Univ-Bib. Siessen —, —— PSꝗRꝗxxxx‚f‚...——————— 2 ö—20 5.. einer Ackerbau-⸗Theorie nach der Natur und den neuern Erfahrungen systematisch geordnet von Andreas Carl Samuel Freyherrn von Richthofen, 4. Z. Landesältesten, wie auch Marsch- und Oekonomie-Urbarien⸗ Commissario des Strigauischen Kreises, Herrn der Güther, Barzdorf, Hohenpetersdorf, Pilsdorf, Bersdorf, Großrosin, Niederpoischwitz, Kleinrosen, Ober⸗Damsdorf, Mittel⸗ und Nieder⸗-Damedorf, Mitgliede der Schweidnitzer özonomisch patrio⸗— tischen Soeietät. I rnE. FN. KH Wnk Ii. 15 95. DIN 5 Erster Theil. In — Natura non nisi parendo vincitur, et id quod in contempla- tione instar causae est, id in operatione instar regulaè est. Baco d. Verulam. Organon. veipzig, bei Gerhard Fleischer dem Jüngern 1 81. Entwburf Oe VB r rede. Ein der Natur gemäßer Versuch, die bishe⸗ rige Ackerbau⸗Theorie gründlich zu untersuchen, nach den neuern Erfahrungen zu berichtigen, oder sonst mit den Naturwirkungen übereinstim⸗ mend zu begründen, schien mir in unsern Ta⸗ gen immer nöthiger. Wenn ich daher die Ausführung dieses Unternehmens wagte; so rechnete ich schon um dieser seiner Nothwen⸗ digkeit willen auf die Nachsicht des ökonomisch— gelehrten Publikums. Ungeachtet ich schon seit 8 Jahren die Materialien hierzu einsammelte, so wird doch jeder selbst einsehen, daß die Aus⸗ führung davon nicht ohne alle Schwierigkeit möglich, oder gedenkbar blieb. Ich schmeichle mir indessen, daß der von mir gewählte, bis— her noch ganz ungebahnte Weg, auf dem ich feste, aus der Natur der Sache selbst hervor— gehende Grundsätze bei der Feldokonomie anzu⸗ Nc 2 ———8— IV geben vorschlage, nicht ohne neue Ansichten für die Wissenschaft seyn, und auch vielleicht zu ihrer Vervollkommnung beitragen werde. Im— mer schien mir die bisher betretene Laufbahn mehr von dem wahren Ziele ab, als zu dem— selben hinzuleiten. Erwägt man besonders noch, daß die Theorie der Ackerbaukunde auf diesem gewohnten Wege so wenig, ja gar keine Fortschritte machte: so wird man es mir auch nicht verdenken, daß ich diese zwar häu⸗ fig genug betretene, aber desto unsichere Bahn verließ, und dagegen die ungeebnete, mü⸗ hevollere, aber zum Ziele in der That füh— rende wählte. Unter diesen Umständen läßt sich dann auch hoffen, daß man es dem noch ungewohnten Wanderer hier verzeihen werde, wenn er überall seine Schritte nicht vollkom⸗ men abgemessen, seinen Gang nicht völlig ge⸗ sichert, oder einzelne Fehltritte nicht dermieden haben sollte. Der Gesichtspunkt, aus dem ich den zurückgelegten Weg nun überschauen darf, scheint mir vornehmlich die gewisse Ueber— zeugung, daß ich nicht völlig auf Abwege gera⸗ then bin, sondern nach allen Umständen und vorzüglich nach dem meiner eignen dkonomi⸗ — .43—— V schen Erfahrung gemäßen Urtheile den richtigen Pfad zu verfolgen, das Glück gehabt nicht vorzuenthalten. Ich denke dabei keineswegs zu behaupten, daß in Rücksicht auf die Anwendung der auf⸗ gestellten neuen Ackerbau-Theorie, diese prak⸗ tisch ganz unbekannt, oder wenn sie selbst auch noch so wenig anerkannte Wahrheiten enthiel⸗ te, diese doch nicht wirklich schon in der Aus— übung anzutreffen seyn sollten: im Gegen— theil ist meine Absicht vornehmlich dahin ge— gangen, das bisher praktisch als vorzüglich gut Bekannte, auf die bisher, meinem Erach— ten nach, so unbekannte theoretisch richtige Darstellung überzutragen; wodurch demnach dem fühlbaren Mangel in der bisherigen Acker⸗ bau-Theorie abzuhelfen gesucht werden könn— te. Die zu diesem Zwecke angestellte Unter⸗ suchung würde uns dann die wenige Haltbar⸗ keit der zeither gekannten Grundsätze, und wie wir mit diesen noch zurück geblieben sind, in einem noch unbekannten, demüthigenden 2 0 zeigen. Um allem stets wiederkehrendem Uebel, und der bisherigen theoretischen Unsicherheit mög⸗ + VI lichst vorzubeugen, habe ich gegenwärtige Schrift den theils neuern, theils eigenen Erfahrungen gemäß zu entwerfen gesucht. Von dieser hoffe ich es nicht allein, sondern erwarte es sogar von der einleuchtenden Wahrheit, Gewißheit und Uebereinstimmung mit der Natur und ih— ren beobachteten Wirkungen, daß sie ein nicht völlig unzusammenhängendes Ganze und eine für die Ackerbaukunde nicht unwichtige Reihe von Wahrheiten ausbilden werde. Uebrigens er— warte ich das Urtheil der Welt eben so lern⸗ begierig als ich diese theoretische Erfahrungs⸗ sätze Anfangs bloß meines eigenen Privatvor⸗ theiles willen, nun aber bei mehr erlangter Ausbildung, ausführlicher bearbeitete, und nie⸗ derschrieb. Ob und wie weit den am meisten wün⸗ schenswerthen Forderungen zur Grundlegung einer berichtigten Ackerbau-Theorie ein Genüge geschehen ist, wird der geneigte Leser mit der, bei einem dergleichen noch unausgeführten und deßhalb auch immer mißlichen Unternehmen benöthigten kritischen Nachsicht, wahrscheinlich am besten, zu beurtheilen verstehen. — 6— VII In gegenwärtiger Ackerbau-Theorie selbst habe ich jedoch auch nicht den Angaben eines Rückert, Kirwan und ihrer Nachfolger, die in den erdigt⸗salzig festen Bestandtheilen des Erdbodens die Fruchtbarkeit aufsuchen woll⸗ ten, folgen können; indem die Ursachen dieser Fruchtbarkeit vielmehr in der(nach meiner Einsicht in ungleich wichtigern, obzwar ebenfalls chemischen Gegenständen) durch Graswuchs erzeugten Gährung und in der Tempera— tur aufgesucht werden müssen. Einigemale habe ich dabei, besonders bei den Mitteln zur Erzeugung des Graswuchses im zweiten Ab— schnitte, die zum Theil lehrreichen, ins Deut— sche übergetragenen Schriften und ökonomischen Reisen des Engländers A. Moung benutzt. Ich gestehe, daß meine Erfahrung im Einzelnen dabei nicht immer zulänglich war; jedoch schien mir auch nicht sowohl eine genauere, überall nicht verfehlte Bestimmung, als vielmehr blos eine mit den aufgestellten Grundsätzen über⸗ einstimmende, mehr wahrscheinlich richtige, als durchaus erprobte Angabe, der Hauptabsicht für jetzt beförderlicher zu seyn. VIII In Ansehung der chemischen Angaben bin ich, da ich weder Chemiker von Profession bin, noch zu chemischen Versuchen Zeit und Gelegenheit habe, bald Dr. Girtanners System der antiphlogistischen Chemie, Berlin bei Unger 1794/ bald der Kritik des antiphlogistischen Sy— stems von Dr. Richter, Breslau bei Korn 1794/ bei den angegebenen Bestimmungen nach Gutdünken gefolgt. Auch des Rückerts Feld— bau chemisch untersucht, Erlangen bei Palm 1793)/ bediente ich mich einige Male. Uebrigens gestehe ich der Erscheinung eines Systems der antiphlogistischen Chemie zu, daß sie die über ge⸗ genwärtige Theorie bereits vorgefaßten und in der Zeit meines praktisch⸗-ökonomischen Wir— kungskreises gesammelten Muthmaßungen ordnen, läutern und befestigen half. Dieß alles geschahe, so weit es mit den Verrichtungen eines zuweilen in Geschäfte verwickelten, ausübenden Landwir— thes, der sich dem Mangel an Zeit und Quellen nicht selten Preis geben muß, nur immer zu ver⸗ einbaren war. den ting Heeis uied gere boe eret ö ins⸗ Sinulelitung. Wan die Fehler und Nachtheile der bisherigen Acker. bau⸗Theorie, weshalb ihre Anwendung bei der Aus— übung und der Feldbau-Praxis so unmöglich wird, jetzt sichtbarer werden dürften; so bleibt es noch immer ein Problem, warum bei der zunehmenden Unsicherheit und Unhaltbarkeit der bisherigen Theorie, dennoch ihre Mängel nicht fühlbarer wurden, ihr fernerer Gebräuch nicht unterblieb, und wie man es in der practischen Behandlung des Ackerbaues dabei immer bewenden lassen konnte? Dennoch war dieser Mangel theoretisch richtiger Ansichten auffallend genug; und es ist leicht einzusehen, daß der Feldbau selbst dadurch nothwen⸗ dig immer beschränkt bleiben mußte, und sich nie üͤber den undurchdringlichen Nebel seines dadurch immer eingeschränkten und wenig ausgedehnten Wirkungs— kreises zu erheben vermogte. Selbst die hin und wieder, nach Beschaffenheit der Localumstände, richti— gere Wirthschaftsführung wurde, der so männigfaltig abwechselnden Verschiedenheit in der Localität und an— derer hierauf Einfluß habender Umstände wegen, durch einseitige, unsichere oder gewagte Urtheile, in stets engen Grenzen gehalten. Daher die, vermittelst der A 2 richtigen Theorie durch überall geläuterte Begriffe nöthige Aufklärung jetzt noch unentbehrlicher als jemals erscheinen muß. Je mehr Erfahrungen der Ackerwirth bisher zu durchläufen hatte, um desto fühlbarer wurden ihm zwar schon immer jene bemerkbar theoretischen Lücken, und die Ungewißheit in der Anwendung so mannig⸗ facher, doch als immer ausführbar gegebener, allge— meiner Regeln; demohngeachtet blieb es noch immer ungewiß, ob der Mangel in der Ackerbau⸗Theorie liege, oder nicht: vielmehr nahm die Verwirrung dabei zu, und sie stieg zugleich offenbar auf einen hohen Grad. Sie wuchs mit der Unsicherheit in den sich so oft durchkreuzenden Vorschriften. Auch hatte die Folge dieser Verwirrung selbst auf die Sprache der Land— leute Einfluß: daher wurde diese auch ein so verwor— renes Geschwätz, wie es keine Kunst oder Wissenschaft noch aufzuweisen haben dürfte; und nichts blieb unbe— stimmter, als die für jetzt gebräuchlichen Kunstwörter, welche z. B. über die verschiedenen Bodenarten an— nehmlich gefunden wurden. Wenn diese Ausdrücke auch in der Uebereinstimmung mit der bisher theoreti⸗ schen Uebersicht, einen Anschein von Gründlichkeit für sich hatten: so wurden sie doch, des wesentlichen Man— gels berichtigter Ackerbau-Grundsätze wegen, mehren— theils mit völlig unrichtigen Vorstellungen verbunden; und da der Grund, auf dem sie erbauet wurden, un— richtig und falsch war, so mußten sie auch stets zu grö— ßeren Irrthümern, die denn doch die Erfahrung nicht immer so ganz zu widerlegen und zu bekämpfen —— ——————— m Iune afte hf Muh sstt e bli d ruch nich — e 3 vermogte, die Veränlassung geben. Auch selbst die Anwendung dieser unrichtigen Theorie konnte daher auf keinen Fall bedeutend seyn, vielmehr mußte sie so⸗ gar oft gefährlich werden, indem sie sich bloß auf leere Muthmaßungen und unsicheres Gefühl, so wie es der erste Augenschein den Sinnen begreiflicher gemacht hatte, gründete. Es ist daher,(wenn man nicht etwa bei der gewöhnlichen Methode allein verweilen will) nach der jetzt üblichen Lehre von der Landwirthschaft nichts unsicherer geworden, als die richtige Beurthei— lung von der Fähigkeit eines gegebenen Bodens zu einer gewissen Kultur, Fruchtwechsel oder Saatenfolge, und unter diesen das Anwendbarste, Zweckmäßigste und Einträglichste auszumitteln.(s. Dr. Thaers Einleitung zur Kenntniß der Englischen Land— wirthschaft, Seite 88.) Nach dieser Voraussetzung sollen in gegenwärtiger Einleitung kürzlich abgehandelt werden: I. Die bei der bisherigen Ackerbau-Theorie beson— ders bemerkte Unsicherheit in der Anwendung; 2. Die Nothwendigkeit ihrer Umänderung und Ver⸗ besserung; 3. Der Zweck dieser Umänderung mung der gegenwärtigen Feldbar 4. Der Inhalt derselben; 5. Ihre wahrscheinlichen Folgen; und endlich sollen 6. Noch einige vorläufige Erinnerungen aufgestellt werden. 1. Mit wie weniger Sicherheit man die bisherige Ackerbautheorie in Anwendung bringen konnte, darüber A für die Bestim⸗— * — .Fore ⸗Theorie; 2 kann uns nichts bessere Aufschlüsse, als sie selbst, geben. Um wirklich Erläuterungen von ihr erhalten zu können, war die Menge der Zweifel und Widersprüche schon zu groß und in ihren Folgen zu weit verbreitet geworden. Schon aus dieser Ursache darf man sich nicht wundern, wenn alles so fest an dem Herkommen hing, und hier und da einige einleuchtende, practische Beyspiele, in— dem ihre Nachahmung nicht überall möglich war, und Statt finden konnte, ganz ohne Nutzen blieben. Man wollte sich dabei der augenscheinlichen Gefahr der Nach— ahmung, auf das Ungewisse hin, nicht gern bloß— stellen. Bei allen zeither aufgestellten, mehrentheils isolirten Beobachtungen war der für die Verbesserung der Ackerbau⸗Theorie zu erwartende Erfolg selbst bei der größten Vorsicht, und einer einen Zeitraum von vielen Jahren umfassenden Ausdehnung) nicht zu ver⸗ bürgen, so lange der Faden, der uns aus diesen laby⸗ rinthischen Gängen der Natur allein zurechtweisen kann, nehmlich die richtige Theorie, und der nicht überall sichtbare Mangel der bisherigen, noch aufge— funden werden sollte. Der alltägliche, an das allgemein bekannte, und selbst dem Anschein nach richtige System, und an die so lange üblich gewesene Ordnung des Fruchtwechsels gewöhnte Landwirth, so wie der rascher zum Werk schrei— tende, nur auf das Gegenwärtige, Sinnliche und Oberflächliche zurücksehende Oekonom, erblickten stets andere Resultate, als die nie ganz zu enträthselnde Natur, oft erst nach völlig verbesserter Behandlungs— weise und nach dem Ablaufe einer Reihe von Jahren, —.8 5 bei durchaus standhaft veränderter und mit den bishe— rigen Ideen oft im Widerspruch stehenden Kultur wirklich darbietet. Da ohne diese berichtigte Theorie Erfahrungen an sich selbst nur immer unzureichend bleiben müssen, und um diese vollständig einsammeln zu können, mehrere Menschenalter nicht hinlänglich seyn würden: so ist es auch sicher Gewinn bringend, wenn man die zeitherigen Erfahrungen, mit Beihülfe der selbst eingesammelten, benutzen will, das Chaos undeutlicher Begriffe in der Landökonomie, sich anschaulich darzustellen, zu läutern und in eine mit der Natur übereinstimmende Ordnung zu bringen. Ausserdem, und wenn der gesuchte Zweck nicht erreicht werden sollte, würde man sich noch immer, entweder auf seine eigenen, selbst gemachten und anderwärts ost täuschenden Localerfahrungen allein, oder bloß auf die des gemeinen Landmannes überhaupt, einschränken müssen. Zu der hier vollkommen richtigen Uebersicht gehören aber auch besonders nicht bloß die einzelnen, sondern wo möglich, alle Local— Verhältnisse. Alle Vorschriften, Crundsatze und Anweisungen, zu einem besseren und mit der Natur übereinstimmenden Verhalten können nur von geringem Einflusse und geringer Wichtigkeit bleiben, wenn die zu beurtheilen— den Uebel und die besonders tadelhaften Gebräuche nicht vorher durch allgemein anwendbare theoretische Gründe aufgehellt und deutlicher werden. 2. Die Nothwendigkeit der Veränderung läßt sich daher auch nicht gründlich bezweifeln. Den deutlichen 04—— ——.— * ä(——W 33————2*V SSCSCSCC 6 Beweis davon finden wir ebenfalls in der Landbau— Praxis selbst; die aus Mangel besserer und theoretisch richtigerer Einsichten beinahe überall zurück ist, und so zu sagen sich noch in der Kindheit befindet. Alle einsichtsvollen Politiker und gründlichen Kenner des Ackerbaues, und aller der Vortheile und Lasten, die dieser bald für, bald gegen sich hat, werden mit mir darin übereinstimmen. Sie werden Beweise aufzustel— len vermögend seyn, die, entfernt von dem Egoismus unserer Zeiten, in Hinsicht des kosmopolitischen Zwecks der Vervollkommnung des Menschen und der ihn um— gebenden Gegenstände, für die Aufklärung unseres Zeitalters keinesweges vortheilhaft ausfallen können. Während man sich mit chimärischen Einbildungen herumschlägt, und selbst die große Gefahr ihrer Aus⸗ führung gering achtet, wenn nur dem Stolze des Men— schen, in seinen vermeintlichen, aber zur Zeit noch lange nicht zu dem gesellschaftlichen und Kultur⸗Ver⸗ hältnissen passenden Menschenrechten, gehuldigt wird; bleibt die erste und nothwendigste unter allen Wissen⸗ schaften um Jahrhunderte zurück und in ein tiefes Dun— kel gehüllt. Die Landbauwissenschaft, die den ersten und währen Grund zur Erreichung aller übrigen Vor— theile enthält, und sie allein dauerhaft machen kann, ist noch immer in der Theorie unausgebildet, und es fehlen sogar die ersten Grundlinien hierzu! Unter allen Umständen, die einigen Einfluß dar⸗ auf haben, ist besonders das Loos des Ackerbaues kriti⸗ scher und unsicherer, als jemals, geworden. Bei der allgemein verbreiteten Tendenz schädlicher Grundsatze, +¶) IDIIIIIIIITTTTTT lit Hund firi . * schlägt man ihm unvermerkt nicht selten unheilbare Wunden, und glaubt, in der sicheren Ueberzeugung alles für ihn gethan zu haben, daß dieses schlechterdings nothwendig sei, und für seinen Zweck so erfordert wür⸗ de; daher man auch im Drange der Verhältnisse die Hindernisse desselben, in der besten, nur aber leider im⸗ mer fehlschlagenden Absicht, anstatt sie hinweg zu räu⸗ men, noch mehr zunehmen lät. Man folgt alsdenn dem Geiste der Zeit treulich, ohne Ueberlegung und selbst oft ohne Rücksicht auf die nothwendigeren Lebens⸗ Bedürfnisse. Dieses Verhalten nun wird besonders da schädlich, wo der Widerstand großer Feldstrecken, bei den nichtgehobenem Mangel an Kapitalien, doch anderweitige verhältnißmäßige beträchtliche Kultur⸗ kräfte durchaus unentbehrlich machen muß; und als⸗ denn Wirkung und Gegenwirkung einander nicht ange— messen sind, und in einem nachtheiligen, üblen Verhäͤlt⸗ nisse mit einander stehen. Fehler in den ersten Princi⸗ pien in den gehörig berechneten Verhältnissen des Ver⸗ mögens mit den Kulturkräften sind daher nirgends gemeiner geworden, als jetzt. Die Folgen davon— sind Schwächen in den benöthigten Ackerbaukräften, Ver⸗ achtung des Landbaues, und durch die totale Verwirrung der Begriffe bereits bewirkte schädliche Vernachlässe gung desselben; da das Geld⸗ und Merkantilsystem der Zeit, mit seinen Monopolien und dem Innungsgeiste der Städte im Gefolge, das ländliche System, die Stütze von jenem, untergrub, der landwirthschaftlichen Industrie aber, seit langer Zeit Fesseln anzubegen, und die nöthigen Kapitalien durch die Bemühung, die 8 Aufmerksamkeit auf fremde, zufällige und minder wich⸗ tige Gegenstände hinzulenken, zu entziehen gewußt hat. Durch das, diesem scheinbar entgegengesetzte, im Grunde aber völlig konforme System von vorgeblich beglückenden physiokratischen Grundsätzen ist diesem Mangel zum Vortheile der Städte nicht abgeholfen; sondern vielmehr noch vermehrt und drückender gemacht worden. Aus allen diesen Ursachen geschahe es auch, (wie man hinterdrein erst bemerkte) daß die vorgegebe— ne Nothwendigkeit einer Revolution sich durch die Folgen keinesweges rechtfertigen lassen wollte; indem nach jenen Principien die Last der Abgaben denn nun gar unerschwinglich gemacht, das Kapital selbst ange— griffen und verzehrt, allgemeine Verwirrung herbei geführt und das Elend ganz unübersehbar wurde. Die dem Geldsystem bisher gemäße, geringe Auf⸗ munterung zur reichlichen Production, durch überall beschränkte und dadurch unsicher gemachte Gewinste, trug zur Erhaltung der alten Weise übrigens eben so sehr, als die dadurch unrichtig ergriffenen Maaßregeln und veranlaßte Nationalarmuth selbst, bei. Immer glaubte man unter diesen Umständen noch Vortheile erhalten zu können, die man nach billigen Voraussetzungen doch nie erhalten konnte. Vorurtheile, Herkommen, un— richtige Politik, ja sogar darauf sich gründende Verfü— gungen waren(je mehr man von der billigen Scho— nung der Eigenthumsrechte abwich) bei der Ausfüh⸗ rung oft immerwährende Widersacher. Da nun re— volutionaire Maaßregeln alle bürgerliche und gesellige Ordnung zu stören suchten, und der Sicherheit des O ac hhuih sst g d figge Lels serten ttod 9ud de ein sige vie: nicht Wtt ———— — 9 Eigenthums immer mehr Gefahr brachten; so mußten auch(da das mäßige Staatsvermögen immer mehr ge— schwächt wurde, und durch vergrößerten Kapital-Ver— lust ganz untergraben worden war) die Kulturkräfte, und dadurch schon der Landertrag immer gering— fügiger werden. Die Bedürfnisse an Nahrung und Lebensunterhalt nahmen indessen nicht ab; sie vergrö— ßerten sich vielmehr durch die zunehmende Bevölkerung, trotz des jährlich verminderten Gewinnstes und geringer gewordenen Ueberschusses an Nahrungsmitteln. Da die Staatskräfte den etwanigen Ausfall hierin nun auf keine Weise zu decken vermogten; so mußte auch die Wirkung davon in der That gefährlich werden; deshalb schien es jedoch, in dem durch den Widerstand zuge— genommenen Eifer, immer nicht genug, bloß dann erst schädliche Gewohnheiten abzulegen und umzuändern, sobald nur erst die Kräfte hierzu sich gemehrt haben würden; vielmehr blieb der Gedanke an diese der Sache angemessenere Vorstellung ein bloß frommer Wunsch. Da nun darauf nicht geachtet wurde, und alle so eben hererzählte Veranlassungen, so wie die National— Armuth keine Verbesserungen sogleich und auf keinen Fall unter den Umständen zulässig machen konnten: so unterließ man es jedoch nicht, das Wagestück zu un— ternehmen; indem man es nicht erst für nöthig hielt, die nach und nach mehr erlangten Kräfte zur regelmä⸗ ßigen Erfüllung dieses Vorhabens abzuwarten. Allein wie groß und schrecklich wurde die Täuschung, da man nicht so, wie man es erwartet hatte, alles auf einmal vortrefflich, vollkommen und mit vermeintlichen 10 Riesenkräften aus dieser nahen Schöpfung hervortre— ten sahe, vielmehr eine gänzliche Anarchie, Auflösung und Vernichtung alles Bürgerglücks die traurige Kata— strophe beschloß. Wenn man das Schicksal des Ackerbaues vor unb nach dieser Epoche aus dem richtigen Gesichtspuncte übersiehet; so wird man das Loos desselben in unsern Tagen auf keinen Fall beneidenswerth finden, so schön und reizend auch die Luftgebilde sind, die man uns da⸗ von vorzeichnen will. Bei den, unter diesen Umstän⸗ den ausgebreitet wichtigen Hindernissen, konnte der Erfolg wohl kein anderer seyn, als der des gänzlichen Mißgelingens jener idealischen Erwartungen. Denn noch immer glücklich blieb das Land, wo kein Einfluß davon auf den Landbau statt fand; vielmehr so vieles, ja das Meiste hierin, bisher der ungeleiteten Uebung, der in Verachtung lebenden Klasse der Landwirthe, dem Troße der empirischen Landwirthe, ohne Plan, Grund— satze, hinlängliche Kräfte, Vermögen und guten Wil— len zur Aussührung, und selbst der, von der stets miß— lichen Lage der Dinge meistens abhängigen Unmöglich⸗ keit zur Verbesserung des Landbaues, allein überlassen blieb. Die Wißbegierde des einsichtsvollen, emporstre— benden Landwirthes mußte unter den zeitherigen Ver— hältnissen auf jeden Fall eben so eingeschränkt und un— befriediget bleiben. Die geringe Kraft, Lust und die durch vorzüglichen Gewinn gereizte Aussicht zur willi— gen Uebernahme einer Veränderung konnten nie sehr zunehmen. Die Autorität des üblich systematischen — 11 Schlendrians und der Landesart war durch das ge— wohnte Herkommen erhalten und immer mehr befestiget worden; daher auch nicht allein die Möglichkeit der Veränderung schon von selbst hinweg fiel, sondern auch jede Abweichung von dem Gewöhnlichen, sogleich bei dem ersten Anblicke, einen durchaus widrigen Anstrich erhielt. Es waren aber auch diese Abänderungen nicht immer ernstlich gemeint, theils auch nicht einmal den Umständen und Verhältnissen angemessen. Auch selbst die nähere Prüfung davon, die so viel geläuterte Er— fahrung und eine von Vorurtheil durchaus befreite Auf— merksamkeit erforderte, unterblieb daher; bald aus Mangel einer richtigen Ackerbau-Theorie, bald aus Verdruß über schon mehrmals getäuschte Erwartungen, die der Unkunde mit der Natur, und den mit den Wir— kungen derselben angestellten unrichtigen Schlüssen ihr Daseyn zu verdanken gehabt hatten. Da man nun aus fehlerhafter Ueberzeugung nach richtigen Grundsatzen (die ihrem gleißenden Scheine nach sich zwar jene vielsprechende Autorität zueigneten, die sie jedoch in der That nicht verdienten) immer gehandelt zu haben wähnte, und man sich doch so oft in den Erfolgen ge— täuscht sahe: so wurde die Ungewißheit schon die nähere Veranlassung und der Uebergang zu einer gänzlichen Unthätigkeit; indem man sich entweder auf vermeint⸗ liche Erfahrungen, wobei das Gelingen oft von einem, zwar empirisch bekannten, jedoch unerklärt gebliebenen (daher auch in der Theorie gar nicht aufgenommenen und hier völlig unbekannten) Grunde herkam, berief; oder aber das Mißgelingen der unter völlig veränderten gßhn.a«.Hb œ—:—— a 3*—. ä————— 12 Umständen verkehrten, ob zwar theoretisch richtigen Verfahrungsweise zugeschrieben werden mußte. Könnte diesem Mangel in der theoretischen Ueber— sicht nicht abgeholfen, die bisher vermeintlichen Grund— sätze nicht auf sichere, aus der Natur selbst hergeleitete Regeln zurückgebracht, diese von dem irrigen Wahne gereinigt, auf einem festen, sichern Grunde wieder er— bauet werden: so würde die hier gezeigte Nothwendigkeit der Veränderung nie aufhören, und obige Verirrungen wahrscheinlich immer wiederholt dieselben bleiben. Da eine so lange Erfährung die bisher begangenen Fehler weder zu heben, noch zu vermindern vermogte; wie könnte man da wohl hoffen, daß sie dann ganz nicht mehr vorkommen könnten? Nur berichtigte Grundsätze, nicht aber bloß isolirte Facta und Umstände können zur Erweiterung und Verbesserung der Landwirthschaft un— mittelbar beitragen. 3. Daraus würden nun auch die Bedingungen über den Zweck der gegenwärtigen Ackerbautheorie, und was zum Wesentlichen dieser erläuternden Untersuchung über die Eigenschaften der Ackerfruchtbarkeit gehört, entwickelt werden müssen. Wahrheit und Gewißheit der theoretischen Be— hauptungen würde nicht allein durch die deutlichen Erklärungen so vieler Naturerscheinungen dargethan, sondern auch durch die Erfahrung selbst erprobt werden müssen. Das Resultat von dieser genaueren Erörte— rung des Grundes oder Ungrundes aller Ackerfrucht— barkeit müßte der Vortheil seyn, die daraus entsprin— genden Mittel vollständig an die Hand geben zu können. at S V Webi Kaglleitte MWalchte Rul du Ihen ve aldede nit pa den du Handel lchene önnen: nunst, Emneich lihlige deme sondern Den e dert di nahl! I siese E sicht n llsged. Hltz! 13 Den gegebenen Voraussetzungen gemäß würden diese daher durchaus anwendbar seyn, und alle Agrikultur— Erscheinungen daraus beurtheilt werden können. In der Verbindung mit den aus der ersten Untersuchung hergeleiteten Sätzen sollte dann auch immer mehr die Möglichkeit eingesehen werden, daß man endlich ein⸗ mal den Anfang zu machen in den Stand sich gesetzt sehen werde, bei dem Ackerbaue, nicht wie bisher, (entweder nach einerlei, aber auf die meisten Fälle gar nicht passenden Vorschriften, oder nur nach Gutdünken, dem äußeren Scheine nach, und auf gut Glück hin) zu handeln, sondern sein Verfahren nach diesen unumstöß⸗ lichen Grundsätzen mehr einzurichten sich gewöhnen zu können; und daß man in dieser Rücksicht dann Ver— nunft, Erfahrung und Kenntniß der Natur und ihrer Einrichtungen, in Hinsicht auf Wirkung und Folge, richtig anwenden, also nichts oberflächlich, und so wie es dem ersten Anscheine nach gerade in die Sinne wirkt, sondern gehörig und mit allen Umständen vorher erwä— gen werde. Jede vervollkommnete Wissenschaft erfor— dert diese gründliche Kenntniß und die nöthige Aus⸗ wahl der den Zweck befördernden Mittel. Auf die Unterstützung der Oekonomie selbst können diese Grundsätze in so fern Einfluß haben, als man nicht mehr die Hinderniße, wie nach den bisher übel Nausgedachten Systemsbegriffen, zu häufen für rathsam hält; vielmehr ihr so manche(nicht, wie nach den bis— herigen Voraussetzungen, unwahre, sondern wirkliche) Erleichterung zukommen läßt. 14 Die vornehmsten Gegenstände dieser muthmäßlich richtigen Theorie würden daher folgende seyn: vor— nehmlich die Lehre des Landbaues und dessen möglichste Erweiterung; die Bestimmung der Grundsätze, und der dadurch mehr möglich vorzubeugenden, zeither be— gangenen Fehler; die Unsicherheit in den Verhältnissen dadurch zu beheben; seine die besondern Local- und andern Rücksichten, in Ansehung der Fähigkeit eines gegebenen Bodens, seiner zeitherigen, oder neu einzu— führenden Kultur und Saatenfolge; und endlich die Vor— theile, oder Nachtheile einer jeden Saat selbst, um diese gründlich und in ihren auf die ganze Kultur habenden Einfluß beurtheilen, und unter den Saaten selbst die richtige Auswahl den wahren Grundsäͤtzen gemäß ver— anstalten zu können. Diese angeblich richtige Theorie würde daher der Natur so getreu, als nur irgend mög⸗ lich nachzukommen und ihre Verrichtungen und Hülfs— mittel, ihren Wirkungen gemäß, einzurichten und ab— zufassen suchen müssen. Wenn durch diese nähere Veranlassung jene, dem Geist dee Zeit widerstrebende und bisher unterliegende Behauptung nur im Mindesten bestätigt, neuerdings wieder hervorgesucht und gegründet befunden würde: (s. Memoires de Sully L. 19) daß,„nehmlich die „Einkünfte einer Nation, nicht weiter gesichert sind, „als in so fern ein Land mit reichen Ackerleuten bevöl— »kert; daß die Schätze der Erde allein unerschöpflich, »und daß alles in einem Lande blühe, in dem der „Ackerbau im Flor ist:, so würde diese Aussicht allein belohnend für mich seyn, indem sie eine dem Ackerbaue Wls 0 Behr sl illee Rehn h Oib I Rgen ge Mhine, hstäiigt Saaat,“ de Ei um dda im V. nach ne tut uber ger, it flnen schet: Metban Mall dr M Fihhar bisher hirthsh Sudilt Huun, Väkun Iud den dffen, Iltion vydmn — —2 . 15 durchaus günstige Aussicht eröffnen muß; besonders, da die Wahrheit dieser Behauptung, durch so männig— sache ältere und neuere Vorfälle, als Wirkung und Folge jener angewandten, oder,(um des, wegen der bis— herigen Geldbegriffe etwa hier angenommenen, irrigen, entgegen gesetzten Systems willen) nicht angewandten Maxime, durch hinlängliche Erfahrungsbeweise völlig bestätigt worden ist. Es kann daher auch kein Staat, der(durch die so verschiedenen Erfolge in der Erfahrung aufmerksamer geworden, und zwar um so aufmerksamer jetzt gemacht, je mehr die Gefahr im Verzuge liegt) seine ferneren Maaßregeln hier— nach nehmen zu müssen, und auf richtige, mit der Na— tur übereinstimmende Begriffe, zum Wohl seiner Bür— ger, irgend Ansprüche machen zu können glaubt, auf keinen Fall gleichgültig bleiben, sobald die Frage ent— stehet: ob die bisher vermeintlichen Grundsätze des Ackerbaues auch in der That mit einer richtigen Theorie sich vereinigen lassen, um in dieser Hinsicht bei der Ausübung des Landbaues, zu stets gründlichen Führerinnen dienen zu können? ob und in wie weit die bisherige Theorie auf das in jeder, besonders staats— wirthschaftlicher Rücksicht, nie genug zu empfehlende Studium der Natur und auf die Uebereinstimmung mit ihren, meistentheils richtiger als bisher beobachteten Wirkungen sich gründen? ob unter diesen Umständen und den daraus erzeugten staatswirthschaftlichen Be— griffen, auf die größtmöglichste Vermehrung des Nationalreichthums in der That wohlthätig hat gewirkt werden können, und welche Folgen,(deren Ausschlag 16 nun nicht mehr zweifelhaft bleiben kann,) von jenen Maaßregeln zu erwarten gewesen? Könnte durch diese benöthigte Untersuchung so man— chen Vorurtheilen abgeholfen werden; so würde der Gewinn davon sicher nicht unbeträchtlich werden. Wiel— leicht, daß man alsdenn noch zu jener Einfachheit der Begriffe zurück zu kehren vermögte, nach welcher das Wohl der Unterthanen und des Ganzen, nicht bloß in der(nach einem übel geleiteten, oft ganz falschen Wahne) in Schwache ausartenden Nachgiebigkeit gegen die ge— ringeren Mitglieder; sondern mehr in ihrem allgemein befestigten Wohle, und in der Sicherheit der Regie⸗ rungsform, die eine allgemeine Gerechtigkeit zu ihrem ersten Grundsatze gewählt hat, gesucht werden muß. Einer, die wahren Vortheile im Auge behaltenden und währhaft bezweckenden Regierung wird die hier allem Uebrigen zur Grundlage dienende Untersuchung in kei— nem Falle gleichgültig, oder wohl gar nur um deswil— len unbehaglich scheinen, weil sie alsdenn von den zeither allgemein geäußerten Vorurtheilen abzuweichen, sich genöthigt sehen würde. Daher besonders das bis— her beobachtete politisch polizeyliche Verfahren, welches zwar mit den Begriffen des bisher üblichen Geld⸗ und Merkantilsystems, aber keinesweges mit der Natur und ihren Wirkungen in diesen Angelegenheiten überein— stimmt, mit seinen daraus entstandenen Mängeln und Verirrungen, gewiß näher untersucht und gemildert werden wird. Die Frage: was der Erfolg jener aus— geführten idealischen Entwürfe bisher gewesen, und was für Folgen selbst in dem Lande, welchem diese Rudsihe sudn m dil.— Ostem Warithe IdCticke hsitel, U Cudte d Ei Hett sd R e rungs⸗ 1 durfri Husfall Da gen We alle end Iud dest unter die füift auch di machen aler Ha dutweder dohen du Nun Ge h Thal 17 Grundsätze zuerst ihr Daseyn verdankten, daraus ent— standen? müßte für alle kultivirte Länder gleich wichtig werden. Mit weniger Vorliebe für das bisher befolgte System würde die Untersuchung: ob dem Land⸗ und Ackerwirthe unter den bisherigen Verhaltnissen Freiheit und Stärke fürden Gebrauch der nothwendigen Kulkur— mittel, um für sich Nahrung und Wohlstand, dem Staate aber Reichthum und die wirkliche Vermehrüng des Einkommens der Erde zu entlocken, gehörig gesi— chert sind? ferner: ob die Landökonomie, besonders ihr erster Zweig der 2 3n an und Gewinn der Näh— rungs⸗ und Erwerbsmittel, als die Ersten aller Be— dürfnisse gut oder übel geleitet werde? besonders wichtig ausfallen müssen. Da, soviel den ersten Fond anlangt, alle übri— gen Werke der Industrie von dem Ackerbaue(der allein alle ernährt, ohne von irgend einem etwas zu erhalten, und dessen Ueberschüsse, in der Gestalt von Kapitalien unter die ganze Gesellschaft verthei 10 sie bereichern, be⸗ schäftigen und ernähren) abhängig sind; so sollte man auch billig diesen selbstständiger und unabhängiger machen: vornehmlich da er als Theil und Grundlage aller Handlungswissenschaft,(welche die Erzeugung des, entweder durch Manufacturen verarbeiteten,—— des rohen durch das Kommerz exportirten Stoffes hierzu zum Gegenstande hat) so mannigfacher Unterstü 19 0 in der That bedarf. Dann würde auch der Landwirth durch keinen unsicheren Gewinn abgehalten werden kön⸗ nen, seine Producte und also den Handel selbst unmit⸗ telbar zu vermehren. Die Quelle aller Beschäftigung ö B 18 und des zuerst dadurch möglich zu vergrößernden Zu⸗ wachses am Nationalreichthume, würde dann lebhafter fließen, und nicht durch überall angelegten Zwang un⸗ billiger Eingriffe in die Eigenthumsrechte, die doch be— schützt seyn sollten, und durch Schwächung der Kul⸗ turkräfte, ausgetrocknet werden. Alles dieses sind Unter⸗ suchungen, die dem durch Erfa belehrten, heller sehenden Politiker so manchen Aufschluß geben; und die auf das, mit dem freien,(selbst bis in das kleinste Detail sich erstreckenden) unverletzbaren Genuß des Eigenchun 18, enger, als man glaubt, gernüpfte Wohl, und auf den vergrößerten Ra tionalfleiß, den wahren (und nicht bloß Geld-) Reichthum, so wie auf die von der immer regen, dadurch beförderten Nachsrage nach Beschäftigung abhängenden, richtigen, und in der That nützlichen Volksvermehrung den größten Einfluß haben müssen. ö Henuß Es scheint nicht nöthig, über den Zweck der vorlie— genden Untersuchung und seinen ausgebreiteten Werth noch Worte zu verlieren. Um das so tief eingewurzelte Uebel aus dem Grunde zu heben, ist die, hellere Aus— sicht eröffnende, nähere Bestimmung und Erörterung der, aller andern Berichtigung voranzugehen wah⸗ ren Ackerbautheorie nothwendi 2. Aller Wahrscheinlich⸗ keit nach sollte sie denen besonders willkommen seyn, die sich in die Verwirrung der jetzt herrschenden Begriffe mehr als jemals verstrickt glauben, und denen daher nur ein schwacher Schimmer von Hoffn nung entgegen leuch⸗ ten will; so wie auch denen, die das Unbestimmte und 4 bewi mlai volle Haut ber h. Ren Wur —3————— 19 Unsichere der bloß practisch empirischen Wirthschasts. führung zwar bisher gefühlt und eingesehen haben, doch aber auch zugleich von der Unanwendbarkeit der ge— wöhnlichen Feldbautheorie,(die sie für das gemeine Leben so ganz unbrauchbar gemacht und sogar verrufen hat) nicht ganz überzeugt worden sind. Die Wichtig⸗ keit und der große Umfang des landbaulichen Wirkungs⸗ kreises, der oft so ganz verkannte Werth, den diese auf alle übrige Nahrungswege(wenn dadurch nützliche Thätigkeit bei dem Landbaue besonders bewirkt werden, und zugleich so mannigfache beträchtliche Hindernisse von selbst hinweg fallen sollten) äußert und vertheilt, verdient in der That eine genauere Untersuchung, als bisher unter veränderten Umständen je hät bewirkt wer— den können. Wie viel die Landwirthschaft zu dem Na— tionaleinkommen beitrage, und wie in jeder Hinsicht wichtig und über alles Andere hervorragend sie sey, haben die Berechnungen großer politischer Arithmetiker (obgleich gerade nicht solcher, die nur in dem bloßen Gelde, in der Zahl der Bewohner eines anrn oder auch in seinem Flächeninhalte Größe und Glück fanden) z. B. eines Art. Voung und anderer Meuerer zur Gnüge bewiesen. Sie zeugen nächst der Erfahrung von der unläugbaren, obgleich wenig oder doch nichti in ihrem vollen Glanze anerkannten Wahrheit: daß der Acker⸗ bau und dessen verbesserte Kultur die wesentliche Quelle der hohen Stufe des Glückes sey; so wie seine zuver. läsige Fortdauer und zunehmende Beschäftigung bei den reichsten Nationen unsers kultivirten Welttheils dadurch allein veranlaßt worden ist. VB 2 20 3. Was den Inhalt gegenwärtiger Ackerbautheorie anbetrifft; so beruhet dieser zwar anfangs auf einer Hypothese: dieser Umstand kann aber ihrem Werthe auf keinen Fall im Wege seyn, in so fern Untersuchung und Zeit sie nur als wahr gedacht und richtig erfunden Ich zweifle indessen nicht, 908 man in dieser Schrift noch verschiedene Lucken entdecken könne und werde. Wenn jedoch nur die Ar dbacht—H daß jene Mängel mit der Zeit ergänzt, übrigens aber wahr und gewiß befunden werden; so ist meine Mühe sicher nicht ganz umsonst. Groß würde der Gewinnst seyn, wofern in den zuerst hier angegebenen Grundzügen nur Wahrheit und Natur mit der ihnen so eigenthümlichen Stärke liegen, und auf dem hier vorgezeichneten Wege die Veranlassung zu immer bestimmter und reichhalti⸗ ger ausfallenden Beobachtungen gegeben wird. In der vorliegenden Untersuchung über die vor⸗ nehmsten Gegenstände der Ackerfeuchtbarkeit soll daher nachfolgende Schrift im ersten Theile handeln: I. Von den zu der Ackerfruchtbarkeit erforderlichen Eigenschaften und ar a) Von dem Graswuchse überhaupt b) Von der Temeter überhaupt II. Von den Mitteln, die Fruchtbarkeit einem Acker zuzuwenden. Nächst den bereits zuerst und V überhaupt angeführten beiden Gegenständen a) Vom Dünger; b) Von der Anwendung des Düngers insbe— sondere; I !eq8q—᷑D ⁰e.— 2 c) Von der Ackerbereitung, dem Brennen, Wäs— sern und andern hiezu gehörigen Mitteln, zur Beförderung des Endzwecks der Ackerfrucht— barkeit durch das Verbessern und Erneuern des ae d) Von der natürlichen und künstlichen Erzeu— gung und Vermehrung des Graswuchses über— haupt. III. Von der Anwendung der erhaltenen Ackerfrucht— barkeit zu der Erzeugung des Getraides: a) Von dem Erdboden und seinen natür Cigenschasten; b) Von der Bearbeitung, der wirklichen Gäh⸗ rung und Fäulniß⸗Erregung; c) Von den bei dem Feldbaue zur Benutung des erzeugten Graswuchses brauchbaren Mit— teln insbesondere. Noch soll in verschiedenen Kapiteln von den zusolge der zuvor erläuterten Grundsätze nöthigen Eigenschaften und Bestandtheilen eines zu erwählenden, den Local— Verhältnissen eines Guthes angemessenen Ackersystems gehandelt, und mit der diesfälligen Anwendung, Ueber⸗ sicht und Beschluß der zweite Theil beendigt werden. Die Behandlung nach den Regeln der Kunst, bei dem Pflügen, Säen, Erndten und andern Acker⸗ und landbaulichen Arbeiten, die Beschreibung der Acker⸗ Instrumente und ihre schulgerechte Behandlung, so wie die d ees practische Uebung und Erfahrung bestätigten Handgrisse, oder den mehr mechanisch empirischen des Ackerbaues übergehe ich wie billig: indem lichen 22 hiervon lehrreiche Schriften ohnedem zur Gnüge vor⸗ handen sind. Das diesfalls oft genug Gesagte hier wieder abzuschreiben, halte ich aber in der That für überflüssig. Allein in sofern werde ich mir eine Abwei— chung von diesem gemachten Vorsatze erlauben, als die— selbe, dem gegenwärtigen Plane gemäß, um diese Theo⸗ rie vollständig erläutern zu können, nöthig scheinen wird. Desto mehr soll hingegen der politisch wissen⸗ schaftliche Theil des Landbaues für sich betrachtet,(wovon jedoch der gemeine Landmann, der nur selten nachzu— denken pflegt, vielmehr nur das pflanzet und säet, was der Andere auch gepflanzt und gesäet hat, oft ziemlich eingeschränkte Begrisse zu haben pflegt, und durch ein dergleichen Verfahren sein geringes Nachdenken offen zu Tage zu legen gewohnt ist,) das Ziel unserer vorgesetzten Prüfung bleiben. Schon die Worte: Graswuchs und Tempe⸗ ratur zeigen an, daß ich verschiedene bisher nicht gewöhnliche technische Kunstwörter, der Deutlichkeit wegen, um die mit der Vorstellung verbundenen Be— griffe richtig zu bezeichnen, anzunehmen mich genöthi⸗ get gesehen habe. Ohnfehlbar wird das Meiste auf den Grund ankommen, der gleich anfangs bei dieser Theorie gelegt worden ist. Da Natur und Ausübung von so großer Verschiedenheit sind, so wird überdies Niemand 9) Wie ich übrigens das Wort Graswuchs gebraucht habe, zeigt der erste Abschnitt, so wie die weitere Ausführung. Nur muß ich ein für allemal dabei erinnern, daß ich darunter nie eine Düngerart, wie man sonst etwa wohl glauben könnte, habe ver⸗ stehen wollen. mneche ulhet dung V ndu Sttt leite diel lekt! gle gezog fuft a ode Edar lender FURssernre⸗ss, ⸗= 1202010.——K———2—— —ͤ.n7wͥ̈ Ä⸗ 23 die Unmöglichkeit, alle jene nur irgend denkbaren Fälle im Voraus bestimmt zu haben verlangen. Rächst dem, da die zur Uebersicht nothwendige Kürze und Ge⸗ drängtheit ihren großen Werth hat, so bleibt diese Schrist auch, ihrem vorgesetzten Zwecke getreu, stets innerhalb der Grenzlinie der aufgestellten Theorie; von welcher der zweite Theil eigentlich die nähere Anwen⸗ dung endald en soll. Weit mehr würde es auf die Eintheilung und Ver⸗ bindung der aus dem zuerst angenommenen richtigen Standpuncte und dadurch erhaltenen Uebersicht herzu⸗ leitenden Sätze unter sich ankommen; wenn nehmlich die verlangte theoretische Gewißheit hinlänglich erläu⸗ tert und in allen Fällen daraus erk kannt werden sollte, zugleich Aes 25 alle Nebenumstände in Anschlag gezogen würden: z. B. die besondere n Lri e Be⸗ Tafeabeiti des Hlima, der Atmosphäre, der örtlich, da oder dorthin Wd oder vertieften Lage, der Erdart, vorzüglich a r das Jahr hindurch einfal— lenden Häwüneen oder ungewöhnlichen Witterung, und so mehrerer von Ar 1 her entstandener nützlicher oder schädt licher und zufälliger Ereignisse. 5. In Hinsicht auf die Folgen, die diese Ackerbau⸗ Theorie haben könnte, erwähne ich hier nur soviel: daß, wenn die Wirkung für die Praxis des Ackerbaues sichtbar und anwendbar seyn, und daher der gesuchte Zweck, wenn auch erst spät, aen werden sollte, man auch alsdenn von selbst immer mehr einsehen ler⸗ nen würde, wie und wo man bi sher gefehlt habe. VL. Man würde alsdann besonders begreifen, daß die 24 gewöhnliche jetzt übliche Theorie oft ganz falsch, unan— wendbar war; und nur zu jenen Fehlschlüssen verleiten mußte, die für die Oekonomie nicht allein überall von bleibendem Nachtheile wurden, sondern auch,(da sie zu noch anderen Vorurtheilen und irrigen Begriffen des bürgerlichen Lebens den ersten Grund gelegt und die Veranlassung gegeben hatten) den Knoten der Verwir— rung in den bisherigen und besonders neuerlichen Be— griffen, statt ihn aufzulösen, nur immer enger zu schürzen vermogten. Es würde dann vielleicht das scheinbare Räthsel in Zukunft gelöst werden können, warum die Oekonomie und besonders der Ackerbau so geringe und unbedeutende Fortschritte in der Kultur neuerer Zeiten machte, und weshalb die wissenschaftlich theoretische Behandlung dabei so ganz aufgegeben zu seyn schien? Auch würde nan es erklärbarer finden, warum die gründliche und bloß practische Kenntniß des Landbaues,(die der Acker— wirth bisher in dem Erdboden und in seinen besonderen Abarten allein suchen und theoretisch erforschen zu müs⸗ sen vermeinte, dadurch aber zu immer größerer Ver⸗ wirrung Anlaß gab,) nur allein in der dem Locale mehr als bisher angemessenen Behandlung gesucht werden müsse? und wie sie auch noch überdies von ganz ande— ren Umständen, die ihren unvermeidlichen Einfluß darauf äußern mußten, beinahe immer abhängig blieb? Wie ungemein wichtig könnten die Folgen nicht werden, wenn dadurch so mancherlei Vorurtheile, als solche, laut bestritten, anerkannt würden? und wenn Er⸗ ————————— ang scn! ud! De gli und mog schaf Aun Hog keich gers baro E. ——————————.—— murmmert 25 fahrung(allein genommen, dem ausübenden Landwirthe eben so nachtheilig als jene bisher unterhaltenen Vor⸗ urtheile selbst) nicht mehr, wie zeithero, zu einseitigen Folgerungen ohne gründliche Einsicht, und daher nur zu Ungewißheiten und Fehlschlüssen verleiten könnte? Wenn durch Hülfe der richtigen Theorie der Landbau und die ganze Oekonomie erweitert, und durch vergrö⸗ ßerte Wiederherstellung ihrer bisher verlornen Kräfte wahrhaft besestigt werden sollten: wenn Wohlfahrt, Reichthum und innere Stärke der Staaten(in so fern nehmlich diese nicht das Werk des bloßen Zufalls oder eines besonderen Zusammentreffens glücklicher Umstän⸗ de und günstiger Verhältnisse allein verbleiben, und alle andern bisher erhaltene und gehabte Vortheile nicht umsonst und ohne Wirkung werden sollen) so sehr, ja, wie nicht zu läugnen ist, ganz von dem Landbaue ab⸗ hängen: so würden die Folgen allerdings erwünscht seyn und auf frohere Aussichten von zukünftigem Wohle und Glücke hindeuten müssen. Die in jedes Landwirthes Lage größtmöglichsten Verbesserungen, die mit dem Nationalreichthume zu— gleich zunehmende Erweiterung derselben, der steigend und anhaltend vermehrte Landertrag,(die Ländereien mögen nun übrigens gut oder nur von geringerer Be— schaffenheit seyn,) die der Natur angemessene bestimmte Anwendung dieser Grundsätze, alles dieses würde sichere Folgen auf das Gedeihen der Länder selbst haben. Der reichlich lohnende Endzweck liegt in der, wegen bisheri— ger Einschränkung der Oekonomie, nur selten aussühr— bar oder möglich gewordenen Auflösung dieses Postulats, 48 V —— 52Ä—— ———— 26 wobei das gemeine Wesen ein doch innig damit verbun⸗ denes Interesse zu haben scheint. ö Es ist dabei sicher verdienstlich undenicht ohne Nuz⸗ zen, wenn(um die Natur in ihren Wirkungen zu erklä⸗ ren,) selbst mehrere Arten von Theorien, die sich jeder nach der ihm eigenen Ansicht und Uetheilskraft etwa zu entwerfen und zu ordnen sucht, aufgestellt werden. Durch Vergleichen, Einwürfemachen und deren Be— antwortung wird der anfangs nur schwach und gleich der Dämmerung des anbrechenden Tages schimmernde Schein von Wahrheit zuletzt zum Lichtstrahl der Ge⸗ wißheit. Die Geschichte der Erfindungen giebt uns so man⸗ chen Stoff hierzu, und sie hat keinen Mangel an Bei⸗ spielen, nach welchen wir(wie z. B. bei der Astrono⸗ mie) die endlich wahrscheinliche Entt zickelung des Schicksals des Ackerbaues und die Aufklärung desselben durch eine berichtigte und der Natur völlig angemessene Theorie mit Gründen hoffen und erwarten dürfen. Der bi n a her dem Landbane vielleicht nicht mit Unrecht ge⸗ achte Vorwurf, daß er eine Kunst sey, die weniger s irgend eine andere Vernunftschlüsse zum Grunde habe, kann unmöglich demselben allein und fortdaurend eigen seyn. Hat die neue aufgestellte Ackerbau⸗Theorie eine mehr als gewöhnliche Uebereinstimmung in sich selbst; lassen sich so viel veränderte Erscheinungen in der Reihe der Erfahrungen durch ihre Hülfe leichter er⸗ klären, ihre muthmaßlichen Wirkungen auffinden und hinlängliche der Natur angemessene Gründe ihrer Ent⸗ stehungsursachen angeben; so ist sie auch auf jeden Fall — 7 —4 8 * 1 Aslh Rt el Hh ach ls Gschru der. Ihedi Ha 0 u von selht Nht Hung vorgel denten ds ù darin: Hori Heng Wrcf Ns hi Wer! 27 schätbar, sie mag übrigens die Richtige, oder nicht ganz die Richtige seyn. Ist sie das Erstere, so ist allein die getreue Nachzeichnung der überall zusammenhan⸗ genden und in ihren Resultaten immer übereinstimmen⸗ den Natur Diese richtige Theorie ist dann auch als einzig mögliche ächte Ausgeburt durchdachter Erfahrungen selbst, über so mancherlei mißverstandene oder bloß vermeintlich richtige Erfahrungen, so wie über die sonst vorgeschriebenen, compilatorischen Regeln hinaus. Da es hier vorzüglich auf Grundsätze ankömmt, so wird man dadurch in den Stand gesetzt, das Wahre von dem Falschen abzusondern, und jede nachherige, selbst auf einem und demselben Ackerstücke, Jahr für Jahr veränderte Erfahrung(bei genauerer Untersu⸗ chung aller dabei vorgefallenen Umstände,) sich deut⸗ licher machen und erläutern zu können, die begangenen Fehler aber vermeiden zu lernen. Tritt aber der andere Fall ein; diese Theorie ist unrichtig und der Natur nicht gemäß, ob sie gleich verschiedene nicht unwichtige Wahrheiten enthielte: so witet 1˙ wenigstens auch da— durch schon Gutes, daß sie die Veranlassung giebt, dem vor gelegten und diskutirten Hree besser nachzu⸗ denken, ihn von einer anderen Seite zu beleuchten und das Wahre,(was bei der gemachten Voraussetzung darin nothwendig liegen muß,) zu einer vollkommneren Theorie zu benutzen. Geschieht der letzten Forderung kein Genüge, so kann sie aber auch auf dieselben Irrwege zurückführen, und sogar schädlich werden; wenn sie, wie dies bisher der Fall war, bloß Schein für sich hat; weder eine genaue Untersuchung verträgt, noch auch 28 sich zu einer gründlichen Führerin in allen vorkommen— den Fällen eignet, und daher nur immer auf Abwege leiten muß. Zu unserem Glücke ist die große, herrliche Natur so übereinstimmend in ihren Verrichtungen, Wir— kungen und ihren Hülfsmitteln, daß, wenn man nur nicht selbst der Wahrheit den Schleier der Vorliebe für seine eigene angenommene Lehre vorhält, diese bei nä— herer Prüfung sogleich Blößen giebt, die nur Vorurtheil, hergebrachte Meinung und muthwillige Vernachlässi⸗ gung der besseren Ueberzeugung zuzudecken vermögen. 6. Noch einige vorläufige Erinnerungen sind es, deren zu erwähnen ich hier für nöthig gehalten habe. Sie betreffen die Schrift selbst und einige dagegen vor⸗ läufig zu beantwortende Einwendungen. Vielleicht, daß die beträchtlichen Abweichungen, die ich mir bei dieser Materie und bei den über sie zu gebenden Erläu— terungen erlauben muß, den Meisten auf den ersten Anblick gewagt und bisweilen sonderbar scheinen wer— den. Auch ist es möglich, daß die Untersuchung de Fruchtbarkeit eines Landes, sowohl in Hinsicht seiner natürlichen ihm eigenthümlich gemäßen Beschaffenheit, als auch in Rücksicht seiner späterhin durch Kultur und Kunst erhaltenen Eigenschaften,(deren Daseyn oder Mangel die Fruchtbarkeit oder das Nichtgerathen der meisten Ackerproducte und insbesondere der Getraide— arten zur Folge hat) uns keine neue und bisher unbe⸗ merkte Gegenstände aufstellen dürfte. Diese Bemer— kungen sollen indessen ihrer Richtigkeit in der theoreti— schen Darstellung(worauf, wie ich glaube, es am meisten ankommen muß) im Ganzen nichts benehmen. . Rle Wah steh aung hashi hn Er sstitt ahnhch WDachr Wel, Reder konisc wosit Vekst Igen Hescht schen“ immet lungs ders a iber wechsel uverd schenk re un Isd so: Wend 29 Interesse und Wichtigkeit des Gegenstandes verbürgen die dabei anzuwendende Vorsicht. Dabei erachte ich es für ein gutes Zeichen, das für die Richtigkeit der bier aufgestellten Ackerbau⸗-Theorie besonders zu spre— chen scheint, daß ich ganz bei deutlichen und verständ⸗ lichen Erklärungen habe stehen bleiben können. Um so freier werde ich mich deshalb gegen allen, sonst so ge⸗ wöhnlichen, oft nur in geheimnißvolles Dunkel gehüllten Wortprunk der bisherigen theoretischen Oekonomie und ihrer, die Grundsätze des Ackerbaues besonders vortra— genden Schriftsteller erklären. Diese bald ziemlich la— konischen, bald ganz unverständlichen Erläuterungen, womit man zeither oft nichts weniger als richtige, der Vorstellungsart ihrer Verfasser mehr als der Sache selbst anpassende Begriffe zu verbinden wußte, fand ich dabei völlig über—36 üssig und mehrentheils nutzlos. Ohne den Einsichten dieser Schriftsteller nur im Ge⸗ ringsten zu 960 treten zü wollen,(da bloß der falsche Gesichtspunct, von dem sie ausgingen, sie zu einer fal⸗ schen Ansicht werkriet) gestehe ich jedoch, daß es mir immer Mühe gekostet habe, mich mit ihren Vorstel⸗ lungsarten zu vereinigen oder zurecht zu finden; beson⸗ ders alsdann, wenn Ausdrücke und Kunstwörter,(3. B. über Bodenarten) vorkamen, die ihre Entstehung oft ab⸗ wechselnden Rücksichten und Provinzial⸗Benennungen zu verdanken batten. Sollte man nicht sicherer zu Werke gehen können, wenn man vorher allein die Natur und ihre unverkünstelten Wirkungen deutlicher zu machen, und so weit solche zur Sache gehören,(mit der demü⸗ thigenden Crinterng⸗ daß ganz in das Innere der 30 Natur kein erschaffener Geist zu dringen vermöge) in helleres Licht zu setzen sich bemühte; ehe und bevor man bloß wenig Deer eigen erfundene, meisten⸗ theils gan; unwahrschein liche Hypothesen und selbst ge⸗ wählte ausgesuchte dunkle Worte,(mit zwar scheinba— rer Ordnung, aber auch mit zur Sache selbst desto mehr beitragender Verwirrung) annimmt? Unter diese Rubrik würde ich so mancherlei bringen: 3. B. die gewöhnlich veraltete Erklärung nach den vier Elementen; selbst die so häufig gebrauchte, in sich wi— dersprechende Lehre von der Nahrung der Pflanzen, die aus Salz und Oehl und daraus zusammengesetztem sei⸗ fenartigen Säfte bestehen soll, nicht ausgenommen; so wie den diesen Vorstellungen angemessenen Gebrauch des, nach den Bestandtheilen mehr oder weniger öhligten Düngers; die der bisherigen Theorie allein angemesse— ne, aber ganz irrige Erklärung über vorgebliches soge⸗ nanntes Schwängern der aufgerissenen Erde durch Sonne und Luft, wenn dem Acker alle übrige zur Frucht⸗ barkeit erforderlichen Eigenschaften, besonders aber die richtige und seiner Natur angemessene Behandlungswei⸗ se, als die erste Grundlage dazu, doch fehlen; und endlich das mit ganz falschen Vorstellungen verbundene und zu nachtheiligen Maaßregeln verleitende Wort: Ruhe des Landes u. s. w. Alle diese Dinge sind mehr schicklich und brauchbar für den, der sich bei seiner eige— nen Weise und dem gewohnten Herkommen damit zu behelfen weiß, als demjenigen in der That nützlich, der sie als abgenutzt, unbrauchbar ansehen muß, und, in⸗ dem er sie mit geläuterten Begriffen so wenig überein⸗ ——————— mnl ol füse Hlauth ssher 0 deset Hwä halden. W 551 ausge vohl duch g⸗ Umstän richtige Nacht chenu nissen sonder gutem. stketig N Be dn ma sehmli llein a h le —— 31 stimmend gefunden, ihnen einen schicklicheren Platz in der ökonomisch⸗politischen Polterkammer, in Gesell— schaft so vieler Machtsprüche des vom Aberglauben und Vorurtheilen umgebenen gemeinen Landmannes, zu wünschen, Gründe für sich hat. Die Ursachen, warum ich dieser Meinung beitrete, sollen in der Folge durch gegenwärtige Schrift selbst klar und deutlicher gemacht werden. Noch könnte man mir vielleicht einwenden: daß der practische Ackerbau allgemein angenommen, nicht weit zurücke sey, und daß er große Fortschritte auch in Deutschland, der Pfalz, in Fränken, in den Niederlanden u. s. w. gemacht habe. Darauf ankworte ich: daß der Ackerbau überhaupt(einzelne Fälle etwan ausgenommen) immer noch sehr weit zurück sey, kann wohl nicht geleugnet werden. Darüber darf man sich auch gar nicht verwundern, wenn man alle widrigen Umstände, Vorurtheile und sonderbare, vermeintlich richtige Behauptungen und Anstalten, die mehr zum Nachtheile des Ackerbaues, als zu seinem Glücke gerei— chen mußten, und bis jetzt als unübersteigliche Hinder— nisse noch immer in dem Wege liegen, überdenkt. Be⸗ sonders habe ich nie bezweifelt, daß der Ackerbau auf gutem Lande nicht practisch besser und seiner Natur ohn⸗ streitig gemäßer behandelt werde; ungeachtet auch hier die Behandlung selten oder nie fehlerfrei genannt wer⸗ den mag. Die bisherigen Ackerbau⸗Grundsätze waren nehmlich, in Ansehung des Practischen ihrer Ausübung, allein auf gutem Getraidelande anwendbar. Geringes oder trockenes Land wurde dabei offenbar verringert. ——— I ö 32 Wo der Ackerbau in Mecklenburg, Holstein, einigen Districten der Riederlande und im Auslande, beson— ders in England, in den meisten Gegenden der Lom⸗ bardey, einigen Landstrichen des südlichern Frankreichs und in einem kleinen Districte des Elsaß, in Ansehun des Practischen überhaupt 8— ritte gemacht hatte,f betraf dies daher nur jederzeit Gegenden, die einen na— türlich guten Boden W vorher besaßen. Dies jedoch keinesweges, daß bei weitem der größere Theil eines guten Bodens einer durchaus elenden Kultur terworfen blieb. Nun wird aber doch Niemand Gumd. sätze des Landbau die nicht auf gutes sowohl, wie schlechtes Land gleich anwendbar gefunden werden, für die richtigen und einzig wahren halten wollen. Die bis⸗ + 9 so her gewöhnlichen theoretischen Grundsätze, welche auf tiefen oder guten Boden meist sehr anwendbar waren (ohnerachtet nie so anwendbar, als sie bei mehr, auch theoretisch gründlicher Einsicht sonst hätten seyn können) sind es aber in geringerm Boden ganz und gar nicht. Viehnehr wurden die wenigen practisch gut beh handelten Districte im geringen schlechten Lande, in dem sand b ten Theile von Holstein, Mecklenburg und der Engl schen Grafschaft Norfolk, ossenbar nach ganz andern, der gewöhnlichen Ackerbautheorie widerstreitenden, und zwar bloß nach practischen Ersahrungssätzen, keines— weges aber nach allgemein gebräuchlichen theoretischen Feldbau⸗Grundsätzen behandelt. Hierin liegt nun vor— nehmlich der Grund von der Unächtheit und wenigen Anwendbarkeit der bisherigen Ackerbau⸗Theorie. Eine gute, nicht bloß practisch, sondern auch + wullt Gand suden ammen! ahhet, Nstber hues Ihnwi gadie dene cchrit dadut⸗ baes den 1 land, lch auf 06 gule baden wendig verschi derglei Hagten Heopege Es ligzelne hiscrun sdlich hudgut Hede 33 theoretisch richtig geführte Landwirthschaft, so wie die vorzügliche Brauchbarkeit ihrer überall anwendbaren Grundsätze, offenbart sich nicht allein im guten Lande, sondern mehr noch im geringen Boden, um voll— kommen genannt werden zu können. Auch habe ich bereits erinnert, daß der Gegenstand dieser Schrift, wie der Titel derselben klar zeigt, nicht sowohl das Praktische des Land— baues,(gegen welches überhaupt nicht soviel zu erinnern seyn würde), als vielmehrdie Erörterung betreffe, daß ge⸗ gen die bisherige grundlose Theorie viel eingewendet wer— den könne: so wie, daß die noch unausgebildeten Fort⸗ schritte der Letzteren stets die Veranlassung zu der so sehr dadurch zurückgehaltenen Vervollkommnung des Land— baues überhaupt wurden. Beispiele von gutem Bo⸗ den lassen sich aber keinesweges für geringeres Land, sogar selbst nicht einmal für besseres gründ⸗ lich ausstellen, wenn die Behandlung, wodurch jenes, das gute Land, hauptsächlich fruchtbar blieb, oder wurde, bei dem geringern Lande in Ansehung der dadurch noth⸗ wendig gewordenen Wirkung und Folge doch durchaus verschieden ausfallen muß. Die Anwendbarkeit von dergleichen Beispielen kann daher auch, den bisher ge⸗ hegten Meinungen und Urtheilen völlig entgegen, kei— nesweges für gültig angenommen werden. Es ist übrigens nicht bloß die Verbindlichkeit jedes einzelnen producirenden Staatsbürgers, die zur Ver— besserung des Landbaues ermuntern muß;(eine Ver— bindlichkeit, der er sogleich, als er in den Stand der Landguthsbesiter trat, stillschweigend huldigte; zugleich ein Gedanke, der auch mich bei der Ausarbeitung die— C —: 34 ser Theorie leitete): sondern es ist vielmehr das größere Staatsinteresse und der sich immer weiter verbreitende Rutzen, den das gemeine Wesen aus dieser reichen Quelle(vermittelst des durch den verbesserten Ackerbau erhaltenen Gewinnes an Nahrungsmitteln und des un⸗ verbrauchten Ueberschusses derselben) schöpfen kann: wodurch alsdann der Staat durch die auf diese Weise fortgesetzte Vergrößerung des Nationalreichthums mehr Gold und Silber als gewöhnlich zu erkaufen, und ver— mittelst der so erweiterten Vermehrung der Erwerbs— zweige dem Fleiße und der allgemeinen Beschäfftigung beförderlicher zu werden suchen wird; wodurch dann ein Staat allein schon seine Erhaltung, Glück und Dauer auf immer zu begründen im Stande seyn kann. O Auf Ein Nase u za neen shuse Rsen Herr rager Mine ten.“ inder denen 6 g e al Mhen aul f ———8—————————..——.—————.———.—:— 35 I. Von den zu der Ackerfruchtbarkeit erforderlichen Eigenschaften. a. Vom Graswuchse überhaupt. Mein schenke den Verrichtungen der Natur nur einige Aufmerksamkeit: so muß sich die Bemerkung unseren Sinnen ganz unvermeidlich aufdringen, wie geschäftig diese Natur ist, bald zu bilden, und bald— wieder zu zerstönen. Die aufgelöseten Bestandtheile, Trüm— mern und Ueberbleibsel sind zu dem Grunde des Da— seyns eines neuen Naturkörpers unaufhörlich bestimmt, dessen Existenz davon oft ganz abzuhängen scheint. Thierreich und Pflanzenreich ernähren einander und tragen wechselseitig zu ihrem guten Gedeihen bei. Das Mineralreich allein scheint mehr zu geben als zu erhal⸗ ten. Besonders im Pflanzenreiche unterstützen die Ver⸗ änderungen der Luft, der Atmosphäre und die verschie⸗ denen Abwechselungen der Tages⸗ und Jahreszeiten, das ganze Geschäft, und erhalten vornehmlich durch die alles belebende Sonne den meisten Betrieb ihrer Nahrung und guten Wachsthumes. Dies ist der beständige Gang der Natur, wobei faule Gaährung immer die Hauptsache bleibt, wel⸗ che stets von neuem angefangen und wieder beendigt C 2 36 wird. Man würde daher sehr unrecht handeln, wenn man die Natur hierin meistern und sie in eingebildete Gesetze zwängen wollte: ihr Wille, der seinen Grund in der weisen Zweckmäßigkeit ihrer Einrichtungen hat, läßt sich zwar beobachten, öfters wohl leiten, nicht aber läßt sich ohngestraft ihm widerstreben. Genauer For⸗ schungsgeist kann ihre verborgenen Wege ausspähn, nicht aber ihͤr Wesen umändern. 5. 1 Eine Frage, die so geringsügig und unbedeukend sie auch scheinen dürfte, uns vielleicht zuerst und sicher zu dieser lichtoollen Einsicht führen könnte, wäre viel— leicht folgende: Was geräth bei der Ackerbearbeitung wohl in faule Gährung? der Erdboden an sich(von dem doch Nie— mand, der ihn als kalten todten Körper betrachtet, mit Grunde wird behaupten wollen, daß er der Gährung oder Fäulniß unterworfen sey—)? oder die damit oft innigst verbundenen, theils in verwesetem theils noch gesundem Zustande sich befindenden Graswur⸗ zeln, oder vielmehr überhaupt alles das, was von vegetabilischer Natur darinnen etwan anzutreffen seyn mögte? Die Beantwortung dieser Alternative wird ohnstreitig auf den letzten Gegenstand fallen, und man wird vorerst zugleich ohne Mühe über zeugt werden, daß darin auch die Fruchtbarkeit eines Ackers überhaupt und eigentlich zu suchen seyn müsse: nehmlich(wenn dieser allgemeine Kunstausdruck anders gültig genug ist, und hier Platz finden darf) in dem Graswuchse, mittelbar und 0u ut hed nuß bit Unkr ö ent nen nich um, Riß valk i iuge Ein un sh N——— 37 durch Hülfe der faulen Gährung, welche letztere aber ihre Bestimmung und den Grad ihrer Wirksamkeit von einer weiter hin zu gedenkenden zwoten Grundkraft, durch welche die Natur hauptsächlich zu wirken ge— wohnt ist, erhält. Ohne diese beiden Gegenstände, Graswuchs und Gährung läßt sich keine nütz— liche Bearbeitung und also auch kein Getreide oder Fruchtbau denken. Die Erfahrung kann uns hierüber am sichersten belehren. Man untersuche alle nur erdenkliche Feld— eintheilungen und Ackerordnungen; so wird man finden, daß zuletzt der Graswuchs(in welcher Gestalt es auch seyn mag) und die dadurch veränlaßte Gäh— rung selbst in den von der Natur im Voraus bestens bedachten Böden wenigstens in Etwas befördert seyn muß, im Fall je etwas Bestäͤndhaltendes nützlich be— wirkt werden, und der Acker nicht bloß geringes Stroh und Unkraut, statt reichlicher Erndten, zuletzt liefern soll. Das Wort Graswuchs, dessen ich mich in ge— genwärtiger Schrift als eines(wie gedacht) allgemeis nen Kunstwortes öfters bedienen will, scheint mir hierbei nicht ganz unpassend gewählt zu seyn. Nicht allein dar— um, daß dieser Ausdruck den Ideen und Begriffen des größeren Theils der Oekonomen über diesen Gegenstand vollkommen angemessen zu seyn scheint, sondern auch in noch anderer Rücksicht bin ich geneigt, diesen noch ungewöhnlichen technischen Ausdruck in dem gegebenen Sinne für nicht ganz undienlich zu halten. Das be— kannte Wort: Ruhe des Ackers, ist zu einseitig, er⸗ schöpft den zum Grunde liegenden Begriff nicht, und — — — giebt überdies nur zu unrichtigen Vorstellungen Anlaß; wie ich noch zeigen will.(§. 188.—) . 2. Der Graswuchs also wird, wie bereits erinnert worden, in der weitesten Bedeutung hier angenommen. Richt bloß der durch den neuerlichen Graswuchs erst entstandene Theil, sondern die ganze vollständige Sum⸗ me dieser Theile ist darunter begriffen; alle Fasern und pflanzenartigen, der Gährung und Fäulniß fähi⸗ gen, darin schon ehemals, oder jetzt erst befindlichen Ueberreste des Gras- und Pflanzenwuchses überhaupt. Man versteht darunter sehr leicht die ganze sogenannte Dammerde, Faul⸗ oder Rasenerde, oder die obenaufliegende und sich von dem übrigen Boden sehr aus zeichnende besondere Erdschicht, welche ihren be⸗ zeichneten Ursprung, größtentheils aus den ältesten Zeiten her und durch die muthmaßlichen Wirkungen der Natur entstanden, nachher erhalten hat. 5. 3. Diese Entstehung verdankt die Dam merde ohn⸗ streitig: 3. bald, besonders in Ansehung der Grundlage, ehemaligen Ueberschwemmungen der Meere und Ströme und den dadurch veranlaßten schlammig⸗ ten oder meist vegetabilischen Niederschlägen, die unsere ebenen und vertieften Flächen oft so sehr characterisiren: theils auch d. Dem, unter der in einem waldigten unbebaueten Lande oft so gewöhnlich sfeuchten Atmosphäre, wohlgenährten und in den ältesten Zeiten lange un— er eeeee...42..22...... 39 unterbrochen gebliebenen natürlichen Graswuchse. Um uns, eine deutliche Vorstellung, wie die Natur hierbei eigentlich zu Werke ging, zu machen, dür— sen wir nur die Berichte, welche Kalm, ein rei⸗ sender Schwede, uns von dem Zustande der Nordamerikanischen Landwirthschaft im Jahre 1749 giebt, anhören oder nachlesen. Nachdem er den Zustand der dasigen von gebohrnen Eng— ländern geführten Landwirthschaft als äußerst schlecht und so beschreibt, daß er den Charakter des englischen Landwirthes, der in allen Zweigen des Landbaues einen so wohl erworbenen Ruhm besitze, nicht habe wieder erkennen können; so führt er noch folgendes hierbei an:„das Vieh stürbe beinah vor Hunger, weil alle die, nur ein Jahr daurenden, Grasarten längst schon durch die zeitige Abhütung im Frühjahre, die weder Blü⸗ ten noch Saamen von ihnen zu Stande kommen ließe, ausgerottet worden. Diese einjährigen Gräser wären ehedem in diesem Theil von Amerika so vortrefflich gewesen, daß, als die Europääer sich daselbst sest— gesetzt gehabt, sie sehr dicht und zbis g Fuß hoch gewachsen wären. Ein Stück Wiese, sagt jener Verfasser, das zur Zeit, als er schrieb, nur küm⸗ merlich eine Kuh ernähren konnte, würde nach glaubwürdigen Zeugnissen in vorigen Zeiten 4ernährt haben—; und Kühe, wovon jede amal so viel —— 1 V —8 —— EEE —323—3———..——...—— 49⁰ Milch, als eine der gegenwärtigen ge⸗ geben hätte. Wir dürfen uns daher gar nicht wundern, oder es darf uns auch keinesweges unglaublich vorkommen, in— dem wir von unserm gegenwärtigen, ost schlechtem Graswuchse auf den in äͤltesten Zeiten statt gehabten zurückschließen: wie es möglich gewesen sey, daß die Natur, durch den natürlich freien Graswuchs, in je— nen Zeiten, eine oft so beträchtliche Dammerde an— setzen und damit solchen Erdboden, der heut zu Tage oft wenig oder gar kein Gras zu tragen Neigung be— zeigt, dergestalt nur uns zu unserm jetzigen größten Vortheile bereichern konnte? Daß dieser Fall nicht überall so, und auf gleiche Weise statt gehabt; desgleichen, warum diese Damm— erde, durch den natürlichen Graswuchs an einigen Or— ten viel, an andern aber wieder wenig oder nichts ge— wonnen, wird der folgende Abschnitt deutlicher und einleuchtender machen. c. Scheinen auch Erdquellen, die entweder stets oder nur periodisch Wasser gaben, die Veranlas⸗ sung zur Erzeugung der Dammerde in vielen Fällen geworden zu seyn. Dadurch entstanden die sogenannten Torsmoore, Brücher oder Süm— pfe; woraus, bei oft mehr oder weniger von selbst erfolgten, oder veranlaßten Austrocknung, gleich den übrigen 2 genannten Entstehungsarten, unsere heutigen Aecker, noch mehr aber Wiesen— gründe, auf diese letzt gedachte Weise hervorkom⸗ men. Oft wurde der Ablauf ber diese Sümpfe DDα —— — 4¹ erzeugenden Quellwässer, vielleicht, weil sie nur sparsam oder auch nicht stets flossen, durch die daselbst sich eingefundenen Wässer und Torfpflan⸗ zen verstopft und gehemmt. Die Zunahme und Ausbreitung dieser Grastheile,(welche endlich, der sich immer mehr einsaugenden Rässe und kal⸗ ten Temperatur wegen, oft dem alle Lücken aus⸗ füllenden Moose zuletzt Platz machten), wurde stets größer. Zuletzt brachten sie eine eigene für sich bestehende, feuchte Atmosphäre zuwege, und der Umfang dieser Torf und Moorpflanzen wurde durch die Länge der Zeit immer größer, und oft so groß, daß ihre Ausdehnung sich endlich sogar späterhin über die nahe gelegenen, schon als Aecker gebrauchten, oder mit Holzung bestandenen näch⸗ sten Grundstücke verbreitete. Den Beweis hier⸗ von geben uns die auf dem Grunde der Torf— moore wiedergefundenen wirklichen Ackerbeete, die endlich dadurch abgestorbenen, umgeworfenen und in den Morast oder Sumpf versunkenen Wald⸗ bäume u. s. w. Da, von diesen Sumpfgegenden immerfort Wasser eingesogen und behalten wurde: so rührte von diesem Wasser und dem Orte der Quelle selbst, die salzigte alkalinische, oder mineralische Beschaffenheit, die mehr oder mindere Güte des Torfmoores, wozu auch viel⸗ leicht oft Ueberschwemmungen gewirkt hatten, her. Durch das nachher erfolgte Austrocknen, Zurücktreten des Meer⸗See⸗Fluß⸗ und Sumpfwassers, dadurch, SISI ——— ⏑—ἐ—————— 42 daß Ströme ihr Bette durch Fortführen der Erde*) (ie nachdem dieses von dem mehr oder minderm Fall der Wässer bestimmt worden war) immer tiefer gruben, durch Bebauen, Beackern, Bepflanzen, Anlegung von Gräben, Wässerung u. s. w. würde die Güte oder Tiefe der Dammerde und des Bodens, der zu Aeckern und Wiesen dienen sollte, noch näher bestimmt. §. 4. Wenn man auf die Anwendung, der unter der ge— meinschaftlichen Benennung Graswuchs begriffenen Theile siehet; so wird in Rücksicht ihrer verschiedenen Bestimmungen vielleicht folgende Eintheilung statt finden können. Nämlich a. der leicht auflösbare Theil desselben, die Gährung rregende Kraft,(diese beiden Ausdrücke oder Kunstwörter stelle ich hier als Synonyme auf, und ich werde mich bald des einen, bald des andern, nachdem die Deutlichkeit der Sache es erfordert, bedienen) welche zwar nicht ganz, doch wohl größtentheils, durch den zuletzt statt gehabten Graswuchs, z. B. durch das Brachliegen der Felder hervorgebracht und veranlaßt wird. Der jedesmalige Vorrath davon ist theils von der eingeführten, besonders paßlichen oder unpassenden Kulturart abhängig; theils wird dieser auch allein *) Wo dieser Flußsand oder Erde durch große Flüsse zuletzt aus⸗ gewörfen wurde, wie dieses zuweiken bei ganzen Distrieten und Landschaften der Fall gewesen zu seyn scheint, verwändelte sich nicht selten guter Boden in große untragbare Sand- oder Stein⸗ flächen; so daß unter breunendem Sande oft der beste Grund angetroffen werden kann. 3 — 43 und vorzüglich,(nach dem folgenden Abschnitte) von der Temperatur des Erdreichs bestimmt. h. Der schwer auflösbare Theil das Caput mor- tuum ehemaliger Gährungen) Dieser begreift in sich alle von vorhin, sowohl von der zuletzt statt gefundenen Entstehung des Graswuchses nach beendigter Gährung, als von jeher hier noch übrig gebliebenen Pflanzenreste in dem Boden, oder die sogenannte Dam merde; die ihren Ur⸗ sprung, wie bereits erwähnt, aus dem älteren Zeitraume herschreibt. Diese wurde, entweder durch ihre ansehnlich gemehrte Menge durch den fortgesetzten Graswuchs selbst, oder aber überhaupt durch die gemäßigte Temperatur des Erdreichs bisher noch immer unaufgelößt erhalten. 