buuhji ndet auch ihl auf den u Urassus, do läche von m uch so hah Wasse Ustrung Hsthen d en könner d Hyen duch l 1 welf nicht Rum! Mulgesht begiadent schngen, n bkimne „ollihhe am uisfin Ursprung der Kiesel um Genf. 17¹ §. 210. Hypothese darüber. Die Gewässer des Weltmeeres, worin unsre Berge gebildet worden, bedeckten noch einen Theil von letztern, als eine heftige Erschütterung der Erdkugel auf einmal große Höhlungen, die zuvor leer waren, öffnete, und einen großen Theil von Felsen spaltete. Die Wasser drangen gegen diese Abgründe mit einer ihrer damaligen Höhe verhältnißmäßig großen Gewalt an, gruben tiefe Thäler aus, und führten eine unermeß⸗ liche Menge von Erde, Sand und Bruchstücken von al— lerley Felsarten mit sich fort. Diese halbflüßigen Ma⸗ terien häuften sich, durch die Schwere der Wasser fort⸗ getrieben, an, bis zu der Höhe, in welcher wir noch viele von diesen zerstreuten Bruchstücken wahrnehmen. Eben diese Wasser fuhren hernach fort, mit einer im Verhältniß ihrer verminderten Höhe stufenweise ab— nehmenden Geschwindigkeit zu fließen, führten nach und nach die leichtesten Theile mit sich fort, und reinigten die Thäler von dem Zusammenflusse von Schlamm und Schutt, und ließen nur die schwersten Massen, und die⸗ jenigen zurück, die durch eine dauerhaftere Lage vor den Würkungen derselben gesichert waren. 5. 21. Beweise davon. Eine Beobachtung, welche dieser Hypothese großes Gewicht giebt, und zum wenigsten die Herkunft der auf unsern Gebürgen zerstreuten Bruchstücke von Felsarten aus den größten Alpenthälern beweist, besteht darin, daß sich erwähnte Bruchstücke nirgends reichlicher und höher finden, als diesen großen Thälern gegenüber. Die Theile des Jurassus, welche am meisten damit bela⸗ den a ö a thaufen dieser Gattung oberhald Bon⸗ villars, Srandson und la Sarra geft westlich oder ardnerzweilich am Eingange dieses Tha⸗ les sind, dessen letzter Zug von Martigny nach Ville⸗ neuve genau von Südsüdost nach Nordnordwest geht.“) Im Gegentheil aber zeigen die mittäglichern Theile des Jurassus über Weus(Nion), Banme nt, Thoiry und Collonge keine dergleichen Inhäufungen in nur et⸗ was beträchtlichen Höhen, weil der äußere Strich der Alden über St. Comgo(Gingeuph), Meillerie und Evian immer hoch und ununterbrochen geblieben ist, folglich den Bruchstücken, die vom Innern dieser großen Gebirgkette hätten kommen können, keinen Durchgang freygelassen hat. So ist auch der vorn an dem Thale, wo die Arv aus den Alpen herauskommt, gelegene Berg Sal mit sehr zahlreichen Bruchstucken dieser Art in einer trachtt ichen Höhe übersäet, und vorzüglich hat er auch Heil derselben zurückbehalten, den gewaltsamen roms gebrochen, und verhindert, daß icht ie gleichen und gegenüber *) Aus diesem großen Alpthale scheinen die demselben gegen⸗ überliegenden Kieselmassen bey Sr. Saphorin, nicht wer von Vivis, hergekommen zu seyn. Dieselben dilden nun schöne dey 50 und mehr Fuß hohe Felsen, durch welche die große Landstraße von Lausenne nach Vivis gesprengt ist.(Andres Briefe aus der Schweiz nach Hannover geschrieden S. 256.) Sie sind sehr hart, und besteher aus abgerundeten Kalksteinen, Schiefer, Sandsteinen, und einigen wenigen anderr en; die ganze Masse wird durch einen bald feinern, bald grödern Sand derbunden, und rscdiedenheit seiner Farben eine n Observatiors physiques sur — —„* — zatens lulnes* 2— Iihnden aen. Die en milt Mch do Rn. Ha A 4 Ainn deste Dub' Iugerd Hen R Aeniben en Iun shastl Bosshieh Mstr S dn em Haben st nan Wstlia snd b² ündet in Ribare drr ange, u Kl Acheich Ihen d hl M cherhub unden, diez nge Wü n nac dil lordwest gih hern Teen mont, Ihm ingen in nu Lre Sttich „ Meillan chen geblich Innern dies nen, keingn vo die Arbe hed Saleve kt in einet be h hat er ah gewabsamg eehindert, di und gegenihe sthhn demselben ggte orin, uicht hu elben biden in 1, dlch Vivis gesptah nach Hma ö und besch „Gudfi 01 2· Masseu 3u e er Fatben A Pbhb Wel W. Ursprung der Kiesel um Genf. 173 stehenden Höhen des Jurassus hinübergeschwemmt worden. Die Bruchstücke auf dem Hügel von Montoux und dem mittäglichen Fuße der Voirons sind aus dem nord⸗ östlich von Wole gelegenen Thale St. Joire gekom⸗ men. Aber der mitternächtliche Theil der Voirons zeigt keines auf einer etwas beträchtlichen Höhe, weil der äußere Steich der Alpen hinter diesem Theil des Ber⸗ ges keine Oeffnung hat, durch welche diese Bruchstücke hätten herauskommen können. §. 212. Bestätigung dieses Beweises durch eine Beobächtung. Was dieser Erklärung die vollständigste Bestäti⸗ gung ertheilet, ist der Umstand, daß man in den Thä⸗ lern des Jurassus, die hinter der hohen den Alpen ge⸗ genüber stehenden Strecke liegen, keine von diesen gros⸗ sen Bruchstücken findet: wovon die Thäler in der Graf⸗ schaft Neuenburg und in der Franche⸗Cointe“ zum Beyspiele dienen können. Aber in allen Einschnitten dieser Strecke, wo tiefe Aushöhlungen dem aus den Al⸗ pen kommenden Gewässer einen Durchgang verschafft haben, findet man große Anhäufungen davon. So rei⸗ set man von Pontärlier nach la Sarra durch Thäler, die östlich durch eine hohe Kette des Jurassus eingefaßt sind, welche dem Reisenden die Alpen verdeckt; und er findet in jenen nicht ein einziges Stück von primitiven Felsarten. Aber wenn man in Balaigre, dem ersten Dorf des Berner Gebiets von gedachter Seite her, an⸗ langt, so findet man sogleich Bruchstücke und bald her⸗ nach Klötze von Granit und blättrichten Felsarten; und zugleich entdeckt man die hohen beschneyten Gipfel der Alpen durch die Oeffnung eines Thals, welches gegen die 174 Sechstes Kapitel. die Ostseite eine freye Aussicht gewährt. So sieht man den Ursprungsort dieser Steine durch die Oeffnung, wo⸗ durch sie hereingekommen sind. Eben so findet man keine Bruchstücke von primitiven Felsarten, wenn man auf dem Wege von Basel nach Solothurn durch den Jurassus reiset, als nachdem man über den Berg, auf dessen Höhe das Dorf Lan⸗ genbruck liegt, gekommen ist. Alsdenn kömmt man in Thäler, die gegen die Alpen hin offen sind, und sieht sehr deutlich ein, daß der Berg von Langenbruck die Gewalt der Waldströme abgehalten hat, welche bis an seinen Fuß Steine flößten, und daß er ihren weitern Vordrang verhinderte..“) §. 213. Andere Zeichen der ehemaligen Erhöhung des Wassers. Ich glaube dem zufolge nicht, daß die Wasser, welche das Becken unsrer Berge füllten, sich im Stande eines Sees, oder einer ruhigen Ausdehnung befunden haben, als die Alpenströme große Trümmern von Fel⸗ sen so hoch und so weit hinwegführten; aber es ist doch wahrscheinlich, daß in ältern Zeiten unser See muß hö⸗ her gewesen seyn, als er sich heut zu Tage findet. Ver⸗ Eine Beobachtung dieser Art kann man auch auf dem Bötzberg bey Brugg im Canton Bern machen. Von der Höhe dieses Berges sieht man auch in beträchtlicher Entfernung die beschneyten Alpen, aus denen ehemals ver⸗ schiedene große Strömungen müssen hergekommen seyn; eine solche muß auch hier viele Lasten von abgerundeten Kieseln abgelegt, und die großen Kieselmassen, aus denen dieser Berg bestebt, formirt haben. Man sehe Andreä Briefe über die Schweiz, S. 79. 80. W. —⁸ I b s Rnfen Guch he M mbgn Vasisin fiost conn Wib mugkeim e Ryone aus schvastey schwemen⸗ neßschdd einelgj fonnt. Ihhe ictgenffs mete ich 8; mine Aun sen auf shest d dihst Ant muß y g t stho is pS 0 uffci eit, vua ng 6 Aschtns fung uu von primithg Bast H als nochn Dors I kömmt un sud, udsth genbruckz helche bis e hren wein hung des die Vasi in Siuh ing befurdr ern von F. cs ist d See nuß fndet, V uch auf Hn schen. N. betnächlhg chenatiot omma shs ahgrndel ,Al sche Mtet — Ursprung der Kiesel um Genf. 175 Verschiedene Betrachtungen, vorzüglich aber der Ausgang, durch welchen die Rhone aus dem durch un⸗ sere Berge formirten Becken oder Kasten abfließt, tra⸗ gen gemeinschaftlich zum Beweise dieser Wahrheit bey. Gedachter Ausgang ist ein tiefer und enger Graben oder Aushöhlung, welche die Natur zwischen dem Vou⸗ ache und dem Ende des Jurassus ausgegraben hat. Man nennt sie die Schleuse('Ecluse), und dieser Na⸗ me bezeichnet nicht unschicklich eine Oeffnung, die dem Wasser zwischen zwey hohen Bergen zum Durchgange frey stehet. Das Ende des Jurassus läßt zwischen der⸗ selben und dem Bette der Rhone nur einen sehr engen Weg über. Cäsar*) hat ihn mit der ihm eigenen Ge⸗ nauigkeit beschrieben. Dieser Ausgang ist der einzige, durch welchen die Rhone aus unsern Gebürgen abfließen kann; würde er sich verstopfen, so würden unsre höchsten Hügel über⸗ schwemmt werden, und unser ganzes Thal einen uner⸗ meßlichen Wasserbehälter abgeben, der sich durch nichts als eine Ergießung über den Mont de Sion ausleeren könnte. Ich war begierig, den Ursprung dieser für uns so wichtigen Oeffnung zu kennen. In dieser Absicht wid⸗ mete ich ihr eine aufmerksame Betrachtung. Allein alle meine Wahrnehmungen, wie leicht zu begreifen ist, lie⸗ fen auf nichts als Muthmaßungen hinaus. Inzwischen scheint es doch wahrscheinlich zu seyn, daß ursprünglich dieser Ausgang verschlossen war, oder zum wenigsten muß er gewiß nicht so tief ausgegraben gewesen seyn, als er jetzo ist. Der *) DE BETIO GALLIICO I. I. C. 6. Iter angustum et aisficile inter montem Iuram et fumen Kliodanum, vix qua finguli carri ducerentur, mons autem altissimus impendebat, ut Facile perpauci prohibers possent. 176 Sechstes Kapitel. Der Berg Vouache läßt sich als eine Fortsetzung der ersten Linie des Jurassus ansehen. Die allgemeine Richtung von letzterer geht von Nordost nach Südwest, und ändert ihre Stellung, wenn sie sich l' Ecluse nä hert; dann geht sie nämlich sůdwärts, wie der Vouache elbst. 220 Schichten des Jurassus sind an dieser Extre⸗ mität beynahe senkrecht gegen den Horizont, und wei⸗ chen von der Verticallinie meist nur um 19 Grad ab; und dieser Abhang geht niederwärts gegen Osten. Man wird diese Lage der Schichten des Jurassus gegen die Höhe des Berges zu üer dem Fort gewahr: denn sie läßt sich weiter herab gegen das Fort selbst nicht so deut— lich in Betreff ihrer Gestalt erkennen. Auch zeigt sie sich in dem Abhange, welcher vom Fort bis ans Ufer der Rhone geht, und noch deutlicher hinter der kleinen Capelle, die man zwey bis dreyhundert Schritte vom Fort auf der Genfer Seite antrifft. Die Schichten des Vouache haben vollkommen die gleiche Lage; man sieht sie etwas über' Ecluse hinauf den Lauf der RBhone ge⸗ rade in der Mitte durchschneiden; ihre Flächen sind wie beym Jurassus mit dem Horizonte beynahe senkrecht, und entfernen sich auch wie letztere um n Grade von der Verticallinie, um gleichfalls östlich herabzusteigen. Die Lage dieser Schichten ist so merkwürdig, und so sonderbar und genau bestimmt, daß sie meines Er⸗ achtens, so viel dergleichen Dinge hierzu dienen können, beweist, daß der Vouache und Jurassus ehemals ver⸗ einigt waren, einen und eben denselben Berg ausmach⸗ ten, und folglich dem in unserm Becken eingeschlossenen Wasser nicht den mindesten Durchgang liessen. Man könnte die Entstehung der Oeffnung am be⸗ quemsten durch ein Erdbeben erklären; da dieses aber beynahe immer ein Deus ex machina ist, so muß man nie Gebrauch davon machen, als bey unzweifelhaften Anzeigen yit . ih, 191 aß de IdrioEr 1 Nd af diuu/ gegrot 40 ih¹ι 10 an Fsen hat debreu Halfes sii deR einwos w Ahond sahlaw Ren, 8 Dorn ulin n fünf Eur lief in*¹ lch l agent Puntt, u Wenn sn Nso zum Fac sendes 0 Fsn añ ramnlen Russch le dlgemeh rach Sidp PLbeen ederhont n dieser Ey yont, udy 1 Gudt Osten. N. ssus gyh ahr: dens st nicht si Auch zehh! bis ans H der klen Schritte v Schichter age; manst er Rhog. achen sud: nahe suft Grade du zusteiger kwürdig, Mein dienen kins chenubs Berg auend, engeshhe seh, fung n 6 0 Riss be sonth su ifhg I Ursprung der Kiesel um Genf. 177 Anzeigen seiner ehemaligen Wirkungen, oder wenn uns keine andere Erklärungsart übrig bleibt. Hier, glaube ich, können wir desselben entbehren, da es genug ist, daß der Gipfel des Berges an dieser Stelle um etwas niedriger war, um eine Art von Vertiefung zu bilden; das Wasser mag alsdenn diesen Weg genommen haben, und vielleicht ist dadurch nach und nach das Bette bis auf die Tiefe, worin wir es jetzo sehen, ausgehöhlt und gegraben worden. Ich habe die Spuren dieser Aushöhlung verfolgt; ich bin das Bette der Rhone abwärts gegangen, indem ich an der Stelle herabgieng, wo es sich nahe an die Felsen des Jurassus anschließt, und den Weg bis un— terhalb l'Eclůse fortsetzte. Mit Vergnügen sah ich da die breiten und tiefen Furchen, welche der Fluß in diese Kalkfelsen eingegraben hat. Man findet auf einem Fel⸗ sen über der Rhone zwischen Colonge und dem Fort de l' Ecluse ein altes Mauerwerk, welches die Landes— einwohner das Schloß der Thorheit nennen. Die Rhone läuft am Fuße dieses Felsen vorbey; und haupt⸗ sächlich hier lassen sich einige Spuren der Höhe wahrneh⸗ men, auf die vor Zeiten der Fluß gestiegen ist. Die merkwürdigste davon ist eine beynahe horizon⸗ tal in den Felsen gezogene Furche. Sie hat vier bis fünf Schuh Höhe, und geht zum wenigsten zwey Schuh tief in den Fels hinein; ihre Ränder sind, wie gewöhn⸗ lich alle Hölungen, die das Wasser zu Stande bringt, abgerundet. Sie ist mehr als zwanzig Schuh über den Punct, auf welchen die Rhone heut zu Tage, auch wenn sie am höchsten ist, zu steigen pflegt. Ich hoffte, beym geraden Hinaufgehen am Ufer bis zum Fort de Eclüse ähnliche Spuren vom Ausfres⸗ sen des Wassers zu finden. In der That fand ich die Felsen alle stumpf und zugerundet; auch selbst einige ho⸗ rizontale Aushöhlungen, die man als vom Wasser gezo⸗ gene 178 Sechstes Kapitel. gene Furchen und Aushöhlungen ansehen könnte: aber ich habe doch nichts gefunden, welches vollkommen ent⸗ scheidend wäre, und sich zum Beweise gebrauchen ließe. Dem Fort gegenüber auf dem Vouache sieht man auch keine deutlichen Furchen; inzwischen zeigen sich doch gros⸗ se Rinnen, deren Höhlung gegen das Bette der Rhone gerichtet ist, und die vielleicht für alte Spuren des Aus⸗ fressens derselben dürften angenommen werden. Wenn es auch übrigens gewiß wäre, daß der Durch⸗ gang von l'Eclüse durch die Wirkung des Wassers ent⸗ standen sey, so müßte man sich eher über die Gegenwart, als über die Abwesenheit, der Spuren davon wundern. Die Gewält der Luft, der Regen, die Gießbäche, die daraus entstehen, hätten doch in einem Zeitraum von so vielen Jahrhunderten diese Spuren nach und nach vertilgen und verwaschen sollen; sie können sich nur auf sehr harten und senkrecht abgeschnittenen Felsen erhalten, wie der, wor⸗ auf das Schloß der Thorheit steht, und andere, die wir in der Folge betrachten werden. Solche Felsen, und noch mehr die überhängenden(en surplomb), sind weit mehr vor erwähnten Anfällen gesichert. Die Felsen des Jurassus unter dem Fort de l' Eclůse, und der größte Theil der Felsen des Vouache gehen zwar in einem stei⸗ len Abhange bis zur Rhone herab, welchem aber noch vieles abgeht, um vertical zu seyn.) §. 214. e) Ich habe, aus Anlaß meiner Untersuchungen mit dem Barometer, den Fall der Rhone von Benf an bis unter das Fort de l' Eclüse gemessen. Den 27 Hornung 1778 war das Barometer, 4 Schuh über die Fläche der Rhone angebracht, auf 27 Zoll 145 Linien. In eben dem Au⸗ genblick war es zu Genf, 72 Schuh über die Fläche der Rhone aufgehangen, auf 26 Zoll 9, 7. Das gemeine Thermometer stund in freyer Luft am Ufer der Rhone auf 3 Grad, und ebendasselbe war zu Genf auf 24. Hier⸗ aus folgt, daß von Genf bis nach l' Eclüͤse die Khone im WII shint M N0 s Ruhah wiche Mserhe d sM amas La istt Mu fudet ad se/ ictin Oꝛdc inen im n ir H- osthr nah/j V Fulagn ach 19 RN s% o n. im Sm N Nis hhn beoback 3 Bodenynt mien Uhs hen han Scr Setz* imte Hlanmer eh Haucnh scht aun schohgt tte de W puken der den. daß derdun es Bosut die Gahhne avon wubn Gießbich, eitaum h. drachbery sshehertmn Miede, i ardtue, Hche Resh mb /sun Die R und der ye in einenł hem aboh n ai 0 nf an H . 06 193 RN 0 Ursprung der Kiesel um Genf. 179 §. 214. Abgerundete Riesel jenseits l' Ecluse. Obschon mir die Oeffnung von l' Eclüse nicht so alt scheint, als die Gebirge, welche durch sie getrennt wer⸗ den, so glaube ich doch, daß schon eine Vertiefung muß vorhänden gewesen seyn, als der große Wasserguß kam, welcher die Bruchstücke von den Felsen der Alpen bis in unsere Thäler fortgeführt hat. Wir haben gesehen, daß der Jurassus an allen denjenigen Orten, wo er in eine etwas beträchtliche Höhe steigt, die Fortschwemmung dieser Bruchstücke verhindert und zurückgehalten: man findet aber dergleichen noch jenseits dem Fort de! Eclů⸗ se, wie zum Beyspiel, beym Büreau de Longearet. Der Berg Credo hat auf der Nordseite Höhen, die einen Theil des Endes des Jurassus ausmachen; und M 2 diese im Winter 224 Schuh abwärts fällt. Da der Fluß un⸗ ter l'Eclͤͤse in einen sehr engen Canal eingeschränkt ist, so steigen seine Wasser im Sommer daselbst um sehr viel mehr, als bey Genf. Der Unterschied des Steigens und Fallet us vom Sommer bis zum Winter betragt zu Genf⸗ nach unserer Wahrnehmung, gemeiniglich nicht über fünf oder sechs Schuh(F. 13.); hier geht er von 15 auf 16: folglich ist der Fall der Rhone von Genf bis nach l Eclüse im n mer um zehn Schuh geringer als im Winter. Nachdem ich mit dem Barometer am Ufer der Rhone dies beobachtet hatte, gieng ich gerade auf das Fort, und beobachtete es auf der Genfer Seite auf der Fläche des Bodens, wo man hineinkommt. Ich fand genau 4 Li⸗ nien Unterschied; die verbesserte Höhe war, wie wir gese— hen haben, unten 27, 1, 53 oben 26, 9, 5; das gemeine Thermometer war am Ufer der Rhone auf + 3, und im Fort + 133 dies giebt also eine Erböhung von 304 Schuh, vom Bett der Rhone im Winter an bis zum Bo⸗ den des Fort zu rechnen. Eben diese Beobachtung giebt 73 Schuh Höhe gedachten Bodens über die Fläche des Sees im Sommer an. 18⁰ Sechstes Kapitel. diese Gipfel sind kalkartiger Natur, wie der ganze übrige Jurassus. Aber der Fuß von eben dem Credo, wel⸗ cher 8 in das Bette der Rhone herabsteigt, besteht aus Sandstein, Sand und Thon; die Schichten dieser verschiedenen Materien sind mit einer Menge abgefalle ner Kiesel von allerhand Arten beladen, unter welchen sich viele Alpensteine befinden. Letztere können nur durch die Oeffnung von l' Ecluse herzugekommen seyn, wel⸗ cher der Fuß des Credo gegenüber steht. Hieraus folgt, daß zum mindesten ein Theil der Rinne, welche den Vouache vom Jurassus trennt, sehr alt sen muß. Inzwischen ließe sich doch annehmen, da i diese Kiesel über den Douache, welcher sich nirgends bis auf 200 Klaftern ergebt, als die Höhe, auf welcher ich ů12— von Felsen der Alpen gefunden habe(F. 208.), gekommen seyn Das Wasser hat dergleichen Bruchstücke nicht viel weiter als jenseit 8205 Credo fortgerissen: denn sie muß⸗ ten durch den Berg Michaille aufgeh alten werden, weil man sie wetebin nur äußerst selten und klein findet. Schon die beym Credo sind viel undeträͤchtlicher, a die von unsern Ebnen. Setzt man die Reise auf diese Seite fort, so findet man sie nicht wieder so gemein, a beym Eintritt in die Ebnen des Lyonischen; und auch sogar die, welche man daselbst in den Ebenen zur Rech⸗ ten des Rhbodans findet, sind klein, und entweder vo diesem Fiusse dahin geschwemmt, oder kommen von den Alpen des Delphinats herab. V —835 2 ** 2 §. 215. Burzer Begriff aller in diesem Abschnitte ange zeigten Bevolutionen. Alle Facta, die ich hier nur kurz angebracht habe, überzeugten mich, daß das Meer in einem Zeitpunct, dit 1 vI I X W + 05— Iuden 19 m site zurd Er 1* E 0* ammi ut lur nalle 8l I—1 Inn 20d 2 M. RN: sin Euf sch in AV gueih am ue, v rahsüge, Ef Scjicthrd Muge chyf 1„ unter vs kömen uud umen seh, steht. h r Rime, u sehr altsn daß dieß K uds bis al. belcher ih! .208.),U chstücke ntz : denn ste alten werdah und ken Rrachtlchh, Reise aut so gem schen; u benen. und entu kommen xie bschutt an ö. m 6 Rn Sa ö Ursprung der Kiesel um Genf. 18¹ der weit über alle unsere historischen Epochen hinaufstei⸗ gen muß, unsere Berge bis auf eine beträchtliche Höhe bedeckt habe; daß nachher sich diese Wasser mit Heftig⸗ keit losgerissen, und hierdurch Bruchstücke von sehr ent⸗ fernten Gebirgen in unser Thal geführt haben; daß eben dieses Thal dazumal das Bette von einem tiefen und reis⸗ senden Strom gewesen, welcher dasselbe ganz ausfüllte, und sich über den Wont de Sion, den Vouache und durch eine Rinne ergoß, die zwischen letzterem und dem Jurassus offen war; daß diese Rinne sich nach und nach vertieft; und daß endlich die Wasser durch ihre stu— fenweise Abnahme Ursache wurden, daß der Strom zu— letzt nichts als den Grund des Thals einnahm. So wie die Wasser sich senkten, erhuben sich die Hü⸗ gel: der, dessen Gipfel heut zu Tag Genf besetzt, war lange Zeit eine fast allenthalben, außer bey Champel, mit Wasser umgebene Halbinsel; allein da der Strom sein Bette zu graben fortfuhr, schied er den Hügel von Genf von dem von St. Jean, und der See schränkte sich in seine jetzigen Gränzen ein. §. 216. Spuren von letztern Veränderungen. Diese Veränderungen haben noch sichtbare Spuren hinterlassen. Es ist keinem Zweifel unterworfen, daß vor alten Zeiten Plampalais und seine Gärten, wie auch die Ebnen von Lancy, die von Carouge, und Pre“⸗'Eveque mit Wasser bedeckt waren, und sich nach und nach durch Anhäufung ihrer Sedimente erho⸗ ben haben. Die Fläche des Bodens dieser Oerter, die horizontalen Bänke von Sand und Kieseln, woraus sie entstanden sind, legen unverwerfliche Zeugnisse davon ab. +3 So 18² Sechstes Kapitel. So sieht man auch längst dem See hin vollkommen horizontale Ebnen, mit Gries, kleinen und abgerunde⸗ ten größern Kieseln bedeckt, die durch steile Hügel, deren Grundlage vom Wasser scheint angegriffen zu seyn, gleichsam abgeschnitten werden: wie unter Dregny, zu Rolle, Dovene, zwischen Allaman und Morsee, und noch an sehr viel andern Orten. ö §. 217. Historische Denkmale von Senkung des Sees. Hier unterstützt auch die bürgerliche Geschichte die Naturgeschichte, und verschiedene Denkmale helfen zum Beweise, daß vor zwölf oder dreyzehn Jahrhunderten das Wasser des Sees den ganzen untern Theil von Genf bedeckte; daß sich das Wasser stufenweise zurückgezogen, und die Häuser in dem Quartier la Rive, und in den niedrigern Gassen(Rues · Basses), nur nach dem Rückzuge desselben sind gebaut worden.) §. 218. ö Allgemeine Abnahme des Wassers. Aber diese Senkung der Oberfläche des Wassers un⸗ sers Sees ist nicht allein die Wirkung der Aushöhlung des Canals, wodurch dasselbe auslauft; auch die Verrin⸗ gerung *) Mit Sehnsucht sieht das Publicum den gelehrten und mühsamen Untersuchungen über die naturhistorischen und litterarischen Alterthümer von Genf und seinen umliegen⸗ den Gegenden, die wir von unserm berühmten Stadtbi⸗ bliothekar, Herrn Senebier, zu erwarten haben, entge⸗ gen. Ich gründe mich auf seine mitgetheilten Anmerkun⸗ gen, wenn ich behaupte, daß unser See sich seit acht oder zehn Jahrhunderten merklich gesenkt habe. shnttte Glbn ni bahuß bamii 1 Ritereen vre Iue woc xj diesem. den zon Etgie dr trahll w hunge Dim Wushelgl hugupin bohnt G hbache schchtig D 10 ushu n Nob Frtz 5• sahm ein gahhe 1 n Lulkomp und abgrz Hagt, riffn zs Epapy ud Ihnh 9 des Si Geschich ale helfaß Jahrhurde Heil von O uruckgezog „und in d den Machh assers. es Vassez Mohthe uch diede 90 gelehttu historisha seinen dsth mten Eih hebah, A Hlen du hahte Ursprung der Kiesel um Genf. 183 gerung der Menge der Wasser, welche sich hinein ergies⸗ sen, hat sie hervorgebracht. Viele Betrachtungen ma⸗ chen das Allgemeine und Beständige dieser Verminde⸗ rung auf der ganzen Fläche unsrer Erdkugel glaublich, wie ich mir in den Resultaten deutlicher zu zeigen vorbehalte. §. 219. Untersuchungen für noch genauere Beweise. Die Erklärung, welche ich in diesem ganzen Ab⸗ schnitte von dem Ursprunge der abgerundeten Kiesel und Felsmassen, die sich in unsern Gegenden finden, gege⸗ ben habe, scheint mir für die Naturforscher genugsam bewiesen zu seyn. Sie wissen sehr wohl, daß die Gra⸗ nite nicht wie Trüffeln in der Erde wachsen, auch nicht wie Tannen auf Kalkfelsen; und wenn sie auch, wie es möglich ist, uůͤber die Ursache der Bewegung der Wasser, die sie zu uns hergeführt haben, verschieden denken, so wer⸗ den zum wenigsten nicht viele daran zweifeln, daß eine Ergießung, oder ein Ausbruch von einer ungemein be⸗ trächtlichen Gewalt und Ausdehnung, sie an ihre gegen⸗ wärtigen Stellen versetzt habe. Diejenigen aber werden vielleicht noch in der Unge⸗ wißheit bleiben, welche unsre Grundsätze der Steiner⸗ zeugung nicht für unumstößlich halten, und nicht ge⸗ wohnt sind, die Wirkungen der Natur im Großen zu beobachten, noch sich mit den Begriffen von so weit⸗ schichtigen Abänderungen bekannt gemacht haben. Diesen und auch mir selbst mehr Ueberzeugung zu verschaffen, habe ich noch andere Beweise aufgesucht. Ich sagte zu mir selbst: Meine zusammengezogene Facta überzeugen mich zwar von dem ehemaligen Da⸗ seyn eines sehr reissenden Stroms, welcher sonst das gänze Thal einnahm, dessen Grundtiefe heut zu Tage M 4 der 18⁴ Siebentes Kapitel. der See ausfüllt; allenthalben erblickt man die Wirkun⸗ gen dieses Stroms: aber doch nehme ich keine recht ei— gentliche Spuren davon wahr; ich finde wohl unter mei— nen Füßen herbeygeschwemmte Materialien: aber zu ei⸗ ner deutlichen Ueberzeugung müßte ich gleichsam das Gleis von dem Wagen entdecken, der sie herzugeführt hat. Alsdann dachte ich, dies Gleis könnte an den steilen Seiten der Berge eingedrückt seyn, zwischen welche die— ser Strom eingeschlossen war. In dieser Rücksicht also unternahm ich es, die gedachten Wände dieser Berge zu betrachten. * Siebentes Kapitel. Der Berg Saleve. §. 220. Seine Lage. Der Berg Saleve ist unter allen in unsern Gegen⸗ den der gelegenste zu den Bemerkungen, wovon ich gesprochen habe. Er liegt in Savoyen, eine fran⸗ zösische Meile südwärts von Genf. Seine Gestalt zieht sich in der Richtung von Nordnordost nach Süd— südwest in die Länge; und das ist ohngefähr auch die Lenkung, welche der Strom, womit wir uns beschäftigen, haben mußte. Von der Genferseite stellt dieser Berg große Felsbänke, die fast horizontal sind, von nackten und steilen Felsen dar, welche aus weissem Kalkstein be⸗ stehen, auf den die Gewalt der Luft nur wenig Eindruck macht. Diese Felsen mußten eine von den Wänden des großen Bettes, worin dieser Strom lief, ausmachen; folglich — 239ꝗ.—.—..———7+—— fihfets 1ub, ² vut uderd sisen n S 0 fummen NM iniboeu R0 dom dns Sautoe MRif Fels misdelon Wiin fer doyoz audigesh. wis sss shen h big hn Juchag dem diz gen, in sch nag fihten g Raen de dh n Mͤn ki raht/ wohlutemz len: ahh au glicham 0 se hesyih be an dgnsth chen wih Macshyz I Digr dup *** l be. unsern G kungen,. yen, eiefs Seine H st uuchEl Refihe ac bhih alt dfrN 5„W 5 f ffub ne nWind ehe bo Der Berg Saleve. 185 folglich mußten sie angefressen und in ungefähr horizon⸗ tale, der Richtung des ehemaligen Stroms nach gehen⸗ de Furchen ausgehöhlt seyn; und die am meisten vorra— genden Theile mußten auch am beträchtlichsten dem An— fressen unterworfen gewesen seyn. §. 221. Seine steilen Abhänge sind durch das Wasse ausgefressen worden. Die daselbst entdeckten Erscheinungen kommen voll⸗ kommen mit diesen Muthmaßungen überein. Ich ha— be die deutlichsten und überzeugendsten Beobachtungen hierüber angestellt. Die nackten und steilen Abschnitte der großen Schichten vom kleinen, hauptsächlich aber vom großen Saleve stellen allenthalben die deutlichsten Spuren vom Durchgänge des Wassers dar, welches sie angefressen und ausgehöhlet hat. Man sieht an diesen Felsen beynahe horizontale Furchen, bald mehr, bald minder breit und tief, einige von 4 bis 59 Schuh in der Breite, und auf einen oder zwey Schuh Tiefe, von ei— ner doppelten oder dreyfachen Länge. Alle diese Furchen endigen sich am Rande durch rundliche Krümmungen, wie sie das Wasser zu formiren pflegt. Ich sage, sie seyen beynahe horizontal, weil sie sich zuweilen im Her— absteigen südsüdwestlich, nach dem Fall, den das Was⸗ ser haben mußte, nur einige Grade senken. Solche Furchen kann das Regenwasser nicht gezogen haben; denn die herabfließenden Wasser desselben bilden Höhlun⸗ gen, die mit dem Horizonte perpendicular sind, oder sich nach der größten Reigung der Flächen der Felsen richten, statt daß diese fast horizontal auf ganz verti⸗ calen Flächen gezogen sind. Diese Furchen waren also das, was ich suchte: die Spuren oder Gleise M 5(ornie- 186 Siebentes Kapitel. des S (ornieres“, nsre troms, welcher die Trümmern von in u den Alpen Thäler eingeführt hat.) §. 222. Ausgerundete Höhlen, die gleichfalls durch ehe⸗ malige Ströme gebildet worden. Man sieht auch auf der Oberfläche von eben diesen Felsen ausgerundete Höhlen von mehrern Schuhen im Durchmesser, und zwey oder drey Schuh Tiefe, deren Oeffnung sich nach Nordnordost hinrichtet, und welche folglich durch einen Wasserstral gebildet worden, der sich gerade und mit Heftigkeit gegen diese ihm entgegenste⸗ hende und mehr aus dem Felsen hervorragende Theile muß geworfen haben. Der Grund und die Einfassung dieser Höhlen sind abgerundet; und da ihre Oeffnung auf der verticalen Fläche steiler Felsen ist, so kann man ih— ren Ursprung nicht von einem Fall der Wasser von dem Berge herab herleiten. §. 