— 4 8 4 X+ N —— — — Univ-bibf. Giesse 11 — 5 7 4 6 4* — —.——————a— b V ⸗—— ˖———— *———— .. 5 Die altenburgsche Landͤwirthschaft, beschrieben Friedrich Schmalz, der altenbursschen pomologischen Gesellschaft, der Königl. Ost⸗ preußischen physikalisch-ökonomischen Gesellschaft, der naturfor⸗ schenden Gesellschaft zu Helle, der thürinsischen Landwirthschafts⸗ gesellschaft zu Langensalza und der mährisch schlesischen Gesell⸗ schaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Lan⸗ deskunde zu Brünn Mitgliede, Gutsbesitzer und prak⸗ tischem Landwirthe. Lei p zi 9, 1820. bei Johann Friedrich Gleditsch. Schmalz's Erfahrungen. Vierter T heI. „Die Kunst und Betrieb der Landwirthschaften wird vorerst weniger durch eigentlich neue Erfindungen und Versuche ver⸗— vollkommnet werden, als durch eine vollständige Kenntniß alles dessen, was bereits in gewissen Gegenden geschehen, beob⸗ achtet und bewährt gefunden ist.“ A. Thaer. . Seiner Durchlaucht dem rets ver⸗ n regierenden Herzoge tob⸗ ö ö Aemil Leopold Angust von Sachsen Gotha-Altenburg dem Beförderer und Beschützer des Schönen, Wahren und Guten —— widmet 4i e chr iee Im 6 tiefsten Gefühle der Ehrfurcht 0 der Versfasser. ö 1 — — SISSIIIT..T.T TTC— —.—.——————.———— Vorre d o. Im Jahre 1809 forderte mich mein geliebter Freund, der Herr Hofrath Sturm auf, für sein Jahrbuch eine Beschreibung der altenburgschen Land⸗ wirthschaft auszuarbeiten. Ich suchte dieser Auf⸗ forderung nach meinen Kräften Genüge zu leisten; nur war der Raum einer Zeitschrift für eine einiger⸗ maßen vollständige Beschreibung dieser in verschiede⸗ ner Hinsicht sehr interessanten Landwirthschaft viel zu beschränkt, ich konnte daher nur etwas sehr Un⸗ vollkommenes liefern. Diese Beschreibung wurde im ersten Stück des dritten Bandes des Jahrbuchs der Landwirthschaft aufgenommen. Zwar wohnte ich früher schon dem altenburg⸗ schen Lande sehr nahe, und hatte sogar, als ich jene Beschreibung für genannte Zeitschrift lieferte, bereits schon drei Jahre mitten unter den Altenburgern ge⸗ lebt und gewirthschaftet, aber demohnerachtet lernte b ich vom Jahre 8og9 bis 1812 die altenburgsche ö Landwirthschaft um vieles besser kennen, als ich sie 10 früher kennen gelernt hatte. Mehrere sehr achtungs⸗ W werthe Männer der altenburgschen Nation wurden ae nach und nach immer zuträulicher und offner gegen 4 ich mich, und so wurde mir es leicht, den Geist des on Ganzen genauer zu fassen. Immer war es mein b Vorsatz, eine vollständigere Beschreibung dieses in⸗ 5 teressanten Ländchens in einer eigenen dazu bestimm⸗ ten Schrift zu liefern, aber ich wurde auf so man⸗ mi nichfaltige Weise an der Ausführung dieses Vorha— u bens gehindert. Aber aufgeschoben ist nicht aufge⸗ + hoben; ich lernte immer mehrere Gegenden in land— ö‚ wirthschaftlicher Hinsicht kennen, und bei angestellten ber Vergleichungen trat die altenburgsche Landwirthschaft daf immer mehr ins Licht, und darum wurde ich immer lif mehr in dem Glauben bestärkt, daß eine möglichst vol genaue Beschreibung vielen rationellen Landwirthen ö it willkommen und vielleicht auch der Wissen schaft sehr nütlich seyn würde. Die in den ökonomischen Neu⸗ igkeiten und Verhandlungen besindliche Aufforde—„ d rung des Herrn Wirthschaftsrath Andrs veranlaßte me mich zur schnellern Ausführung meines Vorsatzes; eint ohne sie würde ich noch Anstand genommen haben. te Ich unterhielt mit mehrern Bewohnern des alten⸗ U lernte urgsch ich sie tungs⸗ urden gegen st des mein es in⸗ imm⸗ man⸗ orha⸗ ufge⸗ land⸗ jellten schast mmer hichs rthen t sehr Neu⸗ fordes nlaßte sabes; haben. C alten⸗ VII burgschen Landes einen lebhaften Briefwechsel, und blieb dadurch immer dort einheimisch, indem man mir auf das feeundschaftlichste stets jede Verände⸗ rung, die sich mit diesem und jenem zutrug, und jedes Fortschreiten bekannt machte; und so fühlte ich mich geschickt, auch in einer Entfernung von hundert und mehrern Meilen eine richtige Beschrei⸗ bung der dortigen Landwirthschaft zu geben. Aber es hat unser Schwerz das Publikum zu sehr ver⸗ wöhnt und darum ist es etwas Gewagtes, daß ich mit dieser Schrift hervortrete.— Da es jedoch nicht zu erwarten ist, daß Schwerz nach Altenburg bommen wird, und doch die dortige Landwirthschaft es, meiner Ansicht gemäß, verdient, daß sie beschrie⸗ ben wird, so durfte ich mir ja wohl schmeicheln, daß ich diese Beschreibung so gut wie irgend Einer liefern werde; aber ich gebe zu, daß diese Schrift vollkommner seyn könnte, und rechne dabei sehr auf gütige Nachsicht. Die altenburgsche Landwirthschaft hat vieles mit der Landwirthschast andrer Gegenden Obersachsens ge— mein, doch auch manches Eigenthümliche und sie ver⸗ eint so vieles Gute in sich, daß sie sich(einzelne Gü⸗ ter und kleine Bezirke andrer Provinzen Sachsens ausgenommen) im Ganzen sehr auszeichnet. VIII —.— Manches in dieser Beschreibung Aufgenommene wird vielleicht manchem Leser als nicht aufnehmungs⸗ ö würdig erscheinen, da es in ihren Augen schon al gemein bekannt ist, aber um der Vollständigkeit wil⸗ len und um das Ganze besser beurtheilen zu konnen, ö mußte ich alles, so wie ich es kennen lernte, beschrei⸗ ben, durfte deshalb auch nicht das Bekannteste über⸗ gehen; und dann habe ich auch gefunden, daß vie les, was mir, wie ich noch in Sachsen wohnte, als 93 etwas allgemein Bekanntes erschien, in manchen Ge— ö 0 genden noch ganz unbekannt ist, und so hoffe ich,( daß mein Streben nach Vollständigkeit vielen Lesern willkommen seyn wird. Mehrere achtungswerthe Männer haben mich mit Beiträgen kräftig unterstützt, ohne sie würde ich über den jetzigen Zustand der altenburgschen ö Wirthschaften vieles nicht haben sagen können, ich J statte dafür meinen herzlichsten Dank hiermit öffent⸗ lich im Namen meiner leser und für mich selbst ab. Kussen im März 1819. ö ö „ ů Der Verfasser.— ů 0 60 4 N 1 1 R nmene uungs⸗ n all— it wil⸗—** 6 nh a. unen, ů schtei⸗—— iben Erster Abschnitt. vie⸗ ö 320 Seite „ als Geographische und örtliche 2——— 6 zogthums Altenburg. 1 Grenze 2 2 2—* 2 ich Klima— 5„ 4 r. der Sbersiche P NIUsse— 6—— 23 lesen Wiesen.— 4** 4 Wald e 2— 4 2 3 Beschaffenheit des Bodens 4 mich Absatz der Produkte E Beyölkerung. 8—* 13 bürde Maß, Gewicht und Münze P 13 ch Zweiter Abschnitt. „ich Physische und moraliche Wabälnise der tenur⸗ ffent⸗ ger—*» 15 Abstammung der Alterbumer Eab. Kleidung 46 ö Geisige Bildunnzzz 17 Schulen und Erziehung 19 Fortschreiten in der Landwirthschaft„ 22 Die Handarbeiter 27 Allgemeines eden nach Woylhabenheit 30 · Speisen„ 30 Getränke SISꝑSI 31 Gesundes Aussehen 32 Treue und Anhänglichkeit ⸗ an den Brodiherrn 2 Saree und Stolz auf Wohlhabenheit 4 Ehrgefühl 34 Landwirthschaft ist di Hauptsache im aitenburgschen Fabriken 36 Arbeitsthellung I 35 Dritter Abschnitt. Seite Vertheiluna des Grundeigenthums, Bahaffeuheit der Besitzungen, Lasten und Abgaben.„ 42 Größe der Bauergüter 142 Gröste der Dörser— 42 Größe der Witten 43 Abgaben. 44 Lasten: Schaftrift* PꝑP 2 49 Pfarrzehend.— 50 Frohnen Vierter Abschnitt. Gebäude und häusliche Einrichtung 52 0 — 0 Torm der Höfe.. 5² Fern der Hänserr 7 53 Naäterial der Gebänddee 54 Hötzerne Gebäude 8 54 Steinerne Gebäude.. 53 Lehmmauern ů*—*— 2— 55 Wellerwände 55 Innere Einrichtung der Gebände 39 Einrichtuug der innern et** 0 Fünfter Abschnitt. ů Ackergeräthse 92 Der Gige** 5* 0 0* 62 Die E 66 Der Feidetir(Krail, Basard) Der Rührhaken* 69 Der Häufelpflug*„ 70 Die alze—„— 7 Der Wagen 74 Der Keppkarren 7 Der Schub⸗ oder Handkarren 7 Kleine Geräthe SSS Sechster Abschnitt. Viehzucht— 81 Rindviehzucht RDPRPPP Race. du ieun 83 — 45² Schafz Schwei Biene! Gespann Pferde Stallfütterung PPP 82 Größe der* 83 Brühfutter ů 9⁵ Körnerfütterung 87 Benutzung der Milch 89 Butterschlagen 89 Butterverkauf.— 91 Vorzüge der Wrautbutter— 91 Käsebereitung 92 Süßkäse 2 92 Sauerkäse 93 Das Einlegen der Käse PRPRRDDDR 94 Ertrag der Kühe 05 Käl berperkauf—.„ 96 ucht3 er Kulber I 96 uch—— 9 Große der Schaftämme————t.— 97 Veredlung— ů 97 Gute Pflege** 98 Behandlung der Länmmer**** 98 Ertrag der Schafe. 99 Beeut— 2 101 nezucht ů„ 102 ist sehr erhebuch 108 Raee.—* 102 Pflege 3 Große Ordnung beim Hüten der Schwelne 103 In heißen Tagen stehen sie Mittags im Stalle 103 Werden auch im Sommer im Stalle gefüttert 103 Behandlung der ret— 104 Mastung 105 Wenenenmitiel gegen die Bräune 105 Federviehzuch 15 Gänsezucht 106 Gänse werden iebendia gerupft 106 Das Stoyfen— ele 102 Enten 109 Dine Truthühner.— 110 Tauben—— 110 ucht——„ 113 Siebenter Abschnitt. — 4„•*„ · 0 114 2——*— 2 114 Keine Pferdezucht Ankauf der Pferde.— 11 Allzugute Pflege der Pferde 115 XII —.— Seite ö Arbeiten der Pferde*—⸗6. 116 Kummte 119 2 Mit Ochsen wird in der Regel nicht gearbeitet 119 Mit Kühen arbeitet man viel 121 Vortheile, den Zugkühe bringen 1421 Achter Abschnitt. V Dünger 125 IDer Miit 5 Miststätte* 125 In den Ställen wird viel eingestreuet und oft ausgemistet 126 Stroh ist fast das einzige Streumaterial. 126 Bei der Kleefütterung wird auch der Misthof gestreuet 126 Die Misthauche 1386 Den Mist läßt man in der Regel nicht gern zu sehr vertotten 129 Wie oft gedüngt wird— 129 Wie viel Mist ein Bauer gewinnt 130 Wie stark gedüngt wird 5—— 30 Die Zeit des Mistausfahrens Gute Wirthe lassen den Mist nicht lange in den Haufen auf dem Felde liegen l351 Der Mist wird hinter dem Pfluge her von einer Magd oder einem Jungen in die Furche geleetrt 132 D Mergeldüngung. 132 In der Monstaber Gegend mergelt man nicht mehr. 132 Die Anwendung des Mergels„— 133 Kalk wird in mehrern Gegenden nicht mehr angewendet„134 Das Düngesalz hat dem Gips sehr weichen müssen„ 136 Die Gipsdünaung hat Schuhart von Kleefeld in der Gegend Wür witz eingeführt, jetzt wird sie all⸗ gemein angewendet— 146 Wie der Gips angewendet wird 2—n 137 Wo er hergeholt wird 2. 139 Witung des ses Folgen der Einführung der GipsdüngunhnJwł;ͤͥ4≅g 39 Düngesalz aus Knochen 140 Die Holzasche als Düngung— 140 Die Braunkohlen⸗ und Torfasche wendet man häufig zur Düngung an.— 141 Die Seifensiederasche wird als Düngung benutzt 141 Der Schornsteinruß, aroße Wirkung desselben als Dünger r42 Die Anwendung und Wirkung der Hornspänedüngung„143 ö Der Hühner⸗ und Taubenmist„ Die alten Lehmmanern werden zur Düngung der Fel⸗ der benuthzititt Der Teichschlamm, Modder, wird im Altenburgschen sehr benutzt 40*— Wie ei bennat wird 145 Sitte: 6 Seite I0 Bedüngung der Felder mit Schlammggm 446 et 110 Bedüngung der Wiesen mit Schlamm 45 JI21 „ III Neunter Abschnitt. Das Erdefahren 149 1 Auch in andern Gegenden Obersachsens sübrt man 3 Erde, doch nicht allgemein von allen Landwirthen, 5 Und viele lernten es von den Altenburgern. 14 115 Wo die Erde Nöchn wird 29—43 + 150* Die Schlammlöcher 15² 7 — 120 Auch von den Wiesen fährt man erde auf den uer 153 t 110 Das Rasenschälen 2 L 152 126 Der Rasenschäler oe 54 ten 1 Komposthaufen 5 1 Wirkung des Erdefahrens 156 115 Einige übertreiben das Erdefahren 157 10 Die eide wird mir Kexpkarken und gevöschlitten un 3. geiahren* 100 U Zehnter Abschnitt. 15 Bestellung des Ackers im Allgemeinen•00„1061 Ackerbeete 161 53 Das Pflügen geschieht sorgfaiti vdoch i in keiner be⸗ .104 stimmten Zahl„ 162 130„ Das Eggen„ 5164 ö Die W Wasserfurchen„ 165 Die bestellten Felder werden mit vieler uecuratefi 30 ö eing'putzt und die Furche geöffnet 165 Das Walzen 166 139 Der Altenburger hãlt auf reinen vollkommenen Saamen 167 I38 Reich gedüngten guten Boden besäet man schwach/ 139 ärmeren dichter. 107 140 ö Eilfter Abschnitt. 01 Feldeintheilung, Fruchtfolggeee.. 160 4 11. Die Altenburger haben die Wechsen⸗ und ö—. 22— cdene Irt tset 105 1 Verschiedene Fruchtfolgen* Ran set nur dann Gerste nach Boehackfrüchten, 144 wenn die Herbstwitterung das Säen des Winterge⸗ treides nicht mehr zuließ 70 145 Der Altenburger verschwendet kein Land, wenn er .145 nach Kartoffeln Roggen folgen läht r 177 lv Der Klee geräth vorzüglich schön nach Gerste, die nach gedüngter Winterung folgte 177 Der Altenburger bauet viele Handelsgewächf Er läßt nur das Land zur Wiese liegen was er auf andere Weise nicht besser nutzen würde. 179 Trotz der starken Bevölkerung, hat Altenburg Ge⸗ treide fürs Ausland übrig.—. 18⁰ Der Altenburger baut wahrscheinlich bei seiner Dreifelderwirthschaft mehr Körner als er bei der Wechselwirthschaft erzielen würde 180 Das Verhältniß der Wiesen zum Acker R Die Altenburger haben keine Außenweide. 181 Wenige haben Brennerei und Braueren 182 Viele Bauern verfüttern ziemlich die Hälfte sämt⸗ licher erbauten Körner à 182 Die örtlichen Verhältnisse entscheiden, ob die starke Körnerfütterung im Ganzen Vortheil bringt. I583 Die Vorältern der jetzigen Altenburger erbten die reine Dreifelderwirthschaft; allmähliges CFortschreiten—*** 0 185 Z wölfter Abschnitt. Anbau der verschiedenen Früchte und Gewächse„ 188 Der Winterweizen 4448 Wotzin geldet wuinnunddds 188 Vorbereitung des Ackers 1588 Weitere Bestellung des Ackersas..189 Nach einfurchiger Bestellung des Kleefeldes geräth vorzüglicher Weitze—. 191 Nach Raps und auch nach Kartoffeln geräth der Weitzen gut Zeit der Einsaat des Weltzens ** 193 * 1 Lurtras des Weidennns ĩ)iß.. 103 Der Bau des Winterroggens 19 Wobin man den Roggen säet* 196 Die Bestellung des Ackers zum Winterroggen. 196 Dee Stätte der Aussfaa Der Ertrag des Roggens 107 Der Ban des Staudenroggeen 198 ummermertzenba. 1598 Wodin man ihn siettt 3„98 Bestellung des Ackers für den Sommerweitzen 199 Ertrag des Sommerweitzens Smmerroggenanbau 200 Der Anbau der Gerste RDEE Die Stelle welche die Gerste in der Fruchtfolge einnimmt 4— 55 20⁰0 Vorbereitung des Acers zu Oerste, besonders ————————————————.——U——..DHDHDD‚‚‚D‚D‚tttTtI‚‚..—————7 EERE Ee /-SCHs SS —— Seite das frühe Umpflügen der Siapre ds Wiiters' treides„ 200 Die Gerste wird gewalzt 28 Ertrag der Getste. 202 Bemerkung, daß die Gerste nach Weitzen, welcher nach Raps folgte, geringern Ertrag 202 Der HaferbaTu 203 Bestellung des Ackers für den Hafer 203 Stärke der Aussaat und Ettrag. 20⁵ Der Erbsenbau wird stärker als der Wickenban be⸗ trieben 206 Die Stelle, die Bel de im Acker einnehmen 28 Bestellung des Ackers n07 Gipsdüngung für Erbsen angewendet 207 Die Erbsen pflügt man unter, die Wicken aber nicht 207 Stärke der Aussaat und Ertrag der Wicken und—9 208 Futtergewächsbau 209 Wicksutterbau im Brachschlag 209 Wickfutter wird von mehreren nach und nach gefäet 209 Erbsen zur Fütterung in Roggen⸗ Srehr un d weiße Rüben darunter geset 210 Der Kleehau 211 Klee ist die Hauptarundlage des guten Zustandes der altenburgschen Landwirthschaft. 211 Schubert von Kleefeld machte die Altenburger mit dem Kle⸗bau bekannt 211 Die Stelle, welche der Klee im Acker einnimmt; eer wird gemeiniglich unter Gerste gesäet 13 Der Kleesaamen wird entwever eingeeggt oder aaewalt 413 Das Behüten des Klees im Herbste mit den Schafen hält män für gut; großes Vieh lassen zute Wiethe nicht auf den jungen Klee 213 Klee wird mit Gips überdüngt. 214 Man graset und hauet den jungen Klee zur Grün⸗ fütterung sehr früh 214 Kleeheu wird im allgemeinen im Altenburgschen noch wenig gemacht. 415 Warum füttern viele Altenburger fo vieles Getrei⸗ ö de in ihr, Vieh, und bauen nicht Mn noch mehr Klee an?.— 216 Der Bau des Kleesaamen i Der Ertrag eines Kleefeldes 217 Der weiße Klee wird in Altenburg noch selten angesäet 219 Auch der Luzerne⸗Bau hat sich in Altenburg noch nicht sehr ausgebreitet 219 Esparzette findet im Altenburgschen keinen iyr paf⸗ senden Boden 220 Der Kartoffelbau wird wohl stark betrieben, aber wohl nicht überall so stark, als es W e der Sal seyn könnte.— 220 Wie man die Kartoffeln Mune XVI 2 Seite Vorhereitung des Ackers*221 Oer Mehrere legen den Mist zugleich mit den Kartoffein Var in die offne Furche 221 Welch Bearbeitung der Kartoffeln wenn sie aufgegangen sind 222 Des Diejenigen welche ihre Kartoffeln bloß mit der Die 2 andhacke bearbeiten, hasen oft einen schlechtern rtrag, als die, weiche den Häufelpflug anwenden 222 Das späte Auslegen der Karteffeln 225 Nachtheil 25 Sorten der angebaueten Kartoffeln. 225 Altens der Karteffenn. 226 Der Gat Benutzung derselben. 227 x Aufbewahrung für den Winter 2238 Der! Der Kraut und Rübeubau wird mit vielem Fleiß be⸗ trieben. 228 Die Vorbereitung des Ackers fůr Kraut und Rüben 228 2 Der Anbau der Pflanzen„ 229 Die Die Körfe sind Nebensache, man sehe mehr auf biele Belhe große Blätter und starke Strünk E 3230 ö Das Strun'kraut 23T Bei Sie Benutzung der Blätter und Strünke ar Obstoe Ertrag eines Krautseldes. 232 Benu Wie viel Acker mit Kraut und Rüben benutzt wird 233 Der! Bearbeitung des Hrautackers 233 Behar Sicherung gegen Raupen„234 Der 6 Bau der Kohlrüben und Runkelrüben 235 Die 5 Benutzung der Rüben. 235 rn Weiße Rüben bauet man selten in die Brache, aber Man oft in die Kornstoppel mit 12— 2990 Erbsen 237 Der Möhrenbau. 237 Benutzung der Moöhren 238 Den Anbau des Spörgels und Wuchweihens hat man Forfnt nur versucht ͤ239 Große Die Wiesenberbesserungen 239 in te Handelsgewächsbau 239 meth Der Raypsbau wurde bei Monstab stark betrieben 239 Hubt: Herr von Kleefeld machte die Altenburger—— dem Die Bei Rapsbau bekannt 240⁰0 leh, Vorbereitung des Ackers zum Napsbau 24T mit Ernte des Rayses 5 242 Ertrag des Rapses— 0 243 Der Winterrilhsunban 244 Stelle, welche er im Nn aunimmt 244 Vorbereitung des Akers— 244 Ruuntahlr Ertrag 245 Der Seinmne.en im Brachschlag au 09 Vorbereitung ckers„ 245 glähete Ertrag des Som merrübsens 246 muchen Die Pfeiffer unt die Vertreibung vaseiben 246 M nan Der GSchmalz⸗ oder Oeldotterbau 24/—5 Der Kamillen⸗ und 247 I Verh Der Hirsenbau ‚ 246 Wihnun Der Flachs⸗ und Hanfban Sa Wer Flachs bauet, kauscht gern mit dem Saamen 249 Welche Stelle der Flachs einnimmt 249 Die Behandlung des Flachses— 249 Die Behandlung des Hanfes 250 Dreizehnter Abschnitt. Der Gartenbau. ö‚ 252 Wetteict hat eine hohe Stuse im itrturathen Ei— 252 Die altenburgsche yomologische Gesellschaft har viele Verdienste um die Obstbaumzucht 253 Die Obstorangerie 255 Bemerkungen über den jetzigen Zustand des Obibaues el von Oberpf. Klötzner 255 Bei on Fleiß für neue Sespaumaningen 257 Obstverpachtungen.. 259 Benutzung des Obstes 259 Der Wein wird am Spalser gebaut.268 Behandlung des Weinstocks. 261 Der Stachel⸗ und Johannisbeerstrauch 261 Die Kieinodsgarten werden entweder von dem Haus⸗ sreund, oft auch von einem Gärtner besorgt 26² Man baut eine große Mannigfaltigkeit in Gemüßen 263 Vierzehnter Abschnitt. Rorstnutzung und der Anbau des Weidenbaumes Große Privatwaldungen giebt es nicht, werden aber in regelmäßigen Schlägen mit großer Ordnung be⸗ wirthschaftet; besonders zweckmäßig und hoch be⸗ nutzt man die Buschhölzer Die Weidenbäume werden sehr kultivirt und alle Stel⸗ len, welche mit nichte— zu Hanen 1—890 9—— damit benutzt.„ Funfzehnter II* Braunkohlen⸗ und Torfgraberei 7 Vor 10 Jahren sah man da wo jetzt di⸗ Braunkohlen⸗ gräbereien einen Hauptzweig der Aandirtuchaft aus⸗ machen, noch nichts dabon.——— Wie man die Braunkohlen gewinnt Für welchen Preis bie Braunkohle verkauft wird Das Verhältuiß des Werthes zum Werthe des Holzes Erwähnungen einiger andern Minergliin XVIII — Seite Sech zehnter Abschnitt. Technische Gewerbe 223 Brauereien haben fast alle Rittergüter, eie bete⸗ ben sie sehr stark 273 Branntwein wird nur aus Hartoffeln ebrannt*. 2 Ziegel⸗ und Kalkbrennerei. 245 Gel Siebzehnter Abschnitt. Fischerei und Teichwirthschaft 278 Die Fischerei in den Flüssen und Vächen ist nicht erheblich 278 Waahr erheblich d ist dagegen in einigen Gegenden ehr erheblich 27 Wird aus Hrn. Teichmanns Schrift erwiesen un 278 11 Das Aufbewahren um sie jederieit 8 66 zu können 279 ö ö schaf Achtzehnter Abschnitt. sche Werth der Grundstücke 281 A Die kleinen Güter werden theurer als die 4535 beiablt 281 Bauergüter sind selten feil 281 der Werth derselben 232 ö Preis eimelner Grundstückke48⸗ Mhhe Pachtsummen für Rittergüter 283 Vunerguter werden selten vervachter 283 NMon Verpachtung einzelner Grundstücke 284 ö Die im Allgemeinen überall sichtbare Wohlhabenheit uide beweist, daß die Landwirthschaft guten Ertrag giebt 284 NMer deam fi de ö Ind in Ufan ngep 0l lige! uhich Echn, ç Geite · 273 273 .275 25 27 ich 278 27 27 279 201 lt 281 „201 2592 282 33 283 284 304 H——8—————— Erster Abschnitt. Geographische und örtliche Beschaffenheit des Herzogthums Altenburg. Das Ländchen liegt, so weit ichs beschrelben will, im 51 nörd icher Breite, am Fuße des sächsischen Erzgebirges. Es gränzt mit dem Erzgebirgschen Kreise, mit der Herr⸗ schaft Schönburg, mit dem Leipziger Kreise, dem preußi⸗ schen Antheil von Sachsen, der Herrschaft Gera und mit dem Neustädter Kreise. Das Klima ist im Altenburgschen, so klein auch der Raum ist, doch sehr verschleden. So ist es in der Nähe vom Marktflecken Meußelwitz und in der Pflege Monst a b, nach der preußischen Stadt Zeitz hin, ungleich milder als in der Gegend der Städtchen Schmölln, Merane und Gößnitz. In den erstgenannten Gegen⸗ den finden weniger Spätfröste statt und die Ernte fängt in der Regel einige Tage früher als in der Schond zurgschen und Erzgebirgschen Grenze an. In Ponitz habe ich selten im April schon säen können, und oft kam Ende Mai und Anfang Juni ein derber Nachtfrost, welcher manches Gar⸗ tengewächs vernichtete; zuwellen fiel im Mai noch einige Zoll hoch Schnee, welcher das Austreiben der Schaafe für einige Tage verbot. Schon im November mußten gemei⸗ niglich die Schaafe im Stalle gefüttert werden. Doch ist Schin. Erf. ar Tß A RIR 2— der Winter in der Regel nicht lange beständig, und so trifft sich's auch zuweilen, daß im December, sogar im Ja⸗ nuar die Schaafe ausgetrieben und sogar gepflügt werden kann. In der Gegend von Merane fährt man auch wohl noch auf dem Schlitten, wenn man in der Gegend um Zeitz schon pflügt. Es scheint, als habe sich, seitdem ich das Altenburg⸗ sche verließ, das dortige Klima verschlimmert, denn fast allgemein erfror im vorigen Jahr der Roggen während der Blüthe, und der Herr Adjunkt und— rer Klötzner schreibt mir aus Monstab, daß in den Riederungen seiner Gegend alte Schwarzpappelbäume er⸗ froren sind.— Das Frühjahr ist im Altenburgschen sehr angenehm; die Vegetation ist nicht so rasch als in Lithauen, die Baumblüthe hält viele Wochen an und gewährt so dem Na⸗ turfreunde den angenehmsten Genuß. Eben so ist der Sommer sehr schön, nicht zu heiß, ö doch warm und besonders angenehm sind die Morgen und die Abende. Die Temperatur der Atmosphäre wechselt nicht grell, so wie es in Lithauen der Fall ist, sondern än⸗ dert sich nach und nach. Im Durchschnitt kann die Wit⸗ terung weder naß noch trocken genannt werden, daher ist das Klima gesund und der Vegetation günstig. In den neuern Zeiten haben wohl in dieser Hinsicht einige Jahre seltene Ausnahmen gemacht, sie waren ungemein naß, wo⸗ durch Krankheit der Menschen und Thiere, und Mißwachs herbeigeführt und der Acker auf viele Jahre verdorben wurde.* und so im Ja⸗ werden h wohl end um enburg. enn fast vährend pfar— in den ume er⸗ enehm; en, die hem Na⸗ u heiß, en und vechselt ern äe⸗ e Wi⸗ daher ist In delt Nhre aß, too⸗ ißwachs rdorben rHu. 3— Die Weinstöcke, die Pfirschen⸗, Aprikosen⸗ und Wall⸗ nußbäume dauern aber in der Gegend Gößnitz u. a. O. m. im Freien und uneingebunden nicht aus. Schon Wein⸗ trauben, Aprikosen und Pfirschen werden zwar, doch nur am Spalier, gegen Mittag an Gebäuden und Garten— mauern gezogen; die Weinstöcke, Pfirschen und Apriko— senbäume müssen aber während dem Winter eingebunden und im Frühjahr besonders sorgfältig behandelt werden. Angenehm für das Auge und nützlich dem landwirth⸗ schaftlichen Gewerbe wechseln immer bedeutende Erhöhun⸗ gen mit reizenden Thälern und Niederungen ab. Hohe Berge giebt es aber im Altenburgschen gar nicht. Der bedeutendste Fluß ist die Pleiße, welche nicht al— lein schöne Partien bildet, sondern auch viele Mühlen in Bewegung setzt, und eine Menge Fische und Krebse dar⸗ bietet. Die Uebrigen sind nicht mehr Flüsse, sondern nur Bäche zu nennen, aber es sind deren sehr viele. 90 Wiesen giebt es im Allgemeinen sehr wenig und hier— unter sind auch nur der kleinste Theil von natürlich guter Beschaffenheit; ohne den Anbau der Futtergewächse auf dem Felde würde es in diesem Ländchen um die Viehzucht und den Ackerbau schlecht aussehen.— Den kleinsten Theil der ganzen Fläche nimmt der Wald ein, ihm sind nur die Plätze angewiesen, die beson— ders für ihn passen, und mit nichts höher zu benutzen seyn würden. Angenehm für das Auge ist es daher auch, daß der Wald keine bedeutende an einander hängenden Strecken bildet, sondern in kleine Partien vertheilt ist, die fast sämmtlich herrlich unterhalten sind, und so übersieht man eben so wenig auf ein Mal eine vom Walb völlig freie A 2 * — I——. I 4 e — ....— IIIIIIIIttttxxxTTTtts s T TDTSD́fẽlUE — 4— Fläche, als man eine ganz ebne Gegend antrifft. Des⸗ halb, und weil Altenburg sehr reich an schönen Obstbäu⸗ men ist, und man weder große Lehden(Palven) noch viele leere Brache sieht, so gehört dies Ländchen schon darum zu einem der angenehmsten Aufenthalte; aber es läßt sich auch noch in anderer Hinsicht dort gut wohnen, was spä⸗ terhin in dieser Beschreibung noch sichtbar werden wird. Der Boden im Altenburgschen, im Durchschnitt ge⸗ nommen, besitzt wenig natürliche Fruchtbarkeit, das Meiste that die rege Thätigkeit und Industrie der Einwoh⸗ ner, um die Grundstücken zu dem hohen Ertrag zu brin⸗ gen, den sie in der That gewähren. In der Pflege Monstab findet man den fruchtbar⸗ sten Boden, welcher im Altenburgschen existirt; aber kaum beträgt der Flächenraum, worauf man diesen guten Boden antrifft, eine Quadratmeile. Die Ackerkrume auf einer Stelle bei Monstab enthielt 8 PC. feinen abschwemmbaren Sand, 1 pC. Kalk, 86 pU. fetten Thon und 44 5C. Humus. Sie ist ziemlich bindend, läßt sich jedoch leicht zerbrechen und zerkrümein, sühlt sich zart an, hängt sich wenig an die Zunge, und— was auf⸗ fallend ist,— zeigt auch angehängt nicht sehr vielen Thon⸗ geruch. Sie sieht sehr dunkel granbrann aus; das Wasser saugt sie begierig an und zerfällt darin bald zu einem lockern Pulber. Bei diesem starken Thongehalt ist es auffallend, daß diese Ackererde so leicht sich zerkrümelt und im Wasser zer⸗ fällt; das eine pC. Kalk allein kann dies wohl nicht bewir⸗ ken, und der guten Kultur, unter welcher dieser Boden schon seit langen Zeiten steht, ist wohl mit Necht etwas Des bstbär⸗ ch bicle darum läßt sich das spä⸗ wird. nitt ge⸗ it, das Anwoh⸗ ju brin⸗ uchtbar⸗ er kaum Boden enthielt 50 pC. indend, hlt sich as auf⸗ Thon⸗ Wasser einem dd/ daß sser ger⸗ bewir⸗ Boden etwas — 5— dabei zuzuschreiben, denn auffallend bindender zeigte sich die Erde, welche späterhin nahe bei der Stelle, von der jene Ackerkrume genommen war, aber von einem Raine, der nie unterm Pflug kam, ausgegraben wurde. Auf einer andern Stelle bei Monstab enthielt der Ackerboden 23 pC. feinen abschlemmbaren Sand, 2 pC. Kalk, 724 pC. Thon und 4 pC. Humus. Auch dieser ist bindend, jedoch noch weit lockerer als der Vorige; er läßt sich leicht zerbrechen und zerkrümeln, sühlt sich zart aber mager an; an die Zunge hängt sich etwas und giebt ange⸗ haucht etwas Thongeruch von sich. Seine Farbe ist be⸗ deutend heller, und mehr röthlich grau im trocknen und graubraun im feuchten Zustande. Das Wasser saugt er begierig ein und zerfällt damit zu einem lockern Pulver. Die Tiefe dieses Bodens erstreckt sich auf 1 bis 12 Fuß, der Untergrund, welcher besonders von solchen Stel— len, die viel Pussilago farlara trug, genommen ist, ent⸗ hält 14 pC. abschwemmbaren Sand und Steinchen, 32 pC. Kalk, 80 pC. Thon und 38 pC. Humus. Er ist ziemlich bindend, läßt sich jedoch auch noch leicht zerkrü⸗ meln; fühlt sich mager an, hängt sich an bie Zunge und giebt angehaucht etwas Thongeruch. Die Farbe ist et⸗ was heller als vorbeschriebene Ackerkrume, das Wasser saugt er begierig ein, er zerfält darin zu einem lockern Pulver. Die Unkräuter, welche sich auf diesem Boden vorzüg⸗ lich fanden, waren: Papaver Rhoeas, Anthemisia Co- tula, Ornithogalum minimum, Atriplex patula, Po- Iygonum lapathifolium, P. Convolvulus, Sinapis ar- vensis,(des Herrn Oberpfarrers Klötzner Ver⸗ 8— Sieeetttteeeeee — —— ——— ,. F. * ů E. ——'s': SSSIIIIIIITTTRTTDTDTGTGTGTDTDTDTZTZTZLTLGꝛłLł⅛zk vᷣ6s„s„s„„„o — 6— sicherung zu Folge soll der Ackersenf sich erst nach dem Mer⸗ geln dort eingefunden haben) Kaphanus Raphanistrum, Centaurium Cyanus, Trifolium agrarium, Vicia bracca, Convolvulus arvensis, Alsina medis, Equi- selum arvense, Senecio vulgaris, Ranunculus ar— vensis, Lolium téemulentum, Lathyrus tuberosus; auf dem kalkhaltigsten Untergrund fand sich Pussilago farfara, Medicago lupulina, Sium Falcaris, Cicho- rium Intybus, Autirrhinum Orontium ꝛc. Minder häufig kommen noch eine große Menge Unkräuter auf den Monstaber Aeckern vor; in keiner Gegend kann eine grö⸗ ßere Mannigfaltigkeit statt finden. Es ist hier recht auffal⸗ lend die alte Wahrheit bestätigt, daß durch starke Dün⸗ gung und häufige Bearbeitung des guten Bodens, dieser um so geneigter zur Hervorbringung der Unkräuter, beson⸗ ders der einjährigen Saamenunkräuter wird. Nur der üppige Stand der eingesäeten Gewächse kann die Unkräu⸗ ter im Zaum halten. Durch häufiges Bearbeiten wird zwar vieles Saamenunkraut vertilgt, doch nie ganz aus⸗ gerottet, besonders wenn nicht immer recht genau der rechte Zeitpunkt zur Bearbeitung wahrgenommen werden kann.— Nur durchs Ausjäten, was wiederholt an—⸗ gewendet werden muß, sobald sich nur etwas Unkraut zeigt, kann der Acker völlig rein gehalten werden; aber bei einer genauen Berechnung würde sichs wahrscheinlich zei⸗ gen, daß sich dies Ausjäten nicht bezahlt macht. Wenn nur dafür gesorgt wird, daß die Quecken und ihnen ähn⸗ liche Unkräuter nicht überhand nehmen, Saamenunkräuter schaden, wenn sie nur durch zweckmäßiges Pflügen, Eggen und Behacken und durch üppigstehende Früchte und Fut⸗ m Mer⸗ uStrum, Vicia Equi- dus ar- Herosus; ussilago Cicho- Minder auf ben ine grö⸗ auffal⸗ le Dün⸗ dieser beson⸗ Nur der Unkräu⸗ n wird na aus⸗ lau der werden olt an⸗ Unkraut aber bei llich Ri⸗ Wenn en ähn⸗ ikräuter „Ehggen ud Fut⸗ DI 7— tergewächse im Zaum gehalten werden, nicht nur nichts, sondern dienen wirklich, wenn zweckmäßig verfahren wird, zur Düngung des Ackers, und sind so vielleicht nützlicher als das von Einigen so sehr angepriesene Ansäen meh⸗ rerer Gewächse, welche unter dem Namen„gräne Dün⸗ gung“ untergepflügt werden sollen.— Diejenigen Un⸗ kräuter, welche ein gutes Viehfutter sind, werden im Frühjahre auch im Altenburgschen aus dem Weitzen, der Gerste und andern Früchten ausgejätet, weil die Mühe reichlich durch den dadurch bewirkten Milchertrag belohnt wird. Außer der Monstaber Gegend findet man auch auf mehrern kleinen Strichen in der Nähe von Gößnitz, Alten⸗ burg ꝛc. ziemlich guten Boden; bei Altenburg ist er durch die stärkere Düngung, welche durch die Nähe der volkrei⸗ chen Stadt hervorgebracht und herbeigeführt werden konnte, auf eine ungemein höhe Fruchtbarkeit gebracht worden. Ackerboden bei Ponitz enthielt 32 pC. abschlemmbaren Sand, 63 pC. Thon, 4 pC. Humus und 2 pO. Kalk. Von einer andern Stelle enthielt der Ackerboden die⸗ ses Guts 17 pO. Sand, à p. Kalk, 33 pC. Humus und 78½ pC. Thon. Dieser war ziemlich bindend; er sog das Wasser schnell ein und zerflel dann darin schnell zu einem lockern Pulber. Feucht gepflüst, erhärtete er sehr, und die Schollen waren vor einem recht durchdringenden Re⸗ gen nicht klar zu bringen, er mußte daher außerordentlich sorgfältig behandelt werden. Von einer dritten Stelle enthielt der Ackerboden in Ponitz nur 134 pC. Sand, 1 pC. Kalk, 82 pO. Thon und 32 pC0. Humus. Dieser war noch bindender als der vo⸗ Hunu rige und mußte um so sorgfältiger behandelt werden; bioz obendrein fand ich ihn außerordentlich abgetragen, weil er gegen die übrigen Felder stärk mitgenommen und weni⸗ Hsonb ger gedüngt worden war. Der Acker, von welchem er ge⸗ nommen war, muß nämlich außer dem Schnitterzehend auch(re noch Pfarrzehend vom Getreide, nur nicht von den Behack⸗ arver fruchten, Flachs u. dergl., was im Brachschlag steht, ge⸗ calat ben, und so wurden letztgenannte Gewächse von meinen Bron Vorgängern sehr stark im Brachschlag(dieser Acker war für sich in 3 Schläge getheilt) alljährlich gebauet, und so Menig der Acker sehr ausgesogen, aber dennoch schwächer wie der annu andere bedüngt, weil ja des Strohes ihm durch den disse Zehenden entzogen wurde, was die übrigen Felder nicht entgelten sollten.— Ohnerachtet ich diesen so sehr ent⸗ um kräfteten Acker eben so gut wie den übrigen behandelte, so AIts erbauete ich in den ersten 4 Jahren doch nie so viel als auf den übrigen, früher etwas besser behandelten Feldern, und ö 00 es war immer sichtbar, daß ihm alte Kraft fehlte. m0 Der fruchtbärste und zugleich lockerste Ackerboden fand sich in Ponitz in der Niederung, er enthielt: 123 pC. en b Sand, 1pC. Kalk, 774 pC. Thon und 83 pC. Humus. Nur leider betrug die Fläche, worauf er sich fand, nur we⸗ RA nige Morgen, das übrige Land um ihn herum wurde als ralu Wiesen benutzt, die aber einen äußerst schlechten Ertrag ga⸗ Lauf ben, aber von mir als Pachter nicht in Acker verwandelt gonu werden durften, so gern ich dieses gethan hätte.— Die Tiefe der Ackerkrume betrug in den letzten Jah⸗ uch ren meines Dortseyns 8 Zoll. Der Untergrund ähnelte ahit der Ackerkrume sehr, war nur bindender und ärmer an Ofes der ho⸗ derden; 1„ Weil weni⸗ rer ge⸗ d auch Behack⸗ ht, 9e⸗ meinen r war und so vie der ch den nicht r ent⸗ xlte, so us auf „ und boden 3pC. mus. ur we⸗ de als ag ga⸗ andelt Jah⸗ hnelte er an — 9— Humus; an einigen Stellen enthielt der Untergrund auch bis 2 pC. Kalk. Die Unkräuter, welche auf den Ponitzer Feldern sich besonders gerne einfanden, sind: a) besonders im Roggen: Trifolium aurum poll. (Tr. agrarium Alior.), Galium Aparine, Convolvulus arvensis, Trif. arvense, Centaurea Cyanus, Ranun- culus arvensis(auch besonders häusig unter dem Weitzen), Bromus alcalinus, Agrostemma Githago seltener; b) besonders unter Gerste und Hafer, doch auch nur weniger häufig unter andern Halmfrüchten: Scleranthus annuus et perennis, Equisetum arvense, Geranium dissectum. c) Auf der Brache: Kanunculus repens, Equise- tum silvaticum, Myosotis arvensis, Trifolium repens, letzteres nur in manchen Jahren reichlich. d) Unter den Brachfrüchten: Atriplex patula, Po- lygonum Convolvulus, Lamium amplesicaule, L. maculatum. e) Unter den Erbsen fand ich in den ersten Pachtjah⸗ ren besonders häufig Sonchus arvensis. f) Unter allen Früchten: Lapsana communis, Thlas- pi arvense, Lolium temulentum, Vicia bracca, Ser- ratula arvensis, Avena satua, Achillea Ptarmica, auf besonders feuchten Stellen Mentha arvensis, Poly- gonum Persicaria. Einen Ackerboden mit sehr wenig natürlicher Fruchtbarkeit fand ich beim Rittergut Haynichen, er enthielt folgende Bestandtheile: 37 pC0. Sand und kleine Okersteinchen, 32 pC. Humus und 598 pC. Thon. V 158 SSSSSSSSeeeeeee ——.—— Dieser Boden ist ziemlich bindend, und die Witterung will bei dessen Bestellung sehr in Acht genommen seyn. Die kleinen Eisensieine finden sich auf manchen Stellen noch häufiger als oben angegeben ist, und da wird der Boden am unfruchtbarsten befunden. Auch soll der Mist an sol⸗ chen Stellen besonders schnell verzehrt werden, und seine Wirkung kaum ein Jahr dauern, weshalb man in jener Gegend die Okersteine Mistfresser heißt. Nur durch die unermüdete Thätigkeit des vorigen Verwalters, Herrn Beier, zwang man ihm einen sehr leidlichen Ertrag ab. Es geht übrigens diesem Boden, wie allen unfruchtbaren, es wachsen nämlich in der Regel auch wenig Unkräuter dar⸗ auf; die perennirenden schafft ein guter Wirth weg, und die einjährigen gedeihen darauf nicht sonderlich. Ich fand auf den Haynicher Feldern noch am häufigsten: Filago arvensis, Scleranthus annuus, Polygonum angustifo- liam, Equisetum arvense, Panicum glaucum, Thlaspi hursa pastoris, T. arvense, T. campestre, Centaurea Cyanus, Ornithogalum minimum, und in feuchten Jahren Bromus arvensis. Beim Dorfe Zschöpel zwischen Gößnitz und Schmölln fand ich Ackerboden mit folgenden Bestand⸗ theilen: 58 pC. Sand und grobe Steine, 40 pC. eisenhal⸗ tigen Thon und 2 pC. Humus. Dieser Boden hat noch ziemlich viel Bindigkeit, er hat eine hellgraue, ins röthliche fallenbe Farbe. Er zieht das Wasser schnell ein, erweicht sich sehr damit, ohne leicht darin zu zerfallen. Die Unkräuter, welche ich darauf fand, sind folgende: Anagallis arvensis, Seleranthus arvensis, Sclerauthus Withtuung amen san tllen noch der Voden Nist an sol— und seine an in jener durch di 5, Herrn Ertrag ab. uchtbaren, äuter dar. weg, und Ich fand : Filago ingustilo⸗ „ Thl Jentaurea feuchten nitz und Bestand⸗ eisenhal⸗ tit er hat ieht das hne leicht folgende: eranthus — II— annuus et perennis, Anthemis arvensis, Polygonum angustifolium, Spergula arvensis(sehr häufig), Vio⸗ la arvensis, Thlaspi bursa pastoris, Filago arven- sis und Alsina media(nicht sehr häufig). Auf diesen Feldern wächst ohne starke Düngung und sehr gute Bearbeitung weder viel Getreide noch Unkraut, und die Fläche, welche solchen oder ähnlichen Boden hat, ist nicht klein. Der Untergrund besteht auf vielen Stel⸗ len aus blauen Letten und häufig trifft man Quellen auf bedeutenden Anhöhen mitten in den Feldern an. Dieser Boden fliegt bei einiger Trockenheit, wenn er aufgelockert ist, leicht davon und ist dennoch bei einiger Nässe nicht zu bearbeiten; und doch gewinnen die fleißigen Eigenthümer diesem Boden einen hohen Ertrag ab. Besondere Um⸗ stände veranlaßten mich, ein Banerngut in Zschöpel in Pacht zu nehmen, ich bin es da gewahr worden, wie müh⸗ selig dieser Boden behandelt seyn will, habe aber auch um so mehr Gelegenheit gehabt, die Industrie der Bauern in Zschöpel, Drößen, Kummer und mehreren andern um⸗ liegenden Dörfern zu bewundern. Hinsichtlich des Produktenabsatzes hat bas altenburg⸗ sche Ländchen freilich eine vortreffliche Lage, denn nicht al⸗ lein daß im Lande selbst viele Fabriken und viele Handwer⸗ ker wohnen, sondern auch das angrenzende Erzgebirge und ein Theil des Voigtlandes nehmen viele landwirthschaft⸗ liche Erzeugnisse aus dem Altenburgschen. Die Stadt Altenburg und die nahe liegende Schönburgsche Stadt Glaucha haben belde ansehnliche Getreidemärkte. Hier finden sich viele Aufkäufer ein, wel⸗ * — 12— che das Getreide weiter ins Erzgebirge nach Zwickau, 18 6 Chemnitz und weiter hin schaffen. Ihle Die vielen Fabriken beschäftigen im Innern des Lan⸗ des eine Menge Menschen, welche alle lchen wollen, und hschn daher wird nicht allein das gewonnene Getreide, sondern lubu auch alle andere landwirthschaftliche Erzeugnisse leicht ab⸗ 200 gesetzt. Dem Landwirth wird demnach jede zweckmäßige Ichn Anstrengung gut belohnt, und er wird gereizt, alles anzu⸗ + 22 wenden, um den höchsten Ertrag seiner Grundstücke zu er⸗ fen schwingen. boch Wenn der altenburgsche Scheffel Roggen nur mit 5 hbedbo Thlr. bezahlt wird, so 900 man bort schon über niedrige slätzt Preise. Das Pfund Butter gilt wohl nie unter 32 g. zwet Groschen und oft über 10 g. Groschen. Ein Ferkel, was seli 6 bis 7 Wochen alt ist, wurde, als ich in Ponitz wohnte, im Frühjahr mit 3 Thlr. und im Herbst mit 12 bis 2 Thlr. bezahlt. Im Jahr 13818 sollen die Ferkel noch viel theu⸗ rer, und mitunter das Stück für 6 Thlr. verkauft worden seyn.— ö „Diese Ferkel werden zum großen Theil mit dem Schub⸗ 16 karren nach dem Voigtlande und Cuhebng ze abgeholt. sh Manchen Sonnahbend gingen nur durch Ponitz allein 20 160 und mehrere Schubkärner, wovon jeder 14 bis 16 Stück V Ferkel aus Altenburg nach dem Voigtlande fuhr. Oas Pfund Rindfleisch gilt nie unter 2 gGr. und oft hurg über 22 gGr. Ein magrer Hammel galt in wohlseilen dir Zeiten von der Weide weg 3 bis 42 Thlr. Die sächsischen Preise der Wolle sind sehr bekannt, aber vielleicht weniger, esd daß in den Pachtanschlägen die jährliche reine Nutzung ei⸗ Harh obithm, bes Lan⸗ ollen, und de. sondern hcht ab weckmäßiht alles annu⸗ lucke zu er⸗ nur mit; er niedrige nter 32 g. erkel, was 6 Wohnte, bis 2 Thle. hiel theu⸗ t worden u Schub⸗ abgeholt. allein 20 10 Etück und ost hohlfellen ächfschen weniget, Abung(l — 13— ö nes Stücks der Schäferei auf 35 Thlr., ja sogar auf 4 Thlr. angesetzt wurde.— Das Herzogthum Altenburg, so weit es von mir hier beschrieben wird, besteht aus den beiden Justizämtern Al⸗ tenburg und Ronneburg, hat 62,311 Einwohner, 4 Städte, 2 Flecken, 287 Dörfer und 60 Rittergüter. Den Flächen⸗ gehalt kann ich nicht genau angeben, er wird ungefähr 12 Quadratmeilen betragen. Auf der Quadratmeile woh— nen demnach ungefähr 5000 Menschen. Der besonders hochgetriebene Ackerbau brachte diese starke Bevölkerung hervor; doch wurde dieser durch Fabriken trefflich unter— stützęt und beide arbeiten Hand in Hand für die großen Zwecke— Nationalreichthum und Volksglück⸗ seligkeit— hin. Maß, Gewicht und Münze. Nach Gerhardts Comtorist enthält der altenburgsche Scheffel 7089 frar 10 5. e Kubikzoll, nach den landwirth— schaftlichen Zeitungen 2570 Tausendtheilchen eines berliner Scheffels, daher sind 22 berliner ziemlich einem altenburg⸗ schen Scheffel gleich. Beim Handel nimmt man an, 7 dresdner s alten⸗ burgschen, und 7 glaucha'sche= 8 altenburgschen Scheffel. Der altenburgsche Scheffel hält 14 Maß, das Maß 9 altenburgsche Kannen. 5 altenburgsche Kännen 6 dresdner Kannen, und die altenburgsche Kanne ist dem berliner Quart gleich. Der altenburgsche Acker hält 200 Quadratruthen, diese Ruthe 10 Ellen, die Elle hält 2 Fuß und ist der leipziger Elle gleich. Ein altenburgscher Acker— 28 magdeburger Morgen. Der Centner hält 110 Pfund oder 5 Stein, folglich hält der Stein 22 Pfund. Uebrigens wird das Pfund in Ihy Loth, Quentchen ꝛc. getheilt. Im Betreff der Münze ist zu bemerken, daß früher die alten französischen aubthaler am häufigsten als grobe Die Münze gangbar waren. Doch gab es schon auch viele Hens östreichsche Kronenthaler, Zwanzig⸗ und Zehnkreuzerstücke Soth und königl. sächsische Münzsorten aller Art; auch braun⸗ inihr schweigsche Speciesthaler und Guldenstücke, preußische hte Thaler, Gulden und Halbegulbenstücke. Als Scheidemünze dern, dienen gotha'sche, weimarsche, königl. sächsische, schwarz— 60 burgsche, reußische ꝛc. Groschen⸗, Sechser⸗, Dreier⸗- nnd siz Pfennigstücke. Der französische Laubthaler gilt 1 Thlr. 15 Gr., der Kronenthaler 1 Thlr. 14 Gr., der Zwanzig⸗%. K kreuzer 5 Gr. 8 Pf., der Zehnkreuzer 2 Gr. 10 Pf., der Der sächsische Speciesthaler Thlr. 10 Gr, der Gulden 17 hot! Gr. ꝛc. Das preußische Geld sieht im Altenburgschen al det pari, und alle konventionsmäßig geschlagene Münze gilt VWiurd pr. Thlr 14 Gr. oder 64 pC. Agio. Der Friedrichsd'or, 1rr so wie der Augustsd'or gilt 5 Thlr. 16 bis 20 Gr. Der nal vollwichtige Dukaten 3 Thlr. 4 bis 7 Gr. Papiergeld eylitirt im Altenburgschen eigentlich nicht, doch gelten die uehe königl. sächsischen Kassenbillets den sächsischen Silbermün⸗ sehe zen gleich. vnmn Wte scha bratruhn und ist der Ker= 2 ain,folglih 0 Pfund i früͤhet h als groh auch viel⸗ reuzerstͤcke uch braun⸗ preußische heidemunt , schwar/ reier⸗und ilt 1 Thlt. Zwanzig 0 Pf., der Bulden 17 rgschen al Nͤnze gilt richsd'or, Gr. Der Vapsergeld gelten die ilbermün⸗ Zweiter Abschnitt. Physische und moralische Verhältnisse der Altenburger. Die Mehrzahl der Einwohner des altenburgschen Länd⸗ chens, so weit ichs beschreiben will, stammen von den Sorbenwenden ab, und die altenburgschen Bauern zeigen in ihrer eigenthümlichen Tracht, ihren Sitten und Gebräuchen ihre Abkunft recht sehr deutlich, und es ist sehr zu bewun⸗ dern, daß sich dies alles in einem so kleinen Strich Landes so lange erhielt und bei allem dem die Kultur so hoch stieg.— Nur die wendische Sprache hat sich bei ihnen nicht so, wie bei den in der Lausitz wohnenden Wenden erhalten. Der Landgraf Friedrich mit der gebissenen Wange ver⸗ bot im Jahr 1327 bei Lebensstrafe wendisch zu sprechen, oder vor Gerichte sich dieser Sprache zu bedienen. Auch wurden alle Wenden für unfähig erklärt, öffentliche Aem⸗ ter und Ehrenstellen zu verwalten, ja sie durften nicht ein⸗ mal ein Handwerk erlernen. Dies waren freilich harte Mittel, welche sich nicht mehr mit unserm Zeitgeiste vertragen würden, aber die hohe Kultur würde im Altenburgschen nicht statt finden, wenn die wendische Sprache noch jetzt dort allgemein wäre. Die Lausitzer Wenden sollen sehr hinter ihren deut— schen Nachbarn zurück seyn.— Wenn man im Altenburgschen neu ist, oder blos durchreiset, so muß natürlich das Ungewohnte und das W von den übrigen Bewohnern Obersachsens grell Abstechenbbe schd der altenburgschen Bauertracht sehr auffallen, und ich Ihn kann es Reisenden nicht verdenken, wenn sie in ihren her⸗ o u ausgegebenen Tagebüchern Glossen darüber machen.— tuat, Aber sieht man diese Tracht täglich, und lernt man das Völkchen, was sie trägt, überhaupt näher kennen, so wird mit man nicht allein die Tracht gewohnt werden, sondern schi man findet am Ende Gefallen an ihr. Die Gesichter der thun in der Regel von Gesundheit strotzenden Bauerweiber neh⸗ stiner men sich in dem gewöhnlichen Kopfputze gar nicht schlecht Witkl aus; die schwarze Farbe des breiten Bandes, was an den tt! Wangen anliegt und am Kinn in einer Schleife endet, und. so dem Gesichte eine angenehme längliche Form giebt, hebt schet den weißen Teint, den sie sorgfältig durch Strohhüte, 00 Schirme und dergleichen zu erhalten wissen, und das Kar⸗ unn min der Wangen gar sehr. El Das Knappe und besonders Reinliche, dabei sehr ghet Bequeme der Tracht, vornehmlich die, an die vollen run⸗ um den Arme gezogenen kurzen und engen Aermel macht sie gen gefällig. An den kurzen bis knapp unter die Knie gehenden Bank Röcken haben mehrete Reisende, freilich mit einigem Recht, Hack ein großes Aergerniß gefunden; doch denken die altenburg⸗ nin, schen Schönen nichts Arges dabei, wenn sie so ihre runden gung Waden zur Schau lragen. Sie verbergen und schützen licht um so sorgsamer ihren Busen, der sonst so gern von Vie⸗ siten len des schönen Geschlechts, entweder halb euthüllt ode doch nur scheinbar versteckt den lüsternen Augen darge⸗ 9h di stellt wird. ich h 0 odet isg te und h Wsechendr „ und ich U ihren her, machen.— it man das eu, so with „sondetn sichter ber beiber neh⸗ cht schlecht das an den endet, und ziebt, hebt Strohhüͤte, das Kar⸗ dabei sehr ollen run⸗ macht sie gehenden em Recht, altenburg⸗ te lunden oschützn von Die⸗ hüllt oder un datge⸗ — 17— Die männliche Kleidung gefiel mir mehr als die weibliche; nur soll diese jetzt sehr verändert erscheinen und sich der sächsischen Bürgertracht sehr genähert haben, was ich nicht billigen kann, da ich fürchte, daß mit der Tracht so manches Gute, was dem Altenburger eigenthumlich war, verloren gehen wird.— Nicht leicht werden sich in andern Ländern Baueen mit so vieler Bildung finden, als dies in dem Altenburg— schen wirklich der Fall ist. Er blieb bei seiner ihm eigen— thümlichen Kleidung, behielt seinen Dialekt bei, blieb bei seinen Sitten und Gebräuchen und schafft hierbei nur das wirklich Abgeschmackte ab. Er ist in Hinsicht der Moali⸗ tät nicht zurückgeblieben, sondern in vieler Hinsicht brad zu nennen, und die Religion steht bei ihm in hohem An— sehen. Bei allem dem hat er für seinen Stand einen sehr gebildeten Verständ und ist mit allem Recht denkend zu nennen. Wenn Einzelne, z. B. ganz in der Nähe von der Stadt Altenburg Wohnende ausarten, ihre Nationaltracht gegen vornehme Bürgertracht umtauschen, großen Hang zum Wohlleben und Großthun zeigen, ein großes Vergnü⸗ gen darin suchen, im Schauspielhaus auf der ersten Bank zu sitzen, Punsch und Wein zu trinken, Zuckerge⸗ backenes zu naschen und dabei ihre Wirchschaften versäu⸗ men, folglich nur das, was ihre Vorfahren durch Anstren—⸗ gungen aller Art hervorbrachten, genießen, so trifft dies nicht das ganze Völkchen und wird auch heute noch zu den seltenen Ausnahmen gehören. Die Bewohner des einen Dorfs zeichnen sich oft ge⸗ gen die Bewohner eines andern sehr vortheilhaft aus, und ich habe die Ursachen davon nicht in den günstigern Lokal⸗ Schm. Erf. 41 Th. 23 — 18— verhältnissen, deren sich manches Dorf, gegen ein anderes Spri verglichen, zu erfreuen hat, gefunden, im Gegentheil, ich en l bemerkte zuweilen, daß diejenigen, die einen Boden mit Rubhl vieler natürlichen Fruchtbarkeit haben und bei ihrem Areal Hung⸗ ein günstiges Verhältniß der Wiesen zum Acker statt findet, nomm schlaff und weniger industrios als ihre schlechter dotirten sigen Nachbaren wirthschafteten. Herr Dr. Schweitzer auf ihm Mo sen schreibt mir:„trat etwa in frühern Zeiten ein aus tüchtiger kräftiger Landwirth, ein besonderes Genie in sei⸗ aus nem Fache in ihm(dem Dorse) auf, das seine Bewohner wuocht durch seine glücklichen Unternehmungen zur Nachahmung sonder reizte, und so den Grund zur Wohlhabenheit und zum alleg Nachdenken in ihnen legte, so wird man davon auch Bane gleich wohlthätige Spuren in ihrer ganzen Denkungsart mögl und Handlungsweise finden.“ Dies fand ich recht oft, hlilte und ich könnte mehrere altenburgsche Dörfer, deren Be⸗ Ale wohner sich so vortheilhaft auszeichnen, und ihre mir sehr bekannten noch lebenden Vorbilder nennen, wenn ich nicht Maust fürchtete, der Bescheidenheit wehe zu thun. unk Noch mehr zeichnet sich, so klein als das altenburg—⸗ Wenn sche Ländchen auch ist, eine Gegend vor der andern vor— ich f theilhaft aus; so findet Hr. Dr. Schweitzer in der Gegend„le bei Ronneburg nach Gera und Weida hin, die ich nicht ge— tend nau kennen lernte, vieles Gute nicht, was ich in der Ge— ols i gend Gößnitz, Schmölln, Monstab und nach Zeitz hin fand. In der Gegend über Posterstein hinaufwärts nach ih we dem sogenannten Oberlande zu, soll der dortige Bauer im urg Allgemeinen ein widerliches Geschöpf seyn. Hr. Dr. S. schreibt mir von ihm:„grob, dumm und faul sind die drei my Beiwörter, die ihn am besten charakterisiren, und das sch! n anderts utheil, ic zoden mit rem Attal att findet, er dotitten iher auf Zeiten zin enie in sii Bewohnet chahmung und zum won auch nkungsart recht oft, deren Be⸗ re mit seht ich nicht Iltenburg⸗ dern vor⸗ r Gegend nicht ge⸗ in der Ge⸗ Heitz hin dts nach Bauer im „Dr. G. die dre und dos Sprichwort meiner Gegend: er ist grob und dumm wie ein Altenburger— paßt ganz auf die Bewohner dieses al⸗ tenburgschen Hberlands. Anmaßend in seinen Meinungen, langsam zum Ekel in allen seinen Bewegungen und einge⸗ nommen im höchsten Grade wider Alles, was nicht mit seinen Gewohnheiten übereinstimmt, ist fast gar nichts mit ihm anzufangen, wenn man von ihm verlangt, daß er aus seinem Gleise herausgehen soll. Mir könnte ein Knecht aus dieser Gegend Geld geben, um bei mir zu dienen, ich möchte ihn nicht; denn ich ärgerte mich nicht nur täglich, sondern stündlich über ihn. Hierin stimmen auch fast alle größern Güterbesitzer dieser Gegend, die nicht aus dem Bauernstande sind, mit mir überein, und jeder sucht wo möglich Knechte aus dem benachbarten Voigtlande zu er⸗ halten, weil diese munterer, schneller, gewilliger und vor allem mäßiger sind.“ „Meine hier entworfene Schilderung ist streng der Wahrheit gemäß, keineswegs übertrieben, aber sie trifft nur den allgemeinen Charakter. Unrecht würde es seyn, wenn ich behaupten wollte, es gäbe keine Ausnahmen, da ich selbst manche sehr lobenswerthe kenne; aber ich habe diesen in der That in dem hier vorzüglich ins Auge gefaß— ten Theile des altenburgschen Landes seltener angetroffen, als ich gewünscht hatte.“ Ich freue mich, daß der hier von Hrn. S. genannte, ich weiß nicht dusch was verwährloste Theil des alten⸗ burgschen Landes der kleinste desselben ist.— Schon seit langer Zeit hat die altenburgsche Regie— rung sich die Erziehung der Bauerjugend sehr angelegen seyn lassen, vorzüglich die Landschullehrer gut gestellt N B 2 — 30— 2 und nur geschickke und thätige Leute dasu angestellt. Su. Hhanlt hat. B. Ponitz nach einander drei Schullehrer gehabt, lant/ die kaum noch etwas zu wünschen übrig ließen. Das W Gute, was sie stifteten, ist überall sichtbar. Oer dritte ane von diesen Lehrern lebt jetzt noch und fährt, wie man mir obet m von mehrern Seiten her versichert, eifrig fort, Gutes in geshich der Gemeinde, weicher er angehört, zu wirken. hatsle Schon lange existirt in Altenburg ein trefflich einge⸗ rap richtetes Schulmeisterseminarium, wo geschickte und Ymit lesn Eifer fürs Gute beseelte Lehrer gebildet worden sind. l Junge Männer mit ausgezeichneten Talenten widmen sich wcn dem Lanbschullehrerstande, weil sie auf eine gute Versor⸗ legenhe gung rechnen können. Es giebt Landschulstellen, die kunthi jährlich bis 400 Thlr. eintragen, keine wird unter 200in der Thlr. und wenige unter 300 Thlr. einbringen. So kön⸗ Ennn nen die Landschullehrer alle ihre Zeit auf die ihnen an⸗ vund vertrauete Jugend richten; denn sie dürfen nicht, wie so viele ihrer Kollegen, deren ganzer Gehalt etwa 60 Thlr. di Oo beträgt, einen Theil des nothdürftigsten Unterhalts in nigsten andern Beschäftigungen, z. B. in Kleidermachen, Uhrenre⸗ getade paraturen, Korbmachen, Drechseln u. dergl. m. suchen.— N Die Landleute schicken auch ihre Kinder gern in die Baueikt Schule, denn es giebt weder Pferde noch Ochsen zu hü⸗ ch I ten; nur während der Ernte sind bie Schulen geschlossen. wohl Darum kann auch ein Lehrer einer großen Zahl Kinder bon be vieles lehren, da er sie, bis auf eine kurze Zeit im Jahre, lüblich fast täglich, sogar Sonntags in der Kirche, um sich hat, I und sehr oft auch zu Hause die Aeltern kräftig nachhel⸗ ohn fen. Mancher Schulmeister hat täglich 150 bis 200 Kin⸗ Reke, der bei sich.— Dis meisien altenburgschen Bauern und bon i stellt. C der gehabz then. Das Der dritt sie man mi Gutes y flich eing, te und mt orden sind. vidmen sich ute Versor⸗ stllen, die unter 2⁰⁰ Su kön⸗ L ihnen ah⸗ icht, wie s a 60 Thll. terhalts in „ Uhrente⸗ suchen.— ern in die sen zu hö geschlosse ahl Kindet im Jahte im sich hat nachheb 8 20⁰ Kih⸗ iiei 10 — 21— Handwerker auf dem Lande, die ich persönlich kennen lernte, schreiben eine gute Hand, in der Regel orthogra⸗ phisch richtig, und viele darunter in einem recht leidli⸗ chen Styl. Im Rechnen sind ebenfalls fast alle, mehr oder minder bewandert. Viele sind auch in der Natur⸗ geschichte, Naturlehre, Vaterlandsgeschichte und Gesund⸗ heitslehre unterrichtet und haben oft recht hübsche geo⸗ graphische Kenntnisse, so daß sie sehr gut die Zeitungen lesen und verstehen können. Religionskenntnisse werden der altenburgschen Jugend zuerst mit, und auf eine sehr zweckmäßige Weise beigebracht. Damit auch Jeder Ge⸗ legenheit hat, sich im höhern Alter in den Religions⸗ kenntnissen zu üben, so hält der Pfarrer jedee Gemeinde in der Regel alle Sonntage Nachmittags in der Kirche Eramen mit den Erwachsenen, der auch, was mich— wunderte, recht fleißig besucht wurde.— Auch bei dem eigentlichen Gottesbienste sind immer die Dorfkirchen recht voll, und gewiß erbauete sich da we⸗ nigstens die Mehrzahl der Kirchengänger, wenn auch nicht gerade alle. eusik wird in allen Schulen getrieben, und viele Bauerkinder lernen Klavier oder die Violine. In man⸗ cher Baueestube sindet man ein schönes Klavier, auch wohl gar ein Pianofort, welches vom Hauswirth oder von der Hausfrau, von der Tochter oder dem Sohne recht leiblich in den sonntäglichen Freistunden gespielt wird. In manchen Gegenden, z. B. in der Gegend Saa⸗ ra ohnweit der Stadt Altenburg hatte man oft Kon⸗ zerte, die von Dilettanten aus dem Bauerstande und von ländlichen Musicis recht brav aufgeführt wurden. Der Herr Kantor in Saara dirigirte gewöhnlich diese buch Konzerte. In vielen Kirchen hört man an den Ernte— lut und andern Festtagen schöne Kirchenmusik von ländli⸗ 0 su chen Musicis aufgeführt. Vorzüglich geht der Altenburger— so weit ich ihn isihn kennen lernte, nämlich in der Gegend bei Gößnitz nach sen Waldenburg und Merane hin, bei Schmölln, Monstbh wend und Meußelwitz nach Zeitz hin, als Landwirth stets vor⸗ hr wärts; er sucht auf alle Weise immer das Bessere kennen zu lernen, und das hierbon für seine Wirthschaft als an⸗ tin wendbar Befundene wirklich anzuwenden. Zu diesem Zweck r 2 sieht er sich nicht nur in den Wirthschaften anderer um ftet und unternimmt deshalb kleine Reisen, sondern er lieset hse auch landwirthschaftliche Schriften. So wurden z. B. 0 die landwirthschaftlichen Zeitungen von mehrern mir be— aain kannten altenburgschen Bauern mit vielem Interesse gelesen. af Jedes gegebene gute Beispiel findet nach gründlicher ben Prüfung sehr bald Nachahmer; so führe ich nur als ein 100 Beispiel an, daß die Gipsdüngung von mehrern meiner Flasc Rachbarn sogleich das Jahr darauf, als sie deren Wir— halle kungen zuerst auf meinen Kleefeldern gesehen hatten, an⸗ hhnn gewendet und so außerordentlich schnell ausgebreitet s wurde. Nlet Wenn sie zusammenkommen, so unterhalten sie sich meistens über landwirthschaftliche Gegenstände, einer den theilt dem andern seine gemachten Bemerkungen und Er⸗ bern fahrungen mit und einer frägt den andern in ländwirth⸗ u sie schaftlichen Angelegenheiten, bei zu treffenden neuen Ein⸗ richtungen u. dergl. m. um Rath. Hat der eine etwas ge— drtl iesen oder irgendwo gesehen, was ihm gefiel, so machte er Keh, lich diie den Ernte⸗ hon ländli— eit ich ihn ößnitz nach „Monsab stets vor, sere kenner aft als an— sem Zwick uderer um rn er lieset den z. B. n mir be⸗ esse gelesen. gründlicher ur als en rn meinet eren Wir⸗ ltten, an⸗ Sgebreitet en sie ssch de, einet und Er⸗ andwirth⸗ uen Cin⸗ elwas ge— machte er auch seine Freunde und Nachbarn damit bekannt; ver⸗ steht er dies oder jenes, was er las oder sah,‚ nicht recht, so sucht er zuerst im Zirkel seiner Nachbarn Belehrung, und findet er diese da nicht, so geht er weiter; vielleicht ist ihm der Besitzer, Richter oder Verwalter eines grö⸗ ßern Gutes, zu dem er sein Vertrauen hat, nahe, so wendet er sich an den, oder auch an seinen Herrn Pfar⸗ rer oder Schulmeister. As ich in Ponitz lebte, habe ich mehrern benachbar⸗ ten Bauern Schriften aus meiner kleinen Bibliothek auf ihr Verlangen geliehen, und herzlich habe ich mich ge— freuet, wenn ich immer bemerkte, daß sie das, was sie lasen, auch größtentheils recht gut verstanden und über das, was ihnen unverständlich war, sich Erklärung aus⸗ baten. Oft habe ich eine Auswahl dieser guten, braven, einsichtsvollen Leute bei mir gehabt, oft bin ich eingela⸗ den oder uneingeladen zu Diesem oder Jenem gegangen, und dann haben wir bei einer Tasse Kaffee oder einer Flasche Bier uns recht gut und für alle belehrend unter⸗ halten. Viele Stunden habe ich sehr angenehm unter ihnen verlebt, und ich schäme mich nicht, hier öffentlich zu sagen, daß ich von den altenburgschen Bauern viel gelernt habe.— Immer fragt der Altenburger sich oder Andere nach den Ursachen dieser oder jener Erscheinung und sucht überall, aus oft zufällig gemachten Bemerkungen Nutzen zu ziehen. Zu meiner nicht geringen Freude theilen mir meine dortigen Freunde Nachrichten von den großen Fortschrit⸗ ten, welche die altenburgschen Bauern noch jetzt machen, mit; so schreibt mir der als Chemiker sehr bekannte Meilk. Herr Gleitsmann aus Aitenburg etwas, was man⸗ nihte cher, wenn es nicht dieser Mann schrieb, kaum glauben nach U würde. Dle V Es war nämlich vor mehrern Jahren Herr Gleits⸗ Aen mann auf meine vorhergegangene Aufforderung so gütig, 66 einen Winter hindurch in Ponitz wöchentlich einen Tag, CEhem aber jedesmal 5 bis 6 Stunden, für die sich bei mir daß aufhaltenden jungen Männer, für einige Freunde aus sud! der Nachbarschaft und für mich, Vorlesungen über Acker⸗ Heral bauchemie zu halten, welche ungemein belehrend für uns diesed waren. Einige Jahre später haben einige lernbegierige din dl Landwirthe abermals Hrn. Gleitsmann aufgefordert, daß—— er ihnen doch auch Chemie lehren möchte; er willigte abermals ein und die Zusammenkünfte fanden auf dem silh, herzoglichen Gute Ehrenberg statt, wo der alles Gute ⁰N so sehr befordernde Landesherr ein geheiztes Zimmer WMn herzugeben befohlen hatte. 11 Bei diesen Vorlesungen fanden sich auch einige der 000⁰ nahe wohnenden Bauern ein, welche ihren Freunden den hohen Genuß, welcher ihnen durch diese Belehrungen zu Rktet Theil wurde, nicht reizend genug zu beschreiben wußten. WMe Genug, jetzt schreibt mir Gleitsmann: 0 „Du wirst Dich wundern, wenn ich Dir schreibe, bon daß ich seit einem Monat(der Brief ist zu Anfange Fe⸗ Poul bruars 1818 geschrieben) wieder Vorlesungen für 33 sle. Bauern halte; mein Auditorium ist in Knau an der deln Gerstenbach, Stunde von Altenburg, beim Bauer Gö⸗ Rue pel. Freund, freuen würdest Du Dich über den Eifer in ft dieser meiner Zuhörer; 3 bis 3 von ihnen haben über eine Ien —.—— ————————————— bekarhte bas man⸗ glauben Glats⸗ so gütig, inen Tig, bei mir unde aus ber Mker⸗ für uns abegierige dert, daß willigte auf dem les Gute 5 Zimmer nige der üden den ingen zu wußten. schreibe, ange RN⸗ für 33 an der er Gö⸗ en Eifet über eine — 25— Meile zu mir, und da versäumet kein eintiger, wenn ihn nicht etwas recht Wichtiges abhält, eine Vorlesung. Daß nach unsern ersten Zusammenkünften in Ponitz, wozu Du die Veranlassung gabst, der Sinn fur dieses Studium so allgemein würde, das hätte ich mir nicht tränmen lassen. Es wird jetzt unter diesen braben Landleuten viel von Chemie gesprochen, und zu meiner großen Freude höre ich, daß sie mich gefaßt haben. Bei di 111 dritten Kursus sind zwei Zuhörer, die schon in Ehrenberg gehört haben; hieraus ersiehst Du, wie groß der Sinn und Eifer für diese Wissenschaft ist. Die ganze Gesellschaft besteht aus den vorzüglichsten Landwirthen der Monstaber Pflege.“— „Sie haben mich, nicht ich sie, aufgeforbert. Ge⸗ stern, es war eben Markttag, kam wieder ein Abgesandter von dreißig Männern, der mich aufforderte, kommenden Winter auch Vorlesungen bei ihnen in Schlobitz so wie in Knau zu halten. Nun mein Freund, ist dies nicht ein⸗ zig!“— Ja wohl einzig! Zugegeben, daß unter diesen Zuhö⸗ rern nur Einigen es ein wahrer Erust ist, und daß nur Wenige unmittelbar einen reellen Nutzen daraus zögen, so ist der Gewinn doch wahrlich schon sehr groß. Mehrere von diesen beuten werden doch gewiß so viel mit aus diesen Vorlesungen gebracht haben, als dazu gehört, um sich viele Erscheinungen in der Natur und bei ihrem Gewerbe erklären zu können. Was einer nicht begriff, wird der an⸗ dere begriffen haben, und so werden mehrere zusammen ei— n sehr großen Schatz von Kenntnissen erlangen, welchen sie unter gemeinschaftlicher Beräthung bei ihrem Gewerbe === DTTcf ss's“TT———— ‚‚* — 26— hoch benutzen werden. Das, was man Ueberbildugng de? nennt, ist, so weit ich dies Völkchen zu kennen glaube, Gast nicht zu befürchten. Es ist schon längst ein guter Grund zu diesem Fortschreiten gelegt, es findet also kein gar zu shti großer Sprung statt. Die altenburgschen Bauern sind im abi Durchschnitt schon sehr wohlhabend, und diese Wohlha⸗— dlt benheit wird durch dies kräftige Fortschreiten ihres Gei— git stes sehr zunehmen. Kostspielige, oft Banquerout herbei⸗ inde führende Versuche wird der Einzelne gewiß nicht unter⸗ fliß nehmen; ich möchte behaupten, daß in Hinsicht ihres Gei⸗ der stes gleichsam einer für alle und alle für einen stehen; hung will ber eine etwas Ungewisses unternehmen, so geht er Rt! gewiß zuvor mit seinen Freunden und Nachbarn zu Ra⸗ nad the; ich bin sogar überzeugt, daß in einzelnen Fällen Ei⸗ Bid nige zusammen gemeinschaftlich das Risiko übernehmen poel werden. Welche schone Resultate können dann hieraus ae hervorgehen! NVi Man sieht in diesem Ländchen recht deutlich, was schl zweckmaßige Schulverbesserungen Gutes hervorbringen i können. Man findet am altenburgschen Bauer einen kla⸗ Dan ren Beweis, daß bie Bestimmung des Bauers nicht hisn allein ist:„im Schweise seines Angesichts zu arbeiten, der Witterung zu trotzen, oft nicht zu essen, wenn ihn hun⸗ Uls gert, nicht zu trinken, wenn ihn durstet, um 3 Uhr frühe, 90 besonders im Sommer, aufzustehen, wenn ihm der Schlaf nan am süßesten ist“, wie irgend ein Schriftsteller in einem sort Werke, was er über das Schul⸗ und Erziehungswesen Ql schrieb, sagte. Man sieht, daß es dem Bauer wohl Hilt frommt, wenn er mehr leistet, als dieser Schrifsteller nach D seinen hier angeführten Aeußerungen von ihm verlangt; denn ühr herblbug en glaube, tet Grund ein gat zu n sind im e Vohlha⸗ ihtes Gii— hut herbei— icht unter⸗ ihtes Geiz en stehen; oD geht er rn zu Ra⸗ Fällen Ei⸗ ernehmen u hirraus ch, was orbringen einen kla⸗ 8 nicht arbeiten, ihn hun⸗ ht ftü er Schlaf in einem mgswesen ner wohl deler nach gt; deng der Altenburger wurde durch eine höhere Ausbilbung des Geistes wohlhabend, religiös, brav, glücklich und zufrieden. Der Handarbeiter, der Tagelöhner und das Gesinde steht im Altenburgschen nicht ganz auf der Stufe der Gei⸗— stesbildung, auf welcher der mehr wohlhabende Bauer dort steht, denn es bleibt der dienenden Klasse nicht so viele Zeit, wie dem Bauer, zum Ausbilden des Geistes übrig, indem er jung anfangen muß, sich seinen Unterhalt durch fleißiges Handarbeiten zu verdienen, und natürlich kann der wohlhabende Bauer auch mehr Kosten auf die Erzie⸗ hung seiner Kinder wenden, als dies der ärmere Tagelöh—⸗ ner im Stande ist. Doch steht im Altenburgschen die die⸗ nende Klasse immer noch in Hinsicht ihrer moralischen Bildung höher, als ich sie in mehrern andern Provinzen, welche ich kennen zu lernen Gelegenheit hatte, wenn gleich auch jetzt meine Freunde aus dem Altenburgschen über Verschlechterung des Gesindes klagen. Ist diese Ver⸗ schlechterung wirklich gegründet, so mag der Krieg hierzu die nächste Veranlassung gegeben haben.