9. 7 Beide, sowohl die Theile a, da sie, unter gewis⸗ sen Umständen, mehrentheils ganz allein, das Gedei— hen oder Nichtgedeihen der durch die Kunst hervorge— brachten Kulturvortheile des Landmannes bestimmen; als auch die Theile b, die auch zwar zu dem guten Fortkommen nothwendig, aber mehr das, was man unter der natürlichen Fruchtbarkeit des Erdbodens über— haupt versteht, bestimmen, sind für den gesammten Ackerbau von der äußersten Wichtigkeit. Von welcher ausgebreiteten Nutzbarkeit besonders die Theile a sind, wie die Menge oder der Mangel dersel— ben mehrentheils die Ackerfruchtbarkeit bestimmt, wie sie der Hauptgegenstand der ganzen Ackerverbesserung und Kultur sind, und wie sie oft ganz von der gut oder ...ee..—— 2————.—— übel getroffenen, der besonderen Natur eines jeden Ackerstückes oder Feldmark gemäßen Einrichtung des Landwirthes abhängen, zeige ich in der Folge dieser Abhandlung, besonders aber im zweiten Theile dersel— ben, ausführlicher: derselbe Umstand findet auch bei den Theilen b statt; besonders in dem Falle, wo dieses Ge— schenk der Mutter Natur so kärglich vorgefunden wird, daß allerdings ein durch die zweckmäßige Kultur beför⸗ derter Zusatz oder Vermehrung dieser Theile zur ersten Regel werden müßte. §. 6. Es kann ein Acker durch die Theile b, in der That sehr fruchtbar seiner Natur und Lage nach scheinen, so— gar unter andern als den hier anzugebenden Umständen wirklich seyn, und dennoch zum Getreidebaue, durch üble vorhergegangene Behandlung und Kultur(welches bei diesem Erdboden seiner natürlichen Güte wegen aber nicht immer ganz möglich ist) untauglich gemacht worden seyn; weil er der Theile a dabei gänzlich be⸗ raubt ist, die Theile bUaber vermittelst der Bearbei— tung allein nicht so bald hinlänglichen Ersatz zu gewäh— ren im Stande sind. Im Gegentheile wird ein Acker, welcher keine Theile b besitzt,(eine Erscheinung, die besonders bei magerm Sande sehr häufig vorkommt), in demselben Falle, und bei der häufigsten Bearbeitung für den Ge— treidebau, nicht allein, weil er auf keine Zubuße durch Hülfe der Dammerde rechnen kann, sondern auch, weil das gute Wachsthum jenes Mangels halber selbst lg Lchnit Dis Iumein des welto darul Ruh glich chigtt Erkla V obest ren! schle Rag⸗ Oros tucht MMar schin 45 weniger möglich gemacht werden kann, ganz untaug⸗ lich gehalten werden müssen. — Den Fall, wo selbst bei gehäuftem Besitze der Theile b keine Fruchtbarkeit an sich, und unter diesen Umstän⸗ den möglich oder gedenkbar ist, erläutert der folgende Abschnitt über die Temperatur. §. 7. Die Theile à werden diejenigen seyn, womit der gemeine Landmann den Begriff des Kunstwortes, Ruhe des Ackers, verbindet, und, ohne sich darüber in weitere Erklärung einlassen zu können, auch wirklich darunter versteht. In der That ist diese sogenannte Ruhe einem Acker, dem guten wie dem geringen, gleich wichtig, dem letzteren nur aber noch ungleich nö⸗ 6 XX. + Oh 2. A. VI, + 13 Ha— + 4— 4* 4. 4.4 6——VC r thiger und unentbehrlicher.(siehe§. 188 die fernere Erklärung des Wortes Ruhe.) 9§. 8. Wenn ein hinlänglich trockener Acker häufig Theile b besitzt, so nennt man diesen einen guten tragba— ren Boden, im Gegentheile aber, einen geringen schlechten Boden: die Güte desselben nimmt in der Regel ab, jemehr diese Theile fehlen. §. 9. Die unter den Theilen b befindliche Erdschichte ohne Grastheile nennt man, zum Unterschiede der oberen fruchtbaren Erdlage der sogenannten Dammerde oder Pflanzenerde, todten Boden, auch wilde Erde. §. 10 Je mehr und bessere Theile von b ein im erforder⸗ lichen Grade von Trockenheit sich befindendes Acker⸗ Je Ä. 4.. . 9 Pode/ — H. 9.— 2 2 7 I.—4 I5 I. * 6* . e 2¹0 +. — 44— W 46 oder Wiesenstück hat; desto fruchtbarer ist es, an sich betrachtet, für alles Pflanzenwachsthum überhaupt. H. 11. Der Graswuchs würde also immer das Hauptprin— cip aller Fruchtbarkeit bleiben. Die Natur der Sache bringt es daher so mit sich, und es ist auch dieser ganz an⸗ gemessen, daß dieser Graswuchs als das Erste allem andern, und selbst, der natürlichen Ordnung nach, der Bearbeitung der nachherigen Getreideäcker vorangehen muß. Der Acker ganz ohne Graswuchs, weder von der mütterlichen Natur, noch durch die Kunst sonder— lich damit versehen, ist keiner fäulen Gährung, daher rührenden Pflanzennahrung, und also auch keines einträg⸗ lichen Getreideanbaues fähig. Der Graswuchs ist das ur— sprüngliche allgemeine Gährungs⸗ und Ernährungomit— tel hierzu; der Getreide⸗ und Fruchtbau aber, im gehö⸗ rigen Gleichgewichte von Viehzucht und Düngergewinn damit verbunden,(vorausgesetzt unter Umständen, die der Natur der Sache günstig genug sind) mehr künst⸗ lich zusammengesetzter Zweck. Der Grasbau und Pflanzenwuchs zieht vornehmlich die nöthigen Kräfte während seines Wachsthumes aus der Erde, dem Wasser, der Atmosphäre, dem Thier⸗ und Mineralreiche: er liefert allein und allge— mein die so bedeutende, ansehnliche Menge Fäulniß und Gährung erregender Theile, und muß zuerst beabsich⸗ tigt werden. F. 12 Wenn diese Absicht der Natur gemäß und jederzeit auf das Beste erfüllt werden soll: so sollte dem jedes⸗ e e W.at Ads 1 W H umet n alih agßer Ie sallen pähnt och d hachm pitk Wochu Valschi der an Getke Theil Die Hr un Uird)! ehye 4² maligen Getreideanbaue zu diesem Behufe das Gäh⸗ rungsmittel, der verneuerte Graswuchs, stets voran gehen. Auf diese Weise trägt nicht allein dieser durch die verstärkte, Gährung erregende Kraft, zur Fruchtbar⸗. J. 2 + keit des Getreides das meiste bei; sondern diese Gäh⸗4 4 8 rung wird dadurch der ganzen Dammerde,(die durch den nach geendigter Gährung verbliebenen I———* immer mehr gewinnt) mitgetheilt und die Menge der auflösbaren Grastheile wird dadurch nicht allein ver⸗ größert, sondern bleibt dabei auch stets ansehnlich und immer kraftvoll genug. 9. 13: Sobald dieser, der Dammerde durch den wieder— holten Graswuchs ertheilte, beigebrachte Reiz dieses er⸗ wähnten Gährungsmittels nicht mehr neu ist, oder. doch dadurch, daß die Gährung ihre Endschaft bei. C C. nachteals oft wiederdolten Getreidebaue erreicht hat,* 4++. zu wirken aufhört,(welches, nach dem nächlfolgenden ů Abschnitte, in der einen Art Erdreichs, nach dessen αα verschiedener Art und Lage, oft ungleich früher als in 7 27—h.— der andern sich ereignet) so kann auch kein einträglicher La Getreidebau ferner Statt finden, wenn selbst auch Wat⸗ +* Theile b in Menge und Güte im Acker sich befänden.—. Die Gährung nimmt(so lange der Graswuchs, sey es nur unter irgend einer Gestalt, nicht wieder erneuert wird) bei aller Bearbeitung, statt zuzunehmen, immer mehr ab. §. 14. G Da indessen bei der gemeinen Art durch den natür⸗* I lichen Graswuchs(denn oben§. 12 war von dem 48 Graswuchse überhaupt, also den künstlichen mit einge— schlossen, die Rede) die Fruchtbarkeit nach H. 12 zu befördern, diese verlangte Abwechselung, der theils alsdenn zu sehr gehäuften und zu nöthigen, kostbaren Brachbearbeitung, theils der geringern Gras- und Unkrautarten wegen nicht erfüllt werden kann; so wer⸗ den dabei Abänderungen und Ausnahmen von der ersten Regel, welche aber im ⁊ten Theile vollständig entwik— kelt werden sollen, nöthig. §. 15. Die innige Wirkung des Graswuchses in seiner wie— dererlangten, Gährung erregenden Kraft, ist gewiß jedem Land⸗ und Ackerwirthe bekannt, welche, in der Wieder— ansammlung der zur Gährung bereiten auftlösbaren Grastheile in einem,(nach der gewöhnlichen Me— thode) seit einer bestimmten Anzahl Jahre wieder verraseten, jetzt aber gut bearbeiteten und dadurch in wirkliche Gährung versetzten Ackerstücke, einem guten Dreschacker, oder wohl gar Neubruch, besteht. Die große Veränderung und der Abstand desselben von einem unserer bei der gewöhnlichen Kulturart meistentheils aus— gesogenen Getreidefelder, ist(wenn auch nach der ver— schiedenen Beschaffenheit des Bodens nicht allemal an— fangs sogleich, doch endlich, wenn das dem Acker wie— derertheilte Gährungsmittel nur einigermaßen zu wirken im Stande gewesen war) völlig sichtbar und durch den Augenschein hinlänglich belehrend. §. 10. Der vorhin genannte Umstand bei dem natürlichen Graswuchse, welcher zugleich zur Veränderung einer M hu R cn Rre I Un Je tel AWraut der anderg schte slbst gebra sscherr tung Huch! r sel Baarb Hetz klit: Hen har UU Hrast list! r di ugen m 0 el * 49 zuvor erst gegebenen Regel(nach§. 14) beytrug, ver— anlaßt auch zugleich den Unterschied unter natürlichen Graswuchse an sich, und solchen, der blos zur Ver— hinderung des Wachsthumes der angebauten Pflanzen und Fruchtarten nach und nach entstanden und insge— mein Unkraut genannt wird. Dies sind in der That blos relative Begriffe, und es kann oft ein sogenanntes Unkraut dem einen Acker nützlich seyn, unterdessen so— gar der gewöhnliche Graswuchs zur Unzeit auf einem andern Lande Schaden anrichtet. Da das Unkraut oft sehr eingewurzelt und schwer zu vertreiben ist, oft selbst mit dem Getreidesaamen zugleich auf den Acker gebrächt wird, und als einheimische Pflanze den zart— lichern Getreidearten die Kraft benimmt, und die Gäh— rung des Ackers zu seinem eigenen Vortheil benutzt, auch nicht wohl aufs Geschwinde sogleich, oder wohl gar selten durch die zu diesem Zwecke unternommene Bearbeitung immer zu vertreiben und auszurotten ste— het; so erhält es dadurch erst seine schädliche Wirksam— keit: und es muß Jedem einleuchtend seyn, daß unter Graswuchs, sobald dessen Schädlichkeit erst bemerk⸗ bar wird, keinesweges das Unkraut gemeint seyn könne. Bei aller guten Kultur ist diese Art geringern Graswuchses mehr zu schaden als zu nützen geneigt, und er ist das große Hinderniß aller Ackerverbesserung, dem nur durch eine zweckmäßige, dem wahren Verhältnisse angemessene Feldordnung und Kultur vorgebeugt wer— den mag. Zur Bestätigung des oben angeführten, von der zuweiligen Schädlichkeit, oder örtlichen Unschädlichkeit D 4. 7. * 4 V. ö — + x .. 41. 50 und sogar Nutzens vom Unkraute, führe ich hiermit noch den Versuch mit Quecken(triticum repens) auf Flugsande an, welchen man durch die besonders zu bin— den und fester stehend zu machen versucht und erprobt hat. In der That kann man diesen Nutzen im Gegen— theile von allen Unkrautarten da, wo der Acker trocken, leicht ist, und eine so geringe Dammerde besitzt, daß die Gefahr der Verwilderung nicht eben sehr groß seyn kann, und man ihn deshalb auch wirklich mit Vorsatz durch Unkraut verwildern und verwurzeln läßt, erwar— ten; daher auch die Vortheile und die Anwendbarkeit dieser geringen Grasarten auf bemeldete Weise an dem gehöͤrigen Orte nicht zu bezweifeln sind. Schon selbst die Erscheinung verschiedener sonst gewöhnlicher Saa⸗ ten, z. B. des Leindotters(Myagrum lativum) der Wicken(Vicia) u. s. w., die oft unter andern Saaten als Unkraut Unheil anrichten, beweiset, daß alles auf relative Verhältnisse hier ankömmt. §. 17. Der Graswuchs und vorzüglich der durch die Agrikultur bestimmte auflös bare Theil desselben als die besondere Ursache, daß gewisse Pflanzen aus der Klasse der Gräser, die unter dem Namen Ge— treide bekannt genug sind, so wie noch einige andere Pflanzengattungen ihre reichlich gute Nahrung auf an— gebaueten Ländereien erhalten, ist zu seiner näheren Kenntniß auch in seinen Bestandtheilen zu prüfen und genauer zu untersuchen. Es besteht derselbe aus einer bestimmten Menge absorbirender Erden, unter denen 2* 51 die Kalkerde die vornehmste Rolle spielt, und einem in ungleich größerer Menge damit verbundenen Stoffe, dem Kohlenstoffe,(dem einen Bestandtheile der fixen Luft) Wasserstoffe, Hydrogen,(brennbare Luft), Sauer— stoffe, Origen,(dephlogistisirte Luft), Brennstoffe oder Phlogiston, und wenn der Acker, wie sich von selbst versteht, gehörig trocken gelegt und bearbeitet worden ist, auch Salpeterstoffe*), und wenig mineralischen vor— züglich Eisen- und salzigen Theilen. 9. 18. Wenn alle diese verschiedenen Theile in ihrem na— türlichen Gleichgewicht sich befinden, und auch ihre n. groß ist; daß sie eine hinlängliche Damm— erde urch bilden und ausmachen(Sie mögen nun schon seit längerer Zeit— nach H. 3, J. a. durch die von der Natur erhaltnen Hülfe, und auch nach§. 3, 1I. b.— kurz vor dem Anbau einer Feldfrucht, um die Gährung zu wiederholen, einigen Beitrag*) zum Behufe des guten Gedeihens der Frucht, neuerdings erhalten haben); so leidet es keinen Zweifel, daß mit Rücksicht auf ge⸗ 9 Ist ein Bestandtheil der gemeinen Luft, die aus Salpeter, Brenn- und Sauerstoffe, auch etwas fixe Luft oder kohlenge— säuerten Gas besteht. Nach Girtanner besteht die atmosphäri⸗ sche Luft aus Salpeter und Brennstoffgas Do, 72 Sauerstoffgas—o, 27 Kohlengesäuertes Gas So, ou Summa, oo *1) Die Menge des letzteren Graswuchses an sich trägt zu dieser sogleich auf dem Fuße folgenden guten Wirkung auf die zu wie⸗ derbelebende Gährung in der Regel nichts, oder nur zuweilen und nicht überall, so nie die erste Art des Graswuchses nach d. 12. bey, wie zukünftig mit Mehrerem gezeigt werden soll⸗ D 2 ———— ᷣͤ⸗ͤ“l'·t( ⸗⸗—8 1 4 +. +* V ————— V— 4% 1 al 4* 6—1Nᷓ%— 0. ö 2.——. I. 52 hörige Temperatur und darzu nöthige Vorbereitung, (im Fall es durchaus so verlängt würde) selbst ohne irgend eine Düngerart der Getreidebau(wenn dieses auch in einem ungleich weniger nutzbarem Grade ge— schehen sollte,) gut cultivirt werden kann. Man hält sich denn allein an den ersten Grundsatz, es dem Acker an Graswuchs und dazu erforderlicher Gährungsthä— tigkeit auf keine Weise fehlen zu lassen; und so könnte der Acker allerdings durch sich selbst, ohne Beyhülfe von Viehdünger bestehen; wie dies bei vielen oft weit— läͤuftigen Feldmarken und sehr entlegenen Feldern(so wie meist bei den sogenannten Aussenschlägen der Meck— lenburger) ohnedies der Fall zu seyn pflegt. 4 §. 19 Ueberall kömmt auf eine verhältnißmäßige Damm— erde, wo gutes Gras am kräftigsten wächst, und doch zugleich auch die gehörige Menge auflösbarer Grastheile zur Nahrung erforderlich herbeigeschafft werden kann, viel, ja vielleicht das Meiste an. Jedoch giebt es auch hier, wie bekannt, eine Ausnahme. Diese macht hier Whch eine feuchte Atmosphäre, die vorzüglich den höheren Gebürgsgegenden stets eigen zu seyn pflegt. Diese Atmosphäre tritt denn oft an die Stelle der Dammerde, und trachtet das, was dieser abgeht, zu verbessern. Daß die feuchte Atmosphäre, welche dem Gras wuchse überhaupt selbst ganz beson— ders mehr, als dem Getreidebaue, günstig ist, diesen Dammerdemangel auf Gebürgen nöthigen— falls ersetze, und zu einem kräftigen Graswuchse unge— veEe NV 53 mein beitragen könne, ist eine durch Erfahrung, längst bekannte Thatsache. §. 20. Der allerwärts bekannte Weg zur Wiedererzeugung des Graswuchses ist der vermittelst der Braache, welche in die Kulturperiode einfällt; wo die Natur eine gewisse Zeit, eins, drei, vier oder mehrere Jahre hin— durch, entweder auf die Art, daß der Acker sich selbst überlassen bleibt, oder mit Gras- und Klee— saamen darzu ausdrücklich besäet und bestellt liegen gelassen, beschäfftiget wird. Dies geschiehet alsdenn so gut, als es jedesmal die Dammerde, Atmosphäre, örtliche Temperatur der Erde, und der oft periodisch außerordentlich abwechselnde Lauf der Witterung nur immer erlauben wollen. Hierauf kommt, um die beendigte Gährung zu wiederholen, das Meiste an, so wie auf einen durch die verhältnißmäßig gute Kultur veranlaßten und erhalte— nen guten Gährungs⸗ und Düngzustand der Aecker: ob vorzüglich kräftige so wie gute Pflanzenärten stark genug sind, um von den geringern Grasarten, dem Unkraute nicht verdrängt zu werden, jedoch schwach genug zu— gleich, um dem Pfluge bald zu weichen?(In dieser letzten Rücksicht ist manche Pflanze vielleicht blos des— wegen Unkraut, weil sie oft hier nicht wieder zu bekäm— pfen, und nur mühsam nach vollendeter Wachsthumszeit wieder auszurotten ist). Gleichfälls: ob die Kultur auch hierauf ihre Maäßregeln eingerichtet und genommen habe? Ist dieses alles geschehen: so ist erst der sichere — —— + Ma 4 1 1204 4 — 4.— M ⁷⁰* 47 ——————————+——— ——— ———————— ——————— ——— 2————— 3* — . V * 8 — * 24;—8— ———————— ————— 34 Grund gelegt, und die Ackerbearbeitung wird auch als⸗ dann das Ihrige ebenfalls um so gewisser zu leisten im Stande seyn. Ein Einwurf, der mir von einem erfahrenen Wirthe hierbei gemacht worden: daß nämlich in den Jahren, wo der naturliche Graswuchs bei ungewöhnlich feuchter Witterung beson— ders gutes Wachsthum gehabt, das Ge— treide bei der einjährigen bisher üblichen 3 Felder⸗Braache das darauf folgende Jahr in dem sogenannten Winterfelde nur desto schlechter gerathen sey: beantwortet sich theils durch die nächst folgende Abtheilung über die Temperatur von selbst, theils soll dieses Einwurfes in dem Abschnitte von der Anwendung der erhalte— nen Fruchtbarkeit zu dem Getreideanbau, (§. 162.) noch ausdrücklich gedacht werden. 9. 21. Alle blätterreichen Pflanzen befördern den Gras⸗ wuchs ganz vorzüglich. Diese Blätter, welche schon Bonnetsals eben so viele Wurzeln in der Luft betrach⸗ 3 tete, stiften und haben zu diesem Endzwecke ihren gu— 9 ten Nutzen. Sie erhalten dadurch die meiste Nah— rung aus der Atmosphäre. Sie bestätigen die durch die Erfahrung zur Gewißheit gereifte Vermuthung die⸗ ser Bestimmung, welche darin besteht, den Boden durch ihre zuruckbleibenden Wurzelnu bereichern, da— durch den Kreislauf des Gährungsgeschäftes wieder zu erneuern, oft auch überdies zur Düngersammlung noch 35 ansehnliche Beiträge vermittelst der reichlichen Vieh— fütterung herzugeben. Brennstoff*) und Wasserstoff, die 2 Bestandtheile des Wasserstoffgas oder der brennbaren Luft, so wie der Sauerstoff der Atmosphäre, verbunden mit dem Wasserstoffe,(die beiden Bestandtheile des Wassers, welches auch kohlengesäuerte Salpeterhalbsäure und Salzsäure, so wie oft andere erdigte und metallische Theilchen in sehr geringer Menge in seiner Verbin— dung führt), desgleichen kohlengesäuertes Gas 5), und Salpeterstoffgas*) werden dadurch während der Zeit *) Phlogiston oder Brennstoff wird durch den Wärmestoff bestän⸗ dig in der Luft aufgelößt erhalten. Jede Gasart setzt den Zu— tritt des Wärmestoffs, wodurch die Ausdehnung zunimmt, vor—-⸗ aus. Wird das Phlogiston durch den Wärmestoff der Sonne aufgelößt: so entsteht das Tageslicht eben so, wie durch die Auf— lösungskraft des Wärmestoffs, auf jede andere Art, Lichtstoff— gas in mehr oder minder gemäßigter Temperatur. *ν) Kohle oder kohlengesäuertes Gas entsteht immerfort durch das Verfaulen organisirter Körper, des Düngers und anderer Schleimkörper. Durch die Vegetation der Pflanzen wird diese Gasart zerlegt, der Kohlenstoff bleibt als Nahrung der Pflanzen zurück, und der größte Theil des entwickelten Sauerstoffes geht in die atmosphärische Luft über. Dies geschieht vorzüglich bei fruchtbarem Sonnenschein an dem Tage. Des Nachts setzen die Pflanzen den Ueberfluß vom Kohleustoff wieder ab und saugen dagegen den Sauerstoff wieder ein. Wenn die Menge des Koh— len- und Brennstoffs zu sehr zunimmt, und kein Sauerstoff wie— der eingesogen wird, so ersticken sie endlich die Pflanze, d. h. sie wird zeitig oder reif. Nach verschiedenen neueren Versuchen will man die Wirksamkeit des Kohlenstoffs bei der Vegetation besonders bewährt gefunden haben. *9) Sälpeterstoffgas besteht aus Salpeter und Brennstoff in Gas⸗ gestalt. Ausser den 2 Drittheilen der atmosphärischen Luft ist Salpeter und Brennstoff ebenfalls der leicht in Gährung über ——***——— SCS.SESE‚H‚‚‚‚— —. 56 des Wachsthumes eingesogen, zersetzt, theils zur Nah⸗ rung behalten, theils wieder ausgeschieden. Das Rehmliche geschiehet mit dem Regen, welcher aus oben genannter Gas-Vereinigung in der Atmosphäre entsteht; so wie mit dem so vorzüglich nützlichen Thaue, der die beständig benöthigte Fruchtbarkeit unterhält, und des Abends beim Untergang der Sonne durch die Ent— weichung des Wärmestoffs in die Atmosphͤre, so wie des Morgens beim Sonnenaufgange durch eine gleiche Entweichung in die erkaltete Erdfläche, aus der Auflö— sung des Brennstoffs im Wärmestoffe und der denn auf⸗ gehobenen Verbindung abgesetzt wird. Ohne Wärme— stoff, Brennstoff, Kohlensäure und Wasser geschiehet keine Vegetation; sie zerlegen einander wechselsweise. §. 22. Die von vielen Oekonomen gebrauchten Behaup⸗ tungen, das Salz und Oel aus der Luft, und zwar von der Erde selbst angezogen würden, hat man bei nähe— rer chemischen Untersuchung und Prüfung als ganz un— richtig befunden. Weder Salz noch Oel, noch der daraus vorgeblich zusammengesetzte seiffenartige Saft, aber wohl ihre Bestandtheile sind es, welche zur Nah— rung der Pflanzen beitragen. Die Zerlegung der Pflan— zen selbst belehrt uns hierüber deutlicher. 190 Pfund Pflanzen verschiedener Art gaben nach dem Verbrennen gehende Bestandtheil, besonders thierischer Körpver und des Düngers. Diese Stoffe sind unter die vorzüglich wichtigen, zur Gährung behulflichen Naturkräfte des Ackerbaues zu rechnen. 57 derselben 8,— 10— 12 bis 20 Pfund ausgeglühete Asche, und nur höchstens 2 bis 3 Pfund an verschie— denen Salzen. Die Asche selbst bestand größtentheils aus Erde, vorzüglich Kalkerde, auch theils Kiesel, theils Bitter- und Schwererde, nebst etwas Eisen. Die größte Menge der zu Gas verflüchteten Bestandtheile, 80 bis 90 Pfund fehlten; ohne das zu rechnen, was durch den, die zurückbleibende Asche während des Ver— brennens aus der Atmosphäre am Gewicht vermeh— renden Sauerstoff noch hinzugetreten war. Kohlenstoff mit einem Theile Sauerstoff der Luft, als kohlenge— säuertes Gas, Brennstoff mit dem Wasserstoffe, als Wasserstoffgas waren schon vorher entwichen. Das Verbrennen dieser Pflanzen geschah auf folgende Weise: der Wärmestoff erhielt Gelegenheit, den Brennstoff derselben bei mehr erhöhter Temperatur aufzulösen, wodurch Licht und Feuer entstand. Der Sauerstoff der atmosphärischen Luft aber säuerte den Körper, und lö— sete diesen dadurch auf. Asche und feuerfeste Salze blieben zurück. Was die Pflanzensäuren, von welchen verschiedene Arten bekannt sind, anbetrifft: so bestehen sie alle aus Kohlenstoff, Wasser- und Sauerstoff. Sie enthalten weder Wasser, noch Oel, noch Kohlensaure, aber wohl jeue Bestandtheile in einem von der Temperatur der Atmosphäre abhängenden gewissen Gleichgewichte. Die nach der durch Feuer erhöhten Temperatur, und daraus erfolgten Auflösung, zurückbleibenden Erdarten und Salze haben daher ihren Ursprung größtentheils von dem abgesetzten Sauerstoffe und daraus entstandenen 58 Säuren, die in ihrer neuen Verbindung mit den in der Asche noch zurückbleibenden übrigen Bestandtheilen, Erdarten und Salzen, nicht als eine Gasart verflüch⸗ tigt werden könnten. Man hat die beste Ackererde, selbst das Regen— und Schneewasser chemisch untersucht; aber nichts von alle dem gefunden, was man davin zu finden vor— gab: d. h. weder Salz noch Oel in hinlanglich be— trächtlicher Menge. Oel ist selbst nur ein zusammen— gesetzter Körper, kann daher auch nicht als Grundbe— standtheil gedacht werden. Und es ist überdies wahr— scheinlich zweifelhaft: ob das Wenige hierbei vorge— fundene Oel nicht erst selbst bei und während der gan— zen Operation sein Entstehen erhalten hatte? §. 23. Auch die bekannten angeführten Beweise von der Salpeter⸗Erzeugung, und von einem Haufen ausgelaug— ter Asche, welche der Luft auf das Neue ausgesetzt wur— den, können hier nicht als Beweise angenommen wer— den. Wenn durch die Atmosphäre neue Stoffe aus der Luft abgesetzt worden, so ist dieses wohl, entweder bei dem Salpeterhaufen, der durch vielen beigemischten Dünger stark beförderten Gährung, oder bei dem Aschenhaufen nur den in der Asche zurückbleibenden, ab— sorbirenden Erden zuzuschreiben. Der Wasserstoff ver— bindet sich alsdenn auch mit dem Salpeterstoffe, wo⸗ durch das Ammoniak,(flüchtige Laugensalz) erzeugt wird. Ueberdies veranlaßte dies auch gar keinen Be— 39 weis für die Anziehungskraft der Erde überhaupt, und oft unter ganz andern, und gar nicht unter den der Acker⸗ fruchtbarkeit gemäß erforderlichen Umständen. §. 24. Es dürfte vielleicht nicht ganz unrichtig riini.—. sein, wenn man hierbei behauptet, daß ein Acker, wenn F0 er nicht schon vorher die innere Güte, oder welches—4 dasselbe ist, die zur faulen Gährung erforderlichen auf— I 4Z+. lösbaren Grastheile und gute Disposition*) erhalten hat, oder schon von Natur besizt, auch im mäßigen— ½ aufgerissenen Zustande, und selbst bei der besten—.— 4. arbeitung nichts dadurch erhalten wird, indem* selbst die beste Bearbeitung nur die bisherigen Beiträ 7 ö + 1„ ge zur Fruchtbarkeit auflösen, aber keine neuen, wenig. ½ 1——0 NLVI. stens dem gewöhnlichen Gange der Natur nach, hierzu V 0— hervorbringen und schaffen kann. Diese gute Disposi⸗ 4⁴— tion kann ein Acker erhalten haben, entweder früher, I I* 4 Ke— aus den Händen der reichlich ausstattenden Natur, und..— 7* 474 E unter den der Sache angemessenen genug günstigen uUm 2 +* 4 V V ständen, oder nachher, durch zufällige Veranlassungen 46„ und eine zwekmäßige, wohleingerichtete Feldkultur, die— die vorzigliche Vermehrung sowohl der Gährung erre— genden Kraft als auch die Dammerde, da wo es nöthig ist, zum Gegenstande hat. Im Gegentheile kann der „Nur in diesem Falle kann die Anziehung des, vorzüglich an Dünger, Schwefelsöure des Erdbodens, oder sonst durch irgend eine Veranlassung aufgenommenen, Gährung erregenden Salpe— ter- und Kohlenstoffes, so wie der Uebrigen zur Pflanzennahrnng nöthigen Gasarten und Stoffe stark sein. I ———— 44 V 4 I 2— ————— 6⁰0 all eintreten, daß durch den oft aufgerissenen Zustand 44 des Ackers die Balance des dadurch sich ergebenden V VH-. Verlustes, da keine Feldfrucht durch die im Acker be— 2——— wirkte Gährung einigen Vortheil zieht, offenbar nach⸗ theilig ausfällt, und dies nicht nur in Ansehung, der + unmittelbar dadurch bewirkt werden sollenden Anzie— —4 hung der gedachten Bestandtheile, sondern auch der 2—60 übrigen, jezt und in der Folge entstehenden Vortheile; 9—— 7 und zwar um desto mehr, wenn man die Zeit, Ausla— gen, und den zugleich dadurch behinderten Vortheil der unterdessen vielleicht möglichen Graswuchserzeu— gung, noch in Anschläg bringt. H. 25. Der sicherste Weg scheint immer dieser zu seyn, daß man zur Erhaltung des Gleichgewichts aller erfor— derlichen Theile, nicht allein der Feuerbeständigen;„) *) Rickert, in dessen Feldbau ehemisch untersucht, so wie seine Nachfolger, begeht hierin, daß er eben nicht sehr eonsequent die feuerbeständigen Erden, als allein oder mehrentheils und unmit— telbar nöthig, annimmt C(ohne sein übriges Verdienst in Anse⸗ hung des Chemischen zu verkennen) einen sehr wichtigen Verstoß: indem er nicht daran denkt, daß alles den Gesetzen der Natur entgegen seiner Meinung, noch wohl gar ohne Gährung und Fäulniß bewirkt werden soll. Billig frägt man dabei: Wie war es möglich, daß ein so erfahrner Chemist, welcher die faule Gährung bei seinen Versuchen unentbehrlich gefunden hatte und auch hier gefunden haben würde, wenn er anders mehr erfahr— ner Ackerwirth gewesen wäre, verlangen konnte, daß bei dem Ackerbau wo faule Gährung eine der ersten Rollen spielt, diese nicht weit mehr in Betrachtung gezogen und unsre ganze Auf⸗ merksamkeit erregen sollte? Aus allen seinen Behauptungen scheint wenigstens diese gemachte Folgerung ziemlich deutlich her— „ —. 61 sondern vorzüglich auch der ungleich und wenigstens amal größeren, sich als Gasart verflüchtigenden Menge derselben durch den Graswuchs und besonders blätter⸗ reiche Pflanzen zu erhalten sucht. §. 26 Man unterscheide jedoch genau, daß diese Vorbe— reitung zum Getreideanbaue zwar den Erdboden berei— vorzugehn. Der Satz: daß das, woraus die Pflanzen bestehen, auch ihr Wachsthum befördere, und das Kalk, Gyps somohl, als alle andere Erdarten und Düngmittel dieses größtentheils auf eine materielle Weise thun, hat zwar in gewisser Hinsicht seine Richtigkeit; aber die Anwendung, die Rickert davon ma— chen will, ist sicher falsch, da man die Mittel, wie die Natur hierzu wirkt, weder verwerfen, noch die Bestandtheile nur zum Theil annehmen, die übrigen unter sich ungleichartigen Bestand—⸗ theile aber vernachlässigen, oder wohl gar als unnöthig verwer— fen darf. Man stößt daher überall auf die ganz wider die Natur und Erfahrung streitende Behauptung, welche ich zur näheren Prüfung mit den eigenen Worten des Verfassers anführe. Man findet diese im zten Theile pag. 279 in der zweiten Anmerkung, wo sie folgender Gestalt befindlich:„Wenn man die durch den Anbau verlohren gegangenen Erdarten dem Felde wiedergiebt; (eine Sache, die schön an sich mehrentheils unmöglich ist) so kann jedes Gewächs Jahrhunderte hindurch auf einem und dem nehmlichen Erdstriche gebauet werden.“ Woher mußte Rickert dieses so bestimmt zu sagen? und sollten ihm die Erfahrungsbe— weise daiu nicht sehr schwer werden? Auf das, was die erste Bestimmung bei dem Ackerbaue vorzüglich angiebt, nimmt Rickert gar keine Rücksicht: Im Grunde hat er daher in der That die dabei vorkommenden ehemischen Hauptgegenstände, den Gras— wuchs und durch diesen wirksame Gährung, so wie die Temperatur auf die zusammen genommen es doch eigentlich ankömmt, ganz übergangen. Nach jenem Urtheile müßte kalk⸗ und kreideartiger Boden der allerfruchtbarste seyn; wenn man Artur Voungs Reisen durch Frankreich aber zur Hand nimmt, wird mau davon ganz das Gegentheil angeführt finden. 6² chert und ihm einen Theil der fehlenden Kräfte ersetzt; folgern aber nicht etwan daraus, daß, wenn dieses ge— schehen und der Graswuchs einige Zeit hindurch gut vor sich gegangen, dasselbe natürliche Gras oder Blät— terpflanze(in so sern es ihre besondere Natur, wie dies bei einigen der Fall ist, nicht mit sich bringt, daß der auflösbare Graswuchs einen ansehnlichen Theil ihrer gewöhnlichen Nahrung auszumachen pflegt) als— denn noch besser wachsen müsse. Dieses geschiehet als— dann, da der, sowohl der Dammerde, als Tempera— tur des Erdreichs*) angemessene Graswuchs einmal da ist, nicht. Im Gegentheil nimmt der natürliche Graswuchs etwan nach 4 bis 5 Jahren(im Fall nicht dürch eine vielleicht zur Sache dienliche Düngerart, z. B. Asche oder Gyps nachgeholfen wird) bei einer Temperatur, wie sie bei einem brauchbaren Getreide— felde billig vorausgesetzt werden muß, nach unveränder— lichen Ratursätzen immer mehr und mehr ab. Die Natur hat alsdenn das ihr so angelegentliche und oft so ver— kannte Geschäft besorgt, und überläßt nun die Gele— genheit zur nützlichen Bearbeitung, Fäulniß und Gäh— rung Erregung der Willkühr des Ackerbauers. Dieser ackert, säet und arndtet alsdann, die Früchte seines mit Klugheit angewandten wohl überlegten Fleißes. Wird der Acker ausgesogen, oder vielmehr seiner auf⸗ lösbaren Grastheile und hiermit der erforderlichen Gäh— Es versteht sich von selbst, daß nur eine gewöhnliche Ackertem-⸗ peratur und nicht eine solche hier etwa dabei angenommen wird, welche ihrer Natur nach, wie im künftigen Abschnitte gezeigt werden soll/ den Graswuchs allein und ausschließend begünstigt. 63 rungsfähigkeit beraubt; oder geschiehet dieses auch nicht ganz: so ist die Natur auf gleiche Weise und unauf⸗ hörlich beschäftigt, den Verlust in einigen Jahren auf die möglichst freygebige Art nach den einmal desfalls feststehenden Naturgesetzen wieder zu erstatten. Je besser entweder von Natur oder durch gute Kultur das Erdreich, oder vielmehr die Dammerde bereichert ist, um desto wirksamer ist denn auch dabei die Größe der Sorgfalt der mütterlichen Natur. F. 27. Wenn diese Verrichtung auf eine der Natur ange— messene vollkommene Art vor sich gegangen ist: so kann.. man die den Graswuchs am meisten begünstigenden, I.. oder durch sich selbst vermehrenden und blos hinlängliche Dammerde nebst angemessener Temperatur verlangenden α. Pflanzengewächse daran erkennen(versteht sich ohne 4. irgend besondere Düngung, oder lange vorhergegan⸗ ö gene besonders mühsame Braachbearbeitung) daß diese,. 7 denn meistens nicht gut oder wohl gar kümmerlich*(e. wachsen. So z. B. wächst der Klee(trifolium pra- +.— tense) auf Neubruch nie gut; aber da, wo das Ge⸗. treide, anfangs besonders Hafer unter übrigens erfor-“. derlichen Umständen, und wenn die Gährung nur erst 6⁴ in Gang und Thätigkeit gebracht ist, ausnehmend gut 64. 4* 4. gedeihen würde. Eben so verhält sich der Satz umge⸗ 0 x kehrt, da wo der Acker unter diesen Umständen durch V.. bas Getreide ausgebauet und seiner auflösbaren Gras⸗ 40.. theile nebst der Anreizung, diese noch weiter herbei zu 41—— schafsen, beraubt und verhindert ist, wächst Klee, im AIree 6⁴ Fall nur einige Dammerde da ist, wieder verhältniß— mäßig weit besser. Wahrscheinlich ist auch dies eine Nebenursache, warum Klee auf sumpfigten Boden nicht anschlägt, weil dieser zu viel rohe, unaufgelösete Ueberbleibsel des Graswuchses stets vorräthig hat. §. 28. E. II. Diese Creigniss alle sich nun erklären, zugleich 2 ö dinmn e um sein Verhalten darnach 7* zu können, theile man dieser besseren Ueber⸗ sicht wegen, die zu erbauenden Fruchtgewächs 2 4. Pflanzen überhaupt in zwei Klass a.— zeichen davon werden nn 531 60 nuu Fi +. Snene ien füglich bestimmt werden können. Auoekit 15 e dieser Vege⸗ Sanrn a. ganz besonders nuter dem — mögte. Sie tra 6 e verstanden wissen r Hn mrii Tudzwecke vei,der .— 409 hun stehe, den Erdboden mit schicklichem der Auf— re 61 Wehlen ereichern. Es sind also alle Pflanzen, 6——— 05 be Dee geringere darunter begriffen, die . 0 44 4. hi hraswuchs, oder vielmehr die Gährung erre— 4. Zeude Mraft, für die in der Folge etwa zu erbauende . ö +2 Getreidefrucht zurücklassen. 2 +. se nnn Klasse: würde alle Vegetabilien unter begreifen, welche das Gegentheil von vorhin zur 7 ö E* Folge haben, die im Erdreich entstandene Gährung ö und dadurch bestimmte Menge auflösbarer Grasth 30 2 6— Stheile 4.—..- e.T C... 5 7 5 0 vld d ht sleh oj beke Unte shs I„ Hehre V siot Vi s Wei Koy r/ tüben übe 05 ben oden Vi B 655 in den Gebrauch ihrer Nahrung und guten Wachsthu⸗ mes verwenden, den Acker also dieser seiner faulenden und nährenden Theile und hiermit seiner Gährungsfä— higkeit, ohne unmittelbaren Ersatz dafür geleistet zu ha— ben, berauben, d. h. ihn aussaugen. Unter die erstere Klasse würden alle wahrschein— lich aus einem wärmeren Clima abstammende Pflan⸗ zen, welchen also eine gute hohe Temperatur, viel Gährung und genugsame Dammerde, oder um diese etwanigen Fehler bei uns zu ersetzen, mehr Dünger als gewöhnlich verlangen, oben an stehen. Man erkennt sie an ihren breiten oder vielen Blättern, ansehnlichen Wurzeln und meist rundlichen Saamen. Unter diesen 2„* +V sind die Kohlarten, als der Kopfkohl, oder das —2 — 6 ö oon Weiskraut*)(Brassica oleracea capitata) der große 4.—& Kopfkohl,(Braslica capitata serotina compresla ma- jor) der braune Kohl,(Br. oléracea silenisea) Kohl⸗. A. 10 rüben unter der Erde(Br. oler. napobrassica) Kohl 7 +„. ö rüben über der Erde(Br. gongylodes) Schnittkohl VV 2.—. ur. (Br. oleracea napobrassica non capitata) die Rü⸗ benarten, Turnips(Br. rapa), Burgunder⸗ Runkel⸗ ⏑ oder Dickrüben(Br. beta altisfima), die Kartoffeln, Winterraps oder Rapsaat(Br. napus) Winterrübsen, Br. rapa), Möhren(Daucus carotta), die Kleearte Ich weiß sehr wohl, daß man dieses Gewächs in England, so wie noch einige andere dieser Klasse bei uns meist für aussaugend erklärt hat; allein! dies ist bei uns, wo die Pflanzen den Winter über des Frostes wegen nicht in der Erde bleiben, und wo wegen Verspätung im Frühjahre die Wurzelu daher nicht so hart und schwer auflösbar werden können, keinesweges derselbe Fall. E öSSSSII ů—FFFFFFF. —— ———— **— —3————— — — —.:=.— —.— 7. . 7— 66 (trifolium pratense und trifolium agrarium) Saubohnen, gesteckt oder untergeackert(vicia faba minor), Ackerspark(Spergula arvensis et pentan- dra) in unserm Clima die vorzüglichsten. Von derselben oder minderen Güte mögten oft alle übrige Kräuter und Pflanzen seyn, welche entweder perennirend, wie z. B. die Luzerne(Medicago lativa) und die Esparzette(Hedysarum onobrychis), Hop⸗ fen(humulus) oder nur einjährig, wie z. B. der Hanf(cannabis), Erbsen(Pisum),‚ Wicken(vicia), Linsen(ervum), Taback(h. nicotiana), Lein(Linum usitatislimum), der Mohn(papaver) u. s. w. sind. In Ansehung der guten Wirkung in wärmerm Clima gehören auch der Mais(Lea mays) und Hirse (Panicum) ossenbar hierher, ohngeachtet sie andere Blätter, jedoch die rundlichen Saamen haben. Ohnge— achtet viele dieser Pflanzen durch nicht genug consistente oder nur geringe Wurzeln sich auszeichnen, so haben doch wieder andere, wie z. B. Erbsen(pilum), Wicken(vicia), Heidekorn oder Buchweizen(poly- gonum fagopyrum), Bohnen(Vicia faba) und Lein (Lin. usitatissimum), den Vortheil, daß sie zu der nöthigen Gährung wieder eher nutzbar, und ihre Wurzeln oder zurückgelassenen Wurzelfasern eine desto geschwin⸗ dere Auflösbarkeit verrathen.(Man kann deshalb §. 226 so wie das 9te Kap. des zten Theils nachsehen.) Unter die zweite Klasse würden alle Gräser mit „schmalen dichten Blättern, fasrigten Wurzeln, und die, so zugleich länglichte an beiden Enden oft seibes zu⸗ laufende Saamen haben, gehören. 1 he ud lutg ade suug erte cbe ein wud durd las re! ud Lein flhe in ² Unter diese sind die gewöhnlichen Getreidearten, als Weizen(triticum), Roggen(secale cereale), Gerste hordeum), Hafer(avena), Spelz(triticum Spelta), Einkorn(triticum monococum), und alle Spitzgrasar⸗ ten, welche dadurch besonders als Unkrautarten schädlich werden, in anderer Rücksicht und bei geringerem Bo— den und hoher Temperatur aber auch darum wieder nütz— lich seyn können, weil sie unter der Oberfläche Seitenhal— me austreiben, wie z. B. die Quecken(trit. repens) zu rechnen u. s. w. §. 29. Bei der ganzen ersten Klasse der Pflanzen kann man sicher annehmen, daß bei ihrem Anbaue der Vor— theil, welcher darin oft besteht, daß das Feld, wenn es auch wenig oder nichts dabei gewinnt, doch auch nicht ausgesogen wird, bei nicht ganz unzulängiger Damm—⸗ erde noch immer wichtig genug bleibe. Ueberhaupt saugt keine dieser Früchte und Pflanzen, die, Gährung 4 erregende Kraft, im Acker zurückläßt, den Boden aus, eben so wenig wie(gegen so mancherlei Behauptungen einiger Schriftsteller) dies bei dem natürlichen Gras— wuchse geschiehet. Nur muß die Gährung aber auch durch die Temperatur oder andere sonstige äußere Ver— anlassung wirklich erst in Thätigkeit gesetzt seyn, um ihre Wirkung auf das Gedeihen der darauf folgenden Frucht beweisen zu können. Dies ist ein Hauptpunct, worin es gemeiniglich durch eine unschickliche Saaten— folge oder auf andere nicht minder nachtheilige Art hier⸗ inn versehen wird. — Z. 44 K. 4. un⸗ 4⁷ 2. 2 4 4 u H § 30. . ee— 22 Bei genauerer Untersuchung könnte daher vielleicht 2 0 das Auge auf die Größe, Vielheit und wirklich größere El*—5. Sede im lenat sicher schließen, wenn 2.. e, die Anwendung der durch die erbaueten Früchte im Acker —— zurückbleibenden, Gährung erregenden Kraft, nicht von 4. 9.—— Ien. so großer oft abwechselnder Verschiedenheit, und also ——15 6.. 2 schon der Unterschied in dem innern Gehalte unter dazu 67 + 4. Ldienlichen wirklich krästigen oder nichtkräftigen Wurzeln c/— und Wurzelfasern nicht so groß wäre. Ein Unterschied, ö der auch in Ansehung der Auflösbarkeit, und zwar 9—— 4* V 2 der geschwind 583 Auflösbarkeit, eben so oft 4Z— ö.— 4. von der Witterung, atmosphärischen Beschaffenheit, 60 starken Düngung, Graswuchs, vorzüglich aber der 1 + durch die angenommene gut eingerichtete Culturordnung + +2. 1 bestimmten Menge auflösbarer Grastheile und innerer ** 40 größerer Gährungsthätigkeit, als von den eingeärndteten 70 00 ö vorher erzeugten Pflanzenarten selbst, überhaupt aber von der Dammerde und Temperatur des Erdreichs, dessen Unterlage, Clima und Lage, früh oder spät statt ge— habten Erndte, und hiermit von Gewinnung der benö— thigten Zeit zur Saat abhängig ist. Einige dieser Pflanzen gehen sehr leicht in nachherige Fäulniß und Gährung über, andere sind nicht so leicht auflösbar, ohngeachtet sie sehr reichlichen Beitrag zu dem Gras— wuchse selbst liefern. E VE 1 0 Zu holzigte, harte, oder nur schwer und langsam +.%/ +. 2 aufzulösende Gewächswurzeln würden zu diesem Behu— ——— ——-- ti se ganz nichts, oder vielmehr sehr spät und nur in sehr reichem Boden, dem es nie an Nahrungstheilen fehlt, etwas taugen. Demohngeachtet ist es möglich, daß ihre Haärwurzeln dann und wann einigen Vortheil, oft aber auch wieder nicht verschaffen. Einige erfüllen ihren Zweck nur in einer besonders erhöheten Temperatur, in hitzigem, trocknem Erdreich, und zeigen selbst in demselben Clima, sogar in ungleich tieferer Dammerde in kälterem, feuchtem, obgleich fruchtbarerem Lande keine Spur, oder vielmehr zu spät für den daraus berechneten Nutzen, der für die folgende Frucht daraus erwartet wird. 9. 32. Diese Unterschiede vermehren sich zum Theil durch die Folgen, theils nach der h. 27 angegebenen Bestimmung selbst: Wenn man nehmlich auf Graswuchs besördernde Pflanzen solche als Saat folgen lassen wollte, welchen mit dieser auflösbaren Graswuchsvermehrung nicht ge— dient ist, 3. E. Klee auf altes Grasland; oder man wollte diejenigen Getreidearten, welche mehr gleich und viel auflösbare Grastheile und Gährung verlangen, auf solche folgen lassen, die ihrer besonderen Natur nach, auch bei weniger wirklichen Nahrungstheilen, diese stärker und, bei geringerer Gährungsthätigkeit, von selbst anziehen, z. B. Weizen auf Hafer. §. 33. Alle diese Verschiedenheiten zusammen genommen zeigen aber deutlich, daß man ohnmöglich von einer 70 — ne.— ,.—4 Frucht auf die vorhergehende, und ob diese den Acker 2...*. wirklich ausgesogen habe, mi Sicherheit schließen könne, ö**„ da oft nichts, als die unschickliche Folge der Fruchtarten *— 4 und der Mangel an Ackerkraft schuld war, oder bal⸗ dige Auflösung und die Gelegenheit, daß die Gährung Eν¹H— + sogleich bei einer günstigen Temperatur in Thätigkeit gesetzt werden konnte, fehlte; daher auch die neu er⸗ haltene, Gährung erregende Kraft in diesem Falle blos schlafende Kraft verblieb: dahingegen in sehr reichem Lande man oft aussaugenden Getreidefrüchten, z. B. der Gerste aus zeither unbekannten Ursachen eine beson— ders gute Wirkung auf die Ackerfruchtbarkeit zuschrieb. Mit mehrerer und sehr wahrscheinlicher Gewißheit, wobei jedoch die Localkenntniß seines Bodens und ins— besondere der darauf nach einänder am zweckmäßigsten zu erbauenden Getreidefrüchte und Pflanzen, von dem Landwirthe nicht vernachlässiget werden dürfen— halte man sich zuerst an die gemachten Bestimmungen obiger beiden Klassen: gehe aber übrigens bei der Auswahl so vorsichtig, als möglich, zu Werke. 5 V 0 2—* §. 34. ö Eben so kann man bei dem Gartenbaue, wenn man der üblichen Methode nach, von dem Gedeihen 4 der jetzigen auf die vorhergehenden Pflanzen einen Schluß machen will, fehl gehen. Man läuft alsdenn Gefahr, ein Gewächs oder Pflanze, welche die auflös— baren Grastheile sehr mitnimmt, für wohlthätig zu hal— ten, welches in dem gegenwärtigen Falle, doch nur in der That so scheint, wenigstens in der Anwendung bei 71 dem Feldbaue von einander ganz entgegengesetzten Fol⸗ gen begleitet seyn würde. Bei dem Gartenbaue, wo nehmlich die Gährung stets wohl unterhalten und durch fortdauernd erneuerten Graswuchs auflösbare Gras— theile im Ueberflusse beständig vorhanden sind, und die Gährungsthätigkeit besonders groß ist, scheint es oft, zu⸗ mal beim Mangel an Dünger eine gute Einrichtung zu sein, wenn ein diese auflösbaren Grastheile zu seiner Nahrung bedürfendes Gewächs die Menge dieser Theile scheinbar zu vermindern trachtet. Dadurch kann die darauf folgende, den Graswuchs dann wieder beför— dernde Pflanze, durch ihr gutes freieres Wachsthum einen desto größeren neuen Beitrag dazu liefern. Es ist gerade nicht nothwendig, deshalb zu der zwoten Klasse und den Gräsern seine Zuflucht zu nehmen; weil man auch in der ersten Klasse de Pflanzenreiche Kar⸗ toffeln, Rüben, Erbsen, Lein, Hirse u. s. w. hat, welche besonders viel auflösbare Grastheile zu ihrer Nahrung verlangen. Dies scheint indessen vorzüglich zu beweisen, daß der Schluß von der wachsenden Pflanze auf die Aussaugungskraft der Vorhergehenden ebenfalls sehr täuschen und also der gemeinen Meinung hierin oft nicht gemäß ausfallen kann. Dies würde um so eher der Fall sein, wenn der stets zur Verwir— rung führende Schluß von dem Gartenbaue, und durch Gährung bereichertem Lande auf den Feldbau, und einen durch zu weit ausgedehnten Getreidebau eines zuträglichen Grades von Gährungsfähigkeit beraubten Acker, und so wieder umgekehrt, dabei in Anwendung kommen sollte. Bliebe man daher nicht bei den ge— 72 machten Bestimmungen stehen, so würde man sich aus dem Labyrinthe der Verwirrung der stets einander widersprechenden Acker⸗und Gartenwirthe nicht zu finden wissen. §. 35. Die besondre Eigenheit der Pflanzen erster Klafse ist noch diese, daß, je dicker sie aufwachsen, desto mehr die Nahrung aus der Atmosphäre, durch ihre Uebermacht und kräftigen Wuchs, dem unter ihnen ent⸗ standenen Unkraute entzogenfwird. Ihr schattigter, be— laubter Wuchs befördert dabei die Fruchtbarkeit gar sehr. Das Unkraut erstickt gleichsam, und die Blüte und das Reifwerden des Unkrautsaamens wird öfterer gehindert. Zuweilen giebt dies eine Art von Wett— streit ab, wo jedoch,(wenn man diesen Gewächsen, wenn sie noch zart und jung sind, nicht durch Gährung beforderndes Jäten oder Behacken zu Hülfe kömme), nicht selten das Unkraut, welches bei einer durch üble Witterung gehemmten Gährung und erniedrigten Tem— peratur, jenem den Vorzug abgewinnt, gleiches mit gleichem und aus eigner Kraft vergilt. §. 36. Die Pflanzen der zwoten Klasse hingegen be— decken das Erdreich auf keine so schattigte Weise, zie— hen die meiste NRahrung aus dem Erdboden selbst, und vor züglich aus dem durch Gährung bestimmten Vorrathe auflösbarer Grastheile, lassen daher die von oben her erhaltene Nahrung dem unter ihnen anfsprossenden ————.— lihe 0 I. V ——— 73 Unkraute willig zu. Dies scheint bei dem Winterge⸗ treide oft, und öfterer als bei dem Sommergetreide zu geschehen. Zum Schaden des Ackerbesitzers verträgt sich vielmehr das Unkraut, besonders bei nasser Witte— rung während des Grünens der Saat, und beim feuch— ten Lande so gut mit jenem, daß es, unter dem Getreide genährt und erhalten, dasselbe oft ganz an 45505 guten Wachsthume behindert.— §. 37. Diese letztere Klasse besitzt bekanntlich die genugsam. 1. auszeichnende, dem Acker aussaugende Eigenschaft; 14.4. daß, gleich wie fleischfressende Thiere sich von demK. 4.*„ Raube ihrer schwächeren Mitgeschöpfe im Thierreiche sättigen und nähren, eben so diese, zu dem Geschlechte 1 +..— der Gräser gehörigen Pflanzen, eine ähnliche Eigen⸗“———. schaft im Pflanzenreiche, dadurch zu verräthen scheinen.. daß sie nehmlich nur durch die Gewächse der esten.. A.. Klasse und deren längst, und vorzüglich auch erst kurz vorher erfolgten Untergang, Gedeihen und gutes Z.— Fortkommen erhalten. Eben so wie jene müssen sie jedoch gleichfalls zum Zwecke des Menschen und zur Unterhaltung seiner und I des Lebens dienen.— §. 38. Zum Schlusse dieses Kapitels muß ich noch von einem sehr schädlichen Irrthum, von dem der größte Theil ökonomischer Schriften angesteckt ist, sprechen. 7⁴ Es heißt nehmlich: Düngung und Bearbeitung 2 21i + 4— des Feldes sei allein hinreichend; die Braache läßt sich ů aber weder durch physikalische, noch öhonomische Grün— + 2 de rechtfertigen. Nicht Ruhe; sondern Dün— 4 7 gung und Bearbeitung verlangt das Feld und beide können ohne Braache geschehen.“ Hr 4.— So lautet fast nur eine Stimme hierüber,(s. Beck— 0 nn manns Landwirthschaft S. 78.) Hier ist gerade das —1„4(I..— Erste und Wichtigere: Gras wuchs und dadurch zu 4 erregende Gährun gübergangen: und obschon man ——. 4. 3 eben nicht sagen kann, daß in Ansehung des Präktischen * hung . 4 selbst und der daraus fließenden herkömmlichen Be— . handlungsart, die Nothwendigkeit dieser beiden Ge— genstände nicht eingesehen würde, so ist doch der Um— stand bedenklich, daß sie in der Theorie bisher noch so —5 4. ö ganz unbekannt geblieben sind, und diese daher mangel— haft, und in den ersten Grundsätzen unrichtig genannt 4.* werden muß. Der Nutzen des durch Gährung und Temperatur bestimmten durchaus nöthigen Theils des Graswuchses, der auflösbaren Grastheile, oder Gährung erregenden Kraft,(desselben, was der Bauer, nach seinen unvoll— kommenen Begriffen Ruhe nennt, welches aber, in der That richtig verstanden, kein bloßes oder leeres Hirngespinste ist,) läßt sich auf keine Weise ableugnen. + 2 ů ö Vilsiat, Eben so verhält es sich mit der Dammerde,(welche + ö mit jener zugleich Graswuchs in dem weitern Sinne C.— 3 ö„ des Worts ist) auch. Obschon man ihren großen Nutzen + ⁴.— zur Fruchtbarkeit, jedoch nicht überall, so wie es nöthig ͤ 8 ů wäre, eingesehen hat: so wird doch in der Theorie über— ——— 75 haupt,(wahrscheinlich um deswillen, weil man die Gründe nicht gekannt hat; warum diese eben nicht über⸗ all so und im gleichen Grade nützt, oft auch wohl schäd⸗ lich wird?) zu wenig Rücksicht darauf genommen. Die Ursache davon finde ich in der bisherigen Theorie des Ackerbaues, welche die Bearbeitung, so wie den Düngergewinn ohne Berichtigung der allerer— sten hierzu erforderlichen Grundsätze, und ohne wahre Kenntniß der dabei zweckdienlichen Mittel zum Haupt— gegenstand der guten Agrikultur erhob. Meine Leser wissen aber bereits, daß ohne Gras—*+2 wuchs und Gährung kein ersprießlicher Nutzen 4. 49— von der Bearbeitung, so lange ein gewisser Grad von— 6 Gährungsunfähigkeit dem Acker noch eigen ist, erwar⸗Axr 22—. tet werden kann. Die schwachen faserigten Getreide— oder die Unkraut-Wurzeln können hier nichts bewirken,(— I78— noch kann auf sie Rechnung gemacht werden: Dies wür— V. de überdies aller nur eben hererzählten? Abwechselungi in Saatenfolge, die der Natur doch so gemäß ß ist, und besonders der Erfahrung völlig widersprechen. Auf Rechnung des Düngers, den man in solcher Menge, als nothwendig erfordert würde, unmöglich und überall haben kann,(welches jedoch aber bei dem Graswuchse meistens der Fall seyn wird,) der auch überdies nur durch den Graswuchs hauptsächlich wirkt, allein die +.—— stets nöthige faule Gährung schieben zu wollen, geht* 0 nicht an: Es würde dadurch nicht allein zu wenig 947* 7 leistet, oder die Wirkung des Düngers durch seine 0 1 weitere Verbreitung völlig gemindert werden; sondern 2. 6 auch aller Erfahrung und den Wirkungen der Na 4 4 I* 47 4. 4—7 A schnurstracks entgegen diese Behauptung gerechtfer— tigt werden müssen. Bei dem Düngerabschnitte werde ich nochmals zei— gen, wie die Düngermenge meist ganz von dem Gras— wuchse, vorzüglich aber der Gährung erregenden Kraft abhängig ist: so wie auch, wie man hier fehlte, weiter— hin und auch im zweiten Theile erläutert werden soll. Eben so werde ich in Rücksicht auf die Bearbeitung, da man vermöge des Schlendrians und des uralten Herkommens ihr so große Vorzüge, die sie gewisser— maßen und oft gar nicht verdient, und die sogar in mancher Hinsicht schädlich geworden, eingeräumt hat— mir es um so mehr zur Pflicht machen, das Irrige, was in diesen bisherigen Vorstellungen liegt, deutlich und anschaulich zu machen suchen; besonders da man so viel zur Rechtfertigung dieser Theorie, welche zwar viel Wahrscheinliches auf dem ersten Anblick zu haben scheint, demungeachtet aber in der That nicht die rich— tige und in allen ihren Resultaten wahrbefundene ist, ausgedacht hat. E 77⁷ b. Von der Temperatur überhäupt. §. 39. Der Graswuchs ist jedoch nicht das Einzige det vorzüglich brauchbaren Mittel, dessen sich die Natur zu Bewirkung und Erhaltung der Ackerfruchtbarkeit bedient. Die tägliche Erfahrung und überzeugende Vernunftgründe belehren uns nehmlich, daß es bei dem Ackerbaue zwei zuerst und hauptsächlich wirkende 76 Grundkräfte in der Natur gebe: wovon die Erstere M die productive, die andere aber die executive I gese— oder ausübende Kraft genannt werden mag. Man dürfte sie gewissermaßen beide mit der gesetzgebenden und ausübenden Macht der verschiedenen Regierungs— formen schicklich vergleichen, und eben so umgekehrt wird die Vergleichung dieser mit jenen wiederum pas— send und zweckmäßig ausfallen. Die erste oder pro— ductive Kraft ist der Graswuchs, dessen bereits weit⸗ läuftig gedacht worden ist; die zweite oder ausübende Kraft, auf die aber ebenfalls gleich viel, oder oft noch weit mehr ankommt, ist die Temperatur. Beide können ohne einander nicht wohl bestehen, oder ohnver— einigt gut wirken, und sie unterstützen sich in ihren Verrichtungen wechselsweise. §. 40. Die Untersuchung über die Temperatur bleibt einer der unentbehrlichsten Gegenstände des gesammten Acker⸗ baues, theils um die zweckgemäße Natur in ihren Wir— kungen zu erforschen, theils auch das wahre Verhalten — 44.— + A H. 47., I 78 in dieser Angelegenheit, welches so oft allein dadurch schon bestimmt wird, oder doch bestimmt werden sollte, darnach besser einrichten zu können. Ohne deutli— che bestimmte Kenntniß läßt sich keine Aufklärung bei dem Ackerbaue als wissenschaftlich fehlerfreie Behand— lung nur gedenken: und die Kenntniß der Temperatur ist es eigentlich ganz besonders, welche den Ackerbau + zur Wissenschaft, sowohl in Ansehung der Theorie, als der sicheren practischen Ausführung zu erheben im Stande ist. Um dieses nun besser zu bewirken, und dieses bisher noch unaufgelößt gebliebene, außerdem 2 — schwer zu erforschende Naturräthsel der vorzüglichern Ackerbaupraxis nun zu lösen,(ohngeachtet besonders, was die Pflanzen und die Temperatur, welche diese bisher verlangten, anbetrifft, den meisten Landwirthen — I. I.E. diese Sache selbst, da der Augenschein zu deutlich nebst 4 der Erfahrung sie hierin belehrt hat, empirisch bekannt genug ist,) wird eine mehr, als bisher geschehen, genaue Forschung, wie man der Ackerbautheorie bald näher auf die Spur kam, bald in der Ungewißheit sich immer weiter von ihr entfernte, immer nothwendiger. Ihre Folgen müssen für alle Erscheinungen des Acker— baues, und um diese sich deutlich und bestimmt erklä— ren zu können, durchaus wichtig werden. ahe§. 41. 10 H—1 4— Die Temperatur selbst aber ist derjenige jedes⸗ malige Grad von Wärme und Trockenheit, von Kälte dn * 0—. ü—— und damit im Erdboden verbundener wäßrigter Feuch⸗ .— 8 0. 225 tigkeit, welche einem Lande, einer Gegend, einem 27% 2 *7⁴·— n 4+* A. 2 7„„ — 0 l hfe sch V I dm Caf Bit Hil il 79 einzelnen und besondern Ackerstücke nach seiner Be⸗ schaffenheit, Lage und Lauf der Witterung etwan eigen zu seyn pflegt. Belehrt durch die allgemeinere Erfahrung, könnte man vermittelst guter Thermometer und Hygrometer, nach der allgemeineren Uebersicht in Beobachtung der Temperatur und der dadurch veranlaßten Folgen und Einfluß auf die Fruchtbarkeit eines jeden Jahres,(die Zeitpuncte, wo die Natur todt und ihren Winterschlaf hält, und kein Wachsthum der Saaten statt hat, et⸗ wan abgerechnet) dem Locale eines jeden Orts gemäß, insbesondere aber in Rücksicht auf die Temperatur während der Zeit der Vor-und Zubereitung der Saat, der Säezeit selbst, so wie nachher während des fortge— setzten Wachsthumes jeder Pflanze, wenn man die un— gewöhnlichen Zufälle abgerechnet hat, vielleicht endlich hierin zu einiger Gewißheit kommen. §. 42. Alleinig von der Temperatur hängt es ab, ob der Graswuchs, und besonders die Gährung erregende Kraft alles, nur wenig, oder gar nichts bei dem Acker— baue leisten soll. Der Erdboden, welcher eine tiefe Dammerde be— sitzt, wo gutes Gras am kräftigsten wächst, und der V. die größte Menge anflösbarer Grastheile durch eine angemessene Temperatur und dadurch möglichst vergrö⸗ ßerte Gährung herbeizuschaffen im Stande ist, kann daher, im Allgemeinen betrachtet, ohne übrigens auf die—* immer noch vieles abändernden Eigenschaften des 4 4 V. 8835 LE 80⁰ Klima, der Atmosphäre und der wirklichen Anwen— dung jener Theile hier ins besondere Rücksicht zu neh⸗ men, erst dadurch der fruchtbarste in seiner von der Natur ihm angewiesenen Lage unter ähnlichen seines Gleichen werden. Die jedesmalige Ackerfruchtbarkeit ist daher stets das Resultat der vereinigten Wirkung beider Grund— kräfte in der Natur, die daher in der Erfahrung von so oft abwechselnder, ungleicher und mannigfach unend— licher Verschiedenheit ist, und,(wenn man auch nicht einmal auf den neuerlichen Graswuchs selbst hier Rück— sicht nehmen kann oder darf) schon darum nothwendig seyn muß; da so viel und mancherlei Gegenstände auf die jedesmalige Temperatur selbst überall Einfluß haben. §9. 43. I. Von der Temperatur in Rücksicht auf äußere + 1 +2. Verhältnisse. 7 2 7 Unter diesen Gegenständen zeichnen sich vorzüglich —4 folgende der Reihe nach aus: + 4Eρι. 4 a) Das Klima, 7 4 2—** 7½½ 4 b) die Atmosphäre, welche mancherlei Veränderun⸗ 47.—— 74 gen unterworfen ist; g) die Lage einer ganzen Gegend, worunter insbe⸗ sondere noch die örtliche Lage; d) die gewöhnlich verschiedene Abwechselung der ver⸗ schiedenen Jahreszeiten in Frühling, Sommer, Herbst und Winter, so wie auch die der Tages— zeiten und Abwechselung von Tag und Nacht. 81 e) Die der gewöhnlich veränderlichen Witterung, Dürre und Nässe, welche periodisch abzuwechseln und lange anzuhälten pflegen. §. 44. a. Es ist nur zu bekannt, welchen Einfluß die Temperatur des Klimas auf den ganzen Ackerbau habe. Sie macht den Unterschied,(um nur bei unserm Welt— theile stehen zu bleiben), der Oehl-, der Mays-Wein⸗ Korn⸗Wiesen und derjenigen Gegenden, von der wär— meren bis zur nördlichen Zone in der allmähligen Ab⸗ stufung bis dahin, wo endlich kein Getreide mehr er— baut werden kann, wo Viehzucht noch den einzigen N ah⸗ rungszweig ausmacht, wo zuletzt auch diese aufhöret, und Jagd und Fischerei die einzigen ursprünglichen, armseligen Erwerbs- und Unterhaltungsmittel der an der Zahl eingeschränkten, auf das Nomadenleben zurück— gesetzten menschlichen Bewohner ausmachen. §. 45. Eine gute Temperatur ist der große Vortheil durch Fruchtbarkeit gesegneter wärmerer Himmelsgegenden, so wie die uneinträgliche erniedrigte Temperatur der bleibende Nachtheil des nördlichen kalten Klimas ist. Im wärmeren Klima, z. B. in Italien kömmt alles früher und zeitiger zur Reife, so, daß zwei Aernten hinter einander in demselbigen Jahre nichts Ungewöhn⸗ liches sind: alle Früchte sind dort meistentheils voll— kommner und besser. Diese gute Eigenschaften einer hohen genugsam gemäßigten Temperatur finden wir + 4e 2—. 4. Lar V. 4.—. f— ,. 82 überall wieder. Sie hat nach Beschaffenheit der jedes⸗ maligen Witterung sehr großen Einfluß auf den guten Geschmack und die Vollkommenheit der Früchte, die bei Wein⸗Obst- und Gemüsebau besonders bemerkbar werden. In dem wärmern Theile Italiens hat ein, vielleicht bei uns als unfruchtbar ausgegebener kalter gemischter Thonboden dort die Temperatur, welche bei den sengenden Sonnenstrahlen der mittäglichen Gegen— den die angemessenste ist. Was bei uns für den Ge— treidebau zu naß und untauglich liegen bleibt, ist viel⸗ leicht dort ein höchst fruchtbares, und wenn es bewäs⸗ sert werden kann, sehr brauchbares Land. Ueberhaupt sind die Wirkungen des Wassers unter dieser Sonne, so wie überhaupt in den wärmeren Klimaten ganz aus— nehmend und überall dienlich. Dies ist bei uns nicht immer und nur bei Grasländereien am meisten der Fall. So durchaus verändert die Temperatur des Klimas, die Lage der Sache und die Ackerkultur! §. 46. b. Der Einfluß, welchen die mancherlei Verän— derungen der Atmosphäre, und diese wieder auf die Temperatur haben, ist eben sowohl in der Erfahrung begründet. Eine feuchte Atmosphäre trägt sehr oft zur Mäßi⸗ gung und Milderung der Temperatur bei. Sie ist ge— wissen Erdstrichen, z. B. den Gebürgen, großen aus— gebreiteten Sümpfen und Morästen, Fluß- und Wie⸗ sengegenden, so wie großen mit Waldungen angefüllten Ländern überhäupt besonders eigen. Diese Wirkun⸗ „½ .K.( I, 222 2.— 5„C&... 2.2 93 gen zeigt sie selbst in dem wärmeren Klima: sowohl in diesem als auch in dem unsrigen, welches sie gewisser— maßen in ein kälteres Klima umzuändern, und sehr viel in der Temperatur zu erniedrigen im Stande ist, beweiset sie stets, vornehmlich bei dem Graswuchse, ihre gesegneten Folgen. Ja es ist bekannt, daß diese feuchte Atmosphäre selbst auf den höchsten Gipfeln der Gebür— ge durch die beständige Feuchtigkeit den Mangel der Dammerde oft sogar zu ersetzen im Stande sei;(§. 19. so daß ungeachtet der heißeren klimatischen Verschieden— heit die feuchte Atmosphäre, verbunden mit jener ho— hen, diesem Erdstriche eigenen Temperatur, die durch ihre Wirkungen bekannten saftigen, vorzüglich Gewürz— und nahrhaften Kräuter hervorzubringen im Stande ist. Ein Fall, ber besonders bei den spanischen und Schwei— zergebürgen eintrifft. §. 47. So wie im Allgemeinen eine feuchte Atmosphäre dem Graswuchse jederzeit günstig ist, eben so ist im Gegentheile eine trockene Atmosphäre und dadurch be— stimmte Temperatur der Getreidesaat willkommner. Gegenden mit einer feuchten Atmosphäre sind daher keinesweges gute Getreideländer, und sie sind vielmehr dem Graswuchse geneigter. Hierin liegt auch der na— türliche Grund, warum das eine Land im cultivirteren Zustande,(denn davon ist hier nur die Rede) der Vieh⸗ zucht; das andere aber wieder dem Getreideanbaue den Vorzug auf der Leiter der Kultur gegeben hat. Ob— schon dieser besondere Umstand vielen auffallend und + 2 . e 24293——2— . 44— Lahße— i, —.—— — V. 4 *** —— 2.—‚— 64. ..—. 84 bedenklich, bisher aber noch unerklärt geblieben: so ist doch seine Erläuterung keinen besondern Schwierigkei— ten unterworfen, sobald man sich die Kenntniß der Temperatur, welche hier allein entschieden und die Be— stimmung schon vorlängst angegeben hat, zu eigen ge— macht hat. Guter trockner Boden ohne feuchte Atmos⸗ phäre, und dessen Temperatur ihn von jeher zu dem Ge— treideban vorzüglich bestimmte, wird eben dieser Tem— peratur wegen und nach Beschaffenheit seines Antheils Dammerde nicht allemal freiwillig guten Graswuchs liefern; besonders wenn dieses Geschäft der Natur selbst in der Braache allein überlassen bleibt. Daher auch die Gewohnheit, die dieses Land ganz besonders und aus— schließend zum Getreideanbaue zu bestimmen pflegte, ent⸗ sprungen ist; und über die Frage(worüber und wie die bisherigen unrichtigen theoretischen Sätze die mehrere und bessere Anwendung des Graswuchses, den ganz unent⸗ behrlichen in der Braache allein ausgenommen) auf gutem Getreidelande bisher verhindert haben, im Ver— folge gegenwärtiger Abhandlung noch mehreres und ausführlicheres vorkommen soll, ohngeachtet der Nutzen des Graswuchses, besonders in Ansehung der durch die Gährung zu bestimmenden auflösbaren Theile des Graswuchses, und in Rücksicht des dadurch für den Getreidebau zuwachsenden Vortheils hier in der That größer zu nennen ist. Dahingegen blieb den Erdstrichen mit einer feuchten Atmosphäre, in Betracht des Mangels einer guten Temperatur zu dem Getreideanbaue, und weil dort der natürliche Graswuchs an sich weit besser und vollkommner befördert wurde und von statten ging, die 85 Viehzucht auf dieser ersten Stufe der Kultur beinahe ausschließend und allein überlassen. Dies ist noch heut zu Tage die Urfache, warum gebürgigte, ehe— mals sumpfigte und Morast gewesene, an Meeresufern belegene(unter denen sich die sogenannten Marschlän— dereien sehr auszeichnen) Fluß-Wiesen- und Waldge— gegenden(bei Wäldern jedoch den Fall, wo in ihnen selbst die gewöhnlich so geringe, kraftlose Hutung ist, allein ausgenommen) durch eine vorzüglichere Viehart gewöhnlich sich hervorthun. Hierin liegt der Grund von der Schönheit des bekannten Schweizer Rindviehes, eben so wie von der Menge, der Güte und Feinheit der gewonnenen Wolle der auf den spanischen Gebürgen den Sommer über weidenden wandernden Schaafheer— den. Das Schaaf liebt bekanntlich besonders eine ho— he gemäßigte Temperatur, welche nach Beschaffenheit des Futters oder der Weide auch großen Einfluß auf den Wollertrag selbst hat. Feuchte Atmosphäre und dadurch gemaßigte hohe Temperatur bestimmen hier alles; und wir dürfen uns nicht wundern, daß bei un— sern Gebürgswollheerden der Fall ganz anders vorkom— men dürfte, da die Temperatur hier alles verändert, und eine ganz veränderte Bestimmung gegeben hat. H. 48 Ueberhaupt ist hohe Temperatur, welche durch eine feuchte Atmosphäre gemäßigt ist, zur Fruchtbarkeit sehr geschickt, indem sie oft beiden, sowohl dem Gras— wuchse als dem Getreidebaue zugleich nütlich wird. Hierin liegt derselbe Grund, welcher z. B. die meisten 4. 4.. —— —— 4. 6—7 + 8 */. 90 22 „A2. V. 7 7*—8—* — —* 401. 7 +. W. 5 ———1 —.5 C—74—* +. E.. .. 57.. 2.— ů2 +4⁴ +α 86 Wein⸗ und Flußgegenden so verschönernd auszeichnet. Der gebürgigten Abwechselung der zum Theil sehr sonnig— ten Lage der Ufer, so wie der Menge des oft scharfen Flußsandes giebt die Temperatur und die Atmosphäre dabei bestimmt den guten Graswuchs. Daher derglei— chen Gegenden oft die blühendsten ländlichen Fruchtbar— keits⸗Prospecte uns entgegen stellen; dahingegen eine feuchte Atmosphäre, wenn man nicht allein auf die Menge der Wiesen siehet, dem nördlichen Klima überhaupt nachtheilig ist. Es ist einleuchtend, daß, wenn dessen Temperatur bei dem Ackerbaue ohnedies nicht vielen Werth hat, die feuchte Atmosphäre diese Be— stimmung zu der so nöthigen Fruchtbarkeit noch um einen ansehnlichen Theil erniedrigen müsse. §. 49. In der seuchten Atmosphäre geräth zwar Sommer⸗ getreide bei uns in dem sonstigen Verhältniß gegen Wintergetreide besser, als im Trockenen: diese Er— scheinung findet aber nicht sowohl des Graswuchses selbst wegen, sondern vielmehr nur deshalb statt, weil die gemäßigte Temperatur die Gährung und Auflösung mehr zurückhält, auch geschwinder beendiget. Auch sucht hier die feuchte Atmosphäre jedem Anfalle von Dürre und den schlimmen Wirkungen einer etwanigen zu hohen Temperatur, da diese durch jene bestän⸗ dig gemäßiget wird, zuvorzukommen. Ein Umstand, der auf das Gedeihen der, besonders bei dem Aufgehen der Saat im Frühjahre weniger Dürre vertragenden Sommerfrüchte, so wie des Graswuchses im Vergleich 87 anderer Gegenden und im Verhältniß gegen Winter⸗ getreide hier seinen wirksamen Einfluß zeigt. Daher auch die Sommerfrüchte, wenn auch nicht oft bei bes⸗ serer Dammerde, jedoch bei mehr verneuertem Gras— wuchse und der durch die Wärme der Sommermonate erhöheten ununterbrochenen Temperatur in dieser feuch— ten Atmosphäre, wenn nur keine feuchte und unbe⸗ ständige Witterung einfällt, oft zu gerathen pflegen. Nur wird wenigstens in unserm Klima diese feuchte Atmosphäre selbst zuweilen das größte Hinderniß einer gedeihlichen Temperatur, vorzüglich aber eines guten und vollwichtigen Körnerertrages. Besonders scheint dies der Fall alsdenn zu seyn, wenn durch den ganzen Kulturzustand und den nicht oft erneuerten Graswuchs, der hier um die Gährung zu verstärken oft vermehrt, ja wohl gar verdoppelt werden sollte, auf diese nachtheili⸗ gen Verhältnisse nicht Rücksicht genommen ist. §. 50. Jedoch scheint diese feuchte Atmosphäre in vielen Betrachte oft gegen eine zu trockene Vortheile erhalten zu haben. Das vornehmste Uebel ist hier erstens der dadurch in dem frühesten Zeitalter bestimmte, nicht gehobene, oft gänzliche Mangel an Dammerde; wo nehmlich die Natur diesen Mangel durch den natürlichen raswuchs(nach§. 3. lit. b. und c.) zu verbessern, von jeher behindert wurde: ihre Eigenheiten sind ge— wöhnlich kahle Sandgegenden, die der Wind verweht, mit Steinen übersäete Ländstrecken, und sie sind nur durch anhaltenden Fleiß, Kosten und langjährig ausdau⸗ I. e 40 2 Ee Har— +. +*(. +H eie. 4 Ma-Hifien Oα*. —0 7 ete I 4% 222 IrA GEuN.. F..* Z 42%%4 +0. — 8. 1* 1. 4C+. H, C. — 88 rende gute, auf die Mäßigung der Temperatur beson⸗ ders abzweckende und dieser gemäße Behandlung zu verbessern. Zweitens gehören hieher solche Striche des südlichen Klimas, wo es nur selten oder fast nie den Sommer über regnet; wie in einigen Gegenden Frank⸗ reichs und Spaniens zu geschehen pflegt. H. 54. Hierher würde noch die durch anhaltend dürre Wit⸗ terung, oft einige Jahre hindurch fortgesetzt, veranlaßte ungewöhnlich trockene Atmosphäre gehören. Welchen nachtheiligen Einfluß diese auf das Wachsthum aller Feldfrüchte beinahe in jeder Temperatur habe,(ohnge— achtet sie der feuchten Atmosphäre, oft sehr nützlich in der Folge werden kann) ist bekannt. Wenn die Dürre bis zur Schädlichkeit einer allgemein trockenen Atmos— phäre hinauf gestiegen ist: so wird auch der beste sonst feuchte Boden in seiner Fruchtbarkeit auf einige Zeit gehemmt: in der Folge hat dieses jedoch in Ansehung des Körnerertrages oft erwünschte, und andere diesem entgegengesetzte Wirkungen. Aller Regen wird als— denn mehr erschwert, und die Erde verliert sogar die Neigung und Anziehungskraft,(wenn die so nützlichen Meu 5 2 Thaue ausbleiben und unterbrochen werden) zu aller wäßrigten atmosphärischen Feuchtigkeit. §. 52. 0. Auch die Lage einer ganzen Gegend und insbe— sondere die örtliche Lage, bestimmt die Temperaturgrade und hat auf sie Einfluß. So hat auf ebenem Lande, .* *„ · 4*—6.* —— XO 7 — 89 und noch mehr in dem Gebürge jede Erhabenheit oder Vertiefung, jeder Berg, oder jedes Thal seine eigene Temperatur, die von den Eigenthümlichkeiten der Lage und des Bodens herrührt. Um zu beweisen, wie veränderlich die Fruchtbarkeit durch die Temperatur sei, führe ich hier nur an, daß in einer warmen Gegend, in ebenem, mit Sandflächen umgebenen sogenannten schwarzem Boden(der nicht allemal gutes Land, sondern sehr oft das Gegentheil davon durch seine zu sehr erniedrigte Temperatur ist) wenn er auch wirklich mehr feucht als gut seyn sollte, alles Feld dort stets für einen guten Acker,(welches es auch da wirklich seyn kann) gehalten wird. Man versetze (wenn es möglich wäre) diesen Acker aus der trockenen in eine feuchte Atmosphäre, z. E. hohe kalte Gebürgsge— gend: so wird ihn hier jedermann, als Acker betrachtet, da er hier wegen der feuchten Atmosphäre, um einen großen Theil nässer und in der Gährung zurückhaltender ist, ohn⸗ geachtet er als Wiese sehr brauchbar seyn kann, für elend halten. Es ist überdies den Gebürgslandwirthen bekannt, daß in der hohen Gebürgsgegend die besten Aecker, welche gewöhnlich in der Nähe eines Gutes oder Vorwerkes angetroffen werden, nicht dem äußeren Scheine nach allemal in den Thälern, sondern oft und meistentheils auf Bergen, zuweilen sogar nur an der Mittag- und Morgenseite gesucht werden müssen. Dies ist in dem platten Lände aber meist der durch die verän— derten Verhältnisse desselben ganz entgegengesetzt erschei— nende Fall. So sehr verändert die Temperatur, welche die Fruchtbarkeit ganzer Lander, früher noch, als man ———.——.— ————————————— —. ö E. , 4u 4 A.—*. 4.(4* ⸗ V. V.— 4*.. 90 je an Ackerbau und Kulturordnung gedachte, so wie jene, von ganzen Gegenden und örtlichen Lagen insbeson— dere jetzt bestimmt, die Sache! Ob die Lage nach Norden oder Süden erhaben, ab— hängig, offen, mit Waldung, Wiesen, Seen oder Sümpfen umschlossen ist, dabei enges oder weites Thal bildet, hat nach der klimatischen Verschiedenheit auf die Temperatur und die daraus folgende Bestim— mung der Ackerfruchtbarkeit jederzeit Einfluß. §. 53. In Ansehung der örtlichen Lage und dadurch be— stimmten Temperatur, giebt es besonders sehr wesent— liche Unterschiede, die jeder Gegend, Lage, und selbst oft mit Uebergehung des Klimas, ihre vorzüglich merk— würdigen Eigenheiten angeben. So finden wir oft in sehr trockenen Gegenden in unserm Klima Aecker, die nach der für sie nöchigen Behandlungsweise stets die Rück— sicht auf die Temperaturerhöhung bedürfen, und eben— falls in der feuchtesten Atmosphäre, im hohen Gebür— ge oder sonst im platten Lande zuweilen Ackerstücke, die nach den Grundsätzen der Temperaturmäßigung zu be— handeln seyn würden). Auch die auf Erfahrung be— ) Daß diese letzteren sich jedoch von solchen, die eine trockene Atmosphäre haben, sehr unterscheiden, und weit eher in gute Kultur, als diese letztern zu bringen sind, bedarf wohl kaum eines Beweises. Um destomehr muß man sich aber hüten, von zween dergleichen verschiedenen Aeckern, welche aber beide der Temperaturmäßigung bedürfen, und wovon der eine in einer feuchten und der andere in einer trockenen Atmosphäre lieget, einen Schluß in Ansehung der geschwinderen und möglichen Ver— A. 2 +.