223, Anzeigung der Stellen, wo diese Spuren am sichtbarsten sind. Diese Höhlen lassen sich fast auf allen Flächen der großen Felsen vom Berge Saleve sehen, und dies zum wenig⸗ ) Niemand darf wohl mehr zweifeln, daß die Flüsse durch ihre Strömungen selbst auch die härtesten Felsen nach und nach ausgraben. Racht man Reisen durch die helveti— schen Alpen, so sieht man z. B. daß die Aare an der Grimselstraße und der Rhein im Schamserthale den härtesten Granit ausfressen, und durch ihre oft tobenden Wellen große Furchen in demselben aushöͤhlen. Warum sollte denn dies nicht auch bey dem viel weichern Kalkstein angehen können? W. vanl sij w V ynruls uj dini Estel Neibde X 9⁰ den HiR VatI den En⸗ fen am sid, Enst N0 schvind Ean in M dem Hiq ooreisso madtee daen g: weiß ain sen anhi denen lahter E Nir bin uußem u Rat Ihen Tümn 0 . vorden. oon ehen dh aen Schhat suh Tift, du ht, ud ut worden, dast hm enthen Hagende Hh f Eiffash Hiffunga aan i Dase den dn Gphuen eh lin Hahen v nd dis zn D Fstv Fh h dr H Ne A msenhel Re osttheh Een Rn hentn Der Berg Saleve. 187 wenigsten bis auf die Hälfte oder zwey Drittheile seiner Höhe: aber deutlicher unterscheidet man sie auf den Fel⸗ sen, welche über dem sogenannten Das de!' Echelle ste⸗ hen; wie auch an denen, die zwischen Veiry und Cre⸗ vin über den senkrechten Schichten sind; nicht minder auf den dichten Lagen, die oberhalb der Grotten der Einsiedeley(Grottes de“Hermitage), und bey denen, die über dem Coin sind, u. a. m. §. 224. Aushöhlungen, welche nach verschiedenen Rich⸗ tungen gehen. Ich darf aber nicht verschweigen, daß man unter den Höhlungen, die ich beschrieben habe, und für ein Werk des Wassers halte, auch einige sindet, die in einer dem Strome, den ich als durch unser Thal herabgelau— fen annehme, ganz entgegengesetzten Richtung gebildet sind, und über die von mir angegebene Ursache ihrer Entstehung Zweifel erwecken könnten. Letztere ver— schwinden aber, wenn man betrachtet, daß sich an den Seiten aller großen Strömungen, sowohl in Flüssen als im Meer, Nebenströme(remoux) bilden, die in einer dem Hauptstrome entgegengesetzten Richtung, und oft so reissend als er, dahin laufen. Auch entstehen an ge⸗ meldten Orten noch reissendere Wirbel, oder Strudel, deren anfressende Gewalt sehr beträchtlich ist. Man weiß auch noch, daß die Wellen die Kraft haben, Fel⸗ sen anzugreifen und auszuhöhlen; sie arbeiten in verschie— denen Richtungen wie die Winde, die sie erheben; und letztere mußten auf einen Strom, der, wie der unsrige, vier bis fünf französische Meilen breit war, viele Gewalt äußern können. Zieht man endlich noch die Erfahrung zu Rathe, und beobachtet die Ufer von einem zwischen Felsen enge eingeschlossenen Flusse, so wird man auf die⸗ sen 188 Siebentes Kapitel. sen Felsen lange Furchen und runde Höhlungen wahr⸗ nehmen, die unsern beschriebenen auf dem Berge Sa— leve vollkommen ähnlich sind: ja man wird auch Höh— lungen wahrnehmen, die in einer dem Strom entgegen⸗ stehenden Richtung gegraben sind. §. 225. Noch andere Wirkungen von eben derselben Ur⸗ sache. Grotten der Einsiedeley. Können wohl die tiefen Aushöhlungen von 30 Schuh, die acht⸗bis zehnmal so lang als tief sind, und durch die gänzliche Zerstörung mehrerer Felsenschichten müssen ent⸗ standen seyn, ihren Ursprung von einer andern wirksa⸗— men Ursache herleiten, als von dem Angriff dieses alten Stroms? Man nennt dieselben die Grotten der Ein⸗ siedeley.(§. 223.) §. 226. Paß von Monetier. Auch der Paß, oder die Aushöhlung und Vertie— fung von Monetier, die große Rinne nämlich, welche den großen und kleinen Saleve trennt, und in deren Tiefe das angenehme Thal Monetier liegt, scheint durch einen dergleichen Strom entstanden zu seyn, der durch das Arventhal von den Alpen herabstieg, und sich in unsern großen Strom stürzte: denn die Ueberein⸗ stimmung der Schichten des großen und kleinen Saleve beweisen eine ehemalige Vereinigung; und es ist nicht zu begreifen, was für eine andre große Wirkung das un⸗ geheure Stück, welches da dem Berge fehlt, hätte los⸗ reißen und fortführen können. §. 227. iν ruchs 9 uihn ichi tredi SN des cbgemn mur on is r(ail War H fartzn Theieh dutchhe und E 2 ger st, u 1 . Ahaugn am Dur S wird buc 56 Strom ahn 1 derselbgth edeley. n von 0E d, und dͤltb ichten misan X andern ath griff e l otten x E ng und M namlich, u , und in ligt, s en zu 00j Herabsigh. in die Laa llinen Sin nd es ift zirkurgE t, Eu Der Berg Saleve. 189 §. 227. Klotze von primitiven FLelsarten, und merkwür⸗ dige Lage von einigen derselben. Selbst der Grund und die Seiten von diesem Thale sind mit großen Klötzen von Granit und blättrichten Fels⸗ arten bestreut. Gleich am Eingange dahin von der Genferseite findet man einen von etwa 1200 Cubic⸗ schuhen. Wenn man von der Höhe des Pas de l Echelle ge⸗ rade auf das Schloß der Einsiedeley(Chateau de 1Hermitage) hinaufsteigt, so findet man viele solcher Klötze, sogar mit einem merkwürdigen Nebenumstande. Man sieht auf einer abhängig gelegenen Wiese zwey solcher Klötze von Granit, die beyde über den Wiesen⸗ wachs etwa zwey oder drey Schuh hoch herausgehen, und eine Grundfläche von Kalkfelsen haben, worauf sie ruhen. Diese Grundfläche ist eine Fortsetzung der Ho⸗ rizontalschichten des Berges; sie ist selbst durch ihre hin⸗ tere Fläche damit verbunden: aber an den zwey andern Seiten ist sie scharf abgeschnitten, und geht nicht über den Klotz, welchen sie trägt, hinaus. Da der Grund des Bodens aus eben der Kalkfelsenart besteht, und es abgeschmackt wäre, anzunehmen, daß sich dieser Grund nur genau unter diesem Granitstein aufgeworfen habe, so ist es sehr natürlich zu glauben, daß vielmehr sich die⸗ ser Grund um denselben herum erniedrigt habe, und zwar nicht durch eine Versenkung, sondern durch den fortgesetzten Angriff von Wasser und Luft, während der Theil, welcher die Grundfläche des Granits ausmacht, durch diese undurchdringliche Bedeckung geschützt war, und seine ursprüngliche Höhe behalten hat. Andre Klötze, welche auf ähnlichen Gestellen ruhen, zeigen an Orten, wo der Fels von allen Seiten entblößt ist, wie wahr diese Erklärung sey. Diese Klötze haben die 190 Siebentes Kapitel. die Felsen, welche sie tragen, so vollkommen verwahrt, daß ihre Oberfläche horizontal und flach geblieben ist; und da die Oberfläche der Granite unregelmäßig ist, und sie also jene nur in wenigen Puncten berührt, so kann man dieselbe leicht beobachten und sehen, daß, weit⸗ gefehlt daß der Kalkfels durch das Wasser angegriffen worden, wie es ihm allenthalben widerfuhr, wo ihn die⸗ se Klötze nicht bedeckt haben, er sich vielmehr durch eini— ge Blättchen kalkartiger Incrustationen, die sich an ei⸗ nigen Stellen darauf erzeugten, vermehrt habe. Mir scheinen alle diese Umstände zu beweisen, daß jeder von diesen Klötzen noch genau die Stelle besetzt, welche er bekam, als ihn der Strom, der ihn von der Höhe der Alpen herunterflößte, bey der großen Revolu— tion, von der uns so viele Spuren vorgekommen sind, liegen ließ. Als ich diesen Gedanken zum erstenmal hegte, ward ich von einer ehrfurchtsvollen Bewunderung dieser Fel— sen durchdrungen, die durch so viele Jahrtausende hin⸗ durch unversehrt stillschweigende Denkmale von einer der größten Veränderungen, die unsre Erdkugel betroffen hat, geblieben sind. Ich untersuchte sie von allen Sei— ten mit der größten Aufmerksamkeit; und immer schien es mir, ich müßte ein Document finden, woraus ich das Datum oder zum wenigsten einen wichtigen Umstand von dieser großen Begebenheit erfahren könnte. Ein abge— rundeter Stein von der Dicke und Gestalt eines Tau— beneyes, welcher unter einem dieser Klötze stack, und ei⸗ nige andere Bruchstücke primitiver Felsarten, die sich unter einem andern von erwähnten Felsen fanden, schie⸗ nen mir die letzten Zeugen von der Bewegung der Was⸗ ser zu seyn, welche diese großen Massen fortgeschleppt haben. Außer diesem abgerundeten Steine und diesen Bruchstücken habe ich keinen fremden Körper als Be⸗ gleiter dieser Klötze von primitiven Felsen angetroffen; sie vm el Han i Fsoth W Ni de Msl Schut klist ahs hnEHν seaumh de hs I Verno⸗ Dossuw. % vi 0vis N.d R.l nl China n shrbethe des lih hen assg mmeg Grh h atlaf integelißz! V dlen baiht, sehen, Wnn l. angegft H, wo 0 6 0 wuht X die f schg tt habe u beweseh g ie Stele hi der ihn vuß großen Mo gekommeh nal hegte w erung diet ahttausadef ale von eine kugel behft von allenẽ d immer st woraus ihs en Umstardse te. Ench alt eines xr e sak, w arten, Nt fandes, 0 dee 4˙ ffith ine udr 0 rper N 310 ö Der Berg Saleve. 101 fie ruhen ganz bloß, und ohne irgend einige Zwischen— materie, auf ihren Kalkfelsen. Ihre Stellung ergänzt noch den Beweis, den ich zu führen anfieng; diese Klötze sind nämlich nicht durch un⸗ terirdische Auswürfe durch die Luft geschleudert worden: denn Massen von so ungeheurer Schwere, die so weit herkommen, als der Mittelpunct der Alpen entfernt ist, und folglich durch einen entsetzlich hohen Räum müßten hindurch geworfen worden seyn, hätten gewiß die Felsen zerschmettert, und beträchtliche Vertiefungen gebildet. Im Gegentheil ruhen sie auf der Oberfläche des Felsen, und berühren ihn nur in sehr wenigen Puncten. Nur die Wasser also können durch die Verminderung der Schwere dieser großen Massen sie mit so vieler Leichtig⸗ keit abgesetzt haben: denn wären sie auch nur acht oder zehn Schuh hoch aus der Luft herabgefallen, so würden sie auf dem Kalkfelsen, der sogar unter seines gleichen der härteste nicht ist, eine Höhlung erzeugt haben. Wenn man ein Mittel finden könnte, die Gräde der Verminderung zu bestimmen, welche die Wirkung von Wasser und Luft in einer gegebenen Zeit auf nackten Fel— sen, von der Art der Felsen des Saleve, zu Stande bringt, so würden eben diese Felsen dienen können, den Zeitpunct des großen Ausbruchs zu bestimmen. §. 228. Klötze primitiver Steine auf dem großen Saleve. Aber nicht allein in gedachter Tiefe von Wonetier lassen sich die Klötze von Granit und andern primitiven Steinarten finden; sondern es kommen dergleichen in sehr beträchtlicher Anzahl und Größe auch auf der Höhe des kleinen Saleve, und selbst auf dem großen, bis oben auf dem Gipfel vor: wie z. B. Crevin gegenüber, und 192 Siebentes Kapitel. und auch über der Hütte de Grange Tournier, das ist, 460 Klaftern höher als die Fläche von unserm See. Man könnte über diese anderwärts hergekommene Steine merkwürdige Untersuchungen anstellen. Sie sind oft so gemischt, daß sich unter ihnen Steine von ganz und gar verschiedenen Gattungen berühren. An⸗ dremale findet man an einerley Stelle eine große Anzahl von solchen, die auch nur von einerley Gattung sind. §. 229. Croisette, und die Höhe Piton. Sand auf der letztern. Wenn man noch weiter über die Höhe des Berges hin geht, so steigt man in eine kleine Aushöhlung hin⸗ ab, die ihn der Breite nach durchschneidet. Unten in derselben stehn die Häuser von Croisette. Von da an bis auf die durch de Luc's Untersuchungen berühmt ge⸗ wordene Höhe Piton sind die Seitenwände des Berges nicht mehr nackt und steil: Wald und Wiesenwachs be⸗ deckt sie, und die Felsenbänke werden nur hin und wieder von weitem gesehen. Letztere sind beynahe horizontal und immer kalkartig. Die oberste Höhe des Berges ist den ganzen beschrie⸗ benen Raum hindurch mit einem weissen Sande belegt, der mit einer vegetabilischen Erde, welche die schönsten Weiden hervorbringt, bedeckt ist. In vielen Orten ist dieser Sand einige Schuh tief. Scheinbarlich haben ihn die Alpengewässer, die alles über den Berg herabge⸗ stürzt haben, was nicht auf seinem Gipfel konnte liegen bleiben, herbeygeführt. Steht man hier, so sieht man unter seinen Füßen auf der Seeseite kleine Gebürge, die sich an das große lehnen, und ganz aus solchem durch einen kalkartigen Kitt in Sandstein zusammengeklebten und verwandelten Sande bestehen. Dieser Sandstein stιν auf A gullie Euchae uM — Wom IN ö oss d del (Crois x Myar bilevse Huff RA dem Hn besthe. Mac duhlind In sunden ga kirnerg nihts J nung s vn shen CN b16 H0HN doch nig e Dyn shic, bh lift, kun hupnh hach von 30 . Uunit, n une artt Hakmn anstla g ihnen Sthez en brihen eie gst M Gthugse Sand aff e Hihe des dn re Mehchlug schuäbe. Unn. sette. Vun hungen eühnn. Rwande de dr d Wissenuuhh nur hin urdrt beynahe haz den gorhenhe isen Saddei welche dieshiß In vilhn H Scnbulhth den Bag hi pfel kunt s hier, Pscken lene Gbi A aus se W vNmm Di Endt 6 Der Berg Saleve. 193 ist so schön als dauerhaft. Ein beträchtlicher Bruch da— von findet sich über dem Dörfchen Verrieres. Man braucht diesen Stein viel zu Gebäuden, und hat davon Stücke von 15 Schuh in der Länge gebrochen, könnte auch wohl noch größere daselbst brechen. 5. 230. Warum man in diesem Theile keine Granitklötze findet. Man findet in dem ganzen Theil des Berges von Croisette bis zum Piton beynahe keinen Granit, noch andere herbeygeführte Steinarten, da man doch von Croisette an bis auf Wonetier, und sogar auch von WMonetier bis an das Ende des Berges bey Etrem— bieres, dergleichen Klötze sehr häufig und sehr beträcht— lich antrifft. Man könnte glauben, dieser Unterschied käme von dem Unterschiede der Höhen, weil der Piton die erhä⸗ benste Höhe des Saleve ausmacht; nach de Lucs Maaß geht sie 712 Klaftern über die Fläche des Sees. Folglich dürfte man annehmen, die Höhe von 460 Klaf⸗ tern, auf welcher ich Klötze von primitiven Felsarten ge⸗ funden habe, sey die höchste Stufe, worauf sie haben können erhoben werden, und über dieselbe hinauf sey nichts als Sand gebracht worden. Allein diese Erklä— rung scheint noch nicht hinreichend zu seyn, weil ich zwi— schen Croisette und dem Viton Stellen, die niedriger als 460 Klaftern sind, angetroffen habe, worinnen man doch nichts von diesen Granitmassen u. dgl. findet. Daher glaube ich, man müsse zugeben, der Unter— schied, welchen man in diesen hergeführten Körpern an⸗ trifft, komme nicht allein von den verschiedenen Erhö⸗ hungen der Plätze, worauf man sie findet, sondern auch noch. von der Verschiedenheit der Ströme, die sie führ⸗ N ten, 194 Siebentes Kapitel. ten, welche nach der Verschiedenheit ihrer Quellen auch verschiedene Materien mit fortrissen. Außer diesem allgemeinen Grunde läßt sich aber noch ein besonderer angeben. Ich habe oben(§. 211.) ge⸗ zeigt, daß diese primitiven Bruchstücke sich den großen Alpenthälern gegenüber in weit größerer Menge ange— häuft befänden, und daß die auf dem Saleve befindlichen wahrscheinlich von dem Arventhal herkämen. Ob nun gleich der Strom, welchem das Arventhal die Richtung gegeben, in seiner Mitte stark genug war, um bis zu einer be⸗ trächtlichen Höhe Bruchstücke zusammenzuführen, so hat er doch gegen seine Ufer hin unmöglich eben die Gewalt haben können, und folglich nur Sand dahin schleppen müssen. Man sieht dies bey allen großen Ueberschwemmungen: ausgetretene Flüsse führen Steine und Gries, wo der Strom sehr heftig fließt; aber sie legen nur Morast und Leimen ans Ufer nieder, als wo der Strom nur langsam dahin läuft. F. 231. Sonderbare Spur von diesen alten Strömen. Große Höhlen an der Seite oder dem Bande des Berges. Das Hundeloch, oder Creux de Bri- faut. Spuren der Ströme, die dasselbe ab⸗ gegraben haben. ö Ich sagte, um die Bildung der Rinne oder Aushöh⸗ lung von Monetier zu erklären, daß sie wahrscheinli⸗ cherweise von Alpenströmen ausgegraben worden, die über den Saleve gelaufen sind, um sich in den großen Strom zu stürzen, welcher das Thal vom Genfersee aus⸗ füllte; ich habe dergleichen Ströme angenommen, um die Sandhaufen zu erklären, die sich auf dem Berge und auch an seinem Fuße zwischen Croiserte und dem Piton finden. Es ist eine sehr merkwürdige Spur von diesen Strömen 0 0 14 4 Gunms 70 1 . II In h af, st1¹ R E99/ aonsi mn Bherhh die SN Noendd aen ge N nicht de Besti fens l Vanc Ruasa sihrenm N der Sil x sRgyr lef, hihle. 10 chien d nit wuhm d sch aeftel Wicsthh ungebeg Zuss6 ganz in 2; hñen nig: en Seiszg ni GA nen gronn se dihem . HrLuln ah lät schchen on(Gain ke sch den Rh uer Manpn Salee bftdt kämen. Hr thal di W „umbspaht enzufühtersh endieGent scheppn nn Oshwennv Ges, d I Meast Ctom uuruug alten Sum dem Rashh der Creux Al ie dasilbes Iinse dder Wohd se wuhssheit aben wuden,& sch i en R om Geffesen Rgenommd 0 II den Bahenn M an u Hn Rias Ctos Der Berg Saleve. 105 Strömen in einer Höhle vorhanden, die ich vor 16oder 20 Jahren auf eine ziemlich sonderbare Art entdeckt habe. Ich gieng einmal früh bey heiterem Himmel auf dem höchsten Rande des Saleve, über Colonge hin— auf, spazieren, und bewunderte die Deutlichkeit, womit der Schatten des Berges zu seinen Füßen den Umriß von seinem Rande zeichnete, als ich auf einmal in dem Bilde dieses Schattens einen Punct wahrnahm, welchen die Sonne erleuchtete. Ich wollte anfänglich meinen Augen nicht trauen; da mir aber das Fernglas deutlich den gleichen Gegenstand wies, so durste ich sein Daseyn nicht länger bezweifeln. Ich mußte folglich annehmen, der Berg müßte an irgend einer Stelle durch und durch offen seyn. So eine sonderbare Sache erregte sehr mei— ne Verwunderung, und ich entschloß mich, nichts zu un⸗ terlassen, was mich auf die Entdeckung der Oeffnung führen könnte, durch welche dieser Lichstral durchgieng. In dieser Absicht nahm ich meinen Stand zwischen der Sonne und dem beschienenen Puncte, gieng in die— ser Richtung vorwärts, und entdeckte eine sehr breite und tiefe, am Rande des Berges in den Felsen eingegrabene Höhle. Die Sonne, welche damals ziemlich hoch stund, schien bis in den Grund derselben einzudringen; und ich muthmaßte, es müßte an dem steilen Rande des Felsen sich eine Oeffnung finden, und sich ein Lichtstral dadurch wegstehlen, um einen mit dem Schatten des Berges umgebenen Punct zu beleuchten. Zur Bestätigung dieser Vermuthung, mußte ich ganz in die Tiese dieser Höhle hinabsteigen. Von innen hinein war dieses unmöglich, wenn man sich nicht an ei⸗ nem Seil hinabließ; von aussenher aber versuchte ich es mit Glück, obschon mit einiger Mühe und durch ei⸗ nen genommenen Umweg. Ich fand tief unten in die— ser Höhle eine große Oeffnung von 40 bis 30 Schuh in N2 der 196 Siebentes Kapitel. der Höhe, die einem unregelmäßig gebauten Portale ush, glich, und ich sah die Lichtstralen aus dieser Oeffnung 06 sfs herauskommen, nachdem sie in schiefer Richtung bis in slht, den Grund der Höhle gedrungen waren. mittlle e Ich erkannte auch, daß man von der Ebene aus ge⸗ gen den Gipfel des Berges hin diese Oeffnung sieht, und aben es die nämliche ist, welche man das Hundeloch oder ameIN Creux de Brifaut nennt, weil sie in angegebener Distanz Hefeff⸗ nicht größer aussieht, als daß ein Hund hinein kriechen 1 könnte. sch Hl Ich gieng in die Höhle hinein, deren Grund beyna⸗ he gleichhoch mit dem Eingange ist, und genoß, da ich mich umwandte, eines sonderbaren Anblicks. Man 9, sieht nämlich den Himmel über seinem Häupte, als wenn Hte man ihn durch einen hohen und breiten Schornstein er— f scher blickte; und wirft man seine Blicke niederwärts, so haus V man die perspectivisch sich verlierende Aussicht auf eine Ebene vor sich, die ein prächtiges Gemälde darstellt, Co welches durch das unregelmäßige Gewölbe des obgedach⸗ auf deadl ten Portals, durch welches man hinein kommt, gleich⸗ ne Si sam als mit einem Rahmen eingefaßt ist. Vascau Dies Vergnügen war damals die einzige Folge mei⸗ senmahen ner Entdeckung; und ich dachte bey dieser Höhle an dah se nichts, als an ein Spiel der Natur, oder einen sonder⸗ c baren Auftritt. Als ich aber den Berg von neuem be— nih/ N suchte, und Spuren von alten Strömen darauf ausfün⸗ O/ dig machen wollte, so ward diese ziehbrunnähnliche Höh⸗ NHhsd le für mich, wo nicht ein Brunnen der Wahrheit, doch fien. ein interessanter und lehrreicher Gegenstand. r. Ich nahm wahr, daß sie von oben bis unten durch hngm breite und tiefe Furchen, die in dem ganzen innern Um⸗ genma fange von mehr als 300 Schuh, und in der bis auf 160 ½fiien W Schuh sich belaufenden Höhe bemerklich sind, ausgehöhlt 80 Iun war. Diese Furchen sind allzu breit und tief, als daß Wn sie ein Product vom Regenwasser seyn könnten, neh, drag mehr, l. buthh D dlse Hßo r Rhhgth eh. der Ehmeith defnupshr us Hundech angegebenndi und hineink deren Grubhp und geoßt 1Aubliks, hu m Ham Ein iten Edunsti niedeniltz, Mosch uf Gamdde uut Wahe de h fein kimnt, tise, eii H distr Hl ader ennn st g wn nule m dmu Huummähitheh Mushthd istand bs u auhen inls in der Hose Dsch nd flf N u, M 0 Der Berg Saleve. 197 mehr, da dieser Schornstein fast auf der Höhe des Ber⸗ ges ist, und kein beträchtlicher Canal Wasser dahin führt, so daß fast kein andres Wasser hineinfällt, als un⸗ mittelbar vom Himmel. Ich glaube daher, diese Furchen seyen Spuren der alten Ströme, wovon wir geredet haben, und welche von den Alpen hinter dem Berge herkamen, über den Gipfel desselben hinwegflossen, und sich in das Thal von unserm See stürzten. Ein Theil dieser Wasser stürzte sich in diese Höhle, und lief zur untern Oeffnung heraus. §. 232. Höhle von Orjobet. Zwey Wege dazu. Gros⸗ ser schornsteinähnlicher Gang, durch den man zu derselben kömmt. Der Eingang selbst. Stalactiten. Ein wenig unter dem untern Ausgange dieser Höhle auf der Abendseite findet man eine andere, die auch schö⸗ ne Spuren von dem Auswaschen und Zernagen des Wassers darlegt. Ich bin den 4 März 1779 zum er⸗ stenmal in dieselbe hineingegangen, und glaube nicht, daß sie ein Naturforscher vor mir besucht habe. Ein ehrlicher Bauer aus dem Dörfchen Coin, bey dem ich mich, als ich am Ende des Herbstes 1778 die Felsen der Gegend besichtigte, aufhielt, sagte mir, daß gegen die Höhe des Berges zu in einem zu seinem Gute gehö: rigen Felsen ein großes unterirdisches Gewölbe sey; daß er zwar in der That noch nicht bis auf den Grund dessel⸗ ben gekommen wäre, mich aber, wenn es mir Vergnü⸗ gen mache, mit Fackeln hineinführen wolle. Ich nahm seinen Vorschlag an, und kam deswegen wieder, sobald es die Jahrszeit zuließ. Indem wir giengen, sagte er mir, die Höhle liege gerade oberhalb seinem Dorfe, und man köͤnne auf zwey N 3 Wegen 198 Siebentes Kapitel. Wegen darzu gelangen: der eine sey ganz gerade, kür⸗ zer, aber sehr steil; hingegen der andere gehe durch das Dorf Croisette, sey angenehmer, aber länger. Ich zog den kürzern vor, und hatte Ursache, mit meiner Wahl zufrieden zu seyn, weil ich im Steigen große Felsen sah, deren Flächen lothrecht abgehauen und an der Grundla⸗ ge mit beträchtlichen Höhlungen versehen sind, deren ei⸗ nige horizontal dahin laufen, andere aber beynahe zir⸗ kelförmig gefunden werden, alle mit einander übrigens sich in stumpfen abgerundeten Rändern endigen, die of⸗ fenbarlich die Einwirkung der großen Ströme andeuten, womit wir jetzo beschäftigt sind. Ich fand also mit Vergnügen auf diesem Wege neue Bestätigungen der Beobachtungen, die ich an an⸗ dern Theilen des Berges gemacht hatte; allein dies Ver⸗ gnügen mußte ich durch mühsames Hinaufsteigen über die jähe Halde des Berges und über einige gefährliche Pfade, auf welchen sich alle die fürchten würden, die nicht an das Bereisen der Gebirge gewöhnt sind, theuer genug erkaufen. Fünf Viertelstunden nach diesem jähen Hinaufstei⸗ gen traten wir durch eine große Oeffnung, die aber noch nicht die Höhle selbst, sondern nur ein sehr sonderbarer Zugang zu derselben ist, in den Felsen hinein. Gedach— ter Zugang ist eine Art von großem Schornsteine, der hier und da erhellet ist, und zwar durch unregelmäßig ovale Oeffnungen, welche vom Wasser in die Substanz des Felsen eingegraben worden. Durch diese Art von Canal steigt man bis auf die Perpendicularhöhe von ohngefähr 0 Schuh; und dann ist man am Eingange der auf der Höhe dieses Schornsteins gelegenen Höhle, die durch eine ihrem Eingange gegenüber einfallende Helle beleuchtet wird. Dieser Eingang ist doppelt, oder es sind vielmehr zwey Eingänge, jeder von einer unregelmäßig ovalen Gestalt. E 4H 110 500 Hιι 16 E I. fiddbj Wie AI elh u; ME. . 9½ Gs WN fudet G dasoy 4 gidyi Hihwün len iummu bchts i6 N W. Den EAn heniche Mu ren ei und u. 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Ihre Richtung geht von Norden gegen Süden. Der Boden dieses unterirdischen Ganges senkt sich gegen die Westseite, und an eben dieser Seite ist der Fels angegriffen, und bildet im Herabsinken einen spi⸗ tzen Winkel mit dem Boden. Außer dieser Senkung findet sich an gedachtem Boden noch eine, wodurch sich derselbe weiter hinein gegen den Grund erhebt. Ohn⸗ gefähr 70 Schuh von dem Eingange hinweg wird die Höhle beträchtlich enger, so daß sie sich in einen schma⸗ len und hin und her sich windenden Canal verwandelt, in welchen sehr schwer hineinzukommen ist, und welcher, obschon er sich noch weiter vorwärts verlängert, zehn bis zwölf Schuh weiter hin vollkommen unzugänglich wird. Die ohne Unterlaß aufs neue sich bilden⸗ den Incrustirungen an den Wänden dieses Canals ha⸗ ben ihn ohne Zweifel so enge gemacht. Man findet Stalactiten in dieser Höhle, unter de⸗ nen einige auch ziemlich groß, aber nicht gar zahlreich, und meist mit einer Art Kalkmehl oder Mondmilch be⸗ deckt und gleichsam überzogen sind. Einige sind von röthlichem Kalkspath; andre haben auf weissem Grunde die schönsten schwarzen Adern. Im Grunde des engen Canals fand ich Thon. Zwey Stalactiten, die ich abschlug, um sie mitzuneh⸗ men, waren an ihrer Basis mit Thon angefüllt, N 4 so 20⁰ Siebentes Kapitel. so wie die von Orselles in der Grafschaft Hochbur⸗ gund.* An einem andern von diesen Stalactiten erblickte ich eine bemerkenswerthe Besonderheit, nämlich zu Kohlen gebrannte Stücken Holz, die sich in seiner Basis gleich⸗ sam eingewickelt befanden. Es läßt sich fragen, ob diese Kohle ganz gebildet hieher gekommen, und durch Wasser von aussen herein⸗ geführt worden, oder ob es vielleicht eine von dem Ber—⸗ ge oben herab durch eine Ritze gedrungene Wurzel ist, die in der Folge diese Verwandlung ausgestanden hat? Ich nannte diese Höhle Orjobet, zu Ehren des sich so nennenden Bauren, Franz Orjobet, dem sie ge⸗ hört, und der mich damit bekannt gemacht hat. Wiir kamen durch die Oeffnung wieder heraus, wo⸗ durch der Eingang der Höhle erhellt wird, und stiegen über die Felsenbank hinweg, in welche sie eindringt; und so geriethen wir ein wenig unterhalb des Dorfes wie⸗ der auf den Weg von Croisette. Dieser Weg ist nicht um vieles länger als der, den wir im Hinaufsteigen ge⸗ nommen hatten, und weder schwer noch mühsam. §. 233. Grotte von Balme. Probe mit dem Thermome⸗ ter im Grunde derselben. Muthmaßungen über ihren Ursprung. ö Im Herabsteigen besuchte ich auch eine andre, unter dem Namen der Grotte von Balme schon lange be— kannte Höhle. Sie ist eine kleine Viertelstunde über dem Dorfe Coin, etwa zweyhundert Klaftern höher als die Fläche des Sees gelegen. ö Sie greift in das Innere des Bergs tiefer ein, als die von Orjobet; aber ihr Canal ist so vielfach ge— krümmt und enge, daß Entschlossenheit dazu erfordert wird, 110Hι I. 9 7⁷ fite I˙e aseeI E M. bahegl 1 i h K. N-Hα W Vind W chringh. shidy gepyn Hatkahen men an stʒ It 2 Nkeng ben, ʃ. anm 4 n denen 397 hen m der 4 WM In(30/ talthei; ö kahen G und 00 . Nusch hach daerte cbich namih K simner Busd it Kchle gan h oon aussenhy eine don Ind tungene Durh ausgestuh er, NChn ober, dm i emach. widde hamg 1 wid nd sz walche si audih halh de Dure Distt Vat im Hiuffeg doch nühan. it denchame Vuthmafungt ng H eine ardt, ne schon soh Vertessnd It Kusfan NM „ 95 Hift H st so nz W 0 Der Berg Saleve. 