— Bei einiger Dauer des Friedens wird hoffentlich auch wieder eine Ver⸗ besserung sichtbar werden.— Es scheint vielleicht dem oberflächlichen Beobachter, als wenn der altenburgsche Handarbeiter, Knecht oder Ta⸗ gelöhner im allgemeinen träg arbeitete; aber bei einer ge— nauen Untersuchung findet sich, daß er, indem er stete fortarbeitet, doch im Ganzen viel verrichtet; daß er nicht allein alles mit ei ier gewissen Ordnungsliebe und oft mit vieler Nettigkeit, sondern auch mit anhaltendem Fleiß und Beharrlichkeit vollendet. Er zeichnet sich in dleser Hinsicht sehr gegen die lithauischen Arbeiter aus, diese arbeiten eine 2—— kurze Zeit, vielleicht wenn das Auge des Herrn in der uud Nähe ist, anscheinlich sehr rasch, dafür ruht er aber Dbi auch oft recht gemächlich aus, und das, was er verrich⸗ Hle tet, ist ihm immer gut genug; sehr liebt er die Abwechs⸗ lung und eine feste Beharelichkeit ist ihm fremd; auch bei burger den Voigtländern fand ich eiwas Aehnliches, doch stehen wenn diese ungleich höher als die hiesigen gemeinen Handarbeiter. alten Bei solchen Leuten wird oft ihr Herr getäuscht, ihm gefällt Hiicht das Flinke, was seine Knechte in seiner Gegenwart äu⸗ iga ßern, aber gründlich beurtheilen kann den reellen Fleiß nur siht der, welcher anhaltend die specielle Aufsicht der Arbeitsleute tin geführt hat.— Aber auch im Altenburgschen und in der Hurge Gegend, die ich besonders im Auige habe, giebt es Aus⸗ nahmen genug; auch ich habe mehrere faule, nachlässige hicht und gefräßige Knechte, oft zu meinem großen Schaden auch lennen lernen. Aber ich habe vortreffliche Knechte in Po⸗ We nitz gehabt, die bei einer guten Behandlung, welche ihnen in zu Theil wurde, nichts zu wünschen übrig ließen. Nach Der Altenburger arbeitet außer den bestimmten hält Ruhestunden und Ruhetagen in der Regel immer, Win⸗ bpoasd ter und Sommer, stete fort und verrichtet im Gan⸗ disen zen sehr viel; der gemeine lithauische Arbeiter hinge⸗ seht! gen greift sich in der Regel nur in einigen Zeiten im Jahre an und— es thut mir leid, daß ichs sagen kann— liegt nich dann bei weitem den größten Theil seiner Lebenszeit auf aß der faulen Bärenhaut; er verrichtet im Durchschnitt kaum charn halb so viel als der Altenburger. Ich gönne es jedem, Halle wenn er sich pflegen kann, aber wahr bleibt das Sprich⸗ Ght wort:„Müßiggang ist aller Laster Anfang.“ Im Alten⸗ 0f burgschen gehört das Betrinken zur großen Sellenheit, ffl in bi keer aber bertich⸗ Abwechs⸗ auch bii Hoch stehen darbeitet. m gefäl wart äu⸗ Ileiß nur heitslente d in der es Aus⸗ achlässige Schaden e in Po⸗ che ihnen mmten k, Win⸗ Gan— hinge⸗ u Jahre — liegt Reit auf t kaum jedem, Spꝛich⸗ Alten⸗ ltenheit, und der Trinker wird in keiner Gesellschast lange gedul⸗ det; in Lithauen hingegen ist das Betrinken der gemeinen Leute ganz in der Ordnung.— Eine gewisse Nettigkeit und Accuratesse ist beim Alten⸗ burger überall sichtbar; auffallend ist der Unterschied, wenn man z. B. eine fest und nett zusammen geknebelte altenburgsche Getreidegarbe mit der, ohne alle Accuratesse leicht und lose zusammen gebundenen, lithauischen Getrei⸗ degarbe vergleicht. Ein besäeter und völlig bestellter Acker sieht im Altenburgschen wie ein Gartenstück, und wen soll⸗ ten nicht die geraden und netten Furchen, die der Alten⸗ burger mit seinem Saatenpfluge pflügt, erfreuen? An Arbeitern fehlt es im Altenburgschen durchaus nicht, weder an männlichen noch an weiblichen, daher ist auch ein billiger Lohn gewöhnlich; der Mann bekommt, wenn er im Tagelohn arbeitet, täglich 4 g. Gr., wofür er im Sommer von früh 5 Uhr an bis Mittag Ir Uhr und Nachmittag von 1 bis Abends 7 Uhr arbeitet; die Frau er⸗ hält 22 bis 3 Gr. täglich. In der Ernte ist der Lohn et⸗ was höher, aber dann arbeitet man auch länger. Außer diesem Lohn erhält der Tagelöhner weiter nichts als Ko— fent zu trinken.— Aber eine Ueberbevölkerung findet im Altenburgschen nicht statt, daher kreibt Noth in der Regel nicht zu der großen Thätigkeit und Sparsamkeit, die den Altenburger charakterisirt. Es giebt wenig Arme, und diese wurden vielleicht durch besondere Unglücksfälle, durch körperliche Gebrechen und dergl. m., seltener durch biederlichkeit, arm, und für diese ist von der väterlich gesinnten Regierung vor⸗ trefflich durch Anlegung der herrlich eingerichteten Armen⸗, —————————j—jꝛ——⅛————————ß7.ꝛjj————ꝛ7ꝛ—‚——ꝛß7——ß7 8* Kranken⸗ und Arbeitshäuser gesorgt. Die hohe Industrie, 13 welche im Ganzen in diesem Ländchen herrscht, macht es vscbe jedem Einzeinen leicht, für sich und die Seinigen Unter⸗ nach e hält zu verschaffen. Aber jeder ist fleißig und sparsam, um hin. etwas vor sich zu bringen, um sich eine gute Lage fürs aug x Alter zu sichern, um einen Nothpfennig und ein Erbiheil HSite für seine Kinder zu sammeln. Scüd In der Regei sammeln schon die Knechte und Mägde ine d während ihrer Dienstzeit für ihre künftige Haushaltung, hlaier und fast jeder Handarbeiter strebt nach einem, wenn auch lhen kleinen eigenthümlichen Grundstück, zu dessen Ankauf er Lucnd ebenfalls schon frühe zu sammeln anfängt. Dieser rege u Sinn für Verbesserung seiner Umstände, welcher in der Re⸗ afac gel jeden Altenburger belebt, hat einen sehr wohlthätigen ht Einfluß aufs Ganze, und ich wüͤnsche sehr, daß man ihn lien auch hier in Lithauen bei den gemeinen Handarbeitern bhus finden müchte, wir würden dann viel schneller vorwärts enih⸗ schreiten, als dies ohne diesen Sinn und ohne dies reelle boDhandd Streben nach Wohlhabenheit möglich seyn kann. Meine sens u hiesigen Arbeiterfamilien sorgen höchstens für ein Jahr, Haus oder eigentlich nur für den Winter, und dann haupt⸗ deß kin sächlich nur für gute Fleisch⸗ und Fettvorräthe, das Ue⸗ 2 brige hat mindern Werth, und kommt schon ohne große Wl Austrengungen herbei; an ein Sammeln ist bei diesen Leu⸗ benste ten nicht zu denken, und das bringt sichtbaren Schaden Tuunk für mich und das Ganze hervor.(Nachb Der altenburgsche Handarbeiter genießt für gewöhn⸗ V lich nur solide, Kräfte gebende Hausmannskost, die größ⸗ In V tentheus in Mehlspeisen und Gartengewächsen besteht. hbmn Im Ganzen wird wenig Fleisch genossen, weil dies zu oda V Industtz macht ez en Unter⸗ ksam, um Lage fürs Erdtheil b Mägde Ihaltung, venn auch inkauf er ieser rege n der Re⸗ lchätigen man ihn Harbeitern vorwätts ies reelle Meine in Jahr, haupt⸗ das Ue⸗ ne große sen Leu⸗ Schaben gewöhn ie gröh⸗ besteht. dies zu S 327— theuer ist und der Arbeitsmann ohne häufiger Genuß desselben sich sehr wohl befindet. Für eine Arbeiterfamilie reicht ein gemästetes Schwein, was höchstens 13 Jahr alt ist, hin. Doch an hohen Feiertagen, zum Kirchweihfest, auch zuweilen Sonntags, werden, um dem Gäumen eine Güte zu thun, jedes Mal einige Pfunde Rind, Kalb⸗ oder Schöpsenfleisch gekauft, oder kleine Fische, vielleicht auch eine Gans angeschafft. Da er selten Fleisch schmaußt, so hat er einen um so größern Genuß dabei; an solchen Fest⸗ tagen herrscht ein allgemeiner Frohsinn, denn mit seltenen Ausnahmen leben alle zufrieden. Heiter nimmt den Festtag nach Mittag der Tagelöhner sein Weib, seine Kinder, alle einfach, aber nett und reinlich angezogen, an die Hand, geht zum Wirthshaus, trinkt mit den Seinigen, im trau⸗ lichen Gespräch mit irgend einem oder mehrern seiner Nach⸗ barn, einige Krüge Bier, schwenkt auch wohl sein Weib einige Mal auf dem Tanzboden herum, läßt sich dazwischen von den Musikanten ein Rondeau vorspielen, und späte⸗ stens um 11 Uhr Abends ist er mit allen den Seinigen zu Haus und ruhet dann mit voller Zufriedenheit zur Arbeit des künftigen Tages aus. Bier ist das Hauptgetränk der Altenburger, und der Tagelöhner, Frohner, Knecht ꝛc. erkennt es mit dem erge⸗ bensten Dank, wenn er zuweilen von seinem Herrn einen Trunk Bier erhält, denn außerdem nimmt er mit Kofeat (Nachbier) vorlieb. Wenn der wohlhabende Bauer zur Stadt oder auf ein Vogelschießen, allein oder mit seinem Weibe und den Kindern geht, so wird wohl zuweilen ein Gläschen Punsch oder Wein in aller Ehrbarkeit und Züchtigkeit getrunken, ——————————ß7——————————————ß7ß—ß——ß7ꝛ—* und warum soll mans ihm dies, zumal wenn es ihm seine Heh Umstände erlauben, nicht gönnen? Warum soll, da sein G Geist höher empor stieg, nicht auch dem Gaumen ein hö⸗ Alat v herer Genuß, als gewöhnliches Bier und der Branntwein nit ihn gewährt, zu Theil werden? Hhutt, i Aber auch der Kaffee wird gern getrunken; der Wohl⸗ habende genießt dies Getränk täglich früh, der minder Untert Wohlhabende doch wenigstens Sonntags früh; sollte auch nan d dieser täglich Kaffee trinken, so hat dies, so wie bei den är⸗ so sthe mern Leuten oft nur den Namen:„Kaffee“, wiewohl zuweilen Tageloh in der Portion kaum Eine wirkliche Kaffeebohne ist; Möhren, sch sht Runkelrüben, Erbsen, Gerste u. dergl. m. sind die Haupt⸗ und oh bestandtheile dieses braunen Getränks. Branntwein wurde, Ind wo als ich im Altenburgschen lebte, sehr, sehr wenig getrun⸗ suctdr ken; obendrein trank man nie ordinairen, sondern gewöhn⸗ ymlt, lich über etwas abgezogenen und versüßten Branntwein in Nonge sehr kleinen Quantitäten. Jetzt soll das Branntweintrin⸗ und io ken während dem Kriege etwas weniges mehr in Gang N gu gekommen seyn, aber ich bin überzeugt, daß der Vrannt⸗ Treue z wein von den Meisten immer noch selten genug und in sode, so ganz kleinen Quantitäten genossen werden wird. Don gin Der Bauer, sein Weib und seine Kinder, so wie der 5 m Knecht, die Magd und der strotzen in der das W Regel alle von Gesundheit; alle Männer haben runde, volle Nol Gesichter, breite Drust und Schultern und in der Regel nn M viele Muskelkraft; selten fieht mau einen Mann, dessen Vihsch Gesicht Noth oder Mangel verräth. md dere Beim altenburgschen Gesinde und Handarbeitern fin⸗ Nuhesse det viele Treue und Anhänglichkeit an den Brodherrn und üin- dessen Angehörige statt. Ist die Behandlung von oben⸗ V ü Ec, E 60 Ihm sihe U, da seiz zen ein ho⸗ ranntvein der Wohl der mindet sollte auch bei den ä⸗ AHupeilen Möhren, die Haupt⸗ ein wurde, getrun⸗ gewöhn⸗ utthein in Itweintrin⸗ in Gang Drannt⸗ 3 und in o Wie der n in der mde, volle der Regel n, dessin eitern fin⸗ herrn und bon oben⸗ — 33— herein gut, das heißt: erhalten die Leute guten, in der Gegend üblichen Lohn, ihre gewohnten Speisen gut zube⸗ reitet und in hinreichendem Maße, geht man liebevoll mit ihnen um, ist man zur rechten Zeit strenge aber nie hart, ist man bei Noth und Unglücksfällen der Dienstleute mitleidig, giebt guten Rath und gewährt unaufgefordert Uénterstützung, so weit die eigenen Kräfte reichen, sucht man das Ehrgefühl auf die rechte Weise rege zu machen: so stehe ich dafür, man wird mit dem altenburger Gesinde, Tagelöhnern, Frohnern und dergl. m. viel ausrichten und sich sehr wohl dabei befinden. Dann arbeiten alle mit Lust und ohne weitere Anregung fürs Beste ihres Brodherrn, und wo diesem etwas erspart oder erhalten werden kann, sucht das Gesinde es möglich zu machen, und den rechten Zeit⸗ punkt, ohne daß jedes Mal eine nähere Veranlassung vom Vorgesetzten gegeben wird, wahrzunehmen. Jeder Knecht und jede Magd bleibt gern bei ihrer alten Herrschaft, wenn diese gut ist, und bei jeder Gelegenheit sucht jeder seine Treue zu beweisen. So habe ich in Ponitz mehreres Ge⸗ sinde, so lange ich dort war, behalten; einige Knechte da⸗ von gingen freiwillig und aus Anhänglichkeit zu mir und den Meinigen mit mir nach Preußen; andere würden das Nämliche gethan haben, wenn Familien- oder andere Verhältnisse sie nicht an das Vaterland fesselten. Mit sol⸗ chen Menschen ist es Lust zu wirthschaften; jedes von dem Wirthschaftspersonale sucht der Herrschaft gefällig zu seyn und deren Wünschen gemäß zu handeln, daher sind viele Verbesserungen ohne große Schwierigkeiten einzuführen und mancher Versuch mit Leichtigkeit auszuführen, weil je⸗ der das Seinige zum Gelingen beizutragen sucht. Findet Schm. Erf. ar Th/ C sich auch ein Mal ein räudiges Mitglied in einer Wirth⸗.0 schaft, so ist es leicht ausgemerzt und mit einem bessern eu gte zu vertauschen. Daß aber schlechte Beispiele sehr die Sit⸗ Hhbben ten verderben, erfahre ich hier an einigen der mit aus gaß, Sachsen gekommenen Leute, und so wird es um so klarer, hngger daß der Krieg dort nachtheilig auf die handarbeitende als M Klasse wirken mußte, da diese an und für sich in Hinsicht cher,e der geistigen Bildung dem Bauer nachstand. HU Einen gewissen Nationalstolz kann auch der gebildetste gen da Altenburger nicht unterdrücken; aber welcher Stolz wäre Nl wohl verzeihlicher als dieser? Der Wohlhabende thut sich sb auch wohl gern etwas auf seine Wohlhabenheit zu Gute, i hal zumal wenn er fühlt und weiß, daß er sich seine Wohlha— Gliten benheit durch höhere Industrie und Anstrengung selbst schuf. Ich kenne aber keinen, dessen Wirthschaft hierdurch nunne gelitten hätte, auch keinen, welcher anmaßend in seinen denn eeinungen gewesen wäre. Gegen den, welcher stolz auf nnan g ihn herabblickt, mag er wohl wieder stolz seyn. Auch der e i Wohlhabendste, den ich kennen lernte, suchte seine Kennt— sicht s nisse zu vermehren, manchmal ließ er sich in einen Streit RHhiß, über landwirthschaftliche Gegenstände ein, aber blos um bzurich seine Meinungen zu berichtigen. Anmaßend in ihren Mei⸗ Idern; nungen fand ich die altenburgschen Bauern nie. dem sit Ein hohes Ehrgefühl ist beim Altenburger vorhanden 6 und leicht rege gemacht. Er sucht alles, was ihm Schande EReh machen könnte, zu vermeiden und ist hoch erfreut, wenn eaft d man das Gute, was er besitzt, anerkennt, es ist diese An— immn erkennung für ihn ein neuer Sporn zum Besserwerden. 8 9— bendel Das Ehrgefühl wird deshalb nicht in Eitelkeit ausarten.. Schwenn et Wirh⸗ em bessern r die Sit⸗ mit aus so klarer, darhitende in Hascht gebildetste lolh wäre thut sich tzu Gute, Wohlha— ung selbst hierdurch in seinen stolß auf Auch der ne Kennt⸗ en Streit blos um hren Mei⸗ hothanden Schande ut, wenn diise Nn⸗ serwerden. ausartey Die Landwirthschaft beschäftigt in diesem Ländchen den größten Theil der Einwohner au⸗schließlich, und sie haben es hierin am weitesten gebracht. Meiner Ansicht gemäß, können in Hinsicht der Landwirthschaft die Alten— burger einem großen Theil der Bewohner Deutschlands als Muster dienen; vielleicht dies im ausgedehntern Sinne eher, als die ebenfalls fleißigen und industrissen Belgen. Letztere gehen vielleicht noch mehr ins Kleinliche und zwin— gen dadurch dem Boden einen höhern Ertrag ab, als dies die Altenburger bei ihrer Art zu wirthschaften im Stande sind; aber geräde dieser weit gehenden Kleinigkeitskräme— rei halber kann nicht jeder, am allerwenigsten auf größern Gütern, die belgische Landwirthschaft treiben. Alle Wirthschaften im altenburgschen Ländchen zusam— men können mit Recht für eine Musterwirthschaft gelten, denn das, was man bei dem Einen nicht findet, findet man gewiß bei dem Andern, weil durchaus nicht alle nach einem und demselben Leisten wirthschaften, jeder Einzelne sucht seine Wirthschaft den stattfindenden Verhältnissen gemäß, und wie es ihm am zweckmäßigsten zu seyn scheint, einzurichten, und so gleicht selten die eine Wirthschaft der andern; nur in Einer Hinsicht ähneln sich viele, nämlich in dem sichtbaren Streben ihres Besitzers nach dem mög⸗ lichst hohen Reinertrag. Nicht allein auf den Rittergütern trifft man mehrere Zweige der Landwirthschaft beisammen auf einer hohen Stufe der Vollkommenheit an, sondern auch auf mehrern Bauergütern findet man vortreffliche Rindviehzucht, hoch— veredelte Schafßzucht, schöne Baumzucht, eine einträgliche Schweinezucht und vorzüglich gutbetriebenen Feldbau. C 2 — 36— Auch zuweilen zweckmäßig eingerichtete Brennereien, doch m sind Brennereien selten bei Bauergütern. ö une Doch auch die bedeutenden Fabriken, besonders die Wollmanufakturen, beschäftigen im Altenburgschen eine 15 Menge Hände⸗ In Altenburg befindet sich eine Hand⸗ aus d n, abr 00 genfabriken und eine Teppichweberei; 0 übrigens sind in Altenburg eine große Zahl fleißiger Kü. vid ler 460 Handwerker aller Art, die eine Menge Rishiden 1 25985 Waaren, z. B. Tuch, wollene und ziiimiii 40 Rbthne ee liefern. Altenburg zählt ungefähr 10, 0⁰0 90 O5 Iddes Sahrdender„ e* e verschiedene wollene Zeuge in 15 großer Menge gearbeitet. Auch Gößnitz hat viele Hand u werker besonders viel Bandweber, welche vorzüglich hs. Aerrt liefern. Schmölln zählt 2700, Momnteg i für ucka 1700 und Gößnitz ungefähr 1500 Einwohner. Auch Hal RNund Rimn platten Lande wohnen viele Handwerker, beson⸗ iele Horn⸗ und Holzdrechsler, und ei zahl Wollkämmer, welche b rre ‚ e bedeutende Quantitäten Schaf⸗ tutt; wolle Spi ir di r 180 Soinnen fu die Zeugfabriken vorbereiten. urg au— 1— Wollkämmer die Wolle für eigne Rech Rut uf, lassen sie von Ihren Gehülf— en gehörig wasch disse und kämmen, und geben si— x ů ie dann an verschiedene Spi den 5 rinnen aus, welche das Spi.——— 6⸗ pinnerlohn nach der Me** Güte des Garns be zahlt erhalten. Das G dann di ö ̃ arn verkaufen til d as—6 Wollfammer an die Fabrikenbesitzer, welche da⸗ Dung derino und andere Zeuge, Westen und dergleichen ö ů nehr verfertigen lassen. Oder die Fabrikenbesitzer kaufen aß lin, boh onders die gshen eine ue Hand⸗ eine Esiz ichweberd; iger Künst erschitdentt umwollene ihe 10000 wird seht Zeuge in Rele Hand⸗ glich schöe burg 3000, ner. Auch r/ beson⸗ große An⸗ en Schaf⸗ orbetelten. igne Nech⸗ ig waschen e Spinne⸗ henge und berkaufen velche da⸗ dergleichen her kaufeh — 2867— die Wolle auf und geben sie den Wollkämmern zum Vor⸗ bereiten ums Lohn. Daß dies alles einen sehr wohlthätigen Einfluß auf die Landwirthschaft hat, davon habe ich mich, da ich selbst al⸗ tenburgscher Landwirth war, deutlich überzeugt. Nicht allein, daß so ein großer Theil der im Lande erzielten Wolle und mehrerer rohen Produkte auch im Lande verarbeitet werden, und deshalb einen sichern Absatz haben, sondern die große Menge der bei dem Fabrikwesen beschäftigten Menschen brauchen sür sich und ihre Familien auch Nah⸗ rung, und so ist alles, was der Landwirth von dem, was er producirt, übrig hat, leicht abzusetzen. Hierzu kommt, daß in der Regel weder ein Fabrikant noch gemeiner Handwerker oder irgend ein Handarbeiter und Tagelöh⸗ ner Landwirthschaft treibt. Höchstens bauet eine Hand—⸗ werker⸗ und Arbeiterfamilie, welche auf dem Lande wohnt, für sich und für ein, höchstens zwei Schweine die nöthigen Kartoffeln auf dem Acker eines Bauers oder sonstigen Landwirths, wozu sie den Dünger liefern, welchen sie größtentheils von ihren Schweinen und aus ihrem Ab⸗ tritt gewinnen; doch werden von den Kindern der alten⸗ burgschen Handarbeiter, so gut wie in Belgien, die Exere⸗ mente, welche das Vieh auf den Straßen im Dorfe oder dessen Nähe verliert, sorgfältig gesammelt. Man sieht je⸗ den Morgen und Abend mehrere Personen mit hölzernen Gefäßen laufen, worein sie mittelst zweier hölzernen Spa⸗ tel die gefundenen Schätze sämmeln und diese auf ihre Düngerstätte tragen. Zur Streue holen sie Moos und Laub. Diese Familien verdienen sich gemeinhin stets so viel, daß sie ihr gutes Auskommen haben, und vom gelöseten — 38 Gelde sich ihren Bedarf an Milch, Butter, Käse, Bier, Hute Krautköpfen, Fleisch und dergleichen mehr kaufen. So v wurde z. B. in Ponitz der größeste Theil der gewonnenen f. Erzeugnisse der Rindviehzucht im Hause, und was ja noch la übrig blieb, in dieser oder jener der nahe gelegenen kleinen AJahn Fabrikstädte sehr leicht und gut abgesetzt. In Ponitz und rdent mehrern Dorfern wohnen Fleischermeister, welche eine D. nicht unbedeutende Anzahl Vieh kaufen und schlachten, Iunne und so nur kann etwas Vollkommenes entstehen. Der digcht Landwirth kann um so mehr auf die Viehzucht wenden, da es nicht an Absatz der durch sie erzielten Produkte fehlt, und jeder kann, was er ist, ganz seyn.— an Aber auch in Hinsicht der landwirthschaftlichen Ar— Hhuiltn beiten gewähren die erwähnten Familien großen Vortheil. iibe Die Männer sind entweder Handwerker oder Tagelöhner; Ind erstere verrichten wohl selten landwirthschaftliche Arbeiten, zum aber letztere stehen dazu immer zu Diensten; die Weiber und 12 Kinder spinnen den größesten Theil des Jahres, besonders Hhno im Winter, Wolle für die Fabriken, aber sie gehen auch Eti im Sommer gern ein Mal aufs Tagelohn und helfen viel Eude ausführen; so konnte ich in Ponitz im Nu bis 150 Wei⸗ am ber und ziemlich erwachsene Kinder ins Feld stellen, was Hrauch mir bei meiner bedeutenden Kleeheuernte und beim Ernten sain; der Kartoffeln großen Nutzen schaffte.— Ich brauchte ber un im ganzen Jahre nicht für den Unterhalt dieser Weiber sej und Kinder zu sorgen, höchstens gab ich einigen Familien fumn ss jährlich ein kleines Stück Acker, worauf sie ihren Dünger Kise v bringen und ihn mit Kartoffeln belegen konnten; und den⸗ hr ma noch standen sie mir zu jeder Zeit immer noch für einen bil⸗ u er ligen Lohn zu Gebote. Dieser Lohn richtete sich nach dem Rust, lse, Be, sen. So wonnenen as ja noch nen kleinen Veuitz und velche eine schlachten, hen. Oun henden, da ute fehlt, lichen R⸗ Vortheil. gelöhnet; e Mbeiten, Heiber und besonders ehen auch helfen viel 150 Wei⸗ llen, was m Ernten brauchtt r Veibet Familien Dünger und den⸗ einen bil⸗ nach dem guten oder minderguten Absatz der Fabrikwaaren, wozu diese Weiber und Kinder wollenes Garn lieferten; war die⸗ ser Absatz nicht vorzüglich gut, so wurde das Spinner⸗ lohn in etwas verringert und so siel auch sogleich das Ta— gelohn und dann besonders ließ sich auch manches Außer⸗ ordentliche bei der Landwirthschaft wohlfeil ausführen; 3. B. diese Weiber jäteten mir einmal im ersten Pachtjahre binnen 2 Tagen ein, 18 bis 20 Morgen haltendes, sehr dicht mit Unkraut bestandenes Weizenfeld rein aus, und ich zahlte jeder täglich nur 2 Gr.— Jeder sucht in der Regel im Altenburgschen das, was er ein Mal sich als Erwerbsmittel gewählt hat, seinen Ver— hältnissen und Kräften gemäß, möglichst vorzüglich zu be⸗ treiben, das was er einmal ist, will er gern ganz seyn, und so ist in diesem Ländchen wirklich die Arbeitstheilung zum großen Vortheil fürs Ganze fast aufs höchste getrie⸗ ben. Der Landwirth ist blos Landwirth, er pfuscht in kein Handwerk; denn er weiß, daß er sein Ackergeräth, seine Stricke und dergleichen mehr wohlfeiler und besser für Geld erhält, als wenn er es selbst bereitet, und so ist und kann der Handwerker auch ganz Handwerker seyn, er braucht nicht in das landwirthschaftliche Gewerbe zu pfu⸗ schen; bauet er ja einige Kartoffeln, so verrichten die Wei— ber und Kinder die dabei vorfallenden Arbeiten, während er bei seinem erwählten Handwerk beschäftigt bleibt, denn er kann sich berechnen, daß er die benöthigte Milch, Butter und Käse wohlfeiler kauft, als wenn er eine Kuh hielt und mit ihr manchen Tag bei seinem Gewerbe versäumte; er weiß, daß er seinen Bedarf an Getreide ebenfalls wohlfeiler kauft, als er es erbauen würde. Da der Flachs im Altenburgschen selten gut geräth, Wollin und Familien, welche keinen Acker eigenthümlich besitzen, umn ihn am allerwenigsten mit Vortheil bauen können, so spin⸗ V nen die Weiber und Kinder solcher Familien nicht ein Mal sihlih n zu der Leinewand, welche sie brauchen, das Garn, weil sie dahläche mit Wollsoinnen, worin sie besondere Fertigkeit erlangt Huhnnan haben, mehr verdienen können, sondern kaufen lieber die shickte Leinewand vom Kaufmann oder Leineweber. Winter Für mehrere Geschäfte, die geräde nicht als Hand— sbhistge werk gelten, widmen einzelne Männer ausschließlich ihre Bsa Thätigkeit; so sind in mehrern Dörfern Leute, die das 1 zu de Häckselschneiden zur Hauptsache machen. Jeder Häcksel⸗ sch fihh schneider schneidet nicht nur in dem Dorfe, wo er wohnt, So sondern auch in den benachbarten Orten, fast in jeder QDauddee Wirthschaft den nöthigen Häcksel, und selten läßt ein Bauer Männer den Häcksel von einem Knecht schneiden. Natürlich brin— DN Se gen es diese Häckselschneider zu einer gewissen Fertigkeit, stlllt u sie schneiden daher nicht nur sehr viel in einer gewissen Zeit, bausfitlig mehr wie ein Knecht, der wenig Uebung besitzt, zu schneiden Vagner im Stande ist, weshalb sie wohlfeil arbeiten und doch ei— Rüg t nen guten Lohn haben können, sondern sie schneiden auch Duene! gewöhnlich den Häcksel egaler und von beliebiger Länge. detug/ Andre Männer machen für den Sommer das Setzen der ud bul Lehmmauern und Wellern zur Hauptsache, und haben es Mhe L darin zu einer berühmten Fertigkeit gebracht; für diese so⸗ obder M. wohl, als auch für die Zimmerleute, Steinmaurer und uur nog dergl. Leute mehr gewährt das Wollkämmen für den Win⸗ ter eine oft sehr reichlich lohnende Beschäftigung. Sind sie auch im Sommer hindurch etwas außer Uebung gekom⸗ men, so haben doch die Meisten eine zu große Fertigkeit im ut gaith, ih beshen h, so spin— t en Mol Iu, Well sse et elangt u liebe di als Hand⸗ shlich iht die das Häcksel er wohnt, t in jeder ein Bauer clich bein⸗ Fertigkeit, vissen Zeit, schneiden doch ei⸗ den auch er Länge. detzen der haben es diese so⸗ urer und den Win⸗ Sind sie gekom⸗ uigkeit im Wollkämmen, als daß sie nicht sehr schnell wieder in Ue— bung kommen sollten. eehrere Männer beschäftigen sich alle Sommer haupt— sächlich mit Teichausgraben, Graben heben, planiren und dergleichen mehr, und viele davon werden so gut wie die Lehmmaurer ins Ausland gerufen, weil sie als sehr ge— schickte Leute bekannt sind. Auch diese verdienen sich im Winter durchs Wollkämmen ein gutes Lohn. Manche be— schäftigen sich ausschließlich auch mit dem Verfertigen der Besen, Backschüsseln, Mulden und Schaufeln, je nachdem er zu dem einen oder andern Gewerbe mehr Neigung in sich fühlt. So giebt es besondere Steinbrecher, Steinmetzger, Dachdecker, sogar besondre Maulwurfsfänger. Es giebt Männer, die sich vorzüglich dem Gartenbau widmen, wo⸗ von gemeiniglich Einer die Gärten mehrerer Bauern be— stellt und so von einem zum andern geht. Die Wagner verfertigen zwar alles Fahr- und Ackergeräth, aber der eine Wagner widmet sich vorzugsweise dem Verfertigen der Pflüge, während ein andrer fast nichts als Wagen bauet. Der eine Schmidt beschäftigt sich hauptsächlich mit Schnei⸗ dezeug, verfertiget mehrstens nur Beile, Aexte und dergl. und belegt die alten mit Stahl, wenn ein andrer in der Nähe Wohnender den größten Theil seiner Zeit Wagen oder Pflüge beschlägt. Jeder sucht es in seinem Geschäft zur möglichsten Fertigkeit zu bringen. Dritter Abschnitt. Vertheilung des Grundeigenthums, Be⸗ schaffenheit der Besitzungen, Lasten und Abgaben. Die Größe der Bauergüter ist sehr verschieden; man fin⸗ det welche, die kaum mit 6 Pferden bestritten werden kön⸗ nen, und auch welche, die kaum für 2 Kühe Arbeit ge⸗ nug haben. Man unterscheidet gewöhnlich bie größern und kleinen Bauern durch die Namen: ganze und halbe, Pferde⸗ und Kuhbauern, die Pferbebauern wieder in sechs⸗, vier⸗, drei⸗, zwei⸗ und einspännige Bauern. Sechsspän⸗ nige und einspännige Bauergüter finden sich im Alten⸗ burgschen seltener, statt ein Pferd zu halten, bearbeiten die Halbbauern ihren Acker lieber mit Kühen. Ein vierspänniges Bauergut hat 80 bis 100 altenb. Acker Feld und Wiesen, ein zweispänniges 40 bis 60 Acker, ein Kuhbauergut 10 bis 20 Acker. Die Dörfer sind gemeiniglich von keiner bedeutenden Größe, und das ist ein großer Vortheil für den Land⸗ bau, denn der meiste zu einer Besitzung gehörige Acker liegt nahe beim Gute, und so bestellt oft ein Bauer mit 4 Pferden bis 70 Acker Feld und behält immer noch Zeit genug übrig, welche er zu dem Erdefahren und andern Verbesserungen anwenden kann. Auch ist dieser Umstand bei Feuersbrünsten von großem Werth, denn es können nicht W cus bits N. lnb shen Len Hrn h der Dor Die beingend den zu cgen gien gang unt maaf Gre Ponit u chttt g sen; d situitt menn sel solen, u serken KI Yhte/ u Peht sch ta tau Gut un wärt; staberr dn doch Kußerun uei fah Hat auf IE Be⸗ asten Nan fin- erden kön⸗ Mbeit ge⸗ 2 größern ind halbe, in sechs⸗, Sechöspän⸗ im Aten⸗ heatbeiten o altenb. bis 60 deutenden den Land⸗ i9e Acer auer mit loch Zeit andern Umstand können nicht zu viel Güter auf ein Mal abbrennen, weshalb auch der ehemalige Kanzler, geheimer Rath von Rothkirch, die altenburgsche Brandassecuration nicht mit dem gotha'- schen Lande verbinden ließ, ohnerachtet es einem Landes⸗ herrn gehört, indem dort, wegen der ansehnlichen Größe der Dörfer die Brände um sich greifender sind. Diese altenburgschen Dörfer halten sonach die heil⸗ bringende Mitte zwischen den einzeln liegenden Höfen und den zu großen Dörfern. Da die Dörfer in diesem Länd⸗ chen ziemlich dicht liegen, so findet viel Verkehr und; Um⸗ gang unter den Bauern statt, zu Mittheilungen und zum Umtauschen der Ideen bietet sich Gelegenheit genug dar. Große Rittergüter giebt es im Altenburgschen nicht; Ponitz wird unter die größten gerechnet, und demohner⸗ achtet gehörten dazu circa 225 Acker Feld und 50 Acker Wie⸗ sen; die meisten sind viel kleiner, aber fast alle günstig situirt. Wenige werden mit Energie von ihren Eigenthü⸗ mern selbst bewirthschaftet, und bieten daher, was sie doch sollen, wenig oder gar nicht das Belohnende einer verbes⸗ serten Kultur dar. Fast alle sind nur auf 3, höchstens 6 Jahre, und zwar meistens an Bauern verpachtet. dit Recht schreibt mir Hr. Dr. Schweitzer:„Diese Bauerpach— terei taugt gar nichts, ist in der Regel nachtheilig für das Gut und bringt die Landwirthschaft eher zurück als vor— wärts; denn mancher kann wohl ein guter Bauer seyn, ist aber nur ein schlechter Rittergutspachter.“ Wenn wer⸗ den doch die Herren Rittergutsbesitzer die Wahrheit dieser Aeußerung erkennen? Wenn es zugeben, daß sie viel besser dabei fahren würden, wenn sie ihre Güter an solche Män⸗ ner auf 12, 18 und mehrere Jahre verpachteten, welche füt die Bewirthschaftung solcher Güter erzogen wurden, folg.(ls ich lich geübt in der Direction großer Wirthschaften und zu · artͤch gleich als brave Männer und rationelle Landwirthe bekannt E sind? Solche Pächter würden gern steig en de Pachtsum⸗ us scht! men nach Verhältniß der Beschaffenheit der Güter zahlen, Ingihmu wenn sie nur anfänglich billig gesetzt würden, und ihre asorderhn Pachtzeit weit hinausreichte, denn sie können und werden V dann Verbesserungen anbringen, folglich den Ertrag der un hun Güter bedeutend erhöhen, und so würden die Besitzer für shlbat, die Dauer mehr Pacht ziehen, als bei der setzigen Art, näm⸗ ush ge lich nur auf wenige Jahre und an den ersten besten zu ver⸗ itts ge⸗ pachten.— Doch dies gehört ja eigentlich nicht hieher, mttt deshalb genug davon. sud nit Die Abgaben von den altenburgschen Bauergütern Mstd sind bedeutend hoch; mancher vierspännige Bauer mu 1 200 Thlr. und mehr jährlich baar abgeben; hat er Zins⸗ het N. getreide mit zu geben, so ist dieses immer für ihn günstiger, 11 da die Abgabe nur mit den bessern Preisen des Getreides muß erd steigt. Ich denke, hier ist die Stelle, wo ich das, was ein altenburgscher Bauer, ein Zuhörer des Herrn Gleits⸗ R3 mann schriftlich sagt, mittheile. Dieses Schreiben mag Kotn zugleich zeigen, wie ein altenburger Bauer sich schriftlich WMan auszudrücken vermag, zu welchem Zweck ich kein Wort des Huste Originals verändere, sondern treu abschreibe; es ist an Hafer Hrn. Gleitsmann gerichtet. Erbsen „Diejenigen ökonomischen Fragen von Hrn. Schmal O aus Ostpreußen sind von der Art, daß ich nur im Stande ũ bin, sie Ihnen theilweise zu beantworten. Erstens war ii Hr. S. selbst Landwirth in hiesiger Gegend, welches vor⸗ Hist aussetzt, daß er gründlicher und besser davon überzeugt ist, i urden, sh tn und g tthe bekannt e Pachtlun⸗ Ver gahler n, und ihr: und werde Ertrag di Bestzer fl Me/ nän, sten zu vet⸗ nicht hieher Zauergütenn Bauer muß hat er Zins⸗ n günsigte, 5 Getreides das, was rrn Gleits⸗ eiben mag 0schriftlich Wort dis es ist an . Schmals in Stande tstens wat elches vor⸗ erzeugt if, als ich es zu thun im Stande bin, was zu einer guten, vorzüglichen Bauerwirthschaft gehört.“ „Zweitens ist Hr. S. Schriftsteller und hat in seinen uns sehr schätzbaren Schriften hinlänglich bewiesen, was zur Führung einer Wirthschaft und guten Bewirthschaftung erforderlich ist.“ „Was übrigens die beiden Bauergüter betrifft, welche man Hrn. Schmalz als die stärksten in den Abgaben ge⸗ schildert, sind es bei weitem nicht, sondern ein Dorf, Zscher⸗ nitzsch genannt, eine halbe Stunde von Altenburg nord⸗ wärts gelegen, ist unstreitig dasjenige, welches alle andern in dieser Hinsicht übertrifft; alle Bäuern im benannten Orte sind mit diesen so starken Abgaben behaftet, sogar bie Pfarrfelder nicht ausgenommen; hier zum Beweis nur von dem einen Gutsbesiter, welcher das stärkste im Orte hat, Namens Rauschenbach, dieser hat 512 Acker Feld, 7 Acker Wiesen, 1 Acker Holz und 1 Acker Garten, davon muß er alljährlich entrichten, wie folgt: An Zinsgetreide auf den herrschaftlichen Boden: Korn 24 Schfl. Preis(1818) à 6 Thlr. Weizen 6—— 347 Gerste 25⸗*— 44 Hafer 262⸗—— 43 Erbsen 2———3 0—* Dazu kömmt noch festgesetzter Zehend dem Pfarrer in Frohburg: Korn 32 Schfl. Gerste 2 Baar Geld noch 5 Thlr. extra. — 36— An Hirtenschutt: 1 schrl Korn 14 Schfl. ö am sanst Gerste 142⸗ e Dann dem Schulzen einen Scheffel Korn. Dieses zu mäßigen Preisen gerechnet, kömmt, mit Inbegriff der 5 Ende Thlr. baar Geld, die Summe von 434 Thlr. 12 Gr. her⸗ t 0 aus, die Landsteuern, Grundvermögensteuer, Einkommen⸗ di Wi. steuer und andern Abgaben an baarem Gelde, betragen + gegen 80 Thlr. Dieser braucht nun zu Führung seiner siine sch Wirthschaft Leute, 3 Knechte, 3 Mägde, 2 Scheffeldrescher, auf 30 2 Ernteleute; hält 4 Pferde, 20 Stück Rindvieh, 40 odet die! Stück Schafe, 3 Zuchtschweine, 6 andere Schweine, Fe⸗ tu, soi dervieh ist nicht bestiumt; macht 2 Acker Erdäpfel(Kar⸗ Duthen toffeln), 14 Acker Kraut, 4 Acker Klee; auf dem Klee wird chid ebe mit Gyps, Torfasche, auf den Wiesen theils mit Torf⸗ xen, asche gedüngt.“ Enn „Raps wird da gar nicht gebauet, etwas Som⸗ osr Mor merrübsen und in etwas Gerstestoppel Winterrübsen; Weizen säet er 4 bis 6 Acker, Erbsen 3— 4 Acker, Mist Dn erhalten die Felder theils aller 3 Jahr, thells aller 6 shuihf Jahr, zu Weizen gedüngt erhält der Acker 18 bis 20 s Hie aspännige Fuder, zu andern Früchten hängt es oft von sadche den vorsährigen Strohvorräthen ab, ist daher sehr will⸗ hoh ibe kührlich, ist weder Brauerei noch Brennerei da, hat aber Hirtast das Braurecht, wie sie hier zu Lande im einzelnen gewöhnlich Lm sind. Fruchtfolge ist Dreifelderwirthschaft, wo nach Korn Drohngel und Weizen, Gerste und Hafer, und dann Klee, Erbsen, vemögen Erdäpfel, Kraut, Sommerrübsen und Flachs, so viel ins uoch st z Haus gebraucht, gebauet wird. Mergel ist nicht da, son⸗ H. Echn dern Schlammgruben an der vorbei fließenden Gerstenbach Ss Dises zu Huff der 5 2 Gr. het⸗ inkommen⸗ betragen Ung seiner elbrescher, bieh, 4⁰ hene, Fe⸗ pfel(Kar⸗ Klee wird mit Torf⸗ 6 Som⸗ ertübsen; er, Mist aller 6 bis 20 oft von cht will⸗ hat aber Wohnlich ich Korn Erbsen, viel ins da, son⸗ stenbach in der Wiesenaue werden mit angewendet; der Boden ist sehr tragbar, hat Lehm zur Unterläge, die Felder liegen am sanften Abhange der Berge. Die Ackererde hat die gehörige Mischung von Thon, Eisen, Humus und wenig Sand; Stallfütterung wird bis zur Ernte ausgeübt, dann geht das Rindvieh in die Stoppel und nach Michael in die Wiesenaue.“ Dieses Dorf hat noch das Vorrecht, daß es noch auf seine schweren Abgaben Stundung hat, und diese können sie auf 3 Jahr ausdehnen; wenn z. B. die Ernte nicht geräth, oder die Preise stehen hoch, so brauchen sie nicht zu schüt⸗ ten, sondern bleiben Rest, ohne alle weitern Umstände. Daneben liegt aber ein Dorf, Unterzetsche genannt, wel— ches eben die Abgaben hat an Getreide, und mehr Geldab— gaben, dieses muß alles schütten, oder aber, wenn die Ernte mißglückt, zu den jedesmaligen cursirenden Preisen der Markttage vor und nach Jakobi bezahlen. Was das Groß⸗Rodnitzsche Bauergut betrifft, rück⸗ sichtlich seiner Abgaben, wo ich einige Zeit gewohnt habe, ist bei weitem nicht so bedeutend; es hat 91 Acker des be⸗ sten Feldes, bauet 15 Aspännige Fuder Heu, hat Feuer⸗ holz überflüssig, hat nur 26 Schfl. Zinsgetreibe, 8 Schfl. Hirtenschutt und 2 Schfl. den Geistlichen. Steuern auf 13 Termine 9 Thlr., hat 30 Gr. Zins, ungefähr 35 Thlr. Frohngeld, indem es 6 Frohnpferde hat. 24 Thlr. Grund⸗ vermögenssteuer und 30 Thlr. Einkommensteuer. An⸗ noch ist zu bemerken, daß Mehlsteuer und Fleischsteuer, seit Hr. Schmalz von hier sort, eingeführt ist. Mehlsteuer pr. Schfl. Frucht 3 Gr., Fleischsteuer vom Ochsen 3 Thlr., von einer Kuh 2 Thlr. 8 Gr., vom Schwein 18 Gr., vom ft bffl Kalb 6 Gr. u. s. w. Hynstuer Man sieht hieraus, daß die Abgaben sehr hoch, aber hu ntenl sehr ungleich vertheilt sind. Woher diese unverhältnißmä ghich nog ßige Vertheilung kommt, kann ich nicht ganz beurtheilen. Mittergüt Die Zinsen werden von den Bauern an die Rittergutsbesi⸗ hesteuert. tzer, unter deren Gerichtsbarkeit sie gehören, oder, wenn es 20 Amtsbauern sind, ins herzogliche Amt geliefert. Wahr⸗ tr scheinlich waren der Herzog und die Rittergutsbesitzer I1N b Grundeigenthümer der Bauerguter, so wie dies noch vor iuHlsm wenig Jahren hier in Preußen der Fall war. Die Bauer⸗ fochn, güter wurden aber den Bauern als Eigenthum gegeben und mußten dies Eigenthumsrecht jährlich mit Getreide und H zuweilen auch theilweise mit baarem Gelde verzinsen. Nun Sahse kam es darauf an, wie beide Theile, nämlich der ehemalige i 60 Grundeigenthümer und der Bauer einig wurden; wahr—⸗ Wiit scheinlich schloß jedes Dorf einen besondern Kontrakt mit 4 hn seinem Herrn, wodurch diese Verschiedenheit der Zinsen sich—*** erklären läßt. Außer diesem Grundzins müssen hier die In altenburgschen Bauern auch noch Grundsteuern an den Ghe! Landesherrn zahlen; warum dies so verschieden ist, weiß ich oltuburgs⸗ wohl nicht. Vielleicht beruht dies auf einer unrichti⸗ Hherogsche gen Abschätzung, die man wahrscheinlich bei Auflegung Recht. mi dieser Steuern veranstaltete. Dieses Steuerwesen soll aber heln und regulirt werden; Hr. Hofbaumeister Geinitz in Altenburg lummen; schreibt mir gütigst hierüber: zun Vorth „Beide Aemter, nämlich Altenburg und Ronneburg, aapz cht d sind in neuerer Zeit ökonomisch vermessen und abgeschätzt, n Schn und eine neue Grundsteuerrevision darauf begründet— tinn ß Special- und General⸗Grundrisse und genaue Flurlau⸗ Handlltgr Sm Ei Gr., hum hoch, aber rholtnizm⸗ beurtheilen. kterutsbes. er, wenn e t. Waht⸗ gutsbesitzt noch vor Ne Bauer⸗ geben und treide und sen. Nun ehemalige en; waht⸗ ntrakt mit Zinsen sich hier die man den beiß ich unrichti⸗ Nuflegung n soll aber Menburg nneburg/ Heschͤtt, ündet— Flutlau⸗ — 49— fer befinden sich im Original bei hiesiger herzoglichen Obersteuer. Das Revisionswesen ist seit den Kriegsunru⸗ hen unterbrochen, beruht aber übrigens auf den bei diesem Fach möglichst richtigen und speciellsten Grundsätzen— die Rittergüter sind mit vermessen, bis jetzt aber noch nicht besteuert.“ „Außer den gezeichneten Karten existiren noch gesto— chene topographische Specialkarten und eine Generalkarte bei der herzoglichen Kammer, welche von dem verstorbenen, in diesem Fach so berühmten Kupferstecher Tartier in Paris gestochen sind.“ Hieraus geht hervor, wie der edle Herzog von Sachsen⸗Gotha und Altenb urg dafür besorgt ist, daß Keinem seiner Unterthanen Unrecht geschieht. Diese Abschätzung des Grundeigenthums wurde schon eingeleitet, da ich noch in Ponitz wohnte, und ich kann mich auch er— innern, daß Bauern als Mitglieder der Kommission zugezo⸗ gen wurden.—— Eine der bedeutendsten Lasten, welche auf den mehrsten altenburgschen Bauergütern liegt, ist die Schaftrift. Die herzoglichen Domainen⸗ und Rittergüter haben nämlich das Recht, mit ihren Schäfereien auf der Brache, den Stop⸗ peln und Weideterrains nach bestimmten Gesetzen oder Her— kommen zu weiden. Doch ist diese Triftgerechtigkeit sehr zum Vortheil der Bauern nach und nach eingeschränkt wor— den; jetzt dürfen die meisten Bauern, welche die herrschaftli— chen Schafe auf ihren Grundstücken dulden müssen, doch einen großen Theil der Brache mit Erbsen, Futter⸗ und Handelsgewächsen bestellen; auch ist bei vielen der Termin, Schm. Erf. 41 Th. D — 50 wenn die Schafe im Frühjahr von den Bauerwiesen weg⸗ aufy bleiben müssen, früher als ehemals gesetzt worden. Aber dunh ge demohnerachtet ist diese Triftpflichtigkeit nicht ohne alle Nend nachtheilige Folgen, und der, auf dem sie liegt, kann doch henig E nicht immer wie er will, frei handeln, denn er muß z. B. p habe die bestimmte Fläche Brache bis zu Johannis ungepflügt vberkauf liegen lassen, darf auch nicht, wie er will, Wiese in Acker ustz kei verwandeln, wenn er dies gleich für vortheilhaft halten sollte. Die unmittelbaren Amtsdörfer, wobei wahrscheinlich die Domainen mit dem Recht der Schaftrift im einzelnen ausgethan worden sind, sind um vieles besser daran, denn auf den dazu gehörigen Grundstücken lastet keine Schaftrift. Eine zweite Last ist der Pfarrzehnden, der in Natura, nämlich in der zehnten Garbe auf dem Felde, gegeben werden muß. Dieser lastet nur auf einigen Fluren, ist aber ungemein drückend; man denke sich, daß der Guts besitzer alle Jahr den zehnten Theil seiner ganzen Ernte, Körner und Stroh abgeben und demohnerachtet alles bestellen und mit den übrigen 9 Theilen das ganze Feld bedüngen muß. Hr. Dr. Schweitzer hat über diesen Gegenstand in dem ersten Bande der Mittheilun gen aus dem Gebiete der Landwirthschaft viel Wahres gesagt, was doch ja beherzigt werden möchte. Manche Bauern haben noch ansehnliche Gespann— und Handfrohnen auf Ritter⸗ und Domainengütern zu verrichten. Diese Frohnen sind jedoch niemals ungemes⸗ sen, sondern sämmtlich gemessen. Die Gespanndienste ge⸗ schehen entweder tageweise, oder es sind den Frohnern be⸗ stimmte Theile der Aecker zugetheilt. Die Handfrohne ist hiesen ig ben. Mhn t ohue al h fann doch nuß 3. v. Wflgf dese in Ma llhaft haln ahrscheinlch im eintelnen aran, denn Schaftris. in Natutt , gegeben ton, ist aber tobesizer ale Korner un en und mi ngen muß and in den 16ebiete „ Was doh eöGispann⸗ Rguteen zi ungemes ndienste ge⸗ rohnern be frohn RH häufig mit dem Schnitterzehend verbunden und wird da⸗ durch gewöhnlich vollständig bezahlt, weshalb sie nicht drückend ist. Da die Gespannfrohne den Rittergütern wenig Segen bringt, aber für die Bauern drückend ist, so haben mehrere Rittergutsbesitzer sie an die Bauern verkauft, so wird z. B. schon längst dem Rittergute Po⸗ nitz keine Gespannfrohne mehr geleistet. ————— 0 Hlltt. Eoch Klichte Vierter Abschnitt. 1* Gebäude und häusliche Einrichtung: Kuhst. Die meisten Bauerhöfe sind sehr zweckmäßig eingerichtet; ni gemeiniglich bilden sie ein Viereck und sind rundum von Gul Häusern umschlossen. Vorn steht das Wohnhaus mit Aur dem Kuhstall, welchen man sehr häufig gewölbt findet, sc ihm gegenüber die Scheune, auf beiden Seiten die Pferde⸗ buh und Schafställe und Schuppen. Im Fall die Häuser Sl nur 3 Seiten einnehmen, so befindet sich auf der aten 11 Seite sehr oft ein sogenannter Kleinodsgarten, der ge— Ws wöhnlich mit einem zierlichen, zuweilen geschmackvollen, ann aber auch bei manchen mit einem geschmacklosen Letten⸗ zaun(Geländer) umgeben ist. Es trifft sich aber auch, daß 0 die vordere Seite des Hofes nur von dem Thor und von Ee S4 beiden Seiten daran stoßendem Gemäuer oder Geländer u den zugemacht ist idein In den ällern Gehöflen findet man gewöhnlich einen wuhlt überbauten Thorweg, welcher als Wagenschuppen mit be⸗ zi nutzt wird; bei massiven Gebäuden ist wohl gar dieser vor f Thorweg überwölbt, und dann ist die Ueberbauung nicht so schädlich, wie bei hölzernen Gebäuden, wo bei entstehen⸗ vohal dem Bränd leicht dadurch der ganze Hof gesperrt wird. it ein Deshalb wird bei neugebauten Gehöften das Thor frei— uas stehend, zwischen und nicht in den Gebäuden angelegt. Rnihn ing erichket; dum bon ¹s mit t findet, Pferde⸗ Häuser der aten det ge⸗ ackbollen, Ketten⸗ ich, daß ind bon heländer ich einen mit be⸗ ar dieser ung nicht tstehen⸗ wird. or ftei⸗ gt. Die Gebäude sind fast sämmtlich zwei Stock hoch er⸗ richtet. Die Scheunen sind zwar eigentlich nicht zwei Stock, doch ziemlich eben so hoch wie die übrigen Gebäude errichtet. Im Wohngebäude sind unten gewöhnlich zwei Wohnstuben, oder eine Stube und eine sogenannte Kafete (Kabinet), die Küche, Hauskammer, Milchkammer, der Kuhstall nebst Futterkammer; oben sind noch eine oder zwei Stuben und mehrere Schlaf- und Vorrathskammern; unter dem Dach wird das Getreide u. dergl. aufbewahrt. Gewöhnlich sind unter dem Wohnhaus schöne geräumige Keller angebracht, worin das Getränke, Gemüse, sämmt⸗ liche Kartoffeln, Rüben, Möhren und dergleichen mehr auf⸗ bewahrt werden. In den Seitengebäuden sind unten Ställe und Schuppen, und oben Kammern, z. B. die Häckselkammer u. dergl., und Heuspeicher angebracht. Alles ist geräumlich und bequem, und oft sehr feuersest angelegt. Im Innern des Hofes befindet sich häufig ein bedeck⸗ ter Gang, nicht nur an den Wohngebäuden, sondern auch an den Seitengebäuden, der mancherlei Bequemlichkeit und ein für eine Bauerwohnung recht freundliches Aeußere darbietet. Dieser Gang wird näwlich gebildet, indem das zweite Stock mehrere Fuß weiter als das untere Stock her⸗ vor steht. Ziemlich in der Mitte des Hofes befindet sich die ge— wöhnlich zweckmäßig angelegte Miststätte, die gemeiniglich mit einer Barriere umgeben ist, und dem im Stalle gefüt⸗ terten Rindvieh zum Aufenthaltsorte dient. Rund um ist gewöhnlich der Hof an den Gebäuden hin gepflastert. — 54— Oer an den Hof stoßende Baumgarten ist meisten⸗ theils mit Lehmmauern, doch auch bei einigen nur mit hölzernen Zäunen umgeben. Das Material, woraus die Gebäude bestehen, ist ver⸗ schieden nach der Gegend, und wird durch das bestimmt, was am wohlfeilsten zu haben ist. Die ältern Gebände sind da, wo noch Holz in Menge zu haben war, von Bohlen aufgeführt; manche lieben noch jetzt die Bohlen⸗ stuben, und wenn alles andere massiv von Stein oder Lehm erbauet ist, so wird die Wohnstube noch von Holz, aber mit größester Sorgfalt und Accuratesse aufgeführt. Das Holz hierzu muß einige Jahre zuvor, in der Länge ein Mal hindurch geschnitten, liegen, damit es ganz voll⸗ kommen austrocknen kann, und dann werden die Boh— len(Halbholz) zwischen Säulen(Ständern), die gewöhn⸗ lich von eichnem Holz sind, sorgfältig aufeinander ge⸗ fügt, und endlich die Letzte von der Mauerlatte herab verkeilt. Dies Verkeilen wird auch wohl nach Verlauf eines Jahres, wenn die Bohlen von der Ofenwärme dennoch zusammengetrocknet sind, wiederholt, damit das Ganze völlig luftdicht, so gut wie dies mit den Dauben eines Fasses möglich ist, wird. Im Innern werden solche hölzerne Stuben sorgfältig behobelt und bei Einigen mit Oelfarben ängestrichen. Alle Sonnabend werden diese höl⸗ zernen Wände sehr rein gewaschen; sie haben ein gefälli⸗ ges Ansehen und hälten sich sehr warm und trocken. Sie sind so eingerichtet, daß wenn sie baufällig sind, neue hölzerne Stuben statt der ausgerissenen alten, ohne daß das Gebäude im Uebrigen zerstört wird, eingebauet wer⸗ den können. R0t Mn M M dits Vilen e fnden ters Dallt hat. Hert. mͤthel gitten den an machtt aufge der 6 Iher det is. pun Se auschli stchen res d laht chet/, dakin schitt, be hut f messin nur mit Fist bit⸗ hstimnt, Ocäͤnde ar, hon Bohlen⸗ tein oder on Holh geführt. Länge nz voll⸗ ie Boh⸗ ewöhn⸗ der ge⸗ le herab Verlauf wärme ist das auben solche Ren mit jese hol⸗ gefalli⸗ Sie neue e daß t wer⸗ — 55— Wo Bruchsteine in der Nähe und wohlfell sind, fin⸗ det man auch viele ländliche Gebäude damit aufgeführt. Mit Mauerziegeln erbauete Gebäude finden sich seltener, da diese zu kostspielig und sehr oft stockig sind. Aber bei vielen Gebäuden sind Lehmmauern angewendet, und sie finden in den neuern Zeiten viel mehr Beifall, als vor Al⸗ ters, da man sich immer mehr und mehr von der großen Dauer und übrigen Zweckmäßigkeit derselben überzeugt hat. Ich will hier einiges, was mir der ehrwürdige Herr Oberpfarrer Klötzner aus Monstab schreibt, miitheilen: „Die Lehmmauern umgeben nicht nur die meisten Obst⸗ gärten, sondern werden auch sehr nutzbar bei den Gebäu⸗ den angewendet, so, daß sie nicht nur das Erdgeschoß aus⸗ machen, sondern auch bei vielen Gebäuden bis zum Dache aufgeführt werden, dahin vorzüglich die äußern Mauern der Scheunen gehören, und es dauert eine solche Mauer über 200 Jahre, wenn sie auf trocknem Erdboden gegrün⸗ det ist.“ „Denn in Cröbern hat Johann Köhler an seiner gro⸗ ßen Scheune, welche den Ertrag von mehr als 5 Hufen einschließt, eine Mauer, welche in der Feuersbrunst 1686 stehen geblieben ist, und jetzt noch ohne Wanken ein schwe⸗ res Dach trägt, deren Alter sich über 200 Jahr berechnen läßt. Auch stehet daselbst ein Seitengebäude(ein Spei⸗ cher), welches die Lehmmauern 12 Elle dick hat, und das darin aufgeschüttete Obst gegen die Frostbeschädigung sichert, welches in einem Gebäude von steinernen Wän⸗ den von gleicher Stärke umschlossen, nicht dagegen gesi⸗ chert seyn würde, wie die steinernen Gewölbe den Beweis — 56— zu dieser Behauptung geben. Nur muß die Decke der cs Kammern mit Weller oder Estricht, d. i. Lehm mit Stroh 3 vermengt, überlegt seyn. Durch das Letztere läßt sich auch hahtt bei Feuersbrünsten das unter der Lehmdecke befindliche— Gut gegen das Verbrennen sichern und das Gebäude selbst, uas mit Ausnahme des Daches, retten.“ Eudiche „Am vergangenen März(1818) entstand Abends nach Wat 8 Uhr eine Feuersbrunst in Schlaubitz, wo die Glut der— Vüdet maßen plötzlich so überhand nahm, daß außer Gänsen, ist ine Schweinen und Ziegen auch 40 Stück alte Schafe und Jagdrach 7 Lämmer verbrannten. Vier Pferde wurden nur mit Lebens⸗ unaht gefahr gerettet. Das Wohnhaus mit allem Geräth und hijnach Vorrath, auch die Häbseligkeiten der Dienerschaft wurden mMn R ein Raub der Flammen.— Aber der aus Lehmmauer aufgene bestehende Speicher, mit einem Ziegeldache versehen, blieb ken get stehen, und schützte die in ihm befindlichen Vorräthe an Ihm Möbeln, Geld und hartem Getreide. Nun— sagte der seinel abgebrannte 57jährige Prösdorf— nun lerne ich erst sin. recht meinen Speicher schätzen.“ schrt ge „Die Mauern dieses Speichers sind 3 Fuß stark, die Sachen Thüren und Fensterladen sind von Eisenblech, hinter wel— Die chen die Glasscheiben sämmtlich zersprungen waren.“— h üb „Auf der Bodendecke dieses Speichers ist noch über Dueeb dem Lehmweller Sand aufgeschüttet, dann sind leichte Bal⸗ ken darüber gelegt und darauf mit Bretern gespündet. her gro Gesetzt, daß auch die Balken unter dem Ziegeldache entzün⸗ hbhanlic det worden wären, so würde das Dach abgebrannt und I auf das Getreide darunter verdorben seyn, aber das übrige cuem zy vom Gebäude hätte feuerfest dagestanden, und die in den Nn Kammern auf der Erde und im 2ten Geschoß befindlichen I g Oeck⸗ her it Stich sch auch Ifindliche ide selbs, ends vach Glut det, Gänsen, hafe und lebens⸗ ich und wurden mmauer u, blieb athe an sagte det ich erst arf, die er wel⸗ 4—— h über te Bal⸗ půndet. ntzün⸗ t und brige in den lichen Habseligkeiten würden unversehrt geblieben seyn. Das ganze Gebäude würde aber durch einen Lehmüberzug un⸗ versehrt mit dem Getreide bleiben.“ „Vor 10 Jahren hat sich in Penkwitz(bei Würchwitz) etwas Aehnliches zugetragen. Daselbst ist nämlich ein Speicher ebenfalls in der Glut fest stehen geblieben. Er ist zwar mit einem Strohdach belegt gewesen, welches ent— zündet auf die Erde herabfiel, aber unter dem Strohdache ist eine andere Bedeckung von Lehm auf folgende Art an⸗ gebracht gewesen: nämlich die eigentlichen Sparren sind mit Lehmweller 2 Zoll dick überzogen, und damit derselbe bei nachfolgender Dürre nicht hat abfallen können, so hat man Reifstäbe über den Lehmweller mit 70 Schock Nägeln aufgenagelt. Zwischen den Balken ist auch mit Stücksta⸗ ken gewellert und die gewöhnlichen Stückstaken waren mit Lehm durchzogen und verstrichen. Das Strohdach hat seine besondern Balken, die auf den Wellerbalken gelegt sind. Dies ganze Gebäude ist nicht nur im Feuer unver⸗ sehrt geblieben, sondern hat auch die in ihm befindlichen Sachen unverletzt bewahrt.“ Die wenigsten der alten Lehmmauern sind mit einem Putz überzogen, und demohnerachtet haben sie eine solche Dauer bewiesen. Jetzt haben es die altenburgschen Lehmmaurer zu ei⸗ ner großen Vollkommenhelt gebracht, und es ist augen⸗ scheinlich, daß die von geschickten Meistern in neuern Zei⸗ ten aufgeführten Lehmmauern, besonders, wenn sie mit einem zweckmäßigen Putz überzogen werden, eine größere Dauer haben werden. Sind sie mit Accuratesse aufgeführt und geputzt, so gewähren sie auch ein sehr gefälliges Aeu⸗ ßere, was die hier auf meinem Gute von altenburgschen Meistern aufgeführten Gebäude beweisen. Es bedarf kei⸗ ner besondern prophetischen Gabe, um voraus zu sagen, daß diese Lehmmauern nach und nach gewiß noch allge⸗ meiner eingeführt werden. Ich kenne bis jetzt nur Gutes, durchaus nichts Nachtheiliges von dieser Bauart. Ich wohne nun zwei Winter und einen Sommer in einem Hause, dessen Mauern aus dLehm und Stroh bestehen, und lerne nun den hohen Werth derselben immer mehr und mehr kennen. Meine Wohnzimmer sind ungemein warm und vorzüͤglich trocken; meine mit Lehmmauern aufgeführ— ten Gebäude haben dem fürchterlichen Orkan, den wir am 17. Januar 1818 hier hatten, und der massib von Stei⸗ nen aufgeführte Gebäude nicht verschonte, sondern mehrere völlig umwarf, tapfern Widerstand geleistet und sind dabei völlig unversehrt geblieben. ö Diese Bauart erhält hier ungemeinen Beifall, und die altenburgschen Lehmmaurer können, sammt den Vielen, die hier schon angelehrt wurden, nicht alles das übernehmen, was sie bauen sollen. Hätte nicht der große Orkan das Bauholz so außerordentlich wohlfeil gemacht, indem aller Windbruch sehr bald aus den Forsten weggeräumet wer— den soll, so würden die Lehmmaurer noch viel mehr An⸗ drang haben.— Vielleicht wird mir so viel Zeit übrig bleiben, um eine genaue Beschreibung des Verfahrens, welches bei dem Aufführen dieser Lehmmauern zu beobachten ist, nieder zu schreiben und herausgeben zu können, damit Grundbesitzer, welche diese Bauart anwenden wollen, erfahren, worauf es hauptsächlich dabei ankommt, um etwas Vollkommenes zu hlangeh nachth Cocheri 0 Gtle nůgligt uchten, rungen Der Hehl I Iin get Adtun Hauswi Vohnst Waß ge Topfhr sen sd woßl ei sierten l Ind ein sihen. s auch wotin d chend g Hartoff Awohnl ier dar in der Re iuam Ka vird, vr kbuthhn Hedarf fii⸗ ju sagen, och allge⸗ ur Gutes, lattl. Ich in anem ehen, und mehr und lin warm ufgeführ⸗ uWir am hon Stei⸗ mehrere ind dabei und die selen, die rnehmen, kan das em allet net wer⸗ jehr An⸗ um eine hei dem eder zu besitzer, Rauf es enes zu erlangen. Da ich diese Bauart aus dem Altenburgschen nach Lithauen übertrug und dabei mit Vorurtheilen und Schwierigkeiten mancherlei Art zu kämpfen hatte, so habe ich Gelegenheit und Anregung genug gehabt, um mich möglichst genau von allem, was hierzu gehört, zu unter⸗ richten, und gern will ich meine dabei gemachten Erfah⸗ rungen Andern mittheilen, damit ihnen die Anwendung der Lehmmauern leichter wie mir wird.— Im Wohnhause der altenburger Bauern spricht ei— nen gewöhnlich eine recht wohlthuende Reinlichkeit und Ordnungsliebe an. Eine schmutzige und unordentliche Hauswirthschaft gehört zu den Seltenheiten. In der Wohnstube trifft man stets Tische, Bänke und Stühle, weiß gescheuert, eben so auch das reich und zierlich besetzte Topfbret. Die im Kachelofen eingesetzten kupfernen Bla— sen sind blank polirt. In der Nebenstube findet man auch wohl einen angestrichenen kleinern Tisch und einen gepol⸗ sterten Lehnstuhl, aber auch mitunter einen Schreibschrank und ein gepolstertes Kanapee, zuweilen auch ein Klavier stehen. Bei größern Bauern ist außer den kupfernen Bla— sen auch noch eine kupferne längliche Pfanne im Ofen, worin das Wasser zum Aufbrühen des Viehfutters ko— chend gemacht wird, wenn gewöhnlich in den Blasen die Kartoffeln fürs Vieh gekocht werden. Die Speisen werden gewöhnlich im Ofen, unmittelbar am Feuer, oder auch in einer darin befindlichen Kochröhre bereitet, folglich brennt in der Regel im ganzen Hause nur ein einziges Feuer; von einem Kaminfeuer, wodurch so sehr viel Holz verschwendet wird, weiß man im Altenburgschen nichts. — 60— In der Oberstube, welche gewöhnlich sich uber der 1 Dal Wohnstube befindet, und besonders für Gäste bestimmt ist, sotht 6 sind bei den minder Wohlhabenden wenigstens Tische ulnd Ensg Bänke zierlicher wie in der Wohnstube gearbeitet, wenn st, N auch nicht zierlich mit Oelfarbe bemalt. Der Ofen ist klei⸗ 4, ner und alles netter und freundlicher; in der einen Ecke nnt den steht gemeiniglich ein bunt bemaltes großes Gastbette mit Pflanzen einer großen Menge Federbetten. Bei Wohlhabendern ist aihen der Luxus in Ansehung des Hausrathes viel höher gestie⸗ ten/ das gen, besonders sind da die Oberstuben oft recht elegant Geltabe⸗ ausgeputzt. Die Wände darin sind gewöhnlich bemalet; den ibti der Ofen besteht bei vielen aus ganzen sogenannten Bis⸗ Hche u cuit⸗-Aufsätzen, und ist recht hübsch angesirichen. Die uuchte übrigen Möbeln sind nicht selten von dem schönsten Holzze nostde und mit der zierlichsten Arbeit, deren sich kein reicher Hdej Städter schämen würde. Viele der neu gebaueten Wohn⸗ flit der häuser haben mehrere Oberstuben, und dann stehen nur in dentend einer oder zwei der Hinterstuben mehrere Gastbetten. ggnzen Bei mehrern altenburger Bauern findet man in dieser shüftgu Wohnung einige oft recht zweckmäßig gewählte Bücher, woraus er Belehrung schöpft, an; diese Schriften sind ent⸗ weder landwirthschaftlichen, oder naturhistorischen, oder geographischen ꝛc. Inhalts. In der Küche herrscht ebenfalls viel Ordnung und Reinlichkeit; eben so in der Speisekammer, im Milchge— wölbe, kurz überall wohin man tritt freuet man sich über Beweise der Ordnungs⸗ und Reinlichkeitsliebe der Hausfrau. Wenn der Bauer den Feldbau, die Wiesen, die Obst⸗ gärten, die Scheunen, die Pflege der Pferde und Schafe, ih üba d bflinmt s Ashe un let, wenn Nu is li kr in Ecke hasthette nt abendern f höhet gest⸗ Tcht eltgant bemalet; unten Bis⸗ chen. Dee nsten Hohhe kein reicher Rten Vohn, chen nut in ten. n in dieser Bücher, sind entä hen, oder nung und Micchge⸗ man sich liebe der die Obst⸗ Schaf⸗ — 61— die Bauten, den Getreideverkauf und dergleichen mehr be⸗ sorgt, so bleibt für die Frau die Hauswirthschaft, die Speisung des sämmtlichen Personals, die Milchwirth— schaft, die Pflege des Rindviehes, der Schweine, der Zie⸗ gen, und des Federviehes übrig. Im Sommer besorgt sie mit den Mägden das Einbringen des Viehfutters, das Pflanzen und Behacken des Krautes, der Rüben und der⸗ gleichen, das Graben, Pflanzen und Säen im Kleinodgar⸗ ten das Bleichen der Leinewand u. s. w. In der Heu⸗, Getreide⸗, Kartoffel⸗ und Rübenernte helfen die Mägde den übrigen Arbeitern. Im Winter, wenn weder in der Küche, noch im Milchgewölbe, noch in Viehställen etwas zu verrichten ist, bricht, hechelt und spinnt die Hausfrau nebst den Mägden den selbsterbauten Flachs und das Werg (Heede), und giebt das Garn dem Leineweber zum Weben für den Hausbedarf. Der bedeutende Viehbestand, die be⸗ deutenden Quantitäten des erbaueten Getreides bieten dem ganzen Personale einer Bauerwirthschaft hinreichende Be⸗ schäftigung für den Winter dar. — 62— besithe hauget gluul Fünfter Abschnitt. 