—. 7.—4*.*.* V 22—— 47% + 91 gründete Beobachtung von dem Unterschiede in der Temperatur, welche die Bestimmung, weshalb das eine Grundstück zu Acker, das Andere aber als Wiese benutzt wird, angiebt, und meist überall und in allen Gegenden anzutreffen ist, gehört hierher. Dieß ist die einem jeden Acker oder Landstücke zugehörige, eigen— thümliche örtliche Temperatur. Die Temperatur der Gegend bestimmt jedoch nächst dem Klima und der Atmosphäre das Meiste. §. 54. d. Die gewöhnlich verschiedene Abwechselung der verschiedenen Jahreszeiten, vom Winter und der Kälte bis zu dem Sommer und dem höheren Grade seiner Wärme, ist in Ansehung der Temperatur ebenfalls nach Maaßgabe des Klimas, der Lage und örtlichen Temperaturbestimmung jedes besondern Ackerflecks so verschieden, als ihre Wirkungen hinlänglich und deut⸗ lich an dem Tage liegen. Besonders bestimmt diese Art der Temperatur die überall gewöhnliche richtige Zeit zur Saatbestellung und des Wachsthumes der Ackerproducte. Die verschiedenen Tageszeiten und Ab— wechselungen des Tages und der Nacht sind eben so deutlich und einleuchtend. Besonders bestimmt die Lange der Tage und dadurch verstärkte Wirkung der Sonnenstrahlen bei kürzerer Unterbrechung durch die auf den Tag folgende Nacht die Wärme, und mit dieser besserung durch die Vermehrung des Graswuchses, die in dem einen Falle sehr leicht, in dem andern aber erschwert wird, von dem ersten auf den letzten zu machen. —— —— —— 72 *. v. x ö ö A- Hs..d 7 de. 40——2 4——2—.— +* 4 0 . 9² vergesellschaftete Ackerfruchtbarkeit, die alsdenn beson— ders fruchtbare Aerndten erwarten läßt. §. 55• e. Die durch die veränderliche Witterung, als Dürre und Nässe, Sonnenschein, Nebel, Thau, Re— gen, Wassergüsse, verschiedene kalte und trockene oder warme und feuchte Winde u. s. w. abwechselnde Tem— peratur, und ihr Einfluß auf alle Feldfrüchte, der beson— ders groß(doch nie deutlich und bestimmt genug einge— sehen worden) ist, sind ebenfalls dem practischen Land— wirthe bekannt genug: ohngeachtet auch dieser die Wirkungen davon mehr andern Zufällen, z. B. den gefallenen Giften bei jeder Gelegenheit zuzuschreiben geneigter ist. Kein Jahr ist hierin dem andern gleich. Oft hält Dürre oder Feuchtigkeit lange Zeit hindurch, und oft zu der am wenigsten bequemen Zeit an, und der periodische Lauf der Witterung neigt sich oft mehrere Jahre nach einander,(wo die Wirkung in Ansehung des Ueberflusses oder Mangels auf Wohlfeilheit und Theurung gleich groß und oft ausschweifend werden kann) bald zur Nässe und bald wieder zu der Dürre hin. H. 36. Wenn den Sommer über die Temperatur nicht zu hoch, und zum Schaden der zu erzielenden Feldpro— ducte steigen soll, so ist es nöthig, daß sie durch öf— tere Thaue und auch von Zeit zu Zeit durch Regen ge— mäßigt, und die zu dem guten Wachsthume erforder— liche Feuchtigkeit den Gewächsen mitgetheilt werde. (o 23 Eben so ist es ausgemacht gewiß, daß durch anhalten— de Regengüsse und daurende Nässe besonders in feuchter Atmosphäre die Temperatur so gemäßiget, zuletzt er⸗ niedriget und die Gährung im Acker oft so sehr zurück gesetzt wird, daß die Folgen nach Maäßgabe des ver— schiedenen Erdreichs, seiner Temperatur überhaupt und mangelnden Gährungsfäͤhigkeit selbst unausbleiblich sich zeigen. Es scheint keinem Zweifel unterworfen zu seyn, 0 G. daß alle Aerndten in Ansehung ihres Gedeihens oder/ 40„ Nichtgedeihens ganz von dieser jedesmaligen Lann*. tur abhängen: sowohl die Temperatur, welche in die. 4 4 Zeit der gewöhnlichen Braachbearbeitung zum nin 4—— roggen,(der hier zu Lande als die Hauptfrucht anzuse+— ö 6 hen ist und den Maaßstaab zu den Preisen aller übrigen +4½— D Fruchtgattungen hergiebt) fällt; als auch die T Tempera= ‚ 7 tur während der Saätzeit, und die einige Zeit 11½ 3 nachher, hat darauf Einfluß. Besonders bestimmt& eine trockene Saatzeit, die sich auch nachher einige Zeit 69— +4. noch so erhält, in feuchter Atmosphäre oder gutem Lande alles. Hingegen kommt es in an sich trockenem, ziemlich gutem, aber hohem Getreidelande, und nicht seuchter Atmosphäre, oft mehr auf die während der Zeit der Bearbeitung in der Braache vorher statt ge— habte trockne Witterung, oder die allgemeine Tempe— ratur derselben an. Ohngeachtet auch hier eine trockne gute Saatzeit ihren Einfluß nur nicht in dem Grade als in feuchtem Lande auf die Ackerfruchtbarkeit über⸗ haupt zeigt. In trockner Atmosphäre und Sandlande hinwiederum wird man allerdings von mehr gemäßigter Pꝑ—.— 2222 ö rin 9⁴ Temperatur und feuchter Witterung Nutzen erhalten; nur wäre zu wünschen, daß die Kultur hier überall so eingerichtet wäre, daß der Rutzen davon dauerhaft, groß und bleibend würde. §. 57. Die Veränderung der Temperatur durch die ver— schiedenen Winde, und ihr Einfluß ist dem Landmanne gleichfalls bekannt. So bringt der Morgenwind, da er über lauter festes Land zu uns kömmt, gewöhnlich Kälte und Dürre,(eine sonst widernatürliche aber eben deshalb schädliche Vereinigung; da sonst Kälte und Nässe gewöhnlich mit einander verbunden zu seyn pfle⸗ gen) und daraus folgende Unfruchtbarkeit, und zwar mehr noch für den Gras-als das Getreide-Wachsthum zuwege. Dahingegen Abendwinde, da sie ihren Weg mehr über unzusammenhängendes Land und einen Theil des großen Weltmeers zu uns nehmen, gewöhnlich mit vielen Regen begleitet zu seyn pflegen, daher auch durch diese Verminderung der Temperatur, bei Platzregen oder sonst heftigen oder lang anhaltenden Regengüssen zuweilen schädlich werden. Der Nordwind ist eben— falls seiner Ratur nach kalt und unfruchtbar. Dahin— gegen die Mittagswinde warm, am meisten fruchtbar, und auch nicht ganz ohne Regen, wie die kalten Mor⸗ genwinde, zu seyn pflegen. Um die Zeit des Frühlings— und Herbst⸗Aequinoctii und der Sonnenwende kann ein aufmerksamer Landwirth, nach den an diesen Tagen herrschend gebliebenen Winden und Witterung mit wahrscheinlicher Sicherheit einen Schluß auf die noch H Bi lgel v (l . en uter ste sh Aa Hat ald mun Aeer slbst Edde Natl — fakt li 93 folgende Witterung und daraus folgende Temperatur⸗ Bestimmung machen, und demnach seine Ackereinrich— tungen, besonders in Ansehung der früheren oder spä— teren Saatzeit, vornehmlich im Frühjähre treffen. . 38. II. Von der Temperatur, auf innere Verhältnisse des Bodens und der Kultur zugleich. Ueberhaupt giebt es mannigfache Unterschiede in der Temperatur, wovon jede ihre besondern Eigen— thümlichkeiten hat. Demohngeachtet ist, wie vorhin erwähnt wurde, eine der anderen untergeordnet. So ist der Temperatur das Klima, die der Atmosphäre dieser, die Temperatur der Gegend jedes Theils, Ber— ges oder Fläche, so wie dieser abermals die Tempera⸗— tur einzelner Ackerstücke mit ihrer von einander abwei— chenden verschiedenen Veränderung und Abwechselung untergeordnet. Daß dieses eine unzählige Menge von oft abwechselnden Resultaten bei Bestimmung der ver⸗ schiedenen Ackerfruchtbarkeiten und wirklich erhaltenen Aerndten geben müsse, ist einleuchtend. Besonders hat auf die letzte Art von Verschiedenheit in der Ver⸗ änderung(welche aber viel zur allgemeinen Bestim— mung beiträgt) die besondere Temperatur einzelner Ackerstücke nächst ihrer Lage, auch die Art des Bodens selbst, die Dammerde mit ihrer Unterlage, ob diese Erde nehmlich trocken, quelligt, oder nur feucht von Natur, Lehm, Thon oder Klei, Lette, schwarzer torfartiger, oder Sand- und gemischter Boden, der zugleich mit geringer oder tiefer Dammerde versehen ist, 2 ᷣel.., La! feilheit als Theurung der Lebensmittel*), und daraus 95 den größten Einfluß und Einwirkung. Die Tempera— tur der Jahreszeiten und die der veränderlichen Wir⸗ terung vervielfältigt besonders diese Unterschiede. Es 4 0 ist eine ganz eigene und dem forschenden Oekonomen oft Jaußerst interessante Beobachtung, in Erwägung der 4eF. 4, Beschaffenheit des Bodens und der Erdart, die Tem— — peratur desselben und die einer Gegend nach der ge— Aafls.. E babten Witterung und deren muthmaßlichen Einfluß 200 aauf das Gedeihen oder Nichtgedeihen, sowohl die Wohl— — ..' + 2„) Man sieht aus diesen Aeußerungen, daß ich der Meinung der— X. 4.„ 2 4.— ——— 4.. jenigen nicht beitreten kann, die sich etwa einbilden, daß alle Aerndten jährlich, kleine Unterschiede abgerechnet, einander im Ganzen stets gleich seyn müssen; daß daher Theurung und Wohlfeilheit nicht in der Natur der Sache, Mangel und Ueber— fluß in der Productien liege; sondern ganz allein dem Wucher, den Planen eigennütziger Menschen, und wer weiß, was sonst für verderblichen Zusammenrottirungen beizumessen seynn. Daß eine zählreiche Volksmenge viele Lebensmittel verlange, und da— her jeder Ausfall denn doppelte Nachtheile und Noth nach sich ziehe, ist gewiß. Wie aber unter diesen Umständen die Maaß⸗ regeln der Regierungen irgend entschuldiget werden können, die so wie es die ehemalige französische gethan, dem Getreidehandel selbst die beträchtlichsten Hindernisse in den Weg gelegt, und da⸗ bei so wenig Einsicht in die Natur dieser Angelegenheit und ins— besondere die des Kaufs- und Verkaufsgeschäftes gezeigt ha⸗ ben, ist mir stets unbegreiflich und unerklärbar geblieben; da doch durch eigne Schuld derselben veranlaßt, den Getreidehänd⸗ lern ihr so durchaus notbwendiges Geschäft durch so unzählige Verbote, Einmischungen, Einschränkungen der freien Conkur⸗ renz zum Getreidehandel, Anlagen von Staatsmagazinen, und sonst auf alle Art zu erschweren sür nöthig erachtet worden war; demohngeachtet aber die so sichtbar gefährlichen Ausflüchte an— gewendet wurden, und man nachher alle Schuld den unschul⸗ digen durch jene Maaßregeln ohnehin genug gedrückten Land⸗ wirthen und den dem Laufe der Natur nach so unentbehrlichen Her, 4——„ 2—, +Aκ A/. 4— I. C +. 2 1— A. ir. * Es 9⁷ ferner folgenden Resultaten im voraus bestimmen zu können. Indessen ist dieses eine Beobachtung, die,‚ wie es scheint, nur von sehr wenigen in die Mysterien der Natur Eingeweiheten so angestellt worden seyn wird. §. 59. In unserm mehr nördlich gelegenen Klima würde diese Temperatur sowohl zur Erbauung der edlen Pflan⸗ zenproducte, als auch insbesondere des Getreides in Rücksicht des Einschnittes und Ertrages nach meinen isherigen Erfahrungen ungefähr die seyn, wo eine fruchtbare, hinlängliche Dammerde über einer Unterlage von Sand, jedoch in keiner feuchten Atmosphäre liegt. Auf dem Untergrund kommt bei Bestimmung der Ackerfruchtbarkeit sehr viel an, und unsere nördliche Lage verlangt daher allerdings jene Unterlage, welche so viel zu einer gedeihlichen hohen Temperatur beitragen kann und wird. §. 60. Ehe ich die besondern, auf die practische Anwendung Einfluß habenden, aus der Natur selbst entstehenden nur beschränkten, Anzahl von Getreidehändlern, die durch diese Einschränkungen jedoch erst zum Monopolisiren verleitet worden waren, zuzuschieben gesucht hatten. Das Volk dadurch zu einem Aufstand zu reitzen, kostete, wie der Erfolg gezeigt hat— in der That wenig Mühe. Allein ein ganz anderer Fall wäre dieser bei einer Regierung gewesen, die das auf dem Titel dieses Buchs angeführte Motto des natura non nisi parendo vincitur zu ihrem Wahlspruche bei allen Staats⸗ und Polszei⸗Einrichtun— gen von jeher genommen gehabt hätten. 6 —772222ccc—— 4 4. HLE. Iae 98 Grundsätze und Regeln für die nähere Temperaturkennt— niß hierbei angebe, scheint es mir nöthig, noch solgen⸗ de allgemeine Bemerkungen vorauszuschicken, welche nicht allein an sich zu desto besserer Uebersicht der Tem— peraturwirkungen selbst wichtig, sondern auch, um aller etwanigen sinnlichen Täuschung zuvorzukommen, gleich unentbehrlich sind. Angenommen, daß ohngeachtet der Graswuchs die Entstehungsursache der dem Feldbaue und Acker so be— sonders nützlichen Gährung durch die dazu wieder er— theilte Fähigkeit hierzu zuerst angiebt,(welche weiter— hin durch die Temperatur nur besonders bestimmt oder executirt wird; daher in dieser Hinsicht bei einem guten Ackerbaue nicht allein die productive, sondern noch mehr die ausübende Kraft rücksichtlich beobachtet wer— den will: letztere als eine Sache, die sich einem Felde nicht so leicht geben und nehmen läßt; dahingegen man der ersteren durch künstlichen Graswuchs vielleicht bes— ser, und in Rücksicht der daraus zu erwartenden Fol— gen nutzbarer nachhelfen kann): So bleibt doch die jedesmalige Ackerfruchtbarkeit stets das Resultat das 1) durch die im Acker vermittelst der Kultur und richtigen Gebrauch der Gährungsmittel veranläßte Menge Gährung erregender Kräfte; 2) durch die mehrere oder mindere Güte der Dammerde, und 3) endlich vorzüglich durch die jedesmal allgemeine und besondere Temperatur bestimmt und hervorgebracht wird. Dieses vorausgesetzt ist dabei noch folgendes zu be— merken übrig; un de d dern V wRDRDRDDRRDRRRRRRRTTTTTTTTTTTTRRR*** 339393—3—3—————————33——————— 9 Eine gute genugsam hohe Ackertemperatur nehm⸗ lich, die ihren Ursprung von der durch alle bisher ange— gebenen Ursachen bewirkten, gesunden und vornehmlich brauchbaren Ackerconstitution erhalten hat, weiß die Wirkungen des Graswuchses oft so sehr zu verbergen, daß man wie die Erfahrung bisher lehrte, dieser Tem— peratur gar nicht auf die Spur zu kommen vermag, oder doch die Bestimmung ihrer wahren und bisher so sehr verdeckt gewesenen Eigenschaften und Wirkungen auch fernerhin ganz unkenntlich bleiben müßten: und zwar geschieht dieses hier besonders deshalb, weil dils selbst in der armseligsten Braache um die Gährung zu wiederholen und um die Fähigkeit hierzu neuerdings dem Lande wieder zu ertheilen, immer hinreichend ge— wesen. Eben so verbarg bisher im Gegentheil eine ungünstige sehr gemäßigte, zu niedrige, und der Acker⸗ kultur keinesweges vortheilhafte Temperatur die Wir— kungen selbst des häufigsten Graswuchses an sich und in Hinsicht seiner als Gährungsmittel dienenden Brauchbarkeit; indem nehmlich dieser häufige Gras— wuchs unter diesen veränderten Temperatur⸗Verhältnis⸗ sen bei dem Getreideanbaue keinen, oder doch einen nicht so großen und gegen den vorhergedachten Fall auch bald und eher wieder verschwindenden Nutzen(durch früher beendigte und nie so lebhaft angefangene Gäh⸗ rung) blicken ließ. Durch verderbliches Unkraut wur— de dieser sogar oft bei übler feuchter Witterung das Hin— derniß einer gedeihlichen Fruchtbärkeit, und derselbe selbst wurde,(wie er es unter diesen Umständen auch wirklich war) als der Feind der besseren Ackerkultur ö 6 .....—:::..—;.— +,, *le—— ö 0 2. π* . La ...ieeieieieeeieieeeeee-———-———.. ————nttte:eee⸗⸗⸗t⸗:tt:::. wꝓSIIII...— 1⁰0⁰0 immer betrachtet. Selbst der größte Antheil natürli— cher Dammerde blieb in diesem letzten Falle von gerin— ger, oder wohl auch, bei Mangel einer guten Feldkultur, von keiner zur Ackerfruchtbarkeit doch sonst so nöthigen Wirkung: die unterdrückte Gährungsfähigkeit konnte bei dem Mangel an Gährung erregender Kraft überhaupt nicht in Thätigkeit kommen, und die Gährung selbst blieb wegen des Fehlers der ausübenden Grundkraft in der Natur völlig schwach oder unbedeutend. Alle diese Fälle nun können in jedem, wenigstens europäischen Klima, und selbst oft in einer fruchtbaren Gegend wie— der eintreten. Ist die Temperatur fehlerhaft, und diese wäre auf keine Weise zu verbessern: so ist auch alle Mühe bei dem Ackerbaue umsonst, oder sie wird nicht belohnt. Jeder Schritt wird sicher dem Acker— wirthe dann so erschwert, und kostet einen so großen Aufwand von Beharrlichkeit, Zeit und Anstrengung der Kulturkräfte, bei übrigens zweckmäßiger Behand— lung, die einer durchaus guten Ackerconstitution völlig fremd sind; weil hier alles ungewöhnlich leichter, siche— rer und geschwinder von stätten geht. Bei der zu sehr erniebrigten Temperatur hilft selbst reichlicher Graswuchs(welcher, wie z. B. bei vielen Torfmooren, alsdenn nur in den gewöhnlichen Moor— pflanzen, Binsen oder Schilf und Moos bestehen dürf— te) zur Ackerfruchtbarkeit, und so lange der nachthei⸗ lige Umstand selbst nicht zu beheben ist, nichts: tritt zu diesem, wie gewöhnlich, noch eine durchaus feuchte Atmosphäre, so fällt jene, die Ackerfruchtbarkeit so— gar meist in das Unmögliche. * 101 H. 61. Ueberhaupt ist eine feuchte Atmosphäre,(wenn sie nur nicht zu niedrig für den Graswuchs selbst ist) sehr täuschend und trügerisch. Dem äußern Anscheine nach, und des häufigen gedeihlichen und mit einer minderen Temperatur gegen Getreide vorlieb nehmenden Gras— wuchses wegen, sollte man, selbst nach Anleitung der bisherigen Ackerbautheorie, glauben, die Fruchtbarkeit sei dort einheimisch. Bei mehrerer und näͤherer Erfahrung findet man sich jedoch getäuscht, und die Temperatur will es, in Ansehung des wirklichen Ackerertrages, (denn in Rücksicht der übrigen Umstände scheint die so eben gedachte Temperatur wegen der einträglichen Vieh— nutzung noch gegenwärtig vor der zu hohen Temperatur und trockenen Atmosphäre immer Vortheile voraus zu behalten) oft anders. Diese Täuschung wird denn oft noch vermehrt, wenn man siehet, daß alle Som— merfrüchte(s.§H. 49.) wegen der Temperatur der wär— meren Jahreszeiten und oft genug günstigen Witterung, gegen das Verhältniß des Gerathens des Wintergetrei— des zu dem Sommergetreide in andren Gegenden, dem Anscheine nach gut zu gedeihen pflegen. Ich sage dem Anscheine nach; weil der Körnerertrag, wenn die Witte— rung nicht gleich nach der Aussaat warm und trocken bleibt, allen den oft und gewöhnlich hier nicht unbeträcht— lichen Nebenhülfsmitteln von Viehzucht und Wiesen— wachs verhältnißmäßig gar nicht entspricht. H. 62. III. Von der Temperatur in Hinsicht des Prakti— schen der Anwendung. . eha üun r. — 04 +. 3. .ahe De.. — 0 ö N. ——— —9 5 4 V . 294 ö V 141 4. V. 05 V— 4 —— —*** H r— 65 102 Entweder ist es nöthig, die Temperatur durch die angenommene Anordnung in der Kultur selbst zu erhö— hen, oder sie zu mäßigen; nachdem nun die Umstände oder das Localbedürfniß, das eine oder das andere dieser Taaßregeln vorschreiben. §. 63. Bei dem Feldbaue findet im Allgemeinen solgende Regel dabei statt: daß überall, wo Sömmerung, als Gerste und Hafer, bei der bisher üblichen Kultur gewöhnlich und vortheilhaft erbauet wird, der Fall der nöthigen Erhöhung der Temperatur; so wie im entge— gengesetzten Falle, und wo dieses nicht geschehen kann, (vielmehr Stoppelroggen gebräuchlich ist) der Fall der nöthig zu bezweckenden Temperatur-Mäßigung ein⸗ treten wird. Diese Bestimmung leidet jedoch bei dem Grasan— baue keine Anwendung, indem theils hier,(besonders aber bei dem natürlichen Graswuchse) eine feuchte At— mosphäre viel vermag, theils auch, der Natur der Gras— wuchserzeugung gemäß, der Fall der Temperaturmäßi⸗ gung bei dem Graswuchse überhaupt viel früher, als bei dem Getreidebaue vorkommt: indem die Behand⸗ lung nach den Grundsätzen der Temperaturmäßigung bei dem Graswuchse schon da statt finden kann, wo bei dem Getreideanbaue noch die Regeln der Temperatur— Erhöhung ihre Anwendung finden. In Ansehung der bei dem Ackerbaue in diesen zwei vorliegenden Fällen zu ergreisenden Kulturanordnung sollen weiterhin, so wie im zweiten Theile bestimmte * 103 Regeln, die man bei Annahme einer der Localität des Bodens angemessenen Feldordnung, sowohl in dem Falle der nöthigen Erhöhung, als auch nöthigen Mäßigung der Temperatur, zu befolgen, und worauf man alsdenn besonders Rücksicht zu nehmen habe, aufgestellt werden. §. 64. Noch will ich hier a. die Mittel bei der Erhöhung und Mäßigung der Temperatur zugleich; b⸗ die bei der nöthigen Erhöhung der Temperatur allein; c. die practischen Mittel, zu der nöthigen Mäßigung und zur Erniedrigung der Temperatur allein ge— reichend; und d. noch einige allgemeine Grundsätze dabei aufstellen. §. 65. 1) Beides zugleich, sowohl die Erhöhung als Mä— ßigung der Temperatur bewirken vorzüglich a) der Graswuchs, b) ver Ziehdünger, o) die richtige Dün— geranwendung(von welcher künftig mehr; sie wirkt eigentlich nur mittelbar durch das zuerst angegebene Mittel, den Graswuchs) und endlich d) die Wässerung. Des erstern Mittels bediente sich die Natur als Uni— versals zur Erreichung dieses ihres gedoppelten End— zwecks; eben so des letzteren, jedoch nicht so allgemein. Des zweiten Mittels, des Düngers, so wie der rich— tigen Düngeranwendung zugleich, nächst dem Ersteren, EEα&α—0. — 4.——— 6. J 44 X.. — — — 104 als vorzüglicher Gahrungsmittel, bediente sich vor— nehmlich der Mensch im cultivirteren Zustande, als Erbauer der Feld⸗ und Gartenfrüchte. Im wärmerem Klima als in dem unsrigen, oder auch im Sand und anderen hitzigen Boden, würde hier⸗ zu, der kälteren Jahreszeiten wegen, e) auch noch das Einzäunen oder die Heckenbefriedigung, welche sowohl bei der Viehhütung zugleich Vortheile verschafft, als auch bei dem Pflanzen-und Gartenbaue und bei dem Erzielen des Graswuchses überhaupt gemeiniglich als nützlich anzurathen ist, gehören. §. 66. Bei der nöthigen Temperatur⸗Erhöhung wirkt der Graswuchs mehrentheils vermittelst seiner, je mehr durch die höhere Temperatur die Gährungsthätigkeit zugleich bewirkt werden kann, desto größern Kraft, die Gährungsfähigkeit wieder zu ertheilen, und die Gährung selbst dadurch wieder zu erregen oder anzufangen; ob— schon auch die Dammerde an sich das Ihrige zu dem gedeihlichen guten Wachsthume hier reichlich beiträgt und noch mehr beitragen würde, wenn das Gleichge— wicht der Temperatur und der schwer auflösbare Gras— wuchs nicht diese Gährung immer verhinderte. Hinge— gen zu dem Falle der nöthigen Temperaturmäßigung wirkt besonders der natürliche Graswuchs, und auch ins besondere und hier noch mehr, so weit diese zu— reicht, die Dammerde: obschon das, daß Damm⸗ erde bei der bisher üblichen Ackerbehandlung noch da ist, jederzeit einen Beweis ablegen wird, daß die ——— 105 Temperatur nie so hoch gestiegen war als sie außerdem wohl hätte steigen können. Die zu willige Temperatur hätte sonst längst schon zur völligen Aufzehrung der Dammerde hier mit gewirkt, und die immer größere Abnahme der Kräfte des Ackerlandes dadurch nach sich gezogen. 9. 67. Von dem Viehdünger ist es eine bekannte Sache,. Ed daß dieser mit Auswahl, sowohl auf hitzigem als kal— 74 tem Boden gleich gut und anwendbar erscheint. Diese“——— gute Eigenschaft scheint vorzüglich dem Kohlenstoffe ⁴¹. und thierischen Salpeterstoffe zuzuschreiben zu seyn, O—— 6 Za welche sowohl die Temperatur mäßigen, als auch der ihnen eigenen Kraft, die Gährung zu erregen, gemäß, in kalten Boden und bei der nöthig zu bezweckenden zeigt. §. 68. Eine gerühmte Eigenschaft der Wässerung, welche besonders im wärmeren Kliwa den größten Rutzen zeigt, und deshalb auch wirklich dort öfterer als sonst irgendwo angewendet wird, ist es bekanntlich, daß die so nöthige Mäßigung der Temperatur dadurch gar sehr erleichtert und befördert wird. Eben so ist die Wässe— rung gleichfalls bei der nöthigen Temperatur-Erhöhung, obschon sie nicht bei dem Ackerbaue selbst in diesem Falle, oder doch nur in dem heißeren Klima anwendbar ist, doch bei dem Gras-⸗ und Wiesenbaue von sicherem großen N. X Temperatur-Erhöhung die vortrefflichsten Wirkungen—. 1 5 4 — X.. A. ö . —9 1— ⁷⁷ 106 Nutzen; indem ganz untragbares Land und selbst eine für den Graswuchs zu niedrige Temperatur verrathende Süͤmpfe auf diese Weise zuletzt fester und grasreicher gemacht werden können. §. 69. Sowohl wenn Graswuchs zu häufig von der Na— tur bei Nässe und feuchter Atmosphäre gebraucht, durch diesen Gebrauch aber, bei mehr einsaugender Feuchtig— keit der lockeren Dammerde, gleich einem an Größe zu— r nehmenden Schwamme, gemehrt worden, und eben da— durch die Temperatur entweder zu sehr erniedigt ist, oder doch wenigstens zur Erhaltung der Dammerde durch diese Erniedrigung, welche die Gährung so oft zurück setzte, bei nassen torfartigen Aeckern, die bisher zu dem Getreidebaue,(ohngeachtet ihrer diesem nicht zusagenden, entgegengesetzten Natur) angewendet wurden, selbst beigetragen hat: so ist(wenn diese oft von so vielen Veranlassungen abhängende fortgesetzte Einrichtung noch ferner beibehalten werden soll) die Wegräumung der Hindernisse zu der mehr zu erhöhen— den Temperatur nöthig. So wie auch dieselbe Vor— kehrung im entgegengesetzten Falle beim Mangel an Dammerde und sehr trockenen Aeckern mit der Minde— rung der Temperatur getroffen werden muß. 9. 70. 2) Die Erhöhung der Temperatur allein bewir⸗ ken ä) der gedachte Graswuchs überhaupt, vor— züglich aber b) dessen Gährung erregende Kraft, welche 107 letztere ganz von der angenommenen Kultur des Ackerbaues abhängig, in der Hand des Ackerwirths, das einzige unübertreffbare Mittel, die Naturwirkun— gen zu leiten und zu befördern, ist; und welche zum Be— huf der dadurch zu vermehrenden Gährung und vergrö— ßerten Gährungsthätigkeit besonders wohl unterhalten, ja vielleicht oft verdoppelt werden sollte; o) der Vieh⸗ dünger ebenfalls, wie§. 67 erinnert wurde; ein sehr schätbares Gährungs- und eben dadurch, wenn die Umstände und Zeit es erfordern, Temperaturerhöhen— des Mittel; ch die richtige Düngeranwendung; e) das Wässern der Wiesen, oder vielmehr Zusam— menpressen der lockeren schwammigten Torferde, und Entledigung der zu viel eingesogenen kalten Feuchtig— keit: alles Gegenstände, die, wie ich bereits erin— nert habe, zu doppeltem Gebrauche dienen können. Ferner gehört hierher noch insbesondere:) das Trok— kenlegen der Grundstücke, g) Ableitung der unterirdi— schen Quellwässer, h) das Gräben ziehen,) das Austrock— nen und Verbrennen der Torfschwarte, k) Ackerbear— beitung und dadurch wirklich zunehmend vergrößerte, durch aufgebrachten künstlichen Dünger, Kalk, Margel, Gips, Sand u. s. w. erhöhete Temperatur, m) Ausradung naher, durch ihren Schatten und feuchte Atmosphäre im nördlichen Klima schädlicher Holzun— gen, Waldungen;*) m) Befreiung der in der Nähe ) Es scheint sehr begreiflich, wie, nach allen Umständen zu urthei— len, jedes noch unkultivirte, unangebauete, mit Wäldern, Sümpfen und Wiesen versehene Land, ein rauheres Klima, als es seiner Lage noch vielleicht haben sollte, wirklich hat. Und es Fe 6 Glis 4 . * 7 ——8 2 7 6 . 2 108 befindlichen Wiesenländer von überflüssiger Feuchtig— keit, o) Ableitung der in der Nähe bestehenden nicht versiegenden Gewässer, p) Einschließung der nahe lie— genden Wiesen mit Gräben, damit die Feuchtigkeit *..— nicht von ihnen zu den Aeckern herauf steige u. s. w. re- . 7. . 3) Die Mäßigung der Temperatur, welche als— e denn zu bewirken gesucht werden muß, wenn die Natur dadurch in ihrer nothwendigen Verrichtung zur Gras— wuchserzeugung gestört oder verhindert wird, geschie— 4„7 7 het: a) durch den Graswuchs überhaupt, und ebenfalls 4 n b) je mehr die Dammerde fehlt, in gleichem Grade insbesondere durch die vorzüglich richtige Vermehrung der Gährung erregenden Kraft;(welche Veranstaltung hier besonders durch eine bessere die Mäßigung der Na— tur mehr bezweckende veränderte Feldordnung ausge— führt werden kann) c) durch Viehdüngung und richti— ge Düngeranwendung; d) durch Bearbeitung, welche in derselben Zeit zugleich zu noch größerer Graswuchs-— beförderung, wie bei dem Anbaue der ersten Gewächs— klasse zu geschehen pflegt, angewandt wird.(Diese 7 2 4 ist daher sehr erklärlich, wie z. B. Deutschland, welches uns von den römischen Seribenten als ein ehemals so kaltes, un⸗ fruchtbares Land geschildert wird, bloß dadurch, nehmlich durch die allgemeine Erhöhung der Temperatur, seitdem die Kultur durch Aüsrottung von Waldungen, Ableitung von Sümpfen und stehenden Gewässern und vermehrtem Anbaue der Felder Fort⸗ schritte gemacht hat, ein gleichsam milderes Klima, trocknere Atmosphäre und daraus folgende größere Ackerfruchtbarkeit von der Hand der Zeit allein erhalten können. Hiermit vergleiche 9 3. Lit. b. 109 wirkt, wie bei dem Behacken und Reinhalten der Pflanzen während der Zeit des Wachsthumes dersel⸗ ben durch die Bearbeitung der Fall eintritt, nur mit— telbar durch die Vermehrung des Graswuchses und der Gährung zugleich, also zu Anwendung des zuerst an⸗ gegebenen Mittels.) e) durch die Wässerung, wo diese vornehmlich in der Zwischenperiode des verneuerten Graswuchses zur Wiedererhaltung der Gährungsfähig— keit, und des behobenen Mangels an Gährung erregender Kraft anwendbar ist; f) durch mäßiges Eindrücken und wiederholtes Walzen im losen Sandlande; g) durch Ra— sen, oder Plaggen, Schlamm, gefaulte Torferde, Moos, Klei, Lehm und Thonmergeldüngung;) h) die einige oder auch mehrere Jahre hindurch unterlas⸗ sene Ackerbearbeitung,(Ruhe vor dem Pfluge); oder das Liegenlassen zur anhaltenden Graswuchserzeugung oder Vermehrung, so weit es nehmlich mit einer guten, auf na⸗ türliche und vernünftige Gründe der Localität des Bodens gemäß errichteten Kultur übereinstimmt; i) durch das Einzäunen und die Anlage von Hecken, Befriedigungen, (welche in der Zeit des Wachsthumes die hohe Tempe⸗ *) Die durch das Aufführen des Thons oder Klays bewirkte Tem⸗ peraturmäßigung ist offenbar, wie Marshal in seiner Be— schreibung der Norfolker Wirthschaftsart erzählt, die Ursache der dort dadurch beförderten Fruchtbarkeit. Die feste Borke, welche sich dadurch unmittelbar unter der Dammerde nach und nach ge— bildet hat, die nicht ohne Nachtheil durchbrochen werden darf und miit dem besonderen Ausdrucke the pan benannt wird, unter der aber ein völlig loses Sandmeer besindlich, ist hier die so nöthige Scheidewand, wodurch die Dammerde vor der hohen Tempera— tur der Unterlage nach den darüber gemachten Erfahrungen hine länglich seschützt und erhalten bleibt. * —„. 7 Hs x. 5⁰⁰— + 6677—. +4+ 4.6.. 24+ 6. 777. 4 O 110 ratur mindert, im Winter, oder bei kalter Frühjahrs⸗ und Herbstwitterung aber zur Erhöhung der zu stren— gen niedrigen Temperatur, welches in England der Be— hüͤtung der Rüben über Winters wegen vorzüglich nöthig ist, beiträgt); E durch das Bepflanzen mit Bäumen aus demselben Grunde; J)) durch Anlage von Gehölzen und Wäldern, Seen, bewässerten Wiesen, Kanälen und Gräben in der Nähe besäeter Felder. Ueberhaupt ge⸗ hören hieher alle Mittel, wodurch eine feuchtere Atmos— phäre, und die Erzeugung, E Erhaltung und nd Vermeh⸗ Tung des Graswuchses und besonders der Dammerde mehr erreicht der erhalten werden kann. ——— §. 72. ö 4) Von der Temperatur des Erdreichs, nach seiner allgemein erhaltenen Bestimmung der Dammerde und Gährung erregenden Kräft, hängt die jedesmalige Fruchtbarkeit überhaupt ab. Hat der Acker einen ho⸗ hen Grad der Temperatur, so wird genugsame Damm— erde,(oder nach 9 19 und 40 oft eine feuchte Damm— erde an deren Stelle) diese jederzeit nach dem gewöhn⸗ lichen Laufe der Witterung in unserem Klima zu mäßi⸗ gen im Stande seyn. §. 73. Es werden alsdenn auch mehr auflösbare Grastheile, als gewöhnlich ist, durch die dabei verstärkte Gährung frei gemacht: und so wie überhaupt die Gährung und die diese erregende Kraft dabei zugleich mehr verstärkt wird, so hält auch diese Gährung denn selbst länger aus, durch Lf KHα 1 lise voni cher Mu dh 111 welche längere Dauer ihr Nutzen zunimmt und sich ver⸗ größert. Bei einer sehr hohen durch keine Dammerde gemäßigten Temperatur würde dieses ebenfalls gesche— f L ·„ 47 hen, die Gährung noch länger ausdauren, und so wie sie angefangen hat, auch fortgesetzt werden, wenn diese„„ ů bei dem großen Mängel der Dammerde und der gar 2. nicht möglichen Gährung nicht selbst nur immer schwach* 5 4 unterhalten werden könnte.— + §. 74. Ist die Dammerde tief und die Temperatur nie—, drig, ein Fall, der eben nicht selten bei einander anzu. treffen ist und gewöhnlich statt findet; so wird die durch den Graswuchs von der letzten Entstehung wieder er. 4 4 ö langte Gährungsfähigkeit, so wie die durch die übrige i I. Kultureinrichtung bestimmte Gährung erregende Kraft 0 4 5 2— ‚ durch ihre innere rege Wirksamkeit der Dammerde das 4 4— ö zu ersetzen suchen, was an der Temperatur fehlt. Diese—69. 2 Wirkung davon dauert aber alsdenn kürzere Zeit. Da— 4 +— her die in kürzeren Zwischenperioden einzurichtende A** öftere Erzeugung des Graswuchses und dadurch ver— VLWe V. C. mehrten, Gährung erregenden, Kraft hier nöthiger ist. 4.4. Der vorzüglich gute Graswuchs verlangt allezeit tiefe Dammerde. Statt deren aber nach§. 465 und 47 2 wenigstens eine feuchte Atmosphäre, der Getreideban— aber hingegen genugsame Dammerde, oder doch keinen.. Mangel an Gährung erregender Kraft, zugleich bei 4 der höheren Temperatur, und wo möglich, keine feuchte 112 Atmosphäre. Wenn man unter diesen beiden Fällen die Wahl hat, so würde zu einem guten einträglichen Ackerbau, da auf die Temperatur, als die ausübende Naturkraft das Meiste dabei ankömmt, allemal der letzte Fall erforderlich, und zweckmäßiger gewählt seyn. §. 706. Die Wässerung würde, da sie diesen letzten Grad der Temperatur hervorzubringen unvermögend ist, zu Erhöhung derselben nicht, wohl aber zur Mäßigung bei dem Getreidebaue mit Vorsicht allenfalls angewen— det werden können.(§. 71.) Dahingegen bei dem Grasbaue nach§. 68. sowohl der Fall der Erhöhung der Temperatur, als auch bekanntlich deren größerer Nuz— zen ganz besonders statt findet. §. 77. 4 + Ist die nöthige Erhöhung(bei zu tief liegenden VV großen Sumpfstrecken) so wie die noch mehr nöthige 4 l.—0 Mäßigung der Temperatur, z. B. bei Flugsande, bei 3 einem Acker auf keine Weise zu erhalten: so kann, es .„„sei nun unter irgend was für einer Gestalt, auch so —— lange kein ersprießlicher Graswuchs statt finden. §. 78. 4 Ist die durch Gährung nach§. 74. mehr vergrößerte 10 Hse Erhöhung der Temperatur, so wie die hier bei dem Ge— — treideanbaue gegen vorhin(§. 77.) nach Anleitung des ..—&.. 75.§. wieder nöthige Mäßigung auf keine Art zu erhal⸗ ten; so ist auch kein eintrͤͤglicher Getreidebau möglich. —————— *————***. R— 113 H. 79. 6 Der Gerreidebau setzt demnach(s. H. 75. die vor⸗. 4 2 1 41 zügliche Vermehrung der Gährung erregenden Kraft 4.. für sich, der Graswuchs überhaupt sowohl als der Ge—. 0. 2— treidebau aber die Erhaltung der Dammerde, und 40—.. +. auch, im Falle der nöthigen Temperatur⸗Ermäßigung,—. die Vermehrung derselben voraus: bei deren Abnahme e + F. würden sich beide verschlimmern, der Getreidebau vor⸗. züglich;(ohngeachtet die Natur, je mehr die Damm— erde abnimmt, nur desto langsamer zur gänzlichen Auf⸗ lösung der Dammerde mitwirkt) besonders wenn es aus 5. ‚ 420 dieser Ursach des Mangels an Dammerde an auflösbarem.— 4 +. 2*—— Graswuchse mangelte: dahingegen bei der fortgesetz— 4.½.— 247—.. ten Vermehrung der Gährung erregenden Kraft auch„ 17—* V. die Dammerde beständig zu⸗und nicht abnehmen kann, V.* mithin die Ackerfruchtbarkeit auch größer werden muß. n +. 2 H. 890. 4 Bei mehr hoher Temperatur und erfolgender Nicht— + ise.— +/.. vermehrung, vielmehr Abnahme von Gährung erregen—„ 7. den Kräften, würden beide, sowohl der Graswuchs und 2—.— insbesondere die Dammerde, als auch der Getreide. + 3— 2 e bau für sich und ohne weitere Hülfsmittel geringer wer— den und auch die Ackerfruchtbarkeit zuletzt ganz abneh⸗*——— E 25 men. In dieser Verbindung würde alsdenn nach §. 75, und da Getreide einen höheren Temperaturgrad 4, als der Graswuchs zur Fruchtbarkeit verlangt, und vor⸗ 2 1— 4— aussetzt, der gute Graswuchs zuerst aufhören müssen,—.— Le xe. das Getreide aber würde in Ansehung der Frucht⸗ barkeit nachfolgen, oder doch zuleßt aufhören, A. n. 5 Re,. Fiee, U„F—FJ— x . V. CA +7* + AA. V. +. I...— + EEH . FLemus, 114 einträglich zu seyn; und dies zwar so lange, bis die Gahrung erregende Kraft und also auch die Vermeh— rung und Erhaltung der Dammerde selbst bei der ver⸗ änderten Kulturart wieder verstärkt würde. Ohne Ge— treidebau würde der Graswuchs noch am längsten, ob— gleich kümmerlich, fortdauren; wobei denn auch weder Gährung erregende Kraft, noch die Dammerde alsdenn verlieren vielmehr erstere noch gewinnen würde. Dahin— gegen Getreidebau ohne verneuerten Graswuchs in die— sem Falle wegen alsdenn ermägelnder Gährungsfähig— keit uneinträglich bleiben und auch die Dammerde nur nach und nach und äußerst spät erst ihre Kraft bei die— ser durchaus hohen Temperatur ganz verlieren würde. — 9. 81. Das bessere Wachsthum beweißt der natürliche Graswuchs vorzüglich da nur und so lange bei hoher Temperatur, als die Natur zur Wiedererhaltung der Gährung erregenden Kraft, nachdem der Acker durch fortgesetzten Getreidebau derselben, und hiermit der Gäh⸗ Lrungsfähigkeit gänzlich beraubt scheint, thätig ist. Ein Fall, der bei gewöhnlich guter, brauchbarer Feld— temperatur, während der längeren oder kürzeren Braachzeit zum Nutzen der Erzeugung des Graswuchses stets eintritt. Hat die Natur dieses ihr so angelegentliche Geschäft beendiget: so nimmt der Graswuchs nach 3, 4, oder 5 bis 6 Jahren wieder ab, und wird denn nur so fortgesetzt, als die Temperatur und Atmosphäre nach Maaßgabe der natürlichen Tempera⸗ kurbestimmung überhaupt entschieden hat. Das 115 Wachsthum und die gute Wirkung dieses Graswuchses wird denn nun desto größer seyn, wenn es dem Acker— lande schon vorher an Gährung bei einer durchaus zweckmäßig und dem wahren Verhalten gemäß einge⸗ richteten Kultur nicht ermangelt hat. H. 82. Würde dieser Graswuchs bei hoher Temperatur und. eer 2 der bisherigen Abnahme der Fruchtbarkeit und Damm— erde zur Verbesserung des mit Graswuchs verbun denen f— V. e Getreidehenes i in dieser Art, zum Theil auch vermit—— 2—87 telst der Düngergewinnung angewendet: so ist kein 2 Zweifel, daß mit der daraus folgenden Vermehrung π 7— der Gährung erregenden Kraft und Dammerde auch ö 6. 4 der Graswuchs sowohl, als der Getreidebau, wieder—4·8 . 7. Fruchtbarkeit zunehmend, sich erhalten würden.— n ün Kü H. 83. Bei niedriger Temperatur und feuchter Atmosphäre würde in diesem Falle des mit Graswuchs verbundenen—.— 42—¹⁷ Getreidebaues der erste an sich ungleich fruchtbarer, als„ ö der letztere erhalten werden können. Jemehr die Tempera— 42—.—..— 2 ae tur gemäßigt und erniedrigt ist, desto mehr würde die—— 44 6–— 5ec, Fruchtbarkeit des Getreides nur von geringer Bedeutung und Ertrage bleiben, ja wohl endlich gar aufhören müssen. us.— Sommerung würde dann vor der Winterung einen Vorzug gegen sonst erhalten: es wäre denn, daß die mehrere Jahre im Ganzen erhaltene trockene Witterung hierin zufällig einmal eine Ausnahme machte. H 2 — 2 116 §. 84. Ohne Getreidebau würde der Graswuchs bei dieser niedrigen Temperatur und feuchten Atmosphäre hier immer fortdaurend und unaufhörlich gut seyn. Dies ist der bisher noch unbekannte natürliche Grund, war— um eine Wiese, welche unter diesen Verhältnissen be— steht, und als solche daher brauchbar, einträglich und stets gut ist, ohne Schaden bestandig Wiese und trag— bar bleiben kann. Die den Wiesen mehrentheils eige— ne feuchte Atmosphäre sucht überdem den einzelnen trockenen Stellen in den Wiesen selbst nachzuhelfen. Daß übrigens eine hohe Temperatur, wenn sie nur hinlänglich gemäßigt werden kann, nach H. 47 und 48 auch hier viel vermöge, beweisen die allezeit an Er⸗ trage und Kraft geringen zu sehr beschatteten Waldwie— sen hinlänglich. §. 85. Diesen dadurch erhaltenen Graswuchs zur Verbes— serung des Getreidebaues auf andere damit in Verbin— dung stehenden Ackerstücke nach h. 82 anzuwenden, wür⸗ de nur nach Maäßgabe der diesen Ackerstücken eigen⸗ thümlichen Bestimmung Vortheile verschaffen: das heißt: bei hoher Feldtemperatur würden diese Aecker eben so großen Nutzen dadurch erhalten, als im entge— gengesetztem Falle und bei niedriger Temperatur nur einige, jedoch nicht sonderlich große Verbesserung, oder doch nur bei unverhältnißmäßig größerer Anwendung an Quantität häufigeren Graswuchses wegen Mangel einer guten Ackertemperatur dadurch bewirkt werden würde. ——..ꝑ— 117 §. 86. Auf allen Fall würde die Gährungsfähigkeit da— durch vermehrt werden, sowohl bei dem Lande von hö— herer Temperatur, als bei sehr ermäßigter Tempera⸗ bestimmung. Es ist keinem Bedenken unterworfen, daß im erstern Falle der Nutzen wesentlich größer, so wie im andern die dadurch vermehrte Gährung selbst wieder nöthiger werde und bleibe. §. 87. Nirgend siehet es, wahrscheinlich aus Unkunde und Mangel einer richtigen mit den Gesetzen der Natur in der That übereinstimmenden Theorie des Ackerbaues, als eben um den in vielen Landern, denen es an natür— lich guten Boden, und wegen ihrer hohen Temperatur an der Bereicherung des Graswuchses durch Dammerde überhaupt von jeher mangelte, so wichtigen Punkt der, jahrelang anhaltende Aufmerksamkeit, Fleiß in vor⸗ sichtiger Behandlung, auch Auslagen und Kulturkräfte erfordernden, nöthigen Temperaturmäßigung. Ohnge— achtet dieser zur immer mehr zunehmend dringenden Nothwendigkeit gediehenen Behandlungsweise kennt man diese Temperaturmäßigung nur selten, in der Theorie noch gar nicht. In England ist diese Tempe— raturmäßigung und nach diesen Grundsätzen eingerich— tete Kultuebehandlung im Großen vorzüglich in Nor— folk in der Ausübung als trefflich bekannt anzu⸗ treffen. Auf eine weniger vollkommene Art ist sie auch in Deutschland unter dem Namen der berühmten Kop— ———————————— 4 e, 0 . 1 E. 22 A., 2. V—8 20. 4 Aat dürftiger und trauriger bei dem Feldökönomen aus,.. 4 2—77 118 pel⸗ und Schlagwirthschaft im Holsteinischen und Mek— lenburgischen zu finden. Der dort angenommenen, allein möglichen Behändlungsart durch die natürliche Gras— wuchserzeugung und Beförderung halber, worauf ihre ursprüngliche Einrichtung eigentlich beruhet, ist diese Koppelwirthschaftung zwar auch bei der nöthigen Temperaturerhöhung mit sichtbarem Nutzen angewendet worden: allein die ganze Behandlung und vorzüglich das längere Liegenlassen der Felder in der sogenannten Deischbraäche eignet sie vorzüglich dem Falle der nöthi⸗ gen Mäßigung der Temperatur. Die Schuld, welche die bisherige Ackerbautheorie, da sie allein auf die Erhöhung der Temperatur, keines⸗ weges aber auf die Mäßigung derselben abzweckte, hierin zu tragen hat, verdient zukünftig und im Ver— folge dieser Abhandlung eine noch nähere Rüge. So viel scheint ausgemacht richtig, daß Tempera⸗ turkenntniß eines der vornehmsten und ersten Bedürf— nisse in der Landbau-Wissenschaft ist. Ohne diese wird man den Ackerbau nie zweckmäßig zu behandeln wissen: Aufklärung hierin ist ohne sie nicht denkbar; und befrie— digende Erklärung und deutliche Zwecke zu Verbesse— rungen des Ackerbaues ohne sie unmöglich gemacht. 119 II. Von den Mitteln, die Fruchtbarkeit einem Acker zuzuwenden nächst den bereits zuerst und überhaupt angeführten beiden Gegenständen, Graswuchs und Temperatur. §. 88. a. Vom Dünger. In der Reihe derjenigen Mittel, welche bisher, um die Gährung im Acker zum Behuf der zu erlangen⸗ den Getreidefruchtbarkeit zu verstärken angewendet wor— den sind, steht der bisher unbekannt oder doch wegen bisherigen Mangel an hinlänglicher Temperaturkennt⸗ niß ungewiß und zweifelhaft geschienenen Wirkung der Graswuchserzeugung, und insbesondere seiner Gährung erregenden Kraft, als welche auf den ganzen Ackerbau ihren besondern, von der Veranstaltung eines jeden Landwirthes abhängigen Einfluß zeigt, der Dünger, als dem Feldbaue durchaus unentbehrlich, zunächst: Das Bestreben aller tüchtigen Ackerwirthe zweckte bisher dahin ab, die Vermehrung des Viehdüngers zu bewirken. Da nun der Erfolg, indem ihre Bemü— hungen mehr auf unmittelbare, als auf eine durch Umwege erfolgende Erreichung dieses Entzweckes gerichtet waren, nicht allemal ihr Bestreben zu ihrer völligen Zufrieden⸗ heit krönen wollte, oft auch gar nicht erhalten wurde; rrrrre — 120 so wird es um so mehr, den deutlichen Zusammenhang des Viehdüngers mit den angegebenen natürlichen Frucht— barkeits⸗Regeln zu zeigen und zu erklären, hier erforder⸗ lich seyn. §. 89. Alles des großen unläugbaren Nutzens von Dün⸗ ger ohngeachtet, erscheint derselbe überhaupt doch nur als ein außerwesentliches, jedoch ungemein wichtiges Er— gänzungsmitel der Gährung erregenden Kraft. Die Verbindung beider Gährungsmittel, des Düngers mit der Gährung erregenden Krast, scheint übrigens sehr innig und genau zu seyn; und man kann sicher den Schluß machen, daß wenn die Gährung erregende Kraft bei irgend einer Ackerbau⸗Kultur stark und groß wäre, sicher auch in demselbigen Verhältnisse die Düngermenge ansehn⸗ lich seyn, und, mit der Gährung erregenden Kraft zugleich vereinigt, ein wohlgeordnetes Ganze ausmachen werde. Je mehr es aber an der gehörigen, durch die Kultur— einrichtung selbst schon hinreichend bestimmten Gährung erregenden Kraft mangelt, desto mehr wird auch die zureichende Düngermenge fehlen müssen, folglich der übrige Kulturzustand nichts taugen, und das Ganze wegen Mangel gehöriger Gährungsmittel schlecht! ver— sehen seyn. §. 90. Daher auch der Düngermangel die sichere Anzeige einer mit der Natur des Bodens nicht übereinstimmen⸗ den schlecht oder übel eingerichteten Kultur ist. Ein .qii. ———*— ——————— S..— 2—————— —* I2 12 Umstand, der aber seinen Grund nicht, wie die mei⸗ sten Ackerwirthe wähnen, in dem Düngermangel selbst, (ohngeachtet der Fehler in der Fruchtbarkeit dadurch, wie nicht zu läugnen ist, allerdings oft verbessert wer⸗ den könnte) sondern weiter in dem hat, was diesen Düngermangel jederzeit(wenn dieser auch auf kurze Zeit durch Anstrengung und Kosten gehoben werden dürfte) doch wieder nach sich ziehen und neuerdings veranlassen muß: nehmlich in dem Fehler des Graswuchses oder der Temperatur überhaupt, besonders aber in dem schon durch die Kulturanlage bestimmten Mangel an Gährung erregender Kraft. Besondere Fälle in Ansehung der Temperatur hier weiter anzuführen, würde schon aus dieser Rücksicht nicht wohl angehen und auch unnöthig seyn, da in der Abhandlung über die Temperatur selbst schon einige aus— führliche Bestimmungen deshalb angegeben worden, auch es hinlänglich bekannt ist, daß strohreiche d. i. solche Ge— genden, welche selbst bei oft fehlerhafter Behandlung, bei guter hoher Temperatur, trockener Atmosphäre und genugsamer Dammerde dennoch reichlicheren Getreide— zuwuchs gewöhnlich(also einen wahren Getreideboden überhaupt) haben, wegen der vermehrten Einstreu in Ansehung des Vehikulums der Düngersammlung stets große Vortheile besitzen. In Rücksicht der Kultur⸗ anlage aber, und dadurch bestimmten Gährung erregen— den Kraft läßt sich in so mancherlei und unzählich ver⸗ schiedenen, von einander abweichenden Fällen, eben so wenig in das Einzelne und Besondere hineingehen. Ueberdies ist es einleuchtend, daß die Gahrung erre⸗ VN 132 gende Kraft mit Einschluß des Viehdüngers stets eine von der Natur bestimmte Fruchtbarkeitsgröße und Menge der dadurch immer an Wirkung zunehmenden Gährungs⸗ mittel voraussetze, wovon durch den Dünger⸗Ueberfluß oder Mangel das wirklich währe Verhältniß überall besonders sich veroffenbaret. §. 9l. Es kömmt nicht sowohl darauf allein an, ob viel oder wenig Dünger da ist und jährlich gewönnen wer— de? Vielmehr entscheidet der verhältnißmäßig mehrere oder mindere jedesmalige Bedarf des Düngers, so wie das wirkliche Verhältniß jener beiden der Menge Gäh⸗ rung erregender Kräfte und des Düngers, unter sich: so wie, daß die erforderliche Fruchtbarkeits⸗-Größe der hinlängliche Gährung erregenden Kräfte mit dem zur Aushülfe nöthigen, zugleich damit verbundenen Dünger— gewinne wirklich erreicht sey. So fehlt es z. B. bei mageren Aeckern sichtbar an Dünger, unsichtbar mehr aber noch an der stets nöthigen und mit allgemeinerer Wirkung verbundenen Gährung erregenden Kraft, um dabei die Fruchtbarkeits⸗-Größe gehörig und mit gegrün— detem Einfluß auf gesegnetere Aerndten darstellen zu können. §9. 92. Mehr, um ein Beispiel hierüber anzuführen, als des wirklich dadurch erhaltenen Nutzens wegen, läßt sich daher folgender Satz executiren: daß nehmlich die Gährung erregende Kraft eines Ackers in der That 123 geringe seyn kann; dennoch aber die ungewöhnlich große (vielleicht vom Zufall abhängende, oder mit Kosten herbeigeschaffte) Düngermenge die erforderliche Frucht⸗ barkeitsgröße erreichen lassen kann, und daher auch ihren Einfluß auf gesegnete Frucht- und Getreideärnd⸗ ten wirklich äußern mag. §. 93. Im Gegentheil kann aber auch der Düngergewinn ◻ α an sich klein seyn; wie überall bei der verkehrten Be—. N händlung und doch so nöthigen Temperaturmäßigung.. 2 der Fall vielleicht eintreten wird; die durch die Kultur— Feuru.— anlage oder sonst durch natürliche Nebenvortheile und. + Hülfsmittel verbessert erhaltene, durch häusigen Gras⸗C A wuchs wohl genährte Gährung erregende Kraft aber wird α 4 4. das bestimmte Maaß der gedachten erforderten Frucht— 7.* barkeitsgröße ebenfalls füllen, und daher zugleich 1* 0.1 guten oder auch wohl besseren Aerndten die Gelegenheit 2——5— darbieten..* §. 94. Es läßt sich daher eben so wenig dem Viehdünger————8 seine gute Wirkung in einzelnen Fällen hierin abspre· 7.. chen, als im Allgemeinen die Behauptung Aufsen, daß durch die Düngermenge alle Unfruchtbarkeit F.— Ldel. einmal gehoben werden könne: denn man müßte, wel⸗—5 F.. ches doch unmöglich ist, und wo man nicht selten so weit ö geht, der Betriebsamkeit, dem Fleiße oder auch dem guten Willen der Ackerwirthe dabei zu nahe treten zu wollen, den Weg zeigen wie der 9—— überall so in Menge zu— sey? +.. 4. 4. C. sipet Hft. Hias ασ 7 22—— I— 8 0 0 Eν—— V—.— CE+. .. 4 . .—7——.—— 2. 124 Alle Bemühung eines Ackerwirthes, auf den Dün— gergewinn unmittelbar gerichtet, ist daher an sich zwar allerdings gut und löblich, muß aber ihres Zweckes (wenn solcher auf kurze Zeit und unter besonders gün— stigen Verhältnissen der Witterung oder auf andere Art auch erreicht würde) durchaus wieder verfehlen, sobald der Erfolg nicht im Allgemeinen,(denn davon ist hier nur die Rede) durch irgend einen Ausweg, es sey nun die veränderte Kultureinrichtung oder vermehrte Bear— beitung bei niedriger Temperatur, durch den Gebrauch künstlicher Düngmittel bei hinreichender Dammerde, vermehrten Heuschlag für die bessere Viehfütterung im Winter u. s. w. auf dem mittelbaren Wege der wirk— lichen fortgesetzten Vermehrung Gährung erregender Kräfte bewirkt wird. §. 95. Der Viehdünger bleibt vorzüglich bei der neueren verbesserten Feldwirthschaft und Kulturordnung stetz von erheblicher Wichtigkeit. Selbst mehrere Rücksicht auf die Natur und Kenntniß des Graswuchses, der durch die Temperatur beförderten Gährung und hier— durch bestimmten Fruchtbarkeit, vermindern diese Vor⸗ züge des Düngers nicht; sie erheben sie vielmehr. Jedoch wird man dadurch, daß seine Wirkung als außerwesentlich künstliches Hülfsmittel, welches dazu dienen muß, die Vermehrung der Gährung und mithin des ganzen Kul⸗ turzustandes zu heben und zu verstärken, demohngeachtet betrachtet werden muß, von dem wahren Werthe sei— ner Würdigung nicht abgeleitet. Man wird sich viel— — 5—.—5—ꝓ 4 — 4.— 48— E 125 m mehr alsdenn nie verleiten lassen, dem Dünger,(welcher 30 ohnedies dem Graswuchse und insbesondere der Gah— 4 rung erregenden Kraft bei gehöriger Ackertemperatur 15 in Ansehung der ausgebreiteten Wirksamkeit, stets nachstehen muß) und zwar dadurch, daß man ihm, 10 wie so oft der Fall zu seyn scheint, den Nutzen, welcher eigentlich von der Zunahme und Menge Gährung erre— 1 gender Kräfte sich herschreibt, beimißt, einen unweiß⸗ 7 5 lichen Vorzug zu geben.(s. H. 155.) In der Braache oder auch durch künstlichen Graswuchs der ersten Ge— de wächsklasse(9. 28.) muß und kann der Feldbau über— 10 all die Gährung erregende Kraft aus sich selbst und durch die der Natur angemessene Beihülfe erlängen. Aber Dünger kann man nur selten und oft gar wenigen Ackerstücken zuvenden. Das letzte Gährungsmittel ist überall von Umständen beschränkt, das erstere wird nur durch die einmal und zwar unrichtig angenommene, aber ö veränderliche Kultureinrichtung zurückgehalten. ö §. 96. Was übrigens die Anwendbarkeit des Viehdün⸗ gers noch insbesondere anbetrifft: so sind die Wirkun— gen desselben nach§. 67. sowohl im Falle der Tempe— raturmäßigung, als in dem Falle der Temperaturerhö— hung als einzig in ihrer Art auszeichnend, und da— ö durch, daß sie überall der Gährung beförderlich sind, und der Gährung erregenden Kraft selbst einen größeren t Antheil von Wirksamkeit beilegen, als gleich vortreff⸗ lich bekannt. *————— 87——... Fe F.* 7 1 e,. 4.. 9— 25 44. §. 97. Gewöhnlich werden unter Viehdünger die Excre— mente und der Urin unserer Hausthiere, dessen Hülle 5 ö gemeinhin das Stroh des Wintergetreides ist, wozu jedoch auch anderes Stroh, Heide, Farnkraut, Moos, Laub, Sand, ja sogar nöthigenfalls Wasser unter ge⸗ wissen Vorrichtungen gebraucht werden kann, verstan⸗ den. Alle nur erdenkliche thierische Theile, Klauen, Hornspäne, Haare, zermalmte Knochen, Blut u. s. w. kann man ebenfalls unter thierische Düngerarten rechnen. §. 98. . Axi.*V Kalk, Mergel, Salzbözig, alle Arten absorbiren⸗ mn ürr. der Erden, Asche, Gips, zermalmte Steinkohlen, ö zerstoßene oder zerkleinte Steine und Sand werden ——* künstliche Düngungsarten genannt. §. 99. Diesen Unterschied unter Vieh⸗ und künstlichen Düngerarten beizubehalten, hat seinen guten Mutzen; indem die Wirkungen beider in der That ganz verschie— den ausfallen. Die künstlichen Düngerarten wirken mehr als der Graswuchs überhaupt durch Verstärkung der Gährung auflösenden Mittel: und ohngeachtet der Viehdünger auch gewöhnlich als ein mehr zu einer ähnli— chen Verminderung des Graswuchses, als zu dessen Ver⸗ mehrung diensames Mittel angesehen, und bei der ge⸗ wöhnlichen Art, wo dieser Dünger in das Braachland aufgeführt zu werden pflegt, auch in dieser Hinsicht ange— * ,./. K..—⁶— *.——..—=E 4.— 4.——— + r i 4 +. joꝛ +/ ——¼pc:“«ę— H.————“ —.—.—.—.— 127 wendet und also gebraucht wird; so besteht das wesent— re⸗ liche Unterscheidungszeichen beider Düngerarten doch lle vornehmlich darin, daß alle künstliche Düngerarten nur ju allein als solche Mittel, die zur Erhöhung der Tempe— , ratur beförderlich sind, dienen; keinesweges aber bei je⸗ der Mäßigung der Temperatur des Erdreichs als an— n. wendbar überhaupt betrachtet werden können. Eine u, auszeichnende Eigenschaft, die den wesentlichen Unter— w. schied des künstlichen Düngers gegen den Viehdünger, ten welcher eben sowohl im Falle der Temperaturerhöhung, als der Mäßigung derselben brauchbar bleibt, sehr deutlich darthut; zugleich aber auch über die Anwendbarkeit der künstlichen Düngerarten für den Ackerwirth, welcher nach erlangter Temperaturkenntniß überall darauf zu merken sich gewöhnt hat, ein durchaus helles Licht verbreitet. 7 §. 100o. Viehdünger wirkt beides, sowohl zur Fruchtbar⸗ keit des Gras⸗ als auch des Getreidewuchses: dahin— gegen die künstlichen Düngerarten hierin verschiedent⸗ lich und oft sehr von einander abzuweichen scheinen. So sind z. B. Kalk, Kreide und Mergel der Frucht- 7 1 ö barkeit Getreides vermittelst der durch sie bewirkten 23—. Temperaturerhöhung und auf diese Weise verstärkten.— ö i überhaupt dienlicher. Eben so sind wieder 5— 4 Gips,) Holz, Steinkohlenasche und Salzbözig auch *) Es ist so viel uber die Wirkung des Gipses gestritten worden! bald ist dieser als eine terra iners, für ganz unthätig und un⸗ wirksam zur Fruchtbarkeit ausgegeben, bald durch die Erfahrung wieder ais sehr gut und sonderlich für den Graswuchs wohlthä— tig befunden, oft die gute Wirkung nur allein der Kalkerde, dem — 4———. 4⁴ 4 2 Z. 75—0 4 77 7 2 A.E. H, 1—46 4..—.— Z———— 70 42——2 77*—7.4 + 23—. 10 * +— —————— *5———— — —.— 4——. 4 nöthigen Temperaturerhöhung des Erdreichs und 7. —.— 128 zuweilen kleine Steine und Sand in dem vorhin be— u merkten Falle zur Beförderung des Graswuchses oft besser. Nur wird bei dem Gebrauch der letzteren zur 1 Vermehrung der Fruchtbarkeit des Graswuchses(wie V. schon aus dem Grundsatze, daß diese Düngungsmittel bloß bei Erhöhung der Temperatur, keinesweges aber 1 bei der Temperaturmäßigung und noch weniger, sobald 1 es bloß auf Auflösung des Graswuchses selbst ankommt, 0 überhaupt anwendbar sind, erhellet) allemal der Fall eine schon hinlängliche Dammerde erfordert. Jedoch scheint bei dem Gebrauche der zuletzt ge— dachten künstlichen Düngerarten, sobald diese nur zur so Vermehrung und nicht zur Verminderung des Gras— 6 8 einem Bestandtheile des Gipses(der aus Kalkerde und Schwe— 5 felsäure besteht) zugeschrieben worden. Nicht sowohl in der lü Kalkerde, als vorzüglich in der Schwefelsäure des Gipses scheint auf mir die bisher davon hin und wieder gesehene außerordentliche dis Wirkung zu suchen zu seyn. Jeder Versuch mit der Schwe—— felsäure wird uns belehren können, wie thätig diese sey, so bald sinl die Anziehung des Kohlen- und Salpeterstoffes dadurch bewirkt der werden soll. Diese Erfahrung wird eine noch größere Bestätigung N. erhalten, wenn bei einem hinlänglich hohen, aber gemäßigten Grade der Temperatur, die Schwefelsäure in die Vegetation der 3⁰ Pflanzen der ersten Klasse aufgenommen, und bes besonders blätterreichen Gewächsen, Kohlen-Salpeter- und Wasserstoff aus der Atmosphäre in Menge dadurch erhalten wird. Auch die ur Kalktheile sind bei der Zersetzung der Theile des Graswuchses zur hane Gährung, sobald sie sich mit den Pflanzensäuren verbinden, nüt⸗ lich. Uebrigens soll der Nutzen der Schwefelsäure in England von Laß dem Lord Dundonald auch bei andern diese in ihrer Verbin⸗ Hreld dung enthaltenden Mittelsalzen, als dem Epsommersalk, vitrio⸗ I lisirten Weinstein und Glaubersalz, wobei er auch diese Salzen in 411—* V. ganzen Quantitäten und mit mäßigen Kosten zuzubereiten ge⸗ ö Hen lehrt hat, dargethan worden seyn. un 7 . t ge⸗ zur ras. he⸗ der eint che we⸗ dkt zung jgten der ers Isof de ur ut yon hiu⸗ lib⸗ il ge⸗ 129 wuchses insbesondere angewendet werden, und nur noch einige Dammerde da, auch die Zunahme der auflösba— ren Grastheile durch die gute Kultur mit besonderen Vortheilen verbunden gewesen ist, hierin oft eine mehr günstige Ausnahme, die diese künstliche Düngerarten zur Vermehrung des Graswuchses selbst in dem Falle, und bei der Behandlung nach den Grundsätzen der nö— thig zu bezweckenden Temperaturmäßigung angewendet, nützlich macht, statt zu finden. 5. 191. Aus diesen Gründen und in Hinsicht auf die zuletzt so eben angefuhrte Ausnahme ist der besonders häufige Gebrauch künstlicher Düngerarten, so wie überhaupt nur da wo der Fall der nöthigen Er rhöhung der Temperatur vorgefunden wird, und man bei der hier⸗ auf eingerichteten Behandlung vermittelst der durch diese mehr erhöhete Temperatur nothwendig ver— stärkten Gährung, die Vermehrung des We der Dammerde und der„s zittel, auf eine lange Dauer hinaus berechnet, in der That nutlich zu be— vecken, sich im Stande Haander Ich weiß Fälle, wo diese Weise nur allein durch häufig aufgeführten Kalk oder viele Kalkmergel⸗ düngung der Ueberschuß Gährung erregender Kräfte groß dabei geworden, daß die Fruchtbarkeit des Ge— treides auf eine lange Zeit hindurch ungew vöhnlich groß und hoch getrieben wurde. Freilich gehörte(nach mei⸗ nem Bedünken) nebst dem in der Ausübung besindli⸗ chen Falle der nöthigen Te eine be⸗ S 2 2— 91 +. αα 2 E A- I 2 fra VA. Ls.—7.—⁰0 +.—.— 23*—.— 2—. 4. 6 6.——————*.. * ...———&*— Er. αα x 45— — 130 sonders hinlänglich tiefe Dammerde, und welche diese gewaltsame Operation auch zu ertragen und auszuhalten vermochte, als durchaus erforderlich zur Sache. 6 In diesem Falle wird natürlich die Menge Gäh— rung erregender Kräfte über das durch die anfängliche Kultureinrichtung hierin früher bestimmte Verhäͤltniß vermehrt. Sie hängt daher alsdann auch mehr von der auf diese ungewöhnliche Weise mit zunehmend gün⸗ stig oder ungünstig fortgesetzten Erfolgen geschehenen * Anwendung dieser künstlichen Düngerarten ab. Bei einer ohnedies hohen, durch keine Dammerde f natürlich gemäßigten Ackertemperatur fällt eine ähn— liche Behandlung, da sie, und noch mehr bei verkehrt ergriffenen Maäßregeln und der gewöhnlichen Kultur— + art keinen Nutzen, vielmehr durch die noch mehr und zweckwidrig erhöhete Temperatur, Schaden stisten würde, sobald man nach richtigen Grundsätzen verfah— ren will, von selb:st hinvdeg. Nur vermehrter Gras⸗ wuchs und Viehdünger bleiben in Rücksicht auf ihre Wirkung, so wie alle übrigen zu der in der That zu bewirkenden Temperaturmäßigung dienlichen Mittel, alsdann anwendbar. H. 182. Noch wird man vielleicht verschiedene hier nicht be— rührte krästige Düngerarten und ihre Erwägung ver— missen: als da sind gefaulte Raasen, und was eben⸗ falls keinen so großen sonderlichen Unterschied von die— sem ausmachen wird, der ausgetrocknete und einige Zeit hindurch gemoderte Schlamm, welcher aus einem 5 + 8 2 V 4*. —. diese Ilten läh⸗ iche iß von un⸗ enen nerde ahn⸗ keht ut⸗ und isten sah⸗ as⸗ ihre zu ittel, be⸗ ver⸗ hen⸗ die⸗ nige nem 131 durchgehends von verfaulten, in Wasser aufgelöseten Vegetabilien herrührenden, mit Erdtheilen gemischten Niederschlage entstanden zu seyn scheint. Der von ausgelaugtem Viehmist und Urin nach und nach ange— sammelte Teichschlamm würde jedoch immer mehr dem Viehdünger beizugesellen seyn. Da der Nutzen des Rasens so wie des zuerst gedachten Schlammes eigent— lich in der Wirkung, daß er auflösbare oder schon aufgelösete Grastheile in seiner Mischung und Zusam— mensetzung enthält, bestehet; so sollte man auch weder +. — D — IIICI!“ I.. 4 + ECMÆMM—— 4 V.** 4 die Rasen noch jene Teichschlamm-Erde unter die Dün—. 114 H F.—— S—9 ů Ke — x 9.42 * gerarten zählen. Mit gleichem Rechte müßte alsdenn auch der Graswuchs selbst, sowohl der leichtauflösbare Theil desselben, als auch der schwer auflösliche, die Dammerde, den Düngerarten beigesellt werden; d. h. so lange man nach Gründen eines richtig geordneten Systems die Ackerbau⸗Verhältnisse in ihrem wahren Lichte betrachtet. Sieht man jedoch aus dem Stand— punkte, welchen der relative Gebrauch und der dadurch zu erhaltende Nutzen verspricht, diese Gegenstände an: so wird man allerdings von der Strenge dieser Behaup⸗ tung, um des Sprachgebrauches und der Schwachen willen, oft nachzulassen sich genöthigt sehen, und daher auch dem Rasen, Teichschlamm, Torf oder ähnlichen aufzufahrenden, der Dammerde sich nähernden Erdarten die Benennung des Wortes Dünger nicht entziehen. Ein gleiches Bewenden hat es mit der sogenannten grünen Düngung, wenn man Pflanzen der erster⸗ wähnten Gewächsklasse in vollem Wuchse statt Dün⸗ gers unterackert. Allein die nun:nehr bekannte großt * 132 Wirkung des Graswuchses und der beförderten Gäh⸗ rung und dadurch erfolgten Vermehrung der die Gährung erregenden Kraft,(welche nicht auf dem gewöhnlichen Wege durch die Wirkung der hinterlassenen Wurzeln des Graswuchses allein, sondern vielmehr durch Ver— wendung der ganzen Pflänze ohne alle Verminderung für den Acker erhalten wurde) ist es, welche hier die Vortheile nach der jedesmaligen Temperaturbestim— mung allein veranlaßt hat. 5. 103. Die gerühmte bekannte Erddüngung oder Mischung verschiedener Erdarten, die oft ohne Auswahl bloß aufs Gerathewohl oder gut Glück hin, und nach sehr undeut— lichen und verworrenen Principien(wie z. B. der Meyerischen Theorie die Vermischung der leichteren mit schwereren Erdarten, und eben so umgekehrt der schwereren mit den leichteren Erdgattungen) angestellt wird, führt uns zu einer jener ähnlichen Bemerkung. Die genauer angestellte Untersuchung über das Gelingen und den Nutzen dieser auf den Acker gefahrnen Erdarten wird uns meistens überzeugen und belehren: daß es mehrentheils nur eine Art von Dammerde, Rasen, Teichschlamm, Torf, auch Gartenerde oder überhaupt eine Erdart war, welche schon die Veranlassung zur Gährung in ihren theils schon vorräͤthig erhaltenen, theils noch mehr zu erhaltenden auflösbaren Grasthei— len vorher hatte, und dadurch den Nutzen hervorbrachte. Da auflösbare Grastheile oder die Gährung erregende Kraft einem in einer gewöhnlich bisher üblichen Kultur weni M daß lich gin Hilf Hetr gläch chung aufs deut⸗ B. en der telt ing. gen arten 5 65 133 stehenden Ackerlande nicht selten fehlen; so kann auch die Wirkung der diesen Fehler zu verbessern trachtenden Erdarten in der That nicht bezweifelt werden. * §. 104. Ein mehr zu empfehlender, jedoch in der Ausübung völlig veränderter Fall ist der, wo mit dem Erdefüh⸗ ren nach dem§. 70 und 71. auf die Erhöhung oder Milderung der Temperatur ausdrücklich Rücksicht ge— nommen ist. Bei der auf die Temperatur-Erhöhung gerichteten Hinsicht sind alle dergleichen von Wirksam— keit und Einfluß auf Fruchtbarkeit sich in der That zei⸗ genden Erdarten, da sie den Vortheil der geschwinde— ren Wirkung, gegen jene in dem Temperaturmäßigungs— Falle angewendeten gehalten, voraus haben, immer den künstlichen Düngerarten beizuzählen. Im zweiten Falle aber, bei der Temperaturmilderung ist der etwan aufgefahrene Klay, Thönmergel, Lehm u. s. w. um so weniger als wirkliche Düngung zu betrachten, als der Nutzen davon vielleicht unter mehreren Jahren dadurch, daß der ersten Veranlassung zur Fruchtbarkeit, nehm— lich der Erzeugung des Graswuchses eine größere Be— günstigung verschafft wird und vermittelst dieser Natur⸗ hülfe eine verbesserte Rückwirkung auf den vermehrten Getreidezuwachs wieder äußern kann, nicht allemal so— gleich sichtbar ist. §H. 105. In allen diesen Fällen, besonders aber in dem letz⸗ teren so wie auch in dem§. 103. gedachten, werden L 8.—0 +⁸H—3.— . EIA 7—27..2 134 ungleich größere Quantitäten von dergleichen Erdarten, als bei dem Viehdünger gewöhnlich ist, gebraucht wer— den: vorzüglich bei denen, die in ihrer Mischung oder Zusammensetzung Graswuchs, theils Dammerde, theils auflösbare Grastheile enthalten, werden in der Nachahmung des dem Acker ungleich häufiger ge— gen Dünger gewöhnlich überall nöthigen Graswuchses, wenn ihre Anwendung in der That wirksam sich zeigen soll, auch allerdings ebenfalls häufiger gebraucht wer⸗ den müssen. §. 106. Alle so eben erwähnten künstlichen Düngerarten nun erhalten größtentheils ihre Wirksamkeit allein durch den Graswuchs, insbesondere aber von dessen dadurch mehr verstärkten Gährung erregenden Kraft. Finden sich diese Letzteren in einem Acker, so tragen sie auch in demselben Grade, als die Menge dieser Theile ansehnlich oder nur geringe ist, nach vorhergegangener Temperaturbestimmung, zur Fruchtbarkeit bei. Sie vergrößern in dem Acker die durch den verneuerten Graswuchs wieder erhaltene, vorher durch Getreidebau verlohren gegangene Gährungsfähigkeit, auch alsdenn nachher die wirklich entstandene Gährung; mehren die durch die Kultur bestimmte Menge auflösbarer Gras⸗ theile, und bereiten so den Gewächsen und insbesondere dem Getreide seine hauptsächliche Nahrung, woraus Gedeihen, gut befördertes Wachsthum und reichlichere Aerndten erhalten werden. — 1241 —* — 5 ꝗ ꝗ*+ (M * — llen * f ——— ——— — — „ I 1 — „ 2 —* 4— 2 — — 3.. 9..— 5—110 42. e + ere 4αα⁷ „ ½4) Alle bisher im . immer Wiiteder z 136 §. 108. Bei diesen künstlichen Düngerarten, Kalk und Kreide oder Mergel kann bei sehr hoher Ackertempera— tur und Mangel an hinlänglichen Grastheilen dann zuweilen der Fall eintreten, daß, wenn nach§. 196 die günstige Beschaffenheit des Ackers in Rücksicht auf seine Temperatur, dadurch, daß die Dammerde selbst oft fehlt, im umgekehrten Verhaltnisse statt findet, diese künstlichen Düngerarten eben so dem Getreide auf ma⸗ geren Aeckern schaden, gleichwie sie demselben, unter den§. 106 angegebenen günstigen Umständen, genutzt Die Erhöhung der Temperatur bei allem Mangel an Graswuchs, verminderter Gahrungs⸗ fähigkeit, und daher auch nicht einmal gedenkbaren guten, nur im Verhältuiß der geringen Dammerde gleich schwachen fortgesetzten Gährung, hatte hier keinen Zweck, und würde, statt nützlich zu seyn, nur schädlich. haben würden. Aus diesem Gesichtspunkte kann man sich die so ver— schiedenen, bald gut, bald übel ausgefallenen Versuche?) Kleinen angestellten Versuche bewiesen, da man ohne alle der Einsicht dabei zu Werke schritt, beinahe viel, oder gar nichts. Zu viel bewiesen sie, wenn sie in reichem Gartenlande oder auch an einem sonst durch seine besonders gute vortreffliche Kultur in Hinsicht auf die Graswuchs⸗Vermehrung sich auszeichnenden nahen Ackerstücke, welches auflösbare Grastheile im Ueberfluß besaß und fortdau— rend in einem hohen Grade von Gährung stand, angestellt wur⸗ den. Das Unverhältnißmäßige, oft sogar ein anscheinendes Wun— der von Fruchtbarkeit aufstellende Resultat dieser sehr vortheil⸗ haft ausgefallenen Versuche mußte bei der Gegeneinanderhal— tung und Aussührung im Großen auf wirklichem, in gewöhnlicher Kultur begriffenemn Ackerlande, wo die Gährung erregende Kraft schon durch die einmal angenommene Saatenordnung überall 137 dieser Düngerarten, so wierder mancherlei Düngsalze nd(welche, weil sie unter die künstlichen Düngerarten in rd⸗ un beschränkt wird, stets unübereintreffend, ja wohl gar einen fa⸗ 56 belnden Widerspruch zu enthalten scheinen. Um diesen augen— — scheinlich unrichtigen Umstand zu vermeiden, verfiel man viel— uf leicht in jenen entgegengesetzten gar nichts beweisenden Fehler. bst Man nahm nehmlich zu dem Versuche bloß magern Sand- oder e andere todte Erde, welche entweder ganz oder doch mehrentheils ö an Graswuchs und dessen auflösbaren Theilen Cohne alle Aus— na⸗ wahl und Rücksicht auf die hier so viel bestimmende vorhergegan— nter gene Kultur und auf die in dieser Bodenart vorhin erzeugten, die Gahrungsfähigkeit wiederherstellenden, oder auch beraubenden Feld— iht produkte) arm war. Diese letzteren Versuche waren nicht einmal bei auf nur einigermaßen mit Dammerde versehenen Boden anwend—-⸗ 15⸗ bar, besonders da auf die Temperatur hier uberall keine Obacht genommen war. Der Versuch war bei sehr niedriger Temreratur iteh, angestellt, die diesen Versuch im Großen bestätigende Ausführung lich aber war vielleicht bei hoher Temperatur unternommen worden. 690 Alle diese Fehler müssen, èvLenn man von reicher auf magere Erde oder von magerer auf mittelmäßige und gute einen Schluß machen . will, nothwendig jedesmal erfolgen. Sie sind sogar auf leinem und demselben Felde verschieden, wenn man es auch nicht so ganz genau mit der Temperatur hier nimmt; da schon der meh— 0 rere oder mindere Mägel an Gährung oder auflösbaren Gras— theilen, die Dammerde, die Nähe oder Weite der Felder, die Wan Lage, die verschiedenen Erdarten und die zeitherige allgemeine einahe Hoder besondere Kultur jedes Ackerstücks, Veränderungen verur— en siy sachen müssen. Die Mannigfaltigkeit der Resultate, besonders —0 bei der durchaus veränderten, oft mehrere Jahre hinter einander f bi wechselnden und sich nicht gleich bleibenden Witterung ist hier lic/ jederzeit so groß, daß alle daraus zu ziehende Schlüsse dem tem— Dau⸗ peraturkundigen Beobachter erschwert seyn müssen. Kleinliche ur⸗ isolirte Fälle scheinen daher überhaupt weniger als im Großen Vul⸗ aufgestellte Fakta zu beweisen; höchstens kann man aus dem Er— theil⸗ steren, sobald kein Trugschluß dahinter verborgen ist, beurtheilen lhal⸗ was man allenfalls thun könnte, dahingegen man im zweiten ——— siher Zalle, das, was wirklich auch ausfuhrbar ilt; zu beurtheilen raft DWUugg An dieser letzten Art von Verfuchen fehlt es uns im. W6ral mer noch zu sehr. 133 Absicht auf ihre Wirkung überhaupt zu zählen sind, nach obigen Grundsätzen ebenfalls beurtheilt werden können) und die Ursachen dieser oft wieder wechselnden Erscheinungen vom reichsten Gartenlande an bis zum magersten an Gährungsfäͤhigkeit durchaus armen Sand— lande, sehr leicht erklären. §. 