Univ.-Bibl. Giessen ——ſͤ Lei riin n * 45 N. Entwurf einer MActerbau⸗ Abevorie I nach der Natur und den neuern Erfahrungen systematisch geordnet don Andreas Carl Samuel Freyherrn von Richthofen, 3. Z. Landesältesten, wie auch Marsch- und Oekonomie⸗Urbarien⸗ Commissario des Strigauischen Kreises, Herrn der Güther, Barzdorf, Hohenpetersdorf, Pilsdorf, Bersdorf, Großrosn, Miederpoischwitz, ů Kleinrosen, Ober⸗Damisdorf, Mittel⸗ und Nieder⸗Damsdorf, Mitgliede der Schweidnitzer ökonomisch patrio⸗ L NI + tischen Societͤͤt. I weiter hil. Natura non nisi parendo vincitur, et id quod in contempla- tione instar causae est, id in operatione instar regulae est. Baco d. Verulam. Organon. Leipzig, bei Gerhard Fleischer dem Jungern 13 V. ———————— —— â. 24. Der Ackerbau ist eine wahre chemische Operation, welche 1) die Kenntniß vom zweckmäßigen Gewinne, Ge⸗ brauch und Anwendung der Gährungsmittel, 2) von der, den besondern Eigenschaften jeder anzubauenden Saat gemäß, wirklich durch diese Mittel zu erlangenden Gahrungsthätigkeit im Acker; überhaupt aber 3) hier⸗ her gehörige richtige Begriffe über die jedesmalige Ak— kertemperatur, ihre dem Lokale nach erforderliche Erhö— hung oder Mäßigung und dadurch bestimmte Kultur, zum Behuf der Ackerfruchtbarkeit und eines reichlichen Gewinnes, praktisch erfordert. Der Feldbau setzt daher eine bestimmt richtige Ein— theilung des zu einem Guthe gehörigen Ackerwerks in gewisse bestimmte, mehrentheils gleich große Felder voraus. Die Kenntniß der Gährungsmittel und Tem— peratur, mit einander verbunden, werden durch einerich— tige Abwechselung der Saaten und Aerndten unter sich den vollgültigsten Beweis ihrer guten Wirkung und Rutzens durch die Erfahrung ablegen. Diese Abwech. A 2 ——— 2———.— —— 5s?.—.'—tt..·:.:waꝛì?mn . 2 N 4. 4.. 6. eel-=.— V, 6 +2 . +— 42 32—— A. 4 selung würde vorzüglich auf die Auswahl derjenigen Pflanzen gerichtet seyn müssen, welche zuerst die Stelle des Gahrungsmittels durch die Graswuchserzeugung vertreten und dem Acker die Gährungsfähigkeit wieder ertheilen oder diese doch vermehren; nachher aber auf die Saaten, welche vorzüglich viele durch Gährung auf— lösbare Grastheile zu ihrer Nahrung und gutem Ge— deihen, ohne in dieser Rücksicht unmittelbaren Ersatz dafür zu leisten, verlangen. Der reichliche Gewinn und die richtige Anwendung der verschiedenen Düngerarten, dem Lokale, den erforderlichen Eigenschaften der Pflan⸗ zen und dem dadurch zu bewirkenden Zweck des Ackerbaues gemäß, gehört ebenfalls zu der beson— dern Kenntniß und Anwendung der Gährungsmittel und unter die Rubrik des Wissenswürdigen in der Ackerkunde. §. 243. Daß eine gute, auf die besondern Umstandedes Bo⸗ dens eingerichtete, den Kulturkräften und andern Meben— hülfsmitteln angemessene Eintheilung und Folge der Saa⸗ ten wichtig und unentbehrlich sey, hat man längst schon gefühlt, eingesehen, und es bedarf daher über die Noth⸗ wendigkeit dieses Gegenstandes keines ausführlichen Beweises. Nur das wie und wo war es, welches wegen der bisherigen theoretischen Unsicherheit die Sache seloöͤst in der Ausführung mangelhaft, und wegen der so häufig begangenen Fehltritte äußerst bedenklich machen mußte. Selbst die Erfahrung blieb an sich stets dun— kel, und da man keine Gründe dafür oder dawider sich ——.eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee.—— 5 anzugeben hatte, zweifelhaft, und wegen der so gerin⸗— gen Rücksicht auf die Lokalität, immer unaufgeklärt. Die so merkwürdige Erscheinung der so allgemein angenommenen oder doch ehemals durchgängig belieb— ten Dreifeldereinrichtung und Kultur giebt davon einen hinreichenden Beweis. Schon aus den bisher ange— führten Grundsätzen, so wie auch selbst aus der bishe— rigen Erfahrung muß man es einsehen, daß sie zu die— sem allgemeinen Zweck nur unzureichend seyn kann. So oft diese Bemerkung eingesehen und in ökonomischen Schriften wiederholt worden ist, so wenig vermochte man jedoch, etwas Besseres dafür auszustellen, und einen überall passenden Plan, der aus den bisherigen Ackerbaugrundsätzen hervorgegangen und davon gründ— lich unterstützt worden wäre, zu entwerfen. Demun— geachtet verdient jene Kultur, ihrer so großen Allge— meinheit, durchaus eingeführten Ordnung,(welche freilich in neuern Zeiten aber auch zu einem großenHinder⸗ nisse für die Verbesserung des dandbaues wird,) und ihres auch in vorzüglich guten Boden nicht ganz zu verken⸗ nenden Nutzens wegen, immer noch unsere Aufmerk— samkeit. Da aber die Menge Gährung erregender Kräfte in so fern diese durch die Kultur selbst bestimmt sind, dabei eben so verschieden ausfallen müssen, als Boden, Klima, Lage und alle auf den Ackerbau Ein⸗ fluß äußernde Nebenumstände und Hülfsmittel ihrer Natur nach durchaus abwechselnd und verschieden, bald von günstigen, bald von ungünstigen Folgen be— gleitet, ausfallen müssen: so leuchtet es wohl Jedem rah K. 7... 4 6 ein, daß eine und dieselbe Kultur, wie man dieß bei der Dreifelderwirthschaft doch vorauszusetzen scheint, nicht einerlei Wirkungen und Resultate haben, daher auch nicht allgemein anwendbar seyn könne. Und wenn sie auch in besonders vortrefflichem und reichem Lande Vor⸗ theile(die jedoch bei besserer Behandlung immer noch größer seyn könnten) wirklich gewährt, so kann deßhalb doch immer keine richtige Schlußfolge auf das gerin— gere Land, welches in beiden Extremen der Tempera— tur bald mehr, bald weniger ausschweift, gezogen wer⸗ den und Statt finden. Vielmehr muß, da die durch Kultur nach besondern Lokal⸗ und Temperaturverhält⸗ nissen sich allemal äußernde Gährungsthätigkeit die Be⸗ stimmung hier angiebt, die Ackerfruchtbarkeit und ihre dadurch erreichten Vortheile dadurch auch ailein fest— gestellt werden; so wie nun hierin eine Gleichheit und anschauliche Gewißheit im Ertrage, im guten so wie im geringen Lande, zu erhalten, für jedes Ackerstück, nach Beschaffenheit der vorgefundenen Hülfsmittel und Nebenumstände eine besonders passende, auf natürliche und vernünftige Gründe gebaute Kultur,(welche die Gleichheit der Gährung erregenden Kraft in dem einen, wie in dem andern Acker, wo möglich bewirkt) zu dem gesuchten Endzwecke richtig ausgewählt seyn muß. Nur unter diesen Umständen konnte sich, nach Beschaffen⸗ heit der Lage der Sachen, eine gewisse Gleichheit des Ertrages allgemein voraussetzen lassen, welche außer⸗ dem wohl nie Statt haben würde, noch könnte. Der Aufwand, den eine Nation vor der andern wegen ihres großen Nationalreichthums auf den Ackerhau von jeher He hen, dese Acet Boe goß unter nissen Fu au, ther den Db hitro in i alle D * gewandt, würde dabei einen bestimmten Ausschlag ge⸗ ben, und der einen Nationen über der andern, welche diese Vortheile wegen Armseligkeit ihrer Einwohner und Ackerbau treibenden begüterten Klasse(ungeachtet diese Bevölkerung und Zahl der Letztern noch ansehnlich und groß wäre) nicht hat, ein entscheidendes Uebergewicht, unter sonst nicht ganz ungleichen natürlichen Verhält⸗ nissen in Rücksicht auf den Boden, zugestehen müssen. Freilich sind dieß bis jetzt wenig anerkannte Behauptun⸗ gen, welche, wenn man die bisherige Bearbeitungs⸗ theorie als wahr annimmt, auf keine Weise sich wür⸗ den rechtfertigen lassen, vielmehr damit in offenbarem Widerspruche stehen müßten; welche aber, so bald man hiervon abstrahirt, und den richtigern Grundsätzen der in ihren Resultaten sich bewährenden Ackerbautheorie allein folgt, unsern Augen, in dem vollen Glanze der Wahrheit erscheinend, sichtbarer werden. §. 244. „Alle Vortheile des Bodens, Düngens, Bestel⸗ lens würden viel von ihrem Werthe verlieren, wenn „der Landwirth nicht eine kluge Eintheilung in der Art, „wie eine Saat auf die andere folgen müsse, zu machen „verstehen sollte.“ Dieß sind die Worte A. VYoungs in seiner Reise durch England, S. 251. Diese sehr wahre Behauptung wiederholt dieser schätzbare ökono⸗ mische Schriststeller im ꝛten Bande seiner Reise durch Frankreich, wenn er uns versichert:„Nichts zeichne „die Kenntniß des gegenwärtigen Zeitalters in der Theo⸗ „rie und Anwendung der Landwirthschaft von allen ver⸗ A. . 2, 4¹n— ——.— 3 „gangenen Perioden mehr aus, als die richtige Anord⸗ „nung der Feldbestellungen. Alle andere Punkte wä— „ren im Vergleich mit diesem von minderer Wichtig— »keit:“ und weiterhin:„versteht ein Pachter sein Ver⸗ „fahren hierinn nicht; so verlieren der größte Fleiß und »die Verbesserung in den andern Zweigen seiner Ge— „schäfte ihre Wirkung. Eine Nation wird jederzeit „sinden, daß die Kultur ihres Bodens, die Reichthum »und Wohlstand hervorbringt, in genauem Verhält— »nisse mit der Hlugheit in Anwendung dieser ersten „Grundlinien der Wissenschaft stehe; so wie der Unter— „schied zwischen guten und schlechten Pachtern, mehr „auf diesen, als auf irgend einen andern Punkt beru⸗ »„het. Eben so läßt sich der Unterschied zwischen gut und „schlecht bestellten Feldern fast ganz aus den Wirkun— „gen herleiten, die aus der Abwechselung der Aerndten „in Ansehung der zu erbauenden Früchte entstehen. Die— „ser Gegenstand ist so wichtig, daß er weitläͤuftige Un⸗ „tersuchungen verdiente, um ihn in gehöriges Licht zu y stellen.“ Auch in Deutschland ist der Werth dieser zweckmä⸗ ßigen, und dem Boden nach seinen lokal-Verhältnis⸗ sen anpassenden Kultureinrichtungen nicht unbekannt. Die bekannte Mecklenburgische Schlagwirthschaft und Hollsteinische Koppelwirthschaften haben vorzüglich diese in der Anwendung so nöthig zu beabsichtigenden verschie— denen Fälle, obgleich nur bei dem natürlichen Gras— wuchse allein, längst anerkannt, ausgeübt und durch die Erfahrung bewährt befunden. —— AIIA 0 * e⸗ die ———— — ———————— §. 245. Diese oft sehr schwierige Angabe nun, und zwar bei dem künstlichen Graswuchse sowohl, als bei dem natürlichen, den bisher angeführten Prinzipien gemäß, in helleres Licht zu setzen, ist die Absicht dieses zweiten Theils der Ackerbautheorie. Die weitere Angabe der Mittel zur vortheilhaften Erzeugung des Graswuchses, seiner Vermehrung, der wohl gegründeten Bearbeitung, der nach dem Boden und dessen jedesmaliger Tempera⸗ tur sich richtenden nöthigen Abwechselung mit Getreide⸗ und Pflanzenbau, nebst den für das Ganze einer Acker⸗ kultur nöthigen Regeln und Vorschlägen, um daraus die fruchtbare Lokaleinrichtung und Saatenfolge selbst formiren und berechnen zu können, folgt hier, und zwar in folgenden eilf Abschnitten oder Kapiteln, die nach meinem Urtheile als hierher und zur vollständigen Ue— bersicht gehörig, besonders in Erwägung gezogen wer— den müssen. Sie sind 1. die richtige und reichliche Düngeranwendung. Dieser ist bereits im ersten Theile unter den Mitteln zur Erzeugung des Graswuchses gedacht worden; hier nun noch von derselben in der besonders nöthigen Beziehung, und in Hinsicht auf systematische An— ordnung in der Ackerkultur und ihrer deßhalb zu treffenden Einrichtung. 2. Die Viehzucht in hinläͤnglicher Anzahl, um den nöthigen Düngergewinn davon zu erhalten, welche ihren Unterhalt von dem vorzüglich guten, zurei⸗ chenden Futteranbau und dem deßhalb zu suchen⸗ den Verhältnisse hernimmt. —..3 — 10 3. Die Winterverrasung(was ich unter diesem hier besonders erwählten Kunstausdruck, so wie unter dem folgenden verstehe, soll dabei zugleich erklärt werden,/) nebst 4. Der Sommerbearbeitung und dem Verhältnisse dieser beiden gegen einander: welche durch den be— stimmten Gebrauch der Vieh- und künstlichen Düngerarten, als Gährungs⸗ und Temperatur erhöhender Mittel, verstärkt wird. 5. Der nöthige verhältnißmäßige Anbau der Ge— wächse erster Klasse,(s. Theil 1§. 28.) der die Gährungsfähigkeit dem Acker wieder ertheilenden Pflanzen, oder des Graswuchses überhaupt. 6. Das hierauf und auf die Menge der durch die Kultureinrichtung bestimmten Masse von Gäh⸗ rung erregender Kraft(worüber die Düngermenge nach§. 89. und 90. sichere Anzeige machte,) ge⸗ gründete Verhältniß des Getreidebaues, oder der die auflösbaren Grastheile zur Nahrung be— dürfenden Saaten zwoter Klasse. 7. Das richtige Verhaltniß der Wintersaat zu 8. Der Sommersaat. 9. Die nöthige Graswuchsbestockung, so wie der rothe Kleewuchs in ihrem Verhältnisse. 19. Die nöthige Menge Wiesen für den Heugewinn und zur benöthigten Einsammlung des Winter⸗ futters. 11. Die Abschaffung der Braache. Die Uebersicht und Anwendung der dadurch aufge⸗ siellten, bei der Auswahl eines Ackersystems nöthigen I fic Geabt surde ders schu dt fi in9 ralli bert wo: bail die! vid and velt den Ein De Kelt der M 11 Verhältnisse, sowohl bei der Beförderung der Acker⸗ fruchtbarkeit durch den natürlichen, als auch künstlichen Graswuchs, soll durch zwei angehängte Tabellen be⸗ sonders in Rücksicht auf das Lokale und die hier beson⸗ ders überall bestimmende Temperatur überhaupt an⸗ schaulich und deutlich zu machen gesucht werden. §. 246. Daß die überall wissenschaftlich gute Behandlung der zu einem Guthe geschlagenen Feldmark oder Acker⸗ fläͤche überhaupt von dem richtigen Verfahren sowohl in Rücksicht auf die Graswuchs⸗Erzeugung als vor⸗ züglich auch, und noch mehr in Ansehung der Tempe⸗ ratur und von ihrer Kenntniß abhängen müsse, bedarf bereits nach den vorausgeschickten Grundsätzen, hier, wo es auf ihre Anwendung ankommt, wohl keiner de— taillirten Wiederholung. Besonders in Hinsicht auf die dem Locale nach vorgefundene Ackertemperatur, wird es nöthig, diese durch die ganze einzuführende Be⸗ händlung entweder zu erhöhen, oder zu mäßigen; welches besonders durch eine der Lage der Umstände und den Verhältnissen gemäße Anordnung in der Ackerkultur, Eintheilüng und Saatenfolge bewirkt werden wird. Dieser Lehrsatz muß uns sogleich zween auffallend we⸗ sentlich verschiedene und von einander abgesonderte Arten der Ackerbaubehandlung aufstellen. Ich verweise in dieser Rücksicht auf die h. 65. und in den zunächst folgenden g. aufgestellten Sätze; vorzüglich aber auf den 63. G., welcher das hier so nöthige Merkmal deutlich und bestimmt enthält, und auf einen praktisch sichern Weg geleiten wird. ö Ausnahmen giebt es hier, so wie überall, und ich habe bereits H. 203. bei der nöthig zu bezweckenden Temperaturmäßigung zwei dergleichen Fälle aufgeführt. §. 247. Daß die Feldtemperatur überall so viele, bald nütliche, bald schädliche, theils wegen zu hoher, theils wegen zu niedriger Ackertemperatur üble, oder verän— derliche Abstusungen und Abweichungen hat, verdient hier zuvor noch eine genaue Erwägung. Die anzuneh⸗ mende Feldordnung ist in diesem Falle am meisten Schwierigkeiten ausgesetzt. Erst nach genauer Ueber— sicht, vorangegangener reiflichen Ueberlegung, und hier— nach getroffener Einrichtung, würde dann diese in wirkliche Ausführung gebracht werden dürfen. Gewiß ist es, daß da, wo auf einer Seite des Feldes der Fall der nöthigen Temperatur-Erhöhung, auf der andern entge— gengesetzten Seite aber der der nöthigen Temperatur— mäßigung in der Aufgabe da wäre, auch die Behand— lung eben so verschieden seyn müsse. Sehr oft kann daher der Fall eintreten, daß ein von dem Ganzen der Feldfläche abgerissener, mehr oder minder großer Theil, obiger Gründe wegen, eine ganz eigene und völlig ab⸗ gesonderte Behandlung erheischen dürfte. Aehnliche, obgleich unvollkommene, jedoch aber abgesonderte Einrichtungen hat die Meklenburgische Tabelle 4. Zur Beurtheilung und Uebersicht bei der Mekhode, den fortgesetzt natürlichen Gebrauch zur Erhaltung der Ackerfruchtbarkeit anzuwenden. Zu Seite 13. J. Dreifelder-Wirthschaft J. Braache(ohne Kleeanbau) 2. Wintergetraide 3. Sommergetraide Die Art der Abwechselung ist bekannt genug; weniger aber der Umstand, daß dieses so weit verbreitete Ackersystem nur in dem Falle der nö⸗ thigen Temperatur-Erhöhunng, keineswegs aber in dem Temperatur-Mäßigungsfalle, wo als⸗ denn die hier besondre verhältnißmäßig zu große Getraidesaat und der daraus natürlich fließende Mangel an Gährung und hinlänglicher Acker⸗ fruchtbarkeit schädlich wird, anwendbar ist. Es wird daher allemal ein Acker, der entweder an sich, oder durch seine ansehnlichen Nebenhülfs⸗ mittel schen fruchtbar, zugleich aber mehr feucht als trocken ist, dabei vorausgesetzt. 1) Unrichtig angewandte, wohl beinahe stets unver⸗ hältnißmäßig, oft nicht zur Hälfte des Braäch⸗ landes nach H. 253. erfor⸗ derlich zulängliche Dün⸗ gung. ger Dauer seyn kann. 2) Nur 3 des Feldganzen zu Futter, oder vielmehr Braachweide, statt der Hälfte nach h. 252, wel⸗ che aber zu unbeträcht⸗ lich, unzulänglich, und wegen der Braacharbei⸗ ten auch selten von eini⸗ II. a) Mecklenburgische Schlagwirth— schaft I. Zähe Braache 2. Roggen 3. Gerste 4. Mistbraache 5. Roggen 6. Gerste 7. Hafer 8. 1) Unrichtig angewandte, aber nach§. 253. ver⸗ hältuißmäßige Düngung. 2)5 Viehweide inclul. der Mistbraache und 4 Jahr Weide. Nach H. 262, et⸗ was zu wenig. 39 2 3 Winterverraasung bei 3 Braache im Früh⸗ jahre und 3 Winterfeld, welche nach§. 269. in ihrem guten richtigen Verhältnisse stehet, mit den 4 93 Sommerbearbeitung, bei 3 Braache und 3 Sommerung. Weñ stark gedüngt und daher auch viel späte Gerste gesäet werden kann, erhält die Sommerbearbeitung da⸗ durch ein noch besonderes Uebergewicht nach h. 280 und§. 282. 5) Nur 3 natürlicher Graswuchsbeitrag zur Erneuerung oder Ver⸗ stärkung der Gährungs⸗ fähigkeit, statt nach§. 204. die Hälfte. Und in der Regel keine künstliche Graswuchsanwendung. 6) 3 Getraidebau, statt nach§. 312. nur die Hälste im Winterfelde (dem übrigens die 4 ge⸗ dachten Vortheile zu gu⸗ te kommen) und auch im Sommerfelde zwar rich⸗ tig vertheilt, aber in An⸗ sehung des letzteren keine gut eingerichtete Saa⸗ tenfolge. 7) 3 Winterkorn, statt nur 4 nach h. 316. Ein Nach⸗ theil, der nach§. 317. zwar oft durch Strohan⸗ kauf in etwas verbessert wird. 8) 3 Sommerkorn, gegen den 319.§. 9) Gräswuchsbestockung und rother Klee, fehlt gegen§. 327. ganz. 10) Wiesen bei hoher Tem⸗ peratur nothdürftig und von besserer Wirkung, wie bei niedriger Tem⸗ peratur; wo Wiesewachs zwar häufig, aber ohne sonderlichen Einfluß auf die Ackerfruchtbärkeit ist. 11) 3 Braache, die bei Anwendung der künst—⸗ lichen Fruchtbarkeit ganz fehlen sollte. 3) Pr Winterverraasung, nämlich 2 mal Winter⸗ roggen, mal Mistbraa⸗ che, und 3 statt 4 Gras⸗ wuchs⸗Jahre. 4 rSommerbearbei⸗ tung. 2Braachen, 2 mal Gerste und 1 mal Hafer. Desgleichen nach§. 281 und 282. noch 3 Jahre Sommerbearbeitung. 5) 7r Graswuchs⸗Erzeu⸗ gung für die Verstärkung der Gährungsfähigkeit. Nämlich 1 Jahr Mist⸗ braache im Frühjahr, in⸗ dem die zähe Braache hier wegfällt. Nach H. 295. 3 Jahr Weide statt 4. 6) Ar Getraidebau und 7) 2r Winterroggen. 8) 2r Sommerung, Ger⸗ ste und Hafer. 9) Pr Graswuchs⸗ Be⸗ stockung nach§. 327. u. kein Klee. 10) Wiesen, wie oben. 11) Fr Braachen über⸗ haupt. b) Holsteinsche Koppelwirthschaft Buchweitzen Roggen Gerste Roggen Hafer NE— 1) Unrichtig angewandte, aber zulönglich und ver⸗ hältnißmäßig reichliche Düngung nach Buch⸗ weitzen. 2) r Viehfutter u. Wei⸗ de, nach§. 262. gut. 3) Fr Winterverraasung, nämlich 2 mal Winter⸗ roggen auf ö Jahre: Klee und Weide, zusammen 4 Jahre, nach 9. 270. )F Sommerbearbei⸗ tung bei Buchweitzen, Gerste, Hafer, u. 2 Jah⸗ re auf 6jährigen Gras⸗ wuchs. Desgleichen nach §. 284. Pi auf Dünger, nach Buchweitzen. 5) r Graswuchs⸗Erzeu⸗ gung, nämlich Buch⸗ weitzen und 4 Jahre auf die 6 Klee- und Grasjah⸗ re nach§. 295. 6) Er Getraidebau, jedoch Yr Korneranbau; allein sehr üble Saatenfolge. 7) r Wintersaat gegen 8) r Sommerung. 9) yr Graswuchs-Be⸗ stockung bei Buchweitzen, Klee und Weide. 10) Wiesen, wie oben. 11) 1. Braache in den Weidejahren. 0 virthschaft kistbraache Roggen „Erbsen oder Buchweitzen a 22 Viehweide OS*— ders bräuchbar und gut Nochmals Mecklenburg. Schlag⸗ Bei sehr hoher Feldtemperatur beson⸗ 1) Unrichtig angewandte, aber verhältnißmäßig sehr reichliche Düngung. 2) 3 Viehfutter und Wei⸗ den. 3) 2 WMinterverraasung, nämlich mal Roggen, und statt 4 Jahren Vieh⸗ weide und Mistbraäche nur 3 Jahre. 4) Sommerbearbeitung, nämlich 1 mal Erbsen, mal Gerste; statt vier Jahren Weide nur zwei Jahre Sommerbearbei⸗ tung, 1 Jahr Mistbraa⸗ che und 5 auf Dünger nach Graswuchs. 5) Graswuchs-⸗Erzeu⸗ gung, nämlich 1 mal Erbsen, und statt 4 Jah⸗ ren Graswuchs, mit Ein⸗ schluß der nachfolgenden Mistbraache, nurs wirk⸗ licher Graswuchs. 6) Getraidebau, und dochs Körneranban. Die Saatenfolge unverbesser⸗ lich, und 7) Wintersaat gegen 8)* Gerste u.? Erbsen. 9) 2 Bestockung bei Erb⸗ sen oder Buchweitzen, 4 Jahren Weide. 10) Wiesen, wie oben. 11)? Braache. ———— — 4 — 1 +2* 2 4 14 V 13 Schlagwirthschaft da aufzuweisen, wo sie alles sehr ge⸗ ringhaltige Land von hoher Temperatur in die soge⸗ nannten Außenschläge wirft. Sie wie auch selbst bei der Dreyfelder⸗Wirthschaft, da, wo große Teich⸗ Nutzungen sind, beinahe auf gleiche Weise verfahren wird, indem die Teiche 3 oder 4 Jahre mit Fischen be⸗ setzt, nachher aber einige Jahre unbewässert bleiben und mit Hafer besäet werden. Diese, den Außenschla⸗ gen ähnliche, oft nützliche Einrichtung, findet jedoch so lange die Bewässerung fortgesetzt wird, nur meist bei niedriger Ackertemperatur Statt. Sowohl bei niedriger als hoher Temperatur würde man sich nun, nach Anleitung der beigehefteten Tabel⸗ len, der in beiden Fällen angegebenen Kultureinrich— tungen bedienen können; welche in beiden Extremen der vorgefundenen Temperatur, auch abgesondert, sich nütz⸗ lich zeigen können. ————— WRR——: *. 7. HP A V.— e. ‚ 10 2 4 V. Von der reichlichen und richtigen Düngeran⸗ wendung. H. 248. Bereits in dem ersten Theile, wo vom Dünger und dessen Anwendung die Rede war, wurde unter den Mitteln zur Erzeugung des Graswuchses, der rich— tigen Düngeranwendung gedacht. Hier nur noch von derselben in mehr auszudehnendem Umfange, in Be— ziehung auf Anordnung des Feldbaues überhaupt. Der Einfluß und die dadurch erhaltene richtige An⸗ zeige, welche die Düngermaße jederzeit von dem Ueber— . fluß oder Mangel an wirksamer, Gährung erregender C.+ν3 Kraft giebt, ist bereits§. 89— 94. zur Regel und (+α Richtschnur für alle bisher ohne Rücksicht auf die Gras— 50 V wuchserzeugung und Temperatur bestandene Feldeinthei⸗ —— lungen mit ihren, diesen zu Gute gekommenen Vorthei⸗ len und Nebenhülfsmitteln, oder auch zur Last fallen— den Nachtheilen angezeigt worden. Diese Vorschrift ist hier um so anwendbarer, jemehr man ihrer beson⸗ ders und in jedem vorkommenden Falle jetzt bedarf. —— 92921928———— 15 Jedoch scheinen verschiedene ökonomische Schrift— steller über Koppel- und dieser ähnlichen Wirthschafts— arten, da sie mehr die bisherige, als die durch die neu anzunehmende Ackerordnung zu erhaltende Düngmasse zum Grunde legten, offenbar zu weit gegangen zu seyn. Da der bisherige Düngergewinn bloß das Resultat der gewöhnlich übel beschaffenen Kultureinrichtung war: so kann auch deßhalb keine Folge auf den zukünftig mehr oder minder guten zu erwählenden Ackerumschlag, der ebenfalls sein ihm eignes Resultat des Düngergewinns durch die zuletzt bestimmte Masse Gährung erregender Kräfte schon hervorbringen oder darstellen wird, statt finden; obgleich zwar auch auf nachlässige oder fleißige Wirthschaftsführung etwas, jedoch nie so viel dabei gerechnet werden kann. Es kann daher auch zu große Vorsicht, ehe die Verbesserung durch die neue Einrichtung noch nicht erfolgt oder bewirkt ist, im Grunde sehr gut und nöthig seyn. Nur wäre dabei überdieß zu bedenken, daß mehrmalige und öftere Ver— änderungen auch so mannigfache Nachtheile haben und keinesweges immer so leicht auf das Neue zu bewerkstelligen sind. Daraus wird sich die Behaup— tung rechtfertigen lassen, daß da, wo nur noch nicht alle Hülfsmittel und Kräfte des Bodens erschöpft sind, es noch immer besser sey, als Maaßstab nicht auf das Gegenwärtige, sondern mehr noch auf das Zukünftige, die der Verfassung des Ackers angemessene Hinsicht zu nehmen. Wobei freilich der Erfolg selbst durchaus nach Verhältniß des Klima, Lage und Temperatur verschie— den ausfallen wird. Bei der nöthigen Temperatur⸗ —eeeee SSISS + 0 ö mm *. 16 mäßigung, und wo die Grundlage zur Fruchtbarkeit der Graswuchs und seine Dammerde fehlt, ist der Anfang schwürig und nur spät zu erwarten: dahingegen bei hoher Temperatur, wo Dammerde nur zulänglich da ist, die Vortheile um desto mehr geschwind und sicher eintreten; früher als da, wo die Temperatur niedrig, die Gährung schwer in den Gang zu bringen ist und selbst bei sehr reichlichem Graswuchse und tiefer Dammerde weit weniger aushält, oder ihre Wirkung bei uns gar nicht einmal, oder doch nicht zur gehörigen Zeit wegen Temperatur⸗Mangels sichtbar werden kann. Es sind die— ses wesentliche Verhältnisse und Umstände, welche keines⸗ weges übergangen seyn wollen, und, im Fall man je dennoch darauf nicht Rücksicht nehmen wollte, alle vor— hergehende muthmaßliche Berechnung in der Ausubung völlig falsch, oder doch bald mehr, bald weniger un— richtig ausfallend machen müssen. §. 249. Ungeachtet die Graswuchs⸗Erzeugung immer das Erste, und der Grund bleibt, worauf alles andere be⸗ ruhet; so verdient doch der Dünger in der Reihe der Mittel zur Beförderung der Ackerfruchtbarkeit immer nach H. 95. die erste Stelle. Sobald dieser nehmlich nur richtig beurtheilt wird, und nicht zu theoretischen und praktischen Inkonsequentien, wie ich§. 155. gedachte, fuůͤhrt. Schon der Vorzug, nach welchem er die sicher⸗ ste Anzeige von der wirksamen Masse der dem Acker ertheilten Gährung erregenden Kraft giebt, scheint ihm diesen Platz anzuweisen. Q 17 §. 250. Die§. 115. und weiter hin, über die richtige An— wendung und den Gebrauch des Viehdüngers aufge— stellten Grundsätze, daß nehmlich ein Unterschied den vorfindlichen besondern Umstanden gemäß gemacht, der Viehdünger aber vornehmlich,(die Ausnahme nach §. 116. allein abgerechnet, wo wegen zu niedriger Feld⸗ temperatur beim Mangel an Hülfsmitteln, die zur aus— gedehnteren Graswuchs⸗-Erzeugung und der Gährung erregenden Kraft Veranlassung geben, so wie an künst⸗ lich zu erhaltenden Dünger eine Aenderung vorkam)/ zur Erzeugung des künstlichen edlern Graswuchses und dadurch besonders erreichten wirksamen Vermehrung der Gährung erregenden Kraft, oder auch der Dammer— de, wegen Mangels der letztern und der zu bezwecken— den Temperaturmäßigung angewendet werden solle, dahingegen aber der künstliche Dünger nur zur ge⸗ wöhnlichen Auflösung des Graswuchses und Beförde⸗ rung der dadurch wirksam zu erhöhenden Temperatur bestimmt seyn müsse: diese Grundsätze habe ich noch⸗ mals, obgleich weniger ausführlich, hier zu wiederho⸗ len, für nöthig gehalten. Die gewöhnliche Methode, den Viehdünger nur zur Verstärkung der Gährung, und zwar in die Braa⸗— che, zum Nutzen der folgenden Getreidesaat, wo der Acker doch schon eine Veranlassung zur Gährung durch die wiedererhaltene oder vergrößerte Fähigkeit hierzu, und durch die zu dem Ende noch überdieß unternomme— ne Braachbearbeitung ohnedem erhalten hat, anzuwen⸗ Zweiter Theil. B 4.—⁵ r 4 L.(. 10—. ee — 18 den, ist zwar durch allgemein eingeführten Gebrauch ge⸗ billigt; demungeachtet ist dieß(jenen Fall ausgenommen) noch kein vollgültiger Beweis von dessen wahren, auch für die Zukunft und für eine solide Verbesserung des Feld— baues berechneten Nutzen. Dieser Umstand zeigt viel— mehr oft ein übles Verfahren an, so wie den großen Werth, den unsere Oekonomen bisher auf die Winter⸗ getreideärndten legten; indem sie vier in ihrer Art so kostbarer Vortheile, nehmlich: ,, 1) Die neuerdings wiedererhaltene oder vermehrte E, Le.. 4. Gährungsfäͤhigkeit, 3) dann die ganze Düng⸗ 49 7 7. masse größtentheils, 3) das Abhalten eines bei— C te. EE nahe völlig Wenne zanche 16.. Braachjahres, und endlich 4) die ganze in diese Zeit fallende 4. K.. +H. n n I.. kostspielige Bearbeitung zum Nutzen dieser Früchte ö 1 4* allein verwanden. Daß, wo alles dieses fort⸗ ö. + 1 2 dauernd geschehen muß, entweder die Tempera— tur niedrig oder Gährung und Kultur überall nicht die beste seyn könne, leuchtet daraus unstreitig hervor. §. 251. 00 Rant AiI. IEE Noch ein eine besonders gute Kultur,(wenn die übri⸗ gen Verhältnisse damit nur übereinstimmend angetrof⸗ E I 8 NXHerrotlendor iIH der: . fen werden) verrathender Fall ist der: wo man den 5 27 Viehdunger zur befördernden Auflösung —— 2 2 des Graswuchses und Verstärkung der Gährungsthätigkeit und auch zugleich zur Erzeuguvg des künstlichen, edlern Gras— —3 h —2— 19 wuchses verwendet. Diese Behandlung geschie— het z. B., bei dem Gartenbaue immer: bei dem gewöhnlichen Feldbaue aber zu Raps, Rüben,(beson⸗ ders bei der§. 20%. lit. a. angeführten Methode) nach vorhergegangener Braäche. Der mit Beobachtung dieser gedachten verschiede— nen Anwendung des Düngers in Praxis verbundene, vielfältige Nutzen läßt sich nicht nur allein aus der Na⸗ tur aller Fruchtbarkeit deutlich herleiten und erweisen; sondern auch die Erfahrung ist es, die bei aufmerksa— mer Beobachtung dafür spricht, und mit günstigem Erfolge begleitete Kulturverbesserungen oft allein die— sen besondern Verhältnissen zuschreiben läßt. §. 252. Auch die Anwendung künstlicher Düngerarten ist nach§. 99— 101. besonders als Auflösungs- und die Gährungsthätigkeit beförderndes Mittel sehr zu empfeh⸗ len. Wenn bei richtiger Feldbehandlung mit Kalk oder Mergel gedüngt worden; so ist auch nachher der Vortheil aller andern Düngung, so wie der durch Gras— wuchs verstärkten Gährung, dann gewͤsser und dauer⸗ hafter. Künstliche Düngungen legen oft einen beson— dern Grund und sind in dem Temperatur-Erhöhungs— falle oft besonders nöthige Vorbereitungen zur Acker— fruchtbarkeit. Der Einfluß sämmtlicher Düngermaße aber sowohl des künstlichen als des Viehdüngers, ist auch selbst auf die Gährungsthätigkeit, in so fern die Bestimmung durch die nöthige Bearbeitung vorange— B 2 5 4 10—“. . ee. ö ö * 0.—. 2 5 4 0 ů—.— 9 1 2 0 2 n . e x 4. 20 gangen, wirksam: worüber im aten Kapitel, wo von der Sommerbearbeitung die Rede ist, das Nä— here anzutreffen seyn wird. 9. 253. Die bei aller Ackerverbesserung so wohlthätig sich zeigende Gährungsfäͤhigkeit und wirksame Vermehrung der Gährung erregenden Kraft, die den Anfang bei— nahe immer hier beginnen müssen, werden offenbar auch nach§. 1— 94. durch die Hülfe mehr zuwach— sender und sich dann anhäufender Düngermaße ver⸗ stäͤrkt. Je reichlicher die dadurch geschehe— ne Zunahme wirksamer, Gährung erregen— der Kraft, und der hier auf wechselseitig wieder beruhende Düngergew inn ist, auch die Rückwirkung hiervon jederzeit größer sich zeigt; um desto besser und zweckmäßi⸗ ger ist die eingeführte Acker⸗ und⸗Getrei⸗ dekultur. Wüürde hingegen der Dünger— gewinn und durch diesen der Graswuchs, besonders die Gährungsthätigkeit nicht vollkommen gut unterhalten und ver— mehrt,(welche Erscheinung, wie gedacht, haupt— sächlich ihren Grund in dem Mangel einer an sich brauchbaren Ackerconstitution einer, entweder zu geringen Dammerde oder einer verhältnißmäßig zu hohen, oder im Gegentheil zu niedrigen, keinen Dammerdemangel verrathenden Feldtemperatur hat; wo es in dem erstern Falle an auflösbarem Graswuchse fehlt, des Fehlers der von Ratur gehabten geringen ersten Erzeugung wegen, 21 oder im andern Falle diese Graswuchserzeugung zwar häufig genug geschehen ist und noch geschiehet, aber der zu geringen Gährungsthätigkeit wegen wieder Rach⸗ theile entstehn,) so muß der Graswuchs selbst, in dem Verhaältnisse, als die Gährungs— mittel, der Dünger in seiner Verbindung mit der durch Graswuchs hervorgebrachten Gährung erregenden Kraft noch vermißt werden, zunehmen, ja wohl gar die Gäh— rungsfͤhigkeit verdoppelt werden. Bei dem Mangel der Dammerde und alsdann nö— thig zu bezweckenden Temperaturmäßigung ist es um so nothwendiger, daß die dermehrte Masse der wirksamen Gäͤhrung erregenden Kraft so lange noch zunehme, bis, wo möglich, dieser etwanige Dammerdemangel(beson— ders im Anfange der Kulturverbesserung) nach und nach immer mehr dadurch ersetzt werden kann. Ist diese Wirkung nur einmal hervorgebracht: sowird auch der Düngermängel nie mehr so groß als sonsterscheinen. Auf diese Weise gewönne der Düngervorrath jährlich verhältnißmäßig mehr, und in eben dem Grade, als die wirksame, Gährung erregende Kraft, und in dem Falle der nöthigen Temperaturmäßigung auch die Dammerde zunähmen. Dieß gute Verhältniß würde, bei weiter so fortgesetzt guter Kultur und allmählig sich bessernden Aerndten, dann immer mehr erreicht, und die Ackerverbesserung vollständig bewirkt werden können. Dieser Dünger wird vorzüglich erhalten: 22 2. Von der Viehzucht in hinlänglicher An— zahl und angemessener, reichlicher, besonders gut gewonnener Futtermenge. §. 254. Einen hinlänglichen Viehstand zu haben, um sei⸗ nen Düngervorrath dadurch zu vermehren, die durch die veränderte Kultur verminderte Unfruchtbarkeit voll⸗ ständig beheben, und die durch die zunehmende Ver— größerung der Menge wirksamer Gährung erregender Kräfte erhaltene vergrößerte Futterärndten zur Ver— mehrung des Ackerertrages benutzen zu können, ist eine Angelegenheit, deren vielfältiger Rutzen wohl von kei⸗ nem richtig denkenden, erfahrnen Landwirthe bezweifelt wird. Viehzucht und reichliche Futterung können ohne den Ackerbau bestehen. Die Wahrheit dieser Behauptung beweisen nicht allein so viele unkultivirte oder wenig an⸗ gebaute Länder; sondern auch selbst das, an Reichthum, Kultur und Verfeinerung der Bedürfnisse allen andern Staaten vorangehende England; beweisen die in dessen westlichen, mittleren und nördlichen Theile sogenannten reinen Graswirthschaften hinlänglich. Aber rei⸗ che Ackerträͤge lassen sich ohne große jährliche Düngvor— räthe nicht erwarten. Nur ist oft leider der Fall, daß wenn die Umstände diesen Zweig der Kultur nicht be— gunstigen auch guter Rath hier völlig umsonst, und vergeblich ertheilt werden wird. So wie das Land nach und nach den Kulturkräften oder der Klugheit der Acker⸗ 23 besitzer gemäß verbessert wird, läßt sich auch der Vieh⸗ stand vermehren: und je mehr Vieh der Acker zu ernähren im Stande ist, um desto mehr nimmt er an Gährungsthätigkeit auf eine doppelte Weise, theils durch den einträglichen Gras- und Futterwuchs, theils durch das vermehrte Vieh und dessen Düngervermeh⸗ rung, also durch die Vermehrung der beiden ersten wich⸗ tigen Gährungsmittel und mit ihm die Ackerfruchtbarkeit überhaupt zu. Bei der Graswuchserzeugung und ver⸗ mehrtem Futterbaue zur Unterhaltung des Mast ⸗ und andern Viehes mehr, als bei der Graswuchserzeugung, wobei nur der Anbau der sogenannten Handelskräuter begünstigt wird, ist die Vermehrung des Viehstapels oder doch die bessere Ernährung und reichere Fütterung die daraus herfließende natürliche Folge; welche freilich in einer Art von Contrast mit der sonst oft geflissentlich vermiedenen Graswuchserzeugung steht, die man sonst, den Begriffen der Bearbeitungs-Theorie gemäß, im mer vermieden und daher auch das Vieh nur kümmer⸗ lich unterhalten hatte. Um das erhaltene und ge— wonnene Futter zu verzehren, muß auch nothwendig Mast⸗ oder anderes Vieh da seyn. Es folgt eins aus dem andern; und nur unter sehr ungünstigen Verhält⸗ nissen lebende Ackerwirthe, die bloß den gegenwärtigen geringen Nutzen, oder auch dadurch zu erleidenden Nachtheil sich berechnen, können diesen Vortheil ihrem Feldbaue zu verschaffen, dennoch abgehalten werden. Dieses wurde nach Hebung der für jetzt noch, ver— mittelst unrichtiger theoretischer Grundsätze obwal— tenden Hindernisse, entweder nur aus Armseligkeit ö iE/. N 4* 2 u Ke. sch. cvVY. Z... sanee 8.*αακHe ae. 4. bele H. e ele. 0 6 +. 2.— 4.., I 24 oder Mangel der benöthigten Kapitalien, oder wegen der im Verhältniß der Brodpreise gegen die, zum Theil die Kosten nicht vergütenden Viehverkaufspreise unterbleiben müssen. Diese Unterlassung würde als— dann weniger rathsam, vielmehr im Gegentheil diese Verbesserung des Ackerbaues zu empfehlen seyn, wo die Ackerkonstitution durchaus gut, und die hohe Tem⸗ peratur von diesem, so wie von allen angewendeten Hülfsmitteln bald die besten Folgen verspricht, und da— her der Gutsbesitzer auch die Kosten nicht zu scheuen, oder diese umsonst angewandt zu haben, sich fürchten darf. Der unter diesen Umständen gewöhnlich so große Mangel an Wiesen, der das Heu und Winter— sutter vertheuert, und bei der gegenwärtigen Ackerkul— tur oft geflissentlich vermehrt wird, und daher also den — 4. As. Landwirth oft wider seinen Willen zum Futterverkauf, πα ν 10 statt zur Selbstbenutzung, antreibt, ist in der That eines 240 74.. ruu V der übelsten Verhältnisse, unter welchen die lbt stets ———; h erschöpfte, mehr ausgesogene und Mangel an Gährungs⸗ x. 4 i, mitteln erleidende Ackerkultur bei uns seufzt. Daß es . nicht am Gutsbesitzer und seinem guten Willen zur * Verbesserung des Feldbaues unter diesem ungünstigen 0 2 Einfluß der Umstaände hierin liegen könne, beweiset, — 4, das hin und wieder dennoch oft theuer genug von ihm 64* 7— 2— bezahlte Heufutter deutlich und zur Gnüge. .. Daß der Futterverkauf einen größern, temporellen Vortheil verschafft, liegt an den bessern Futterpreisen. Diese durchaus ungünstigen Verhältnisse kennt man in England, wo die Fleischpreise belohnender als irgend— ———— 2232.