201 wird, hineinzugehen. Wäre ich nicht durch die Be⸗ gierde, Proben über die Wärme des Innern vom Ber— ge zu machen, dazu ermuntert worden, so wäre ich nicht hineingegangen; aber schon die Enge des Canals gab der Probe mehr Interessantes, weil sie glauben ließ, die äußere Luft habe nur wenig oder gar nicht die Tempera⸗ tur vom Grunde der Höhle verändern können. Also kroch ich, wiewohl mit unglaublicher Beschwerlichkeit, in eine Tiefe hinein, die ich etwa für 160 Schuh rechnete. Ich stieß mein Thermometer in weiche Thonerde, die lagenweise an den Seiten der Grotte sich angelegt hatte. Es wäre von keiner Bedeutung gewesen, die Wärme der Luft zu prüfen; denn in einem so engen Raume veränderte die Fackel, welche ich trug, sehr ge⸗ schwind ihre Temperatur. Das Thermometer ward ver⸗ schiedenemale und an verschiedenen Orten in dies Thon⸗ lager eingetaucht, und war beständig auf 74 Grad. Ich hatte noch mehr Mühe, wieder heraus als hinein zu kom⸗ men, weil der Canal von innen nach aussen zu abhängig ist; und wenn es gleich scheint, die Schwere des Kör— pers müßte behülflich seyn, in den engsten Stellen des Canals durchzukommen, so vermehrt doch die Nothwen⸗ digkeit, den Kopf immer niedriger als die Füße zu ha⸗ ben, die Schwierigkeiten um ein Ansehnliches. Man kann aus dieser Höhle nicht rücklings oder krebsgängig herausschlüpfen, weil sich dies Schlupfloch in verschie⸗ denen Orten theilt, und man also den Kopf voraus ha⸗ ben muß, um zu sehen, wo man hinkömmt. Im Herausgehen sand ich, daß das am Eingange der Höhle an die Sonne gehängte Thermometer auf zehn Grad war: aber diese Wärme kömmt auch größ⸗ tentheils von dem Zurückprallen der Lichtstralen von kahlen und senkrechten Felsen, die diesen Ort umgeben, und ihn vor dem heftigen Nordwinde, welcher diesen N 5 Tag 202 Siebentes Kapitel. Tag blies, verwahrten; denn auf flachem Felde stieg das Thermometer auch gegen die Sonne nur auf 4 Grad. Es verlohnte sich der Mühe, die Wärme des Grun⸗ des der Grotte im Sommer zu untersuchen; aber ich ge⸗ stehe, daß ich nicht Lust habe, aufs neue hineinzukrie⸗ chen. Doch will ich denen, die mit einem magern und gelenkern Leibe begierig seyn werden, die Probe zu wie⸗ derholen, zum Unterricht hier anfügen, daß ich da, wo sich der Canal theilte, mich immer rechts hielt, und so bis auf den Grund der Höhle kam, der vom Eingange etwa 160 Schritt abstehen mochte. Würde man sich links wenden, so würde man, wie man sagt, noch viel weiter kommen. Die Bewohner der Gegend behaupten sogar, daß man nie bis auf den Grund dieses Canals gelangt sey. ö Was die bildende Ursache dieser Grotte betrifft, so muß eine zufällige Spalte dem Wasser Zugang verschafft haben, welches dann dieselbe zugerundet und erweitert hat; oder es muß sich da eine Gangader von weicherer Substanz gesunden haben, die nach und nach sich ge. senkt hat, und endlich durch unterirdische Wasser ist fortgeschwemmt worden. Die unregelmäßigen, hin und her sich windenden, mit rundlichen Höhlen hie und da besetzten Wände dieses Canals zeigen noch deut⸗ lich den Einfluß von diesem Elemente.*) §. 234. ) Man findet fast aller Orten, in und außer der Schweiz, dergleichen Höhlen, welche noch deutliche Merkmale von den Wassern, welche sie ehemals ausgefressen, an sich ha⸗ ben. Verschiedene dergleichen werden noch itzt durch Quel⸗ len, unterirdische Bäche und Flüsse ausgegraben, wie 3.B. diejenigen, durch welche der Lac de Joux auf dein Juras⸗ sus durch die Orbe abfließt. So zeigt sich ein erstaunend reicher Brunnen nicht weit von Rossiniere im Sanenland am Fuße eines Berges, auf dessen Höhen ein See wü, oll/ Moe O¹⁰² 96030 Ugmee gese sir fersesemn Shichhs und dehm sassen seel de Tef ui Diod e iheng usirerse; Relee die g Apn, e Umesh sehendẽ x sol Imt Rumnshz schenu aher un cn H; l, weS Loch ansg Eetitgen Sihirmn sehbare . Dan schn Beng schen W Ishen schichen , fachen h, mn N VBime dohn sichen; abrhn keue hinünt einem mogen die Proh u eh, daß i0 3 cht hilt, v de vum Ein Dirde uw an sagt, uü Gend baut und diees Er Grte berift er Zugmng vast; undet und emit oader von ditz und nach st. dische Vi Helmäßige, ichen Hihh EI * 6 ußer der Ee ihe Minli. fresse 1 och ibt dglt graben u 00 schenn re in S esf Der Berg Saleve. 203 §. 234. Allgemeine Lage der Schichten des Berges Saleve. Die Kalkbänke, woraus der ganze Körper des Ber⸗ ges Saleve besteht, haben eine gemeinschaftliche oder allgemeine Neigung nach der Alpenseite hin, gegen wel⸗ che sie sich neigen. Dieser Berg, welcher von der Gen⸗ ferseeseite nur im Thale steile Abschnitte von seinen Schichten darlegt, zeigt gegen das Thal des Bornes, und die jenseits diesem Thale gelegenen Alpen, einen sanften und fast einförmigen Abhang, der aber gegen die Tiefe hin auch stärker wird. Die Lagen steigen in einigen Orten, ja wohl beyna⸗ he überall, ganz gerade von der Spitze des Berges bis zu seinem Fuß herab: allein über Colonge hat der Gi— pfel einen Eselsrücken, und auf demselben steigen dann die Lagen zu beyden Seiten herab, südöstlich gegen die Alpen, und nordwestlich gegen unser Thal; nur mit dem Unterschiede, daß die gegen die Seite der Alpen herab⸗ steigenden sich bis ganz in die Tiefe senken, hingegen die, welche soll, der durch unterirdische Höhlen abfließt, und diesem Brunnen seinen Ursprung giebt. Viele dergleichen Er— scheinungen treffen wir auf unsern Alpen und Bergen an; daher wir unsere Leser warnen, daß sie nicht alle derglei⸗ chen Höhlen von ehemaligen großen Strömungen herlei⸗ ten, welches aber von den Höhlen auf dem Saleve, weil noch andere Beweise die ehemalige Wirkung der Ströme bestätigen, wuß angenommen werden. Lepechin hat in Sibirien sehr große Höhlen gefunden, an denen er unzwei⸗ selbare Merkmale des Ausfressens der Wasser bemerkt hat. Man sehe den zweyten Theil seines Tagebuchs, und den zu Bern herausgekommenen Auszug aus den neusten rußi⸗ schen Reisen Th. IVL.— Wem sind übrigens die unterir— dischen Ströme und Höhlen unbekannt, die Fortis be— schrieben hat? Bernisch. Magazin B. II. St. I. W. 204 Siebentes Kapitel. welche nach unserer Seite hinsehen, in einer beträchtli⸗ chen Höhe schon senkrecht abgeschnitten sind. Diese zwey Senkungen sind nicht die einzigen, wel⸗ che man an den Schichten des Berges Saleve bemerkt; sie haben noch eine dritte: sie erheben sich nämlich in der Mitte der Länge des Berges, und senken sich dann ge⸗ gen die beyden Enden desselben herab. Dieser am gros⸗ sen Saleve noch nicht so merkbare Abhang wird es sehr am kleinen, ja gegen das Ende desselben sehr steil. Die letztern nördlichen Schichten oberhalb Etrembieres stei— gen nordnordöstlich in einem Winkel von 40 bis 50 Graden herab. Es wird sich in der Fortsehung unsers Werks zei⸗ gen, wie häufig diese Schichtung in e an⸗ getroffen wird. §. 235. Andre Schichten. Besondre Bemerkungen über dieselben. Außer diesen großen Schichten, woraus der Körper des Berges besteht, und die man insgemein den hori⸗ zontalen beyzählen kann, finden sich noch andere von ganz verschiedener Senkung. Sie liegen unten am großen Saleve, auf der Seite, die nach unserm Thale hin— sieht; man sieht, wie sie gegen die untern Abschnitte der horizontalen Bänke hingelegt sind, und sie selbst sind entweder senkrecht gegen den Horizont, oder wenigstens ziemlich gerade gegen den Berg hingelehnt. Als ich zum erstenmal diese Schichten südwestlich von dem Pas del' Echelle sah, glaubte ich, es wären dies einige Felsen, die zufälligerweise oben vom Berge her— abgefallen oder geschleift seyen; da ich sie aber genauer untersuchte, und ihre Ausdehnung, Erhebung, Zahl und Regelmäßigkeit inne wurde, mußte ich erkennen, daß — Miehne Yunke S husthiton usteh gabt le terz, Ag mitr Hy shchü Ruman duchpmn stuchon ebsi de hutny hansenr e insjaß falln. Fedm Aad 30 MN 8 an do Aen, vncht uch arson ud sebuy n 9¹n nit dem10 Dise fEn und mag z e aus. +. ind man nij deß elegz Ran sse g dite. „ in eng tten sid ö ctdeeihn, 9 8¹ Htn en sc ninihit 10 sch den Wönaes 00 Wum Wde ssiben seht s Kil alb! Erenbin inkel von ot 0 uuse 15M in Kalkgchhy Bemertup „ worns dl 1 0 Hwoch aael cgen untt 6 h unsen Ni nten Aänk „ d sef sliß , det Ht Wehht Hicht itn bte ich, 60 Hen m ich siol 04 100 h 0070%½% E must n 0 Der Berg Saleve. 203 daß sie gewiß auf der Stelle, die sie einnehmen, ent⸗ standen seyen. Um sie besser in der Nähe zu beobachten, und ihr Anlehnen gegen die großen Abschnitte der horizontalen Bänke des Berges recht wohl einzusehen, mußte ich an verschiedenen Orten bis zum Fuße dieser Abschnitte hin⸗ aufsteigen. Dieß ist mühsamer, als man im Anfange glaubt. Man hat einen sehr steilen Abhang zu erklet⸗ tern, und zwar auf Felsentrümmern, die ausweichen und unter den Füßen hinwegrollen; zu gleicher Zeit muß man sich aber auch durch vieles mit Dornsträuchen unter sich verwachsenes Dickicht hindurch arbeiten; und oft ist nicht durchzukommen, als bis man einen von diesen Dorn— sträuchen nach dem andern zerhauen hat. Wenn man herabsteigt, so hängen sich eben solche Dornsträuche an die Füße an, während der Leib durch den steilen Ab⸗ hang fortgerissen wird; und so steht man alle Augenbli— cke in Gefahr, vorwärts in Steine und Dornen zu fallen. Folgendes ist das Resultat meiner Bemerkungen. Diese Lagen steigen an einigen Orten aufwärts,(wie zum Beyspiel zwischen Veiry und Crevin,) ohngefähr bis an die halbe Höhe des großen Saleve. Diejeni⸗ gen, welche das Gebirge unmittelbar berühren, sind auch am meisten gesenkt; ja man sieht daselbst verticale und selbst umgekehrt liegende, welche von den mehr nach außen hin gelegenen unterstützt werden. Diese machen mit dem Horizont einen Winkel von 60 bis 65 Grad. Diese Lagen sind oft sehr weit ausgedehnt, folgen wohl auf einander, sind in große Entfernungen fortgeführt, und machen am Fuße des Berges eine beträchtlicht Mas⸗ se aus. Inzwischen sind sie doch zerbrochen worden, und mangeln an einigen Orten gänzlich. Und selbst dieß erleichtert die Mühe, sie zu beobachten, weil man sie in diesen Zwischenräumen seitwärts betrachten und 206 Siebentes Kapitel. und deutlich ihre Abschnitte und ganze Structur sehen kann. Man nimmt nicht allein am Fuße dieser kahlen Fel⸗ sen des Saleve diese Lagen wahr, sondern auch noch in dem mit Holz bewachsenen Theil seines Abhangs; zum Beyspiel, unterhalb Croisette, wo der Weg von diesem Dörfschen nach dem Dorfe Colonge über ge⸗ senkte Lagen geht, die den eben beschriebenen gleichen. §. 236. Verwüstungen der Zeit auf den Felsen des großen Saleve. Da, wo diese Lagen mangeln, sieht man leicht, daß sie durch die Zeit zerstört worden sind; selbst die horizon— talen Lagen, wogegen sie sich anstemmen, haben an vie⸗ len Stellen beträchtliche Abänderungen erlitten. Ein Maler, der seine Einbildungskraft mit großen Bildern von starken Zerstörungen großer Gegenstände anfüllen wollte, sollte sich an den Fuß des Saleve, wo diese großen Felsen obenher Coin, einem sehr erhabenen Dörfchen des Kirchspiels Colonge, ausgehen, be— geben. Man sieht daselbst senkrecht abgeschnittene Felsen von mehrern hundert Schuhen Höhe, mit Flächen, die sich hier platt und einförmig, dort aber getheilt und vom Wasser mit Furchen durchzogen darstellen. Die Grundlage dieser Felsen ist mit Trümmern und unordentlich übereinander liegenden Bruchstücken von un⸗ geheurer Größe bedeckt. Eine von diesen Trümmern ist, weil zufälligerweise die andern es unterstützten, aufrecht stehen geblieben, und gleicht in der Nähe einem viereckigen Obelisken von außerordentlicher Höhe; wei— terhin aber entdeckt man, daß sein Gipfel eine scharse Spitze ist, und die Form eines Keils(Coin) hat; er —— ne ub 8el² gchilt/s fit Ep mysuch x Nihang nMurdg dummen des ehͤe umdande de OMn zn vihen& Ien man do V5 1 sshte, ne IvnEi Fum. In Abiie Bruchstücn ung dyg iDise Jun f fir ihvez Waches derß nichheung eh, die ul am qligelng 165 Mauergz schn shienet Pfrdungend Hen gemidef Endeuck dus Schmer we man shibenden. . wesh disse k az dn ug (seines Az wo der Da Cosonge ih be icbenen geihn u lsen des gn ht man leithl selbst die hoi en, haben an uerltten Prast mit gnt roßer Gegenst des Salevt, iem seht erhutn „ ausgehen, hnittene Fasnz Flachen, dej getheil ud s ellen. hit Tümmam ruchstücken w isen Tünnt es masiit n der Mée lliche 0h 1 ipftl eit n (Hi ö Der Berg Saleve. 207 her kann vielleicht auch der Name des Dörfchens Coin, welches unten daran liegt, gekommen seyn. Selbst der Winkel des Bergs ist durch eine Spalte getheilt, welche denselben ganz durchschneidet. Diese tiefe Spalte verdient nicht allein gesehn, sondern genau untersucht zu werden. Sie dreht sich nach verschiedenen Richtungen, und ist an einigen Orten so enge, daß kaum ein Mann hindurch kommen kann. Wenn man einmal darinne ist, so findet man Stellen, wo die Höhlungen des Felsen die Aussicht auf den Himmel ganz benehmen, und anderswo ihn nur stückweise sehen lassen; an andern Orten zeigen sich Felsenstücke, die beym Herabfallen zwischen den Wänden hangen geblieben, und unter de— nen man durchgehen muß. Als ich zum erstenmal diese sonderbare Gegend be⸗ suchte, und in diese Spalte eindrang, ergriff mich eine Art von Schauer, dessen man sich schwerlich erwehren kann. Ich war sehr jung, allein, und wenig an solche Anblicke gewöhnt; diese steilen Felsen, diese aufgehäufte Bruchstücke erweckten Gedanken an Ruinen und Zerstö⸗ rung; diese tiefe Einsamkeit war durch nichts als durch in diese Felsen nistende Krähen gestört, die aus Besorg⸗ niß für ihre Jungen sich mit abscheulichem Krächzen, welches der Wiederhall zu tausendmalen wiederholte, um mich herum versammelten, hierauf sich auf die Felsspi⸗ tzen, die über meinem Haupte hiengen, setzten, mit ih⸗ ren Flügeln schlugen, und durch ihr gegen mich gerichte— tes Trauergeschrey den vorwitzigen Fremden zu verwün— schen schienen, welcher sie in ihrer Ruhe störte. Em⸗ nnnn dieser Art verursachen, durch den mit Erstau⸗ zien gemilderten Schrecken, einen nicht unangenehmen Endruck Sie gleichen den Empfindungen, welche aus Schmerz und Bewunderung zusammengesetzt sind, so wie man sie beym Anblicke des Ladcoon oder des sterbenden Fechters empfindet, U. 237. 208 Siebentes Kapitel. §. 237. Fortgesetzte Beschreibung der verticalen Lagen. Wenn man dem Fuße des Berges zwischen Coin und Crevin nachgeht, so sieht man unsere senkrechten oder wenigstens sehr stark abhängenden Schichten, wel⸗ che, wie schon gesagt worden, Coin gegenüber zerstört sind, wieder erscheinen. Dort wo sie sich aufs neue zei⸗ gen, sind sie in großer Unordnung; doch sind sie wohl zu erkennen, und man sieht deutlich wie sie sich auf die horizontalen Bänke des Berges stützen. Rückt man in eben der Richtung noch weiter vor, so sieht man, wie sie ihre verticale Richtung verlieren, und beynahe horizontal werden. Ihre Stellung ändert sich sogar dergestalt, daß, anstatt sich auf den Berg Saleve zu stützen, wie sie gewöhnlich thun, sie ihm den Rücken zukehren, und sich gegen den See hin erheben, dem sie ihre steile Seite zeigen. Nach und nach aber treten sie wieder in den vorigen Stand, und bilden mit dem Horizont Winkel von 83 bis 84 Graden; und end⸗ lich oberhalb Crevin stützen sie sich wieder gegen den Berg hin, wie die, welche ich zuerst beschrieben habe. Unter dem kleinen Saleve mangeln sie gänzlich; zum wenigsten habe ich keine Spur davon angetroffen. Möglich ist es, daß ihre obern Theile zerstört worden, und ihre Grundflächen unter den am Fuße des Berges aufgehäuften Trümmern verborgen liegen. §. 238. Murhmaßungen über die ursprungliche Form des Saleve. Wenn ich mir nach dieser allgemeinen Beschreibung der gegenwärtigen Structur des Berges Saleve einige Muth⸗ Rh 06 lll 1 m Ehichhr I. Rurnr Iun Mi W Eamt. aRS shuithe oc nebud HNS en anni Shaltoc farmügg Salugt 6 ssibh selkraz; astem nn gen dißoh witkliantz ihees C waaden o fummel I her veni ges wöshg insere suht en Scihem, gegmib schafß s doch sud sß wie seessh en, 9 noch weih Nehtung. le Stelurgi sch cuf dend thun, se ihr See hin hl dach und mit d„ und hihr Graden; wieder gn beschriebenss augeln sie gů davon algh ziͤstit i Juße du R chen. Ingicheh ien Mhhan e Sull • — 28—8—8—88—— Der Berg Saleve. 209 Muthmaßungen über seine ursprüngliche Form erlauben dürfte, so möchten sie etwa in Folgendem bestehen. Ich glaube, dieser Berg sey, wie alle Kalkgebirge, unter den Wassern des alten Oceans formirt worden, und müsse eben solche gegen unsere Seite hinabsteigende Schichten gehabt haben, dergleichen er noch itzt auf sei⸗ ner andern Seite zeigt. Folglich mußte er aus verlän⸗ gerten, aber concentrischen Lagen, wie die Jahre an ei⸗ nem Baume, oder einer Wurzel bestehen. Nachherige Revolutionen, deren Natur mir unbe⸗ kannt ist, müssen den absteigenden Theil dieser Lagen von der Seite unsers Sees zerstört, und ihre steilen Ab⸗ schnitte bloß gelassen haben; und so sind denn endlich die verticalen Schichten durch das Anlehnen an den Fuß von eben diesen Abschnitten auch hinzugekommen. §. 239. Allgemeine Bemerkungen über die verticalen Schichten. Ich habe gar oft verticale, oder zum wenigsten sehr gesenkte Schichten beobachtet, welche durch das Anleh⸗ nen an steile Abhänge gebildet worden. Sogar in den Spalten der Felsen habe ich dergleichen Schichten sich formiren gesehen, wovon der oben(§. 226.) angeführte Schlund zum Beyspiel dienen kann. In dem Innern desselben sieht man zwey dicke und gegen den Horizont senkrechte Lagen, die sich gegen die Wände dieser Spalte anstemmen, und sogar mit den verschiedenen Krümmun⸗ gen die gleiche Richtung haben. Sie müssen also hier wirklich entstanden seyn, und beweisen das Alterthum ihres Geburtsorts. In der Fortsetzung dieses Werks werden noch andere Beyspiele davon zum Vorschein kommen. Wären 2¹⁰ Siebentes Kapitel. Wären die Schichten der Berge nur durch Anhäu⸗— fung von eigentlichen Sedimenten entstanden, wie ge⸗ meinhin geglaubt wird, so hätten sich keine Hgen in verticaler Richtung bilden können, und alle, die wir in dieser Stellung antreffen, wären in dieselbe nur durch eine Art von Einstürzung gekommen. Da aber, nach mei⸗ ner Bemerkung, die meisten Felsbänke durch eine Art von verwirrter Krystallisation entstanden, und die Kry⸗ stallisationen keine besondere Lage annehmen, sondern sich in allen Arten von Winkeln bilden: so ist es gar kein Wunder, Lagen zu sehen, die mit dem Horizonte per⸗ pendicular, oder auch gewunden(contournées) sind, und in noch viel andern Stellungen sich befinden„welche die Sedimente niemals hätten annehmen können.) §. 240. Anwendung dieser Grundsätze auf den Berg Saleve. Hieraus folgt, daß, obschon es mich wahrscheinlich dünkt, daß der Berg Saleve vor Alters Lagen gehabt hat, )Man betrachte nur mit einiger Aufmerksamkeit die oft auf sehr hohen Bergen sich zeigenden, bald wellenförmi⸗ gen, bald gleich einer Schneckenlinie in einander gewunde⸗ nen, bald in tausend andern verschiedenen wunderbaren Richtungen liegenden und stehenden Schichtungen der Flötzgebirge; so wird man sogleich einsehen, daß es fast unmöglich ist, dieselben anders als aus einer Art von Krystallisation zu erklären. Diejenigen, welche unsre helvetischen Alpen bereisen, sehen dergleichen Erscheinun⸗ gen an den Kalkbergen zwischen Läuterbrunn und Grin⸗ delwald, am Vier⸗Waldstädter⸗ See, im Sasleland u. a. O. an Schieferbergen, zu oberst auf der Kette von Bergen zwischen Grindelwald und dem Brienzersee, in verschiedenen Gegenden von Bündten, zc. 2c. c. W. I hgid ndsd. 15 eftt I9% wah U schl stathcn der sHph venn9. in de g 0 Gen Edde gmi eRr -G dlseni hihe inn des EI hung ach sen:. udübgg bn Mrru Untnstt el en duch Ihz etstorden ů sch ki In und alle„desh eslbe nur Neh dn aber, nihr anke durch en uden, und gj annehmen, ven: soiistegt dem Haiiprh (ontoumes schbefrder th Hunküng.) geaufHnR N mich wahrshe Wers Hyen. Htekfanket „ balb wilanm in einander gens henen wudele Schichtucgt Inschen, daf l. aubs einer Il. migen, wache glichen Eihe rbrumm MWoöit Gee, in ell f E W Brioat „ VV V Der Berg Saleve. 21I hat, die auf unsere Seite hin sich senkten, und mit denen zu vergleichen waren, die er auf der Alpenseite hat, es nicht für unmöglich mag zu halten seyn, daß er so, wie wir ihn itzt sehen, und mit den Abschnitten seiner Schich⸗ ten, wie sie gegen unser Thal hin beschaffen sind, könne gebildet worden seyn. 9. 241. Diese Lagen sind nicht durch unterirdische gewält⸗ same Ursachen in die Höhe gehoben worden. Die, welche mit Herrn Pallas und Moro zu glau⸗ ben geneigt sind, die Berge, welche sich nun mehr als hundert Klaftern über die gegenwärtige Fläche des Mee⸗ res erheben, seyen durch unterirdische Feuer zu derjeni⸗ gen Höhe, wo wir sie sehen, erhoben worden, möchten wohl Lust haben, in diesen senkrechten Schichten, die sich gegen den Fuß des Berges Saleve anlehnen, einen starken Beweis für ihr System zu ziehen. Denn, wer⸗ den sie sagen, was ist natürlicher, als anzunehmen, daß, wenn die Gewalt des unterirdischen Feuers diesen Berg in die Höhe hob, ein Theil seiner obern Lagen durch die— se Gewalt getrennt und zerrissen worden, am Grunde der Erde hängen geblieben, und sich nun noch an der Grund⸗ lage des Bergs anlehnt? Um diese Hypothese auf ihren wahren Werth, in diesem individuellen Falle wenigstens, zurückzubringen, habe ich unsere verticalen Schichten mit den obern Lagen des Saleve verglichen, von welchen sie, der Vorausse⸗ tzung nach, vor Alters hätten eine Fortsetzung seyn müs⸗ sen: aber obschon das Gestein allenthalben kalkartig, und überhaupt von einer sich durchaus ähnlichen Art gro⸗ ben Marmors ist, so findet man doch darinne manchen Unterschied. Der auffallendste, und um deswillen auch O 2 ene⸗ 2¹² Siebentes Kapitel. entscheidendste, ist ihre Dicke. Die Horizontallagen des Saleve sind hie und da unterbrochener Weise von beträchtlicher Dicke: man trifft Bänke von mehr als 60 Schuh in der Dicke an, da hingegen die senkrechten La⸗ gen selten mehr als einen oder zwey Schuh dick sind, auch durch Textur und Farbe sich ein wenig von den ho⸗ rizontalen Bänken unterscheiden; und man wird unter ihnen keine gewahr, die sich von selbst in geschobene Vierecke abtheilen, wie die großen Bänke oben auf der Höhe des Berges. Auch diese Unterscheidungsmerk⸗ male beyseite gesetzt, könnte man nicht wohl begreifen, daß auf besagte Art von den höhern Lagen des Berges getrennte zerrissene Bänke sich so hoch hätten erheben kön⸗ nen, die obern Lagen müßten um eben so viel dünner scheinen u. s. f. Ob ich gleich zugebe, daß man in vielen Fällen eine unterirdische Ursache annehmen muß, welche durch ihre Wirkung die Berge in die Lage versetzt hat, worin wir sie sehen, werde ich mich doch dem Obigen zufolge nicht bereden lassen, daß der Saleve einer von diesen Bergen sey; man kann seine Structur erklären, ohne deswegen so große Maschinen in Bewegung zu setzen. §. 242. a. Bänke von Sandstein oder Molasse. Man findet auf der Hinterseite des Saleve Lagen von einer Materie, die von der ganzen übrigen Bergart verschieden ist. Es sind dies zarte Sandsteine oder Molassen, dergleichen man an unterschiedlichen Stellen des Berges antrifft. Auf dem Gipfel des großen Saleve, Crevin gegen⸗ über, findet man große Klötze von schönem weissem Sandstein, welcher aus einem sehr reinen krystallischen Sande besteht, dessen Körner eine nicht gar feste Ver⸗ ö bindung suants lsn alt 0 · oasuhes Hitasz bnng2 iũuen bafey Diesche st% pudes usd hy Hgen OI geal alenyd 0—4²2 Shih Hasen g Zatel uy dehusd utr o jt udiet dom Pi r Habe 9i51 u entlRl hie unt thelt, . Heh ohent D von nh 0 die sekrahth Schhdj Wenig vun dy m wi ihf ingeh zanke Oben 0 ů dashehon t wöhlhhz agen des dn hiten kchehtz n so bields oele Zallen wache duch hit, oon bhen uft von diesen xr u, ohne don then. Mosi 63 Gal übriger V Sandstage Hiedlichn el „ Lennh honem dse nun Hyphüs R Der Berg Saleve. 213 bindung unter sich haben. Ich zweifelte lange über den Ursprung dieser Klötze, weil sie von einander abgeson⸗ dert sind, und an dem Boden, worauf sie ruhen, nicht anzuhangen scheinen. Aber endlich fand ich auf der Hinterseite des Berges, zwischen den Stäfeln, die Grange Tournier und Grange Gabri genennt werden, einen großen Fels, welcher aus eben diesem Sandsteine besteht und auf den Kalkschichten des Berges liegt. Dieser wenig unter sich zusammenhängende Sandstein ist durch die Gewalt der Lust in große Massen zertheilt worden, die ohne Ordnung zusammengehäuft scheinen, und wo man mit Mühe Spuren von seinen ehemaligen dagen oder Schichten entdeckt. Doch habe ich zu sinden geglaubt, daß diese Bänke auf der Alpenseite, wie die andern Lagen des Berges, sich unter einem Winkel von etwa 25 Graden gegen die Alpen herabsenkten. Sie gehen weit herab und bedecken beständig die kalkartigen Felsen; ja es ist sogar wahrscheinlich, daß sie in ältern Zeiten den Berg in einer sehr viel beträchtlichern Aus⸗ dehnung bedeckten, daß aber ihre geringe Vereinigung unter sich die Ursache ihrer Zerstörung war. Vielleicht ist auch der Sand, den man zwischen Croisette und dem Piton findet, ein Ueberbleibsel von ihnen. Ich habe gar keine fremdartige Materie in diesem Sandstei⸗ ne entdecken können, ausgenommen Eisen, welches sich hie und da durch die Rostfarbe, die es dem Stein er— theilt, zu erkennen giebt. Man findet auch auf der Hinterseite des kleinen Sa⸗ leve Schichten von Sandstein, der aber nicht so rein als der eben beschriebene ist. Seine Farbe ist grau oder braun, und der Sand, woraus er besteht, ist mit Thon und Glimmer vermischt. Diese deutlich unterschiede⸗ nen, nicht gar dicken Schichten ruhen auf dem Kalk⸗ felsen, und steigen mit ihm auf der Ostseite herab. Der schöne kegelförmige Hügel, auf dessen Spitze man die O 3 Ruinen 2¹⁴ Siebentes Kapitel. Ruinen des Schlosses Murner sieht, ist ganz aus eben der lagenweise aufgethürmten Materie zusammengesetzt, deren Schichten die gleiche Senkung haben. Noch gehen diese Sandsteine etwas weiter hinaus als der Fuß des Saleve, und vereinigen sich unter der Erde mit den Sandsteinen des Hügels Esery, und be— halten immer die gleiche Richtung. Der Bach Viezon, welcher längst dem östlichen Fuße des Saleve fließt, hat sich in diesem Sandstein ein sehr tiefes Bett gegraben, wo die Schichten des Steins unter Winkeln von 25 bis 40 Graden gegen Ostsüdost herabsteigen. Die Arve hat sich auch einen Weg durch diese zarten Sandsteine gegraben, und stürzt sich da in das Bette des Viezon, mit dem sie gemein⸗ schaftlich den Fuß des Berges befeuchtet. §. 242. b. Lagen von kalkartiger Bresche. Die Hinterseite des kleinen Saleve legt uns unter diesen Molassen Lagen einer kalkartigen Bresche dar, welche die Bänke des soliden und dichten Gesteins, wor⸗ aus das Innere des Bergs besteht, bedecken. Man kann den Uebergang dieser Breschen zu den Sandsteinen, die über ihnen liegen, erkennen. Die Breschen, welche den Sandstein unmittelbar berühren, sind, wie letzterer, mit kleinen Quarzkörnern gemischt; die aber tiefer liegen, sind ganz kalkartig. Die Bruch⸗ stücke von grobem Marmor, woraus sie bestehen, sind hier größer, dort kleiner, hier eckig, dort zugerundet. Auch habe ich an verschiedenen Orten, sowohl in den Alpen als anderwärts, Lagen von Breschen oder Pud⸗ dingsteinen, die oben auf den soliden Lagen der Berge liegen, wahrgenommen. Herr Abbt Fortis hat der⸗ gleichen fast auf allen Gebirgen Dalmatiens angetroffen. 9. 243• im ls Bushe E00 Besa Ede Eundd härttha le Cue umstin e u doR sen W. wr unhe sttütn Eull ð — * shihtem kitpe, tochited vun wen Samng Did d Bese Mhe stguz ath Winrgt aben. E weiter fi en schung, Eee, 0 dem at. Issm Er Schichn Ouadenz t schauthe aben, udi demm sie gy 0 rech. egt u en Bisch Ge stiit V den.“ Bruschen Fnnen. Kbar hasgz Rien gas Dld Hese ihe il n Ol f Hld 3af XI Der Berg Salebe. 215 §. 243. Muthmaßungen über die Bildung dieser Lagen. Diese Bemerkungen scheinen anzudeuten, daß die Oberfläche der Erde einige Zeit vor dem gänzlichen Zu⸗ rückziehen des Meerwassers außerordentlich muß erschüt⸗ tert worden seyn, und daß hierdurch einige Felsen zum Bersten gebracht worden; daß sich sodann die Bruchstü⸗ cke derselben wieder vereinigt und unter der Gestalt von Breschen, während das Meer noch auf diesem Theil der Erde stund, zusammengekittet haben; daß hierauf auch Sand herbeygeschlemmt und darnach in Sandstein ver⸗ härtet worden: nach diesem allem entstand noch eine stär⸗ kere Erschütterung, welche ganze Berge zerbrach und umstürzte, und jenen schnellen und gewaltsamen Rück⸗ zug des Meerwassers veranlaßte, durch welchen die gros⸗ sen Bruchstücke vom Felsen fortgeführt worden, die wir in unsern Thälern und bis auf unsern Bergen zer⸗ streut antreffen. Die Beweise dieser Behauptungen sind einer andern Stelle unsers Buches vorbehalten. §. 244. Petrefacten des Berges Saleve. Der Berg Saleve besitzt im Innern seiner Kalk⸗ schichten eine große Mannichfaltigkeit versteinerter See⸗ körper, als Pectiniten, Terebratuliten, Gryphiten, En⸗ trochiten, Koralliolithen, viele Arten von Madreporen, von welchen Hr. de Luc der jüngere eine interessante Sammlung gemacht hat. Die sonderbarsten Versteinerungen aber, welche der Berg enthält, sind zwey Arten von zweyschaligen Muscheln, die den Naturforschern noch unbekannt sind, 0 4 und 216 Siebentes Kapitel. und deren Entdeckung man eben demselben Hrn. de Lue zu danken hat. Sie sind in eine kalkichte Felsart einge⸗ schlossen, von welcher man sie nicht losmachen kann, als wenn man sie nachgerade, wie man sie entdeckt, von dem Felsen hinwegmeisselt: eine Operation, die allen den Eifer, Geschicklichkeit und Geduld erfordert„die an ge⸗ nanntem Naturforscher zu bewundern sind. Er hat die Gütigkeit gehabt, mir dieselbigen nebst der von ihm verfaßten Beschreibung mitzutheilen. Ich habe sie auf der zweyten Tafel meines Werks stechen las⸗ sen, und füge hier des Herrn de Luc Beschreibung bey. »Diese Muschelarten finden sich,“ spricht er,„in veiner Kalkgrube, die ohngefähr auf einem Drittheil v der Höhe des Berges in der Vertiefung bey Monetier yliegt, das heißt, in einer Höhe von etwa 1000 Schuh vüber der Fläche von unserm See.