1009. Hitziger Viehdünger und hohe Temperatur scheinen sich sogar oft nicht ganz zu vertragen. Die Kraft die— ses Düngers, die Gährungsfähigkeit zu beleben, bringt, da sie wegen Mangel an Dammerde nicht wirken kann oder doch ihre Wirkung schädlich wird, einen zweck— widrigen höheren Grad der Temperatur hier hervor, der allerdings den Saaten nachtheilig werden kann. Dahingegen der sogenannte kalte Dünger des Rind— und Schweinviehes hier wohlthätiger, so wie seine Wirkung in dem Erdreiche von gemäßigter Temperatur diese ist: daß sie die Gährung an sich, weil sie nicht so ge— schwind, als bei dem hitzigen oder dem Dünger des Schaf— viehes anfängt und in dieser ersten Wirkung vorüber— geht, länger daurend erhält. Der hitzige Viehmist ist aber in dergleichen kalten Böden wieder anwendbarer und besser, weil durch ihn die so nöthige Gährung bald und lebhaft angefangen und alsdenn desto besser für die erste Frucht unterhalten wird. Allein auch hitziger Viehdünger wird dann sogar bei hoher Temperatur unschädlich werden, wenn die Kultur zur nöthigen Erzeugung des Graswuchses hin— längliche und ihren Zweck erfülende Vorkehrungen *.— 4.. 139 + getroffen hat. Daß einsallende Dürre dabei schälich Den werden könne, beweiset hier nichts gegen diesen ange— de führten Satz; da nur von einer gewöhnlichen Tempe— un raturbestimmung, und nicht von einem solchen durch 0. außerordentliche Witterungs-Veränderung und Dürre hochgetriebenen Temperaturgrade, wo die Ordnung in der Natur gewissermaßen unterbrochen wird, und alle ö Früchte verhältnißmäßig leiden, die Rede seyn kann. Wn In der Ausübung selbst wird überhaupt in diesem„ 7 ö Falle der Landwirth nicht allemal im Stande sich befin⸗ 5 4. OQ—4 gt, den, den Viehdünger besonders denn, wenn dieser nicht Oa 1 m eeinmal zur Nothdurft hinlänglich und nur sparsam vor— 5. 2 7 ock handen ist, ohne die geringste Abweichung von desfalls—m I lehh, angenommenen Regeln in Ansehung des so oft empfoh— 4 kam. lenen Gebrauchs der hitzigen oder kalten Düngerarten 4 7 lich anzuwenden. Alles kommt hier auf den Graswuchs 60*—44 lle allein an, und hat man Dünger in Menge; so ist e„ allt auch sicher um den ersteren nicht schlecht bestellt, und 3 2 . der Gebrauch der eben gedachten Regeln in Ansehung N. des letzteren wird alsdenn weniger nöthig: die zu er—— 2 Mba bauenden Früchte oder Saaten selbst werden, der be— 7 9. sts sondern, zu ihrem gedeihlichen Fortkommen nöthigen** natürlichen Temperaturhinsicht gemäß, nur ein beson⸗ O deres bestimmtes Verhalten hierin allein noch erheischen. se Die gute oder schlechte Beschaffenheit des Düngers α N verdient in allen Fällen vorher genau erwogen zu wer⸗ den. Es ist nehmlich nicht einerlei, ob solcher vom ben kräftigen oder unkräftigen Viehdünger herrührt und die 140 Menge der bei einem Feldbaue gewöhnlichen Neben⸗ hülfsmittel, z. B. eines besondern reichlichen Heu— schlages, bestimmt durch diesen erhaltenen, und auf das Land gebrachten Dünger gar sehr die in dem Acker be— findliche Gährung erregende Kraft oft mehr noch durch seine Qualität, als Quantität. Der Umstand, daß das Vieh, wovon dieser Ab— fall ist, in der Sättigung und gutem Futter stets wohl unterhalten worden, trägt hierzu viel bei. Kärgliches Stroh allein, zumal den Winter über verfüttert, kann auch nur geringen unwirksamen Dünger geben; dahin— gegen Gras, Klee, Kraut, Wurzelgewächse u. s. w. da der Dünger alsdenn dem Fruchtbarkeits⸗Prinzip ho⸗ mogener, alle nöthigen Bestandtheile bereits in einer ausgesuchten guten Mischung enthält, einen Viehdün⸗ ger liefert, der jeden andern übertrifft. Der bekannte Vorzug des Herbstdüngers vor dem sogenannten Win— terdünger scheint vorzüglich auf diesem Unterschiede zu beruhen; so wie auch der Vorzug des Mastungsdün— gers von der kräftigern nahrhaftern Futterung ohne Zweifel herrührt. H.. Kalk und alkalische Erden und sogenannte künstli⸗ che Düngerarten aber sind einem mit zureichender Dammerde versehenen Felde, wo die Erhöhung der Temperatur nach den bisher aufgestellten Grundsätzen alsdenn nicht schädlich wird, beständig und selbst auf eine materielle Weise nützlich. Der beste Beweis die— ses Satzes unter diesen Bedingungen besteht denn sicher * 141 darin, daß man kalkigte und andere dergleichen absor⸗ birende Erdtheile in der Gewächsasche der erbaueten Pflanzen nach ihrem Verbrennen wieder findet. H. 112. b. Von des Düngers Anwendung insbesondere. Die übrigens nicht neue Behauptung aufstellen zu wollen: daß, wenn man den Graswuchs nach den bis— her jetzt aufgestellten Grundsätzen in die theoretisch— systematische Uebersicht von den Hülfsmitteln der Feld— ökonomie aufnehme, man den Dünger wohl ganz ent⸗ behren könne, würde in der That, wie aus den bisher Abgehändelten hervorgeht, sonderbar und gewiß thö— rigt scheinen. Man kann, ohne von dem einen Extreme der zu großen, aus bloß empirischen Wahrnehmungen entstandenen Vorliebe zum Düngergewinn in das an— dere Extrem der völligen Geringschätzung desselben über— zugehen, sehr wohl den Mittelweg sich erlauben und ihm, diesem Dünger, diejenige Würdigung zukom— men lassen, die seiner überall ausgezeichneten Wirk— samkeit allerdings gebührt; ohne deshalb jedoch den ersten Principien in der Fruchtbarkeit selbst zu nahe tre⸗ ten zu wollen. Dieser Fall scheint bisher mit dem Dün. ger sowohl, als mit der Bearbeitung des Ackerlandes selbst meistentheils und öfters statt gefunden zu haben: so daß die allgemeine Meinung zwischen beiden getheilt, stets schwankend und ungewiß blieb. Die richtige An⸗ 142 wendung und der vermehrte eichliche Gebrauch des Dün⸗ gers sind, besonders in der neuern Agrikulturperiode, 23 0 vielmehr jetzt völlig unentbehrlich geworden. Die Vor— 1 αν i ö * liebe für den Dünger war bisher in dem vor jetzt aus 5— 0 4— Mangel der Theorie zu sehr beengten Gesichtskreise groß: so sehr diese nun durch die währe Ansicht berich— tigter Ackerbaugrund-Grundsätze aufgehellt, und in dieser Rücksicht sogar beschränkt werden dürfte; eben so sehr erweitert sich der Gesichtskreis in anderer, mehr staatswirthschaftlicher Hinsicht ungemein, wenn der Düngergewinn als das Band und der Weg erscheint, wodurch Nationalreichthum, verhältnißmäßige Kultur— kräfte und Betriebsamkeit nur auf den Feldbau angewen— det, während dieser selbst dadurch vom bloßen Hand— werke in die Reihe der Wissenschaften hinauf tritt, allein und vorzüglich zu wirken sich gewöhnen kann, eine eben so verkannte, als ungemein wichtige bisher oft nur zu ge⸗ ringen Einfluß gehabt habende Bestimmung, die allein dem reichsten Lände unseres Welttheiles für jetzt eigen, das Ganze der Ackerkultur darin erhebt, und jedem unter 47, 1.— 64 09* . ahnlichen Verhältnissen zukünftig stehenden Staate 4—— wahrscheinlich seinen Platz in die Reihe kultivirterer +44 Länder auf immer anweisen wird.(s. Th. 2, Cap. 4.) — ·JV.— 5. ziz. 2. Sehr oft werden bei der Düngeranwendung insge— —4—(umein Fehler begangen. Der Gebrauch des Düngers V.* sollte nehmlich nicht bloß auf den zeitigen, davon fürs 7 +.— MRerste dadurch zu erhaltenden Vortheil allein sich beschrän— * kenz; sondern die weiter liegende Absicht, welche nach E— 64 7 + S 2*08— +.———. FE 143 din Anleitung besserer Ackerbau⸗Grundsätze die Zunahme ode, der Gährung und Vermehrung der Gährung erregen— Sor, den Kraft überhaupt, eben dadurch aber auch der aus Dammerde, wo 44—— nöthig, beabsichtigen soll, wür⸗ eise de alsdenn nach Maaßgabe der jedesmaligen Tempe⸗ ich ratur und Ackerconstitution auch bezweckt zu werden, in gesucht seyn müssen. ben ꝛeht§. 114. der Viehdünger eben so wie der Graswuchs wirken bei⸗—•68— eint, de nach§. 65 und 66 zur Erhöhung und auch Maßigung 72 +I. ur⸗ der Temperatur. Es läßt sich daher in gewissen Fäl⸗— ö ů ven len eins dem andern substituiren. Wo der Gras— 4** and⸗ wuchs und insbesondere der vorzüglich brauchbare ee. Lein desselben, die Dammerde, fehlt, wird der Dünger im.d ++ Hen mer ein diensames Mittel seyn, welches, so gut es nurg. +7 Oe 2 0 irgend geschehen will, jenen Mangel ersetzt und selbst⸗ in den Weg zeigt, worauf man mit der Zeit zu einem , sicher verbesserten Graswuchse gelangen kann. 4§. 115. 0 Eben so ist der Viehdünger, da wo die Tempera⸗ 4 tur so niedrig ist, daß die durch den verneuerten Gras— 7 2 VVV wuchs wieder erlängte hergestellte Gährungsfähigkeit +. 4. 7 nicht in wirkliche Gährungsthätigkeit übergehen, oder doch nach dein, durch die vorangegangene Witterung und 5.8— I. 4 ge⸗ 12 andere dahin einschlagende Umstände, durch vorherge⸗ ZFe 4 . machte Temperaturbestimmung angenommenen Ver⸗ 4.,— —.— hältnisse nie recht in den Gang kommen mag, und also bei—. 22 10 der auf diese Weise verminderten Gährung auch die Ver⸗*. 10 644.. 75• 4. ö 4.— 41 —2 I+A*. 7. HHπeFu 5 7 47¹ ö + cb. 5 17. X 144 mehrung der auflösbaren Grastheile nie vorwärts ge— hen, Kräfte gewinnen, und ihre vortheilhafte Wirkung und Einfluß auf die Ackerfruchtbarkeit(wie in dem nördlichen Klima dieser Fall sehr oft eintritt) auch nicht zeigen kann, ein erprobtes Mittel, um diesen gesuchten Entzweck wirklich, wenn zufällige Umstände hierin nichts umändern, zu erreichen. Der Dünger ist daher als das Surrogat beides, sowohl des Mangels geringer und zur Temperatur⸗ mäßigung unzulänglicher Dammerde, als der Gährung und Vermehrung ihrer Thätigkeitskräfte bei dem An⸗ fange und Fortgange der verbesserten Kultur anzusehen. H. 18. Wie wenig von diesen Bemerkungen, welche durch die richtige Ackerbautheorie eine nähere durch vermehrte Einsicht in die Natur und ihre Wirkungen entstandene Veränlassung erhalten haben, vom Dünger Gebräuch gemacht worden, und wie dadurch auch so mannigfache Vortheile bisher unterblieben und nicht erhalten werden konnten, scheint mir nicht mehr undeutlich oder dunkel zu bleiben. Man hat zwar stets den Viehmist zu dem Ge— treidebaue um des uns der dadurch erfolgten Auflösung des Graswuchses herfließenden Nutzens Willen angewen— det, aber selten oder wohl nie in der weiter liegenden durch eine richtige Theorie und wahre Ansicht der Acker— bau⸗Gegenstände gegründeten ausdrücklichen Absicht und mit gewöhnter, auf die überall so verschieden ge⸗ wöhnliche Ackertemperatur genommenen Rücksicht, die Gährungsfähigkeit, vermehrte Erzeugung des Gras⸗ 47—— K ̃ts ge. rkung dem nicht chten ierin ides, atur⸗ Rung X schen. durch chrle dene uch ache rden u Oe: sung 2.———.....—2——m———————— 145 wuchses und eben dadurch auch die oft so besonders nö— thige Dammerde zu mehren und zu verbessern. Dieses angelegentliche Geschäft der Natur, die Graswuchser— zeugung, wovon diese aber bei zu hoher Localtempera— tur und dadurch unmöglich gemachtem natürlichen Gras— wuchse allein stets gehindert wurde, und worin eben die richtige Düngeranwendung bei der nöthig zu bezwecken— den Temperaturmäßigung besteht, sollten wir uns, zu unterstützen, billig mehr als bisher bemühen, und den nach aller Erfahrung wichtigen Gebrauch dieses der Natur so gemäßen Hülfsmittels und darnach veränder— ter Ackerbaubehandlung nicht ungeschehen und, ohne den daraus zu erhaltenden Nutzen zu erreichen gesucht zu haben, seyn lassen. Dies Bestreben nach§. 114. sollte sogar mit unserm gesammten Viehdüngervor— rathe immer mehr unterstützt werden. Dahingegen nach§. 115, und bei der nach den Grundsaäͤtzen der Temperaturerhöhung ferner noch zu behandelnden Ackerkultur, besonders da, wo die dem Feldbaue wenig zuträgliche oder günstige Temperatur zu niedrig ist, und es an Graswuchs überhaupt selbst nicht, wohl aber an der gehörigen Gährungsthätigkeit fehlt, die Gährung alsdenn auch kürzere Zeit aushält, der bisher gewöhnliche Düngergebrauch gleich nach be— wirkter Verneuerung des Graswuchses und unmittelbar darauf eintreffender Benutzung desselben, als ein in der Braachzeit gewöhnliches Gährungsmittel, wodurch der Nutzen der Bearbeitung vergrößert werden kann, zuweilen vorzüglich bei dem diese Verrichtung eben so K *————r—— . +r A.„ Ir r 1 +. 1 . 4.◻4. L. A. H. “ 2 46 I. 146 sicher erfüllenden fehlenden künstlichen Dünger, wieder nützlicher seyn dürfte. H. 117. Dadurch wird man bei dieser richtigen Düngeran— wendung überhaupt gewissermaßen in den Stand sich gesetzt sehen, der Lücke der Fruchtbarkeit, welche die Natur durch Mangel an unzulänglicher Dammerde und daraus fließenden Nachtheil für die Graswuchserzeu— gung oder möglich dadurch zu erhaltender Gährungs— fähigkeit nicht auszufüllen vermogte, nachzuhelfen, oder vielmehr wird man dadurch, daß man den Vieh— dünger nicht nach der am meisten üblichen Methode zur Gährungserregung, zur Verstärkung, Auflösung, und mithin zur Verminderung der Graswuchserzeugung bei guter gewöhnlich brauchbarer Ackertemperatur, viel— mehr zur Wermehrung des Graswuchses, der Gährung und daher auch überhaupt zur Zunahme der auflösba— ren Grastheile insbesondere anwendet und auf diesem Wege die Ackerkultur zu heben und zu verbessern trach— tet, die Fruchtbarkeit über das gewöhnlich durch Damm— erde und Temperatur bestimmte Maaß zu erheben im Stande seyn. Bei jeder beendigten Gährung werden die Ueberreste des guten verneuerten Graswuchses der Dammerde zugelegt; dadurch gewinnt die Fruchtbar— keit des Bodens besonders bei der nöthigen Tempera— turmäßigung. Eben so werden die Gährung erregen— den Kräfte nochmals alsdenn vermehrt; wodurch die Ackerfruchtbarkeit, selbst bei der nöthigen Erhöhung der Temperatur und nur gewöhnlich guten Getreidelande, kryrfennror — 7 N 7* 67½ 147 wiebet gleichfalls zunehmen wird. Das bessere, gedeihlichere Wachsthum aller Feld⸗ und Kulturprodukte, der da— durch vermehrte Ertrag des Getreideanbaues wird auf diese Weise durch den künstlich vermehrten Graswuchs, eran⸗ der als solcher dem Dünger bei dem Ackerbaue im Allge⸗ dsch meinen und nach den bisher angeführten Prinzipien meist vorgezogen werden muß, besonders erhalten. eun ö zeu⸗§. 118.—— 6 unge⸗ In diesem durch künstliche Graswuchsvermehrung—— 44— Hlsen erreichten Ziele der Fruchtbarkeit und der im Temprra— 72. 4 +. Di⸗ turmäßigungs⸗Falle dabei nach und nach, wenn auch + 4—8— ode hr spät erst erhaltenen Vermehrung der Dammerde und V. 4.7 α 7 dadurch nun wieder vergrößerten Gährung, und bei der dazu nöthigen Fähigkeit bei mehr erfolgter Ansamm— nil lung Fäulniß fähiger, sowohl leicht als auch schwer Hlung auflösbarer Theile, steht alles Getreide hoch, schwer, icha⸗ schön und fest. Dahingegen die bekannte fehlerhafte sesem Anwendung, den Dünger der gewöhnlichen Methode rah⸗ nach in die Braache nur als Auflösung⸗ und Gährung. mm⸗ verstärkendes Mittel des Graswuchses zu bringen, ohne /.. 4⁰ hin in hinlängliche Dammerde, ohne gute genugsam gemäßigte—7. ö 7 virden Temperatur, und zwar anfänglich durch die Bearbeitung +— der gut vorbereitete Nahrung und oft Ueberfluß, der nach⸗“ tbat⸗ mals in plötzlichen aus Mangel an hinlänglicher Un— pera⸗ terstütung übergehenden Mangel an auftösbaren Gras— gen⸗ theilen ausartet, bei der Getreide⸗Erzeugung mit die mehr als gewöhnlichen Aufwand gebraucht, nur Lager⸗ der korn und denn oft wenige nur geringe oder nicht genug nde, gezeitigte Körner hervorzutreiben pflegt. Die Damm⸗ K 2 ——.—* K=S.SE‚ A**—3——** R. V 0 NII M II FT V. * 0 148 erde ist alsdenn nicht im Stande, mit Hülfe des Dün⸗ gers(der aus Mangel am vorfindlichen Graswuchse seine sonst wohlthätige Wirkung denn oft wohl gar ver⸗ ändert) die hohe Temperatur zu mäßigen; indem die Dammerde zum Theil dazu nur unzulänglich und so— gar selbst von geringer Bedeutung ist. Bei der richti⸗ gen Anwendung des Viehdüngers, wobei die Vermeh⸗ rung des Graswuchses bezweckt wird, hingegen be— schützt die dadurch erhaltene Zunahme der für den Feld— bau so nützlich erhaltenen Theile selbst, und dadurch unaufhaltbar fortgesetzten, mehr erhaltener Fäulnißfähi⸗ ger Theile wegen wieder möglichern Gährung das Ge— treide, womit es jenem Unfalle alsdenn leichter zu be— gegnen im Stande seyn wird. Oft ist auch gegen die so geringe Dammerde und verhältnißmäßig stark ge— mehrte Menge der Gährung erregenden Kraft bei übri⸗ gens hoher Temperatur, die zufällige Ursach, daß sich in einzelnen Fällen das Getreide ebenfalls lagert; indem, wenn die Kultur zur Vermehrung der Dammerde durch die richtige Düngeranwendung überhaupt noch keine, Anstalten getroffen hat, das Getreide zwar anfangs bei ungewöhnlich viel auflösbaren Grastheilen stark und in viele Halme getrieben, nachher aber aus Mangel an Dammerde, die zum guten Wachsthum überall erfor— derlich ist, schwach wird und bei dem Darniederliegen seine Zeitigung nicht erhalten oder auch nicht genug Kör⸗ ner ansetzen konnte. Die Braachbearbeitung, welche oft viele Nahrung und auflösbare Grastheile zwar vorbereitet, aber das hinlängliche Auskommen und be— ständig fortgesetzte richtige Zutheilen dieser Nahrung Dün⸗ uchse ver⸗ die so⸗ ichti⸗ neh⸗ be⸗ Feld. durch pfahi Ge⸗ ber N die k ge⸗ Ibrin sch em, urch eine, bei in Van For⸗ al. 149 bei den bemerkten Mängeln nach Beschaffenheit der Temperatur und Witterung nicht immer bis zu dem Ende des Reifwerdens der Körner sichern kann, trägt zu biesem Unfalle viel bei. Selbst einsichtsvolle Landwirthe in besserem, oder durchaus gutem Boden, welche die nähere Veranlas— sung zu diesen ungünstigen Ereignissen nicht kennen, gerathen denn vielleicht auf die Gedanken,(wie ich denn verschiedentlich ähnliche Bemerkungen im vollen Ernste habe machen hören), daß ihnen ein größerer Düngervorrath dieser Ursache wegen, und um ihrer auf einzelnen Ackerstücken, wo das Getreide sich lagert, vielleicht von ganz andern Umständen abhangenden Kultur willen nichts helfen könne; auch daß es durchaus nöthig sey, den Dünger nur sparsam und sehr dünn alsdenn auszubreiten. Diese Leute sind in der That von der guten Wirkung, welche aus der vermehrten Gras— wuchserzeugung überhaupt und insbesondere der dadurch bewirkten Zunahme des auflösbaren Theils desselben entsteht, nur zu schlecht unterrichtet, und eben so we⸗ nig haben sie eine gegründete Vorstellung davon, daß die auf gemeldete Art bewerkstelligte Feldverbesserung, mittelst der richtigen Dünganwendung, auch dem Lande einen höheren Grad an Stärke in dem guten Wachsthumstriebe sowohl, als in dem wirklichen Stande und befestigten Tragekraft, so wie bei der Graswuchs und Gährung-Beförderung überhaupt ge— schiehet, beibringen müsse. Was die beobachtete Bemerkung dieser Wirthe, in An⸗ sehung der Düngeransammlung betrifst: so ist die Wir⸗ —— ————— —————— — ————— **ꝗID— ——— 15⁰ kung eines so reichlichen Düngervorrathes von dem ver⸗ mehrten, durch reichliche Nahrung unterhaltenen Viehe, (ein Ueberfluß, der übrigens nur noch bei einer sehr zweckmäßig eingerichteten Feldökonomie, oder bei beson⸗ ders natürlich guten und an Dammerde reichen Boden möglich ist), auch die Behauptung, daß der Dünger das Gedeihen des Unkrautes zu sehr dabei befördere, zwar an sich vielleicht richtigund oft wahr; sie verräth aber in der That das bloß Nachtheilige der bisherigen Viehdüngan— wendung. Und kommt der zu dieser Bemerkung führende Fall auch zuweilen bei einzelnen Ackerstücken, die alsdenn den Beweis, was bei verbesserter Kultur das Ganze leisten würde, ablegen, vor; so liegt die wahre Be— schaffenheit doch nur an der oft völlig abgesonderten Behandlung eines dergleichen Feldstücks, welches aber allein keinen hinreichenden Beweis abgiebt; wovon man mit Grunde auf die übrigen Felder eines Gutes einigen Bezug nehmen könnte. Selten trifft es sich aber, und nur bei den sogenannten Marschländereien, daß man den Viehdünger, weil er zu sehr in das Gras treibt, welches dadurch während des Getreidewachsthums zum verderblichen Unkraute wird, und woraus für die Feld— früchte dann Nachtheile erwachsen, vielleicht auch aus Gewohnheit und geringem Bedarf gar nicht achtet. Dies sind zwar Ausnahmen von der durch die Güte und Vortrefflichkeit der Ackerconstitution erhaltenen großen Naturfruchtbarkeit, deshalb aber immer noch nicht von dem wahren Nutzen der richtigen Viehdünganwen⸗ dung: im Gegentheile ist diese da eben und jederzeit anzurathen. Durch die der Natur hier angemessene ber⸗ iehe, schr son⸗ den das ran üder gan⸗ tende denn Nanze Be· etten aber man gen und Nan eibt, un Fib⸗ Haus cll. und oßen nicht wen⸗ zeit esene 151 Verwendung des Viebdüngers kommt man seiner etwa⸗ nigen Schädlichkeit zuvor, und benimmt dem Lande die Neigung zum natürlichen Graswuchse und den Drang, sich eine vermehrte Gährungsfähigkeit durch Unkraut zu verschaffen, indem man der Natur-Wirkung gemäß den künstlichen Graswuchs besonders befördert. Die zweite Behauptung, daß es nöthig sei, den Dünger nur sparsam und dünne auszuspreiten, kann zwar bei geringer Dammerde und der bei dem Getreide— baue nicht genug gemäßigten Temperatur statt finden; die Anwendung dieser Regel kann aber bei der durch geschehene Graswuchsvermehrung und Gährung verbes— serten Kulturumänderung eben so wenig, wie bei dem wichtigen Gebrauche des Viehdüngers statt finden: und zwar sowohl deshalb, weil alsdenn die Mäßigung der Temperatur möglicher seyn, auch der Dünger alsdenn keine so schäbliche Richtung und verderbliche Wirksamkeit statt wünschenswerther Folgen äußern und nach sich zie— hen kann; als auch weil die Gährung mehrere und dann. länger ausdaurende Kraft gewinnt. §. 119. Aus diesen Gründen muß nach richtigen Regeln (wo keine Ausnahme wegen zu niedriger Ackertempera— tur vorkommt) der gewonnene Viehdünger nur zu Raps, Kartoffeln, Rüben, Kraut, Bohnen und an— deren diesen ähnlichen Gewächsen erster Klasse verwen— det werden. Auf diesem Fall und bei dieser allein rich⸗ tigen Düngeranwendung wird die vermehrte Er zeugung des Graswuchses durch theoretisch richtige Beurthei— lung und wissenschaftliche Aushülfe bewirkt; wovon die Erweiterung der möglichen Gährung und der vergrö— ßerte Ertrag die Folgen sind. Außerdem benutzt man den erhaltenen Viehdünger nicht so, wie man thun sollte, und er bleibt nur ein bloß temporelles, weder für die Zukunft noch das Wohl der Landwirthschaft überhaupt berechnetes Hülfsmittel. Arthur Poung in seiner schätzbaren Reise duech das östliche England(Seite 12 der deutschen Uebersetzung) behauptet ein Gleiches:„aller Dünger muß zu Kraut und Bohnen gefahren werden“ desgleichen in der über— setzten Reise durch Frankreich(Seite 146 des dritten Bandes)„die besten Landwirthe in England breiten „Dünger aus zur Verbesserung der Früchte, bei denen »zugleich der Zweck erreicht wird, daß mehr Futter „aufwächset. Da nun hiermit das Vieh gefüteert »„wird; so erhält man auch mehr Dünger, je stärker »man düngt. Es ist eine arithmethische Progression. »Verwendet man aber den Dünger auf aussaugende „Früchte, z. B. Waizen und Roggen, so ist der „Nutzen bald erschöpft und die so wichtige Vermehrung »desselben in der Landwirthschaft findet nicht statt. „Wenn man den Dünger auf die Gewächse verwendet, „womit man Rindvieh und Schaafe sättiget; so kann „man immer nach und nach seinen Viehstand vermeh⸗ „ren. Dieser kann aber unmöglich zunehmen, ohne „daß dabei das Guth nicht verbessert, und auch selbst „der Kornanbau vermehrt würde.“ haft das ung) Nraut über⸗ ritten reiten denen utter utert irker son. eude t der 15³3 §. 120. Bei dem Gartenbaue findet keine andere Düngan⸗ wendung statt und kann auch nicht statt finden. Die Gährung erregende Kraft ist aber auch dort sehr groß und die Gährung selbst wird durch beständig erneuerten Graswuchs dort immer gut und wohl unterhalten. Um die Fruchtbarkeit der Gärten auf den Feldbau überzu— tragen, müßte mit der richtigen Viehdünganwendung der Anfang gemacht werden. So gefährlich der Vorschlag der nach diesen An— gaben zu verändernden Dünganwendung auch einem und dem anderen Landwirthe, der die bloß methodische Ver⸗ minderung und durch Dünger erfolgte Verstärkung, der ihm unbekannt wirkenden, Gährung erregenden Kraft zum besonderen Augenmerke sich gemacht hatte, vorkommen dürfte; so wird man bei genauer, von Vor⸗ urtheilen befreiter Prüfung, von der gegentheiligen Wirkung dieser veränderten Behandlungsweise in der Feldökonomie sicher überzeugt werden. Es ist ohnstreitig besser, durch Dünger, vermit⸗ telst des Graswuchses, zu dessen Vermehrung und Beförderung der Ackerfruchtbarkeit mitzuwirken, als den wenigen Dünger mit dabei gehäufter und alsdenn auch oft zweckloser Bearbeitung verbunden, unmittelbar zur Verminderung der Gährung und im Grunde zur wirklichen Abnahme der Fruchtbarkeit und Erschöpfung derselben durch überhäuften Getreidebau anzuwenden. Die Graswuchsbeförderung bleibt, wenige Aus— nahmen bei dem Ackerbau abgerechnet, stets das Erste. 154 Nicht allein der Zweck der nöthigen Erhöhung, sondern auch besonders der Zweck der noch nöthigeren Mäßigung der Temperatur zu dem Ende der Vermehrung der Gäh— rung erregenden Kraft und deren richtigern und bessern Verhältnisses mit der Dammerde wird dadurch er— reicht. Wenn es durchaus erfordert würde, könnte der Ackerbau, vermittelst des Graswuchses allein, ohne Dünger zuweilen bestehen, nicht aber umgekehrt der Dünger ohne Graswuchs zur Getreide-und Feldfrucht— barkeit allein und überall gut wirken. Was gedachte richtige Viehdünganwendung bei dem Ackerbaue vermöge, kann man unter andern aus Arthur Young Reisen durch das östliche England (S. 47, Theil 4.) in Ansehung des die Stelle der Braache mit Vortheil ersetzenden häufigen Bohnen— baues der Grafschaft Kent lernen. Die Möglichkeit davon scheint diesem berühmten ökonomischen Schrift— steller selbst bei der augenscheinlichen Erfahrung noch ein nicht völlig entwickeltes Räthsel zu bleiben. 9. 121. Starke und viele Viehdüngung, vereint mit der richtigen Anwendung, ist sehr zu empfehlen. Nur dadurch allein ist es es möglich, sich über das von der Natur selbst durch Dammerde und Temperatur, Klima und Lage bestimmte Maaß von Fruchtbarkeit, auf dem Wege der erhaltenen Vermehrung der Gährung und diese immer mehr erregenden Kraft zu erheben. Diese künstliche Fruchtbarkeit übertrifft die natürliche denn überhaupt. Bei guter und richtig fortgesetzter Kultur sondem bigung Gah⸗ heseen cher. Lnnte ehne kt der suucht. N. bei n aut Wulanh lle der chunn, WHlet sstt loch 155 werden die geringeren Gras- und Unkrautarten alsdenn zerstörtt, der gute Graswuchs und die Zunahme der Gährung aber immer je mehr und mehr befördert. H. 122. Auch ist es der wirthschaftlichen Klugheit gemäß, mit gehöriger Rücksicht auf Temperatur und erfolgte Vermehrung des Graswuchses, die Abwechselung des gewonnenen Viehdüngers mit den künstlichen Dünger— arten, Kalk, Mergel u. s. w., welche letzteren ohne⸗ dem bei dem Getreidebaue zur Erhöhung der Tempera— tur und versteckter Gährungsthätigkeit, statt Viehdün⸗ gers zweckmäßiger anzuwenden sind, soviel man diese nach Beschaffenheit der Lage und Umstände nur mit wirklichem Vortheile habhaft werden und auch anwen— den kann, geschehen zu lassen. Dadurch wird auch selbst bei niedriger Ackertemperatur(welches außerdem hier vielleicht nicht immer gut zu bewerkstelligen, noch auch vortheilhaft seyn würde) die richtige Düngeran⸗ wendung mehr möglich gemacht. Der Ackerwirth, welcher diese Unterschiede mit Aus— wahl in der Anwendung beobachtet, wird desto eher zu weiteren Fortschritten zu dem bisher oft unerreichbar geschienenen Ziele wohlthätiger Feldbauverbesserung sich ermuntert und näher veranlaßt finden. ———..—— 156 4. Von der Bearbeitung der Felder, dem Brennen, Wässern und andern hierher gehörigen Mitteln zu Erreichung des Entzwecks der Ackerfruchtbarkeit, durch Verbesserung oder Erneuerung des Graswuchses überhaupt. Theils soll hier von der Erhöhung der Temperatur zu diesem vorliegenden Entzwecke die Rede seyn, theils aber und noch mehr von deren Mäßigung. Im gegen— wärtigen Abschnitte wird immer ein Land vorausgesetzt, welches mehr oder minder arm an Dammerde ist, in dem diesem folgenden Cap. aber von der nöthigen Mä— sigung der Temperatur bei der Graswuchserzeugung, ein solches, wo der Mangel an Dammerde überhaupt sich zeiget. V §. 123. Entweder hat der vorgesetzte Zweck 1) eine Urbarmachung zum Grunde oder der Fall betrifft, 2) bereits altes Grasland, oder 3) bisher gebrauchtes Getreideland. . 124. Alle Localumstände zusammen vereinigt, die Tem— peratur und Beschaffenheit des Erdreichs, die Atmos— phäre so wie die einleuchtende Nothwendigkeit zur Ver— besserung, werden, mit der dazu nöthigen Einsicht und richtigen Beurtheilungskraft verbunden, hierzu jedes— malige Handreichung leisten. Ist die Temperatur 157 nicht günstig, und fehlt zumal eine feuchte Atmos⸗ phäre, so finden sich jedoch oft und beinahe unübersteig⸗ liche Schwierigkeiten. 5. 125. Betrifft die Urbarmachung ein der Erhöhung der Temperatur bedürftiges Land, oder mit andern Worten, ist dieses jetzt zu verbessernde Grundstück torfartig, sumpfigt und naß, und muß ihm daher ein sür den mehr nützlichen Graswuchs nöthiger, höherer Tempera⸗ turgrad beigebracht werden; so wird die Anlegung von Gräben, in welchen man die Rasenquellen und das Wasser abzieht, oder ablaufen läßt, nothwendig; so wie daß das nasse Land überhaupt ausgetrocknet werde. Die Veranstaltung dazu kann nach dem Niveau und der Wasserwage angelegt werden; wo alsdenn der nie⸗ drige Theil des Sumpfes oder Morastes ausgemittelt und durch verschiedene Haupt- und Neben-Kanäle, die so viel möglich nach gerader Linie gezogen(die von Zeit zu Zeit wieder gehoben werden müssen, der Ort von der immerwährenden Nässe und zu großen Feuchtigkeit be⸗ freiet wird. Den unterirdischen Quellen sucht man nach⸗ mals immer mehr Ablauf und dadurch, daß der, einem Schwamme ähnlichen, porösen und angehäuften Dammerde die Gelegenheit, neue Feuchtigkeit wieder einzusaugen, benommen wird, die völlige Trockene zu verschaffen. Die unter diesen Umständen oft schwer auflösbare gehäufte Torf-oder Rasendecke wird abge⸗ schält im Frühjahre und Sommer, auf kleine Haufen gebracht, und wenn sie durch die Sonnenwärme hin⸗ 2 duer, V 446. VA * urx cct . 444. H — rt . — + SꝗSꝗSSSSEE 158 länglich durchdrungen, getrocknet und ausgedörrt ist, alsdenn verbrannt. Die erhaltene Asche wird noch— mals ausgestreut und untergepflügt, auch wohl noch über⸗ dies der Acker mit Mergel, Kalk, Kies, Sand, Lehm und Erde, oder auch mit Gips und Asche befahren und α◻½⁷ +2 übersrreut. Denn pflanze man 1) Kartoffeln, oder — 4 V˙ wenn das Stück noch zu feucht hierzu wäre; so wähle man die Hafersaat, 2) im ꝛten Jahre Hafer nach Kartoffeln oder umgekehrt nach Kartoffeln Hafer, 3) späten Lein oder allenfalls bedüngt(welches, wenn der Dünger anders dazu zu erübrigen ist, die Gährung in diesem kalten Boden allerdings möglicher machen und nützlich befördern wird) mit Bohnen, Erbsen oder Wicken, 4) säe man Hafer und zugleich weißen Klee (trifolium repens), 10 Pfund und die Cichorien (Cichorium intybus), 4 Pfund, desgleichen Schaf— garbe(achillea millefolium), 6 Pfund auf den Mag— deburger Morgen gerechnet; oder auch mit Hafer zu— gleich 3 Psund gelben Hopfenklee(trifolium agra⸗- rium), 3 Psund weißen Klee(trifolium repens), und 5 Säcken voll Heusamen, aus mit Asche wohl gedüngt erhaltenem Grasegarten, oder auch von den besten hier— zu ausersehenen trockenen Wiesen; wo man das Gras ausdrücklich den Saamen erhalten und reisen läßt. Da hier der Graswuchs überhaupt oft überflüssig da ist; so ist das unter andern Umständen vielleicht schäd⸗ liche Brennen nicht allein hier nützlich und anwendbar; sondern auch die fleißige öftere Bearbeitung zu den an— gegebenen Sommersaaten, welche zu der nöthigen Dichtheit und Festigkeit der sonst losen Dammerde bei⸗ 159 t is, tragen kann, ebenfalls nützlich. Hier könnte man noch⸗ auch zugleich verschiedene Gräser, theils um die gerin— über, geren, die bei einer so niedrigen Ackertemperatur, wie rund diese hier ist, ohnedem nicht auszubleiben pflegen, ab— und zuhalten, theils auch, weil diese ihrer Natur nach bei oder einer erniedrigten, eben so wie bei der zu hohen Tem— äͤhle peratur, besser als die Klee- und guten Pflanzenarten nach gedeihen, zuletzt mit ausstreuen: nehmlich z. B. das afer, Raigras(Lolium perenne), und das wolligte Honig. wenn gras(holcus lanatus.) Hrung Auch wäre im Falle, daß obige Düngung wegen nachen Mangels derselben, oder der Entlegenheit und des weiten cbsen Transports auf das Grundstück wegen, wegfällen müßte, Klee vielleicht noch folgende Behandlungsweise und Saaten. +7 5 Hrien folge zu empfehlen: als 1) Hafer, 2) Buchweitzen oder 7** chaf. Heidekorn, welches man von den Schaafen abhüten und +— 7— rag⸗ dabei pferchen läßt, 3) Hafer und Wicken gemengt,. zu⸗ welche man gleichfalls abhütet und dabei pferchen läßt, i. 4) Hafer mit obigen angegebenen Grassaamen, mit und welchen das Land liegen bleibt. ingt Diese ehemals Morast oder Sumpf gewesenen Hie⸗ Wiesen und Grasländereien pflegen bei dieser fortgesetzz. 605 guten Behandlung die besten und einträglichsten Wie- ιμαα α ish sen zu werden.— Auch das Bepflanzen mit Bäumen— 4. l kann in solchen Sumpfgegenden, wie aus Erfahrung!““**7** ⸗ versichert werden kann, wenn die Ausdehnung des Sum— 4..A 4— r pfes nur nicht zu weitläuftig und groß ist, in der Nähe 44H½ 11 der am meisten mit Quellen behafteten Oerter, und n um das weitere Vordringen der Nässe zu verhüten, n wozu Erlen(betulus alna) und Weiden(Salix) sehr ö ‚ 5. 2 YHu-——4c40J— — — H⁴ν 4% 7 . 2 160 zu gebrauchen sind, Nutzen stiften und zur Verminderung der Feuchtigkeit viel beitragen. Die nützlichen Gras— arten, welche ebenfalls hierzu dienen, sind das Wasser⸗ rispengras(Poa aquatica), und der Wiesenfuchs⸗ schwanz(Alopecurus pratensis). §. 126. Bei Urbarmachungen, wo die Temperatur nicht so niedrig, vielmehr für den reichlich guten Graswuchs verhältnißmäßig höher und besser ausfällt, finden sich auch sicher keine oder doch nur wenig Schwierigkeiten vor. Wenn die Reinigung von Gesträuchen, Holz, Dornhecken, Maulwurfshaufen u.[. w. vorher gegan— gen; so kann der Pflug um so leichter und schon den Herbst, dem eigentlichen Beurbarungs und ersten Saat— jahre zuvor, folgen. Dann säe man 1) Buchweitzen,‚ 2) Lein oder wenn das Land hierzu noch zu roh und feucht seyn sollte, Hafer, 3) Kartoffeln oder auch noch— mals im späten Frühjahre Buchweitzen oder Heidekorn, 4) Bohnen im Dünger, 5) Erbsen oder Hafer, mit obigen angegebenen Sämereien, die zugleich damit aus— gestreut werden müssen, und wornach das Land dem Graswuchse allein überlassen bleibt: oder auf eine viel— leicht leichtere und bequemere Art 1) Hafer, 2) Heide— korn oder Buchweitzen, 3) Hirse und Wicken gemengt, welches Gemenge auf dem Flecke verfüttert und denn das Land bepfercht wird, 4) Rapsaat, den Herbst vor⸗ her in dem fleißig zuvor aufgelockerten Boden eingesaet, oder auch Rüben den nächst folgenden Sommer; welche man gleichfalls abhüten und sogleich pferchen lassen muß, 161 0 5) Hafer, und damit zugleich entweder obige angege— 195 bene Grassaamen, oder folgende auf den Magdeburger kb⸗ Morgen berechnete Saat, als: immer währenden rothen fachs Klee(trif. alpestre), 10 Pfund, spitzigen Wegebreit pplantago lanceolata), 10 Pfund, gelben Hopfenklee (trifolium agrarium), 6 Pfund, weißen Klee(tri— folium repens), 8 Pfund. icht so wuchs§H. 127. Insch—8 Auf noch mehr trockenen Ländereien, und solchen, die Uritn einer freien Lage genießen, wie z. B. auf hohen Lehden, „hah, Triften u. s. w. könnte man auch 1) Buchweitzen, 2) Erb⸗ gegnn sen oder Wicken, 3) Kartoffeln, Raps, Hirsen,(tüch— hon den tig vorher gedüngt), und 4) Lein oder Hafer mit allerlei nSaat Klee und Grassaamen zugleich aussäen, wo alsdann nashen, das Land ebenfalls liegen bleibt: oder auch 1) Buch— Hund weitzen, 2) Erbsen oder Wicken, 3) Mengfutter, wel— koch⸗ ches abgefüttert und zugleich auch dabei gepfercht wird, Korn, 4) Rüben oder Raps zu dergleichen Behandlung, , R 5) Lein oder Hafer mit untergemengten Grassämereien it uus⸗ ausstreuen. and den aine dil L2. He Will man statt der gedachten untergesäeten Gras— uun saamen Esparsette(hedysarum onobrychis) wäh⸗ m len: so nehme man von dieser 2 Breslauer Scheffel, hter⸗ nebsteinigen Pfund Hopfenklee(trikolium agrarium), tgeset, auf den Morgen Land. Eben so ließe sich auch die whe Luzerne(medicago sativa), 15 Pfund im Frühjahre aumuß, zugleich, oder vielleicht besser allein, ausstreuen; wozu 162 auch allenfalls, besonders vorher gedüngt, und wobei die aufgelaufene Saat gut gejätet und rein gehalten werden muß. Nur verlangen beide, sowohl Luzerne als Espar⸗ sette, da sie in einem wärmeren Himmelsstriche ge— wöhnlich und einheimisch sind, wenn sie guten Fort— gang im Wachsthume zeigen sollen, eine an sich ge— nugsam hohe Temperatur, welche entweder ohne feuchte Atmosphäre ist, oder doch durch diese nicht sonderlich gemäßigt wird(ein Umstand, der sie bei der nöthigen Temperaturmäßigung auch wegen des Liegenlassens der Felder sehr anwendbar macht) und wenigstens immer einige, ja so viel dies unbeschadet der Temperatur nur ge— schehen kann, je mehrere je bessere Dammerde: daher auf eine besonders trockene, weniger des Unkrauts erzeugen— de Unterlage auch hier besonders viel ankommt. Bei mäßiger Düngung und so viel mögliche Reinhaltung des Landes vom Unkraut können diese Futterkräuter viele Jahre dabei hindurch erhalten, und stets reich⸗ lichen Futtervorrath, der den besten Ackerertrag am Werthe meist übersteigt, gewähren. Die längere Dauer hängt von der Temperatur, der Dammerde und der wirklichen Vertreibung des diesen Pflanzen unge— mein schädlichen und nachtheiligen Unkrautes beinahe allein ab. Eine feuchte Atmosphäre, welche in unserm mehr nördlich gelegenen Clima die geringeren Grasar⸗ ten, und den natürlichen Graswuchs überhaupt begün⸗ stigt, ist daher, so bald keine hohe Temperatur damit verknüpft ist, dem guten Fortkommen dieser beiden edlern Pflanzengattungen in unserem Erdstriche völlig entgegen. Esparsette verträgt, weil sie eine hohe nn Temperatur liebt, besonders auch die Kalkdüngung, Eßea so wie Kreide oder Kalk zur Grundlage 5 und wenn sie ich nach und nach ausgegangen, so kann sie sehr bequem wie⸗ in der nach folgender Ordnung aufs neue ausgesäet wer— W den: als 1) Rüben, abgehütet und dabei gepfercht, sch 9e⸗ 2) Gerste und darunter zugleich den Esparsettsaamen. 1 Wah Arthur Young in seiner Reise durch Frankreich V. TL.lie Leu, deblt zöthigen sens der (pag. 97. Thl. 3) erzählt, von einer sehr gemächlichen„% r und in einigen Fällen(wo nehmlich die Dammerde Faver nicht so gering ist) wirksamen Art, Heiden urbar zu machen, welche darin bestehen soll: daß man die wild darauf wachsenden Pflanzen ausrottet, dann ohne einige immy⸗ r nut gi ere sonstige Bearbeitung Kalk auf die Wüste streut, sie rzeugel. hierauf mit Grassaamen besäet und Schaafhurden dar— H Bi auf schlägt. Man muß erstaunen, fährt er fort, was Hallug für eine Veränderung mit den möglichst geringen kriute Kosten auf diese Art bewirkt wird. reich⸗ ag am§. 129. lngeie Bei bereits altem Graslande, wenn solches in 62—7.—.— A erde ud seinem bisher gutem Wahsthume anfängt abzunehmen, en unge⸗ welches vielleicht von zufälligen Umständen, z. B. A...**—4 beinahe von den die Nässe sonst ableitenden, durch das Vieh nie⸗ llserm dergetretenen Gräben oder sonst einer durch ungewöhnliche Onsad⸗ Witterung, anhaltende Nasse oder Dürre oder kalte begun⸗ trockene Winde entstandenen Veränderung herrührt, damit findet die Natur oft in Hebung der bisherigen Hinder— beiden nisse und dem gewöhnlich wieder hergestellten Witte— vöͤlliz rungslaufe schon selbst das Mittel, dem Graswuchse e hohe wieder aufzuhelfen. Auch kann der beobachtete Nach⸗ 4 2 164 theil von Umwandelung nahe gelegener Wiesen zu Acker— lande, Rodung sonst naher Wälder zu gleichem Be— hufe, Austrocknungen bei nicht reichlicher Dammerde und darunter liegenden, die Temperatur erhöhenden Unterlagen, durch Kanäle und Graäben, Unterlassung der sonst gewöhnlichen Wiesenwässerung, Ableitung stehender Wässer und Sümpfe, von häufiger künstlicher Düngung,(3. B. öfterem Kalken und Gipsen) über— haupt von allen den Mitteln, welche eine sonst feuchtere Atmosphäre in eine trockene umzuwandeln vermögen, herkommen. Man dünge alsdenn mit Asche, Urin, Mistlachen, Seifensiederasche und andern anwendbaren künstlichen Düngungen, sae verschiedene Gras- und Kleesaamen nach, wenn die Reinigung von Gesträuchen,(wenn dieses die Temperatur anders nicht schon zu sehr erhö— het) von Maulwurfshügeln, Unkraut und Moos der Düngung den Weg gebahnt hat. Man durchschneide diese Grasländer mit einer vielschneidigen Maschine (Scarrificator), um den besseren Grasarten nach Maaßgabe der Temperatur ein glücklicheres Wachs— thum zu verschaffen. Oder wenn die geringeren hart— näckigen Grasarten und schädlichen Pflanzen mehr aus— gerottet werden sollen, behandle man das Land mehrere Jahre hindurch nach den§. 125. 126 und 127 ange— führten, etwa anwendbar scheinenden Saatenfolgen, wobei die Bearbeitung im Frühjahre, Sommer und Herbst ihren guten Nutzen zu Vertreibung des Unkrau— tes haben wird. 3u Acket, em Be. mmerde öhenden blassang hleitung ustlicher Müber— seuchtere ermögen, Nslacer künslliche leesamer „(Wemn H ehö— vos der schnede Machihe un nac VMahs n salt Rehr aue, nnhtere ange. sfelgen, nir und Unkrau⸗ Will man Dünger und Kosten dabei nicht scheuen, und hat das Grundstück eine für den Graswuchs an sich nicht ungünstige belohnende Temperatur, so rigolet man es zugleich. Unter Rigolen verstehe ich nehmlich die Arbeit, welche man anwendet, die Dammerde (eine Sache, die nach den§. 10 allerdings den Gras— wuchs, wenn Umstände nichts abändern, befördern muß) noch mehr zu vertiefen. Man nimmt nehmlich einen Theil der unter der Dammerde liegenden, allen⸗ falls brauchbaren todten Erde herauf, und verbessert diesen durch Graswuchs und richtige Düngeranwen⸗ dung. Nachher überläßt man das Land, mit Grassaa⸗ men besäet, der Wirkung der Natur, nach welcher diese immer bemühet ist, den todten Boden, so lange er an der Oberfläche bleibt, ebenfalls durch Graswuchs zu beleben und zu einer guten tragbaren Dammerde um— zubilden. Es wäre die Frage, ob ein bisher nicht so ganz bekanntes Mittel nicht mit Erfolg dabei versucht wer— den könnte; indem man sich dadurch zu helfen suchte, daß man bei der in diesem Falle nöthigen Temperatur⸗ mäßigung sich Grassämereien aus einer wärmeren Lage und Klima, welche an eine höhere Temperatur schon ge— wöhnt sind, anzuschaffen suchte: da hingegen man gleich⸗ falls bei niedriger Temperatur Wiesengesäme, welches in einer kältlichen Gegend und Klima einheimisch ist, zu erhalten bemüht seyn sollte. Das Erstere wird zwar schon meistens bei allen Gewächsen der ersteren Klasse, welche bei uns jetzt angebauet zu werden pfle— gen, und die offenbar aus einem wärmeren Klima ab— + h 111 4.. NNAÆ 4 L. Lu. V& * V 4 N 0 Ii. 10 2 4 L e P. 166 stammen, in Rücksicht auf die größere Erzeugung des Graswuchses mit sichtbarem Vortheile angewendet: allein der zweite Fall, aus dem kälteren Klima Ge— säme zu uns zu bringen, scheint nicht so häufig Statt zu finden. Nur bei Lein ist es bekannt, daß man durch, aus dem Norden erhaltenen ausländischen Saamen eine gute Flachsärndte sich zu erzielen bemüht, und auch in der That durch Benutzung der klimatischen Verschie— denheit der ausläͤndischen nördlichen gegen die einländi— sche mehr südliche Temperatur indem man sie gegen ein— ander vertauscht, wirklich erhält. Dies zeigt uns bei dem Ackerbaue überhaupt einen sicheren Weg zu mancher— lei wirthschaftlichen Spekulationen, gegen die freilich, aus Unwissenheit und Unkunde der Temperatur, in neue— ren Zeiten verschiedene Zweifel aufgeregt worden sind. §. 130. Bei bisher gebrauchten Getraide oder Ackerlande, welches dem Graswuchse auf einige Zeit überlassen blieb, wird der natürliche, so wie der künstliche Gras— wuchs um desto sicherer gedeihen, je mehr ein derglei— chen Feld bei der bisher darauf Statt gefundenen übli— chen, mehr als gewöhnlich vortheilhaften Kultur an Gährung erregender Kraft schon vorher einen Zuwachs erhalten hat, und durch immer fortgesetzten Getraidebau nicht ganz ausgesogen war(s.§. 31.) Endlich aber fängt der Graswuchs nach Maaßgabe seiner Temperatur und Dammerde, da wo er sich selbst einige Zeit überlassen blieb, an, in seinem guten reichlichen Wachsthume abzunehmen; dieses ist sehr oft die natürliche Folge der ————2——..—— ung des vendet: na Ge⸗ Statt durch aamen d auch erschie nländi⸗ en ein⸗ bei dem nancher⸗ stellich in neue⸗ en sind. lande, lassen Gras⸗ detglei⸗ n übli⸗ stur an uwachs Udebau sungt und lassen thume ge der vollendeten Wirkung des, um dem Acker zu seiner durch den Getraidebau zum Theil oder ganz verlorenen Gäh⸗ rungsfähigkeit und Gährung erregenden Krast wieder zu verhelfen, mit dem besten Erfolge und auch mit nach der Localbeschaffenheit möglich größten Nutzen von der Natur angewandten Bestrebens. Alsdenn wird nehm— lich der natürliche Graswuchs in Ansehung seiner ferne— ren Fruchtbarkeit auf das durch Dammerde und Tem⸗ peratur bestimmte Maaß wieder zurück gesetzt. Ist dieses geschehen, so sind ohngefähr folgende Mittel, deren sich der Ackerwirth nach Umständen zu bedienen haben würde, vorzuschlagen: in so fern nehmlich die jetzt angenommene Kulturart von dieser wieder erhal⸗ tenen oder vermehrten Gährungsfähigkeit keinen Ge— brauch zu Gunsten des Getraide oder Gewächsanbaues (wie bei vielen von der übrigen Feldmasse abgesonderten einzelnen Ackerstücken, besonderer Ursachen wegen, dieser Fall wohl vorkommen kann) bestimmt hat, vielmehr um den Graswuchs fortzusetzen, die angenommene Einrich— tung gemacht worden ist. Entweder trachte man nach Maaßgabe der örtlichen Temperatur die Feuchtigkeit dergestalt, wie sie nach §. 84 dem natürlichen Graswuchse günstig ist, zu ver⸗ mehren, und bediene sich dabei der bereits F. 129 an⸗ gerathenen Hülfsmittel, so wie man auch bei mehr hoher Temperatur die§. 136 bis 128 angegebenen Vorschläge, befolgen könnte. Oder, wenn man auf die Erhaltung des edleren Gras⸗ wuchses bedacht wäre, so übergebe man das in Auf⸗ gabe begriffene Grundstück einer bestimmten jährlichen 168 Kultur und für die vermehrte Erzeugung des Gras— wuchses vorzüglich nütlichen Saatenfolge; welches zu Erhaltung der Fruchtbarkeit unter diesen Umständen wohl immer das Beste seyn dürfte. Ein dergleichen beim Gartenbau oder diesem ähnlichen Behandlung erwählter Fruchtwechsel würde bei gemäßigter Tempera— tur etwa folgender seyr. Wenn nehmlich der. Boden durch Buchweitzen oder Kartoffeln das erste Jahr in Bau gebracht ist: 1) Bohnen gedüngt, 2) Lein, 3) Klee, 3) Hirse u. s. w. Bei mehr hoher Tempe— ratur aber 1) Kartoffeln, 3) Buchweitzen, 3) Klee und Raygras, bis3 Jahr hinter einander. 4) Win-⸗ terraps gedüngt, 5) Hanf oder Lein u. s. w. wieder vom ersten Anfange an. Steigt der Temperaturgrad noch höher; so würde ich nach. 127 und 128 den Lucern- oder Esparsettenbau, wobei mannichfache Kulturkosten erspart werden, geradezu empfehlen mussen. §. 131. Ein besonders gutes Mittel, welches auf morigtem und nassem Grunde, so wie auf zu trockenen Graslän— dereien durch die Erfahrung bewährt und wirksam be— funden worden, ist noch die Wasserung: wenn die Nässe nur zur rechten Zeit auf das Land und wieder hinweg geschafft werden kann. Torf- und Sumpf⸗ wiesen werden durch die Schwere des Wassers fester und, unter der obigen Bedingung der zur rechten Zeit erfolgten Befreiung vom Wasser, um ein Großes ein⸗ träglicher und grasreicher. Auch kann die gute Wir— I ö I * 169 Ga kung von dem Absetzen des aus dem Wasser etwa zu⸗ s 30 rück gebliebenen feinen Sandes und Erde herrühren. ben So nutzbar diese Wässerung an sich auch seyn dürfte: eichen so ist sie doch, welches allerdings zu bedauern, in dlung einem kultivirten, volkreichen Lande, wegen so man— pera⸗ nichfacher widriger Verhältnisse, Umstände und Kosten daden oder wohl gar wegen Wassermangels nicht, oder nur r selten ausführbar. Je höher die Temperatur allgemein Lun, steigt, um desto größeren Nutzen kann man von der unde⸗ Wässerung sicher gewärtigen; eine Thatsache, die in Kr den heißeren Klimaten besonders bekannt ist, und E dürre Sand- und Steinwüsten allein in lachende Flu— wiider ren umzuschaffen vermag. Hutgnd Um das Wässerungsgeschäfte gründlich zu betrei— 28 den ben,(wenn es auf einer nicht blos mechanischen Fertig— Hache keit beruhen soll), ist übrigens die vollständige Tempe— schlen ratur-Kenntniß ganz unentbehrlich, da von ihr in Ansehung der Zeit des Wässerns der Dauer desselben, und aller übrigen darauf Einfluß habenden Umstände, alles abhängt; wenn man den wahren Nutzen davon rigtem wirklich erhalten will. Alles kommt hier auf Wahr— raslan- nehmung der besondern Lokalität des Bodens an. Au⸗ sum be⸗ ßerdem kann man der Sache in dem einen Fall oft zu n die viel, in dem andern aber oft zu wenig thun; bald das Hitder Grundstück verwässern, bald aber auch ihm nicht die mps⸗ gehörige Quantitäͤt Wasser mittheilen, und sich dadurch siter in beiden Fällen Nachtheile zufügen. Zeit— ein⸗ VDir. ö ö 3 170 d. Von der natürlichen und künstlichen Erzeugung und Vermehrung des Gras— wuchses durch Besaamung überhaupt. H. 132. Da hier, nach der zu Anfange des vorigen Kapi⸗ tels gemachten Aeußerung, nur von solchen Ackerstücken die Rede ist, welche, da alle übrigen schon unter 1 0 jenen mitbegriffen sind, durch das Uebergewicht ihrer . 73— 6⁰ hohen Temperatur, entweder weil sie durch den unter 4.. V„ +. diesen Umständen von jeher unmöglich gemachten natür⸗ 19085. lichen Graswuchs von der Natur keinen oder nur einen .* beinahe unbedentenden Antheil Dammerde erhielten, oder /— diesen dadurch einbüßten, daß sie bei der bisher üblichen ——7—(hier blos Wintergetraide) Kultur nach und nach ausge⸗ bauet worden, auch. bei ihrer noch immer mehr durch AuA yr +Mebenumstände geschwächten Kraft und erhühten Tem— 44. peratur den so geringen Dammerde⸗Antheil mehren— thheils dabei zugesetzt oder verloren haben: so findet hier Lge jedesmal die Anwendung der Grundsätze von der Mä— * 5 ü Ka ßigung der Temperatur um desto mehr Statt, je nö— thiger diese dem Graswuchse noch vor dem Getraide— bau ist. Dergleichen Felder oder Grundstücke haben dennoch —— 47 immer einen Vortheil voraus, und sie sind leichter durch —4 4. Graswuchs zu verbessern, wenn ihnen eine nur einiger— 2 V. 3 maßen seuchte Atmosphäre zu Hülfe kömmt. Fehlt ihnen 19 ihrer Lage nach aber diese: so geht ihnen auch die erste . Eigenschaft, welche zu einem guten Graswuchse überall mehr behülflich ist, ab. Es sind hierunter entweder lichen große Strecken, worauf nur allerlei Gestrüppe und die 30 sogenannte Heide(erica) in dem ihnen besonders ö ö günstigen Temperaturgrade allein gedeihet, oder im 1—. schlimmsten Falle Flugsand. Dieser ist ein sehr feiner παα wi und leicht vom Winde von einem Orte zum andern üßa fortzucreibender Sand; und bedeckt oft ganze sonst frucht⸗ 0 bare Felder, bildet wohl auch nach und nach kleine Hü— gel und Berge, und fliegt so lange, bis er an den näch— in sten Wäldern, oder wo er sonst Hindernisse vorfindet, — und wo die Luft zuletzt still wird und der Wind zu wehen Hüi aufgehört hat, liegen bleibt fort. Alle diese Felder sind sel⸗ einen ten brauchbar, oder nur zuweilen bei richtiger Behandlung, Lan wobei ihre Beschaffenheit bei allem dem noch wohl elend Hiche bleibt, höchstens nur zu Getraidefeldern anwendbar. ausge⸗ Es kann indessen doch wohl Fälle geben, wo man diese durh wieder nutzbar zu machen wissen wird, indem man der Na— dn⸗ tur der Sache(wenn dieses auf keine andere Weise abzu— V + I ren⸗ ändern) schon oft Zwäng anzulegen sich genöthigt ge—. hie sehen hat. Allein, wenn uns nicht große Hülfs⸗ Auν H.A. M- mittel zu Gebote stehen; so ist auch der Erfolg stets 7—.— 1 diesem Zwänge angemessen und selten von der Wirkung, ö. 4j ude. als da, wo die Natur freiwillig, und vornehmlich bei„ der Erzeugung des Graswuchses hier ganz besonders, 4.. 0 selbst die Hände bietet. ch—V—— r.§. 133..— 0 Bei Heidestrecken ist vielleicht, so wis hier berall, ι Ise die Wässerung, wenn solche zu haben ist, das beste und A am meisten anwendbare Mittel, sich mit der Zeit durch dir Milderung der Temperatur, wobei die Heide von selbst 17²2 ausbleibt, nach und nach einen guten Graswuchs und die nöthige Dammerde, zu verschaffen. Der Flugsand erhält durch die nach der Rässe zurück blei— bende Feuchtigkeit schon gleich Anfangs die gehörige Schwere, welche ihn stehend und bleibend erhält, und wird durch den mehr genährten Graswuchs immer starker befestigt. Sonst entzieht man den Sand der Wirkung des Windes, damit er ihn nicht ganz austrockene und fort— führe, durch einen oder mehrere Zäune, welche gegen Nordwest, woher der trockene Wind am heftigsten zu wehen pflegt, besonders errichtet und befestigt werden müssen. Vor dem Zaune wird ein tiefer Graben ge⸗ zogen, und der ausgegrabene Sand über den Zaun ge— worfen. Auf diese nicht unansehnliche Erhöhung wer— den Sandweiden tief eingelegt, gut mit einander ver— bunden und zusammen geflochten. Um die Sandfläche selbst zu einiger Kultur zu bringen, werden auch allerlei, besonders in diesem Falle nützliche Gräser benutzt. Die besten sind: der Sandhafer(elymus arenarius), das Sandrietgras(carex arenaria), welche sehr binden. So wie auch das bekannte Mittel, welches auf Flug— sande, um einen zur Erzeugung des Graswuchses nütz⸗ lichen Anfang zu machen, angewendet wird, und in der Saat und dem Ausstreuen von auf der Hechselbank zer— schnittenen Quecken bestehet, ebenfalls hier gut und dienlich ist. Nur haben diese Mittel freilich das Unbe— queme, daß sie meist viel und lange Zeit, um den Rutzen wirklich hervorzubringen, erfordern. bon sed verd Rß! + lihen u 173 Iowuchs „§. 134. ö wi Kürzere und weniger schwürige Mittel werden nach ffnn 0 dieser geschehenen Vorrichtung, um die Kulturver— 10 besserung vollkommen zu machen, immer das Surro⸗ α — gat der Dammerde, der Viehdünger, die richtige n 7— mer Düngeranwendung, auch wohl die sogenannte grüne Düngung nach oben ein bleiben. Die Bearbeitung zur Saat ist hier oft nur so weit nöthig, als erfordert i0 des wird, den Dünger unter zu bringen, und die Saat o sou gehörig zu besorgen. gegen HMen Um die Dammerde vorher zu verbessern, oder deren 0 werden Zunahme möglicher zu machen, sind alle Mittel, wel———4...— Lar ben ge che nach h. 71 zur Mäßigung der Temperatur beförder- α— ain ge lich sind, und namentlich das Aufführen des Kleis, Lehms H 7.— er. oder Rasenplaggen, der Moors-Schlam-Garten- und— Oee/ Tdet, Torferde, so wie das Wässern, Einzäunen, Bepflan. ◻ 4— slich zen mit Bäumen aller Art, von ganz besonderem ö lale, Nutzen. Alle Mittel zur Erzeugung des Graswuchses,“*—.— Dit dieser Grundlage zur Fruchtbarkeit, so gut dies ohne 7 x nn 9„das hinlängliche Dämmerde immer geschehen mag, und, 2.— 47 bilden, wenn dieses sich nur einmal in etwas verbessert hat, f— F⸗ auch passende künstliche Düngerarten,(3. B. alle Arten 4.. Suh⸗ von Asche) wobei die Herbeiführung einer wo möglich ö inde feuchten Atmosphäre besonders vortheilhaft seyn kann, 6. Iket⸗ werden hier anwendbarer. Man vergesse dabei nie: und daß die Grundsäce der Temperaturmäßigung bei der lube⸗ Erzeugung eines guten Graswuchses weit früher ein— lutze treten, und der Fall der nöthigen Temperatur-Erhö— hung sogar bei dem Getreidebaue noch statt finden könne, . .0 4— —.F + 174 eben da, wo die Behandlung nach den Grundsätzen der Temperaturmäßigung bei dem Graswuchse schon der Natur angemessener ist: daß der Graswuchs daher auch überall eine weit vorsichtigere Behandlung erfordere, und wenn hiervon das Gegentheil beobachtet werden wollte, auch die Möglichkeit zur Ackerverbesserung schon dadurch immer mehr entsernt werden müsse. H. 135. Der Gebrauch des Viehdüngers muß bei richtiger Dünganwendung in hinreichender Menge geschehen. Man könnte alsdenn allenfalls Rüben einige Jahre hinter einander säen, und diese nach englischer Metho⸗ de auf dem Flecke durch Schaafe abhüten und die Hür— den darauf schlagen lassen. Oder wenn die Tempe— ratur zur Tobackanpflanzung, zu Buchweizen oder .1.. zu Rüben und Ackerspark(Spergula arvensis) zu hoch wäre, vielleicht Winterrübsen einigemal hinter einander säen, im Frühjahre abhüten lassen, und wenn die Wirkung davon geglückt wäre, alsdenn erst eine oder die andere der so eben genannten Pflanzen nach⸗ folgen, alsdenn aber entweder Esparsette oder rothen und weißen Klee 6ö—8 Pfund und Raygras 5 Metzen auf den Morgen Land bringen lassen. Das Raygras ist hier sehr zu empfehlen: es giebt nicht allein eine gute Schaafweide ab, sondern erträgt auch eine höhere Temperatur eben so wie den mehr erniedrigten Tempe— raturgrad besser als Klee und andere sonst brauchbare Pflanzenarten. Auch die Mischung zur Aussaat von 15 Pf. weißem Klee und 6 Pf. Hopfenklee scheint in ndsagg hon det er auch ordere, werden schon ichtiget schehn Jhre Melho ie Hur⸗ Lempe⸗ oder nits) intet wenn Woder nac tothen Nohen Mrus ehe here mpe⸗ bare von nt in 175 der Folge gut und brauchbar zu seyn. Das Land bleibt alsdann damit besäet liegen. Die gemeinere Methode, den Acker von selbst immer 4 2 n berasen und verquecken zu lassen, scheint anfänglich hier—— 17 ganz verwerflich, und wie die Erfährung gelehrt hat,. 2— auch nutzlos und der Naturwirkung entgegen. Der* sicherste Beweis, daß dieses hier nicht angehe, ist der*E— Mangel an Dammerde selbst, welche die Natur, wenn 4— undi die Temperatur es anders erlaubt hätte, schon längst 7 1 durch den natürlichen Graswuchs herbeizuschaffen ge.““ V. Zr sucht haben würde. Es bleibt daher hier nichts weiter übrig, als diesen Mangel so viel möglich durch fortge.„. setzte, den Graswuchs besonders schonende und aus— A n* daurende wissenschaftlich gute Behandlung zu ersetzen und mehr zu beheben zu suchen. Wenn die Natur end⸗ lich durch erfolgte Graswuchsvermehrung in den Stand gesetzt wird, daß sie zur Erhaltung der Dammerde selbst thätig wirken kann, und wenn von den hieraus erhal⸗ tenen Vortheilen, unter Beobachtung der H. 8ubestimm— 47 ten Zeitpuncte, wo diese in ihrer Wirkung fortfährt, oder den gesuchten Endzweck bereits nach Verhältniß ö——.— 4 der Temperatur erreicht hat, und also in der Verrichtung——— zur Graswuchsvermehrung stille zu stehen scheint, die ⁴ Anwendung und der rechte Gebrauch gemacht wird; so wird diese Bemühung nicht allein selbst erleichtert, son—— N. dern auch nutzbarer werden. Alsdenn wird auch der*— bei der nöthigen Temperaturmäßigung oft eintretende Fall, das Mittel der natürlichen Graswuchserzeugung zu Hülfe zu nehmen, erst recht anwendbar. —2.— 8* 7 2. 74.. 1 +.—4½.— 44+ +. I 176 §. 136. Um auch hier eine alsdenn mögliche Abwechselung in der Kultur und Saatenfolge, die eine Gartenähn— liche Behandlung vorschreiben würde, zu empfehlen, schlage ich, als zur beständigen Erhaltung des Gras— wuchses und der zu vermehrenden Dammerde nutzbar, ohngefähr folgende Behandlung vor, nehmlich: 1) To— back oder Winterrübsen im Dünger, 3) Rüben mit Ackerspark oder Kartoffeln, 3) Buchweizen, 3) wei— ßen oder rothen Klee und Raygras 3 bis 4 Jahr nach einander u. s. w. Folgende Eintheilung oder Saatenfolge ist zwar, weil sie schon eine Benutzung der durch den Graswuchs vermehrten Fähigkeit in sich schließt, der Aufschrift und Bestimmung so wohl dieser als der vorher abge— handelten Abschnitte, indem sie eigentlich gar nicht hierher, vielmehr in die nächst folgende und vorzüglich in den aten Theil dieser Schrift gehört, entgegen, nicht ganz unwichtiger Gründe wegen erlaube man mir indes⸗ sen die vom Dr. Thaer in seiner vortrefflichen Einlei— tung zur Englischen Landwirthschaft Seite 787 ange— gebene und selbst erprobte Feldkultur als besonders hier— her passend, anzurathen: sie besteht 1) in behack— ten Futtergewächsen, Rüben und Kartoffeln, 2) Rog⸗ gen, 3) Buchweizen, 4) abermals Roggen und 7) Ackerspark. 4 4 GH Hl 4 AV 644½00— 4• 2. WrA 40 As.—— 7 7 —————— 177 selurg nähn. chlen, ö III. Hras. Von der Anwendung der erhaltenen Ackerfrucht— 7 barkeit zu der Erzeugung des Getreides. mit 9. 137. weit a. Von dem Erdboden und seiner na⸗ * türlichen Beschaffenheit. Mangel der erforderlichen Temperaturkenntnisse, 3. den Erdboden und seine Eigenschaften gründlich beur⸗ 0 0 theilen zu wollen, führte bisher, wie die Erfahrung i gelehrt hat, zu so mancherlei unrichtigen, einseitigen, 65 schiefen und ganz falschen Behauptungen, wobei zugleich nict die wissenschaftliche Behandlung bei dem Feldbaue im— Hic mer dunkler, schwieriger und immer mehr auf theoreti— 717 icht sche Abwege geführt wurde; daß es, umrichtige Ansichten A.—7— X ddes überall zu erhalten, allerdings immer nöthiger wird, inlei⸗ der Leitung der Temperaturkenntniß sich hier besonders + 4/. 6——, 4 auge zu bedienen. In diesem Umstande liegt auch der 1 0 Hn Grund, daß man nicht wahre, bestimmte und deutli— + 4 4 Aν Hat che Begriffe über die Bodenarten sest zu setzen ver— Ng mochte, vielmehr nur die Verwirrung und die Unbe— 2 4 46.—V E stimmtheit vermehrt hat. Die Temperaturkenntniß bleibt nicht bei diesen speciellen Begriffen von heißen kalten, magren, hungrigen, leichten und schweren *. Boden allein stehen; sie beschäfftigt sich vielmehr mit viel allgemeineren Rücksichten, der Witterung, Klima, M 178 Atmosphäre, Lage u. s. w. und leitet daraus die Haupt⸗ bestimmung ab. Hierdurch kann nicht allein die Ver— meidung der bloß empirischen Behandlung oder einer bloß sklavischen Nachahmung bei der Feldökonomie veranlaßt, auch mehr Energie dabei bewirkt, sondern auch der Ackerbau zu einer Klarheit und Gewißheit, der er nur immer fähig ist, gebracht werden. Nur dann erst werden Andrer Erfaheungen hier anwendbar, wenn man zugleich von allen dabei obwal— tenden Umständen, sowohl vor als nach der verrichte— ten Saat, sorgfältig, genau und bestimmt unterrichtet wird; dahingegen alle bisherigen auf Erfahrung, oft ganz isolirt von den zu ihrer weiteren Anwendung so nö— thigen Nebenbedingung hingestellt waren, unanwendbar und, um ihrer so oft gefühlten Unsicherheit willen, nie das gegründete Vertrauen selbst des gut unterrichteten practischen Ländwirthes erhalten konnten. Um die so sehr empfundene Unsicherheit in dem bisher oft so ver⸗ worrenen, sich selbst widersprechenden Geschwätz über Bodenarten nun zu beheben, hat man neulich die Ver⸗ wirrung durch Hülfe der Chemie zwar aufzulösen und wieder zu vereinfachen gesucht, allein sie in der That— nur vermehrt. Die chemische Zerlegung der Boden— arten eines Bergmann, Rückert, Kirwan und anderer mehr, sobald man allein auf die festeren individuellen Bestandtheile und nicht auf die zu verflüchtigenden mehr Rücksicht nimmt, und allgemeine Gährung und Temperatur einer richtigeren Ansicht, wie bisher, wür— diget, erscheinen dann nur mehrentheils unnütz und vielleicht gar zwecklos. Wie will man z. B. um dem „ 179 . Erdboden die verlornen Erdarten wieder zu ersetzen, welche nach jener Behauptung so nöthig sind, die Auf— 49— führung davon allgemein und in der That bewerkstelli⸗ 14. gen? und wenn man durch ganz unverhältnißmäßige onden Kosten sie auch endlich sich und seinem Acker zu ver— der schaffen gewußt hatte; wozu würden sie bei übrigens ö fortgesetzt fehlerhafter Kultureinrichtung nützen? Ich en hit kann dreist behaupten— zu nichts, und nur in ahwil sehr wenig Fällen würden sich vielleicht einige Vortheile, ertichte welche aber wegen ihrer allgemeinen Unbestimmtheit, krrichtt und die Temperaturkenntniß wenig aufklärenden sernern no/ st Ungewißheit, allen Werth verlieren müßten, allein ig son, daraus erwarten lassen. vendhr n, ni 9. 138. ichtetn Schon die Entstehung des Graswuchses bestimmte. I—. 5 4. die s⸗ nach§. 3. die Beschaffenheit und die Eigenschaften un⸗ 5 7 o ver⸗ serer meisten Erdarten, und die dabei obwaltenden 4. Aε—. iber Verhältnisse in der jedesmaligen Temperaturbestim⸗ +2. e Vet, mung veranlaßten beinahe unwillkührlich die auf die sen und verschiedene Abwechselung der Bodenarten nach§. 58 + n* 2 2 it-— 61 gerichtete Rücksicht. Däher nur wenig hier zu I Boder bemerken übrig bleiben kann; ohngeachtet die Brauch⸗ 4.64. fa.—— andette barkeit und die Unterscheidungszeichen des Erdbodens— 0 HDuelen bei der in allen cultivirten, Ackerbau treibenden Ländern. 403 V,—.— 2 uden eschehenen Anwendung die wieder erhalteneGährungsfä— 32— ü Dnen und die durch die Bearbeitung in der That bewerk— 46.. wür⸗ stelligte Gährung des Ackers und Benutzung der Fäul⸗ I F. i. nd nißfähigen Theile des Graswuchses, nach den ver⸗“ RR— un schiedenen Graden der Ackertemperatur und Wirkung 2 4 L.* 5 0—.. M 2 1——— «T. 77 — 4 , u 2 7 180 der durch die Ratur hervorgebrachten Masse von Gäh⸗ rung erregender Kraft, grade hier, durch die erlang⸗ ten Erfahrungen, am häufigsten sich zeigen. In käl— terem oder feuchterem Lande wächst zwar nehmlich, wie bereits§. 60. bemerkt ist, das Gras, da es in einer feuchten Atmosphäre und gemäßigten Temperatur über⸗ haupt und beinahe stets gutes Gedeihen hat, zwar häufig genug: die Erregung, und beständige Unterhaltung der Gährung in fortgesetzt daurender Thätigkeit, die dadurch bewirkte, der Sache so angemessene Temperatur-Erhö— hung wird aber schwieriger, je kälter oder feuchter das Land in dem mehr nördlichen Klima ist. Dies kann so weit gehen, daß die Erzeugung, vornehmlich des natürlichen Graswuchses(wenn man sich nicht durch veränderte Kultureinrichtung zur nützlichen Ver— mehrung der Gährung erregenden Kraft und mithin auch zur Verstärkung der Gährung, um durch die hierin vermehrte Thatigkeit den Temperaturmangel wo mög⸗ lich zu ersetzen, entschließen will und kann) oft wegen des hartnäckigen, dem Getreide hier noch mehr schädli⸗ chen Unkrautes, bei der bisher üblichen Dreifeldkultur in der Braache beinahe ganz vermieden oder nur un— vollständig bewerkstelliget werden kann und muß. Im Gegentheile habe ich ebenfalls gezeigt, welchen großen Schwierigkeiten die Erzeugung des Graswuch— ses, und, da sich der Getreideanbau und seine Fruchtbar— keit zuerst auf diesen gründet,(ohngeachtet der dem Getreide selbst gegen Graswuchs hier ungleich günstigern Temperatur), natürlich auch der vortheilhäfte Korn— anbau, bei der durch keine Dammerde gemäßigten 181 0 zu hohen Temperatur und bei dem daher durch Gährung fl nicht zu hebenden Mangel an Nahrungstheilen, unter⸗ Nii worfen seyn muß 34F* ö Obgleich bei dieser hohen Temperatur und der ge⸗ ö 6 wöhnlich üblichen Dreifelderwirchschaft, die Natur die— 4. 0 43 * dadurch entständenen Lücken in der Fruchtbarkeit, durch 04 Va V. Pl 4—„ Ag die so oft variirende Temperatur und Dammerde nach⸗ 0 V 41 N. +. 2 e — zuhelfen strebt, und sogar auf Sandäckern durch den 4. x 4 dur——/ 6744., 2 Ri in der oft häufig genug erzeugten Quecken⸗ + 10 + R wuchs(trit. repens) und andere sonst schädliche Un⸗ + 700—t; —— kräuter und Grasarten, welche die hohe so wie die zu Di niedrige Temperatur auf angebaueten Aeckern vertragen, oulch aus zufüllen gesucht hat: so ist der hierauf sich gründende, nich fortgesetzte, und der besseren Kulturbehandlung überhaupt Dar nicht günstige Getreidezuwachs doch nur als ein bloßer Ichin Nothbehelf zu betrachten, der, so lange die Ackerbautheo— ein rie nicht auf die zeither vernachlässigte Mäßigung der g Temperatur anwendbar und nach diesen Grundsätzen Rdea auch in Ausübung wirklich gebracht wird, freilich als adli gewissermaßen nöthig anzusehen ist.(Es wird dem Utut Ackerbau kundigen Leser die Erinnerung hierbei nicht un erst nöthig seyn, daß die auf leichten Sandäckern übli⸗ che Kulturart, wozu erst Braache, dann Korn oder Ihn Roggen, und zuletzt wieder sogenannter Stoppelrog⸗ luch⸗ gen die bestimmte Saatenfolge ausmachen, hiermit ge⸗ Har⸗ meint sey.) dem gern v. 139• = Indem man nach den Eigenschaften und der ver⸗ gen schiedenen Beschaffenheit des verschiedenen Erdbodens N 0 2* 46— ö j VM 1 + V1** · 4+ 44. 0—ʒ44— N. t + +ι 5 44.. ö 7 7. 4 V——*4* 4* 71 7 . e 290 7 47 6 F fu———— II. —. 9— 22—0—0 4 7 4N075 ra* s e L. — —— *———— . —————— SSSISII .. 182 frägt: so pflegt gewöhnlich die Bestimmung durch die Graswuchsmenge, und der Vortheil der durch die Naturwirkung ehemals so nützlich erhaltenen Damm— erde den größten Antheil bei der Beantwortung zu ha— ben. In dieser Rücksicht ist die sogenannte Stau b⸗— erde, welche sicher darunter verstanden werden kann, von vielen Oekonomen, ohngeachtet alle Erdarten mehr oder wenigere Antheile hiervon als Dammerde besitzen, von vielen als eine eigene Erdart aufgestellt und in die verschiedene Klassification der Erden gebracht worden. Allein, da diese Stauberde, so wie verschiedene Garten— Teichschlamm-Torf und Moorerden-M offenbar vege— tabilischen Ursprungs in ihrer Vermischung und ge— nauen Verbindung mit wirklichem Erdboden oder Sand sind; so können sie auch keinesweges im genauern und strengen Sinne des Wortes unter die einfachen Erden gezählt werden: ersten Begriffe vermieden und die Natur und ihre Wirkungen, wie sie an sich sind, klar und deutlich un— seren Sinnen dargestellt werden sollen. Hierzu tritt nun noch der Umstand, daß zu dieser Bestimmung die Temperatur das Meiste beiträgt, und diese den wahren Unterschied unter brauchbaren oder nicht brauchbaren Erdarten allein schon hinlänglich und genau angiebt. Allein durch sie kann die beste Garten— erde zuletzt in unbrauchbare Sumpf-und Moorerde, und eben so diese wieder in gute Gartenerde umgeän— dert werden. Reine Erden sind ohnstreitig nur Kalk, Thon und die Sanderde, welche allezeit unter mancherlei Modi— wenn anders Verwirrung der 183 S theils mehr unter sich, theils mehr mit 0 f +2 l, i Dammerde oder dem eigentlichen Graswuchse gemischt uht, erschin. Unter diesen ist die Sanderde sehr geschickt 390 zur Beförderung der gehörigen Theilbarkeit des Erdbo⸗ * dens, und zu dem Endzwecke einer brauchbaren Tem⸗ fam, peratur ungemein beförderlich. Dahingegen Thon,„ 7 4 1—... nehr Klei, Lehm oder Lette, besonders wenn diese Erdarten 44 4—5675 she, sehr rein und strenge sind, die große Theilbarkeit an 4./ H O. in die sich dabei sehr vermindern werden. Beide, der Sand, orden.(zumal wenn, wie so gewöhnlich, eine zu hohe, von allem hurtn Graswuchs entblößte Temperatur eintritt, sowohl als vege der reine Thon, wenn, wie gewöhnlich hierzu eine ge feuchte Atmosphäre mit unterirdischen Quellen und modir eine zu niedrige mit zu häufigen torfartigen Graswuchs naern versehene Erdfläche und für Getreideland unbrauchbare sachen Ackertemperatur vergesellschaftet sind, schweifen entwe— 9 r der in das eine oder in das andere entgegengesetzte Ex⸗ ihre trem hinüber aus. Nur Graswuchs bei jenem, so wie un die Erhöhung der Temperatur und vermehrte Gäh⸗ rungsfähigkeit bei dem letzteren kann diese Fehler mil⸗ dieset dern. Bei dem Ersten liegt der Fehler der Fruchtbar— ,und keit mehr in der Oberfläche; bei dem Zweiten mehr in uoder der Unterlage. Was die Kalkerde anbetrifft: so finden I ih ud wir sie selten so rein, wie in Frankreich, Fländern und 2 harten. den Küsten Englands, wo sie unter dem Namen Kreide leetde, und in Irland, wo sie unter der Benennung von Kalkkies Heins vorkommt. Gemeiniglich ist sie mit Thon oder Bittererde vermischt, und dann eine Art Mergel. Ihre bereits und erwähnten Eigenschaften, die sie zu künstlichen Düngerar— Nodi⸗ ten so brauchbar und empfehlungswürdig machen, zeigen 184 schon an, daß diese Erdart einen an sich hohen Tempe⸗ raturgrad behaupten müsse. §H. 140. Aus allen diesen Verhältnissen und Ursachen, ist theils die Verschiedenheit des Erdbodens, seiner Be— schaffenheit nach schon erweislich; theils trugen hierzu auch die verschiedenen Erdrevolutionen sichtbar bei. Es giebt Gegenden, wo man den Ursprung ihrer gewöhn— lich großen Fruchtbarkeit durch Feuer und vulkanische Ereignisse nicht verkennen kann. Die hin und wieder durch ehemalige feuerspeiende Berge wahrscheinlich ent— standene Lava scheint bei ihrer nachherigen Verwitte— rung einen besonders guten Graswuchs gehabt und eine reichliche Dammerde, selbst bei ziemlich hoher Temperatur, veranlaßt zu haben. Wenn dieser Gras⸗ wuchs auch wirklich nie mehr so statt hat, und jetzt auch nicht statt haben kann, vielmehr offenbar geringer ist; so ist die erhaltene Dammerde noch immer und, ohngeachtet der hohen Temperatur, selbst auf den et— wanigen Anhöhen noch gewöhnlich hinlänglich, um der Ackerfruchtbarkeit, die Hände zu bieten; sollte sie auch durch die Länge der Zeit vermittelst des häufigen Getreidebaues ansehnlich verringert worden seyn. H. 14T. Die Ereignisse des Erdballs, die, die gewöhnliche— ren und neptunischen Ursprungs sind, scheinen eben so sichtbar augenscheinlich zur Bestimmung der Eigen— schaften und der jetzigen Beschaffenheit unseres Erdbo— ꝗFꝗꝗISꝗSRSSDSISISSe ö 185 dum, dens beigetragen zu haben. Beweise davon finden wir überall, und selbst auf hohen Gebirgen, in ihrer K. frühesten Zeitperiode. Später beschenkte die Natur 4 215 den einen Boden, wovon sich hin und wieder außeror— ,, 2— 1, is dentliche Beispiele aufweisen lassen, mit einer sehr— 4 De⸗ reichlich gesegneten Dammerde; der andere wurde da— 2.