——— ά—77 f——5 25 wo, jedoch auch die Einsicht und die Kräfte, die Vor⸗ theile davon sich zuzueignen, von jeher größer gewesen sind, dort kaum den Namen nach. So viel ist aus— gemacht, daß, wo die Summe dieser Gährungsmittel unter sich in keinem günstigen Lichte erscheinet, und Graswuchs und Dünger eines dem andern immer mehr aufzuhelfen, beständig abgehalten werden, auch die Ackerverbesserung nicht allgemein bewerkstelligt werden kann: besonders da, wo die zu große Nachfrage nach Brod den Getreidebau dadurch über die Gebühr er⸗ weitert und selbst reichem Lande nachtheilig wird. Alle Vortheile, die eine verbesserte und veränderte Feldein⸗ theilung dadurch erhalten sollte, haben dann wenig An— trieb, ja sie scheinen alsdann ganz nutzlos, und, je mehr man noch dazu an den Vorurtheilen der bisheri— gen unrichtigen Bearbeitungstheorie hängt, völlig un⸗ statthaft, und keineswegs ausführbar. d. 235. Daß einige, besonders mühsame Landwirthe durch ihre Einsichten, selbst oft wider die Natur der Verhält⸗ nisse streitend, durch diefes Hülfsmittel sich dennoch Vor⸗ theile verschafft haben, so wie die offenbaren Beispiele in Gegenden zeigen, wo das Vieh nicht bloß mühsam seine Unterhaltung über Sommers auf kärglichen Viehweiden zu suchen genöthigt ist, wo es dann,(wie dieß in meh⸗ rern Ländern zu geschehen pflegt) sich meist selbst über⸗ lassen bleibt, sondern wo, wenn es,(wie bei uns in Schlesien) von der Weide zur Mittags- und Abends⸗ zeit zurückkehrt, aus den nahen, gut im Stande er⸗ 26 haltenen, wohl verwahrten Grasegärten, auch zuwei⸗ len von Kleeländereien reichlich im Sommer, und eben so im Winter mit Heu, Grummet, Kraut, Rüben . u. s. w. im Stalle wohl gefüttert und unterhalten wird, ... beweiset durch die Erfahrung hinlänglich, welchen Ein— 5 fluß eine wohl genährte Viehhaltung und daraus folgender 2* +*ν „Düngergewinn auf den vermehrten Ertrag der Feldkul⸗ 42 tur habe. Schon dieser Umstand wäre allein hinläng⸗ lich, den guten Ruf und das Ansehen, welches die wirthschaftliche Behandlung gewisser Länder über an— dere ihres Gleichen erhalten har, zu erklären. Die in dieser Rücksicht oft übel genug beschaffenen Landwirth— schaften der letztern sind der deutlichste Beweis jenes großen Einflusses. §. 256. Auch hier werden die Folgen der bisher unrichtigen theoretischen Grundsäͤtze sichtbar, wodurch der Ackerbau sich empor zu heben, von je her, und je geringer der Boden und mit ihm sein Ertrag ausfiel, desto mehr verhindert worden ist. Nach diesen Begriffen ließen sich die Ideen von der Ruhe des Ackers mit den des künstlichen Gras— wuchses und Futteranbaues nie vereinigen. Je schäd— licher man den Graswuchs dem Acker glaubte, um desto weniger waren auch diese Gegenstände zu vereinbaren. Bald wurde der Graswuchs bei gutem und an sich fruchtbaren, durch seine genugsam hohe Temperatur und trockne Atmosphäre sich auszeichnenden Getreide— lande für unnütz gehalten, dagegen ober der Nutzen der Bearbeitung, wodurch man auch ohne hinlängliche FF 2—89—ñ—— WI 27 Gährungsfähigkeit den Acker schon wieder fruchtbar ma⸗. 4. 4 0 chen zu können glaubte, gehoben. Demungeachtet aber hoffte und suchte man den Dünger, aber ganz ohne— e Kenntniß des natürlichen Zusammenhangs zwischen A. + Graswuchs und auf Viehzucht gebauten Düngerge⸗, winn, ohne die Kraft des erstern, als doch so nöthigen I Gährungsmittels zu vermehren, verstehen zu können. Die—.—— 17 55 Vorurtheile und Vorliebe für die Bearbeitung hatten 2 4.. hier zu tiefe Wurzeln geschlagen, und man versuchte es H. 1 selbst nicht einmal, sich davon eine bessere Ansicht zu 2 verschaffen. Zum Theil war auch der Mangel an Tem⸗ peraturkenntniß schuld, daß man den Graswuchs,(den ganz unentbehrlichen, geringen und ohne Grundsätze in der Braache beförderten allein ausgenommen) bei gu⸗ tem Getreidelande und hoher Temperatur nicht achtete; dagegen aber bei niedriger Temperatur für offenbar schädlich hielt. Hierinn lag auch die Ursache, daß Viehzucht und Düngergewinn nicht dem ebnen, trock⸗ nen Lande, oder dem vorzüglichen Getreideboden,(wo doch Temperatur und Gährungsthätigkeit, so bald nach gründlichen Einsichten verfahren worden wäre, die größte Wirkung davon allerdings hätten erwarten las⸗ . sen müssen), sondern der feuchten Atmosphäre, den ge⸗ bürgigten Landstrichen und den Sumpf, Wiesen und Waldgegenden die Viehzucht um so mehr allein über⸗ ö lassen blieb, je weniger bei uns, dem Anscheine nach, unmittelbarer Gewinn davon zu hoffen war. Immer mußte der Düngergewinn, wegen niedriger Tempera⸗ tur, geringer Gährungsthätigkeit oder Unkultur, hier den schwächsten, obgleich an sich oft unentbehrlichen .„ + 28 Einfluß auf die Ackerfruchtbarkeit zeigen. Das durch den geringen Zuwachs an Nationalreichthum hervorge— brachte nachtheilige Verhaltniß der Fleischkonsumtion zu der dem Ackerlande allein immer nachtheiligen Brod— konsumtion, vermochte nie den Ackerbau empor zu heben. 9 27 7 0 Welcher Ländwirth sollte nicht jene, auf die bessere 4 TC. und Ordnung in der Futterungsmethode 2* sich gründende, nur vielleicht zu allgemein empfohlne 0. Stallsütterung kennen? Ob, wie man sich vergeblich . 6„H— 7 damit schmeichelte, alle übrigen herrschenden Kultur— 2 E mängel und Unvollkommenheiten, die aus einer fehlerhaf— n nin r ten Behandlung, schlechten Saatenfolge, und der Lokalität „—2 ö d V. 4 2. des Bodens nicht angemessenen Kultureinrichtung ent— ö 27. 42 423 standen waren, dadurch verbessert und allein umgeändert —..———.. werden können, steht in der That sehr zu bezweifeln. . Der Endzweck, wozu diese Stallfütterung, verschiedenen 40 Hai 4— ökonomischen Schriften nach, gebraucht werden sollte, ..— 2 2— mußte offenbar und nothwendig ihr Mißgelingen be— ö fördern oder völlig nach sich ziehen. Der ganz unrich— ** tige Gesichtspunkt, aus dem man sie betrachtete, und +— daß man dadurch sich selbst befugt alaubte, den durch 2 7. 0. Getreidebau unter jenen ungünstigen Verhältnissen oh— . ‚ 4*.— nehin ausgesogenen Acker noch besser dabei ausmagern —0 4.. zu können, bewies durch den übel ausgefallenen Erfolg die der Natur wenig gemäße Schlußfolge, und durch Unkunde ihrer Wirkungen erzeugte Verkehrtheit dieser Ideenverbindung vollkommen. 29 Der Nutzen der Stallfütterung hat übrigens seinen 72 00 vre guten Grund: nur muß man sie nicht da erzwingen 4 N1 wollen, wo hohe Temperatur, und verhältnißmäßig nur—.4.*„ 4 geringe Dammerde das gute gedeihliche Pflanzenwachs· 2 94. thum, worauf sie berechnet ist, nur unzulässig ni 4— müssen. Sie kann da vorbereitet, aber nicht so bald und nur bei durchaus veränderter, auf die Mäßigung der Temperatur besonders abzweckender langjährig guter Behandlung erzwungen worden. 9. 459 N. Die Stallfütterung, welche offenbar niederländi⸗ schen oder deutschen Ursprungs ist, schreibt ihre erste + A. LI. Entstehung wahrscheinlich von der bemerkten Beobach⸗I tung her, daß man durch sie in Hinsicht des dabei be—— 4 4—— obachteten Verfahrens und Verbrauchs der Futterkräu—, 2.— ter sich in den Stand gesetzt sah, nicht allein sein Vieh 2 besser, sondern auch in vermehrter Anzahl zu unterhal⸗ ten. Man machte z. B. die Berechnung, daß ein Ak⸗ ker Klee so weit dabei reiche, als sonst 6 abgehütete, eben so große Aecker. Auch wurde das gute Wachs— thumzund der Grascuchs selbst, der sonst durch das be⸗ ständige zu frühzeitige Abhüten dabei immer behindert worden war, erleichtert und befördert. Die Stallfütterung ist daher ein zur Beförderung des Graswuchses, der sparsamen Fütterung und eines dabei dennoch zu erhaltenden Ueberflusses an Sommer⸗ und Winterfutter sehr wohl ausgedachtes Auskunftsmittel. Die Futtergewächse können dadurch, besonders für den 39 Heugewinn, sowohl in Ansehung der Menge, als ihrer Güte, zur rechten Zeit und am vortheilhaftesten be— nutzt werden, wodurch man sich in den Stand gesetzt sieht, die größt möglichste Futtersumme von den zu die— ser Absicht reichlich beitragenden Pflanzen zu erhalten. Die durch diese Veranstaltung vermehrte und ungehin— derte Erzeugung des Gras und Futterwuchses, die dadurch bewirkte größere Gährungsfähigkeit, auch wirk— liche Gährung, wenn die Kultur anders auf ihre Ver— größerung selbst Rücksicht genommen hat, sind alles Dinge, die ohne diese Viehsutter⸗ und Düngvermeh— rung dem Lande fremdartige Gegenstäͤnde geblieben wä⸗ ren, und für dieses in der Folge allerdings wirksam und wohlthätig werden müssen. §. 259. Am zweckmäßigsten scheint die Aufstellung vom Mastvieh zu seyn, wobei man sich bequemer nach der erhaltenen, reichlichen oder kärglichen Futterärndte wird richten können. Hingegen wo dieses nicht gebräuchlich ist, wird freilich bald der Mangel an Vieh, bald die erforderlichen Geldauslagen dieses Auskunftsmittel oft erschweren. Indessen sollte man sich durch diese Schwie— rigkeiten in seinem Vorhaben nicht irre machen lassen. Wenn nur irgend die Kosten bezahlt werden können, so muß der, welcher bei dem Ackerbaue glückliche Fort⸗ schritte zu machen gedenkt, sich nicht an widrige Vorfäl⸗ le, die etwa die ersten Jahre eintreten könnten, kehren.) *) Um des Vortheils von der Graswuchserzeugung und der ver⸗ mehrten Gährung willen, sollte man aus diesen Gründen nicht 31 Bei übrigens noch gewöhnlicher Viehhaltung kann alsdann der gemeine, selbst in dem besten Boden nach⸗ theilige Fehler, daß man nicht Vieh genug hält, wo⸗ ö bei sogar Fleiß und Geschicklichkeit oft nichts ohne das⸗ selbe auszurichten vermögen, vermieden werden. So⸗ wohl in Ansehung der Qualität als Quantität des Dün⸗ gers gewinnt man dabei. Der Graswuchs und Fut⸗ teranbau müssen meistentheils immer zuerst vermehrt wer⸗ den, und nie darf man mehr Vieh halten, als hinläng⸗ ö lich ernährt werden kann. §. 260. Auch die Viehart läßt sich durch eine größere aus⸗ ländische Viehgattung, in so sern man dieses, seinen Absichten auf Mastung oder Zuzucht nach, vortheilhaf⸗ ter findet, dabei besser veredeln. Da größeres Vieh mehr Futter aufzehrt, so wird man auch davon mehr Dünger erwarten können. Diese Viehart wird bei hin⸗ länglichem und stets gutem Futter auch nicht so leicht sewohl den verusichen Werth(er im Großen uberdieß unst... cher it, und wobei der Absatz oft schwierig wird), besonders bei leicht verderhlichen Gewächsen, z. B. den einer Möhren- oder A—2— Kartoffelerndte, besonders hoch anschlagen; sondern vielmehr 7 2. den Ertrag nach dem Verhältnisse des Werths, den man durch + eine Roggen-oder Hopfenerndte an deren Stelle erhalten haben + 2 2 würde, sich anrechnen. Am bequemsten läßt sich 3. B. ein sol⸗ W cher Anschlag bei der Pferdefütterung machen; wenn man be⸗ 714. rechnet, wie viel ein Morgen Hafersaat gebracht, und wie lange hiermit Pferde hätten im Futter ausgehalten werden können? statt diesen aber die Pferde mit Möhren füttert, und so den Werth des Ertrages von einem Morgen Möhren durch die Statt gefundene Haferersparniß festsetzt. 32 ausarten, und weder an Größe noch Schönheit verlie— ren. Die verbesserte, den Umständen angemessene Saatfolge und Kultureinrichtung wird hierzu viel bei— tragen. In der Regel wird diese Viehart überall die schönste seyn, wo sie in jeder Jahreszeit gut unterhal⸗ ten, genährt wird, und die größt mögliche Erzeugung des Graswuchses sich mit genugsam hoher, durch tiefe Dammerde aber gemäßigter Temperatur vereinigt, oder doch im wärmern Klima eine feuchte Atmosphäre nach §. 46. und 47. oft an die Stelle der Dammerde tritt. §. 261. Die Sorge für den Winter, wo sonst kräftiges Futter nicht selten zu mangeln pflegt, ist noch als einer der vornehmsten Gegenstände einer guten Agrikultur, und als das vorzügliche Augenmerk guter Landwirthe anzusehen. Wer diese Sorge sich nicht angelegen seyn läßt, wird auch schwerlich als ein guter und consequent handelnder Landwirth betrachtet werden können. Ja, wenn auch bei Berechnung des erbauten Futterwerthes während des Verbrauches einige Einbuße sich finden sollte, so wird doch der doppelte Vortheil des erzeugten Graswuchses und der dadurch vermehrten Gährungsthä— tigkeit sowohl, als des Düngergewinnes dazu reitzen. Zum Winterfutter des Rind⸗ und Schaafviehes gehören übrigens Burgunderrüben, Weißkohl oder Kraut, Kartoffeln, Rüben, Möhren, Pastinaken, Bohnen, Wicken und die bekannten Heu⸗ und Grum— metarten: zum Unterhalte im Sommer aber die ge⸗ wöhnlichen Futterkräuter und Gräser. ö 9. 262. 4½ 4 Die hierbei nöthige Verhältnißbestimmung würde— Lal.. 4 l dennoch folgendergestalt ausfallen müssen: daß man Ne— von allem Pfluglande, und zwar noch außer den Wiesen zum Heugewinne, bei hinläng— licher Dammerde und genugsam hoher Tem⸗ peratur, die Hälfte zu den gedachten Fut— terpflanzen, theils des richtigen Verhält— nisses des Düngergewinns, theils auch der Graswuchser zeugung überhaupt selbst we— gen,(von welcher letztern man die Vortheile bisher hat kennen lernen) in jeder zweckmäßig einge⸗ richteten Ländwirthschaft bestimme. Bei zu niedriger Ackertemperatur so⸗— 4⁵¹⁷— wohl, als bei zu hoher und zugleich vor⸗ 2 4 1 findlichem Mangel an Dammerde, wo der. Zweck der nöthigen Temperaturmäßigung erforderlich wird, muß nach Befinden der Umstände mehr oder weniger über die Hälf⸗ te des Ackerlandes, ja vielleicht 2 Drit⸗ theile zu dieser Bestimmung ausgesetzt bleiben. Jedoch wird diese Regel, so lange oben gedachte üble Verhältnisse in Rücksicht auf die Flei isch⸗ preise noch fortdauern, immer in der Ausübung bei uns erschwert werden. Daher diese gegebene Regel nur als provisorisch an ihren Platz gestellt würde betrachtet werden müssen. — Bei der Koppelwirthschaft, wobei ei— gentlich nur der natürliche Graswuchs zum Zweiter Theil.(* — 34 Grunde gelegt ist,(deren verhältnißmäßige Grund⸗ sätze ich zur vollständigen Uebersicht zugleich zu erläu— tern für nöthig erachtet,) und wo bei so mannich⸗ faltig eintretenden Umständen, z. B. bei sehr geringem Lande, zu ausgedehnt großen Feldflächen, Mangel an Kulturkräften, Hülfsmitteln und Absatz der erbauten Produkte, ihre Einführung rathsamer und oft gewisser seyn dürfte, würde das vorhin angegebene Werhältniß in nichts abgeändert werden dürfen, und bliebe daher, wie vorhin, das⸗ selbe. Bei einem darüber anzufertigen⸗ den Anschlage und Berechnung nehmeman, um eine feste Bestimmung auch hier zu er— halten, zur Weide, und Winterfutter für den Heugewinn so viel Jahre an, als der Graswuchs Jahre hindurch Statt gehabt oder fortgesetzt worden. Stehende Futterkräuter, nehmlich Lu— cerne und Esparcette, welche, besonders bei der nöthigen Temperaturmäßigung, auf abgesonderten Fle— cken angebauet werden, und nicht in dem Kulturan— schlage, Fruchtwechsel oder der Saatenfolge mit ange— bracht sind, würden jedoch nicht mit obigen zugleich angerechnet werden konnen, viel⸗ mehr als abgesondertes Gartenoder Wiesenland be— trachtet werden müssen. —— 3. Von der Winterverrasung. §. 263. Unter Winterverrasung verstehe ich den— jenigen Bestandtheil der Feldordnung, nach welcher ein oder mehrere Ackerstücke, bestellt oder unbestellt, über Winters liegen bleiben; und zwar mit Saaten, Pflan— zen oder auch nur zum natürlichen Graswuchse, welche alle unsere Winter über ausdauren, und daher ihre erste Wachsthumsperiode schon den Herbst zuvor ängetreten haben müssen. Dadurch, daß der Acker das zunächst folgende Frühjahr nicht aufgerissen, bearbeitet oder ir— gend einer Saat neuerdings über Sommers, oder doch spät im Herbste erst, nach völlig beendigtem Graswuch— se, gewidmet wird, erhalten jene Saaten, Pflanzen oder der natürliche Graswuchs Veranlassung zu einem desto krästigern Wuchse, vornehmlich im Frühjahre, bis endlich ihr Wachsthum ganz vollendet ist. Bei allen Wintergetreidearten, bei Klee, der das Jahr zuvor ausgesäet gewesen, bei Winterraps, so wie bei dem ge⸗ wöhnlichen Braachgrase, ist in Hinsicht auf ihr verhält— nißmäßiges Wachsthum der Fall der gewöhnlichen Winterverrasung da. Alle diese Pflanzen und guten oder geringen Grä⸗ ser erhalten nehmlich, wenn sie den Winter ausgestan⸗ den und dadurch an Kräften gewonnen und zugenom⸗ men haben, einen besondern Trieb zu ihrem gedeihli— chen Wachsthume: dadurch abgehärtet, übertrifft die Wintersaat die Sommersaat überhaupt; ungeachtet hier sehr viel auf Temperatur, Atmosphäre und hin— C 2 2* +.*. —. 47 E xe ILR — —4* A. ‚ *s (— C* 2 CH.—. A H—44 1 0 s Veh. G.. 9.—. , 36 längliche Ackerkräfte anköommt, und auch oft die, ob zwar hier nöthigere, jedoch auch bessere Besorgung der ersten Saat Theil daran hat. Indessen überführt uns der Augenschein gewöhnlich durch längeres Stroh und größere Getreideähren von der Wahrheit der von den Vortheilen der Winterverraasung angeführten Thatsa⸗ chen. Mit den mit den Wintersaaten zugleich veranlaßten oder auch allein erzeugten natürlichen Grasarten verhält es sich eben so: durch das Mittel der Winterverraasung tragen diese zu Erzeugung des Graswuchses vornehmlich, besonders aber bei wirklich liegengebliebener Frühjahrs— braache bey. §. 264. Unter diesem natürlichen Graswuchse sind aber 4 +. auch die geringern Gras-und Unkrautarten, die eigent⸗ 2.— CA./ lich zur zweiten Gewächsklasse gehören, z. B. Quecken, Hundsgras u. s. w., die hartnäckigsten. Sie sind das größte Hinderniß einer auf ihren Widerstand nicht be— rechneten Kultur der Vermehrung auflösbarer Gras— theile; und ein Acker verwildert bei mehrmal, zwei, drei Jahren hinter einander angewandten Winterverraa⸗ sung durch sie. Ihr Bestreben zielt auf Unkultur, und geht dahin, den Vortheil des bessern Graswuchses schon in seinem ersten Anfange zu vernichten. 5. 265. Diese geringern Gras- und Unkrautarten sind je— doch, wie aus§. 135. erhellen wird, nicht immer ohne allen Werth, indem sie bei zu hoher Feldtempe— 2*7 ratur, wo alle andre Graswuchserzeugung nur sparsam von statten geht, eben so, wie bei zu niedriger Tempe⸗ ratur, wo der Graswuchs oft zu häufig und wegen des Temperaturmangels schädlich wird, auf bebaueten Aeckern ebenfalls zu finden fsind. Bleibt das Land, wie bei der Koppelwirthschaft, mehrere Jahre im Dreisch und zum Grase liegen; so fängt jedoch ihr Daseyn nach 4 Jahren, und wenn der Acker eine ge⸗ nugsam hohe Temperatur hat, schon nach 3 Jahren an, mehr geschwächt zu werden. Das Land reinigt sich da⸗ von bei hinzukommender Bearbeitung alsdann leichter und von selbst. Oft werden eben diese geringern Grasarten in verschiedenen Gegenden, die zu trocknen leichten Grund haben, und wo die hohe Temperätur durch die geringe Dammerde nicht gemäßigt werden kann, als Hülfs⸗ mittel, zu den man in der Noth, vermittelst der Winterverraasung seine Zuflucht nimmt, angewendet. Da der gute Graswuchs, des Dammerdemangels we— gen, hier so schlechten Fortgang zeigt: so wird, um dem daraus entstehenden Nachtheile doch einigermaßen abzuhelfen, die Winterverraasung dreimal hinter ein— ander in dieser Folge, als) Winterroggen, 2) Stop⸗ pelroggen, und 3) Queckengras in der dann folgenden Braache, gebraucht. Dadurch verwildert und verqueckt ein dergleichen Feld dermaßen, daß, als natürliche Fol⸗ ge dieses Verfahrens, das Verwildern des Landes, so wie überall in dergleichen Fallen, in der That bewirkt, der Graswuchs doch einigermaßen erzeugt, und bei der e enne 38 darauf folgenden Braacharbeit durch Pflug, Egge und Quecken-Rechen in diesem Lande nicht mit eben so gro— zer Mühe wieder gereinigt wird. Die Bestellung zur Wintersaat folgt dann noch den Herbst desselben Jah— res. So unrichtig und elend dieses Verfahren auch im Grunde ist; so mag in der gegenwärtigen Lage und durchaus übel beschaffenen Ackerkultur diese angewandte Winterverraasung jedoch allerdings zur Erreichung des Zwecks beitragen und zu einem Werke der Nothwen— digkeit in diesem so trocknen Sandlande geworden seyn. Der Mangel an auflösbarem Graswuchse wird dadurch doch einigermaßen, und so gut es sich den Umständen nach thun ließ, ersetzt, und der Acker bringt bei seiner hohen Temperatur, Mangel an Dammerde und daher auch nicht so möglichen, immer schwachen, obgleich lange genug anhaltenden Gährung, dennoch einige, wenn gleich nur wenig einträgliche Getreide- oder Rog— gen⸗Aerndten, die er ohne diese Vorkehrung nie ertra— gen haben würde. Der Schaden, der anderwärts bei hinlänglicher Dammerde, genugsam hoher Tempera. tur und noch mehr bei niedriger Temperatur damit an—⸗ gerichtet werden würde, kann hier nicht entstehen, weil das Land zu arm an Graswuchs, doch beständig durch Getreidebau benutzt werden soll, und durch seine hohe Temperatur und Mangel an Pflanzennahrung wider ieden hier möglichen Unfall gedeckt und geschützt bleibt. Kein Sommergetreide mag aus Mangel an Graswuch— se, und weil die Temperatur durch keine Dammerde gemäßigt ist, hier gedeihen, indem sogar das gute Auf⸗ gehen des ausgestreuten Saamens gleich das erste Hin⸗ 1 1 derniß dabei seyn würde. Es muß daher auch die ganze Behandlung unter diesen Umständen die nehmliche bleiben. Gewöhnlich erhält Stoppelkorn durch besondre Hülfsmittel und Nebenumstände, als nehmlich: reichli— chen Wiesen und Heuschlag, Nebentriften, dadurch erhaltenen Düngergewinn, und von ändern in Verbin⸗ dung stehenden mitbewirthschäfteten bessern und guten Aeckern mehr als gewöhnliche Unterstützung durch die vermittelst der Temperatur so oft wechselnde und selten sich gleichbleibende Verschiedenheit. Ohne diese würde gedachte Saatenfolge nach der üblichen Methode viel⸗ leicht für sich nicht einmal mit Vortheil bestehen können. §. 266. Die nähern Umstände hiervon, sowohl auf der gu⸗ terverraasung, als einen nothwendigen Bestandtheil der anzunehmenden Feldordnung, vorzüglich ausgezeichnet und bemerkungswürdig. Jedermann wird daher ein⸗ ππαι sehen, daß sie bei der verbesserten und nach Grundsätzen eingerichteten Ackerkultur auf ein sicheres Verhältniß gebracht werden müsse, bei welchem sie zwar nützen kann, jedoch aber zu schaden außer Stande sich befin— det. Bei hoher Feldtemperatur, bei gutem Neubruch und bei zugleich häufiger Anwendung des künstlichen und andern Düngers, als Gährung besördernder und den Graswuchs auflösender Mittel wird sie vielleicht zu⸗ 2 H. s, 5 2 2. ten als schlimmen Seite beträchtet, machen die Win⸗ 4. + H A² 4. N——*. + . i * 4 — —ü— l..——— r 3—— .—— — D 40 weilen einige Jahre mehr und öfterer angewendet wer⸗ den können, ohne geradezu von sichtbar schädlichen Fol— 25 0 gen zu werden. Dergleichen Fälle bleiben jedoch, so el. aι wie die gedachte Feldkultur des Stoppelroggens, nur j 2 4 0 immer keine in der Folge Bestandhaltende Ausnahmen; oder vielleicht bei hoher Temperatur nur eine Art von Palliatio-Mittel, und ihre Dauer wird bei gründli⸗ cher, durchaus guter Kultur, weiter nicht möglich oder gedenkbar seyn. §. 267. Oft hinter einander angewendet, gehört die Win⸗ terverraasung, beinahe ausschließend, sowohl für den Fall . der nöthig zu bezweckenden Temperaturerhöhung, als ..*. +„. + 4•,. auch, und mehr noch für den Fall der etwa nöthigen Lem⸗ V ö +• peraturmäßigung. Bei dem letztern ist jedoch die Win⸗ 7.—.—*** terverraasung, mehrere Jahre hintereinander angewandt, ³1—0.7auch bei der künstlichen Graswuchserzeugung beson⸗ 8 2. ders gut und brauchbar. 0 4—— + C0 +. ᷓ. 268. 4 87.—7— 0 5— Die bekannte Dreifelderwirthschaft hat das Be⸗ sondere, daß das deßhalb erforderliche Verhältniß ö sehr gut und gewöhnlich unverbesserlich ist; indem X.( GHa. dieses, im Winter und Braachfelde, dem der Sommerbearbeitung und ebenfalls Braachfelde, ob I. GW.— 2 G„„„ 2— zwar hier etwas später, gemeiniglich gleich ist und A. 4 die Waage hält. Ein Umstand, der auf den so .5 5— 7¹. allgemein erhaltenen Beifall der Dreyfelderwirth⸗ +V., 4J 7.— 1 41 schaftsart und ihre immer brauchbar erschienene prakti⸗ sche Anwendung, wohl stets den größten Einfluß gehabt haben mag. 1§. 269. Wenn eine Feldkultur und bestimmter—— Fruchtwechsel Bestand haben soll, es sey—60 ů nun, daß die Ackerfruchtbarkeit durch den natürlichen— 2 2 oder den künstlichen Graswuchs dabei erhalten werden. sollte, muß stets das richtige Verhältniß,.. SDSS und zwar so, daß die Winterverraasung, vornehmlich bei niedriger Ackertemperatur eintheilung sey, nie aber über die gedachte Halbschied hinausgehe, statt finden. Bei der bekannten, guten Englischen Vier⸗ oder Fünffelderwirthschaft, wo nehmlich 1) Rüben, Tur⸗ nips, 2) Gerste, 3) Klee, 4) Weitzen und bei der Fünffelderwirthschaft noch 5) Erbsen nachfolgen, finden wir dasselbe Verhältniß der Winterverraasung, nehm— lich bei Weitzen und Klee, so wie bei allen durch die Erfahrung bewährt befundenen Kultureinrichtungen in der Saatenfolge und der Fruchtabwechselung wieder. Bei mehr niedriger Ackertemperatur, wo nach der obi⸗ gen Feldereintheilung noch Erbsen hinzutreten, wird die Winterverraasung noch mehr und bis auf zwei Fünf— theile dann eingeschrèänkt. Ein Beweis, daß diese bei niedriger Ackertemperatur bewährt gefundene Ein— schränkung alsdann auch nöthiger wird. —— . wohl unter der Hälfte der gemachten Feld⸗ —.——— + 6 νν N. 4³ 9. 270. In dem Fall der nöthig zu bezweckenden Tempera⸗ tur⸗Erhöhung, ist der dessalls zu machende Ueber⸗ schlag sehr leicht. Allein bei der nöthigen Temperatur⸗ Mäßigung wird diese Angabe schwüriger, und man sieht sich genöthigt, nach folgenden Grundsätzen dabei zu Werke zu gehn. Beidemnatürlichen Graswuchse, oder Koppelwirthschaft nehmlich, würden bei dem nähern Ausweise, in Hinsicht des auf die Winterverraasung anzugebenden Ver⸗ hältnisses nur drei Gras jahre überhaupt, als so lange der naturliche Graswuchs nach §. 81 und 265. bei guter und brauchbar ho— her Ackertemperatur selbst, Enach den auf die Natur gegründeten Erscheinungen, in Ansehung der Wachsthums⸗ Zu- und Ab— nahme des natürlichen Graswuchses und erfolgten Selbstreinigung vom Unkraute, um dem Felde zu seiner vollkommenen Gäh⸗ rungsfähigkeit wieder zu verhelsen, Zeit gebraucht; statt mehrerer und aller übrigen Jahre des nach einander ohne Unterbre— chung, während die Folge des Kulturwech— sels einmal durch und völligherumkommt, fortgesetzten Graswuchses angenomen wer— den können. Die Schläge oder Koppeln möchten nun 4 bis 9 Jahre zur Weide liegen bleiben; so würde man in Rücksicht auf die nähere Bestimmungsart dabei nur V 43 3 Jahre zur dießsalsigen Uebersicht annehmen dürfen. Würde die Dauer des natürlichen Gras— wuchses jedoch unter drei Jahren einge— ö schränkt; so konnte man dann auch die Jah— re der Winterverraasung nur so lange an⸗— nehmen, als der natürliche Graswuchs während desvollendeten Umlaufs wirklich Statt gehabt hat oder fortgesetzt worden. Bei rothen Kleefeldern könnte man ö auf ein Jahr Kleenutzung(von das Jahr vor— ö her ausgesättem Saamen,) auch ein Jahr Win— terverraasung; auf zweijährigen Kleestand aber, da sich der Klee so lange noch rein und wenn die Temperatur nur nicht zu hoch, und das Land des häu— sigen Kleetragens müde ist, auch rein und im guten Zustande erhält, ebenfalls nur 1 Jahr Win— terverraasung rechnen: bei dreijähriger Kleebenutzung aber, da sich das zte Jahr schon viel Unkraut einzufinden und ein großer Theil der Klee— pflanzen wieder auszugehen anfängt, 2 Jahre Win— terverraasung in den diesfalsigen Anschlag bringen. Dieser Winterverraasung steht gegenüber: 4. Die Sommerbearbeitung. H. 271. Nach der§. 263. gegebenen Erklärung des Wor⸗ tes Winterverraasung, und was darunter zu verstehen, 44 wird man sich nun um so leichter von diesem entgegen— wirkenden Mittel, der Sommerbearbeitung nehmlich, deutliche Begriffe zu entwerfen vermögend seyn. Jede Frühjahrs- oder Sommerbearbeitung zu ir⸗ gend einer sogenannten frühern oder spätern, noch das⸗ selbe Jahr zur Reife zu bringenden Sommersaat, oder auch die längere Zeit erfordernde Vorbereitung in der Braache zu der darauf folgenden Herbstsaat betreffend; im ersten Falle zu Kraut, Kartoffeln, Lein, Rüben, Möhren, Bohnen, Erbsen, Gerste, Hafer u. s. w. ferner das Behacken oder Bearbeiten über Sommers bei der Drillwirthschaft und Reihenbestellung wird unter diesem Ausdrucke begriffen. Alle diese Saaten oder hierauf Bezug habende Ackererscheinungen, mit den gebräuch⸗ lichen Feldinstrumentem angestellt, setzen die Sommerbe— arbeitung voraus. Die alsdann ununterbrochene, durch die nach und nach erhöhete Temperatur der Frühjahrs— und Sommermonate, durch die wärmere Jahrszeit ver⸗ stärkte Gährung, Auflösung des Graswuchses und zu⸗ gleich bewirkte Vertreibung des sonst hartnäckigen Un⸗ krautes machen diese Sommerbearbeitung in der Aus— übung besonders brauchbar und nützlich, und setzen sie in den Stand, daß sie auch nur im gewöhnlich guten, besonders aber im feuchten Lande und feuchter Atmos— phäre überall ihre Wirkung zu verstärken vermag. Je mehr die Kultureinrichtung dem Lokale und den wah— ren Verhältnissen angemessen ist, um desto nützlicher muß sie erscheinen. ——— .... 45 5. 272. Daß jedoch ein Unterschied in Ansehung des Er— folges von dieser Bearbeitung zur Sommer-oder auch längere Zeit vorher, zur Herbstsaat selbst, und in der Stufenfolge der Nutzbarkeit Statt finden müsse, wird einem jeden bei dem ersten Ueberblicke einleuchtend seyn. So ist z. B. die Sommerbearbeitung in der gewöhnli⸗ chen Braache zu den bekannten Braachfrüchten, zu Kraut, Kartoffeln, Bohnen, Lein, Rüben hierzu vorzüglicher und besser, je mehr diese rein gehalten, gejätet, behackt oder bearbeitet worden. Nach diesen Saaten oder Pflanzen, würden, ihrer besonders zeiti⸗ gen Saat wegen, vielleicht Möhren, Buchweitzen, spä— te Gerste, Erbsen und Wicken folgen. Frühe Gerste, Früherbsen, wie frühzeitiger Hafer wären(nach dem Grade der verschiedenen Temperatur, der mehr oder weni— ger gut eingerichteten Kultur,— besonders in Hinsicht — auf Winterverraäsung und nachdem hierdurch der Endzweck der Bearbeitung jedesmal erreicht werden kann oder nicht) in Ansehung der Sommerbearbeitung selbst vielleicht nur vom geringen Erfolge. Allerdings kömmt hierbei überhaupt auf die durch Erdart, Kultur, Dün— ger, Dammerde, auflösbaren Graswuchs, Trocken— heit oder Nässe, auf den hier vornehmlich bestimmen— den Witterungslauf und die dadurch hervorgebrachte angemessene Temperatur zur Gährungsthätigkeit das Meiste an. Die Gährungsthätigkeit wird bei spater in die wärmere Jahreszeit einfallender Sommer— saat und dann gewöhnlich besserer Zubereitung weit eher als bei der frühern Saat vermuthet werden müssen. W A 4— ++ . 4 346 §. 273. Wenn man diese nähern Bestimmungen nur nicht etwa vorsetzlich und im Einzelnen bei frühern Som— mersaaten aus einem falschen Gesichtspunkte, vielmehr nur um eine richtige Uebersicht und Verhältniß der Theile des Kulturganzen zu erhalten, ansieht: so wird auch die Sommerbearbeitung, von dieser Seite betrachtet, über— haupt immer hinlänglich seyn, den Nutzen zu gewäh— ren, der von ihr gegen die durch die Winterverraasung und durch unmittelbares, nach der Aerndtezeit nöthi— ges, den Herbst und über Winter zu nachmaligem Früh— jahrsgraswuchse erforderlichesliegenbleiben erzeugten ge— ringern Gras- und Unkräutarten, um sie zu vertilgen und die, dadurch und vermittelst einer wohl eingerichte— ten Kultur, durch Gährung bestimmte Menge auflösbarer Grastheile zu geben, in Rücksicht auf ihre Vermehrung auf Dauer und Vergrößerung der Ackerfruchtbarkeit er— wartet wird. Nur würde unter der Vertreibung des Un— krautes hier billig diese nicht verstanden werden können, die von den mit der Saat zugleich und gewöhnlich aufzu— wachsen pflegenden Unkrautarten, wie z. B. Rade, Trespe, Kuhweitzen u. s. w., und wogegen nichts, als rein gewählter Saamen und eine gute Ackertempera— tur hilft, entstanden ist. 9. 274. Oft folgen zwar dergleichen Sommersaatbestel⸗ lungen hintereinander, so wie bei der§. 269. gedachten Englischen Ackerkultur in 4 Feldern, erstens durch Rü— ben,(Turnips) die spät gesäet, fleißig behackt und 47 rein gehalten werden, und das darauf folgende Jahr, zweitens durch die späte Gerstenaussaat geschiehet. Der Rutzen davon, sowohl in Rücksicht des Graswuch⸗ ses, der unter diesen Umständen oft erneuert wird, als der dadurch erhaltenen auflösbaren Grastheile, vergrößer— ten Gährungsthätigkeit und auch in Ansehung der Reinigung, Verbesserung und Fruchtbarkeits⸗Zu— nahme der Aecker, sogar selbst der Dammerde muß da⸗ durch nothwendig sich vergrößern. Bei Fünffeldern, wo alsdann noch eine Erbsensaat den Ackerumschlag und die Saatenfolge beschließt, folgen dann gar 3 Jahre Sommerbearbeitung hintereinander. H. 275. Die Sommerbearbeitung ist, dieser ihrer wich— tigen Folgen und Einflusses auf die Ackerfruchtbarkeit wegen, ein allgemeines, die Gährung und Ackerver⸗ besserung, besonders auch bei niedriger Ackertempera— tur beförderndes Mittel. Ohne dieses kann kein Acker⸗ bau bestehen, noch seine Einrichtung gut und billig ge— nannt werden: woher es auch ein offenbar nicht zu billigender Fehler ist, wenn die Sommerbearbeitung oft zu sehr beschränkt wird, wie z. B. bei der Dreifel⸗ derwirthschaft und häufigem Kleebaue zu geschehen pflegt. Sie erhebt die bei niedriger Ackertemperatur sonst gewöhnlich dem natürlichen Grase und Unkraute“ 47.— νπιαιαά 12 ** 5 ——.— 43 als dem Getreide-und Pflanzenbaue günstigen 4 44.— Temperatur, und ihr durch Gährung verstärktes Ueber⸗ gewicht zum Vortheil aller Ackerprodukte. Aber auch —— sogar bei hoher, durch Dammerde wenig gemäßigter——* 48 Ackertemperatur, ist sie bei verbesserter Kultureinrich— tung nothwendig; indem sie auch hier dem Ueberhand⸗ nehmen der geringern Grasarten alsdann zu dem dieß⸗ fällig zu erhaltenden Gleichgewicht, so wie in jeder an⸗ dern Temperaturbeschaffenheit überall, entgegengesetzt werden muß. Da die als Unkraut so hinderlichen, be— kannten geringern Grasarten in hoher Temperatur eben se wie in der erniedrigten gedeihen, so ist es einleuch⸗ tend, wie dieses Gegenmittel auch stets und bei jeder besondern oder Lokaltemperatur, in der Regel gleich nö⸗ thig, bei niedriger Ackertemperatur aber noch unent⸗ behrlicher gefunden werden müsse. Die Sommerbear⸗ beitung bekampft und vernichtet diese geringern Gras— arten, wenn die Witterung und dadurch vornehmlich bestimmte Temperatur nur irgend diesem Zwecke günstig ist, und macht, durch die in der gehörigen Zeit einfal— lende, durch Bearbeitung erhöhte Gäͤhrungsfähigkeit und Temperatur der wärmern Jahrszeit, dem bessern Graswuchse oder Saatenwachsthume Platz. Sie ver⸗ dient bei allen Feldordnungen hauptsächlich bemerkt zu werden, wenn je gute Erndten folgen sollen. Sie ist nicht allein für gedachte gute Erndten selbst nothwen⸗ dig, sondern alle folgenden hängen, nur bald mehr, bald weniger, von ihr ab. §. 276. Um die Fruchtbarkeit der Gärten, die man bis⸗ her vergeblich in der vermehrten Bearbeitung allein su⸗ chen zu müssen vermeinte, welche zuerst aber von kräf⸗ tiger Erzeugung, Unterhaltung des Graswuchses und 49 Gährungsfähigkeit unmittelbar von der Bearbeitung, von der dadurch u. durch die Temperatur wi irklich vergrößerten Gährungsthätigkeit aber mittelbar herrührt, nachzuah⸗—.—— men,— erst die auf Graswuchs gebaute, und mit ihrer Er⸗ zeugung Schritt haltende, eben so oft wiederholte Som⸗— merbearbeitung, bei—— Ackerbaue nothwendig und nach⸗ ahmungswürdig. Da indessen bei Getreideländereyen die Erzeugung des Lnr nicht so oft wohl genährt, und die Gährungsthätigkeit, der ganzen Einrichtung nach, keineswegs so groß werden kann: so ist auch die Sommerbearbeitung hier nie so, wie dort, anwendbar; und weil sie alsdann immer weniger belohnend und im gleichen Verhältnisse minder vortheilhaft ausfallen muß, auch nicht so nöthig; in so sern anders Kraftverlust ver— mieden und die Fruchtbarkeit des Getreidebaues nach richtigen Regeln betrieben werden soll. §. 277. Daß bei vielen Sorten und Pflanzen der ersten Gewächsklässe, sowohl, wenn Dammerde da ist, als e/ auch wenn der natürliche Mangel derselben darch eine in der n 1—— onders vortreffliche K n Ländir⸗ vermittelst der Düngeranwendung nach den 5. 114 und 2.⁵50. Sommerbearbeitung ange 2er. den könne, man zugleich aber auch durch sie die Gras⸗ wuchserzeugung, selbst nach. 71. in dem Tem peratur⸗ mäßigungsfalle vermittelst des guten, dadurch betrie— be enen Wuchses dieser Gewächse z u befördern vermöge, ist bereits mehrere Male erinnert; so wie, daß diese em⸗ Zweiter Theil. D +. 4. 7„ IF.. 4+— t E 67„ I V 4 5⁰ pfehlungswürdige Methode, eben so, wie sie zur Frucht⸗ barkeit der Gärten beitrug, auch hier bei dem Ackerbau Vortheile, die bereits durch die Erfahrung hinlänglich bestätigt sind, bewirken werde. Durch die Beförde⸗ rung der nie ohne Absicht thätigen Natur verursacht man die häufiger als gewöhnlich, selbst da, wo die Ratur allein zu ohnmächtig zu diesem Geschäft ist, ver⸗ anlaßte Erzeugung des Graswuchses, dadurch wieder möglich gemachte oder verstärkte Gährung, und das alsdann beförderte gute Wachsthum aller Saaten und Pflanzen. Man arbeitet der Natur, wie bei der Be⸗ arbeitung ohne zulängliche Gährungsfähigkeit so öfters zu geschehen pslegte, keineswegs entgegen, vielmehr kommt man ihr durch beständig wohl unterhaltene Gäh⸗ rung, durch zweckmäßige Reinigung von schädlichem Unkraute, Behandlung nach den natürlichen Forderungen der nöthigen Erhöhung der Mäßigung der Temperatur, durch eine in dem erstern Falle dadurch vorzüglich beför— derte Gährungsfähigkeit und Auflösung des Graswuch⸗ ses, im zweiten Falle aber durch stärkere und mehr, ver⸗ mittelst der wohl eingerichteten Schonung Gährung er⸗ regender Kräfte, übrig bleibende Beilegung der Gras⸗ wuchsreste, und der nach jeder beendigten Gährung zur Dammerde zurückgelegten Vermehrung desselben, zu Hülfe. Und so wird die Ackerfruchtbarkeit über jenes durch Dammerde und Temperatur bestimmte natürliche Maaß hierinn bei dieser zweckmäßigen Kultur denn al⸗ lerdings vergrößert. M.— S=e... eDeh Ar —e 51 §. 287. In der Ausüͤbung bei dem landbaue wird der Vortheil von der Sommerbear— beitung bereits nach erfolgter Saatzeit erreicht und noch vermehrt: durch richtiges, fleißiges und zur rechten Zeit erfolgendes Verpflanzen, Behacken, Jäten oder Wie— den; wodurch man, den vorkommenden Umständen gemäß, dadurch schicklich zu erbauenden Pflanzen, nicht allein vermittelst bewerkstelligter Reinigung von schäd— lichem Unkraute und vorbereitender Gährung, ein bes⸗ seres und gedeihlicheres Fortkommen, sondern auch wegen reichlich zubereiteter Nahrung und dadurch bei günstiger Temperatur gesichertem Unterhalte, eine bo— sonders gute Wachsthumsbeendigung bis zur völligen Reife oder Erndtezeit, zu verschaffen sucht. In Hinsicht des Verpflanzens, so wie in Anse— hung des nachherigen Behackens oder Jätens, verschie— dener größern Zufluß an Nahrung verlangender Pflanzen und Gewächse ist es nöthig, daß sie deßhalb in einer gewissen bestimmten Entfernung oder Weite von einander entweder gleich gesetzt werden, oder boch diese Entfernung nachher durch das Verdünnen oder Ausreuten eines Theils der Saatpflanzen herausge⸗ bracht werde; welche Weite oder Entfernung ihre Be⸗ stimmung nach der Beschaffenheit des guten oder gerin⸗ gern Erdreichs und, den übrigen vorkommenden Umstän⸗ den gemaß, nach eben den Grundsatzen überhaupt er⸗ halten muß, die bereits H. 236 bei der nöthigen Saa⸗ 2 ö ö ——* 52 menquantität in Ansehung ihres, zur Saat erforderli— chen Ausstreuens zum Grunde gelegt und anempfohlen worden sind. Bei verschiedenen Saaten und Pflanzen wird die Sommerbearbeitung, wie z. B. bei rankenden, oder sonst durch ihren kräftigen Wuchs sich erhebenden Ge— wächsen, in Ansehung des Unkrauts, nach einmal einige Zeit vor und nach der Saat erhaltener, erforderlich gu⸗ ter Temperaturbestimmung, oft unnöthig. In Rück— sicht auf die beträchtlich zu vermehrende oder unterhal— tende Gährung möchte sie, bei übrigens guter Kultur, indeß noch immer gut und brauchbar bleiben. In Eng— land wird diese Sommerbearbeitung auch wirklich mit Nutzen bei Erbsen, am häufigsten aber bei Bohnen, vermittelst der Pferdehacke, in 10 bis 20 Zoll weiten Reihen ausgeübt. §. 