—— „Die eine von denselben, welche sich der Form der »Herzmuscheln nähert, ist(Tab. II.) in der ersten Fi⸗ v„gur in natürlicher Größe abgebildet. Ihre Klappen ysind sehr ungleich. Die Klappe A. ist beständig klei⸗ „ner als die andre, und ändert in ihrer Form und der „Rundung ihrer Spitze wenig; aber die Klappe B. ist vfast in jedem Individuum anders beschaffen. Sie yunterscheidet sich noch wesentlich von der Klappe A. vdurch eine gestreifte Lamelle, womit sie von aussen be⸗ »deckt ist. Diese mit der Felsart durch ihre Streifen vnoch stärker, als mit der auf sie folgenden, zusammen⸗ ⁷ hän⸗ Ich vernehme von dem gelehrten und fleißigen Hrn. Pro⸗ fessor Herrmann zu Straßburg, daß die erstere dieser Muschelarten auch ander wärts gefunden worden. Eben dieser mein schätzbarer Freund besitzt dieselbe in seiner Sammlung, und meldet mir, man finde sie in Cham— pagne in Kiesel verwändelt, und nenne sie daselbst Cor- ne de Moyse— im Lothringischen aber werde sie in Kalk⸗ stein angetroffen. W. EV. I. ——— — & SSIII — IRI öN — ᷓS V 706 NNN V ERE Wl SM Der Berg Saleve. 217 „hängende Lamelle trennt sich, wenn man die Muschel „vom Felsen losmacht, ganz oder zum Theil von dersel⸗ »ben. Dieser Fall ist in der ersten Figur ausgedrückt, „wo man eine Portion der großen Klappe ohne die ge⸗ ystreiste Lamelle zu sehen bekömmt, während die andre v dieselbe noch beybehalten hat. „Die zweyte Figur bildet diese zweyschalige Muschel »von unten ab. Auf dieser Seite vorzüglich sieht man vdie große Ungleichheit in dem Verhältnisse der Größe „von beyden Klappen. » Der innere Bau dieser Muschel ist eben so sonder⸗ vbar, als ihre äußere Form; ich habe es dahin gebracht, „jede Klappe genugsam von dem Gestein zu säubern, um denselben zu entdecken. „Die dritte Figur stellt das Innere der kleinen Klap⸗ v»pe vor, welches einem menschlichen Ohre ziemlich ähn⸗ ylich ist; und die vierte Figur liefert das Bild der gros⸗ »sen Klappe von innen. Die Klappen auf der Kupfer⸗ v blatte scheinen nicht so sehr verschieden von einander in vder Größe, als wenn die Muschel ganz beysammen ist; „dies kömmt aber daher, daß man zur Zeichnung eine »kleine Klappe von einem größern Exemplar genom— v men hat. „Ich glaube, daß unter allen lebenden zweyschali⸗ »gen bekannten Muscheln keine ein so großes und stark varticulirtes Schloß aufzuweisen hat. Man kann in »der Zeichnung sehr leicht die austretenden Theile des »Schlosses der einen Klappe und die eintretenden der »andern unterscheiden. In beyden Klappen verlängert v sich die Basis des Schlosses genugsam gegen den Rand »hin, um die Oeffnung zu verengern, und giebt ihnen „auf diese Weise die Gestalt einer Deute(COornet), oder, »bestimmter zu reden, eines Widderhorns. Viele von »diesen, worein die sie umgebende Materie nicht hat ein⸗ O 5 Idrin⸗ 2¹8 Siebentes Kapitel. »dringen mögen, sind mit sehr artigen rhomboidali— »schen durchsichtigen Spathkrystallisationen überzogen. „Die Felsenschicht, worin ich diese Muschel ent— „deckt habe, ist mit einer großen Mannichfaltigkeit von „Korallen und Madreporen angefüllt. Beym ersten »„Anblick sind sie nicht sehr deutlich; wenn man aber ihre „Spur sorgfältig verfolgt, und sie mit Behutsamkeit „losmacht, so gelangt man, wiewohl mit ein wenig Ar⸗ beit, zu Exemplaren von sonderbarer Schönheit. „Die andre zweyschalige Muschel habe ich einige „Schuh höher in eben dem Steinbruche gefunden. Die „fast immer von einander gesonderten Klappen sind »gleichsam von Raum zu Raum zwischen zwey horizon⸗ „talen Lagen des Felsens in einer gleich fortgehenden K⸗ »nie gelegen. Ihr Bruch stellt beym ersten Anblicke »braune Kalkspathädern mit sehr feinen auf ihren Ober⸗ „flächen perpendiculären Streifen dar; betrachtet man „sie aber in der Nähe, so sieht man bald, daß diese »„Bruchstücke einer zweyschaligen Muschel gehören, die „wie die Steck⸗ oder Schinkenmuschel(Pinne marine) „organisirt ist. Man weiß, daß die Klappen dieser „Muschel, obschon ihre Lamellen parallel sind, dem un— „geachtet solche Lamellen haben, deren kleine Fibern ge⸗ „gen die Oberfläche perpendiculär sind, und sich erst »„beym Brechen zu erkennen geben. So sind sie auch „an dieser Muschel vom Saleve, die ich um deswillen „Pinnigene zu nennen geneigt wäre. Allein obschon sie »der Steckmuschel durch diese Organisation ähnlich wird, yso ist sie es im Gegentheil gar nicht in der Form. Denn „die beyden Klappen sind nicht symmetrisch: die eine ist „convex und mit groben Höckern beschwert; die andre »hingegen ist plattgedrückt, erhebt sich aber doch' gegen »„das Schloß hin, von welchem kleine Rinnen(cannelu- „res) auslaufen, die in ihrer Zahl veränderlich sind, sich »in Aeste abtheilen, und den Rippen eines Blattes „ziem⸗ —*++.+—.:..———.ç.—— anehe WWboidal⸗ herpgg, aschl al⸗ Iglet un Ehm esen Achrshe Zusenfet Aeiig K. i U iih Vi. De Ven sth Ghorisr⸗ Aden K⸗ Minblake Mober⸗ ont wan dise Hch, de Nline) 0 dihse bemun un ge⸗ Ruich st dc ilen f Ohid Dan eileist andre hn Taunel- Hindsch Blatts ziant Der Berg Saleve. 21¹9 „ziemlich gleich kommen. Diese Rinnen laufen nur »ohngefähr über zwey Drittheile der Oberfläche hin. „Die convexe Klappe ist immer dicker als die plattge— „drückte, und oft in der Mitte bis auf zwey Zoll dick. „Auf der fünften Figur ist die plattgedrückte in natürli⸗ „cher Größe vorgestellt. Die sechste stellt in G den „Durchschnitt der beyden vereinigten Klappen der Länge „nach vor, wo man die Menge der kleinen Perpendicu⸗ „larfasern entdeckt, woraus sie bestehen. „Es scheint diesem Durchschnitte nach, als wenn die „ beyden Klappen symmetrisch wären: allein dieser An⸗ „schein kömmt daher, daß sie nah am Rande gebrochen „sind; von dort aus erhebt sich die obere Klappe und „wird rund, wie man es am Queerdurchschnitt in D. „wahrnimmt, während die andere Klappe plattgedrückt „bleibt. Das Exemplar, woran beyde Klappen noch „beysammen sind, ist das einzige, das ich bisher ge— „ funden habe. „Diese zwey gegrabene Muscheln vermehren das „Verzeichniß derer, wovon die lebenden Originale noch „unbekannt sind; und ich glaube, sie sind die ersten in „ihrer Art, welche man entdeckt hat.“ So weit Hr. de Luc. §. 245. Trüͤmmer von andern Schalthieren. Man findet auch in dem Berge Saleve ganze Bän⸗ ke aus Trümmern von Korallen und Schalthieren. Diese Trümmer, unter denen die größten Stücke zum höchsten 2 oder 3 Linien im Durchmesser haben, sind zuweilen in einem Teige von schwärzlichem oder gel— bem grobkörnichen Kalkspath eingeschlossen. Oft lassen sich die Bruchstücke der Muscheln wegen der glänzenden Lamellen der Spathkrystallisation nicht deutlich unterschei⸗ den: 220 Siebentes Kapitel. den: allein mit etwas Aufmerksamkeit, oder vermittelst des Handmikros kops erkennt man sie noch sehr wohl. Wenn die Oberfläche des Steins eine Zeit lang an der Luft verwittert, so gehen die auflöslichern Theile des Spaths zu Grunde, und lassen denn die Bruchstücke der Muscheln einzeln, gleichsam ausgewaschen und vollkom— men sichtbar zurück. Man findet viele Bänke dieser Art, wenn man von Monetier zu den Bäumen des großen Saleve hinaufsteigt. Wie lassen sich alle diese Verschiedenheiten auf eine befriedigende Weise erklären? Warum enthalten in dem nämlichen Berge einige Bänke viel Muschelwerk, und andere ganz und gar keine? Warum sind hier diese Muscheln ganz und wohl be— halten, dort aber so zerbrochen, als wenn man sie in ei⸗ nem ungeheuern Mörser zerstoßen hätte? Man kann freylich viele unbestimmte Gründe ange⸗ ben, Ströme, Stürme, innere Bewegungen des alten Weltmeers; aber genauere Gründe und Erklärungen, die zu allen Umständen dieser Erscheinung vollkommen passen, sind noch zu wünschen übrig. §. 246. Steinkohlen. Erdschicht, worin sie sich finden. ‚ Ein mineralischer Körper des Berges Saleve, wel⸗ cher leider nur in zu geringer Menge vorhanden ist, sind die Steinkohlen. Man hat dergleichen oberhalb dem Chateau de l' Hermitage und auf dem großen Sale⸗ ve unter der Grange des Hétres oder Fayards, oder Féus,(wie man es in der Landssprache nennt,) entdeckt. Die Schönheit und Güte dieser schwarzen, glänzenden, dichten, schönbrennenden Kohle läßt gar sehr die un altig⸗ Kal MI. 9eN gert kit mimse ruti inwg Hagl des I 1 oera Herin. erN h) drehr& Ni I dari! st, migon gemio S In de mit hin Irmittest Wohl. lng an Wheile des Ruckeder Wolkom⸗ ce disser uen des Hauf eie Ee einie and ger wohl b⸗ Ohe inei⸗ de auge Des alln Trunge, Waomme sich de, web 9 sud 9 den Sal⸗ Het Abeck. Hedes, Heing⸗ alig Der Berg Saleve. 22¹ haltigkeit ihrer Adern bedauern. Man hat, aber ohne Nutzen, versucht, den Gang derselben in das Innere des Bergs zu verfolgen: man darf sich aber darüber im geringsten nicht wundern, wenn man die Regelmäßig⸗ keit der Kalkbänke betrachtet, zwischen welchen dieses mineralische Product eingeschlossen ist. Man kann sehr natürlich auf den Gedanken gerathen, daß diese Bänke inwendig so parallel laufen, wie von aussen, folglich die Lagen, die am Tage gering sind, es auch im Innern des Berges seyn müssen. Der Stein, welcher dies Mineral enthält, ist weich, oder vielmehr eine verhärtete Erde, aus Thon und mehr oder veniger Kalkerde gemischt, von grauer oder brau— ner Farbe. Von der Vertiefung bey Nonetier an bis hoch auf den Berg hinauf findet man dies Thonlager drey⸗ bis viermal; dasselbe enthölt aber nicht allenthalben gleichviel Steinkohle, und zuweilen wird auch gar keine darinne gefunden. Da, wo die Erdschicht ganz thonig ist, ohne beygemischte Kalkerde, findet man rautenför⸗ mige Lamellen von Gips; und wenn sie mit Kalkerde gemischt angetroffen wird, so findet man dünne Schich⸗ ten von Spathkrystallen darin, welche mit den Schich⸗ ten des Berges parallel laufen, und an einigen Orten mit besonderer Regelmäßigkeit auf einander folgen. §. 247. Ordnung und Dicke dieser Schichten. Die tiefste Stelle, wo ich dies Thonlager wahrge⸗ nommen habe, ist unter den ausgegrabenen Felsen des Hermitäge auf dem kleinen Saleve. Die Dicke und Folge der Schichten, die ich daselbst gemessen habe, ver⸗ dient bekannt gemacht zu werden. Die niedrigste über dem Boden der Grotte de 'SHermitage hält in der Dicke 224 Zoll. Die 2²² Siebentes Kapitel. Die folgende weiter hinauf IIE Zoll. Die dritte wechselt zwischen 2 und 3— Sie ist thonicht, und hier mit Kalkerde und Kalkspath gemischt. In der Mitte der Schicht bildet der Kalkspath eine Lamelle von 2 oder 3 Linien in der Dicke. Da findet man auch keine Steinkohlen. Die folgen⸗ den Schichten sind lauter Kalkfelsen. Die vierte beträgt in der Dicke 1542— Die fünfte 30— Die sechste 22— Auch diese verändert sich, und verliert sich gegen Südwest. Die siebente hat 30— Die achte 800 Zoll, oder 60 bis 65 Schuh. Ueber dieser so dicken Schicht fängt die nämliche Fol⸗ ge, mit einem kleinen Unterschiede in der Anzahl und Dicke der Schichten, wieder an. Auch die Höhlen oder Grotten fangen über dieser dicken Bank wieder an, sind aber nicht so tief, wie die von der Einsiedeley, und der Weg, der dahin führt, ist enger und beynahe gefähr⸗ lich. Die Leute von Wonetier nennen sie Balme du Demon, und die, welche unterhalb sind, Balmes de Hermitage. Das Wort Balme bedeutet in der alten Landessprache eine Grotte oder Höhle. Man hat etwas weniges von Steinkohlen aus dem Thonlager gewonnen, welches sich in der Balme du De— mon zeigt; die Kohlen waren darin in unterbrochenen Adern, oder in zerstreuten kleinen Stücken. Der Thon dieser Schicht hält Gips, und keine Kalkerde. Die reichste Ader, aber noch nicht reich genug, um mit Nutzen bearbeitet zu werden, ist auf dem großen Saleve, unter den großen Kalkbänken, die sich unter⸗ halb der GSrange des Fayards finden. Der Thon, welcher Hi Kulrd siner ds wvisches und klel satt, di Vb den, l Mã Kalfpar nichfali d h& Vun Hstin en ung voys Der Hil vude i Mu Her auch 0 Kalkst Enni⸗ Hrdig, edh ahl ud Hende al, sud und der gesche me cu mes de der dlte u dent „duhe rochenn H1 10/ M oßen hullete Thah, weche Der Berg Saleve. 223 welcher dort ist, hat eine Mischung von Eisenrost und Kalkerde in sich. Diese Abwechselungen von dünnern Schichten und einer dicken Bank, und einem Thonlager in der Mitte zwischen beyden, kommen mehrmals auf dem großen und kleinen Saleve vor, und werden dadurch interes⸗ sant, daß sie regelmäßige und wiederholte Perioden in der Bewegung des Wassers, wodurch sie gebildet wor⸗ den, beweisen. §. 248. Kalkspath. Man findet an verschiedenen Stellen des Saleve Kalkspathkrystallisationen in großer Menge und man⸗ nichfaltigen Gestalten. . 249. Renchriten. Auch sieht man, zum Exempel, am östlichen Ende der Vertiefͥung von Wonetier ganze Bänke, wo das Gestein aus nichts zu bestehen scheint, als einer Samm- lung von kleinen runden Körnern, die man Kenchriten oder Hirsenkörner nennt. Im Kapitel von der Dole werde ich mehr davon reden. §. 25⁰0. Silexkerne. Man sindet nicht minder, aber seltner, Silerkerne, oder auch Petrosilex, von einer natürlich runden Form in Kalkstein eingeschlossen. Einige dieser Steinkerne schienen mir dadurch merk— würdig, daß sie geneigt sind, in ief⸗ 224 Siebentes Kapitel. schiefwinklichte, oder auch fast rautenförmige Bruchstü⸗ cke sich zu brechen. Diese Kalkbänke, von 65 bis 70 Schuh in der Dicke, wovon ich geredet habe, brechen auch von selbst in Stücke von einer ähnlichen Form; aber die Bruchstücke des Kalks sind von 2 bis 3 Zoll, hinge— gen die vom Silex nur von 2 bis 3 Linien. §. 251. Ei sen. Das Eisen ist das einzige Metall, wovon sich im Saleve Spuren finden lassen. Schon oben( 9559 erwähnte ich, daß man Spuren davon im Sandstein finde. Es ist auch in den Thonlagen in Gestalt einer erdichten oder lettichten Eisenminer. Die schönste Stuf⸗ fe aber, und die am besten unter allen auf dem Berge gefundenen charakterisirt ist, besteht in einem schönen Stück Blutstein, welchen Hr. Tollot, als er in einem Felde unterhalb der Grange des Arbres graben ließ entdeckt hat. U. 252. Seltene Pflanzen auf dem Berge Saleve. Der Saleve ist sehr reich an seltenen Pflanzen. Er hat die Daphne alpina, die Anthyllis montaua, die Aspe- rugo procumbens, den Cynosurus coeruleus, die Hy- pochaeris maculata, und die Potentilla rupestris. Ich hatte das Vergnügen, eine sehr artige Pflanze daselbst aufzufinden, die nur Ray gesehen, und die seitdem wie— der in Vergessenheit gerathen war; Haller*) hat sie Arabis multicaulis, foliis radicalibus scabris, dentatis, dentibus cilitatis genennt. Ich habe auch da das Do⸗ ronicum 2) Hist. Stirpium indigen. Helvetiae, N. 453. ronich eh chsi heine! ekumt Mn, diente, Da de til wot se Mn rordist Inserm nichsalt Haller amd ri 0 wiche l Der W sst nit Der auf dies Der we seinen flo Versche Nichnet ges hen lir den! hem pon 0. nschin H2) Vandsten lt aner Suf Baze Wdnen m einem Hen lih, . Ihn. Er Rdlhe die Hy⸗ 1½ 0 „dscbt dem wie⸗ Het Getand, das Do: Toicuma. Der Berg Saleve. 225 ronicum pardalianches gefunden, womit, wie man mit Unrecht vorgab, der berühmte Conrad Gesner, indem er es an sich selbst versuchte, sich sollte vergiftet haben. Die kleine Ranunkelart, welche unter dem Namen Thora bekannt ist, davon die Wurzel den alten Alpenbewoh⸗ nern, und nach Plinius Bericht, auch den Galliern diente, ihre Pfeile damit zu vergiften, fand ich auch hier. Da die Bärentraube, Uva Ursi, noch ein Modemit— tel wider den Stein war, sammelte man davon eine gros se Menge am Fuße des Berges, und versandte sie in die nordischen Reiche von Europa. Man findet auch auf unserm Berge die lberis nudicaulis; eine große Man⸗ nichfaltigkeit von schönen Orchisarten, unter andern Hallers*) Orchis mit gelben Blumen, die Orchis py⸗ ramidalis, und das Satyrium nigrum; ferner mehrere Arten von Rosen; die Rose ohne Dornen, auch die, welche Linne“ spinosislima und pimpinellifolia nennet. Der Weg von Genf nach Veiry am Fuße des Saleve ist mit allen Spielarten der österreichischen Rose geziert. §. 253. Seltene Thiere. Der Kebhaber des Thierreichs findet einige Thiere auf diesem Berge, die nichts weniger als gemein sind. Der weißgeschwänzte Adler(Vultur albicilla) nistet in seinen Felsen sowohl als die Steinamsel(Turdus saxa- tilis), oder der falbe Einsiedler mit aschfarbenem Kopfe. Verschiedene durch Schönheit und Seltenheit ausge⸗ zeichnete Insecten fliegen auf den Pflanzen unsers Ber— ges herum. Ich nenne den Apollo, den schönsten un⸗ ter den europäischen Schmetterlingen; ferner den mit ei⸗ nem pomeranzengelben Atlaß bedeckt scheinenden Lapilio Hippo- 2) I. c. N. 1262. Y 226 Siebentes Kapitel. Hippothoe, wie auch den Papilio minimus, welcher von dem Argiolus des Ritter Linne“ sehr verschieden, und nach Fueßli's Bemerkung, in seinem Verzeichnis⸗ se schweizerischer Insecten, noch kleiner als jener ist, in⸗ gleichen den Myrmeleon barbarum, Mutilla Europaea, und Scarabaeus agricola. §. 254. Schöne Aussichten auf der Höhe des Saleve. Der Berg Saleve ist nicht blos angenehm für den Naturforscher. Nein, er ist es auch für alle, die aus Geschmack an schönen Aussichten sich auf denselben, zum wenigsten bis nach Wonetter begeben, die Trümmern des Schlosses de l' Hermitage zu sehen, welche am Rande eines Felsen, und in einer der schönsten Situa⸗ tionen, die sich gedenken läßt, liegen. Auch kann man auf unserm Berge die horizontalen hervorragenden Fels⸗ stücke bewundern, unter deren Schirm sich zwey⸗ bis dreyhundert Personen ins Trockne stellen können. Die⸗ se großen Massen müssen allerdings mit Erstaunen er⸗ füllen, da sie seit so vielen Jahren, vielleicht auch seit so vielen Jahrhunderten, ohne alle Unterlage oder Stü⸗ tze, blos durch die Kraft ihres Zusammenhangs mit der übrigen Masse des Berges, sich wie aufgehangen dar⸗ stellen. Man athmet hier mit Vergnügen die, auch im heissesten Sommer, beständig frische und scharfe Luft ein, und genießt mit Freuden des Contrastes zwischen dem wilden und engen Anblicke dieser Grotten, und der weiten und prächtig ausgedehnten Aussichten, welche man unter seinen Füßen hat; man blickt mit Wohlge— fallen auf den See, der einem großen Flusse gleicht, des⸗ sen Ufer zierlich abgeschnitten sind, und sieht mit Bey⸗ fall auf die wohlangebaute Fläche um Genf herab, de— ren Felder mit ihren Einzäunungen aus dieser Ferne den an A egen Humt sein d Rz, mel fit tutstod Hteis! das H Varanl ge/ E W von den stigt,!“ Vakire uird W Huntert linen di N vartsl sete mas um Hr vor sich. ken, do! Kette vi Aen pr fann an hinaus d hchen f Mittehpu Blanc, shhint, se ufen unken m welcher shirden, Hichnis⸗ is, in⸗ Mlopaea, sche an Situn⸗ un men en ds⸗ veh⸗sis De⸗ unen sr⸗ uch sit Stl⸗ mit de gen di , alch rf uft wischen und der welhe Bohhe⸗ 6„ ds⸗ it Biy⸗ b, de⸗ Jene hen Der Berg Saleve. 227 den Beeten eines fast unermeßlichen Gartens gleichen. Bey einem Genfer muß es eine angenehme Empfindung erregen, wenn er von da aus seine Vaterstadt wie einen Punkt in der Mitte dieses großen Raums erblickt; so klein dieser Punkt auch ist, so füllt er doch sein Herz ganz, und seine brünstigsten Wünsche steigen gen Him⸗ mel für das Wohl derer, die mit ihm diese theure Va⸗ terstadt bewohnen. Er unterscheidet den kleinen Um⸗ kreis des Havens, die Alleen, die Wälle; er erkennt das Gebiet von den drey Staaten, zwischen welchen sein Vaterland liegt, und freut sich über diese glückliche La— ge, die größte Gewährleistung seiner Freyheit. Nach meiner Meinung verschönert sich die Aussicht von der Seeseite, wenn man den großen Saleve be⸗ steigt, nicht mehr als bey Monetier; die Gegenstände verkürzen und entfernen sich allzusehr, und die Fläche wird wie eine Landcharte. Im Gegentheil aber legt die Hinterseite des Berges, wenn der Himmel heiter ist, einen der prächtigsten Anblicke dar. In einem sanften Abhange geht die Aussicht ab⸗ wärts bis in das Thal des Bornes, auf dessen Gegen⸗ seite man die erste Kette der Alpen, welche der Saleve zum Theil vor der Ebene von Genf bedeckt, ganz offen vor sich sieht. Man kann von da aus deutlich bemer— ken, daß die steilen Wände(Escarpemens) dieser ersten Kette von Kalkgebirgen, wie die von Saleve, von den Alpen weg gekehrt sind. Das Auge des Beobachters kann an verschiedenen Stellen über diese erstere Kette hinaus dringen, und einen Theil der Grundflächen jener hohen Kette entdecken, deren Gebirge gleichsam den Mittelpunct unsrer Alpen ausmachen. Der Wont⸗ Blanc, jener ungeheure Koloß, der hier um so höher scheint, weil das Auge den ganzen Umfang seiner Mas⸗ se auf einmal sehen kann, zeigt sich hier zur Rechten und Linken mit Höhen umgeben, die gleich Schultern oder a unge⸗ 228 Achtes Kapitel. ungeheuern Stufen seine erhabenen Gipfel gleichsam zu unterstützen scheinen. Mehr links erblickt man den Berg Wallet, die hohe Pyramide von Argentiere, den Büergletscher u. a. m. Zur Rechten nimmt man am Fuße der Alpen das En⸗ de des Sees von Annecy, und zur Linken das Thal der Claus wahr, aus welchem die Arve hervorfließt, um die Grundiage des Wole herumkriecht, dann den Fuß des Saleve benetzt, und sich endlich mit der Rhone vereinigt. IIIIIIIFIITFTITFTTTTITTTPPTTTTRTRTRTRT Achtes Kapitel. Analyse der Schwefelwasser von Etrembieres. 9. 25. Lage der QOuelle. Dae Dorf Etrembieres liegt an dem Ufer der Ar⸗ ve, am Fuße des Berges Saleve, dem nord⸗ östlichen Ende des Berges gegenüber. Die minerali— sche Quelle, welche den Hauptgegenstand dieses Kapi⸗ tels ausmacht, kömmt am Ufer des Flusses aus einem Felsen, 700 Schritte oberhalb der Brücke, welche den Namen des Dorfes hat. Ich gläube, diese Quelle war sonst niemanden be⸗ kannt, als den Bauern in der Gegend, bis mich diesel⸗ ben vor 15 bis 20 Jahren dahin führten. Ich erstaun— te über den starken Geruch, den sie aushaucht; ich sprach davon mit Aerzten unsrer Stadt: da man aber weder Erfahrung noch Versuche darüber angestellt, aus 90 en yon eit Sie k6 sch da giebt,! uletha wishe len ahn .. basEn. Haldn eßt, uim den Woi dar Ar⸗ em vord⸗ Minrali ses Kablll u enem Ache dn nden be nich desh hasn —0 ber wode 1 b0 hes Analyse der Schwefelwasser v. Etrembieres. 229 chen man ihre Eigenschaften hätte kennen lernen, so hat man bisher wenig oder gar keinen Gebrauch davon ge⸗ macht. In der Hoffnung, dieses Wasser gemeinnützi⸗ ger zu machen, unternahm ich im Frühjahr 1778 die Analyse, und wiederholte sie mit neuer Sorgfalt diesen Sommer(1779). Die vollkommene Uebereinstim⸗ mung der Resultate, welche ich bey beyden Analysen er⸗ halten habe, obschon ich in meiner Verfahrungsart eini⸗ ge Abänderungen anbrachte, berechtigt mich, sie mit Zuversicht bekannt zu machen. §. 276. Aeußere Eigenschaften dieser Quelle. Geschmack und Geruch. Beiner Schwefel, der sich von selbst davon scheidet. Sie hat keinen elasti⸗ schen Brunnengeist. Ihre Temperatur. Diese Quelle besteht aus vielen Wasseradern, die von einander abgesondert, ja sogar auch entfernt sind. Sie kommen unter einem Felsen von kalkartiger Bresche hervor, welche die Fortsetzung von der§. 24 2. angeführ⸗ ten ist. Diese Adern fließen über dem Sande der Ar⸗ ve, und ergießen sich in den nahe vorbeyfließenden ian„welcher auch die Quelle bey sehr hohem Wasser edeckt. Ich habe schon gesagt, ihre schwefeligte Natur gebe sich durch einen fehr starken Geruch zu erkennen; man riecht sie deutlich in der Entfernung von 40 bis 50 Schritt von der Quelle. Gleichen Eindruck macht sie auch beym Versuchen auf den Geschmack. Was aber ihre Natur noch gewisser zu erkennen giebt, ist eine weißliche Materie, welche sie ein wenig unterhalb dem Felsen, woraus sie kömmt, absetzt, und welche zuweilen auf ihrer Oberfläche schwimmt, zuwei⸗ len aber sich an den Sand anhängt, über welchen das P 3 Wasser 230 Achtes Kapitel. Wasser wegläuft. Diese Materie ist nichts anders als gediegener Schwefel; wenn man ihn auf heisses Eisen legt, so kömmt die ihm eigene Flamme und sein ersti— ckender Geruch deutlich zum Vorschein. Man sieht selbst unmittelbar bey dem Auslaufe des Wassers aus dem Fel⸗ sen ganz leichte Flocken wie Schwefelblüthen darin schwimmen. Dies abgerechnet, ist übrigens das Was⸗ ser klar und vollkommen durchsichtig. Weder im Geschmack nech Geruch läßt sich elasti⸗ scher Brunnengeist oder fire Luft wahrnehmen, und die Stöpsel der Flaschen, worin das Wasser bewahrt wird, werden von ihm vollkommen in Ruhe gelassen. Diese Quelle hat nicht, wie die meisten Schwefel⸗— wasser, eine ihr eigene Wärme. Den 20 März 1778 war das in der stärksten Ader am Auslaufe aus dem Fel⸗ sen gehaltene Thermometer auf 6 Grad, das Arven⸗ wasser zeigte den gleichen Grad der Wärme, und die Luft trieb das Thermometer auf g Grad. Den 23 Ju⸗ nius 1779 war die Wärme der Quelle von 84 Grad, die der Arve aber von 13, und die der Luft von 15 Grad. §. 257. Chymische Prüfungen, die an Ort und Stelle gemacht worden. Einige Tropfen von Bleyzuckersolution geben dem Wasser, wenn sie im Augenblicke seines Herausquellens aus dem Felsen damit vermischt werden, deutlich eine schwärzliche Farbe. Quecksilbersolution mit Salpetergeist färbt es auch schwärzlich, giebt ihm Regenbogenfarben auf der Ober⸗ fläche, und einen gelben Niederschlag. Sublimat, in destillirtem Wasser aufgelöst, giebt im gleichfalls eine schwärzliche Farbe, und das er De sten ver ind noe ron silt 66 stberch nachder 05• VOurc Mi aun trů de mare dolkonn Fitum! pier zut Pulhers Mihe, sst 6, in das 65 sark sorkn ders alz àEssen un ersti⸗ ihtsehst dem Fel⸗ Wdalin 95 Mas⸗ ch last und die tt wid, ichise⸗ 7½½ͥ9 em gel⸗ Aven⸗ d die Gtad, 000H Stele un den guelles lich ene 6 auch V Obe⸗ „gibt Queck⸗ slber Analyse der Schwefelwasser v. Etrembieres. 231 silber fällt als ein blaßpomeranzengelbes Pulver nieder. Violensyrup färbt es grünlich. Allein weder Säu⸗ ren, noch reines Laugensalz, phlogistisirtes Laugensalz, oder Galläpfel bringen eine sichtbare Veränderung darin hervor. §. 258. Veränderung, die von selbst in diesem Wasser entsteht. Wenn man dies Wasser auch in den am sorgfältig⸗ sten verwahrten Flaschen aufbehält, so wird es doch nach und nach trübe, und verliert zu gleicher Zeit einen Theil von seinem Geruch, seinem Geschmack und seiner Eigen⸗ schaft, sich durch die Beymischung von Bley oder Queck⸗ silbersolution schwarz zu färben. Schon zwey Stunden. nachdem das Wasser aus der Quelle gekommen ist, läßt sich dieser Unterschied bemerken. §9. 259. Durch Filtriren ausgeschiedener Schwefel. Nach 24 Stunden, innerhalb welchen das Wasser ganz trübe geworden war, filtrirte ich 7 Pfund(poids de mare) davon durch ein doppelt Löschpapier. Es gieng vollkommen hell, und beynahe ohne Geruch durch das Filtrum hindurch. Es blieb ein Schwefel auf dem Pa⸗ pier zurück, in Gestalt eines außerordentlich feinen grauen Pulvers, aber in so geringer Menge, daß ich nur mit Mühe Gran davon zusammenbringen konnte. Wahr ist es, daß sich eine große Menge der feinsten Theilchen in das Papier selbst eingedrungen hatte: denn wenn man es stark zwischen den Händen rieb, so hauchte es einen starken Schwefelgeruch aus; ja ich konnte auch erkennen, 9 daß 23² Achtes Kapitel. daß diese Theilchen sogar bis in das äußere Papier durch⸗ gedrungen waren. Wenn man das graue Pulver auf ein glühend Ei⸗ sen streut, so giebt es einen Geruch von verbranntem Schwefel von sich; aber ich konnte keine Flamme gewahr werden, obschon ich diese Probe im Dunkeln anstellte. §. 260. Seuerbeständige durch das Abdampfen heraus⸗ gebrachte Principia. Ich dampfte nachher dies durchgeseihte Wasser in der mäßigen Wärme eines Sandbades in einer mit Löschpapier bedeckten Abrauchschale ab. Nachdem es ohngefahr auf eine halbe Unze weggedünstet war, that ich die Schale vom Feuer, und stellte sie ins Kühle, um zu sehen, ob nicht Krystallen anschießen würden: aber ich konnte keine dergleichen wahrnehmen; das Wasser fuhr fort von selbst auszudünsten, und ich fand im Grun— de und an den Seitenwänden des Gefäßes ein weisses annoch seuchtes Pulver, und trockne, weisse, glänzende Häutchen. Dieser Rest hatte einen deutlichen Geruch von verbranntem Schwämm, oder von Salzgeist. §. 26r. Im Wasser auflösliche Theile. Um das im Wasser Auflösliche von diesem Rest ab⸗ zusondern, sott ich mit ihm mehrmal destillirtes Was⸗ ser ab, und sammelte jeden Absud, den ich in der Folge den Extract des Restes nennen werde. §. 262. chmee ¹— Sabb u filtas Ertond sug Eeche N takustol Sahd v mengad As Od Hlen, man im dinigepn 1 Semn audie R Iwat 3ol 10 hr.o lcheg daß Maug di 6 er duh⸗ hend G. rannen glwahr sstlle heraus haser i Ler mit dem es „ chat LEm ucher Vasr G. wassss inzende Gauch . Restc 5 Ms. Nlhe 9. abe. Analyse der Schwefelwasser v. Etrembieres. 233 §. 262. Dieser Extract enthält: 1) feuerbeständige Lau⸗ gensalze, 2) Theile von Kalkerde, 3) schmie⸗ rige Theile, 4) Meersalz. Die Prüfungen, denen ich diesen Extract(. 261 unterworfen habe, beweisen mir, daß sein größter Theil aus feuerbeständigen Laugensalzen bestehe; er hat den Ge— schmack davon, und brauset mit allen Säuren, färbt auf der Stelle den Violensaft schön grün, und giebt mit Sublimat einen schönen pomeranzengelben Niederschlag, fällt auch die in Salpetergeist aufgelöste Kalkerde. Ein Tropfen rectificirter Salpetergeist, mit diesem Extract gesättigt, gab bey einer unmerklichen Abdün⸗ stung eine ästige Krystallisation, mit abgestumpften Sechsecken besäet, welche Form bekanntlich die Salpe⸗ terkrystallen zuweilen annehmen. Macht man dies Salz auf Kohlen flüßig, so giebt es die Erscheinungen wie der Salpeter; jedoch ist es mit etwas Erdichtem ge⸗ mengt, denn es zerfließt vollkommen an der feuchten Luft. Dies Zerfließen ist nicht die einzige Anzeige von der Kalkerde, welche dieser Extract enthält: denn sättigt man ihn mit Vitriolsäure, so giebt er durch Abdampfen einige lange, feine, in die Figur eines Sterns geordne⸗ te Selenitkrystallen. Eben diese Solution giebt auch andre ästige Krystallen von unbestimmter Form, und zwar zu gleicher Zeit.