— Hern mit gut oder mittelmäßig, die dritte Erdbodenart ent⸗— 0 E Ʒ—⁴U weder gar nicht versehen, oder die wenige Dammerde, A— 2. + wöh war bei ihrer hohen Temperatur, Kulturart und Ge⸗ 22 4 banh treideart doch nicht im Stande sich zu erhalten, und —— ging schon längst wieder verloren. luch eht⸗ erwitte§. 142. bt und Die durch besonders reiche Dammerde sich aus— 2 40 hhe zeichnenden Erdarten entstanden daher theils durch 4.„ + Cras. ehemalige anhaltende oder öftere Ueberschwemmungen,— Oseht theils durch nachheriges Zurücktreten des Meer- See⸗ Loν 44.— inger oder Flußwassers. Die fruchtbarsten bekannten Böden. 21 und, unseres Erdtheils, z. B. in Flandern, hatten ohnstrei⸗ en et⸗ tig durch den Boden der größeren Meeresfläche, von 9 un verfaulten Meerkräutern und andern durch die Meeres⸗ olte se wellen ausgeworfenen und abgesetzten Vegetabilien, dufpn verwitterten Conchilien und andern kalk⸗ und bittererdi⸗ . gen und gipsartigen Bestandtheilen des salzigten See— schlammes ihren Ursprung erhalten. Durch das nach⸗ herige Austrocknen oder die erfolgte Urbarmachung, sind nlche⸗ sie(wenn die Temperatur nur anders hoch genug zu 7½ n so Ackerlande ist) zu den vortrefflichsten Ländereien gewor⸗—29— Far. Lgn⸗ den. Man begreifet sie unter der Benennung von Wbe⸗ Marschhand, welches in Betracht der Menge guten 186 Graswuchses, seines Triebes, die Gährungsfähigkeit und Gährung immer selbst wieder herzustellen, seiner tiefen Dammerde und seines Pflanzen-und Getreide— baues allgemein für die einträglichste Erdart gehal— ten wird. Le 143. Bei andern Böden, die in dieser Lage sich nicht befinden, oder ihre Fruchtbarkeit irgend einer vulkani⸗ schen Veranlassung nicht verdanken, ist die Damm— erde wohl auch oft reichlich, oder vielleicht nur eben hinlänglich zu einem guten Ackerbaue. Hier hat wahrscheinlich die natürliche Erzeugung des Graswuch— ses,(s. H. 3, lit. b.) durch ehemals oder jetzt noch wohl feuchte Atmosphäre das Meiste gethan. Die Temperatur des Erdbodens erhielt diese Dammerde bisher immer, oder sie ging zum Theil durch dieselbe, bei der zeither beobachteten späteren Feldkultur, so weit dieses nach jener Bestimmung nur irgend thunlich war, verloren. Auch bei andern Erdstrichen,(s.§. 3. Ut. C.) ent— stand ihrer quelligten und dadurch nassen Beschaffen⸗ heit wegen, die Zunahme der in dieser fortdauernden Verfassung und Lage auch jetzt noch unbrauchbaren Dammerde, durch die Moor-und Torfpflanzen. Diese Erdarten sind mehrentheils von mehrerer oder minderer Nutzbarkeit, welche allein von dem Grade ihrer nun mehr erlangten Temperatur abhängt. Diejenigen, die mit Thonlagen(als der Ursache, welchedie Nässe nicht in den Untergrund versinken läßt) ———————— higken seingr etreide. gehal. nicht ukani⸗ damm. ir eben ir hat swuch⸗ t noc Di6 merde selbe, so lich ent- haser under Hartn W derer nun gen, edie ißt) 187 versehene mehrentheils feuchte Landereien, und nach Beschaffenheit ihrer Atmosphäre zu Wiesen oft sehr brauchbar sind, die entweder durch Zufall, oder durch anderweitige Veranlassung ausgetrocknet wurden, haben und behalten die einmal erhaltene tiefe Damm⸗ erde, oft aber auch eine für den guten Getreidebau nicht immer zuträgliche, vielleicht zu niedrige Tem— peratur. §. 144. Diese Art Erdreichs nennt der Landwirth oft schweren, kalten oder auch sauern Boden. Die letzte Benennung und Beschuldigung der Säure des Erdbodens scheint oft unrichtig zu seyn; da die üble Beschaffenheit dieses Ackerlandes offenbar mehr von der zu niedrigen Temperatur, oder mit zu gro⸗ ßer Feuchtigkeit verbundenen Kälte, und daher rühren⸗ dem Mangel an benöthigter, doch dadurch unter— drückten Gährung zu entstehen scheint. Die dadurch verminderte Gährungsthätigkeit ist hier allein die Ur⸗ sache. Es ist auch keine Säure erweislich, und so schäd⸗ lich, als man vorgiebt,(es müßte denn der eine Be— standtheil des Wassers, der Sauerstoff, dafür ange— nommen werden); ohngeachtet sich einige landwirth⸗ schaftliche Schriftsteller, diese in helleres Licht zu setzen, viele Mühe gegeben haben. Daher auch die vorgege— bene sogenannte Brechung der Säure eines solchen Bodens durch Kalk oder andere alkalische Erden schlechterdings unausführbar und ohne verhältnißmäßi⸗ gen Nutzen ist; so lange die Erhöhung der Temperatur —III—————— 8—8—.— 2* Ze CoA. P ö ö 7% . 4 V IR N. + N. M I. iin 1 4—³4 6 4. N/ . 2 V* 2 335 N— 1097 +* ů 3—— EXV CV 188 durch Ableitung der Nässe, als der eigentlichen Ursache der Unsruchtbarkeit, nicht ausführbar gemacht wird. Schnee und Eis halten sich, wie man unter diesen Um— ständen sehr leicht bemerken kann, im Winter und Frühjähre hier weit länger; und fast nie wird ein solcher Boden in diesem Zustande von der sonst so wohlthä— tigen Sonnenwärme ganz durchdrungen. §. 145. Bei noch andern Feldern, ist der, von der Natur durch Graswuchs und Temperatur erhaltene Damm— erde-Antheil stets unbeträchtlich gewesen. Dieser wurde entweder vermehrt oder erhalten, wie bei besse— rer Behandlung des Ackerbaues nach den Grundsätzen der Temperaturmäßigung, bei der Gartenkultur oder dieser doch sich nähernden Feldkultur, durch Holzan— bau, Vermehrung der Wiesen und Weiden, bei ver— mehrtem Werthe der Fleischproduktion, durch Wässe— rung, überhäupt durch alle nur erdenkliche Mittel, welche die sonst trockene Atmosphäre in eine mehr gemaßigte und feuchtere verwandeln, und also dem Graswuchse besonders günstig sind, zu Jeschehen pflegt. Oder sie wurden durch den Mißbrauch ihrer an sich willigen Temperatur, so weit diese es nur irgend ver— statten wollte, der wenigen Dammerde durch vermehr— ten Getreideanbau bei nicht außerordentlichen Hülfs— mitteln,(3. B. reichlichen Wiesen-und Heuzu— wachs, weitläuftigen Viehhütungen in Wäldern, und auch dazu besonders bestimmten freien Plätzen, oder ö lüsach ht witd sen Um. ter und soscher vohlhä⸗ 4 MM Dumm: Dise bei hese indsitn tur ode Holgn, i ber⸗ Vasee Nittel, rrohr so den schehn sch d del⸗ nht. uiß⸗ lgu⸗ und oder 189 der von den mit diesen Aeckern ebenfalls in Verbindung durch gemeinschaftliche Kultur stehenden bessern Jel⸗ dern zuzukommenden Hülfe) nach der einmal einge⸗ führten Saatenfolge, bis auf die Ueberreste, welche durch die Berasung mit Quecken etwan zurück blei— ben, völlig beraubt. Diese letzteren sind mehrentheils von einer sandigten kalkigten oder kiesigten, hitzigen, und durch Mangel an Feuchtigkeit uneinträglichen Beschaffenheit, höheren Temperatur und trockener Atmosphäre. Der Gras⸗— wuchs soll diesen Boden erst ertheilen, was ihm zur Fruchtbarkeit noch fehlt; er soll ihn gewissermaßen erst umschaffen, und seine ganze Natur dadurch verändern. In seiner hohen Temperatur, wodurch die Natur in ihrer mütterlichen Wirkung zu Erzeugung des Gras— wuchses von je her gehindert wurde, liegt aller Man— gel an Fruchtbarkeit; so wie darin, daß bei zugleich gänz⸗ lich sehlender Dammerde die Natur die auflösbaren Grastheile durch erlangte Gährungsfähigkeit her, beizuschaffen außer Stande kommt: wodurch er sogar die Wahrscheinlichkeit eines besseren Ertrages, auf immer oder eine lange Zeit hindurch, verliert. Diesed Acker hat daher auch die vorsichtigste und sorgfältigste Behandlung, um verbessert zu werden, nöthig; wenn er nicht beständig in einem an Unfruchtbarkeit granzen⸗ den Zustande bleiben, oder wüste liegend erhalten wer— den soll. Er bedarf der größten Graswuchsmenge, weil die Natur ihn mit nichts dem ähnlichen aussteuern konnte, oder diese Fruchtbärkeit, weil das Hülfsmittel dafür nach den Vorschriften der Temperaturmäßigung . 6,. I 4˙ V.V. 3 — 190 nicht geachtet wurde, bei der beobachteten Kulturweise doch verloren ging. 3§. 146. Hierauf beruhen kürzlich die hauptsächlichsten + +I—4 Vorzüge oder Nachtheile der verschiedenen Erdarten. ö V ö + Wenn zuerst dadurch vornehmlich die Bestimmung . 45 245 zu Getreideland oder Wiesen nach dem Verhältniß ö 4.— aller übrigen Umstände, die auf diese Einfluß haben, nur genau angegeben ist: so wird auch in der Regel +.. Vi den Fruchtbarkeitsprincidien gemäß keine weitere Veränderung bemerkbar seyn. Es wäre daher un— ——7 4. nöthig, die bekannte abwechselnde Verschiedenheit: ob schwarze Erde,(die zwar an sich gewöhnlich tiefe Dammerde voraussetzt, aber eben so gut diese reiche Gartenerde, so wie den als Ackerland unbrauchbären Torfmoor und schwarzen Thonboden bezeichnen kann) Lehm, Kreide, Thon, Sand, schwere oder leichte, eine vor der andern vorzüglicher sey, noch genauer, als bereits geschehen, erörtern zu wollen. Alle diese Erd— arten können, nach dem Grade ihrer verschiedenen Ver— mischung mit Sand oder Kreidetheilen gut seyn; auch nichts taugen, je nachdem diese Bestimmung allein von der Dammerde, Temperatur, Klima, Atmos— phäre, Lage, der Kultur und dadurch erhaltenen Gäh— rung erregenden Kraft bestimmt wird,(s.§H. 52. .* ö§. 10½. +.* Zu allen diesen unterschiedenen Bestimmungen trägt die Unterlage nach§H. 59. oft das Meiste bei 191 Miame Sand ist nehmlich im nördlichen Klima, als unter der Dammerde liegender, sogenannter todter oder wilder Boden, sehr gut; eben so schädlich aber würde hier ein kalter Thonboden als Unterlage seyn: dahingegen in Ilser einer trockenen Atmosphäre und in wärmerm Klima oder ktdarten lage ein wenig gemischter Thon oder Lehm in dieser ummurg Rücksicht oft brauchbarer ist. Jedoch läßt sich im All⸗ ichöniß gemeinen hierüber überhaupt wenig Bestimmtes an⸗ hben, nehmen oder behaupten; da zu viel von Nebenumstän⸗ 2 Ragl den in der Kultur selbst abhängt(s. H. 45.) weiter daher u§. 148. Jedenhit: Die Eigenschaften des Erdbodens in Rücksicht des +*. G. + 47/ Hich if wärmeren Klimas, der Gegend und Lage, und daraus 0 4 0 teict erhaltenen Temperaturbestimmung bleibt übrigens, wenn.— Ichbate alle Umstände gleich sind, immer unverändert und an 0 fanm sich dieselbe. Graswuchs und Temperatur befinden sich 7 + licht, alsdenn immer in einer Art von Gleichgewicht. Wenn , us auch auf der einen Seite die Gährung vermehrt und e Ed eine größere Menge Grastheile bei der höheren Tem⸗ U peratur des Klimas und der Gegend durch die zuneh— 5a mende Gährungsfähigkeit frei gemacht wird; so ist almn hingegen auch in nur gewöhnlich gutem Boden und einer Ins nur irgend dem Graswuchs günstigen Atmosphäre dieser 1 Graswuchs durch gute Pflanzenarten auch kräftiger 1 und selbst die Wirkung davon anhaltender und größer. 2 Hingegen ist aber auch, wenn der Acker nicht selbst natürliche Neigung zum Graswuchse seiner ihm eigen——* gn thümlichen Temperatur gemäß bezeigt, freilich die nn Gefahr, daß das Land, da, wo die Behandlung nach 192 den Grundsätzen der Temperaturmäßigung einzurichten wäre,(statt deren aber die Ackerkultur nach der bisher am meisten üblichen Weise blos auf die Erhöhung der Temperatur abzweckt, und wo daher die Ackerkultur, statt Nutzen zu verschaffen, auf längere Dauer nur Schaden und Nachtheil verursacht) ausgesogen und untauglich gemacht werde, allerdings größer; welches in dem nördlichen und kältern Klima, Lage oder feuchten At— mosphäͤre überhaupt nie so leicht angeht und daher auch seltener zu befürchten ist. Der Unter schied unter beiden würde demnach darin bestehen, daß bei der bisher üblichen Kulturart im nördlichen Klima oder auch feuchter Atmosphäre überhaupt mehr Land, welches nach den jetzt üblichen Grundsäͤtzen der Tempe— raturerhöhung behandelt werden kann, sich vorfindet: dahingegen in dem wärmern Klima wieder mehr der Temperaturmäßigung bedürftige Ländereien anzutreffen seyn möchten. Schon der Augenschein wird uns von dem Letztern(wie man aus den oft weit verbreiteten Heiden und Wüsten schließen kann) überzeugen. Uebri— gens ist es unstreitig, daß bei gleich gutem Boden und Kultur die Temperatur des günstigen Klimas allemal zu einer größern Fruchtbarkeit verhilft, dazu alle Gelegenheit darbietet, und daß denn auch wirklich vortheilhaftere Aerndten entstehen. Wäre die Behand— lung, wie sie es nicht ist, überall gleich gut, der Natur angemessen, und wären die Kulturkräfte zu einem guten Ackerbaue hinreichend genug; so würden ohne allen Zweifel die Vorzüge des wärmern Klimas und Lage mit den der kälteren Gegend und dem mehr nörd⸗ cben äin weh ner inwihht der bibhe hung 10 lur,suh Schahg ntauguch in dem hten At— dcher hid unnt 0 be de limt che chr d +Lme dormnde: mehr da Aulkeffn ins ron Reiteten „Uebii⸗ Vodn Klmmmt ist, duj Wieklch W α Mr n gllen e allen 06 und v void 193 lichen Klima, in gar keinen Vergleich zu bringen seyn. Die mängelhafte Ackerbautheorie und praktisch fehler— hafte Behandlung dürfte indessen beide, für jetzt in Ansehung der Fruchtbarkeit, sehr nähern. Durch Fleiß und richtige, der Natur angemessene Behandlung kann man vielleicht, mit wenigerer Mü⸗ he, in unserm mehr nördlichen Klima(ausgenommen da, wo die Natur in einer feuchten Atmosphäre und nördlich kalter und unfruchtbarer Lage, selbst unüber⸗ steigliche Hindernisse in den Weg gelegt hat) seine Aerndten verbessern und vergrößern. Was die Mäßi⸗ gung der Temperatur bei trockener Atmosphäre insbe— sondere anbetrifft, so ist ihre Ausführung vielleicht gleich schwer und kostbar, nur bei dem kältern Klima in kurzerer Zeit und mit weniger Umständen, als bei dem wärmern Klima, zu erhalten. Uebrigens giebt es auch in dem wärmern Klima, eben so gut wie bei uns, Torfsümpfe und nasse Lände— reien, die der Erhöhung der Temperatur bedürftig sind; welches man schon aus der jetzt üblichen allgemei— nern, aus einem wärmeren Klima zu uns gelängten, auf die Temperaturerhöhung abzweckenden Behand— lungsweise beurtheilen kann: und so verhält es sich umgekehrt ebenfalls in dem nördlichen Klima mit der so sehr nöthigen Behandlung nach den Grundsätzen der Temperaturmäßigung; nur mit dem Unterschiede, daß dieser Fall, in dem wärmern Klima häufiger und ost sparsamer, vorkommt. Ueberall findet man(da das mehr oder weniger, wie sich von selbst versteht, ohnedies in der Hauptsache keinen Unterschied ausmacht) N 7 4. 7 **. 2— e L.. I. +—— — VA +σ Ar α 38 —* 7„ 0 C(. ö V5, 0—. 4 222 ö 0 4 1 I. C u.— + 4 SSSSIIII. — 194 die Temperaturbestimmung, welche das Merkmahl unter Aeckern und Wiesen angiebt, wieder. Eben so sind die Vorzüge eines guten Ackers durch seine natür— lich vortheilhafte Temperatur und reiche Dammerde vor dem geringern schlechtern Lande, welches diese Vortheile nicht hat, überall anerkannt. §9. 149. Auch sind dem Ackerbesitzer noch verschiedene an⸗ dere Verhältnisse in Absicht der ihm zugehörigen Län⸗ dereien wichtig. Er hat Felder, welche nahe und be— quem gelegen, andere wieder, die eine beträchtliche Weite ab, oder wohl gar zwischen anderen Grundstük⸗ ken seiner Nachbaren und mitbeackerten Landwirthe zerstreut liegen. Einige sind eben, andere bergigt, und hüglicht, steinigt, oder wohl auch von so großer, oft abwechselnder Verschiedenheit im guten und schlim— men Werhältnisse, daß das Ganze eines in gemein— schaftlicher Kultur begriffenen Ländes dabei nur zurück⸗ kommen, und durch so mannigfache Veränderungen vielfältig leiden muß. §. 150 64.K Au 4. Plce. Gewöhnlich werden die nahen und wohlsituirten ö——— L. Aecker für die besten, so wie die entfernten als die elen— desten behandelt und angesehen. Vorzüglich wird dies bei großen Feldstrecken und der mit der Ackerconstitu— tion überhaupt in keinem guten und richtigen Verhält— nisse stehenden Ackerkultur der Fall seyn. Beinahe sollte man auf die Gedanken gerathen, daß die Erbauer Mafngh Ebenf he nati. ummerde 66 dß ichene m igen lin e und he Möchtihh Rundstik andwüthe bergig, groher, schlim. gemein. wrück Krungen Htuitten dit elere ditd des constit Herhalt Heinahe Abauer 195 der Dörfer und ländlichen Wohnungen absichtlich und mit so kluger Auswahl bei der Anlage derselben zu Werke geschritten wären. Allein, man wird ganz von dem Gegentheile überzeugt, und daß gewisse besondere Verhältnisse einer besseren Kultur und dadurch hier besonders vermehrten Gährung erregenden Kraft allein den Unterschied ausmache, überredet, wenn man nämlich auch unter den gleich entfernten Ackerstücken neben ein— ander einige vor allen sich gewöhnlich auszeichnen siehet. Das, was am ersten vermißt wird, und die besondere Anzeige der mangelnden Gährung erregenden Kraft angiebt— der Dünger, fehlt beinahe immer, und oft nur zu sehr. Damit werden noch überdies alle die nahe gelegenen, sogenannten guten Aecker, die ohnehin schon mehr Gährung erregende Kraft besizen, und da— her auch immer im bessern Verhältnisse zu dem Dünger und der Ackerfruchtbarkeit überhaupt erhalten werden, versehen; unterdessen die schlechteren und ent— fernteren hier sehr karg bedachten Grundstücke em— pfindlichen Mangel an Fruchtbarkeit äußern müssen. Dagegen werden Oekonomen, die eine angemessenere Kultur, verhältnißmäßig größere, Gährung erregende Kraft bereits bewirkt und folglich auch mehr Dünger erzeugt haben, die entfernten, wie die nahen Aecker, wo möglich, in gleich gutem Stande zu erhalten vermögend seyn. Daher ist es wahrscheinlicher(wie Gugenmus in seinen ökonomischen Schriften S. 289 sehr richtig sagt), daß man sechs verschiedenen, neben einander liegenden Aeckern eher sechserlei Herrn, als sechserlei Boden ansieht. Ein Fall, der bei einer an sich guten N 2 D——————72 PfPfPf'f'f'f?fFfPfP't'——— ö 22 4½ 4 . Hl. — LI. C 196 Temperatur, aber wenig vollkommenen Behandlung allerdings oft eintreten mag. So viel ist indessen ge— wiß, daß die Nähe der Felder in der Fruchtbarkeit immer Vortheile zu versprechen scheint, welches auch überhaupt an sich nichts unerklärbares enthalten würde. H. 151. Entlegene Ländereien verursachen zu viel Bestel— lungs- und Aerndte-Kosten, lassen daher, da sie durch die Kultur überdies mehrentheils vernächlässigt sind, und aus Mangel an hinlängliche Gährung erregender Kraft geringen Ertrag gewähren, oft wenig Gewinn, wo nicht gar Schaden übrig; wenn wie billig eine be— sondere genaue Berechnung über die Kultur-Kosten und den Ertrag jedes einzelnen Ackerstücks angelegt werden sollte. Bei zerstreuten und zerstückten Feldern sind Ver— hinderungen und so mänche Unbequemlichkeit mit ein— ander verbunden, so daß man oft abgehalten wird, seinen Acker auf die einträglichste Weise zu benutzen. H. 152. Bei bergigter, sehr oft mit einer feuchten Atmos— phäre verbundenen Lage, wird der leicht auflösbare nährende Theil des Graswuchses, und selbst einige Dämmerde durch starke Regengüsse, schnelles Weg— schmelzen des Schnees im Winter und plötzliches Auf— gehen des vorher hart gefrornen Ackers bis an den Fuß der Anhöhen,(wo alsdenn die Dammerde da, oft ——————::——.———.—.—'———.— 2—7· Er IIIAEl*—.———.——— 197 ö s eben so tief gefunden wird, als sie auf den Abhäͤngen Hrhor 235 Anhängen selbst geringe ist) bis in die Gräben, 6 a Flüsse und Seen fortgeschlammt. Dieses geht bei der hlnn Ebene, wo sich vielmehr Dammerde durch fremde Zu— flüsse noch mehr sammelt, nicht so leicht an. Auch sind ebene Felder des Vorzuges der Dammerde und Temperatur wegen, welche sie vor hüglichten und ber⸗ V gigten Ackerstücken nothwendig voraus haben müssen, sehu nicht so leicht der etwan überhand nehmenden Dürre, 0 0 zur Frühjahr-Sommer- und Herbst zeit ausgesegzt. 14N3 Morgen⸗ und Abendthaue bleiben wenn die Düͤrre äi nicht Ueberhand nimmt, dort nicht so leicht, wie bei *0 diesen aus: im Fall nehmlich eine eigene feuchte At⸗ 3is mosphäre nicht etwan die bergigten Ländereien gegen 7 . Kosin diesen Unfall überhaupt beschützt; dahingegen aber auch—4 2 45 4.A. +, agelg bei etwan einfallender Kälte die zugleich bei einem. Guthe befindlichen Anhöhen oder überhaupt trockenen 4 Ur⸗ Ackerstücke, wie die Erfahrung gezeigt hat, wenig oder We nichts litten, unterdessen Thäler und feuchte Grund— witd stücke dabei im späten Frühjahre oft Schaden genom⸗ uuten. men haben. §. 153. in Auch die Abwechselung und Ver schiedenheit der ‚V 6470 J Iftom mit Sand⸗ und Brandadern, Stein-Thonlagen udd 4—— stenngt mit Quellen und Sümpfen abwechselnd behafteten Län— 6asaie + 5D dereien ist oft so groß und veränderlich, daß zuweilen 5 lf auf einem und demselben Ackerstücke mehrerlei Tempe— ß raturen zugleich angetroffen werden. Obgleich die einer „ os Gegend und einem Lande insbesondere eigenthümliche IIMN V ö Temperatur immer einen Hauptcharakter behält und 1 behauptet, und den einzelnen abwechselnden Stellen, 9 4 7 um das Gleichgewicht wo möglich wieder herzustellen, beständig nachzuhelfen strebt; so leidet der Ackerwirth doch dabei oft unvermeidlichen Schaden, den die ab— V V. wechselnde Temperatur der Jahreszeiten und der eingefal— lenen Witterung zuweilen unvermuthet vergrößert. Es ö folgt nehmlich auf einige Zeit hindurch anhaltende Rässe, sehr oft Dürre und eben so umgekehrt auf Dürre wieder W Nässe. Dadurch leidet dieser zu beiden Extremen an sich immer geneigte Acker beständig. Der aufgebrachte Dünger schafft weder den nassen noch den dürren Stel— ³⁴* len sonderlichen Vortheil, und wird umsonst und ohne Wirkung angewendet; wodurch der Schaden selbst + 7 für die etwanigen besseren Stellen des Feldes sich noch * mehr vergrößert, und die Gährung erregende Kraft nie 4 zunehmen kann. Was nun hier im Einzelnen von 6 4 Ackerstücken gilt, kann auch auf alle und größere, zu bl 14 einem Vorwerk geschlagene und unter gemeinschaftli⸗ V cher Kultur und Verbindung stehende Aecker und Feldstrecken angewendet werden. Diese Mißverhält⸗ 1 nisse muß nun der Landwirth in einzelnen oder größern Fällen überhaupt zu beheben suchen. Daß der Erdboden seinen wahren Verhältnissen f0 nach, wie hieraus erhellen wird, sowohl bei dem Acker⸗ ch baue der verschiedenen Pflanzen und Getreidearten, der* bei der Feldökonomie darnach einzurichtenden Behand— fe lung, der Beschaffenheit seiner Dammerde, Temperatur du und mit größerem Nutzen auch den für die Zukunft her⸗ 0 zugebenden auflösbaren Grastheilen oder Gährung ge— d en en, b⸗ mäß, und bei der Wahl einer dem Ganzen oder in ver⸗ schiedenen Theilen eines Guthes angemessenen Feldord⸗ nung in Erwägung gezogen werden müsse, soll im zweiten Theile ausführlich und auf was für eine Weise besonders die mehr oder mindere Vor züglichkeit in der Auswahl zu erforschen sei, vollständiger abgehandelt werden. §. 154. b. Von der Bearbeitung des Bodens und wirklichen Gährungs- und Fäulniß— Erregung. Wenn der Entstehung und dem weitern Fortgange des Ackerbaues in seiner frühern Zeitperiode noch ge— dacht wird, so wird sich der bisherige Geschäftsgang in den Fortschritten und dem Verfalle des Feldbaues gleichsam von selbst entwickeln. Als Einleitung also, zuerst diese kurz skizzirte, historische Entwickelung. In einem mittäglichen, unter einem wärmern Kli— ma gelegenen Lande und fetten Boden, der oft mehr oder weniger eine Art grasreichen Marschlandes war, entstand ohne Zweifel die bis jetzt in ihrem Ansehen fortdaurend sich erhaltende Bearbeitungstheorie. Wahr⸗ scheinlich bediente man sich des Landes,(als Neu bruchs oder urbar gemachten Ackers) zuerst, welches vor— her meistentheils den Horden Nomadenleben führen⸗ der Hirtenvölker, des häufigen und vorzüglich guten Grases wegen, zu Viehweiden gedient hatte. Da in jenen Zeiten noch kein Grundeigenthum und nur bas 22 I.•s& α¹κα ———— ö ö ————————— 200 Recht des Stärkeren Statt fand, das den streitbaren und stets Sieg gewöhnten Hirtenvölkern überall Eigen⸗ thumsrechte gab und einräumte, auch bei der geringen Menschenzahl und in desto größerer Menge vorfindli— chen Triften und Waldungen kein Mangel daran, keine die Hütungsfreiheit beschränkenden Gesetze vorhänden waren: so wurde auch das Vieh(worin der damalige Reichthum der Völker allein bestand, und welches, nächst der Jagd, ihnen Lebensmittel, Kleidung und andere Bedürfnisse durch Tausch und unmittelbaren Gebrauch genug gewährte) dahin getrieben, wo an Weide und gutem Grase ein Ueberfluß vorhanden war. Der hierin eintretende Mangel trieb diese Horden von Zeit zu Zeit weiter, und stets dahin, wo es ihnen gut däuchte, und sie fettes Gras noch anzutreffen vermu— theten. Diese Lebensweise konnte jedoch bei der Zu— nahme und vermehrten Ausbreitung des Menschenge— schlechts keinen Bestand halten; je mehr der sonst freie Spielraum durch das sich überall durchkreuzende Interesse der verschiedenen Stämme in immer engere Gränzen gezwängt worden war. Die Nothwendigkeit und das Bedürfniß brachten eine so große Umänderung in den bisherigen Sitten und Gewohnheiten hervor: und die Hindernisse, welche sich der bisherigen Lebens⸗ weise entgegenstellten, hatten vorzüglich die Folge, daß bestimmtere, seste Wohnplätze erwählt wurden. Von da an ward der sonst verächtliche Ackerbau hervorsucht, betrieben, sogar geehrt und der erste Schritt zur nä— hern Bestimmung der Eigenthumsrechte in Ansehung der gemeiner werdenden Vertheilungen vom Grund und 201 Boden, und der daraus folgenden Urbarmachungen gethan. Die erste Veranlassung zu den frühern Versuchen im Ackerbau war bereits lange vorher geschehen; und allgemein auch vielleicht bekannt, versucht und nachge— ahmt worden. Der Schluß: daß da, wo das meiste Gras stand, auch das beste Getreide wachsen und ge— deihen müsse, war dem Augenscheine sehr angemessen und auch aller analogischen Vermuthung nach sehr na— tülich: Ohngeachtet er, wie wir gesehen haben, nicht ganz richtig ist. Nachdem der Boden das erste Jahr zu dieser im wärmern Klima von selbst wachsenden Getreidesorten eingesammelten Saat nur einmal nach der damaligen Unvollkommenheit der dazu gebrauchten Werkzeuge aufgeritzt worden,*) wuchs das ausge— streute Saamengetreide wegen des häufigen Grases und der noch sehr unvollkommenen Bearbeitung(wo viel⸗ leicht Aeste und Dornsträuche die Stelle des Pflugs und der Egge vertreten hatten) in diesem, von großen unausgebauten Plätzen, Waldungen, Sümpfen und überhaupt feuchter Atmosphäre umgebenen Boden nicht sonderlich. Die Aerndte durfte jedoch der natürlichen Güte und Temperatur des Ackers nach deshalb an sich nicht ganz geringe und schlecht seyn. Durch wiederhol⸗ tes Aufwühlen und Bearbeiten des Landes, wurde das ) Denn keinen Pflug kannte man damals, so wie noch jetzt nicht in einigen Gegenden der Nordamerikanischen Freistaaten; wo man, Liancourts Reisen durch diese Länder zu Folge, sogar das Pflügen für schädlich hält, und demohngeachtet einträgliche Aerudten von der Güte des Bodens iu erhalten weiß. 202 zweite Jahr, bei mehr gelungener Vertreibung des vorher hinderlichen Grases und Unkrautes, und da der Acker schon mehr von Trockenheit und fauler Gährung überwältigt war, auch eine einträglichere Aerndte er— halten. Das dritte Jahr wurde, da die Gährung bei vollen noch nie erschöpften Kräften des Ackers und gün— stigem Klima(ohngeachtet der in Vergleich mit ande— ren Grundstücken niedrigen und dem Graswuchse ge— neigtern Temperatur) noch mehr in Gang gebracht worden, die Mühe des Pflügers am besten be— lohnt und die Aerndte war vielleicht vollkommen gut.— Welcher Beweis konnte wohl stärker seyn? und was war im Stande, den Vorzug der Bearbeitungs⸗ theorie(die dadurch ihre eigentliche Consistenz erhielt) noch mehr streitig zu machen? da der Augenschein, verbunden mit der durch drei Jahre lang fortgesetzten Erfahrung eine doch so überall bestätigte Ueberzeu— gung zu gewähren schien? So schloß man, und— man schloß falsch. Man sahe nur auf das Gegenwär⸗ tige und nicht auf die unvermeidliche Folge bei dem noch ferner hinter einander fortgesetzten Getreidebaue, daß nämlich zuletzt die Bearbeitung gar nicht mehr anschlagen und den vorhin so klar und deutlich gezeig— ten großen Nutzen nicht wieder hervorbringen wollte. Als daher die Aerndten bei immer mehr vermin— derter Gährungsfähigkeit stets geringer ausfielen, und man zuletzt bei dieser, dem wärmern Klima nach der jedes⸗ maligen Temperaturbeschaffenheit doch eignen, in ihm und langer als in dem nördlichen Klima ausdaurenden Gährung demohngeachtet sich gezwungen sah, durch 203 Wiederherstellung des Gährungsmittels, vermittelst des wieder verneuerten Graswuchses und dann erst wie⸗ der nutzbaren Bearbeitung, der Dammerde die verlor⸗ ne Gährungsthätigkeit wieder zu ertheilen: so glaubte man folgende Hypothese dabei aufstellen zu müssen: man behauptete nehmlich, daß die Erde immer älter, und dadurch unfruchtbarer würde, und also der Ruhe bedürse. Diese letzte Erklärung behob alle Zweifel über die hinterher erschienene, zuletzt gar nicht günstig befundene Erfahrung, und der Nutzen des wiedererhal⸗ tenen Graswuchses und zugleich thätig gewordenen Gährung verhüllte vollends die richtige Ansicht; indem das Braachsystem dadurch nunmehr eingeführt und der Nutzen, der in dieser Zeit durch den Graswuchs erhal— ten worden war, jetzt allein der Bearbeitung zugeschrie— ben wurde. Hierzu half noch die der Graswuchs⸗Er⸗ zeugung ebenfalls günstige, bekannt gewordene Ersin— dung, daß durch den auf das Feld in die Braach gebrach— ten Viehdünger die Erde wieder fruchtbar gemacht wer— den könne; welche Erscheinung jene unrichtige Behaup— tung noch mehr zu rechtfertigen schien. Wenn, von da an, ein Acker nicht tragen wollte, so hieß es nun,(wie noch bis jetzt auf den heutigen Tag) es fehle ihm— an Ruhe und Dünger. So weit und weiter nicht, (mit Beschämung müssen wir es bekennen) sind wir in der theoretischen Kenntniß des Ackerbaues, unterdessen diese praktisch da, wo die nöthige Veranlassung hierzu vorhanden war und irrige Begriffe weniger die Ober⸗ hand behielten, doch überall vorwärts eilt, gekommen. Die nothwendigsten Grundsätze dieser an sich einfachen, 304 ob zwar nicht überall leicht zu durchschauenden Natut⸗ begebenheit, bleiben vor unsren Augen entstellt, oder verborgen. Bei allen diesen, und noch mehr aber un⸗ ter unrichtigen Voraussetzungen, angestellten Beobach— tungen, verlor übrigens die bisher ein so großes Ge— wicht und Ansehn erhaltene Bearbeitungs⸗Theorie we— nig und blieb dabei unter demselben Scheine von Ge— wißheit immer dieselbe. Nur wurde freilich die Unsi— cherheit durch die neue hinzugekommene Düngerlehre in etwas bestimmter, wobei der Werth der Bearbei— tung sowohl, als des Düngers im Verhältniß gegen ein— ander, stetsschwankend und der Vorzug beider bis— her unausgemacht und immer streitig blieb. Der nie bestrittene Werth obiger Erfahrungen schien auf immer bleibend gemacht zu seyn; er gelangte endlich auch zu uns und in das nördliche Klima, mit seiner durch Thatsachen vorgeblich bewährten Ueberzeu⸗ gung. Dazumal konnte auch diese Theorie keinen so großen Widerspruch zu befürchten, und Scheingründe in Menge vor sich haben; als man noch,(wie Tacitus von den Deutschen schreibt) die der damaligen Bevöl⸗ kerung angemessene, geringe Ackeranzahl ein Jahr um das andere braach liegen ließ, und nur stets die bes⸗ seren, oder doch ausgesucht gute Aecker und Neubruch zu bearbeiten hatte. Da indessen die veränderten Zeitum⸗ stände, Reichthum und vermehrte Bevölkerung bei stei— genden Bedürfnissen, mit den zugleich weiter verbreite— ten Urbarmachungen auch die Verminderung der bisheri— gen Viehweiden und andern Hutungen, und dagegen den vergrößerten Getreidebau unentbehrlich gemacht hatten; atut. 205 so erhielt man auch ganz veränderte Resultate. Man wollte dann jene vermeintlichen, wohlhergebrachten Grundsätze der Ackerbautheorie nun erst recht verbessert und vervollkommnet anwenden. Diese Ideen waren, so lange man noch immer wüste Lehden genug besaß und durch abgebrännte Wälder die Aeckeranzahl zu vermehren gewußt hatte, recht gut von statten gegangen und al— lerdings ausführbar gewesen. Daher auch noch ferner— hin Bemühungen und Fleiß auf diese Gegenstände fortgesetzt und zur Ausführung angestrengt wurden; so länge nur irgend davon noch einiger(wenn auch einge— bildeter Gewinn) zu erwarten war. Allein, hier war es, wo der Erfolg den Wünschen und auf die Bear— beitungstheorie gesetzten so großen Erwartungen immer weniger zu entsprechen anfing. Der Kornertrag stimmte nicht mit den ehemaligen Erfahrungen, welche durch die vermehrte Bearbeitung sonst erhalten worden waren, überein. Selbst die zwar an Anzahl, aber nicht durch größern Nutzen vermehrten Viehheerden und da— bei zugleich die sorgfältigere Düngersammlung konnten diese eintretenden Uebel und widrigen Zufälle nicht abändern. Der Graswuchs, die Viehzucht und der Dünger wur⸗ den nach Verhältniß der verschiedenen mehr oder minder natürlich guten Ackererden und der übrigen noch fort⸗ daurenden Hülfsmittel an Triften, Hutungen und Wie— sen, immer weniger und schlechter. Der Getreidebau nahm dagegen mit der verminderten Gährungsfähigkeit zugleich zu; je mehr nun bei der Seltenheit des Viehes und den höher hinauf gegangenen Fleischpreisen die ver. ———— — SSSSSIIIIIISSeeeeee — ——.—21 2—. ——————— — — * *....* 206 mehrte, aber arme Volksmenge nur nach Brod oder Getreide allein die Nachfrage veranlaßt, und ver⸗ mehrt hatte. Nach Maaßgabe der eingeführten Kul— tur wurde nun, vorzüglich des Mangels an Gährungs⸗ fähigkeit wegen, den man durch die Bearbeitung er— setzen zu können glanbte, der Acker von vorzüglich brauchbarer und hoher Ackertemperatur, aber geringer Dammerde mehr erschöpft. Nur zuweilen erhielt der Landwirth, der Feldfluren von mehr gemäßigter Tempe— ratur, besonderer Güte und natürlicher Fruchtbarkeit besaß, bald durch die eingeführte Kultur,(da wo die Localität des Bodens besser mit jener übereinstimmte) bald durch die Einführung künstlicher Düngerarten, besonders des Mergels, noch immer reichliche Aerndten. Doch weder jene mißlungenen Versuche von eifriger Be— arbeitung aufmerksame Düngersammlung, ohne doch von dem wahren Grunde des Düngermangels nur eini— germaßen unterrichtet zu seyn, wodurch man den guten und von Natur besonders reichen Boden(ob zwar ver— geblich) nachzukommen strebte, noch die jetzt beinahe wieder vergessenen, ehemals gehabten großen, der Bear— beitungstheorie gemäßen Erwartungen,(wobei man statt sie erfüllt zu sehen, nur Verlust gehabt und noch dazu den Ertrag der Aecker offenbar dermindert hatte, oder nur bei dem Gewöhnlichen stehen geblieben war), vermoch— ten die nach und nach durch allerlei falsch verstände— ne Begriffe und bloß auf Einbildung beruhende un— richtige Bearbeitungstheorie und Düngerlehre zu schwächen: wobei denn immersort der wesentliche Grund von der Anwendbarkeit und dem Nutzen der Be— 207 h arbeitung, der allein durch die wieder erhaltene Gäh⸗ rungsfähigkeit bewirkt werden kann, in der Ausübung Kul immerdar nicht geachtet und unerkannt blieb. Die gan— Mos. ze Feldbau⸗Behandlung, welche zwar anfänglich, bei et⸗ mehrern Hülfsmitteln und kleinerer Ackeranzahl zuerst glich richtiger war, nachher aber so wesentliche Abänderun⸗— nger gen erhielt; zugleich aber auch das, nach vorgeblich der richtigen Ackerbaugrundsätzen sich richtende Bestreben, npe⸗ der dabei beruhenden, von der Unanwendbarkeit der Ukeit Ackerbautheorie nicht, oder nur zu spät und zu ihrem oDE eigenen Nachtheil überführten Ackerbesitzer; die dadurch nte gekränkte Eitelkeit der meisten Wirthe und ihre wieder rlen, Erwarten getäuschten Hoffnungen trugen endlich zur Ver⸗ In. achtung des Ackerbaues, so wie zu seinem Verfalle, das Be⸗ Meiste bei. Wenigstens wurde das allgemeine Gefühl I der Unsicherheit bey Anwendung der gegebenen Vor⸗ ni⸗ schriften keinesweges geschwächt, und die neuere Er⸗ fahrung bestärkte diese Vermuthung. Der Verfall des Ackerbaues hat bis zu unserm gegenwärtigen Zeitalter H fortgedauert uud die davon sichtbar sich äußernden Fol— 0 gen werden immer nachtheiliger und fühlbarer. Bei— ll nahe sah man sich schon damals genöthigt, allen Grund⸗ 0 sätzen zu entsagen, der ungeleiteten Uebung und dem gemeinen Landmanne aber die Sorge allein zu über— lassen. Die Zeit hat dies auf ihn gesetzte Vertrauen nicht gemindert und in dem Gefühl der allgemeinen Unsicherheit ist er noch jetzt das Orakel und die Zu⸗ flucht aller Schlendrianswirthe; so wie aller derer, die die durch jene nachtheiligen allgemeinen sowohl, als auch selbst gemachten Erfahrungen bewogen, sogar ein 208 Mißtrauen in ihre eigene Einsichten setzen. Das bis⸗ herige Bearbeitungssystem unterstützte die bald nur halb wahren, bald ganz falschen Begrifse, daß nur durch Anstrengungen, die alle menschlichen Kräfte nothwendig hätten übersteigen müssen, Vortheile erhal⸗ ten werden könnten. Eine Vorstellung von Zwang und harter Sklaverey, welche das so durchaus nützliche Studium der Feldökonomie in der Ausübung noch un— ter das Mechanische der gemeinen Handwerker erniedri— gen, allein schon allen Trieb und Lust zu Verbesserun— gen des Ackerbaues benehmen, und den Bauer zu sei— nem Arbeitsviehe in eine Klasse herabsetzen mußte. Unterdessen hatte sich nach und nach, mit Beihülfe der Bearbeitungstheorie und Düngerlehre vereinigt, die noch am meisten übliche Dreifelderwirthschafts-Art ge— bildet, welche von dem südlichen Theile Europens bis in das Nördliche mit einigen abwechselnden und von zu— fälligen Umständen abhängenden Veränderungen drang: eine Kulturanordnung, woran vielleicht auch der Aber— glaube, der seit lange Zeit her ein großes Zutrauen in die geheimnißvolle Zahl Drei setzte, einigen Antheil haben mochte, und an welcher man ihre sonderbare, und in den damaligen Zeitumständen(wenn auch nicht überall und am wenigsten jetzt) gewiß nützliche Allge— meinheit nicht genug bewundern kann. Sie verschaffte wenigstens den Vortheil einer gewissern Bestimmung in Ansehung des für den Ackerbau angeordneten Frucht⸗ wechsels, der selbst dem gemeinen Landmanne faßlich und leicht wurde. Diese Bestimmung hatte man bis⸗ her noch immer, so mannigfacher Ursachen wegen, allge⸗ B 2 ——2—2—————— —. 209 mein vermißt. So lange dieser Feldrotulus oder Saa— tenfolge noch nicht bekannt, oder wegen erfolgter Ver— kürzung der bisherigen Viehweiden(um alle daraus entstandene Unordnungen bei dennoch vermehrter Viehanzahl zu verhüten) noch nicht zur Nothwendig— keit geworden, war nehmlich alles sogenanntes buntes Feld, d. h. jeder streute nach Gutdünken und Gefallen Saamen aus, wovon er nachmals ärndtete. Dies soll bis auf den heutigen Tag in einigen ehemals polnischen Districten noch üblich seyn. Die erwähnte Einrichtung und Vertheilung des gesämmten Pfluglandes in drei ziemlich gleiche Theile hatte ebenfalls, so wie die Bearbeitungstheorie selbst, ihre erste Entstehung in besonders gutem, mit reicher Dammerde versehenen Getreidelande erhalten. Zu die— ser Bestimmung scheinen ebenfalls nicht selten erlebter Getreidemangel und Theurung bei so mancherlei Krie— gesvorfällen beigetragen zu haben. Da es nun einmal angenommen war, daß nätürlich gute Aecker beständig das Muster den geringern abgeben sollten; so blieb es auch hier so. Einige deshalb aufsteigende Zweifel: ob die neue Kultur auch auf geringen und schlechten Aek— kern Fortgang und Anwendung finden könne? behob man sehr leicht durch die gewöhnliche Theorie, unter der Versicherung eines guten(aber bei geringeren Aeckern nie in Erfüllung gegangenen) Erfolges, in der beständi— gen Hinsicht auf sehr gute Aecker. In dieser dadurch geschehenen Festsetzung aus Ge— wohnheit, gefühlter Ungewißheit bei der doch überall so empfohlnen Bearbeitungstheorie, und dadurch er— 2 — ᷣRFRFIFA + +. 5. + 6. — 2 V I 210 schwerten Ausübung, indem man keine andre Gründe, als die der bessern Bearbeitung und allenfalls Ordnung dabei angeben konnte, entschloß man sich dennoch, das immer weiter verbreitete und endlich sogar durch Ge— setze beschützte Kultursystem auch anzunehmen. Diese Verbreitung scheint mit der christlichen Lehre und Reli— gionsübung zugleich nach und nach erfolgt zu seyn. Selbst in nördlichen Landern und beinahe überall, so weit europäische Kultur reicht, werden sich Spuren je— ner eingeführten Dreifelderwirthschaft auffinden lassen. Die Geschichte der Oekonomie giebt uns über diese merkwürdige Erscheinung zwar wenig Aufschluß; in— dessen scheinen doch die ehemaligen religiösen Kreuzzüge in das gelobte Land eine besondere Veranlassung zu ihrer weitern Verbreitung gegeben zu haben. Was vorher überall freie Willkühr gewesen, scheint nun immer mehr jenen Vorschriften und dem Kulturzwange unter⸗ worfen worden zu seyn, theils wegen einer gewissen nöthigen allgemeinen Ordnung in der Braachbehütung bei immer mehr verkleinerten Weideplätzen und doch vermehrtem Viehe, besonders bei den wegen des Bedürfnisses der Wolle zu Kleidungen und der dadurch einträglich gemachten Nutzung der Schaafe vermehrten Wollheerden; theils auch, weil die Ge— setze die durchgängige Aussaat, auf beide, sowohl Winter- als Sommerfelder, für den Getreidebedarf durchaus nöthig, und wenn es nur irgend zu erhalten war, auch als vortheilhaft zu befördern suchten. Der Drang, seine Einkünfte zu vermehren, belebte den so— genannten Ackergeiz, wobei man selbst unbrauchbare 211 Lehden, Wege und Viehtriften aufriß, schon sparsame Waldungen ausrodete, und Seen und Wiesen zu Aek⸗ kern umschuf.“*) Anstatt den Feldbau dadurch zu ver⸗ 7 Ich will deshalb nicht behaupten, daß es nicht oft nüͤtzlich und I.. V 6. 74 wohlgethan sei, Waldungen und Wiesen, die wegen ihrer hohen + V( Temperatur von geringem Werth, aber als Aecker aus dieser r- U. +.* sache und bei gehöriger und richtiger Behandlung in der That 2— I. brauchbar und gut seyn können, in Ackerland zu verwadeln, ich + 4. F. 1. 5 behaupte vielmehr nur, daß unter den damaligen(wohl noch—*+— eben so zum Theil obwaltenden) Umständen bei gänzlichem Man⸗„ 4 gel theoretisch berichtigter Einsichten und vollkommener Kenntniß + aller hierzu gehörigen, mehr oder minder anwendbaren Natur— hülfsmittel, diese Verbesserung, ohne Ueberlegung und berichtigte Erfahrung angestellt, dem Ganzen einer Feldmark, nach der übli— chen Methode überhaupt, eher nachtheilig als gut bekommen mußte. Dieser Fall trat bei an sich gutem Boden bei der bishe⸗ rigen Verfahrungsart noch nicht so sehr ein, als vielmehr bei entweder verhältnißmäßig zu hoher oder zu niedriger Ackertempe— ratur. Am allerschädlichsten blieb dies Verhalten immer bei zu hoher Feldtemperatur. Ich will diese eben gedachte Anführung durch ein Beispiel und selbst in sogenannten guten Lande zu beweisen suchen. Ich besitze seit einigen Jahren ein Guth in dieser Lage, welches einem in der damaligen Zeit bekanntem, gutem Wirthe, meinem Großvater, als Eigenthum zugehörte. Schon dazumal hatte dieses Guth zwar immes wenig Wiesen— wachs, aber desto mehr lebendiges oder Strauchholz. Und die dazumal neu und groß genug erbaueten Scheuren hatten, um die Aerndte unterzubringen, zuletzt nicht immer gut zureichen wollen. Das Guth hatte in der Zeit in jedem der drei Felder ungefähr 280 Morgen Land. Seitdem ist dasselbe durch den Tod meines Vaters nachher durch Verkauf an verschiedene Besitzer gekommen, bei den nach und nach in jedem Felde allein gegen 60 Morgen Waldung zu Rodeland und urbar gemacht wurden. Demohngeachtet langen die alten Scheuren jetzt eine lange Reihe Jahre hindurch bis noch auf den heutigen Tag, um die Aernten unterzubringen, welches schon damals immer nicht gut zu be— werkstelligen gewesen war, jetzt zu. Welche Erscheinung aller— dings einen klaren Beweis ablegen muß, daß dies Guth bei der immer fortgesetzt bisher beobachteten Dreifelderkultur durch die 180 Morgen gemachtes Neuland im Kornertrage nicht zuge⸗ O 2 ——————— „„II* 2——————————.—— — ** 1 4 ** ——— — — . 312 bessern, kam er dadurch, daß den bisherigen guten und noch immer tragbar gewesenen Aeckern der wenige Dünger entzogen, und bei durchaus verminderter Gäh— rungsfähigkeit den schlechten Neuen zugetheilt, mittelst dieser Maäßregeln aber die Gährung erregende Kraft mehr vermindert wurde, immer mehr zurück. Da— durch wurde das bisher schon so stark empfundene Uebel der bisherigen Ackerunfruchtbarkeit zusehends vergrößert. Was der Erfolg dieser barbarischen Behandlung wurde, die, statt Vortheile hervorzubringen, so große und ausgebreitete Nachtheile hinter sich zurückließ, hat die Zeit uns zur Gnüge gelehrt. Die allgemeine Ver— achtung des Ackerbaues, die auf die Staatsverwaltung selbst Einfluß hatte, und wodurch vollends die Kräfte des Landbaues gelähmt auch durch allerlei monopolisti⸗ sche Maäßregeln unterdrückt, und oft die nöthigsten Kapitalien ihm entzogen wurden, machte das Maaß des Elendes voll. Ohngeachtet der durchaus vermehrten, aber arm gebliebenen Bevölkerung kommen die nun nommen; vielmehr durch jene zwar gut gemeinte aber übel aue—⸗ geführte Verbesserung der Staat sowohl als der Gutsbefitzer selbst offenbar nicht allein den Ertrag von 180 Morgen Holz— landes, sondern auch die dadurch vermehrte Acker⸗-Saat, Gefin⸗ delohn und andere Kosten, die ganze Zeit hindurch verloren hatte. Zum Glück oder Unglück erläubt die hiesige Staats— wirthschaft, daß von urbargemachtem Neulande kein Steuerer— trag gehoben werden darf. Wäre dieses geschehen: so hätten offenbar diese S8o Morgen entweder mit Holz bepflänzt oder wü— ste liegen gelassen werden müssen, wenn man nehmlich seinem eigenen Vortheile gemäß hätte handeln wollen. Hiervon läßt sich sehr leicht ein Schluß auf das Große, auf weniger gutes und durchaus elendes Land machen. S=NS 23 uten zwar vertheuerten, aber wegen ihrer größeren Ausdeh⸗ 6ah nung unter diesen Umständen nicht verbesserten, geringe⸗ ttest ren Aecker ihrem zeitherigen Vorbilde, dem guten Bo— raft den, nie, auch nur im geringsten nach. Die Aecker von Da. williger hoher Temperatur litten bei dieser Behandlung kebel am meisten, und wurden erschöpft, so wie die Lände— dett reien von gemäßigter und niedriger Temperatur wegen Mangels an Gährung erregender Kraft zwar im Grun— lung de nicht ganz, oder doch nur vorübergehend erschöpft, roße aber doch ebenfalls uneinträglicher, als sie bisher ge— hu wesen waren, blieben. Der⸗ Die letzteren hatten jedoch den Vortheil, daß die Im bisherigen Ackergrundsätze, als allein auf die Erhöhung st der Temperatur abzweckend, bei ihnen anwendbarer Ry, und auch deshalb in der That oft mit sichtbarem Nutzen n ausgeübt wurden. Auch der Gebrauch der künstlichen 65 Düngerarten wurde hier vortheilhäfter gefunden; des— „ halb auch die Anwendung z. B. des Mergels und 0 Kalkes hier vorzüglich allgemeiner geworden war. Eine Anwendung derselben zu dem wirklich dadurch erlangten a Vortheile des Feldbaues hing, wie jeder leicht abneh⸗ fhe men wird, hier am meisten von der mehr oder minder 0 reichen Dammerde und der Temperaturbestimmung ab; II und gab Fälle, wo der Gebrauch dieser künstlichen S Düngerarten auf die längere Dauer und bei dadurch ö vollends bewirktem Verluste der Dammerde(so groß L auch hier anfänglich die Wirkung dieser Düngungsar⸗ 5 ten gewesen seyn mogte) oft für die Zukunft mehr nach⸗ ö theilig, als nützlich gewesen war. ——.—9.—.——— 214 Anstatt daß also die bisherige Ackerfruchtbarkeit nur sich wirklich und wesentlich erhalten sollte, verminderte sich dieselbe vielmehr, theils durch allgemeine Verminde— rung der Gährungsthätigkeit und der auflösbaren Grastheile bei niedriger Temperatur, wobei zugleich die Dammerde blieb und immer erhalten wurde, theils auch durch die immer mehr geschwächte Gährung und unmöglich gemachte Vermehrung der Gährung erregen— den Kraft und durch verminderten guten Pflanzenwachs-— thum bei hoher Temperatur, die, wo die Dammerde sich noch immer erhalten hatte, ihren immer größern Verlust nach sich zog. Die Fortdauer dieser Nachtheile und schädlich be— obachteten Wirkungen erzeugten endlich in geringerm, kälterm oder leichterm, sandigtem Lande allerlei Abände— rung. Diese entstanden besonders da, wo die Gesetze dem Feldbaue eine größere Freiheit zugestanden hatten, und die Bevölkerung auch nicht so sehr gemehrt worden war, vorzüglich durch die bemerkbare anscheinliche Menge der in so manchen großen und weitläuftigen Gü— terwirthschaften, nach und nach wegen ihrer geringen Tragbarkeit, wegen Mangels an Gährung erregen— der Kraft, an der Zahl nach und nach zugenommenen wüste liegenden, und als unbrauchbare Lehden be— kannten Aecker und Hinterstücke,(bei deren ehe— maliger fortgesetzter Bebauung die guten Aecker sichtbar zurückgekommen und der so vermißte Dün⸗ ger ihnen noch mehr entzogen worden war. Unter diesen verschiedenen Abänderungen in der Kultur .. 215 und Feldordnung zeichnete die Erfahrung die damalige holsteinische, und nachher meklenburgi— sche sogenannte Koppel- und Schlagwirthschaft als besonders nützlich aus. Diese Koppel- und Schlag— wirehschaft,(aus jenen nachtheiligen Verhältnissen, wornach man das Ganze der Feldkultur umschmolz, unmittelbar von selbst freiwillig und natürlich hervorge— treten) wurde jedoch nicht so allgemein nachgeahmt,„ 6 7 20 als sie es meistentheils billig verdient hätte. An die— I sem Umstande hatte ohne Zweifel die bisherige Acker⸗.. I, lCr=. bautheorie die meiste Ursache. Diese wußte theils so—.—— 2;. manches Bedenken von, obzwar eingebildeten Verluste am i M 5. 5 Körnerertrage bei der doch nothwendig zu vermindern—— den Getreideaussaat und auch offenbar wenigern nöthig L,— La. 2——.—— gewordenen Bearbeitung darüber zugleich zu verbreiten;—4. 6 8 theils hatte auch diese neue Kultur für alle diejenigen, die 6 7—⁴ bald aus Schwäche, Gewohnheit oder bald aus Bequem—⸗ lichkeit dieselbe scheuten, allerdings mannigfache Schwie⸗ rigkeiten. Der Hauptumstand lag aber wohl darin, daß man aus Mangel gründlich theoretischer Einsicht und richtiger Beurtheilung von dem wirklichen Nutzen jener Bewirthschaftung, und davon daß 1 ersten Aus⸗ lagen oder Einbuße sich in Zukunft reichlich ersetzen lassen würden, sich keinesweges zu überzeugen im Stande war. Man hatte noch zu undeutliche und unrichtige Begriffe von der doch durchaus sich bestätigenden Wahrheit, daß die Zunahme der Gährungsfähigkeit, Beförderung des Graswuchses und der Gährung erregenden Kraft alle— zeit die Fruchtbarkeit vermehren müsse; und konnte die⸗ se auch den angenommenen Ackerbaugrundsäͤtzen gemäß N. 216 nicht einmal haben. Die weitere Ausbreitung dieser für hitzige Böden so nothwendigen Kulturart wurde wegen allgemeiner und sogar polizeigesetzlich gerechtfertigten Vorliebe für die Dreifeldercultur, die man zur allgemei— nen Norm angenommen, und in der man aus Gewohn⸗ heit seinen Vätern gefolgt und an der man so fest, als an der allgemeinen ehristlichen und Universalreligion hing, (wo sogar kein Landwirth aus Furcht vor seinem Nach— bar oder eignen Leuten und Gesinden, so wie noch heu tiges Tages mehr als zu irgend einer Zeit abzuweichen es wagte) vielleicht hintertrieben. Auch war die Aufsicht der Landesregierung auf gehörig besorgte Winter⸗ und Sommergetreidesaat, die an einigen Gegenden und Orten scheinbar nothwendig und durch den vor— theilhaften Absatz des Getreides selbst in der Ausfüh— rung erleichtert worden war, eine hierzu gelegentliche Ursache. Noch kam hierzu die Schwierigkeit des bis— herigen Bevölkerungsgrundsatzes; da man, auch von dieser theoretisch unrichtigen Seite und wegen der Nach— theile in Rücksicht der dabei verminderten Bearbeitung betrachtet, die Einführung der Koppelwirtchschaft nicht wagen wollte: weswegen man diese Kulturveränderung entweder nicht nachgeben zu können sich getraute, oder doch die ganze Sache wegen der darin noch obwaltenden Ungewißheit auf sich beruhen ließ. Wozu auch die Schwierigkeiten, welche die Gemeinheiten, Hütungen, und die nach und nach vergrößerte Schaafzucht in Ab⸗ sicht des dadurch wahrscheinlich verminderten Wollge— winnstes verursachten, traten. Ueberhaupt waren die Kul— turkräfte durch so mannichfache, mittelst der zeitherigen ————— ————————— 217 Gewohnheiten, gesetzlich gewordenen Rechte, Pflichten und neuern Einschränkungen und Hindernissen oft zu sehr gelähmt, um ihre Wirkungen bei gänzlichem Mangel einer richtigen Theorie und immer hinfälligen Feldöko⸗ nomie practisch äußern zu können. Endlich war diese Koppelwirthschaft auch nicht wie bisher in guten Böden(die besonders hier den schlech— teren nicht mit ihrem Beispiele, wie man erwartete, vorangehen wollten und konnten) wegen der hier eben nicht sonderlich nöthigen Veränderung, und vorzüglich wegen des von selbst wegsallenden Zweckes(der sonst in der Behandlung nach den Grundsätzen der Temperaturmäßi— gung gesucht wird) weder anwendbar noch nöthig. Da die geringeren Böden nun ihr immerwährendes Augen⸗ merk auf die besseren, von welchen die Koppelwirthschaft nicht eingeführt war(besonders da von diesen die Behand⸗ lungsweise doch beständig entlehnt worden war) gerich⸗ tet hatten: so unterblieb auch schon aus diesem Grunde die weitere Verbreitung jener durch die Erfahrung übri— gens gewiß nützlich und mit allgemeinem Vortheil be— sundenen verbesserten Landwirthschaft und neuern Ackerkultur. Auch sogar die doch weniger allgemein eingeführte Koppelwirthschaft schadete der bisher veralteten Bear— beitungstheorie nicht. Sie hat ihren Werth auch hier mehr erhoben, als vermindert. Auch hier nahm man immer(wie irrig? muß jedem besser Unterrichteten ein⸗ leuchten) den der Bearbeitungstheorie gemüßen Vor⸗ wand: daß nehmlich die Bearbeitung zwar auf einem kleinern Ackerfleck dabei eingeschränkt werde, dafür 218 aber auch desto öfterer und vortheilhafter besorgt werden könne, als den größern Vortheil dabei an: da doch allein die durch den mehr ausgedehnten Graswuchs vermehrt erhaltene Gährungsfähigkeit, und die durch diese Kul— turart bestimmte größere Menge Gährung erregender Kräfte(wohl auch hin und wieder einiger Zusatz an Dämmerde, wo solche erforderlich) den wirklichen Grad des Nutzens vorher schon näher bestimmt hatten; und in dem Falle der etwa nöthigen Ackerbehandlung nach den Grundsätzen der Temperaturmäßigung über⸗ dies der Vortheil hier ganz und gar nicht durch die vermehrte Bearbeitung,(die nach der vormals übli— chen Kultur hingegen unter diesen Umständen offenbar schädlich war) sondern vielmehr aus der ͤͤberhaupt der Natur nach Beschaffenheit des Landes gemäßern Be— handlung selbst entsprang. Auch die der Düngerleh— re gemaße, besonders nützliche Schlageintheilung in gewisse Feldtheile, um eines dieser Theile gehö— rig bedüngen zu können, hatte den vorgeblichen Vor— theil allein nur immer dem Graswuchse und der be— sonders dadurch vermehrten Gährung erregenden Kraft zu danken.(s.§.93 und 94.) Diese Koppel-⸗ und Schlagwirthschaft war also, wie gedacht, beinahe die einzige Veränderung, welche unter so mannichfachen Abweichungen sich erhalten hatte. Bei anderer, allein auf die vorgeblich richtige Bearbei— tungstheorie gebaueten und vielleicht mit noch dabei ver⸗ mehrter Getreideaussaat gemachten Kulturveränderun⸗ gen mußte man nicht selten,(welches die bisher gefühlte Unsicherheit nur noch vermehren konnte) zu der bereits 219 verlassenen Dreifelderkultur wieder zurückkehren. Noch würde hier der Fortschritte der engländischen Wirth⸗ schaftsarten zu gedenken seyn; wobei freilich eine ganz veranderte Geschichtserzählung und wie die Kulturkräfte dort, statt, wie auf dem festen Lande immer abzuneh⸗ men, fast beständig gemehrt worden sind, würde vor⸗ ausgeschickt werden müssen: denn das bisherige paßt überhaupt nicht auf jene, in dieser Rücksicht mehr, als man bisher geglaubt hat, isolirt glückliche Insel. So viel ist sicher, daß diese Bewirthschaftungsart wegen durchaus vermehrter Gährung durch Graswuchs und den durch die als Nahrungsmittel vermittelst hoher Fleischpreise besonders vortheilhaft befundene Viehhal⸗ tung vermehrten Düngergewinn in einigen Gegenden als vorzüglich gut und vortrefslich bekannt, und allge⸗ mein gerühmt ist. Man scheint in Ansehung des Prak⸗ tischen des Ackerbaues und der Grundlage hierzu, wes⸗ halb die Bearbeitung dort besonders nützlich werden kann, weiter als irgend wo gekommen zu seyn. Nur wird ihre Nachahmung bei uns, die ich übrigens für sehr vortheilhaft und unter günstigen Umständen auch möglich halte, da sie von so vielen hier ganz veränder⸗ ten Verhältnissen und ungleich geringeren Kulturkräf— ten stets abhängig bleiben muß, und da besonders sowohl Klima als der Mangel mehr wie bisher berichtigter theoretischer Landbaukenntnisse/ Hindernisse in den Weg legen, immer noch Schwierigkeiten unterworfen bleiben. Hierin liegt wahrscheinlich der Grund, daß mehrere auf dem festen Lande deshalb angestellte Ver⸗ suche wenn auch nicht gescheitert, doch fruchtlos und ——————. 8. —.—— 2 10. 3— 2 ——.—.— SSSDIeeee——. ———— 8*——.— 2 —*——— 288 2—— 2—————.—— — .— ———— ——————— ——— —— 220 ohne Nachahmung geblieben sind. Vorzüglich ist, wegen der so schwierigen zum Theil noch ganz unbe— kannten oder auch in der bisherigen Theorie der Acker— baukunde noch gar nicht aufgenommenen oder mit dieser nur irgend zu vereinigenden praktischen Behandlung nach den Grundsätzen der Temperaturmaßigung keine Kul— tur merkwürdiger und unter den gegenwärtigen Um⸗ ständen oft nachahmungswürdiger, als die einiger eng⸗ lischen Distrikte, und zwar namentlich die der Graf⸗ schaft Norfolk. Einen gleichen oder den zweiten Rang behauptet noch die durch ehemalige Spanische Verbindungen in diese Gegenden verpflanzte Flamländische oder Nie— derländische Wirthschaft, so wie auch die einiger bekann⸗ ten Marschländereien. Allein bei diesen ist gewöhnlich die Güte des Bodens die erste Veranlassung zu ihrer bessern Behändlung gewesen und es ist merkwürdig, daß, obgleich diese Ländereien nach den bisherigen, auf die Erhöhung der Temperatur abzweckenden Ackerbau— grundsätzen oft so vortrefflich, als ihr Boden selbst ist, behandelt worden sind, dennoch diese Kultur in gerin⸗ geren benachbarten Böden, wo der Zweck der Tempe⸗ raturmäßigung eingetreten wäre, auch selbst die gering⸗ fügigsten Fortschritte nicht zu machen gewußt hat. So stehen die Angelegenheiten des Ackerbaues bis auf den heutigen Tag, wo die veralteten unrichtigen Begriffe und die nicht überall brauchbare Anwendbar— keit der zeitherigen Ackerbearbeitungstheorie und Dün— gerlehre, wo die Fehler und die durch Mangel in den ersten Grundsätzen entstandene Unsicherheit,(wenn auch nicht ——222—————————.* W 221 überall in Praxi, doch in der gleich nöthigen Theorie) wo die geringfügigen Ackererträge, wo nicht guter Boden ist, oder eine verbesserte englische- oder Koppelwirihschaft getrieben wird, und die Allgemeinheit der Dreifelderkul— tur, wenige Ausnahmen abgerechnet, noch herrschend ist, geblieben sind. §. 155. Ich hoffe, daß es nicht am unrechten Orte seyn wird, wenn ich diese kurze Geschichtserzählung mit folgenden Bemerkungen beschließe. Wenn man nehm— lich auf die Ausübung bei dem Ackerbaue Achtung giebt, dem Gange derselben in der OekonomieGeschich— te, den Fehlern und Verirrnngen hierin nachspürt; so werden vorzüglich zwei Irrwege, welche von der wahren und richtigen Theorie immer ableiten mußten, bemerk— bar. Diese Fehler liegen offenbar in der bisherigen Bearbeitungs⸗Theorie und Düngerlehre. Der eine und erste entstand daher, daß man der Bearbeitung, dem ersten bloßen Augenscheine nach, den ersten Vorzug stets und in allen Fällen zuerkannte, ohne von den Bedingungen unter welchen diese nur wirkt, Gras— wuchs und Temperatur, zuerst und hinlänglich unterrichtet zu seyn; der andere und nach meiner Mei⸗- nung noch gefährlichere Irrweg ist der, wo in demsel— ben Falle dem Düngergewinne der Vorzug noch vor der Bearbeitung eingeraumt wurde; wobei die Natur des Düngers, dessen Wirkung und Zusammenhang mit dem Graswuchse und insbesondere der gährungerregenden Kraft immer noch mehr im Verborgnen gehalten 7 7 4 2* 1 +2 56„5 . 6⁴α 4 7 . r I E R 222 wurde. Daß die letzte Abweichung von der wirklich wahren Ackerbau-Theorie noch mehr auf Abwege als die erste geführt haben müsse, beweise ich dadurch: daß die wahren Grundsätze praktisch zuerst in England, gerade da sich entwickelt haben, wo der Ackerbau theils des milden Klimas wegen, theils auch oft um der natürli— chen Fruchtbarkeit und Güte des Bodens willen, vor einer geraumen Anzahl Jahre, noch ganz vernachlässigt wurde. In Arthur Youngs früheren Reisen durch England verden wir diese Behauptung bestätiget finden, wenn wir lesen: daß noch in den meisten Gegenden und Ort— —*Alsschaften Englands das bei uns so sehr geachtete Vehi⸗ kulum des Düngers, das Stroh, von dem die Aehren zur Aerndtezeit oben abgeschnitten worden, größtentheils auf dem Felde blieb, das Heu den Winter über auf ³— den Wiesen verfüttert, das Grummet oder Nachheu durchgehends bloß abgehütet, und das Vieh(da keine Ställe, selbst nicht einmal Viehhöfe existirten, mithin + auch diese Düngersammlung mehr oder weniger ganz . wegfiel) in jeder Jahreszeit aller rauhen Witterung im Freien, bei der Milde des englischen Klimas, in den Einzäunungen und sonst geschlossenen Feldern und Wiesen ausgesetzt blieb.) 2 e V Bei diesem in der That großen Fehler, in der Aus— übung bei der Landwirthschaft(woraus auch die Erfin— In diesem Stücke hatte die Flammländische oder Niederländi— sche Wirthschaft offenbare Vorzüge; da, durch die sorgsamere Viehhaltung und Futtersammlung für den Winter und sogar Stallfütterung(wenn den Nachrichten zu trauen ist) auch die Düngersammlung sehr begünstigt worden war. —— ⏑ 223 h dung des Kompostes der Engländer, die eine Mischung he d von Dünger, Erde und ungelöschten Kalk ausmacht, urch: und zur Verlängerung des Viehmistes entstanden ist), land, war es vielleicht durchaus nothwendig, darauf zu sehen, heils daß der einzig sichere Weg zur Erhaltung und Vermeh⸗ irli⸗ rung der Ackerfruchtbarkeit, nehmlich der, welcher aus einet der Kenntniß und dem richtigen Gebrauche der natür. urde. lichen Gährungsmittel, besonders des aus dem An— land bau der den Graswuchs in vorzüglichem Grade be— venn fördernden Pflanzen, der Rüben, der Klee, der Boh— Olt nen, der Kohlarten u. s. w., welche der zu erzeugenden do Getreidefrucht jederzeit ausdrücklich vorher gehen mußten, 11 erwachsenden entstanden war, betreten wurde. Woraus Hl zuletzt die mehr zunehmende praktische Kenntniß von dem af Gebrauche und der richtigen Anwendung der Gährungs⸗ mittel bei dem Ackerbaue mehr erwachsen, und ein Grund mit geworden ist, weshalb die Englische Landwirth— schaft so ausgezeichnet große Fortschritte zur Vollkom— menheit zurück legen konnte. 0 1 in Hierin läßt sich ein Beweis mehr auffinden, daß b der bisher bei uns so vernachlässigte Graswuchs und 1 die dadurch erhaltene vegetabilische Düngung, die überall anwendbar und häufig zu haben ist, von dem Vieh— dünger aber beständig zunehmende Unterstützung erhal— 155 ten muß, und die auch schon von der Natur selbst am 8 häufigsten damals, als noch an keinen Ackerbau zu den— ö ken war, angewendet wurde, und noch jetzt immer fort an— gewendet wird, in jeder Rücksicht und mit Ueberlegung ö angewendet, den ersten Platz in der Ackerbau-Theorie ö einzunehmen verdiene: indem der Viehdünger allein ů 2 PE—4⁴ 4. 4.— +++ H. 4.1 73 4..— — —— IIIFIFITITII ———— 2——.—*— 224 hierzu viel zu wenig, und, je sparsamer die Graswuchs⸗ Erzeugung und Vermehrung der Gährung erregenden Kraft betrieben wird, nur desto unzureichender seyn wird. §. 156. Es ist unstreitig, daß die Bearbeitung eines der vor— züglichsten Gährungsmittel bei dem praktischen Ackerbaue richtig angewendet nothwendig bleibe; daß durch diese nicht allein die Zubereitung des Landes, durch Vertrei— bung des Unkrautes zu bequemer Verrichtung der Saat— geschäfte und nachmaligen gutem Gedeihen der Früchte bewirkt, sondern auch die Nahrung zubereitet, erhalten wird, und dadurch die zum guten Wachsthume erfor— derlichen auflösbaren Grastheile, nach der je desmaligen Temperaturbestimmung, frei gemacht werden. Diese bei einem Lande, welches nur einige Dammerde besitzt, ge— machten Erfahrungen, geben jedoch keinen hinreichen— den Beweis, daß, der gewöhnlichen Ueberzeugung nach, die Erde im bearbeiteten oder auch aufgerissenem Zu— stande, Bereicherung und Nahrung von außen her erhalten müsse; und daß, wie man gemeinhin behauptet hat, Luft und Sonne das Meiste oder doch so viel zu der dadurch beabsichtigten Wirkung in Ansehung dieser Bereicherung des Landes beitragen solle. Diese ver— meintliche Ackerverbesserung durch die Bearbeitung müßte, wenn dieser Satz bewahrheitet werden könnte, jener Behauptung gemäß, sonst eben so nützlich in dem Falle der Temperaturmäßigung gefunden werden/ als sie überall bei der Temperatur-Erhöhung wirklich, edoch offenbar keinesweges aus Gründen der Bereiche— Suchz genden sehn Kvor. kbaue diese ttei⸗ Saat, rcht Halten ersot⸗ lUigen sebe ge⸗ Hemn 225 rung von außen her statt hat, und bewährt gefunden ist. Die Vermehrung der Fruchtbarkeit des Bodens während der Zeit seiner Bearbeitung, scheint daher allemal in einem passiven Zustande, nicht sowohl von einem wirk— lichen aktiven Zuwachse der Kräfte, als vielmehr von der durch die Einwirkung von Sonne und Luft möglich gemachten Entwicklung der vorher schon erhaltenen Acker⸗ kräfte, durch die alsdenn mehr beförderte Gährungsthä⸗ tigkeit und Auflösung des Graswuchses, entstanden seyn. §. 157•7 Alle und jede Local-Verhältnisse, welche die Er— reichung des vorgesetzten Zieles bezwecken können, sind es eigentlich, welche die Ackerbearbeitung vorher be— stimmen müssen. Dazu gehört vornehmlich die Tem⸗ peraturbeschaffenheit eines Ackerstücks, der mehrere oder mindere Mangel an Gährung erregender Kraft und wirklich zu erwartender Gährungsthätigkeit(als welcher durch die vermehrte Bearbeitung besonders, wo mög⸗ lich, nachgeholfen werden kann, und welche vorzüglich bei feuchter Atmosphäre und tiefer Dammerde zu fehlen pflegt) ferner häufiges Unkraut, Düngermangel, bei der Kultur besonders zärtlicher und viele im Voraus bereitete Nahrung verlangender Getraide-oder andern Pflan zen. arten; endlich der Unterschied zwischen Winter-und Som— mersaaten u. s. w. Es kann sogar, wenn die Tempe— ratur, sowohl die des Klimas als auch die einem jeden Acker eigenthümliche, nach Beschaffenheit des eingeführ⸗ ten Fruchtwechsels und der Kulturart, bei einmaligem Bearbeiten zur Saat selbst nicht hinreichend ist, zweck— 9 ——— ——6—— F . +... 226 mäßig und richtig gehandelt seyn, daß die Vorberei— tung bereits vorher durch das gewöhnliche Abhalten einer bestimmten Braachzeit gemacht werde: wie 3. 5. dem kalten Boden, dem es noch an einer höheren Kultur und überhaupt an der nöthigen Menge Gährung erre— gender Kraft fehlt, zur wirklichen Gährung und zu der hierin zu zeigenden Thätigkeit, mit diesem Hülfsmittel entgegen gekommen, und dieses natürliche Geschäft selbst erleichtert werden muß. Deshalb kann man jedoch, wenn auch Luft, Sonne, Regen und Thau, so wie die wechselnd warme Witterung diese Vorbereitung nach der jedesmaligen Temperaturbestimmung beföor— dern helfen, keinesweges gründlich behaupten, daß der Acker durch und während der Zeit der Bearbeitung unmittelbar bereichert werden müsse. Vielleicht, daß diese vorgebliche Bereicherung des Erdbodens oft in der That nicht einmal gegen den, durch die Bearbeitung und die dadurch beförderte Gährung, zumal bei an sich schon hoher Ackertemperatur(denn bei niedriger Acker— temperatur ist hier nichts zu befürchten), zugezogenen Verlust und gegen die während der Braachzeit statt gefun— dene Verflüchtigung der Grasarten, ohne daß diese zu dem guten Wachsthume irgend eines Gewächses indessen beitrugen, aufgewogen werden kann. Daß diese Ver— muthung nicht ganz grundlos sey, läßt sich daraus viel— leicht schon abnehmen, daß das Behacken der Pflanzen⸗ arten denselben meistentheils so gut bekommt. 227 ban§. 158. Han Die Gährung und Fäulung des erzeugten Gras—.H 7 K. 4.4 B. wuchses ist bei aller Bearbeitung die Hauptsache. Da— 1———. 5 ltur durch wird bei gemäßigter oder niedriger Temperatur—— HV. erke⸗ nicht allein diese selbst, so lange die Gährung aushält,. e. ude erhöhet; sondern auch sogar bei hoher Temperatur diese mittel chädli ützli ö Es i selbst——6—6 Ednnen—.— ů— R 4C F. Le 3 zu ein och aufzulösender der Gährung fähiger Stoff, weder gar/.P. I F. 0 wi nicht, noch in gehöriger Menge, oder nur zu sparsam iln ist; mithin auch die Bearbeitung, bei am Graswuchs AII—+ 0 besd durchaus armen Boden, deshalb an sich vergeblich 6 de und umsonst angewendet wird. Allein hier, so wie auch V 7 4.,.„ liuug selbst bei mehr Graswuchs und Dammerde, ist die—— „daß Bearbeitung mit verhältnißmäßig geringeren Nutzen 0 V es, Hin verbunden, so bald die Gährungsfähigkeit wegen fort⸗ H X. E lng gesetzt zu weit ausgedehnter, und im Verhältniß des Lo⸗——— 9. sch cales zu einer guten Kultur unangemessener und zu großer Eet⸗ Getraideaussaat entweder fehlt, oder doch, durch die vernachlässigte Wiederbelebung der Gährungsfähigkeit, durch den als Gährungsmittel nöthigen, wieder zu ver— neuernden Graswuchs, der Acker selbst bei ansehnlich und durchaus vermehrter Landbearbeitung im untrag— enen esun hissr dr baren Zustande verbleiben muß. Durch dieses, in Rücksicht auf die Ackerfruchtbarkeit und den Getraide⸗ und Pflanzungsbau insbesondere, vorzüglichere Gäh— rungsmittel, werden allein die Kräfte der Erde neuer—„. — Ee.** N dings hervorgebracht und benutzt; da die todte Erde an ö sich keiner Fäulniß und Gährung unterworfen, die.. 7.7 i de Dammerde aber, bevor sie nicht auf diese Weise die„ ½ x P 2 +. V, e Vr 228 Anreitzung, Mittheilung und die, nach der einmal be— nutzten(bei sortgesetzter Bearbeitung und Getraidean— bau beendigten) Gährung, verlorene Gährungsfähig⸗ keit wieder erhält, und diese auch durch die verhältniß— mäßige Temperatur nicht benutzt werden kann, aufs Neue in keine Gährung gerathen kann. Alle andere Erklärungen, die, der bisherigen un— richtigen Bearbeitungs-Theorie gemäß, daher zum Lobe oder Rechtfertigung der Behauptung sprechen: daß die Bearbeitung zur Bereicherung des Bodens von außen her beitrage, eben so die Nahrung der Pflanzen herbeischaffe, und die Auflockerung der Erde für sich allein schon, ohne jene dabei vorkommenden wesentli⸗— chen Bedingungen die Fruchtbarkeit befördere,— kann ich daher als der Natur entgegen und Trotz aller bisher vorgeblich, ob zwar nur blos scheinbar aufgestellten Beweisen dafür, nicht anders als der wahren theore— tischen Ansicht schädlich und allemal verdächtig verwer— fen. Nur der Graswuchs, die dadurch wieder erhaltene Gährungsfähigkeit, und auch wirkliche Gährung kön— nen allein den Nutzen der Bearbeitung, nach der des— falls jedesmaligen Temperaturfestsetzung, allein bestim— men. Und was die Bereicherung des Bodens, die er von außen her erhalten kann, anbetrifst; so kann diese Wir— kung für das Allgemeine nur dem Graswuchse während seines fortgesetzten Wachsthumes allein und in der That zugeschrieben werden(s. H. 23.) 229 mal hy 10.§. 159. ——. Das Resultat der durch den verneuerten Graswuchs —ũ ᷑ ͤ6 und die dadurch wirksamer gemachte Bearbeitung ge— Alnß meinschaftlich erregten Gährung besteht aber(so lange aufs diese nach 9. 72. S. 74 durch die erfolgte jedesmalige Temperaturbestimmung unterhalten wird,) in einer ge— wissen von Graswuchs, Dammerde und Temperatur gen un bestimmten Portion auflösbarer Grastheile und deren r zun gänzlichen Zerlegung. Das Gleichgewicht zwischen prechen: den Bestandtheilen des Graswuchses, dem Kohlen— ve und Brennstosse, Wasser⸗ und Sauerstoffe, hört auf. Dfan Der aus der Atmosphäre erhaltene Wasserstoff verbin⸗ fir sch det sich mit dem Kohlen⸗‚, Brenn- und Salpeterstoffe; hesentl⸗ der eben daher erhaltene Sauerstoff aber mit den festen fann Beständtheilen dieses organisirten Pflanzenkörpers zu böhlr dem Entzwecke seiner Auflösung. Der Kohlenstoff des Fellen aufzulösenden Graswuchses, mit einem Theile Sauer— heore. stoff verbunden, entweicht als kohlengesäuertes Gas, e.