279. Ohne diese hier näher bestimmte nnd erläuterte Sommerbearbeitung würde die Fruchtbärkeit, wie sie bei einer jeden Kultur vorausgesetzt werden muß, sel— ten von langer Dauer seyn können, wie schon§. 233. ausführlich erwähnt und als nothwendig vorausgesetzt worden ist. Wenn man vielleicht oft nicht weiß, wor— an doch das Mißrathen der meisten Ackerprodukte bei irgend einer, diesen richtigen vorzüglich bessern Ver— hältnissen etwa nicht angemessenen, neu umgeänderten Feldkultur liegen müsse, so wird man bei genauerer Untersuchung den Grund in dieser verabsäumten Som⸗ 33 merbearbeitung, dadurch erzeugtem Unkraute, Man⸗ gel an auflösbaren Grastheilen, besonders bei niedri— ger Ackertemperatur, wobei es zugleich, ungeachtet ge— nugsamer Gährungsfähigkeit, doch an hinlänglicher Thätigkeit hierinn ermangeln dürfte, antreffen. Es läßt sich durchaus keine Ackerverbesserung ohne hinläng⸗ lich bestimmtes Verhältniß der Sommerbearbeitung zur Winterverrasung nur gedenken. Insbesondere ab aber ist es s nicht genung, daß die Gährungsfähigkeit erzeugt werde, de/ sie se muß auch durch die vermittelst der Kultur bestimmte ann aält A. 1——— Er Herantabe, auch Thäctigkeit g— 0——ẽ die jedesmalige Srn da⸗ urch selbst! näher bestimmt seyn. §. 280⁰. Das richtige Kulturverhaltniß in Hin— sicht auf die Sommerbearbeitung und ih— re besondere Bestimmung würde demnach so ausfallen müssen, daß, wenn die Winter⸗ verraasung die eine Hälfte des zu einem Guthe gehörigen gesammten pfluggängi— gen Landes einnähme, die Sommerbear— beitung auf der andern noch ubrigen Halb— schied in der gehörigen, weiterhin noch fest— zusetzenden Abwechselung oder Saatenfol— ge das Gleichgewicht zu erhalten oder wie— der herzustellen haben würde. Noch außer dieser zur Sache erforderlichen Ver⸗ hältnißbestimmung, welche bloß das Minimum davon —.IIIFFTTTFTFTFTFTTt ün— 4•—— 7 +— 4. 4. 20 0 5*. — 21 Au 34 in sich begreift, kann jedoch die Sommerbearbeitung mit, besonders im Temperaturerhöhungsfalle, unstrei⸗ tigem Nutzen durch das erwähnte Behacken, Jäten der Pflanzen, oder durch die Drillwirthschaft eine vermehr⸗ te Ausdehnung erhalten, ohne daß diese Regel deßhalb im Ganzen verändert werden darf. Bei feuchtem Lande, wo die Gährungsfähigkeit zwar gewöhnlich etwas größer, aber die wirkliche Gäh⸗ rungsthätigkeit wegen noch unveränderter und wegen zu wenig erhöhter Temperatur, überhaupt immer gering⸗ fügig ist, wird diese vermehrte Sommerbearbeitung bei übrigens guter, den richtigen Verhältnissen angemesse⸗ ner Kultur, besonders nothwendig und erforderlich seyn. Daher man, wo es nöthig ist, die Winter— verrasung an der in dem vorigen Kapitel festgesetzten Hälfte einen gewissen und be— stimmten Theil fehlen lassen kann, mit welchem man die Sommerbearbeitung desto mehr verstärkt. Es wird dadurch der durch zu niedrige Ackertemperatur entstandene Nachtheil, der den Mangel an Gährungsthätigkeit und an nicht genugsam auflösbaren Grastheilen nach sich zog, mehr gehoben, und das ganze üble Ackerverhältniß in etwas, so weit es sich thun ließ, verbessert. Diese Abänderung ist zwar bei der Sommerbear— beitung sehr thunlich und ausführbar gut; sie kann aber nicht eben so, und im umgekehrten Falle bei der Win⸗ terverrasung, wo in der deßfalls aufgestellten Regel das Marximum in der Bestimmung schon angegeben ist, — s/ 35 Statt finden. Erstere gewinnt bei guter Kultur, und je reichlicher die Graswuchserzeugung und vollkommner die Gährung alsdenn ausfallt, durch ebenfalls zugleich vermehrte und vortheilhafte Ausdehnung; letztere hin⸗ gegen muß bei dem Ackerbaue überhaupt, und in der Regel immer beschränkt bleiben. Die Feldverbesserung verlangt die Beobachtung die⸗ ser Vorschriften jederzeit. Die Sommerbearbeitung muß stets mit der durch den Graswuchs und Kultur ver⸗ mehrten Fruchtbarkeit, und auch nach Beschaffenheit der Temperatur wirklich vergrößerten Zunahme Gährung erregender Kräfte, allenfails vermittelst der Reihenbe⸗ stellung und der Drillwirthschaft, Schritt zu halten be⸗ müht seyn; sie ist alsdenn aber auch in der That von * größerer Wirkung. Die Zunahme der beständig wohl unterhaltenen Gährung und Nahrung für alles vorzüg⸗ liche Pflanzenwachsthum erweitert sich, besonders bei — genugsam hoher und brauchbarer Ackertemperatur, im⸗ mer mehr, und verschafft dem Lande, bei oft verneuer⸗ tem Graswuchse, vermehrter Viehhaltung, oder doch reichlicher Fütterung, und daraus nothwendig entstandenen Häufung und Zunahme der an Kraft wirksamern Gäh⸗ rungsmittel, einen innern höhern Grad von Ackersrucht⸗ barkeit. Man wende den Fall um, und lasse die vermehrte Sommerbearbeitung dem ohnehin trocknen Acker seine hohe Temperatur noch mehr erhöhen, bei stets mehr verminderter Gäͤhrungsfähigkeit, diese durch unterblie⸗ benen, absichtlich nicht beförderten Graswuchs, darau S8 44, f. Le-Fie 4 leee. — le 7705. — ieefei 56 erfolgten größern Gährungs-und Düngverlust, durch die stets mehr gehäufte Bearbeitung geschwächt, die Gährung während der Braachzeit durch längere Zeit über der Saat vorhergehende Anstalten umsonst, ja mit Schaden unter diesen Umständen angestellt seyn lassen, und seiner wenigen Grastheile durch fortgesetzten Getrei— deanbau vollends berauben helfen: so wird dasGegentheil von jenen guten Folgen offenbar entstehen, und der aus dieser verkehrten Behandlung nach Anleitung der bis— herigen unrichtigen Bearbeitungstheorie erwachsende Rachtheil muß sich bei verbesserten Ackerbaugrundsatzen auch theoretisch gewiß in hellem Lichte zeigen. Da die Dammerde bei ihrer mehr erfolgten Verminderung, in⸗ dem sie allein die Grundlage der bisherigen Ackerfrucht. barkeit noch immer blieb, wegen der hier der Gras⸗ wuchserzeugung halber mehr noch, als bei Getreide nö— thigen, aber unterbliebenen Temperaturmäßigung, un⸗ gleich unentbehrlicher und nothwendiger ist; so verliert der Acker durch seinen Dammerde-Verlust selbst die nächste Veranlassung und sogar die Wahrscheinlichkeit je so bald wieder in so fruchtbaren Zustand zu kommen. Folgende Bemerkung finde ich hier noch zu ma— chen für nöthig. Bei der bessern Art des einjährigen Braachehaltens, wo man nehmlich das Gras im Früh— jahre(so weit dieß wegen etwa zu niedriger Ackertempe— ratur anders thunlich ist,) bei der Dreifelderwirthschaft erst zu Kräften kommen laßt, habe ich in der ersten an⸗ gehängten tabellarischen Uebersicht angenommen, daß die Sommerbearbeitung 2 Drittheile, eben so wie die 4 —————— 37 Winterverraasung ebenfalls 2 Drittheile einnehme. Man darf sich jedoch nicht dadurch irre geführt glauben, oder die weitere Ausführung mit den bisher angeführ— ten Verhältnissen widersprechend und entgegengesetzt hal⸗ ten; da die Deutlichkeit der Angabe nicht füglich eine andere Bestimmung erlaubt; die Hauptsache aber, daß sie einander gleich sind, die Waage halten und daher in 2 Hälften gleichsam sich abtheilen, wirklich dabei er⸗ reicht ist. Wenn der in dem Braachfelde gestandene rothe Klee bei dieser, oder sonst irgend einer Kulturein— richtung nach der ersten Kleeerndte sogleich gebraacht und den Sommer über bearbeitet werden sollte, ist dieser im Wesentlichen nichts verändernde Fall immer derselbe. 9— 2 Was die Verhältnißbestimmung bei der Koppelwirthschaft in dieser Hinsicht be— trifft, so ist es bekannt, wie dabei ein Land 3, 4 und mehrere Jahre im Dreisch als Viehweide Braach liege. Der Acker liegt sich alsdann, wie die Erfahrung lehrt, ab; oder vielmehr, er reinigt sich nach und nach von selbst, und während des Verlaufs dieser Braachjahre von dem bei mehrere Jahre hindurch fortgesetztem Getrei— deanbaue erzeugtem schädlichen Unkraute. Dieser durch die Natur und gute Feldtemperatur veranlaßte günstige Umstand ist in der That für ein Land, das nicht hin⸗ länglich Dammerde besitzt, besonders für den Tempe⸗ raturmäßigungsfall ein günstiges natürliches Ereigniß, welches die Koppelwirthschaft in diesem Falle vorzüg⸗ lich merkwürdig(ungeachtet das besondere Verhältniß 58 in Beförderung der Fruchtbarkeit durch zu diesem Zweck gewählten natürlichen Graswuchs in beiden Fällen, so⸗ wohl bei der Temperaturmäßigung, als auch bei der Temperaturerhöhung, diese Landkultur brauchbar und von gleichem Erfolge begleiten läßt,) und dem Zwecke besonders angemessen macht; wie schon das Liegenlassen der Aecker mehrere Jahre hindurch nach§. 71. anzeigt. Daher ist auch dieser in der Ausübung zu erwartende Vortheil keineswegs gering zu schätzen, oder darauf etwa gar nicht zu achten. In diesem besondern Falle(bei welchem die natürliche Graswuchserzeugung das ursprünglich Cha— rakteristische desselben ausmacht) kann man in der dießfallsigen, auf Sommerbearbeitung Bezug nehmenden Verhältnißbestimmung selbst, ohne daß das Feld die Sommerbe— arbeitung nach der§. 271. aufgestellten Er— klärung in der That erhalten hat, folgendes annehmen: nehmlich auf 4— 9Jahre natür— lichen Graswuchs im Durchschnitt*) etwa *) Es kommt bei Bestimmung dieser Regel zwar auf die Lokal⸗ temperatur selbst besonders an. Da hier aber nicht auf einzelne außerordentliche Fälle, die durch niedrige Ackertemperatur etwa veranlaßt worden, und wo die Verhältniß⸗Berechnung wegen Vorzugsweiser Begünstigung des Graswuchses(s.§. 84.), und also auch die Reinigung vom Unkraute weit später Statt haben würde,— sondern auf eine Temperatur allein, wie sie bei einem brauchbaren Getreide- oder Ackerlande überhaupt vorausgesetzt werden muß, Rücksicht genommen werden kann; so läßt sich auch, diesen Fall allein ausgenommen, und wo alsdenn statt zweier Jahre Sommerbearbeitung nur 1 Jahr angenommen werden dürf⸗ te, gegen obige Vorschrift nichts einwenden. —2 — 2 2 Jahre Sommerbearbeitung. Beirothen Kleestücken läßt sich füglich nichts auf er— haltene Sommerbearbeitung, da obiger End— zweck nicht, oder doch nicht sogleich dadurch erhalten wird, und das Feld sich nicht von selbst dabei reiniget, anrechnen. Es wäre denn, daß der gedachte Kleeacker 6 oder mehrere Jahre nach einander, die drei ersten Jahre Kleewuchs mit eingerechnet, zur erforderlichen Gras— wuchserzeugung ungestört ausgesetzt liegen geblieben wäre; als wo denn obige Anrechnung von 2 Jahren Sommerbearbeitung überhaupt ebenfalls Statt finden könnte. §. 282. Noch bemerkt man, daß durch den fesigesetzten Ge— brauch der Vieh- und künstlichen Düngerarten als Gäͤh⸗ rungs- und Temperatur erhöhende Mittel, die Som— merbearbeitung insbesondere ansehnliche Verstärkung erhalte. Diese Meinung wird man vorzüglich auffas sen, wenn man auf den verschiedenartigen, in Hinsicht& auf seine Folgen angewendeten, häufigen oder kärglichen Düngergebrauch Acht giebt. Diese bemerkten Fälle sind besonders der Düngergebrauch gleich nachdem die Gährungsfähigkeit durch den verneuerten Gras— wuchs wieder erhalten oder vermehrt wurde,(s.§. 116 und 251) eder auch, wo die Düngmasse überhaupt bald durch das Herbeischaffen der künstlichen Düngerarten zu diesem Behufe, bald durch käuflich erhaltenen Vieh⸗ dünger von auswärts in Menge herbeigeholt, oder selbst durch die Kulturverbesserungen häufig vermehrt erhal. ten wird. . V—.* 7—— 4 +I 4. 1. . 0˙ 4⁴ετππι½ + I 2. F. 6⁰0 Wo, wie bei der Dreifelderwirthschaft, der Dün— ger meist in die Braache gebracht und zu der dadurch beförderten Auflösung des Graswuchses und Verstär kung der Gährung angewendet wird, da nimmt die Som— merbearbeitung allerdings dadurch zu; nur freilich oft auf Kosten der stets wohl unterhaltenen Gährung und oft auch Erzeugung des Graswuchses: welches nicht im⸗ mer, und nur bei der§. 116 gemachten Ansnahme,(wo die Graswuchserzeugung ohnedem mehr als nöthig war, auch bereits Statt gehabt hat und die Verminderung der Neigung hierzu nach§. 23 eher nützlich als schädlich hier betrachtet werden muß,) so wie in dem weiterhin noch angeführten Falle als überall gut anempfohlen wor— den ist. In Hinsicht auf die vermehrte Anwendung des künstlichen und Viehdüngers gewinnt die Bearbeitung gleichfalls. Auch bei der Dreifelderwirthschaft bemerkt man es insbesondere, wie sehr dabei die Felder unter ähnlichen andern, die diesen Vortheil nicht besitzen, bei niedriger oder mittelmäßiger Temperatur sowohl, als bei der hohen, und unter einer feuchten, zum Gras— wuchs geneigten Atmosphäre gleichfalls, eben so wie in einer guten und sonnigt freien trocknen Lage dadurch in ihrer Fruchtbarkeit sich auszeichnen? und welches Ue— bergewicht die Sommerbearbeitung oft durch viel und mancherlei Düngerarten erhalte? Besonders befördern die künstlichen Düngerarten, Kalk, Sand u. s. w. diese Wirkung bei der zugleich durch sie bewirkten Tempe— raturerhöhung; wobei alsdenn auch jederzeit die An⸗ 0. 61 wendung gleich nach wieder erhaltener Gährungsfähig⸗ keit um desto zweckmäßiger seyn wird. Am wirksamsten ist aber dieser Dünger in dieser Hinsicht, wo der Acker in einem hohen Grade von Gäh— rung, bei vollkommen gut eingerichteter und dem Lokale angemessener Kultur sich befindet. Bei der Dreifelderwirthschaft läßt sich jedoch in der deßhalb erforderlichen, Ver— hältniß-Berechnung, da die Düngermenge, nach Beschaffenheit des Bodens in Beziehung auf die Kul⸗ tur und hier oft so verschiedene Hülfsmittel, zu oft ab⸗ wechselnd, selten aber beträchtlich seyn wird, üb er— haupt nichts Bestimmtes annehmen. Bei sehr gutem Boden, Marschlande, wo die Düngerhaufen, so wie die innern und äu⸗ ßern Hülfsmittel beträchtlicher und an— sehnlicher sind, und mit der durch die ein— geführte Kulturart, Temperatur des Saat⸗ ländes und Dammerde bestimmten großen Ghrungsthätigkeit in beständig gutem Verhältnisse steht, könnte jedoch aller— dings, und mit sehr gutem Grunde, etwas in der Bestimmung für die dadurch ver— starkte Sommerbearbeitung angenommen werden. Eben so wie bei der Koppelwirthschaft, wo wegen be— sonders vermehrten Graswuchses und ver⸗ mehrter Gahrungsfähigkeit die Wirkung alsdann auch sicher groß seyn muß, mit völ⸗ 0. V 72* *— 38 + 6³ ligem Rechte(in so fern der Dünger auf den aus dem Dreisch aufgerissenen Acker wirklich gebracht, und dann auch zu die⸗ sem besondern Schlage selbst vollkommen oder doch größtentheils zureichend befun⸗ den worden wäre) hier die Sommerbe— arbeitung eines von dem bei der Kultur— einrichtung befundenen und zur Regel ge⸗ wordenen, nach Vorschrift bestimmten Theilganzen ebenfalls zu Gute gerechnet werden kann. 5. Von dem nöthigen, verhältnißmäßigen An— bau der Pflanzen erster Klasse(s. g. 28.)/ der die Gährungsfähigkeit wieder ertheilenden Saaten, oder des in Rücksicht auf die Ver— mehrung der Gährung erregenden K räfte ver⸗ bessernden Graswuchses überhaupt. §. 283. Die Abwechselung der die Gährungsfähigkeit durch erneuerten Graswuchs wieder ertheilenden Saaten und hierzu in der Folge als Gährungsmittel brauchbaren Pflanzen überhaupt mit den Saaten und Gräsern der 2ten Klasse, ist ein Hauptgrund zur richtigen und auf die Kenntniß der innern Einrichtungen in dem großen Haushalte der Natur gegründeten Behandlung zur Ver⸗ mehrung der Ackerfruchtbarkeit; wie im ersten Theile dieser Schrift von der natürlichen Bestimmung des I— 6³ f Graswuchses, insbesondre aber von den Eigenschaften der Gäͤhrung erregenden Kraft der Dammerde und ihrer An⸗ wendung weitläuftig gezeigt und wiederholt erörtert worden ist. Der zweckmäßige Anbau der als Grund⸗ lage hierzu dienenden, die Gährung verstärkenden und verbessernden Saaten und Pflanzen, oder des die Gährungsfähigkeit nach sich zurücklassenden Graswuch⸗ ses überhaupt, trägt zu diesem Endzwecke augenschein— lich und in der Hauptsache das meiste bei: wie wohl von keinem mit der Temperaturwirkung nun näher be⸗ kannten, unbefangenen Sachverständigen jetzt geleug⸗ net werden dürfte. §. 284. Die auf die Temperaturkenntniß gegründete, so⸗ wohl auf Erhöhung als auch auf Mäßigung der Tem— peratur, und überhaupt nach der Natur des Bodens und den übrig vorkommenden Umständen gemäß abge⸗ messene Eintheilung der Felder, Saatenfolge und übri⸗ ge zweckmäßige Behandlung wird stets den vollwichtigsten Beweis einer wohl eingerichteten Kultur und eines auch theoretisch vervollkommneten Ackerbaues, so weit die— ser mit allen übrigen äußern Verhältnissen nur zu ver⸗ einigen und ausführbar ist, ablegen. Selbst der geringe Acker, sowol der, der eine hohe Temperatur hat, ohne die dazu nöthige Damm⸗ erde zu besitzen, als auch der, welcher eine zu niedrige Temperatur hat, wird bei dieser zweckmäßigern Behand⸗ lung, und dadurch bewirkten Vermehrung oder Verstär⸗ . * 8½ 44 I. +ν ö 41 41— ——.—— — 0 +/½ 6⁴ kung des Graswuchses und der wirksamen Gährung er⸗ regenden Kraft insbesondre(wenn auch gleich der An— sang oft sehr schwürig werden sollte), dennoch bei fort— gesetzt gründlicher Behandlung und durch den bei zu— länglicher Viehhaltung daraus nothwendig folgenden Düngerzuwachs verbessert, dem fruchtbaren Lande aber im Ertrage mehr genähert. Dieß geschieht, wenn durch die oft wiederholte Gahrungsfähigkeit die Sum— me der Gährungsmittel, die Gährung erregende Kraft, Dammerde und Dünger immer mehr zunehmen: wenn der, die auflösbaren Grastheile und selbst dadurch die geringe Dammerde(ob zwar letztere nur bei hoher Tem⸗ peratur) aufzehrenden Saaten, so wie es mit einer guten Kultur besonders verträglich wird, wenigerals bisher, und sie also eingeschränkter werden: wenn ferner der Acker bei der nöthigen Temperaturmäßigung mit der Bearbeitung einige oder mehrere Jahre verschont bleibt,(wie§. 70. angeführt ist,§. 63. aber der Fall, wo diese Maaßre⸗ gel wirklich eintreten soll, ausdrücklich bestimmt wor— den) bei mehr niedriger Temperatur aber eben so, wie in jenem Falle, die Vermehrung auflösbarer Gras— theile überhaupt zwar, jedoch die, durch richtig angewen— dete oder vermehrte Sommerbearbeitung erfolgte Zunah⸗ me der Gährungsthätigkeit besonders betrieben werden wird, die in dieser Rücksicht verbessernden Früchte durch richtige Anwendung des dadurch vermehrten und zugleich verbesserten Düngers immer mehr zur Vollkommenhelt gebracht werden werden: hauptsächlich aber wenn der Graswuchs so oft und kräftig erneuert wird, als Temperatur des Erdreichs, mit B 63 bessen besonders vorgefundenen, mehr an— wendbar gemachten Hülfsmittel, und die nicht ohne Grund Statt gehabte Ausfüh⸗ rung es nur immer erlauben wollen. Die Gährung wird bei der gewöhnlichen Behandlung noch immer zu wenig und zwar nicht richtig und gründlich verstärkt, welches ein dabei vorkommender Haupt⸗ fehler ist. §. 285. Einiges Besondre über die Eigenschaften des Graswuchses in Rücksicht auf ihren Gebrauch noch nachzuholen, dürfte vorher hier noch erforderlich seyn; so oft auch nehmlich schon des natürlichen und künstlichen Graswuchses, ohne darüber eine nähere und besonders in Rücksicht auf die Kulturverhältnisse selbst bestimm— tere Erklärung gegeben zu haben, gedacht worden. Dieser beträchtliche Unterschied in der Anwendung der Graswuchserzeugung nun, welche bald durch den natürlichen Graswuchs, bald aber wieder durch den künstlichen vorzüglich bewirkt zu werden, gesucht wird, muß um so mehr hier bemerklich gemacht werden, als offenbar dadurch die Wirthschaftsmethode in zwei in der Ausübung hauptsächlich von einander abgeson— derte Zweige der Kulturbehandlung von selbst sich abtheilt. §. 286. Bei der vollkommnern Art der Anwendung des natürlichen Graswuchses, nehmlich in der Koppel⸗ V Zweiter Theil.— 2 0 V. +. 10 0 + I ö 4 1.00 „ ꝗ 77** 653 ea +. 1. 2- W. s hu 66 . N 7 AE oder Schlagwirthschaft, bleibt dieß vornehmste Ge— schäft der wieder zu erlangenden Gährungsfähigkeit der Natur in der Regel allein überlassen. Die durch die— sen erneuerten Graswuchs nach 3 bis 4 oder mehrern Jahren wieder erhaltene, zur Fruchtbarkeit so sehr bei— tragende Gährungsfähigkeit und wieder erlangte Kraft, die Gährung fortsetzen zu können, wird nach§. 81. dann hier besonders herbeigeschaft. Der Boden, die Dammer— de, die Atmosphäre und Temperatur geben zu dieser Fruchtbarkeit mehr oder weniger gelegentliche Ursache. Wenn das Erdreich schlecht oder nur bloßer Sand, der Dammerde-Antheil geringe, die Atmosphäre mehr trocken als feucht, die Kultur den wahren Lokalver— hältnissen nicht angemessen ist, wohl gar die Regeln der Temperatur⸗Erhöhung den bisherigen Ackerbaugrund— sätzen gemäß da in Ausüͤbung gebracht sind, wo doch die Vorschriften der Temperaturmäßigung in der Anwen— dung statt sinden sollten, und wenn die Feldtemperatur da— her über die Gebühr hoch ist; so wirkt die Natur nach §. 75, 79, 80, g1 und 145. auch nur schwach, theils gar nicht, theils überläßt sie diese Verrichtung den geringern Grasarten. Diese jetzt hier immer angewandte Methode könnte man zum Unterschiede von der§. 5. schon gedach— ten, natürlichen Fruchtbärkeit, die, wegen ihrer fernern Anwendung, vornehmlich als Hülfsmittel der Kultur betrachtet werden kann, die fortgesetzte natürliche Fruchtbarkeit nennen. Sie gründet sich vorzüglich auf die durch die Verschiedenheit in der Temperatur und schon längst in der frühern Zeitperiode veranlaßte und zentstandene Dammerde, und noch jetzt so, ohne Aban⸗ ——— ann met⸗ ieser ache. der nehr ver⸗ 6² derung fortdauernde Anwendung dieses Hülfsmittels. Braachen jeder Art, die einjäͤhrigen sowohl, als die mehrjährigen, und die aus dem Dreisch aufgerissenen und erhaltenen Neubrüche haben zu dieser bisherigen Erhaltung stets beigetragen, und sind auch fortdauernd immer dabei nöthig. Diese Fruchtbarkeit kann aber auch ihrer so großen in der Natur befindlichen Verschie— denheit nach, von dem Grade an, wo die natürlich sich selbst überlassene oder so sortgesetzte Fruchtbärkeit nichts weiter zu bewirken vermochte, durch alle Mittel, die die(besonders da, wo die Natur allein nicht dazu hin⸗ reichend war) beförderte Graswuchsvermehrung durch richtige Düngeranwendung, die nöthige Mäßigung der Temperatur und die theoretisch richtigere Ackerkultur vorschreiben, vermehrt werden. Diese könnte man, in — fern man dabei ganz von dem natürlichen, sich selbst iberlassenen Graswuchse in der Ausu 9136 a abstrahirt nu die fortgesetzte künstliche Fruchtbärkeit nennen. Ihre Grenzen sind eben so wenig, als bei der natürlich fortgesetzten Fruchtbarkeit, da das Lokale auch hier entscheidet, bestimmt anzugeben. Erstere, die fortgesetzte natürliche Fruchtbarkeit ist das auf die Grundlage der Natur in ihren verschiedenen Abwechse⸗ lungen allein gebaute Kulturwerk, wobei auch während ihrer fernern Fortsetzung nur stets zu dem natürlichen Graswuchse seine Zuflucht genommen wird. Die zweite aber ist die auf das Studium der Natur und die Grundlage der natürlichen Fruchtbarkeit weiter ge— baute, wohl gegründete, durch Fleiß, Nachdenken, Reichthum und aus diesen stets mehr fließenden gesell⸗ 2 7„ 4 2 al IP, *. +.*0 ̃ñ. + — 4 3—5 2 22—— 4 ν A 0 V. 2228 4 744 2— 66 schaftlichen Vortheilen, Umständen, Begünstigung des verbesserten Ackerbaues und durch reichlichen Er— werb bewirkte Verbesserung. Diese zweite Fruchtbar— keit nimmt vorzüglich den künstlichen Futteranbau zu Hülfe, errichtet darauf das Gebäude der immer mehr ö 4 2 0 hmenden Gährung und ihrer durch Graswuchs ö 1. 6 4 F& zunehmen hrung un 9 ch ch und Viehdünger vermehrten Hülfsmittel. Selbst in geringem Lande hat sie ihre, da am meisten an— wendbare, Vortrefflichkeit bewiesen; ob sie gleich hier nicht allein mehr Zeit; sondern vielleicht auch, und noch mehr Unterstüßung, Aufwand und große Hüͤlfs⸗ mittel bedarf. §. 287. Die künstlich fortgesetzte Fruchtbarkeit ist uns be⸗ sonders auch bei dem Garten- und Gemüsebaue be— kannt. Sie verbessert die Naturmängel selbst mit mehr Kraft, als der Natur ohne diese Hülfsmittel der Tem— peratur noch zu Gebote stehn, und wo möglich in weit kürzerer Zeit. Sie sucht die Lucke, die die natür— liche Fruchtbarkeit gelassen hatte, immer mehr aus zu⸗ füllen, indem diese in der frühern Zeitperiode und bei Veranlassungen dazu, die jetzt in neuern Zeiten nie so günstig wieder eintreten oder Statt haben können, we— der eine Dammerde zu erzeugen im Stande war, noch die natürliche Fruchtbarkeit selbst durch die Graswuchs— erzeugung einzuleiten, und zu verbessern vermocht hatte. Ein Umstand, der aller Kulturverbesserung durch die natürlich fortgesetzte Fruchtbarkeit, wenn die künstliche nicht dazu zuerst den Weg ebnet, immer im Wege ste⸗ —————————— IJ—— 69 hen wird. Nur in dem Falle würde diesemnach, wenn die künstliche Fruchtbarkeit vorangegangen, auch die natürlich fortgesetzte alsdann, wenn man ihrer bei die— ser hohen Temperatur anders bedürftig wäre, mit desto größerm. Vortheile zu Hülfe genommen werden können. . 288 Dieses wären also die oben§. 285. gedachte, in 2 Hauptzweige abgetheilte, ursprünglich besondern Me⸗ thoden in der Feldbaubehandlung; Die, bei der An⸗ wendung in der Kultur, ferner fortgesetzte natürliche Graswuchserzeugung zur Beförderung der dadurch zu unterhaltenden Gährung, und ferner welche, Anwen⸗ dung des kunstlichen Graswuchses, Anbau der besten Futterkräuter und Pflanzen, allein auf den Grund der durch die natürliche Graswuchserzeugung in dessen frü— hern Entstehungsperiode erhaltenen, zu gleichem Zwecke erbauten, oder auch wohl ose verminderten Ackerfrucht⸗ barkeit beruht. Hieraus zu urtheilen, könnte zwar füglich noch ein dritter Weg, der der gemischten und aus obigen beiden Arten zusammengesetzten Feldbau⸗Behandlung hier aufgestellt werden. Da auf diese gemischte Fruchtbarkeit aber, wegen ihrer so mannigfachen, unbeständigen und fast nicht zu berechnenden Abweichun⸗ gen, und ihrer in das Gebiet der Möglichkeit hinüber⸗ streifenden unzähligen Verschiedenheiten halber, theils der Deutlichkeit und Kürze, theils auch der festern Be— stimmung wegen wir uns hier nicht besonders einlassen können; so werde ich auch bei dieser einfachern und sinnlich anschaulichern zweifachen Eintheilung,(wonach ⁴⁴— see. 2 N.. —* 7*. A 2 Ve .. A 7 —*** 14*—— . A R . n Ee.*. Waun. V. 4⁰ ι& / 4.—.— +.*. 70 sich auch die zwei zur Uebersicht angehängten Tabellen richten werden) nur besonders verweilen. §. 289. Bei der Dreifelderwirthschaft nur ist es ebenfalls blos mehr auf eine unvollkommene Fortsetzung der Acker⸗ sruchtbarkeit durch Anwendung der natürlichen Gras⸗ wuchserzeugung abgesehen. Denn daß man verschie— dene Pflanzen und Saaten der ersten Klasse, z. B. etwas Kraut, Rüben, Kartoffeln, Lein, Erbsen u. s. w.(wovon die 2 letztern in Ansehung der Saaten⸗ folge noch die schicklichern sind) in der Braache er— bauet, kann in Ansehung des künstlichen Graswuchses im Grunde nicht viel bedeuten; da, durch die unzweck⸗ mäßige Saatenfolge Winterung da zu erbauen, wo Sömmerung eigentlich schicklicher wäre, das durch die vermehrte Sommerbearbeitung aller dings erhaltene Gute meistentheils alles wieder verdorben wird, zum Theil we⸗ gen gewöhnlichen Mangel aber an hinlänglicher Gährung erregender Kraft überhaupt von keinem Nutzen seyn kann. Selten wird eine Wintergetreidesaat aus die— sem Grunde, nach diesen Braachsrüchten, unter diesen Umständen und nur bei sehr gutem Lande, großer Gäh⸗ rungsthätigkeit, oder erwünschter trockner Witterung während der Wintersaat Bestellung und einige Zeit nachher, gut gedeihen.(s.§. 221 und 222.) Hingegen ist es bei der Englischen und vielleicht in dieser Hinsicht oft noch vorzüglichern Niederländi— schen Landwirthschaft(eemehr Braachen und Viehwei⸗ 1 +* 2 0 + llen 2 den dabei vermieden sind), besonders auf Anwendung der fortgesetzten künstlichen Fruchtbarkeit allein abgese— hen. Diese als vortrefflich allgemein anerkannten Wirthschaftsmethoden sind es nun, wodurch der Acker⸗ bau, vermittelst gleicher Begünstigung der Viehzucht sowohl, als des Getreideanbaues so hoch und präktisch ausgezeichnet, bei vollen vereinigten Kräften sich empor gehoben hat. Daß die fortgesetzte künstliche Frucht⸗ balkeit, wenn alle Umstände, Kulturkräfte und mit keinen Einschränkungen belasteter Anbau und Absatz des Getreides, vornehmlich aber der Handel des hierzu ungleich nöthigern Mastviehes, so wie alle andere Hülfsquellen hierzu anrathen, einen unleugbaren Vor⸗ zug habe, ist dadurch hinlänglich gewiß, und durch die darüber erlangten Erfahrungen vollkommen entschieden geblieben; ungeachtet ihrer Anwenobarkeit bei uns unter gerade entgegengesetzt günstigen Verhältnissen und Meinungen unübersteigliche Schwierigkeiten im Wege liegen. Diese würden vielleicht nur durch theoretisch richtigere Beurtheilung und reiflich vorangegangene Einsichten nach und nach, und, allen Hindernissen gleich— sam zum Trotz, zuweilen, jedoch, nach Lage der gegen⸗ wärtigen Sachen, nie allgemein gehoben werden können. Daß die Gährung erregende Kraft und dadurch die Gährungsthätigkeit aber alsdann immer größer wer— den müsse, wenn der Feldbau mehr durch künstliche Fruchtbarkeit,(d. h., wenn mehr Gährungsmittel, Grastheile und Düngkraft, als nach natürlich fortge— 2 4 setzten Graswuchs, der gewöhnlichen Behandlung ge— müß, je ihm zu Theil geworden wären, wirklich ihm zu Gebote stehn, und er zugleich immer mehr bei öfter er⸗ neuertem Graswuchse darin unterstützt und ermuntert wird,) in der angewandten Kulturfortsetzung bereichert sich finden werde; folgt schon aus der Natur des dabei beobachteten Verfahrens selbst. In welchem vorzügli⸗ chen Grade auch die kunstliche Fruchtbarkeit, so wie überhaupt, besonders aber bei leichten, trocknen, san— 8 7 4. digten Aeckern und Feldfluren, wo die überall so verän⸗ 95„derliche natürliche Fruchtbarkeit(s.§. 145.) nichts oder n Eece +i nur sehr geringe ist, oder i. r durch Noth⸗ mittel erhält(s.§. 265.)(wo alsdann immer eine Art ge⸗ mischter Behandlung eintreten könnte,) unentbehrlich und die Anwendung der Grundsätze von der Temperatur— mäßigung statt des bisherigen fehlerhaften und unstatt— haften Gebrauches der Temperatur⸗Erhöhung, bei der Landökonomie unumgänglich nothwendig und anwend⸗ bar seyn müsse, liegt dann deutlicher als je am Tage. §. 290. Die besondere Absicht, und Fleiß in Erzielung der den Graswuchs befördernden Pflanzen und Saaten würde zur Erreichung der künstlichen Fruchtbarkeit nach §. 261 und 2652. zuerst auf eine gute Auswahl vorzüg⸗ licher Futterpflanzen sehen. Sowohl in Rücksicht auf die wieder zu erhaltende oder zu verbessernde Gährungs⸗ sähigkeit zum vortheilhaften Anbaue und Abwechselung mit den sogenannten Getreidearten, als auch in Hin— sicht der dadurch zu vergrößernden Dungermenge, die 1— ... 0 f 1———.— 1 VJ. +.—* Aι π— V 0.„. „ V.„ 7 8 Af. + 2³ die natůͤrliche Folge und Seele der künstlichen Fruchtbar⸗ leit des dadurch verbesserten dLandbaues ist, und die beide gleich gut bei der Erhöͤhung, wie bei der Temperaturmä⸗ ßigung zu gebrauchen sind, wird diese Auswahl noth⸗ kostbare Geschenk der Natur, entweder von je her ge— fehlt, oder, nachher erst verloren gegangen, mangelt; um desto mehr muß, um das fehlende nach und nach immer mehr, wo möglich, zu ergänzen, darauf gese— hen und die Menge der Gährung erregenden Kraft wendig. Je mehr dem Lande die Dammerde, dieß ö durch geschickte Abwechselung und Saatenfolge den Grundsätzen der Temperaturmäßigung nach überhaupt und auf alle Weise gemäß vermehrt werden. H. 291. Jedoch wird es im Anfange der Ackerverbesserung besonders dienlich und rathsam seyn, hierin nicht wei— ter zu gehen, als man Kräfte dazu hat. Außerdem X 3 5 würde män sich die Feldverbesserung nicht nur ohne I.. Noth erschweren; sondern auch vielmehr gar dadurch 7. rückgängig machen. Wer z. B. bei großen Feld⸗ strecken und etwaniger Einführung der Englischen Vierfelder⸗Kultur schlechterdings sein Vorhaben in das eine Viertheil der Felder blos Rüben oder Kartoffeln zu bringen,(vielleicht bloß irriger von der bisherigen unrichtigen Bearbeitungstheorie noch nicht ganz gerei— nigter Ideen wegen) durchsetzen wollte: der würde nicht allein bei der Aerndte und Saat außerordentlich ins Gedräͤnge gerathen, sondern auch sich muthwillig Schaden zufügen, und sein ganzes Vorhaben wohl gar * 0 (* + 4— 7 — AV * 7. I. ——— 3—* ANn 7—5 X. 2ι 77 um so mehr aufgeben müssen, als die Unmöglichkeit in der Ausführung bei den uns weniger günstigen Ver— hältnissen und Klima einleuchtend ist, oder doch gar nicht so übereilt und leicht, vielmehr nur nach und nach mit sichern aber festen Fortschritten betrieben werden mag. Es wird daher im Ansange nothwendig, zu mehr und mit größerer Leichtigkeit anzubauenden Saaten, vorzüglich zu bald früher oder später reifenden Pflanzen, zu den Hülsenfrüchten, als Erbsen, Wicken, Linsen und Buchweitzen, oder den Oehl gebenden, z. B. Raps, Lein, Mohn, so wie zu mehrern Kraut- und Rüben— arten hier seine Zuflucht zu nehmen. Diese Saat⸗ und Erndtegeschäfte werden dadurch mehr gleich vertheilt, daher möglicher gemacht, und demungeachtet doch der Endzweck der vermehrten Gährunasfähigkeit, verbesser— ten Anwendung durch Wechsel und zunehmende Stärke der Gährungsmittel sehr wohl dabei erreicht. Schon die so oft abwechselnde Temperatur, Lage und Atmos— phäre könnten in unserm Klima dem Anbaue jener Pflanzen, wenn auch nicht bei der Saat, wohl aber bei der so lange Zeit dann erfordernden oder ersparten Erndtearbeit(welche das Verderben der eingesammelten Früchte bei veränderlicher Witterung nicht sowohl zu verhindern, als zu befördern im Stande seyn würden sehr in den Weg treten. Bei dem Ankauf des Viehes zur Mast würde es vielleicht jetzt an dem benöthigten oder wegen Mangels der zum Viehhandel erforderlichen Kapiralien, doch nicht in billigen Preisen zu erhalten— den magerem Viehe, so wie bei dem Verkaufe, wenn 7⁵ H W 8 64— auch die Mast selbst glücklich überstanden und' ohne Schaden vollbracht worden wäre, noch mehr an die Unko— ö sten nicht überall vergütenden Käufern fehlen. Es läßt sich daher auch nichts hier übereilen, oder wenn man dieses dennoch thun wollte, eine beinahe gewiß voraus zu sehende Täuschung oder Verlust, während man sich schon mit so großen Hoffnungen geschmeichelt hatte, si— cher erwarten. Selbst die Vortheile, die der Dünger⸗ gewinn dadurch auf den Feldbau äußern sollte, können dadurch außerordentlich verzögert, und je magerer die ö Felder vorher gewesen, und je mehr die Kulturumänderung⸗ noch neue, unbekannte Wege einschlagen muß, gar sehr zurückgehalten werden. 5. 292. Dem Landwirthe ist überhaupt daran gelegen, daß diejenigen Futterpflanzen, welche er, den Umständen. gemäß, um die Gährung dadurch theils mittelbar, 0 theils unmittelbar zu verstärken, für rathsam hält, al—.4. lein und ungehindert aufwachsen. Da man nun hier die Wahl hat, so müssen auch die Futterpflanzen vor allen andern ausgesucht werden, welche nachfolgende Vor— theile: daß sie allein und für sich stark genug aufwach— sen, wirklichen Ueberfluß an Graswuchs und gutem Fut⸗ ter zugleich erzeugen, und, wo sie nicht behackt und rein gehalten werden dürfen, die Kraft haben, das unter ihnen entstandene Unkraut während ihres vollendeten Wachsthums zu dämmen und zu unterdrücken, in sich vereinigen. Alle diese Bedingungen nun erfüllt der rothe Klee, und er übertrifst gewiß jede andere Pflanze. —— Der Anbau desselben beut sich daher auch bei einer mit⸗ telmäßigen Dammerde als einen der besten Auswege zu jenem Zwecke dar: er steht so einzeln in diesen seinen Vorzügen da, welche den hinlänglichen Beweis für seine Unentbehrlichkeit abgeben müssen. Man sieht mit seiner und andrer Gewächse erster Klasse Hülfe sich in den Stand gesetzt, den gewöhnlichen sonst unvermeid— lichen Fehler der Braache, wo im besten Falle nur we⸗ nig gutes und schlechtes Gras unter einander wächst, der Graswuchs dabei nur unzulänglich begünstigt, der Weide- und Futtervorrath ungemein kärglich besorgt ist,(ungeachtet der Endzweck der Gährungsfähigkeit zwar ebenfalls dabei wieder erhalten wird,) wo der baldigen Gährung durch die Bearbeitung entgegen gekom⸗ men, und bald aus Mangel an Gährungsthätigkeit und leicht auflösbaren Grastheilen, bald des Fehlers der Dammerde halber, der dabei übel eingerichteten Kul⸗ turbeschaffenheit, der Dürftigkeit und des Unkrauts wegen zu diesem Mittel geschritten werden muß, nach Um— ständen zu verbessern. Alle Gewächse und Pflan zen der ersten Klasse, die Hülsenfrüchte und andere, deren An— bau dem Lokale angepaßt, mit Nutzen verknüpft ist, können zu dieser nöthigen Abwechselung, in so fern die Temperatur des Bodens durch die Kultur, die fortgesetzte Sommerbearbeitung, und dadurch näher bestimmte wirk⸗ liche Gährung erregende Kraft, wo ihre vermehrte Wir— kung auf die Thätigkeit der Gährung, besonders in Rück— sicht auf die nachher in der Folge mit Vortheil anzubauen⸗ de Winter-oder Sommergetreidefrucht der Feldbehand⸗ lung zusagt, wenigstens dadurch beitragen, daß sie die ö ö 77 zur Gährung erforderliche Anregung, die der Dammer⸗ de mitgetheilt, und wobei die Nahrung der darauf folgenden Frucht verschafft werden soll, dem Acker hin⸗ ter sich zurücklassen. §. 293. Schon nach dem bereits§. 12. angegebenen Grund— satze läßt sich auf die hier näher aufzustellenden Ver— hältnisse in Ansehung der zur Gährung so viel beitra— genden Graswuchserzeugung, wie diese nach§. 28 3 er⸗ neuert und für die jedesmal darauf folgende Getreide— saat zurückgelassen werden müsse, eine bestimmt sichere duthmaßung treffen. Eben dieser§. 13. angenom⸗ mene Grundsatz bestimmt in dieser Hinsicht schon die Saatenfolge bei der künstlichen Fruchtbarkeit: wo als⸗ dann auch die§. 