“) P5 Man ) Hr. Wonnet hat schon im 2ten Kapitel seiner vortreff⸗ lichen Abhandlung von den Mineralwassern angemerkt, daß die meisten feuerbeständigen Laugensalze, die in den Nineralwassern enthalten sind, weder allein, noch durch die Sauren gesättigt, regelmäßige Krystallen geben. 234 Achtes Kapitel. Man erkennt auch in diesem Extract einige brennba⸗ re Principia: denn das Silber und Quecksilber, in Sal⸗ petergeist aufgelöst, geben damit einen grauen Nieder⸗ schlag, worauf sich einige schwarze Theilchen oben befin⸗ un und auf der Oberfläche bilden sich Regenbogen⸗ arben. Der Salzgeistgeruch des Restes,(H. 260.) und der noch stärkere Geruch, welcher sich erhebt, wenn man auf den bis zur Trockenheit concentrirten Extract Vi⸗ triolöl tröpfelt, beweist, daß er eine Portion Meersalz enthalte. §. 263. Abdampfung bis zum Austrocknen: Um die Menge der fixen Bestandtheile dieses Er⸗ tracts kennen zu lernen, nahm ich eine Unze, die den dritten Theil, oder bestimmter zu reden, der erhal⸗ tenen Menge ausmachte. Ich ließ sie bey einer sehr ge⸗ linden Hitze in einer kleinen Abrauchschale verdünsten. Es bildete sich ein Häutchen auf der Oberfläche, welches mich eine Krystallisation hoffen ließ; ich zog das Gefäß aus dem Sandbade heraus, und that es beyseite, erhielt aber keine Krystallen, bis ich es zwischen zwey Fenstern an die Sonne stellte: denn da trocknete das Flüssige völ⸗ lig aus, und das ganze Gefäß schien inwendig mit einer schönen ästigen Krystallisation überzogen, die an den Rändern weiß und in der Mitte röchlichgelb(roulle) war. Unter dem Mikroskop zeigte inzwischen diese Kry⸗ stallisation keine bestimmte Form; sie war glänzend, durchsichtig, und die Stämme der Aeste fanden sich an den Seiten des Gefäßes, schienen auch hie und da mit kleinen Knoten besetzt, die wie Früchte aussahen. 0 ö NM 901 gahan W f0 Hetalg vlces Einge fiuchtene und moi e aufs nents 9 Hol Rräßea die ichye Velene duch ud AR derDich. Husta Suhehe schefuth han inlg fa, Umy Analyse der Schwefelwasser v. Etrembieres. 235j rennba Ich hatte das Gefäß, ehe ich den Extract darein inSdi.. gethan, gewogen; ich wog es nun aufs neue mit der Mder Krystallisation, und fand im Gewicht eine Zunahme von befn⸗ 52 Gran. Die ganze Quantität der in 7 Pfund Mi⸗ bogn⸗ neralwasser enthaltenen Salztheile betrug also 183 Gran, welches auf das Pfund zu 16 Unzen 23 Gran ausmacht. und der ö un man§. 264. kact Vi⸗ Wl Einige von seinen Bestandtheilen ziehen die Feuch tigkeit der Luft an sich. Ich that diese Krystallisation in einen kühlen und feuchten Ort; sie zog die Feuchtigkeit der Luft an sich, und nahm im Gewichte um 6 Gran zu. Ich goß den zerflossenen Theil ab, und stellte ihn & EC«. aufs neue in die Sonne: da gab er auch eine etwas ästi⸗ de den ge Krystallisation, die aber mit einer verhältnißmäßig ethak größern Menge von jenen runden Knörchen besetzt war, shrge die ich das ersteremal wahrgenommen hatte; ich glaubte nsen. Vielecke daran zu erkennen, aber ich konnte ihre Form welchs doch nicht genau bestimmen. Gefiß Diese Krystallen lösten sich mit starkem Brausen in Khyrk der Vitriolsäure auf; und als ich diese Auflösung in Is Krystallen anschießen ließ, so erhielt ich einige deutliche ge ml. Spitzen vitriolisirten Weinsteins, einige sechseckige stete schiefwinkliche Rhomboiden und einige ästige Krystallen M von unbestimmter Form. wule) 8 25 .265. ö 1. Andere Theile hingegen zerfließen nicht in der 11 feuchten Luft. unt Auf den ästigen Theil der Krystallisation„welcher nicht an der Luft zerfloß, goß ich geschwind reines Was⸗ ser, um wegzuschlemmen, was von dem zerflossenen Theile 236 Achtes Kapitel. Theile noch konnte darauf übrig geblieben seyn, und löste den erstern hernach in destillirtem Wässer auf. Es schied sich eine graue Erde ab, die etwa Gran wog, und, einige kalkartige Theilchen ausgenommen, in den Säuren vollkommen unauflöslich schien. Ich filtrirte den Theil der Solution, welcher sich von dieser Erde losgemacht hatte, und erhielt von dem⸗ selben durch die Krystallisation viel durchsichtigere Aeste, die aber im übrigen den vorhergehenden ziemlich glichen, und auch mit einigen durchsichtigen Vielecken oder Kü⸗ gelchen übersäet waren. Diese salzige Materie löste sich auch mit starkem Brausen in der Vitriolsäure auf, und diese Auflösung gab eine verwirrte Krystallisation, die sich an der Son— ne mit einem weissen Staube bedeckte. §. 266. Schlüsse üͤber die Natur dieser Alkalien. Durch diese Versuche läßt sich festsetzen: daß das Laugensalz, welches einen Bestandtheil der Wasser von Etrembieres ausmacht, gemischt sey 1) mit einem Salze, welches im Zerfließen, und in den Krystallen des Salpeters und vitriolisirten Weinsteins, wovon es die Basis abgeben kann, einem vegetabilischen Alkali ähnlich ist; 2) mit einem andern Salze, welches mit dem mine— ralischen Alkali mehr Aehnlichkeit zu haben scheint; daß aber beyde Salze minder kaustisch und mehr mit sixer Lift geschwängert sind, und der Natur von absor⸗ birenden Erden näher kommen, als die Laugensalze, welche durch die Einäscherung der Land- und See— pflanzen hervorgebracht werden. §. 267. Mh * I Iichte Gran sch N n PI menge weist h abr do aufbel Uns Ren yu Schlppn Sabeteh eh Guan 9 folglicd Rosdus Din er f sch durts auetwes aus der j ufloz thols, Analyse der Schwefelwasser v. Etrembieres. 237 6§. 267. Es , Erdichter Theil des Residuums. in den Ich komme jetzo auf den im Wasser unauflöslichen erdichten Theil des Residuums,(9. 261.) welcher 144 ber sch Gran schwer war. n dem⸗ Ich sagte,(§. 260.) er sey aus einem weißgrauli⸗ e Nete, chen Pulver und weissen glänzenden Schuppen zusam⸗ gichn, mengesetzt. Diese Schuppen, welche wahrscheinlicher⸗ der Kl weise Selenit sind, lösen sich in den Säuren nicht auf; aber die graue Erde ist ganz und mit Brausen darin Istrkmn auflöslich. Ifehrg Um die relative Menge dieser beyden Materien ken⸗ r Gu. nen zu lernen, wog ich fünf Gran von dem aus Erde und Schuppen gemischten Residuum ab, und goß schwachen Salpetergeist, dessen Wirkung ich durch die Wärme be⸗ förderte, auf diese Mischung: es blieb nur ein halber Gran von diesen unauflöslichen Schuppen übrig; und lie folglich machen dieselben nur den zehnten Theil von dem haß ds Residuum des Mineralwassers aus. r vu Der mit 4 Gran der Erde dieses Residuums, wel— ches er aufgelöst hatte, gesättigte Salpetergeist wollte N ud sich durchaus nicht krystallisiren; und als ich ihn ganz lshn austrocknete, zog er schnell und stark die Feuchtigkeit m. aus der Luft an sich, durch welche er aufs neue zerfloß. ö§. 268. mine⸗ scheint; Auflösung dieses erdichten Residuums in der Vi⸗ 4 l triolsäure. Natürlicher Selenit, welcher durch nabse⸗ die Kunst erzeugtem ähnlich ist. ensalz, Die Vitriolsäure löste auch diese Erde mit Brausen Se auf: aber der durch diese Auflösung entstandene Selenit schoß nach Maßgabe im Grunde des Gefäßes zu Kry— stallen an. Als ich die helle Portion der Auflösung ab— . 207. dampfte, 238 Achtes Kapitel. dampfte, gab sie, sobald sie näher in ihren Theilen zu⸗ sammenkam, glänzende Schuppen, die unter dem Ver⸗ größerungsglase durch eine Verflechtung ungefärbter durchsichtiger, schmaler und langer Blättchen entstanden zu seyn schienen. Als ich diese Krystallen mit sehr star— ken Vergrößerungsgläsern untersuchte, fand ich, daß sie die Form von einem zusammengedrückten sechseckigen Prisma hatten, das heißt, von einem Prisma, woran zwey gegen einander über stehende Flächen breiter sind, als die andern. Diese Prismen endigen sich in Flächen, die sie schief abschneiden, indem sie mit der Achse Win⸗ kel von ohngefähr 45 Grad machen. Ich bewahre in meiner Sammlung große Krystal⸗ len von natürlichem Selenit, der in den Thonlagern von Shotover bey Oxford gefunden worden. Ihre Form ist von den beschriebenen gar nicht verschieden, außer darin, daß, da in jenen jedes Ende nur durch eine ein⸗ zige Fläche abgeschnitten wird, sich hier zwey Flächen mit einander vereinigen, und einen Keil bilden; diese Flächen vereinigen sich aber unter einem so großen Win⸗ kel, und haben folglich so sehr das Ansehen, nur eine einzige Fläche auszumachen, daß, wenn sie auch in un⸗ sern mit dem Vergrößerungsglase untersuchten Krystallen vorhanden wären, sie sich unmöglich unterscheiden ließen. Ich habe keine Krystalle vom Epsomsalze unter die⸗ sen Selenitkrystallen unterscheiden können. Es erhellet also aus diesem Versuche und dem vorigen, daß dieses erdartige Ueberbleibsel eine einfache und reine Kalkerde ohne den geringsten Zusatz von Magnesia ist. §. 269. Calcination dieser Erde. Um die Ueberzeugung, daß diese Erde vollkommen kalkartig sey, vollständiger zu machen, nahm ich abge⸗ wogene DEùιιπιι½ιι1 e2. Nhe woghel rdan Roißhebiß Heschme tem Kabe fire Hill I Girh ud snddd san in dx durch H fuen Se tibe na NI stl gschn men helig sche biebg an einer v desct be schagh in hitte Ihn en hilrig f aus3 Aiten sark an d glͤtzerden Hrumschur Amacter Mren eine; Satt ilen zu⸗ m Ver⸗ efarbte: standen chsta⸗ 5„ h decliger „worch ter sih 0 W Kehstch rn dos Horm außtt e eihe üchen d Din eine in un⸗ sallen lißen. r die theltt dieses kerde Imen abge. ogene Analyse der Schwefelwasser v. Etrembieres. 239 wogene drey Gran, warf sie in einen kleinen Tiegel und that denselben in ein Glühefeuer. Ich fand, daß die weißgebrannte Erde um 13 Gran schwer war, und ihr Geschmack, ohne so brennend zu seyn, wie der von gu⸗ tem Kalk, doch sehr kaustisch geworden war. Eine stär⸗ kere Hitze konnte denselben nicht kaustischer machen. §. 270. Ihre freywillige Krystallisation. Ein glücklicher Zufall verhalf mir zu einer neuen und sonderbaren Beobachtung über die von diesen Was⸗ sern in der Auflösung getragene Kalkerde. Ich wollte durch Filtriren den Schwefel abziehen, der sich nach ei⸗ nigen Stunden von dem Wasser scheidet, und dasselbe trübe macht. Ich that nachher in eine gläserne Flasche, die 7 Pfund hielt, und mit einem abgeschliffenen Stöp⸗ sel geschlossen wurde, dies durch das Filtriren vollkom— men hell und durchsichtig gewordene Wasser. Die Fla⸗ sche blieb auf diese Weise ein ganzes Jahr beständig voll an einer und eben der Stelle in meinem Cabinet. Nach dieser Zeit hatte ich die Flasche vonnöthen; ich wollte aber sehen, ob ihr Wasser nicht eine Veränderung erlit— ten hätte, ehe ich dasselbe ausgoß. Ich nahm am Boden des Gefäßes eine Art von grünem Wassermoos oder Conferva wahr. Ich war begierig sie in der Nähe zu sehen; ich leerte die Flasche halb aus, und schüttelte sie hernach, um dieses vegeta⸗ bilische Product loszumachen: aber indem dasselbe noch stark an dem Glase anklebte, sah ich eine Menge weisser, glänzender, langer und schmaler Blättchen in der Flasche herumschwimmen, die meine ganze Aufmerksamkeit re⸗ ge machten. Ich sammelte sie sorgfältig; die längsten waren eine halbe Linie breit, sechs lang, und so dick wie ein Blatt Papier. Unter dem Vergrößerungsglase ließ 240 Achtes Kapitel. es sich erkennen, daß sie durch die Vereinigung einer Menge durchsichtiger Krystallen entstanden waren, de— ren vorragende Spitzen die Form einer dreyeckigen Py⸗ ramide hatten, und vollkommen dem Spathe glichen, welcher Spath in Schweinszähnen(Spath à dents de cochon) genennt wird. Ich sah ferner, daß diese Kry⸗ stallen sich mit Brausen gänzlich in der Salpetersäure auflösten, und mit der Vitriolsäure Seleniten machten; daß also kein Zweifel übrig blieb, sie seyen nicht wahre Krystallen von Kalkspath. Als ich hierauf wieder zu der Conferva zurückkehrte, um sie zu bekommen, kratzte ich den Boden der Flasche ab. Es machte sich hierdurch eine weinsteinähnliche Concretion los, die ich aus kleinen Krystallen von eben der Form und Natur wie die beschriebenen zusammenge— setzt fand; aber die durch ihre Vereinigung entstandenen Blättchen bildeten, statt gerade zu seyn, Netze, die ver⸗ schiedentlich in einander verflochten waren, und kleine leere Zwischenräume zeigten. Es war schon bekannt, daß man durch die Abdam⸗ pfung der Wasser, die mit Hülfe der fixen Luft Erden in aufgelöstem Zustande erhalten, steinerne Krystallen hervorbringen kann, welche Entdeckung man dem Hrn. Achard in Berlin zu verdanken hat. Aber ich glau— be nicht, daß schon ein Beyspiel von Krystallen, die sich im Wasser ohne Abdampfen gebildet haben, bekannt ge⸗ wesen. Diese dem Scheine nach geringe Beobachtung dünkt mich von großer Wichtigkeit, in der Theorie der Bildung der Berge mitten im Wasser, zu seyn. Was die Conferva betrifft, so fand ich, daß sie aus kleinen geraden Cylindern bestand, deren Breite ohnge⸗ fähr den zweyhundertsten Theil einer inie, und das Dop⸗ pelte von dieser Länge ausmachte. §. 271. erde, d vasses seruld! Ratürte ich che in des detkn! leh, de blch Il nd nach keich m Mfu als die: 1h, s waser d 05 lag Hen Thei das dest de auf d bauff Hasch duf, ud iberdbit der Etd⸗ daß ic, damit m ng einer ken ‚ de⸗ hen Py, glche, dents de lese Kih⸗ ktersaure wachten; Rewhhe ickeht, Hashe nähliche Ion ebn mmenge⸗ nden deve⸗ kline Z4 Wan Eiden Hyftalen m Hen, Nau⸗ „dissch kanntge Hachtug corie der Ihn. f se us te ohnge⸗ as Dap⸗ . 27¹. Analyse der Schwefelwasser v. Etrembieres. 241 §. 271f. Selenicische Schuppen. Man beliebe sich zu erinnern, daß, außer der Kalk⸗ erde, das Residuum von der Evaporation des Mineral⸗ wassers Schuppen enthielt,(H. 260.267.) die im Was⸗ ser und den Säuren gleich unauflöslich waren. Sehr natürlich war es, zu glauben, daß sie Selenit seyen; da ich aber, auch mit den stärksten Vergrößerungsgläsern, in diesen Schuppen keine Spur von Krystallisation ent⸗ decken konnte, so wollte ich einen Versuch damit anstel⸗ len, der mich außer allen Zweifel setzte. Ich warf sie zu dieser Absicht in ein Wasser, welches durch Alkali, mit fixer Luft gesättigt, imprägnirt war, und nachdem ich dies Wasser abgesotten hatte, schlemm⸗ te ich mit Sorgfalt die auf dem Filtrum gebliebene Erde. Ich fand, daß sie an Gewichte nur halb so viel betrug als die Schuppen, die ich zum Versuche angewandt hat⸗ te, es sey nun, daß die Säure und das Krystallisations⸗ wasser des Seleniten etwas abgezogen, oder auch, daß das laugenhafte Wasser, der siren Luft ohngeachtet, ei— nen Theil der Kalkerde aufgelöst, oder auch endlich, daß das destillirte Wasser, welches zum Schlemmen der Er⸗ de auf dem Filtrum gebraucht worden, einige Theile da⸗ von aufgelöst und fortgeschwemmt habe. Diese Erde löste sich zum Theil und mit Brausen im Salpetergeiste auf, und dies bestärkte mich in meinen ersten Gedanken über obige Schuppen. Inzwischen blieb auch ein Theil der Erde unaufgelöst; die Menge war aber so gering, daß ich, um ihre Natur zu bestimmen, keinen Versuch damit machen konnte. H. 272. 242 Achtes Kapitel. §. 272. Schluß über die Heilkräfte dieses Wineral⸗ wassers. Ich habe zur Untersuchung dieses Wassers umständ⸗ lichere und genauere Versuche angestellt, als es zur An⸗ leitung für Aerzte, welche etwa dasselbe zum Gebräuche vorschreiben möchten, nöthig war: weil der Scheide⸗ künstler, wie der Mathematiker, sich mit allgemeinen und unbestimmten Wahrnehmungen nicht begnügen, son⸗ dern sich einer außerordentlichen Genauigkeit in seinen Untersuchungen befleißen soll. ö ö Den praktischen Aerzten aber wird es genug seyn, zu wissen, daß eine Pinte dieses Mineralwassers 4 bis 5 Gran feuerfestes Laugensalz, zwey Gran absorbirende Erde und eine Menge Schwefel enthält, die zwar nicht sehr groß ist, aber doch mehr nach der Stärke muß be⸗ urtheilt werden, mit der sie auf den Geruch und Ge⸗ schmack wirkt, als nach ihrem körperlichen Inhalte. Die Kenntniß dieser Bestandtheile wird ihnen die Bestim⸗ mung der Fälle, worin diese Wasser nützlich seyn kön— nen, erleichtern. Wäre es mir vergönnt, hierin ein vorgreifliches Ur— theil zu fällen, so würde ich sagen, das schweflige Prin⸗ cipium mache diese Wasser tauglich in Hautkrankhei⸗ ten, und diese Eigenschaft, in Verbindung mit den gelin⸗ den Laugensalzen und absorbirenden Erden, womit sie imprägnirt sind, möchte sie in allen chronischen Uebeln empfehlen, die von unterdrückter Ausdünstung oder sau⸗ rer Schärfe in den Säften herrühren. Neun⸗ 4 in ein be, wi seit ste und sba Deundiee durseh Sale rons 9 he him Wisen VMabuh lachendef Seine Su sst dese benahe Sandste Hen dub dief gendis! ral⸗ städ⸗ ur Al⸗ baauche Schede⸗ emeinen gen,sor seinen sehn, y 1bis f bllende hicht W be⸗ ud Ge⸗ Irhalth. Bestim⸗ yn ko⸗ 6s U⸗ Prne rankhe⸗ n geli omit se Ueben der sau Der Berg von Voirons. 243 Neuntes Kapitel. Der Berg von Voirons. §. 273. Seine Lage. ieser Berg ist vom Berg Saleve nordöstlich gele— D ser Berg ist 9 sllich g gen; er hat, gleich ihm, eine verlängerte Form in einer Richtung, die mit der seinen gleichlaufend wä⸗ re, wenn sie sich nicht ein wenig mehr nach der Mittags⸗ seite streckte. Sein Fuß ist mehr von Genf entfernt, und zwey starke Stunden von der Stadt. Der Abhang, den die Voirons(les Voirons) von der Genferseite darstellen, macht einen angenehmen Contrast mit dem Saleve. Jener ist kahl und steil, der von den Boi— rons aber sanft abhängend, und bis auf eine große Hö⸗ he hin angebaut, wo in angenehmen Abwechslungen Wiesen und Weiden auf die Aecker, und höher hinauf Waldungen auf die Wiesen folgen, und dem Auge eine lachende Aussicht darstellen. §. 274. Seine Materie ist Sandstein. Ordnung seiner Lagen. Sowohl in seinem Aeußerlichen als in seiner Natur ist dieser Berg vom Saleve verschieden. Er besteht beynahe ganz aus einem bald härtern, bald weichern Sandstein, dessen Korn, wie bey denen in unsern Ebe— nen, durch einen kalkartigen Kitt verbunden ist. Diese Lagen von Sandstein senken sich abwärts ge— gen das Thal von Boege(Boëge), welches die Voi⸗ 2 2 rons 244 Neuntes Kapitel. rons von der Alpenkette absondert. Die Bänke des Saleve neigen sich auf eben die Seite: aber der Ab⸗ hang derer von den Voirons ist viel steiler; ich habe ihn an vielen Orten, z. B. hinter den Ruinen des Klo⸗ sters, von ohngefähr 45 Grad gefunden. §. 275. Rloster von Voirons. Dies Kloster ist nördlich im Walde, und beynahe auf den Gipfel des Berges gebaut, in einer Höhe von 4⁰8 Klaftern über der Fläche von unserm See. Es war weiland von Benedictinern bewohnt, die dahin gesetzt zu seyn schienen, um durch lange Weile und Casteyungen sür das ungeistliche Leben Pönitenz zu thun, welches man den reichern Stiften ihres Ordens vorzurücken pflegt. Eine Mutter Gottes, mit Namen Notre Dame des Voirons, die im Lande hoch verehrt wurde, war der Ge— genstand ihrer gottesdienstlichen Uebungen, und die Ur⸗ sache ihres Aufenthalts in einem so kalten und wilden Or⸗ te. Ich habe einen von diesen unglücklichen Märty⸗ rern des Aberglaubens gekannt, den die allzuscharfe und kalte Luft des Berges durch eine Gliedersucht contract ge— macht hatte, so daß er, in allen Gliedmaßen der Bewe⸗ gung unfähig, mit gekrümmten Fingern die abscheu⸗ lichste Qual zu erdulden hatte. Der Himmel ward es endlich müde, diese unglücklichen Mönche sich plagen zu sehen, und erlaubte dem Feuer, ihre Wohnung zu zer⸗ stören. Sie hatten noch die Beharrlichkeit, ein oder zwey Jahre unter einem Gewölbe zu wohnen, das die Flammen verschont hatten; endlich aber ward ihnen ver⸗ gönnt, unter einem mildern Himmelsstriche zu leben; das wunderthätige Marienbild ward nach Annecy ge⸗ brächt, und das alte Gemäuer bleibt nun unbewohnt. Immer gedenke ich mit Schrecken an einen dunkeln Hof, der — nungA auch U muix nůtig hle K at Heu wohynt Gleby schs zur L stndqg Voln 9an g Ensch u, dey dus sen, Rlltgen mit den Vesten t He anke des der Ab— ich habe des Ko⸗ behnche Mhe vn Eour thh Nymon Hes man Wpfegt. e Ces derhe „die Ul⸗ en O. Marty⸗ Vrfe und Ractge⸗ Bebe⸗ abschen⸗ ward es lagen zu zu de j ein ober das die Anen Wus zu leben, Hecy H⸗ Hewohnt, keln Hof, der .* 4— 4—0—. Der Berg von Voirons. 245 der den Mittelpunkt des Klosters einnahm; er war eine wirkliche Eisgrube, mit Schnee, der nie zerschmolz, an⸗ gefüllt, und stellte mitten im Gebäude einen Focus dar, von welchem nichts als Kälte und Feuchtigkeit ausström⸗ te, die um so gefährlicher war, als die Luft von außen mehr Wärme hatte. Die regulären Domherren auf dem Bernhards⸗ berge bewohnen, wie wir in der Folge sehen werden, einen noch höhern und kältern Platz; aber ihre Woh⸗ nung ist wohl gebaut und gewärmt. Uebrigens macht auch die beständige Geschäftigkeit ihres Lebens, und der nützliche Verbrauch desselben zur Ausübung der uneigen⸗ nützigsten und edelsten Gastfreyheit, daß sie gern und ohne Mühe die Unannehmlichkeiten ihres Aufenthalts ertragen; da im Gegentheil die mitleidenswerthen Mön⸗ che auf den Voirons, in einen ganz insolirten Platz, wohin niemand seinen Weg macht, eingesperrt, unnütze Glieder der Gesellschaft, in der äußersten Armuth, und sich selbst von Seiten des Physischen und Moralischen zur Last waren, und also durch nichts ihren harten Zu⸗ stand erträglicher machen konnten. §. 276. Kalkbänke, die zwischen dem Sandstein einge⸗ schlossen sind. Ich sagte, der Berg von Voirons sey beynahe ganz von Sandstein zusammengesetzt. Ich setzte diese Einschränkung wegen eines großen Kalksteinbruchs hin⸗ zu, der noch am mittäglichen Ende des Berges, fast auf seiner halben Höhe, oberhalb dem Dorfe Lüssinge gelegen ist. Die Bänke dieses Gesteins find beynahe mit dem Horizonte perpendicular, und von Osten nach Westen streichend; die äußern Schichten sind dünn und mit Thon gemischt, die innern aber dick und dicht; man A3 hat 246 Neuntes Kapitel. hat sie zum Brückenbau über die Menoge zwischen Genf und Bonneville gebraucht. Man sagte mir, es gebe noch einen andern Kalksteinbruch, ungefähr in gleicher Höhe, gegen das nördliche Ende des Berges unterhalb dem Stafel de la Cervette. Ich hätte beynahe glauben mögen, der Kern des Berges von Voirons sey Kalkfelsen, wenn ich nicht bemerkt hätte, daß der Sandstein nicht allein oben, son⸗ dern auch unter halb dieser Kalkbänke, sogar bis an den Fuß des Berges anzutreffen ist. §. 277. Pflanzen, die auf den Voirons gefunden werden. Die Voirons sind nicht so reich an seltenen Pflan⸗ zen, wie der Saleve. Man findet da nur die Pflänzen, welche auch auf den niedern Wiesen und in niedern Ge— hölzen der Alpen zu finden sind, wie das Chrylosplenium alternifolium, die Cacalia alpina, die Scandix odorata, das Thalictrum aquilegifolium u. s. w. und eine große Menge von Moosen, Jungermanien, Bäumkrätzen oder Lichenes und Schwämmen; doch habe ich sonst da⸗ selbst die Linnaes gefunden, die in unsern Gebirgen so gemein nicht ist, weiß aber nicht, ob sie nicht etwa beym Holzschlagen ausgerottet worden, zum wenigsten habe ich sie seitdem nicht wieder finden können. Das einzige ein wenig seltene Thier, welches ich auf diesem Berge angetroffen, ist die artige gehaubte Neise(Melaage huppée, Parus cristatur), die in den Tannenwäldern herumfliegt, und sich mit den kleinen Früchten der Tannzapfen erquicket. §. 278. gchel 8¹⁰ 66l Hehꝛde kendent se Oi Evmil ven RIl Banedss ben mul e Bages e bon da Mge ut Zus die mn du gekennt vie der Kann as diseh ale n E gewohst, Iwii Cbene v Wey klei ins M sch dise Sie sud ußem K Der See ahe Hannt. lwischen gle mir, hfihr in Bekges hen des cch nicht eh, so⸗ Jan den Noen Dsan⸗ anen, Hen G. Hlenium Hdotat Rroße . lahen ö hust da⸗ Men o Wabehm lhabeih ches ih gehaubt ie in den Eleihen 6. 27⁰ Der Berg von Voirons. 247 H. 278. Schöne Aussichten auf den Voirons. Höchste Stelle des Berges. Anleitung für die, wel⸗ che ihn besteigen wollen. Es giebt verschiedene interessante Aussichten auf der Höhe dieses Berges. Beym Kloster sieht man zur Lin— ken den Genfersee in seiner ganzen Breite, als ein gros⸗ ses Becken; und an seinem Ufer unterscheidet man Evian, Thonon, die berühmte und reiche Carthause von Bipaille, welche ehemals die Jalousie der armen Benedictiner von den Voirons sehr rege gemacht ha— ben muß, wenn anders eine solche Leidenschaft Zugang zu einem Mönchsherzen findet. Näher am Fuße des Berges entdeckt man die erhöhten Ufer von Boisy, die von da aus einen sehr angenehmen Gegenstand für das Auge machen. Zur Rechten sieht man die erste Kette der Alpen, die in diesem Theile nur durch kleine Hügel vom See getrennt ist; und da sich diese Kette nicht so hoch erhebt, wie der höchste Gipfel der Voirons, und die folgenden Ketten nur stufenweise höher werden, so fällt das Auge auf dieser Seite in eine Anhäufung von Gebirgen, die alle in Erstaunen setzt, welche eines solchen Anblicks nicht gewohnt sind. Zwischen den Alpen und dem See sieht man die Ebene von Chablais, und in der Mitte derselben die zwey kleinen Berge von Alinges, weil sie nur schräg ins Auge fallen, wie zwey isolirte Pyramiden, obschon sich dieselben der Richtung des Sees nach ausdehnen. Sie sind kalkartig; ihre Lagen steigen, wie alle in der äußern Kette, gegen die Alpen abwärts. Der Gipfel dieses Berges ist 5ig Klaftern über den See erhaben. Die Mönche hatten ihn Calvaria ge⸗ nannt. Er ist mit einem so dichten Tannenwalde besetzt, 2 4 daß ——————— 248 Neuntes Kapitel. daß man daselbst das Vergnügen der Aussicht unmöglich ge⸗ nießen kann. Wenn man aber dem Gipfel des Berges nach weiter geht, so sieht man hin und wieder, zwischen dem Walde durch, ziemlich weit in die schöne Ebene hin⸗ ab. Man geht am Rande eines ungeheuer tiefen gegen den See hinliegenden Abgrundes vorbey, welchen man den Jungfernsprung(Ie Saut de la pucelle) genennt hat. Man giebt nämlich vor, es habe ein Mädchen, dessen Tugend in ungerechtem Verdachte gewesen, zum Beweise ihrer Unschuld sich erboten, von da hinabzu— springen, und, Dank dem angerufenen wunderthätigen Marienbilde, hätten die Engel sie so wohl getragen, daß sie nach dem gethanen Sprunge wohlbehalten unten am Berge angelangt sey. Da der Gipfel der Voirons sehr schmal ist, so öffnet er an verschiedenen Orten auf beyden Seiten eine ange⸗ nehme Aussicht; aber die schönste Lage, nicht allein die— ses Berges, sondern vielleicht aller unserer Berge, ist eine kleine isolirte Höhe, die an dem äußersten westlichen Ende des Berges gegen Mittag und über dem Chalet de Pralaire sich befindet. Von diesem Standpuncte aus entoeckt man zur Rechten den See, und die ganze Ebene, die er befeuchtet; zur Linken die hohen Alpen; vor sich das Thal des Bornes, welches sich als ein Am' phitheater erhebt. Man wirft nicht ohne großes Ver— gnügen seine Blicke gleichsam stufenweise zu diesen erha⸗ benen Gegenständen hinauf, und wieder von denselben hinab in die Tiefe. Zur Rechten steigt das Auge bis zum See durch einen sanften, angebauten und mit schö⸗ nen Dörfern gezierten Abhäng, welcher viele ländliche einander näher gebrachte Gesichtspuncte darbietet, herab; zur Linken irrt das Auge des Zuschauers zuerst mit Er⸗ staunen über die erhabenen und majestätischen Alpen hin, und senkt sich dann vergnügt in das liebliche Thal von Boege, auf die schönen Dörfer Viu, Fillinge und Peil⸗ ———;x S.ee Hall wunde b, u N aus un Sturd ven da Md hend eon bis au gesche NW. D darren Wacher seht eussert wegen! schst Fab ih lur ken da frde E t lchge Berges Juischen beneh⸗ en gehn en man genennt sͤdchen, en, zun hinahu⸗ thäign lhen,dah Rlen an lo öfnet ange⸗ ein die tge, it Lestliche Chaltt Duncte gae Ahoen; NAm⸗ 5 Ver metha nselben ge bis Rit sh ändlche herch, lit Er en hih, Hal voh und Peil * Der Mole. 249 Deillonex, die am Fuße des Berges und an den ge⸗ wundenen Krümmungen der Menoge gelegen sind, hin⸗ ab, um gleichsam daselbst auszuruhen. Man kann leicht in einem einzigen Tage von Genf aus um den ganzen Berg herum kommen; denn in zwo Stunden fährt man in einer Kutsche nach Cranve, und von da kann man in neun Viertelstunden zu Fuß oder zu Pferde zum Kloster kommen, vom Kloster aus die Hö⸗ hen des Berges in anderthalb Stunden bis auf die Spi⸗ tze von Dralaire besteigen, von da in eben so viel Zeit bis auf Cranve heruntersteigen, und noch ehe die Thore geschlossen werden, in Genf zurückgekehrt seyn. PPFPPTTPTTTTRQRC Zehntes Kapitel. Der Mole. §. 279. Seine Gestalt, Lage und Höhe. Der Mole stellt sich auf der Genferseite als eine zwi⸗ schen Ost- und Südost aufgerichtete Pyramide dar: man sieht ihn schon von weitem durch den Raum, welcher zwischen dem Saleve und den Voirons offen steht. Sein Fuß ist nur fünf Meilen von der Stadt entfernt. Er sieht, in dieser Entfernung angeschaut, wegen des Grüns, womit er bekleidet ist, und der be⸗ schneyten Alpen hinter ihm, dunkel an Farbe aus. Die⸗ se Farbe und seine conische Gestalt brachten einige, die ihn nur von weitem betrachtet hatten, auf die Gedan⸗ ken, daß er ein ausgelöschter Vulcan seyn müsse. Allein es findet sich nicht die geringste vulcanische Spur an ihm. Er hat auch nicht einmal die pyramidenförmige Gestalt, 2 5 die 1—F..