(sixe Luft) der Brennstoff aber mit dem Wasserstoffe Ultene geht(als brennbare Luft) ebenfalls in Gasgestalt köl⸗ fort. Von allen diesen Gasarten erhält wahrscheinlich des die Saat im Frühjahre, Sommer und zur Herbstzeit, hesin⸗ bei warmer fruchtbarer Witterung durch Thau, Regen Lerden und vorzüglich bei Gewitterregen(wobei selbst eine Men⸗ Wi ge Gährung erregenden Kohlen- und Salpeterstoffs nie⸗ Ind dergeschlagen wird,) fortgesetzt Nahrungsantheile, zu⸗ d gleich mit den aus der Atmosphäre gewöhnlich erhalte⸗ nen Gasarten. Die zu dem guten Wachsthume benö⸗ thigten sestern Theile und absorbirenden Erden werden dabei zugleich mit verbraucht. Nach endlich beendig⸗ 230 ter Gährung, welche bei gehöriger Temperatur Statt m hat, durch den Sonnenauf- und Untergang aber ost 1 unterbrochen, wegen abwechselnder Witterung und in der Verbindung mit dem ganzen Erdkörper und der Dammerde halber aber in unserm Klima nur selten einen hohen Grad zu erreichen vermögend ist, bleibt zuletzt die Erde der Pflanzen mit ein wenig Brennstoff, Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Eisen ge⸗ mischt, zurück. Die nur etwas verminderten Bestand⸗ theile bleiben daher auch dann immer noch die nehmli⸗ chen: die Menge derselben bestimmt eigentlich das Maaß der Dammerde; nur daß durch die erneuerte Erzeugung des Graswuchses, durch Gährung⸗Erregung vermittelst der Ackerbearbeitung, durch die, durch eine angemessene Kultur bewirkte Vermehrung der Gährung erregenden Kraft, die mehr oder minder bewirkte Gährungsfähig⸗ keit behoben, die Gährung in wirkliche Thätigkeit ge— 1 bracht, durch Beimischung des Düngers und künstlicher Düngerarten aber, z. B. des Kalks,(des letzterern da, wo 0 die Behandlung nach den Grundsätzen der Temperatur— K erhöhung nöthig oder doch bei seinem Gebrauch wegen Ueberflusses an hinlänglichem Graswuchse kein Nachtheil ö zu befürchten ist) aber verstärkt und vergrößert wird. §. 160. Diese einmal vollbrachte und beendigte Gährung 1 wird auf eine gleiche Art stets wieder erneuert, die Na— se tur bleibt, so weit es die fernern Umstände nur erlau⸗** ben, hierzu immer wieder behülflich. Wird von die— ser Naturhülfe zur Erhaltung eines guten Getreide. Stott ber ost ind in d der leinen zuletzt istoff, en ge⸗ stand⸗ ehmli Maaß ugung vittelt nesene onden 0hi ge⸗ icher X atut⸗ vegen thel td. tung M⸗ Hau⸗ die⸗ lide 231 wuchses und der Ackerfruchtbarkeit kein Gebrauch ge— macht und die Natur selbst wird durch den unausge— setzt jährlich fortgesetzten Getreidebau in ihrer Wirkung gehindert; so hört auch die wenige Gährung zuletzt ganz auf und es nimmt dagegen die Unfruchtbärkeit, die Nei⸗ gung des Landes zum Unkraute(nachdem die Tempe⸗ ratur diesem nun mehr oder weniger selbst günstig ist/ bei aller Bearbeitung desto mehr zu. §. 161. In einem Sumpf⸗ oder moorigten Lande erlaubt die zu niedrige Temperatur, welche wahrscheinlich dem einen Bestandtheil des Wassers, dem Orygen oder Sauerstoffe, und dem Umstande dabei, daß die Wir⸗ kungen des Wärmestoffs durch die Sonnenstrahlen nicht wie bei der gewöhnlichen Bewässerung durchdrin⸗ gen können, zugeschrieben werden muß, weder Gäh⸗ rung noch auflösende Fäulniß. Diese Temperatur ist sogar selbst für den obern Graswi ichs des Sumpfes zu niedrig; unterhalb häufen sich indessen diese aus der Atmosphäre erhaltenen Bestandtheile des Graswuchses zu einer porösen Dammerde, die in ihrem gegenn irti⸗ gen Zustande ohne Nutzen ist, immer mehr an. Nur bisweilen wird durch die Schwefelsäure des beigemisch— ten Eisens etwas Wasser bei warmer Witterung zerlegt; wodurch der Sauerstoff sich mit dem Eisen, der Was⸗ serstoff aber mit der Schwefelsäure der Eisentheile zu geschwefeltem Wasserstoffgas(Schwefelleberluft) ent⸗ bindet. Da aber bei jeder Gasart zugleich sich Wär— mestoff einfindet, so entsteht dadurch, bei nächtlicher ZI. gea +I „ I. ö 7.— * e,* 2 4 X. A. 1 4 60. —3 2 4.H.. j—. a 7. 7, V V 232 Weile, Licht, jedoch in einem so gemäßigten Tem⸗ peraturgrade, daß es, ohne zünden zu können, nur eben hinlänglich ist als Irrlicht gesehen zu werden. . Diese Erscheinung ist daher auch kein Zeichen oder Be— weis für die hier ebenfalls veranlaßte Gährung: we— nigstens wird diese in unserm Klima, und da es auch uberhaupt auf die Größe und den Umfang des Sum— pfes dabey ankömmt, bei größern Strecken hiervon, wenn die Dürre nicht sehr groß wird, so leicht kaum angehen können. Im wärmern Klima ist diese Gäh⸗ rung bei sehr erhöheter Temperatur jedoch nicht unmög— lich; obgleich auch hier wahrscheinlich ohne sonderlich großen Nutzen für die unter diesen Umständen nur kurze Fruchtbarkeit des Grundstückes selbst. Diese in ö großen Sumpfstrecken erfolgte Gaährung soll alsdann einen unerträglichen Gestank, Fieber und andere Krank⸗ heiten zu veranlassen pflegen ,). Den Beweis, daß die Gährung hier oft gar nicht Statt habe, giebt noch ů)Da die Temperatur der Erde mit ihren Eigenschaften und Wir— N ö kungen bisher nur so weit, als dieß der Augenschein, und beson— ders im heißen Klima, durch die, vermittelst der anhaltenden großen Gährung, besonders vermehrte Sterblichkeit selbst lehr— te, bekannt, übrigens aber größten Theils unbekannt war; so fehlt auch der Heilkunde bisher so manche genauere Beobach— tung und Notiz über die Entstehungsursache und daraus abzu⸗ leitende Behandlungsart so mancher Krankheiten. Allein die Be⸗ merkung über feuchte oder trockne Atmosphäre in verschiedenen * Klimaten angestellt, würde hierzu reichlichen Stoff liefern; da es aus der Erfahrung bekannt ist, wie sehr eine feuchte Atmos— * phäre und dadurch erniedrigte Temperatur, die die Gährung nicht sonderlich begünstigt, in so fern sie nur mit gutem rei— nem Trinkwasser und hinlänglichen Lebensmitteln versehen ist, ; zur Gesundheit, Lebensdauer und Vermehrung der Menschen⸗ 5 . +—.I. ZFF⁴ᷣ—ᷣ 4 ö————.2 4 — 8165 4.—.— rl 9—O7 4460.———0— 74. —3Z ꝛ 4 Eir e r E 0 R W 20— 7 + ö ö C. + 4. 2e, + ů 4— 3— 4. 4 74. IW 9.. 233 run dieses zu erkennen: daß selbst Pflanzen, welche einen. N •nur sehr niedrigen Temperaturgrad auszuhalten vermögen, 8 erden. sich dort nur mühsam zuletzt er halten und doch dem, alle.. . kücken aussüllendem Moose größten Theils Platz zu ma— + 0 VB. ö ö 44 we. chen genöthigt werden. 2. uc Daß hier die Bearbeitung, so lange die überflüssige Eim Menge von Wasser und Feuchtigkeit nicht abgeleitet ien, werden kann, ganz ohne Nutzen seyn würde, bedarf kam hier wohl kaum einer Erwähnung. Gah. nmiz§. 162. deklic. —+. Den bereits§. 21.(in den letzten Zeilen) gedachten II. 4 1„ U Einwurf eines erfahrnen Landwirthes, den dieser gegen„ 1 ö —— den Graswuchs und die Aufnahme desselben in die Theorie sν 6 M,— m des Ackerbaues, um der gewöhnlichen Bearbeitungstheo— I U?/— 2 W rie hierin nichts zu vergeben, machte: daß nehmlich. +. 4 X. in den Jahren, wo der Graswuchs bei der ge loch—— ö ö 1 wöhnlichen Dreifelderkultur und damit zu⸗ Vleee. W gleich verbundenen Einrichtung des Braa— 4. · 60 + hein⸗ chehaltens während der letzten Zeit durch, 4 +. A N 70 besonders fseuchte und dem natürlichen,— lhn 2. un Graswuchse selbst günstige Witterung ein 4— chl vorzügliches Wachsthum gehabt habe, Lr, AHlr alll⸗ 2 +. V.— 2— 2* 533 menge beiträgt. Ein Fall, der dei unsern volkreichen Gebirgen - offenbar Statt findet. Die natürliche Neigung 60 eine solche ——8 seuchte Atmosphäre um seine ländlichen Wohnplätze herum zu 6⸗ verschaffen, beweist sich sehr oft in den neuern Garten⸗ und h Englischen Parkanlagen. Cigentlich stets beurbartes Küchengar— 0 x teuland ist wegen des großen Grades beständiger Gährung in die— il v ser Hinsicht offenbar nicht tauglich. V 1 0 4 Heset. + 4⁴⁴* 4 e—. 8*— 17— 20 LeLt 9e 4— +.—.— fi. Ee-b. U. 2 + 4 7 + 3.—— 0⁵—(N 2 E V 5 ——— 47 H= 234 das Wintergetreide das darauf folgende Jahr gerade am wenigsten in dem soge— nannten, der Braache folgendem Winter⸗ felde gerathen sey; werde ich hier, nach den bis— her angeführten Grundsatzen und Temperaturkenntniß, zu entkräften suchen. Daß die Schuld hiervon nicht an dem Graswuchse selbst, wie er nach einer jedesmal gut eingerichteten Kultur auf einem Getreidefelde billig voraus zu setzen ist, liegen könne, lehrt schon die bisherige hypothetische Annahme der jederzeit erfolgten Temperaturbestimmung. Vielmehr mußte in diesem hier besonders gedachten Falle(der allemal eine mehr niedrige als hohe Tempe— ratur, oder doch ungewöhnlich nasse Witterung voraus setzt) die Temperaturerniedrigung, wodurch die erregte Gährung selbst oft sich hemmen oder gemindert werden mußte, so groß werden, als sie es wirklich war. Die daraus entstehende natürliche Folge war die geringere Gäͤhrungsthätigkeit und die dadurch schon während der Braachzeit in ungleich geringerer Menge vorbereiteten und frey gemachten, aufgelößten Gras⸗ und Nah— rungstheile. Daher wurde nun das alsdann eingesäete Wintergetreide ungleich schlechter genährt und erhalten, und mußte natürlich schon deßhalb geringer an Stroh und Körnern ausfallen. Der Natur der Sache nach konnte die davon erwartete Wirkung, der in dieser Lage und Gegend, bei diesem feuchten Jahre, und etwa naß— kalten Boden dazu, erfolgten Temperaturbestimmung gemäß, selbst bei öfterer Bearbeitung, und zumal bei durch eine üble Kultur verringerter Gährungsfähigkeit * Arfc. V.. 4 460. I. „—— ——— —————.— fel l 235 ende 6 ö ů son nicht anders Die Irin Grasarten, oder.. heet dus sogenannte Unkraut erhielt sogar durch die bIele. 7—— Regenseuchtigkeit eine ihm mehr erspriesliche, natür⸗. + 15. lich gute Temperatur und Veranlassung zum guten ö Wachsthume. Ein Umstand, der ihre völlige, zur T R. 1 Fruchtbarkeit so nothige Bezähmung und Vertreibung auch dadurch bewirkte Gährung sehr aufhielt, wo nicht hlan ganz unmöglich machte. 1*. Dieser hier angeführte Fall(dessen beinahe allge⸗ Histe mein beobachtete Wirkung hier übrigens übechaupt inig nicht bezweifelt wird.) kann jedoch nur immer in die⸗ uenn sen einzelnen und besondern Fällen, wo nehmlich die umn Temperatur gleich niedrig aussiel, gelten. Dahinge— Hokale ö gen die hin und wieder höhere Ackertemperatur, selbst llegte überall in den beobachteten Folgen vielleicht Ausnah— elden men gemacht haben, und statt jene üble Wirkungen her⸗ De vorzubringen, Vortheile nach sich gezogen haben wird. gert Und zwar würden dieses dann Vortheile seyn, die theils beim Mangel an Dammerde vielleicht nicht unbemerkt teten geblieben, theils aber auch die vermeinte Schädlichkeit Mh⸗ des Graswuchses keinesweges, weder allgemein zuge— 4. sEεee stehn, noch unbedingt anerkannt seyn lassen können. Ia, Ich habe bereits H. 60 und 138. erinnert, daß bei ueh feuchtem Boden und Mangel an Gährung erregender h Kraft bei der bisher üblichen Kultur sehr leicht der Fall e„ eintretenwerde, wo schon die Erzeugung des Graswuch— fß⸗ ses oft sehr behutsam betrieben werden und meist nicht Ig erst zu sonderlichen Kräften kommen dürfe. Gleichfalls Hei stellte ich d. 60. die Behauptung auf, daß bei gutem fii Lande, welches eine natürlich vortheilhafte Temperatur **— + ** 236 und daher keinen Mangel an Gährung erregender Kraft verspürt, selbst das in der armseligsten Braache gestandene und oft kaum bemerkbare Gras, um die Gäh⸗ rung zu wiederholen, hinreichend wäre. Schon dar— aus erhellet, daß es nicht immer auf die spätere, reich— liche Erzeugung des Graswuchses ankomme, und wenn daher der Graswuchs durch ungewöhnlich feuch— te Witterung, auch begünstigt und sehr vermehrt wor⸗ den sey, auch der Einfluß dieser Witterung(wegen der in einem ganzen Lande, im Durchschnitt genommen, überwiegenden Anzahl Acker von mehr niedriger als hoher Temperatur) allgemein sichtbar nachtheiligen Ein— fluß auf die darauf folgenden Wintergetreide-Aerndten überhaupt gehabt hätte,— dies immer noch keinen Be⸗ weis gegen den Graswuchs überhaupt, und dafür daß die vortheilhaften Wirkungen desselben gleich auf dem Fuße nachfolgen müßten, ablegen könne. Der gewünschte Erfolg hangt ja vielmehr und zuerst von demjenigen Theile des Graswuchses, den man Dammerde nennt, am meisten aber von der durch die eingeführte Kultur erhaltenen Gährungsfähigkeit und bestimmten Menge Gährung erregender Kräfte ab: wie ich schon oft gesagt und nochmals wiederhole. Diese Gährung erregende Kraft hängt aber ebenfalls wieder in einzel⸗ nen Jahrgängen von der allgemeinen, durch die Wit— terung, Dürre oder Feuchtigkeit zur gelegenen Zeit be— stimmten Temperatur und in der That vergrößerten Gährungsthätigkeit ab. Auf diese Weise beherrscht die Temperatur als übende Naturkraft vorzüglich die aus dem ländlichen Fleiße und dem menschlichen Ver— ——3 „ 37 anstaltungen und Bemühungen hervorgehenden Resul⸗ tate. Unter gleichen Umständen gebietet sie auch jedesmal über gleiche Verhältnisse in Ansehung der ver⸗ größerten oder verminderten Fruchtbarkeit jährlicher Aerndten. Es war daher in dem angesührten Falle auch ganz die Folge jener ungünstigen, auf die Tem⸗ peratur durch nachtheilige Witterung Einfluß habenden Umstände, theils auch vielleicht die Anzeige der Armuth der in Ansehung der Gährungsfähigkeit übel beschaffe⸗ nen Ackerkultur; wenn der Boden wegen zu niedriger Temperatur, durch eine durch die üble Witterung veran— laßte feuchte Atmosphäre Unkraut, oder wahren Mangel an Fruchtbarkeit und wenigen oder nicht hinlänglichen Reitz der der Dammerde mitzutheilenden Gährung, und so ebenfalls auch zum Ersatz des Fehlers in der Tempera— tur und dadurch nicht genug beförderten Gährungsthä⸗ tigkeit abgeben könnte. Dieser Mangel konnte allein durch die unterbliebene Gährung, weswegen in der einjährigen Braache der Graswuchs zwar erzeugt, aber wegen fehlender Temperatur nicht thätig genug wurde, veranlaßt werden. Da nun zugleich die Fruchtbarkeit, auf diese Weise gehemmt, überall geringer ausfiel: so mußte auch hier die geringe Erzeugung des oft noch überdies von Unkräute in seinem guten Wachsthume be— hinderten Getreides allerdings daraus entstehen. Die durch die Witterung alljährlich bestimmte allgemeine Temperatur des Landes oder der Gegend brachte es so mit sich, und dieser Umstand konnte auch zum Theil auf keine Weise hier verhindert werden; da der Ein— fluß der Temperatur auf alle Aerndlen immer merklich 44. 0. 7 L 238 seyn und bleiben wird. Es ist jedoch nicht zu leugnen, daß ohne diese theoretisch richtigern Ansichten und gehö— rige Kenneniß der Naturwirkungen obiger Einwurf sich auf keine Weise beheben lassen würde. Der daraus entstandene augenscheinliche und nur durch die richtige Theorie zu vereinigende Widerspruch war es viel— leicht, welcher der Erfindung und Annahme berichtig— ter Ackerbaugrundsäͤtze stets das größte Hinderniß bis— her in den Weg legte, und ohne die hier aufgestellte veränderte Ansicht dieses zu beheben, vielleicht auf im— mer unmöglich gemacht haben würde. . 163. Den Unterschied in der Auflösbarkeit des Gras— wuchses, welcher bei der durch die Bearbeitung erreg— ten wirklichen Gährung Statt hat, und theils von der jedesmaligen Art und Beschaffenheit der als Gäh— rungsmittel hierzu beitragenden Graswuchsgattungen (es mögen nun selbige eine natürliche oder durch die Kunst ausdrücklich vorher besorgte Veranlassung gehabt haben), jtheils aber auch von der besondern und über— haupt durch die Witterung bestimmten Ackertemperatur abhängend ist, habe ich§. 30— 34. bei dem Abschnitte, wo von dem Graswuchse überhaupt die Rede war, schön einigermaßen berührt, und zu erläu— tern gesucht. H. 133. Ohnstreitig hat der natürliche Graswuchs in der Art der Benutzung während der Braächzeit viele zur faulen 239 dun, Gährung, viel beitragende Vortheile. Das Brachgras.***.. gehö oder dessen Wur zeln werden nehmlich oft durch das früh⸗.— ö fsch zeitige Hinweghüten in immer heftigen, leichter aufzu—.. 2 4. 160 aus lösenden Zustand, der dem jungen Grase überhaupt ei⸗„ tige gen ist, erhalten. Die Pflanzen und Blüten kommen 2 479 6e. diel nicht zur Vollkommenheit, die Gräser selbst nicht zur +2 Ae hig Reife; Stengel und Wurzeln werden alsdann nicht soo bis: holzigt und hart. Kommt hierzu die Ackerbearbeitung ellte zur rechten Zeit und bei der diesem Geschäfte anpassen— im. den Witterung; so ist bei guter Ackertemperatur selbst der sparsame Graswuchs oder dessen übrig bleibende Wurzeln sehr bald in Gährung gebracht, welche sich dann nach und nach der Dammerde mittheilt. tas⸗ Die Nachtheile bey diesem natürlichen Graswuchse reg⸗ sind aber auch und noch mehr bei der hier unvollkomm— der nen Dreifelder-Wirthschaft gewiß; wenn, jemehr die X Feldtemperatur an sich niedrig ist, nicht alles genau so, n wie es verlangt wird, bei etwa veränderlicher feuchter e Witterung bewerkstelligt werden kann. Diese Nach⸗ bt theile sind dann stets mit üblen Folgen verknüpft, je— ů l mehr sie immer eine Störung in der bald mehr, bald 4. 2* X/ tur minder früh anzufangenden nöthigen Gährung nach Be— IW schaffenheit der Temperatur und dadurch wirklich zu erlan— de genden Gährungsthätigkeit, und Einfluß auf das hierin mehr oder minder sich äußernde Pflegma der Damm— erde nach sich ziehen, und dadurch eine Lücke in dem nun einmal so und nicht anders angenommenen Wirthschafts— zirkel verursachen. Ist vollends der Boden wegen Feuch— tigkeit dem natürlichen Graswuchse mehr als der Acker— bearbeitung geneigter; wächst mehr Gras, als zu dem 240⁰ dem Endzwecke dienlich ist, und von dem Viehe selbst be— zwungen werden kann; ist eine besonders früh blühende und Unkrautsaamen ausstreuende oder eine solche Pflan⸗ ze, welche schwer fault und dem Pfluge das größte Hin⸗ derniß in den Weg legt, häufig gewachsen; muß das Brachgras alt oder vorher noch wohl zum Heugewinn angewendet werden; trifft Nässe mit der verzögerten Bearbeitung zusammen, oder folgt auf vorher gehabte Nässe plötzlich anhaltende Dürre; muß die Bearbeitung der Brachhütung des Viehes wegen,(welches bey der Dreyfelder Cultur beinahe zum Theil immer nöthig seyn wird) verzögert und einer veränderlichen Witterung wohl überdem ausgesetzt bleiben; ist die Lage des Lan— des(nach§. 48 Zeile 13) selbst von Natur schon kalt und in einer fortdauernd feuchten Atmosphäre: so leidet allemal(nach Beschaffenheit der Kultur und aller übri— gen darauf Einfluß habenden Umstände) die oft schon im Voraus nöthige, und durch die Bearbeitung erst nützlich gemachte Disposition während der ganzen, zur Gährungs-Erregung oft unentbehrlichen Temperatur⸗ Erhöhung, welche vermittelst der Bearbeitung und Be— stimmung einer zur Reinigung vom Unkraute und den schädlichen geringern Grasarten nöthigen Zeit geschieht. Die bekannten Erfolge sind dann allemal die, nach Maaß⸗ gabe der sowohl durch Witterung als überhaupt bestimm— ten Temperatur, der Gährungsthätigkeit, der Dammerde und besonders der durch die Kultur bestimmten Gährung erregenden Kraft, mehr oder weniger geringen Aerndten. 241 H 5. 105⸗ ö — Wie viel hierzu, trotz aller Bearbeitung, die in Aey&—.— 53 60 Mfa die Periode der Saätzeit und der aufgehenden Körner, 4 1 14 Hi so wie während der Zeit des ersten Wachsthums der α 4*— d Saat(siehe§. 56.) einfallenden plötzlichen Regengüsse und V. 7 2* Wwinn die durchdringende Nässe beitragen können, ist bekannt. ö gerten Die selbst gut vorbereitete Gährung wird oft dadurch so +. 2mn 4 habte sehr wieder gehemmt, die bereits erhöhte Temperatur bei——* iung feuchten Aeckern dergestalt gemäßigt und der ganze in— der nere, zum guten Wachsthume der Saat nöthige Haus⸗ thig halt so alterirt, daß dem Getreide und edlern Pflanzen ceung(vorzüglich den zärtlichern mehr Nahrung, mehr aufge— n löste Grastheile und daher einen höhern Grad von Gäh— fale rung und Temperatur verlangenden Arten) meist aller lidet Unterhalt dabei versagt wird. Da dieser eine bestandig Ibri entwickelte Gährung voraussetzt, so ist es kein Wunder, 0 wenn diese Saaten, je zärter nnd jünger sie noch sind, dadurch desto mehr schwach, kränklich bleiben, und sich nie wieder erholen. —0 5. 466, Spätere Zufälle, die selbst bei günstig vorange— iht gangener Witterung und nachmals guter Saatzeit ein⸗ 2•0 veten, können, ungeachtet sieweniger als die vorhin gen nannten schädlich sind, nicht übergangen werden. Der 0 Winter konnte oft mit aller seiner Strenge der stärker 3wordenen Sacrzeit nichte anhabenz sie Irmie wuchs, blühte:— die Sommernässe trat ein und die Saat er⸗ starb bei nassen Aeckern noch im Halme und bei der be— sten anscheinenden Hoffnung ab. Es mag nun dieser —— V x 47 4. +.—.— 1 242 plötzliche Unfall in die Zeit des Reifens der Körner, (wo alsdann diese größtentheils ohne Mehl bleiben, das Maas nicht füllen und nach ihrem Gewicht oft mehr Spreu als Körner sind) oder während der Blüte,(wo alsdann Stroh, aber keine Körner werden) oder wäh⸗ rend des Grünens und Schossens der Saat,(wo als⸗ dann diese wohl gar ganz ausgeht, der Landmann aber weder Stroh noch Körner erhält) eintreffen: so entste⸗ hen alle diese nachtheiligen Folgen nicht sowohl von ei— nem Fehler der voran gegangenen Bearbeitung selbst, als vielmehr von unterdrückter Gährung und dadurch wieder erniedrigter Temperatur. Dieß geschiehet ost, ohne einmal die Ursache davon zu ahnen: obgleich diese Uebel, da die Abstufung der Temperatur nur im⸗ mer nach und nach, und allmählich geschiehet, daher auch jeder zu plötzlichen Veränderung hierinn nach der jedes— maligen Temperatur-Beschäffenheit immer möglichst vorgebeugt wird, nicht allgemein sind. Eben so wie dieß im Gegentheil bey der etwa überhand nehmenden Dürre, und wo die Temperatur auf eine immer höhere Stufe steigt, geschiehet. Da auch jener Fall nur hin und wieder, öfter oder seltner, nicht sowohl bey schon im vollkommnen Wachsthum stehenden Pflanzen, als bei den noch jüngern, und auch da nicht allemal mit gänzli— chem Mangel an Nahrungstheilen vorzukommen pflegt: so ist dieses Ereigniß jedoch schon hinreichend, uns zu beweisen, daß alle vorher gegangene Bearbeitung, in so fern auch das Unkraut hier nicht hinderlich dabei wä— re, doch nichts im Grunde dagegen auszurichten ver⸗ möchte: wenn nehmlich die Kultur vorher schon zur an⸗ Körm iben, du ost ney ite,(on der wäh⸗ (oo d⸗ ann aber o ensst. von es iehet s, obglich nur in. her aug bbes⸗ Hchlt so wie zenden hihere nur hin cchohin als bi gänsi⸗ pflegt: uns Il 9/ in vã⸗ n vee⸗ an⸗ 7 243 derweitig nöthigen Temperatur⸗Erhöhung die gebräuch⸗ lichen Anstalten getroffen, die Feuchtigkeit und Nässe durch das Trockenlegen der Grundstücke einen Abzug erhal— ten hatte, oder die Schädlichkeit der überhand nehmen— den feuchten Atmosphäre dabei nicht vermindert wurde. Außerdem hat die Feuchtigkeit, theils wegen der ge— dachten nur allmähligen Abstufung in der Temperatur, theils aber auch, weil die bereits durch die Bearbeitung vorher zubereiteten und aufgelösten Gras⸗ und Nah⸗ rungstheile noch immerdar einigen Unterhalt gewähren, (ganz nasse Stellen, wo unterirdische Quellen sind, al— lein ausgenommen) nie so viele Macht, den Untergang der Saat zu beschleunigen; und sie vermindert(wenn sie sich nur nicht mehr in ihrer Kindheit befindet,) diesen Unfall leichter. Obige Unfälle sind auch alsdann nur bei großer Nässe zur allerungelegensten Zeit bei feuchter At— mosphäre und bei Boden, der eine niedrige Temperatur und daher wenig innerlichen Trieb zur Gährung hat, zu verstehen. Keine Nässe ist in dieser Rücksicht dann oft schäd⸗ licher, als die Frühjahrsnässe, wenn nach einem lan— gen Winter das Erdreich ohnedem noch nicht ausge— trocknet ist, und die allgemein in der Natur entstehende Gährung dadurch gehemmt wird. Wenn die Folgen auch nicht überall einerley oder sichtbar sind, so verof— fenbaren sie sich nach H. 56 doch meistentheils durch die das Jahr darauf folgenden Aerndten. Die Frühjahrs⸗ nässe 7793 hatte z. B. in Schlesien diesen Ersolg. In dem Gebürge verdarb sie die Sommer- besonders Ger— stenärndte durchaus, hingegen mehrere Meilen davon — 2— SIIIEIEI ... rS;;“..ꝓ ͤDl.R¶ ¼ͤꝛ¼—T i·“·— ——.——— FAFI— *99..————————— 3 70 —1 49 AÆ 244 im ebnen Lande beförderte sie diese. Das darauf fol— gende Jahr brachte, da die Herbstwitterung zur Saat auch nicht die günstigste gewesen war, bei beiden aber nur geringe Winterärndten und daher Theurung zuwege. §. 167. InGegentheile wird bei etwa einfallender, anhaltend trockner Witterung und Dürre auf dem Braachacker die Gährung, oder vielmehr Zubereitung zur Gährung durch die Bearbeitung verstärkt; daher auch mehr auf— lösbare Grastheile als sonst, bei nicht sonderlichem Mangel an Dammerde, frey gemacht werden. Obschon nach§. 51 die zu hohe Temperatur, selbst auf nassen Ackerstücken und mehr noch bei hohen und trocknen Fel⸗ dern(wegen der zunehmenden trocknen Atmosphäre) den unter diesen nachtheiligen Umständen ihr Wachsthum vollendenden Früchten und Saaten selbst zum Theil sehr übel bekommen war. Für die folgende Frucht aber entsteht dadurch immer ein besseres Verhältniß, und die auf diese Braache folgende Winterärnte muß, wenn die Dammerde die Temperatur dabei nur hinlänglich zu mäßigen im Stande war, und wiederkehrende Dürre die zum guten Wachsthum erforderliche Feuchtigkeit nicht vorenthielt, durchaus reichlicher ausfallen. §. 188. Daher kann es sogar kommen, daß ein ganzes Land (ein Fall, der oft in ganz Europa gemein und überall ver— breitet ist) das einen, im Durchschnitt genommen, kal⸗ ten feuchten Boden hat, eben so, wie es durch einige 2 3 . ·,. auf sch; 30 5. V. Ii. 150 hinter einander folgende nasse Jahre selbst bei der 4 +. ⁰ 7 a größten Volksmenge(die hierauf uber Panpt wenig Ein⸗——— V. 4. wege fluß hat) in seinem Kulturstande rückwärts gehen mußte, 2„ ebenso durch mehrere hinter einander folgende trockne oder 2 0 un EA. dürre Jahre; und zwar ohne alle weitere Veränlassung, Hnen wonigstens scheinbar, zu gewinnen schien: wenn auch* 291.. die nach der Erfahrung aller Zeiten für den Nahrungs— n stand daraus folgendem Nachtheile, welche durch die Ge— 3ü treidekoneurrenz auf den Märkten daraus entstehen, für 17. die baare Einnahme des ganzen Landes in der That zu— 098 nehmend und allgemein schlimme Folgen(die vielleicht 4 eine kurze Theurung selbst sind,) für alles übrige gesell— 45 schaftliche Verkehr nach sich ziehen. n Rl Im obigen Falle wird die Summe der auflösbaren r de Grastheile bei jedem einzelnen, der Erhöhung der Tem— Sum peratur bedürftigen Guthe,(indem die der Temperatur⸗ Hll Mäßigung bedürfenden für jetzt überhaupt noch zu un⸗ aber fruchtbar sind, und daher auch wenig Einfluß auf die Ge— und treideerzeugung allgemein haben) durch die ungewöhnliche wem trockene Witterung vermehrt, so wie in dem entgegen— u gesetzten Falle vermindert. Daher eben bald spott— rr die wehlfeile Zeiten, bald wieder Theurung und Hungers⸗ uch ö noth unter den bisher gewöhnlichen Verhältnissen ihre ephemerische Erscheinung erhalten. Besonders merk⸗ würdig ist es, daß dergleichen ausschweifend schlimme ö Zufälle in der That allgemeiner sind, als man je ge— nd glaubt hat. Unter allen fällt es aber am meisten auf,‚ Ioer⸗ daß die Veränderungen in der Temperatur meistentheils „lal⸗ durch ganz Europa gemein sind. Daher trifft auch Ue— inige berfluß oder Mangel(nach der Temperaturbestimmung ——.— „ * AHa G + 12⁰⁰ 2.1 1 ˙ . D * 7 X.. +2 C eines jeden Jahrganges, so wie zu Ansang des gooten Jahres) gewöhnlich nicht ein Land allein, sondern im⸗ mer den größten Theil von Europa. Man könnte da⸗ her gewissermaßen, wie aus mehrern ahnlichen Erfah— rungen sichtbar ist, eine allgemeine Europäische Tem— peratur eben nicht für ein so großes Unding halten. §. 169. ö Dergleichen in ihrer Wirkung auf die eine oder die andere Art ausschweifende Zufälle würden sich über— haupt bei einem mit Dammerde hinlänglich versehenen, in nicht seuchter Atmosphäre liegendem trocknen Boden 4 alsdann seltner ereignen, wenn die Kultur hier nur der Natur anders selbst besser zu Hülse kommen wollte. Da dieser trockne, an sich gute Boden, vermöge seiner hohen und willigen Temperatur, die Grastheile der Auflösung leichter Preis giebt; so findet auch nicht wie bei jenem, dem feuchten, mit mehr Dammerde versehenen Boden, der Mangel an Gährungsthätigkeit statt; vielmehr liegt hier der Fehler an der Graswuchs⸗-Erzeugung und der bei der gewöhnlich auf die Erhöhung der Temperatur bloß abzweckenden, und mit dem Verlust der Dammerde verknüpften bisherigen Feldbau-Behandlung, nachfol⸗ genden Verschlimmerung. Da nun bey beyden, dem trock⸗ nen sowohl, als dem zu feuchten, das Maaß der Frucht⸗ barkeit von der durch Gährung bestimmten Menge auflös⸗ barer Grastheile, so wie von der zum guten Wachsthum erforderlichen Dammerde und Feldtemperatur bestimmt wurde: so entstand auch beider Unterschied hierinn dadurch, daß die Nasse zu karg, die Trockne aber zu freygebig mit den ihm von der Natur verliehenen Kräften war, die Gährung bei dem nassen nicht so anhaltend war, als bei dem trocknen 247 Acker, und daher auch bei dem Ersten immer früher be— endigt wurde. Dieser erhält durch sein Pflegma, da er bald nur von Dürre überwältigt und gezwungen ein⸗ träglich, bald wieder wegen anhaltend feuchter Witterung in der Folge nicht einträglich war, die Dammerde, indem sie, was sie in dem einen Jahre verlor, in dem andern viel⸗ leicht durch Zurückhaltung oder Graswuchs wieder ge⸗ wann, sich selbst immer. Allein dieß war bei dem trock⸗ nen Acker keineswegs derselbe Fall. Seine hohe Tem⸗ peratur gab beständig, und so weit seine Kräfte nur zu— reichen wollten, anhaltend gute Aerndten. Bei trock⸗ nen Jahren gab er mehr noch, als bei gewöhnlichen her. Nach diesem, bei der bisher üblichen Cultur einge⸗ führten Mißbrauche und der wenigen Schonung seiner Dammerde⸗Kräfte mußten diese endlich abnehmen und er selbst elend werden. Diesen anfänglich guten, nur trocknen Acker hielt man alsdann kaum der Mühe werth, ihm zur Wiedererhaltung der verlornen Fruchtbarkeit behülflich zu seyn. In der That ließ auch die gewöhn⸗ liche, bloß auf die Erhöhung der Temperatur abzwek⸗ kende Bearbeitungs Theorie hier ihre Verehrer im Sti— che, und die dazu nöthige Vorkehrung unterblieb ent⸗ weder aus Mangel an berichtigter Einsicht und noth⸗ wendiger Kenntniß, und konnte auch, da sie den bis⸗ herigen Grundsatzen keineswegs angemessen war, nicht angewendet werden; oder wenn diese, wie bey der Kop⸗ pelwirthschaft, wirklich unternommen und mehr durch praktische Kenntniß allein ausgeführt wurde: so blieb diese Veranstaltung doch bloß innerhalb der Grenzlinie der Empirie, und hatte auf die gleich nöthigen theoretisch⸗ wissenschaftlichen Bestinmungen hier keinen Einfluß. 2 1 .. W E 65 +. P. V 4. 248 §. 170. Die Beantwortung folgender Frage würde demnach nicht sehr zweifelhaft geblieben seyn: ob bei dem ersten An— fange der gegenwärtigen Culturweise der gemäßigt trock⸗ ne Acker vor dem feuchten nicht einen, beinahe dem gu⸗ ten tragbaren Boden gleichen Vorzug, als Acker⸗ und Getreideland im Voraus erhalten hatte? Diese gewöhn⸗ lich üble Behandlung des an sich mit mäßigem Damm— erde-Antheile versehenen trocknen Bodens berechtigt uns noch heute nicht, seine Vorzüge zu mißkennen, oder gar zu verwerfen. Bloß deßhalb dieses zu thun, weil „der bisherigen Theorie gemäß, sich zwar auf die Grundsätze der Erhöhung der Temperatur, keineswegs aber auf ihre Mäßigung verstand, ist kein hinreichen⸗ der Grund. Dieser trockne Acker bedarf allerdings mehr als irgend einer der kräftigen Graswuchs— Erzeugung, (obgleich diese für das erste, um die Gährung zu wieder⸗ holen, keineswegs so sehr häufig seyn darf, dahingegen die Zunähme der Gährung erregenden Kraft durch verringer⸗ ten Getreidebau hier desto nothiger ist) gar sehr und wenn die Dammerde fehlt, um diesen Mangel zu ersetzen, der— selben noch mehr; selbst bei der übrigens vorsichtigsten Behandlung, sowohl in Absicht der Saatenfolge, als auch des den Graswuchs hier mitnehmenden und aufzehren⸗ den Getreidebaues. Dann ist aber auch die Sache nicht mehr so schwer, als man gewöhnlich glaubt. Ein sol⸗ cher Acker bearbeitet sich, so zu sagen, bei seiner heben Temperatur, beinahe von selbst. Durch gute zweck⸗ mäßige Behandlung, Graswuchs und daraus erhalte⸗ nen Düngergewinn, läßt er sch⸗ ohne die Bearbeitung nnach NAn⸗ trock⸗ Ngu⸗ und vöͤhn, imm, tuns oder Weil uf die vegs schen— mehr ung, der⸗ die get⸗ henn det⸗ gsten auc re nicht 1 te⸗ Rg 2 249 deßhalb sonderlich vermehren zu müssen, sehr wohl in beständiger Fruchtbarkeit erhalten. Die gemäßigte Feuchtigkeit, die ihm sowohl zu statten kommt, erhält er durch den verbesserten Graswuchs. Und schon aus diesem Grunde wird die Dammerde erhalten, auch, wo sie etwa fehlt, vermehrt; das Getreide kann, da es mehr Grastheile antrifft, tiefer wurzeln und der Dürre kräftigen Widerstand leisten. §. 171. Es ist in der That von großem Nachtheile, daß es bei diesem Boden oft in der bessern Behandlung verse— hen wird; daher sein stets geringer Ertrag, wenn auch seuchte Jahrgänge, und mit ihnen Mangel eintreten, und man seiner nun am meisten bedarf, wenig Einfluß auf die Getreideproduktion und daraus erhaltene Preisbe— stimmung zeigt. Da nun theils bei seinem gewöhnlich elenden Anbaue, wo die Vortheile seiner an sich willigen Temperatur unbenutzt bleiben, theils auch, weil die feuch⸗ ten oder gar nassen Aecker ohnedieß oft zahlreicher zu seyn pflegen, im Durchschnitt nämlich wegen Armseligkeit der Kultur des Erstern), hierin nichts ausgerichtet wird; so kömmt es bei Bestimmung der natürlichen Getreide— preise durch die Produktion, Coneurrenz und Kauf⸗ vermögen auch immer nur allein auf die(nach§. 166— 168) in ihrer Fruchtbarkeit, auf die eine oder die ändere Art ausschweifenden feuchten Aecker an. Wodurch aber die angezeigte, allezeit mehr oder weniger schwankende, oft aber auch lange hindurch ausschweifend anhaltende, unsichere Preisbestimmung entsteht⸗ N 14 *, +½¹ 0 4 Glrsis. s.— H I 7 * N. 250 §. 172. Aus diesen angeführten Datis ergiebt sich das Urtheil über die bisherige Bearbeitungstheorie, die daraus flie⸗ bende nachtheilige und oft verkehrte Behandlung, und die Art, wie eigentlich dabei gefehlt wurde, von selbst. Wie serner von mäßig feuchtem und gutem Lande, der der Be⸗ arbeitung ausschließend und dem Düngergewinn allein zugeschriebene Nutzen, so wie die überall empfohlne Noth⸗ wendigkeit der häufigen Feldbearbeitung(oft ganz ohne Grund und in der Ausübung besonders mit Nachtheilen verknüpft) hergenommen und die bisherige Theorie der Ackerbaukunde stets Anhänger und Verehrer gefunden hat? Wie salsch alsdann die Anwendung der an sich schon theoretisch unrichtigen Grundsätze auf trocknes, dürres und ausgemergeltes Erdreich gemacht wurde, wird selbst ihr eifrigster Beförderer zugestehen müssen. Er wird alsdann näher einsehen lernen, daß, so nützlich allerdings die nach der vermehrten Gährungsfähigkeit in Hinsicht auf die örtliche Ackertemperatur nach natürlichen und vernünftigen Regeln und Vorschriften eingerichte— te Kultur und Bearbeitung, ja sogar so unentbehr⸗ lich sie wird: eben so unnütz, ja vielleicht schädlich diese Bearbeitung zuletzt werden könne; wie verkehrt die ganze dabei beobachtete Methode, und mit welcher allgemei⸗ nen Erschöpfung Gährung erregender Kräfte, auch wohl bei hoher Temperatur aller Gährung fähigen Thei⸗ le, diese Behandlung verbunden seyn könne, vorzüg⸗ lich aber bei einem, wegen seiner nach der jedesmaligen Temperatur-Beschaffenheit zum Getreidebau besonders schicklichen hohen Temperatur, aus Ursach seiner übel aus⸗ — Ia NVWXN 2*—..:. thei flie⸗ ddie Die Be. allein luth. ohre Nilen ie de unden sch nes, 22 251 gesallenen und nachtheilig gewordenen Kultur, nur wenig Kräfte und Dammerde noch einzubüßen übrig habenden Acker, gewiß noch mehr nachtheilig werden wird. Man zwingt alsdann gewissermaaßen ein solches Land, wider die sonst gewöhnliche, natürliche, durch den erneuerten Gras⸗ wuchs zuvor gegebene Veranlassung, zu einer widerna⸗ tüllichen, immer schwächern und nachtheiligen Gäh⸗ rung, die ohne sonderlichen Gewinn aus geübt wird, und den Verlust der Fruchtbarkeit bei fortgesetztem Getrei⸗ debaue zuletzt unwiderbringlich nach sich ziehen, und das Gleichgewicht seiner Graswuchs⸗ und Dammerde— Theile zuletzt wohl ganz aufheben muß. So gewiß es ist, daß einem Acker von mehr gemäßigter oder niedri⸗ ger Feldtemperatur(wenn man nicht auf den wirklichen beständigen Ertrag hier achten wollte) diese Behandlung so leicht nicht nachtheilig werben dürfte, vielmehr für den Ertrag desselben(wenn die Temperatur hierzu hülf⸗ reiche Hand leistet, und so lange eine ungewöhnliche An⸗ strengung von Kraft sortdauert) nützlich seyn könne; dage⸗ gen aber derselbe bei ungünstiger Witterung dabei mehr oder weniger, so bald er nicht nachzugeben gezwungen wer⸗ de, nach Umständen immer uneinträglich bleiben, und da⸗ her auch nicht zurückkommen könne: so einleuchtend ist es auch im Gegentheile, daß in dem Falle der etwa nöthig zu bezweckenden Temperaturmäßigung, so wie in dem der nöthig zu bezweckenden Temperaturerhöhnng, die unausgesetzte Bearbeitung zwar in dem letzten Falle an⸗ wendbar und daher auch wirksamer seyn, jedoch in beiden Fällen nie die Vernachlässigung, oder durch den neuer⸗ lichen Graswuchs schlecht oder gar nicht wieder erhaltenen N. AN +1 2 352 Gährungsfähigkeit und dadurch wirklich unterstützten und beförderten Gͤährung, und nie die Vermehrung der Gährung eregenden Kraft und ihre für den Feldbausonst so brauchbare Wirksamkeit erzwingen kann und wird; vielmehr das Gegentheil zur Folge haben muß. §. 173. Aller Mißbrauch nach der bisherigen, bloß auf die Temperaturerhöhung abzweckenden Grundsätze(ohne „auf die wieder zu erhaltende Gährungsfähigkeit Rück— C.. r zu nehmen) ist bei der darnach durchaus fortgesetzt eingerichteten Behandlung im Stande, die in Anse— hung der oben gedachten Folgen üble Wirkung hervor— zubringen. Zumal da es uns offenbar nicht an Bei— spielen und Thatsachen fehlt, welche die Schädlichkeit der ohne Veranlassung und Zweck angestellten, zu häufi— gen Bearbeitung wirklich beweisen. Hierher würden die Beispiele gehören, welche bisweilen mit der Bearbei— tung mehrere Jahre hindurch und bekanntlich ohne Rutzen für die darauf gebrachte Getreideaussaat, wo die Gäh⸗ rung alsdann schon größtentheils beendigt war, aufge— stellt wurden: die Unfruchtbarkeit, welche auf den wieder zu Acker- und Saatland gemachten ehemaligen Landstraßen und häufig befahrnen Feld- und Ackerwe— gen, so wie hin und wieder sogar auf Viehtrifften, in einigen Fällen beobachtet wurde. Künstliche häusige Felddüngung kann, bei ihrem fortgesetzt unrichtigen Gebrauche und zugleich dabei vermehrter Bearbeitung, bei hoher Temperatur und ohnedem geringer Damm— erde denselben Verfall des Landes nach sich ziehen.— 253 ihn Alles dieß sind Beweise, daß zuweilen die Zusammen— ugde setzung und das Gleichgewicht der den gesammten Gras— st wuchs constituirenden Theile aufgehoben und meist hier urd; zerstört werden kann. §. 174. Diese unanwendbaren und wegen der bisher sehler— 4.. +. Ifdi haften Theorie unrichtigen Folgerungen, die bisher zu 3* 6 HN 1 ahte noch immer größern Irrthümern verleiteten, und die% 4—⁷ 2——— Nik Bearbeitung überall ohne Unterschied als Hauptsache. Hesch betrachtete, können dabei nicht länger verkannt werden.. Unse Nur in unauflösbare Schwierigkeiten, Zweifel und crolt Widersprüche wird derjenige sich verwickelt sehen, wel— Bei cher alle dem Ackerbau günstige oder ungünstige Vor— Heel fälle und Ereignisse daraus erkennen und sich erläutern 0 will. So wenig es denkbar ist(und welcher Vernünftige, von der Weisheit des großen Urhebers aller Wesen und von der Zweckmäßigkeit der harmonirenden Einrichtung E der in Absicht ihrer innern Oekonomie vollkommen herrli⸗ 0 chen Natur überzeugte forschende Landwirth wird dieses 06 auch denken wollen?) daß die Natur und ihr bisheriger 90 zweckmäßiger Gang, sich umkehren, die Folge der Wirkung In vorangehen, die Cährung ohne den gehörigen Gebrauch 72——98 401 wirksamer Gäͤhrungsmittel statt haben, die Feldbearbei— tung diese widernatürliche Vernachlässigung auf eine noch 0 ungewohnte Weise ersetzen, oder wohl gar die durch Gährung auszulösenden Grastheile, eher als die zu er— zeugende Dammerde, oder der Graswuchs überhaupt 7 selbst, da seyn sollen?—Daß man, den bisherigen Grund— sätzen des Ackerbaues gemäß, diese Aufforderung — 4....ESEEE‚E.......... 25⁴ aus Unkunde der Natur und ihrer Wirkungen oft zu machen schien, zeigte die bisherige, oft mißgeleitete Er— fahrung nur zu sehr. Die Ackerbearbeitung wurde nach dem aus den Zeiten des grauen Alterthums wohl her— gebrachten Wahne, stets als Stein der Weisen, als das so berühmte Universalmittel und die Lieblingsspe— culation der in die Geheimnisse der bessern Oekonomie Eingeweihten angepriesen: ohne übrigens den Schlüssel zu diesem Geheimnisse aufgefunden zu haben; oder auf die Anwendbarkeit oder Nichtanwendbarkeit der Feld— bearbeitung, welche allein bald von der natürlichen Güte des Bodens, bald von der durch die verbesserte Kultur— weise abhängenden mehrern oder mindern Gährungsfä⸗ higkeit, und bald wieder von dem richtigen Gebrauch die— ses, so wie aller übrigen Gährungsmittel, nach dem Lokale eines jeden Ackers insbesondere bestimmt werden muß, Rücksicht zu nehmen. . 175˙ +2 I Wenn nach richtigen Grundsätzen der Gebrauch der — + Gährungsmittel, insbesondere aber des Mittels, wel⸗ H. V 4 ches durch den wieder erneuerten Graswuchs erhalten , 27 7 mehr allgemein werden sollte;(ungeachtet dieser, 1 64 160 41 ö in Praxi nicht so ganz unbekannt, nur immer einem — durch die bisherige Unbestimmtheit der Begriffe erzeug— —— 4⁰⁰ ten unrichtigen Grunde, der Braach⸗Ruhe nach§. 60 * irrig zugeschrieben wird) und der Acker durch die ver⸗ mehrte Graswuchs⸗Erzeugung, oder durch die Pflege der sorgsamen Kultur eine vergrößerte Gährung erregende Kraft, theils zur Vermehrung der Gäͤhrungsthätigkeit 255 t zu theils auch der nach vollbrachter Gährung zur Damm⸗ Er. erde zurücklegender Ueberreste wegen erhält; so wird die nach Bearbeitung auch unstreitig stets mehr zweckmäßig und het⸗ besser angestellt seyn, und sonder Zweifel sogar auch, als bei wenigern angewandtem Fleiße und Bemühung von ssp. bessern Erfolgen begleitet, günstiger ausschlagen. Dann omie wird auch schon der durch die Bearbeitung vermehrte sisel Vortheil zu noch mehr ausgedehnter Bearbeitung selbst af anreitzen. Nicht allein der Getreidebau, sondern auch d. der durch diesen bisher immer beschränkte, nun aber Git erweiterte Gras⸗ und Pflanzenwuchs wird bei jeder Art Ihn von wechselnder Witterung besser als bisher gedeihen. §. 176. Die Lockerheit, welche die ersten Beförderer des 4l.. Systems der Bearbeitung bei gut gefaultem und, um +—* die Gährung zu verstärken, wiederholt bearbeitetem Ra—* sen⸗ und Neulande, welches seiner genugsamen Hehen ere Temperatur wegen auch eine ansehnliche Menge durch +*—— 4 1 Gährung auflösbarer Grastheile liefern konnte, wahr— 77 4„ nehmen, verleitete sie, zu glauben, daß nicht die Gras- α 5 wuchsbestandtheile des Neulandes und die dadurch ent⸗. 4 standene Gährung jene Derbheit bewirkt, sondern daß 1.4 ⸗ wiederholtes Pflügen, Eggen und Bearbeiten allein m das zukünftige Saatland unmittelbar fruchtbar zu ma— 0 chen im Stande sey. Eine sehr gemäßigte oder nie— drige Temperatur bestärkte jene Vermuthung dadurch, daß die Bearbeitung nicht anfänglich, wo die Raasen 6 in den ersten Jahren noch unzertheilt und ohne sonderli— che Wirkung auf die Gährung geblieben, den erwarte— N/ 256 ten Nutzen hatte zeigen können. Bei mehr ernie— drigter Temperatur und feuchter Atmosphäre dazu wur— de diese Wirkung noch später bemerkt. Allein diese Vor— stellung,(die bloß in der Einbildung einigen Grund hat— te), ob sie gleich der ost thörichten menschlichen Eitel— keit, die den Kräften und Bestreben des Menschen oft über die Gebühr Einfluß und Vortheile zuschreibt, die angemessenere schien, war völlig unrichtig. Die Bear— beitung war hier bloß das Mittel, die schon vorher dem Acker nach seiner Lage reichlich mitgetheilten Gährungs— fähigkeit in wirkliche Thätigkeit zu bringen, die Fäul— niß des Graswuchses und durch Gährung erhöhte Tem— peratur herbei zu schaffen, diese zu erhöhen oder zu mil— dern, die Theilbarkeit des Bodens dadurch zu beför— dern und zu vermehren; aber keineswegs der alleinige Grund der zur Fruchtbarkeit erforderlichen Lockerheit. Außerdem wäre diese Lockerheit nie die richtige und in der That nützliche gewesen, da der beste und öfters gepflügte Boden ohne Gährungsfähigkeit nur eine un— * 4 1„Vschichihe Nachahmung des wahrhaft fruchtbaren, zur . Aufnahme der Saat durchaus geschickten Ackers bleibt; so bald entweder der Graswuchs selbst zum Theil fehlt, theils der wirklich möglichen Gährung beraubt ist, und also auch der ganze Endzweck der, die zur benöthigten Ge— treide-Erzeugung gehörige Gährung fördernden, Bear— beitungen überhaupt verfehlt wird. Nur allein unter dieser Voraussetzung kann, vermittelst der Bearbeitung, der der Dämmerde durch den Graswuchs mitgetheilte, alle— zeit rege und neu wirkende Reitz zur Gährung, die nach Beschaffenheit der Menge dieser Gährung erregenden —— 23 e ari V 0 Kräfte mehr vergrößerte Gährungsthätigkeit, die durch osev die Temperatur festzusetzende Bestimmung, die durch unhe die wohl unterhaltene Gährung jedesmal erzeugte Quan⸗ Eil tität auflöͤsbarer Grastheile und die glückliche Mischung 2 von Lockerheit, doch aber auch zugleich Festigkeit, allein „ v nützlich hervorgebracht werden. Dear é In Wenn Lockerheit nur allein nöthig wäre; so wüͤrde 4.„74.* ⁴ uh der klare Sand(velcher wenn man auch sogar auf die 5 1n Temperatur dabei 525 nehmen wollee, durch die 1 etwa benöthigte Feuchtigkeit hierin hinlänglich gemäßigt i werden müßte(d. h. so bald unsere neuern chemischen 4 Ackerbauverständigen hierbei nicht etwa mitsprechen) das 0 fruchtbarste Erdreich mit seyn müssen. Ob nun gleich seuchter Sand, wenn er wie gewöhnlich eine hinläng— he.„lich tiefe Dammerde hat, kein Fehler, vielmehr nach 115 dem Grade seiner zweckdienlichen Temperatur ein für den 20 Ackerbau besonders brauchbarer guter Boden seyn kann; . so wird doch im obigen Falle der hier den Unterschied zu hauptsächlich angebende Mangel an Dammerde in Ab— ibt; sicht auf die Ackerfruchtbarkeit nicht verkannt werden cl, können. Demnach wird die Richtigkeit der Behaup— 10 tung, nach welcher ein dergleichen jetzt bewässertes G. Sandstück sogleich und ohne alle vorhergegangene Ver— —— anlassung noch nicht fruchtbar genannt werden känn, eine schon durch die Erfahrung bestätigte allgemein bekannte V Sache seyn. Ebenfalls wird man auch aus den bisher le⸗ aufgestellten theoretischen Gründen schließlich wahrneh— men können, daß, da hier keine Gährung denkbar ist, n auch die Nahrung der diesem Grunde und Boden an⸗ R ——ß7;ꝛ5324 258 vertrauten, vorzüglich viel auflösbare Grastheile ver⸗ langenden Getreidearten nur elend ausfallen kann. F. 177. Eine dergleichen Lockerheit des Feldes, wenn solche nicht von der entstandenen faulen Gährung herrührt, und wobei die Dammerde die Temperatur nicht mäßigen kann, ist hingegen nicht allein ganz ohne Nutzen, son⸗ dern auch sogar schädlich. Die Fälle, wo nachtheilige Folgen aus dieser Lockerheit entstanden, sind in der That nicht selten anzutreffen. Oft trifft es sich dann, daß heftig anhaltende Winde den lockern Boden oder Sand hinwegführen und die Saatwurzeln entblößen: auch daß man da, wo man sich hierin auf die Bearbeitung und dadurch bewirkte Lockerheit allein verlassen zu müssen ge— glaubt hat, völlig verlassen geblieben ist. Wobei man jedoch in der üblen Lage war, daß man wegen Mangels theoretisch⸗bestimmt richtiger Einsichten von dem Nach⸗ theile der dabei beobachteten Verfahrungsweise, nicht, oder doch nur durch die gemachte übel ausgefallene Er⸗ fahrung zurückkommen konnte. Wie oft schwemmte nicht ein Platzregen den zu locker gemachten Boden hin⸗ weg, oder brannte nicht die Dürre die Saat immer mehr aus, wenn heftige Ostwinde nicht vorher schon die— se getödtet, und unter diesen Verhältnissen die so benö⸗ thigte Nahrung noch vollends geraubt hatten? Wie oft wurde nicht die durch diese Bearbeitung noch mehr erhöhte schädliche Ackertemperatur, theils auf Kosten der Dammerde und Ackerfruchtbarkeit, oder S‚ SF·.‚F..‚.. —— — 2.. D IIIAAMAxA RNRN D— —— 8—8—8—8888—————e——— 259 lenn oder wo dieses hier nicht geschehen konnte, theils burch die dieser Behandlung auf dem Fuße folgenden Nach⸗ theile abgebüßt? In diesem letzten Falle hatte oft die sorgfältigste siche Bearbeitung während der Braachzeit dem Landmanne viel Zeitverlust und Mühe gekostet. Sein Acker war afign bei günstiger und trockner Witterung wie Staub gewor⸗ „sen den, und er vermuthete nichts weniger, als daß die Helr viele Arbeit umsonst verrichtet seyn würde; indem ein Thl anhaltender durchdringender Regen seinen so mühsam „ diß bearbeiteten Boden zusammenschlug, die bereits dadurch X bewirkte Gährung durch das Anfüllen mit einer dem buc Acker schädlichen Feuchtigkeit in dessen vervielfältigten ö aund Zwischenräumen wieder aufhob, und die, um wo mög⸗„ + 6 57. 7. sengs lich die Ackertemperatur durch Gährung zu erhöhen, an——— Ler=,„ Imun gewandte Bemühung vereitelte. Dieser üble Zufall. GA4r. gels mag nun einen Acker kurz vor der Saatzeit oder gleich— 1 lch⸗ nachher betreffen, so sind die schlimmen Folgen gewiß A 2 lich, immer bleibend: jedoch im erstern Falle, wo die Zeit 4.. 1 eEr⸗ zur Wiederbearbeitung zu kurz ist, noch schädlicher, als R mmte wenn die Saat schon eingebracht worden ist. Tritt auch hi wieder mehr heitere Witterung alsdann ein: so bleiben m die Nachtheile deswegen doch nicht aus, sie vermehren die sich zuweilen noch dadurch, daß der Acker das Ge— hll⸗ gentheil von vorhin, jetzt undurchdringlich, fest und klö— sigt wird. Im zweiten Falle kann man, so bald das Feld ab⸗ getrocknet ist, durch Aufeggen oder wohl gar durch wie— tung hels der Aufarbeiten, oft nachhelfen. Diese Aushülfe wird der aber alsdann, wenn das Feld nicht wieder austrocknet, R 2 260 auch wegfallen müssen. Der wirkliche Erfolg, in Anse— hung des Einflusses dieses eingetretenen Uebels auf die künftig zu erwartende Aerndte hängt übrigens jedes⸗ mal von dem Maaße der unterdrückten, oder wieder er— haltenen Gährung der bisher trocknen oder feuchten At— mosphͤͤre, Temperatur, Witterung, von dem Erdrei— che selbst und der demselben für jetzt eignen Gährungs— fähigkeit und zeither beobachteten Kultur ab. §. 178. Aus diesen besondern Umständen würden sich, den bisher vorgetragenen theoretischen Sätzen und Urthei— len gemäß, vielleicht folgende hierhergehörige Schlüsse ziehen lassen: 1) daß es überhaupt gegen die Natur gehandelt seyn würde, die Braachbearbeitung in derselben Zeit vorzunehmen, wo zuvor die Erzeugung des Gras— wuchses und dadurch vermehrte Gährungsfähigkeit im Frühjahre, dabei offenbar verhindert wird. Aus die— sem Grunde muß das oft so frühzeitige, oft wohl gar den Herbst vorher erfolgte Braachen dem Lande, so bald es durch häufige Getreidesaaten ausgesogen ist, im— mer schädlich seyn. Noch schädlicher wird aber diese Vorsicht da, wo die hohe Temperatur diese auf keinen Fall nöthig macht. Auch das Aufpflügen des sogenann⸗ ten Dreisch bei der Koppelwirthschaft im Herbst vor⸗ her, ehe die eigentliche rauhe Braach⸗ und Bearbei— tungszeit zu der darauf folgenden Wintersaat eintritt, kann unter diesen Umständen hier nicht entschuldigt wer— den. Nur bei sehr feuchtem Erdreiche würde dieses als— n Hs, auf di jedes eder er⸗ en At— Eidkei⸗ rungs, 9,deh Uithei cst ndelt XI as, im die⸗ gat „ 6 „ im. diest eien nonn n xheis titt ver⸗ ls, 261 dann geschehen können; so wie es überhaupt bloß als Ausnahme von der gegebenen Regel betrachtet werden muß, wenn wegen zu niedriger Ackertemperatur das Gegentheil dieser Vorschrift befolgt wird, und der Gras⸗ wuchs nie ganz zur Kraft(wenn solcher auch immer in etwas bewerkstelligt werden muß) kommen darf. Daß die auf diese Weise vermehrte Bearbeitung, weil dabei der Acker, die Gährungsfähigkeit wieder zu erhalten oder doch zu vermehren, immer gehindert wird, nicht allein nutzlos seyn, sondern auch, da man mehr Nachtheile als Vortheile davon erwarten kann,(indem ein großer Verlust an vergeblich angewendeter Kraft dabei obwaltet) sogar schädlich seyn müsse, wohl keiner ausführlichen Erläuterung: 2) Daß ein mit Graswuchs in der nöthigen Ab— wechselung, bei der der Lokalität des Bodens besonders angemessenen Kulturweise, versehener Acker(s. H. 17⁰ der etwa überhand nehmenden Dürre auch immer leich⸗ ter widerstehen, und da die Bestandtheile des Wassers überdieß zugleich die des Graswuchses zum Theil sind, dadurch in der mehrentheils zureichenden Mäßigung der Temperatur leichter erhalten werden wird: so wie selbst bei niedriger Temperatur,(da die Theile des Graswuch— ses eine verhältnißmaßig größere Menge Feuchtigkeit einzusaugen und zu behalten vermögen), der Acker als— dann mehr Nässe vertragen, und die Gährungsthätigkeit nicht so leicht unterbrochen werden wird. In beiden Fällen, sowohl bei hoher als niedriger Temperatur, wird vermittelst des Graswuchses die jederzeit wohl un⸗ terhaltene Gährung und zu diesem Endzweck vermehrte — 90 47 41 19 X. 4* W“ ——M— + .—.— 4.. 262 Erzeugung des Erstern,(wenn die Temperatur nur nicht ganz ungünstig ausfällt), der durch die Ackerbearbeitung vermehrte Grad von Lockerheit immer erhalten werden können. Bei dem nicht durch Graswuchs mit der nöthi— gen Gährungsfähigkeit versehenen Lande aber findet von allen sonst erwünschten Folgen das Gegentheil statt. Er bleibt bald, nur bei geringer Fruchtbarkeit und bei sei— ner zu hohen nicht gemäßigten Temperatur, dem daraus solgenden Nachtheile und der Dürre ausgesetzt; oder wird bald, der verschiedenen Bestimmung des Witte— rungslaufes gemäß, entweder voll schädlicher Feuchtig⸗ keit, oder hart und ehern, und wegen seiner nicht er⸗ langten Gährungsfähigkeit und dann auch nicht mögli⸗ chen Gährung zum vortheilhaften Getreide und Pflan⸗ zenbau überhäupt untauglich. §. 179. Könnte man ein Feld sogar pulvern und in Staub verwandeln(welches zum Glück bei der weislichen Ein— richtung der Temperaturbestimmung, wobei nach der jetzt üblichen allgemeinern Kulturweise sonst die Acker— fruchtbarkeit sehr bald erschöpft und auf die Neige ge— bracht seyn würde, für jetzt unmöglich ist), so würde der Erfolg immer derselbe bleiben. Schon oben führte ich an, daß die deßhalb angestellten Versuche, ein Stück Landes einige Sommer nach einander unaufhörlich zu bearbeiten und vergebens zu bepflügen, ganz für meine Meinung ausgefallen sind. Es ist sehr natürlich, daß unter diesen Umständen die Gährung zwar sehr beschleunigt, je⸗ doch zuletzt umsonst beendigt werden, und daher auch eine — nur rigr cbeiuug werden er nöthi det vn tatt. Er dbeisti daruus Hei ode Ditt, Fuhsh nicht e⸗ nigi 0 Pfan Stalb n Ci⸗ noch de ie Mie Nüe Hide eu sihtt Stit Irlch It Inlie Funter igt je⸗ Weine 263 der großen Erwartung gar nicht entsprechende, vielleicht nur mittelmäßige Aerndte darauf erfolgen mußte. In⸗ dessen sind alle diese Versuche, wobei weder auf Tempe⸗ ratur, noch auf Gährungsfähigkeit Rücksicht genommen wird, überhaupt unzuverlässig; und könnte doch dieser Versuch bei sehr fruchtbarem, durchaus gut cultivir— tem, vielleicht auch mehr feuchtem Acker-oder Garten⸗ lande wiederholt, bei besonders günstig dazu einfallen⸗ der Witterung und äußerst dürren Braachzeiten doch wohl einmahl glücken. Das Erdreich soll ja nicht bloß Asche oder Flugsand seyn, vielmehr soll die Lockerheit von der faulen Gährung der dadurch erhöhten und gemä⸗ ßigten, und durch die Feldbearbeitung in diesen Zustand gebrachten Temperatur, und von dem hiervon abhängen⸗ den Freiwerden einer durch diesen chemischen Prozeß be⸗ stimmten Menge mit Erde, in ihren kleinsten Fasern und Wurzeln vermischter Grastheile, wobei durch die wieder erlangte Gährungsfähigkeit zuerst die Gährung erregt, weiter mitgetheilt und durch die Dämmerde oder den Graswuchs überhaupt erhalten wird, herrühren. Ein jeder Probeversuch hierüber, selbst nach der ge— wöhnlichen, durch die Bearbeitungstheorie veranlaß— ten falschen Meinung, mit Spaten und Harke sogar angestellt, muß die Wahrheit dieser angeführten That⸗ sachen bestätigen. Man wird dadurch immer mehr über⸗ zeugt werden, daß Lockerheit des Landes, wenn solche nicht von der jedesmaligen Fäulniß vegetabilischer oder Düngtheile herrühre, nie etwas tauge. —7'd ——— 264 §. 180. 6 Die Fäulniß der Vegetabilien, oder die Gährung erregende Kraft muß immer der Hauptgegenstand bei aller Bearbeitung bleiben. Dieß ist der richtige Weg* zur Fruchtbarkeit, welcher, von der Natur überall geeb⸗ ö net, ganz zu unserm Gebrauche da ist und auch selbst ö von der Natur oft benutzt wird. Dünger ist zu selten und auch nie in der Ausdehnung anwendbar, als durch den wieder erzeugten Graswuchs und seine vermehrten Ueberreste, sowohl die Dammerde, als die Gährung erre— gendeKraft, überall geschiehet, auch geschehen muß. Eine Ausnahme hiervon zu empfehlen, würde eben so thöricht gehandelt seyn, als eine Bäckerey ohne Gährungsmit⸗ tel anpreisen und aufstellen zu wollen. So nöthig und mnentbehrlich hier Hefen oder Sauerteig sind, eben so ist es das durch den verneuerten Graswuchs erhaltene Gährungsmittel bei der Feldökonomie und Ackerbearbei— tung insbesondere. Bei beiden bleibt eins ohne das andere nur unvollkommen oder unstatthaft. Bei der Versicherung des Gegentheils von obiger Behauptung würde es eben so richtig seyn, als wenn man versichern ö wollte: wenn du Brod backen willst, hast du weiter nichts zu thun nöthig, als das vorräthig zu verbackende Mehl nur recht gut einzuteigen, oft und fleißig zu durch⸗ kneten, und du bedarfst dabei keines Sauerteiges oder ö der Hefen! Mit gleichem Rechte würde man behaup— ten zu können sich einbilden: wenn du reichliche Acker— erträge bei dem bisherigen Getreidebaue erhalten willst: so darfst du ohne alle weitere Rücksicht auf den Gras⸗ ö wuchs und das dadurch möglich gemachte und erhaltene 4 —2— 2 FNRr—. heut and he e Veg Ulgeeb. sehs schhe Sbulc ehrten ng erte, 5. Eim thlrith Hosmi hig und cben s Mese Ilbei⸗ das der bptung schen weite nende Hurth 5 öel Wt. Aet⸗. Hst: 265 Gährungs⸗und Ernährungsmittel, den Acker nur oft und fleißig bearbeiten, und es bedarf hier keiner Hefen der Bearbeitung, um diese dadurch überall wirksam zu machen. Würde man den Ersten, der uns diese seine Behauptung aufdringen wollte, nicht für einen thörich— ten, verkehrt denkenden Menschen halten? Und was thut man bei dem Ackerbaue?— Man kann die durch den Graswuchs wieder hervorgebrachte oder beleb⸗ te Gährungsfähigkeit und durch die Kultur-Anord⸗ nung bestimmte, Gährung erregende Kraft, in der Braa⸗ che nicht missen; demungeachtet schreibt man auf eine ungereimte und mit der Naturwirkung nicht zu vereini— gende Weise nicht dieser, sondern der Bearbeitung al⸗ lein, oder allenfalls etwa noch der Düngung die davon erhaltenen Vortheile zu! So wenig gewisse Handwerke, z. B. Bierbrauen, Backen, Gerbereien u. s. w. die Gährungsmittel entbehren können, eben so wenig ver⸗ mag der Landbau die nach der Localität des Bodens ein⸗ gerichtete Abwechselung des Graswuchses mit dem Ge⸗ treidebaue, und eben so wenig die Bearbeitung, die durch die wieder erhaltene Gährungsfähigkeit vorzüglich begründete Ursache ihres Nutzens und Anwendbarkeit, und die durch die Kultur bestimmte Masse von Gäh— rung erregender Kraft zu entbehren. Die Aehnlichkeit beider Geschäfte hierin, jener mit wenig Umständen zu unternehmenden Handwerke, und des in jeder Rücksicht schwierigen und in Ansehung der Ausführung so große Zeiträume, Landbauwissenschaftliche und Lokalkennt⸗ nisse erfordernden Ackerbaues, ist in dieser Rücksicht eben so auffallend, als ihre bisherige theoretische Unkunde, bei ———— 33.———.— 266 der ausnehmenden Wichtigkeit landbaulicher Geschäfte, durchaus Aufmerksamkeit erregen muß. §. 181. FX. Die Auflösung und Verwitterung mineralischer und erdigter Theile, welcher man insgemein so große Vor— theile bei der Braachbearbeitung zugeschrieben hat, ist in der That dabei nur geringe. Alles ist hier an dem Graswuchse, der diese benöthigten Theile schon zu er— halten und zu benutzen im Stande seyn wird, und der dadurch vermehrten Gährung gelegen. Auch den etwanigen Einwand in Ansehung des bei Ir. + der Bearbeitung zugleich gebrauchten Düngers habe ich . 155. schon beantwortet, in dem Kapitel von der rich 44. tigen Düngeranwendung aber gezeigt, daß man diesen WW„enicht immer auf die nützlichste Weise gebraucht habe; 4e Iso wie auch da der Nachtheil bemerkbar gemacht wurde, — jF—F welcher daraus entsteht, wenn man dem Dünger allein Neinen zu großen Werth und Vorzug noch vor der Bear⸗ beitung zugesteht. Man kann deßhalb von dem reich— lichen Düngergewinne immer eingenommen, und von seinem großen Nutzen vollkommen überzeugt seyn, ohne jedoch dessen richtige Schätzung und Auswahl in der Reihe der dem Ackerbau förderlichen, zum Zweck die— nenden Gährungsmittel verfehlen zu dürfen. Auch weiß ich sehr wohl, daß praktisch⸗-wissenschaft— liche Oekonomen nie überzeugend geglaubt haben, daß Bearbeitung und Zubereitung des Bodens allein hinrei⸗ chend sey, daß vielmehr Düngung hierzu auch etwas bei— trage: welches etwas nur zu wenig, jedoch freilich im⸗ EEr 2—3 4 hshi cherund e Vor hu, an den MN zu er, und der bbi Habeih der tich dieser habez urde, allein Beat reich⸗ von „ Hre in de di⸗ sho⸗ „dah ssrei— bei⸗ Him⸗ 267 mer unentbehrlich schien.— Ein Umstand, der eben das Schwankende der Meinungen: ob man in der Ungewiß⸗ heit, und da man den Weg zur Abhelfung des bisherigen Düngermangels keineswegs gründlich anzugeben wußte, dem Dünger oder der Bearbeitung den Vorzug zu⸗ erkennen solle? veranlaßt hat. Ich rede hier aber nur von den bisher üblichen theoretischen Grundsätzen des hergebrachten Systems/ nach welchem der Bearbeitung ohne allen Streit der Vorzug gegeben wird,(weswegen auch§. 38. die Stelle aus Beckmanns Grundsätzen der Landwirthschaft,„daß Bearbeitung und Düngung al— lein nöthig sey, ausdrücklich angeführt wurde“). Der gemeine Landmann behauptete in seiner Praxis allein, daß Ruhe dem Acker nöthig sey; welchem aber von unsern theoretischen ökonomischen Schriftstellern, oh⸗ ne übrigens das Wahre des darunter liegenden Begrif⸗ fes zu untersuchen oder zu berichtigen, bisher beinahe *——— *.** 4— 7„ 14.— 4 4.7 .——7 einstimmig widersprochen wurde— +—.—* §. 182. Die bei der bisherigen Behandlung wegen Mangels an Kräften bei dem Feldbaue so sehr nöthige Bearbei⸗ tung und Auflösung des geringen Graswuchses, der oft kaum erst in der Braache entstanden war, der oft nur zu sparsam dem Ackerbaue mitgetheilt, bei genugsam hoher williger Feldtemperatur, nur zur Verminderung der Fruchtbarkeit und Dammerde dienen müßte, ja den man oft übereilt, und ohne Gründe für diese Behandlung angeben zu können, mit offenbarem Nachtheile ganz an der Erzeugung verhinderte,— bezeugen in der That, daß 41. Hahx 0 , 0 W A IA. A 269 man mehr den zeitigen, baaren, dem Geldsystem der Zeit gemäßen, als den auch für die Zukunft berechne— neten wahren Vortheil, zum Augenmerke nahm. Das Acker⸗-Aussaugungs⸗Geschäfte, wobei oft der fruchtbar⸗ ste Boden vielleicht abnehmen mußte, oder nur durch die gemäßigte Temperatur und ansehnliche Menge sei— ner von der Natur ihm ertheilten Dammerde und an— dere Nebenhülfsmittel sich noch bisher erhalten hatte, wurde oft nur desto eifriger betrieben, jemehr man den wahren Gesichtspunkt dabei aus den Augen verlor. Nach diesen Grundsätzen war es gewissermaaßen Vor⸗ satz geworden, und der Ackerwirth hütete sich sorgfältig, seinem Boden viel Gährung erregende Kraft sonderlich zu lassen. Dieses geschah nur dann nicht, wenn der dadurch eintretende Nachtheil entweder durch die innere Güte des Bodens selbst, oder in einzelnen Fällen bei der auf einigen Getreidefeldern eingeführten Kultur be— sonderer Pflanzen, wie z. B. bei Kraut, Gemuse, Flachs- und Erbsenbau, immer in etwas vermindert worden war. Diese Behauptung scheint besonders durch die über alle Vorstellung schlechte Behändlung vieler Neuländer,(wobei man dem Grundsatze: daß ein so lange geruhtes Land nun desto länger tragen könnte, folgte, und woher dasselbe auch so oft hinter einander, so lange nur der Acker irgend Getreidesaaten tragen wollte, damit besäet wurde,) bewiesen werden zu können. Da man nun die Verschlimmerung der Ländereien, wozu sreilich äußere bestimmende Verhältnisse ebenfalls viel beitrugen, mit eben dem Eifer, womit die Verbesse— rung der Felder hätte bewerkstelligt werden sollen, nur sunu betrieb: so darf man sich über die meist so übel ausge— bauhn fallenen Erfolge, zumal bei Neuländern, wozu die bis⸗ 1. Du herige Bearbeitungstheorie und Mangel an Tempera⸗ acthaz turkenntniß so mänche nähere Veranlassung gab, auch durc keineswegs wundern. enge sei ö und aqp H. 183. ö ö 2 hatt, Es ist wahr, der Zweck der Reinigung der Aecker en, nan den vom schädlichen Unkraute machte diese Behandlung bei—4 vala niedriger Ackertemperatur, so wie auch oft im guten 0 n Do Lande, nöthig; und dieser wurde auch durch die ange⸗. cgfilth nommene Ackerkultur meist erreicht. Die Vortheile&.ν dalch der Bearbeitung sind in dieser Rücksicht keineswegs zu enn der verkennen. Allein nur zu oft war auch die Bear⸗ imar beitung, weil man sie aus andern Gründen für nöthig ö 11 len bi hielt, im entgegen gesetzten Falle bei geringerm Lande, + be und bei entweder durch verhältnißmäßige zu hohe oder müse, zu niedrige Ackertemperatur sich auszeichnenden Boden⸗ udett arten, bald durch fehlerhafte Behandlung überhaupt, durc bald durch Vernachlässigung der Gahrungsmittel, jenen dile Vortheilen, welche die Natur so freigebig darbot, und en die man nur benutzen durfte, völlig entgegen. In die⸗ Iumt, sem Falle suchte man lieber den Acker planmäßig un⸗ * tauglich zu machen und auszumergeln, als ihn der Na⸗ doll tur gemäß zu behandeln, und zu seiner so sehr benö⸗ D thigten Gährung erregenden Kraft(wodurch man bei h der etwa nöthigen Temperaturmäßigung auch zur Er⸗ haltung der fehlenden Dammerde beigetragen hätte) wie⸗ sse der zu verhelfen. Und beinahe nie wagte man es, von n dem allgemeinen Vorurtheile, daß eine Kultur, die bei 270 gutem Boden ein an sich gutes Verhältniß und mehr Gährung erregende Kraft zum Behufe der erhaltenen Ackerfruchtbarkeit hervorbringe, deßhalb auch bei gerin; gern Böden anwendbar seyn müsse, abzuweichen: unge— achtet die Resultate hierin ganz verschieden ausfielen, und auch nicht so vortheilhaft ausfallen konnten. §. 184. Alle, dieser vermeintlich richtigen Ackerbautheorie ge— mäß mit dem viel versprechenden Titel eines Ackersystems ausgeschmückten, erfundenen bekannten Vorschläge von Tulls Drillwirthschaft und Ackerordnung an bis zu dem neuerlich erschienenen Arndtisch-Riemischen Ackersysteme, laufen darauf hinaus, die wahre Ansicht zu verstellen, und die der bisherigen Bearbeitungstheorie gemäß üb⸗ liche falsche Meinung zu bekräftigen;(d. h. eine Bäcke⸗ rey ohne Gahrungsmittel oder doch ohne Rücksicht, ob und wo diese anwendbar seyn können oder nicht, empfeh⸗ len zu wollen). Sie verdanken meistentheils alle dem be— sonders reichen Boden, dem Marschlande, oder sonst mit tiefer Dammerde versehenen Acker, oder vielleicht an— dern Umständen ihr Daseyn. Diese sogenannten Acker— systeme waren daher einzeln und jedes einzeln für sich in dem Falle und unter denselben Umständen entstanden, welche zur Befestigung des großen Ansehens des Sy— stems der Bearbeitung selbst so viel beigetragen hatten. Das Mittel, wodurch die Gährung in dem Acker nicht ————————. erzeugt. i bloß in Ausübung und Thätigkeit ge⸗ setzt wird, wurde, selbst der Erfahrung entgegen als die ie einzige Ursache! der dadurch bloß mittelbar erhalte· nd maht Halteng li gerip nungz ufelen, . orie ge dshstens Hlage ver i5 zuden rshsime, erstele maß il⸗ Backe⸗ l, ob upfeh⸗ em be⸗ nstmit cht an⸗ Acker schi undet, à85 halll. ch tge⸗ ate⸗ — 27¹ nen Wirkung angesehen. Mit eben so gutem und glei⸗ chem Rechte konnte man der Gährung erregenden Kraft ebenfalls allein, und vielleicht mit noch mehrerer Wahrscheinlichkeit den dadurch erhaltenen Vortheil zuschreiben, indem die dem Acker wieder ertheil— te Gährungsfähigkeit und Gährung erregende Kraft doch unmittelbar die erste Veranlassung zur Erreichung desselben gewesen war. Jedoch man glaubte richtiger beobachtet zu haben, wenn man bei zunehmendem Ver⸗; luste der Gährungsfähigkeit im Acker, wo alsdann kein scheinbarer Nutzen von der Bearbeitung erhalten werden konnte, und der Widerspruch mit obiger fortgesetzten Behauptung endlich klarer hätte werden sollen, indem die gehofften Vortheile alsdann gar nicht mehr in Erfüllung gehen,— wenn man, sage ich, statt eine beendigte Gäh⸗ rung anzunehmen, behauptete, daß die Erde alt, müde sey, und nun der Ruhe bedürfe. Diese ganz unrichtige Vor⸗ stellung hat nachmals hier öfter ausgeholfen; und in zweifelhaften Fällen bediente man sich ihrer zur Entschul⸗ digung der begangenen Fehler immer mehr: wozu der dem Dünger beigelegte, zu sehr vergrößerte Werth, um die Begriffe noch mehr zu verwirren, reichlich beitrug. Die einzigen, bisher mehr Bestätigung erhaltenen prak⸗ tischen Ackersysteme, wobei noch immer, so gut es sich nur thun ließ, die bisherige Bearbeitungstheorie und Düngerlehre beibehalten wurde,(ungeachtet der Wi⸗ derspruch hier nicht immer ganz unbemerkt blieb) hat⸗ ten indessen offenbare Fortschritte gethan, und man fand(“ immer mehr, daß bei dem Ackerbaue mit dem Prakti⸗ +. ir ui 4 4 4 0 X— 0 schen weiter, als mit vermeintlich theoretisch richtigen& — 6 V. 9 0 79 +. + + I. 4 ö 4. I+ν 2 272 Vorschriften, zu kommen sey. Die Koppelwirthschast, so wie die bereits gedachten Engländischen und Nieder— ländischen Bewirthschaftungsarten, wurden stets prak⸗ tisch vollkommner: unter denen sich als vorzüglich merk— würdig die auszeichneten, welche wie die Englisch⸗Nord— folker⸗Kultur, und nicht wie die Bearbeitungstheorie Tund obige sogenannte Ackersysteme nur in gutem Lan— de, sondern offenbar in geringerm schlechterem Erdbo— den(besonders durch die ausgezeichnet richtige, der ge— wöhnlichen Arbeitstheorie widersprechende Ausübung in dem Falle der Temperaturmäßigung befindlich) Platz ge— nommen hatten. Zwar hat Reichart in seinem Land- und Gartenschatze auch bei uns eine, nach richtigen Grund— sätzen entworfene Feldkultur vorgeschlagen; allein ihre Ausübung und Befolgung scheint nie statt gefunden, oder Beispiele zur Nacheiferung veranlaßt zu haben. Es ist in der That zu bedauern, daß der Einfluß jener verbesserten Kulturumänderungen auf die theoretisch— richtigern Bestimmungen bei dem Ackerbaue noch gar keine Wirkung gezeigt hat. Was übrigens die soge— nannten theoretischen Ackersysteme anbetrifft; so hat die Erfahrung überhaupt nur zu sehr ihre Anwendbarkeit zweifelhaft gemacht: ihre Erscheinung war daher, so viele Theilnehmer sie auch der bisherigen Theorie noch gefunden hatten, von sehr kurzer Dauer. Nur die Systeme selbst haben ihres ehemaligen großen Ansehens wegen einen großen Ruf erhalten, weswegen sie uns al⸗ lein auch vielleicht noch jetzt bekannt geblieben sind. Der Erfolg ͤhnlich neuer Systems⸗Erfindungen wird und muß aber nothwendig mit jenen einerley Schicksal haben, 273 IVEHTEAse. 210 wenn diese—1— künftig mit der Natur ri.nni s nuf der ausgedacht werden/ zugleich aber auch dabei auf ihngs, die ae und ihre richtige Anwendung 1 H. als 1150 Rücksicht genommen 225—5 Der so gewöhn⸗ nirn liche Fehler, der Bearbeitung das allein zu zuschreiben, ‚ ö was offenbar von der vermehrten Gährung erregenden ten dn Kraft abhängt, müßte dabei ganz vermieden, und nur Eobs, die vereinte Vermehrung, sowohl die der zunehmenden I. Gährungsfähigkeit, als auch die der auf diesem Grunde Sübungin gemehrten Bearbeitung, würde, so wie die genaue Tem— Wohg peratur-Kenntniß, allein zum Ziele der Bemühung den— huded kender Oekonomen aufgestellt bleiben müssen. N Grund⸗ Hlein ihe§. 185.