14. gemachte Ausnahme von selbst hin⸗ wegfällt. Nach verbesserter und richtig ausgeführter Feldkultur würde diese bei uns etwa folgendergestalt zu entwerfen seyn: nehmlich 1) Kartoffeln, oder bei höhe⸗ rer Temperatur Buchweitzen; und 2) nach diesen Gerste oder Hafer. Dabei wäre die Feldeintheilung in zwei gleiche Felder, obigem Grundsatze gemäß, alsdann be— stimmt worden. Es leidet keinen Zweifel, daß diese nach den Grundsätzen der Temperaturerhöhung über⸗ haupt, besonders aber bei Kartoffelnanbaue noch im— mer entworfene Kulturart, bei kleinen Ackeranbauern oft selbst in dem Temperaturmäßigungsfalle anwendbar, stets fortdauernd und bei sorgfältiger Düngersammlung gewiß nützlich seyn werde. . 75⁷ 4 —0 4⁴½— ——. 0 Nach diesen unumstößlichen Naturgesetzen würde nun auch hier die nöthige Verhältnißannahme bestimmt werden müssen. Dieser nach§. 12 meistentheils in gu— tem Lande und bei der nothigen Temperaturerhöhung vorzüglich anwendbare Grundsatz läßt uns die sichere und unbestreitbare Voraussetzung: daß obige Vor⸗ schrift, die im guten Lande schon billige Regel war, im geringern und schlechten Boden ebenfalls, und noch mehr bei der etwa nöthigen Temperaturmäßigung Rech— tens seyn müsse, mit Gewißheit annehmen. Daß eine Veränderung in dem Temperaturmäßigungsfalle, wenn das iegenlassen der Felder dadurch bewirkt wer— den kann, Statt finden müsse,‚ macht hierinn, ob zwar bei der Saatenfolge überhaupt selbst, keinen wesentli— chen Unterschied. Der Einwand und die Behauptung, die in Prari bei uns zum Grundsatz geworden zu seyn scheint, und die selbst mehrere ökonomische Schriftsteller angenom— men und sogar dringend empfohlen haben; daß nehm— lich durch den Anbau anderweitiger Saaten dem Ge— treidebau kein Land entzogen werden dürfe, streitet in 0 4.4.„ dieser Rücksicht offenbar gegen die Natur und ihre, die * E** n 4 ländliche Fruchtbarkeit befördernden Einrichtungen. Man kann, den bisher erläuterten Grundsätzen gemäß, dagegen sicher behaupten: daß, schon selbst der vielfäl⸗ tigen Erfahrung nach, dieser Sat nicht allein unzweck⸗ mäßig und mit nichts sich rechtfertigen lasse, sondern auch offenbar schädlich, und mit der dem Lokale, der — „ 2 tde mt 79 Natur und den verbesserten Grundsätzen angemessenen Behandlung(s.§. 25 3.) ganz im Widerspruche stehen würde. §. 294. Aus diesen Gründen würde sich zu richtiger Beför— derung und Verstärkung der Gährung nun von selbst folgern lassen: daß bei einer auf die Natur und ihre Erscheinungen nach richtigen Grundsätzen gebauten Feldkultur, die der Temperatur gemäß einzurichtende Abwech— selung und Saatenfolge so beschaffen seyn müsse, sdaß die Hälfte des in Kultur be— findlichen pfluggangigen Landes den Pflan— zen erster Klasse, oder auch dem Gras— wuchse überhaupt,(dem künstlichen oder natürli⸗ chen) allein gewidmet werde. Bei der Dreifelderwirthschaft bleibt die zu große Einschränkung des Graswuchses durch den häusigen Getreideanbau(welcher 2 Dritttheile des Ganzen, da— hingegen jener, der Graswuchs, nur alsdenn 1 Dritt— theil beträgt; ein Verhältniß, das vielleicht vor einigen“ Jahrhunderten den Umständen und übrigen Verhält⸗ nissen sehr gemäß, nur gerade jetzt nicht anpassend zu seyn scheint) selbst in den besten Böden ein Fehler. Zieht dieser auch gleich hier in diesem guten Boden selbst(wenn er überdieß durch die besondere Kultur des Kraut-Rüben— Flachs- und Erbsenbaues, in so fern der Getreidebau dadurch eingeschränkt worden ist, gewöhnlich dadurch 80 weniger nachtheilig gemacht und verbessert wird,) die mindesten schlimmen Folgen nach sich: so ist derselbe doch schon wegen Mangels an hinlänglicher Gährung im Widerspruche mit den einmal hier feststehenden Natur⸗ gesetzen. Es dient daher auch die Dreifelderkultur keines. wegs zu ihrer Entschuldigung; und es ist vielmehr bloß als Ausnahme von der Regel anzusehen, wenn hin und wieder beträchtliche Nebenhülfsmittel und die besonders natürliche Güte des Bodens, ihre Erscheinung zuwei— len zu cechtfertigen und zu bestärken scheinen. Solche Ausnahmen können indeß unmöglich jemals auf die Ab⸗ änderung jener allgemeinen Regel nur den mindesten Einfluß haben. §. 295. Ist die Temperatur hoch und die Damm— erde geringe, so muß nach den Grundsäaz⸗ zen der Temperaturmäßigung verfahren, und der dem Graswuchse einzuräumende Platz sogar über die Feldhälfte ausgedehnt werden. Derselbe Fall würde da entstehen müssen, wo im Gegentheil der durch die vermehrte Sommer bearbeitung nach§. 280 nicht zu behebende Nachtheil der durch zu niedrige Temperatur verminderten Gäh⸗ rungsthätigkeit, wenn dergleichen Grundstücke ih⸗ rer natürlichen Beschaffenheit, Lage und andern Um⸗ ständen nach nicht zu Wiesen brauchbarer wären, sich finden sollte. S‚PTP.. um iy ten, eudt schnt ichtn di E 10 fl Hih uttih nM. „ sih 8I Bei Anwendung der ersten Regel ist das Liegen⸗ lassen der Felder besonders anwendbar, und bei der letzten Regel ist offenbar das Gegentheil nöthig; wenn die Gährung erregende Kraft in einer kalten Gegend, oder auch nördlichem Klima, wo jene in diesem Falle sehr schwach, aber doch bald wirksam zu seyn aufhört, die gehörige Thätigkeit nach sich ziehen soll. Die Na— tur hat zwar überall hier durch mehr und reichlicher aus⸗ fallenden Graswuchs und mehr Dammerde, nach Be⸗ finden der Umstände, schon längst gesorgt; es gehört aber auch, wie§. 61., 74. und 183. bewiesen worden, eine vorsichtige Behandlung, und bei Anwendung des künstlichen Graswuchses auch die öftere Erneuerung da— zu, wenn die Gährung erregende Kraft mit fortgesetzt anhaltender Stärke auf die wirkliche Gährung wirken soll: indem die Anwendung des Graswuchses hier öftern Schwierigkeiten ausgesetzt ist, und was der Temperatur an sich fehlt, durch Verstärkung, oder wohl gar Verdoppe⸗ lung der jedesmaligen Gährungsfähigkeit ersetzt werden muß. Da auch hier die Gährung selten lange anhält, so wird der Ackerbau vorzüglich dadurch, daß der gege— bene Reitz, durch verneuerten Graswuchs zur Gährung stets unzulänglich, schwächer wird, oder wohl gar dieser etwanige bald vorübergehende Vortheil dem hier nicht selten häufigen Unkraute allein zu Gute kommt, bei der so niedrigen Temperatur und der gewöhnlichen Behand⸗ lung immer elender und mehr vernachlässigt; ungeach⸗ tet die gewöhnliche Theorie hier mit dem Braachsystem unstreitig anwendbarer, sogar gewissermaaßen nothwen— dig, wenn auch gleich mit weniger, und oft sehr gerin⸗ Zweiter Theil. 3 4——. 41.. U HHα α** 64 . —— 47 4 4.—— ISSE 82 gem Nutzen, als ohne diese niedrige und für den Acker— bau unvortheilhafte Temperatur sonst verknüpft ist. Bei der fortgesetzt natürlichen Gras— wuchsanwendung und der bekannten Kop— pelwirthschaft bleiben diese Verhältnisse, so wie überall bei einem zweckmäßigen Ak— kerbaue, dieselben. Durch die unter diesen Um⸗ ständen nothwenbig veränderte Saatenfolge, nach An— leitung der§., 14. schon gedachten Ausnahme, wird so wenig, wie bei Abänderungen, die die Grundsätze der Temperaturmäßigung etwa nach sich ziehen sollten, etwas geändert. Vielmehr ist auch alsdann die durch Erfahrung bewahrt gefundene Befolgung obi— ger Vorschriften immer mit Vortheilen verbunden gewesen. In Ansehung der Saatenfolge und dem Feldwechsel könnte man zwar der Koppel⸗ oder Schlägwirthschaft, bei ihrer in dem Temperaturerhö— hungsfalle etwa gebrauchten Anwendung zwar nach §9. 264. den Vorwurf machen: daß die dabei nicht oft genug befolgte Graswuchserneuerung bei so viele Jahre nach einander folgenden Dreischbraächen nicht zweckmä. ßig sey, und dabei so manchen Vortheil sowohl in der Graswuchserzeugung, als wirklich dadurch beförderten Gährung verloren gehe; dieser Vorwurf wird sich in— dessen leicht beheben lassen, wenn man erinnert, daß bei der Art des natürlich fortgesetzten Graswuchsgebrau— ches allein, dieser Umstand, wenn hinlängliche Wirkung darnach sich zeigen, und die Bearbeitung nicht über die Gebühr vermehrt werden soll, schwerlich abzuändern 43 seyn dürfte. Theils wegen der geringen Gras⸗ und Un⸗ krautarten, theils auch wegen der nach erneuertem natür— lichen Graswuchse allein ohne Bearbeitung nicht so möglichen Gährungsthätigkeit und Einflusses auf die fol⸗ gende Getreidesaat(s.§. 226.)g wo alsdenn zu viel un⸗ nütze Braachzeiten würden abgehalten werden müssen, sind obige Vortheile auch in Rücksicht auf den wirklich dadurch zu erreichenden Nutzen keineswegs ausführbar, noch in der That, so wie man es bei der künstlichen Fruchtbarkeit mit Recht verlangen und erwarten kann, zu erhalten. Auf den die Gährungsfähigkeit ver— bessernden Graswuchs könnte man daher, zur bessern Uebersicht beider Koppelwirth⸗ schaft, wenn das Feld a und mehrere Jah— re(welche bei fehlerhaften Ackertemperatur übrigens sehr nöthig seyn mögen) nach einander in dem Dreisch liegt, nur 3 Jahre, als so lange der natürliche Graswuchs bei guter gewöhnli— cher Ackertemperatur guten Fortgang als⸗ dann hat, zur Berechnung annehmen. Un⸗ ter diesen 4, dem natürlichen Graswuchse gewidmeten Jahren, bei irgend einer ge— wählten, und auf die fortgesetzte natürli— che Fruchtbarkeit gebauten Ackertempera— tur aber, dürften eben so viel Jahre, als der natürliche Graswuchs zur Frühjahrs— zeit Statt gehabt, in der Berechnung an— zunehmen seyn. a ——..——v AI 24.. N.. n I 4. 7 ö. 0—— 7⁴4——0 414— Bn 6 4 22. P. .— — 84 Bei rothen Kleestücken nehme man ebenfalls auf 1 Jahr Kleewuchs nur 1 Jahr Graswuchs, hingegen auf dreijäͤhri— gen Kleestand(da im Zten Jahre schon viel natür— liches Gras sich einfindet) zwei Graswuchsjahre zu dem dießfalsigen Ueberschlag an. Eben so würden auf z und mehr Jahre, mit Ein⸗ schluß der 3 ersten vollen Kleenutzungsjah⸗ re, überhaupt 4 Jahre für die dießfals erhaltene Graswuchsverbesserung ange⸗ rechnet werden können. 6. Von dem auf die Graswuchserzeugung und die dadurch und durch die Kultureinrichtung be— stimmte Masse von Gährung erregender Kraft (worüber die Düngermenge nach. 89. 0 und 249. die sichere Anzeige giebt,) gegründetem Verhältnisse des Getreideanbaues, oder der die auflösbaren Grastheile zur Nahrung bedür⸗ fenden Saaten zweiter Klasse.(S.§. 28.) 9. 296. Unstreitig war es weiser Zweck des allmächtigen Schöpfers der in der Natur bestimmten Ordnung der Din⸗ ge: daß alle Vegetabilien ihr Leben hindurch an einen Standort gebunden sind, daß sie, so wie die ebenfalls so viele NRahrung verlangenden Getreidearten und diejeni⸗ gen, welche ihr Daseyn und Unterhalt(so wie die fleisch— fressenden Thiere des Thierreichs) auf den Untergang 85 anderer Pflanzen gegründet haben, diese Nahrung au zen g 9 97 der Stelle erhalten; daß die faule Gährung oft so äus⸗ —2 1 serst langsam, nicht ohne neus dazu gegebene Veran⸗ ů00 lassung wirkt, und mit der Fäulniß und Gährung im hre Thierreiche in wenig oder gar keinen Vergleich zu stellen den ist; daß nur durch Graswuchserzeugung und dadurch ver⸗ ün. mehrte und erweiterte Gährung, und so anwendbare und ah mit dieser im genauesten Verhältniß stehende Düngmasse 1 die Ackerfruchtbarkeit zunehmen kann und mehr Ueber⸗ ö reste, als gewöhnlich, zur Dammerde zurückgelegt wer⸗ 65 den; daß die reichliche Nahrung des Getreides bald von diesen Umständen bald auch von der Saatensolge ab⸗ hängt: und daß vermittelst der vermehrten Gährungs⸗ di fähigkeit einem unfruchtbaren Boden sowohl aufgeholfen wird, als auch die Dammerde, wenn sie nicht anhaltend laft nach und nach muthwillig immer mehr zerstört wird, Ind(eine Sache, die sich oft nicht einmal mit vieler Mühe m und selbst nach einer langen Reihe von Jahren nicht be— die werkstelligen läßt) und bey einer durchaus hohen Acker⸗ temperatur und gewaltsamen unschicklichen Behandlung ö der Uebermacht zu weichen sich gezwungen sieht, jedesmal das Mittel bleibt, wodurch alle darauf folgende Pflan⸗ zen oder Gräser wieder neue Nahrung und gutes Gedei⸗ hen vorfinden. Wenn faule Gährung so schnell, wie 0 im Thierreiche hier wirkte; wie würde es alsdann um den Ackerbau aussehen, da fleisch⸗ und grasfressende — Thiere den Vortheil voraus erhalten haben, nicht wie die Vegetabilien, an einen Standort gefesselt zu seyn? 2 Ein guter Getreidebau verlängt daher, nächst sh einer, zufolge des§. 75. angemessenen genugsam ho⸗ ang ‚—— 4 u.. 70 ee, .H, 0 00— Ai. 86 hen Ackertemperatur und mehr trocknen als feuchten Atmosphäre, auch eine hinlängliche Dammerde und genugsame Gährung erregende Kraft, die auf die Dün⸗ gersammlung nach§. 25 3. einen hinreichend wirksamen Einfluß gehabt haben muß: wo alsdann, wenn der Dünger fehlte, zum Ersatz des Mangels an Gährung erregender Kraft, oder auch wegen hoher Temperatur und vielleicht auch der Dammerde halber bei bisher fehlerhaf⸗ ter und dem Lokale nicht angemessener Kulturbehand⸗ lung, diese Gährung erregende Kraft noch mehr Ausdeh⸗ nung in eben dem zuwachsenden Verhältnisse, als der fehlende Dünger die mehrere oder mindere Anzeige davon machte, erhalten sollte. Daher die Getreidesaat als⸗ dann, je mehr die Menge des auflösbaren Graswuch⸗ ses alsdann noch zu sehr dabei mitgenommen, die Gäh⸗ rung daher geschwächt, oder bei der künstlichen Frucht⸗ barkeit der Graswuchs, der Temperatur⸗Beschaffenheit gemäß, nicht oft genug erneuert und die Dammerde in deren Ermangelung nicht zureichend vermehrt und verbessert worden wäre, desto kleiner würde ausfallen müssen. Nicht bloß auf die Gährungsfähigkeit allein; sondern mehr noch auf die wirkliche Gährungsthätigkeit, besonders in dem Temperaturerhöhungsfalle, sollte als⸗ dann ebenfalls Rücksicht genommen seyn. §. 297. Zwar ist der Getreidebau in seiner Verbindung mit Viehzucht insgemein der Zweck jeder gut eingerich⸗ teten und einträͤglichen Landwirthschaft; alles Uebrige begreift die mehr oder minder vorzüglichen Mittel hier⸗ it, 87 zu in sich. Da aber der Getreidebau selbst ebenfalls, wie ich vorhin gedachte, nur als Mittel zu dem vor⸗ gesetzten Zwecke seiner Selbsterzielung und Vervoll— kommnung beiträgt: so kann man ihm, in dieser Rücksicht auf die in Ansehung der Ackerfruchtbarkeit ihm hierin zustehenden Vorzüge oder Schädlichkeit, indem die Gränzlinie seiner Ausdehnung nach h. 253. alsdann be⸗ stimmt wird, nur eine untergeordnete Stelle in der Reihe der Mittel zur Beförderung der Ackerfruchtbarkeit, (wozu er übrigens durch gelieferte Einstreu für die Düngersammlung besonders beiträgt) anweisen. Da— durch wird auch der Endzweck reichlicherer Aerndten bes⸗ ser erhalten, und das davon gewonnene Stroh dient doppelt, bald zu dieser vermehrten Aufsammlung des Düngers, bald auch zur Vergrößerung der sür Rind⸗ und Schafvieh nöthigen größtmöglichen Quan⸗ tität am Winterfutter: ungeachtet dieser Endzweck bei niedriger Ackertemperatur nie so leicht und sicher als bei der hohen und bei der gemäßigten, selbst bei durch⸗ aus verbesserter Kultur, erhalten werden kann. ᷓ. 298. Auf die richtige Saatenfolge und Abwechselung des Getreideanbaues mit dem Graswuchse oder den die Gährungsfähigkeit wieder ertheilenden Pflanzen kommt sehr viel an, und zwar sowohl in dem Falle der nöthig zu bezweckenden Temperaturerhöhung, als auch der nothwendigen Behandlung nach den Grundsätzen der Temperaturmäßigung. In dem ersten Falle wird diese 2 eenA 285 wegen oft unterbrochener und nur kurzer Gährung noch ö nöthiger als in dem letztern, wo die Gährung leichter N. sich forthilft und auch länger auszuhalten pflegt. Die— — — ser Fall bleibt immer derselbe, wenn nehmlich alle übri⸗ ö gen Umstände gleich sind; sowohl bei Anwendung des sortgesetzten natürlichen Graswuchses und der dann er— haltenen natürlichen Ackerfruchtbarkeit, als auch bei Anwendung der künstlichen Fruchtbarkeit und ihrer da— durch erreichten Vortheile. x §. 299. Bei dieser Saatenfolge ist überhaupt eine auf Er⸗ 7/ 27 + fahrung und theoretisch berichtigte Ackerbau⸗Grundsätze „E gebaute, gesunde Urtheilskraft nothwendig; nach wel— +. 1—. cher der Ackerwirth jederzeit anzugeben verstehen wird: I.* wie und was die Temperatur des Klimas, der Atmos. —3—7 A. i phäre und Lage, so wie die seines Bodens eigentlich fordern oder verlangen? um sowohl die nöthige Vor⸗ bereitung, die der Saat längere oder kürzere Zeit voran⸗ ö gehn, als auch oft während ihres ersten Wachsthumes nachfolgen muß, nach der jedesmaligen Temperaturbe— schaffenheit und dem Grade von Gährung, beförderten Unterhaltung derselben und zur rechten Zeit erfolgten ͤ‚ Gährungsthätigkeit vorher bestimmen zu können. Da— bei muß aber dennoch der Ackerwirth immer richtig ein⸗ ů sehen und vorher beurtheilen: ob diese Gährungsthätig⸗ ö keit wegen zu niedriger Ackertemperatur mehr als ge— wöhnliche Hülfsmittel und Porbereitung zuvor verlan⸗ ge oder nicht? oder ob Klima, Lage und Temperatur J 5 ö, f. 675. 4— 74 4 5*———— 3 1755— 4 + +— 6.— H.& 0 0 0 — L—.——— 89 bei zweckmäßig und richtig berechneter Kultur diese schon von selbst bewirken: oder ob das Erdreich bei hoher Temperatur und dieser nicht angemessener Feldwirth⸗ schaft, in der That an Graswuchs arm, für gute Ab— wechselung, also für die Erzeugung desselben und die da⸗ durch erreichte Gährungsfähigkeit desto mehr und zuerst zu sorgen habe? Temperaturkenntniß und richtige Be⸗ urtheilung seines Bodens und der ihm eigenen, durch die Kultur beigebrachten oder natürlichen Kräfte aus der vorangegangenen Erfahrung oder gründlichen Unter⸗ suchung, muß den Ackerwirth hier auf alle Fälle den bloßen Schein von der Wirklichkeit und Wahrheit un— terscheiden lehren. Er muß sich darin von dem gemei⸗ nen Landmanne auszeichnen, der,— wenn zufällige Um⸗ stände oder die Temperatur bei guter vorhergegangener trockner Witterung und vieler Sonne in und während der Zeit der Bearbeitung zur Saat sowohl, als nach— her bei weiter fortgesetzten gutem Wachsthum der Feld— früchte, den Fleiß desselben mehr, als seine Einsichten in Ansehung der wirklichen Ackerbaubehandlung verdienten, einmal gut belohnt hat, sich fest einbildet, sein Acker so wie seine Behandlung, sey in dem ganz unverbesserli— chen Zustande: wenn seine Feldwirthschaft auch nach solchen, der Natur zuwider laufenden und zerstörenden Grundsätzen eingerichtet wäre, daß der Acker unmöglich hinlängliche Gährungsfähigkeit und Kräfte zu nur mittelmäßigen Erndten übrig behalten; und allein die übrig bleibende, der Temperatur-Beschaffenheit nach vielleicht nicht ganz zu verwüstende Dammerde die Frucht⸗ barkeit nur einigermaßen noch unterhält: der ferner 9⁰ ebenfalls, wenn er auf eine, die Gährungsfähigkeit hinlänglich erzeugende Pflanze, statt einer hier sehr an⸗ wendbaren Sommersaat, Winterkorn,(welches bei dem völligem Widerspruche der Temperatur und bishe⸗ rigen Kultur und bei zu gelegener Zeit früh genug zu be— wirkend möglich gewesenen Gährungsthätigkeit schlech— terdings, sogar bei übrigens reicher Dammerde nicht, gerathen konnte) gesäet hat,— behauptet, daß obige vorangegangene Pflanze den Acker aussauge, wenn sie auch einen noch so großen Beitrag zur Graswuchser⸗ zeugung und Vermehrung der Gährung erregenden Kraft insbesondre wirklich geliefert hätte. Diesem zu Folge liegt hier der Fehler allein an der theoretisch mangelhaf⸗ ten Kenntniß des Ackerbaues, und darin daß der Land⸗ wirth die eintretenden Fälle von der jedesmaligen Gäh⸗ rungsthätigkeit und unter welchen Bedingungen diese möglich oder nicht möglich ist, nicht gehörig zu unter⸗ scheiden weiß. Sollten auch aus Versehen, Ueberei— lung, oder wegen widrig einfallender Witterung zur ungelegenen Zeit dergleichen dem Ganzen allezeit nach⸗ theilige Lucken in der Ackerfruchtbarkeit wirklich entstan⸗ den seyn; so werden diese durch eine zukünftig verbes— serte Saatenfolge und nie zu vernachlässigende Vorsicht in der Verfahrungsart sehr wohl und leichter vermieden werden können. Der wahre und mit pünktlicher Ein⸗ sicht zum Werke schreitende Landwirth handelt jeder zeit nach wohl überlegten, auf das Lokale anwendbaren, auch theoretisch fest stehenden Naturgesetzen, nicht aber auf bloßes Gerathewohl oder dem äußern Scheine oder der bloßen Gewohnheit nach. igkeit ah⸗ bei e⸗ bes fik⸗ erel⸗ 9¹ J. 300. Bei dieser gehörigen, auch theoretisch berichtigten Sachkenntniß werden alle aus unrichtiger Beurtheilung, wenn alle hieher gehörigen Umstände vorher nicht reif— lich genug erwogen worden wären, entstandene Fehler vermindert oder gehoben werden können; in so fern die Hindernisse nur nicht etwa die Möglichkeit bei ganz undankbarem, in beide Extreme der Temperatur hinüber ausschweifenden Lande, das Vermögen und die Kräfte, so wie die freie Willkühr von den erhaltenen Vortheilen Gebrauch zu machen, und den daraus wirk⸗ lich zu erhaltenden Nutzen bei etwanigen Mangel an Ab⸗ satz und Anwehr der Produkte, überschreiten. In vielen Fallen geschieht dieß freilich erst nach und nach mit der Zeit, mit Kosten und Anstrengung; wie z. B. bei der nö— thigen Temperaturmäßigung oder bei gänzlichem Mangel an Dammerde der Fall seyn wird. Bei der nöthigen Temperaturerhöhung aber kann die Anwendung künstli⸗ cher Düngerarten(wenn der Acker nach§. 196. nur erst hinlänglich ausgetrocknet worden) sehr dazu behülf— lich seyn. Auch das§. 22 1. angegebene Mittel gleich nach verbessernden Braachfrüchten die die Gährungs⸗ thätigkeit mehr befördernde Sömmerung,(die ohne— dem aus diesem Grunde nach Winterung bei der Drei— selderwirthschaft jedesmal folgt), statt einer Winterge⸗ treidefrucht folgen zu lassen, ist hier zweckmäßig. Oder statt Winterroggen säe man bei hinlänglicher Damm— erde, wenn die Erregung der Gährungsthätigkeit nicht so sehr schwierig und das Land durch gute Kultur und Temperatur an sich schon fruchtbar genug ist— Win⸗ —¶ y⸗ ˖yeeseTRTRTöw᷑òßẽʃ;&˖&˖?-TITAWAã:Tͤf5³RTRAA + 4 44—*. 4 —.— CHα 3— + A. . 5 V 92 terweitzen. Es ist bekannt, daß diese Frucht viel später als jene in Halmen aufschießt. Die beste Zeit der durch die wärmere Jahreszeit erhöhten Temperatur und dadurch vermehrten Gährungsthätigkeit sollte vielleicht noch kommen, unterdessen Winterroggen schwächliche oder nur wenig starke Halme austrieb; der Weitzen aber indessen den Vortheil der spätern, wärmern Jah— reszeit und dadurch verstärkten Gährung zu nutzen wußte, und mit mehr gesammelter Kraft später viele und reichliche Halmen und Aehren hervorbrachte. Ohne Zweisel liegt hierin auch der Grund, weßhalb Winter— weitzen in feuchten schweren Böden überhaupt besser als Roggen geräth. Und eben so bedient man sich um⸗ gekehrt, aus demselben(vielleicht nur gerade hier et— was paradox-erscheinenden) Grunde des Winterroggens statt des Winterweitzens, in überaus tragbarem natür⸗ lich guten Boden,(s. A. Youngs Reise durch Frank⸗ reich, Th. 2 Seite 63 u. 109.) wo die Gährung noch größer ist und man alsdann Gefahr läufen würde, daß der Weitzen lager werden könnte, lieber: in⸗ dem der frühere und dadurch oft schwächere Trieb des Winterroggens, die desto größere Fruchtbarkeit in An— sehung des Körnerertrags, vermittelst der alsdann zur rechten Zeit vergrößerten Gährungsthätigkeit unfehl⸗ bar bewirkt. §. 30r. Des Vortheils der vermehrten Gährung durch oft erneuerten Graswuchs, und dessen Einflusses auf die Zunahme der auflösbaren Gras-und Nahrungstheile spättr t der rund licht liche ihen Jah⸗ uten diele Hre nier. osser um. et⸗ ns küt, unk⸗ noch de, ix, 93 nach h. 284. wegen, soll die Abwechselung dafür sor⸗ gen: daß nur Getreide nach jedesmal vor— angegangener Graswuchserneurung, an⸗ gebauet werde. Der so ansehnliche Nutzen die— ser bei der Englischen Landwirthschaft, wo man es in richtiger Anwendung der nöthigen Gährungsmittel praktisch weiter als irgendwo gebracht hat, üblichen Verfahrungsart, deren Vortheile auf sichern, theore— tisch unumstößlichen, natürlichen Gründen, und daher, wie mancher wohl glauben dürfte, auf keinem bloßen Ungefähr beruhen, wird bei uns leider! nur noch gar nicht eingesehen und geachtet. Ist die Ausführung die⸗ ses Satzes durch richtige Saatenfolge nur irgend durch die Umstände begründet: so ist auch die Erreichung der dadurch zu erhaltenden Vortheile sicherer und gewisser. Wenn nach einer Erndte, wodurch das Feld in An⸗ sehung der verstärkten Gährung verbessert worden, nur eine einzige Erndte, die diese vermindert oder aussaugt und die Kraft benimmt, folgt; so kann, bei einer sol⸗ chen Behandlung, das Land auch unmöglich mager oder dürftig werden. Dieß ist zugleich die der Natur argemessenste Art und die Grundlage bei allen Saaten— folgen,(s.§. 12.) wovon schon§. 293. ein kleiner Be— weis aufgestellt und als Beispiel gegeben worden ist. Diese Ordnung in der Saatenfolge wird freilich nur bei Erhaltung oder An— wendung der künstlichen Fruchtbarkeit, nicht aber eben sowohl bei der natürlich fortge— setzten Fruchtbarkeit, oder in dem nöthigen PW, / A i —0 .. 2 94 Temperaturmäßigungsfalle überhaupt an⸗ wendbar seyn. Allein auch hier in diesen beiden letztern Fällen macht sie offenbar die Grundlage davon aus, und ihr Einfluß auf die Annahme in der Verhält⸗ nißbestimmung bei der deßhalb überhaupt festzusetzen⸗ den Getreideaussaat in Rücksicht auf das Ganze der Feldkultur, geht nach§. 293 und 294 dabei nicht ver⸗ loren. Daher auch jene etwanigen Abänderungen nur immer und allein in der Voraussetzung des auf obigen Satz gegründeten Verhältnisses und Beobachtung der bei dem Schlusse dieses gegenwärtigen Kapitels näher anzugebenden Bestimmung Statt finden können. §. 302. Die Abweichung von dieser zuerst gegebenen Re⸗ gel unter der zuletzt gemachten Bedingung wird oft um so mehr Statt finden müssen, je mehr die in kleine ver— vielfältigte Abtheilungen gebrachten Kulturanordnungen der so mannichfachen Verschiedenheit, in Ausübung bei der natürlich fortgesetzten, oder auch wohl gemischten Fruchtbarkeit und dem Zwecke gemäß, welchen der ein— sichtsvolle Ackerwirth wegen so verschiedener, den vor— kommenden Umständen und dem Lokale angemessener Abweichungen, noch zu erhalten suchen wird, anwend— bar gefunden werden. Steigt aber die Acker— eintheilungsnicht über 4 bis 6 Felder; so darf als Zwischenfrucht in der Saatenfol⸗ ge demungeachtet nur stets einmal Getrei— de(oder die§. 28. in der zwoten Klasse angegebenen Gräser) in der Regel gebauet werden. k an. heiden davon thalt⸗ chen⸗ der ver⸗ nur bigen der siher ehil 95 Bei Anwen dung der künstlichen Frucht— barkeit allein bleibt die§. 301. angegebene Vorschrift übrigens auf jeden Fall unver— ändert. §. 303. Diese Regeln gelten jedoch nur von den wirklichen se können offenbar an die. 301 gegebenen Regeln nicht .Ib Getreidearten. Pflanzen und Gewächse der ersten Klas./ gebunden seyn. Daher auch die Kohlarten, Kartof⸗. feln, Rüben, Möhren, Hülsenfrüchte und Oehlge⸗ wächse einigemal hintereinander noch jedes conventio⸗ nellen Kräften, Gebrauch, Nutzen, Bequemlichkeiten oder Absichten folgen können: jedoch, wie sich von selbst verstehen wird, nur immer mit Rücksicht auf die, in dem zten und aten Kapitel dieses Theils angegebe— nen Bestimmungen. Da diese den Boden bei beständig aufmerksamen Düngergewinn nicht entkräften, vielmehr die so oft nö⸗ thige Gährung dadurch verdoppelt oder vervielsältigt zurückbleibt; so wird, besonders auch bei niedriger Ak⸗ kertemperatur, die Verbesserung in Rücksicht auf die alsdann vermehrte Gährungsthätigkeit dadurch desto mehr befördert. §. 304. Je mehr Getreidesaaten hintereinander, ohne dazwischen eine, die Gährungsfähigkeit verbessernde Saat oder Braache einzuschieben, folgen; um desto un— — 4 . H, se** / 96 ergiebiger und geringfügiger fällt die Ackerkultur über⸗ haupt aus: indem der durch den verneuerten Gras— wuchs der Dammerde gegebene Reitz zur Gährung, durch die alsdann immer mehr und selbst alsdann oft in dem besten Boden nachlassende und stets schwächer sich zeigende Gährungsthätigkeit und Abnahme der zu einem * 1(guten Getreideanbaue erforderlichen Nahrungstheile, immer nachtheiliger sich äußert. Bei der durch die Kultureinrichtung bestehenden Anwendung der fortge⸗ * +s Hsetzten natürlichen Fruchtbarkeit, und in dem etwa nöthi⸗ — gen Temperaturmäßigungsfalle ist jedoch der Fehlereines 21.. ³ Al— +— s. 4—9— Theils(in so fern er durch das übrige Verhältniß der angenommenen Behandlung und Saatenfolge wieder verbessert oder unschädlicher gemacht wird,) zu entschul⸗ digen; indem er nicht allein bei der natürlichen Gras⸗ wuchsanwendung durchaus nöthig, sondern auch die hohe Temperatur die Gährung in dem letzten Falle selbst,(wenn für hinlänglichen Graswuchs nur einmal gesorgt ist,) hier schon länger aushalten macht. Allein bei zu niedriger Temperatur, wo die Gährung dennoch nicht verlängert werden kann, wird diese Einrichtung immer von nachtheiligen Folgen, die nur durch die Nothwendigkeit äußerlicher Verhältnisse und Umstände entschuldigt werden können, begleitet zu seyn pflegen. Selbst die Koppelwirthschaft wird alsdann oft Schwierigkeiten ausgesetzt bleiben; da besonders wegen der vorzüglichen natürlichen Neigung zur Graswuchser⸗ zeugung,(d. h. zu dem Unkraute) und zu geringfügiger, schwer, und nur durch besonders verstärkte Gährung und ber. Has⸗ lung, st in h Hem lile, die etge⸗ thi ines die lder hul⸗ las: 2⁴ Anwendung der hierzu erforderlichen Mittel, zu beför⸗ dernder Gährungsthätigkeit, die Ackerfruchtbarkeit auf diese Weise gar nicht so leicht vermehrt und verbessert werden kann. Ohne Rücksicht auf diese, der Temperaturbeschaf⸗ fenheit nach, durch das Lokale und die Kultur selbst mehr oder weniger schädlichen, oder auch wohl unschädlich ge⸗ machten Umstände ist im Allgemeinen die Bestellung und Saatenfolge, wo 2 Getreidesaaten auf einander folgen, schlechter, als die, wo nur eine mit dem Gras— wuchs oder den die Gährungsfähigkeit verbessernden Pflanzen abwechselt; wo s dergleichen Getreidesaa— ten die üblich eingerichtete oder festgesetzte Folge sind, elender, als wo nur 2 solche Saaten hinter einander gesäet zu werden pflegen u. s. w. Diese Nachtheile wür— den sich alsdann allerdings vergrößern, wenn hierzu eine an sich ganz verkehrte Behandlung hinzutrete, z. B. wenn in dem Temperaturerhöhungsfalle viel dergleichen Ge— treidesaaten nach einander folgten, in dem Temperatur— mäßigungsflle aber die diesem ohne natürliche und an— dere beträchtliche Hülfsmittel nicht angemessene, ganz entgegengesetzte Verfahrungsweise beobachtet werden wollte. In dem ersten Falle wird die niedrige Acker⸗ temperatur, je mehr es an Gährung erregender Kraft ge⸗ bricht, besonders schädlich. Die Erfahrung zeigt die Nachtheile hiervon in einem kalten Boden und feuchter Atmosphäre wohl immer; indem diese Abwechselung in der Saatenfolge alsdann oft gar nicht einmal thunlich, und bloß im umstehenden Falle bei der Koppelwirth⸗ Zweiter Theil. 6 98 schaft aussührbar ist. Bei hoher Ackertemperatur sind zwar oft hintereinander folgende Getreidesaaten mehr ausführbar, besonders alsdann, wenn die Behand⸗ lung mit den Grundsätzen der Temperaturmäßigung in der That übereinstimmt. Ist aber dieser begünstigende Umstand nicht vorhanden; so bleibt auch hier die oft nach einander wiederholte Getreideaussäat immer ein Mißbrauch der Temperatur, und die durch diese noch im⸗ mer möglich gemachte(wenn auch an sich äußerst gering⸗ fügige, geschwächte) Gährungsthätigkeit der Grund, warum die Dammerde(wenn es nicht durch die dann allerdings nothwendige Einrichtung im Ganzen des völ⸗ lig beendigten Kulturumschlages sich nachher verbessert,) allerdings immer mehr abnehmen, und die Ackerfrucht— barkeit vermindert werden muß. A. Young behauptet S. 130 Th. 2 seiner Reise durch Frankreich:„wiederholte entscheidende Versuche „haben bewiesen, daß 2 Getreideerndten nicht auf ein— „ander folgen müssen. Vielleicht(fährt er fort) lassen „sich einzelne Fälle vom Gegentheile anführen, aber „Ausnahmen zu machen ging in das Unendliche.“ Un⸗ endlich können diese Fälle wohl nur in der Ausübung, bei der natürlich fortgesetzten oder gemischten Fruchtbar— keit, nicht aber bei der künstlichen Fruchtbarkeit seyn; als wo alsdann gar keine Abänderung hierinn Statt sindet. Auch alsdenn, wenn es auf theoretisch⸗rich⸗ tige Grundsatze ankömmt, wird selbst in jenem Falle weiter keine Ungewißheit, die nicht bei genauer Ueber— legung nach den bisher angeführten Sätzen(die so viel S...........—— 99 ur sud als möglich deutlich anzugeben ich mich bemüht habe) mehe zu beheben wäre, ferner geduldet werden dürfen. Selbst hand. die richtige Behandlung in Ansehung des aten und zten *8 Kapitels folgt aus den hier aufgestellten Maximen ganz ihende natürlich. die oft ö er ein ö§. 305. ch im. Bei niedriger Ackertemperatur oder etwa feuchter gering. Atmosphäre, würde bei Nichtbeobachtung obiger Re— Hrund, geln der ganze Ackerertrag alsdann, wegen aller bereits e dann angemerkten Ursachen nicht allein nur geringfügig aus— sbil fallen, sondern auch die geringern Gras- und Unkraut⸗ sett) arten würden nach§. 36 immer mehr, wenn auch die rucht⸗ Bearbeitung an sich thätig genug wäre, überhand neh⸗ men. Diese verdrängen im feuchten Lande und bei den, dem natürlichen Graswuchse günstigern Umständen, das Reise Getreide: und der Acker von hoher Temperatur hat zwar Mesuche diesen Nachtheil(wie§. 265. beweisen kann), so lange uf ein⸗ er durch die Kultur nicht verbessert wird, nicht zu be— hssen fürchten; allein auch dieser wird dabei ebenfalls im— „aber mer geringer und zuletzt ganz ausgesogen. Das Uebel Un⸗ der wegen Mangels an Dammerde und Gährungsthätig— Iburg, keit stets fehlenden auflösbaren Grastheile, die bestän⸗ ichtbar⸗ dig und mit geringem Nutzen durch den Getreidebau sn; hinweggenommen werden, so wie alle andere, selbst Eint geringfügig scheinende Unfälle ziehen dann schlimme H.uih Folgen nach sich. Eben so verhält es sich auch bei der — niedrigen Temperatur, wo die Gährung durch die ge— NV N Nale e. 5, ringste üble und nasse Witterung unterdrückt wird, oder Uehe⸗ 14 auch ganz aufhört; welches die nothwendige Folge die. %—— 2 ——————..88 ———————=“===“.—— A + ·. A Re 100 ser Behandlung wird. Die Schäblichkeit dieser Fälle bei überhäufter Getreideaussaat wird bald und vorzüg⸗ lich durch die Temperatur, bald durch die Dammerde, die natürliche Güte oder Fehler des Bodens mehr oder weniger bestimmt. Selbst die Wirkung vieler, sonst brauchbaren Hülfsmittel(welche überall sonst einer ver— besserten Kultur zu Gute kommen, jeden Schaden ab— zuwenden und mehr zu verhüten suchen,) wird dabei oft ganz verhindert. Kleine trockne Ackerflecke, die hin und wieder bei der, diesen Grundsätzen entgegengesetzten Behandlung bestehen, beweisen dagegen im Ganzen hier nichts. Durch§. 91. und 92., desgleichen 306., werden diese Erscheinunngen vielmehr hinlänglich erklärt werden können. Diese bisher über den Getreidebau aufgestellten Grundsäͤtze bleiben daher auch stets, selbst in den besten „Boden, bei großem Reichthume an Graswuchs und Gährung, und bei genugsam hoher, vorzüglich ein— träglicher Temperatur unverändert. Ihre Unterlassung würde auch hier mit den weitern Fortschritten einer ver— besserten Ackerkultur nicht vereinbarlich, und der Rutzen alsdann verhältnißmäßig immer geringer bleiben. Daß dergleichen Felder sich selbst bei der gewöhnlichen Be— stellung bisher in ihrer Fruchtbarkeit erhielten, ist zwar ein Beweis ihrer natürlich großen Vortheile, leicht wie— der herzustellenden Gährungsfähigkeit, vortheilhaften Temperatur und weichen Dammerde, welche keinen Mangel an auflösbaren Grastheilen besorgen lassen . ——.. DE— Fäle orzüg⸗ lerde, roder sonst ver⸗ n ab⸗ ei oft der bii ndlung lichts. n diese werden stellten besten 5 und ch ein⸗ assung er ver⸗ Nuben Daß n Be⸗ st war chtwie⸗ ilhaste keimn 1⁰ 101 und wobei zugleich das System der Dreifelderwirth⸗ schaft, seinem zuerst erhaltenen Ursprunge gemäß, über⸗ all angemessener als sonst erschien; deßhalb aber immer kein Beweis des größt möglichsten Nutzens, welcher bei Naturgemäßerer Behandlung, Abwechselung und Saatenfolge durch sie erhalten werden könnte, und der mit der vermehrten Population nur irgend Schritt zu halten im Stande wäre. Der leicht auflösbare Gras⸗ wuchs wird zwar den Kräften des Landes gemäß hier nicht so sehr mitgenommen; indessen ist doch der Mangel des nicht oft genug erneuerten Graswuchses und zugleich hinlanglich erbauten Viehfutters, wobei die Gährung weniger lebhaft unterhalten wird, dem schwer auflösbaren Graswuchse(der Dammerde) die Veranlassung zur Mit⸗ theilung der Gäͤhrungsthätigkeit sehlt, vielleicht auch nicht einmal die Zeit dazu übrig bleibt. Diese dem Acker allemal schädlichen Nachtheile äußern sich nicht sowohl bei der zuerst auf die Braache folgenden Winterung, als vielmehr bei der aten nachfolgenden, der sogenann⸗ ten Sommerungsfrucht. Die Dammerde allein beför— dert nach§. 10. auf ihrer Seite noch das zeitherige gute Wachsthum,(deßgleichen siehe§. d. das noch weiter und ausführlicher hier Anwendbare.) Aus allen diesen Umständen zu urtheilen, und da die ganze Behandlung doch einmal wider obige, aus der Natur selbst abgeleitete Regeln verstößt, scheint es, selbst bei fleißiger und alsdenn hier mehr, als irgendwo anwendbarer, der zeitherigen Ackerbautheorie gemäßer Bearbeitung unmöglich, den Ueberschuß im Ertrage, R E 4/——— .V 102 den man den reinen Gewinn nennt, nur je zu erreichen, der dann herausgebracht werden dürfte, wenn die Gährungs⸗ thätigkeit bei richtigerer Saatenfolge vermehrt würde, die Gährung im Ganzen dabei zugleich stets Zuwachs erhielte, oft erneuert oder gestärkt würde, und die Damm— Verde, statt wohl gar zu verlieren, immer mehr gewön⸗ ne. Selbst bei der durch die Natur schon in frühern Zeiten besorgten reichlichen Zubuße und alles guten, durch die natürliche Güte der Dammerde beförderten Pflanzenwachsthums ungeachtet, werden die auflösba— ren Grastheile und die durch zu häufigen Getreidebau und übel beschaffene Saatenfolge verminderte Gäh⸗ rungsfähigkeit und Kraft zur Gährung immer unzu⸗ länglicher. So leicht sich die auflösbaren Grastheile, wie die Erfahrung lehrt, verschwenden lassen, und ein Acker seiner Gährungsfähigkeit beraubt und ausgesogen wird; so schwer geht dieß bei der Dammerde und nur bei hoher Temperatur und gewaltsamer Behandlung an. Ja, bei hinlänglich gemäßigter, oder mehr noch bei niedriger Temperatur, ist die Möglichkeit davon nicht einmal gedenkbar; je mehr die Natur überhaupt lang⸗ samer und nur im obigen Falle zur gänzlichen Auflösung mitwirkt. Ohne gewisse Ordnung und richtiges Ver— hältniß der Ausgabe mit der Einnahme, lassen sich in⸗ dessen ansehnliche Reichthümer verschwenden. Eben so ist es bei dem Feldbaue. Nur daß die Verschwendung hier, da sie von der Temperatur abhängt, mehrentheils unmöglich ist, wenigstens aber immer außerordentliche und lange anhaltende und immer geringer lohnende Mühe kostet. der ugs⸗ de, achs mm⸗ vön⸗ hern iten, erten osbar⸗ ebau Häh⸗ zu⸗ le, udein esogen nut gan. bei nicht lang⸗ sung Ver⸗ ch in⸗ ben so ndung niheils antliche chnende: 103 §. 