15 Ind S A 3 e nen Der Pflug. luht! Früher war der sogenannte Stockoflug der einzige gewöhn⸗ Eohle liche Pflug, aber in neuern Zeiten ist fast durchgängig der Ddn sogenannte Thüringer, auch Staten-Pflug genannt, ein⸗ lag geführt worden. Wer einen neuen Pflug bedarf, läßt sich schma in der Regel keinen Stockpflug sondern einen Statenpflug t 9 verfertigen. Nur noch einige Alte, wahrscheinlich in der Ronneburger Gegend wohnende, sollen, wie mir Schwei— nung tzer schreibt, noch etwas fest an den von ihren Vätern er— amzuf erbten Sachen hängen, und so auch das Gute dieses vor— muß f züglichsten Räderpflugs verkennen und bei ihrem alten mi⸗ fomme serabeln Stockpflug bleiben. iund i Im Jahre 1806, als ich nach Ponitz kam, fand ich den um in thüringer Pflug noch selten, nur bei solchen Bauern, wel⸗ bug che in allem am weitesten vorwärts geschritten waren. Wo— ven M. her er aber gekommen ist, habe ich nicht erfahren können. enige Er wurde aber bald im ganzen Ländchen verbreitet und die muß wenigen Wagner und Schmidte, welche ihn am vorzüglich— Band. sten verfertigten, konnten allen den Bestellungen nicht Folge O leisten. Ich bin von den Vorzügen dieses Pfluges so sehr duft u überzeugt worden, daß ich ihn auch in meiner hiesigen il Wirthschaft eingeführt habe. schnad —32——————————————————————————— eguöhn⸗ gangig ber lannt, ein⸗ kf, läßt sich Statenpfug nlich in der nit Schwi⸗ Vätern et dieses bot⸗ malten mi⸗ nd ich den uern, wel⸗ ten. Wo⸗ en lönnen. uno öse Hũglich⸗ cht Folge so sehr hiesigen Dieser Statenpflug unterscheibet sich vom Stockpflug besonders dadurch, daß er keine ganze Sohle hat, und daher weniger Friktion verursacht und keine Kruste auf dem Un⸗ tergrund bildet. Er braucht deshalb schon weniger Kraft⸗ aufwand von Seiten des Zugviehes, aber auch die Form und Stellung des Schaares hilft hierzu mit beitragen. Das Schaar hat auf der linken Seite nach hinten ei⸗ nen Schweif— die State— worauf der Pflugkasten ruht und nebst der untern Kante des Streichbretes die Sohle des Pfluges bildet. Wenn im Stockpflug die auf dem Untergrund aufgehende volle Sohle circa 130 Q. Zoll beträgt, so geht der Statenpflug unten nur auf zwei schmalen Streifen, welche zusammen kaum 25 Q. Zoll hal⸗ ten, auf. Eine genaue Beschreibung erfodert eine genaue Zeich⸗ nung, und demohnerachtet wird er dennoch nicht füglich anzufertigen seyn; wer Versuche mit ihm anstellen will, muß sich entweder einen Pflug im Großen oder im Modell kommen lassen. Modelle werde ich sehr gern besorgen, und wer näher nach dem Altenburgschen hat, darf sich nur an den Tischlermeister Bühler nach Ponitz bei Alten⸗ burg wenden, dieser Mann verfertigt sehr nette Modelle von Ackergeräthen und Maschinen. Hier will ich nur noch einiges von den Vorzügen dieses Pfluges sagen, aber ich muß mich wiederholen, indem ich desselbe schon im Ws Band meiner Erfahrungen gesagt habe. Dieser Pllug lockert die Ackerkrume in jeder beliebigen Tiefe zweckmäßig auf, er wendet vortreffich um und bedeckt die Düngung, Kleestoppeln und dergl. sihr gut, und durch⸗ schneidet die tiefgehenden Wurzeln leicht; er macht eine sehr reine Furche und bringt alle aufgepflügte Erde in die Harhel Höhe, er bildet einen vollkommenen Acker und es ist nicht du nöthig, daß bei dem Anfange eines Beetes eine Furche un⸗*. gepflügt bleibt, denn es läßt sich mit diesem Pflug leicht Suu die erste Furche mit der zweiten untergreifen, was haupt 0 sächlich beim Dresch- und Kleestoppelpflügen sehr erheb⸗ duncht lich ist, und sich mit wenig andern Ackergeräthen be⸗ ungem werkstelligen läßt. Es läßt sich mit diesem Pfluge sehr 1110 flach, doch gut pflügen, er ist daher zum Dreschpflügen ennn auch aus dieser Hinsicht zu empfehlen, aber auch beim 16 Stoppelpflügen hat dies besondern Werth für mich; so Niide g auch bei den Kleestoppeln, wenn diese mehr als ein Mal Neers z gepflügt werden sollen, denn dann ist's ein großer Vortheil, hur d wenn diese das erste Mal sehr flach, doch gut gepflügt Da worden sind. Der Saamen läßt sich damit sehr gleichmä⸗ Riben ßig und in jeder beliebigen Tiefe unterpflügen. Er ver⸗ u M mehrt die Oberfläche des Ackers, da er die Furchen sehr sahr vi hoch aufstreichet. Fuhter Dieser Pflug hat zwar kein geschwungenes Streich⸗ laht da bret und die Krengelsäule bildet mit dem Krengel einen unit gu stumpfen Winkel, der abgeschnittene Schweif wird daher aubnache scheinbar nicht allmählig sondern auf ein Mal gehoben und dh ehig gewendet, aber demohnerachtet ziehen ihn nicht allein zwei hat) Y Pferde, sondern ein Pferd oder 2 Ochsen, sogar 2 Kühe sehr tin Yfed leicht und ohne große Anstrengung bei einer ziemlichen llber ur Tiefe und Breite der Furche, und bleiben, wenn sie sonst 1* Thie gut gepflegt werden, bei Kräften und sehr munter. Iosn, bis Im Altenburgschen wird auf ziemlich schwerem Boden dem nihr dieser Statenpflug von 2 Kühen mit eichtigkeit gezogen. R hiite Es giebt dort mehrere Bauern, welche 15 Acker Feld zu 111 Echm, Eis rhe in He h st nicht urche una fug licht V haußt⸗ schr lhch⸗ täthen he fuge scht schpfugen lch bein nich; so ein Mal Vortheil, gpfliht gleichmä⸗ Er hel⸗ ichen scht Etreich⸗ el einen d daher hen und Hin zwei he sehr mlichen 12 sonst Boden Nogen. Fald iu bearbeiten haben und hierzu nicht mehr wie 2 Kühe als Zugvieh gebrauchen, und demohnerachtet zu jeder Frucht 2, 3 bis 3 Mal pflügen. Besonders diese sind mit dem Statenpfluge vollkommen zufrieden. Sein Werth wird in meinen Augen besonders dadurch vermehrt, daß er, so bald er ein Mal gut gestellt ist, so ungemein wenig Aufmerksamkeit, Geschicklichkeit und Kraftaufwand von Seiten seines Führers fordert. In einem einigermaßen ebenen, steinfreien Acker kann ein gu⸗ ter gestellter Statenpflug, woran ein Paar eingeübte Pferde gespannt sind, ohne Führer von einem Ende des Ackers zu dem Andern gehen und eine, sowohl in Hinsicht ihrer Tiefe und Breite, völlig egale Furche bilden. Da man in größern Wirthschaften mitunter Knechte haben muß, welche hinsichtlich ihrer Geschicklichkeit und ih⸗ res Willens viel zu wünschen übrig lassen, so ist es gewiß sehr viel werth, ein Ackerinstrument zu besitzen, wobei der Führer selbst nur Maschine zu seyn braucht, und nicht so leicht dabei ermüdet, und demohnerachtet der Hauptzweck damit gut erreicht wird. Was kann es dem Landwirth ausmachen, ob das vor ein Ackergeräth gespannte Zug— vieh einige wenige Pfunde mehr oder weniger zu ziehen hat? Ich sehe z. B. daß die an den Statenpflug gespann⸗ ten Pferde leicht damit fortgehen, munter und bei Kräften bleiben und trotz aller übrigen Strapazen, welche meine ar⸗ men Thiere im Winter beim Holzfahren auszuhalten ha— ben, bis in ein hohes Alter ausdauern; was will ich denn mehr haben? Meine Pferde haben mit diesem Pfluge die härteste Brache, ohne daß sie versägten, umgepflügt, wenn mehrere meiner Nachbarn der Härte halber nicht Schm, Erf. ar Th. 7 V. 2 · 1.8* V ........—.— —* —.— —.——— — 66— mehr pflügen lassen konnten. Der ungeschickteste Pflüger kann gut und nie ganz schlecht damit pflügen, was gro⸗ ßen Vortheil gewährt. Es können damit Jungen von 12 Jahren pflügen, wenn ihnen nur ein geübter Mann den Pflug richtig stellt. Es wird mit dem Statenpflug viel verrichtet, daher Zeit gewonnen, und es kann sehr genau die Tiefe, in welcher gepflügt werden soll, bestimmt werden. 23 5 Gern gebe ich zu, daß räderlose Pflüge weniger Zug⸗ kraft als Räderpfluge erfordern, aber gewiß ist es, daß die erstern einen aufmerksamern, geschicktern und thätigern Füͤhrer erfordern, als diest der Fall bei den letztern ist, und deshalb kann ich dem Beiley'schen Pflug, so sehr gern ich sei⸗ ne mannigfaltigen Vorzüge anerkenne, dennoch nicht meinen ganzen Beifall schenken. Wäre dieser Pflug weniger kost⸗ bar und Schaar und Streichbreter leichter zu bekommen, so würde ich ihn zum Räderpflug machen, vielleicht hätte er so noch einige Vorzüge vor dem Statenpflug Die Egge. Die altenburgsche Egge unterscheidet sich nicht von der, welche durch ganz Sachsen üblich ist; sie hat gewöhn⸗ lich 5 Balken, meistens hölzerne, schräg nach vorn zu ste⸗ hende Zinken, doch hat man in den meisten Wirthschaften, besonders da, wo man es mit einem strengen Ackerboden zu thun hat, auch Eggen mit eisernen, ebenfalls schräg ste⸗ henden Zinken; nur werden diese seltener als die mit höl⸗ zernen Zinken gebraucht. Zuweilen haben mehrere Bauern zusammen nur eine einzige eiserne Egge. Auf gut gehalte⸗ ner Ackerkrume, besonders auf leichtem, oder doch nicht zu frehg. un 60 btat Herde lspart hen gen n pen d schber Obf des H hölher Mit! bisont heste. mäß Unkan bedackt Inken Mpar⸗ A lich d. haben Scheer geathe tingste sutt, u heforde Ugkett cens ste Pplhtt was gro⸗ en von 12 Maunn den pfuug viel schr Rman „bestunmt niger Zu is ehh daß 1d thaligern Herg is, uud gern ich si⸗ licht meinen eniger kost⸗ bekommet ileicht hält scht bon hat gewöhn born zu st⸗ irthschaften Artboden schräg ste ie nit hob 1²e Bauerl ut gehall⸗ ch nicht strengem Boden, ziehe ich, vorzüglich bei dem Saatunter⸗ eggen, die Egge mit hölzernen Zinken der mit eisernen vor; es bräucht jede Egge, die hölzerne Zinken hat, nur ein Pferd und zwei einen Mann, es wird daher viel mit ihr erspart, da jede Egge mit eisernen Zinken 2 Pferde und ei⸗ nen Mann fordert; auf lockerm Saatacker fallen die Eg⸗ gen mit eisernen Zinken zu tiff ein und die Balken schlep⸗ pen die Erde mit sammt dem Saamen zusammen, dies er⸗ schwert nicht allein das Eggen, sondern es macht die Oberfläche uneben und veranlaßt einen ungleichen Stand des Getreides. Hierzu kommt noch der Vortheil, daß die hölzernen Zinken ungleich wohlfeiler als die eisernen sind. Aber demohnerachtet haben die Eggen mit eisernen Zinken, besonders wenn diese nach vorn schräg stehen, also um so besser eingreifen, einen sehr großen Werth; besonders zweck— mäßig sind sie zum Herauseggen der Quecken und andern Unkrauts; auch auf steinigtem und mit harten Erdschollen bedecktem Acker sind diese Eggen gut, denn die hölzernen Zinken halten da nicht lange aus und werden bei häufiger Reparatur doch endlich kostbar. Die sächsischen oder altenburgschen Eggen sind beweg⸗ lich, d. h. die Schienen, womit die Balken verbunden sind, haben Spielraum, so, daß die Egge sich schieben läßt; die Schienen sind aus jungem eichenem Holze ziemlich schwach gearbeitet und daher blegsam, und so findet bei dem ge⸗ ringsten Widerstande eine Bewegung der Egge in sich selbst statt, wodurch nicht allein das Zermalmen der Erdschollen befördert wird, sondern auch die Egge durch ihre Nachgie⸗ bigkeit an Dauer gewinnt. Die biegsamen Schienen ma⸗ chen es auch, daß sich die Egae um die gewölbten Ackerbeete Ee2 — 655— herum legt, und so überall auftrifft. Die Eggen werden MoM nach der einen vordern Ecke hin gemeiniglich am dritten B Zinken angespannt, wodurch sie verschobene Vierecke bilden. 95 N Je weiter nach der Ecke zu die Egge angespannt ist, desto N enger gehen die Zinken an einander, aber einen desto schma⸗ wilhe lern Streif beeggt sie auf ein Mal. Man hat es daher Ind in seiner Willkühr, ob die Egge mehr oder minder auf ein 1 Mal wirken soll; wird sie in der Mitte angespannt, so daß iche sie ein richtiges Viereck bildet, so gehen nicht allein die 0 Zinken weiter von einander entfernt, sondern sie stehen auch 0 nicht mehr schräg nach vorn, sondern etwas nach der Seite In un zu, die Egge geht dann weniger tief. fulhe Der Feldgeier. veihr Dieses Instrument fand ich 1806 beim Bauer Gott⸗ fried Dietzmann in Merlach, welcher zugleich Pachter der. Ebt Ponitzer Pfarrwirthschaft war; es war aber wohl der ein⸗ 7 N6 zige Feldgeier in der ganzen Gegend zwischen Gößnitz, 0 a Schmölln und Merane, wenigstens habe ich da weiter kei⸗ Ru nen gesehen, ohnerachtet ich sehr bald fast in jedem dorti— 0 M gen Dorfe ziemlich genau bekannt wurde. Ich lernte den 20 Feldgeier schon 4 Jahr früher im Erzgebirge unter dem 140 Namen Krail kennen; aber er hatte weder Handhaben hlun noch wurde er auf ein Vordergestell gelegt, und darum 37 fand er im Altenburgschen unter den Bauern wenig Bei⸗ 7 fall, denn er konnte durchaus nicht nach Willkühr, tief ober flach, in die Ackerkrume gelassen werden. War diese sehr locker, oder standen die Spitzen der Füße etwas zu sehr in die Tiefe, so konnte er nicht von 34 Pferden fortge⸗ 9 dogen werden. Hatte er sih berstopft. so konnte er aQus d l i werdeg dritten e bilden. it desto sio schnt⸗ t es dahee er guf en nt, so daß allein die chen auch ber Seite uer Gott⸗ achter det lder ein⸗ Goßnit, heiter kel⸗ m dorti⸗ ente den iter dem mdhaben d datum enig Bei⸗ Ihr, tief ũur diese was zu fortge⸗ er aus — Mangel an Handhaben nicht oft genug ausgehoben und ausgeschüttelt werden, und auch das Umkehren am Ende des Feldstücks war beschwerlich; deshalb ließ ich in Ponitz u Jahr 1807 vorn an der Spitze einen Baum anbringen, welcher wie der Pflugkrengel auf ein Vordergestell gelegt und so der Feldgeier nach Willkühr mehr oder minder tief in die Ackerkrume gestellt werden konnte. Hinten brachte ich 2 Handhaben an, wodurch er vom Führer leicht geho⸗ ben werden kann. Der Bauer Gerth in Dreußen, ohn⸗ weit Ponitz, war der erste, der sich einen Feldgeier mit die⸗ sen angebrachten Verbesserungen nach dem Meinigen ver⸗ fertigen ließ, und bald verbreitete sich dieses Instrument weiter.— Zum Ausrotten des Unkrautes, besonders der Quecken, ziehe ich den Feldgeier dem großen vielschäarigen Exstirpa⸗ tor vor; er greift besser als dieser ein und ist dennoch für die Pferde nicht so schwer zu ziehen, da die Füße schmaler sind als am Exstirpator. Auch ist seine dreieckige Form sehr zweckmäßig, wahrscheinlich trägt auch diese dazu bei, daß die Pferde weniger Zugkraft als beim englischen Ex⸗ stirpator brauchen, und bei richtiger Vertheilung der Zin⸗ ken(Füße) ist auch dem Verstopfen mehr vorgebeugt als beim Exstirpator. Doch zum Saatunterbringen hat letzte⸗ rer Vorzüge, obwohl ich den Feldgeier auch mit Vortheil hlerzu anwende. Der Ruhrhaken. Dieses Ackergeräth fand ich früher nirgends, und er war für die Gegend ganz neu, als ich ihn 1809 in Ponitz einführte; aber späterhin haben es einige, jedoch, wie ich erfahre, auch jetzt nur wenige altenburgsche Landwirthe angewendet. Ich wundere mich, daß dies herrliche Werk⸗ zeug noch so wenig allgemein gebraucht wird, da es gar zu viele Vortheile gewährt; am meisten wundert es mich, daß die Altenburger sich noch nicht von dem großen Werth des Ruhrhakens überzeugt haben, denn hätten sie dies, so wäre er gewiß schon von ihnen allgemein eingeführt. Es arbeitet sich freilich weniger gut mit dem Haken als mit dem Pfluge, aber er ist für manche Zwecke passender als dieser, und drum wird eine kleine Unbequemlichkeit die Al⸗ tenburger nicht vom Einführen desselben abhalten.— Der Altenburger hilft sich durch seine Balkenstreifen; er pflügt nämlich, besonders queckiges Land, quer oder schräg über mit dem gewöhnlichen Pfluge, läßt aber immer zwischen jeder Furche einen schmalen Streif liegen, wodurch der Acker das Ansehen erhält, als ob Balken darauf hin⸗ gelegt wären; dies Balkenstreifen geschieht meistens im Herbst, und das Frühjahr darauf lassen sich die Quecken, welche schon im Winter durch diese Operation viel litten, um so leichter vollends ausrotten. Der Häufelpflug. Früher wurden die Kartoffeln, so wie das Kraut und die Rüben, mit der Handhacke behackt und behäufelt; aber mehrere um Ponitz herum wohnende Bauern ge⸗ brauchten späterhin zum Behäufeln der Kartoffeln den Häufelpflug; Einige ließen sich diesen nach dem Häufel⸗ plug, welchen Herr Beier aus der Meißner Gegend nach Haynichen kommen ließ, verfertigen; Andere wählten den Meinigen, an welchen ich geschwungene Streichbreter und hilige V sh Wssen gen al nochd besch Mfag schenr hollo auf ei Kartol Ale weir flhft braug glich Rhhl lht, rume Witt zubeu lheils toht bilnge lutzbl hume undthith ihe Verk da ts gar it il nich, Iin Warh si didi s fihrt. en als mit ssender al lit die Al— .— rustteifen; quer oder aber immet „ hodutch darauf hin⸗ ejstens in Quecken, biel litten, Rraut und behäufflt; guern ge⸗ feln den n Häufel⸗ gend nach lten der brettt In einige andere Verbesserungen anbringen ließ, zum Muster. In der Ronneburger Gegend soll der Bauer den Häufel⸗ pflug nicht anwenden und überhaupt gar nichts davon wissen wollen. Diese Gegend muß also wirklich weit ge⸗ gen andere zurück stehen. Einige gebrauchen auch heut noch den Pflug zum Anhäufeln der Kartoffeln, obwohl dies beschwerlicher als mit dem Häufelpflug angeht. Mit dem Pfluge muß zwei Mal, nämlich hin und her in jeder Zwi⸗ schenreihe gepflügt werden, und dennoch ist der Zweck un⸗ vollkommner, wie mit dem Häufelpflug erreicht, welcher auf ein Mal zu beiden Seiten die Erde an zwei Reihen der Kartoffeln streicht. Wenn die Streichbreter und das ein⸗ zelne RNad abgenommen sind, und der Krengel auf ein zweiräderiges Vordergestell gelegt ist, so wird mein Häu⸗ felpflug als Ruhrhaken gebraucht. Die Walze. Dies Geräth ist im Altenburgschen allgemein im Ge⸗ brauch. Man walzt damit das Sommergetreide entweder gleich nach der Saat, häufiger aber, wenn es schon auf⸗ gegangen und etwas hervorgewachsen ist; man eilt um so mehr, das Sommergetreide zu walzen, wenn die Acker⸗ krume schon sehr ausgetrocknet ist, und wenn man trockne Witterung erwartet, um so dem mehrern Austrocknen vor⸗ zubeugen. Scholliges/ klosiges Land walzt man mehren⸗ theils gleich nach der Saat ein oder mehrere Mal und eggt es auch wohl wieder auf, um die Schollen klar zu bringen. Man walzt auch die Kraut⸗ und Rübenfelder kurz vor dem Pflanzen ein, um das Austrocknen der Acker⸗ krume möglichst zu verhindern. Auch das Flachsfeld walzt ———— 72— man ein oder einige Mal und eggt es dazwischen wieder auf, bevor der Lein gesäet wird, theils um die Ackerkrume Vhe recht klar zu bringen, theils aber auch um den frischge⸗ Hse pflügten Acker niederzudrücken, und so das schnelere und i im gleichere Aufgehen der Saat zu bewirken. Iide l Man walzt aber auch das Sommergetreide des halb, cn um die Oberfläche zu ebenen, und so das tiefere Abhauen sehynk des Getreides zu erleichtern. Iibii Stachelwalzen zum Zerkleinern der festen Schollen, die schen sich zuweilen bei schwerem Boden, wenn er zu feucht ge⸗ der Ye pflügt wurde, finden, habe ich in dem Altenburgschen nicht Deile gefunden, ohnerachtet sie in der Nähe dieses Ländchens auf mehrern sächsischen Rittergütern sich finden läst. Man glaubt, sie entbehren zu können.— 8 Viele Walzen der Altenburger sind etwas zu klein und lei⸗ dulche sten daher nicht alle Mal das, was sie leisten sollen und lei⸗ Domi sten könnten, wenn sie etwas stärker wären; es scheint, als den fürchteten diesenigen, welche solche kleine Walzen anwen⸗ ö 5 den, daß ihre Pferde, da immer nur ein Pferd vor jede beknü Walze gespannt wird, bei größern zu sehr angestrengt Adlein a werden möchten. Diese Furcht ist aber ungegründet, denn sollen, die größere Peripherie macht es wieder gut, was die grö⸗ 910 Ei ßere Schwere zum Nachtheil des Pferdes veranlassen sollte; Menbi aber die größere Peripherie bewirkt auch schon an und für in die sich, ohne Rücksicht der dadurch beranlaßten größern gen de Schwere, ein besseres Zermalmen der Erdschollen.— Neork Aus mehrern Gründen zieht man die einspännigen lummen Walzen den längern zweispännigen vor; erstens ist das iet; Umkehren am Ende des Feldes leichter mit der kurzen ein⸗ Iud da spännigen Walze, es wird dabei weniger Zeit versäumt und licht en wiche lkerktum fischgt. Rellere und de Lhh, re AMhauet chollen, di fsacht ge sschen nicht ochens auf 1. Man lein undlei⸗ len und li⸗ scheint, als en anwen⸗ rd bot jtde angesttengt det, denn 1g die gröͤ⸗ sen sollte; in und für gtohern pännigen ist das irzen ein⸗ zumt und — 23 das Zusammenschleppen der Erde besser als bei der längern Walze vermieden; zweitens drückt die kürzere starke Walze besser und viel egaler auf, als eine längere, eben so starke dies im Stande ist; die kurze Walze schmiegt sich mehr in jede kleine Vertiefung des Ackers und in die Beetfurchen ein, wie das bei Anwendung der längern zweispännigen seyn kann. Wenn man Menschen sparen will, so können zwei Pferde vor zwei Walzen gespannt, von einem Men-⸗ schen recht gut geleitet werden; das eine Pferd leitet er an⸗ der Leine und geht hinter dessen Walze her, und von dem Zweiten hängt er den Zügel an den Arm.— Der Wagen. Der Erntewagen der Altenburger ist das, was ich durchaus nicht loben kann, und ich stimme in einigen mit dem überein, was Hr. Dr. Schweitzer in folgendem über den Wagen sagt: ö „Die Wagen der Altenburger sind in der Regel un⸗ vernünftig schwer ohne Noth, ein Pferd hat fast immer allein an dem Wagen zu ziehen. Es muß ein Staat seyn sollen, wenn an demselben recht viel starles und unnöthi⸗ ges Eisenwerk hängt. Im Betreff der Wagen sollten die Altenburger in die Gegend von Gera, Weida und Greitz in die Schule gehen. Weder die kurzen und hohen Wa⸗ gen der Thüringer, noch die langen und niedrigen in der Mark und die plumpen unförmlichen der Altenburger kommen denen in jener Gegend gebräuchlichen an Zweckmä⸗ ßigkeit gleich. Dieselben sind leicht und doch stark genug und dauerhaft gebauet; zu jedem beliebigen Gebrauch leicht und schnell einzurichten; weder mit einem Theil zu — c—— 7IIFC:::CCCĨLu᷑ü viel, noch mit einem zu wenig versehen. Ich glaube kaum, daß es möglich seyn könne, zweckmäßigere Wagen zu bauen. Wahescheinlich brachte sie die Nothwendigkeit, die Beschaffenheit der Wege hervor. Ich habe auf einem sol⸗ chen Wagen mit zwei Pferden eben so viel Getreide, der Masse nach, eingefahren, als in Posterstein und Weißbach 4 Pferde auf einem altenburgschen Wagen herein brachten. Noch ein Uebelstand an diesen Wagen ist, daß sie in der Regel keine Abänderung erleiden; der Altenburger fährt mit seinem Erntewagen in den Wald und häufig auch mit dem Miste auf das Feld. Wenn er nun in unsere Gegend kommt, Holz zu laden, muß er sich unendlich plagen, und kommt doch nicht gut fort. Bei uns, in der Nähe von Weida, wird der Wagen zu jedem Geschäft anders einge⸗ richtet und doch stets zweckmäßig. Auf dem thüringschen Walde sahe ich auch recht zweckmäßige Wagen, nur schie⸗ nen sie mir zu sehr zusammen gedrängt, was vielleicht auch eine Folge der Wege war.“ Was Schweitzer hier von den altenburgschen Wagen sagt, mag nur im Allgemeinen und besonders für die Ron⸗ neburger Gegend gelten, denn ich sah bei einigen, vorzüg⸗ lich rationellen Altenburgern, leichtere und besser konstruirte Wagen, als die gewöhnlichen dort sind, im Gebrauch. Aber die Meisten können sich von ihren schweren und plum⸗ pen Wagen nicht losmachen, und diese treiben wirklich Luxus mit dem an ihren Wagen befindlichen vielen Eisen, was dieselben unmäßig vertheuert. Ein solcher vollstän⸗ diger Wagen kam, als ich im Altenburgschen lebte, neu auf 70 bis 80 Thlr. zu stehen.— uube kun, Dagen z digkeit, die tinem sol⸗ letide, der dWMüßbach N brachten ste in du uger fähn Hauch mit re Gegend agen, und Mhe von ders einge üringscht nur schi Hicht auch N Wagen die Ron⸗ botzüg konstruirte Gebrauch. und plum⸗ bikklich en Eisen, volltün⸗ hle/ neu Zum Mistfahren werden in der Gegend Gößnitz, Schmölln, Monstab ꝛc. wohl meistens die Leitern von dem Wagen genommen und das sogenannte Düngbret dafür aufgesetzt, was ich ungemein zweckmäßig fand. In meh⸗ rern ausgezeichneten vohständigern Wirthschaften findet man auch wohl Wagen von verschiedener Art für die ver⸗ schiedenen Zwecke. Der Ern tewagen, womit auch das Brennholz aus dem Walde geholt wird, hat große Leitern und in der Ernte Schwungketten, um breiter laden zu kön⸗ nen. Die Marktwagen, womit der Altenburger die Früchte, welche er übrig hat, zur Stadt bringt, sind kür⸗ zer wie die Erntewagen, haben niedrige Leitern, in denen gemeiniglich ein gleichgeformter, sehr gut geflochtener Korb steht; in einigen Dörfern hatte man früher sehr häufig diese Leitern statt des eingesetzten Korbes mit schwachen Bretern beschlagen; diese Marktwagen sahe ich oft sehr nett und zweckmäßig gebauet; er dient auch bei Vielen der Familie zum Besuchen der in andern Dörfern wohnenden Freunde u. s. w., wenn man nicht hierzu eine sogenannte Kalesche, oder wohl gar eine stattliche Verdeckkutsche besitzt. Zum Mistfahren besitzen viele Bauern eigends dazu bestimmte, nicht sehr schwer erbaute Wagen. Der Keppkarren. Der mit einem Pferde bespannte zweirädrige Kepp⸗ oder Schüttkarren ist sehr zweckmäßig erbauet und wird im Altenburgschen am häufigsten zum Erdefahren gebraucht. Es läßt sich damit auf einem sehr kleinen Raum leicht um⸗ kehren, was oft beim Erdefahren vielen Werth hat; es wird darauf eine ziemlich große Quantität Erde geladen, und diese leicht von einem Pferde, gewöhnlich bergauf ge⸗ zogen. Das Abladen geht sehr rasch von statten, da der Kasten, auf der Achse befestigt, leicht so gekeppt werden kann, daß idie Erde ohne weiteres herausfällt und rein aus geschüttet wird. Viele Bauern, welche nur ein Pferd besitzen, fahren auch den Mist mit dem Keppkarren, was auf jedem Fall das Geschäft sehr beschleunigt. Der Schub⸗ oder Handkarren. Dieses Geräth wird vielleicht im Altenburgschen häu⸗ figer als in irgend einer andern Gegend Obersachsens ge⸗ braucht. Dieser sächsische Schubkarren ist sehr zweckmä⸗ ßig so gebauet, daß der größere Theil der Last über dem Rade liegt, und daher der damit Fahrende nur wenig zu tragen hat. Es wird den Preußen kaum möglich scheinen, daß eine altenburgsche Magd so viel auf ein Mal auf dem Schubkarren fahren kann, als sie wirklich fährt. Ein Centner grüner Klee, Gras oder Krautblätter ist für ein altenburgsches gesundes und ausgewachsenes Mädchen noch eine leichte Fuhre, sie ladet in der Regel noch mehr auf. Sie weiß den Klee so geschickt zu packen, daß das Gleichgewicht sehr gut hervorgebracht ist; sie muß den mit Klee u. dergl. voll geladenen Schubkarren hinter sich her ziehen, weil sie beim Schieben nicht darüber weg auf den Weg würde sehen können. Das Ziehen erfordert aber mehr Anstrengung als wenn die Last vor sich hergeschoben wird. Bei vielen Bauern fahren die Mägde das meiste Grunft nachbi ahgllal Mahi Herden D² latten, Gettei fast ue mahten⸗ si eig Hettede , n holt uick den, h dem einzeln Echübte schlechter daß des st, sie nig M mit bii im K ey meh. fne ihtet Me so j 10 0 10 gaz bahanf g/ attey de de shht verden l ud uin sthen, f ahnd fem Grl V urgschin hin cahachsns g iht pecm, ast über den uur wenig u eihen, daß Hauf dem rt. Ein sst für ein Mädchen noch mehe daß das den nit scch ber auf den ert aber heschoben 8 meist — 77 u Grunfutter für das Rindvieh vom Felde zum Stalle, nachdem sie es auch selbst gehauen oder die Krautblätter abgeblattet haben. Bei den größern Bauern und auf den Rittergütern wird das Grünfutter größtentheils mit den Pferden hereingebracht. Der gemeine Handarbeiter fährt viel mit dem Schub⸗ karren, er holt sich darauf sein Bedürfniß an Brennholz, Getreide und dergl. m. Der eigentliche Schubkärner thut fast weiter nichts als daß er mit dem Schubkarren 5 und mehrere Meilen weit fährt; er holt vielleicht nicht allein für sein eignes Bedürfniß, sondern oft auch zum Verkauf, Getreide aus der Gegend Zeitz bis zum Fuß des Erzgebir⸗ ges, indem es dort in der Regel wohlfeiler ist; oder er holt Gurken bei Zeitz her und fährt sie in die Gegend von Zwickau, Werda und a. O. m., wo sie nicht gebauet wer⸗ den, hin; oder er fährt junge Schweine aus Altenburg dem Oberlande zu; oder er bringt dem Wollkämmer die einzeln aufgekaufte Wolle herbei. Man sieht, daß mit dem Schubkarren vieles ausgerichtet wird, wozu in Preußen schlechterbings Pferde seyn müssen. Man glaube ja nicht, daß dies Schubkarrenfahren eine große Plage für jene Leute ist, sie sind darin geübt, fahren eine große Last mit we⸗ nig Anstrengung fort und verdienen sich nach ihrer Art da⸗ mit viel Geld. Mir wurde geschrieben, daß Schubkärner im Kriege Getreide, was von den Franzosen verlangt wur⸗ de, mehrere Meilen weit für Lohn zur Armee fuhren und so jene theuern Freunde, welche sich auf die Pferde, welche ihrer Meinung gemäß, die Lieferung bringen sollten, eben so wie auf diese freuten, getäuscht wurden.— Doch giebt es im Altenburgschen selbst wenigere, welche das Schube karrenfahren zum ausschließlichen Gewerbe machen, als hotn sich in dein untern Erzgebirge und Voigtlande finden, wel⸗ dimi che aus dem Altenburgschen und aus der Zeitzer Gegenb sobas dnrchs Altenburgsche, Getreide, Gurken, Ferkel und dergl. Rbl m. fahren. Kleine Geräthe. und a Der eiserne Spaten ist der gewöhnliche, den ich wil in allen Ländern, die ich kenne, fand. Aber das höl zer⸗ in ne Grabscheit, was die Altenburger zu ihrem Erdefah⸗ mn ren, Teichgraben, Grabenheben u. dergl. m. brauchen, habe Hhn ich nur noch in den, an das Altenburgsche grenzenden Ge⸗ 35 genden gefunden. Dies Grabscheit ist mit sammt dem Stiel wh: aus einem Stück, gewöhnlich rothbuchenem Holz verfer⸗ tigt; es hat fast die Form eines eisernen Spatens, ist aber 45 ungleich breiter und nicht vlereckig, sondern unten ist es all⸗ fl mählig von beiben Seiten gerundet und endet in einer Spi⸗ fun tze. Dieser zugerundete Theil ist mit Eisen beschlagen, wo⸗ 6 ö ran gewöͤhnlich die Schärfe verstählt ist. Mit diesem Grabscheit arbeiten die Altenburger recht kräftig; sie gra⸗ ö ss a ben damit auf ein Mal bis zu einem Fuß tief, heben über einen halben Kubikfuß Erde aus und werfen sie sogleich Malt entweder auf dem Schuttkarren oder ziemlich hoch auf das Siche Ufer des Grabens, oder auf Dämme. Die Arbeit fördert geart ingemein damit, man erstaunt darüber, wenn man sieht geschn welche Länge eines Grabens ein geübter Grabenheber, be⸗ ssgeh sonders wenn er in Accord arbritet, binnen einem Tage fer⸗ Rchn tig bringt. Dies Instrument kann freilich auch nur ein Ale u Altenburger gehörig handhaben; die altenburgschen Lehm⸗ napn maurer haben auch hier diese Grabscheite, aber die hier Ein⸗ M chen, dl uden, we, bt Gegerd d detgl. he, den i 38 hölzen m Erbefah⸗ uchen, habe Raenden G. It dem Stil Hoh berfer⸗ no, ist abet an ist es al⸗ einer Cy⸗ hlagen, wo⸗ Mit diesen 0j sie gra⸗ heben üͤbet si sogleic ch auf das het frdit nan sieht ebet, be⸗ Lage fer⸗ uur ein hen Khw⸗ Kier Elh- 9ll Eh gebornen mögen nichts damit zu thun haben, das Graben damit ist ihnen zu schwer, sie nehmen lieber den, hier be⸗ sonders niedlich geformten eisernen Spaten, womit sie sich gewiß bei der Arbeit keinen Schaden thun. Die eiserne Schaufel ist in Obersachsen überall und also auch im Altenburgschen im Gebrauch, möchte aber wohl in diesem Ländchen mehr als irgend wo, bei dem vie⸗ len Erdefahren und Lehmbauten, benutzt werden. Ich wundere mich, daß man dies herliche Instrument in vielen Gegenden außerhalb Sachsen noch gar nicht kennt; so fand ichs weder in der Gegend um Berlin, noch bei Mögelin, noch auf irgend einem Orte, den ich auf meinen Reisen nach Lithauen kennen lernte. Hier verrichtet man alles das mit dem eisernen Spaten, was die Sachsen mit der eisernen Schau⸗ fel viel besser bewerkstelligen. Da diese Schaufel einen krummen Stiel hat und breiter als der gewöhnliche Spaten ist, so läßt sich lockere Erde u. dergl. m. viel bequemer und in größerer Menge damit, als es mit dem Spaten möglich ist, aufhäufeln und fortwerfen. Die Sensen sind ziemlich groß und sehr zweckmäßig gestellt. Aber es wird im Altenburgschen auch viel mit der Sichel, welche man in Preußen gar nicht zu kennen scheint, gearbeitet. Die Getreidesichel, womit das Wintergetreide geschnitten wird, ist verschieden von der Grasesichel. Jene ist größer, nicht so rund und meistens auf ihrer Schärfe gezahnt. Mit der Grasesichel wirb im Anfange, wenn der Klee noch sehr klein ist, derselbe abgegraset; auch graset man niedriges Gras, was die Sense kaum fassen würde, ungemein glatt von der Erde weg und sucht auch damit das Gras aus und unter den Gebüschen und Gesträuchen herbor, wo mit der Sense nichts ausgerichtet werden könnte. Die altenburger Frauen und Mädchen wissen mit vieler Fertigkeit mit der Sichel umzugehen und sie wird in ihrer Hand ein sehr nützliches Geräth. ö Die Heugabeln, Mistgabeln, Misthaken, Krauthacken u. dergl. mehr, sind Gerathe, die im Al⸗ tenburgschen nichts Ausgezeichnetes haben. Daer seiner gers zu hin imnt abet al demn er Mhu lilit v schen Rher 5 Ind sor Auhstam klttag, Richntte mir det sch Rn In id weit Mqge un Reüct. Kaheun Som. Hesluhen lt wethen isen mit si vth in Ushaktn, die m M Seechster Abschnitt. n ch t. Der Altenburger läßt die Viehzucht mit die Hauptsache in seiner Wirthschaft seyn, denn er kennt den Werth des Dün⸗ gers zu genau, als daß er nicht dafür sorgen sollte, densel— ben immer in hinreichender Menge zu haben. Er sucht sich aber auch den Dünger möglichst wohlfeil zu verschaffen, in⸗ dem er darauf hinwirkt, daß ihm die unmittelbar aus der Viehzucht gewonnenen Produkte in möglich großer Quan⸗ tität und bester Qualität werden. Die übliche Rindviehrace stammt von der voigtländi⸗ schen Race ab, steht ihr aber vielleicht in Etwas nach. Aber viele Bauern haben durch zweckmäßige Auswahl und sorgsame Pflege der Zugochsen sich einen schönen Kuhstamm gebildet, welcher in der Hauptsache, im Milch⸗ ertrag, wenig zu wünschen übrig läßt Es ist kein ausge— zeichnetes großes Vieh, aber recht hübsch gebilbet. Wie mir der Hr. Oberpfarrer Klötzner schreibt, wollen Einige sich Rindvieh von der ostfriesischen Race anschaffen. In der Gegend, wo ich wohnte, dann bei Monstab und weiter nach Zeitz hin wird im Allgemeinen auf die Pflege und Fütterung des Rindviehes viele Aufmerksamkelt gerichtet. Der Hausfrau ist an dem hohen Ertrag ihrer Kühe um so mehr gelegen, da sie in der Regel davon den in⸗ Schm. Erf. ar Th. F nern Haushalt, das Gesindelohn, doch wenigstens das Mäg⸗ Stal delohn und dergl. m. bestreiten muß, und erst von dem was obrih übrig bleibt auf ihren Anzug und dergl. verwenden kann. ö 5007 Ich bin wirklich oft erstaunt, wie viel eine thätige und ge⸗ de Sa schickte altenburgsche Bauerfrau mit dem Ertrüͤge ihrer Weenb Rinddiehzucht macht; es ist in allen der dortigen Wirth⸗ daß d schaften auffallend sichtbar, daß die Frau eben soviel als der 2 der Mann zur Wohlhabenheit der Familie beitragen kann. Keefe Bringt die Frau viel aus dem Vieh, so sorgt der Mann demn 2 um so lieber für die Vermehrung des Futters, und je Blach reichlicher dies herbei geschafft wird, um desto besser wer⸗ schnell den sich die Felder befinden und um so höher wird davon 6 bli der Körnerertrag seyn, folglich hat der Frauen kluge und Gettei geschickte Thätigkeit auch großen Einfluß auf den Feld⸗ ßer N bau, und daher um so großern auf das Ganze der Wirth— uh, schaft, mehr, als wenn sie sich ausschließlich mit Spinnen und Weben beschäftigten, und die Pflege des Viehes den ober e Männern und den Knechten überließen, für welche es am Els allerwenigsten paßt, da sie oft auswärts seyn müssen, und duten die Knechte gewiß mehr Sorgfalt aufs Zugvieh wenden Halen! und gewiß den Kühen Futter abbrechen und es den Pfer⸗ R den zustecken würden. Schnel Das Rindvieh wird im Altenburgschen den Sommer MWu hindurch fast nur mit grünem Klee, womit man im Früh⸗ Schaf jahr so zeitig wie möglich sehr weislich anfängt, und nur st, un im Herbst auf die Getreidestoppeln und auf die Wiesen ge⸗ Kle he trieben, und im Stalle noch mit Kohl⸗ und Rübenblät⸗ En tern, mit Stoppelerbsen und Stoppelrüben gefüttert. Die 1 ij6 Nähe von Würchwitz, wo Schubart von Kleefeld Gu ein Licht aufsteckte, hat auf jeden Fall die Einführung der Eilt das Mz⸗ dem was euden kann, lh und ge⸗ IR hrer nihn With. an soridtd kragen kann t det Marhy 15, und s6 besset wer⸗ wird davor en Huge und den Fe⸗ det Vitth⸗ mit Spinnen 5Mehes dn vilche es an müssn, uud ich wenden den Pfer Hen Sommi an im grit t/ und nut Mesen ge⸗ Rͤbenblät itlett. Oe Kleeftelb fuhiung i. EEEEEEEEtEF—......— Stallfütterung des Rindviehes im Altenburgschen bewirkt, obwohl Viele, welche das Gute der Stallfütterung genie⸗ ßen, nicht wissen, wem sie es zu verdanken haben, denn die Sache ist nun schon zu alt geworden. Man sieht im Altenburgschen, so wie in mehrern Gegenden Sachsens, daß die Stallfütterung des Rindviehes sich recht gut mit der Dreifelderwirthschaft vertragen kann. Hätte Hr. von Kleefeld den Futterbau, besonders den Kleebau, nicht mit dem Dreifeldersystem zu verbinden gesucht, und nicht den Brachschlag dazu benutzt, so würde seine Lehre nicht so schnellen Eingang beim Bauer gefunden haben. Dieser sah, es blieb alles in der alten Ordnung, er konnte eben so viel Getreide wie ehemals aussäen und dennoch Klee in gro— ßer Menge beuen, und so ahmten Kleefelds Nachbarn das nach, was sie in Würchwitz Gutes sahen. Mancher vierspännige Bauer ist nun, da sein Vater oder er die Stallfütterung eingeführt hat, im Stande, 24 Stück Rindvieh, worunter 14 bis 18 Stück Milchkühe, das andere Jungvieh ist, daneben bis 40 Stück Schafe zu halten und sehr reichlich auszufüttern. In der Monstaber Gegend, auch bei Gößnitz und Schmölln, hält ein zweispänniger Bauer 12 bis 24 Stück Rindvieh, worunter 8 bis 16 Milchkühe sind, und 30 Stück Schafe, je nachdem er mehr oder minder reich an Wiesen ist, und je nachdem sein Acker mehr oder minder üppigen Klee hervorbringt. Ein einspänniger Bauer in derselben Gegend hält 9 bis 15 Stück Rindvieh und 20 bis 30 Stück Schafe. Ein Kuhbauer hält 3 bis 5 Milchkühe und 1 bis 2 Stück Jungvieh und 10 bis 20 Schäfe. 1 22 Doch können nur diejenigen Schafe halten, auf deren Grundstücken die Gerichtsherrschaft nicht die Schaftrifts⸗ gerechtigkeit ausübt; ist dies der Fall, so hält der Bauer die oben angeführte Zahl Vieh, aber die Schafe fallen ganz weg. Das erste grüne Futter ist das Weizengras, das ist Unkraut, was aus dem Weizen gejätet wird, und die Wei⸗ zeuschröpfe. Im Sommer bekemmt gewöhnlich das Rindvieb so viel grünes Futter, als es nur fressen will, und das ist ziemlich viel; eine Milchkah wirb immer läglich 80 bis 100 Pfund grünen Klee erhalien. Hierbei muß ich erwähnen, duß bei den meisten Bauern setzt auch die Pferde grünen Klee ziemlich reichlich erhalten; man denke sich, welche Menge Futter auf solch einem kleinen Areal erbauet wird. In der Gegend von Treben sind einige Dörfer, welche ungemein viele und futlerreiche Wiesen an der Pleiße ha⸗ ben, diese halten noch mehr Rindvieh; ein zweispänniger Bauer bis 20 Stück, welche aber im Sommer noch mitun⸗ ter auf feite Niederungsweide getrieben werden sollen, wie mir der Hr. Oberpfarrer Klötzner schreibt; sie sollen so vlel Dünger haben, daß sie fast lauter Getreide bauen und dennoch keine Brache unbebauet liegen lassen. Hier kommt also, wenn nur der Mund aufgesperrt wird, die Taube schon gebraten hinein; so wohl wird es dem übrigen Theil der Bewohner des Fürstenthums Alkenburg nicht, er muß sich schon mehr anstrengen, um das zu erreichen, was er wirklich erreicht. Der dritte Schnitt des Klees ist in der Regel geringer als die beiden ersten, und würde also, wenn kein Klee zum Dürkn S vhy t snige Ind b bi ei im 9 Winte enbun der G Itbenbe Fraut nigen Ind 5 Kchalt aogesc für 0 Veßhn Otroh, Rarglle ben und Wharf Masch boffift n na Miben Dise xhin tt Ian9.— D Rallf dien chaftriftz, der Bautt hafe fallen 5r dedis ud die Dii indbieh 66 und das ist 90 bis 100 rwähnen, de grünen ich, welct hauet wird. kser, Wsche Mleiße ha eispännigt noch mitun⸗ sollen, w ie sollen bauen ull Hier komtt „wdie Taubt Hrigen Thei s er muß M/ was er I geringet uKlee z Dürrmachen gebauet wird, zur Grünfütterung für den September und October nicht hinreichend seyn; aber es wird, wie schon gesagt, von Mitte August das Rindvieh einige Stunden des Tages auf die Stoppeln getrieben und bekommt im Stalle noch Krautblätter, vielleicht auch bei einigen in die Brache gesäetes Wickfutter. Späterhin im Herbst, wenn schon die Kleestoppel umgep flügt und mit Wintergetreide bestellt wird, erhält das Vieh bei vielen Al⸗ tenburgern grüne Erbsen und Rüben, welche gleich hinter der Sichel her in die Roggenstoppel gesäet wurden, und nebenbei Kraut⸗ und Rübenblätter. Noch später wird das Kraut abgehackt, das Rindvieh, die Schweine und bei ei⸗ nigen auch die Schafe, wenn diese vielleicht des Reißes und Frostes halber erst spät ausgetrieben werden können, aögeschnitten werden. Die Strunke selbst werden noch für spätere Jahrszeiten aufbewahrt, und gewöhnlich um Weihnachten herum den Kühen gefüttert, wobei schon Stroh, bei einigen auch schon etwas Heu oder Grummet dargereicht wlrd. Weiter im Winter hin werden die Rü⸗ ben und nach diesen die Kartoffeln neben Stroh, Spreu, Abharksel, Wiesen⸗ und Kleeheu oder Grummet gefüttert. Manche wechseln auch täglich mit der Rüben⸗ und Kar⸗ koffelfütterung, doch ziehen es mehrere vor, jedes erst al⸗ lein nach einander zu füttern, weil die Kühe, wenn sie Rüben bekommen, nicht gern an die Kartoffeln gehen. Diese Wurzelgewächse müssen bei einer guten Wirthin bis 5 dahin reichen, wo wieder der junge Klee gehauen werden kann.— — Viele altenburgsche Landwirthinnen geben von da ab, wo der letzte Klee oder Wickfutter oder die letzten Stop⸗ pelerbsen gehauen werden, Brühfutter. Zu diesem Zweck sind entweder mehrere kupferne Blasen, oder in größern Wirthschaften außer einer solchen Blase auch noch eine lange und schmale kupferne Pfanne recht Holz ersparend eingemauert. JIin Stalle steht in irgend einem Winkel, in großen Ställen oft auch in ber Mitte das Brühfaß, dessen Größe sich nach der Zahl der Heerde richtet. In dieses Faß wer⸗ den geschnittene Rüben oder Kartoffeln, oder auch Kraut⸗ strünke mit Spreu, oder auch Grummet und Heusaamen vermengt, angefüllt, und dies Gemeuge dann mit kochend heißem Wasser übergossen und dann zugedeckt. Solches Brühfutter bekommen bei den meisten Bauern die Kühe zwei Mal des Tages; das, was Abends aufgebrühet ist, wird des Morgens dargereicht, und was früh gebrühet wurde, wird Abends vorgefüttert. Bei Vielen wird un⸗ mittelbar vor dem Austheilen des gebrüheten Futters noch kaltes Wasser hinzu gegossen, damit die Kühe sich satt sau⸗ fen können, und überhaupt mehr zum Saufen gereizt werden. Das Grummet, wenn es gut gewonnen wurde, auch der Heusaamen, besonders der letztere, dienen dieser Suppe als Würze, sie erhält danach einen sehr angenehmen Ges ruch und wird um so lieber vom Vieh verzehrt. Da mir viel daran liegt, daß meine Kühe im Winter viel saufen, und ich fand, daß sie die Brühe am liebsten soffen, wenn Selleriekraut mit eingebrüht war, so ließ ich dies Kraut, was der Pachtgäriner in großer Menge lieferte, einsalzen, um es im Winter nach und nach in das Brühfutter unter⸗ Rengel Euppe Hulter sacbat nachma D rufried Vrihf Gettei Molhe lit, en fischmt boll ihten Sands den st gel, auf die solders die Mil V hhn oder g halte wurde! bon den stesen fitztte: Was eö! — 87— ten Sthy mengen zu können. Dies war die beste Würze für die em Zweck Suppe der Kühe, sie soffen nun sehr viel, und Milch und größern Butter gewann an Quantität und Qualität. Einigen be⸗ noch aine nachbarten Bauerweibern gefiel dies, und sie wollten es Aspareod nachmachen; ob dies geschehen ist, weiß ich nicht. Die meisten altenburgschen Landwirthinnen sind nicht in großn zufrieden, daß sie Rüben, Kartoffeln und dergl. unter ihr ssn Grohi Brühfutter mengen können, sondern sie nehmen auch noch Gaß wer Getreideschrot und Oelkuchen dazu, und während dem ch Kraut⸗ Austheilen, was die Hausfrau in der Regel selbst verrich⸗ eusaamen tet, erhalten obendrein diejenigen Kühe, welche entweder itkochend frischmelkend oder hochträchtig sind, jede noch einige Hände Colches voll Getreideschrot oder etwas aufgelöseten Oelkuchen in de Khe ihren Trog, welcher in den meisten Ställen aus einem bröhtt it, Sandstein gehauen und fest eingemauert ist. Einige Bauerweiber füttern auch Hafer für ihre Kühe, gibröhtt den sie zuvor kochen und dann unter das Brühfutter men⸗ 1 gen. Sie sagen, der Hafer wirke besonders vortheilhaft salt sau⸗ auf die Milchergiebigkeit, und deshalb bekommen ihn be⸗ hacht sonders die frischmilchenden Kühe. Durchs Kochen wird die Müllermetze erspart.— auß Viele Bantniren geben auch im Sommer hindurch — ihren Kühen Brühfutter, und mengen auch Getreideschrot oder gekochten Hafer und die Kleien unter die Spreu. Dies m 0 halte ich aber, wenn der Klee gedeihet, für Ueberfluß; ich 2—— würde rathen, lieber mehr Grünfutter zu bauen, und da⸗ hu von dem Viehe immer so viel vorzulegen, als es nur i fressen will. Ueberhaupt wird selten das den Kühen ge⸗ Waul⸗ fütterte Getreide bezahlt werden. Man berechne ein Mal, ensahen was es kostet, wenn eine Frau ihren 12 bis 14 Milchlü⸗ tet untte⸗ hen nur läglich einen halben Scheffel, bei mehrern reicht das nicht hin, Getreide füttert, macht monätlich 15 Schfl., und für 6 Monate 90 Schfl.; den Scheffel im Durch— schnitt zu 3 Thlr. angeschlagen, so beträgt also das Ge⸗ treide blos für den Winter, wenn kein Grünfutter gegeben wird, 270 Thlr. Die Kleien sind, da im Altenburgschen alles Brobmehl gebeutelt und nie Schrotbrod gegessen wird, auch erheblich genug, obwohl das Getreide besser als in Lithauen ausgebeutelt wird. Daß das Rindoieh ohne alles Körnerfutter gut bes stehen, ziemlich fett werden und viel einbringen kann, wurde in Ponitz von den Altenburgern bewiesen. Im Frühsommer bekämen meine Kühe nichts weiter, als voll⸗ auf grünen Klee, dann Krautblätter nebenbei, späterhin grüne Stoppelerbsen, Rübenblätter, Krautstrünke, Klee⸗ heu und Grummet, immer so reichlich, daß sie davon und von der Spreu und dem Abharksel(Ueberkehr), worunter wenig Korner sich befanden, da die Drescher dort rein aus⸗ dreschen, völlig gesättigt wurden und darum kein Stroh fraßen, und dies alles den Schafen gegeben werden konnte; ich bitte, hierüber den ten Theil meiner Erfahrungen nachzulesen. Die Kartoffeln wurden erst in der Brennerei verarbeitet, wobei nur eine kleine Quantitat Gerstenmalz hinzu kam, und die Kühe bekamen nur das Spülig(Bre⸗ gen). Die Trebern von der Brauerei bekamen größten⸗ theils die Schweine, und die Kühe den kleinsten Theil, nur bas, was die Schweine übrig ließen. Meine Kühe brachten so viel ein, aber demohnerachtet hätte ich sie gern gegen Schafe vertauscht, weil ste auch dies Futter nicht so gut bezahlten, als es bie Schafe bezählt haben würden. gadden ogleich gate 6 Mich egof aber e loch, harstoh langef das 3 (Shm wird!! Meber wird und de D Henden! sud. E se Wid und in dem Vahs⸗ Mẽ be Saulen, len und ANihr Aunsh hern nih R1 Sch in durch 10 das G.⸗ Ier ggchn ltabunhn rob ggss etraibe boss He gut He igen kann, sen. In als vol , späterhin Unke, Kle⸗ dabon und Rborunter t tein aus. kein Stroh in konnte; fahtungen Mennerei Nastenmat wülig Bt grohtel⸗ Thalh nut rocheenso n Schafe hgahlten, Benutzung der Milch. Im Altenburgschen wird, so wie in den meisten Ge⸗ genden Sachsens, die Milch, sobald als sie gemolken ist, sogleich im Stalle durch ein leinenes Tuch aus der Melk⸗ gelte(Meikstöppel) in die Milchkanne geseihet, darin in die eilchkammer getragen und dort in thönerne Milchäsche gegossen. Diese Aesche sind ungemein flach, unten enge, aber oben sehr weit, und haben unten ein kleines Zapfen⸗ loch, welches mit einem aus Aspenholz gedrechselten Zapfen verstopft ist. In diesen Aeschen bleibt nun die Milch so lange stehen bis sie ausgerahmt ist; dann wird sie durch das Zapfenloch ausgelassen, doch so, daß der Rahmen (Shmant, Sahne) im Asche zurück bleibt. Der Rahmen wird nun in große Töpfe geschüttet, wo er bei den Bauer⸗ weibern gewöhnlich bis zum zten Tage bleibt. Alsdann wird er durch ein Seihetuch in das Butterfaß gedrückt und dann Butter daraus geschlagen. Dies Butterschlagen geschieht in einem aufrecht ste⸗ henden Butterfasse, so wie sie in ganz Sachsen gewöhnlich sind. Einige haben es mit den Drehtonnen versucht, aber sie wieder verworfen, weil sie der Reinlichkeit nachtheilig und weniger fördernd befunden wurden. Der Buttersterl in dem aufrecht stehenden Butterfasse wird in den meisten Wirthschaften durch eine sehr einfache Maschine bewegt. Diese besteht aus zwei 2 bis 3 Fuß von einander stehenden Säulen, welche gemeiniglich unten im Fußboden eingegra⸗ ben und oben am Balken befestigt sind; dazwischen ist un⸗ gefähr 5 Fuß hoch eine Welle angebracht, an welcher ein Querschwengel und ein senkrecht heruntergehender Arm befestigt ist. Am Querschwengel wird der Buttersterl be⸗ festigt, am senkrechten Arm ist ein Klotz befestigt, an wel⸗ chem Handgriffe angebracht sind, durch die dieser Arm von einer oder zwei Personen hin und her bewegt, und so der Butterstengel auf und unter gezogen wird. Es geht mit dieser Maschine das Butterschlagen ziemlich leicht von stat⸗ ten, sobald nicht auf ein Mal zu viel Butter geschlagen werden soll. Bei einem Butterfaß, worin auf ein Mal ei⸗ nige 20 Pfund bereitet wurden, mußte ich gewöhnlich ei⸗ nen starken Knecht hinzugeben, und dieser mußte mit sammt der Magd alle Kräfte zur Bewegung der Maschine verwen⸗ den. Sollte zwei und drei Mal gleich nach einander ge⸗ buttert werden, so konnte die Magd das nicht aushalten, wenn es auch der Knecht aushielt, sondern es mußte sie eine andere Magd ablösen. Dies bewog mich, eine Ma⸗ schine verfertigen zu lassen, woran der Querschwengel mit⸗ telst eines Schwungrades durchs Drehen bewegt wird. Hierbei verrichtet eine schwache Magd das, wozu sonst zwei starke Personen nöthig waren, und ermüdet nicht, wenn auch drei Mal nach einander gebuttert wurde. Da die Bewegung an meiner Maschine gleichförmiger und ra⸗ scher ist, so wird die Butter in sehr kurzer Zeit zusammen⸗ geschlagen, wodurch nicht allein Zeit erspart wird, sondern es hat auch einen vortheilhaften Einfluß auf den Ge⸗ schmack der Butter.— Diese Maschine ist von einigen Altenburgern nachgeahmt worden. Die zusammengeschlagene Butter wird reinlich gewa⸗ schen, schwach gesalzen und zu Wecken, wovon seder 18 Lolh wiegt, geformt. Diese Wecken zeichnen sich gegen die Wecken oder auch Butlerstückchen der übrigen sächsischen Iandhl nänsch S˙ Hitdyge Her w. Ruli Rl sil Den! ber B. fir all nufen. V Suadt Hiche hindle Etäͤt Zeit, um in Sommt Hlegte Etickth Zu ket ges dert di eingelg fisch g⸗ Heholhe in Gan de yo viil Butensenh, In—— A banwuthenen hinsichtlich ihrer Form aus; sie billben irhn on nämlich 5 bis Zoll hohe Kegel. VWüh So wird dit Ktr⸗ weiche nicht im Hause verbraucht 411* wird, gewöhnlich wöchentlich zwei Mal zu Markte getragen listms. hier wird die altenburgsche Butter gern gekauft, da die ir gftm Reinlichkeit ver Atendurger im Ruf ist, und sie in der Re· I Rlle gel sich auch hinsichtlich des guten Geschmacks auszeichnet. 00 Den Bürgerweibern und Köchinnen gilt schon die Form uihnh der Butterstückchen etwas, weil sie nur die kegelförmigen ns für altenburgsche Butter halten und sie dann um so lieber üntzaua kaufen. gunde g. Wenige Bauerweiber, nur solche, welche weit von der authultn Stadt entfernt wohnen, legen einen Theil ihrer Butter in 66 muste s Fäßchen oder Töpfe, und verkaufen sie dann an Butter⸗ H N. händler, die sie weiter verfahren. Doch lassen auch die chnngd ui⸗ Städter oft von bekannten Landwirthinnen Butter, zur hnegt rit. Zeit, wenn Krautblätter gefüttert werden, in Töpfe legen, vosl sons um im Winter, wo gewöhnlich die Butter theurer als im miit nich Sommer ist, Vorrath zu haben; aber diese bestellte ein⸗ urde Oa gelegte Butter muß gewöhnlich eben so theuer wie die r und ta⸗ Stückchensbutter bezahlt werden. wsammal⸗ Zum Einlegen wird natürlich die Butter etwas stär⸗ Iid, sondern ker gesalzen, als wenn sie frisch verkauft wird; doch erfor⸗ uf den Gi⸗ dert die altenburgsche Butter in der Regel, auch wenn sie hon tgen eingelegt wird, wenig Salz, indem der Rahmen immer frisch gebuttert wird, selten über 3 Tage, und in kühlen slich geva⸗ Gewölben oder Kellern steht, und eine große Reinlichkeit ou fidet 18 im Ganzen statt findet. gegn di Die Krautbutter, nämlich solche, welche in der Zeit, schsschn wo viel Krautblätter gefüttert werden, producirt wurde, ö hält man allgemein im Altenburgschen, so wie in den mei⸗ ö sten Gegenden Sachsens, für vorzüglich gut, sowohl in rahn Hinsicht ihres Geschmacks, als auch hinsichtlich ihrer Haltbarkeit. ö Hhlll nachde Aus der sogenannten abgelassenen Milch, welche nicht frisch von der Familie und dem Gesinde genossen— wird, bereiten die altenburgschen Bauerweiber größten⸗ theils Süßkäse, wozu sie freilich nicht schon unter dem fon Rahmen geschlickert seyn darf. Zu diesem Zweck wird sehn sie, sobald sie von dem Rahmen abgelassen ist, im Winter n am warmen Ofen, im Sommer aber auf den Küchenheerd eint in die Nähe des Feuers gesetzt, seltener in einem Kessel i0 über dem Feuer erwärmt. Hat sie einen gewissen Grad N Wärme erreicht, welches durch die Uebung leicht erkannt I wird, so wird das Laab hinein gethan und dadurch bin⸗ ndn nen einigen Minuten zum Gerinnen gebracht. Nun wird sü. die geronnene Milch in Käsenäpfe gethan und mit Küm⸗ Giß mei vermengt; hier trennen sich nach und nach die Molken Bände ab. Entweder sind kleine Löcher in den Näpfen, durch 3 welche die Molken ablaufen, oder diese werden öfters abge⸗ Wse! gossen. Diese Käse werden, besonders im Anfange, sehr Ituas: oft in den Näpfen umgewendet, wozu eine besondere Fer⸗ Man tigkeit gehört, weil immer noch Molken dazwischen sind. sim Am dritten Tage, wenn alle Molken heraus sind, werden uius, die Käse aus den Näpfen genommen, auf beiden Seiten lut ei mit Salz bestreut und mehrere auf einander geschichtet, senn wo sie einen Tag ruhig liegen, damit das Salz sie burch⸗ ume ziehet, bann werden sie auf Horden zum Mbtrockuen ge⸗ in d legt, und hier zuweilen gewendet. ö i K den mii sowohl i lich ihrer ic, Wüche e genosen gröhten. Unter dem heck wied u Winter ichenheerd um Kessel sin Gtad t etlannt durch bin⸗ Nun wild nit Kum⸗ e Molken „durch rs abge⸗ nge/ sehe dere Fer⸗ Hen sild. lerden 1 Seiten schichtet, e burch⸗ tuen ge⸗ Die meisten Wirthinnen nehmen zu der völlig aus ge⸗ rahmten, abgelassenen Milch auch etwas fette Milch hinzu, wodurch natürlich die Käse um vieles besser werden. Ge⸗ wöhnlich wird hierzu am Morgen die letzte Abendmilch, nachdem der wenige angesetzte Rahmen mit dem Löffel ab⸗ genommen ist, verbraucht, und mit der abgelassenen Milch vermischt. Zu dieser Käsebereitung steht in der Wohnstube eine sogenannte Käsebank. Dies ist ein länglicher auf Füßen stehender Kasten; er ist 5 bis 6 Fuß lang, 3 Fuß breit und im Innern 1 bis 12 Fuß hoch. Auf dem einen Ende hat er eine zugespitzte Form, und an der äußersten Spitze im Bo⸗ den ein Zapfenloch, nach welchem von allen Seiten her Rinnen im Boden eingeschnitten sind. Nach diesem spitzi⸗ gen Ende und Zapfenloche zu hängt die Käsebank etwats, indem hier die Füße etwas kürzer als am andern En de sind. So können die Molken immer in ein untergestelltes Gesäß ablaufen. Die Decke auf dieser Käsebauk geht in Bändern und kann leicht geöffnet und verschlossen werden. Bei mehrern werden auch Sauerkäse auf folgende Weise bereitet: gewöhnlich läßt man hiezu die Milch schon etwas unter dem Rahmen schlickern. Steht die Milch in einer zweckmäßigen Temperatur, so geht dies Schlickern lang⸗ sam von statten, und die Milch rahmt ganz vollkommen aus; nachdem der Rahmen von dieser geschlickerten Milch mit einem blechernen Löffel behutsam abgeschöpft ist, wird sie entweder unter beständigem Umrühren am Feuer lau⸗ warm gemacht, oder sie wird durchs Hinzugießen einer klei⸗ nen Quantität heißen Wassers erwärmt. So bleibt sie eine kurze Zeit stehn und wird dann in die sogenannten Qmarksäcke geschüttet, und mittelst Auflegen eines reinlichen Steines die Molken ausgepresset. Nachdem alle Molken renn heraus sind, wird dieser Quark(in Lithauen Klummst gen annt) gesalzt, zuweilen auch mit Kümmel vermischt, meistens in länglich runde Käse geformt, welche nun den Ramen„Quärge“ erhalten. Diese Quärge werden auf den Horden getrocknet und entweder als harte Quärge aiufbewahret, verkauft und genossen, oder eingelegt und dann als weiche Quärge verzehrt. Zu diesem Zweck wer⸗ den die getrockneten Käse fest in Töpfe oder in holzerne (Befäße eingelegt, Schicht für Schicht mit gutem Bier be⸗ sorengt und zugedeckt hingestellt. Werden sie nach einiger Zleit nicht feucht genug befunden, so wird noch etwas Bier allmälig aufgegossen. Werden solche eingelegte Käse gegen Maden geschützt, so halten sie sich über ein Jahr sehr gut umd gewähren für viele zur frischen Butter eine sehr ange⸗ neshme Speise. Einige Altenburgerinnen legen auch ihre Sauerkäse, ohne sie mit Bier zu besprützen, in Fässer und lassen diese in der Scheune zwischen die Hafergarben mit einpansen, wo sie bin dahin, wo der Hafer ausgedroschen ist, ruhig stehen blei⸗ ben. Die aus dem Hafer dunstende Feuchtigkeit zieht sich zum Theil in diese Käse und daher sollen sie einen ange⸗ nehmen Geschmack annehmen. Aber sie nehmen so nicht bie buttrige Form an, sondern sie werden krümlich(mühlig) und bekommen einen scharfen oft beißenden Geschmack, den aber Manche sehr angenehm finden. Den Ertrag der Kühe bringen die meisten der alten⸗ burgschen Landwirthinnen sehr hoch. Ein mittler Ertrag ists, wenn jede Kuh eines Bauern, im Durchschnitt wöchent⸗ sch/ aur 1 1 den Rtoffer hach/ durch rlchli indem Kähe! 6 scheh, ubulie Wͤͤche Echot me 3˙ sieht chen botglg Ifund men w 0 Wie! das Et 0h, so haftif in die berloss wlchen trag ⸗ Nsuah 1 lich 7 Wecken Vutter, außer dem Seloldeder an aün 0 guter Milch und Rahmen und außer den Kͤͤsen liefert. däii In den vorzüglichsten Haushaltungen ist die Einrichtung getroffen, daß die Kälber bei der ganzen Heerde nach und h uun dn nach, im ganzen Jahre vertheilt, geboren werden, wo— waden af durch der Gewinn an Milch, da auf die Fütterung gleich mne Quitz reichlich gegeben wird, sich immer ziemlich gleich bleibt, igelgt un indem immer frisch⸗ und altmelkende und trockenstehende adec wen Kühe zu gleicher Zeit vorhanden sind. n golherne Eine gute frischmilchende Kuh bringt im Altenburg⸗ n Bie be. schen, wenn ihre Besitzerin die Getreidespeicher oft in Kon⸗ ach einiget tribution setzt, bis 16 Wecken— 8 bis 9 Pfund Butter twas Biet wochentlich, und dabei noch J Schock Quärge oder 2 Käte gegen Schock kleinere Käse. Diesen Ertrag giebt sie eine gerau⸗ r seht gut me Zeit fort, nimmt natürlich dann nach und nach ab⸗ sehr ange⸗ steht aber selten über 6 Wochen, zuweilen auch nur 4 Wo⸗ chen trocken. Der ganze jährliche Ertrag einer solchen, erkase, ohne vorzüglich reichlich gefütterten Kuh kann wohl mit 200 ditse in der Pfund Butter und circa 50 Schock kleine Käse angenom⸗ „ wo sie men werden. Nehmen wir das Pfund Butter zu 36 Loth, schen blei so wie sie auf den Markt kommt, nur zu 6 gute Groschen, t siht ssh das Schock Käse zu 8 gute Groschen unddas Kalb zu 4 Thlr. inen ange⸗ an, so ist der Bruttoertrag von einer Kuh 703 Thlr⸗ so niht Nun fragt sich's: was ist für die Dau er vortheil⸗ Hal hafter, entweder das Getreide roh zu verkaufen oder es nack, den in die Kuhe zu füttern? Diese Frage kann nur dann zu⸗ verlässig beantwortet werden, wenn genau ausgewittelt ist. her alten⸗ welchen Anthell das verfütterte Getreide an diesem Brutto⸗ rag ists, ertrag hat. Dies ließe sich ohne eigends dafür ängestellte wöhint Versuche nur dann thun, wenn man genau wüßte, wie viel eine Altenburgerin wirklich an Getreide und anberm Futter NR hen fütterte, um nachher Vergleichungen anzustellen; aber so dulben sehr ich mich auch von der Richtigkeit des Milchgewinns hfel. einer altenburgschen Bauerkuh überzeugt habe, so will ich Mei es doch nicht übernehmen, die Körnerfütterung richtig an⸗ uct v zugeben, indem ich dies gewiß nie richtig erfahren habe.— Inder 2 Dann kann auch nur für jede örtlichen Verhältnisse be⸗ Schafe sonders, ausgemittelt werden, wie hoch sich der, durch die ESEtück Körnerfütterung mehr gewonnene, Dünger im Ganzen be⸗ ö Schafe zahlt macht. mr abe Wichtig ist dieser Gegenstand in mehr als Einer Hin⸗ gchwäß sicht und ich bin überzeugt, daß er in der altenburgschen Reßen Landwirthschaft eine sehr wichtige Rolle spielt, weshalb Soloatt ich noch einige Mal darauf zurück kommen werde. Frankten Daß nur die Körnerfütterung den hohen Bruttoertrag naath d einer Kuh hervorbringt, wird dadurch sichtbar, daß im Al⸗ ‚Das au tenburgschen nur 9 bis 10 Thlr. Pacht für eine Kuh gege⸗ Fißba⸗ ben wird, und dabei der Pachter Klee, Heu und Grum⸗ de herm met in nicht zu kleiner Quantität erhält. heunteh Die Kälber bleiben, wenn sie zum Verkauf und Rochöhn Schlachten bestimmt sind, 8 Tage, wenn sie aber zur Zucht auf⸗ Sc gezogen werden sollen, 14 Tage bis 3 Wochen an der Mut⸗ Mdlun ter; nach der Entwöhnung bekommen sie Milch mit Wasser 105 u und Mehl vermischt und späterhin reichlich Haferkörner. Das burger? Abnehmen der Kälber von der Kuh, gleich nach der Ge⸗ heer burt haben einige versucht, es hat aber keinen Beifall erhal⸗ sch eng ten.— buddelten Schafzucht. äihh Bauern, welche zu einem herzoglichen oder adligen 1 Gute gehören, halten in der Regel keine Schafe, weil sie kinburgsc Echn, Wern duth lanr aber s Nuchgeinn li uhigau⸗ hrahib.— thalkaseh el/ durch die Ganzen he⸗ Ener Hin⸗ aburgschen „weshalb Uttoertrag daß im M⸗ Kuh ge⸗ ud Grum⸗ fauf und ucht auf⸗ der Mut⸗ it Vasset ner. Das der G⸗ U ethal⸗ adligen weil sse die herrschaftlichen Schafheerden auf ihren Grundstücken dulden müssen und selbst keine Schafe auf die Weide lassen dürfen. Aber die sogenannten Amtsbauern, solche, welche nicht von der Triftgerechtigkeit eingeschränkt sind, halten in der Regel neben dem Rlndvieh und den Schweinen auch Schafe. Mancher zweispännige Bauer bringt 30 bis 40 Stück und mancher vierspännige Bauer bis 80 Stück Schafe in den Winter. Hr. Oberpfarrer Klötzner schreibt mir aber:„Die Schäfzucht wurde in den Kriegsjahren sehr geschwächt, die Landwirthe verloren nicht allein einen großen Theil ihrer Schafe dadurch, daß viele von den Soldaten zur Speise geschlachtet wurden, sondern es er— krankten auch viele Schafe. Andreas Köhler in Cröbern meint, diese Krankheit sey entstanden, weil man den Schafen das aufgeraffte Heu, was die russischen Soldatenpferde mit Füßen getreten hatten, zu fressen gab, und das Uebel wur— de vermehrt, weil die Pleiße austrat und das Grummet verunreinigte. Köhler verlor viel, doch hat er seine Rochsburger Race, die Sie kennen, noch.“ Schon längst betrieben die altenburgschen Bauern die Veredlung der Schafe mit großem Eifer, so fand ich schon 1808 in Cröbern bei obenerwähntem Köhler einen Rochs⸗ burger Bock, welcher 50 Thlr. sächsisch kostete, und auch ei⸗ nige Rochsburger Mutterschafe. Näher bei Ponitz zeichneten sich einige von den Gebrüdern Dietzmann hinsichtlich der veredelten Schafzucht vortheilhaft aus; sie hatten es schon, als ich das Altenburgsche verließ, sehr weit damit gebracht. 27 Thlr. bekommen schon seit einigen Jahren mehrere al⸗ tenburgsche Bauern für den kleinen Stein zu 22 Pfund füͤr Schm. Erf. ar Th. VI ihre unsortirte Wolle, ohnerachtet sie nie im Verhältniß zur Güte der Wolle das bekamen, was die Besitzer großer Schä⸗ fereien dafür erhielten; indem die Fabrikanten und die grö⸗ ßern Wollhändler sich mit kleinen Quantitäten nicht gern einließen und daher die Bauern immer an die Tuchmacher und kleinen Wollaufkäufer verkaufen mußten. Auch die Schafe werden im Altenburgschen sehr gut gepflegt und viele Aufmerksamkeit auf diese nützlichen Thie⸗ re verwendet. Mehrere Wirthe füttern Haferkörner und Erbsen und meinen, für diese nutzbaren Thiere sey nichts zu gut. Blele Bauern lassen ihre Lämmer bald im Frühjahre mit ihren Müttern auf die Weide gehen; einige behalten sie, wenigstens bis zur Wollschur inne und füttern sie dann im Stalle, jedes täglich mit einer Handvoll Hafer und 3 Pfund Heu. Noch andere füttern ihre Lämmer bis zur Ernte, zuerst mit Hafer und guten Heu, dann mit grünem Klee im Stalle. Einige wollen jedoch, wie mir mein Freund Klötzner schreibt, bemerkt haben, daß die Lämmer durch die große Hitze in ihrem Wuchse aufgehalten worden sind. Meiner Erfahrung und Ueberzeugung gemäh, scha⸗ det die Hitze den Lämmeen weniger als wenn sie im Freien sie aushalten müssen; aber natürlich dürfen die Ställe, in welchen die Thierchen stehen, nicht bis nahe an die Bal⸗ ken mit Mist angefüllt und müssen auch stets sehr luftig gehalten werden. Hauptisächlich wird auch bei Anfängern in der Schasstallfükterung der guten Sache dadurch viel geschabet, daß man den grünen Klee oft sehr welken läßt; dies nehmen die Kühe nicht so übel auf, aber die Schafe/ esonders die Lämmer, lassen den Klee, wenn er nicht recht stisch so shcbe Ilb anl! such den hatf der auch mi Naft des Kl grözern dosto he 3u Oerpfa det Sch S Scha dinger auch d Mühw Andoin We Schaft walten burgsche mie aub Hnen d diasm g Volle, x ud hei gl auch 5 8 li V ligt uun Hatntg he oßer Schä⸗ ud die gro⸗ icht gern Uchmachet en seht git lichen Thi⸗ tkötner und sth nichts Ftöhjahre ige behalten kn sie dann afer und 5 met bis zur mit grünmn ie mir mel die Hanmt eiten pothe gemäß schs sie in gte die Stilh ah die Ba scht lafti Mfängern adurch vil velkn laßt die Schaf, nicht ich EEI 9 9— frisch ist, größtentheils liegen. Liegt viel Mist im Stalle, so schäden die daraus emporsteigenden heißen Dünste nicht nur an und für sich der Gesundheit, sondern sie verderben auch den zu verfütternden Klee und machen ihn welk; deshalb darf der voeräthige Klee nicht auf den Mist gelegt, und auch nicht viel auf ein Mal den Thieren vorgelegt werben. Je öfterer eingefüttert wird, und je kleiner die Quankität des Klees ist, welcher auf ein Mal vorgelegt wird, desto größern Appetit behalten die Schafe und Lämmer, und desto besser wird ihnen das Futter gedeihen. Zu meiner großen Verwunderung schreibt mir Herr Oberpfarrer Klötzner:„Verschiedene sind geneigter, statt der Schafe mehr Rindvieh zu halten, weil sie meinen, statt 8 Schafen 1 Kuh mehr halten zu können, und der Kuh⸗ dünger für besser gehalten wird als der von den Schafen; auch die Frau vom Hause und die Mägde ohne besondere Mühwaltung und ohne neuen Aufwand die Pflege des Rindviehes besorgen können.