—0 4— Pit.. geunde, Besonders haben diese hier angerühmten Vorthei— Hhaben. le auch durch das Tiespflügen erhalten werden sollen;. aner welches bey der bisher üblichen Kulturmethode, bey dem etisch⸗ Düngermangel und einer Temperatur, wie sie den gewöhn— H gar lich guten Getreidefeldern eigen zu seyn pflegt, nie oder ie soge⸗ nur selten anzurathen ist. Zumal bei geringer Damm⸗ hatde erde würden die noch übrig gebliebenen Grastheile, so obatkel wie die überhaupt so sparsamen Düngtheile, alsdann Her/ si mit der unter der Dammerde liegenden untragbaren so— Ho genannten todten Erde zu sehr gemischt; die Wirkung lur die der Gährung aber, wenn sie nicht der Dammerde al⸗ Usthat lein, sondern auch noch einer beträchtlichen Menge tod— Il ter Erde ohne Nutzen gleichfalls mitgetheilt würde, si⸗ De cherlich nicht gestärkt, sondern vielmehr offenbar dadurch oud geschwächt werden. aben, S X—.——*. x +.— 52 7J 2 CN — 274 §. 186. Ein anderer Fall ist jedoch der, wo die richtige Düngeränwendung, und dadurch auch die Erzeugung des Graswuchses,(wie z. B. beim Gemüse⸗„ Möhren⸗ und Rübenbaue in einigen Fällen) geschiehet; und nicht die Verminderung der auflösbaren Grastheile und Schwä— chung der Gährungsfähigkeit durch fortgesetzte Getreide— Erzeugung der Zweck dabei ist. In diesem Falle ist auch selbst die Natur zur Erhaltung der Ackerfruchtbar— keit behülflich, und kann bei einer durchaus verbesser⸗ ten Kultur nach Umständen sehr wohl tiefer, auch oft sogar einiger todter Boden herauf gepflüget werden. Eben so findet dieses Tiefpflügen überall Statt, wenn unterhalb der Dammerde als Unterlage befindlicher Kalk, Kreide, Mergel oder Sänd anzutreffen, und den— selben nach den hierinn§. 99— 101 in Rücksicht auf die Temperatur ertheilten Regeln heraufzubringen für nütz— lich geachtet werden könnte. §. 187. Dem Bauer braucht man indessen, versichert uns Gugenmus in seinen ökonomischen Schriften, über tief oder flach Pflügen keine bestimmte Regeln zu ertheilen. Er weiß diese bei seinem Boden aus der Erfahrung stets besser, als seine Vorschrift anzugeben. Daß die unter der Dammerde liegende sogenannte todte Erde (wenn eine von den oben gedachten Ausnahmen nicht et— wa eintritt,) nicht die brauchbarste ist, ist hinlänglich bekannt, weßhalb er sich auch unbelehrt seinen Pflug tiefer, als das baubare Erdreich geht, zu treiben sehr ——8—— 27³ hüten würde. Da man der Luft und Sonne bisher —3— mehr unmittelbare Wirkung auf dmn den Boden selbst zu⸗ Rn geschrieben, so glaubte man bisher, daß das Tief spflügen ühd zur Fruchtbarkeit beförderlicher sey, als es in der That e seyn kann. Dieses Urtheil würde aber durch die Be⸗ HOnd hauptung, daß E Boden allein durch den Gras— 4— wuchs und das Bestreben der Natur, der oben herauf⸗ Di gebrachten unfruchtbaren Erdlage die Gährungsfähig⸗ fuhti keit ebenfalls zu verschaffen, allein verbessert werden Vabesee⸗ könne, so lange dieß aber nicht geschehen, und dem a Acker die Gelegenheit dazu nicht verstattet werde, un⸗ t vader fruchtbar bleiben müsse, schon sehr umgeändert werden. il, wun Um so weniger wird das Tiefpflügen bei ohnehin schon Fudlche hoher Temperatur, wo diese dadurch alsdann noch mehr Aundde. erhöht, und zugleich die Neigung zum Graswuchse da— stauf de bei vermindert würde, Statt haben können. ir Hs⸗ 8 Die bisher irrigen Ideen, nach welchen, ohne auf die W. E+ Gährungsfähigkeit zu merken„die Bearbeitung alsHaupt⸗ G4½* 4 hett uns gegenstand angesehen blieb, so wie die durch die dem rich⸗ 0 ber tif tigen Begriffe nach ganz unpassende Benennung in dem +. 744*— 4. be, Arhella. Kunstausdrucke Ruhe veranlaßten unrichtigen Vorstel⸗„. 4 dsthuug lungen könnten indessen wohl leicht zu jenem Irrthum Da di die Veranlassung geben. Gestützt auf diese vermeint— Ed lich richtigen Begriffe, glaubten mehr theoretische als ahh wirklich praktische Landwirthe, der Erfahrung vielleicht saglih zum Trotze, dennoch durch tiefes“ Oflügen durchaus sich Pfug helfen und rathen zu können. Dieser Glaube erhält sehr dadurch einige Wahrscheinlichkeit, indem Beispiele in S 2 276 sehr gutem Lande bei tiefer Dammerde und trefflicher Kultur, den Weg hier wirklich geebnet zu haben ge— schienen hatten; ungeachtet das Lokale in dem gegen— wärtigen Falle ganz veränderte Data darbot. Was nun insbesondere den unrichtigen Ausdruck Ruhe an— betrifft, so werden theils die bereits§. 4. und 7. gege— benen Erläuterungen zur nöthigen Beurtheilung schon hinreichend seyn, theils läßt sich auch diese Erscheinung nach§. 6%. folgendergestalt schon hinlänglich erklären. Schon damals wurde erinnert, daß eine gute genugsam hohe Ackertemperatur die Wirkung von der Erzeugung des Graswuchses so sehr zu verstecken wisse, indem das in der armseligsten Braache geständene, oft kaum be— merkbare Gras, um die Gährung zu wiederholen, stets hinreichend sey: dahingegen in dem entgegengesetzten Falle und bei zu niedriger Ackertemperatur hinwiederum selbst der häufigste Graswuchs von wenig erheblichem Nutzen, ja oft sogar schädlich zu seyn schien. Da man nun jene beyden einander widersprechenden Erscheinun— gen und die nähern Umstände davon, aus Mangel ei— ner richtigen Ackerbautheorie, auf keine Weise sich zu erklären vermochte: so scheint der erste, als der dem Augenscheine nach, wie nicht zu leugnen ist, immer nützlicher beobachtete Fall, nehmlich der, wo die Wir⸗ kung des Graswuchses nie recht sichtbar wurde, ein Ue— bergewicht durch stillschweigende Uebereinkunft beider Theile, sowohl des Theils, welcher keine sichtbare Wir— kung von der Erzeugung des Graswuchses empfunden, als auch des Theils, welcher diesen Graswuchs selbst schädlich gefunden hätte, erhalten zu haben. Ueberlegt ‚eh A 277 man diese Umstände genau, so wird man gewiß sinden, daß die so allgemeine Annahme des von allen Seiten wenigstens scheinbar richtig adoptirten Wortes Ruhe, M„ 4 immer einen hohen Grad von n ü— Augenscheine nach erhalten hatte. Der Begriff, r H der Bauer dem Worte Ruhe, wenn er darunter die —0 Gährung erregende Kraft versteht, unterlegt, ist daher m allerdings richtig: obgleich dieser Ausdruck, selbst bei Valln mehrerer Temperaturkenntniß, übel gewählt erscheint; auch so manchen Mißdeutungen ausgesetzt gewesen ist, Einn und nur zu übeln Auslegungen und falsch verständenen Indem dos Vorstellungen Anlaß gegeben hat. Daher muß auch das Unschickliche und Inconsequente in dieser Benennung, bei den bisher erläͤuterten Begriffen einer verbesserten Ackerbautheorie sogleich in die Augen F M. Taum be⸗ N, ngeseten MDeRM— Wn fallen. Wenn man also noch jetzt die Behauptung serner ehlscen 9——— Hꝗ GKi r . unterstützen wollte, daß der Acker, welcher E* 40 vollem Sinne des Worts ruhe, oder mit andern Worten, 116 nichts träge; so würde dieß einen offenbaren Wider⸗ 415 spruch mit den Wirkungen der Natur enthalten, welche shn bei richtiger Behandlung nie müßig zu seyn braucht, 534 und keiner Ruhe bedarf; nur freilich aber auch sich nicht 5 gern geradezu entgegenarbeiten läßt. Schon durch— ‚tas Augenschein lassen sich diese etwa dagegen gemachte Ein⸗ „ls würfe widerlegen; die richtige Ackerbautheorie aber be⸗ ͤf 0 stärkt uns in der hierin gefaßten Vermuthung. MO⸗ ud, Jedoch noch absurder würde auf alle Fälle der von sbt dem Gras tragenden, oder vermeintlich nichts tragenden ulzt Acker auf den todten Boden(der freilich nie tragbar ge⸗ 278 wesen, vielmehr in der That unfruchtbar ist) abstrahirte Schluß ausfallen. Bloß der falsche bisherige Ausdruck Ruhe, welcher zwar dem todten Boden in aller Ab— sicht, nicht aber dem tragbaren und der Dammerde, während der Zeit des Graswuchses zukommt, konnte zu einem so argen Fehlschlusse, daß den untern todten Boden heraufzubringen nöthig sey, weil dieser wegen genossener Ruhe nur desto fruchtbarer seyn müsse, verlei⸗ ten. Es ist diese irrige Vorstellung eine offenbare Mißdeu⸗ tung des Wortes Ruhe, welches durch die Unbestimmt—⸗ heit des demselben unterliegenden Begriffs schwan— kend, zweifelhaft wurde, und zuletzt zu Mißdeutungen führte, und dadurch so manchen, nach den zeitherigen Grundsätzen philosophirenden, bloß theoretisch⸗ökono— misch spekulativen Kopf zu nachtheiligen Maaßregeln verleitete. §. 189. 10 7* R 5— 2* V. Die Erfahrung hat die Richtigkeit und Wahrheit je⸗ 2 ner nun in ihrem wahren Lichte dargestellten Behauptun⸗ gen in Rücksicht des bei der gewöhnlichen Feldkultur auf je— nen Grund sich erlaubten Tiefoflügens auf mannichfache Weise schon bestätigt. Sogar daß man einen schon jetzt üblichen technischen Ausdruck dafür hat. Diesem gemäß behauptet alsdann der Landwirth, welcher sich durch Tief⸗ pflügen zwar helsen wollte, aber die nachtheiligen Folgen davon hinterdrein erfuhr, sein Boden sey verackert. Daraus kaun man sich die Lehre nehmen, daß man da, wo man bei dem Tiefpflügen bloß jene beiden durchaus irrigen Zwecke, die falschen Ideen der bisherigen Be— nmerde, ‚ konnte N kodten er wegen „ vrlei Mibdeu⸗ Hesümgt. schwan deutungen eitherigen H⸗ökogd Rußrcgen theitjes Nuptun- Arauffe⸗ nichfache hen stht mgmiß uch Tiß Re rokttt. nan da, Iaus en Be ö durchaus fehlerhaften Kultur, hohen Temperatur und fast 279 arbeitungstheorie und die damit verknüpfte unrichtige Vorstellung, dem Acker die fehlende Ruhe durch den Umtausch des herauf gebrachten untragbaren Bodens mit der obern tragbaren Dammerde oder Wurzelerde zu verschaffen, zum Gegenstande habe, nicht rich⸗ tig und mit der Natur übereinstimmend zu Werk gehe; daher auch billig seine Erwartungen getaäuscht finden müsse. Es ist dieses Tiefackern nur bei verhältnißmäßig tiefer Dammerde, wo die Kultur besonders richtig auf die Erzeugung des Graswuchses abgemessen, die Gäh— rung erregende Kraft fortdauernd vermehrt, und, durch richtige Düngeranwendung gestärkt, selbst der Damm⸗ erde vortheilhaft wird, zu empfehlen. Rur der Gras⸗ wuchs und seine Dammerde können das Verfahren mit Rücksicht auf die Temperatur hierin näher bestimmen. Es ist nichts gewisser und natürlicher, als daß bei beson⸗ ders gutem Boden oder einer Art Marschlandes, wo, ungeachtet seiner zum Ackerbau schicklichen Temperatur, dennoch während der Braachzeit settes Gras häufig und in Menge wächst, oder wo bei einer durchaus vortreff— lichen Kultur, die Gährungsfahigkeit und Gährung selbst in der That groß zu nennen ist, ungleich tiefer und wegen Vertreibung des Unkrautes öfter gepflügt werden müsse, als vielleicht im Sandlande, we lches bei seiner für nichts zu rechnenden Dammerde, nur den geringern Grasarten ein höchst mäßiges s Wachsthum verstattet. So sehr dort tiese, öftere Bearbeitung, auch wohl Rei— Vendesen lung und Drillwirchschaft anzurathen seyn wür⸗ de, eben so sehr würden diese hier der Natur der Sache —— 280 gemäß widerrathen werden müssen. Allerdings würde man daher unweise handeln, wenn man hierinn ver— schiedenen Böden einerlei Regeln anpassen wollte. Die zweckmäßige Kultur kann und wird zwar den einen wie den andern vom Unkraute zu reinigen suchen, indessen wird diese Unternehmung bei hoher Temperatur und ge— ringern Erdarten auch sicher leichter bewerkstelligt wer— den können. Bei Aeckern von niedriger Temperatur aber ist, wenn die Dammerde wirklich so tief gefun— den wird, schon um der nöthigen Gährungsthätigkeit willen, vielleicht das öftere und tiefe Ackern nothwendig. Bei Sandäckern insbesondere würde bei der ge— wöhnlichen Ackerbaumethode, wie schon bemerkt ist, durch dasloftmalige und tiefe Ackern bei hoher Tempe— ratur, und damit in keinem Verhältniß stehendem Gras— wuchse, eine offenbar schädliche, zur Vermehrung des Uebels beitragende Wirkung hervorgehen. Da es in— dessen auch Sandäcker von mehr gemäßigter Tempera— tur und genugsamer Dammerde giebt; so würde in die⸗ sem Falle der nach 9. 186 heraufgebrachte, vormals als Unterlage dienende Sand, da er alsdann die Stelle des künstlichen Düngers verträte, wieder nützlicher seyn. §. 190. Daß das Rigolen, welches bei Gärten und zur Verbesserung der Wiesen oft so großen Nutzen stiftet, bei der gewöhnlichen Feldkultur und Getreideanbaue, keine Widerlegung obiger Behauptung in Rücksicht des Tiefpflügens enthalte, folgt schon aus der d. 129 gege⸗ H9swürd, inn vll lte. Dis inen wi indesen und ge⸗ ligtwa wperatur 2 gefun⸗ Hitigket hoandiz der ge Herkt is Lempe⸗ as. 10 öes 6 in⸗ ppera⸗ in die⸗ Halsals elle des schn, * ——c— 281 benen Erkläͤrung und dem Endzwecke des Rigolens selbst. Bei wirklichem Ackerlande fallen aber, bei der bis jetzt noch üblichen Kulturbehandlung, wobei es oft mehr auf die zeitige Verminderung der Gährung erre— genden Kraft, als auf wirkliche Feldverbesserung im Grunde abgesehen ist, jene Forderungen schon von selbst hinweg. Die große Gäͤhrungsfähigkeit macht hier nicht sowohl die mühsamere Bearbeitung, als der Mangel daran nöthig. Auf das rigolte Land werden besonders tiefgewur zelte Gewächse und den Graswuchs mehrende Pflänzen gebracht, wodurch der Vortheil, daß diese in der heraufgebrachten todten Erde von den geringern Grasarten nicht so leicht behindert werden, erreicht wird. Die Dammerde kann auf diese Weise und unter den dabei obwaltenden Umständen tiefer, und daher auch fruchtbarer gemacht werden, indem die Dünger⸗ anwendung und selbst die Natur, den todten Boden mit Graswuchs zu beleben, selbst behülflich ist und die gan⸗ ze Behandlung zu diesem Zweck viel beiträgt. Alle diese nothwendigen Bedingungen können bei einem Ge⸗ treidelande unter den gegenwärtigen Umständen in der Kulturbehandlung nicht erfüllt werden, da die, Gäh⸗ rung dadurch mehr vermindert als vermehrt werden würde, das Getreide überhaupt nur flach wurzelt, und wenn es auch durch den todten Boden die Dammerde erreichen sollte, wegen Mangels an auflösbaren Gras⸗ theilen, doch offenbar schlecht gedeihen würde. Die Anwendung des Rigolens bei dem Ackerbaue könnteda— her überhaupt unausführbar, von keiner bedeutenden, und, wenn man die großen unverhältnißmäßigen Ko⸗ sten dabei in Anschlag bringt, durchaus nur schädlichen Wirkung bei der Landkultur werden. Selbst wenn die Kultur in ihrer größten Kraft und mit ungewöhnlichen Mitteln ausgerüstet, und bey durchgehends erreichter Vollkommenheit, selbst einer Art gemischter Gartenbe— handlung gleich käme: so würden diese Vortheile noch im— mer nicht so groß seyn, daß sie die unverhältnißmäßigen Kosten tragen und nicht mehr Vortheile durch die ge— wöhnlichen Ackerbauwerkzeuge erhalten werden könnten. Uebrigens wird man auch hier die Erreichung wirkli— cher Zwecke, die nicht etwabloß darinn besteht, daß man die Oberfläche des guten Bodens und der Dammerde bei fehlerhafter Behandlung durch Hervorbringen des todten Bodens, besonders bei Düngermängel, auf eine un⸗ wirthschaftliche Art zu verringern suchen dürfte, vor Augen behalten müssen. Bei Ländereyen, die erst fruchtbar durch ihre verbesserte Kultur werden sollen, wo diese nicht die beste, vielmehr elend war, und wo es ͤͤberhaupt an allen die Fruchtbarkeit befördernden Eigen⸗ schaften(nur die gewöhnl iche Behandlungsweise allein ausgenommen) fehlt, würde es immer zu voreilig, ver— kehrt angefangen, und unwirthschaftlich seyn und mit un— ausbleiblichem Verluste verknüpfte Folgen nach sich zie— hen. Diese arge Verschwendung des hier ohnehin sel— tenen Düngers würde vollends das Grab der mit noch größerm Verluste an Gährungsfähigkeit endigenden, vermeintlich bezweckten Verbesserung werden. ö Die Sorge für eine zweckmäßigere, dem Boden besser anpassende Kultur, wodurch zuletzt die Dünger⸗ * AA.— +* ⁰⁴. AH 2. 4*. I 7 41. — ‚ ů — D. 283 9 06 aun sammlung eben so aus dmuich werden muß und zunimmt, Hulhn wird stets 1 erste Maßregel bleiben. ö Bevor diese mechn nicht in Ee gegangen, bleibt 60 überhaupt Me⸗ Winh gel, alles Tiefpflügen bei macen Aeckern, sobald keine Wüih von obigen Ausnahmen Statt findet, zuerst zu unter⸗ 11. lassen. mäßigen die 9e.§. 191. Linmen Die übrigen vergeblichen Beweise(s.. 22— 27.) a wirkl⸗ welche zu Gunsten des bisherigen Systems der Bearbei⸗ daßman tung und daher auch unbedingt für das Tiespflügen und merde bei anderes mehr Kostenaufwand verursachendes als Nutzen Vtchten einbringendes Verfahren, z. B. mit der Empfehlung elne ul⸗ des Spatens statt des Pfluges u. s. w., etwa angeführt , ver werden dürften, kommen mit einander gewöhnlich darin % Ul überein: daß sie Vortheile, welche doch ursprünglich von sllen dem Graswuchse die durch diesen wieder erhaltenen Gäh⸗ 99 5 rungsfäͤhigkeit und von der durch die besondre Kultur Eige. bestimmten Gährung erregenden Kraft herrůͤhren, der In bisherigen Theorie gemäß der B earbeitung nur 9 Wl. allein zueignenz ungeachtet die Bearbeitung nur mit⸗ müh telbar durch jene ihre Wirkung zu äußern, im Stande schsr ist. 4 Ihre Widerlegung möchte daher auch auf keine husth Weise sehr erschwert werden können; so stark auch die bisher gehegten Vorurtheile und theoretisch unrichtigen 90 Meinungen die Fürsprache und Vertheidigung zu übernehmen versuchen dürften. Die dagegen vorzubrin⸗ genden Einwürfe könnten, als Erfahrungsbeweise dage⸗ Fden gen aufgestellt, doch nur immer solche seyn, denen zum liger⸗ Theil schon deßhalb das Wesen ihrer Vollgültigkeit ab⸗ — 4 Gagede- 284 geht: indem Getreide, und viele Graswuchs erzeugende, auflösbare Grastheile zu ihrer Nahrung bedürfende und diese wieder neuerdings durch sich selbst vermehrende, die Gährungsfähigkeit aber vermindernde, bald wieder be— lebende Saaten und Pflanzen bei jenen Versuchen und Erweisen meist ohne alle Rücksicht unter einander ge— worfen, und, ohne auf die auffallenden Verschiedenhei— ten nach der jedesmal erfolgenden Temperatur-Bestim— mung, Folge und Abwechselung der Früchte, und ihre zeitherige Kultur zu merken, doch als unumstößlich geltende Thatsachen und Erfahrungsbeweise für die Bearbeitungtheorie aufgestellt zu werden pflegten: wo— für man sie jedoch mit Grunde in der That keineswegs ausgeben konnte. Ich erkenne übrigens den großen Nutzen der Bear⸗ beitung und will ihr auch, wenn die Voraussetzungen dazu anders richtig sind, ihren Werth keineswegs „ +„Absprechen; nur hoffe ich, daß man mich nicht alsch verstehen wird. Das Meiste, was ich gegen die + u. Bearbeitung anführte, ist bloß gegen das bisherige +(„ System; wo man ohne Auswahl, Ueberlegung, Lo⸗ GScal- und Sachkenntniß, und ohne gehörige, dem Acker bei⸗ 111 gebrachte Gährungsfähigkeit bloß nach eingebildet theo⸗ + 9.— 2——4 retisch richtigen Begriffen zu Werke gieng, gerichtet ge— „wesen. Dadurch wurde nicht allein viel kostbare Kraft oft 20 4„vergeblich verschwendet, sondern auch zugleich die große 5. Kultur in einem oft nachtheiligen Lichte vorgestellt, dage— gen die kleinliche, Verfahrungsart oft ohne erheblichere Ursachen, als die, welche die gewöhnliche Bearbeitungs— theorie irrig lieferte, bafür angeben zu können, erhoben, 285 Ruge, und überhaupt dem weitern Fortschreiten und der Auf⸗ birsrh klärung bei dem Ackerbaue geschadet. Dabei blieb es chrerd, unmöglich, den Grund oder Ungrund der mit der iderber Bearbeitung im Verhältniß stehenden, so großen, ver⸗ hen und sprochenen Vortheile im Voraus nach Grundsätzen zu Ider g⸗ bestimmen. Auch in der Anwendung konnte die Bear⸗ edenhe⸗ beitunng nie nach vernünftigen Regeln einer guten und Bestim. weisen Oekonomie abgemessen, oder überhaupt darnach und ihre in Ansehung der theoretischen Bestimmung verfahren 2— Rsöflich werden. Ueberhaupt war der schädliche Einfluß, wel— 90 für de cher für das bürgerliche und gemeine Leben daraus her— 0 I. ö F n: po⸗ floß, mannigfaltig. 0— Resegs Es ist in der That höchst sonderbar, daß man das Ne seuu* ö Gährungsmittel so wenig geachtet, und ob man sich LVVEe Blul⸗ gleich dessen von jeher bedient hat, statt dessen Werth uugen kennen und seine Wirkungen verstärken zu lernen, diese, der Natur entgegen, um die Bearbeitung desto mehr nicht zu erheben, und bloß, wie es scheint, des angenommenen ndie Systems wegen, sogar hat verleugnen wollen. Nicht Heihe deßhalb allein, weil der Acker Eters bearbeitet und auf⸗ 7*¹ Ise 95 gelockert wird, zieht der Engländer nach Kraut, Tur—, 000906 nips, Bohnen u. s. w. im folgenden Jahre die reichstr he⸗ Weitzen- und Gersten-Aerndte; sondern Md—8 92 0 10 weil die Bach hewen Gewächsen schon vorher ansehnliche 2 6. 7— Ref Gedrungsseigker und nun neuerdings vermehrte“ 4——2 1 Gährung erregenden Kraft, vermittelst des nach der—.70 ů 5 Bearbeitung erhöheten Nutzens durch jene Pflanzen zu.—ä„ Le Ox 4 erst so wieder möglich gemacht und veränlaßt worden 2 sehe nni mirr— 8 war. Das Reinhalten des Bodens vom Unkraute, hat und befördert gleiche Zwecke, ist daher auch immer nütz⸗ eh, n. +0 1.— 5„....(OE V ——.—— SII‚II—.— p‚/=...FF——— 9 4 garre 286 lich; aber so wie das fruchtbarste Land durch fortgesetzten Getreidebau verunkrautet und erschöpft sich befindet, eben so wird es, wie jedes andre, nicht sowohl durch öfteres Pflügen als vielmehr durch den Graswuchs, dessen Gäh⸗ rung erregende Kraft und durch die dann erst vorzüglich nutzbare Bearbeitung auf das Neue trägbar gemächt und benutzt. Der Gedanke, daß die bisher so allgemein fehler— hafte Bearbeitungs-Theorie bis jetzt nicht berichtigt, sogar in ihrem beständigen Werth erhalten worden ist, und, zu großem sich weit verbreitetem Nachtheil des Land— baues, sogar zur Stütze desselben empor gehoben worden ist, muß uns mit Verwunderung erfüllen. Die dann so oft unnöthig, verkehrt und am unrechten Orte ange— wandte häufige Bearbeitung, der bedeutende Fehler, wel⸗ cher in dem Mängel an Temperaturkenntniß liegt; und der Umstand daß die bisherige Theorie auf die Grundsätze der Temperaturmäßigung ganz unanwendbar blieb, und daher zu verkehrten und nachtheiligen Maßregeln hierin führte; daß man ferner von den Vortheilen des Graswuch— ses, von der Gährung und ihrer Anwendung so wenig un— terrichtet war, und daher zu beständigen Inkonsequen— zen sich verleiten ließ; alle diese Ackerbau-Erscheinun— gen scheinen sichere Beweise aufstellen zu können, wie nöthig die berichtigte Ackerbau-Theorie unserm so oft mit salschen Aufklärungen prangendem Zeitalter seyn muß. Die dadurch möglich zu behebende Unsicherheit und Ungewißheit in den ersten Grundsätzen der theore— tischen Ackerbaukunde sollte uns allerdings zu der Hoff⸗ nung berechtigen, daß die Dunkelheit der Nacht, die Higeseht det, ebe Hösterg senHäh rziglich Lemacht in fiher erichtig, orden ist ddeszand N perden ie dumn lte anhe: r, wal 9; und ndüße „ und hierin Vwuch⸗ enigm⸗ sseguen⸗ Henun⸗ n, wie so ost Her syn hsit theode⸗ hof⸗ , die 287 über dem Ackerbau bisher geschwebt, dem Lichtstrahle der wahren Aufklärung weichen werde. c. Von den bei dem Ackerbau und zur Be⸗ nutzung des erzeugten Graswuch ses an—⸗ wendbaren Mitteln insbesondere. J. 192. Aus dem bisher Vorgetragenen wird man leicht ur⸗ theilen können, daß, sobald von Bearbeitung und Gäh⸗ rung die Rede ist, nur die Graswuchs⸗Erzeugung oder nur ein solcher Boden, welcher wirklich einige Damm— erde besitzt, dabei gedacht werden kann. Bei einem ganz dürren, unfruchtbaren Boden oder Sandlande ohne Dammerde, fällt nehmlich die nutzbare Anwen⸗ dung zu einem mit Ersatz der Kulturkosten und sogar mit Vortheil verbundenen Acker-und Getreideanbau von selbst hinweg: dasselbe wird auch bei allen todten Erdarten, denen die durch Vorsorge der mütterlichen Natur ihrer Temperatur⸗Bestimmung gemäß erhaltene Dammerde, durch Zufall geraubt wurde, vorauszusetzen seyn. Bei diesen beiden Arten von Boden wird die zweckmäßige Behandlung vorher auf das, was§9. 123— 136 von den Mitteln zur Graswuchserzeugung besonders ange— führt ist, Rücksicht zu nehmen haben. Diese Vorbe⸗ reitung wird, in Voraussetzung der dazu hinreichenden Kulturkräfte, und in steter Hinsicht auf die Ackertem⸗ peratur und darnach eingerichteten Behandlung in Aus⸗ übung gebracht, gewiß hier nützlich seyn. Unter den Mitteln, welche die Natur bald mehr, bald weniger oder gar nicht, so wie es die jedesmalige Temperaturbeschaffenheit vorgeschrieben hat, selbst an— wendet, ist dieß Bestreben der Graswuchserzeugung, aus dem richtigen Gesichtspunkte betrachtet, ihre erste und zur Grundlage alles Uebrigen dienende vornehm— ste Verrichtung. Diese Naturzwecke hat der Ackerwirth theils sorgfältig zu beobachten, theils zu befördern oder ihrer ursprüͤnglichen Einrichtung gemäß zu leiten. Sollte dieser Graswuchs bei niedriger Ackertemperatur, als Ausnahme von der Regel, eben so schädlich als bei hoher Temperatur nützlich zu werden suchen: so ist alle Aufmerksamkeit und zwar nicht sowohl auf die Erzeu— gung selbst, doch aber auf den wirklich durch den Gras⸗ wuchs zu erhaltenden Mutzen zu verwenden. Auf diese Grundsätze wird sich das bei dem Ackerbaue so anwend— bare Naturhülfsmittel der durch die Kultur bestimm— ten weisen Vermehrung der Gährung erregenden Kraft, des dadurch bezweckten Erfolgs von der Bearbeitung, Gährungerregung und der dann wiederunterhaltenen, fortgesetzten oder ansehnlich verstärkten Gährungsthätig⸗ keit selbst gründen. Unter den zur Benutzung des erzeug⸗ ten Graswuchses für den Ackerbau anwendbaren Hülfs⸗ mitteln insbesondere führe ich noch ausdrücklich an: 1) Die Ackerbearbeitung, 2) das bei Urbarmachungen nöthige Verfahren. 3) Die besondere Rücksicht auf die nöthige Erhö— hung oder Mäßigung der Temperatur; 3) Das Verfahren zur Vorbereitung für die nach⸗ folgende Saat. malige bst an gung, erste nehm⸗ rwirth ördern leiten. eratur, als bei ist ale Etzen⸗ Gras⸗ diese wend⸗ Imm. raft, ung, denen, haiiz⸗ rzeug⸗ Hulss⸗ 2899 3) Und insbesondre die Mittel, die veranlaßte Gäh⸗ rungsfähigkeit auch in Thätigkeit zu setzen. 6) Die Auswahl in der Saatenfolge und Frucht— wechsel, 7) das bei der Saat selbst und nachher zu beobach⸗ tende Verhalten. §. 193. ad. 1. Es ist nicht zu leugnen, daß der Nutzen von der am rechten Orte angewendeten Bearbeitung groß und jederzeit unentbehrlich wird, wo die Anwen— dung des Graswuchses, und der durch ihn wiedererhalte— nen oder verneuerten Gährungsfähigkeit gemacht, und die Gährung selbst und vorzüglich bald in Wirksamkeit gesetzt werden soll: so wie durch diese Bearbeitung, als selbst mitwirkendes Gäͤhrungsmittel, auch die Menge aufzulösende Gras⸗ und Nahrungstheile berei— tet und in der That vermehrt werden wird; voraus— gesetzt nehmlich, daß Boden, Dammerde, Gährungsfä⸗ higkeit und Kultur, unter Begünstigung der Tempera⸗ tur und des dazu beitragenden gewünschten Witterungs⸗ laufs mitwirken. Auf der unumgewandten Oberfläche des Ackers würde in unserm Klima für die Fruchtbarkeit auf alle Fälle nur wenig zu hoffen seyn. Nicht einmal bei hoher Temperatur würde die erwünschte Gährung entstehn und die Ausrottung des verhinderlichen Unkrautes eben— falls nie, am allerwenigsten aber bei niedriger 2 Tempera— tur geschehen können. Die tief liegenden Wurzeln und Wurzelfasern des Graswuchses würden, wenn sie un⸗ = 2 * 70 ——— 2 7½ 22 3 Y. + 7 7 50 +2 x= . 4— 4 —* — νππι νιπμ⁰π⁰⁰⁰ϰ⁰π . + I. I E ·. +.— 4 4 4.——.— 4 ρε— Oaee, Ox 6 .. 7„ 0—.— ‚ ö X 2 2 2* CV 75 C 47 2 ö .————'' 45 29⁰ * 7 0 umgearbeitet blieben, vor der Fäulniß länger gesichert er⸗ 5 halten werden, und daher auch nicht ihre, jemehr die Acker— die temperatur niedrig ist desto balder nothige Wirksamkeit in ö sch 4 Ansehung ihres als Gährungsmittels nöthigen Gebrauchs ö sů außern können. Ist die Bearbeitung als eine hier so 0 nothwendige Ackerverrichtung zum Vortheile der nach⸗ ö fl . ö folgenden Saat aber wirklich geschehen: so sind die der 0 + Oberfläche näher liegenden Fasern und zuletzt die stärkern 90 Wurzeln des Graswuchses auch sehr bald in Gährung 0 gebracht, welche sich dann der ganzen Dammerde nach ib der jedesmaligen Temperatur— Beschaffenheit mehr oder weniger mittheilt. Die dadurch nach der Braache bei warmer fruchtbarer Witterung sortgesetzte, durch das 0 Eintreten der Winterkälte bei der im Herbst verrichte— ve ten Saat ununterbrochene, zuletzt im Frühjähre mit tif größerer Thätigkeit wieder entstandene, vermehrte fau⸗ fil le Gährung verschafft alsdann Nahrung und gutes Ge⸗ treide⸗und Pflanzen⸗Wächsthum. §. 194. 0 Die Bearbeitung ist allgemein, entweder bei sehr ver⸗ st mehrter Gährungsfähigkeit(durch die vermittelst der 0 Kultur geschehene Vermehrung der Gährung erregenden m- Kraft), oder bei gleichfalls niedriger Ackertemperatur auch VN zur Vertreibung des Unkrautes zur Vermehrung der Gährungsthätigkeit zu empfehlen; in so fern in diesem Iche letzten Falle nur die Gährungs-Thätigkeit, so wie ein Hh dabei verhältnißmäßiger Nutzen bei der Ackerkultur, 10 wirklich dadurch hervorgebracht werden kann. 291 Hiteh Außerordentliche Fälle, wo die Bearbeitung ohne KAer⸗ diese gemachten Bedingungen wirklich etwas zu leisten keti scheint, können aber nur mehrentheils von Nebenum— auchs ständen und sonst ungewöhnlichen Veranlassungen her⸗ ier so rühren: als z. B. davon, daß die Gährung durch Zu— nac fall, besonders bei anhaltend trockner Witterung da, ie det wo kein Dammerde-Mangel sich äußerte, noch nicht ickern ganz aufgehört und verbraucht war; oder von an sich trock⸗ Hrung nem Erdreiche und Atmosphäre, wo diese Gährung ench überhaupt länger aushält; ferner von einer von andern NOHEe Umständen und Lagen herrührenden, zu dem sonst üblichen e bii Verhältnisse ganz ungewöhnlich großen, Düngermenge, 0 das(§. 92 9ꝗ) von häufigem Wiesen⸗ und Heuzuwachs, licht⸗ von Verwandlung der Atmosphäre, der sonst feuchten, in Mit eine trockne und umgekehrt der sonst trocknen in eine ful/ feuchte, wodurch eine sonst ungewöhnlich günstige Ver⸗ Ge⸗ änderung in der Temperatur veranlaßt wurde u. s. w. 7 §. 195. ad. 3. Um ein Land bei etwanigen Urbarmachun— gen in den gehörigen Stand der Tragbarkeit zu ver⸗ hever, setzen, wird die nöthige Rücksicht auf den bisherigen st de Graswuchs und vornehmlich auf die Temperatur alle— Rn mal das erste Prüfungsgeschäft des ackerbaukundigen ruh Landwirthes bleiben. Wbr Ist der Fall einer zu hohen Temperatur, und gänz⸗ m licher Mangel an Graswuchs und Dammerde da: so ein bleibt allemal die Bemerkung des 19 ꝛsten§. in seiner llur, Anwendung); und ist auch der einzig zu verfolgende Weg, auf dem man weiter vorwärts schreiten und die Acker— T 2 8—.——— w 2—— 2— V. . 10 4. V. 1 1 R — +2 1—„ 94 44 . „ 743 44 1— ö‚ 49., KK 44.H. 292 verbesserung mühsam nach den Grundsätzen der Tempe⸗ raturmäßigung zu bewirken vermögend seyn wird. Bei mehr gemäßigter und niedriger Ackertemperatur laßt sich um desto eher von dem durch die Ratur vorbereite⸗ ten Mittel Gebrauch machen, jemehr die Temperatur selbst und schon an sich dem Ackerbau günstig ist. In allen mehr kultivirten Ländern lassen sich nur diese gün⸗ stigern Umstände in der Nähe nicht so leicht antreffen; da das Schicksal der bisherigen Urbarmachungen doch immer die in der Nähe besindlichen vorzüglichern Län— dereien dem Pfluge bereits schon unterworfen und nur die geringern Lehden oder andre entfernte und fruchtbare Grundstücke übrig gelassen hat. Um Wiederholungen zu vermeiden, könnte das§. 135— 139 beigebrachte, so weit hier dieses anwendbar, nochmals in Erinnerung gebracht werden. ö §. 196. Bei zu niedriger Ackertemperatur, die oft von ein⸗ zelnen oder mehrern Feldquellen herrührt, ist die Vor⸗ bereitung zu Urbarmachungen durch Ableitung aller Nässe und Feuchtigkeit, so wie bei der Feldkultur über— all, erforderlich. Ein durchaus nasses oder torfartiges Land würde, als Wiese immer brauchbarer, wie das Ackerland in unserm Klima gut betrachtet werden müssen. Die verdeckten Wasserabzüge, welche unter der Erde zu diesem Endzwecke angelegt werden, dür⸗ fen bei Aeckern jedoch nur so tief angelegt seyn, daß der Pflug ungehindert darauf fortkommen könne, die Oberfläche der Dammerde außer aller Verbindung mit —..— IA lit! M Tmpe d. M r last Wreite. eatue J segühe keffen doch lmh⸗ nd nlz chthate en 1e„ V aung ein⸗ Vo⸗ aller ber Higes dad elden Hntr hät⸗ haß die 293 dem abgeleiteten Wasser gesetzt werde, und dieses nicht mehr einsaugen könne. Außerdem verliert alle wieder ertheilte Gährungsfähigkeit, Vermehrung der Gährung erregenden Kraft, alle Vieh⸗und künstlicher Dünger, be— sonders nach nassen und feuchten Jahrgängen bei dem Ackerbaue seine Wirksamkeit. Eben so, wie bei der Erzeugung des Graswuchses§. 125. schon die Weg— schaffung der Nässe erforderlich war; so ist diese auch hier, nur noch in einem größern Grade, nothwendig. Die dadurch bewirkte Veränderung soll sich nehmlich hier nicht allein auf die Befreiung von schädlicher Feuchtigkeit beschränken, sondern sie soll sich, wo mög⸗ lich, auch noch weiter auf die Verwandlung der feuch⸗ ten Atmosphäre in eine trockne erstrecken. Dieses wird zwar bei schlammigtem Torfboden zu bewirken beinahe oft unmöglich seyn, doch wird man dem feuch— tern, lehmartigen und thonigten Lande, so gut es geht, zu seiner Fruchtbarkeit und höhern, zu dem Getreide— bau vielleicht nicht immer schicklichen Temperatur zu verhelfen, bemüht seyn müssen. Soll Torfboden sei— ner Natur, die ihn eigentlich zu Graslande nach voll— endeter Urbarmachung bestimmte, entgegen, zum Acker⸗ baue dennoch angewendet werden: so ist nach vollende⸗ ter Austrocknung das Abplaggen, und wenn die Rasen endlich trocken und dürre genug sind, das Brennen dersel⸗ ben vorzunehmen. Die davon erhaltene Asche streut man umher; führt auch wohl noch überdies Mergel, Kalk, Kies, Sand oder Erde in genugsamer Quanti⸗ tät darauf. Das Sinken der so behandelten und nach und nach angebaueten Torfmoore, welches oft einige eee. A 294 Fuß tief geschiehet, wird dadurch unfehlbar erfolgen, und zugleich wird auch die größere, hier nützliche Festigkeit be— wirkt. Die torfartige Dammerde wird dadurch immer 4 mehr wieder niedergedrückt, und ist auch dann, wenn ö 4 die Austrocknung völlig bewirkt worden und, die hinzu— ö kommende Bearbeitung besonders nützlich gewesen ist, V. zum Gebrauche des Ackerbaues mehr anwendbar. Ein nasses, von Quellen nicht zu befreiendes Land taugt selten zu Acker, oft einmal nicht gut zu Wie— sen; und ist Zufällen, die die zu niedrige Temperatur nothwendig herbeiführen muß, immer ausgesetzt. So⸗ bald die gehörigen Gruben und Wasserabzüge angelegt werden, kann auch das Durchstechen der obern Thon— schicht, wenn etwa ein Sandlager darunter befindlich ist, und der aufgegrabene Zwischenraum mit Sand dann wieder ausgefült werden kann, dem Nachtheile viel⸗ leicht recht gut abhelfen. §. 197. 6.— Weser— 4 Bei mehr hoher Temperatur aber/ wo alsdann kein so großer Ueberfluß an Dammerde bei gutem trocknem Lande ist, möchte jedoch das Abplaggen und Verbren— „nen des Rasens oft mehr Schaden als Nutzen stiften. I. Neres nehmlich, daß eine Urbarmachung nicht — eben sehr eilig betrieben seyn dürfte, wo in dem ent⸗ gegengesetzten Falle, bei sonst nur guter, nachfolgender Kultur, das Brennen freilich immer der kürzere Weg bleiben wird. Im Kleinen wird dieses jedoch sehr sel⸗ ten nöthig seyn, und die schwer zu zertheilenden Rasen 295 konnen dann oft besser und leichter mit der Handhacke klein gemacht und durch die Egge vollends bezwungen werden. Sonst trägt die Verwandlung eines so an⸗ sehnlichen, im Acker befindlichen Theiles des Gras⸗ wuchses in künstliche Düngung oder Asche zwar zur nöthigen Gährung und Erhöhung der Temperatur viel bei; wenn aber nicht zugleich auf die Zukunft durch Erhaltung und Vermehrung der Gahrung erregenden Kraft gesehen, und nur oft Getreide hinter einander, so lange der Neubruch tragen will, angebauet wird; so muß der Acker, besonders bei an sich williger Tempe— ratur, bei dieser Graswuchs-Verschwendung seinem Ruine allerdings plötzlich zuletzt näher gebracht wer— den. Allein die bisherige, nach vollbrachter Urbarma⸗ chung, blos nach den üblichen Grundsätzen der Tempera⸗ turerhöhung, ohne die richtige Kenntniß der zu rich— tiger Behandlung und insbesondre auch Temperatur⸗ Mäßigung kührenden wahren Ackerbau⸗Theorie, einge— leitete nachherige üble Saatenfolge ist es, welche das Abstechen und Verbrennen des Rasens in Europa al— lenthalben in schlimmen Ruf gebracht hat. Bei einer nachher richtigen Anordnung der Folge von Saatbestel— lungen ist diese Methode besonders da, wo ganze Gehöfte und neue Vorwerke auf einmal angelegt wer⸗ den sollen, eine der trefflichsten Methoden zur Urbar⸗ machung des Landes: ungeachtet diese überhaupt nur bei niedriger Ackertemperatur, reichlicher Dammerde, und wo hierin eine Verminderung zur nöthigen Tempera⸗ turerhöhung zweckmäßig wäre, so wie auch mehr zur Zu⸗ bereitung für künstliche Wiesen zu empfehlen ist. ö———— el e, 0 PRe L E 28 L eek, due .. 22——232— .— Erae 410 F.— 2 J. 2 5 —¼—y.ͤ.—. e—————— *—— ⁊— — §. 108. So nöthig bei jeder Urbarmachung die Bearbei— tung ist, um die Gährungsfähigkeit durch wirkliche Gährung-Erregung und Auflösung des Graswuchses zu benutzen, und den Boden nach der Kunstsprache in reinen Bau zu bringen, d. h., ihn in den Zustand zu versetzen, in welchem die faule Gährung alle Rasen und Graswurzeln angegriffen und zum Theil schon ver⸗ nichtet hat: so ist die gewöhnliche Vorbereitung durch ein vorangehendes volles Braachjahr bei einigen hier oft sehr anwendbaren Pflanzen, wie z. B. Buchweit— zen, Kartoffeln, Rüben, Hafer nicht immer, und nur bei niedriger Ackertemperatur oder feuchter Atmosphäre nothwendig. Jene Pflanzen und Saaten besitzen hier⸗ in, bei gutem tragbarem Neubruche(wo auch die An— wendung künstlicher Düngerarten nach§. 106. sehr nützlich befunden wird), eine sich auszeichnende, natürli⸗ che Kraft, vermöge welcher sie die Nahrungstheile auch unvorbereitet, und selbst, wenn die Gährungsfäͤhigkeit noch nicht ganz zu wirklicher Gährung hat wirken kön— nen, an sich zu ziehen wissen: daher auch, wenn die Tem⸗ peratur günstig genug ist, die lange vorhergehende Braachbearbeitung, um die Gährung in volle Thätig⸗ keit zu versetzen, oft weniger nöthig wird. Diese Pflan— zen gewähren zu gleicher Zeit(wenn alle nöthigen Zu⸗ bereitungen dazu und oft den Herbst zuvor schon getrof⸗ fen sind,) den Vortheil eines schon das erste Jahr nicht unwichtigen Ertrages; welcher nicht allein die ersten Auslagen vergütet, sondern ohne welchen auch die ver⸗ schiedenen beträchtlichen Arbeiten zur gewöhnlich nö⸗ 297 thigen Braachzubereitung über Sommers mit Kosten und ohne einigen Nutzen für das Gegenwärtige hätten angewendet werden müssen. Man hat daher gleich das erste Jahr eine beinahe gewisse Aerndte und Einnahme. Wenn die darauf folgende Frucht auch weniger gerie— the;(welches in der Regel jedoch hier nicht einmal an— genommen werden kann, vielmehr allein von der beson⸗ dern Ackertemperatur, richtigen Saatenfolge, frühern oder langsamern, oft durch den Einfluß der Witterung allein wirklich bestimmten Gährungsthätigkeit abhängt/ so würde dem ungeachtet vielleicht noch Vortheil dabei herauskommen; indem die Kosten der ein Jahr vorher— gegangenen mühsamen Bearbeitung nicht von dem nachfolgenden Ertrage abgezogen werden dürfen. Es ist dieses eine ähnliche Bemerkung, welche bei dem ι gewöhnlichen Braachhalten gemacht wird, und ihren Nachtheil so bemerkbar werden läßt. §. 199. Daß die bessere Behändlung des Ackerbaues zu⸗ gleich billige Schonung des Graswuchses und seiner Gährungs-Fähigkeit, wider die bisherige Gewohnheit bei jeder Temperatur, noch mehr aber bei der hohen, verlange, geht aus diesem Grundsatze deutlich hervor. Wer sich durch das gewöhnliche Vorurtheil, daß der Acker, da er so lange die Ruhe genossen, jetzt ganz aus⸗ gemagert werden könne, hinreißen läßt; der, den bessern Grundsätzen, die eine beständig weisliche“ Schoöͤnung der Gährung erregenden Kraft verlängen, zuwider. Je höher die Ackertemperatur ist, um desto . 42 ,•I PE +. 47 6 W V + e. V 17 4 94. 7 6 „. +7 442 6 7 Aa- 7½ H V — fühlbarer werden auch die Folgen dieser Behandlung. In dieser Hinsicht sind Buchweitzen, Kartoffeln, Boh— nen und Rübensaaten nach dem besondern Grade der Temperatur als Vorbereitung die bessern Methoden. Besonders leisten die in England unter dem bekannten Namen Turnips gebräuchlichen Rübenarten bei Ur— barmachungen sehr gute und in ihrer Art einzige Dienste, indem sie für die Mast⸗ und andern Schaafe den Herbst und Winter über im Hordenschlag auf meist trocknem Boden, besonders vortheilhaft aber auf dem Flecke ver⸗ füttert werden: wodurch sowohl des reichlichen Pfer⸗ ches wegen, als auch vermittelst der dabei angewand⸗ ten Bearbeitung und Behackens der Rüben, das Land ohne sonderliche Mühe in Bau gebracht wird. Diese Methoden haben das Auszeichnende, daß der Acker nie so sehr seine nöthigen Kräfte verliert und auch die Geneigtheit zur Wiederhaltung der Gährungsfähigkeit dabei nicht so leicht verlohren geht. Daher auch der Erfolg von ihnen ganz anders ausfällt, als er nach der bei uns oft ungewöhnlich schlechten Behandlung und den oft mehrere Jahre nach einander folgenden Getreide⸗ oder Hafersaaten bemerkt wird: wobei man auch, wenn die Urbarmachung etwa ein zeitheriges Wiesenland be— träfe, alsdann große Nachtheile, als Folgen jener unrichtigen Behandlung, vorzüglich für die Neigung zur Wiedererzeugung eines reichlichen Graswuchses über— haupt verspürt. Diese Untragbarkeit wird nachher noch bei einem solchen Grundstücke bemerkt, wenn es nach⸗ her entweder wieder als Wiese genutzt wird, oder auch als Ackerland verbleiben soll. Es kann daher nicht Hlung, Boh. e dir oden. nten ihr⸗ enste, erbst Lnem ver⸗ Pfer⸗ and⸗ Land Dit lcer N lat 299 anders kommen, als daß ein solchergestalt behandelter Neubruch, wenn die ersten Kräfte so erschöpft worden sind, lange nachher noch in einem Zustande von Ohn— macht verbleiben muß. Bei der bisher üblichen Acker⸗ kultur bemerkte man dieses sehr deutlich an dergleichen Aeckern, welche nun die elendesten unter ihres Gleichen geworden sind und es auch oft verbleiben. Indessen weiß man, der bisherigen Ackerbautheorie gemäß, sich auch hier sehr leicht zu helfen, indem man die Schuld davon nicht sowohl der dabei gebrauchten übeln Be— handlungsart, sondern vielmehr dem Mangel an Be— arbeitung, und dem Umstand, daß es dem Grundstücke hierinn noch ganz besonders fehlte, ganz ohne alle hin— längliche Beweisgründe beizumessen pflegt. 5. 200. Es werden hier vornehmlich zwo besondere Arten der bei Urbarmachungen gewöhnlichen Behandlungs— weise bemerkt werden müssen, wovon die eine, a) so unwirthschaftlich sie an sich auch scheint, doch, da sie einen kürzern Weg uns zeigt, unleugbare Vorzüge, besonders aber im Großen hat; die andere b) aber, da sie mehr den neuern Begriffen von Kul⸗ tur angemessen ist, freilich auch längere Aufmerk— samkeit, Zeit und Ackerkräfte erfordert. Die erstere Verfahrungsärt ist die gewöhnlich be— folgte Methode der Engländer bei ihren Urbarmachun⸗ gen, besonders vermittelst der Turnips; und ihr Eigen— thümliches ist bereits im vorigen§. angegeben worden. —— + 2 V 300 —* Die zweite Art des Verfahrens aber betrifft eine gleiche Behandlung besonders mit Bohnen, Kraut, Erbsen, vorzüglich aber Kartoffeln und Buchweitzen. Bei den 3 ersten genannten Saaten macht der Umstand, daß sie eine ansehnliche Düngerauslage, die oben bei Tur⸗ nips ganz hinweg fiel, und den übrigen in Kultur be— findlichen Aeckern doch für jetzt entzogen werden muß, erfordern, die Ausführung besonders bei großen Feld— strecken oft bedenklich, schwer, wo nicht ganz unmög— lich. Bei Kartoffeln und Heidekorn kommt dieser Um⸗ stand zwar nicht so bald vor, und es kann alsdenn doch einige Beihülfe für die Düngersammlung durch den da⸗ von erhaltenen Nutzen erwartet werden: indessen wird auch hier ein gewisser Düngeraufwand, im Fall die Urbarmachung nach richtigen Grundsätzen weiter betrie— ben werden und sich nützlich zeigen soll, in der Folge immer nöthig. Daher bleibt auch die erste a) Behand⸗ lungsweise immer die, besonders im Großen, aus⸗ führbarere; da hingegen die zweite b) mit Kartoffeln und Buchweizen vorzüglich mehr im Kleinen, und bei einer Urbarmachung, die nicht eben eilig betrieben wer— den darf, wo zugleich das Hauptgut schon sin gute Kul— tur gesetzt ist, und einen kleinen Düngerverlust auf ei— nige Jahre deßhalb schön missen wird, besonders würde angerathen werden müssen. 5. 21. Drei dergleichen Sommerfrüchte nach einander werden nach den§. 125— 128 und 130(wo auch schon die oben angegebene Regel der zwo verschiedenen Be— II aa.a.o&K w— I-“-x;i)cj½jWꝛ˙m ini 301 —2 handlungsarten beobachtet worden ist) bei mehr niedri⸗ hse ger als hoher Ackertemperatur in Rücksicht auf die Saa⸗ 59 HV.* — tenfolge, mit Ausschluß der zuletzt folgenden Gräserey— —* Aussaaten, wohl immer dabei nöthig bleiben. Auch 228 kann bei sehr verunkrauteten Ackerstücken oft wohl der Fall vorkommen, daß 4 bis 6 dergleichen Saaten noth⸗ miß wendig seyn werden. Die Ursache, warum hier gerade ed nur Sommerfrüchte gewählt werden, wodurch dann be⸗ 4 mug⸗ sonders verhindert werden soll, daß das Neuland bei Win⸗ 6. +. n. tersaaten nicht wieder verrase, ehe es noch in gehörigen 4 oh Bau gebracht ist, soll im zweiten Theile in dem vierten 4 nds Kapitel näher angegeben werden. Hingegen bei slHE. amih mehr hoher Temperatur, wo die vorhin angegebene Ur⸗ 155 sache des Wiederverrasens in der Regel nicht so leicht Hetis vorkommen wird, kann auch nach dem§. 135 und 136 a weit eher eine Winterfrucht mit angebracht werden; anh⸗ bis endlich durch die dadurch bewirkte Zertheilung des aub⸗ Raasens vermittelst des Bearbeitens, Behackens u. ffh s. w. die Gährung vermehrt und der Boden völlig bi in reinen Bau gebracht, zerfallen und locker gewor⸗ w den ist. Kul, + Bei Bohnen, Kraut, Erbsen, Kartoffeln, Rüben ude oder Toback ist die Bearbeitung, je mehr die Ackertem— peratur niedrig, oder doch nicht hoch genug, den Ei— genschaften der zu erbauenden Saaten gemäß ausfällt, um desto unentbehrlicher und für die Gährung vortheil— 2 hafter; hingegen bei Buchweitzen, welcher bei an sich on hoher Ackertemperatur(so wie überhaupt bei spätern e Saaten dieses eher unterlassen werden kann) gemeinhin I. ö 447 302 angebauet wird, ist die Bearbeitung nach der verrich⸗ teten Saat, Stecken oder Pflanzen entbehrlicher. §. 202. 47⁷ 4+⁵ ad 3) Die Bestimmung bei dem Ackerbaue, ob ein ** Feld, sobald es urbar gemacht ist, und nach mehrern Kul— 4. 1 turjahren in seiner alsdann gezeigten Gäͤhrungsfähig⸗ keit wegen wirklich verbrauchter Gährung sich rück— .. gängig zeigen sollte, nachher mehrere Jahre hinter ein— ö ander dem Graswuchseüberlassen bleiben solle oder nicht? + 4—09 640— hängt übrigens ganz von der Temperatur und der hier 2—— 6 aufzustellenden allgemeinen Regel ab, nach welcher . alles Liegenlassen der Felder zur Gras⸗ wuchserzeugung mehrere Jahre hindurch, es sey nun zu Klee, oder zu natürlicher, 0 +„um Behuf der Viehhutung, Weide oder αε-U———— Heueinsammlung zum Winterfutter frey— —— willig wachsender Gräserey, überhäupt ** ᷑nicht bey der nach Grundsätzen nöthig zu bezweckenden Erhöhung der Temperatur, wohl aber meistentheils in dem Falle der da bezweckt zu werden nöthigen Tem— peraturmäßigung empfohlen werden muß.(l.§. 72.) Dieses, bei der Temperaturmäßigung in der Re— gel erforderliche Naturgesetz, und die hierauf bei aller Kultureinrichtung nöthig zu nehmende Rücksicht, ist so klar und einleuchtend, als gewiß der bisherigen Theorie zu Folge darauf gar nicht geachtet worden zu seyn scheint. Nur bei ungewöhnlich großer Graswuchsvermehrung + — — EM — —— 303 oder bei einer, dem Gartenbaue sich nähernden ähnli⸗ chen Behandlungsweise wird eine Abänderung oder Aus— nahme Statt finden können. Es ist aber die Sache der richtigen Ackerbautheorie, alles dasjenige, was bis— her dunkel und ungewiß blieb, und selbst in der Ausübung oft zu unrichtigen Schritten die Veranlassung hergab, immer mehr aufzuhellen. Die durch das Liegenlassen zu Graswuchs oder zu Klee und diesen ähnlichen Pflan— zenarten mehrere Jahre hindurch verminderte Bearbei— tung,(Ruhe vor dem Pfluge) und dadurch bewirk— te Schonung des ohnehin hier unbeträchtlichen Gras— wuchses macht diese Behandlungsart(jenen Fall und den nächstfolgenden allein ausgenommen) zu einer durch— aus erforderlichen Hauptbedingung. Uebrigens versteht es sich von selbst, daß auch dann von der gegebenen Regel abgewichen werden könne, wenn kein anderes Mittel zur Erlangung und Vermeh— rung der Gährungsfähigkeit und Gährung erregenden Kraft den vorkommenden Umständen und Mangel an hinlänglichen Kulturkräften gemäß übrig bliebe. Dann würde auch nach§. 12 und 14 allerdings eine Abände— rung Statt finden müssen, und das Liegenlassen der Ackerstücke auch da, wo die Grundsätze der zu bezwek— kenden Temperatur-Erhöhung eigentlich Platz ergrei— fen sollten, angewendet werden müssen.(s. H. 87.) Die— ser Fall nun wird vorzüglich bei der Vermehrung der Gährungsfähigkeit, die man durch die Hülse und An— wendung des natürlichen Graswuchses erhalten, Statt finden müssen. 30⁴4 §. 203. 4 Daß überall aber auf die nöthige Erhöhung, oder ö etwa nöthig zu bezweckende Mäßigung der Tempera— ‚ tur(s. die. 6 und folgende, besonders bis§. 72 ange— A führten praktischen allgemeinenSätze) nicht bloß in Bezie— ö hung auf die nachfolgende Saat allein, sondern vor— züglich in Rücksicht auf Anordnung, Auswahl und ö Saatenfolge in der Kultur, überall Rücksicht zu nehmen R. sey, soll weiterhin, vorzüglich auch im zweyten Theile, 1 0 0 näher erläutert werden. Es ist dieses ein Gegenstand, . für welchen, als allgemein bekannte Sache, theils die Erfahrung immer gesprochen, theils aber, wegen Man— 5 gels einer richtigen Ackerbautheorie, uns hierinn näher ö zu belehren nicht vermocht, und den richtigen Gesichts— punkt unsern Augen zeither verrückt hatte. §. 2604. ., ö ad 4) Alle durch die bekannten, bisher gebrauchten *„„Ackerinstrumente, Pflug, Haken, Egge, Walze u. s. 4 Kex. bewirkte Vorbereitung zur nachfolgenden Saat und 4 4 1—— Feldbearbeitung muß wo möglich stets bei trockner Wit— 4. ⁷— terung geschehen. Die gehörige Trockenheit ist . 0 ö das erste Erforderniß aller Bestellung und der durch Gährung erreichbaren Vortheile. Selbst Dürre ist in Ansehung der zukünftigen Folgen hier offenbar vortheilhaft, wenn selbige noch vor der Periode der Saatzeit oder des völligen Wachsthums und wenn die Saat nur gut aufgegangen ist, eintrifft. Daß die Dammerde bei hoher Temperatur diese nachher nicht mäßigen kann, liegt aber allein an dem augenscheinli⸗ ——————— SFSSSISISSSSMMiiteteteteeeeDetetteteteteest.tẽT8*.————————— 3 — odet bera⸗ nge ezie⸗ vor⸗ und men eile, and, 5 die Nan⸗ üͤher chto⸗ D.—3———.8.2.2——.. 305 chen Fehler des Bodens, welcher durch übel eingerich— tete Kultur oft wohl noch vergrößert wird, anstatt durch kräftige Maaßregeln gemildert zu werden. Bei lang⸗ jährig fortgesetzter Bewirthschaftung wird ein nach rich⸗ tigen Grundsätzen zu handeln gewöhnter Ackerwirth die— sem Unfalle(außerordentliche Fälle ausgenommen) schon zu begegnen wissen. Bei trockner Witterung, zweckmäßiger Kultur und durch Graswuchs⸗Erzeugung und Gährung vermehrter Theilbarkeit des Bodens, die der deutlichste Beweis seiner großen Gährungsfähigkeit ist, wird die Acker— bearbeitung ihren Zweck allemal leichter erfüllen kön— nen. Das auf-soder untergebrachte, und mit seinen Wurzeln ausgereutete, von anklebender Erde durch die Egge abgesonderte Unkraut wird leichter verdorren, und dabei werden mehr als gewöhnlich zur künftigen Pflanzen⸗ nährung und gutem Wachsthume der Saat benöthigte, durch Gährung auflösbare Grastheile frey werden. Im entgegengesetzten Falle bei feuchter Witterung, oder doch nach der Lokalbeschaffenheit jederzeit zu niedrig aus⸗ gefallener Ackertemperatur, bleiben jene Vortheile nicht allein ganz aus, sondern das Unkraut bleibt, bei der zunter diesen Umständen ihm allein günstigen, aber für die Nahrung der darauf folgenden Saat ungünstigen Temperatur, auch überdieß unbezwungen. Dieser letzte Fall findet, wie sich von selbst versteht, Snen im Allgemeinen keine Anwendung, weil im Einzelnen und Besondern es noch immer Fälle geben wird, wo diese Temperatur wegen ihrer sonst nicht möglichen, jetzt aber gerade bewirkten Mäßigung da, wo das Wachs⸗ U Laf. Bs. ZI 2 4—475 2⁴ I ast. 2ũ-α 7 .. 40 6. 7. Zu Er E rt“cc 306 thum der Saat und die Bearbeitung zugleich mit ein⸗ ander verbunden wurden, ihren guten Nutzen hervor brachte. Nichts ist daher schädlicher, als den Pflug, je mehr die Ackertemperatur an sich schon niedrig aus— fällt, bei besonders nasser Witterung zu gebrauchen, oder wohl gar die Saatgeschäfte während dieser Zeit vorzunehmen. Der Erfolg davon kann nach§. 56. keineswegs mehr zweifelhaft seyn. Noch nachtheiliger ist jenes Verfahren aber im Frühjahre, als im Herbst, wo(wenigstens in unserm Klima und einer Gegend des platten Landstrichs, ungewöhnliche Fälle ausgenom— men) doch meistentheils das Erdreich, selbst an feuch⸗ tern Stellen, den Sommer über durchaus trocken ge— worden ist. Doch bemerke ich, daß hier, wie bei allen bisher und noch künftig zu gebenden Regeln, das Meiste auf das Lokale ebenfalls ankömmt; und wenn auch di Schädlichkeit jener Erscheinungen im Ganzen gewiß bleibt: so wird doch die Temperatur und eingeführte gute Kultur den mehrern oder mindern Grad von Nach⸗ theil nach den jedesmaligen gegebenen Verhältnissen be⸗ stimmen. Daraus werden oft selbst anscheinende Wi⸗ dersprüche und scheinbare Ausnahmen von sonst völlig bestimmten Vorschriften nach der oft abwechselnden Ver— schiedenheit hervorgehen und erklärt werden können. 5. 205. Bei jeder Vorbereitung zur Wintersaat gehört in der Regel eine vermehrtere Anstrengung der Bearbeitung nach der dadurch jederzeit mehr oder weniger nöthig 30⁰² mit ein herd werdenden Vorsorge, als bei einer Sommersaat zur Frühjahrszeit nöthig ist. Der Grund davon soll wei— — terhin§. 219 noch vorkommen. H uε 9.206. 6 130 Bei frühzeitigen Sommersaaten ist, enn der Acker 2 29 2. n. . 56 sonst im verhältnißmäßig Ruten⸗ der Saat sonst an⸗ 0 13 +. Irn gemessenen Kulturzustande sich befindet, die Bearbei⸗ πα Ccu Ver Lar 225 tung und sorgfältige Zubereitung des Landes nicht e 0 nöthig als bei den spätern Sommerfrüchten. Um des. Vortheils einer frühern Saat wegen, thut man gern — auf die bei später Sommersaat durch die vermehrte Be— suh arbeitung erhaltenen Vortheile Verzicht. Hafer und 28 Erbsenfeld werden deßhalb im feuchten, lehmigt⸗sandig uhe ten oder sonst gutem Boden(weil diesen die Nässe beson⸗ ase ders mehr als jeden andern Acker angreift und ihm +. schädlich wird) selbst in England nicht vor Winters ge— 301 stürzt oder herumgerissen; und daher wird nur einmal iht zur Saat im Frühjahre geackert. Der Boden ist als— luch dann zu dieser frühzeitigen Saat trockner und klärer, 0. kann daher um so eher bestellt und der sonst große Nach⸗ D. theil zu feuchter Einsaat vermieden, zugleich aber auch vil vor dem Unkraute durch die frühere Saat ein Vorsprung Den erhalten werden. Die besondere Lage, Beschaffenheit und Temperatur des Bodens, sowie ein vom Unkraute schon vorher nicht reiner Acker, können jedoch hierinn ö ö sehr leicht Ausnahmen veranlassen, nach welchen es so— in gar nöthig und nützlich seyn wird, zu den gedachten tung Saatbestellungen einige und mehrere Male zu pflügen. thiß Bei spätern Sommersaaten ist die Bearbeitung, wenn 2 ö + . V HV. L4rL +4ʃ 4½% rd ——— wenn die Umstände, die diese besonders nützlich machen, nur anders selbst da sind, und die etwanige hohe Tem— peratur es erlaubt, immer, und bei keiner andern Saat in solchem Grade nützlich. — §. 207. Ueberhaupt kommt auf Klima, Lage des Ackers, seine Atmosphäre, auf Zeit, gute Witterung und den Erd⸗ boden selbst sehr viel an. Oft ist, besonders und aus⸗ schließend nach solchen Pflanzen und Saaten, wodurch dem Acker die verlorne Gährungsfähigkeit wieder mit— getheilt worden ist, ein Boden nach einmaligem Pflü⸗ gen in besserer Ordnung, als ein anderer nach vielfäl— tiger Bearbeitung; noch mehr bei einer etwa vorzu⸗ nehmenden Sommersaat, als bey der etwa nachfolgenden Wintersaat(s. H. 219). Alle diese Verschiedenheiten werden bei hinlänglicher Erfahrung und vergrößerten Einsichten richtiger Ackerbaugrundsatze, durch die dann auf Temperatur und Kulturart gewöhnte Rücksicht sich füglich vorher bestimmen lassen. Alsdann wird man auch bei Beantwortung der Frage: wie oft man pflügen solle? gewiß nie vergessen, auf alle hier Ein— fluß habende Umstände darauf, besonders aber, ob die ver⸗ mehrte Gährungsfähigkeit des Ackerlandes auch die ver— mehrte Bearbeitung nöthiger mache und mit dieser und der Dammerde im gehörigen Verhältniß stehe? genau zu achten. Es ist keinem Zweifel unterworfen, daß man bei großer Gährungsfähigkeit und dem Gartenbaue ähn⸗ licher Kultur auch selbst da, wo ohne diese die Regeln der Temperaturmäßigung eine Verminderung der Bearbei— lers, nErh⸗ Naus- durch mit⸗ Pf⸗ ielfäl— votzu⸗ anden oiten ᷑len hann tsich man man Ein⸗ vet⸗ uder⸗ und uau nan ihn⸗ der bei⸗ — ꝑSeiee*—— S D ee— 399 tung nöthig gemacht haben würden, sogar im trocknen Sandlande öfterer alsdenn zu pflügen und zwar gewiß mit sicher größerem Nutzen zu pflügen im Stande seyn wird. Daß das öftere Pflügen oft als Rothbehelf bei übel eingerichteter Kultur und dadurch nur schwach beför— derter Gährungsfähigkeit und Mangel an Gährung er— regender Kraft,(wenn der Acker anders noch einigen Nutzen hervorbringen soll) durchaus unöthig seyn könne, wird hier übrigens keineswegs bestritten. Zuletzt versteht es sich auch von selbst, daß nach 5. 186 jederzeit auf die Saat, ob solche eine Getreide— saat, oder den Graswuchs verbessernde oder erzeugende Saat sey, sowohl in Rücksicht des öftern und tiefen Pflü⸗ gens, als auch in Ansehung der übrigen Vorbereitung zur Saat, nach§. 185 bis 191 vorher gehörige Ansicht und Ueberlegung zu richten nöthig werde. 9. 28. Nachmals ist auch einmaliges Pflügen zur Saat in vielen Fällen besser, als zweymaliges Pflügen, weil bei aller Vorbereitung zur Winter-oder Sommersaat unter den bereits angegebenen Verhältnissen es oft nö⸗ thig wird, die lockern Raasen wieder in die umgewänd⸗ te Lage zu bringen. Dieses wird besonders nöthig seyn, wenn der Acker in der Zeit zwischen dem ersten und zweiten Mal Pflügen, wegen etwa einfallender übler nasser Witte⸗ rung, oder wegen sonst fehlerhafter, zu niedriger Ackertem⸗ peratur oder verspäteter Jahreszeit, nicht Zeit und Ge⸗ legenheit genug zur vorbereitenden Gährung gehabt hät⸗ te. Dabei ist nach§. 219 und 220 immer Rücksicht —.—...——.————.—...—— ————— 310 auf die Saat selbst, ob sie Winter oder Sommer⸗ frucht sey, als in welchem letztern Falle die Vorsicht nicht so nöthig wird, zu nehmen. §5. 209. Bei der gewöhnlichen Abhaltung der Braache und dann ausdrücklich öfterer unternommenen Bearbeitung läßt sich zuweilen die nöthige Wiederholung derselben daran erkennen, daß das gebraachte Land wieder zu grünen anfängt. Gewöhnlich erhält der Acker alsdann drei oder vier Pflugarten. Nur nehme man auch hier auf die Temperatur und das Hervorsprießen des Unkrauts gehörige Rücksicht: denn nicht immer ist das Grünwer— den des herumgepflügten Braachackers ein Zeichen der hier angegangenen Gährung, vielmehr oft die Anzeige einer bei nassen Aeckern oder Witterung dem Unkraute zwar günstigen, für die Ackerbearbeitung selbst aber. schädlichen Temperatur. Dann wird es aber auch vor— zügliche hohe Zeit seyn, tüchtig zu eggen, oder die dar⸗ auf folgende Ackerbearbeitung weiter vorzunehmen. H. 210. Die Egge muß den Acker alsdann jederzeit, und so⸗ bald er unrein und voll Quecken ist, sogleich nach dem Umbrechen des Ackers oder wiederholtem Pflügen bestrei⸗ chen, und da ihre gewiß guten Dienste verrichten. In diesem Falle ist auch öfteres Pflügen und Rühren(letz— teres in die Quere) kurz hintereinander noch jedesmal vorangegangenen Eggen gut. Ist indessen die Tempe— ratur eines Ackers hoch genug und das Feld rein bei — 22.——......772 — *——————————————————————————————————7..————.— m————2m2m.—. 311 mer. sch besserer Kultur: so scheint es oft besser zu seyn, während ö geräumer Zwischenzeiten von mehrernWochen, in welchen der Acker der faulen Gährung ruhig überlassen bleibt, die wiederholte Bearbeitung nicht, sondern nur alsdann erst zu unternehmen. and tang H. 211. bn Die Vertreibung des Unkrautes durch die Bearbei— NI, N 4 0 4 tung ist hier, so wie überhaupt, am allermeisten aber 3—. 222 bei niedriger Ackertemperatur eben so nöthig und wich⸗, suunt 2 her tig als zur Fruchtbarkeit des Ackers ungemein beförder 0 0 4. 5 W lich. Die Ausrottung der geringern Grasarten oder E WE doch dieser, welche eine Verhinderung in der Production 31„ ü— 20 2 ö dek des Getreides oder anderer Pflanzenfrüchte(welche man Kh nach wiederverneuertem Graswuchse und der dadurch“ HA dute wieder erhaltenen Gährungsfähigkeit des Bodens in der I Folge des Fruchtwechsels etwa hier anzubauen für nö⸗ thig hält) verursachen, kann bei beabsichtigter Gras— ⸗ wuchserzeugung mit gehöriger Sach⸗-Localkenntniß und Vorsicht angestellt, sehr wohl neben und mit einander bestehn. Bisher ließ man zum wirklichen Nach— theile des Landbaues und der dabei wieder zu erhalten⸗ E den Gährungsfähigkeit sich oft verleiten, der Ausrot⸗ m tung des Unkrautes(s.§. 178. 182 und 183.) zu Zu⸗ ei⸗ bereitung der auf die Braach-Bearbeitung folgenden Wiintersaat einen unüberlegten Vorzug zu geben. Ein 6„ Vorzug, der bei dem nassen Boden oft, jedoch nicht I uberall und zu jeder Zeit nöthig war. Man war so ⸗ eifrig hierauf bedacht, daß man(nach Anleitung der ei bisherigen unrichtigen Bearbeitungs⸗Theorie, die alle He. ei. ————— anwendbaren Vortheile größtentheils in sich selbst su⸗ chen wollte) zuletzt außer dem Getreide und nur einigen wenigen als Saaten eingeführten edlern Pflanzenge⸗ wächsen nichts als bloß Unkraut erblickte; daher auch alles andere und selbst den Graswuchs bei hoher Tem⸗ peratur für schädlich hielt. In der Braachzeit gab dieses besonders Gelegenheit, daß, so wie selbst der Anbau jener nützlichen Pflanzenarten meist unterblieb, die bessern Grasarten mit den geringern in eine Klasse geworfen, und der Graswuchs überhaupt und ohne alle Rücksicht auf die dabei vorkommenden Umstände, als dem Acker überall nachtheilig und für schädlich verschrien wurde. Mit gleichem Eifer suchte man, (ausgenommen da, wo Nothwendigkeit und Erfahrung eine andere Behandlungsart eingeführt und befestigt hatten,/ nun beinahe überall der Natur entgegen zu arbei— ten, und ihr die Wiedererlängung der Gährungsfähigkeit schwer zu machen: nur die nöthige und unentbehr— liche Unterhaltung des Viehes in der Braache bei der Dreifelderwirthschaft beförderte noch ihre wohlthätigen Absichten. Die guten, wie die geringern Grasarten, bei hoher Temperatur sowohl als bei der niedrigen, strebte man überall auszurotten. Und inder That konn⸗ ten sie auch, wenige Fälle ausgenommen, nicht ver— schont bleiben; da die Vorbereitung zur Saat, um die Gährung anzufangen, wegen Mangel an Gährungsfähig⸗ keit und Gährung erregender Kraft hier theils nicht außen bleiben durfte, theils auch zur Vertreibung des Un— krauts immer nöthig blieb. Die Folge davon ist nicht schwer zu errathen. Die bessern Grasarten waren oft —... ..' ———— —— ‚DD———————4——————— e———ssssttttss“s.:?:?:᷑?-···...ͤ550.55—— ——.——————— EEE SꝗSꝗSDSISIII—2——————— 313 ts, sehr leicht zu vertreiben, dagegen blieben aber auch nigen die geringern Gras- und Unkrautarten, entweder 10 weil sie bei hoher Temperatur(s. F. 138. die letzte An— duh merkung) nicht entbehrt werden konnten, oder weil die vn⸗ niedrige Ackertemperatur sie ebenfalls schützte, sie auch b hier in der That schwerer als irgendwo auszurotten sind, allein zurück. Sie vertrugen die Ungemächlichkeit der hsch, Witterung des ihnen wenig zusagenden Landes und auch lase nach Beschaffenheit der Umstände, die des ackernden che Pfluges und der übrigen Ackerinstrumente leichter und.. in, besse. 8 mn,. 212. ö hrung Diese überall vermeintlich nothwendige Säuberung 20—07 estigt und Reinigung des Landes als Vorbereitung der dar⸗„ 4. A. H. Ibei auf sfolgenden Saatbestellung, ist in dieser Hinsicht 40 lait alsdann sicher nicht nöthig, sobald nach einem Pflan— IH.— ehr· zengewächse der den Graswuchs erzeugenden oder ver— 4.τπ der bessernden ersten Klasse(s.§. 28.), wieder eine Frucht iĩhn folgen soll: alsdann nehmlich, wenn das Land nicht— 0 xten, etwa vorher schon durch Unkraut verwildert und nicht 35 n, gehörig gereinigt worden war; und dieses zwar aus dem onl Grunde, weil hier kein Unkraut in der That da ist. u. Die vermeintliche Reinigung des Landes zur Saatbe⸗ Db0 stellung würde alsdann vielleicht Schaden stiften. Be— u⸗· sonders wird dieses geschehen, wenn man ohnedem ge⸗ In wiß seyn kann, daß die abgebrachten Wurzeln weder ⸗ ausgrünen und bald absterben müssen, noch sonst ir⸗ it gend ein von ihnen gefürchteter Nachtheil in Erfüllung Ist dabei gehen kann. Oft sah ich den Landmann die in 6— 4 374 Rücksicht der Gährungsfähigkeit so nützlichen Stoff ge— benden Wurzeln, z. B. Kappstrünke, Kleewurzeln u. s. w., mit eben der Sorgfalt abharken, als ob die— ses die so schädlichen Quecken gewesen wären. Die Sache selbst ist so klar und deutlich an sich, daß es genug seyn wird, sie hier angedeutet zu haben. §. 213. Bei hoher Ackertemperatur giebt es vielleicht kein nützlicheres, auf die Mäßigung der Temperatur mehr abzweckendes Ackerwerkzeug als die Walze. Hier und zugleich bei hinlänglicher Gährungsfähigkeit wird die Walze nach jedesmaligem Ackern mit Vortheil gebraucht werden können. So wie auch nach verrichteter Ein— saat, besonders im Frühjahre oder bei der Dürre das Auflaufen des eingestreueten Saamens besonders da— durch befördert und erleichtert wird. Dagegen ist in dem Temperatur-Erhöhungsfalle die Egge, so wie überall bei verunkrauteten und verwil— derten Grundstücken gleich nützlich. H. 214. Uebrigens gehört, um einen Acker zur Saat gut vorzubereiten, eine der wahren Ackerbautheorie sowohl, als dem Boden selbst angemessene, überall zweckmä⸗ ßige Kultureinrichtung überhaupt zu Sache. Vor— züglich muß der vergrößerte Vortheil, in dem bisher mehr als alles andre vernachlässigten Temperatur-Mä⸗ ßigungsfalle, vermittelst der Vermehrung der Damm⸗ 315 Euftz erde und jemehr diese fehlt, desto größeren Zunahme im der Gährung erregenden Kraft geschehen. 900 di⸗ R. Die H. 215. „diß es Zu diesem Endzwecke wird auch die Anlage der Ackerbeete, das terrassenartige Einebnen oder Absätze— machen, Wässern bei bergigter Lage(s.§. 15 2.) und hoher Temperatur, um hier die nützliche Feuchtigkeit aht ken aufzuhalten, beförderlich seyn. Dahingegen bei nie⸗ urneh driger Temperatur alsdann die Ackerbeete und Fur— Hru chen dem Abhange nach anzulegen, um die möglichst ül ul⸗ geschwinde Befreiung von Feuchtigkeit zu bewirken, ghauh dem richtigen Verhalten angemessener seyn wird. In 14 dem erstern Falle ist es vielleicht gut, breite Ackerbeete ne du(auch nach Arndt und Riemischer Methode allenfalls 99 0 keine) und wenig Wasserfurchen zu machen. Dahin— gegen im zweiten Falle jene schmäler und auch oft et⸗ was höher, und besonders mit vielen Wasserfurchen a0rfale nachher und zu jeder Zeit versehen seyn sollen. Hierin veil wird es, besonders bei sehr seuchten Aeckern, gar sehr versehen; und wer nach jedesmaligem Pflügen, be⸗ sonders bei dem Braacharbeiten, die Wasserfurchen, welche die überflüssige Feuchtigkeit bald ableiten können, Zl wieder auszuführen unterlassen würde, hätte es sich als⸗ 110 dann selbst zuzuschreiben, wenn der Nutzen von der — Bearbeitung dadurch zweifelhaft gemacht und bei nas ö ser Witterung die Gährung im Acker dadurch zurückge— setzt würde. Deswegen ist es in diesem Falle auch oft nöthig, den Gebräuch des sonst so nützlichen Rührha— i kens alsdann oft zu unterlassen, indem jede dadurch 4W67. g He, FeH. . nahe an einander gelegte Furche das heftige Regenwas⸗ ser dann einzeln aufhalten würde. §. 216. ad. 5. Die Mittel, die veranlaßte Gährungsfä⸗ higkeit in dem Acker auch in Thätigkeit zu setzen, sind unstreitig bei der Ackerbearbeitung die vornehmsten mit: Gährungsfähigkeit zeichnet sich von der Gährungs— thätigkeit ganz besonders aus. Beide verhalten sich gegen einander, wie ungefähr Theorie zur Praxis; wie die Bergwerke von Peru und Potosi zu ihrer wirklichen Ausbeute; wie eine durchaus ansehnliche, wegen zu großer Vermehrung bei Mangel an Lebensmitteln in sich selbst verarmte Bevölkerung zu den Mitteln, dieser Nahrung und Unterhalt, durch großen Nationalreich— thum, überall dabei aufgeregtem Fleiß, und besonders an⸗ gestrengte Agriculturkräfte, um ein dauerhaftes Glück, und besonders ausgezeichneten Rang unter kultivirten Völkern und Nationen zu verschaffen. Jedoch auch die Gährungsfahigkeit ist selbst an sich verschieden. Jeder Boden, der eine tiefe Dammerde besitzt, hat in der wei— tern Bedeutung des Wortes viel Gährungsfähigkeit. Allein in Rücksicht dessen, daß die Gährungsfähigkeit immer durch die örtliche Temperatur und verneuerte Graswuchserzeugung bestimmt wird; muß diese da— von auch allein abhängen. Dieß würde eine Gährungs— fähigkeit im engern Sinne des Wortes ausmachen, welche, da sie überall so verschieden ist, auch die rela— tive Gährungsfähigkeit genannt werden könnte. Wenn Rwas —3——————— 317 von Gährungsfähigkeit die Rede war, oder auch noch in Zukunft seyn wird, habe ich nur immer die letzte Art von Gährungsfähigkeit verstehen wollen. C1 Unter diesen Mitteln ist die Bearbeitung selbst, H indem sie die Gährung befördert, nach§. 193. das N Dfl Erste. Uebrigens findet bei Beurtheilung aller hierzu 7 4 ä dienenden Hülfsmittel dieselbe genaue Rücksicht auf Ve/ die Temperatur Statt, welche bisher immer empfohlen AP. 72. +.— 0 worden ist. 2... So wenig sich auch der Erfolg von ihrem Gebrauche V 1. 4/ durchaus mit Sicherheit bestimmen läßt,(eine Sa— ö che, die oft ganz von dem, durchdie Temperatur. eines Jahrganges sich äußernden Witterungseinfluß bestimmt wird, auch ost von Zufällen abhängig bleibt) so wird jedoch im Gegentheile die Wahrscheinlichkeit für diese Bestimmung größer werden, einen höhern Grad von Gewißheit erhalten. Das Meiste wird alsdann von der bis zur wirklichen Saatzeit vorher gehabten Witterung und Temperatur und von der, unserm Ur⸗ theile nach, bis dahin alsdann nothwendig vermehrten oder verminderten Wirkung, die Gährungsfähigkeit in wirkliche Gährungsthätigkeit zu versetzen,(wozu alle Umstände in der zeitherigen Kultur, bishe— rigen Saatenfolge und dädurch besonders vermehr— ten Gährung erregenden Kraft beitragen) abhängig seyn. Nach diesen Voraussetzungen wird sich um desto leich— ter ein Schluß auf die zunächst folgende Saat, ihren besondern Eigenschaften gemäß, treffen lassen. Diese bis zu dem Zeitpunkte, wo die Saat unter die Erde ge⸗ bracht werden soll, nöthige Vorsicht in richtiger Beur⸗ ————— 318 theilung muß dabei nie vernachlässigt werden. Allein auch nach bestellter Saat wird diese Beurtheilung ent— weder bei ihrem Mißgerathen und dadurch nothwendig erfolgten Veranderungen in den zeitherigen Maäßregeln, oder auch, wenn die Fruchtbarkeit alsdann noch z. B. durch Jäten oder Behacken befördert, und dem eintreten— den Unfalle bei Zeiten vorgebeugt werden soll, oft nö— thig. Gegenwärtig soll nur des ersten Zeitraums bis zur wirklichen Aussaatsperiode gedacht werden. F. 217. Schon§. 29. wurde des Unterschieds unter veran— laßter Gährung durch wieder erzeugten Graswuchs und unter Gährungsfähigkeit und wirklichen Gährungsthä— tigkeit gedacht. Da diese letztere nun(je mehr wir dar— über nachdenken) von der jedesmaligen Temperaturbe— stimmung der bereits auf diese Einfluß gehabten Um— stände und Kulturveranlassungen abhängig bleibt, auch in dem Abschnitte von der Temperatur in Rücksicht auf die daraus herfließenden Folgen ausführlich die Rede gewesen ist: so hoffe ich für den wissenschaftlichen Leser im Grunde wenig Dunkelheiten, die den hier so nöthi— gen Criterien nachtheilig werden könnten, übrig gelas— sen zu haben. Allerdings kömmt viel auf Auswahl und Zeit und(je mehr die Ackertemperatur niedrig, oder bei bisher übel geführter Kultur sich selbst fortzuhelfen nicht im Stande ist) auch auf die Dauer zur Vorberei— tung für die Saat, vornehmlich zu der über Winters an. Bei den gewöhnlichen Braacharbeiten der Drei— felderkultur, eben so wie nach einer, den Graswuchs —..————— ———.. Bvͤ..— ————mne————.* 319 Alah erzeugenden und die Gährungsfähigkeit verbessernden ing et Saatpflanze, wenn die Stoppeln davon umgepflügt, wendg und das Feld zur Saat wieder zubereitet werden soll, ist kegel, diese Vorsicht allerdings und bei Winterung noch nöthi— 5 B. ger. Ichwill es weiterhin(. 