306. Viele, in den Wirkungen der Natur unachtsame oder unerfahrne Wirthe scheinen besonders der sehr schädlichen falschen Meinung zugethan zu seyn, daß bei diesem überhäuften Getreideanbaue es nicht nöthig sey, auf irgend eine Art für den Graswuchs zu sorgen,(die zu beachtende Vorsicht ist h. 56 und 138 besonders em⸗ pfohlen worden,): wenn sie nur Dünger in hinlänglicher Menge zu ihrem Bedarfe vorräthig haben; alsdann glauben sie ihre Aecker mit Getreide alljährlich besaen zu können. Daß dieses(das Nachtheilige dieses Ver⸗ fahrens abgerechnet, wovon in dem Kapitel über richtige Düngeranwendung nähere Data enthalten sind,) unter obiger Bedingung, in Rücksicht des Düngers, jedoch nur immer bei genugsam hoher Ackertemperatur gesche⸗ hen könne, leidet keinen Zweifel. Selbst die§. 150. und 151. aufgestellten Sätze erklären diese Erscheinung und weisen darauf hin. Dieß kann aber immer noch keinen gültigen Beweis gegen den durch vielfältige Er⸗ sahrung aus der Natur selbst hergeleiteten und anerkann⸗ ten Nutzen der durch Graswuchs und Gährung ver⸗ mehrten Ackerfruchtbarkeit, welche die verbesserte Kultur— behandlung erheischt, ablegen; und daß demnach der Vortheil, der auf gedachte Weise obiger Behauptung ge⸗ mäß, zugleich erhalten wurde, auch immer wirklich so groß war, als er bei verbesserten Ackerbaugrundsätzen und der Natur dann weniger widersprechender, mehr angemessener Behandlung wohl hätte seyn können. Auf alle andere Aecker, die in dieser Lage in Absicht des Düngergewinns nicht sind, würde dieser vermeintliche — ————— —— ———— **.— ——— PPF 104 Beweis überhaupt aber nicht bezogen, und die daraus herfließende Folgerung für richtig anerkannt werden kön— nen; man müßte denn vorher das allerdings schwer auf⸗ lösbare Problem: wie der Dünger überall in so großer verhältnißmäßiger Menge ohne sonderliche Mühe, Vor⸗ kehrungen und obwaltende Umstände erhalten werden könne, aufgelöset haben. Wäre diese Auflösung nur irgend denkbar; so müßte auch nach. 157. dem Ackerbaue un⸗ streitig bald aufgeholfen werden können. Mir scheint in— dessen jjene Behauptung vielmehr eine Bestätigung des §. 15 1. angeführten irrigen Wahnes, und den Grund, wie die Düngerlehre der Behandlung nach richtigen Ak⸗ kerbaugrundsätzen und ihrer verbesserten Erfindung im— mer mehr, als selbst die bisherige unrichtige Bearbei— tungstheorie in dem Wege gewesen sey, zu enthalten. Ich brauche nicht erst zu erinnern, daß zur Ausführung obi— ger Behauptung überdieß, nächst der genugsamen hohen Ackertemperatur eine hinlängliche Dammerde, und auch noch wohl andere Hülfsmittel z. B. viel Wiesewachs und Hutung für das zu unterhaltende Vieh erfordert werden; außerdem entweder ein Mangel an Körnern eintreten, oder ein wenig täugliches, dickschäliges Korn erzeugt, auch häufiges Unkraut der längern Fortsetzung stets im Wege stehen würde. Die Erfahrung brachte so manchen Landwirth von dieser, der bisherigen Düngerlehre und Vorliebe dafür gemäß, vorgefaßten irrigen Meinung, und von dem Wahne, daß diese Behandlung und Ver— wendung des erhaltenen Düngergewinns ja ausführbar sey und Aufmerksamkeit verdiene, zurück: und dennoch gläubt man noch an die Gründlichkeit jenes behaupteten —R: Wraus kön⸗ auf⸗ großer Vur. erden gend e un⸗ nt in⸗ des rund, 1A⸗ in⸗ bei⸗ 0 bis hohen Hauch dund Iden; relen, ugt, im nchen und nung, Vet⸗ ührbar noch uptetat * 105 Satzes, die allen guten und bessern Grundsätzen gerade zu entgegen, so wie ihrer weitern Anwendung und Ver⸗ breitung im Wege seyn muß. Demungeachtet giebt es vielleicht kaum einen stär— kern und vollwichtigern Beweis gegen die gewöhnliche Theorie gegen die Düngerlehre und die bisherigen Bearbei⸗ tungsgrundsätze, mit einander verbunden, und dagegen daß beide, Düngung und Bearbeitung, allein zu einem gu⸗ ten Ackerbaue schon hinlänglich wären,— als eben das 2 eißgelingen dieser so oft, und unter günstigen Umstän— den wiederholten Erfahrung. Dieser werden selbst unsere neuen chemischen Ackerbauverständigen nach der§. 25. in der Anmerkung angeführten Rückertschen Behaup— tung nicht gründlich zu widersprechen vermögend seyn. . 287. Es ist ebenfalls unrichtig, mit einem sonst guten ökonomischen Schriftsteller(s. Gugenmus ökonomische Schriften S. 216) behaupten zu wollen: daß, wer Dünger genug habe, einerlei Frucht in einem und dem— selben Erdreiche bauen könne. Hier scheint allein die oft hintereinander wiederholte Rapssaat, welche man als öhlgebende Frucht, der bisherigen Erklärung, daß die Nahrungstheile der Pflanzen aus Oehl und Salz be— stände, zu Folge, aller Erfahrung entgegen, bisher für so schädlich und aussaugend hielt, obigen Verfasser zu einer grundlosen Vorstellung allein verführt und verlei— tet zu haben. Beinahe läuft diese Behauptung mit der vorher in dem letzten. angeführten auf eins hin⸗ 0 106 aus. Da aber aus H. 28. erhellet, daß Rapssaat kei⸗ neswegs unter die den Acker aussaugenden, vielmehr unter die, die Gährungsfähigkeit verbessernden Ge⸗ wächse zu zählen sey; so würde dieser Satz ebenfalls be⸗ richtigt, und allein auf die verbessernden Pflanzen 2ter Klasse(s.§. 364.) eingeschränkt werden müssen: in so fern nur nicht auch hier die Matur dieser Pflanzen ih⸗ nen, wie dieses bei einigen nicht immer der Fall zu seyn scheint, den mehrmals hinter einander solgenden Anbau in der That erlaubt. §. 308. Bei allen Abwechselungen des Getreidebaues mit dem Graswuchse überhaupt muß das, was§. 29—32, deßgleichen was§. 202. bis zu Ende des ersten Theils ausführlich bemerkt worden ist, hier nochmals empfohlen werden. Auch die besondern Eigenschaften der Pflanzen und Saaten verlangen die ihnen gebührende Rücksicht; nachdem nun einige zärtlicher sind, und mehr Gäh⸗ rung und auflösbare Grastheile, als die andern, oder einen höhern Temperaturgrad und Düngung, oder bald bloß tiefe Dammerde und feuchte Atmosphäre verlan⸗ gen. Vorzüglich verlängen die Getreidearten bekannt— lich viel Gährung, und viel durch diese unterhaltene zuge— 6 2„rheilte Nahrung. Die Ursache einer andern nöthig schei— 6 e—— nenden Veränderung in der Saatenfolge, besonders bei EIEV V den Getreidearten unter sich und in Ansehung ihrer den Acker aus zehrenden Eigenschaften, die sie alle ohne Unter— schied besitzen; oder die Ursache, daß irgend eine Art Win— ter⸗ oder Sommergetreide, besonders aber das letztere, nt⸗ He⸗ ei⸗ bei den ster Bin⸗ lelk, 107 dem Acker zuträglicher zu seyn scheint, liegt mehr in der Zeit und der Art der Feldbestellung, als in der bewirkten Umänderung selbst: wovon§. 220 und 221., theils auch im Aten Kapitel dieses Theils, als wo von den Vortheilen der Sommerbearbeitung bereits ausführlich und überhaupt geredet worden ist, hinlängliche Grün⸗ de angetroffen werden können. 8 §. 309. Die überall nicht ungewöhnliche Erscheinung von dem sogenannten Lagern oder Darniederlegen des Ge⸗ treides, welche nach§. 118. bisher einen und den an⸗ dern Ackerwirth in besonders reichem Lande sowohl, als in hoher Ackertemperatur oder Sandboden bei nicht richtiger Düngeranwendung verleitete, ein Vorurtheil gegen den Dünger und dessen Gebrauch in genugsamer Quantität aufzufassen, verdient noch besonders hier bemerkt zu werden. Ungeachtet dieses nach§. 112. an sich genugsam bekannte Vorgeben einen offenbaren Wi⸗ derspruch enthält; indem der eine Landwirth, wie in dem vorletzten h. gedacht wurde, mit Dünger alles ausrichten und sogar der Natur selbst und ihren Ein— richtungen entgegen handeln zu können glaubt; der an⸗ dre aber, eben so inkonsequent, sogar schädliche Folgen von der vermehrten Düngeranwendung(letz— terer offenbar in dem Temperaturerhöhungsfalle und bei niedriger, dem Unkraute besonders günstigen Temperatur, ersterer aber bei besserer und hinreichen⸗ der Ackertemperatur uberhaupt,) befürchtet: so ist 46.—— 7.4—⁰ 108 doch beider Meinung nichts weniger als gegründet, wie aus dem§. 118 und 30g. zu entnehmen seyn wird. In dem letztern Falle und bei sehr gutem oder durch eine mehr abgesondert gute Kultur fruchtbar gemachtem Lande, als wo das Lagern des Getreides den Umstand eines zufälligen Platzregens etwa abgerechnet, allein nur gedenkbar ist, zeigt das sogenannte Lagerwerden des Ge— treides, auch vielleicht, daß die Feldverbesserung sich noch nicht gehörig über das Ganze eines Guthes ver⸗ breitet und nur einige wenige Grundstücke(vielleicht bloß die nahen, mit dieser größern Gährungsthätigkeit nach§. 151. wenig oder gar nicht versehenen oder Man⸗ gel hieran erleidenden) verbreitet hat, auf denen das Getreide alsdann mit Körnerverluste sich lagert, und die demnach mit einem vorzüglichern Grade von Gäh⸗ rungsfähigkeit, die kein Verhältniß zu dem größern übrigen Felde hat, begünstigt worden sind. Der Grund davon bei der Dreifelderwirthschaft liegt in einer diesen kleinern Grundstücken besonders vortheilhaft gewesenen Kultur gewisser Braachfrüchte, z. B. des Krautes, Leins, Kartoffeln, Rüben u. s. w. und der dadurch vereinzelnten Aufhäufung der Gährung erregenden Kraft, die um des verbesserten Anbaues dieser Früchte willen diesen Grundstücken stets wieder zugewendet und nie ent— zogen worden war. Je mehr der Bau dieser Braach— früchte bei der bisherigen Kultur, vielleicht wegen Dün— germangels oder Fehler in der Düngeranwendung ein— geschränkt worden, um desto mehr wird auch die Zahl dieser besonders sehr fruchtbaren Grundstücke klein und unverhältnißmäßig ausfallen müssen. FF.I:‚.::.—4— 109 Auch kann der gedachte Umstand des Lagerwerdens bei zwar weniger gutem Lande, aber bei hoher Tempe— ratur und Dammerdemangel wohl daher entstanden seyn, wenn die durch jene besonders gute Kultur gehäufte Masse von Gährung erregender Kraft noch nicht hinläng⸗ lich zur Vermehrung der Dammerde zu wirken im Stande gewesen war; besonders dann, wenn die in der Braache hinzutretende Bearbeitung, nebst dem diese Auflösung noch mehr häufenden, zugleich aufgebrach⸗ ten Dünger, Pflanzennahrung in Menge, wodurch die Saat bei günstiger Witterung srech empor wuchs, vor⸗ räthig hielt und verschaffte; eine Sache, welche je— doch die bei dieser hohen Temperatur sicher nicht lang⸗ same Gährungsthätigkeit schon ohnehin selbst zweckmä⸗ ßiger vielleicht bewirkt haben würde. Da man indessen diesen Vortheil der bisherigen Bearbeitungstheorie ge— mäß durch die gewöhnlichen Braacharbeiten mehr zu erreichen gehofft hatte: so verursachte diese vielleicht nur zu sorgsame Vorbereitung, daß die Nahrung der Saat zwar Anfangs sehr reichlich ausfiel, nachher aber aus— Mangel an Dammerde verhältnißmäßig nicht genug Unterstützung bei der wärmern Jahreszeit erhielt; das Getreide däher zuletzt allerdings, theils aus Mangel an fernerem Unterhalte, theils wegen der zum fernern Wachsthum allemal nöthigen, die Temperatur dann auch nicht so gut mäßigenden, zu geringfügigen Damm⸗ erde sich dann niederlegen mußte: indem das Getreide zwar einen geilen Wuchs und Trieb, im Anfange aber keine weitere kräftige Unterstützung erhalten hatte. Doch trifft sich dieser Fall vielleicht seltner als der, wo im 4.. . I. +4½r4+. 4 Oi 04.— 110 reichen Lande, bei oben angeführten Umständen, wegen zu großen Andranges der Nahrung, bei nachher nicht hinlänglich erfolgter Temperatur-Unterstützung, durch eine Art von Indigestion derselbe Umstand eintritt. Daß die Temperatur in dem Erhöhungsfalle oft an dem Un— falle des Lagerwerdens Schuld habe, bemerkt man vor⸗ nehmlich, wenn bei vermehrter Anwendung der künst— lichen Düngmittel, dieser Umstand sich sehr abändert, und das Getreide bei dessen in jeder Rücksicht dadurch vermehrter Fruchtbarkeit doch zugleich auch einen fe— stern Stand, vermittelst dieser Düngungsmittel er— hält. Beide Fälle, sowohl der, wo in gutem Lande ein zuerst zu großer Zudrang der Nahrung bei zurück— gebliebener nachheriger Temperaturunterstützung; als auch der, wo ebenfalls Ueberfluß an Getreidenahrung Statt hatte, nachher aber wegen Mangels an Damm— erde und zu hoher Temperatur ebenfalls das Lagerwer— den die Folge davon wurde, sind hier vornehmlich be— merkungswürdig. Außerdem kann das Lagerwerden auch bei an Gährungsthätigkeit reichem Acker von verhältnißmäßig zu dick ausgestreuter Saat herrühren; welchem Unfalle jedoch durch das bekannte Schröpfen des Getreides und nach der zufolge des 236.§. zukünftig an Quanti— tät verminderten Aussaat des Sommergetreides vorge⸗ beugt werden kann. §. 310. Noch scheint die Bemerkung nicht unwichtig zu seyn, daß, die Güte oder der geringe Werth der Mei⸗ 00 N„; 411 sten in ihren Arten oder Abarten verschiedenen Getrei⸗ desaaten bloß von der Mannigfaltigkeit der Ackererden, mehrern oder mindern Güte der Dammerde, Gährung und Temperatur des Erdreichs bestimmt herrührt 5). theilen bei dem Gebrauche der Verwechselung des Saa— men⸗Getreides; wobei hauptsachlich(l.§. 2 39.Nauf die Temperatur Rücksicht genommen werden muß. Ma kann daher die Verwechselung und Anschaffung des Saamengetreides aus einer schlechtern in die bessere Ackertemperatur; aus geringem, mit wenig Gährung erregender Kraft versehenem Lande in den reichern und in einem hohen Grade von Gährung stehenden Bo⸗ den; aus dem kältern in das wärmere Klima; aus einer sehr feuchten Atmosphäre in gutes trocknes Land allerdings mit Vortheil unternehmen. Ueberhaupt kann das Getreide eher aus einer Temperatur, die dem Getreidewachsthum nicht so günstig ist, in eine bessere; als umgekehrt, aus einer guten in die schlechte, dem Körnerertrage weniger zuträgliche Temperatur gebracht werden: Z. B. Getreide von Sandlande kann in einen bessern, ebenfalls sehr warmen, aber bessern Boben sehr wohl, eben so auch aus einer kalten oder nördlichen Gebürgs⸗ oder andern Gegend in gutes war⸗ mes Ackerland, aber nicht umgekehrt, aus einer hohen ) Weswegen auch die ursprünglich aus einem wärmern Klima zu uns gebrachten Getreidesorten an sich besonders gut gefunden wor⸗ deu. Jedoch würde eine gute Kultur demungeachtet dem Wun⸗ sche, stets eine ähnliche Getreidesorte zu erbauen, in so fern der Ertrag nicht eben sonderlich dadurch befördert werden dürfte, demselben oft geradezu entgegen zu handeln, geuothiget werden. *.— , 2..— Dieser Umstand führt nehmlich zu den bekannten Vor- α ae 112 Temperatur in die kältere feuchte Atmosphäre gebracht werden. Allein bei dem Sommergetreidesaamen scheint nach h. 49. jedoch zuweilen eine Ausnahme hierin Statt zu finden. Die Temperatur wirkt hier überall, so wie die des Klimas bei der aus einem kältern Himmelsstriche gewöhnlich in das wärmere Klima gebrachten Lein- oder der bekannten Roggensaat von Archangel, in Anse— hung des Ertrages, vortheilhast. Wenn man hingegen weniger auf reichlichen Er— trag als vielmehr auf vollkommen gute Körner selbst sehen wollte; so würde man vielleicht den eben so ange— gebenen Grundsätzen oft geradezu entgegen handeln und seine Saamengetreidearten aus wärmern Klima— ten allein nehmen müssen. Ob man nun zwar allenfalls die Verbesserung der Körner, welche, wenn der Acker in verändert verbes⸗ serte Kultur versetzt und darin fortdauernd unterhalten wird, mit der Fruchtbarkeitszunahme des Ganzen im⸗ mer Schritt hält, bei an sich guter, genugsam hoher Ackertemperatur sicher erwarten darf; so werden doch obige beiden wirthschaftlichen Spekulationen in Ver— wechselung des Sommergetreides immer den Landwirth nützlich beschäftigen können. §. 311. Aller Acker, der bei einer hohen Temperatur eine genugsame Dammerde und keine feuchte Atmosphäre besitzt, ist beinahe durch ganz Europa die Vorzüg. bracht scheint Statt die die sriche oder An se · n Er. selhi dange⸗ andeln Waa⸗ ing der verbes⸗ halten en im⸗ Hher doch Ver⸗ wirth hureine Hphär Hurzih 113 lichste zu dem Anbaue des Getreides. Die Schwere der Körner ist unter diesen Umständen der hinlängli⸗ che Beweis von der Güte und mehlreichen Beschaffen⸗ heit derselben: diese nehmen aber beide allmählig ab, so wie die Temperatur niedriger ausfällt oder eine feuch— te Atmosphäre die Oberhand behält; bis zuletzt, wo der Mangel an Gährung und auflösbarem Graswuchse vom mehr nördlichen Klima, oder von feuchter At⸗ mosphäre herkommt, wenig oder gar kein Winterkorn und bloß noch vielleicht Sommergetreide, vorzüglich aber nur Hafer gebauet werden kann. In diesem letz⸗ tern Falle bringt wegen wirklich größerer Gährungstha⸗ tigkeit, obgleich immer nur geringen Gahrung, auch bei nassen und feuchten, gebürgigten Ländereien nach Verhältniß der Temperatur des Klimas oder Lage, be⸗ sonders bei trockner Witterung bisweilen das Land reich⸗ liche und gute, wenn auch nicht allemal in das Gewicht fallende Körner(besonders aber bei der Sommersaac) hervor. Hingegen haben bei etwan ungünstiger, nasser Witterung zur Zeit des Reifens der Körner, diese in Vergleich mit den aus andern Boden oft gar kein Ge⸗ wicht. Die dem natürlichen Graswuchse und Unkraute oft ersprießliche Feuchtigkeit und verminderte Temperatur wird dem Getreidewachsthum alsdann schädlich(s.§. 105 und 166.) Jedoch bestimmt in allen Fällen, die durch die Kultureinrichtung, und eine dem Lokale ange— messene, wissenschaftlich richtige Behändlung in der That vergrößerte Gährungsthätigkeit bei dem Körner⸗ ertrage das Meiste. Dadurch wird, wider die sonstige Gewohnheit, alles Schädliche, nach Beschaffenheit der Zweiter Theil. H — 18 4. se. Cehe& Lle, 29. +, να& f. 2 44 2 0— I. N. 1 — — 172 Umstände, immer mehr oder weniger verändert, zufällige kleine Uebel aber werden alsdann beinahe immer un— schädlich gemacht. 5. 312. So unentbehrlich, und als Nahrungs- und Er⸗ werbsmittel nothwendig das Getreide und sein Anbau auch gefunden werden mag; so wird der einsichtsvolle Landwirth besonders bei einseitiger Nachfrage bei Ge— treide allein, dessen so nothwendige Einschränkung durch die Auswahl einer auf die Natur- und Lokalverhält⸗ nisse gebauten richtigen Feldordnung und Fruchtwech— sels keineswegs vernachlässigen. Er wird nicht allein nach einerlei, obwohl allgemein hergebrachter Methode verfahren, sondern seine Sorge wird viel— mehr dahin gerichtet seyn, daß seine Felder überall in den größtmöglichst verbesserten Zustand gesetzt und darin auch unterhalten werden. Dieser wichtige Vortheil kann nur allein auf dem beschriebenen Wege erreicht und dadurch der bisherige Mangel an Gährung, Dünger⸗ gewinn, und Dammerde und so auch das bessere Ver⸗ hältniß zwischen Einnahme und Ausgabe der natürli— chen Reproduktions⸗-Kräfte überall erhälten werden. In Rücksicht auf die für die Verhältnißberechnung hier abermals nöthige Bestimmung, dürfte nach§. 295. folgende Regel hier nothwendig werden: Man lasse nehmlich auf keinen Fall über die Hälfte des pfluggängigen Landes, weder in dem Falle der nach den Grundsätzen der —— zFFFFFFTFTFTFF————— R* II ů* 115 sil Temperatur⸗Erhöhung noch in dem der ö˖ r une Temperaturmäßigung dienlichen Ackerbau⸗ behandlung; weder bei dem Gebrauche der x fortgesetzt natürlichen, noch der künstlichen ö Fruchtbarkeit alljährlich mit Getreide dEr⸗ besäen. 41 Insbesondre aber würde diese Getrei— 165 desaat, die der Graswuchserzeugung nach §. 294. nicht gewidmete Feldhälfte, oder 10—0 auch nach§. 295. noch unter derselben, die ——0 alsdann nochtübrig gebliebenen Ackerstücke ut einnehmen müssen. ahtet Daher auch bei der Koppelwirthschaft dasselbe 2.. I 22 VA dviel⸗ Verhaltniß hier Statt finden wird. Bereits H. 295.„ 0„ eral in sind einige dieser Kulturart gemachte Vorwürse beant— V. V— ieV(. ddarin wortet, und es istgezeigt worden, daß bei der Art der Be⸗ 1 20 Wuthel förderung der Fruchtbarkeit durch die natürliche Grasan. ι bt Ind wendung allein sich keineswegs anders, als hier wirk— inr lich geschieht, verfahren lasse. Auch der Vorwurf, daß Ves die Koppelwirthschaft eben so, wie sie oft auf eine der utürli Ackertemperatur nicht angemessene fehlerhafte Art .n in der Erzeugung des Graswuchses ausschweife, wieder zuweilen zu dem andern Extrem übergehe, mm den Acker durch die so oft hintereinander folgen⸗ 0 den Getreidesaaten auszusaugen, letzteres als eine 91 Sache, die in dem etwanigen Falle der Tempera— 1555 turerhöhung besonders und erweislich schädlich sey. 0 Ferner die Behauptung: daß, da es meistens auf den 1550 natürlichen Graswuchs abgesehen sey, die Düngermenge H* 5 2 7 2 +— E.W 4* 116 zwar im richtigern Verhältnisse mehr als bei der Drei⸗ felderkultur beinahe immer und meistentheils stehe, jedoch immer nicht, wie bei Anwendung der künstlichen Fruchtbarkeit, das besondre Augenmerk zu noch größe⸗ rer, über das durch Temperatur und Dammerde be— stimmte Maaß hinausreichender Fruchtbarkeitsgröße sey u. s. w. Alle diese Einwürfe würden wohl meisten⸗ theils bei fehlerhafter, wenig verbesserter Anwendung der Koppelwirthschaft, am allerwenigsten aber da, wo die nöthig zu bezweckende Mäßigung der Temperatur diese Maäßregeln den Umständen gemäß vorschrieb, Statt finden können. Im Gegentheile ist der Nutzen der Koppelwirthschaft in geringern Boden, bei entwe— der zu hoher, oder auch im Rothfalle bei zu niedriger Ackertemperatur sicher erweislich. Sie brachte offen⸗ bar ein besseres Verhältniß hervor: indem sie aus allen den nachtheiligen und größtentheils sichtbaren Folgen, die ein zu weit ausgedehnter, mit Düngergewinn und Gäh⸗ rung erregender Kraft offenbar in keinem Verhältniß ste⸗ hender Getreidebau mit sich bringt als ein Werk der Er— fahrung selbst durch die unmittelbare Nothwendigkeit dieser Einrichtung hervorwuchs. Ihr Ursprung in dem nördlichen Theile von Deutschland ist daher(wie aus ᷓ. 154. erhellen wird) in der That merkwürdig. Be— sonders veranlaßte die Menge der bei der vorher betrie— benen Dreifelderkultur beinahe immer wüste liegen ge— bliebenen und unter diesen Umständen in dieser Ver⸗ bindung mit Nutzen keine Möglichkeit zu ihrem Anbaue (so wie nehmlich die Dreifelderkultur dieses verlangte) enthältenden sogenannten Hinteräcker eine verbesserte Drei⸗ stehe, lichen töße⸗ bez gtoße isten⸗ ddung „ wo eratur hrieb, luben ntwe⸗ Riger offen⸗ allen u, die iß sie⸗ er Er⸗ igkeit dem e aus Be⸗ etcie⸗ n ge⸗ Ver⸗ lubaie angth) hosent 117 und auf die nähere Ueberlegung aller so widrig gewese— nen Umstände durch die Erfahrung begründete Einrich⸗ tung in der Feldwirthschaft hervor; indem diese Hin— teräcker aus Mangel an Gährung erregender Krast und deswegen auch immer verhältnißmäßig verringerten Düngergewinnes bei den völlig unzureichenden Kennt⸗ nissen der Hülfsmittel, um diese Landereien in bessern Ertrag zu versetzen, bisher gar nicht hatten angebauet werden können. Nach der vorgefundenen Menge der— selben schuf man das Ganze um; indem die sonst wüste gebliebenen nun ebenfalls mit in die Kultur gezogen wurden, dafür aber der Reihe nach herum eben so viel Aecker als sonst liegen bleiben mußten. Durch diese immer mehr nach und nach vervollkommnete Abwechse— lung der Saatenfolge und des Getreidebaues mit dem natürlichen Graswuchse durch die nun gemeinsame und überall gleich verringerte Aussaat, und daher wieder mehr bewirkte, vergrößerte Gährungsfähigkeit und Zu⸗ nahme der Gährung erregenden Kraft wurde ein durch— aus verbessertes Verhältniß in der Ackerkultur und in allen Theilen derselben zu Wege gebracht, Dieß war und blieb auch in der That der sicher zu verfolgende an⸗ nehmliche Weg zu der erfolgten Verbesserung und die Erfahrung hat diese aus der Natur, vielleicht Anfangs durch ein bloßes Ungefähr abstrahirten Grundsätze vollkommen befestigt. Die Koppelwirthschaft besteht noch, indessen andere nach vorgeblich richtig theoretischen Grundsätzen entworfene Ackersysteme in ihr erstes Nichts zurück sanken. Sie breitet sich vielleicht nur hier und da, vielleicht mit einigen bald mehr bald weniger ver⸗ ———m.. —.— —7 ——— ——px7: —— ——— ————?': ———— 5 ..— 118 bessernden Abweichungen immer mehr aus. Ihr gro⸗ ßer und ausgebreiteter Nutzen in dem Falle der nöthig zu bezweckenden Temperaturmäßigung, wird sie beson— ders sandigt hohen, armseligen, und doch weitläufti⸗ gen Ländereien immer unentbehrlicher machen. Ueber— haupt wird sie bei gewissen, dem Ackerbau befonders ungünstigen Verhältnissen sicher empfohlen werden düͤr⸗ fen, und sie wird dann meistentheils mit Glück an die Stelle der gewöhnlichen, bloß auf Erhöhung der Tem— peratur abzweckenden Dreifelder-Kultur schon in Rück— sicht ihrer vergrößerten Gährungsfähigkeit und des ver⸗ besserten Verhältnisses des Getreidebaues wegen gesetzt werden können. Uebrigens will ich, wenn Getreidesaat mit dem, es sey nun natürlichen oder künstlichen Graswuchse, ge— hörig abwechselt, und die bisherigen Forderungen ei— ner theoretisch richtigen Behandlung erfüllt sind, deß— halb nicht behaupten, daß daraus sogleich das non plus ultra eines reichlichen Ackerertrages erhalten wer— den müsse. Diese Vermehrung der Fruchtbarkeit wird schwerlich so geschwind bewirkt werden können; und es ist augenscheinlich, daß auf eine gute Ackertemperatur hier besonders viel in Ansehung des srühern oder lang— samern Erfolges ankomme; daß die Vorbereitung zur Fruchtbarkeit allemal eine mehr oder wenigere Reihe von Jahren erfordere, auch bei niedriger Ackertempera— tur die Verbesserung immer mannigfachen Schwierig—⸗ keiten ausgesetzt sey; und daß durch kluge Vermehrung der Gährung erregenden Kraft und der Gährungsmit⸗ 01 glo⸗ Höͤthig beson⸗ llͤti⸗ Uber⸗ onders M dür⸗ an die Tem⸗ Rück⸗ eh vet⸗ gesch it den, hse, Re gen ei⸗ ‚ deß⸗ non en wet⸗ it wird ind es erakllt lang⸗ g zur Reihe mpera⸗ wierg dehrug ssmi⸗ 119 tel überhaupt, die Fruchtbarkeit nach Maaßgabe des Aufwandes, den eine reiche Nation auf ihren Ackerbau zu verwenden im Stande seyn wird, jährlich größere Fortschritte wird! machen können; wodurch auch immer größere Vortheile erhalten werden müssen. Wenn das Land gleich einem Garten angebauet, die Gäh⸗ rungsthätigkeit aber immerfort beschäftigt, unterhalten und durch fortgesetzt richtig verstärkte Kulturkräfte ver⸗ mehrt wird; so muß bei nur irgend günstiger Acker⸗ temperatur auch die Verbesserung des Landbaues auf eine immer höhere Stufe der Kultur zu treten vermögen. 7. Von dem richtigen Verhältnisse der Win—⸗ tersaat. §. 313. Zu einem guten Ackerbau gehört auch die Sorge fur die nöthige Einstreu, welche die bekannte Hülle des Düngers ist. Diese Forderung kann durch eine ver— hältnißmaßige Wintergetreidesaat, da Winterstroh hierzu das beste und schicklichste ist, erreicht werden. Von den Getreidärten versteht man darunter das be— kannte Winterweitzen- und vornehmlich das Roggen— stroh; von den die Gährungsfähigkeit verbessernden Pflanzen aber etwa den Oel gebenden Winterraps oder Winterrübsen: obgleich auch, wenn die Fruchtbar⸗ keit eines Guthes, wie ich aus Erfahrung versichern kann, zunimmt; ebenfalls auch überflüssiges Som⸗ merstroh und was sonst bei der Futterung an Erbsen⸗ und Wickenstroh von den Schaafen im Winter übrig— gelassen wird, recht gut zu einem gleichen Behufe ver⸗ braucht werden kann. §. 314. Die Meinungen der Ackerbauverständigen Land⸗ wirthe sind hier ebenfalls sehr getheilt. Viele glauben nehmlich, es sey schon genug, wenn sie nur viel Winte⸗ rung für den hinlänglichen und sogar reichlichen Einstreu⸗ Quantität ausstreuen, und daß gerade hier dem Getreibe⸗ baue am allerwenigsten Land entzogen werden dürfe; ohne daß sie eben sonderliche Rücksicht auf Graswuchserzeu⸗ gung, Futter, Viehstand und und was sonst zur Vermeh⸗ rung der wirksamen Düngmasse und unter die Gährungs⸗ mittel noch gehört, zu nehmen nöthig hätten. Ohne Zwei⸗ fel bedenken diese Wirthe nicht, daß dieses Verfahren völlig verkehrt sey; und daß an Dünger, der durch wohl genährtes Vieh, selbst bei sparsamer Einstreu, entsteht, vielmehr, als an solchem gelegen seyn müsse, der von wenig und schlecht genährtem, aber mit hinlängli⸗ cher Einstreue versehenem Viehe, erhalten wird. Wenn durch ienes Verfahren das bessere Verhältniß zwischen Dünger und Gährung erregender Kraft gegen den Ge— treidebau erreicht wird; so kann bei Beobachtung des letztern die armselige Beschassenheit des Düngers Schuld seyn, daß das bessere Verhältniß nie erreicht wird. Es kommt hierbei nicht sowohl auf den Schein, die ansehnliche dünn ausgebreitete, aber unkräftige Men⸗ ge des Düngers, als vielmehr auf dessen vollkommene gute und sichere Wirkung zur Beförderung der Acker⸗ Bedarf, der Düngersammlung wegen, in genugsamer 121 se vet⸗ fruchtbarkeit an. Diese falsche Meinung scheint indes⸗ sen allgemeiner, als man glaubt, zu seyn, und die richtigere bei weitem zu überwiegen. Jene besteht vor⸗ züglich durch die beständig gereitzte Nachahmungssucht Hud⸗ in geringern Boden, um dem guten Lande in Allem uben gleich zu kommen; worüber aber die Temperaturkennt⸗ Binte⸗ niß überhaupt die besten Aufschlüsse giebt. Des so an⸗ stre nehmlich scheinenden Grundsatzes: die Fruchtbar— samer keit, der bisher gewöhnlichen Meinung nach, durch kreibe die Menge Einstreu und dadurch vermehr— Vohse te Dungmasse zu befördern,— und seiner so heu⸗ scheinbaren Gewißheit wegen,(die allerdings auch et⸗ rmeh⸗ was Wahres in sich enthält,) warne ich jedoch, sich aus runge⸗ Mißverstand, oder willkührlicher, der Ackerfruchtbar— Iwii⸗ keit keineswegs bisher beförderlich gewesener Auslegung schrn nach, deßhalb auf keine Weise von den wahren Prin⸗ dulch cipien der Fruchtbarkeit zu seinem sicher nachfolgenden, Istreu, selbst eignen Nachtheile, nicht entfernen und zurück⸗ müsse, halten zu lassen. So ansehnlich der Werth auch seyn ngli⸗ mag, den man in guten oder trocknen Ländereyen(denu Venn unter einer feuchten Atmosphäͤre verhält sich dieß oft an⸗ schen ders, und es wird zuweilen der Sommersaat der Vorzug Ge⸗ hier gegeben,) auf die Wintererndten allgemein zu legen des scheint; und so sehr man deren Anbaue Land zu entziehen igers besonders der Ackerfruchtbärkeit so nachtheilig und ge⸗ reicht fährlich hält;(eine Beförderung der Fruchtbarkeit, die cein, oft nur zu theuer erkauft wird!) so gewiß wird man Men auch bei näherer Ueberlegung sicher finden, daß der gute umane Verbesserungszustand einer Ackerfläche stets das erste Al⸗ und vornehmste sey, selbst um mit anhaltendem Vor⸗ . e,. d e, e.. . 274 H23—.—— * 122 theile reichliches Stroh zun Düngereinstreu und Vermeh⸗ rung dieses Gährungsmittels liefern zu können. Wenn aber ein Feld, dem Grundsatze gemäß: daß dem Getrei⸗ debaue, und am allerwenigsten der Wintergetreideernd— te kein Land entzogen werden dürfe, vorher ausgeso— gen und selbst durch die verminderte Gährung entkräf⸗ tet wird: wie ist da die Vorstellung nur irgend gedenk⸗ bar, oder in der Ausübung möglich, daß der daraus erwachsende Vortheil, wenn er durch vermehrte Bear⸗ beitung bei günstiger Witterung auch einmal erreicht seyn sollte, lange anhaltend seyn könne? Eine Haupt⸗ rücksicht des Ackerbaues muß immer diese seyn: daß die Gährung erregende Kraft und mit ihr die Gährungs⸗ mittel überhaupt vermehrt werden können; ein Gegen⸗ stand, der der Vermehrung der Einstren stets und um so mehr vorgezogen werden muß, wenn letztere auf Ko— sten jener Kraft,(wie dieß bei aller unverhältnißmäßig zn großen, dem Lokale nicht angemessenen Getreideaus— saat geschiehet,) etwa auf kurze Zeit, oder durch wei— ter fortgesetzte Verminderung der Ackerfruchtbarkeit er— halten würde. ö §. 315. Bei der Anwendung der künstlichen Fruchtbarkeit und den dabei so verschiedenen und nach der Tempera— turbeschaffenheit nothwendig abwechselnden Bestellungs⸗ arten und Saatenfolgen, vorzüglich in dem nördlichen Klima, in feuchter Atmosphäre, Lage, und bei niedriger Ackertemperatur(ungleich mehr, als bei der hohen,) ist der Fall zuweilen besonders schwierig, die Feldbe— S /... Humth Wa Rgeh Hehihen. lhgse: Watkkäf⸗ Wgddenk— datals hste Bmn ii eniitt ine hup RMe Hau 0S en u Wun ustt insijßh Hduus uh W Wr er bafet Impar silugh⸗ wathen Kfhothe 123 stellung bei sortdauerndem Mangel an Gährung so ein⸗ zurichten, daß eine gute Wintergetreideerndte, worauf doch fast allgemein so sehr gesehen, und wonach die Wirk⸗ samkeit der von dem Landwirthe ergriffenen Maaßre⸗ geln zur Beförderung der Ackerfruchtbarkeit beurtheilt wird, sicher erhalten werde. Es kommt hier, wie schon gedacht worden ist, vorzüglich auf eine richtige Beurtheilung nach sesten Grundsätzen, die durch Er⸗ fahrung immer mehr gereift ist, an; und beson⸗ ders beruht der Erfolg, wie es scheint, vornehmlich bei niedriger Ackertemperatur, auf einer hinlänglich ge— nauen Untersuchung: ob die Temperatur, als dem Graswuchse nur allein günstig, hier die bei Winterge— treide besonders zu verstärken nöthige Gährung auch hervorbringen werde, oder nicht? oder ob die Acker⸗ fruchtbarkeit(s.§. 19— 122. und§. 300.) nicht nö⸗ thigenfalls weit eher befördert werden könne, wenn man den Vortheil von obiger Getreidesaat zum Theil oder ganz fahren zu lassen sich genöthigt siehet? Unbefan⸗ genheit von Vorurtheilen und die Pflicht zur Ackerver⸗ besserung müssen den Ackerwirth in diesen Bestimmun— gen(wenn er sich übrigens die Kenntniß richtiger Acker— baugrundsätze, unddadurch erweiterte Erfahrungen und berichtigte Einsicht zu eigen gemacht hat,) leiten. Auch kann die nachfolgende Verstärkung der Gahrungsthä— tigkeit den Anbau des Wintergetreides in der Folge wieder möglich machen, und den etwanigen Verlust im Anfange(ohne welchen überdieß keine verbesserte Um⸗ änderung leichtlich bewirkt werden mag,) mit der Zeit dann wieder reichlich ersetzen. — 124 Bei der Anwendung des fortgesetzt natürlichen Graswuchses hilft die Bearbeitung in der Braachzeit hier beinahe immer aus aller Verlegenheit. Allein beim Gebrauche der künstlichen Fruchtbarkeit werden im Anfange der Feldbau⸗Verbesserung die Fälle beson⸗ ders schwierig. Indessen würde es sich auch hier noch immer mit der gehörigen Vorsicht bewerkstelligen lassen, daß(so wie dieß nach einigen Braachfrüchten, bei Erb— sen, Lein, Wicken u. s. w. bisher wirklich geschehen,) der diesem Acker so besonders nöthigen Gährungsthä— tigkeit durch die Bearbeitung zur rechten Zeit entgegen gekommen würde. Nur bei niedriger, sonst nicht ge⸗ wöhnlicher Ackertemperatur oder übler Witterung, wird hierinn Ausnahme Statt finden müssen. 5. 316. Wenn der dem Getreidebaue, nach§. 312. überhaupt angewiesene Theil in zwey, nach der Temperaturbeschaffenheit mehr oder minder gleiche Hälften wiederum ab— getheilt wird; so ist die Bestimmung der einen hierzu besonders brauchbaren Hälf— te das richtige Verhältniß für die auszu⸗ streuende Wintersaat. Bei der Mecklenburgischen Schlagwirthschaft ist dieser Theil gegen den zur Sommersaat übrig bleiben⸗ den gewöhnlich entweder zu groß oder zu klein. In— dessen sind hier überhaupt dergleichen Abweichungen nicht immer so wesentlich wichtig, als die in den vor⸗ dlirliche duucht Wen fit pihg iilehn. Loch in lisen, iEch sshehn/ mugeth. eithege niht g I/ Hid lach g zbeh⸗ mehr mab⸗ 9 dber Häl⸗ II ftis hlben⸗ N. dhunn I 125 hergehenden Kapiteln angegebenen Verhältnißbestim⸗ mungen durchaus und an sich wirklich sind. an. K Der Ackerwirth, der genugsames Win— terstroh zur Einstreu und dadurch vermehr⸗ Esu, ten Düngergewinn, besonders bei ohne⸗ I. dem vortrefflicher Qualität desselben, sich. anschaffen kann, handelt gewiß sehr ricWW tig, wenn er sich dieses in der That sehr— wirksamen Mittels zugleich mit bedient. Die Beschaffenheit der Umstände ist alsdann ganz anders, als vorhin, wo die Einstreu zum Behufe der Dünger— sammlung auf Kosten der Ackerfruchtbarkeit und ver⸗ minderten Gährungsfähigkeit erhalten werden sollte. Eingestreutes Farrenkraut, Schilf, Moos, Laub, Sand u. s. w. können zu gleichem Zwecke nützlich ge— braucht werden. A. Young hat besonders viele Data gesammelt und Vergleichungen angestellt, aus den sich ergiebt, daß Stroh(vornehmlich bei richtiger Düng— anwendung) nicht so leicht zu theuer bezahlt werde; daß man daher so viel Stroh, als nur zu bekommen ist, ein⸗ streuen, und alles selbst Gewonnene und Erübrigte dazu benutzen müsse. 126 8. Von dem richtigen Verhältnisse der Wintersaat. · Der Anbau des Sommergetreides ist ebenfalls in der Folge der Feldbestellungen, theils der Sommerbe— arbeitung wegen, theils auch weil das Vieh das aus⸗ gedroschene Sommerstroh als einen Theil seiner Nah— rung im Winter erhält, nothwendig. In Ansehung des ersten trägt eine wohl bestellte Sommersaat, wegen der dabei angebrachten Som— merbearbeitung, sehr viel zur gehörigen Gährungsthä— tigkeit bei. Der Ackerwirth, der daher auch hier, bloß um seinen Dungerhäufen durch vermehrte Einstreu und etwa ausgesäeten Stoppelroggen zu vergrößern, jenen Anbau vernachlässigen wollte, würde die nachtheiligen Folgen durch Mägel an Gährung, und durch erzeugtes, sehr vermehrtes Unkraut, vorzüglich in dem Temperatur— Erhöhungsfalle sehr bald empfinden. Eine wohlbestellte Sommersaat übertrifft in dieser Rücksicht und wegen Reinigung des Landes bei günstiger Witterung oft die ö eines vollen Braachjahres. Dieser dadurch erreichte Vortheil hat bisher einige beobachtende Landwirthe ver— leiten wollen, sogar dieser Saat, besonders der spätern .—„ ö‚ Gerstensaat, eine den Acker verbessernde Eigenschaft(die ö sie doch offenbar nicht hat, und wovon vielmehr das Gegentheil Statt findet,) zuzuschreiben. genth ss in erbe⸗ aus⸗ Nah. stellte Zom. cchä⸗ Hlaß und jenen 9en les, kük⸗ lllte gen die hte er⸗ Een ddie dad §. 319. Die von der Wintersaat nach§. 316. ubrig gebliebene Hälfte würde hier die dießfallsige Bestimmung bei einem wohl eingerichteten Ackerumschlage angeben. Daß in dem Temperaturerhöhungsfalle nach 9. 315. die Sommersaat mehr, als die Winterung ausgedehnt seyn müsse, ver— steht sich übrigens von selbst. Bei der Mecklenburgischen Koppelwirthschaft fin— det die bei der Winterung§. 