———— 250⁰ Zehntes Kapitel. die man ihm zuschreibt, sondern dehnt sich in der Rich— tung von Westnordwest nach Ostsüdost in die Länge aus; da man ihn aber zu Genf nur von einer Seite sieht, so verschwindet diese Länge vollkommen. Betrachtet man ihn von Vorne in der Nähe, so sindet man seine Form von der im Profil oder seitwärts gesehenen so äußerst ver⸗ schieden, daß man ihn nur mit Mühe wiederum erkennt. Einige Personen, die ihn in der Nähe zu sehen begierig waren, giengen nach Bonneville, der am Fuße des Berges gelegenen Hauptstadt von Faucigny; aber sie kamen wieder, ohne ihn gesehen zu haben, weil seine Form sie so täuschte, daß sie ihn nicht erkannten, und einen andern Berg dafür ansahen, welcher jenseits der Arve liegt. Ich bestieg die Höhe dieses Berges zum ersten⸗ mal im Jahr 1758. Seitdem habe ich denselben oft, und stets mit neuem Vergnügen wieder besucht. Sein Gipfel ist, nach den Ausmessungen des Herrn de Lnc, 760 Klaftern über die Fläche des Sees erho— ben, übersieht eine große Strecke von angelegten Ber—⸗ gen(Montagnes sœcondaires), und giebt dadurch Gele— genheit zu lehrreichen Beobachtungen über den Bau der⸗ selben. §. 280. Allgemeine Structur der Alpen, welche man von dem Berge Wole sehen kann. So sieht man zum Beyspiel, daß die Alpen, wovon alle diese Berge einen Theil ausmachen, aus einer gros⸗ sen Menge von Ketten zusammengesetzt sind, die unter sich beynahe gleichlaufen, und durch Thäler von gleicher Richtung von einander abgesondert werden. Die gemeinschastliche Richtung dieser Thäler und Berge köͤmmt beynahe mit derje⸗ nigen überein, in welcher die ganze große Alpenkette läuft, die sich gen& Eeite m se abnne ih H 90 I 9n E H man& Hgere othta nachsers ö Osterwihe Villotun dm ME/ G290˙ der Waleg 9e. blen verst A der ei sugt dunf wolchel. samahge se schrsn sutz H (dos Dery+ MittH Rn. ½ Der Mole. 25¹ r Rich sich in unserm Lande von Nordost gegen Südwest ziehet. ihe aus; Diese allgemeine Richtung verändert sich doch in eini⸗ seht, o gen Gegenden, und hat hin und wieder, zwar nur auf let mRmn einzelne Districte eingeschränkte, Beugungen. So sieht 2 Ho%m man z. B. vom Mole herab, daß die Ketten von Ge— kakentt, ost hinlaufen, von weitem der Krümmung des Sees festpa⸗ birgen, die in seiner Nachbarschaft ohngefähr nach Nord— Hegierh nachfolgen, und sich an den Gränzen von Wallis nach suße ds Osten hinziehen, wie der See selbst zwischen Rolle und saberse Villeneuve sich wendet. l se h, Ind§. 28 I. t Lage von ihren Abhängen. selsten⸗ Noch eine wichtige Bemerkung„die sich oben auf ft. dem Mole machen läßt, welche mir aber erst auf dem Gipfel des Berges Cramont*) auffiel, betrifft die Lage uhnn der Abhänge oder Abstürze(Elcarpement) dieser Ber⸗ Let ge. Ich muß aber zuvor erklären, was ich hierunter uB.=.·· verstehe, ehe ich die Bemerkung selbst mittheile. HGl. Wenn die Schichten oder Bänke eines Berges ge⸗ Wör⸗ gen den Gesichtskreis geneigt sind, so erheben sie sich von der einen Seite und senken sich von der andern. So er⸗ folgt dann oftmals, daß dieselben auf der Seite, gegen welche sie hinansteigen, auf einmal fast senkrecht gleich⸗ sam abgeschnitten sind; auf der andern Seite aber, wo nvon sie sich vertiefen, einen sanften Abhang formiren. Die Seite nun, wo sie aufwärts steigen, nenne ich einen Ab⸗ en sturz oder Abhang(Elcarpement), diejenige aber, wo E sie abwärts gehen, den BRücken oder die Senkung uush(dos, pente oder croupe). So sage ich 3. B. die Ab⸗ ichtung stür⸗ aslch*) Der Cramont ist eine sehr erhabene Bergspitze, auf der itdese Mittagsseite der Alyen, dem Montblanc gegenüber gele⸗ uft die gen. Ich bestieg sie zum erstenmal den 16 Julius 1774. sh 25⁵² Zehntes Kapitel. stürzungen des Saleve stehen gegen den See hin, da hingegen der Rücken desselben sich gegen die Alpen rich⸗ te. Um nun auch nicht immer einerley Redensarten zu gebrauchen, sage ich zuweilen, ein Berg sehe nach den Gegenden, gegen welche hin seine Abstürze sich rich⸗ ten, und kehre denjenigen den Bücken, gegen welche hin sich seine Schichten senken. Zuweilen sind die Abstürzungen eines Berges unter angehäuften Trümmern gleichsam begraben, oder wer⸗ den von andern daran aufgesetzten Schichten größten⸗ theils bedeckt. Zuweilen sind auch die Schichten des Berges auf der Seite, gegen welche sie hinansteigen, schräg und in einer allmähligen Senkung abgeschnitten. Die Voirons geben ein Beyspiel davon: denn obschon die Schichten dieses Berges gegen die Alpen abwärts und gegen den See aufwärts gerichtet sind, so ist doch nur der Gipfel des Berges sehr steil oder abhängig, und der übrige fast ganze Theil der Vorderseite desselben verliert sich in sanften Halden gegen die Seite des Sees hin in der Ebene; allein da hier die Richtung der Lagen uns vorzüglich beschäftigt, so sage ich gleichwohl von den Voirons, wie von allen Bergen, die einerley Structur mit diesem Berge haben, er sehe gegen den See, und kehre den Alpen den Rücken. §. 282. Gegen den See hin gerichtete Abstürzungen. Man weiß schon, daß der Saleve, die Voirons, die kleinen Berge von Alinges, und die hinter diesen verschiedenen Bergen liegende vordere Kette der Alpen, alle ihre Abstürzungen gegen den See hin richten. Vom Gipfel des Mole herab kann man diese Bemerkung be⸗ stätigen; ja wenn man sich gegen Ostnordost hinwendet, sieht man sogar, daß die zwey auf die vordern etten Hettens lbadẽ ind ih K sult, 190 welkt A⸗ et MIR 90 Ede 901 gegen L gscht du dem MII nach W. NI Bompur au 05 H ter hed chen. M. der Gal UHlll an wir inꝭ v Nr daß dixo/ 0 D aub RAt 3unga der und 33 genthz die Hue ige stun: ssch viz Rigt z hern ö hin, da hen rich⸗ urten zy lach den ich lich D wesche ( Unter HDer wer gtößter Oen des istiige, chlitteg vohchon Wowakts idoch 9,W selbn 95SE gen I von nerley den chen. Lirons, 3 diesen C Aben, Vom ang be cbende, genden Ketlen Der Mole. 253 Ketten ihre Abhänge auch auf diese Seite kehren, daß überdem diese Abstürzungen immer gegen den See sehen, und ihr Rücken sich gegen das Innere der Alpen herab⸗ senkt, wenn schon, wie im vorigen Paragraph ange⸗ merkt worden, diese Ketten den Umriß des Sees in ei⸗ ner Richtung nach Osten begleiten. Hingegen kehren die innern Ketten dem äußern Thei⸗ le der Alpen den Rücken, und richten ihre Abstürzungen gegen die Hauptkette. Das Städtchen Taninge ist ohn⸗ gefähr auf dem Punct gelegen, wo die Ketten, die nach dem Mittelpuncte sehen, sich von denen trennen, welche nach der Aussenseite der Alpen gerichtet sind. Man sieht ohne mein Erinnern leicht ein, daß solche Bemerkungen immer locale Ausnahmen leiden, und ein auf dem Gipfel des Wole stehender genauer Beobach⸗ ter hie und da sanfte Halden oder Rücken beobachten wird, die von der festgesetzten Regel ein wenig abwei⸗ chen. Allein es ist schon genug, um die Aufmerksamkeit der Geologen zu verdienen, daß der Bau des größten Theils der Berge nach dieser Regel eingerichtet ist, wie wir in der Folge sehr häufig wahrnehmen werden.) Vermuthlich haben diese Ausnahmen verhindert, daß die Regel nicht schon von meinen Vorgängern ist ange⸗ *) Diese Erscheinung sehen wir auch an den von Bern aus sichtbaren verschiedenen Alpenketten. Die Abstür⸗ zungen der Kette des Stockhorns, des Beatendergo, der Berge zwischen Grindelwald, dem Bäsleland und Brienzersee, sehen gegen die Ebene; da im Ge⸗ gentheil die Rücken dieser Ketten und Berge gegen die Hauptkette zu gerichtet sind. Selbst noch die dem ewigen Eise und den höchsten Alpen so nähe stehenden Ab⸗ stürzungen des Eigers und Wetterhorns, welche, we— nigstens an ihrer Vorderseite, aus Kalk bestehen, kehren sich von der Hauptmasse ab, und erst hinter denselben zeigt sich der Granit, aus welchem z. B. das Viescher⸗ horn und einige seiner Nachbarn zu bestehen scheinen. W. 254 Zehntes Kapitel. angemerkt worden. Ich habe funfzehn Jahre lang die Berge studirt, ohne sie wahrzunehmen, und vielleicht wüßte ich sie noch itzt nicht, wenn sie mir nicht von Cra⸗ mont aus mit einer Deutlichkeit in die Augen gefallen wären, die auch dem nachläßigsten Beobachter auffal⸗ len müßte. §. 283. Aussicht von der Mittags⸗ und Abendseite. Der Wont⸗Brezon und Wont⸗Vergi. Die Aussicht von der Gegenseite des Wole, näm⸗ lich von der Westsüdwestseite dieses Berges, ist von der gegen Ostnordost hin sehr verschieden, obschon sie die gleichen Erscheinungen dargiebt. Von dieser Seite her stoßen die Alpen nicht so nahe an unser plattes Land; das breite Thal des Hornes nimmt den Raum ein, wel⸗ cher mit den vordersten und niedrigsten Ketten, die man auf der Ostseite gesehen hat, gleich läuft. Der Berg unter den Alpen, welcher auf dieser Sei— te dem Mole am nächsten ist, heißt der Wont-Brezon. Er ist, wie alle folgende Gebirgketten fast bis zum WMontblanc hin, kalkartig. Der Gipfel des Brezon hat auf der Seite gegen den Mole eine erstaunend große Abstürzung, ist bis auf eine beträchtliche Tiefe hinab ganz senkrecht abgeschnitten, und seine obern Lagen stei— gen sehr jäh nach den Alpen hinab. Alle mit ihm in einer Linie stehende Berge, welche die erste Kette der Al— pen ausmachen, haben immer, so wie er, ihre Abstür⸗ zungen nach der Ebene hin gerichtet. Die unmittelbar hinter dieser sich hinziehende Kette ist auch kalkartig; sie hat viel höhere Gipfel, als der Wole; man nennt sie Wont-Vergi. Auch diese Gi⸗ pfel sind nach der Außenseite der Alpen hin abgestürzt. H. 284. Chalua 92I d4s Ibschda ihuste biel tian den H 49¹ die uni Centydss soir mrij gagen en 9 De nen odt bis duti den Cöch erster A den. A Abens die ich n Nger v babaft hhüstt sert rem Kll men doxa Drider d ten um hescheheng gekomm nihts, 2 die Vhe long de Hielleict 3 On Cra⸗ ö Iesalm. bafal . dEoü „ nah⸗ bondet Osse die Ne her das „b⸗ Dean Sei⸗ zon. jum edon Igroße Shinab stei Im in „2 Al⸗ Zbstit⸗ Kette 3 der Gi. . Der Mole. 255 §. 284. Thal und Carthause, dü Beposoir genannt. Merkwürdige Versteinerungen. Hinter dem Berge Vergi liegt ein Thal, welches das Auge von der Höhe des Mole herab nicht entdeckt, obschon es sehr breit ist. In demselben ist die Car⸗ thause du Reposoir angelegt, wo es minder kalt, aber viel krauriger und wilder als weiland in dem Kloster auf den Voirons ist. Hinter diesem Thale steigen sehr hohe Berge auf, die noch kalkartig sind, und deren Abstürze sich gegen die Centralkette der Alpen kehren. Das Thal von Repo⸗ soir trennt folglich die Ketten, welche nach außen hin gegen die Alpen laufen, von denen, welche nach in⸗ nen zu gehen. Dies Kloster wäre ein bequemer Aufenthalt für ei⸗ nen ziebhaber der Naturgeschichte: ich habe mich zwey— bis dreymal daselbst aufgehalten, und bin jederzeit von den Carthäusern sehr wohl empfangen worden. Mein erster Besuch verursachte ihnen doch einen großen Schre⸗ cken. Ich arbeitete damals an einer Sammlung von Alpenvögeln. Ich trug eine Flinte; zwey Bedienten, die ich bey mir hatte, trugen auch jeder die seine; die Jäger, die uns zu Führern dienten, waren gleichfalls bewaffnet. Es war an einem Donnerstage; die Car⸗ thäuser schöpften eben frische Luft in dem Walde an ih⸗ rem Kloster,(welche Erholung bey ihnen unter dem Na⸗ men Spaciment bekannt ist/) und als diese friedfertigen Brüder sich auf einmal von unbekannten bewaffneten Leu⸗ ten umringt sahen, glaubten sie, es wäre um ihr Leben geschehen, und wir wären zum wenigsten in der Absicht gekommen, ihr Kloster zu plündern. Es half mir nichts, ihnen die Absicht meiner Ankunft zu er klären die Wißbegierde schien ihnen ein gar zu schwacher Be— weg⸗ 256 Zehntes Kapitel. weggrund meiner Reise und des Besuchs von einem so traurigen Orte, und die Erlegung kleiner Vögel schien ihnen ein lächerlicher Vorwand unsrer Bewaffnung. Inzwischen luden sie uns doch ein, ihr Kloster zu betre⸗ ten, und uns ein wenig zu erfrischen, weil sie glaubten, wir würden auch ohnedies mit Gewalt hineingehen wol⸗ len; und erst nachdem sie meine physisch⸗mathematischen Instrumente gesehen, und uns alle genauer betrachtet hatten, fiengen sie an überzeugt zu werden, daß wir in keiner bösen Absicht gekommen wären. Die Berge in der Gegend dieser Carthause sind für den Kräuterkenner, selbst auch den Lithologen, sehr wich⸗ tig. Man findet in dem Thal, ein wenig oberhalb dem Kloster, eine schwärzliche Kalkbank, worin artige Tere— bratuliten, Ammoniten, Turbiniten u. s. w. liegen. Al— lein ich habe noch etwas viel merkwürdigeres daselbst ge⸗ funden. Man weiß, daß die versteinerten Muscheln ge— wöhnlich entweder mit der Materie selbst, worin sie lie⸗ gen, oder auch mit einer analogischen, die sich hinein fil— trirt hat, angefüllt gefunden werden. Hier aber fan— den sich große Chamiten mit Sand ausgefüllt, obschon sie in dem Innersten des Kalkfelsen eingeschlossen wa— ren. Als ich durch aufgegossene Salpetersäure diesen Sand von der ihn zusammenkittenden Kalkerde losge⸗ macht hatte, schien er mir aus spitzigen unregelmäßigen Quarzkörnern zu bestehen. Betrachtet man die Natur dieses Sandes, so muß es nach meinem Bedünken, einem jeden unmöglich schei⸗ nen, daß er sich in dem Schooße dieses dichten Kalkfel⸗ sen erzeugt, oder sich in denselben hinein filtrirt habe: folglich muß es der Sand des Meeres seyn, worin die⸗ se Chamen sich aufhielten, und womit sie angefüllt wor— den; hernach aber müssen ehemalige Ueberschwemmun⸗ gen dieselben auf diesen Fels, selbst in der Zeit seiner Entstehung, abgelegt haben. 9.285. 1* der ginct Bla— den 7 eineL. nem welct e. sholm I lich R RIH aus„ ⁰N 7 thalg Cun men un 4 O siandead. le HEN Berg Ne seht, xe streiche Mse u4 len wegr hugen mact, E Rinden einem so el schien uffnung. U betee? Maubtn, Hen mul Ialischn etrachtet n sid fir ihruth. 0alb den ibt. Ihenge aaste sie Wikeinff. ber fan. obschen Ien wo⸗ diesen e ege äßigen so mu lich schi „Kalkfel—4 Ict hab orin di. lt v. emmun⸗ t seiner 9. 20/½ Der Mole. 257 §. 285. Ein sehr höher und steiler Ralkfels. Ueber dem Kloster sieht man, gegen das Innere der Alpen hinein, einen hohen und vollkommen unzu⸗ gänglichen Kalkfelsen. Er gleicht oben einem dünnen Blatte, oder einem Hahnenkamm, und erhebt sich auf dem Kopf des an sich schon erhabenen Felsen. Dieser einem Hahnenkamm gleichende Gipfel hat nahe an sei⸗ nem westlichen Rande ein durch und durch gehendes Loch, welches man vom Kloster aus mit einem Fernglase, auch schon mit bloßen Augen, wenn man ein scharfes Gesicht hat, entdecken kann. Dieser Gipfel wird auch sehr deut⸗ lich oben vom MVole herab, und selbst in unsern Ebenen gesehen. Auch sieht man ihn vom Innern der Alpen aus, nordwestlich über Sakanche. Die Gebirgkette, wovon er einen Theil ausmacht, wird gegen das Arven— thal zu niedriger, und endigt sich oberhalb der Stadt Cluse, wie man dieß auch vom Wole herab wahrneh⸗ men kann. ö §. 286. Bau des Mole und Lage seiner Schichten. Bisher haben wir uns nur mit denjenigen Gegen⸗ ständen beschäftigt, welche man von der Höhe des Mo⸗ le herab sehen kann; nun wird es wohl Zeit seyn, den Berg selbst zu betrachten, welcher aus Kalkschichten be— steht, wovon einige von Nordnordwest nach Südsüdost streichen. Diese Lage wird sehr deutlich in einer großen Masse von sehr flachen, unter sich gleichlaufenden Schich⸗ ten wahrgenommen, die gegen das östliche Ende des langen Rückens, welcher den Gipfel des Bergs aus⸗ macht, sich anlehnen. Man erkennet auch eben diese La⸗ ge in den Bänken am Fuße der nordnordöstlichen Ab⸗ R stür⸗ 258 Zehntes Kapitet. stürzung, unterhalb diesem Rücken: aber obschon der Gipfel bis zu unterst an diese Abstürzung lothrecht abge⸗ schnitten ist, so stellt er doch nur gebrochene Schichten dar, deren Hge nicht zu unterscheiden ist. Andere Bänke finden sich in einer Richtung von Nordnordost nach Südsüdwest; und diese Lage scheint in dem nördlichen und westlichen Theile des Berges am häufigsten. So sieht man auf der Abendseite unmittel⸗ bar unter der Spitze, welche den höchsten Gipfel des Wole ausmacht, verticale Bänke, deren Flächen in dieser Richtung hinlaufen. Sonst sind diese Bänke noch wegen ihrer Farbe merkwürdig, welche rothem Wei⸗ ne gleich ist; ferner auch wegen der geringen Dicke ihrer Schichten, und wegen der Ritzen oder Spalten, welche dieselben senkrecht durchschneiden, indem sie mit dem Horizont gewöhnlich rechte, zuweilen aber schiefe Win⸗ kel machen. Die meisten von diesen Ritzen sind mit ei⸗ nem weißen Kalkspath ausgefüllt. Eben erwähnte Richtung von Nordnordost nach Südsüdwest findet sich auch in beynahe allen verticalen Bänken, die auf dem Pfade, welcher oben vom Wole herab bis zum Flecken St. Joire führt, nahe bey den Scheunen von der Chiarre, deren Höhe nach Hrn. Pic⸗ tets Beobachtung 424 Klaftern mehr als die Fläche des Sees beträgt, zu Tage ausgehen. Gegen Morgen von diesen Scheunen sieht man auch große, weisse, lothrecht abgeschnittene Felsen, deren verticale Schichten eben diese Richtung haben. Geht man endlich stets dem gleichen Pfade nach, so kommt man unmittelbar über den Feldern von St. Joire auch über verticale Bänke, die immer eben dieselbe Richtung haben. Diese Lage der östlichen und nördlichen Schichten des Mole ist um deswillen merkwürdig, weil die Flä⸗ chen derselben nicht mit der Länge oder dem größern Durchmesser des Berges, wie sonst gemeiniglich wahr⸗ genom⸗ un N. Herh ah +0 10 9 Por h diheu d 90 W tr se Nat vri c deh de amiee die tu iad (ocu se scf veld IN 19 xt bengz hab Sbe al9 Mag e Der Mole. 259 hondew genommen wird, gleichlaufend sind, sondern vielmehr cht ag denselben genau in rechten Winkeln durchschneiden. Schichen Die Schichten, welche südwestlich die Grundlagen des Wole ausmachen, und oberhalb Bonneville ab— ung m gestürzt sind, werden beynahe mit der Länge des Berges shust gleichlaufend, und gehen ohngefähr von Nordwest Is am gegen Südost. Diese, gleich den vorigen, scheinen nt. durch alte, von den Alpen herabgekommene Strömun⸗ psel d gen, die in die beyden Seiten des Berges eingegriffen lächen haben, angefressen zu seyn. ö Bukk Was die Abstürzungen der Schichten des Mole be— vmUWü. trifft, so läßt sich wahrnehmen, daß sie die im vorigen Hiteisit Paragraph angegebene Regel beobachten. Denn alle „ hlhe die unter denselben schräg laufen, erheben sich entweder t En gegen die Fläche des Sees hin, oder gegen das Bornes⸗ e Wi⸗ thal, welches nur durch den Saleve von dieser Fläche ut e getrennt ist. lost rah§. 287. ö Hattaln. Allgemeine Bemerkungen über die Senkung die⸗ Sis ser Lagen. beh den ö 115 Die jähen Senkungen dieser Bänke, die sich oft (aheds verändernden Richtungen von eben denselben, bestätigen Lugenen aufs neue eine wichtige und allgemeine Bemerkung in threht! diesem Fache: daß nämlich die angelegten Berge Hun dln(econdaires) um so unregelmäßiger und mehr se Inm schräglaufend sind, je mehr sie sich den primiti⸗ HAbar ibe ven nähern. ö ö ö VH, Es ist freylich wahr, daß hin und wieder selbst in 1 großen Entfernungen von den primitiven, einige Kalk⸗ Schichten berge gesenkte und selbst zuweilen verticale Schichten . 5H%% haben: aber diese localen Ausnahmen stoßen doch die größen allgemeine Regel nicht um, daß die Kalkbänke, welche ch uche man in den von hohen—9.7 fernen Ebenen findet, 970 L2 ent⸗ genom⸗ 26⁰0 Zehntes Kapitel. entweder horizontal, oder ein wenig gesenkt erscheinen; da im Gegentheil die Berge, welche sich dem Mittel— puncte der großen Ketten nähern, selten horizontale, sondern allenhalben starke und auf verschiedene Weise ge⸗ senkte Schichten zeigen. Auch ohne sich vom Mole zu entfernen, kann man noch andere Beyspiele dieser allgemeinen Wahrnehmung sehen. Der Saleve, drey Meilen von den Alpen, wendet seinen Rücken in einer sanften Senkung gegen sie hin. Der Berg Voirons, welcher den Alpen noch nä⸗ her ist, hat noch eine jähere Senkung, und die höchsten Schichten desselben senken sich gemeiniglich in einem Winkel von 47 Graden. Zwar haben diese beyden Berge nach der Seeseite hin sehr steil gesenkte Schichten,(§. 239 und 276.) welche aber im Saleve regelmäßiger als in den Voi— rons sind, weil sie genau der Richtung des Berges selbst folgen; da hingegen die in den Voirons diese Richtung in fast geraden Winkeln durchschneiden. Die niedrigen Gebirgketten, welche man hinter den Voirons gewahr wird, und die dem Mittelpunkte der Alpen näher sind, zeigen noch größere Unregelmäßigkei⸗ ten und Senkungen, als man an der Struetur der Voi⸗ rons überhaupt bemerket. Und wenn man nach der Mittagsseite zurückkehrt, so sieht man sogleich den Berg Brezon, dessen Gipfel lothrecht abgeschnitten und beynahe verticale Schichten hat. Die Berge, welche auf ihn oberhalb dem Thale von Reposoir folgen, sind sehr gesenkt und unregelmäs⸗ sig. Und wir werden in der Folge sehen, daß in der Schichtung der Berge, welche dem Mittelpuncte von eben diesem Theile der Alpen näher sind, die Unordnung auch noch größer ist. §. 288. 2 shey, Nn gs Id nil mich Lou. de Hün Shen. M rung,S en zudst tinchh w. . suhe Wsernu. e in H sich do un der C eng, du. Jn He, marn un die At vols“ wonin ai v eixmalge rung etEν Mñ roch vol pelche MV ren. Ma kag heitre I E ber do V sheing, Mikel⸗ Iunnal, Daseg⸗ sis man Hrung Men, Rgen se noch Ho hähstn Meinem desi 27⁰⁰ oie BDoges s dies n. Hiter den ukte der Ufigkei⸗ oi⸗ nete von Kordyung 5. 285; Der Mole. 261 §. 288. Eine Höhle. Ich habe auf dem Mole nur eine einzige Höhle ge⸗ sehen, die aber nur darum merkwürdig ist, weil sie durch den ganzen Felsen quer durchgeht. Sie ist unterhalb und nördlich von der Spitze gelegen. Ein Hirt, der Entdecker derselben, schlug mir vor, mich hineinzuführen; ich nahm das Anerbieten an, in der Hoffnung einige merkwürdige Entdeckungen zu ma⸗ chen. Und in der That hätte mich, ohne diese Hoff⸗ nung, die Ansicht der Lage, in die ich mich, um hin⸗— ein zu kriechen, versetzen mußte, bald von diesem Un⸗ ternehmen abgeschreckt. Man muß sich ganz auf den Bauch legen, und hernach rückwärts zuerst mit den Füs⸗ sen hinein schlupfen; weil, wenn man bis auf einen ge⸗ wissen Punkt vorgedrungen ist, sich eine Art von Trep⸗ pe in dem Felsen findet, die so jäh ist, daß man unmög⸗ lich da mit dem Kopf zuerst hinabkommen könnte; und der Canal, durch welchen man hinein kömmt, ist so eng, daß, wenn man mit dem Kopfe zuerst hinein krö⸗ che, man nicht mehr zurückkehren könnte. Wenn man nun diese Treppe hinabgestiegen ist, so findet man eine Art von einem sehr geraumigen und erhöhten Saale, worin aber nichts merkwürdiges ist; ich habe sogar nicht einmal wahrhafte Anzeigen finden können, ob diese Oeff— nung ein Werk der Kunst oder der Natur sey. Man findet nicht die geringste Anzeige von Erz, noch von irgend einer Steinart oder Erdart darinne, welche die Menschen hätte zum Graben ermuntern kön⸗ nen. Es bilden sich auch keine Stalaktiten darinnen. Man kann auf der andern Seite des Felsens durch eine breitere und bequemere Oeffnung wieder herauskommen; aber da dieselbe gegen eine sehr jähe Senkung über dem R 3 Ab⸗ 262 Zehntes Kapitel Abgrunde ausgehet, so wäre doch dieser Durchgang nicht ohne Gefahr. §. 289. Verschiedenheit der Kalksteine, aus welchen der Wole bestehet. Ich habe schon gesagt, daß der ganze Wole aus Kalkstein bestehe. Dieser Stein ist grau; jedoch giebt es unter dem Gipfel auf der Genferseite, und an einigen andern Stellen dünne Schichten, wo das Gestein zie— gelroth(briqueté) ist. Man findet auch an unterschiedlichen Orten des Ber⸗ ges grau und roth gesprenkelte Stücke; und was in der That merkwürdig ist, so sind dies keine Flecken verschie— dener Farbe auf gleichartigem Grunde, wie man es in vielen Marmoraxten findet, sondern zweyerley grob un— tereinander gemischter Steinteig. Auch sieht man grobe, aus eckigen Bruchstücken zu⸗ sammengesetzte Breschen, die mit einem Kitte, der kalk— artig wie sie, aber weicher und von hellerer Farbe ist, verbunden sind. Ich habe überdem auf dem Wole nichts als unvollkommene Ueberbleibsel von Versteine— rungen angetroffen; hingegen findet man daselbst häufi⸗ ge Knoten, auch Adern von in dem Kalkstein eingeschlosse— nem Petrosilex, welche harten Steine zuweilen halb durch⸗ sichtig, aber immer von einer dunkeln Farbe sind. §. 290. Vögel des Mole. Ich habe nicht viel seltene Thiere auf diesem Berge angetroffen; doch fand ich da die Ringelamsel(Turdus torquatus), den Nußknacker(Corvus caryocatactes) und das schwarze Rothschwänzchen. Dieser letz⸗ tere sihe Engy⸗ Gobl 3½ t shtehr Vad gme R r uH von se Wm Cat gdeis bes M Rlnt Molom geceh glicttin fHN LI sch nůs seckhls Huniot Dne ene schud lidd e9 SclO WE Alicht r 2 s gih Hgen ji⸗ Be⸗ Nun der chie⸗ 18 in 00 ub Ven z Ir kak⸗ 3 s Mole hine⸗ hüuff⸗ Ichaos⸗ urh⸗ VBedg Turds Atactes ser leh⸗ tere Der Mole. 263 tere Vogel, von dem ich bey keinem Ornithologen die Be⸗ schreibung antreffe, gleichet der Mauernachtigall oder Waldrothschwänzchen(Motacilla phoenicurus) und dem gemeinen Rothschwänzchen(Motacilla erithacus). Aber er unterscheidet sich von beyden dadurch, daß er ganz von schwarzer ins Aschgraue spielender Farbe ist, ausge⸗ nommen an den fünf äußern Schwanzfedern von beyden Seiten, welche braunroth sind; auch die Spitzen dieser Federn sind schwarz, wie der ganze übrige Theil des Lei⸗ bes. Auf den Alpen und dem Jurassus ist dieser Vo⸗ gel nicht selten, auch nicht so lebhaft und muthwillig wie die Mauernachtigall, lebt als Einsiedler am Rande von Ab⸗ gründen, und scheint, sobald man sich ihm nähert, sich gleichsam da hinab zu stürzen. Er nistet zwar zuweilen auf den Dächern der Alpenhütten, aber nur im Früh— jahr, so lange dieselben noch unbewohnt, und die Hir⸗ ten noch nicht auf den Gebirgen sind.) §. 291. Wölfe. Man findet oft Wölfe in den Wäldern des Mole. Ein großer Hühnerhund, welcher mich ehemals auf die Gebirge begleitete, stach einmal zween derselben auf, die sich in einem Gebüsche mitten in einer offenen Wiese ver— steckt hielten. Sie zogen in kurzem Galop ab. Mein Hund verfolgte sie mit Hitze; aber ich rief ihn eilig zu⸗ R 4 rück, *) Wir haben diesen Vogel auch ziemlich häufig in der Ge⸗ gend von Bern.— Er kommt oft genau mit der Be— schreibung unsers fleißigen Beobachters überein, ist aber nichts anders als die Motacilla erithacus Linnaei, dessen Beschreibung aber nicht so deutlich ist, als die, welche Scopoli von diesem Vogel gegeben, Ann. Hist. Nat. I. p. 157. 158. und nach der deutschen Uebers. S. 192.193. Nr. 233. W. 264 Zehntes Kapitel. rück, weil mich mein Führer versicherte, daß, sobald sie in dem Gehölze, wornach sie flohen, unsern Augen entgangen wären, sie auf den Hund losgehen, und ihn verzehren würden. §. 292. Pflanzen des Mole. Ich habe auf diesem Berge eine Menge von Alpen⸗ gewächsen gefunden. Die höheren Wiesen sind mit den Blumen der rothen Enzian(Gentiana purpurea), der narcissenähnlichen Anemone((Anemone narcissiflora 1 der großen Küchenschelle mit außerhalb purpurfarbenen und innerhalb weissen Blumen(Anemone pulsatilla), dem Hieracium und Lödoenzahn mit gelben Blumen (Hieracium aurantiacum und Leontodon aureum), der buchsblätterigen Kreuzblume( Polygala chamoebuxus) u. s. w. geschmückt. Auf dem Gipfel des Berges findet man die großen Glockenblumen(OCampanula thyrsoides), die Dryas octopetala, verschiedene kleine Steinbrechar— ten(Saxifragae) u. d. gl. Die dem Gipfel benachbar⸗ ten Felsen sind mit zwo Arten kriechender Weiden(Sa- lix retusa und Salix reticulata) bedeckt. Die steilen Rücken oder Halden gegen Osten tragen jene sonderbare Enziane, deren Blüthe größer ist als die ganze Pflanze (Gentiana acaulis), die große Globularia(Globularia nudicaulis), das wirtelförmige Läusekraut(Pedicularis verticillata), die Alpenbartsia(Bartsia alpina) und die Biscutella didyma. Am Fuße der Abgründe findet man die Pinguicula alpina und die Arnica scorpioides, und in den Trümmern unter diesen Abgründen das Antitrhi— num alpinum, den runden Sauerampfer(Kumex di- gynus), und in den Wäldern das gelbblühende Veil— chen(Viola biflora) und den Alpenhuflattig(Tussilago alpina) u. s. w. g. 293. ger. 1 Lust siben 4 h6 d²ẽ Daos bl das doctiz ass dithe pollen Eu fil naad vom M schn mi v dos he O hägt G ist iS Vah mn schper ꝛot Um delsy chaul Dune 0r Dun Egenhyt ader Imt hundenhr hlos füe u dise D in gHα 9 Esg Oder ͤ eer 11 und 12 Apen⸗ imit den 3), der forq, Warbenen quild Hlmen der Huvus) Afndet bigey Hachar⸗ echbar⸗ 1(- Chilen rbate vfanze Aularia alis (de Ptman „ Md tilhi⸗ E5 di. Wil⸗ ago Der Mole. 265 §. 