“ Wenn bei den hohen Wollpreisen eine Kuh so viel als 8 Schafe einbringen soll, so müssen besondere Umstände ob⸗ walten; aber mit dem Futter, was die meisten alten⸗ burgschen Bauerweiber in eine Kuh füttern, getraue ich mir auch recht gut, 5 Schafe durchzufüttern, wenn ich ihnen dabei noch das Einstreustroh ausfressen lasse. Bei diesem Futter bringen diese 15 Schafe 2 Stein(à 22 Pfund) Wolle, welche, wenn es edle Thiere sind, 70 Thlr. werth ist, und bei glucklicher Zuzucht kann man jährlich pr. 15 Stück auch 5 Stück ausmerzen, und dafür wenigstens 25 Thlr. losen Wenn nun auch wirklich eine Huh, wie oben ge⸗ zeigt wurde, 70 Thir. einbringt, so wäre bei der Schaf⸗ 2 zucht doch noch 25 Thlt. mehr aus derselben Quantität Futter, was die eine Kuh bekommt, zu gewinnen. Natr⸗ lich muß bei der Schafzucht nach dem höchsten Punkt der Veredlung gestrebt und ein guter Preis der Wolle und des Viehes bewirkt werden. Die Wolle würde vielleicht theu⸗ rer verkauft, wenn mehrere Bauern, die gleiche Wolle von ihren Schafen scheren, diese alle Jahre zusammenlegten und gemeinschaftlich an große Wollhändler oder Fabrikan⸗ ten zu verkaufen suchten; wäre dies ein Mal bekannt, so würden auch die Bauern die Vortheile der größern Kon⸗ kurrenz genießen.— Aber wenn die altenburger Bauern nur 27 Thlr. pr. 22 Pfund für ihre feine Wolle, aber bis 3 9r. für das Pfund Butter und 5 bis 6 Thlr. für ein Kalb bekommen, so mögen sie wohl Recht haben, wenn sie die Rindviehzucht für vortheilhafter als die Schafzucht halten. Sie mögen sich auch wohl viele Mühe geben, um einen höhern Preis für ihre Wolle und für ihr Merzvieh zu erlangen, und dennoch ihren Zweck vielleicht nicht erreichen. Wenn sie auch wirklich ihre Wolle mehr nach Würben bezahlt erhalten, so werden sie, bei aller Sorgfält, die sie auf Veredlung wenden, dennoch nicht fur ein ausgemerztes Mutterschaf 10 Thlr. oder gar 6 Ka⸗ rolin, und für keinen Bock 50 Thlr. und mehr noch erhal⸗ ten. Denn wer wird jetht schon Zutrauen zu einer Race haben, welche man auf einem Bauerhofe einheimisch fin⸗ bet! Ich erhielt zugleich mit den Schafen, welche mir aus einigen ber vorzüglichsten sächsischen Rittergutsschäfereien und aus Gefälligkeit vor zwei Jahren abgelassen wurden, auch zwei Müͤtter, welche mir aus alter Anhänglichkeit ein altenburgscher Bauer als einen Veweis, daß auch Bau⸗ ern Al Hashll shr ft Raufe der X angeb Baum umten Hegul der Ra Henage Raoge fam. hurg flochte flile/ Halte f hutger! D ht Ns u den Ma nigkeit, dennoch Dpyn das son ushr dle Ml w neh/ binnt, 0 Quantilt 1. Ratür⸗ Lunkt det le und des llacht theu⸗ e DMile von mmenlegten Fabtikan, bekannt, s ßern Kon⸗ h6er Bauern le, aber bis hle. für ein u, wenn st Schafzucht geben, un 1 Mersbich leicht nicht mehr nach bei allet moch nicht gar b Ka hoch erha einer Ratt henmssch fin he mit aus schäferelen n wurden anglichtel guch Bul⸗ — 101— ern etwas Edles haben könnten, mitsendete. Diese Thiere besitzen nicht allein eine schöne große Figur, sondern auch sehr feine, sanfte Wolle und große Gleichheit des Vließes. In Merlach bei Gottfried Dietzmann fand ich an den Raufen etwas sehr Zweckmäßiges, um die Futterhälse in der Wolle und das Verwüsten des Futters zu verhüten, angebracht. Die Sprossen waren nämlich von dem obern Baum herunter mit Weiden recht nett ausgeflochten, und unten nur so viel frei gelassen, daß die Schafe noch recht bequem das Futter aus der Raufe ziehen konnten; unter der Raufe war ein Bret, woran an der Kante Latten an⸗ genagelt waren, befestigt, auf welches das aus der Raufe gezogene klare Futter siel und so den Schafen noch zu gute kam. Es hat diese Vorrichtung mit der, die ich in Roche⸗ burg kennen lernte, viele Aehnlichkeit, uur daß statt der ge⸗ flochtenen Weiden Breter gewählt sind; Ersteres ist wohl⸗ feiler, aber weniger danerhaft als Letzteres. Dietzmann hatte sich diese Vorrichtung erdacht, ohne von der Rochs⸗ burger etwas gehört zu haben; er freuete sich, wie ich ihm die Letztere beschrieb, und gab deren längere Dauer zu. Aus mehrern solchen Kleinigkeiten lernet man den denken⸗ den Mann kennen; Vieles erscheint auch oft nur als Klei⸗ nigkeit, was in Verbindung und Verhältniß zum Ganzen dennoch einige Wichtigkeit an sich haben kann. Wenn 3. B. Dietzmann mit den Kleeblättern und anderm klaren Futter, was sonst in den Mist getreten wurde, nur 3 Schafe mehr als früher durchwintern kann, ud er für seine Wolle, weil sie nicht futtrig ist, nur einen Thaler pr. Stein mehr, als er ohne diese Vorrichtung erhalten würde, ge⸗ winnt, so ist das für eine solche kleine Wirthschaft schon et⸗ — 104— was Erhebliches. Denkt der Landwirth über solche Ge⸗ genstände nach und trifft dabei so das Richege, wie Dietzmann es an seiner Raufe fand, so wird er auch über alle andere Gegenstände seiner Wirthschaft nachdenken, und gewiß sehr oft das Richtige auffinden oder ihm sehr nahe kommen. Schweine zucht. Die Schweinezucht ist im Altenburgschen ein sehr er⸗ heblicher Zweig der Landwirthschaft, indem er vorzüglich einträglich ist. Es findet dabei der besonders günstige Um⸗ stand statt, daß zum Verkauf kein Schwein braucht aufge⸗ zogen zu werden, indem sie schon als Ferkel sehr gut be⸗ zahlt werden. Jeder kleine Bauer hält 1bis 2 und jeder große Bauer 2 bis 4 Muttersauen. Jede alte Sau bringt im Durchschnitt auf 2 Würfe 16 Stück Ferkel. Wenn der Mittelpreis im Frühjahre pr. Stck. 3 Thaler und im Herbst 1 Thlr. ist, so bringt eine alte Sau jährlich 32 Thlr. Bruttoertrag und kostet nicht halb so viel Futter als eine Kuh Die Race der Schweine ist in den neuern Zeiten im Altenburgschen sehr veredelt worden; früher waren die Schweine kurz und rundrückig, jetzt, und schon als ich aus dem Altenburgschen ging, haben die Meisten lange, ge⸗ flreckte Schweine, die sich sehr leicht füttern und sehr fruchtbar sind, indem selten eine Muttersau unter 10 Stück und oft 12 Stück Ferkel auf ein Mal wirft und aufhringt; man könnte demnach wenigstens 18 Stück im Durchschnitt auf zwei Würfe annehmen. Die beste Schweinerace fand ich früher in der Gegend Tschatz, und besonders von da l shen! Sonmn ehalt entw beubl ben u sht Schv iin S witd uirge Fert 8 U gar! tlelbe wisen solche g. He, wi auch uber achdenken, chn sehr in sehr er. borplalsch stige Um⸗ t aufge⸗ hr gut be⸗ und sedir au beingt . Wenn er und in hrlich z l Futter geiten im aren die N als ich lange, ge⸗ und scht 0 Etück sfhringt: ihschnitt ale fand ers bol 05— da aus mag sie sich auch ins Altenburgsche ausgebreitet haben. Natürlich werden auch die Schweine im Altenburg⸗ schen gut gehalten und gepflegt. Zwar treibt man sie im Sommer auf die Brachäcker, Stoppeln und Anger, doch erhalten sie stets Abends und früh noch etwas im Stalle, entweber Kleien oder grünen Klee, oder Kraut⸗ und Rü⸗ benblätter. Aber die Schweine stehen, wenn sie ausgetrie⸗ ben werden, unter strenger Aufsicht des Hirten, und man sieht nie, so wie es im Lithauschen gewöhnlich ist, die Schweine halb wild umherlaufen. Wenn zufällig ein Mal ein Schwein nicht zur rechten Zeit nach Hause kömmt, so wird es eilig mit großer Sorgfalt aufgesacht, damit es nirgends Schäden anrichten kann; und so kann es nur äu⸗ gerst selten vorkommen, daß ein Schwein hingeht, wohin es nicht gehen soll; die altenburgschen Schweine sind hierzu gar nicht eingeübt, sie eilen, wenn die rechte Zeit zum Ein⸗ treiben da ist, daß sie in ihren Stall kommen, denn sie wissen, daß sie darin ihr gutes Fressen finden.— Da man bemerkt hat, daß die große Sommerhitze be⸗ sonders die Bräune bei den Schweinen hervorbringt, so werden in neuern Zeiten im Altenburgschen meistens die Schweine sehr früh auf die Weide, und Vormittag, wenn es anfängt heiß zu werden, wieder im Stalle gelassen, wo sie bis 4 Uhr bleiben und dann noch ein Mal bis 8 Uhr ins Freie gelassen werden. Wenn die Schweine auf der Brache auch nur wenig finden, so bekommt es ihnen doch gut, wenn sie einige Stunden des Tages im Freien zubringen; und dann hel⸗ sen sie auch den Acker mit vom Wurzelunkraute reinigen. . Wer keine Brache liegen läßt, hat wohl auch einen Schweinehof eingerichtet, in welchem man die Schweine bis zur Ernte den Tag über läßt, und ihnen da grünen Klee, Kraut⸗ und Rübenblätter vorwirft. Auf die Ge⸗ treidestoppel läßt man sie aber dennoch, weil sie da Nah— rung genug finden. Die Muttersauen bekommen Molken, und wenn sie hochtragend sind, auch abgelassene Milch, gekochtes Korn, und bei einigen auch Kleien neben Spreu und den Abfällen aus der Küche. Die Ferkel erhalten auch, sobald sie einige Wochen alt sind, neben ihrer Muttermilch noch abgelassene Kuhmilch und darunter gekochtes Korn; wenn sie 7 bis 8 Wochen ait sind, werden die meisten von der Mutter weg verkauft, einige werden zu gleicher Zeit zur Aufzucht abgesetzt. Die abgesetzten zieht man entweder zu Muttersauen oder zur Mastung für den häuslichen Bedarf auf; sie be⸗ kommen da noch eine Zeit lang gekochtes Korn unter Milch fort, späterhin Molken, gekochte Kartoffeln, grünen Klee, Kraut⸗ und Rübenblätter oder Rüben. Die Mastung der Schweine betreiben viele Bauerwei⸗ ber durch einen Brei, der aus gekochten Kartoffeln, Milch und Schrot besteht. Die Milch schätzen sie vorzüglich als Mastfutter, indem sie sehr gutes Fleisch und vielen Speck erzeugt. Zum Verkauf wird von den Bauern in der Regel nie gemästet, nur wo Branntweinbrennereien sind, werden Schweine und Ochsen gemästet. Jedoch werden in den Mühlen die meisten Schweine für die Städter gemästet, wo fe dat Dle Nl 4 Wer 5 K Fichs lang! Bauer Zast, yo sse tglih Werder entwed fihtle gat u gungt Mufh gaibent M Mobar wuche sict, d 0ls de 9 Habeal Mache schinen schr h. uch eineg Schweinn da grünen die Ge⸗ da Mh⸗ wenn ss htes Korn, NAWfallen ochen alt Kuhmuch 3 Wochen berkauft, cht. uttersauen If: sie be⸗ ater Misch inen Kle, Bauerweil⸗ 0%„ Milch Iglch al in Spick egel nie werden in den stet, vo sie das Staub⸗ und Graupenmehl, die Kleien und einen Theil des Metzgetreides erhalten. Als Vorbauungsmittel gegen Krankheiten der Schwei⸗ ne werden im Altenburgschen die geräucherten Füchse häu⸗ sig gebraucht. Zu diesem Zweck hängen die Jäger die Füchse, nachdem sie die Haut davon genommen, eine Zeit lang in den Schornstein, und verkaufen sie dann an die Bauerweiber. Diese legen die geräucherten Füchse, zur Zeit, wenn die Bräune zu fürchten ist, in das Molkenfaß, wo sie eine lange Zeit immerwährend bleiben, und von den täglich abgeschöpften und verfütterten Molken ausgelaugt werden. Viele haben mir versichert, daß dieses Mittel entweder die Bräune ganz abhielt, oder doch weniger ge⸗ fährlich machte; Einige behaupteten, es nutze dies Mittel gar nichts. Vielleicht wirkt es nur unter gewissen Bedin⸗ gungen zweckmäßig, und es verdiente doch eine nähere Prüfung, da es schon seit sehr langer Zeit so allgemein an⸗ gewendet wird. Mehrere wendeten, zum Theil auf meinen Rath, als Vorbauungs⸗ und Vertreibungsmittel gegen die Bräune, welche Krankheit im Altenburgschen vorzüglich häufig gras⸗ sirt, die Rießwurzel als Brechmittel an, und erkannten es als das zweckmäßigste unter allen, die sie kannten. Jedem erwachsenen Schwein wird ein kleiner Eßlöffel halbvol gepülverte Nießwurzel ins Schrotsaufen gethan. Manche bekommen darauf sehr starkes Erbrechen und scheinen danach sehr angegriffen zu seyn, erholen sich aber sehr bald wieder. — 106— Die Federviehzucht. Die Gnsezucht ist im Altenburgschen nicht erheb⸗ lich, doch wird stie ebenfalls mit vieler Sorgfalt und mit möglichstem Nutzen betrieben. Eine Bauerfran hält gemeiniglich 2 bis 3 Gänse und 6 bis 10 Gänseriche, doch giebt es auch Dörfer, wie z. B. RNörditz ꝛc. bei Göhnitz, wo eine Bauerfrau bis 10 und mehrere alte Gänse hält; hier zieht manche Wirthin bis 100 Stück junge Gänse in jedem Jahre auf, bie im Herbst, bis auf einige Stück, zum häuslichen Bedarf behalten, in den Städten, das Stück ungemästet für 16 bis 20 gute Groschen verkauft wird, und so einen recht hübschen Er⸗ trag gewähren. Ein alter Gänserich, der eigentlich größtentheils nur seiner Federn wegen gehalten wird, wird jährlich bis 8 Mal, also aller 5 bis 6 Wochen gerupfet. Jedes Mal Rupfen geben in der Regel 3 Stück ein Pfund ordinaire Federn und ein halbes Pfund Flaumsedern(Dunen). Die alten Gänse rupft man jährlich nur 4 Mal, denn im Winter, vor und während der Legezeit, und so lange sie noch ihre Jungen unter sich nehmen, läßt man ihnen die Federn. Vier alte Gäuse geben jedes Mal Rupfen 1 Pfund ordi⸗ naire und ein halbes Pfund Flaumfedern. Die Jungen rupft man auch noch, bis sie verkauft werden, zwei bis drei Mal. Dies Rupfen der lebenden Gänse ist in ganz Sachsen und mehrern Ländern allgemein üblich, aber hier in Li⸗ thauen und Ostpreußen, wo man so außerordentlich viele Gänse hält, ist dies Rupfen nicht üblich, und viele hielten nicht erheh ast und ins Gin u et, wit V. bis 10 u0 Wicthin li in Hahs, chaslen, in 18 20 gutt übschen En Ithells nut bie r Mal al Rupfen aite Federn Die alten Vinter, noch ihre e Federn. fund ordi it Jungen ei bis Sachsen er in Li⸗ lich vielt hielten — 187— es durchaus nicht für zuläßlich, und wundern sich um so mehr, daß meine Gänse sich trotz alles Rupfens so wohl befinden. Da im Altenburgschen das Pfund ungeschloßne Fe⸗ dern mit 16 guten Groschen, und das Pfund Flaumfedern mit 1 Thlr. 8 gut. Groschen bezählt wurde, so brachte die Gänsezucht immer keinen kleinen Gewinn. Aber die Fe⸗ dern von lebenden Gänsen gerupft sind auch viel besser al die Schlachtfedern. Einer altenburgschen Bauerfrau würde es große Ueberwindung kosten, wenn sie auf Schlachtfe⸗ dern schlafen sollte. Im Altenburgschen ist das Stopfen der Mastgänse sehr gewöhnlich, und viele Hauswirthinnen haben es da⸗ rin zu einer großen Fertigkeit gebracht; man verfährt hierbei so: Die junge flicke Gans wird in eine sogenannte Gän⸗ sesteige gebracht. Diese Gänsesteige ist ein anf Füßen ste⸗ hender, mit Bretern beschlagener Kasten, in welchem für jede einzelne Gans ein Verschlag besteht, der nur gerade soviel Raum enthält, als die Gans zum Stehen und Si⸗ tzen braucht; umdrehen kann sie sich durchaus nicht. Hin⸗ ten am Fußboden ist eine Oeffnung, durch welche die Ex⸗ cremente der Gans fallen. Vorn ist an der Kastenwand eine schmale lange Oeffnung, wodurch die Gans nur mit Kopf und Hals kann. Obenauf liegt ein beweglicher Deckel, der gewöhnlich die Oeffnung verschließt, und ge⸗ mniglich mit etwas beschwert ist. Anfänglich bekommt die Gans Hafer, auch geschnit⸗ tene gelbe Möhren und dergleichen mehr in den vorn — 108— Gasch stehenden Trog, wo hinein sie aus erwähnter Oeffnung reichen kann. Aber bald wird sie mit Worcheln gestopft. 1. Diese Worcheln bestehen aus grobem Beutelmehl; Fba nachdem nämlich vom Roggen das weißere und feinere stich! zum Genuß der Menschen weggenommen ist, wird das uhn gröbere Mehl noch sür die Gänse ausgebeutelt. Dieses e Mehl wird mit wenig feinem Sand vermischt, zu ei⸗ c u nem dicken Teig eingemacht und zu circa 2 Zoll langen Iit und einen halben Zoll dicken Worcheln geformt, diese ise dann auf dem Stubenofen oder im Backofen getrocknet. Wulit Sollen sie gebraucht werden, so werden sie einige Zeit vorher in kaltes Wasser geweicht, damit sie außen schlü⸗ uun pfrig werden und desto besser durch den Schlund der ö Gans rutschen. Im Anfange werden nur wenige, 3 bis 4 Stück, spä⸗ 30 ter aber bis 15 Stück Worcheln auf ein Mal in die Gans gestopft; dies Stopfen wird alle 2 Stunden, und sogar des Nachts wiederholt, so, daß eine Gans eäglich bis 3 Haus Schock Worcheln verzehren muß. Während dem muß sie au immerwährend frisches Wasser, in welchem stets reiner sei⸗ id ner Sand liegt, zum Saufen vor sich stehen haben. Hin⸗ thils reichendes Saufen und Sand sind zwei wesentliche Erfor⸗ beon dernisse beim Gänsestopfen. Einige mischen auch unter tinel den Worchelteig etwas feingesiebte Holzasche, und behaup⸗ selj! ten, daß dies besonders gedeihlich sey. Haus Beim Stopfen selbst wird mit ber linken Hand der Kopf der Gans aus der Steige gezogen, gehalten, zugleich hen in der Schnabel aufgesperrt, und mit der rechten Hand wer⸗ dußtt den die Worcheln eingestopft. Es ist dabei eine besondere jung bln getoy Bulͤmehl, and fener 1, vird d lelt. Disth bt, Iu Zol langy onnt, dis getrocknet. ainige Zt ußen schl hlund de Stück, w die Gals und sogar Iglich bisz am muß sie Riner sti⸗ hen. Hil⸗ sche Efot⸗ uch unttt bchaup. hand der zugleich id wer⸗ hesondele — 109— Geschicklichkeit, UVebung und Sorgfalt nöthig, außerdem manche Gans todt gestopft wird. Binnen 4 Wochen erreicht eine gut gestopfte Gans eine außerordentliche Fettigkeit. Ein ausgewachsener Gän⸗ serich wird von geschickten und sorgfältigen Hausfrauen dahin gebracht, daß aus ihm bis 6 Quart Gänsefett ge⸗ braten werden können; bis 4 Quart Fett wird es gewöhn⸗ lich mit dem Stopfen einer Gans gebracht. De Lebern erreichen durch das Stopfen, besonders wenn eine Kleinig⸗ keit Spießglanz ins Saufen gemischt wird, eine außeror⸗ dentliche Größe und werden dann von den Bauerweibern als eine große Delikatesse an die Städter verkauft, und von diesen zuweilen das Stück mit einem 20 Kreutzer bezahlt. Man sieht hieraus, daß die altenburgschen Bauerwei⸗ ber sich keine Mühe verdrießen lassen und alles hervorsu⸗ chen, um auf eine rechtliche Weise Geld zu erwerben. Das Gänsefett wird gemeiniglich in den ländlichen Haushaltungen selbst verbraucht, um desto mehr Butter verkaufen zu können; es wird theils frisch zum Frühstuüͤck und Vesper genossen, theils zum Verbäck gebraucht, theils aber auch zum kalten Salat, statt des Baumöls, besonders wenn dies theuer ist, angewendet. Salat ist eine Lieblingspeise der Altenburger, so wie der meisten Sach⸗ sen, und darum ist der Verbrauch des Baumöls in mancher Haushaltung von einiger Erheblichkeit. Enten hält man in mehrern altenburgschen Gegen⸗ den in ziemlicher Anzahl, und manche Bauerfrau verkauft außer dem Selbstbedärf jährlich 50 und mehrere Stück junge Enten. — 110— Hühner werden im Altenburgschen viel gehalten, Hullen manche Bauerfrau hält 40 bis 60 Stück alte und verkauft schoh! davon eine große Menge Eier. Mehrere Hausfrauen zie⸗ ue hen auch viele junge Hühner zum Verkauf auf. Das tn R ö Schock Eier kostet 20 gute Groschen bis 1 Thlr. Eine alte Ichlen Henne 6 bis 8 gute Groschen, ein junger Hahn 5 bis 6 uhlen 9Gr. und ein Kapaun bis 8 gGr. vone Truthühner(Kurren) werden von den altenburg⸗ benm⸗ schen Bauern nicht gezogen, nur auf den Rittergütern fin⸗ wurd det man in ber Regel diese Thiere, doch selten in großer der F Anzahl. Immer hörte ich die Klage, daß oft vieles Un⸗ glück in ber Truthühnerzucht statt fände. Wahrscheinlich n ist es mir, daß man zu viele Umstände damit in Sachsen nst macht. Hier, wo man keine große Sorgfalt auf die Kur⸗ ahn ren wendet, sondern die Aufzucht größtentheils der Natur ö 11 überläßt, bringt man oft große Heerden ohne viele Mühe H empor, und diese Thiere mästen sich auch sogar hier, in——1— großen Wirthschaften selbst, indem sie, wie mir mehrmals 2 versichert wurde, sich vor den Scheunenthoren feit fressen.— Tauben werden viel gehalken; mancher Bauer 0 hält über hundert Paar. Diese müssen sich gemeinhin ihr Iht Futter auf dem Felde und im Winter vor den Scheun⸗ Ht thoren aufsuchen; nur bei wenigen Landwirthen wird im lih⸗ Winter etwas Körnerfutter in den Taubenschlag gestreuet. be E Meistentheils hält man nur gemeine Feldtauben, wel⸗ ö che zum Theil durch andere Abarten veredelt wurden. Die ad Tauben stehen aber wohl nirgends mehr in Achtung als stt! im Altenburgschen, wo in zwei Städten, nämlich in Eil Schmölln und in Altenburg, bedeutende Taubenmärkte ge⸗ ded l gehul, 10 bexkauft ofrauen zi⸗ auf. Das . Cu alte ahn ris6 uellerbn ergüten fh in in gror hlles un. chtschenlich Suchsn uf die Kur⸗ det Natut Hiele Mohe jar hiet, mehtmals hoten felt e Bautr Rilhin iht Scheun⸗ witd im gastteutt. u, wel⸗ U. Die ing als nlich in irkte ge⸗ — I— hallen werden. Jeden Montag in der Fastenwoche war schon seit langen Zeiten zu Schmölln Taubenmarkt, wo⸗ rauf man auf ein Mal mehrere Tausend Paar Tauben von allen Racen antraf. Ich habe das Paar von der vorzüg⸗ lichsten Race und besonderer Schönheit mit 6 Thlr. be⸗ zahlen sehen; doch kauft man zu gleicher Zeit das Paar von der gewöhnlichen Race für 19r. ein. Dieser Tau⸗ benmatkt brachte Schmölln vielen Gewinn, und darum wurde auch in Altenburg ein Taubenmarkt, der ebenfalls in der Fastenwoche alle Sonnabende gehalten wird, angelegt. Da die eblern Tauben sehr sorgfältig gehalten, nie her⸗ ausgehen, sondern immer im Schlag gefüttert werden nüssen und sich nicht sehr vermehren, so werden sie schon dädurch theuer, aber die Liebhaberei bezahlt auch noch die zufälligen Schönheiten sehr hoch, und so wird's er⸗ klärbar, warum ein einziges Paar mit 6 Thlr. bezahlt wird. Mir ist versichert worden, daß schon ein Paar für 12 Thlr. verkauft worden ist. Die jungen Tauben werden als Speise sehr geliebt, und auf dem Markt wird das Stück mit 1 bis 14 gGr. be⸗ zahlt. Mancher Taubenschlag liefert im Frühjahr wö chentlich über 30 Stück junge Tauben, welche mit der But⸗ ter, mit den Eiern und dergleichen Dingen zugleich, mit in die Stadt genommen werden. Die Taubenschläge sind bei den Bauern meistentheils auf der Giebelseite des Wohnhauses angebracht; zuweilen trifft man auch mitten auf dem Hofe ein, frei auf einer Säule stehendes Taubenhaus an, um darin desto besser die Tauben gegen den Marder schützen zu können. — 112— Wenn aus jedem Dorfe ein Flug Tauben von mehrern Genn hundert Stück auf ein Stück Feld, was so eben gesäet ist, DdDe fällt, so sollte man glauben, es bliebe kein Körnchen lie⸗ hoch L gen, und es war mir wirklich zuweilen bange, weil ich 0ofe h fürchtete, ich würde nachsäen müssen. Aus dem Grunde Ich bes hielt ich immer Jungen zum Taubenhüten; aber da ich säh, daß es bei solchen Landwirthen, die nicht hüten lie⸗ ßen, und die Tauben ungestört die Körner auflesen konn⸗ ten, immer noch dicht genug aufging, so war ich we— meim r niger besorgt, und ließ höchstens nur das mit Erbsen Hulet besäete Feld, worauf die Tauben aus mehrern Dörfern ssi it zugleich ganz besonders auffielen, durch einen oder meh⸗ Herrtebe rere Jungen hüten und die Tauben verjagen. Wenn auch in nit viele Tauben gehalten werden, so sind auch viele Land⸗ plslap wirthe, welche zu einer Zeit säen, vorhanden, und so huthsch theilen sich die Tauben ein, bald gehen die Körner auf, neulen und die Tauben haben immer nur so viel Zeit, die oben 9 aufliegenden Körner, welche so selten zum Keimen und gcht u Aufgehen kommen, aufzulesen, sie richten daher wirklich siner nicht den Schaden an, den manche, welche eine große anen f Anzahl Tauben auf einem Saatacker sehen, fürchten. zu Den meisten Schaden machen sie, wenn sie Lagergetreide durch d finden, dies dreschen sie oft vor der Ernte völlig rein Gewal aus.— Auch wenn das Getreide in den Mandeln auf hen wi dem Felde steht, verzehren die Tauben manches Körn⸗ chen.— Genau berechnet werden die Tauben keinen Gewinn bringen, aber bei Mehrern ist die Taubenzucht Liebha⸗ berei; und wem ist es zu verdenken, daß er diese zu be⸗ friedigen sucht? Mancher glaubt, daß er nicht ohne den Son. don nihuen in gesaet sj Unchen li⸗ 9, wel ich den Grundt aber da ih ht hͤten islesen kony war ich wy mit Erhsen n Dötfern oder meh⸗ Wenn aub iele dand en, und so Lörner auf , die oben eimen und r wicklich eine große fürchten gergetreidt völlig rei andeln auf es Hon Gttvinn t Hebhe⸗ aje zu be ohne de Genuß der jungen Tauben würde leben können. Ein an— derer hält Tauben, weil alle Nachbarn sie halten, und er doch Tauben auf seinem Felde, vielleicht sogar auf seinem Hofe haben würde, wenn er auch keine einzige eigenthüm⸗ lich besäße.— Bienenzucht. Die Bienenzucht ist im Altenburgschen ziemlich allge⸗ mein verbreitet; zwar treibt sie, so viel mir bekannt wurde, keiner in großer Ausdehnung, aber im Allgemeinen wird sie mit vieler msicht und auf eine sehr zweckmäßige Weise betrteven. Gemeiniglich sind die Herren Pfarrer, so wie in mehrenn andern Dingen, auch in Hinsicht der Bienen⸗ pflege mit gutem Beispiele voran gegangen. Viele alten⸗ burasche Bienenzuchter behandeln ihre Bienen nach ratio⸗ nellen Grundsätzen. Man sucht das viele Schwärmen zu verhindern, be— geht nicht die Grausamkeit, im Herbst einen großen Theil seiner Bienen zu ermorden, und hat dennoch in der Regel einen reichen Ertrag. Zuweilen vermehrt man die Stöcke sehr geschickt durch Ablegen. Kurz, man hat es so ziemlich in seiner Gewalt, wie stark und wie gut man den Bienenstand ha⸗ ben will. Schm. Erf. ar Th— Siebenter Abschnitt. Gespann. Pferde find, wie schon aus dem früher Gesagten hervor⸗ geht, das hauptsächlichste Gespann; sie sind meistentheils von ansehnlicher Größe und Stärke. Pferdezucht findet man eigentlich im Altenburgschen gar nicht; äußerst selten läßt ein Altenburger ein Mal eine Stute beschälen. Ei⸗ nige Landwirthe kaufen Saugfohlen, die aus Böhmen und andern Ländern hergebracht werden, und ziehen sie auf; aber man hat gefunden, daß dies keinen großen Vortheil gewährt, sondern daß solche selbst erzogene Pferde gewöhn⸗ lich theurer kommen, als die, welche man schon ausge⸗ wachsen kauft, und daß sie in der Regel schlecht einschla⸗ gen. Dies geht alles ganz natürlich zu; das Ganze ist nicht auf Pferdezucht eingerichtet: Weide für Pferde ist gar nicht vorhanden, die Fohlen müssen demnach eben so gut wie das Rindvieh im Stalle gefüttert werden; nicht allein, daß sich das Futter, was ein Fohlen frißt, in eine Kuh oder 10 Schafe verfüttert, sehr hoch bezahlt hätte, son⸗ dern die Stallfütterung gehört auch nicht zur Pferdezucht, und ein Fohlen, was den größten Theil seines Lebens im Stalle blieb und nur fettes Futter erhielt, muß verkrüpelt, oder wenigstens verweichlicht werden. Obendrein hat man im Altenburgschen wenig oder gar keine Kenntnisse von der Pferdezucht, weil man sie nicht braucht und ohne sie sich ucht 9uth n 6 Eget und d lechte fuß 5⁰⁰⁰ leben iuht lch is 2 aus d er al dchän liche! Ien v auch! Disht nuß o sachsr sillt bishe Oam ie it de 8 Uunsch s 6 Mond sagtn herhgg massenthels dgucht frhet dußerseselen schälen. E Bohmen und then se auf ohen Vorthel firde gebehh schon ause lecht einshe das Gane. Mode ist gr chen so gl 1 uiht aeh V t hat/ s Mpotfuch Hebens f 6 berkrüpeh in hat mah niss von d ohne se ih — 115— recht wohl befindet. Da man es in diesem Ländchen so gut versteht, den Acker durch die Bestellung mit verschiede⸗ nen Gewächsen zu einem hohen Ertrag zu bringen und alle Erzeugnisse so gut abzusetzen sind, wäre die Pferdezucht und die dazu nöthige Weidewirthschaft wohl ganz am un⸗ rechten Orte; beides gehört hin, wo noch Land im Ueber⸗ fluß ist und keine starke Bevölkerung statt findet. Wo 5000 Menschen im Durchschnitt auf jeder Quadratmeile leben, muß, wie im Altenburgschen, der Boben höher be⸗ nutzt werden, als dies mit Weide zur Pferdezucht mög⸗ lich ist. Man zieht im Altenburgschen die Pferde meistentheils aus dem Holsteinschen und Böhmischen, und auch mikun⸗ ter aus dem Westphälischen. Sie werden durch die Pfer⸗ dehändler herbeigeschafft. In Altenburg sind zwei ansehn⸗ liche Pferdemärkte, wo viele Pferde verkauft werden; Foh⸗ len werden vom Buttstädter Pferdemarkt geholt, wohin sie auch durch Pferdehändler, wahrscheinlich größtentheils aus Westphalen, gebracht werden. Bei dem Ankauf der Pferde muß viele Vorsicht angewendet werden, indem in Ober— sachsen überhaupt viele fehlerhafte Pferde zum Verkauf ge⸗ stellt werden, und die Pferdehändler viele Geschicklichkeit besitzen, die Fehler zu verstecken. Die Altenburger füttern ihre Pferde zu gut, und seit⸗ dem ich hier wirthschafte, habe ich mich überzeugt, daß ste mit der Hälfte der Körnerfütterung wegkommen könnten. Jedes Pferd erhält gemeiniglich wochentlich 2 Schfl.(lalten— burgsches Gemäß) guten Hafer und Entn. gutes Heu; das sind täglich ohngefähr 45 berliner Metze Hafer und 8 Pfund Heu; bei Vielen, die reich an Futter sind, wird H 2 FIJIIFIIFFFFꝗꝗFꝗFIFPFIFIFIFIIII........ ** — 116— auch wohl so viel Heu vorgelegt, als die Pferde nur fres⸗ sen wollen. In den neuern Zeiten haben mehrere angefangen, die Pferde auch mit grünem Klee zu füttern, aber deshalb wird an Körnern nichts abgebrochen. Nanche untermengen den grünen Klee mit Heu, weil sie den Klee allein für nach⸗ theilig halten. Statt Hafer werden auch oft Erbsen und Wicken gefüttert. Meine hiesigen Pferde müssen das ganze Jahr hin⸗ durch stark arbeiten, im Durchschnitt viel stärker als die altenburgschen Bauerpferde, denn diese haben die bedeu⸗ tenden Holzfuhren im Winter nicht, die meine Pferde ver⸗ richten müssen, und sie können auch ihr Feld mit weit mehr Bequemlichkeit, wie ich das meinige, bestellen, und dem⸗ ohnerachtet erhalten meine Pferde bei der stärksten Arbeit jedes nur 3 berliner Metzen Hafer und 10 Pfund Heu; in der Zeit, wo sie nicht zu stark dran müssen, z. B. im Win⸗ ter, wenn sie nicht in den Wald fahren, gebe ich jedem Pferde nur 2 berliner Metzen Hafer. Im Sommer be— kommt bei mir kein Pferd Körner, sondern nur einzig und allein grünen Klee; im Herbst, wenn die Kleefütterung nach und nach aufhört, bekommt jedes Pferd vom Aufange nur eine berliner Metze Hafer täglich. Bei allem dem halten sie aber sehr gut aus und haben wirklich oft große Stra⸗ pazen; sie fahren in einem Tage mit Getreide von hier nach Tilsit und den andern Tag zurück, machen folglich in 2 Tagen 12 Meilen. Außerdem müssen sie 5 Meilen weit starkes Bauholz herbei holen, und bringen über jeder Fuhre nur 2 Tage zu und machen wöchentlich 3 solcher Fuhren. borgfel Wiuntel sohtt, seine sithen. Bauen 0 ist d siner Hu 9 und d ine§ Mae! Hun hit nächt, Meaabut derweich sihet! eius d und de hiele d in Mten fien sange! sih e dbe nur sin ffapgen, die whnb nird Mlligengen lin fit uah⸗ Echsen u Jahr hn⸗ eler als die die bedeu⸗ Pferde bet⸗ t weit mehr „und demis Iien Mbelt u Heu il B. im Wit⸗ ich iien ymmer he⸗ tinzig und rüͤttetung mMfange demm halten roße Elta⸗ hon hier sohhlich in Hlen weit der uhre Hahren⸗ Auch verzärteln die Altenburger ihre Pferde viel zu sehr; es getrauet sich selten Einer im Trabe zu fahren, fahren sie beladen, so gehen die Pferde den langsamsten Schritt, den sie nur gehen können. Ihre Ställe werden sorgföltig warm gehalten, kein kühles Lüftchen darf im Winter hinein gehen. Wenn der Altenburger zu Markte fährt, so sorgt er zu allererst für einen warmen Stall für seine Pferde, und um keinen Preis ließ er sie im Freien stehen. Obwohl das Warmwerden eines altenburgschen Bauerpferdes zu den größten Seltenheiten gehören mag, so ist der Altenburger doch sehr ängstlich mit dem Saufen seiner Pferde; sie müssen eine große Weile stehen und zuvor Heu gefressen haben, bevor er ihnen Sausen darreicht, und die Krippe wird sorgfältig ausgetrocknet, damit ja keine Feuchtigkeit darin zu finden ist. Obwohl große Sorgfalt bei der Behandlung und Pflege der Arbeitspferde sehr zu empfehlen ist, und ich mei⸗ nen hiesigen Knechten gern etwas mehr davon beibringen möchte, als sie besitzen, so bin ich doch überzeugt, daß die Altenburger etwas zu weit gehen und dadurch ihre Pferde verweichlichen. Je peinlicher der Altenburger in der Pflege seiner Pferde ist, desto häufiger sind diese krank; bald hat eins die Kolik, bald wird es von Würmern geplagt; hie und da werden schöne junge Pferde blind und besonders viele dumm. Das sogenannte Verschlagen der Pferde fällt im Altenburgschen häufig vor, und mehrere Hufkrankheiten finden häufig statt, letzteres mag wohl größtentheils der steinige Weg und die Chausseen veranlassen, aber die mei⸗ sten Krankheiten sind Folge ber Verweichlichung. Hier — 118— ä ö ö kennt man eine Menge Krankheiten nicht, welche im Alten⸗ schtt burgschen ziemlich häufig sind. int Es ist wahr, angenehm dem Auge ist es, wenn man ö 9— die großen, oft auch schön gebauten, runden, wohlgenähr⸗ ten, stets glänzend geputzten Bauerpferde mit ihren nett ge⸗ aurt arbeiteten, stets schwarz gehaltenen Kummetgeschirren sieht. Eide Nur könnte dies alles auch mit wenigerm Futter und mit wen ö weniger Peinlichkeit herbeigeführt werden, und die Pferde würden dauerhafter und seltner den genannten Krankheiten 90 unterworfen seyn.*„ Obwohl ein Altenburger für 2 Pferde 20 Schfl. Korn hobe aufladet, wenn er in die Städt fährt, so ladet man auf den ust sächsischen Rittergütern doch noch mehr auf. Ein Land— imme fuhrmann fährt noch mehr, füttert aber auch seine Pferde hcbi noch stärker als der altenburgsche Bauer. d i Im Pfluge gehen die altenburgschen Bauerpferde Lun ebenfalls einen sehr langsamen Schritt, da sie aber in der uch Regel groß sind, so machen sie lange Schritte, und so för⸗ ud dert es doch sehr mit ihnen. Man pflügt mit 2 Pferden In ( täglich eine gute Anzahl altenburgsche Acker. ö Kum 2 Wer 4 Pferde besitzt, fährt in der Regel den Mist vier⸗ Nnt XI spännig aus, da meistens die Dörfer tiefer als der Acker schw liegen, und fast aller Mist bergauf gefahren werden muß. Das Getreide hingegen fahren viele nur zweispännig ein. nie Mehrere, welche nur ein Pferd besitzen, fahren den Dün⸗ such ger mit zweirädrigen Karren, doch mehrere nehmen auch Kue hierzu den einspännigen Wagen. Die Erde fahren fast sen alle mit dem zweirädrigen Keppkarren, denn dieser ist hierzu äußerst bequem, indem nicht allein das Abladen sehr damit fördert, sondern es läßt sich auch leicht im Erdfange um⸗ * — — — 46 —.————.t imn, ‚ henn man Wöhlgrähe⸗ un uit ge, schuun sht itter uud uit b die Pftth Kantheht oShf. Aurn Mat auf de Ein Nud seine May Bäetpferde aber in de und so fun 2 Mrden Mist vier⸗ der Ackt erden muß pännig ein den Dil me auch fthten fas ist hierzu seht damit fange ulk lehren. Man braucht deshalb für 2 Pkerde auch nur ei⸗ nen Führer, denn indem der eine Karren voll Erde geladen wird, fährt der eine Knecht, oft nur ein Junge von 14 bis 17 Jahren, mit dem einen Pferde den andern beladenen Karren an die Stelle, wohin die Erde soll, und ist, da die Erde selten weit gefahren wird, gemeinhin wieder zurück, wenn jener Karren eben voll geladen ist. Ohnerachtet ich Kummte für Pferde für zweckmäßi⸗ ger halte als die Siehlen, so muß ich doch die alten⸗ burgschen Kummte hinsichtlich ihrer Schwere tadeln; ich habe zwar in Ponitz etwas leichtere Kummte mir machen lassen, als die der Bauern waren, doch waren sie noch immer zu schwer; ich würde jetzt, da ich mich überzeugt habe, daß leichte Kummte für Arbeitspferde zweckmäßiger als die altenburgschen Kummte sind, mir auch sehr leichte Kummte machen lassen, wenn ich im Altenburgschen wohnte. Manche suchen etwas darin, besonders hohe und schwere Kummte zu haben; hohe Kummte gehören mit zum Luxus. Man hat in ganz Sachsen hohe, schwere Kummte, aber im Altenburgschen ist dies doch noch är⸗ ger, und nur die Frachtfuhrleute haben noch höhere und schwerere Kummte als die Altenburger. Mit Ochsen wird in der Regel im Altenburgschen nie gearbeitet. Mehrere, worunter auch ich gehöre, ver⸗ suchten es, Zugochsen zu halten, aber es fanden sich keine Knechte dazu, denn man hält es für Schande, mit Och⸗ sen zu arbeiten. Ich ließ mir Knechte aus dem Voigl⸗ lande kommen, wo man fast nichts als Ochsen hat, aber auch diese schämten sich sehr bald, mit Ochsen zu arbei⸗ ten, da sie von dem übrigen Gesinde deshalb verspottet — 120— wurden; sie forderten entweder Pferde oder ihren Ab⸗ schied. Mancher Bauer, welcher jetzt ein Pferd hat, würde bei den dortigen örtlichen Verhältnissen mehr Vortheil ha⸗ ben, wenn er statt des einen Pferdes zwei Ochsen hielt. Wer aber mehr als für 2 Ochsen Arbeit hat, wird auch im Altenburgschen besser thun, wenn er keine Och sen sondern Pferde hält. Hr. Oberpf. Klötzner schreibt mir:„Das Pflügen wird am besten mit Pferden betrieben, sohald man die Kühe nicht dazu gebrauchen will, und mar. kann ihnen den Vorzug vor der Bearbeiiung mit Ochsen nicht ableugnen, denn 2 Pflüge mit Pferden leisten wenig⸗ stens so viel als 3 Pflüge mit Ochsen; zum Zten Pfluge mit Ochsen muß man aber schon einen Knecht mehr hal— ten als bei der Bestellung mit Pferden, und 6 Ochsen brauchen auch mehr Futter als 4 Pferde. Auch ist oft an der geschwinden Arbeit viel gelegen, z. B. in der Ger⸗ stensaat und in der Ernte, und man kann zu jeder Zeit, auch im Winter, die nöthigen Fuhren mit Pferden besor⸗ gen, was mit Ochsen unterbleiben muß. In den Kriegs⸗ jahren bestellten verschiedene ihren Acker mit Ochsen, weil die Pferde oft geraubt wurden, oder bei den Spannfuh⸗ ren verloren gingen. Bei eingetretenem Frieden aber ist man zur Bestellung mit Pferden zurückgekehrt.“ „Wer wenig Feldbau hat und nicht als Frohnbauer genöthigt ist, ein Pferd zu halten, der befindet sich am besten bei der Bestellung der Felder durch Kühe, weil diese außer der Feldarbeit durch ihre Milch einen großen Ge⸗ winn geben; denn in den ersten Wochen nach dem Ver⸗ kauf des Kalbes liefert manche Zugkuh außer dem Ertrag der Käse, auch wohl 16 Wecken oder 4 Kannen Butter wö⸗ Sent 400 Httt. ssen hu ne 0 Vort. des 9 Mait Fuder ohterg neht, ogen. Dugki den 9 kerdef Ihten shren P, hat, würz durtheij 006 iu helt hat, und. ae dos det schuh en hetrihg, l, und ma mit Ochsn lisen uunt, In fuge ht ncht hal 10 G Ochsen lch st oft in det Gtt⸗ fder 3r, hen hesat⸗ den Kres⸗ Wsm, hal Runnfuh⸗ aber is rohabautr t sich am wail dithe sFen Ge⸗ m Ver⸗ Ertrag ttit wö⸗ chentlich. Der Wecken kostete diesen Winter( 1814 4 96r. Milch und Molken sind auch noch gut zu nutzen.“ Wirklich wird im Altenburgschen viel mit Kühen gear⸗ beitet. Ich kenne mehrere Bauern, die so viel Aecker be⸗ sitzen als ein andrer, welcher ein Pferd hält, und dennoch ihn nur mit Kühen bearbeiten. Ich habe mich grünblich überzeugt, daß es vielen Vortheil gewährt, wenn man die Kühe zur Bearbeitung des Ackers und zu verschiedenen Fuhren gebraucht. In Ponitz fuhren 2 meiner Kühe allen Klee herein; jedes Fuder enthielt zum wenigsten 17 Centner Klee, und dem— ohnerachtet molken diese Zugkühe nicht weniger, sogar mehr, als sie gemolken haben würden, wenn sie nicht zogen. Das Mehr wurde dadurch veranlaßt, weil diesen Zugkühen immer Klee vorgelegt, wenn der WMagen bela⸗ den wurde; sie fraßen demnach mehr als die, welche un⸗ terdessen im Stalle standen, und die Motion vermehrte ihren Appetit. Ich fand immer, daß die Kuhbauern sich im Ver— hältniß zu dem Areal, was sie besitzen, immer besser be— fanden als die Pferdebauern. Sie konnten den vielen Hafer, die Erbsen und Wicken, welche Letztere in ihre Pferde fütterten, verkaufen und im Verhältniß mehrere Kühe halten. In Kriegszeiten bestellten die Kuhbauern gemächlich ihr Feld, während die Pferdebauern nichts thun konnten, indem ihr Angespann Militairfuhren ver— richten mußte. ö Der Kuhbauer pflügt und eggt nicht nur alles mit seinen Kühen, sondern fährt auch allen Dünger hinaus und alles Getreide und Futter herein. Er fährt soviel — I„ SIe 2— 2— .„*—3...* 7 — DSSSSSDIEEI‚IIFIIFIIII— IN N EE. — 122— Erde, als in gleichem Verhältniß der Pferbebauer fährt; er spannt zu diesem Zweck zwei Kühe vor einen vierrä⸗ drigen Keppkarren. bauer übrig hat, kann er im Hause verkaufen, und der Getreidehändler holt es ab, doch sahe ich auch viele mit Kühen das Getreide in die Stadt zu Markte sahren. Er ladet da auf zwei gut genährte Kühe bis 10 altenburg⸗ sche Scheffel Roggen auf, was ihnen noch gar keine große Anstrengung zu verursachen scheint. Ich sah einen Bauer mit 2 Kühen ein starkes Stück Bauholz einen steilen Berg herauf fahren, was zwei der stärksten lithauischen Bauerpferde nicht gezwungen haben Das meiste Getreide, was der Kuh⸗ In Gößnitz lebt ein wohlhabender Ackerbesitzer, der sich zuweilen den Spaß machte, mit 2 Kühen, vor eine leichte Kutsche oder einen sogenannten Rennschlitten ge⸗ spannt, nach einem der nahe gelegenen Orte zu Gaste zu sahren, blos um zu zeigen, was man alles mit Kühen ma⸗ Viele Kuhbauern haben sogar besser Getreide als mehrere der ihnen benachbarten Pferdebauern, was mir oft recht auffallend bemerkbar wurde. Hr. Oberpf. Klötz⸗ ner sagt ein andres Mal:„Der Kuhbauer hat bis 15 er beackert mit einem Pfluge in 4 Stunden 4 Acker, ohne seine Kühe dabei anzustrengen. Er pfiegt natürlich seine Kühe sehr gut, damit sie Kraft zum Feld⸗ bau mit dem Nutzen der Milch in Verbindung behalten. Da er schmälere Furchen hält, und die Felder mit lauter settem Dünger befährt, auch die Mistjauche auf die Felder Ind nicht denker Dese haltn wohl bcha nen 3ur 0 hiele gut 6 der S Han, ser t. nen biett. der Huh⸗ u, und der ach Hlle nit schtn. Er 0 alterbutz keine groß arles Stuct s swel det ngen haber hesther, ber V bor eine schlitten g⸗ ju Gaste u Kͤͤhen mi⸗ kreide als was mi pf. Klöß hat bis 1) Stunden Er pfiegt um Feld⸗ behalten. nit lauter die Felde fährt, so erbauet er oft mehr Schocke als sein benachbar⸗ ter Pferdebauer.“ Gewöhnlich hält ein Kuhbauer mehr wie zwei Kühe, oft mehr als 5 Stück, und alle werden, aber meistens ab⸗ wechselnd, zum Ziehen benutzt. Die hochtragenden wer⸗ den so wie die, welche vor Kurzem das Kalb hatten, eine Zeit lang geschont. Oft sahe ich auch 4 Kühe vor einen Mistwagen, der tüchtig beladen war, gespannt. Die Kühe ziehen im Altenburgschen mittelst sehr zweck⸗ mäßig eingerichteter Kummte, was ich für viel besser als die Joche halte. Viele Kühe sind, so wie die Pferde, mit Hufeisen recht künstlich beschlagen, und dann werden sie auch im Win⸗ ter benutzt. Da die Vortheile, welche Zugkühe bringen, so auffal⸗ lend sichtbar sind, so muß man sich wirklich wundern, daß nicht mehrere altenburgsche Bauern, die sich übrigens so denkend zeigen und immer ihren Vortheil auf alle rechtliche Weise aufsuchen, nicht statt der Pferde einige Kühe mehr halten, und diese zur Arbeit benutzen. Einige möchten wohl ihre richtigen Gründe haben, warum sie Pferde bei⸗ behalten; z. B. diesenigen, welche mit dem Gespann froh— nen müssen, dürfen mit nichts anderm als mit Pferden zur Frohne(Schaarwerk) kommen; Manche haben auch viele Winterfuhren, die sich nicht alle Mal mit Kühen gut vollbringen lassen würden; aber Viele hält gewiß der Stolz ab; sie gläuben, es würde ihnen Schande ma⸗ chen, wenn sie ihre Pferde abschäfften und mit Kühen ar⸗ V 4 I N ꝑ..II * — 124— beiteten. Es sind freilich bei 4 Zugkühen, die statt 2 Pfer⸗ den in der Arbeit seyn müßten, 2 Knechte nöthig, aber der eine kann sehr jung, und im Altenburgschen würde dieser immer leicht zu bekommen seyn, und die dadurch veranlaßten Mehrkosten wären reichlich durch den Erlös des verkauften Hafers gedeckt. Or uch Mssht bis d Oe haben gelast Mistt misten bas Hehiise hanzen duch d im He was h he Mi Andti Mshof maji salk ꝛ ste muthij abt schn würhe mucch 5 E Achter Ab schnitt. n n o e r. Mist, Jauche. Der Mist wird im Altenburgschen gemeiniglich ein und auch zwei Mal in jeder Woche aus den Ställen auf den Misthof geschafft, nur in den Schafställen bleibt derselbe bis dahin, wo er auf das Feld gefahren wird, liegen. Die Miststätte ist umhordet, und wenn die Kühe geftessen haben und gemolken sind, werden sie am Tage darauf gelassen; sie tragen da noch viel zur Verbesserung des Mistes bei. Viele sorgen dafür, daß während dem Aus⸗ misten der Ställe sogleich der Mist der verschiedenen Thiere etwas gemischt wird; zu diesem Zweck sind die Mägde an— gewiesen, den Rindvieh⸗ und den Schweinemist auf der ganzen Miststätte herum zu ziehen, und dasselbe müssen auch die Knechte mit dem Pferdemiste thun. Die Miststätte ist gemeiniglich sehr zweckmäßig mitten im Hofe, doch noch den Ställen nahe, angelegt, und et⸗ was vertieft, damit die Jauche nicht abläuft, sondern der Mist immer feucht liegt. Bei einigen altenburgschen Landwirthen läuft die Jauche aus den Ställen auf den Misthof, die Meisten haben aber hinter den Ställen zweck⸗ mäßig angelegte Jauchengruben. — 126— In den Ställen wird oft und in der Regel tüchtig eingestreuet, theils um vielen Dünger zu machen, theils um das Vieh reinlich zu halten; die immerwährende gute Fütterung macht dies reichliche Einstreuen nöthig und nütz⸗ lich, und Knechte und Mägde sorgen schon selbst dafür, da sie dann weniger an Pferden und Kühen zu putzen nöthig haben. Das Stroh ist das einzige Einstreumaterial des al⸗ tenburgschen Bauers, er erzielt dies in der Regel in Menge, und braucht, da er kräftigeres Futter füttert und zu füttern hat, wenig davon zur Fütterung, sogar das Gersten⸗ und Haferstroh wird nur von dem nie hungrigen Vieh durchsucht, und das Meiste davon bleibt auf den Trögen und in den Raufen liegen, und wirb dann dem Vieh untergestreuet. Nur wenn bei der Kleefütterung der Misthof zu mat⸗ schig wird, streuet man wöchentlich ein oder zwei Mal da⸗ rauf ein; das hierzu verwendete Stroh wird daher nicht blos braun gefärbt, sondern zum wirklichen Mist umge⸗ wandelt. Hr. Dr. Schweitzer sagt von seiner Gegenb:„— Auch wendet man nicht wenig Sorgfalt auf die Be⸗ handlung des Mistes, bringt ihn sorgfältig über einan⸗ der, bereitet daraus ziemlich regelmäßige Haufen und läßt so wenig Jauche wie möglich, ganz ungenutzt ver⸗ laufen. Doch könnte hierin noch viel mehr geschehen und sind die Jauchenbehälter bei weitem nicht so häufig, als sie seyn könnten; in mehrern Dörfern fand ich so⸗ gar die Jauche fast ausschließlich zur Befruchtung der Gia abil M- hohnt, niin de ihn de dem g kennen Mist: sagte Mfu V mester Zit, Wiese fahte hen a aubge stücken Dase vurd vigli witd 6½0 ben 9un seo ei sigt, DI ael g ihen, theit ihinde gut Hdrh H. dafů, vuhen nuhg etial des det Mgtl fittrt und sgat das rie hungrign Hibt auf den dann dem thof u nul⸗ ei Nal da⸗ daher nicht Ms umge⸗ egend:„— f die Vi⸗ Uber einal⸗ aufen und nuht ber⸗ geschehen häuf d ich so⸗ tung der 127— Grasegärten benutzt, in die sie geleitet wurde, wobei aber viel davon unbenutzt vorbei floß.“ Man sieht hieraus, daß Mosen, wo Schweitzer wohnt, schon sich dem Gebirge nahet, wo man fast allge⸗ mein den Dünger auf regelmäßige Haufen bringt und— ihn da oft zum großen Theil verbrennen läßt. In dem größten Theil des altenburgschen Ländchens, den ich kennen gelernt habe, bringt man in keinem Hofe den Mist auf Haufen, sondern breitet ihn, so wie ich oben sagte, in der eingeschlossenen, vom Vieh begangenen Miststätte aus. Wer Jauchenbehälter besitzt, und das sind fast die meisten altenburgschen Landwirthe, bringt von Zeit zu Zeit, wenn die Gruben voll sind, die Jauche auf die Wiesen, in die Gärten oder auf die Kleefelder; einige fähren sie auch auf die Brache. Bei vielen sind jetzt in den Jauchenbehältern Plum⸗ pen angebracht, bei vielen wird auch noch die Jauche ausgeschöpft. In die Gärten und nahe gelegenen Feld⸗ stücken wird die Jauche meistens in Zobern getragen. Diese Zober sind vom Böttcher verfertigte Gefäße, jeder wird mittelst zweier Stangen von zwei Personen, gemei⸗ niglich von zwei Mägden getragen. Aus diesen Zobern wird die Jauche mittelst Schöpfgelten möglichst gleichmä⸗ ßig vertheilt. Mehrere lassen die Jauche auch in stehen⸗ den oder liegenden Fässern ausfahren. Zur gleichmäßi⸗ gen Vertheilung ist hinten unterm Zapfenloch des Fas⸗ ses ein abhängig liegendes Bret auf dem Wagen befe⸗ stigt, worauf sternförmig Latten genagelt sind. Ist der Wagen auf der Stelle, welche mit der Jauche bedüngt —— — — werden soll, angekommen, so wird der Zapfen geöffnet und langsam fortgefahren, worauf dann die Jauche schirmförmig ausläuft. Die Klee⸗ und die Grasegärten werden in der Regel nur in Regentagen mit Jauche begossen, um so das Verbrennen der Grasnarbe und Kleestöcke zu verhüten. Die Vorrichtungen zum Ausgähren der Jauche, so wie man sie in der Schweitz findet, hat man im Altenburg. schen nicht, wenigstens ist, mir keine dergleichen Anstalt bekannt worden, obschon ich in sehr vielen dortigen Wirthschaften sehr genau bekannt worden bin. Die Grasegärten, welche im Altenburgschen gemeinig⸗ lich dicht mit Obstbäumen besetzt sind, begießt man nicht allein mit Jauche, um dadurch den Graswuchs zu befördern, sondern Viele thun dies größtentheils um der Obstbäume willen, die auch wirklich dadurch viel ge⸗ winnen, zu einer ansehnlichen Große emporwachsen und viele und schöne Früchte bringen. Wenn mit der Jauchen⸗ düngung recht zweckmäßig verfahren wird, so gewinnen dadurch nicht allein die Baumfrüchte an Schönheit, son⸗ dern es fallen auch weniger als ohne dieses Begießen ab; ich werde weiterhin wieder darauf zurückkommen. Auf dem Acker sahe ich im Altenburgschen große Wir⸗ kung von, der Jauchendüngung, besonders wenn sie bald untergepflügt, und zwischen dem jedesmaligen Pflügen Jauche aufgefahren, und so die ganze Ackerkrume gleich— mäßig bamit geschwängert wurde. Nach zweimaligem Be⸗ gießen mit Jauche erntete ich auf nicht ganz entkräftetem Boden schon Lagerkorn. thehz hihl Anger gungen ucht u Mal, der 6 pffägen elhe le haben. Ind da beruckst barn,! so komn D Feld al viele u fit raih den Mit Nhr nach den tetgette M Dungun Dah det nichl Eruhen brauhte Hchna in Echm, Ei det Wa i so dit l pahitn uche, so n Menburz lichen Ausgl I borthen in. n gememig, begihßt man Graswuchs Ruthels um uuch viel g⸗ vachsen und der Ruchl⸗ so gewanen hehelt,so, Degleßen ab; . großt it un sse halb Mugen ne gleich⸗ igem Be⸗ kräftetem DOer Altenburger läßt den Mist nicht gern sehr verro⸗ then; speckigen, schon ganz kurz verfaulten Mist liebt er nicht, doch fährt er auch keinen sogenannten strohigten Dünger auf den Acker, etwas in Fäulniß muß er überge⸗ gangen seyn. So sehr peinlich sind wohl hierin die Meisten nicht und können es nicht seyn, denn sie können ja nicht alle Mal, wenn einige Fuder sich in dem erwünschten Zustand der Gährung befinden, ihn sogleich ausfahren und unter— pflugen; dies können am allerwenigsten diejenigen, welche keine leere Brache, sondern im Sommer ihr Feld alles bestellt haben. Aber jeder thut was er kann, und sollte auch hie und da einer seyn, der den Unterschied des Mistes nicht berücksichtigt, so richtet er sich doch nach seinen Nach⸗ barn, die sich immer als gute Wirthe gezeigt haben, und so kommt auch er mit fort. Die meisten altenburgschen Landwirthe bedüngen ihr Feld alle 3 Jahr ziemlich stark durch. Doch giebt es auch viele Ausnahmen. Manche halten es bei schwerem Boden für rachsamer, ein Mal so stark zu düngen, daß sie kaum den Mist mit dem Pfluge unterbringen können, und das Zte Jahr darauf nicht zu misten; gemeiniglich säen sie da nach dem gegipseten oder gemergelten Klee ungemistet Win⸗ tergetreide. Auch die, welche Raps im Winterfelde in sehr starker Düngung bauen, düngen im Zten Jahre darauf nicht. Daß der Altenburger bei seinem hohen Viehstand, von der reichlichen kräftigen Fütterung und bei seinen reichen Strohernten, vielen und kräftigen Dünger gewinnt, braucht wohl keiner weitern Auseinandersetzung. Man rechnet im Altenburgschen auf eine Kuh, die Sommer und Schm. Ces. ar Th. 2 — 130— Winter reichlich im Stalle gefüttert und der immer tüch⸗ tig untergestreuet wird, 12 vierspännige Fuder Mist von ohngefähr 20 Centner. Von jedem Schaf ein Fuder und von jedem Arbeitspferd 10 Fuder. Wenn nun ein vierspänniger Bauer 20 Kühe hält, so bekommt er davon 240 Fuder Mist. 4 Stück Jungvieh geben 24—— 4 Pferde geben 40—— 40 bis 70 Stück Schafe geben 50—— Die Schweine geben⸗*„ 50—— Summa 404 Fuder Mist. Wenn er 50 Acker Feld besitzt, und alle 3 Jahr düngt, so hat er jährlich ohngefähr 177 Acker zu bedüngen, und so kommt auf den Acker im Durchschnitt 24 Fuder Mist, das ist für den Magdeburger Morgen 9 bis 10 Fuder. Aber er düngt nicht zu jeder Frucht gleich stark, zu Raps und zu den Behackfrüchten düngt er am stärksten, den Acker vielleicht mit 30 bis 35 Fuder Mist; dagegen aber die Kleestoppel zu Roggen nur mit 16 Fuder Mist pr. Acker. Hr. Oberpf. Klötzner sagt von der Monstaber Ge⸗ gend:„Zum Weizen werden auf einen Acker 24 bis 30 vierspännige Fuder Mist gefahren. Auf die Kleefelder aber weniger, so wie auch auf die Erbsen⸗ und Wickenfel⸗ der. Diejenigen, welche keinen Raps bauen, düngen ihre Felder meistentheils alle 3 Jahre, und loben den Umstand dabei: daß sie mehr Stroh zur neuen Düngung bekommen, als dies bei dem Rapsbau möglich ist. Wer den Raps in die reine Brache säet, der giebt in 7 Jahren dem Felde eine shsbenen Oas A Bhackst den! den M— saatit, Vroche! Wil dies guch fh Fähah Roggn den Dih⸗ hitraus, ganz flt rode tich lt, so; Ind er ka immer bie Rhwen 6 behaubte fonnten, um geho wenn er auf der? W str de det Mfff immer tih her Mis tin Huder un uht M der Mist 3Jahr ding, üngen, und s t. llich stark, am stätlse bagegen abn Ist pr. Ackin önstaber G 1 24 bis 5 die Kleffobe u Wicknst dingen ihr en Umstand bekommaß bin Raps on dide el fehr starke Düngung und säet nach dem Raps Weizen u. s. f.“ Die Mistausfuhre findet im Altenburgschen zu ver⸗ schiedenen Jahreszeiten statt. Im Fruhjahr fahren einige etwas Mist zu den Erbsen und Wicken, auch oft zu den Behackfrüchten; wer Sommerrübsen säet, fährt auch hier⸗ zu den Mist im Frühjahr. Wer Rayps bauet, fährt hierzu den Mist entweder zwischen der Hafer- und der Gersten⸗ saatfeit, oder gleich nach der Gerstensaat. Wer leere Brache hat, befährt diese um Johannis herum mit Mist. Wer die Kleestoppel bemistet, thut dies um Michael herum; auch fähren einige auf die Erbsenstoppel, wenn sie nicht im Frühjahr diesen Acker bemisteten, im Herbst den Mist zum Roggen auf. Mehrere befahren im Spätherbste noch den zu den Behackfrüchten bestimmten Acker mit Mist. Man sieht hieraus, daß der Mist nicht Zeit hat, im Hofe oder Stalle ganz kurz zu verfaulen, und das ist dem Altenburger ge⸗ rade recht. Da er sein Vieh immer im Stalle und gut füt⸗ tert, so fehlt es ihm auch zu keiner Jahreszeit an Mist, und er kann den frischen, noch strohigen, zu langen Mist immer bis zur nächsten Mistfuhre zuruck lassen. Manche nehmen aber auch diesen frischen Mist mit aufs Feld, und behaupten, daß dies vortheilhaft wäre; da sie stark düngen — 1 könnten, so käme dieser frische Mist dick genug beisammen, um gehörig gähren zu können, und es wäre ihnen lieber, wenn er in der Ackerkrume, als wenn er im Stalle oder auf der Miststätte gähre und faule. Da während dem Mistfahren keine Zeit zum Aus⸗ streuen des Mistes übrig ist, so bleibt bis zur Beendigung der Mistfuhre der Dünger in den Haufen auf dem Felde 2 1 8. . ———————— liegen, und wird dann erst gestreuet und untergepflügt. Da aber mehrere Male des Jahres Mist gefahren wird, so währet vielleicht die eine Mistfuhre höchstens 6 Tage, und so liegt also auch der Mist nie lange in den Haufen. Beim Ausstreuen wird sorgfältig verfahren, daß der Mist möglich gleichmäßig vertheilt wird; hat es in der Zeit, wo der Mist in den Haufen lag, geregnet, so nimmt man gewöhnlich auf der Haufenstätte den Mist rein weg, weil da die Mistlauge eingedrungen ist. Beim Unterpflügen geht bei guten Wirthen hinter dem Pfluge ein Junge oder eine Magd mit der Mistgabel her, um den ausgestreuten Mist möglichst gleichmäßig in die offne Furche einzulegen, denn man sieht es nicht gern, wenn der Mist vom Pfluge auf Haufen geschoben und nicht bedeckt wird. Wenn der Mist dick aufgestreuet ist, so versäumt der Pflüger auch, wenn keiner hinter dem Pfluge den Mist einlegt, sehr viel, indem sich's immer vor dem Pfluge verstopft, und er deshalb oft anhalten muß; auch ist er dann nicht im Stande, einen guten Acker zu pflügen. Mergel. Der Mergel wurde früher in mehrern Gegenden des Herzogthums Altenburg häufiger, als es jetzt geschieht, angewendet. Nach der Versicherung des Herrn Oberpf. Klötzner hat man in der Gegend Monstab ehemals viel gemergelt, aber viele haben es damit übertrieben, einige sich ganz auf den Mergel verlassen und vieles Stroh näch Altenburg verkauft; so hätten sie im ganzen Sinn des Worts ihre Felder fast rein aus gemergelt, und die Nach⸗ fammeh di sch 1 dn RMxlsame Megel herum den he Zeit, u und ne 100 J0 durch de diises Ur 8 N schen d ohngfl Honth tern, i etfuht: Der ei Mei Elen d zaht. A den alte den Kle Iur Min auf teiche Boden al dielkett lechtucht higen de ustetgepsi ahren wir 6 HT Rulfen. ahrn, daß he kes in dir dj so nimmt ay Nst uin nz hinter den Nitgabel hr, hmadi in s nicht gey geschoben un Ufgestreutt f ler hinter de inmer vn mhalten muß Utn Mker z Gegenden d. jtht geschit nm Obinf ceal bi Heben, eing Stroh nah u Sinn da 0 die Naß kommen härten immer noch viel damit zu thun gehabt, um die früher so ausgemergelten Ackerstücke wieder in Kraft und Ordnung zu bringen. Jetzt schrelbt mir dieser auf— merksame Beobachter:„Von der Düngung der Felder mit Mergel macht man in den nahen Dörfern um Monstab herum jetzt keinen Gebrauch mehr, weil man sie schon aus den vorigen Zeiten für genug gemergelt hält. Seit der Zeit, wo hier stark gemergelt wurde, hat sich viel Hedrich und noch mehr wilder Senf eingefunden, den man vor 100 Jahten noch gar nicht bemerkte, und man meint, durch den Mergel sey bie Ackerkrume für die Fortpflanzung dieses Unkrauts geschickter geworden.“— In der Gegend bei Großstübnitz, Saara u. s. w., zwi⸗ schen den Städten Altenburg, Schmölln und Gößnitz ohngefähr mitten inne, wurde noch stark gemergelt, als ich in Ponitz wohnte. Ich theile hier das mit, was ich von meh⸗ rern, in dieser Gegend wohnenden Landwirthen därüber erfuhr: Der Mergel bei Stübnitz und Saara wurde ein bis zwei Meilen weit geholt, und die Q. R.,— q leipziger Q. Ellen Fläche und 1 Elle Höhe, mit 13 Thlr. zur Stelle be— zahlt. Man brachte 200 bis 300 einspännige Karren auf den altenburgschen Acker, mergelte aber mehrentheils nur den Klee und zu Erbsen, doch auch zuweilen unmittelbar zur Winterung. Die Wirkung soll dann aber, besonders auf reichem schwerem Boden, 12 bis 13 Jahre, in trocknem Boden aber nur 6 Jahre dauern; und besonders soll sich die Ackerkrume sehr locker halten. Feuchter Boden soll sich so leicht nicht übermergeln lassen, dagegen wäre bei dürrem hi⸗ tzigem Boden zu seder Zeit große Vorsicht nöthig; feuch⸗ w— 4 * 1 — —————— L LXX —— )9 * ter Boben brauche lange vorher nicht bemistet worden zu seyn, und demohnerachtet wirke der Mergel sehr vortheil— haft. Zuweilen düngt man mit Mist zu Erbsen und mer⸗ gelt dann zu dem gleich folgenden Roggen; Mist und Mergel zugleich aufgewendet, verursacht bei der ersten Frucht ein Ueberwachsen und Lagern. Mehrere Versuche haben bewiesen, daß Düngesalz und Gios nur für den Klee mehr, als der dortige Mergel wirkte, bei Körner⸗ früchten aber letzterer jene beiden Düngemittel weit über⸗ träfe. Un leich schnelier wirkt der Mergel und läßt sich auch besser vertheilen, wenn er ein Jahr ausgegraben in freier Luft gelegen hat und tüchtig ausgefroren ist. Die Farbe des Saarschen Mergels ist sehr verschieden, eine Lage ist weiß, die andere schwarz, grau, gelb, und melirt. Man hat den melirten am besten und den gelben am schlech⸗ testen befunden. An manchen Stellen wird dieser Mergel fast zu Tage ausgegraben, an andern Stellen müssen bis 3 Fuß tief Abraum weggeschafft werden, und dann liegt er im Wasser, was durch an Ketten hängende, mit langen Stielen versehene Mulden herausgeschöpft wird. Kalk. Den eingezogenen Erkundigungen gemäß soll in ei⸗ nigen Gegenden, z. B. bei Gößnitz, vor vielen Jahren der Kalk von einigen zur Düngung angewendet worden seyn. In neuern Zeiten, wo man sich hinreichenden Mist zu ver⸗ schaffen weiß, hält man mit Recht die Kalkdüngung für zu kostbar. Obgleich bedeutende Kalksteinbrüche nahe bei Gößnitz sind, und nahe dabei Kalkbrennereien stärk betrie⸗ ben werden, so kann der gebrannte Kalk dennoch, indem ———————— 918 2 werday 8⁰ Ritl den gen tob Seuf hahn umlieg Vohlf nuch X zinHKall ren her Wintet auf di Hartof wird/ e th hlsore daß der Hsung; fsten auf di baten, vobthe Ale in sit ponn shr vorthñ dhen und mey ui Mit um 8 du asth ehren Mruuh 6 nut fin y „bei Körmn ttel vꝛit ihy und laßt st Wogegraben oren ist. D schieben, eiz 95 und melnt n am schlec dieser Merg hen müsen hs dann liegt: „ Mit langt 5 ß soll in n Johten x worden seh Mis zu bin hungung fi che nahe L slalk betn mnoch, ide 135 das Brennmaterial theuer ist, nicht wohlfeil verkaufe werden. Schweitzer schreibt mir von seiner Gegend:„Von mineralischem Dünger wird vorzüglich der Kalk, besonders in den Dörfern angewendet, die nicht stark mit Mist dün⸗ gen können, und einen etwas schweren Boden haben, z. B. Seußen, Peitzdorf, Schnürchau, Vollmers— hayn ꝛc. Ihre Bewohner kaufen dann den Kalk in den umliegenden Kalkhütten reißend weg, und fahren der Wohlfeilheit dieses Produkts wegen weit danach, z. B. nach Weida, Mildenfurth, Sirbis, Crimla ꝛc., und wenn ein Kalkofen geöfsnet wird, strömen die Weithosen in Schaa⸗ ren herbei und fahren ihn weg. Sie wenden ihn blos zu Wintergetreide entweder nach reiner Brache, wenn der Mist auf dieselbe nicht zureicht, oder nach Klee, oder auch nach Kartoffeln und Kraut an. Die Stärke, in der er aufgefahren wird, ist 6 bis 10 Scheffel auf den Acker. Es isi dies eine theure Düngung, von der ich noch keine den Kosten entsprechende Wirkung gesehen habe; ich glaube baher, daß der Wahn und die Sucht groß zu thun oft die Veran⸗ lassung zur Kalkdüngung sey, die vielleicht da, wo sie am häu⸗ figsten angewendet wird, in nicht düngerreichen Gegenden, auf die Dauer mehr schädlich als nützlich ist. In frucht⸗ baren, düngerreichen Gegenden glaube ich, daß sie sehr vortheilhaft wäre, und wirklich sah ich hier Weizen nach Klee in Kalk, der prachtvoll da stand.“ Düngesalz. Das Düngesalz wurde wohl so lange, als der Klee⸗ bau im Altenburgschen eingeführt ist, zur Ueberdüngung ——— — 136— des Klees angewendet; man holt es in den Salinen Kö⸗ sen und Dürrenberg. Wie ich nach Ponitz kam, düngten alle Landwirthe in meiner Nachbarschaft den Klee mit Düngesalz, in neuern Zeiten hat es aber der Gips fast gänzlich verdrängt. Gips. In der Gegend bei Würchwitz hat Schubart von Kleefeld mit dem Kleebau zugleich die Gipsdüngung ein⸗ geführt; doch hat sie sich zu meiner Verwunderung nicht ausgebreitet und die meisten Altenburger düngten ihren Klee mit Düngesalz, und in der Gegend um Ponitz herum kannte man im Jahr 1806 den hohen Werth des Gipses noch gar nicht, man hielt ihn sogar für schödlich, und dies ging wirklich so weit, daß man die Frau Besitzerin des Ritterguts Ponitz deshalb warnte, und ihr verficherte, ich würde durch mein vieles Gipsausstreuen ihre Gutsfelder völlig ruiniren, es würde sie am Ende kein Mensch mehr pflügen können.——— Der Kuhbauer Veit in Po⸗ nitz war der erste, welcher seinen Wohlgefallen an der Wir⸗ kung des Gipses, die er auf meinen Kleefeldern kennen lernte, dadurch äußerte, indem er mich bat, ihm einige Scheffel Gips von Gera mitbringen zu lassen, da er mit seinen Kühen im Winter nicht so weit fahren könne. Aber bald folgten Mehrere nach; das Gipsen der Kleefelder ver⸗ breitete sich sowohl aus dieser Gegend, als auch aus den Gegenden um Gera, Köstritz ꝛc. herum immer weiter, und jetzt ist wohl im Altenburgschen kaum ein einziger Land⸗ wirth, welcher nicht seinen Klee mit Gips bestreuet. D„ jahten Runnn i sd! e und auf den noch au so mag bleibt d mir, da fiche des n in die mein ben Stteuen schpächt auf locks Witkung Walerftt Daß nan Nchligkei Dodmp de disd 5 D. nicht so! werden, kere Verf B. ber Interzupff Gs duß tugyen d Miünng Salnen gj, alhuhe u 1%hwuan bring. übatt hoh unpung eh⸗ elung nicht I9ten ihren onitz herum des Gipses und dies stherin des sicherte, ich Gutofelber ensch meht it in No⸗ der Wit⸗ u kennen ihm einige da er mit ne. Rher filber bet⸗ aus den ter, und r Land⸗ . Die meisten Altenburger streuen den Gips im Früh⸗ jahre dann auf den jungen Klee, wenn die Vegetation ein⸗ getreten ist und schon frische Blätter getrieben sind. Man-⸗ che sind zu der Meinung gekommen, daß der Gips schnel⸗ ler und besser wirkte, wenn er wenigstens mehrere Tage auf den Blättern des Klees liegen bleibt. Da er aber auch noch auf den zweiten und dritten Schnitt des Klees wirkt, so mag es wohl egal seyn, ob er auf dem Blatte liegen bleibt oder herabgespült wird. Aber wahrscheinlich ists mir, daß der Gips besser wirkt, wenn er auf der Ober⸗ fläche des Ackers liegen bleibt und nicht durch starken Re⸗ gen in die Ackerkrume gebracht wird; denn man hat allge⸗ mein bemerkt, daß auf lockerm Boden ein bald nach dem Streuen erfolgter starker Regen die Wirkung des Gipses schwächte; Viele haben sich überzeugt, daß der im Herbst auf lockerm Kleeacker gestreute Gips wenig oder gar keine Wirkung äußerte, wahrscheinlich weil der Gips durch die Winterfeuchtigkeit zu tief in die Ackerkrume gebracht wurde. Daß man diese Wirkung mehrere Jahre bemerkt, hat seine Richtigkeit, aber sehr wahrscheinlich kann der Gips auf Boden, der sich fest gesetzt hat und fest getreten wurde, wie dies z. B. bei alten Kleeäckern und Wiesen der Fall ist, nicht so leicht durch Nässe von der Oberfläche weggebracht werden, der meiste wird immer oben liegen bleibeu. Meh⸗ rere Versuche, den Gips vor der Saat irgend einer Frucht, z. B. der Erbsen, Wicken u. dergl., aufzubringen und ihn unterzupflügen, hatte nicht den erwünschten Erfolg, der Gips äußerte gar keine Wirkung. Selbst das bloße Un⸗ tereggen des Gipses, unmittelbar vor der Saat, war ohne Wirkung. Daß Körnerfrüchte, z. B. der Weizen, nach — II —.