116. angegebene Bemer⸗ kung auch hier Statt. Sie ist(wiewohl kaum erst er⸗ wähnt werden darf) die nothwendige Folge von jener Einrichtung. 9. Von der nöthigen Graswuchsbestockung, so wie von dem Zuwachse des rothen Klees und den dazu erforderlichen Verhältnissen. ö§. 320. Unter Graswuchsbestockung, dessen Grund⸗ lage jederzeit die Anwendung der künstlichen Fruchtbar⸗ keit und dadurch verbesserte Ackerkultur ist, wodurch auch die Graswuchs⸗ und Düngermenge besonders ver— mehrt wird, verstehe ich vorzüglich nur den Anbau und das gute! Wachsthum solcher, die Gährungsfähigkeit verbessernder Pflanzen, deren konsistente Wurzeln, mit einer Rübenähnlichen, knolligten oder andern körper. lichen Gestalt, sichtbar zur erzeugten Vermehrung des . Al F E 222—9——27 VAN. VVVV. 1. ien 4. Z. L . +—ν— V. + + 128 faulenden, Gährung erregenden und Pflanzen nähren⸗ den Grasstoffs in Menge beitragen. 9— 21.7 Wenn die Graswuchsbestockung aber die so eben erwähnten Vortheile hervorbringen soll, so treten vor⸗ züglich 2 von einander abgesonderte Fälle ein, die be— reits§. 202. näher entwickelt worden, jedoch hier noch einer besondern Erwähnung bedürfen. Zu dem von der Graswuchsbestockung zu erwartenden Nutzen gehöet nehmlich entweder, daß die Wurzeln nach Art der Eng⸗ K E Vländer bei ihrer Rübenverfütterung, dem Acker, indem 7 V. —* sie auf der Stelle verwüstet und verbraucht werden, nicht entzogen; oder doch nach der ꝛten Behandlungs⸗ weise zwar von dem Felde hinweg und nach Hause in den Viehhof geführt, da ordentlich zur Mast⸗ und Viehfutter gehörig eingetheilt und verwendet, dem Acker oder einem doch zum Ganzen des Guths gehöri⸗ gen pflugbaren Felde aber als Dünger mit Wortheil wieder zurück gegeben werden. Auf beide Fälle erhält der pflugbare Theil des Guthes eine beträchtliche Men— ge Gährung verstärkender Theile. Jedoch weichen beide in ihrer Wirkung von einander ab. In dem ersten Falle wird dem Lande nichts von der erzeugten Gras⸗ kraft entzogen; er gewinnt vielleicht noch durch verstärk⸗ te Gährung und bei der Verwandlung vermittelst des Viehpferches eine nicht unansehnliche Düngermenge. In dem ꝛten Falle aber werden die Wurzeln aus der Erde hinweg genommen, und wenn diese auch, nach der oben beschriebenen Weise, zur Viehmast und daher 129 Rnähte) folgenden Düngerzuwachs und Gewinn angewendet wer⸗ den; so wird doch nicht zu gleicher Zeit der Acker da— für und in dem Maaße, wie vorhin, vielmehr nur erst 1 vielleicht nach einer Reihe von Jahren mit desto größe⸗ n rem Vorthelle und für jetzt bloß mittelbar, dürch die Mun dabei wiederholte oder vermehrte Gährungsfähigkeit, u und mehr für das Ganze der Ackerkultur eines Guthes ler roh gewonnene Düngung entschädigt. Die erste Behandlungsart stiftet im Anfange der +.— 4— ·4. nghit Feldverbesserung, so wie bei allen größern Urbarma— 4. VK T. dreiz chungen vielfältigen Nutzen, verräth Mangel an Dün⸗ 1198 „ iden ger, oder doch für diese Art der Verwendung nicht hin——3 4 xe 4. 40.—.— hae länglich entbehrlichen Ueberfluß desselben; bringt den 6 Waag geschwindern Vortheil mit sich, und ist hier also besonn Huseu ders gut und brauchbar. Bei der Behandlung nach a uu. u der zweiten Art hingegen handelt man offenbar wirth⸗ 8 8— V l, den schaftlich besser. Es gehört aber durchaus ein V V cchenn Land dazu, das bei gehöriger Temperatur nicht Dachůl dürstig an Graswuchs und auch durch hinlänglich ehih vermehrte Gährung erregende Kraft im Stande ist, Ma⸗ das Entbehren des durch ihn gewonnenen Düngers, 0 Wͤade mehrere Jahre hinter einander zu ertragen; ohne daß stn nehmlich das gute Gedeihen der nachsolgenden Saaten, Ons. wegen zuküͤnftig mehr verminderter Gährungsfähigkeit, usirk oder dieser doch nicht auskommlichen Wirkungen dadurch be gehindert wird. Der dadurch verspätete Nutzen macht and diese Behandlungsart oft bedenklich, und zwär überall 15 R da, wo der Fortgang einer Kultur von den ersten Er— 9j00 folgen meistentheils, vorzüglich aber bei Mangel an 0 Uf theoretisch⸗gründlichen Einsichten allein abhängt. Zweiter Theil. 3. * Zu der ersten Behandlungsart könnte man mit ö Grunde die§. 102. gedachte sogenannte grüne Dün⸗— ö gung, wenn man Erbsen, Klee, Heidekorn u. s. w. in 1.0 00 24. 4. ihrem vollen Wachsthume vor, oder doch spästens zur Zei ihrer ersten Blüte unterackert, rechnen. Es scheint beim ersten Anblick dabei etwas Unwirthschaftliches ob⸗ zuwalten, indem man, um des davon zu erwartenden Vortheils willen, lieber das wenigstens davon abzumä— hende und als Heu abzudörrende Vieh- und Winter⸗ futter entbehrt. Da diese Methode aber nur den oben angezeigten, bald und geschwinder nöthigen Vortheil im Anfange der Feld verbessernden Kultur gleichfalls zum Augenmerke nimmt; so ist sie in der That keines⸗ wegs für unwirthschaftlich zu halten. + + 2 V. Der nehmliche Fall tritt in dieser Hinsicht bei dem I.——— 0 in der Englischen Feldbestellung bekanntlich so nutzbaren . 7 Rüben⸗ oder Turnips-⸗Anbaue ein, welcher besonders bei Urbarmachungen(s.§. 199.) häufig angewendet wird; woran auch das günstige Klima und die dort so gelinden Winter sowohl, als die eigentlichen Verfütte⸗ rungszeiten unstreitig auch ihren Antheil haben. Zu der zweiten Versahrungsart kann man(in so fern die erbauten Pflanzen, unb Wurzeln, nach der bei uns gewöhnlichen Weise der Benutzung zur Viehmast und N Viehfutter verwendet, und diese mehrentheils nach Hause gebracht, verwahrt und im Stalle verbraucht + werden,) besonders die Kartoffeln, die Möhren, die Kopf⸗ und andere Kohl⸗ und Rübenarten zählen. Diese gehören daher auch bei uns auf ein Land, das ent— 7— 75 5 2* 70 + fi. * 44 an u +*— +1 I F V— +. HH 280 0—..— 4.4. E T. A V* 2 2 *.— 7— 5 A. H 6.—— 7*— 2.. — + 7 . i +˙ +2 20—* 2 * e.. 1—. 131 man mi 7148 e ů——— 0 weder viel Gährungsfähigkeit besitzt, wie z. B. für einen 1 guten Neubruch, oder doch sonst für ein durch seine . IU. In 25 7 1504.4 gute Kultur an Gährung erregender Kraft reiches x 11 Feld. Wenn diese Einrichtung einige Jahre her 1—7—.—. shein zweckmäßig eingerichteter Feidbestellung nur einmal ge——.ᷣ —. ches ob⸗ macht ist, so bin ich auch fest überzeugt, daß es dem—.—„ 30 selben Felde völlig einerlei und gleich, ja sogar vortheil— 44½ 30 iunä hafter seyn müsse: ob es den dadurch erhaltenen Dün— 47 A/. I Winta ger erst später oder gleich erhält, wenn es ihm in der— 4 den cbn Fortsetzung nur wirklich zugetheilt und für die Verbesse⸗ Borhel rung des Ganzen, auf eine besonders wichshaflh eihfal gute Weise, mit desto größerem Vortheile e kemne werden kann. — Zu dieser zweiten Methode gehört auch noch die bei den Benutzung des rothen Klees, des Winterrübsens, Rap— ubatn ses u. s. w., als wo die gar nicht unbeträchtlichen Wur⸗ Hden zeln immer in der Erde bleiben. ewendet dott so§. 322. fütt⸗ 4. Rüihe Es giebt eine Graswuchsbestockung über Winters, 7 2 Z ö so wie eine über Sommers. Beide haben eine große, die* nsofern Gährungsfähigkeit und noch mehr die Gährung erre⸗ H bäuns gende Kraft befördernde Macht, und sind zur zweck⸗ uust und mäßigen Verbesserung des Feldbaues durch die Gras⸗ ils nac wuchserzeugung überhaupt äußerst wirksam. Die über xbrauct Sommers ist in den Gärten beinahe nur allein bei uns hen, di üblich: die Graswuchsbestockung über Winters und ühln Sommers aber zugleich auf gut angebaueten Feldern. 5 l Zu der Bestockung über Winters, deren Vortheile zur 3 2 * 4. ö 6„ 132 ö Graswuchsbeförderung bei dem Feldbaue besonders an⸗ ö sehnlich sind, und die alsdann, wenn die Saat selbst N. reichlichen Futtervorrath gewahrt, allerdings noch grö— ö ö ßer werden müssen, gehören die bereits vorhin gedachten 4. 2—— Saaten, der rothe Klee, Winterraps und Winterrübsen, ö so wie ähnliche andredie Gährungsfähigkeit verbessernde Wintersaaten: zu der über Sommers würden die gewöhn⸗ ö lichen Sommerpflänzen, die Rüben, Kraut, Kartoffeln, 4 Möhren, Bohnen und andre starkwurzelnde Sommerge— wäͤchse zu zählen seyn. Diese letztere paßt besonders in dem +4 Falle der Temperaturerhöhung für Gärten, feuchten Bo⸗ den und durch Unkraut verdorbene Getreidefelder in der ö Vereinigung mit der Sommerbearbeitung. Bei ge⸗ +. nugsamer Anwendung des Düngers trägt diese Gras— V wuchsbestockung, so wie bei hinreichender Dammerde R auf gewöhnlichem Getreidelande zum Ersatz des Man— gels an Gährung und der hierzu nöthigerweise mitzuthei— ö 14 lenden Fähigkeit oft desto williger zum Graswuchse bei, * je mehr jene fehlen. §. 323. . Die Graswuchsbestockung über Winters, die, mit * +.. richtiger Düngeranwendung vereinigt, besonders in ö dem Temperaturmäßigungsfalle brauchbar und nützlich 4 Aar.—8, 2 2 befunden werden dürfte, verlangt überhäupt eine vor⸗ Vo-— 4.——,—⁴ zügliche Schonung der durch die Kultur bestimmten ö ahrung erregenden Kraft, vermittelst einer hinlänglich 25 Gährung erreg ——.— 2 4. eingeschränkten Getreideaussaat, und dadurch vermehr— V— ten Gährung, die durch vorangegangene Sommerbear— beitung noch mehr bestärkt wird, und zum reichlichen 133 uun Düngerwinn die Veranlassung gegeben hat. Rur laßt 995 sie sich ohne Sommer-⸗ und Zwischen⸗Bearbeitung, wegen der dadurch natürlich vermehrten Winterverraa— dusten sung, die alsdann in dieser Hinsicht nach§. 269. ein fiben, übles Verhältniß giebt, in der Regel und auf die sende Dauer bei verbesserter Kultur durchaus nicht oft hinter⸗ wöhn⸗ einander anbringen. Dann leidet selbst vorzüglich bei toffeh hoher Temperatur sogar der gute Wuchs dieser Pflan⸗ rh zengewächse, und das Land wird sie ferner zu tragen inden zuletzt überdrüßig. Dieß ist nun nicht sowohl ten Bo⸗ bei jenen, durch Düngeraufwand erzeugten Oelge⸗ e in der wächsen, als vielmehr bei den, gewöhnlich ohne Dün⸗ e ge⸗ ger angebauten, und oft reichlichen Futtervorrath, oder Gras⸗ auch nicht verschaffenden Pflanzen der Fall. Beson⸗ 2 x mmerde ders bei dem rothen Klee;(dessen Vorzüge be⸗ 1 22.— 4*. 2 n reits§. 292 und üͤbrige Behandlung schon vorher. Hjuthe. 227. angegeben sind;) der alle Vortheile sowohl in se bei, Rücksicht auf die Graswuchsbestockung, als auch in Ansehung des erbauten Futters und dadurch reichlich er⸗ haltenen Beitrages zur Düngervermehrung, und beson⸗ ders im Betracht dessen leichterer Erzielung in sich ver⸗ je, mit einigt, hat die Erfahrung gezeigt: daß er nur unter ers in obigen Bedingungen, höchstens alle 4 Jahre ütglich und wenn man ihn nach dem ersten Jahre ie vor⸗ der Aussaat 2 Jahre nach einander be— umten nutzen wollte, nur alle 5 oder 6Jahre auf anglich dasselbe Land mit Vortheil gebracht wer— eemehr⸗ den darf: wenn dessen Ergiebigkeit in die Länge bei Herber. fortgesetzter Kultur aushalten und von Dauer seyn soll. Hlchn Und eben so wurde ein noch größerer Zwi— 134 schenraum erfordert werden, wenn seine Benutzung auf alle 3 Jahre in dem Tem— peraturmäßigungsfalle ausgedehnt würde. §. 324. — Beiläusig kann die Bemerkung hier nicht außer Acht gelassen werden, daß in Hinsicht auf die Gras— wuchsbestockung und auf die Erzeugung selbst, die erste Methode, den Klee nur alle 4 Jahre einmal aus⸗ zusäen und 1 Jahr zu benutzen, vortheilhafter als die zweite, wo man ihn zwei Jahre hintereinander stehen läßt, ist. Die Kleenutzung beträgt in Ansehung der Graswuchsbestockung alle Jahre dann ein Viertheil des Ganzen; hingegen bei zweijährigem Kleenutzen nur ein Fünftheil des pfluggängigen Landes. Die Graswuchsbestockung gewönne daher bei der ersten Art, den Klee zu benutzen, gegen die ate jährlich ein Zwan— zigtheil an der Graswuchs-Erzeugung, welches gar kein zu verachtender Gewinn bei der gewöhnlichen Leich⸗ tigkeit der Kleeerzielung ist. Ueberdieß wäre der da— durch erhaltene Vortheil der öftern Erneuerung des Graswuchses, dadurch verstärkten Gährungsfähigkeit, und auch wahrscheinlich wirklichen Gährungsthätigkeit (indem die Wurzeln alsdann noch nicht so sehr veraltet und hart sind, und jene dabei möglicher und leichter erregt wird) ebenfalls in Anschlag zu bringen. Welches alles in dem zweiten Falle und noch mehr im dritten, wo überdieß der Acker bei nicht genugsam hoher Tem— peratur, oder einfallender nasser Witterung mit Un— kraut beschwert wird, ganz anders sich verhält. Es seihe Tem. urde. außer Gras⸗ „F die al aus. als die stehn sehung letheil uuhen Die en Art, Zwan⸗ es gar Liich⸗ er da⸗ g des igkeit, tigkeit traltet lichter eches dritten, Tem⸗ nit U⸗ 1. E 135 würde demnach, wenn alle richtigen Ackerbauverhält⸗ nisse dabei erreicht sind, und der Fall der nöthigen Mä⸗ ßigung der Temperatur nicht etwa dabei eintritt, der Vortheil durch die einjährige Kleebenutzung allerdings dabei größer, und daher auch zur Regel aufgestellt blei⸗ ben müssen. §. 325. Noch wird besonders die bei§. 291. empfohlene Rücksicht nicht hintan zu setzen seyn. Wer vorzüglich bei dem Anfange der verbesserten Kultur die Gras⸗— wuchsbestockung zu sehr befördern und davon(besonders der bei uns gewöhnlichen, oben gedachten Verbrauchs⸗ Methode nach) auf keinen Fall abweichen wollte, der würde sich unfehlbar selbst schaden, seine gute Absicht oder Einsicht nur in Mißkredit bringen, und sogar selbst bei seinem der gewöhnlichen Sitte ergebenen Nachbar durch dieses Verfahren stch offenbär lächerlich machen, und so der guten Sache mehr Schaden als Nutzen zu⸗ ziehen. Es würde dann ein mit dem gewöhnlichen Schicksale der ohne richtige Ackerbautheorie zum Wer⸗ ke schreitenden gelehrten Oekonomen übereinstimmenber Erfolg dadurch entstehen und zu erwarten seyn. 9 2. Bei allmählich weitern Fortschritten der Kultur und Zunahme der Ackerbaukräfte würde dann auch die Graswuchsbestockung und damit vereinigte Sommer— bearbeitung mehr zunehmen können. Allein auf ein⸗ mal und ohne näͤhere äußere Veranlassung dazu, wer⸗ den sich diese gehofften Vortheile nicht erhalden lassen. — 7. b CE 3 V . 641. +. —4 * — ö Die Ackerkultur gleicht hierin einer Leiter, die nach der jedesmaligen Temperaturbeschaffenheit leicht oder schwer bestiegen werden kann, und wo man nicht ohne Gefahr von den untern Stufen sogleich zu den obern, und zu⸗ gleich zur Vollkommenheit überspringen kann. Nur Vorsicht, Zeit und Umstände können hierin eine Ver— änderung, Aufhebung oder Verminderung der bisher allgemein im Wege stehenden Nachtheile bewirken. Uebrigens sind die Graswuchsbestockung und die Bearbei— tung zwei Gegenstande, die mit einander vereinigt, den Landbau zu einem besonders vortheilhaften, in sei⸗ ner Art einzigen Grade der Nutzung auf dem Wege der künstlich zu erhaltenden Fruchtbarkeit bei immer mehr und auch theoretisch berichtigter Behandlung er— heben können. Ich führe zu dem Ende das Urtheil eines kompetenten Richters in dieser Angelegenheit des A. Voung in seiner vortrefflichen Reisebeschreibung durch das östliche England S. 315 an, wo er ausdrücklich sagt:„man kann solche Saaten, die behackt werden, „nicht genug anpreisen, die, indem sie ver zehrt wer⸗ »den, eine große Quantität Dünger geben. Diese „sind es, welche die Felder eines Guths in schöner Ord— »nung erhalten und ihre Fruchtbarkeit vermehren; sie »sind der Grund ergiebiger Kornerndten, mit einem » Worte, sie sind der Grund einer guten Landwirthschaft.“ §. 327. Die Graswuchsbestockung, da sie so gro— ße Vortheile gewährt, sollte dah er, so weit es sich nach Umständen thun läßt, sogar bis 137 30 zur Hälfte der baubaren Guthsfelder. sch(vielleicht auch wohl darüber) begünstigt werden. ö d u- Bei der Dreifelderwirthschaft kann die Graswuchs⸗— MMr bestockung ihren so großen Nutzen des beständigen Man— We⸗ gels der Gährung erregenden Kraft wegen nicht zeigen. bishe Wenigstens wird dieß nur äußerst selten, und nur in birken, dem besten Boden, oder bei etwa durch Winterrübsen⸗ urber bau, Leinsaat u. s. w. eingeschränktem Getreideanbaue Hinig, allein geschehen können. Ihre Ausdehnung wird außer— Rst⸗ dem nur immer beschrankt und wegen theils alsdann Weg unpassender Saaten, Mangels an Gährung und Dün⸗ 5. ger, theils auch, weil die durch häufigen Kleeanbau immer —— dann entweder mehr vermehrte Winterverraasung dem Wl guten Verhältnisse der Sommerbearbeitung zuwider ist, 1117 oder die dadurch erzeugte Gährungsfähigkeit, wegen alsdann zur Unzeit gehäuften Bearbeitung und dadurch 0 verspäteten Saat, nicht in wirkliche Gährungsthätigkeit 1 übergehn kann, ganz ohne Folgen seyn. t W Eben so, wie bei der Koppelwirthschast, findet Düse die Graswuchsbestockung in der Regel schon deßhalb XOrd⸗ hier gar nicht Statt, weil die Hauptabsicht dabei das j se Hülfsmittel der fortgesetzt nätürlichen Fruchtbarkeit zum einem Gegenstande nimmt. Findet auch hierbei zuweilen, haf.“ nach der angenommenen Kultureinrichtung, die Gras⸗ wuchsbestockung Statt: so geht alsdann die Kultur mehr zu dem Endzwecke einer gemischten Fruchtbarkeit o gu⸗ über: worauf aber; um Verwirrung in den Begrif— eit e sen zu vermeiden, wir uns bekannttlich hier nicht so r h⸗ ganz einlassen wollen. In diesem Falle würde 160— 0 138 manallerdings(dadiese Behäͤndlung in dem Falle der nöthigen Tem Luenotenen doch empfohlen worden ist) auf die Bestockung so viel Jahre, als während welcher diese zur völligen Beendigung des Fruchtwechsels wirklich Statt gehabt hat, rechnen dürfen. Ungeachtet bei dem natürlichen Graswuchs in der Regel, wie vorhin erinnert wurde, keine Bestockung angenommen werden kann; so ließe sich doch vielleicht bei der Koppelwirthschaft und in Rücksicht des 4½7—3 4.4„, mehrere Jahre hintereinander sortgesetzten natürlichen 2 Graswuchses und des dadurch augenscheinlich erhalte— nen ähnlichen Nutzens, ungefähr auf 3 oder 0 mehrere Jahre nach einander folgenden 75— natürlichen Graswuchses etwa ein Jahr Bestockung überhaupt annehmen. + +— Bei Kleekämpen, wenn solche 5, 6 und mehrere *— Jahre nach einänder liegen geblieben sind, würde man „alsdann 2 Jahre auf Graswuchsbestockung zu rech— nen haben. 10. Von der benöthigten Wiesenanzahl für den Heugewinn und zur Einsammlung des Winterfutters. §. 328. Daß die Sorge für reichliches Winterfutter ein charakteristisches Zeichen einer vollkommenen Landwirth— schaft sey, ist besonders§. 26 erinnert worden. Diese 139 Hale Sorge und die deßhalb zu treffende gute Veranstaltung hlen wird sich hier vornehmlich wirksam und thätig beweisen hre, können. igen klich Wenn der Landwirth gute Wiesen, oder eine hin—. 0 längliche Anzahl davon in Besitz erhalten hat; so steht der ihm ein sehr wirksames Hülfsmittel mehr zu Gebote, 22 kung um seinem Viehstande und Ackerbaue aufzuhelfen und. 4. licht durch reichere Erndten sich Vortheile zuzuziehen. Diese t des werden theils in natürlichen Wiesen, so wie bei uns ichn auch in Schlesien, in den sogenannten Grasgärten, ale⸗ von welchen das Vieh seinen Unterhalt größtentheils im Her Sommer hernimmt, und damit auf dem Stalle gefüt⸗ Len tert wird, theils in künstlichen, mit Lucerne, Espar— hahr sette, rothen Klee und andern Futterkräutern besäeten trocknen oder hohen Wiesen bestehen. Hhete§. 329. Ohne diese Wiesen kann die gewöhnliche Wirth⸗ IE 4 uh schaftsart in 3 Feldern nirgends und selbst nicht einmal. in dem besten Boden gut bestehen und wohl unterhalten ⸗ f. werden. Die verbesserte Kultur würde bei ihrer ver— flr vollkommneten Anwendung und Einrichtung diesen +4 V Mangel zwar unschädlich machen: demungeachtet sucht sie, überzeugt von der Nützlichkeit dieser Anwendung, die Wiesen bald durch solche Grundstücke, die vor ih⸗ rer erfolgten Verbesserung eine für den guten natüͤrli— ei chen Graswuchs zu niedrige Temperatur hatten, bald uth⸗ durch solche Felder, die für den Getreidebau eine zu 00 erniedrigte Temperatur haben die sogenannten feuchten, adn. 140 torfartigen Aecker) zu vermehren, und diese mit schickli— chen Grassämereien besäet, im Stande erhalten zu lassen. §. 330. Diese, nebst den übrigen natürlichen Wiesen, werden bald durch die Wässerung,(wo solche ausführbar ist, und besonders bei hoher Temperatur und wärmere Lage die größten Vortheile verspricht) bald durch Asche, Gips, Seifensieder⸗ und Steinkohlen-oder Torfasche wohl unterhalten. Diese Vorsorge wird dann um so nöthi⸗ ger bleiben, wenn wegen erhöheter Temperatur, trock— ner Atmosphäre und Lage, und anderer natürlichen Um⸗ stände halber die fernere Unterhaltung in der Fruchtbar— keit eine beständige Achtsamkeit nothwendig begleiten muß; um reichliches und gutes Heu zu erhalten, und dadurch den größten Nutzen vermittelst der Viehzucht und des Düngergewinnes über die Landkultur verbreiten zu können. Uebrigens verweise ich auf das bereits im ersten Theile ausführlicher Abgehändelte. §. 331. Bei natürlichen Wiesen bleibt besonders nach fol⸗ gendes zu bemerken, und in Ansehung der durch vermehr— ten Heugewinnst beförderten Ackerfruchtbarkeit in Ueber— legung zu nehmen. Diese Bemerkungen nehmlich würden aus dem bisher noch unbekannt gebliebenen na⸗ türlichen Grunde, weßhalb nach h. 84. eine Wiese, die die gehörige Temperatur, und feuchte Atmosphäre hat, und daher als solche brauchbar und gut bleiben wird, ohne Schaden beständig gutes Wiesenland seyn kann, noth⸗ T 141 shicl. wendig von selbst entstehen. Uebrigens scheint in un— lassen. serm Welttheile, des Vorzugs der feuchten Atmospha— re wegen, das mittlere und nördliche Klima überhaupt mehr, als das südliche oder auch nur Weinland, sich selbst dis, überlassen, Wiesenklima zu seyn. hebar ‚ Wen Die Bestimmung in Ansehung des Ertrages von Asche den Wiesen ändert sich, nach obigen Grundsätzen, ö und nach Beschaffenheit der Temperatur, und nach der ast i mehr oder minder feuchten Atmosphäre, nachdem nun 1 solche dem natürlichen Graswuchse mehr oder minder aun selbst gůnstig sind, mannigfach ab. schn In Rücksicht des Einflusses der Vortheile des. Heuen Wiese nwuchses und Heuertrages auf die Ackerfrucht.„ e⸗ 1.7. „ n barkeit ist hier eine berichtigte Ansicht besonders wich⸗ 4.K. O G tig; welche dann nach§. 25. darin bestehen wüͤrde:— 22 hrelen. daß die Ackertemperatur die mehr oder mindere Wirk⸗ V. 15 in samkeit dieses Hülfsmittels jedesmal überhaupt ent⸗„ scheiden werde. Bei niedriger Ackertemperatur nehmlich, 4+ nützen selbst eine überflüsige Menge von Wiesen der ö Ackerkultur wenig oder nichts, und sie haben, je mehr 2 es an Gährung bei binlänglicher, guter und wohlein⸗ gerichteter Behandlung der Aecker selbst dabei fehlt, 900 einen nur geringen Einfluß auf die ländliche Fruchtbar⸗ nlich keit: ungeachtet sie in der That selbst bei dieser geringen Wirkung an sich unentbehrlich genug seyn können. Aber 0 je mehr die hohe Temperatur mit der größtmöglichsten 2290 Graswuchserzeugung vereinigt ist, und die Kultur zu⸗ 0 gleich die vortrefflichsten Fortschritte dabei gemacht hat, 0 um desto mehr Vortheile verschäffen sie. Es ist dieses soth 142 eine Bemerkung, die man bei den bisher so allgemein aufgestellten theoretischen Bestimmungen in Ansehung der Verhältnisse des Ackerbaulandes zu dem Flächenin— halte für die zu einem Guthe erforderlichen Wiesenan— zahl bisher ganz übersehen zu haben scheint; und bei dem großen Mangel an Temperaturkenntniß, nach Anleitung der bisher fehlerhaften Ackerbautheorie, über— sehen mußte. Gutes Getreideland und kornreiche Gegenden sind uin schon ihrer hohen, ob zwar durch Dammerde meist ge— +. 0 WM.I. mäßigten Temperatur wegen, nicht selten mit einer nur geringen Anzahl mehr oder minder einträglicher natür— licher Wiesen versehen. Allein diese bedürfen ihrer auch nicht in dem Grade, um nur in der gewöhnlichen Fruchtbarkeit unterhalten zu werden: obgleich der reich— liche Heugewinnst den größten Nutzen an sich hier sicher beweisen wird; dahingegen alle Aecker, die eine kalte Lage, feuchte Atmosphäre und niedrige Temperatur ha⸗ *—4— b 9170— IRr ö hen, wenig oder nur geringfügige Vortheile von ihren, gemeiniglich schon dieser wegen ansehnlichen und weit — verbreiteten Wiesenländereyen nach Beschaffenheit der +1 Kultur zu erwarten haben. 0§. 332. V 2 Wie man, diesen Voraussetzungen gemäß, leicht + H. H. W. 2 urtheilen wird, läßt sich daher von den dießfällig all— * ö— gemein bisher angegebenen, bloß vermeintlich richtigen 1* 5 Verhaltnißbestimmungen auch kein sicherer, allgemei⸗ . V. ner Erfolg erwarten. Der Erfahrung nach wird sich 0 4 7 + 5 V 4 INV 2.——=. 7 &— — ——— IFFIFFFF gemein schung chenin⸗ henan, bii sach ber⸗ n sind ist gee nur nalür⸗ ihrer lichen reich⸗ sche kaste ha⸗ hren, weit der leicht 0 al. ligen gemei⸗ 143 daher von diesen Bestimmungen nur selten einiger Ge⸗ hrauch machen lassen, da das Lokale so unendliche Ab⸗ weichungen hat, und auf diese das Meiste doch hier an⸗ kommen muß. Ueberdieß hängt es ja, wie man den so oft geäußerten Behauptungen nach wohl gar auf die Ge⸗ danken gerathen könnte, auch meist ganz und gar nicht von uns und unsrer Willkühr ab, daß man viel oder wenig Wiesen in Bereitschaft habe. Da die Tempera⸗ tur, verbunden mit einer feuchten Atmosphäre, den er⸗ sten Grund dazu angiebt, so kann es, um viel oder wenig natürliche Wiesen zu haben, auch keineswegs von uns selbst, vielmehr allein von dem Umstande abhängen: ob ein Landwirth viel oder wenig dergleichen Grundstücke, die diese natürlichen Eigenschaften wirklich besithen, neben seinem Feldbaue, ihm eigenthümlich zugehövig (und zwar wegen der, gewöhnlich zu niedrigen Tempe⸗ ratur oft mehr ihm zum Nachtheile als zu wahrem Wor⸗ theile gereichend,) erhalten habe, oder nicht? Eine ganz andere Beschaffenheit hat es hierin mit den trocknen, sogenannten künstlichen Wiesen; indem bei diesen alle⸗ mal eine Temperatur erforderlich seyn wird, die in der Regel entweder das Liegenlassen der Ackerstücke noth⸗ wendig bedarf, oder wo die Bearbeitung doch hinläng⸗ lich nützlich sich zeigen, allen Zufällen zuvorzukommen oder abzuhelfen im Stande seyn kann; wenn Unkraut dem guten Wachsthume in der Länge nicht hinderlich seyn, oder das gute Fortkommen nicht ganz verhindert soll. 144 §. 333. Auch auf Verwendung des Viehdüngers, welchen man dem übrigen Feldbaue entzieht oder davon erübri⸗ get, um den natürlichen Wiesen aufzuhelfen, oder den Heugewinn dadurch zu mehren und zu verbessern, müs⸗ sen obige gegründete Bemerkungen Einfluß haben; woraus man beurtheilen kann, daß, wenn ein Land⸗ wirth diese Düngeranwendung(sey es durch den Pferch des Schaafviehes oder auf irgend eine andere Art) über⸗ all ausüben wollte, er nicht jederzeit sehr weislich handeln, vielmehr offenbar durch Entziehung des Viehdüngers seiner Feldökonomie oft beträchtlichen Schaden zufügen würde. Ist nehmlich die Temperatur des Feldbaues überhaupt niedrig, und die Lage desselben kalt und in einer feuchten Atmosphäre; so würde diese Düngeran⸗ wendung, aus obigen Gründen, da viele Wiesen, und also auch häufiger Heugewinn, hier weniger als irgend⸗ wo Nutzen hervorbringen, ganz unzweckmäßig und we⸗ gen offenbaren Verlustes dieses dem Acker entzogenen Gährungsmittels, welches der Heugewinn dann nicht ersetzen wird, sogar schädlich gehandelt heißen müssen. Dahingegen bei an sich guter oder hoher Ackertemperatur, besonders warmer Lage oder Klima, wenn diese intendirte Verbesserung auch einen so beträchtlichen Umweg neh⸗ men, und also im Anfange der Kulturumänderung und jemehr der Düngermängel dabei groß gefunden werden dürfte, immer mit einer gewissen Vorsicht, und erst nach wirklich erfolgter Feldbauverbesserung anzuwenden seyn würde, vielleicht äußerst zweckmäßig und gut aus⸗ fallen kann. Ein Unterschied, bei dem die Wirkung allein von der Temperaturbestimmung abhängt. schen lbri⸗ den niß en; nd⸗ erc lber⸗ delh, Hers ügen uues in eran. und gend⸗ dbe⸗ jenen nicht issen. atur, nditte nch⸗ 0 wetden ers wendes u aus⸗ MIII 145 §. 334. Ein gleiches Bewenden hat es mit dem Erfolge des zu gleichem Zweck unternommenen Heuankaufs. Nur daß diese Einrichtung dem Landwirthe gewöhnlich, besonders aber denn zu kostbar zu stehen kommen wird, wenn der so nützliche Futterbau weit besser und beque— mer selbst unternommen, und für die Graswuchserzeu⸗ gung selbst nützlicher eingeführt werben könnte. Be⸗ sonders wird dieses alsdann der Fall seyn, wenn die glückliche Beschaffenheit des Landes, der Temperatur und der Gegend, bei der gewöhnlichen Dreifelderkul— tur, das Futter offenbar noch mehr vertheuert und den Wiesen einen so großen Werth, den sie unter andern Umständen nie erhalten würden, beilegt; daher des Winters meist Stroh und kargliches Wiesenheu dort immer das einzige Winter futter ausmachen wird: so lange die Rützlichkeit des Klee- und Futterbaues in dieser gedoppelten Rücksicht, sowohl für Gährung als Düngergewinn, noch nicht aus dem theoretisch-rich— tigern Gesichtspunkt eingesehen wird. Träten hierzu nun noch die ungünstigen natürlichen Verhältnisse in Absicht der zu geringern Fleisch- und Viehpreise, wo alsdann wenig oder gar kein Gewinst dem Landmanne zugesichert und die Anreitzung dazu demselben nicht er— theilt worden ist; so können auch hierin keine günstigen Veränderungen Statt finden. Da, wo bieser Fall nicht Statt hat, und dem Ackerbaue zum Hindernisse der Verbesserung wird, werden Wiesen in vielen Ge— genden, die eine durchaus hohe Temperatur haben, (wie dieß in wärmern Klimaten und in den Weinge— R TRil Zweiter Theil. K — . L.-EA. H. 146 genden besonders bemerkt wird,) immer, und so lange die Umstände, weßhalb sie besonders gesucht sind, obwal— ten, in einem so hohen Werthe stehen, der bei verbes⸗ serter Ackerbaubehandlung wohl um die Hälfte fallen würde. Auch sogar bei hohen Fleischpreisen ist dieser dann der Viehzucht und Verbesserung der Aecker durch Dünger und Graswuchs unter diesen ungünstigen Ein⸗ slüssen außerordentlich im Wege. Nicht selten haben dann Wiesen einen, gegen Aecker ganz unverhältniß⸗ mäßig hohen Preis. 5. 325• Wenn daher auch, gleich andern theoretisch⸗land⸗ wirthschaftlichen Bestimmungen, angenommen würde, daß die zu einem Guthe gehörige Wiesenfläche so groß, als etwa das bisherige Drittheil des pfluggängigen Lan⸗ des, oder auch drüber an der Morgenzahl betrug, gleichfalls ausgedehnt seyn sollte; so würde diese Be— stimmung nach den Grundsätzen der gegenwärtigen Acker⸗ bautheorie doch immer unzulänglich seyn müssen; indem nicht nur die Wiesen von der Temperatur und Lage in die ihnen zuständigen Grenzen gewiesen; sondern auch der Heu- und Grummetertrag selbst, sowohl in der Quantität als Qualität, von einander abweichend ist. Auch muß die Wirkung in der Anwendung unter den Hülfsmitteln des Ackerbaues, da der Erfolg von der jedesmaligen Ackertemperatur, wobei das gewonnene und verfutterte Heu in Düngergestalt auf das Feld ge— fahren und verbraucht wird, allein und jederzeit von 147 anged dem Lokale abhängig bleibt, bald mehr, bald weniger obonl verschieden ausfallen. verbes⸗ e fllen heser 11I. Von der Abschaffung der Braache. durch§. 336. ö a— Unter andern wurde bereits§. 286, so wie H. 29 64 4.1 4..*e haben erinnert, daß bei Anwen dung der fortgesetz O ilniß⸗ ten nere Fruchtbarkeit und. ie. 2—— se vornehmlich berechnete trwer eiser lag Ei rung, überhaupt, sowohl im Temperaturer⸗ höhungsfalle, als in dem Temperatur mäßi— gungsfalle, das Braachsystem zu Hülse ge— land⸗ nommen werden müsse. Vornehmlich schien die⸗ wůde, ses dann noch nöthiger zu werden, wo nach§. 135. die gtoß, geringe Dammerde und Ackertemperatur die Gras— n Lole wuchserzeugung bisher gänzlich erschwert oder unmög— Herg, lich gemacht hatte, durch die bewirkte Graswuchserzeu⸗ Be gung die Unfruchtbarkeit dann zuerst gehoben werden Akt⸗ und nach§. 194 in dem Temperaturmäßigungsfalle die inden gemischte Feldbehandlung dann eintreten sollte. 0§. 337. 9 In besserm Boden, der weder zu dem einen noch d il zu dem andern Extrem in der Temperatur aus schweifend aden übergehet, ist, bei Anwendung der künstlichen Frucht⸗ barkeit, bei richtiger und der Natur und dem Lokale on der angemessenen Behandlung, Saatenfolge, auch großen, 10 dem Ackerbaue förderlichen Kulturkräften und günstigen 0 übrigen Verhältnissen, die Abschaffung der Braache in eit K 2 ö ö * 7 e ee e a, α +———— 148 unserm Klima wohl immer möglich. Nur Vorurthei— le, unrichtige Grundsätze, Maäßregeln und widrige Umstände, die in der Natur der Dinge liegen, und von dem Landwirthe selbst nicht zu beheben sind, worin er sich vielmehr nur zu leidend verhalten muß, können das Braachsystem aufhalten, und bleibend machen. Wenn diese beträchtlichen Hindernisse der Verbesserung des Land— baues nicht im Wege stehen, oder Mangel an Gewinn den⸗ selben nicht einschränken, zurückhalten, und zur Verbesse— rung wenig Reitz verleihen, und auch, wenn sie vornehm— lich durch Hülfe des Nationalreichthums(wodurch in einem reichen Lande die Nachfrage nach Schlachtvieh, und die daraus unmittelbar folgende Vergrößerung der Fleischpreise zunimmt, und die Gährungsmittel auf sonst dem Getreide allein und ausschließend gewidmeten Lande sich häufen) gehoben zu werden vermögen; so tritt auch die Ackerbaubehandlung, bei der die künstliche Fruchtbarkeit die Grundlage vorzüglich ausmacht, und hiermit der Grundsatz in seinem vollen Gewichte ein: die Braache, bei nicht bloß durch äußere Verhaltniß allein, sondern auch durch theoretisch-berichtigte Einsichten begün— stigten praktischen Verbesserungen des Landbaues, daraus von selbst folgender zweckmäßiger Behandlung bei der Annah— me guter, mit der Natur und Lokalität des Bodens besser als bisher übereinstim— menden Kultursysteme, durch bezweckten Zuwachs der Gährung und der hierzu er⸗ forderlichen Mittel, und in dem Tempera⸗ urthe⸗ vidrige nd von hrin er sen das Wenn Land⸗ in den⸗ erbesse rnehm⸗ urch in chih, ing der dl auf idmeten zso teit nstlich t, und te ein: ußert durch egün⸗ des ender nnah⸗ lität ustim⸗ eckten zu l Rpenn 149 turmäßigungsfalle, auch der Dammerde, nach und nach ganz ab zuschaffen. Das Abhalten der jetzt meist üblichen Braachen würde alsdann kostbar und unnütz zugleich seyn: kost— bar, weil die dabei so nach Verhältniß der Güte des Erdbodens nur geringe lohnenden Wintergetreide-Ernd— ten mit dem großen Aufwande von Bearbeitungskosten, Düngerwerth, wieder hervorgebrachter oder vermehrter Gährung erregender Kraft, und mit der ein ganzes Jahr hindurch ausgesetzten Benutzung eines dergleichen Feldstücks während der Braächzeit in gar keinen Ver— gleich zu stellen sind. Unnütz würde die Braache seyn, weil bei zweckmaßiger Kultureinrichtung und Saaten- folge auch ohne jene, und noch dazu mit größerem Vor⸗ theile, die Ackerfruchtbarkeit vermehrt, das Land dabei zugleich rein vom Unkraute erhalten werden kann; und man es nicht, wie bei dem gewöhnlichen Braächehal— ten, oft nur allein auf gut Glück oder Witterung, und den wirklichen Mangel an Gährungsfähigkeit, doch nicht zu ersetzen mögliche, vorangegangene Vorberei— tung des Landes zur wirklichen Gährung, und an unter diesen Umstäͤnden nöthigern Thätigkeit nur ankommen lassen darf; wodurch der gute Acker aber bei hoher Tem— peratur und der gewöhnlichen Dreifelderwirthschaft, und geringes sandiges Land ganz vorzüglich immer mitge— nommen, ausgesogen und in elenden Zustand ver— setzt wird. §. 328. Je mehr Braachen, desto mehr Bearbeitungs⸗ und andere Kosten sallen den durch den Verlust des Er— trages eines vollen Braachjahres ohnedem immer er— bauten Früchten zur Last: die daher den Werth dieser Erndten nicht allein verringern, sondern auch vielleicht nach Beschaffenheit der Umstände den Gewinnst aufzeh— ren und völlig überwiegen können. Um desto schädlicher sind dergleichen Fälle, wenn die Ackerfruchtbarkeit, an— statt zuzunehmen, offenbar dabei verringert wird. Diese Nachtheile müssen jeden richtig beobachtenden Landwirth (wenn auch gleich besonders in geringern Boden nicht geradezu und auf einmal dazu angerathen werden kann und darf,) auf die möglichste Vermeidung des Braa— chehaltens immer aufmerksamer machen. Wer sucht nicht gern Alles auf das Beste einzurichten? daher auch die gänzliche Vermeidung der Braache, da dieses allein schon eine vollkommne Landwirthschaft voraussetzt, zur Vorschrift und Regel zu machen; wenn diese nehm— lich(wie sich von selbst versteht,) nach richtigen Grund⸗ sätzen wirklich abgestellt wird. Die besonders praktisch merkwürdigen Fälle, wo das Braachsystem sogar in schlechtern Boden und bei ö hoher Temperatur(wo diese Abstellung doch überhaupt schwierig wird,) abgeschafft ist, und das schlechte Land oft besser, oder doch eben so gut, wie das von der Natur vorzüglich begünstigte und in fruchtbaren Gegenden gelegene, behadelt wird; dahingegen in andern, mit wenig Hülfsmitteln versehenen Staaten bloß durchaus lungs⸗ ed Er⸗ nur er. dibser leicht ufzeh⸗ dlicher it, an⸗ Dise dwirth nicht kann Dad⸗ sucht daher dieses Sseht, nehm⸗ rund· „wo haupt Hnd Miur genden mi uchnte 151 gutes Land, etwa erträglich, aller andere Acker aber unglaublich schlecht und fehlerhaft behandelt wird, über⸗ führt uns durch die Erfahrung selbst von der prak— tischen Ausführbarkeit der so eben angeführten Aeus⸗ serungen. §. 