293. Trift des Mole. Stäffel von la Tour. Bau der⸗ selben. Arbeitsame Lebensart der Wolebewoh⸗ ner. Den Heerden gefährliche Windstöße. Stäf⸗ fel von Aise. Charäkter der Bewohner des Wole. Die Trift des Mole ist sehr berühmt im Lande. Das Milchwerk und insonderheit der Anken vom Vieh, das da geweidet wird, sind viel fetter und schmackhafter, als die von den benachbarten Bergen. Um deswillen wollen uns auch alle Bauren, die dergleichen Lebensmit— tel nach Genf zum Verkaufe tragen, bereden, sie kämen vom Wole. Die Vortrefflichkeit dieser Trift ist inzwi⸗ schen nicht die einzige Ursache dieses Vorzuges, sondern das wenige Wasser, welches die Kühe daselbst saufen, trägt auch dazu bey. Die nächste Quelle von der Trift ist eine Stunde weit; und es wäre beschwerlich, das Vieh immer dahin zur Tränke zu führen, und noch be— schwerlicher, ihm von dort genugsam Wasser zu holen. Um deswillen müssen die Kühe sich mit dem Morgen⸗ thau statt aller Tränke begnügen, und nur in großer Dürre bekommen sie Wasser. ö Die meisten. Berge in der Schweiz gehören reichen Eigenthümern oder Gemeinden, die sie an Unternehmer oder Pachter vermiethen. Diese vereinigen oft zwey⸗ hundert Kühe in eine einzige Heerde, die sie von hier und da blos für den Sommer annehmen, und machen in großen zu diesem Ende eingerichteten Hütten Butter und Käse in großer Menge.) R 5 Der ) Es giebt im Bernischen eine Menge dergleichen Hirten, oder Küher, wie sie im Lande genennt werden, die nicht einer Hand breit eigenes Land besitzen, und doch oft 100 und mehr Kühe haben, mit denen sie im Sommer auf gemie⸗ 266 Zehntes Kapitel. Der Wole hingegen gehört Kirchspielen, wo jeder Gemeinsmann*) das Recht hat, seine Kühe darauf ge⸗ hen zu lassen, und eine Käsehütte anzulegen. Man sieht also auf dem Wole kein großes Gewerbe auf But⸗ ter⸗ und Käsewirthschaft, sondern eine Menge kleiner Heerden und kleiner Käsehütten.“½ Die Stäffel oder Hütten des Kirchspiels la Tour, die etwan 0 Klaftern höher als unser See liegen, sind in beynahe gleich großen Entfernungen auf dem Um⸗ fange einer sehr großen Wiese vertheilt. Diese Wiese ist mit einer Umzäunung(Clöture) gegen das Vieh vermacht. Wenn das Futter sein gehöriges Wachs⸗ thum erreicht hat, so wird es gemähet, zu Heu gemacht, und in wohlgedrängten pyramidenförmigen Haufen (meules) aufgesetzt. So bleibt es auf dem Platze, auch noch wenn die Herbstkälte die Heerden und Hirten in gemietheten Bergen sind, im Winter aber oft von einem Dorfe ins andere mit ihren Heerden ziehen, um das da— selbst gekaufte Heu zu verzehren. W. 4) Gemeinsmänner(Communiés) heissen die, welche ein Recht an das den alten Einwohnern eines Kirchspiels ge⸗ meinschaftliche Gut, oder Allment, haben. %) Diese Art von Alpenökonomie ist gewiß sowohl dem Volke als dem Lande nachtheilig; die Menge so vieler kleinen Hütten schadet der Waldung, und weil jeder Ei— genthümer sich seine Butter und Käse in seiner kleinen Hütte selbst macht, so erfordert dies mehrere Feuerung, und wirft doch bey weitem nicht so viel ab, als wenn das Käsemachen im Großen angestellt wird. Ich habe auf sehr vielen bernischen und andern Alpen beobachtet, daß dergleichen Gemeinweiden stets schlechter sind, und sorg— loser unterhalten werden als die andern. Ganze Fami⸗ lien halten sich oft daselbst in elenden Hütten den ganzen Sommer durch in trägem Müßiggange auf, da doch die mehresten unter denselben in der Ebene durch ihre Arbeit nützlich seyn und etwas gewinnen könnten. W. i uhd Venn De Echnede man el Ni fe vesu des Hlx gubt Ex die li Freuddn Cid aã In,: ren ali mErR 3s U Dg ver Iun Kirmn sene bundo ce X. dent y Wische genuhg gen Cdeil Halson Dmnseds degen 9 nthig figngy ner N. A machtize so kocxã ken Art G Der Mole. 267 ae in näher an der Ebene liegende Weiden herab treibt. M. Wenn aber endlich der Winter gekommen ist, und der Bu Schnee das Gebirge schon ziemlich bedeckt hat, wählt Ii man einen schönen Tag; das junge Volk aus dem Dor⸗ klinn fe versammlet sich an demselben auf dem Berge, packt dies Heu in große aus Stricken verfertigte Netze, und Lan giebt dem Gepäcke eine kuglichte Form, läßt hierauf uun diese Gebünde den Berg hinunter rollen, und zeigt eine 41. Freude und Munterkeit dabey, die bey den prächtigsten Wit Stadtfesten gewiß selten oder gar nicht gefunden wird. Dih Die Stäffel, wovon die Rede ist, sind kleine Hüt⸗ mi ten, mit niedrigen, trockenen und ungepflasterten Mau⸗ nahh, ren aus zusammengelegten Steinen gebaut. Der ganze Hasn untere Raum dieser kleinen Gebäude macht nur ein ein⸗ Vlsch, ziges Zimmer aus, dessen eine Hälfte das Vieh im WOten Trocknen hält, und die andere von dem Hirten und sei⸗ R ner Familie bewohnt wird. Die achtzehn Zoll hohe —— Krippe macht die Absonderung zwischen dem Vieh und i seinen Besorgern. Die Kühe sind an derselben ange⸗ bunden, und können also bequem ihre Köpfe in die Kü— NN che des Hirten herüber strecken. Eben diese Krippe vh g⸗ dient zugleich der Hirtinn zu einem Sopha, wo sie sich, zwischen den Köpfen ihrer Kühe sizend, dem Feuer ge— kn genüber befindet. Da liebkoset sie ihr Vieh in müßi⸗ bslet gen Stunden, schlägt ihre Arme freundschaftlich um den ider Ei Hals einer Kuh, und so sieht man oft Auftritte, die des fns Pinsels eines Tenier würdig wären. Da das Feuer r gegen die Mauer hinbrennt, so wäre ein Camin ein un— If nöthiger Aufwänd; der Rauch gehet durch die Mauer— det, daß fugen und das Dach hinaus. Ein beweglicher hölzer— sech⸗ ner Arm trägt den kleinen Kessel, worinnen der Käse ge— am macht wird, und wenn man ihn heraus genommen hat, 1980 so kocht man die Molke zum zweytenmal mit einem stär⸗ Nibet kern Abscheidungsmittel(prélure), welches eine zweyte Art von Käse heraus bringt, die in der Landessprache Serai 268 Zehntes Kapitel. Serai oder Serac(bey den deutschen Alpenhirten aber Zieger) genennt wird. Die übrige Molke, welche auf— behalten wird, dient, das grobe trockne Haberbrodt weich zu machen, welches die vorzüglichste Nahrung des ar— men Landmanns in Savoyen ausmacht. Ein kleiner Behälter in einer Ecke dient zur Auf bewahrung der Milch; und über den Kühen wird durch schlechthin ge— legte Breter gleichsam ein zweytes Stockwerk formirt, worauf ein wenig Heu zum Bette der Herrschaft liegt. Wenn ich auf den Bergen übernachte, überlassen diese guten Leute mir dieses zweyte Stockwerk, welches zu klein ist, um sich theilen zu lassen, und schlafen bey einem Nachbar. Die Sorge für die Heerde ist gemei⸗ niglich den Weibern anvertraut, weil die Männer unten im Thale in Heu- und Erndtegeschäften sich aufhalten. Zuweilen nimmt die Mutter den Sohn oder einen ande⸗ ren Knaben von 12 bis 14 Jahren mit, um die Kühe zu hüten, während sie Käse macht, oder andre Angele— genheiten ihrer kleinen Haushaltung besorgt. Das Le— ben, welches diese Lute hier zu führen haben, ist sehr mühsam. Denn erstlich müssen sie eine Stunde weit her alles Wasser, das sie nöthig haben, auf dem Ko— pfe tragen; hernach müssen sie auch sich auf die jähen Abhänge wagen, wo, über Abgründen, keine Kuh zu stehen vermag, und da das Gras mit einer Sichel ab⸗ schneiden, weil es sonst verloren gienge; dies tragen sie sodann in ihre Hütten, um es zur Nachfütterung für die Kühe zu gebrauchen. Die größte Mühseligkeit aber, der sie ausgesetzt sind, besteht in den stürmischen Windstößen. Dieselben kom⸗ men von Abend quer durch das Thal des Bornes, des. sen Oeffnung der Berg Mole gegenüber liegt, und sind so heftig, daß sie die Kühe, welche sie zuweilen an dem östlichen Rande des Berges unversehens überfallen, eben so leicht umreissen und über die Abgründe hinabstürzen, als t △ ue R Iden O. der sü ben,Hk tn; laseno Stube einerdalen mind xxr 0 den Ei m H 6 lteib. An Gladschr wenn R. den.txã Vic bck 1 als oH schen hrw. Steind ů shen,. Siate 1 ken aber Iche auf- Riweich des gr⸗ kleiner Aung der Uhn Re⸗ Femikt tleg Herlasen elches Ufen hy gemi⸗ lir untn Hlton. hande⸗ Kohr Waagel⸗ W dst scht he weit Ko⸗ sihen Hh yu Sel ab⸗ gen si hfr de sih ankon 15,de sild dem „Feben nzen, als Der Mole. 269 als die Winde auf der Ebene die trocknen Blätter der Bäume fortwälzen. Wenn aber der Sturm nur nach und nach kömmt und anwächst, und also diese Thiere Zeit haben, sich in gehörige Verfassung zu setzen, so lehrt sie der Instinct, sich mit dem Rücken gegen den Wind zu kehren, und sich stark an den Boden anzuklammern, indem sie den Kopf hängen, und die Füße aus einan⸗ der stellen. Sobald sie diese Stellung angenommen ha⸗ ben, ist für sie des Windes wegen nichts mehr zu fürch⸗ ten; sie würden sich auch eher auf der Stelle todtschlagen lassen, als die geringste Bewegung machen, bis der Sturm ganz vorüber ist. Da man aber allezeit für sie einen Ueberfall vom Sturme fürchtet, so gehen, bey der mindesten Ahndung davon, die Weiber und die Knaben aus den Hütten heraus, und laufen mit einer erstaunen⸗ den Geschwindigkeit auch gegen die steilsten Abhänge, um die Heerden davon hinweg und in Sicherheit zu treiben. Ich war selbst Zeuge von einem solchen Windstoße. Glücklicherweise war ich zur Hütte zurückgekehrt. Denn wenn sie ihre ganze Stärke zeigen, so werfen sie auch den stärksten Mann über den Haufen. Während der Wind tobte, glaubte ich jeden Augen⸗ blick, er werde die Hütte wegreissen; es schien immer, als ob das Dach fortgeschlendert werden sollte, ob es schon beynahe ganz bis auf die Erde hinab gieng, mit Steinen beschwert war, und der Wind über seinen Ab⸗ hang hätte hinglitschen sollen. In der That geschieht es auch öfters, daß Stöße von Sturmwinden eine der abhängenden Seiten des Daches losreissen, und sie auf die andere hinüber werfen, so wie man in einem Buche ein Blatt auf das andere hinüberbläst. Als mir der Wind etwas nachgelassen zu haben schien, wollte ich durch mich selbst die ihm noch übrige Stärke beurtheilen; und obschon mein Wirth und seine deute 27⁰ Zehntes Kapitel. Leute mir es widerriethen, zog ich doch eine hölzerne Stange, welche die Thür zuhielt, hinweg: aber kaum hatte ich dies gethan, so öffnete sich die Thüre mit sol⸗ chem Ungestüm, daß ich rücklings zur Erde geschmissen, und alles Geräthe in der ganzen Hütte an die der Thüre gegenüber stehende Mauer geworfen wurde. Die Hütten von Aise, durch welche man geht, wenn man von Bonneville aus den Gipfel des Wole be— steigt, sind südsüdöstlich über diesem Gipfel gelegen, und, nach Hrn. Pictets Messung, 578 Klaftern höher, als die Fläche von unserem See. Sie sind in der Bauart denen von Latone ähnlich, aber nicht so im Umfange einer gleichen Weide zerstreut. Ich weiß nicht, ist es die beständige Thätigkeit, wor⸗ in die Bewohner des Mole leben, oder die frische und lebhafte Luft dieses isolirten Berges, welche die Sprache dieser Leute nachdruckvoller und schneller als die der übri⸗ gen savoyischen Bergbewohner macht, und in ihnen, der schweren Arbeiten, denen sie obliegen müssen, ohnge⸗ achtet, eine angenehme Munterkeit und Lebhaftigkeit un⸗ terhält. Es sey mir erlaubt, hier ein Beyspiel davon 5 anzuführen, welches zu gleicher Zeit einen Geist der Nachsorschung beweist, der in der Classe von Menschen, — die die Noth zwingt, für nichts anders als für ihren Un⸗ terhalt geschäftig zu seyn, gewiß sehr selten ist. Ich hatte den Hund bey mir, welcher die Wölfe so muthig verfolgt hatte. Eines Abends, ehe er sich zur Ruhe legte, drehte er sich auf dem Heu im Kreise her⸗ um, wie die Hunde gewöhnlich thun, ehe sie sich nieder ⸗ legen. Ein Hirt, welcher zugegen war, sagte lachend zu mir: Ich wette, Herr, ob Ihr schon alle Kräuter und Steine auf unserm Berge kennt, so werdet Ihr doch nicht auf eine Frage, die ich jetzt an Euch thun will, antworten können. Warum dreht sich der Hund so lan⸗ ge um, ehe er sich niederlegt, da hingegen der Mensch . uuH Elrn Elrm dav nuo xy Am& einemt Disns te, Ve die 1 verkov e nem i eine 3 stlc — mn——— EE Der Mole. 27¹ Hähene sich alsobald ins Bette legt, ohne das Nämliche zu thun? kaum Ich antwortete, der Hund thäte das, um sich eine Ver⸗ m sl tiefung in seinem Lager zu machen, damit er bequemer 10 darin liege. Ganz und gar nicht, sagte der Hirt; denn hure er könnte sich die Vertiefung im Heu auch machen, ohne sich darin umzudrehen: aber seht Ihr nicht an seinem —5 unentschlossenen Gesichte, daß er sich deswegen immer Ole be⸗ umdreht, weil er nicht weiß, wo er den Kopf hinlegen ien, ind soll? er will ihn hier, dann da, dann wieder dort nie— het, 6 derlegen, und hat keinen Grund, der ihn zum Entschlus⸗ Baumt se brächte; da hingegen der Mensch gerade die Stelle msare sieht, wo er sein Häupt hinlegen soll, und sich deswegen nicht herumzudrehen und in der Ungewißheit zu seyn ook⸗ braucht. Ich gestehe, daß ich gar nicht erwartet hatte, he daß dieser Hirt mir einen Beweisgrund gegen das Hbe· — rum arbitrium vorbringen würde. Wihri⸗ Rin, der ch.§. 294. zin Elektrischer Versuch. Tragbarer Conductor. dabon Elektricität neu entstandener Wolken. Untersu⸗ li de chungen darüber. Wie schwer es ist, den Dra⸗ hs chen auf Bergen fliegen zu lassen. Huh Auf dem Gipfel des Wole machte ich den 29 Ju⸗ Hahe nius 1766 einen interessanten elektrischen Versuch. Herr osch zr Am. Lullin, gegenwärtig ein würdiger Beysitzer von i he⸗ einem unserer Tribunale, hatte mich ersucht, bey einer lce' Disputation, welche er über die Elektricität halten woll⸗ lahnd te, das Präsidium zu führen. Er legte sich damals auf Kütt die Weltweisheit, und sein Fortgang in den Studien det Ir verkündigte schon, was dereinst sein Vaterland von sei— hlil, nem Eifer und Fähigkeiten zu erwarten habe. Um nicht Dpl eine bloße Compilation auf den Katheder zu bringen, Masch stellten wir zusammen neue Untersuchungen über die Elek⸗ s0 trici⸗ 27² Zehntes Kapitel. tricität an. Insonderheit beschästigten wir uns mit der Lluftelektricität auf den Gipfeln der Berge. Zu diesem Ende fiel mir ein, aus einer englischen Fischruthe, die zugleich zum Spazierstocke dient, einen tragbaren Conductor zu machen. Man kennt diese Art von Stöcken. Sie bestehen aus vielen kleinen ausge⸗ höhlten Stäben von Haselstauden(coudrier), die man in einander stecken kann, und welche dann einen dicken 4 Schuh langen Stock ausmachen, wenn man sie aber an ihren Enden zusammenfügt, eine Stange von 5 bis 16 Schuh hoch abgeben. Eine eiserne Spitze, die ich in die Erde stoßen konnte, trug einen kleinen Cylinder von Holz, welches im Ofen getrocknet und über firnißt war, und worauf der Stock, der auf diese Weise isolirt war, konnte befestigt werden. Drey seidene Schnuren, die an einem Ende oben an die erste Abtheilung des Stocks, und am andern an Haken, die in den Boden gepflanzt waren, befestigt wurden, und die ich stark in entgegengesetzten Richtungen angespannt hatte, gaben dem ganzen Werkzeug genugsame Festigkeit. Auch hat⸗ te ich einen kleinen Elektricitätsmesser in einer Flasche, welcher mir, wenn die Luft auch schon in Bewegung war, auch die schwächste Elektricität anzeigen konnte. Ich richtete diesen Conductor auf dem Gipfel des Mole auf, und brachte seine metallene Spitze mit einer kleinen isolirten blechernen Röhre in Communication, deren Elektricität ich mit Bequemlichkeit prüfen konnte. Es war ohngefähr um 10 Uhr des Morgens; es gieng ein wenig Südwind; das Wetter war vollkommen hell, einige hier und da zerstreute Wolken ausgenommen. Die Sonne, deren Stralen auf den Berg fielen, mach⸗ te, daß von Zeit zu Zeit aus seinem Fuße und aus den Wiesen unter dem Gipfel kleine weiße Wölkchen auf⸗ stiegen, die langsam der Oberfläche des Berges nach aufwärts stiegen, zur Spitze gelangten, und, wenn sie sich schr s schs and 1⁰⁰ CeliI Vo S (lsd. nn H. U hesti gett sch HAn trich 4 0%πε8 W a durdhl wo dill auch W sehn, W. dem(0 Ynn Vult un behde m tticiahen shvehg Held maßun* sie hirdhun ben mi 3 Mihnns der zuwe g Gahrucs und gsg mitder lischen einen se Art Mnge⸗ man 2dicken Recher Olsbis Die ich lunder Iimißt Vscnt Hinng, Nl des en in Aaben hat⸗ 5 sqh, Ruung I0. ERN Niher tion, unte. Saieng „Thel, Oen Auch den auf⸗ Sach sie sch Der Mole. 273 sich daselbst in verticaler Richtung erhuben, entweder sich in der Luft auflösten und verschwanden, oder sich mit andern Wolken, die über unserm Häupte schwebten, vereinigten. In den Zwischenzeiten, worin keine Wol— ke am Conductor vorbeystrich, gab er kein Zeichen der Elektricität; auch dann nicht, wenn eine von diesen Wolken groß genug war, um den Conductor von seiner Spitze an bis auf den Boden herab einzuhüllen; denn alsdann blieb der Elektricitätsmesser vollkommen in Ru— he. Wenn aber eine Wolke die Spitze des Conductors bestrich, oder ein wenig unter ihm vorbeygieng, ohne zu gleicher Zeit auf den Boden zu reichen, alsdann ließen sich zwar schwache, aber unzweifelhafte Zeichen von Elek⸗ tricität wahrnehmen. Diese Erfahrung kam mir wich— tig vor, weil sie einigen Zutritt zur Kenntniß der Ursa— che der Wolkenelektricität zu geben schien. Die Elektri⸗ cität der kleinen Wolken schien durch ihren Durchgang durch die Luft entstanden zu seyn: denn von der Erde, wo die Wolken herausgiengen, konnte sie nicht kommen, auch nicht in dem Augenblick ihrer Bildung entstanden seyn, weil jedesmal, daß die Wolke die Erde berührte, dem Conductor gar keine Elektricität mitgetheilt wurde. Ich muthmaßte daher, daß entweder das Reiben der Wolke mit der Luft, oder die Wirkung der Sonne, oder beyde Ursachen in Verbindung mit einander, die Elek⸗ tricität, während daß die Wolken isolirt in der Luft schweben, hervorbringen müssen. Herr Lullin und ich versuchten nach diesen Muth⸗ maßungen, die Elektricität vermittelst künstlicher Dün⸗ ste hervorzubringen, indem wir dieselben bald dem Rei⸗ ben mit der Luft oder mit andern Dünsten, bald der Wirkung der Sonnenstralen aussetzten. Wir verban⸗ den zuweilen diese Wirkungen mit einander, durch den Gebrauch der Windbälle(Eolipiles), siedenden Kessel und großer Blasebälge, und hielten diese S Körper bald isolirt, SSFFFFFeeeeeeeete*—imiieieeeeeee‚eeeeee....——.———— 27⁴4 Zehntes Kapitel. isolirt, bald in Communication, bald in die Sonne, bald in den Schatten; wir giengen in unsern Untersuchungen so weit, daß wir auch verschiedene volatilische Ingredien⸗ zien mit dem abzudampfenden Wasser vermischten: aber bey allen diesen Proben kam nicht der geringste Anschein von Elektricität heraus. Ich dachte nachher, daß ich vielleicht in dem Schluß aus meinem Versuche, daß die Elektricität der Wölk— cken sich beyz ihrem Durchgange durch die Luft erzeugt hätte, könnte zu voreilig gewesen seyn. Es kam mir wahr— scheinlich vor, diese Wölkchen möchten vielleicht gar kei⸗ ne eigene Elektricität gehabt, und zu nichts als zur Ver⸗ mehrung der Höhe meines Conductors gedient haben, indem sie selbst zu einem Leiter wurden, um an die Spi— tze meiner Stange die Elektricität von höheren Lagen der Atmosphäre, welche die Stange mit ihrer geringen Er— höhung nicht erreichen konnte, gelangen zu lassen. Um hierüber zweifelsfrey zu werden, hätte man einen fliegen⸗ den Drachen oder einen andern Conductor in die Höhe, zu welcher diese Wolken gelangten, bringen müssen, um zu untersuchen, ob in der Abwesenheit dieser Wolken diese Leiter eben die Elektricität angegeben hätten, die sich beym Uebergange von jenen wahrnehmen ließ. Wir hatten zwar einen fliegenden Drachen: aber der Wind, welcher damals wehte, war zu schwach, um ihn in die Höhe zu treiben. Uebrigens wehen auch auf hohen Bergen die Winde so unregelmäßig, daß es äußerst schwer ist, die Drachen daselbst zum Fliegen zu bringen: denn kaum sind sie einige Klaftern hoch geflogen, so wirft sie ein entgegengesetzter Windstoß mit Heftigkeit wieder zu Boden. Mir sind aber noch andere Mittel zur ge— nauern Untersuchung dieser Muthmaßungen eingefallen, 100 ich anwenden werde, sobald ich Gelegenheit dazu habe. 9.295. 32 9⁰ fannS hev blel* lanat genach ein N Aste ö und s Kuf i W der lneR HDalch. ne MI gilt 3h sν Wenoi Schn Hen s Hllegsz Ruchs Gesyx scht nme, bald shungen ledien⸗ en: aber Anschen Scluß Wilk⸗ st apugt mnit wht⸗ t gar kii ur Ver⸗ t hihen, die Spie gen der gen Er⸗ Iu. u fiegen⸗ hie Hhe, sen, un Wolken en, de Riů. Vir Vod, u in die ff hohn außtůst Heugen sowis dit wider zur ge⸗ gefall seit da 9.205, Der Mole. 27⁵5 §. 295. Anleitung für die, welche den Mole besuchen wollen. Wer den Mole näher kennen zu lernen begierig ist, kann Nachmittags von Genf ausfahren, und in Bon— neville, vier oder fünf Stunden von Genf, über Nacht bleiben. Man muß sich noch Abends, wenn man an⸗ langt, um einen Führer umsehen, damit man des Mor⸗ gens sehr früh die Reise antreten könne, von der sich nur ein kleiner Theil zu Pferde machen läßt. Wenn man Lust hat, auf einer andern Seite wieder herabzusteigen, und den ganzen Berg zu umreisen, so muß man seine Kutsche nach St. Joire schicken, um sie daselbst dann wieder zu finden. Man braucht 3 bis 4 Stunden, bis zur Spitze des Mole zu gelangen, und ungefähr 2, wie⸗ der bis nach St. Joire herabzusteigen; so daß man in langen Tagen Zeit genug hat, wieder in Genf vor dem Thorschlusse anzukommen, da St. Joire nur fünf klei⸗ ne Meilen von Genf entfernt ist. Es ist nicht gleich— gültig, auf der Seite von Bonneville auf den Berg zu steigen, weil der Abhang über Bonneville gegen Abend liegt, und man also des Morgens daselbst im Schatten gehen kann, den man gleichfalls beym Abstei⸗ gen gegen St. Joire genießt, weil es gegen Morgen gelegen ist. Die, welche Berge mit der Sonne auf dem Rücken bestiegen, oder dieselbe im Heruntersteigen im Gesicht gehabt haben, werden den Werth dieser Vor⸗ sicht zu schätzen wissen. S 2 Eilf⸗ 276 Eilftes Kapitel. IIIIIIFIFTITTITTTTTTR Eilftes Kapitel. Der Hügel von Montoux. §. 296. Seine Lage. 2. den Voirons und dem Saleve sieht man )von Genf aus, am Fuße des Mole, den Hügel von Montoux sich über alle Hügel erheben, welche un⸗ sern See am Ufer umfassen. Seine runde Gestalt, im Contrast mit der pyramidalischen des Mole, und sein auf allen Seiten sanfter Abhang, macht, nebst seinem schönen Anbau, neben den steilen Felsen des Saleve, einen lachenden und angenehmen Anblick aus. §. 297. Bestandtheile und Lage seiner Schichten. Man findet unter der Dammerde, welche diesen Hü⸗ gel bedeckt, einen weichen Sandstein, oder Molasse, welcher aus einem quarzigen Sande, mit kleinen weis⸗ sen Glimmerblättchen durch einen kalkartigen Kitt ver— bunden, besteht. Die Bänke dieses Sandsteins sind abwärts gesenkt gegen Morgen, und machen mit Ost— südost einen Winkel, der da, wo ich ihn messen konnte, von 15 bis zu 22 Grad abwechselt. b. 298. Seine Gestalt. Die allgemeine Gestalt dieses Hügels ist ein läng⸗ lichtes Oval, in einer Richtung, die, vom Gipfel be⸗ ö trach⸗ ttache shen 9 Alne 191 Guꝗ die f shun e 44 Saly Y men Ln Saddn/ st; do ost in und da und daün. pensteid v noß vs C haten. E sch inn als Ssse sehin. * H. NHu⸗ Hase, oes⸗ tt N⸗ sihd it H: konnte, lang⸗ fel be⸗ lach⸗ Der Hügel von Montoux. 277 trachtet, zwischen Süd und Südsüdwest durchzulaufen scheint. Man sieht in eben der Richtung hinter dem Saleve eine Reihe von Hügeln, die sich stufenweise von der Südseite erheben, und auch aus Lagen von Sandsteinen, die sich wie die vom WMontoux neigen, zu bestehen scheinen. §. 299. Hügel von Esery. Ich habe den Hügel davon, welcher dem kleinen Saleve am nächsten ist, besucht. Er hat seinen Na— men von dem beynahe auf seinem Gipfel liegenden Dorf Esery. Ich sah, daß er wirklich aus glimmerichtem Sandstein, wie der vom Wontoux, zusammengesetzt ist; daß die Schichten dieses Sandsteins gegen Ostsüd⸗ ost in Winkeln von 10 bis 23 Graden abwärts steigen; und daß seine Oberfläche, wie die vom Montoux, hier und da mit großen Klötzen von Granit und andern Al⸗ pensteinen bestreut ist. Die von Esery sind größer; ich maß welche, die mehr als 20 Schuh im Durchschnitte hatten. Man sagte mir, daß die höchsten Hügel, die sich in der nämlichen Linie gegen Mittag hinziehen, auch aus Sandstein bestehen, und mit Granitklötzen bedeckt seyen. §. 300. Höhe des Hügels von Montour. Man findet auf der Höhe dieses Hügels eine Capel⸗ le, unter deren Portal ich den 17 Junius 1778 das Barometer beobachtete. Meine Beobachtung gab 625 Schuh Höhe des Bodens dieser Capelle über die Fläche des Sees. S 3§. 301. 278 Zwölftes Kapitel. §. 301. Betrachtung über seinen Ursprung. Die Ursache der Bildung einer isolirten Hervorra— gung, wie dieses Hügels, ist schwer zu begreifen. Was kann den Sand, woraus er besteht, veranlaßt haben, sich an dieser Stelle aufzuthürmen? Sollten es etwa zwey Strömungen gewesen seyn, die in dem Innern ih— res Zusammenkunftwinkels eine Stille, dergleichen man in Flüssen sieht, hervorgebracht, und in diesen Winkel einen Theil des Sandes, den sie führten, niedergelegt haben? Oder ist etwa dieser Sandhäufe durch einen Fels veranläßt worden, welcher hier unter dem Wasser, das vor alten Zeiten diesen ganzen Theil der Erde bedeckte, den Lauf einer Strömung unter brach? Wir sehen oft, daß ein großer Stein in dem Bette eines Flusses die Ge⸗ schwindigkeit des Wassers vermindert, und eine Anhäu⸗ fung von Sand und Steinen macht; daher entstehen die Sandhaufen(harengs), welche sich zuweilen hoch ge— nug erheben, um die Klippe zu bedecken, welche die Ur⸗ sache ihrer Entstehung war. TTTTT Zwölftes Kapitel. Der Hügel von Boisy. H. 302. Seine Lage, Form und Ausmessungen. Dir Hügel von Boisy liegt von Genf nordöstlich zwischen dem See und den Voirons. Er liegt mit den erst angeführten Hügeln ohngefähr in gleicher Linie; seine Bestandtheile, sein Bau und die Wus eines sinte x diesel. S Bet1 Sei toux Uset met Ii Geüt Seirdl. seine uE Msox eine! E e W ses HO0 Hach. IN niger D. sEr ser EN Riht d shen. Z dem L auf, 10 westliexe Worra⸗ Wos haben, ethba sern ih⸗ en man Vinkel ergllegt einn Baser, Heckth, en oft, WG. Auhän⸗ listehn hochg⸗ die lu⸗ +* gen. Hdssch Et Hegt glicht Nichtung salts —.———8———————————— Der Hügel von Boisy. 279 seines größten Durchschnittes sind auch beynahe eben dieselben. Aber er ist größer, erhöhter, und in allem Betracht einer umständlichern Beschreibung würdig. Seine Gestalt ist nicht oval, wie beym Hügel von Won⸗ toux; er läuft vielmehr in gleicher Richtung mit dem Ufer des Sees, mit welchem er sich auch ein wenig krüm⸗ met, und kömmt in dieser Absicht mit der allgemeinen Gestalt der Hügel in unsrer Gegend ziemlich überein. Seine Länge beträgt ohngefähr anderthalb Meilen, und seine Breite eine halbe. Ich habe durch barometrische Messungen die Höhe des höchsten Punkts bestimmt: die eine gab urs, die andre 1117 Schuh über die Flä⸗ che von unserm See. Das erste Stockwerk des Schlos⸗ ses Boisy ist 911 Schuh höher, als die genannte Fläche. §. 303. Lage der Sandsteinschichten, woraus er besteht. Dieser Hügel besteht aus einem bald mehr bald we⸗ niger zarten Sandstein, oder Molasse. ö Die Schichten davon richten sich gegen den See mit so vieler Regelmäßigkeit aufwärts, daß sie, so wie die⸗ ser See sich gegen Osten rückwärts krümmt, auch ihre Richtung verändern, um immer gegen den See hin zu sehen. Die am westlichen Ende des Hügels, unterhalb dem Chatelar, steigen fast gerade gegen Westen hin⸗ auf, während die östlichen, über Sciz, sich nordnord⸗ westlich erheben. Die Abstürzungen dieser Schichten senken sich an verschiedenen Orten in Abgründe von zwey⸗ bis dreyhun⸗ dert Schuh hinab. Die merkwürdigsten derselben sind der Fels von Massongy und der von Warignan. Mit Vergnügen sah ich auch an so kleinen Bergen, wie S 4 der 28⁰0 Zwölftes Kapitel. der Hügel von Boisy ist, meine Bemerkungen über die Lage von dergleichen Abstürzungen bestätigt. §. 304. Natur dieses Sandsteins. Er enthält kein geroll tes Geschiebe. Die Sandsteine dieses Hügels bestehen aus einem quarzigen Sande, mit ein wenig Thon vermischt, nebst kleinen Glimmerblättchen. Ein kalkartiger Kitt, wel— cher sich in den Zwischenräumen der Schichten zuweilen spathartig krystallisirt, verbindet diese verschiedene Be⸗ standtheile. Sonst enthalten diese Lagen gar keine fremdartigen Körper, wenigstens habe ich nichts dergleichen darin entdecken können; und obschon der Hügel an verschiede— nen Orten mit einer Menge von Felsbruchstücken aus den Alpen bedeckt ist, so findet man doch in dem In— nern dieser Sandsteinbänke nicht die geringste Spur davon. Dieser Bemerkung verdanke ich die Berichtigung des Begriffes, den ich mir anfänglich über die Bildung der Sandsteine in unfrer Gegend gemacht hatte. Ich glaubte, der Sand, welcher die Materie dieses Ge⸗ steins ist, sey durch eben die Strömungen, welche so viele Alpenbruchstücke zu uns gebracht haben, herbeyge⸗ führt worden. Als ich aber die Felsen von Massongy und Warignan und verschiedene Bänke unter dem Chatelar entblößt sah, wunderte ich mich, in Massen von so großer Ausdehnung keines von diesen Bruchstü⸗ cken zu sinden; und dies machte mir begreiflich, daß der Sand, woraus diese Steine bestehen, nicht zu gleicher Zeit, und durch die gleiche Ursache, durch welche diese Bruchstücke sich da finden, könnte angehäuft worden seyn. §. 305. Ralkr pn 6 dokte O lasos en M bemehei SE M Mee nin stin H 0 0 Undneh nassdo nicht ab B. Kitt M 10 les un Dir Esi lch iher ducch/ n schuna Lhär ohne 95 Vonoss Welloe i wend * ma, um her e Heroll Reinem „ bt , Webz Iweiln M Hrtgen Wrn biede⸗ . M R. Spur gung dung 0 Ge⸗ heso hge⸗ Vngy den Rassa stt aßde eichet die Forden 305. —— Der Hügel von Boish. 28¹ §. 