— ———— RN — +I 74 5— SSSSSS ——— ———— .—— — V V .—. — 138 gegipfetem Klee besser geräth als nach ungegipsetem, bemerkten viele Altenburger; aber wahrscheinlich wirkt hier der Gips völlig mittelbar, er brachte den Klee zu mehrerer Ueppigkeit, dieser bebrütete daher um so besser den Acker, und ließ um so mehr Blätter und längere Wurzeln auf dem⸗ selben zurück, und dies alles kam der darauf folgenden Frucht zu Gute. Die Altenburger holen entweder ihren Gips aus Ge⸗ ra, wo er durch die Züchtlinge zermalmt wird, oder aus Roben und Köstritz, wo er in Gipsmühlen, welche durch Pferde bewegt werden, klar gemacht wird. Früher bezahlte man den dresdner Scheffel an Ort und Stelle mit 8 9Gr., dann mit 9 gGr., und jetzt muß er schon, wie mir der Hr. Oberpf. Klötzner schreibt, mit einem hal⸗ hen Thaler bezahlt werden. Obwohl dies ein hoher Preis ist und man ihn auch bis 6 und mehrere Meilen weit her⸗ bei holen lassen muß, so hält man ihn doch, im Verhältniß zu seiner Wirkung, nicht für zu theuer, und auch noch wohlfeiler als das Düngesalz. Seine Wirkung ist aber wirklich zur Verwunderung; wenn der ungegipsete Klee kaum 8 Zoll hoch ist, wenige schwache, blätterlose Stengel trieb, die Blätter eine lichte grüne, oder gar gelbe Farbe haben, kleine, ärmliche Blü⸗ thenköpfe trägt, so wird oft der ganz dicht daneben stehende gegipsete Klee 3 Fuß hoch, treibt aus einer Staude 12 starke blätterreiche Stengel, und die Blätter haben eine sehr dunkelgrüne Farbe. Im Altenburgschen gipset man auch mitunter die Erbsen und Wicken, meistens wenn sie schon aufgegangen sind, und hat vielen Vortheil davon gehabt. Ich habe bebtt 9t, u hte hohten gemach Wickft gir 0 ö * nehre hesthe R6r KI bracht Somn hicht auch Kletbe Klef 01 fl 0 4 Echaft M u Rnv Ctan gen, Scha Huing Echaf chen s Herhor Ilam ulgegihtig ssch virtthj Hle mehretʒ dsee di Az hupln auf den Mauf lgen Gips aus g dtd, oder an rühle, ulh Hid. Fruhn und Stelle mit er schon, wů nit einem hal hoher Preis ls wät her im Vathülnß nd euch, noß buldtung; Hst, venihe lht eig lcht amsche B⸗ neben sihelz + Skaude 15 bahen In Rluhtet die ufgegangen hib. weder Erbsen noch Wicken, welche reif werden sollten, be⸗ gipset, weil ich bemerkte, daß begipsete Schotengewächse an ihren Spitzen immer fortgrünten und nie reif werden wollten. Mehrere Altenburger haben dieselbe Bemerkung gemacht und gipsen nun ihre Erbsen nicht. Aber das Wickfutter, was grün zur Fütterung gehauen werden soll⸗ zu gipsen, halte ich für sehr vortheilhaft.— Ich bin überzeugt, daß im Altenburgschen und in mehrern Gegenden Obersachsens der Gips sehr viel zu dem bestehenden Wohlstande beitrug. Er vermehrte den Ertrag der Kleefelder in vielen Gegenden um das Dreifache; er brachte es dahin, daß der Klee auch da drei Mal in einem Sommer gehauen werden konnte, wo man es ohne Gips nicht dahln hätte bringen können. So wurde der Gips auch mit Veranlassung zu der großen Ausdehnung des Kleebaues, denn mittelst des Gipses gewinnt man nun den Kleefeldern auch da einen hohen Ertrag ab, wo sie ohne ihn nur wenig gegeben haben würden. Je mehr Klee gebauet wurde, desto größer wurden bie Schafheerden und desio mehr hielt man überhaupt Vieh. Nur mittelst des Kleebaues, welchen ich durch die Gips⸗ düngung so hoch bringen konnte, war ich in Ponitz im Stande, die Schäferei von 500 auf 1000 Stück zu brin⸗ gen, und so haben auch mehrere Andere die Zahl ihrer Schafheerden fast verdoppelt. Sehr, sehr große Summen bringen jetzt im Altenburgschen und in ganz Sachsen die Schafe unmittelbar schon ein, der mittelbare Gewinn, wel⸗ chen sie in dem Mehrerbau, durch den vermehrten Dünger hervorgebracht, bringen, ist gewiß auch nicht klein. Zu allem diesem teug der Gips gewiß sehr viel bei, und darum —H.———————— — 8——7—1.—.— X 2.— 898 4*—— 7 „ ꝙ—F——— 6 . — 7•7C-«éß 10 — * N 4* — — 140— ists ein Glück für eine Gegend, wo dem Landwirth Gips zur Düngung des Klees zu Gebote steht.— Hr. Oberpf. Klötzner schreibt mir:„Im vorigen Jahre wurde ein in Zwickau aus Knochen fabricirtes Dün⸗ gesalz angekündigt, wovon der dresdner Scheffel in Alten⸗ burg mit einem halben Thaler bezahlt wurde, welches man etwas dicker ausstreuete als den Gips. Ehe man es aber weiter anwendet, so will man erst abwarten, ob die nach⸗ folgenden Früchte so gut gerathen als nach der Gipsdün⸗ gung.“ Wenn der Klee nach diesem Düngesalz eben so gut als nach der Gipsdüngung wächst, so werden auch die nachfolgenden Früchte gut darauf gerathen.— Wahrscheinlich besteht dieses Düngesalz aus den Ab⸗ fällen einer Salmiakfabrik, welche mir mein Freund Hr. Dr. Geitner schon vor 8 Jahren zum Versuch nach Po⸗ nitz sendete. Ist es so, dann wirkt hauptsächlich das da⸗ rin befindliche Glaubersalz günstig auf die Vegetation, die verbrannten Knochen aber nur wenig. Ich fand das Glaubersalz, in sehr geringer Quantität auf den Klee ge⸗ streuet, ungemein wirksam, es beförderte das Wachsthum so sehr als der Gips, der in viel größerer Quantität ange⸗ wendet wird. Holzasche. Mit der Holzasche düngen einige Altenburger die Wie⸗ sen, und Manche haben mir versichert, daß sie recht viel gewirkt habe, während Andere wenig Wirkung verspürten. Es kommt bei der Aschedüngung sehr viel auf den Boden und die Lage ber Wiesen an; auf trocken gelegenen Wiesen siht in usg d cheil an Aeet! herrlich man di sucht! der N stiher! suine N ien L 8 hm, shaffen hn WMw borigen Hiaktes Oun⸗ heflin Mun⸗ Walchis Man man es abi ob die nat⸗ ber Gpsdüs Hen so gut en auch die ius den Ab⸗ Freund Ht. ch nach Jo⸗ lich das da⸗ Vaetation, fand das n Klie ge⸗ achsthum iitaᷣt ange⸗ Hù Ve⸗ lecht diel Ispürten. Boden n Weesen mit sandigem Boden half mir in Ponitz die Aschendün⸗ gung gar nichts, während sie auf etwas feuchter gelege⸗ nen Stellen nichts als Klee und Wickengewächse, die sonst gar nicht da zu finden waren, hervor brachte. Die Holza⸗ sche ist übrigens eine zu theure Düngung, als daß sie sehr allgemein angewendet werden sollte. Torf⸗ und Braunkohlenasche. Auch die Torf⸗ und Braunkohlenasche wendet man jetzt in einigen Gegenden Altenburgs häufig zur Bedün⸗ gung der Wiesen, der Gärten und der Kleefelder mit Vor⸗ theil an. Der Bauer Nitzsche streuete auf den altenburg. Acker 12 Scheffel Braunkohlenasche und gewann danach herrlichen Klee. Hr. Oberpf. Klötz ner schreibt mir, daß man diese Asche auch zur Bedüngung der Kartoffeln ver⸗ sucht und sehr vortheilhaft befunden hat. So versucht der Altenburger alles, was sich ihm zum höhern Ertrag seiner Wirthschaft als vortheilhaft darbietet; er läßt sich keine Mühe verdrießen, wenn er nur die Wahrscheinlichkeit, einen Vortheil zu erreichen, vor sich sieht; und so gelang es ihm, auch Boden von mittler und sogar schlechter Be⸗ schaffenheit nach und nach zu einer hohen Fruchtbarkeit zu bringen. Seifensiederasche. Die Altenburger wenden auch die Seifensteberasche zur Bedüngung der Felder, doch nicht sehr allgemein an; sie ist nicht in zu großer Menge zu haben und im Verhält⸗ niß zu ihrer Wirkung zu theuer. Einige pflügen diese Asche vor der Wintersaat unter; Andere streuen sie auf den zur —— zPPPPPFTFTPTPT*cTc——— — XXX.— ——————— ... —— .. N ̃IIE E Saat gepflügten Acker, eggen sie mit dem Saamen zugleich unter und wollen so die meiste Wirkung dieser Düngung verspürt haben. Die Seifensiederasche muß sehr dick auf⸗ gefahren werden, wenn sie etwas verschlagen soll; und so erfordert sie neben einer hohen baaren Geldauslage auch viele Fuhren, weshalb sie nur in den Städten mit einigem Vortheil zur Düngung angewendet wird. Schornsteinruß. Auch diesen benutzt man im Altenburgschen sehr gut; nicht nur, daß in jeder Bauerhaushaltung der Schornsteinruß zur Düngung gesammelt wird, sondern man kauft ihn auch in den Städten auf; ich theile hier mit, was mir Hr. Gleitsmann aus Altenburg schrieb:„Wir haben hier auffallende Beweise von großer Wirkung des Schorn— steinrußes, worunter eine Menge Glanzruß sich gewöhn⸗ lich befindet, auf Klee und auf die därauf folgenden Früchte. In köbitz wohnt der Bauer Melzer, dessen Vater hat vor 40 Jahren, alle Jahr seinen Klee mit Ruß gedüngt, und hal Ernten gehabt, welche ihn und seinen Sohn, der es heute noch fortsetzt, und immer fort⸗ setzen will, in einen auffallenden Wohlstand versetzt haben. Alle seine Nachbarn haben mir gesagt, der Schornsteinruß hat diesen Mann reich gemacht.— Nun höre, wie Vater und Sohn verführen, ich habe diese Leute selbst gesprochen und mich genau nach allem erkundigt, und Beide theilten mir mit Vergnügen folgendes mit:“ „Einen altenburgschen Scheffel Land bedüngen wir mit bis 10 Schfl. Ruß, dadurch haben wir einen Klee bekommen, den wir 3 Mal gehauen haben, und jeder N in N ur O Bahert bringe Bauer shon Wing l sile u n aut 0 K n gh R nt st Dmgun Schru auf⸗ s u s hnd ah n mt inyn hh shr gut, choenstenruß u fauft ihn nnt, was mi „Vir haben ded Schort⸗ sich geröͤhn, f folgendn lset, dess nen He nit se ihn und immer fort⸗ scht haben. Horgsteinruß „Wit Vattt gesprochen Ue thasten ungen wir einen Kle und jeder Schnitt gab eine sehr reichliche Ausbeute. Hierauf ha⸗ ben wir Weizen gesäet und vortreffliche Ernten gemacht, darauf Gerste und wieder gut geerntet.“ „L Schfl. Ruß ist eben so gut als ein zweispänniges Fuder Mist. Wir kaufen den altenburgschen Schfl⸗ Ruß für 21 gGr. bis 1 Thlr.“ „Das Feld, worauf wir 10 Schfl. pr. Acker streue⸗ ten, ist schwerer als das, worauf wir nur 6 Schsi— brachten.“— Horn spane. Alle die Hornspäne, welche die nicht kleine Zahl der im Altenburgschen lebenden Horndreher liefern, werden zur Düngung angewendet. Doch wenden sie selten die Bauern unmittelbar selbst an, sondern die Horndreher bringen die Späne mit wenig Mist untermengt auf die Bauerfelder, und legen für sich Kartoffeln hinein, die schon herrlich darin gedeihen; aber der größeste Ge⸗ winn bleibt dem Feldbesitzer, denn die Stellen, worauf der Mist von den Horndrehern gebracht wurde, erkennt man mehrere Jähre durch den üppigern Stand der Früchte, und darum nimmt jeder Feldbesitzer sehr gern den Mist der Horndreher auf seinen Acker. Hühner⸗ und Taubenmist. Gewöhnlich werden zum Fastnachtstage die Hühner⸗ ställe und Taubenschläge fast in allen altenburgschen Hö⸗ ten ausgeputzt, der darin gefundene Dünger sorgfäl— tig gesammelt und auf die Wiesen, Kleefelder und Gär⸗ ten gestreuet⸗ Die alten Lehmmauern. Wenn alte Lehmmauern abgebrochen werden, so fährt der Altenburger den Lehm davon auf die Brache, läßt ihn von seinen Leuten klar schlagen, pflügt dann den Acker einige Mal und besäet ihn mit Weizen, wonach er reichliche Ernten gewinnt. Ich habe Weizen gesehen, wel⸗ cher keine weitere Düngung als alte Lehmmauern erhielt und durchaus nicht schöner stehen konnte. Die gute Wir⸗ kung dieses Lehmes von alten Mauern hält mehrere Jahre an, und dies bewog, besonders in frühern Zeiten, manchen Landwirth, alte Gartenmauern, die noch lange gestanden haben würden, abzubrechen, um sie als Düngung zu benu⸗ tzen. Vielleicht wurden die neuen Mauern weniger sorgfäl⸗ tig aufgeführt, weil sie doch wahrscheinlich dem nächsten Nachkommen wieder zur Düngung dienen würden. Wahrscheinlich ziehen diese Mauern, welche in der Regel nicht mit Kalk beworfen und benutzt sind, dün⸗ gende Stoffe aus der Atmosphäre an sich. Das Stroh, was in den alten Mauern enthalten ist, kann wohl dies Anziehen erleichtern, wird aber selbst wenig düngen, da es in zu geringer Menge darin vorhanden und gemeiniglich nicht verfault, sondern höchstens in Etwas verweset, oft ganz unverändert gefunden wird. Es ist dies ein wichtiger Gegenstand einer genauen chemischen Untersuchung. Ich fordere daher Herrn Gleitsmann hiermit öffentlich auf, sich an eine mög⸗ lichst genaue Untersuchung dieses Gegenstandes zu machen. Vielleicht findet sich in der Nähe von Altenburg ein Land⸗ wirth, welcher eine alte Mauer abbrechen läßt und den Lchm mai Wil te dav Folgen odet m Hände, rauf di nau mit Der Werden, besonder frͤher h in den n beute is Lohe des Mie Den Endsttage fihit, va Dir hubor he Ind Oam tiocken ge daet im 6⁰ Hefch Handlarte 00 er hor Zyn Er leden, 0 sih Dughe, Ii figt denn 0 n, wohach heshn, 0 mauern U Die Hute V„ mehtete d Ny lin, manch nge gestandz gung zu beny eniger sorgfi dem nachshz ürden. welche in d zt sind, di Das Sttoh i wohl dies Ngen, da et gemeiniglic rweset of ner genauet her Herrn ene mog⸗ zu machen ein Hnd⸗ It und de — 145— Lehm zur Düüngung anwenden will. Wenn Hr. Gleits⸗ mann diesen alten Lehm chemisch untersuchte, dann auf die Wirkung im Acker genau Acht hätte und uns die Resul⸗ tate davon mittheilte, so könnte dies gewiß von wichtigen Folgen seyn. Gewiß bieten Hrn. Gleitsmann einer oder mehrere seiner Zuhörer zu dieser Untersuchung die Hände, und theilen ihm alles, was sich mit dem Acker, wo⸗ rauf die Lehmdüngung angewendet wurde, zuträgt, ge⸗ nau mit. Teichschlamm, Modder. Der Teichschlamm kann nirgends so fleißig benutzt werden, als dies im Altenburgschen geschieht. Es giebt, besonders in einigen Begenden, viele Teiche, welche man früher hauptsächlich zum Fischziehen anlegte; diese werden in den neuern Zeiten nach und nach ausgefahren, die Aus⸗ beute ist oft groß, manchmal auch gering, je nachdem die Lage des Teiches ist, ob er viel oder weniger Zufluß hat. Viele Teiche sind so gelegen, daß alles Wasser aus den Landsträßen, Dörfern oder Viehtriften mancherlei hinein⸗ führt, was sich zu einem düngerreichen Schlamm ansetzt. Der Schlamm wird entweder, nachdem einige Zeit zubor das Wasser herunter gelassen var, auf Haufen und Dämme zusammen geworfen, und dann, wenn er ganz trocken geworden ist, im Sommer mit dem Keppkärren, oder im Winter mit dem Keppschlitten sogleich auf das Feld gefahren, oder wird durch Teichgräber meistens mit Handkarren aus dem Teiche heraus auf Haufen gefahren, wo er von dem Besitzer nach und nach auf die Felder ge— Schm. Erf. ar Th. K — 146— bracht wird; öfters fährt man mehrere Jahre darübtr und theilt ihn so auf mehrere Felder ein. Die Teichgräber nehmen dies Ausschlämmen der Teiche in der Regel in Accord, und bekommen oft für einen Teich, wenn er nicht ganz klein ist, eine sehr bedeutende Summe. Aber der dortige Landwirth scheuet keine Kosten, wenn er berechnen kann, daß er sie durch damit bewirkten höhern Ertrag seiner Felder nebst den Interessen wieder erhält. Man fährt auch oft im Winter den gefrornen Schlamm, ohne ihn erst zusammen zu werfen, mit dem Schlitten auf das Felb. Man bricht ihn zu diesem Zweck, so tief als er gefroren ist, mit Aexten, Radehauen und Brechstangen in großen Stücken aus, und fährt diese, so wie sie sind, auf das Feld; hier thauen sie im Frühjahr auf und zerfallen in Pulver, was sich sehr leicht aus— streuen läßt. Am fleißigsten fand ich bei dieser Arbeit fast alle Win⸗ ter die Einwohner des Dorfs Raitzen, was nahe bei Ronneburg an der Landstraße nach Schmölln liegt. Nahe am Dorfe ist ein großer Teich, welcher dem Landesherrn ge— höͤrt und, wo ich nicht irre, jetzt von dem Besitzer der Ronneburger Mühle erpachtet ist, der ihn aber alle Herbste ablassen und im Winter den Raitzer Bauern zum Ausfah⸗ ten des Schlammes überlassen muß. Es ist interessant, an einem Wintertage das rege Le— ben auf diesem Teiche zu sehen. Jeder Einwohner des Dorfs ist mit allen seinen männlichen Leuten und Gespann beschäftigt, große Massen gefrornen Schlamm auszubre— chen und aus dem Teich zu fahren; der Eine will die Zeit immer besser wie der Andere benutzen, um eine desto groö⸗ 6n Ih N gach, ‚ 6 Tei Rlätzen, Keppfa Menge lichst W fihrt de dim Ni nit der + u diese lasen, Letten Stanger bofefigt Iud das Man dast schen fand ich lch wir sraße, fihrt. nicht shr Rahlk, 5 fle vn A uihut ssh Ahte haulz min e Teih sireineg Lich bulinde Summ Kostn, vmn! lioiekten hoj hieder erhelt den geftotn: lifen, nit de bsm 3.t Wadihauen un fihtt des sein grah he licht au fast ale Vy was nahe l Hgt. M Hisherrn g. Besther di er alle Herdj zum Muofth das tene d Rwohner de und Gespanz m auszubs⸗ wil die desto. flere Fläche auf ein Mal mit Schlamm überfahren zu kön⸗ nen. Auf die nahen Felder fährt man den Schlamm so⸗ gleich, für die entferntern fährt man ihn aber in der Nähe des Teichs, vielleicht im Garten oder auf leer liegenden Plätzen, auf grose Haufen, um ihn dann im Sommer mit Keppkarren weiter zu fahren, und sich eine desto größere Menge Schlamm zu verschaffen und so den Winter mög⸗ lichst zu benutzen. Wer kein Gespann, oder doch keine Pferde besitzt, der fährt den Schlamm wohl auch mit dem Handschlitten aus dem Teiche, und dann auf Wagen mit Kühen, oder auch mit der Handkarre weiter. Das Wasser wird entweder in größere Teiche durch, zu diesem Zweck im Teichdamm angebrachte Rinnen abge— lassen, oder aus kleinen Teichen mit Mulden, welche an Ketten hängen, ausgeschöpft. Zu diesem Zweck sind zwei Stangen übers Kreuz eingegraben, woran oben die Kette befestigt ist. Die Schöpfmulden haben sehr lange Stiele, und das Ausschöpfen geht damit leicht und rasch. Rancher Schlamm hat den Acker sehr verbessert, und dazu scheint der Raitzer zu gehören, denn um Raitzen herum fand ich in der Regel sehr schöne Feldfrüchte. Wahrschein⸗ lich wird dem Teiche viel von der sehr frequenten Land— straße, und wohl auch mancherlei aus dem Dorfe zuge— führt. Aus manchen Teichen witkte der Schlamm auch nicht sehr viel, kaum daß er die Kosten, die er verursachte, bezahlte. In Hinsicht der Menge des Teichschlammes, welcher füe den Acker gefähren wird, herrscht keine Regel. Man richtet sich gewöhnlich nach den Erfahrungen, welche man K 2 von der Wirkung des Schlammes, den man fahren will, machte, oder schließt von einer Art Schlamm, die man aus der Wirkung, welche er hervorbrachte, schon kennt, auf die andere. Viele altenburgsche Landwirthe befähren auch die Wiesen mit Schlamm, der dann, wenn er reichhaltig ist, den Graswuchs trefflich befördert, gewöhnlich schlechte Pflanzen verdrängt und bessern aufhilft. Um den Schlamm auf den Wiesen zu ebnen, beeggt man, nachdem im Frühjahr der Schlamm gut ausgebreitet ist, die Wiese einige Mal übers Kreuz, und walzt sie dann ein oder zwei Mal.— Dies ist das Wiesen verjün⸗ gen, was ber Herr Prosessor Pohl in einem eigenen Werke beschreibt. ————— Am th wodurch anderer fir etba git det und sih Erde fl 66 B. in Gegende andern d Gegend helrithen, andtet& stet. So Mhe de ihtes E in der G dele es a W. au; e Gegen Mun b+ Hs an fahrn ul damm, dienn „ schon kam ren auch dj Aleichhath g hnlich schthh chnen, Hay ausgebrein walit sie dan senverjhüh einem eigenn * 1 49—— Neunter Abschnitt. Das r deefah r e. n. Am thätigsten zeigt sich der Altenburger im Erdefa hren wodurch er sich in der That auch sehr gegen die Bauern anderer Gegenden auszeichnet. Er hält dieses Geschäft für etwas sehr Wesentliches bei dem Landbau. Daher gilt der für einen schlechten Wirth, ber zwei Pferde hält und jährlich nicht wenigstens 1000 einspännige Karren Erde fährt. Es wird freilich in andern Gegenden Obersachsens, z3. B. im Voigtlande, bei Neustadt an der Orla, in einigen Gegenden Thüringens, an der Saale, bei Osterfeld und bei andern Orten mehr, Erde gefahren, aber gewiß in keiner Gegend so allgemein und von allen Lanbwirthen so stark betrieben, wie im Altenburgschen. Vielen Landwirthen andrer Gegenden dienten hierin die Altenburger als Mu⸗ ster. So führte mein Vater, welcher viele Jahre in der Nähe der Altenburger wirthschaftete, und die Vortheile ihres Erdefahrens gründlich kennen gelernt hatte, dasselbe in der Gegend zwischen Jena und Roda ein, denn er wen⸗ dete es auf den von ihm erpachteten Gütern Gleina u. s. w. an; einige, wenn auch nicht sehr viele Landwirthe je⸗ ner Gegend machten es ihm nach. Meine Brüder brachten das Erdefahren in die Gegend bei Köstritz und Gera, indem sie es auf dem Gute Stein⸗ — 159— brücken sehr stark anwendeten, und dies Gut schon da⸗ durch sehr verbesserten. Einzelne Landwirthe andrer Gegenden werden viel— leicht dies Erdefahren mit demselben Eifer als die Alten— burger anwenden, aber im Altenburgschen hat jeder Bauer — einzelne Ausnahmen zugegeben— regen Eifer für dies Geschäft. Es ist mir freilich auch keine Gegend bekannt, in wel⸗ cher das Erdefahren nützlicher wäre, als dies wirklich im Altenburgschen der Fall ist. Das Ländchen besteht, wie ich schon sagte, aus lieinen muldenförmigen Thälern und aus vielen Hügeln mit sanften Abhängen, und es ist daher ganz natürlich, daß von der Ackerkrume viel durch das Wasser von der Höhe in die Tiefe geführt wird, und es leuchtet der Nutzen, den das Hinauffahren dieser abgeschwemmten Erde bringt, sehr hervor. Das Wasser schwemmt gewiß zuerst die bessern Theile der Ackerkrume, den Humus und aufgefahrnen Mist herunter, und dieser würde in der Tiefe zum großen Theil verloren gehen, sobald er so hoch auf⸗ geschwemmt ist, daß ihn die Pflanzenwurzeln im Untergrund nicht mehr erreichen können. Aber die Altenburger fahren nicht allein die Erde aus der Tiefe nach der Höhe, sondern sie fahren auch von Zeit zu Zeit die Vorbeete(Angewände) einen Stich tief ab auf die ärmsten Stellen des Feldes. Dies bringt nicht allein im Altenburgschen Vortheil, son⸗ dern würde auch in der ganzen Ackerbau treibenden Welt Nutzen gewähren. Man sehe nur die Vorbeete, welche noch nie abgefahren sind, an, ob sie nicht gemeiniglich um vieles höher als die Längenbeete sind? Oft sind sie so hoch, daß der Pflugführer kaum den Pflug einsetzen kann, and ghl Oise L 1 0 luti Mug U Etde de sst, ode wähten Mügtr „an, da 0feun shon di heingt! sondern fucchen der in! deutend hilet Y S˙ liher Nn fahren u witd; auch al fruchtb fie die llingen, bes, h. der stuc Um n d — 151— schoy V und genöthigt ist, das Vorbeet immer breiter anzulegen. aln Diese Vorbeete wurden nicht allein durch die vom Wasser bu biel in den Beetfurchen herbeigeführte Erde erhöht, sondern Nn hauptsächlich durchs Pflügen. Jedes Mal, so oft der sn Sun Pflug an das Ende des Feldes kommt, hängt eine Menge Ese fir die Erde daran, um so mehr, wenn die Ackerkrume thonreich ist, oder feucht gepflügt wird; diese angehängte Erde fällt lant in t während dem Umkehren entweder selbst ab, oder wird vom s wiflchin Pflüger mit der Pflugreitel abgeputzt. Nimmt man nun beseht, nit ih an, daß im Durchschnitt jährlich drei Mal gepflügt wird, Hlan und aus so kann man leicht beurtheilen, daß binnen 12 Jahren st behe ganz schon die Vorbeete sehr erhöht werden müssen. Diese Erbe ch dab Vastr bringt nicht allein obenerwähnten Nachtheil beim Pflügen, Id e luchttt sondern sie hindert auch noch den Abfluß des in den Acker⸗ Heschwemmten furchen herunterlaufenden Wassers, und dies bleibt entwe⸗ wennt geß der im Felde stehen, und die Früchte müssen auf einer be⸗ Hunus ind deutenden Fläche ersaufen, oder das Wasser kann nur mit i der Lae vieler Mühe weggebracht werden. so hoch al So kann es auch Vortheil gewähren, wenn ein auf Iengtund einer Anhöhe liegendes Vorbeet einen Grabstich tief abge⸗ Iget sahten fahren und die Erde auf eine arme Stelle hingebracht 9, sudern wird; denn wenn das Vorbeet zu hoch wird, so wird auch auf der Anhöhe das Pflügen erschwert, und ein Theil 5 Hebe fruchtbarer Erde liegt unbenutzt da, weil si höher ist, als auhh sn, für die Gewächse nöthig ist, und sie wird mehr Nutzen Ihe Wit bringen, wenn ein Theil davon auf arme Stellen des Hl⸗ , vllhe des, wo vielleicht das Wasser nach und nach einen Theil 1.9— der fruchtbaren Ackerkrume wegnahm, gefahren wird. 0 Um die Erde, welche von den höher liegenden Thei— sthen kann len der Felder herabgeschwemmt wird, aufzufangen, sind e — ——?....... IIN — ———— —. —. IIIIIII.... .— N 3 I * DDEEEE — 152— an den tiefsten Stellen aller Feldstücke Schlamm⸗ oder Erdfänge angelegt. Gemeiniglich finden sich diese Schlamm⸗ löcher an der tiefliegenden Ecke eines Feldstücks, oft sind sie am Raine des Feldes 5 bis 6 Fuß tief, laufen aber nach dem Acker hin nach und nach an, damit weit herein gepflügt werden kann und das Ausfahren dieser Löcher er⸗ leichtert wird; meistens bilden sie ein Dreieck, dessen läng⸗ ster Scheukel flach nach dem Acker zu ausläuft. Die Lo⸗ cher richten sich nach der Größe ber Ackerfläche, von wel— cher sie das Wasser sammt der mitgeführten Ackerkrume aufnehmen sollen, sie sind daher bald großer, bald kleiner. Nach diesem Erdfang zu werden nun mehrere Querfurchen, gewöhnlich nach jedesmaligem Pflügen und nachdem die Bestellung des Ackers beendigt ist, auf dem Feldstück, so weit es Fall nach diesem Loche zu hat, gepflugt und sorg⸗ fältig ausgeschäufelt. Die mit dem Wasser zugleich mit weggeführte Ackerkrume setzt sich im Erdfang, auch wenn er nicht alles Wasser aufnehmen kann, denn es findet doch ein Stillestand statt. Viele dieser Erdfänge füllen sich in 3 Jahren voll Erde; sie füllen sich um so schneller, je stei⸗ ler der Acker liegt, je öfterer die Ackerkrume durch Pflügen gelockert wird, und je mehr starke Regengüsse nach starker Auflockerung statt fanden. Bis jetzt sprach ich von dem Fahren der Erde, welche jedem Stück Feld eigenthümlich angehört, doch fahren die Altenburger sehr gern, wenn es ihnen nur irgend möglich ist, auch Humus enthaltende Erde auf ihren Acker, die ihm vorher nicht angehörte, und vermehren auch so, oft mit vielem Vortheile, die Fruchtbarkeit der Ackerkrume. V den fie saßg tel Filig au Ihröbe Erde, geschtoet nach det Dise E sondern Ettben R haben, schont, Erde ue umsichto shabet, ligends uge Zol guten Ei narbe · dnn de Nas an, nd nah Aschah, nit xrs chlamm, In let Schlann itd, u ssb Hlufn che nit wit henn list liher z . desin sin juft. Oreh ihe, hon ul. Mfekrunt holb lint Querfurchen, nachdem di Fldsück se t und sotg⸗ hugleich mit auch wenn findet boch llen sich in cler, je stki ch Pflügen luch statker be, welche fohten die b moglich lcker, die so, ost tlrume. — 153— Der Altenburger hat überall, wo sie nöthig sind, auf den Feldern und Wiesen, Gräben angebracht, welche er fleißig reinigt, und die hieraus gewonnene Erde wird sorg⸗ fältig auf den Acker gebracht. Auch die aus den Stra⸗ ßengräben geworfene Erde wird auf die Aecker gebracht. In vielen Thälern finden die Altenburger an mehrern Stellen, welche ihrer Lage nach weder als Wiese noch als Acker oder Garten benutzt werden können, humusreiche Erde, die stit Jahrhunderten von den Höhen zusammen geschwemmt wurde, und deren Reichthum sie gewöhnlich nach den darauf wild wachsenden Gewächsen beurtheilen. Diese Erde können gute Wirthe nicht unbenutzt liegen sehen, sondern sie bringen sie nach und nach auf die ärmern Stellen ihres Ackers. Aber auch Wiesen, welche tiefer humusreichen Boden haben, als die Graswurzeln eindringen, bleiben nicht ver⸗ schont, sondern von vielen wurde ein Theil der reichen Erde weggenommen und auf den Acker gefahren. Der umsichtsvolle Wirth sucht dies, ohne daß er der Wiese schadet, zu bewerkstelligen. Er schält nämlich mit einem eigends dazu verfertigten Handinstrument den Rasen ei— nige Zoll tief ab, nimmt so viel von der unten liegenden guten Erde weg, als, seiner Beurtheilung gemäß, die Gras⸗ narbe entbehren kann, fährt diese auf seine Felder, breitet dann den Rasen auf die Wiese hin, schlägt denselben et⸗ was an, oder walzt die Wiese mit einer schweren Walze, und nach kurzer Zeit, wenn diese Operation im Frühjahr geschah, wächst das Gras eben so gut, als wenn nichts mit der Wiese geschehen wäre. Vielleicht ist es manchem Leser lieb, wenn ich das er⸗ wähnte Werkzeug, den Rasenschäler, und das ganze Verfahren mit demselben genauer beschreibe. Der Rasen⸗ schäler hat einige Aehnlichkeit mit der eisernen Schaufel, nur endet seine Schneide in einer Spitze und bildet vom Oehr ein gleichschenkliches Dreieck. Es hat gleich der Schaufel einen etwas gekrümmten Stiel. Soll zur Arbeit geschritten werden, so schneidet vorerst ein Mann mit dem Spaten die Rasennarbe in Streifen, welche so lang sind, als die Erde von der Wiese weggefahren werden soll, ge⸗ wöhnlich die Wiese quer durch. Ein audrer Arbeiter schnei⸗ det mit dem Rasenschäler die Streifen unten los, so tief, daß wenig Graswurzeln beschäbigt werden; zu gleicher Zeit rollt ein dritter Arbeiter, was ein Junge von ohnge⸗ fähr 14 Jahren seyn kann, den abgeschnittenen Rasen vor dem Rasenschäler her in Ballen auf. Diese Ballen bleiben nun zur Seite der Wiese neben einander liegen, bis die überflüssige Erde von der Wiese genommen ist. Sobald die unter dem Rasen gelegene Erde, so tief als es für zweckmäßig gehalten wird, abgefahren, und die Fläche gehörig und sorgfältig geebnet ist, werden die Bal⸗ len wieder aufgerollt und auf die abgefahrne Fläche sorg⸗ fältig ausgebreitet, angeschlagen oder überwalzt; kommt bald darauf ein warmer Regen, so wächst der Rasen sehr bald wieder an und zusammen, und keine Fuge bleibt sicht⸗ bar. Fleißige Wirthe begießen auch wohl den Rasen, so— bald er wieder ausgebreitet ist, einige Mal, und sind dann um so sichrer, daß keiner vertrocknet, sondern bald grünt. Auf Wiesen, welche keine gute Grasnarbe haben, vielleicht zu hoch und trocken liegen, auf welchen aber doch n Ubn ust W I t fult/ v Venn u noch gu die Fal Kleesaat Ertrag um etth und die Besen D„ Vahtel fatern Gemein der 3 Hitten diesen parten sihten ft scht hun N posthau itgend Rlllcht lͤlich t fach h⸗ bumirgt thbet ich daß, dab ganze Dir Rasen⸗ Scaufel ohiet tom it gach de zur Ntht ana mit den %oang soh Wden sal, g, chaktt shye⸗ 6 fy tif, II glächt boh ohnge unen Rasen Dise Bulen er igeh h fs Iide/ so tif dth und die n die Dab Hläche srgz t konnt Rasen sch hleht sht Rasen, so⸗ sind dann ld grünt. e haben, abet doch —5 155 EE ein Ueberfluß an guter Erde liegt, wird der Rasen nicht erst abgeschält, sondern auf Dämme geworfen, welche man ein Jahr und länger liegen läßt, damit der Rasen ver⸗ fault, worauf er dann auf die Felder gefahren wird. Wenn unter dem ersten Stich, den man auf Dämme warf, noch gute Erde übrig ist, so fährt man diese sogleich auf die Felder. Die Wiese wird dann gepflügt, mit Hen⸗ und Kleesaamen und Hafer besäet, worauf sie oft viel mehr Ertrag giebt, als sie früher gab. Ihre Oberfläche wurde um etwas erniedrigt, sie hält sich vielleicht nun feuchter, und die Grasnarbe ist im Ganzen durch das Pflügen und Besäen mit Klee⸗ und Grassaamen verbessert. Viele Gemeinden besitzen noch gemeinschaftlich eine Viehtrift, worauf Schweine, Schafe ꝛc. ꝛc. auf die ent⸗ ferntern Grundstücke vielleicht Jahrhunderte gingen, oder Gemeinde⸗Anger, die den Schweinen und Gänsen während der Zeit, wo kein Acker leer liegt, unter Aufsicht des Hirten zum Aufenthaltsorte am Tage dient, indem man diesen Thieren freie Luft genießen lassen will, aber keinen aparten Hof besitzt. Von diesen Triften und Angern fahren fleißige Wirthe ebenfalls von Zeit zu Zeit die oft sehr humusreiche Erde ab auf ihre Felder. Ich sah auch thätige Wirthe, welche eine Art Kom⸗ posthaufen auf folgende Weise anlegten: sie schafften von irgend einer Stelle, außer⸗ oder innerhalb des Hofes, vielleicht von einem Hügel, der in irgend einer Art hin⸗ derlich war, Erde in die Nähe der Jauchenlöcher auf flache Haufen mit einer muldenförmigen Oberfläche, und vermengten die hinzugenommene Erde mit altem Kalk von abgebrochenen Mäuern, mit Hühner⸗ und Taubenmist, mit P—— ‚PFF——m‚‚‚—..—— 2—— —— 4 NN 4— ESN — 2.·— ————— — II IF— — 156—. Auskehrig, Laub ꝛc. Auf diese Haufen ließen sie nun, besonders im Sommer hindurch, wenn der trocknen Hitze halber, die Jauche nicht auf die Kleefelder oder in den Gra⸗ segarten gegossen werden durfte, diese ausschöpfen und gleichmäßig vertheilen. Auf diese wird gemeiniglich auch später gesammelter Auskehrig, die Abfälle vom Schlachten und dergl. mehr, auch vielleicht das Laub aus dem Gar— ten geworfen. Manche lassen diese Haufen von Zeit zu Zeit einige Mal umschaufeln und so das Ganze mehrere Mal mengen. Dieser Hompost giebt dann ein herrliches Verbesserungsmittel der Felder ab. Aus ihren Schafställen, welche in der Regel ungepfla⸗ stert sind, nahmen einige, einen Stich tief, die oft reich ge⸗ schwängerte Erde weg und fuhren sie auf den Acker. Zuweilen fährt auch wohl ein Altenburger bloß Erde auf seine Felder, um die Ackerkrume mechanisch zu verbes— sern, so sah ich Lehm auf Sand⸗ und Grundfelder fahren. Man kennt genau an den Früchten diejenigen Felder, welche einen fleißigen Erdefahrer zum Eigenthümer haben, sie zeichnen sich besonders durch die schönen langen Aehren und durch den gleichen Stand der Gewächse aus; man sieht keine leeren Flecke, worauf die Gewächse ersoffen sind, und auch keine sogenannten Schwindstellen. Mancher Acker wurde durch zweckmäßiges Erdefahren auf mehrere Jahre dauernd, vielleicht auf immer verbessert. Ich selbst habe in Ponitz sehr viele Erde fahren lassen, und manchem Feldstück däourch zwei bis drei Körner pr. Acker mehr abgewonnen; ich kenne daher den hohen Werth des zweckmäßigen Verfahrens aus eigner Erfahrung ganz genau. 0 9 Hese Mt H. sahten, hänger werden bessert lichset snd d hoht u Roßen wie et wirthe schn, feißig Dr.. nicht überfl sundern dun ge Idet f heißt Hfahr ben, d niwmt ss. ud nn sir ä— 157— in sse nnn, ehen 0 Ich bin sehr überzeugt, daß man in vielen Gegenden, denGrs wo dieses Erdefahren noch gar nicht angewendet wird, in Wösn und dieser Hinsicht diejenigen Altenburger, welche zweckmäßig ver⸗ uusih auh fahren, zum Muster nehmen könnte. Wo ah keine ab⸗ etuhn hängenden Felder sind, können keine Erdfenge angelegt 6 vn Gn⸗ werden, doch wird überall Erde, woburch die Felder 915 am it bessert den könnten, zu finden seyn. Am allergewohn⸗ Mynchrn lichsten könnte 27 Abfahren der werden, diese whenth sind durchs Pflügen und vom Wasser in er Sigend er⸗ höht worden, und mancher Kärren Erde liegt zu viel, zum Wuno großen Schaden des Eigenthümers, daraul. 5 Bis jetzt häbe ich bloß vom nützlichen Erdefahren, so gstuh g wie es viele und die einsichtsvollsten altenburgschen Land— 4 wirthe betreiben, gesprochen, es wird nun auch nöthig loßEecr seyn, daß ich des Schädens erwähne, den sich so mancher Wubahl fleißige Wirth durch zweckwidriges Erdefahren herbei führt. r fahten. Dr. Schweitzer sagt:„Viele Landwirthe begnügen sich gen helber nicht mit der Regel— man nehme die Erde da, wo sie nir hahen, überflüssig ist, weg, und bringe sie dahin, wo sie fehlt,— in Achten sondern seitdem unter ihnen das Erdefahren gleichsam zum uο man Ton geworden ist, und es für den Maßstab einer guten offen sind, oder schlechten Wirthschäft genommen wird; denn häufig heißt es:„das ist ein rechter Wirth, der hat rechte Erde erdefahten gefahren,“ es wird nicht selten solcher Unfug damit getrie⸗ herbesstt. ben, daß man sich nur darüber ärgern kann; denn gar ost ssen, und nimmt man die Erde weg, wo sie keinesweges überflüssig pr. Aker ist, und bringt sie dahin, wo sie nicht durchaus nöthig ist; gerth des ja man schält häufig gute, ebne Wiesen, und verdirbt sie ing ganz für lange Zeit, um nur rechte Erde fahren zu können. Ich könnte von der unverständigen Anwendung dieses nutzbaren Verfahrens mehrere Beispiele anführen; aber es mag einstweilen mit zweien abgemacht seyn, die mir be⸗ sonders nahe liegen. 1) An der Straße von Ronneburg nach Altenburg, nicht fern von köbichau, hat ein Bauer rechts ein Stück Feld, das sich sanft nach dem von Poster⸗ stein nach Nöbdenitz hinlaufenden Grund hinabzieht. Die untere Angewand ist abgefahren, und ich finde das recht gut, aber nun fährt der Mann auch noch die obere, die keinesweges überflüssige Erde hat, und auch noch ein Stück des daran stoßenden Feldes weg, und zwar hin auf die Mitte desselben, wo sie gar nicht nölhig ist, und wird nun mehrere Jahre hindurch auf dem abgefahrnen Stück keine ergiebige Ernte erzielen, ja, wenn er nicht etwa wieder dichte Erde darauf hinfährt, glaube ich kaum, daß in 20 Jahren dieser Schaden wieder gut gemacht ist. 2) Von Mansdorf nach Posterstein zieht sich ein Wiesengrund hin, durch den ein Bächelchen fließt; würde dieser rechts an den Hügel hingeleitet, so ließen sich herrliche Wässerungs⸗ wiesen anlegen, die in dieser futterarmen Gegend sehr heilsam seyn würden. Aber was geschieht? die Wiesen werden seit einigen Jahren geschält und durch große, der Erde wegen, hineingegrabene Löcher ganz uneben, und zum Theil tiefer gemacht, als der Wasserspiegel des Bachs. Die Folge davon ist, daß sämmtliche Wiesen ruinirt wer⸗ den und versumpfen. Es wächst schon jetzt gar kein gutes Gras mehr darauf, sondern statt dessen Weiden, Binsen ꝛc. und es ist kaum eine Möglichkeit vorhanden, daß ohne ungeheuren Kraft⸗ und Kostenaufwand hier je wieder gute Wiesen werden können, und so bleibt dann, wenn endlich sämmliche gute Erde weg auf das Feld gefahren lst, fast nich l Hoss unhen. Es ugroße großen ge wolche werden solle Roße? Hen, g fahrin anrech Erde fomm hen, rigst yo sie auf die daß da Dag oitle Ackrkk bersche I 3f Erde a jahur. din dul da gu ihien; 6 die mir h Ronnebun l ein Bauh bon Poss Hlaht. d de dab us ie obere, Y noch sh var Hin auj und with nen Stüd nicht etyrs faum, daß cht ist. 3 Diesengrund) eser rechts Isserungo⸗ end seht Wiesen loße, der und zum 3 Bachs nitt wer⸗ ein gutes „Binsen aß ohne der gute rendlich 1 fof nichts übrig, als ein nutzloses Grundstück, das mit leichten Kosten zur üppigsten Fruchtbarkeit hätte gebracht werden konnen.“ Es ist natürlich, daß unter so Vielen Mancher aus all⸗ zugroßem Eifer zuweilen Mißgriffe thut, und dadurch sich großen Schaden zufügt, aber dieser Schäden ist im Ganzen zu geringfügig, als daß er, gegen die großen Vortheile, welche im Altenburgschen durchs Erdefahren herbeigeführt werden, abgewogen, die Wagschale merklich sinkend machen sollte. Auch ich lernte einige thätige Bauern kennen, die eine große Menge Erde während der Zeit, als sie ihr Gut besi⸗ tzen, gefahren haben, und später wenig oder keine mehr zu fahren hatten. Doch sie würden sichs für eine Schande anrechnen, wenn sie nur ein Mal in einigen Jahren keine Erde führen, es mußte daher Erde gefahren werden, sie komme her, woher sie wolle. Sie nahmen z. B. noch ei⸗ nen, auch mehrere Spatenstiche tief die Erde an den nie⸗ drigstgelegenen Vorbeeten und Enden der Ackerbeete weg, wo sie kurz vorher schon dasselbe thaten, und fuhren solche auf die Höhe. Dädurch machen sie die Vorbeete so tief, daß das Wasser in den Beet⸗ und Querfurchen zu viel Zug dahin bekommt, und so nahe an den Vorbeeten viele Fuß tiefe Löcher einreißt und an vielen Stellen alle Ackerkrume mit fortnimmt. Wollten sie sich neue Arbeit verschaffen, so erreichten sie freilich sehr vollkommen ih⸗ ren Zweck; denn im nächsten Jahre ist oft viel mehr Erde an den tiefsten Stellen des Feldendes, als sie weg⸗ fuhren. Aber leider zogen sie sich mannigfaltigen Scha— den durch diesen übel angebrachten Fleiß zu. Oft wurde das auf dem Halm stehende Getreibe mit fortgerissen und — 100— verschlemmt, schlechte Erde zu häufig mit der guten ver⸗ mischt. Natürlich fuhren sie, da sie zu tief gingen, schlechte, rohe Erde von den Vorbeeten auf die Höhe, und diese kam hier oft so dick zu liegen, daß dadurch ein großer Theil der bessern Ackerkrume vergraben und die Oberfläche wenigstens auf einige Jahre sehr verschlechtert wurde. Solche Mißgriffe werden aber gewiß im Altenburg⸗ schen immer seltener werden, da die Kultur in diesem Ländchen immer höher steigt, und man deshalb dort das Wahre immer mehr und mehr kennen lernen wird. Die Altenburger, welche leere Brache haben, fahren ihre Erde größtentheils nach der Gerstensagt, vor der Mistfuhre und vor der Heuernte, auf die Brache; aber es wird auch im Herbste und oft auch im Winter mit Keppschlitten Erde gefahren. Im letztern Fall ist sie ei⸗ nen oder wohl auch einige Sommer vorher in Dämme geworfen worden, damit sie leichter im Froste ausgebro⸗ chen werden kann. Die meiste Erde wird in einspännigen Keppkarren ge⸗ fahren und mittelst breiten hölzernen Grabscheiten aufgela⸗ den. Nur die Kuhbauern fahren mit grädrigen Keppkar⸗ ren, da sie die Kühe nicht einspännig brauchen können. Daß dies Erdefahren der Altenburger kein Mergeln ist, wird aus dem, was ich hier darüber bereits gesagt habe, klar, und man wird sich überzeugen, baß es ganz et⸗ was anderes als das Erde⸗ oder Lehmfahren der Holstei⸗ ner ist. deste Ma butgscheh gen Land legt hab. seyn kon hätte en aus Get Großbat ben Meh vondest. hett, as 5 d 61 Gaded v Furchen! gern übe denen ich Ulhheg Vol A Hegent die Meste Nahurreh bratt V Echm, Eif gluken hir if gingen, de Hohs an Zehnter Abschnitt. und die vrshehtn Bestellungdes Ackers im Allge⸗ meinen. Merbuth Ackerbeete. in diesan ů bant deß Man findet schmale, mittle und breite Beete im Aten⸗ 10 burgschen. Früher mag wohl der größere Theil der dorti⸗ h, fahre gen Landwirthe ohne Zweck und Plan die Ackerbeete zun⸗ ——24 legt haben, denn ich habe schmale gefunden, wo sehr Weile ů—a seyn konnten, und da breite, wo die Anlage schmaler Beete 600 hätte entschuldigt werden können. Die meisten behielten n. aus Gewohnheit die Form der Beete bei, welche schon beim Großvater gewöhnlich war. Aber in den neuern Zeiten ha— 51565 ben Mehrere die ehemaligen schmalen Beete in breite ver⸗ aucgebo wändelt. So sand ich 1806 in Ponitz kein einziges Acker⸗ beet, was über 8 Furchen breit war, viele enthielten nur rren ge⸗ 5 und 6 Furchen. 5 Jahre später habe ich in derselben aufgela⸗ Gegend viele Ackerbeete angetroffen, welche aus 12 bis 20 Lappirr Furchen bestanden. Ich habe mich oft mit den Altenbur— Innen. gern über diesen Gegenstand unterhalten, und allen, mit Mergelg denen ich darüber sprach, leuchteten die von mir angege⸗ gst benen Vortheile der breitern Beete auf Boden, wie wir in Linn der Gegend um Ponitz zu bewirthschaften hatten, ein, und Holste die Meisten veränderten nach und nach ihre Ackerbeete; Mehrere verwandelten wenigstens die ganz schmalen in mit⸗ telbreite Beete. Schm. Cef. àAr Th. —wÄm:s. —— 2* l IIII — —. — 2— =. —+ — 162— Zwischen Altenburg und Zeitz, in der Pflege Monstab, waren schon lange breite Beete gewöhnlich, ich sahe sie da von 30 Furchen breit. Bei den umsichtsvollsten Wirthen fand ich immer die breitesten Ackerbeete. Dr. Schweitzer sagt, daß in der Gegend Reuß, Rückersdorf, Haselbach ꝛc. die Ackerbeete häufig so albern gepflügt und in der Mitte so hoch hinauf getrieben sind, daß in den Furchen gewöhnlich nichts steht. Abermals ein Beweis, daß diese Gegend gegen die andern Theile des al⸗ tenburgschen Länbchens sehr in der Kultur zurück steht, denn um Gößnitz und Monstab herum fand ich den mei⸗ sten Acker mit vieler Sorgfalt und Accuratesse gepflügt. Die schmalern Beete waren da wohl mitunter etwas sehr gewölbt, doch die breiten Beete fand ich in der Gegend Monstab ohne alle Wölbung. Das Pflügen. Ich kann mich nicht erinnern, daß ich bei einem Al⸗ tenburger eine Anhänglichkeit an eine bestimmte Zahl des Pflügens zu der oder jener Frucht bemerkt hätte. Alle Al⸗ tenburger, die ich habe kennen lernen, pflügten zu jeder Frucht, so oft es ihnen den jedesmaligen Umständen ge⸗ mäß gut dünkte; so wurde in einem und demselben Jahre von Einem und demselben ein Theil der Kleestoppel drei Mal und der andere Theil nur ein Mal zu Weizen ge— pflügt. So sahe ich den Einen in manchem Jahre den Acker vier Mal zu Kartoffeln, und wohl gar fünf Mal zu Kraut und Rüben pflügen; aber in einem andern Jahr pflügte er auch wohl das zu Kartoffeln bestimmte Stück Feld nur zwei Mal.— Gute Wirthe pflügten lieber ein WI vah he ufig at u mögen ben u was uge nas dette, sache! sen ur falt Mim der nicht babei dere Habst Wäte! fen he keicht 9al 6 uft 9 Jurch Hurch Nonsth sche ste d in Vithen Rnd Ruß, fih sy aben etlben ssy mals h Hll ded ab Mck seh, 9 des mei— se Repfiögt ie was sche det Ggelh bel inen N. ahl des 1u. Ale A/ en zu seha standen g lben Ahn WIpptl Weisen ge hte dis uf Mal i6 abern Jaht umte Stl Uber — 163— Mal mehr als ein Mal zu wenig. Unreine, besonders et⸗ was verqueckte Felder werden von fleißigen Wirthen so oft gepflügt als dies nur möglich ist, und oft dazwischen ge⸗ eggt und die Quecken abgeharkt. In den Kriegsjahren mögen viele Ausnahmen von der Regel statt gefunden ha⸗ ben und mitunter der Acker wenig gepflügt worden seyn, was dem dortigen Ackerbau einen bedeutenden Schaden zugefügt haben soll. Hierzu kam noch die außerordentlich nasse Witterung, wodurch der Acker um so mehr verwil⸗ derte, und dieses zu sammen ist wohl mit Recht als Ur⸗ sache des außerordentlichen Mißwachses, welcher in Sach⸗ sen und andern Ländern statt fand, anzunehmen. Die Meisten halten darauf, daß jedes Mal mit Sorg— falt gepflügt wird, und kein Streifen ungerflügt bleibt. Beim Anfahren der ersten Furchen wird gewöhnlich mit der zweiten Furche die erste untergriffen, damit darunter nichts ungevft ugt liegen bleibt. Beim sogenannten Balkenstreifen ist dies aber anders; babei wird zweckmäßig immer eine Furche breit um die an⸗ dere ungepflügt gelassen. Gewöhnlich geschieht das im Herbst quer über die Beete, und der Acker sieht aus, als wäre er mit Balken belegt. Man wendet dies Balkenstreie fen hauptsächlich zur Vertilgung der Quecken an, und er⸗ reicht oft diesen Zweck recht gut. Der Altenburger sucht eine Ehre darin, recht gerade, egal breite Furchen zu pflügen, und daher sieht ein frisch gepflügter Ackar recht erfreulich aus. Man hält in der Regel beim Pflügen keine breiten Furchen, ohnerachtet mit dem thüringer Pfluge sehr breite Furchen genommen werden können. Man glaubt, schmale 2 . ————————— R.+.— ENN 9—.— 88 — 8 E ISISSSSS 7 I‚‚ñ——‚..———3 —... SIIRIRIRIRIRIIIIIIIe — 164— Furchen sind dem Acker gedeihlicher als breite. Doch wer⸗ den wohl zuweilen Ausnahmen gemacht. Aber unmittel⸗ bar vor der Saat werden bei guten Wirthen alle Mal schmale Furchen gehalten; besonders wird die Kleestoppel gewöhnlich in schmalen Furchen, kaum 5 Zoll breit, um⸗ gepflügt. Die Meisten lassen den gepflügten Acker, der noch nicht besäet, sondern noch gepflügt werden soll, eine Zeit lang in rauher Furche liegen, bevor sie ihn beeggen, damit dann die Egge das aufgelaufene Saamenunkraut desto besser vertilgen kann. Das Eggen. Es wird entweder quer, oder schräg über, oder in die Lange, nie rund, geeggt. Man eggt so oft, als man es dem Acker für zuträglich hält, gemeiniglich ein oder einige Mal über das Kreuz. Hat der Acker einige Zeit in rauher Furche gelegen, so eggt man gewöhnlich zuerst quer über und dann die Länge, frisch gepflügten lockern Acker beeggt man aber meistens zuerst die Länge und dann die Quere, weil die Egge bei der lockern Ackerkrume zu tief in die rauhen Furchen einsiele, wenn zuerst in die Quere geeggt würde. Doch sieht man dies tiefe Einfallen, wenn es um die Vertilgung der Quecken zu thun ist, auch gern, und dann eggt man zuerst in die Quere, nur fällt es wohl nie vor, wenn schon der Saamen aufgestreuet ist, weil dieser zusammen, und in die Beetfurchen geschleppt, auch wohl derselbe zu tief in die Erde geeggt wird. Muer Ifuug, 10 feh Zu d ause Reger desto Hanbur chen u IK ih Früc den Oas — E hih o die M hen, beuge Veg Schal der hi nithi, Mafun Mser Masent 165— Doch hih umiett Die Wasserfurchen. ale Pal Ist ber Saame sorgfältig eingeegt, so nimmt der Heppd Bauer die Pferde beim Kopf, und der Knecht führt den hult, un. Pflug, um gemeinschaftlich die Quer⸗ oder Wasserfurchen zu ziehen, die gewöhnlich äußerst zweckmäßig angelegt sind. Zu diesem Zweck beobachtet der einsichtsvolle Bauer oft dahnich auf seinen Felbern den Lauf des Wassers während dem aitlnng in Regen oder Thauwetter, um in Zukunft bie Wasserfurchen unnit dann desto zweckmäßiger anlegen zu können. Den mehrsten al⸗ sso besit tenburgschen Landwirthen ist das Anlegen der Wasserfur— chen mit das wichtigste Geschäft im ganzen Jahre, denn es ist ihm nichts unangenehmer, als wenn ein Theil seiner Früchte deshalb verderben sollte, weil das Wasser nicht her in di den gehörigen Abzug hat. 8 man es duft Das Ausstreichen der Beetfurchen und Putzen In des Ackers. huer uhet Sobald die Wasserfurchen gezogen und die Beetfur⸗ er heeggt chen sorgfältig ausgestrichen sind, wird rund um den Acker Qulte, die Ackerkrume mit dem Pfluge vom Rasenrain abgestri⸗ f in die chen, theils um so dem Hereinwuchern der Quecken vorzu⸗ re gerggt beugen, theils um auch hier dem übrigen Wasser einen in es um Weg anzuweisen. Dann nimmt der Bauer die eiserne 2, und Schaufel, reinigt damit sorgfältig die Wasserfurchen von vohl nie der hineingefallenen Ackerkrume, macht sie da, wo es Rdieser nöthig, etwas tiefer, öffnet an den Wasserfurchen die wohl Beetfurchen, damit erstere das aus den letztern kommende Wasser aufnehmen können, sucht dem Wasser auch durch den Rasenrain hindurch Abzug zu verschaffen, und schaufell — ——— 93* F‚. S‚SSSSS— *— R* 7— .—— — — + 144 ————.—.———— —.— — 166— rund um den Saatacker herum die auf den Rasen gefallene Ackerkrume auf den Acker zuruck, das heißt nach der ge⸗ wͤhnlichen Sprache, er putzt das Feld. Bei den meisten altenburgschen Vandwirthen sieht der fertige Saatacker in der Regel einem gut zubereiteten Gartenstück sehr ähnlich, denn kaum kann auf Letzterm mehr Accuratesse angebracht werden, als der Altenburger auf seinem bestellten Acker in der That anbringt. Bei Manchen mag sich auch hierin die Eitelkeit mit einmischen, aber ich denke, das schadet nichts, und ich gratulire dem Staate, dessen Bauer seine Eitelkeit auf solche Weise äußert.— Natürlich giebt es Ausnahmen, und Saatfelder ge⸗ nug im Altenburgschen, welche in Hinsicht der Bestellung noch manches zu wünschen übrig lassen. In der Gegend um Ponitz und Monstab aber waren solche Ausnahmen selten. Das Walzen. Alles Sommergetreide wird gewalzt, und gemeiniglich erst dann, wenn es völlig aufgegangen und schon einige Höhe erreicht hat. Ich sahe Hafer noch walzen, der schon 5 bis 6 Zoll lang war. Man walzt gewöhnlich nach ei⸗ nem Regen, sobald die Oberfläche wieder so weit abgetrock— net ist, daß Pflanzen und Ackerkrume sich nicht mehr an die Walzen hängen. In der Regel wird quer über die Beetfurchen gewalzt, damit alles um so besser getroffen wird. Gemeiniglich geht der Führer des Pferdes hinter der Walze her und dirigirt dasselbe mit der Leine, damit er beim Umkehren der Walze, im Fall sie auf dem einen Ende de Muln! hilhch hubt. De Bopfla Gagt. Iu, e trids, heilen bolle Gette und apart die E lnʒ des G. die ic sie su Enig Saar gefall in den Acker einbohren sollte, nachhelfen kann. Das ach der g. Reiten ist dem Führer des Pferdes bei keiner der land— m nasten wirthschaftlichen Arbeiten, am allerwenigsten beim Walzen ahaker in erlaubt. shr Hnlh, Daß man auch den Kraut⸗ und Leinacker vor dem arghuch Bepflanzen und Besäen walzt, habe ich schon früher ge⸗ en Aker in sagt. auch hirm Das Wintergetreide sahe ich im Altenburgschen nie wal— das shaht zen, ohnerachtet es auf leichtem Boden und bei dem Ge— Bul sin treide, was unmittelbar in die Kleestoppel gesäet ist, zu— weilen großen Nutzen stiften würde. Itfelder g⸗ Saamen. 280 Der Altenburger hält— darauf, cst reinen, Wuchun vollkommenen Saamen auszusäen. Er wählt hierzu das Getreide, was sich ihm auf dem Halme als das reinste und vollkommenste zeigte, und legt dies in der Scheune apart. Mehrere Bauern schlagen zu dem Saamen nur 0 die Garben vor, damit nur die reifsten Körner ausfal⸗ wanic len; und demohnerachtet nimmt man nach dem Wurfeln an en des Getreides den Vorsprung. Mehrern guten Wirthen, der shtn die ich kenne, war das eigene Getreide nicht rein genug, nac) dl sie suchten besseres zu kaufen oder einzutauschen, und bei abgetroc⸗ Einigen fand ich, daß sie es für gut hielten, zuweilen naht a Saamen aus einer andern Gegend zu säͤen. n gewalhh Das Säen. In der Gegend bei Gößnitz und Monstab war das hintet det Vorurtheil, daß guter, reich gedüngter Boden stärker als danit e der schlechtere, magere besäet werden müsse, größtentheils inen Ende ————— IFEFEFEFFFFF—————— CSCSIIIII—— — *. ED 4 — A XN XX ——— ————.— — 168— verschwunden. Die meisten und besten Wirthe säeten ih⸗ ren gut gedüngten Acker dünn. Aber Dr. Schweitzer sagt, daß in der Gegend um Mosen dies Vourtheil noch häufig herrsche, aber doch auch viele Bauern sich eines Bessern überzeugt hätten. Vom Roggen säet man 14 bis 16 Metzen auf einen altenburgschen Acker; der früh⸗ gesäete wird dünner als der spätgesäete ausgesäet. Ge— meiniglich säet der Altenburger auch den Acker, welcher als leere Brache behandelt wurde, dünner als den, wel— cher Erbsen u. dergl. unmittelbar zuvor trug. Der Weizen wird meistens noch etwas dünner als der Roggen gesäet; in die Rapsstoppel und in die leere Brache säet man mitunter nur 10 bis 12 altenburgsche Metzen auf den altenburgschen Acker. Die Gerste säet man meistens wie den Roggen, oft auch etwas dünner, aus; in der Gegend, wo Dr. Schwei⸗ tzer wohnt, soll das Sprichwort:„wer über Winter zu dünn, und über Sommer zu dick säet, braucht seine Scheune nicht größer zu machen“ herrschen. Den Hafer säet man am dichtesten, über 1 Scheffel bis 14 Schfl. für den Acker, Erbsen und Wicken hinge⸗ gen oft dünner als Roggen, 12 bis 14 Metzen pr. Acker, aus. Die Altenburger sind in der Regel sehr gute Säeleute, viele verstehen es, daß auch die dünnste Saat ganz egal steht, und weder Bloßen, noch zu dicke Stellen sich finden lassen. Darum schön kann bei ihnen eine dünne Aussaat statt finden. 5 Zunr fast al wirthsch auch rer und fte so eit aufge schaft +2 um Mot sich in f satker O Kla Er Hart flinen Phann. kinfeste 0 Lito M daf ruch vor sütn h, ö ichweige Hutheil noh sch eines i nan 1 dn sih. Eilfter Abschnitt. Hesätt. Gy ö , vihn Feldeintheilung, Fruchtfolge. den, pel Zwar kann man sagen, im altenburgschen Lande liegt fast aller Acker in drei Feldern, aber demohnerachtet be— V aie wirthschaften mehrere Altenburger ihre Felder so, daß man Tii auch recht gut sagen kann, sie treiben Wechselwirthschaft und freie Wirthschaft.„Sie suchen es nur immer so einzurichten, daß ihre Fruchtfolge in 3 oohen, ost— aufgehet, damit sie doch Dreifelderwirth⸗— 205 schaft behalten.“ wi Der Hr. Oberpf. Klötzner sagt von der Gegend um Monstab:„Die Früchte des Ackers werden gemeinig⸗ Shfl lich in EWander Ordnung 3Pantt: im ersten Jahre nach n hugt starker Düngung Weizen, im zweiten Gerste, im dritten Klee, Erbsen oder Wicken, 4) Roggen, 5) Hafer und 6) Kartoffeln, Kraut und Rüben, oder reine Brache.“ Süllutz„Die reine Brache im 6ten Jahre wird nur in sehr ant el kleinen Flächen angetroffen, denn man düngt vor dem sch fubn Johannistage und säet zwischen Johanni und dem Ma— Jusact rienfeste Sommerrübsen, oder man düngt noch früher und legt desto mehr Kartoffeln aus. Die reine Brache findet nur da statt, wo der Acker verqueckt ist, oder wo man noch vor der Ernte Dünger aufzufahren gedenkt, welcht 2—— 4 x—— 2 „) 5 44 —— Felder man durch viermaliges Beackern zur Weizensaat vorbereitet. „Sehr oft säet man auch in den Hafer Klee und be— nutzt ihn im ten Jahre bis in den Herbst, wo man Dünger auffährt und drei Mal oder ein Mal yflügt.“ „Wer. Raps in die reine Brache säet, der giebt in sie⸗ ben Jahren dem Felde eine sehr starke Düngung, und säet in die Rapsfelder Weizen, dann Gerste und so fort, wie oben gesagt wurde.“ „In Teckwitz säen einige in die Gerstestoppel Win⸗ terroggen, aber später als den übrigen Roggen, er giebt zwar nicht so viele Scheffel, als nach leerer Brache, ist aber doch oft einträglicher als der Roggen nach Erbsen. Dieser Roggen nach Gerste wird am ersten reif.“ Man säet auch in Teckwitz den Klee in der Hälfte des Aprils auf die Roggenfelder, ohne die Egge anzuwen⸗ den; er geht dick auf und giebt nach der Ernte des Rog⸗ gens noch eine gute Fütterung für die Kühe, indem man die Roggenstoppel sammt dem langgewachsenen Klee mit der Sense abmähet.“ Blickt hier nicht überall entweder die freie oder die Wechsel⸗Wirthschaft durch? Frei kann die Wirth⸗ schaft vieler Altenburger genannt werden, indem sie sich in der Wahl der zu säenden Früchte durchaus nicht einschrän⸗ ken, sondern sich entweder nach Beschaffenheit der einzelnen Feldstücke, oder nach dem Vorrath ihres Strohes, oder nach den Zeitumständen und Zeitereignissen richten. Man— cher, welcher zuletzt schönen Raps bauete, säet vielleicht dies Jahr keinen, weil er entweder bemerkte, daß sein Dünger nicht zureicht, und daß er, seitdem er Raps bauete, alle achtt un gars dil gb Erl u keien ten Mi hutt, er Wer der dern bal wieder ann. Er weil et und de scheit, sie eiig nut de diese Fr preis n Oar 0 Hral Wizen e Chähhe tignet M das an nacht Het. X Aalächt D eschn, t Walhast Hle und H„ vo UU l Rgi⸗ det gebt u Igung, und u 0 so foth y ststoppel Vr ggen, er gil rache, ist ab erbsen.] Dit in der Hah Sgge anzune rnte des 6„ indem nuh Klee mit y ele odet Y u die With m sie siht icht enschti der einzeln trohes/ ode len. Mah Jelleicht dit sein Dunge hautte, dl Jahre nach und nach weniger Dünger gewann, indem der Raps vielen Dünger consumirte und wenig Stroh wieder⸗ gab. Er berechnet, daß wenn er einige Jahre nach einan⸗ der keinen Raps bauet, sondern den hierzu sonst verwen⸗ deten Mist für den Weizen⸗, Roggen und Futterbau be⸗ nutzt, er wieder mehr Stroh und Dünger gewinnen werde. Aber deshalb giebt er den Rapsbau nicht ganz auf, son⸗ dern bauet ihn dann wieder, wenn er findet, daß er ihn wieder zum Vortheil seiner ganzen Wirthschaft bauen kann. Er säet vielleicht auch in einem Jahre keinen Raps, weil er kein Stück Feld, was hinsichtlich seiner Lage und der Mischung seiner Ackerkrume passend zu seyn scheint, hat, und er diese Frucht nicht hinbringen mag, wo sie einige Jahr zuvor stand. Mancher säet auch vielleicht nur deshalb keinen Raps mehr, weil zu viele anfingen diese Frucht zu bauen, und er im Verhältniß zum Getreide⸗ preis nicht mehr theuer genug bezahlt wird. Der Altenburger ist auch darauf gefaßt, daß er dahin, wo Kraut und Rüben oder Kartoffeln standen, Sommer⸗ Weizen oder Roggen säet, im Fall ihm die Witterung im Spätherbst nicht mehr zum Säen des Wintergetreides ge⸗ eignet scheint. Mancher bestellt das eine Jahr ein großes Stück, das andere Jahr ein kleines Stück Acker mit Kartoffeln, je nachdem er gerade viel oder wenig dazu passendes Land hat. Bestellt er wenig Acker mit Kartoffeln, so besäet er vielleicht destomehr mit Erbsen oder Wickfutter. Wir haben, wie uns der Hr. Oberpf. Klötzner sagte, gesehen, daß nur dann ein Stück Acker als Rauhbrache be⸗ — — —— . U 2 E 1* .:.“..“es.—.—.——-.p..‚‚—.—.——— * 841 . Erre —.. + —————m—— N —— uutzt wird, wenn es Quecken hat, und man diese durch eine Behackfrucht nicht gänzlich auszurotten sich getrauet. Hr. Oberpf. Klötzner sagt uns auch, daß nur dann, wenn man reines, dazu geeignetes Land besitzt und reine Brache nicht für nothwendig hält, Sommerrübsen gesäct wird. Der Altenburger, welcher seinen Acker in hohe Kraft gesetzt hat, und deren giebt es, besonders in der Monstaber Pflege, mehrere, scheuet sich auch nicht, nach Gerste unmit⸗ telbar Roggen folgen zu lassen, und so vielleicht 4 Halm⸗ früchte nach einander wegzunehmen.„Ein solcher Wirth ist bald Dreifelder⸗, bald Wechselwirth, je nachdem er es für gut findet. Er kann alles unternehmen, weil Dünger und Industrie ihn beinahe über alle Zufälle erheben. Bei ihm muß alles wachsen und gedeihen, oder Pharaos ma⸗ gere Kuhe müßten die Oberfläche des ganzen Erdballs ab⸗ weiden. Diese(freie) Wirthschaft, in so fern sie von Außen keinen Zufluß von fremdem Dünger hat, ist noth⸗ wendig mit Stallfütterung verbunden.“(S. Schwerz Anleitung zur Kenntniß der Belgischen Landwirthschaft, Ister Bd. S. 208.) Dr. Schweitzer sagt in seinem Werke:„die Wech⸗ selwirthschaft“ Seite 8:„Nicht bloß die Wirthschaft kann man, wie Viele glauben mögen, eine Fruchtwechsel⸗ wirthschaft nennen, die beständig die eine Hälfte ihrer Fel⸗ der mit Halmfrüchten, und die andre bloß mit Futterge⸗ wächsen bestellt, und beide regelmäßig mit ein ander ab⸗ wechseln läßt. Auch die verdient diesen Namen, und zwar mit vollem Rechte, welche Halmfrüchte, Futter⸗ und Handelsgewäch se im vortheilhaftesten, ö füt ittt⸗ un 1D Hes Ih f drthei detn sch arbeits ten Au Reht wirthschef Bauerwiet 93 VDuazn ol alles Hal Smich! arbeittte! und diese Vorftucht gereinigt tuth en 5 Holgt stelie stucht, abe habe vft shonste h sehn hise Fruc gf and ui Ryfügt, x ind o) di s— im bit un für jeden Fall passendsten Gemische erzeugt, usch Rrun. und diese Gewächse in einer Ordnung auf ein⸗ dd uu n. ander folgen lät, daß immer das eine zum istht ud riy Vortheil des andern arbeitet, keins dem an⸗ nihkn ga bdern schadet, und jedes bei dem geringsten Arbeits⸗ und Kostenaufwande 425 den größ⸗ s hohe diß ten Nutzen gewährt.“ 40 Aun Mehrere Altenburger haben dennoch wirkliche Wechsel⸗ Aun wirthschaft. In der Gegend Monstab fand ich mehrere 0 Bauerwirthschaften mit folgender Fruchtfolge: ocher Virt ů ö nachdennt⸗ I) Brache. ½) Raps. 3) Weizen. 4) Klee. 5) 1. wil Dinn Weizen oder Roggen. 6) Gerste und Hafer. Hierbei ist aheben. Y alles Halm⸗, Futter und Handelsgewächse, im passendsten Ihas uo Gemisch erzeugt. Die früh umgebrochene, zweckmäßig be⸗ 1 Etdhallo l arbeitete und starkgedüngte Brache geht vor dem Raps her, stnt st u und dieser findet was er sucht. Raps ist die passendste Hat, st wh Vorfrucht für Weizen, die ich kenne. Der Klee findet in Schven 4 gereinigten und kraftvollen Acker, und dann ist er gewiß withshaft auch ein herrliches Vorgewächs für Winterung. In 6 folgt freilich eine Halmfrucht unmittelbar nach einer Halm⸗ frucht, aber das giebt ja die Wechselwirthschaft zu und ich „die Beth habe oft bei dieser oder einer ahnlichen Fruchtfolge die Uh schönste Gerste oder üppigen Hafer unmittelbar nach Rog⸗ ruchtwech gen stehn sehn. Viele Bearbeitung des Bodens erfordert fle htt r diese Fruchtfolge auch nicht. 1) Die Brache wird bis 4 it dullerg. Mal gepflügt und noch mehrere Mal beeggt; 2) die Raps⸗ munder al stoppel wird 2 Mal zu Weizen gepflügt; 3) wird nicht 7und zwal gepflügt; 4) die Kleestoppel ein Mal zur Winterung; 5) „Hutter und 6) die Winterstoppel wird 2 und 3 Mal zur Somme⸗ aftestel, . —.e‚ret 7 —— * 88— 2 . —44 ——..:.:.. * . — ö rung gepflügt. Folglich findet in 6 Jahren in Allem ein 9 bis lomaliges Pflügen statt. Es gab auch schon Altenburger, die vor dem Raps keine reine Brache hielten, sondern zuvor entweder einen Schnitt Klee oder Wickfutter wegnahmen. Manche säen auch in 3 statt dem Klet Erbsen und Wicken, und bringen den Klee in 7, nachdem in 5 etwas Dünger aufgefahren worden ist, und bauen nach dem Klee in 8 Winterung und in 9 Hafer. Einige haben auf einigen Stücken ihres Ackers eine von erwähnten Fruchtfolgen, und auf einem andern Theil, vielleicht auf mehr leichtem Boden, wieder eine andere, wo sie die Behackfrüchte im Brachschlag bauen, und diese alle 3 Jahre wieder kommen. Zuweilen haben auch altenburg⸗ —5 Landwirthe auf ihren Binnenfeldern eine Zweifelder⸗ wirthschaft, wo stets die Behackfrüchte mit einer e frucht abwechseln. Wenn, wie uns der Hr. Oberpf. Klötzner sagt, in 7 Jahren ein Mal und gum Raps gedüngt wird, findet folgende Fruchtfolge statt: 1) Brache oder Wickfutter. 2) Raps. 3) Weizen. 4) Gerste. 