339. Alle bisherigen Einwürfe dagegen, daß nehmlich das Vieh ohne Braache nicht hinlänglichen Unterhalt im Sommer haben werde; serner, daß zur benöthigten Bearbeitung und zur Reinigung des Landes vom Un⸗ kraute, wenn man ein Feld nicht zu bestimten Zwischen—⸗ zeiten von aller Besämung ausschließen und so un— besäet alsdann liegen lassen wollte, außerdem nicht Muße und Gelegenheit hierzu vorhanden sey; auch daß zwischen der Erndte und Herbstsaatbestellung es an Zeit zur Bestreitung der Düngerfuhren gebrechen würde, wobei auch der Dünger selbst zuletzt unzulänglich wer⸗ den würde; endlich daß die Unfruchtbarkeit der Felder sich mehren würde, wenn man ihnen, alle Jahre einträg⸗ lich zu seyn, zumuthen wollte, und auch die Braache durch die Erfahrung aller Zeiten gerechtfertigt sey; sind zum Theil schon hin und wieder beantwortet und widerlegt worden. Besonders beantwortet sich der zuerst angeführte Einwurf dadurch von selbst, wenn vermittelst des künst— lichen Futteranbaues nicht allein der Unterhalt des Vie⸗ hes über Sommers gewöhnlich und hinlänglich gesi— chert, sondern auch für den Winter noch ein so ansehn— 752 lich vermehrter Ueberschuß an Heu erhalten, und eine gleichere Vertheilung des erbauten Futters dadurch bewirkt wird. Auch kann der Futtergewinnst, den man durch das gewöhnliche Viehhüten auf Braachen erhalten, und, wobei der Aecker zugleich, der Bestimmung der Braache gemäß, alsdann 3 bis qmal bearbeitet, gepflügt, da— zwischen wieder beegget, das Unkraut aber ausgerottet und in seinem Wachsthum gestört zu werden pflegt, wohl nicht beträchtlich, oder doch von sonderlicher Be— deutung seyn. Ueberdieß wird der etwanige Verlust theils durch den vermehrten und verbesserten Futteran— bau, und Düngergewinn, durch vergrößerte Gährung im Acker und daraus nothwendig folgende reichlichere Erndten, vollkommen ersetzt. Was den zweiten Einwurf, daß zur benöthigten Bearbeitung und Reinigung des Ackers vom Unkraute außer der Braachzeit nicht Gelegenheit und Muße ge— nug vorhanden seyn würde, betrifft: so wird dieser Fall als nothwendig, wenigstens bei Anwendung des fort— gesetzt natürlichen Graswuchses und der darauf sich grün— denden Ackerkultur, jeder zeit nachgegeben. Allerdings würde es dabei an Zeit zur Wintersaatbestellung, und noch mehr an der bei Mangel an Gährung überhaupt so nothwendigen, den Umständen angemessenen Gährungs— thätigkeit und dadurch bewirkten sichern Vorbereitung für das gute Gedeihen der zukünftigen Saat fehlen. Am allermeisten würde dieß der Fall seyn, wenn durch noch mehr ausgedehnten Getreideanbau die Gäh— rung durchaus schwächer und unansehnlicher, oder durch +—— 153 1d eine das dann nothwendige Mißrathen der sogenannten bewirkt Braachfrüchte doch auch nicht vermehrt, vielmehr durch durch fortgesetzt geringfügige Wintergetreideerndten und den „ ud, dadurch der Düngersammlung in Ansehung der Einstreu nache zugefügten Schaden, andauernd vermindert würde. Dieß t, da⸗ Uebel würde sich beim Mängel an Dammerde, eben so erottet wie bei niedriger Temperatur und schwerem bindenden pflegt, Thon⸗ oder Kleyboden, der ohne Dünger und wieder⸗ er Be⸗ holte Sommerbearbeitung durchaus nicht mürbe ge— Verlus macht und zur Gährung gebracht zu werden vermag, ittetan⸗ offenbar vermehren. Dahingegen bei einer Behand— hrung HIung, der die künstliche Fruchtbarkeit zum Grunde liegt, lihee ganz andere Verhältnisse eintreten werden. Der Zweck der Sommerbraache, dem Acker die Gährungsfähig⸗ keit wieder zu ertheilen, oder die Gährung selbst dadurch higten und durch die Bearbeitung vorzubereiten, kann, so wie Hraute die Vertilgung des Unkräutes durch die verstärkte Som⸗ se ge⸗ merbearbeitung auf schwerem Boden, so wie auf leich— r Fall tern, durch den Anbau der die Gährungsfähigkeit ver— fokt⸗ bessernden Pflanzen, im erstern Falle durch das fleißige grüͤn⸗ Behacken der Gewächse, im zweiten Falle durch den dings Klee, Spargel, Rübenanbau u. s. w. weit besser, als und durch die reine Braache bewirkt werden.(In Ansehung upt so der übrigen Vortheile oder Nachtheile der Braachess. ungs⸗§. 164. u. f.) eitung ö——— I. shlen Daß eine dergleichen Feldkultur ohne Braache zu& dunth viel Arbeit und Gespann zur Frühjahrs- und Herbst⸗ ů——— 2.— Gi zeit, welches außerdem müßig stehen würde, erfordere, VI.* 00 kann nur zum Theil noch angegeben werden. Aller⸗4½½ 5— 154 dings würde überflüssiges Zugvieh, das in den Zwi⸗ schenzeiten nicht Arbeit genug bekommen könnte, dem Ertrage von der Feldkultur oft nachtheilig und lästig werden. Indessen giebt der vermehrte Futter⸗ und Heugewinn, die Bestellung der Früchte während ihres Wachsthums, das Herbeiführen künstlicher Dünger— arten, so wie der Verkauf und das Hinwegführen der mehr erbauten Früchte zur gelegenen Zeit, als eine noth⸗ wendige Folge vergrößerter Erndten, immer auch hier vollauf zu thun. Die vergrößerten Ausgaben wird ein jeder Landwirth um so lieber sich alsdann gefallen las⸗ sen, wenn diese nur um desto reichlicher wieder vergü— tet werden. Oft, selbst beim Mägel an Menschen, läßt sich, bei richtiger Vertheilung der Arbeiten und durch Fleiß und Anstrengung verhältnißmäßiger Kul— turkräfte, mehr, als man oft glaubt, ausrichten. Und wo alle Hindernisse vereinigt sind, und Mangel an be— nöthigtem baaren Verlage oder Absatz der erbauten Produkte im Wege stehen, wird sich auch ohnedieß Niemand auf eine Kulturveränderung erst einlassen wollen. Der Grund, daß zwischen der Erndte und Herbst⸗ saat⸗Bestellung ohne Braache nicht Zeit genug zur Be— streitung der Düngerfuhren übrig bleibe, auch der Dün— ger selbst zuletzt dabei unzulänglich werden könne, wird theils durch die, den bisherigen Grundsätzen gemäß empfohlene Düngeranwendung entkräftet, theils auch durch die der Lokalität des Bodens mehr angemessene Behandlung und darauf nothwendig folgende Dünger⸗ n Zui⸗ „, dem lstig r: und ihres luger. en der e noth⸗ hier ird ein en las⸗ vergi⸗ sschen, en und Kul, Und an be⸗ auten ledieß assen rbt⸗ Be⸗ WM witd mmaß auch essere nge⸗ 155 vermehrung widerlegt. In jenem Falle wird die richtige Zeit zur Düngerfuhre allemal im späten Herbste, den Winter über oder auch bei einigen Saaten, wie z. B. bei Rüben, nach der Frühjahrssaat oder zu Winter— raps vielleicht schon vor der Erndte Statt haben kön⸗ nen. Was den Mangel an aufzufahrenden Dünger, den man ohne Braache nicht haben zu können glaubt, betrifft; so wende ich dagegen ein, daß es bei der Braach— wirthschaft gewöhnlich, und selbst bei der in dieser Rücksicht ungleich besser bedachten Koppelwirthschaft (wo bei dem beständigen Hüten und Herumstreifen des Viehes auf Weiden es nicht sowohl auf die Dünger⸗ sammlung unmittelbar, als eigentlich auf die vermehr— te Erzeugung des Graswuchses und dadurch verstärkte Gährung, wodurch jedoch ebenfalls die Düngerzunah⸗ me die mittelbar erreichte Folge davon wird, allein ab⸗ gesehen seyn kann) noch mehr an Dünger fehlen müsse. Bei der verbesserten Kultur, wo abwechselnd nach der Temperatur⸗Beschaffenheit bald frühere bald spätere Früchte und Saaten gebauet werden, die haupt— sächlich für das Mast⸗-, Melk- und Schaafvieh be— stimmt sind, kann es auch nie so sehr an Dünger feh⸗ len. Dagegen giebt die Braache bei der Dreifelderwirth⸗ schaft gewöhnlich bloß nothdürftige, oder eine nur kärg— liche Frühjahrsweide. Bei der Koppelwirthschaft aber ist es gar nicht auf Düngersammlung abgesehen, ob— gleich der Winterdünger allerdings dabei vermehrt wird. Da nun bei der verbesserten Feldkultur Dünger im Ueberfluß gewonnen und dem Acker aus sich selbst verschafft werden kann: so folgt natürlich daraus, daß 156 das Land mit jedem beendigten Umlaufe des Feldum— schlages, so wie es an Gährung zunimmt und bereichert wird, merklich an Fruchtbarkeit und an innerer Kraft zunehmen müsse; statt daß bei der Braachwirthschaft, der allgemeinen Klage nach, das Land immer mehr er— schöpft und vom Düngermangel heimgesucht wird. Den letzten, für das Braachsystem aufgestellten Grund, daß nehmlich die Unfruchtbarkeit des Landes ohne Braachen vermehrt werden würde, wenn man ihm alle Jahre einträͤglich zu seyn zumuthen wollte, auch die Braache durch die Erfahrung aller Zeiten hin— länglich gerechtfertigt sey, beantworte ich folgender Ge— stalt: bei beständigem und ununterbrochenem Getreidean— baue könnte man besonders, und noch mehr aber bei geringem Lande, entweder bis zu hoher oder bis zu nie— driger Ackertemperatur die vermehrte Unfruchtbärkeit zwar gelten lassen; sie hätte alsdann ihren natürlichen Grund in der immer mehr abnehmenden Gährungsfä⸗ higkeit; und dagegen ist keine, auch noch so angestrengte Bearbeitung den Acker zu schützen im Stande. Allein ein ganz andrer Fall ist der, wo die verbesserte Kultur mit allen ihren wohlthätigen Folgen in der Ausübung wirklich Statt findet, und die Theorie mit der Praxis ver⸗ eint zu gleichen und festen Fortschritten die Gelegenheit darbieten. Es kann keineswegs einerlei seyn, was für Erndten auf einander folgen, ob der Boden immerfort ausgesogen, seiner Gährung erregenden Kraft immer mehr beraubt werde, und also zuletzt an den eigentlichen Nahrungstheilen der Pflanzen größern Mangel erleide. cC 157 aldun Daher die Gewächse dann oft mehr durch die fortdauern⸗ lichat den natürlichen Hülfsmittel des Bodens, seine Damm— Wrast erde und Temperatur, allein noch zur Vollkommenheit shist, gebracht werden, oder die Getreidearten mehr in das hyet. Stroh wachsen, und nur schlechte Körner geben; wie dieß an beständig besäeten Feldern, wo man durch den Ueberfluß an Dünger allein alles erzwingen zu können ellten glaubt, oft selbst bei an sich gutem Lande bemerkt wird. ndes Wenn alle Zwecke der Braache auch ohne diese und man noch dazu weit schicklicher und besser erreicht werden kön— olle, nen, und zwar, ohne daß theures, in hohem Werthe nhin⸗ stehendes Land alle 3 oder 4 Jahre unbenutzt bleibt; Ge⸗ wenn jede Bemühung und jeder Aufwand von Kraft, in⸗ dean. dem die erste Grundlage dazu verstärkt ist, auch in der er bã That reichlicher vergolten wird: so verschwindet auch unie⸗ selbst die letzte Nothwendigkeit, welche die unter den arkeit dem Ackerbau so ungüͤnstigen Verhältnissen so nothwen⸗ ichen dig scheinende Beibehaltung der Braache so anempfeh⸗ efü. lend machte. Um der Erschöpfung des Erdbodens zu⸗ Eit vor zu kommen, ist die Abwechselung in der Bestel— llein lungsart, so wie die Verminderung und Einschränkung ultur der bisher zum Schaden des Landbaues selbst oft zu Ibng sehr begünstigten Getreidesaat durchaus und gleich noth⸗ ver wendig. Daß der Erdboden aber der Ruhe bedürfe auhet und wie ein faules Thier zur Arbeit immer mehr ange— süt trieben werden müsse, um nach vollbrachten Ruhejahren st wieder thätig seyn zu können, besteht bloß in der Einbil⸗ Inmn dung. Die Natur ist nie müßig. Ihr Bestreben zur lichn Besorderung der Fruchtbarkeit geht auf demselben We⸗ 100 ge unaufhörlich weiter, und nach§. 138. wird jene Be. 158 hauptung wahrscheinlich leichter begriffen und widerlegt werden köunen. In dieser Rücksicht wird die Ruhe x des Ackers, so richtig auch die Begriffe, die der Bau— er damit verknüpft, seyn mögen, doch immer ein leeres und zu unzähligen Irrthümern verleitendes Hirnge— spinnste bleiben. Die hinzugefügte Bemerkung, daß die Braache die Erfahrung aller Zeiten und Lander für sich habe, giebt übrigens keinen Beweis für ihre Un⸗ entbehrlichkeit ab. Ueberall war es Sitte und herge⸗ brachte Gewohnheit, sich des natürlich fortgesetzten Graswuchses bei der Ackerkultur zu bedienen. Allein dieser Fall ist in neuern Zeiten, wo man in ganzen Ge— genden die Anwendung der künstlichen Fruchtbarkeit einführte, und ihren Vortheilen durch weisen Gebrauch der Gährungsmittel praktisch immer mehr auf die Spur kam, keineswegs derselbe geblieben. Hierzu hat in England vorzüglich die Einschließung der Felder und die Vieh⸗ und Fleischpreise, wodurch der Landwirth zum Futteranbaue auf Getreideland ermuntert, und sich weniger auf die sonst üblichen Viehweiden zu verlassen genöthigt wurde, beigetragen. Bekanntlich ist der Acker⸗ pacht dadurch, bis auf das Dreifache vermehrt, und die ländliche Industrie, je mehr der Ersolg ihrer Be— mühungen belohnender ausfiel, desto mehr geweckt und aufgemuntert worden. — 159 derleg Wiederholung der in diesem zweiten Theile bisher Rahe vorher vorgetragenen allgemeinen Grundsätze: 1 zugleich von der dadurch zu erhaltenden Ueber— — sicht, in Hinsicht auf die praktische Anwendung 5 und des durch den Gebrauch davon zu erwar⸗ sir tenden Nutzens. Un⸗§. 340. 13— Nach allen den bisher aufgestellten Gründen für 3.— die der Lokalität des Bodens angemessene Annahme und Llen Verhältnißberechnuug eines überall nach Umständen zu 0 erwählenden Ackerumschlages, würde daher auf die gleich nlen folgenden Bestandtheile und Bestimmungen Rücksicht ge⸗ uch nommen werden müssen, zu deren genauerer Uebersicht Syn 2 Tabellen mit verschiedenen brauchbaren Saat. und at in Acker⸗Ordnungen, nach Beschaffenheit der Lokaltem— und peratur, und zwar nach der Stufenleiter von der nie— vith drigen bis zur hohen Temperatur hinauf, zuerst bei der dsch Behandlung nach den Grundsaten der nöthigen Tem— assen peratur-Erhöhung, dann aber nach den Prinzipien der sker Temperatur⸗-Mäßigung, und hiermit übereinstimmen— und den Feldkultur angehängt worden sind; welche ich da— Bẽ· bei nachzuschlagen und zu Hülfe zu nehmen bitten muß. vekkt Was nun beide tabellarische Uebersichten selbst an⸗ 0 —— ö An—— betrisst, so ist die erstere der 23 den natürlich fortge⸗ 0 e. setzten Graswuchs gebauten Behandlungsweise allein und ausdrücklich gewidmet; wobei sich freilich keine durchaus bestimmtere Uebersicht in Ansehung der Tem⸗ peraturgrade hier aufstellen läßt: indem, wie öfterer —*——*— 1—* X— —p...——— 160 bemerkt wurde, der Gebrauch der natürlich fortgesetzten Graswuchs-Anwendung diese Unterscheidung nicht so deutlich und ausführlich angiebt, und der dem An— scheine nach bei der Koppelwirthschaft vorkommende Fall der Temperatur-Mäßigung auch bei der wirklich nöthigen Temperatur-Erhöhung, den besondern Eigen— schaften des natürlichen Graswuchses nach, ebenfalls Anwendung findet. Bei der natürlich fortgesetzten Graswuchs„Anwendung bleibt die Dreifelderkultur in dem TemperaturErhöhungsfalle daher immer al— lein eine besonders merkwürdige seltene Eescheinung; wobei man wenigstens bestimmt behaupten darf, daß sie für den Temperatur⸗Erhöhungsfall vorzüglich ein⸗ gerichtet seyF. Da hingegen bei der Anwendung des künstlichen Graswuchses der Ackerumschlag schon ge— nauer nach der Lokaltemperatur eingerichtet werden kann, und die Gradation hier bestimmter und fester ist; so konnte auch bei der eten Tabelle die Ueberein— stimmung mit der entwickelten Ackerbau-Theorie deut— licher und gleichsörmiger werden. §. 344. Die näͤher concentrirten Bestandtheile nun würden nach dem Grade ihrer muthmaßlich mehrern oder mindern Worzüglichkeit daher folgender Gestalt zu stehen kom— men, und würde dabei hauptsächlich Rücksicht zu neh— men seyn: 1) Auf die reichliche und richtige Düngeranwen⸗ dung, welche in unmittelbarer Verbindung mit der vor⸗ ——————. 161 rtgese — her vermehrten Masse Gährung erregenden Kraft steht, Im I. und nach 9.253. noch mehr bei der Behandlung nach — den Grundsätzen der Temperaturmäßigung, so wie auch f in dem Temperatur⸗Erhöhungsfalle, entweder durch Wehn die allmählige Zunahme der Dammerde, oder auch Hth mehr beförderte Gährung erregende Kraft allein zum Riatn bessern Pflanzenwachsthume vermehrt werden muß. 1 2) Auf Viehhaltung in hinlänglicher Anzahl, wo— mer dl von obige Düngmasse unmittelbar gewonnen werden hunng kann, und welche ihren Unterhalt nach§. 263. von , Iů vorzüglich gutem, kräftigen und auskommlichen Fut— schein teranbaue und dem deßhalb zu suchenden Verhältnisse n ds hernimmt. Die deßfalls§. 252. gemachte Bestim—⸗ üd mung betraf wenigstens die Hälfte alles pfluggängigen In Landes, noch ohne 2* beständigen Wiesen und andere ufin perennirende Futterkräuter, als Luzerne und Esparsette. Iherei 3) Auf Winterverraasung, die nach§. 269. nicht deltt über die Halbschied hinausreicht, vielmehr auf diese allein eingeschränkt werden muß. Zugleich enthält §. 270. die nähern Bestimmungen in dem Falle der nö⸗ thigen Temperatur-Mäßigung bei der Koppelwirth⸗ virden schaft und abgesondertem rothen Klee-Anbaue. n e 4) Auf Sommerbearbeitung, die Rnch⸗ a) nach§. 280. die von vorhin übrig gebliebene Halbschied, auch wohl, nach Beschaffenheit einer niedrigen Temperatur, darüber zur Erhaltung des buma Gleichgewichts mit der Winterverraasung und zu u vermehrenden Gährungsthätigkeit einnehmen soll. Zweiter Theil. L — 162 Der 25 1.§. enthalt die nähern Bestimmungen in dem Temperatur-Mäßigungsfalle bei Koppel⸗ wirthschaften, rothen Kleestücken u. s. w. b) Deßgleichen wird diese nach§. 283. noch über— dieß ein verstärktes Uebergewicht erhalten. 5) Auf den nöthigen, verhältnißmäßigen Anbau der Pflanzen erster Klasse, der die Gährungsfähigkeit wieder ertheilenden Saaten, oder des in Rücksicht auf die Vermehrung der Gährung erregenden Kräfte ver— bessernden, sowohl künstlichen als natürlichen Gras— wuchses überhaupt. Diese Bestimmung wird nach g. 294. erfüllt, wenn die volle Hälfte des baubaren pflug⸗ gängigen und in Kultur stehenden Landes, oder auch wohl darüber nach§. 395.(wo auch die übrigen allen— falls nöthigen nähern Bestimmungen gleichfalls anzu— treffen,) dieser Naturhülfe angewiesen bleibt. 6) Auf eine, der Natur des Bodens angemessene verhältnißmäßige Getreidesaat, die auf die Graswuchs- erzeugung, und die durch Kultureinrichtung bestimm— te Vermehrung der Gährung erregenden Kraft(wor— über die Düngermenge nach§. 89— 90. und 2438. die sichere Anzeige giebt,) sich gründet; und nach H. 301 und 302. in richtiger und der Lokalität angemessener Saa⸗ tenfolge bestehen, nach§. 312. aber bloß allein auf den Platz, der von dem Anbaue der verbessernden Saaten, oder natürlichen Graswuchse von vorhin übrig blieb, ein— geschränkt seyn soll. 7) Insbesondre aber noch auf die Wintersaat, die nach§. 316., die Hlfte von der dem Getreidebaue mugn angewiesenen Feldfläche erhält. Zugleich ist§. 317. Kuppa der Vortheile des Strohankaufes gedacht worden. ö 8) Auf die Sommersaat, deren Verhällnisse d. ocihn 319. angegeben worden. 9) Auf die Graswuchs⸗Bestockung und den ro— HMban then Klee-Zuwachs; in Ansehung des letztern nach§. Higket 323; in Rücksicht auf erstere aber nach§. 327. wo icht auf auch nähere Bestimmungen wegen der Koppel⸗Wirth⸗ ste ver schäft und rothen Kleekämpen vorkommen. Gur⸗ 10) Auf die benöthigte Menge Wiesen und guter rahh fleißiger Einsammlung des Heues und Grummets zum npfz Winterfutter; zugleich von der Verwendung des Vieh⸗ rauch düngers auf Wiesenland, nach§. 333. und vom Heuan⸗ dla kaufe nach§. 334. Sanzu⸗ ö 11) Auf Abschaffung der Braache. messene L. 342. wuch Man erlaube mir hierbei ein für allemal die Be— sünm merkung, die nicht übergangen werden darf: daß, da e es besonders auf Besestigung der bis jetzt hier ange⸗ 5. di nommenen theoretischen Grundsätze, die einen sichern 9.3⁰1 Leitfaden abgeben sollen, wornach man sich in Zukunft Saa⸗ etwa in der Ausübung mit größerer Gewißheit als uf den bisher, richten könnte, ankömmt; vorzüglich alles auf alken, Anwendbarkeit und Nichtanwendbarkeit der hier aufge— cb, Ein⸗ stellten Regeln und ihre durch Erfahrung befundene Be⸗ ö währtheit beruhen müsse. Wenn also der Zweck die⸗ ntersatt, ser Theorie die bisherige Unsicherheit zu vermindern, atbne und die Fähigkeit eines gegebenen Bodens zu einer ge⸗ 82 öR T==— ́II 164 wissen Kultur und Fruchtwechsel besser beurtheilen und das Einträglichste und Zweckmäßigste nach feststehen⸗ den Grundsätzen ausmitteln zu können, in Erfüllung gehen solle: so ist es bei so unzählig von einander ab— weichenden Fällen, und je mehr hier so viel von rela— tiven Verhältnissen und Umständen abhängt, besonders nöthig, daß der Gang der Natur, wie dieser hier wir⸗ ke, und wie man derselben, ohne ihr, wie bisher, in den Weg zu treten und sie in ihren Functionen zu hindern, leicht und sicher behülflich seyn, und beikommen könne, vor allen andern bemerkt werde. Es ist in der That weit wichtiger, daß theoretisch be— richtigte und erweislich sest stehende Naturgrundfätze, von den man in allen Fällen Gebrauch machen und sich Erläuterungen verschaffen kann, in Anwendung kommen, als daß man auf bloß scheinbar nützlichen, etwan vorgeschlagenen Feld- und Saatordnungen, oder wohl gar nur auf einer einzelnen(wie bei der Dreifel— der⸗Wirthschaft bisher der Fäll war) allein besteht. Hängen alle Kultureinrichtungen von so vielfältigen, in⸗ nern und äußern, so wie von polizeilichen Verhältnis⸗ sen mehr oder minder ab; so müssen auch ihre Mo⸗ difikationen eben so verschieden seyn, und alle Vor— schläge können ihrer Ratur nach um so weniger anwend—⸗ bar seyn, als überhaupt die Kulturkräfte schwach und die theoretischen Grundsätze noch unrichtig oder schwän⸗ kend sind, oder auch wohl mit den vermeintlichen, in der That mit Nutzen auszuführenden Verbesserungen geradezu im Widerspruche stehen, und für deren glück— liche Ausführung sonst weder eine hinlängliche Gewiß⸗ ilen ud siteh kl⸗ Asillung nder ab. on kela⸗ sonders er wit⸗ bisher, ictionen „ und werde. tisch be⸗ ndsahe, En Und hendunz hlichen, u odet Neifel Isteht. en, in⸗ altnis⸗ Mo⸗ Vor⸗ wend⸗ hund Hwan⸗ eu, in rungan gll⸗ Hewis⸗ 165 heit je erhalten werden kann, noch auch natürliche Grün⸗ de dasür sich angeben lassen. Der Landwirth hingegen, der sich die erforderlichen Grundsätze zu eigen gemacht hat, und selbst die Sache zu beurtheilen versteht, wird auch sicher eher seine Verfahrungsweise verbessern und nach Umständen modifieiren können; er wird wenigstens auf keinen Fall verleitet werden, sich bloß dem Herkom⸗ men, dem Geradewohl oder der Authoritäͤt anderer allein zu überlassen. Gegenwärtige angehangte 2 tabellarische Uebersichten sind also mehr zur Erläuterung der bisher vor⸗ getragenen theoretischen Grundsätze und nur deßhalb da, damit bewiesen werden möge, wie weit und zu welchem Grade von Gewißheit man zu gelangen im Stande sey, sobald von wahrscheinlich richtigern Gesichtspunkten, als bisher der Theorie nach, ausgegangen wird. Uebrigens werden sich die Vortheile oder auch die nachtheiligen Folgen jeder nur irgend denkbaren Acker⸗ ordnung und Feldwechsels mit Zuziehung der Lokaltem⸗ peratur bei der Zergliederung, nähern Untersuchung und Wergleichung mit obigen allgemeinen Sätzen der Reihe nach sogleich zeigen: daher man in dieser Rücksicht von ihnen auch gewiß einigen Gebrauch wird machen kön⸗ nen. Diese Vergleichung gegenwärtig bequemer an⸗ siellen zu können, ist nun besonders der Zweck der bei⸗ den angehängten tabellarischen Uebersichten gewesen*). *) In beiden Extremen der Temveratur sind ungewöhnliche Hülfs⸗ mittel nothwendig„daher man sich, auch diese in beiden Fällen am meisten nach Ausweis der tabellarischen Uebersichten, beson⸗ ders aber bei der künstlichen Fruchtbärkeit angewendet zu finden, nicht wundern darf. e(kt—:gͤ‚ 4 4. 44 166 §. 343. Unstreitig wird man dabei bemerken müssen, wie unentbehrlich diese Vorschriften meistens sind. Sie greifen eben so in einander ein, und sind(besonders bei ungünstiger Temperatur) sich unter einander eben so nothwendig, wie die verschiedenen Verrichtungen des Räderwerkes in einer künstlich zusammengesetzten Ma— schine: wird nur ein einziges Glied derselben mehr oder weniger gehemmt; so leidet verhältnißmäßig das Gan⸗ zde: ungeachtet bei günstigerer Temperatur auch einige Fehler durch Verstärkung der Vortheile anderer Ver⸗ hältnisse, wie nicht zu leugnen ist, wieder in etwas ge⸗ hoben werden können. Bei so mancherlei angebrach⸗ ten Verbesserungen des Tages in der Kulturweise muß zugleich der Gedanke in uns immer deutlicher wer⸗ der⸗ Weuhenn hält, alle Verbesserungen schon deßhalb hinwegfallen, oder doch nicht dauerhaft und für das Ganze von Bedeutung seyn können. Selbst die besten Vorschläge, das Ansäen der Futterkräuter und die Stallfütterung(die alsdann oft ein sonderbares Gemisch von angewandter, fortgesetzt natürlicher, und auch zu— gleich künstlicher Fruchtbarkeit in der Kultur-Behand— lung abgeben) müssen fruchtlos und, wegen überhaupt dadurch nicht gehobenen Mangels an Gährung erregen— gender Kraft oder hinlänglicher Gährungs-Thätigkeit, zugleich nur von geringer Wirkung bleiben. Wenn die Graswuchserzeugung,(woran es vorzüglich bei nie⸗ driger Temperatur ohnedem nicht so leicht mangelt) 167 auch in der That vermehrt wird; so bleibt doch noch immer in, oe die sehr wichtige Frage dabei zu thun übrig: ob auch die b. Sie Gährungsmittel dabei vermehrt werden, die Gährungs⸗ odits i thätigkeit hinreichend dadurch befördert, dem Unkraute cn so entgegengearbeitet worden sey, und ob im Verhältnisse Hen des der Graswuchserzeugung mit dem Getreidebaue auch en Ma⸗ wirklich dergestält eine glückliche Veränderung vorge— ahr oder gangen, daß die Fruchtbarkeit dadurch in der That hat Gan⸗ zunehmen und der Ueberschuß an Gährung erregender +. ch einige Kraft dabei jedesmal, überhaupt hat größer werden. Len. V.. der Vir⸗ können? Ein bei geringen schlechten Feldern, deren/ 74. huasge⸗ Temperatur entweder zu niedrig oder zu hoch ist, wie +— 132 gebrach⸗ gewöhnlich, zu weit ausgedehnter Getreideanbau, den Iewaß man, statt ihn einzuschränken, wohl gar noch vergrö⸗ e wet⸗ ßern zu können glaubte, ist davon allein die hinreichen⸗ ost ge de Ursache. Da man den Klee nur Aeckern von nie— Oreisel driger Temperatur bei überhaupt hoher Lokaltempera⸗ Phalb tur anvertraute, die ohnedem an der Graswuchser zeu⸗ das gung nicht arm sind, wohl aber an gehöriger Gäh⸗— besten rungsthätigkeit Mängel leiden, und dagegen den ge— die rade im entgegengesetzten Falle befindlichen höhern Acker⸗ misch stücken entzog; so blieb auch der Nutzen des Kleean⸗ ühh baues dabei nur immer geringfügig. Eben so wird un⸗ hand. ter gleichen Umstanden, in Rücksicht auf den unver⸗ Hadt hältnißmäßigen Getreideanbau auch bei niedriger Acker⸗ gen⸗ temperatur nur sehr maßiger und oft gar kein Nutzen sht, von dem Kleeanbau erhalten werden können: da hier Wenn besonders auch die durch die Kultur bestimmte Gährungs⸗— thätigkeit und Ueberfluß an Gährung erregender Kraft, hei tie ö in Ansehung ihres Erfolgs von dem guten Verhältnisse angel 168 der Sommerbearbeitung mit der Winterverraasung * meist abhängt. Durch häufigen Kleeanbau bei der Dreifelderwirthschaft kann es aber dann leicht gesche— hen, daß die Winterverraasung eine zu schädlich große Ausdehnung dadurch erhalt. Die Erfahrung hat es ö gelehrt, daß in beiden gedachten Fällen, unter diesen nachtheiligen Verhältnissen, Kleebau und Stallfütte rung immer ohne Wirkung geblieben sind. Und hierinn liegt auch unstreitig die wahre Ursache, weßhalb diesen neuern wirthschaftlichen Gegenständen so viel Ausstel⸗ lungen und sogar öffentlich Gegner(unter den ich nur einen Matthesius bemerklich machen will,) zugezogen worden sind. Wer den Kleebau im Großen nach rich⸗ eigen Grundsätzen betreiben will, wird daher jederzeit eine Feldeintheilung und verbesserte Saatenfolge zu tref⸗ sen genöthigt werden. Die so oft wechselnde Verschiedenheit in der Tem⸗ peratur, der mehr oder mindere Mangel an Gährung und auflösbaren Grastheilen müssen den Erfolg jener an sich sonst guten Hülfsmittel durchaus erschweren. 0 Alle auflösbaren Grastheile werden(so weit es die Ackertemperatur nur irgend erlaubt,) bei dem ge⸗ häuften Getreideanbaue sogleich und beinahe schon im Voraus hinweggenommen; die Gährung wird dadurch immer mehr vermindert; die Dammerde hat bei hoher Temperatur und durch übeln Gebrauch dieses, zur Gährungsthätigkeit so sehr beförderlichen Naturhülfsmittels, mit dem guten Pflanzenwachs⸗ thume zugleich abgenommen; und bei niedriger Acker⸗ —.— aasung bei der gecher hgroßt Hat e diesen fütte. ierinn diesen Usstel⸗ nur Zogen ich. cpit ttis⸗ Tem⸗ rung jener eren. die ge⸗ schn vid Herde Wuch ichn achs⸗ le rrn 169 temperatur bleibt dem Lande alsdann, selbst bei wie⸗ der erhaltener Gährungsfähigkeit nicht die Zeit, oder die Veranlassung übrig, um in wirkliche Gährungsthä— thigkeit zu kommen, und den Mangel an auflösbaren Grastheilen aus dem durch den Kleebau erhaltenen Vorrath an Graswuchs sich ersetzen und hinreichend verschaffen zu lassen. Besonders hat bei diesen nach— theiligen Verhältnissen die übel eingerichtete Saaten⸗ solge, und daß durchaus Winterung, und nicht oft mit desto größerm Vortheile viel lieber Sömmerung nach Klee gebauet wird, einen nicht minder schädlichen Ein— fluß. Und so kann bei dieser Feldkulturweise sehr leicht der Fall eintreten, daß die ganze vermeintliche Acker⸗ verbesserung eher rückwärts, als vorwärts gehen, und selbst der Futteranbau nie Kräfte zu erhalten vermö⸗ gend seyn dürfte. Der Dünger wird in Rücksicht des daraus hervorgehenden Mißverhältnisses nicht hinläng⸗ lich vermehrtʒ die Masse von Gährung erregender Kraft vergrößert sich dabei nie; erstere nimmt vielleicht zwar anfänglich zu, aber nur auf Unkosten und durch Ver⸗ minderung der letztern.— Ein Umstand, wovon die üble und nachtheilige Wirkung auf den Düngergewinn zuletzt immer wieder zurückfallen muß. Die Vermeh⸗ rung der Winterverraasung und damit in kein Gleich— gewicht gebrachten Sommerbearbeitung zieht besonders eine Menge Gras- und Unkrautarten herbei; die Aek⸗ ker verwildern selbst bei allen angestrengten Kräften der Bearbeitung, und der Klee- und Futteranbau kommt (da er als die Quelle dieser eingetretenen Uebel bei die— sem durchaus unrichtigen Verfahren ganz mit Unrecht ö —— ——— — — 170 augesehen wird,) in allgemeine Verachtung. Zu diesem Unfalle leistet die bisherige unrichtige Ackerbautheorie, die mit dem Futteranbaue ohnedem sich nicht vereinigen ließ, getreuliche Hülfe; daher auch die ganze Landbau⸗ verbesserung scheitern und nur größere Widersacher er⸗ halten muß. §. 344. Eine ähnliche Beschaffenheit hat es mit dem An— baue der sogenannten Braachfrüchte bei der bisher all— gemein Statt gefundenen Dreifelderwirthschaft. Alle diese Braachsrüchte, z. B. Kartoffeln, Lein, Erbsen (besonders die beiden letztern, denen oft mehr hieran, als an Dünger gelegen ist/ verlangen viel durch Gäh⸗ rung auflöͤsbare Grastheile, im Fall sie gerathen sol— len; aus welcher Ursache sie auch gewöhnlich bestimmte, durch ihre von der gewöhnlichen Behandlung abgeson— derte, und daher fruchtbarer als die übrigen erhaltene nahe Feldstücke angewiesen erhalten. Gerathen diese Braachfrüchte nicht, wie dieser Fall wegen der bei der Dreifelderwirthschaft gewohnten Einschränkung gedach— ter, oft nur geringfügigen, kleinen Ackerstücke(wodurch ihr Anbau und Kultur alsdenn selbst nur auf die Zahl dieser Stücke allein sich beschränken muß,) bei hierinn oft gar nicht regelmäßiger Behandlung und Mangel an Dünger und Gahrung erregender Kraft oft nicht an⸗ ders eintreten kann; so schaden sie jederzeit, noch mehr aber bei niedriger Ackertemperatur, und ihr Rutzen kann bei der wegen Mangels an Kraft, um nur in ge— wöhnlicher Fruchtbarkeit erhalten zu werden, hier so be— 171 4. nöthigten, aber dabei unterbliebenen Braachbearbei⸗ 211 tung, selten groß seyn. Dünger und Gährung werden sigen dadurch, und mit diesen zugleich der reichliche Korner— obu⸗ trag mehr vermindert, als vermehrt. Im Gegentheil en aber ersetzen diese Gewächse, bei entweder durch die in⸗ nere Güte des Bodens, oder veränderte bessere Be⸗ handlung entstandenen günstigern Verhöltnissen, und bei mehr Gährungsthätigkeit obigen Verlust in der Ak⸗ An, kerbearbeitung, je mehr sie dann besser zu gerathen rall⸗ pflegen, reichlich. Der Nutzen der durch diesen An⸗ Ale bau vermehrten Sommerbearbeitung(die nicht, wie bsen vorhin bei dem Kleeanbaue, durch die alsdann mehr Han, Statt sindende Winterverraasung vermindert wird, hah⸗ und die alsdann die Winterverraasung in der Braache soh⸗ gär nicht, vielmehr das durch die Sommerbearbeitung mie, vorzüglich in dem Temperatur-Erhöhungsfalle verbes⸗ cson. serte Verhältniß allein alsdann Statt hat, und zu⸗ tene gleich doch auch dabei der Endzweck der wiederertheilten ese Gährungsfähigkeit ebenfalls erreicht wird,) ist, beson— der ders wenn die Fruchtbarkeit bei niedriger Ackertempera⸗ ach⸗ tur dadurch vermehrt werden sollte, in der That dann Irch groß zu nennen. Doch wird auch hier noch immer das ahl Meiste von der Temperaturbestimmung und Witterung, inn sowohl vor, als nach der ersten Saat und Wachsthums⸗ el zeit überhaupt abhängen; besonders da diese Braach⸗ a-, früchte gewöhnlich eine, gleichfalls hinreichend hohe iht Temperatur lieben. ihen 7 e⸗ obe⸗ 172 §. 345. In allen diesen Fällen kommt, wie gezeigt wor⸗ den ist, in Ansehung der wirklich und bald nachher zum Nutzen der darauf folgenden Getreidesaat zu erlangen⸗ den Gährungsthätigkeit, das Meiste auf Klima und Ackertemperatur überhäupt an; daher auch, unbescha⸗ det des allgemeinen Vorzuges der Graswuchserzeugung, auch hier, besonders bei Einrichtung der Feldkultur, vornehmlich auf die Temperatur, als ausübende Natur⸗ kraft, Rücksicht genommen werden muß. Auch ist es un⸗ streitig gewiß, daß eine gute, genugsam hohe Tempera⸗ tur sich überall weit leichter forthelfen werde; in so fern nur nicht etwa Mangel an Dammerde, oder eine gänzliche Gährungsunfahigkeit eintritt. Demunge⸗ achtet muß das Gleichgewicht zwischen Graswuchs (Winterverraasung) und Bearbeitung überall und bei jeder Temperaturart keineswegs vernachlässigt wer⸗ den. Bei der dann nöthigen Temperaturmäßigung, wo das Liegenlassen der Felder dann anwendbar wird, (eine Sache, die aber bei der Dreifelderkultur gar nicht bewerkstelligt werden kann,) sind die Vorschriften jedesmal bei den Bestimmungen genau angegeben wor— den. Vorzüglich aber ist der alsdann, besonders bei der fortgesetzt natürlichen Graswuchsanwendung oft ver⸗ wickelte Fall, und wie, bei der vorgeschlagenen Art der Verhältnißberechnung demungeachtet die nöthige Gleichheit zwischen Graswuchs und Bearbeitung beob— achtet und hergestellt werden kann, ausführlich erläu— tert worden. 173 §. 346. Hat man diese Vorschriften einer auf die Natur und Erfahrung gebauten Ackerbautheorie gehörig gefaßt, und ist auch von der Nothwendigkeit der aus der Natur jedesmal selbst folgenden Anordnung und Annahme ei— nes, den Lokal-Verhältnissen angemessenen, und vor⸗ her wohl erwogenen Fruchtwechsels und Saatenfolge, hinlänglich überzeugt worden; so wird man besonders auch begreifen und einsehen lernen, wie diese Aufgabe, allen Forderungen richtiger Ackerbaugrundsaäͤtze zugleich zu genügen, keine eben so leichte Arbeit, sowohl in Rücksicht ihrer Erfindung als Ausübung sey. Die größ⸗ te Mühe macht vielleicht die Abwechselung mit leicht an⸗ zubauenden, und für den Winter auf irgend eine Art zu gewinnenden, der Verderbniß weniger ausgesetzten Futterpflanzen, worinn wir in der That noch eine Man⸗ nichfaltigkeit vermissen. Eben so ist es einleuchtend, daß es gewisse Hauptpunkte gebe, auf deren Beobach⸗ tung alles ankommt, und von den der günstige oder ungünstige Erfolg allein abhängen wird. Für diese Bemerkung spricht besonders die Erfahrung bei fast al⸗ len als dauerhaft bekannten oder versuchten, und nur allein bisher anwendbar gebliebenen Ackerordnungen und Kulturabwechselungen. Aus diesem Umstande läßt sich auch allein schon die Allgemeinheit, Dauer und bis⸗ herige Ausführbarkeit der bisher bestandenen Ackersy⸗ steme erklären. Auch der Grund oder Ungrund aller bisher vergeblich vorgeschlagenen, und bei ihrem ersten Entstehen in großem Ansehen gestandenen Kulturein⸗ richtungen, und daß diese der Erfahrung nach so we⸗ .H¹1. 237 V. 4— 22 6 20 707 6.— 444— e 2. IV 7 +7 ů ·— AH 4.1** ⁰— A A / * 70* V. +———..—* 1 9 V—3— — —— TFTF——— 19 * 6— 4.— . 174 nig bewährt gefunden wurden, erhellt aus diesen Sätzen gleichfalls; und ferner wie sie eben so geschwind, als sie entstanden waren, wieder vergessen werden konnten ʒ indem der Stempel ihrer eignen Vernichtung und ihrer nur theilweisen Anwendbarkeit schon in ihrem ersten Entste⸗ hen dem Wesen ihrer Verhältnisse aufgedrückt worden war, auch schon in dem Mangel an Uebereinstimmung der einzelnen Theile gleich Anfangs lag. Ungeachtet auch nicht geleugnet werden mag, daß darunter beson⸗ ders gute und präktisch beherzigungswerthe Vorschläge befindlich und anzutreffen seyn mochten; die aber wegen Mangels einer gründlichen Ackerbautheorie, wegen viel— leicht oft zu rascher, und nicht wohl angelegter Ausfüh. rung, und des Fehlers zu geringfügiger Kulturkräfte, weniger Aufmunterung, Vermögen, geringer Freyheit, seinen praktisch ackerbaulichen Einsichten gemäß zu han⸗ deln, auch anderer ähnlicher, von dem einzelnen Landwir⸗ the allein beinahe unmöglich wegzuräumender Hinder⸗ nisse wegen,(die außer der Sphäre des Ackerwirthes in der örtlichen und allgemeinern Lage, der Polizeyverfas⸗ sung, den Guths- und Dienstverhältnissen, Servituten und andern Umständen liegen,) oft gar nicht einmal in den Fall, je im Großen versucht zu werden, gerathen konnten. §. 347. Besonders waren die Grundsätze der bisherigen unrichtigen Bearbeitungstheorie hier das größte Hin— derniß; da im vorkommenden etwanigen Falle der nach den Grundsätzen der Temperalurmäßigung benöthigten V 7„ H EEEE——*——— 2—. 