305. Ralkbänke zwischen den Sandsteinbänken. Ur⸗ sprung dieser verschiedenen Steine. Sandstein von neuer Bildung am Ufer des Meeres. Seitdem ich diese Betrachtung gemacht hatte, ent— deckte man in einem Felde unterhalb des Dorfes Ba⸗ laison, ohngefähr an der halben Höhe des Hügels, ei⸗ nen Kalksteinbruch, dessen Bänke, nach unsrer Haupt⸗ bemerkung, gegen die Alpen abwärts, und gegen den See aufwärts steigen. Dieser Steinbruch bestätigt den Beweis, daß das Meer lange auf diesen Höhen gestanden, weil die Kalk⸗ steine sich nicht anders als durch allmäligen Niederschlag aus mit Seethieren bevölkerten Wassern formiren. Auch die Sandsteine selbst beweisen durch das Ver⸗ bindungsmittel ihrer Theile, daß sie unter dem Meer⸗ wasser gebildet worden, und daß folglich dieses Wasser nicht allein unsre Ebenen, sondern auch Berge, wie z. B. die Voirons, bedeckt hat: denn dieser kalkartige Kitt entspringt aus dem Meere. Ich habe selbst am Ufer des mittelländischen Mee— res auf dem Faro di Messina, nahe an dem Schlunde der Charybdis, Sand gesehen, welcher noch beweg⸗ lich ist, wenn ihn die Wellen am Ufer aufhäufen, aber durch den vom Meere hinein filtrirten kalkartigen Kitt sich nach und nach, und bis zur Härte eines Mühlsteins verhärtet. Dies Factum ist in Messina bekannt; man nimmt ohne Unterlaß vom Ufer Steine hinweg, ohne daß der Vorrath erschöpft oder das Ufer niedriger würde. Die Wellen werfen wiederum Sand in die leeren Plätze, und in wenig Jahren kittet sich dieser Sand so gut zusam— men, daß die neu gebildeten Steine von den alten nicht zu unterscheiden sind. S 5§9. 306. 282 Zwölftes Kapitel. §. 306. Große abgerundete Klötze. Die Bruchstücke der Alpenfelsen, welche auf dem Hügel von Boisy zerstreut gefunden werden, sind in mancher Betrachtung merkwürdig. Das größte da— von, und von allen, die ich jemals so weit von ihrem Ursprunge angetroffen habe, liegt in einem Felde, nord— westlich vom Schlosse, und heißt Pierre à Mtin. Die regelmäßige Form, der sich dieser ungeheure Stein am meisten nähert, ist einem rechtwinklichten Parallelo— gramm zu vergleichen. An dem Winkel, welcher am höchsten über den Boden emporsteht, ist er zwey und zwanzig Schuh hoch; in seiner größten Länge hat er sechs und zwanzig, und in seiner größten Breite acht⸗ zehn Schuh. Die Materie dieses großen Klotzes ist ein mit Steatit, Glimmer und Quarz gemischter Horn— stein. Man unterscheidet Lagen darin, die nicht flach, sondern mit unter sich gleichlaufenden Biegungen verse— hen sind. Sie sind drey bis vier Schuh dick, trennen sich nicht leicht von einander, und sind mit einem quar— zigen Kitte verbunden. In einigen Stellen laufen senk⸗ rechte Spalte durch, die auch mit Quarz ausgefüllt sind. In meinen Alpenreisen wird man sehen, wie genau sich alle Kennzeichen dieser Bruchstücke, sowohl in Materie als Form, in den Gebirgen wiederfinden, aus welchen sie losgerissen worden. Die Winkel dieses Steins sind übrigens stumpf, obschon er hart und dicht ist, und seine Textur dem Ein⸗ flusse der Witterung nicht nachzugeben scheint. Man hat durch Pulver einige Stücke davon losge— sprengt, die sich in Lämellen, welche mit ihren Schich⸗ ten fast gleichlaufend waren, davon loshuben. Mit diesen Lamellen oder Schiefern hat man Wasserleitun⸗ gen und andere ähnliche Werke bedeckt. §. 307. 1 WN. lle blt hellens sMR. porolt sna: ynnie V im Yu salt, hau auße Mis sch ch Dünt here 9— 1 Granrd Rfsali golta owr 1 b5 8 Shlhe HH Zihhes 6 eine 5 eit E ——.—————— Der Hügel von Boisy. 283 §. 307. de Andre Klötze von blättrigen Felsarten. ind in Man findet auf diesem Hügel Klötze und Bruchstü⸗ 2 da⸗ cke von andern blättrigen Felsarten, von geringerem kör⸗ hrem perlichen Inhalte, aber größerer Anzahl. Die gemein⸗ „⸗ ste Art ist auch sehr merkwürdig; sie gleicht viel der Art, u. De woraus unter dem Plan de Jupiter die Felsen des gros⸗ ein an sen Bernhardsberges bestehen. Es ist eine Art grünen rallh⸗ Hornsteins, voll kleiner weisser Quarzpunkte. Jeder er an von diesen Punkten, von höchstens einer halben Linie Hud im Durchmesser, besteht aus einer Menge kleiner Kry⸗ h stallen, die um einen gemeinschaftlichen Mittelpunkt Lall⸗ herum sternförmig gelegt sind. Diese Steinart ist mit sten großen Adern von einem harten schwer zu bearbeitenden Hum Quarz eingesprengt; da aber das Uebrige vom Stein dfah, sich noch ziemlich leicht behauen läßt, so macht man has⸗ Thürschwellen(chambranles), Stiegentritte, und an⸗ ünten dere Steinhauerarbeit daraus. sunr· . 9. 388. tsio Granitklötze. Pierre du goute“. an Der Hügel von Boisy ist auch mit einer Menge — 0 Granitbruchstücke bestreut. Eins von den größten liegt uiche ostsüdost unterhalb des Schlosses, und wird Pierre du mn goute“ genannt. Es ist von Gestalt beynahe wie Pierre 6 a Martin, rechtwinklicht, und, im Verhältniß von mei. 15 bis 20 Schuh seiner übrigen Ausmessungen, zehn Schuh hoch. Es besteht aus grauem Quarz, weissem Feldspath und schwärzlichem Glimmer, und hat gar kein Salh Zeichen von Ritzen und Schichten. M Ein minder großer Granitklotz, welcher mir aber nliun eine wichtige Besonderheit vorstellte, liegt nicht sehr weit vom vorigen auf einem Felde, nahe an dem Fuß⸗ E wege 284 Zwölftes Kapitel. wege von Chezabois. Da ich ihn genau von allen Seiten betrachtete, so entdeckte ich Ueberbleibsel von Schichten daran, etwa zwey bis drey Zoll dick, und von einer Menge fast unmerklicher weissen Quarzkörner und schwarzem Glimmer zusammengemischt. Sie waren an dem Granit hängen geblieben. Ich schlug sie mit dem Hammer los, um sie genauer zu betrachten, und sah, daß die groben Granitkörner sich in Gradationen mit den sehr kleinen Körnern dieser blättrigen Felsart vermischten. In der Folge wird man die Wichtigkeit dieser Ue— bergänge begreifen, welche beweisen, daß der Granit keine unförmliche Coagulation ist, wie einige Natur⸗ forscher denselben vorstellen, sondern ein regelmäßiges Product von Krystallisation und Niederschlag im Was⸗ ser, wie die Steinarten, welche man in horizontalen Schichten liegend findet. Andre Granitklötze, aus sehr groben Feldspathkör⸗ nern, mit glänzendem Goldglimmer und sehr wenig Quarz vermischt, gleichen vollkommen denen, die bey dem Priorat im Chamounithal von den Aiguilles, welche einen Theil der Kette des Wonthlanc ausma— chen, herabgefallen sind. Hauptsächlich über Semo— ches sah man schöne Bruchstücke von dieser Granitart; man hat sie aber in die Weinkeller verbaut, die unten am Hügel von Crepi sind angelegt worden. Inzwi⸗ schen wird noch ein Klotz davon in einem Weinberge ge— funden. Endlich habe ich auch an eben der Stelle große Stü⸗ cke von einem gelblichen Granit, voll kleiner sechseckiger schwarzer Schörlkrystallen, gefunden. §. 309. + 1 wis xi barade utdẽ See Weze nes/1 welcd Ale M 11E NU e nefu Sd h schree sen 9 Runhe V sestennen Ruckenst hat daßz e che mnig Hebaulig don CGi. Ser, N mit ein z Hes Bixs Rümm allen I von 9 von und waren e mit und Hionen Febgat Ue⸗ Zeanit Man⸗ higes Vaß⸗ Klen chkot wenig bey lilles Ima⸗ Mo Utat; zunten dhwi 04 U Sti dcigee 300 Der Hügel von Boisy. 285j §. 309. Wein von Crepi und Gartengewächse. Der Fuß des Hügels von Boisy hat Abhänge, die zwischen Mittag und Abend herablaufen, und sehr schätz⸗ baren weissen Wein tragen, welcher Crepiwein genennt wird. Diese Weinberge sind die einzigen auf dieser Seeseite, welche sich mit den Rebengütern in der Waadt, in Ansehung der Menge und Güte des Wei⸗ nes, vergleichen lassen. Die Gemüse und Früchte, welche an diesem Hügel wachsen, sind auch vortrefflich. Alle diese nützliche Producte sind mehr werth, als selte⸗ ne Pflanzen, deren ich keine auf dem Hügel von Boi⸗ sy gefunden habe, und welche übrigens nur die Auf⸗ merksamkeit von Pflanzenkennern an sich ziehen. H. 3 10. Schöne Aussichten auf Boisy. Grabmäler der alten Allobroger. Die angenehmen, weiten und mannichfaltigen Aus⸗ sichten, welche man auf jedem Tritt, den man auf die⸗ sem Hügel thut, wahrnimmt, reizen und erwecken die Aufmerksamkeit eines jeden, welcher denselben besucht. Die prächtigste dieser Aussichten öffnet sich am äus⸗ sersten nördlichen Ende der großen Allee, die auf dem Rücken des Hügels durch den Wald gehauen ist. Man hat daselbst unter seinen Füßen Waldungen, durch wel⸗ che man gleichsam stufenweise sein Auge in die wohlan⸗ gebauten und durch Dorfschaften verschönerten Ebenen von Chablais nach und nach hinabsinken läßt. Der See, dessen größte Breite und engsten Theil man hier mit einem Blick umfassen kann, stellt sich in Gestalt ei⸗ nes Beckens dar, welches sich an einen sichelförmig ge⸗ krümmten Canal anschließt. Man erkennt fast alle Städte ̃DD‚DSDSDSDSDSDRDDRDSDSDSDSDSDDDDDDDSEef—. 28 Zwolftes Kapitel. Städte an beyden Ufern des Sees. Lausanne zeigt sich, auf seinem hohen Abhange liegend, von hier aus vorzüglich vortheilhaft. Man entdeckt auch sogar die Berge, welche den Meuenburgersee umgeben. Die Hinterseite des Hügels verschafft eine Aussicht von ganz andrer Art; sie ist zwar nicht so ausgedehnt und prächtig, hat aber etwas ländliches, selbst wildes, welches eine süße Melancholie einflößct. Man steigt hier durch sanfte mit Holz bewachsene Halden in ein schatten⸗ reiches Thal hinab, wo Wälder, Wiesen und Felder ein angenehmes Gemisch ausmachen. Einige weit von einander stehende Hütten scheinen sich da von der Welt trennen und hinter den Bäumen, die sie umgeben, ver⸗ bergen zu wollen. Ueber diesem Thal ragen die Voi⸗ rons und die erste Kette der Alpen von Chablais mit ihren steilen Abhängen, die doch mit Waldung bewach— sen sind, hervor. Zu ihren Füßen siehet man das Schloß von Cervens, über welchem die Felsen mit Madrepori— ten angefüllt sind, deren viele ich in einem einzigen Spa⸗ ziergang um diesen stillen und angenehmen Aufenthalt gefunden habe. Auch für den Geologen verschafft diese Aussicht eini⸗ ge wichtige Bemerkungen. Er sieht die erste Kette der Alpen des untern Chablais ihre Schichten gegen den See auswärts richten; er sieht gleichfälls die steilen Ab⸗ stürzungen der Hügel von Alinges sich gegen den See kehren. Auch oben auf dem Chatelar hat man eine sehr schöne Aussicht auf den See und die Ebenen um densel⸗ ben. Chatelar ist der Name einer nordwestlich vom Schlosse Boisy, auf der Genferseite, am Rande des Hügels gelegenen Anhöhe. Eine merkwürdige Seltenheit, die sich auf dieser Anhöhe findet, und welche die Bauern unglücklicherwei⸗ se zerstört haben, waren zwey Gräber, deren n vorm . solgbens wared nauii die gber Das/ IN jne n denoe des y Vo O Hl E See bstnn suinan ufn lurne den 60 A= O —————————.—————3 Der Hügel von Boisy. 287 K Form beweist, daß sie den Allobrogern gehörten, und er aus folglich von einem sehr hohen Alterthume waren. Es har die waren große, platte, ungezierte, aber mit vieler Ge— ö nauigkeit aufgerichtete und zusammengestellte Steine, luesct die viereckige Kisten von der Größe eines menschlichen Hehehtt Leibes vorstellten. Sie waren von ungleicher Größe. wides Das größere dieser Gräber enthielt das Gerippe eines Ahier erwachsenen Mannes, und das kleinere das von einem chathn⸗ jungen Menschen. Wahrscheinlich Reliquien von Hel⸗ E den, oder Personen von großem Ansehen bey ihren Lan⸗ Vlt vun desleuten: denn bey dieser Nation war es ein großer er Dat Vorzug, auf einer isolirten Anhöhe, wie Chatelar ist, h He begraben zu werden. E voi⸗ is mt§. 3II. ach⸗ Schluß. ii Der Hügel von Boisy verliert sich dem Dorfe 12 Sciʒ gegenüber durch einen sanften nach Ostnordost hin⸗ Iahhl absteigenden Abhang in die Ebene. Aber die Sand— steinbänke, woraus derselbe besteht, steigen nicht gleich⸗ Ichl laufend mit ihm herab, sondern richten sich immer iledg nordnordwestlich, wie schon(§. 303.)N erwähnt, gegen ö den See aufwärts. den 1 1 TTTTTTT Hen Cet Dreyzehntes Kapitel. Hine sht—9 ‚ hast Die Berge von Meillerie und Saint ch Gingouph. inde di 6. 312. If def Einleitung. Icherwi' he ich diese Berge beschreibe, muß ich das Merk⸗ Hekantte würdigste auf dem Wege dahin anzeigen. Goum Vom —r‚r 288 Dreyzehntes Kapitel. Vom Hügel von Cologny, über welchen der Weg hingeht, und von dem von Boisy, welchen man rechtö liegen läßt, ist schon geredet worden. §. 313. Gerollte Geschiebe und Klötze. Wenn man fortfährt, aufwärts dem See jenseits dem letztgenannten Hügel nachzugehen, so kommt man über kleine Ebenen voll gerollter Geschiebe. Drey Viertelstunden ehe man nach Thonon, das Hauptstädtchen in Chablais, kommt, trifft man eine Menge großer abgerundeter Granitklötze an. ᷓ. 314. Eisenhaltige Quelle von Marclaz, und ihre Analyse. Eine halbe Stunde von eben diesem Ort, geht man an einer, seit unsers Hrn. Tingry 1774 darüber be⸗ kanntgemachten Analyse in Ruf gekommenen, eisenhal— tigen Quelle vorbey. Den Untersuchungen dieses gelehrten Demonstra— tors der Scheidekunst bey unsrer Gesellschaft der Künste zufolge, hält eine Flasche von 36 Unzen: 1) von äußerst getheiltem und seines Brennbaren be⸗ raubten Eisen etwas mehr als anderthalb Gran; 2) Selenit 14 Gran; 30 absorbirende Kalkerde 7 und à Gran. §. 315. Die Dranse. Jenseits Thonon geht man über die Dranse, und bemerkt, daß der Boden, worin sich dieses Waldwas⸗ ser oder Bergstrom sein Bette gegraben, ganz aus Sand und gerolltem Geschiebe besteht. 9. 15 318 IEI Mass2; W 19⁰ II; 290 7* f der EGti tiiggol Ĩ + m⁰0 N )AA 3)0⁰ Berge von Meillerie und St. Gingouph. 289 Weg§. 316. Wasser von Amphion. Noch weiter hin geht man dem hohen und schönen Hügel nach, an dessen Fuße sich die unter dem Namen Ea d' Amphion bekannte eisenhaltige Mineralquelle befindet; und eine halbe Stunde von der Quelle erreicht Msei ö 2—— min man die Stadt Evien, die gleichfalls am Fuße dieses Hügels gelegen ist. , Hr. Tingry fand in einer Flasche von 36 Unzen 96 dieses Mineralwassers: 1) weniger als einen halben Gran zertheiltes und seines Brennbaren beraubtes Eisen; 1 2) drey Viertelgran Selenit; und e 3) sechs Gran absorbirende Kalkerde. §. 317. tum Wasser von Bolle. * 5 Man findet auf der andern Seite des Sees, bey uhck der Stadt Rolle, eine dritte eisenhaltige Quelle, welche einige Jahre hindurch ziemlich Mode war, aber heut us. zu Tage weniger besucht wird. vaste Ich analysirte sie 1764, und fand in 36 Unzen 4 Wassers: EbE 1) sehr aufgelöstes Eisen, welches der Magnet nicht hn an sich zieht, 14 Gran; 2) Selenit à Gran; 3) Kochsalz mit erdichter Basis Gran; 4) absorbirende Kalkerde 5 Gran. f. 318. Weg von Evian nach Tour ⸗ronde. Ki Der Weg von Evian nach Tour⸗ronde ist unge⸗ mein angenehm, und geht zwischen dem See und einem — mis 310. 290 Dreyzehntes Kapitel. mit schönen Kastanienbäumen bewachsenen Hügel durch. Das gegenüber liegende bernische User, welches sich durch verschiedene Krümmungen dem diesseitigen allmä⸗ lig nähert, ist mit reichen Weinbergen bis auf eine gros⸗ se Höhe geziert, und steigt in fruchtbare Wiesen und Wälder hinauf, die diese Höhen bekrönen. §. 319. Hügel von St. Paul. Zwischen Tour-ronde und Meillerie geht man unterhalb der sich bis über Evian hinweg verlängern⸗ den höchsten Ertremität des schon erwähnten Hügels weg, welcher sich beym Ausflusse der Dranse endigt. Dieser Hügel besteht aus Sandstein, Sand, Thon und gerolltem Geschiebe, ist mit Granitklötzen und an⸗ dern Alpensteinen bestreut, und offenbar durch die Ab— lagen einer Strömung entstanden, die bey der großen Revolution oder Losreissung der Wasser(deébacle) aus dem Rhonethal herauskam, und in das Thal unseres Sees herabstieg. Wenn man alle die Beweise von dem Daseyn dieser ehemaligen Strömung, die wir gesehen haben, in sei⸗ nen Gedanken überlegt, und diesen Hügel von Lausan⸗; ne, oder einer der in dortiger Gegend gelegenen Höhen her ansieht, so kann man an der Gewißheit dieser Ent⸗ stehungsart nicht mehr zweifeln. Man sieht, daß das Wasser der großen Strömung durch die senkrechten Fel⸗ sen von St. Gingouph und Meillerie eingeschlossen worden, folglich denselben gegenüber nichts an seiner Geschwindigkeit verlor, und dort nichts ablegen konnte; daß aber, sobald es an diesem Felsen vorbey geschossen war, und sich in einem weitern Becken befand, es über seine Ufer floß, seine Geschwindigkeit verlor, und die Trümmer, die es mitführte, liegen ließ. Man be⸗ merkt 13 mersl ⁰ Mio nahie I noghan ** de nam 900 Stklan 0 dem A wemb tn. V spiclo 800 Lohoꝛ rolte D: befN Ban 11 c dan em nigii Ct ud dixgy Del e MN der, g gu der un J ahnshs Berge von Meillerie und St. Gingouph. 291 duch. merkt auch, daß dieser Hügel, je mehr er in dem Tha⸗ S sch le des Sees vorrückt, desto niedriger wird, weil die almä⸗ Materialien, die ihn bildeten, je mehr und mehr ab⸗ gras⸗ nahmen, je mehr das Wasser dieselben auf seinem Laufe und nach und nach ablegte. Der hohe Hügel des Jorat, auf dessen Abhange die Stadt Lausanne gebaut ist, entstund durch die nämliche Ursache auf dem entgegengesetzten Ufer dieser Strömung. Eunt Ich habe ähnliche und ähnlich liegende Hügel an dem Ausgange fast aller großen Alpenthäler gesehen, 1401 wenn nicht Localursachen sich ihrer Entstehung widersetz⸗ Dl ten. In der Folge dieses Werks werden mehrere Bey⸗ R spiele davon vorkommen. Than 0h.⸗§. 320. 1 W. I Ghhn Die Berge nähern sich dem See. 0%un Das östliche Ufer des Sees ist von Genf bis Mstrez Tour⸗ronde mit Hügeln von Sandstein oder auch ge— rolltem Geschiebe eingefaßt; die eigentlichen Berge aber 8 oher befinden sich in einer ziemlichen Entfernung vom Ufer. sti Von Tour⸗ronde an aber und weiter hinauf schließen ö Wusas. sich dieselben so nahe an den See an, daß man nur in Ihihn einem sehr engen Pfade„ auf welchem zu reiten kaum 6 Ett möglich ist, die Reise dem See nach fortsetzen kann. W Er hat daher auch nicht mehr das lachende Ufer/ n geh und die angenehmen Hügel, welche den ganzen übrigen hlsn Theil seines Umfanges schmücken. ö seur Nackte und steile Felsen, oder herabhängende Wäl⸗ genntz; der, geben ihm jenen wilden und traurigen Anblick, den sn der unsterbliche Verfasser der neuen Heloise so unnach⸗ (übn ahmlich geschildert hat. 0 1 T 2§. 321. 29 Dreyzehntes Kapitel. §. 321. Dorf Meillerie. Steine von Meillerie. Doch hat man zwey bis drey Dörfer auf diesem steilen Ufer angelegt. Das eine heißt Meillerie, und liegt auf der Halde eines Berges, der so jähe in den See herabsteigt, daß es in einer gewissen Entfernung aussieht, als wäre ein Haus immer auf das Dach des andern gebaut, und die Wege, durch die man von dem untern in die obern Theile des Dorfes gelangt, mehr Leitern als Gassen gleichen. Dies Dorf lebt vom Fischfange, und noch mehr von dem Verkaufe der Steine, die man von den Felsen am Ufer des Sees losmacht. Man beladet große Barken damit, um sie nach Genf zu führen, wo sie, obschon kalkartiger Natur, dennoch cailloux de Meil- lerie genennt werden. Sie sind nicht gar wohl zu be— hauen, dienen aber zum groben Mauerwerk und Pfla⸗ ster der Dämme, welche das Ufer des Sees und der Ar de vor dem Anfressen des Wassers beschützen. Diese schwärzlichen Steine enthalten öfters Adern eines weissen, verwirrt in rechtwinklichen Blättern kry⸗ stallisirten Spaths. Hr. Billiet hat wahrgenommen, daß derselbe seiner Weiße und scheinbaren Reinigkeit ohngeachtet, wenn man ihn reibt, einen Geruch von Erdpech giebt, der aber doch weniger stinkt, als der so⸗ genannte Stinkstein(Pierre- pore, Pierre puante). Und was sehr merkwürdig ist, so stinkt der Grund des Steins nicht, obschon seine schwärzliche Farbe weit eher, als die weisse des Spaths, eine bituminöse Materie zu er⸗ kennen giebt. §. 322. Wurdige schex j mie lje beteg fönn Son 18 vosy Berge von Meillerie und St. Gingouph. 293 §. 322. i. Dorf von Saint Gingouph. Ein anderes Dorf am Fuß dieser Berge, welches 6 beträchtlicher als das vorige ist, heisset Saint Sin— 4„ IUn ud gouph, oder, wie man es gemeiniglich ausspricht, St. niz Gingo. Es ist nicht, wie Meillerie, auf der Halde r ö slen 015 eines steilen Felsen, sondern auf Bergtrümmern gebaut, 7* ů 30 die ein von da herabsteigender Strom, der einem Tha— W in le hinter dem Dorfe nachfolgt, herbeygeführt, und an— gehäuft hat. Eben dieser Strom theilt St. Gingo in zween Theile, davon der eine dem König von Sardi— n nien, der andere dem Stand Wallis gehört, und dient beyden Staaten zur Gränze. große V 9. 323. Mel. Berge von St. Gingo. Misverstand, welcher eu b. machte, daß man Vulcane auf diesen Bergen Pl⸗ suchte. Beise, die dieser Wisverstand ver⸗ & anlaßt hat. ä Die Berge oberhalb St. Gingo sind sehr hoch, Win und über dem See sehr steil Einer der höchsten wird 11²⁴ Dent d' Oche genannt. Ich gieng im October 1777 10% am Fuße desselben vorbey, als ich durch das Thal von ünt St. Gingo hinaufstieg/ um die neuerlich in diesen Bergen entdeckten Steinkohlengruben zu besehen. Ich 90 wurde durch einen sonderbaren Misverstand zum Be— 175 suche dieser Steinkohlengrube veranlaßt, der beweist, 4 wie leicht sich auch in einem dem Scheine nach auf das 5— 10 beste abgefaßten Bericht Zweydeutigkeiten einschleichen 5 können. E Es fand jemand von meiner Bekanntschaft im Sommer 1777 am Ufer des Sees, nahe bey der Quel⸗ le von Amphion, ein Stück schwammiger Eee 7 3 wel⸗ 204 Dreyzehntes Kapitel. welches durch das Wasser abgerundet worden. Es war schwer zu bestimmen, ob dies eine Eisenschlacke (mache- fer), oder ein vulc anisches Product wäre. Gedachte Person muthmaßte, daß es eine Lava sey/ und wollte von den Bewohnern der Gegend wissen, ob man nicht in ihren Bergen Spuren von einem alten Vulcan antreffe? Da aber das Wort Vulcan sich nicht in dem Wörterbuche dieser Bauern fand, so be⸗ diente sich die fragende Person der Umschreibung: ob ihnen kein Berg bekannt sey, worinnen man verbrannte Steine finde? Die guten Leute antworteten mit Ja, und sagten, man treffe dergleichen über St. Hingonph im Thale an verschiedenen Orten an. Zwo bis drey verschiedene Personen gaben eben die Antwort; und nun zweifelte man gar nicht mehr, daß nicht alte Vulcane da seyn müßten, und theilte mir die Entdeckung mit. Einige Hindernisse hielten mich bis zum zehnten October auf, welches für eine Reise auf so hohe Berge schon eine späte Zeit ist; inzwischen wollte ich doch den Winter nicht verstreichen lassen, ohne vorher einen so wichtigen Gegenstand der Naturgeschichte unsers Landes unter sucht und berichtigt zu haben. Ich nahm also das Stück Schlacke mit mir, und begab mich nach dem Dorfe St. Gingouph, welches ohngefähr zwölf Meilen von Genf liegt, und sobald ich daselbst angelangt war, ließ ich Jäger kommen, die mit dem Lande sehr wohl bekannt waren. Ich zeigte ihnen die Schlacke, welche am Ufer des Sees gefunden worden, und fragte sie, ob in ihrer Gegend kein Berg wäre, worin man Steine von dieser Art fände. Alle antworteten einmüthig, dieser Stein sey eine Eisenschla— cke, und sie hätten auf ihren Bergen niemals etwas derselben nur ähnliches angetroffen. Ich fragte sie alsdenn, wie es möglich wäre, daß man hätte sagen können, es gebe verbrannte Steine oberhalb St. Gin⸗ gouph? hlo bnno komo schen nich d Mobj Ien M Dact 96 Ohi sulthle „Hies klhath sün sn Berge von Meillerie und St. Gingouph. 295 gouph? Sie antworteten, es gebe in dem Lande nicht verbrannte Steine, sondern Steine, die man zum Brennen gebrauchen könne. Aus der Beschreibung, die sie mir machten, und den Proben, welche sie mir vorzeigten, sahe ich wohl, daß dieß Steinkohlen wären, und daß der Misverstand da⸗ her kam, daß Steine, die sich brennen lassen, mit ver⸗ brannten Steinen verwechselt worden. Nach diesem Bericht hätte ich wieder zurückkehren können; aber die Begierde, diese Steinkohlengruben zu sehen, und das Verlangen, nichts zu versäumen, was mich durch eigene Untersuchungen von dem Daseyn oder Nichtdaseyn dieser Vulcane überzeugen konnte, bewo⸗ gen mich zum Entschlusse, diese Berge zu ersteigen. Ich nahm zum Führer einen Kaufmannsdiener, mit Namen Franz Roc, welcher diese Steinkohlen ent— deckt hatte, und stieg bis zu oberst ins Thal von St. Gingouph hinauf, gieng hinter den Gipfeln der Dent d' Oche herum, besuchte einen großen Theil dieser Berge, und kam durch das schöne Dorf Vacheresse hinab auf Evian zurück. §. 324. Allgemeine Nachrichten von den Bergen von St. Gingouph. Steinkohlengrube. Es würde mich gegenwärtig zu weit führen, wenn ich eine umständliche Nachricht von meinen in diesen Bergen gemachten Beobachtungen geben wollte: dies aber wird alsdenn besser und umständlicher geschehen können, wenn ich diese Gegenden noch einmal werde be⸗ sucht haben. Hier werde ich nur anführen, daß alle diese Berge kalkartig, und überhaupt gegen den See hin steil abge— stürzt sind; doch zeigen sie an verschiedenen Orten an⸗ ihrem 296 Dreyzehntes Kapitel. ihrem Fuße verticale, oder auch gegen das Untertheil ihrer Abstürzungen sich hinstützende Schichten, die de— nen im 235 und folgenden Paragraphen beschriebenen Schichten des Saleve ähnlich sind. Von vulcanischen Wirkungen ist nirgend die geringste Spur anzutreffen, wohl aber zeigen sich daselbst Steinkohlen von sehr guter Qualität, deren Schichten mit Thonlagern abwechseln, welche beyde in Kalksteinbänken eingeschlossen sind, und sich, wie diese Bänke, abwärts gegen das Innere der Alpen neigen. Die beträchtlichste Steinkohlengrube liegt gegen Mittag und über den Stäfeln, welche man Chalets de Bize nennt, auf der Bergkette, welche dieselben von der Vallée d' Abondance absondert. §. 325. Steile Abhänge aller dieser Berge. Ich werde zum Beschluß noch anmerken, daß die Berge von Meillerie und St. Gingoduph viel steiler und in der Lage ihrer Schichten unregelmäßiger sind, als die des Saleve und der Voirons. Die Ursache davon ist, daß jene sich dem Mittelpuncte der Alpen viel näher befinden.(§. 283.) Indem sich der See gegen Osten hin krümmt, so nähert er sich sehr stark der Centralkette; ja es kömmt mir sogar wahrscheinlich vor, daß auf dieser Seite einige von den untern Stufen des großen Alpenamphitheaters fehlen, und daß hier der See, welcher den mittlern Theil oder Boden dieses Am⸗ phitheaters ausmacht, nun die Stelle dieser durch irgend eine Revolution zernichteten Stusen einnimmt. Was mich zu dieser Muthmaßung veranlaßt, ist nicht allein die Steilheit der Abhänge, und Unregelmäs⸗ sigkeit der Schichten dieser Berge, sondern auch ihre beträcht⸗ gashln W de EDI wenriby und su i u. AI ind Ee mich* Stayn dei Bbr Y0 nicht Ix. durch! E le audiz sten, 8 ubev In chen ag Magn ershr gu. wicheg s Dus in bsee Berge von Meillerie und St. Gingouph. 297 Mel beträchtliche Höhe, weil man selten Bergketten sich mit de de⸗ so erhöhten Spitzen endigen sieht. hriebene Herr General Pfeiffer hat diese wichtige Bemer⸗ lanishn kung gemacht, und der schöne von ihm en Relief ausge⸗ Hunefen, arbeitete Plan der Alpen um Lucern macht dieselbe au⸗ shr git genscheinlich: denn die Berge werden, einige locale Un⸗ wechsän, regelmäßigkeiten abgerechnet, vom Mittelpuncte bis in sod, wd die Ebene herab, immer stufenweise niedriger; so daß, mere der wenn man die Thäler ausfüllte, man auf einem sanften und fast unmerklichen Abhange bis auf die höchsten Gi⸗ gegn pfel der Alpengebirge hinauf steigen könnte.) hdet d6 Wenn man also sieht, daß die Ketten auf einmal in von dez und mit hohen Bergen gleichsam abgeschnitten werden, so kann man mit Grunde vermuthen, daß irgend eine mächtige Ursache, wie hier zum Beyspiel die große Strömung, welche durch das Rhonethal herabkam, die niedrigsten Absätze des Amphitheaters zerstört habe. V ⁵ ö§. 326. daß die 53— Lielstele Beytrag zur Geschichte der Sitten dieser Berg⸗ Her sind, bewohner. Noch kann ich die Berge von St. Gingouph 10 nicht verlassen, ohne eine Geschichte zu erzählen, wo⸗ 1 durch sich die Unschuld der Einwohner dieser hohen Thä⸗ sakde ler auszeichnet. Ich traf in diesen ausgedehnten Wü⸗ 2 8 sten, die in der Jahrszeit, worin ich sie durchwanderte, 101 5 unbewohnt sind, einen jungen Menschen und ein Mäd⸗ Brn chen an, die mit mir einen Theil der Reise machten. n Ich erkundigte mich nach dem Anlaß ihrer Reise, und Higed erfuhr von ihnen sowohl als auch von meinem Führer, welcher sie kannte, daß der junge Mensch aus dem 5 doft, it gelma⸗ 2) Verschiedene Bemerkungen hierüber finden unsere Leser . m Lerusshen Magazʒin 7 B. 11 St. S. 194 f. W. helläht⸗ 298 Dreyzehntes Kapitel. ton Freyburg gebürtig, und Geschäfte wegen in das Dorf dieses Mädchens gekommen sey, da ihm dann die⸗ selbe so wohl gefallen, daß er sie zur Ehe begehrt habe. Das Mädchen, obschon ihr der Mensch auch gefiel, woll⸗ te ihn doch nicht heirathen, ohne von seiner Person und Familie hinlängliche Nachricht zu haben. Um also in einer Sache, die für ihr künftiges Glück so wichtig war, selbst zu sehen und zu urtheilen, gieng sie allein und zu Fuß mit dem jungen Menschen durch die Gebirge, um zwo Tagereisen von hier in der Heimath des Jünglings die nöthigen Erkundigungen einzuziehen. Als ich sie antraf, kam sie eben sehr zufrieden von ihrer Reise zu— rück, und hatte ihren Bräutigam bey sich, um ihn so— gleich nach ihrer Ankunft zu heirathen. Ich finde hier⸗ bey nicht sowohl die Herzhaftigkeit des Mädchens, als welches groß und stark war, und sich also vor seinem Kiebhaber nicht zu fürchten hatte, als vielmehr die Ehr⸗ lichkeit und Redlichkeit dieser guten Bergbewohner, merkwürdig. Denn wäre das Mädchen mißvergnügt über die eingezogenen Nachrichten, ohne den jungen Menschen zu heirathen, zurückgekommen, so hätte doch diese in der Gesellschaft desselben unternommene Reise ihrem guten Namen nicht den geringsten Nachtheil ge— bracht. Ende des ersten Theils. —— 83 —— — 5 — * iſan V — — 5 5 — 1 —” — 0 0 — 9 O 85 danes Sic g 5˙ 9¹8 U 2 SW 28