5) Klee. 6) 3. oder Korn. 7) Hafer. Bei Gößnitz bestellen Viele ihre Felder in fengende⸗ Fruchtfolge ziemlich regelmäßig: 1) Reine Brache, oder Sommerrübsen, oder Schmalz, oder Wickfatter. ↄ) Win⸗ tergetreide. 3) Gerste. 4) Klee. 5) Wintergetreide. 6) Gerste oder Hafer. 7) Erbsen, Wicken, Kartoffeln, Kraut und Rüben. 8) Wintergetreide und 9) Hafer. Mehrere Wiethe säen in die Wintergetreidestoppel gleich hinter der Sichel her Stoppelrüben und Stoppelerbsen.— . Withhn 0 N guchfol e Lelse wůrde de es nur/ tit, wat und we Cs hliib Mtinbur andres Di die S natücle hir nic müssen müsen also we⸗ Weder ö Hfarrsch barn e Dreised t für 2 sthn, 0 dud der lbt, duhi s, R ren iß Wn bor dem Au Nahtweer ain Lut eien y Hhem in 5u Hauen nach k Ihtes Reet f m andern The eine andete, „ und diest a auch altnhm eine Zweiftho mit eiger Huh Ihnet sigt. igt wird, fird + Vickfutte e. 0) Wi in folgng Brache, A itter. N tergetradt. Rofftl, Kn ser. Mehl lich hinter N Im Allgemelnen befindet man sich dort bei dieser Wirthschaft sehr wohl, das ist unbestreitbare Thatsachez aber gewiß ist es nicht, daß man sich bei einer andern Fruchtfolge besser befinden würde. Hier über den Werth der verschiedenen Wirthschaftssysteme sprechen zu wollen, würde den Zweck dieser Schrift verfehlen; meine Sache ist es nur, zu sagen, wie man im Altenburgschen wirthschaf⸗ tet, warum man glaubt, dort so wirthschaften zu müssen, und welche Resultate sich aus dieser Wirthschaft ergeben. Es bleibt dann dem Leser überlassen, zu urtheilen, ob der. Altenburger sich noch besser befinden würde, wenn er ein andres Feldsystem hätte. Diesenigen Bauern, welche auf ihren Gi undstücken die Schafe ihrer Gerichtsherrschaft dulden müssen, sind natürlich in ihrem Feldbau eingeschränkt, und dürfen da⸗ her nicht von der Dreifelderwirthschaft abgehen. Einige müssen Pfarrzehend von ihrem Acker geben, und auch diese müssen die Dreifelderwirthschaft beibehalten. Hierüber ist also weiter nichts zu sagen. Aber viele Altenburger sind weder durch die Schafe der Gerichtsherrschaft, noch des Pfarrzehends halber, am allerwenigsten von ihren Nach⸗ barn eingeschränkt, sie könnten daher sehr wohl von der Dreiselderwirthschaft abgehen, wenn sie nur wollten und es für räthlich fänben. Bei Manchen mag es vielleicht blos Gewohnheit seyn, daß sie bei der Dreifelderwirthschaft bleiben; aber daß der Altenburger im Allgemeinen nicht fest am Alten klebt, bewies er dadurch, daß im Altenburgschen jetzt durchgängig Klee, Erbsen, Wicken, Sommerrübsen, Hir⸗ sen, Kartoffeln, Kraut, Rüben und dergl. m. im Brach⸗ * 2222 ——..— 7 . * ——— — 26.— schlage gebauet wird, was natürlich vor Alters nicht statt fand. Einzelne gingen auch schon längst, wie wir sahen, von der Dreifelderwirthschaft ab, und man sollte wohl glauben, daß sie, da sie ein Mal so viele Schritte thaten, auch weiter gegangen seyn würden, wenn sie sich nicht bei ihrem vielen Halmfruchtbau so außerordentlich wohl befunden hätten. „Ich kenne viele Altenburger, welche schon längst nach Behackfrüchten zuweilen Gerste oder Sommerkorn, oder Sommerweizen säeten. Aber sie thun dies heute noch, doch nur dann, wenn sie durch die Witterung im Spätherbst vom Säen des Wintergetreides abgehalten wurden. Da viele Altenburger scharf und nicht blos für ein Jahr rech— nen, so würden sie es auch gefunden und längst eingesehen haben, wenn ihnen wirklich die Gerste nach Kartoffeln mehr als der Roggen oder Weiten eingebracht haben sollte.— Wenn der Altenburger nur 5 altenburgsche Schfl. Roggen vom altenburgschen Acker, der vorher Kartof— feln trug, erntet, so muß er in der Gerste schon 8 Schfl. vom Acker ernten, wenn der Geldbetrag von Beiden gleich seyn soll; denn wenn in Altenburg der Scheffel Roggen 5 Thlr. gilt, so bezählt man gemeiniglich den Scheffel Gerste nur mit 3 Thlr., und dann schlägt er das Roggen⸗ stroh von gleicher Fläche alle Mal höher an wie das Ger⸗ stenstroh. Nach dem Roggen bauet er auch noch Gerste, und hinter dieser Gerste oft auch noch Klee, ohne daß we⸗ der zum Roggen noch zur Gerste, sondern nur zu den Kartoffeln gemistet wurde; wenn der Klee mit Gips über⸗ düngt war, so habe ich ihn nach dieser Fruchtfolge von urh buh he Mogen so wie o scho telbar D daß er gen fol⸗ + at zun un sch kennen Ke ihn do oder V 2 Akerkr ss⸗ sthe bir nach! Rchaht, licher Gerste, Mei sinem V WWar woh cher Ien vogfhich Dadezur t g. E lts nich fit Wie ir sahin sulte wol Shitt hath, siesch uch oedenlsch mof n Lingtnah merkorp, ohe Ite noch, boch n Spͤtheths wurden. Dr ein Jhr uich st engesthen ich Kartoffeh Hracht habe altenbutgsch her Kurtof— on H Echfl. kiden gleich ffel Roggen I Schift as Roggel je das Gel⸗ noch Hast, e daß be⸗ ut zu den Hips üͤbet⸗ ffolge bohh vorzüglicher Schönheit stehen sehen und in Ponitz selbst benutzt. Aber daß man im Altenburgschen mehr als 5 Scheffel Roggen vom Acker erntet, weiß ich aus eigner Eefahrung, so wie auch, daß man dort nach gedüngtem Roggen eben so schöne, zuweilen auch schönere Gerste bauet, als unmit⸗ telbar nach Kartoffeln. Der Altenburger wird und kann daher nie zugeben, daß er Land verschwendet, wenn er nach Kartoffeln Rog⸗ gen folgen läßt.— Zugegeben, daß im Altenburgschen der Boden sich sehr gut zum Kleedau eignet, so habe ich doch, ohnerachtet ich nun schon so manche Gegend, so viele Wirthschaften habe kennen lernen, auf ungleich besserm Boden keinen schönern Klee gefunden, als ich im Altenburgschen sah, obgleich man ihn dort allgemein unter Gerste, die nach Winterroggen oder Weizen folgte, säet. ö 4 Ich habe in Ponitz auf einem Stück Auenfeld, dessen Ackerkrume die allerreichste auf den Ponitzer Gutsfeldern ist, sehr mittelmäßigen Klee nach Gerste, welche unmittel⸗ bar nach stärk gedüngten und gut behandelten Rüben folgte, ö gehabt, während dem ich auf Boden von weniger natür⸗ licher Güte den schönsten Klee, welchen ich je sah, nach Gerste, welche gedüngtem Roggen folgte, erbauete. Mein innigst geliebter Freund Schweitzer sagt in seinem Werk„die Wechselwirthschaft“ S. 20:„Ich weiß zwar wohl, daß auf Boden, der von hoher natürli⸗ cher Fruchtbarkeit ist, und zugleich dem Ackerban vorzüglich zusagt, was nicht immer der Fall ist, so auf Boden, wie m. i. v. Freund Schmalz in Ponitz hätte, der —* Schm. Erf. ar Th. M * 4172 6 1— XI ů . —. 4 2. N — ö 2— 2 8 14 9 SSHRHRSRCRICTCRCFCICITIcTTTETRETERTI‚ITTT————— V — I—— Klee nach zwei Halufrachten eben so gut, und vielleicht noch besser wird, als ich oben angegeben habe; aber hier fragt sichs, ob er nicht nach Kartoffelgerste noch besser ge⸗ worden seyn würde?“ Hierbei sollte man glauben, der Ponitzer gehöre mit zu dem allerfruchtbarsten, der zu finden ist, aber ich denke, das ist nicht der Fall. Die Ackerkrume, in welcher der Klee stand, wovon Freund Schweitzer eine Durchschnitispflanze ausgrub, welche wir mit nach Mö⸗ gelin nahmen, enthlelt nach Cro mens Untersuchung: 64 pC. Thon, 32 pC. Sand, 4 pC. Humus und eine ganz ge⸗ ringe Quantität koblensauern Kalk.(S. Cromens Natur⸗ geschichte, ten Theils zter Bd. S. 570. Zum Kleebau muß sich dieser Boden eignen, sonst; würde nicht solch schöner Klee darauf zu gewinnen seyn, aber ich bin der Meinung, daß durch Düngung und zweck⸗ mäßige Bearbeitung mehrere Bodenarten zu diesem Ertrag sich bringen lassen, denn ich fand den Klee auch in andern Gegenden, z. B. bei Meißen, bei Oschatz, bei Lommatsch, bei Gera u. s. w., eben so schön, als ich ihn in Ponitz hatte. wann ich in Ponitz auf einem abgemessenen Magdeburger Morgen in zwei Schnitten 23 Fuder gut getrocknetes Klee⸗ heu. Beide volle Fuder wogen 49 Centner, und das halbe 13 Centner, folglich betrug das Ganze eines Magdeburger M. 62 Centner Kleeheu. Das ist ein Ertrag, wie ich mir ihn nie besser wünsche. Es fragt sich, ob er nicht nach Kartoffelgerste noch besser geworden seyn würde? Die Möglichkeit bezweifle ich Nach einer sehr genauen Un tersuchung ge⸗ Hehesh mit anl syr niũ De schen M siner 3 wähse dabein schon se polle/ Hlit nich De was w fann, und es mird. mesne 6 handelt⸗ und ohn⸗ diez ehe Hude Et Meer un die Det 0us, de haleten, viter oo Scht W Hachf Za 179—Q.— 2 6 keinesweges, desto mehr aber die Wahrscheinlichkeit, daß ö mit größerem Vortheil noch, schönerer Klee zu erzielen un bi z seyn wird. ö NUtbdn Der Altenburger, besonders der in der Gegend zwi⸗ födn R, schen Altenburg, Meuselwitz und Zeitz wohnende, bauet in Wrkune seiner weemthsaft Oel⸗ und andere Händelsge⸗ Scwaßer dh wächse trotz dem vorzüglichsten Wechselwirth; es fehlt ihm Rit rh N dabei nie an Futter, und nur Einige, welche den Raps bau schon seit sehr langer Zeit trieben und zu weit ausdehnten, tersuchung; ä sehun wollen setzt damit nachlassen, weil sie nach ihrer Gewohn⸗ udn heit nicht mehr genug Streustroh erbaueten. Der Altenburger läßt nur das Land als Wiese liegen, kignen, sars was wirklich als Wiese nur am höchsten genutzt werden ewinnen sh kann, er pflügt gern trockne Wiesen um, wenn er dies darf ung und weh und es ihm nicht vom triftberechtigten Gutsherrn berboten diesem Ei wind. Alle die Bauern, welche zu Ponitz gehörten und uch in anden meine Schafe auf ihren Grundstücken dulden mußten, be⸗ Lommatst händelten einen großen Theil ihrer ehemaligen Wiesen mit On in Von und ohne Erläubniß als Acker, und mäncher mußte, beson⸗ ders ehe ich die Ponitzer Wirthschaft übernahm, bedeu⸗ uchung 9 tende Strafe zahlen, weil er bedeutende Flächen Wiese in Maddebutht Acker umgeschaffen—— Besonders zeichneten sich hierin ocknetes Kl die Bewohner der Dörfer Zschöpel und Dreußen das hilh aus, deren eigentliche Felder, worauf sie sehr schönen Hlee Hurhd baueten, nicht den besten Boden hatten, wie ich bereits 0 30 weiter vorn dargethan habe. u ich ms Sehr gern hätte ich den größ en Theil der Ponitzer gerste uot Rittergutswiesen in Feld verwändelt, wenn mir dies als bevafe i Pachter freigestanden hätte, denn ich konnte bei der Dreisel, M 2 3.— 4 — A ——— 1 2* 4—* —* 7— V)• 393ʃ3 3—ʃ93 44 — GWWRDRDYꝗYꝗꝗCTFCCECFICTCTITIIIIS—8. I ‚ — ——— — 1 80— derwirthschaft mehr Klee bauen, und so das Wiesenheu reichlich ersetzen. Altenburg ist reich bevölkert, aber demohnerachtet wird viel Getreide nach dem Erzgebirge ausgeführt, was alles bei der dortigen Dreifelderwirthschaft erbauet wird. Wenn dies kändchen im Jahr 1813 kein Getreide auszu⸗ fahren hatte, vielleicht nicht völlig ausreichte, so war dies wohl größtentheils eine Folge des Krieges; denn während desselben konnte der Acker nicht gehörig bestellt werden, er verwilderte und konnte schon deshalb wenig Ertrag geben, und obendrein ging eine große Menge Fulter und Stroh, was durchs Militär verwüstet wurde, für den Ackerbau ver⸗ loren. Dann war auch die Witterung einige Jahre nach einander sehr ungünstig für den Getreidebau, und dies al⸗ les mußte Mißwachs hervorbringen. Es war zu hefürch⸗ ten, daß erwähnte Ursachen lange noch fortwirken würden, und um so mehr gewinnt die altenburgsche Landwirtbschaft an Ansehen, daß schon jetzt sich der dortige Acker restanrirt hat, denn alle Nachrichten, die mir von dort her wurden, stimmen darin überein, daß trotz dem starken Froste, welcher am isten Juni die Roggenblüthen zum großen Theil ver⸗ darb, dennoch eine reichliche Ernte stätt fand. Daß der Altenburger, so wie ich ihn von Ponitz aus kennen lernte, bei der Dreifelderwirthschaft, wie er sie treibt, mehr Körner erbauet, als er bei der Wechselwirth⸗ schaft bauen würde, scheint mir mehr als wahrscheinlich. Denn auch er bringt die Halmfrüchte in der Regel nur auf solche Felder, die dazu aufs beste gedüngt und bearbei⸗ tet sind; wo sie also gewöhnlich gut gerathen müssen, und so muß er auf einer größern Fläche auch eine größere sic sů ptbäd Hahseln gast an, so brin Zustand Altenbu so gut Oe daß sie! veuiger tersuche schen V Icchern lich ssc und dies altenbut, lin wird halten, Land, w. nige Ge⸗ schafttn, berhalt, uit in Die Winpai und Mis Assn, — 184— Quantität Körner ziehen, als dies dem Wechselwirth mög⸗ Wuucht lich ist. Er säet Weizen und Roggen nach Klee, Scho— E Vishn Uysiht, waß tengewächsen, nach Raps und dergl. m. so wie dies der ahut wih Wechselwirth thut. Der Altenburger fängt schon im Au⸗ Gund. 15 gust an, den zu Gerste bestimmten Acker vorzubereiten, und so bringt er ihn bis zur Saat vielleicht in einen bessern i so par h ö Zustand, als mancher Wechselwirth den seinigen. Der udee Altenburger bauet Kartoffeln und Hülsenfrüchte in Menge, Heunghn so gut als der Wechselwirth. Mem Der Dreifelderwirthschaft wird immer schuld gegeben, Rnbeln daß sie nicht ohne große Hülfe von Außen bestehen, viel⸗ ö— 1 weniger reiche Ernte geben könne, wir müssen daher un⸗ Jhn l tersuchen, welche Hülfe die Wirthschaften der altenburg⸗ 4* schen Bauern von Außen her haben. Whü Wir erfuhren weiter vorn, daß Rauschenbach in üterün Iscchernit bei 313 Acker Feld nur 7 Acker Wiesen besitt, folg⸗ kantil lich sich das Ackerland zu den Wiesen wie 75 zu verhält, Lctr ufau und dies Verhältniß möchte wohl in dem größten Theil der it her vuthe altenburgschen Bauerwirthschaften statt finden. Bei Vie⸗ frost, ch len wird sich das Ackerland zu den Wiesen wie 8 zu 1 ver⸗ hen Theil de⸗ halten, denn überall, wo man es durfte, sah ich alles ‚ Land, was sich zu Feld eignet, auch als Feld benutzt. Ei⸗ n Ponel nige Gegenden sind reich an Wiesen, doch sind die Wirth⸗ „wie et sl schaften, wobei sich der Acker zu den Wiesen wie 4 zu r Wechsldith verhält, gewiß äußerst selten, und kann im Allgemeinen wahishen nicht in Betracht kommen. „Regel nr Die altenburgschen Bauern besitzen nicht allein keine uld bearbo⸗ Außenweide, sondern Viele müssen sogar noch ihre Felder mussen, uld und Wiesen von den Schafen ihres Grundherrn beweiden e gröͤßg lassen. Hierzu kommt bei Einigen noch der Zehend, den sie 3. — —— —* V SEEDTE.. 2..8 ————————— 2—— 4 2 —.—— 182— — dem Pfarrer vom Felde geben müssen, wodurch ein Theil des Strohes für die Düngung verloren geht. Die altenburgschen Bauern haben auch, wenige Aus⸗ nahmen sind nicht zu berücksichtigen, keine Branerei und Brennerei zum fremden Debit, höchstens darf in einigen Dörfern jeder Bauer so viel Bier brauen, als er in seiner Haushaltung braucht. Hieraus geht hervor, daß den altenburgschen Bauer⸗ wirthschaften keine Hülfe von Außen her zu Theil wird; sie sind fast alle auf sich selbst beschränkt und bestehen den⸗ noch ouf eine so ausgezeichnet gute Weise. Die Betriebsamkeit der Altenburger trägt gewiß das Meiste zu diesem Bestehen bei, und eine besonders wichtige Rolle spielt allerdings das fleißige Erdefahren; aber in vielen Wirthschaften mag auch wohl die Körnerfütterung etwas Wesentliches für das Bestehen derselben ausmachen und sehr viel zu dem hohen Ertrag der Felder beitragen, und deshalb fühle ich mich veränlasset, diesen Gegenstand etwas näher zu beleuchten. Daß der Altenburger bei seiner Dreifelderwirthschaft mehr Körner erbauet, als wenn er eine vollkommenere Wechselwirthschaft führte, davon bin ich überzeugt; aber dieser Mehrgewinn an Körnern wird auch gewiß verfüt⸗ tert; bei Vlelen wird vielleicht so ziemlich die Hälfte sömmt⸗ licher erbaueten Körner dem Viehe gegeben. Wer Brauerei und Brennerei hat, dem spricht man es für Recht, wenn er in diesen Fabriken den größten Theil seiner Körner verarbeiten, und so durch die Trebern und den Spülig seinem Acker wieder etwas davon zu Gute kommen läßt. Aber derjenige Landwirth, welcher seinen Lhtr/ fillit, Wd Di Mkendu und di uisse v demna hoch/ stns alet M en F .ö 9 Kuhee gfahr witd⸗ Wenn das Y hil s wihrad t.— D und ge Magde id Rf ladings Hflitet dabü, Eiat ch en M . win Nus Dun ud ai n ols t N lrgschen Bunz I Thal vstz bessehen dey tägt gewiß du anders wichyg Ihten; aber i Lorntrfüteung ben gusnachn lder beittage, ein Gegensn Nmitthschaf olllommenen uzeugt; abe gewiß berfiy Halst sinnt soticht mat den großte die Trebern von Gul elchir stineh ————ji—— SSSSS Kühen, Schafen und Schweinen geradezu viele Körner füttert, den tadelt man vielleicht, obgleich eine genauere Untersuchung oft für sein Verfahren sprechen würde. Die örtlichen Verhältnisse entscheiden hier sehr; im Altenburgschen ist z. B. die Butter, der Rahmen, die Milch und die Käse stets sehr leicht abzusetzen, und diese Erzeug⸗ nisse werden gemeiniglich sehr gut, oft sehr theuer bezahlt, demnach ist die Nutzung einer Kuh bei guter Pflege sehr hoch, und auf seden Fall ist, wenn nicht immer, wenig⸗ stens in der mehrsten Zeit, das hinein gewendete Futter aller Art sehr hoch im Preise herauszubringen, in den mei⸗ sten Fällen gewiß höher als der Marktpreis des Getrei⸗ des ist. Man kann annehmen, daß bei guter Abwartung der Kühe ein altenburgscher Scheffel guter Hafer, welcher ohn— gefähr 140 Pfund wiegt und 280 Pfund gleich gerechnet wird, 10 Pfund Butter und 3 Schock kleine Käse giebt. Wenn nun die altenburgsche Landwirthin nur 6 gGr. für das Pfund Butter und 8 gGr. für das Schock Käse er⸗ hält, so schafft sie für den Scheffel Hafer 3 Thlr. 12 gGr., während dem er auf dem Markte nur 2 Thlr. 12 gGr. galt.— Die meisten Altenburger genießen das Glück, thätige und geschickte Wirthinnen zu haben, und die altenburgschen Mägde sind im Allgemeinen sehr gut bei der Fütterung und Pflege der Kühe zu gebrauchen, und so scheint es al— lerdings sehr richtig gehandelt, wenn Körner in die Kühe gefüttert werden, denn der Düngerhaufen gewinnt sehr dabei, und mittelst diesem auch der Acker und die Kasse des Eigenthümers. Bei hochveredelten Schafen möchte jetzt der Scheffel noch höher bezahlt werden als bei den Kühen. Nuu fragt es sich aber: würde der Altenburger im Ganzen besser thun und mehr Gewinn haben, wenn er we⸗ niger Körner wie jetzt, aber dafür mehr Klee, oder mehr Kartoffeln und Wickfutter nach den Regeln der Wechsel⸗ wirthschaft bauete, und dann keine Körner mehr für die Kühe und Schafe fütterte? Diese Frage durch eine Berechnung, wozu die Data meistens nach Willkühr angenommen sind, beantworten zu wollen, möchte nicht lohnen; ich begnüge mich, hier An⸗ deutungen gegeben zu haben, und überlasse es dem Leser, Berechnungen anzustellen, wobei wirkliche Thatsachen, wirklicher Ertrag zum Grunde gelegt werden kann. Wahr⸗ scheinlich werden auch mehrere Altenburger diese Schrift lesen, und es würde mich ungemein freuen, wenn es diese veranlaßte, Versuche und Berechnungen über erwähnten Gegenstand anzustellen, und so das Bessere auszumitteln. Schwerz sagt:„Aber ist es wohl eigentlich die Fruchtfolge, die den wesentlichsten Unterschied zwischen ei⸗ ner guten und schlechten Feldwirthschaft macht, wie so Viele zu glauben geneigt sind, gerabe als wenn sie darin allein den Stein der Weisen zu finden hoffen? Giebt es nicht auch noch andere, eben so wichtige Pfeiler eines gu⸗ ten Ackerbaues? Ich denke allerdings, oder mein dritter Satz ist nicht richtig.“— Kann ich säen, was ich will, — 5 Dieser ite GSatz heißt:„Hast du endlich Ueberfluß an Dün⸗ her, und scheuest keine Arbeit, keine Kosten, so treibe freie Wirbschaft, das ist: säe, was du willst und so oft du willst, nd sor Fucl Mlaue l konr nemen 2 chen wir Met zu daß sse Hier si Sruchf O pflügt nöthit bricht auch u ftüchte + erhte se line soh biu Oei Frchte! Schue Mache, und den Kraut i hrsucht — Itdoch dent. Niths der Sieft lerburget ih Wenn er we⸗ lee. Wer nehe det Vihht neht flt h Isu die Oat antworten n ich, hier N es dem Less, Thatsache ann. Vaht. diese Schnst wenn es dies et erwähntkh gumitteln. igentlich he zischen ei⸗ cht, wie so m sie darit Giebt 0 er eines gu⸗ mein drittte Ns ich wil⸗ uj an Dün⸗ reibe frete st du hil 185—— und so oft ich will, so fällt die Gewissenhaftigkeit in der Fruchtfolge schon weg. Sie ist nicht die Seele eines guten Ackerbaues, weil Mist und Industrie sie entbehrlich ma⸗ chen können. Z. B. Stoppelrüben wollten weder mir noch meinen Nachbarn nach der Wintergerste glücken, also stri⸗ chen wir sie in unserer Fruchtfolge von dieser Stelle weg. Aber zu Vorda in Flandern zeigte mir Herr Vanderlinden, daß sie dennoch nach Wintergerste gut kommen können. Hier siegte die Industrie über die Unberträglichkeit der Fruchtfolge.“ Der Altenburger pflügt seinen Acker tief, er pflügt mit Sachkenntniß und so oft es ihm nöthig dünkt, er reinigt sein Feld und es ge⸗ bricht ihm nie an Mist, und darum gedeihen ihm auch mehrere unmittelbar nach einander gebauete Halm⸗ früchte gemeiniglich sehr gut. Der Altenburger fand die Dreifelderwirthschaft, er erbte sie von seinen Vorältern, aber natürlich war es früher eine sogenannte reine Dreifelderwirthschaft, welche stets ein Drittheil des Ackers ein ganzes Jahr hindurch ohne Früchte läßt. Man ging Schritt vor Schritt, that keinen Schnellsprung und benutzte zuerst einen kleinen Theil der Brache, wahrscheinlich früher, bevor man die Kartoffeln und den Klee kennen lernte, mit Schotengewächsen und mit Kraut und Rüben. Als die Kartoffeln bekannt wurden, versuchte man, diese im Brachschlag zu bauen, und es ge⸗ jedoch mit bescheidener Rücksicht auf die Natur deines Bo⸗ dens.“(S. Schwer: A. z. Kenntniß der Belgischen Land⸗ wirthschaft, 1. Bd. S. 209.) — 186— lang sehr gut; fand man auch, daß das danach folgende Korn um einige Körner gegen das nach leerer Brache fol— gende zurückschlug, so war doch dieser kleine Verlust gegen den großen Gewinn, welchen die Kartoffeln brachten, nicht erheblich, besonders da man die Kartoffeln ein Jahr frü— her benutzte als das darauffolgende Korn, und durch sie den Bun gerhaufen für die Früchte, welche im nächsten Jahre bestellt wurden, vergrößerte und verbesserte. Und so war schon ein guter Grund zur Verbesserung der al⸗ tenburgschen Wirthschaften gelegt, als Schubart von Kleefeld den Kleebau dort einführte, und zeigte, daß man auch den Klee im Brachschlag benutzen könne. Der altenburgsche Bauer ahmte schnell dem gegebenen Muster nach, woburch das Ganze einen gewaltigen Schwung be⸗ kam. Der Altenburger konnte nun mehr Vieh halten, dies verschaffte ihm, im Stalle gefüttert, vielen Mist und die Kräfte seines Ackers nahmen sichtbar zu, und man fand auch, daß gut stehender Klee kein Unkraut aufkommen und den Acker oft reiner hinterließ, als dies bei der besten Brachbearbeitung möglich war. Dies be— wog Mehrere, nun auch Handelsgewächse zu bauen, und Einige wagten es auch schon, von der heilgen Zahl„Drei“ abzugehen und nach einem freiern System zu wirthschaf⸗ ten, nachdem sie sich früher schon nicht mehr nach der alten Fruchtfolge gerichtet hatten. Ich habe in den Gegenden um Gößnitz, Mon⸗ stab und Alten burg herum viele Altenburger genau kennen lernen, von deuen sich es erwärten läßt, daß sie nicht stehen bleiben, sondern immer vorwärts schreiten ind di n Ul angstelte sust hii hiaführer Ddonn si Mo ser lach foge Hrache f DWus egen nachten, ich ein Nhr fil und durch fl im nächsn bessrte. Iud nung det al ubatt vos zeigte, daß könne. Di benen Mustt Echwung be⸗ Vech halten, bitlen Mit bar zu, uld lein Unkratt cß, als des ODies bo⸗ bauen, unh Zahl„Oieh wirthschtj ht nach Y 1h, Mot rger genau ht, daß si 3 schteitn —— und das Wahre und Bessere erstreben werden. Mehrere kennen die strenge Wechselwirthschaft, und wer sie nach angestellter Prüfung für besser als seine bestehende Wirth⸗ schaft hält, wird sie mit der nöthigen Vorsicht gewiß auch einführen. Ein vorzüglich gutes Muster haben sie nahe, denn sie dürfen nur die Wirthschaft des Ritterguts Mosen genan kennen zu lernen suchen. —— Zwölfter Abschnitt.— Anbauder verschiedenen Früchte un Gewächse. ö Winter⸗Weizen. Den Wintererweizen säet man im Altenburgschen entwe⸗ der in die reine Brache, oder nach Klee, nach Raps, auch nach Kraut, Rüben und Kartoffeln. Wird er in reine Brache gesäet, so pflügt man 3 oder 4 Mal dazu. Oft pflügt man die Brache schon vor Winters das erste Mal und dann von Johanni ab 3 Mal bis zur Einsaat des Weizens. Der Dünger wird dazu um Johanni herum gefähren und nicht gern tief untergepflügt, damit er bei dem nächsten Pflügen unter⸗ griffen werden kann. Der Acker bleibt dann bis im Juli in rauher Furche liegen. Hierauf wird der Acker geeggt, geschlichtet und im August gepflügt. Dies zweite oder auch dritte Mal Pflügen nennt man Rühren; von vielen Wirthen geschieht es querüber, um so den Mist und die Ackerkrume desto besser unter einander zu rühren und den Boden um so besser zu bearbeiten. Gemeiniglich wird tief gerührt, tiefer als der Mist untergepflügt wur⸗ de, und auch tiefer als zur Saat gepflügt wird. Hernach bleibt der Acker wieder einige Zeit in rauher Furche liegen und wird dann wieder geeggt, wenn Saa— menunkraut aufgelaufen ist. ů Ri. 6u, lae uuch tinc hei Einl se sch auf 28 diese da Ei findek a saltj in brachty im Mo gipflgt gut geef U kiiner lasen: 2 schiebenar RNn ihnen Mdere al ltgen is, din Ege Qurre un shthen dusgestig Vagen, mi diß das usd gun — 189 30 Zur Saat wird gewöhnlich mit großer Sorgfalt ge⸗ pflügt. Gemeiniglich säet man bald hinter dem Pfluge her, nachdem die Beetfurchen mit der Egge der Länge nach eingeschleppt sind, den Weizen ein. Doch bleibt auch bei Einigen die Saatfurche einige Zeit rauh liegen, damit⸗ Ichteunh sie sich setze, in welchem Fall Manche die Ackerbeete nur bis auf 2 Furchen(bis auf die Theilraine) fertig pflügen, und diese dann am Tage der Saat ausackern. ö Ein fünfmaliges Pflügen der Brache für den Wesen schen euthe— findet äußerst selten und nur bei recht verquecktem Acker nuch Raps, statt; in diesem Fall wird im October oder November ge⸗ bracht, im Frühjahr das zweite, zu Johanni das dritte, fügt nan im August das vierte und im September das letzte Mal Brache she gepflügt, zwischen jedem Mal Pflügen ein oder einige Mal Phamich gut geeggt, und so alles Unkraut gut vertilgt. unger dich Ueber die letzte Arbeit der Bestellung des Weizens nach I 10 Brache will ich Seet sprechen assen: i„Beim Eineggen des Saamens verfährt man ver⸗ %4 Ar schiedenartig; Einige säenn auf die rauhe Furche und eg⸗ Ns wl gen ihn nur lang ein, wo er dann reihenweise aufgeht; Andere aber, denen an einem gleichen Stand der Saat ge⸗ Hin 51 legen ist, eggen zuvor das Land eben und bringen dann 42 M. den Saamen durch sorgfältiges Eggen in die Länge und ie Quere unter, was mir weit besser gefällt. Ist die Saat ge⸗ 0 schehen und eingeeggt, so werden meistens die Beetfurchen slͤgt wu⸗ ausgestrichen, die gehörigen Quer⸗ und Wassersurchen ge⸗ zogen, mit der Schaufel überall sorgfältig nachgeholfen, im ruußtt daß das Wasser durchgehends gehörig ablaufen könne, enn Caa⸗ und nun rundum das Erdreich hübsch hinein auf den * .. — * * Vᷓ III 2—. 9 —..9——e.eeeeeE e SSISISSSISIIIIIIIIII‚eeeeee * Ucker geputzt, daß ja nichts haußen liegen bleibe und ver⸗ treten werde. Auf diese Weise zugerichtet, sieht dann ein Saatacker ganz allerliebst, wie ein Garten aus.“ „Hier muß ich auch erwähnen, daß fleißige, achtsame Landwirthe sich nicht streng an die Regel, die Brache nur 3 und 4 Mal für den Weizen zu pflügen, binden, sondern sich bei ihrer Bestellung nach den Verhältnissen richten, und wenn diese es fordern, auch wohl eine e mehr dem Felde geben.“ „Das Unterbringen der Saat nagh dem letzten Pflü⸗ gen mit dem Exstirpator oder verbesserten Feldgeter, was unfehlbar in den meisten Fällen sehr heilsam wäre, scheint noch fast unbekannt zu seyn; ich habe wenigstens nichis davon gesehn und gehört.“ Ueber die Bestellung der Kleestoppel zur Wezensaat sagt Schweitzer Folgendes, was ganz mit dem, wie ichs bei meinem Dortseyn kennen lernte, übereinstimmt: „Ende August's bis Anfangs Septembers wird auf dem Kleeacker, nachdem er wenigstens zwei Mal böllig abgemähet, Mist aufgefahren, bedeutend schwächer als auf reine Brache. Ist derselbe gestreuet, so wird er sammt den Kleewurzeln untergepflügt und nun bleibt das Feld minde⸗ stens 14 Tage in der rauben Furche liegen; nach dieser Zeit wird es eben geeggt, der Weizen darauf gesäet und dieste nun sorgfältig durch Kreuz⸗ und Quereggen unterge⸗ bracht, also ganz so damit verfahren, wie nach reiner Brache. Von einem dreimaligen Pflügen des Kleefeldes zur Saat hört man nur sehr selken, meistens wird dasselbe in den Riß gesäet, geschieht jenes ja ein Mal, so muß der Klee ganz schlecht stehn, dann wird er nur ein Mal abgehauen uu ubch Iihts H pflt uu hshulcche sinen Y. t seine cher Bin wenn st anwendb thut. ujt nach Coll abe hut Wer bukgsche futchen: nit kein „V en nich gute Ert heingt m⸗ Hinen Me licht w ich in di Aler, den hiñ elnet! scht ui He5e u Mah, Naherdut fel ghet iht hannen au⁸⁰ ber ahhimn 2 Mahe w hinden, sunden ltrissn iihn, 1e Furche nh m letten R. Feldgeter, au n wäre, sh nigstens niche zur Wissnsat dem, Mi ihe stimnt: bers vicd a ei Muoilg Wichtra auf Darsammt dah 10 fld mind, uuch dit If geüet u ggen untteg⸗ nach tinnt efelbes zut selbe in den h dir Klle abgehauen und übrigens ganz wie reine Brache behandelt. Zweijäh⸗ riges Kleeland, das vielleicht auch mehr als ein Mal ge⸗ pflügt wurde, sah ich nirgends, man würde es, in den ge⸗ wöhnlichen Verhältnissen für eine Verschwendung halten, seinen Acker so zu benutzen. Das ganze altenburger Land mit seinen angrenzenden Landschaften ist demnach ein deutli⸗ cher Beweis, daß die einfurchige Bestellung des Kleelandes, wenn sie nur sonst sorgfältig geschieht, auch im Großen anwendbar ist, und dem Ertrag des Feldes leinen Abbruch thut. Denn sehr oft ist das Getreide nach Klee so gut wie nach reiner Brache, mehrmals übertrifft es dieses noch. Soll aber eine einfurchige Bestellung des Kleefeides recht gut werden, so müssen, wie es setzt allgemein im Alten⸗ burgschen geschieht, vor dem Umbrechen desselben, die Beet⸗ furchen nochmals mit dem Pfluge ausgestoßen werden, da⸗ mit kein ungepflügtes Erdreich liegen bleibt.“ „Bisweilen trifft es sich, daß man nach Kler zu Wei⸗ zen nicht mit Mist, sondern mit Kalk dungt, und recht gute Ernten gewinnt; in den minder reichen Gegenden bringt man aber, wenn man nicht düngen kann, nach Klee keinen Weizen, sondern Roggen, wiewohl jener hier viel⸗ leicht nicht selten lohnender wäre. Ich erwähne hier, daß ich in diesen Jahren nach Kartoffelgersten-Klee, der allen Klee, den ich je, selbst in Ponitz sah,(glaub' ich übertraf, bei einer einfurchigen Bestellung, und ohne dazu mit etwas, selbst nicht mit Kalk, zu düngen, vom Magdeburger Mor⸗ gen, bei 52 dresdn. Metze Aussaat, reichlich 7 Schfl., dresd⸗ ner Maß, Weizen erbauet habe, indeß ich nach Raps, bei gleicher Aussaat, auf gleich gutem Boden, nur 32 dr. Schef⸗ fel erhielt.“ 5 —9 2 ——42— — 2 Vᷓ— WCDSRCDSSIIIAIIFEFECSIFIFI— Hr. Oberpf. Klötzner sagt über diesen Gegenstand: „Man benutzt den Klee bis in den Herbst, wo man dann Dünger auffährt und 3 Mal oder 1 Mal pflügt. In dem letztern Falle giebt er ebenfalls gute Ernte, und uns des⸗ halb der Hofrath von Kleefeld mehr anrieth als das Zma— lige Beackern der Kleefelder. Das Zmalige Ackern wenden diejenigen an, welche ihre Felder durch Quecken verunrei⸗ niget glauben. Daß aber die Kleeäcker bei mittelmäßiger Bedüngung eben soviel Ertrag geben als die reinen Brach⸗ äcker mit stärkerer Bedüngung, bewies uns mehrjährige Er⸗ fahrung; nur hier ein Beispiel, was ein dreispänniger Bauer erfuhr: Er hat auf 2 Acker nach reiner Brache 45 Schock Weizen erbauet, aber auf 2 Acker maßig bedüngtem Klee⸗ felde zwar nur 30 Schock, allein die letztern 30 Schock ga⸗ ben eben so viele Scheffel als jene 45 Schock, und das An⸗ sehen der Körner von dem Kleefelde war weit schöner als das vom Felde, was brache lag. Die Benutzuns des Klee's gab weit mehr Gewinn als das mehrere Stroh von den 45 Schock betrug. Da dieser Mann nach seiner in⸗ divuellen Lage es für rathsam hält, seine Schafe abzuschaf⸗ fen, so wird bei ihm künftig gar keine Brache angetroffen werden.“ Ich kann mich nicht erinnern, daß ich einen Altenbur⸗ ger die Kleestoppel mit Kalk hätte düngen sehen, wie Schweitzer sagt, man hielt in den Gegenden, die ich ge⸗ nau kennen lernte, die Kalkdüngung für überflüssig, da man Mist genug hatte, und den Klee mit Gips düngt. Schweitzer meint aber eine Gegend, in die ich nur selten kam.— X schon Mil. I oder muf ech hetelt ul Vie Kartofft daß man Kactoffeh bucgschen KHarroffe Hr. rete Jah Fruhjahr schr nutz Scheffl. genden J heln, we Mache, bo G w ser Hussch Wesen ba um so we salhen zu. M sihy den A Whn enghlt ch K vab ost h Echn, Ef. Gcgensnn In der Monstaber Gegend, wo ich viele große und uo nan dan schöne Rapsfelder antraf, säete man allgemein nach Raps Ri N deh Weizen. Man pflügte zu diesem Zweck die Rapsstoppel im Vud un hez⸗ Juli oder Anfangs August um, beeggte sie einige Zeit da— 0 Im rauf recht gut und pflügte im September zur Saat, und Uian unde bestellt übrigens das Saatteld, wie oben beschrieben wurde. lacken Hm, Viele haben es vortheilhafter gefunden, Weizen nach ittͤnizi Kartoffeln solgen zu lassen, man hat allgemein bemerkt, it tinen Nuch daß man so einen höhern Gewinn hatte, als wenn man den Mehtjihrigeez Kactoffein Roggen folgen ließ. Daher ist es im Alten⸗ dͤmiyt Raun burgschen fast allgemein geworden, daß man Weizen nach rache 35 Schil Kartoffeln folgen laßt. böͤngten d⸗ Hr. Oberpf. Klötzner schreibt mir:„Ich habe meh⸗ 3 Sthockgn rere Jahre lang meinen Weizen in das Kartoffelland(im ud ds M. Frühjahr stark bedüngte Brache) säen lassen und finde es hit shintt al sehr nutzbar, denn nach gesammelten 100 altenburgschen Benuhun l6 Scheffel Kartoffeln von dem Acker, bekomme ich im fol⸗ tire Sttoh don genden Jahre aufrecht stehenden Weizen, schön an Kör⸗ nath sime nern, wenn auch etwas weniger Schocke als nach reiner gaß hushaf Brache, doch nicht weniger Scheffel.“ ö agf So wäre ja nun auch die Ehre der Kartoffeln in die⸗ ser Hinsicht gerettet; sobald man nach ihnen eben so viel Weizen bauet, wie nach reiner Brache, so haben wir es um so weniger nöthig, Gerste unmittelbar nach Kartoffeln Reen Altenbu⸗ inn folgen zu lassn. ö Man pflagt sogleich, wenn die Kartoffeln abgeerntet 0 sind, den Acker sorgfältig um, und bestelt ihn ferner, wie Ru x oben erzählt wurde. niun Nach Kraut und Rüben, wenn beides abgeerntet ist, was oft sehr spät im Herbst der Fall ist, wird der Acker Echm, Ers. ar Th, 297 ——————— 7 V 4 U —— 44 24— ,&Æ& ——————————— — 194— ebenfalls sehr sorgfällig gepflügt und ferner auf en Weise bestellt. Die Zeit der Aussaat des Weizens im Imeneurosn ist sehr verschieden, man säet ihn von der Mitte des Sep— tembers bis in den November; in die Krautäcker wird er sogar zuweilen noch im December gesäet, wenn Frost und Nässe es nicht verhindern. Auf minder fruchtbaren Boden säet man früher als auf reichen Boden, auf jenem hält man eine zeitige Saat als die sicherste Gewährleistung für einen belohnenden Er⸗ trag; aber auf fruchtbarem und stark gedüngtem Boden fand man, daß eine zeitige Saat des Weizens häufig große Nachtheile herbeiführe. Doch habe ich mich über⸗ zeugt, daß man mitunter zu weit geht, und oft gar zu spät sätt; aber es verträgt der Weizen im Altenburgschen das späte Säen noch eher als der Roggen, und ich habe herrlichen Weizen geerntet, welcher erst Anfangs Decem⸗ ber gesätt wurde, und vor Winters gar nicht aufging. Auf reichem Boden habe ich nur durch späte Saat dem Lagern bes Weizens vorbeugen können; dagegen aber auf Boden von mittlerer Fruchtbarkeit, ber sonst sehr schö⸗ nen Weizen bei früherer Saat tragen konnte und wirk⸗ lich trug, größen Schaden vom späten Säen, z. B. im November, gehabt, und wurde deshalb sehr vorsichtig, ohnerachtet um mich herum fast allgemein vieler Weizen sehr spät in Felder gesäet wurde, die weniger Kraft als die Ponitzer Gutsfelder in den letzten Jahren meiner Pacht⸗ zeit enthielten. Freund Schweitzer schreibt:„Alle verständige Landwirthe Sachsens und Thüringens, wo sonst die späte Sunt l det odnt N luch sch dadu Der ost schr Mi eine gend un vn, odet tet Gege sch nicht Met stei Kotn; r mehtern Iicht so und gev gewöhnis trag bon hi 4&6 vose For Mrt. YNde sst ußn oder eß g uig Ertta daß in O. RNnge Frl lasurgsche nopmen we n n Hauf ernihih Maburgshg Mitr des Ev autäcker wßd z wenn Frost in man stüher g aine Ritige Ein belohnenden d düngtim Ban Wazens häfß tich mich ilz und oft gat/ Attenburgscht h, und ich he Infangs Dh ucht at päte Cogt u bagigen sonst seht sh unte und vi aen, 3. B.l scht borschh bieler Viy Hast aln nlelate Pah Ie Hastilbz — 195— Saat(nämlich bis Ende November und noch später) in der Ordnung ist, um Altenburg, um Leipzig ꝛc. ꝛc. stim⸗ men auch jetzt für keine sehr späte Saat mehr, weil sie sich dadurch oft großen Schaden zugezogen haben.“ Der Ertrag im Weizen ist wirklich im Altenburgschen oft sehr hoch, davon habe ich mich hinreichend überzeugt. Bei einer AÄussaat von Scheffel bauet man in der Ge⸗ gend um Monstab sehr oft vom Acker 16 Scheffel Wei— zen, oder das 25ste Korn, glaubwürdige Männer genann⸗ ter Gegend haben mir versichert, daß sie sogar, aber frei⸗ lich nicht oft, das 28ste Korn im Weizen gebauet hätten. Aber freilich bauet man dort mitunter auch nur das Iate Korn; weniger möchte schon als Mißwachs gelten. In mehrern andern Gegenden, wo der Boden dem Weizen nicht so zusagt, bauet man nur höchstens das 18te Korn, und gewöhnlich nur das 10 bis rste Korn; da man da gewöhnlich 3 Schfl. auf den Acker säet, so wäre der Er⸗ trag vom Acker 7 bis 12 Schfl. In Ponitz erbauete ich bei à Schfl. Aussaat gewöhnlich nach Klee das ISte bis zoste Korn, folglich ohngefähr 14— 15 Schfl. vom Acker. In der Gegend, die dem Herrn Dr. Schweitzer nahe ist, muß entweder der Boden dem Weizen wenig zusagen, oder es an der Vorbereitung des Ackers liegen, daß so we⸗ nig Ertrag im Weizen dort gewöhnlich ist, denn er sagt, daß im Durchschnitt gute und schlechte Jahre, gute und geringe Felder zusammen genommen, nicht mehr als 5 al⸗ tenburgsche Schfl. Ertrag vom altenburgschen Acker ange— nommen werden könnte. Wenn das der Fall ist, so würde vielleicht Mancher besser thun, wenn er statt Weizen Rog⸗ 2 gen säte. Aber vielleicht hatte Freund Schweitzer die letzten Mißwachsjahre, die doch nicht zur Regel gehören, zu sehr im Auge, als er mir eine Schilderung des Ertrags seiner, Gegend entwarf.— Winterroggen. Selten säet man im Altenburgschen Winterroggen nach Klee und nach Raps, auch jetzt selten nach Kar⸗ toffeln, Kraut und Rüben, es sei denn, daß der Boden, welcher diese Früchte trug, zu leichte ist, als daß Weizen auf ihm gedeihen sollte. Meistens säet man den Roggen nach Erbsen, Wicken, Wickfutter, Sommer- und Winter⸗ rübsen, Hirsen, Kamillen und nach reiner Brache. Die Bestellung nach Brache, Klee und dergl. ist ganz so, wie sie beim Weizen angegeben wurde. Die Erbsen⸗ und Wickenstoppel wird bald ein, bald zwei Mal zu Roggen gepflügt, je nachdem man es den Umständen gemäß für räthlich hält. Bei Einigen mag hierbei auch die Gewohnheit entscheiden. Schweitzer sagt:„Ich sah nach Erbsen zwei Mal zu Roggen pflügen, wo es ganz verkehrt war. Am besten gedeiht diese Frucht im Erbsenlande wohl dann, wenn dieses nur ein Mal ge— pflügt, und der Saamen dann mit dem Exstirpator oder dem verbesserten Felbgeier untergebracht wird; dabei ist aber nöthig, daß zu den Erbsen gedüngt wurde, geschieht dies erst nach ihnen, so muß auf die Pflugfurche gesäet werden, und ein einmaliges Pflügen wird meistens aus⸗ reichen. Im Altenburgschen sahe ich niemals nach Erb—⸗ sen düngen, sondern alle Mal vorher, erfuhr auch, daß ersteres nur äußerst selten geschähe.“ Walleg 10 Wanl Aagen IM altenl hutem 2 ger, u „Hauft des, sa liicht E sah dan im Itih D baten E besonder Brache Aler; sun meh Kartoffel Ecfl. vo 1 b8 v tuffeln Mrf e N shnitt/ à Ochfl haß man shlehter! angegebene ie 1 IT40. Hbeitzer h 2 Warl Rehliz Nach Hirsen, Kamillen, Sommerrübsen, Schmalz adeg Eitragz und dergl. wird gemeiniglich nur noch ein Mal zu dem Roggen gepflügt. ö Im Durchschnitt säet man im Altenburgschen 3 bis 1 altenb. Schfl. auf den Acker. Bei früher Saat und Vitimgn gutem Boden nehmen die meisten Landwirthe etwas weni— lten nac du ger, unverständige vielleicht mehr. Schweitzer sagt: daß ki Len„Häufig, zumal in dem minder gesegneten Theil des Lan⸗ als daß W des, sah ich eine ganz unvernünftig dicke Saat, wo viel⸗ din Rogn leicht 14 Schfl. auf den Acker gesäet war. Diese Saat Vund Vuln sah dann im Herbst wie ein gruner Teppich aus, aber Buce im Frühjahr war sie gelb und schal.“— Ind d Der Ertrag im Roggen ist sehr verschieden; in frucht⸗ u bhh. baren Gegenden des Landes, wo der Boden dem Roggen bd u. N besonders günstig ist, bauet man mitunter nach reiner Ieh Usthn Brache das Iꝛte Korn bei 3 Schfl. Aussaat für den 211 Acker; auch nach Hirsen, Rübsen und dergleichen Früch⸗ . ten mehr wurde das late bis 1te Korn gebauet. Nach . Kartoffeln bauete ich in Ponitz gemeiniglich 8 bis 10 sihe 10 Schfl. vom Acker, während dem ich nach reiner Brache sse Frucht u 12 bis 13 Schfl. bon gleichet Fläche erntete. Nach Kar⸗ M toffeln ließ ich bis 11 Schfl., und auf die reine Brache eysitpator 1. nur 8 Schfl. auf den Acker säen. Hied 016 In den ärmern Gegenden bauet man kaum im Durch⸗ hurbe, schnitt 7 Schfl. vom Acker nach reiner Brache, und kaum Ufurche gt 5 Schfl. nach Kartoffeln. Ich erinnere mich aber auch, nossens u daß man auf den Zschöpler Feldern, die einen Boden von als nach 0 schlechter natürlicher Beschaffenheit haben, wie die vorn ihe auch/ angegebene, von Crome angestellte Analyse beweist, zu⸗ weilen 10 Schfl. Roggen vom Acker erntete; zu welchem T TCZ„‚ —44— ———— qSCCICICICIFI‚IITIIIIIIIRSECEFC‚T‚ — 198— Ertrag es bloß die Industrie gebracht haben konnte, da Zschöpel wenig Wiesen mehr besitzt, indem vieles Land, was früher Wiese war, in Acker verwandelt worden ist. Mißwachsjahre, die selten sind und zum Theil mit durch den Krieg herbeigeführt wurden, können wenig oder gar nicht berücksichtigt werden. Ich erhielt kürzlich Nachricht, daß Bauern bei Gößnitz im Jahr 1818 10 Schfl. Roggen im Durchschnitt vom Acker baueten, ohnerachtet ein Theil der Blüthen erfror, und der Acker, welcher in den Kriegs⸗ und nassen Jahren wenig Arbeit und wenig Dünger er⸗ hielt, noch nicht völlig wieder in Ordnung gebracht wer⸗ den konnte. Man bauet jetzt auch Staudenrog gen. Herr Schellenberg auf Zürchau bei Altenburg schreibt mir darüber:„In hiesiger Gegend wird jetzt viel Stau⸗ denkorn gesäet, ich selbst habe dieses Jahr damit einen Versuch im Kartoffellande gemacht; es kam aus Böhmen zu uns. Da es späte blüht, so hat es im vorjährigen Froste nichts gelitten und reichlich Körner geschüttet.“— Sommerweizen. Sommerweizen wird viel nach Kraut und Rüben ge⸗ säet, besonders dann, wenn nach dem späten Abernten der Krautfelder es nicht mehr räthlich war, Wintergetreide darauf zu säen. Als ich nach Ponitz kam, wurde jedoch im Ganzen wenig Sommerweizen gesäet, ich war vielleicht in der ganzen Gegend der einzige, der diese Frucht zuwei⸗ len nach Kraut säete; aber jetzt soll sehr viel Sommerwei⸗ zen im Altenburgschen gebauet werden. Hr. Dr. Schwei⸗ tzer sagt darüber folgendes:„Der Sommerweizen hat Ruuett 100 Hof annde f0 10 tt gl Rerweizen Lundes ft gumahe denn glü Wunsch. sib dmi die Erfah nach Hle im Dulch fl u beängen diesen Ft fiucht s hasin Moan Wii, auch rut frhn ten lißt, mehr zu! Rach Commerw he das u — 199— 6 bmttx neuerer Zeit sich sehr viele Freunde erworben, nach Kraut es und Kartoffeln hat er in mehrern Ortschaften das Winter⸗ I wdenf. getreide fast ganz verdrängt. Selbst nach Klee sah ich ihn, Mll mt duh und er gab hier einen gewaltigen Ertrag. 1816 war Som— weng odet zy merweizen in dem minder gesegneten Theile des altenburger Hich Rachith Ländes fast die einzige Frucht, welche die Landwirthe eini⸗ Schf. Wgm germaßen entschädigte für den erlittenen Schaden an an⸗ chtit in Ihj dern Früchten, und ich hörte in diesem Jahre noch den den Krtg Wunsch ausstoßen, daß man doch sein sämmtliches Klee— ö u0 Dinger⸗ feld damit besäet haben möchte; doch hat sich keiner durch Kracht 6 die Erfahrung dieses Jahres verführen lassen, künftighin nach Klee blos Sommerweizen statt Wintergetreide, was poget, H im Durchschnitt mehr lohnt, zu säen; allein nach Kartof⸗ feln und Kraut sollte er und die Gerste dieses ganz ver⸗ hubuth schrah drängen, da sie einen höhern Ertrag fast alle Mal nach jtht Vel Stas aabm diesen Früchten abwerfen, als jene. Nach einer Halm⸗ O Bünd frucht sah ich nie Sommerweizen, er würde auch hier nicht im borjährgt passen. ght Man pflügt das Krautland zum Sommerweizen ein, zwei, auch drei Mal und bestellt ihn übrigens wie Gerste, nur früher, so früh im Jahre, als sich der Boden bearbei⸗ nd Rbat ten läßt, die Vegetation beginnt und keine große Kälte N Ubernten l mehr zu fürchten ist. Wuulergett „wuche st Nach Klee pflügt man meistens nur ein Mal zu dem Rhor Hlch Sommerweizen, und zwar im Frühjahr. gruht l 8 940 Inrn ö Ich habe 1 Schfl auf den Acker säen lassen und nie 95 608. über das lite Korn im Krautfelde gebauet. derahen 6 ——5—— CI ——— . —... ö I DDIDDDDDDEEEEEEEE —— 2. ———— Sommerroggen. Den Sommerroggen habe ich nie im Altenburgschen angebauet gefunden; ich theile aber mit, was Schwei⸗ tzer mir hierüber schreibt:„Sommerroggen ist von Eini⸗ gen gebauet worden, aber nur im Kleinen und nicht mit besonderm Erfolg. In Posterstein und Schönhaide sah ich den meisten, und ganz will man ihn hier nicht aufge— ben, weil er manchmal sein Gutes habe. Ich glaube auch, daß er bisweilen nach Kartoffeln lohnender seyn könne, als Winterroggen, wenigstens sichrer; kann ihm aber im Ganzen keinen Beifall schenken. Seine Bestellung ist wie die des Sommerweizens, man giebt ihm aber ein lockeres, trocknes Land, indeß dieser ein schwereres, feuchtes mehr liebt.“ Gerste. Es wird nur die große, zweizeilige Gerste gebauet, und zwar fast ausschließlich nach Wintergetreide, beson⸗ ders nach Brach⸗, Kartoffel, Raps⸗ und Rübsenroggen und nach Weizen, immer in die kräftigsten Felder. So früh, wie nur möglich, pflügt der Altenburger das für die Gerste bestimmte Weizen⸗ und Roggenstoppel⸗ felb um, gewöhnlich stehen die Getreidemandeln noch auf dem Felde, in diesem Falle bleibt das Beet, worauf die Mandelreihe steht, bis zuletzt llegen, oder das Getreide wird wohl gar auf ein gepflügtes Beet gebracht. Doch geschieht letzteres selten, weil das Getreide nicht so lange auf dem Felde bleibt, und bis zum Einfahren desselben zwischen den Reihen genug zu pflügen ist. O0 W ö n Etta fudet, 0 e vaf da man und dil findet, u fraut alt hat das durch Ege W Vegetati Hen durt 1 and sch im X O0t auch eitt cher in! uud viele 0e wann Coh Winttrst Sust ung wenn n vorden sgen zu Rde Hrg Nun d Hez — 201— Dies frühe Umpflügen der Stoppel bringt großen Laabugshg Vortheil, und es trägt wahrscheinlich sehr viel zu dem ho⸗ us Schwet, hen Ertrag der Gerste, der oft im Altenburgschen statt von Ei, findet, bei. In den warmen August⸗ und Septemberta⸗ und uicht nj gen verfault die hohe Stoppel, welche im Altenburgschen, chonhede da man alles Wintergetreide mit der Sichel 12 Zoll hoch r uicht aufß und drüber über der Erde abschneidet, fast allgemein stätt glaube ut findet, und dient nebst dem zugleich mit umgepflägten Un⸗ sehn fürn, kraut als Dünger, welcher der Gerste zu gute kommt. Auch ihm aber h hat das Saamenunkraut noch Zeit, aufzulaufen, und wird Aung it durch Egge, Pflug und Frost zerstört; bei dem späten Pflü⸗ eh locken gen im Herbst hingegen bleibt viel mehr Unkrautsaamen zur fuchennh Vegetation für das nächste Frühjahr geschickt. Auch kön⸗ nen durch dieses Pflügen der Wintergetreidestoppel Quecken und andere perennirende Unkräuter vertilgt werden, wenn sich im Wintergetreide dergleichen eingefunden haben sollten. Daß dies frühe Pflügen der Wintergetreidestoppel ai auch sehr ehrrbätthen Einfluß auf den Klee, wel⸗ hrn cher 4 dis gesäet 710 haben muß, ist wohl klar, und vielleicht ist diese Vorbereitung zur Gerste eben so gut, als wenn Kartoffeln unmittelbar vor ihr hergingen.— Mtenburge Sobald als das Wintergetreide eingesäet und alle oggenstoppt⸗ Winterstoppel umgepflügt ist, wird der schon früher im Au⸗ Iu noch al gust umgepflugte, zur Gerste bestimmte Acker, nachdem er, potauf HN wenn man es für nöthig hielt, einige Zeit vorher beeggt das Gettihe worden ist, zum zweiten Male gepflügt(gerührt). Einige acht. Ooh pflügen zum zweiten Mal in die Quere, die Meisten aber cht solg in die Länge. n bisbn Nun bleibt der Acker bis zum Frühjahr in rauher Furche liegen, wird aber bald, so wie der Boden trocken — 202— genug ist, stark beggt(geschlichtet) und von guten Wirthen zum zweiten Male gerüͤhrt. Im Mai pflügt man zum qten Mal und säet sogleich hinter dem Pfluge her, sobald als mit der Egge die Beetfurchen eingerissen sind, die Gerste ein, die dann eben so sorgfältig, wie beim Winterweizen be⸗ schrieben wurde, eingeeggt wird. Die Gerste mit dem Exstirpator oder dem verbesserten Feldgeier unterzubringen, ist noch nicht gewöhnlich, aber mehrere Altenburger pflügen, wenn sie trockne Witterung erwarten, die Gerste mit der letzten Furche unter, was sich immer als gut bestätigt hat. Späterhin wird, wie schon früher gesagt wurde, die Gerste gewalzt. In den Gegenden, die ich genau kenne, fand gewöhnlich ein sehr hoher Ertrag in der Gerste statt; ich habe mich oft überzeugt, daß sie das late, in einzelnen Fällen sogar das 16te Korn gab, nachdem man 3 bis 1 Schfl. auf den Acker gesäet hatte. In armen Gegenden mag auch wohl mitunter ein Mal nur das ate Korn erbaut worden seyn. Vorzüglich schöne Gerste fand ich gewöhnlich in folgenden Gegenden, bei Gößnitz nach Waldenburg und Merane hin, bei Altenburg, bei Monstab nach Schmölln hin, bei Meu⸗ selwitz und nach Zeitz zu. Schlechter fand ich sie zwischen Schmölln und Krimmitschau, und nach Ronneburg hin. Der Herr Oberpf. Klötzner schreibt mir, daß man in manchen Dörfern seiner Gegend auch deshalb mit nachgelassen hätte, den Raps anzubauen, weil man gefun⸗ den hat, daß die Gerste nach Weizen, welcher nach Raps folgte, bedeutend geringer im Ertrag sich zeigte, als die, velhe ll niticdi Wb in dem! Lundwit gebeh, das, u sagt/ al hurgschen ttag da diese hie shoch l sch, th geringen Wetzen d grucht u Hate Ern sch hanfh ung sche xden u und bii Hafer ss hm, en Haufh,; lchen Fut duß er gl Ic. O ser yih uten Wirthy iht man zun hu, sohah ind, die Gersh internehen h, m berbesseth hnlich, an ne Vithtuun ller, was si t wurde, H n gevöhnlich ich habe mic Fällen sogr chfl. auf he auch woh porden seyn. u folgende Merane his u, bei Ma sie swischn cburg hin b, daß uh halb n man gesu⸗ nach Ras te ‚ als ih welche nach Klee oder Brachweizen gewonnen war. Eine merkwürdige Erfahrung, die ich selbst nie machte. Der Hafer. Ueber den Anbau des Hafers hat Dr. Schweitzer in dem üsten Band der Mittheilungen aus dem Gebiete der Landwirthschaft, einen reichhaltigen Aufsatz zum besten ge⸗ geben, ich kann hier nichts Besseres thun, als wenn ich das, was mein Freund über den altenburgschen Hafer sagt, aushebe; es heißt Seite 76:„Hier und im Alten⸗ burgschen giebt er(der Hafer) nicht selten einen solchen Er⸗ trag, daß mit ihm die Felder höher als mit Gerste, so gut diese hier auch geräth, benutzt werden. Man räumt ihm jedoch daselbst in der Regel nur diesenigen ein, wo man sich, theils ihrer großen Gebundenheit, theils wegen ihres geringen Kraftgehalts(wenn z. B. Erbsenroggen oder Kle⸗ weizen darauf stand, oder das Wintergetreide gar die zte Frucht nach dem Dünger war) von der Gerste keine geseg⸗ nete Ernte verspricht; läßt es aber, wohl wissend, daß er sich dankbar dafür zeigt, fast nie an Fleiß bei seiner Bestel⸗ lung fehlen, und daher kommt es, daß man in diesen Ge⸗ genden nur höchst selten, nur in sehr ungünstigen Jahren und bei anerkannt liederlichen Wirthen, ganz schlechten Hafer sieht. Gewöhnlich pflügt man daselbst zwei Mal zu ihm, ein Mal vor und ein Mal nach dem Winter, und häufig, jedoch nur auf lockeren Feldern, wird er mit der letzten Furche untergeackert, wovon man den Vortheil hat, daß er gleichmäßiger aufgeht, und weniger von Dürre leidet. Doch finden sich auch hier Abweichungen von die⸗ ser Bestellungsart; so sah ich z. B. auf einem schweren Bodeu zwei Mal im Frühjahr zum Hafer ackern, so daß er zusammen drei Arten bekam, was einen sehr vortheil— haften Einfiuß auf sein Gedeihen zu haben schien. Auch trifft es sich wohl bisweilen, daß man ihn, wenn das Feld besonders locker ist, in die Schwarte, d. h. auf die im Herbste neu gefelgten Felder, ohne mehrmals zu pflägen, säet, und ihn blos einegget, wobei man entweder, wie in jenem höhern Theile des Voigtlandes ꝛc. die Theilraine erst im Frühjahr ausackert, oder das ganze Feld vor dem Win⸗ ter umbricht, und zur Saatzeit bie Beetfurchen nur noch ein Mal mit dem Pfluge ausackert, weil sonst die Egge in denselben nicht greifen würde. Letzteres Verfahren scheint mir zweckmätziger, weil dabei das ganze Feld einen gleichartigen Feuchtigkeits- und Gebundenheitszustand be⸗ hält; der Saame also gleichmäßiger untergebracht werden kann, folglich auch gleichmäßiger aufgehen muß, als wenn erst im Frühjahr noch ein Stück umgeackert wird. Doch ist dies hier nicht so nachtheilig, als dort(im Voigtlande) weil man meist breitere Beete hat, das nach dem Winter erst ausgepflügte Land also nur wenig Raum vom Ganzen einnimmt, und die Felder größtentheils lockerer sind, so daß der Unterschied zwischem dem in verschiedenen Jahreszeiten gepflügten Lande nicht sehr auffallend ist. Im Ganzen aber liebt man diese Bestellungsart des Hafers nicht, und läßt sich daher meistentheils nur durch die Noth dazu be⸗ wegen. Will man ja im Frühjahr nicht noch ein Mal zu ihm pflügen, so sucht man, zumal im Alten bu rgschen, ein zweimaliges Ackern im Herbst möglich zu machen, und säet ihn dann, ohne wieber einen Pflug anzusetzen, recht zeitig im Früh jähre, wobei man sich sehr wohl befindet.“ ⁰0 a dl/ Goflet dern d hit m sät. und Se filgen hers ge roch ub nugen w Winters Wachsee swoppet Ihn dan her. den Haf oei Fat man we auch ber der Met listge L tem Haf Vas m hjtber bastelten gen der; chn diss Loch am? M tekern, so 0 schr vorhh ishen. Ruh Wenn das S . auf de le zu pfliz, veder, wee n Delllalnt ui bor dem Wih⸗ m fur noch ust die Coge 8 Versahten deld einen Itszustand he⸗ hracht verhen uß, als wenz witd. Doch WVigtland dem Winler bom Ganzen sind, so dah Jahtesheiin IM Ganhn nicht, uu oth dasn h ein Mal u utgschen, uuchen, ud sehen, teht hlfindet — 205— „Noch ein Fall tritt bisweilen in genannten Gegenden ein; der, daß man im Herbste gar nicht zum Hafer pflügt (dasserste Mal geschah dies wohl nur aus Mangel an Zeit), sondern die Stoppeln des Getreides, worauf er folgen soll, erst im Frühjahr umbricht, und gleich auf die frische Furche sätt. Ein achtsamer Landwirth zwischen Ronneburg und Sch mölln versichert mich, daß er nie zu Hafer mehr felgen würde, wenn es nicht bis in die Mitte des Octo⸗ bers geschehen könne, sondern in Zukunft lieber die dann noch übrige Zeit des Herbstes zum Umbruch der Brache be— nutzen wolle, weil er davon größern Nutzen habe; denn vor Winters gebracht, sey halbe Düngung, und der Hafer wachse eben so gut, wenn zu ihm erst nach dem Winter ge⸗ stoppelt werde, zumal auf nassen, kalten Feldern, wo man ihn dann auch früher bestellen könne“ So weit Schwei— tzer. Ich kann mich nicht erinnern, je im Altenburgschen den Hafer einfurchig bestellen zu sehen, immer sahe ich ihm zwei Furchen geben, und meistens beide im Herbst. Denn man weiß es wahrscheinlich aus Erfahrung, daß, wenn auch der Hafer bloß mit einer Furche vorlieb nimmt, doch der Acker dies nicht vergißt, und hinterher für die vernach— läsügte Behandlung bestraft Wer hinter einfurchig bestel⸗ tem Hafer z. B. Erbsen säen will, wird schlecht wegkommen. Was man dem Hafer nicht gewährt, muß man hinterher wieder einbringen, und ich glaube es, daß nach einfurchig bestelltem Hafer das Herbstbrachen und mehrmalige Pflü⸗ gen der Brache eine halbe Düngung zu seyn scheint, indem ohne dieses Gutmachen der Acker das einfurchige Bestellen noch am Wintergetreide rächen wird.— Man säet den Hafer etwas dicker als die Gerste und ————————— m.——— .... *.*+*i+i./.—.—— + hat, wie auch Freund Schweitzer bemerkt, oft einen sehr hohen Ertrag. 10 Schfl. vom Acker wurde oft ge— erntet, davon habe ich mich hinreichend überzeugt, doch auch zuweilen mehr; auf schlechtem Boden, z. B. bei Ischö⸗ pel, gewinnt man zuweilen auch nur 4 Scheffel vom Acker. Gerste und Hafer wird mit der Gestellsense in Schwa— den gehauen, Winter⸗ und Sommer⸗Weizen und Korn wird aber gewöhnlich mit der Sichel im Lager geschnitten. Erbsen und Wicken. Die Erbsen werden häufiger als die Wicken ange⸗ hauet, weil man den letztern ein stäreres Assangungs⸗ vermögen zuschreibt und ihnen schuld giebt, daß sie das Feld mehr als die Erbsen verwildern. In Sachsen habe ich dies durchgängig als wahr befunden, aber hier habe ich die entgegengesetzte Bemerkung gemacht; das Wicken⸗ feld hielt sich im Ganzen immer reiner und das Korn nach Wicken gab mehr Ertrag als nach Erbsen; noch kann ich mir diese Erscheinung nicht erklären.— Im Altenburgschen bauet man allgemein die Erbsen und Wicken im Brachschlag; man pflügt hierzu die Gersten⸗ stoppel entweder ein Mal oder zwei Mal. Ersteres findet häufiger als Letzteres statt, weil man immer bemerkte, daß die zweifurchig bestellten Erbsen unb Wicken weniger Kör⸗ ner als die einfurchigen gaben. Wem es mehr um das Stroh als um die Körner zu thun ist; säet vielleicht um deswillen die Erbsen zwelfurchig, und pflügt dann das erste Mal im Herbst, und das zweite Mal im Frühjahr, nachdem der Acker gut geeggt war, kurz vor der Saat. 6m und Hst lachl aunit man e Etbsen in Frühi tigkeit au sikt. E saet; sall hintet det le, und f Cebhen a schwittiz orpel mi ost gaben Kerner al Eins oher dener gegen, nach de N. Gips voc) higer die Erttag ga hinter ihb Enngg gef de Ethsen fnd, so is ist hiser a cuh de g V ö„„ N E Vufan Gemeiniglich wird zu den Erbsen mit Mist gedüngt, n. oft y und dieser gewöhnlich dann aufgefahren, wenn der Frost wadt dih bald nachlassen will, aber doch den Wagen noch trägt, ögdsh damit man sogleich, so wie der Acker gepflügt werden kann, sftlom en die Erbsen bestellen kann. Mehrere fahren auch den Mist ense in Sthho im Frühjahre erst dann, wenn die überflüssige Winterfeuch⸗ Ien und gon tigkeit aus dem Acker ist, und der Wagen nicht mehr ein⸗ geschutto sinkt. Selten werden Erbsen und Wicken ungemistet ge— säet; sollte dies aber ja zuweilen geschehen, so mistet man hinter den Erbsen zu dem Roggen. Hauptsächlich düngt man wohl um des Roggens wile Vicken ang⸗ len, und fährt nur gern den Mist noch vor Bestellung der Wesaang Erbsen auf den Acker, weil die Mistfuhre im Herbste zu daß si di schwierig seyn würde, indem man schon Mist auf die Klee⸗ Luhen hob stoppel mitten in der Getreideernte zu fahren hat.— Sehr bet her hah oft gaben Erbsen, zu denen nicht gemistet wurde, mehrere das Vkn, Körner als die ungedüngten. 8 Korn nih Einige überdüngen die Eebsen auch noch mit Gips; noch kann ih aber denen, die es thun, ist nur das Meiste an dem Stroh gelegen, denn die Schokengewächse wachsen, oft schon die Erbsh nach der Mistdüngung zu geil, und noch geiler, wenn dee Gersur Gips noch obendrein aufgestreuet wurde. Aber je üp⸗ Isteres fübt piger die Erbsen und Wicken standen, desto reichlichern emerkte: V Ertrag gab das hinterher folgende Korn. Ich habe schon veniger Kt hinter üppig stehenden Erbsen und Wicken einen höhern cht um dut Ertrag gehabt als nach gedüngter reiner Brache. Wenn hilbechtin die Erbsen gute Witterung haben, nachdem sie gehauen dann diz find, so ist ihr Stroh, wenn die Spltzen noch grün sind, 1 ghh oft besser als Heu von mittelmäßiger Güte; sind dann b.r Gant auch die Körner keine Verkaufswaare, so geben sie doch D+. ———— —. ———— ——.— **FEE———.. ein gutes Pferdefutter ab, und die Erbsenernte zusammen giebt doch einen sehr hohen Ertrag. Selten pflügt man im Frühjahr vor dem Säen der Erbsen, sondern man säet sie gemeiniglich vorher, ehe man pflügt, und pflügt sie dann unter; die Erbsen gehen auch noch gut auf, wenn nur ein Mal gepftügt wurde, und die Furchen etwas ganz hingelegt wurden; man sagt daher im Altenburgschen:„die Erbsen böhren durch ein Spindebret.“ Ich bemerkie nicht, daß untergepflügte Erbsen Vorzüge gegen blos untergeegte hatten; man pflügt sie wohl mehrentheils nur der Tauben wegen unter, weil diese Gäste sich gemeiniglich am zahlreichsten auf dem be⸗ stellten Sebsenacker einstelen und auch gern am längsten darauf verweilen; wurden die 22 untergepflügt, so werden wenige oder gar keine eine Beute der Tauben. Die Wicken hingegen scheinen das Unterpflügen weni⸗ ger zu vertragen, es sey denn, daß der Boden sehr locker ist, und so sahe ich diese Frucht immer erst dann säen, nachdem der Acker zur Saat gepflügt war, man eggte sie dann sorgfältig unter. Man säet gemeiniglich ohngefähr 3 Schfl. Erbsen auf den Acker, die Wicken etwas dünner, und erntet daun vom Acker höchstens 10 Schfl, häufig weniger, oft nur 4 Schfl. Gerade in der Gegend um Monstab herum, wo der Boden am reichsten ist, klagt man am häufigsten über geringen Körnerertrag der Erbsen; Viele schränken deshalb den Erbsenbau ein, und säen statt ihrer, Sommerrübsen und, wie mir der Herr Oberpf. Klötzner schreibt, sogar Rog⸗ gen in die gedüngte Gerstenstoppel. Wer sich Futter genug auf andere Weise schafft, kann nur so handeln. Wicke gemeng lich düngt Theil des den man a saen einen ist dann ge Mal gehan⸗ Yferde ist diese dient. Heu für d Schafen. Nachd wird die e und nach 2 Ie Mal Eren sie wöhl bacher; das 5 bann gu krantes, 19 shtt man filg unte, Lahsin) har n Hert o Wtagmehe ind upelen Eon Ef 4e iule zusamng r kim Clh sich docher ch e Ein gch Hepfügt pury den; man sih hren durch in Imtetgipffgz nj man pfy n uhler, wol Wauf dem hs mam längsa erepflügt, s Lauben. pflägen wen den seht loch st dann sinz man ehgt i Erbsen a tet dann hont nur 18hf vo der Bodil lber geringt deshalb d růbsen und/ sogar Ruz utter gaaah Futterge wächse⸗ Wickfutter und Stoppelerbsen. Wicken mit Hafer, Gerste und zuweilen auch mit Erb⸗ sen gemengt gesäet, trifft man nicht selten an. Gewöhn⸗ lich düngt man hierzu oft ziemlich stark mit Miste den Theil des Brachschlags, welcher am meisten Unkraut hat, den man aber dennoch nicht leer liegen lassen will. Viele säen einen Theil des Wickfutters ziemlich früh, und dies ist dann gewöhnlich haubar, wenn der Klee sämmtlich ein Mal gehauen, und der zweite Wuchs noch zu jung für die Pferde ist, wo es dann größtentheils als Grünfutter für diese dient, doch macht man auch vieles Wickfutter zu Heu für den Winter, und giebt es dann den Pferden und Schafen. Nachdem dies frisch gesäete Wickfutter abgemähet ist, wird die Stoppel sogleich umgepflügt, späterhin beeggt, und nach Befinden nur noch ein, aber zuweilen auch noch zwei Mal zu dem Wintergetreide gepflügt. Einen Theil des Wickfutters säen Manche später, und pflügen wohl auch den dazu bestimmten Acker zwei Mal vorher; das erste Mal im zeitigen Frühjahr, und beeggen es dann gut, um so schon einen großen Theil des Un⸗ krautes, z. B. die Quecken auszurotten; anfangs Juni fährt man Dünger auf diesen Acker, pflügt diesen sorg⸗ fältig unter, säet Wickfutter(so heißt jenes Gemenge in Sachsen) darauf und eggt dieß gut unter. Dieß wird im Herbst, wenn schon die Kleefelder abgeleert und zum Wintergetreide vorbereitet werden, grün für die Pferde, und zuweilen auch für die Kühe gefüttert. Dieser Acker Schm. Erf. ar Th. O — SI‚I84„ *...— — 210— wird nach den Wicken nur ein Mal zu dem Winterge⸗ treide gepflügt. Das Wickfutter säet man ziemlich dick, bis 14 Schfl. pr. Acker, und da der Dünger es auch zu einiger Ueppig⸗ keit bringt, so bedeckt es den Acker recht vollkommen, es unterdrückt das Unkraut, denn selbst die Quecken müssen zum großen Theil unter dick und fett stehendem Wickfutter ersticken, es bebrütet die Ackerkrume und so gewinnt der Acker auf mehrere Weise. Viele Altenburger säen auf einen Theil der zeitig im August umgepflügten Roggenstoppel Erbsen etwas dick aus, welche dann im Herbst, nach Michael noch, als ein sehr gutes Grünfutter dienen. Ich habe dies in Ponitz fast alle Jahr gethan, und nie in der darauf gesäeten Gerste einen Abschlag bemerkt. Auf Boden, der ein Mal in Kraft gesetzt ist, gedelhen diese Stoppelerbsen vorzüglich gut, und sind da, wo nicht zu früh starke Fröste eintreten, eine herrliche Sache, denn durch sie erspart man bei den im Stalle gefütterten Pferden und Kühen vieles Heu, und die Kühe melken vorzüglich gut danach.