0— , 2— E. V. 2 47— 4 V Sähn als sie indem er nur Hmte⸗ rden nung achtet ꝛeson, hläge vegen viel⸗ Ssh⸗ äft, hei, han⸗ dwir⸗ ider⸗ es in fas⸗ Uten in then ugen Himn nah Higtn 70 +¹& 10 175 Ackerbaubehandlung, ein offenbarer Kontrast mit der wahren und der Natur alsdann gemäßern Behand⸗ lungsweise in der Ausübung Statt fand. Wenigstens waren alle gegebenen Vorschriften hier so undeutlich, unbestimmt und einseitig, daß daraus für die wahre Ansicht wenig Vortheile erhalten werden konnten, und in diesem Falle der praktisch empirische Weg der einzig brauchbare und mit Glück betretene hier blieb. Ein dergleichen Feld ohne hinlängliche Dammerde, oder doch ohne besonders gute und richtige Behandlung, bei eher verminderten als vermehrten, auch wohl oft gar un⸗ möglich gemachten Graswuchse(dem das Liegenlassen und die wieder zu erlangende Gährungsfähigkeit so nothwendig waren,) sollte durch häufiges Bearbeiten, vieles Pflügen und Eggen ganz besonders, so wie auch durch mehr gewonnenen Viehdünger(wobei man jedoch die Unmöglichkeit des Gewinnstes des letztern nicht ein— sah und auch anzuzeigen vergessen hatte: woher der Dünger bei der nicht gehobenen Untragbarkeit des Bo— dens und daraus nothwendig fließenden Mangel für die Viehhaltung dann kommen sollte?) fruchtbarer ge— macht werden. Welch ein thörichter und ungereimter Widerspruch! Die große Nothwendigkeit, der Natur hier immer mehr zu Hülfe zu kommen, und die Dammerde durch kräftigen Graswuchs bei richtigern als den bisheri⸗ gen, und diesen Verhältnissen besonders anpassenden, auch theoretisch verbesserten Grundsätzen zu vermehren, leuch— tet daraus unstreitig hervor; und es kann nichts Elen⸗ deres und Nachtheiligeres gedacht werden, als eine all— gemein angenommene Ackerbautheorie und Feldkultur, 176 die diese Dammerde bei hohen sandigten Ländereyen (wo die Grundsätze der Temperaturmäßigung, nicht aber die der Temperaturerhöhung, in Anwendung ge— bracht werden sollten,) fortdauernd, wo möglich, ver⸗ mindert, oder doch die Unfruchtbarkeit geflissentlich un— eerhält. Sey es auch, daß wir von jener Verminde— rung kaum etwas gewahr werden, daß selbst dadurch, daß die Fruchtbarkeit abnimmt, und so viel schon ver— teren hat, sich die Dammerde selbst zum Theil länger abe⸗ daß besonders auch die große Abwechselung in der Temperatur, und die wirthschaftliche Verbindung mit andern bessern Aeckern und übrigen Hülfsmitteln keine so gar große Verschlimmerung zulässig macht: so hängen diese Verschiedenheiten doch nur immer von der lokaltemperatur, Dammerde und dem Verhältnisse der aufgesammelten Masse von Gährung erregender Kraft, so wie diese durch die Ackerkultur überhaupt jederzeit bestimmt wird, allein ab; welches alles keinen hinläng⸗ lichen Gruud, eine theoretisch unrichtige und in den er— sten Grundsätzen fehlerhafte Ackerbaubehandlung zu ent— schuldigen, abgiebt. Der Nachtheil ist dann jederzeit(nicht zu geden— ken, daß dieser auf alles übrige Gewerbe einen vielfäl⸗ tigen Einfluß zeigt,) doppelt, theils für die Besitzer selbst, theils für den Staat und die Nachkommen; für den Besitzer in dem Mangel des durch Verbesserung der Kultur fruchtbar gemachten Landes, dadurch fort— gesetzt schlechter, unergiebiger Erndten und geringfügi— gen Erwerbes; für den Staat in der immerfort ver zö⸗ 177 rehen gerten und nicht früh genug gehobenen, allgemeinen nicht Unfruchtbarkeit, in der Abnahme der Dammerde, dem ö 9 ge⸗ dadurch immer weniger möglich gemachten guten Pflan⸗ ö ver⸗ zenwachsthum, in der dadurch unterbliebenen Kulturver⸗ u. besserung, die stets die Quelle neuer und größerer Ver— ude⸗ besserungen hätte werden können; ferner in dem geringen uch, Fortschreiten der Ackerkultur bei der doch stets zunehmen. ver⸗ den Bevölkerung; in der dadurch verursachten allgemei— nger nen Schwäche, Kraftlosigkeit und Mißmuth, die vergrö⸗ 9 in ßerten Staatslasten zu tragen, und in allen, aus diesen dung wichtigen Hindernissen entspringenden(mehr als man tteln gewohnlich glaubt,) nachtheiligen Folgen für jeden Er⸗ 0 werbszweig. Der auf Queckenwuchs berechnete G. der treideanbau(.. F. 265.) scheint übrigens zu sehr außer ö b-+t„ der Sphͤre eines nur einigermaßen ertraglichen Acker⸗ caf, baues zu liegen, um je von ihm irgend etwas Besseres erwarten zu können. Die zeither aus Gewohnheit bei der bisher allge— mein üblich gewesenen Dreifelderwirthschaft herrschend gebliebenen Ideen von überall ausführbaren passenden Systemen und Feldordnungen, die den Köpfen unserer üil Oekonomie-Verständigen bisher so viel zu schaffen ge— macht haben, werden zugleich dabei in ihrer Blöße und Nichtigkeit erscheinen. Allein aus der Natur und Er⸗ n sahrung richtig abstrahirte Grundsatze, und die darauf sut sich gründende Theorie des landbaues werden überall anwendbar bleiben; diese binden sich aber nicht an all⸗ gemein angenommene Systeme,(ihr Ansehen mag nun Zweiter Theil. M ö —— eeee.s.e EEE ————— ——————— 2—————.—— —**—*—— — —.— 178 durch die Dauer der Zeit so groß geworden seyn, als es nur immer will,) wohl aber an wesentliche Unter— schiede, welche die Behändlungsweise nothwendig auf die eine oder die andere Seite lenken müssen, und an die in der Ausübung nothwendig hierinn dem Lokale und den Umständen gemaß vorfallenden mannichfachen Ab— . änderungen. §. 349. Auch können Abweichungen und Verschiedenheiten von den für das Ganze einer Ackerkultur gegebenen be— stimmten Grundsätzen und Verhältnissen wirklich ent⸗ ö stehen, und demungeachtet ein guter Ackerbau möglich seyn oder gedenkbar bleiben. Ein desto mehr vergrö— ßerter Vortheil kann nehmlich(wenn das Gleichgewicht zwischen Graswuchs und Bearbeitung dadurch nur nicht etwa leidet,) oft andere Mängel ersetzen oder verbessern. Da keine Regel ohne Ausnahmen so leicht bestehen kann; so werden dergleichen Abänderungen auch als eben so viele Ausnahmen betrachtet werden müssen. ö Diesen Voraussetzungen gemäͤß läßt sich ein Feld offenbar bisweilen wider die gemachten Vorschriften und auf eine, seiner Natur entgegengesetzte Weise behan⸗ deln. So könnte man z. B. ein Land, welches in der Regel nach den Grundsatzen der Temperaturmäßigung ö zu bewirthschaften wäre, im Kleinen und in einzelnen ö Fällen oft nach den Vorschriften der Temperatur⸗Er⸗ höhung behandeln;(s. H. 202.) wenn nehmlich die nach diesen Grundsätzen bei hoher Ackertemperatur angenom⸗ — 2=.8— W4 X., 3 Z..... PPFPFFFFPFFFIF , alt Untet iN auf han die e und uAb⸗ 179 mene Feldordnung so vortrefflich eingerichtet, und die Graswuchserzeugung über die festgesetzte Hälfte derge⸗ stalt begünstigt wäre, daß die Gährung erregende Kraft dabei vermehrt werden, und auf einen hohen Grad noth⸗ wendig steigen müßte; dann würde nehmlich die Vermeh⸗ rung dieser Gährung an die Stelle der Zunahme der Dammerde durch das Liegenbleiben des Landes treten. Eine dergleichen ungefähre Einrichtung würde die schon §. 130. angeführte, vom Dr. Thaer in seiner vortreff⸗ lischen Englischen Landwirthschaft S. 787. empfoh— lene seyn; die auf sehr sandigten Boden große Vortheile herbeigeschafft haben soll, und in folgender Saatenfol⸗ ge, als 1) in behackten Futtergewächsen, 2) Roggen, 3) Buchweitzen, 4) Roggen, 5) Spergel oder Ackerspark besteht. Auch ließen sich ähnliche, und solche, die den Endzweck oft noch geschwinder erfüllen, angeben: als 1) behackte Futtergewachse oder Rüben; 2) Buchwei⸗ tzen, 3) Klee und Reigras, ein oder einige Jahre nach einander, 4) Winterrübsen, wozu tüchtig gedüngt, die nachfolgenden Futtergewächse aber ungedüngt ange⸗ bauet werden müssen: oder bei mehr gemäßigter Tem⸗ peratur, 1) Buchweitzen, 2) Klee, 3) Hirse, 4) Boh⸗ nen. Alles dieses sind, mehr oder weniger, in das Gebiet der Gartenkultur hinüberstreifende Ausnahmen, gegen deren mögliche Aussführbarkeit um so weniger Zweifel entstehen können, als diese Gartenkultur in al— lerlei Bodenarten in der That wirklich angetroffen wird, und den besten Beweis ihrer Bräuchbarkeit durch die Erfahrung darlegen kann. Dieß galt von der Anwend⸗ barkeit der Temperaturerhöhung in dem doch rar seyen⸗ M 2 den Temperaturmäßigungsfalle insbesondere. Eben so giebt unter entgegengesetzten Umständen die Koppel— wirthschaft, die, obgleich für den Temperaturmäßi— gungsfall ausdrücklich und eigentlich bestimmt ist, demun⸗ geachtet bei der nöthigen Temperaturerhöhung ebenfalls** gute Dienste leistet, den gleichen Beweis bei umge— kehrten Verhaltnissen; wovon man, gründlich geurtheilt, allein die vermehrte Graswuchserzeugung als hinläng⸗ liche Ursache jederzeit wird betrachten können. Welche ausgezeichnet große Vortheile durch seine — r +. innere Güte und natürlich vortreffliche Ackerkonstitution ö — 0 44 ein besonders guter Boden verschaffen könne, erhellet ö ö , aus allen über Dammerde und Kulturverhältnisse ge— +0. machten Aeußerungen. Wie die richtige Dunganwen— Gi. ö dung und mit Graswuchsbestockung vereinigte Som— merbearbeitung so manche andere Fehler in der Kultur verbessern oder unschädlich machen könne, ist H. 119., so wie im üsten und hten Kapitel dieses Theils angege— ben worden. Wie sehr Düngersammlung(die von Ne— benumständen herrührt, undein der Nähe großer Städte nicht so leicht fehlen wird,) den Nachtheil, wenn auch das ‚ Feld über die Hälfte mit Getreide besäet wird, unschäd— licher machen könne, habe ich§. 150, 151. und 306. ö ausführlich gedacht; und wie dagegen im entgegenge— setzten Falle, bei Düngermangel, dieser durch häufige, krästige, und mehr ausgedehnte Graswuchserzeugung gleichfalls bemerkbar gemacht werden könne, findet sich eben daselbst, wie schon früher H. 18., angegeben. Aus eben diesem Grunde läßt sich mit den die Gäh— . n 2— ben s oppel⸗ mãßi. emun. nsallõ mge⸗ heilt, läͤng⸗ seine ution hellet ge⸗ wen, Som⸗ Ultur 19., gege⸗ Ne⸗ ädte „das häd⸗ 306. nge⸗ sie, gung sch eben. 65 18¹ rungsfähigkeit verbessernden Pflanzen und weit getrie⸗ benem Anbaue der sogenannten Handelsgewächse eine Veränderung auf eine, oft sehr zu empfehlende Weise bewerkstelligen. Selbst durch Strohankauf, durch Heu⸗ zuwachs nach§. 333. und 334., durch den vermehrten Anbau stehender Futterkräuter, der Lucerne und Espar⸗ cette, Vermehrung der natürlichen Wiesen durch Ankauf, so wie durch das Anschaffen künstlicher Düngerarten, den Gebrauch des Mergels, Thones u. s. w. lassen sich mannichfache anderweitige Kultursehler wieder verbe ssi ern oder umändern. Ueberall wird hier der erste Grund— satz von der Erzeugung des Graswuchses und der auch in der That vermehrten Gährungssähigkeit bei dem Ak⸗ kerbaue befolgt und Nutzen und Vortheile dadurch er⸗ halten. Bei allen diesen auffallenden Verschiedenhei⸗ ten, und wenig regelmäßiger Behandlung in der Kul⸗- turausübung bleibt die verhältnißmäßige Dammerde, und mit dieser im Gleichgewicht stehende Temperatur, so wie ein hinlänglicher Grad von beständig wohl unter⸗ haltener Gährung, die Hauptbedingung; hat ein Acker diese nicht, so sallen auch alle diese besondern Kultur⸗ abanderungen mehrentheils hinweg, oder sie können, wenn die Behandlung nicht eigentlich darauf, diese Mängel zu verbessern, abgemessen ist, nur immer von kurzer Dauer seyn. ů * Zu einem Belege für obige Behauptungen führe ich noch folgende Stelle A. Poungs aus dem 2ten Theile sei⸗ ner Reise durch Frankreich S. 131. an; wo dasselbe aus⸗ drücklich versichert wird:„Man darf hierbei keine Rück. 182 „sicht auf die mancherlei Fälle nehmen, die Verände— »rungen erfordern, aber deswegen nicht wider die „Hauptgrundsätze streiten. Ein Land mag so fett seyn, »daß es weder Rindvieh noch Schaafe gebraucht, es »mag so nahe bei einer Stadt liegen, daß man wegen »des gekauften Düngers andere Feldbestellungen ein— „führen kann;— gewisse Pflanzen können so stark „verlangt werden, daß man sie anstatt der Braache zu „bauen, wünscht, ob sie gleich nicht für Rind und „Schaafvieh gehören, z. B. Rübsaamen zu Oehl, Ta— »back, Flachs u. dgl. Solche Ausnahmen müssen »„nach der Natur der Dinge häusig seyn, sind aber auf „keinen Fall den Hauptgrundsätzen entgegen, auf den „ diese Untersuchung beruhet.“ §. 350. Insonderheit muß der Landwirth auf eine gute Auswahl der Gewächse und solcher, deren Anbau sich zu⸗ sammenschickt, sehen. Er muß sich der Pflanzen, die für sein Klima besonders bestimmt und deren Anbau gerade da am vortheilhaftesten ist, mehrentheils oder doch nur solcher allein, wovon die Erfahrung uns sagt, daß sie uns einheimisch gemacht werden können, bedienen. Es ist nehmlich bekannt, daß Wein, Seide, Mais, Reis und andere Produkte in dem nördlichen Klima nicht mit dem gehörigen Vortheile cultivirt werden können, indem sie eine durchaus hohe Temperatur verlangen. Ibren Anbau erzwingen zu wollen, würde im Großen nicht allein unmöglich seyn und wider die Natur strei— ten; sondern man würde auch dadurch dem einheimischen t nbe⸗ er die sn, . es Digen ein⸗ stack he zu und „Tu⸗ ussen auf din gule h efir rade nur sie Es Leis licht nen, ngen. oßen stei⸗ schen ————— 183 Ackerbaue, der ganz besondere Aufmerksamkeit und Hülfe verlangt, diese entziehn. Uebrigens kann man, so bald nur eine richtige Ansicht der Ackerbaugegenstän⸗ de eintritt, dem Landwirth sicher die Sorge, was er anbauen soll oder nicht, allein überlassen; sein eigner Vortheil wird ihn alsdann, zu seines eignen und des Staates Nutzen, jederzeit gewisser und sicherer, als jede Vorschrift, hierin leiten. Oft kann alsdann der Fall eintreten, daß theure Gewächse, wie z. B. Wein im Weinklima, vortheilhafter gebauet, und die wohlfeilern, 3. B. Getreide, dagegen weit nutzbarer erkauft werden können. Kennt übrigens der Landwirth sowohl die Arten des Verbrauchs, als die Verarbeitung der von ihm er⸗ bauten Produkte; so wird ihm diese Kenntniß der Tech⸗ nologie hier sehr wohl zu statten kommen. §. 351. Aeußere bestimmende Umstände, welche auf den ganzen Ackerbau großen Einfluß haben, indem sie eine Rückwirkung auf die landwirthschaftliche Industrie überhaupt und alle da vorkommende Verhältnisse und Einrichtungen äußern, sind zum Theil so mannichfal⸗ tig und haben so vielerlei Ursachen zum Grunde, daß ich mir nur ihre größtentheils namentliche Anführung hier erlauben darf. Den größten Einfluß haben unstreitig der Natio⸗ nalreichthum und der dadurch beförderte Nationalfleiß, die Gesetzgebung, die politischen und geographischen — —————— 184 Verhältnisse, angemessene Bevölkerung, Preise, Ab— satz, Zu⸗ und Abfuhre, Aufrechthaltung der dem länd⸗ lichen Systeme besonders günstigen Gerechtsame u. s. w. Unter allen ist vielleicht der Nationalreichthum und die künstliche Aufsammlung von Kapitalien der größte Hebel, um überall Beschäftigung zu finden, die⸗ se zu vermehren, und den dadurch aufgeregten Fleiß, Einsicht und Betriebsamkeit der Landbesitzer oder Päch⸗ ter in Bewegung zu bringen. Das nur dadurch mög— lich gemachte richtige Verhältniß der Nachfrage nach Getreide oder Brodt mit der Nachfrage nach inländi⸗ schem Schlachtviehe oder Fleisch, hat auf die Vermeh⸗ rung der bei dem Ackerbau nothwendigen Gährungsmit⸗ tel, um ihn seiner Vollkommenheit näher zu bringen, den wohlthätigsten Einfluß; wodurch die Landwirth— schaft allein schon gehoben zu werden vermag. Befon⸗ ders haben alsdann die Vermögensumstände einzelner Ackerbesitzer, ihre, unter diesen Verhältnissen aus thä— tiger Vorliebe für den Ackerbau erzielten Verbesserun— gen in der Bewirthschaftungsart, und die Macht, sich alsdann die nöthigen Hände verschaffen, und davon den zweckmäßigsten Gebrauch, der allgemein berichtigten Ackerbautheorie gemäß, machen zu dürfen, so wie der ver⸗ mehrte Gebrauch und Ankauf künstlicher Düngerarten, fremder ausländischer Saamen, die Verbesserung in dem Maschinenwesen u. s. w. sehr wichtige Folgen. ö — —ñ——. M. länd. same hum der die⸗ leiß, Hac⸗ můg· nach indi⸗ mih⸗ Smit⸗ igen, —.——7ẽ].—— 185 In Ansehung der Gesetz gebung ist allgemeine Ge— rechtigkeit, Sicherheit und Freiheit des wohl erworbe— nen Eigenthums, wobei die den Kulturkräften durch— aus nachtheilige, gewaltsame und mit Destruirung einer immer größern Menge von Kapitalien endigende und nur zur Verarmung führende Aufhebung der Güther-Ge— rechtsame gewiß vermieden werden wird, nöthig: da⸗ hingegen alle ohne mehr oder minder öffentliche Ver⸗ letzung der Eigenthums ⸗Rechte nicht wohl mögliche Aufhebung jener vermeintlich schädlichen Dienste und Gerechtsame sicher der Zeit, der gütlichen Ausgleichung, der fernern Verfeinerung der Sitten und Lebens⸗Be— dürfnisse, so wie vornehmlich der Vermehrung des Na⸗ tionalreichthums auf dem mittelbaren Wege der vor— züglichen Begünstigung des Landbaues allein weit bes⸗ ser überlassen werden wird. In Rücksicht auf die po⸗ litischen Verhältnisse, ist, vornehmlich bei den bisherigen fehlerhaften und ganz irrigen Begriffen der Bearbei— tungstheorie, diese hier mehr leitende als Zwang gebräu⸗ chende Aufsicht nothwendig. Die Steueranlage und die Art, wie diese Abgaben erhoben werden, trägt hier⸗ zu ebenfalls viel bei. Keine Ungleichheit aber, und wenn diese doch nun einmal schon bestände, auch durchaus keine urplötzliche gewaltsame Abänderung in den bisher erhobenen Abgaben müsse hier selbst bei dem größten vorgeblichen Anscheine von äußerer Billigkeit State finden! so wie ferner keine die Rechte des Eigenthums oder die Erwerbsmittel des Landmannes tödtlich verletzende, unbestimmte, veränderliche oder wohl gar nach physio⸗ kratischen Begriffen, unerschwingliche Grundsteuer! ——— — 186 (unterdessen die zweckmäßigere Art, die nothwendigen Staatskosten durch vermehrte Luxus⸗Steuer oder nöthi— genfalls durch Konsumtions⸗Anlagen zu erheben, zum ö vermeintlichen Vortheile der Städte ganz vernachlässiget wird.) Auch keine den Fleiß mehr bestrafende und darniederdrückende als belohnende, unbestimmte Na— tural⸗ und Industrie⸗Zehnten!(Ehemalige Zehnten und Taille der Franzosen.) Die Achtung und der Schutz, die das überall stockende Gewerbe des Ackerbaues ge— gen fremde Eingriffe, und namentlich gegen die, des alles verwirrenden, revolutionirenden und auf ganz un— richtige Begriffe und Vorstellungen beruhenden Geld— und Merkantilsystems(wovon die schrecklichen Folgen jetzt für immer deutlich am Tage liegen) genießen sollte, stelle man wieder her! so wie die auf diese liberalen Grundsätze und auf die durch die sichere Erfahrung der Zeit bereicherte Staatswirthschaft gegründete Freiheit des Anbaues und des Handels mit landwirthschaftlichen Produkten; die dadurch vom Zwang befreyte, hinläng⸗ liche Aufmunterung zur fernern und vermehrten Er— zielung! Darauf gründe sich die dem ländlichen Sy— steme überhaupt geneigtere und auf diesen Grund— sätzen beruhende Staatsverwaltung, wodurch Fleiß und Betriebsamkeit in den ländlichen Geschäften sicher vermehrt werden; so wie ferner die beförderte Kenntniß und der Trieb für allen Erwerb des Eigenthums; be— sonders aber die größern Einsichten von dem Werthe des Grundeigenthums, die bei gemeinen Ländleuten be— sonders den Fleiß anzustrengen vermögend sind. Auch die auf diesem Wege nach und nach bewirkte Aufhebung ndigen nothi. jum lͤssget V Na. hnten chuß, 5 ge⸗ des szun, Held/ olgen ollte, len der Hheit chen ing⸗ Er⸗ — W 187 der leibeigenschaft, der schädlichen Gemeinheiten, Hu— thungs⸗Gerechtsame, und andrer dem Feldbaue hinderli⸗— chen Servitute u. s. w., werde auf diesem Wege bewirkt. In Ansehung der geographischen Lage sind vorzüg⸗ lich bemerkungswürdig: das mehr oder minder günstige Klima, Temperatur, Atmosphäre; der natürlich frucht⸗ bare Boden mit seiner durch die Anstrengungen der Kultur hergebrachten, nützlichen Verbesserung; die, die innere und äußere Kommunikation und Handel durch Schifffahrt, Kanäle, Flüsse, Meere und Seen, so wie auch durch wohl unterhaltene Heerstraßen begünsti⸗ gende Lage. In Rücksicht auf die Bevölkerung kommt bei dem Ackerbau viel auf eine hinlängliche Menschenzahl an: man begünstige und verlange aber auch keine überflüs⸗ sige oder verarmte, durch Dismembrationen und Zer⸗ stückelungen des nur irgend nach den Grundsätzen der Temperatur⸗Erhöhuug zu behandelnden guten Landes ansehnlich vermehrte Menschenanzahl; unterdessen alle nach den Grundsätzen der Temperatur-Mäßigung, nöthig zu bewirthschaftende Ackerstücke(zu deren Anbau man wegen Mangels der bisherigen Bearbeitungs— Theorie alle Mittel zeither vernachlässigte und die bisher unnütz und ungetheilt blieben noch unangebaute, Mei⸗ len lange, unabsehbare Wüsteneien bilden. Vielmehr suche man eine Bevölkerung zu erhalten, die die Ver⸗ besserung des dandbaues kräftig uud gründlich zu bewir⸗ ken und mit dem verbesserten Landbaue noch Schritt hal⸗ —.7 188 ten kann: eine Bevolkerung, die daher nur in dem der Ratur gemäßern Verhältnisse, in welchem der Ackerbau dem Unterhalte und der Aufsammlung von nützlichen Kapitalien durch jährliche Ueberschüsse an Rahrungsmit— teln und Arbeit beförderlich ist, und Fleiß und die Nach— frage nach Beschäftigung zu verschaffen vermag, ver— mehrt wird: wo alsdann die Bevölkerung dem Acker— baue nicht zuvoreilt, ihm alle seine physischen Kräfte nicht lähmen, durch eine unverhältnißmäßige Menge müßiger, und mehr oder minder unfruchtbarer Verzehrer nicht bloß zum Drucke und zur Last, vielmehr zum See⸗ gen gereichen wird, wo selbst bei den beträchtlichen Manu— faktur-Anstalten die Kapitalien dem Landbaue nicht noch mehr entzogen werden, die Verarmung überhaupt nicht bloß befördert, der Aufsammlung von nützlichen Ka— pitalien nicht selbst Hindernisse entgegen gestellt werden, und der Verbesserung des Landbaues schon dadurch nicht selbst in den Weg getreten, die den Acker aussaugende und Verminderung der Gährungsmittel desselben be— wirkende, einseitige Nachfrage nach Brodt allein mit allen monopolischen Zwange und Ausfuhr⸗Verboten aber nicht unterhalten wird. §. 352. Alles dieses sind Dinge und Gegenstände, die bei ernstlicher Beförderung des Ackerbaues, so wie der ganzen Landwirthschaft nach Anleitung der allgemein berichtigten Ackerbaugrundsätze und daraus nothwendig folgenden gäͤnzlichen Verlassung der durch die bisherige 189 0 0 unrichtige Bearbeitungs Theorie,(besonders in Rück— ebal sicht auf Landkultur), Zertheilung der Grundstücke und bichen Bevölkerung erzeugten grundlosen Ideen und auch Henin so lange unbestritten gebliebener unwahrer Vorstellun⸗ Nach⸗ gen von unbezweifelter Wichtigkeit seyn müssen. In 2 allen den Fällen, die außer dem Wirkungskreise des läu Landwirthes selbst liegen, würde selbst der Mann träst von berichtigten Einsichten freilich so lange oft leidend Renge sich verhalten müssen, als der gegenwärtige Sturm, schir die durch das Geld und Merkantilsystem, so wie durch St unrichtige Begriffe der bisherigen Bearbeitungs⸗Theo— hant, rie und daraus entstandene Bevölkerungs⸗Grundsäͤtze nich ursprünglich allein erzeugte und auf einen hohen Grad Hapt gestiegene Verwirrung der Begrifse, und die eingewur— NKI. zelten Vorurtheile, dem Geiste der Zeit gemäß die ge— erden, genwärtige Krisis noch fortdauernd unterhalten. Uner— nicht schütterlich und mit auf die Gerechtigkeit seiner Sache ende gebauter Zuversicht muß er das Ende des größten be⸗ aller politischen Prozesse(so lange dieser mit größter mit Heftigkeit beider Partheien, wovon bei der einen die oten Explosion und der völlige Ausbruch des Verderbens schon der Vernichtung vorher gegangen, die andere Parthei, aber mit gleichen Fehlern und Flecken behaftet, sich diesem gleichfalls nähert,) mit Hoffnung erwarten, daß der gänzliche Untergang und der durch jene hab süchti⸗ bei gen und geldgierigen Begriffe längst vorbereitete Ver— der fall und Gefahr für alle geselligen Verhältnisse doch noch nein durch das schreckliche warnende Beispiel unserer Tage 10 abgewendet werden könne. Diese endlich wünschens— werthe Entscheidung, wo die Fackel der Wahrheit noch 190 zur rechten Zeit alles erleuchten wird, die Irrthümer und chäotische Verwirrung aber, geordnet und gründ⸗ lich gehoben zu werden vermögen, würde allein schon neues Leben über die Landökonomie verbreiten. Dann würden sich auch alle bisherigen Hindernisse des Acker⸗ baues von selbst leichter heben lassen, die wieder ein— tretende Einfachheit und Klarheit der Begriffe würde durch so viel traurlge Erfahrungen unsers Jahrhunderts und durch das Feuer der unersäͤttlichen Geldgier und blinden System⸗Wuth geläutert, diesem mehr als alles andere beförderlich seyn. Der Landwirth aber, der alles bisher von der Er— zeugung, Anwendung und Gebrauch des Graswuch— ses, der dadurch besonders beförderten Gährung, Tem— peratur⸗Bestimmung und den davon bei der Eintheilung, Folge und Abwechselung für die Feldbestellung Gebräuch zu machenden Verhältnissen Abgehandelte(welches un— streitig wesentliche Punkte einer theoretisch berichtigten und durchaus vollkommenen Acker-Kultur sind) anwen— den und mit Ueberlegung, Zuziehung der Lokal und politischen Verhältnisse, und darnach modificirten klu— gen Auswahl ausüben will und kann, wird nun wahr⸗ scheinlich eher, als bei der vorherigen Ungewißheit im Stande seyn, bestimmter zum Werke schreiten und in allen ihm etwa vorkommenden Fällen sich rathen und theoretisch gründlich helfen zu können. Er wird die, seiner stillschweigend übernommenen Verbindlichkeit ge⸗ mäße Aufgabe: seine Felder(ihre Beschaffenheit möge übrigens noch so sehr verschieden seyn) überall in den DSD‚IDI thümer gründ. uschon Dann Aa⸗ r ein. würde derts rund alles E. wuh⸗ Tem⸗ lung, much uni gten ven⸗ und klu⸗ ihr⸗ im 191 Zustand zu versetzen, daß sie, zu aller Zeit und für die Zukunft verbessert, den unter gegenwärtigen Verhält⸗ nissen möglichst größten Gewinnst abwerfen, auf die der wahren Lage und den Umständen nach angemessenere Art nnd Weise ausführen können. Der wahre Vor⸗ theil besteht ja, wie mir dieß jeder einräumen wird, nicht etwa darin, daß nur viel Land besäet, zum Scha— den der bisher noch tragbar gebliebenen guten Aecker, die Gährungssähigkeit dabei überhaupt nicht gehoben und bei dem großen Vortheile in der unrichtigen Kul⸗ turbehandlung etwa noch überdieß viel Land urbar ge— macht werde, immer sparsamer werdende Wälder ausge⸗ rottet und häufig Wiesen zu Ackerland aufgerissen werden, und dennoch die Erndten dabei immer geringer und kärgli⸗— cher ausfallen und oft nicht einmal die vermehrten Ko— sten zu ersetzen, im Stande sind: vielmehr liegt Vor⸗ theil und Gewinnst in richtiger, und auf die Tempera— turkenntniß ganz besonders gegründeter wahrer Behäd— lung und vervollkommneter Wissenschaft: wie selbst we— niges Land überhaupt ergiebiger, und nach Abrechnung der Kosten ein großer Ertrag selbst in dem nördlichen Klima andauernd erübriget und vermehret werden kann? Pflicht eines jeden Ackerbesitzers ist es sogar, mit sei— nem eigenen auch den Nutzen zu verbinden, der in Zukunft die Früchte dieser Behandlung erndten laßt. Die auf diese Weise beförderten Einkünfte des Staa— tes, gereichend zum fortdauernden Flor und Wohl sei— ner Bürger, sind mit dem privativen Vortheile des ein— zelnen Landbesitzers jeder zeit auf das Genaueste ver. bunden; wenn sein Acker auch nur einen geringfügigen —— kleinen Theil desselben ausmachte. Nur allein dadurch kann der Reichthum und mit ihm alle übrigen Erwerbs⸗— zweige einesandes wahrhaft und dauerhaft vermehrtwer⸗ ö ö den; und das Ganze dadurch, daß die Quellen durch jähr— lich vermehrte Ueberschüsse an Lebensunterhalt und Ar— 475 beit,(die in der Gestalt von Kapitalien ausgesammelt 2696 0 ö werden), beförderter neuer Verbesserungen und der land—.. lichen Wohlfahrt immer mehr geöffnet sind, Leben und 4.3.— allgemeine Thätigkeit erhalten. ö— 5(be düug Ende des zweiten und letzten Theils. XK 4 sung— ———88———— x Bei ö NMar 13 In Bei n9 glich un e sung— Bi Iin une 14 sng 2 Be uns Um Mer Tabelle II. zur Beurtheilung und Uebersicht verschiedener Ackerordnungen Bei der Methode den künstlichen Graswuchs zur Erhaltung der Ackerfruchtbarkeit anzuwenden, und zwar nach der Grädation in der Temperatur, von der sehr niedrigen, bis zu der gemäßigten und hohen hinauf, eingerichtet; In folgenden zwei Rubriken: A. Auf den Fall der Behandlungsweise nach den Grundsätzen der nöthig zu bezweckenden Temperatur-Erhöhung. B. Nach den Grundsätzen der nöthig zu bezweckenden Temperatur-Mäßigung. NB. In den Klammern sind immer die Brüche zur bessern jedesmaligen Uebersicht, unter einem Hauptnenner angebracht. A. In dem Temperatur-Erhöhungsfalle. a. I) Klee, 2) Kraut, od. Kohlrüben, 32 Gerste, 1) Richtig angewandte reich⸗2) Bis 3(8) zum Vieh⸗3) Nur 4(45) Winterverra⸗4) Die 4(228) Sommerbearbeitung. Die 5) 4(48) Verbessernden 6) 1) Getraidebau nachs9) 2 48) Gras⸗10) Wiesen, wegen 11) Keine Braache Bohnen behackt, 5) Erbsen, 6) Weizen; liche Düngung zu Kraut, futter und Viehmast im sung nach. 269. bei Kleeüberdies nach§. 278. durch das Beha. Graswuchs, der nach c.] L. 31 und 312. woron wuchs, Besto⸗ niedriger Acker⸗ nach 9. 337. 4 In Hutt bieber bene e werden daß nach Klee; nach§. 251. und. Winter und Sommer, nach. und Weizen um die Hälfte cken des Krautes und der Bohnen ver⸗284. oft erneuert, nach 8.7) t) Winterkorn nach Ban und Wles n⸗ temperatur, mei⸗ ö dn duse Heiverdnung whe an die Wiesen⸗ 253. und weshalb diese§. 262. bei Klee, Kraut,‚ geringer, als mehrt ist. Bei Kraut, Gerste, Bohnen,, 295. aber dieser vorher ver⸗.. 316. und be. Riee⸗ Rrant stens üäberaus temperatur grenzt, hier auch ganz unge⸗ Kulturanordnung beson⸗Bohnen, Erbsen. Erbsen nach§. 280 und 282. doppelt wird und wo dann und Bohnen, nach reichlich. 1 ö wöhnliche Hülfsmittel erfordert werden. ders gut ist. ö erst die Getreidesaat folgt. 80 2 225 Sömmerung nach§. 327. x b. 1) Klee, 2) Winterraps, 3) Bohnen, Erb⸗1) Richtig angewandte reich⸗2) 4(248) Zum Viehfutter3) 4(348) Winterverrasungs4) Die(448) Sommerbearbeitung; nach 50½%(48) die Gährungsfä⸗ 60 3(Q) Getreidebau nach 9) 3(38) Gras⸗10) Wiesen, eben⸗11) Keine Braache sen, 4) Roggen, Weizen, 5) Klee, 6) Ger⸗liche Düngung zu Winter⸗ nach§. 262. bei 1. und 5. nach 5. 269. bei 1. und 5.§. 278. durch das Behacken des Krautes higkeit verbessernden Gras⸗ C. 301. und 312. wuchs, Bestockung falls reichlich. nach§. 337. ste, Hafer, 7) Kraut, Kohlrüben, 8) Gerste. raps und Kraut, nach§.] Klee, Erbsen, oder Bohnen. Klee, Winterraps und Rog⸗ und der Bohnen noch vermehrt, bei 2. 6.255 bei Mogen 1907 77½% Winterung n.§.316. u. un 4H— Bei geringerer Demmerde. 251. bei ersterem und nach und Kraut oder Kohlrüben. gen, um geringer, als—[die Vorbereitung zu Winterraps 3. 6. 7. Perdreifacht. Hingegen fur mit Einschl. v. Winterraps u. Deir und 5. Dei §. 253. 8. nach§. 280. desgleichen wegen§.282.] Gerste blos einfach. Ssmmerung. 2. 3. und 7. ö c. 1) Kraut gedüngt, 2) Gerste, 3) Klee, 1) Richtig angewandte reich⸗2) 4(348) zum Viehfutter3) 15(248) Winterverra⸗4) Die(448) Sommerbearbeitung nach 5)(448) die Gährungsfä⸗6)(245) Getreidebau nachsy) 4(348) Gras⸗10) Wiesen reichlich.11) Keine Braache 4) Weizen, Roggen, F) Bohnen, Hanf,] liche Düngung zu Kraut, nach§. 262. Bei 1. 3. 3. sung nach§. 269. bei 3.]§. 278. durch das Bearbeiten von 1. f5. higkeit verbessernden Gras⸗§. 301. 312. wuchs, Bestockung nach 5. 337. 6 Nartoff I,“ 7. Gante Kler nach§. 251. und 253. 8. 9. II. 13. und 16. 8. und II. Klee, 4. 7. 12. 9. 13. vermehrt. Bei 1. 2. 5. 6. 9. 10.] wuchs, nach§. 284. und 7)() Winterung. 96 Ispuch ͤ. 1631 ö 420 Wesen, 1). Bohnen, 10 Erbse Roggen und Weizen, um] 13. 14. 15. nach§. 280. und bei 1.] 295. Bei 2. 7. 10. und 9) e Sommerung ohne—.— 941 33 150 Gerste, 16 Klee. 5 geringer, als nach§. 282.— 15. zuvor verdoppelt. noch Erbsen. 8.9. II. 13. u. 16. d. 1) Kraut, Kartoffeln, 2) Erbsen, Boh⸗1) Richtig angewandte Dün⸗2) 4(½5) zum Viehfutter, 3) 4( Winterverrasung 4) 4 646) Sommerbearbeitung nach 9.278.N50 4(4⁴⁸ Die Gährungsfä⸗6) 3(5) Getreidebau nach9) 4(1) Gras⸗10) Wiesen zuläng⸗11) Keine Braache nen, 3) Weizen, 4) Klee, 5) Gerste, Hafer; gung zu Kraut nach§.] nach 9. 202. nach I.] nach§. 269. bei 3. und 4. durch das Bearbeiten von 1. vermehrt. higkeit verbessernden Gras. L. 301. 312. wuchs, Bestockung lich. nach 8. 337. edüngt. ö. 33• 9(8 der noch besser, um des 2 sten 8 253. ö und 4. um geringer als Bei I. 2. und 5. nach§. 280. ö wuchs, nach§. 284. und 7) Winterung und u. Kleeanbau nach willen, vielleicht 1) Kartoffeln, 2) Gerste, ö 295. Bei 3. zuvor ver⸗ 7 323. und 327. 3) Erbsen, 4) Korn, 5) Klee.) ö doppelt. 8) 5(Es) Sömmerung.bei r. und 4. c. 1) Rüben, Kartoffeln, 2) Gerste, 3) Klee,I) Richtig angewandte Dün⸗2) 4(235) zum Viehfutter3) 4(248) Winterverrasung 4) 2(428) Sommerbearbeitung nach§. 278.5) 4(48 Graswuchs nach 6) (448) Getreidebau nach 9) 4() Gras⸗10) Wiesen noth⸗II) Keine Braa⸗ 4) Weizen, 5) Erbsen, 6) Roggen. gung zu Rüben und Kar⸗ nach§. 262. bei 1. und 2.] nach h. 269. bei 3. 4. 6.[ durch das Bearbeiten von 2. vermehrt.]§. 284. und 294.(3(348§. 301. 312. wuchs, Bestockung dürftig.(wie oben.)] che.(ebenfalls Vederduuntg⸗ 1) Gemen, al daun Ru⸗ toffeln nach§. 253. ³ zu Rüben oder ist gleich der Bei I. 2. 5. nach§. 280.((448) gleichfalls.) 5½%⁰Winterung(I 3. 73. und—— W. 4 4„. 1 12 V 3 2 40— 23 27. den, 2) Gerste, 3) Klee, 6 Weizen.(Im zweiten Falle eben⸗ Bohnen.)—(4⁴ desgleichen benfalle. NB. Durch Kalkdüngun nach desgleichen.) bei 1. und 3. Oder, um ganz sicher zu gehen, viel⸗ falls zu Rüben oder Boh⸗ ebenfalls gleich.) Klee zu Weizen, würde diese noch größer s iut(4(248) desglei⸗ leicht in folgender Ordnung, als: Boh⸗ nen.) berechnet werden können.) 8) Gbien 1f60echen A. guten Klee, nen, Erbsen, Heidekorn, 2) Roggen, rbsen.(4(3245) desglei⸗bei Rüben oder 3) Klee, Gerste.) ö ö ö chen.) Bohnen u. Klee. B. In dem Temperaturmäßigungs-Falle. Wobei jedoch zu bemerken ist, daß um der Gradation in der Temperatur willen, schon früher, als der§. 63. ihn angiebt, dieser Fall als zuerst eintretend hier angenommen ist. 3. 1) Roggen, 2) Erbsen, 3) Roggen, 4) Buch⸗H1) Richtig angewandte Dün⸗2) Er(5448) zum Viehfut⸗ 3) Fr G648) Winterverra⸗4) Ar(38448) Sommerbearbeitung nachsy)(34½8) Die Gäh⸗6) Yr(4428) Getreidebau9) r(844 Gras⸗10) Wiesen noth⸗II) Keine Braa⸗ weizen, 5) Gerste,) Klee, 7) Weizen, Rog⸗ gung zu Kraut nach 9. 253.] ter, nach§. 262. bei 6. 8.] sung. Bei I. 3.6.7. 10. 1I. F. 278. Bei 8. vermehrt. Bei 2. 4. rungsfähigkeit verbessern nach§. 301. und 312. wuchs, Besto⸗ gen, 8) Kraut, Rüben, 9) Gerste, 10) Klee, 10. und II. nach§. 269. Ist um Er ge⸗ 5. 8. 9. desgleichen. Wegen Vorberei⸗ den Graswuchs nach§. 284. 5 VDinterung. ckung u. Kleeanbau dürftig. che. 11) Klee. Der zwei Jahre zuletzt hinter ringer, als tung zu 7. nach§. 280. und 2095. 2——. nach L. 323. Bei einander folgende Klee deutet auf den Fall 8) Ar 4½48) Sömmerung 4. 6. 8. 10. nach der nothigen Temperatur-Mäßigung. mit Erbsen u. Buchweizen.. 327. b. 1) Gerste, 2) Bohnen, Buchweizen, 3) Rog⸗I1) Richtig angewandte Dün⸗2) 3(4448) zum Viehfut⸗ 3) 3(4448) Winterverra⸗4) 5(44 Sommerbearbeitung nach5) 3(8) Die Gäh⸗6) 4(4448) Getreidebau. 9)36862½8) Grasw. 10) Wiesen noth⸗II) Keine Braa— gen, 4 Klee, 5) Roggen, 6) Rüben, Kar⸗ gung zu Rüben oder Kar⸗ter, nach§. 262. bei 4. 6. sung nach§. 269. Bei 3.§. 278. Bei 2. oder 8. vermehrt. Beil rungsfähigkeit verbessern— 779Winterung/ u Bestockung u. Klee⸗ dürfti che toffeln, 7) Gerste, 8) Klee, 9) Klee. toffeln nach§. 253. 8. und 9. ö 4. 5. 8. 9. Ist gleich den I. 2. 6. und 7. nach§. 280. den Graswuchs nach§.284.———anbau. Bei 2. 4. 6. 8• 22— und 295. 8) 5(65448) Sömmerung. und 8. nach S§. 327. 5 d. 1) Kartoffeln, Rüben, 2) Gerste, 3) Klee,1) Richtig angewandte Dün⸗2) 3(4448) zum Viehfut⸗3) 3(644½8) Winterverra⸗4) 7() Sommerbearbeitung nach 5)(1448). Die Gäh⸗(6) 3(83448) Getreidebau. 9) 2(445) Gras⸗10) Wiesen noth⸗11) Keine Braa⸗ 4) Klee, 5) Roggen, Weizen, 6) Erbsen, gung zu Kartoffeln oder ter, nach§. 262. bei I. 3.] sung nach§. 269. Bei 3. F. 278. Bei 1. vermehrt. Bei 1. 2. 6. rungsfähigkeit verbessern⸗ Winterung u. wuchs, Besto⸗ dürftig che 7) Roggen. Rüben nach§. 253. und 4. 4. 5. 7. Ist gleich den nach§. 280. den Graswuchs nach§.284.———. ckung und Kleean⸗ 5 1*0) 5(48) Sommerung. bau. Bei I. u. 3. 53** und 295. d. 1) Rüben, 2) Gerste, 3) Klee, 4) Klee, 1) Richtig angewandte Dün⸗2) 4(3346) zum Viehfut⸗3) 4(64446) Winterverra⸗4) 4(4443 Sommerbearbeitung nachs5)(68422) Die Gäh⸗[6) 5(84446) Getreidebau. 9) 3(2½4) Gras⸗10) Wiesen dürftig. 1) Keine Braa⸗ 5) Roggen Weizeu. gung zu Rüben, nachs ter, nach§. 262. bei I. 3.. sung nach§. 269. Bei 3.§. 278. Bei 1. vermehrt. Bei I. 2.] rungsfähigkeit verbessern⸗ 7) Winterungeu wuchs, Besto⸗ che §. 253. und 4. 4. 5. Um 3 geringer als nach§. 280. den Graswuchs nach§. 284.————ckung und Kleean⸗ 50 und 295. 8)(6448) Sommerung. bau. Bei 1. u. 3. — e.) Roggen, 2) Rüben, 3) Gerste, 4) Klee, 1) Richtig angewandte Dün⸗2) er(27448) zum Viehfut⸗[3) xr.(4½½ Winterverra⸗4) r(S4½2) Sommerbearbeitung nachs5) rr(8344 Die Gäh⸗G)(443) Getreidebau. 9)(L4) Gras⸗ 1o0) Wiesen schlecht. In) Keine Braa⸗ 5) Klee, Roggen, Weizen, 7) Erbsen. gung zu Rüben und Erb⸗ ter, nach§. 262. bei 2. 4. sung nach§. 269. und 276.] H. 278. Bei 2. vermehrt. Bei 1. 2. 3. rungsfähigkeit verbessern⸗ 55Vinterung u. wuchs, Besto⸗ che. Buchweizen, 8) Hafer, 9) Klee und Rai⸗ sen, nach§. 253. 5. 9. 10. und II. Bei I. 4. J. 6. 9. I0. II. 7. nach§. 280. Eines auf die Vorbe⸗ den Graswuchs nach§. 284.——. ckung und Kleean⸗ gras, 10) Klee, 11) Klee. Ist gleich den reitung zu 1. Roggen. und 295. +r(4458) Söommerung. bau. Bei 1. 4. u. 9. 3(6448) Getreidebau. 9) 3(6448) Gras⸗10) Wiesen schlecht. 11) Keine Braa⸗ 3(28) Winterung oh⸗ wuchs, n che. ne Rübsenstroh und Vau nach 13 5 0. 323. 8) 5 G448) Sömmerung. Bei 1. F. und 7. ö‚ 77½½½ 6 2475 9 3) Erbsen, Buchweizen, 4) Roggen, gung zu Winterrübsen nach ter, mit Einschluß von 5. sung nach§. 269. und 290. 3. F. 6. nach§. 280. auf Vorberei⸗ rungsfä 5) Buchweizen, Ackerspark, 6) Hafer, Klee, nach§. 251. und oder Buchweizen, nach§.] Bei x. 2. 4. 7. 8. 9. Ist tung zu Winterrübsen und 3 nach§. 282. den Graswuchs nach§. 284. 7)Klee und Raigras, 8) Klee, 9) Klee. 253. 262. bei 5. 7. 8. und 9. gleich mit auf Dünger nach Klee. und 295. f. I) Winterrübsen, 2) Roggen, Weizen, 1) Richtig angewandte Dün⸗2) 3(449) jum Viehfut⸗3) 3(644e) Winterverra⸗4) 5 6440 Sommerbearbeitung. Beis5)(688928) Die Gäh⸗6) 3 9 g. 1) Rüben, Tabak, 2) Gerste, 3) Klee und 1) Richtig angewandte Dün⸗2) 5(3338), zum Viehfut⸗3) 4(428) Winterverra⸗40(44438) Sommerbearbeitung. Bei 1.5)(8448) Die Gäh⸗6) 3(23) Getreidebau. 9)(48) Gras⸗10) Wiesen schlecht.r1) Keine Braa⸗ Raigras, 4 Klee, 5) Klee, 6) Winter⸗ gung zu Rüben nach Buch-⸗ ter mit Einschluß des Buch⸗ sung nach§. 269. und 270. 2.§. z auf Vorbereitung zu Winter⸗rungsfähigkeit verbessern⸗ Wi wuchs, Besto⸗ 7917 ö*—10— ö R R 5„: 8 Pidne7) 3(448) Winterung incl. 97 che. rubsen, 7) Roggen, 8) Buchweizen. weizen, und Winterrübsen. weizens, nach§. 262. Bei Bei 3. 4. 5. 6. 7. Umrübsen. 3 nach§. 282. auf Dünger noch. den Graswuchs nach§9. 284.“ Rubfen. ö ckung und Kleean⸗ nach Klee, s.§. 251. und I. 3. 4. 5. und 8. 3 geringer, als Klee und Buchweizen. und 295.———.—.— bau nach§. 323. 253. 8) 5 Gs) Sömmerung. Bei r. 3. 6. u. 8. ( Getreidebau. 9) ½5) Gras⸗10) Wiesen schlecht.TI) Keine Braa⸗ 8 ö E Winterung. wüchs, Sistor cette, 6) Lucerne, Esparcette, 7) Lucerne, weizen und zu Winterrüb⸗ weizens, nach§. 262. Bei Bei 2. 4— 9. 10. II. reitung zu Winterrübsen. nach 9. 282. den Graswuchs nach§. 284. ckung. Keinen Esparcette, 8) Lucerne, Esparectte, 9) Lu⸗ sen nach Lucerne oder Es⸗ 3. 4.§. 6. 7. 8. 9. und 12.[Um geringer, als auf Dünger nach 9. und 12. und 295. wie bei dreijäh⸗S)() Sommerung Kleranbau. Bei r. cerne, Esparcette, 10) Winterrübsen‚. parcette, nach§. 251. und rigem Klee. durch Buchweizen. 4. 10. und 12. II) Roggen, 12) Buchweizen, Ackerspark. 253. h. E 1) Tabak, 2) Roggen, 3) Buchweizen,1) Richtig angewandte Dün⸗2)(748 zum Viehfut⸗3) 3(4438) Winterverra⸗40 13(6½439 Sommerbearbeitung. Beis5)(6849 Die Gäh⸗6) 4) Lucerne, Esparcette, 5) Lucerne, Espar⸗gung zu Tabak, nach Buch⸗f ter mit Einschluß des Buch⸗ sung nach§. 269. und 270. I. 3. 12. desgleichen. auf Vorbe— rungsfähigkeit verbessern— 70 8. — +2 che. * — uiE Enn 2 3— 2 Soiour& Grey Cortroi Chart Blue Cyan Green vVellow Hed Magenta — Grey 2 Grey 3 Groy 4 Black