236.) versuchen, eine nähere Ithten⸗ und durch ein besonders ausgeführtes Beispiel belehrende ost ul Bestimmung hierüber überhaupt anzugeben. bisu§. 218. ++l Vorzüglich wird nasses Land, oder welches eine nie— 22 L. drige Temperatur schon an sich besitzt, besonders auch A—* + . I,—3 wegen des etwäuigen Mangels an Gährung erregender I. 0 Kraft bei uuzweckmäßig eingerichteter Ackerkultur, um 65.1. 101 die Gäͤhrung in Thötigkeit zu versetzen, Iihle als⸗.* d⸗ dann hier oft viel Zeit dazu erfordernde nöthige Mit⸗ H— 4 theilung der Gährung des auflösbaren Graswuchses an i die Dammerde zu bewirken, so mannichfache Vorsicht er⸗ na/ fordern. Dieses nasse Land(welches vielleicht mehr Gras⸗ auc als gutes und zwar Getreideland durch seine erniedrigte f Temperatur ist) muß daher frühzeitiger als alles ande— Roe re, so viel möglich bei trockner Witterung, und zur Ver⸗ 5 treibung des Unkrauts mehrere Male gepflügt werden. ühü Dahingegen der trockne Acker bei gehöriger Gährungs— Ral fähigkeit, guter Witterung und daher leicht in Thätig— wohl keit zu versetzender Gährung mit der Bearbeitung keine so große Eile nöthig hat, vielmehr der Natur in Rück— ise sicht auf die Graswuchser zeugung(so weit es nehmlich hier beel mit denjübrigen Umständen verträglich ist) mehr freyer 2 Lauf gelassen und sie bequemer abgewartet werden kann. rei⸗ ö Ein Landwirth, der Erfahrung, richtige Grundsätze und E —— 320 Aufmerksamkeit genug besitzt, daher auch nicht die Noth⸗ wendigkeit des gewöhnlichen Schlendrians(der durch die Begierde, den patriotischen Ackerausmagerungsplan zu verfolgen, erzeugt ist) begreifen kann, wird in allen Fällen die in der Ausübung durch so mannichfache ö Verhaltnisse und Umstände, nach ihrer so vielfältigen x 25 44 Abwechselung, dem Lokale gemäß nöthigen Vorschrif— I ten sich selbst uberall gründlich anzugeben wissen. §. 219. ——— . 2 V.. Alle Wintergetreidesaaten verlangen besonders mehr Vorbereitung, und durch diese bereit gemachten Vor— , rath durch Gährung aufgelöster Grastheile. Woran ui wahrscheinlich die Unterbrechung der Gährung durch den Winter selbst, wo(besoaders bei Mangel an Gährung * V./ erregender Kraft oder ungünstiger Temperatur) diese im Frühjahre alsdann bei niedriger Temperatur nicht ge— 4½ V. hörig, bei hoher Temperatur aber immer zu schwach, . wieder anfangen kann, die meiste Schuld zu haben scheint.n) Auch muß alsdann die Gährung wirk— lich in Thätigkeit gebracht, und, um jener Unter— brechung willen, der Dammerde selbst früher mitgetheilt „) Der Grund von dem neuerlich durch den Laudbaurath in Eng⸗ land so angelegentlich anempfohlnen und wirklich nützlich befun— denen Ueberdüngen(top drelling) der Winterfelder im Früh— jahr liegt wahrscheinlich in diesem besondern Umstande, und dar⸗ inn, daß die Frühijahrsgährung dadurch in der That früher geweckt und befördert wird. Ein ähnliches Mittel dürfte in dem bloß oherflächlichen Uebereggen der gedachten Wintersaaten im Früh⸗ jahre ebenfalls da, wo es nehmlich anwendbar ilt, gefunden werden können. r..——....—————— 35——— ———————— ———— PpSPI==Fff —— 7——— . Mah⸗ durch Splan allen fache lligen schrif— meht Vort⸗ Dorgn chden Htung seim ge— ach, aben witk⸗ nler. theil Ech⸗ hesun⸗ Frͤh⸗ aR⸗ auat I rih⸗ den 321 werden. Da die Wintersaat bei dem Ackerbau bisher die Hauptfrucht gewesen ist, so muß auch hierin der Grund aufgesucht werden, warum auf die Braache, (wo alle Gährungsmittel und Ackerbaukräfte immer mehr concentrirt wurden,) und beider in diese Zeit einfallenden, den ganzen Sommer über fortgesetzten Bearbeitung die Wintersaat bisher folgte. 9. 226. Bei Sommerfrüchten hingegen ist es bekannt, daß sie, die mehr zärtlichern allein ausgenommen, über— haupt weniger vorbereitende Gährung und Auflösung des Graswuchses, als die Wintergetreidefrüchte ver— langen. Der Grund davon liegt wahrscheinlich in der meistentheils nach bestellter Saat ganz ohne H˙——.—— ö . V i 64. 47 —.— I. Unterbrechung bleibenden Gährung, vermittelst der höher steigenden Temperatur der Sommermonate. Die Saatzeit fällt dann gewöhnlich mit der eben einfallen— den allgemeinen, zuletzt besonders verstärktern Früh⸗ jahrs⸗Gährung in dieselbe Zeit. Hierin liegt auch ohne Zweifel der Grund, weßhalb man die! Sömmerung der Winterung bisher nach der Saatenfolge der zeit— her eingeführten Dreiselder-Kultur folgen ließ: in— dem jene, aus den so eben angeführten Gründen, mit den Nahrungsmitteln, die diese übrig ließ, so gut es nur immer gescheheit wollte, noch immer vorlieb neh⸗ men mußte. Nur bei hoher Temperatur, wo das Auf— gehn der Sommersaat und das weitere Gedeihen der— selben so mannigfachen Schwierigkeiten ausgesetzt war, schien hierin eine Ausnahme Statt finden zu können, * .—— 322 indem diese hohe Temperatur selbst die geringfügigen Nahrungsmittel besser hier verbreitete und daher auch die Veranlassung zu einer, wenigstens im Vergleich ge— gen die Sommerärndte, noch immer reich ausfallenden Winterärndte wurde. §. 221. Der daraus zu ziehende Schluß würde daher dieser seyn: daß Sömmerung im Allgemeinen, und wo der eintretende Fall der etwa nöthigen Tempera— turmäßigung diese nicht vielleicht ganz unmöglich macht, ö s Mittel, die Gährung in Thätigkeit zu bringen, sü 93—— laV- als Mittel, die Gährung in Thätigkeit zu bringen, füͤg— LLWHMH eer, lich betrachtet werden kann. Ueberall, bei der nöthigen Temperatur⸗Erhöhung, wo das Gerathen der Winter— +. 0. 6 0. früchte zweifelhaft würde, wird es daher immer schwer 4. He 4 A 44 Le* 222 — 7* bleiben, Sömmerung statt Winterung zu wählen. Man wird daher wohl thun, diese Regel da anzuwen— den, wo man, besonders auch bei der durch Winterung veranlaßten ungünstigen Herbsttemperatur fürchten müßte, daß die Gährung nicht, oder nur zu spät, um die nöthige Mittheilung an die Dammerde zu bewir— ken, in Thätigkeit kommen könnte. Diese Ausübung der Regel tritt oft, besonders bei dem Anbaue der sogenannten Braachfrüchte, ein. Erbauet man z. B. noch Kartoffeln oder Rüben, Winterroggen(mehr noch als Winkerweitzen) in übri⸗ gens gutem Lande: so fällt die darauf folgende Aernd— te, ungeachtet der duech Kartoffeln oder Rüben wieder erhaltenen Gährungsfähigkeit gewöhnlich auch nur sehr mäßig und oft sehr geringe aus. Wäre Sömmerung darin angebaut gewesen; so wurde diese vielleicht sehr 323 sign gut und reichlich, wie man unter diesen Umständen, r auch als beinahe gewiß annehmen kann, ausgefallen seyn. eichg Demungeachtet beurtheilt mancher Ackerwirth, indem lenden er der gewöhnlichen Saatenfolge nach, Wintergetreide— arndten nach diesen Braachfrüchten durchaus erzwingen will und die alsdann größern Vortheile bei dem Som⸗ daher b ille il S früchte hei merbäue um deßwillen, weil Sommerfrüchte hei der ö ün. 7. und bisher übel eingerichteten Kultur keine eben so großen npera⸗ Vortheile gewähren*), verkennt, gegen den 33sten§.—4 arsee I macht, jene, die Braachfrucht, als eine den Acker nicht verbes⸗ u sig sernde, sondern vielmehr aussaugende Pflanze: und., el, 4. 4.— öthign zwar bloß aus der Ursache, weil die in der Folge auf/—— 3 0 7 ie Braachft itelber folgende gesäete Winter⸗,. Vr Bintet. die Braachfrucht unmittelbar folgende gesäete Winter⸗ schber frucht nicht gerathen war. Da doch die e se +⁴. vͤhlan und Kultureinrichtung, vorzüglich in Hinsicht auf die““ hu Saatenfolge selbst, die Schuld billig allein hätte tra— ö I gen sollen. chtin§. 222. V mn ů Soll demungeachtet Winterung in der Folge ge⸗ Hobit⸗ 42——5 ö bauet werden;(wobei das, was im 2ten Theile§. 300. udas*) Es sind mir sogar Beispiele bekannt geworden, daf blos aus, „eb. dieser Ursache bei mißrathener Winterfrucht in der& Dreifelder— 7 56 wirthschast ein ganz irriger Schluß gefällt und in dieser Hinsicht 60 4 4.. leh. ö das in gutem Lande sonst gewöhnliche Ausackern der Wintersaat ibr und Einsäen der Sommersaat mit großem Nachtheile unterlas⸗ ů—4.—. 4.. nd sen worden ist: da doch bier der Vortheil der durch die Braache 700 neuerdings erhaltenen Gährungsfähigkeit, welche unter diesen Vv La. Ider Umständen noch ganz unverbraucht geblieben, ein ganz andres sche Resultat, als das bei der nach Winterung eingestreuten Sommer⸗ 2 E1. d H saat sonst erfolgte, jederieit uberteugend erwarten lassen muß. ung 4 chr 4 2 *—.— V fere 4—. ö** SSSISIIII....—NÄ* ν 22 4=—— — 4— 48 559 .— seg. vom Weitzen oder Roggen ausführlich gesagt ist, auch in Erwägung zu ziehen seyn würde) so bleibt kein andres Hülfsmittel übrig, als daß man dem zu erwar⸗ tenden Nachtheile bei Zeiten, und wo möglich, bei guter Witterung,(bei dem nassen Acker früher als bei dem trocknen) durch wiederholtes Pflügen abzuhelfen trach— te. Der Erfolg wird den Nutzen dieser Anordnung gewiß stets bewähren. Dieses wird dann um so nöthi⸗ ger seyn, wenn die Vortheile der zu erbauenden Win⸗ tergetreidefrucht es erfordern, daß die Gährung bald anfange und ihre Thätigkeit früh der Dammerde mit— theile. Einige führen deßhalb auch wohl verschiedene besonders künstliche Düngerarten mit gutem Erfolge auf. Diesen selbst zu bestimmen, hängt indessen wohl immer von einer verbesserten Kulturart, so wie auch von einer richtig gewählten Saatzeit ab. So wenig daher überhaupt angenommen werden kann, daß eine wiederholte Zeit und beträchtliche Kosten erfordernde Bearbeitung, wenn die Temperatur sonst zu⸗ länglich ist und die faule Gährung theils durch die vor— findliche Lockerheit des Erdbodens, theils auch durch die vorhergegangene gute und zweckmäßige, den Erdboder bereichernde Kultur dargethan werden kann, überall nöthig sey: eben so wenig kann im Allgemeinen jedoch auch keinesweges, ohne auf die besondern Umstände Rücksicht zu nehmen, behauptet werden, daß die wie— derholte Bearbeitung die dadurch vermehrte Mühe und Kosten nicht wieder einbringen und also keinen Nutzen nach sich ziehen werde; indem hier alle Vorsicht nöthig, und die Wirkung ganz von der bisherigen Kultur, Tem— Hagt ibt kein erWar⸗ tiguter li dem ilach⸗— drung nithi uWin 0 babh de nit, Hitdere Erhe helen Losten ist zu⸗ ievot⸗ ich de Noden be ioch stände hie⸗ und lhen hig, dem⸗ —— 325 peratur, Atmosphäre, vorangegangenen Witterung und auch davon abhängen wird, ob die vorher erbauete Pflanze und ihre im Acker nachgelassene Gährungsfä⸗ higkeit nach den H. 30 und 31. leicht oder schwer in Thätigkeit zu setzen ist? Auf der andern Seite kann dagegen die rechte Säezeit vor der Thüre, und, um diese nicht zu versäumen, die frühere Saat mit Vor⸗ theilen verknüpft seyn, welche die verspätete Bearbei— tung, besonders vielleicht da, wo andre Saatgeschäfte sich anhäufen, nie wieder einzubringen im Stande seyn könnte. Ueberhaupt wird die wichtige Frage, ob die Gährung erregende Kraft des im gegenwäͤrtigen Falle begriffenen Ackers besonders ansehnlich sey oder nicht? zur sichern Entscheidung viel hier beitragen können. 5. 2275. Auch die den Sommer über vorher gehabte Wit— terung, welche auf die Temperatur, die durch Gährung in Menge aufgelösten Grastheile, und selbst auf die ganze Atmosphäre Einfluß hat, kann bei dem Entschuß, der auf die hieraus zu ziehende Bestimmung sich gründen soll, ungemein viel Antheil haben. Es wird daher bei Bestimmung der vorher möglichen oder gedenkbaren Gährungsfahigkeit eine darauf immer gerichtete Rück— sicht nothwendig bleiben. Bei vorher trockner, ja selbst dürrer, jetzt und zukünstig den Herbst über so muthmaß⸗ licher Witterung würde die Unterlassung der mehrma— ligen Bearbeitung(ungeachtet ihr Nutzen dann unläug⸗ bar größer werden dürfte,) als Vorbereitung zur Win⸗ tergetreidesaat weniger schädlich und weit eher zu wagen — 42 . 6 + een,—— R+ — 2.. 22 3 0 7 er— 2.— 326 sein, als umgekehrt, da, wo feuchte Witterung schon einen nachtheiligen Einfluß gehabt, diese an Feuchtig⸗ keit wohl noch vermehrt oder so erhalten hat. §. 224. Eben so bleibt es eine sich bestatigende Wahrheit, daß Aecker, welche entfernt sind, daher wegen Dün— germangels bei der bisher am meisten üblichen Kultur⸗ weise nur eine geringe Neigung, die Gährungsfähig— keit selbst nach der wieder in der Braächzeit erneuerten Graswuchserzeugung sich wieder verschaffen zu können, verrathen: oder daß Aecker, die in einer feuchten Atmos— yhäre mehr an, oder selbst in Wäldern zwischen ansehnli⸗ chen Wiesen oder Sumpfstrecken zerstreut liegen, eine vielleicht ganz abgesonderte Behandlung, in Hinsicht auf ihre durchaus feuchte Atmosphäre, ihre Neigung zum Un⸗ kraute und Mangel an Gährung erregender Kraft, überhaupt aber, wegen geringer, durch allezeit verrin⸗ gerten Ertrag geschwächter Kulturkräfte, also aus Schwäche und Mangel an Gährungsthätigkeit, eine ver— mehrte Bearbeitung verlangen. Da die Gährung hier uberhaupt besser vorbereitet seyn will, auch später als sonst, der Dammerde mitgetheilt wird; so muß auch die Bearbeitung als Gährung verstärkendes Mittel, um dadurch einen doch einigermaßen verbesserten Er⸗ trag zu bewirken, um desto eher in das Mittel treten. 5. 225. Um bei der Sommersaat die Wirkung der Bear⸗ 6 4 wĩ: V 2* 5. 98214 7 7* beitung zu verstärken, und die Gährungsfähigkeit so SSDSRSSSSTT ———.——.———— i9 schon kuchtiz 327 viel möglich zu wecken, ist das den Herbst zuvor so frühzeitig als möglich veranstaltete sogenannte Stürzen oder Strecken ein sehr brauchbares Mittel; welches ohtheit, 25 Din, N Ullut⸗ Helerten föney Atnos, fsehnl⸗ „ e ichtauf mun FHiaft, dettin⸗ 00 Ud mevet⸗ ghie tir dls auch Mitel, n E⸗ kllll bei spätern Sommersaaten auch erst im Frühjahre ge— schehen oder wiederholt werden kann. Bei Gerste, Lein, Kraut, Kartosseln und andern ahnlichen frühern oder spätern Saaten ist diese Behandlung, vorzüglich bei niedriger Ackertemperatur, ungemein gut und zweck⸗ mäßig. Dahingegen bei sandigtem oder anderm losen Boden und höherer Temperatur diese den Herbst zu⸗ vor angestellte Ackervorrichtung nur dann gut und zweck⸗ mäßig, obgleich hier nicht so nothwendig ist, wenn das Erdreich sich noch vor Winters gehöͤrig erliegen, und daher, wenn trockner Frost und hestige Winde eintreten, nicht fortgeführt, bei häufigem Schnee aber mit den sogenannten Windwehen nicht in die Flüsse, Seen, Gräben und andere Vertiefungen weit fortgerissen wer⸗ den kann(s.§. 204. 206 und 234.). H. 226. Unter den Pflanzen erster Klasse(§. 28.) zeichnen sich in Ansehung der Gährung erregenden Kraft und hierin bald äußernden Thätigkeit einige sogenannten Braachfrüchte, Erbsen, Wicken, Bohnen, Heide— korn oder Buchweitzen und Leim, vorzüglich aus. Bei Klee und andern Pflanzen, welche man, um Saamen zu erhalten, reifen läßt, so wie auch bei dem natürli⸗ chen Graswuchse insbesondre(als wo die Bearbeitung, die nöthige Vorbereitung in der Braache allemal vor⸗ aus zu treffen, genöthigt seyn wird) wird diese gute 328 Eigenschaft weniger als bei solchen, die entweder zur grünen Futterung vor ihrem Reiswerden genutzt werden, oder sonst in vollem Safte zu der sogenannten grünen Düngung(H. 102.) bestimmt sind, angetroffen. Alles beruht hier auf der nothwendigen, besondern Localkenntniß und Erfahrung, vermittelst welcher man sogar eine Art von Gewißheit in seinen Urtheilen über den Erfolg im Voraus sich erworben haben muß. Hier nach richte man sich, um die Verwendung der wieder— erhaltenen oder vergrößerten Gährungsfähigkeit, in Beziehung auf den Boden, und dessen mehr oder minder gute Eigenschaften und seine zeitherige Kultur, den Forderungen der zu erbauenden Kornfrüchte gemäß, nach 9. 30 bis 32. befördern zu können. Ohne Anstren⸗ gung vergeblicher Kräfte, seinen Zweck mit Sachkennt— niß, Klugheit, Sparsamkeit und Eintheilung der Zeit, so wie es die Lage der Sache erfordert, nach richtigen Regeln der Haushaltungskunst zu erhalten, bleibt al⸗ lein der richtige Weg. Wobei alsdann nicht allein unnöthige Kosten und Kaufverlust vermieden; sondern auch der dem wahren Verhalten angemessene größere Vortheil überall wird erreicht werden können. Steht der Acker schon bereits in sehr guter Kultur, so wird überhaupt ein Mißgriff hierin seltener möglich seyn. Je— weiter man aber noch von diesem Ziele der Vollkommen⸗ heit ab ist, um desto mehr wird immer die größte Vor⸗ sicht nöthig bleiben. Fall, das Bestellen der rothen Klee— stoppeln zur Wintersaat betreffend, will ich zur Erläu— ' H. 227. ö 1 W.——77— 2 Noch den einen DDEEEEeeeeee= — 329 det u terung unter mehrern ausheben und eine hierin nähere verda, ö Bestimmung anzugeben suchen. Diese Bestellungsart Ke Hunen ist einführig von neuern Oekonomie-Verständigen bald +2 4 angerathen, und bald nach vielfältig unternommenen aden Versuchen ganz verworfen, bald auch wiederum be— Ascise, erman währt gefunden worden. Durch einander so oft wider⸗ A. La. 17. niber sprechende Resultate wird selbst der denkende Ackerwirth. Hier nicht selten irre geführt, so, daß er seine Urtheile hier⸗— bider⸗ über oft ganz zu suspendiren sich genöthigt gesehen hat. t, in Der große Fehler, daß man nie auf die doch so sehr minder und oft abwechselnde Temperatur, so wie auf die durch „ den die Kultur bestimmte Gährung erregende Kraft zugleich 3„ nach dabei Rücksicht nahm, mußte nothwendig bald einen usttren⸗ Schein von Wahrscheinlichkeit, bald nothwendig Zwei— kennt— fel, welche einer gänzlichen Ungewißheit Platz machten, Zei, dagegen erregen. lhen Um diesen Gegenstand aus dem Grunde zu beur— bt al⸗ theilen, sind so mäncherley Rücksichten dabei zu nehmen alein nothwendig, daß man um so weniger über die bis— ndern herigen Fehlgriffe sich zu verwundern Ursache haben röͤßere wird. Steht Kommt auf die den Sommer über durch Witte— Ditd rungseinsluß bestimmte Temperatur schon viel an; so . N ist wahrend der Saatzeit und selbst einige Zeit nachher ö men: der Fall noch immer derselbe. Zu diesem vorgesetzten VE Zwecke wird eine bereits vorher wohl eingerichtete Kultur und Saatenfolge, oder doch der Umstand, daß dem in der Aufgabe befindlichen Ackerstücke eine für sich bestandene, LE·e.s,. die Gährung erregende Kraft besonders vermehrende lau⸗ Behandlung zugekommen ist, viel beitragen. Dieser 330 Fall kann selbst bei der Dreifelderkultur bei einigen ge⸗ wöhnlichen Kraut- oder Erbsenstücken zuweilen eintre— ten. Befindet sich das Land nicht in diesem guten Zu— stande, so leidet die eingebrachte Wintersaat gleich an— fangs mannichfache Nachtheile: indem die Gährungs— fähigkeit alsdann im Anfange nicht sogleich in Thätig⸗ keit kommen kann, je mehr überdieß die durch Gährung aufgelösten Gras⸗ und Nahrungstheile dem Acker gänz— lich gefehlt haben, und immer so frühzeitig als möglich, durch Getreideärndten hinweg genommen worden sind. Schon dieser Umstand muß nach 9. 219. da, wo so viel in der Braache vorbereitet worden, und alle Hülfsmittel sich auf einen Punkt gleichsam vereinigt hatten, eine gewal— tige Veränderung zur Folge haben. Das gute Aufgehen des ausgestreuten Saamens wird wegen Mangels an Gährung im Acker, besonders bei trockner Witterung, alsdann so erschwert, daß die Saat beim Mangel an anderweitigen Kräften, schon deßhalb sich so leicht nicht wieder erholen wird. Hierinn liegt die erste Veranlas⸗ sung, weswegen es bei zu sehr ausgedehnten, und unver— hältnißmäßig großen Getreideaussaaten gemeiniglich ver— sehen wird: wo alsdann der Kleebau im Großen un⸗ ausführbar bleibt, und oft so geringen, oder gar keinen Nutzen dem Ackerbau.Ganzen verschafft. Dieser eintre— tende schlimme Fall muß jedoch nicht mit dem verwech— selt werden, wo wegen Dürre das Ausgehen des aus— gestreuten Saamengetreides schwieriger wird. Wenn nur die Gahrung im Acker wirklich groß ist, oder doch, den innern Kräften desselben gemäß groß werden kann, und dadurch genugsam hohe Lokaltemperatur ohnedem —— SFꝗFꝗFꝗFꝗFꝗFꝗFꝗFꝗF‚FIFIFIFIIIAIPI‚IꝑIsIsIiIIIII‚Ie.....—————— ————.. ⁰0 zen g eintte, Zu⸗ an⸗ ungs⸗ halg; hrung anz⸗ lich, sind. oviel nittel ewal⸗ ehen 5 an ung/ an icht ls⸗ vek⸗ ber⸗ un⸗ Inen ittk⸗ ich⸗ M⸗ V 33* noch befördert wird: so wird der frühere, ob zwar ver⸗ meintliche Verlust vielleicht immer mit Vortheil ersetzt werden. Ueberhaupt ist der gute Kleewuchs an sich selbst noch gar kein Beweis, wie man sich oft etwa wohl ein⸗ bildet, daß der Acker die nöthige, mehr erhöhte Tem⸗ peratur zur nächstfolgenden einführig zu bestellenden Getreidesaat und die zu ihrem vortheilhaften Wachsthu⸗ me nöthige Gährungsthätigkeit auch besitzen werde. Viel⸗ mehr findet offenbar das Gegentheil gewöhnlich Statt, daß nehmlich die Temperatur besonders bei anhaltender Dürre und Trockenheit für den einträͤglich guten Klee⸗ wuchs zu hoch war, dieser daher nicht eben sonderlich zum Vortheil ausfiel, aber eben diese Temperatur für das darauf in der Folge auszusäende Getreide vorzüglich vortheilhaft wurde. Diese Temperatur äußert alsdann auf die sich bald oder früher zeigende Gährungsthätig⸗ keit einen größern Einfluß, wodurch die frühere Mit⸗ theilung der Gährung an die Dammerde immer bewirkt wird. Daher ist es auch in dieser Rücksicht ein offenbarer Fehler, wenn man, wie gewöhnlich zu geschehen pflegt, bloß feuchte Ackerstücke, in den man die frühere Gäh⸗ rungsthätigkeit schon im Voraus vermissen muß, zur Kleesaat und der darauf solgenden Wintergetreide⸗ Er⸗ zeugung aussucht: da im Gegentheil diese Graswuchs⸗ Erzeugung dem trocknen, an Dammerde armen Lande, doch desto nöthiger seyn muß. Jedoch gewöhnlich pflegt man den minder feuchten, mit an sich guter Ackertem⸗ —* —.— **———— 7 4-a P UPpPpUHUHU¶ A⁸————————* 7—————— 2 ——..———————————————— 2—————.—.——————— 2———..——ißi—————————— 22 ——..—4——4—————„————————* 222—— 5———— ————————*——* 3—* ——————.———— WED———————— 2—————.— ———— n——— +.——— ˙*2— —* ————— 4 I——— FII —— 44 8 = EHRuE 332 peratur bedachten Ackerstücken jenen Nutzen des vorzüg⸗ lich in Hinsicht auf seine Folgen hier noch vortheilhaf— ter ausfallenden Graswuchses zu entziehen. Nach diesen vorläufigen Bedingungen wird das einführige Kleeumpflügen zu der darauf folgenden Win— tergetreidesaat nur dann besonders zu empfehlen seyn, wenn 1) das Klima, die Gegend, der Acker selbst, die 7⁴6 4•0 vorhergegangene Witterung, erforderliche Beschaffen⸗ e 4 4. heit der Saatzeit, diese erhöhte Temperatur, nach wel— cher man keinen Mangel an Gährungsfähigkeit besor⸗ gen darf, hervorzubringen im Stande ist. Dazu ge— hört aber auch, 2) daß der Kleewuchs selbst bei der eingeführten guten Kultur wirklich Statt gefunden. 3) ist es vortheilhafter, wenn der Klee während seines Wachsthums nicht beständig allzujung und zei⸗ tig abgemähet worden, das Unkraut also nicht so leicht hat überhand nehmen können, und der Klee bei einfal— lender seuchten Witterung, dieses zu dünnen und zu ersticken Gelegenheit gehabt hat. Uebrigens ist es in Rücksicht auf die Gährungsthätigkeit eben nicht von so großem Nachtheile, wenn der Klee oft(nur nicht so oft, daß er gar nicht Jum Wachsthum kam, und das Unkraut bei niedriger Temperatur daher freye Macht erhalten konnte,) abgehauen wurde. Die alsdann im— mer im vollen Safte bleibenden Wurzeln tragen dann auch viel zu einer guten Wirkung in Ansehung ihrer leichtern Auflösung bei. 333 4) Kann das einführige Ackern der Kleestoppeln zur Wintersaat geschehen, wenn das Feld nicht vorher ver⸗ queckt gewesen, und auch das Land vorher schon mehr— mals nicht Winterfrüchte getragen hat,(wovon der Grund im zweiten Theile Kap. 3. anzutreffen. 5) Muß der Klee bei nicht sehr hoher Temperatur, und auch bei nicht sonderlichem Reichthume an Gäh— rung erregender Kraft, nach§. 31 weder zu Saamen, noch sonst spät bei seiner erlangten Reife abgehauen wor— den seyn. Die meisten dieser Nachtheile werden durch alle bis— herigen Mittel und durch die vergrößerte Gährungsthä— tigkeit, auch wohl durch die, welche die vermehrte Er— höhung der Temperatur(§. 70.) vorschreibt, glücklich gehoben. Es wird hier besonders nöthig seyn, be— stimmtere Urtheile, wobei man sich keineswegs auf den bloßen Zufall verlässen darf, vorher fällen zu können. Sollten es die erforderlichen Vorsichtigkeits-Maaßre— geln mit Erfahrung und Kenntniß des Lokals verbun— den, verlangen; so wird es auch dann nöthig seyn, sich des einführigen Klee-Umarbeitens zu der darauf folgen— den Wintergetreidesaat gänzlich zu enthäten. Daher dem Acker auch mehr Fahren oder Furchen vorher zu— kommen müssen. Als ein bei zweckmäßiger Kulturein— richtung bräuchbar befundenes Mittel,(wobei man auch im kälterem Klima bei uns, wie in dem gemäßigt wär⸗ mern, wie z. B. in England, einführig zu Roggen mit mehr Sicherheit noch immer aber zu Weitzen die Saatbestellung vornehmen kann) empfehle ich in dem V..—. * + 2 334 Temperaturerhöhungsfalle noch die Anwendung künst. licher Düngerarten, vornehmlich aber des Kalkes. Wo alsdann nach dem nur einmal mit gehöriger Sorgfalt verrichteten Umackern des Kleelandes sammt seinen Stoppeln, das Land alsdenn sogleich mit Kalk über— streuet, nachmals über Winters besäet und zuletzt bei— des, der Kalk sowohl, als der ausgestreute Saame zu— gleich ein und abgeegget wird. Kann man zugleich diese Saat frühzeitig bestellen, so wird man offenbare Vortheile davon verspüren: indem viel hierauf ankommt, daß die vermittelst der Kleewurzeln zu erregende Gäh— rung geschwinde in Thätigkeit gebracht, und der Damm— erde aber bei noch warmen Tagen und Wttterung mit— getheilt werde. Ist dieses einmal bewirkt worden, so darf man um die fernere Unterhaltung und Ausdauerung der Gährung selbst, bei sonst hinlänglich hoher Acker— temperatur, auch alsdenn weniger hier besorgt seyn. Wenn, besonders nachtheilig vorher zu erwegender Umstände und niedriger Ackertemperatur wegen, die Bearbeitung nach der ersten Klerärndte schon folgen soll: so ist auch hier noch immer einige Vorsicht nöthig. Bei nassem, verunkrautetem, magern Lande, und etwa auch zugleich einfallender unbeständiger Witterung, ge— ben die von der Fäulniß nachher angegangenen Klee— wurzeln den geringern Grasarten oft eine so vortreffliche Nahrung, daß alles nachherige Bearbeiten beim häufi— gen Kleeanbaue und bey dazu oft gar nicht passenden ge⸗ wöhnlichen Kultureinrichtungen, bey verwildertem zähen Iande ohne Wirkung bleibt. Besonders wird dieß dann kinst 5. M rgfal seinen über⸗ t beis me zu⸗ gleich Ubare mmt, Gih⸗ amm⸗ mit: odarf erung lcer⸗ schn, nder die Ngen thig eta 1 ele⸗ lich f⸗ 9⸗ n in 2 geschehen, wenn die Feuchtigkeit in dem Acker verbleibt und durch fortgesetzte üble Witterung in dem Acker un⸗ terhalten wird. Selbst der noch aufgesahrne Dünger kann alsdann oft das Uebel vermehren, weßhalb auch immer alle Vorsicht hier erforderlich seyn wird. Besolgt man diese Vorschriften mit ihren jedesmal erfolgenden Abänderungen genau, so wird die gute Wintergetreide⸗Aerndte nach Klee nicht leicht ausblei— ben. Der dem Kleebau ganz mit Unrecht und bloß wegen des dabei meistentheils üblichen unrichtigen Ver— fahrens bisher zugezogene, aber ganz ungegründete Vor⸗ wurf, daß er den Acker aus sauge, wird alsdenn auch völlig gehoben, und dadurch von selbst hinweg fal— len müssen. Uebrigens erreicht man bei dem einführigen Um— arbeiten des Kleelandes zur Wintersaat dieselben Vor⸗ theile, welche nach§. 198 durch Bearbeitung und Be⸗ saamung eines Neubruches gleich das erste Jahr erhal— ten werden. Die reiche Futterärndte an die Stelle der kostbaren, oft auch nachtheiligen und uneinträglichen Braache setzen zu können, ist allerdings ein wichtiger, gar nicht gering zu schätzender Vortheil. Gewöhnlich fehlt man auch noch darinn, daß man den Klee 2 oder 3 Jahre und länger auf einem Flecke stehen läßt. In graswüchsigem kaltem Lande, wo der Fall der durch jene Behandlung angedeuteten Temperaturmäßigung keines⸗ wegs, wohl aber der Fall der nöthig zu bewirkenden Tem⸗ peraturerhöhung eintritt oder da ist, scheint dieses dabei beobachtete Verfahren der F§. 202 aufgestellten Regel —— 336 gemäß, nicht eben das zweckmäßig gute und bessere. Wenn nehmlich nicht bloß auf den künstlichen Futter— wuchs, sondern vorzüglich auch auf die Folgen und die Berechnung des durch den wieder erzeugten Graswuchs dadurch erreichten Nutzens bei einem unter dem Pfluge stehenden Acker überhaupt gesehen wird. Der rothe Klee bleibt zwar im zweiten Nutzungsjähre noch an sich stark genug, allein schon im dritten nachfolgenden Jah— re fängt er, selbst bei ihm gedeihlicher gemäßigter Tem— veratur, an, auszugehen; wodurch die geringern Gras— arten noch mehr gereitzt werden, das völlige Verschwin— den und den Untergang desselben zu befördern. Durch den besiegten Kleewerden diese zuletzt oft so gestärkt, daß sie oft für das nachher folgende Getreide nun desto schädli— cher und nachtheiliger werden. Bei hoher Temperatur gedeiht der Klee selten noch so lange; und seine Dauer schränkt sich alsdann besonders da, wo er oft das vor— nehmste Mittel zur Wiedererzeugung des Graswuchses ausmacht und daher öfters als gewöhnlich gebauet wer— den muß, auf noch kürzere Zeit, und wie 3. B. in Norfolk oft gar nur auf ein volles Nutzungsjahr ein. Daher auch dort das zur Temperaturmäßigung nöthige Liegenbleiben des Landes in den zunächst folgenden Jah⸗ ren durch Einmischen des Reigrassaamens unter die auszustreuenden Kleekörner gewöhnlich wird, wodurch man in dem zweyten Jahre noch nach dem Kleeeeine gute, zur Schaafhütung besonders frühzeitige Weide erhält. Indessen ist da, wo die Mäßigung der Temperatur nicht Statt findet, das längere Liegenlassen des Klee'es kei— nesweges zu empfehlen. Nicht allein, daß dadurch besen Futter nd di wuchs Mhuge dothe sc Yh⸗ Tem⸗ Gras, chpin. den aß si hädli⸗ ralut Me ⸗ der⸗ 2³ ⁷ alsdann nur geringer Nutzen für die Graswuchserzeu⸗ gung erhalten wird, so ist auch schon die bei niedriger Temperatur allemal dadurch zugezogene Schädlichkeit ein nicht unwichtiger Gegengrund, der diesem Verfah— ren zuwider aufgestellt werden muß: da es allein von der Temperatur abhängt, ob und in wiefern die davon abhängende Vertreibung des Unkräutes durch die dann öfters wiederholte Bearbeitung nöthig wird. Auch fällt alsdenn die Anwendung der gegebenen Vorschriften für die einführig zu bestellende Wintersaat auf Kleelande billig und auf jedem Fall hinweg. Noch einen Be— weggrund, der das Herumreißen des Kleelandes bey der nöthigen Temperaturerhöhung in Rücksicht auf die §. 202. aufgestellte Regel schon nach dem ersten Nuz⸗ zungsjahre(wo die Wurzeln noch überdieß nicht so hol— zig und hart, daher auch zu dem angezeigten Behuse brauchbarer, als in dem zweiten und sogar dritten Jahre sind) anrathen wird, findet man im zweyten Theile §. 324, woraus es sich gleichfalls ergiebt, daß die Hauptabsicht in Rücksicht der Vermehrung des Gras— wuchses und der Gährungsfähigkeit bei der einjährigen Nutzung besser, als bei dem längern Liegenbleiben der Kleestücke erreicht werde. Däher auch überall, wo die Regeln der Temperaturmäßigung nicht ein anderes Verhalten verordnen, das Liegenlassen des Kleees zur vollkommnen Benutzung länger als ein Jahr lang nicht gebilligt werden kann. Doch auch hierbei ließen sich vielleicht noch einige Ausnahmen denken, als z. B. dann, wenn der zuletzt angesäete Klee wegen Dürre gar 338 nicht aufgegangen wäre, und Futtermangel dabei besorgt werden müßte, oder auch noch andrer besondern Ursachen wegen die zweyjährige Nutzung etwa einmal erfordert würde. §. 228. ad 6) Wenn alle Umstände gleich sind, so werden auch ähnliche Resultate jederzeit daraus hervorgehen: bei aller mit Sorgfalt unternommenen Auswahl in der Saatenfolge, Fruchtwechsel und Kultur werden ähnli— che Fälle, durch verhältnißmäßig verstärkte Bearbeitung vorbereitet, stets so und nicht anders eintreffen. Wohl— verstandene Bearbeitung und eine solche, welche ihren Grund in der vorher vermehrten und durch die Auswahl in der Saatenfolge stets wieder erneuerten Gährungsfä— higkeit hat, wird dabei gewiß immer nützlich seyn und die gewünschte Wirkung verstärken helfen. Diese durch die Saatenfolge erneuerte Gährungsfähigkeit, verbun— den mit der Ackerbearbeitung, ist, in so fern die Gäh— rungsthätigkeit bei einem feuchten Acker, oder unter ei— ner feuchten Atmosphäre dadurch vergrößert und also von ihnen mehr abhängig wird, um desto nöthiger; wo nehmlich das Klima des Nordens einen einträglichen Ackerbau zulässig macht. Allein beide, die wiederer— haltene Gährungsfähigkeit sowohl,(damit der Nutzen davon bei niedriger Ackertemperatur nicht durch Un— kraut gefährdet werde) als auch die Bearbeitung, wer— den alsdenn unentbehrlicher und verlangen eine größere Vorsicht in der Anwendung, als bei einem trocknen Acker, dessen Temperatur an sich hoch genug ist, erfor— dert wird. Dagegen zeigen sich aber auch die Wirkun— Ibei Ossagt N Urachn lersorder so verden vorgehen: hl in der en ahnli⸗ arbeitung 1. Vohl che ihren Auewahl rungefi⸗ ehn und ssedurch Mbuli. Gih⸗ uter ei ud also get; wo ägliche ilderet⸗ Nuher ch Un⸗ „ Rraßne Henen efot⸗ tckun⸗ 339 gen der wiedererzeugten Gährungsfähigkeit sowohl, als der Bearbeitung bei dem letztern Lande leicht aus— führbarer und auch alsdenn immer nutzbarer, ungeach⸗ tet des an sich hier viel geringern Graswuchses. Bei jenem, dem feuchten Acker, soll daher die Gährung er— regende Kraft vermittelst der Saatenfolge mehr verstärkt und der der Gährungsthätigkeit hier noch mehr nöthige erforderliche verneuerte Reitz durch Graswuchs, wo möglich, öfterer wiederholt werden. Bei dem trocknen Acker hingegen hält aber auch die Gährung, in so fern nur keine Dammerde und der eintretende Mangel hier— an der Sache selbst ein Ende macht, alsdann länger an; und der etwanige Endzweck der Temperaturmäßi— gung erlaubt,(wenn nehmlich die§. 202 gedachte frü— here Ausnahme nicht etwa vorkommt,) gewöhnlich nicht, daß der Graswuchs hier so oft und in kurzen Zwischen⸗ perioden, wie bei jenem, dem feuchten Acker, wieder— holt angewendet werde. Sollte jedoch die vorhin nach §. 202. gedachte Ausnahme von der Regel in Erfüllung gebracht werden können; so zweifle ich, da man über— all Gartenland hat und haben kann, auch an ihrem gro— ßen Nutzen nicht: ob sie gleich mit betrachtlichen Schwierigkeiten bei ihrer Ausführung im Großen, bei der Sache oft gar nicht angemessenen Kulturkräften, Begriffen und sonst widrigen Umständen würde zu käm— pfen haben. Die ganze Behandlung würde denn aber auch mehr als eine Art von Gartenkultur angesehen wer— den können. 9 §. 229. Die Temperatur und ihre bald nöthige Erhöhung, bald auch zu bezweckende Mäßigung wird auch hier schon auf die Auswahl und Saatenfolge nach§. 203. selbst Einfluß haben. Von diesen Verschiedenheiten muß es auch immer abhängen, welcher Fruchtwechsel, dem Lo— kale angemessen, vor allen andern in der Regel zu wäh⸗ len seyn wird. Jedoch beschränke ich mich, bloß die allgemeinern Umstände und Verhältnisse anzugeben; indem das aus— führlich Bestimmtere hierinn für den zweiten Theil die— dieser Theorie die Rede seyn wird, und insbesondere von einem wohl eingerichteten Ackerumschlage gehandelt wendsh sei⸗ verspart werden muß. Eine hohe Temperatur wird von den gleich folgenden Sommersaaten, wienicht zu leugnen ist, verlangt, weß— halb sie auch, damit ihnen die Temperatur der Som mer⸗ monate desto besser zu statten kommen möge, entweder weit später im Frühjahre als alle andere gesäet, oder doch, wenn sie früher schon gesäet sind, bearbeitet, behackt oder gejätet seyn wollen, und so ihr gutes Wachsthum durch die alsdann verstärkte Gahrung besördert werden muß. Unter die erstern gehören Buchweitzen, Mays, (der auch wohl sein eignes wärmeres Klima, oder an dessen Stelle doch einen hitzigen Boden, viel Dünger und Bearbeitung verlangt,) Sommerraps, Hirse, ser Abhandlung, wo von der eigentlichen Anwendung h Ii l Auväh gemeinerr das aus Hel die Rwerdung besonder gchordeh lgenden N, weß⸗ Mmer, derwei det dohh „bchact hsthun Welder Ma oder g Dinger Hase, V 341 Toback, die Rüben, Mangold und Kohlarten. Unter die letztern gehören ebenfalls auch Lein, Bohnen, deß— gleichen Hanf, welche, so wie auch die Kohlarten, zu⸗ gleich auch eine feuchte Atmosphäre, der Temperatur unbeschadet, lieben. Kartoffeln und Möhren machen hingegen bei diesen wieder eine Ausnahme, da ihnen mit der feuchten Atmosphäre(wahrscheinlich weil sie ihrer unter der Erde auch weniger bedürfen) offenbar nicht gedient zu seyn scheint. Diese trockne Atmosphä⸗ re und hohe, jedoch durch Dammerde immer hinläng⸗ lich gemäßigte Temperatur fordern auch die Getreide⸗ arten, wie z. B. Weitzen, Roggen, Dünkel, Gerste, Haser und die meisten Hülsenfrüchte, welche alle viel auflösbare Grastheile, und nur, wenn sie Sommer⸗ saaten sind, eine gemäßigtere Temperatur, oft auch eine einigermaaßen feuchtere Atmosphäre zu ihrem guten Ge— deihen nöthig haben. Alle diese Pflanzen und Saaten verlangen tiefe Dammerde und einen höhern Grad von Gährung, als solche aber, die nicht sowohl auflösbare Grastheile, und deßhalb immer tiefe Dammerde lieben, sind die Kleearten, der rothe Klee, die Lucerne, Espar— cette u. s. w. bekannt. Auch der gewöhnliche natürliche Graswuchs hat bekanntlich diese Eigenschaft, weßhalb er, ob zwar eine gemäßigte Temperatur und feuchte Atmosphäre ihm offenbar gedeihlicher ist, doch wie jene, besonders Lucerne, Esparcette und ähnliche perennirende Pflan⸗ zen, bei dem Temperaturmäßigungsfalle besonders 34² brauchbar ist. Sollte die Temperatur bei letztern zu hoch seyn, so wird etwas feuchte Atmosphäre, allenfalls durch tüchtige Heckenbefriedigung befördert oder her⸗ beigeführt, diesem nachtheiligen Umstande einigerma— ßen abhelfen können. Andre, die sogenannten Handelskräuter, z. B. Krapp, Waid, Hopfen, die alle mehrere Jahre in dem Acker verbleiben, und denen eine feuchte Atmos— phäre oft erwünscht, zugleich aber auch eine hohe Tem— N veratur nöthig ist, nehmen statt der letztern auch wohl 0 mit einer gemäßigten Temperatur vorlieb; nur muß die Bearbeitung um desto mehr dieser alsdann nach⸗ helfen. ů §. 230. ö ö Bei der besondern Wahl der Früchte in der Ab— wechselung, muß überdem auf den Boden, seine bishe— 0 rige Kultur, Mangel oder Ueberfluß an Gährung und ö Dünger, Reinigung vom Unkraute, insbesondre aber auf obige besondere Eigenschaften der Saaten und Pflan⸗ zen, desgleichen nach H. 28. auf sie sowohl in Anse— U hung ihres Gebrauches als Gährungsmittel, oder viel— R mehr die Gährungsfähigkeit durch sich vermehrende 0 ö oder nach sich zurücklassende, theils auch als diese in Gährung benutzende Mittel,(so wie auch auf die Gras— wuchserzeugung, vornehmlich aber auf die Temperatur überhaupt), Rücksicht genommen werden.(Zugleich s. H. 26. 27. 30— 33.) 5———— — — blern Henfalt er l igerma⸗ 3. B. ahre in Atmos⸗ e Im⸗ ih wohl u muß nach⸗ N. ishe⸗ gund e aber Pfan⸗ Ause hiele Hede dihe Gras: Wurn g9h 343 H. 231. Besonders in der Auswahl und Folge des Frucht— wechsels beweiset die schon oft angefühete Wahrheit, wie nöthig die Gährung erregende Kraft und dadurch vergrößerte Gäͤhrungsthätigkeit dem Acker sey,(außer⸗ dem die öfterste Bearbeitung nur unnütz und vergeblich seyn würde), daß sie durch Thatsachen hinlänglich be— währt werden könne. Daher, wenn diese Vortheile wirklich hervorgebracht werden sollen, die Gährung durch die vermehrte Graswuchserzeugung nicht stark ge⸗ nug werden kann, und daher auch oft erneuert werden muß. Außerdem, besonders aber bei dem Falle der nöthigen Temperaturmäßigung, wo diese jetzt ange— führte Forderung nicht so, oder doch nicht so oft erfüllt werden kann, muß jedoch wenigstens dafür gesorgt seyn, daß der gewählte Ackerumschlag die Gährung erregende Kraft und mit ihr die Dammerde zugleich vermehre, und dem ganzen unter sich verbundenen Feldbaue erhalte. H. 232. Auf diese Verschiedenheit soll selbst die genauere Rücksicht, z. B. ob Winterkorn oder Sommerkorn, Gerste oder Hafer, Futtergewächse oder Hülsenfrüchte, und wenn und wie oft diese in der Folge gewählt werden sollen, abzielen. Selbst unter Sommerfrüchten pflegt hierin eine Ausnahme Statt zu finden. Daher ver⸗ langt z. B. Gerste, wenn auch nicht so viel als Winter⸗ roggen und Winterweitzen, doch immer noch genug, — 5———————— ***— iiu—.——.— P———— ————————— S—— 344 besonders mehr und in größerer Menge durch Gährung aufgelößte Grastheile, angemessene Temperatur und Dammerde, als Hafer. Dieser wird bei mehr hoher, durch Dammerde nicht so sicher gemaßigter Tempera— tur sowohl, als bei mehr Mangel an auflösbaren Gras— theilen,(es mag nun dieser bloß scheinbar oder wirk— lich Statt finden, er mag entweder von dem Fehler der Kultur, der Dammerde oder auch zu niedrigen Tem— peratur, und wenn auch nicht an dem Mangel an Gährungsfähigkeit, doch in dem Fehler in der wirkli— chen Gährungsthätigkeit herrühren) als frühere Saat, da er weniger zärtlich ist, immer lieber und mit Nu— ten gewählt werden. Es ist übrigens nicht zu vermuthen, daß Hafer weniger auflösbare Gras- theile verlangen sollte: allein, er weiß diese besser und auch unvorbereitet als Nahrung an sich zu ziehen. Diese Eigenschaft findet noch bei einigen andern Saaten, z. B. bei Buchweitzen, Kartoffeln,(wenn diese, wie es sich von selbst versteht, ordentlich be— hackt oder bearbeitet worden) oft auch bei Erbsen oder Rü— ben Statt. Diese werden alsdann auch gewöhnlich früher, als die Gährungsthätigkeit wirklich in Gang kommt, mit Nutzen, eben so wie sie§. 108. bei Neu— land zuerst empfohlen worden,(desgleichen s. H. 226.) gebraucht werden können.—— Gihuug dur un hohe, Kpera. enGas⸗ der wick⸗ chler der en Ten ngel an wirkli Sack, nit Mu⸗ icht 30 Gtas, hsse sch udern (wenn ich be⸗ r Ri⸗ hnlich Gang ö Mu⸗ 220% 345 9. 234. Noch ist die so nöthige Vorsicht nicht aus der Acht zu lassen, welche im zten Theile in den beiden Abschnit⸗ ten, wo von der Winterverwasung und Sommerbear— beitung in ihren Verhältnissen gegen einander ausführ⸗ lich gehandelt werden soll, weiterhin vorkommen wird. Diese Rücksicht und verhältnißmäßige fleißige Ackerbe— arbeitung werden jederzeit bie besten Hülfsmittel gegen schädliches Unkraut und den oft gleich schädlichen Män— gel an Gährungsthätigkeit(in so fern diese durch Be⸗ arbeitung hier ihre Bestimmung erhält) bleiben. Immer wird bei dieser Beurtheilung eine bestäͤn— dige Achtsamkeit nöthig seyn: indem bei deshalb ver— nachlässigter Untersuchung, Mangel an Kenntniß, Einsichten und Nichtbeobachtung oder Unterlassung der den Umständen nach erforderlichen Behandlung, eine Täuschung bäld von anscheinender, ob zwar immer ungewisser Fruchtbarkeit, bald aber von wirklich in ihren Folgen nachtheiliger Unfruchtbarkeit, durch so mannigfache Fehler in der Ausübung entstehen könnte; welche, ganz der Natur und ihren Wirkungen entgegen, theils dem Acker und der Bearbeitung, theils auch selbst der Graswuchserzeugung oder den vorher erbau— ten Saaten oder Pflanzen völlig irrig und fälschlich zu— geschrieben wird. Am meisten wird dieses geschehen, wo man zwar auf die Wiedererhaltung der Gährungsfä— higkeit Rücksicht genommen hat, hingegen aber die wirkliche Vermehrung der Gährungsthätigkeit bei einer 346 oft übel ausgedachten Saatenfolge völlig vernachlässi— get wird. Ueberdieß würde die allgemeine Lehre, der Erfahrung zu Folge, überhaupt nie aus den Augen zu verlieren seyn: daß derjenige practische Landwirth, welcher sei— nen Acker zur Vermehrung der Fruchtbarkeit durch be— sonders verstärkte Graswuchserzeugung, besonders auch vermittelst allerley, diesen Zweck vorzüglich erfüllender Pflanzen erster Klasse, z. B. des Klees, in gutem Zustand zu versetzen gedenkt, den Abschnitten 3 und 4des zten Theils zu Folge sehr vorsichtig zu seyn, Ursache habe. Darauf soll ein guter und zweckmäßiger Ackerumschlag überhaupt abgemessen seyn; widrigenfalls die ganze Ackerverbesserung an dieser gefährlichen Klippe, welche dem guten Fortgänge bei so mannigfachen Anlagen zur Landbau-Verbesserung schon geschadet haben mag, wür— de scheitern müssen. §. 234. ad 7. Die Gährung im Acker aber soll stets so be— fördert seyn, daß sie bei dem gewöhnlichen Mangel an Kräften im Erdreiche, bei der bisher üblichen Kultur und hohen Temperatur auch auslange. Wenn ein Acker zu lange vorher bearbeitet und also der betrachtlichste Theil der Gährung schon während der Zeit der Bear— beitung, entweder wegen der bei hoher Temperatur und Mangel an Dammerde nur zu geringfügigen Gährung, oder wegen der bei niedriger Temperatur nur zu kurzen 1 . 347 hlis⸗ Dauer der Gährung vorbei gegangen wäre, so könnte auch die Bearbeitung nicht d en Nutzen haben, welcher ů1ů— im Gegenfall billig zum Theil ihr zugeschrieben werden ü; muß. Bei Wintersaaten, die am meisten der durch lan ö natürliche Verhältnisse verstärkten Frühjahrsgährung — besonders bedürfen, ist die Folge dieses Verfahrens 9 lIj,-́ noch wichtiger. Außerdem würde man im Herbst oft Sauch ziemliche Saaten und das Jahr darauf dennoch schlechte 135 Aerndte haden. Und ob zwar ein Acker bei niedriger Tem⸗ sund peratur, wo Ueberfluß an Gährung in ihm den wahren SIten Nachtheil nicht verbirgt und hinlängliche Kräfte die hobe. hier langsamere Gährungsthätigkeit nicht fördern, alle⸗ schlag zeit eine längere und mehrere Vorbereitung zur Saat, be— ganzje sonders daher auch die zur Gährung noch schickliche viche warme Herbstwitterung verlängt: so giebt es doch hier 1 jur auch eine gewisse Grenze, die nicht überschritten wer— Hul. werden darf. ö Jedoch ergiebt sich daraus, daß trocknes Land im⸗ mer etwas später, dahingegen nasses frühzeitig den Herbst 1 zur Saat zubereitet werden soll; eben so, wie bei dem LlWan Stürzen oder Strecken vor Winters zu der zukünftigen ultur Sommersaat dieselbe Regel im Voraus nützlich befolgt Ncker werden kann. ö chse ö 0§. 235. Iü Auch die Säezeit im Herbste würde sich darnach richten müssen, wobei man in mittlern, weder zu kal— n ten, noch zu warmen Böden, unter den bisherigen Kul— 348 tur-Verhältnissen, 14 Tage vor und 14 Tage nach Michaelis für den besten und schicklichsten Zeitpunkt dazu bei uns hält. Allein diese Regel wird oft Abänderungen und Aus⸗ nahmen durch eine zweite, besonders hier aufzustellen⸗ de Regel erleiden müssen, nach welcher im trocknen oder guten Getreidelande allezeit die mittlere, auch wohl die späte Saat überhaupt Vortheile hat; dahingegen in niedriger Ackertemperatur oder feuchter Atmosphäre, 3. B. in Gebirgen, Wald, Wiesen oder Sumpfge⸗ genden, die zeitig oder früher bestellten Saaten hin⸗ wiederum bei günstiger Herbstwitterung die bessern seyn werden. Der Umstand ist nehmlich dieser, daß in dem letzten Falle die Gährungsthätigkeit überhaupt langsa⸗ mer ist, daher auch die Saat im Herbst bereits gute Kräfte gesammelt haben muß, um die im Frühjahre hier viel später empfangene Gährung und den daraus folgenden Nachtheil aushalten zu können; indem die Gährung erst spät wieder fortgesetzt werden kann. Da— hingegen in dem erstern Falle, bei hoher oder auch ge⸗ mäßigter Temperatur, um deßwillen die spätern oder die mittlern Saaten vortheilhaft sind, weil hier, zeitig gesäet, das Wintergetreide im Herbst sich überwachsen, die Gährung alsdann im Frühjahre, obgleich frühzei⸗ tig genug, jedoch immer nur schwach, wieder ange— fangen und fortgesetzt werden könnte, und daher auch hier das Gedeihen oder die reichlichere Aerndte selbst weni— ger vortheilhaft ausfallen würde. Die im Herbst schon nach tpunkt dMs, kilen⸗ noder hldie en in Häre, ospe hin⸗ isehn dem nsa⸗ gute sye aus die Da⸗ ö 9e⸗ oder Riig seh, i ge⸗ ler fl. n 349 zum Nutzen der Saat verbrauchte Gährung würde dann zum Nachtheile der nöthigen Frühjahrs-Gährung ver— anstaltet und letztere da, wo sie nöͤthiger war, geschwächt worden seyn. Dieß gilt jedoch nur von den Wintersaaten bei der gewöhnlichen Behandlung; und es versteht sich von selbst, daß man da, wo bei vorzüglich guter Kultur der Acker rein, die Gährung in ihm selbst groß ist, und man versichert seyn darf, daß diese eine beständig reichliche Nahrung unterhalten werde, auch in dem letztge— dachten Falle ohne Gefahr, ja oft mit Vortheil, zeiti⸗ tiger säen könne: so wie auch die spätern Saaten bei niedriger Temperatur, der gegebenen Regel un— beschadet, unter dieser Bedingung jederzeit sicherer seyn werden. Bei der Sommersaat richte man sich mit den spä— tern Saaten z. B. Gerste, nach dem Ausschlagen der Bäume, z. B. der Bicke(betula alba) und im feuch⸗ tern Lande nach der Eiche(quercus robur). Bei Ha— fer bestimmt das Trockenwerden des Landes im Früh— jahre die Säezeit oft schon zu Ende des Märzes, oder im Anfange des Aprils. Bei andern, die Gährungs— fähigkeit verbessernden Sommersaaten richte man sich nach Beschaffenheit der Umstände und den§. 229. an⸗ gegebenen Eigenschaften dieser Pflanzen, sowohl in Rücksicht auf diese selbst und ihre richtige Säezeit, als auch in Hinsicht auf den Boden und seine Kultur. 350 §. 236. Was die Quantität des Saamens bei dem Aus— streuen desselben, so wie die Weite der von einander zu setzenden Saatpflanzen anbetrifft, so geben der Boden, dessen Temperatur und zeitherige Kultur dabei die be— sten, und bei der bisherigen Unsicherheit auch hier mehr als bisher bestimmten Regeln von selbst. Ist die an sich gute, genugsame hohe Temperatur, bei übrigens trockner Atmosphäre durch hinlänglich tiefe Dammerde gemäßigt, und kein Mangel in der Kultur und dadurch bestimmten Gährung: so kann man gewisser und mit Vortheil den Saamen dünner als sonst gewöhnlich ist, ausstreuen: dahingegen bei Mangel an Kultur und Gährung erregender Kraft immer die gewöhnliche Quantität Saamen beizubehalten nöthig seyn wird. Könnte die Dammerde die Temperatur nicht völlig mä⸗ ßigen, welches oft eine Anzeige der für den Boden gar nicht passenden, unrichtig gewählten Kulturart seyn dürfte, so würde ebenfalls die gewöhnliche Quantität Saamen(welche bei Winterroggen, Winterweitzen noch nicht völlig einen Breslauer Scheffel, bei Gerste etwas mehr, bis 14 Scheffel, bei Hafer bis 14 Schef⸗ fel und darüber auf den Mägdeburger Morgen betragen dürfte u. s. w.) um diese Mäßigung wo möglich zu be⸗ wirken, erforderlich seyn. Ein jedoch veränderter Fall ist hier dieser, wo bei hoher Temperatur und Mangel an Gährung erregender Kraft überhaupt das Dünnersäen unausbleiblich nöthig Mi. der zu den, die be⸗ mehr die an igens nerde durch dmit f und lliche wird. ma: gur chn iitit hen erst ef⸗ Hen be⸗ 351 ist, weil sonst, wie z. B. bei magerem Sandlande und sogenanntem Stoppelroggen, das Land aus Mangel an Rahrungstheilen und der zu geringfügigen Gährung we— gen, alsdann bloß Stroh, aber keine Körner hervorbrin— gen würde. In ungleich größerer, als der gewöhnlichen Quan— tität, würde die Aussaat zu besorgen seyn, bei niedri— ger Ackertemperatur, bei feuchter Atmosphäre über— haupt, ungeachtet Dammerde genug in beiden Föllen oder auch nicht da wäre; so wie bei Mangel an Gäh— rung erregender Kraft und hinlänglicher Gährungsthä⸗ tigkeit: z. B. bei sehr feuchter vorangegangener Som— mer- oder Herbstwitterung, nasser oder später Saat— zeit im Herbste und überall da, wo die Temperatur als— dann weniger Kraft zeigen, und daher auch die Gäh— rung weder gehörig verstärken, noch auch die Nahrungs— theile sicher und weit genug herbei schaffen kann: in dem letzten Falle auf urbar gemachtem Moorlände, ho— hen Gebürgsäckern, so wie überall in unserm Klima, und der dadurch erniedrigten Temperatur. §. 237. Bei andern Saaten, nachdem sie nun kleinkörnigt sind oder nicht, daher mehr oder weniger weit pflanzen, wird eine viel geringere Saamenquantität dem Maäße nach ersordert, z. B. bei Rüben, Rapsaat, Hirse u. s. w.: dahingegen bei andern, wo nicht auf Saamen— gewinn, sondern vielmehr auf Benutzung der Pflanze ————— ——————.——“——“. 2 ———————— SDSSSS e eeeeeeeee—————.—.ee——e 35² selbst, als Handelsartikel, z. B. wie bei Lein und Hanf, es abgesehen ist, eine ungewöhnlich größere Saamen— quantität erfordert wird. §. 228• Daß jede Sommersaat eine durch Dammerde und gute Gährung, welche durch die dort einfallende Saat— zeit zwar sehr befördert zu seyn pflegt, hinlänglich ge— mäßigte Temperatur, bei welcher das Land sich immer seuchter erhalten wird, verlange, ist bekannt.(§. 490— 5.) Hierinn scheint auch der Grund zu liegen, war— um Sommergetreide in einer feuchten Atmosphäre und Lande, im sonstigen Verhältniß gegen Wintergetreide, besser zu gerathen scheint; indem das Keimen und Auf— gehen des Sommersaamens bei mehr möglicher Gäh⸗ rung hier gleich Anfangs ungemein begünstigt wird. Wie viel eine durch gute Kultur besonders ver— stärkte Gährungsfähigkeit überhaupt zum leichten und guten Keimen und Aufgehen jeder Saat, nach Ver⸗ schiedenheit der Ackerkräfte und der wirklichen Gährung beitrage, und wie viel ähnliche Felder, welche dadurch eine besondere Fruchtbarkeit erlangt, schon in dieser Hinsicht Vortheile vor andern ihres Gleichen voraus zu zeigen im Stande seyn werden; sieht und bemerkt man besonders, selbst bei niedriger Temperatur und gerin— ger Gährungsfähigkeit, da, wo wegen der vorher ge— habten Nässe zur unrechten Zeit, bei bald nachher dar— auf solgender Trockenheit, das Erdreich dann scholligt —4 V Hen, ö aamen rde und Sul⸗ lich ge⸗ immer —0— „ war⸗ ire und etteide, s h⸗ ver. und Ver⸗ Hrung adubch dieser z tmah glrin Re . Hgt 353 und klosigt wird, und trotz aller wiederholten Bearbeitung in der Braache, das Land theils noch kalt und ohne Gäh⸗ rung, theils aber auch wegen zu geringfügiger Gährungs⸗ fähigkeit dadurch gar sehr schwach und zurückgesetzt sich befindet. Der Acker, welcher alsdann mehr Gährung erregende Kraft durch seine Kultur im Voraus erhal⸗ ten hat, wird sich dann noch immer leichter wieder er⸗ holen, und auch dann noch immer Vortheile, die nur unter diesen Umständen um so sichtbarer werden, ver⸗ sprechen. Keimkraft und Gährung stehen daher immer unter sich, nach jedesmaliger Temperaturbestimmung, in einem sichern Verhältnisse: leidet die letztere, so ist auch die erstere schwach und kränkelnd. §. 239. Die nöthige Auswahl des Saamens, und daß dieser gut und vom Unkrautgesäme hinlänglich gereinigt seyn müsse, versteht sich von selbst. Die Vertauschung des Saamens nach Anleitung des 129.§.(s. den letzten Absatz; deßgleichen den 311.§. des zweiten Theils) kann und wird übrigens, mit Ueberlegung angestellt, ihren sichern Nutzen zur Folge haben. §. 240. Nach erfolgter Saatbestellung wird noch besonders die zur Ableitung der Nässe gehörige Vorkehrung erfor⸗ dert. Die Saat soll nehmlich, vorzüglich bei niedri— ger Ackertemperatur, mit den benöthigten Wasserfur⸗ chen und Graben wohl und so versehen seyn, daß die überflüsige Feuchtigkeit, ohne Schaden anzurichten, 3 —— bequem ablaufen könne. Bei einem starken Acker und schwer zu bearbeitenden Thonboden sind diese am nöthig⸗ sten, so wie auch, daß jedes Beet mit seiner gehörigen Ab⸗ leitung versehen sey, weßhalb auch denn gewöhnlich die Ackerbeete schmäler und zuweilen höher angelegt werden. Dahingegen bei hoher Ackertemperatur oft gar keine, oder doch sehr breite Ackerbeete, und eine geringere An⸗ zahl von Wasserfurchen erforderlich seyn wird. Gleich— falls wird das Walzen bei hoher Temperatur, so wie bei spätern Sommersaaten, welches zugleich zu ihrem leichtern Aufgehen viel beitragen wird, nicht zu unter— lassen seyn. F. Zal. Ueberall ist das nöthige Jäten und das Reinhalten der Saat vom Unkraute, auch zu gleichem Zwecke das Behacken oder Eggen, wo es erfordert wird, zur Be— förderung der Fruchtbarkeit sehr vortheilhaft. Vorzüg— lich bekommen alle, den Graswuchs und die Vermehrung der Gährungsfähigkeit im hohen Grade befördernde Pflanzen, bei nachher, durch ungünstige Witterung, Regen und Kälte etwa verminderter Temperatur und Gährung, an dem Unkraute, dem diese Veränderung besser zusagt, einen ihnen gefährlichen Feind(s.§. 35. Mehrmahls hat man es sich bei diesen Pflanzen zur Regel gemacht, daß sie, besonders da die durch die Bearbeitung verstärkte Gährung zu ihrem guten Gedeihen oft so viel beiträgt, gejätet werden müssen, behackt, auch wohl beydes zugleich einige Male geschehen soll. Nur wenige die— ser Pflanzen, wie z. B. Klee, decken und schützen sich ker u nothg gen Ab. lich die belden. kiine, ere Au. Gleig⸗ so wie ihrem Uunter⸗ nholtn Ee dab 1+ Be. oezüg⸗ hrung dernde erung, ur und derung .35½ Ragel litung 0vil 00 de⸗ sich —** ZIZ‚‚‚..— 355 durch ihren lebhaften Wuchs hinlänglich; allein auch diesen scheint ein ähnliches Schicksal, nach Verlauf des dritten vollen Nutzungsjahres, bei hoher Temperatur, und bey etwa nach öfterer Kleeansaat dazu, wohl noch frü— her bevorzustehen. Bei Erbsen, die in Ansehung des gemeldeten Um— standes mit dem Klee in gleichem Falle sich befinden, scheint doch oft entweder durch niedrige feuchte Witte— rung, oder sonst bei zu niedriger Ackertemperatur, die Kraft, durch lebhaften Wuchs ihre Selbsterhaltung zu bewirken, gefährdet zu werden. Zuweilen wird durch den Zufluß der Umstände das Gedeihen denn so sehr er⸗ schwert und die Temperatur so nachtheilig, daß der Acker durch Unkraut verdorben wird, nicht allein die Erbsen selbst dabei mißrathen, sondern auch das Feld für die darauf folgende Frucht untauglich und unrein bleibt. In diesem Falle ist die Kraft des Unkrautes besonders groß, und die des natürlichen Graswuchses bekannt ge— nug: sogar daß man, wenn man aus dieser Ursache einen Acker, ehe er bei der Koppelwirthschaft zur Weide lie— gen bleibt, mit einer Hülsenfrucht zuletzt besäet hat, alsdann gewiß seyn kann, daß das darauf in der Folge wachsende natürliche Gras durch einen weit bessern und frechern Wuchs sich auszeichnen werde; welches sonst nach einer Sommerfrucht keineswegs zu erwarten, und ganz ungewöhnlich ist. Bei Lucerne, Esparsetten ist meist im Anfange ihres frühern Wachsthums, wenn keine hohe Ackertemperatur sie dagegen sichert, derselbe Fall und gleiche Verhinderungsursachen vorhanden. 3 2 Diese Hülssmittel sind es, welche mir die zweck⸗ mäßig wichtigern bei dem Ackerbau zu seyn geschienen haben; wobei jederzeit die wieder erhaltene Gährungs⸗ fähigkeit und durch die Kultur schon vorher bestimmte Menge Gährung erregender Kraft die erste Bedin—⸗ gung verbleibt. Je mehr diese vermehrt sind, um desto mehr werden sie auch als der Grund aller nützlich ver⸗ mehrten Bearbeitung betrachtet werden müssen. Ohne diese Bedingung aber würden sich die auf die bisherige Bearbeitungstheorie mit der Düngerlehre vereinigt ge⸗ gründeten Hoffnungen und Wünsche für die verbesserte Kultur keineswegs wirklich realisiren lassen. Daher auch das bis jetzt übliche Ackerbausystem, wenn man nach vernünftigen und natürlichen Grundsätzen zukünf⸗ tig bei der Feldökönomie verfahren, und diese gründ⸗ licher als bisher, sowohl vorher als nachher in ihren Folgen beurtheilen will, ferner nicht würde bestehen können. Nur unter der wesentlichen veränderten Be— dingung der zugleich vermehrten Gährung kann die Ackerbearbeitung ihre durchaus verbesserte, nach Regeln geleitete Anwendung und dadurch zugleich weiter ausge— breitete Wirksamkeit erhalten. SPFIFIFIFIFIFIPII‚I‚....—.—.— ur. z eschienn ihrungs, Ksimmte ů Boin⸗ um desto lich ver ——— Ohne isheiige higt ge, erbessrte Dcher un man zukitf. glind. in ihren hosthen en Be⸗ ann die Regeln ausge⸗ ————..——————. III‚i‚‚‚...—.——————— ——3—————————————9—.————— In allen Buchhandlungen ist zu haben: J. G. F. Müller(Verfasser des deutschen Monatsgärt⸗ ners), die wichtigsten Lehren des nützlichen Garten⸗ baues für diejenigen, welche sich über die Gründe der Behandlung ihres Obst- und Gemüsegartens unter⸗ richten wollen, auch für Feldbesitzer brauchbar. ate Auflage. Leipzig bei Gerhard Fleischer dem Jüngern. 1800. 8. Mehrere Recensenten dieses Werks gestehen, daß es seinem Titel entspreche, von vielen physikalischen Kennt— nissen zeuge, und von Nutzen seyn werde. Es erstreckt sich über alle Gegenstände, die beim Gartenbaue wichtig sind, und untersucht die Gründe, nach welchen dieselben betrieben werden, und betrieben werden sollten. In dieser Hinsicht wird es den vielen Freunden, die sich in Deutschland für dieses Geschäft interessiren, nicht unwillkommen seyn, da sie selbst wohl wissen, wie viel zur glücklichen Behandlung und zur Sicherheit in demselben, darauf ankomme, sich der Gründe desselben bewußt zu seyn, und nicht nach blo⸗ ßem Gutdünken zu handeln. Es ist aber auch für die we⸗ niger erfahrnen Freunde des Gartenbaues nützlich, und lehrt sie, wie sie dauerhafte Hecken anlegen, ihre Erdar— ten und ihren Boden kennen lernen und die Fehler desselben verbessern; wie sie den Dünger erhalten, zu bearbeiten und mit Vortheil anwenden, das Land behandeln und bauen, das Unkraut vertilgen und gutes Gemüse sowohl, als gute und tragbare Bäume erziehen, und die letztern auf verschie— dene Art veredeln sollen. Eben so giebt es auch über alle dem Garten schädliche Thiere und alle Krankheiten der Ge⸗ wächse vollständigen Unterricht, und lehrt zuletzt, die verschiedenen äußern und innern Theile der Pflanzen, Wur⸗ zeln, Stammzweige, Blüten, Blätter, Fasern, Fibern, Gefäße, Säfte und Saftumlauf,— die Reitzbarkeit des⸗ selben, den Sauerstoff, die Einwirkung von Licht, Wärme, Wasser und Luft, und ihren Wachsthum und Ernährung kennen. Diese Menge von Stoff ist auf einem Alphabet zusammegedrängt und kostet 16 gr.— wofür es in allen Behandlungen zu haben ist. J. F. Riemann's praktische Anleitung zur Kenntniß der Ziegeleyen und Ziegler⸗Arbeiten; für angehende Oekonomen, Cameralisten und Bauleute. Mit Kupfern. Leipzig. bei Gerhard Fleischer dem Jüng. 1800. Unter des Verfassers Schriften behauptet gegenwär⸗ tige wegen ihres allgemeinen Einflusses einen vorzügli— chen Platz; und indem man in dieser Schrift über obigen Gegenstand für die angegebenen Leser noch anßerdem vieles Neue in theoretischer und praktischer Hinsicht antrifft; so wird dieselbe auch dem Chemiker und Technologen, vorzüg⸗ lich aber den Ziegeleybesitzern, denen Verbesserungen und daraus entspringender höherer Ertrag nicht gleichgültig sind, unentbehrlich seyn müssen. ö Der praktische Bienenvater, in allerlei Gegenden, oder allgemeines Hülfsbüchlein fürs Stadt- und Land— volk zur Bienenwartung in Körben, Kästen und Klotzbeuten, mit Anwendung der neuesten Erfindun— gen, Beobachtungen und Handgriffe. Bearbeitet von Niem und Werner, mit 1. Kupfr. 8. Leipzig, bei Gerh. Fleischer dem Jüngern. 16 gr. Allen denjenigen, welche über die Behandlung und beste Nutzung der Bienen eine gründliche und zuverlässige Anleitung zu haben wüuschen, kann obiges Werk mit Recht vorzüglich empfohlen werden. Es ertheilt deutlich vorge⸗ tragene Vorschriften und Aufschlüsse über alles, was nur ——— 2 V oikeit de. irgend bei einem Bienenstande vorkommen kann, und alle Wnl. whmmg ö Weitschweifigkeit ist dabei zugleich vermieden. Die Herren Uphabet Riem und Werner haben sich deßhalb durch diese Schrift sehr b in alen verdient gemacht, der, zur Beförderung einer sichern Be⸗ ö handlung und möglichsten Vervollkommnung dieses Theils der Oekonomie, die möglichste Verbreitung zu wünschen ist. mtiß Die neuesten Entdeckungen über das Seifensieden und gehende über einige andere, damit in Verbindung stehende Nit Sachen. Leipzig, bei Gerhard Fleischer dem Jün— Jng. gern. 1800. 10 gl. Was die berühmtesten französischen Chemiker auf aus⸗ genwar⸗ drücklichem Befehl ihrer Regierung in diesem nützlichen oczigli⸗ Kunstzweige Reues entdeckt haben, findet man hier be⸗ obigen schrieben. Verbesserte Handgriffe und Surrogate statt der n bieles Asche und Potasche, so wie die Benutzung vieler in Haus⸗ ift; s wirthschaften bisher nicht geachteten Abgänge und anderer Substanzen statt der Oele und Fette, machen daher diese borzů⸗ 10 Schrift den Seifensiedern sowohl, als guten Hauswirthin⸗ 3sd, nen unentbehrlich. Boswell, J. M. Beschreibung und Abbildung einer Blas⸗ maschine, durch welche die verdorbene Luft aus den tief⸗ vodtr sten Gruben und andern Behältnissen leicht durch frische Jand. ersetzt, so wie auch das Rauchen der Schornsteine ver⸗ uund hütet werden kann. 4. 8 gr. ndun⸗ Hoffmann, J. C. Beschreibung und Abbildung einer Wa⸗ beitkt genwinde von außerordentlicher Wirksamkeit. gr. 4. h, 510 Holzsparkunst, ein Buch für Jedermann. Ister Theil. 8. 1 Thlr. . Laubender, B. das Ganze der Rindviehvest, oder Unter⸗ liste richt, die Rindviehpest richtig zu erkennen, glücklich zu Nch heilen und das gesunde Vieh vor aller Ansteckung zu be⸗ Hige⸗ wahren. 8. Ithlr. 16 gr. nur ö IIVWHLT ——————** DWCWCWWRSDSSSSSDSIISSeee — S.. 4.—t— — .—. Druck⸗ und andere eingeschlichene, den Sinn in der Ackerbau-Theorie oft entstellende Fehler. Erster 19460 14 8. 6 nach dem Worte Fehler; sind die Worte einzuschieben alles um —— bleibt nach dem Worte dadurch das zu weg; so wie nach beheben das Wort seine wegbleibt. — 10 wird nach dem Worte Saatenfolge das Wort beobachten eingeschoben. 15— 11 wird nach dem Worte gemacht das Wörtchen i st ein⸗ geschob'en. 22— 17 fehlt über dem Worte Gra zswuchs ein 59— 22 wird ife sen dem Worte die und Dammerde das Wörtge neder eingeschoben. 63— 20 ließ statt aber eben und statt da d a selb st , 6 * + 2 1— 16 l. st. der Pflanzenreiche, des Pflanzenrei⸗ ches 99— 1I l. st. weil dies, weil d —— 12 werden nach Braache de Woner gewachsene E eing zeschoben. 101— 19 l. st. der Worte gegen das das einzelne Wort im 103— 8,/ 120 15 müssen statt a. b. c. d. die Zahlen 1, 2, 3, 4. gesetzt werden. 104— I I. st. vorzüglicher vorzügliches 108— 14. st. V ässigung der Natur, Mäßigung der Temperatur 110— 18 l. st. feuchte Dammerde, feuchte Atmos⸗ phäre 111— 17 werden zwischen dem Worte davon und dauert die Worte du irch Gährung ein zeschobe n. 112— à werden zwischen dem Worte ankömmt, und allenal die Worte bey übrigens zweckmaßiger Behand⸗ lung eine gest choben. —— 5 l. st.; ack mäßig er, besser 137— 28 l. zich en den Worten Schlüsse und dem das Wortch en selbst 139— 28 l. st. Vie bdunger, Viohfurler 42— 7 l. st. Ackerbaugrund⸗Grundsätze, Ackerbau⸗ grundfatze —— 12 zwischen den Worten N 5Nationalreichthur n, und verhältnißmäßige das Wörtchenwermittelst un! und statt verhältnißmäßige verhaltnism ä⸗ biger —— 1z3 muß nach Betriebsamkeit das nur we gbleiben. —— 44 mmt Wistben anaowendes und während ein( welche —— 25 zwischen tritt und allein sich wieder mit einem) schließt. —— 16 l. st. sich gewöhnen kann, gewohnt ist. 181— 14 l. st. wichtigen, richtigen 155— lo I. st. e en verstärkter 155— 24 l. st. den Saamen erhalten und reifen laßt, um den Samen 3 uUerhalten, reifen laß S. 165 Z. 26 l. st. kältlichen, kälteren — 167— 4 zwischen Erfolge u. und ein(welche ——— zwischen Nutzen und von sich wieder mit einer( chließt. — 5 l. st. Mangel, bey dem Mangel 8. k. dit, dert 4 l. st. und gab Fälle, und es gab Fälle l. zww. vielmehr und theils das Wortchen z u⸗ ehends. ——— 5l zw. Temperatur und wobey ein( welche — + 63w. wurde und theils mit) sich wiederum schließt. —— 7. st. nach Gährung das; und das und weggelassen ——— 9lst. und durch verminderten guten, und das dadurch verminderte gute —— 10 I. st. die wo, da wo; so wie nach Temperatur ein(kommt, welches sich erst zu Ende des Perioden mit) wieder schließt. ——. zw. immer und erhalten das Wörtchen noth⸗ dürftig eingeschoben. Und statt ihren immer grö⸗ ßern Verlust nach sich zog; oder wodey man deren größern Verlust sich zuzuziehen suchte. — 28 fehlt nach Endigung des Perioden das 4 4— 5l.zw. Bearbeitung und eines das Wörtchen als E9l.st. entstanden sein, entstanden zu sein — 12 l. st. Grasarten, Gasarten 27— 8 l. st. weder, entweder — + 9. st. zu sparsam ist, zu sparsam da ist. 239— 26 l. st. Gährungsfähigkeit, Gährungsnn fä⸗ higkeit * 2 Hani — 236— 29 L. ff. übende, ausübende. ö — 238— 10 U.st. dieses zu beheben, diesen Einwurf zu beheben 2— 3I. st. heftigen, faftigen 3— I3 l. st. vermindert, verwindet 5— III. nach dem Wort vielleicht den Zusatz übler als — 21(. st. Derbheit, Lockerheit — 18 l. zwischen den Worten muß u. das die Worte in der gewöhnlichen Braachzeit eingeschoben. 63— 12 l. st. erhohten und gemäßigten, erhöheten oder gemäßigten + 27⁰0— 36. st. anwendbar seyn konnen oder nicht, durch die Saatenfolge angewen det sich be— sinden oder nicht. — 282— 2l. nach dem Worte angenommen das Wörtchen nicht eingeschoben. — 285— 25 J. zwischen neuer dings u. vermehrte das Wört⸗ chen zurückbleibende eingeschaltet. — 290— 15 l. st. ununterbrochene, unterbrochene — 292— 12 l. st. entfernte und fruchthare, entfernte und minder fruchtbare —— 22 l. st. wie das, wie als — 3 l. st. patriotischen, ublichen 21— 5 l. st beider, bey der 2— 1 L. st. schwer, sicherer — 30 l. st. dadurch, durch 2— II I. st. Gährungsfähigkeit, Ghrungsthä⸗ tigkeit Rasien 2 * 6 ss 3 * ÿv 1 lt e Fille Yltchey I helche Lum schseft. Rnsen Iten, ung Mpergth 25 Penoden tchen noth mmergrh; odey Mah 5 süchte. uncey gl sein lis. Wllld Ahutfn übler gls Wirte in ben. zthoöhetes et gichtz sich he⸗ FNII Mtcher FRAN. das Most⸗ ene Utferht/ Rasthe⸗ 6⁰ —— Z. 18 l. st. das Unkraut, das etwanige Un⸗ fraut — 20 l. st. dünnen, dämmen — 20 l. st. un d, doch — 17 l. st empfangene, anfangende Zweyter Theil. — 25 l. st. konnte, könnte — l. st. noch ansehnlich, noch so ansehnlich . K. CHie, S — II I. zwischen den Worten Viehes u. mehr ein( welches — 13 zwischen den Worten wird u. ist durch eine) geschlossen wird. — 28 l. st. wurde, würde —„ zu vermehren, verstehen; zu verstehen, vermehren — 26 l. st. und durch, und die durch „ 1I. zwischen den Worten ausschließen d und so⸗ wohl; für die natuürliche Graswuchserzeu⸗ gung eingeschoben und. — I12 l. zwischen den Worten der u. nöthig das Wort dadurch eingeschaltet. — I3 l. zw. den Worten der u. etwa das Wort dabey — I4 l. zw. den Worten letztern u. ist Falle einge⸗ schoben. — II I. si. zeitigen, spaätten — 13 l. zw. der vorhergehenden Zeile und der neuen mit dem Worte und anfangenden ein C.. —— zwischen den Worten und u. die aber das Wört— chen um eingeschaltet. ö—— 15 l. st. zu geben, zu gewähren, dahinter sich die obige) wiederum schließt.* — I. st. auf ihre Vermehrung, auf Vermeh⸗ runad — 16 l. st. auf Dauer blos Dauer — 24 l. st. zwar, zwey — 1 l. st. Gahrungsfähigkeit, Gährungs thä⸗ tigkeit Il. st. unmittelbar von, unmittelbar vor 41. st. erst, ist — 7 l. st. Er höhung der, Erhöhuna oder — 4 l. st. über der Saat, blos der Saat — 7 l. st. abgetheilte, abgetheilten — 3 l. zwischen den Worten die u. bei, Methode, wel⸗ ch e 1) eingeschaltet. — 9 l. zwischen den Worten Kult ur, u. ferner die Worte auf der I. st. fortgesetzte natürliche, fortgesetzt natürlichen 1 l. st. und ferner welche, und 2) die, welche bey der fernern 12 J. st. Graswuchses Anbau, Graswuchses und Anbau — 16 l. st. auch wohloft auch wohl vorheroft —.7222.2272.— I. — +„———---------. ꝗ———————— S. 71 3. 8 l. st. übertrifft gewiß, übertrifft hierin gewiß — 76— 1 l. st. bey einer, bey einer nur —— 26 l. zwischen den Worten Kraft und wo ein( welche l. zw. den Worten zusagt und wenigstens mit) ich schließt. — 100— 28. — 101— 16. imm — IIO- 25. — 1½3— 12. higke — 126— 2 l. — 128— 25 l. eine — 129— 2 l. komm —— 3l. 3 — 143— 17 l. st. weichen, reiche hinter den Worten übriß bleibt, den Zusatz er be trächtlich genug st. Sommergetreid es, Saamengetreides 0 Gährungs ethätigkert, Gährungsfä⸗ 3. Wintersaat, Sommersaat st. Viehpferches eine, Viehpferches in st. Teltn dafür, Acker nicht dafür, vorher t das erste nicht weg. w. den Worten und u. im das Wörtchen nicht f. oft mehr ihm zum VNachtheile, oft mehr dem Ackerbaue se bbst zum Nachtheile — 156— 15 l. oder — 161— 6 l. st. f. bis zu hoher oder bis, bey zu hoher bey Kraftallein zum bessern Pflanzenwachs⸗ thum, Kraft allein zur Beford derung bessern Pflanze nwachsthums — 1I71— 14 l. — 180— 27 l. weni Tabelle I. I. st. n st. die, da st. aleichfalls bemerkbar, gleichfalls ger bemerkbar atürlichen Gebrauch, natüͤrlichen Gras- wuchks Zuletzt fehlt noch * elen pier angeheftet seyn wüssen. die Anmerkung fůr die Buchbinder, daß beyde Ta⸗ ganz zu Ende des zweyten Theils an ein Vlatt Pa⸗ *+*— , N. 2 r. 6 Zc.. ,, ,. zi 2—1 2 e p-fl, V...— , e, I. 128 Af i en, 0 Wꝗ 55. 5, 7. e.=le. 7.. . Ee. 22—. 22 r, Km nl, eg LAee.—g e. — —*. — — ** — ** — 1 — E **** E* 4— X** * * 2 „ —. 7 3 — 2 — *— + — P: — 13 * * * — — 4„ ** 5* AN— — R r— ** 8 2 —-—n— b Colour& Grey Control Chart Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta rms rs—— Slac