—. ö Einige säen unter diese Stoppelerbsen weiße Rüben, welche dann, nachdem die Erbsen abgehauen sind, ausgezo⸗ gen und verfüttert werden; zwar sind sie oft recht klein, gewähren aber doch auf einige Zeit eine recht gute Füttes rung für die Kühe und Schweine. So sucht man, wenn auch oft auf eine sehr mühsame Art, im Altenburgschen das Futter zu vermehren, und gewinnt zu diesem Zweck dem Acker in einem Jahr drei Ernten ab. 9 sanheb der MGStundle Resen Lnd des Hletbe Zustande g jenen seht pen Schwi ner als seh schͤlllich bes⸗ din, denn u hinreichende lings ein, anpor heht lonnte man wůnschte Dee Ilt tih nobnten von Kleefet Schneider Würchvißz wesche dn Smmn pmsti Ves im Grr dathm en rchm, Im 9 Er schuugen dun Ir Uu vm Vlunp, aug Uh bollkommen Queckn niß endem Vicfuh so gewinnt hel ber Rigt Absen etwas hacl noch, alt be died in Hun Dbakauf Ri h det en Rl erbsen ogh Ftöst tintch art man d hilles Heu, waße M In sind, auty/ ot ugthl raht hut i. uucht mun dn Alubugt 3I diis 0 — 211— Klee. Der Klee ist mit die Hauptgrunblage des guten Zu⸗ standes der altenburgschen Landwirthschaft und auch mit die Grundlage des Wohlstandes, welchen man allgemein in diesem Ländchen findet. Zwar mag auch vor Einführung des Kleebaues die Landwirthschaft schon in einem guten Zustande gewesen seyn, aber gewiß ist es, daß diese durch jenen sehr merklich empor gehoben wurde, und einen gro⸗ ßen Schwung erhielt. Früher mögen auch mehrere Kör⸗ ner als jetzt in das Vieh gefüttert worden seyn, wahr⸗ scheinlich besonders viel, ehe die Kartoffeln eingeführt wur⸗ den, denn man wußte sich auf keine andere Weise Futter in hinreichender Menge zu verschaffen, und sah doch gewiß längst ein, daß eine gute Viehzucht die ganze Wirthschaft empor hebt. Mit Wickfutter und den Krautblättern konnte man nicht ganz das erreichen, was man zu erreichen wünschte. Die Altenburger, besonders die, welche nahe an Würch⸗ witz wohnten, waren die ersten Nachahmer Schubarts von Kleefeld. Ja, ein altenburgisch gekleideter Bauer, (Schneider in Podebuls, einem Dorfe ganz nahe bei Würchwitz, ohnweit der altenburgschen Grenze) war es, welcher den Hofrath Schubart von Kleefeld in seinen praktischen Versuchen, besonders beim Anbaue des Klee's im Großen, auf's thätigste unterstützte, manchen wichtigen Versuch allein auf seinen Grundstücken unter⸗ nahm, dem Herrn von Kleefeld mänche interessante Erfahrungen mitthellte und so kräftig zur Vervollkomm⸗ nung der Landwirthschaft mitwiekte, indem Hr. v. K. das 2 2 *—— ———— SISSSSSS...Ir — 4. ——— —8 SSISISIIFIPIPIPITITITITIITITTTITITITIT — 212— Mitgetheilte in seinen Wirthschaften weise benutzte und dem Publikum das für gut Befundene nicht vorenthielt, sondern in seinen Schriften gemeinnützig zu machen suchte.— Daß Schubart von Kleefeld von Würchwitz aus, die Altenburger mit dem Kleebau bekannt machte, ist keinem Zweifel unterworfen, theils geht dies aus Schu⸗ barts Schriften,(S. dessen ökonomisch⸗»kameralistische Schriften, Ister Theil S. 96., wo er eine kurze Schilderung der damaligen Wirthschaften, die sich ohne Klee behelfen mußten, macht,) theils aus mehrern mündlichen und schriftlichen Nachrichten, die mir zu Theil wurden, hervor. Der Herr Oberpf. Klötzner schreibt mir hierüber:„Den Kleebau hat allerdings Hr. v. Kleefeld in Aufnahme gebracht, die Zeit aber ist mir nicht genau bekannt; die Väter der meisten der jetzigen Wirthe hatten viel weniger Kleebau als diese, und deren Großväter fingen an Klee zu säen. Einer derselben erzählte mir einst, daß man sonst den Aberglauben gehabt habe, daß die Blüthen des Ho⸗ lunders auf die Butter wirken, und selbige zur Beschaffen⸗ helt der Winterbutter herab setzen; dies habe sich immer scheinbar bestätigt. Nachdem aber der Kleebau eingeführt worden sey, so sey die Butter im Sommer gut geblieben, und wenn an jedem Hause Holunder geblühet habe. Die wahre Ursache der schlechten Butter sey aber gewesen, daß man vor der Zeit der Holunderblüthe Gras aus den Gärten und Weizenäckern und von den Feldrainen gefüt⸗ tert habe, dies alles sey aber zur Zeit der Holunderblüthe aufgezehrt gewesen, und die Kühe hätten wieder Stroh al⸗ lein bekommen, so wie im Winter, daher sey auch die But⸗ lel/ 0 6 wun sy d „Ei 3167˙A Naß(cht ren hat m knospen! zum Vat Geme der Regel Hafer. Er Mer schot nicht zu witdeer b boch siltet ihm die saen ihn schon aufg ltz bother biufl, so ff 11 HI bose Raüete. B— llichten Bo walhten Hl lant. IM He snd, haß di Aun schur u infan ehuschafe helutte urd xN ralhielt,sonhy n ughte.— d bon Düuth bekaunt nit t dies aus dt sch⸗kameralst lutze Schlyr hne Klee bihl mündlichen wurden, hin r hierüber: eld in Aufnh nau bekaunt) atten viel u fingen an l 5 daß nan Blüthen d 9 zur Basch habe sich n Rrbau einft mer gut gel gͤblͤhtt E sth aber gt the Gras 1 Felbrafhe Hololbah wieder E sey du xů ter, so wie im Winter, von schlechtem Geschmack gewesen; nun sey gedachter Aberglaube längst verschwunden.“ „Ein vierspänniger Bauer hiesiger Gegend hat jetzt 5 bis 7 Acker Klee; auf den Acker säet man höchstens ein Maß(ohngefähr 15 Pfund) Kleesaamen. Seit 10 Jah⸗ ren hat man den Kleebau nicht vermehrt. Wenn er Blüth⸗ knospen bekommen will, so wird ein Theil abgehauen und zum Winterfutter getrocknet.“ Gemeiniglich säet man Klee unter Gerste, weil er in der Regel sichrer aufläuft und besser gedeihet, als unter Hafer. Er wird gesäet, wenn die Gerste gesäet und der Acker schon ein Mal schräg übereggt worden ist, damit er nicht zu tief zwischen die Furchen einfallen kann, dann wird er bloß in die Länge untergeeggt. Zuweilen, aber doch selten, fressen die Erdflöhe den jungen Klee, wenn ihm die Gerste noch keinen Schatten gewährt, ab, deshalb säen ihn einige Altenburger erst dann, wenn die Gerste schon aufgegangen ist, und walzen gleich darauf. Wenn kurz vorher oder bald darauf ein durchdringender Regen einfiel, so stand gemeiniglich der so gesäete, bloß eingewalz⸗ te Klee besser, als der früher mit der Gerste an einem Tage gesäete. Bei sehr trockner Witterung, und besonders auf leichtem Boden, läuft aber oft nur wenig vom bloß einge⸗ walzten Klee auf, und so ist dies Verfähren immer ris— kant. Im Heröͤste wird er mit den Schafen behütet, da man fand, daß dies dem Klee nicht allein nicht nachtheilig, son⸗ dern sogar nützlich ist. So forderte mich der Pachter des Po⸗ nitzer Pfarrlandes, dessen größester Theil nicht von den Rit⸗ tergutsschafen betreten werden durfte, auf, alle Herbste seinen . — 214— jungen Klee mit meinen Schafen behüten zu lassen, damit diese die lockere Ackerkrume festtreten möchten; denn so erklärte er sichs, daß sehr oft der im Herbste mit den Scha⸗ fen stark beweidete Klee im Frühjahr dichter und besser stände, als der, welchen man unbeweidet ließ. Großes Vieh lassen gute Wirthe nur bei sehr trockner Herbstwitterung auf dem jungen Klee weiden; manche sind aber auch so ängstlich, daß sie bei der trockensten Witte⸗ rung keine Kuh darauf lassen, weil ihnen schon oft da der Klee auswinterte, wo das Rindvieh im Herbst tief eingetre⸗ ten hatte. Im Frühjahr wird, sobald die Vegetation eintritt, Gips, so gleichmäßig wie möglich, auf den Klee mit der Hand ausgestreuet. Jetzt sollen nur noch wenig Altenbur⸗ ger das Düngesalz auf dem Klee anwenden: nun wächst er in der Regel freudig auf. Man fängt sehr zeitig an, ihn mit ber Sichel abzu⸗ grasen, oft ist er nicht 5 Zoll lang; dies findet meistens schon in den ersten Tagen des Maies statt. Diesen kurzen Klee tragen die Mägde, bei kleinern Bauern die Hausfrauen, in Körben zur Futterkammer, wo er mit Ueberkehr(Ab⸗ harksel) oder mit Grummt, oder in Ermanglung dessen mit grobem Strohhäcksel gut und dann den Kü⸗ hen vorgelegt wird. Späterhin, wenn der Klee größer ist, wird er mit der Sense abgehauen, entweder mit dem Schubkarren von den Mägden, oder mit dem Wagen herein gefahren und ohne weitere Mischung dem Rindvieh, den Pferden und Schweinen, in einigen Wirthschaften auch den Schafen und Lämmern vorgelegt. U 06 R Inl ich He amache hitte Alethen richt Y nichts a So iste S. ist de Machten Fchler, jdoch! Mehrern wöhnlich dabon 3 B. li Heesaam uiht zu t ligen Eiuft vorgabras elauft w der Hles und beig un, nicl im Poste I de 1 Pynth; Bauunn a u lasen, nichen; hmn hle mit in Ehr dihtet unt 0 liß. bilsthriutz hen; nanchef ttockensen yz schon ost vz Hacht Hefengtz Netation eintt den Hle nst y h weniz Munl : nut viht; bet Sichlehy 6 fudtt nist . Oiesen kun hlHauoftan t Wberkeht l6 manglung Hs. I: damder hitd et us Schublatren. in gefthtn u n Hn u öen Eths Kleehen wird jetzt noch im Ganzen weniger gemacht als gemacht werden sollte. Schweitzer sagt:„so kenne ich mehrere Güter, z. B. W. wo noch niemals Klee⸗ heu geerntet wurde, indem es nicht genug wäre, ihn dürr zu machen, und er immer kaum zum Grünfutter hingereicht hätte. Es wäre frellich zu wünschen, daß jährlich etwas Kleeheu gemacht würde, da das andere Heu immer nicht recht zureichen wollte und die Kühe doch im Winter fast nichts als Stroh und ein bischen Brühfutter bekämen.— So ist es nicht nur bei vielen größern Gutsbesitzern— in S. ist derselbe Fall— sondern auch bei sehr vielen Bauern. Macht man ja Kleeheu, so begeht man gar häufig den Fehler, zu sehr darin herum zu arbeiten; die Verständigen jedoch thun dies nicht. Statt des Heumachens ist in mehrern Ortschaften der Erbau des Kleesaamens sehr ge⸗ wöhnlich. Man läßt dazu große Flächen siehen, und hat davon manchmal einen bedeutenden Ertrag; so erntete 3. B. ein Bauer in Mannsdorf 1817 mehrere Scheffel Kleesaamen. Ob der daraus erfolgende Geldertrag aber nicht zu theuer durch den daraus hervorgehenden nachthei⸗ ligen Einfluß auf den Düngerhaufen und das dadurch her⸗ vorgebrachte Zurückschlagen der darauffolgenden Ernten erkauft werde, mag ich nicht entscheiden; wenigstens sollte der Kleesaamenbau wohl nur auf sehr fruchtbarem Boden und bei großem Reichthum an Dünger unternommen wer⸗ den, nicht auf einem so erschöpften Boden, wie man z. B. um Posterstein herum findet.“ In der Gegend um Gößnitz herum fingen, als ich noch in Ponitz wohnte, mehrere Landwirthe und besonders die Bauern an, bedeutende Quantitäten Kleeheu zu machen, — 216— und ich erführ, daß dies auch jetzt noch geschieht; nur kenne ich Mehrere, die sich noch nicht entschließen können, etwas mehr Klee als zeither anzusäen und einen Theil da⸗ von dürr zu machen; lieber füttern sie eine Menge Körner in ihr Vieh; ich möchte wohl wissen, ob sie gerechte Gründe für dies Verfahren hätten.— Ich kann mir es durchaus nicht denken, daß sie bloß aus Gewohnheit bei dem Körnerfüttern bleiben und keinen Klee dürr machen, weil ihr Vater keinen dürr gemacht hat; denn schon dadurch, daß sie Klee säen und ihre Kühe im Stalle füt⸗ tern, beweisen sie ja, daß ihre Väter und Großväter nicht an dem Alten hängen blieben, warum sollten sie hinter ih⸗ ren Vätern zurückbleiben wollen? Sie sehen ja, daß Meh⸗ rere Kleeheu machen und dadurch Körner ersparen, wa⸗ rum folgen sie nicht nach, da Viele denkende Männer sind? Gern möchte ich ein Mal mehrern der klügsten Al⸗ tenburger mündlich ihre Meinung über diesen Gegen⸗ stand abfragen. Da dies aber vor der Hand nicht mög⸗ lich ist, so fordere ich alle altenburgschen Landwirthe, die dieses lesen, auf, mir schriftlich zu sagen, warum so Viele Körner in ihr Rindvieh und ihre Schafe füttern und nicht lieber mehr Klee bauen und dürr machen? Mein Freund Gleitsmann in Altenburg wird gern die Antworten auf diese Fragen sammeln und mir gütigst zusenden. Das Anbauen des Kleesaamens ist freilich sehr lockend, indem oft der Ertrag sehr lohnend ist und der Kleesaamen immer in einem sehr hohen Preise steht, nur geht, beson⸗ ders wenn nicht vorher ein Schnitt zum Grünfüttern weg⸗ genommen wurde, eine bedeutende Menge Futter dabei ver⸗ loren; denn ist auch das Kleestroh und die Kleespreu als gulth E A il gückchl den Ste den, wi Gps vurde; wenn u sütten abtheider plͤgt. bobach nicht K iuder K gebtett lehlen geworde Oe Joniz d. haschere moluer P nach Ge immer fe Unbedeut sfftl. Nuch Nle Hes sch, ei ten mihr sschieht. dlhiht u Futter zu gebrauchen, so ersetzt dies doch nicht das Klee⸗ 2— heu, was man hätte gewinnen können, wenn man keinen Neip Wer zur Saamenerzielung hätte stehen lassen. Einen b f Rückschlag in den darauf folgenden Ernten habe ich auf den Stellen, wo Kleesaamen reif wurde, dann nicht gefun⸗ ch kann nt den, wenn diese Stelle ebenfalls, wie der andere Klee, mit Gips gestreuet und die Stoppel mit Mist überfahren wurde; am allerwenigsten findet ein Rückschlag statt, wenn man vor dem Saamenklee keinen Schnitt zum Grün⸗ Gewohnhet dürt nuthn t denn schit im Stale sl füttern wegnahm, und nach dem Abernten die Stoppel nicht roßbätr nih abweiden, sondern den Klee mit sammt dem Miste unter⸗ u sie hinttt z pflügt. Bei einigen Altenburgern fand ich dies Verfahren in, daß Mh⸗ beobachtet. Wo der Boden sehr fruchtbar ist, lohnt es euspann, ⸗ nicht Kleesaamen zu bauen, denn der Körnerertrag ist dann Ende Männet in der Regel unbedeutend. Wenn der Klee am üppigsten steht, det klͤgsten A⸗ giebt er den wenigsten Saamen, ich gewann in Ponitz in den diesen Geger letzten Jahren meines Dortseyns vom großen Fuder reif⸗ and nicht nig gewordenen Klee oft kaum 50 Pfund Kleesaamen.— andwirthz de Der Ertrag im Klee ist sehr verschieden. Was ich in grum so Vil Ponitz vom Acker gewann, habe ich schon gesagt, und ich ern und nich versichere hier nur noch ein Mal, daß ich von der Hälfte Mein gtend meiner Pachtzeit ab, alle Jahr gleich schönen Klee hatte, die Antwottn nach Gerste, die nach gedüngtem Roggen gesäet war, er senden. immer fast ganz gleichförmig stand, und er nur auf ganz sht badh unbedeutend kleinen Stellen in manchen Jahren etwas r Hlesumn abfiel. ö ö ö cN Hp Auch meine Machtmen batten immer sehr schönen hfüten uh Klee, hascnders schön laß ich ihn in Haynichen, Mer⸗ tter dͤliht lach, bei Gößnitz, in Zürchau und bei vielen andern Or⸗ Kleesoruu dh ten mehr; die mehrsten Kleefelder dieser Gegend würden, WI — m 11 TI 4.— ———— ——.—.——.—. — 218— wenn Heu gemacht wobden wäre, 5o Centner und drüber vom Magdeburger Morgen gegeben haben. Selbst in Oreußen und Zschöpel, wo die Felder weniger frucht⸗ bar sind, sah ich herrlichen Klee, wovon der Mägdeburger Morgen gewiß auch gegen 50 Centnex gegeben haben würde. Daß es aber im Altenburgschen auch Kleefelder gegeben haben kann und noch geben wird, die kaum 12 Centner Kleeheu pr. M. Morgen geben würden, gebe ich sehr gern zu. Besonders schlecht soll er in Sachsen fast allgemein im Jahr 1818 gerathen seyn; aber im Alten⸗ burgschen mag es auch Stellen geben, wo der Klee nie vorzüglich geräth. Schweitzer sagt:„In den minder gesegneten Gegenden des Altenburgschen, vorzüglich, wo ein etwas schwerer Boden ist, sieht man auch oft recht schlechten Klee, der vielleicht kaum 10 bis 12 Centner pr. M. M. giebt. Hier sollte man ihn durchaus nur in Kartoffelgerste bringen, und ihn 2 Jahre stehen lassen, oder Rübsen darnach nehmen, der Vortheil würde außer⸗ ordentlich seyn; denn wie auffallend besser auf einem nicht reichen aber schweren Boden der Klee nach Kartoffelgerste, als nach Gerste, die auf Brachroggen folgte, wird, läßt sich kaum beschreiben. Jährliche unparteyische Erfah⸗ rungen lehren mich dies. In fruchtbaren milden Gegen⸗ den ist der Unterschied nicht so auffallend, wenn auch im⸗ mer noch merklich, und auf einem sehr lockern und trock⸗ nen Boden, vorzüglich in einer trocknen Lage scheint es fast besser, den Klee in Gerste, die auf starkbedüngten Brachroggen folgte, zu säen, als in die nach Kartoffeln; denn wahrscheinlich werden durch die vorhergehenden Kar⸗ tosseln bie dem Klee wohlthuende Gebundenheit und was⸗ suhoe meinen Klte bosse u, dt Hase Schthe D auges Hafet thiiden Pontt nach, wiißet Dahns wvißer lch sh Wuiraut Lndwi hannir i im Mten ot deh wi Wean serhaltende Kraft des Bodens, die ihm fast so nöthig wie wahrfih Düngkraft ist, etwas vernichtet; indeß sie auf schwerem Boden dadurch bis zu dem Grade gemildert wird, den der MMpung Klee verlangt.“—— Hchiben haln Vimanün 0 u usl Ich stimme nach den Erfahrungen, die ich selbst machte, t meinem Freunde darin bei, daß auf leichtem Boden ber die kaum u Klee nach Gerste, welche nach gedüngtem Roggen solgte, dden, gebe besser paßt als nach Kartoffelgerste, und gebe es sehr gern ahin f0 zu, daß auf schwerem Boden der Klee nach Kartoffel⸗ be in Aln gerfle folgen muß. Die Gründe und Ursachen, welche dber Kle uñ Schweitzer angiebt, sind einleuchtend. den mirdg Der weiße Klee wird im Altenburgschen noch selten orüglih, v. angesäet; ich war wohl der erste, der ihn dort unter den auch ost rech Hafer säete, und ihn im Brachschlag von den Lämmern ab⸗ 3 Centner weiden ließ. Mir folgte hierin der Administrator des mit chaus rur n Ponitz gränzenden Ritterguts Haynichen, Herr Beier, stehen lasso, nach, ob noch von mehrern altenburgschen Landwirthen vürde außel weißer Klee angesäet worden ist, wurde mir nicht bekannt. fulnem nicht Wahrscheinlich wird auch auf dem Rittergute Zürchau Rrofflgerst weißer Klee für die Schafe gesäet. Er gab eine vorzüg⸗ wird, lst lich schöne Weide im Brachschlag und hielt sie zugleich vom ische Etfah⸗ Unkraut rein, er verdient daher, daß alle altenburgschen llden Gehlr Landwirthe, welche Brache zur eignen Schafweide bis Jo⸗ un auch in⸗ hanni ungepflügt liegen lassen, ihn ansäen. ud te ne 2 schint s bebünt Es. ist zu bewundern, daß der Anbau der Luzerne sich Kartoftl im Altenburgschen nicht allgemein verbreitet hat, indem nden dur ihn doch Schubart von Kleefeld so nachdrücklich wie den nb wi des rothen Klees empfahl; ich habe nur sehr kleine Flä⸗ — 220— chen, aber nur auf Rittergutsfeldern, gesehen. Es ist mir kein Bauer bekannt, der ein Luzernefeld besitze. Daß der Boden im Altenburgschen sich sehr gut für dieses Gewächs eignet, habe ich in Ponitz bewiesen, wo ich den Anbau des⸗ selben mit vielem Glück versuchte und ihn weiter ausge⸗ dehnt haben würde, wenn ich Eigenthümer gewesen wäre, oder auf eine lange Dauer der Pacht sichre Rechnung hätte machen können. Fast glaube ich, daß der Altenburger fürchtet, er bringe der Luzerne ein zu großes Opfer, indem auf dem Acker, wo sie steht, er die Körnerfrüchte mehrere Jahre entbehren muß. Aber dann muß er auch zugeben, daß er den großen Werth der Luzerne nicht genau genug kennt, sonst würde er wissen, daß sie die Körner reichlich ersetzt, welche guf dem Stück, wenn sie nicht darauf stünde, erbauet wer⸗ den könnten. Zu berücksichtigen ist auch, daß ein gewese⸗ nes Luzernefeld mehrere Jahre vorzüglich reiche Getreide⸗ ernte ohne allen Dünger giebt. ö Esparcette findet im Altenburgschen keinen Boden, der sie vorzüglich liebt, und mir ist nicht bekannt, daß sie dort angebauet worden wäre. Kartoffeln. Zwar bauet man die Kartoffeln ziemlich im Großen an, doch verdienen sie wohl, daß ihr Anbau noch weiter ausgedehnt wird. Diejenigen altenburgschen Landwirthe, welche Branntwein aus den Kartoffeln brennen, bauen sie jetzt in sehr großer Menge an; aber ich fürchte, daß die Felder sehr viel verlieren, wenn aus den, auf ihnen er⸗ bauten Kartoffeln Branntwein gebrannt wird, und dann ir N shat! Sal Gbiet 2 bau! Vort et Hand Muod lann. Karp oten lene Eo ssmn .. Daß N Rles Gwachz uWMban d heter aush, ivesen pir chnung hiit fürchttt, m auf den htere Jahte ben, daß er kennt, sons ssehl, wische ubautt wer/ ; ein gevese he Gateid⸗ Boden/ de doh se don im Gtoßn noch wit Landwitth, „ bauenft le, daß 6 ihnen d⸗ uhd dash ihr Anbau im Großen nicht lange bei der Dreifelderwirth⸗ schaft wird bestehen können. Ich habe mich über diesen Gegenstand im ersten Theil der Mittheilungen aus dem Gebiete der Landwirthschaft ausgesprochen. Auch verfährt man immer noch nicht so mit dem An⸗ bau dieser sehr nützlichen Frucht, als man um des größern Vortheils willen wohl verfahren sollte. Wie mir Schwei⸗ tzer schreibt, bearbeiten noch Viele sie mühsam mit der Hand, was oft, durch das Wetter verzögert, bei einiger Ausdehnung des Baues nur sehr unvollkommen geschehen kann. Selbst auf den größern Gütern findet man nur seit Kurzem Pferdeinstrumente. In den gesegnetern Theilen des altenburger Landes ist es freilich anders; da sieht man sel⸗ ten ein mit der Hand bearbeitetes Kartoffelfeld.“ In der Gegend zwischen Würchwitz und Monstab fand ich früher den vom Hrn. von Kleefeld empfohlnen Kar⸗ toffelpflug, welcher mit einem sehr großen Vordergestell versehen ist; in Ponitz übernahm ich einen solchen Kleefeld⸗ schen Kartoffelpflug, welcher auf der Rumpelkammer meh⸗ rere Jahre ungebraucht lag. Aber jetzt wendet man in der Gegend Gößnitz, Schmölln, Waldenburg, Altenburg, Monstab, Meußelwitz, nach Zeitz hin, den verbesserten säch⸗ sischen Kärtoffelpflug an.— Die bessern Wirthe bringen, besonders auf schwerem Boden den Mist im Herbst schon auf das zu den Kartoffeln bestimmte Land, pflügen ihn sogleich unter, beeggen den Acker im Frühjahr, rühren ihn noch ein Mal mit dem Pfluge, eggen dann wieder und pflügen mit dem zten Male die Kartoffeln zugleich unter, wo dann der Dünger innig XVI — SSDiIIIII‚I———— * —. 1 7——* .——————.——.—— 0 25 222 mit der Ackerkrume vermischt ist, was man dabei mit be⸗ zweckt. Man legt die Kartoffeln, wenn sie mit dem Häufel⸗ pflug bearbeitet werden sollen, eine Furche um die andere aus, und macht gar keine, oder doch sehr breite Beete. Diejenigen, welche nicht so fleißig und thätig sind, pflügen im Herbst den Acker, weicher im nächsten Jahr Kartoffeln trägen soll, um, beeggen ihn im Frühjahr, fah⸗ ren den Mist auf, und legen entweder die Kartoffeln sogleich hinter dem Pfluge, oder hacken sie nach dem Pflügen mit der Handhacke ein, wo man sie gewöhnlich viel zu dicht auslegt Der Hr. Oberpf. Klötzner schreibt mir, daß selbst in der Monstaber Gegend viele Kartoffeln bei dem Unterpflü⸗ gen des Düngers in die Äckerfurche gelegt würden, weil man dies für gut gefunden hätte.— Wenn die Kartoffeln aufgegangen sind, werden sie meisteus geeggt, später von Mehrern behackt und hinter⸗ her noch mit dem Kartoffelhäufler behäufelt: dies Verha⸗ cken mit der Hand geschieht aber bei guten Wirthen nur dann, wenn der Acker vieles Unkraut enthält, meistens wendet man nur allein den Häufelpflug, aber gewöhnlich zwei Mal nach einiger Zwischenzeit, an. Immer habe ich bemerkt, daß diejenigen Landwirthe, welche ihre Kartoffeln bloß mit der Hand bearbeiten ließen, gemeiniglich einen geringern Ertrag davon hatten, als die⸗ jenigen, welche den Häufelpflug dabei anwenden; oft sah ich, daß die ersten nur kleine ärmliche Dinger hatten, wenn die andern schöne große Kartoffeln ernteten. Die kleinern fülten nicht allein wenig Säcke, sondern das Einernten derselben war mühsamer und kostspieliger. Hieran ist wohl d athHleh Gammig vanr 96e Wie und di hekein wucher Kartof um lie gůn icho/ d hatte, medrif u ihte sche Lu lrstens Hume, Im Be Mithe! Rglich sum is hittbei! größern feln gen batem cuch unt Roßere e saht f dt ox labi nith wohl das dicke Legen der Kartoffeln, aber auch oft das Be⸗ üm Ll hrenn es nicht zur rechten Zeit 2305—8 Gemeiniglich fällt das Heumachen und das Kartoffeshacken 30 e andn zu einer Jahreszeit; ist schöne Witterung, so geht man auf ult Bal. die Wiese oder, wer Kleeheu zu machen hat, aufs Kleefeld, thath ssh und die Kartoffeln müssen warten, entweder bis das Heu lächsten Iut herein ist, oder bis Regenwetter einfällt. Das Unkraut rihjaht V wuchert nun recht tüchtig im Kartoffelfelde und entzieht den ffln gh Kartoffeln die Nahrung, auch bleibt, besonders auf schwe⸗ fügen nit de rem Boden, die Ackerkrume fest, da doch die Kartoffel bachtauolgt eine gewisse Lockerheit der Erde sehr liebt. Zuweilen sah daß slbstin ichs, daß das Unkraut den Kartoffelacker völlig überzogen am Uuterpfl hatte, und so auch weder Luft noch Sonne in die Ackerkru⸗ Würder, wel me dringen konnte. Ich glaube aber fest, daß die Kartoffeln es zu ihrem bessern Gedeihen verlangen, daß die atmosphäri⸗ „Werden se sche Luft leicht in die Ackerkrume eindringen kann; denn und hintz⸗ erstens verlangen sie eine lockere, möglichst voröse Acker⸗ des Veha⸗ krume, und gedeihen deshalb vorzüglich in sandigem, leich⸗ Vithen ut tem Boden; zweitens haben mehrere aufmerksame Land⸗ t, masens wirthe gefunden, daß auf schwerem Boden der lange Mist, Ruchnlch zugleich mit den Kartoffeln eingepflügt, ungemein wirk⸗ sam ist, und große Kartoffeln giebt; wahrscheinlich hat hierbei die durch den langen Mist vermehrte Porosität den nii größern Atheil; driltens Arben sehr tief gelegte Kartof⸗ n/ als diz feln gemeiniglich nur kieine Stücken, wenn auch in frucht⸗ l barem Woden⸗ zuweilen in großer Anzahl; viertens geben , wel auch unbehäufelte Kartoffeln nur kleine Dinger, aber desto 51 größere Stücken, wenn sie recht hoch angehäufelt sind, und nn so läßt sichs auch erklären, warum Kartoffeln, welche in Riin. dicht an einänder befindlichen Reihen stehen, immer einen Hieran! geringern Ertrag und kleine Stücken geben; denn nicht al⸗ lein, daß zwischen engen Reihen an und für sich schon die Atmosphäre weniger eindringen kann, sondern die Kartof⸗ feln können auch um so weniger hoch aufgehäufelt werden. Es ist mir wahrscheinlich, daß die Kartoffeln selbst mit den Wurzeln Nahrung aus der Atmosphäre durch die lockere Ackerkrume ziehen; mittelst der Blätter und Stengel mögen sie dieses auch thun, das bezweifle ich gar nicht; aber Kartoffeln mit sehr fettem hohem Kraut, was die Ackerkrume dicht bedeckt, liesern einen schlechten Ertrag, und gemeiniglich sehr kleine unvollkommene Stücken; es findet hier dasselbe statt, was man auch bemerkt, wenn Kartoffeln unter schattigen Bäumen und zwischen Mauern oder dichten Zäunen stehen.— Sind diese Bemerkungen richtig, so läßt es sich um so leichter erklären, daß Kartoffeln überhaupt, im Ver— hältniß zu der Kraft im Boden, einen so hohen Ertrag an nährenden Substanzen geben, und hierin alle andern Früchte übertreffen; es läßt sich auch dann erklären, wa⸗ rum entkräfteter Boden, auf welchem der Anbau jeder andern Frucht gar nicht mehr lohnt, oft noch einen guten Ertrag iu Kartoffeln gewährt, und ein Acker lange Zeit alljährlich Kartoffeln hervorbringen kann, während mit andern Gewächsen häufig abgewechselt werden muß, wenn sie einigermaßen gedeihen sollen. Wer die Kartoffeln mit dem Häufelpflug bearbeitet, der sorgt zuerst dafür, daß die Reihen entfernt genug von einander kommen, und wendet dann dies Instrument im⸗ mer zur rechten Zeit und wo möglich in der passendsten Witterung an. Der Kostenaufwand ist bei dieser Bearbei⸗ bung fh Rißhen Hatoffe Di dergleich Rauben recht di ost sork lich is. grohe M hur wen den Ack sogenes hurch da indem si Mfänzche A8 in der In lenbeker C 1 TRe 6 gehörig o ausgenom men und e Kartof gescheh Meiste ruuhen Sch Ruannt h Lannen p; echn, Eis. Hhn niche insch chonhj dhon de Karth, chiusktnahg, Rfn h phan duch R tter und Eing leih nr ich aut, uit H Hachen Eint 2 Elken, g bameilt, wun wische Maum laßt 8 schi haupt, in Yu hohen Ernihg in ale athen n etlling, yr Mh Ichn noch ihen gut Uckr uug Y „ wihund ul den muß ken fus hachee Int gnuß bor Istument in pascobsen Isst Berdi/ tung sehr gering, und so bräucht er nicht karg dabei zu seyn, sondern kann den Häufelpflug mehrere Male, in zweck⸗ mäßigen Zwischenzeiten, nach einander anwenden, und die Kartoffeln hoch anpflügen. Die Arbeiterfamilien, Händwerker, Tagelöhner und dergleichen, welche Kartoffeln auf fremden Acker legen, glauben gemeiniglich recht gut zu fahren, wenn sie nur recht viele Kartoffeln aussäen, und darum legen sie diese oft so dick neben einander, daß ein Behäufeln kaum mög⸗ lich ist. So erzielen sie freilich der Stückzahl nach eine große Menge Kartoffeln, aber demohnerachtet füllen diese nur wenige Säcke; sie schieben dann gemeiniglich alles auf den Acker, und beklagen sich, daß man ihnen sehr ausge⸗ sogenes Feld anwies. Mehrere dieser Leute machen vieles durch das öftere Behacken des Kartoffelackers wieder gut, indem sie die Oberfläche immer locker erhälten und jedes Pflänzchen Unkraut gleich beim Auslaufen zerstören. Als ich noch in Ponitz lebte, legten viele Landwirthe in der Umgegend ihre Kartoffeln sehr spät, erst nach vol⸗ lendeter Gerstensaat; einige erst im Juni; manche kaum 14 Tage vor Johanni. Wie können da die Kartoffeln gehörig auswachsen, wenn sie oft schon vor Michaelis ausgenommen werden, also kaum ein Vierteljahr zum Kei⸗ men und Wachsen Zeit haben? Die bessern Wirthe legten die Kartoffeln früher, und ich hoffe, daß dies jetzt allgemei⸗ ner geschehen wird. Meistens bauete man nur eine kleine runde Sorte mit rauher Schaale an, welche gemeiniglich gute Kartoffeln genannt werden,(wahrscheinlich im Gegensatz der soge— nannten pohlnischen, großen, rothmarmorirten, die Schm. Erf. ar Th. P — 220— man gemeiniglich wilde Kartoffeln nannte) ohnerachtet diese Sorte einen geringern Ertrag gewährt, wie die meisten andern Kartoffelsorten. Die guten Kartoffeln soll man auch noch jetzt, wie mir Schweitzer schreibt, am meisten anbauen, was mich wirklich sehr wundert. Zwar schmeckt sie gut und hat auch mehr nährende Substanz als mehrere andere Sor⸗ ten, doch ersetzt dies alles nicht den geringen Ertrag, den sie, im Vergleich mit mehrern andern Sorten, nur ge⸗ währt. In Ponitz und der Umgegend bauete man schon, als ich dort wohnte, häufig die weißen Nierenkartoffeln an, da man bald fand, daß man mehr Gewinn mit dieser Sorte hatte, als mit der sogenannten guten. Wem die Nie⸗ renkartoffel nicht so mundete, wie die gute, der legte einen kleinen Theil der letztern nebenbei, blos zum Bedarf für den Tisch. Ueberhaupt versuchte man es in dieser Gegend fast allgemein mit dem Anbau mehrerer Sorten Kartoffeln; immer rühmte Einer die seinigen mehr wie der Andere; so wurde mir es leicht, einige dreißig verschiedene Sorten zu sammeln und zum Versuch neben einander anzubauen. Wahrscheinlich entstand diese Mannigfaltigkeit durch das Erziehen der Kartoffeln aus dem Saamen, welcher sich in den grünen, auf den Stengeln wachsenden Aepfeln findet, denn dieses wurde in der Gegend Altenburgs, wo ich wohnte, von Mehrern versucht, um eine vollkommenere Sorte zu erzeugen; welcher Zweck auch wohl, wenn zweck⸗ mäßig verfahren wird, zu erreichen ist.— Der Hr. Oberpf. Klötzner sagt, daß er vom allen⸗ burgschen Acker 100 Scheffel Kartoffeln erntet, und das Na l Il M. 2 Aattoff Acerne Manl! me, merite, z fril Ferschni staaben x aflein sllener Werden. Mahrer köhen. locht, haben, Du sla, un Hharnn d dern fan vitd sch lit aber Wuuuf en usir et wudde, sth wit — 227— Dohnerah mag auch wohl als Mittelertrag bei den Meisten der al⸗ d die messg tenburgschen Landwirthe angenommen werden können. Wer, Behufs des Bearbeitens mit dem Häufelpflug, die uoh sch, y auir ö un Kartoffeln in die ꝛte oder Zte Furche legt, braucht für den anbar inial. ö 92 Acker gemeiniglich 9 bis 10 altenb. Scheffel zur Aussaat. —10 Man nimmt gern Kartoffeln mittler Größe zu den Saa⸗ anden En men, und schneidet sie selten und nie gern, weil man oft be— en Ettap. merkte, daß zerschnittene Kartoffeln nicht keimten, sondern zu früh faulten: Einige wollen auch bemerkt haben, daß zerschnittene Saätkartoffeln unvollkommenere Kartoffel⸗ onten, nitg nan shon a stauden gaben.— Hedofln av, uit hest Ei Für die Kühe werden die Kartoffeln von Vielen roh Wen dlel zerkleinert und dann sammt der Getreidespreu gebrüht; „drrt an seltener findet man, daß sie dem Rindviehe gekocht gegeben un dafft werden, es sey denn, daß man damit mästen will, wozu in diest G Mehrere die gekochten Kartoffeln für besser halten als die Hn Hufh rohen. Den Schweinen hingegen giebt man ste gern ge⸗ Uit de M kocht, denen sie auch meistens als Mastfutter gegeben chin⸗ Ent werden. der anzuban Wer es darf, brennt Branntwein aus den Kartof⸗ eüt du l feln, und giebt das Spülig den Kühen und Schweinen. „welhht sh Hierzu bauen nicht nur Mehrere selbst viele Kartoffeln, son⸗ Rpfela fis dern kaufen auch welche dazu; wenn letzteres geschieht, so urgs, W wird sich der Acker sehr wohl dabei befinden; desto schlech⸗ holkomme ter aber kommt der Acker derjenigen dabei weg, welche die 90 n t darauf erbaueten Kartoffeln verkaufen, oder Branntwein dafür eintauschen, was, wie mir mehrmals versichert er nl wurde, jetzt sehr häufig von leichtsinnigen Wirthen gethan ttt/ Id wird. P 2 ————499—.— N 4* VV/ *. 2 7 1*—* ————— UIIFI—————————.—— Man verwahrt allgemein die Kartoffeln für den Win⸗ ter in Kellern auf, Gruben, zu diesem Zweck angewendet, sah ich nie. Wer viel Kartoffeln bauet und nicht hinrei⸗— chende Keller hat, verwahrt einen Theil davon in den Scheu— nen unter dem Getreide. Besonders gut halten sie sich in den Scheunen, welche von Lehmmauern umgeben sind. Weißkohl. Im Verhältniß trifft man fast mehr Weißkohl(Kraut genannt) angepflanzt als Kartoffeln. Man verwendet sehr vielen Fleiß auf den Anbau des Krautes, und richtet dazu den Acker sehr gut zu. Es wird mindestens drei oft vier Mal dazu gepflügt, und zwischen jedem Pflügen gut geeggt; man düngt den Krautacker stark, wer Schafe hat, behordet es entweder dicht, oder fährt Schafmist darauf, weil dieser die Kohlgewächse am besten treibt. Kurz vor Johanni wird jeder Regen benutzt und sogleich so viel vom Krautacker gepflügt, als man mit den erwachsenen Pflanzen, welche vorräthig sind, besetzen kann. Unmittel⸗ bar vor dem Pflanzen wird der Acker gewalzt, theils um ihn zu ebnen, aber mehr, um die Ackerkrume fest zu drü⸗ cken, und so das Austrocknen in etwas zu verhindern. Den Dünger zu dem Kraute fahren Einige schon vor Winters, und pflügen ihn mehrere Mal mit um, damit er sich gut mit der Ackerkrume vermische; Andere fahren ihn auch erst kurz vor dem Pflanzen auf, und bringen ihn mit dem letzten Male Pflügen unter. Ersteres halte ich, mei⸗ nen Erfahrungen gemäß, für besser, als letzteres; im fri⸗ schen Miste kommen viele Pflanzen zu hohl zu stehen, und der gährende Mist macht Hitze, und beides befördert das So Nheu 1 fise Di Gtten Eidflo ftischn Henlöe Eidflo schiint 1 schn sie diee ben le nahe; M bald m im Hel man th heils, gen, ben disses wu M de die Erdf M saamen/ tanne zu, shwer s Scuh u Adfiher In dir S ir din Wi, kagtwende, uht hure in denScheu⸗ lin ssesch y ben sub, Riohl Gat nberpendei und richtet Rn drii ost Pfläͤgen gut Schaft haf Afmst drf ht. Kutz bot ogleich so dil U bachseng mn. Uumitl I, Hhels un fes gu di ehinden. iige schot gr um, damte fahren i ingen ihnut ae ich ll⸗ irebj inst schn . fithet ds Vertrocknen der Pflanzen sehr; nur wenn trübe Tage und Regen nach dem Pflanzen des Krautes eintreten, scheint ber frisch aufgefahrne Dünger Gutes zu stiften. Die Krautpflanzen zieht man mit vieler Sorgfalt in Gärten und sucht sie auf mannichfaltige Weise gegen die Erdflöhe zu schützen. Man legt die Pflanzenbeete gern in frischen umgegrabenen Rasen, oder in der Nähe der Jau⸗ chenlöcher an, weil man bemerkt hat, daß dann gar keine Erdflöhe auf die Pflanzen kommen. Besonders zuwider scheint den Erdflöhen die Jauche aus den Rindviehställen zu seyn, und Manche legen die Pflanzenbeete so an, daß sie diese Jauche zwischen die Beete hinein, durch kleine Grä⸗ ben leiten können, um sie so den Krautpflanzen möglichst nahe zu bringen. Man säet gern die Krautpflanzen möglichst früh, so bald man nur ins Land kann, und gräbt gern hierzu schon im Herbstedie Beete um; dieses frühe Säen beobachtet man theils, um früh genug große Pflanzen zu haben, theils, um so mehr dem Abfressen der Erdflöhe vorzubeu⸗ gen, denn früh, wenn noch kalte Nächte einfallen, kommt dieses Ungeziefer noch nicht zum Vorschein, und haben ein Mal die Pflanzen eine gewisse Größe erreicht, so können die Erdflöhe ihnen wenig oder nichts mehr anhaben. Nachdem der Kappsaamen(so nennt man den Weißkohl⸗ saamen) gesäet ist, deckt man die Beete mit Aesten der Weiß⸗ tanne zu, theils um den Vögeln das Auflesen des Saamens schwer zu machen, theils um den aufgehenden Pflänzchen Schutz und Schatten zu geben; im Schatten richten die Erdflöhe weniger Schaden an, als wenn die jungen Pflan⸗ zen der Sonne frei ausgesetzt sind. 94 44.‚— 5 — 2 7 ——.......———+ Wenn sich ja Erdflöhe eingestellt haben, so bestreuet man die Pflanzen früh am Tage, wenn der Thau noch nicht abgetrocknet ist, entweder mit Asche oder Rus, in neuern Zeiten auch mit Gips, dies wiederholt man alle Morgen so lange bis noch Erdflöhe sichtbar oder die Pflan⸗ zen diesem Ungeziefer entwachsen sind. Einige streuen auch gebrannten und zu Pulver gelöschten Kalk, so wie jene ge— nannten Dinge auf. Bei Regenwetter begießt man auch die jungen Pflänzchen, wenn Erdflöhe sich zeigten, mit Rinder⸗ jauche. Alle diese Mittel scheinen den Erdflöhen widerlich zu seyn, sie befördern aber auch sehr das Wachsen der Pflanzen, so daß die Erdflöhe nicht Herr werden können. Den Hausfrauen liegt mehrentheils die Pflege der Pflan⸗ zen ob, und eine thut es immer der andern hinsichtlich der zu verwendenden Sorgfalt zuvor; es findet oft hierin ein wah⸗ rer Wetteifer statt, und man freut sich, wenn man außer seinem eignen Bedarf noch Pflanzen übrig behält, um seiner Rachbarin, die das Unglück hatte, nur wenige empor zu bringen, mitzutheilen. Trotz dem, daß die Erdflöhe so recht einheimisch in Al⸗ tenburgschen sind, wird selten eine dortige Bauersfrau nicht ihren Bedarf an Krautpflanzen haben, indem sie durchaus keine Mühe und Arbeit scheuen, wenn es auf Viehfutter- und Geldgewinn ankömmt. Eine altenburgsche Landwirthin würde um keinen Preis ihr Krautfeld hergeben, und meiner, auf eigene Erfah— rungen gegründeten Ansicht gemäß, hat sie sehr Recht, daß sie alles mögliche anwendet, um ein schönes reiches Kraut⸗ feld zu erzielen. Obschon man die Krautköpfe auch gut zu benutzen weiß, zuweilen auch etwas davon verkauft, so ist Enll 5 N I ich lacht der Die scht go ug h0 witd de auch v. Glallbe Schubte wit Hr Oatobe diese ge Gtbich Schubt ls eine M bond Ripfe mi hefnden. bitl Fral den gebt den folg lir und hen Tag so lan lett sud Mch 0 besrnn Hau roch odt Nus, I0 hut nan dl ode dehfap run ah yie jneh⸗ nan auch i „nit Ruba⸗ hen wihent Vochsn der uden könten. she der Mfat⸗ schthch bery frin en wah⸗ n man außte It, im siitt ge allpor zu snssch in M. Bauersfral indem se enn 66 auf Heinen Meit ue Esth Racht, l hes Kraul uuch gut 6 auft ‚ 0 das Ziehen der Köpfe reine Nebensache, die Blätter und Strünke aber die Hauptsache. Zu diesem Zweck baut man auch größtentheils nur das sogenannte Strunkkraut an; und ich muß hier wieder sagen, daß man hierin ganz recht verfährt. 10 Dies Strunkkraut treibt auf reichem Boden viele und sehr große Blätter, besonders wenn jede Staude Platz ge⸗ nug hat, und es nicht zu dick gepflanzt wird. Drei Mal wird das Kraut in der Regel in jedem Jahre, aber oft auch vier Mal abgeblattet. Jedes Mal nimmt man jeder Staude 4 bis 6 der untersten Blätter, und bald ist ein Schubkarren voll, von einer Magd abgeblattet. Ein Acker mit Kraut bepflanzt, giebt von Mitte August bis Mitte Octobers täglich im Durchschnitt 4 bis 600 Pfund Blätter; diese geben mehr und ungleich fettere Milch als gleiches Gewicht an grünem Klee. Eine Altenburgerin schätzt einen Schubkarren voll Kraut noch ein Mal so viel an Werth, als einen Schubkarren voll Klee. Vom October ab füttert man, so bald die Rübenblät⸗ ter von den eingeernteten Rüben verfüttert sind, die lockern Köpfe mit allen Blättern, die sich noch an den Strünken befinden. Zu diesem Zweck wird gewöhnlich alle Tage so⸗ viel Kraut dicht an der Erde abtzehackt, als für 24 Stun⸗ den gebraucht wird. Dies wird gemeiniglich Abends für den folgenden Tag geschnitten; nämlich die lockern Häup⸗ ter und Blätter von den Strünken; ersteres wird sogleich den Tag über zur Fütterung eingetheilt, letztere aber wer⸗ den so lange verwahrt, bis jene Blätter und Köpfe verfüt⸗ tert sind; dann werden auch sie geschnitten und verfüttert. Oft reicht man mit den Krautstrünken bis Ende December. — 4 .— +—— —.e.. Wie Hr. Teichmann mir schreibt, so ist jetzt bei vielen neben jenem Strunkkraut auch eine Art blauer Kohl, wel⸗ cher tüchtige Köpfe ansetzt, sehr beliebt. Die festen Krautköpfe sind zur Speise für die Familie und das Gesinde, schon zu Ende Octobers auf dem Felde vom noch stehenden Kraute abgeschnitten. Ein Theil wird geschnitten und mit Salz eingelegt, und dann als Sauer⸗ kraut genossen. Ein anderer Theil wird nach und nach als sogenanntes Süßkraut, oder als Krautsallat verzehrt. Freund Teichmann schreibt:„Man legt jetzt viel Sau⸗ erkraut für die Kühe ein, nämlich mit Asche und Salz.“ Im Winter kommt es nach und nach ins Brühfutter. Genau habe ich es nie berechnet, wie viel ein Acker noch an abgeschnittenen Blättern, Köpfen und an Strünken giebt, aber da oft ein Strunk eben so viel als eine Rübe wiegt, und Kopf und Blätter welche noch nach dem Blat⸗ ten von den Strünken geschnitten werden, mehr austragen als die Rübenblätter, so bin ich fest überzeugt, daß außer den abgeblatteten Blättern ein Acker Krautland mehr noch giebt, als eine gleiche Fläche mit Rüben bepflanzt, geben kann. Da nun vom Kraut mehr Blätter, zwei Monate hindurch, abgeblattet werden können als von den Kohl⸗ und Runkelrüben, so wird auf Boden, der sich zum Kraut⸗ bau eignet, im Ganzen mehr Nahrungsstoff vom Acker zu gewinnen seyn, als wenn eine gleiche Fläche mit Kohl⸗«oder Runkelrüben bepflanzt wäre. Ein Acker mit Kraut bepflanzt giebt auch im Alten⸗ burgschen mehr Nahrung für das Vieh als wenn er mit Kartoffeln besetzt wäre; und das Verhältniß was der Herr Staatsrath Thaer in seinen Grundsätzen der rationel⸗ n utht ym in A huscht d 005 Kat Is Kle iines Me glach. Dis daß et h drängen! der altent Rioße De Mf ollerreni felt, u der Mt, der Strut den Haus auf Bodt Uisache, n Raut u b Lung vach lirung au fittrung! Denn ther Henn er de dil, Ende sihtt tonk 16 D0 bun! sch his in — 9 Im len Landwirthschaft, im ersten Theil Seite 265 ängiebt, n wird im Altenburgschen zutreffen.— Thaer setzt da in WI Hinsicht der Mabrungsfähigkeit⸗ den Ertrag eines Mor⸗ 0 55 gens Kartoffeln mit 400⁰ Pfd. Wiesenheu und eines Mor⸗ 25 gens Klee in zwei Schnitten mit 2600 Pfd. Wiesenheu; aber 8 eines Morgens Kohl(Kraut) mit 6000 Pfd. Wiesenhen in al Saug gleich. aj nů luh Deshalb gebe ich dem Altenburger vollkommen Recht, mltuht daß er den Krautbau noch nicht von den Kartoffeln ver— sht dil Fau⸗ drängen ließ. Der Krautbau greift trefflich in das Ganze d Eas der altenburgschen Landwirthschaft ein und bringt gewiß hlte große Vortheile. Willen Wr Auf schlechten Boden paßt das Kraut nicht, am I allerwenigsten das Strunkkraut, hierauf gehören die Kar— 5 a Jihe toffeln, und man thut wohl, da nur so viel Kraut von ich dem Bnt⸗ der Art, bei welcher große feste Köpfe der Hauptertrag und 1 custragg der Strunk sehr schwach ist, in Garten zu erbauen, als für „ daß außer den Haushalt, zum Genuß der Menschen nöthig ist. Aber nihr noch auf Boden, wie man im Altenburgschen findet, hat man fanst, gcbn Ursache, neben den Kartoffeln und dem Klee auch Strunk— H Monate kraut zu bauen. Gerade da, wenn die grüne Kleefütte⸗ den Hohl⸗ rung nach und nach aufhört, fällt die Krautblätterfüt⸗ Ium Huuh. terung auch nach und nach ein, und so hört die Grün— on Met u fütterung oft erst spät in November oder December auf. Aohh oher Denn wer viel Kraut baut, hackt es gemeiniglich dann, wenn er den Krautacker noch mit Wintergetreide bestellen in llez will, Ende Octobers oder Anfangs November alles ab, In et mi sährt es in den Garten, nahe an das Wohnhaus und läßt der Hur es da von den Mägden in nette Haufen setzen, wo es tonl sich bis in den December gut hält. 1 ——— . K— 7 * n— — 234— Diese späte Grünfütterung hat einen sehr großen Einfluß auf den Buttergewinn, und die Krautbutter ist, wie schon gesagt, hinsichtlich ihres guten Geschmacks und ihrer vorzüglichen Haltbarkeit besonders berühmt. Mancher vierspännige Baner baut jährlich 14 bis 2 Acker mit Kraut an, worunter der kleinste Theil mit Kohl⸗ rüben besetzt ist. Ein zweispänniger Bauer hat oft über einen Acker mit Kraut bepflanzt. Behackt wird der Krautacker in der Regel noch mit der Handhacke. Gewöhnlich hackt man erst, besonders wenn viel Unkraut ausläuft, was bei dem frisch gedüngten Land gemeiniglich statt findet, wenn die Pflanzen nur etwas herangewachsen sind, ohne sie zu behäufeln, und nach eini⸗ ger Zeit wiederholt man dies Hacken und behäufelt dann zugleich das Kraut. Viele begehen den Fehler, daß sie die Krautpflanzen zu enge zusammen setzen lassen, so daß eine Staude immer der andern im Wege steht; so werden nur kleine Blätter ge⸗ wonnen, diese werden auch leicht gelb und fallen ab; die Köpfe und Strünke werden ebenfalls sehr unvollkommen, und die Mehrzahl kann die Größe nicht ersetzen, und viele kleine Strünke machen auch beim Abhacken mehr Arbeit als wenige größere. Die Mägde, welche gewöhnlich das Kraut pflanzen, sind oft der Meinung:„Viel hilft viel;“ aber mehrere Landwirthe lassen hierin ihre Mägde nicht frei handeln, sondern lassen ihre Krautpflanzen in gehöriger Entfernung von einander setzen.— Das Krautfeld legt man nie in der Nähe der Gebäude und Obstbäume an, weil da gewöhnlich das Kraut von den Raupen aufgezehrt wird. Am sichersten scheint das gaattuhnd yr M ein chl Oäden Kohlt Rritht de diesen zugle tet man de man den Hr en nicht so Die RN rüben bor, Hautes u oon den Ei hen berzeht von der tte und den K rochbemr si Rhhen und ei die Runtbih glich nach! Miiste vie mit den Aunkeltübe Ruhahr d Ryfanst we buden. N. glach duft hr guß Rutbuttr cnacks u0 rahnt. hllch Eii Hel nit g, hat ost ij el noch ntey esonders uin büngten ii en nur eint und nach en behauftlt dan Kautpfanset Staude inne ine Blättit x fallen cb/ nnbollkomm en, und ul chr Mͤikch ich das Huut t vilz de nicht fl in ghithe der Galh 8 Kraut d schit l Kraut gegen dieses Ungeziefer gesichert zu seyn, wenn es in der Nähe eines Birkenwaldes oder Strauchs, oder zwi⸗ schen Weidenbäumen gepflanzt ist.— Kohlrüben, Runkelrüben. Kohlrüben baut man in der Regel weniger als Kraut, erzieht die Pflanzen wie die Krautpflanzen und pflanzt sie mit diesen zugleich, und auch auf dasselbe Feld. Auch bearbei— tet man den Acker, wo die Kohlrüben stehen, eben so als man den Krautacker bearbeitet, nur behäufelt man die Rü⸗ ben nicht so hoch wie das Kraut an. Die Runkelrüben zogen einige Altenburger den Kohl⸗ rüben vor, weil ihr Anbau noch etwas sicherer, als der des Krautes und der Kohlrüben ist, indem die Pflanze weder von den Erdflöhen noch späterhin die Blätter von den Rau⸗ pen verzehrt werden; auch die gepflanzten Runkeln weniger von der trocknen Witterung leiden als dies bei dem Kraut und den Kohlrübenpflanzen der Fall ist; wenn letztere, nachdem sie in den Acker gepflanzt sind, oft zur Hälfte ein⸗ gehen und eine Menge nachgepflanzt werden müßten, sahen die Runkelpflanzen wohl vertrocknet aus, trieben aber so⸗ gleich nach dem kleinsten Regen, und wuchsen freudig empor. Meistens verfährt man mit dem Runkelrübenbau wie mit dem Kohlrübenbau; manche säen den Saamen der Runkelrüben schon im Spätherbst in den Garten, damit er im Frühjahr desto eher ausläuft, die Pflanzen um so früher gepflanzt werden können, und so die Rüben um so größer werden. Nur wenige stecken die Runkelsaamenkörner so⸗ gleich auf den Acker und verpflanzen dann nur diejenigen — 236 r Pfianzen, welche auf Stellen, wo sie zu dicke stehen, übrig sind. Ich habe aber keinen Vortheil bei diesem Verfahren gesehen, auf dem Felde kann man in der Regel später im Frühjahr arbeiten als im Garten, der Saamen kann daher auf die Pflanzenbeete entweder schon im Herbste, oder doch im zeitigen Frühjahr gesäet werden, und so ließ ich zuweilen schon Runkelpflanzen setzen, wenn einer meiner Nachbarn kaum eine Woche vorher Runkelsaamen gesteckt hatte. Sollte dies auch nicht immer möglich seyn, und die Runkelpflanzen auch 4 Wochen später gepflanzt werden kön⸗ nen, als der Saamen auf den Acker gesteckt werden konnte, so bleibt beim ersteren Verfahren mir auch mehr Zeit übrig den Acker vorzubereiten, was oft von wesentlichem Vor— theil seyn kann. Auf leichtem trocknen Boden aber, kann das Stecken der Körner auf den Acker Vorzüge gegen das Verpflanzen haben, man kann diesen Boden früh im Jahre schon bearbeiten, und die verpflanzten Rüben gehen in leichter trockner Ackerkrume auch leicht auf. Darum ist auch auf solchem Boden das Drillen der Kohlrüben oft sehr vortheilhaft.— Die Kohl- und Runkelrüben verfüttert man erst, nach⸗ dem die Krautstrünke aufgezehrt sind, oder wohl auch erst im Frühjahr, bevor die grune Kleefütterung angeht. Beide stehen in Hinsicht der Milchergiebigkeit höher als die Kar⸗ toffeln. Der Ertrag ist bei solchen, die zweckmäßig mit ihrem Anbau verfahren, oft sehr hoch, aber bei Mehreren werden die Rüben ebenfalls so wie das Kraut, viel zu dicht gepflanzt, und so kann nichts daraus werden. Mabe d Blche/ ohn nan sagt si gfittnt wi etwas ande MWer i Eibse ul trag aus d Iuin ur Vahfi hesonders ein Stück Ertrag, Met dits wenige dan hamKartof aber dle see mit. Pan mit dem 5 und mögl uud tritt d fist. Eehln ain bezwecke Chiter bstrat Ne Rahntapn sihen 0 nDufth Weiße Rüben. Al pätnz Weiße Rüben,(Wasserrüben,) baut man selten in der n kann diz Brache, ohnerachtet sie da eine ansehnliche Größe erlangen; u habse, g. man sagt sie wären zu wäßrig, die Kühe gäben, wenn sie Rnd sog gefüttert würden, wenig Milch, und man könne daher mit un einter naß etwas anderm den Acker höher nützen, als bei ihrem Anbau. lsRanen gft Aber in die Kornstoppeln säen Einige weiße Rüben mit ich sehn mh Erbsen zugleich, seltner ohne diese aus, um noch einen Er⸗ anzt herherh. trag aus dem Acker, außer dem erbaueten Roggen zu ziehen. it Herhen konn nht Jit ih Möhren. sentlehen dy In mehreren Gegenden Sachsens werden viele Möhren oben che, En zur Viehfütterung angebaut, gewöhnlich geben Ackerbesitzer, uge yn d besonders Rittergutsbesitzer und Pachter, im Brachschlag ftüh in ein Stück Land zu bem Bau der Möhren für den halben Rüben ghn Ertrag, an Handarbeiter und Handwerkerfamilien aus. f. Dumi Aber dies Verfahren sah ich im Altenburgschen nie. Nur HHräben g wenige Landwirthinnen graben auf dem Brachschlag neben dem Kartoffelland ein Stück auf, und säen Möhren hinein, aber alle säen in jeden Küchengarten ein großes Stück da⸗ man mit. Man gräbt gern recht tief dazu, macht die Krume wohl mit dem Harken(Rechen) klar, säet den Saamen dünn 5011 und möglichst egal aus, hackt ihn mit dem Harken ein, ranb und tritt dann gewöhnlich, Fuß fur Fuß die Oberfläͤche veckmaßh W fest. Letzteres soll ein besonderes gutes Gedeihen der Möh⸗ 0ʃi Meht ren bezwecken. oitl Späterhin zieht man sorgfältig alles Unkraut heraus, bestreut die Möhren mit Rus oder Asche, un begießt sie in Regentagen mit Jauche. — 238— Gewöhnlich gräbt man zu den Möhren sehr hohe Beete auf, und legt tiese Beetfurchen an, damit die Möhren tiefe Krume finden, und um so länger wachsen können. Wirklich erbaut man so recht oct schöne lange und stärke Möhren. Im Herbst hebt man sel e mit den dreizinkigen Mistga⸗ beln aus der Erde, schneidet ihr Kraut ab, was man so⸗ gleich verfüttert, und verwahrt die Möhren im Keller. Wenn sie sich recht gut und lange halten sollen, legen sorg⸗ fältige Landwirthinnen sie in runde Haufen, die Kopfen⸗ den immer nach außen, und streuen zwischen jede Schicht trocknen Sand ein. Manche lieben die Möhren als Kühfutter sehr, wo⸗ von sie viele und fette Milch und schöne gelbe Butter geben. Auch liebt man die Möhren als Mastfutter für Schweine und Gänse sehr; sie geben ein sehr gutes Fleisch. Viele Möhren dienen im Altenburgschen nächst den Runkelrüben als Surrogat des Kaffees; zu welchem Zweck sie in den Winterabenden, oft von den Knechten, von der Schaale gereiniget, in kleine Würfel geschnitten werden, die man dann entweder auf den Stubenofen, oder in den Backofen, nachdem den Tag zuvor gebacken worden war, trocknet. Viele Wirthinnen, besonders diejenigen welche wenig Heu, am allerwenigsten Kleeheu bauen, färben im Winter ihre Verkaufsbutter mit Möhrensaft. Zu diesem Zweck reinigt man zuerst die Möhren von der Schaale, reibt sie auf dem Reibeisen zu Brei, und drückt aus diesen den Saft durch ein leinenes Tuch in das Butterfaß zu dem Rahmen, und buttert nun. So nimmt die Butter sin shott uin Gschna I Harkte ast die aß viele ge Mder sindet mar den Mba auf den Cpörgeln ser Epbig noch den abet denn tender gr Hllohnten auch ers gefunden, Buchweiz Di auch gesa Ret⸗und& mst bebün deutend b Einige he dem sie so men, bemi niberlger Unter durs in d shr hohe du t die Mohn vachen ong range ndsah sinlger N „ was unn hten in len, legen in „ de Kapf 1 sebe Schih itter seht, Butter gehj Nasfutter si gutes Flest en nächt d welchem Zwit hten, bon de Ilten werdl oder in H worden gay welche vunz en im iit diesem Zt chaale, u aus dst ruttetfcß die Bulll eine schöne gelbe Farbe an, aber weder einen unangeneh⸗ men Geschmack noch Geruch. Die gelbe Butter wird auf dem Markte immer mehr gesucht, als die weiße, ohner⸗ achtet die meisten Städterinnen es wohl wissen mögen, daß viele gefärbte darunter ist. Andere Futtergewächse kennt man theils nicht, theils findet man sie nicht belohnend genug. So versuchte ich den Anbau des Spörgels in der Roggenstoppel, um auf den Zschöpler Feldern, wo sehr viel vom kleinen Spörgel wild wächst, ein Herbstfutter zu erzielen; aber die⸗ ser Spörgel erhielt weder den Beifall meiner Nachbarn, noch den meinigen. Er wuchs zwar 13 Zoll lang, gab aber dennoch wenig in den Korb, und es gehörte ein bedeu⸗ tender großer Fleck zu einem Fuder. Die Stoppelerbsen belohnten ungleich besser. Den Buchweizen soll man auch versucht haben, er hat aber ebenfalls keinen Beifall gefunden, und ich habe in dem ganzen Ländchen keinen Buchweizen angetroffen.— Die Wiesen habe ich schon einige Mal erwähnt, auch gesagt, daß man sie zuweilen mit Jauche, Asche, Hüh⸗ ner⸗ und Taubenmist, mit Schlamm, seltner mit Rindvieh⸗ mist bebüngt. Das Bewässern der Wiesen wird nur unbe— deutend betrieben. Das Bestauen kennt man gar nicht. Einige verbessern auch trockne besonders moosige Wiesen, in⸗ dem sie solche umpflügen, einige Getreidefrüchte herausneh⸗ men, bemisten und mit Klee⸗ und Heusaamen wieder zur Wiese niederlegen. Handelsgewächse. Unter diesen steht der Raps obenan, welcher beson⸗ ders in der Gegend Monstab sehr häufig gebauet wurde. 7* ++ 44 77—— 21 — G 47* EeEEEE Von der Einführung des Rapsbaues sagt Hr. Oberpf. Klötzner folgendes: „Hr. v. Kleefeld ist auch wohl der erste gewesen, welcher den Rapsbau bei uns bekannt gemacht hat, wie ich aus folgender Erzählung als Wanhelhad annehmen kann:“ „Vor ohngefehr 40 oder 50 Jahren kannte man ihn noch nicht, denn ein Pachter in Zechau, Namens Pohle, klagte dem Hr. von Kleefeld, als dieser bei den Zechauer Feldern vorbei ritt, daß alle Getreidefrüchte(bei der ge— wöhnlichen Dreifelderwirthschaft—) lager würden, wo— rauf der Hr. v. Kleefeld ihm den Rath gab, er solle zuerst Raps und danach Weizen säen. Der Pachter fragte: was ist Raps? Hierauf bestellte ihn Kleefeld nach Würchwitz, zeigte ihm den Raps, gab ihm Saamen und lehrte ihn den Anbau desselben. Diesem Pachter gelang gleich der erste Versuch und so hat man den Rapsbau in hiesiger Gegend allgemein eingeführt.“ „Manche Dörfer aber haben selbigen zu bauen wieder nachgelassen, weil die Erdflöhe seit etlichen Jahren den Raps nicht zum Schotenansatz kommen ließen, dann weil man meint, die Gerste gerathe auf dem Rapsweizen nicht so gut als nach Klee⸗ oder reinem Brachweizen.“ Cröbern, Pötsa, Leesen und Zechau trieben den Rapsbau noch fort. Der junge Herr von Kleefeld hat ĩ kürzlich gelehrt, daß das Wohlgerathen des Rapses von einem warmen Frühlinge und frühen Blühen abhinge, und daß man ihn schon zu H— und nicht* im August säen soll.“ MN U n Hel 7 siet in sh Wie o Diefen der meisten daß se ne beim Raht Vht lasse Rüben, de Rotben, d Dun Gaste obe Habst, be daun, gew — Wehigst dsesen sogl Mas ggt tammurE Ml ihe VPer dis& Acer keine tl Mhhe enn kane AN andern Rahangen is thht, damit rac sammm hummmn dob Eh 0r. Ban ass pesz ach hal W ich nch anchm famteun ij Rumas Rihs Oii den Ice e g It wücden, wo e sileun Hahler stagt. Hlafeh gac Samen uul Hachtet gelanz n Napoban R Ha vt Phren dis au, dann wal voweihen nich 1.“ tieben de leefeloh Rapseh l hinge, u. in Mf „Wer den Raps in die reine Brache säet, der giebt in 6 oder 7 Jahren dem Felde eine sehr starke Düngung und säet in die Napsstoppel Weizen, dann Gerste und so fort, wie oben gesagt.“ Diejenigen, welche keinen Raps säen, düngen ihre Fel⸗ der meistens alle 3 Jahre und loben den Umstand dabei, daß sie mehr Stroh zu neuer Bedüngung bekommen, als beim Rapsbau möglich ist. Jedoch darf man nicht außer Acht lassen, daß die Schoten vom Raps, so wie vom Rübsen, den Kühen durch heißes Aufbrühen zur Fütterung gegeben, dem Landwirth zu Gute kommen.“ Den zum Raps bestimmten Acker, welcher vorher Gerste oder Hafer trug, pflügt man meistens schon im Herbst, beeggt ihn dann im Frühjahr sorgfältig, fährt dann, gewöhnlich Ende May oder Anfangs Juni, den Mist — wenigstens 30 Fuder— vierspännig darauf, pflügt diesen sogleich unter, rührt den Acker Ende Juli noch ein Mal, eggt ihn wieder und pflügt dann um den 10. August herum zur Saat. Gleich hinter dem Pfluge her wird der Acker ein Mal übereggt und dann der Raps sorgfältig eingesäet. Wer dies Säen besonders gut versteht, braucht für den Acker keine altenburgsche Metze, er wird mit einer dreivier⸗ tel Metze in der Regel ausreichen. Man sieht es gern, wenn keine Rapspflanze unter drei Zoll Entfernung von der andern entfernt steht, und möglichst gleichmäßig auf⸗ gegangen ist. Der Saame wird recht sorgfältig unterge⸗ e eggt, damit derselbe weder zu tief unter die Erde kommt, noch zusammengeschleppt wird, die leichten hölzernen Eggen kommen dabei recht gut zu statten. Schm. Erf. ar Th. ———— —————— v ππ⁰⁰⁰§⁵˙ π — 242— Der Raps grünt im Altenburgschen gemeiniglich im Herbst recht stark ein, er bekommt sehr breite und lange Blätter, welche den Herzblättern sammt den Wurzeln den besten Schutz gegen schädliche Wirkungen des Winters gewäh ⸗ ren. Je früher gesäet wurde, und je fetter der Raps steht/ desto sicherer kommt er durch den Winter, und ich weiß mich nicht zu erinnern, daß im Altenburgschen Raps ausgewin. tert sey. Aber ein kleiner Käfer, man nennt sie auch Erd⸗ flöhe, ist der unerbittlichste Feind des Rapses geworden. So wie die Blüthe abfallen will, frißt dieser Erdfloh den An⸗ satz zur Schote ab, und treibt es zuweilen so weit, daß keine einzige Schote gebildet wird. Der Rapsbau ist eine jange Zeit, vielleicht 30 Jahre, getrieben worden, ohne daß man dieses Insect als Feind desselben kannte; nur in neu⸗ ern Zeiten hat es oft große Verwüstungen angerichtet und auch in mehrern Gegenden Sachsens haben mehrere Land⸗ wirthe deshalb den Rapsbau vermindert oder gar ein⸗ gestellt. Im Juli reift der Raps, er wird mit starken Sensen abgehauen, sogleich aufgebunden und die Gebünde auf ihr Wurzelende in Doppelreihen aufgestellt. So bleibt er stehen, bis er völlig trocken ist; er wird nicht wie in einigen andern Gegenden, z. B. im Dessau'schen und Magdeburg⸗ schen, auf dem Felde, sondern in der Scheune gedroschen; man zieht dies Ersterm vor, weil weniger Saamen verlo⸗ ren geht und in Hinsicht der Witterung weniger Risiks statt findet. Man breitet große Tücher(Planen) in den Leitern aus, worein der Raps geladen wird; und breitet andere Tücher während dem Aufladen zwischen den aufge⸗ stellten Raps und den Wagen, worauf derjenige, welcher I Ihchaubt sht au, In. N. sig tüf; Wenn u man da fen nod Ost und Iun vothüglid dem Ro auf den uupeilen din muß Gmäh De nictto das Mi⸗ Scfl. U. Rabs u gung un nit 3 8 Das dikstengl Gappen Hle Naps Hur hon slihtglich i lang Vuphn den Iuntopwih. r dahz sih, dichdaß mh pps aushehin t sieguch Gib pses giwachn bfoh bendd 0 Weit, das Wöbau tei Heh, ohne doj ½ l in geu⸗ Ngerichiet uud mihrete dard oder gar ei farken Seust Gunde ah So blelbt Die in duigt Mohdebuth . gedtoshhn aamen delo eniger Ns Hanen) io und beitt n den aufhe le, ich — 243— die Gebunde mit der Gabel auf den Wagen reicht, tritt; überhäupt wendet man während dem Auflaben alle Vor⸗ sicht an, und so gehen wenig oder gar keine Körner verlo— ren. In der Regel läßt man auch den Raps nicht völ⸗ lig reif auf dem Stengel werden, sondern hauet ihn ab, wenn noch mehrere Schoten grün sind; so vermeidet man das Aufspringen der Schoten, und die Körner rei⸗ fen noch sehr volkommen bis zum Ausdreschen aus. Oft wird der Raps gleich von der Tenne weg verkauft und zum Oelmüller gefahren; das sieht der Landwirth vorzüglich deshalb gern, weil er so keine Arbeit mehr mit dem Raps hat, und auch am Gemäß gewinnt, indem er auf dem Speicher änfänglich nur sehr dünn aufgeschüttet, zuweilen täglich bis vier Mal sorgfältig umgewendet wer— den muß, und dabei noch sehr eintrocknet, so also viel am Gemäß verloren geht. Der Ertrag ist oft sehr bedeutend, das 18oste Korn ist nichts seltenes, und man kann 10 Schfl. vom Acker als das Mittel annehmen, boch weiß ichs auch, daß oft 12 Schfl. vom Acker gebanet worden sind. Wer freilich Raps auf schlechtem Boden, oder bei schwacher Dün⸗ gung und schlechter Bearbeitung bauen will, wird auch mit 5 Schfl. vom Acker zufrieden seyn müssen. Das Stroh streuet man ein, weil es gewöhnlich zu dickstenglich und hart zur Fütterung ist; aber die Schoten (Kappen) brüht man für die Kühe mit ein. Klee oder Wickfutter noch im Brachschlag vor dem Raps wegzunehmen, wird wahrscheinlich auch heut noch nur von wenigen Altenburgern geschehen, man zieht es LCN 6 4 vor, oft vor dem Raps zu pflügen und ihm eine recht voll⸗ ständige Brachbeabeitung zu geben. Unmittelbar in einfurchig bestellte Gerstestoppel säet man den Raps nie, weil vor vielen Jahren ängestellte Versuche bewiesen, daß bei diesen Versuchen der Raps gar nicht gerieth. ö Winterr rübsen. Der Winterrübsen wird selten nach vollständiger Brachbearbeitung gesäet; will man ein Mal einem Oelge⸗ wächse diese Stelle in der Fruchtfolge einräumen, so wähle man lieber den Raps, weil dieser gewöhnlich mmehr als der Rübsen lohnt. Säet man ja Rübsen nach Brache, so ge⸗ schieht es, weil man glaubt nicht reichlich genug für den Raps düngen zu können, und der Rübsen eher wie jener mit einer verminderten Düngung vorlieb nimmt, ohnerachtet er eine starke nicht übel aufnimmt, aber doch weniger als der Raps dafür belohnt. In mehrern Gegenden Altenburgs pflügt man Gerste⸗ stoppel, sobald als die Gerste abgeerntet ist, um und säet sogleich Winterrübsen hinein. Zuweilen hat man bei die⸗ sem Verfahren einen recht leidlichen, doch nie reichlichen Ertrag. Wenn vor der Gerste starkgedüngter Brachroggen voraus ging, so ist in der Regel der Ertrag höher, als wenn das nicht der Fall ist, und zugleich sichrer. Manche fahren auch zum Rübsen noch Dünger auf die Gerstestoppel, was freilich einen höhern Ertrag bewirkt, da aber die Gerste zuweilen spät erst geerntet, folglich auch der Rübsen spät gesöet wird, so kann er im Herbst nicht stark werden, er wird dann gewöhnlich ganz dunkelroth und wintert oft zm gehß oren, hen sfld d heluttt; delte; al sondern benuße, ne Jah Kenden 3 Di behandel WV man fu 3 U Hasesto Dr lurg un Mot und düng Somumen wlcher gewohnli Remeiigl Er Uunterge Man dihttt di Ing des — 245— he techt doj zum großen Theil aus. Dabei wäre weiter nicht viel ver— loren, wenn man im Frühjahre dies ausgewinterte Rüb⸗ ai säͤt senfeld sogleich umpflügte, entweder es zu etwas anderm in angsillt benutzte, oder es als reine Brache für Winterung behan— er RNpz gr delte; aber Mehrere können sich hierzu nicht entschließen, sondern sie wollen den wenigen vorhandenen Rübsen doch benutzen, und verderben so gemeiniglich den Acker auf meh— rere Jahre, denn das Unkraut nimmt die Stelle des feh— olstärdiy lenden Rübsens ein und verwildert das Feld. tinem Heh Der Rübsen wird geerntet und auch übrigens so He, so vahle behandelt wie der Raps. ncht ald der Wenn der Scheffel Raps 12 Thlr. kostet, bezahlt rucht so g. man für den Scheffel Winterrübsen gewöhnlich nur 10 nug fir den bis 11 Thlr., und der höchste Ertrag des Rübsens in der Wiefner mit Gerstestoppel wird kaum 5 Schfl. vom Acker seyn.— Rrahttt Sommerrübsen. niger als de Der Sommerrübsen wird in der Gegend um Alten⸗ mm Hash burg und Monstab herum von Einigen stark angebauet. um ird sit Man bearbeitet hierzu die Brache oft und sorgfältig ubüdt⸗ und düngt möglichst stark. Vor Johänni säet man den rädlän Sommerrübsen in der Regel nie, weil die Erdflöhe den, Vruhurhht welcher vor Johanni gesäet wurde, sobald er aufgeht, hhn gewöhnlich verzehren, aber den zu Ende Juni gesäeten . Muth gemeiniglich verschonen. Er wird dann noch zur rechter Zeit reif, um noch Bstobpl ů. ni ů Wintergetreide darnach säen zu können. Nubn Man säet ihn etwas dichter als den Winterraps, auch wedin dichter wie den Winterrübsen und verfährt bei der Belle umntet of lung des Ackers wie beim Raps. + —1— 7V..—8.— ——.8— JI.—————————— 7 ꝗIRei——.— W. .ñ—.— —.— 246— Der Ertrag ist sehr verschieden, zuweilen ist er sehr hoch, oft auch ganz erbärmlich. Zuweilen wird die ganze Ernte von den sogenannten Pfeifern zerstört, gegen die man wohl Mittel, z. B. mit an Leinen gebundenem Wer⸗ muth bestrichen, aber oft mit schlechtem Erfolg an⸗ wendet. Bei Anwendung genannten Mittels verfährt man fol⸗ gendergestalt: Man umbindet eine lange Waschleine, ih⸗ rer ganzen Länge mit Wermuth, am besten eignet sich hier⸗ zu frisch abgeschnittener Wermuth; nun geht ein Mann mit einem Ende dieser Leine an der einen langen Seite des mit Pfeifern besetzten Rübsenfeldes hin, und ein Zweiter nimmt das 2te Ende, zieht es straff an, und geht entweder, wenn das Stück nur schmal ist, auf der andern langen Seite, oder in einer Beetfurche, so weit die Leine reicht, hin, und beide lassen nun, indem sie immer weiter gehen, die mit Wermuth umbundene Leine auf den Kronen des Rüb⸗ sens hinstreichen. Gemeiniglich fallen die Pfeifer herun⸗ ter und kommen, da ihnen der Wermuth zuwider ist, nicht sogleich wieder empor. Wenn dies Bestreichen eine Zeit lang angewendet wird, so oft als der Geruch des Wermuthes verfliegt, so hilft es zuweilen. Das Einernten geschieht wie beim Raps, und 8 Scheffel vom Acker ist schon ein sehr hoher Ertrag. Der Schfl. Sommerrübsen ist immer mehr als 1 Thlr. wohl⸗ feiler als der Winterrübsen; oft hat er so ärmliche Kör⸗ ner, daß er bis 3 Thlr. wohlfeiler als guter Winterrüb⸗ sen pr. altenburgschem Scheffel verkauft wird. Dese Ennmerr Retrübsen gem Dün deh, ost Tichmar run Ge b. Balef N wan eh Reutend der Acke ju ein 6 Hausger dokt(an Heit, baj Ru, daß n Gu 50 Gül Acer; 18 bi Vachter aber mi Iih wit Roggen ruch auf iste n Schmalz, Oeldotter. anꝑ Nue di Dieses Oelgesäne wird im Brachschlag wie der benem Wu⸗ Sommerrübsen gebauet. Manche ziehen ihn dem Som⸗ Ersolg u, merrübsen vor, da sein Anbau sichrer ist und mit weni⸗ gem Dünger vorlieb nimmt. Sein Ertrag ist sehr verschie⸗ den, oft höher als der Sommerrübsen. Mein Freund Teichmann schreibt mir:„Dotter wird jetzt viel in meh⸗ rern Gegenden gebauet, namentlich bei Oberlodla. Hr. t man fl schleine, h, let sich hiet⸗—8 ů sch E v. Bärenstein auf Zweitschen nimmt ihn sehr in Schutz.“ ein Mann Sult des Kamillen und Gurken. an Zpeitt dentwcht In der Gegend bei Treben an der Pleiße bauete n 46 man ehemals viele Kamillen an; ob dies jetzt noch be— Eun uuht deutend ist, weiß ich nicht. In der Regel bauet aber 10 der Ackerbesitzer sie nicht selbst an, sondern verpachtet hier⸗ innn zu ein Stück Land für einen Sommer an Häusler und Haus genossen. Hr. Oberpf. Klötzner sagt:„Auch ist ifer hetun⸗ 5 R fr dort(an der Pleiße, in der Gegend Treben,) die Gewohn⸗ rit nh heit, besonders in Serbitz, worin 15 Frohnbauern woh⸗ nen, daß sie einen Theil ihres Ackers an die Häusler udet with, zum Gurkenbau ausleihen. Der Eigenthümer bekommt t, so his 50 Gülden(den Gülden zu 22 gr.?) für einen halben Acker; dafür düngt er das Stück sehr stark, und pflügt es bei guter Witterung drei Mal. Dann belegt es der 9181 Pachter mit Gurkenkernen, die beiden des Feldes hl vobb aber mit einigen Wartoiein. Zu Michaelis muß das sche KLön Feld wieder abgeräumt seyn/ worauf dann Weizen oder ntent Roggen folgt. Vor einigen Jahren bauete man daselbst auch auf diese Art viele römische Kamillen; weil diese aber 2* 4—4 +κ 2.......——0—9— ——— DSDSSE————— — 248— jetzt geringen Werth haben, so bauet man sie nun weni⸗ ger an.“ Den Kamillenbau habe ich nicht genau kennen lernen, und ich weiß auch nicht, ob man sie auf der Stelle, wo⸗ hin sie gepflanzt find, länger als ein Jahr stehen läßt, oder ihr alle Jahre einen andern Platz überläßt. Die Kamillen wurden sonst sehr gesucht und gingen wahrscheinlich größtentheils nach England, wo man sie zum Porter brauchen soll, jetzt aber dafür andere Dinge anwendet. Die Gurken gehen aus genannter Gegend größtentheils nach Leipzig, wo sie sehr gesucht und theuer verkauft werden. Da der Acker, während daß Gurken darauf gebauet werden, oft mit der Handhacke bearbeitet und völlig rein von Unkraut gehalten wird, so gewinnt er sehr dabei und der Weizen geräth vorzüglich danach. Hirsen. Hirsen wird nicht häufig gebauet, obgleich viel von dieser Frucht im Altenburgschen verzehrt wird. Man bauet ihn gewöhnlich im Brachschlag, doch auch nach Kraut und Rüben. Der Hirsenbau ist in der Aue zwischen Zeiz und Pegau zu Hause, von wo aus die Altenburger größtentheils ihren Bedarf ziehen. . Flachs und Hanf. Weder der Flachs noch der Hanf gehört im Altenburg⸗ schen zu den Handelsgewächsen, denn man bauet kaum hiervon den Selbstbedarf. In den meisten Gegenden ge⸗ zäth der Flachs selten, und da ziehen es viele Landwirthe bor/ He was arde Heshitigen Iugl. weh genden. Vir ehtweder Iu ethalte oft Rigar Tonnenie Mon und pg zur Saat ihn, nac hann wie auf und Has ghsätet Ven Scheune g glachaufé witd so hend bäli sen läst, breittt, w. ih bese, st, und l auf de liht shid he xm it —.— 249 si tun un 60 vor, die nöthige Leinwand zu kaufen und den Acker mit hunn etwas anderm besser zu benutzen. Die Hausfrau und Mägde Ee beschäftigen sich dann mit Wollspinnen, Federschließen und X dergl. mehr. Einige kaufen auch Flachs aus andern Ge⸗ genbden. Wer Flachs bauet, tauscht gern oft mit dem Saamen; he lißt Mr und gmn entweder man sucht sogenannten Rigaer oder Tonnenlein oman se in zu erhalten, oder läßt sich aus dem Erzgebirge, wo man oft Rigaer Lein säet, den Saamen kommen, der da von größtenthelz Tonnenlein geerntet wurde. Man säet den Flachs größtentheils in Brachschlag und pflügt gemeiniglich höchstens zwei Mal dazu. Ist der u⁴r berkauft rauf gtbautt zur Saat gepflügte Acker nicht recht klar, so walzt man D villg ten ihn, nachdem er schon ein Mal geeggt ist, und eggt ihn hr dahi nnd dann wieder; hernach söet man erst den Lein ziemlich dicht auf und eggt ihn sorgfältig unter. Fast aller Flachs wird, wenn er einige Zoll hoch ist, gejätet. ich viel bon Wenn er fast reif ist, wird er gezogen, gleich in die han baurt Scheune gebracht und gerüffelt, und dann gemeiniglich fo⸗ Kraut und gleich auf Gerste⸗ oder Haferstoppel ausgebreitet. Der Flachs Zeiz unb wird so ohnstreitig besser, als wenn man ihn noch anste— töptenthiis hend völlig reifen, oder aufgestellt auf dem Felde nachrei⸗ fen läßt, dann drischt und ihn hernach auf Rasen aus⸗ breitet, wie dies in Lithauen geschieht. Er röstet ohnstrei⸗ tig besser, wenn er noch etwas grün und nicht nachgereift Altenbuth ist, und liegt auf der Gerstestoppel auch vielleicht sichrer, hautt kaun als auf dem Rasen, wo ihm das durchgewachsene Gras cgenden h⸗ leicht schädlich werden kann. Mer der Saamen gewinnt Landwitht bei dem lithauischen Verfahren gewiß sehr; es wäre daher 27⁴*IZꝗ5.—.. 8989—— ————FFF———— ——— — 2 50. wohl jedem zu rathen, daß er wenigstens s viel, als er fürs nächste Jahr zum Saamen braucht, nachreifen ließ; denn ihn nicht eher zu ziehen, als bis er völlig reif ist, ge⸗ hen die Hausfrauen ungern zu, weil der Flachs dann oft wenig nütze ist. Einige Altenburger lassen den Flachs auch im Wasser rösten und verstehen dies recht gut, und nehmen den rech⸗ ten Zeitpunkt sehr gut wahr. Im Winter wird nach jedesmaligem Brodbacken der Backofen voll Flachs gesteckt und dann daraus von der Bauerfrau und deren Mägden gebrochen. Man ist in der Regel hierbei sehr vorsichtig, doch sind auch zuweilen durch leichtsinnige Mägde mit dem Flachsdürren Feuersbrünste beranlaßt worden; darum gef ällt mir es besser, wenn eigne Flachsdarren im Freien erbauet sind, oder wenn dieses nicht ist, der Flachs über Gruben, so wie hier in Lithauen, getrocknet wird.(S. den Zten Band meiner Erfahrungen, Selte 226. u. s. f.) Entweder laßt man den gebrechten Flachs durch den Seiler hecheln, oder geschickte Hausfrauen verrichten dies mit eigner Hand. Hanf wird noch seltener als Flachs gebauet. Zuwei⸗ len satt man Hanf auf die Vorbeete des Krautackers, und will dadurch die Raupen, welchen der Hanf zuwider ist, vom Kraute abhalten. Man zieht den Fimmel, sobald er vertrocknet ist, her⸗ aus, und verwahrt ihn, bis auch der weibliche Hanf reif ist. Beides wird im Wasser geröstet, dann im Freien ge⸗ Hodt u I Hal Hache Wü. Ver 8 Haus 9e, Lunen — 251— ull düg ahrifer liz ig us it, g lachs um o trocknet und ebenfalls im Backofen gebürrt. Dann pocht ihn ein Mann mit einer Keule auf einem Klotze, und An⸗ dere brechen ihn hernach vollends auf der Flachsbreche gut. Wer eine Quantität Hanf bauet, läßt den Seiler uch in Wast ins Haus kommen, um für den Hausbedarf Seile, Strän⸗ mern den ith ge, Leinen und dergl. anfertigen zu lassen. rodbacken dy raus von dr dan ist in di wweilen durt Feuersbrünf 1, Wenn ehn wenn diist in Athaur Etfahtungen 56 durch di rrichten di⸗ let. Ju ũtackers, m uwidet f luit is, h e Half V Hrli 2——.—.—————————————D——————————————————.———————————..I————————————— N —— —.—— 1.8* äR ————* ————————— + —— — 7...—.— L. —— ODreizehnter Abschnitt. Garten ba u. O bstbau. Die Obstbaumzucht hat im Altenburgschen eine sehr hohe Stufe erreicht, und möchte wohl höher stehen, als dies ir⸗ gendwo der Fall seyn wird. Findet man auch in mehrern Gegenden mehr und schöne Bäume, so wird doch selten, vielleicht nirgends, die Baumzucht so rationell, so wissen⸗ schaftlich und so allgemein, als dies alles im altenburg⸗ schen Ländchen der Fall ist, betrieben werden. Nicht allein alle Gärten sind voller Obstbäume, son⸗ dern auch an den Landstraßen, an andern Fuhrwegen, auf den Feldrändern, Dorffluren, Viehtriften u. s. w. stehen Kirsch⸗, Pflaumen⸗, Birn⸗ und Aepfelbäume in großer Menge. Dies gewährt nicht nur einen sehr angenehmen Anblick, sondern auch einen sehr hohen pecuniären Gewinn. In der Regel giebt sich jeder Bauer mit der Baum⸗ zucht ab, und Mehrere haben herrlich gehaltene, wenn auch zuweilen nur kleine Baumschulen. Es darf nicht nur keine Lücke im Baumgarten entstehen, denn sobald ein Baum eingegangen ist, wird sogleich im nächsten Herbst oder Frühjahr dessen Stelle ersetzt, sondern die meisten Wirthe suchen jedes Plätzchen auf, auf welches noch ein Obstbaum hinvaßt. Ueberall verfährt man mit mehr oder minderer Sachkenntniß, sowohl beim Ziehen der Wildlinge, ae uf K . shi hn Bäun Deson urch die Gesellse Diese würdigen Molande is hesond And, Unge Mü Ministe hchem a Wllen, d Ind sich! gusbauern logischen? großem Ei Mess, um Sedtet nißteiche I den das mehrere tr icher Thä Rser Ges Pomole Der Lundeshr Hshaf hitt u eite scht hh , als dits z lch in nehten ird doch sele onell, so wistn im alnbhtg Isthaume, son ubrwegth a u. s. h. sihs ime in gtaßt Hangenehmi dren Gewim it der Baun⸗ haltene, wer harf nicht uu in sobald gl schsten Heth die most chis noh l it neh x er Vibsh s— als auch beim Veredeln, Setzen und der übrigen Pfiege der Obstbäume, und man findet selbst beim Bauer auf herr⸗ lichen Bäumen herrliche Obstsorten. 2 Besonders hoch ist die altenburgsche Obstbaumzucht durch die in Altenburg bestehende pomologische Gesellschaft gehoben worden. ö Dieser Verein wurde im Jahr 1803 von mehrern würdigen Männern gestiftet, und zählt jetzt im In⸗ und Auslande viele eifrige Verehrer der Göttin Pomong. Sie ist besonders in neuern Zeiten berühmt worden in Eng⸗ land, Ungarn, Holland u. a. L. m. An ihrer Spitze steht Se. Excellenz der Herr Minister, Geheimer Rath von Stutterheim, welchem alle Herzen der Altenburger, um des hohen Eifers Willen, den Er für alles Wahre, Gute und Schöne hegt, und sich überall so deutlich ausspricht, huldigen. Mit ausdauernder Thätigkeit half er den altenburgschen pomo⸗ logischen Verein begründen, mit tiefer Sachkenntniß, mit großem Eifer und mit beglückender Güte dirigirt er diesen Verein, und schafft in und durch ihn nur Gutes. Secretair dieser Gesellschaft ist der fleißige und kennt⸗ nißreiche Pomolog, Herr Pfarrer Hempel zu Zedlitz, den das landwirthschaftliche Publikum rühmlichst durch mehrere treffliche Aufsätze kennt. Mit ungemein beharr⸗ licher Thätigkeit leitet dieser würdige Mann das Ganze dieser Gesellschaft, und macht sich so außerordentlich um die Pomologie verdient. Der alles Gute kräftig unterstͤͤtzende Landesherr, schenkte der altenburgschen pomologischen Gesellschaft ein nicht unbedeutendes Stück Land, was E..—— — 254— zweckmäßig zu Versuchen und als Sammelplatz und Stamm⸗ garten, worin künftig Edelreißer aller vorzüzlichen— sorten zu finden seyn werden, benutzt wird. Viele sehr thätige Mitglieder dieses Vereins, Ehnen in verschiedenen Gegenden des altenburgschen Landes, und jedes wirkt durch Wort und Beispiel wohlthätig aufs Ganze, vorzüglich auf seine nächsten Umgebungen, und so wird der wissenschaftliche Sinn für die Obstbaumzucht immer allgemeiner. Mehrere Mitglieder dleses Vereins besitzen schöne Sammlungen von Obstbäumen, die sie in Kübeln kulti⸗ viren, wodurch die Pomologie ungemein viel gewonnen hat, und noch gewinnt.—* Diese Kübelstämmchen bringt man oft schon im ꝛten Jahr nach der Veredelung zum Fruchttragen, und so lernt man sehr schnell eine vorher unbekannte Sorte Obst genauer kennen, als dies durch gegebene Beschreibungen möglich ist; es wird daher in kurzer Zeit bestimmt ent⸗ schieden, ob die erhaltene Sorte einer weiteren Verbrei⸗ tung werth, dem Klima und den sonstigen Verhältnissen angemessen ist; wenn man hingegen bei Bäumen, die im Lande stehen, mehrere Jahre auf Fruchtansetzung warten muß. Da ein so kleines Stammchen, wie man gewöhnlich in Kübeln, die auch nicht groß sind, zieht, so wenig Raum einnimmt, und gegen 200 Stück auf einer zehnelligen Quabratruthe im Nothfall stehen können, so kann der Besitzer eines kleinen Gartens alle bekannte Obstsorten er⸗ bauen. Wenn er auch von jeder Sorte nur einige Früchte erzielt, so läßt sich doch aus einer solchen Sammlung Hhilts Gal u Hhu Bunnik Da sich güt man kan sen S Sorten t ftei Oee Heyd dut Kerie des das N hen, V össort horseßen dem Ga Zweck ge Es sscher N. bieles Gu burgschn st. Ihr desen N. Hett I˙ Obsth „Bei Ristnthe im den 6 U llctur surbein vieles Gute für die Wissenschaft schöpfen, sie ist in ihrer dalihihn Art wichtiger, wie es nur ein botanischer Gärten für die Botanik seyn kann.— dunnd uh Da diese Bäumchen transportabel sind, so lassen sie oshen hurhg sich gut gegen Kälte und allzugroße Nässe schützen, und oohshätgat man kann zu jeder Zeit, jeder Sorte, den für sie passend⸗ ngtbungen, y. sten Standort wählen. Man darf daher nie fürchten, 1e Obstbaununh Sorten durch den Frost zu verlieren, wie das so häufig mit frei im kände stehenden Bäumen der Fall ist. besher schen Die dabei nöthige Arbeit wird schon allein hinrei⸗ 1Kübeln kolh chend durch das Angenehme, was eine solche Obstoran⸗ vitl gewonne gerie dem Besitzer gewährt, belohnt, es braucht dabei das Nützliche noch gar nicht in Anschlag gebracht zu wer⸗ ft schon in ö den. Wie viel Freude macht es nicht schon, alle bekannte tragen, un Obstsorten in seinem Garten zu erziehen, und dem Freunde Iunte S vorsetzen zu können, und diese kleinen Bäumchen gereichen Bischubum dem Garten oft zur großen Zierde, wenn sie zu diesem it biüinnt Zweck gestellt sind. tittren It Es besteht gewiß in Deutschland kein wissenschaft⸗ u Venilise licher Verein, der besser seinem Zweck nachkommt und so raumen Ne vieles Gute schon bewirkt hätte, als dies bei der alten⸗ sczun vunt burgschen pomologischen Gesellschaft in der That der Fall ist. Ihr Wirken ist im ganzen altenburgschen Lande und uan Yist dessen Nachbarschaft sichtbar. 30 o Wenig l Herr Oberpf. Klötzner theilte mir gefälligst Einiges, her Ehny den Obstbau berreffend, mit, was ich hier zum Besten gebe. 0 femn„Bei den Letztern(den Kuhbauern) wird die Jauthr Olbrtn! meistentheils nur in die Gärten gefahren und getragen, Tbeus uhe Hut um den Graswuchs zu befördern, aber auch um die Bäu⸗ Eimiu me zu bedüngen. Aber leider sind die Obsternten seit vie⸗ 0 len Jahren nicht reichlich ausgefallen. Vor 50 Jahren ist die große Fruchtbärkeit oft dem Landwirth zur Last ge⸗ wesen, er wußte nicht, wohin er alles Obst bringen sollte. Aber nach dem ersten verderblichen Winter 1776 sind mehrere ähnliche gefolgt, welche nicht nur die Gärten von Obstbäumen entblöset haben, sondern auch das Aufkom⸗ men der neuen Anpflanzungen verhinderten. Bei den meisten ist bisher der Ertrag kaum zur eignen Haushal⸗ tung hinreichend gewesen. Die späten strengen Fröste im Frühjahre waren immer das Verderben der Fruchtbarkeit, so wie die Regentage in der Blüthenzeit. Jetzt(den 18. März 1818) treiben die Blüthenknospen schon stark, Gott verhüte Frost, welcher tödtet; im Herbste haben die Blü⸗ then keinen Schaden genommen, wie der Hr. Hofgärtner Bechmann bemerkte, indem die in das Treibhaus gesetz⸗ ten Bäͤume gesunde Früchte ansetzten, was seit etlichen Jahren nicht der Fall war, denn die Blüthen fielen alle Winter im Treibhaus ab, weil sie im Herbste schon im 8 Serien krank wurden.“ Da bie Kirschen immer noch die sicherste Frucht ge⸗ wesn ist, gut reifen, und gern gekauft werden, so pflan⸗ zen die Landleute Kirschbäume in das Freie, nämlich an die Hohlwege und Feldränder, so daß viele Pläntagen entstehen, welche sich zu jährlichen Verpachtungen eignen. Auch werden verzäunte Gärten damit besetzt.“ „Man wird wohl thun, wenn man solche Obstsor⸗ ten vorzüglich anpflanzt, welche schon die vielen kalten Winter überlebt haben.“ „So habe ich den Klarapfel, wie man ihn in Curland nennt, oder Zikadenapfel, wie ihn Christ Hennt, u tst, alhe Masn we Man dem Obst obet der Baum er der schlech meht Di mit wilch Gewinn Mig flanzt n noch Mi hon nut Der saß ein S gab, ind war; erk hiumen ich nußte: Hicdernisz men wůrd würde, vot 60 seinen Wraus ai hach einige E lef luj und di lamen, biz Echn, Eif 30 N ih ur kaß g brngn sollh. 1 mr si u Gältn uin uf en. Bu In un Hauchu⸗ Hgen Frost in Gruchtbus, Nt(den 1 ou sark, Gat aben die Nl r. Hofhättyr bhaus gstz sitt etlchn hen fihen al bste schht in se Hrucht ge⸗ u, so pfa nälh at E MMntage ngen ehng Hbfin hielen Eolkn an ihn in 1 Ehei nennt, welcher den russischen Winter berträat und bald reift, angepflanzt. Er ist in den Hundstagen schon vom Baum weg eßbar, weich und sehr wohlschmeckend.“ Man sieht hieraus, daß das Klimi im Altenburgschen, dem Obstbau sehr hinderlich ist und ihn mühsam macht; aber der Altenburger ermüdet nicht, wenn ihm auch ein Baum erfriert, wenn er auch mehrere Jahre nach einan⸗ der schlechte Obsternten macht, so pflanzt er doch immer mehr Bä ume an, und sucht nur immer auszumitteln, mit welchen Sorten er am sichersten fährt, und den meisten Gewinn hat. Berge, welche als Feld wenig Gewinn geben be⸗ pflanzt man mit Obstbäumen, und scheuet weder Kosten noch Mühe, solche Aupflanzungen empor zu bringen; hier⸗ von nur ein Beispiel: Der Bauer Gerth in Dreußen ohnweit Ponitz be⸗ saß ein Stück Feld auf einem Berge, was ihm wenig Ertrag gab, indem die Ackerkrume von schlechter Beschaffenheit war; er kam auf den Einfall dieses Stück Feld mit Obst⸗ bäumen zu bepflanzen, wozu er meinen Rath verlangte; ich mußte seinen Entschluß loben, aber ich stellte ihm alle Hindernisse, die sich ihm bei seinem Vorhaben entgegen stem⸗ men würden, und die unsägliche Arbeit, die es ihm machen würde, vor. Dies hielt ihn aber nicht ab, vielmehr spornte es seinen Eifer noch mehr an, und er freute sich schon im Voraus auf den Genuß, den er haben würde, wenn er nach einigen mühevollen Jahren Obsternten machen würde. Er ließ sich vorerst den Platz sehr regelmäßig einthei— len, und die Punkte, wohin die Bäume in Reihen zu stehen kamen, bezeichnen. Dann fuhr er mit größtem Fleiß an jede Schm. Erf. 41 Th. R R — —.—— ——— 47 ——E PP — ——;.— % 0 7 —.— 4 —— „ 258— Baumstelle einen oder einige Karren voll gute Erde, und ließ nun für jeden Baum ein 3 bis Fuß tiefes und eben so breites Loch graben, hierein warf er nun zuerst die ehe⸗ malige Ackerkrume und dann die herbei gebrachte bessere Erde, in welche die Wurzelu des Baumes sorgfältig einge⸗ graben wurden; oben auf brachte er die schlechtere aus dem Loch geworfene Erde. Jeder Baum bekam einem ziemlich starben und gehörig langen Pfahl, woran er sehr zweckmä⸗ ßig mehrere Male gebunden wurde. Um jeden Baum wurde ein Kessel auf ber Oberfläche der Erde geformt, in weichen durch gezogene kleine Gräben das den Berg herabfließende Wasser geleitet wurde, damit auch ein kleiner Regen den Bäumen zu Gute lomme, und der von den Schafen, welche im Sommer zwischen den Bäumen weideten, aufgebrachte Dünger den jungen Bäu⸗ men möglichst nahe gebracht wurde, und nichts davon un⸗ genutzt den Berg hinunter geführt werden konnte. Um in den trocknen Sommertagen die jungen Bäume leichter begießen zu köunen, legte Gerthe in der Mitte seiner Plantage einen Wasserbehälter an, nach welchem er aus der Ferne her Wasser zu leiten wußte. In diesen Was⸗ serbehälter fuhr er klaren Mist, der von dem Wasser, mit welchem er begoß, ausgelaugt wurde; den sich setzenden Schlamm wollte er späterhin auch den Bäumen zu Gute kommen lassen. Hatte sein Wasserbehälter kein Wasser mehr, so scheute er auch nicht die Arbeit, es mit den Pfer⸗ den von Weitem herbei zu schaffen. Auch die Jauche fuhr er aus seinen Ställen auf seine Plantage, ohnerachtet diese ziemlich entfernt vom Hofe war.— So brächte er es so weit, daß fast alle Bäume gut nwuche tlockheten. shlllich! sangung für sich kommt d eigen, de wakt soc here erre Wer herlauft ⸗ ende Oös ster(Ob me die d Bantlaä Mahter! Ind kiin Hͤͤlte os Tage, wer Mb das! schon abgee kleichteit, Resichert, Auder das Obst Strohh Ein g Hiahon emn ijt Rn g Nrglechen ut Ethe, ug Rsto und eh in uuf de ch, Hebract Hsen somfiltg irg lechtr auß dy em genst ir seht zpek fbit Pherfith Hlaine Gnuhn Wulde, dam Uie lomme, uy r zwischen de en sunzn dai⸗ ichts dbon u lonnlt. fungen Buun in det Mh uch woschen. diesen W u Massr„ M n sich sthene jumen 31 El r Hein Vist it dengfe Hilen auf fi it vom H e Bämegt einwuchsen, und im ersten Jahre nur, einige wenige ver⸗ trockneten, die andern aber um so rascher wuchsen. Wahr⸗ scheinlich genießt er nun schon die Früchte seiner großen An⸗ strengungen; aber mehr hat er für seine Kinder, als für sich selbst gesorgt, denn der volle Ertrag der Bäume kommt doch erst späterhin. Aber dem Altenburger ist es eigen, daß er oft mehr für die Zukuuft, als fu die Gegen⸗ wart sorgt; aber auch dädurch nur kann das Vollkomme⸗ nere erreicht werden. Wer eine bedeutende Menge tragbare Bäume besitzt, verkauft gewöhnlich alle Jahr das auf den Bäumen hän⸗ gende Oost einige Zeit vor dessen Reife an sogenannte Oeb— ster(Obstpächter) und zieht sich entweder nur gewisse Bäu⸗ me die der Pachter mit bewachen muß, ober eine gewisse Quantuät Obst nach den Gemäß genommen, aus. Der Pachter verpflichtet sich, die Bäume möglichst zu schonen und keine Aeste abzubrechen, und zahlt gewöhnlich die Hälfte oder den vierten Theil der Pachtsumme gleich am Tage, wenn der Kontrakt verabredet und geschlossen wurde, und das Uebrige dann, wenn ungefähr die Hälfte Obst schon abgeerntet ist. Auf diese Art wird die Sache sehr erleichtert, und der Besitzer der Obstbäume ist auf alle Art gesichert. Andere, die weniger Obstbäume haben, ernten auch das Obst selbst ein, und bewachen es auch selbst, indem sie Strohhütten unter die Bäume bauen. Ein großer Theil des Obstes wird getrockuet, und hiervon ein Theil im Altenburgschen selbst verzehrt; man ißt gern gekochtes Backobst zu den Braten, Eierkuchen und dergleichen mehr, und das Gesinde bekommt oft gebackenes R 2 x 0 —— Obst zur Nachkost. Aber ein großer Theil des gebacknen Obstes, besonders die gebacknen Pflaumen wird nach dem Auslande verfahren. Das nahe gelegene Erzgebirge, wo das Obst fast gar nicht gedeihet, kauft viel aus dem Al⸗ tenburgschen. Die Pkllaumen, welche in manchen Gegenden Alten⸗ burgs, z. B. bei Ponitz sehr gut gedeihen, werden zum großen Theil zu Pflaumenmus(in Preußen Kreid genannt) gesotten, was theils als Zukost beim Genuß der Wurst, Braten, Eierkuchen und dergleichen mehr, theils statt But⸗ ter auf dem Brode, beim Frühstück und Vesper genossen wird. ö Die süßen Kirschen, z. B. die Maykirschen, Glaskir⸗ schen, Herzkirschen, Knorpelkirschen, und andere 23 0 mehr, die in manchen Gegenden z. B. beim Dorfe Nör⸗ ditz bei Gößnitz häufig gebauet werden/ verkauft und ge⸗ nießt man meistens frisch, aber es werden auch davon einige abgebacken. ö Die sauren Kirschen, welche, besonders an den Chausseen, und in mehreren großen Plantagen, wie z. B. auf dem Rittergute Hahnich en am häufigsten gebauet werden, trocknet man größtentheils; viele davon gehen ins Ausland. Man benutzt einen großen Theil der ge⸗ trockneten sauren Kirschen zum Kirschlikör und zum Ratasia. „Den Wein bauet man, so wie Pfirschen und Apriko⸗ sen, auch am Spalier. Mancher Bauer hat herrliche Wein⸗ stöcke an seinem Hause, wovon er eine Menge schöner gro⸗ ßer wohlschmeckender Trauben zieht, die er größtentheils in die Stadt zum Verkauf schickt, aber auch mit seiner Familie einige genießt, und besuchenden Freunden vorsetzt. Munhté die Hone d ghet R Hfet, l Nan bind die Ranker das Ganz sicht nahe manche sch M tet, wird dann schn. WMgen a len vieder hin, wo mangetaf Hanggetrieb huch einge Iud warme Iu ier vor Man Htistotenh Vgar in n launn; bi Rruter de nut undolke VHin Gn Rüche f hgchchz I nach vy Eigbigr, v us un ender Nz u„ verden zn Kelid genum nuß der Vuf thelo satt dr Nper genoß dchen, Glahh ahdett Eunn im Dorse H⸗ heikaust undz den auch ah onders an l. agey, ve 5. Isigsten gibu. e dabon ge Thel der zum Mt m undpn Herelche H 92 shatt x größteuh uch ut sin unden donst Man zieht die Weinstöcke gewöhnlich hochstämmig, so, daß die Krone derselben an der zweiten Etage des Hauses aus⸗ gebreitet ist. Die Trauben werden so vollkommener und reifer, als wenn die Stöcke niedrig gehalten werden. Man bindet im Herbst den Stock bom Spalier los und die Ranken desselben zusammen auf ein Gebund; dann wird das Ganze in Stroh sorgfältig eingebunden, und mit Vor⸗ sicht nahe am Hause unter der Dachtraufe hingelegt; manche schütten dann noch Baumlaub darauf. Im Frühjahr, so bald man keine Gefahr mehr fürch— tet, wird der Stock vom Stroh entblößt und aufgebunden; dann schneidet man vorjährige Triebe, jeden bis auf 3 bis 4 Augen ab, und bindet den Stock mit allen seinen Ran⸗ ken wieder am Spalier in die Höhe. So bleibt er bis da— hin, wo die Trauben eine gewisse Größe erlangt haben, unangetastet stehen, dann aber schneidet man einige der langgetriebenen jungen Triebe ab, und nimmt dem Stock auch einige Blätter, damit dann um so mehr die Sonne und warme Atmosphäre auf die Trauben wirken, und diese zu einer vorzüglichen Reife bringen können. Man baut auch herrliche Stachelbeeren(in Preußen Christorenbeeren) und Johannisbeeren; man findet, und sogar in manchen Bauergarten herrliche Sorten Stachel⸗ beeren; viele ziehen diese nicht mehr als Strauch, weil darunter der Boden gemeiniglich verqueckt, und der Strauch nur unvollkommene Früchte bringt, sondern als Bäumchen, die den Garten recht artig zieren und schönere, größere Früchte liefern. IFPFFTtTtFFFfTt —————— 2——— +* V — — 5 ———— U e.. Kleinodsgärten. Den Küchengarten, oder Gemüse⸗und Blumengarten, nennt der Altenburger Kleinodsgarten, auch Gläntzegar⸗ ten. Gemeiniglich besorgt die Bauerfrau den Anbau der Gemüse und der Blumen, worin die Töchter mit großem Eifer hülfreiche Hand leisten. Doch in manchen Orten halten sich auch mehrere Bauern zusammen einen Gärt⸗ ner, wenigstens fand dies um Ponitz herum häufig 681. W ö ö Viele Bauergärten sind ganz nett eingerichtet und gewähren einen erfreulichen Anblick. Ich sah Blumen⸗ gärten, z. B. in der Gosel bei Vonitz, mit einer solchen Mannigfaltigkeit, daß man sie für botanische Gärten halten konnte, ohnerachtet sie nur Zierpflanzen enthiel⸗ ten. ö— 8 Da man gern Gartengemüse ißt, so wird davon auch eine große Menge, allerlei Gattung, mit vielem Fleiß ange⸗ bauet. Fast in jedem Bauergarten trifft man jetzt Spargel— Gurken, den schönsten Kopfsallat, Sellerie, Petersilien⸗ wurzeln, Pastinakwurzeln Zuckerwurzeln, rothe Rüben, Möhren, Karotten, Scorzonerwurzeln, Meerrettig, Ra⸗ dieschen, Rettige, Erdäpfel, Kohlrabi, Blumenkohl, meh⸗ rere Sorten Kraut und Kohl, Rapunzeln, Zwiebeln/ Schnittlauch, Schnittpetersilie u. dergl. Gewächse mehr an. Hr. Oberpf. Klötzner schreibt mir:„Was die Klei⸗ nodsgärten betrisst, so bauen die Bauern vielerlei, was sonst nur in großer Herren Härten anzutreffen war, z. B. Spargel ꝛc. zum Verkauf an.“—3— „Vom Spargel gedeihet ein Stock seit 30 Jahren in niiath Muh oh Leg isolg h der Spat tͤrlich u ungepffe jäͤhrlich! 410 Beete set nicht alei nachthel wölbten hommt! Zufe mi Bete ut In bänme; hen die! herben, Heerbium meinem Garten, am trocknen Abhange in der Nähe einer Mauer, ohne alle Pflege. Dies hat mich veranlasset, Kör⸗ „dunngarta ner zu legen und sie der Natur zu überlassen, was guten auch Giahhn, Erfolg hatte und nachgeahmt wird. Nassen Boden kann den abau h. der Spargel nicht vertragen, und gedüngt wächst er na⸗ htit nit grin türlich ungleich besser als ungedüngt; aber oben erwähnter manchen dun ungepflegter Stock ist sehr merkwürdig, denn er treibt all⸗ hen einen Gih jährlich sehr dicke Stengel.“ herum hilf Mehrere graben in ihren Gemüsegärten noch die Beete sehr hoch und bilden dazwischen tiefe Gräben, was Ingerichtet v nicht allein sehr häßlich aussieht, sondern auch obendrein sehr ch sah Munn nachtheilig ist, denn der Regen läuft von solchen hohen ge⸗ nit emnersith wölbten Beeten zum großen Theil ab, und wenig davon tarische Güst kommt den Gewächsen zu Gute. Wenn der Garten in der pflanzen ahh Tiefe und zu feucht liegt, dann sind solche hohe gewölbte Beete und tiefe Furchen vielleicht nützlich und nöthig.— witd dobm In den Gemüsegärten der Bauern stehen selten Obst⸗ hielem Feßty bäume; doch ahmen Einige den Herrschaften nach und bese⸗ wanttes tzen die Gänge mit Bäumen, die unterm Schnitt gehalten Ut, Musn werden; zwischen inne stehen Johannisbeer-⸗ und Stachel⸗ u uhe ün beer bäumchen. Mumnip unlehl ul lln, wicht nihen „Vos 0— N ö 82 Hlkelt, ö ö sn u 1M — 264— Vierzehnter Abschnitt. Forstnutz ung und der Anbau des Weidenbaums. Große Privatwaldungen giebt es im Altenburgschen gar nicht, selbst die landesherrlichen Forste nehmen nur einen kleinen Theil des ganzen Landes ein; aber überall wird mit großer Zweckmäßigkeit und Ordnung die Forstwirth⸗ schaft betrieben.— Einigermaßen bedeutende Wälder sind regelmäßig in Schläge getheilt, deren Zahl sich nach der Art der Wald—⸗ bäume und nach den Jahren, in welchen die Bäume schlag⸗ bar sind, richtet. Das Nadelholz ist in 70 bis 100 Schlä⸗ ge getheilt, je nachdem der Boden rasch emportreibt, und ob man starkes Holz bezweckt, oder mit kleinern Bäumen zufrieden ist. Die kleinern Pribatwälder bestehen größtentheils aus Laubholz was meistens als Busch⸗ oder Strauchholz be⸗ nutzt wird, wobei aber einzelne hohe Bäume von verschie⸗ denem Alter untermischt stehen. Auf manchem Boden, der dem Laubholz besonders gedeihlich ist, schlägt man zuweilen den Strauch aller 8 Jahre ab, andere aller bis 12 Jahre erst. Ist der Wald von einiger Bedeutung, so ist er auch in so viele Schläge getheilt, als Jahre zum Emporwachsen des Stlclas sae Ml Gem Morz det und lß siehen, erschit M henden den Ett ucht L Tusbes witd er Bͤsche gut he D. grohten gend he wöhnli hem be Ind die 8 Strauchs bis zur gewünschten Größe nöthig sind. Viele kleine Privatwälder sind in 10 Schläge getheilt. Gemeiniglich haut man in den Monaten Februar und März den Strauch nebst den erwachsenen Hochbäumen ab, itt, und läßt für letztere wieder j junge Bäumchen(Lastreißer) ban nt stehen, so daß stets eine gleiche Anzahl boher Bäume in verschiedenem Alter stehen. Man hauet weber den Strauch noch die darunter ste⸗ nburgsher gy henden Bäume ganz dicht am Boden weg, sondern läßt mn nur a den Stock ein bis zwei Fuß hoch stehen, damit er um so iberal it mehr Triebe treibt. Im ersten Jahre heißen diese jungen Huisnin Triebe Sommerlatten. Man sorgt dafür, daß der Strauch möglichst dicht steht. In den ersten Jahren nach dem Abhauen des Busch⸗ rigdnijh f holzes bleibt der Schlag sorgfältig von allem Vieh ver⸗ . r Auh schont; aber erst vom öten oder 7ten Jahre ab dürfen die Biun shc Schafe in die meisten Wälder gehen. 1 o Gl Durch dieses Buschholz nutzt man den Waldboden am 4 höchsten, und man trifft daher im Altenburgschen auch in nan Biunn den größern Privatforsten mehr Buschholz als Nadelholz an. Der Strauch heißt, wenn er abgehauen ist, Reißholz, tentheits a wird entweder lang, so wie er ist, oder in 3 Fuß langen rauchhoh he⸗ Büscheln, Schockweise verkauft, sehr theuer bezahlt und bon vessht⸗ gut benutzt. Das nöthige Bauholz holen die Altenburger zum bendts größten Theil aus dem Reußischen oder aus der Ge⸗ tauch alet gend bei Eisen berg, wo es noch große Forsten giebt. Ge⸗ . N H. wöhnlich läßt man gleich in der Nähe dieser Forsten von ei⸗ in nem bekannten Zimmermeister das Beschlagen des Holzes wachen d und die Zulage des hölzernen Theils der Gebäude besor⸗ 4 222 47 SDSSSSSS — DEEE ö 72 +* 7 0 + —. ——— gen, um so viel an den Fuhren zu ersparen. Freunde des Bauherrn fahren dann das zugelegte Holz auf ein Mal herbei; der Zimmermeister begleitet es mit einigen Gesellen, und setzt es in den nächsten Tagen, wieder mit Hülfe der Freunde und Nachbaren des Bauherrns auf. Bei diesem Richten oder Heben eines Gebäudes giebt der Bauherr jedes Mal eine große Fete; ist der letzte Sparren gerichtet, so hält der Obergeselle(der Polier) eine Rede vom Gebäube herab, erzählt da zuerst die Geschichte der Baukunst, wo⸗ rin er besonders Noah und Salomon als die größten Bau⸗ meister nächst Gott schildert, dann dankt er Gott für seinen Beistand, und zuletzt dem Bauherrn und dessen Ehegattin für die aufgesteckten Geschenke. Diese Geschenke bestehen in schönen Tüchern und Bändern, für Meister und Gesel⸗ len, welche an einer jungen Tanne, die auf den Ecksparren befestigt ist, während der Rede des Obergesellen in der Luft flattern, und dem Publikum zur Schau dargestellt sind. Wenn die Rede geschlossen ist, trinkt der Redner in Bier die Gesundheit des Bauherrns und seiner Familie und wirft dann das Bierglas hoch hinter sich in die Luft. Ehmals herrschte der Aberglaube, daß, wenn dies Glas ganz blieb, es dem Bauherrn und seiner Familie in dem neu erbaueten Hause sehr wohl gehen und das Gebäude sehr lange stehen würde. Das Glas blieb sehr oft ganz, da es gemeiniglich auf weichen Rasen im Garten fiel und man gewöhnlich ein starkes dazu wählte, was vielleicht diese Reise durch die Luft mehtmals schon gemacht, folglich sich schon bewährt gezeigt hatte Jetzt achten nur wenige auf das Ganzbleiben dieses Glases.— Wenn dann ein Lied aus dem Gesangbuche mit passendem Inhalt gesungen und Valtt und bon Rptoche Renehme De scht ge senrand Stellen den, or lg es 2 oder r Meide engett auch gewöh schicht b•s N uöt Pfacg Visch set E Weide We hinttie Verla oder k WMen. Funh W auf ein W eun Geile, mit Hu dt bf. Bii Unn Dauhem s geiichttt, s bom Gebälle Baufunst, hb⸗ egtoßten Bal⸗ Hott fir sinen sen Ehegaltn henke bestehn itt und Best en Echsbatten Neellen in de au bargestalt t der Redute seiner Famili in de Luft. dies Glas in dem neu debände seht ganz/ da to I und man itlleicht dies foglch sch wenige auf un ein Lid sungen und ein Vaterunser gebetet ist, wird geschmauset, lustig gelebt und von wirthschaftlichen oder Familienangelegenhesten gesprochen, und so für die Meisten der Anwesenden ein an⸗ genehmer Tag verlebt. Der Weidenbaum steht im Altenburgschen in ernem sehr großen Werth; an allen Flüssen, Bächen, auch Wie⸗ senrändern, auf Dorffluren und auf allen niedriggelegnen Stellen, die durch nichts besser zu nutzen sind, stehen Wei⸗ den, oder werden Weiden gepflanzt; so dicht neben einander, als es die Kronen der Bäume zulassen. Aller 4, 5 bis 8 Jahre, je nachdem der Boden mehr oder minder den Wuchs der Weide begünstigt, werden die Weiden gekopft; gewöhnlich hat man sie auch in Schläge eingetheilt, damit alle Jahre einige zu köpfen sind, sollte auch ihre Zahl sehr klein seyn. Nach hem Löpfen, was gewöhnlich im zeitigen Frühjahr im März oder April ge⸗ schieht, nimmt man vorerst von dem herabgeköpften Holze das zu Schaufel⸗ und Mistgabelstielen passende Holz, dann die nöthigen Satzweiden zum Rekrutiren oder zu neuen Au⸗ pflanzungen weg, das übrige wird als Brennholz in kurze Büschel gehackt und verwahrt. Bei vielen Wirthschaften ist dies Weidenholz von gro⸗ ßer Erheblichkeit; die zu dem Rittergut Ponitz gehörigen Weiden geben alle Jahre, trotz dem, daß vieles Weidenholz zu Wasserbauen verbraucht wurde, für mehrere Familien hinreichendes Brennholz, und mehreres bleibt noch zum Verkauf übrig. Ich kenne mehrere Bauern, welche wenig öoder kein Brennmaterial mehr, außer dem, was ihnen ihre — 268— Kopfweiden liefern, brauchen. Diese Welden haben nicht allein das Gute, daß sie in der Regel auf Stellen stehen, die nicht besser genutzt werden können, sondern sie befesil⸗ gen auch oft noch das Ufer der Flüsse und Bäche, und helfen die Schönheit der Gegend auf eine erfteuliche Weise mit heben. Be Dor Luft noch k Wusche die da daß d und n ch ihn worut sch ihi sh. und falfen Gewim sondet das L Oberl auf d. var, 5 sand. Han! an gahe U0 fN Etlkn sehg odern suhfess and Hach, u afrulr Funfzehnter Abschnitt. Braunkohlen⸗ und Torfgräberei. Vor ungefähr 10 Jähren sah man da, wo jetzt die Torfgräberei einen Hauptzweig der Wirthschaft ausmacht, noch keinen Torfziegel. Als mir im Jahr 1810 ein Bauer zwischen Monstab und Oberlödla auf seinen Besitzungen die da liegende schwarze Erde zeigte, und ich ihm versicherte daß da ein sehr großer Schatz begraben läge, lächelte er, und meinte, es würde nicht so arg seyn. Nur dadurch, daß ich ihm eine sehr bedeutende Summe für eine kleine Fläche, worunter sich ein reiches Torftager befand, bot, überzeugte ich ihn, daß es mir, hinsichtiich des Schatzes ein Ernst sey. So versprach er mir, auf mein dringendes Zureden, und auf die Zusicherung, daß ich ihm Braunkohlen ab— kaufen würde, eine Gräberei einrichten zu wollen. Der Gewinn zeigte sich sehr bald, und nicht allein dieser Mann, sondern die Besitzer angrenzender Grundstücke betrieben bald das Werk im Großen; besonders ward auf dem Rittergut Oberlödla die Sache sogleich, als man bei jenem Baner auf den vorhandenen Schatz aufmerksam gemacht worden war, in bedeutender Ausdehnung betrieben. Der Herr Oberpf. Klötzner sagt über diesen Gegen⸗ stand folgendes: „Die Torfgräbereien haben sich sehe vermehrt, und man verfährt dabei verschieden; wo man durch Abgraben —————..————eeIee‚—‚——.——— —— 270——— des auf bem Lager liegenden Erdbodens, die brennbare Braunkohle zu Tage bringen kann, da behält man dies Abgra⸗ ben bei, und fährt dann mit Pferden auf Karren oder durch Menschen das Brennmaterial auf Haufen zu den Streichtischen, wo es in Ziegel geformt wird. Auf diese Art wird die Braunkohlengräberei bei Oberlodla betrieben.“ „An einigen Orten aber hat man einen Schacht 30 bis 40 Ellen tief angelegt, und windet die Braunkohle in Ei⸗ mern herauf; dies findet z. B. bei dem Wiesenmüller Meuschke und bei dem Bauer Köhler in Schlauz, auf der Höhe des Berges, am lödlaer Holze, am Wege von Monstab nach Ultenburg, statt.“ „Allgemein verkauft man 100 Ziegel im Sommer mit 49Gr. und ganz trocken im Winter mit 5 Gr. Das Fuhr⸗ lohn wird in Altenburg vom Hundert höchstens mit 4 gGr. bezahlt. Tausend Stück sollen wenigstens einer Klafter Holz, die mit 7 Thlr bezahlt wird, gleich kommen. Diese Braunkohle wird nicht nur zu dem Brantweinbrennen, son⸗ dern auch zum Brodbacken, sowohl auf dem Lande, als in der Stadt von den Weißbäckern gebraucht; mit 100 Stück Ziegel bäckt man sehr gut 300 Pfund Brod oder 24 Laib. Die zurückgebliebene Asche wird zur Bedüngung der Gär⸗ ten und Wiesen, auch der Erdäpfel angewendet.“ „Am rechten Ufer der Pleiße hat man nun auch einige Braunkohlengräbereien ängelegt, z. B. in Päppischen. In Zipsendorf bei Meuselwitz, auf den Blütnerschen Gütern, gräbt man auch Braunkohlen, doch soll es nicht von großer Bedeutung seyn“ ö „Für Tausend Ziegel zu formen, zahlt man 9 gGr. Ar⸗ beitslohn.“ vun K sauch und u mere mit 2 und d ders g nlas nach Ober Un galj Wolch hiik und! durch sepha Hun. Hmn. mals MIle ö hen lr de der 9 X blelnhtz in o bn uf Karnn oder Huisn p n urd. Annt odla betriebeg Schacht 30RUö aunkohle in E, Wesenmült Schlau, auf am Mige von Sommer mit . Das zuhr⸗ i8 mit gor. einer Klafte mmen. Diss hrennen, son⸗ hande, als in t 1oo Stct ber 24 Laib. ng det Gä⸗ . auch einige ischen. Y Hlütnerschen e nicht bon 9r. N 29271 — 271— Diese Braunkohlengräbereien sind für das altenburg⸗ sche Ländchen von sehr großer Wichtigkeit, denn es können nun um so mehr Fabriken, die vieles Brennmaterial brauchen, angelegt, und die schon bestehenden nun stärker und mit höherm Gewinn betrieben werden. Für die är⸗ mere Klasse überhaupt ist es ein großes Glück, daß sie jetzt mit Braunkohlen feuern und nicht mehr das theure Holz und die theuere Anfuhre desselben bezahlen müssen. Ein beson⸗ ders glücklicher Umstand ist es, daß die reichsten Braunkoh⸗ lenläger sich so nahe bei der Stadt Altenburg befinden, denn nach Oberlödla ist es kaum eine Viertelmeile weit. Ueber einige andere Mineralien theilt mir der Herr Oberpf. Klötzmer folgendes mit, was, obwohl es nicht unmittelbar zur Landwirthschaft gehört, doch nicht ganz ohne alles Interesse für den Leser, besonders für den, welcher das Altenburgsche bereisen wollte, seyn wird. „Es scheint mir bemerkenswerth, daß die Steingutsfa⸗ brik in Elgersburg(4 Stunden von Gotha entfernt) und die Porzellainfabrik zu Gotha den nöthigen Thon durch Frachtfuhrleute aus dem altenburgschen Dorfe Ra⸗— sephas ziehen. Beide zahlen der dasigen Gemeine und dem Hrn. Pfarrer einen jährlichen Pacht, und häben auch dem Hrn. Pfarr. Seidel und der Kirche Geschenke gemacht. Vor⸗ mals bedienten sich die Stubenmaler dieses Thons zu ihrer Malerei.“ „Man gräbt in unserm Lande einen Kalk, welcher über den Rhein hinaus verfahren und von den Kaufleuten un⸗ ter der Benennung:„Altenburgsche Putzerde“ zum Putzen der Metalle, verkauft wird.“ „Der Kalkstein in Altendorf(auch Hölle genannt) soll W.ee‚‚‚‚eeee...— ——————— — — — . V Iĩ— 2.8— —— ** 7 27 2— Mekallgraupen enthalten, die beim Löschen als Schlacken zurück bleiben. Diese Schlacken sollen im Centner 3 Loth Silber und 30 Pfund Kupfer enthalten. Der Anflug der Steine auf der Oberfläche bildet Bäumchen. Die alten⸗ burgschen Zinngießer, besonders Mstr. Putsch, machten Formen daraus, welche die Fuhrleute in entfernte Städte brachten und den Zinngießern verkauften.“ „Aber der Besitzer dieses Kalksteines, Namens Kratzsch, ließ den Kalksteinbruch eingehen, da der Kalk zum Bauen, jener Schlacken halber, sehr getadelt wurde.“ ————— 0 alz Ssh in entie I . D usih ichen. Du l Jutsch nachi enlfernte Sth V eines, Rang iu, da der K Rtadelt purde! — 273— Sechszehnter Abschnitt. Technische Gewerbe. Brauerei. Auf den Domainen und Rittergütern send in der Re⸗ gel Brauereien; auf dem einem Gute wird viel, auf dem andern weniger gebrauet. Jetzt soll die stärkste Brau⸗ erei des Herzogthums Altenburg auf dem Herzoglichen Gute Ehrenberg bestehen; hier brauet man mehrere Sorten Bier und hat sehr starken Absatz. In Ponitz habe ich mit der Brauerei bedeutende Geschäfte gemacht; wie sie jetzt betrieben wird, ist mir nicht genau bekannt. Auch die Brauerei in Untschen, was Sr. Excellenz dem Herrn Geheimenrath von Thümmel gehört, wird viel und schönes Bier gebrauet. Mehrere Gasihöse haben die Brauerei⸗Gerechtsame; unter diesen sind mir die Gasthöfe in Rositz und Win⸗ tersdorf als diejenigen bekannt, welche gutes Bier brauen und starken Absatz haben. Viele Dörfer haben die Gerechtsame, den eignen Be⸗ darf an Bier sich selbst zu brauen, hierzu haben die Mei⸗ sten ein Gemeinde-Branhaus; Mehrere aber üben diese Gerechtsame selten oder gar nicht aus, da sie das Bier besser und fast wohlfeiler noch kaufen, als sie es brauen können; in den größern Brauereien bekommen sie es frisch, so wie sie Schm. Erf. ar Th. S SISIIIIIIEexx.... T TLTLCLłxœͥꝰͤ ——— ..— 8———— ——.— N — 7 2* 4. 1 —.—......—..—.‚TT 7** — 2 1 —— V ————.— ———— qRRDIDITRRĩJ‚‚F‚‚TTT‚— es haben wollen, in großen und kleinen Gefäßen; brauen sie es aber selbst, so können sie es doch nicht in gar zu klei⸗ nen Quantitäten brauen, und so verdirbt es ihnen oft, wenn sie es zu lange aufbewahren wollten und ihnen viel⸗ leicht das Brauen nicht recht gelungen war, was oft trifft, da sie keine gelernten Brauer sind noch haben, und die Ue⸗ bung und Gewandheit fehlt.— Die größern Brauhäuser, wie z. B. in Ehrenberg, sind vorzüglich zweckmäßig eingerichtet; sie haben Kühl⸗ schiffe, Gährkammern, kurz alles, was zu einer vollkomme⸗ nen Brauerei gehört. Die Feuerungen sind in der Regel sehr zweckmäßig und Brennmaterial ersparend eingerichtet; be⸗ sonders ist dies der Fall mit den Malzdarren. Man brauet für den gewöhnlichen Genuß ein zwar nicht zu starkes, doch reines und besonders klares Bier, von brauner, doch nicht zu dunkler Farbe. Es ist malz⸗ und hopfenreich und meistens obergährig. Besonders gut brauet man das sogenannte Doppel⸗ bier, was dem englischen Ale nahe kommt. Es ist viel stärker als das gewöhnliche, sogenannte einfache Bier, et⸗ was lichter braun, aber vorzüglich klar. Das, was ich in Ponitz brauete, wurde von mehrern Aerzten als besonders ge⸗ sund empfohlen, und oft von ihnen verordnet. Eine vollständige Beschreibung des Verfahrens beim Bierbrauen hier zu geben, würde mich zu weit führen; ich verweise in dieser Hinsicht auf das, was der Böttchermei⸗ sier Hr. Friedrich zu Ponitz im vierten Band des Sturmschen Jahrbuchs über diesen Gegenstand sehr gut sagt. Dieser Mann ragt weit über seines Gleichen hervor, und hat in dieser Abhandlung:„Ueber das beste Verfah⸗— ö Gfißt tahg icht n y ul, icbt es Hun of, und ihnen l. ai, was osttrst aben, und de ll uEhrerhetg sie haben Kih liner holkomm⸗ inder Regil sht eingerichtet; e⸗ n. Genuß ein gyar ers klares Bie, he. Es ist nal⸗ enannte Doppi⸗ ut. Es ist di jnfache Bier, e Das, was ich als besondersg. net. Verfahrens hen weit fühten; der Böͤtchamt irten Band le n scht gutsh herbor, und he este Verfch ren beim Bierbrauen“ treffende Wahrheiten gesagt. Im sten Bande meiner Erfahrungen werde ich die von mir gemachten Bemerkungen über Brauerei und Brennerei mit⸗ theilen. Hier nur soviel, daß man in den besten Brauereien Al⸗ tenburgs, so viel mir bekannt wurde, die Maische bis zum Siedpunkt in der Pfanne erhitzt, also nicht bloß abbrüht, weil man durch dies Erhitzen mehrere Vortheile erreicht. Mit dem Hopfenkochen geht man vorsichtig und auf eine etwas vom Gewöhnlichen abweichende Art zu Werke. Man kocht auch die von den Trebern möglichst klar heruntergelassene Würze ziemlich lange, doch nicht bei zu starkem Feuer, und gelangt dadurch zu einem besonders kla⸗ ren und glänzenden Biere. Man kühlt möglichst rasch das junge Bier auf dem Kühlschiffe, was durch erwähnten Hrn. Friedrich sehr zweckmäßig verbessert wurde, ab, und richtet sich bei dem Hefengeben nach der Temperatur der Atmosphäre. Diese Gährung wird mit vieler Behutsamkeit und Accuratesse ge⸗ leitet. Die Gefäße, worin das Bier auf dem Lager befindlich ist, wird vor jedesmäligem Füllen mit Pech ausgevicht, was freilich etwas kostspielig ist, doch viel zum guten Halten des Bieres beiträgt. unter dem Namen Kovent brauet man oft ein sehr gutschmeckendes Nachbier. Brennereien. Die meisten Kammer⸗ und Rittergüter betreiben die Brennerei, so auch viele Gasthöfe und mehrere Bauern; aber — S 2 —..—————I‚..——— 14 Iʒ. —— meistens werden jetzt nur Kartoffeln mit geringem Zusatz an Getreide verbrannt. Im Ganzen sind wenig Brennereien, und keine wird in großer Ausdehnung betrieben; ich glaube, es ist keine, die alltäglich mehr als 60 Quart Branntwein liefert, die mehresten werden täglich nicht viel über 30 Quart Brannt⸗ wein brennen. Es wird nicht viel Branntwein, und der wenige mei⸗ stens nur über etwas abgezogen, versüßt und folglich als Likör getrunken. Der Bauer trinkt in der Regel den Branntwein nur als Arznei; Pommeranzen⸗ und Wachholderlikör ist der be⸗ liebteste, nächst dem der Kümmel⸗ und Kirschlikör. Bier ist das beliebteste Getränk, und mancher genießt hiervon viel, doch wird Trunkenheit von den Meisten ängstlich vermieden. Ziegelei und Kalkbrennerei. Es sind viele Ziegeleien im Altenburgschen, welche in der Regel mit den Ziegeln zugleich auch Kalk brennen. Die Oefen sind meistens sehr zweckmäßig, und viele auf das Brennen mit Braunkohlen eingerichtet. Man bereitet vorzüglich schöne Mauer⸗, Pflaster⸗ und Dachziegel; letztere sind die sogenannten Bieberschwänze und Forstziegel. Die Dachpfannen sind in ganz Obersach⸗ sen schon längst verworfen, und nur auf einigen sehr alten Gebäuden findet man sie noch.— Die Bieberschwänze werden gewöhnlich ungemein gut und zweckmäßig mit Dachspänen, von den aus Böhmen kommenden Dach⸗ deckern, das Täusend für ungefähr 16 Gr. aufgedeckt. Ein solches Dach liegt länger als ein Menschenalter, fast 9l schen Att abet Lalt herb bon lohn W tetbe guf Ragen a XI Vit Ube, te z, itwein lifit x o Duatt dum, br Wanige U und folglch gg anntvein lilor is der h Hlkör, Pr edt hierbon Ii sllch bumihn rti. chen, welche n Kalk brenng und le aij Mfaster⸗ un Biebetschvin ganz Obersat nigen sehr alh Blberschwi wecknaßig n mmenden Dus Gr. auffech schenn — 277— ohne alle Reparatur. Die Strohdächer sind dadurch und gewiß mit allem Recht verbannt worden. Im Altenburg⸗— schen hält man Strohdächer gar nicht mit einer guten Ackerkultur vereinbar. Es sind im Altenburgschen mehrere Kalksteinbrüche, aber demohnerächtet werden die Kalksteine von mehreren Kalkbrennereien ziemlich weit, größten Theils im Winter herbeigeholt. Den Sommer hindurch werden diese Steine von geübten Steinbrechern gebrochen, die sich ihr Arbeits⸗ lohn nach der Ruthe bezahlen lassen. So bekommt auch der Grundeigenthümer die Steine nach der Ruthe bezahlt. Das Kalksteinanfahren giebt eine sehr lohnende Win⸗ terbeschäftigung für die Pferde ab, viele Landwirthe legten hauptsächlich deshalb Kalkbrennereien an. . D.RHe‚‚IIITITIFI‚I‚II‚II‚IIIICECI‚t‚“.—.— ————————.— Siebenzehnter Abschnitt. Fischerei und Teichwirthschaft. Die Fischerei in fließendem Wasser ist von keiner großen Erheblichkeit; die Pleiße und alle übrigen Bäche geben nur kleine Fische, besonders viele und schöne Schmerlen und Krebse. Diese kleinen Fische fängt man größtentheils in Reisen aus Weiden geflochten; sie werden nach dem Maß zu Hochzeiten und Kindtaufen verkauft. Die Teichwirthschaft aber ist in manchen Gegenden sehr erheblich. In der Gegend Treben und Haselbach sind sehr viele und sehr ergiebige Teiche; auch das Rittergut Weißbach hat schöne Teichsischerei. Einzelne Fischteiche hat nicht allein fast jedes Kammer⸗ und Rittergut, sondern auch viele Bauern haben Teichfischerei; zuweilen haben Ge⸗ meinden zusammen einen oder mehrere Teiche. Auf Gütern, wo eine vollständigere Fischerei vorhanden ist, verfährt man nach richtigen Grundsätzen und hat es zu einer großen Vollkommenheit gebracht. Wollte ich die altenburgsche Teichwirthschaft beschreiben, so würde ich am leichtesten wegkommen, wenn ich das vortreffliche Buch meines Freundes Teichmann„Ueber Teichfische⸗ rei, Leipzig 1812. bei Engelmann“ zum größten Theil ausschriebe. Der Hr. Verfasser dieser Schrift betrieb meh⸗ rere Jahre in der Nähe von Allenburg die Teichwirthschaft — t. schaft. kiiner großn Bache gibn 1e Schmetlin größtenthesz hen nach den en Gegenden Haselbach sih das Rittergut Fischteiche hat gut, sonden an haben G⸗ rei vothanden und hat Wohte ich. so würde ih treffiche vog Teichfische größten I t betrich uth Ichwithshe nach richtigen Grundsätzen im Großen; er beschreibt die Teichwirthschaft mit vieler Umsicht sehr richtig, und ich ver⸗ weise deshalb diejenigen Leser, welche dieser Zweig der Landwirthschaft interessirt, auf dieses Werkchen hin. Man verfährt auf den altenburgschen größern Teichfischereien, besonders in Weißbach, nach denselben Grundsätzen, welche in genannter Schrift ausgesprochen sind. Wer nur einen oder einige Teiche besitzt, der kauft auf Gütern die große Fischereien besitzen, den Satz, und läßt ihn entweder ein ober zwei Jahr in seinem Teiche stehen, bis er die rechte Größe zum Verspeisen erhielt. Man zieht größtentheils Karpfen, und diese gemei⸗ niglich von besonderer Güte; doch auch nebenbei in manchen Teichen Hechte und Schleihen. Karauschen finden sich ge⸗ nug, werden aber immer, wie beim Acker⸗ und Gartenbau das Unkraut geschätzt. Wer selbst Fische zieht, hat auch gewöhnlich, entwe⸗ der, im Fall er fließendes Wasser, durch Röhren herbei⸗ geleitet, auf dem Hofe, oder an, oder in dem nahen Bach einen Fischkasten, worin er das ganze Jahr hindurch Fische halten kann; gemeiniglich werden diese Fische im Fischkasten mit Brod oder Biertrebern gefüttert. Auch mehrere Landleute, die keine Fische ziehen, haben einen Fischkasten; sie kaufen sich im Herbst, zur Fischzeit einen oder mehrere Steine Fische, die sie in ihrem Fischbehäl⸗ ter aufbewahren, um zu jeder Zeit nach Belieben, Fische genießen zu können. Es giebt aber auch in mehreren Ge⸗ genden Fischhändler, die Fische im Herbste aufkaufen, sie in großen Fischkasten aufbewahren, und dann im Einzelnen pfundweise wieder verkaufen. Dies ist eine herrliche Ein⸗ 2——— +————— E—— —.. 6 8 — . 2 F..— —— ** 32 EEeeeee ä— richtung, wo sie besteht, da kann die Hauswirthin auf dem Lande nie in Verlegenheit kommen, wenn ein guter Freund sie besucht, denn immer ist ein Karpfen zu haben. Wer in Röhren herbeigeleitetes Wasser auf dem Hofe hat, dem wird es sehr leicht, Fische aufzubewahren; hier⸗ bei ist die Einrichtung getroffen, daß das Wasser entweder in wasserdichte Kästen oder Kufen läuft. Wer mehrere Sorten Fische aufbewahrt, bei dem sind im Kasten oder Kufen mehrere Verschläge von durchlöcherten Bretern an⸗ gebracht. Wer einen Bach in der Nähe seines Hoses hat, hat dabei seinen Fischbehälter angebracht. Zu diesem Zweck ist einige Fuß vom Wasser entfernt ein Kasten eingegraben, der mit einer tüchtigen Decke versehen ist, welche gut verschlos⸗ sen werden kann. In diesem Kasten wird immer während auf der obern Seite etwas Wasser durch eine Röhre aus dem Bach geleitet, was auf der entgegen gesetzten Seite mittelst einer zweiten Röhre wieder nach dem Bache abläuft; folglich haben die Fische stets frisches Wasser und befinden sich dabei recht wohl. Wer sie gut pflegt, der nimmt sie oft fetter aus seinem Fischbehälter, als wie er hinein that. * V Drer Gim Gei Rle Moe Hetl sche als lang shor Und; Helan stahk witd hen sud Wer dies Mt! Wlt uithin au un n gut pfen nhhn auf den it dochin gin Achtzehnter Abschritt. asser eniochn Ver mehtzr Wert h der Geund stücke. 1 Kasten obr Wenn an bei den größern Gütern die Brauereien Metern ast größern G Brennereien, die Weidegerechtsamen auf der Unterthanen Grundstücken, die Lehnseinkünfte, Zinsen, die übrigen 144— Sehsnen u⸗ die Frohnen der Rtene und 2— iü gleichen Vorküge mehr, für sich anschlägt und Vie tin Att Abgaben, welche in der Regel auf den Rittergütern liegen, 2 Rh berücksichtigt, so wird es sich zeigen, daß im Altenburg⸗ nirvihnl schen in der Regel die Bauergüter höher im Preise stehen, ehna als im Verhältniß die größern Rittergüter. Dies ist schon schem Eit lange der Fall gewesen, und das hat dazu bewogen, daß iche abläf schon längst viele Kammer⸗ und Rittergüter zerschlagen ind befrdn und einzeln verkauft worden sind. Mir sind mehrere Orte r nimmist bekannt, wo früher ein Kammergut oder ein Rittergut hinein tht stand, aber jetzt nur von wohlhabenden Bauern bewohnt wird. Ein großer Theil derjenigen Bauern, welche jetzt ehemalige Kammer- oder Ritterguts⸗Grundstücke besitzen, sind eigentliche Erbpachter, denn einen großen Theil des Werths ihrer Grunbdstücke müssen sie heute noch verzinsen, dies entweder mit baarem Geld, oder zum großen Theil mit Naturalien. Bauergüͤter sind selten fe il, denn in der Regel be⸗ wirthschaften die Besitzer derselbe u sie so gut, daß sie ihre TPTPTPTPTTsP PDPZPBÜħ̃LuqtZSS — 282— Besitzungen nicht allein behaupten und auf ihre Kinder vererben können, sondern die meisten hinterlassen überdies Geld, baar oder in Dokumenten; so bleibt gewöhnlich jedes Bauergut in derselben Familie, die es seit langen Zeiten besaß. Aeußerst selten findet sich ein Mal ein liederlicher Wirth, der genöthigt ist, sein Gut zu verkaufen, und dann verkauft er es auch nicht eher, als bis es völlig niederge⸗ bracht ist. Deshalb bin ich nicht im Stande die Preise der Bauergüter genau anzugeben. Soviel kann ich aber ver⸗ sichern, daß manches Gut, worauf nur zwei Pferde und kein weiteres Angespann gehalten wurde, für 3000 Thlr. in Lehn genommen werden mußte, und was wahrscheinlich, im Fall es aus freier Hand verkauft, nicht 5⁰ 700⁰ Thlr. gelassen worden wäre. Ich weiß, daß in Raitz en, wo der Boden keine vor⸗ zügliche natürliche Beschaffenheit besitzt, ein einspänniges Bauergut mit 2600 Thlr gleich nach dem Krieg bezahlt worden ist. Man vergesse nicht zu berücksichtigen, daß diese Bauergüter mit hohen Abgaben belastet sind, viele die Schafe der Gerichtsherrschaft ernähren helfen, und wohl noch mancherlei Frohnen leisten müssen. ö Ich weiß, daß im Einzelnen der altenburgsche Acker Feld mit 5 bis 600 Thlr., in besondern Fällen auch noch hö⸗ her bezahlt worden ist. Daß kleine Güter theurer sind als im Verhältniß die größßern, beweist, meiner Ansicht gemäß, am besten, daß im Altenburgschen die Landwirthschaft im Allgemeinen auf einer hohen Stufe der Vollkommenheit stehen muß, und denkende Landwirthe unter den Bauern nicht selten seyn können. Es beweist auch am sichersten, daß die Bauern uf se Kuh lastn lberdtz geehuch st t hrgn iz ein lchalg ufen, undumn ballg nianp, die Nrast kr n ich abit h vei Pferde uh ir 3000 Ihl. vahtschinsic ir 7000 Thl⸗ den keine bot einspannige Krieg bughh ichtigen, daß t sind, hil Helfen, um Irgsche Ale uch noch hes echöltuiß he sten, daß in gemeines n nuß, u selten scht dle Bauant ᷣ————..—.——— F—— 22.—...———————.—..... qq.r::n wohlhabend seyn müssen, und daß ihre Industrie sie wohl⸗ habend gemacht hat. Im Altenburgschen werden ungemein hohe Pachtsum⸗ men verwilligt und gezahlt. Zum Beispiel ein Rittergut angenommen, was Brauerei und Brennerei hat, Schaftrift auf der Unterthanen Grundstücken ausübt, dem Frohne und Zehendschnitt geleistet wird und vielleicht etwas Fische⸗ rei besitzt, da wird für dies und ungefähr 200 altb. Acker Fläche, an Feld, Wiesen und Garten gewöhnlich gegen 3000 Thlr. jährlich Pacht gezahlt, ohnerachtet die Pacht⸗ zeit nur in der Regel 6 Jahr dauert. Ich zahlte für Ponitz, nämlich für 280 Acker Fläche an Feld, Wiesen und Garten, für die Schaftrift, Brauerei und Brennerei, die Pachtsumme zu altenb. Währung berechnet, 5d0 Thaler jährlichen Pacht, und hatte überdies außer dem Schnitter⸗ zehend auch noch Pfarrzehend zu geben und manche an⸗ dere beistungen übernommen. Schon wurde es gesagt, daß viele Rittergüter an al— tenburgsche Bauern verpachtet sind, und in der Regel sind auf allen Pachtversteigerungsterminen mehrere Bau⸗ ern als Pachtlustige zu finden, welche die Pachtsumme er⸗ höhen helfen. Dies ist schon seit vielen Jahren, und jetzt mehr als sonst, der Fall, welches beweist, daß die Bauern bei diesen hohen Pachtsummen gut aus kommen und zu wirthschaften verstehen. Bauergüter werden selten und noch seltener an Fremde verpachtet; ist es ja ein Mal bei einem der Fall, so ist viel⸗ leicht der Pachter Stiefvater der unmündigen Kinder, wel⸗ * ——. — —2 . „ DD‚‚DPDPPI — 22—————.:.:.——.“.“:— V 284— chen das Gut gehört, oder es findet ein andrer ähnlicher Fall statt, und so läßt sich nichts Bestimmtes ausmitteln. Auch werden selten einzelne Grundstücken verpachtet; dies findet höchstens in der Nähe der Städte statt. Irre ich nicht, so erhielt der Herr Oberpfarrer in Gößnitz für den einzelnen Acker Feld zwischen 20 und 30 Thlr. jähr⸗ lichen Pacht. Daß die altenburgschen Bauerwirthschaften trotz der oft sehr hohen Abgaben guten Ertrag geben, beweist die überall sichtbare Wohlhabenheit der meisten Altenburger. Der Boden ist in einigen Gegenden nicht schlecht, doch kenne ich im Altenburgschen nur einen kleinen sehr wiesen⸗ reichen Strich Landes an der Pleiße, unweit Treben, wo ohne große Industrie die Felder reichen Ertrag geben wür⸗ den; in dem größern Theile des Landes konnte nur die er⸗ höhete Kultur solche große Dinge thun, der Boden al⸗ lein thats freilich nicht. Daß die guten Altenburger durch noch mehr erhö hete Abgaben nicht gedrückt, und also auch nicht im Fortschreiten gehemmt werden, läßt sich erwarten, da dies Völkchen unter einer weisen und das Wohl der Unter— thanen befördernden Regierung steht. Der Durchlauchtigste Herzog von Go⸗ tha bewies es dadurch, daß Er am 2ten Februar 1819 auf der Altenburger Redoute in der Maske eines altenburger Bauers erschien, wozu Er die Kleidung vom Bauer Pohle aus Stünz hayn lieh, und diesem ei⸗ nen silbernen Becher mit der Inschrift:„Ehre der Vä⸗ ter Sitten und Tracht“ huldreichst schenkte. 9 Miiot gzun! ht Ee schtt. glade um so — 285— Wur Arih Möchte doch dies die Altenburger veranlassen, ihre 116 Auomitteh, Nationaltracht und die ehrwürdigen Gebräuche ihrer Vor⸗ Een Humtht; eltern beizubehalten! Auch in dieser Tracht kann und wird bte sagt, ihr Geist fortschreiten, so kräftig, wie er früher darin fort⸗ in Gehuchs schritt. In ihrer Nationaltracht stehen die Altenburger 0.. gerade am höchsten, und der Vernünftige wird sie darin um so mehr ehren. osten ttoß dr en, bewest de u Mkenburger schleht, doh en sehr Wͤser⸗ it Teben, vo ag geben viͤ⸗ ile nur die et der Boden al⸗ ch meht eth uch nicht in Vl, da diet Hl der Mtt, bol 60• Februar 100 Made eint Kleidung bos ind disen G⸗ te dir d henkte e V. 7...———— —‚‚‚CDCDDE ee..— XXX ———— I———————————.— —— SSEE———————— 2———— —..·...:........‚i.ieiit..—..... 2————* ů 7*—— 7 1 *2 V......— N. X 1 TSDD..T„ʃ 2½-— V*— 7.l ——33—* S 58 f — Srfehrungen 82 d Andn. ⸗ fe29. — Magenta ihi ſithi 1 Iour& Grey Control DnTnnn Col